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Fußball © Foto:

Fußball © Foto: Karsten Schulz/torknipser.de © Foto: privat Der Mädchen- und Frauenfußball entwickelt sich beim WSV prächtig. Die Vereinsführung freut‘s, Kapitänin Marie auch. Nur zwei © Foto: privat © Foto: Karsten Schulz/torknipser.de Tore … … aber Hamburgs Fußballerin des Jahres. Das ist Marie, aber das ist bedenklich. Wie kann jemand mit einer solch unterdurchschnittlichen Torausbeute solche Lorbeeren einsammeln? Das macht neugierig, also treffen wir Marie Fröhlich (22) vom Walddörfer SV. Angefangen hatte alles mit einer Schulmannschaft der Grundschule am Ahrensburger Weg, die mehr spielen und am Ligabetrieb teilnehmen wollte, deswegen zum Walddörfer SV zog. Bei Marie ging das natürlich früher los, denn sie hat schön mit dem großen Bruder im Wohnzimmer gekickt, dann bei den Jungs mitgespielt, bis das nicht mehr ging, und dann… Sorgen in den Walddörfern für Furore: Die 1. Frauen spielen Regionalliga und da seeeeehr gut mit. Sie grinst und weiß eigentlich auch nicht, wer sie nominiert hat. Auch die Erklärung fällt ihr schwer. „Vielleicht, weil ich so lange dabei bin“, sagt sie. Hääääh? Im Gespräch ahnen wir aber, was es ist, denn sie hat wahrscheinlich irgendwie den Hut auf, in ihrem Team. Seit Jahren ist Marie die Kapitänin und führt die „Mädels“ offensichtlich nicht so schlecht. Diverse Aufstiege in Serie, bis in die Regionalliga, so weit oben spielen nicht wirklich viele Hamburger Mannschaften, und dann wurden sie als Aufsteigerinnen gleich mal Vizemeister. Marie, auch Meisterin im Bereich Tiefstapeln, entschuldigt sich ein weiteres Mal für den Erfolg: „Die Liga ist eine Wundertüte gewesen, jeder konnte jeden schlagen, wir hatten Glück.“ Ja neeee, is klar. Maries erstaunlichster Spruch: „Wir haben sehr oft über Niveau gespielt.“ Wir runzeln die Stirn. Mit so viel Bescheidenheit ist man im Männer-Fußball nicht unterwegs. „In diesem Jahr sieht das anders aus“, erklärt sie. „Durch eine zusammengelegte zweite Liga gibt es fünf Absteiger in die Regionalliga und deswegen wahrscheinlich größere Leistungsunterschiede.“ Man darf also gespannt sein, wie sich die Truppe in dieser Saison schlägt. Mittelfeld ist das Ziel. Mit der Fußballerin des Jahres als Kapitänin sind wir sehr zuversichtlich. Sie glaubt, die Trophäe ging an sie nur stellvertretend: „Die Mannschaft isses“, sagt sie. Maries Vater nahm bis heute das Zepter in die Hand und führt inzwischen im Verein den gesamten Bereich Frauen- und Mädchenfußball, und der scheint sich nicht nur wegen der 1. Damen bombe zu entwickeln. Die Regionalliga-Truppe, längst im Verein schwer etabliert, arbeitet seit mehreren Jahren „intensiv und aufwändig, mit Trainingslager in Kopenhagen und zwei Trainern, die das neben Beruf und Studium alles bewerkstelligen, Niklas Wilkowski und Niels Quante“, so Marie. Das zieht natürlich Nachwuchs, und es kommen ähnlich viele Zuschauer wie bei den 1. Herren (warum auch nicht?). Aber dennoch hat Marie – sie studiert im 5. Semester Politikwissenschaften, natürlich in HH, „sonst hätte ich ja den Verein wechseln müssen“ – eine ganz eigene Meinung zum Frauenfußball. „Eigentlich ist das ein anderer Sport“, was sie ausschließlich an der Physis der Geschlechter festmacht, für sie kann man das deswegen kaum vergleichen. Fußball ist ihr größter Spaß, für den sie ziemlich viele Entbehrungen hinnimmt. „Feiern am Freitag, wenn wir Sonntag spielen, das geht gar nicht.“ Eigentlich gibt es da doch noch den Samstag, denken wir. Aber so war die klare Ansage einer klaren jungen Frau. Karriere als Profi kommt für Marie nicht in Frage. „Erstmal bin ich bei weitem nicht gut genug“, stapelt sie noch tiefer, „und dann bin ich, für nur kleines Geld, mit über 30 ohne Ausbildung. Nicht mein Ding.“ Aber spielen will sie weiter gut und viel in ihrem Verein, der Studienort ist gesetzt. © Foto: privat Marie hier von außen, aber sonst ist sie mittendrin und dirigiert. 43