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onexmagazin

AUSGABE 10 OKTOBER 2018

SOLAR-

KÖNIG

Markus Affentranger

Der Bauunternehmer erzählt,

wie seine Firma in Altbüron

Sonnenenergie nutzt.

ÖKO-DÜNEN

So könnte die

Sahara den Klimawandel

stoppen.

«STURMHOLZ»

1999 richtete Orkan

Lothar immense

Schäden an.

KORYPHÄE

Unihockey-Ass

Matthias Hofbauer

im Interview.


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EDITORIAL / INHALT

Liebe Leserin,

lieber Leser

Etwas mehr als elfeinhalb Tage dauert es,

bis eine Million Sekunden zusammenkommen.

Bei einer Milliarde Sekunden

sind es etwas mehr als 31,5 Jahre. Und

gut 31 500 Jahre müssen wir warten, bis

sich eine Billion Sekunden aneinanderreihen.

Die Steinzeit begann vor ca. 2,6

Millionen Jahren und endete etwa vor

4000 Jahren. Wenn wir also eine Billion

Sekunden zurückrechnen, befinden wir

uns in der tiefsten Steinzeit.

Warum erwähne ich das? Unser Wissens-

Artikel handelt unter anderem davon,

dass eine Billion Bäume in der Sahara

unser Klimaproblem lösen könnten. Eine

Billion ist eine unvorstellbar grosse Zahl.

Diese kleine Zeitrechnung soll helfen, diese

Zahl einigermassen in eine Relation zu

bringen. Es ist hochinteressant, was Forscher

bezüglich der Sahara und der Lösung

der grössten Probleme der Menschheit

herausgefunden haben. Doch das ist

– zumindest vorerst noch – Theorie!

Wir lesen in dieser Ausgabe auch von

Markus Affentranger aus Altbüron. Der

1000-Seelenort aus dem Luzerner Hinterland

gilt als Sonnendorf, und Markus

Affentranger hat damit ziemlich viel zu

tun. Was der Bauunternehmer in Sachen

Solarenergie unternimmt, zeigt uns

ebenfalls einen Ausweg. Und dieser ist

deutlich näher an der Praxis als eine Billion

Bäume in der Sahara. Oder korrekt

ausgedrückt: Markus Affentranger und

Altbüron zeigen uns die Praxis.

Viel Spass beim Lesen

Ihr Bruno Wüthrich

IMPRESSUM

Herausgeber: s’Positive AG,

St. Urbanstrasse 31, 4914 Roggwil

062 929 24 25, info@spositive.ch

Redaktion: Bruno Wüthrich,

Klaus Zaugg

Geschäftsleitung:

Sebastian Wüthrich

Layout: tnt-graphics AG,

www.tnt-graphics.ch

Auflage: 75 000 Exemplare

Erscheinung: monatlich

Druck: Swissprinters AG,

4800 Zofingen

Versand: Die Post

18

4

04 STROM-VORREITER

In seinem Bauunternehmen

setzt Markus Affentranger

auf Solarenergie – sowohl

bei den Anlagen, als auch

im Fuhrpark. Eine Pionierleistung,

die rentiert.

12 ENERGIEWÜSTE

Windräder, Sonnenenergie,

Eukalyptuswälder: Im

Kampf gegen den Klimawandel

bietet die Sahara

unerschöpfliches Potenzial.

17 WUSSTEN SIE SCHON

Von Ameisen im Bereitschaftsdienst,

dem Zeitgeist

im Mittelalter und Geschmacksverstärkern

in

Fertiggerichten.

32

20 STURM-RODUNG

Ende 1999 fegt der Orkan

«Lothar» über Europa hinweg

- und verwüstete auch

den Oberaargau.

26 NEUAUSRICHTUNG

Naim Maksuti übernimmt

die Leitung der Bowling

Center AG – und plant

Grosses.

32 UNIHOCKEY-IKONE

Matthias Hofbauer spricht

über seine eindrückliche

Karriere als Sportler und

Geschäftsmann.

38 DIE SEITE DER LESER

Leserbriefe und Veranstaltungen.

26

20

s’Positive 10 / 2018 3


INTERVIEW

DER SONNENKÖNIG VON

ALTBÜRON

Die Gemeinde Altbüron im Luzerner Hinterland ist

Europameister im Produzieren von Solarstrom.

Die Schweizerische Solaragentur zeichnete die

Gemeinde 2013 mit dem nationalen Solarpreis aus.

Dazu beigetragen hat auch Bauunternehmer

Markus Affentranger.

TEXT: KAUS ZAUGG UND BRUNO WÜHTRICH; FOTOS: MARCEL BIERI

Bauen braucht viel Energie. Denn die eingesetzten

Maschinen und Fahrzeuge erbringen

Höchstleistungen. Markus Affentrangers

berufliches Leben dreht sich ums

Bauen. Und um erneuerbare Energien. Insbesondere

um die Solarenergie. Im Interview mit

s’Positive spricht er über seine Beweggründe und

erzählt, weshalb sich dies rechnet.

s’Positive: Stimmt es tatsächlich, dass Altbüron

europaweit pro Kopf am meisten Sonnenstrom

produziert?

Markus Affentranger: Ja, die Gemeinde hat dafür

eine Auszeichnung bekommen. Dabei spielt der

Zufall auch eine Rolle: in unserer kleinen Gemeinde

hat es bei der Holzbaufirma Schär und bei uns

zwei grosse Anlagen.

Wie sind Sie darauf gekommen, in die Solarenergie

zu investieren?

Wir planten 2009 einen neuen Werkhof. Dabei

überlegten wir uns, was in den nächsten 20 Jahren

passieren könnte.

Da kamen Sie zum Schluss, dass die erneuerbare

Energie in den nächsten 20 Jahren immer

wichtiger wird?

Das ist so. Aber eine Solarstromanlage war damals

noch so teuer, dass wir gar nicht dazu in der Lage

waren, eine solche Anlage zu finanzieren.

Aber Sie setzten bei der Planung trotzdem auf

Solarstrom.

Ja, wir planten die Anlage und sagten uns: Wenn

wir das Geld zum Zeitpunkt der Realisierung haben,

dann machen wir es. Und wir hofften auf fallende

Preise. So kam es dann auch: Ab 2010 gingen

die Modulpreise stark zurück. 2009 hätten wir

für die Produktion einer Kilowattstunde 6000

Franken investieren müssen. 2011 waren es nur

noch 1300 Franken. Im Mai 2011 erteilten wir den

Auftrag zum Bau der Anlage. Die Zeit drängte. Um

in den Genuss der staatlichen Zuschüsse zu kommen

(die sog. Kosteneinspeisungs-Vergütung KEV

– die Red.) mussten wir die Anlage nicht nur bis

zum 31. Dezember bei der entsprechenden

4 s’Positive 10 / 2018


ZUR PERSON

Markus

Affentranger

Markus Affentranger ist

Gründer, Besitzer und

Geschäftsführer der Affentranger

Bau AG in Altbüron

– und setzt bei den eigenen

Anlagen auf Soalrstrom.

s’Positive 10 / 2018 5


INTERVIEW

Die Affentranger Bau AG

gilt als Solarstrom-Pionier.

Privat fährt Affentranger

natürlich einen Tesla.

Amtsstelle angemeldet haben. Wir mussten

bis zu diesem Zeitpunkt auch den

Nachweis erbringen, dass wir damit tatsächlich

Strom produzieren. Am 19. Dezember

2011 gingen wir ans Netz, Anfang

Februar 2012 weihten wir die Anlage ein.

War es damals die grösste Solarstromanlage

in der Schweiz?

Für etwa zwei Monate hatten wir tatsächlich

die grösste Anlage in unserem Land.

Zur Eröffnung kam Bertrand Piccard (der

Mann, der als erster die Erde mit einem

Solarflugzeug umrundete – die Red.) Wir

haben das Datum der Eröffnung so gelegt,

dass er dabei sein konnte.

Da hat es wohl in Altbüron ordentlich

gerockt?

Es war keine öffentliche Veranstaltung.

Aber unserer Einladung folgten sicherlich

300 Leute. Der Vortrag von Bertrand Piccard

dauerte zwei Stunden, er war von

14.30 Uhr bis 01.30 Uhr bei uns.

Kam er mit dem Elektroauto?

Nein. 2011 gab es noch keine Elektroautos

mit einer Reichweite von über 100

Kilometer. Er hatte einen Hybrid-Lexus.

Sein Navigationsgerät kannte Altbüron

nicht und leitete ihn schon in Sempach

von der Autobahn weg. Er irrte sicherlich

eine halbe Stunde durch die Gegend. Als

Perfektionist reklamierte er auf der Stelle

bei der Herstellerfirma des Navigationsgerätes.

Auch seine Vorbereitung auf den

Vortrag war beeindruckend. Er bestand

darauf, dass wir eine zweite Lautsprecheranlage

als Reserve bereitstellten. Damit

ausgeschlossen werden konnte, dass

er bei einem Ausfall der ersten Anlage

ohne Ton war.

Er dürfte bei seinem Vortrag viele für

die Sonnenenergie motiviert haben.

Oh ja. Sein Auftritt war eindrücklich. Seine

Muttersprache ist ja Französisch, und

dies merkte man an seinem Akzent. Aber

in seinem zweistündigen Vortrag auf

Deutsch machte er nicht einen einzigen

Versprecher. Auf Fragen antwortete er provokativ.

Als ich sagte, dass wir eigentlich

den Solarstrom für einen Elektrolaster einsetzen

möchten, sagte er: «Warum macht

ihr es nicht?» Ich erklärte ihm dann, dass

wir die Technik dafür noch nicht hätten.

Darauf entgegnete er, dass dies bloss eine

Ausrede sei, um es nicht zu machen. Auch

«Ich wusste damals

nicht, ob sich die Investition

rentieren würde.

Doch ich war überzeugt

davon, dass es sich eines

Tages lohnen wird.»

den Hinweis auf die schwierige Finanzierung

liess er nicht gelten. Seine Botschaft

war klar: etwas wagen, etwas tun, nicht

einfach nur davon reden.

Das war wohl der Kick für Sie, erst

recht auf Solarenergie zu setzen. War

das so etwas wie die Geburtsstunde

des «Sonnenenergie-Dorfes» Altbüron?

Ja, nun interessierten sich immer mehr

Kreise für die Solarenergie. Die Gemeinde,

Firmen oder Bauherren von Mehrfamilienhäusern.

Im Oktober des gleichen

Jahres bekamen wir eine Auszeichnung

für unseren Werkhof, bei dem wir sechsmal

mehr erneuerbare Energie produzierten

als wir verbrauchten. Der Preis

wurde von Norman Forster (einer der

berühmtesten Architekten der Welt – die

Red.) vergeben und war mit 20 000 Franken

dotiert. Diese Anlage hatten wir zwar

bei der staatlichen Stelle angemeldet, die

Beiträge flossen aber erst drei Jahre später.

Ich wurde immer wieder gefragt, ob

denn die ganze Sache rentiere. Darauf

antwortete ich jeweils mit einer Gegenfrage:

«Rentieren deine Kinder?» Tatsächlich

wusste ich damals nicht, ob sich die

Investition einmal rentieren würde. Doch

ich war überzeugt davon, dass es sich eines

Tages lohnen wird.

Und, rentiert es heute?

Anfänglich ging die Rechnung nur dank

der staatlichen Zuschüsse auf. Heute wäre

die Anlage schon von allem Anfang an

ohne Subventionen rentabel.

Wir stellen uns das so vor: Sie speisen

den produzierten Strom ins Netz ein.

Sie verkaufen also den Strom dem

Elektrizitätswerk und beziehen von

dort den Strom. So erhalten Sie den

Strom richtig «zubereitet» für die verschiedenen

Formen des Verbrauches

geliefert.

Ungefähr so ist es. Natürlich wäre es das

Beste, den produzierten Strom auch

gleich selbst zu verbrauchen. Aber eine

entsprechende technische Anlage würde

sich nur rechnen, wenn die Speichertechnik

zahlbar wäre. Unser Energieverbrauch

liegt etwa bei drei Millionen Kilowattstunden

im Jahr. Wir produzieren

175 Prozent dieser Energiemenge.

Setzen Sie inzwischen Elektrolastwagen

ein?

Erst in kleinerem Umfang. Wir haben 35

Fahrzeuge, davon fahren zehn mit Strom.

6 s’Positive 10 / 2018


Wir kaufen zwar keine neuen Diesel- oder

Benzinfahrzeuge mehr, sondern ersetzen

die alten nach und nach durch Elektrofahrzeuge.

Aber wir ersetzen keine Fahrzeuge,

die noch laufen. Bei der Herstellung

dieser Fahrzeuge wurde viel Energie

verbraucht. Wenn wir die nun ausser Betrieb

stellen und verschrotten würden,

obwohl sie noch funktionstüchtig sind,

wäre das eine unsinnige Energieverschwendung.

Wann werden Sie nur noch mit Strom

fahren?

Die Umstellung sollte bis ins Jahr 2025

abgeschlossen sein. Doch wir lassen uns

an dieser Zielsetzung nicht messen. Es

gibt bei den Elektrolastwagen noch lange

Lieferfristen. Wir haben einen 40-Tonnen-Laster

bei Tesla bestellt, aber dieser

wird erst 2020 geliefert.

Was kostet so ein Laster?

Rund 250 000 Franken, etwa 50 000 Franken

mehr als ein konventioneller Diesel-

Lastwagen. Die Elektrolastwagen haben

heute eine Reichweite von 800 Kilometern.

Sie werden den Schwerverkehr revolutionieren.

Wie viel Energiekosten sparen Sie mit

dem Elektrofahrzeug gegenüber einem

konventionellen Laster?

Der Elektro-Truck benötigt nur ungefähr

einen Drittel der Energie eines Dieslers

oder Benziners. Zudem sind auch die

Kosten für eine Kilowattstunde dreimal

niedriger. Allerdings wird das wohl nicht

so bleiben. Diesel und Benzin werden

durch die Steuer massiv belastet. Zudem

muss ich bei Lastern mit Verbrennungsmotoren

die Schwerverkehrsabgabe LS-

VA bezahlen. Auf dem Strom werden

derzeit noch keine Steuern erhoben, und

ein Elektrolaster ist jetzt noch von der

Schwerverkehrsabgabe befreit. Der Staat

muss jedoch auch künftig zu seinem Geld

kommen. Deshalb ist es absehbar, dass

künftig auch der Stromverbrauch besteuert

wird und LSVA auch für Elektrolaster

kommen wird. Die Einsparung durch den

Einsatz der Elektro-Laster ist trotzdem

markant.

Die Rechnung fällt noch positiver aus,

wenn man bedenkt, dass ein Elektrolastwagen

auch eine längere Lebensdauer

hat.

Das ist so. Ein Elektrolastwagen hält bis

zu dreimal länger als ein Diesel.

Wie hoch ist eigentlich der Deckungsgrad

beim Energiebedarf des «Sonnendorfes»

Altbüron?

Mehr als 60 Prozent des Bedarfes wird

aus erneuerbarer Energie gedeckt. 37

Prozent aus Solarstrom, 30 Prozent aus

Schnitzelheizungen.

Wird dieser Anteil höher?

Davon gehe ich aus. Es ist sogar so, dass

wir in der Schweiz dank der Wasserkraft

mehr als genug Energie produzieren. Das

Problem ist ja nicht die Gesamtmenge,

ZUSATZINFOS

Das «Sonnendorf»

Altbüron

Altbüron liegt eingebettet zwischen

sanften Hügeln im Nordwesten des

Luzerner Hinterlands und grenzt im

Westen an die Berner Gemeinde

Melchnau, nur gut zehn Autominuten

von Langenthal entfernt. So gibt

es seit jeher einen regen Kulturaustausch

und Handel mit den «Ungläubigen»

aus dem protestantischen

Bernbiet, und in vielerlei Hinsicht ist

diese kleine Gemeinde mit rund

1000 Einwohnern dynamischer und

weltoffener als die urbanen Zentren

des Kantons Luzern. Was sich etwa

durch die intensive Nutzung der Solarenergie

(daher die Bezeichnung

«Sonnendorf») zeigt. Altbüron wird

von einem bürgerlichen Gemeinderat

regiert und besteht aus dem

Dorfkern und zahlreichen Streusiedlungen

und Einzelgehöften. 60,6

Prozent des Gemeindegebietes von

678 Hektaren wird landwirtschaftlich

genutzt. Weitere 29,6 Prozent

sind Wald und Gehölz und lediglich

9,7 Prozent bestehen aus Siedlungsfläche.

Politisch ist die Gemeinde

selbständig, vor Gott jedoch nicht:

Altbüron gehört zur Katholischen

Kirchgemeinde Grossdietwil.

Das «Sonnendorf»

Altbüron produziert

europaweit am

meisten Solarenergie

pro Kopf.

s’Positive 10 / 2018 7


INTERVIEW

sondern die Steuerung der Energieproduktion,

damit sie dann zur Verfügung

steht, wenn sie gebraucht wird. In der

Nacht können wir keinen Solarstrom produzieren,

und wenn es windstill ist, auch

keinen Windstrom. Mit der Wasserkraft

haben wir im Gegensatz zu anderen Ländern

die Möglichkeit, diesen Ausgleich

ebenfalls mit einer erneuerbaren Energie

zu schaffen. Wir brauchen dafür keine

Gas-, Öl- oder Kohlekraftwerke.

Sind Sie mit Ihrer Energiephilosophie

ein Pionier oder ist dieses Denken inzwischen

die Regel?

Wir waren Pioniere. Inzwischen interessieren

sich immer mehr Private und Unternehmer

für die Solarenergie. Aber die

Regel sind derartige Anlagen noch lange

nicht. In unserer Gegend haben ein paar

Unternehmer die Chance erkannt. Ich

denke da etwa an die Holzbaufirma Schär

bei uns in Altbüron, an das Holzbauunternehmen

Renggli AG in Schötz oder an

Markus Bösiger. Aber das sind nach wie

vor Ausnahmen. Der Anteil des Solarstroms

am gesamten Energieverbrauch in

unserem Land dürfte nach wie vor im

Promille-Bereich liegen.

Wie waren eigentlich damals die Reaktionen

auf Ihre Investitionen in die Solarenergie?

Man hat sich um uns Sorgen gemacht.

Sogar die Vertreter des Elektrizitätswerkes

sagten uns, eine so grosse Anlage könne

gar nicht funktionieren. Mir war schon

klar, weshalb die das sagen: Die hatten

und haben kein Interesse daran, dass wir

unseren Strom selber produzieren.

Und wie haben Sie auf diese Einwände

reagiert?

Ich habe gesagt, die Anlage sei bestellt,

und sie werde installiert. Punkt!

Hatten Sie keine Zweifel?

Wir wussten auch nicht, ob es tatsächlich

funktionieren wird. Wir arbeiteten mit

einem Ingenieur zusammen. Er sagte uns,

er wisse zwar nicht, ob eine so grosse Anlage

tatsächlich funktioniere. Aber im

Notfall könne man ja dann daraus mehrere

kleinere Anlagen machen.

Und es hat funktioniert!

«Immer mehr Private

und Unternehmer

interessieren sich für

Solarenergie. Aber die

Regel sind derartige Anlagen

noch lange nicht.»

Die Anlage lief von allem Anfang an wunderbar.

Aber damit waren noch nicht alle

Probleme gelöst. Denn nun meldete sich

die Gebäudeversicherung und sagte, das

gehe nicht. Bei uns stehe alles unter

Strom, und wenn es brenne, könne man

gar nicht mehr mit Wasser löschen. Man

dürfe ja nicht einfach den Stecker ziehen.

Tatsächlich messen wir bei unserer Anlage

800 Ampere. Weil wir Strom ins Netz

einspeisen, würde bei einer sofortigen

Abschaltung das Stromnetz in der Umgebung

zusammenbrechen. Deshalb mussten

wir für 30 000 Franken ein Abschaltsystem

installieren, das es im Brandfall

ermöglicht, die Anlage innerhalb von ein

paar Minuten langsam herunterzufahren.

Woher haben Sie den Mut für die Investitionen

in die Solarenergie genommen?

Aus der Erkenntnis, dass es langfristig nie

falsch sein kann, die Energie selber zu

produzieren.

Sie haben auch einen Elektro-Bagger

konstruiert.

Es ist ein Projekt, das wir zusammen mit

der ETH Zürich und der finanziellen Unterstützung

des Bundes realisierten. 50

ETH-Studenten arbeiteten während zwei

Jahren daran. Wir bezahlten an die Gesamtkosten

von 2,5 Millionen 400 000

Markus

Affentranger

liess sich von den

Einwänden gegen

die Solaranlage

nicht beirren.

8 s’Positive 10 / 2018


INTERVIEW

Bis 2025 soll die

Umstellung auf

Solarstrom abgeschlossen

sein.

Franken aus eigener Tasche. Dies entspricht

ungefähr der Summe, die wir für

einen normalen Bagger inklusive Dieselverbrauch

in acht Jahren hätten bezahlen

müssen.

Funktioniert der Bagger?

Er ist seit vier Jahren im Betrieb. Er kann

pro Tag neun Stunden lang mit 75 Prozent

Leistung eingesetzt werden. Wir

müssen aber über Mittag während einer

Stunde nachladen.

Geht er jetzt in Serie?

Er ist käuflich, aber er kostet rund dreimal

so viel wie ein Dieselbagger und ist

damit noch zu teuer für eine Serienproduktion.

Der Preis ist so hoch, weil da

wieder jemand einen schnellen Gewinn

machen will.

Gibt es nicht auch Widerstand aus der

Strom- oder Autoindustrie und von den

mit dieser Lobby verbündeten Politikerinnen

und Politikern?

Nun, wenn ich mein Auto mit dem Strom

auflade, den ich selber produziere, dann

kann niemand mehr Geld verdienen. Ein

Elektroauto kostet zwar 100 000 Franken.

Aber ich fahre damit über eine Million

«Nach wie vor ist mit

der Solarenergie kein

schnelles Geld zu

machen. Das passt halt

nicht in den modernen

Kapitalismus.»

ZUSATZINFOS

Unternehmen mit Alternativ-Energie

Die Affentranger Bau

AG wurde 1978 gegründet

und bietet heute

rund 80 Arbeitsplätze.

Im neuen Werkhof (Erstellungsjahr

2011)

wurden neben der Solarstromanlage

(der

komplette Fuhr- und

Maschinenparks wird

auf Elektroantrieb umgerüstet)

weitere nachhaltige

Optimierungsmassnahmen

integriert.

Etwa ein geschlossener

Wasserkreislauf. Das

Regenwasser vom Dach

wird in einem Tank gesammelt

und danach für

das Putzen der Fahrzeuge

benutzt. Danach

fliesst das verunreinigte

Wasser durch mehrere

Absetzbecken. Im

Schlussbecken folgt die

CO2-Neutralisation, bevor

das Wasser wieder

zur Verwendung in den

Wassertank fliesst.

Das Unternehmen hat

mehrere Auszeichnungen

gewonnen, wie den

«Schweizer Solarpreis»

2012 und 2015, den

«European Solar Prize

2015» und den «Cadre

d’Or» für den besten Arbeitgeber

im Bauhauptgewerbe

in der Schweiz.

Kilometer. Ein Elektroauto ist mechanisch

sehr einfach und braucht weder

Getriebe noch Auspuff oder Kühler. Ich

brauche bloss die Verschleissteile, Reifen

und Scheibenwischer zu ersetzen, der

Hersteller gibt mir acht Jahre lang Gratis-

Service und Garantie bei unbeschränkter

Kilometerzahl. Ein Kilometer kostet mich

heute mit einem herkömmlichen Auto 80

Rappen, mit dem Elektroauto trotz des

höheren Kaufpreises lediglich 20 Rappen.

Dazu kommt der höhere Wiederverkaufswert

eines Elektroautos. Ich habe meinen

Tesla nach sechs Jahren immer noch für

etwas mehr als den halben Neupreis verkauft.

Wenn sich Elektroautos durchsetzen,

dann kommt es zu einer industriellen

Revolution, die hunderttausende

Arbeitsplätze wegspülen wird. Die herkömmlichen

Autowerke werden dann

keine Benzin- oder Dieselautos mehr verkaufen

können. Weil zur Herstellung eines

Elektroauto 3000 Einzelteile weniger

notwendig sind als für ein klassisches

Auto, geht auch die ganze Zulieferer-Industrie

unter. Wir können also davon ausgehen,

dass es viele Interessengruppen

gibt, die gegen Elektroautos sind.

Dauert es also bestimmt noch 30 Jahre,

bis es nur noch Elektroautos gibt?

Es stehen zu viele Arbeitsplätze auf dem

Spiel. Die Politik muss und wird die Entwicklung

bremsen, um den Schock abzumildern.

Aber sie ist nicht aufzuhalten.

Ich halte es für möglich, dass wir schon in

fünf Jahren keine neuen Benzin- und Dieselautos

mehr kaufen werden.

Was bedeutet das für die Schweiz?

Wir sind weltweit in der Solartechnik

nach wie vor führend. Aber es fehlte bisher

der Mut, dieses Potenzial auszuschöpfen

und in diese Technologie zu investieren.

Nach wie vor ist mit der Solarenergie

kein schnelles Geld zu machen. Das passt

halt nicht in den modernen Kapitalismus.

Wenn ich sage, es rentiert erst in fünf

oder sechs Jahren, dann ist niemand

mehr interessiert. Aber wenn es dann rentiert,

dann kommen die Leute und sagen:

«Ja ja, du hast es gut, dir liefert der liebe

Gott den Strom.»

Es braucht also nach wie vor einen

«Verrückten» wie den Affentranger in

Altbüron, der dieses Wagnis eingeht?

Es ginge eigentlich ganz einfach. Wir sind

von Gesetzes wegen dazu verpflichtet,

unsere Häuser an der Abwasserreinigungsanlage

anzuschliessen. Darüber

regt sich niemand mehr auf. Warum regeln

wir nicht gesetzlich, dass bei jedem

Neubau eine Solaranlage aufs Dach

muss? Das wäre ein Anfang.

10 s’Positive 10 / 2018


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ÖKOLOGIE

PROBLEMLÖSUNG:

SAHARA

Dass in der Sahara die Sonne

scheint und der Wind bläst, lernen

wir schon in der Schule.

Sonne und Wind gibt es in der

Sahara wahrlich nicht zu knapp. Um den

weltweiten Strombedarf abzudecken,

könnten ungefähr neun Millionen Windräder,

und auf 20 Prozent der Wüstenfläche

– also auf etwa neun Millionen Quadratkilometern

– Solarpanels installiert

werden. Um dies herauszufinden, hat ein

internationales Forscherteam eine Computersimulation

entwickelt, welche die

Folgen eines solchen Projektes aufzeigt.

Die lokalen Regenfälle würden, so die Simulation,

unter anderem als Folge der

Luftzirkulation stark ansteigen. In der

grössten Wüste könnte es dadurch an

manchen Stellen grün werden. Die Windräder

würden warme und kühle Luft vermischen

und somit dafür sorgen, dass sich

die Luft in der Nacht weniger abkühlt.

Dies würde zwar einen regionalen Temperaturanstieg

verursachen. Doch die Auswirkungen

auf das globale Klima wären

trotzdem positiv. Wenn die Anlagen gross

genug seien, um den weltweiten Energiebedarf

komplett abzudecken, könne der

Klimawandel trotz des regionalen Temperaturanstiegs

verlangsamt werden. Denn:

Je mehr «saubere» Energie produziert

wird, desto stärker gehen CO₂-Emissionen

von fossilen Brennstoffen zurück.

Die Ergebnisse der Studie wurden im

Fachmagazin «Science» publiziert. Einer

der Studienautoren ist Daniel Kirk-Davidoff.

Er weist darauf hin, dass der grösste

Teil der Sahara extrem trocken bleiben

würde. «Aber besonders die Region südlich

der Wüste könnte sich grundlegend

verändern.» Gemeint ist das halbtrockene

Übergangsgebiet zwischen Senegal und

FOTO: SHUTTERSTOCK.COM/KRAISORN WICHANPRASIT

12 s’Positive 10 / 2018


Die Sahara ist heiss, trocken, lebensfeindlich –

eine Wüste eben. Scheinbar zu nichts zu

gebrauchen. Ist das wirklich so? Sonne, Wind

und sogar Wasser sind dort zur Genüge

vorhanden. Finden wir in der Sahara die

Lösung vieler unserer weltweiten Probleme?

TEXT: BRUNO WÜTHRICH

Die Sahara:

Geeignet für die

Errichtung von

Windrädern und

Solaranlagen.

Sudan: die Sahel-Zone. Hier würde sich

die Niederschlagsmenge sogar verdoppeln.

Und es würde Weideland entstehen.

Für die Wissenschaftler bestätigt die Studie

das enorme Potenzial erneuerbarer

Energieressourcen. Zwar sei es momentan

aus technischen und finanziellen

Gründen noch schwierig, ein so grosses

Vorhaben umzusetzen, es sei jedoch in

Zukunft ein durchaus realistisches Ziel.

Derzeit sind erst vergleichsweise kleine

Wind- und Sonnen-Parks in Teilen Nordafrikas

und im Mittleren Osten geplant,

im Bau oder bereits fertiggestellt.

ÖL GESUCHT, WASSER GEFUNDEN

Als 1953 auf der Suche nach Öl in der

Wüste plötzlich Wasser aus den Löchern

sprudelte, konnte die Tragweite dieses

Fundes auf Anhieb nicht annähernd eingeordnet

werden. Erst nach und nach

wurde klar, auf welch gewaltiges Reservoir

an Süsswasser man da gestossen war.

Inzwischen ist klar: Die Ingenieure hatten

den grös sten Süsswasserspeicher der Erde

gefunden. Unter der Sahara liegt ein

System von wasserführendem Gestein,

sogenannten Aquiferen, das von Ägypten

im Osten bis nach Mauretanien im Westen

reicht. Hier lagern über 500 000

Kubik kilometer Wasser. Dies entspricht

mehr als dem 10 000-Fachen des Bodensees,

oder knapp einem Neuntel der Wassermenge

des Mittelmeeres. Jedoch nicht

mit Salz-, sondern mit Süsswasser.

Diese Wasserreserven wurden auch

schon genutzt. Libyens Diktator Muammar

Gaddafi liess das Reservoir durch

insgesamt 1300 Bohrungen – die meisten

davon über 500 Meter tief – anzapfen und

das Wasser durch Pipelines von insgesamt

4000 Kilometern Länge zu den Küstenstädten

pumpen. Das «Great-Man-

s’Positive 10 / 2018 13


ÖKOLOGIE

Wasserbrunnen

in der Sahara.

Heuschrecken

sind sehr

gefrässig.

Made-River-Projekt» versorgte die meisten

der knapp 6,4 Millionen Libyer mit

Trinkwasser. Da dieses Land keinen einzigen

natürlichen Fluss besitzt, war die

Realisierung dieses Projekts ein grosser

Fortschritt. Britische Bomben beschädigten

2011 die Pipelines. Seither versickern

Millionen von Kubikmetern Wasser ungenutzt

in der Wüste. Die Reparatur der

Leitungen wird noch Jahre in Anspruch

nehmen. Bis heute hat ja das Land keine

funktionierende Regierung.

EINE GIGANTISCHE VISION

Derzeit ohne akute Chance auf eine Realisierung

ist ein Projekt, das derart spektakulär

ist, dass es sich lohnt, es trotzdem

weiter zu verfolgen. Die Rede ist von der

Idee eines riesigen Saharawaldes, mit

dem sich das weltweite Klimaproblem lösen

liesse. Entwickelt wurde die Idee

Mit dem wasserführendem

Gestein unter der Sahara könnte

die Erderwärmung gestoppt und

der Anstieg des Meeresspiegels

verhindert werden.

2009 von Forschern der Columbia-University

und der Mount Sinai School of

Medicine in New York. 2017 wurde die

Vision von der Beijing Normal University

in China erneut aufgenommen.

Der kühne Plan sieht vor, dass mithilfe

der Aquifere unter der Sahara die Erderwärmung

gestoppt und der Anstieg des

Meeresspiegels verhindert werden soll.

Der Arbeitsaufwand hierfür wäre allerdings

gewaltig. In der Sahara müssten auf

einer Fläche von 100 Milliarden Hektar

Wüste Wälder angelegt werden. Eine Billion

Bäume würden jährlich 20 bis 36 Gigatonnen

des Treibhausgases CO₂ aus der

Atmosphäre filtern. Dies entspricht ungefähr

der Menge, welche die Menschheit

jährlich durch das Verbrennen von Kohle,

Gas und Öl hineinbläst. Vorausgesetzt, es

stimmt, was die Forscher mittels komplexer

Computersimulation und vielen Messdaten

aus der Atmosphäre berechnet haben,

wäre die Erderwärmung durch die

Realisierung dieses gigantischen Projekts

gestoppt. Die Sahara ist für dieses klimarelevante

Vorhaben deshalb besonders geeignet,

weil sie eine «Hadley-Cell-Wüste»

ist. Das heisst, sie ist ein Knotenpunkt vieler

grosser Luftbewegungen

auf der Erde.

Bäume benötigen Wasser,

wenn sie denn wachsen sollen.

Dieses soll gemäss dem

Plan der Forscher aus dem

riesigen unterirdischen Reservoir

heraufgeholt werden.

Seine gewaltigen Wassermengen

sind vor 75 000

bis 8000 Jahren in Tiefen

von bis zu 4500 Meter in den

Sandstein eingesickert. Damals war die

Sahara fruchtbares Land, durchzogen von

Flüssen. Das Wasser wurde von dichten

Weiden und Wäldern im Boden gehalten.

Die ständige Abgabe von Feuchtigkeit in

die Atmosphäre sorgte dafür, dass es oft

regnete. Dies wiederum begünstigte das

Wachstum der Vegetation. Ein Kreislauf

des Lebens.

Aus bisher noch unbekannten Gründen

verschwanden danach innerhalb von wenigen

Jahrhunderten die blühenden Landschaften.

Die Niederschläge liessen nach,

die Sahara wurde zur Wüste. Obwohl wir

die Ursachen dieser Kehrtwende nicht

kennen, behaupten die New Yorker Wissenschaftler,

dass man diesen Prozess ein

weiteres Mal drehen könne. Überall, wo

die Landschaft nicht zu bergig und der Boden

nicht zu salzig ist, müssten dafür pro

Hektar 1000 Eukalyptusbäume gepflanzt

werden. Diese Art wächst in subtropischen

Gebieten schnell. In nur zehn Jahren werden

diese Bäume bis zu 30 Meter hoch.

Dabei filtert jeder Einzelne pro Jahr bis zu

36 Kilogramm CO₂. Nach 20 bis 30 Jahren

könnte man die Bäume fällen, wertvolles

Öl daraus gewinnen und Papier herstellen.

Zwischen den Wäldern wäre Platz für Felder

und Weiden. Die Sahara würde wieder

zur Kornkammer Afrikas.

Zu hoffen ist aber, dass die Bäume das

Wasser aus der Tiefe nur als Starthilfe benötigen.

Denn sonst könnten selbst die

gewaltigen Speicher in weniger als 100

Jahren leer sein. Denn normalerweise benötigt

jeder Baum pro Tag bis zu 500 Liter

Wasser, und auch bei geschicktem Wassermanagement

werden es mindestens

250 Liter pro Baum und Tag sein. Die

Hoffnung, dass das Wasser grösstenteils

bloss als Starthilfe benötigt wird, ist allerdings

berechtigt. Nach ein paar Jahren

verdunsten die Wälder selbst so viel Wasser

in die Atmosphäre, dass sich dort Wolken

bilden und es regelmässig regnet. So

wie es bis vor 8000 Jahren der Fall war.

FOTOS: SHUTTERSTOCK.COM/ASTUDIO/PATRICIA HOFMEESTER

14 s’Positive 10 / 2018


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ÖKOLOGIE

Aber eben: Klima und Wetter kennen viele

Unabwägbarkeiten. Klimaphysiker des

Heimholz-Zentrums für Ozeanforschung

in Kiel geben nach umfangreichen Computersimulationen

zu bedenken, dass der

grösste Teil der Regenwolken über den

neuen Saharawäldern vom Wind nach

Süden in die Sahelzone oder zum Nordatlantik

geblasen werden könnte. «Geblasen

werden könnten» heisst jedoch nicht,

dass dies zwingend geschehen wird, relativieren

die Kieler-Physiker und halten

fest, dass keine der Computersimulationen

so aussagekräftig ist, dass dies mit

Sicherheit vorausgesagt werden könne.

Sicher sei nur, dass in einer bewaldeten

Sahara Wasser verdunste, das irgendwann

wieder herunterkomme.

UNGEKLÄRTE FRAGEN

Doch viele andere Fragen müssten, sofern

denn das Projekt realisiert werden soll,

vorher geklärt werden. Zum Beispiel jene

nach dem Grundwasserspiegel. Würde

dieser durch das Anzapfen der Aquifere

eventuell so weit absinken, dass Brunnen

versiegen und Seen austrocknen? Die

Wissenschaftler vermuten zwar, dass dies

nicht geschehen wird und begründen diese

Annahme damit, dass das Wasser aus

über 500 Metern Tiefe gewonnen würde

und das Oberflächenwasser dadurch

nicht betroffen wäre. Auch die Frage nach

der Versalzung des Bodens beantworten

die Forscher mit einem «vermutlich

nein». Sie weisen darauf hin, dass dies bei

Bewässerungsprojekten in Israel, Algerien,

Tunesien, Äthiopien und Niger

ebenfalls nicht geschehen sei.

Doch andere Fragen sind vollkommen

offen. Zwar gehen Experten davon aus,

dass die jüngste Zunahme von Tropenstürmen

mit der globalen Erwärmung zu tun

hat und dass die Gefahr sinkt, wenn man

diese Erwärmung stoppt.

Andererseits weiss man

aber, dass Saharastaub in

der Atmosphäre die Bildung

von Hurrikanen hemmt.

Was passiert nun, wenn die

Sahara plötzlich grün ist

und keinen Staub mehr produziert?

Eine weitere Frage, auch

sie hängt mit Wind und

Sturm zusammen, zeigt auf, wie viele

überraschende Dinge miteinander zusammenhängen

können. In der Bodéle-

Senke nordöstlich des Tschadsees hat sich

feinster Eisenstaub des urzeitlichen Lake

Megachad abgelagert. Im Winter wirbeln

die Harmattan-Winde diesen Staub auf

und wehen ihn über den Atlantik bis in

die Karibik und ins Amazonasbecken, wo

er als Dünger für Pflanzen und Plankton

wirkt. Was würde geschehen, wenn dieser

Staub nicht mehr nach Westen geweht

würde, weil Eukalyptuswälder und tropische

Regengüsse ihn über der Sahara aus

der Luft filtern?

Ein weiteres Problem ist die Brennbarkeit

von Eukalyptus. Wegen der ätherischen

Öle im Holz und in den Blättern

brennt dieser nämlich sehr gut. Was,

Wegen seiner ätherischen

Öle brennt Eukalyptus sehr gut.

Was, wenn die mühsam

gepflanzten Saharawälder

Feuer fangen würden?

wenn die mühsam gepflanzten Wälder

Feuer fangen? Dann würde sich der positive

Effekt auf das Klima schnell ins Gegenteil

verkehren. Ausserdem: Heuschrecken

lieben Feuchtgebiete. Dort gedeihen

sie am besten. Bereits heute werden Afrika

und der nahe Osten jährlich von riesigen

Heuschreckenschwärmen geplagt.

Könnte es geschehen, dass wir die Sahara

begrünen und dafür in Kauf nehmen,

dass andere Regionen durch die Heuschrecken

verwüstet werden?

Trotz all dieser Probleme, die noch zu

lösen sind, und all der Fragen, die noch

zu beantworten sind, sind sich die Autoren

der US-Studie um die Professoren

Leonard Ornstein, Igor Aleinov und David

Rind sicher: Künstlich bewässerte, subtropische

Aufforstungen sind wahrscheinlich

der beste Weg, die durch CO₂

verursachte globale Erwärmung in den

Griff zu bekommen. Deshalb seien auch

Eingriffe in das globale Ökosystem gerechtfertigt.

Quellen: P.M. Magazin, kurier.at. mM.

FOTO: SHUTTERSTOCK.COM/CREATIVE FAMILY

Aufforstung

der Wüste: Eukalyptuswälder

könnten das

globale Klima

verbessern.

16 s’Positive 10 / 2018


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WUSSTEN SIE SCHON

FAULE ARBEITSTIERE

Sind wirklich alle Ameisen fleissig?

1

Ameisen sind berühmt für ihren Fleiss. Im

Verbund transportieren sie Nahrung, ziehen

ihre Nachkommen auf und bessern

laufend ihren Bau aus. Doch nicht alle

Ameisen sind so. Insektenforschern ist

seit vielen Jahren bekannt: Etwa 40 Prozent

aller Ameisen in einem Bau sind faul.

Doch weshalb ist das so? Weshalb ist ein

Teil des Volkes faul, während die andern

die lebenswichtigen Aufgaben erledigen?

Forscher der University of Arizona

(USA) haben eine Erklärung gefunden.

Für ein Verhaltensexperiment markierten

sie sämtliche Ameisen eines Volkes

mit unterschiedlichen Farben, sodass sie

die fleissigen von den faulen Tieren unterscheiden

konnten. Dann entfernten

die Forscher 20 Prozent der fleissigen

Arbeiterinnen. Prompt wurden deren

Aufgaben durch zuvor faule Tiere übernommen.

Bei Umkehrung des Experiments,

also bei Entfernung von 20 Prozent

der faulen Ameisen, reagierte das

Volk nicht. Für die Wissenschaftler aus

Arizona steht damit fest, dass die untätigen

Ameisen eine Art Reserveeinheit

bilden.

Die faulen Ameisen haben also für ihr

Volk einen Nutzen. Weil sie als Einsatztruppe

sehr spontan einspringen können,

kann sich ein Ameisenvolk in Notzeiten

schneller erholen.

WUSSTEN

SIE SCHON?

18 s’Positive 10 / 2018


PERSPEKTIVE

In welcher Zeit sahen sich die Menschen

im Mittelalter?

Es braucht nicht viel Vorstellungsvermögen,

um zu erkennen, dass im Mittelalter

die Menschen das Mittelalter nicht als

«Mittelalter» sahen, sondern eine völlig

andere Perspektive auf ihre Zeit hatten.

Als Mittelalter bezeichnet man heute

die Zeit zwischen dem 6. und 15. Jahrhundert.

Mit dem Ende der Völkerwanderung

begann das Frühmittelalter. Der

Papst krönte Karl den Grossen zum «römischen

Kaiser» (800 n. Chr.). Als Blütezeit

des Rittertums gilt das Hochmittelalter,

in welchem auch die ersten Universitäten

gegründet wurden. Am Ende des

Spätmittelalters wurde der Buchdruck

erfunden.

Das Leben im Mittelalter war noch

ganz von der Kirche geprägt und dominiert.

Die damalige Zeitrechnung ging

zurück auf den heiligen Augustinus von

Hippo, der im 5. Jahrhundert lebte. Augustinus

bezog sich auf eine Textstelle im

zweiten Brief des Petrus, in welcher es

heisst, dass «beim Herrn ein Tag wie tausend

Jahre und tausend Jahre wie ein

2

Tag» sei. Weil Gott gemäss der Bibel die

Welt in sechs Tagen erschaffen hat, rechnete

man zurück und kam zu dem Ergebnis,

dass Adam vor ungefähr 5000 Jahren

gelebt haben muss. Also befand man sich

nach Christi Geburt im 6. Jahrtausend

nach der Erschaffung der Welt. Aus damaliger

Sicht war dies das letzte von

sechs Jahrtausenden. Danach sollte das

Ende kommen, das Jüngste Gericht. Die

Angst und die ständige Erwartung der

Apokalypse gehörte im Mittelalter zum

Lebensgefühl der Menschen. Das Ende

konnte jederzeit kommen. Selbst Martin

Luther konnte sich diesem Gefühl nicht

entziehen.

FOTOS: SHUTTERSTOCK.COM/PAVEL KRASENSKY/DTOPAL/JOE GOUGH

ESSEN UND TRINKEN

Weshalb «braucht» es

Geschmacksverstärker?

In vielen Fertiggerichten stecken Geschmacksverstärker

mit den Bezeichnungen

E620 und E625. Es sind sogenannte

Glutamate, die an unsere

Ge schmacksknospen in der Mundhöhle

andocken. Dabei wird ein Geschmack erzeugt,

der weder süss noch salzig, weder

sauer noch bitter ist, sondern als fünfter

Geschmack namens «Umami» für das

würzige und fleischige Aroma deftiger

Gerichte sorgt.

Weil sie minderwertigem Essen einen

passablen Geschmack verleihen und damit

den KonsumentInnen eine vermeintlich

hohe Qualität vorgaukeln, sind die

Zusatzstoffe in Verruf geraten. Nicht einwandfrei

belegt ist jedoch die Vermutung,

dass Glutamate allergische Reakti-

onen auslösen können. Wer

auf die Zusatzstoffe verzichten

möchte, sollte am besten

mit frischen Lebensmitteln

kochen. Denn selbst Gerichte,

bei denen der Verzicht auf

die Zusatzstoffe beworben

wird, enthalten diese oftmals

trotzdem. Dabei wird anstelle

von synthetischem Glutamat

auf Hefeextrakt, Tomatenpulver

oder Würze zurückgegriffen.

Diese Stoffe

enthalten natürliches Glutamat,

das aber auf den Etiketten

der Lebensmittel nicht

extra ausgewiesen werden

muss.

3

s’Positive 10 / 2018 19


HISTORY

Wie ein

Orkan

heimsuchte

und wie diese

den Oberaargau

Herausforderung

gemeistert wurde

Die liebliche Landschaft des Oberaargaus

kann auch wilde Naturlandschaft sein.

Etwa am Ende des letzten Jahrhunderts,

als «Lothar» wütete. Die Geschichte einer

Naturkatatrophe, die auch zeigt,

wie die Oberaargauer zusammenstehen.

TEXT: KAUS ZAUGG; FOTOS: BEAT LANZ


Verwüstung im

Hübeliwald bei

Huttwil und im

Schmiedwald bei

Wyssbach.

Die Lokalhistorikerin Berty Anliker hat im

«Jahrbuch des Oberaargaus» die dramatische

Geschichte des Orkans «Lothar» aufgezeichnet.

Am 26. Dezember 1999 fegt der

gewaltigste Orkan der neueren Geschichte über Teile

Europas hinweg. In der Schweiz erreicht er eine

noch nie gemessene Stärke. Ursache ist das riesige

Tief «Kurt» über Südskandinavien. Aus ihm entsteht

der Orkan «Lothar». Bis heute hat in Nordfrankreich,

Süddeutschland, Österreich und in der Schweiz in

der neueren Geschichte kein Sturm grössere Schäden

angerichtet. Ein paar meteorologische Angaben,

die in Bern aufgezeichnet worden sind: Am frühen

Morgen des 26. Dezembers 1999 fällt der Luftdruck

in kürzester Zeit massiv ab. Während der Druck um

9.40 Uhr die tiefsten Werte erreicht, steigt gleichzeitig

die Windgeschwindigkeit dramatisch an, bis die

Meteorologen in Bern um 10.40 Uhr das Maximum

von 133,6 Kilometer pro Stunde verzeichnen. Die

stärksten Böen werden in Deutschland gemessen

(272 km/h). In der Schweiz wird auf dem Jungfraujoch

der höchste Wert gemessen (249 km/h). Im

Flachland betragen die Spitzenwerte 140 km/h.

Nach einer kurzen Abflachung folgen am Abend erneut

starke Winde, die erst kurz vor Mitternacht

nachlassen. Das Unheimliche dieses Orkans: Es gibt

Gegenden in der Schweiz, die völlig verschont bleiben,

ja die in genau dieser Zeit völlige Windstille

verzeichnen. Beispielsweise beginnt jedes Jahr am

26. Dezember in Davos der Spengler Cup. Dort, in

den Bündner Bergen, ist es absolut windstill. Friedliches,

romantisches Winterwetter während im Unterland

der Orkan tobt. Die in Davos eintreffenden Meldungen

über das Unwetter werden im ersten Moment

gar nicht geglaubt.

DER STURM KOMMT

Den Oberaargau trifft «Lothar» etwas später als Bern,

aber mit voller Wucht. Kurz vor Mittag bricht der

Sturm los und wütet mehrere Stunden lang. In der

Folge gibt es vielerorts kein Durchkommen mehr,

unzählige Strassen und Wege sind durch umgestürzte

Bäume blockiert, und die Wehrdienste haben grosse

Mühe, wenigstens die wichtigsten Verbindungswege

zu öffnen. Auch auf verschiedenen Bahnlinien

muss der Betrieb eingestellt werden. Viele Ortschaften

sind von Stromausfällen betroffen; zum Teil sind

Ortsteile ein bis zwei Tage ohne Strom, abgelegene

Gebiete – etwa im Berner Oberland – sogar während

mehrerer Wochen.

CHAOS UND VERWÜSTUNG

Nach und nach zeigen sich die Schäden in ihrem ganzen

Ausmass. Ganze Wälder sind von «Lothar» umgefegt

worden. Kreuz und quer liegen die Bäume am

Boden, wie hingeworfene Streichhölzer. Viele sind

samt den Wurzeln ausgerissen worden. Einzelne

Bäume ragten aus dem Chaos heraus, davon etliche

geknickt, abgedreht, gespalten. Ganze Landschaften

tragen nach dem Sturm ein anderes Gesicht, zuvor

Ganze Wälder sind vom Sturm «Lothar»

umgefegt worden. Kreuz und quer liegen

die Bäume am Boden, wie hingeworfene

Streichhölzer.

baumbestandene Hügelkuppen sind auf einmal kahl,

die Bewohner erkennen oft ihre Umgebung kaum

wieder. Auch in Stadtpärken, Alleen und Hausgärten

hinterlässt «Lothar» seine Spuren. Ebenso haben

manche Obstbäume und Gebäude seiner Gewalt

nicht standgehalten. Und nicht zu vergessen sind die

Todesopfer, die der Sturm gefordert hat. Durch den

Sturm und während der Aufräumarbeiten sind in

ganz Europa rund 110 Menschen tödlich verunglückt,

in der Schweiz sind es 14, die während «Lothar»

ihr Leben verlieren, und noch einmal 15 während

der Aufräumarbeiten in den Wäldern.

s’Positive 10 / 2018 21


HISTORY

Die «schwarze

Madonna» (l.) und

viel Sturmholz

aus den Wäldern

um Huttwil.

Bern ist einer der am stärksten betroffenen Kantone

der Schweiz. Schätzungsweise viereinhalb bis fünf

Millionen Kubikmeter Holz sind geworfen worden,

was ungefähr fünf Jahresnutzungen entspricht. Mit

dem «Sturmholz» hätten alleine im Kanton Bern

rund 100 000 Einfamilienhäuser aus Holz gebaut

und während zwei Jahren mit Holz beheizt werden

können. In der Schweiz wird die Menge des Sturmholzes

auf 12 Millionen Kubikmeter geschätzt. Der

Sturm hat in Europa einen geschätzten Schaden von

rund fünf Milliarden Franken verursacht und ist damit

einer der weltweit teuersten Versicherungsfälle.

Die immense Schadensumme hängt damit zusammen,

dass die Katastrophe einen der am dichtesten

besiedelten und am besten versicherten Teil der Welt

heimgesucht hat. Alleine in der Schweiz addieren

sich zu den rund 600 Millionen Franken an Waldschäden

noch einmal 600 Millionen Franken an Gebäudeschäden.

Die geschätzte Schadenssumme aller

quantifizierbaren Schäden wird in unserem Land auf

rund 1,8 Milliarden Franken geschätzt.

Der Schweizer Markt vermag die riesige

Menge Holz nicht aufzunehmen. So wird

Absatz im Ausland gesucht. Doch der

Transport schafft wieder neue Probleme.

OFFENE FRAGEN NACH DEM STURM

Im Oberaargau hat der Orkan im östlichsten Teil (Gemeinden

Eriswil, Huttwil, Gondiswil und Melchnau)

die stärkste Wirkung entfaltet und die grössten Schäden

angerichtet. Ausserordentlich schwer betroffen

ist auch das Emmental. In der Gemeinde Sumiswald

werden rund 120 Hektaren Wald «umgelegt». Im

Durchschnitt hat der Sturm im Oberaargau etwa die

dreifache-, in gewissen Gebieten sogar eine acht- bis

zehnfache Jahresnutzung des Waldes geschlagen.

Nach dem Erfassen der Waldschäden und des ungefähren

Ausmasses des Sturmholzanfalles beginnt

die Organisation der Aufräumarbeiten. Immer wieder

tauchen neue Fragen und Probleme auf. Soll man

das Holz aufrüsten oder liegen lassen? Wo und wie

die aufgerüsteten Stämme lagern? Wo findet man

Abnehmer? Wie transportiert man die grossen Mengen

Holz? Und nicht zuletzt: Wie finanziert man das

Ganze? Bund und Kanton versprechen schnelle Hilfe

und grosse Kredite, die dann aber in den Parlamenten

noch heftig diskutiert und zum Teil reduziert

werden. Die Forstfachleute empfehlen und ordnen

das rasche Wegräumen des geworfenen Holzes an,

vor allem in Wäldern mit grossem Fichtenanteil, da

man hier eine Invasion des Borkenkäfers befürchtet.

Als Erleichterung für die Aufräumarbeiten wird das

Verbot des Feuerns im Wald gelockert und das Verbrennen

der bei Holzereiarbeiten anfallenden Äste

ausnahmsweise erlaubt. In der Folge sieht man überall

Rauchsäulen in den Himmel steigen. Um die

grossen Mengen Holz innert nützlicher Frist aufzurüsten,

fehlen manchenorts die Arbeitskräfte. Forstunternehmen

und Holzergruppen aus dem Kanton

Graubünden, aus Österreich und aus Deutschland

werden deshalb beigezogen. Der Schweizer Markt

vermag die riesige Menge Holz nicht aufzunehmen.

So wird Absatz im Ausland gesucht. Abnehmer werden

vor allem in Österreich gefunden. Auch aus dem

Gebiet Oberaargau rollen viele tausend Tonnen Holz

ins Ausland. Doch der Transport schafft wieder neue

Probleme. Die Bahnen verfügen über zu wenig Rollmaterial,

um diese ausserordentlichen Mengen sofort

zu transportieren. Der Abtransport kommt ins

Stocken. Das Holz, das nicht sofort auf den Markt

gebracht werden kann (oder das man noch nicht auf

den Markt bringen will) wird zum Teil in Nassla-

22 s’Positive 10 / 2018


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HISTORY

Forstleute überlegen, wie der

Wald künftig aussehen soll. Vor

«Lothar» mussten auch Baumarten

und Bestandesformen,

die als sturmfest gegolten haben,

kapitulieren.

gern konserviert. Mit der ständigen Berieselung

durch Wasser wird eine Werterhaltung des Holzes

angestrebt, um später, wenn die Nachfrage wieder

ansteigt, einen bessern Verkaufspreis zu erzielen.

Qualitativ gutes Sturmholz wird auch versuchsweise

in Plastikfolie gelagert. In der luftdichten Verpackung

mit Silofolie aus Polyethylen wird eine Schutzgasatmosphäre

aus Kohlendioxid erzeugt, welche die

Entwicklung von Holzschädlingen verhindert und

die Austrocknung des Holzes wesentlich verzögert.

Ist der Beruf des Waldarbeiters in normalen Zeiten

schon mit hohen Unfallzahlen belastet, so ist die

Holzerei in vom Sturm geworfenen Beständen noch

viel gefährlicher. Privatwaldbesitzer mit wenig Erfahrung

sind besonders gefährdet. Deshalb werden

vom Amt für Wald des Kantons Bern zahlreiche eintägige

Kurse für die Sturmholzerei angeboten, die

auch rege benutzt werden. Trotzdem kommt es zu

mehreren schweren und auch tödlichen Unfällen.

Das grösste Problem: In den übereinandergeworfenen

Stämmen gibt es enorme Spannungen. Werden

die Stämme gesägt, kann es zu ruckartigen Entspannungen

kommen. Wer zum falschen Zeitpunkt am

falschen Ort steht, kann vom «ausschlagenden» Holz

schwer verletzt werden.

ALLE HELFEN MIT

Zur Bewältigung der Aufräumarbeiten im Wald werden

auch Militäreinheiten und Angehörige des Zivilschutzes

aufgeboten. Viele Freiwillige beteiligen sich

ebenfalls am Wegräumen des Sturmschadens. Spaziergänger

müssen lange Zeit die Wälder meiden, bis

die noch hängenden Bäume und andere Gefahren

beseitigt sind. Es wird vor dem Betreten gewarnt; ist

eine Holzergruppe am Werk, wird der Bereich des

Holzschlages aus Sicherheitsgründen sogar gesperrt.

Die grossen Veränderungen im Wald machen auch

das Kartenmaterial der OL-Läufer unbrauchbar. Viele

Orientierungspunkte sind ganz einfach verschwunden.

Nicht allein der materielle Schaden, den

der Sturm verursachte, gab und gibt immer noch zu

denken. Mehr noch als der Ertragsausfall, den viele

Waldbesitzer in Kauf nehmen müssen, schmerzt oft

der Anblick des in einer kurzen Frist von Stunden

oder sogar Minuten zerstörten Waldes. Zunichte gemacht

ist die jahrzehntelange Pflegearbeit. Und für

viele bedeutet der Wald nicht nur ein Stück Besitz

und Einnahmequelle, sondern etwas, worauf man

Gewaltsame Richtungsänderung

an

der Ahornstrasse

in Eriswil.

zurecht stolz ist und an dem das Herz hängt. Mancher

Waldbesitzer macht am Sonntag einen Gang

durch den Wald und verfolgt sein Gedeihen.

Forstleute haben nach dem Ereignis Überlegungen

anstellt, wie in Zukunft der Wald aussehen soll

beziehungsweise, wie er gestaltet werden kann, um

so gewaltigen Stürmen künftig standhalten zu können.

Besonders, weil vor «Lothar» auch Baumarten

und Bestandesformen, die als «sturmfest» gegolten

haben, kapitulieren mussten. Ökologisch orientierte

Waldfachleute streben deshalb – und nicht nur deshalb

– eine naturnahe Bewirtschaftung mit dem Ziel

eines arten- und strukturreichen Waldbestandes an.

Mit dem Wissen, dass die Natur dafür eingerichtet

ist, eine Schadensfläche selbst wieder mit Leben zu

füllen, plädieren sie deshalb auch für das Liegenlassen

des Sturmholzes.

MAHNMAL FÜR DIE ZUKUNFT

Die globalen Klimaverhältnisse haben sich verändert,

ein Naturereignis wie «Lothar» kann sich wiederholen.

Der Strunk einer 350-jährigen Linde beim

Schloss Trachselwald, die dem Sturm zum Opfer fiel,

wurde als Mahnmal auf der Ahornalp aufgestellt.

Zugleich wurde an ihrem ursprünglichen Ort in einer

luzernisch-bernischen Gemeinschaftsaktion ein junger

Lindenbaum gepflanzt – als Zeichen des Glaubens

an die Zukunft.

24 s’Positive 10 / 2018


Restaurant Kreuz

Die «Landbeiz» mit Charme und

regionalem Charakter

• Saisonal wechselnde Speisekarte

mit vielen regionalen Produkten

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mit Blick auf den Jura

• Grosser Parkplatz

Öffnungszeiten:

Mi–Fr: 9.00–23.30 Uhr

Sa: 9.00–14.00/17.00–23.30 Uhr

So: 9.00–20.30 Uhr

(Küche bis 19.30 Uhr)

Ein Besuch lohnt sich...

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NAIM MAKSUTI

FRISCHER

WIND

AN DER LOTZWILSTRASSE 66

IN LANGENTHAL

Per 1. November übernimmt

Naim Maksuti die

Leitung der Bowling Center

AG von Markus Bösiger.

Zuvor brachte er das

serbelnde Schoren Pintli

wieder zum Laufen.

TEXT: BRUNO WÜTHRICH; FOTOS: MARCEL BIERI

Naim Maksuti weiss, von was er

spricht, wenn er sagt, er wolle,

dass es rockt. Denn zum Rocken

gebracht hat er bereits das

Schoren Pintli. Jetzt hat er an der Lotzwilstrasse

66 Ähnliches vor. Im Gespräch mit

s’Positive erzählt er von seinen Beweggründen

und seinen Plänen.

s’Positive: Sie haben das Schoren-Pintli

sozusagen von Null auf hundert gebracht.

Schmerzt es nicht, jetzt von da

Abschied zu nehmen?

Naim Maksuti: Doch, das schmerzt schon.

Doch ich bin jetzt noch in einem Alter, in

dem ich etwas erreichen kann. Für mich

ist noch längst nicht die Zeit gekommen,

in der ich das Erreichte nur noch verwalten

möchte. Viel mehr möchte ich etwas

zum Laufen bringen. Ich möchte, dass es

hier rockt.

Aber eben: Bis Ende November sind Sie

noch im Schoren. Was haben Sie getan,

dass es dort rockt?

Eigentlich habe ich gar nicht viel getan.

Ich repräsentierte in diesem Lokal mich

selbst. Gastfreundlichkeit ist mir sehr

wichtig. Ich liebe den Kontakt zu meinen

Gästen. Und ich will, dass meine Gäste

das spüren. Das Gleiche verlange ich auch

von meinem Personal.

Sind Sie ein strenger Chef?

Ich bin eher ein offener Typ, der nicht zu

sehr den Chef raushängen will. Ich bin

nicht derjenige, der seine Mitarbeiter arbeiten

lässt und einfach nur sagt, wo es

lang gehen soll. Ich packe selbst mit an.

Aber ich will, dass meine Mitarbeiter ihre

Arbeit gerne machen. Dass sie den Gast

mit einem Lächeln bedienen. Dass der

Gast spürt, dass er willkommen ist.

Sie waren im Schoren mit Pizzas erfolgreich.

Ja. Aber als ich dort einstieg und Pizzas

anbieten wollte, da lachte man mich aus.

Es habe doch bereits genügend Pizzerias

26 s’Positive 10 / 2018


«The meat» bietet ein

äusserst angenehmes

Ambiente.

«Mit 14 Jahren fing ich

als Pizzaiolo an. Bei

mir ging es eigentlich

immer um Pizzas. Die

übrige Küche lernte ich

über Umwege.»

Maksuti möchte in der Lotzwilstrasse 66

Essen für Jedermann bieten.

in Langenthal. Was ich denn jetzt da noch

wolle. Doch ich wollte trotzdem Pizzas

machen und machte dies mit der gleichen

Leidenschaft, wie ich sie heute noch habe.

So, wie ich alles in meinem Restaurant

mit Leidenschaft tue. Pizzas backen,

kochen und auch servieren. Gastgeber zu

sein, war immer mein Traum. Diesen

Traum lebe ich jetzt.

Sind Sie gelernter Koch?

Nein. Ich fing seinerzeit im Pinocchio in

Langenthal als Pizzaiolo an. Damals war

ich erst 14 Jahre alt. Bei mir ging es eigentlich

immer um Pizzas. Die übrige

Küche lernte ich über Umwege. Ich besuchte

seinerzeit die erste Pizza-Fachschule

in Luzern. Weil die Firma Galbani

Schweizer Meisterschaften im Pizzabacken

organisierte, nahm ich mehrmals

teil und belegte immer vorderste Plätze.

Als Pizzaiolo arbeitet man automatisch

immer in der Küche. So ergab es sich,

dass ich nicht nur Pizzas backte, sondern

auch sonst in der Küche mitarbeitete und

dabei lernte. Ich profitierte davon, dass

ich auch mit Fünf-Sterne- Köchen arbeiten

und von ihnen lernen durfte. Als ich

dann das Schoren Pintli übernahm,

machte ich in der ersten Zeit von A-Z alles

selbst, bis es schliesslich so gut lief,

dass ich reagieren musste. Da stellte ich

dann einen gelernten Koch ein.

Also fast ein wenig eine Tellerwäscher-

Karriere.

Ja, das kann man so sagen. Wenn man

alles alleine macht, dann wäscht man

auch Teller. Mittlerweile haben diverse

Leute, die von mir angelernt wurden, gute

Jobs in der Gastronomie.

Nehmen Sie immer noch an diesen

Meisterschaften teil?

Nein, heute nicht mehr. Ich habe Familie

und bin inzwischen Vater von drei Kindern.

Da lässt es die Zeit nicht mehr zu,

überall hinzureisen, um an Meisterschaften

teilzunehmen.

Was werden Sie im «Elemänt» verändern?

Wir werden das Angebot erweitern. Wir

haben hier einen grossen Betrieb. Wir

wollen uns hier nicht einfach nur auf

Fleisch konzentrieren. Mir fehlen die Vorspeisen,

die Antipasti, die Pastas, und

eben die Pizzas. Mir fehlt aber auch die

gut bürgerliche Küche mit Kalbsleberli

und Cordon bleu. Dies alles muss in einem

grossen Betrieb mit derart vielfältigen

Möglichkeiten seinen Platz haben.

Damit werden Sie auch zusätzliche

Kundensegmente ansprechen.

Ja, das wollen wir. Wir müssen hier sozusagen

«multikulti» werden. Wir wollen

sowohl junge wie auch ältere Menschen

sowie auch Familien mit Kindern ansprechen.

Alle sollen hier essen können. Wir

bieten für jedes Budget etwas an.

Sie haben genügend Räumlichkeiten

zur Verfügung.

s’Positive 10 / 2018 27


NAIM MAKSUTI

«Wir wollen in erster

Linie ein Speiserestaurant

bleiben. Doch mit

Events ist immer zu

rechnen – etwa mit Livemusik

oder Lesungen.»

In der Dreschhütte können

Familienfeste, Polterabende

und vieles mehr stattfinden.

Ja, das ist eine grosse Stärke. Wir haben

abgetrennte Räume, in welchen Firmenanlässe,

Polterabende, Familien- und Geburtstagsfeiern

stattfinden können. Dabei

können wir aber überall «à la carte»

anbieten.

Sie erwähnten die italienische wie

auch die gutbürgerliche Küche. Was ist

mit dem Steakhouse «The Meat»?

Dies bleibt natürlich ein wichtiger, exklusiver

Teil unseres Angebotes. Mit unserem

speziellen Grill, den wir auf 800 Grad erhitzen

können, haben wir die Möglichkeit,

unseren Gästen etwas ganz Besonderes zu

bieten. Doch «The Meat» wird eben lediglich

ein Teilbereich unseres Angebots sein.

Bei uns sollen sich alle wohlfühlen, ohne

dass sie ihr Budget sprengen müssen. Ich

weiss ja, wie es mir selber geht. Auch ich

habe eine fünfköpfige Familie und ich

könnte mir deshalb nicht jeden Monat mit

meiner ganzen Familie «The Meat» leisten.

Aber wenn auch Spaghetti und Pizza,

und für die Kinder, wenn sie mögen, Pommes

und Chicken Nuggets möglich sind,

so liegt dies eher im Budget.

Werden hier auch Events stattfinden?

ZUSATZINFOS

Der Betrieb

An der Lotzwilstrasse 66 in Langenthal

befinden sich im zweiten Stock

die zur Bowling Center AG gehörenden

Restaurantbetriebe «Gastro Element»,

«The Meat» und «La Gioia»,

sowie die «Dreschhütte» und die

«Garage». Im dritten Stock des gleichen

Gebäudes befindet sich das

Bowlingcenter. Gleich dahinter steht

das Hotel mit Museum kurz vor der

Fertigstellung. Beides wird von den

Restaurantbetrieben direkt und trockenen

Fusses erreichbar sein. Dazu

gehörig ist auch das Fitnesszentrum

Maxfit mit seiner Wellness-Oase

«Five Seasons», beides befindet sich

in einem separaten Gebäude unmittelbar

neben dem Hotel.

Wir wollen in erster Linie ein Speiserestaurant

bleiben. Doch mit Events ist trotzdem

immer zu rechnen. Zum Beispiel mit

Livemusik oder Lesungen. Dies wird sich

ergeben müssen. Allzu viel kann ich dazu

noch nicht sagen. Wichtig wird sein, wie

so etwas bei den Gästen ankommt. Dies

herauszuspüren, ist meine Aufgabe. Tatsache

ist aber, dass bei uns Events möglich

sind. Zum Beispiel Firmenevents sowohl

im kleinen als auch im grösseren

Rahmen.

Was sehen Sie als Ihre hauptsächliche

Herausforderung?

Wir haben hier alles, was es braucht, um

erfolgreich zu sein. Wichtig ist, dass ich

ein Team habe, das mitzieht, das gleich

tickt wie ich, und das die Gäste so behandelt,

wie ich möchte, dass sie behandelt

werden. Unsere Gäste sollen mit Freude

und einem Lächeln bedient werden. Wir

haben bereits gute Leute da. Und ich werde

aus dem Schoren-Pintli auch noch eine

oder zwei Mitarbeiter/Innen mitbringen.

Speziell sind auch die Räumlichkeiten

selbst. Zum Beispiel die urchige

«Dresch hütte» oder die «Garage».

Ja, sowohl die Dreschhütte wie auch die

Garage sind etwas ganz Besonderes.

Doch mit deren Realisierung habe ich

noch nichts zu tun. Viel mehr hat hier

Markus Bösiger seine Ideen verwirklicht.

In der Garage könnten beispielsweise ein

paar Schrauber eine Geburtstagsparty

feiern oder ihr Feierabendbier trinken.

Die Dreschhütte eignet sich für Familienfeiern

und Firmenanlässe, aber auch für

Weihnachtsessen mit Familie und Verwandten.

Dabei läuft der normale Betrieb

im «Elemänt» und im «The Meat» weiter.

Was wir hier anbieten, ist wohl sogar

schweizweit einmalig.

Weihnachtsessen?

Sie haben richtig gehört. Ich strebe einen

Betrieb an, der täglich geöffnet hat. Zum

Beispiel auch an Weihnachten, wo sonst

fast niemand geöffnet hat. Es ist doch ein

Vorteil, wenn an Weihnachten nicht selbst

gekocht werden muss, und man mit seinen

Liebsten trotzdem in stimmungsvollem

Ambiente feiern kann. Doch wir wollen

an Festtagen auch ein Ort sein, wo

Menschen hingehen können, um das Fest

nicht alleine begehen zu müssen.

In wenigen Monaten wird das Hotel

mit seinem grossen Museum eröffnet.

Welche Chancen sehen sie dort?

Hier sehe ich grosse Chancen. Stellen Sie

sich vor, Sie besuchen das Auto-Museum,

lassen danach die herrlichen Unterwasser-Welten

mit den Fischen auf sich wirken,

schieben danach im Bowlingcenter

eine ruhige Kugel und essen anschliessend

etwas Feines im «Elemänt», im

«The Meat» oder im «La Gioia», wie unser

italienisches Restaurant heissen wird.

Wieso sollten unsere Gäste nicht den ganzen

Tag bei uns verbringen? Hier werden

Seminare mit Übernachtung stattfinden,

bei welchen die Teilnehmer zum Beispiel

noch Zerstreuung finden oder sich im Fitnesscenter

Maxfit austoben können. All

dies, ohne dass Sie dazwischen ein Auto

besteigen müssen.

Von wegen Autos: Parkplätze haben

Sie genug.

Ja, wir werden insgesamt 500 Park- und

Einstellhallenplätze anbieten können.

Die «Garage»

könnte zum

Treffpunkt von

Mechanikern

werden.

28 s’Positive 10 / 2018


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HORNUSSER-LEXIKON

BEGRIFF

DIE SCHINDEL

Die Schindel ist für den Abtuer das wichtigste

Hilfsmittel. Sie wird verwendet, um den anfliegenden

«Nouss» zu stoppen. Sie wiegt etwa vier Kilo

und ist ein aus Esche oder Ulme verleimtes Brett.

Seit einiger Zeit sind auch Schindeln mit einer

Trefferfläche aus neuen Kunststoffmaterialien auf

dem Markt. Das Zentrum der Schindel darf mit

einer von der «Technischen Kommission TK» des

«Eidgenössischen Hornusserverbandes EHV»

bewilligten Holz-, Teppich-oder Kunststoffrondelle

verstärkt sein. Das Werkzeug der Abtuer darf eine

Fläche von höchstens 65 x 65 Zentimetern und

eine Brettdicke von 16 bis 19 Millimetern aufweisen.

Die Länge des Stiels ist auf 1,35 Meter definiert.

Jede Hornussergesellschaft hat ihre eigenen

Farben und Symbole auf die Schindel gemalt. Vielfach

ist es das Wappen des jeweiligen Dorfes. Oftmals

werden auch Werbungen von Sponsoren auf

der Rondelle der Schindel angebracht.

Thommen AG – Ihr Recycling Experte seit mehr als 80 Jahren

Recycling ist der Schlüssel zur nachhaltigen

Rohstoffgewinnung. Unsere Stärken

sind ein fundiertes Wissen in Bezug auf

die Behandlung und Sortierung von Metallen

und Wertstoffen sowie eine langjährige

Kenntnis des Marktes.

Seit über 80 Jahren beschäftigen wir uns

mit Recycling. Das macht uns zu Experten

auf diesem Gebiet. Unser Kerngeschäft ist

das Recycling von Eisen- und Metallschrott,

Elektronikschrott, Autos sowie das Recycling

für Industrie und Gemeinden. Täglich

sortieren und verarbeiten wir Tonnen von

Material. Möglich machen das unsere qualifizierten

Mitarbeitenden und die gut ausgebaute

Infrastruktur: 34 500 m² gesichertes

Werkareal, davon 14 500 m² überdacht,

ein Fuhrpark und eine breite Auswahl von

Behältern sowie ein eigener Bahnanschluss

und unser Standort am Rheinhafen Basel.

Wir handeln national und international

gemäss den marktüblichen Usanzen und

Klassifizierungen und nutzen online die

aktuellen Notierungen der Metallbörse.

Thommen zählt heute mit ihren Tochterunternehmen

und Beteiligungen zu den führenden

Recycling-Gruppen der Schweiz.

Thommen ist eine Familien-Aktiengesellschaft

und wird bereits in der dritten Generation

von der Familie Thommen geleitet.

30 s’Positive 10 / 2018


Unsere Partner des 39. Eidg.

Hornusserfests 2021 Bleienbach

| Thörigen:

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CH-4617 Gunzgen

Tel. 062 / 216 10 77

Projektierung & Montage info@indubau.ch

von Industriebauten www.indubau.ch

Das

s’Positive

Hornusser-

Lexikon für

Laien

Weil die Thommen Gruppe eine Familie ist,

treten wir als Sponsor für das Hornusserfest

2021 auf. Die Nähe zu unserer Tochterfirma

Zimmerli AG in Aarwangen und der

Wunsch, regionale Ereignisse zu fördern,

veranlassen uns dazu, diesen Anlass zu unterstützen.

Ganz gemäss unserem Firmenleitbild

stehen wir für Schweizer Werte

wofür auch das Hornusserfest 2021 steht.

NOE Schalung auch bei

BR Bauhandel erhältlich

TEXT: THOMMEN AG

s’Positive 10/ 2018 31

FOTOS: MARCEL BIERI


MATTHIAS HOFBAUER

Matthias Hofbauer

gilt als einer der besten

Unihockeyspieler

– auch ausserhalb der

Schweiz.

32 s’Positive 10 / 2018


Der

WAYNE

GRETZKY

des Unihockeys

Matthias Hofbauer (37) ist der überragende Unihockeyaner

der Schweiz. In jungen Jahren eher «Spitzensportler

mit Exotenstatus», gedieh er im Verlauf

seiner Karriere in der aufstrebenden Sportart immer

mehr zum «Mass aller Dinge» in der Schweiz.

TEXT: KLAUS ZAUGG UND BRUNO WÜTHRICH

Kein Zweifel: Wäre Unihockey eine

Geldsportart wie Fussball

oder Eishockey, Matthias Hofbauer

wäre einer der Grossverdiener

im Sport. Und doch bereute er

seinen Entscheid fürs Unihockey nie. Profi

wurde er trotzdem und die Sportart

prägte sein Leben. Matthias Hofbauer

wurde zur dominierenden Figur im

schweizerischen Unihockey und zu einem

der besten Spieler der Welt.

s’Positive: Wie geht es dem «Wayne

Gretzky des Unihockeys?»

Sie sollten nicht übertreiben, diese Bezeichnung

ist eine Erfindung von Ihnen.

Ich bin einfach schon lange dabei.

Wir übertreiben nicht. Sie gelten nicht

nur als der grösste Schweizer Spieler

aller Zeiten. Sie sind auch international

einer der Grossen.

Es sind vor allem verrückte Jahre. Als ich

ein Junior war, gab es den SV Wiler-Ersigen

als NLA-Spitzenmannschaft noch

nicht und ich träumte einfach davon, ein-

mal in der 1. Mannschaft zu spielen, egal

ob in der NLB oder NLA.

Kein Traum von der Nationalmannschaft,

von einer WM-Teilnahme?

Nein, nie. Ich hatte nie Träume und Visionen,

ich habe in meiner Karriere

immer Schritt für Schritt genommen.

Das sagt natürlich heute

jeder. Aber es war wirklich so

und ich bin damit gut gefahren.

1998 durfte ich mit

meinen Eltern die Unihockey-WM

in Prag

besuchen und ich

wagte nicht einmal

davon zu träumen,

einmal in der Nationalmannschaft

zu spielen.

Ein Jahr später bekam ich

mein erstes Nationalmannschafts-Aufgebot.

Warum eigentlich Unihockey?

Warum nicht Fussball oder Eishockey?

Ich war als Kind einmal in Zuchwil im

Probetraining. Aber ich konnte viel zu

wenig gut Schlittschuhlaufen. Ich war nie

viel auf dem Eis, wir wohnten ja auch

nicht in der Nähe einer Eisbahn. Wir

spielten Fussball, Strassenhockey oder

eben Unihockey. Schliesslich musste ich

mich zwischen Unihockey und Fussball

entscheiden.

Und warum Unihockey?

Es ging beim FC Solothurn

um den Wechsel von

der U15 in die U16-

Mannschaft. Ich

war mit meinem

Vater bei Hanspeter

Latour, der damals

Trainer in Solothurn

war. Ich hätte

mehr Zeit in den Fussball

investieren müssen.

Aber ich war im Gymnasium

und das passte mir

nicht recht. Zudem

s’Positive 10 / 2018 33


MATTHIAS HOFBAUER

Zur Person

Matthias Hofbauer (*22. Mai 1981)

ist in Bätterkinden aufgewachsen und

spielt seit 1994 beim SV Wiler-Ersigen.

Dort hat er bei den C-Junioren angefangen

und sich zu einem der besten

Spieler der Welt entwickelt. Er ist der

«Wayne Gretzky» des helvetischen

Unihockeys. Ein Stürmer mit einer alles

überragenden Spielintelligenz. 1999 ist

er zum ersten Mal in die Nationalmannschaft

aufgeboten worden und gehört

seitdem zum Stamm unseres Nationalteams

– lediglich eine Saison lang hat

er auf eigenen Wunsch im Nationalteam

ausgesetzt. Mit Ausnahme von insgesamt

drei Jahren (2002 Jönköpings

IK, 2007 und 2008 IBK Dalen) in der

höchsten schwedischen Liga ist er dem

SV Wiler-Ersigen treu geblieben. Auch

in der weltbesten Liga in Schweden (die

NHL des Unihockeys) war er eine dominierende

Spielerpersönlichkeit und bei

IBK Dalen Captain.

mals Meister wurden, gab es einen ersten

Boom, der dann aber nach und nach verebbte.

Die TV-Präsenz verlieh dem Sport

einen weiteren Entwicklungsschub. Wenn

der Verband auf seiner Homepage das Datum

des Cupfinals aufschaltet, dann sind

sehr schnell alle Tickets verkauft. Beim

Superfinal, der die Meisterschaft entscheidet,

ist es allerdings nicht ganz so einfach.

Da müssen die Vereine sogar Tickets kaufen

und «intern» loswerden.

Dieser Superfinal ist ein Novum im

Schweizer Sport. Statt in einer Playoff-

Serie wie im Hockey wird die Meisterschaft

der Männer und der Frauen seit

2014 am gleichen Tag im gleichen Stadion

in einem einzigen Spiel entschieden.

Es gehört ja ein wenig zum Sport, Verbände

zu kritisieren. Das gilt für uns nicht.

Die Verantwortlichen bei uns sind ganz

war das Spiel mit dem Stock meine Leidenschaft.

Also entschied ich mich für

Unihockey. Ein Jahr später spielte ich mit

Wiler-Ersigen in der NLA und der Zeitaufwand

war eher noch grösser.

Inzwischen ist Unihockey Ihr Beruf geworden.

Nicht als Profi, der hohe Saläre

verdient, eher als Unternehmer.

Ich musste nach und nach herausfinden,

was sich aus meiner Kernkompetenz Unihockey

machen lässt. Wir organisieren

Sommercamps, Wintercamps, ich mache

Trainingsbesuche und vermittle mein

Wissen. Der andere Teil ist der Verkauf

von Sportbekleidung an Vereine, inzwischen

übers Unihockey hinaus. Das läuft

ziemlich gut, wir sind ein Land der Sportvereine.

Wo steht unser Unihockey heute?

In einer sehr guten Position. In der Anfangszeit,

als wir mit Wiler-Ersigen erstschön

dynamisch und dieser Superfinal

ist ein Beispiel dafür. Wir füllen ein Hockeystadion

– beispielsweise den Schluefweg

in Kloten –, bekommen Direktübertragungen

im Fernsehen und damit beste

Werbung für unseren Sport.

Es ist ein mutiger Schritt, eine ganze

Meisterschaft in einem einzigen Spiel

zu entscheiden.

Ja, mit riesigen sportlichen Auswirkungen,

und die sind nicht zum Vorteil eines

Spitzenteams wie Wiler-Ersigen. Es war

schwieriger, uns in einer Finalserie zu bezwingen.

Jetzt gilt es, in den Final zu

kommen und dann ist es möglich, in einem

einzigen Spiel alles zu gewinnen. In

nur einem Spiel kann immer alles passieren.

Es wird für einen Aussenseiter einfacher,

Meister zu werden.

Was fehlt, damit Unihockey auch im

Liga-Alltag Stadien füllt?

34 s’Positive 10 / 2018


Hofbauer spielt seit 1994 beim SV Wiler-Ersigen.

In erster Linie die Infrastruktur. Unihockey

ist daran, sich vom «Turnhallen-Groove»

zu lösen. Wenn wir mehr gute Stadien bekommen,

dann ist ein Schnitt von über

1000 Zuschauern pro Spiel möglich. Auch

dank der Fernsehübertragungen wächst

die Unihockeygemeinde. Als ich 2004 erstmals

im Sportpanorama war, ging es vor

allem darum, unseren Sport zu erklären.

Wir waren Exoten. Inzwischen werden wir

ernst genommen und bei einem Fernsehauftritt

geht es gleich um die Gründe für

den Erfolg und die Analyse eines Spiels.

Das ist ein riesiger Unterschied.

Das Timing ihrer Karriere ist perfekt.

Sie haben die ganze Entwicklung miterlebt

und mitgeprägt. Zuerst Exote,

jetzt respektierter Spitzensportler. Ist

dabei auch ein bisschen die Romantik

verlorengegangen?

Es ist tatsächlich so, dass bereits bei den

Junioren der Ehrgeiz der Eltern viel grösser

geworden ist, ähnlich wie im Fussball.

Der Antrieb ist noch nicht das Geld

wie im Fussball. Aber die Medienpräsenz,

die nun auch bei uns möglich ist, stachelt

an. Es ist wichtig, dass wir die Werte unseres

Sportes behalten können.

Ist Geld kein Faktor?

Nein, im Vergleich zu Fussball oder Eishockey

spielt Geld bei uns keine Rolle. Karriere-Entscheidungen

aus finanziellen

Gründen gibt es noch nicht. Im Volleyball

oder Basketball werden einzelne Spieler

besser bezahlt. Diese Sportarten erzielen

zwar bei uns auch nicht mehr Einnahmen

als Unihockey. Aber für Volleyball und

Basketball braucht es weniger Spieler, im

Unihockey ist ein Kader von 22 Mann erforderlich.

Spieler werden also nicht, wie im Fussball

oder Eishockey, mit lukrativen

Verträgen abgeworben?

Nein. Es gibt höchstens einen Wechsel,

weil ein Verein eine gute Arbeitsstelle vermitteln

kann.

Wieviel kann ein Unihockey-Profi bei

uns verdienen?

Ich weiss nicht, was meine Nationalmannschaftskollegen

verdienen und ich

will es auch gar nicht wissen. Ich kann

mir nicht vorstellen, dass einer in der

Schweiz auf 5000 Franken im Monat

kommt.

Dann muss man es sich leisten können,

Profi zu sein…

Das haben Sie schön gesagt. Aber es ist

wirklich so. Deshalb beenden viele Spieler

ihre Karriere oft lange bevor sie 30

sind. Weil sie auf den Beruf setzen.

Wie hoch sind die Budgets der Spitzenklubs?

Ganz klar weniger als eine Million.

«Nach einer Saison als Profi

wurde es mir langweilig. Ich

muss einfach arbeiten, damit

ich auf andere Gedanken

komme.»

Sie waren Profi in Schweden. Die Liga

in Schweden ist so etwas wie die NHL

des Unihockey. Wie ist es dort?

In Schweden ist es eher möglich, im Alter

zwischen 20 und 30 ganz auf Unihockey

zu setzen. Aber es wurde mir nach einer

Saison als Profi langweilig. Ich muss einfach

arbeiten können. Damit ich auch auf

andere Gedanken komme. Ich wäre auch

in einem anderen Sport nie Profi geworden.

Wenn’s läuft, mag es ja ein schönes

Leben sein. Aber wenn die Leistung nicht

mehr stimmt, dann beginnt man, sich im

Kreis zu drehen und kann sich kaum

mehr aus einer Negativ-Spirale lösen. Im

zweiten Jahr in Schweden habe ich dann

60 Prozent gearbeitet und Essen ausgetragen.

Ich hatte Angebote, um in Schweden

zu bleiben, sogar eines als Spielertrainer.

Aber ich wollte zurück in die

Schweiz.

Wie gross ist der Unterschied zwischen

den obersten Ligen bei uns und in

Schweden?

Die sportliche Differenz wird überschätzt.

Natürlich hat die höchste Liga in Schweden

ein etwas höheres Niveau und die

Durchschnittsspieler sind besser. Aber

unsere besten Spieler können sich in

Schweden durchsetzen und eine tragende

Rolle übernehmen. Vorausgesetzt, sie

sind im richtigen Verein und haben einen

Trainer, der auf sie setzt.

Dann ist die sportliche Differenz ähnlich

wie im Eishockey zwischen unserer

NLA und der NHL.

Ja, so kann man es sagen. Aber Schweden

hat auch eine andere Sportkultur. Wenn

ich in Schweden sagte, ich sei Unihockey-

Profi, dann wurde ich als Spitzensportler

akzeptiert. Wenn ich in der Schweiz sage,

ich sei Unihockeyprofi, dann schauen die

Leute ein bisschen verwundert und fragen,

was ich denn arbeite.

Deshalb gibt es in Schweden mehr Unihockey-Profis?

Ja. Es ist nicht so, dass wir nicht genügend

gute Spieler haben. Die Frage ist

eben auch, ob sich einer dazu entschliesst,

alles aufs Unihockey zu setzen. Lange Zeit

gaben viele wegen der beruflichen Belastung

mit 25 oder 26 das Spitzenunihockey

auf. Das führte

dazu, dass wir fast alle zwei

Jahre die Nationalmannschaft

neu aufbauen mussten. Bereits

2002 fragte mich ein Mitspieler

besorgt, ob die Nati

weiterhin mit mir rechnen

könne. Da war ich 21 und sagte,

so ein oder zwei WM möchte

ich schon noch dabei sein.

Unser Unihockey braucht also mehr

Profis?

Ja, aber es wird immer besser. Beim SV

Wyler-Ersigen haben wir beispielsweise

mit Thomas Berger einen vollamtlichen

Trainer. Der Verband führt für die

s’Positive 10 / 2018 35


MATTHIAS HOFBAUER

Erfolgreichstes Sportunternehmen

Der Sportverein Wiler-Ersigen ist das

erfolgreichste Sportunternehmen der

Schweiz im 21. Jahrhundert.

1984 wird der SV Wiler von elf Gründungsmitgliedern

ins Leben gerufen

und steigt 1987 in die Nationalliga B

und 1988 erstmals in die Nationalliga

A auf. 1989 folgt die Fusion mit dem

UHC Ersigen und so entsteht der SV

Wiler-Ersigen (www.svwe.ch).

Die grosse Zeit beginnt 1996 mit dem

Abstieg in die NLB. Nach einjährigem

Gastspiel in der zweithöchsten Liga

kehrt die Mannschaft 1997 wieder in

die NLA zurück und entwickelt sich

zur erfolgreichsten Unihockey-Mannschaft

aller Zeiten. Eine Dominanz

über eine so lange Zeitspanne hinweg

hat es in der Schweiz im Mannschaftsport

des 21. Jahrhunderts noch nie

gegeben. Seit dem ersten Titel von

2004 gehört der SV Wiler-Ersigen

Jahr um Jahr zu den Meisterschaftsfavoriten,

ist nie in eine Krise geraten

und hat bereits elfmal (!) den Titel geholt

(2004, 2005, 2007,2008, 2009,

2010, 2011, 2012, 2014, 2015 und

2017). Der SV Wiler-Ersien ist zudem

neben den ZSC Lions (Champions League-Sieger

2009 im Eishockey) die

einzige Schweizer Mannschaft, die einen

europäischen Klubwettbewerb

gewonnen hat (Europacup-Sieger

2005). Unter der Führung von Marcel

Siegenthaler (er ist im Hauptberuf Geschäftsführer

des Sportzentrums

Zuchwil) ist der SV Wiler-Ersigen auf

und neben dem Spielfeld zu einem

Vorzeige-Sportunternehmen mit einer

exzellenten Nachwuchsabteilung und

Strahlkraft über das Unihockey hinaus

geworden. Marcel Siegenthaler gilt als

«Marc Lüthi des Unihockeys», ist aber

nicht Präsident. Dieses Amt bekleidet

Reto Luginbühl. Die Heimspiele werden

in Zuchwil (Sportzentrum) und

Kirchberg (Grossmatt) ausgetragen.

Nachwuchsausbildung regionale Leistungszentren.

Damit wird es einfacher,

das Unihockey mit der Ausbildung zu

kombinieren. Und es gibt erste Unihockey-Gymnasien.

Die Infrastrukturen

werden besser. Es geht in die richtige

Richtung, aber wir sind noch weit hinter

Schweden zurück. Als ich in Schweden

war, spielten wir in einer wunderbaren

Arena. Dann hiess es, nun werde eine

neue Unihockeyhalle gebaut. Die staatliche

Förderung des Sportes, vor allem der

Infrastruktur, ist in Schweden viel grösser

als bei uns.

Im Mannschaftsport ist eine jahrelange

Dominanz fast unmöglich, auch grosse

Mannschaften durchlaufen Krisen.

Warum hat es in 20 Jahren bei Wiler-

Ersigen noch nie eine echte Krise gegeben?

Wie kommt es, dass Wiler-Ersigen

seit Menschengedenken die erste Adresse

in unserem Unihockey ist?

Wir sind zwar auch schon mal im Playoff-

Viertelfinale ausgeschieden, aber wenn

ich mir das so überlege, haben Sie eigentlich

schon recht: wir hatten noch nie eine

richtige Krise.

Warum ist das so?

Mit seiner Firma

organisiert Hofbauer

auch Unihockey-

Camps.

36 s’Positive 10 / 2018


Als wir 2004 erstmals Meister wurden,

waren wir eine sehr junge Mannschaft.

Diese Spielergruppe hat als Kern die

Mannschaft über Jahre getragen. Dazu

kommt, dass Schweizer die Mannschaft

prägen und die ausländischen Spieler bei

uns eher Ergänzungen sind, während bei

der Konkurrenz die Ausländer eine viel

wichtigere Rolle einnehmen und die

Mannschaft eher um die Ausländer herum

gebaut wird. Und ganz wichtig ist bei

uns die Konstanz im Umfeld. Wir haben

beispielsweise mit Marcel Siegenthaler

einen Sportchef, der sich ganz dem Unihockey

verschrieben hat, der sich um jedes

Detail kümmert und dafür sorgt, dass

wir es nie schleifen lassen. Sonst gibt es

eins aufs Dach.

Marcel Siegenthaler ist beim SV Wiler-

Ersigen wohl so etwas wie der Marc

Lüthi beim SC Bern?

Ja, aber er versucht inzwischen, etwas

kürzer zu treten. Wir haben mit Reto Luginbühl

einen sehr starken Präsidenten

und mit Hanspeter Hiltbrunner einen

neuen Sportchef.

Aber Marcel Siegenthalers E-Mail-Adresse

lautet noch immer: Sportchef@

SVWE.ch.

Ja, natürlich, er ist immer noch da und

das ist gut so.

Was ist eigentlich der Unterschied zwischen

dem Matthias Hofbauer von

2002 und 2018?

Ich muss mein Spiel immer wieder anpassen.

2012 dachte ich, jetzt habe ich es

gesehen, jetzt kenne ich wirklich alles.

Doch der damalige Naticoach Petteri Nykky

aus Finnland (von 2010–2014 im Amt

/die Red.) motivierte und inspirierte

mich neu. Trainer, die rund um die Uhr

für unseren Sport leben, vermögen einem

immer wieder neu zu begeistern. Das ist

auch bei Thomas Berger so.

Wie hat sich das Spiel seither verändert?

Ich habe kürzlich eine Aufzeichnung eines

Spiels aus dem Jahre 2004 angeschaut.

Da ist mir bewusst geworden, wie

viel intensiver und schneller das Spiel

heute geworden ist, und wie man einst

viel mehr Platz und Zeit hatte.

Aber Sie skoren immer noch fast wie

damals. Weil sich Spielintelligenz immer

durchsetzt. Deshalb haben wir sie

den «Wayne Gretzky des Unihockeys»

genannt.

Ich habe das Glück, dass ich von Verletzungen

weitgehend verschont geblieben

bin und physisch immer noch gut drauf

bin. Mein Antritt ist immer noch gut, auf

dem ersten Meter sehe ich kaum einen

1

2

3

1. Gegner bedrängen Hofbauer.

2. Matthias Hofbauer im Zweikampf.

3. Hofbauer in jungen Jahren.

Unterschied zu früher. Aber wenn ich so

über 30 Meter laufen muss, dann merke

ich das Alter schon und ich frage mich

jedes Jahr, wie lange das noch geht, und

ob ich vielleicht nicht besser Verteidiger

werde.

Inzwischen ist eine neue Spielergeneration

herangewachsen. Werden Sie

auch von den Jungen akzeptiert?

Es ist tatsächlich eine neue Generation.

Ich erinnere mich noch, wie einst einer

in der Kabine das Handy am Kabel aufgeladen

hat. Das war eine Ungeheuerlichkeit.

Heute ist das eine Selbstverständlichkeit.

Doch die Akzeptanz ist

nach wie vor da. Ich nehme mich schon

etwas zurück.

Sie toben in der Kabine nicht?

Das war nie meine Art. Ich sage nur dann

etwas, wenn es etwas zu sagen gibt.

Dann hören aber auch die Jungen zu?

Ja. Meine Worte haben immer noch Gewicht.

Sie sind mit 37 sozusagen ein Saurier

– wird aus dem Wayne Gretzky des Unihockeys

einmal der Gordie Howe des

Unihockey? Gordie Howe hat mit 52

noch in der NHL gespielt.

Nein, ich bin eigentlich in meiner letzten

Saison. Die WM in Prag wird mein letztes

Highlight sein.

Sie werden zurücktreten?

Ja.

Warum? Sie sind ja nach wie vor einer

der besten Spieler der Schweiz?

Ein wichtiger Grund ist die Familie. Ich

bin im August 2017 Vater geworden.

Und ich spüre schon, dass ich nicht mehr

20 bin. Die Trainings sind härter geworden,

ich freue mich nicht mehr so auf

jedes Training wie früher und schaue

schon mal auf die Uhr, wie lange es noch

dauert. Aber eigentlich ist die Leidenschaft

immer noch da und wenn ich an

die Weltmeisterschaft denke, dann kribbelt

es wie immer.

Also vielleicht doch nicht die letzte Saison?

Es ist die letzte Saison. Aber ich bin schon

froh, dass ich nicht früher meinen Rücktritt

erklärt habe. Wenn ich mit 32 hätte

aufhören wollen, dann wäre ich mindestens

dreimal vom Rücktritt zurückgetreten.

Aber Sie haben schon recht: Wie es

dann ist, ohne spielen, weiss ich nicht.

Seit 21 Jahren spiele ich nun, in der NLA

oder in Schweden, und ich habe mich an

dieses Leben gewöhnt. Es ist nie einfach,

sich von Gewohnheiten zu lösen.

Läuft denn Ihr Vertrag am Ende dieser

Saison aus?

Ja und Nein. Ich habe den Vertrag seinerzeit

mit Marcel Siegenthaler gemacht. Ich

weiss gar nicht mehr auswendig, wann

«Ich bin eigentlich in

meiner letzten Saison.

Die Weltmeisterschaft in

Prag wird mein letztes

Highlight sein.»

dies war. Unsere Abmachung ist seither:

Wenn ich weiterspielen will, dann läuft

der Vertrag einfach wieder ein Jahr weiter.

Sie könnten also vom Vertrag her problemlos

einfach eine weitere Saison

anhängen.

Eigentlich ja.

s’Positive 10 / 2018 37


IN EIGENER SACHE

Leserbriefe & Veranstaltungen

Boulevardjournalismus

Wenige Fakten, viele Halbwahrheiten,

einige Mutmassungen, ein bisschen

Kaffeesatzlesen – also richtiger Boulevardjournalismus.

So werte ich den

Bericht von K. Zaugg im letzten

«s’Positive» im Zusammenhang mit

dem Stadionneubau!

Albert Schaller

s’Positive? eigentlich eher s’Primitive!

Nichts gegen die Begeisterung von

Journalisten für eine gute Sache, aber

was im Artikel «Ist Huttwil die letzte

Hoffnung?» von Wüthrich und Zoff-

Zaugg zusammengeschrieben worden

ist, gleicht eher einer üblen Journaille

denn einem Artikel, der dem Hefttitel

gerecht wird. Tiervergleiche mit Politikern

und abwertende Ausdrücke gegenüber

im Rampenlicht stehenden

Persönlichkeiten sind stillos, Gasthöfe

als «Ballenbergs» zu bezeichnen, wo

die beiden Schreibenden selber oft einem

ähnlichen fassadenpolierten

Grossätti-Stil huldigen, weckt Ärger

beim Lesenden. Operetten-Fussballclub:

Wissen Sie denn nicht, wie gesellschaftskritisch

die Inhalte von Operetten

eigentlich sind? Und wenn dann

noch Jesus Christus’ Wiederkommen

herbeizitiert wird, wähne ich mich

nicht im literarisch siebten Himmel.

Bhüet mi dr Hüenervogu

Christian Friedli

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interessieren könnten? Oder haben

Sie eine Ergänzung zu einem Artikel?

Dann schreiben Sie uns. Ab der kommenden

Ausgabe reservieren wir Platz

für Sie. Oder möchten Sie über ein Thema,

das wir noch nicht gebracht haben,

mehr erfahren? Wir können Ihnen zwar

keinen Artikel darüber garantieren.

Aber prüfen werden wir Ihren Vorschlag

ganz bestimmt.

Wir wissen noch nicht, was auf uns zukommt,

wenn wir die Möglichkeit zu

Leserreaktionen bieten. Möglich, dass

keine einzige kommt. Ebenfalls möglich,

dass wir nicht alle Ihre E-Mails

und Briefe publizieren können, und

deshalb eine Auswahl treffen müssen.

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müssten wir Ihren Beitrag eventuell

kürzen.

Beiträge mit beleidigenden, diffamierenden,

rassistischen und sexistischen

Inhalt werden nicht veröffentlicht.

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38 s’Positive 10 / 2018


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