Entwicklungsleitbild Welterbe-Region Semmering - Schneealpe

Semmering.Schneealpe

Langenwang - Mürzzuschlag - Neuberg an der Mürz - Spital am Semmering

ENTWICKLUNGSLEITBILD

WELTERBE-REGION

SEMMERING–SCHNEEALPE

LANGENWANG • MÜRZZUSCHLAG • NEUBERG AN DER MÜRZ • SPITAL AM SEMMERING


Cover: Blick von der Schneealpe


ENTWICKLUNGSLEITBILD

WELTERBE-REGION

SEMMERING–SCHNEEALPE

LANGENWANG

MÜRZZUSCHLAG

NEUBERG AN DER MÜRZ

SPITAL AM SEMMERING

kunsthaus muerz gmbh • stadtland DI Sibylla Zech GmbH


4

ENTWICKLUNGSLEITBILD

WELTERBE-REGION

SEMMERING–SCHNEEALPE

Münster Neuberg an der Mürz


5

INHALTSVERZEICHNIS

1 Vorbemerkung 8

2 Regionsprofil & Rahmenbedingungen 10

2.1 Strukturwandel...................................................................................................11

2.2 Bezirksfusionen...................................................................................................12

2.3 Gemeindestruktur-Reform............................................................................12

2.4 Demografische Entwicklung........................................................................13

2.5 Standortentwicklung.......................................................................................13

2.6 Wirtschaftsstruktur und Arbeitsmarkt................................................13

3 Die übergeordneten vertikalen Ebenen 15

3.1 Europäische Ebene.............................................................................................16

3.2 Bundesebene..........................................................................................................17

3.3 Landesebene..........................................................................................................17

3.4 Regionsebene........................................................................................................19

4 Strategisches & räumliches Umfeld 20

4.1 Die Semmeringbahn als Alleinstellungsmerkmal.......................... 21

4.2 Eine Region zu beiden Seiten des Passes...............................................21

4.3 Die Landschaft westlich des Passes.........................................................22

4.4 Die Landschaft östlich des Passes.............................................................22

4.5 Die Welterbe-Region SemmeringSchneealpe...................................22

5 Referenzen 23

6 Leitmotiv: Inwertsetzung 26

6.1 Lebensraum .......................................................................................................... 27

6.2 Prozess .................................................................................................................... 27

6.3 Innovation ............................................................................................................ 27

6.4 Identitätsstiftung ............................................................................................ 28

7 Strategische Leitlinien 29

7.1 Die Semmeringbahn bleibt erhalten....................................................... 30

7.2 Kulturlandschaft zwischen den Zentren Wien und Graz.............30

7.3 Das Welterbe schützen durch nützen......................................................31

7.4 Das Welterbe schätzen lernen.....................................................................31

8 Handlungsfelder & sektorale Ziele 32

8.1 Kulturlandschaft und Naturschutz......................................................... 33

8.2 Ortsbild, Baukultur, nachhaltiges

Siedlungswesen, Flächen schaffen ..........................................................33

8.3 Wirtschaft, Tourismus, regionale Wertschöpfung.........................35

8.4 Bildung, Wissenschaft und Forschung..................................................36

8.5 Kooperation, Infrastruktur und Daseinsvorsorge...........................37

8.6 Klimaschutz und Klimawandel ..................................................................39

8.7 Mobilität .................................................................................................................40

8.8 Kultur, Sport und Freizeit ..............................................................................42

8.9 Gesellschaft, Zusammenleben, Identität und Inklusion............. 43

8.10 Wohnen, Arbeit, Migration in die Alpen.............................................. 44

9 Leitprojekte . 45

9.1 Burgruine Hohenwang Langenwang...................................................... 46

9.2 Siglhof Langenwang........................................................................................ 46

9.3 Bahnhof Langenwang..................................................................................... 46

9.4 Zentrum Langenwang.................................................................................... 46

9.5 Bahnhofsareal Mürzzuschlag..................................................................... 47

9.6 Flächen schaffen Mürzzuschlag................................................................ 47

9.7 Kultur- und Sporteinrichtungen Mürzzuschlag............................... 47

9.8 Münster und Stift Neuberg........................................................................... 48

9.9 Bahnhof Neuberg an der Mürz.................................................................... 49

9.10 Flächen schaffen Neuberg an der Mürz................................................. 49

9.11 Bahnhof Spital am Semmering.................................................................. 49

9.12 Bahnwanderweg Spital am Semmering................................................ 50

9.13 Flächen schaffen Spital am Semmering................................................ 50

10 Weitere Schritte zum Aufbau der Welterbe-Region . 52

10.1 Organisation und Bewusstseinsbildung............................................. 53

10.2 Evaluierung des Leitbildes............................................................................53

11 Anhang .54

11.1 Dokumentation des bisherigen Geschehens ...................................... 55

11.2 Literatur, Anmerkungen .............................................................................. 56

ENTWICKLUNGSLEITBILD

WELTERBE-REGION

SEMMERING–SCHNEEALPE


6

ERKLÄRUNG

der politischen Verantwortungsträger

zur künftigen Zusammenarbeit

ENTWICKLUNGSLEITBILD

WELTERBE-REGION

SEMMERING–SCHNEEALPE

Der nachstehend genannte Vorstand der

Welterbe-Region SemmeringSchneealpe wird

gemeinsam mit dem Welterbeteam und der

kunsthaus muerz gmbh die Welterbe-Region

SemmeringSchneealpe entwickeln!

Von links nach rechts: Hannes Amesbauer, Peter Tautscher,

Robert Lotter, Rudolf Hofbauer, Reinhard Reisinger, Ursula Horvath,

Karl Rudischer, Franz Rosenblattl

RUDOLF HOFBAUER

Bürgermeister der Marktgemeinde Langenwang

KARL RUDISCHER

Bürgermeister der Stadtgemeinde Mürzzuschlag

FRANZ ROSENBLATTL

Gemeinderat der Stadtgemeinde Mürzzuschlag

PETER TAUTSCHER

Bürgermeister der Marktgemeinde Neuberg an der Mürz

HANNES AMESBAUER

Vizebürgermeister der Marktgemeinde Neuberg an der Mürz

REINHARD REISINGER

Bürgermeister der Gemeinde Spital am Semmering


7

DAS TEAM

Es wurden vorerst vier Damen und Herren aus

Entwicklung feststellbar. Die Mitglieder des Teams

jeder Gemeinde in dieses Gremium gebeten.

nehmen eine zentrale Stellung im Planungsprozess

Allesamt sind LeistungsträgerInnen in der Region für die Welterbe-Region SemmeringSchneealpe ein.

und mit dieser eng verbunden. Mit allen sechzehn Dieses Team wird im Herbst 2018 mit Blickpunkt

Damen und Herren fanden Einzelkontakte statt,

Frauen, Landwirte und Wohnort erweitert.

in denen die Ziele erörtert wurden. Es wurden die

wesentlichen Herausforderungen beleuchtet und

Wie bei der gegebenen Gruppe stehen Qualifikation

konkretisiert. Es war eine hohe Identifizierung und und Verbundenheit mit der Region für die Auswahl

ein unmittelbarer Nutzen für die Inhalte regionaler im Mittelpunkt.

ENTWICKLUNGSLEITBILD

WELTERBE-REGION

SEMMERING–SCHNEEALPE

Es sind dies folgende Damen und Herren:

MARIA FISCHER

FABRICE GIRARDONI

MICHAEL GLETTHOFER

HUBERT HOLZER

URSULA HORVATH

OLIVER KÖNIGSHOFER

ERNST KOVACIC

ANDREAS KRAINER

ANDREAS PAJDUCH

WERNER PINK

FRITZ REISINGER

KAROLIN SCHÄFFER

HELMUT SOMMER

MAX TATSCHER

MARTIN TRAXLER

REINHARD WELSER

Geschäftsfrau, Politikerin

Unternehmer

Unternehmer, Designer

Gastronom

Kunsthistorikerin, Geschäftsführerin

Wirtschaftskoordinator

Künstler, Dirigent

Gastronom, Hotelrestaurant

Unternehmer, Architekt

Unternehmer, Erneuerbare Energien

Land- und Forstwirt, Politiker

Gastronomin, Obfrau des Tourismusvereins

Unternehmer, Vermessungswesen

Gymnasialdirektor

Gastronom, Saiblingszucht

Geschäftsführer

Welterbeteam


8

1 VORBEMERKUNG

Die Idee, das obere Mürz- und das Fröschnitztal in eine Kleinregion

im Kontext der von Mürzzuschlag nach Gloggnitz führenden

Welterbe Semmeringbahn“ zu kleiden, entstand als Bottom-up-Initiative.

ENTWICKLUNGSLEITBILD

WELTERBE-REGION

SEMMERING–SCHNEEALPE

Die Erarbeitung des regionalen Entwicklungsleitbilds

unter aktiver Beteiligung und Mitgestaltung

des Welterbeteams und des Vorstands verfolgt das

Ziel, ein gemeinsames Verständnis für ein verantwortungsvolles,

Mensch-Wirtschaft-Lebensraum

umfassendes abgestimmtes Zukunftsbild der Region

zu generieren.

Das Leitbild baut auf der vom Welterbeteam erstellten

SWOT-Analyse auf und erschließt Herausforderungen

und Handlungsfelder, um eine zukunftsfähige

und verantwortungsvolle, ausge wogene

Entwicklung der Region zu sichern. Das integrierte,

Sektor übergreifende, inner- und außerregional

abgestimmte regionale Entwicklungsleitbild der

Welterbe-Region SemmeringSchneealpe ist Grundlage

für ein Arbeitsprogramm, dient als Zukunftsbild

zur Koordination von Aktivitäten der Regionalentwicklung

und ist die Grundlage für Entscheidungen

über Förderungen zur Regional entwicklung. Das

Leitbild wirkt durch seinen partizipativen Beteiligungscharakter

für alle raumwirksamen Kräfte im

gemeinsamen Handeln für die weitere Zukunftsgestaltung

der Region. Eigenverantwortung, regionale

Eigeninitiative und die starke Forcierung von

Lebens- und Umweltqualität sind die Potenziale für

die Region. In der Regionalentwicklung soll ein

gesellschaftlich breit fassender Nutzen für die

Bevölkerung generiert werden.

Wesentlich ist der Fokus auf gemeinsame Ziele zur

Profilierung eigener Kompetenzen und zur Kräftigung

vorhandener Stärken. Vorstand, Welterbeteam

und kunsthaus muerz führen diese regionale Zukunftsarbeit

gemeinsam aus. Das Leitbild fungiert

dabei als Richtschnur einer gemeinsamen Zukunftsentwicklung,

die mit den spezifischen Kräften und

Ressourcen der regionalen Partner ausgeführt wird.

Mürz


9

KATEGORIEN VISION LEITBILD

ENTWICKLUNGS-

PROGRAMM

ENTWICKLUNGSLEITBILD

WELTERBE-REGION

SEMMERING–SCHNEEALPE

DEFINITION

Zukunftsfähigkeit,

langfristige Gestaltung

Leitthemen, Werte

und Schwerpunkte

Ziele, Handlungskonzept,

Aktivitäten

ZEITHORIZONT 10–20 Jahre 3–5 Jahre 1–3 Jahre

LEITFRAGE

Was ist unser Sinn, unsere

langfristige Verantwortung

bzw. Aufgabe?

Welche Werte

leiten unser Tun?

Was ist zu tun, um

das gemeinsame Leitbild

zu erreichen?

ERARBEITUNG

Gesamtorganisation

Gesamtorganisation

und Umfeld

AkteurInnen und

Projektstrukturen

ANWENDUNG

Organisationsintern

und -extern

Organisationsintern

und -extern

Extern

LETZT-

VERANTWORTUNG

Vorstand, Welterbeteam

kunsthaus muerz gmbh

Vorstand, Welterbeteam,

kunsthaus muerz gmbh

Akteure und Projektträger

Fröschnitz


10

ENTWICKLUNGSLEITBILD

WELTERBE-REGION

SEMMERING–SCHNEEALPE

2

REGIONSPROFIL &

RAHMENBEDINGUNGEN

Steinhauser Viadukt Spital am Semmering


11

2.1 STRUKTURWANDEL

Die Region des oberen Mürz- und Fröschnitztals

Das Stahlwerk in Mürzzuschlag war über mehr als

liegt an der Fernstraße zwischen der Donau

hundert Jahre lang der Leitbetrieb des oberen Mürztals,

gab in seiner Blütezeit zahlreichen Menschen

und der Adria, die eine Voraussetzung für den

Bau der Südbahn über den Semmering bildete.

Arbeit und brach in den 1980er Jahren unter großen

Die attraktive Verkehrslage, ein großes Angebot

Erschütterungen mit Betriebsschließungen, Produktionsverlagerungen

und hohen Arbeitsplatzver-

an Arbeitskräften durch den Niedergang der bäuerlichen

Welt und die Nähe zu den benötigten

lusten zusammen. Der einst maßgeblich arbeitsstiftende

Bahnhof Mürzzuschlag erlitt einen

Roh stoffen führten zu einer Vielzahl von

Industriebetriebsgründungen in den 60er bis

stetigen Bedeutungsverlust. Gut ausgebildete junge

80er Jahren des 19. Jahrhunderts. Es entstand eine Menschen verließen die Region, gründeten ihre

junge Industrieregion. 2]

Familien vorwiegend in den südlichen und östlichen

Zentren. Nach und nach ging so die Bindung an ihre

Für Neuberg an der Mürz begann der Strukturwandel ursprüngliche Heimat verloren. Auch wenn der

schon in den 90er Jahren des 19. Jahrhunderts.

Wandel ökonomisch gegriffen hat, sind Auswirkungen

sichtbar, die in der Volkswirtschaftslehre

Neuberg hatte ein bedeutendes Stahlwerk, das im

Zuge der Zeit in mehreren Schritten 1951 endgültig „altes Industriegebiet“ genannt werden: Stimmung,

geschlossen wurde. Die Krisen der ehemals verstaatlichen

Stahlindustrie in den 1980er Jahren haben in Selbstwertgefühl, wenig Zusammenarbeit,

Image, Zukunftsthemen, Resignation, geringes

der Region schwere Schäden verursacht.

kaum wirtschaftliche Perspektiven … 3]

ENTWICKLUNGSLEITBILD

WELTERBE-REGION

SEMMERING–SCHNEEALPE

Münster Neuberg an der Mürz


12

2.2 BEZIRKSFUSIONEN

Im April 2012 beschloss die Steiermärkische Landesregierung

die Fusion weiterer Bezirke, darunter den für eine Welterbe-Region nicht zu verfolgen. Erst

der auch über ein Leitbild verfügte, waren die Pläne

Zusammenschluss der Bezirke Bruck und Mürzzuschlag.

Solange der Bezirk Mürzzuschlag existierte, öffnete die Tür zu diesem

dieser Schritt zur größeren Verwaltungsebene

Projekt.

ENTWICKLUNGSLEITBILD

WELTERBE-REGION

SEMMERING–SCHNEEALPE

2.3 GEMEINDESTRUKTUR-REFORMEN

Das Gemeindestrukturreformgesetz der Steiermärkischen

Landesregierung wurde im Dezember 2013

beschlossen und trat Anfang 2015 in Kraft.

Acht Gemeinden mutierten zu vier Gemeinden.

Die Gemeinden Altenberg, Kapellen, Mürzsteg

und Neuberg bildeten die Marktgemeinde

Neuberg an der Mürz, die Gemeinde Ganz wurde in

die Stadtgemeinde Mürzzuschlag eingemeindet.

Dadurch wurden andere Größenklassen geschaffen.

Die Gemeinden Langenwang und Spital am Semmering

verblieben unverändert.

ÖBB Güterzug / Bahnhof Mürzzuschlag


13

2.4 DEMOGRAFISCHE ENTWICKLUNG

Die Bevölkerungszahl von Langenwang erreichte Die Bevölkerungszahl von Neuberg an der Mürz

1991 mit 4.188 ihren Höchststand und beträgt

erreichte 1951 mit 4.664 ihren Höchststand und

Anfang 2017 3.868.

beträgt Anfang 2017 2.618.

ENTWICKLUNGSLEITBILD

WELTERBE-REGION

SEMMERING–SCHNEEALPE

Die Bevölkerungszahl von Mürzzuschlag

erreichte 1971 mit 12.055 ihren Höchststand

und beträgt Anfang 2017 8.592.

Die Bevölkerungszahl von Spital am Semmering

erreichte 1951 mit 2.528 ihren Höchststand und

beträgt Anfang 2017 1.550.

Es liegt somit in der Region eine anhaltend rückläufige Entwicklung der Bevölkerungszahl vor.

2.5 STANDORTENTWICKLUNG

Die Region ist außergewöhnlich gut erschlossen.

Sie liegt direkt an der Südbahn. Der im Bau befindliche

Semmering-Basis-Tunnel (SBT) erlaubt den

Zügen Geschwindigkeiten, die Reisezeiten enorm

verkürzen und dem ursprünglichen Zweck der Bahn,

rasch von einem Ort zum anderen zu gelangen,

gerecht werden. Die Bedeutung dieser Bahn reicht

über Österreich hinaus, weil sie sich auf die baltischadriatische

Achse (BAA) erstreckt, die ein Transeuropäisches

Verkehrsnetz (TEN-V) darstellt und

von der Ostsee zu den adriatischen Häfen führt.

Es ist zu erwarten, dass der Bahnhof Mürzzuschlag

ein Knoten- und Haltepunkt für Schnellzüge sein

wird. Die erheblichen Investitionen der ÖBB in den

Bahnhof Mürzzuschlag deuten in diese Richtung.

Die durch die Region führende Autobahn verkürzt

Reisezeiten für den Personen- und Güterverkehr

und ermöglicht kurze Wege in die dargestellten

Zentren und in das benachbarte Ausland. Die nach

Norden führende Landesstraße führt zur Westachse

Österreichs und zur Donau.

2.6 WIRTSCHAFTSSTRUKTUR & ARBEITSMARKT

Die Welterbe-Region stellt keinen Arbeitsmarktbezirk

dar und ist ein Mikrokosmos, für den die

Datenlage gering ausfällt. Die Arbeitsmarktlage ist

dominiert von den Agglomerationszentren Wien,

Graz und dem Raum Bruck/Kapfenberg/Leoben.

Dementsprechend ist die Zahl der Auspendler hoch.

Die Weltwirtschaftskrise von 2007 hat zu einem

Anstieg der Arbeitslosenzahlen und einer

Schwächung der wirtschaftlichen Strukturen

geführt, die erst im Zuge der aktuell guten konjunk-

turellen Lage eine gewisse Verbesserung erfuhren.

Es liegt ein überproportionaler Anstieg älterer

Arbeitsloser vor, die Erwerbsquote der Frauen ist

unterdurchschnittlich, das Arbeitsangebot für junge

Menschen ist nicht ausreichend.

Aus den Vereinigten Edelstahlwerken gingen

zahlreiche Spin-Offs hervor, so auch der Leitbetrieb

in der Region, die Böhler Bleche GmbH & Co KG.

Das Handwerk spielt eine untergeordnete Rolle.


14

ENTWICKLUNGSLEITBILD

WELTERBE-REGION

SEMMERING–SCHNEEALPE

Bahnhof Mürzzuschlag


15

3

DIE ÜBERGEORDNETEN

VERTIKALEN EBENEN

ENTWICKLUNGSLEITBILD

WELTERBE-REGION

SEMMERING–SCHNEEALPE

Schneealpe


16

3.1 EUROPÄISCHE EBENE

Auf europäischer Ebene sind die strategischen

75 % der Bevölkerung im Alter von 20 bis 64 Jahren

Leitthemen in der Europa 2020-Strategie 4]

sollen in Arbeit stehen. 3 % des BIP der EU sollen

zusammengefasst. Umgesetzt werden diese Ziele für F&E aufgewendet werden. Die 20-20-20-Klimaschutz-

und Energieziele sollen erreicht werden.

in den Richtlinien der einzelnen Fonds, die in

„Wesentliche Aspekte eines Gemeinsamen Strategischen

Rahmens (GSR) 2014–2020“ als Klammersenkt

werden. 40 % der jüngeren Generation sollen

Der Anteil der Schulabbrecher soll auf 10 % abgedokument

aufbereitet sind. Die einzelnen Fonds

einen Hochschulabschluss haben.

sind folgende: Europäischer Fonds für regionale

Entwicklung (EFRE), Europäischer Sozialfonds

Die Zahl armutsgefährdeter Personen soll um

(ESF), Kohäsionsfonds (KF), Europäischer Landwirtschaftsfonds

für die Entwicklung des ländlichen

regionalen Entwicklungsleitbildern in Österreich

20 Millionen sinken. Für die Ausarbeitung von

Raums (ELER) und Europäischer Meeres- und

sowie daraus abgeleiteten Förderungsmaßnahmen

Fischereifonds (EMFF).

sind drei Ziele relevant, die in einem gemeinsamen

strategischen Rahmen festgelegt sind:

Die Europa 2020-Strategie – intelligentes, nachhaltiges

und integratives Wachstum – ist die Strategie lung und Innovation. Stärkung der Wettbewerbs-

Stärkung von Forschung, technologischer Entwick-

der Europäischen Union für das laufende Jahrzehnt. fähigkeit kleiner und mittlerer Unternehmen.

Abgeleitet davon wurden fünf Kernziele formuliert: Verringerung der CO 2

-Emissionen.

ENTWICKLUNGSLEITBILD

WELTERBE-REGION

SEMMERING–SCHNEEALPE

Sieben Quellen im Karlgraben


17

3.2 BUNDESEBENE

Die Strategie Forschung, Technologie und Innovation

des Bundes 5] stellt einen Beitrag zur Erreichung den dazugehörenden Handlungsfeldern:

Das ÖREK basiert auf vier inhaltlichen Säulen mit

der Europaziele 2020 dar. Sie ist ein Bekenntnis zur Regionale und nationale Wettbewerbsfähigkeit;

Förderung von Forschung, Technologie und Innovation.

Es werden Ziele definiert und Schwerpunkte Klimawandel, Anpassung und Ressourceneffizienz;

Gesellschaftliche Vielfalt und Solidarität;

und Maßnahmen formuliert, die umgesetzt werden Kooperative und effiziente Handlungsstrukturen.

sollen. Im Österreichischen Raumentwicklungskonzept

(ÖREK) 6] ist die gemeinsame Strategie für die Die Klima- und Energiestrategie des Bundes 7] wurde

räumliche Entwicklung in Österreich mit gemeinsamen

Zielen und Handlungsprinzipien, einem fokussetzt

werden. Die Ziele sind ambitioniert, es bedarf

im April 2018 vorgestellt und wird zeitnah umgesierten

und prioritären Handlungsprogramm für die eines rechtlich verbindlichen Plans für die Phasen

Akteur Innen in Raum- und Regionalentwicklung der Umsetzung und eine verpflichtende Erfüllung

sowie für eine konkrete Verankerung der Umsetzung der Ziele sowie Sanktionen für den Fall der Verfehlung

der Ziele.

fest gehalten. Damit ist das Konzept auch für die

Strukturfondsperiode 2014–2020 von Bedeutung.

ENTWICKLUNGSLEITBILD

WELTERBE-REGION

SEMMERING–SCHNEEALPE

3.3 LANDESEBENE

Das Anfang 2018 in Kraft getretene Gesetz zur

Landes- und Regionalentwicklung in der Steiermark

bietet den rechtlichen Rahmen für die Umsetzung

des Landesentwicklungsleitbilds 8] und bedingt eine

Stärkung der Regionen. Es dient auch der Positionierung

der regionalpolitischen Zielsetzungen nach

außen und einer besseren Abstimmung zwischen

den relevanten Ressorts und Dienststellen des

Landes.

Ziele des Gesetzes sind: Die Weiterentwicklung der

steirischen Regionen als attraktiver Bildungs-,

Arbeits- und Lebensraum für die Bevölkerung. Die

Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit der steirischen

Regionen. Die Erhöhung der Wertschöpfung in den

Regionen. Es wird eine strukturierte und nachhaltige

interkommunale Zusammenarbeit gefordert und

eine thematische und strukturelle Bündelung von

Trägern der Entwicklung innerhalb der Region.

Zentrale Maßnahmenbereiche sind Wachstum durch

Innovation auf Basis der Wirtschaftsstrategie 2025 9]

und Verbesserung der Lebensqualität der Bevölkerung

sowie Aufwertung der natürlichen Ressourcen.

Diese werden durch sektorale Leitbilder detailliert

(Steirische Energiestrategie, Luftreinhalteprogramm

Steiermark, thematische Ansätze für die Bereiche

Mobilität, Siedlungs- und Infrastrukturentwicklung,

Abfall- und Wasserwirtschaft, Gesundheit, lebensbeglei

tendes Lernen, Generationen und Kultur).

Für den ländlichen Raum stellen integrierte Entwicklungsmaßnahmen

vor allem im Bereich spezifischer

regionaler Stärken sowie die Minimierung

von Schrumpfungsprozessen Schwerpunkte dar.

Ein weiterer Ansatz widmet sich der Vernetzung

und integrierten Entwicklung. Neben den strategischen

Ansätzen einer integrierten Regionalentwicklung

und einer Vernetzung auf Landesebene

sind für die EU-Strukturfondsperiode 2014–2020

vor allem die Ausführungen hinsichtlich professioneller

regionaler Strukturen wesentlich.


18

Konkret sind im Landesentwicklungsprogramm

2009 sieben Regionen festgelegt. 10] Diese Regionen

stellen im Rahmen ihrer institutionalisierten Struktur

eine Stärkung der regionalen Eigenverantwortung

dar, wodurch für die lokalen und regionalen

VerantwortungsträgerInnen und AkteurInnen im

Rahmen landesweiter Vorgaben Handlungsspielräume

geschaffen werden sollen und somit Kompetenz

und Verantwortung dezentralisiert werden. Auf

Basis einer Strategie- und Stärkefeld definition

werden von den Regionen Arbeitsprogramme in

Form von regionalen Entwicklungs leit bildern und

regionalen Leitprojekten festgelegt. Durch Integration

unterschiedlicher regionaler Strukturen soll

eine professionelle regionale Struktur entstehen,

wobei die strategische Ebene durch Regionalvorstand

und Regionalversammlung und die operative

Ebene durch die Regionalmanagements ab gebildet

werden. Es liegt die Klima- und Energiestrategie

Steiermark 2030 11] vor, die der Umsetzung harrt.

Diese umfasst Maßnahmen in den Bereichen Abfallund

Ressourcenwirtschaft, Bildung und Lebensstil,

Energie aufbringung und -verteilung, Gebäude und

Siedlungsstrukturen, Land- und Forstwirtschaft,

Mobilität, Vorbildfunktion öffentlicher Bereich

sowie Wirtschaft und Innovationen. Der Forschungsstrategie

12] des Landes Steiermark kommt

hohe Bedeutung zu.

ENTWICKLUNGSLEITBILD

WELTERBE-REGION

SEMMERING–SCHNEEALPE

Viktor Kaplan Triptychon Mürzzuschlag


19

3.4 REGIONSEBENE

Es liegt ein Leitbild der Region Obersteiermark Ost 13] – Den Zentralraum entwickeln und

vor. Diesem wurde folgendes Statement vorangestellt:

„Die Obersteiermark Ost ist eine Werkstoff-

– Die natürlichen und kulturellen Ressourcen

die Zentren attraktiv gestalten

region der Zukunft. Hier leben die Menschen in

der Region nachhaltig in Wert setzen

einem urbanen Raum und in einer Kulturlandschaft – Den demografischen Wandel und die damit

mit Natur und Bergen. Die Verknüpfung von Technologie

mit Kultur und Sport bildet die Klammer,

Schrumpfungsprozesse managen

verbundenen parallelen Wachstums- und

die Industrie und Lebensqualität verbindet.“

Die Region ist nicht nur ein hochproduktiver und Neben 12 Leitthemen sind

innovativer Industriestandort mit Tradition,

die 3 Querschnittsthemen genannt:

sondern auch ein Wohnstandort mit hoher Lebensqualität

und einer lebendigen und spannenden

– Verkehr und Mobilität

– Bildung

kulturellen Szene. Aus einer gelungenen Verknüpfung

von Arbeit, Freizeit, Kultur und Sport erwächst regionale Strukturen, Regionsimage

Regionale Netzwerke/Kooperationen,

eine Region der Zukunft. Das Leitbild ist zentrales

Arbeitsinstrument und dient der gemeinsamen

Die Regionalplanung organisiert auf einer

Orientierung für die Regionsentwicklung.

übergemeindlichen Ebene die Raumentwicklung

Das Leitbild bündelt die Kräfte, trägt dazu bei,

in Abstimmung von Wirtschaft und Arbeit,

Kooperationen anzustoßen und unterstützt konkrete Wohnen, Versorgung, Erholung und der Mobilität

Projekt bei der Umsetzung.

als Vernetzungselement.

Das für die Region Obersteiermarkt Ost vorliegende

Es sind 4 strategische Ziele genannt:

Regionale Entwicklungsprogramm (REPRO) 14]

– Die industriell-gewerbliche Kernkompetenz

übernimmt dabei die Flächenvorsorge

weiterentwickeln

und sichert räumliche Entwicklungsoptionen.

ENTWICKLUNGSLEITBILD

WELTERBE-REGION

SEMMERING–SCHNEEALPE

Arkadenhof im Brahmshaus Mürzzuschlag


20

ENTWICKLUNGSLEITBILD

WELTERBE-REGION

SEMMERING–SCHNEEALPE

4

STRATEGISCHES &

RÄUMLICHES UMFELD

Stift und Münster Neuberg


21

4.1 DIE SEMMERINGBAHN ALS ALLEINSTELLUNGSMERKMAL

Das Welterbe Semmeringeisenbahn und die sie

16 große und 118 kleinere Steinbrücken, elf kurze

umgebende Landschaft sind der Rahmen für die

Eisenbrücken und 15 Tunnels waren nötig. Ein 13

regionale Entwicklung. Die von Carl Ritter von

Kilometer langes Band von Wand- und Stützmauern

Ghega geplante Semmeringbahn ist eine der erfolgreichsten

Leistungen der Habsburgermonarchie.

Landschaft von großer Schönheit. Die Semmering-

schirmte die Bahn ab. Es entstand eine künstliche

Von den 42 Streckenkilometern zwischen Gloggnitz eisenbahn ist eine von 832 UNESCO-Weltkulturerbestätten,

die sich durch Bauten definieren. 15]

und Mürzzuschlag wurden 4,5 km in Tunneln und

1,5 km über Viadukte geführt.

ENTWICKLUNGSLEITBILD

WELTERBE-REGION

SEMMERING–SCHNEEALPE

4.2 EINE REGION ZU BEIDEN SEITEN DES PASSES

Das Mürztal und das Schwarzatal waren über Jahrhunderte

durch den Semmering getrennt. Der

Alpenübergang bildete eine Barriere, die sich nach

wie vor tief in den Köpfen der Menschen findet. Die

Täler liegen in zwei Bundesländern. Auf der Passhöhe

verlief nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges

bis 1955 die Demarkationslinie zwischen den von

den Alliierten besetzten Zonen.

In den folgenden Jahrzehnten taten sich nur wenige

Gemeinsamkeiten auf: Erst der vom Raumplanungsbüro

stadtland erarbeitete Managementplan über

Karl Ritter von Ghegas Welterbebahn und der

Konsens über die Führung des Semmering- Basis-

Tunnels führten zu Umdenken, Bewegung und

positiver Energie.

Schwarzau im Gebirge

Neuberg an der Mürz

Reichenau an der Rax

Prigglitz

Payerbach

Breitenstein

Semmering

Schottwien

Gloggnitz

Gemeinden der

Welterbe-Region SemmeringSchneealpe

Gemeinden der Weltkulturerbe-Region

Semmering–Rax

Südbahn

Welterbe Semmeringbahn

Langenwang

Mürzzuschlag

Spital am Semmering


22

4.3 DIE LANDSCHAFT WESTLICH DES PASSES

Im Zuge der Errichtung der Bahn über den Semmering

entstand auch westlich dieses Alpenübergangs zusammenhängenden Siedlungsraum dar. Die

Der Raum Mürzzuschlag–Langenwang stellt einen

eine nachhaltig geprägte künstliche Landschaft, die Landschaft stellt sich als enges, vielschichtiges, in

im Bundesland Steiermark liegt. Ihr geographischer Richtung Westen breiter werdendes Trogtal dar, das

Bereich erstreckt sich auf das obere Mürztal, in der zu beiden Seiten von bewaldeten Bergen um geben

sich die Gemeinden Langenwang, Mürzzuschlag,

ist. Das orographisch abwechslungsreiche obere

Neuberg an der Mürz und Spital am Semmering

Mürztal mit der Schneealpe, einem der drei rund

befinden. Mürz, Fröschnitzbach, Fischbacher Alpen, 2000 m hohen Berge der Alpen südlich von Wien

Schneealpe und die Semmering-Passhöhe sind die gelegen, und der Naturpark sind ein wertvoller Teil

bestimmenden Begriffe der Region.

dieser Region.

ENTWICKLUNGSLEITBILD

WELTERBE-REGION

SEMMERING–SCHNEEALPE

4.4 DIE LANDSCHAFT ÖSTLICH DES PASSES

In Niederösterreich wurde 2007 die Kleinregion

Welterbe-Region Semmering–Rax“ gegründet.

Diese ist eine Plattform einer Zusammenarbeit von

Gemeinden. Mitgliedsgemeinden sind Breitenstein,

Gloggnitz, Payerbach, Prigglitz, Reichenau, Schottwien,

Schwarzau im Gebirge und Semmering.

In ihrem Mittelpunkt steht das Welterbe Semme-

ringbahn. Die gemeinsamen Ziele sind die Identität

der Region und eine regionale Vernetzung, die

Attraktivierung der Region als Wohnstandort und

eine Sensibilisierung des Baugeschehens im Welterbe.

Diese Region will das Welterbe gemeinsam

mit der Steiermark als Kooperation mit dem angrenzenden

Bundesland weiterentwickeln.

4.5 DIE WELTERBE-REGION SEMMERING–SCHNEEALPE

Die Welterbe-Region SemmeringSchneealpe ist

Lebens- und Wirtschaftsraum, den die Gemeinden

Langenwang, Mürzzuschlag, Neuberg an der Mürz

und Spital am Semmering bilden. Die regionale Wertschöpfung

soll im Einklang mit einer nachhaltigen

Entwicklung wirksam werden. Die Semmeringbahn,

der Erhalt ihrer Bauwerke und deren Funktionalität

bilden das Rückgrat der Welterbe-Region. Der

kulturelle Wert der bautechnischen Pionierleistung

Semmeringbahn und die Schönheit der Kulturlandschaft

sollen den in der Region wohnenden Menschen

und den Gästen bewusst gemacht werden.

Betriebe, Schulen, touristische Einrichtungen und

Gemeinden der Region sollen gemeinsam

die Werte des UNESCO-Welterbes Semmeringbahn

innerhalb und außerhalb der Region vermitteln und

zur Stärkung des Bewusstseins und der Identität der

Welterbe-Region beitragen. Die Region um die

Semmeringbahn soll ein zukunftsfähiger, attraktiver

Lebensraum für die BewohnerInnen werden.

Die internationale Stellung und die Erlebbarkeit des

Welterbes muss durch integrierte touristische

Konzepte für die gesamte Region gestärkt werden.

Dazu sind innovative, authentische, natur- und

kulturnahe Tourismusangebote zu entwickeln.

Maßnahmen der Raumentwicklung sollen die hohe

gestalterische Qualität von Neu- und Umbauten

im Landschafts- und Ortsbild sichern.


23

5

REFERENZEN

ENTWICKLUNGSLEITBILD

WELTERBE-REGION

SEMMERING–SCHNEEALPE

kunsthaus muerz Mürzzuschlag


24

Für die Entwicklung der Welterbe-Region SemmeringSchneealpe ist eine partnerschaftliche

Zusammenarbeit mit den am Semmering wirkenden Organisationen und Zusammenschlüssen von großer

Bedeutung. Diese Zusammenarbeit wird von der Welterbe-Region SemmeringSchneealpe aktiv gesucht.

Ein großer Teil relevanter Ziele und Regulative zur Entwicklung dieser Welterbe-Region findet sich

in bestehenden Leitbildern und Planungs dokumenten. Auf diese wird im Leitbild der Welterbe-Region

SemmeringSchneealpe Bezug genommen, denn in vielen Fällen geht es darum, positive Entwicklungen

der Vergangenheit zu stabilisieren und mit Rücksicht auf bewährte Elemente weiter zuführen.

ENTWICKLUNGSLEITBILD

WELTERBE-REGION

SEMMERING–SCHNEEALPE

Rathaus Spital am Semmering


25

Die bedeutendsten Einrichtungen sind nachstehend angeführt:

Die ÖBB AG

Region Obersteiermark Ost

Die Eigentümerin der Semmeringbahn ist die Österreichische

Bundesbahnen AG. Aus diesem Grunde Mürzzuschlag und Leoben und verfügt über das

Diese Region besteht aus den Bezirken Bruck/

kommt ihr eine strukturelle Bedeutung für die

Regionale Entwicklungsleitbild Obersteiermark Ost

weitere Entwicklung der Region zu.

2014+“. Die Welterbe-Region SemmeringSchneealpe

ist als Kleinregion deren Bestandteil. Aus diesem

Grunde ist das Regionalmanagement Obersteiermark

Bundeskanzleramt der Republik Österreich

Ost als erster Ansprechpartner involviert.

Für die Abteilung II/4 – Denkmalschutz und

Kunstrückgabeangelegenheiten mit den Agenden

Denkmalpflege und Welterbe liegt eine direkte

Region Industrieviertel

Zuständigkeit vor.

Die NOE Regional GmbH hat 2015 die „Hauptregionsstrategie

2024“ für die Region Industrieviertel

erstellt. Es liegt die direkte Zuständigkeit

Die Österreichische UNESCO-Kommission

des Büros Katzelsdorf vor.

Die Österreichische UNESCO-Kommission ist die

nationale Koordinationsstelle der UNESCO und wird

über den Prozess auf dem Laufenden gehalten.

Die Weltkulturerbe-Region Semmering–Rax

Die 2007 gegründete Kleinregion Weltkulturerbe-

Region Semmering–Rax ist eine Plattform für die

Das Land Steiermark

Zusammenarbeit von acht Gemeinden auf der

Die Abteilung 17 „Landes- und Regionalentwicklung“

der Steiermärkischen Landesregierung

über einen 2016 erstellten „Kleinregionalen Strate-

östlichen Seite des Semmeringpasses. Sie verfügt

ist in diesen Prozess aktiv eingebunden.

gieplan 2016–2020“. Es ist dies ein ländlicher Raum

mit ähnlich gelagerten Herausforderungen an die

Zukunft wie in der Region westlich des Passes.

Land Niederösterreich

Die Semmeringbahn führt von Mürzzuschlag nach

Die Abteilung „Raumordnung und Regionalpolitik“ Gloggnitz. Das Projekt erstreckt sich auf zwei

wird über den Prozess auf dem Laufenden gehalten. Bundesländer. Eine Kooperation ist unerlässlich.

ENTWICKLUNGSLEITBILD

WELTERBE-REGION

SEMMERING–SCHNEEALPE

Verein Freunde der Semmeringbahn

Der Verein der Freunde der Semmeringbahn besteht

aus den acht Gemeinden, die entlang der Semmeringbahn

liegen. Dieser war der Auftraggeber des

Managementplans.


26

ENTWICKLUNGSLEITBILD

WELTERBE-REGION

SEMMERING–SCHNEEALPE

6

LEITMOTIV:

INWERTSETZUNG 16]

Kreuzgang Stift Neuberg an der Mürz


27

Gunther Tichy und Norbert Geldner haben im Zuge der großen Krisen der Verstaatlichen Industrie in den 80er

Jahre des 20. Jahrhunderts im Auftrag der Steiermärkischen Landesregierung eine Forschungsarbeit verfasst,

die in Mürzzuschlag der Öffentlichkeit präsentiert wurde. Die Leitlinie künftiger regionaler Entwicklung wurde

als „endogene Erneuerung“ festgeschrieben, die Impulse zur Gestaltung der Zukunft müssten aus der Region

kommen. 17]

ENTWICKLUNGSLEITBILD

WELTERBE-REGION

SEMMERING–SCHNEEALPE

6.1 LEBENSRAUM

Es ist die Inwertsetzung, ohne die ein solcher Prozess

nicht erfolgreich stattfinden kann. Die Menschen

gestalten in Eigenverantwortung ihr eigenes Leben

und ihren Lebensraum. Der Wert der Natur ist

gefährdet. Für ihren Schutz wird zu wenig getan.

Dies hat weitreichende Folgen, weil die Natur nur

dann ihrer wertvollen Funktion dauerhaft gerecht

wird, wenn mit ihren Ressourcen sorgsam verfahren

wird. Die ökologische Frage ist brennend, wir

müssen künftig vernetzt und umweltschonend

leben, sodass wir mit geringem Ressourcen- und

Energieverbrauch eine hohe Lebensqualität erreichen.

Die regionale Wirtschaft tritt neben der

globalen in den Vordergrund, um allen Menschen

langfristig Chancen zu bieten und sie am Wohlstand

teilhaben zu lassen. Unser Vorhaben beruht auf

Inwertsetzung: Unser ländlicher Lebensraum muss

wieder seinen Wert erlangen. Mit der Bündelung

der Kräfte auf geographischer und politischer Ebene

ist mit den vier Gemeinden und rund 17.000 Einwohnern

über Parteigrenzen hinweg ein abgestimmter

gemeinsamer Weg in Gang gesetzt.

6.2 PROZESS

Zahlreiche Regionen versuchen sich durch Leuchtturmprojekte

zu definieren. Wir entscheiden uns für

einen langfristigen Wandlungsprozess, in dem

unsere Region binnen eines Zeitraums von zehn

bis zwanzig Jahren einen fundamentalen Wandel

durchleben soll. Prozesshaft ist die Schaffung eines

Innovationsmilieus, das Neid unter Gemeinden und

Betrieben verhindert: Prozessarbeit geht vor

Projektarbeit, Qualität vor Quantität! Diese Transformationen

schaffen mündige und gestaltende

Menschen, indem sie eine „Wissens gesellschaft“

errichten. Um etwas Bestehendes in etwas Neues zu

wandeln, braucht man eine neue, verbindende

Identität: Diese ist die über den Semmering führende

Welterbebahn mit ihrer Landschaft.

6.3 INNOVATION

Wir erklären Innovation neu: Das Bestehende wird

neu dargestellt. Das Neue ist somit eine Frage des

Bewusstseins, das umso höher entwickelt ist,

je mehr Sinn hierfür entdeckt werden kann.

Die Qualität von Produkten, Lebensräumen etc.

entsteht erst, wenn sie durch eine öffentliche Insze-

nierung oder ein mentales Erlebnis dazu gemacht

wird. Eine neue Regionalentwicklung zeichnet

den Beginn des Wandels von der alten Industrieregion

mit geringen Chancen zu einer innovativen

und lebenswerten Welterbe-Region Semmering

Schneealpe.


28

6.4 IDENTITÄTSSTIFTUNG

Die Welterbe-Region muss sich als Marke verstehen mehr das sich Öffnen für das, was ohnehin da ist.

und als solche entwickelt werden. Das Innenmarketing

ist wichtiger als das Außenmarketing.

steht ein neuer Wert. Durch die Wiederbeachtung

Durch die Wertschätzung dessen, was da ist, ent-

des Vorhandenen entsteht die Achtung vor dem

Die Politik der Inwertsetzung muss ihre Wirkung Bestehenden. Das Innenmarketing zeigt den Menschen

ihre Talente, ihr naturräumliches Potenzial,

entfalten. Die Inwertsetzung ist nicht die Entdeckung

oder Erfindung neuer Welten, sondern viel-

ihre regionalwirtschaftlichen Stärken auf.

ENTWICKLUNGSLEITBILD

WELTERBE-REGION

SEMMERING–SCHNEEALPE

Burgruine Hohenwang Langenwang


29

7

STRATEGISCHE

LEITLINIEN

ENTWICKLUNGSLEITBILD

WELTERBE-REGION

SEMMERING–SCHNEEALPE

ÖBB Railjet / Bahnhof Langenwang


30

7.1 DIE SEMMERINGBAHN BLEIBT ERHALTEN

Die Semmeringbahn stellt eine herausragende tech - Die Funktion der Semmeringbahn als umweltschonendes

und leistungsfähiges öffentliches

nische Lösung eines großen physischen Problems

der Errichtung früher Eisenbahnen dar. Die langfristige

Erhaltung der Semmeringbahn und ihrer Bau-

der historischen Bedeutung auch in Zukunft

Verkehrsmittel muss unter Berücksichtigung

werke ist bindend.

nachhaltig sichergestellt sein.

ENTWICKLUNGSLEITBILD

WELTERBE-REGION

SEMMERING–SCHNEEALPE

7.2 KULTURLANDSCHAFT

ZWISCHEN DEN ZENTREN WIEN & GRAZ

Mit dem Bau der Semmeringbahn wurden landschaftlich

reizvolle Gebiete einfach erreichbar.

Die umgebende Landschaft entwickelte sich mit

zu einem interessanten Erholungsgebiet: Es entstand

die „Sommerfrische“. Landschaft, Orte, Bauten und

technische Bauwerke der Semmeringbahn bilden

eine reizvolle Kulturlandschaft. Das Welterbe-

Gebiet wird sorgsam und umsichtig als Wirtschaftsund

Lebensraum weiterentwickelt.

Gloggnitz und Mürzzuschlag sind dabei die städtischen

Tore zur Welterbe-Region.

Brahmshaus Mürzzuschlag


31

7.3 DAS WELTERBE SCHÜTZEN DURCH NÜTZEN

Das Welterbe ist kein Museum, sondern ein

wickelt. In allen wirtschaftlichen Bereichen wird

Siedlungs- und Landschaftsraum, Lebens- und

nachhaltig agiert. Tourismus, Landwirtschaft,

Wirtschaftsraum, in dem sich historische Werte,

Gewerbe und Handel greifen ineinander und nützen

Erneuerung und Fortschritt gegenseitig ergänzen gemeinsam Synergien. Der Verkehr wird umweltfreundlich

abgewickelt − die Semmeringbahn als

und fördern. Die Ressourcen und Qualitäten der

Region werden nicht ausgebeutet, sondern gepflegt leistungsfähiges Nahverkehrsmittel soll dafür das

und durch umsichtiges Wirtschaften weiterent-

Rückgrat bilden.

ENTWICKLUNGSLEITBILD

WELTERBE-REGION

SEMMERING–SCHNEEALPE

7.4 DAS WELTERBE SCHÄTZEN LERNEN

Bevölkerung und Gäste wissen es zu schätzen, in

einer einzigartigen Kulturlandschaft mit enormen

Entwicklungspotenzialen zu leben. Den regionalen

Akteuren ist bewusst, dass alle davon profitieren,

wenn der kulturelle Wert der bautechnischen

Pionierleistung Semmeringbahn und die umgebende

Kulturlandschaft geschützt und nachhaltig weiterentwickelt

werden.

Um dieses Bewusstsein zu stärken und an nachfolgende

Generationen weiterzugeben, betreiben die

AkteurInnen der Region aktiv Bewusstseinsbildung.

ÖBB Güterzug / Bahnhof Mürzzuschlag


32

8

HANDLUNGSFELDER &

SEKTORALE ZIELE

ENTWICKLUNGSLEITBILD

WELTERBE-REGION

SEMMERING–SCHNEEALPE

Die Entwicklungsziele werden nach den

für die Welterbe-Region SemmeringSchneealpe

besonders relevanten Handlungsfeldern gegliedert:

– Kulturlandschaft, Natur- und Landschaftsschutz

– Ortsbild, Baukultur, nachhaltiges Siedlungswesen

– Wirtschaft und regionale Wertschöpfung

– Bildung, Wissenschaft, Forschung

– Kooperation und Infrastruktur

– Klimaschutz und Klimawandelanpassung

– Nahmobilität

– Kultur, Sport, Freizeit

– Gesellschaft, Zusammenleben, Identität

– Wohnen, Arbeit, Migration in die Alpen

Es liegt somit ein Zielkatalog vor, der für die Welterbe-Region

einen Rahmen zur Orientierung der künftigen Arbeit und zur

Festlegung künftiger Aufgabenschwerpunkte bietet. Entlang der angeführten

Ziele und Maßnahmenansätze sollen gemeinsam mit NetzwerkpartnerInnen

konkrete Projekte entwickelt und nach Maßgabe der finanziellen und personellen Ressourcen

umgesetzt werden. Dabei ist ausdrücklich ein quersektoraler Ansatz zu verfolgen:

Die Abstimmung bei der Planung und Umsetzung von Projekten in

unterschiedlichen Handlungsfeldern ist unabdingbar.

Blick vom Bärenkogel in das Tal


33

8.1 KULTURLANDSCHAFT & NATURSCHUTZ

8.1.1 Ausgangslage

Die Pflege der Kulturlandschaft ist eine erste Aufgabe,

die vor allem die Grundeigentümer wahrnehmen. minimieren. Der Schutz der Natur und der Land-

Der Verbrauch an Ressourcen und Flächen ist zu

Vor allem der bäuerlichen Welt kommt eine enorm schaft ist eine erste Aufgabe, die in der Kompetenz

wichtige Rolle zu.

der Länder liegt.

ENTWICKLUNGSLEITBILD

WELTERBE-REGION

SEMMERING–SCHNEEALPE

8.1.2 Ziele

Dem Schutz der Natur, der Landschaft und des

forderungen durch den Klimawandel vorbereitet.

Wassers kommt verstärkte Bedeutung zu, um sie

Die Kulturlandschaft wird nachhaltig genutzt, um

künftigen Generationen überantworten zu können. das typische Landschaftsbild und die darin enthaltenen

Natur- und Kulturwerte dauerhaft zu erhalten.

Schützen erfolgt durch Nützen! Die Erwerbsfähigkeit

einer kleinteiligen Land- und Forstwirtschaft

und die Verschiedenartigkeit ihrer Nutzungsformen Ein wichtiger Aspekt sei herausgegriffen: Die Verwendung

von Plastik ist zu vermeiden, damit keine

werden erhalten, die Kulturlandschaft ist die

Grundlage für gesunde Lebensmittel. Die Region

Umweltgifte in die Nahrungskette gelangen und die

wird bestmöglich auf die bevorstehenden Heraus-

Umwelt verschmutzen.

8.1.3 Mögliche Akteurinnen und Akteure

Land, Gemeinden, GrundeigentümerInnen, LandwirtInnen, Kammer für Land- und Forstwirtschaft

8.2 ORTSBILD, BAUKULTUR

NACHHALTIGES SIEDLUNGSWESEN, FLÄCHEN SCHAFFEN

8.2.1 Ausgangslage

Für Ortsbildschutz, Baukultur und nachhaltiges

Es sind das vor allem Gebäude, die in den Kriegsjahren

errichtet wurden und dem zeitgemäßen

Siedlungswesen gibt es in der Region Handlungsbedarf.

Das Welterbe ist noch ungenügend verankert. Standard nicht entsprechen. Nach dem Krieg wurden

Die Entwicklung ist aufgrund der Planungskompetenz

der Gemeinden steuerbar. Bausubstanz von über deren Entfernung nachgedacht werden sollte.

bis in die 1970er Jahre Plattenbauten errichtet,

hoher historischer Bedeutung nimmt zunehmend

Schaden bzw. verfällt. Erhaltenswerte Bauten und Die gesetzliche Lage erlaubt es, dass Stadt- und

Ensembles sind nicht nur im Bestand zu sichern,

Ortskerne zugunsten von Bauten an der Peripherie

sondern auch inhaltlich mit sinnvollen, der Gesellschaft

dienenden Anwendungen zu füllen.

Gemeinden bei standortpolitischen Fragen führt

Schaden nehmen. Das Konkurrenzdenken unter den

zu volkswirtschaftlichen und betriebswirtschaftlichen

Schäden. Zudem entstehen für die Menschen

Rückbau ist als Stärke anzusehen, weil dadurch

die baulichen Strukturen an eine geringer

weitere Wege. Es muss gelingen, die örtlichen

gewordene Wohnbevölkerung angepasst werden

Kerne zu stärken und bauliche Investitionen

und Flächen für sinnvolle Zwecke entstehen.

„auf der grünen Wiese“ zu vermeiden.


34

8.2.2 Ziele

Historische Bausubstanz wird vor dem Verfall

des Denkmal- und Landschaftsschutzes gewährleistet.

Brachliegende Flächen sind nach qualitativen

gerettet, erhalten und mit Funktionen erfüllt.

Rückbau wird als Chance angesehen. Ortskerne

Gesichtspunkten einer neuen Nutzung zuzuführen.

werden als Treffpunkte, aber auch als Wohn-, Versorgungs-

und Dienstleistungsstandorte belebt. Der die architektonische Gestaltung der Bauten hinaus

Baukultur wird umfassend verstanden, sie geht über

Ortsbildschutz wird durch den aktiven Einsatz der und beachtet auch das Umfeld. Dazu gehört die

bestehenden Instrumente der Raum planung (örtliche

Raumordnungsprogramme, Flächenwidmungs- urteilung von Bauvorhaben in den Gemeinden sowie

Verständigung auf gemeinsame Kriterien der Be-

und Bebauungspläne) und der Anwendung der

die Sensibilisierung und Motivation für architektonische

Bestimmungen des Steiermärkischen Baugesetzes,

Qualität.

ENTWICKLUNGSLEITBILD

WELTERBE-REGION

SEMMERING–SCHNEEALPE

8.2.3 Mögliche Akteurinnen und Akteure

Gemeinden der Welterbe-Region sowie, insoweit vorhanden,

spezialisierte Abteilungen in der Gemeinde-

Entwicklung und Umsetzung von Maßnahmen sind

Mögliche PartnerInnen für die Weiterführung,

verwaltung, die zuständigen Abteilungen des Landes, z.B.: BürgerInnen, Bauträger, ArchitektInnen,

das Bundesdenkmalamt. Die Einbindung von Kooperations-PartnerInnen

erfolgt maß nahmenbezogen. Berufsvertretungen (Fachverbände,

BaumeisterInnen, HandwerkerInnen sowie deren

Kammern).

Josefsapotheke Mürzzuschlag


35

8.3 WIRTSCHAFT, TOURISMUS, REGIONALE WERTSCHÖPFUNG

8.3.1 Ausgangslage

Es finden sich mehrere High-Tech-Unternehmen in landwirtschaftlicher Produkte, Kooperationen und

der Region, die eine hohe Wertschöpfung erzielen, wirtschaftliche Beziehungen der Betriebe usw.

hohe Exportraten und eine erhebliche Beschäftigungskapazität

aufweisen. F&E-Kompetenzen sind im Handel und Gewerbe. Betriebe verlieren teilweise

Es gibt Betriebsschließungen und/oder Schwächen

vorhanden. Meist im Familienverband geführte

den Anschluss an die Anforderungen der modernen

„Haubenlokale“ und attraktive Gaststätten vermitteln

Gastfreundschaft und sind für die Innen- und und Süden saugen den Arbeitsmarkt leer.

Zeit. Die Konkurrenz der großen Zentren im Osten

Außenwirkung unerlässlich. Das Angebot an Beherbergungsbetrieben

ist verbesserungswürdig.

Obwohl mehrere vertikal struk turierte touristische

Wirtschaftliche Kreisläufe in der Region sind

Einrichtungen tätig sind, ist die touristische Vermarktung

der Welterbe- Region nicht un genügend ausgebildet, z.B. Direktvermarktung

wahrnehmbar.

ENTWICKLUNGSLEITBILD

WELTERBE-REGION

SEMMERING–SCHNEEALPE

8.3.2 Ziele

Das Gemeinwohl geht dem individuellen Wohl bevor: sind in der Region attraktive Säulen. Die regionalen

Das bedeutet eine umfassende Zusammenarbeit aller wirtschaftlichen Kreisläufe werden vertieft: Diese

Akteure. Die Beschäftigungskapazität der Betriebe erstrecken sich z.B. auf betriebliche Kooperationen,

wird erhöht, damit gut ausgebildete junge Menschen auf Bauernmärkte, auf denen regionale Produkte

in der Region bleiben können. Gasthäuser und Hotels verkauft werden.

Josefsapotheke Mürzzuschlag


36

Eine regionale Verschränkung in den Sparten

Industrie und Gewerbe, Bauern und Kunden wird

vertieft. Die High-Tech-Betriebe der Region entwickeln

innovative neue Produkte, die zu Wertschöpfung

und zu höherer Beschäftigung führen.

Gehobene Dienstleistungsbetriebe gehen auf dem

Land ihrer Profession nach. Zur Unterstützung eines

„kreativen“ Wirtschaftsmilieus werden – vorzugsweise

„innerorts“ – Standorte und Räume für verschiedene

Aktivitäten angeboten, z.B. für Bürogemeinschaften,

Werkstätten, Ateliers, soziale

Treffpunkte, Vereine, Verkauf regionaler Produkte

etc. Die nahen Ballungsräume sind aufgrund der

geringen Distanzen ein Hoffnungsgebiet. Diese

Chance wird genutzt. Die Region positioniert sich als

lohnendes Ausflugsziel im Sommer wie im Winter

und baut forciert den Ausbau eines „sanften“ Qualitätstourismus.

Gastfreundschaft und Gastlichkeit

ausstrahlende „Haubenlokale“ und Gaststätten

erfüllen künftig eine noch wichtigere Funktion in

der Außen- und Innenwirkung.

Die Region verfügt über qualitätsvolle Beherbergungsbetriebe,

die vermehrt werden sollten. Die

Welterbe-Region wird in partnerschaftlicher Zusammenarbeit

eine professionelle Vermarktung und

Produktentwicklung durch die existenten Tourismuseinrichtungen

einfordern.

ENTWICKLUNGSLEITBILD

WELTERBE-REGION

SEMMERING–SCHNEEALPE

8.3.3 Mögliche Akteurinnen und Akteure

Industrie, Gewerbe, Handwerk, Handel, Gastronomie, Landwirtschaft, Jagd und Fischerei, KonsumentInnen

8.4 BILDUNG, WISSENSCHAFT & FORSCHUNG

8.4.1 Ausgangslage

Es gibt eine noch zufriedenstellende Situation

Lerncafé etc. Aber rückläufige Geburtenzahlen

an allgemeinbildenden und berufsbildenden Ausbildungsstätten:

Kindergärten, Volksschulen, Neue

gärten. Möglichkeiten, die sich aus Kooperationsvor-

bedrohen die Existenz von Schulen und Kinder-

Mittelschulen, Gymnasium und Handelsakademie, haben mit den nahegelegenen Universitäten ergeben

Facharbeiterakademie, Musikschulen, Kunstschule, könnten, sind ungenügend entwickelt.

8.4.2 Ziele

Das Potenzial der Universitäten ist zu vertiefen, um Dies auch international, wenn es um das Thema

der Entwicklung der Region zu nutzen. Bestehende „Leben in den Alpen“ geht. Lehre in Verbindung mit

Kooperationen werden ausgebaut. Als Beispiele

Matura ist in der Region zu präferieren. Lehrlinge

werden genannt: Das Naturlabor Altenberg wirkt im erwerben zu ihrer praktischen Ausbildung die

Kontext mit dem Naturpark Mürzer Oberland mit der Reifeprüfung. Die Matura eröffnet Lehrlingen ein

Universität für Bodenkultur in Wien zusammen. Das Studium. Für die Unternehmen bedeutet Lehre mit

kunsthaus muerz erweitert seine existenten Kontakte

zu Universitäten und Forschungseinrichtungen:

Matura über mehr höherqualifi zierte Mitarbeiter zu

verfügen.

8.4.3 Mögliche Akteurinnen und Akteure

Gemeinden, Schulen, kunsthaus muerz, das Natur labor Altenberg an der Rax, Südbahn Museum,

Universitäten und Forschungseinrichtungen vor allem in Leoben, Wien und Graz


37

8.5 KOOPERATION, INFRASTRUKTUR & DASEINSVORSORGE

8.5.1 Ausgangslage

Die Infrastruktur der Gemeinden erstreckt sich auf des Netzes erlaubt den Menschen etwa den Vorteil

Güter und Dienstleistungen wie Verkehrs- und Beförderungswesen,

Gas-, Wasser- und Elektrizitäts-

Behördenwege minimiert. Daseinsvorsorge durch die

der Verwendung der elektronischen Signatur, die

versorgung, Müllabfuhr, Abwasserbeseitigung,

Kommunen sichert die gemeinwohlorientierte

ärztliche Versorgung, Schwimmbäder und Kultureinrichtungen.

Die interkommunale Zusammenleistungen,

die für eine zeitgemäße Lebensführung

Versorgung der Bevölkerung mit Gütern und Dienstarbeit

in der Region harrt der Entwicklung.

unerlässlich sind. Die ärztliche Versorgung der

Menschen mit AllgemeinmedizinerInnen und

Jede Gemeinde arbeitet an höheren Standards für FachärztInnen ist gegeben. Mehrere ÄrztInnen

sich allein. Doch nicht jede Gemeinde muss über alles befinden sich in einem fortgeschrittenen Lebensalter

verfügen. Für den Bereich Digitalisierung gibt es

und werden sich demnächst in den Ruhestand

sowohl erheblichen Aufholbedarf als auch die

begeben.

interkommunale Vernetzung. Das Breitbandinternet

ist weit gehend nicht verfügbar. Rasche Internetnetze

(Glasfaserkabel, das 5G Net) fehlen. Was nicht

dern, die Nachmittagsbetreuung von Schulkindern

Einrichtungen für die Betreuung von Kleinstkin-

neu, aber noch relativ unbekannt ist: Die Nutzung und Jugendarbeit sind ausbaubedürftig.

ENTWICKLUNGSLEITBILD

WELTERBE-REGION

SEMMERING–SCHNEEALPE

Rathaus Spital am Semmering


38

8.5.2 Ziele

Verstärkung des Zusammenhalts und Zusammenwirkens

der Gemeinden untereinander durch Forcie-

bringt den BürgerInnen Nutzen und erspart Wege.

ausgebaut. Die Digitalisierung der Verwaltung

rung der interkommunalen Zusammenarbeit, die

Der Sicherung der ärztlichen Versorgung der Menschen

kommt verstärkte Aufmerksamkeit zu.

einer eingehenden Erfassung aller relevanten

Themen bedarf. Die Kommunikation der Gemeinden Nachbesetzungen von Arztpraxen werden erleichtert

und durch die Gemeinden unterstützt. Leistun-

mit ihren Bürgern wird verstärkt. Die Gemeinden

arbeiten bei Planung, Verwaltung und Infrastruktur gen im Rahmen der Daseinsvorsorge führen auch

zusammen. Jede Gemeinde hat Angebote, die auch private Einrichtungen aus. Pflegebedürfte Menschen

anderen Gemeinden offenstehen. Das Ziel ist eine bleiben möglichst lange in ihrem gewohnten Umfeld,

Optimierung der Leistungen für die Bevölkerung

pflegende Angehörige werden durch qualifizierte

und eine Reduktion der Kosten.

mobile Kräfte entlastet. Einrichtungen für die

Betreuung von Kleinstkindern, Nachmittagsbetreuung

von Schulkindern und Jugendarbeit werden dem

Die digitale Infrastruktur (Glasfaserkabel, 5G

Standard) als wesentlicher Standortfaktor wird

Bedarf entsprechend eingerichtet.

ENTWICKLUNGSLEITBILD

WELTERBE-REGION

SEMMERING–SCHNEEALPE

8.5.3 Mögliche Akteurinnen und Akteure

Gemeinden, soziale und private Einrichtungen, Betriebe, UnternehmerInnen

Jagdschloss Mürzsteg


39

8.6 KLIMASCHUTZ & KLIMAWANDEL

8.6.1 Ausgangslage

Alle im Mikro- und Makrokosmos tragen Verantwortung

für die vom Menschen verursachte Klimaerwär-

Der effiziente Einsatz der Energie, die Nutzung

del entgegenzuwirken, ist nur vereinzelt erkennbar.

mung. Das Wegschieben auf die nächsthöhere Ebene erneuerbarer Energieformen und Elektromobilität

ist ein Fehler. Dieses Handlungsfeld muss in der

sind unterentwickelt. Es gibt zu wenig Ladestationen

Re gion Wurzeln schlagen. Erneuerbare Energiequellen

sind ein wichtiges Modul, um dem Klimawandel pumpen und Energiespeicher. Die Prozesswärme der

für Elektrofahrzeuge, Photovoltaikanlagen, Wärme-

entgegenzuwirken. Es finden sich an der Mürz

Böhler Bleche GmbH & Co KG entweicht derzeit

zahlreiche Wasserkraftwerke und in den Fischbacher ungenutzt. Als Heizenergie wird mit zu hohen

Alpen gelegene Windparks, die ein hohes Regelarbeitsvermögen

erbringen. Es wird mehr erneuerba-

Elektroheizungen. Obwohl eine Gemeinde am

Anteilen Kohle und Öl verwendet. Es gibt noch alte

re Energie erzeugt als in der Region verbraucht wird. „e5-Programm für energieeffiziente Gemeinden“

Ein Bewusstsein in der Bevölkerung, dem Klimawan-

teilnimmt, sind die Resultate ausbaufähig!

ENTWICKLUNGSLEITBILD

WELTERBE-REGION

SEMMERING–SCHNEEALPE

8.6.2 Ziele

Wichtig ist die Bildung eines Bewusstseins, um

nen, Photovoltaikanlagen, Solarthermieanlagen,

Aktivitäten zu entfalten, die den Klimawandel

Wärmepumpen und Energiespeichersysteme …

verlangsamen. Die komplexen Folgen des Klimawandels,

wonach der Mensch der Verursacher ist, sind zu ersetzt werden, in den 1960er und 1970er Jahren

Fossile Energieträger wie Kohle, Öl und Gas müssen

vertiefen. Wir brauchen mehr Energieeffizienz,

errichtete Elektroheizungen sollten durch zeitgemäße

Systeme ersetzt werden. Die Prozesswärme erneuerbare Energien, Elektromobilität, Ladestatio-

der

Schneealpe


40

Böhler Bleche GmbH & Co KG soll genutzt werden.

Autos mit emissionsfreiem Antriebssystem gehört

die Zukunft. Der Strom für Elektromobile muss aus

erneuerbaren Energiequellen stammen.

Es wird eine Klimaschutz-Modellregion angestrebt,

das e5-Programm für energieeffiziente Gemeinden

sollte sich auf die ganze Region erstrecken.

ENTWICKLUNGSLEITBILD

WELTERBE-REGION

SEMMERING–SCHNEEALPE

8.6.3 Mögliche Akteurinnen und Akteure

Gemeinden, Betriebe, Energieversorgungsunternehmen, Beratungseinrichtungen, BürgerInnen,

das e5-Programm für energieeffiziente Gemeinden

8.7 MOBILITÄT

8.7.1 Ausgangslage

Die Südbahn führt durch unsere Region. Bis zum

erwarten, dass der Bahnhof Mürzzuschlag ein

Jahr 2025 ist die von Carl Ritter von Ghega geplante Knoten- und Haltepunkt für Schnellzüge sein wird.

Semmeringbahn Teil der von Wien nach Triest

Die durch die Region führende Autobahn verkürzt

führenden Südbahn. Der im Bau befindliche Semmering-Basis-Tunnel

(SBT) erlaubt den Zügen Ge-

ermöglicht kurze Wege in die dargestellten Zentren

Reisezeiten für den Personen- und Güterverkehr und

schwindigkeiten, die Reisezeiten enorm verkürzen. und in das benachbarte Ausland. Die nach Norden

Die Bedeutung dieser Bahn reicht weit über Österreich

hinaus, weil sie sich auf die baltisch-adriatireichs

und zur Donau. Das öffentliche Nahverkehrs-

führende Landesstraße führt zur Westachse Östersche

Achse (BAA) erstreckt, die ein Transeuropäisches

Verkehrsnetz (TEN-V) darstellt und von der Norden, Westen und Osten führend ist ungenügend

netz auf der Straße von Mürzzuschlag Richtung

Ostsee zu den adriatischen Häfen führt. Es ist zu

ausgebildet. Zahlreiche Menschen sind zu alt oder

ÖBB Cityjet / Bahnhof Mürzzuschlag


41

zu jung, um über ein Auto zu verfügen. Die Nahverkehrsverbindungen

auf der Schiene von Mürzzuschlag

auf den Semmering führend sind in einer

Weise minimiert, dass sie so gut wie nicht existieren.

Dies hat zur Folge, dass die Verbindungen

von Mürzzuschlag nach Spital und dessen Ortsteil

Steinhaus verloren gingen. Zudem wurden die

Zugverbindungen auf den Semmering und weiter

nach Gloggnitz und somit in die Welterbe-Region

östlich des Passes führend eingestellt. Es ist dies ein

beklagenswerter, schwerer Verlust!

Alltagsradverkehr als Alternative zum Auto ist in

der Region noch zu wenig Thema. In der Klima- und

Energiestrategie des Bundes und der Radfahrstrategie

des Landes wird diesem eine hohe Priorität

eingeräumt. Die Radinfrastruktur ist ungenügend

ausgebildet. In den Gemeinden sind kaum Radwege

vorhanden. Jener nach Langenwang entlang der

Mürz führende bedürfte der Entdeckung, der nach

Neuberg führende verliert sich in Mürz zuschlag, der

nach Spital führende ist unterbrochen und endet im

Gemeindegebiet.

ENTWICKLUNGSLEITBILD

WELTERBE-REGION

SEMMERING–SCHNEEALPE

8.7.2 Ziele

Die Chancen, die durch den in Bau befindliche

Nahverkehr auf der Semmeringbahn wieder aufgenommen

werden kann. Damit wird die Anbindung

Semmering-Basis-Tunnel (SBT) für die Region entstehen,

werden genutzt. Die Reisezeit nach Wien

an die Weltkulturerbe-Region Semmering–Rax

wird nahezu halbiert. Der Umsteigeknoten am

wieder gestärkt. Der öffentliche Nahverkehr auf der

Bahnhof Mürzzuschlag wird so ausgestaltet, dass Straße wird verstärkt, um die vier Gemeinden der

unterschiedliche Verkehrsmittel und Mobilitätsangebote

gut verschränkt werden. Der Vorrang liegt gelangen. Individualverkehr wird zunehmend

Region besser zu vernetzen und auf die Passhöhe zu

auf der Verschränkung von Fußverkehr, Radverkehr emissionsfrei gestaltet, Mitfahrdienste und Carsharing

gewinnen an Bedeutung.

und öffentlichem Verkehr. Es werden alle Bemühungen

unternommen, damit der erheblich verringerte

8.7.3 Mögliche Akteurinnen und Akteure

ÖBB, Land, öffentliche Verkehrsträger

Südbahn Museum Mürzzuschlag


42

8.8 KULTUR, SPORT & FREIZEIT

8.8.1 Ausgangslage

In der Region findet sich ein qualitativ hochwertiges, Die Förderungsrichtlinien des Landes und Bundes

unterschiedlich gefächertes kulturelles Angebot von finden Beachtung. Sport ist Bewegung: Im Sommer

überregionaler Bedeutung. Museen und Veranstaltungsreihen

von beachtlicher Qualität vertiefen

Windparks in den Fischbacher Alpen führende

Wandern, Radfahren, Laufen usw. Neu ist die zu den

dieses Segment. Die bestimmenden Einrichtungen Mountainbike-Route. Im Winter die alpinen und

sind: kunsthaus muerz, Neuberger Kulturtage, Ernst nordischen Sportarten. Der alpine Schilauf ist in

Jandl Lyriktage, Brahms-, Südbahn-, Wintersportmuseum

u.a. Das inhaltliche Augenmerk soll auf

weitere Liftanlagen) ein bedeutsamer Wirtschafts-

Spital am Semmering (Bergbahnen Stuhleck und

typische Eigenarten und/oder Befähigungen des in faktor. Langlaufloipen sind vorhanden. Die Ganzsteinschanze

in Mürzzuschlag ist aufgrund vorhan-

der Region beheimateten Potenzials liegen und das

internationale Geschehen widerspiegeln.

dener Matten auch im Sommer nutzbar.

ENTWICKLUNGSLEITBILD

WELTERBE-REGION

SEMMERING–SCHNEEALPE

8.8.2 Ziele

Die bestehenden Angebote und Einrichtungen

vernetzt und zugänglich gemacht. Der alpine Schilauf

in Spital am Semmering sollte erweiterbar sein.

werden in ihrem Bestand gesichert. Freizeit- und

Kulturangebote werden als besondere Qualität für Im nordischen Bereich sind den Langlaufloipen

die Bevölkerung und als Angebotsfaktor im

und der Ganzsteinschanze vertiefte Aufmerksamkeit

zu Tourismus mit einem regionalen Blick ausgebaut,

widmen.

8.8.3 Mögliche Akteurinnen und Akteure

Gemeinden, Land, Bund, Vereine (Sport, Kunst, Kultur)

kunsthaus muerz / Kinderoper Hans Krása »Brundibár«


43

8.9 GESELLSCHAFT, ZUSAMMENLEBEN, IDENTITÄT & INKLUSION

8.9.1 Ausgangslage

Vereine sind ein Indikator für den gesellschaftlichen Frauen ländliche Regionen verlassen. Es liegt eine

Zusammenhalt. Ihre Anzahl beträgt 274. Das Vereinsleben

befruchtet das Zusammenleben und

ist keine verbindende Identität ausgebildet, wenig

kritische Bewusstseinslage, teils Lethargie, vor. Es

-wirken der Menschen. Die Bevölkerung schrumpft, Offenheit bzw. Flexibilität in neuem Denken, Einzelkämpfertum

und fehlende Netzwerke runden das

es liegt Überalterung vor, junge Menschen ziehen

weg. Gerlind Weber und Tatjana Fischer 19] vom

Bild ab. Die Region kann sich nur dann weiterentwickeln,

wenn sie es schafft, sich in das soziale, kultu-

Institut für Raumplanung und ländliche Neuordnung

der Universität für Boden kultur Wien haben in ihrer relle und wirtschaftliche Leben unserer Zeit zu

Forschungsarbeit nachgewiesen, dass zuerst junge integrieren.

ENTWICKLUNGSLEITBILD

WELTERBE-REGION

SEMMERING–SCHNEEALPE

8.9.2 Ziele

Die Menschen der Region öffnen sich für Neues,

SemmeringSchneealpe gute Lebensbedingungen

setzen sich in einem wertschätzenden und zukunftsorientierten

Dialog mit Fragen des Wandels ausein-

Das Prädikat des Welterbes wird als Chance für die

und Perspektiven zur persönlichen Entwicklung vor!

ander und entwickeln die ökologischen, ökonomischen,

sozialen und kulturellen Zukunftspotenziale. von Kommunikationsforen erleichtert das Erreichen

Schaffung einer Identität genutzt. Die Schaffung

Junge Menschen finden in der Welterbe-Region

der Ziele.

8.9.3 Mögliche Akteurinnen und Akteure

Alle Menschen

Bahnhof Langenwang


44

8.10 WOHNEN, ARBEIT, MIGRATION IN DIE ALPEN

8.10.1 Ausgangslage

Die Wohnqualität ist durch die hohe Lage im Gebirge phie der Universität Innsbruck hat mit seinen Forschungen

nachgewiesen, dass Migration aus der Stadt in die

ausgezeichnet, weil die Temperaturen im Sommer

deutlich niedriger sind als in den Zentren. Es liegen

Alpen – und unsere Region liegt in den Alpen – ein neuer

erschwingliche Grundstückspreise vor. Die Zahl der Trend ist und Zuziehende, sogenannte „Amenity

Arbeitsplätze ist in den letzten Dezennien erheblich

Migrants“ 20] , als Impulsgeber angesehen werden. Dieser

geschrumpft. Ernst Steinicke vom Institut für Geogra-

Zuzug ist im Sinne eines Hauptwohnsitzes erwünscht.

ENTWICKLUNGSLEITBILD

WELTERBE-REGION

SEMMERING–SCHNEEALPE

8.10.2 Ziele

Junge Menschen aus der Region und Menschen, die den Branchen Dienstleistung, Informationswirtschaft,

Technologie und Kreativwirtschaft geschaf-

sich in der Region ansässig machen, sollen gute

Lebensbedingungen, Beschäftigung und Perspektiven fen. Die Gemeinden „locken“ entsprechende Betriebe

zur persönlichen Entwicklung finden. Dafür werden in an, z.B. als spezielle Förderung von Start-Ups durch

der intakten Natur günstige Bedingungen geschaffen: gemeinsame Investitionen in die Infrastruktur,

qualitativ hochwertiger und leistbarer Wohnraum, Bildungseinrichtungen, Bewerbung der Standortvorteile

(„Wohnen und Arbeiten mit besten Verbindun-

gute Verkehrsverbindungen und der Ausbau der

digitalen Infrastruktur. Die Gemeinden arbeiten an gen“, Naherholung, günstige Miete …). Zuziehende

der Inwertsetzung (Neunutzung oder Konversion)

werden die Region beleben, finden gute Bedingungen

leerstehender Gebäude und suboptimal genutzter

vor und haben die Möglichkeit, sich aktiv in das

Betriebsflächen. Damit werden Standorte für innovative

Klein- und Mittelunternehmen, vorzugsweise aus Migrants“ werden in die Region ziehen und sie

gesellschaftliche Leben einzubringen. „Amenity

beleben!

8.10.3 Mögliche Akteurinnen und Akteure

Gemeinden, Bauträger, Genossenschaften, Betriebe

Wasserkraftwerk Auwehr Mürzzuschlag


45

9

LEITPROJEKTE

ENTWICKLUNGSLEITBILD

WELTERBE-REGION

SEMMERING–SCHNEEALPE

Im Fokus stehen Projekte,

die sich auf Bauten beziehen.

Diese befinden sich entweder in

der Phase der Planung oder

der Umsetzung.

Jeder Gemeinde soll

die gleiche Bedeutung

und Aufmerksamkeit zukommen.

Bahnhof Mürzzuschlag


46

9.1 BURGRUINE HOHENWANG LANGENWANG

Diese weithin sichtbare Burg ist ein Schatz, den es zu heben gilt. Die Burgruine ist ein hochgelegenes, markantes

Symbol, das den Eintritt von Westen in die Welterbe-Region darstellt. Dieses bedeutende Bauwerk wäre aufzuwerten

und vertieft zu nutzen.

ENTWICKLUNGSLEITBILD

WELTERBE-REGION

SEMMERING–SCHNEEALPE

9.2 SIGLHOF LANGENWANG

Der im Zentrum Langenwangs gelegene „Siglhof“

ist eines der ältesten Gebäude und war jahrhundertelang

Gaststätte, Herberge und Stätte der Begegnung.

Das Gebäude steht unter Denkmalschutz. Es bietet

sich an, eine Art „volkskulturelles Kunsthaus“

entstehen zu lassen. Besonders interessant schiene

die Idee einer permanenten Schau, die den Wandel

der bäuerlichen Welt im Zusammenhang mit rasanten

Veränderung durch die Industrialisierung

darstellt, die wiederum im Zuge der errichteten

Südbahn erfolgte.

Wechselausstellungen zu verschiedenen volkskulturellen

Themen sollen das Angebot ergänzen.

9.3 BAHNHOF LANGENWANG

Die ÖBB errichtet einen neuen attraktiven Bahnhof, die Gemeinde engagiert sich finanziell an diesem architektonischen

Aushängeschild. Dieser Bahnhof ist für aus Westen und Süden kommende Reisende das Tor zur

Welterbe-Region.

9.4 ZENTRUM LANGENWANG

Die Schaffung eines Zentrums im Umfeld von Rathaus, Kirche, Rathauspark, Siglhof, Hotel-Restaurant Krainer

durch behutsame gestalterische und bauliche Maßnahmen, um dieses visuell erkennbar und erlebbar zu machen.

Rathaus Langenwang


47

9.5 BAHNHOFSAREAL MÜRZZUSCHLAG

Der unter Denkmalschutz stehende Bahnhof Mürzzuschlag

erfährt im Zuge des Ausbaus der Südbahn die den Zug verlassen, ein einladendes visuelles

abgebrochen werden. Dadurch würde für Reisende,

durch den SBT und den Koralmtunnel eine Aufwertung,

die sich in hohen Investitionen der ÖBB mani-

Busstation sollte architektonisch zart und transpa-

Ambiente geschaffen. Die vor dem Bahnhof geplante

festiert. Die Blickachse zur Stadt ist nicht gegeben, rent gestaltet werden, um den Blick auf das hochgelegene

und imposante Bahnhofsgebäude nicht zu

die Verbindung zum Zentrum nicht sichtbar. Tiefer

gelegen finden sich drei unansehnliche Gebäude, die beeinträchtigen. Einer klugen Platz- und Umfeldgestaltung

mit entsprechenden funktionalen Einrich-

den Blick von und auf den Bahnhof verdecken. Diese

sollten im Sinne der Entwicklung des Bahnhofareals tungen käme hohe Bedeutung zu.

ENTWICKLUNGSLEITBILD

WELTERBE-REGION

SEMMERING–SCHNEEALPE

9.6 FLÄCHEN SCHAFFEN MÜRZZUSCHLAG

Die baulichen Strukturen in Mürzzuschlag und Hö-

nigsberg beruhen auf einer deutlich höheren Anzahl

an Bewohnern. Die Anforderungen an Wohnraum

sind deutlich gestiegen. Es gibt Bedarf an Rückbau,

um Flächen für zeitgemäße Nutzungen zu schaffen

und das Ortbild ansehnlicher zu gestalten.

9.7 KULTUR- & SPORTEINRICHTUNGEN MÜRZZUSCHLAG

Johannes Brahms hat in den Sommermonaten

1884/1885 seine 4. Sinfonie und zahlreiche weitere

Werke komponiert. Die Österreichische Johannes

Brahms-Gesellschaft hat für ihr Johannes- Brahms-

Museum konkrete Ausbaupläne, die einer Umsetzung

bedürfen.

Josef Pillhofers Büste von

Johannes Brahms in Mürzzuschlag


48

Der Autor Walter Buchebner lebte 18 Jahre lang in

Mürzzuschlag und starb in jungen Jahren. Es war die

nach Walter Buchebner benannte Gesellschaft, die

schon in den 1980er Jahren überregional bedeutsame

kulturelle Impulse setzte. Sie hat Hans Werner

Henze von Montepulciano nach Mürzzuschlag

geholt, wo er drei Jahre lang wirkte. Der bildende

Künstler Josef Pillhofer entdeckte die damals in

desolatem Zustand befindliche ehemalige Kirche der

Franziskaner. Der Abbruch wurde im letzten Augenblick

durch das Einschreiten des Bundesdenkmalamts

verhindert. Das Land gestaltete in diesem

Gebäude eine Landesausstellung mit dem Fokus

der kulturellen Nachnutzung. Konrad Frey plante

Umbau und Zubau, wodurch alte und neue Bausubstanz

verschränkt wurde. Weiterführende

Investitionen ließen zwar die kulturelle Nutzung zu,

eine Fertigstellung vermochte nicht zu gelingen.

Zudem tut sich Sanierungsbedarf auf.

Die Ganzsteinschanze wird von SchispringerInnen

aus dem mitteleuropäischen Raum genutzt, weil

relativ kurze Anreisewege vorliegen. Es bedarf

baulicher Investitionen, um diese Einrichtung zu

optimieren und das Angebot zu verbessern.

ENTWICKLUNGSLEITBILD

WELTERBE-REGION

SEMMERING–SCHNEEALPE

9.8 MÜNSTER & STIFT NEUBERG

Das bedeutendste Bauwerk in der Region ist Münster

und Stift Neuberg, das 1327 von Otto dem Fröhlichen

gestiftet wurde. 1786 säkularisierte Josef II. das

Kloster der Zisterzienser. Danach ist eine wechselvolle

Geschichte des Niedergangs festzustellen.

Münster und Teile des ehemaligen Stifts stehen

unter Denkmalschutz.

Das Münster befindet sich im Eigentum der Kirche.

Vor etwa zehn Jahren legte der Bund das Stift unter

Auflagen in private Hände. Mit Ausnahme der

Glasbläserei fehlen weitere Nutzungen. Öffentliche

Nutzungen sind statthaft. Das wertvolle Gebäude

befindet sich aber in einem Zustand des langsamen

Verfalls.

Münster Neuberg an der Mürz


49

9.9 BAHNHOF NEUBERG AN DER MÜRZ

Der historische unter Denkmalschutz stehende

Es entwickelt sich eine neue Funktion als Künstlerkolonie:

Neuberg College unter Initiator Peter Water-

Bahnhof in Neuberg an der Mürz von großer Schönheit

verlor nach der 1996 erfolgten Einstellung des house und Studio Magic widmen sich dieser Aufgabe.

Zugverkehrs seine Funktion.

ENTWICKLUNGSLEITBILD

WELTERBE-REGION

SEMMERING–SCHNEEALPE

9.10 FLÄCHEN SCHAFFEN NEUBERG AN DER MÜRZ

Die baulichen Strukturen in Neuberg waren auf

eine bedeutend höhere Anzahl an Bewohnern

ausgerichtet. Die Anforderungen an Wohnraum sind

gewachsen. Es gibt Bedarf an Rückbau, um Flächen

für zeitgemäße Nutzungen zu schaffen und das

Ortsbild ansehnlicher zu machen.

9.11 BAHNHOF SPITAL AM SEMMERING

Dieser historische Bahnhof aus der Zeit der Errichtung der Semmeringbahn ist derzeit in seiner Funktion

eingeschränkt und bedürfte einer Sanierung.

Bahnhof Spital am Semmering


50

9.12 BAHNWANDERWEG SPITAL AM SEMMERING

Das kunsthaus muerz setzt mittels eines EU-Projekts Der überwiegende Teil liegt im Gebiet der Gemeinde

eine Teilumsetzung des Managementplans um.

Spital am Semmering. Die ÖBB-INFRA, die den SBT

Ein Modul ist die Neutrassierung und -errichtung des baut, errichtete ansehnliche „Infoblicke“ nahe den

von Mürzzuschlag auf den Semmeringpass führenden

Bahnwanderwegs. Dieser wird in Wäldern,

Blickpunkten des Wegs aufgestellt werden.

Baustellen. Zwei dieser Türme sollten an markanten

Wiesen und nahe der Bahntrasse geführt.

ENTWICKLUNGSLEITBILD

WELTERBE-REGION

SEMMERING–SCHNEEALPE

9.13 FLÄCHEN SCHAFFEN SPITAL AM SEMMERING

Die baulichen Strukturen in Spital am Semmering

waren auf eine höhere Anzahl an Bewohnern ausgerichtet.

Die Anforderungen an Wohnraum sind

gewachsen. Es gibt einen gewissen Bedarf an Rückbau,

um Flächen für zeitgemäße Nutzungen zu

schaffen und das Ortsbild ansehnlicher zu machen.

Rathaus und Hirschenhof Spital am Semmering


51

ENTWICKLUNGSLEITBILD

WELTERBE-REGION

SEMMERING–SCHNEEALPE

Südbahn Museum Mürzzuschlag


52

10

WEITERE SCHRITTE

ZUM AUFBAU

DER WELTERBE-REGION

ENTWICKLUNGSLEITBILD

WELTERBE-REGION

SEMMERING–SCHNEEALPE

Fenster im Kreuzgang Stift Neuberg an der Mürz


53

10.1 ORGANISATION & BEWUSSTSEINSBILDUNG

Diese werden in diesem Dokument nur ansatzweise Diese Arbeit, die Schritt für Schritt verläuft,

gestreift: Nach Akzeptanz und Verabschiedung

erstreckt sich auf einen mittel- bis langfristigen

dieses Dokuments wird das Vorhaben der Öffentlichkeit

vorgestellt. Es gilt, die Menschen zu erreichen und langfristige Ziele formuliert. Für die einzelnen

Zeitraum. Es werden kurzfristige, mittelfristige

und ihnen zu vermitteln, welcher Schatz vor unserer Handlungsfelder werden Maß nahmenkataloge

Haustüre schlummert. Es sind Marketinginstrumente

wie Logo und Website zu erstellen. Es ist ein

Arbeitsprogramm für die Region werden.

erstellt, die mit einer Prioritätenreihung zu einem

regionaltypisches Produkt zu suchen und zu finden.

ENTWICKLUNGSLEITBILD

WELTERBE-REGION

SEMMERING–SCHNEEALPE

10.2 EVALUIERUNG DES LEITBILDES

Vorstand, Welterbeteam, kunsthaus muerz und

viktor kaplan muerz führen die gemeinsame regionale

Zukunftsarbeit aus. Wesentlich ist der Fokus auf

gemeinsame Ziele und zur Stärkung vorhandener

Stärken und Minimierung der Gefahren. Die Akteure

der Welterbe-Region werben um die Unterstützung

durch das Regionalmagement Obersteiermark Ost

und der A17 der Steiermärkischen Landesregierung.

Die Arbeit an der regionalwirtschaftlichen Entwicklung

der Welterbe-Region SemmeringSchneealpe ist

prozessorientiert ausgerichtet. Daher ist nachvollziehbar,

dass sich die Evaluierung des Leitbildes in

erster Linie auf die langfristig feststellbaren Auswirkungen

der verschiedenen Entwicklungsaktivitäten

erstrecken wird. Die übergeordneten Entwicklungsziele

der Region umfassen zehn Aktionsfelder,

für die unterschiedliche Zeithorizonte herrschen.

Die Formulierung qualitativer Ergebnisindikatoren

geht quantitativen bevor. Es muss der konkrete

Nachweis der Zielerreichung evaluiert werden,

um Beiträge zur Gesamtentwicklung der Region

sichtbar zu machen.

Die Liste der Ergebnisindikatoren erstreckt sich weiters auf:

– Demografische Entwicklung

– Zahl der TeilnehmerInnen in den Netzwerken – Kampf gegen den Klimawandel

– Anzahl der Arbeitsstellen

– Arbeitslosenrate

– Entwicklung der Kommunalsteuer

– Akzeptanz des Welterbes durch die Menschen

Stuhleck


54

ENTWICKLUNGSLEITBILD

WELTERBE-REGION

SEMMERING–SCHNEEALPE

11

ANHANG

kunsthaus muerz und Freibergerhaus Mürzzuschlag


55

11.1 DOKUMENTATION DES BISHERIGEN GESCHEHENS

27.04.2017

An diesem Tag fanden sich in der Greißlerei beim Münster in Neuberg an der Mürz die politischen Verantwortungsträger

der Gemeinden Langenwang, Mürzzuschlag, Neuberg an der Mürz, Spital am Semmering und wir

ein. Die Herren wurden für das Vorhaben inhaltlich gewonnen.

ENTWICKLUNGSLEITBILD

WELTERBE-REGION

SEMMERING–SCHNEEALPE

07.07.2017

In der Greißlerei beim Münster in Neuberg an der Mürz fand die Gründungsversammlung statt. Als Rechtsform

wurde eine ARGE gewählt, deren Vorstand die Bürgermeister aller vier Gemeinden und deren Koalitionspartner

in den Gemeinden Mürzzuschlag und Neuberg bilden. Es wurde die Satzung verabschiedet und der Geschäftsführer

einstimmig gewählt.

Oktober und November 2017

Es fanden Einzelgespräche mit allen 16 Mitgliedern des Welterbeteams statt. Je Gemeinde wurden 4 Mitglieder

ausgewählt. Diese wurden den Bürgermeistern kommuniziert. Es folgten folgende Gruppentermine: 17.01.2018

Neuberg an der Mürz, 22.01.2018 Spital am Semmering, 31.01.2018 Langenwang, 28.02.2018 Mürzzuschlag.

07.12.2017

Im Rathaus in Spital am Semmering fand ein weiteres Treffen mit dem Vorstand statt. Es wurde das dem

SWOT-Prozess vorzustellende Zieldokument präsentiert, das zur Kenntnis genommen wurde.

13.03.2018

Im kunsthaus muerz in Mürzzuschlag fand das von Gerhard Ulz moderierte Arbeitstreffen mit den Mitgliedern

des Teams statt. Im Mittelpunkt standen Korrelation und Vertiefung der Stärken und Gefahren. Aus diesem

Treffen erwuchs das SWOT-Dokument als Werk des Welterbeteams.

23.04.2018

Im Rathaus in Langenwang wurde dem Vorstand das SWOT-Dokument präsentiert, das uneingeschränkt

positiv Aufnahme fand.

14.06.2018

Im kunsthaus muerz in Mürzzuschlag fand ein von Stefan Klingler, Mitarbeiter des Raumplanungsbüros

stadtland DI Sibylla Zech GmbH, gestaltetes und moderiertes Arbeitstreffen des Welterbeteams zwecks Erörterung

des Entwicklungsleitbilds statt. In Gruppenarbeit wurden nicht nur die Handlungsfelder beleuchtet und

verbessert, sondern auch die Projekte vertieft und erweitert.

26.06.2018

Im kunsthaus muerz in Mürzzuschlag wurde dem Vorstand der Welterbe-Region SemmeringSchneealpe die

aktuelle Fassung des Entwicklungsleitbilds präsentiert. Das Dokument fand Anklang und wurde positiv

aufgenommen. Den Schwerpunkt bildeten die Erörterungen über Handlungsfelder und Projekte. In einer regen

Diskussion wurden Ergänzungen artikuliert, die Aufnahme in dieses Dokument fanden.

Alle weiteren Schritte werden dokumentiert.


56

11.2 LITERATUR

Dieses Entwicklungsleitbild beruht strukturell auf folgenden Dokumenten:

Welterbe Semmeringbahn Managementplan, stadtland DI Sibylla Zech GmbH, 2010

Entwicklungsleitbild Steirisches Vulkanland, Geosys Wirtschaft und Regionalentwicklung, 2014

Positionsdokument Kleinregion Steirischer Semmering, kunsthaus muerz, 2014

Regionales Entwicklungsleitbild Obersteiermark Ost, 2014

Stärken-Schwächen-Chancen-Gefahren-Analyse (SWOT) der Welterbe-Region SemmeringSchneealpe, 2018

ENTWICKLUNGSLEITBILD

WELTERBE-REGION

SEMMERING–SCHNEEALPE

Literatur

Fischer Lisa, Liebe im Grünen, Kreative Sommerfrischen…, Edition Mokka, Wien 2014

Gehmacher Ernst, Modell Mürztal, Böhlau Verlag, Wien 1987

Girardi Claudia, Pegasus auf Berg -und Talfahrt, Böhlau Verlag, Wien 1997

Gruber Eva, Semmering Rax Schneeberg, Bergverlag Rohter, München 2015

Hume David, Journal einer Reise aus dem Jahr 1748, Aufklärung und Kritik, Freies Denken, Nürnberg 1998

Jelinek Elfriede, Der Wald, Zeitschrift WAS, Mürzzuschlag 1995

Karner Stefan, Wirtschaft im Mürztal – Gedanken zu und aus ihrer Entwicklung, Böhlau Verlag, Wien 1987

Komarek Alfred, Österreich von innen: Semmering, Haymon Verlag, Innsbruck Wien, 2015

Kos Wolfgang, Über den Semmering, Kulturgeschichte einer künstlichen Landschaft, Edition Tusch, Wien 1991

Kos Wolfgang, Jenseits einer geretteten Semmeringbahn, Zeitschrift WAS, Mürzzuschlag, 1990

Kyselak Josef, Skizzen einer Fußreise durch Österreich, Verlag Jung und Jung, Salzburg 2009

Neuberger Gespräche, Walter Buchebner Gesellschaft, Regionale Identität 1, Böhlau Verlag, Wien 1987

Neuberger Gespräche, Walter Buchebner Gesellschaft, Regionale Identität 2, Böhlau Verlag, Wien 1988

Neuberger Gespräche, Walter Buchebner Gesellschaft, Erziehen – Verzogen? Böhlau Verlag, Wien 1989

Pickl Othmar, Die Entwicklung der wirtschaftlichen und sozialen Strukturen …, Böhlau Verlag, Wien 1987

Pickl Othmar, Geschichte der Markgemeinde Langenwang, Langenwang 1997

Pickl Othmar, Geschichte der Marktgemeinde Neuberg an der Mürz, Neuberg 1996

Rieger Markus, Semmering, Reichenau und Rax, Lesethek Verlag, Wien 2010

Rosegger Peter, Als ich das erste Mal auf dem Dampfwagen saß, Wien Pest Leipzig 1882

Seume Johann Gottfried, Spaziergang nach Syrakus im Jahr 1802, Eichborn Verlag, Frankfurt am Main 1991

Sperl Gerfried, Notizen zur steirischen Zukunft, Böhlau Verlag, Wien 1987

WAS Zeitschrift für Kultur und Politik. Gerfried Sperl, Michael Steiner (Hg.), Alpenglühen, Mürzzuschlag 1990

WAS Zeitschrift für Kultur und Politik. Gerfried Sperl, Michael Steiner (Hg.), Heimat im Wandel, Mürz 1990

Gründerzeitvilla Spital am Semmering


57

ANMERKUNGEN

1) Regionales Entwicklungsleitbild Steirisches Vulkanland, Geosys Wirtschaft und Regionalentwicklung, 2014

2) Karner Stefan, Wirtschaft im Mürztal – Gedanken zu und aus ihrer Entwicklung, Wien 1987

3) Positionsdokument Kleinregion Steirischer Semmering, kunsthaus muerz, 2014

4) Europa 2020. Eine Strategie für intelligentes, nachhaltiges und integratives Wachstum,

Europäische Kommission, Brüssel 2010

5) Strategie der Bundesregierung für Forschung, Technologie und Innovation, Bundeskanzleramt, Wien 2011

6) Österreichisches Raumentwicklungskonzept (ÖREK 2011), Österreichische Raumordnungskonferenz, Wien 2011

7) mission 2030. Die österreichische Klima- und Energiestrategie,

Bundesministerium für Nachhaltigkeit und Tourismus, Wien 2018

8) Landesentwicklungsleitbild Steiermark, Räumliche Strategie zur Landesentwicklung,

Amt der Steiermärkischen Landesregierung, Abteilung 7 Landes- und Gemeindeentwicklung, Graz 2013

9) Wirtschaftsstrategie Steiermark 2025, Wachstum durch Innovation,

Amt der Steiermärkischen Landesregierung, Abteilung 12 Wirtschaft, Tourismus, Sport, Graz 2016

10) Landesentwicklungsprogramm, Verordnung und Erläuterung, LGBl Nr. 75/2009 (i.d.F. LGBl Nr. 37/2012)

11) Klima- und Energiestrategie Steiermark 2030, Amt der Steiermärkischen Landesregierung,

Abteilung 15 Energie, Wohnbau, Technik, Graz 2017

12) Forschung in der Steiermark, Strategie des Landes Steiermark zur Förderung von Wissenschaft und Forschung,

Amt der Steiermärkischen Landesregierung, Abteilung 8 Wissenschaft und Gesundheit, Graz 2013

13) Leitbild der Großregion Obersteiermark Ost 2014+,

Regionalmanagement Obersteiermark Ost, Land Steiermark, 2014

14) Regionales Entwicklungsprogramm für die Region Obersteiermark Ost, LGBl Nr. 89/2016

15) Das Weltkulturerbe umfasst Baudenkmäler, Kulturdenkmäler, Stadtensembles, Kulturlandschaften.

16) Entwicklungsleitbild Steirisches Vulkanland. Geosys Wirtschaft und Regionalentwicklung, 2014

17) Tichy Gunther und Geldner Norbert, Regionalstudie Obersteiermark, BKA, Land Steiermark, 1982

18) Welterbe Semmeringbahn Managementplan, stadtland DI Sibylla Zech GmbH, 2010

19) Weber Gerlind und Fischer Tatjana, Gehen oder Bleiben? Forschungsarbeit, Wien 2010

20) Amenity migrants wählen ihre neue Bleibe nach landschaftlicher Attraktivität,

klimatischer Gunst u.a. Kriterien.

ENTWICKLUNGSLEITBILD

WELTERBE-REGION

SEMMERING–SCHNEEALPE


58

Für den Inhalt verantwortlich:

IMPRESSUM

ENTWICKLUNGSLEITBILD

WELTERBE-REGION

SEMMERING–SCHNEEALPE

kunsthaus muerz gmbh

Wiener Straße 35

8680 Mürzzuschlag

VerfasserInnen:

Mag. Ursula Horvath

kunsthaus muerz gmbh

Wiener Straße 35

8680 Mürzzuschlag

Robert Lotter

Walter Buchebner Gesellschaft

Wiener Straße 35

8680 Mürzzuschlag

DI Stefan Klingler

stadtland DI Sibylla Zech GmbH

Kirchengasse 19/12

1070 Wien

Unter inhaltlicher Mitwirkung des Welterbeteams

Lektorat:

Dr. Claudia Mazanek

Fotos:

© Nici Seiser_nixxipixx.com, alle Fotos, ausgenommen die Bilder

auf den Seiten 6 und 49, Foto Seite 6: Dominik Denk,

Foto Seite 49: Sandra Püreschitz

Grafik:

Michael Gletthofer KG

In Kooperation mit der viktor kaplan muerz gmbh

© Copyright kunsthaus muerz gmbh. Alle Rechte vorbehalten.

August 2018

Weitere Magazine dieses Users
Ähnliche Magazine