REGIOBOTE Herbst 2018

Druckerpresse

Regionalmagazin für den Raum um Ottersberg, Oyten, Achim und Rotenburg.

04/18

Zur Goldenen Hochzeit kauften Sie sich ein Tuk

Tuk, um damit durch Deutschland zu reisen…

„Seit 2004 machen wir jährlich vier Wochen

Urlaub in Sri Lanka. Wir können dort nur im

Winter Urlaub machen, da wir die Wärme lieben.

Und dann ist es dort warm. Aus Sri Lanka

kam auch die Idee mit dem Tuk Tuk. In den

ersten Jahren hielten wir es für eine verrückte

Idee, doch vor sechs Jahren haben wir uns

hier einmal umgesehen. Ein Bekannter half uns

bei der Suche. In Lachendorf bei Celle fand er

dann unser Tuk Tuk. Eigentlich ist es ein Ape

Calessino, in Italien gebaut. Im vorigen Jahr

haben wir aus Anlass unserer Goldenen Hochzeit

damit eine Tour durch Deutschland unternommen.

Wir sind in 16 Tagen 1600 Kilometer

gefahren, stets an den Flüssen entlang. Die Reise

ging durch vier Bundesländer, sowie durch

einen Teil von Holland. Morgens wussten wir

nicht, wo wir abends sein werden. Unterwegs

haben wir viel erlebt.“

Eine Fahrt mit dem Tuk Tuk ist sicher nicht nur

luftig, sondern auch zeitintensiv. Wurden Sie

mit dem Fahrzeug schon einmal geblitzt?

„Natürlich ist es Im Sommer am schönsten mit

dem Tuk Tuk. Doch wir fahren auch im Winter

damit. Nur eben schön warm angezogen.

Wir sind in gut fünf Jahren mittlerweile fast

40 000 km TukTuk gefahren. Nur müssen wir

etwas mehr Zeit einplanen. Einmal wurden wir

in einer 70er Zone geblitzt. Da gab es helle Aufregung,

da wir nur 40 km/h gefahren sind....

Die Auflösung: Ein schnelles Auto hatte uns

überholt.“

Im Landkreis Rotenburg haben Sie mit eben jenem

Tuk Tuk sämtliche zwölf Melkhüs / Milchraststätten

besucht…

„Gleich in den ersten Jahren haben wir mit dem

TUK TUK sämtliche Melkhüs im Landkreis besucht.

Das haben wir viele Jahre wiederholt.

Auch unsere Gäste sind von den Melkhüs begeistert.“

Obwohl Sie seit 51 Jahren nicht mehr in Waffensen

leben, sind Sie in Rotenburg immer noch

sehr bekannt. Weshalb?

„Sicher auch deshalb, weil ich zwanzig Jahre

in der Touristik in Gnarrenburg ehrenamtlich

mitgearbeitet habe. Es hat mir sehr viel Spaß

gemacht. Dadurch war ich auch im TouROW

auf vielen Versammlungen dabei. Dort habe ich

viel gehört, konnte aber auch meine eigenen Erfahrungen

weitergeben.“

Seit fast 30 Jahren bieten Sie in ihrem Zuhause

Gästezimmer an. Und für jeden Besucher haben

Sie zur Begrüßung die Landesflagge parat,

die vorab gehisst wird. Selbst Franken bekommen

die eigene Flagge, nicht jene aus Bayern…

Wie viele Flaggen besitzen Sie bereits? Welche

fehlen noch?

„Vor 29 Jahren bin ich mit einem Gästezimmer

angefangen. Jetzt sind es drei Zimmer sowie

ein Ferienhaus. Der Umgang mit den Gästen

macht sehr viel Spaß - es kommen nur nette

Leute zu uns! Es war Hinrichs Idee, jeden Gast

mit (s)einer Flagge zu begrüßen. Zuerst sammelten

wir die Flaggen aller Bundesländer.

Dann kamen jene aus Europa dazu. Anschließend

folgten die Fahnen von Singapur, Australien,

Neuseeland, Japan usw. Insgesamt haben

wir 148 Flaggen. Einmal hissten wir die

bayrische Flagge. Da haben die Gäste gestreikt.

Denn sie waren Franken... Die Flagge haben sie

uns dann geschickt. Ein andermal standen drei

Radfahrer vor der Tür. Sie kamen aus Taiwan.

Deren Flagge hatten wir nicht, bzw. eine Woche

später hatten wir sie dann doch! Manche Gäste

kennen unseren Tick und bringen die eigene

Stadtflagge mit. So ist schon so einiges an Flaggen

zusammengekommen.“

Gab es auch einmal Beschwerden von Gästen?

„Uns liegt sehr viel daran, dass unsere Gäste

zufrieden sind. Ich frage oft, ob irgendetwas

im Zimmer fehlt. Einmal sagte mir ein Gast,

er könne sich schlecht bücken, deshalb hätte

er gern einen langen Schuhanzieher. Natürlich

habe ich in allen Zimmern und im Blockhaus

jetzt lange Schuhanzieher. Ein andermal

bemerkte jemand, dass es schön wäre, wenn im

Zimmer eine Uhr hängen würde. Natürlich befindet

sich jetzt überall eine Uhr in jedem Zimmer.

So habe ich in all den Jahren die Wünsche

der Gäste berücksichtigt.“

Sie selbst urlauben stets in Sri Lanka. Was fasziniert

Sie an dem Land?

„Wie bereits erwähnt, machen wir seit 2004 Urlaub

in Sri Lanka. Wir fahren immer in dasselbe

Hotel, bekommen dort auch immer das gleiche

Zimmer. Wir haben auch `unseren´ TukTuk-

Fahrer, der gut deutsch spricht, uns sein Land

zeigt. Er stellt uns auch Orte vor, die unter den

Touristen nicht so bekannt sind. Sri Lanka ist

ein wunderschönes Land! Zwar sehr arm, wohl

aber mit sehr zufriedenen Menschen. Das ganze

Jahr über sammeln wir bei uns Verbandsmaterial

und Brillen, um die Sachen dann bei

einem Doktor im Urwald, in einer Klinik für

besonders arme Leute verteilen zu lassen. Die

Brillen gibt es in einer Augenklinik. Ich glaube,

wir wissen gar nicht, wie gut wir es hier in

Deutschland haben.“

Im ihrem Garten haben Sie „Morgen neu“, ihre

Freunde sind die „Uhus“. Wie viele Sprachen

sprechen Sie, welche eigenen Wortschöpfungen

gibt es noch?

„Wir haben einen wirklich großen Garten mit

reichlich Blumen und Sträuchern zu pflegen.

Alle zwei Wochen haben wir eine Probe im

UHU-Chor unserer Gemeinde in Farven (von

dort kommt Hinrich). Wir nennen den Chor

UHU, weil wir alle unter hundert Jahre alt sind.

Die Jüngsten sind 14, wir sind die Ältesten.

Hinrich ist 80, ich bin 71.“

Annegret Pape mit der

Fahne von Sri Lanka

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