VNW-Tätigkeitsbericht - 2013

vnwschirg

Der VNW-Tätigkeitsbericht für das Jahr 2013 enthält alle wichtigen aktuellen Zahlen und eine Reihe von Beispielen, wie gut geförderter Wohnungsbau ist.

Verband norddeutscher Wohnungsunternehmen e. V.

Tätigkeitsbericht 2013 / 2014

ZUHAUSE IM NORDEN

Wohlfühlen im Quartier


Auf einen Blick

Verband norddeutscher Wohnungsunternehmen e. V.

Gründung 2. November 1900 in Kiel-Ellerbek

VNW-Mitgliedsunternehmen Ende 2013

Gesamt Genossenschaften Gesellschaften Sonstige Fördermitglieder

Hamburg 93 50 17 2 24

Mecklenburg-Vorpommern 153 72 76 0 5

Schleswig-Holstein 74 46 20 1 7

Insgesamt 320 168 113 3 36

Wohnungsbestand der Mitgliedsunternehmen Ende 2013

Gesamt Eigener Verwalteter

Bestand

Bestand

Hamburg 289.000 285.000 4.000

Mecklenburg-Vorpommern 275.000 248.000 27.000

Schleswig-Holstein 162.000 128.000 34.000

Insgesamt 726.000 661.000 65.000

Investitionen der Mitgliedsunternehmen 2013 in Millionen Euro

Gesamt Neubau Instandhaltung Modernisierung

Hamburg 727 294 303 130

Mecklenburg-Vorpommern 299 55 147 97

Schleswig-Holstein 219 90 84 45

Insgesamt 1.245 439 534 272

Verband norddeutscher Wohnungsunternehmen e. V.

Hamburg – Mecklenburg-Vorpommern – Schleswig-Holstein

Tangstedter Landstraße 83 · 22415 Hamburg

Telefon 040 / 52011-0 · Fax 040 / 520 11-201

Prüfungsdienst Fax 040 / 520 11-266

E-Mail: info@vnw.de

www.vnw.de

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Geschwister-Scholl-Straße 3 ¯ 5 · 19053 Schwerin

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Vorwort

RA Dr. Joachim Wege,

Verbandsdirektor (rechts), und

WP/StB Gerhard Viemann,

Direktor für den Prüfungsdienst

Liebe Leserin, lieber Leser,

Schaffung und Entwicklung stabiler Quartiere ist ein eminent wichtiges Thema in der Wohnungswirtschaft.

Der demografische und soziale Wandel – eine bunter, älter und teilweise ärmer werdende Bevölkerung

– erhöht dessen Bedeutung. Quartiersqualität ist immer das Ergebnis vieler verschiedener Faktoren.

Eine gute Infrastruktur, ÖPNV- und Nahversorgungsangebote sowie Kultur- und Bildungsstätten

sind bei dem Aufbau eines Quartiers ebenso wichtig wie ein möglichst gemischtes Wohnungsangebot.

Nur gemeinsam mit der Kommune, Gewerbetreibenden und weiteren Akteuren vor Ort lässt sich ein

stabiles Quartier entwickeln. In Hamburg hat der VNW kürzlich ein „Bündnis für Quartiere“ propagiert

und dafür große Unterstützung gefunden.

Die Verbandsunternehmen sind in ganz Norddeutschland dabei, Stadtteile aufzuwerten und stabile

Quartiere mit guter Nachbarschaft zu schaffen. Die Wohn- und Lebensqualität der Menschen soll etwa

auch mit Service, Sicherheit und Sauberkeit stetig verbessert werden. Unter dem Motto „Zuhause im

Norden – Wohlfühlen im Quartier“ möchten wir Ihnen Projekte einiger Verbandsunternehmen vorstellen

und Experten zu Wort kommen lassen, die das Thema aus unterschiedlichen Perspektiven beleuchten.

Staatsministerin Aydan Özoğuz, Beauftragte für Migration, Flüchtlinge und Integration, beschreibt in ihrem

Artikel die Auswirkungen von Zuwanderung in der Stadt. Dr. Dr. Bernd Hunger, Experte des GdW für

Stadtentwicklung, fragt: Quartierskonzepte – Modetrend oder des Rätsels Lösung? Prof. Dr. Tilmann Harlander,

Universität Stuttgart, fordert „Bündnisse für das Wohnen“ zur Sicherung der Quartiere. Bettina

Harms, Geschäftsführerin Analyse & Konzepte Hamburg, stellt in ihrem Gastbeitrag „Wohntrends 2030“ vor.

Wir berichten über das Engagement des Verbandes im politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen

Bereich sowie über aktuelle Entwicklungen des Prüfungsdienstes. Dieser hat auf Basis der GdW-

Studie „Prüfungstrends 2025“ differenzierte Prüfungsansätze entwickelt und die Fortbildung seiner Mitarbeiter

verstärkt.

Der Verband unterstützt seine Mitglieder durch Interessenvertretung, Beratung und Prüfung beim Weg

in die Zukunft kooperativ mit der Politik und Verwaltung, den Kommunen, Hochschulen und vielen

Partnern. Gemeinsam mit Ihnen gestalten wir die Zukunft. Vielen Dank für Ihr Vertrauen und Ihre

Unterstützung!

RA Dr. Joachim Wege

Verbandsdirektor

WP/StB Gerhard Viemann

Direktor für den Prüfungsdienst

3


Das Quartier

Kommune

Wohnungsunternehmen

Akteure vor Ort

Bewohner

»

Eine gute Infrastruktur, ÖPNV- und Nahversorgungsangebote sowie

Kultur- und Bildungsstätten sind bei dem Aufbau eines Quartiers ebenso

wichtig wie ein möglichst gemischtes Wohnungsangebot. Nur gemeinsam

mit der Kommune, Gewerbetreibenden und weiteren Akteuren vor Ort lässt

sich ein stabiles Quartier entwickeln.«

Dr. Joachim Wege, VNW-Verbandsdirektor

»

Mischung im Wohnen ist freilich nur dann möglich, wenn auch nach

Größe, Ausstattung und, vor allem, nach Preis geeignete Wohnungen

für alle Schichten der Stadtbevölkerung zur Verfügung stehen.«

Prof. Dr. Tilmann Harlander

»

Die Wohnsituation ist ein wichtiger Lebensbereich für alle: Die Versorgung

mit ausreichendem, qualitativ zufriedenstellendem und bezahlba

rem Wohnraum ist eine wesentliche Voraussetzung für angemessene

Lebensqualität und friedvolles Zusammenleben. Von großer Bedeutung sind

nicht nur die eigenen vier Wände, sondern auch die Wohnumgebung.«

Aydan Özoğuz, Staatsministerin im Bundeskanzleramt und Beauftragte der Bundesregierung

für Migration, Flüchtlinge und Integration

4


Inhalt

Auf einen Blick 02

Vorwort 03

Das Quartier 04

Interview mit RA Dr. Joachim Wege, Verbandsdirektor 06

Gastbeitrag von Dr. Dr. Bernd Hunger 08

Gastbeitrag von Prof. Dr. Tilmann Harlander 09

Zuhause im Norden – Wohlfühlen im Quartier 10

Zahlen, Daten, Fakten. Der VNW und seine Mitglieder 22

Wohnungsbau in Norddeutschland / VNW-Mitgliedsunternehmen aktiv 24

Gastbeitrag von Bettina Harms 26

Wohnungsmarkt Hamburg 28

Verband norddeutscher Wohnungsunternehmen Landesverband Hamburg e.V. 32

Interview mit Marko Lohmann, Vorsitzender 35

Wohnungsmarkt Mecklenburg-Vorpommern 36

Arbeitsgemeinschaft mecklenburgisch-vorpommerscher Wohnungsunternehmen e.V. (AMVW) 40

Interview mit Dieter Vetter, Vorsitzender 41

Wohnungsmarkt Schleswig-Holstein 44

Verband norddeutscher Wohnungsunternehmen Landesverband Schleswig-Holstein e.V. 48

Interview mit Raimund Dankowski, Vorsitzender 51

Gastbeitrag von Aydan Özoğuz 52

Verbandsarbeit / Interessenvertretung und Beratung 56

Interview mit WP/StB Gerhard Viemann, Direktor für den Prüfungsdienst 64

Prüfungsdienst 66

Verbandsorgane 68

VNW-Fachausschüsse 69

Vorstände der Landesverbände und der AMVW 72

Verbandsorganisation 73

Fotohinweise und Impressum 74

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Interview

Interview mit Verbandsdirektor Dr. Joachim Wege

Zuhause im Norden – „Wohlfühlen im Quartier“

Was verstehen Sie darunter?

Dr. Wege: Die Wohnungsunternehmen im VNW denken

immer ganzheitlich. Die eigenen vier Wände und das

Wohnumfeld zusammen ergeben erst das Zuhause bzw.

Heimat. Die beste Wohnungsmodernisierung und der

schönste Neubau helfen nichts, wenn die Mieter sich in

der Umgebung nicht wohlfühlen und entweder gar nicht

erst einziehen oder schnell wieder wegziehen. Daher rich -

ten sie ihre Aufmerksamkeit auf das ganze Quartier. Schulen,

Kitas und Nahversorgung sind dabei ebenso wichtig

wie eine funktionierende und sichere Infrastruktur, gut

beleuchtete und saubere Gehwege und ein vielfältiges

Angebot für Freizeitaktivitäten.

Die Verbandsunternehmen arbeiten eng mit den politisch

Verantwortlichen und anderen Akteuren vor Ort zusammen,

um diese wichtigen Faktoren zu klären und die Quartiere

weiterzuentwickeln. Ein gemischtes Wohnangebot für verschiedene

Bedürfnisse trägt zur sozialen Stabilität des Quartiers

bei. Dabei gilt es, die Wünsche der Bewohner in die

Entscheidungsfindung zu integrieren. Zudem bieten die

Verbandsunternehmen ihren Mietern mit Nachbarschaftstreffs,

Sportangeboten und Ausflügen einen Mehrwert und

fördern das nachbarschaftliche Miteinander. All das bedeutet

„Wohlfühlen im Quartier“.

Quartiersentwicklung ist aktueller Schwerpunkt der Verbandsarbeit

und wird immer wichtiger bei den Verbandsunternehmen.

Was können wir erwarten?

In Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-

Holstein sind die Unternehmen mit unterschiedlichen Projekten

aktiv und richten sich auf die jeweiligen Gegebenheiten

ein. In Hamburg haben SAGA GWG als kommunales

Unternehmen und die Wohnungsbaugenossenschaften

gemeinsam über das erfolgreiche „Bündnis für das Wohnen“

hinaus der Stadt ein „Bündnis für Quartiere“ angeboten.

Dies soll bisher benachteiligte Quartiere umfas send

und zugleich behutsam unter Einbezug der Bewoh ner

aufwerten.

In Mecklenburg-Vorpommern sind unsere Unternehmen

aktiv in die integrierte Stadtentwicklung eingebunden

und gewährleisten gemeinschaftlich mit Kommunen und

Sozialverbänden die Versorgung vor allem älterer Bewohner

vor Ort.

In Schleswig-Holstein gibt es allenthalben gute Beispiele

für eine erfolgreiche Zusammenarbeit im Quartier: etwa

in Flensburg die jetzt abgeschlossene Umgestaltung des

Stadtteils Fruerlund, in Kiel die gemeinschaftlichen Neubauakti

vitäten einiger Genossenschaften und in Lübeck

die Wohnberatungsstelle „Wohnen im Alter“, welche von

Verbandsunternehmen, der Stadt, Haus & Grund sowie

dem Mieterverein getragen wird. Wir sehen an den Beispielen,

wie aktiv die Verbandsunternehmen im ganzen

Norden sind.

Der VNW setzt begleitend in diesem Jahr bei Veranstaltungen

sowie im VNW-Magazin den Schwerpunkt auf das

Thema Quartiere. Im Quartier lassen sich Herausforderungen

wie Demografie und Energie am besten meistern.

6


Verbandsdirektor

RA Dr. Joachim Wege

Themenwechsel: Große Koalition und der Koalitionsvertrag.

Gut oder schlecht für die Wohnungswirtschaft?

Da gibt es Licht und Schatten. Die beabsichtigte Mietpreisbremse

und Begrenzung der Modernisierungsumlage lässt

wohnungswirtschaftlichen Sachverstand vermissen. Populismus

ist hier im Wahlkampf Ideengeber gewesen. Mit Preisregulierung

werden notwendige Investitionen nicht gefördert,

sondern verhindert. Die wahren Preistreiber sind die

Energie, Bauland- und Baukosten, Steuern, Abgaben und

gesetzliche Vorgaben wie die EnEV und das EEG. Das sind

die eigentlichen Faktoren, die das Wohnen verteuern.

Die Verbandsunternehmen halten ihre Mieten seit Jahren

güns tig, pflegen ihren Bestand und bauen neu. Wir sind

die Mietpreisbremse und wollen nicht an den Pranger gestellt

werden. Positive Punkte gibt es aber auch im Koalitions

vertrag: So ist ein Bündnis für das Wohnen auf Bundes

ebene vorgesehen, und Förderprogramme wie etwa

für die „Soziale Stadt“ sollen gestärkt werden.

Was fordern Sie von der Politik – vor allem hier im Norden?

Konstruktive Partnerschaft statt politischen Aktionismus.

Nach Wahlen sollte wieder Besonnenheit einkehren. Weniger

Überregulierung, eine ordentliche Energiepolitik, verlässliche

Förderprogramme, differenzierte Behandlung verschiedener

Wohnungsmärkte sowie die Bereitschaft zur

Zusammenarbeit. Im Verbandsgebiet hat jedes Bundesland

eigene Schwerpunkte. So sollte Hamburg bei der Grundstücksvergabe

und Baulandbereitstellung noch mehr darauf

achten, wer was bauen möchte und ob bezahlbares Wohnen

nachhaltig gesichert wird.

Die genossenschaftlichen, kommunalen und sozial engagierten

Unternehmen im Verband sind für die Kommunen

ein Mehrwert. In Mecklenburg-Vorpommern sollten die

Fördermittel des Bundes und der EU zweckgerichtet eingesetzt

werden. Demografie und Energie müssen zukunftsfähiger

gedacht und konzipiert werden – das unterstützen

wir gern. Die schleswig-holsteinische Regierung hat mit der

Offensive für das bezahlbare Wohnen die Wohnraumförderung

aktu alisiert, aber unser Angebot für ein umfassendes

ressort übergreifendes „Bündnis für das Wohnen“ bislang

nicht angenommen. Jetzt setzen wir verstärkt auf die kommunale

Ebene, die meist integrierter denkt und handelt als

Bund und Länder.

7


Gastbeitrag

Dr. Dr. Bernd Hunger, Bundesverband deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen e.V., Berlin

Quartierskonzepte –

Modetrend oder des Rätsels Lösung?

Das Quartier ist en vogue – spätestens, seit klar geworden

ist, dass die gebäudebezogene energetische Sanierung

an ihre Grenzen kommt und nennenswerte Zusatzeffekte

künftig durch Maßnahmen im Quartierszusammenhang

erzielbar sind.

Die Wiederentdeckung des Quartiers durch Politik und Öffentlichkeit

übersieht manchmal: Wohnungsbau im Quartierszusammenhang

hat Tradition. Schon der Siedlungsbau

der Moderne dachte nicht in Einzelbauten, sondern schuf in

den 1920er Jahren überschaubare Quartiere mit den dazugehörigen

Gemeinbedarfseinrichtungen und Grünräumen.

Dieser Ansatz setzte sich im Siedlungsbau der Wiederaufbauzeit

fort und prägt auch heutige Konzepte des Wohnungsneubaus

überall dort, wo es nicht nur um punktuelle

Einfügungen geht.

Was ist ein Quartier? Vereinfacht gesagt: eine Gruppe von

Bauten, die städtebaulich als Einheit wahrnehmbar ist und

von den Menschen als überschaubarer baulicher und nachbarschaftlicher

Zusammenhang erlebt wird.

Der Begriff ist absichtlich „unscharf“, weil er mit Identifikation

und subjektiver Wahrnehmung zu tun hat. Wohnungsbzw.

Gebäudezahl oder statistische Grenzen sind keine

Kriterien. Gerade durch seinen unmittelbaren Bezug zum

Lebensalltag der Bewohner ist das Quartier ein besonders

wichtiger Gestaltungsraum für Wohnungsunternehmen

und Planer. Das Quartier ist der Vermittler zwischen Wohnung,

Wohngebiet und Stadt.

Dr. Dr. Bernd Hunger, GdW

Gerade die vom GdW vertretene Wohnungswirtschaft kann –

im Unterschied zum aufs eigene Haus fixierten Kleineigentümer

– die Gestaltung zukunftsfähiger Quartiere als Qualitätsmerkmal

ausbauen. Die Zukunft liegt dabei im Zusammenspiel

ganz verschiedenartiger Themen. Dazu gehören

neben der klimagerechten Quartiersentwicklung ebenso die

soziale Stabilisierung der Nachbarschaften sowie die Imageund

Identitätsbildung durch qualitätsvolle Architektur und

Wohnumfeldgestaltung. In wachsenden Städten ist ergänzender

Neubau in vorhandenen Quartieren ein weiteres

wichtiges Thema, das großes Fingerspitzengefühl verlangt,

um Akzeptanz bei der vorhandenen Bewohnerschaft zu

finden.

Gebäudebezogenes Handeln stößt nicht nur beim Thema

Klimawandel und Energiewende an Grenzen, sondern auch

wenn es darum geht, den sozialen Zusammenhalt zu fördern,

Benachteiligungen zu dämpfen und überforderte

Nachbarschaften zu vermeiden. Quartiersmanagement und

quartiersbezogene Belegungspolitik, aber auch die Zusammenarbeit

von Wohnungsunternehmen und Schulen im

Quartier sind perspektivreiche Handlungsansätze, die nicht

an der eigenen Haustür enden können.

Ebenso verlangt der demografische Wandel quartiersbezogene

Lösungen. Konzepte wie „Wohnen für ein langes

Leben“, „Das Quartier als Gesundheitsstandort“ oder

„Generationsübergreifendes Wohnen“ bleiben unvollständig

ohne barrierearme Nutzungsangebote im Wohnumfeld

und ohne Einbeziehung der wohnungsnahen sozialen Infrastruktur.

Erfreulicherweise reagiert die Politik mit der angekündigten

Erhöhung der Mittel für die Städtebauförderung auf den

Bedeutungsgewinn des Quartiers. Zukünftig muss es zur

Unterstützung integrierten Handelns darum gehen, die

Städtebauförderung mit der sozialen Wohnraumförderung

so zu verbinden, dass der Quartiersbezug der Förderung

gestärkt wird. Zu begrüßen ist die beabsichtigte Stärkung

des Programms „Soziale Stadt“, die vor allem benachteiligten

Quartieren zugutekommen muss.

Aus Sicht der Wohnungswirtschaft ist die Förderung ganzheitlicher

Quartiersentwicklung eine Voraussetzung, um aus

Eigentümersicht rentierliches Handeln zu ermöglichen und

aus Mietersicht bezahlbares Wohnen zu sichern.

8


ZUHAUSE

IM NORDEN

WOHLFÜHLEN IM QUARTIER

Prof. Dr. Tilmann Harlander, Universität Stuttgart

Soziale Mischung oder Spaltung –

Herausforderung für Quartiere und

die Wohnungswirtschaft

ZUHAUSE

IM NORDEN

WOHLFÜHLEN IM QUARTIER

Um den Jahreswechsel 2013/14 haben gewalttätige Auseinandersetzungen

in Hamburg und die folgende vorübergehende

Ausweisung von „Gefahrengebieten“ daran erinnert,

wie fragil, aber auch wie schützenswert sozialer Zusammenhalt

und soziale Kohäsion in unseren Städten sind. Die Sorge

um ein wachsendes „Auseinanderdriften der Stadtgesellschaften“

hat inzwischen auch in Deutschland einen zuvor

ungeahnten Stellenwert erhalten. Quer durch die Medien

und Mieter- und Bewohnerinitiativen verbindet sich diese

Sorge in erster Linie mit dem gegenwärtigen Immobilienboom

und den damit einhergehenden Preis-/Mietenspiralen

und sozialen Verdrängungsprozessen. Eine kaum geringere

Herausforderung für die soziale Stabilität der Stadtquartiere

geht angesichts des gegenwärtigen Zustroms von (Arbeits-)

Migranten von der Megaaufgabe Integration aus. Zugleich

bestätigen OECD-Studien sowie die „Armuts- und Reichtumsberichte“

der Bundesregierung eine sich zunehmend

öffnende Schere zwischen Arm und Reich, die nun auch in

Deutschland ihre nicht mehr zu übersehenden sozialräumlichen

Korrelate gefunden hat.

In ihren zugespitzten Formen stehen auf der einen Seite die

mehr oder weniger abgeschlossenen und introvertierten,

gegenwärtig stark expandierenden Formen des urbanen

Luxuswohnens und auf der anderen Seite die „überforderten

Nachbarschaften“ vieler Großwohnsiedlungen der

1960er und 70er Jahre und vernachlässigter Altbauquartiere.

Der neue Reurbanisierungstrend ist vor allem in den

Wachstumsregionen quantitativ erfolgreich. Doch der Preis

der vielbeschworenen „Stadtrenaissance“ scheint in sozialer

Hinsicht durch die überwiegende Konzentration des neuen

Prof. Dr. Tilmann Harlander

Stadtwohnens auf gehobene und hochpreisige Wohnformen

und die damit einhergehende soziale Fragmentierung

des Stadtraums und Verdrängung einkommensschwächerer

Bevölkerungsgruppen („Gentrification“) hoch.

So ist es nur konsequent, dass mittlerweile die Forderun -

gen nach „bezahlbarem Wohnraum“ und nach einer

gelungenen sozialen und funktionalen Mischung der Stadtquartiere

wieder weithin hohe Priorität erhalten haben.

Mischung im Wohnen ist freilich nur dann möglich, wenn

auch nach Größe, Ausstattung und, vor allem, nach Preis

geeignete Wohnungen für alle Schichten der Stadtbevölkerung

zur Verfügung stehen. Angesichts der dahinschmelzenden

Sozialwohnungsbestände haben inzwischen quer

durch die Republik die Städte vor allem der Wachstumsregionen

begonnen, das Ziel der Sicherung und Schaffung

bezahlbaren Wohnraums durch eigene kommunale Initiativen

bzw. – wie in Hamburg oder Bremen – „Bündnisse für

das Wohnen“ in Angriff zu nehmen.

Der Wohnungswirtschaft mit ihren überkommenen und

auch neuen (Baugemeinschaften, neue Genossenschaften)

Bauträgerformen kommt dabei als maßgeblichem „Bündnispartner“

nicht allein eine Schlüsselrolle zum Erreichen der

quantitativen Ziele zu, sondern auch die Aufgabe, durch

eine „aktive Mischungspolitik“ (Wohnbau Lörrach) gezielt

zum Aufbau sozial stabiler und gemischter Nachbarschaften

beizutragen. Kommunen und Wohnungswirtschaft experimentieren

dabei auf ganz unterschiedlichen städtebaulichen

Maßstabsebenen. Eine Auswertung der bisherigen

Erfahrungen zeigt, dass „Mischung“ in der Regel umso mehr

Fingerspitzengefühl, Einsatz und vor allem Bereitschaft zur

aktiven Beteiligung der Bewohner auf Seiten der Wohnungswirtschaft

und Projektentwickler erfordert, je feinkörniger

und kleinteiliger sie konzipiert wird. Ob im Haus, Block oder

Quartier – zahlreiche neue und engagierte Mischungsprojekte

zeigen ermutigende Alternativen zu fortschreitender

Verdrängung, Entmischung und Segregation.

9


BVE: Skolegaarden, Hamburg

Neues Wohnen in Altona-Altstadt

Der BVE hat auf dem Gelände einer ehemaligen Schule 70 familien- und seniorenfreundliche

Wohnungen gebaut. Eine Besonderheit dabei ist die Mischung alter Bausubstanz mit neuen

Elementen.

10


MEIN QUARTIER

Hier wohnen

Alt und Jung zusammen.

Und alle profitieren voneinander.

Was kann es

Schöneres geben?

ZUHAUSE

IM NORDEN

WOHLFÜHLEN IM QUARTIER

ZUHAUSE

IM NORDEN

WOHLFÜHLEN IM QUARTIER

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MEIN QUARTIER

Wir wohnen dort,

wo andere Urlaub

machen.

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ZUHAUSE

IM NORDEN

WOHLFÜHLEN IM QUARTIER

ZUHAUSE

IM NORDEN

WOHLFÜHLEN IM QUARTIER

WVG Greifswald: Wieker Brückenhof, Greifswald (Titelbild)

Wohnen am Wasser

Die WVG hat direkt an der Wieker Brücke im Stadtteil Eldena 30 seniorenfreundliche Wohnungen errichtet.

Alle Wohnungen verfügen über eine Fußbodenheizung, einen Balkon sowie einen Pkw-Stellplatz.

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ZUHAUSE

IM NORDEN

WOHLFÜHLEN IM QUARTIER

ZUHAUSE

IM NORDEN

WOHLFÜHLEN IM QUARTIER

ZUHAUSE

IM NORDEN

WOHLFÜHLEN IM QUARTIER

ZUHAUSE

IM NORDEN

WOHLFÜHLEN IM QUARTIER

NEUE LÜBECKER: An der alten Wache, Glinde

Wir können Quartier

Die NEUE LÜBECKER hat auf einem ehemaligen Bundeswehrdepot 312 generationsübergreifende

und barrierearme Wohnungen gebaut. Die Mitglieder konnten bei der

Gestaltung ihres neuen Zuhauses mitwirken.

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MEIN QUARTIER

Kaum eingezogen,

haben wir nette Nachbarn

getroffen und fühlen

uns hier wohl.

19


20


21


Zahlen, Daten, Fakten

Der Verband und seine Mitglieder

Die VNW-Mitgliedsunternehmen

„Wir sind Mietpreisbremse“

5,33 Euro

durchschnittliche Nettokaltmiete/m 2

Die VNW-Mitgliedsunternehmen bieten 1,4 Millionen

Menschen gutes und sicheres Wohnen und sind ein

wichtiger wirtschaftlicher und sozialer Faktor in Norddeutschland.

// 40 Prozent Anteil an allen Mietwohnungen

// 7.000 Beschäftigte // 400 Auszubildende

Wir bieten: ein sicheres Zuhause

und bezahlbare Wohnungen

1,245 Mrd. Euro

Investitionen in den Neubau sowie in die Modernisierung und Instand haltung der Wohnbestände

VNW Aktion

Energiewende

Re duzierung des Energieverbrauchs um

15 Prozent und Reduzierung des CO 2

-

Ausstoßes um 25 Prozent bis 2020.

22


Der Verband

137

32

86

16

gesamt

267

133

Genossenschaftliche

Prüfungen

nach § 53 GenG für unsere

Mitgliedsgenossenschaften in 2013

Informationen

Rundschreiben

Rundbriefe

Presse-Infos

Steuer-Infos

Seminare & Tagungen

u. a. aus folgenden Themengebieten: Betriebswirtschaftslehre // Marketing &

Kommunikation // Personal & Führung // Technik // Wohnungswirtschaft //

Mietrecht // Bautechnische Grund lagen // Managementtraining //

Wohnwirtschaftliche Grund lagen // Hausmanagement u. v. m.

2.865 Teilnehmer

23


VNW-Mitgliedsunternehmen aktiv

Wohnungsbau

in Norddeutschland

Investitionen

Die 320 Mitgliedsunternehmen des VNW sind ein wichtiger wirtschaftlicher und sozialer Faktor in der

Metropolregion Norddeutschland. Im Jahr 2013 investierten sie rund 1,2 Milliarden Euro in Neubau,

Moder nisierung und Bestandspflege (Hamburg: 727 Millionen Euro, Mecklenburg-Vorpommern:

299 Millionen Euro, Schleswig-Holstein: 219 Millionen Euro). Mit ihren Investitionen sichern sie 25.000

Arbeitsplätze im Baugewerbe und geben 1,4 Millionen Menschen mehr als nur ein Dach über dem

Kopf, ein Zuhause.

Hamburg

2013 haben die 93 Mitgliedsunternehmen in Hamburg 727 Millionen Euro investiert. Die Fertigstellungen

sind von 585 Wohnungen in 2012 auf 991 in 2013 gestiegen. Für 2014 planen die Unternehmen

den Neubau von 1.745 Wohnungen.

Mecklenburg-Vorpommern

2013 haben die 153 Mitgliedsunternehmen in Mecklenburg-Vorpommern 299 Millionen Euro investiert.

Die Neubautätigkeit ist von 244 Wohnungen im Jahr 2012 auf 209 Wohnungen im Jahr 2013 leicht

gefallen. Für das Jahr 2014 planen die Unternehmen den Neubau von 517 Wohnungen.

Schleswig-Holstein

2013 haben die 74 Mitgliedsunternehmen in Schleswig-Holstein 219 Millionen Euro investiert. Die Neubautätigkeit

ist von 655 Wohnungen im Jahr 2012 auf 645 im Jahr 2013 leicht gefallen. Für 2014

planen die Unternehmen den Neubau von 800 Wohnungen.

24


320

MITGLIEDSUNTERNEHMEN

GESAMT

5,33

EURO DURCHSCHNITTLICHE

NETTOKALTMIETE/M²

726.000

WOHNUNGEN

1,245

MRD. EURO INVESTITIONEN

IM WOHNUNGSBAU 2013

Investitionen in Millionen Euro 2013

Neubau

Instandhaltung

Modernisierung

130

gesamt

727

294

97

gesamt

299

55

45

gesamt

219

90

303

147

84

Hamburg

Mecklenburg-Vorpommern

Schleswig-Holstein

25


Gastbeitrag

Bettina Harms, Analyse & Konzepte, Hamburg

Wohntrends 2030 – Auswirkungen

auf Norddeutschland

Welche zentralen Trends für die Wohnungswirtschaft bis 2030 von Bedeutung sein werden, untersucht die

repräsentative Studie „Wohntrends 2030“, die Analyse & Konzepte und InWis im Auftrag u. a. des GdW

und des VNW erstellt haben.

Die Wohntrends 2030 stellen die Entwicklung der Nachfragerseite

in den Mittelpunkt. In dieser Hinsicht ist der

norddeutsche Markt sehr vielschichtig: Das Spektrum reicht

von der starken, urbanen Region im Großraum Hamburg,

in der die anspruchsvollen und kommunikativen Haushalte

wesentliche Teile der Nachfrager ausmachen, bis zu schwachen

Regionen, die Teile Mecklenburg-Vorpommerns prägen.

Hier dominieren Nachfrager mit häuslichem Wohnkonzept.

Der Rückgang der Bevölkerung bis zum Jahr 2030 ist einer

der zentralen Parameter, auf die sich die gesamte Branche

wird einstellen müssen. Er wird sich vor allem bei der Bevölkerung

im erwerbsfähigen Alter bemerkbar machen: Hier

wird eine Abnahme von rund 6,3 Millionen Personen gegenüber

dem Jahr 2010 – bezogen auf ganz Deutschland –

erwartet. In der Folge werden, je nach wirtschaftlicher Entwicklung,

bis zu 5 Millionen Arbeitskräfte fehlen, wenn

nicht strukturell gegengesteuert wird. Gleichzeitig wird die

Wanderung in die wirtschaftsstarken Städte anhalten, wenn

auch auf einem geringeren Niveau.

Daneben wird die Anzahl der schrumpfenden Regionen

zunehmen, wobei hierzu auch zahlreiche Großstädte gehören

werden, die wirtschaftlich weniger erfolgreich sind.

Besonders viele ländlich-periphere Kreise werden stark von

Schrumpfung und Alterung betroffen sein. Sie werden bis

2030 teilweise mehr als ein Fünftel der Bevölkerung verlieren.

Dementsprechend ist in Norddeutschland mit einer

weiteren Auseinanderentwicklung der Regionen zu rechnen.

In diesem übergeordneten Zusammenhang prägen sich bis

2030 sechs wichtige Wohntrends aus:

1. Technik dominiert den Alltag

Die Menschen werden die technischen Möglichkeiten deutlich

intensiver nutzen als bisher. Denn zukünftig sind leistungsstarke

und kleine Mikroelektronikprodukte jederzeit

zugänglich und übernehmen viele Alltagsaufgaben. In den

Bereichen, in denen Technik sowie technikintegrierte

Dienstleistungen verfügbar sind, wird es zu einer deutlich

stärkeren Nutzung solcher Technologien kommen:

• Haushalt

• Dienstleistungen wie zum Beispiel Einkaufen,

Transport, Handwerk

• Pflege und Gesundheit

• Familie und soziale Netzwerke

• Unterhaltung und Kommunikation

• Kosten- und Ressourceneinsparung

Noch sind die Zugangsmöglichkeiten zum Breitband-Internet

in den Regionen sehr unterschiedlich. Insbesondere

für jüngere Haushalte mit anspruchsvollem oder kommunikativem

Wohnkonzept ist ein schneller Internetzugang

aber sehr wichtig, denn er ermöglicht die Teilhabe an modernen

Kommunikations-, Arbeits- und Freizeitmöglichkeiten.

Eine unzureichende Einbindung von Regionen in

schnelle Netze trägt damit auch zu einer weiteren Abwanderung

bei.

2. Multioptionalität in den Städten

Die steigende Intensität der Arbeit und variierende Arbeitszeiten

kennzeichnen das urbane Leben in Zukunft. Sie gehen

zulasten von gemeinsamer Freizeit und Ruhe. Die Zeit

zum Schlafen nimmt ab, denn nicht nur die Arbeit, sondern

auch permanent nutzbare Freizeitangebote nehmen die

Menschen in Anspruch. Die Anforderungen an den Wohnstandort

werden bei vielen Menschen durch den Wunsch

geprägt, zahlreiche Möglichkeiten nutzen zu können. Angesichts

des begrenzten Zeitbudgets werden kurze Wege

wichtiger, die es erlauben, viele Angebote im direkten

Wohnumfeld zu finden. Wohnungen bieten aber auch

wichtige Rückzugsmöglichkeiten, wenn einem die Anforderungen

und Möglichkeiten der Welt draußen über den

Kopf wachsen. Klare Grundrisse sowie natürliche und

26


schlichte Materialien ermöglichen dann eine Erholung

der Sinne.

3. Sharing verbindet vor allem junge Menschen

Das gemeinsame und nachhaltige Wirtschaften wird in

Zukunft an Bedeutung gewinnen. Mit den Begriffen „Sharing

Economy“ und „Collaborative Consumption“ wird der

neue Trend des gemeinsamen Produzierens und Konsumierens

bezeichnet. Dabei geht das Teilen weit über die gemeinsame

Nutzung von Gegenständen hinaus. Nicht nur

Autos, Fahrräder oder gebrauchte Dinge werden geteilt,

getauscht und verkauft. Sharing betrifft ebenso die gemeinsame

Freizeitgestaltung – und gemeinsame Räume.

4. Fitness wohnungsnah und eigenaktiv

Der Erhalt der Gesundheit rückt immer mehr in den Fokus

des Interesses. Körperliche Fitness und gesunde Ernährung

sind wesentliche Bausteine dieses Trends. Rund um neue

Technologien und mobile Endgeräte wird der Gesundheitsmarkt

durch eigenständige medizinische Applikationen

zunehmend mobiler. Dort entwickeln sich neue Leistungen

wie das Monitoring von Vitaldaten der Patienten, Video-

Konferenzen mit Ärzten, Online-Sprechstunden und das

mobile Ausstellen von Rezepten.

Das Training der Zukunft findet idealerweise im direkten

Wohnumfeld, im quartierseigenen Fitnessraum oder einem

Mini-Sportzentrum statt. Auch die Wohnung passt sich den

gewandelten Gesundheits- und Wellness-Bedürfnissen der

Bewohner an. Zugleich wird sie fit für die E-Health-Systeme

der Zukunft.

5. Quartiere werden zur Handlungsebene

Im Zuge sich verändernder Familienstrukturen erlangen die

Quartiere und damit die Beziehungen in der Nachbarschaft

größere Bedeutung. Damit werden sie zur wichtigen Handlungsebene

für die Wohnungswirtschaft. Bei Bestandsmaßnahmen

steht nicht mehr die einzelne Wohnung oder das

Gebäude im Mittelpunkt, sondern Investitionsentscheidungen

werden vor dem Hintergrund der Quartiersentwicklung

getroffen.

Quartiere müssen auch die Plattform für die große Integrationsleistung

darstellen, die in der Gesellschaft der Zukunft

gefragt sein wird. Hierfür werden vielfältige soziale Aktivitäten

notwendig sein. Funktionierende Nachbarschaften

sind auch das Ergebnis einer auf Quartiere ausgerichteten

Belegungsstrategie. Nachbarschaftsstrukturen zu erkennen

und Prozesse lesen zu können, wird deshalb zu einer wichtigen

Fähigkeit eines Wohnungsunternehmens.

6. Armutsrisiko bei Senioren steigt

Die Einkommenssituation der kommenden Rentnergeneration

wird durch höhere Armutsrisiken gekennzeichnet sein.

Für die Versorgung der Senioren mit sehr geringem Einkommen

ist es verstärkt erforderlich, lokal angepasste Versorgungskonzepte

zu entwickeln.

Der weit überwiegende Teil der älteren Menschen möchte

nach wie vor in der angestammten Wohnung alt werden.

Vor dem Hintergrund sich ausdifferenzierender Wohnkonzepte

– auch bei den Senioren – gibt es aber eine wachsende

Gruppe, die ihren Wohnstandort oder ihre Wohnform

noch einmal verändern möchte, insbesondere, um mehr

soziale Einbindung und Versorgungssicherheit zu erreichen:

Etwa ein Drittel der älteren Haushalte kann sich vorstellen,

bei einem Umzug auch noch einmal eine Wohnung oder

ein Haus zu beziehen, bei dem sich die Wohnsituation

deutlich von der bisherigen unterscheidet.

Fazit

Der norddeutsche Wohnungsmarkt ist sehr heterogen und

wird sich deshalb künftig mit unterschiedlichen Herausforderungen

konfrontiert sehen. Die ländlichen Regionen werden

mit weiteren Abwanderungstendenzen zu kämpfen

haben. Hier wird eine gute Dateninfrastruktur zum Wettbewerbsvorteil

werden. In den Städten werden kurze Wege

und die Wohnung als Rückzugsort wichtiger. Wohnungsunternehmen

kommt auf der Quartiersebene auch die Aufgabe

von Integrationshelfern zu. Daneben bestehen Trends,

die unabhängig vom Standort eine Rolle spielen werden.

Hierzu zählen die Erhaltung der körperlichen Fitness und

das Teilen von Gegenständen und Räumen. Außerdem wird

es fraglos eine wichtige Aufgabe aller Wohnungsunternehmen

sein, gute Angebote für die wachsende Bevölkerungsgruppe

älterer Menschen zu schaffen – zugeschnitten auf

deren unterschiedliche Wohnkonzepte.

Bettina Harms, Analyse & Konzepte

27


Wohnungsmarkt Hamburg

Mietwohnungsmarkt

im Aufwind


Wohnungsmarkt Hamburg

289.000

WOHNUNGEN

41 %

ANTEIL AM

MIETWOHNUNGSBESTAND

6,03

EURO DURCHSCHNITTLICHE

NETTOKALTMIETE/M²

727

MIO. EURO

GESAMTINVESTITIONEN

2013

Baugenehmigungen in Hamburg

10.000

8.000

6.000

4.000

2.000

0

2002

2003

2004

2005

2006

2007

2008

2009

2010

2011

2012

2013

Quelle: Statistikamt Nord

30


Wohnungsmarkt Hamburg –

Steigende Baugenehmigungen

und Neubauten

Bevölkerungszahl steigt trotz niedriger Zensuszahlen

Laut Bevölkerungsstatistik des Zensus 2011 lag Hamburgs

Einwohnerzahl zum Stichtag 9. Mai 2011 um 4,6 Prozent

unter der bis dahin geltenden offiziellen Zahl von 1.790.000

Menschen. Das bedeutet 83.000 Einwohner weniger mit

vielfältigen Auswirkungen bis hin zum Länderfinanzausgleich.

Wegen erheblicher Kritik an der Belastbarkeit der Erhebungsmethodik

dürfte die Politik die Zensus-Ergebnisse noch einmal

auf den rechtlichen Prüfstand bringen. Dessen ungeachtet

hält das Bevölkerungswachstum Hamburgs unverändert

an. Das Wanderungsplus aus anderen Bundesländern und

dem Ausland hat dazu geführt, dass am 30. Juni 2013 mit

1.743.000 Bewohnern 36.000 Menschen mehr in Hamburg

lebten als am Zensusstichtag 9. Mai 2011.

Metropolregion Hamburg wächst weiter

Das im Vergleich zum Beispiel zu Berlin und München relativ

organische Bevölkerungswachstum Hamburgs wird sich bis

2030 fortsetzen. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie des

Instituts der deutschen Wirtschaft (IW), wonach die anhaltende

Zuwanderung sich insbesondere auf wirtschaftsstarke oder

aus anderen Gründen attraktive Zentren konzentrieren wird.

Danach wird die Metropolregion Hamburg von jetzt schon

über 5 Millionen Menschen bis 2030 um knapp 10 Prozent

wachsen. Insbesondere aus wohnungswirtschaftlicher Sicht

bedeutet das für Immobilieninvestitionen ein positives Umfeld.

Bestätigt wird dieses aktuell durch eine Erhebung des

Statis tikamtes Nord, wonach im Mai 2011 rund 1,6 Prozent

der Mietwohnungen leer standen. Damit ist Hamburg das

Bundesland mit der niedrigsten Leerstandsquote.

Hamburger Durchschnittsmieten nicht

überproportional hoch

Trotzdem sind die Mieten in Hamburg – von Ausnahmen abgesehen

– weder explodiert noch im Durchschnitt überproportional

hoch. Zu diesem Ergebnis kommt eine von den

immobilienwirtschaftlichen Verbänden in Auftrag gegebene

Studie des CRES-Instituts, nach der sich 68 Prozent der

Hamburger Mieten im April 2013 zwischen 5,24 Euro und

9,32 Euro bewegten. Der im November 2013 veröffentlichte

Hamburger Mietenspiegel weist eine Durchschnittsmiete von

7,56 Euro aus, das bedeutet einen Anstieg innerhalb von

zwei Jahren um 5,7 Prozent. Die Bestandsmieten in Hamburg

liegen damit noch deutlich unter den vergleichbaren

Mieten in München, Stuttgart, Düsseldorf oder Mainz.

Baugenehmigungen und Neubau auf Kurs

Mit dem Ziel, den Wohnungsneubau in der Stadt zu verstärken,

Flächen zu mobilisieren und die Genehmigungsverfahren

zu beschleunigen, hat der Senat der Freien und Hansestadt

Hamburg im September 2011 das „Bündnis für das

Wohnen“ mit den wohnungswirtschaftlichen Verbänden auf

den Weg gebracht. Darin wurde zum Ziel erklärt, jährlich

6.000 neue Wohnungen zu errichten. Die Baugenehmigungen

liegen voll auf Kurs. So haben die Hamburger Bezirke in

2013 den Bau von insgesamt 10.328 Wohnungen genehmigt,

so viele wie seit Jahren nicht. Auch beim Neubau ist in 2013

mit 6.407 fertiggestellten Wohnungen die Zielmarke überschritten

worden: Ein gemeinsamer Erfolg von Senat, den

Bezirken und der Wohnungswirtschaft. Kräftiger Wohnungsneubau

dämpft die Wohnungsknappheit und Mietentwicklung

weit besser als staatliche Regulierung.

Erfolgreiche Wohnraumförderung

Flankiert werden die Wohnungsbauaktivitäten von einem

Wohnungsbauförderungsprogramm, das sich mit einer Dotierung

von 165 Millionen Euro auch im bundesweiten

Vergleich sehen lassen kann. So hat Hamburg in 2011 den

Neubau von 119 Mietwohnungen je 100.000 Einwohner

gefördert, während der Durchschnitt aller Bundesländer bei

14,6 Wohnungen lag. Deutlich auch der Abstand bei der

Modernisierungsförderung: Während Hamburg in 2011 die

Modernisierung von 162 Mietwohnungen je 100.000 Einwohner

gefördert hatte, waren das im Durchschnitt aller

Bundesländer nur 22,4 Wohnungen. Die Ziele der Wohnraumförderung

wurden auch 2013 erfolgreich umgesetzt.

Insgesamt 2.006 neue Mietwohnungen mit Mietpreisund

Belegungsbindung wurden gefördert, darüber hinaus

31


Wohnungsmarkt Hamburg

4.312 Modernisierungen von Mietwohnungen, die mietpreisdämpfende

Wirkung entfalten. Einschließlich der Eigentumsförderung

wurden Fördermittel mit einem Subventionsbarwert

von 143,3 Millionen Euro bewilligt.

Wirtschaftswachstum gering, aber über Bundesdurchschnitt

Das Hamburger Bruttoinlandsprodukt ist preisbereinigt 2013

gegenüber 2012 um 0,8 Prozent gestiegen. Im gesamten Jahr

zuvor lag das Plus noch bei 1,2 Prozent.

Bauwirtschaft und Ausbaugewerbe relativ konstant

Obwohl sich die Zahl der Betriebe im Hamburger Bauhauptgewerbe

im Juni 2013 gegenüber Juni 2012 um sieben Prozent

auf 980 erhöht hatte, ist die Zahl der im Bauhauptgewerbe

tätigen Personen mit 9.200 fast konstant geblieben.

Ein Indiz dafür, dass ein Großteil der Bauleistungen im Hochund

Tiefbau von externen Betrieben erbracht wird. Im Ausbaugewerbe

verlief die Entwicklung gegenteilig. Während

die Zahl der Betriebe Ende Juni 2013 um drei Prozent gegenüber

Juni 2012 zurückging, erhöhte sich die Zahl der

dort Beschäftigten um zwei Prozent auf 9.377 Personen.

Diese erwirtschafteten überwiegend in den Bereichen Klempnerei,

Gas-, Wasser-, Heizungs- und Lüftungsinstallation sowie

Maler- und Lackiergewerbe einen Umsatz von rund 1,2 Milliarden

Euro.

Wohnungsneubau in Hamburg

6.000

4.000

2.000

0

Quelle: Statistikamt Nord

VNW-Wohnungsunternehmen investieren

727 Millionen Euro

Die im VNW zusammengeschlossenen Hamburger Wohnungsunternehmen

beteiligen sich unverändert aktiv am

Bündnis für das Wohnen in Hamburg. Ihr Ziel, in 2013 mit

dem Bau von rund 1.900 Wohnungen zu beginnen, werden

sie erreichen. Größter Engpassfaktor dabei ist die Beschaffung

geeigneter, baureifer Grundstücke. Vielfach muss erst

noch Planrecht geschaffen werden, oft stellt die Vergabe

städtischer Flächen im Konzeptverfahren eine zu hohe Hürde

dar, oder die Preisvorstellungen lassen den Bau bezahlbarer

Wohnungen nicht zu. Dennoch leisten die VNW-Wohnungsunternehmen

mit Investitionen in den Neubau und

Bestand von 727 Millionen Euro einen erheblichen Beitrag

zur Sicherung der Beschäftigung in den Bauunternehmen

und Handwerksbetrieben sowie zur Verbesserung der wohnlichen

Versorgung der Hamburger Haushalte.

Interessenvertretung durch VNW und

VNW Landesverband Hamburg e.V.

2003

2004

2005

2006

2007

2008

2009

2010

2011

2012

2013

Der mit dem Bündnis für das Wohnen in Hamburg verfolgte

Politikansatz der Kommunikation, Partizipation und partnerschaftlichen

Kooperation wird von uns unterstützt. Flankiert

von den im Vertrag für Hamburg mit den Bezirken vereinbarten

Zielzahlen zeigen sich die ersten Erfolge. Gemein -

sam mit den Bündnispartnern haben wir erreicht, dass nach

dem Anstieg der Baugenehmigungszahlen seit 2011 auch

die Baufertigstellungen spürbar anziehen. Unsere Mitgliedsunternehmen

leisten hierzu ihren Beitrag. Es kommt jetzt

darauf an, diese Dynamik aufrechtzuhalten und zu einem

selbsttragenden Prozess zu entwickeln. Staatliche Mietpreisregulierung

wäre kontraproduktiv.

Neben der quantitativen Zielsetzung von 6.000 Wohnungen

jährlich sehen wir in einer ganzheitlichen Entwicklung bzw.

Aufwertung innenstadtnaher Quartiere einen wesentlichen

qualitativen Beitrag auch zur Entlastung innerstädtischer

Teilwohnungsmärkte. Wir setzen uns deshalb dafür ein, diesen

Ansatz einer kooperativen Stadtentwicklung als „Bündnis

für die Quartiere“ in das „Bündnis für das Wohnen“ zu

transportieren und dieses damit qualitativ in die Zukunft

weiterzuentwickeln.

Zur Eindämmung der überproportional gestiegenen Baukosten

fordern wir eine mit Vertretern von Senat, Bezirken und

Wohnungswirtschaft besetzte Baukostensenkungs-Kommission,

die sich mit allen Fragen zum Thema beschäftigt und

Vorschläge zur Eindämmung des Baukostenanstiegs erarbeiten

soll.

32


Wohnen im Karoviertel, HANSA eG | Backsteingotik am Fischmarkt, altoba

Richtfest am Sooren, 1904 und HARABAU | Bauvorhaben Flachsland, BDS | Modernisierung Schenefelder Holt, BVE

Wohnen in Barmbek – Dieselstraße, HBH | Grüne Oase auf der Veddel, SAGA GWG

33


Wohnungsmarkt Hamburg

Zukünftige Fassadengestaltung TU Harburg, Sprinkenhof | Neubauvorhaben Tannenweg in Langenhorn, FLUWOG

Trotz eines auch im bundesweiten Vergleich überdurchschnittlichen

Fördermittelvolumens mit einem Subventionsbarwert

von rund 165 Millionen Euro wird eine Beteiligung

am öffentlich geförderten Mietwohnungsbau für bestandshaltende

Wohnungsunternehmen immer schwieriger. Drastisch

gestiegene Bau- und Baulandpreise ohne angemessenen

Ausgleich über die Förderung führen zu Minderrentierlichkeiten,

die auf Dauer nicht zu verantworten sind. Wir

plädieren deshalb für eine realitätsnahe Anpassung der Fördermittel

an die gestiegenen Gesamtkosten und für eine

Flexibilisierung der Regelungen zu Grundrissen, Wohnflächen

und Wohnungsschlüsseln.

Die Abkehr von der Vergabe städtischer Grundstücke im

Höchstpreisverfahren haben wir stets gefordert, so wie wir

uns im Grundsatz auch für die Einführung der Grundstücksvergabe

nach Konzeptausschreibung ausgesprochen haben.

Wir erhofften darin bessere Chancen unserer Mitgliedsunternehmen

im Wettbewerb mit Bauträgern und Projektentwicklern.

Die Ergebnisse sind noch unbefriedigend. Wir werden

einen Vorschlag erarbeiten, der eine stärkere Gewichtung

der einzelnen wohnungspolitischen / wohnungswirtschaftlichen

Kriterien innerhalb der Matrix und eine Ergänzung

um Nachhaltigkeitsaspekte bei sozialen, bestandshaltenden

Aktivitäten zum Ziel hat.

zu überführen. Das darf nicht dazu führen, dass die Hamburger

Energieversorgungskonzepte und -anlagen für Jahre

auf Eis gelegt werden. Wir werden den Senat bei der Übernahme

der Netzträgerschaft unterstützen, insbesondere soweit

Wärme und intelligente Netze betroffen sind.

Die Entwicklung innovativer Mobilitätskonzepte als Teil des

Neubaus und der Quartiersentwicklung gewinnt an Bedeutung.

Diese können dazu beitragen, die Umwelt zu entlasten,

die Wohn- und Aufenthaltsqualität in den Quartieren zu

verbessern und die Mobilitätskosten der Haushalte zu senken.

Wir werden das Thema Carsharing unter Einbeziehung

von Elektromobilität weiter vorantreiben und den Abschluss

möglicher Rahmenvereinbarungen mit Carsharing-Anbietern

unterstützen.

Im Rahmen des Bündnisses für das Wohnen in Hamburg haben

wir uns zur Erreichung bestimmter Energieverbrauchsund

CO 2

-Werte als Beitrag der Wohnungswirtschaft zum Erfolg

der Energiewende verpflichtet. In unserem Thesenpapier

„Energiekonzept für Hamburg“ haben wir uns hierzu

entsprechend positioniert. Auf dieser Grundlage unterstützen

wir die vom Senat in seinem Masterplan Klimaschutz

for mulierten Klimaschutzziele, die sozialverträglich umgesetzt

werden müssen.

Mit dem Volksentscheid vom 22. September 2013 wird der

Senat verpflichtet, alle Schritte zu unternehmen, die Hamburger

Strom-, Gas- und Fernwärmenetze in sein Eigentum

34


Interview

Drei Antworten von Marko Lohmann, Vorsitzender des VNW Landesverband Hamburg e.V.

Zuhause im Norden – Wohlfühlen im Quartier.

Das Motto beschreibt für unsere Unternehmen ...

... ein zunehmend wichtiges Betätigungsfeld, in dem sie als langfris tig agierende Bestandshalter über

hohe Kernkompetenzen verfügen. In einem „Bündnis für die Quartiere“ wollen wir diese Kernkompetenzen

gemeinsam mit Politik, Bezirken und dem Oberbaudirektor für die Entwicklung lebens- und liebenswerter

Quartiere einsetzen, in denen sich die Menschen zu Hause fühlen.

Zuwanderung und Integration sind für uns ...

... Themen, mit denen wir uns täglich auseinandersetzen. Hamburgs Wachstum und damit auch die Wohnungsnachfrage

wird wesentlich von der Zuwanderung getragen. Es liegt deshalb in unserem ureigenen

Interesse, passgenaue Angebote für zugewanderte Haushalte bereitzuhalten und ihre Integration in attraktive

Quartiere zu unterstützen.

Besonders wichtig für den VNW Landesverband Hamburg e.V. in 2014 ist ...

... die Fortsetzung und Intensivierung der Zusammenarbeit mit allen im „Bündnis für das Wohnen

in Hamburg“ Beteiligten. Es ist ein Erfolg für das Bündnis, dass wir schon in 2013 mit 6.407 neugebauten

Wohnungen die Zielmarke erreicht haben. Dabei wollen wir insbesondere dafür werben, die vereinbarten

Ziele nicht aus den Augen zu verlieren und nicht durch überbordende Anforderungen seitens Politik und

Verwaltung zu gefährden. Das ist manchmal anstrengend, aber es lohnt sich! Wir müssen aufpassen, dass

der Wohnungsbau nicht durch staatliche Regulierung abgewürgt wird. Wir schlagen deshalb eine Baukostensenkungskommission

vor, in der alle kostentreibenden Faktoren hinterfragt werden sollen.

Marko Lohmann

Vorsitzender des VNW Landesverband

Hamburg e.V.

35


Wohnungsmarkt Mecklenburg-Vorpommern

Investitionen

auf hohem Niveau


Wohnungsmarkt Mecklenburg-Vorpommern

275.000

WOHNUNGEN

51 %

ANTEIL AM

MIETWOHNUNGSBESTAND

4,87

EURO DURCHSCHNITTLICHE

NETTOKALTMIETE/M²

299

MIO. EURO

GESAMTINVESTITIONEN

2013

Baugenehmigungen in Mecklenburg-Vorpommern

7.500

5.000

2.500

0

2002

2003

2004

2005

2006

2007

2008

2009

2010

2011

2012

2013

Quelle: Statistisches Amt Mecklenburg-Vorpommern

38


Wohnungsmarkt Mecklenburg-

Vorpommern – Investitionen auf

hohem Niveau

Situation auf dem Wohnungsmarkt

„Den“ Wohnungsmarkt Mecklenburg-Vorpommern gibt es

nicht. In 2013 differenzierten sich die Regionen weiter aus.

Neben anziehender Wohnungsnachfrage in den Großstädten

Rostock und Greifswald sowie in den Ostseebädern sind

in den ländlichen Regionen die Auswirkungen der prognostizierten

demografischen Entwicklungen deutlich zu spüren.

Nach einer Umfrage des Berlin-Instituts im Auftrag der

Enquete-Kommission Mecklenburg-Vorpommern äußerten

rund ein Drittel der über 60-Jährigen, dass sie sich einen

Umzug in das nächste Zentrum innerhalb der Region vorstellen

könnten. Die Menschen wünschen sich bessere Versorgungsleistungen,

kürzere Wege zum Arzt und zum Einkaufen

sowie barrierefreien Wohnraum.

Profiteure dieser Entwicklung sind Wohnungsunternehmen mit

altengerechten Wohnungsangeboten und Serviceleistungen

rund um das Wohnen. Dabei leisten Kooperationspartner die

Hilfen, die über das eigentliche Wohnen hinausgehen.

Leerstandsquoten weiter rückläufig

Auf Landesebene zeichnet sich ein positives Bild der Leerstandsentwicklung

ab. Zum Jahresende 2013 beträgt die

durchschnittliche Leerstandsquote im eigenen Bestand der

Mitgliedsunternehmen 6,7 Prozent. Diese erstmals seit Jahren

stagnierende Leerstandsquote könnte bereits ein Anzeichen

der zweiten Leerstandswelle sein.

Zensus 2011 gibt Aufschluss

Laut Zensus gibt es in Mecklenburg-Vorpommern 389.698

Gebäude mit Wohnraum, in denen sich 901.776 Wohnungen

befinden. Mecklenburg-Vorpommerns durchschnittliche

Wohnungsgröße liegt mit 78,9 Quadratmetern unter

dem Bundesdurchschnitt (90,6 Quadratmeter).

Mecklenburg-Vorpommern braucht keine Mietpreisbremse

Angespannte Wohnungsmärkte, die nach einer Mietpreisbremse

verlangen, gibt es nicht in der Fläche Mecklenburg-

Vorpommerns. Im vergangenen Jahr verteuerte sich das Wohnen

um durchschnittlich 2,0 Prozent, unterdurchschnittlich mit

plus 1,5 Prozent die Nettokaltmieten. Das zum Jahresende 2013

erreichte durchschnittliche Mietenniveau von 4,87 Euro/Quadratmeter

fällt moderat aus. Es wäre, koppelt man den Rostocker

Wohnungsmarkt mit einer durchschnittlichen Miete von

5,54 Euro/Quadratmeter ab, zum Vorjahr gestiegen und per

Jahresende bei 4,68 Euro/Quadratmeter angelangt. Auch in

Rostock liegen die Mieten der Wohnungsunternehmen unter

den Werten privater Vermieter. Das Hamburger Forschungsinstitut

F+B Forschung und Beratung für Wohnen,

Immobilien und Umwelt GmbH, Hamburg, hat für Rostock

im Rahmen des Mietspiegelindex eine Preissteigerung von

10,2 Prozent auf nunmehr 6,50 Euro/Quadratmeter ermittelt.

Die kalten und warmen Betriebskosten stiegen weiter an.

Durch die Anpassung der Vorauszahlungen auf angemessene

Höhe sind die kalten Betriebskosten mit 1,17 Euro/Quadratmeter

(+ 0,9 Prozent) wie auch die Vorauszahlungen für Wärme

und Warmwasser auf 1,21 Euro/Quadratmeter (+ 5,2

Prozent) zum Jahresende gestiegen.

Investitionen weiter auf hohem Niveau

Die Mitgliedsunternehmen haben in 2013 299 Millionen Euro

in ihre Bestände investiert. Auch in 2014 stecken sich die

Unternehmen anspruchsvolle Ziele: Insgesamt sollen rund

360 Millionen Euro investiv eingesetzt werden, in den Neubau

sogar 100 Millionen Euro. Der Bau barrierearmer und

energiesparender Wohnungen ist die Antwort der Wohnungswirtschaft

auf regional steigende Wohnungsnachfragen.

Gleichzeitig sichern ihre Aufträge Arbeitsplätze im Land.

Stadtumbau Ost – Abriss gedrosselt

Der Rückbau/Abriss von Wohnungen verlief im Berichtsjahr

verhalten. 586 Wohnungen wurden von den Mitgliedsunternehmen

vom Markt genommen, landesweit und über alle

Eigentümer waren es 986 Wohnungen. In der Hoffnung auf

eine attraktive Ausgestaltung des Anschlussprogrammes planen

sie, ab 2015 rund 2.580 weitere Wohnungen abzureißen.

39


Wohnungsmarkt Mecklenburg-Vorpommern

Interessenvertretung durch VNW und AMVW

In der Arbeitsgemeinschaft mecklenburgisch-vorpommerscher

Wohnungsunternehmen sind 153 Mitgliedsunternehmen,

davon 72 Genossenschaften, 76 kommunale Gesellschaften

und 5 weitere Gesellschaften organisiert.

In den Grund-, Mittel- und Oberzentren des Landes sind unsere

Unternehmen Marktführer und bieten mit ca. 275.000

Wohnungen für über 560.000 Bürger des Landes gutes, sicheres,

energieeffizientes und bezahlbares Wohnen. Die

AMVW unterstützt ihre Mitglieder in wohnungsmarktpolitischen

und wohnungswirtschaftlichen Fragen und vertritt

ihre Interessen gegenüber der Politik, Verbänden und anderen

wohnungsmarktpolitischen Akteuren. Für die Umsetzung

der Ziele und Aufgaben führt die AMVW in sechs Bezirksarbeitsgemeinschaften

einen regen Meinungsaustausch

und gibt wichtige Impulse zur Entwicklung der lokalen Wohnungsmärkte.

Sicherung zukunftsfähiger Quartiere

Wohnungsbestände und Wohnumfeld wurden auf die Belange

der älter werdenden Gesellschaft angepasst, um so

ein möglichst langes und selbstbestimmtes Wohnen zu sichern.

Die notwendigen Anpassungsstrategien für die Herausforderung

der Demografie waren Schwerpunkt der

Kommunalen Tagung am 22. August 2013 in Malchow.

Im Bau von Pflegekernen in den Quartieren, der Gewährleis

tung von Begegnungsmöglichkeiten zur Sicherung der

Teilhabe älterer und sozialschwacher Menschen und die

Orientierung auf mehr Service werden Chancen unserer

Branche gesehen.

Enquete-Kommission berichtet

Die ersten Ergebnisse der Arbeit der Enquete-Kommission

des Landtages Mecklenburg-Vorpommern zum Themenfeld

„Wohnen im Alter“ wurden auf der Mitgliederversammlung

2013 vorgestellt. Danach wird deutlich, dass das Land bis

2030 weitere 200.000 Bewohner verlieren wird. Besonders

Wohnungsneubau in Mecklenburg-Vorpommern

7.500

5.000

2.500

0

Quelle: Statistisches Amt Mecklenburg-Vorpommern

2003

2004

2005

2006

2007

2008

2009

2010

2011

2012

2013

betroffen sind ländlich geprägte Regionen. Darauf müssen

sich die Städte und Kommunen einrichten. Informelle Planungen

wie die integrierten Stadtentwicklungskonzepte

sind durch ein sozialraumbezogenes seniorenpolitisches

Gesamtkonzept zu untersetzen und mit dem regionalen

Wohnungsmarkt sowie unseren Mitgliedsunternehmen abzustimmen.

Um den anstehenden Herausforderungen gerecht

zu werden, hat die Landesregierung dem Verband

norddeutscher Wohnungsunternehmen, der Arbeitsgemeinschaft

mecklenburgisch-vorpommerscher Wohnungsunternehmen

und den wichtigsten wohnungsmarktpolitischen

Akteuren eine strategische Partnerschaft in Form einer

„Allianz für das Wohnen mit Zukunft“ angeboten. Die AMVW

steht dieser strategischen Partnerschaft offen gegenüber.

Darüber wird in 2014 noch diskutiert werden.

Wohnen muss bezahlbar bleiben!

Steigende Wohnkosten drücken auf die Kaltmieten unserer

Mitgliedsunternehmen. Als wesentliche Preistreiber werden

dabei kommunale Gebühren und Abgaben sowie die Kosten

für die Lieferung von Fernwärme und Warmwasser gesehen.

Positiv bewertet die AMVW die Aktivitäten der Landes- und

Bundeskartellbehörden zur Preiskontrolle, insbesondere auf

dem Fernwärmemarkt. Auch wenn die Verfahren schleppend

vonstattengehen, zeigen sich doch erste Ergebnisse.

So ist es in einer Gemeinde gelungen, für die ortsansässigen

Mitgliedsunternehmen zu einer Preisreduzierung des Fernwärmelieferpreises

in Höhe von 40 Prozent zu gelangen. Des

Weiteren bedienten Mitgliedsunternehmen sich bei der Fortschreibung

ihrer Fernwärmelieferverträge zunehmend externer

Beratung. In Einzelfällen konnten dadurch gute Ergebnisse

zur Reduzierung der Fernwärmepreise erzielt werden.

Um bessere Verhandlungsgrundlagen mit den lokalen Versorgern

und Kommunen zu erlangen, hat die AMVW auf

ihrer Mitgliederversammlung beschlossen, eine Preisdatenbank

über die lokalen Gebühren sowie Fernwärmepreise zu

erstellen.

40


Klassische Fassade, WGG Güstrow | Wohngebiet Grüner Ring, WG Grevesmühlen

Moderne Eingangsgestaltung, WBG Volkswerft | Komplettsanierung Werner-Seelenbinder-Straße, WGS Schwerin | Quartier Am Rosengarten,

Warener WG

Fassadenkunst, Schiffahrt-Hafen | Barrierefreier Zugang, Pawlowstraße, WG Warnow

41


Wohnungsmarkt Mecklenburg-Vorpommern

Wohlfühlen in grüner Umgebung, GIMPEX/NEUWOBA | Lebensqualität an der Warnow, BG Neptun

ServiceWohnen in Neuburg, WGS Neuburg | Wohnen im Quartier, NEUWOGES

Kosten der Unterkunft

Aufgrund der Kreisgebietsreform wurde die Überarbeitung

der Richtlinien der Kosten der Unterkunft in den neuen

Landkreisen und den beiden kreisfreien Städten notwendig.

Die AMVW und die Mitgliedsunternehmen haben sich an

der Fortschreibung beteiligt.

Aufgrund der Einkommenssituation und der älter werden den

Bevölkerung müssen sich die Mitgliedsunternehmen darauf

einstellen, dass sich die KdU-Mieten zu einem festen Marktsegment

entwickeln. Bei Investitionen und Mietpreisgestaltungen

müssen sich unsere Mitgliedsunternehmen auf diese

Mieterklientel einstellen.

In den Jahren 2014 und 2015 sollen jährlich 5 Millionen Euro

Zuschüsse für die Förderung von Personenaufzugsanlagen

und die generationsgerechte Anpassung der Wohnungsbestände

ausgereicht werden.

Darüber hinaus sollen die Zinskonditionen für die Darlehensprogramme

deutlich abgesenkt werden. Aus Sicht der AMVW

ist es völlig unverständlich, dass die Kompensationszahlungen

des Bundes in einer jährlichen Höhe von 21,3 Millionen Euro,

die noch bis 2019 an das Land als Finanzhilfen ausgereicht

werden, nicht zweckgebunden und in voller Höhe für die

Wohnraumförderung eingesetzt werden.

Wohnraumförderung

Zur Sicherung der Bezahlbarkeit der Mieten gehört eine

marktorientierte Wohnraumförderung durch das Land. In

mehreren Workshops mit dem Ministerium für Wirtschaft,

Bau und Tourismus sowie in den Gremien der AMVW wurden

die Grundlagen für die Novellierung der Wohnraumförderung

erarbeitet. Deren Umsetzung wurde durch das Ministerium

für 2014 in Aussicht gestellt.

42


Interview

Drei Antworten von Dieter Vetter, Vorsitzender

der Arbeitsgemeinschaft mecklenburgisch-vorpommerscher Wohnungsunternehmen e.V.

Zuhause im Norden – Wohlfühlen im Quartier.

Das Motto beschreibt für unsere Unternehmen ...

... eine unserer wichtigsten Herausforderungen der Zukunft. Gerade in Zeiten der Renaissance der Städte

und einer älter werdenden Gesellschaft ist das Quartier nicht nur der Raum zum Wohnen, sondern der

Lebensraum, in dem die Mieter und Mitglieder ihre sozialen Beziehungen pflegen und – besonders für

Ältere – ihren Lebensmittelpunkt haben. Der gute Service rund ums Wohnen unserer Mitgliedsunternehmen,

die Vernetzung der sozialen und kulturellen Angebote, die Sicherung der Versorgung der Quartiersbewohner

und kurze Wege zum öffentlichen Nahverkehr sichern die Wohnzukunft im Quartier und den

sozialen Zusammenhalt.

Zuwanderung und Integration sind für uns ...

... Selbstverständlichkeiten. Deutschland ist ein Zuwanderungsland – Mecklenburg-Vorpommern braucht

die Zuwanderung von gut ausgebildeten und motivierten jungen Menschen. Dazu ist eine Willkommenskultur

und Strategie zu entwickeln, die unser Bundesland für diese Menschen interessant macht. Dabei ist

vordergründig die Politik gefragt, notwendige Rahmenbedingungen zu gestalten. Wir als Branche binden

uns in diesen Prozess gerne ein. Jeder ist willkommen, und jeder findet sein Zuhause.

Besonders wichtig für die Arbeitsgemeinschaft mecklenburgisch-vorpommerscher Wohnungsunternehmen

e.V. in 2014 ist ...

... mit der Landespolitik die Grundlagen für ein Bündnis für das Wohnen mit Zukunft zu erarbeiten

und möglichst noch in 2014 zu vereinbaren. Wohnen muss bezahlbar bleiben. Dazu ist unter anderem

die aktuelle Wohnraumförderung des Landes zu reformieren. Absprachen mit dem Ministerium für Wirtschaft,

Bau und Tourismus Mecklenburg-Vorpommern zur Umstellung der Förderung auf Zuschüsse sind

endlich umzusetzen. Des Weiteren sind die Ergebnisse der Maßnahmeempfehlungen der Enquete-Kommission

des Landtages Mecklenburg-Vorpommern „Älter werden in Mecklenburg-Vorpommern“ in politische

und finanzielle Grundlagen zu überführen. Die Herausforderungen der Demografie warten nicht.

Sie sind schon gegenwärtig.

Dieter Vetter,

Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft

mecklenburgisch-vorpommerscher

Wohnungsunternehmen e.V.

43


Wohnungsmarkt Schleswig-Holstein

Stabile Wohnungsmärkte


Wohnungsmarkt Schleswig-Holstein

162.000

WOHNUNGEN

27 %

ANTEIL AM

MIETWOHNUNGSBESTAND

5,10

EURO DURCHSCHNITTLICHE

NETTOKALTMIETE/M²

219

MIO. EURO

GESAMTINVESTITIONEN

2013

Baugenehmigungen in Schleswig-Holstein

15.000

10.000

5.000

0

2002

2003

2004

2005

2006

2007

2008

2009

2010

2011

2012

2013

Quelle: Statistikamt Nord

46


Wohnungsmarkt Schleswig-Holstein –

stabile Wohnungsmärkte

Gutes und bezahlbares Wohnen in Schleswig-Holstein: Dafür

arbeiten unsere Mitgliedsunternehmen seit über 100 Jahren

– mit Erfolg! Damit das so bleibt, setzen wir auf eine enge

Partnerschaft mit dem Land, den Kommunen und allen

Akteuren, die an einem attraktiven Wohn- und Wirtschaftsstandort

Schleswig-Holstein interessiert sind.

In Schleswig-Holstein fand die moderat positive wirtschaftliche

Entwicklung der jüngeren Vergangenheit keine Fortsetzung.

Das Wirtschaftswachstum verringerte sich 2013 im Verhältnis

zu 2012 preisbereinigt um 0,1 Prozent.

Stabile Wohnungsmärkte in Schleswig-Holstein

auch in 2013

Die Entwicklung der Wohnungsmärkte war in 2013 stabil.

Dank kontinuierlich hoher Investitionen in Instandhaltung

und Modernisierung konnten die Mitgliedsunternehmen

den Leerstand mit 2,7 Prozent auf niedrigem Niveau halten.

Weitgehend unverändert blieb die Fluktuation – ein Hinweis

auf die grundsätzlich entspannte Lage.

Ungeachtet der öffentlichen Berichterstattung ist das Niveau

der Nettokaltmieten im Bestand stabil geblieben. Der Mietdurchschnitt

der Mitgliedsunternehmen liegt bei 5 Euro.

Das Mietgutachten der Landesregierung Schleswig-Holstein

nennt für den Bestand im Schnitt 5,30 Euro, auf der Angebotsseite

wurden durchschnittlich 6,44 Euro aufgerufen.

Regional begrenzt steigende Mieten

In einigen Kommunen des Hamburger Umlands und vereinzelt

in anderen Wohnungsteilmärkten sind steigende Mieten

zu beobachten. Bislang betrifft diese Entwicklung aber nur

einzelne, bevorzugte Lagen und Wohnungstypen. Hier wirken

sich die Zunahme älterer Haushalte, wachsendes Interesse

am urbanen Wohnen sowie die hohen Studierendenzahlen

aus. SGB-II-Haushalte fragen in den Städten vor allem kleine

und günstige Wohnungen nach, was die Konkurrenz in

diesem Marktsegment verschärft.

Moderater Anstieg der Einwohnerzahl

Mit dem Zensus 2011 wurde die Einwohnerzahl in Schleswig-

Holstein auf 2,800 Millionen nach unten korrigiert. Hochrechnungen

auf Basis des Zensus 1987 kamen auf eine Gesamtbevölkerung

von 2,836 Millionen. Einige Kommunen

mussten deutliche Rückgänge hinnehmen. Ausgehend vom

Zensus 2011 konnte Schleswig-Holstein bis zur Jahresmitte

2013 einen leichten Bevölkerungszuwachs um 0,29 Prozent

verbuchen – auf 2,808 Millionen, Treiber dieses erfreulichen

Trends ist die Zuwanderung. Wanderungsgewinne konnten

die negative natürliche Bevölkerungsentwicklung (minus

7.135) ausgleichen (plus 8.700 im Saldo). Dessen ungeachtet

gilt unverändert die 12. koordinierte Bevölkerungsvorausberechnung.

Mittel- bis langfristig sinkt die Einwohnerzahl

(bis 2030 je nach Szenario minus 56.000 bzw. minus

111.000).

Erneut deutliches Plus bei den Baugenehmigungen

Die Baugenehmigungen sind in Schleswig-Holstein von

10.272 in 2012 auf 12.089 in 2013 gestiegen.

Investitionen der Wohnungsunternehmen weiter

auf hohem Niveau

Die schleswig-holsteinischen Mitgliedsunternehmen investieren

im Interesse nachhaltig marktfähiger Bestände kontinuierlich

auf hohem Niveau. 2013 wurden 219 Millionen

Euro in die Modernisierung, die Instandsetzung, aber auch

den Neubau und das Wohnumfeld investiert.

Anspruchsvolles Investitionsumfeld

In den letzten Jahren sind die Kosten für den Wohnungsbau

stark gestiegen. Kostentreiber waren vor allem schärfere

ordnungsrechtliche Vorgaben und steigende Rohstoffpreise.

Bauen hat sich seit 2000 dadurch um rund 30 Prozent verteuert.

Folge immer komplexerer Anforderungen sind zudem

steigende Planungskosten (plus 25 Prozent). Aufgrund

der HOAI-Novelle und der EnEV-2014 sind weitere Steigerungen

zu erwarten.

47


Wohnungsmarkt Schleswig-Holstein

Diese Entwicklung stellt Wohnungsunternehmen und Mieter

vor wachsende Probleme – und damit Investitionen infrage.

Es besteht die Gefahr, dass Investitionen in den Klimaschutz

oder die Anpassung der Bestände an die demografische Entwicklung

aus wirtschaftlichen Gründen zurückgestellt werden.

Das stellt die Erreichbarkeit wirtschafts-, sozial- und klimapolitischer

Ziele infrage.

Interessenvertretung durch VNW und

VNW Landesverband Schleswig-Holstein e.V.

Die Landesregierung und alle Parteien sind aufgerufen, der

Wohnungspolitik und der Wohnungswirtschaft die Aufmerksamkeit

zu widmen, die ihr bei 2,8 Millionen (wohnen -

den) Einwohnern gebührt. Nur im Miteinander von Politik

und Wohnungswirtschaft sind die anstehenden sozialen,

demografischen und ökologischen Herausforderungen zu

meis tern.

Gutes Wohnen muss bezahlbar bleiben – alles andere

stellt die Zukunft einer Branche infrage

Die Bezahlbarkeit des Wohnens bereitet einer steigenden

Zahl von Menschen Sorge. Entsprechend viel Raum nimmt

das Thema in der öffentlichen Diskussion ein. In Schleswig-

Holstein sind regional beschränkt Verknappungstendenzen

bei bestimmten Wohnangeboten feststellbar. Damit daraus

kein Wohnungsmangel wird, muss durch bedarfsgerechten,

bezahlbaren Neubau gegengesteuert werden. Guter und

bezahlbarer Wohnungsbau setzt Rahmenbedingungen voraus,

die eine wirtschaftliche Umsetzung ermöglichen.

Offensive für bezahlbares Wohnen –

eine Erfolgsgeschichte

Mit der Offensive für bezahlbares Wohnen hat das Land die

richtige Strategie gewählt. Gemeinsam mit den Verbänden

der Wohnungswirtschaft wurde die Offensive 2013 gestartet,

um der regional steigenden Wohnungsnachfrage mit

Wohnungsneubau in Schleswig-Holstein

12.000

8.000

4.000

0

Quelle: Statistikamt Nord

2003

2004

2005

2006

2007

2008

2009

2010

2011

2012

2013

verstärkten Neubauinvestitionen zu begegnen. Begleitet wird

die Offensive durch verbesserte Förderrahmenbedingungen,

die wieder spürbare Anreize für Investitionen in den preiswerten

Neubau geben. Die am 17. März 2014 öffentlich

vorgelegte erste Zwischenbilanz zeigt, die Offensive ist ein

Erfolg. Für künftige Erfolge sollten weitere für die Wohnungsbauentwicklung

wichtige Akteure in die Offensive eingebunden

werden. Eine Baukostensenkungskommission sollte

sich dem Problem stetig steigender Kosten annehmen, die

eine Hauptursache steigender Mieten sind.

Wohnungsbauförderung zieht an

Bis einschließlich 2014 steht in Schleswig-Holstein ein jährliches

Fördervolumen von 90 Millionen Euro für Schaffung

und Erhalt bezahlbarer Wohnungen zur Verfügung. Dank

der an die Marktrealitäten angepassten Förderung ist eine

deutliche Belebung des geförderten Wohnungsneubaus festzustellen.

Nachdem die Mittelabnahme zuletzt stark rückläufig

war, sind aktuell Fördermittel im Umfang von deutlich

über 100 Millionen Euro für konkrete Projekte eingeplant. In

diesem Jahr steht die Aufstellung eines neuen Förderbudgets

für den Zeitraum 2015/2019 an.

Kappungsgrenze und Mietpreisbremse bedrohen

Offensive für bezahlbares Wohnen

Mit der Einführung der Kappungsgrenze und der Mietpreisbremse

setzt die Landesregierung ohne Not ein völlig falsches

Signal und stellt den Sinn der Offensive für bezahlbares

Wohnen infrage. Nicht eine bezahlbare Wohnung

mehr kommt damit neu auf den Markt. Teurer Wohnraum

wird dadurch nicht billiger. Profiteure sind die oberen Einkommensgruppen.

Zudem treffen die Instrumente ausgerechnet

Vermieter, die eine sozialverantwortliche Mietenpolitik

auszeichnet. Das Land sollte den Mut haben, den erfolgreichen

Weg der Offensive fortzusetzen und auf für

Mieter wirkungsloses und für die Investitionsbereitschaft

kontraproduktives Ordnungsrecht zu verzichten.

48


Wohnen an der Trave, LBV | Neubau in Büdelsdorf, BGM

Quartier Ostseestraße, Travemünde, NL/LBV

Bauvorhaben Lindenallee in Crivitz, NL | Heimatschutzarchitektur, Burghof, SBV

49


Wohnungsmarkt Schleswig-Holstein

Quartier im ehemaligen Busdepot, LBV | Hamburger Chaussee, innenstadtnahes Wohnen in Kiel, WOGE

Klimapakt Schleswig-Holstein

Klimaschutz muss effektiv, bezahlbar und sozialverträglich

sein. Dieses Ziel verfolgt der Klimapakt Schleswig-Holstein,

in dem der VNW engagiert ist. Die bisherigen Zwischenbilanzen

belegen die Fortschritte. Der Pakt funktioniert – ganz

ohne zusätzliches Ordnungsrecht –, weil die Mitgliedsunternehmen

angesichts weiter explodierender Energiekosten ihre

Bestände ohnehin energetisch modernisieren – im Interesse

nachhaltiger Vermietbarkeit. Weil Wohnungsunternehmen

auch Wirtschaftsbetriebe sind, kann es nennenswerte

Klimaschutzfortschritte nur geben, wenn Investitionen angemessen

refinanzierbar sind. Immer neue kostenträchtige Auflagen

haben aber Vermieter und Mieter an ihre Lei s tungsgrenze

gebracht. Die geplante Begrenzung der Modernisierungsumlage

wäre eine Modernisierungsbremse.

Wärmepakt Schleswig-Holstein

Die Energiewende ist zu großen Teilen eine Wärmewende. Die

Kosten für Heizung und Warmwasser schlagen mit 100 Millionen

Euro zu Buche – Tendenz steigend. Das Kostensenkungsinteresse

ist groß. Ordnungsrechtlichen Vorgaben geschuldet,

sind Investitionen in Energieeinsparung aber teuer.

Klimaschutz muss kosteneffizienter werden. Schleswig-Holstein

setzt dazu auf den deutlichen Ausbau netzgebundener

Wärmeversorgung – vorrangig auf Basis erneuerbarer Energien.

Geplant ist, die sukzessive Ausweisung von Vorranggebieten

für Wärmenetze als Ziel der Raumplanung im

Landesentwicklungsplan festzuschreiben. Die bisherigen Erfahrungen

zeigen, dass Betreiber von Wärmenetzen dazu

neigen, ihre Monopolstellung über den Preis auszuspielen.

Für Mieter und Vermieter steht die langfristig sichere Versorgungslösung

im Vordergrund. Im Übrigen erschwert § 556c

BGB die Umstellung auf eine leitungsgebundene Wärmelieferung.

Im neuen Energiewendebeirat des Energiewendeministeriums

sind tragfähige Lösungen mit der Wohnungswirtschaft

zu entwickeln. Der von Energiewendeminister

Dr. Robert Habeck vorgeschlagene Wärmepakt mit der Wohnungswirtschaft

ist eine sinnvolle Erweiterung des mit dem

Innenministerium geschlossenen Klimapaktes.

Denkmalschutzgesetz Schleswig-Holstein –

Gesetzentwurf liegt vor

Ohne Anlass will das Land sein neues Denkmalschutzgesetz

wieder kippen. Der vorliegende Gesetzentwurf räumt den

berechtigten Interessen der Gebäudeeigentümer wenig Raum

ein. Im ersten Anhörungsverfahren hat das Land mit der

Stellenausschreibung für eine Taskforce zur Schnellinventarisierung

von 12.000 bis 16.000 einfachen Kulturdenkmalen

Fakten geschaffen. Übergangsfristen sind nicht vorgesehen.

Künftig soll es nur noch Kulturdenkmale geben, die automatisch

durch das Gesetz geschützt sind. Denkmalschutz ist

eine wichtige Aufgabe, die erfolgreich nur im Zusammengehen

mit den Denkmaleigentümern erfüllbar ist. Das gilt insbesondere

für vermietete Gebäude: Eigentümer müssen auf

veränderte Nutzeransprüche reagieren. Können sie das wegen

denkmalrechtlicher Beschränkungen und Auflagen nicht, droht

Leerstand. Dem Gebäude fehlt die Zukunftsperspektive.

Sozialmieten als angemessen im Sinne des SGB II

endlich anerkennen!

Bei der Festsetzung angemessener Unterkunftskosten richten

sich Kommunen und Kreise hauptsächlich nach kurzfristigen

fiskalischen Interessen. Die aktuell wieder engeren

Wohnungsmärkte unterstreichen die Notwendigkeit der allgemeinen

Anerkennung der Mieten des sozialen Wohnungsbaus.

Entsprechende Signale kommen vom Sozialverband

Schleswig-Holstein. Acht Prozent aller Haushalte im Land

beziehen Transferleistungen. Sie sind eine wichtige Zielgruppe

des Wohnraumfördergesetzes. Die Transferleistungsträger

müssen Sozialmieten endlich überall in Schleswig-

Holstein anerkennen.

50


Interview

Drei Antworten von Raimund Dankowski,

Vorsitzender des VNW Landesverband Schleswig-Holstein e.V.

Zuhause im Norden – Wohlfühlen im Quartier.

Das Motto ist für unsere Unternehmen ...

... täglicher Auftrag der 330.000 Mieterinnen und Mieter und auch Eigenanspruch. Wer gut und bezahlbar

wohnt und sich im Quartier und der Nachbarschaft sicher und zu Hause fühlt, bleibt lange treu. Dafür

arbeiten und dafür stehen unsere Mitgliedsunternehmen.

Zuwanderung und Integration sind ...

… untrennbar mit der Geschichte unserer Mitgliedsunternehmen verbunden. Schleswig-Holstein hat

immer wieder Zuwanderungswellen erlebt – im Zuge der Industrialisierung und insbesondere nach Ende

des 2. Weltkrieges. Auf vier Schleswig-Holsteiner kamen damals drei Flüchtlinge. Die Beseitigung der resultierenden

eklatanten Wohnungsnot und die gelungene Integration der Zugewanderten ist zu wesentlichen

Teilen auch Leistung und Verdienst der VNW-Mitgliedsunternehmen. Vielfach wurden diese als Unternehmungen

zur Selbsthilfe gegründet. Von Menschen – für Menschen.

Besonders wichtig für den VNW Landesverband Schleswig-Holstein e.V. 2014 ist ...

... die Besinnung auf seine Stärke. Die liegt in der Stärke seiner Mitgliedsunternehmen. Seit vielen Dekaden,

oft seit über 100 Jahren, machen die einen tollen Job für die Menschen, die bei ihnen zu Hause sind,

und für die Kommunen, zu deren Wohn- und Lebensqualität sie beitragen. Und nicht zuletzt profitiert die

regionale Wirtschaft von kontinuierlich hohen und konjunkturunabhängigen Investitionen. Ein Gewinn

also für alle. Die Wohnungswirtschaft unter dem Dach des VNW hat Grund, selbstbewusst aufzutreten.

Auch gegenüber einer Politik, die durch zwar gut gemeinten, für die angestrebten Ziele aber kontraproduktiven

Aktionismus die falschen Signale setzt. Wie gut und bezahlbar Wohnen sein kann, ist eine Frage der

Rahmenbedingungen. Pauschale ordnungsrechtliche Instrumente wie die Kappungsgrenze oder die Mietbremse

schaffen jedenfalls nicht eine zusätzliche bezahlbare Wohnung. Und Wohnraum, der schon teuer

ist, wird dadurch nicht billiger.

Raimund Dankowski,

Vorsitzender des VNW Landesverband

Schleswig-Holstein e.V.

51


Gastbeitrag

„Wir müssen Menschen mit Zuwanderungsgeschichte

die Chance auf Teilhabe in allen

Lebensbereichen geben und ihre Fähigkeiten,

Qualifikationen und Potenziale anerkennen.“

Aydan Özoğuz, Staatsministerin im Bundeskanzleramt und Beauftragte der Bundesregierung

für Migration, Flüchtlinge und Integration

Einwanderungsland Deutschland

Zuwanderung hat unser Land verändert und wird es weiter

verändern. Deutschland ist vielfältiger geworden. Mittlerweile

leben gut 16 Millionen Menschen in Deutschland, die

entweder selbst eingewandert sind oder deren Eltern oder

Großeltern nach Deutschland gekommen sind. Das ist jeder

Fünfte. Wir brauchen auch weiterhin Zuzug.

Erfolgreiche Einwanderungsländer zeichnen sich durch drei

Elemente aus:

1. Eine Kultur, die Menschen ermutigt, nach der Migration

dauerhaft in ihrer neuen Heimat zu bleiben,

2. ein von Geburtsland und ethnischer Herkunft unabhängiges

Verständnis von „Citizenship“ sowie

3. eine Akzeptanz von gesellschaftlicher Vielfalt als Normalität

und Gewinn.

Jetzt müssen wir dafür sorgen, dass Zuwanderung und gesellschaftliche

Teilhabe Hand in Hand gehen.

Von der Willkommenskultur zu Anerkennung und Teilhabe

Heute wird oft der Begriff „Willkommenskultur“ benutzt und

gefordert. Wir brauchen eine Willkommenskultur für diejenigen,

die zu uns kommen bzw. kommen wollen. Dies kann

man vielfältig zum Ausdruck bringen. Zum Beispiel sollten

Menschen, die neu nach Deutschland einwandern, mit ihren

Problemen nicht alleine gelassen werden. Sie sollten möglichst

frühzeitig Unterstützung bekommen. Wir müssen Menschen

mit Zuwanderungsgeschichte die Chance auf Teilhabe

in allen Lebensbereichen geben und ihre Fähigkeiten, Qualifikationen

und Potenziale anerkennen. Die Wohnsituation ist

ein wichtiger Lebensbereich für alle: Die Versorgung mit ausreichendem,

qualitativ zufriedenstellendem und bezahlbarem

Wohnraum ist eine wesentliche Voraussetzung für angemessene

Lebensqualität und friedvolles Zusammenleben.

Von großer Bedeutung sind nicht nur die eigenen vier Wände,

sondern auch die Wohnumgebung.

52


ZUHAUSE

IM NORDEN

WOHLFÜHLEN IM QUARTIER

ZUHAUSE

IM NORDEN

WOHLFÜHLEN IM QUARTIER

© Aydan Özoğuz

Bei der gesamtgesellschaftlichen Aufgabe von Teilhabe und

Anerkennung sind wir alle gefordert. Die Politik auf allen

föderalen Ebenen, die Wirtschaft und die Zivilgesellschaft.

Die Angebote und Leistungen von Kindergärten, Schulen,

Arbeitsagenturen, Krankenhäusern oder Wohnungsunternehmen

müssen für alle gesellschaftlichen Zielgruppen gleichermaßen

zur Verfügung stehen.

Letztendlich zeigt sich vor Ort, in Städten, Kreisen und Gemeinden

konkret, ob und wie dieser Prozess gelingt. Laut einer

von der Beauftragten gemeinsam mit dem Bundesministerium

für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung in Auftrag gegebenen

Untersuchung zum Stand der kommunalen Integrationspolitik

in Deutschland messen 71,5 Prozent der im Rahmen

der Studie befragten Städte, Gemeinden und Landkreise der

Integration von Menschen mit Migrationshintergrund eine

sehr hohe oder hohe Bedeutung bei. 1) Immer mehr Kommunen

entwickeln Integrationskonzepte und verankern Integration

als Querschnittsaufgabe in der Verwaltung.

Stadtteilbezogene Integrationskonzepte

Ein weiterer wesentlicher Bestandteil für gelingende Integration

vor Ort ist die strukturelle und strategische Verzahnung

gesamtstädtischer und stadtteilbezogener Integrationsstrategien.

Gesamtstädtische Integrationskonzepte haben eine

hohe Bedeutung für die Verankerung kommunaler Integrationspolitik

als Querschnittsaufgabe. Stadtteilbezogene Integrationskonzepte

verbinden daher Ziele der Stadtentwicklung

und der Integration. In Zukunft gilt es, die Stadtteilkonzepte

und -maßnahmen für Teilhabe und Anerkennung

stär ker mit den gesamtstädtischen Strategien zu verzahnen

bzw. aus diesen abzuleiten. Es ist wünschenswert, dass sich

Wohnungsunternehmen noch stärker als bislang an der Entwicklung

und der Umsetzung solcher stadtteilbezogener Integrationskonzepte

beteiligen.

1)

Vgl. Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung

und Beauftragte der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge

und Integration: Stand der kommunalen Integrationspolitik in

Deutschland, Berlin 2012, S. 145.

53


Gastbeitrag

„Die Versorgung mit ausreichendem, qualitativ gutem und bezahlbarem

Wohnraum ist ein wichtiges Merkmal von Lebensqualität.

Hier darf nicht ein ausländisch klingender Name über

Teilhabe oder Nichtteilhabe entscheiden.“ Aydan Özoğuz

Stadtentwicklungspolitik des Bundes

Auch das Bund-Länder-Städtebauprogramm „Soziale Stadt“

setzt auf „Integrierte Stadtentwicklungskonzepte“ und das

Quartiersmanagement. Beide Instrumente sorgen im Stadtteil

für die notwendige Koordination und Abstimmung aller

Maßnahmen, um Parallelstrukturen zu vermeiden. Zudem

plant die Bundesregierung für diese Legislaturperiode, eine

ressortübergreifende Strategie „Soziale Stadt“ im Sinne eines

integrierten Ansatzes auf Bundesebene zu entwickeln.

Insbesondere vor dem Hintergrund der aktuell verstärkten

Zuwanderung von Unionsbürgern nach Deutschland wird

der Bund das Programm „Soziale Stadt“ noch stärker auf die

kommunalen Probleme zuschneiden und finanziell deutlich

besser ausstatten als in den vergangenen Jahren. Die Bundesregierung

hat mit dem Haushaltsentwurf 2014 eine Aufstockung

des Programms „Soziale Stadt“ von 40 Millionen

Euro in 2013 auf 150 Millionen Euro in 2014 vorgeschlagen.

Davon sollen rund 10 Millionen Euro für die von der Zuwanderung

besonders betroffenen Kommunen eingesetzt werden.

Das Programm „Soziale Stadt“ wird im Rahmen der

Städtebauförderung als Leitprogramm der sozialen Integration

weitergeführt.

Stadtentwicklungspolitik leistet durch die Bereitstellung von

bedarfsgerechter Infrastruktur, Wohnraum und öffentlichen

Aufenthaltsräumen wichtige Beiträge zur Stärkung des gesellschaftlichen

Zusammenhaltes in Städten und Gemeinden.

Wieweit Deutschland mittlerweile ein Einwanderungsland

geworden ist, zeigt sich auch an der räumlichen Verteilung

der Personen mit Zuwanderungsgeschichte. Die meisten Migrantinnen

und Migranten leben in den bevölkerungsreichsten

Ländern Nordrhein-Westfalen, Baden-Württemberg und

Bayern. Knapp 95 Prozent der Bevölkerung mit Migrationshintergrund

leben in den alten Bundesländern, einschließlich

des Landes Berlin. In Großstädten verfügen im Durchschnitt

knapp 30 Prozent der Bürgerinnen und Bürger über einen

Migrationshintergrund. In Mittelstädten weist jeder Fünfte,

in Kleinstädten etwa jeder Sechste einen Migrationshintergrund

auf. Vielfach besteht eine räumliche Konzentration

von Zugewanderten in bestimmten Stadt- und Ortsteilen. 2)

Sozialräumliche Segregation und regionaler

Wohnungsmarkt

Laut Stadtentwicklungsbericht 2012 hat die sozialräumliche

Segregation – verstanden als die Verteilung der Personen

mit SGB-II-Bezug über die Stadt im Vergleich zur Verteilung

54


ZUHAUSE

IM NORDEN

WOHLFÜHLEN IM QUARTIER

ZUHAUSE

IM NORDEN

WOHLFÜHLEN IM QUARTIER

Aydan Özoğuz wurde in Hamburg geboren, ist im Hamburger

Stadtteil Lokstedt aufgewachsen und lebt heute in Hamburg-Oldenfelde.

Vor ihrem Mandat im Deutschen Bundestag hat sie bis 2009

über 15 Jahre für die Körber-Stiftung in Hamburg gearbeitet und

dort Integrationsprojekte koordiniert. Sie ist seit dem 5. Dezember

2011 stellvertretende SPD-Vorsitzende und seit dem 17. Dezember

2013 Staatsministerin bei der Bundeskanzlerin und Beauftragte der

Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration.

© Bundeskanzleramt / Bundespresseamt

von Personen ohne SGB-II-Bezug – innerhalb der Städte in

der Vergangenheit zugenommen. Innerhalb der einzelnen

Regionen Deutschlands ist die Zunahme unterschiedlich

ausgeprägt.

Ein Einflussfaktor auf die sozialräumliche Segregation ist der

regionale Wohnungsmarkt. Die Mietkosten sind zwar sowohl

bei Personen mit Zuwanderungsgeschichte als auch

bei der Gesamtbevölkerung zwischen 2006 und 2010 deutlich

gestiegen. Laut den Zahlen des Mikrozensus von 2010

zahlen Migrantinnen und Migranten aber durchschnittlich

knapp 30 Cent mehr pro Quadratmeter Wohnfläche, und sie

verfügen zudem im Durchschnitt über weniger Wohnraum

als die Gesamtbevölkerung. Hier liegt eine große Verantwortung

der Wohnungsunternehmen, zukünftig eine gleichberechtigte

Teilhabe von Personen mit Migrationshintergrund

am Wohnungsmarkt zu ermöglichen. Die Bereitstellung bezahlbaren

Wohnraumes in ausreichendem Maße ist eine der

großen Herausforderungen unserer Zeit.

Ausblick

Deutschland ist ein Einwanderungsland und braucht auch

weiterhin Zuzug. Es gilt nun weiter dafür einzutreten, dass

alle in unserem Land lebenden Menschen die Chance auf

gleichberechtigte Teilhabe in allen Lebensbereichen erhalten

und gesellschaftliche Vielfalt als Normalität und Gewinn akzeptiert

wird. Dafür müssen alle staatlichen und nichtstaatlichen

Akteure zusammenarbeiten.

Die Versorgung mit ausreichendem, qualitativ gutem und

bezahlbarem Wohnraum ist ein wichtiges Merkmal von Lebensqualität.

Hier darf nicht ein ausländisch klingender Name

über Teilhabe oder Nichtteilhabe entscheiden. Wohnung

und Wohnumfeld sind Integrationsfaktoren von erheblichem

Gewicht und stehen in einer Reihe mit denen der Arbeit und

Bildung. Lassen Sie uns also gemeinsam daran arbeiten,

mehr Sensibilität für Ungleichbehandlungen am Wohnungsmarkt

zu entwickeln und, darauf aufbauend, die Rahmenbedingungen

zu verbessern, damit künftig alle Personen unabhängig

von ihrer ethnischen und sozialen Herkunft gleich

behandelt werden.

2)

Vgl. Statistisches Bundesamt: Mikrozensus 2012, S. 35ff.

55


Verbandsarbeit

Schwerpunkte der VNW-Verbandsarbeit:

Interessenvertretung, Beratung und Prüfung

Der VNW vertritt seine Mitglieder gegenüber Politik und Öffentlichkeit und bietet ihnen ein umfassendes

Beratungs-, Schulungs- und Dienstleistungsangebot. Für Wohnungsgenossenschaften ist er als gesetzlicher Prüfungsverband

und teilweise für die ehemals gemeinnützigen Kapitalgesellschaften als Abschlussprüfer tätig.

Die Bundespolitik und die Europäische Union beeinflussen

nicht nur die Arbeit der Mitgliedsunternehmen vor Ort,

sondern die künftige Wohn-, Lebens- und Stadtqualität in

Deutschland. Um hier rechtzeitig positiven Einfluss auf Entscheidungen

zu nehmen, kooperieren wir mit dem GdW

Bundesverband deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen

e.V. und den anderen Regionalverbänden aus der

GdW-Familie. Das geschieht durch die Mitarbeit in Fachausschüssen

und Arbeitsgruppen sowie in den satzungsrechtlich

verankerten Gremien in den Verbänden. Der GdW konnte

teilweise Einfluss zugunsten der Wohnungswirtschaft auf die

Inhalte des Koalitionsvertrages zwischen CDU/CSU und SPD

nehmen und noch praxisfremdere Vorstellungen verhindern.

Städtebauförderung bleibt bewährte Gemeinschaftsleistung

von Bund, Ländern und Kommunen

Der GdW hat immer wieder auf die Bedeutung der Städtebauförderung

hingewiesen. Diese ist wichtig zur Sicherung

des sozialen Friedens. Die Bundesregierung stellte im Jahr

2013 455 Millionen Euro für die Städtebauförderung zur

Verfügung. Die im Koalitionsvertrag festgeschriebene Erhöhung

der Städtebauförderung auf 700 Millionen Euro jährlich

ist ein deutlich positives Signal.

Soziale Stadt

Mit dem Städtebauförderungsprogramm „Soziale Stadt“

unterstützt der Bund seit 1999 die städtebauliche Aufwertung

und die Stärkung des gesellschaftlichen Zusammenhalts

in benachteiligten Stadt- und Ortsteilen. Das Programm

widmet sich einer komplexen Aufgabe. Es verknüpft bauliche

Investitionen der Stadterneuerung mit Maßnahmen

zur Verbesserung der Lebensbedingungen im Stadtteil. Das

Programm ist 2012 weiterentwickelt worden. Es trägt den

neuen Titel „Soziale Stadt – Investitionen im Quartier“. Im

Vordergrund stehen städtebauliche Investitionen in das

Wohnumfeld, die Infrastruktur und die Qualität des Wohnens.

Es ist vorrangiges Ziel, in den betreffenden Quartieren

eine Willkommenskultur zu schaffen und damit den sozialen

Zusammenhalt und die Integration aller Bevölkerungsgruppen

zu verbessern. Die Kommunen werden unterstützt, auf

mehr Generationengerechtigkeit sowie fami lienfreundliche

und altersgerechte Infrastrukturen hinzuwirken. Die Bundesregierung

stellte 2013 für dieses Programm 40 Millionen Euro

bereit, diese Finanzhilfen sollen in 2014 auf 150 Millionen

Euro erhöht werden. Anfang 2013 gab es bundesweit 279

Gebiete in 376 Gemeinden. In Hamburg wurden sieben, in

Mecklenburg-Vorpommern neun und in Schleswig-Holstein

sechs Quartiere gefördert.

Stadtumbau Ost

Bund und Länder haben 2002 das Programm „Stadtumbau

Ost“ aufgelegt. Es soll trotz rückläufiger Bevölkerung und

Wohnungsleerstand die Attraktivität ostdeutscher Städte und

Gemeinden sichern. Dabei werden der Rückbau leerstehender

Wohnungen und die Aufwertung der Innenstädte und

erhaltenswerten Stadtteile auf der Grundlage von integrierten

städtebaulichen Entwicklungskonzepten als ineinandergreifende

Doppelstrategie gefasst. Von 2002 bis Anfang

2013 wurden 2,7 Milliarden Euro für den Stadtumbau Ost

zur Verfügung gestellt. Davon allein 1,3 Milliarden Euro vom

Bund. Seit Beginn des Programms wurden über 450 Städte

und Gemeinden mit mehr als 1.000 Stadtumbaugebieten

gefördert. Der Deutsche Bundestag hat in einem gemeinsamen

Beschluss für die Fortsetzung des Programms bis zum

Jahr 2016 gestimmt. Im Jahr 2013 wurden 84 Millionen

Euro Bundesfinanzhilfen für den Stadtumbau Ost ausgegeben.

2014 ist eine Mittelaufstockung zwar geplant, aber

leider bislang nicht umgesetzt.

56


Arbeitstagung in Lübeck , Plenum und Pressekonferenz

Mecklenburg-Vorpommern setzte die Fördermittel aus dem

Programm Stadtumbau Ost in den ersten Programmjahren

insbesondere in den Gebieten des DDR-Wohnungsbaus sowie

in jene Stadt- bzw. Ortszentren ein, die nach den integrierten

Stadtentwicklungskonzepten aus dem Jahr 2002 von

den Kommunen als Schwerpunktgebiete festgelegt worden

waren. Seit 2007 verlagerte sich der Fokus der Förderung

stärker auf die Aufwertung im öffentlichen Raum in innerstädtischen

Quartieren. Bis einschließlich 2012 wurden in

Mecklenburg-Vorpommern 239 Maßnahmen in 143 Kommunen

gefördert und über 26.000 Wohnungen abgerissen.

Der Stadtumbau Ost ist eine Erfolgsstory. Die Herausforderungen

werden in Zukunft nicht kleiner, sondern wieder

größer, deshalb ist es zwingend notwendig, zum ursprünglichen

Fördervolumen in Höhe des Jahres 2002 von 153 Millionen

Euro jährlich zurückzukehren und das Altschuldenproblem

abschließend zu lösen. Das Programm sollte über

2016 bis zum Jahre 2019 (Ende des Solidarpaktes) fortgeführt

werden.

Stadtumbau West

In den Städten der alten Bundesländer zeichnet sich immer

deutlicher ein wirtschaftlicher und demografischer Strukturwandel

ab. Deshalb hat die Bundesregierung im Jahr 2002

mit der Unterstützung der Städte beim Stadtumbau in den

alten Ländern begonnen und das Forschungsfeld „Stadtumbau

West“ des Experimentellen Wohnungs- und Städtebaus

(ExWoSt) gestartet. Auf Grundlage dieser Erfahrung legte

die Bundesregierung im Jahr 2004 das Städtebauförderungsprogramm

„Stadtumbau West“ auf. Damit will der Bund die

Städte in den alten Bundesländern dabei unterstützen, sich

frühzeitig auf die notwendigen Anpassungsprozesse einzustellen.

Ziel ist die Herstellung nachhaltiger städtebaulicher

Strukturen auf der Grundlage von städtebaulichen Entwicklungskonzepten.

Das Programm unterstützt inzwischen 413

Kommunen bei der Bewältigung des demografischen und

wirtschaftlichen Strukturwandels. Von 2004 bis Anfang 2013

wurden insgesamt ca. 563 Millionen Euro Bundesfinanzhilfen

für das Programm eingesetzt. Im Jahr 2013 wurden

83 Millionen Euro Bundesfinanzhilfen ausgegeben. In Hamburg

wurden Anfang 2013 vier und in Schleswig-Holstein

fünf Maßnahmen gefördert.

CO 2

-Gebäudesanierungsprogramm

Die Bundesregierung stellt für die CO 2

-Gebäudesanierung

von 2012 bis 2014 jährlich 1,5 Milliarden Euro zur Verfügung.

Die Mittel werden ab 2013 für weitere acht Jahre um

300 Millionen Euro jährlich aufgestockt. Der Bund hat für

das Programm seit 2006 elf Milliarden Euro bereitgestellt

und damit private Investitionen in Höhe von 118 Milliarden

Euro angestoßen. Fast drei Millionen Wohnungen wurden in

diesem Zeitraum saniert oder energieeffizient errichtet. Allein

30 Prozent des Gesamtenergieverbrauchs von öffentlichen

und privaten Gebäuden in Deutschland entfallen auf

Heizungsanlagen. Heizen verursacht fast ein Viertel des gesamten

CO 2

-Ausstoßes. Durch fachgerechtes Sanieren und

moderne Gebäudetechnik können bis zu 80 Prozent des

Energiebedarfs eingespart werden.

Wohnungswirtschaft treibt Energiewende voran

Die Energiewende muss sozialverträglich umgesetzt werden.

Die Wohnungswirtschaft wird ihren CO 2

-Ausstoß bis 2050

um 83 Prozent im Vergleich zum Basisjahr 1990 reduzieren

und damit das ursprüngliche Ziel des nationalen Klimaschutzprogramms

2005 – eine Minderung von 60 bis 80

Prozent – mehr als erfüllen. Der absolute Primärenergieverbrauch

der Mitgliedsunternehmen kann von 2005 bis 2050

um 62 Prozent gemindert werden – Ziel des Energiekonzeptes

von 2010 sind jedoch 80 Prozent Minderung. Das

Ergebnis unserer Prognose zeigt, dass selbst die Mitgliedsunternehmen

als Vorreiter bei der energetischen Sanierung

aus heutiger Sicht die anspruchsvollen Ziele der Bundesregierung

nicht ganz werden erreichen können. Sie haben von

1990 bis Anfang 2012 rund 62 Prozent ihrer Wohnungen

energetisch modernisiert. Um die Energiewende zu schaffen,

müssen Gebäude effizienter gemacht werden, Heizungsanlagen

müssen effektiver werden, und bei der Energiever-

57


Verbandsarbeit

VNW-Fotowettbewerb, Preisträger | Kommunale Tagung 2013, Rundgang durch Malchow

sorgung von Gebäuden muss ein Energieträgerwechsel auf

erneuerbare Energien stattfinden. Das CO 2

-Gebäudesanierungsprogramm

muss weitergeführt werden. Gesetzliche

Verschärfungen wie die EnEV 2014 werden die Probleme

nicht lösen. Für die Mitgliedsunternehmen ergibt sich ein

temperaturbereinigter mittlerer Energieverbrauch für Heizung

und Warmwasser einschließlich der Anteile für dezentrale

Warmwasserbereitung von 132 kWh/(m 2 a), unter pauschaler

Hinzurechnung der Gebäude mit dezentraler Warmwasserbereitung

sind es 138 kWh/(m 2 a). Damit liegt der

Energieverbrauch unserer Mitgliedsunternehmen deutlich –

nämlich um rund 15 Prozent – unter dem Bundesdurchschnitt

aller Wohnungen.

„Wir sind die Mietpreisbremse!“

Die Bundesregierung will laut Koalitionsvertrag bezahlbare

Mieten in Deutschland. Dabei will sie in Gebieten mit nachgewiesenen

angespannten Wohnungsmärkten bei Wiedervermietung

von Wohnraum die Mieterhöhungsmöglichkeit

auf maximal zehn Prozent über der ortsüblichen Vergleichsmiete

beschränken. Erstvermietungen in Neubauten sowie

An schlussvermietungen nach umfassenden Modernisierungen

sind davon ausgeschlossen. Diese sogenannte Mietpreisbremse

hat für große Aufregung in der Öffentlichkeit sowie

bei Vermieter- und Mieterverbänden geführt. Unsere Mitgliedsunternehmen

stellen mit einer Durchschnittsnettokaltmiete

von 5,33 Euro pro Quadratmeter Wohnfläche eine faktische

Mietpreisbremse dar. Sie bieten ihren Mietern attraktives

Wohnen zu angemessenen Preisen. Für den Hamburger

Wohnungsmarkt hat dies eine unabhängige Studie des CRES

Center for Real Estate Studies bewiesen. Die Durchschnittsmiete

bei den Wohnungsgenossenschaften und SAGA GWG

liegt danach bei 5,95 Euro pro Quadratmeter, bei den privaten

Vermietern dagegen bei 8,06 Euro pro Quadratmeter.

Wir brauchen eine Marktentspannung in den Großstädten.

Die erreichen wir nur durch eine Intensivierung der Neubauförderung.

Neubau ist der beste Mieterschutz! Dazu

sind die Vergabe von Grundstücken im Konzeptverfahren,

die vermehrte Baulandausweisung, eine Baukostensenkungskommission

sowie zügigere Baugenehmigungsverfahren erforderlich.

Steigende Baugenehmigungszahlen tragen zur

Entlastung des Wohnungsmarktes bei

2013 wurde in Deutschland der Bau von 270.400 Wohnungen

genehmigt. Das waren 12,9 Prozent oder 30.900

Wohnungen mehr als in 2012. Die im Jahr 2010 begonnene

positive Entwicklung bei den Baugenehmigun gen setzte

sich damit weiter fort. Die stei genden Baugenehmigungszahlen

sind ein wichtiges Signal dafür, dass die Baufertigstellungen

sich in den nächsten Jahren ebenfalls erhöhen wird.

Damit wird bundesweit für Entspannung auf den Wohnungsmärkten

gesorgt, die nicht durch Regulierung gefährdet

werden darf.

Schwerpunkte der Verbandsarbeit

Kooperation mit dem vdw Verband der Wohnungs- und

Immobilienwirtschaft in Niedersachsen und Bremen e.V.

Seit über zehn Jahren kooperieren wir mit dem vdw und erzielen

dabei Synergieeffekte zugunsten unserer Mitgliedsunternehmen.

Seminare und Schulungen bieten beide Verbände

teilweise übergreifend an. Im Februar 2014 fand in

Hamburg die neunte gemeinsame „Norddeutsche Energiekonferenz“

statt. Weitere Merkmale der Koopera tion sind die

Produktion des VNW/vdw-Magazins sowie die Tätigkeit des

von beiden Verbänden bestellten Prüfungs direktors.

Im Bereich des Prüfungsdienstes ergeben sich finanzielle

Vorteile für die Mitgliedsunternehmen durch die Bündelung

der Ressourcen und die Optimierung der Abläufe. Die Prüfungsdienste

haben ihre Prüfungsberichte vereinheitlicht

und bieten ein gemeinsames Beratungsprodukt, den BilMoG-

Check, bzw. Beratungsleistungen in Zusammenhang mit

elektronischer Archivierung an.

58


VNW-Fachtagung „Wohnungsunternehmen als Partner der

Quartiersentwicklung“, Exkursion durch Lübeck

Wohnen muss bezahlbar bleiben

Es gab keine Mietpreisexplosion. Entgegen vieler Medienberichte sind die Mieten in Deutschland in den vergangenen

Jahren nur moderat gestiegen. Laut Mietenindex des Statistischen Bundesamtes sind die Nettokaltmieten zwischen 2000

und 2012 mit 16 Prozent weit weniger gestiegen als die allgemeinen Lebenshaltungskosten mit 22 Prozent. Preisbereinigt

sind die Durchschnittsmieten in Deutschland in diesem Zeitraum sogar gesunken. Diese Entwicklung setzte sich fort. Die

Nettokaltmieten sind im Jahr 2012 im Verhältnis zu 2011 um 1,2 Prozent gestiegen, die Verbraucherpreise dagegen um

zwei Prozent.

Preistreiber bei der Warmmiete sind die Preise für Dienstleis tung und Energie in Zusammenhang mit dem Wohnen. Sie

haben sich zwischen Anfang 2000 und Mitte 2013 um rund 20 Prozent verteuert. Die Verbraucherpreise für Haushaltsenergie

stiegen im gleichen Zeitraum sogar um 112 Prozent. Hierin nicht berücksichtigt ist der Strompreis, da dieser nicht

direkt in die Betriebskostenabrechnung des Vermieters einfließt, sondern direkt zwischen Energieversorger und Mieter abgerechnet

wird. Auch beim Strom war die Preissteigerung im betrachteten Zeitraum mit plus 99 Prozent erheblich.

Die Preise für Dienstleistungen wie z. B. Wasserversorgung und Müllabfuhr sind dagegen weniger dramatisch gestiegen,

verteuern sich allerdings stetig in der Regel mit leicht höherer Wachstumsrate als die Netto kaltmieten. Anfang 2013 verteuerten

sich die Dienst leis tungen, die in die kalten Betriebskosten einfließen, um 0,9 Prozent. Im Jahr davor waren sie um

1,4 Prozent ge stiegen.

Mietentwicklung in Deutschland 2000 – 2012

im Vergleich zu den allgemeinen Lebenshaltungskosten

3,0 – Veränderung zum Vorjahr in % –

2,5

2,6

Lebenshaltungskosten

Nettokaltmiete

Quelle: Wohnungswirtschaftliche

Daten und

Trends 2013/2014 –

Zahlen und Analysen aus

der Jahresstatistik des

GdW, November 2013

2,3

2,0

2,0

2,1

2,0

1,5

1,0

1,4 1,2

1,1

1,1

1,1

1,6

0,9

1,6

1,0

1,5

1,1

1,2

1,2

1,0

1,1

1,2

1,3

1,2

0,5

0,3

0

2000

2001

1,4 1,3 2003

2002

2004

2005

2006

2007

2008

2009

2010

2011

2012

59


Verbandsarbeit

VNW-Arbeitstagung, Gastredner

Prof. Dr. Jürgen Töpfer

VNW-Veranstaltungen: Kommunikations- und

Informationsplattform

Unsere Veranstaltungen sind praktizierte Öffentlichkeitsarbeit.

Sie sind eine wichtige Visitenkarte des Verbandes mit

Breitenwirkung. Von den Teilnehmern wird die inhaltliche

Aufbereitung geschätzt. Die informelle Kommunikation mit

anderen Teilnehmern ist wesentlicher Bestandteil der Veranstaltungen.

Der Verband hat im Jahre 2013 74 Seminare

bzw. Infoveranstaltungen mit insgesamt 1.300 Teilnehmern

durchgeführt. Nicht eingerechnet sind hierbei die Teilnehmer

unserer drei großen Veranstaltungen Arbeitstagung,

Verbandstag und Genossenschaftstag.

Verbandstag

Der Verbandstag findet jährlich in einem anderen Bundesland

des Verbandsgebietes statt. Die Veranstaltung am 19. Juni

2013 in Kiel stand unter dem Motto „Zukunft Wohnen“.

In diesem Jahr findet der Verbandstag unter dem Titel „Zuhause

im Norden – Wohlfühlen im Quartier“ am 19. Juni

2014 in Hamburg statt. Rund 250 Delegierte der Mitgliedsunternehmen

sowie Vertreter aus Politik und Wirtschaft besuchen

regelmäßig diese Veranstaltung. Der Verbandstag

gliedert sich in einen öffentlichen und einen internen Teil.

Im internen Teil behandeln die Delegierten die vereinsrechtlichen

Regularien.

Arbeitstagung

Die Arbeitstagung richten wir in der Musik- und Kongresshalle

in Lübeck aus. „Gut Wohnen – Global denken – Lokal

handeln“ war das Motto in 2013. Dieses Jahr findet sie vom

22. bis 24. September 2014 unter dem Motto „Wohnen!

Qualität und Vielfalt“ statt. Mit knapp 1.000 Teilnehmern ist

die Arbeitstagung der größte wohnungswirtschaftliche

Kongress in Deutschland. Sie richtet sich insbesondere an

Geschäftsführer, Vorstände sowie Aufsichtsräte und Mitarbeiter

unserer Mitgliedsunternehmen. Mit der Arbeitstagung

sollen ihnen Anregungen für ihre tägliche Arbeit vermittelt

werden. Vertreter aus Politik, Verwaltung und Wirtschaft

nutzen sie als Informationsquelle. Zahlreiche Dienstleister

aus der Wohnungswirtschaft unterstützen als Aussteller und

Sponsoren die Veranstaltung.

ManagementForum

Am 16. und 17. Januar 2014 fand das 17. ManagementForum

in Rostock-Warnemünde statt. Die Veranstaltung richtet sich

an Führungskräfte unserer Mitgliedsunternehmen. Mit 215

Teilnehmern erreichten wir dieses Jahr eine Rekordmarke.

Norddeutsche Energiekonferenz

Am 5. und 6. Februar 2014 haben wir mit dem vdw Verband

der Wohnungs- und Immobilienwirtschaft in Niedersachsen

und Bremen e.V. in Hamburg die 9. Norddeutsche Energiekonferenz

ausgerichtet. 180 Zuhörer informierten sich über

politische Rahmenbedingungen, die Energiewende und Konzepte

für eine größere Energieeffizienz in der Immobilienwirtschaft.

Multimediatagung

Unter dem Motto „Vom Kupfer über Glasfaser zum Smart

Home. Wo liegt unsere Zukunft?“ veranstalteten wir am

4. März 2014 in Lübeck einen Kongress zur Multimediaversorgung

in der Wohnungswirtschaft. 60 Teilnehmer informierten

sich über aktuelle technische, rechtliche und wirtschaftliche

Rahmenbedingungen und ihre Auswirkungen auf

die Wohnungswirtschaft.

Hamburger Immobilientreff

Der Hamburger Immobilientreff ist seit über zehn Jahren eine

Institution in der Veranstaltungslandschaft. In Zusammenarbeit

mit der Handelskammer Hamburg, dem BfW Landesverband

Nord e.V. und dem Immobilienverband Deutschland

IVD Region Nord e.V. machen wir mit dieser Veranstaltungsreihe

zweimal jährlich auf die Bedeutung der Wohnungsund

Immobilienwirtschaft aufmerksam. Die 25. Veranstaltung

fand am 26. März 2014 vor über 250 Teilnehmern in

der Handelskammer Hamburg statt.

60


Podiumsdiskussion beim VNW-Genossenschaftstag 2014

VNW-Genossenschaftstag

Zum 16. Mal haben wir den VNW-Genossenschaftstag ausgerichtet.

Über 170 Teilnehmer informierten sich am 10. und

11. April in Rostock über aktuelle Themen des Genossenschaftswesens.

Presse- und Kommunikationsarbeit – klassisch und digital

Mit 32 Presseinformationen und vier Pressekonferenzen ist

der VNW 2013 an die Medien getreten. Über 86-mal wur -

de über Verbandsaktivitäten auf Internetplattformen, Pressediensten

sowie in den Online-Ausgaben der Tageszei -

tun gen über Aktivitäten des Verbandes und seiner Mit -

glieds unternehmen berichtet. Im Vordergrund unserer Pressearbeit

stehen die Aktivitäten unserer Mitgliedsunternehmens

sowie Forderungen an die Wohnungspolitik. Große

Resonanz finden jährlich die Prognose-Presseinformatio -

nen Anfang Januar sowie die Öffentlichkeitsarbeit über die

Investitionen unserer Mitgliedsunternehmen im Juni eines

jeden Jahres. Einen wichtigen Bestandteil der Pressearbeit

machen ratgeberrelevante Presseinformationen aus. Deren

Verbreitung haben wir weiter erhöht und damit gute Abdruckresonanz

erzielt. Seit Herbst 2012 kommunizieren

wir über Facebook, Twitter und XING, um jüngere Mitarbeiter

in den Mitgliedsunternehmen sowie Journalisten, Politiker

und die breite Öffentlichkeit über Verbandsaktivitäten

zu informieren.

Wichtigstes Kommunikationsinstrument mit den Mitgliedsunternehmen

ist der Internetauftritt. Parallel informieren wir

mit den VNW-Schlagzeilen wöchentlich ergänzend zu unseren

Rundschreiben und Rundbriefen über aktuelle wohnungswirtschaftliche,

politische, rechtliche und medienrelevante

Ereignisse sowie über alle Publikationen des VNW.

Unter der Rubrik „Aktuell“ informieren wir auf unserer Homepage

tagesaktuell über wichtige wohnungswirtschaftliche

und -politische Ereignisse. Der Nutzer findet hier aktuelle

Veranstaltungshinweise.

VNW-Magazin

Mit den fünf Ausgaben des VNW-Magazins informieren wir

über die Vielfältigkeit unserer Branche und veröffentlichen

Fachaufsätze namhafter Autoren. Im vergangenen Jahr lag

der Themenschwerpunkt bei den kommunalen Wohnungsunternehmen.

Breiten Raum nimmt die Berichterstattung

über das Engagement des Verbandes und die Aktivitäten unserer

Mitgliedsunternehmen ein, die öffentlichkeitswirksam

über Aktivitäten wie Richtfeste, Modernisierungen und Jubiläen

berichten können.

Wettbewerb „Zukunft Wohnen“

Unser Wettbewerb „Zukunft Wohnen“ war ein weiteres Ergebnis

unserer Zukunftswerkstatt. Die Verbandsunternehmen hatten

damit die Möglichkeit, ihre Leistungen zu präsentieren,

die Wertigkeit des Wohnens darzustellen und zu zeigen, dass

nachhaltiges Handeln als Unternehmensphilosophie verstanden

werden kann. 31 Mitgliedsunternehmen haben 40 Projekte

eingereicht. Das sind mehr als zehn Prozent unserer Mitgliedschaft.

Die Jury hat die Preisträger auf dem Verbandstag

am 19. Juni 2013 in Kiel ausgezeichnet. Die Wettbewerbsbeiträge

wurden in den Kategorien „Bauen und Quartiersentwicklung“

mit den Untergruppen Neubau, Modernisierung

und Quartiersentwicklung sowie „Umwelt und Klimaschutz“

und „Kommunikation und Soziales“ ausgezeichnet.

Rechtsberatung

Neben dem Tagesgeschäft, insbesondere Miet-, Gesellschaftsund

Genossenschaftsrecht, stand die Kommentierung aktueller

Urteile des Bundesgerichtshofs im Vordergrund der Tätigkeit

des Referats Recht. Weitere Schwerpunkte waren die

SEPA-Einführung, neue Schwellenwerte im Vergaberecht, die

Aktienrechtsnovelle sowie das Mietrechtsänderungsgesetz.

Wohnungswirtschaft

Im Vordergrund des Referats Wohnungswirtschaft steht die

Beratung der Mitgliedsunternehmen in allgemeinen wohnungswirtschaftlichen

Fragen sowie in Sachen Betriebskostenrecht,

Benchmarking und vielem anderem mehr. Wesent-

61


Verbandsarbeit

Die Preisträger: Zukunft Wohnen Wettbewerb 2013

lichen Raum nahm in 2013 die Mitarbeit beim Hamburger

Mietenspiegel 2013, die Veröffentlichung der CRES-Studie,

die Auswertung des Zensus 2011 sowie die Kosten der Umlage

der Legionellenprüfung ein.

Genossenschaften

Das Referat Genossenschaften hat den Genossenschaftstag

am 10. und 11. April 2014 in Rostock sowie die Fachtagung

Stadt- und Quartiersentwicklung am 18. und 19. März 2014

in Lübeck organisiert. Es wirkt mit bei der Vorbereitung des

„Wohnpflegetages“ am 30. Oktober 2014 in Lübeck. Das

Referat bietet Genossenschaftsberatung und Vorträge für Externe

(Seniorenbeiräte, interessierte Bürger, Institutionen)

sowie Inhouse-Schulungen und Beratungen bei Genossenschaften

(für Mitarbeiter, Vorstände und Aufsichtsräte) an.

Das „Young Leader Network“ wird seit Jahren erfolgreich

begleitet. Die Broschüre „Zuwanderung in der Stadt“ (Arbeitstitel)

befindet sich in Vorbereitung.

Technik und Energie

ALFA NORD

Das Projekt der Anlagenoptimierung im geringinvestiven

Bereich wird in diesem Jahr abgeschlossen. Im Rahmen der

9. Norddeutschen Energiekonferenz stellte Prof. Dr. Norbert

Raschper, iwb Entwicklungsgesellschaft mbH, Braunschweig,

die Ergebnisse vor, die sich sehen lassen können:

• Die Projekte sind repräsentativ für die Bestandsgebäude

der Wohnungswirtschaft,

• 52 Prozent der Heizungsanlagen waren älter als 20 Jahre,

• der überwiegende Teil der Heizungsanlagen war überdimensioniert

(Kessel und Fernwärme),

• Energieeinsparungen i. D. 10,2 kWh/(Quadratmeter Wfl a)

bzw. 7,4 Prozent, Spanne zwischen 5 und 15 Prozent,

• Heizkosteneinsparung i. D. 0,69 Euro/(Quadratmeter Wfl a),

maximal 2,64 Euro,

• Investitionskosten i. D. 0,94 Euro/(Quadratmeter Wfl a),

• Kosten pro eingesparter kWh bei 5 Jahren Reduzierung:

0,05 Euro

• Einsparung von 3 kg CO 2

/Quadratmeter Wfl im Mittel

Um die Ergebnisse abzusichern, werden in diesem Jahr die

Verbräuche für 2013 fortgeschrieben. Mit diesem Projekt

konnte nachgewiesen werden, dass sich geringinvestive

Maßnahmen im Anlagenbereich für nahezu jedes Bestandsgebäude

rechnen.

VNW-Energiebilanz 2013

In diesem Jahr wird der VNW wieder eine Energiebilanz für

die Energieverbräuche des Jahres 2013 aufstellen und dem

Basisjahr 2005 gegenüberstellen. Durch einige Neuerungen

sollen die Daten eindeutiger werden. So werden u. a. die

Heizungsverbräuche von denen für die Warmwasserbereitung

abgekoppelt und die Klimafaktoren auf das Landesmittel

berechnet.

Gut Wohnen: Mit Sicherheit!

Im Oktober 2013 wurde eine Broschüre mit praktischen

Tipps für die Analyse, Planung und Durchführung sicherheitsrelevanter

Maßnahmen in Wohngebäuden und -quartieren

herausgegeben.

Energieeinsparverordnung 2014 (EnEV 2014)

Am 1. Mai 2014 trat die neue Energieeinsparverordnung in

Kraft. Wichtige Eckpunkte:

• 25 Prozent Verschärfung im Neubau ab 2016.

• Einführung von Energieeffizienzklassen im Energieausweis,

Energiekennwerte müssen in Vermietungsanzeigen dargestellt

werden, Energieausweis muss bei Besichtigung vorgelegt

und bei Vermietung übergeben werden.

• Konstanttemperaturkessel (vor 1985 gebaut) dürfen ab

2015 nicht mehr betrieben werden.

EnergieKompetenzZentrum (EKZ)

Das EKZ hat Fahrt aufgenommen: Seit der Gründung im Februar

2013 wurden verschiedene Angebote erstellt und ein

Auftrag abgewickelt. Gemeinsam mit Beratern der Investitionsbank

Schleswig-Holstein (IB.SH), der Energieagentur und

der Arbeitsgemeinschaft für zeitgemäßes Bauen e.V. Schles-

62


Richtung Hamburg

Richtung Puttgarden

Lübeck HBF

Fackenburger Allee

Holstenstraße

Schmiedestraße

Altstadt

ATLANTIC HOTEL LÜBECK

U1

A1



Young Leader Network

wig-Holstein (ARGE-SH) bietet der Verband norddeutscher

Wohnungsunternehmen im EnergieKompetenzZentrum Beratung

in energetischen Fragestellungen für die Bereiche

Neubau, Modernisierung, Quartier, Wärme und Strom, Wirtschaftlichkeit,

Baubegleitung, Energiepreise, Fördermittelberatung

und Netzwerk an.

Der Zusammenschluss erfahrener Experten zu einem EnergieKompetenzZentrum

bündelt unabhängige, kompetente

und verlässliche Beratung zur Vorbereitung erfolgreicher

Entscheidungen.

Aus- und Fortbildung

Gestiegene Markt- und Mieteranforderungen, verschärfte

Vorgaben des Gesetzgebers, älter werdende Belegschaften

und der Wettbewerb um die guten Köpfe sind einige Rahmenbedingungen

der aktuellen Personalarbeit. Talente finden

und langfristig binden sind die Herausforderungen für

das erfolgreiche Personalmanagement.

Nutzen wir die Chancen unserer Branche. Wir bieten Arbeitsplätze

mit „Sinn“ und gesellschaftlicher Verantwortung

und Berufe mit Berufung. Positionieren wir uns als attraktive

Arbeitgeber, die ihren Mitarbeitern persönliche und berufliche

Perspektiven bieten.

Der VNW unterstützt seine Mitgliedsunternehmen bei der

Suche nach Fachkräften durch Veröffentlichung von Stellenangeboten,

durch Seminare, Workshops, Tagungen und mit

Informationen. Die bundesweite Ausbildungskampagne erhält

2014 ein Relaunch, wird deutlich „wertiger“ und unterstützt

die Kommunikation der Branche gegenüber dem

Nachwuchs. Die Mitgliedsunternehmen sollen als attraktive

Arbeitgeber wahrgenommen werden.

Übersicht VNW-Mitgliedsunternehmen

Genossenschaften, kommunale Wohnungsgesellschaften

und sozial orientierte Wohnungsunternehmen garantieren

gutes und sicheres Wohnen zu bezahlbaren Mieten

Wohnungsgenossenschaften

Die 168 Wohnungsgenossenschaften im VNW (Hamburg: 50,

Mecklenburg-Vorpommern: 72, Schleswig-Holstein: 46) bewirtschaften

309.000 Wohnungen (Hamburg: 132.000, Mecklenburg-Vorpommern:

94.000, Schleswig-Holstein: 83.000).

Genossenschaftliches Wohnen basiert auf Gemeinschaftseigentum,

das nachhaltig und generationsübergreifend

bewirtschaftet wird. Genossenschaften sind demokratisch

strukturiert. Ihre Mitglieder haben entscheidenden Einfluss

auf die Unternehmenspolitik. Sie sind Eigentümer und Nutzer

zugleich. Wohnungsgenossenschaften sind eine Wohnform

mit Tradition und Zukunft. Sie verbinden soziale Verantwortung,

bürgerschaftliches Engagement und rationale

Betriebswirtschaft. Ihr Zweck ist die Förderung der Mitglieder,

denen sie sicheres und attraktives Wohnen in Gemeinschaft

mit gutem Service zu bezahlbarem Preis anbieten.

Wohnungsgesellschaften

Die 113 Wohnungsgesellschaften im VNW (Hamburg: 17,

Mecklenburg-Vorpommern: 76, Schleswig-Holstein: 20)

bewirtschaften 352.000 Wohnungen (Hamburg: 153.000,

Mecklenburg-Vorpommern: 154.000, Schleswig-Holstein:

45.000). Dazu gehören kommunale sowie sozial orientierte

private Wohnungsunternehmen.

Kommunale Wohnungsunternehmen sind seit Jahrzehnten

Stabilisatoren der Gesellschaft. Sie sorgen für ein ausgeglichenes

Wohnungsangebot, bieten bezahlbaren Wohnraum

für einkommensschwache Mieter und fördern die Quartiersentwicklung

und das nachbarschaftliche Miteinander. Sie

sind der Kommune und ihren Bewohnern verpflichtet. Vor

allem in unruhigen Zeiten und wirtschaftlichen Krisen stabilisieren

sie den Wohnungsmarkt. Sie erwirtschaften für ihren

Gesellschafter eine Stadtrendite eigener Art.

63


Interview

Aktuelles aus dem Prüfungsdienst

Wie muss sich der Prüfungsbereich

des VNW auf veränderte gesetzliche

Rahmenbedingungen einstellen?

Gerhard Viemann, Direktor für den Prüfungsdienst

Gerhard Viemann: Wesentliche rechtliche Grundlagen für

Rechnungslegung, Prüfung und Beratung werden mittlerweile

durch EU-Gesetzgebungsvorhaben bestimmt. Aktuell

haben wir die EU-Abschlussprüferrichtlinie und die EU-

Bilanzierungsricht linie im Blick. Die EU-Abschlussprüferrichtlinie

muss voraussichtlich in 2015 in nationales Recht transferiert

werden. Von Bedeutung werden für uns im Wesentlichen

zwei Punkte sein:

1. Gibt es Veränderungen in der Definition von Unternehmen

im öffentlichen Interesse?

2. Wird die Anwendung neuer Regelungen zur externen

Rotation des Abschlussprüfers sich auch auf genossenschaftliche

Prüfungsverbände beziehen?

Gegenwärtig gehen wir davon aus, dass sich keine gravierenden

(nachhaltigen) Veränderungen für die genossenschaftliche

Pflichtprüfung und unsere Mitgliedsunternehmen

ergeben. Im Rahmen der neuen EU-Bilanzierungsrichtlinie

werden die Größenklassen für Kapitalgesellschaften

neu definiert, Erläuterungspflichten in Anhang und Lagebericht

neu geregelt und das Gliederungsschema für Bilanz

und GuV verändert. Über die Umsetzung beider Richtlinien

in nationales Recht wird der VNW seine Mitgliedsunternehmen

selbstverständlich zeitnah und ausführlich unterrichten.

Sind wesentliche Änderungen des Genossenschaftsgesetzes

zu erwarten?

Es gilt, die weitere Umsetzung des in der vergangenen

Legislaturperiode durch das Bundesjustizministerium vorgelegten

Gesetzentwurfs zur Novellierung des Genossenschaftsgesetzes

abzuwarten. Gegenwärtig wird dieser

Gesetzesentwurf durch Bundesjustizministerium und Bundeswirtschaftsministerium

evaluiert und überprüft. Festzuhalten

ist, dass auch in weiten Teilen der beteiligten Expertenkommissionen

unsere Bedenken gegen die Einführung

kleiner Kooperationsgesellschaften in das Genossenschaftsgesetz

und die damit verbundene Aufweichung der bewährten

Pflichtmitgliedschaft und Pflichtprüfung geteilt

werden. Ergebnisse der gegenwärtig laufenden Überprüfungen

des Referentenentwurfes werden nach unserer Einschätzung

erst nach der diesjährigen parlamentarischen

Sommerpause zu erwarten sein.

64


Direktor für den Prüfungsdienst

Wirtschaftsprüfer/Steuerberater

Gerhard Viemann

Sind in 2014 wesentliche steuerliche Neuerungen für

unsere Mitgliedsunternehmen zu erwarten?

Eine Neuauflage der Vermögensteuer wird es nach den

Vereinbarungen im Koalitionsvertrag nicht geben. Das entspricht

einer zentralen Forderung der Verbände der Wohnungswirtschaft

vor der Bundestagswahl. Man muss aber

darauf hinweisen, dass ggf. aus einer ländergeführten

Gesetzgebungsinitiative das Thema Vermögensteuer noch

einmal auf die Tagesordnung gesetzt werden könnte. Dies

bleibt abzuwarten. Ein endloses Thema ist die Grundsteuerreform,

an der seit mehreren Jahren gearbeitet wird. Wir

gehen davon aus, dass noch in 2015 mit einer Gesetzesreform

auf Grundlage der zwischenzeitlich vorgenommenen

Modellrechnungen einer ländergeführten Arbeitsgruppe zu

rechnen ist. Es zeichnet sich ab, dass die Hoheit über die

Hebesätze hierbei unverändert bei den Kommunen liegen

wird. Ein administratives Ärgernis stellt die geplante Änderung

bei der Dividendenbesteuerung ab 2015 für unsere

Mitgliedsunternehmen dar. Bei Dividendenzahlungen von

Genossenschaften und Kapitalgesellschaften und bei Zinszahlungen

bei Spargenossenschaften an natürliche Personen

ist ab dem 1. Januar 2015 verpflichtend die Kirchensteuer

einzubehalten. Damit verbunden sind aufwendige

Regelabfragen beim Bundeszentralamt für Steuern und

jährliche Information für die Mitglieder. VNW und GdW

werden bei Gesetzgeber und Finanzverwaltung intervenieren,

um unnötigen administrativen Aufwand bei der

Dividendenzahlung zu vermeiden.

Welche Schwerpunkte setzt der Prüfungsbereich des

VNW für seine Tätigkeit in 2014?

Neben der selbstverständlichen, an aktuellen Gegebenheiten

ausgerichteten prüfungsnahen und steuerlichen

Beratung unserer Mitgliedsunternehmen werden wir weiterhin

intensiv an der Aufrechterhaltung und Verbesserung von

Prüfungsqualität und Prüfungseffizienz arbeiten. Auf der

Grundlage einer mit allen regionalen Prüfungsverbänden

durchgeführten GdW-Studie „Prüfungstrends 2025“ haben

wir differenzierte Prüfungsansätze und neue Fortbildungsangebote

für unsere Mitarbeiter entwickelt. Ein weiterer

Schwerpunkt unserer Tätigkeit wird auch in 2014 ein umfangreiches

Angebot an Fort- und Weiterbildungsmaßnahmen

für unsere Mitgliedsunternehmen sein. In 2013

haben rund 390 Teilnehmer(innen) unsere langjährig eingeführten

Informationsveranstaltungen besucht. Herausragend

ist unser Fachforum Rechnungswesen/Unternehmenssteuerung

am 30. Juni und 1. Juli 2014 in Boltenhagen.

Externe Referenten, Vorstände aus den Mitgliedsunternehmen

und Mitarbeiter aus dem VNW werden aktuelle und

interessante Themen aus Rechnungs legung, Prüfung und

Beratung präsentieren.

Die personelle Zusammensetzung des Prüfungsbereichs hat

sich in den letzten zwei Jahren stark verändert. Mit deutlich

verjüngter Mannschaft sind wir gemeinsam mit unserem

Kooperationspartner vdw Niedersachsen Bremen e.V. sehr

zuversichtlich, unseren Mitgliedsunternehmen auch in 2014

und nachfolgenden Jahren eine kompetente, dienstleistungsorientierte

Prüfung und Beratung anbieten zu können.

65


Prüfungsdienst

Der Prüfungsdienst des VNW

Kerngeschäftsfeld im Prüfungsbereich des VNW ist unverändert

die Durchführung von genossenschaftlichen Prüfungen

nach § 53 GenG. Der VNW hält darüber hinaus für seine

Mitgliedsunternehmen ein umfassendes und in den vergangenen

Jahren kontinuierlich ausgebautes Dienstleistungsangebot

vor. Hier handelt es sich insbesondere um prüfungsnahe

betriebswirtschaftliche Beratungen, die Steuerberatung,

die Unterstützung bei Buchführung, Jahresabschluss

und Lagebericht, die Offenlegung sowie Beratungsangebote

zur Unternehmensorganisation und Dokumentation von

Risikomanagementsystemen. In 2013 wurden 137 Prüfun gen

für unsere Mitgliedsgenossenschaften planmäßig durchgeführt,

Prüfungshemmnisse lagen nicht vor. Unsere in 2013

durchgeführten Prüfungen für das Geschäftsjahr 2012 zeigten

grundsätzlich geordnete wirtschaftliche Verhältnisse unserer

nachhaltig wirtschaftenden Mitgliedsunternehmen und

bestätigten die Ordnungsmäßigkeit der Geschäftsführung.

Sofern Bestätigungsvermerke zu erteilen waren, wurden diese

ohne Einschränkung erteilt.

Prüfungsnahe Beratungsleistungen wurden insbesondere im

Zusammenhang mit Verschmelzungen und Neugründungen

von Genossenschaften erbracht. Auf Grund der erstmaligen

Erstellung der Lageberichte nach dem neuen Rechnungslegungsstandard

DRS 20 wurden in 2013 weitere Beratungsleistungen

erbracht.

Wir haben unser Programm zur Beurteilung der Wirtschaftlichkeit

von Neubau- und Modernisierungsinvestitionen (VoFi-

Rechnung) zusammen mit dem vdw Niedersachsen und

Bremen in 2013 grundlegend weiterentwickelt und an die

neuen Standards angepasst. Die starke Nachfrage nach dem

Programm VoFi 3.0 führte dazu, dass die Einführung in das

Programm bei den Unternehmen vor Ort einen Schwerpunkt

unserer betriebswirtschaftlichen Beratungsleistungen darstellte.

Gegenstand weiterer Beratungen waren Wirtschaftsund

Finanzplanungen unter Einsatz selbstentwickelter Softwareprodukte

sowie die Systematisierung und Dokumentation

von Unternehmensabläufen durch das „elektronische

Unternehmenshandbuch“.

Die Steuerberatung umfasste neben der laufenden Beratung

einschließlich der Erstellung von Steuererklärungen die Erstellung

von Steuerbilanzen und steuerlicher Planungsrechnungen

sowie gutachterliche Tätigkeiten. Gegenstand von

Beratungsleistungen waren in 2013 auch die Einführung der

E-Bilanz sowie steuerliche Aspekte bei Wohnungsunternehmen,

die als Energieerzeuger tätig sind.

Vor allem für kleine Genossenschaften bietet die Steuerabteilung

des VNW, unter Beachtung der Regelungen zur Unbefangenheit,

die Unterstützung bei der Buchführung und der

Jahresabschlusserstellung sowie bei der Durchführung von

Lohn- und Gehaltsbuchhaltungen an.

Insbesondere den 153 Mitgliedsunternehmen in Mecklenburg-Vorpommern

kann der VNW mit der in der Geschäftsstelle

Schwerin neu eingerichteten Steuerabteilung nunmehr

eine qualifizierte Steuerberatung „vor Ort“ anbieten. Es ist

vorgesehen, die Niederlassung in Schwerin weiter personell

zu verstärken.

Die Durchführung der umfangreichen Prüfungs- und Beratungsleistungen

wurde mit 37 Mitarbeitern im Prüfungsdienst

(einschließlich Innendienst) und 2 Mitarbeitern der

Steuerabteilung erbracht. Allen Mitarbeitern gebührt Dank

für ihre qualifizierten und unter hohem persönlichem Einsatz

erbrachten Leistungen.

Die mit dem vdw Niedersachsen und Bremen vereinbarte Kooperation

der Prüfungsbereiche wurde in 2013 fortgesetzt und

weiter verfestigt. Durch gemeinsame Back-Office-Bereiche in

der Berichtskritik und Prüfungsberichtserstellung und durch

gemeinsame Prüferfortbildung sowie durch gegenseitige personelle

Unterstützung werden positive Synergieeffekte erzielt,

die auch in der Ertragslage des VNW positiv beeinflussen.

66


Wesentlicher Bestandteil der Angebotspalette des VNW-Prüfungsbereichs

war auch in 2013 die Durchführung von Bildungsveranstaltungen

für Mitgliedsunternehmen. Die Mitarbeiter

des VNW haben unter hohem persönlichem Einsatz

über 400 Teilnehmer/innen informiert und trainiert. Auch in

2013 wurde das Fachforum „Rechnungswesen-Unternehmenssteuerung“

in Boltenhagen durchgeführt. Führungskräfte der

Mitgliedsunternehmen konnten sich zu aktuellen und grundsätzlichen

Fragestellungen informieren und die Gelegenheit

nutzen, den fachlichen Austausch mit Referenten und Kollegen

zu pflegen. Die aus sieben Modulen bestehende Weiterbildung

„Qualifizierter Aufsichtsrat (VNW)“ fand wiederum

großes Interesse. Die Weiterbildung vermittelt den Aufsichtsräten

juristische, betriebswirtschaftliche und methodische

Kenntnisse für ihre Tätigkeit. Auch die an vier Veranstaltungsorten

stattfindende Seminarreihe „Jahresabschluss und

Lagebericht 2013“ wurde mit 124 Teilnehmern wieder stark

nachgefragt.

Die Sicherung und Weiterentwicklung der Qualität einer beratenden

Prüfung, die Steuerberatung und betriebswirtschaftliche

Beratungsleistungen werden auch zukünftig im

Mittelpunkt der Tätigkeit des Prüfungsbereiches im VNW

stehen.

67


Verbandsorgane

Verbandsausschuss

Raimund Dankowski

Raimund Dankowski (Vors.)

SBV, Flensburg

Willi Hoppenstedt (stellv. Vors.)

SAGA GWG, Hamburg

Dieter Vetter (stellv. Vors.)

SWG, Stralsund

Lutz Basse

SAGA GWG, Hamburg

René Gansewig (seit 19. 6. 2013)

NEUWOBA, Neubrandenburg

Arno Gutzmer

WIG, Bad Doberan

Matthias Herter

meravis, Hamburg

Jana Kilian

HANSA, Hamburg

Karl-Dieter Lehrkamp

WG Anklam, Anklam

Kai Lorenz (seit 19. 6. 2013)

Neue GeWoGe, Pinneberg

Wilfried Pahl

BG Mittelholstein, Kiel

Hartmut Sörensen (bis 31. 3. 2014)

»Trave«, Lübeck

Marcel Sonntag

NEUE LÜBECKER, Lübeck

Ulrich Stallmann

Walddörfer, Hamburg

Werner Stoll

WG Schiffahrt-Hafen, Rostock

Ingo Theel (seit 19. 6. 2013)

Baugenossenschaft freier Gewerkschafter eG, Hamburg

Uwe Wirries

ADLERSHORST, Norderstedt

Ralf Zimlich

WIRO, Rostock

Marko Lohmann (beratendes kooptiertes Mitglied)

Gemeinnützige Baugenossenschaft Bergedorf-Bille eG,

Hamburg

Prüfungs- und Vorbereitungsausschuss

Willi Hoppenstedt

(Vorsitzender)

Dem Prüfungsausschuss des Verbandsausschusses

gehören an:

VNW-Prüfungsausschuss

Willi Hoppenstedt (Vorsitzender)

Jana Kilian

Wilfried Pahl

Werner Stoll

Dieter Vetter

Uwe Wirries

Der Vorbereitungsausschuss besteht aus den

Vorsitzenden der Landesverbände, der AMVW

und dem Vorsitzenden des Verbands ausschusses

sowie seinen Stellvertretern:

Vorbereitungsausschuss

Raimund Dankowski

Willi Hoppenstedt

Dieter Vetter

Verbandsvorstand, Vorstand im Sinne des § 26 BGB

Verbandsdirektor

Rechtsanwalt, Landrat a. D.

Dr. Joachim Wege

Direktor für den Prüfungsdienst

Wirtschaftsprüfer/Steuerberater

Gerhard Viemann

68


Fachausschuss Architektur, Technik und Energie

Dietmar Jonscher (Vors.), GEWOBA Nord, Schleswig

Detlef Aue, LÜBECKER BAUVEREIN, Lübeck

Roland Berlin, NEUWOBA, Neubrandenburg

Volker Claussen, BVE, Hamburg

Susanne Gräff, SAGA GWG, Hamburg

Dirk Hinzpeter, HANSA, Hamburg

Frank Nötzel, BRG Bau-Regie, Neubrandenburg

(bis 31. 3. 2014)

Ole Ott, WU Dithmarschen, Meldorf

Ronald Otto, wankendorfer, Kiel

Petra Oventrop, VNW, Hamburg

Joachim Peters, WGS, Schwerin

Holger Reißweck, ADLERSHORST, Norderstedt

Jörn Roth, WWG, Greifswald

Volker Skroblies, NEUE LÜBECKER, Lübeck

(bis 31. 3. 2014)

Thomas Speeth, ADSG, Hamburg

Kristina Weigel, Walddörfer, Hamburg

Ingolf Wenzel, WIRO, Rostock

Holger Westphal, WG 1904, Hamburg

Manfred Zerbe, SWG, Schwerin

„Die Problemstellungen, die an uns herangetragen

werden, gestalten sich immer

komplexer und vielschichtiger. Unsere

Gedanken müssen daher interdisziplinär,

die Antworten darauf global und umfassend

sowie gleichzeitig verständlich für

viele Nutzer sein.“

Dietmar Jonscher

Dietmar Jonscher

Petra Oventrop

Fachausschuss Betriebswirtschaft/Steuern

Sönke Selk (Vors.), Hamburger Wohnen, Hamburg

Herbert Alfeld, ADSG, Hamburg

Sven Auen, WOGE, Kiel

Dr. Iris Beuerle, VNW, Hamburg

Monika Böhm, WG von 1904, Hamburg

Petra Böhme, altoba, Hamburg

Rainer Fehlhaber, WGG Greifswald

Ingrid Grimm-Runge, NEUWOBA, Neubrandenburg

Bernd Hentschel, wankendorfer, Kiel

Ramona Holtz, NEUWOGES, Neubrandenburg

Jana Kilian, HANSA, Hamburg

Michael Kohnagel, FAB, Flensburg

Steffan Liebscher, GEWOBA Nord, Schleswig

Wilfried Pahl, BG Mittelholstein, Kiel

Stefan Probst, LÜBECKER BAUVEREIN, Lübeck

Matthias Ripke, SAGA GWG, Hamburg

Margitta Schumann, SWG, Schwerin

Olaf Seligmann, VNW, Hamburg (bis 30. 11. 2013)

Karin Tippelt, WIRO, Rostock

Gerhard Viemann, VNW, Hamburg

Jürgen Wendlandt, VNW, Hamburg (seit 1. 12. 2013)

Martin Wiechers, WOGEWA, Waren

„Steigende energetische Anforderungen

und eine erhöhte Wohnungsnachfrage

insbesondere in den Ballungsräumen verteuern

das Bauen zusehends. Innovative

Finanzierungskonzepte können die Auswirkungen

zumindest ein bisschen lindern.

Im Fachausschuss greifen wir deshalb das

Thema aus der Zukunftswerkstatt VNW

Agenda 2025 auf und engagieren uns für

eine Weiterbildung ,Finanzmanagement‘

im VNW.“

Sönke Selk

Sönke Selk

Dr. Iris Beuerle

69


VNW-Fachausschüsse

Fachausschuss Bildung

Sandra Stöhr

Andreas Daferner

Sandra Stöhr (Vors.), altoba, Hamburg

Peter Beushausen, BIG BAU, Kronshagen

Alexander Charlamenko, HANSA, Hamburg

Andreas Daferner, VNW, Hamburg

Ulrike Jenßen, WGS, Schwerin

Volker Kunze, BVE, Hamburg

Thomas Ratzlaff, NEUE LÜBECKER, Lübeck

Michael Rohde, WIRO, Rostock

Susanne Rohlfing, SAGA GWG, Hamburg

Thomas Schacht, NEUWOGES, Neubrandenburg

Britta Stenzel, SBV, Flensburg

Eva Vietheer, BGFG, Hamburg

„Demografischer Wandel, komplexere

Aufgabenstellungen und interdisziplinäre

Vernetzungen führen zur inhaltlichen

Weiterentwicklung der Fachausschusstätigkeit.

Neben den ,klassischen‘ Themen

Aus- und Weiterbildung gewinnen

neue Aspekte wie Personalentwicklung

und Arbeitgeberattraktivität in ihrer gesamten

Vielfalt deutlich an Gewicht

im Fachausschuss. Der Fachausschuss

wird hierzu Informationen aufbereiten

und kommunizieren.“

Sandra Stöhr

Fachausschuss Kommunikation und Marketing

Dr. Matthias Rasch

Dr. Peter Hitpaß

Dr. Matthias Rasch (Vors.), »Trave«, Lübeck

Michael Ahrens, WIRO, Rostock

Dr. Michael Ahrens, SAGA GWG, Hamburg

Meike Dingermann, BDS, Hamburg

Birka Friedrich, ADSG, Hamburg (seit 1. 8. 2013)

Lena Fritschle, VNW, Hamburg

Frank Gerken, BGFG, Hamburg

Heike Heickmann, LÜBECKER BAUVEREIN, Lübeck

Dr. Peter Hitpaß, VNW, Hamburg

Timo Jürs, NEUE LÜBECKER, Lübeck

Silke Kok, altoba, Hamburg

Birgit Lenz, HANSA, Hamburg (bis 31. 3. 2014)

Juliane Möbius, WGG Greifswald, Greifswald

Melanie Römermann, meravis, Hannover

(bis 31. 12. 2013)

Katharina Rümcker, GEWOBA Nord, Schleswig

Barbara Schimberg, NEUWOGES, Neubrandenburg

Matthias Weiß, SBV, Flensburg (seit 1. 9. 2013)

Jana Wöller, WVG, Greifswald

„Der Fachausschuss Kommunikation und

Marketing hat sich die Quartiersentwicklung

als Themenschwerpunkt gesetzt.

Im Februar 2014 haben wir dazu bereits

einen Workshop mit externen Fachleuten

veranstaltet. Wir wollen den Mehrwert

einer professionellen Kommunikation in

der Quartiersentwicklung durch unsere

Mitgliedsunternehmen gegenüber Wettbewerbern

sowohl für die Bewohner als

auch für die Öffentlichkeit insgesamt

deutlich machen.“

Dr. Matthias Rasch

70


Fachausschuss Recht

Bernd Grimm (Vors.), ADSG, Hamburg

(verstorben am 16. 2. 2014)

Gaby Lohse-Kühl (stellv. Vors.), SAGA GWG, Hamburg

Christine Elfers, SWG, Stralsund

Gerrit Falck, WGG, Greifswald

Anke Finger, Hamburger Wohnen, Hamburg

Harald Fuchs, WG von 1904, Hamburg

Susan Krüger, Wichern, Hamburg

Kai Lorenz, Neue GeWoGe, Pinneberg

RA Rainer Maaß, VNW, Hamburg

Sylvia Matthies, WIRO, Rostock

Petra Schmidtke, NEUE LÜBECKER, Lübeck

Eckhart Stumpenhorst, neuwoges, Neubrandenburg

Karin Vetter, SWG, Schwerin

Detlef Wulf, »Trave«, Lübeck

Gaby Lohse-Kühl

Rainer Maaß

Fachausschuss Wohnungswirtschaft

Peter Kay (Vors.), BGFG, Hamburg

Hagen Hildebrandt (stellv. Vors.), WG WARNOW,

Rostock-Warnemünde

Heinz-Michael Bertram, VHW, Hamburg

Sven Bilinski, NEUWOGES, Neubrandenburg

Jörg Boden, NEUE LÜBECKER, Lübeck

Carsten Droßmann, LÜBECKER BAUVEREIN, Lübeck

Christian Griwahn, SWG, Stralsund

Liane Hercher, VNW, Schwerin

Uwe Honsberg, Wohnungsbau GmbH, Neumünster

Andrea Kelch, SAGA GWG, Hamburg

Günter Malner, AWG Bad Doberan, Bad Doberan

(bis 31. 12. 2013)

Guido Müller, SWG, Schwerin

Michael Pistorius, VNW, Hamburg

Sabine Rothkirch, HANSA, Hamburg

Sandra Schorr, Neue GeWoGe, Pinneberg

Christian Spirgatis, altoba, Hamburg

Sabine Steinhaus, WIRO, Rostock

Holger Westphal, WOGE, Kiel (bis 31. 12. 2013)

Michael Wulf, BVE, Hamburg

„Die Arbeit des Fachausschusses als

Plattform für Erfahrungsaustausch funktioniert

sehr gut. Wir sehen uns als

,Themen-Aufbereiter‘ für die Mitgliedsunternehmen.

Durch die Behandlung

von Basis-Themen wollen wir praktischen

Nutzen für die Tagesarbeit liefern.“

Peter Kay

Peter Kay

Michael Pistorius

71


Vorstände der Landesverbände und der AMVW

VNW Landesverband Hamburg e.V.

Marko Lohmann

Marko Lohmann (Vors., seit 13. 11. 2013)

Holger Kowalski (Vors., bis 13. 11. 2013)

Michael Wulf (stellv. Vors., seit 13. 11. 2013)

Monika Böhm

Matthias Herter

Dr. Hardy Heymann

Willi Hoppenstedt

Dr. Thomas Krebs

Claus-Dietrich Scholze

Ulrich Walter

Kooptiert: Frank Seeger

Vorsitzender des Arbeitskreises Hamburger

Wohnungsbaugenossenschaften e.V.

Geschäftsführer: Michael Pistorius

Michael Pistorius

Arbeitsgemeinschaft mecklenburgisch-vorpommerscher Wohnungsunternehmen e.V. (AMVW)

Dieter Vetter

Roland Blank

Dieter Vetter (Vors., seit 4. 12. 2013)

Wilfried Wollmann (Vors., bis 4. 12. 2013)

Arno Gutzmer (stellv. Vors.)

Ulrich Dankert

René Gansewig

Hagen Hildebrandt (seit 4. 12. 2013)

Karl-Dieter Lehrkamp

Klaus-Dieter Thauer

Geschäftsführer: Roland Blank

VNW Landesverband Schleswig-Holstein e.V.

Bezirksarbeitsgemeinschaft Westmecklenburg

Leiterin: Gerda Behrend

Bezirksarbeitsgemeinschaft Landkreis Rostock

Leiter: Arno Gutzmer

Bezirksarbeitsgemeinschaft Mecklenburgische Seenplatte

Leiter: Martin Wiechers

Bezirksarbeitsgemeinschaft Rostock

Leiter: Werner Stoll (bis 10. 3. 2014)

Hagen Hildebrandt (ab 10. 3. 2014)

Bezirksarbeitsgemeinschaft Vorpommern-Rügen

Leiter: Dieter Vetter

Bezirksarbeitsgemeinschaft Vorpommern-Greifswald

Leiter: Karl-Dieter Lehrkamp

Raimund Dankowski

Raimund Dankowski (Vors.)

Helmut Knüpp (stellv. Vors.)

Marcel Sonntag (stellv. Vors.)

Detlef Aue

Jörg Mach

Christian Neujahr

Holger Timm

Kooptiert: Sven Auen

Sprecher der Schleswig-Holsteinischen Wohnungsbaugenossenschaften

Bezirksarbeitsgemeinschaft Mitte

Vorsitzender: Helmut Knüpp

Bezirksarbeitsgemeinschaft Nord

Vorsitzender: Raimund Dankowski

Bezirksarbeitsgemeinschaft Süd-Ost

Vorsitzender: Marcel Sonntag

Bezirksarbeitsgemeinschaft Süd-West

Vorsitzender: Holger Timm

Christoph Kostka

Geschäftsführer: Christoph Kostka

72


Verbandsorganisation

Verbandstag

Vertreter der Wohnungsunternehmen

Verbandsausschuss

18 Mitglieder

Verbandsvorstand

73


Fotohinweise / Impressum

Wir bedanken uns für die Unterstützung bei

der Bebilderung dieses Tätigkeitsberichtes:

Altonaer Spar- und Bauverein eG, Hamburg

Baugenossenschaft Dennerstraße-Selbsthilfe eG, Hamburg

Baugenossenschaft FLUWOG-NORDMARK eG, Hamburg

Baugenossenschaft Mittelholstein eG, Kiel

Baugenossenschaft Neptun e.G., Rostock

Bauverein der Elbgemeinden eG, Hamburg

Bundeskanzleramt/Bundespresseamt, Berlin

GIMPEX Neubrandenburger Handelsgesellschaft mbH /

NEUWOBA Neubrandenburger Wohnungsbaugenossenschaft eG,

Neubrandenburg

Hamburg-Rahlstedter Baugenossenschaft eG, Hamburg

HANSA Baugenossenschaft eG, Hamburg

Hanseatische Baugenossenschaft Hamburg eG, Hamburg

LÜBECKER BAUVEREIN eingetragene Genossenschaft, Lübeck

Moderne Wohnungsbaugenossenschaft Neustrelitz eG, Neustrelitz

NEUE LÜBECKER Norddeutsche Baugenossenschaft eG, Lübeck

NEUWOGES Neubrandenburger Wohnungsgesellschaft mbH,

Neubrandenburg

RGS Rostocker Gesellschaft für Stadterneuerung, Stadtentwicklung

und Wohnungsbau mbH, Rostock

SAGA GWG, Hamburg

Selbsthilfe-Bauverein eG, Flensburg

Sprinkenhof AG, Hamburg

Warener Wohnungsgenossenschaft eG, Waren

WGS Wohnungsgesellschaft Schwerin mbH, Schwerin

WOGE Wohnungs-Genossenschaft Kiel eG, Kiel

Wohnungsbaugenossenschaft Gartenstadt Wandsbek eG, Hamburg

Wohnungsbaugenossenschaft Volkswerft Stralsund eG, Stralsund

Wohnungsbaugesellschaft mbH Neuburg, Neuburg

Wohnungsgenossenschaft Grevesmühlen eG, Grevesmühlen

Wohnungsgenossenschaft Schiffahrt-Hafen Rostock eG, Rostock

Wohnungsgenossenschaft von 1904 e.G., Hamburg

Wohnungsgenossenschaft WARNOW Rostock-Warnemünde e.G.,

Rostock

Wohnungsgesellschaft Güstrow WGG mbH, Güstrow

Umschlag: Jann Wilken

Seite 5 (v. l. n. r.): Hanseatische Baugenossenschaft Hamburg eG,

Wohnungsbaugenossenschaft Volkswerft Stralsund eG, Selbsthilfe-

Bauverein eG

Seite 10 – 21, 67: Jann Wilken

Seite 28/29: Altonaer Spar- und Bauverein eG

Seite 36/37: Rostocker Gesellschaft für Stadterneuerung, Stadtentwicklung

und Wohnungsbau mbH

Seite 44/45: Selbsthilfe-Bauverein eG

Impressum

Herausgeber:

Verband norddeutscher Wohnungsunternehmen e.V.

Tangstedter Landstraße 83 · 22415 Hamburg

Verantwortlich für den Inhalt: Dr. Peter Hitpaß

Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

Konzept und Gestaltung: Klötzner Company Werbeagentur GmbH

Lithographie: Alsterwerk

Druck: MPW Media-Print Witt

Gedruckt auf Circlesilk Premium White (FSC-zertifiziertes

Recyclingpapier, ausgezeichnet mit dem EU Ecolabel)

Aktuelle Informationen finden Sie unter www.vnw.de

sowie

Thomas Berg, Lübeck

Heiner Leiska, Seestermühe

Dietmar Lilienthal, Rostock

Bettina Meckel / Solarlux, Osnabrück

Jutta Meinerts, Rostock

Jens Pump, Hamburg

Birgit Schewe, Kiel

Jann Wilken, Hamburg

74


Verband norddeutscher Wohnungsunternehmen e. V.

Tangstedter Landstraße 83 · 22415 Hamburg

Telefon 040 / 52011-0 · Fax 040 / 52011-201

Prüfungsdienst Fax 040 / 52011-266

E-Mail: info@vnw.de

www.vnw.de

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