Berliner Kurier 29.09.2018

BerlinerVerlagGmbH

REISE

NACHRICHTEN

Herbst in Leogang

BarockePracht

Bunte Blätter, klare Luft

und eine fast unendliche

Sicht laden zum Biken und

Wandern in den Gras– und

Steinbergen in Saalfelden

Leogang ein. Und sollte das

Wetter mal nicht so mitspielen

hat man die Gelegenheit

richtig durchzuatmen

und sich während eines

Wellness Programms

ausgiebig verwöhnen zu

lassen.

Neuer Schnellzug

In weniger als zwei Stunden

mit der Bahn von Südkalifornien

nach Las Vegas:

Diese Verbindung plant das

Transportunternehmen

Brightline. Die Eröffnung

der neuen Zugstrecke ist

für 2022 vorgesehen.

Gewinn für Balearen

Die Landesregierung der

Balearen zieht eine positive

Zwischenbilanz, denn sie

hat mit der Touristensteuer

in diesem Jahr rund 88 Millionen

Euro eingenommen.

Vor allem die Erhöhung des

Satzes in der Hauptsaison

(Mai bis Oktober) habe eine

Verdoppelung der Einnahmen

im Vergleich zum Vorjahr

zur Folge.

Halloween in Dänemark

Schon ein Klassiker ist die

„fünfte Jahreszeit“ Halloween

im Tivoli in Kopenhagen.

Der älteste Vergnügungspark

der Welt in der

dänischen Hauptstadt ist

vom 12. Oktober bis 04. November

geschmückt mit

20.000 Kürbissen. Angeboten

werden unter anderem

Kürbisschnitzen, „Scary

Halloween“ mit aufregenden

Begegnungen und ein

magisch-verzauberndes

Lichtermeer.

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und frischer Fisch

Bollebygd, Herrljunga, Lidköping,

Trollhättan –

wohl keiner dieser Orte

auf der Route durch Westschweden

hat es zu längeren

Einträgen in Reiseführer geschafft.

Und doch: Diese Orte

und diese Landschaft sind atemberaubend.

Die Fahrt führt vorbei

an weiten Wiesen und dichten

Wäldern, Ruinen aus der

Wikingerzeit und imposanten

Schlössern, durch kleine Dörfer

und Städtchen mit bunten Holzhäusern.

Auch tief im Landesinnern

sind Flüsse oder Seen nie weit

entfernt. Und weil Westschweden

auch noch kulinarisch auftrumpfen

kann, wird eine Reise

durch die Region zu einem besonderen

Trip: für die Augen

und den Gaumen, für die Seele

und das Herz.

Das Läcko-Schloss liegt bei

Lidköping inmitten eines Naturschutzgebietes

am Vänersee,

dem größten Gewässer in

Schweden und erhebt sich dort

am Ende einer Landspitze in barocker

Pracht: in strahlendem

Weiß, mit Zwiebelkuppel-

Türmchen und wehrhaften

Mauern. Das Schloss gilt als eine

der größten Sehenswürdigkeiten

Westschwedens, international

bekannt ist es aber vor allem

wegen des Schlossgärtners.

Der Brite Simon Irvine ist

Wahlschwede und ein Gemüseflüsterer.

„Die Pflanzen,“ sagt

er, „kommunizieren mit mir“.

Mit derber Cordhose, dickem

Tweedsakko und langer Schürze

steht er zwischen den Beeten

unterhalb des Schlosses, wo

Mangold und Rote Beete, Thymian,

Fenchel und Majoran

wachsen. „Alles organisch. Alles

nachhaltig,“, sagt er und führt

Westschweden lockt mit

herzlichen Menschen,

atemberaubenden

Landschaften und

einem Gemüseflüsterer

Im Reich des

„Gemüseflüsterer“:

Rickard Halleröd

kocht in einer

alten Villa.

durch sein nicht

allzu großes

Reich. An seine

Pflanzen komme

keine Gülle, kein

Insektizid, kein

Kunstdünger, erklärt

er.

Das Gemüse und die Kräuter

aus seinem Garten liefert er an

Luxus-Restaurants, vor allem

aber an das Hvita Hjorten, das

Restaurant im Victoria-Haus,

nur wenige Meter entfernt am

See.

Der moderne Bau ist mit seiner

Holzfassade perfekt der

Landschaft angepasst.

Mitarbeiter des Zentrums informieren

die Gäste über die

Fauna und Flora des Gebietes

und empfehlen Wanderungen.

Wer will, kann im angeschlossenen

Hotel auch über Nacht bleiben

–was viele schon wegen des

Restaurants im Haus machen.

Der Koch setzt dort auf die Speisekarte

täglich das, was ihm

Gärtner Simon Irvine, die Fischer

vom See oder Bauern in

der Umgebung am Morgen bringen.

Spitzenrestaurants wie das

Hvita Hjorten haben jedoch im

ganzen Land starke Konkurrenz.

Das ist kein Wunder bei

dem immensen Angebot an frischen

Fisch und Meeresgetier,

an Wild sowie Gemüse von Öko-

Bauernhöfen.

Zudem hat die gute Küche

Schwedens aber auch Tradition.

Und die wird gepflegt, wie Rickard

Halleröd, einer der Chef

des Hotels und Restaurants „Alberts“

in der kleinen Stadt Trollhättan

erzählt.

Das auf den Hügeln über

Trollhättan erbaute Haus hatte

1880 der deutsche Ingenieur

Eduard Leopold Albert erworben,

der beim Bau der transsibirischen

Eisenbahn im Zarenreich

zu Reichtum gekommen

war. Heute befinden sich in der

Villa mit neuem

Anbau ein Hotel

und ein Restaurant.

Und auch hier

ist „Alles öko, alles

nachhaltig“, wie

DasLäcko-Schloss

am Vänersee

ist bei Touristen

besonders beliebt.

der Hotelchef erzählt. Das „Alberts“

ist umwelt-zertifiziert,

heizt mit Geothermik, nutzt

Öko-Strom, verzichtet weitgehend

auf Flaschen. Das Restaurant

wird von lokalen Produzenten

beliefert und hat es an die

Spitze vom White Guide,

Schwedens Spitzen-Restaurant-

Liste, geschafft.

Das von Trollhättan noch etwa

eine Stunde entfernte Göteborg

ist dann Grün in jeder Schattierung

und jeder Hinsicht. 50000

Bäume sollen in der Stadt stehen

und auf jeden Einwohner exakt

274 Quadratmeter Grünfläche

kommen, heißt es in der Broschüre

„Göteborg – Führer

durch eine grüne Stadt“.

Sanna Björlin schwärmt von

ihrer Stadt und das nicht nur,

weil sie für die Tourismusbehörde

von Westschweden arbeitet:

Es gebe hier trendige Stadtviertel,

sagt sie, eine spannende

Kulturszene, interessante Boutiquen

schwedischer Designer,

historische Herrenhäuser und

eine Fischhalle in Form einer

Kirche. Eine Rundfahrt auf dem

Wasser beweist, dass sie nicht

übertreibt: Das Boot schippert

an alten Handelshäusern vorbei,

in denen schicke Restaurants,

Kneipen und Kaffees eröffnet

wurden, es passiert den Botanischen

Garten, den Fischmarkt,

die alten Docks.

Göteborg ist bereits ein Touristen-Magnet.

Doch Stadtverwaltung

und Bürger haben noch

viel vor: 2021 wird Göteborg

400 Jahre alt. Bis dahin sollen

eine Seilbahn und neue Brücken

gebaut werden. Das Industriegebiet

am Hafen wird ein neues

Wohnviertel und noch mehr

Parks und Grünflächen entstehen.

Martina Doering

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