2018/42 - Unternehmen Ausgabe 64

suedwest.presse

Das Wirtschaftsmagazin im Südwesten Ausgabe 64 | Oktober 2018 | 3,00 €

4 197821 303000 6 4

Fest in

Familienhand

Das Geschäft brummt, die fünfte Generation startet in

den Beruf: Gabi Schwarz über Wurzeln, Regeln und

Zukunft der gleichnamigen Unternehmensgruppe.

Digital Wie Mittelständler ihre Daten in Umsatz verwandeln SEITE 22

Energie Warum es sinnvoll ist, Mitarbeiter ins rechte Licht zu rücken SEITE 32

Umfrage Führungskräfte und ihre Lieblingsbücher SEITE 54


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unternehmen [!] Ausgabe 64 | Oktober 2018

[inhalt]

LIEBE LESERIN, LIEBER LESER,

die im Frühjahr noch euphorischen Wirtschaftsforscher

haben ihre Prognosen gesenkt.

Da werden sich manche Berufspessimisten

bestätigt fühlen. Doch das schwächere

Wachstum ist kein Beinbruch. Zum einen

herrschte unlängst noch die Sorge, die einheimische

Wirtschaft würde heiß laufen. Zum

anderen hat der Boom im neunten Jahr auch

Schattenseiten: Viele Betriebe stoßen räumlich

an ihre Grenzen, wie unser Titelinterview

mit der Unternehmerin Gabi Schwarz

aus Göppingen zeigt (S. 10). Vor lauter Aufträgen

vergisst mancher Mittelständler, sich mit

der Zukunft und digitalen Geschäftsmodellen

zu beschäftigen (S. 22). Doch um das Gros der

Betriebe im Süden der Republik muss einem

nicht bange sein. Wie innovativ diese sind,

zeigen unter anderem die Porträts des Bergsportspezialisten

Edelrid (S. 52) und des Edelladens

Music Station (S. 36).

Ich wünsche Ihnen anregende Lektüre!

Ihr Alexander Bögelein,

Redaktionsleiter unternehmen [!]

[spezial]

6 Mehr Schutz, weniger Sorglosigkeit

Der Schlüssel der Sicherheitstechnik

38 Es wird eng und spannend Göppingen

boomt – doch es fehlt der Platz

[titelthema]

10 Von ihr lernt man fürs Leben

Gabriele Schwarz im Gespräch

[digital]

22 Mit Mut in die Datenflut Digitale

Geschäftsmodelle für Mittelständler

[verantworten]

32 Wie Betrieben ein Licht aufgeht Wie

man Energie spart und dabei Mitarbeiter

motiviert

[machen]

36 Mekka für Gitarren-Fans Warum

Sunrise Avenue nach Jettingen pilgert

52 Keine Kompromisse im Klettersport

Bergsportausstatter Edelrid aus Isny

[finanzieren]

44 Wie die Firma am Laufen bleibt Ist Ihr

Unternehmen auf den Notfall

vorbereitet?

[gründen]

48 Mit Sensoren gegen verspannte

Nacken T-Shirts, die den Rücken stärken

[wissen]

50 Die Kunst des Schenkens Darauf

müssen Betriebe bei Präsenten achten

[leben]

54 Eintauchen in eine andere Welt

Umfrage zu Lese- und Schreibgewohnheiten

von Führungskräften

[namen & nachrichten]

4 Wirtschaftsikone Hymer in US-Besitz

4 Führungswechsel bei den IHK in Ulm

und Weingarten

5 Die Zukunft der Batterie kommt aus

Ulm

18 Destillate aus Lösemitteln

57 Freiheit für Masthühner

58 Großinvestition am Rostocker

Seehafen

58 Impressum

48 52

32

36

22

3


[namen & nachrichten] Ausgabe 64 | Oktober 2018 unternehmen [!]

Wirtschaftsikone Hymer in US-Besitz

Die Mitarbeiter waren überrascht

und auch sauer: Statt einem

schwäbischen Familienunternehmen

gehören sie nun einem

börsennotierten US-Konzern.

Denn die Familie des vor fünf Jahren

verstorbenen Branchenpioniers

Erwin Hymer trennt sich

komplett von dem Freizeitfahrzeughersteller.

Hymer (Bad Waldsee),

mit 24 Marken und 25 Prozent

Marktanteil führend in

Europa, ist künftig Teil der US-

Gruppe Thor. Die kommt in

Nordamerika auf 48 Prozent

Marktanteil. Thor und Hymer

sind mit einem Umsatz von 9,9

Milliarden Euro und 25.000 Mitarbeitern

der weltgrößte Hersteller

von Freizeitfahrzeugen. Hymer

erwirtschaftete zuletzt mit

7300 Mitarbeitern einen Umsatz

von 2,5 Mrd. Euro

Noch beim Caravan-Salon in

Düsseldorf Ende August hatte

Hymer-Chef Martin Brandt, angekündigt,

die Familie suche einen

Investor und sei bereit, die Mehrheit

abzugeben. Vier Wochen

später steht fest: Die Witwe von

Erwin Hymer, Gerda, und die beiden

Kinder Christian und Carolin,

machen Kasse. Sie erhalten

zwei Milliarden Euro in bar und

200 Mikkionen Thor-Aktien. Beide

Kinder hatten schon vor längerem

erklärt, dass sie nicht im Unternehmen

tätig sein wollen.

Es handle sich um eine freundliche

Übernahme, betonten Brandt

und Thor-Chef Bob Martin gegenüber

dem „Handelsblatt“. Die

Überschneidungen der Unternehmen

seien minimal. Das

macht Stellenabbau wenig wahrscheinlich.

Doch es wechselt eine

deutsche Wirtschaftsikone in

US-Besitz. Erwin Hymer hatte aus

dem Handwerksbetrieb seines

Vaters Alfons die Nummer 1 der

deutschen Branche geformt und

das Hymermobil zum Gattungsbegriff

für Reisemobile gemacht.

Vor allem aber bescherte Erwin

Hymer den Menschen, eine neue

Art zu reisen. [!]

AMB

Ein Vorarbeiter der Erwin Hymer Group kontrolliert am Stammsitz ein

halbfertiges Reisemobil: Das Waldseer Unternehmen wird amerikanisch.

Führungswechsel bei den IHK in Ulm und Weingarten

Selten gibt es so viel Veränderungen

an der Spitze der Industrieund

Handelskammern zwischen

Ulm und Bodensee: Im Sommer

wurden die Peter Kulitz (Ulm)

und und Heinrich Grieshaber

(Weingarten-Bodensee) als Präsidenten

verabschiedet. Gemeinsam

kamen die beiden auf 25 Jahre

Präsidentschaft. Grieshaber

wie Kulitz wurden bei ihren Abschiedsfeiern

mit stehendem Applaus

gewürdigt.

In Ulm hat nun die Ära von Stefan

Roell (63, verheiratet, sechs

Kinder) begonnen. Der frühere

McKinsey-Berater ist unter anderem

Vorsitzender der Hochschule

Ulm und Aufsichtsrat der Uniklinik,

von 2006 bis 2009 war er Verbandsvorsitzender

von Südwestmetall.

1985 trat er ins

Familienunternehmen ein, seit

1992 leitet der gebürtige Düsseldorfer

Zwick als geschäftsführender

Gesellschafter, seit 2001 ist er

Neu im Amt der IHK-Präsidenten: Martin Buck (li.) und Stefan Roell.

Vorstandschef der Zwick Roell

AG, die zuletzt mit 1500 Mitarbeiter

einen Umsatz von 226 Mio.

Euro erwirtschaftete.

Präsident der IHK Bodensee-

Oberschwaben ist Martin Buck,

Vorsitzender des Vorstands der

IFM Stiftung & Co. KG. Der Sensorik-

und Steuerungstechnikspezialist

beschäftigt 6700 Mitarbeiter,

davon 3300 am Bodensee.

Nach Stationen bei Siemens und

AMD war der Elektrotechnik-Ingenieur

2001 ins Familienunternehmen

eingestiegen

In Ulm geht zudem IHK-Hauptgeschäftsführer

Otto Sälzle (62)

im Herbst 2019 früher als erwartet

in Ruhestand. Er arbeitet seit

23 Jahren für die IHK. [!] AMB

4


unternehmen [!] Ausgabe 64 | Oktober 2018

[namen & nachrichten]

Die Zukunft der Batterie kommt aus Ulm

Mit etwa 70 neuen Stellen für

Wissenschaftler rechnet Michael

Weber, Präsident der Universität

Ulm. Dazu kommt ein neues Forschungsgebäude

unweit des

Helmholtz-Instituts für elektrochemische

Energiespeicherung

(HIU). Der Grund: Bund und Länder

fördern die Forschung rund

um neue nachhaltige Speicherkonzepte

jenseits von Lithium.

Von Januar 2019 an gibt es zunächst

für sieben Jahre bis zu

zehn Millionen Euro jährlich.

Die Entscheidung löste einen Riesenjubel

an der Uni Ulm aus, die

sich als Exzellenzcluster zusammen

mit dem Karlsruher Institut

für Technologie (KIT) den Zuschlag

gesichert hat und so zur

Weltspitze der Batterieforschung

aufsteigt. In Ulm forscht man bereits

an Ladungsträgern auf der

Basis von Natrium, Magnesium,

Aluminium oder Zink. Die Lithium-Vorräte

sind endlich und eine

Kapazitätssteigerung der Batterien

mit großen technologischen

Schwierigkeiten verbunden. Von

zusätzlichen Millionen und der

Vision der Exzellenz-Universtität

Ulm musste sich Uni-Präsident

Weber aber vorerst verabschieden.

Denn der Antrag der Physiker

um den Ulmer Quantenforscher

Fedor Jelezko wurde von

der Kommission aus den Forschungsministern

von Bund und

Ländern sowie einem Wissenschaftsgremium

abgelehnt. Das

wäre das dafür notwendige zweite

Cluster gewesen.[!]CMY/PACA

Spot an: Die Uni Ulm steigt in der Batterieforschung in die Weltspitze auf.

Der Mittelstürmer der

Wirtschaft ist 80

Erfolgreicher Unternehmer, gewiefter

Tarifpolitiker, langjähriger

Arbeitgeberpräsident, Aufsichtsratschef

des VfB Stuttgart

– Dieter

Hundt hatte

im Lauf der

Jahre viele

Hüte auf, und

meistens mit

Dieter Hundt hält Erfolg. Nun

sich mit Schwimmen

fit.

seigneur der

ist der Grand-

deutschen

Wirtschaft 80 Jahre alt geworden.

Er genießt immer noch die Auftritte

auf dem Berliner Parkett.

Als langjähriger Arbeitgeber-Präsident

ist er weiterhin gern gesehen.

Seinen Spitznamen „Mittelstürmer

der Wirtschaft“ hat er

seiner Leidenschaft für den VfB

Stuttgart zu verdanken. Hundt ist

seit 53 Jahren mit seiner Ehefrau

Christina verheiratet.

Mit klassischem Ruhestand hat

sein Alltag wenig zu tun. Als Inhaber

und Aufsichtsratschef von

Allgaier kümmert sich der studierte

Maschinenbauer um das

China-Geschäft mit Werkzeugen

und Maschinen genau so wie um

die erfolgreiche Dependance des

Unternehmens in Mexiko.

Den Autozulieferer hat Hundt 33

Jahre lang geleitet, bevor er 2013

in den Besitz der Familie übergegangen

ist. Die beiden Kinder

sind mit jeweils zirka 22 Prozent

beteiligt. Seine persönliche Fitness

ist ihm wichtig. Jeden Tag

schwimmt er 20 Minuten und

einmal in der Woche geht er ins

Fitnessstudio. Der sechsfache

Großvater ist ein begeisterter

Segler mit eigenem Boot am Bodensee.

Zum Wandern oder Skilaufen

fährt er jedes Jahr zusammen

mit seiner Frau vier Wochen

in sein Ferienhaus nach Bad Ausee

(Steiermark). [!] DIK/JOA

Verpackungsspezialist

Höhn beantragt Insolvenz

Auf den Ulmer Verpackungsspezialist

Höhn kommen Einschnitte

zu. Laut dem zahlungsunfähigen

Unternehmen sind

Umsatzrückgänge in den vergangenen

Monaten, aber auch notwendige

Restrukturierungen

Gründe für die Insolvenz. Als vorläufigen

Sachwalter arbeitet

Arndt Geiwitz. Zusammen mit

dem Rechtsanwaltsbüro Pluta

soll das Unternehmen mit einem

tragfähigen Sanierungskonzept

zukunftsfähig aufgestellt werden.

Die Geschäftsführer Ingbert

Schmitz und Sebastian Haug ziehen

dafür einen strategischen

Partner in Betracht. [!] KLI

Noerpel-Gruppe kauft

Spedition Lebert

Die Ulmer Spedition Noerpel tätigt

die größte Transaktion der

Firmengeschichte und übernimmt

zum 1. Januar 2019 die

Spedition Lebert (Kempten). Firmenchef

Stefan Noerpel-Schneider

sagte, der Zusammenschluss

sichere die personellen Ressourcen

für die nächsten Jahre. Allein

bei Noerpel seien etwa 80 Stellen

offen. Daher seien auch alle Arbeitsplätze

sicher. Synergien soll

es durch die Bündelung von

Transporten und optimale Auslastung

der Frachtkapazitäten

geben. Noerpel erzielt 2018 voraussichtlich

Erlöse von 350 Millionen

Euro mit 1800 Mitarbeitern,

Lebert 135 Millionen Euro mit

500 Beschäftigten. [!] KÖ

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[rubrik] Ausgabe 64 | Oktober 2018 unternehmen [!]

Foto: Rainer Schimm/©MESSE ESSEN

Dieser Schlüssel macht Kriminellen das Leben schwer: Die Sicherheitszähne sind hinter Leisten versteckt. Sie lassen sich weder fotografieren noch scannen.

Mehr Schutz, weniger Sorglosigkeit

Unternehmen machen es Einbrechern häufig viel zu einfach. Wie groß die Einfallstore, beispielsweise durch entwendete

Schlüssel sind, unterschätzen viele Firmenchefs. Einfache Grundregeln und Sicherheitstechnik helfen.

Viele Unternehmen sind erschreckend

fahrlässig, sagt Bernd Heß. Vor allem

im Ungang mit fremden Besuchern.

„Selbst wenn an der Pforte ein Hausausweis

ausgestellt wird: Wer prüft, ob die Angaben

richtig sind?“, fragt sich der Experte des Referats

Prävention der Kriminalpolizeilichen Beratungsstelle

des Polizeipräsidiums Ulm. Oft

werde nicht sichergestellt, ob sich hinter Lieferanten

oder Paketdiensten „Fake-Personal“

verberge, das in Wirklichkeit Diebstähle im

Schilde führe und dazu erst mal Schlüssel

„mitgehen“ lässt. Die liegen oder hängen laut

Heß häufig offen zugänglich herum. Damit

sei es ein leichtes, Schlüssel „mitgehen“ uzu

lassen. Im digitalen Zeitalter ist dafür nicht

einmal mehr ein Diebstahl nötig. Heutzutage

geht das viel einfacher.

„Es ist kinderleicht, in kürzester Zeit mit einem

3D-Hobbydrucker ein Duplikat herzustellen“,

sagt Henner Schöneborn von der

Schweizer Firma Urban Alps. Ein mit dem

Smartphone aufgenommenes Foto des

Schlüssels reiche als Muster völlig aus. Den

Rest erledige ein 3D-Hobbydrucker. Urban

Alps präsentiert auf der Sicherheitsmesse „Security“

in Essen einen Schlüssel mit eingebautem

Kopierschutz. Der Clou: Was das Metallstück

zu einem Schlüssel macht, ist nicht

sichtbar. Unter zwei schmalen Leisten am

Rand des Schafts ist der gesamte Bart des

Schlüssels versteckt – unerreichbar für Kameras

und Scanner.

Der neuartige Schlüssel kommt aus einem

3D-Metall-Drucker. Er ist aus bis zu 4000 mikro

skopisch dünnen Schichten einer Stahllegierung

aufgebaut, was das Nachmachen zusätzlich

erschweren soll. Funktionieren soll er

wie ein herkömmlicher Schlüssel – dazu ist

aber ein entsprechender Schließzylinder nötig.

Zum Einsatz kommt die Technik bereits

beim US-Militär und anderen Nutzern mit ho-

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unternehmen [!] Ausgabe 64 | Oktober 2018

[spezial]

selbst angebliche Sicherheitsbereiche begangen

werden können, ohne dass Alarm geschlagen

wird. Vielen Firmenchefs sei gar nicht

bewusst, wie groß dieses Einfallstor sei.

Heß ist nicht nur ein guter Beobachter und

mit einigem rhetorischem Geschick ausgestattet,

er verfügt auch über langjährige Berufserfahrung.

Er ist oft „draußen vor Ort“, im

privaten Bereich ebenso wie beim Handel und

bei kleinen oder großen Betrieben. Bei den Beratungen

sind Brandschutztüren immer ein

Thema. Diese müssen sich immer von innen

öffnen lassen.

Doch das größte Sicherheitsrisiko von Unternehmen

sind die Mitarbeiter, in diesem Fall

die Raucher unter ihnen. „Ist draußen eine

Raucherecke, wird gerne mal ihr Einrasten

vereitelt, etwa durch ein Taschentuch im

Falz.“ Und wer kontrolliere dann nach Betriebsschluss,

ob sie verschlossen sei? Einen

Verantwortlichen benennen, der einen

Schlussgang macht, lautet hier der dringende

Ratschlag des Kriminalers.

Polizeihauptmeister Bernd Heß zeigt Einbruchsschutz an Fenstern.

hen Sicherheitsanforderungen, die eine Vielzahl

von Schlüsseln an Mitarbeiter ausgeben

müssten, sagt Schöneborn. Mit steigender

Stückzahl soll er aber auch für Schließanlagen

in Wohnhäusern erschwinglich werden.

Foto: Oliver Schulz

Für mittelständische Betriebe wie auch für

Privatleute ist die Stealth-Technik noch Zukunftsmusik.

Nach den Worten von Präventionsexperte

Heß sollten sich Betriebe bewusst

machen, dass mit nachgemachten Schlüsseln

SCHWACHSTELLE MENSCH

Heß kann viele solcher Beispiele nennen, die

sämtlich unter dem Oberbegriff „Schwachstelle

Mensch“ zusammen gefasst werden. Ist

der Mensch im Sinne der Prävention

„schwach“, haben es Einbrecher mitunter sehr

einfach. Sonderlich hartnäckig sind die Täter

selten. Die Faustformel lautet: „Die meisten

Einbrecher geben nach etwa drei bis fünf Minuten

auf, wenn sie es bis dahin nicht geschafft

haben, ins Gebäude zu kommen.“ Dabei

würden sie meistens mit einfachen

Hilfsmitteln arbeiten wie Schraubenzieher,

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[spezial] Ausgabe 64 | Oktober 2018 unternehmen [!]

Ob Kamera- und biometrische Zugangssysteme oder Spezialschlösser: Viele Betriebe schrecken vor teuren

Sicherheitslösungen zurück, wie sie auf der Messe Security gezeigt wurden. Fotos: ©MESSE ESSEN

Zahlen und

Ansprechpartner

Elektronische Sicherungstechnik ist

stark gefragt. Der BHE Bundesverband

Sicherheitstechnik e.V. erwartet für

2018 ein Umsatzwachstum von 5 Prozent

auf 4,4 Milliarden Euro. Besonders

hohe Zuwächse gibt es bei der Zutrittssteuerung

(plus 6,7 Prozent) und der

Video-Überwachungstechnik (6,0 Prozent).

„Nicht zuletzt aufgrund ihrer

vielfältigen Einsatzmöglichkeiten im

privaten, industriellen sowie öffentlichen

Bereich und aufgrund ihrer präventiven

Wirkung wächst das Interesse

an professioneller Video-Technik und

Zutrittssteuerung“, sagt Norbert

Schaaf, Vorstandsvorsitzender des

BHE. Er erwartet, dass auch das Geschäft

mit Brandmelde- und Einbruchmeldetechnik

deutlich zulegt.

Erstinformationen zu den Themen

Einbruchsschutz und Sicherheitstechnik

gibt es bei den Kriminalpolizeilichen

Beratungsstellen. Ansprechpartner

für den Raum Ulm sind Bernd Heß

und Bernd Wieser, Telefon 0731/188-

1444 oder -1445. Über diese Rufnummern

ist auch die Kontaktaufnahme zu

den Ansprechpartnern für die Regionen

Biberach, Heidenheim und Göppingen

möglich. In Neu-Ulm ist ihr Kollege

Mark Schmid dafür zuständig,

Telefon 0731/8013-289.

THV

schutz steht daher in den Beratungen ganz

oben. Auf der Sicherheitsmesse in Essen wurde

mit Blick auf die gängigen Einbruchsmethoden

ein neuartiger Fenstergriff vorgestellt.

Der soll weitgehenden Schutz vor Angriffen

von außen bieten. Glasstechen, Rahmenbohren

oder das gewaltsame Verschieben des Beschlags

soll Einbrechern nichts mehr nützen,

verspricht der Hersteller. Sogar bei gekippten

Fenstern soll der Griff wirken.

Neben dem mechanischen Schutz von Fenstern

und Türen hat bei Heß auch die Überprüfung

der innerbetrieblichen Abläufe und Verantwortlichkeiten

in puncto Sicherheit

Priorität. Drittes großes Thema sind elektronische,

auf das jeweilige Objekt zugeschnittene

Lösungen, sprich: Einbruchmeldeanlagen.

Diese seien jedoch allenfalls als Ergänzung zu

sehen. „Werden diese ausgelöst, sind die Einbrecher

in der Regel ja schon drinnen“, gibt

Heß zu bedenken: „Wer bemerkt dann den

Alarm überhaupt?“ Die Lösung könnte sein,

dass er bei einer ständig besetzten Stelle aufschlägt,

voran bei einem Wach- und Sicherheitsdienst,

„unter bestimmten Voraussetzungen

auch bei uns, der Polizei“.

ABHOLBEREITE TRESORE

Gerade im gewerblichen Bereich gebe es keine

„pauschalen Lösungen von der Stange“, sagt

Heß. Bei größeren Betrieben könnte die Bildung

von „Sicherheitsinseln“ angebracht sein.

Und im Handel? „Kasse auch tagsüber abschöpfen,

nach Geschäftsschluss sollte sie

komplett leer sein“, rät Heß. Tresore an sich

bedeuteten noch nicht, dass man sich auf der

sicheren Seite befindet: „Ich habe auch schon

entdeckt, dass ein Tresor auf einer Palette

stand, wie abholbereit“, erzählt der Kriminaler.

„Der Schlüssel sollte immer am Körper

getragen werden, denn Einbrecher kennen die

Muster bevorzugter Aufbewahrungsorte.“

Diesen Alltagseinbrüchen stehen Diebstähle

„auf Bestellung“ entgegen. Der leergeräumte

Laden, das entwendete Diagnosegerät im Autohaus,

die gezielt gestohlene Maschine eines

Produktionsbetriebs. Hier sind laut Heß Profis

am Werk. Um sich gegen diese zu schützen,

sei eine maßgeschneiderte Lösung nötig, erläutert

Heß und empfiehlt eine Beratung.

UNGEWOLLTE HILFE FÜR DIEBE

Doch neben den ausgetüftelten Sicherheitsund

Alarmierungssystemen sollte immer

auch der viel zitierte „gesunde Menschenverstand“

eingeschaltet bleiben. Als Negativbeispiele

nennt Heß den Webauftritt, der auf

Diebe wie ein Katalog mitsamt „Gebrauchsanleitung“

wirkt oder auf den Firmentransporter,

in dem – praktisch für die Diebe – sogar

der Schlüssel steckt, was ihnen den Abtransport

der Beute schlussendlich um einiges erleichtert.

[!]

THOMAS VOGEL

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unternehmen [!] Ausgabe 64 | Oktober 2018

[rubrik]

1


THOMAS VOGEL

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9


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unternehmen [!] Ausgabe 64 | Oktober 2018

[titelthema]

Von ihr lernt

man fürs Leben

Ausbildung ist ihre Leidenschaft – und Fachkräftemangel bei der Göppinger

Schwarz-Gruppe daher kein Thema. Gabriele Schwarz, Gesellschafterin und

Prokuristin, über ihr Engagement für junge Leute, das Zusammenspiel im

Familienunternehmen, Herausforderungen einer Spedition und Pflanzenkohle.

Sie sind viel beschäftigt und nehmen sich dennoch

die Zeit, Besuchern des Firmenmuseums von Friederike

Wackler zu erzählen, warum?

Das macht mir Spaß, weil ich generell ein geschichtsinteressierter

Mensch bin. Ich führe regelmäßig Besuchergruppen

durch unser Firmenmuseum und erzähle,

wie Friederike gelebt hat.

Was fasziniert Sie an Friederike besonders?

Sie war eine starke Persönlichkeit, die eine Vorreiterrolle

eingenommen hat. Als alleinerziehende Mutter von

vier Kindern hat sie nach dem frühen Tod ihres Ehemanns

Louis das Fuhrunternehmen geleitet. Im 19.

Jahrhundert durften Frauen nichts ohne ihre Männer.

Ohne eine Vollmacht ihres Ehemannes hätte Friederike

das Unternehmen gar nicht leiten können.

Sie zeigen die Historie des Unternehmens in einem

Museum. Ist das noch zeitgemäß?

Auf jeden Fall. Wir sind stolz auf unsere Wurzeln und

darauf, einer der ältesten Betriebe im Raum Göppingen

zu sein. Zum 100-jährigen Jubiläum der Unternehmerfamilie

Schwarz im Jahr 2012 haben wir unter tatkräftiger

Hilfe meines Vaters das Buch „Schwarz auf Weiß“

herausgegeben. Daraus entwickelte sich die Idee, unsere

Firmenhistorie auch öffentlich zu zeigen. Wir haben

das einzige private Speditionsmuseum in Deutschland.

Sind Sie mit Friederike verwandt?

Nein, mein Urgroßvater, dessen Bruder und der damalige

Geschäftsführer haben 1912 das Unternehmen für

250.000 Mark gekauft. Aus der Spedition Wackler hat

sich die Schwarz-Gruppe entwickelt. Die ist heute die

Dachgesellschaft für unsere zwei Säulen: Logistik und

Entsorgung.

Wie sind die Rollen der Hauptgesellschafter?

Ich stehe als Prokuristin in der zweiten Reihe, bin für

Öffentlichkeitsarbeit, Marketing und Bildung zuständig

und spreche fürs Unternehmen, weil mir das leicht

fällt. Mein Cousin Oliver und meine Schwester Beate,

die die Geschäftsführung bilden, sind ganz froh, dass

ich das mache.

War diese Rollenverteilung so geplant?

Nein, als ältere Schwester sollte ich in die Spedition

einsteigen. Meine um ein Jahr jüngere Schwester und

ich kamen 1995 zeitgleich ins Unternehmen, Beate im

Entsorgungsbereich und ich in der Spedition. Nach

meiner Heirat und der Geburt meiner Tochter habe ich

entschieden, dass ich auch Zeit für die Familie haben

will. So eine Entscheidung verträgt sich nicht mit der

Geschäftsführung eines Speditionsunternehmens.

Mein Vater hat das letztlich akzeptiert. Er ist 2004 aus

dem operativen Geschäft ausgeschieden und hat zuvor

Beate und Oliver auf deren Führungsaufgaben vorbereitet.

Jetzt leiten wir die Firmengruppe zu dritt.

Wie schwer ist es, mit der jüngeren Schwester in

der Firmengruppe zu arbeiten?

Familie und Unternehmen zu verbinden, ist nicht einfach.

Das werden viele Familienunternehmer bestätigen

können. Das geht mal besser und mal schlechter,

weil jeder von uns unterschiedliche Rollen hat und

sich diese manchmal auch überlagern.

Was tun Sie dagegen?

Es ist hilfreich, klar zu machen, in welcher Funktion

man etwas sagt – als Schwester oder als Prokuristin.

Wir sind gerade dabei, einen neuen Beirat zu konstituieren.

Wir haben auch das Thema, wie wir die fünfte

Zur Person

Geerdet und bodenständig

ist Gabriele

Schwarz. 1965 in

Göppingen geboren

und aufgewachsen,

absolvierte sie eine

Lehre bei der Spedition

Andreas Schmid in

Augsburg, studierte

anschließend Verkehrsbetriebswirtschaft

in Heilbronn.

Nach externen Stationen

stieg sie 1995

ins Familienunternehmen

ein, bekleidete

verschiedene Führungspositionen.

Mit

Blick auf ihre heute

14jährige Tochter entschied

sie sich gegen

die Geschäftsführung

und führt als Prokuristin

das Unternehmen

mit ihrer

Schwester und ihrem

Cousin. Gabi Schwarz

geht regelmäßig ins

Fitnesstudio und ist

ein musisch veranlagter

Mensch. Sie singt,

spielt Klavier – und

nimmt einmal die Woche

Unterricht.

Die Ausbildung von Fachkräften ist ihr ein persönliches Anliegen: Gesellschafterin und Prokuristin Gabi Schwarz.

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[titelthema] Ausgabe 64 | Oktober 2018 unternehmen [!]

„Wir wollen, dass das Unternehmen

in Familienhand

bleibt“, sagt Gabi Schwarz.

Die fünfte Generation ist auf

dem Sprung in die Berufswelt.

Generation der Familie Schwarz einbinden. Die ist zum

Teil schon auf dem Weg in die Berufswelt. In diesem

Zusammenhang wollen wir auch Regeln für die Kommunikation

in den Gesellschafterfamilien aufstellen.

Welche Erwartungen gibt es an Familiengesellschafter,

die ins operative Geschäft einsteigen?

Die gibt es schon lange, auch bei Beate, Oliver und mir:

Man macht eine Ausbildung, aber nicht im eigenen Betrieb.

Nach dem Studium sammelt man auswärts Erfahrungen,

bevor man ins Familienunternehmen eintritt.

Natürlich müssen sich die Familienmitglieder im

Unternehmen über Jahre hinweg beweisen und der

übertragenen Verantwortung gerecht werden.

Heikel ist bei Familienunternehmen, dass mit jeder

Generation die Zahl der Gesellschafter wächst.

Bei uns ist das nicht so. Schon 1912 gab es drei Stämme,

so wie heute. Der Großteil der Anteile liegt bei uns

Dreien. Auch wir werden darauf achten, dass sich die

Anteile nicht zersplittern. Das ist der Tod eines Unternehmens.

Wir wollen, dass das Unternehmen in Familienhand

bleibt und werden unseren Gesellschaftsvertrag

entsprechend fortschreiben.

Wie sind Sie bisher mit dem Thema umgegangen?

Anteile am Unternehmen haben die Familienmitglieder,

die operativ tätig sind. Die anderen erhalten einen

Ausgleich. Die oberste Maxime ist allerdings, dass wir

immer genügend Liquidität im Unternehmen haben.

Momentan investieren wir mehr als 15 Millionen Euro

in ein Gefahrgutlager an unserem Standort im sächsischen

Wilsdruff. Dort sind wir mit einer eigenen Niederlassung

seit 1991 tätig und haben dort inzwischen

fast so viele Mitarbeiter wie in Göppingen. So etwas

muss abgesichert sein. Die Firma geht immer vor.

Welche Standbeine hat die Schwarz-Gruppe?

Wir konzentrieren uns auf die Versorgung (Logistik)

und Entsorgung. Die Wurzeln des Unternehmens sind

das Speditionsgeschäft. 1969 bekam mein Vater das Angebot,

die Abfallentsorgung, die bis dahin städtisch organisiert

war, zu übernehmen. Die beiden Bereiche

waren bis 1983 unter einem Dach. Dann hat mein Vater

Entsorgung und Transport GmbH (ETG) ins Leben gerufen,

weil er die beiden Bereiche trennen wollte. Seit

2007 haben wir unsere Entsorgungsaktivitäten unter

dem Namen „DU – Willkommen in der Umwelt“ gebündelt.

Dort arbeiten mittlerweile rund 200 der 800

Mitarbeiter.

Wie wichtig ist die klassische Hausmüllabfuhr noch

für das Unternehmen?

In der Wahrnehmung bei den Bürgern im Landkreis ist

diese sehr wichtig, auch in Bezug auf die Arbeitsplätze.

Zum Umsatz des Geschäftsbereiches Entsorgung trägt

sie weniger als 10 Prozent bei. Die ETG hat sich über die

Jahre hinweg am Standort Holzheim zu einem Komplettentsorger

entwickelt, weil die Kunden Lösungen

aus einer Hand bevorzugen. Schwerpunkt ist heute die

Entsorgung von Industrie- und Gewerbeabfällen. Wir

haben Beteiligungen und Tochtergesellschaften, die

sich auf die Themen Schrott und Papier spezialisieren.

Auch schreddern und waschen wir PET-Flaschen und

führen diese in den Kreislauf zurück. Die recycelten

Flakes landen wieder in einer neuen PET-Flasche, aber

auch in Textilien und anderen Kunststoffprodukten.

Verwerten Sie die Stoffe auch?

Ja, bei der Herstellung von Pflanzenkohle aus organischer

Biomasse sowie den PET-Flakes verwerten wir die

Stoffe, ansonsten besteht unsere Dienstleistung aus

Logistik, Beratung, Sammlung, Bündelung, eventuell

12


unternehmen [!] Ausgabe 64 | Oktober 2018

[titelthema]

Behandlung und Zuführung zu einer geordneten Verwertung

oder Beseitigung.

Es überrascht, dass Sie Pflanzenkohle herstellen.

Wie kommt man als Entsorger auf diese Idee?

„DU: Willkommen in der Umwelt“ wirtschaftet ressourcenschonend

aus Überzeugung. Meine Schwester

ist kreativ. Sie entwickelt immer wieder neue Ideen,

um unsere Ökobilanz zu verbessern. Die Idee entstand

aus der Absicht, die anfallenden Papieretiketten gemischt

mit anderen organischen Abfällen zu verwerten

und die dabei entstehende Energie im Recyclingprozess

bei dem PET-Recycling zu nutzen. Die

Verwertung der abgelösten Etiketten hat aber nicht wie

gewünscht geklappt. Daraus hat sich heute das Produkt

Pflanzenkohle entwickelt. Das wird nur noch aus

rein organischen Abfällen hergestellt.

Wie funktioniert das?

Mittlerweile füttern wir die Pyrolyseanlage mit regionaler

Biomasse – wie beispielsweise Getreidespelze.

Unter großer Hitze mit wenig Sauerstoff entsteht so

unsere Pflanzenkohle Moola. Sie steigert nicht nur die

Effizienz von Dünger, sondern fördert unter anderem

den Humusaufbau. Sie kommt deshalb im Garten- und

Landschaftsbau und in der Landwirtschaft zum Einsatz

– aber auch in der Tierhaltung und in Biogasanlagen.

Die Nachfrage schwedischer Kommunen nach Moola

für deren Grünanlagen ist so groß, dass wir zwei weitere

Anlagen bauen. Mit der anfallenden Wärme heizen

wir schon jetzt Teile der Firma.

Pflanzenkohle aus Göppingen

ist bei schwedischen Kommunen

begehrt. „Wir bauen zwei

weitere Anlagen“, sagt Gabi

Schwarz.

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[titelthema] Ausgabe 64 | Oktober 2018 unternehmen [!]

Das Führungstrio (von links): die Geschäftsführer Beate Schwarz, ihr Cousin Oliver Schwarz und ihre Schwester, Prokuristin Gabriele Schwarz.

Seit 1912 in Hand der Familie Schwarz

Sie bilden die vierte Generation des tet die Spedition. Sie ist Ursprung der

Göppinger Familieunternehmens: die Schwarz-Gruppe. Inklusive aller Tochtergesellschaften

erwirtschafteten in der

Schwestern Beate (52) und Gabi (53) sowie

ihr Cousin Oliver Schwarz (52). Allesamt

haben eine Lehre und ein Studium einen Jahresumsatz von 105 Millionen Eu-

Spedition Wackler 600 Mit ar beiter 2017

absolviert und in anderen Firmen gearbeitet,

bevor sie ins Unternehmen eingestieengang

wie Oliver, zudem Umweltrecht

ro. Beate absolvierte den gleichen Studigen

sind. Oliver studierte Betriebswirtschaft

in Geislingen mit dem Schwer punkt Geschäftsführerin der DU-Gruppe und lei-

und Umweltökonomie in Lüneburg. Sie ist

Unternehmensführung und Logistik. Er leitet

den Bereich Entsorgung. Hier arbeiten

200 Beschäftigte. Der Jahresumsatz beträgt

40 Millionen Euro. Mit 80 Lehrlingen

kommt die Schwarz-Gruppe auf eine Ausbildungsquote

von 10 Prozent. Die Wurzeln

des Unternehmens reichen ins Jahr 1846

zurück. 1912 kauften Johannes und Georg

Schwarz sowie Carl Friedrich Jäger den

Transportbetrieb von Friederike Wackler.

Seitdem heißt das Unternehmen L. Wackler

Wwe. Nachf.

AMB

Der größte Teil der Schwarz-Gruppe ist die Spedition.

Wo liegt deren Schwerpunkt?

Wir sind vor allem im Stückgut auf dem Landweg tätig

– national und europaweit. Zudem bauen wir seit Jahren

unsere Kontraktlogistik aus.

Der Stückgut-Markt ist hart umkämpft, die Marge

niedrig. Wie behaupten Sie sich?

Guter Service und gute Laufzeiten

sind wichtige Faktoren. Wir profitieren

auch vom Mittelstandsnetzwerk

„CargoLine“, das wir vor 25

Jahren mitgegründet haben. Zu vielen

Kunden haben wir einen langjährigen

Kontakt. Aber das nimmt

ab. Mittlerweile kommen viele Ausschreibungen

übers Internet.

Was verbirgt sich hinter dem Begriff

Kontraktlogistik?

Mit dem Thema beschäftigen wir uns schon lange. Wir

helfen unseren Kunden dabei, dass sie sich auf ihre

Kernkompetenzen konzentrieren können. Wir übernehmen

beispielsweise die Wareneingangs- und die

Wir sind

gewachsen

und brauchen

dringend

mehr Platz.

Qualitätskontrolle oder holen teilweise Waren direkt

aus der Produktion ab, packen sie bei Bedarf um, übernehmen

Lagerhaltung und Verteilung.

Welches Thema beschäftigt das Unternehmen am

meisten?

Wir sind stark gewachsen und bräuchten dringend

mehr Platz, um uns weiterzuentwickeln. Aber Flächen

für Gewerbebetriebe im Filstal

sind Mangelware. Wir lagern daher

verschiedene Tätigkeiten aus.

Mit der Entsorgung sind wir nach

Ebersbach, mit der Spedition sind

wir groß in Uhingen vertreten.

Dort haben wir Lagerflächen für

unsere Kunden. Zudem haben wir

an anderen Standorten Flächen angemietet.

Insgesamt sind wir an

fünf Standorten im Kreis Göppingen

vertreten. Damit sind die Abläufe alles andere optimal.

Wir würden gerne unsere Aktivitäten an einem

Standort bündeln, aber dafür ist keine Lösung in Sicht.

Wie beurteilen Sie die Verkehrssituation im Filstal?

14


unternehmen [!] Ausgabe 64 | Oktober 2018

[titelthema]

Das ist ein heikles Thema. Der Göppinger Stadtrat hat

im Juni einen Lärmaktionsplan mitsamt nächtlichen

Durchfahrtsverboten für Jebenhausen und Faurndau

beschlossen, um Anwohner zu entlasten. Für Holzheim

ist die Entscheidung zunächst vertagt, dort steht

2019 eine Verkehrszählung an. Ein nächtliches Durchfahrverbot

würde uns hart treffen.

Was heißt „hart“?

Die vorgeschlagene Umfahrung ist 16 Kilometer länger.

Das würde den Verkehr lediglich verlagern. Wir

haben das mal grob überschlagen: Aufs Jahr gesehen

wären das zusätzliche Kosten von 500.000 Euro in der

Gruppe – nur für unseren eigenen Fuhrpark.

Das Thema scheint Ihren Adrenalinpegel zu heben.

Diese vorgeschlagene Umfahrung ist für unsere Unternehmensgruppe

eine Zumutung. Aber wir sind ja nur

einer der größten Arbeitgeber in der Region, sichern

Arbeitsplätze und zahlen Gewerbesteuer.

Ein großes Thema in der Logistik ist der Fachkräftemangel.

Wie gehen Sie das Thema Mitarbeitergewinnung

an?

Sehr vielschichtig. Die eigene Ausbildung spielt für

uns eine zentrale Rolle. Wir beschäftigen in der gesamten

Gruppe rund 800 Mitarbeiter, davon sind 80 Auszubildende

in sechs verschiedenen Berufsbildern. Wir

haben fünf Bildungspartnerschaften mit Schulen, sind

auf vielen Veranstaltungen, bespielen Social-Media-

Kanäle und haben sehr engagierte Ausbildungsbotschafter.

Wir haben beispielsweise mit dem regionalen

Fernsehsender Filstalwelle einen neuen Imagefilm für

die Spedition gedreht, der sehr gut ankommt.

In Ulm und Stuttgart stöhnen die Logistiker, dass

sie keine Lehrlinge bekommen.

Wir haben erfreulicherweise bisher genügend Bewerbungen.

Wir können alle Stellen besetzen – bis auf die

der Berufskraftfahrer.

Wie machen Sie das?

Wir gehen nicht nur an die Schulen, sondern holen die

Jugendlichen auch in den Betrieb. Aus den Bildungs-

„Ausbildung spielt für uns eine

zentrale Rolle“, sagt Gabi

Schwarz. Die 80 Lehrlinge

machen zehn Prozent der Belegschaft

aus.

15


[titelthema] Ausgabe 64 | Oktober 2018 unternehmen [!]

Die Knackpunkte sind die Sprachkenntnisse und die

Führerscheinprüfung. Letztere können sie zwar auf

Türkisch, aber nicht auf Arabisch machen. Und in der

Berufsschule, in der die Lehrer schwäbisch reden, tun

sich die Geflüchteten angesichts der vielen Fachbegriffe

auch schwer.

Sie haben auch eine Teilzeit-Auszubildende.

Das ist ein Projekt meiner Schwester. Ihr war es wichtig,

auch einer Mutter eine Chance zu geben, die noch

keine Berufsausbildung hat. Wir haben die Stelle zusätzlich

geschaffen. Daher können wir auch gut damit

leben, dass die junge Frau die Ausbildung in Teilzeit

macht.

Was war Ihnen dabei wichtig?

Wir wollten jemand haben, der eine Erstausbildung

macht. Da lag der Gedanke nahe, eine junge Mutter zu

nehmen, die geflohen ist. Wir haben bei IHK und Bildungsträgern

potenzielle Kandidatinnen angefragt

und haben drei Frauen eingeladen.

Was hat den Ausschlag gegeben?

Wir haben uns für eine junge Frau aus Syrien entschieden.

Sie hat das größte Potenzial und unserer Meinung

nach die richtige Motivation. Anhand der Qualifikationen

der geflohenen Frauen können wir nicht nachvollziehen,

in welchem Umfang sie im Büro gearbeitet haben

und welche Vorkenntnisse vorhanden sind. Für

uns kommt es daher auf die Einstellung und die Leistungsbereitschaft

der Bewerber an, das ist uns auch bei

der Azubi-Auswahl wichtig.

Gabi Schwarz setzt auf Projektarbeit,

um die Selbstständigkeit

der Auszubildenden

zu fördern.

DAS INTERVIEW FÜHRTEN

SUSANN SCHÖNFELDER-

KUHN, WIRTSCHAFTSRE-

DAKTEURIN BEI DER NEUEN

WÜRTTEMBERGISCHEN ZEI-

TUNG, UND ALEXANDER BÖ-

GELEIN, REDAKTIONSLEITER

UNTERNEHMEN [!].

FOTOS: GIACINTO CARLUCCI

partnerschaften heraus ergeben sich gute Kontakte.

Manche Schulen haben eine Berufe-AG. Da schicken

uns die Lehrer nur die jungen Leute, die wirklich Interesse

haben. Davon profitieren alle.

Stellen Sie auch Geflüchtete als

Auszubildende ein?

Wir kooperieren seit drei Jahren

mit einem Bildungsträger und bieten

sechswöchige Praktika an. In

denen zeigen wir den jungen Menschen,

was wir machen und wie wir

arbeiten. In diesem Lehrjahr geben

wir erstmals fünf Geflüchteten eine

Chance, vier machen die Ausbildung

zum Berufskraftfahrer, einer

wird Fachkraft für Lagerlogistik. Dabei haben wir eng

mit der Agentur für Arbeit und der IHK zusammengearbeitet.

Wir sind uns bewusst, dass das für beide Seiten

herausfordernd ist. Daher versuchen wir die jungen

Männer bestmöglich zu unterstützen

Was sind die größten Herausforderungen?

Wir geben

dieses Jahr

erstmals fünf

Geflüchteten

eine Chance.

Wie meinen Sie das?

Bei uns bekommen auch junge Leute eine Chance,

wenn deren Noten nicht so gut sind oder sie eine Lehre

abgebrochen haben. Entscheidend ist ihre Einstellung.

Man spürt im Gespräch, das kann

etwas werden. Das sind häufig

nicht die einfachsten Kandidaten,

die muss man an die Hand nehmen.

Aber das ist heute ein generelles

Thema.

Bei allen Azubis?

Ich kümmere mich seit 20 Jahren

bei uns im Unternehmen um die

Ausbildung. Meiner Erfahrung

nach fehlen heute den jungen Leuten

Fähigkeiten wie Pünktlichkeit und Durchhaltevermögen,

die sie von Zuhause nicht vermittelt bekommen.

Das kann auch die Schule nicht auffangen. Bei

uns ist beispielsweise Kniggetraining Bestandteil zu

Beginn der Ausbildung. Um die Selbstständigkeit der

jungen Leute zu fördern, setzen wir zudem auf Projektarbeit.

16


unternehmen [!] Ausgabe 64 | Oktober 2018

[titelthema]

Wie sieht die aus?

Wir haben im April mit einer Kick-off-Veranstaltung

das Thema Projektmanagement allen Azubis vorgestellt

und sie dann in Projektgruppen eingeteilt. Für

alle Gruppen wurden gemeinsam Spielregeln vereinbart.

Eine Gruppe organisierte dann beispielsweise den

Gesundheitstag. Für den Tag der Ausbildung überlegte

eine weitere Gruppe, welche Inhalte den Schulklassen

bei deren Besuch präsentiert werden und wie. Die dritte

Gruppe überlegte sich Spiele für den Teamtag des

Azubiseminars. Zudem erstellen die Azubis im Tandem

Filme mit der Gopro-Kamera über ihren Beruf, die

wir auf den sozialen Medien posten. Unterstützend zu

den Gruppentreffen gab es regelmäßige Jour-fix-Termine

mit der Ausbildungsleitung.

Was ist Ihre Rolle dabei?

Ich begleite den Prozess und lerne so die Auszubildenden

besser kennen. Gleichzeitig bereitet die Teamarbeit

die jungen Leute optimal auf ihre späteren Einsätze

vor. Da geht es häufig um Projektarbeit mit

Kunden. Die jungen Leute können sich persönlich entwickeln.

Das ist ein spannender Prozess. Durch solche

Projekte binden wir die Azubis ans Unternehmen, weil

wir sie für gute Arbeit loben und ihnen Feedback geben,

wenn etwas nicht so läuft. Sie erfahren Wertschätzung

und haben Raum, sich zu entwickeln.

Warum engagieren Sie sich so stark persönlich

beim Thema Ausbildung?

Gute junge Mitarbeiter sind unsere Zukunft. Wir können

zwar nicht alle unsere Auszubildenden übernehmen.

Gerade deshalb lautet mein Credo: Ich will den

jungen Leuten etwas mitgeben, wovon sie auf ihrem

späteren Lebensweg profitieren. Als Nebeneffekt nehme

ich es gerne mit, dass unsere Auszubildenden die

besten Werbebotschafter der Schwarz-Gruppe sind. [!]

Im Gespräch (von rechts):

Gabi Schwarz, Susann-

Schönfelder-Kuhn, Wirtschaftsredakteurin

bei der

Neuen Württembergischen

Zeitung (NWZ), und Alexander

Bögelein, Redaktionsleiter

„unternehmen [!]“.

Manchmal verbündet sich

kerngesund mit

Kurs auf Erfolg

2. Biberacher BGM-Gipfel

8. November 2018 • 15:30 - 18:30

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Einladung zum

2. Biberacher BGM-Gipfel

Gesunde Mitarbeiter –

leistungsfähiges Unternehmen

Zunehmende Digitalisierung, alternde Belegschaften,

längere Lebensarbeitszeiten, steigende psychosoziale

Belastungen und wachsender Leistungsdruck:

Betriebe und ihre Beschäftigten stehen vor großen

Herausforderungen. Zugleich sind motivierte, arbeitsund

innovationsfähige Mitarbeiter ein entscheidender

Erfolgsfaktor, um langfristig die Wettbewerbsfähigkeit

zu sichern. Diese Ressource gilt es zu schützen.

Auf dem 2. Biberacher BGM-Gipfel der BKK Verbund-

Plus und der IHK Ulm berichten Experten kurzweilig

und informativ aus der Praxis, wie auch Sie mittels

individueller gesundheitsfördernder Maßnahmen

Ihre Belegschaft gesünder und Ihr Unternehmen

leistungsfähiger machen.

Die Vorträge beschäftigen sich unter anderem mit zukunftsfähiger

Führung in der Wirtschaft 4.0 sowie der

„Generation Y“, oder damit, wie Führungskräfte als Multiplikatoren

für das BGM gewonnen werden können.

17


[namen & nachrichten] Ausgabe 64 | Oktober 2018 unternehmen [!]

Spedition setzt

noch einen

oben drauf

Die Spedition Pfaff International

GmbH aus Baienfurt bei Ravensburg

hat nach zwei Jahren

Planungs- und Bauzeit sein Büro

um eine Etage erweitert und

das bestehende Gebäude modernisiert.

Die 2010 gegründete

Spedition ist Schwesterfirma

der seit 1945 bestehenden Pfaff

GmbH. Kern-kompetenz sind

Transporte mit außergewöhnlichen

Anforderungen. Das Unternehmen

hat 53 Mitarbeiter,

weitere Standorte in Lübeck

und St. Petersburg und erwirtschaftete

im vergangenen Jahr

einen Umsatz von mehr als 25

Millionen Euro.

Vaude will

Umweltziele

einhalten

Die Vaude Sport GmbH & Co.

KG hat ein Bewertungssystem

für umweltfreundliche Outdoor-Produkte

namens „Green

Shape“ entwickelt. Ab Sommer

2019 erfüllen 98 Prozent der Bekleidung

die Kriterien. Faire Arbeitsbedingungen

und Umweltfreundlichkeit

sind wichtige

Ziele des Tettnanger Familienunternehmens

mit 500 Mitarbeitern.

Vaude hat außerdem

ein umfassendes Lieferanten-

Management für Geschäfts-

Partner entwickelt und zählt zu

den führenden Bergsportmarken

in Europa.

Neues Patent

für günstigere

Edelstahl-Fässer

Ein Drittel der Schritte zur Herstellung

eines Edelstahl-Fasses

können in Zukunft eingespart

werden – dank dem neuen

„Best-Cost-Edelstahlfass“ der

Bolz Intec GmbH aus Eisenharz

Destillate aus Lösemitteln

Der Recyclingsspezialist Richard Geiss aus Offingen bei Günzburg

hat seine Lösemittel-Aufbereitung für 1,9 Millionen Euro

erweitert. Dort werden aus Abfällen hochreine Destillate. Das

Unternehmen gehört zu den europaweit führenden Spezialisten

auf diesem Gebiet und beschäftigt 110 Mitarbeiter.

bei Wangen im Allgäu. Gerade

hat das Unternehmen mit 30

Mitarbeitern und einem Jahresumsatz

im einstelligen Millionenbereich

ein Patent dafür erhalten.

Genossenschaft

plant essbare

Dividende

Die „Allgäuer Genussmanufaktur“

in Urlau bei Leutkirch soll

Ostern 2019 eröffnen. Dort

sollen eine Brauerei, Brennerei,

Bäckerei, Kaffeerösterei, ein

Dorfladen und regionale Kunsthandwerker

einen Platz finden.

Hierfür wird das historische Gebäude

der „Alten Brauerei“ für

1,3 Mio. Euro umgebaut. Die

Genossenschaft plant, eine Dividende

in Form von Nahrungsmitteln

auszuschütten.

Tausende

Mahlzeiten für

Kinder

5000 Mittagessen am Tag können

in Zukunft in der neuen

Großküche des Dornahofes in

Altshausen produziert werden.

Die Bauzeit betrug etwas mehr

als ein Jahr, Spatenstich war im

Juni 2017. Finanzierungspartner

ist die Kreissparkasse Ravensburg.

Das Unternehmen

beliefert unter anderem Schulmensen

und Kindergärten. Im

Einrichtungsverbund des Dornahofes

arbeiten etwa 150

hauptamtliche Fachkräfte und

circa 230 Integrationsbeschäftigte.

Träger ist der Diakonieverbund

Dornahof & Erlacher

Höhe e.V. mit Sitz in Stuttgart.

Ravensbuch

übernimmt

Buchhandlung

Viele Buchhändler geben auf,

Ravensbuch hingegen stellt

sich der Konkurrenz und

wächst: Das Familienunternehmen

übernimmt zum Jahreswechsel

die 170 Quadratmeter

große Buchhandlung Wälischmiller

in Markdorf am Bodensee

inklusive aller sechs Mitarbeiter.

„Wir bieten ein

Sortiment, das zum jeweiligen

Ort passt und pflegen vor Ort

Kontakte zu den Bewohnern, zu

anderen Händlern, Kultureinrichtungen,

Schulen, Firmen

und der Stadt“, sagt Inhaber Michael

Riethmüller. Weitere Filialen

des Familienunternehmens

befinden sich in

Friedrichshafen und Tettnang.

In Ravensburg umfasst die

Buchhandlung rund 700 Quadratmeter.

Kubanerinnen

arbeiten an

Bio-Spritzmitteln

Zwei kubanische Doktorandinnen

arbeiten am Kompetenzzentrum

Obstbau-Bodensee

(KOB) bis Dezember an biologischen

Spritzmitteln, die gegen

Pilzkrankheiten wie Schorf,

Fäulnis und Feuerbrand helfen

sollen. Das Bundesministerium

für Bildung und Forschung fördert

das Projekt mit rund 87.000

Euro. Das KOB in Bavendorf ist

eine privatrechtliche Stiftung

zur Förderung des Obstanbaus

in der Bodenseeregion. [!] RIZ

18


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Sonderveröffentlichung

Vom Handelsbetrieb zum weltweiten

Systempartner

Wer kennt ihn nicht, den Schriftzug Bantleon? Doch wer dabei ausschließlich an das Befüllen von Öltanks

denkt, irrt. Längst hat sich Das Unternehmen in der Blaubeurer Straße als Entwickler, Hersteller und

Systemberater für die effiziente Anwendung von Schmierstoffen einen Namen gemacht. Weltweit. In diesem

Jahr wird der Ulmer Traditionsbetrieb 100 Jahre alt.

Alles begann im Jahr 1918, als Hermann

Bantleon und Richard Umbach für den Handel

mit Huf- und Wagenfetten, Speiseölen

und Waschpulver eine Firma gründeten. Als

Umschlagplatz dieser Produkte diente der

damalige Gasthof Rose. 1930, und damit in

der Zeit, in der die Pferdekutschen immer

häufiger durch Automobile verdrängt wurden,

stieg der Betrieb in das Mineralölgeschäft

ein. Mit wachsendem Erfolg. So wurde

1961 unter anderem das bestehende Tankstellennetz

erweitert, da Bantleon Kraftstoff

in eigener Regie in ländlichen Regionen verkaufen

wollte. Seit nun bald 50 Jahren ist der

Name eng mit dem Standort Blaubeurer

Straße verknüpft, wo das Unternehmen 1971

seinen Hauptsitz eröffnete. 1990 wurde die

erste Niederlassung im Osten Deutschlands

eröffnet, mit Beginn der 2000er-Jahre folgten

erste Partnerschaften in Europa, China

und in den USA. 2014 war Bantleon bereits

auf der ganzen Welt präsent.

2006 wurde der Neubau des Logistikzentrums

mit 2.900 Palettenstellplätzen im Ulmer

Norden realisiert. Hier befindet sich seit

2009 auch das Tanklager mit insgesamt 39

Hochtanks und seit 2012 eine hochmoderne

Kühlschmierstoff-Produktion. Weitere Investitionen

werden folgen.

SYSTEMATISCHE ANALYSE UND

DOKUMENTATION

Vor etwa 30 Jahren wurde der Fokus zunehmend

auf Entwicklung, Produktion und Service

gelegt. Diese grundlegende Neuorientierung

steht bis heute für ein stetiges, gesundes

Wachstum. So unterstützt das Unternehmen,

das unter anderem in der Automobil-,

Luftfahrt- und Bauindustrie sowie in der Getriebe-,

Medizin und Lebensmitteltechnik tätig

ist, die Kunden bei der Wartung und Pflege

ihrer Maschinenparks und der im Prozess

befindlichen Schmiermedien. Unter anderem

trägt Bantleon weltweit dazu bei, dass

Für weltweite Unternehmen entwickeln die

Chemiker, Techniker und Ingenieure individuelle

Lösungen.

Foto: Bantleon

20


Sonderveröffentlichung

Das modern gestaltete Bantleon Forum für

Wissen & Dialog.

Foto: Bantleon

die Richtlinien der Gesetzgebung eingehalten

werden. Um effektive Arbeitsprozesse zu

ermöglichen, setzt Bantleon schon seit Jahren

auf systematische Analyse der individuellen

Fertigungsprozesse und Dokumentation.

Chemiker, Techniker und Ingenieure

entwickeln individuelle Ideen, Systeme und

Lösungen. Diese reichen von der Ölanalyse

bis hin zur Produktneuentwicklung und beinhalten

zudem Projekte für alternativen Rohstoffeinsatz

und Versuche mit neuartigen,

umweltschonenden Schmierstoffen. Zentrale

Themen sind dabei immer Qualität, Langlebigkeit

und der Einfluss auf Mensch und

Umwelt. Die Verwendung nachwachsender

Rohstoffe in Kraft- oder Schmierstoffen

macht für die Bantleon-Experten nur Sinn,

wenn sie keine wichtigen Lebensgrundlagen

entziehen. Es gilt stets das große Ganze im

Blick zu behalten. Die nachhaltigen Kühlschmierstoff-Servicekonzepte

ermöglichen

den Kunden Einsparpotenziale von bis zu 15

Prozent, je nach Ausgangssituation. Zudem

werden Entsorgungsmengen reduziert.

Den Blick für’s Ganze wahren. Geschäftsführer Heribert Großmann (links) und Produktmanager

Rainer Janz.

Foto: Oliver Schulz

Kunde alles aus einer Hand bekommen

kann“, so Rainer Janz, der für das Produktund

Qualitätsmanagement im Hause verantwortlich

ist.

Das Jubiläum ist für Bantleon Ansporn in die

Zukunft zu blicken. So verleiht das Unternehmen

in Kooperation mit der Ulmer Stiftung

Menschenrechtsbildung in diesem Jahr den

nen und Schüler, die sich mit dem Themengebiet

Menschenrechte auseinandersetzen.

Auch diese Auszeichnung, die im modern

gestalteten Bantleon Forum für Wissen &

Dialog verliehen wird, ist ein weiterer Baustein,

auf den das Unternehmen setzt, um

erfolgreich in die nächsten 100 Jahre zu starten.

1. Ulmer Menschenrechtspreis an Schülerin-


STEFAN LOEFFLER

Eigene Bienenvölker

ALLES AUS EINER HAND

Bereits 1999 spielte das Unternehmen eine

Vorreiterrolle in der Branche, als es sich sein

Umweltmanagement-System nach der

Norm 14001 zertifizieren ließ. Die 9001-

Zertifizierung erfolgte schon sechs Jahre früher,

ebenfalls als erstes mittelständisches

Mineralölunternehmen. Zudem schult das

Unternehmen die Kunden auch im Rahmen

relevanter Umwelt- und Arbeitsschutz-Maßnahmen,

liefert die entsprechenden Techniken

wie Absaugvorrichtungen und unterstützt

die Unternehmen bei der fachgerechten

Öllagerung oder Altölentsorgung. „Wir verstehen

uns als Systempartner, bei dem der

Die Gestaltung von „Blühflächen“ als Teil nachhaltiger Projekte.

Foto: Bantleon

Für die Bantleon GmbH bedeutet Nachhaltigkeit,

alle Aktivitäten im Einklang mit

dem ökologischen Gleichgewicht, ökonomischer

Sicherheit und sozialethischer

Gerechtigkeit zu leisten. Aus diesem

Grund unterstützt das Unternehmen seit

Jahren regionale und überregionale Hilfsprojekte

und Einrichtungen, wie die Gustav-Werner-Schule

oder den Förderkreis

für tumor- und leukämiekranke Kinder

e.V.. Bantleon setzt sich in einem aktuellen

Projekt auch für die Artenvielfalt und

Biodiversität der Natur ein, hält auf dem

Areal des Ulmer Golfclubs in Illerrieden

eigene Bienenvölker und ist beim Anbau

und Erhalt von „Blühflächen“ aktiv.

21


Foto: © Montri Nipitvittaya / shutterstock.com

Hände aus den Hosentaschen und handeln: Die digitale Transformation kann gelingen, wenn die Chefetage hinter der Strategie steht.

Mit Mut in die Datenflut

Der Maschinenbauer Uhlmann Pac-Systeme zeigt, wie Firmen die Hürden hin zu digitalen Geschäftsmodellen nehmen

können. Was Mittelständler sich von dem Laupheimer Unternehmen und seinem Testlabor abschauen können.

Das rote Licht verheißt nichts Gutes:

Fehlermeldung. Jetzt ist Tempo gefragt,

die Produktion droht still zu stehen.

Und es geht schneller als üblich. Der Service-

Mitarbeiter eilt herbei. Auf dem Bildschirm

seiner Mixed-Reality-Brille tauchen – digital

aufbereitet – die Werte der Maschine in seinem

Sichtfeld auf. Während der Wartung

wird der Mitarbeiter mit Arbeitsanweisungen

oder Videos, die im Sichtfeld der Brille eingeblendet

werden, unterstützt.

Das klingt ein bisschen nach Science-Fiction,

doch beim Laupheimer Maschinenbauer Uhlmann

Pac-Systeme ist das schon Realität. Der

Spezialist für Verpackungsmaschinen für die

Pharmaindustrie ist ein Beispiel dafür, wie

Mittelständler klassische Geschäftsmodelle

wie die Maschinenwartung digitalisieren und

so ein Mehrwert schaffen können.

„Wir haben uns dazu entschieden, nicht nur

Maschinenbauer zu sein, um auch künftig am

Markt zu bestehen“, erläutert Kathrin Günther.

Sie leitet das Digital Lab des Unternehmens.

Uhlmann arbeitet hier im Ehinger Busi-

22


unternehmen [!] Ausgabe 64 | Oktober 2018

[digital]

IT, die gelingt - Wie wir mit unserem Kunden

Digitalisierung konkret umsetzen:

Versuchslabor für Digitales

Branche: Medizintechnik

420 Mitarbeiter international

Drei Standorte weltweit

Das Ziel:

Im Projekt UDO (Ulrich Digital Office) sollen bis

2020 alle Papierdokumente digitalisiert werden.

Der Name ist eine Anlehnung an unsere

DMS-Software ELO.

Der Weg:

Mitarbeiter mit Mixed-Reality-Brillen haben die wichtigen Daten auf dem Schirm und im Blick.

Uhlmanns Digital Lab im Ehinger Businesspark

besteht seit Anfang 2018 und

soll ein geschützter Raum für neue digitale

Ideen sein. Testen und Scheitern ist

ausdrücklich erlaubt. Aktuell arbeiten

dort zehn Personen. Darunter sind Datenanalysten,

Softwareentwickler, Product

Owner, System-Architekten (unter

anderem für „Internet of Things“ zuständig),

Spezialisten für digitale Geschäftsmodelle,

UI/UX-Experten und Experten,

die als Start-up-Betreuer agieren und die

die Startup-Szene im Blick haben.

Das Digital Lab kooperiert mit Partnern

und Startups. Leuchtturm-Projekte sollen

dort mit schnell sichtbaren Ergebnissen

umgesetzt werden. Dafür verwendet

das digitale Labor auch Innovationsmethoden

wie Design Thinking, Lean Startup,

Scrum und Human Centered Design.

Erfolgreiche, digitale Projekte werden in

die Kernorganisation des Maschinenbauers

Uhlman überführt. Das Digital Lab

soll auch eine Talentschmiede und eine

Art Andock-Station für extern rekrutierte

Digital-Talente sein.

PACA

Gestartet wurde 2015 mit einem groben Konstrukt.

Von der Planung bis zur Finalisierung

arbeiten ulrich medical und Gerling Consulting

eng zusammen. Die Prozesse der einzelnen

Abteilungen werden Step by Step umgesetzt.

Ziel und Anforderung werden vom

Kunden definiert, das technische Konzept

liefern wir, die Umsetzung erfolgt zusammen.

Aktenschränke wurden z. T. bereits 2016 abgeschafft.

Die Finanzbuchhaltung kommt seither

weitestgehend ohne Papier aus und Ende des

Jahres wird die IT-Abteilung nachziehen. Den

Löwenanteil stellt das Qualitäts- & Schulungsmanagement

dar. Zum Jahreswechsel werden

hier alle Formulare, Anweisungen sowie Schulungen

inklusive Workflows digitalisiert sein.

Essenzieller Erfolgsfaktor: Mustergültiges

Projektmanagement

nesspark beispielsweise mit der Universität

Ulm an Lösungen wie „Kaluna“.

Durch diese Software sollen Wartungen von

Maschinen effizienter, einfacher und weniger

fehleranfällig werden. Das Kramen in Ordnern

voller Arbeitsanweisungen soll damit

der Vergangenheit angehören. Uhlmann

nutzt mit „Kaluna“ die Daten seiner Maschinen

und vereinfacht damit beispielsweise das

Einhalten der streng geregelten Standardvorgehensweisen

in der Pharmabranche. Entlang

digitaler Checklisten können Wartungsmitarbeiter

die einzelnen Punkte Schritt für

Schritt durchgehen.

DAS GESCHÄFT MIT DATEN

Die digitalen Lösungen bergen nach Günthers

Worten weiteres Potenzial, beispielsweise

bei Schulungen: Bislang mussten Kunden

zu Uhlmann nach Laupheim reisen, um vor

Ort mit der Technik und der Bedienung vertraut

gemacht zu werden. Die Maschinen

standen der Produktion

nicht zur

Verfügung, die Reisen

kosten bares

Geld. Mit Mixed-

Reality-Brillen und

der passenden

Software kann der

Maschinenbauer

nun seine Kunden

modern und

kostengünstig an

deren Maschinen

Kathrin Günther, Leiterin

des Digital Labs.

schulen, in deren Fabrikhalle – gleichgültig

wo sich diese auf der Welt befindet.

Auf dem Weg zu neuen digitalen Geschäftsmodellen

gibt es jedoch etliche Hürden.

Wichtig sei der erste Schritt, betont Günther.

Jedes Unternehmen muss vorab seine Prozesse

prüfen und so seine Potenziale entdecken.

Uhlmann sammelt die Daten, die an den Maschinen

bei seinen Kunden anfallen, verwer-

„Globalisierung und Vernetzung

bedeuten nicht

nur marktseitige Herausforderungen

für Firmen

im Außenverhältnis. Gleichermaßen

haben sie

firmenintern einschneidende

Auswirkungen auf

Prozesse und die Bereitstellung

von Informationen

– Stichwort: Digitalisierung.

Mit Gerling

Consulting als IT-Partner

haben wir einen echten

Digitalisierungsexperten

an unserer Seite. “

Die Zukunft:

David Imad

Abteilungsleitung

Informations- &

Datentechnologien

ulrich medical

Geplant sind die Digitalisierung der HR-Abteilung

sowie die Steuerung der Artikelstammdaten-Neuanlage

& -Pflege mittels ELO-Workflows.

In 2019 soll zudem ELO mittels der

Komponente Business Connect in Microsoft

Dynamics NAV integriert werden.

23

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[digital] Ausgabe 64 | Oktober 2018 unternehmen [!]

Ein künftiges Standbein für Mittelständler: Mit Maschinendaten ihrer Kunden Mehrwert schaffen.

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tet diese und bietet softwarebasierte Serviceund

Wartungsangebote an.

Experten mahnen daher gerade Mittelständler,

den digitalen Wandel nicht zu verschlafen.

Vielmehr sollten Unternehmen die digitale

Transformation aktiv gestalten und ihre

Ideen einem Soll-Ist-Vergleich unterziehen,

meint Günther. Was habe ich, was will ich,

wie komme ich dahin und was kostet es mich?

So lauten die zentralen Fragen. „Wir testen

neue Ideen frühzeitig und warten nicht auf

die 1000-Prozent-Lösung“, sagt Digital-Lab-

Leiterin Günther.

Um bei der Digitalisierung von Prozessen erfolgreich

zu sein, müssen nach ihren Worten

alle Mitarbeiter mitgenommen und weitergebildet

werden. Unternehmer und Führungskräfte

sollten genau erklären, was warum gemacht

wird und welche Vorteile das dem

Unternehmen bringt. „Man kann gar nicht zu

viel kommunizieren“, betont Günther. Da stecke

auch Uhlmann in einem Lernprozess.

ES GEHT UM DEN FORTBESTAND

„Bei der digitalen Transformation geht es um

den Fortbestand des Unternehmens durch

Schaffung innovativer digitaler Dienste, nicht

nur um Rationalisierung“, erklärt Manfred

Reichert, Direktor am Institut für Datenbanken

und Informationssysteme an der Universität

Ulm. Dafür sind nach seinen Worten Investitionen

nötig. „Die Kosten dürfen nicht

unterschätzt werden“, betont Reichert. Die

Unternehmen benötigten Kompetenzen im

Haus, müssten in Weiterbildung investieren

und den Arbeitsmarkt von IT-Fachkräften im

Blick haben. Dem

Mangel an IT-Kräften

in der Region

will Uhlmann mit

Kooperationen

wie mit der Universität

Ulm entgegenwirken.

Ziel

ist es, Doktoranden

und Studenten

schon früh

vom Laupheimer Manfred Reichert,

Unternehmen zu Universität Ulm

überzeugen und

sie zu binden. Denn die 22.000-Einwohner-

Stadt vor den Toren Ulms gilt nicht als Magnet

für junge Fachkräfte, die auch in Berlin, Hamburg

oder München arbeiten können. Da

muss man als Firma mit Inhalten und spannenden

Projekten überzeugen.

Voraussetzung für den Erfolg eines digitalen

Geschäftsmodells ist freilich eine flächendeckende

Versorgung mit schnellem Internet,

sagt Wolfgang Grenke, Präsident des Industrie-

und Handelskammertags Baden-Würt-

Man kann

Mitarbeiter

nicht genug

informieren.

Kathrin Günther

temberg (BWIHK). Für Echtzeitanwendungen

sei ein schneller Ausbau des 5G-Standards

nötig, ohne den beispielsweise autonomes

Fahren nicht funktioniert.

„Dann braucht es klare Konzepte und entsprechende

Umsetzungsschritte, die zum Unternehmen

und Geschäftsmodell passen“, sagt

Grenke mit Blick auf die Unternehmen. Es

gelte zu prüfen: Wo stehe ich? Wohin möchte

ich in einem, in drei, in fünf Jahren? Wo ist die

Konkurrenz heute und wo wird der Wettbewerb

perspektivisch stehen? Das müsse sorgfältig

geplant werden, Sinn und Zweck müsse

realistisch hinterfragt werden. Der Umsetzungswille

und das Gefühl der Notwendigkeit

24


unternehmen [!] Ausgabe 64 | Oktober 2018

zur Digitalisierung dürfen demgegenüber

nicht in den Vordergrund geraten. Hauptsache

digital kann es in jedem Fall nicht sein,

meint Grenke. „Nicht jeder muss alles sofort

haben oder anbieten“, sagt Grenke. Digitalisierung

bedeute laufende

Umstellungen

für die

Belegschaft, die

sich den Prozessen

öffnen und eigene

Arbeitsinhalte

überprüfen und

Wolfgang Grenke,

Präsident des BWIHK

hinterfragen

muss. „Das fällt

nicht jedem leicht,

weil über Jahre erfahrene

Grenzen –

das meine ich gerade

im positiv empfundenen Sinne der

Abgrenzung – sich damit auflösen und mehr

Flexibilität vom Einzelnen einfordern“, erklärt

der BWIHK-Präsident.

Foto: © Sergey Nivens / shutterstock.com

Nachdenken und entscheiden: Unternehmer sollten klären, wie sie ihre Ziele erreichen können.

In Baden-Württemberg ist das Digitalisierungstempo

überdurchschnittlich hoch,

heißt es im Monitoring-Report Wirtschaftsindex

Digital des Wirtschaftsministeriums. Vor

diesem Hintergrund plädiert Grenke, dass der

Mittelstand nicht durch unvermittelt hohe

Investitionen in Technik belastet werden dürfe.

Daher sollen nach seinen Worten Förderprogramme

Investitionen ins Digitale erleichtern.

Viele Fragen seien aber noch ungeklärt,

Ihre zielsichere Mannschaft

für Datenschutz und

Informationssicherheit!

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Datenschutzgrundverordnung

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25


[digital] Ausgabe 64 | Oktober 2018 unternehmen [!]

Foto: © puhhha / shutterstock.com

Der Fachkräftemangel in der IT-Branche ist akut. Unternehmen müssen mit ihren Angeboten und ihrem Standort überzeugen.

daher würden sich viele Mittelständler bei der

Entwicklung digitaler Dienstleistungen zurückhalten

und Chancen damit ungenutzt

lassen. Grenke fordert daher von der Politik

eine dem technischen Fortschritt entsprechende

digitale Infrastruktur – für ein digitales

Europa. Doch etwas anderes macht er auch

klar: „Ich kann als Unternehmer nicht erwarten,

dass mir eine Rundum-Sorglos-Lösung

quasi auf dem Silbertablett serviert wird.“

VON ANDEREN LERNEN

Und wenn es trotz guter Voraussetzungen

und Infrastruktur stockt? Hilfe suchen Unternehmen

im Austausch miteinander, auch ein

Branchenvergleich oder Best-Practice-Beispiele

bieten Denkanstöße. Neben externen Beratungsfirmen

können auch Technologietransfermanager

der jeweiligen IHK Kontakte

vermitteln. Eine Angebotsübersicht gibt es im

„Spotlight Digital 2017“, zusammengestellt

von der BWIHK. Die IHK bietet außerdem das

Jeder muss

für sich das

Passende

finden.

Wolfgang Grenke

Besuchsprogramm „Unternehmen von innen

sehen“ an, bei dem Betriebe in ganz Baden-

Württemberg ihre Pforten für interessierte

Unternehmer öffnen, um sich zu zeigen und

in der Gruppe auszutauschen.

BWIHK-Chef Grenke empfiehlt auch die zehn

digitalen Hubs des Wirtschaftsministeriums

im Land. Das sind Experimentierräume, in denen

digitale Innovationen vorangebracht

werden sollen. Sein Wunsch: „Wir brauchen

mehr Kooperationen, um Innovationen und

Technologietransfer für alle möglich zu machen,

also Verbindungen von kleinen und

mittleren Unternehmen zur gemeinsamen

Forschung, genauso wie zur Weiterentwicklung

von Geschäftsmodellen.“

Angebote gebe es viele, es müsse nur noch jeder

das Passende für sich ermitteln, meint

Grenke. Fatal ist laut Reichert stattdessen bewusst

auf Altbewährtes zu setzen und abzuwarten,

da man so schlussendlich den Anschluss

verliere. „Digitale Transformation ist

unvermeidlich“, meint Reichert. „Weil es der

Kunde will.“ [!] PASCAL TONNEMACHER

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Die steep GmbH - Ein erfolgreiches

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Die voranschreitende Digitalisierung stellt Unternehmen

vor immer neue Herausforderungen.

Gerade für kleine bis mittelständische

Unternehmen (KMUs) ist es schwierig, bei

den sich ständig weiterentwickelnden technologischen

Innovationen und den sich verändernden

Sicherheitsbedingungen, Schritt zu

halten.

Das Förderprogramm „go-digital“ des Bundesministeriums

für Wirtschaft und Energie

(BMWi) fördert KMUs bei Beratungs- und

Umsetzungsleistungen im Bereich der Digitalisierung.

Die förderungsfähigen Leistungen

umfassen die folgenden Module:

Modul 1: Digitalisierte Geschäftsprozesse

Modul 2: Digitale Markterschließung

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27


[spezial] Ausgabe 64 | Oktober 2018 unternehmen [!]

Eine kleine Internetkunde

Die Welt verändert sich rapide. Alles piept, alles ist smart, alles digital. Auf einmal werden Worte wie selbstverständlich

herumgereicht, die kaum einer versteht. Wir schlagen eine Schneise durch den Dschungel des Digitaljargons und

erklären wichtige Begriffe.

Big Data. Menschen und

Unternehmen verlagern

immer mehr Aktivitäten

ins Internet. Mit jedem Klick erzeugen

sie Daten. Gleichzeitig

sind immer mehr Geräte von der

Kraftwerksturbine bis zum

Kühlschrank vernetzt und immer

mehr Sensoren beobachten

die Arbeit der

Geräte. So entsteht

ein gigantischer

Datenberg,

Schätzungen zufolge

werden

jährlich mehrere

Trilliarden Bytes an Daten

weltweit gespeichert – Tendenz

steigend. Auf iPads gespeichert

ergäben zwei Trilliarden Bytes

gestapelt eine 21 000 Kilometer

lange Mauer. Informatiker träumen

davon, diese Datenmengen

mit klugen Algorithmen auf

Muster abzuklopfen (Datamining).

Tatsächlich wird die

schiere Menge an Daten immer

schwerer zu bewältigen. Google

© Djem / shutterstock.com

Blockchain. Die „Blockkette“

ist eine Technik, mit

der Datenbanken verschlüsselt

gespeichert

werden können. Das

funktioniert so: Neue

Informationen werden

in Blöcken gebündelt

und dann in chronologischer

Reihenfolge

mit älteren Datenblöcken

verbunden. Die Datenblöcke

sind dabei nicht, wie bei anderen

Speicherungen üblich, an

einem einzigen Ort gespeichert,

sondern dezentral

auf tausenden Computern

weltweit.

Das ist ungefähr

so, wie wenn man

aus einem Buch

die einzelnen

Kapitel herausreißen und dann

jedes Kapitel in einer anderen Bibliothek

ablegen würde. Das hat

den Vorteil, dass die

Datenbank unmöglich

als Ganzes manipuliert

werden kann. Blockchain

soll so für mehr

Sicherheit und Vertrauen

im Internet sorgen.

Honduras etwa

will Grundbucheinträge per

Blockchain speichern. Sie wären

damit schwerer manipulierbar,

was wiederum Korruption vorbeugen

soll.

Datamining. Durch die

Analyse der Big Data lassen

sich aus vorhandenen

Informationen neue Erkenntnisse

gewinnen. Diesen Prozess

nennt man Datamining. Dem

Handel beispielsweise

eröffnet

das die Möglichkeit,

Kunden

zielgerichteter

anzusprechen.

Ein US-Unternehmen

hat aus

einer Analyse des Kaufverhaltens

seiner Kunden herausgefunden,

dass Windeln häufig gemeinsam

mit Bier gekauft

werden – ein Zusammenhang,

der vorher nicht unbedingt auf

der Hand lag. So kann Datamining

auch einen guten Zweck

haben: Unicef konnte durch

die Methode sein Spendenaufkommen

erhöhen. Das

UN-Kinderhilfswerk hat durch

Datamining herausgefunden,

welche Menschen positiv auf

welche Themen reagieren.

Sensibel ist

der Umgang mit personenbezogenen

Daten. Hier

schlagen Datenschützer

vermehrt Alarm.

zum Beispiel hat in der Vergangenheit

versucht, aus Milliarden

Suchbegriffen die Modetrends

der nächsten Saison vorherzusagen.

Der Erfolg hielt sich in

Grenzen.

Künstliche Intelligenz. Darunter

versteht man Programme

und Maschinen,

die in bestimmten Bereichen so

leistungs- und lernfähig sind wie

Menschen – oder sogar noch

leistungs- und lernfähiger.

Anwendung finden

sie schon heute, etwa

beim Erkennen von Bildern

und Sprache. Die

Leistungsfähigkeit beruht dabei

auf der Fähigkeit des Maschinellen

Lernens. Im Alltag begegnet

uns KI häufiger als viele vermuten:

In Übersetzungsprogrammen

etwa, oder in sogenannten

Chatbots. Diese beantworten

automatisiert Kundenanfragen

auf Firmenwebseiten. Auch in

der Industrie 4.0 können kluge

Helferlein inzwischen voraussagen,

wann eine Maschine auszufallen

droht. Das klingt faszinierend,

und das ist es auch. Der

Hype um die Technologie hat jedoch

vor allem finanzielle Gründe:

Die Unternehmensberatung

McKinsey rechnete kürzlich vor,

dass KI die weltweite Wirtschaftsleistung

stärker ankurbeln

werde als ihrerzeit die

Dampfmaschine. [!] IGS

28


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IHK Ulm mit speziellem Technologietransferangebot

zur Digitalisierung

Die Digitalisierung ist mit Schlagworten wie

„Industrie 4.0“, „Big Data“, „KI“ und dem

„Internet der Dinge“ allgegenwärtig. Die IHK

Ulm hat hierzu ihr Angebot im Bereich Digitalisierung

und Wirtschaft 4.0 deutlich ausgebaut.

Im Fokus steht die konkrete Umsetzung von

Digitalisierungsmaßnahmen in den Unternehmen.

Hierfür setzt die IHK Ulm mit Gernot

Schnaubelt einen Technologietransfermanager

speziell zum Thema Digitalisierung ein.

Gernot Schnaubelts Aufgabe ist es, kleinen

und mittleren Unternehmen bei Fragen rund

um das Thema Digitalisierung unterstützend

zur Seite zu stehen. Auch bietet der Technologietransfermanager

Hilfe bei der Suche nach

Partnern aus Wirtschaft und Wissenschaft.

„Mit Angeboten zur Sensibilisierung, Aufklärung

und Erstinformation geben wir uns somit

nicht zufrieden, wir gehen einen Schritt weiter“,

sagt IHK-Hauptgeschäftsführer Otto

Sälzle. „So wurde unser Angebot um Ansätze

ergänzt, die aufzeigen, wie all die Möglichkeiten

der Digitalisierung tatsächlich in der Praxis

funktionieren und wie der Weg dorthin erfolgreich

gestaltet werden kann.“

Hier sei beispielsweise das von Gernot

Schnaubelt initiierte Veranstaltungsformat

„Digital hautnah“ genannt, bei dem Unternehmen

ihre Tür öffnen und bereits umgesetzte

Digitalisierungsmaßnahmen vorstellen.

Ab Anfang 2019 wird dieses Angebot zudem

durch ein regionales Digitalisierungszentrum

(Digital Hub) erweitert. Das Motto des Hubs

Gernot Schnaubelt, Technologietransfermanager für Digitalisierung der IHK Ulm.

lautet dabei: „43.000 Unternehmen. 500.000

Einwohner – eine Anlaufstelle für Digitalisierungsfragen“.

Unternehmen können sich an

den geplanten Standorten Ulm, Ehingen, Riedlingen

und Biberach zu Themen wie 3D Druck,

Internet der Dinge, Virtual Reality, E-Business

oder Building Information Modeling informieren

und live ausprobieren. Gernot Schnaubelt

stellt dann das Bindeglied zwischen Wirtschaft,

Digital Hub und Wissenschaft dar.

Unsere Mitgliedsunternehmen können sich

gerne mit ihren Anliegen an unseren Technologietransfermanager

für Digitalisierung, Gernot

Schnaubelt, wenden. Die Kontaktdaten

von Gernot Schnaubelt lauten: schnaubelt@

ulm.ihk.de oder telefonisch: 0731 / 173 179.

Das Technologietransferangebot der IHK Ulm

ist Teil des „Programms Innovationen und

Energiewende“ und wird durch das Ministerium

für Wirtschaft, Arbeit und Wohnungsbau

des Landes Baden-Württemberg aus Mitteln

des Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung

(EFRE) unterstützt.

Kontakt

IHK Ulm

Olgastraße 95-101

89073 Ulm

Tel.: 0731 / 173-179

@ schnaubelt@ulm.ihk.de

Foto: IHK Ulm

29


Werbeagentur startet neu durch.

Mit geballtem Marketing Know-how und einem starken Team positioniert Tanja Riemann die Agentur

hej!ROCKIT neu am Markt. Markenentwicklung steht dabei ganz im Zentrum.

Im Juli 2016 aus der Nachfolge heraus gekauft, hat die ehemalige

Procter & Gamble Managerin die teamschostek Werbeagentur im Juni

diesen Jahres umfirmiert. Mit einem fulminanten Launch-Event im

Wiley Club hat das Agenturteam mit seinen Kunden und Lieferanten

den neuen Namen gefeiert.

Der Name verbindet das herzliche, offene und auch internationale

„hej!“ mit der Kompetenz in Marketing und Markenentwicklung, die in

„rockit“ stecken.

Building emotional brands

Das Herzstück der Agentur ist der Claim. „Building emotional brands

drückt genau das aus, was wir machen, wofür wir stehen, warum es

uns gibt“, so Tanja Riemann. „Bei Procter & Gamble habe ich den Wert

einer Marke verstanden. Ohne Marke wäre Pampers nur eine Windel,

Coca Cola nur eine Soda und Nike nur ein Sportschuh. Das möchten

wir vermitteln, denn dann bringen wir als Agentur einen echten Mehrwert

für den Erfolg unserer Kunden“.

Dass echte Strategie- und Markenarbeit nachgefragt sind, zeigt der

Bedarf an Workshops bei hej!ROCKIT. Hier hat man investiert und

eigene Methoden entwickelt, um individuelle Kundenlösungen zu erarbeiten.

„Je klarer die Strategie und Markenausrichtung, desto erfolgreicher

kann das Unternehmen in der Zielgruppe agieren und eine

klare Markenbotschaft entwickeln. Und für uns als Agentur ist es nicht

anders: je klarer die Strategie und Ausrichtung, desto kreativer und

besser wird auch die Umsetzung in verschiedenen Medien.“

Sobald bei hej!ROCKIT Ziel und Strategie des Kunden feststehen, dürfen

sich die Designer und Kreativen austoben - ob in den klassischen

Design-Disziplinen wie Print, Publishing und Messe oder aber im Online-Marketing

Bereich mit den aktuellen Schwerpunkten Leadgenerierung,

Corporate Social Media, Web-Design und -Content. Dass ihr

Lieblingsthema Movie/Clip/Film bei den regionalen Unternehmen immer

wichtiger wird, hat Tanja Riemann erkannt.

Von der P&G Managerin zur Ulmer Unternehmerin

Von Genf, Frankfurt, Moskau und New York nach Ulm. „In 13 Jahren P&G

habe ich viel erlebt und Marketing von der Pike auf gelernt. Der beste,

aber auch anspruchsvollste Job, den ich je hatte, ist der jetzige:

Ich habe ein fantastisches Team, erfahrene Mitarbeiter, junge Wilde,

und lerne jeden Tag Neues, entweder von meinen Mitarbeitern oder

unseren Kunden.“ Dass es auch Herausforderungen gibt, weiß Tanja


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Riemann. Das Thema Work-Life-Balance zum Beispiel ist ein in der

Agenturbranche oft diskutiertes. „Mit 2 Kindern muss man sich gnadenlos

organisieren. Das gehört dazu und ich glaube ich bin ein gutes

Vorbild als „working mom“. Und dennoch gibt es Zeiten mit harten Kunden-Deadlines.

Da muss man schauen, dass die Leistung stimmt. Ich

erwarte von meinen Leuten vollen Einsatz, Leidenschaft, Eigeninitiative,

die Extrameile. Aber irgendwann muss man dann auch nach Hause

gehen, sonst leidet die Kreativleistung. Da legen wir Wert darauf.“

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Brands. People. Passion

hej!ROCKIT hat 3 Leitthemen festgelegt. Brands. People. Passion.

Brands - Die Marke des Kunden im Zentrum der Arbeit bei hej!ROCKIT.

People - Der Mix aus erfahrenen Mitarbeitern aus Industrie und Agentur

und jungen Kreativen, die neue Wege gehen und neue Trends mitbringen.

Passion - die Leidenschaft für die Kreativarbeit. „Man muss

Agenturarbeit lieben, ein Gespür für Farben, Materialien und Design

haben. Agentur ist laut, chaotisch, aber auch spannend und aufregend.“

Es geht darum, dass unsere Mitarbeiter mit Leidenschaft und

Freude bei der Sache sind, denn das spürt der Kunde. Und darum geht

es: für spürbaren Erfolg unserer Kunden.“

hej!ROCKIT GmbH & Co. KG

Werbeagentur

Turmstraße 43 | 89231 Neu-Ulm

Fon: 0731. 715 70 - 0

hej@hejrockit.com

www.hejrockit.com

www.facebook.com/hejROCKIT


[verantworten] Ausgabe 64 | Oktober 2018 unternehmen [!]

Ein Mitarbeiter von Schwing Stetter montiert die Hydraulik eines Fahrbetonfahrmischers. Die Unternehmensgruppe beschäftigt in Memmingen 330 ihrer

Wie Betrieben ein Licht aufgeht

Die Schwing-Stetter-Gruppe aus Memmingen hat in energieeffiziente Beleuchtung investiert. Das spart dem Spezialisten

für Betonmischgeräte nicht nur Geld, sondern macht auch die Mitarbeiter zufriedener.

Es ist grau und regnerisch. Viel Tageslicht

kommt nicht durch die kleinen Fenster

an der Seite der großen Fabrikhalle.

Licht ist aber genau das, was die Mitarbeiter in

der Lackiererei der Stetter GmbH benötigen.

Sogar sehr viel Licht. Denn am Firmensitz in

Memmingen werden nicht nur so genannte

Betonfahrmischer produziert, hier bekommen

sie auch einen neuen Anstrich. Und der

muss perfekt sein, ohne Schrammen und

Kleckse – und vor allem gleichmäßig.

Jeden Morgen, wenn Torsten Grimberg, Meister

in der Lackiererei, sein Reich betritt, ist er

aufs Neue angetan. Die Halle hat sich binnen

eines halben Jahres stark verändert. Seit Februar

hängen dort – wie in 16 anderen Hallen

der Firma – neue LED-Leuchten. Die graue

Fabrikhalle ist passé. „Es ist verrückt, wie hell

es hier plötzlich ist“, sagt Grimberg. So hell,

dass auch die kleinsten Ritzen der wuchtigen

Betonfahrmischer gut ausgeleuchtet sind. Für

den Lackierermeister ist das ein riesiger

Schritt in die richtige Richtung: „In Sachen

Arbeitslicht hatten wir davor einige Defizite.

Dabei ist das Licht bei unserer Arbeit entscheidend.

Der Lackierer lebt von einer guten

Sicht.“

Gute Sicht ist wichtig, das war Gunther Abolins

bewusst. Er ist zugleich Geschäftsführer

der Stetter GmbH und der Unternehmensgruppe

Schwing-Stetter. Energiesparen wollte

er auch. Deswegen beauftragte Abolins das

Ulmer Unternehmen Wintermayr Energiekonzepte

mit einer Mammutaufgabe. Die Aufgabe

des Beleuchtungsexperten lautete: Die

Lampen auf dem 30.000 Quadratmeter gro-

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ßen Gelände in

Memmingen auf

den neuesten

Stand bringen –

und dabei Energie

sparen. „Eigentlich

war die

Beleuch tungs si tuation

zufriedenstellend“,

sagt

Geschäftsführer

Brendt Wintermayr,

Gunther Abolins.

Geschäfts-

führer des Ulmer

Unternehmens. Der Standort in Memmingen

ist über die Jahre gewachsen, die Beleuchtung

in den alten Hallen wurde aber oft außer Acht

gelassen. „In manchen Gebäuden haben wir

sogar veraltete Leuchten gefunden, die schon

verboten waren“, erzählt Alexander Wintermayr,

ebenfalls Geschäftsführer in der Ulmer

Firma.

In 17 Hallen und im Außenbereich hat das Unternehmen

Wintermayr 1300 neue LED-

Leuchten eingebaut – und das in nur einem

halben Jahr. Das Ulmer Team hat sich vorgenommen,

den Energiebedarf um mehr als 73

Prozent zu senken. Das Ergebnis hat letztendlich

alle Erwartungen übertroffen: Der Hersteller

von Betonmischanlagen und Betontransportsystemen

spart in Zukunft rund 83

Prozent Beleuchtungsenergie und 540 Tonnen

CO2 im Jahr und dabei sind die Lichtwerte

um rund 60 Prozent besser als vor der Beleuchtungsumstellung.

SPARPOTENZIAL: 75 PROZENT

Wie wichtig energieeffiziente Beleuchtung in

Unternehmen ist, ist nicht vielen Geschäftsführern

bewusst. Das weiß Mustafa Süslü, Dozent

für Energy Science and Technology an

der Universität Ulm und Energieeffizienzmoderater

bei der IHK Ulm. „Dabei lassen sich je

nach Unternehmen 25 bis 75 Prozent an Energie

durch eine effiziente Beleuchtung einsparen“,

sagt er. In Eigenregie funktioniert das

nach seinen Worten aber nicht. Profis sind

gefragt, um einen solchen Wandel zu bewältigen.

„Man braucht Experten, die sich mit einem

Energiemanagementsystem einen Überblick

über die Beleuchtungssituation im

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33


[verantworten] Ausgabe 64 | Oktober 2018 unternehmen [!]

Unternehmen verschaffen.

Sie vermessen

den Raum

und schauen, welche

Leuchten sich

am besten eignen“,

erklärt Süslü.

Denn die Lichtverhältnisse

müssen

auf verschiedene

Faktoren abgestimmt

sein, unter

anderem auf die

verschiedenen Arbeitsbereiche.

Mustafa Süslü, Dozent für

Energy Science

SENSOREN STEUERN LEUCHTEN

Allgemein rät der IHK-Experte zu LED-Leuchten.

Mit ihnen spare man am besten Energie.

Auf Platz zwei landen für ihn Leuchtstoffröhren

und auf dem dritten Platz Quecksilber-

Leuchten. „LED haben aber einen Schwachpunkt:

Sie sind temperatur- und

druckempfindlich“, sagt Süslü. Dank moderner

Technik gebe es aber auch schon spezielle

Anbieter, die LED-Leuchten für Extremsituationen

herstellen – also zum Beispiel für Hallen

mit hohen Temperaturunterschieden.

Mit einer neuen LED-Beleuchtung können

Unternehmen nach seinen Worten bis zu 75

Prozent an Energie sparen. Mit speziellen Sensoren,

die zum Beispiel die Kraft des Tageslichtes

miteinberechnen, sogar 85 Prozent.

Solche Sensoren findet man auch in manchen

Produktionshallen der Firma Stetter in Memmingen.

Sie passen die Beleuchtung innerhalb

der Halle an das natürliche Licht an, das

durch die Fenster strahlt. Inwieweit solche

Sensoren sinnvoll sind, muss jedes Unternehmen

für sich entscheiden, findet Süslü: „Das

ist auch eine Frage des Geldes.“

Dass man bei modernen Beleuchtungsmaßnahmen

auch noch Energie spart, ist für Süslü

aber nur ein positiver Nebeneffekt. Viel wichtiger

findet er den Aspekt Arbeitsqualität. „In

Zeiten des Fachkräftemangel müssen sich Unternehmen

auch um solche Dinge kümmern“,

betont er.

Um für ein gutes Arbeitsumfeld zu sorgen,

sollte die Farbqualität des Lichts dem Tageslicht

entsprechen. „Denn genau an diese Art

von Beleuchtung ist der Mensch gewöhnt“,

sagt Stephan Sandrock, Leiter des Fachberei-

Unter Tageslicht-Bedingungen fällt vieles leichter,

vom Lackieren über Arbeit in der Lehrwerkstatt

bis hin zum Abtransport der Betonmischgeräte.

34


unternehmen [!] Ausgabe 64 | Oktober 2018

[verantworten]

Arbeitswissenschaftler

Stephan Sandrock.

ches Arbeits- und

Leistungsfähigkeit

am Institut für angewandte

Arbeitswissenschaft

in

Düsseldorf. Mit

Tageslicht komme

der Mensch am

besten zurecht,

auch körperlich.

Denn verschiedene

Lichtverhältnisse

wirken sich

auch auf die Arbeitsqualität und das Befinden

des Mitarbeiters aus.

ANFÄNGLICHE SKEPSIS

Süslü konnte sich bei seiner Arbeit als Energieeffizienzmoderator

an der IHK Ulm davon

selbst ein Bild machen. „Anfangs waren viele

Mitarbeiter skeptisch, als die Beleuchtung

umgestellt wurde. Als sich der Körper an die

neuen Lichtverhältnisse gewöhnt hat, waren

sie zufriedener.“ Ausnahmen bei der Lichtfarbe

gibt es im Schichtbetrieb. „Bei Arbeiten im

Nachtschichtbetrieb sollte der Blaulichtfaktor

in der Beleuchtung höher sein als bei Arbeiten,

die tagsüber stattfinden“, erklärt Arbeitswissenschaftler

Sandrock.

BLAUES LICHT HÄLT WACH

Der Blaulichtfaktor wirkt auf das Hormon

Melatonin, das den Schlaf-Wach-Rhythmus

steuert. So bleibt der Schichtarbeiter wach

und wird nicht so schnell müde. Doch der Experte

warnt: Kritisch wird es dann, wenn das

Blaulicht zu intensiv ist. Das kann den Rhythmus

völlig durcheinander bringen. „Kommt

der Arbeiter völlig übermüdet aus der Schicht,

ist die Gefahr groß, dass er auf dem Heimweg

einen Unfall baut“, erzählt Sandrock.

Wenn Torsten Grimberg am Abend seinen Arbeitsplatz

verlässt, ist es in der Halle der Lackiererei

noch hell. So hell, dass man meinen

könnte, es ist noch mitten am Tag. Doch ein

Blick aus dem Fenster zeigt: Es ist Abend, Zeit

Tipps zum Thema

Licht in Arbeitsräumen

Einen Handleitungsfaden für kleinere

und mittelere Unternehmen hat die

Deutsche Gesetzlichen Unfallversicherung

herausgegeben. Die Publikation

bietet unter anderem Informationen

und Hilfestellung zur Planung der Beleuchtung

von Arbeitstätten mit Tageslicht.

Zudem gibt es Tipps, wie sich Tageslicht

an Arbeitsplätzen nutzen lässt

und Unternehmen somit für die Gesundheit

und Leistungsfähigkeit ihrer

Mitarbeiter sorgen können. Neben ausreichend

Tageslicht verbessert eine

gute Sicht nach draußen das Wohlbefinden.

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nach Hause zu gehen. Die LED-Leuchten erfüllen

ihre Aufgabe: Sie imitieren das natürliche

Tageslicht – und ganz nebenbei sparen sie

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35


[rubrik] Ausgabe 64 | Oktober 2018 unternehmen [!]

Zwei von 3000 Gitarren im Reich von Hans-Peter Bentheimer (links) und Lothar Walter: Eine „Steelcaster deluxe“ (links) von James Trussart für 4900 Euro

und eine „Music man“, ein sogenanntes Signatures-Modell des Toto-Gründungsmitgliedes Steve Lukather für 4600 Euro.

Fotos: Dave Stonies

Mekka für Gitarren-Fans

Fernab der Musikmetropolen haben Hans-Peter Bentheimer und Lothar Walter ihren Edelladen Station Music etabliert.

Und doch kommen Rockstars wie Sunrise Avenue vorbei, um Instrumente auszuprobieren und zu kaufen.

Schmucklos ist ein freundlicher Begriff

für dieses Gewerbegebiet in Jettingen-

Scheppach (Kreis Günzburg). Das

7000-Einwohner-Städtchen liegt in der

schwäbisch-bayrischen Provinz – direkt an

der A8. Und doch fahren hier bisweilen schicke

Limousinen vor dem ehemaligen Aldi-

Markt vor. Hier kann man die Band Sunrise

Avenue antreffen. Auch die Bee Gees und die

Söhne Mannheims sind schon in den Ort zwischen

Ulm und Augsburg gekommen. Genau

wie die Bassisten der Band von Otto Waalkes,

von Herbert Grönemeyer und Howard Carpendale.

Sie pilgern hierher, um sich bei Station

Music mit neuen Gitarren, Bässen und

Schlagzeugen einzudecken.

VON GIBSON BIS ZU ALEMBIC

Inhaber und Geschäftsführer des Musikhandels

sind Hans-Peter Bentheimer (53) und Lothar

Walter (56). Beide sind selbst leidenschaftliche

Musiker und haben ihr Hobby

zum Beruf gemacht. Ursprünglich studierte

Walter Jura, Bentheimer arbeitete als Krankenpfleger.

Nun verkaufen sie edle Bässe, Gitarren

und Schlagzeuge an international bekannte

Bands. Doch wie gewinnt man solche

Musiker als Kunden? „Die VIPs kommen über

das Produkt“, erzählt Walter. Denn Station

Music hat nicht nur die großen Marken wie

Fender und Gibson im Angebot, sondern auch

kleine, exklusive Boutique-Hersteller. Etwa

James Trussart, der E-Gitarren aus Stahl fertigt.

Der Schauspieler und Musiker Jan Josef

Liefers hat sich davon eine bestellt. Oder die

Marke Alembic, die handgefertigte Bässe aus

besonders gemusterten Hölzern herstellt. Das

teuerste Modell davon im Laden kostet knapp

19.000 Euro. „Wenn man selber Musiker ist,

36


unternehmen [!] Ausgabe 64 | Oktober 2018

[machen]

sucht man nach Qualität und ausgefallenen

Dingen, die nicht an jeder Ecke hängen“, sagt

Walter.

Auch die große Auswahl bringt Kunden: Rund

3000 Gitarren und 1200 Bässe reihen sich an

den Wänden. 200 Schlagzeugsätze stehen auf

rund 1000 Quadratmetern. Im Premium-Bereich

sei es unabdingbar, das Instrument vor

dem Kauf in die Hand zu nehmen und auszuprobieren,

sagt Walter. „Aber dann muss der

Laden die Auswahl auch da haben und nicht

nur zwei Modelle von einem Hersteller.“

Vor 30 Jahren gegründet

Blick in die Werkstatt und über die Schulter eines „Gitarren-Doktoren“.

MARKTFÜHRER BEI EDELBÄSSEN

In der großen Halle stehen aber auch Einsteigergitarren

für 200 Euro. Blockflöten sucht

man vergeblich, denn das Unternehmen beschränkt

sich auf Gitarren, Bässe, Schlagzeuge,

Digital-Pianos und Beschallungsanlagen

wie Verstärker. „Wir sind langhaarige Rockmusiker,

da hat man natürlich seine Klientel,

die man bedient“, erklärt Walter. Rock- und

Bluesmusiker seien ihre Kunden, ebenso wie

jung gebliebene Akademiker aus der

Rock’n’Roll-Generation, die sich nun die Instru

mente leisten können, von denen sie in

ihrer Jugend noch geträumt haben. „Das sind

die kaufkräftigsten Kunden bei uns.“

Etwa die Hälfte seines Jahresumsatzes von

rund 4 Millionen Euro im Jahr macht Station

Music mit dem Online-Shop. Jedoch weniger

im Bereich der High-End-Instrumente, denn

dafür kommen die Kunden meist vorbei. „Je

höherpreisiger, desto enger wird der Kontakt“,

erzählt Walter. Manche Kunden rufen auch

an, wenn sie einmal nicht persönlich einkaufen

können, oder schreiben eine E-Mail, wollen

eine Einschätzung vom Händler, bevor sie

online bestellen.

Gegen den Musikhandelsriesen Thomann,

der 2016 mit Onlineverkäufen knapp 700 Millionen

Euro Umsatz erwirtschaftete, kommt

Station Music online nicht an. Doch Walter

und Bentheimer pflegen ihren Online-Auftritt.

Durch Verlinkungen als Händler auf Seiten

der Boutique-Hersteller kann es neue Kunden

für seine teuren Instrumente gewinnen.

„Durch die Nische haben wir unsere Chance“,

sagt Walter. Jedoch würden die großen Online-Händler

teils ebenfalls in diese Nischen

vorstoßen, wenn genügend Kunden nach bestimmten

Modellen fragen. „Obwohl Läden

wie wir die Marken eingeführt haben.“

Für die Zukunft sieht Walter aber nicht

schwarz, denn: „Regional sind wir gut aufgestellt.“

Der Großteil der Kunden kommt aus

dem süddeutschen Raum zwischen Stuttgart,

München, Kempten und Würzburg. Konkurrenz

gebe es hier in ihrer Nische keine. „Als

Händler für Bässe mischen wir mit unserer

großen Auswahl sogar in der Weltspitze mit“,

Station Music ist vor 30 Jahren gegründet

worden. Hans-Peter Bentheimer hat

das Unternehmen einst in Offingen (Kreis

Günzburg) gegründet und nebenberuflich

geführt. 1996 stieg Lothar Walter mit

ein. 2000 zog Station Music nach Jettingen

um, zwei Jahre später ließen die Beiden

eine weitere Lagerhalle anbauen.

Station Music hat sieben Mitarbeiter, jeder

betreut einen musikalischen Fachbereich.

Das gilt auch für die Chefs: Walters

Gebiet sind die Bässe und Acoustic-Gitarren,

Bentheimers die Schlagzeuge, E-

Gitarren und die Beschallung. REI

erklärt Lothar Walter nicht ohne Stolz. Auch

das Fachmagazin „Bass Professor“ betitelt das

Unternehmen als europaweiten Marktführer

im Edelbassbereich.

In den vergangenen Jahren ist Station Music

stetig gewachsen, jetzt ist Konsolidierung angesagt.

„Uns reicht unsere Größe. Die zu stabilisieren

ist in der heutigen Zeit viel Wert“,

betont Bentheimer. Schließlich gebe es tendenziell

immer weniger junge Menschen, die

anfangen, ein Instrument zu spielen. So sieht

es auch Lothar Walter. Zwar gebe es immer

Wellen mit neuen Musikern: „Dann kommt

wieder ein Ed Sheeran und alle wollen Gitarre

spielen.“ Aber so ein Schub fehle gerade ein

bisschen. [!]

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37


[spezial] Ausgabe 64 | Oktober 2018 unternehmen [!]

Es wird eng und spannend

Die Wirtschaft im Landkreis Göppingen boomt: Firmen wachsen, der Standort gedeiht. Doch es fehlt an Wohn- und

Gewerbeflächen. Für die vielen Kfz-Zulieferer bringt das Zeitalter der E-Mobilität einen tiefgreifenden Wandel.

Noch immer prägen industriell ausgerichtete

Firmen, das Landschaftsbild

in Göppinger Gewerbegebieten. Kfz-

Zulieferer fertigen passgenaue Metall- und

Elektrobauteile oder mischen per Maschinenbau

und Mechatronik bei den baden-württembergischen

Automobilherstellern mit.

„Das wird sich so schnell nicht ändern“, sagt

Peter Saile, Chef der IHK-Bezirkskammer

Göppingen. Diese ist nach der Zahl der Gewerbetreibenden

der kleinste der sechs Bezirke

der IHK Region Stuttgart.

Doch in der Region Göppingen habe sich bereits

einiges verändert: „In den vergangenen

Jahren haben sich vermehrt IT- und Dienstleistungsanbieter

bei uns angesiedelt“, sagt

Saile. Darunter etwa das Software-Startup

Team Viewer, das 2014 für 1,1 Millionen von

einem Londoner Unternehmen gekauft wurde,

aber immer noch von Göppingen aus

agiert. Mit der Software können PCs und Macs

übers Internet ferngesteuert werden. Praktisch,

etwa für benachbarte IT-Dienstleister.

GEFAHREN IM BOOM

Bei der IHK-Bezirkskammer

sieht

man die beginnende

Diversifizierung

gerne. Ausbalancierte

Wirtschaftsstrukturen

helfen im

Zweifelsfall besser

über Branchen-

Krisen hinwegzukommen.

„Herausforderungen

gibt kammer Göppingen.

Peter Saile, IHK-Bezirks-

es derzeit mehr als

genug“, sagt Saile. Eine der größten: Die von

der Bundesregierung angestrebte Verkehrswende

und der damit einhergehende Wandel

Der Bahnhof Göppingen: Mit dem Zug und der

Anbindung über die B10 ist Stuttgart nahe.

38


unternehmen [!] Ausgabe 64 | Oktober 2018

Die Allgaier-Group stellt unter anderem Tanks für die Mercedes S-Klasse her.

der Autoindustrie, weg vom Verbrennungsmotor

hin zum E-Antrieb. „In welcher Form

sich dieser Einschnitt auf die Göppinger Kfz-

Zulieferer auswirkt, ist noch nicht abzusehen“,

konstatiert Saile. Dass es Auswirkungen

geben wird, dagegen schon. Zusätzlich mache

die Digitalisierung vielen, vor allem kleinen

und mittleren Unternehmen Sorgen. „Aufgrund

der guten Konjunktur sind sie voll ausgelastet

und haben kaum Zeit, sich mit neuen

Themen auseinander zu setzen“, sagt Saile.

Dabei laufen sie Gefahr, wichtige Entwicklungsschritte

zu verpassen und so von der

Konkurrenz abgehängt zu werden.

Die IHK-Bezirkskammer versucht mit Veranstaltungs-

und Qualifizierungsangeboten entgegenzuhalten.

Eines dieser Projekte findet in

Kooperation mit den Hochschulen Esslingen,

Aalen und Reutlingen statt, es richtet sich speziell

an kleinere und mittlere Firmen. Durch

Projekte soll die „Transferplattform Industrie

4.0“ Unternehmen helfen, Themen wie Maschinenvernetzung

und intelligente Fertigung

erleichtern. Dazu finden mehrmals im

Monat Workshops, Vorträge und Konkretisierungstreffen

statt.

FOTOS: G. CARLUCCI

BEINAHE ALLE FLÄCHEN BELEGT

Und während sich die ansässigen Firmen mit

ihren innerbetrieblichen Strukturen auseinandersetzen,

bangen Saile und seine Kollegen

um die äußeren Gegebenheiten. Der Platz

geht aus. „Inzwischen sind beinahe alle Gewerbeflächen

belegt“, erklärt der Wirtschaftsexperte.

Selbst in Göppingens jüngstem Stadtteil

– dem Stauferpark – wird es eng. Mehr als

150 Unternehmen mit insgesamt 1200 Mitar-

„Gemeinsam

viel erreichen.“

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39


[spezial] Ausgabe 64 | Oktober 2018 unternehmen [!]

beitern haben sich inzwischen auf dem 34

Hektar großen ehemaligen US-Militärgelände

niedergelassen. Der größte Player ist die Firma

Kleemann, die 2016 zusätzlich zum damaligen

Neubau 5,5 Hektar Freifläche für die geplante

Firmenerweiterung erworben hat. So

bleiben nur noch 15.000 unbebaute Quadratmeter

im Stauferpark übrig, von denen zwei

Drittel bereits von Firmen reserviert sind.

Mehr Platz muss her – etwa in den umliegenden

Kommunen. Diese sind sich laut Sailer

allerdings noch nicht einig über die Nutzungsideen

brachliegender Flächen. Für die

IHK-Bezirkskammer ist das aber kein Grund

zum Lockerlassen: „In unserem Landkreis

steckt großes Potenzial – gerade durch die Nähe

zum sehr dicht bebauten Stuttgarter

Raum.“ Wer schnell erweitern will, muss ausweichen:

„Größere Flächen gibt es derzeit nur

noch auf der Alb“, berichtet Saile. Dort sei es

manchen Gründern aber zu ländlich.

Oben: Das Firmenareal der Kleemann GmbH, Spezialist für Sieb- und Brechanlagen, im Stauferpark.

Unten: Die IHK setzt sich für einen besseren ÖPNV vom Filstal in die Region Stuttgart ein.

Es fehlt an Infrastruktur, insbesondere im

Hinblick auf den öffentlichen Nahverkehr.

Derzeit macht sich die IHK-Bezirkskammer

für einen besseren Anschluss des Filstals und

einen vollständigen Beitritt in den Stuttgarter

Verkehrsverbund VVS stark. „Erst wenn Pendler

aus Stuttgart und der Metropolregion mit

regelmäßigen Fahrzeiten und einheitlichen

Tarifen rechnen können, werden wir als Arbeitgeberstandort

attraktiver“, sagt Saile, der

sich darin auch eine mögliche Verbesserung

der angespannten Fachkräftesituation erhofft.

Bislang sei die Taktung von Bus und

Bahn unregelmäßig und teilweise nicht nachvollziehbar.

Von Januar 2019 an soll nun zumindest

ein neuer Busfahrplan Abhilfe schaf-

40


Anzeige

Gute Beziehungen in der Region

In Zeiten angespannter Immobilienmärkte helfen Beziehungen und off-market-Informationen.

Stadt vermittelt. Verkäufer war die Stowe

Woodward AG, die zum amerikanischen Konzern

Xerium Technologies gehört.

Die in Uhingen ansässigen Allgaier-Werke hat

Objekta mit 14.000 m² an die A8 in das ehemalige

Kodak-Werk nach Mühlhausen gebracht.

In Göppingen entwickelte Objekta das 45.000

m² große Areal der ehemaligen Württembergischen

Filztuchfabrik Geschmay zu einem Industriepark

und sorgte auch gleich für die entsprechende

Vermietung dieser Flächen.

„Kaum eine Gewerbefläche wird vermittelt wie

sie steht und liegt - deshalb überlassen wir das

Aufhängen riesiger Telefonnummern an Fassaden

auch anderen. Unsere Kernkompetenz

ist vielmehr, individuelle, zielgruppengerechte

und erfolgversprechende Strategien und Konzepte

für Eigentümer, Investoren und Endnutzer

zu entwickeln und auch zu realisieren“,

betont Michael Wägerle. „Hierzu gehört das

Herausarbeiten der USPs der Immobilie bis

hin zu einem Immobilienbranding durch unsere

Marketingabteilung.“

Die Objekta Real Estate Solutions, ausgewiesener

Spezialist für Gewerbe- und Investmentimmobilien,

richtet ihren Fokus noch

stärker in die Region. Mit Büros in Göppingen,

Ulm und auf den Fildern haben sich die

Spezialisten seit Unternehmensgründung

2006 einen sehr guten Ruf erarbeitet. Daneben

sind über lange Jahre gewachsene Beziehungen

zu Immobilieneigentümern sowie

Empfehlungen zufriedener Auftraggeber

und Kunden die Basis des Erfolges.

Rat und dann auch

Tat der absolut unabhängigen

Spezialisten

der Objekta Real

Estate Solutions sind

mehr und mehr gefragt.

Dies meist von

Entscheidungsträger

aus Wirtschaft, Handel und Industrie. „Unser

Hauptgeschäft ist die Vermittlung von Produktions-

und Logistikhallen sowie Büro- und Einzelhandelsstandorte,

sowohl was einen Verkauf,

wie auch eine Vermietung anbelangt“,

sagt Michael Wägerle, Jurist und Geschäftsführer

des Unternehmens mit insgesamt mehr

als 27 Jahren Branchenerfahrung.

In Sachen Gewerbe- und Investmentimmobilien

geht seit über 12 Jahren in der Region

kaum etwas an der Objekta Real Estate Solutions

vorbei. Dabei hat das Unternehmen den

Begriff „Region“ mit Büros in Göppingen, Ulm

und auf den Fildern groß gefasst. „Unsere

Stärke ist dieses Verständnis für die Gemeinsamkeiten,

aber eben auch für die Unterschiede

der jeweiligen Märkte von Stuttgart

über Ulm bis Memmingen, genauso hoch

nach Aalen wie runter zum Bodensee“, ergänzt

Matthias Kralisch, Prokurist und Betriebswirt

mit Fachgebiet Immobilienwirtschaft.

Zudem arbeitet Objekta als Partner

der NAI apollo group, dem führenden Netzwerk

unabhängiger Immobilienunternehmen

in Deutschland, nicht nur bundesweit mit

diesen Partnern zusammen, sondern kann

auch weltweit auf ca. 400 Büros mit über

7.000 Immobilienspezialisten zugreifen und

somit nahezu jede kundenspezifische Anforderung

erfolgreich realisieren.

Aber „all business is local“: Die „umgesetzten“

Objekte sind zum Teil sehr bekannt und in ihrer

Größe beeindruckend. Z. B. hat Objekta Real

Estate Solutions in Heidenheim ein 10.000 m²

großes, innerstädtische Industrieareal an die

Dies schätzen nicht nur Anbieter, sondern

auch Nachfrager: „Unsere Erwartungshaltung

an einen neutralen und vor allem diskreten

Vermittler ist bei der Anmietung der Büroflächen

im Ulmer Science Park voll erfüllt worden“,

sagt Larsen Mitschka, Facility Manager

der Daimler TSS. Weitere Stimmen und Vorzeigeobjekte

sind einfach zu finden auf

www.objekta-realestate.de.

41


[spezial] Ausgabe 64 | Oktober 2018 unternehmen [!]

Prägt das Stadtbild und die Wirtschaftsregion: Schuler, Weltmarktführer für Umformtechnik, hat den „Innovation Tower“ im vergangenen Jahr bezogen.

fen. Von Ende 2019 an soll ein S-Bahn

ähn licher Metropolexpress halbstündlich

zwischen der Landeshauptstadt und dem Filstal

verkehren. Die IHK müht sich, die Bedingungen

am Standort zu verbessern.

Auch was die Linderung des Fachkräftemangels

angeht. Denn einer Vielzahl offener Stellen

steht nur eine schmale Gruppe Bewerber

gegenüber. Zwar wurden 2017 mehr Ausbildungsverträge

abgeschlossen als im Vorjahr,

doch es reicht nicht. „Wir müssen aktiv für die

duale Ausbildung werben“, findet Kammerchef

Saile, „und bereits ausgebildete Fachkräfte

zurückgewinnen.“ Mit Qualifizierungsmaßnahmen

unterstützt die Bezirkskammer

etwa Wiedereinsteiger, die mehrere Jahre

nicht in ihren gelernten Beruf gearbeitet haben.

Gleichzeitig sieht der Landkreis eine

Chance im Flüchtlingszustrom. So engagieren

sich mehrere IHK-Bezirkskammern im

Großraum Stuttgart, darunter Göppingen,

dafür, dass mehr junge Migranten eine Ausbildung

beginnen können. „Allerdings kommt

es immer wieder vor, dass Geflüchtete in Ausbildung

doch abgeschoben werden“, berichtet

Sailer. Daher reagierten manche Firmen eher

zögerlich auf die Angebote.

BUNDESWEIT PLATZ 80

Trotz vieler Herausforderungen ist Sailer guter

Dinge: „Der Standort Göppingen mag mit

Stuttgart als Vorbild klein erscheinen, im bundesweiten

Vergleich stehen wir aber ganz gut

da“, sagt der IHK-Mann. Eine Umfrage des

Wirtschaftsportals „Die deutsche Wirtschaft“

gibt ihm Recht. Göppingen gehört auf Platz 80

zu den 100 bedeutendsten deutschen Wirtschaftsstandorten.

[!] RONJA GYSIN

Ein Standort im

Allzeithoch

Zur Mitte des Jahres 2018 waren laut

Daten der Stadt Göppingen 4556 Betriebe

im Landkreis gemeldet. Der

Stand ort boomt und trotzt damit der

sich abschwächenden Weltwirtschaft.

So bewerten 64 Prozent der Unternehmen

im Kreis ihre aktuelle Lage als gut.

Nur zwei Prozent berichten über

schlecht laufende Geschäfte. Gut die

Hälfte der Betriebe melden einen steigenden

Auftragseingang und jedes vierte

Göppinger Unternehmen sieht positiv

in die Zukunft. Überraschend: Trotz

Brexit, Trump und Co. erwartet knapp

die Hälfte der Unternehmen einen Zuwachs

an Auslandsgeschäften. GYS

42


SÜDWEST IMPULS 2018

VORSPRUNG DURCH WISSEN

EIN WEITERBILDUNGSFORMAT DER SÜDWEST PRESSE

Mit dem neuen Angebot von acht Vortragsabenden lassen wir Sie erneut vom Wissen der Besten profitieren. Die SÜDWEST PRESSE

präsentiert 2018 in Kooperation mit dem Stadthaus Ulm und in Zusammenarbeit mit der Veranstaltungsagentur SPRECHERHAUS®

prominente Top-Referenten in Ulm.

Veranstaltungsort:

Stadthaus Ulm, Münsterplatz 50, 89073 Ulm

Jeweils donnerstags von 19.30 bis 21.00 Uhr (Einlass ab 19.00 Uhr).

Preise: Einzelkarte 49,– €* | 59,– €

Doppelkarte (2 Pers./Vortrag) 79,– €*

*Vorteilspreis als Abonnent der SÜDWEST PRESSE „abomax“

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Infos und Buchung bei der Veranstaltungsagentur:

SPRECHERHAUS® | +49 (0) 2561 69 565 170 | www.sprecherhaus.de oder unter www.südwestimpuls.de

Erleben Sie noch folgende drei Wissensabende zu den Themen:

Vitalität & Körperbewusstsein | Zeitmanagement & Selbstorganisation | Resilienz & Starke Psyche

6 11.10.2018

Meine Gesundheit – mein

Kapital!

Comedy mit Nährwert

„ Nur wer gesund und fit ist,

kann sein volles Potential

abrufen.“

© HealthMedia21

7 15.11.2018

Immun gegen Zeiträuber

Zeitmanagement für mehr

Lebensqualität

„ Mehr Lebensqualität trotz

stressigem Alltag? Klar – denn

es geht mehr, als wir immer

denken!“

8 13.12.2018

Resilienz

Die unentdeckte Fähigkeit der

wirklich Erfolgreichen

„ Glauben Sie nicht alles, was

Sie fühlen.“

Patric Heizmann Cordula Nussbaum Dr. Denis Mourlane

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2019 geht’s mit folgenden

acht Top-Referenten und

-Themen weiter:

21.02.2019 | Markus Hofmann

Gedächtnispower

21.03.2019 | Sabine Hübner

Servicekultur

25.04.2019 | Leo Martin

Vertrauen

26.06.2019 | Philip Keil

Handlungsfähigkeit

26.09.2019 | Dr. Carl Naughton

Veränderungsfähigkeit

17.10.2019 | Dani Nieth

Denkmuster

21.11.2019 | Marc Gassert

Selbstdisziplin

12.12.2019 | Claudia Kleinert

Charisma

Vorteilspreise für abomax! 43


[finanzieren] Ausgabe 64 | Oktober 2018 unternehmen [!]

Wie die Firma am Laufen bleibt

Ein Unfall oder schwere Krankheit kann jeden treffen. Firmenchefs machen da keine Ausnahme. Wenn aber der

Inhaber zweitweise ausfällt oder unerwartet verstirbt, kann der Betrieb schnell in Existenznöte kommen. Ein

betrieblicher Notfallkoffer hilft, für diese Situation gewappnet zu sein.

So richtig glauben, konnte man die Geschichte vom Tod Sergio

Marchionnes nicht: Es hätte nur ein kleiner Eingriff an der

Schulter sein sollen, doch es sei zu Komplikationen gekommen,

hieß es im Juli. Wenige Tage später starb der Fiat-Chef

im Alter von 66 Jahren. Marchionne galt als kaum zu ersetzender Visionär.

Er hatte 2004 den darniederliegenden italienischen Autohersteller

vor der Pleite gerettet, saniert und mit dem US-Konzern Chrysler zu

einem profitablen Konzern geschmiedet. Die Fiat-Verantwortlichen

mussten schnell handeln. Nach einem Bericht des Manager-Magazins

wussten sie zu diesem Zeitpunkt nicht, dass Marchionne seine Lungenkrebs-Erkrankung

verschwiegen hatte. Bereits am Tag, als Marchionnes

Tod in der Öffentlichkeit bekannt wurde, präsentierte der Fiat-

Verwaltungsrat Vorstandsmitglied Mike Manley als Nachfolger.

Für große börsennotierte Konzerne mit einem mehrköpfigen Vorstand

sind solche personellen Krisensituationen meist schnell zu

stemmen. Schon von Gesetz her wird verlangt,

dass es Verhinderungs- und Vertretungsregelungen

gibt, durch die geregelt

ist, wie die Mitglieder der Unternehmensführung

füreinander einspringen. Doch

wie sieht das bei einem mittelständischen

Betrieb aus, wenn etwa der geschäftsführende

Alleininhaber in Folge eines Unfalls

verstirbt oder zumindest zeitweise nicht

entscheidungsfähig ist? „Kommt es zu einem

solchen Problemfall, kann das für das

Unternehmen schnell zu einer existenzbedrohenden

Krise werden“, sagt Joachim

IHK-Finanz-Experte

Joachim Rupp.

Rupp, Nachfolgeexperte bei der IHK Ulm. Er kennt aus seiner Berufspraxis

einige Fälle, in denen die Inhaber von Mitgliedsunternehmen

in der Freizeit unverschuldet und ohne Leichtsinn Opfer eines Unfalls

wurden. Durch den Klinikaufenthalt fielen sie wochenlang aus oder

verstarben, so dass ihre Firma vom einen auf den anderen Tag ohne

Führung war. Ist für diesen Fall keine Vorsorge getroffen, droht schnell

der finanzielle Kollaps. „Dann ist schon viel gewonnen, wenn wenigstens

die Ehefrau über eine Bankvollmacht verfügt“, sagt Rupp.

ENTLASTUNG AUCH IM TAGESGESCHÄFT

Doch zumindest in dieser Hinsicht sind viele Firmen gut aufgestellt,

beobachtet Mathias Schöferle, Prokurist und Direktor

bei der Volksbank Ulm-Biberach. „Auch, weil dafür ein

Problembewusstsein vorhanden ist“, weiß der Banker, der

bei der Volksbank verantwortlich ist für Gewerbe-und

Firmenkunden in der Region Ulm/Neu-Ulm. „Das Thema

ist mit Vollmachten und Verfügungslimits gut zu

managen. Häufig merken die Inhaber, dass sie damit

einen Mehrwert auch im normalen Tagesgeschäft gewinnen,

weil sie entlastet werden.“

Doch in vielen Fällen wird Notfallmanagement erst

zum Thema, wenn die Krisensituation eingetreten ist.

Bankberater und Unternehmensexperten sprechen Vorsorgeregelung

zwar regelmäßig bei ihren Kontakten an.

Doch ein konkretes Handlungsergebnis lässt mitunter auf

sich warten. Wie die IHK in ihrem Nachfolgereport 2017

schreibt, ist erstmals seit Beginn der entsprechenden IHK-

Statistik die Zahl derjenigen Alt-Inhaber, die alle wichtigen Dokumente

und Vollmachten übersichtlich für einen Nachfolger zusammengestellt

haben – der sogenannte Notfallkoffer – auf mehr

44

Illustrationen: Getty Images


unternehmen [!] Ausgabe XY 64 | Monat Oktober JJJJ 2018

[finanzieren] [rubrik]

als ratur 30 aliquam, Prozent gestiegen. occus dolorempor Das heißt umgekehrt: sa se quae Sieben von zehn Unternehmern

milluptatem haben nonserovid solche Vorkehrungen qui sum qui nicht ium getroffen. „Das hängt vielleicht

facessit auch molupta mit der del Persönlichkeitsstruktur minimporro blatusc iis-zusammequi duntem que Rupp, essus „die eatis meisten es am sind cuptatati ausgesprochene Macher-Typen

“, mutmaßt

IHK-Experte

Ende auch juristisch wasserdicht sein müssen, um

im Krisenfall Bestand zu haben. „Jeder Unternehmer

sollte daher eigentlich schon mit der Gründung einen

betrieblichen Notfallkoffer packen“, empfiehlt Rupp.

mit consenis einer Vielzahl sus. Tur von repeligni Plänen. im Den con Gedanken, nobis et sich mit der eigenen Endlichkeit

opti qui und debis Sterblichkeit explameni zu qui beschäftigen, qui to et plate schieben viele beiseite“.

Auch nonseca Mathias tiisqua Schöferle tiorit omnim und sein quid Team exeri sensibilisieren atur, ihre Unternehmenskunden

omnimolorem regelmäßig aut quo dolupta für das Thema tiatectorit, Notfallvorsorge: „Wir können

ipienescit jedoch ut nur exceat Impulse omnia geben, volupta externe sperum Berater und Experten nennen,

die dolupta bei komplexen cus ande cum Fragestellungen reptat fuga. Ferrume helfen. Das Thema anzugehen

DER KOFFER, DER EIN NOTFALL-ORDNER IST

Dieser Notfallkoffer adressiert alle Ereignisse, die unerwartet stattfinden

können und dabei den Fortbestand des Unternehmens gefährden

können. In der Praxis ist der Koffer dann mehr ein Notfall-Ordner, in

dem alle wichtigen Punkte – sowohl aus dem privaten als auch unternehmerischen

laccatem ulpa voluptat.

ZWISCHENZEILE

und Regelungen zu treffen, muss am Ende

der Unternehmer selbst übernehmen.“

Das eigentliche Problem neben dem reinen

Bereich – zusammengefasst und für den Krisenfall ge-

regelt werden, sollte der Unternehmer ganz oder zeitlich befristet

ausfallen. Damit die Nachfolger jedoch mit diesem Instrument richtig

Pidest, ini to officto totatis Anpacken mi, eatecae des labore Themas ist die Frage: Welchen

arbeiten können, empfiehlt es sich, auf einige Dinge zu achten:

fuga. Personen Itatiorro erscheinen dem Inhaber

nitatinum del earum inctium

mos et as nimus volore eserspe vertrauenswürdig rspellecum und kompetent genug, 1. Den Ernstfall proben

arum re nat litiam eium volorum, das Unternehmen occus etur im Non Fall plit des officie Falles nimodigent, offiziell

corehenis Was für Behörden, sinimos ere, Feuerwehrlöschteams alit re ini dolor millabo. und Itat et Polizeikommandos et ex eatur soluptatur fes-

cipistota nach außen iun-

hin zu vertreten? Und rero te vellam que reperch icitiis

ter Bestandteil auf dem Dienstplan ist, sollten auch Unternehmen

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ipidunt einen volorro Probenotfall oc-

ea eossita zu durchzuführen“, turenis rectur? sagt Itiorrorae Schöferle non . „Dazu et ma-

vitius volupta temporeste sandund Es braucht icimillest strukturiertes vernam Vorgehen, exceaque um lam hil

pedi tes endi voluptur? Qui das odipsum Thema qui richtig nonem

anzupacken. cus dolumquatem Schließ-

am, volessus reicht es que bereits, pratibero dass sie xima einmal quuntiunto die Situation omnime geistig quiam, detailliert sandeli durch-

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Mathias el eos Schöferle, quatquo Volks-

explaut lich pa gilt nonempero

es Regelungen te für delit, teilweise si atur mod sehr quam, spielen.“ sam ut Wenn ut esequas die Vorstellungskraft perum ulluptis dafür resequos nicht reicht, et quianimos kann der aliqui Un-

eleniam bank Ulm-Biberach. fuga. Tenditam, umfangreiche corporibus etur Bereiche volut zu finden, volorer die orundi am bere, ternehmer cus, unt quo einfach occa-

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Containergebäude vom Bürogebäude bis zur

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Schnelligkeit, Flexibilität, Wirtschaftlichkeit

und Nachhaltigkeit – das sind Argumente,

die seit Jahrzehnten für die hochwertigen

Modul- und Containergebäude von Heinkel

Modulbau stehen.

Die effizienten Lösungen sind mehr als reine

Zweckgebäude – stattdessen konzipiert und

realisiert Heinkel Modulbau zeitgemäße, individuell

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wie außen auch den anspruchsvollsten Anforderungen

genügen.

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Egal ob Miete oder Kauf, die Modulgebäude

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Werk in Blaubeuren und

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Dabei kann der Vorfertigungsgrad

der Module je nach zukünftigem Einsatzbereich

bis zu 90 % betragen. Erst dann wird

das jeweilige Gebäude an seinen Bestimmungsort

transportiert, wo es dann innerhalb

kürzester Zeit montiert und fertiggestellt

werden kann.

Vom Kindergarten bis zum High-Tech-Labor

Für so manche Branche ist diese schnelle

Verfügbarkeit entscheidend. Insbesondere

Kindergärten und Schulen sowie Krankenhäuser

und medizinische Einrichtungen

profitieren von dem Minimum an Lärmoder

Schmutzemissionen, das der hohe

Vorfertigungsgrad ermöglicht. Darüber hinaus

reicht das Einsatzspektrum der Gebäude

von Heinkel Modulbau über Bürogebäude,

Verkaufsräume und Wohnunterkünfte

bis hin zu hoch spezialisierten Laboren. Die

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entstehen und immer mehr Arbeitskraft

wird benötigt, um auch für die Zukunft gerüstet

zu sein. Heinkel Modulbau verstärkt daher

nahezu alle Bereiche des Unternehmens – gesucht

werden vor allem Bauleiter und Architekten,

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Monteure und Elektriker.

Kontakt

Heinkel Modulbau GmbH

Helfensteinerstraße 28

89143 Blaubeuren

Telefon 07344 173-0

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45 17


[finanzieren] Ausgabe 64 | Oktober 2018 unternehmen [!]

offen lassen. Danach weiß er meist zuverlässig, wo es ohne

ihn gut geht und welche Probleme aufgetaucht sind.

2. Entscheidungen treffen

Der Unternehmer muss im Notfallkoffer festlegen, wer welche Entscheidungsbefugnis

hat und wer Verantwortung übernimmt. „Das

sollte mit Bedacht gemacht werden, denn die Bevollmächtigten müssen

im Ernstfall nicht nur zur Verfügung stehen – sie müssen auch

Ahnung vom Betrieb haben und erfahren genug sein“, sagt IHK-Experte

Rupp. „Ein wesentlicher Erfolgsfaktor des Notfallkoffers ist, die Dinge,

die dort geregelt sind, bereits zuvor sauber in den Betriebsalltag zu

integrieren und einzuspielen“, ergänzt Schöferle . So kann die Kompetenz

der Beteiligten erprobt werden und sie haben Zeit, in ihre Aufgabe

reinzuwachsen. „Ich habe den Fall erlebt, bei dem es zwar einen gut

geregelten Notfallkoffer gab, aber die Personen, die darin als Verantwortliche

benannt wurden, waren nicht oder nicht genug in das Alltagsgeschäft

des Unternehmens integriert“, erzählt Schöferle. „Daher

hatten sie am Anfang – als es eigentlich darauf ankam – Schwierigkeiten,

in ihre Rolle zu finden und Dinge zu entscheiden.“ Mindestens

ebenso wichtig ist daher im Krisenfall die Kommunikation zwischen

dem Unternehmen und der Hausbank. „So können sich beide Seiten

eng abstimmen und ein Verständnis dafür entwickeln, was machbar

ist und was nicht“, sagt Volksbank-Direktor Schöferle .

3. Vollmachten erteilen

Sind alle Absprachen getroffen und Entscheidungen gefällt, gilt es die

notwendigen juristischen Schritte einzuleiten. Dazu gehört zum Beispiel,

einen Nachlassverwalter zu bestellen und zu bestimmen, ob er

entweder selbst die Geschäfte weiterführt oder einen Interims-Manager

bestellt, bis er einen dauerhaften Nachfolger

gefunden hat. Zu überlegen

ist

auch, welchen Personen Einzel-

beziehungsweise Generalvollmachten

erteilt werden

Den Notfall richtig managen

Viele Unternehmer wissen intuitiv, wie wichtig es ist, Vorkehrungen

für den eigenen Ausfall zu treffen. Doch die Tatsache,

dass sie nicht wissen, wo sie dabei anfangen sollen und welche

Fragen beantwortet werden müssen, dämpft häufig die

Bereitschaft, das Thema entschlossen anzupacken. Die zwölf

IHK in Baden-Württemberg haben daher ein „Notfall-Handbuch“

für Unternehmen erstellt, in dem alle wichtigen Punkte

in diesem Zusammenhang auf fast 50 Seiten erläutert und

dargestellt werden. Die Broschüre stellt die IHK Ulm im Internet

zum Download bereit: www.ulm.ihk.de. TLU

und bei welchen Punkten immer nur mehrere Personen gemeinsam

entscheiden können.

4. Regelmäßig überprüfen

Ebenso wie sich die persönliche Lebenssituation im Zeitablauf ändern

kann, verändern sich auch Unternehmen. Empfehlenswert ist es daher,

dass der Unternehmer seine Notfallregelungen mindestens alle

fünf, besser aber alle drei Jahre daraufhin überprüft. „Dazu kommt die

Frage, ob sie auch juristisch gültig sind“, sagt Rupp. Die Firmenstruktur

kann sich zum Beispiel geändert haben – etwa dadurch, dass Mitgesellschafter

in der Zwischenzeit an Bord geholt wurden.

5. Kein Rundum-Sorglos-Paket

Der Notfallkoffer sollte im Idealfall nicht etwas sein, das erst im Krisenfall

hervorgeholt wird. „Wichtig ist, dass der Inhaber ein Bewusstsein

dafür entwickelt, dass das Unternehmen auch in normalen

Zeiten auf mehreren Schultern getragen

wird“, so Schöferle. „Dann ist der Notfall ein

vergleichsweise kleiner Eskalationsschritt,

weil die Strukturen bereits passend eingerichtet

sind.“ [!] THOMAS LUTHER

46


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Aus zeichnung für Girokonto der

Sparkasse Ulm

Premium-Girokonto

Getestet: 805 Banken

Sparkasse Ulm

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zeichnet Sparkasse Ulm für das bundesweit attraktivste Premiumkonto aus

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einer Untersuchung bundesweit Premiumkonten

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es bisher in Deutschland gegeben hat, standen

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Banken und Sparkassen im Fokus, wovon

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in Betracht kamen. Die Sparkasse

Ulm überzeugte dabei mit ihrem Pauschal-

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Dr. Stefan Bill, Horst Biallo und Wolfgang Hach bei der Preisverleihung.

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Sparkasse Ulm: Auszeichnung für die

beste Privatkundenberatung in der Region

Mit der Gesamtnote 1,44 Sieger unter 16 getesteten Banken in Ulm

Beste Bank in Ulm: Die Sparkasse Ulm hat

von unabhängigen Bankentestern des Internationalen

Instituts für Bankentests beim

Ranking von 16 Banken eine bemerkenswerte

Gesamtnote von 1,44 erhalten.

In Ulm wurden die vier Bereiche „Atmo sphäre/

Freundlichkeit“, „Beratungsqualität“, „Angebote

an Kunden“ und „Konditionen/Preise“

untersucht. Die Sparkasse Ulm erreichte

dabei vier Mal die Note Eins vor dem Komma.

Dr. Stefan Bill, Vorsitzender des Vorstandes

der Sparkasse Ulm, freut sich gemeinsam mit

seinem Vorstandskollegen Wolfgang Hach

über die Auszeichnung mit dem Qualitätssiegel

der renommierten überregionalen Tageszeitung

DIE WELT: „Damit wird der Sparkasse

Ulm von unabhängiger Seite eine hohe

Beratungsqualität bestätigt, auf die sich unsere

Kunden verlassen können. Diese Qualität

wollen und werden wir weiter ausbauen, indem

wir moderne Lösungen anbieten und überall

Wolfgang Hach und Dr. Stefan Bill präsentieren das Qualitätssiegel.

Foto: Sparkasse Ulm

dort präsent sind, wo unsere Kunden uns ter, die täglich mit Engagement, Kompetenz

erwarten. Diese Auszeichnung ist insbesondere

auch eine Bestätigung für unsere

und Freundlichkeit für ihre Kunden da sind.“

Mitarbei-

47


Constantin Diesch (links) und Lukas Kühnbach machen T-Shirts mit Sensoren smart.

Fotos: Matthias Kessler

Mit Sensoren gegen verspannte Nacken

Zwei Ulmer Tüftler machen mit ihrem Start-up Equil T-Shirts und Hemden smart: Constantin Diesch und Lukas

Kühnbach schützen Schreibtisch-Arbeiter vor schlechter Körperhaltung und Schmerzen.

Mit dem Gründen ist es so eine Sache.

Zum einen macht es viel Spaß, vor

allem ist es mit sehr viel Arbeit verbunden.

Diesen Eindruck nimmt man von einem

Besuch bei Equil mit. Dahinter stecken

Constantin Diesch (29), gelernter Physiotherapeut

mit abgeschlossenem Medizintechnik-

Studium, und sein „Co“ Lukas Kühnbach (24),

der an der Hochschule Ulm im fünften Semester

Informatik studiert.

Zwar gründet sich die Geschäftsidee auf Kleidung,

genauer gesagt auf Hemden und T-

Shirts. Doch die Produkte, die in absehbarer

Zeit auf den Markt kommen, haben einen entscheidenden

Zusatznutzen: Eingebaute Sensoren

überwachen die Position der Schultern

und melden dem Träger optisch, akustisch

oder per Vibration, wenn die Muskulatur

überlastet oder verkrampft ist.

„Da es vielen Menschen an Körperwahrnehmung

fehlt, merken die es häufig nicht, wenn

sie vor dem Computer über Stunden die

Schultern hoch ziehen“, erklärt Diesch.

EPIDEMISCHES AUSMASS

Angesichts der Tatsache, dass solche Verspannungen,

die zu Schmerzen im Rücken-, Nacken-

und Schulterbereich führen können,

ein Phänomen mit epidemischen Ausmaßen

sind, tut sich ein imposanter Markt auf. Mit

einem Absatz im mittleren fünfstelligen

Stück-Bereich kalkulieren die beiden Gründer

in Phase eins nach dem Produktionsstart. Bis

es so weit ist, müssen Diesch und Kühnbach

jedoch noch einige Hürden überwinden. Zurzeit

suchen die beiden Gründer intensiv nach

Kapitalgebern. Wenigstens 150.000 Euro benötigen

die beiden als Anschubfinanzierung.

Dabei stellen sich die Gründer vor, dass der

oder die Finanziers auch eigene Erfahrungen

und Kontakte mitbringen, sich also keineswegs

auf die Rolle „stiller Geber“ beschränken.

Ein wenig Zeit bleibt noch, um fündig zu werden.

Die Beiden rechnen fest damit, dass ihr

Antrag auf ein Gründerstipendium des Bundes

(„Exist“) positiv beschieden wird. Das

würde ihr Gehalt für ein Jahr sichern sowie

30.000 Euro für Sachaufwendungen. An der

Hochschule Ulm dürfen sie ferner über eine

Fördervereinbarung weiterhin ihr Start-up-

Büro und das Biomechaniklabor nutzen. Zu-

48


unternehmen [!] Ausgabe 64 | Oktober 2018

[gründen]

dem können die Gründer auf fachliche Beratung

zurückgreifen. Zuletzt steckten sie viel

Arbeit in den Förderantrag, nun wollen sie

sich verstärkt wieder der Entwicklungsarbeit

widmen, um „Protect your neck“, so der Produktname,

bis zur Marktreife voranzutreiben.

Geschäftspartner auf Facebook gefunden

Equil-Shirts haben eingenähte Sensoren, die die Muskelanspannung messen.

Wie finden sich Leute mit zündenden

Ideen, die ein Unternehmen gründen wollen?

„Es gibt in Ulm wenig Möglichkeiten,

um Gründungswillige kennenzulernen“,

lautet Constantin Dieschs ernüchternde

Erfahrung. „Ich habe mich da etwas gewundert.“

Andererseits scheint es ja

nicht unmöglich zu sein, wie das Beispiel

seines Unternehmens Equil unterstreicht.

ENGER KONTAKT ZU PHYSIOS

Etwas anderes, als die eigene Firma aufzubauen,

können sich Diesch und Kühnbach schon

lange nicht mehr vorstellen. Damit sind sie

unter den Absolventen der Hochschule aber

in der Minderheit. „Ich habe mich da auch erst

mal gewundert“, sagt Diesch, um dann selbst

eine Antwort darauf zu geben, warum „viele

am liebsten gleich in den Job gehen, während

uns unsere Arbeit erst einmal keine Kohle

bringt“ – und die Freizeit raubt. Als Existenzgründer

müsse man finanzielle Unsicherheit

aushalten und Freude am Vorantasten auf unbekannten

Fachgebieten haben. Als Beispiel

nennt er die Notwendigkeit, sich betriebswirtschaftliches

Know-how anzueignen. Als

Gründer müsse man eben aus einem besonderen

Holz geschnitzt sein und die Möglichkeit

„zu selbstbestimmtem Arbeiten“ entsprechend

höher gewichten, sagt Kühnbach.

Dabei lastet schon jetzt nicht mehr alle Arbeit

auf den Schultern der beiden. „Wir sind schon

zu fünft“, sagt Diesch. Die personelle Verstärkung

decke etwa die Bereiche Marketing und

Betriebswirtschaft ab. Ebenfalls gefunden

wurden ein Partner für die Produktion von

Platine und Sensor in Kleinserie sowie Pilotkunden,

auf deren Feedback die Equil-Gründer

setzen. Schon jetzt bestünden enge Kontakte

zu Physiotherapeuten. Denn die

Fehlhaltungen müssen schließlich genau bestimmt

und in Algorithmen dargestellt werden.

Sind die aktuell anstehenden Hürden

überwunden, soll es schnell aufwärts gehen.

Das erhoffen sich zumindet die beiden Gründer.

Sie setzen mit Blick auf die Konkurrenz,

„die sicher nicht ausbleiben wird“, auf schnelles

starkes Wachstum. Daher soll es nach den

Worten Dieschs auch nicht bei Hemden und

Diesch probierte es mit dem Smartphone,

setzte einen Facebook-Tweet ab in der

Informatiker-Community und stieß damit

bei Lukas Kühnbach sogleich auf einen

Interessenten. Trotz ihres Studiums an

derselben Hochschule hatten sich die

beiden vorher nie persönlich kennengelernt.

Seit November des vergangenen

Jahres sind sie Geschäftspartner. THV

T-Shirts mit Warnfunktion vor Fehlhaltungen

bleiben. „Uns schwebt eine ganze Produkt-Palette

vor“, sagt der Gründer. „Bei smart

assistants steckt Potenzial für noch viel mehr“.

Mehr dazu verrät er nicht. Denn er will die

Konkurrenz nicht auf diese Themen stoßen

und weiterhin Spaß an Equil haben. [!]


THOMAS VOGEL

Referenzobjekt: Sparkassen BusinessClub, Voith Arena Heidenheim

Foto: Klaus Walz

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49


Foto: © Sergey Nivens / shutterstock.com

Nicht nur zur Weihnachtszeit: Wer anderen Präsente überreicht, sollte darauf achten, dass diese für die Beschenkten steuerfrei sind.

Die Kunst des Schenkens

Wer Geschäftspartnern oder Mitarbeitern eine Freude machen will, muss aufpassen. Bei Zuwendungen von

Unternehmen gelten strenge Regeln. Wer gegen diese verstößt, bekommt Ärger.

Nicht nur an Weihnachten, auch zu anderen

Anlässen wie Geburtstagen trudeln

Geschenke, Einladungen oder

sonstige Zuwendungen von Geschäftsfreunden

am Arbeitsplatz ein. Und auch umgekehrt

stellt sich immer wieder die Frage, wie man

einem langjährigen Partner eine Freude machen

kann.

Doch da ist Vorsicht geboten! Wer nicht aufpasst,

bringt nicht nur sich selbst, sondern

sogar sein Unternehmen in Gefahr. Das gilt

sowohl für die Annahme, als auch für die

Übergabe eines Geschenks. Übersteigt der

Wert einen bestimmten Betrag, kann das für

den Begünstigten im schlimmsten Fall zum

Verlust des Jobs beziehungsweise zu Ermittlungen

oder Anklagen wegen des Verstoßes

gegen Compliance-Regeln führen.

TRANSPARENZ IST PFLICHT

Experten von den Industrie- und Handelskammern

empfehlen ihren Mitgliedern, in

den Arbeitsverträgen klar zu regeln, welche

Geschenke von und an Lieferanten und Kunden

akzeptiert beziehungsweise gemacht

werden dürfen. Die meisten Unternehmen

haben dazu Richtlinien erarbeitet. Bei Daimler

etwa gilt ein „Orientierungswert von 50

Euro für die Annahme von Geschenken und

ein Orientierungswert von 100 Euro für Einladungen“.

Zuwendungen würden grundsätzlich

transparent gemacht, sagt eine Unternehmensprecherinder

Daimler AG. Entscheidend

bei der Annahme von Geschenken sei, dass

Entscheidungen dadurch nicht beeinflusst

werden oder der Eindruck einer Beeinflussung

entstehen könnte. Aufgrund dieser

Kriterien entscheide jeder Mitarbeiter eigenverantwortlich.

Um Missverständnisse auszuräumen,

empfiehlt es sich, im Vorfeld die Zustimmung

des Vorgesetzten oder der

Compliance-Abteilung einzuholen. Das gilt

gerade für Einladungen, etwa zu Fußballspielen

in die VIP Lounge. Solche Themen sollten

im Arbeitsvertrag geregelt sein. Hier müssen

auch steuerliche Aspekte berücksichtigt werden:

Eingeladene sollte sich vom Einladenden

bestätigen lassen, dass er die Versteuerung

50


unternehmen [!] Ausgabe 64 | Oktober 2018

[wissen]

übernimmt. Andernfalls muss der Begünstigte

die Einladung beim Finanzamt angeben.

VERTRIEB BESONDERS IM BLICK

In der Regel akzeptieren

Unternehmen

Geschenke

bis zu einem Wert

von 35 Euro – darüber

hinaus greift

der Fiskus zu. Unter

einem Nettowert

von 35 Euro

können Unternehmen

die Kosten als

Immo Dehnert, Pressesprecher

W&W AG.

absetzen. Beim Fi-

Betriebsausgabe

nanzkonzern

Wüstenrot & Württembergische (W&W) gibt

es seit 2009 einen Verhaltenskodex für alle

Mitarbeiter. Ein Compliance-Beauftragter,

dem für den Vertrieb noch ein eigener Beauftragter

zur Seite stehe, überwache das Thema,

sagt Pressesprecher Immo Dehnert. Bei der

Annahme von Geschenken, deren Wert über

35 Euro liegt, ist der Compliance-Manager zu

informieren. Im Zweifel muss das Geschenk

zurückgegeben werden.

Beim Ventilatorenhersteller EBM Papst in Mulfingen

ist es laut Pressesprecher Hauke Hannig

„seit vielen Jahren guter Brauch, eintreffende

Geschenke nicht zu behalten, sondern an unsere

Weihnachtstombola weiterzuleiten“. Auszubildende

verkauften

dabei Lose

für einen Mindestbeitrag

von zwei

Euro an die Mitarbeiter.

Die gesammelte

Summe werde

von der

Geschäftsführung

verdoppelt. Dabei

kämen in der Regel Hauke Hannig, Pressesprecher

EBM Papst.

mehr als 10.000

Euro zusammen,

„die wir gemeinnützigen Organisation und

Vereinen wie beispielsweise Tafelläden unserer

Region spenden“, sagt Hannig. Die Annahme

von Geschenken, die Vergabe von Geschenken

und sonstigen Zuwendungen habe

man nach gesetzlichen Vorgaben sowie ethischen

Standards ausgerichtet und „innerhalb

unseres Verhaltenskodexes geregelt“. Im

Zweifelsfall könnten sich die Mitarbeiter an

ihre Vorgesetzten oder den Verantwortungsbereich

„Compliance“ wenden.

„FREUD-UND-LEID-KASSE“

Deutlich strenger sind die Regeln für Amtsträger.

Beamte und Angestellte in Ministerien

dürfen keine Geschenke annehmen, die in

Verbindung zu einer Amtshandlung gebracht

werden können. Im Kultusministerium eingehende

Geschenke etwa zum Weihnachtsfest

werden nach Auskunft des Hauses vom

Den Mitarbeitern

etwas Gutes tun

Kleine Geschenke erhalten die Freundschaft

– auch die von Mitarbeitern. Dabei

gilt: Geldgeschenke sind in vollem

Umfang steuerpflichtig. Das gilt aber

nicht für Sachzuwendungen. Für diese

gibt es eine Freigrenze von monatlich

44 Euro. Diese gelten beispielsweise für

Benzin-, Prepaid oder Einkaufsgutscheine

bei verschiedenen Vertragspartnern.

Vor drei Jahren wurde in Berlin über eine

Verschärfung der Gutscheinregeln

nachgedacht, letztlich blieb alles beim

Alten. Überschreitet die Sachzuwendung

die Summe von 44 Euro, muss der

gesamte Betrag versteuert werden. So

genannte Aufmerksamkeiten sind bis

60 Euro von der Steuer befreit. Voraussetzung

hierfür ist ein persönliches Ereignis

des Mitarbeiters, wie Geburtstag

oder Hochzeit.

AMB

Personalrat bei einer Tombola auf der Weihnachtsfeier

versteigert. Die Erlöse flössen in

eine „Freud-und-Leid-Kasse“ des Personalrats.

Was Geschenke anbetrifft, sollte man sich also

an strenge Regeln halten – auch als Schenkender.

Andernfalls können der Beschenkte

und sein Unternehmen in eine unangenehme

Situation geraten. Und das ist für das Fortbestehen

einer Geschäftsbeziehung nicht unbedingt

günstig. [!] GERHARD BLÄSKE

GESUCHT.

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51


Das Familienunternehmen Edelrid aus Isny stellt seine Kletterseile seit dem Jahr 2009 ohne jede umweltbelastende Substanz her.

Keine Kompromisse im Klettersport

Der Bergsportausstatter Edelrid lebt seine Firmenphilosophie und stellt seine Produkte nach streng ökologischen

Kriterien her. Die Leinen aus dem Allgäu sind auch in Cabrios und Feuerwehrfahrzeugen gefragt.

Mitunter ist der Begriff Nachhaltigkeit

zur Phrase verkommen, der Begriff

wird inflationär benutzt. Für den

Kletter- und Bergsportausstatter Edelrid aus

lsny im Allgäu gehört Nachhaltigkeit zum

Kern des Unternehmens. „Wir sind uns unserer

Verantwortung bewusst“, sagt Marketingleiter

Andreas Linder. Respekt vor und ein

nachhaltiger Umgang mit der Umwelt, den

eigenen Mitarbeitern und den Kunden gehöre

zu den tragenden Säulen des Unternehmens.

Das ist nach seinen Worten eine Philosophie,

die tagtäglich in allen Bereichen der Firma gelebt

wird: Beim Neubau der Verwaltungsräumen

sind Passivhausstandard und Wärmepumpenheizung

eine Selbstverständlichkeit;

in der Produktion liegt der Fokus auf Langlebigkeit

und Umweltverträglichkeit. „Was wir

heute machen, ist der Anfang einer Reise“,

sagt Linder: „Stillstand wäre Rückschritt.“

SICHERHEIT AUS RESTGARNEN

„Als deutscher Bergsportausstatter verkaufen

wir Waren für den Gebrauch in der Natur. Es

ist daher eine logische Konsequenz, dass uns

der Erhalt der Natur besonders am Herzen

liegt“, betonen auch Geschäftsführer Albrecht

von Dewitz und Markus Wanner, Mitglied

der Geschäftsleitung. Bereits im Jahr

2010 veröffentlichte das Unternehmen daher

seine seine erste Umwelterklärung, die auch

Selbstverpflichtung ist. Seither wird das Dokument

regelmäßig fortgeschrieben.

Der Anspruch der Nachhaltigkeit zieht sich

wie ein roter Faden durch das Produktportfolio.

Seit 2009 produziert Edelrid seine Seile

ausschließlich nach dem strengen Blue-Sign-

Standard, der umweltbelastende Substanzen

von Anfang an aus dem Fertigungsprozess

ausschließt. 2016 brachten die lsnyer das erste

Upcycling-Seil aus Restgarnen auf den Markt.

Im Januar folgte das weltweit erste Seil, das

52


unternehmen [!] Ausgabe 64 | Oktober 2018

[machen]

trotz eines Verzichts

auf klimagefährdende

Perfluorcarbone

in der

Herstellung den

UIAA-Standard für

wasserabweisende

Seile erfüllt. Und

mehr noch: Nachhaltige

Produktion

bedeutet für

Marketingleiter

Andreas Linder.

Edelrid wo immer

möglich den Verzicht

auf weite Transportwege. Rund 60 Prozent

des Umsatzes wird mit Waren erwirtschaftet,

die in lsny produziert wurden.

Sämtliche Hartware wie Karabiner kommt

aus Italien, die durchweg aus Bio-Baumwolle

hergestellte Bekleidung stammt zu 100 Prozent

aus Portugal.

Führender Bergsportausstatter

Vom Rohgarn bis zum fertigen Bergsportseil sind viele Arbeitsschritte nötig.

Der Kaufmann und Alpinist Julius Edelmann

und der Techniker Carl Ridder

gründeten 1863 in lsny im Allgäu das Unternehmen

Edelrid. Heute gilt der Betrieb

als Technologiespezialist in den Marktbereichen

Sport, Sicherheit, Kletterparks

und Industrie. Edelrid blickt auf eine lange

und turbulente Geschichte zurück:

Zwei Mal brannte die Firma im Laufe der

Jahre nieder und wurde wieder aufgebaut.

Mit Kordeln und Angelschnüren verdiente

sich Edelrid in seiner Gründerzeit

die Sporen, heute gilt die Firma als eines

der modernsten Bergsportunternehmen

weltweit. Seit 2006 gehört Edelrid zur

Vaude-Gruppe.

AGR

DEN UMSATZ VERDREIFACHT

Die in Klettergurten und Express-Sets verarbeiteten

Textilien sowie Bänder und Schlingen

bezieht Edelrid zum Großteil aus einer

fair arbeitenden Fabrik seiner Dachorganisation

Vaude im vietnamesischen Bim Son. Manche

Gurte kommen bereits fertig aus Vietnam.

Der Großteil wird in einer eigenen Näherei

hierzulande produziert. „Das ermöglicht uns

die nötige Flexibilität“, betont Linder. „Mit der

Auszeichnung ‚Made in Germany‘ gehen wir

sehr sorgfältig um.“ Der Fokus liege stets auf

der Sicherheit. Denn Klettersport lasse keine

Kompromisse zu, betont Linder.

Bei den Kunden kommt das an. ln den vergangenen

zehn Jahren konnte Edelrid den Umsatz

auf mehr als 30 Millionen Euro verdreifachen,

die Zahl seiner Mitarbeiter auf 160

verdoppeln und auch die Menge der produzierten

Meter Seil stieg stetig – von vier Millionen

anno 2007 auf mehr als 8,5 Millionen in

2017. Zunehmend schätzen nicht nur Bergsportler,

sondern auch Entscheider aus der

Industrie die verschleißarmen Produkte aus

dem Allgäu: So öffnet und schließt sich das

Verdeck der Cabrios eines namhaften Herstellers

mit Seilzügen aus dem Hause Edelrid und

an Bord zahlreicher Feuerwehrfahrzeuge des

Ulmer Herstellers lveco Magirus sind standardmäßig

Edelrid-Materialsets zur Sicherung

gegen Absturz. Der Name Edelrid steht

auch für Innovation. Die Erfindungen reichen

vom Kernmantelseil im Jahre 1953 bis hin zur

neuesten Errungenschaft „Ohm“. Der Vorschaltwiderstand

erhöht im Falle eines Sturzes

die Seilreibung und garantiert so eine

wirksame Absturzsicherung — selbst bei einem

großen Gewichtsunterschied zwischen

Kletterer und Sicherer. Die Mitarbeiter von

Edelrid sind alle selbst Bergsportler und

höchst kritisch. „Nur das, was uns zu 100 Prozent

überzeugt, schafft es auf den Markt“, sagt

Linder. [!]

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53


[leben] Ausgabe 64 | Oktober 2018 unternehmen [!]

Eintauchen in eine andere Welt

„Gisbert hört das Gras wachsen“, „Das Kind“, „Der Flüstermann“ oder „64“. Sechs „Wir lesen“-Paten der

SÜDWEST PRESSE haben Stefan Loeffler in unserer Umfrage verraten, in welche Bücher sie gerade am liebsten

ihre Nasen stecken und worüber sie selbst gerne mal schreiben würden.

1) Hand aufs Herz: Sind Sie Sachbuch- oder Romantyp?

2) Welches Genre mögen Sie am liebsten?

3) Welches Buch lesen Sie im Moment und was gefällt

Ihnen daran?

4) Was ist Ihr Lieblingsbuch und weshalb?

5) Zurück in die Vergangenheit: Schullektüre! Was

haben Sie daran besonders geliebt oder gehasst?

6) Worüber würden Sie selbst gerne ein Buch schreiben,

wenn Sie die Gelegenheit hätten?

Foto: © studiovin / shutterstock.com

Prof. Jürgen Schreiber, Geschäftsführer

der Ulmer Schreiber

Ingenieure Gebäudetechnik

GmbH, hat einige Originalschauplätze

seines Favoritenbuches

„Der Tod im Reisfeld“ persönlich

besucht.

1) Ganz klar: ein Sachbuchtyp.

2) Wissenschaftliche Fachbücher, aber auch Krimis.

3) Schon längere Zeit liegt bei mir die humorvolle Lektüre „Milchgeld

– Kluftingers erster Fall“ am Bett und auch „100 Alpenpässe mit dem

Rennrad“, das zur Inspiration und Vorfreude dient.

4) Ein Lieblingsbuch ist „Der Tod im Reisfeld“ von Peter Scholl-Latour. Eine

spannende Reportage über den Indochinakrieg. Vor einigen Jahren hatte

ich die Gelegenheit, einige Schauplätze dort sehen zu können.

5) Deutsch und andere Sprachen waren nicht unbedingt meine Lieblingsfächer

und daher habe ich nur die Pflichtlektüren gelesen.

6) Ich habe bereits mit zwei Kollegen das Fachbuch „Nachhaltige Gebäudetechnik“

geschrieben. Dies war neben meinen beruflichen

Tätigkeiten aber sehr zeitaufwändig und darum werde ich es vermutlich

nicht mehr wiederholen.

Jost Grimm würde gerne einen

Kriminalroman über die US-Investmentbank

Lehman Brothers

schreiben. Der 52-Jährige ist

im Vorstand der Donau-Iller

Bank eG.

1) Ich lese Romane.

2) Krimi und Thriller.

3) Es ist „Das Kind“ von Sebastian Fitzek. In dem toll geschriebenen

Buch findet man unglaubliche Zusammenhänge, die sich spannend

auflösen.

4) Es ist auch von Sebastian Fitzek und heißt „AchtNacht“. Die theoretische

Möglichkeit, dass sich über das Internet eine Jagd auf Menschen

organisieren lässt macht Angst. Der Autor verpackt das in einen

mitreißenden Thriller.

5) Die gelben Reclam-Hefte mit Geschichten fand ich lästig.

6) Einen Krimi über den Niedergang der Lehman Brothers in den USA.

Es wäre eine unwahre Geschichte auf Basis wahrer Begebenheiten.

54


unternehmen [!] Ausgabe 64 | Oktober 2018

[leben]

WIR GESTALTEN

MIT

Johannes Bauernfeind,

Geschäftsführer der

AOK Neckar-Fils, stöbert am

liebsten in Kochbüchern.

CORPORATE DESIGN

CORPORATE PUBLISHING

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WEBSITES

FOTOGRAFIE

1) Ein Sachbuchtyp. Aktuell allerdings vor allem ein Kinderbuchtyp.

2) Am liebsten Krimis, aber auch historische Sachbücher mit Schwerpunkt 20. Jahrhundert.

3) „Gisbert hört das Gras wachsen“ und „Abenteuer mit Ungeheuer“. Es ist faszinierend, wie intensiv

mein vierjähriger Sohn da zuhört.

4) Am liebsten lese ich Kochbücher. Zuletzt eines über die bretonische Küche. Ich erfahre gerne

Neues über verschiedene Regionen, über die Kultur, die hinter den landestypischen Gerichten

steckt. Denn es ist Kultur, wenn es nicht nur ums Sattwerden, sondern auch um den Genuss

geht.

5) „Kabale und Liebe“ von Schiller fand ich fürchterlich. Fasziniert haben mich „Die neuen Leiden

des jungen Werther“ von Plenzdorf und das Original von Goethe und – wie so viele Jugendliche

– Hesses „Siddharta“ und „Steppenwolf“.

6) Das überlasse ich lieber denjenigen, die das wirklich können.

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Frauenstraße 77

89073 Ulm

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GESCHENKIDEEN,

DIE IMMER GEH‘N

Foto: © Akugasahagy / shutterstock.com

Karin Krings, die Geschäftsführerin

des Ulmer Hotels Goldenes

Rad, liest gerne Romane

und hier ganz besonders „Hundert

Jahre Einsamkeit“.

1) Auf jeden Fall: Roman.

2) Biographien, Geschichte.

3) „Olga“ von Bernhard Schlink. Es handelt von einer tollen Frau, die mit Vorurteilen zu kämpfen

hat und dennoch ihren Weg geht, von Menschen in der schwierigen Zeit vor und zwischen

den beiden Weltkriegen.

4) Das ist „Hundert Jahre Einsamkeit“ von Gabriel García Márquez, weil es eine große Familiensaga

mit Aufstieg und Niedergang beschreibt und die Geschichte Lateinamerikas erzählt.

5) Geliebt habe ich „Faust“ und „Macbeth“, gehasst jedoch „Homo Faber“.

6) Das ist schwierig zu beantworten, da ich nicht weiß, ob ich es könnte. Am ehesten würde ich

jedoch ein Buch über Vorkommnisse im Hotel schreiben.

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55


[leben] Ausgabe 64 | Oktober 2018 unternehmen [!]

Foto: © studiovin / shutterstock.com

Taucht mit Romanen gerne

in eine andere Welt ein:

Roy Hummel, Göppinger

Regionalleiter der Vinzenz von

Paul gGmbH.

1) Beruflich bedingt lese ich meistens Sach- und Fachbücher. Eine Herzensangelegenheit

sind jedoch Romane, da man beim Lesen in eine

andere Welt eintauchen kann.

2) Kriminalromane und Thriller, da mich der Wechsel zwischen aufbauender

Spannung und Erleichterung fasziniert.

3) Derzeit lese ich „Der Flüstermann“ von Catherine Shepherd.

4) Beeindruckend finde ich die Biografie von Freddy Mercury, die Lesley-Ann

Jones verfasst hat. Das Buch wirkt sehr authentisch und

vermittelt eindrucksvoll das kontrastreiche Leben des Sängers, dessen

Musik und Person mir bis heute imponieren.

5) Schullektüre habe ich häufig als Last empfunden, vielleicht wegen

der Inhalte, vielleicht lag es aber auch an der Vermittlung durch die

Lehrer.

6) Aus Mangel an Talent überlasse ich das lieber anderen. Das Lesen

liegt mir mehr.

Dagmar Ohlhauser, Fachärztin

für Nuklearmedizin in Ulm und

Teilhaberin im Radiologiezentrum

Ulm ist so fasziniert vom

Buch „Herr der Ringe“, dass sie

es alle zehn Jahre wieder liest.

1) Ich lese viel lieber Romane als Sachbücher, Ausnahme sind Reiseführer

zur Urlaubsplanung.

2) Am liebsten Krimis, Science Fiction und manchmal auch Fantasy-

Bücher. Um beruflich auf dem Laufenden zu bleiben, lese ich regelmäßig

Fachzeitschriften, zur Entspannung dann aber Romane.

3) Im Moment lese ich „64“ von Hideo Yokoyama, ein Thriller. Vieles

in dem Buch beschreibt sehr intensiv die für uns ungewohnte japanische

Lebensart und die dortigen Konventionen.

4) Mein Lieblingsbuch seit vielen Jahren ist „Der Herr der

Ringe“ von J.R.R. Tolkien. Dieses Buch habe ich zum

ersten Mal vor 40 Jahren gelesen und war völlig fasziniert.

Alle zehn Jahre lese ich es erneut.

5) In guter Erinnerung habe ich „Der Richter und sein

Henker“ von Dürrenmatt, ein Buch mit kritischem

Bezug zur Geschichte, das mir immer noch gut gefällt.

Leider haben wir in der Schule in meinen Augen

viele Texte oft zu lange und „zerlegt“ besprochen.

6) Ein Buch zu schreiben ist nicht mein Ding, ich glaube

das wird nie ein Projekt von mir.

Foto: © seamind224 / shutterstock.com

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unternehmen [!] Ausgabe 64 | Oktober 2018

[aus den hochschulen]

Medikamente in

richtiger Dosis

zur richtigen Zeit

Zwei bis drei Medikamente

nehmen über 60-Jährige täglich

ein – nicht ohne Einnahmefehler.

Die Universität Stuttgart

forscht an einem IT-gestütztem

Tabletteneinnahmesystem, das

für mehr Sicherheit sorgen soll.

„Tantum“ stellt die Medikamente

zur vorgegebenen Zeit in der

exakten Dosierung bereit, erinnert

die Patienten an die Einnahme

und informiert Angehörige,

wenn der Patient die

Tabletten nicht genommen hat.

Zukünftig sollen auch die Apotheken

eingebunden werden.

Kontakt: Andrea Mayer-Grenu,

andrea.mayer-grenu@hkom.unistuttgart.de

Assistenten für

Autofahrer auf

dem Prüfstand

Die Hochschule Kempten

forscht mit Fahrerassistenzsystemen

an einem 5er-BMW. „Im

Rahmen von Fahrstudien werden

wir damit wichtige Erkenntnisse

im Umgang der

Menschen mit Fahrerassistenzsysteme

gewinnen“, sagt Prof.

Bernhard Schick. Studien sollen

vor allem in den Bereichen Entwicklung

von Test- und Bewertungsmethoden,

Kundenstudien

zum Umgang mit neuer

Technologie oder dem Fahrund

Komforterlebnis der Zukunft

gemacht werden.

Kontakt: Eva Wüstum,

eva.wuestum@hs-kempten.de

Energie sparen

mit Sonne, Regen

und Abdeckung

Energiekosten sind oftmals eine

Belastung für den Freibadbetrieb.

Mithilfe der HS Weingarten

wollen die Stadtwerke

Foto: Simone Dürmuth

Freiheit für Masthühner

Weingarten diese langfristig

senken. „Wenn wir die Anlage

virtuell nachgebaut haben, können

wir alle Faktoren simulieren

und genau berechnen, welchen

Einfluss Sonne, Schatten,

Regen oder die Abkühlung bei

Nacht haben oder welche Energieeinsparung

beispielsweise

durch die Abdeckung des Beckens

über Nacht möglich würde“,

erklärt Energieexperte Gerd

Thieleke.

Kontakt: Christoph Oldenkotte,

christoph.oldenkotte@hs-weingarten.de

Mobil dank

intelligentem

Rollator

Studierende der HS Weingarten

arbeiten an einem Rollator, der

Senioren mithilfe eines Elektromotors

auf längeren Strecken

unterstützt. Mit Infrarot-Sensoren

stellt der Rollator fest, ob eine

Person gebückt oder aufrecht

geht. Er erkennt Personen am

Gangmuster und merkt, wenn

diese ermüden. Zusätzlich soll

die Gehhilfe kurze Strecken autonom

zurücklegen können.

Kontakt: Katharina Koppenhöfer,

katharina.koppenhoefer@hs-weingarten.de

Kaum Frauen auf

den Chefsesseln

im Land

Studierende der HfWU Nürtingen-Geislingen

haben eine Lösung für eine wirtschaftliche

und ökologische Hähnchen-Weidemast in kleinem

Maßstab erarbeitet. Weidehaltung gibt es

bisher vorwiegend für Legehennen. Das Ergebnis

ist ein praxistaugliches, mobiles Haltungssystem,

in welchem Masthühner dank elektronischer

Schiebetür und Fütterung kostengünstig

und artgerecht in Weidehaltung

gehalten werden können.

Laut einer Studie der Zeppelin

Universität (ZU) in Friedrichshafen

besetzen Frauen nur jede

siebte Stelle im Top-Management.

„Die Zahlen dokumentieren,

dass in vielen Städten nach

wie vor großer Handlungsbedarf

in Bezug auf die Repräsentation

von Frauen in Führungspositionen

kommunaler

Unternehmen besteht“, resümiert

Ulf Papenfuß. Mehr unter

puma.zu.de.

Kontakt: Rainer Böhme,

rainer.boehme@zu.de

Projekt hilft

Unternehmern

beim Aufbruch

Professoren der HS Neu-Ulm

unterstützen Unternehmen mit

dem Projekt „Klein- und mittelständische

Unternehmen auf

die digitale Transformation vorbereiten“.

Dabei soll ein E-Learning-Angebot

entstehen. Ziel ist

es, den Unternehmen zu ermöglichen,

vorhandene Prozesse zu

digitalisieren, frei werdende

Ressourcen zu nutzen und den

ländlichen Standort als Wettbewerbsvorteil

einzusetzen, neue

digitale Geschäftsfelder zu erschließen

und Digitalisierungspotenziale

zu ermitteln. Mehr

unter: www.idt-hnu.de. [!]

57


[namen & nachrichten] Ausgabe 64 | Oktober 2018 unternehmen [!]

Siglinde Nowack

wird neue Chefin

des Spielelands

Siglinde Nowack

wird Geschäftsführerin.

Siglinde Nowack löst Carlo Horn

als Geschäftsführer der Ravensburger

Freizeit

und Promotion

GmbH ab.

Die langjährige

Managerin

bei Ravensburger

wird damit

von 2019 an

auch Chefin

des Ravensburger

Spielelands. Horn scheidet

auf eigenen Wunsch aus. Er

war 32 Jahre bei Ravensburger

tätig und hat unter anderem das

Spieleland mit aufgebaut.

Gipfel zum Thema

„Gesunde

Mitarbeiter“

Wie Mittelständler die Gesundheit

ihrer Mitarbeiter fördern

und das Unternehmen leistungsfähiger

machen, ist das

Thema des 2. Biberacher BGM-

Gipfels. Diesen veranstaltet die

BKK VerbundPlus gemeinsam

mit der IHK Ulm am 8. November

2018, ab 15 Uhr, in der

Kreissparkasse am Zeppelinring.

Der Eintritt ist frei. Die

Anmeldung ist noch bis zum

31. Oktober möglich, per E-Mail

Großinvestition am Rostocker Seehafen

an wirth@ulm.ihk.de. Weitere

Informationen telefonisch unter

0731/173-138.

CHG-Meridian

kauft in

Australien zu

Die CHG Meridian (Weingarten)

hat die Equigroup (Sydney)

und ihre 100 Mitarbeiter übernommen.

Damit ist der Leasingexperte

in 25 Ländern auf vier

Kontinenten tätig. Nach der

Übernahme peilt das Unternehmen

ein Neugeschäft im Volumen

von 2 Milliarden Euro pro

Jahr an. CHG Meridian hat sich

auf Technologie-Management

und Finanzierung spezialisiert

und beschäftigt 900 Mitarbeiter.

Ethik-Studie:

Mehr Hilfe für

Führungskräfte

Der Ulmer Agrarhändler Beiselen hat mit drei

norddeutschen Partnern 28 Millionen Euro in

ein Getreideterminal im Rostocker Seehafen

investiert. Die Küstenstadt spielt im Getreidehandel

weltweit in der ersten Liga. In der Silound

Verladeanlage können rund 160.000 Tonnen

Getreide gelagert und 1200 Tonnen pro

Stunde verladen werden. Hinter der GT Rostock

stecken vier Familienbetriebe, die Beiselen

GmbH hält 50 Prozent an dem Gemeinschaftsunternehmen.

In dem Terminal sind

zunächst 14 Mitarbeiter beschäftigt.

Mitarbeiter fühlen sich von

ethischen Standards oft überfordert.

Zu diesem Ergebnis

kommt die europaweite Umfrage

„Ethics at Work“ vom Londoner

Institute of Business Ethics

(IBE) und der Zeppelin Universität

in Friedrichshafen.

Anhand der Studie wird deutlich,

wie wichtig die Rolle von

Führungskräften für die Unternehmenskultur

sind. „Die Menschen

folgen ihren Vor ge setzten,

Managern kommt daher

eine Schlüsselrolle zu“, sagt IBE-

Direktorin Philippa Foster Back.

Daher müssten Firmen Manager

im Hinblick auf ethische

Entscheidungen unterstützen.

[!]

[impressum]

Verlag/Herausgeber

Neue Pressegesellschaft

mbH & Co. KG

Frauenstraße 77, 89073 Ulm

Geschäftsführer:

Thomas Brackvogel

Redaktion

Alexander Bögelein (verantw.)

a.boegelein@swp.de

Anschrift wie Verlag

Anzeigen

Stefan Schaumburg (verantw.)

Anschrift wie Verlag

Gestaltung

Alen Pahic (Art Director)

Bozena Demski (Bild)

Fotos Giacinto Carlucci (Titel +

Titelinterview), Werkfotos, Getty

Images, PR, Archiv

Druck

Druck- und Verlagsgesellschaft

Bietigheim mbH

Kronenbergstraße 10

74321 Bietigheim-Bissingen

Auflage: 18.000 Exemplare

Objektleitung

Tobias Lehmann

Telefon 0731 156-515

t.lehmann@swp.de

Mediaberatung

Christine Blum

Telefon 0731 156-500

E-Mail c.blum@swp.de

Vertriebsservice

unternehmen.vertrieb@swp.de

Den Datenschutzbeauftragten

erreichen Sie unter

datenschutz@swp.de

Nächste Ausgabe

7. Dezember 2018

Die Themen

Dokumenten- und &

Büromanagement

Gesundheit für

Führungskräfte & Mitarbeiter

Flächenkonversion &

Gewerbeimmobilien

Brexit

u. v. m.

Anzeigenschluss

13. November 2018

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58


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