REGIOBOTE Herbst 2018

Druckerpresse

Regionalmagazin für den Raum um Ottersberg, Oyten, Achim und Rotenburg.

Achim | Ahausen | Bassen | Fischerhude | Hellwege | Ottersberg | Oyten | Rotenburg | Scheeßel | Sottrum | Stuckenborstel

REGIOBOTE

Magazin für Kultur, Natur und Freizeit

Magazin für Kultur, Natur und Freizeit

Flagge zeigen

Vom Glück gemeinsam...

Beschauliches

Dötlingen

Das Künstlerdorf

Herbstliche

Tradition

Das Erntedankfest

Herbst 2018

KOSTENLOS


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Inhaltsverzeichnis Herbstausgabe

Flagge zeigen 4-5

Vom Glück, gemeinsam offen durch das Leben gehen zu dürfen

„Hinter dem Grünen Tor“ 21

Buchrezension

Wirksame Therapie bei

chronischen Krankheiten 6-7

Die regenerative Mitochondrienmedizin

Autostadt, Freiheitsstatue

und Mandelhörnchen 8-9

Olaf Heins schickt regelmäßig Backwaren auf die große Reise

Malte, Ritterhude und die Music Hall 10-11

Hausbesuch beim Sänger von Versengold

Beschauliches Dötlingen 12-13

Das Künstlerdorf bei Oldenburg

Herbstliche Rezepte 14-15

Bitcoins: Euphorie und Stress

um eine virtuelle Währung 16-18

Der Vorsitzende des IHK-Regionalausschusses Rotenburg

erläutert, warum er seine Bitcoins verkaufte

Apothekenverzeichnis 19

Musik in St. Matthias 20

Kirchenkonzert mit dem Projektkammerorchester der

Elbe-Weser-Marsch

Ahauser Herbst 2018 22-23

25. Oktober bis 28. Oktober 2018

Herbstliche Tradition 24-25

Das Erntedankfest

Nachtaktive Flatterwesen mit

sensiblen Ohren 26-27

Fledermäuse

„Culture-Creating-Confidence“:

Russland zu Gast in Worpswede 28-29

Kultur schafft Vertrauen

Sportregionen auf dem Prüfstand 30

„Sascha“ – Bis hierhin und nicht weiter!“ 31

Baukindergeld 32

als lohnenswerte Unterstützung

Ein Schatten auf der Lunge -

was muss ich tun? 33

Diakonieklinikum

Fest der Dinge 34-35

Ausstellung Hans Meyboden in Fischerhude

Impressum

Druckerpresse-Verlag UG (haftungsbeschränkt) • Scheeren 12 • 28865 Lilienthal • Tel. 04298 / 46 99 09 • Fax 04298/3 04 67 • E-Mail: info@druckerpresse.de

Geschäftsführer: Jürgen Langenbruch M.A. • HRB: Amtsgericht Walsrode 202140 • USt-IDNr. DE268140261

Redaktion: Claudia Kalusky • Fotos: Claudia Kalusky, pixabay.com, djd, txn • Titelbild: pixabay.com • Texte: Claudia Kalusky, djd deutsche journalisten dienste GmbH & Co. KG, txn.de - TextNetz KG

Foto Titelseite: Maren Arndt • © beim Verlag • Nachdruck und Kopieren nicht gestattet.

04/18

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Hinrich Pape unterwegs im Tuk Tuk

Annegret & Hinrich Pape

FLAGGE ZEIGEN!

Vom Glück, gemeinsam offen durch das Leben gehen zu dürfen

Text / Fotos:

Ralf G. Poppe

http://www.gaestehauskiekmolrin.de

Annegret Pape ist ein Rotenburger Original,

eine waschechte Waffensennerin. Mittlerweile

71 Jahre alt, hat sie nicht nur mit Ehemann

Hinrich eine Deutschland-Tour im TukTuk hinter

sich, sondern im eigenen Haus stets ein Bett

frei für Menschen aus aller Welt!

Annegret und Hinrich Pape sind ein zeitloses

Paar. Und das nicht nur, weil in ihren Gästezimmern

anfangs Uhren fehlten. Man merkt ihnen

weder ihr Alter an, noch haben sie antiquierte

Ansichten. Das Paar geht offen auf neue Mitbürger

zu, engagiert sich, fährt bevorzugt mit

einem TukTuk durch die Region, und liebt den

jährlichen Urlaub in Sri Lanka. Im Gespräch

mit dem Regioboten kamen einige Anekdoten

aus einem erfüllten Leben zum Vorschein …

Sehr geehrte Frau Pape, Sie sind in Rotenburg

geboren und aufgewachsen?

„Geboren bin ich in Waffensen auf „Kösters

Hof“. Als zweites von fünf Geschwisterkindern.

Außerdem lebten dort neben meinen Eltern

zudem die Großeltern. Es war also ein

Neun-Personen-Haushalt. Zuhause haben wir

nur plattdeutsch gesprochen. Zeit zum Spielen

war nicht viel, denn wir hatten eine kleine

Landwirtschaft. Alle mussten mit anpacken,

um z. B. Schweine, Kühe, Hühner usw. zu verpflegen.

Gegessen wurde, was wir selbst hatten

Hausschlachtung und Gemüse aus dem Garten.

Unsere Mutter verkaufte auch Gemüse auf

dem Wochenmarkt in Rotenburg. Das Waschen

der Kleidung war ebenfalls mühsam, denn wir

hatten weder eine Waschmaschine noch eine

Schleuder, in der heutigen Zeit undenkbar. Irgendwann

bekamen unsere Nachbarn dann

eine Wäscheschleuder. Es war eine Sensation.

Fortan durfte ich dann mit zwei Eimern Wäsche

zum Schleudern hingehen. Auf dem Hinweg

ganz schön schwer, zurück dann etwas

leichter.“

Und eben dort, in Waffensen, haben Sie auch geheiratet,

nachdem Sie ihren Ehemann Hinrich in

Sottrum kennengelernt hatten…

„Unsere Familie gehört zur SELK in Sottrum.

Meine Freundin nahm mich eines Tages mit zu

einem Jugendtreffen der SELK im Missionshaus

in Bleckmar bei Hermannsburg. Etwa 150 junge

Leute hatten sich dort eingefunden. Plötzlich

ging die Tür auf und Hinrich (mein zukünftiger

Mann) kam mit seinem Freund Helmut herein.

Die Beiden waren extra gekommen, um eine

Frau kennenzulernen, erzählte mein Mann später.

Bei mir funkte es sofort, aber wie sollte ich

eben diesen Mann in der Menge wiederfinden?

Irgendwie hat es nach vielem Hin und Her doch

geklappt. Meine Freundin hat sich in Hinrichs

Freund verliebt. Die Zwei haben ebenfalls geheiratet

und sind sieben Jahre später nach Kanada

ausgewandert.“

Die Heimfahrt von der eigenen Hochzeit in den

neuen Wohnort Gnarrenburg gestaltete sich sicher

sehr aufregend…

„Ein Jahr nach dem Kennerlernen, im August,

haben wir unsere Hochzeit gefeiert. Natürlich

in Waffensen auf unserer Diele. Morgens um

4.00 Uhr sind wir dann mit unserem Fiat 770

in unsere kleine Wohnung nach Gnarrenburg

gefahren. Als wir durch Rhade fuhren, merkte

ich, dass ich einen Hasen überfahren hatte.

Was nun? Natürlich konnten wir den Hasen

nicht einfach liegen lassen. Auch wusste ich,

dass das Blut raus muss aus dem Tier. Aber wie?

Schließlich fanden wir eine Lösung. In unserer

Wohnung angekommen, habe ich den Hasen in

die Dusche gehängt. So konnte er ausbluten.

Doch wie sah mein schönes Brautkleid danach

aus? Das habe ich noch in der Nacht dann erst

einmal intensiv gewaschen... Als wir später von

unserer Hochzeitsreise (im Zelt) zurückkamen,

hatte unser Opa dem Hasen das Fell über die

Ohren gezogen. So hatten wir einen wunderbaren

Hasenbraten. Heute undenkbar!“

4 04/18


04/18

Zur Goldenen Hochzeit kauften Sie sich ein Tuk

Tuk, um damit durch Deutschland zu reisen…

„Seit 2004 machen wir jährlich vier Wochen

Urlaub in Sri Lanka. Wir können dort nur im

Winter Urlaub machen, da wir die Wärme lieben.

Und dann ist es dort warm. Aus Sri Lanka

kam auch die Idee mit dem Tuk Tuk. In den

ersten Jahren hielten wir es für eine verrückte

Idee, doch vor sechs Jahren haben wir uns

hier einmal umgesehen. Ein Bekannter half uns

bei der Suche. In Lachendorf bei Celle fand er

dann unser Tuk Tuk. Eigentlich ist es ein Ape

Calessino, in Italien gebaut. Im vorigen Jahr

haben wir aus Anlass unserer Goldenen Hochzeit

damit eine Tour durch Deutschland unternommen.

Wir sind in 16 Tagen 1600 Kilometer

gefahren, stets an den Flüssen entlang. Die Reise

ging durch vier Bundesländer, sowie durch

einen Teil von Holland. Morgens wussten wir

nicht, wo wir abends sein werden. Unterwegs

haben wir viel erlebt.“

Eine Fahrt mit dem Tuk Tuk ist sicher nicht nur

luftig, sondern auch zeitintensiv. Wurden Sie

mit dem Fahrzeug schon einmal geblitzt?

„Natürlich ist es Im Sommer am schönsten mit

dem Tuk Tuk. Doch wir fahren auch im Winter

damit. Nur eben schön warm angezogen.

Wir sind in gut fünf Jahren mittlerweile fast

40 000 km TukTuk gefahren. Nur müssen wir

etwas mehr Zeit einplanen. Einmal wurden wir

in einer 70er Zone geblitzt. Da gab es helle Aufregung,

da wir nur 40 km/h gefahren sind....

Die Auflösung: Ein schnelles Auto hatte uns

überholt.“

Im Landkreis Rotenburg haben Sie mit eben jenem

Tuk Tuk sämtliche zwölf Melkhüs / Milchraststätten

besucht…

„Gleich in den ersten Jahren haben wir mit dem

TUK TUK sämtliche Melkhüs im Landkreis besucht.

Das haben wir viele Jahre wiederholt.

Auch unsere Gäste sind von den Melkhüs begeistert.“

Obwohl Sie seit 51 Jahren nicht mehr in Waffensen

leben, sind Sie in Rotenburg immer noch

sehr bekannt. Weshalb?

„Sicher auch deshalb, weil ich zwanzig Jahre

in der Touristik in Gnarrenburg ehrenamtlich

mitgearbeitet habe. Es hat mir sehr viel Spaß

gemacht. Dadurch war ich auch im TouROW

auf vielen Versammlungen dabei. Dort habe ich

viel gehört, konnte aber auch meine eigenen Erfahrungen

weitergeben.“

Seit fast 30 Jahren bieten Sie in ihrem Zuhause

Gästezimmer an. Und für jeden Besucher haben

Sie zur Begrüßung die Landesflagge parat,

die vorab gehisst wird. Selbst Franken bekommen

die eigene Flagge, nicht jene aus Bayern…

Wie viele Flaggen besitzen Sie bereits? Welche

fehlen noch?

„Vor 29 Jahren bin ich mit einem Gästezimmer

angefangen. Jetzt sind es drei Zimmer sowie

ein Ferienhaus. Der Umgang mit den Gästen

macht sehr viel Spaß - es kommen nur nette

Leute zu uns! Es war Hinrichs Idee, jeden Gast

mit (s)einer Flagge zu begrüßen. Zuerst sammelten

wir die Flaggen aller Bundesländer.

Dann kamen jene aus Europa dazu. Anschließend

folgten die Fahnen von Singapur, Australien,

Neuseeland, Japan usw. Insgesamt haben

wir 148 Flaggen. Einmal hissten wir die

bayrische Flagge. Da haben die Gäste gestreikt.

Denn sie waren Franken... Die Flagge haben sie

uns dann geschickt. Ein andermal standen drei

Radfahrer vor der Tür. Sie kamen aus Taiwan.

Deren Flagge hatten wir nicht, bzw. eine Woche

später hatten wir sie dann doch! Manche Gäste

kennen unseren Tick und bringen die eigene

Stadtflagge mit. So ist schon so einiges an Flaggen

zusammengekommen.“

Gab es auch einmal Beschwerden von Gästen?

„Uns liegt sehr viel daran, dass unsere Gäste

zufrieden sind. Ich frage oft, ob irgendetwas

im Zimmer fehlt. Einmal sagte mir ein Gast,

er könne sich schlecht bücken, deshalb hätte

er gern einen langen Schuhanzieher. Natürlich

habe ich in allen Zimmern und im Blockhaus

jetzt lange Schuhanzieher. Ein andermal

bemerkte jemand, dass es schön wäre, wenn im

Zimmer eine Uhr hängen würde. Natürlich befindet

sich jetzt überall eine Uhr in jedem Zimmer.

So habe ich in all den Jahren die Wünsche

der Gäste berücksichtigt.“

Sie selbst urlauben stets in Sri Lanka. Was fasziniert

Sie an dem Land?

„Wie bereits erwähnt, machen wir seit 2004 Urlaub

in Sri Lanka. Wir fahren immer in dasselbe

Hotel, bekommen dort auch immer das gleiche

Zimmer. Wir haben auch `unseren´ TukTuk-

Fahrer, der gut deutsch spricht, uns sein Land

zeigt. Er stellt uns auch Orte vor, die unter den

Touristen nicht so bekannt sind. Sri Lanka ist

ein wunderschönes Land! Zwar sehr arm, wohl

aber mit sehr zufriedenen Menschen. Das ganze

Jahr über sammeln wir bei uns Verbandsmaterial

und Brillen, um die Sachen dann bei

einem Doktor im Urwald, in einer Klinik für

besonders arme Leute verteilen zu lassen. Die

Brillen gibt es in einer Augenklinik. Ich glaube,

wir wissen gar nicht, wie gut wir es hier in

Deutschland haben.“

Im ihrem Garten haben Sie „Morgen neu“, ihre

Freunde sind die „Uhus“. Wie viele Sprachen

sprechen Sie, welche eigenen Wortschöpfungen

gibt es noch?

„Wir haben einen wirklich großen Garten mit

reichlich Blumen und Sträuchern zu pflegen.

Alle zwei Wochen haben wir eine Probe im

UHU-Chor unserer Gemeinde in Farven (von

dort kommt Hinrich). Wir nennen den Chor

UHU, weil wir alle unter hundert Jahre alt sind.

Die Jüngsten sind 14, wir sind die Ältesten.

Hinrich ist 80, ich bin 71.“

Annegret Pape mit der

Fahne von Sri Lanka

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Wirksame Therapie

bei chronischen

Krankheiten

Die regenerative Mitochondrienmedizin

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„Ich hatte die Hoffnung schon fast aufgegeben,

meine Schmerzen jemals loszuwerden. Alles

fing mit Missempfindungen an den Beinen

an, bald darauf folgte ein Taubheitsgefühl und

schließlich kamen starke Schmerzen hinzu,

die kein Schmerzmittel unterdrücken konnte“,

schildert Herr P. seinen damaligen Zustand.

Polyneuropathie lautete die Diagnose seiner

Ärztin; das bedeutet die Erkrankung mehrerer

Nerven.

Aus seinem Bekanntenkreis bekam Herr P. den

Hinweis, doch einmal eine Heilpraktiker-Praxis

aufzusuchen, in der die regenerative Mitochondrienmedizin

angewendet wird. Die Mitochondrienmedizin

ist ein noch junges Therapiekonzept

in der alternativen Medizin, welches die Ursache

von Krankheiten in den Zellen begründet

sieht. Die Therapie umfasst drei Schwerpunkte:

Die Zellen werden dazu angeregt, ihre Kraftwerke,

also die Mitochondrien, zu optimieren.

Leistungsgeschwächte Mitochondrien werden

abgebaut, die gesunden werden zur Teilung angeregt.

Somit wird die Energieversorgung der

Zellen deutlich gesteigert. Gleichzeitig werden

die bei allen Stoffwechselprozessen frei werdenden,

im Gewebe eingelagerten, umweltbedingten

Gifte, wie Schwermetalle und Umwelttoxine

mobilisiert und ausgeschieden.

Dieser Prozess fördert ebenfalls die Arbeit unserer

Körperzellen, denn diese können durch

Stoffwechselmüll in ihren Funktionen eingeschränkt

sein. Durch die gezielte Eingabe per

Infusion von orthomolekularen Baustoffen, wie

6 04/18


die Voraussetzung für einen gesunden Körper.

Mittlerweile ist es wissenschaftlich erwiesen,

dass bei chronischen Krankheiten zunächst die

Zellen, beispielsweise eines bestimmten Organes

krank sind und erst im späteren Verlauf die

Symptome auftreten. Dort setzt die spezielle regenerative

Mitochondrienmedizin an, welche Patienten

hilft, die zum Beispiel unter Polyneuropathie,

Allergien, Rheuma, Neurodermitis,

ADHS, Arthritis und Arthrose, Diabetes,

Herzkrankheiten, Parkinson, Multiple Sklerose,

Burn-out-Syndrom und anderen chronischen

Erkrankungen leiden. Krankheiten, deren

Ursache in einem oder in mehreren dieser

Systeme liegen, können mit der Mitochondrienmedizin

positiv beeinflusst werden, im besten

Falle heilt die Krankheit sogar aus.

Vitaminen, Aminosäuren und Spurenelementen,

wird sichergestellt, dass gesunde Mitochondrien

entstehen können; somit ist eine erhöhte

bzw. eine gesunde und normale Zellleistung

wieder möglich.

Das Spektrum der Zellfunktionen, die von den

Mitochondrien abhängen, reicht von Muskelleistung,

Nervenfunktion, Hormonproduktion,

Entzündungshemmung, Abwehr gegen Viren,

Pilze und Bakterien bis hin zu Stoffwechselstörungen

und Übergewicht. Gesunde Zellen sind

Somit ist diese Therapie nicht nur für Menschen

mit chronischen Erkrankungen erfolgsversprechend,

sie kann beispielsweise auch bei

Sportlern sinnvoll zum Einsatz kommen, um

deren Leistung zu verbessern. Zudem kann sie

präventiv helfen, indem manche Krankheiten

erst gar nicht ausbrechen. Ein Organ dessen

Zellen optimal arbeiten können, weil ausreichend

Energie zur Verfügung gestellt wird und

alle notwendigen Baustoffe vorhanden sind, erkrankt

nicht.

Da bei diesem Ansatz ausschließlich mit natürlichen

Substanzen gearbeitet wird, die nicht

chemisch verändert wurden, treten Nebenwirkungen

nur selten auf. Deutschlandweit gibt es

erst wenige Heilpraktiker und Ärzte, die diese

Methode anwenden. „Für mich bedeutete

diese Therapie große Erleichterung und es war

tatsächlich der Beginn eines neuen Lebensgefühls,

denn meine Schmerzen sind nun Vergangenheit“,

freut sich Herr P. nach seinen erfolgreichen

Behandlungen.

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04/18

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Firmeninhaber Olaf Heins & Partnerin Elena Sperling

Autostadt, Freiheitsstatue

und Mandelhörnchen

Olaf Heins schickt regelmäßig Backwaren auf die große Reise

Text/Fotos:

Ralf G. Poppe

ROTENBURG. Eine Reise ohne Wiederkehr

ist eigentlich nicht das, was sich ein Mensch

wünscht. Mandelhörnchen aus dem Landkreis

Rotenburg jedoch treten diese Reise permanent

an. Denn ein Bäckermeister verkauft die vegetarischen

Leckereien regelmäßig in viele von

hier aus entlegene Orte des Erdballs.

Herr Heins. Ihre Bäckerei hat mehrere Filialen

im Landkreis Rotenburg. Wo hat die Bäckerei ihren

Ursprung?

Olaf Heins: „1949 haben meine Großeltern

Anna & August Heins die Firma in der Alten

Straße in Bremervörde gegründet, später dann

in der Gnarrenburger Str. 33 mit einem zusätzlichen

Saalbetrieb neu eröffnet. In dieser Konstellation

lief das Geschäft bis 1993. Ab dem

01. Mai 1993 zog die Backstube nach Selsingen,

der Saalbetrieb wurde eingestellt.“

Ihre Bäckerei ist scheinbar die einzige im Landkreis

Rotenburg, die regelmäßig frisch gebackene

Mandelhörnchen in die USA liefert. Wie oft

werden Mandelhörnchen an welche Stadt in den

USA geliefert?

Olaf Heins: „Die Familie Pütz aus Bremervörde

fährt regelmäßig in die USA zu ihrer Tochter

nach Detroit. Sie ist dort mit einem Amerikaner

verheiratet. Der Ehemann und der gemeinsame

Sohn essen die Mandelhörnchen besonders

gerne. Außerdem wohnt noch ein Bruder

der Familie, der diese Mandelhörnchen ebenfalls

liebt, in New York. Anlässlich des Geburtstags

des Bruders und der Silberhochzeit der

Tochter war die Familie gerade im Mai wieder

vier Wochen in den Staaten. Selbstverständlich

nicht ohne die Mandelhörnchen.

Erinnern Sie noch, wie der Kontakt zum US-

Kunden zustande kam?

Olaf Heins: „Der amerikanische Schwiegersohn

hat drei Jahre in Deutschland gearbeitet. Dabei

ist er auf den Geschmack gekommen. Seither

verschickt Familie Pütz regelmäßig unsere

Mandelhörnchen in die USA. Oder sie nimmt

sie bei Ihren Besuchen mit.“

US-Präsident Donald Trump erhebt neuerdings

Strafzölle auf Importe auch aus Deutschland.

Sind ihre Mandelhörnchen davon betroffen?

Olaf Heins: „Hahaha... bisher zum Glück nicht!“

8 04/18


Was würden Sie sagen, wo liegt der größte Unterschied

zwischen der Bäckerei Heins und

Groß-Bäckereien von Discountern? Olaf Heins:

„Beim Discounter oder in einer Großbäckerei

sieht jedes Gebäck aus wie das andere. `Maschinenproduktion´

halt. Das ist bei uns natürlich

anders, hier zählt noch richtige `Handarbeit´.

Bei uns werden z. B. die Mandelhörnchen

auch mit Marzipan gemacht (Anmerkung des

Verfassers: Nicht mit Marzipan-Ersatzstoffen,

wie vielerorts leider heutzutage üblich). Wenn

ein Brot länger als eine Woche haltbar ist, dann

ist das leider sicherlich nicht ganz ohne Zusatzstoffe

zu realisieren. Da lohnt sich auf jeden Fall

einmal ein Blick auf die Inhaltstoffe... Wenn ein

Brot mal schimmelt, ist das sicherlich ärgerlich.

Aber man weiß dann wenigstens, das Leben in

dem Brot ist (Anmerkung des Verfassers: Das

Magazin Focus berichtete am 09.02.2016 davon,

dass ein Amerikaner im Jahre 2013 einen

14 Jahre alten Burger komplett unverändert

erhalten hat. Und das in einem Hostel in

Reykjavik Burger und Pommes aus dem Jahr

2009 ausgestellt wären. Über eine Live-Kamera

konnte man beobachten, dass sich das Essen

nicht veränderte).

Das Geschmacksempfinden ist leider bereits

derart beeinflusst worden, das wir die Zusätze

gar noch als `lecker´ empfinden. Was natürlich

schmeckt, wird oft nicht mehr als so geschmackvoll

empfunden. Auf Dauer, so glaube

ich, ist das für die Gesundheit nicht wirklich

gut, siehe Allergien und Unverträglichkeiten.

Das ist wie beim Rauchen. Eine Zigarette macht

ja auch nicht krank...“

Liefern Sie auch Backwaren in andere (Bundes-)

Länder?

Olaf Heins: „Ja. Ein Fahrer nimmt vier Mal

im Jahr Mandelhörnchen, Butterkuchen und

Schwarzbrot mit nach Warschau in Polen. Wir

beliefern regelmäßig Kunden in Bad Essen in

Nordrhein-Westfalen, hauptsächlich mit unserem

traditionellen `Husmoker Swattbrod´ (Anmerkung

des Verfassers: Schwarzbrot ohne Zusätze).

Sie erhalten bereits seit Jahren alle zwei

Monate zehn Schwarzbrote per Post. Selbst

nach Bayern sowie in die Fränkische Schweiz

liefern wir alle drei Monate 10x unser `Husmoker

Swattbrod´ . Plattdeutsch versteht man

auch in Bayern!“

Nach nunmehr ziemlich genau 25 Jahren verlegen

sie ihre Backstube nun wieder zurück nach

Bremervörde. Warum?

Olaf Heins: „Ganz einfach, weil die Produktionsstätte

in Selsingen für meine Bedürfnisse

zu groß geworden ist. Ganz davon abgesehen,

war die dortige Backstube in einem sehr alten

Gebäude ansässig. Um zukünftigen Standards

entsprechen zu können, hätten unverhältnismäßig

viel renovieren müssen. Des weiteren

steht das traditionelle Grundgerüst für die

Mandelhörnchen mit Herz

Backstube in Bremervörde noch, so das die Kosten

sich dort vertretbaren Grenzen halten. Weiterhin

bin ich jeden Tag stets zwei, dreimal zwischen

Selsingen und Bremervörde gependelt.

Was nicht nur Zeit, sondern auch Geld kostete

und die Umwelt belastete. In Bremervörde bin

ich flexibler. (Heins lächelt). Wenn einmal etwas

fehlt, gehe ich einfach nach hinten in die

Backstube, und backe das fehlende Produkt

frisch nach. Ich bin nun wieder permanent vor

Ort. Büro und Produktion in einem Gebäude.“

Zur Person: Olaf Heins wuchs in Bremervörde

auf. Nach einer Konditorlehre von 1988-91 legte

er am 29.07.1998 erfolgreich seine Prüfung

zum Bäckermeister ab. Im Jahr 2007 übernahm

Olaf Heins den väterlichen Betrieb. Mittlerweile

führt er die Firma mit drei Verkaufsstellen

im Landkreis Rotenburg und circa 35

Mitarbeiter(inne)n gemeinsam mit seiner Partnerin

Elena Sperling. Am 01.09.2019 wird das

70. Firmenjubiläum des Familienbetriebes mit

großer Tradition gefeiert.

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04/18

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Malte Hoyer - Versengold

Malte, Ritterhude

und die Music Hall

Hausbesuch beim Sänger von Versengold

Text/Fotos:

Ralf G. Poppe

Endlich ist es soweit: Nachdem das Sextett Versengold

im letzten Jahr mit der aktuellen CD

„Funkenflug“ den zweiten Platz in den deutschen

Albumcharts erobern konnte, und zuvor

jahrelang im gesamten deutschsprachigen

Raum herumgetourt ist, lädt es am 15. September

erstmals zu einem offiziellen Heimspiel

in die Worpsweder Music Hall ein. Warum

in besagter legendärer Location aber bereits

Versengold-Konzerte stattfanden, erläuterte

Malte Hoyer Autor Ralf G. Poppe im Rahmen

eines intensiven Hamme-Spaziergangs an der

Ortsgrenze von Ritterhude, wohin der Sänger

regiobote zu einem exklusiven Haus- &

Heimatbesuch eingeladen hatte.

Regiobote: „Geht mit dem Heimspiel in

der Music Hall ein besonderer Wunsch in

Erfüllung?

Hoyer: „Die Music Hall war in unserem Leben

stets präsent. Zwei Mitglieder von Versengold

kommen aus dem Nachbarort Lilienthal, drei

aus Osterholz-Scharmbeck. Dementsprechend

sind wir als Jugendliche oft dorthin gegangen.

Neben vielen Konzerten meines Bruders (mit

Afterburner) habe ich dort z. B. Ougenweide gesehen.

Katzenjammer hätte ich dort gerne gesehen

(spielte am 21.08.2012; Anm. d. Red.). Es

gibt eine Verbindung – letztendlich haben wir

ja auch bereits mehrmals in der Music Hall ge-

10 04/18


spielt. Es weiß nur niemand! Wir organisieren

dort seit Jahren unsere Tourproben. Da bauen

wir dann dort unser gesamtes Set auf, üben und

feiern einige Tage. Fast ohne Zuschauer, nur im

Familienkreis. Deshalb nennen wir das Konzert

auf unserer Webseite auch Heimspiel. Wir

haben in dieser Besetzung bisher nie in der Gegend

gespielt. Weder im Teufelsmoor, in Lilienthal,

OHZ, oder sonstwo. Es gab in der Heimat

bisher keinen größeren Gig! Als es `Stagges´ in

OHZ noch gab, war ich Jugendlicher, und eben

dort eher feiern. Würde es das heute noch geben,

wäre das aber auch zu klein. Ein ganz frühes

LineUp von Versengold hat einmal im Kulturzentrum

in OHZ gespielt. Doch da gab es die

Band noch gar nicht so richtig. Eigentlich waren

dort nur ich und eine Gitarristin auf der

Bühne. Das waren damals noch gar keine richtigen

Konzerte, sondern eher ein fröhliches Beisammensein

mit ein bisschen Klampfen auf der

Gitarre. Jetzt kommt das erste richtige Konzert

in der Heimat, und das ist etwas Besonderes!“

regiobote: Versengold ist eine durch historische

Begebenheiten inspirierte Band.

Haben die Bildnisse im malerischen Künstlerort

Worpswede die Musik irgendwie inspiriert?

Hoyer: „Meinst du die Bilder von Paula Modersohn-Becker?

Ich bin kein großer Kunsthistoriker,

wenn es um Gemälde geht. Natürlich habe

ich im Laufe meines Lebens etwas davon mitbekommen.

Vor allem aber habe ich viel Zeit

im Kulturzentrum in OHZ verbracht. Und genau

dieses KuZ, der ehemalige Kleinbahnhof,

wurde von einem Worpsweder Künstler, von

Heinrich Vogeler, eingerichtet. Die Farbe an

den Wänden, der Kamin wurden u. a. von ihm

gestaltet. Dadurch hat mich schon immer ein

Stückchen Worpswede in meinem Leben begleitet.

Ganz davon abgesehen, haben sich die Mitglieder

von Versengold in eben jenem KuZ kennengelernt,

und so quasi am Kamin von Vogeler

die Gruppe gegründet.“

Oktober_2018_Layout 1 22.09.2018 11:59 Seite 1

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Samstag 19. Januar mit DJ

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Samstag 2. Februar mit Live-Bad “STEAM”

Samstag 9. Februar mit DJ

Samstag 16. Febraur mit Live-Bad “STEAM”

Samstag 23. Februar mit Live-Bad “STEAM”

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Beschauliches Dötlingen

Das Künstlerdorf bei Oldenburg

Die mittelalterliche Feldsteinkirche

Text: Claudia Kalusky

Fotos:

Claudia Kalusky,

Gemeinde Dötlingen

Nicht so bekannt wie Worpswede, Fischerhude,

Ahrenshoop an der Ostsee oder Dangast an

der Nordsee und dennoch ebenfalls sehr reizvoll,

präsentiert sich der kleine niedersächsische

Künstlerort Dötlingen im Landkreis Oldenburg.

Die Samtgemeinde besteht aus rund 20 Dörfern

und Bauernschaften mitten im Herzen der Wildeshauser

Geest. Die Landschaft ist leicht hügelig,

mit Heideflächen, Kiefernwäldern, kleine

Seen und der Hunte, die sich ihren Weg durch

Felder und Wiesen bahnt.

In früheren Zeiten führte das Kirchdorf Dötlingen

ein eher kümmerliches Dasein; die Böden

waren schwer zu bewirtschaften und Handel

gab es kaum.

Ein Schild neben der 1000jährigen Eiche, in der

Nähe der mittelalterlichen Feldsteinkirche im

Ort, weist heute daraufhin, dass sich hier im

18. Jahrhundert die so genannten Hollandgänger

getroffen haben: „Das waren Einheimische,

Arbeiter, Heuerleute die sich getroffen haben,

um gemeinsam Richtung Holland zu wandern

und sich dort Arbeit zu suchen. Die Frauen sind

mit ihren Kindern und ihrer Kleinwirtschaft

hier geblieben und haben Knochenarbeit geleistet“,

weiß Gästeführerin Marianne Mennen. So

war Dötlingen ein stilles und ärmliches Heidedorf,

bis Künstler zur Jahrhundertwende den

Ort aus seinem Dornröschenschlaf erweckten

und sich gerade für diese Bescheidenheit, das

einfache Leben und die Geestlandschaft begeisterten.

„Es gibt eine Aussage, als sich die ersten

Künstler hier niedergelassen haben, dass

die Alteingesessenen, die Bauern, ihren Töchtern

gesagt haben, sie möchten sich doch nicht

mit diesen leichtsinnigen Künstlervolk bemengen.

Das muss schon eine sehr spannende Zeit

gewesen sein.“

Einer der überregional bekanntesten Vertreter

der Künstlerkolonie war der Maler und Grafiker

Otto Pankok, der 1893 in Mülheim an der Ruhr

als Sohn eines Arztes geboren wurde. Nach seinem

Bruch mit den Kunstakademien, kam er

1913 in das beschauliche Dorf, um dort eine

Weile zu leben und zu arbeiten. Ab Ende des 19.

Jahrhunderts entdeckten viele seiner Künstlerkollegen

abgelegene Orte Deutschlands, um

sich inspirieren zu lassen und sich sogar zum

Teil dort niederzulassen. „Otto Pankok war

ein Maler, der im Dritten Reich verboten war,

weil er die Wirklichkeit malte. Er ist auch viel

in Osteuropa unterwegs gewesen. Dort hatte er

vor allem das Leben der Roma und Sinti bildnerisch

festgehalten. Nur wenige Künstler stellten

damals ohne falsches Pathos Armut und

Not dar.“ Als Gründer der Dötlinger Künstlerkolonie

gilt der Landschaftsmaler Georg Müller

vom Siel. 1865 in Butjadingen geboren und aus

wohlhabender Kaufmannsfamilie stammend,

zog es ihn bereits in jungen Jahren nach New

York, wo er unter anderem zeichnen lernte. Er

bereiste Europa, bis er 1889 Dötlingen entdeckte.

„Plötzlich stellte man fest, dass es in der näheren

Umgebung auch schöne Sachen gibt und so

12 04/18


04/18

ist Müller vom Siel eines Tages hierher gewandert

und hat auch den weiten Blick ins Huntetal

entdeckt. Den finden sie auf vielen seiner

Bilder, die sie im Museum in Oldenburg sehen,

große monumentale Bilder. Müller vom Siel

hatte in Dötlingen eine kleine Kunstschule eingerichtet,

die vor allem von wohlhabenden Damen

besucht wurde.“

In der jüngst sanierten Kate befindet sich jetzt

eine Galerie mit Dachgeschosswohnung. Hier

können auswärtige Künstler eine Zeitlang arbeiten,

wohnen und ausstellen. „Zunächst

meinte man hier im Ort; schiebt das Ding um

und macht was Neues, aber wir haben dieses

Gebäude ganz entkernt, nur das Fachwerk ist

stehen geblieben.

Es ist immer schön, wenn sich weitere Künstler

bei uns ansiedeln. Die werden alle wohlwollend,

wenn sie sich ins Dorf mit einbringen, absolut

wohlwollend aufgenommen. Das Dorf muss ja

belebt werden und insofern ist das immer gut.“

Vorausgesetzt, man findet Wohnraum…

Walter Ulrich von der Kunststiftung Dötlingen

hat bereits viele Projekte begleitet. An Förderung

von Kunst und der Sanierung von historischen

Gebäuden ist die Stiftung oft maßgeblich

beteiligt; sie setzt sich zusammen aus Privatpersonen,

der Gemeinde und dem Bürger- und

Heimatverein. Ihr Traumhaus gefunden hat die

Malerin und Galeristin Julia Neulinger-Kahl.

Ursprünglich aus dem Weserbergland, landete

sie mit einem Umweg über Bremen in Dötlingen.

2013 kauften sie und ihr Mann einen ehemaligen

Kolonialwarenladen und bauten ihn

zum Wohnhaus mit Atelier und Galerieraum

um. Die quirlige 43-jährige arbeitete früher als

Hebamme und Heilpraktikerin, bis sie sich zur

Kunst bekannte.

„Ich habe immer den Wunsch gehabt: da soll´s

sein und hiermit habe ich mir einen Traum verwirklichen

dürfen und ich darf das jetzt leben,

ich darf arbeiten, ich darf Kurse geben und anderen

Künstlern einen Platz bieten. Wir haben

heute eine ganz andere Fülle von Möglichkeiten

Kunst zu vertreiben, uns bekannt zu machen.

Ich glaube wir haben in Dötlingen auch

einen Ort gefunden, in dem man solche Sachen

gut bekannt machen kann, indem das Interesse

da ist. Aber es ist eben wirklich der Weg

des Internets, den man heute gehen muss, um

sich in Sachen Kunst verbreiten und aufstellen

zu können. Das geht nicht mehr, dass man

einen Laden aufmacht und sagt Hallo hier bin

ich, jetzt müsst ihr alle bei mir kaufen, das ist

ganz großartig, nee, nee. Ich habe eine Galerie

im Weserbergland mit der ich zusammen arbeite.

Ich habe mir vorgenommen immer namhafte

Künstler hier zu zeigen.

So haben wir Armin Müller Stahl und eine Chagall-Ausstellung

hier gehabt und im letzten

Jahr Dali. Alle anderen Künstler sind tatsächlich

oft Begegnungen, das ist oft eher Zufall,

ich gehe einfach mit offenen Augen durch die

Welt.“

Wer mit offenen Augen durch Dötlingen spaziert,

entdeckt neben liebevoll sanierten Fachwerk-

und Reetdachhäusern, auch das so genannte

Paradies. Hier genießt man den Blick

auf das Pfarrhaus und den Meyerhof mit seinen

Fischteichen und hier führt der Wanderweg

Huntepadd direkt ans Flussufer. Aktuell

leben und arbeiten in der Samtgemeinde rund

30 Künstler, unter ihnen Maler, Grafiker und

Bildhauer, doch allein von der Kunst zu leben

ist schwierig geworden.

Vorsicht vor Kultur-Gestalten!

Da schadet es nicht, dass Dötlingen ein beliebtes

Ausflugsziel ist und viele Tagesgäste aus

dem Umkreis von bis zu 150 Kilometern anreisen

und - nicht zu jedermanns Plaisier -Reisebusse

den Ort ansteuern. Es gibt Galerien,

Cafes, Restaurants und Hotels, einen Tante

Emma- und Hofladen; alles im überschaubaren

Rahmen, aber für ein Dorf mit rund 1.600

Einwohnern sicherlich außergewöhnlich. Der

Dorfgarten lädt zum Verweilen ein, wer möchte,

spielt eine Partie Boule, es gibt ein Jugendhaus,

einen Kindergarten und eine Grundschule.

Viele junge Erwachsene kehren in den Ort

ihrer Kindheit zurück. Dötlingen liegt seinen

Bewohnern am Herzen und hat Zukunft.

Ein typisch schön

restauriertes Haus

in Dötlingen

13


Herbstliche Rezepte

Dr. Oetker Deutschland

Rezepte und Tipps aus der

Dr. Oetker Versuchsküche

Fotohinweis: © Dr. Oetker

Versuchsküche, März / September 2016

Mini-Kürbisse

etwa 24 Stück

Zutaten:

Für die Muffinform

(Mini 24er):

24 Mini-Papierbackförmchen

All-in-Teig:

150 g Weizenmehl

2 gestr. TL Dr. Oetker

Original Backin

75 g Zucker

1 Pck. Dr. Oetker Finesse

Natürliches Bourbon-

Vanille-Aroma

100 g weiche Butter

oder Margarine

2 Eier (Größe M)

3 EL Milch

100 g Dr. Oetker

gehackte Mandeln

Zum Verzieren:

200 g Dr. Oetker Dekor-

Fondant Weiß

3 EL Puderzucker

Dr. Oetker Lebensmittelfarben

, orange

Dr. Oetker Back- und

Speisefarbe , grün

Dr. Oetker Zuckerschrift

Schwarz

Vorbereiten:

Mini-Papierbackförmchen in die Muffinform setzen.

Backofen vorheizen.

Ober-/Unterhitze: etwa 180°C

Heißluft: etwa 160°C

All-in-Teig:

Mehl mit Backin in einer Rührsschüssel mischen. Übrige

Zutaten hinzufügen und alles mit einem Mixer

(Rührstäbe) kurz auf niedrigster, dann auf höchster

Stufe etwa 2 Min. zu einem glatten Teig verarbeiten.

Teig mit Hilfe von 2 Teelöffeln in die Papierbackförmchen

verteilen. Form auf dem Rost in den Backofen

schieben.

Einschub: Mitte

Backzeit: etwa 20 Min.

Verzieren:

Fondant mit gesiebtem Puderzucker verkneten und

180 g mit oranger Lebensmittelfarbe färben. Eingefärbten

Fondant zwischen einem aufgeschnittenen Gefrierbeutel

dünn ausrollen. 24 Taler (Ø etwa 5,5 cm)

ausstechen. Taler auf die Muffins legen und leicht andrücken.

Mit einem Messerrücken Rillen in die Kürbisse

drücken (Abb. 1). Restlichen Fondant mit Speisefarbe

grün einfärben. Daraus Stiele und Blätter formen

und mit etwas Zuckerschrift festkleben. Für die Kürbisgesichter

die Kürbisse mit der schwarzen Zuckerschrift

dekorieren.

Muffins aus der Form lösen und auf einem Kuchenrost

erkalten lassen.

Aus der Versuchsküche:

Für „Muffins am Stiel“ einfach Holz- oder Lolliespieße

einstechen.

14 04/18


Schoko-Bananen-Kuchen mit Halloween-Hexe

Etwa 16 Stück

Zubereitung:

Vorbereiten:

Backblech fetten und mit Backpapier belegen. Backrahmen

(etwa 25 x 25 cm) daraufstellen. Bananen in kleine

Stücke schneiden. Backofen vorheizen.

Ober-/Unterhitze: etwa 180°C

Heißluft: etwa 160°C

Teig:

Backmischung in eine Rührschüssel geben, Margarine

oder Butter, Eier, Milch hinzufügen. Alles mit einem

Mixer (Rührstäbe) kurz auf niedrigster, dann auf

höchster Stufe etwa 3 Min. zu einem glatten Teig verarbeiten.

Bananenstücke unterrühren. Teig in dem Backrahmen

glatt streichen und backen.

Einschub: unteres Drittel

Backzeit: etwa 35 Min.

Kuchen auf dem Blech auf einem Kuchenrost erkalten

lassen. Dann den Rahmen lösen und entfernen. Den

Kuchen z. B. auf ein großes Brett stürzen, mitgebackenes

Backpapier abziehen und zurückstürzen.

Verzieren:

Glasur (liegt der Backm. bei) nach Anleitung schmelzen,

auf dem Kuchen verstreichen und fest werden lassen.

Schablone vorbereiten. Wenn die Glasur fest ist,

Schablone auflegen und Kuchen mit Puderzucker bestreuen.

Schablone vorsichtig abziehen.

Versuchsküche:

Den Kuchen kann man ohne Guss gut einfrieren.

Zutaten:

Für das Backblech:

etwas Fett

Backpapier

Backrahmen Teig:

1 reife Banane (etwa 220

g vorbereitet gewogen)

1 Backm. Dr. Oetker

Schoko-Kuchen

150 g weiche Margarine

oder Butter

3 Eier (Größe M)

75 ml Milch

Zum Verzieren:

etwas Puderzucker

Herbstlicher Salat

etwa 4 Portionen

Vorbereiten:

Knabberecken:

Butter in einem kleinen Topf zerlassen, Zucker, Honig

und die Pinienkerne hinzufügen. Alles unter Rühren

so lange erhitzen, bis die Masse karamellisiert und

hellbraun ist. Die Masse sofort auf ein Stück Backpapier

geben und mit einem Löffel zu einem Taler (Ø etwa

12 cm) flach drücken, dann etwas abkühlen lassen. Das

Gebäck in 8 „Tortenstücke“ schneiden.

04/18

Salat:

Feldsalat verlesen, waschen und abtropfen lassen. Lollo

Rosso waschen, abtropfen lassen und in mundgerechte

Stücke zupfen. Eier pellen und fein hacken. Rote

Bete in kleine Streifen schneiden.

Dressing:

Essig mit Salz, Basilikum, Orangensaft, Öl und Honig

in einen Rührbecher geben und pürieren.

Blattsalat kurz vor dem Servieren mit der Soße vermengen.

Rote Bete und Ei darüberstreuen, die Knabberecken

aufsetzen. und Senf abschmecken. Frühlingszwiebeln

waschen, in Ringe schneiden und unterrühren.

Aus der Versuchsküche:

Den Feldsalat als Vorspeise oder Beilage zu Honig-Kartoffeln

mit Dip servieren.

Zutaten:

Knabberecken:

1 TL Butter

1 EL Zucker

1 EL Honig

100 g Pinienkerne

Salat:

150 g Feldsalat

1 kleiner Kopf Lollo Rosso

2 hart gekochte

Eier (Größe M)

100 g Rote-Bete-

Kugeln (aus dem Gl.)

Dressing:

2 EL Kräuteressig

Salz

2 EL gehackte

Basilikumblätter

2 EL Orangensaft

3 EL Speiseöl, z. B.

Sonnenblumenöl

oder Zitronenöl

1 ½ EL Honig

1 TL

mittelscharfer Senf

15


Bitcoins: Euphorie

und Stress um eine

virtuelle Währung

Der Vorsitzende des IHK-Regionalausschusses

Rotenburg erläutert, warum er seine Bitcoins

verkaufte

Text: Ralf G. Poppe

Foto: Thomas / hfr.

ROTENBURG. Der Bitcoin ist aktuell auf den

tiefsten Stand seit dem großen Hype 2017 gefallen.

Es stellt sich die Frage, ob der Tiefpunkt

erreicht ist. Eine verspätete Entwicklung könnte

den Kurs wieder steigen lassen. Derzeit redet

kaum jemand vom digitalen Geld. Das hat

einen Grund: Die Talfahrt setzte sich zuletzt,

unterbrochen von leichten Gegenbewegungen,

fort. Die Während fiel erstmals wieder unter

dem Stand, den sie im Oktober 2017 innehatte.

Zu Jahresbeginn sorgte ein ungewöhnlicher

Kriminalfall aus Island noch weltweit für

Schlagzeilen - Ungefähr 600 Computer im Wert

von circa zwei Millionen Dollar waren dort seit

Dezember aus Rechenzentren gestohlen worden.

Die PCs waren fürs Mining gedacht, also

zum Errechnen von Kryptowährungen wie

dem Bitcoin. Bereits im Herbst letzten Jahres

machte der ehemalige Bitcoiner James Howell

Schlagzeilen. Er hatte im Jahre 2009 mit seinem

Laptop 7500 Bitcoins abgebaut. Die Kryptowährung

war damals leicht abzuschürfen,

weil sie seinerzeit nichts wert war. 2010 verschüttete

er versehentlich Limonade auf seinen

Rechner. Nach drei Jahren warf er die Festplatte

weg. Nunmehr suchen etliche Personen auf

einer Mülldeponie in Newport danach – besagte

Bitcoins hatten zwischenzeitlich einen Wert

von 72 Millionen Dollar erreicht! Nach der Euphorie

über spektakuläre Kursgewinne und einem

anschließenden Kursverfall dürfte jetzt

laut WirtschaftsWoche die vierte Phase begonnen

haben: Der Finanzstress, und die Zeit der

antizyklischen Käufe.

Doch wer im Landkreis Rotenburg kennt sich

überhaupt richtig aus in Sachen „Bitcoins“? Wir

diskutierten das Thema mit dem Vorsitzenden

des IHK-Regionalausschusses Rotenburg, Boris

Thomas.

Herr Thomas, bei einer Diskussion im Regionalausschuss

der IHK hatten Sie sich als Einziger

auf die Frage „Wer besitzt einen Bitcoin“ zu

Wort gemeldet.

Boris Thomas: „Gerade im Bereich der Technologie

bin ich überzeugt, das man weniger über

Workshops oder Seminare lernt, als wenn man

eine Sache selbst ausprobiert. Daher springe

ich immer auf solche Züge auf. Eine theoretische

Diskussion über WhatsApp, Facebook oder

eben Bitcoins führt zu nichts. Menschen sagen

bis zu dem Zeitpunkt, in dem sie einen Eigenversuch

gestartet haben, sie brauchen das alles

nicht. Erst dann können sie wirklich entscheiden,

ob `es´ etwas für sie ist. Entweder du beschäftigst

dich damit und probierst es aus, oder

eben nicht. Zu viele Leute, auch gerade in der

Politik, reden über Technologien, die sie selbst

gar nicht nutzen. Man muss schon selbst einmal

Bitcoins besessen, oder eine Börse mitgemacht

haben, um zu verstehen, wie eine Blockchain-Technologie

aufgebaut ist, wie eine

Kryptowährung entsteht. Es gibt z.B. eine Umfrage

von Sony aus den `1970er Jahren´, als sie

die Idee hatten, einen tragbaren Kassettenrekorder

zu bauen, der batteriebetrieben unterwegs

das Musikhören ermöglicht. Über 90%

der Konsumenten sagten damals, dass das niemand

benötigt. Deshalb braucht es immer eigene

Erfahrungen, um etwas beurteilen zu können.

Mit Google Maps z.B. in Hamburg eine

Straße zu finden, ist auch nicht schlecht. Daher

ist es meine Lebensphilosophie, Dinge selbst

auszuprobieren. Meinen Online-Blog habe ich

16 04/18


auch selber aufgebaut, ohne eine Agentur zu

beauftragen. Ich wollte es einfach selbst versuchen.

Also habe mich mit WordPress auseinandergesetzt.

Mir ein Buch besorgt. Seit dem weiß

ich wie ein Blog funktioniert. Ich beurteile nun

einen Blog nicht als Zuschauer, sondern weiß,

wie er funktioniert. Ich habe noch nie einen

Unternehmer erlebt, der über einen Workshop

weitergekommen ist. Unternehmen kommen

weiter, wenn Sie selbst handeln. Es bedeutet natürlich

nicht unmittelbar, dass man erfolgreich

ist. Es bedeutet jedoch, dass man lernt und beurteilen

kann.“

Über Bitcoins wird viel gesprochen, ohne zu wissen,

wie die Währung überhaupt funktioniert.

Das Konzept für diese digitale Währung wurde

im Jahre 2008 veröffentlicht, 2009 umgesetzt.

Der Erfinder des Konzeptes ist lediglich unter

dem Pseudonym Satoshi Nakamoto bekannt.

Seine wahre Identität bleibt ungewiss. Wie viele

BitCoins gibt es denn nun im Hause Thomas?

Boris Thomas: „Nicht viele. Ich habe meine bereits

alle wieder verkauft. Ich wollte lediglich

ausprobieren. Durch einen Artikel aus dem

`Spiegel´ um 2011 herum bin ich darauf aufmerksam

geworden. Auf einem Workshop hörte

ich dann etwas über Blockchain, Bitcoin, Kryptowährungen.

Ich habe damals nichts verstanden.

Das machte mich neugierig. Ich glaube, der

Bereich Blockchain wird unterschätzt. Es handelt

sich um ein Zertifizierungsverfahren ohne

Zertifizierer. Die Funktion einer Bank ist die eines

Treuhändlers. Banken geben Geld, weil sie

Treuhänder sind. Banken sorgen dafür, dass

Geld (per Überweisung) von A nach B wechselt.

In einem weiteren Zukunftsseminar in Wolfsburg

ging es um Blockchain, Bitcoin ecetera. Ich

verstand zwar nur ca. 10% von allem, doch war

mir klar, hier passiert etwas sehr spannendes.

Also fing ich an, mich damit zu beschäftigen.

Heute habe ich es größtenteils verstanden.“

Der Japaner, der den Bitcoin als Kryptowährung

ins Leben rief, war Mathematiker. Er hatte

sich die Frage gestellt, wie eine ideale Währung

aussehen müsste.

Boris Thomas: „Er hat dafür sehr technisch Bedingungen

definiert. Er war der Meinung, wir

brauchen eine Währung, die frei vom Einfluss

des Staates ist. Er sagte, dass Politiker eine

Währung immer für die eigenen Interessen

missbrauchen. Die Währung dient dann nicht

der Wirtschaft oder dem Wohlhaben der Menschen.

Dieses Procedere fing bereits unter dem US-Präsidenten

Richard Nixon an, als er mehr Geld in

Umlauf brachte, als es (im Gegenwert) an Goldreserven

gab, um den Vietnamkrieg zu finanzieren.

Boris Thomas: „Auch deshalb benötigen wir

eine Währung, die frei von Wertschöpfung ist.

Das Problem, welches wir insgesamt haben, ist,

04/18

dass wir über die Währungspresse Geld schöpfen.

Der Vorteil von Gold ist, das es limitiert

ist. Das macht es wertvoll. Daher wird gesagt,

das BitCoin wie virtuelles Gold ist. Die Idee eines

BitCoin ist ja jene, dass es keine Möglichkeit

gibt, mehr Geld zu schöpfen. Die Anzahl

der Bitcoins ist auf exakt 21 Millionen fixiert.

Es handelt sich um einen mathematischen Algorhythmus.

Somit spekulationsfrei. Wenn

man Bitcoins vermehren könnte, wäre sie nicht

wertvoll. So aber bleibt der Reiz / Wert bestehen.

Es gibt so einige Details, die ich sehr gut

finde. Ich verstehe aber, dass die Politik und

Zentralbanken das anders sehen. Der Bitcoin

entzieht sich der kompletten staatlichen Kontrolle,

der politischen Kontrolle der Zentralbanken.

Mich interessiert die allerdings primär die

Technologie. Ich bin kein Spekulant. Jeder sollte

sich einmal mit dem Bitcoin beschäftigen.

Ich sehe es als wichtig an, dass man sich mit

Technik auseinander setzt. Als Anlage / Spekulationsobjekt

sollte man jedoch die Finger davon

lassen. Die Sache ist unberechenbar. Dazu

passt ein Zitat vom Börsenfachmann André

Kostolany - `Wenn die Hausfrauen zur Börse

laufen, dann renne ihnen entgegen. Und zwar

ganz schnell´ . Will sagen, immer dann, wenn

Menschen nicht verstehen, was sie tun, sich

aber mit der treibenden Kraft der Gier in etwas

stürzen, Laufe weg. Denn es wird explodieren.

Kaufe nur, wo Du genau weißt, was du tust.

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17


Das gilt für alle Finanzprodukte. Vieles entwickelt

sich zu einer Blase - siehe Telekom-Aktie,

Dotcom-Aktien usw. Jeder, der sich für Bitcoins

interessiert, sollte ruhig einen entbehrlichen

Betrag X investieren, um das ein Produkt (z.B.

einen BitCoin) kennenzulernen. Wenn der Verlust

kalkulierbar und entbehrlich ist. Dabei

geht es dann um den Lerneffekt.

Sie haben also nunmehr Ihre Bitcoins verkauft,

weil Sie das System verstanden haben?

Boris Thomas: „Ja. Ich bin, wie gesagt, kein Spekulant.

Daran habe ich kein Interesse. Ich habe

auch keine Aktien. Ich will die Technologie verstehen,

die da hinter steckt. Das ist mir wichtig.

Denn die Technologien bestimmen immer mehr

unsere Welt. Vorletztes Jahr war ich drei Wochen

im Silicon Valley und habe dort u.a. neben

dem Besuch von Startup-Unternehmen im Headoffice

von Facebook einen Termin beim Vizepräsidenten

gehabt. Weil ich lernen wollte, wie

das Silicon Valley denkt. Das Leistungsschutzrecht

wurde von Menschen ins Leben gerufen,

die keine Ahnung vom Internet haben. Das ist

der größte Quatsch, den es gibt. Denn Google

nutzt die Firmen nicht aus, sondern hilft ihnen

zu überleben. Denn die Reichweiten brechen

weg, wenn Google die Firmen aus Ihrem

Suchportal löscht (siehe Spanien, Dänemark).

Nehmen wir als Beispiel unseren EU-Kommissar,

Günther Oettinger (wikipedia: Verantwortlich

für Personal und Haushalt und somit auch

für den Bereich Digitalisierung). Herr Oettinger

hat subjektiv keine Ahnung vom Internet.

Er bewegt sich auf Kindergartenniveau. Der ist

im Bällebad zuhause. Er hat keine Ahnung, was

gespielt wird. Der Untergang der britischen Autoindustrie

begann z.B. bereits zum Ende des

vorletzten Jahrhunderts mit dem sogenannten

`Red Flag Signal´ (Gesetz von 1865-1896).

Damals musste jeder Autobesitzer jemanden

vorwegschicken, der mit einer roter Flagge wedelnd

`Achtung hier kommt ein Automobil´ rief.

Das sollte die Sicherheit der Londoner Bevölkerung

gewährleisten. Außerdem war man der

Meinung, `Wir müssen vor diesem Unheil Automobil

warnen, denn die Autos nehmen unseren

Droschkenfahrern den Verdienst weg. Deshalb

müssen wir was unternehmen´. Das Ergebnis

dessen war, dass dieses Gesetz die Entwicklung

der britischen Automobilindustrie nahezu zum

Erliegen gebracht hatte. Während im restlichen

Europa der erste Autoboom herrschte, brauchte

jeder Automobilkäufer in England gleichzeitig

jemanden mit einer roten Flagge...“

Es gibt nur ein ewig bestehendes Gesetz: „Das

einzig beständige ist der Wechsel“!

Boris Thomas: „Ja. Auch `Red Flag´ konnte

die Veränderung nicht aufhalten. Es gibt heute

weniger Droschken in London als damals!

Ich gehe mit der Entwicklung. Ich mag es, Neues

zu lernen, um es auch beurteilen zu können.

Die meisten Menschen in meinem Umfeld beurteilen

Technologie, obwohl sie diese nur Ansatzweise

verstehen - Es wird über facebook geredet,

ohne in facebook zu sein! Es wird über

Technologie geredet, so als wenn man das Kamasutra

in und auswendig kennt, jedoch keine

einzige Frau. Wir leben in einem Wohlstandszeitalter.

Heute ist die Bedrohung durch zuckerhaltige

Softdrinks höher, als durch Terrorismus,

Hunger und Kriege. Jedes Leben ist

kostbar und jeder Krieg ist einer zu viel. Jedoch

leben wir (lt. Peter Schupp) derzeit in einer der

besten und glücklichsten Zeiten des Universums!

Wir haben zugelassen, dass neue Dinge

alte Dinge immer mehr verdrängen. Indem

Maße, wie wir eine alternde Gesellschaft werden.

Soziologisch ist es so, dass, je älter wir werden,

desto mehr werden wir zu Bewahrern, und

wir haben Panik vor der schöpferischen Zerstörung.

Evolution geht immer von 20jährigen

aus und nicht von 60jährigen. Das Internet ist

eine schöpferische Zerstörung. Es wird uns unendlich

Wohlstand bringen, wenn wir es richtig

einsetzen. Ja, es bringt Probleme. Letztendlich

wird es rückblickend richtig sein.“

Kann man die Dotcom-Kurve auch auf den Bit-

Coin anwenden?

Boris Thomas: „Ja. Das Problem bei den Bitcoins

ist ja, dass sie keine Substanz haben. Bei Dotcom

gab es ja (siehe facebook) auch Überlebende.

Es wurde herausgefiltert, was Blase war. Der

Rest hatte Substanz. Wenn die Kurve der Bitcoins

jetzt so bleibt, müsste es bei 4-5000 Euro

eine Bodenbildung geben. Es ist jedoch schwer

einzuschätzen, da nur einige wenige eine hohe

Menge an Bitcoins besitzen. Der Kurvenverlauf

bei `Blasen´ bisher stets gleich. Sie sind getragen

von der menschlichen Psyche und Gier.

Ein untrügliches Zeichen für `Blasen´ ist, wenn

sich Amateure auf dem Spielfeld befinden. Es

ist einfach so, dass Bitcoins substanzlos sind.

Bei Gold kann man zumindest sagen, das es rar

ist. Wenn morgen eine neue Goldmine gefunden

wird, und man mit einem Löffel das Gold

abkratzen kann, wird der Goldkurs fallen. Aber

Bitcoins? Man muss wissen was man tut.“

Zur Person: Boris Thomas wurde am 9. Juli

1964 in Bremervörde geboren. Er ist Vorsitzender

des Regionalausschusses Rotenburg

bei der IHK Stade und der Bremervörder Wirtschaftsgilde.

Seit 1992 ist der Wirschaftsingenieur

Geschäftsführer bei Lattoflex. Lattoflex

ist eine Marke der Thomas GmbH & Co. Sitzund

Liegemöbel KG, unter der das Unternehmen

Matratzen und Bettsysteme verkauft. Das

Familienunternehmen ist ein Teil der Thomas

Unternehmensgruppe in Bremervörde. Dort

sind circa 180 Mitarbeiter(innen) beschäftigt.

18 04/18


Apothekenverzeichnis

Alte Apotheke Obernstr. 5, 28832 Achim Tel: 04202 / 89 99

Apotheke im Hufeisen Uesener Feldstr. 5, 28832 Achim Tel: 04202 / 95 55 95

Apotheke in der Vahr Friedrichstr. 17, 28832 Achim Tel: 04202 / 88 89 88

Hansa Apotheke Obernstr. 92, 28832 Achim Tel: 04202 / 49 00

Paulsberg Apotheke am Markt Obernstr. 47, 28832 Achim Tel: 04202 / 6 11 33

Rats Apotheke Obernstr. 22, 28832 Achim Tel: 04202 / 80 16

Sonnen Apotheke Obernstr. 58, 28832 Achim Tel: 04202 / 36 16

Storchen Apotheke Uphuser Heerstr. 35, 28832 Achim Tel: 04202 / 91 01 50

Weser Apotheke Verdener Str. 157, 28832 Achim Tel: 04202 / 97 91 97

Apotheke bei Dodenhof Posthausen 11, 28870 Ottersberg Tel: 04297 / 81 68 16

Christophorus-Apotheke Grüne Straße 9, 28870 Ottersberg Tel: 04205 / 31 92 82

Neue Apotheke Am Damm 8g, 28870 Ottersberg Tel: 04293 / 3 96 59 90

Wümme-Apotheke Landstr. 22, 28870 Ottersberg Tel: 04293 / 4 35

Eichen Apotheke Hauptstr. 99, 28876 Oyten Tel: 04207 / 12 51

Flora Apotheke Hauptstr. 52, 28876 Oyten Tel: 04207 / 30 03

Alte Apotheke Goethestr. 12, 27356 Rotenburg Tel: 04261 / 22 54

Apoblist GmbH & Co. KG Tobagostr. 6, 27356 Rotenburg Tel: 04261 / 6 72 49 17

Burg-Apotheke Matthias Grube Bahnhofstr. 9, 27356 Rotenburg Tel: 04261 / 9 38 90 0

Die Markt Apotheke Am Neuen Markt 12, 27356 Rotenburg Tel: 04261 / 36 35

Die Stadt-Apotheke Harburger Str. 12, 27356 Rotenburg Tel: 04261 / 96 08 60

Mühlen Apotheke Große Str. 4, 27356 Rotenburg Tel: 04261 / 29 04

Sonnen-Apotheke Große Str. 56, 27356 Rotenburg Tel: 04261 / 33 30

Wümme Apotheke Verdener Str. 5, 27356 Rotenburg Tel: 04261 / 96 60 66

Sonnen-Apotheke Bahnhofstr. 4, 27383 Scheeßel Tel: 04263 / 12 14

Meyerhof-Apotheke Am Meyerhof 7, 27383 Scheeßel Tel: 04263 / 9 31 90

Pinguin Apotheke Lienworth 1, 27367 Sottrum Tel: 04264 / 8 74 44

St. Georg Apotheke Kirchenstraße 8-10, 27367 Sottrum Tel: 04264 / 8 32 30

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Musik in St. Matthias

Kirchenkonzert mit dem

Projektkammerorchester der

Elbe-Weser-Marsch

Im Rahmen der Musikreihe MUSIK IN

ST. MATTHIAS findet am Sonntag, dem

14. Oktober um 17.00 Uhr in der katholischen

Kirche St. Matthias, Meislahnstr. 10 - Achim

unter der Leitung von Raimund Limpinsel ein

Kirchenkonzert mit dem Projektkammerorchester

der Elbe-Weser-Marsch statt.

Neben der Sinfonia Concertante für Solo-Violine

und Solo-Viola in Es-Dur von W. A. Mozart,

Werken von E. Elgar und B. Bartok steht auch

u. a. auch eine Dance-Suite von dem malayischen

Komponisten und Entertainer P. RAMLEE

in der Bearbeitung von Julian Wong auf dem

Programm. Diese Programmwahl ist natürlich

kein Zufall, wenn beide Solisten wesentlich

das klassische Musikleben der Hauptstadt Malaysias

mitprägen: Mustafa Fuzer Nawi als Violonist

und Generalmusikdirektor des National

Symphony Orchestra Kuala Lumpur, seine

Ehefrau Veronika Thöne als Solo-Bratschistin

im selben Orchester. Sie lernten sich während

ihres Musikstudiums an der Musikhochschule

Hannover kennen und leben seit 1995 in Kuala

Lumpur. Anlässlich ihres Deutschlandbesuches

haben sich Mitglieder verschiedener Orchesterformationen

aus dem Bremerhavener bzw. Verdener

Umland für dieses einmalige und besondere

Konzertprojekt zusammengefunden. Sie

spielen sonst z. B. in der Bremerhavener Camerata

oder der Sinfonietta Aller-Weser, Verden.

Der Dirigent des Projektkammerorchesters der

Elbe-Weser Marsch, Raimund Limpinsel, wurde

1949 in Essen geboren. Er studierte Kirchenmusik

an der bischöflichen Musikschule

in Essen und nahm Gesangsunterricht bei verschiedenen

Opernsängern. Er war bis zu seinem

Ruhestand als Kantor tätig und hat in dieser

Zeit große Erfahrung als Chorleiter und

Dirigent gesammelt. Seit 2012 leitet er den

Schubertchor in Achim.

Der Eintritt ist frei!

Rüdiger Dürr

Wir machen Sie fit !

Wir machen Sie fit !

Medizinische Trainingstherapie: Bauch-Rückenmuskelanalyse, Physiotherapeutischer Check,

Vibrationstherapie.

Medizinische Wellness: Klassische Massage, Aroma Massage, Hot Stone, Fußreflexzonenmassage,

Meersalz-Aromamassage. Sauna. Pilates. Faszien-Pilates.

Rehasport: Wirbelsäulengymnastik, Lungensport, Diabetessport, Rehasport in der Krebsnachsorge.

Funktionstraining: Trocken- und Wassergymnastik.

Service: Sportbar, Eigener Parkplatz. Unser Personal besteht aus kompetenten,

freundlichen Physiotherapeuten, Sportlehrern und Masseuren.

Facharzt für Physikalische und Rehabilitative Medizin ist im Haus.

Öffnungszeiten: Montag - Freitag 07:00-20:00 Uhr, Samstag 07:00-13:00 Uhr.

Reha Sportgemeinschaft e.V. * Lindenstr.18 * 27356 Rotenburg-Wümme

Tel.: 04261-77 2506 * Fax 04261-77 2503

info@rsg-diako.de * www.rsg-diako.de

20 04/18


„Hinter dem

Grünen Tor“

Buchrezension

Das gut recherchierte Buch „Hinter dem Grünen

Tor“ aus dem Verlag für Regionalgeschichte

in Bielefeld beinhaltet mehrere Artikel zu

verschiedenen Themen der historischen Entwicklung

der heutigen Rotenburger Werke.

Das Vorwort der Vorstandsvorsitzenden, Jutta

Wendland-Park und des Vorstandes Finanzen,

Thorsten Tillner, begründet die Notwendigkeit

des kritischen Blicks zurück in die Vergangenheit

und die Aufarbeitung der Entwicklungen

im Faschismus und die fragwürdigen Praktiken

der Nachkriegszeit.

Karsten Wilke beschreibt die Gründung und

den Aufbau der Anstalten, aber auch die verhängnisvolle

Gleichschaltung durch die Nazis

und die Praxis von Zwangssterilisation und

Mord in Gefolge der Aktion T4, benannt nach

einem Treffen von „Verantwortlichen“ in der

Berliner Tiergartenstraße 4 im Jahr 1939. Insgesamt

sind diesem Treiben ca. 300.000 Menschen

im Machtgebiet des Nationalsozialismus

zum Opfer gefallen.

Ein weiteren Beitrag dieses Autors beschäftigt

sich mit der weiteren Entwicklung in den Jahren

1950 bis 1975 - den pharmakologischen Experimenten

und stereotaktischen Operationen

am Hirn, von denen noch heute betroffene Patienten

berichten können.

Ulrike Winkler beschreibt die Anstalten und

die Stadt Rotenburg als Sozialräume, geht auf

die örtliche und räumliche Entwicklung im weitesten

Sinne ein – bis zum letzten Raum, dem

Friedhof.

Hans-Walter Schmühl beschreibt die alltägliche

Situation der Behinderten; Essen und Trinken,

Freizeit, Schule und Arbeit, Gewalt und

Leiden.

Der letzte Teil des Werkes wird von Sylvia Wagner

beigesteuert, sie geht anhand von Fallbeispielen

auf den Einsatz von Medikamenten zur

Ruhigstellung einerseits und zu pharmakologischen

Versuchszwecken andererseits ein. Reale

Formulare und persönliche Schicksale.

Die Rotenburger Werke sind in der Geschichte

der deutschen Behindertenwerkstätten kein

Sonderfall – ähnliche Entwicklungen waren

an vielen Einrichtungen gang und gäbe. Dies

ist allerdings keine Entschuldigung, sondern

ein Hinweis auf die unter bestimmten politischen

und sozialen Verhältnissen mögliche unmenschliche

und grausame Struktur.

An dieser Stelle sei dem Rezensenten eine aktuelle

Abweichung gestattet:

In der Zeitschrift „Weltsichten – Magazin für

globale Entwicklung und ökumenische Zusammenarbeit“,

Nr. 9-2018 findet sich ein Artikel

über „Streit um das Recht auf Leben“, das die

Praxis indigener Stämme in Brasilien, behinderte

Kinder zu töten, problematisiert. Daselbst

wird diskutiert, ob der brasilianische

Staat zugunsten dieser Kinder eingreifen darf

oder nicht (siehe auch: www.weltsichten.org).

Das Buch „Hinter dem Grünen Tor“ ist uneingeschränkt

zu empfehlen. Aber denken Sie

nicht, dass die Behandlung mit dem Thema

nicht mehr notwendig ist – die Problematik hat

sich verschoben: nachdem die pränatale Untersuchungslogistik

und die damit begründeten

Abtreibungen die Geburt behinderter Kinder,

insbesondere solcher mit Down-Syndrom,

erheblich reduziert hat, wird heute in vielen

Laboratorien in aller Welt an der genetischen

Manipulation mittels z. B. der CRISPR/CAS-

Technik zum Zwecke der Optimierung menschlicher

körperlicher und geistiger Fähigkeiten

gearbeitet. Welchen ökonomischen und globalen

Machtinteressen dies wohl dienen wird…

Jürgen Langenbruch M. A.

Karsten Wilke/Hans-Walter Schmuhl/

Sylvia Wagner/Ulrike Winkler: Hinter dem

Grünen Tor, Verlag für Regionalgeschichte

Bielefeld 2018. ISBN: 987-3-7395-1142-9.

04/18

21


Einsatz auf der Weser

Ahauser Herbst

25. bis 28.Oktober 2018

Weiter Informationen

unter

www.ahauser-herbst.de

Foto links: J. Caspers

Foto rechts:

Glasblumen von

Cholewinski

Vor 20 Jahren fand der erste Kunsthandwerkermarkt

im Ahauser Hof statt. Gerit Janßen

und Sabine Stahlschus-Gehling legten damit

den Grundstein für den heutigen Ahauser

Herbst. Inzwischen ist daraus ein viertägiges

Event geworden. Den Auftakt gestaltet in diesem

Jahr Jutta Michels, die am Donnerstagabend

den 25.10.2018 ab 18:30 Uhr im Ahauser

Hof aus ihrem neuen Ahausen-Krimi „Fahrendes

Volk“ liest. Der Ahauser Hof bietet dazu ein

leckeres Menü an, ein Reservierung ist notwendig

(Tel. 04269-5208).

Am Freitagabend den 26.10.2018 um 19:30 Uhr

geht es dann mit KRAMER & Friends im Kulturhof

Ahausen weiter. Fünf gestandene Männer

aus dem hohen Norden, die eng verbunden

durch wahre Freundschaft mit genau der richtigen

Prise Humor voller Leidenschaft und erst

recht immenser Erfahrung im Rucksack handgemachte

und ehrliche Musik auf jede Bühne

bringen. Durch den typischen KRAMER-Folk-

Pop-Country-Style zieht sich als prägendes Element

die Pedal Steel Guitar, das Bindeglied

zu KRAMERS warmen Bassbariton, veredelt

22 04/18


werden die Auftritte mit feinen Soli und dreistimmigem

Gesang.

Am Samstag den 27.10.2018 (14-18 Uhr) und

Sonntag (11-18 Uhr) erwartet die Besucher bei

einem Rundgang durch Ahausen, spannende

Ausstellungsorte mit einem vielfältigen, kreativem

Angebot an Kunst, Kultur und Kunsthandwerk.

Blasmusik rockt heißt es dann ab 15 Uhr am

Sonntagnachmittag am Kulturhof Ahausen.

Wildes Blech aus Sottrum spielen unter der Leitung

von Benjamin Faber ein Open Air Konzert.

Die einzigartigen Arrangements von Rock- und

Metal-Songs von Bands wie Deep Purple, Metallica,

Rammstein und anderen schreibt Faber

exklusiv für dieses Ensemble – und versetzen

Zuhörer immer wieder in Begeisterung zwischen

Wiedererkennung und gleichzeitig unerwartet

neuem Hörerlebnis.

Lichtspiele stehen in diesem Jahr im Blickfeld

der kreativen Dorf-Mitmach-Aktion. Ob entlang

des Weges oder auch etwas abseits. Dabei

sind die Bewohner Ahausens aufgerufen,

sich kreativ auszuleben. „Für uns ist es in jedem

Jahr auch wieder eine Überraschung, wie

unser Motto aufgeriffen wird und wo sich die

unterschiedlichsten Installationen befinden,

da wir vorher nie genau wissen, wer sich daran

beteiligt.“ so Carsten Kaßburg vom Organisationsteam

des Ahauser Herbst.

Der Zugang zu allen Veranstaltungen ist frei!

Die Künstler und der Heimatverein Ahausen

freuen sich jedoch, wenn Sie mit einem Beitrag

„im Hut“ unterstüzt werden.

Weiter Informationen unter www.ahauserherbst.de

KRAMER+FRIENDS

Bettina Diercks

REGIOBOTE

Wir brauchen Sie!

Für unsere Magazin „Regiobote“ suchen wir für die

Orte Achim, Fischerhude, Ottersberg, Oyten,

Rotenburg/Wümme, Sottrum und Umgebung Verstärkung

für die Anzeigenakquise. Wenn Sie kontaktfreudig sind und

mit Menschen umgehen können, bieten wir Ihnen sehr gute

Provisionen bei freier Zeiteinteilung.

Wenn Sie Interesse an einem Zuverdienst haben, melden Sie

sich doch bitte bei Frau Lange oder Herrn Neuke, Telefon

04298/1665 oder per E-Mail an „info@druckerpresse.de“.

Wir freuen uns auf eine Rückmeldung!

Simon Hühne

04/18

23


Originelles Erntepaar

Herbstliche Tradition

Das Erntedankfest

Text und Fotos:

Claudia Kalusky

Des einen Freud, des anderen Leid: vor allem in

Nord- und Ostdeutschland hatten Landwirte,

bzw. ihre Erträge unter der extremen Hitze dieses

Sommers zu leiden. Manch einer sieht sich

als Folge der Dürre und damit verbundenen

Missernten sogar in seiner Existenz bedroht.

Das Wetter scheint immer unberechenbarer zu

werden und darauf muss sich der Mensch in Zukunft

einstellen, doch umso mehr sollten wir

uns bewusst werden, dass unsere Lebensmittel

nicht im Supermarkt wachsen, sondern einem

Prozess unterliegen, der unter anderem trotz

moderner Technik noch viel Arbeit und Einsatz

fordert.

Bei unseren Vorfahren war das Dankeschön an

die Natur und ihre Erträgnisse selbstverständlich.

Wenn die Ernten eingefahren, die Kornspeicher

voll und die Herbstfrüchte, Pilze und

Nüsse reif waren, dann war für die Kelten und

Germanen die Zeit gekommen, den Göttern für

die Ernte zu danken und den Sommer endgültig

zu verabschieden und sich auf die dunkle Jahreszeit

vorzubereiten. Zudem war es auch ein

guter Zeitpunkt zurückzuschauen und Bilanz,

das Vergangene betreffend, zu ziehen.

Die Menschen dankten unter anderem Freya,

der nordischen Göttin der Fruchtbarkeit und

als Dank an die Natur wurden einige Früchte

oder Ähren auf dem Feld zurückgelassen; diese

waren für die Erde und die Tiere bestimmt und

aus dem letzten Kornschnitt wurde ein Kranz

geflochten.

Getreide und das daraus gebackene weiße Brot

galt viele Jahrhunderte lang als sehr kostbares

Gut und diente den Reichen als Statussymbol.

Mit Getreide konnte man außerdem äußerst lukrative

Geschäfte machen.

Das uns bekannte Erntedankfest geht vermutlich

auf altes römisches Brauchtum seit dem

3. Jahrhundert nach Christi zurück. Später

wurde Erntedank außerdem von der christlichen

Kirche geprägt. Im Christentum ist das

Erntedankfest eine traditionelle Feier, die in

der katholischen Kirche kein festes Datum hat

und in evangelischen Gemeinden nach der Ernte

im Herbst meistens am ersten Sonntag im

Oktober gefeiert wird.

Nicht nur für die entsprechenden Gottesdienste

sind die Kirchen im Bereich des Altarraumes

üppig dekoriert; mit herbstlichen heimischen

Früchten und Pflanzen oder phantasievollen,

farbenfrohen Gestecken. Die Gaben haben

natürlich keinen Opfercharakter mehr,

sondern sollen in Erinnerung rufen, welche

Vielfalt an Nahrungsmitteln die Erde für die

24 04/18


Menschen bereitstellt und dass die Früchte des

Bodens nicht selbstverständlich existieren,

sondern Teil göttlicher Schöpfung sind. Bei diesem

herbstlichen Fest soll einerseits die Freude

über eine möglichst erfolgreiche Ernte zum

Ausdruck gebracht werden, was den weltlichen

Charakter widerspiegelt, andererseits steht im

christlich geprägten Europa nicht das Feiern,

sondern der Dank an Gott für die Ernteerträge

im Mittelpunkt. Immer mehr Gemeinden veranlassen

auch Spendenaktionen für hungernde

oder arme Menschen.

Viele Bräuche aus der vorchristlichen Zeit finden

sich im heutigen Erntedankfest wieder.

So existiert die aus Getreidehalmen gebundene

und mit Blumen und Bändern bestückte Erntekrone

weiter. Die Vielzahl der gebundenen Ähren,

die die Krone bilden, erinnerten die Menschen

an ihre Abhängigkeit und ihr gebunden

sein an die Natur.

Ohne eine gute Ernte, ohne die unter harter Arbeit

eingefahrenen Naturgüter, war kein Überleben

im Winter möglich. So wurde die Macht

der Natur im Symbol der Erntekrone dargestellt.

In manchen Orten wird sie heute noch

gemeinsam mit den Nachbarn gebunden,

oftmals sind die Landfrauen dafür zuständig.

In unseren Regionen werden bereits Anfang

September zahlreiche Erntefeste gefeiert.

Diese sind oft mit kleinen Umzügen verbunden,

bei denen reichlich geschmückte Motivwagen

durch die Dörfer fahren. Angeführt werden

die Umzüge meist vom Ernte-Brautpaar

aus dem jeweiligen Dorf. Das Paar wird mancherorts

noch standesgemäß in einer Kutsche

chauffiert und muss einen Ehrentanz tanzen

sowie ein Erntegedicht vortragen.

An vielen Ortseingängen stehen originelle riesige

Strohpuppen, zumeist aus Strohballen

konstruiert, die ein Erntepaar darstellen oder

einem bestimmten Thema zugeordnet sind und

auf eine Veranstaltung hinweisen. Oft richtet

die Landjugend die Feste aus, manche professionellen

Veranstalter locken mit Musik und

günstigen Getränken. Diese Ereignisse mögen

Spaß machen, mit alter Tradition haben sie zumeist

nur noch wenig zu tun.

Cooles Erntepaar

04/18

25


Holzfledermaus

Nachtaktive Flatterwesen mit

sensiblen Ohren

Fledermäuse

Text/Interview:

Claudia Kalusky

Fotos:

Stefan Schnitter,

Claudia Kalusky

Viele von uns finden sie abschreckend und immer

noch hält sich bei manchen das Gerücht,

das Fledermäuse Menschenblut trinken würden.

Das ist definitiv nicht der Fall und wer sich

die Tiere einmal genauer betrachtet, der kann

in ihren Gesichtern sogar etwas Niedliches entdecken.

Fledermäuse sind fliegende Säugetiere und

existieren seit rund 50 Millionen Jahren. Weltweit

gibt es mehr als 1.200 Fledermausarten,

in Deutschland sind rund 25 Fledermausarten

heimisch. Alle der in Deutschland vorkommenden

Fledermausarten stehen auf der Roten Liste

und sind teilweise vom Aussterben bedroht.

Fledermäuse fliegen quasi mit ihren Händen

und sie sind die einzigen Säugetiere, die sich

in die Lüfte schwingen können. Zwischen ihren

verlängerten Fingerknochen spannt sich

die sogenannte Flughaut bis zum Hals und zu

den Hinterbeinen und darüber hinaus bis zum

Schwanz, nur der Daumen, den die Fledermaus

zum Festhalten an unebenen Oberflächen benutzt,

ist nicht in die Flughaut eingespannt.

Die Tiere haben kaum natürliche Feinde, aber

sie kämpfen mit den negativen Folgen einer intensiven

Landwirtschaft sowie der Vernichtung

ihrer natürlichen Lebensräume durch den

Menschen. Viele ihrer Quartiere wurden bereits

zerstört und ihre Nahrungsquellen reduziert.

Die Tiere sind hervorragende Jäger; eine

Fledermaus vertilgt pro Nacht mehrere tausend

Insekten, unter anderem die für uns lästigen

Mücken.

Fledermäuse haben extrem sensible Ohren.

Dank ihrer Fähigkeit zur Ultraschallortung

können sie sich in der Dunkelheit hervorragend

orientieren. Über die Nase oder das Maul

stoßen die Säugetiere Töne im Hochfrequenzbereich

aus; die so ausgesandten Schallwellen

treffen auf den Körper der Beute, verändern

beim Aufprall ihre Frequenz und wandern in

der veränderten Frequenz zurück ins Fledermausohr.

Aus dem schwachen zurück kommenden

Echo dieser Ultraschall-Laute beziehen die

Tiere alle erforderlichen Rauminformationen.

Sie stellen dabei Entfernungen zu Hindernissen

fest und peilen Beutetiere an und aufgrund

des so zurückgeworfenen Echos kann die Fledermaus

zudem die exakte Position und Größe

ihrer Beute erkennen. So schafft sie es, im

Stockdunklen zielgenau zuzuschnappen. Sehen

können Fledermäuse übrigens nicht einmal

halb so gut. Da in den kühler werdenden Nächten

im Herbst kaum noch Insekten fliegen, suchen

sich die Flattertiere ein Winterquartier in

einer Höhle, in Kirchtürmen, Hausruinen oder

Kellern. Diese Quartiere sind kühl, aber oft

frostfrei. Vor dem Winterschlaf fressen sich die

Fledermäuse jede Menge Fettreserven an, dabei

nehmen sie täglich 20 bis 30 Prozent ihres

Körpergewichtes zu sich. Die kopfüber hängenden

Säugetiere hüllen sich während des tiefen

Schlafes in ihre Flughaut ein – wie in eine Decke

- um so wenig wie möglich Wärme zu verlieren.

Ihr Herz schlägt dann nur noch langsam,

während die Körpertemperatur kaum sinkt.

26 04/18


Eine ähnliche Winterruhe halten auch Marder

und Eichhörnchen.

Im Frühjahr erwachen die Tiere wieder. Die Paarung

erfolgt meist im Herbst. Treue ist bei Fledermäusen

ein Fremdwort, denn ein Weibchen

paart sich zumeist mit mehreren Verehrern

und manche Männchen halten sich für eine

Weile einen ganzen Harem. Bis zu 70 Muttertiere

finden sich zur Aufzucht des Nachwuchses

in sogenannten Wochenstuben zusammen.

Stefan Schnitter aus Verden beschäftigt sich in

seiner Freizeit mit Fledermäusen, setzt sich für

deren Schutz ein und ist aktives Mitglied beim

NABU Verden.

Wo leben Fledermäuse in unseren Regionen bevorzugt?

Das ist je nach Art ganz unterschiedlich. Sie leben

in Wäldern, an Hecken und Waldrändern

in Parks und Gärten. Sie haben Hangplätze in

Baumhöhlen, unter Holzverkleidungen und in

Haus- oder Scheunendächern. Außerdem verkriechen

sie sich in Mauernischen oder wohnen

in Kellern und unter Dachvorsprüngen. Im Mittelgebirge

leben manche von ihnen in Höhlen.

Welche Fledermausarten gibt es bei uns?

Sehr viele verschiedene. Da wären die Bart-,

Bechstein-, Wimper-, Fransen-, Wasser-, Teich-,

Langohr-, Mausohr-, Breitflügel-, Zwerg- und

Rauhautfledermaus und der Große Abendsegler.

Sie machen auch Fledermauszählungen, zum

Beispiel im Kirchturm in Kirchlinteln.

Zu welchem Zweck?

Das gehört zur Bestandserfassung, um an bestimmten

Arten die Bestandsentwicklung und

die Verbreitung zu beobachten. Beim Großen

Mausohr geschieht dies europaweit. Durch die

uns bekannten Quartiere lässt sich diese Art

besonders gut beobachten und analysieren.

Was sind ihre Aufgaben als Fledermauskenner

und Naturschützer?

Ich berate Behörden, aber vor allem Privatpersonen,

die ihr Haus umbauen oder renovieren

wollen und dabei den Schutz der Tiere berücksichtigen

möchten, bzw. ihnen Lebensräume

schaffen möchten. Außerdem bin ich Anlaufstelle

für gefundene Fledermäuse.

Was finden sie besonders faszinierend an diesen

Tieren?

Eine Tierart zu beobachten, die mit so viel biologischen

Besonderheiten ausgestattet ist.

Dazu gehört die Ultraschallortung, aber auch

die Wanderung über viele 100 Kilometer dieser

Tiere, das heißt ihre Orientierungsfähigkeit

über lange Strecken ist bewundernswert.

Dazu kommen ihre besondere Flugfähigkeit

und ihr Körperbau. Die Fledermaus ist für mich

wirklich ein sehr faszinierendes Tier, aber das

sind eigentlich alle Tiere, wenn man sich näher

mit ihnen beschäftigt.

Die Tiere sind vom Aussterben bedroht, was

kann jeder persönlich leisten, dies zu verhindern?

Am besten im Garten einheimische Pflanzen

beheimaten, damit sich möglichst zahlreich

Insekten entwickeln können, dies ist ja

die Nahrung der Fledermäuse. In vorhandenen

Mauern können Kästen für Fledermäuse eingerichtet

werden oder man kann die Fledermauskästen

auch aufhängen. Die Tiere zu tolerieren

oder auch schätzen zu lernen ist natürlich

Grundvoraussetzung.

Sorgenfrei!

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Vorteile nutzen!

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Michael Haltermann

Lange Straße 16 A • 28870 Ottersberg

Tel. 04205 461 • Fax 04205 2505

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michael.haltermann@vgh.de

Fledermäuse sind

faszinierende Tiere

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04/18

27


© Inna Artemova,

Utopia 02 a, 2017,

Öl auf Leinwand,

185 x 190 cm

„Culture-Creating-Confidence“:

Russland zu Gast in Worpswede

Unter dem Motto „Kultur schafft Vertrauen“ findet vom 25. bis 28. Oktober

die V. Kunst- und Filmbiennale in Worpswede statt: Eine Begegnung zwischen

Ost und West mit Kunst, Film und Literatur an drei Ausstellungsorten –

Galerie Art 99, Museum am Modersohn-Haus und Galerie Altes Rathaus.

Vier Tage lang wird Worpswede zum Treffpunkt

des kulturellen Austausches für international

bekannte Künstler, Regisseure und Autoren

aus Russland mit Kunstschaffenden aus Norddeutschland.

Dann findet in Deutschlands wohl

bedeutendster Künstlerkolonie die V. Kunstund

Filmbiennale Worpswede unter dem Titel

„Culture – Creating – Confidence“ statt. „Mit

dem deutsch-russischen Kulturaustausch wollen

wir auch ein Zeichen setzen gegen die politischen

Spannungen zwischen Deutschland

und Russland“, sagt der Veranstalter, Prof.

Jürgen Haase, vom gemeinnützigen Wilhelm

Fraenger-Institut in Berlin, das Gründer und

Ausrichter dieser Begegnung und der vorangegangenen

Biennalen ist. Für die diesjährige

Veranstaltung wurden namhafte russische

Künstler gewonnen, darunter die Maler Evgenyi

Dybsky und Inna Artemova sowie die renommierte

Fotografin des russischen Alltagslebens,

Anastasia Khoroshilova. Gemeinsam

mit fünf weiteren Künstlern zeigen sie rund 40

Werke aus den Genres Malerei, Bildhauerei, Installation,

Fotografie und Digitale Medien, die

die kulturelle und politische Entwicklung ihres

Heimatlandes in den Jahren von 1990 bis 2018

reflektieren. „Unsere Bilder von Russland stammen

meist aus Nachrichtensendungen. Daraus

entstehen häufig Urteile, aber auch Vorurteile,

die sich in den Köpfen verfestigen. Diese aufzu-

28 04/18


© Ralph Kull, ohne Titel (letzte Worte), 2016/15; Acryl auf

Nessel, Holzrahmen, Kreppband, Triptychon, 3, 190 x 95 cm

© Neue Visionen, Filmstill zu „Der Die Zeichen liest“,

Hauptdarsteller Petr Skvortsov

brechen durch den Dialog miteinander, ist eines

der Ziele der Biennale“, erklärt Prof. Jürgen

Haase. Den russischen Arbeiten stehen an

drei Ausstellungsorten – in der Galerie Art 99,

im Museum am Modersohn-Haus und der Galerie

Altes Rathaus – weitere rund 40 Werke

von norddeutschen Kunstschaffenden aus dem

Raum Niedersachsen und Bremen gegenüber.

So zum Beispiel Arbeiten des international ausstellenden

Malers Ralph Kull und des vielseitigen

Bremer Künstlers Tom Gefken.

Ein Brückenschlag von Ost nach West

Auch Cineasten und Literaturliebhaber kommen

bei der Kunst- und Filmbiennale Worpswede

auf ihre Kosten und erhalten über ein ausgewähltes

Rahmenprogramm Einblick in die viel

beschriebene „russische Seele“. Gezeigt wird

zum Beispiel der Film „Der die Zeichen liest“

von dem bekannten Regisseur Kirill Serebrennikow.

Er handelt von einem Schüler, der in

christlichen Fundamentalismus abgleitet, und

thematisiert damit das Verhältnis Russlands zu

Staat und Kirche. Zudem wird der Schriftsteller

und Journalist Nik Afanasjew nach Worpswede

kommen, um aus seinem Buch „König, Krim

und Kasatschok“ zu lesen. Für dieses Werk bereiste

der Autor das Russland seines Vaters und

erlebte zum Teil skurrile Begegnungen, die er

im Anschluss an die Lesung mit dem Publikum

diskutiert.

„Die Kunst- und Filmbiennale ermöglicht einen

neuen Blick auf Russland. Die Künstler

schlagen eine Brücke wie einst Gorbatschow

mit Glasnost und Perestroika“, betont der Veranstalter.

Dass das Konzept aufgeht, hat die

Vergangenheit gezeigt: 2016 besuchten ukrainische

Künstler Worpswede. Sie knüpften Kontakte

zu Kultur- und Kunstschaffenden vor

Ort, die ein Jahr später den Gegenbesuch antraten.

Nun soll mit der Kunst- und Filmbiennale

2018 eine neue Verbindung von Ost nach

West entstehen.

Weshalb gerade Russland in Worpswede? Darauf

hat der Bürgermeister des Künstlerdorfes

bei Bremen, Stefan Schwenke, eine Antwort:

04/18

„Worpswede und Russland sind historisch wie

künstlerisch unter anderem durch das Wirken

von Rainer Maria Rilke verbunden. Deshalb

freue ich mich schon sehr auf unsere Gäste

und auf einen spannenden Austausch.“ Der

Dichter Rilke, dessen Name eng mit Worpswede

verknüpft ist, reiste begeistert in die bei

Moskau gelegene Künstlerkolonie Abramzewo

– auch bekannt als „russisches Worpswede“.

Rilkes Russland-Reisen gingen als eine seiner

prägendsten Auslandserfahrungen in die Geschichte

der deutschsprachigen Literatur ein.

Jürgen Haase: „Vor diesem Hintergrund wird

auch die Worpsweder Leidenschaft für Russland

auf der Biennale 2018 beleuchtet.“

Weitere Informationen erhalten Sie unter www.

biennale-worpswede.de. Dort ist ab 30. August

das Biennale-Programm abrufbar.

Sandra Wagner

V. Kunst- und Filmbiennale Worpswede

25. – 28. Oktober 2018

Kosten: Galerie Art 99: 3 EUR, Museum am Modersohn-Haus: 5 EUR,

Galerie Altes Rathaus: 3 EUR. Kombi-Ticket für alle Ausstellungshäuser: 9 EUR

Karten: Tourist-Information Worpswede, Bergstraße 13, 27726 Worpswede,

Telefon: 04792-935820; Fax: 04792-935823, E-Mail: info@worpswede.de

29


Die Abordnung der Sportregion Osterholz-Rotenburg-Verden (von links): Gerhard Behling

(KSB Verden), Jürgen Linke (KSB Osterholz), Jörn Leiding (KSB Rotenburg), Anne Surborg,

Edith Hünecken (KSB Osterholz), Konrad Roll und Bettina Matschuck (KSB Verden)

Sportregionen auf dem

Prüfstand

Der KreisSportBund Rotenburg (Wümme) informiert

Peter Bergstermann

Vorstandsmitglied f.

Öffentlichkeitsarbeit

KreisSportBund

Rotenburg (Wümme)

Molkereistraße 30

27404 Zeven

Tel. 04281 1811

Fax 04281 2693

E-Mail:info@ksbrotenburg.de

www.ksb-rotenburg.de

Zwei Jahre nach der Premiere versammelten

sich unter dem Dach der Akademie des Sports

vom 31. August bis 01. September erneut Vertreter/innen

ehrenamtliche und hauptberufliche

Vertreter/innen der Sportbünde, um sich

über den aktuellen Stand der Kooperation in

Regionen auszutauschen. Die zwei Tage in Hannover

zeigten, dass nicht alles Gold ist, was

glänzt. Allerdings befinden sich bereits einige

Schmuckstücke darunter.

Prof. Dr. Wolf-Rüdiger Umbach, Präsident des

LandesSportBundes Niedersachsen, warb in

seinem Eröffnungswort für die Sportregionen.

Ähnlich überzeugt, zeigte sich der LSB-Vorstand,

welcher noch einmal die Ziele der Strukturreform

in den Vordergrund rückte. Im Kern

geht es darum, die Kluft zwischen den einzelnen

Sportbünden zu schließen und den Vereinen

überall im Land gute Servicemöglichkeiten

zu bieten. Aus Sicht der Anwesenden ist das

zum heutigen Tage auch teilweise gelungen, jedoch

scheiden sich gerade an der Ausgestaltung

der Kooperation häufig noch die Geister.

So war es kaum verwunderlich, dass die Struktur

der Sportregionen, deren Rechtsform und

das Miteinander darin als einige der Top-Themen

diskutiert wurden. Gleichzeitig dürfen

aber die Vereine nicht aus den Augen verloren

werden. Erste Priorität ist es, eine größere

Nähe herzustellen. Die Delegation aus der

Sportregion Osterholz-Rotenburg-Verden fand

sich in dieser Einschätzung wieder und nahm

zudem die zukünftige Gestaltung der Jugendarbeit

mit auf den Weg in die Heimat.

Abgerundet wurde der Kongress durch einen

Impulsvortrag von Florian Conradi, der lebhaft

die Anpassung von Führungsverhalten in einer

sprunghaften, unsicheren, komplexen und

mehrdeutigen Welt am Beispiel von EnBW verdeutlichte.

Es bleibt abzuwarten, wie das „organisationale

next level“ im Sport aussieht.

© KSB Verden - rok​

30 04/18


Der KreisSportBund Rotenburg (Wümme) informiert

„Sascha“ – Bis hierhin

und nicht weiter!“ und

„Schweigen schützt die

Falschen“

Unter dem Motto „Sascha“ – Bis hierhin und

nicht weiter!“ des Präventionstheaterstückes

des Holzwurmtheaters bietet die Sportjugend

des KreisSportBundes Rotenburg (Wümme) in

Kooperation mit dem Jugendamt Rotenburg

(Wümme) eine Fortbildung für Jugendleitende,

Übungsleitende und Vertreter/innen der

Vereine gegen sexualisierte Gewalt am 3. November

in der Jugendherberge Rotenburg an.

Die Sportjugend und das Jugendamt möchten

den Teilnehmenden aufzeigen, wie wichtig und

wertvoll die Prävention gegen sexualisierte Gewalt

von Kindern und Jugendlichen ist. - Mit

einem Theaterstück, das für Kinder und alle Erwachsenen,

die ihnen nahestehen, konzipiert

ist, sollen die Teilnehmenden in „Saschas“ Welt

mitgenommen werden und sie mitfühlen lassen.

Das Stück wird als Figurentheater inszeniert

und vom Erzähler begleitet. In einer Podiumsdiskussion

können die Teilnehmenden

direkt mit den Autoren in Kontakt treten. Referenten

der Veranstaltung, die um 9 Uhr beginnt,

sind Birgit Martens (Jugendamt Rotenburg W.)

und Amadeus Schwone (Sportjugend Rotenburg).

Das Stück des Holzwurmtheater´s wird

von Jens Heitmann und Petra Erlemann aufgeführt.

Nach dem Mittagessen beginnt Teil 2

der Veranstaltung:„Schweigen schützt die Falschen“

. Dies ist eine Tandemveranstaltung der

Sportjugend und der Beratungsstelle Wildwasser

Rotenburg (Wümme) zur Fortbildung für

Jugendleitende, Übungsleitende und Vertreter/innen

der Vereine gegen sexualisierte Gewalt.

Mit diesem Lehrgang sollen die Teilnehmenden

für die Prävention gegen sexualisierte

Gewalt sensibilisiert und Hintergrundwissen

vermittelt werden. Dazu gehören: Kinder und

Jugendliche haben ein Recht auf Schutz. - Was

ist sexualisierte Gewalt? - Was können Verantwortliche

der Sportvereine tun? - Angebote

der Tandems - Angebote des Landessportbundes

Niedersachsen. Die Referenten des zweiten

Teils sind Edeltraud Struckmeyer (Wildwasser

Rotenburg) und Amadeus Schwone (Sportjugend

Rotenburg). Durch die Kombination

der Veranstaltung ist das Mittagessen inklusive.

Die Ausschreibungs- und Anmeldeunterlagen

liegen bei den Mitgliedsvereinen des Kreis-

SportBundes Rotenburg (Wümme) vor. Ebenso

wurden die Unterlagen bereits auf www.ksbrotenburg.de

sowie in der KSB-App im Terminkalender

veröffentlicht.

www.ksb-rotenburg.de

Veranstaltungen - Termine

des Seniorenbeirats Sottrum 2018

Sitzungen:

18. Oktober, 15. November, 20. Dezember jeweils um 10:30 Uhr, Rathaus Sottrum

*

Erste Hilfe Kurs für Senioren:

30. Oktober 14:00 Uhr, DRK-Haus, Große Straße in Sottrum

Anmeldung: Telefon 04264-406111 oder seniorenbeirat@sottrum.de

04/18

31


Baukindergeld als

lohnenswerte Unterstützung

Willkommene Förderung bei Neubau oder Kauf

Anzeige

Für ein

besseres

Leben.

Für Mensch

und Tier.

(djd). Noch sind nicht alle Details klar - aber

das Baukindergeld wird noch im Jahr 2018

kommen. Familien mit mindestens einem Kind

erhalten diese geplante Unterstützung bei einem

steuerpflichtigen Einkommen von bis zu

75.000 Euro plus 15.000 Euro Freibetrag pro

Kind. Lebt der minderjährige Nachwuchs in einer

Familie mit Kindergeldanspruch, zahlt der

Staat über zehn Jahre pro Kind und pro Jahr

1.200 Euro, und zwar bis zum 25. Lebensjahr

des Kindes. Stichtag für den Anspruch ist der

1. Januar 2018. Fest steht schon jetzt, dass der

vorerst letztmögliche Termin zur Antragstellung

der 31. Dezember 2020 sein wird. Allerdings

nur, wenn zum ersten Mal eine Immobilie

zur Eigennutzung erworben wird. Im Gegensatz

zur früheren Eigenheimzulage stockt das

Baukindergeld das Eigenkapital nicht auf. Der

noch nicht feststehende Auszahlungsrhythmus

- ob monatlich oder jährlich - kann aber in jedem

Fall den finanziellen Spielraum für die

Zinstilgung erhöhen.

www.provieh.de

KfW bleibt erste Adresse

Nach wie vor bleibt das KfW-Programm für

energieeffizientes Bauen, etwa für ein Ziegelhaus,

günstig für eine Finanzierung. Bis zu

100.000 Euro Kreditbetrag fördert die Bank

mit einem effektiven Zinssatz von derzeit 1,36

Prozent pro Jahr (Stand August 2018). Mit bis

zu fünf tilgungsfreien Anlaufjahren bei 30 Jahren

Laufzeit zum Satz von 1,71 Prozent pro

Jahr ist dies sehr bauherrenfreundlich. Ein Tilgungszuschuss

reduziert den Kredit - bei einem

KfW-Effizienzhaus 40 Plus etwa sind das

bis zu 15.000 Euro. Außerdem übernimmt die

KfW teilweise das Honorar der verpflichtenden

Energieeffizienz-Experten. Allerdings zeigt die

Erfahrung der letzten Jahre, dass der Bauherr

mit sehr hohem finanziellen Aufwand nur wenige

hundert Euro Heizkosten pro Jahr spart.

Das ebenfalls geförderte Effizienzhaus 55 stellt

deshalb wirtschaftlich die sinnvollste Lösung

dar. Es benötigt etwa die Hälfte des Mindeststandards

an Energie und ist deutlich kostengünstiger

als ein Haus nach KfW-40-Standard.

Um den KfW-55-Standard zu erfüllen, genügt

dank sehr guter Wärmedämmung eine monolithische

Ziegelbauweise ab 36,5 Zentimeter

Wandstärke. Eine zusätzliche, kostenintensive

Dämmschicht an der Fassade erübrigt sich.

Diese Lösung reduziert Bau- und langfristige

Instandhaltungskosten.

Ratgeber zeigt weitere Fördermöglichkeiten auf

Experten gehen davon aus, dass die KfW für

die Bearbeitung des Baukindergeldes zuständig

sein wird. Vor Baubeginn sollte man im Übrigen

alle vorhandenen Fördertöpfe ausloten: Regional

unterschiedlich können diese beim Land

und sogar beim Bürgermeister oder der Kirche

stehen. Ein Ratgeber unter www.lebensraumziegel.de

zeigt weitere Fördermöglichkeiten mit

aktuellen Konditionen auf.

32 04/18


Ein Schatten auf der

Lunge – was muss ich

tun?

Wenn Ihr Arzt Sie informiert, dass auf einem

gemachten Röntgenbild Ihrer Lunge ein Schatten

zu sehen ist, müssen Sie das auf jeden Fall

ernst nehmen. Es muss nun herausgefunden

werden, was diesen Schatten verursacht.

Schatten bedeuten nicht immer Tumore: Mit

ca. 100 qm ist die Lunge das Organ mit dem

größten Kontakt zur Außenwelt. Daher kommen

eingeatmete Bestandteile der Luft mit der

Lunge in Kontakt. Die Lunge reagiert darauf

zum Beispiel mit Entzündungen, die auf dem

Röntgenbild als Schatten sichtbar werden.

Aber auch gutartige und bösartige Tumore können

Ursachen sein.

Um die Ursache einzugrenzen, wird als nächster

Schritt eine Computertomografie der Lunge

gemacht. Je nach Vorgeschichte des Patienten

und Sitz des Herdes sollte zudem eine Gewebeprobe

entnommen werden, die entsprechend

untersucht wird.

Mit Hilfe dieser Befunde können der Lungenfacharzt

und/oder der Thoraxchirurg über die

weiteren Behandlungsmethoden entscheiden.

Das können medikamentöse Therapien sein,

operative oder auch die Empfehlung der Beobachtung

und Kontrolle nach einer bestimmten

Zeit.

Abteilungsleiter der Thoraxchirurgie, Dr. med.

Tim Strauss, informiert am 10. November beim

Patienteninfotag zum Thema „Schatten auf der

Lunge – was muss ich tun?“.

Der Patienteninfotag kann kostenlos besucht

werden.

Weitere Informationen finden Sie auf:

www.diako-online.de

www.diako-online.de

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Patienteninfotag

Krebs und Lebensqualität

Chancen der ganzheitlichen Medizin

Vorträge und Diskussionen über die Möglichkeiten der modernsten Krebstherapien

Samstag, 10. November 2018, 10 bis 13 Uhr

Eintritt frei. Anmeldung nicht erforderlich.

Veranstaltungsort: Buhrfeindsaal, Mutterhausgelände, Haus-Nr. 10

Elise-Averdieck-Str. 17, Rotenburg

Samstag

10.11.2018

10 bis 13 Uhr

Mehr Informationen: www.diako-online.de

04/18

33


Fest der Dinge

Ausstellung Hans Meyboden in Fischerhude

Text und Fotos:

Claudia Kalusky

Der Maler Hans Meyboden, der 1901 in Verden

geboren wurde und in Bremen aufwuchs, zählt

zu den vielleicht weniger bekannten, aber dennoch

wichtigen Künstlern Fischerhudes. Bereits

als Schüler besuchte er die Bremer Kunsthalle

und sein Talent wurde dort quasi von dem

damaligen Direktor entdeckt.

Der damalige Direktor Waldmann war ein vorzüglicher

Kenner der jugendlichen Sehnsüchte von Hans

und forderte ihn auf, er solle doch mal selber anfangen

zu malen.

Da er heimlich in seinem Zimmer malte – der Vater

durfte es nicht wissen – versteckte er abends das

angefangene Werk in seinem Kleiderschrank…

(Gretlies Meyboden)

Emil Waldmann war es auch, der das junge Talent

dem vielseitigen, aus Österreich stammenden

Künstler Oskar Kokoschka empfahl. Von

1919 bis 1923 studierte Hans Meyboden bei

ihm an der Dresdner Akademie. 1925 zog er

nach einem Amerika-Aufenthalt nach Berlin.

Recht schnell konnte er dort seine Bilder ausstellen

und verkaufen. Der aufstrebende Künstler

beteiligte sich an den bedeutenden Berliner

Akademie-Ausstellungen und bezog ein eigenes

Atelier.

Ich kann mich nur mit den Dingen der Welt

ausdrücken, in die ich hinein geboren bin und

meine Mitmenschen auch… Es geht immer

über mein Herz, meine Seele, mein Gemüt.

Das drücke ich aus.

(Hans Meyboden)

„In Berlin hatte er mehr und mehr unter der

Machtübernahme der Nationalsozialisten gelitten

und es bewegte und beunruhigte ihn

sehr, was da geschah. Ein Freund aus Fischerhude

besuchte ihn und bemerkte dass er perspektivlos

und depressiv war. Daraufhin überredete

er ihn, doch ganz nach Fischerhude zu kommen.

Dort konnte mein Vater dann glücklicherweise

das Atelier des verstorbenen Künstlers

Wilhelm Rohmeyer übernehmen. Außerdem

lernte er dessen Tochter Gretlies, also meine

Mutter, kennen“ Mein Vater war liebenswert

und sehr humorvoll, aber er zog sich auch oft

zurück. Er war überhaupt kein Mensch, der im

Rampenlicht stehen wollte und wenn er malte,

war er auch für uns nicht vorhanden. Ich hätte

manchmal gerne mehr von ihm gehabt, aber

er hatte ja auch immer unter seinen Krankheiten

zu leiden. Als junger Mann verunglückte er

beim Skispringen im Harz und hatte eine Kopf-

34 04/18


Hans Meyboden liebte kräftige Farben

verletzung. Die Folge war ein lebenslanges Nervenleiden.

Zudem hatte er Tuberkulose“, erinnert

sich sein Sohn Lorenz, der in Fischerhude

als freischaffender Künstler lebt.

Ab 1935 zog sich Hans Meyboden immer mehr

in seine zweite Heimat Fischerhude zurück

und blieb wegen seiner gesundheitlichen Beeinträchtigungen

vom Kriegsdienst verschont.

Das Berliner Atelier überließ er seinem Schicksal,

1942 wurde es zerstört. „Das Frühwerk

meines Vaters ist deshalb leider verschollen.“

1955 bekam Meyboden den erstmalig vergebenen

Kunstpreis der Böttcherstraße. 1956

übernahm er an der Karlsruher Akademie eine

Lehrtätigkeit in der Außenstelle Freiburg. Es

war seine Frau Gretlies, die ihn dazu brachte.

„Meine Mutter sagte oft zu ihm: du kannst so

gut vermitteln, du hast so gute pädagogische

Fähigkeiten, nutz die Gelegenheit, wenn sie

sich bietet. Sie hatte sich immer sehr stark meinem

Vater gewidmet und ihn unterstützt.“ Der

Wechsel nach Süddeutschland und wiederholte

Reisen in die Provence ließen ihn eine neue

kreative Phase erleben, doch in seinen Arbeitsprozessen

war er eher bedächtig und äußerst

selbstkritisch; immer wieder verwarf er viele

seine Arbeiten. An seinen Bruder Kurt schrieb

er 1958:

Ich bin immer froh, wenn die Arbeit mich förmlich

verschlingt. Im Bann dieser Arbeit bin ich auch heute

gleich ins Atelier gegangen, um zu sehen, ob das,

was ich gestern noch malte auch heute noch standhält.

Der erste Blick auf das Bild nach dem Abstand

der Nacht zeigt mir meist sofort unbarmherzig die

Fehler und was nicht geht und dann beginnt das

ewige Suchen nach einer Lösung …

1965 verstarb Hans Meyboden an einem Hirnschlag.

Alles hatte eine starke Aussage der Stille,

manchmal der Vergänglichkeit. Die Dinge

sind alle in einen kosmischen Raum gestellt.

Seine Bilder sind alle ein bisschen an den Abgrund

gebaut, er weiß um die Vergänglichkeit…

(Gretlies Meyboden)

Die aktuelle Ausstellung zeigt Exponate aus allen

Schaffensphasen des Künstlers: Landschaften

am Wasser aus den Jahren 1928 bis 1938,

die in Fischerhude in den Nachkriegsjahren

entstandenen farbenprächtigen Stillleben mit

den teilweise so typischen sichtbaren Pinselführungen

sowie die in Freiburg und in der Provence

gemalten Landschaften und Figurenbilder.

Zu Meyboden´s künstlerischen Vorbildern

zählten neben Kokoschka, Cézanne, Matisse,

auch Paula Modersohn-Becker, deren Stil lleben

ihn sehr inspirierten und in späteren Jahren

auch Max Beckmann mit seinen intensiven

und teils verstörenden Bildern. Lorenz Meyboden

und die Modersohn-Stiftung suchen seit

geraumer Zeit ein festes Domizil für das Werk

Hans Meyboden, das momentan im Depot des

Modersohn-Museums gelagert wird.

Die Ausstellung „Fest der Dinge“

läuft noch bis zum

28. Oktober 2018,

Buthmanns Hof,

Im Krummen Ort 2, Fischerhude

Mittwoch bis Samstag 14.30 – 17.30 Uhr,

Sonntag 11.30 Uhr – 17.30 Uhr

Spätwerk Meyboden, in der Provence inspiriert

04/18

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Weihnachtsbuffet

1. und 2. Weihnachtstag

von 11:30 - 15:00 uhr

32,50 € pro Person

Um Voranmeldung wird gebeten!

Genießen Sie die Weihnachtstage mit Ihrer Familie und Ihren Freunden bei unserem schönen und

reichhaltigen Weihnachtsbuffet. Viele verschiedene Köstlichkeiten erwarten Sie.

Vorspeisen

Salat Variationen

Räucherlachsplatte

Auswahl an Antipasti

Hausgebackene Brötchen

Tomate Mozzarella

suppe

Brokkolicremesuppe mit

Mandelsplittern

hauptgericht

Entenbrust und -keule in

Sauce à la Mario

Schweinelendenbraten in

Waldpilzrahmsauce

Zanderfilet mit marinierten

Tomaten

beilagen

Rotkohl, Rosenkohl

Kroketten

Rosmarinkartoffeln

Weihnachtsrisotto

nachspeisen

Lebkuchenmousse

Rote Grütze

Apfel-Zimt-Panacotta

Wärmen Sie sich auf bei

kaffee und kuchen

15:00 - 18:00 Uhr

Am Nachmittag erwartet Sie bei uns

eine leckere Auswahl an Kuchen.

Abendkarte

Ab 17:00 Uhr

Am 1. und 2. Weihnachtstag begrüßen wir Sie

abends mit einer kleinen Speisekarte

unserer Spezialitäten.

Silvester 5-Gänge-Menü

19:00 uhr - open end

mit dJ und Tanz

Feiern Sie mit uns ins Neue Jahr

mit unserem großartigen 5-Gänge-Menü!

Zur Begrüßung wird ein Glas Prosecco gereicht.

1. Gang

Ziegenkäsemousse und Parmaschinken

mit hausgebackenen Brötchen

2. Gang

Wildravioli

mit Babyspinat und gehobeltem Granapadano

4. Gang

Gegrilltes Rinderfiletmedaillon

mit Polenta und Gewürzjus

5. Gang

Hausgemachter Brownie

mit Frangelicosahne

65,00 € pro Person

Um Voranmeldung wird gebeten!

3. Gang

Gegrilltes Schwertfischfilet

mit grünem Spargel und Pesto

Restaurant WESERTERRASSEN

am BADENER BERG

Weserblick 6 · 28832 Achim-bAden

Tel. 042 02 - 7 10 67 WWW.resTAurAnT-WeserTerrAssen.de

Am 1. Januar

ab 18 uhr geöffnet !

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