BAA / AAA-Screening: Sonoskopie der Aorta. Ein abrechenbares Point-of-Care Ultraschallverfahren.

SonoABCD

Können Sie es? Natürlich auch bei PKV anwendbar ;-) Ist nicht schwer. Nüchternheit des Patienten von Vorteil....Verbesserung der Prävention durch PoCUS-Screening.

4. Oktober 2018

Raoul Breitkreutz (1), Sebastian Schellhaas (2), Michael Kachur (3),

Point-of-Care Ultraschall

BAA-Screening

in der Praxis

Neue GOP im EBM für

Vertragsärzte oder Ermächtigte:

Was brauche ich dazu?

Wie kann ich abrechnen?

Raoul Breitkreutz

Wissenschaftliches Netzwerk SonoABCD

Wissenschaftliches Netzwerk

Point-of-Care Ultraschall

Notfall- und Intensivmedizin

SonoABCD I Wissen & Lernen auf Yumpu

J. Schleifer

Wissenschaftliches Netzwerk SonoABCD

Eine Zusammenstellung BAA-Screening, Seite 1


4. Oktober 2018

Voraussetzungen

Bauchaneurysmascreening

bei GKV - Versicherten mit der LELE -Methode

Der vollständige Gesetzestext zum Verfahren hier:

https://www.jurion.de/gesetze/us_baa_rl/

Zielgruppe 1: Vertragsärzte und ermächtigte Ärzte sowie dort

angestellte Ärzte

Um das Screening für die Abrechnung der GOP 01747 und 01748

anbieten zu können bedarf es

1) Antrag bei der KV mit Nachweis

der Ausbildung / nach §6 der Ultraschall-Vereinbarung

✓ Kursbesuche

2) Ultraschallgerät nach KV-Ultraschallvereinbarung /

aktuelle Geräteliste DEGUM

3) Normwerte

4) Betriebsstättennummer (BSNR) und Abrechnungssystem

Die QS Ultraschall-Vereinbarung der KBV kann angeklickt werden. Sie ist auf

http://www.kbv.de/html/ultraschall.php zu finden und wird aktuell überarbeitet.

Zielgruppe 2: Begeisterte ;-) des Point-of-Care Ultraschall

Es macht Spass die Aorta zu „sonoskopieren“. Diese Methode ist relativ

einfach, auch wenn in diesem Fall bei GKV nicht abgerechnet werden

kann :-(. Dafür dankt es Ihnen Ihr Mensch, insbesondere, wenn Sie

einen positiven Befund erhoben haben und ihn zudem einem

Spezialisten (Angiologen, Gefäßchirurgen, Kardiologen) zuweisen.

Eine Zusammenstellung BAA-Screening, Seite 2


4. Oktober 2018

Die Antragstellung zur Zulassung erfolgt über die zuständige KV, falls

man noch keine QS-Genehmigung hat.

Die Anforderung von Versicherteninfos kann in Hessen formlos per E-Mail

erfolgen. Beachten Sie bitte, dass diese Aufklärungsflyer nicht für die

Auslage im Wartezimmer hergestellt wurden, sondern z.B. im Rahmen eines

Anmeldeprozesses in der Praxis zum Termin von Männern über 65 Jahre

gezielt ausgehändigt werden sollten. Die Aufklärung muss schriftlich

dokumentiert und zur Akte gelegt werden und wird (vermutlich) geprüft.

mailto: mitgliederservice.sondervertraege@kvhessen.de

Geben Sie Ihre Betriebsstättennummer (BSNR) an.

Sehr geehrte Damen und Herren,

Ich möchte die Versicherteninfo nach Anlage zur Richtlinie Ultraschallscreening auf

Bauchaortenaneurysmen

(US-BAA-RL) kostenfrei bestellen.

Vielen Dank

Es gibt 2 Leistungsarten, die für zugelassene Ärzte per GOP

abrechenbar sind:

1) die Aufklärung beim Mann, ab dem 65. Lebensjahr (GOP 01747)

2) die Untersuchung mit Dokumentation (GOP 01748)

Ad 1: Die Musteraufklärung des Gemeinsamen Bundesausschuss (G-

BA) finden sie auf den folgenden Seiten dieses Dokuments.

ad 2: Weiterhin ist ein pdf zur Dokumentation (Quelle KV Rheinland-

Pfalz) angefügt und der URL-Link angebracht.

Klinischen Indikationen für das Screening BAA /AAA sind weiter zu

fassen: 1. Mann, >65. LJ, 2. Frauen, die rauchen oder geraucht haben

sowie Menschen mit positiver Familienanamnese für ein BAA / AAA.

Eine Zusammenstellung BAA-Screening, Seite 3


4. Oktober 2018

Zuweisungskonzept: Ratsam ist es eine Empfehlung zur Zuweisung

bei positivem Befund und für eine Wiederholungsuntersuchung zu

haben, um nach der Untersuchung die erste Beratung durch den

Spezialisten einleiten lassen zu können.

Der Dokumentationsbogen (hier von der KV Rheinland-Pfalz) umfasst

Text und numerische Messwerte der Leading edge Methode (LELE) .

LELE bedeutet: Führender Rand (ventral) zu führendem Rand (dorsal),

um die größten Diameter zu dokumentieren.

Die Bilddokumentation sollte in der kurzen Achse (short axis, SAX)

und in der langen Achse (long axis, LAX) erfolgen und der LELE

ausgemessen worden sein.

Raoul Breitkreutz

Wissenschaftliches Netzwerk SonoABCD

Raoul Breitkreutz

Wissenschaftliches Netzwerk SonoABCD

Die Abbildungen und der Film (nächste Seite) zeigen Beispiele für die

Dokumentation eines AAA / BAA in der kurzen Achse (SAX). Zusatzbefund neben

dem Leitbefund Aneurysma ist eine Teilthrombosierung mit Restlumenbildung

(kleinerer Diameter). Dies waren Zufallsbefunde bei Abdomensonographie. Geht

auch mit Sektorschallkopf.

Eine Zusammenstellung BAA-Screening, Seite 4


4. Oktober 2018

Die Befunderhebung hat bei positivem Befund Konsequenzen (s. Kasten).

Konsequenzen

LELE-Durchmesser

< 3 cm - keine weitere Kontrolle

3-4 cm - Kontrolle in 12 Monaten

> 4 cm - Kontrolle in 6 Monaten

mögliche OP-Indikation,

falls LELE-Durchmesser bei

Männern > 5,0/5,5 cm

Frauen > 4,5 cm

Sehr wichtig ist beim Screening aber auch alle 4 „Etagen“ aufzusuchen: subkostalsubphrenisch,

suprarenal, infrarenal und nach Bifurkation beide prox. Aa. iliacae.

Eine Zusammenstellung BAA-Screening, Seite 5

LELE: 5,13 cm

(infrarenal), SAX


4. Oktober 2018

Point-of-Care Ultraschall: Taschenultraschallgeräteklasse

Das AAA/BAA-Screening ist ebenso in der geforderten Qualität auch

mit Point-of-Care Ultraschallgeräten (Bilder unten von einem Gerät der

Klasse „Taschenultraschallgerät“, Vscan, GE Healthcare) anwendbar.

Dabei kann man erkennen, dass die LAX zu genauerem Ergebnis des

maximalen LELE führen kann. Leider gehören diese Geräte, die für das

Screening vollkommen ausreichend wären, noch nicht zur offiziellen

D E G U M - G e räteliste. S o b l e i b t e s z u h o ff e n , d a s s b e i

Dokumentationsprüfungen die hohe Qualität von Geräten dieser

Klasse diese eindeutigen Befunde dennoch anerkannt werden.

Raoul Breitkreutz

Wissenschaftliches Netzwerk SonoABCD

LELE: 4,2cm, SAX

LELE: 4,2cm. LAX

Raoul Breitkreutz

Wissenschaftliches Netzwerk SonoABCD

Im Ärztlichen Bereitschaftsdienst kann, obwohl abweichend von den

neuen GOPs, wenn man kein Vertragsarzt ist, insbesondere bei

Bauchschmerzen und Rückenschmerzen! die Indikation zur

Untersuchung stellen und die Ziffer 33042 (Abdomensonographie)

ansetzen. Die Empfehlungen und Erfordernisse zur Doku und Geräten

bleiben in Bezug zur QS Ultraschall-Vereinbarung der KBV gleich.

Eine Zusammenstellung BAA-Screening, Seite 6


4. Oktober 2018

Im Notfall muss allerdings bei klinischem Verdacht aufgrund von

Symptomen anders mit der Sonographie umgegangen werden.

Angaben zu Autoren der Titelseite

(1) FOM Hochschule, Lehrauftrag für Gesundheitsmanagement, und Lehre u.a. in Point-of-

Care Ultraschall, Universität Frankfurt am Main

(2) Internistisch-hausärztliche Praxis Groß-Bieberau

(3) Abteilung Viszeralchirurgie, Universitätsklinikum Giessen-Marburg, Standort Giessen

(4) Gefäß- und Endovascularchirurgie, Universitätsklinikum Frankfurt am Main

Über SonoABCD

Das wissenschaftliche Netzwerk Point-of-Care Ultraschall Notfall- und Intensivmedizin

SonoABCD ist ein gemeinnütziges Projekt zur Wissensvermittlung mit „Social Impact“. Es

wird von UEC & Partners I Medical Education GmbH und dem SonoABCD-Verlag,

Fischbachtal, Deutschland finanziell gefördert und stellt SonoABCD I Wissen & Lernen

auf Yumpu Publikationen bereit. Verantwortlich im Sinne des Presserechts und

Herausgeber ist Herr Priv.-Doz. Dr. Dr. med. R. Breitkreutz, Frankfurt

Eine Zusammenstellung BAA-Screening, Seite 7


DOKUMENTATIONSBOGEN

ULTRASCHALLSCREENING

BAUCHAORTENANEURYSMA (BAA)

(gemäß § 4 der US-BAA-RL und § 10 der Ultraschall-Vereinbarung)

Name, Vorname des Patienten (in Druckbuchstaben)

________________________________________

ggf. Patienten-ID-Nr.

Geburtsdatum (TTMMJJJJ)

Untersuchungsdatum (TTMMJJJJ)

_________________

_______________

_______________

Praxisstempel

Fragestellung/Indikation: einmaliges BAA-Screening (männlich, ab 65 Jahre)

Die ärztliche Aufklärung zum BAA-Screening erfolgt anhand der Versicherteninformation (siehe Anlage I der US-BAA-RL).

Diese ist dem Anspruchsberechtigten im Rahmen des ärztlichen Aufklärungsgesprächs auszuhändigen.

Screening-Ergebnis:

Die Messung erfolgt orthograd am größten Durchmesser der Bauchaorta infrarenal nach der LELE-Methode („Leading

Edge“)

unauffällig

auffällig (≥ 2,5 cm)

Durchmesser: _______________

Längsausdehnung: _______________

Echogenität: _______________

Sonstiges: _______________

Organspezifische Befundbeschreibung:

• Normalbefund

• pathol. Befund: __________________________________________________________

_________________________________________________________________________

Zusammenfassende Beurteilung:

_______________________________________________________________________________

(Verdachts-) Diagnose: ___________________________________________________________

ggf. abgeleitete Konsequenzen:

_______________________________________________________________________________

_______________________________________________________________________________

(Die Verlaufskontrolle und weitere Diagnostik nach Feststellung eines auffälligen Befundes erfolgen im Rahmen der

Krankenbehandlung nach § 27 SGB V.)

_______________________________

Ort, Datum

_______________________________

Unterschrift


4.10.2018 Ultraschall der Aorta: Drei Minuten, die Leben retten

Kongress, 15.04.2012 21:23

Ultraschall der Aorta: Drei Minuten, die Leben

retten

WIESBADEN (gvg). Mit einem leidenschaftlichen Plädoyer für ein Screening auf

Bauchaorten­Aneurysmen hat Professor Hans Henning Eckstein aus München den

ersten Tag des Internistenkongresses abgeschlossen. Gescreent werden sollten alle

Männer ab 65 Jahren sowie Frauen ab 65, wenn sie rauchen oder geraucht haben oder

wenn in der Familie ein Aortenaneurysma bekannt ist.

"Das ist eine simple Ultraschalluntersuchung,

die jeder durchführen kann", so Eckstein.Der

Schallkopf wird einmal quer zur Aorta nach

unten geführt und dann einmal längs zum

Gefäß gehalten. "Dafür reicht das B­Bild, und

das dauert drei Minuten."

Im Detail ausgemessen werden muss nichts.

Sieht die Aorta auffällig aus, erfolgt die

Überweisung zur CT­Angiografie. Gescreent

werden sollten alle Männer ab 65 Jahren sowie

Frauen ab 65, wenn sie rauchen oder geraucht

haben oder wenn in der Familie ein

Aortenaneurysma bekannt ist.

Alarm ab 4,5 cm Durchmesser

Exentrisches Bauchaorten­Aneurysma im

Ultraschall: unten links zwischen den Sternchen

das Lumen, rechts davon der thrombosierte

Anteil.

© Albertinen­Krankenhaus Hamburg,

www.sonographiebilder.de

"Liegt der Aortendurchmesser bei unter 3 cm, können Sie die Sache abhaken. Bei 3 bis 4 cm

sollte nach 12 Monaten, bei größeren Aneurysmen nach 6 Monaten kontrolliert werden." Eine

Op­Indikation unter Berücksichtigung der individuellen Situation sieht Eckstein bei Männern

ab einem Durchmesser von 5 bis 5,5 cm und bei Frauen ab 4,5 cm.

Diese von der Deutschen Gesellschaft für Gefäßchirurgie unterstützten Empfehlungen

basieren auf vier randomisiert­kontrollierten Studien. "Um einen Tod durch ein rupturiertes

Aneurysma zu verhindern, sind 350 Untersuchungen nötig. Das ist für ein Screening ein sehr

guter Wert", so Eckstein.

Andere Länder haben darauf Konsequenzen gezogen: In Großbritannien wird derzeit ein

AAA­Screening ausgerollt. In den USA ist der Aorten­Ultraschall Teil des Medicare­Angebots.

Copyright © 1997­2018 by Springer Medizin Verlag GmbH

https://www.aerztezeitung.de/extras/druckansicht/?sid=810522&pid=818529 1/1


Nr. 1 – Februar 2018

EBM aktuell

EBM-Änderungen seit 1. Januar 2018

info.service

ffizielle ekanntmachungen der assenrztlichen ereinigung essen

brechnung

2

EBM aktuell

EBM-Änderungen seit 1. Januar 2018

Die GOP 01747 über die Aufklärung und Ausgabe

der Versicherteninfo zum Screening der Bauchaorta

kann von Hausärzten, Urologen, Internisten (mit und

ohne Schwerpunkt), Chirurgen und Radiologen ohne

Genehmigung abgerechnet werden.

transkutan) bereits vorliegt, wurde die Genehmigung zur

Abrechnung der GOP 01748 automatisch erteilt.

Die auszugebende Versicherteninfo nach Anlage

zur Richtlinie Ultraschallscreening auf Bauchaortenaneurysmen

(US-BAA-RL) kann einfach und kostenfrei

bestellt werden unter:

mitgliederservice.sondervertraege@kvhessen.de

Für die sonographische Untersuchung der Bauchaorta

(GOP 01748) wird eine QS-Genehmigung zur Ausführung

und Abrechnung gemäß Ultraschallvereinbarung

benötigt. Wenn die QS-Genehmigung für Anwendungsbereich

7.1 (Abdomen, Retroperitoneum einschl. Niere,

Screening auf Bauchaortenaneurysma

Für das einmalige Ultraschallscreening zur Früherkennung

von Bauchaortenaneurysmen bei Männern ab

65 Jahren wurden die GOP 01747 und 01748 in den

Abschnitt 1.7.2 des EBM aufgenommen.

Neue GOP im Abschnitt 1.7.2 EBM

GOP Kurzbeschreibung Bewertung

01747

01748

Aufklärung und Ausgabe der Versicherteninfo zum Screening der

Bauchaorta

Persönlicher Arzt-Patienten-Kontakt

Ggf. Veranlassung der sonographischen Untersuchung der

Bauchaorta

Sonographische Untersuchung der Bauchaorta gemäß § 4 US-BAA-RL

Beratung zu Therapiemöglichkeiten bei auffälligem Befund

6,07 €*

(57 Punkte)

15,77 €*

(148 Punkte)

* gemäß bundeseinheitlichem Orientierungswert 2018 (10,6543 Cent)


Richtlinie

des Gemeinsamen Bundesausschusses

über das Ultraschallscreening auf

Bauchaortenaneurysmen

(Richtlinie Ultraschallscreening auf

Bauchaortenaneurysmen / US-BAA-RL)

in der Fassung vom 20. Oktober 2016

veröffentlicht im Bundesanzeiger BAnz AT 17.02.2017 B4 vom 17. Februar 2017

in Kraft getreten am 10. Juni 2017

zuletzt geändert am 16. März 2017

veröffentlicht im Bundesanzeiger BAnz AT 09.06.2017 B4) vom 9. Juni 2017

in Kraft getreten am 10. Juni 2017

Richtlinie über das Ultraschallscreening auf Bauchaortenaneurysmen, Stand: 16. März 2017


Inhalt

§ 1 Allgemeines ..................................................................................................... 3

§ 2 Anspruchsberechtigung .................................................................................... 3

§ 3 Aufklärung ........................................................................................................ 3

§ 4 Untersuchungsmethode ................................................................................... 3

§ 5 Qualitätssicherung ........................................................................................... 3

§ 6 Evaluation ........................................................................................................ 3

Anlage I Versicherteninformation nach § 3 US-BAA-RL ................................................ 4

2

Richtlinie über das Ultraschallscreening auf Bauchaortenaneurysmen, Stand: 16. März 2017


§ 1 Allgemeines

1

Das nach dieser Richtlinie durchzuführende Screening dient der Früherkennung von

Bauchaortenaneurysmen bei dem in § 2 genannten Personenkreis. 2 Die Untersuchung soll

soweit möglich zusammen mit der Gesundheitsuntersuchung gemäß den

Gesundheitsuntersuchungs-Richtlinien angeboten werden.

§ 2 Anspruchsberechtigung

1

Männliche Versicherte ab dem Alter von 65 Jahren haben einmalig Anspruch auf Teilnahme

am Screening auf Bauchaortenaneurysmen.

§ 3 Aufklärung

1

Die ärztliche Aufklärung zum Screening auf Bauchaortenaneurysmen erfolgt anhand der

Versicherteninformation (siehe Anlage). 2 Im Rahmen des ärztlichen Aufklärungsgesprächs ist

dem Anspruchsberechtigten die Versicherteninformation auszuhändigen.

§ 4 Untersuchungsmethode

(1) Das Screening auf Bauchaortenaneurysmen erfolgt mittels abdomineller

Ultraschalluntersuchung gemäß den Vorgaben des § 5 dieser Richtlinie.

(2) Die Messung erfolgt orthograd am größten Durchmesser der Bauchaorta infrarenal

nach der LELE-Methode.

(3) Das Screeningergebnis gilt als auffällig, wenn ein Bauchaortendurchmesser von

2,5 cm oder größer gemessen wurde.

(4) Die Verlaufskontrollen und weitere Diagnostik nach Feststellung eines auffälligen

Befundes im Sinne des Absatz 3 erfolgen im Rahmen der Krankenbehandlung nach

§ 27 SGB V.

§ 5 Qualitätssicherung

1

Die Durchführung der Untersuchung erfordert eine Genehmigung zur Ausführung und

Abrechnung der Ultraschalldiagnostik gemäß der Vereinbarung von

Qualitätssicherungsmaßnahmen nach § 135 Absatz 2 SGB V zur Ultraschalldiagnostik

(Ultraschall-Vereinbarung) in der Fassung vom 18. Dezember 2012. Die fachliche Befähigung

muss für den Anwendungsbereich 7.1 (Abdomen, Retroperitoneum einschließlich Niere,

transkutan) gemäß Anlage I der Ultraschall-Vereinbarung oder im Fall des Erwerbs der

fachlichen Befähigung durch Ultraschall-Kurse gemäß den Anlagen I und II der Ultraschall-

Vereinbarung nachgewiesen sein. 2 Als Anforderungen an die apparative Ausstattung gelten

die Vorgaben der Anlage III der Ultraschall-Vereinbarung für die Anwendungsklasse 7.1

(Abdomen, Retroperitoneum einschließlich Niere, transkutan).

§ 6 Evaluation

(1) 1

Der Gemeinsame Bundesausschuss beauftragt erstmals drei Jahre nach Inkrafttreten

der Richtlinie eine unabhängige wissenschaftliche Institution mit der Erstellung eines Berichts

zum Screening auf Bauchaortenaneurysmen. 2 Im Bericht sollen zudem, insbesondere auf der

Grundlage von Krankenhausdiagnose- sowie Todesursachenstatistik, die Mengenentwicklung

elektiver Operationen und Notfalloperationen sowie die Entwicklung der Aneurysmaassoziierten

Mortalität betrachtet werden.

(2) Die Teilnahmezahlen sind von den Kassenärztlichen Vereinigungen anhand der

Anzahl der abgerechneten Screeninguntersuchungen kalenderjährlich zum 1. März an den

Gemeinsamen Bundesausschuss zu übermitteln.

Richtlinie über das Ultraschallscreening auf Bauchaortenaneurysmen, Stand: 16. März 2017

3


Anlage I

Versicherteninformation nach § 3 US-BAA-RL

Informationen zum Ultraschall-Screening auf Aneurysmen der Bauchaorta

Warum wird Männern eine Untersuchung der Bauchschlagader angeboten?

Lieber Leser,

gesetzlich versicherten Männern ab einem Alter von 65 Jahren wird eine Ultraschall-

Untersuchung der Bauchschlagader angeboten.

Die Teilnahme an dieser Früherkennungs-Untersuchung ist einmal möglich. 2 Sie ist freiwillig

und kostenlos.

Diese Broschüre informiert darüber,

• warum die Untersuchung angeboten wird,

• wie sie abläuft und

• welche Folgen sich ergeben können.

Diese Informationen sollen Sie dabei unterstützen, die Vor- und Nachteile einer Teilnahme

abzuwägen und für sich eine gute Entscheidung zu treffen.

Warum wird die Untersuchung angeboten?

1

Die Bauchschlagader ist das größte Blutgefäß in der Bauchhöhle. 2 Sie wird auch Bauchaorta

genannt. 3 Manchmal dehnt sie sich an einer Stelle deutlich und bildet eine Ausbuchtung.

4

Wenn die Ausbuchtung 3 cm oder größer ist, spricht man von einem Aneurysma. 5 Die meisten

Aneurysmen verursachen keinerlei Beschwerden und bleiben deshalb unbemerkt.

1

Männer über 65 Jahren entwickeln häufiger ein Aneurysma als andere Menschen. 2 Außerdem

macht insbesondere Rauchen ein Aneurysma wahrscheinlicher. 3 Weitere Risikofaktoren sind

Bluthochdruck und erhöhte Blutfette.

1

Wenn sich die Bauchschlagader sehr stark dehnt, kann sie in seltenen Fällen ohne

Vorwarnung reißen. 2 Dann fließt viel Blut in den Bauchraum. 3 Das ist ein Notfall und

lebensbedrohlich.

1

Die Ultraschall-Untersuchung dient dazu, große Aneurysmen zu entdecken, sodass sie

vorbeugend operiert werden können. 2 So soll ein Riss verhindert werden. 3 Bei kleineren

Ausbuchtungen wird regelmäßig kontrolliert, ob sie wachsen.

1

Allerdings hat die frühe Erkennung auch Nachteile: 2 Es werden auch Aneurysmen entdeckt,

die nie gesundheitliche Probleme bereitet hätten. 3 Wenn ein Mann weiß, dass er ein

Aneurysma hat, kann das für ihn sehr belastend sein.

[Hier schließt sich in dem Druckerzeugnis der Versicherteninformation eine Abbildung zur

Anatomie des Bauchaortenaneurysmas an.]

Welche Ergebnisse liefert die Untersuchung?

1

Bei der Früherkennung wird der Durchmesser der Bauchschlagader mit einem

Ultraschallgerät gemessen. 2 Vom Ergebnis dieser Untersuchung hängt das weitere Vorgehen

ab.

Wenn sich 1000 Männer ab 65 Jahren untersuchen lassen, ist mit folgenden Ergebnissen zu

rechnen:

4

Richtlinie über das Ultraschallscreening auf Bauchaortenaneurysmen, Stand: 16. März 2017


• Etwa 980 von 1000 Männern haben kein Aneurysma: Der Durchmesser ihrer

Bauchschlagader ist kleiner als 3 cm.

• 1

Etwa 18 von 1000 Männern haben ein kleines bis mittleres Aneurysma: Bei einem

Durchmesser zwischen 3 und 5,4 cm empfehlen Fachleute, die Bauchschlagader

regelmäßig per Ultraschall zu kontrollieren. 2 Wenn sie sich weiter dehnt, kann später

ein operativer Eingriff sinnvoll sein.

• 1

Etwa 2 von 1000 Männern haben ein großes Aneurysma: Bei einem Durchmesser

ab 5,5 cm ist das Risiko für einen Riss vergleichsweise hoch. 2 Dann wird meist ein

operativer Eingriff empfohlen.

1

Auch eine Ausbuchtung unter 3 cm kann sich später zu einem Aneurysma entwickeln,

besonders bei Männern mit Risikofaktoren wie Rauchen und Bluthochdruck oder einem

Aneurysma in der Familie. 2 Bei ihnen kann eine spätere Kontrolluntersuchung bereits ab einem

Durchmesser von 2,5 cm sinnvoll sein.

Die nebenstehende Grafik zeigt die Ergebnisse der Untersuchung noch einmal.

Was passiert, wenn 1000 Männer ab 65 Jahren zur Früherkennung gehen?

[Hier schließt sich in dem Druckerzeugnis der Versicherteninformation unter der Überschrift

„Was passiert, wenn 1.000 Männer ab 65 Jahren zur Früherkennung gehen?“ eine Abbildung

in Form eines Flussdiagramms an. Darin werden folgende Häufigkeiten angegeben: 1.000

Männer gehen zum Bauch-Ultraschall, davon haben etwa 980 Männer kein Aneurysma und

etwa 20 Männer haben ein Aneurysma. Von den 20 Männern mit Aneurysma werden etwa 18

Männer regelmäßig untersucht und eventuell später operiert und etwa 2 Männer werden

wahrscheinlich bald operiert]

Welche Vorteile hat die Untersuchung?

Vor allem bei einem großen Aneurysma besteht die Gefahr, dass es unerwartet reißt. Das

kann tödlich sein.

1

Studien haben untersucht, wie viele Risse und Tode langfristig vermieden werden können,

wenn man ein Aneurysma frühzeitig entdeckt. 2 Die folgende Schätzung zeigt, was man in den

13 Jahren nach der Ultraschall-Untersuchung ungefähr erwarten kann:

Von 1000 Männern ab 65 Jahren ...

... reißt ein Aneurysma ...sterben an einem

Aneurysma

Ohne Früherkennung bei etwa 7 etwa 6

Mit Früherkennung bei etwa 4 etwa 3

Das heißt:

Von 1000 Männern werden…

… etwa 3 vor einem Riss

bewahrt

…etwa 3 vor dem Tod durch

ein Aneurysma bewahrt

Welche Nachteile hat die Untersuchung?

1

Ein Teil der Aneurysmen, die bei der Untersuchung gefunden werden, wäre ohne

Früherkennung niemals aufgefallen. 2 Sie wären nicht gerissen, Kontrolluntersuchungen oder

operative Eingriffe wären nicht erforderlich gewesen. 3 Leider lassen sich solche harmlosen

Aneurysmen nicht sicher von gefährlichen unterscheiden.

Richtlinie über das Ultraschallscreening auf Bauchaortenaneurysmen, Stand: 16. März 2017

5


1

Nach Schätzungen bleibt etwa die Hälfte der entdeckten Aneurysmen harmlos. 2 Es sind vor

allem kleine Aneurysmen, die niemals aufgefallen wären. 3 Das bedeutet:

1

Etwa 20 von 1000 Männern, die an der Untersuchung teilnehmen, erfahren von einem

Aneurysma. 2 Bei etwa 10 von ihnen hätte das Aneurysma aber keine Probleme bereitet.

Was ändert sich, wenn man von einem Aneurysma weiß?

1

Die Diagnose kann unterschiedliche und auch widersprüchliche Gefühle auslösen. 2 Manche

Männer sind froh, dass ihr Aneurysma erkannt wurde – die Kontrolluntersuchungen geben

ihnen ein Gefühl der Sicherheit.

1

Andere Männer hätten im Nachhinein lieber nicht von dem Aneurysma erfahren. 2 Denn dieses

Wissen kann Angst auslösen und verunsichern.

1

Viele Männer leben fortan in dem Bewusstsein, dass ihr Leben gefährdet ist. 2 Beschwerden

wie Bauchschmerzen können beängstigend sein. 3 Außerdem schränken viele Männer aus

Sorge vor einem Riss ihren Alltag ein. 4 Sie werden vorsichtiger und meiden körperliche

Belastungen.

Was geschieht bei einem operativen Eingriff?

Bei einer vorbeugenden Operation gibt es zwei Möglichkeiten:

• 1

Das Aneurysma wird entfernt und durch ein künstliches Gefäßstück ersetzt. 2 Für diese

Operation ist ein Bauchschnitt erforderlich.

• 1

In das Aneurysma wird ein Röhrchen eingesetzt. 2 Für diesen Eingriff ist ein kleiner

Schnitt in der Leiste erforderlich. 3 Über diesen Schnitt wird das Röhrchen mit einem

Katheter eingeführt und bis zum Aneurysma vorgeschoben.

1

Beide Eingriffe können Leben retten. 2 Sie können aber auch zu schwerwiegenden

Komplikationen führen, beispielsweise einem Herzinfarkt, Schlaganfall oder einer

Lungenentzündung.

1

Deshalb muss individuell beurteilt werden, ob die Gefahr, die von einem Aneurysma ausgeht,

einen operativen Eingriff rechtfertigt. 2 Die Entscheidung dafür oder dagegen hängt auch von

dem Gesundheitszustand eines Mannes ab und davon, wie er selbst die Vor- und Nachteile

eines Eingriffs einschätzt.

Was passiert, wenn man nicht an der Früherkennung teilnimmt?

1

Sie können selbst entscheiden, ob und in welchem Alter Sie die Untersuchung in Anspruch

nehmen. 2 Wenn Sie sich gegen die Früherkennung entscheiden, hat dies für Ihren

Versicherungsschutz keine Folgen: Auch, wenn später zufällig bei anderen Untersuchungen

ein Aneurysma festgestellt wird, übernimmt Ihre Krankenkasse selbstverständlich die

Behandlungskosten.

Die wichtigsten Informationen:

• 1

Wenn ein Aneurysma reißt, ist dies lebensbedrohlich. 2 Die Früherkennung verringert

das Risiko, dass ein Aneurysma reißt und man stirbt.

• 1

Früh erkannte Aneurysmen werden häufiger operiert. 2 Ein Eingriff kann Leben retten,

aber auch schwerwiegende Komplikationen mit sich bringen.

• Manche Aneurysmen hätten nie Probleme bereitet.

6

Richtlinie über das Ultraschallscreening auf Bauchaortenaneurysmen, Stand: 16. März 2017


• Das Wissen um ein Aneurysma kann Sorgen bereiten und die Lebensqualität

beeinträchtigen.

1

Ob Sie an der Früherkennung teilnehmen oder nicht, ist Ihre ganz persönliche Entscheidung.

2

Sie zu treffen, kann schwerfallen. 3 Sie müssen sich nicht sofort entscheiden, sondern können

sich die Zeit nehmen, die Sie brauchen.

Platz für Ihre Fragen

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Stand:

März 2017

Die Versicherteninformation ist eine Anlage der Richtlinie Ultraschallscreening auf

Bauchaortenaneurysmen des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA).

Herausgeber:

Gemeinsamer Bundesausschuss

Der G-BA ist ein Gremium der gemeinsamen Selbstverwaltung von Ärztinnen und Ärzten,

Zahnärztinnen und Zahnärzten, Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten,

Krankenhäusern und Krankenkassen in Deutschland, in dem seit 2004 auch

Patientenvertreterinnen und Patientenvertreter aktiv mitwirken.

www.g-ba.de

Richtlinie über das Ultraschallscreening auf Bauchaortenaneurysmen, Stand: 16. März 2017

7


1

Stellungnahme zum Beschlussentwurf des G-BA zur Erstfassung einer Richtlinie über

das Ultraschallscreening auf Bauchaortenaneurysmen

Deutsche Gesellschaft für Angiologie - Gesellschaft für Gefäßmedizin e.V.

14.03.2016

Stellungnahme / Änderungsvorschlag

§ 2 Anspruchsberechtigung

(1) Männliche Versicherte ab dem Alter von

65 Jahren haben einmalig Anspruch auf

Teilnahme am Ultraschallscreening auf

Bauchaortenaneurysmen.

(idem DKG, KBV, PatV)

§ 2 Anspruchsberechtigung

(2) Darüber hinaus haben Versicherte, bei

denen in der primären Untersuchung nach

Absatz 1 eine Erweiterung der Bauchaorta

auf einen Durchmesser zwischen 2 und 2,9

cm festgestellt wurde, Anspruch auf ein Re-

Screening nach 5 Jahren.

(idem KBV, PatV)

Begründung

Eine Altersbegrenzung der Anspruchsberechtigung,

entsprechend dem Vorschlag der

GKV-SV, nur bis zum Alter von 84 Jahren wird

dem Trend der beobachteten Altersverschiebung

(Quelle: Abschlussbericht des IQWiG, Version 1.1

vom 02.04.2015, im Folgenden IQWIG 2015,

S.19ff.) nicht gerecht. Hinweise der tendenziellen

Zunahme des Patientenalters hinsichtlich eines

klinisch relevanten BAA in anderen Ländern und

der in Deutschland dokumentierte Anstieg des

Anteils der über 80-Jährigen, die aufgrund eines

(intakten) BAA operiert wurden, könnten

möglicherweise größere Effekte durch Screening

auf BAA bei älteren Männern erzielen. Daher sollte

in dieser Richtlinie keine Altersdeckelung mit

Ausschluss von Patienten über 84 Jahren erfolgen,

zumal bei Vorliegen eines klinisch relevanten BAA

in dieser Altersgruppe Patienten ggf. durch

endovaskuläre Ausschaltung mit im Vergleich zur

offen-chirurgischen Methode geringerem Risiko

vor Ruptur und Tod bewahrt und behandelt werden

können.

Hintergrund (idem KBV, PatV):

Der Durchmesser der Aorta variiert bei Gesunden

unter anderem in Abhängigkeit vom Geschlecht

und Alter und beträgt infrarenal durchschnittlich

etwa 2 cm. Üblicherweise wird bei einer

Erweiterung der Bauchaorta ≥ 3 cm Durchmesser

von einem BAA gesprochen (Quelle: IQWIG 2015,

S. 2). Erweiterungen der Bauchaorta sind in aller

Regel progredient, wobei die Geschwindigkeit der

Progredienz sehr variabel sein kann. In zwei der

dem IQWiG Bericht zugrundeliegenden Studien

(Western Australia: Re-Screening bei

Durchmesser 2,0 bis 2,9 cm nach 2 Jahren /

Viborg: Re-Screening bei Durchmesser 2,5 bis 2,9

cm nach 5 Jahren) wurden daher alle subklinisch

auffälligen Befunde einem Re-Screening

zugeführt.


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Deutsche Gesellschaft für Angiologie - Gesellschaft für Gefäßmedizin e.V.

14.03.2016

§ 3 Aufklärung

(Ergänzung PatV)

Die Anspruchsberechtigten sind vor der

Durchführung der Untersuchung durch die

verantwortliche Ärztin oder den

verantwortlichen Arzt eingehend

aufzuklären. Die Aufklärung umfasst

insbesondere Zweck, Art, Umfang und

Aussagekraft der Untersuchung sowie

daraus resultierende therapeutische

Optionen und deren Risiken.

Die allgemeine Aufklärung kann durch alle zur

Durchführung der Screeninguntersuchung

berechtigten Ärztinnen und Ärzte durchgeführt

werden. Aufgrund der Komplexität der speziellen

Aufklärung über endovaskuläre oder offenchirurgische

Behandlungsmethoden und deren

Risiken sollte dies nur den entsprechenden

Fachdiziplinen (Angiologie, Gefäßchirurgie)

obliegen.

Ergänzung:

Die spezielle Aufklärung über resultierende

therapeutische Optionen und deren Risiken

bei Vorliegen eines BAA mit Indikation zur

Ausschaltung obliegt den behandelnden

Fachdisziplinen (Angiologie, Gefäßchirurgie).

Den Anspruchsberechtigten ist darüber

hinaus die Versicherteninformation zum

Screening auf Bauchaortenaneurysmen

(siehe Anhang) auszuhändigen.

(idem DKG, GKV-SV, KBV, PatV)

§ 4 Untersuchungsmethode

(2) Die Messung erfolgt orthograd am

größten Durchmesser infrarenal nach der

LELE-Methode.

(idem DKG, GKV-SV, PatV)

Die DEGUM hatte im Rahmen der ersten

Einschätzungen darauf hingewiesen, dass das

Verfahren zur Messung des Durchmessers der

Bauchaorta in Deutschland standardisiert sei,

allerdings ohne dass die Inhalte dieses Standards

genannt werden. Es muss daher eine Festlegung

im Sinne eines Standards erst noch erfolgen, um

die Vergleichbarkeit der Befunde und damit auch

des weiteren Vorgehens zu gewährleisten.

Aufgrund der hohen methodischen

Reproduzierbarkeit soll die Messung des

Durchmessers „Leading Edge (LELE)“ erfolgen.

(idem DKG, GKV-SV, PatV)

(3) Das Screeningergebnis gilt als auffällig,

wenn ein Bauchaortendurchmesser von 2,5

cm oder größer gemessen wurde.

Erweiterungen der Bauchaorta sind in aller Regel

progredient, wobei die Geschwindigkeit der

Progredienz sehr variabel sein kann.

(idem DKG, GKV-SV)


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Deutsche Gesellschaft für Angiologie - Gesellschaft für Gefäßmedizin e.V.

14.03.2016

(4) Bei einem Durchmesser der Bauchaorta

zwischen 2 und 2,9 cm soll nach 5 Jahren

ein Re-Screening gemäß § 2 Absatz 2

durchgeführt werden.

(idem KBV, PatV)

(5) Die Verlaufskontrollen und ggf. weitere

Diagnostik nach Feststellung eines

auffälligen Befundes im Sinne des Absatz 3

erfolgen patientenindividuell im Rahmen der

kurativen Versorgung.

(idem DKG, GKV-SV)

§ 5 Qualitätssicherung

Die Durchführung der Untersuchung

erfordert eine Genehmigung zur Ausführung

und Abrechnung der Ultraschall- diagnostik

gemäß der Vereinbarung von

Qualitätssicherungs-maßnahmen nach §

135 Abs. 2 SGB V zur Ultraschalldiagnostik

(Ultraschall- Vereinbarung) in der Fassung

vom 18. Dezember 2012. Die fachliche

Befähigung muss für den

Anwendungsbereich 7.1 (Abdomen,

Retroperitoneum einschließlich Niere,

transkutan) gemäß Anlage I der Ultraschall-

Vereinbarung oder im Fall des Erwerbs der

fachlichen Befähigung durch Ultraschall-

Kurse gemäß Anlage I und Anlage II der

Ultraschall-Vereinbarung nachgewiesen

sein. Als Anforderungen an die apparative

Ausstattung gelten die Vorgaben der Anlage

III der Ultraschall-Vereinbarung für die

Anwendungsklasse 7.1 (Abdomen,

Retroperitoneum einschließlich Niere,

transkutan).

Der Durchmesser der Aorta variiert bei Gesunden

unter anderem in Abhängigkeit vom Geschlecht

und Alter und beträgt infrarenal durchschnittlich

etwa 2 cm. Üblicherweise wird bei einer

Erweiterung der Bauchaorta ≥ 3 cm Durchmesser

von einem BAA gesprochen (Quelle: IQWIG 2015,

S. 2). Erweiterungen der Bauchaorta sind in aller

Regel progredient, wobei die Geschwindigkeit der

Progredienz sehr variabel sein kann. In zwei der

dem IQWiG Bericht zugrundeliegenden Studien

(Western Australia: Re-Screening bei

Durchmesser 2,0 bis 2,9 cm nach 2 Jahren /

Viborg: Re-Screening bei Durchmesser 2,5 bis 2,9

cm nach 5 Jahren) wurden daher alle subklinisch

auffälligen Befunde einem Re-Screening

zugeführt.

Streichen (Zusätzlich Position PatV):

Um die Qualität des Screenings zu sichern und

eine mögliche Unter- oder Fehlversorgung zu

vermeiden, sollen die durchführenden Ärztinnen

und Ärzten an einem von den Kassenärztlichen

Vereinigungen zertifizierten Fortbildungsprogramm

teilnehmen. Geregelt wird auch, an

welche Arztgruppen bei auffälligem Befund

überwiesen werden muss, um eine hohe Qualität

der Behandlung sicherzustellen. Für die

Evaluation, der Risikoeinschätzung und um die

Effekte des Screenings langfristig überprüfen zu

können, sollen zudem relevante Parameter

verbindlich dokumentiert werden.

(idem DKG, GKV-SV, KBV)

Streichen (PatV):


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Deutsche Gesellschaft für Angiologie - Gesellschaft für Gefäßmedizin e.V.

14.03.2016

Ärzte die keine Fachärzte für

Gefäßchirurgie, Fachärzte für Angiologie

oder Internisten mit Zusatzweiterbildung

Phlebologie sind, haben zusätzlich den

Nachweis der erfolgreichen Teilnahme an

einem einer Kassenärztlichen Vereinigung

(KV) zertifizierten achtstündigen

Fortbildungs-programm insbesondere zu

den folgenden Inhalten nachzuweisen:

a. potenzieller Nutzen und Schaden von

Früherkennungs-maßnahmen

b. Krankheitsbild, Häufigkeit, Risikofaktoren

oder -gruppe, Anamnese, standardisierte

Ultraschalluntersuchung, Kurative Folgeversorgung

c. Dokumentationsmaßnahmen

Ärzte, die keine Fachärzte für Angiologie

oder Fachärzte für Gefäßchirurgie oder

Internisten mit Zusatzweiterbildung

Phlebologie sind, müssen bei einem

positiven Befund (ab 3 cm Durchmesser der

Bauchaorta) an Fachärzte für Angiologie

oder Fachärzte für Gefäßchirurgie oder

Internisten mit Zusatzweiterbildung

Phlebologie über-weisen.

Aufgrund der Komplexität der speziellen

Aufklärung über endovaskuläre oder offenchirurgische

Behandlungsmethoden und deren

Risiken sollte dies nur den entsprechenden

Fachdiziplinen (Angiologie, Gefäßchirurgie)

obliegen.

(modifiziert PatV)

§ 6 Dokumentation PatV (1) und (2)

streichen

idem Empfehlung DKG, GKV-SV, KBV

§ 6 Evaluation

Das Screening wird hinsichtlich der

Teilnahme, der Mengen-entwicklung von

elektiven Operationen und Notfalloperationen

differenziert nach der Art des

Eingriffes und der Entwicklung der Mortalität

evaluiert. Hierzu sind Routinedaten

einzelner Krankenkassen (repräsentative

Stichprobe), Daten der Krankenhausdiagnosestatistik

und Daten der

Todesursachen-statistik jeweils in Form

aggregierter, nicht personalisier-barer

Sekundärdaten heranzuziehen. Der G-BA

beauftragt spätestens zwei Jahre nach

Inkrafttreten der Richtlinie eine

wissenschaftliche Institution mit der

Evaluation, um den Erfolg des Screenings


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14.03.2016

auf Bauch-aortenaneurysmen im Hinblick

auf eine Reduktion der Notfalloperationen

und der Aneurysma-assoziierten Mortalität

zu prüfen und erforderliche Änderungen der

Bestimmungen zu beschließen.“

(idem DKG, GKV-SV, KBV)

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