AUTOINSIDE Ausgabe 11 – November 2018

autoinside

AUSGABE 11 NOVEMBER 2018

AUTO

INSIDE

Bühne frei für Nutzfahrzeuge und Flotten:

Wohin der Trend fährt

Seiten 10 47

Vorhang auf für Magdalena Martullo-Blocher:

Wie die EMS-Chefin ihren Konzern führt

Seiten 48 49

Scheinwerfer an für den Nachwuchs: Wer die

Schweiz am Eurocup vertritt

Seiten 56 59

Das Fachmagazin für die Schweizer Garagisten

Auto Gewerbe Verband Schweiz (AGVS)

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Das Fachmagazin für die Schweizer Garagisten

Auto Gewerbe Verband Schweiz (AGVS)

Bühne frei für Nutzfahrzeuge und Flotten:

Vorhang auf für Magdalena Martullo-Blocher:

Scheinwerfer an für den Nachwuchs: Wer die

INHALT

November 2018

5 Editorial

6 Kurz notiert

Nutzfahrzeuge

10 Im grossen Stil: Die IAA Hanover

14 Die Gebote der Ladungssicherung

18 Spezieller geht immer: Zu Besuch

bei der Garage Pieren in Thierachern

22 Schwere Fahrzeuge zeigen Profil

24 Theorie und Praxis leisten Grosses

26 Die können was, die Schweden

28 Ein Sattelschlepper mit Dynamo

30 Einrichtung: Eine Investition in die

Werkstatt und in die Zukunft

32 Wer entscheidet über den

Reparaturauftrag?

46 Produktenews für Nutz- und

Flottenfahrzeuge

«Tag der Schweizer

Garagisten» 2019

48 Martullo-Blocher im Interview

Verband

50 AGVS-Dossiers: Gebündelte

Argumente zum Download

Sektionen

52 Zürich: Das «Brain-Village»

53 Bern: Ein Workshop zur

Autoberufswelt für alle

54 Basel: So sehen Meister aus

55 Genf: Occasionen in Höchstform

Beruf und Karriere

56 Eurocup, ein Fest für alle!

AUSGABE 11 NOVEMBER 2018

AUTO

INSIDE

Flottenmanagement

33 Digitalisierung spart Milliarden

34 Mobilität der Zukunft: Der Garagist

im Umfeld des Fahrzeugteilens

36 Carsharing die Technologie

38 Nutzfahrzeuge teilen?

40 «Fuel Economy»: Sparen im Verbund

43 Flottenmanagement für unterwegs

44 Die Überwachung der Effizienz

Wohin der Trend fährt

Seiten 10 47

Wie die EMS-Chefin ihren Konzern führt

Seiten 48 49

Schweiz am Eurocup vertritt

Seiten 56 59

57 Florent Lacilla: Noch einmal Gold

für den Freiburger?

58 Damian Schmid: Der «Nutzfahrzeugler»

mit Ehrgeiz

59 Steve Rolle: Kein Weg ist zu weit,

wenn die Motivation stimmt

60 Eine Hommage an die

Werkstattkoordinatoren

62 Fachausweise für die Automobil-

Verkaufs- und Kundendienstberater

63 In zehn Seminartagen ans Ziel

64 Der Leitfaden für Schnupperlehren

66 AGVS Business Academy

68 Regionale Infoveranstaltungen

Werkstatt und Kundendienst

70 Der Auto-Zürich-Macher im Porträt

72 WLTP: Da tut sich was in Bern

76 Der Eurotax-Branchenevent

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AUTOINSIDE | November 2018

Titelseite:

«Move brilliantly»

mit der Hostettler

Autotechnik AG.

Politik

79 Parlament berät Abgaskontrollen

Verkauf

80 Werkstattumsätze steigen wieder

82 Garagenwelt / Impressum

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Hervorragend beim Bremsen auf Schnee mit wenig Restprofil. (1)

Ausgezeichnet bei Beschleunigung und Traktion auf Schnee

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(1) Im Auftrag von Michelin durchgeführter Test vom TÜV Süd zwischen Dez. 2017 und Jan. 2018 mit bis zur Verschleissgrenze gefahrenen Reifen in der Dimension 205/55 R16 91H. Gefahren bedeutet

auf einer speziellen Maschine abgeschliffen bis zu den Verschleissindikatoren gemäss der UN/ECE-Regelung Nr. 30 Luftreifen für Kraftfahrzeuge und Anhänger, Revision 3. Gemessen wurde der

Bremsweg auf schneebedeckter Fahrbahn beim Abbremsen von 30 km/h auf 10 km/h. Folgende Bremswertunterschiede der Wettbewerbsreifen wurden im Vgl. zum MICHELIN Alpin 6 festgestellt:

BRIDGESTONE Blizzak LM001 Evo (+ 14,7 m), CONTINENTAL WinterContact TS 860 (+ 2,1 m), DUNLOP Winter Sport 5 (+ 4,2 m), GOODYEAR Ultra Grip 9 (+ 3,0 m), PIRELLI Cinturato Winter

(+ 4,9 m) und NOKIAN WRD4 (+ 6,4 m). Der beworbene Testbericht kann unter www.michelin.de/testberichte-michelin-a6 aufgerufen werden.

(2) Im Auftrag von Michelin durchgeführter Test vom TÜV Süd im Dez. 2017 mit bis zur Verschleissgrenze gefahrenen Reifen in der Dimension 205/55 R16 91H. Gefahren bedeutet auf einer speziellen

Maschine abgeschliffen bis zu den Verschleissindikatoren gemäss der UN/ECE-Regelung Nr. 30 Luftreifen für Kraftfahrzeuge und Anhänger, Revision 3. Gemessen wurde die Traktion

auf schneebedeckter Fahrbahn beim Beschleunigen von 5 km/h auf 30 km/h. Der MICHELIN Alpin 6 erreicht die beste Beschleunigung und wird auf 100 % indexiert. Folgende Traktionswerte der

Wettbewerbsreifen wurden im Vgl. zum MICHELIN Alpin 6 festgestellt: BRIDGESTONE Blizzak LM001 Evo (66,4 %), CONTINENTAL WinterContact TS 860 (84,3 %), DUNLOP Winter Sport 5 (86,2 %),

GOODYEAR Ultra Grip 9 (85,4 %), PIRELLI Cinturato Winter (83,8 %) und NOKIAN WRD4 (79,9 %). Der beworbene Testbericht kann unter www.michelin.de/testberichte-michelin-a6 aufgerufen

werden.

michelin.ch


EDITORIAL

Im Namen der Mobilität: Danke, Frau Leuthard!

Während Ihrer Amtszeit als Bundesrätin

hatte ich das Privileg, Sie

mehrmals zu treffen. Als Präsident

des Organisationskomitees hatte

ich zudem die grosse Ehre, im Jahr

2011 gemeinsam mit Ihnen unseren

6. Schweizer Nutzfahrzeugsalon

«transport-CH» zu eröffnen.

Erlauben Sie mir, Frau Leuthard, Ihre

Begrüssungsworte zu zitieren, die in

unserer damaligen Verbandszeitung festgehalten

wurden. «Ohne Nutzfahrzeuge

geht (fast) nichts mehr. 90 Prozent

aller Waren werden mit Lastwagen

transportiert vom Joghurt bis zur

modernsten Maschine. Eine Gesellschaft,

die für alles und in jeder

Region einen Just-in-Time-Service und

eine grosse Warenauswahl erwartet,

ist auf einen reibungslosen Transport

mit Nutzfahrzeugen ange wiesen. (...)

Mit der stetigen Zunahme des Güterverkehrs

gewinnen das Inte resse an

der Strasse und auch ihre Nutzung

zunehmend an Bedeutung. Doch die

Staustunden nehmen zu, und wir

müssen die Engpässe in angemes sener

Zeit bekämpfen. Aber auch mit einer

verbesserten Fahrzeugflotte nimmt

unsere Verantwortung aufgrund der

zunehmenden Zahl Fahrzeuge in Bezug

auf CO 2

-Emissionen, Klimapolitik und

die verkehrspolitische Verlagerung

zu, um den verfassungsrechtlich

verankerten Alpenschutz zu gewährleisten.»

«Beim AGVS haben wir

eine globale Vision von

einer intelligenten und

nachhaltigen Mobilität.»

Nach 15 Jahren Untätigkeit Ihres

Vorgängers, die meiner Ansicht nach

willentlich und unverantwortlich war,

haben Sie den Rückstand bei den Infrastrukturen

erkannt. Der Schienenfonds

wurde zwar zuerst gegründet; der

Strassenfonds bzw. der «Infrastrukturfonds

für den Agglomerationsverkehr,

das Nationalstrassennetz sowie für die

Hauptstrassen in Berggebieten und

Randregionen» ist jedoch das unerlässliche

Instrument für die von Ihnen zuvor

erwähnten Bedürfnisse der heutigen

Gesellschaft.

Unsere Branche ist Ihnen dankbar für

Ihr Engagement für die Mobilität ohne

dabei verhärtete Fronten zwischen

Strasse und Schiene geschaffen zu haben.

Wir vom AGVS hatten immer schon

eine globale Vision der Mobilität einer

intelligenten und nachhaltigen Mobilität.

Die Zeit drängt jedoch, denn die

Staustunden nehmen immer weiter

zu, was ärgerlicherweise zu stundenlang

unnötig laufenden Motoren führt

und nicht unerhebliche Auswirkungen

auf die Luftqualität hat. Für die Qualität

unserer Luft wäre es wünschenswert,

wenn sich die Politik und die Medien

endlich dem Luft- und Schiffsverkehr

zuwenden würden. Der mangelnde Wille

dieses Sektors im Vergleich zu unserer

Branche bestürzt mich immer wieder.

Ich wünsche mir deshalb, dass das

ausserordentliche Engagement der

Nutzfahrzeugbranche für die Umwelt

anerkannt wird. Und im Namen

der Mobilität spreche ich Ihnen, Frau

Bundesrätin, unseren herzlichen Dank

aus und wünsche Ihnen gute Fahrt auf

Ihren neuen Wegen.

Herzliche Grüsse

Dominique Kolly

Präsident der Nutzfahrzeug-Kommission

und AGVS-Zentralvorstandsmitglied

Alles für innere Schönheit.

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... einer von vielen Vorteilen als le GARAGE-Partner!

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KURZ NOTIERT

Amag-Mitarbeiter ermöglichten eine

Spende über 47 075 Franken an die

Stiftung Kinderhilfe Sternschnuppe.

Amag unterstützt die Stiftung

Kinderhilfe Sternschnuppe

Im Rahmen des internen

Kulturprogramms «We move»

haben die Amag-Mitarbeitenden

in 63 Tagen eine Weltumrundung

mit Muskelkraft geschafft.

Für jeden mit dem Velo oder

zu Fuss zurückgelegten Kilometer

spendet die Amag einen

Franken. 40 075 Kilometern

wurden zusammen erreicht.

Aus fünf von den Teilnehmern

eingebrachten Vorschlägen

wurde die Stiftung Kinderhilfe

Sternschnuppe als Spendenempfängerin

ausgesucht. Am

Donnerstag, 20. September

2018, fand am Sitz der Stiftung

die Checkübergabe statt.

«Dank der äusserst grosszügigen

Spende können wir vielen

Kindern, die mit einer Krankheit

oder Behinderung leben, ein

einzigartiges Erlebnis ermöglichen»,

so die Geschäftsleiterinnen

Nicole Sami und

Lucia Wohlgemuth.

Marco Fabbro, Goodyear.

Schweizer Team als Area

Manager Retail Switzerland

und zuletzt als Business Consultant

die «Premio»-Partner

im Tessin und in der Westschweiz.

Als Verantwortlicher

für die Ein führung der GDHS-

Waren wirt schaft «tiresoft 3»

und der Weiterent wicklung des

«4 Fleet Abrechnungssystems

FOS» hat er sich in den vergangenen

Jahren immer tiefer

in die strategischen Abläufe

eingearbeitet. Als Nachfolger

von Roger Blaser ist Fabbro in

seiner neuen Position für die

Planung und Organisation der

Unternehmensaktivitäten des

«Premio»-Konzepts in der

Schweiz zuständig.

Auto Zürich: Marco Parroni

verstärkt den Verwaltungsrat

Marco Parroni, Projektleiter

der Formel E und Marketingverantwortlicher

der Bank

Marcel Schaffner, Amag.

Julius Bär, ergänzt neu den

Verwaltungsrat der grössten

Automesse der Deutschschweiz,

der Auto Zurich Car Show. Mit

neuen Ideen des ausgewiesenen

Automobilexperten Parroni, der

eine der treibenden Kräfte hinter

der Formel E und dem Zürcher

E-Prix vom Juni dieses Jahres

war, wird sich die Auto Zürich

Car Show in den kommenden

Jahren wandeln, betonen die

Verantwortlichen. Das Ziel: Von

der klassischen Auto-Messe

zu einem Unterhaltungsevent für

die ganze Familie.

Führungswechsel bei

VW Nutzfahrzeuge

Marcel Schaffner, Brand

Director VW Nutzfahrzeuge,

hat sich entschieden, eine neue

Herausforderung innerhalb der

Branche zu übernehmen. Er

wird die Amag Import AG per

31. Dezember 2018 verlassen.

Schaffner trat 2006 in die Amag

ein und übernahm Ende 2011

als Markenchef die Gesamtverantwortung

für VW Nutzfahrzeuge

in der Schweiz. In seiner Wirkungszeit

steigerten er und sein Team

den Marktanteil von VW Nutzfahrzeuge

in der Schweiz von 14

auf 26 Prozent. Der Rekrutierungsprozess

für die Neubesetzung der

Stelle wurde gestartet.

Die Hostettler Autotechnik AG

organisiert sich neu

Die Hostettler Autotechnik

AG integriert den immer

wichtigeren Bereich Reifen

vollständig in die Organisation.

Dadurch übernimmt Markus

Abegglen, bisheriger Leiter

Pneuservice der Hostettler

AG, die Gesamtverantwortung

als Geschäftsführer. Patrick

Spirig, seit mehreren Jahren

Senior Product Manager für die

Marke Nexen, wird neuer Leiter

Reifen. Marcel Stocker ist neu

im Management-Team und übernimmt

die Verantwortung für den

Bereich Automotive. Stocker

verfügt über mehr als 20 Jahre

Erfahrung im Automobilbereich,

war bereits von 2002 bis 2008 bei

der Hostettler Autotechnik AG

tätig und war für Marketing und

Werkstattkonzepte zuständig.

Marco Fabbro für das «Premio»-

Konzept verantwortlich

Seit September ist Marco

Fabbro neuer Manager Retail

Switzerland bei Goodyear

Dunlop Handelssysteme

(GDHS). Seit 2014 betreute

der 43-jährige Tessiner das

Marco Parroni, Auto Zürich.

Neu im Hostettler-Autotechnik-Team «Reifen»: (v. l.) Marcel Stocker, Markus

Abegglen und Patrick Spirig.


KURZ NOTIERT

Bernard Berisha, Akzo Nobel.

Marc Gianola (links), CEO der Hockey Club Davos AG, und Andreas Wirth,

Hankook Sales Manager für den Schweizer Markt.

senders «Radio 1», wechselt

vom Journalismus in die

Unternehmenskommunikation

und verstärkt den Mediendienst

Deutschschweiz des

TCS als Mediensprecher und

PR-Spezialist. Lukas Reinhardt

rapportiert direkt an Daniel Graf,

Leiter Mediendienst Deutschschweiz

des TCS.

Verstärkung für das

Schweizer Sikkens-Team

Bernard Berisha verstärkt

seit August das Sikkens-Team

in der Schweiz. Der 32-Jährige

betreut die Kunden in der

Deutschschweiz, freut sich auf

die neue Aufgabe und die Nähe

zum Kunden. Berisha hat das

Autolackierhandwerk von der

Pike auf gelernt und war lange

im Flugzeugbau tätig, zuletzt

als Prozess- und Materialingenieur.

Dort arbeitete er mit

AkzoNobel Aviation zusammen

und avancierte zum Experten

für Lackspezifikationen,

Applikations- und Materialtests.

«Vision Zero»: Keine Unfälle

mehr auf den Strassen

«Verkehrsunfälle sollen

endlich der Vergangenheit

angehören», sagt Daniel Freund,

Geschäftsleiter von Continental

Schweiz. Das Unternehmen ist

bekannt für sein Know-how in

der Reifentechnik und leistet

seit mehr als einem Jahrhundert

einen wichtigen Beitrag zur

Verkehrssicherheit. Der grösste

Risikofaktor im Strassenverkehr

bleibt aber der Mensch. Genau

hier setzen Continental und seine

Partner an. Sie wollen Verkehrsteilnehmende

sensibilisieren, aufklären

und schulen. «Vision Zero»

verfolgt einen hohen, ja absoluten

Anspruch: null Todesfälle, null

Verletzte, null Unfälle. Erst wenn

es keine Unfälle mehr gibt, ist das

Ziel erreicht. Die Initiative wird

zurzeit in der gesamten Deutschschweiz

online, in den Verkaufsräumen

der Partner und in den

TCS-Fahrzentren lanciert.

Hankook wird Sponsor des

HC Davos

Der Reifenhersteller Hankook

unterzeichnet zunächst für drei

Jahre eine Partnerschaft mit

dem HC Davos. Die Sponsoring-

Vereinbarung umfasst die

Spiele des HC Davos in der

Schweizer Eishockey National

League sowie den Spengler

Cup Davos, der jedes Jahr

zwischen Weihnachten und

Neujahr stattfindet. «Wir freuen

uns auf die neue Partnerschaft

mit dem HC Davos. Jeder, der

schon einmal ein Eishockeyspiel

gesehen hat, weiss, wie

die Fans und Teams Eishockey

zelebrieren. Diese Emotionalität

passt perfekt zu unserem

Unternehmensmotto ‹Driving

Emotion›», erklärt Andreas

Wirth, Hankook Sales Manager

für den Schweizer Markt.

Lukas Reinhardt ist neuer

Mediensprecher des TCS

Lukas Reinhard, der ehemalige

stellvertretende Chefredaktor

des Zürcher Radio-

Importfachmann ergänzt

Emil-Frey-Geschäftsleitung

Marcel Guerry hat am

1. September 2018 als Mitglied

der Geschäftsleitung der Emil

Frey Gruppe seine Tätigkeit

am Hauptsitz in Zürich aufgenommen.

In dieser Funktion

ist er verantwortlich für die

Geschäftsführung der Emil Frey

Gruppe Schweiz mit den

operativen Geschäftseinheiten

Import, Einzelhandel sowie

Finanz- und Servicedienstleistungen.

Marcel Guerry

(56) hat langjährige Erfahrung

im Einzelhandel und im Importgeschäft.

Zuletzt leitete

er als CEO und Verwaltungsratspräsident

Mercedes Benz

Italien, vorher war er seit 2011

als CEO für die Mercedes Benz

Schweiz AG verantwortlich.

Fortsetzung Seite 8

Der grösste Risikofaktor im Strassenverkehr ist und bleibt der Mensch.

Continental will mit der Kampagne «VisionZero» darauf sensibilisieren.

Lukas Reinhard, TCS.

Marcel Guerry, Emil Frey Gruppe.

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KURZ NOTIERT

Toni von Dach, ehemals Figas.

Jvan Hutter, Figas.

Miss Yokohama Milena Crusi cruist nun mit ihrem Hyundai Kona durchs Missjahr.

Figas Business Management

unter neuer Führung

Toni von Dach trat per Ende

September nach über 17 Jahren

als Leiter Business Management

bei der Figas Autogewerbe

Treuhand der Schweiz AG in

seinen wohlverdienten Ruhestand.

«Im Zuge dieses Wandels

freuen wir uns sehr, dass wir mit

Jvan Hutter einen versierten

Branchenkenner für die Leitung

des Geschäftsbereichs Business

Management für uns gewinnen

konnten», teilten die Unternehmensverantwortlichen

mit

einem Schreiben am 4. Oktober

mit. Jvan Hutter arbeitet seit

Anfang 2018 bei der Figas. Er

absolvierte ein Wirtschaftsstudium

mit Masterabschluss

und war über 17Jahre als Geschäftsführer

und Inhaber eines

KMU in der Automobilbranche

tätig. Darüber hinaus verfügt er

über fundierte Kenntnisse in der

Finanzdienstleistungsbrache.

Nutzfahrzeuge sind gefragt

In den ersten neun Monaten

des laufenden Jahres wurden in

der Schweiz und im Fürstentum

Liechtenstein über 31 000 neue

Nutzfahrzeuge immatrikuliert.

Die Zahl der neu zugelassenen

leichten Nutzfahrzeuge nahm

gegenüber der Vorjahresperiode

um 1,5 Prozent auf 23 739 zu.

Auch die Personentransportfahrzeuge

vor allem die

Wohnmobile befinden sich

weiter im Höhenflug mit einem

Plus von 0,9 Prozent auf 4214 neu

eingelöste Fahrzeuge. Die LKW

liegen im Vorjahresvergleich mit

einem Minus von 62 Fahrzeugen

respektive 1,8 Prozent knapp unter

dem Rekordniveau von 2017.

Der AMZ und Cromax

auf der Erfolgspur

Der Akademische Motorsportverein

Zürich (AMZ) der

ETH blickt auf eine erfolgreiche

Formula Student-Saison 2018

zurück. Der Motorsportverein

gewann in der Kategorie

der Elektrofahrzeuge bei

allen vier Saisonevents die

Auszeichnung «Engineering

Design». Ausserdem gewann

das Fahrzeug «Eiger» lackiert

mit Cromax-Produkten den

«Best Technology Innovation

Award 2018» .

Milena Crusi gewinnt den Titel

«Miss Yokohama 2018/19»

Die diesjährige Miss-

Yokohama-Wahl moderiert

von Linda Gwerder ging am

22. September im Forum Fribourg

über die Bühne. Elf attraktive

Kandidatinnen stellten sich dem

Publikum und einer vierköpfigen

Jury. Schliesslich setzte sich

die 19-jährige Milena Crusi aus

dem Zürcher Unterland durch

und durfte das Krönchen als

«Miss Yokohama 2018/19» aufsetzen.

«Ich freue mich riesig auf

das kommende Jahr, ich kann

es kaum fassen», erklärte die

strahlende Siegerin und setzte

sich begeistert in ihrem brandneuen

Hyundai Kona der Alcardis

Automobile AG in Worblaufen.

Volvo Center AG Worben

erstrahlt in neuem Glanz

In zwölf Monaten Bauzeit

entstand in Worben BE eine

der modernsten und technisch

effizientesten Volvo-Garagen

der Schweiz bei laufendem

Betrieb konnte der Umbau des

Familienbetriebs in sieben

Etappen umgesetzt werden

mit einer markanten Fassade,

einem einladenden Showroom

sowie einer komplett neuen

Werkstatt und Waschanlage

für Personenwagen und Nutzfahrzeuge.

Seit 1997 ist die

Volvo Center AG im Besitz der

Derungs & Partner Holding AG

und seitdem ein regional verankerter

Familienbetrieb.

Ein Teil der 65 Studenten, die das AMZ-Team bilden, und die Cromax-Vertretung

mit dem Fahrzeug «Eiger».

Mit der Neueröffnung der Volvo

Center AG in Worben bricht für die

Inhaber, Mitarbeitenden und Kundschaft

ein neues Zeitalter an.

Täglich aktuelle News:

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8

November 2018 | AUTOINSIDE


PUBLIREPORTAGEN

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Der Reifen- und Räderratgeber powered by Pirelli

Die Potenziale des Reifenund

Rädergeschäfts nutzen

Für AUTOINSIDE beantwortet Reifenspezialist Elio Rullo sechsmal pro Jahr Fragen zum Reifen- und Rädergeschäft. Die

Beiträge sind auf einen maximalen Nutzwert ausgerichtet und werden von AUTOINSIDE-Partner Pirelli zur Verfügung gestellt.

Im Reifen- und Rädergeschäft liegt viel

wirtschaftliches Potenzial, das Sie, als Garagist,

für Ihren Geschäftserfolg nutzen können.

Es besteht aus weit mehr, als zweimal

im Jahr vier Pneus zu wechseln. Pirelli

unterstützt ihre Kunden dabei, das Potenzial

zu nutzen und Wachstum zu generieren.

Drei Ziele stehen dabei im Vordergrund:

1. Steigerung der Produktivität dank

Planungs- und Prozessoptimierung

2. Steigerung der Effektivität durch

weitere Wertschöpfung aus Bestandskunden

3. Steigerung des Gewinns durch Steigerung

des Rohertrags, der Kundenzufriedenheit

und der Werkstattauslastung

Zweimal im Jahr haben Sie als Garagist

Ihren Kunden zwecks Reifenwechsel in

der Werkstatt ideale Gelegenheiten, ihn

von Ihren Dienstleistungen zu begeistern

und zusätzliche Erträge zu generieren. Dabei

ist das Angebot des Reifenhotels nur

eine von vielen Dienstleistungen, die Sie

Ihrem Kunden anbieten können.

Im Reifen- und Rädergeschäft steckt viel

mehr Potenzial: Neben der Offerte von Reifenhotel

und neuen Reifen haben Sie beispielsweise

die Möglichkeit, dem Kunden

eine Pflege der abmontierten Räder anzubieten.

Dabei können Räder nachgewuchtet,

gereinigt, versiegelt und repariert werden.

Anhand des Zustands der Reifen können

Rückschlüsse auf die Lenkgeometrie gezogen

werden. Das Potenzial für Cross-selling

ist gross, wenn die Räder einmal demontiert

sind. Dabei können Arbeiten auch auf die

Nebensaison gelegt werden, um die Werkstatt

effizient auszunutzen. Hier liegt einer

der zentralen Ansatzpunkte eines professionellen

Räder- und Reifengeschäfts zugrunde:

Machen Sie es zum Ganzjahres-Business!

Es lohnt sich, eine saubere Datenbank über

Ihren Kunden und seine Reifen zu führen. Je

mehr Sie über Ihren Kunden wissen, desto

besser können Sie Ihn zum gewünschten Zeitpunkt

mit dem passenden Service ansprechen.

Entscheidend für die Rentabilität Ihres

Räder- und Reifengeschäfts sind die innerbetrieblichen

Prozesse. Schon mittelgrosse

Garagen lagern heute in ihren Reifenhotels

4000 bis 5000 Kompletträder ein. Wer hier

die Abläufe optimiert, gewinnt an Effizienz,

Qualität und Kundenzufriedenheit.

Ein Beispiel: Der erwähnte Händler lagert

4000 Reifen ein. Die Montagestelle liegt drei

Minuten vom Lager entfernt. Der Arbeiter

ist mehr als eine Arbeitswoche mit dem

Holen der Reifen beschäftigt, was Mehrkosten

von 6000 Franken generiert (Annahme

CHF 120 interner Stundenansatz). Lohnt es

sich, die Montagestelle zu verlegen? Man

bedenke, dass dieser Weg vier Mal im Jahr

zurückgelegt werden muss.

Bei der Prozessoptimierung ist ein

360- Grad- Blick winkel wichtig, denn jedermann

im Betrieb ist betroffen, wenn Abläufe

angepasst werden: Von der Geschäftsleitung,

über den Verkauf bis hin zum Lehrling.

Abschliessend halten wir fest, dass das

Reifen-/Rädergeschäft mehr Beachtung verdient.

Beobachten Sie es während der laufenden

Saison, notieren Sie sich kritische

Punkte und besprechen Sie diese im Team.

Wir sind überzeugt, dass Sie gemeinsam

interne Prozesse optimieren und hilfreiche

Arbeitsmittel ausarbeiten können, um für

die kommende Saison professioneller aufgestellt

zu sein. Es lohnt sich. Das wird am

Ende Ihre Rendite zeigen.

PS: In unserem Räder- und Reifenratgeber

in der Oktoberausgabe hat sich eine

Ungenauigkeit eingeschlichen. Dabei ging

es um den korrekten Reifendruck bei kalten

Temperaturen. Da sich Luft bei kalten

Temperaturen zusammenzieht, sinkt der

Elio Rullo ist seit 28 Jahren in der Reifenbranche tätig

und einer der profundesten Kenner des Reifengeschäfts

in der Schweiz. Bei der Pirelli Tyre (Suisse)

SA bekleidete er in den letzten drei Jahrzehnten

verschiedene Positionen, unter anderen jene des Leiters

Motorsport. Heute ist er verantwortlich für Kundendienst

und Technik.

Reifendruck pro zehn Grad Temperaturrückgang

um 0,1 bar. Das heisst, wenn ein

Reifen 2,5 bar erfordert und in der Werkstatt

bei 18 bis 20 Grad auf diesen Wert befüllt

wird, beträgt der Druck bei Temperaturen

um den Gefrierpunkt nur noch 2,3 bar. Für

Ihre Werkstattmitarbeiter heisst dies in der

jetzigen Reifenwechselsaison, dass Sie den

Reifendruck eher höher einstellen als eigentlich

erforderlich. <

www.pirelli.ch / elio.rullo@pirelli.com

AUTOINSIDE | November 20189


NUTZFAHRZEUGE

67. IAA Hannover

Bühne frei für

die Zukunft der

Nutzfahrzeuge

Heute zeigen, wie man morgen fährt: «Driving tomorrow»

war das Motto der 67. IAA von Ende September in

Hannover entsprechend standen alternative Antriebe

und Digitalisierung im Zentrum. Sascha Rhyner, Redaktion

10

November 2018 | AUTOINSIDE


NUTZFAHRZEUGE

Bernhard Mattes, Präsident des VDA.

Die Elektrifizierung stand im Zentrum:

Zahlreiche Hersteller präsentierten Nutzfahrzeuge mit elektrischen Antrieben.

Bernhard Mattes durfte sich zu seiner ersten IAA Nutzfahrzeuge

als Präsident des Verbands der Automobilindustrie (VDA) über

eine Messe der Rekorde freuen: mehr Weltpremieren, mehr Aussteller,

mehr Ausstellungsfläche, mehr Besucher. Besonders hob

er die 435 Weltpremieren hervor, mit denen die 2174 Aussteller aus

48 Ländern aufwarteten. Die Chinesen stellten sowohl bei den Teilnehmern

als auch bei den 250 000 Besuchern den grössten Anteil.

Für Mattes standen Innovationsthemen wie Digitalisierung, Vernetzung,

Automatisierung und urbane Lieferkonzepte im Vordergrund.

«Deshalb hat die Nutzfahrzeugindustrie entsprechende

innovative Antriebskonzepte entwickelt: Der E-Transporter ist

emissionsfrei, er hat nur noch sehr geringe Betriebskosten und

er ist auf ‹leisen Sohlen› unterwegs», blickt Mattes in die Zukunft.

36 Nutzfahrzeuge mit elektrischem Antrieb standen für Probefahrten bereit.

Der Diesel hat weiter seine Berechtigung

Schon vor zwei Jahren präsentierten die Aussteller an der IAA

Elektro-Konzeptfahrzeuge.

Fortsetzung Seite 12

Digitalisierung und autonomes Fahren waren ebenfalls zentrale Themen an der IAA.

AUTOINSIDE | November 201811


NUTZFAHRZEUGE

Die Aussteller präsentierten an der IAA insgesamt 435 Weltpremieren

darunter der e-Citaro von Mercedes Benz.

Auch Volvo präsentierte im Bereich Elektromobilität Innovationen.

Hoch im Kurs waren auch Gas­

Iveco wartete mit einem «dieselfreien Stand» auf.

Neben Ausstellern aus China war auch Russland an

der IAA präsent.

Futuristische

Jetzt werde geliefert, so Mattes: «Wir sehen eine Vielzahl von E-

Transportern, die jetzt in Serie gehen und auf die Strasse kommen.»

Vor allem im Verteilverkehr in Städten werde die Elektromobilität

an Bedeutung gewinnen. Entsprechend standen 36 Elektromodelle

23 leichte Nutzfahrzeuge und 13 schwere Nutzfahrzeuge für Probefahrten

bereit.

Auf langen Strecken behalte der moderne, effiziente und saubere

Diesel indes noch lange seine Berechtigung. Doch für diesen Bereich

nennt Bernhard Mattes Alternativen: «Im schweren Fernverkehr sehe

ich Potenziale für die Brennstoffzelle und Erdgas.» Entsprechend

positionierten sich die Hersteller mit alternativ angetriebenen

Modellen. Am weitesten ging Iveco: Der italienische Nutzfahrzeughersteller

setzte an der IAA auf Gas und Strom. «Ivecos Messestand

2018 ist vollkommen dieselfrei», betonte Ivecos Markenchef

Pierre Lahutte. Gas, bevorzugt Biomethan, ist Ivecos Kraftstofffavorit.

Mercedes-Benz präsentierte den neuen Actros ebenfalls mit einer Erdgasvariante.

Auch die Schweden von Scania und Volvo hatten Erdgasantriebe

ausgestellt.

Schaufenster der Zukunft

Auch die Digitalisierung stand bei den Ausstellern mit unterschiedlichsten

inhaltlichen Ausprägungen wie «Track & Trace»,

optimierte Laderaumausnutzung und Fahrzeugdiagnose auf der

Agenda. Bernhard Mattes betonte insbesondere das Engagement

der Hersteller bei Anhängern und Aufbauten; genauso bei der

Automatisierung: Von teilautomatisierten bis hin zu vollauto-

12

November 2018 | AUTOINSIDE


NUTZFAHRZEUGE

antriebe wie hier, bei Scania.

Andreas Scheuer, deutscher Bundesminister für Verkehr und

digitale Infrastruktur, lässt sich von den Innovationen inspirieren.

Blickfänge waren auch traditionelle Nutzfahrzeuge.

Konzepte fehlten weder bei Mercedes ...

... noch bei Ford ...

... noch bei Volvo.

nomen Fahrzeugen zeigten die Aussteller viele Anwendungen.

Platooning sowie automatisiertes Rangieren auf Speditionshöfen

oder teilautomatisierte Fahrfunktionen auf der Autobahn standen

im Fokus. Die Besucher konnten autonomes Fahren selber erleben.

Der Conti-Shuttle Cube fuhr die Gäste vom Tor Nord zur Halle 23.

«Das automatisierte Fahren ist vom vernetzten Fahren nicht zu

trennen beide Innovationstrends beschleunigen sich gegenseitig»,

betonte Mattes in seiner Schlussrede. Sowohl die Elektromobilität

als auch die Digitalisierung zahlen auf die urbane Logistik ein. Angesichts

des stark wachsenden Onlinehandels brauche es überzeugende

Antworten, wie die Güter und Waren gerade auf der «letzten Meile»

bis zur Haustür des Kunden geliefert werden. «Es sind die Nutzfahrzeugindustrie

und ihre Partner, die den Verkehr in Städten neu

definieren mit hohem Kundennutzen für das Transportgewerbe

und den Konsumenten», ist Mattes überzeugt.

Einkaufstour im grossen Stil

Für eine spezielle Randnotiz sorgte die Hegelmann Group, welche

die IAA gleich zu einer Shoppingtour der aussergewöhnlichen Art

nutzte. Sie bestellte bei drei Truck- und Trailer-Herstellern insgesamt

2500 ziehende Einheiten und 1000 Trailer. <

Weitere Infos unter:

iaa.de

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Wenn es um die Zukunft von

Garagen geht, ist Bosch der

richtige Partner.

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Uns bewegt, was Sie bewegt.


NUTZFAHRZEUGE

Ladungssicherung

Keine Kompromisse!

Mit der Einführung der LSVA haben Lieferwagen mit bis 3,5 Tonnen Gesamtgewicht einen grossen Aufschwung erlebt.

Jeder mit einem Ausweis der Kategorie B darf sie fahren. Das bringt Gefahren mit sich. Sandro Compagno, Redaktion

Ungenügende Ladungssicherung kann tödlich sein: Ein Crashtest führt die Folgen eines Unfalls mit einem Lieferwagen drastisch vor Augen (Bild Bott Schweiz AG).

Die leichten Nutzfahrzeuge haben im Vergleich zum LKW viele

Vorteile: Sie sind wendiger in den Städten, schneller auf der Autobahn

und dürfen nachts gefahren werden. Mit der stärkeren Verbreitung

dieser Lieferwagen sind allerdings auch die Unfallzahlen

gestiegen. Denn Nutzfahrzeuge mit 3,5 Tonnen Gesamtgewicht

sind zwar ähnlich schnell wie Personenwagen, haben aber gewisse

Eigenschaften von Lastwagen: Fahrverhalten, Bremsleistung und

Ladungssicherung.

Wer hat nicht schon einmal Freunden beim Umzug geholfen, einen

kleinen Transporter bis unters Dach mit Wohnwand, TV-Gerät, Topfpflanzen

und Bücherkisten («Immer diese verdammten Bücherkisten!»)

gefüllt und als «Ladungssicherung» einen Teppich oder ein paar

Wolldecken um die etwas heikleren Möbel gestopft?

«Im Tagesgeschäft erlebt man die wildesten Dinge», sagt Michael

Rutz, Leiter Fahrzeugeinrichtungen bei der Würth AG, im Interview

(siehe Seiten 15) und meint nicht in erster Linie die Amateure, die am

Samstagnachmittag als Zügelmänner unterwegs sind. Da keine zusätzliche

Ausbildung nötig ist, um ein leichtes Nutzfahrzeug zu bewegen,

fehlen auch bei Profis oft elementare Kenntnisse über die Gefahren

von schlecht beladenen Lieferwagen.

Das Strassenverkehrsgesetz besagt, dass Fahrzeuge nicht überladen

werden dürfen (SVG 30.2). Der Fahrer ist für die Ladung und die Ladungssicherung

verantwortlich. Eine ungenügende Ladungssicherung

gefährdet das eigene Leben und das der anderen Verkehrsteilnehmer.

Es drohen Schäden am eigenen Fahrzeug wie auch an Fahrzeugen

Dritter. Dazu kommen Strafanzeigen, Bussen, Versicherungsansprüche,

Streitigkeiten mit Kunden und als Resultat hohe Kosten.

«Letzten Endes ist damit keine Ladungssicherung die teurere und

schlechtere Variante», heisst es in einer Broschüre des Nutzfahrzeugverbands

Astag, die kostenlos als Download zur Verfügung steht.

AUTOINSIDE hat mit drei Experten zum Thema Ladungssicherung,

zu Herausforderungen und Lösungen gesprochen. <

Weitere Infos unter:

astag.ch

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NUTZFAHRZEUGE

Sortimo Walter Rüegg AG

Würth AG

Welches sind die häufigsten Fehler, die

Sie bei der Ladungssicherung im Alltag

feststellen?

Claude Pribitzer:

Die Fahrzeugsicherheit

hat sich in den

vergangenen Jahren

positiv verändert. Sowohl

die aktive als

auch die passive Sicherheit

der Fahrzeu-

Claude Pribitzer, Marketing

Product Manager Sortimo.

ge wurde kontinuierlich

verbessert wie

Sicherheitsgurten, Airbagsysteme, Türverstrebungen,

verstärkte Fahrgastzellen oder

Abstandwarnsysteme. Die positiven Veränderungen

der Fahrzeugsicherheit nützen jedoch

nur wenig, wenn die Ladung unzureichend

gesichert ist. Leider wird der Sicherung der

Ladung zu wenig Beachtung geschenkt, da

die benötigten Hilfsmittel nicht ausreichend

vorhanden sind oder schlichtweg fehlen.

Für LKW und schwere NFZ existieren klare

gesetzliche Regeln zur Ladungssicherung.

Würden Sie solche Regeln auch für leichte

NFZ bis 3,5 Tonnen begrüssen?

Klare Richtlinien würden helfen, die Unklarheiten

über die Ladungssicherung zu

eliminieren. Die Sortimo Walter Rüegg AG

führt heute schon bei Firmen und Verbänden

Schulungen zum Thema Ladungssicherung

durch und zeigt verschiedene Lösungen

auf, wie Ladung und Werkzeuge schnell und

einfach gesichert werden können.

Für welche Arten von Fahrzeugen bietet

Ihr Unternehmen Systeme zur Ladungssicherung

an?

Die Ladegutsicherungssysteme und Fahrzeugeinrichtungen

können nicht nur in Nutzfahrzeuge

eingebaut werden. Auch für PW

bietet Sortimo spezielle Lösungen für die

optimale Ladungssicherung. Mit den praktischen

Workerboxen werden Stielgeräte und

Handwerkzeuge auf den Pritschenfahrzeugen

gesichert und darüber hinaus vor Wind

und Wetter geschützt. Selbst sperrige Güter,

die auf dem Lastenträger transportiert werden

müssen, lassen sich durch das integrierte

Zurrsystem mit wenigen Handgriffen auf dem

Träger sichern. Wenn die entsprechenden Vorkehrungen

getroffen worden sind, kann mit

einem sicheren Gefühl transportiert werden.

Materialien wie Aluminium, Stahl oder

Kunststoff sind heute «State of the Art».

In welche Richtung geht die Entwicklung

weiter?

«Keep it simple!»: Im Vergleich zu den am

Markt erhältlichen Fahrzeugeinrichtungslösungen

geht der Trend zur Vereinfachung

des Systems. Der Materialmix aus Aluminium,

Stahlblech und Kompositwerkstoff

garantiert eine leichte Bauweise mit einem

hohen Mass an Qualität, ohne die Sicherheit

aus den Augen zu verlieren.

Diese Systeme zur Ladungssicherung sind

immer ein Spagat zwischen Stabilität und

Gewicht der Einbauten und zur Verfügung

stehender Nutzlast. Wie löst Sortimo diese

Quadratur des Kreises?

Das Sortimo-Konzept liegt darin, die Einrichtung

zu vereinfachen, indem weniger

Komponenten verwendet werden, und mehr

Funktionen und Add-ons einzuführen und zu

integrieren.

Wie definieren Sie Ihre USP?

Die zukunftsweisenden Konzepte und die

zuverlässigen Lösungen rund um die Fahrzeugeinrichtungen

mit über 30 Jahren Erfahrung

und eigener Produktion machen Sortimo

Walter Rüegg zum idealen Partner der

intelligenten Mobilität. <

Weitere Infos unter:

sortimo.ch

Welches sind die häufigsten Fehler, die

Sie bei der Ladungssicherung im Alltag

feststellen?

Michael Rutz: Nachlässigkeit

und Unterschätzung

der Gefahr. Man

denkt: «Ach, ich fahre

ja nur in den nächsten

Ort, auf dieser kurzen

Strecke wird

Michael Rutz, Leiter Fahrzeugeinrichtungen

Würth AG.

schon nichts passieren.»

Oder: «Dieses

eine kleine Teil

kann doch keinen grossen Schaden anrichten.»

Dann läuft einem ein Kind oder

Hund vors Auto, man muss plötzlich auf die

Bremse steigen und dann ist es eben doch

passiert.

Für LKW und schwere NFZ existieren klare

gesetzliche Regeln zur Ladungssicherung.

Würden Sie solche Regeln auch für leichte

NFZ bis 3,5 Tonnen begrüssen?

Ja, denn im Tagesgeschäft erlebt man die

wildesten Dinge: herumliegende Teile, nicht

festgebundene Gegenstände, schwere Schraubenschränke,

die in die Werkstatt gehören,

selbst zusammengebastelte Einrichtungen,

auch Einrichtungen aus Holz, gibt es immer

noch unzählige. Die Antwort fast aller Kunden

auf die Frage, wieso die Ladung nicht

fachmännisch gesichert worden ist, lautet:

«Das haben wir immer so gemacht und es

ist noch nie etwas passiert.»

Für welche Arten von Fahrzeugen bietet

Ihr Unternehmen Systeme zur Ladungssicherung

an?

Für leichte Nutzfahrzeuge bis 3,5 Tonnen

und PW.

Fortsetzung Seite 16

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NUTZFAHRZEUGE

Materialien wie Aluminium, Stahl oder Kunststoff

sind heute «State of the Art». In welche

Richtung geht die Entwicklung weiter?

Die Industrie arbeitet daran, neue Materialien

oder Verbundstoffe zu entwickeln.

Impulse dafür kommen oft aus der Luft- und

Raumfahrttechnik. Würth greift neue Entwicklungen

auf, um in eigenen Entwicklungsabteilungen

innovative Produkte zu

konstruieren.

Diese Systeme zur Ladungssicherung sind

immer ein Spagat zwischen Stabilität und

Gewicht der Einbauten und zur Verfügung

stehender Nutzlast. Wie löst Würth diese

Quadratur des Kreises?

Würth bietet zwei Systeme von Fahrzeugeinrichtungen

an. Das eine variables System

genannt besteht aus einem intelligenten

Materialmix aus Aluminium, Stahl und

Kunststoff. Das spart Gewicht, was sich

positiv auf die Treibstoffkosten auswirkt.

Für Branchen wie das Baugewerbe gibt es das

extrem robuste und stabile modulare System

aus hochfesten Stahlbauelementen, die der

hohen mechanischen Belastung problemlos

standhalten. Bei beiden Systemen steht die Sicherheit

jedoch an erster Stelle. Hier machen

wir keine Kompromisse.

Wie definieren Sie Ihre USP?

Drei Besonderheiten möchte ich hervorheben.

Erstens die Kundennähe: Würth-Kunden

werden in der Schweiz von rund 400 Verkäufern

im Aussendienst und in derzeit

36 Handwerker-Shops speditiv und kompetent

beraten. Ausserdem sind die Kollegen im

Innendienst, der Online-Shop und die Würth-

App nur einen Telefonanruf und einen Klick

vom Kunden entfernt. Zweitens das Gesamtpaket:

Die Fahrzeugeinrichtungen von Würth

machen ein Fahrzeug zur rollenden Werkstatt.

Sie schaffen ein professionelles Arbeitsumfeld,

das mit allen notwendigen Werkzeugen und

Materialien ausgestattet ist. Dieses Gesamtpaket

Fahrzeugeinrichtung, Zubehör, Verbrauchsmaterial,

Werkzeug, Maschinen gibt

es so nur bei Würth. Drittens die Individualität

statt Ware von der Stange: Würth stimmt

jede seiner Fahrzeugeinrichtungen genau auf

Fahrzeugtyp, Branche und Arbeitsabläufe ab.

Wir können auch ausgefallene Sonderwünsche

erfüllen. <

Bott Schweiz AG

Daniel Mauerhofer,

Vertriebsleiter Bott Schweiz.

Welches sind die häufigsten Fehler,

die Sie bei der Ladungssicherung im Alltag

feststellen?

Daniel Mauerhofer: Beim

Fahrzeugkauf entscheiden

meist Nutzlast und

Kosten. Aber gerade

in der Fahrzeugkategorie

Personenwagen

und leichte Nutzfahrzeuge

bis 3,5 Tonnen

ist das Thema Ladungs-

und Insassensicherheit

genauso wichtig! Wir stellen oft

fehlendes Bewusstsein der jeweiligen Verantwortlichkeiten

der Fahrzeuglenker und

-verantwortlichen fest verbunden mit zu

geringen Kenntnissen über die gesetzlichen

Grundlagen und daraus folgende teilweise

fehlende Ladungssicherungsmittel wie

Zurrgurten, Ladungssicherungsnetze, Antirutschmatten

und so weiter.

Ladung sicher transportieren ist keine Hexerei.

Für LKW und schwere NFZ existieren klare

gesetzliche Regeln zur Ladungssicherung.

Würden Sie solche Regeln auch für leichte

NFZ bis 3,5 Tonnen begrüssen?

Bei Transportern auf jeden Fall. Das Thema

Ladungssicherung ist aber nicht nur für

leichte Nutzfahrzeuge bis 3,5 Tonnen wichtig,

sondern für alle Fahrzeuge in dieser Kategorie,

mit denen Waren transportiert werden

wie PW-Kombis, SUV, Vans und Kleinsttransporter.

In dieser Hinsicht wäre eine Aufklärungskampagne

über Nutzen und Gefahren

sinnvoll.

Für welche Arten von Fahrzeugen bietet

Ihr Unternehmen Systeme zur Ladungssicherung

an?

Für alle Fahrzeugkategorien bis 3,5 Tonnen

inklusive Anhänger, die für Gütertransporte

eingesetzt werden.

Materialien wie Aluminium, Stahl oder

Kunststoff sind heute «State of the Art».

In welche Richtung geht die Entwicklung

weiter?

Bott integriert Ladungssicherungsmöglichkeiten

bei den Einrichtungen. Zudem ist

Leichtbau zwecks Nutzlasterhöhung eine präsente

Entwicklungsarbeit. Bott arbeitet stets

am Thema Sicherheit, Stabilität, Belastbarkeit

und schliesslich am Pricing.

Diese Systeme zur Ladungssicherung sind

immer ein Spagat zwischen Stabilität und

Gewicht der Einbauten und zur Verfügung

stehender Nutzlast. Wie löst Sortimo diese

Quadratur des Kreises?

Bott erfüllt mit seinem einzigartigen Materialmix

aus Stahl, Alu und Kunststoff diese

Herausforderung.

Wie definieren Sie Ihre USP?

Bott ist führend im Bereich Sicherheit/Ladungssicherung.

Dies beweisen die laufenden

Crashtests durch die Bott Group, aber auch

durch die Bott Schweiz AG. Dazu kommt

unsere Vertriebsstruktur mit dem gesamtschweizerischen

Bott-Partnernetz und seinen

einbauzertifizierten Montageteams. Bott-

Fahrzeugeinrichtungen verfügen über einen

einzigartigen Materialmix. Die Bott Schweiz

AG bietet neben Fahrzeugeinrichtungen, die

wir als mobile Arbeitswelten konzipieren,

auch Betriebs- und Werkstatteinrichtungen

sowie Arbeitsplatzsysteme, also stationäre

Arbeitswelten, an. <

Weitere Infos unter:

bott-schweiz.ch

Weitere Infos unter:

orsymobil.ch

16

November 2018 | AUTOINSIDE


Ihre Daten in der

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NUTZFAHRZEUGE

Garagistenzmorge bei der Garage Pieren AG in Thierachern

«Im Geschäftsleben ist die

Ehrlichkeit das Wichtigste»

Qashqai, Juke, X-Trail: Manfred Pierens Herz schlägt für Nissan. bald 30 Jahren machte sich der Garagist in Thierachern

bei Thun selbstständig und fand mit seiner Marke eine Nische, in der sich formidabel wirtschaften lässt: Spezialaufbauten

für Nutzfahrzeuge. Sandro Compagno, Redaktion

Neben den erwähnten PW-Modellen bietet Nissan eine breite Palette

an leichten Nutzfahrzeugen an. Sie heissen Navarra, NT 400,

NV 200, NV 300 und NV 400. Kleine Lastesel, Alleskönner, die sowohl

für den gewerblichen Einsatz geeignet sind wie auch von Gemeinden

genutzt werden.

Rund 40 Prozent der 400 Neufahrzeuge, welche die Garage Pieren

verkauft, sind diese kleinen Nutzfahrzeuge bis 3,5 Tonnen. Da diese

Fahrzeuge spezifische Aufgabengebiete haben, werden sie selten

«ab Stange» gekauft, sondern erfahren oft noch einen Umbau. Er sei

ein Mensch, der Herausforderungen liebe, sagt Manfred Pieren über

sich: «Ich mag es, herauszufinden, welches Bedürfnis der Kunde hat,

um dann mit ihm die richtige Lösung zu entwickeln.» Das können

Fahrzeuge mit Schneepflug sein, mit Salzstreuer, mit Kranen, Kippern

oder Hebebühnen. «Gerade haben wir einen Nissan Navarra

mit sechs Tonnen Anhängelast ausgerüstet. Dazu musste eine spezielle

Druckluftbremse eingebaut werden», erzählt der Unternehmer.

Der so ausgestattete Pickup leistet heute wertvolle Dienste für

eine Baufirma.

Lukrative Nische

Bauunternehmen und Gemeinden gehören zu den wichtigsten

Kunden der Garage Pieren im Nutzfahrzeugbereich. Manfred Pieren

hat sich damit eine Nische geschaffen, die durchaus lukrativ ist. «Ein

PW kommt jedes Jahr für einen Service oder für den Reifenwechsel

in die Werkstatt», erklärt der Patron. «Aber Nutzfahrzeuge werden

wie der Name schon sagt täglich genutzt, sie werden schmutzig,

manchmal wird auch ‹geruecht›. Diese Fahrzeuge sehen wir deutlich

öfter in der Werkstatt.» Ohne Nutzfahrzeuge wäre seine Werkstatt

wohl um einiges kleiner, rechnet Manfred Pieren. 22 Mitarbeitende

beschäftigt der Betrieb im Thuner Vorort. Zum Team gehören ein

Automaler und ein Carrosseriespengler, die selbstständig sind und

deren Werkstatt auch im Gebäude der Pieren AG ist.

Massgeschneidert: Ein Nissan Navarra, der für die Bündner Gemeinde

Churwalden mit einer Ladebrücke versehen wurde.

Langwiesenstrasse 2 | CH-8108 Dällikon | Telefon 044 847 64 64 | www.baumgartnerag.ch | garagen@baumgartnerag.ch

SHOWTIME

BAUMGARTNER AG GARAGEN- UND WERKSTATTGERÄTE


NUTZFAHRZEUGE

zweiten Mal in Folge als Nissan-Händler mit der besten Kundenzufriedenheit

ausgezeichnet.

Doch nicht nur die Qualifikationen seiner Mitarbeitenden führen

zu Topleistungen. Ebenso wichtig ist für Pieren, dass sich seine Leute

im Betrieb wohlfühlen. Als er vor fünf Jahren seine Werkstatt umbaute,

durften die Mechaniker ihre Wünsche äussern: «Eine helle,

angenehm geheizte Werkstatt und gutes, sauberes Werkzeug sorgen

auch dafür, dass die Arbeit Spass macht.» Mehrere Mitarbeiter sind

schon 20 und mehr Jahre tätig für und mit Manfred Pieren und seiner

Frau Regula, die sich in der Geschäftsleitung um die Finanzen

kümmert: «Wir möchten auch älteren und sozial schwächeren Personen

eine Perspektive bieten.»

Ein Blick in die helle, aufgeräumte Werkstatt der Pieren AG in Thierachern.

Die Mitarbeitenden seien sein grösstes Kapital, sagt Manfred Pieren.

«Es ist unser Stolz, dass wir rund um das Fahrzeug alles anbieten.

Alles, ausser Sattlerarbeiten», präzisiert der Chef. Noch nie

sei es vorgekommen, dass man ein Auto für eine Diagnose in eine

andere Garage geben musste. Entsprechend viel Wert legt Pieren auf

die Aus- und Weiterbildung seiner Belegschaft. «Die Fahrzeuge entwickeln

sich. Wir müssen den Fahrzeugen gewachsen sein.» Werkstattchef

und Mitinhaber Marco Boschi qualifizierte sich unlängst

für die EM der Nissan-Automobil-Mechatroniker in Paris. Und am

Nissan-Mechanikerwettbewerb belegten gleich vier Mitarbeiter von

Pieren die ersten Plätze. Die Garage selbst wurde dieses Jahr zum

«Anfänglich wurden wir ausgelacht»

1989 machte sich Manfred Pieren, damals Werkstattchef der Nissan-Hauptvertretung

in Thun, selbstständig und kaufte das Garagengebäude

unweit des Waffenplatzes von einem Occasionenhändler.

Sieben Jahre später machte sein ehemaliger Arbeitgeber dicht,

heute ist die Garage Pieren AG die Hauptvertretung des japanischen

Herstellers in der Region und damit Drehscheibe für Nissan-Originalersatzteile

für Garagen vom Berner Oberland bis ins deutschsprachige

Wallis. «Anfänglich wurden wir ausgelacht, dass wir hier in

Thierachern eine Garage eröffnen», erinnert er sich. Heute lacht niemand

mehr. Die Lage im Industriegebiet der 2000-Seelen-Gemeinde

hat sich als goldrichtig erwiesen: Verkehrsstörungen oder gar Staus

sind Fremdwörter, die Autobahn A6 ist nah und das Strassenverkehrsamt

nur einen Steinwurf entfernt.

«Wieder ein Nissan von Pieren Thierachern», steht auf vielen

Neuwagen, die das Areal an der Thunstrasse verlassen. «Den Slogan

ist vor 30 Jahren spontan entstanden», sagt Manfred Pieren und fügt

HALLE 6 / C.12


NUTZFAHRZEUGE

Der Slogan der Garage Pieren AG ist im Berner Oberland allgegenwärtig.

verschmitzt lächelnd an: «Schon den ersten verkauften Nissan hatten wir damit beschriftet.»

Nach 30 Jahren Selbstständigkeit sind Manfred und Regula Pieren daran, ihre Nachfolge

zu regeln. Die nächste Generation steht bereits in den Startlöchern: Sohn Andreas

Pieren, verantwortlich für Sales und Marketing und Mitglied der Geschäftsleitung.

Beleg für den guten Geschäftsgang sind nicht nur die zahlreichen Neuwagen, die auf

dem Areal stehen, sondern vor allem eine grosse Baustelle. Pieren baut zwei unterirdische

Einstellhallen für seine Neuwagen und Occasionen. Diese Hallen sind so konzipiert, dass

sie auch als Showroom taugen. Beim Besuch von AUTOINSIDE waren Handwerker

gerade damit beschäftigt, das untere Stockwerk mit cremefarbenen

Bodenplatten auszustatten.

«Der Kunde merkt, dass er bei uns gut aufgehoben ist»

«Das Wichtigste im Geschäftsleben ist die Ehrlichkeit», sagt

Manfred Pieren. Er suche mit seinen Kunden nach deren Bedürfnissen

die beste Lösung: «Der Kunde merkt, dass er bei uns gut

aufgehoben ist und wir gute Lösungen für ihn finden. Das

stärkt das Vertrauen.» Diese Kundenbeziehungen manifestieren

sich in Pierens kleinem Büro zwischen Showroom

und Werkstatt. An einer Wand hängen Dutzende von

Nummernschildern aus aller Welt. Allesamt Geschenke

von zufriedenen Kunden. «Angefangen hat es hiermit»,

sagt Pieren und zeigt auf ein Nummernschild in

der Form eines Eisbären aus der kanadischen Provinz

«Northwest Territories».

Ehrlichkeit und Redlichkeit spielen nicht nur im Geschäftsleben

von Manfred Pieren eine grosse Rolle. Auf

der Garagen-Website bekennt sich der Patron dazu, seinen

Familienbetrieb nach «christlichen Grundsätzen» zu führen.

Dazu gehört, dass christliche Projekte, Institutionen

und Menschen in Not finanziell unterstützt werden.

Der Glaube an Gott und das Festhalten an christlichen

Werten zeigt sich im Alltag in Thierachern. Jeden Montagmorgen

wird im Büro des Chefs gemeinsam gebetet.

«Dann wird es jeweils ziemlich eng hier drin», sagt Manfred

Pieren und lacht. <

«Mit diesem Nummernschild hat es angefangen»: Manfred Pieren vor

der Wand mit den Mitbringseln zufriedener Kunden.

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20

November 2018 | AUTOINSIDE


NUTZFAHRZEUGE

Interview mit René Wasem, Kommunikationsverantwortlicher bei der Matik AG

«Die Räder müssen

schnellstmöglich wieder rollen»

Sicherer, effizienter, dauerhafter: Bei der Entwicklung von Nutzfahrzeugreifen stehen Ökonomie und Ökologie im Fokus.

René Wasem, Kommunikationsverantwortlicher des NFZ-Spezialisten Matik, über die Herausforderung Nutzfahrzeugreifen

und die Möglichkeiten für Zusatzgeschäfte. Sandro Compagno, Redaktion

Profis im NFZ-Bereich: René Wasem (links), Kommunikationsverantwortlicher, und Baskim Begzati, Leiter der Matik AG, an der Swiss Automotive Show 2018.

Herr Wasem, ein Reifen für einen schweren Truck ist mehr

als einfach ein grösserer PW-Reifen. Wo liegen die wesentlichen

Unterschiede hinsichtlich des Materials und der Technologie?

René Wasem: Die Grundmaterialien und -technologien sind

durchaus vergleichbar mit PW-Reifen. Die Unterschiede liegen in

der Mischung der verschiedenen Komponenten, da der Reifen im

Nutzfahrzeugbereich andere Herausforderungen stellt. Neben den

bekannten Eigenschaften wie Spurtreue, Laufruhe, Bremseffizienz

und Haftung stehen aufgrund des Einsatzzwecks die Lebensdauer,

die Stabilität und vor allem der Preis stark im

Vordergrund. Auch der Verwendungszweck

spielt immer wieder eine grosse Rolle.

Nicht jeder LKW-Reifen ist für jeden Einsatz

geeignet. Es gibt spezielle Bereifung für

den Fernverkehr, für Regionalverkehr auf

hügeligen Strassen und für den Baustellenbereich.

Welche Art von Reifen wird in der

Schweiz am häufigsten verkauft?

Dies ist regional sehr unterschiedlich und sehr vom Kundensegment

abhängig. Ein grosser Teil geht vor allem in den regionalen

Verkehr, den Verteilerverkehr oder in die Bauwirtschaft. Der Langstreckenverkehr

spielt eine eher untergeordnete Rolle.

«Die Nutzfahrzeuge

auf unseren Strassen sind

sehr sicher.»

René Wasem

Was kann ein LKW-Reifen in fünf Jahren. was er heute noch

nicht kann?

Hier hat jeder Hersteller seine eigene Philosophie. Sicher wird in

der Forschung und Entwicklung der Fokus stärker auf die Herstellkosten

und die verwendeten, immer umweltfreundlicheren Bestandteile

gerichtet. Einer der Hauptfaktoren wird die Lebensdauer sein,

aber auch Sicherheit und Komfort, und das bei noch höherer Laufleistung

alles mit dem Ziel, die Transportkosten zu senken und die

Umweltbilanz zu verbessern.

Zeit ist Geld, gerade im Transportgewerbe.

Wie hilft die Matik AG den Werkstätten und

damit den Transporteuren, mit Reifen Geld

zu sparen?

Dank der in der Schweiz einzigartigen

Logistik sind wir in der Lage, innert kürzester

Zeit unsere Kunden zu beliefern, sodass die

Räder schnellstmöglich wieder auf der Strasse

rollen. Dank unserer idealen Lage nahe des Autobahnkreuzes

Egerkingen hat der Kunde auch die Möglichkeit, die LKW-Reifen bei

uns im Zentrallager abzuholen.

22

November 2018 | AUTOINSIDE


NUTZFAHRZEUGE

Wo liegen bei der Logistik die Unterschiede vom Handel mit NFZ-

Reifen und PW-Reifen?

Die Unterschiede sind vor allem das Gewicht und die Grösse

eines Nutzfahrzeugreifens. Ein Nutzfahrzeugreifen mit 22,5 Zoll

Durchmesser hat je nach Profil ein Eigengewicht von 70 bis 80 Kilogramm.

Dies bedingt, dass die richtigen Transportfahrzeuge mit

entsprechender Nutzlast und dem nötigen Ladungsvolumen zur Verfügung

stehen.

Welche Erfahrungen machen Sie mit dem Schweizer Transportgewerbe

hinsichtlich der Reifenwahl? Wird vor allem auf den

Kaufpreis geachtet oder stehen Aspekte wie Sicherheit und

Umweltschutz im Zentrum?

Sicherheit und Umweltschutz sind heute Themen, die nicht mehr

aus dem Transportgewerbe wegzudenken sind. Im Zentrum steht

aber die Notwendigkeit, den passenden Reifen für den vorgesehenen

Einsatzzweck zu haben, der eine hohe Lebensdauer hat sowie ökologisch

und ökonomisch sinnvoll ist. Ein kleinerer Rollwiderstand

bedeutet weniger Abrieb, weniger Geräuschentwicklung und somit

weniger Kraftstoffverbrauch.

Oft sieht man auf Autobahnen Überreste von Reifen liegen. Wie

sicher sind die LKW, die auf Schweizer Strassen verkehren?

Ich denke, die Nutzfahrzeuge auf unseren Strassen sind sehr

sicher. Ein sehr grosser Anteil der Reifenüberreste kommt von

mechanischen Beschädigungen, die zu einem Schaden führen

können. Wenn nicht sofort, dann nach einer gewissen Zeit, wenn

Umwelteinflüsse in das Innere des Reifen dringen und ihn von innen

beschädigen. Auch kann mangelnde Kontrolle des Reifendruckes ein

Thema sein. Die beiden Umstände haben dazu geführt, dass Reifendruckkontrollsysteme

in jüngerer Vergangenheit zur Pflicht bei Neufahrzeugen

wurden. Reifenteile auf Pannenstreifen werden also in

Zukunft immer seltener, da man einen schadhaften Reifen so früh

erkennen kann, dass es zu keinem Reifenplatzer kommt.

Matik führt exklusiv NFZ-Reifen der Marke Hankook. Wieso

haben Sie sich auf einen Lieferanten festgelegt?

Hankook ist bei uns im Unternehmen schon seit Jahren eine bekannte

Marke. Wir wollten unseren Kunden einen Premium-Brand

anbieten, und Hankook hat schon seit vielen Jahren einen guten

Namen im schweren Sektor. Zudem ist es zu Beginn eines neuen Angebots

wichtig, sich auf eine Marke konzentrieren zu können. Dies

vereinfacht dem Vertrieb den Einstieg in ein neues Produktsegment

sehr. So konnten wir bei unseren Kunden gleich zu Beginn mit einer

starken Marke punkten und uns als Händler schnell etablieren.

Im PW-Bereich macht der Online-Handel bereits einen gewichtigen

Teil des Reifenmarkts aus. Wie sieht das bei den Nutzfahrzeugen

aus? Ist die (Billig-)Konkurrenz aus dem World Wide Web auch hier

ein Thema?

Online-Handel ist überall ein Thema. Die Schwierigkeiten bei

Nutzfahrzeugreifen sind einfach Grösse und Gewicht. Auf diese

Hürden muss sich der Händler einstellen.

Was muss ein NFZ-Garagist tun, wenn er im Reifengeschäft

erfolgreich sein will?

Die Lieferverfügbarkeit und einen starken Partner wie die Matik

AG im Rücken haben.

Welche Zusatzinvestitionen lohnen sich für einen Garagisten?

Um den Reifen herum finden sich viele Zusatzgeschäfte. Alle

Montageteile sind ein Thema, aber auch Felgen usw. Dann braucht

der Mechaniker Werkzeuge und Maschinen zum Wechsel eines

Reifens.

Verschiedene Hersteller bieten Runderneuerung und Nachschneiden

an. Ist ein nachgeschnittener Reifen tatsächlich so

gut wie ein neuer?

Da wir keine runderneuerten Reifen anbieten, fehlt uns zu

diesem Thema die Erfahrung, um hier eine Einschätzung machen zu

können. <

Weitere Infos unter:

matik.ch

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Wir bieten Losungen

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fur alle Anforderungen

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Grabenackerstrasse 1 | 8156 Oberhasli

Tel. 044 852 50 60 | E-Mail info@sortimo.ch

Bernfeldweg 34 | 3303 Jegenstorf

Tel. 031 760 30 00 | E-Mail info@sortimo.ch


NUTZFAHRZEUGE

Der grösste Elektrolastwagen der Welt

Schweizer Pionierarbeit

Seit fünf Monaten ist in einem Steinbruch in Péry BE der Muldenkipper «eDumper» im Einsatz. Das weltweit grösste

Elektrofahrzeug wurde in der Schweiz entwickelt und gebaut. Sascha Rhyner, Redaktion

Jährlich produziert die Ciments Vigier SA rund 800 000 Tonnen

Zement und benötigt dafür gut 500 000 Tonnen Rohstoffe in Form

von Kalk- und Mergelgestein. Diesen transportieren Muldenkipper

im achtstündigen Dauerbetrieb. Die Zementfabrik suchte nach Alternativen,

um den Dieselverbrauch und den CO 2

-Ausstoss zu reduzieren.

Aufgrund dieser Vorgabe entwickelten die Berner Fachhochschule

BFH, die NTB Interstaatliche Hochschule für Technik Buchs

und die Empa mit Schweizer Industriepartnern innert 18 Monaten

den umweltfreundlichen «eDumper» ein Beispiel für erfolgreich

angewandte Forschung.

Die interdisziplinäre Zusammenarbeit sorgt für gleich drei Weltrekorde:

Der «eDumper» ist das grösste und stärkste batteriebetriebene

Elektroradfahrzeug der Welt mit 58 Tonnen Leergewicht

und 65 Tonnen Zuladung. Dazu wurde ihm die grösste je für ein

Elektrofahrzeug hergestellte Batterie eingebaut, die mit 4,5 Tonnen

so schwer wie zwei PW ist. Noch nie hat zudem ein vergleichbares

Fahrzeug eine derart grosse Menge an CO 2

einsparen können.

Der «eDumper» wird jährlich über 300 000 Tonnen Material

transportieren und dabei nach vorläufigen Berechnungen bis zu

1300 Tonnen CO 2

und 500 000 Liter Diesel einsparen.

Ein modernes Perpetuum mobile

Vor allem aber ist der «eDumper» eine Art Perpetuum mobile:

Der Elektromuldenkipper wird Kalk- und Mergelgesteine aus einem

höher gelegenen Abbaugebiet in eine tiefer gelegene Verarbeitungsanlage

transportieren. Bei der voll beladenen Talfahrt werden die

Batterien mittels Rekuperation der Bremsenergie aufgeladen. Der

so erzeugte Strom reicht Berechnungen zufolge für die unbeladene

Rückfahrt bergauf ins Abbaugebiet weitgehend aus. Diese zukunftsweisende

Entwicklung wurde bereits mit einem Innovationspreis

ausgezeichnet.

Der umweltfreundliche «eDumper» wurde auf Basis eines Diesel-betriebenen

Muldenkippers des Typs Komatsu HD 605-7 komplett

neu aufgebaut. Um den Elektroantrieb optimal zu dimensionieren,

haben Forschende der Berner Fachhochschule am Institut

für Energie- und Mobilitätsforschung das herkömmliche Modell mit

vielerlei Sensoren bestückt, damit zahlreiche Messdaten gewonnen

werden konnten. Das BFH-Zentrum Energiespeicherung befasste

sich daraufhin mit der Evaluation geeigneter Batteriezellen und

der Kühlung eines Batteriemoduls. Damit die Brandsicherheit einer

derart grossen Batteriezelle gewährleistet ist, untersuchten Empa-

Forscher das Verhalten der verwendeten Li-Ionenzellen im Falle

eines Kurzschlusses oder einer mechanischen Beschädigung.

Der eigentliche Umbau erfolgte bei der Kuhn Schweiz AG in Lommis

(TG) und Heimberg (BE). Sowohl der Synchron-Antriebsmotor

(Oswald Motoren GmbH) als auch Getriebe (Puls Getriebe GmbH),

Batterien (Lithium Storage GmbH) und Inverter (Aradex AG)

sind allesamt Spezialanfertigungen auf der Basis

industrieller Produkte der neuesten Generation.

Die Hydropumpen für Lamellen-Bremsanlage,

Kippantrieb, Servounterstützung

und Vorspannung der Hilfsbremsanlage

werden von einem weiteren Elektromotor

mit 200 kW Leistung aus dem Berner Oberland

(Brienzer Motoren AG) angetrieben. Gefördert

wird das Projekt vom Bundesamt für

Energie (BFE). <

24

November 2018 | AUTOINSIDE


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AutoScout24 - Neu mit Anbieterbewertung

Schaffen Sie Vertrauen

lassen Sie bewerten!

Seit diesem Spätsommer können Kunden auf AutoScout24 ihren Automobilbetrieb bewerten. Für Unternehmen

bietet diese Neuerung die Chance, sich von der Konkurrenz abzuheben und das Kundenvertrauen

zu stärken.

Garage Muster

8001 Zürich

4,2

Ergebnis aus 946 Bewertungen

Welches Fahrzeug passt am besten zu

mir, welches Angebot ist das richtige und

welcher Anbieter der vertrauensvollste?

In Zeiten, in denen die Digitalisierung

immer mehr Einzug in unseren Alltag

hält, suchen Kunden die Antworten auf

solche Fragen immer häufiger im Internet.

Im Handumdrehen sind Tipps und

Einschätzungen am Bildschirm oder

auf dem Smartphone nachgelesen.

Für Unternehmen bieten solche Bewertungsmöglichkeiten

die Chance, ihr

Image und somit das Kundenvertrauen

zu stärken und sich von der Konkurrenz

abzuheben.

Vorteile für beide Seiten

Seit rund zwei Monaten ist es möglich,

dass Suchende auf AutoScout24 bewerten

können, wie sie die Interaktion

mit ihren Händlern empfunden haben.

Diese neue Funktion bietet dem Autosuchenden

einerseits mehr Orientierung

und Transparenz, kann ihm helfen, eine

Entscheidung zu treffen und diese abzustützen.

Die Anbieterbewertung verschafft

aber nicht nur potenziellen Autokäufern

Vorteile. Auch Unternehmen

können ihre Chance ergreifen, sich

mit positiven Bewertungen von ihrer

Konkurrenz abzuheben und mit einem

weiteren Marketingkanal das Kundenvertrauen

zu stärken.

Neun von zehn Anbietern mit 4 oder 5

Sternen gekürt

Von Ende August bis anfangs November

hat AutoScout24 erste Bewertungen

zu Schweizer Betrieben gesammelt.

Mittlerweile wurden die gesammelten

Rückmeldungen live geschaltet und sind

auf der Plattform sichtbar. Alle bisher

eingegangenen Bewertungen zeichnen

schweizweit ein sehr positives Bild. Bislang

wurden 89% der bewerteten Anbieter

mit 4 oder 5 Sternen gekürt.

Kunden ermutigen und von Bewertungen

profitieren

Um sicherzustellen, dass Bewertungen

auch wirklich wertvoll sind, muss der

Bewertende überhaupt mit dem Betrieb

interagiert haben. Als Interaktion

gilt, wenn der Kunde den Betrieb mittels

Kontaktformular angeschrieben, ein

Fahrzeug vor Ort besichtigt, eine Probefahrt

durchgeführt oder ein Fahrzeug

gekauft hat, welches auf AutoScout24

publiziert ist. Die Unternehmen haben

die Möglichkeit, ihre Kunden direkt auf

der AutoScout24-Plattform zu einer Bewertung

einzuladen. Kunden können

somit zu Botschaftern werden und

potenzielle weitere Käufer ansprechen.

Zudem hat der Anbieter die Möglichkeit,

auf Bewertungen zu reagieren und

den Austausch mit seinen Kunden zu

fördern.

Ergreifen Sie die Chance direkt in

Ihrem Memberbereich auf AutoScout24

und ermutigen Sie Ihre Kunden, Sie zu

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So funktioniert es:

www.autoscout24.ch/anbieterbewertung

AUTOINSIDE | November 201825


NUTZFAHRZEUGE

Innovative Projekte in Schweden

«Es hat die

Erwartungen übertroffen»

Um den CO 2

-Ausstoss zu senken, laufen in Schweden verschiedene Versuche, um elektrisch angetriebene Nutzfahrzeuge

während der Fahrt aufzuladen. Sascha Rhyner, Redaktion

Vor zwei Jahren wurde in Schweden die erste Teststrecke mit

einer elektrischen Oberleitung für Nutzfahrzeuge eingeweiht. Zwei

Lastwagen fahren seither regelmässig auf diesem Teilabschnitt der

Autobahn E16 in der Nähe von Gävle, um zu sehen, wie gut die Anlage

im regulären Verkehr und bei unterschiedlichen Wetterbedingungen

funktioniert. Ziel des Projekts ist es, Wissen, Erfahrung und

Bedingungen für eine Entscheidungsgrundlage zu schaffen, die eine

Plattform für die Elektrifizierung der wichtigsten Transportsegmente

darstellen soll. Das Projekt wird mit staatlichen Mitteln in der

Höhe von umgerechnet 7,7 Mio. Franken sowie mit 4,8 Mio. Franken

von Industrie und Region finanziert. AUTOINSIDE unterhielt sich

mit Projektleiter Magnus Ernström.

Magnus Ernström,

Projektleiter.

Magnus Ernström, Sie haben seit zwei Jahren eine

Strecke mit einer elektrischen Fahrleitung auf

der E16 bei Gävle in Betrieb und ein neues

Projekt in Arlanda testet induktive Ladetechnologie.

Warum ist Schweden führend in diesem

Bereich der Elektromobilität?

Magnus Ernström: Das liegt hauptsächlich

daran, dass die Verkehrsbehörde frühzeitig

und gezielt auf Elektromobilität gesetzt hat. In

Zusammenarbeit mit der Energiebehörde und

Vinnova, einer Innovationsbehörde, wurde eine vorkommerzielle

Auftragsvergabe durchgeführt, um zu sehen, ob es möglich ist, eine

elektrifizierte Strasse zu bauen.

Die Strecke mit der Oberleitung auf der E16 ist nun seit zwei Jahren

in Betrieb. Können Sie eine erste Bilanz ziehen?

Es hat die Erwartungen übertroffen. Wir haben die bekannteste

Technologie verwendet. Elektrische Lastwagen, sogar mit Oberleitungen,

gibt es seit über 100 Jahren. Aber niemand war in der Lage,

sie mit einem nahtlosen Übergang zwischen den verschiedenen Antriebsmodi

auf Autobahnen mit voller Geschwindigkeit zu fahren.

Die Lastwagen im Projekt sind gewöhnliche Hybrid-LKW mit der

Möglichkeit, sich bei voller Fahrt über einen Stromabnehmer mit

einer externen Energiequelle zu verbinden. Diese ermöglichen das

Laden und den Antrieb. Und auch das Trennen erfolgt bei normaler

Geschwindigkeit. Das Projekt hat Recht, Bautechnik, neue Infrastruktur

sowie ein völlig neues Zusammenspiel zwischen Infrastruktur

und Fahrzeugen getestet. Es gab einige Herausforderungen,

aber insgesamt hat es sich als sehr gut erwiesen. Unser Auftrag war,

Schwierigkeiten, Probleme und Herausforderungen zu finden. Und

bis jetzt haben wir keine unüberwindbaren Knacknüsse gefunden

im Gegenteil.

26

November 2018 | AUTOINSIDE


NUTZFAHRZEUGE

Wo sind Probleme aufgetreten?

Der erste Winter war unser grösstes Problem, weil wir zu wenig

Probleme hatten es war ein Winter mit sehr wenig Schnee (lacht).

Die Technologie hat weitgehend reibungslos funktioniert, obwohl

wie bei allen Prototypen üblich einige Komponenten neu gestaltet

werden mussten. Die kleinen Sorgen, die wir haben, haben im Prinzip

ausschliesslich mit Schnee zu tun: Schwierigkeiten, die Fahrleitung

bei intensivem Schneefall zu finden, sowie Schneeansammlungen

auf der Anlage, die auf den Verkehr herunterfallen können. Es

gibt gute Lösungen für beide Punkte, und die Entwicklung passiert

schnell. Ich blicke entspannt in die Zukunft.

Welche Schlussfolgerungen können Sie ziehen?

Die Technik der elektrifizierten Strasse ist vermutlich technisch,

wirtschaftlich, praktisch und umweltfreundlich eine Möglichkeit,

um die Emissionen kurzfristig zu reduzieren auf wirtschaftlich

rentable Weise. Ein grösseres Projekt eines Gesamtsystems ist erforderlich,

um Besitz, Geschäftsmodell, Betriebs- und Wartungskosten,

Standards und Abläufe vor der vollständigen Implementierung

zu überprüfen. Die verschiedenen Teilsysteme stehen kurz vor der

kommerziellen Einführung.

Ihr Projekt ist zweifellos gut für die Umwelt, aber optisch ist es

etwas gewöhnungsbedürftig ...

Noch bevor sich die Region Gävleborg für die Teilnahme an

dem Projekt entschieden hat, haben wir als grösste Bedrohung den

«Hässlichkeitsfaktor» hervorgehoben. Es ist immer noch der kritischste

Faktor, da sich Technologie, Gesetzgebung und Funktionalität

als ausgezeichnet erwiesen haben. Wir können fraglos sagen,

dass das Erscheinungsbild der Infrastruktur eine der wichtigsten

Entwicklungschancen für die Zukunft ist ... Es ist ein wichtiges Thema.

Es wäre sowohl für die Umwelt als auch für die Wirtschaft schade,

wenn diese vielversprechende Technologie wegen eines trivialen

Faktors scheitern würde. Wir arbeiten an diesem Problem.

In der Nähe des Flughafens Stockholm wird die Teststrecke «E-Road Arlanda» mit

Induktionsaufladung betrieben.

Haben Sie neue Teststrecken geplant oder wie werden Sie mit

dem Projekt fortfahren?

Die schwedische Verkehrsbehörde plant ein umfassendes Pilotprojekt,

bei dem das gesamte System getestet wird. Gleichzeitig

werden wir dank unseren bereits gemachten Erfahrungen in Zusammenarbeit

mit anderen Regionen in Schweden und Europa eine Investitionsgrundlage

für geeignete Strecken entwickeln, die voll ausgebaut

werden können. Bereits jetzt haben wir Kooperationen mit

mehreren Regionen und Projekten in Europa.

Welche Entwicklungen gab es in diesen zwei Jahren?

Vor allem haben wir Rechtliches, Regulatorisches und Abläufe getestet,

um eine völlig neue Art von Infrastruktur zu schaffen. Es ist

gut gegangen. Die technische Entwicklung basiert auf der Tatsache,

dass wir ein echtes Transportunternehmen haben, das Waren real

von Kunde zu Kunde befördert. Die Systeme werden im Alltag in

einer anspruchsvollen Umgebung eingesetzt und das treibt die Entwicklung

voran. Wenn ich auf das zurückblicke, was wir vor zwei

Jahren wussten, und mit dem vergleiche, was wir bis heute gelernt

haben, bin ich zufrieden. Ich bin überzeugt, dass wir in zwei Jahren

die Antworten haben, die wir brauchen, um zu entscheiden, ob und

wie in Europa ein umfassender Ausbau der Elektrostrassentechnologie

umgesetzt werden soll.

Selbst im Schnee funktioniert die Fahrleitung problemlos.

Wie beobachten Sie das «E-Road»-Projekt in Arlanda?

Wir arbeiten in der Region Gävleborg technologisch unabhängig.

Mit dem Schwesterprojekt «E-Road Arlanda» arbeiten wir sehr gut

zusammen. Wir evaluieren gemeinsam Abläufe, Vorschriften und

dergleichen. Und wir verfolgen die gleichen Ziele dass elektrifizierte

Strassen im öffentlichen Verkehrsnetz sicher gebaut werden und

die Schnittstelle FahrzeugStrasse funktioniert herstellerunabhängig.

Unterschiedliche Technologien haben unterschiedliche Vor- und

Nachteile. Es werden vermutlich parallel mehrere Antriebs- und Ladetechnologien

für Fahrzeuge unterwegs existieren. Wir haben viel

gemeinsam, und vonseiten der Region Gävleborg sind wir sehr an

der Technologie des Projekts sowie an den zukünftigen Entwicklungen

interessiert. <

AUTOINSIDE | November 201827


NUTZFAHRZEUGE

Elektromobilität im Schwerverkehr

Sattelschlepper mit Dynamo

Bremsen braucht Energie. Nicht so bei Bosch: Beim Bremsen wird saubere elektrische Energie generiert, mit welcher zum

Beispiel der Kühlanhänger versorgt wird. Die Kraftstoffersparnis ist beachtlich.

vb./pd. Bosch hat an der IAA Nutzfahrzeuge in Hannover ein verblüffendes

Prinzip präsentiert: Durch den Einbau einer elektrischen

Maschine in die Achsen eines Sattelanhängers kann beim Bremsen

Energie gewonnen und in einer Hochvoltbatterie gespeichert werden.

Als nützlich erweist sich dies besonders bei Kühlanhängern,

denn die Batterie ermöglicht in diesem Fall eine Ersparnis von bis

zu 9000 Litern Diesel beziehungsweise 14 000 Franken im Jahr.

Zusätzlich sind durch die elektrische Unterstützung beim Anfahren,

Beschleunigen oder bei Steigungen Einsparungen von bis zu vier

Prozent möglich. Gemäss Bosch muss sich dieses System aus Sicht

des Unternehmens nach höchstens zwei Jahren im Betrieb amortisieren,

was besonders bei Kühlanhängern für realistisch gehalten

wird. Es danken der Geldbeutel und wegen des geringeren CO 2

-

Austosses die Umwelt.

Welche Merkmale dieser Technik ermöglichen diese Einsparung?

Die Motoren in der elektrifizierten Achse sind nicht ständig, sondern

nur bei Bedarf «auf Achse». Sie werden einzig beim Bergabfahren

oder Bremsen aktiviert. Da sie die meiste Zeit inaktiv sind,

können relativ günstige und serienerprobte PW-Komponenten eingesetzt

werden, die für diesen Zweck noch leistungsstark genug sind.

Bosch nutzt dabei beispielsweise seinen Elektromotor SMG180, der

bereits in Hunderttausenden Hybrid- und Elektroautos weltweit im

Einsatz ist.

«Bosch macht den Anhänger unabhängig»

«Mit der elektrifizierten Achse macht Bosch den Anhänger unabhängig.

Mit der Elektrifizierung des Trailers geht Bosch einen wichtigen

Schritt zum automatisierten Parken auf dem Speditionshof»,

sagt Dr. Markus Heyn, Mitglied der Geschäftsführung der Robert

Bosch GmbH. Als Nebeneffekt wird somit das automatisierte Fahren

im Betriebshof möglich, ganz ohne Zugmaschine und erst noch

leiser, was bei Anlieferungen frühmorgens und spätabends relevant

ist. Bosch empfiehlt dazu eine Achse mit zwei Elektromotoren, was

aber nicht unabdingbar ist. Mit nur einem Motor können die Kosten

reduziert werdend der Vorteil von zwei Motoren besteht hingegen

darin, dass die markant höhere Rekuperationsleistung zu relativ geringen

Mehrkosten deutlich grössere Einsparungen ermöglicht. Ist

die Achse an jedem Ende mit einem Elektromotor ausgestattet, wird

das automatische Rangieren im Betriebshof wesentlich leichter,

weil sich der Wendekreis reduziert.

Nachrüsten möglich

Ein grosser Vorteil ist, dass Sattelschlepper nachgerüstet werden

können. Um eine Achse zu elektrifizieren, werden ein Inverter sowie

das zugehörige Steuergerät, die Vehicle Control Unit (VCU), benötigt.

Der separate Motorgenerator (SMG) ist als kompletter E-Motor zum

Anbau verfügbar oder die aktiven Komponenten Rotor, Stator und

Resolver zur Integration in die Achse. Zusätzlich braucht es ein Batteriesystem,

das die Energie puffern kann.

Der Markt für die neue Technik der elektrifizierten Achse ist

gross: Allein in Europa werden jedes Jahr rund 250 000 Anhänger

mit einem zulässigen Gesamtgewicht von mehr als zehn Tonnen neu

zugelassen jeder Fünfte ist mit einem Kühlaggregat ausgestattet. <

Weitere Infos unter:

bosch-mobility-solutions.de

Vor allem bei Kühlanhängern nützlich: Trailerachsen

lassen sich auch nachträglich elektrifizieren.

28

November 2018 | AUTOINSIDE


Startruck

Auch die Grössten

brauchen

Zärtlichkeit

Die neue Portal-Waschanlage für LKW und Bus

Aus dem kontinuierlichen Engagement von AQUARAMA in

Forschung und Entwicklung, und den Anspruch an innovative

Produkte mit aktuellster Technologie, ist die neue Portal-Waschanlage

für Nutzfahrzeuge STARTRUCK entstanden.

Der 7’’ Bildschirm ermöglicht eine einfache und schnelle

Auswahl der Programme. Die Anlage ermöglicht das Waschen

von LW, Bussen, Lieferwagen und Autos im Selbstbedienungsbetrieb.

Programme für verschiedene Arten von Spiegeln, Dachspoilern,

Hebebühnen, Anhängerkupplungen und Anhänger

sind vorgesehen.

Die STARTRUCK zählt zu den modernsten LW-Portal-Waschanlagen

überhaupt.

Folgen Sie uns auf

www.aquaramaswiss.ch


NUTZFAHRZEUGE

«Ein Team ist immer auch eine Ideenschmiede»,

betont Erhard Luginbühl (Mitte).

Werkstatteinrichtungen für Nutzfahrzeuggaragen

«Die Fahrzeuge müssen kurz und

effizient auf unseren Anlagen stehen»

40 Jahre im Geschäft, aber noch keineswegs müde. So würde Erhard Luginbühl seine Firma, die Luginbühl Fahrzeugtechnik

AG in Möriken wohl umschreiben. Der Grund? Die Kunden werden auch nicht müde. Der Firmeninhaber und

Präsident des Swiss Automotive Aftermarket (SAA) mit einem Plädoyer zu Innovation, Mut und vor allem Effizienz im

Zeitalter der Digitalisierung. Tatjana Kistler, Redaktion

Herr Luginbühl, denkt man an die Einrichtung einer Nutzfahrzeuggarage,

kommt man in der Schweiz nicht um Ihren Namen

herum. Wie haben Sie sich diese Marktstellung erarbeitet?

Erhard Luginbühl: Die Basis dazu wurde vor bald 40 Jahren gelegt.

Seiher arbeiten wir in diesem Nutzfahrzeugbereich ausnahmslos

mit gelernten Mitarbeitern mit eidgenössischer Fachprüfung. Den

Nutzfahrzeugbereich verstehen wir allerdings

nicht nur als Lastwagenmarkt, denn

dieses Segment erweitert sich stetig im Bereich

Baumaschinen, Arbeitsmaschinen,

Landmaschinen Arbeits- und Sonderfahrzeuge.

Durch meine zwei Firmenbereiche

der Fahrzeug- und Werkstatttechnik sind

wir sehr nah am Kundenbedürfnis. Wir

wissen dank eigener Praxiserfahrung, was

Werkstatteffizienz ist und was eben nicht.

Und wohin sollte sich die Werkstatt entwickeln?

Wir kämpfen für eine kundenorientierte Werkstatt, die durchaus

ihren Erlebnisbereich haben sollte. In allen unseren Projekten stellen

wir den Kundennutzen in den Vordergrund. Auf Ebene der Werkstatteinrichtung:

Alle Prozesse, die diesem Effizienzprinzip nicht

gerecht werden können, entsprechen nicht dem Wunsch des Kunden,

verursachen Kosten und haben keinen Nutzen. Solche falsche

«Um dem Fachkräftemangel

begegnen zu können,

gehört es dazu, in eine zeitgemässe

Arbeitsumgebung

zu investieren.»

Muster gilt es zu identizifieren und mit dem Kunden Einrichtungslösungen

zu entwickeln. Gerade im Rahmen der Digitalisierungsanforderungen

definieren wir uns als absoluter Dienstleister. Bei

uns kommt die Kundenanfrage deutlich vor unserem Lieferantenangebot.

Auch hier wollen wir dem Kunden Nutzen bringen. Wir

bauen Berührungsängste über Zusammenarbeiten mit Lieferanten

oder Mitbewerbern ab. Hier wollen wir

noch stärker werden, damit für den Kunden

ein starkes Preis Leistungsangebot entsteht.

Mit welchen Produkten und Konzepten

können sich Nutzfahrzeuggaragen in den

kommenden Monaten aufrüsten?

Hier kann ich nicht ein einzelnes

Produkt in den Vordergrund stellen. Viele

Nutzfahrzeugwerkstattbetreiber haben in den vergangenen Jahren

bereits stark in die Erneuerung investiert. Somit arbeiten wir an Gesamtlösungen

rund um die Effizienz der Werkstatt vom Heben bis

zu den Abgasen.

Stellen Sie häufige Baustellen beim Thema Effizienz fest?

Wir registrieren, dass beim momentanen Mangel an Automobil-

Mechatronikern viel in die gute Arbeitsplatzumgebung und in eine

30

November 2018 | AUTOINSIDE


NUTZFAHRZEUGE

zeitgemässe Arbeitswelt investiert werden sollte. Nur so können den

Mitarbeitern tolle Arbeitsplätze geboten werden. Ein Beispiel: Wenn

eine Garagist eine effiziente Abgasabsauganlage planen und installieren

lassen kann, investiert er nicht nur in die Erfüllung gesetzlicher

Anforderungen, sondern auch in das Wohl der Mitarbeiter.

Wohin geht der Trend in Sachen Werkstatteinrichtungen für

Nutzfahrzeugbetriebe?

Wie überall im Zeitalter der Digitalisierung, lautet die Devise:

Tempo, Tempo, Tempo! Wie schnell und sicher kann ich ein Fahrzeug

anheben? Wie effizient ist eine Absauganlage am Endrohr? Wie

integriere ich die von uns gelieferte Ölzapfpistole

beziehungsweise die rausgelassene

Scheibenwassermenge ohne zusätzlichen

Aufwand in der Kundenrechnung? Wie

effizient kann ich das Ölmanagement betreiben?

Wir kooperieren mit Lieferanten

aus dem In- und Ausland, deren Lösungen

überzeugen.

«Die Innovativität zu mutigen

Nutzfahrzeugkonzepten

erhalten wir nicht immer beim

Kunden, sondern dank unseren

eigenen innovativen Ideen.»

Nutzfahrzeuge sind oftmals selbst mobile

Werkstätten. Inwiefern haben sich die Einrichtungskonzepte in

den letzten Jahren verändert?

Die Fülle an Möglichkeiten ist enorm! Aber ein Blick auf die

Werkstätten zeigt ebenfalls ein schönes Bild betreffend mobilen

Werkstätten. Ich persönlich finde es toll, wie innovativ die Nutzfahrzeuggaragen

mit mobilen Services geworden sind. Bei diesem Thema

sehen wir im Personenwagenbereich noch viel mehr veraltetes Denken

und Hinterhofgedanken.

Gibt es einen Irrglauben respektive einen typischen Fehlgriff

beim Einrichten von Werkstatt und Nutzfahrzeugen?

Ich denke nicht. Wichtig ist beim Einrichten, dass sich die daran

arbeitenden Werkstätten des Einsatzzwecks dieser Fahrzeuge

bewusst sind. Wie der Name schon sagt: Diese Fahrzeuge müssen

genutzt werden können. Ein Lastwagen, eine Baumaschine oder ein

Mähdrescher bringt nur Geld, wenn er läuft. Das heisst für uns, er

muss kurz und effizient auf unseren Anlagen

stehen. Dies ist der grosse Unterschied

zu anderen Mobilitätswerkstätten.

Zu guter Letzt: Haben Sie für unsere AGVS-

Mitglieder einen Tipp rund um das Thema

Nutzfahrzeuge bereit?

Henry Ford hat gesagt «Wenn ich den

Kunden gefragt hätte, was ich an meinen

Kutschen verändern sollte, dann hätte er

gesagt ‹schnellere Pferde›». Was ich damit ausdrücken will: Die Innovativität

zu mutigen Nutzfahrzeugkonzepten erhalten wir nicht immer

beim Kunden, sondern dank unseren eigenen innovativen Ideen.

Und wenn diese dann umgesetzt werden sollen, dann sind wir der

richtige innovative Mitdenker und Lieferant der Bestandteile. <

Sicherheit ist Einstellungssache

Mangelha eingestellte Scheinwerfer sind ein

Sicherheitsrisiko für Autofahrer und damit

Umsatzbringer für Werkstätten. Sofern Sie ein

Werkzeug haben, das einfach zu bedienen ist

und schnell zuverlässige Ergebnisse liefert.

Scheinwerfereinstellgeräte der SEG-Serie von

Hella Gutmann erfüllen genau diese Anforderungen:

mit Schritt-für-Schritt-Anleitungen

und bewährten nützlichen Einstellhilfen, die

auf kürzestem Wege zum perfekt eingestellten

Scheinwerfer führen. Nach den neuesten rechtlichen

Standards und mit optimaler Anbindung

an Diagnose und Dokumentation mit der mega

macs Serie. Entdecken Sie die SEG-Serie von

Hella Gutmann für Ihre Werkstatt und für Ihre

Kunden. Bei Ihrem Hella Gutmann-Vertriebspartner

oder auf unserer Homepage.

medienformer.de

Tel.: 041-630 45 60

E-Mail: swiss@hella-gutmann.com

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NUTZFAHRZEUGE

Reparaturkompetenzen

Wer darf was entscheiden?

Die Eurotraining GmbH führt Kurse für Nutzfahrzeuggaragisten durch. «Dabei kommt regelmässig die Diskussion zu den

Reparaturkompetenzen auf», stellt Kursleiter Beat Baumgartner fest. Die zentralen Fragen und Antworten im Überblick.

tki/bb. «Damit die Reparatur- und Wartungsarbeiten an Nutzfahrzeugen

effizient ausgeführt werden können, müssen die

Kompe tenzen klar geregelt sein», erklärt Beat Baumgartner, Inhaber

der Eurotraining GmbH. In seiner Funktion als Kursleiter

stellt er aber häufig Unklarheiten und ineffiziente Abläufe in

Nutzfahrzeuggaragen fest.

Ein typisches Beispiel: Der Fuhrparkverantwortliche

eines Transportunternehmens meldet in der

Garage ein Fahrzeug zur MFK-Vorbereitung an.

Einen Tag, bevor das Fahrzeug vorgeführt wird,

trifft es in der Garage ein.

Am Tag nach dem MFK-Termin ist das Fahrzeug

wieder voll verplant. Als der Chauffeur das

Beat Baumgartner,

Eurotraining GmbH.

Fahrzeug dem Werkstattannehmer übergibt,

meldet er noch ein Geräusch an und bittet darum,

die Zugmaschine und den Auflieger sauber zu reinigen, damit sie nach

der Rückgabe gleich wieder einsetzbar sind. «Es stellt sich folgende

Frage», so Baumgartner: «Welche Arbeiten dürfen ausgeführt werden

und wer bezahlt dafür?»

In Auftrag gegeben wurde lediglich die MFK-Bereitstellung. Diese

beinhaltet je nach Fahrzeugmodell die Motor- und Chassisreinigung,

eine komplette Fahrzeugkontrolle und das Einstellen

der Abblend- und Fernlichter. Der Mechaniker stellt also eine Liste

der auszuführenden Arbeiten zusammen, um das Fahrzeug wieder

in einen Topzustand zu bringen. Diese umfasst zum Beispiel:

• MFK-Vorbereitungsarbeiten

• Vorführen bei der MFK

• Der ausgeschlagene Querlenker an der Hinterachse verursacht

Geräusche.

• Die Bremsen sind abgenutzt und halten bestimmt nicht mehr

bis zum nächsten Service.

• Die Wischerblätter sind zu ersetzen.

• Die Flüssigkeitsniveaus sind aufzufüllen.

• Die Fahrzeugreinigung ist durchzuführen.

Unklarheiten entstehen schnell

«Der Werkstattannehmer versucht also, den Fuhrparkverantwortlichen

erfolglos per Telefon zu erreichen, um eine Freigabe zu erhalten»,

ergänzt Beat Baumgartner den Beispielfall. Erschwerend

hinzu kommen jedoch folgende Punkte:

• Die Zeit drängt.

• Hat der Werkstattannehmer die Kompetenz, kurzfristig selbst

zu entscheiden, welche Arbeiten auszuführen sind?

• Sollen die Bremsen auch gleich erneuert werden, damit keine

weiteren Standzeiten entstehen?

• Bezahlt das Fuhrparkunternehmen die Fahrzeugreinigung, die

der Chauffeur zusätzlich in Auftrag gegeben hat?

«Die hier geschilderte und ähnliche Situationen führen immer

wieder zu Konflikten zwischen Nutzfahrzeuggarage und Nutzfahrzeugbetreiber»,

bilanziert der Kursdozent. Erfahrungsgemäss hätten nicht

alle Garagen mit ihren Auftraggebern die Kompetenzverteilung klar

geregelt. Das führe öfters zu Spannungen und häufig zu Ertragsausfällen

bei den Garagen.

Klare Kompetenzregelung schafft Vertrauen

«Geklärt werden können diese Situationen, indem der Kundenberater

der Garage mit dem Fuhrparkverantwortlichen und/oder dem Inhaber

die Kompetenzen klar regelt», rät der Experte. Folgende Aspekte

seien klar festzulegen:

• Wer entscheidet über die Durchführung von sicherheitsrelevanten

Reparaturen?

• Welche Arbeiten dürfen zusätzlich zu Servicearbeiten durchgeführt

werden?

• Ab welchem Betrag ist der Fuhrparkverantwortliche zu informieren?

• Darf der Chauffeur für das Fahrzeug Zubehör kaufen?

• Darf der Chauffeur Reinigungsarbeiten, Niveaukontrollen und

Ähnliches in Auftrag geben?

Eine solche Kompetenzregelung bilde Vertrauen und erspare allen

Beteiligten viel Arbeit und Ärger. <

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November 2018 | AUTOINSIDE


FAHRZEUGFLOTTEN

TEMPLATES LAYOUT

Studie

Digitalisierung spart Milliarden

Das Bundesamt für Raumentwicklung (ARE) hat eine Vorstudie zu den Auswirkungen der Digitalisierung in der

Mobilität veröffentlicht. Die Effizienzgewinne im Personenverkehr dürften weitaus grösser sein als im Güterverkehr.

Sandro Compagno, Redaktion

Bei der Untersuchung, die das ARE beim Beratungsbüro Ecoplan

in Bern in Auftrag gegeben hat, handelt es sich um eine Vorstudie,

die auf Annahmen beruht, die noch mit grossen Unsicherheiten

behaftet sind. Die grundlegende Annahme ist, dass die Digitalisierung

fahrerloses Fahren ermöglicht. «Entsprechend verfügen

Autos und Busse über kein Steuerrad mehr und können beispielsweise

als fahrerlos operierende Sammeltaxis eingesetzt werden.»

Mobilitätsdienstleister bieten über internetbasierte Plattformen Mobilitätslösungen

an, die den privaten Fahrzeugbesitz als Schlüssel

zur individuellen Mobilität ablösen.

Für die Szenarien der künftigen digitalisierten Mobilität sind

zwei Fragen entscheidend: wie stark die Fahrzeugflotte von vollautomatisierten

Fahrzeugen durchdrungen ist und wie sich der Anteil

geteilter Fahrzeuge entwickelt.

Mehrere Dutzend Milliarden pro Jahr

Trotz dieser Unsicherheiten schätzen die Verfasser der Studie,

dass eine vollautomatisierte Fahrzeugflotte, die geteilt und als Teil

neuer Mobilitätsdienstleistungen eingesetzt wird, jährlich einen

Nutzen von mehreren Dutzend Milliarden Franken erzeugen kann.

Dank automatisiertem Fahren kann die Reisezeit im Auto potenziell

für andere, produktivere Tätigkeiten genutzt werden. Weitere

bedeutende Nutzen resultieren aus der Möglichkeit, dass ältere

Personen vermehrt unterwegs sein können dank direkten Tür-zu-

Tür-Verbindungen und dem Teilen von Fahrten und Fahrzeugen,

was Kosten einspart. Einsparungen durch Automatisierung beim öffentlichen

Verkehr, aufgrund sinkender Unfallzahlen sowie höherer

Strassenkapazitäten und somit weniger Staus wurden ebenfalls

abgeschätzt.

Der grösste Nutzen würde dann resultieren, wenn die Schweizer

Fahrzeugflotte komplett aus vollautomatisierten und geteilten Fahrzeugen

bestehen würde. Gemäss Fachleuten, die für die Vorstudie

befragt wurden, dürfte damit erst nach 2050 zu rechnen sein.

Geringere Effekte im Güterverkehr

Die Studie schätzt die Effizienzgewinne im Personenverkehr auf

über 50 Milliarden Franken. Das automatisierte Fahren wird auch

im Güterverkehr die Effizienz steigern, jedoch werden die Nutzengewinne

deutlich kleiner ausfallen als im Personenverkehr. Der

Umsatz des Güterverkehrs auf Schiene und Strasse betrug 2008

rund 11,4 Milliarden Franken (Bundesamt für Statistik, 2011). Fast

50 Prozent der in der Schweiz transportierten Mengen (gemessen in

Tonnen) entfallen auf die Baubranche (im weitesten Sinn), also auf

«Erze, Steine und Erden, sonstige Bergbauerzeugnisse» und «Sonstige

Mineralerzeugnisse (verarbeitete Baustoffe, Glas, etc.)». Bei diesen

Warenarten dürften die Potenziale für Produktivitätsgewinne eher

gering sein, insbesondere weil sie unterdurchschnittliche Transportdistanzen

bedürfen. Ausserdem dürfte die Digitalisierung die bei

diesen Warenarten erforderliche Logistik wenig beeinflussen.

Der Schiene droht der Marktanteilverlust

Es sei denkbar, dass der Schienenverkehr infolge der Digitalisierung

insbesondere durch vollautomatisierte LKW weitere Marktanteile

verliere. Auch Lenk- und Ruhezeiten dürften bei autonom

verkehrenden LKW kein Thema mehr sein. Sollten sich leise und

weitgehend emissionsfreie Elektro-LKW durchsetzen, wäre auch

eine Lockerung des Nachtfahrverbots möglich. «Eine solche Massnahme

würde nicht nur völlig neue Potenziale erschliessen», so die

Studie, «sie würde auch zu einer besseren Kapazitätsausnutzung der

bestehenden Strasseninfrastruktur führen.» Dies würde mit einem

weiteren Verlust der Wettbewerbsfähigkeit des Schienengüterverkehrs

einhergehen. <

Vollautomatisierte Fahrzeugflotten

haben das Potenzial, die vorhandene

Strasseninfrastruktur weit besser

auszulasten, als dies heute der Fall ist.

AUTOINSIDE | November 201833


FAHRZEUGFLOTTEN

Carsharing im urbanen Zentrum: Um die Transportkapazität zu optimieren, müssen alle Verkehrsträger durch Vernetzung mittels Apps und Datenbanken organisiert werden.

Chancen der Digitalisierung beim Carsharing

Der Garagist im Umfeld

des Fahrzeugteilens

Carsharing gehört in der Schweiz seit Jahrzehnten zum Mobilitätsangebot. Die roten Mobility-Autos können bereits seit

1997 reserviert und genutzt werden. Die Automobilhersteller stellen sich dem Carsharing-Trend, bieten Flotten an oder

gehen neue Wege, wie die individuelle Mobilität auch Nichtbesitzern von Autos schmackhaft gemacht wird. Was heisst dies

für den Garagisten in naher und ferner Zukunft? Andreas Senger, Redaktion

Die Genossenschaft Mobility ist hierzulande der grösste Carsharing-Anbieter.

An rund 1500 Stationen stehen aktuell knapp

3000 Autos zum Ausleihen bereit. Dank dem jährlichen Zuwachs

an Mitgliedern (aktuell rund 100 000) steigt auch der Fahrzeugbestand

kontinuierlich. Aufgrund der Vermögenssituation und der

vergleichsweise günstigen Parkplatzpreise in den Schweizer Städten

gegenüber dem Ausland verfügen viele urbane Fahrzeugbesitzer

nach wie vor über ein eigenes Auto.

In den wachsenden Megastädten rund um den Globus lässt sich

das Gegenteil beobachten. Aufgrund der geringen Abstellkapazität

wird entweder der fahrbare Untersatz geteilt oder Fahrdienste wie

Uber werden in Anspruch genommen. In der Schweiz haben sich

Plattformen wie Sharoo (aktuell rund 1700 Fahrzeuge zum Ausleihen

registriert) ebenfalls auf dem Markt etabliert, um günstige Mietpreise

von Privatautos anzubieten.

Auch für Automobilhersteller interessant

Beim Blick über die Schweizer Landesgrenzen zeigt sich: In

Deutschland versuchen die Automobilhersteller, mit kleinen Fahrzeugen

als Carsharing-Angebot die CO 2

-Flottenverbräuche der eigenen

Marke gering zu halten. Mercedes-Benz betreibt beispielsweise

in diversen Grossstädten Smart-Flotten unter dem Label «Car2go».

Doch nicht nur die CO 2

-Emissionsbilanz kann damit optimiert werden,

auch andere Marketingkonzepte lassen sich umsetzen. Der

Schnell mal ein Auto buchen: Dank Smartphone oder Tablets für Anwender ein Kinderspiel. Hinter der Benutzeroberfläche steckt eine Menge digitale Technologie.

34

November 2018 | AUTOINSIDE


FAHRZEUGFLOTTEN

Sportwagenhersteller Porsche will vermehrt Kunden zur Marke locken

und lancierte in den USA zwei Neuheiten: Einerseits kann mittels

Monatsabonnement auf eine Porsche-Fahrzeugflotte zugegriffen

werden, andererseits können Porschebesitzer ihr Fahrzeug via App

Interessierten zum Ausleihen anbieten. «Ich bin schon immer Porsche-Fan

gewesen und mag das Gefühl, den Schlüssel meines eigenen

911 für kurze Zeit an einen anderen Porschekenner zu übergeben»,

meint Andre Haddad, CEO der Carsharing-Plattform Turo.

In der Schweiz auch möglich?

Schlüsseltechnologie für das Vermieten des eigenen Fahrzeugs

oder Carsharing sind grundsätzlich Apps, die Anbieter und Nachfrager

zusammenbringen. Automobilhersteller wie auch -zulieferer

kaufen die wie aus dem Boden spriessenden Start-up-Firmen auf, um

sich eine gute Position im wachsenden Markt zu sichern. Doch mit

der Reservationsplattform ist es nicht getan: Das Wunschauto muss

sich ohne Fahrzeugschlüssel öffnen, starten und wieder abschliessen

lassen. Hierbei sind aktuell zwei Technologien verbreitet, die das

Öffnen von Carsharing-Fahrzeugen ermöglichen. Zum einen können

NFC-Chipkarten benutzt werden (das Auto muss dafür mit Antenne

im Türgriff, Hard- und Software oder einer Zusatzbox ausgestattet

sein) oder das Fahrzeug lässt sich direkt via App und Smartphone

öffnen oder schliessen.

Sobald sich die Plattformen bei den potenziellen Nutzern verbreitet

haben, stellt sich die Frage, ob der Schweizer Markt überhaupt

für solche grossflächigen Sharing-Angebote bereit ist? Und kann der

Garagist als Carsharing-Anbieter mittun? René Degen, Garagist und

AGVS-Zentralvorstand, vertritt gegenüber AUTOINSIDE eine klare

Meinung: «Das ist enorm schwierig. Der Garagist kann preislich

nicht mit den Carsharing-Anbietern wie zum Beispiel Catch a Car

mithalten. Vielleicht sollte der Garagist so etwas wie ein Stützpunkt

für selbstfahrende Sharing-Autos werden. Dort könnten die Autos

per induktive Ladestation aufgeladen werden und von dort zum

Kunden losfahren, der das Auto per App bestellt hat. Und wenn es

ein technisches Problem gibt, kommt das Auto autonom zum Garagisten,

der es dann repariert.»

Blick in die Zukunft und Trends

Für die Erstausrüster und Zulieferer gilt es, den Fahrzeugverkauf

auch im stagnierenden Markt Europas attraktiv zu halten. Carsharing

bietet sich dazu an, um auch Kunden zu gewinnen, die nicht

jeden Tag aufs Auto angewiesen sind. «Wir sind der Überzeugung,

dass der Carsharing-Markt noch Potenzial hat. Deshalb treten wir

mit einem ganzheitlichen Konzept aus einer Hand an, das alle Mobilitätsbedürfnisse

von der wenige Minuten dauernden Kurzstrecke

bis zur wochenlangen Ferienreise abdeckt. Bei unseren Flotten für

die Vehicle-on-Demand-Dienste setzen wir vollständig auf Elektrofahrzeuge,

bieten also emissionsfreie und nachhaltige Mobilität an.

Damit entlasten wir Stadträume auf intelligente Art», erklärt Jürgen

Stackmann, Vertriebsvorstand der Marke Volkswagen.

Der Garagist bleibt zentraler Dreh- und Angelpunkt

Wenn die Autos also vom Erstausrüster oder Importeur als Carsharing-Fahrzeug

in Verkehr gesetzt werden, dann dient der Garagist

auch in Zukunft als zentraler Dreh- und Angelpunkt für die Wartung,

Reparatur und Reinigung der Fahrzeuge. Aktuell ist das Sharing

noch aufwändig, da der Mieter immer zuerst zum parkierten

Fahrzeug gelangen muss. Dies wird sich in Zukunft durch die autonom

fahrenden Fahrzeuge deutlich vereinfachen. Per Knopfdruck

kann das gewünschte Fahrzeug zur gewünschten Zeit nach Hause

bestellt werden. Im Robotertaxi lässt sich der Kunde dann ohne

sich auf den Verkehr zu konzentrieren von A nach B chauffieren.

Ist der Schweizer Markt bereit?

Obwohl immer mehr Apps und damit Carsharing-Plattformen

vorhanden sind, will der Kunde auf dem Land sein eigenes Fahrzeug

besitzen. Im urbanen Umfeld setzt sich das Fahrzeugteilen immer

mehr durch. Entsprechend ist die Amag finanziell bei der Plattform

Sharoo eingestiegen. Private können dort ihr Fahrzeug zur Miete anbieten.

Die Amag nutzt die Plattform, um Lagerfahrzeuge oder Occasionen

aufzuschalten oder Fahrzeuge des ebenfalls zur Amag-Gruppe

gehörenden Fahrzeugvermieters Europcar online zu stellen.

Bei autonom fahrenden Fahrzeugen wird sich das Teilen durch

die deutlich einfachere Logistik verstärken. Im Volkswagen Magazin

Schweiz nimmt Martin Haefner, Verwaltungsratspräsident der

Amag, pointiert Stellung dazu. Auf die Frage, ob er sich denn in ein

autonom fahrendes Fahrzeug setzen würde, meint er: «Wahrscheinlich

ja. Aber die Bedingung wäre, dass es mein eigenes Auto ist. Ich

möchte meine Privatsphäre nicht preisgeben und mit vier fremden

Menschen in einem selbstfahrenden Auto sitzen.» Wie der 64-jährige

Haefner denken wohl jüngere, in städtischen Zentren lebende

Menschen hierzulande nicht mehr. Immer weniger wollen den Führerausweis

und sind zufrieden mit dem ÖV-Angebot. Das Gewerbe

muss sich als Mobilitätsdienstleister etablieren und hat immer noch

beste Aussichten auf profitable Geschäfte. Denn auch ein Elektrofahrzeug,

modernstes Hybrid- oder Verbrennerfahrzeug, ob autonom

fahrend oder nicht, benötigt professionellen Unterhalt. Der Branche

stehen spannende Zeiten der Digitalisierung bevor. <

Erstausrüster forcieren Elektromobilität und Carsharing: Volkswagen präsentiert eine

digitale Plattform und lanciert 2019 vorerst in Deutschland das Carsharing-Modell WE.

Parkplatznot in Megastädten: Wie in New York wird Abstellfläche für Fahrzeuge rarer

und entsprechend exorbitant teuer. Carsharing löst das Problem teilweise.

AUTOINSIDE | November 201835


FAHRZEUGFLOTTEN

Chancen der Digitalisierung beim Carsharing

Carsharing die Technologie dahinter

Das Autoteilen bedingt, dass sowohl die digitale Vernetzung aber auch Systeme zum schlüssellosen Öffnen, Schliessen und

Starten vorhanden sind. Dabei gibt es grundsätzlich zwei Möglichkeiten: internetbasierte oder netzunabhängige Systeme.

Das Smartphone nimmt eine immer wichtigere Stellung bei der Vernetzung ein. Andreas Senger, Redaktion

Die Blockchain-Technologie

Dank der Digitalisierung wird es künftig mit der Blockchain-

Technologie möglich sein, dass der Privatfahrzeugbesitzer sein Auto

auf einer Plattform temporär oder über längere Phasen freigibt. Dank

der dezentralen und auch ohne Internetzugang funktionierenden

Datenbank wird der Zugang zu Fahrzeugen erheblich vereinfacht

und schneller.

Die Freigabeüberprüfung eines Smartphones bis zum Öffnen

der Fahrzeugtüre dauert rund 1,6 Sekunten und ist gemäss Porsche

sechsmal schneller als per Freigaberoutine via Internet. Der Trend

zu noch mehr Digitalisierung und Vernetzung verschiedenster Firmen

und damit Services lassen neue Dienstleistungen entstehen.

Wie in der Finanzbranche gezeigt (Kryptowährungen wie Bitcoin), ist

die Technik sicher. Damit können die Erstausrüster und Zulieferer

Porsche hat erste Tests mit Blockchain-Technik erfolgreich durchgeführt. Durch die dezentrale

und fälschungssichere Datenbank kann der Fahrzeugzugang gesteuert werden.

künftig Software-Updates sicher durchführen und der Garagist mit

Zusatzdienstleistungen den Kunden begleiten. <

Die Bedeutung des Smartphones

Die Fernsteuerung des Fahrzeuges durch das Smartphone wird nicht nur beim Öffnen

und Schliessen der Türe halt machen. Dank permanenter Internetverbindung kann das

Fahrzeug auch ferngesteuert parkiert oder zur Fahrt freigegeben werden.

Das Smartphone ist heute ein elektronischer Helfer, der nicht mehr

wegzudenken ist. Auch die Fahrzeugwelt wird durch neue technische

Möglichkeiten immer mehr in das IoT integriert (Internet

of Things). Dazu ist eine schnelle Mobilfunkabdeckung notwendig

(5G-Technologie). Durch die ultraschnelle Verbindung bis zu 1,25 GB

Daten pro Sekunde und dem geringeren Energieverbrauch soll die Ansprechzeit

(Ping) massiv verkleinert werden. Damit wird das Fahrzeug

zum IoT und dabei nicht nur das Fahrzeugteilen vereinfacht,

sondern es werden weitere Nutzungsmöglichkeiten ermöglicht

(Paketabladen zu vorgegebener Zeit et cetera). Durch die Möglichkeit

des autonomen Fahrens werden Robotaxis Realität. Damit wird das

Smartphone mit seinen Apps zum Mobilitätsplaner und die Vernetzung

von ÖV und MIV (motorisierter Individualverkehr) optimiert.

<

Die Berechtigungssysteme

Aktuell verbreitet ist die Zugangstechnologie mittels NFC-Chipkarten.

Die Abkürzung steht für «Near Field Communication», was

übersetzt Nahfeldkommunikation bedeutet. Es handelt sich um

einen Funkdatenübertragungsstandard, bei dem mittels Induktion

elektrische Energie auf eine Karte übertragen wird. Die Kunststoffkarte

enthält eine Antenne, welche die elektromagnetischen Wellen

in Spannung wandelt und damit den integrierten Chip kurzzeitig mit

Energie versorgt.

Diese Transponderenergie reicht zum Auslesen des Inhalts und

Zurücksenden der Informationen an das Fahrzeug aus, um beispielsweise

nach erfolgter Authentifizierung die Fahrertür zu öffnen und

die Wegfahrsperre zu deaktivieren. Damit die Datenkommunikation

funktioniert, muss die Karte innerhalb von zehn Zentimetern

zum Gerät gehalten werden. Auch Bezahlsysteme wie Kreditkarten

funktionieren mit dem Standard. NFC-Chips lassen sich in Fahrzeugschlüssel

oder Smartphones integrieren. <

Die Mobility-Genossenschaft aber auch OEM wie BMW, Hyundai und Mercedes-Benz

ermöglichen den Fahrzeugzugang per Chipkarte. Künftig soll der Zugang durch den

Einsatz des Smartphones vereinfacht werden.

36

November 2018 | AUTOINSIDE


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Die digitale Vernetzungsstruktur

Mit einer App ist das Fahrzeugteilen längst nicht erledigt. Um

ein Fahrzeug zu «sharen», muss sowohl eine Reservationsplattform

zur Verfügung gestellt werden wie auch ein System, um das Öffnen/

Abschliessen sowie Starten zu ermöglichen. Die Plattform wird aktuell

so betrieben, dass ein Server die Fahrzeugbewegungen der beteiligten

Fahrzeuge beobachtet. Dank eingebautem GPS-Navigationssystem

kennt das System jederzeit den Standort. Daraus kann

dem Carsharing-App-Nutzer auf seinem Smartphone das nächstgelegene,

freie Fahrzeug zugeordnet werden. <

Am Beispiel der Vernetzungsstruktur von Toyota lässt sich erahnen, welche digitalen Herausforderungen auf OEM und Zulieferer warten, um Fahrzeug-Sharing zu etablieren.

Rechts unten ist der Garagist, welcher eine Schlüsselrolle zwischen Fahrzeug und Kunden einnimmt.

AUTOINSIDE | November 201837


FAHRZEUGFLOTTEN

Die BFS-Flotte umfasst rund 130 Transportlösungen: vom Betonmischer über den Sattelaufleger bis zum Lieferwagen.

Carsharing bei Nutzfahrzeugen

«Teilen ist das neue Besitzen»

Der Kauf eines Nutzfahrzeugs ist eine grosse Investition und bindet viel Kapital. Nun breitet sich auch im Nutzfahrzeugbereich

ein Trend aus, der bei PW schon etabliert ist: teilen statt besitzen. Sandro Compagno, Redaktion

«Seit drei bis vier Jahren zeichnet sich ein eindeutiger Trend zum

Mieten von Nutzfahrzeugen ab», sagt Beppi Dillier. Seit er im Jahr

2006 die «Business Fleet Swiss» gegründet hat, zeigte die Entwicklung

nur in eine Richtung. Heute umfasst die Flotte von BFS rund 130 Nutzfahrzeuge

Sattelschlepper, Kühllastwagen, Betonmischer, Kipper,

aber auch Anhänger und verschiedene Lieferwagen bis 3,5 Tonnen.

«Wir sprechen nicht von Fahrzeugen, sondern von Transportlösungen»,

präzisiert Dillier. Der Bestand schwanke weil laufend neue

Fahrzeuge dazukommen und gebrauchte verkauft werden.

Dass die Fahrzeuge nach der Miete verkauft werden, widerlegt

die These, dass sich Sharing und Handel gegenseitig kannibalisieren.

Davon könne in der Tat keine Rede sein, sagt Dillier. «Jedes

Mietfahrzeug hat ein zweites und drittes Leben, wenn es verkauft

wird.» Mit der durchaus erwünschten Konsequenz, dass die von BFS

vermieteten Fahrzeuge im Durchschnitt zweijährig und damit stets

auf dem neusten Stand der Technik sind.

Gesellschaftliche Entwicklung

Der Trend weg vom Eigentum hin zur Nutzung folgt einer gesellschaftlichen

Entwicklung, dem sich das Autogewerbe nicht entziehen

kann. Für kommende Generationen wird Besitz an Bedeutung

verlieren. Schon heute wird nicht mehr gekauft und besessen, sondern

gemietet und geteilt, sobald der Bedarf da ist. Dillier zitiert zu

diesem Thema aus dem Editorial, das AGVS-Zentralpräsident im

AUTOINSIDE 9/18 geschrieben hat: «Ein Teil der künftigen Kunden

will nicht primär ein Fahrzeug besitzen, sondern möglichst viele

Dienstleistungen nutzen und natürlich nur für die Zeit der Nutzung

bezahlen.» Auf den Punkt gebracht, findet der BFS-Geschäftsführer.

Was im PW-Bereich mit Mobility schon gut etabliert ist, hat auch

im Bereich Nutzfahrzeuge Einzug gehalten. «Teilen ist das neue Besitzen»,

sagt Dillier pointiert. Für den Schweizer Markt prognostiziert

er ein kräftiges Wachstum. Rund 4500 Nutzfahrzeuge mit mehr

als 3,5 Tonnen wurden in der Schweiz im Jahr 2017 zugelassen. Davon,

so Dillier, seien bisher rund 3 Prozent echte Mietfahrzeuge. In

Deutschland seien es 12 Prozent. Mittelfristig rechnet Dillier in der

Schweiz mit einem Wachstum auf 7 Prozent. «Selbstverständlich

wird ein Transportunternehmer immer nur einen Teil seines Fuhrparks

mieten.»

«In der Gemeinschaft sind wir stark»

Dabei macht es die BFS den potenziellen Mietkunden so einfach

wie möglich. Benötigt ein Unternehmer Kapazitäten, etwa um Auftragsspitzen

abzudecken, kann er aus einem breiten Angebot wählen

und das gewünschte Fahrzeug an einem der fünf Stützpunkte

abholen. Die Vermietstandorte in Emmen, Kägiswil, Egerkingen,

38

November 2018 | AUTOINSIDE


FAHRZEUGFLOTTEN

Mörschwil und Bulle sind gleichzeitig Vertriebs- und Servicebetriebe

von MAN. Die Betriebe in Emmen und Kägiswil sind Teil der Familien-Holding,

die anderen drei Vermietstandorte werden von eigenständigen

Partnerfirmen betrieben. «In der Gemeinschaft sind wir

stark das gilt für das Geschäft wie für die Familie», sagt Beppi

Dillier. Das langjährige Vorstandsmitglied der AGVS-Sektion Zentralschweiz

führt die Familienunternehmung in vierter Generation.

Sein Urgrossvater gründete anno 1840 die Dillier-Fuhrhalterei, damals

noch mit atmenden Pferdestärken. «Erst 1917 hat mein Grossvater

die letzten Pferde verkauft , sieben Jahre nachdem er den ersten

LKW erworben hat», erzählt Dillier. 1979 gründete die Familie

eine MAN-Vertretung, aus der später die Nutzfahrzeug AG Zentralschweiz

hervorging. Diese wird heute von Hans Peter Geser, einem

ehemaligen Lernenden Dilliers, geführt.

Bemerkenswert: Die Vermietung war immer schon ein Standbein

des Unternehmens. Mit der Gründung der BFS vor zwölf Jahren habe

er dem Bereich eine saubere Organisation geben wollen: «Ich mag

klare Strukturen. Darum wollte ich diesen Bereich nicht einfach als

Kostenstelle oder Profit Center organisieren, sondern als eigenständige

juristische Person.»

BFS-Kunden sind Logistikfirmen, Firmen aus dem Bau- und Baunebengewerbe,

Kantone und Gemeinden, Entsorgungsfirmen national

wie international tätige Firmen. «Das Budget dieser Unternehmen

wird nicht grösser.» Wer miete, statt zu kaufen, bleibe auf

dem neusten Stand der Technik, bleibe flüssig und könne erst noch

Steuern sparen, zählt Dillier die Vorteile des Systems auf. Dass immer

mehr Kunden auf diese Vorteile setzen, zeigt nicht nur das bisherige

Wachstum von Business Fleet Swiss. Dillier will mit seinem

Nutzfahrzeug-Sharing weiter wachsen und plant zwei weitere Standorte,

um noch flexibler auf die Bedürfnisse seiner Kunden reagieren

zu können. <

Weitere Infos unter:

bfs-swiss.ch

Flexibilität als grosser Pluspunkt

Flexibilität bietet nicht nur der grosse Fuhrpark, flexibel sind

auch die Mietdauern. Sie reichen von einem Tag bis zur unbegrenzten

Langzeitmiete. Dillier: «Im Durchschnitt wird ein Fahrzeug für

ein halbes Jahr gemietet.» Vor allem für Jungunternehmer sei die

Miete ein geeignetes Mittel, so Diller. «Sie bekommen einen Auftrag

und brauchen schnellstmöglich ein Fahrzeug. Wenn der Auftrag

beendet, aber kein Folgeauftrag in Sicht ist, gibt der Unternehmer

das Fahrzeug einfach zurück. Sind die Auftragsbücher jedoch auch

danach noch voll, kann er das Fahrzeug immer noch kaufen.»

Für die BFS-Kunden hat die Miete einen weiteren, handfesten

Vorteil. «Mieter sind stets auf dem neusten Stand der Technik, bleiben

liquid und setzen das richtige Fahrzeug für den Auftrag ein», erklärt

Beppi Dillier. Und sie brauchen sich nicht um Dinge wie Finanzierung,

Unterhalt, Reparaturen, Versicherungen oder einen späteren

Verkauf zu kümmern.

Beppi Dillier ist mit seiner BFS Swiss auf Wachstumskurs.

www.osram.ch

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FAHRZEUGFLOTTEN

«Fuel Efficiency»

Ökonomisch und ökologisch

sinnvoll

In den letzten knapp drei Jahren ist der Ölpreis um 160 Prozent gestiegen. Für den Automobilisten an der Tankstelle ein

Ärgernis, für die Transportbranche weit mehr. Der Treibstoff ist ein grosser Kostenfaktor. Sandro Compagno, Redaktion

Weniger Treibstoffverbrauch = höhere Rendite: Die Hersteller kämpfen um jeden Liter Diesel (Visualisierung Mercedes-Benz).

Die Rechnung ist simpel: Jeder Liter Treibstoff, der nicht verbrannt

wird, zahlt direkt auf das Konto Rentabilität ein. Über die

gesamte Nutzungsdauer eines LKW macht der Dieselverbrauch

30 Prozent der Kosten aus. Obwohl der Schweizer Fuhrhalter keinen

Einfluss auf die geopolitische Situation in Saudi-Arabien, im Iran

oder in Venezuela hat, kann er seine Treibstoffkosten beeinflussen.

«Fuel Efficiency» ist einerseits Gebot der Stunde, andererseits

arbeitet die Industrie seit Jahrzehnten an der Treibstoff- und damit

Kosteneffizienz. Als der Dieselmotor 1893 erfunden wurde, betrug

sein thermischer Wirkungsgrad 26 Prozent. Heute liegt die Energieeffizienz

bei 47 Prozent und Experten wie Peter Krähenbühl, Geschäftsführer

der FPT Motorenforschung in Arbon, rechnen bereits

im Jahr 2020 mit 50 Prozent (siehe AI 7-8/18). Die Thermodynamik

lässt nicht mehr viel zu, wohl aber Entwicklungen im Materialbereich.

Mit Schmiermitteln, mit Bereifung, Gewichtseinsparung

und Telemetrie- und Navigationssystemen lässt sich der Dieselmotor

weiter optimieren.

«Fuel Efficiency» kombiniert ökonomische Erfordernisse und

ökologische Ziele denn jeder nicht verbrannte Liter Diesel schützt

nicht nur die Rendite der Transportunternehmer, sondern auch die

Umwelt. «Unsere Kunden fordern aus rein ökonomischen Gründen

minimalen Verbrauch und damit minimale Emissionen deshalb

setzen wir tagtäglich alles daran, entsprechende Fahrzeuge

zu liefern», sagte Andreas Renschler, im Vorstand der Volkswagen

AG zuständig für den Geschäftsbereich Konzern Nutzfahrzeuge, am

VDA Nutzfahrzeug-Symposium 2015, stellvertretend für eine ganze

Industrie. «Nicht umsonst haben wir den Kraftstoffverbrauch eines

schweren LKW pro Tonnenkilometer in den letzten 50 Jahren um

rund 60 Prozent reduzieren können», so Renschler weiter.

KG

Aerodynamik

Die Physik lässt sich nicht ändern. Allerdings stehen der Industrie

noch immer verschiedene Hebel zur Verfügung, an denen sie ansetzen

kann. Ein Hebel, der schon in naher Zukunft zur Verfügung stehen

40

November 2018 | AUTOINSIDE


FOKUS FAHRZEUGFLOTTEN

KG

Beim «Platooning» lenkt nur der Fahrer im Führungsfahrzeug. Antrieb, Bremse und Lenkung der Folgefahrzeuge

übernimmt die Technik.

wird, ist das sogenannte «Platooning», das

Fahren im Konvoi. Mehrere LKW fahren auf

Autobahnen dicht hintereinander: Fahren

drei LKW im Konvoi, benötigen sie einerseits

weniger Platz, was die Infrastruktur

entlastet, und sie sparen andererseits dank

Windschatten bis zu 7 Prozent Treibstoff.

Die Aerodynamik ist nicht nur im Konvoi

ein Thema, sondern auch in der Konstruktion.

Die grossen Hersteller werden bereits in naher

Zukunft mit Seitenkameras statt Rückspiegeln

arbeiten. Zwar steht hier die Sicherheit

im Fokus Unfälle beim Abbiegen sollen auf

diese Weise minimiert werden aber der

Ersatz der grossen Rückspiegel durch deutlich

kleinere Kameras wird auch den Luftwiderstand

verringern.

Öl

Intensiv wird auch im Bereich Schmierstoffe

geforscht. Synthetische, niederviskose, also

dünnflüssigere Öle verringern die Reibung.

Zudem erlauben moderne Motoren- und Getriebeöle

verlängerte Ölwechselintervalle.

Gewicht

Schon vor einigen Jahren ist es Mercedes

gelungen, auf einer Teststrecke unter

optimalen Bedingungen eine Tonne Nutzlast

mit 0,8 Litern Diesel 100 Kilometer weit

zu transportieren. Gewichtseinsparungen

sind bei schweren Nutzfahrzeugen ein

stetiges Thema. So setzt die Ronal Group

als einer der weltweit führenden Anbieter

von Leichtmetallrädern für Nutzfahrzeuge,

Anhänger und Reisebusse ausschliesslich

auf geschmiedete Räder. Diese Räder der

Ronal-Marke «Speedline Truck» sind bis

zu 45 Prozent leichter als herkömmliche

Stahlräder und tragen damit zu einer deutlichen

Verbrauchsreduktion bei.

KG

Reifen

Wirtschaftlichkeit und Umweltfreundlichkeit

stehen auch in der Reifenentwicklung

im Zentrum. Hankook beispiels­

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FAHRZEUGFLOTTEN

KG

Navigation

Auch moderne Navigationssysteme helfen beim Spritsparen:

Mercedes-Benz nennt sein System «Predictive Powertrain Control».

Das System verknüpft GPS-Daten und topografische Karten mit dem

Automatikgetriebe und sorgt so für eine an den Streckenverlauf angepasste

Fahrweise. Zum Beispiel, indem es im Gefälle Schwungspitzen

nutzt oder vor Kuppen rechtzeitig das Gas wegnimmt.

Scania wurde für seine Telemetrielösung mit dem «Deutschen

Telematik Preis 2018» ausgezeichnet. Die Telemetrie versorgt die

Fuhrparkverantwortlichen mit Daten über den Fahrzeugzustand

und über das Fahrverhalten des Chauffeurs. Eine Interpretation in

Echtzeit erlaubt diesem, seinen Fahrstil wirtschaftlicher und damit

umweltfreundlicher zu gestalten.

Schmieden statt giessen: Leichtmetallrad von «Speedline Truck» von Ronal.

weise zielt mit seinem NFZ-Konzept «e-cube» auf drei gleichwertige

Entwicklungsstrategien, wie der Schweizer Key Account Manager

Andreas Wirth erklärt: «Energy, niedriger Energieverbrauch, durch

geringen Rollwiderstand, Economy, Wirtschaftlichkeit, durch hohe

Laufleistung, und Environment, Umwelt, durch eine Reduktion von

Schadstoffen und Abrollgeräusch.»

Bridgestone verschafft seinen Serviceberatern mit der sogenannten

«ToolBox» Zugang zu einer Vielzahl reifenbezogener

Informationen. Das Software-Paket bietet die Möglichkeit, Reifenabnutzung

und Wartungsstandards zu verfolgen, und es erlaubt,

Massnahmen zur Optimierung des Treibstoffverbrauchs und zur

Reduzierung von Verschleiss und Reifenschäden.

Potenzial bei leichten und bei schweren NFZ

In der Schweiz sind neben 60 000 Lastwagen und Sattelschleppern

auch rund 370 000 Lieferwagen registriert. Auch bei

diesen leichten Nutzfahrzeugen kann die Effizienz erhöht werden:

So lassen einige Unternehmen ihre Lieferwagen auf Tempo 100 oder

110 abriegeln. Die Massnahme ist zwar bei den Mitarbeitenden nicht

allzu populär, verhindert aber Tempoüberschreitungen mit daraus

folgenden Bussen und spart Sprit. «Lieferwagen sind aerodynamisch

nichts anderes als fahrende Schrankwände», sagt Markus Peter,

Leiter Umwelt & Technik beim AGVS. Kommt dazu, dass mit Bleifuss

gefahrene Lieferwagen schädlich für das Image der Firma sind. <

Rollwiderstand, Laufleistung, Reduktion von Emissionen: Reifen sind ein wichtiger Faktor, wenn es um Energieeffizienz geht.

42

November 2018 | AUTOINSIDE


FAHRZEUGFLOTTEN

FOKUS

Digital am Puls

Flottenmanagement «on the road»

Fahrzeugausfälle und unerwartete Wartungskosten sind Gift für die Rendite. Bridgestone hat an der IAA Nutzfahrzeuge

eine digitale Flottenmanagementlösung vorgestellt, die genau das verhindern soll.

sco/pd. Die Drei-in-Eins-Lösung «Fleet-

Pulse» besteht aus einer mobilen App, einer

zentralen Website und der Reifendruckkontrollsystem-Hardware.

(TPMS). Mit dieser

digitalen Lösung steigert Bridgestone die

Transparenz über die einzelnen Flottenfahrzeuge

und kann die Wahrscheinlichkeit

unerwarteter, kostspieliger und potenziell

gefährlicher Pannen erheblich reduzieren

unabhängig von Fahrzeug- und Reifenmarke.

Möglich machen dies die Fortschritte in

der Sensortechnik. Über das zentrale Online-

Portal von «FleetPulse» können Fuhrparkund

Wartungsmanager via Cloud auf die

Status-Updates ihrer gesamten Flotte zugreifen,

inklusive Mängel und Schäden sowie

Leistungsdaten.

Via App können sie individuelle Anfragen

wie neue Checklisten oder Servicebuchungen

direkt an Fahrer und Techniker senden und

More-than-CAR-WASH-AQUATUS-CH-210_146_AI-DE.qxp_Layout Daten in Echtzeit: 1 29.01.18 «FleetPulse» 11:23 soll Seite Ausfälle 1 und Reparaturen reduzieren.

sogar die Stilllegung von einzelnen Fahrzeugen

veranlassen.

«FleetPulse» versorgt Fahrer und Techniker

zudem mit detaillierten Informationen

zum Reifenzustand ihres Fahrzeugs. Beim

Anschluss an das Reifendruckkontrollsystem

werden Daten über den Reifendruck

gesammelt und in Echtzeit via App und Online-Dashboard

an Fahrer und Flottenmanager

weitergegeben. Abweichungen werden

erkannt und Schäden durch zu niedrigen

Luftdruck vermieden. Denn 30 Prozent aller

Pannen sind auf zu niedrigen Reifendruck zurückzuführen

und ganz nebenbei spart der

korrekte Reifendruck Treibstoff und damit

bares Geld. <

Weitere Infos unter:

fleetpulse.app

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FAHRZEUGFLOTTEN

IT-Lösungen

Am Ende zählt die Effizienz

Eine Fahrzeugflotte zu betreiben, bedeutet, sicher in der unternehmerischen Spur zu fahren. Keine einfache Aufgabe, denn

Flottenmanagement umfasst weit mehr als die Reduktion der gefahrenen Kilometer. Tatjana Kistler, Redaktion

GPS-Systeme feiern bald ihr 30-jähriges Bestehen und haben

den Grund für den Betrieb von Fahrzeugflotten geebnet. Die Anwendungsbereiche

von IT-basierter Flottensteuerung sind jedoch

vielfältig angefangen beim noch simplen «Track and Trace» über

das elektronische Fahrtenbuch bis zur echtzeitbasierten Auftragsdisposition.

Umfassendes Flottenmanagement heisst zunächst, der

Wartung immer einen Schritt voraus zu sein. Auf einer ersten Ebene

tragen eine automatisierte Wartungsplanung und Ferndiagnosemöglichkeiten

sowohl zur Prophylaxe als auch zur schnelleren und

günstigeren Problemidentifikation bei.

Missverständnisse vorbeugen, Betrug unterbinden

Niedrigere Fahrerkosten, eine verbesserte Kundenbindung,

eine höhere Fahrer- wie auch Fahrzeugproduktivität sind auf einer

anderen Flughöhe durch IT-Lösungen zur automatischen Status- und

Datenverfügbarkeit zu erreichen. Denn diese planen die Ressourcen

anhand der Fahrer- sowie Fahrzeugverfügbarkeit ein und überwachen

Touren im Sinne der Planung der erwarteten Ankunftszeiten.

Resultate sind eine reduzierte Recherchezeit in der Disposition,

eine selbst laufende Rechnungsstellung, der Nachweis von

Wartezeiten und optimierte Termintreue.

Um den Wert von Flottenmanagementsystemen zu steigern,

arbeiten Softwarehersteller überdies an automatisierten Auftragsund

Änderungsdatenübertragungen. Diese reduzieren einerseits den

Kommunikationsaufwand, andererseits die Missverständnisse in

Form von falschen Adressen oder etwa im Sinne von Doppelarbeiten.

Das Portfolio an IT-Lösungen fürs Fahrzeugflottenmanagement versucht

aber auch, Betrug zu unterbinden. Wie? Durch Kontrolle:

Während Betreiber von Fahrzeugflotten bei Benzindiebstählen

durch Fremdverursacher ins Portemonnaie greifen müssen, arbeiten

Softwarehersteller daran, auch Diebstählen durch eigenes Personal

vorzubeugen. Dies sowohl beim Thema «Routenüberwachung» als

auch bei der Beobachtung der Fahrstile. Ein Thema, das der AGVS

in Kooperation mit dem Schweizer Mobilitätsverband sffv aktiv angeht

und vor Jahresfrist zum Workshop «So motivieren wir Flottenmanager,

energieeffizientes Verhalten als Chance wahrzunehmen»

lud (siehe AUTOINSIDE 12/17).

Den einzelnen Fahrer und sein Gefährt einbinden

«Der Trend geht klar in Richtung fahrerbezogenes Verhalten

und fahrzeugbezogene Daten», erklärt Nina Fischer, Leitung

Marketing & Kommunikation, Beratung & Verkauf bei Logifleet.

«Denn die erhobenen Daten erlauben einen umfassenden Einblick,

wie der Fahrer sein Fahrzeug nutzt», ergänzt die Datenspezialistin.

Wichtig, so Fischer, sei die aktive Einbindung der

Chauffeure in diese Einsichten. So ermögliche es die Software

mittels sogenannten Dashboards, sowohl einfache Rapporte als

auch umfassende Fahrtenanalysen zugänglich zu machen. «Im

Neuwagensektor gehen die Hersteller immer weiter in die Richtung

vollständig geschlossener Systeme», ergänzt Ronald Langmaier von

der Fahrzeugflotten-Softwareschmiede Müllerchur: «Aus Sicherheitsgründen

werden dem Benutzer/Fahrer/Unternehmer nur die

notwendigsten Infor mationen freigegeben. Alle anderen Daten

werden von den Fahrzeugherstellern gesammelt und natürlich ver-

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November 2018 | AUTOINSIDE


FAHRZEUGFLOTTEN

wertet.» Der Trend gehe dahin, Fahrzeuge herstellerunabhängig

zu monitoren und diese flexibel einsetzbar zu machen. Fest stehe,

dass sich die Softwarehersteller längst auf den Rundumservice für

Flottenbetreiber spezialisiert haben. «Alle manuellen Tätigkeiten

im Flottenmanagement vom Service über die Betankung bis zum

Schadensmanagement werden immer mehr digitalisiert und automatisiert»,

bilanziert Langmaier.

Luft nach oben?

Doch in welchem Bereich sehen die Softwarehersteller

hierzulande noch Luft nach

oben? Nina Fischer misst besonders den Fahrzeugflottenbetreibern

in der Baubranche

und im Baunebengewerbe noch grosses

Potenzial bei. Ronald Langmeier hingegen

Ronald Langmaier, rät generell zum Softwareeinsatz, um scheinbare

Kapazitätsgrenzen aufzubrechen: «Allein

Müllerchur / Consilio.

der Mehrwert, aus allen Fahrzeugen online und sofort Statusmeldungen

zu erhalten, Auslastungsstatistiken umgehend und live

abzurufen, sind noch nicht in weiten Kreisen bekannt. Dabei ist die

Möglichkeit einer raschen Interaktion im Zeitalter des Internet der

Dinge (IoT), also der umfassend vernetzten Systeme, durchaus ein

relevanter Faktor zur Kosteneinsparung.» Doch gerade beim Thema

«Überwachungstools» darunter die Routen- und Fahrstilüberwachung

stehen bei Fahrzeugflottenbetreibern oft Bedenken zum

Datenschutz im Raum. Nina Fischer versichert: «Hier gibt es klare

Richtlinien, sodass diese Thematik für die Unternehmen keinerlei

Herausforderung mehr darstellt. Es gibt Lösungen, welche die

Privatsphäre der Mitarbeitenden weitgehend schützen.»

Datenerhebung muss offen kommuniziert werden

Auch die Müllerchur AG entkräftet mögliche Befürchtungen.

«Die Fahrstilbeobachtung wird in Flotten zu einem sehr grossen Teil

nur eingesetzt, um forschungsrelevante Daten für die Statistiken

zu erhalten und eventuell auch für Schulungszwecke», erklärt

Ronald Langmaier. «Es ist doch viel besser, den Chauffeur für

eine Verbesserung seines Fahrstils zu belohnen, als ihn für einen

zu hohen Verbrauch seines Fahrzeugs zu bestrafen», rät der Fachmann,

die IT-Systeme in einem motivierenden Sinne zu nutzen.

Dasselbe gelte für die Routenbeobachtung, die in diesem Sinne

für Verkehrsflussberechungen und Staumeldungen zur Verfügung

gestellt werden sollte. «Im Bereich des Datenschutzes muss hier

natürlich aufgepasst werden, dass entsprechende Daten anonymisiert

sind, bevor man sie weitergibt», so Langmaier. So müsse ein entsprechendes

Datenschutzreglement firmenintern ausgearbeitet

und den betroffenen Personen offen kommuniziert werden, wenn

solche Überwachungssysteme zum Einsatz kommen.

Garagisten müssen Systempalette kennen

Kurzum: Die Angebotsvielfalt rund um IT-Flottenmanagement-

Systeme ist riesig und birgt für den Garagisten eine Chance, sich

mit Expertise für Grosskunden ins Gespräch zu bringen. Gemäss der

«Unternehmerzeitung» umfassen in der Schweiz die meisten Flotten

bis zu 100 Fahrzeuge. «Der Garagenbetrieb ist besser ausgelastet, das

Potenzial für neue Kundenbeziehungen wächst. Darüber hinaus können

durch die Nutzung der Lösungen in den eigenen Miet- und Ersatzfahrzeugen

die Geschäftsprozesse und der Erfolg optimiert werden», zählt

Nina Fischer die positiven Nebeneffekte auf, die Garagisten einfahren,

wenn sie sich auf Fahrzeugflottensysteme und -IT-Lösungen einlassen.

«Garagisten können durchaus auch eine Partnerschaft mit Anbietern

eingehen», geht Ronald Langmaier noch einen Schritt weiter:

«Das Know-how über die Fahrzeuge sowie die Leistungen im direkten

Kundenkontakt wie auch die Koordination ist die grosse Stärke der

Garagisten. Kein Anbieter von Flottenmanagementsystemen hat so

direkten Kontakt mit den Chauffeuren wie der Garagist. Wir erkennen

aus unseren Tätigkeiten aber noch eine gewisse Angst vor

der Digitalisierung, sprich vom Schritt zur Digitalisierung.»

Und auch Logifleet rät den Garagisten zum Mut, sich dieser Software

aktiv anzunehmen. «Denn die Kunden und Partner nehmen

den Garagisten als innovativen Dienstleister wahr. Die Nutzer

von Tracking- und Flottenmanagementsystemen sehen die Garage

demnach als Kompetenzpartner», so Nina Fischer. <

AUTOINSIDE | November 201845


PRODUKTENEWS

Osram

osram.ch

> «Truckstar Pro» die stärkste Osram-LKW-Lampe

pd. Osram ist weltweit

Die Osram Truckstar Pro

Marktführer im Bereich Automobilbeleuchtung.

Lampe weist bis zu 100 Pro-

Zu den zent mehr Helligkeit im Ver-

Kunden des Unternehmens gleich zu den gesetzlichen

zählen die führenden Automobilhersteller.

Mindestanforderungen auf,

Die Hälfte der eine längere Lebensdauer

jährlich weltweit produzierten im Vergleich zu Standardlampen

Personenwagen wird mit

sowie eine sehr hohe

Osram-Lampen ausgestattet. Vibrationsresistenz.

Fahrzeuglampen in LKW und Dies erleichtert Berufskraftfahrern

Nutzfahrzeugen sind täglich

die Arbeit,

im Einsatz und werden oftmals reduziert Stillstandzeiten

bis an die Leistungsgrenze beansprucht.

und Fuhrparkkosten. Mehr

Aus diesem Grund Licht ermöglicht es, weiter

müssen Lampen in diesem Bereich

zu sehen und deshalb früher

besonders langlebig und zu reagieren. Besonders

äusserst zuverlässig sein. geeignet für einen Heavy-

Duty-Einsatz. Die Hochleistungs-LKW-Lampen

werden

nicht nur höchsten Qualitätsanforderungen

der Nutzfahrzeughersteller

gerecht und

haben Erstausrüsterqualität, sie

übertreffen sogar europäische

Normen. <

Das Sortiment der Reihe «Osram

Truckstar Pro».

Brembo

brembo.com/de

Exide Technologies

exide.com

> Elektromechanisches Feststellbremssystem

pd. Brembo präsentiert

die neue Electric Parking Brake

(EPB), die den Fahrern von

Nutzfahrzeugen mehr Komfort,

Sicherheit und Funktionalität

sowohl im Fahr- als auch

im Bremsmodus bietet. Das

elektromechanische Feststellbremssystem

besteht aus

Steuerknopf in der Kabine, Software,

Steuergerät und elektromechanischen

Aktuatoren an

den Bremssätteln.

Ein in die Bedienelemente

eingelassener elektrischer

Steuerknopf ersetzt platzsparend

und komfortabel die von Hand

betätigte Feststellbremse.

Die Integration der EPB mit

dem ESC-System (Electronic

Stability Control) verbessert

entscheidend die Leistung

der Feststellbremse unter

schwierigsten Bedingungen wie

beim Rutschen des Fahrzeugs

oder bei einer Bremsung bei

sehr hohen Temperaturen der

Sättel und Beläge.

In Notsituationen ermöglicht

die EPB sicheres Anhalten

mittels einer Notbremsung

durch das Antiblockiersystem

der Räder. Der Gebrauch und

die funktionale Sicherheit der

EPB sind nach ISO 26262 zertifiziert,

die Steuerungssoftware

erfüllt die Anforderungen der

ISO 15504 Norm. <

> Neue VRLA Gel-Batterie für NFZ im Dauereinsatz

pd. Exide Technologies

stellt die innovative VRLA

(ventilregulierte Bleisäure)

Gel-Batterie «Endurance+Pro

Gel» für den Nutzfahrzeugsektor

vor, die auf extreme Ladezyklen

ausgelegt ist. Die wartungsfreie

Batterie ist äusserst robust

gegen starke Entladung und

gewährleistet gleichzeitig ein

sicheres und zuverlässiges

Starten des Motors. Die verbesserte

Energieverfügbarkeit

ermöglicht darüber hinaus

eine längere Lebensdauer. Die

Batterie ist besonders geeignet

für den Transporteinsatz

mit hohem Energiebedarf, wie

im Fernverkehr, wo LKW als

Lebensräume dienen, oder bei

Nutzfahrzeugen mit umfangreichem

Lieferverkehr in der

Stadt. Mit Markteinführung der

«Endurance+Pro Gel»-Batterie

erweitert Exide die Produktpalette

für Nutzfahrzeuge und

stellt Flottenbetreibern, Ersatzteilhändlern

und Servicewerkstätten

jetzt eine komplette

Auswahlmöglichkeit für jeden

Bedarf zur Verfügung. Fuhrparkbetreiber

profitieren durch

eine mögliche Reduzierung der

Gesamtbetriebskosten sowie

einer Erhöhung der Ausfallsicherheit.

<

46

November 2018 | AUTOINSIDE


PRODUKTENEWS

Sortimo Fahrzeugeinrichtungen Walter Rüegg AG

sortimo.ch

> Lösungen für alle Anforderungen

pd. Die Betreiber grosser

Firmenflotten sind sich der

Bedeutung innovativer, einheitlicher

Inneneinrichtung bewusst

und setzen auf Lösungen des

führenden Fahrzeugeinrichters

Sortimo.

Der Anspruch der Sortimo

Walter Rüegg AG ist es, die

Fahrzeuge schnell und unkomp

liziert einsatzbereit zur

Verfügung zu stellen. Die Fahrzeugeinrichtung

«Globelyst»

gilt als optimale Lösung für den

sicheren Transport von Werkzeugen

und Waren aller Art.

Der neue Lastenträger

«ProTopRack» liefert zusätzlichen

Stauraum auf dem

Fahrzeugdach. Der in Leichtbauweise

konzipierte Dachträger

ermöglicht aufgrund seines

geringen Eigengewichts eine

maximale Zuladung und hat

zudem wegen seiner hochwertigen

Verarbeitung und

den korrosionsbeständigen

Materialien eine sehr lange

Lebensdauer.

Durch die geniale Klemmbefestigung

der neuen Hecktürleiter

ist das Bohren der Heckklappe

nicht notwendig und die

Montage kinderleicht. <

Fahrzeugeinrichtungen von Sortimo praktisch, übersichtlich, innovativ.

Bridgestone

bridgestone.ch

Cromax

cromax.com/ch

> Der RW-Drive 001

pd. Der Bridgestone RW-

Drive 001, der Nachfolger des

W990, liefert ein verbessertes

Winterantriebsachsprofil für

eine zuverlässige Traktionsleistung

und einen sicheren

Betrieb unter normalen Winterverhältnissen.

Darüber hinaus bietet das

Profildesign kürzere Bremswege

und verbessertes Handling auf

Schnee. Die Zickzack-Lamellen

ermöglichen eine verbesserte

Traktion auf Schnee.

Die Einsatzgebiete sind

Winter, Strasse, Regionalverkehr,

leichter Fernverkehr.

Im Vergleich zu anderen

LKW-Winterreifen liegt die

wichtigste Besonderheit in

der «Tie Bar»-Technologie, in

Verbindung mit einer konvexen

Blockgestaltung. Diese reduziert

den unregelmässigen Abrieb

und erhöht die Laufleistung. <

> Die Imron Fleet HS Schleiffüller P742 und P746

pd. Cromax, eine der drei

globalen Reparaturlackmarken

von Axalta, einem führenden,

weltweiten Anbieter von

Flüssig- und Pulverlacken, stellt

seine neuen Produktzugänge

Imron Fleet Line HS Schleiffüller

P742 und P746 vor. Die 2K-Füller

wurden speziell für grosse Oberflächen

konzipiert, die für eine

hochwertige Lackierung ähnlich

der eines Personenwagens

vorgesehen sind und geschliffen

werden müssen. Dank der guten

Spritznebelaufnahme bilden die

Füller eine glatte und langlebige

Oberfläche für die Überlackierung.

Imron Fleet HS Schleiffüller

P742 und P746 bilden den

perfekten Untergrund für grosse

Oberflächen, beispielsweise bei

Luxusreisebussen und Fahrerhäusern

von Nutzfahrzeugen.

Clint Kaufmann, Technischer

Leiter bei Cromax Schweiz, erklärt:

«Die Füller können auf fast

allen grundierten Untergründen,

einschliesslich glasfaserverstärktem

Polyester, verwendet

werden. Bei gut geschliffenem

und gereinigtem Untergrund

ist der Auftrag sogar auf alter

Lackierung beziehungsweise

Originallackierung möglich.»

Imron Fleet Line HS Schleiffüller

P742 ist in gebrochenem

Weiss und Imron Fleet Line HS

Schleiffüller P746 in Dunkelgrau

erhältlich. Damit bilden sie den

idealen Untergrund für Imron

Fleet Line 2K-Decklacke gefolgt

von einem Imron Fleet Line Klarlack.

Die Füller eignen sich auch

zum Abtönen mit Imron Fleet

Line PowerTints bis zu einem

maximalen Massenanteil von

zehn Prozent.

Imron Fleet Line HS Schleiffüller

P742 und P746 können

für einen breiten Umgebungstemperaturbereich

gemischt und

vielseitig eingesetzt werden.

Des Weiteren bieten sie einen

guten Farbverlauf sowie einen

ausgezeichneten Decklackstand.

Zur Erzielung der optimalen

Deckkraft erfolgt die Applikation

in zwei bis drei Schichten mit

einer Zwischenablüftzeit von

fünf bis zehn Minuten und einer

Endablüftzeit von zehn bis

15 Minuten. Imron Fleet Line HS

Schleiffüller P742 und P746 sind

ab sofort als 3,5-Liter-Dosen im

Dreierpack erhältlich. <

AUTOINSIDE | November 201847


TAG DER SCHWEIZER GARAGISTEN

Interview mit Magdalena Martullo-Blocher, Unternehmerin EMS-Chemie und Nationalrätin SVP GR

«Staus sind totaler Unsinn!»

Magdalena Martullo-Blocher ist Chefin der EMS-Chemie, sitzt für die SVP Graubünden im Nationalrat und ist dreifache

Mutter. Am «Tag der Schweizer Garagisten» verrät die Unternehmerin des Jahres 2017, welches Geheimnis hinter ihrem

Erfolg steckt. Sandro Compagno und Reinhard Kronenberg, Redaktion

Frau Martullo, in Kürze was macht Ihre EMS-Gruppe?

Magdalena Martullo-Blocher: Wir sind ein Spezialist für hochwertige

Kunststofflösungen. Wir berechnen und designen Autoteile

so, dass sie günstiger und leichter sind. Wir arbeiten mit allen

Autoherstellern und -zulieferfirmen weltweit zusammen. Ich kenne

praktisch alle Autowerke auf der Welt.

Mit Ihrer EMS-Gruppe sind Sie ein bedeutender Zulieferer der

Automobilindustrie. Wo liegen in diesem Geschäft die Schwerpunkte

in den nächsten Jahren?

Weniger Gewicht ist im Auto und im LKW nach wie vor sehr

wichtig. Viele Länder haben sehr strenge CO 2

-Vorgaben. Die Hersteller

müssen viel entwickeln, haben aber auch zusätzliche Kosten. Mit

unserer jahrzehntelangen Erfahrung und unseren Spezialkunststoffen

können wir kritische Teile wie die Sitzschale oder das Lenksystem

statt aus Metall neu mit Kunststoffen realisieren. So spart

der Kunde 50 Prozent der Kosten und bis zu 70 Prozent an Gewicht.

Wie viel Prozent des Umsatzes von 2,146 Milliarden Franken (2017)

generiert die EMS-Gruppe im Automobilbereich?

Über 60 Prozent. EMS-Kunststoffe

findet man überall dort,

wo hohe Anforderungen bestehen.

Unsere Materialien

sind sehr robust und können

hohe Temperaturen und

Chemikalien aushalten. Im

Maschinenbau und in der Automatisierung

kommen EMS-

Kunststoffe in Strukturbauteilen

und Steuerungseinheiten zum Einsatz.

Bei den Markenbrillen stehen

Designmöglichkeiten im Vordergrund.

Im Sport ist EMS etwa in Skischuhen

und Fahrradkomponenten

zu finden.

Böse Zungen behaupten, der Autobau bestehe heute vor allem in

Logistik: Die Hersteller würden faktisch nur noch die zugelieferten

Komponenten zusammenbauen. Sehen Sie das auch so?

Das ist unterschiedlich. Es gibt Hersteller, die kompetent sind

und viel entwickeln. Es gibt aber auch solche, die fast alles zukaufen.

EMS arbeitet mit allen eng zusammen. Wir machen als «Materiallieferant»

viel mehr als nur Materiallieferungen. Als Schweizer

Firma mit hohen Kosten muss man mehr anbieten. Das ist das

Geheimnis vieler erfolgreicher Schweizer Firmen. Die Rechnung

muss am Schluss aufgehen.

Welches sind in Ihren Augen die grössten Herausforderungen, die

in den nächsten Jahren auf die Industrie und damit verbunden auf

das Autogewerbe zukommen werden?

Die Automobilindustrie muss die Verbrennungsmotoren weiter

entwickeln und gleichzeitig die Elektromobilität bezüglich Reichweite

und Kosten deutlich verbessern. Mit dem autonomen Fahren

werden Konnektivität Kommunikationsverbindungen jeglicher

Art und Komfort wichtiger. EMS ist überall dabei. Beispiele zeige

ich dann am 15. Januar 2019 am «Tag der Schweizer Garagisten» im

Rahmen meines Referats.

EMS stellt als Zulieferer der Automobilindustrie beispielsweise

Abdichtmaterialien oder hitzebeständige Kunststoffe her.

Welche Rolle spielt der Trend weg vom Verbrennungsmotor

hin zum Elektroantrieb für Ihr Geschäft?

Im Vergleich zu Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor wird

bei Elektrofahrzeugen das Kühl- und Temperiersystem grösser

und komplexer. EMS entwickelt hier neue Lösungen für

Kühlleitungen, Ventile und Thermostate.

Magdalena Martullo-Blocher

Magdalena Martullo-Blocher (49) ist Chefin

der EMS-Chemie, eines weltweit führenden

Anbieters von Hochleistungskunststoffen. Seit

ihrer Übernahme 2004 hat sich der Umsatz um

70 Prozent erhöht und der Gewinn vervierfacht.

Martullo-Blocher ist Vorstandsmitglied von

Scienceindustries und von Economiesuisse.

Sie ist Vizepräsidentin der SVP Schweiz und

dort verantwortlich für die Wirtschaftspolitik.

Als Nationalrätin setzt sie sich konsequent

für Freihandel und gute wirtschaftliche Rahmenbedingungen

ein.

48

November 2018 | AUTOINSIDE


TAG DER SCHWEIZER GARAGISTEN

Sie sind ja nicht nur Unternehmerin, sondern auch Politikerin. Wie

kann die Politik dafür sorgen, dass das Gewerbe in der Schweiz

auch in Zukunft von guten Rahmenbedingungen profitiert?

Gerade, weil wir höhere Löhne haben, brauchen wir andere,

bessere Rahmenbedingungen. Die ausufernde Bürokratie, mit

150 neuen Seiten pro Woche aus Bern, muss eingedämmt werden!

Ich möchte, dass bei jeder neuen Regelung bisherige abgeschafft

werden müssen. Gerade das Gewerbe braucht mehr Freiraum, um

dem eigentlichen Geschäft nachzugehen. Es ist doch nicht jeder

Gewerbler ein Bürogummi oder gar ein Jurist! Das ist gut so! Ich

sehe in Bern jeden Tag, wie ideenlos und kleinkariert Juristen

denken. Wir Unternehmer müssen aber Chancen anpacken!

55 Prozent aller Regulierungen werden heute aus dem Ausland

übernommen. Bürokraten in der EU, der OECD, der Uno oder der

WTO erlassen jeden Tag Tausende von Seiten neuer Gesetze,

Richtlinien und Auslegungen. Ausländisches Recht schränkt uns

heute überall ein und betrifft uns alle im Alltag: Datenschutzregelungen,

Steuerregelungen, Sozialversicherungsansprüche,

Nicht-Ausschaffung von kriminellen Ausländern, Raumplanungsauflagen,

CO 2

-Abgaben etc. Überall sind wir durch internationale

Auflagen betroffen! Wohin führt das noch?

Ihre Partei, die SVP, preist die Selbstbestimmungsinitiative als

Mittel an, den Wirtschaftsstandort Schweiz zu stärken. Nun haben

sich sowohl die FDP wie auch Economiesuisse gegen das Volksbegehren

ausgesprochen. Beide gelten nicht als ausgesprochen

wirtschaftsfeindlich…

Leider rennen die FDP und die Economiesuisse, die beide das

Gewerbe in Bern nicht vertreten, wenn sie etwas von Europa

hören, sofort und blindlings in diese Richtung. Seit über

150 Jahren kennt die Schweiz die Selbstbestimmung als einzigartige,

direkte Demokratie. Dieses System hat sich bewährt. Die

Schweizer Bürger konnten selber und unabhängig bestimmen,

welche Regelungen in der Schweiz gelten sollen und welche

nicht. Das Schweizer Volk hat für gute Rahmenbedingungen gesorgt:

Wir haben den höchsten Wohlstand, ein einmaliges Lehrlingswesen,

tiefe Abgaben und Steuern, führende Hochschulen

etc. 2012 änderte das Bundesgericht aber ohne Not seine Praxis

und beschloss, ab sofort dem ausländischen Recht einen Vorrang

gegenüber Schweizer Recht einzuräumen. Der Stimmbürger

kann zwar noch abstimmen, das Resultat hat vor Gericht aber

keine Gültigkeit mehr. Internationale Verträge kann das Volk zukünftig

nicht mehr ändern oder künden. Über die Zeit übernimmt

die Schweiz so ausländisches Steuer-, Arbeits-, Sozial-, Umweltschutzrecht

etc., sogar dort, wo das Volk dies ausdrücklich nicht

will! Der Standort Schweiz

verliert dann jegliche Vorteile.

Die Selbstbestimmungsinitiative

sorgt dafür, dass die

Bundesverfassung gegenüber

ausländischem Recht wieder

Vorrang hat. Ein Prinzip, das

in jedem anderen Land der

Welt auch gilt! Ein Ja zu dieser

Initiative ist nötig, damit

die direkte Demokratie in der

Schweiz wieder gilt!

Schwerpunktthema 2019

Vertrauenssache.

Der Garagist als

Mobilitätspartner.

Sie sind Politikerin, Unternehmerin,

Mutter. Welche

Bedeutung hat die individuelle

Mobilität für Sie?

Mobilität hat für mich eine grosse Bedeutung. Ich bin beruflich

und politisch viel im In- und Ausland unterwegs. Effiziente Verbindungen

sind für Bevölkerung und die Wirtschaft entscheidend.

Staus sind ein totaler Unsinn. Weil viele Politiker Städter sind und

ein grüner Anstrich politisch immer gut ankommt, wurde der

Strassenverkehr in den letzten Jahren vernachlässigt. Die Verkehrsnetze

müssen ausgebaut und Engpässe beseitigt werden.

Fahren Sie eigentlich gerne Auto? Und: Was muss ein Auto können,

um Sie zu begeistern?

Ich fahre gerne Auto, bin aber in der Regel Beifahrer, da ich die

Fahrt als Arbeitszeit nutzen muss. Beruflich bevorzuge ich eine

ruhige, sichere Fahrt. Privat muss ich meine Familie, die Freunde

meiner Kinder und unglaublich viel Gepäck transportieren, deshalb

haben wir einen Bus. Wenn ich frei wäre, würde ich ein

sportliches Modell wählen. Vielleicht mache ich das, wenn ich im

Ruhestand bin… <

Jetzt anmelden!

Sichern Sie sich jetzt eine Eintrittskarte für den «Tag der Schweizer

Garagisten» 2019 am Dienstag, 15. Januar, im Kursaal Bern!

Das Programm mit der Anmeldekarte liegt diesem AUTOINSIDE bei.

Anmelden können Sie sich auch via agvs-upsa.ch/de/tagung2019

Presenting Partner

«Tag der Schweizer Garagisten» Shuttle Partner Partner

Presenting Partner

«Dîner des garagistes»

Sicher unterwegs in die Zukunft

AUTOINSIDE | November 201849


VERBAND

AGVS-Dossiers

Nützliche Wegbegleiter im

betrieblichen Alltag

Der Bereich Branchenvertretung erbringt eine Vielzahl von Dienstleistungen für die AGVS-Mitglieder und damit für das

nationale Autogewerbe. Eine dieser Dienstleistungen sind Dossiers zu aktuellen Fragestellungen. Sandro Compagno, Redaktion

Vier Dossiers, die jeweils aktuelle Themen

analysieren, sind in Zusammenarbeit mit

der Viva AG für Kommunikation bislang entstanden.

Diese AGVS-Dossiers beschäftigen

sich mit den Themen:

1. Autokauf beim AGVS-Garagisten

2. Fachkräfte

3. Interessenvertretung und Politik

4. Nachfolge

«Die Dossiers sollen den Mitgliedern zu

wichtigen Themen ihres Geschäftslebens

nötige Hintergrundinformationen liefern»,

erklärt Markus Aegerter, in der AGVS-

Geschäftsleitung für den Bereich Branchenvertretung

zuständig. «Durch sie spart

der Garagist umfangreiche Recherchen zu

diesen Themen.» Alle vier Dossiers sind

MIDLAND.CH

auf der AGVS-Website unter «Verband

Publikationen» im PDF-Format zu finden

und können kostenlos heruntergeladen

werden.

«Autokauf beim AGVS-Garagisten»

Das erste Dossier, «Autokauf beim

AGVS-Garagisten», wurde im Februar 2016

veröffentlicht und ist ein Kind der Eurokrise.

Als die Schweizerische Nationalbank im

Frühjahr 2015 ihren jahrelangen Widerstand

gegen den steigenden Franken aufgab und die

im September 2011 eingeführte Untergrenze

von 1.20 Franken pro Euro aufhob, erlebten

Parallelimporte aus dem EU-Raum einen

eigentlichen Boom. Der Euro sackte zeitweilig

auf einen Franken ab, parallel aus der EU importierte

Fahrzeuge waren innert weniger

Wochen 15 Prozent günstiger als über offizielle

Importeure eingeführte Autos.

Das drückte auf die Preise von Neuwagen

wie auch Occasionen und stellte viele AGVS-

Garagisten vor Probleme. Einerseits verlor ihr

bestehender Wagenpark an Wert, andererseits

mussten sie gegenüber Kunden die höheren

Preise im Vergleich mit Parallelimporten (und

in Grenznähe auch ausländischen Garagenbetrieben)

erklären. Das erste AGVS-Dossier

lieferte den Garagisten das dazu nötige

Argumentarium. Die Schweizer Wirtschaft

und damit auch das Gewerbe hat sich in

der Eurokrise als erfreulich robust erwiesen.

Trotzdem und trotz seiner mittlerweile drei

Jahre hat das kompakte Dossier «Autokauf

beim AGVS-Garagisten» wenig von seiner

Aktualität und Relevanz eingebüsst. Der

Eurokurs liegt im Herbst 2018 wieder näher

bei 1.10 als bei 1.20 Franken.

«Interessenvertretung und Politik»

Ein Thema, das für den AGVS als Branchenund

Berufsverband stetig an Bedeutung

gewinnt. Im Vordergrund stehen dabei die

Verkehrs- und Gewerbepolitik sowie Bildungsfragen.

Auf nationaler Ebene engagierte sich

der AGVS in den letzten Jahren erfolgreich für

die Sanierung des Gotthard-Strassentunnels

(2. Röhre) und für den Nationalstrassen- und

Agglomerationsverkehrs-Fonds (NAF), mit

dem der Planungs- und Investitionsstau bei

der Beseitigung zahlreicher Engpässe endlich

behoben werden kann. In der politischen

Meinungsbildung arbeitet der AGVS mit

Part nerverbänden wie dem Schweizerischen

Nutzfahrzeugverband (Astag), der Impor teursvereinigung

Auto-Schweiz oder auch dem

Dachverband «strasseschweiz» zusammen.

Denn nur gemeinsam mit Partnern lassen

50

November 2018 | AUTOINSIDE


VERBAND

sich politische Ziele erreichen. Der AGVS argumentiert sachlich und

positioniert sich als «Stimme der Vernunft».

Das Dossier «Interessenvertretung und Politik» wurde im Januar 2017

veröffentlicht. «Einzelne im Dossier als Beispiel aufgezeigte Abstimmungskämpfe

sind zwar in der Zwischenzeit Geschichte. Die beschriebenen

Hintergründe haben sich aber nicht geändert», sagt Markus Aegerter.

2019 werden die eidgenössischen Räte neu gewählt. Im Dossier

ruft der AGVS seine Mitglieder zu politischem Engagement auf. Es ist

im Interesse des AGVS und seiner Sektionen, dass sich die Schweizer

Garagisten in ihren Sektionen, in ihren kommunalen, regionalen oder

kantonalen Gewerbeverbänden engagieren. Politik beginnt im Kleinen:

im Sportverein, am Stammtisch… Auch und vor allem hier kann der

Garagist sein Umfeld für die Anliegen des Gewerbes sensibilisieren.

«Fachkräfte»

Die Aus- und Weiterbildung ist ein Kernanliegen des AGVS

und seiner Sektionen. Das im Dezember 2016 erschienene AGVS-

Dossier «Fachkräfte» entstand in enger Zusammenarbeit mit dem

Kompetenzbereich Bildung im AGVS. Es beschäftigt sich mit der

angespannten Situation rund um das Gewinnen und Binden von

Fachkräften. Es zeigt auf, welche Faktoren die Fachkräftesituation

im einzelnen Betrieb beeinflussen, und versucht, die Frage zu beantworten,

wo das einzelne Mitglied den Hebel ansetzen kann. In

einer AGVS-internen Umfrage beurteilten im Jahr 2014 knapp 70 Prozent

der befragten Garagisten die Rekrutierung von Fachkräften als

«schwierig» oder gar «sehr schwierig». Vor diesem Hintergrund ist

die Aus- und Weiterbildung ein zentrales Element, genügend qualifiziertes

Personal im Betrieb zu haben.

«Nachfolge»

Das vierte und bislang umfangreichste Dossier erschien im

September 2017 und widmet sich einem Thema, das nicht nur, aber

auch das Autogewerbe stark beschäftigt. Zu den entscheidenden

Phasen im Lebenszyklus einer Unternehmung gehört neben der

Gründung und der Expansion auch die Nachfolge. Ein Generationenwechsel

an der Spitze einer Unternehmung ist ein komplexer Prozess,

der neben finanziellen Aspekten immer auch ideelle Werte umfasst.

Für viele Unternehmer stellt die eigene Firma das eigentliche

Lebenswerk dar.

Mehr als die Hälfte der KMU-Geschäftsführer beziehungsweise

-Inhaber ist heute zwischen 50 und 65 Jahre alt. Der Altersrücktritt

dieser Generation führt in den nächsten Jahren zu einer steigenden

Zahl von Unternehmensnachfolgen. Das Dossier «Nachfolge» geht

auf Fragen nach dem geeigneten Zeitpunkt und dem erforderlichen

Zeitrahmen eines Generationenwechsels ein. Es zeigt auf, welche

Fallstricke den Erfolg einer Unternehmensnachfolge gefährden, und

soll eine Anleitung für eine gelungene Geschäftsübergabe sein. Auch

in der Erstellung dieses Dossiers hatte der Bereich Bildung seitens

des AGVS den Lead. Das Dokument enthält einen theoretischen

Unterbau und soll mit Praxisbeispielen und Tipps eine praktische

Hilfestellung für Garagisten bei der Regelung ihrer Nachfolge sein. <

Weitere Infos unter:

agvs-upsa.ch/de/verband/publikationen/agvs-dossiers

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SEKTIONEN

Meisterliches an der Auto Zürich Car Show

> Die Auto Zürich bietet mit dem «Brain-Village» auf rund 400 m² eine Plattform für Bildung und Weiterbildung

sco/tki. Vom 8. bis 11. November steigt

die zweitgrösste Automesse der Schweiz,

die Auto Zürich Car Show. Mitten in Halle

6 erhält die autotecnica.ch ihren Auftritt.

Auf 1400 Quadratmetern werden vor allem

regionale Zulieferer ihre Produkte und

Dienstleistungen präsentieren. Auf dem

Podium sind Fachvorträge und Demonstrationen

vorgesehen, unter anderem von

Tuning-Firmen, die in unmittelbarer Nähe

der autotecnica.ch platziert sind. Messeleiter

Peter Krieg freut sich vor allem auf deren «Fire-up-Competitions»:

«Wir müssen mehr Leben

in die Messe bringen!»

60 Kandidaten kämpfen um

Meisterehren

Zudem werden in diesem Rahmen die

kantonalen Berufsmeisterschaften der Automobilberufe

ausgetragen. Neben einem Forum

für die Vorträge und Ausstellungsflächen

für die Partner des «Brain-Village» werden

dazu fünf top ausgestattete Arbeitsplätze

eingerichtet. Nach einem Auswahlverfahren

können dabei 60 Profis von etwa 350 berechtigen

Lernenden und Lehrabgängern an den

Zürcher Berufsmeisterschaften teilnehmen.

In den letzten Jahren strömten jeweils

rund 250 bis 300 Schülerinnen und Schüler

der zweiten Sekundarstufe durch das «Brain-

Village», um sich über Autoberufe zu informieren.

Am deutlich attraktiveren Standort

2018 werden auch viele andere Messebesucher

sowohl die Leistungen der Zulieferer wie

auch die Bemühungen der Branche um die

Nachwuchsförderung erleben. <

Weitere Infos unter:

brain-village.ch/

«Brain-Village»

mittendrin statt nur dabei

Einen neuen Auftritt erhält auch das

«Brain-Village»: Bislang war der Berufsnachwuchs

in einem Zelt auf dem Vorplatz der

Messe Zürich etwas unter sich geblieben,

jetzt erlebt das «Brain-Village» als Teil der

autotecnica.ch eine deutliche Aufwertung.

Das «Brain-Village» bietet an den vier Messetagen

interessante Fachvorträge von hochkarätigen

Experten und dient als Informationsplattform

der Berufs- und Fachhochschulen

des Kantons Zürich. Partner sind der Kanton

Zürich, die AGVS-Sektion Zürich, der

AGVS-Dachverband und die Technischen Berufsschulen

TBZ, STFW, GBW und BB.

Gelebte Passion Autohandwerk: (v. l.) Christian Müller (Präsident AGVS ZH), Andreas Billeter (Präsident der Berufsbildungskommission

AGVS ZH), Alexander Suter (zweiter Platz Automobil-Mechatroniker), Joel Flückiger (erster Platz)

und Marc Lindauer (dritter Platz) mit Karl Bieri (Präsident Auto Zürich) im «Brain Village» 2017 (Bild zvg).

Flexibel und nachhaltig: Die Mobilität von morgen

> Grenchen lud die Schulen und die Bevölkerung zum Mobilitätstag

Livio Musacchio, Verkaufsberater in Ausbildung (im Bild), und Topverkäufer Alessandro Fragale sorgen dafür,

dass die AEC-Spartipps für Energieeffizienz beim Fahren in der lokalen Bevölkerung bekannter werden.

tki/kb. Auf dem Zytplatz in Grenchen

standen im September alle Zeichen auf Zukunft:

14 Aussteller machten den fünften

«Mobilitätstag Grenchen» zum Erlebnis: Vom

Carbobike über E-Bike-Tests, den TCS-Aufprallsimulator,

Informationen rund um Elektrofahrzeuge,

zu «fahrBiogas» und Carsharing

bis zum AutoEnergieCheck boten sich den

zahlreichen Besuchern und Schulklassen

diverse Möglichkeiten, Mobilität und Nachhaltigkeit

in informativer oder aber spielerischer

Form zu erleben. Das Team der Jura-

Garage in Bellach von Oliver und Susanne

Frei vertrat den AGVS prominent und verloste

gar einen Fiat 500 für ein Wochenende

an einen Besucher, der beim Thema AEC

besonders gut hingehört hatte. <

52

November 2018 | AUTOINSIDE


SEKTIONEN

Jugendliche, Eltern und Lehrpersonen im Fokus

> Workshop «Fokus Technik» in der Mobilcity

sco. Man kann über den Fachkräftemangel in den technischen

Berufen lamentieren oder man kann etwas dagegen unternehmen:

Bereits zum sechsten Mal findet am 14. November in der Mobilcity

der Workshop «Fokus Technik» statt, ein Gemeinschaftsprojekt von

AGVS, VSCI und Astag.

Das Projekt, das 2013 von der Wirtschaftskammer Biel-Seeland

(WIBS) ins Leben gerufen worden ist, hat zum Ziel, Jugendlichen,

deren Eltern, Lehrpersonen sowie Laufbahnberatern und -beraterinnen

unterschiedliche technische Berufsausbildungen näherzubringen.

In den Workshops lernen die Teilnehmerinnen und

Teilnehmer verschiedene Berufe in den Bereichen Automobil und

Transport kennen.

«Ziel der Workshops ist es, die Berufe erlebbar zu machen. Die

Jugendlichen wollen mehr als Broschüren und Powerpoint-Präsentationen,

sie wollen interagieren», erklärt Ursula Grütter-Isenschmid

von der AGVS-Sektion Bern. Diesem Wunsch kommt der Workshop

«Fokus Technik» am 14. November in der Mobilcity auf vielfältige

Weise nach. Die Berufe in der Autobranche, im Bereich Carrosserie

und im Transportgewerbe werden an verschiedenen Posten erlebbar

gemacht: So können beim AGVS Räder gewechselt oder ein Defekt

diagnostiziert werden. Beim Strassentransportverband Astag dürfen

die Jugendlichen einen Gabelstapler fahren und beim Carrosserieverband

VSCI einen Kotflügel ausbeulen. Insgesamt werden 15 bis

20 Berufsbilder präsentiert und auf diese Weise erlebbar gemacht.

Seitens des AGVS sind dies die Berufe Automobil-Mechatroniker/-in,

Automobil-Fachmann/-frau und Automobil-Assistent/-in.

Rund 40 bis 60 Jugendliche erwarten die Organisatoren in der

Mobilcity und hoffen, möglichst viele für einen Autoberuf zu begeistern.

Anmeldungen sind online auch kurzfristig möglich. <

Weitere Infos unter:

fokus-techik.ch

Mit vereinten Kräften: Jugendliche montieren am Workshop «Fokus Technik» ein Rad.


SEKTIONEN

Berufsmeisterschaft beider Basel

> 16 Kandidaten «reparieren» um die Wette

Marcel Hollenstein. Bereits zum zweiten

Mal führte die AGVS-Sektion beider Basel

anlässlich der Auto Basel vom 13. bis 16. September

die Berufsmeisterschaften der Automobil-Mechatroniker

durch. Es waren spannende

und abwechslungsreiche Tage voller

Konzentration, Ehrgeiz und Anstrengung.

Die Auto Basel ist die drittgrösste Autofachmesse

und mit jährlich über 30 000 Be suchern

ein äusserst erfolgreicher und wichtiger

Anlass für die Garagenbetriebe der Kantone

beider Basel. Bereits zum zweiten Mal fiel

gleichzeitig mit der Eröffnung der Auto Basel

auch der Startschuss zu den Berufsmeisterschaften:

Anlässlich der Ausstellertage stellten

16 Kandidaten (siehe Box) direkt beim

Haupteingang in der Halle 2.0 ihr Fachwissen

unter Beweis.

Besucher fieberten mit

Los ging es am Donnerstag mit der offiziellen

Auslosung der Startnummern und

einem anschliessenden Apéro. Die Kandidaten

wurden in zwei Gruppen eingeteilt und

mit unterschiedlichen T-Shirts ausgestattet.

Die Zuschauer hatten so die Möglichkeit,

live auf den Monitoren zu prüfen, welche

Kandidaten mit den Meisterschaftsaufgaben

beschäftigt waren und wie der Punktezwischenstand

aussah.

Benz, Nägeli, Mohler

Ab Freitag galt es dann ernst für die Kandidaten:

Ab 12 Uhr stellten die 16 jungen

Fachkräfte ihr Können an acht Posten unter

Beweis. Unter anderem mussten sie ein Getriebe

zerlegen, Motorpannen beheben und

an modernsten Elektrobaukästen Diagnosen

erstellen. An zwei mündlichen Prüfungen

konnten die Kandidaten neben dem praktischen

Wissen auch das theoretische Fachwissen

unter Beweis stellen. Dies alles stets

unter der strengen Aufsicht von neun Experten,

die jeden Arbeitsschritt der Kandidaten

wachsam beobachteten.

Nach drei anspruchsvollen, spannenden

und auch sehr lehrreichen Wettbewerbstagen

wurde am Sonntag der Sieger erkoren: Der

erste Rang ging an Dario Benz, gefolgt von

Louis Nägelin und Sascha Mohler. Für die Organisatoren

waren aber eigentlich alle Sieger,

denn die 16 jungen, motivierten und voller

Elan steckenden jungen Automobil-Mechatroniker

bewiesen viel Mut, Enthusiasmus

und Ehrgeiz bereits mit dem Antreten zu

dieser Herausforderung.

«Ein unvergessliches Ereignis»

«Dank dem grossen Einsatz der Kandidaten

und Experten können wir diesen Anlass

als unvergessliches Ereignis in Erinnerung

behalten», sagte Mitorganisator Ruedi Blaser,

Instruktor am AGVS-Bildungszentrum Sissach.

«Die Lernenden hatten Freude an der

Erarbeitung der Aufgaben im Wettbewerbsmodus.»

Die AGVS-Sektion beider Basel zeigte

sich stolz, diese motivierten und wissbegierigen

Fachkräfte ausbilden zu dürfen. <

Die 16 erfolgreichen

Automobil-Mechatroniker

• Dario Benz

• Louis Nägelin

• Sascha Mohler

• Adrian Mühlheim

• Mischa Dillier

• Benjamin Saner

• Claude Blatter

• Nico Mangold

• Timo Berg

• Jo Scheifele

• Christian Bär

• Gabriele Faniuolo

• Flurin Leucci

• Furkan Parlak

• Marc Schmidlin

• Manuel Guldimann

Die 16 Teilnehmer der Berufsmeisterschaften beider Basel überzeugten die Organisatoren und Experten mit

ihrer Motivation und ihrem Elan.

54

November 2018 | AUTOINSIDE


SEKTIONEN

Am Genfer Occasionssalon wurden 16 Prozent mehr Fahrzeuge verkauft als noch 2017. 35 Prozent der Käufer waren Frauen.

26. Genfer «Salon de la Voiture d’Occasion»

> Hausse bei allen Kennzahlen!

Corinne Druey. Den Genfer Gebrauchtwagen

salon bereits am Donnerstagabend

zu eröffnen, hat sich als grosser Erfolg erwiesen.

Bei dieser Premiere wurden innert

vier Stunden sage und schreibe 36 Fahrzeuge

verkauft! Insgesamt sind die Verkäufe an der

26. Ausgabe des Salons um 16 Prozent gestiegen.

Auch das sonnige Wetter hielt die Besucher

nicht davon ab, zum Palexpo-Messezentrum

zu kommen. In stattlicher Zahl schlenderten

sie durch die Gänge des Gebrauchtwagensalons,

der von der Genfer AGVS-Sektion

organisiert wird. Im Vergleich zum Vorjahr

legten die Verkäufe mit 195 verkauften Fahrzeugen

an allen vier Tagen zu. Der Gesamtumsatz

lag bei über 4,186 Millionen Franken

(+ 12,6 Prozent) ein Ergebnis, das an die

Erfolge vor 2013 anknüpft.

Erfreulich ist zudem, dass 35 Prozent

der Käufe von Frauen getätigt wurden. Die

Zeiten, in denen Autos reine Männersache

waren, sind lange vorbei! Auch Frauen

interessieren sich heute für Autos. Der durchschnittliche

Verkaufspreis hat dagegen leicht

abgenommen (3 %), was sich auf das aktuell

niedrige Preisniveau auf dem Gebrauchtwagenmarkt

zurückführen lässt.

Die Eintauschgeschäfte sind bei einem

Umsatz von 425 197 Franken (+ 43,7 Prozent)

um mehr als 31 Prozent gestiegen (59 eingetauschte

Wagen). Dies ist ein weiterer Beweis

dafür, dass das Angebot des Gebrauchtwagensalons,

das Fahrzeug beim Wunsch

einer Neuanschaffung prüfen zu lassen, einer

grossen Nachfrage entspricht.

Das günstigste Fahrzeug des Wochenendes

wurde für 3500 Franken verkauft;

das teuerste wechselte für 116 900 Franken

seinen Halter. <

Die Preisspanne der verkauften Gebrauchtwagen reichte von 3500 bis 116 900 Franken.

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AUTOINSIDE | November 201855


BERUF UND KARRIERE

Steve Rolle, Florent Lacilla und Damian Schmid (v. l.): Ein Automobil-Mechatroniker dieses Trios wird im August 2019 an die WorldSkills nach Kazan fahren (Bild Karl Imlig).

Eurocup in Bern

«Bis zur WM ist es noch

ein langer Weg»

Florent Lacilla, Damian Schmid und Steve Rolle heissen die Schweizer Teilnehmer am Eurocup vom 8. Dezember in Bern.

AUTOINSIDE stellt die drei Mechatroniker-Talente vor. Sandro Compagno, Redaktion

Die Spannung steigt. Fünf Wochen noch, dann steht die nächste

Etappe auf der mehr als einjährigen Reise nach Russland an. Ziel ist

Kazan, Hauptstadt der Republik Tatarstan, achtgrösste Stadt Russlands

mit 1,2 Millionen Einwohnern.

Der Startschuss für das Rennen an die Wolga war am 30. Juni in

der Mobilcity gefallen. 32 junge Automobil-Mechatroniker stellten

ihre Fähigkeiten und Fertigkeiten unter Beweis. 20 sollten sich für

die SwissSkills im September qualifizieren. Da drei Kandidaten mit

der exakt gleichen Punktzahl den 20. Rang belegten, entschieden

die Bildungsverantwortlichen des AGVS um Geschäftsleitungsmitglied

Olivier Maeder, 22 Teilnehmer an die Schweizer Berufsmeisterschaften

zu schicken. «Das Niveau der Kandidaten ist ausserordentlich

hoch», stellte Olivier Maeder beim Blick auf die 21 Automobil-Mechatroniker

und die eine Automobil-Mechatronikerin fest.

Zweimal Freiburg, einmal St. Gallen

An den SwissSkills Mitte September setzte sich dann Florent

Lacilla (Cottens FR) vor Damian Schmid (Nesslau SG) und Steve Rolle

(Farvagny FR) durch. Die beiden Romands und der Toggenburger

haben sich für den Eurocup qualifiziert, der am 8. Dezember in der

Mobilcity über die (Hebe-)Bühne geht. Das Teilnehmerfeld ist international:

Neben den drei Schweizern messen sich Kandidaten aus

Deutschland, Österreich und dem Südtirol.

Der beste Schweizer reist im August 2019 schliesslich nach Kazan

und kämpft dort um den Weltmeistertitel. Vorbereitet werden sie von

einem, der weiss, wie man Weltmeister wird: Flavio Helfenstein

lädt das Trio Mitte November in seinen Betrieb in Hildisrieden LU

ein. «Es geht vor allem darum, ihnen zu erklären, wie der Wettkampf

abläuft», sagt der Weltmeister der Automobil-Mechatroniker

von 2011. Helfenstein stand an den SwissSkills 2018 als Experte

im Einsatz und wird dies auch im Dezember am Eurocup sein.

Helfenstein zeigte sich vom Gezeigten an den SwissSkills angetan.

Bei der Prognose, ob 2019 ein Schweizer in seine Fussstapfen

treten wird, bleibt er aber vorsichtig: «Entscheidend ist, wie

sich der Teilnehmer weiterentwickelt und welchen persönlichen

Einsatz er in den Monaten bis Kazan leistet.» Denn die WM, die

sei noch weit weg… <

56

November 2018 | AUTOINSIDE


BERUF UND KARRIERE

Der Goldmedaillist

«Ich habe sehr bald gewusst, dass

ich diesen Beruf erlernen wollte»

Der 19-jährige Florent Lacilla hat sich an den SwissSkills den Schweizer Meistertitel unter den Automobil-Mechatronikern

geholt. Der junge Freiburger hat somit ein Ticket für den im Dezember in Bern stattfindenden Eurocup. Wir fühlen ihm

den Puls. Jean-Philippe Pressl-Wenger, Redaktion

Die Garage de l’Autoroute J.-F. Lacilla in Matran (FR) beschäftigt

seit Kurzem einen Schweizer Meister. Florent Lacilla gewann an den

in SwissSkills 2018 die Goldmedaille. Trotzdem ruht sich der junge, im

Familienbetrieb beschäftigte Automobil-Mechatroniker nicht etwa auf

seinen Lorbeeren aus. Er bewahrt einen kühlen Kopf und lebt seine

Leidenschaft, die ihn zu seinem Beruf geführt hat, weiter aus.

Der Freiburger erklärt: «Ich habe sehr bald gewusst, dass ich diesen

Beruf erlernen wollte. Schon in meiner Schulzeit verbrachte ich die Ferien

in der Garage und beobachtete alles rund um mich herum, wusch

Autos oder half beim Aufräumen. Nachdem ich dann in der Sekundarschule

mehrmals als Automobil-Mechatroniker geschnuppert hatte,

war alles klar.» Und ihm gefällt alles an seinem Beruf: von der Technik

bis zur Pannendiagnose. Autos sind seine Leidenschaft. So hegt und

pflegt er auch sein eigenes, einen Mazda MX-5 aus dem Jahr 1990. «Dieses

Auto ist zwar eher einfach, aber ich kann es mir mit meinem Lernendenlohn

leisten», sagt er schmunzelnd. «Und es ist alles andere als

sanft: Man spürt die Strasse unter den Rädern, man hört den Motor

brummen, und es ist weniger Elektronik vorhanden.»

Seinen eigenen Weg gehen

Trotz des Erfolgs behält Florent Lacilla einen klaren Kopf. Fragt man

ihn, wo er sich in fünf Jahren sieht, meint er nach ein paar Sekunden:

«Ich hoffe, den Fachausweis als Automobildiagnostiker in der Tasche zu

haben. Danach möchte ich mehr Verantwortung im Familienbetrieb

übernehmen mit dem Ziel vor Augen, die Garage zusammen mit meinem

Bruder zu übernehmen. Aber vorher benötige ich noch etwas mehr

Erfahrung.» Sich nicht auf den Lorbeeren auszuruhen und mit beiden

Füssen fest auf dem Boden zu stehen, sind sicher Eigenschaften, um auf

Erfolgskurs zu bleiben. <

Sieg und Qualifikation

Mitte September gewann Florent Lacilla also die Goldmedaille an

den SwissSkills. Dabei hätte er um ein Haar gar nicht daran teilgenommen.

«Ich wusste, dass ich in die Rekrutenschule einrücken musste

(Anm. d. Red.: als LKW-Mechaniker). Wir hatten keine Ahnung, ob eine

Anmeldung als Rekrut möglich war.» Nach der Abklärung, die positiv

ausfiel, packte er die Gelegenheit. Neben dem Sieg waren die nationalen

Berufsmeisterschaften für den jungen Mann aus Cottens aber auch

eine interessante Erfahrung: «Wir lernten viel über die Bremsen und

über das Zerlegen eines Motors. Unter Zeitdruck zu arbeiten, ist ebenfalls

eine wertvolle Erfahrung.» Und: «Ja, ich ich auch ein wenig stolz»,

ergänzt Lacilla.

Auf die Frage, was während des Wettbewerbs in ihm vorging, sprudelt

es aus ihm heraus: «Es ist keine Prüfung, sondern man tritt gegen

andere Spezialisten an. Es geht nicht mehr nur um dich selbst, sondern

man misst sich mit anderen. Das ist anspruchsvoller, finde ich.» Die

Spezialisten mussten sich komplexen Problemen stellen. Dazu meint

Florent Lacilla: «Ich war angespannt, aber alles war sehr realistisch. Genau

so kann es auch in der Garage sein. Der Zeitdruck war die grösste

Herausforderung.»

Am wohlsten fühlte er sich bei der Suche nach Motorproblemen. Am

schwierigsten war es für ihn, als er sich mit den Bremsen beschäftigen

musste. Rückblickend sagt er lachend: «Ich hatte noch nie zuvor eine

Bremszange ausbauen müssen, das war völlig neu für mich. Ich hatte

schon gehört, wie das geht, aber ich machte es zum ersten Mal.»

AUTOINSIDE | November 201857


BERUF UND KARRIERE

Der Silbermedaillist

Der Ostschweizer, der nicht lockerlässt

In stoischer Ruhe steht er da und lotst einen 40-Tönner rückwärts in die Werkstatt der Altherr Nutzfahrzeuge AG

in Nesslau: Damian Schmid lässt sich im Alltag durch nichts aus der Ruhe bringen. Diese Nervenstärke verhalf dem

19-Jährigen an den SwissSkills zu Edelmetall. Arbeitgeber und ehemalige Berufsschullehrer messen dem Toggenburger

deshalb gute Chancen bei, am Eurocup beste Werbung für sein Handwerk zu machen. Tatjana Kistler, Redaktion

Im Element: Damian

Schmid aus Nesslau SG.

Tempo 80, praktisch allein auf der Strasse, die Churfirsten und saftige

Weidelandschaften im Blick: Die Strasse schlängelt sich durchs Obere

Thurtal in Richtung Nesslau SG. Augenblicklich wird klar: Wer hier

aufwächst, entwickelt eine Passion für Motoren. «Vom Velotöffli über

die 600er-Yamaha bis zum Auto und nun zum LKW», bestätigt Damian

Schmid, der unweit seines Lehrbetriebs, der Altherr Nutzfahrzeuge AG,

auf dem elterlichen Bauernhof aufgewachsen ist. «Es war ganz klar: Die

eigenen Maschinen mussten repariert werden; man entwickelt eine

Faszination für Motoren und Technik und will den Beruf des Landmaschinenmechanikers

erlernen», ergänzt der 19-Jährige und bemerkt mit

einem Schmunzeln: «Hier ist das noch immer ein Traumberuf!» Und heiss

begehrt, weshalb sich Damian Schmid einen Plan B zurechtlegen musste.

«Ich erhielt bei der Altherr Nutzfahrzeuge AG einen Ausbildungsplatz

als Automobil-Mechatroniker mit Fachrichtung Nutzfahrzeuge.

Es war das Beste, was mir passieren konnte», konstatiert er heute. Der

1969 gegründete Spezialbetrieb sucht in der Region um das 3600-Seelen-

Dorf wahrlich seinesgleichen. Sowohl betreffend der Manpower des

fast 80-köpfigen Teams, verteilt auf die Standorte Nesslau und Schaan,

als auch in Sachen Vielseitigkeit. «Es ist ein Kompetenzzentrum.

Die Lernenden kommen mit der ganzen Palette an Nutz-, Last- und

Spezialfahrzeugen vom Kommunalfahrzeug oder Schneepflug bis zum

Kranträger in Kontakt», erklärt Schmid, der seine Grundbildung diesen

Sommer als Kantonsbester mit der Glanznote 5,7 abgeschlossen hat. Für

Hanspeter Brunner, Berufsfachschullehrer Automobiltechnik am Berufsund

Weiterbildungszentrum Wil-Uzwil, war somit klar: «Dieser junge

Mann muss zeigen, was er kann!» Gleich drei junge Nachwuchskräfte

aus der AGVS-Sektion St. Gallen, Appenzell, Fürstentum Liechtenstein

konnte die Berufsfachschule motivieren, an den SwissSkills zu zeigen,

was in ihnen steckt. «Damian sah ich unter den Besten», so Brunner,

dessen Einschätzung sich Mitte September in Bern bestätigte.

Hartnäckigkeit zahlt sich aus

Damian Schmid brillierte besonders an den «happigen» Wettkampfstationen

rund ums Motorenmanagement und verwies 20 Mitstreiter auf

die Plätze. «Dabei war der Ostschweizer im Nachteil», wie Olivier Maeder,

der beim AGVS für die Berufsbildung zuständig zeichnet, erklärt. «Als

Nutzfahrzeugspezialist hatte er es an den Schweizer Meisterschaften

ausschliesslich mit Benzinern zu tun.» Herausforderungen scheinen

dem Nesslauer gut zu bekommen. «Damian ist unglaublich flexibel in

seinem Denken. Er lässt nicht locker», sagt Hanspeter Brunner. «Er

ist nicht zufrieden, wenn er einen Fehler gefunden hat. Er will wissen,

weshalb er aufgetreten ist, und will die Technik dahinter ergründen

ein Charakterzug, der es seinen Mitschülern und auch mir manchmal

nicht einfach gemacht hat», fügt er mit einem Lachen an. So darf

Damian Schmid nun, in der Vorbereitung auf den Eurocup von Anfang

Dezember, auf die volle Unterstützung seines ehemaligen Berufsschullehrers

zählen. «Ich bekomme nochmals einen Crashkurs zu

den Benzinern», erzählt Schmid und beweist: Er wird sich auch in den

kommenden Wochen bis zum Kräftemessen nicht aus der Ruhe bringen

lassen. <

58

November 2018 | AUTOINSIDE


BERUF UND KARRIERE

Der Bronzemedaillist

Die Leidenschaft zum Beruf gemacht

Steve Rolle, der Freiburger Bronzemedaillist der diesjährigen SwissSkills, verfügt über drei Eidgenössische Fähigkeitszeugnisse

und besitzt zahlreiche selbst aufbereitete Oldtimer. Seine Leidenschaft für Mechanik begleitet ihn schon seit

vielen Jahren. Jean-Philippe Pressl-Wenger, Redaktion

Beim Betreten des Tankstellenshops seiner Eltern, in dem Steve

Rolle zurzeit arbeitet, wird schnell klar, dass man hier jemanden vor

sich hat, mit dem man über Mechanik sprechen kann. Der leidenschaftliche

junge Freiburger kommt ins Schwelgen, sobald es um Fahrzeuge

geht. Kurzerhand erzählt er, dass er mehrere Autos besitze, und

lässt es sich nicht nehmen, all die Oldtimer aufzuzählen, die er mit

den Jahren selbst restauriert hat. «Ich habe ein komplett aufbereitetes

Golf 1 Cabrio aus dem Jahr 1988, es ist in Nachtblau lackiert einfach

wunderschön. Ich habe auch einen Golf 4 VS 4 Motion in Apfelgrün, einen

VW Passat V6, der zahlreiche Macken hatte, und einen Suzuki Swift GTI

von 1994 selbst aufbereitet.» Seine Ausbeute lässt sich sehen. «Ich habe

sie aufbereitet und verschönert. Sie waren nichts mehr wert, als ich sie

kaufte. Keiner wollte den V6 haben. Aber ich bin ein grosser Fan.»

Seine Leidenschaft keimte schon früh auf, als sein Vater, ein Lastwagenchauffeur,

ihn mit zur Arbeit nahm. Steve Rolle hat sich

ausserdem um den Neuaufbau eines deutschen Traktors von 1957 gekümmert.

«Es ist ein Hela mit Einzylinder-Dieselmotor», führt der junge

Mann aus. «Ich hatte ihn oft bei Oldtimer-Treffen oder Umzügen für

seinen Besitzer gefahren. Am Tag der Diplomübergabe als Automobilmechatroniker

NFZ (Anm. d. Red.: Bester Lernender des Kantons im

Jahr 2015) haben ihn mir meine Eltern dann geschenkt.» Bei seinen

zahlreichen Touren zu Traktoren- oder Tuning-Treffen ist auch die

bessere Hälfte stets dabei. «Meine Freundin ist wirklich aussergewöhnlich.

Sie begleitet mich immer zu all den Treffen, obwohl sie sich gar nicht

so sehr für Mechanik interessiert. Sie ist kaufmännische Angestellte.»

Von seinem Ergebnis überrascht

Seine Medaille der SwissSkills 2018 hängt gerahmt in der Familienstube.

Steve Rolle ist stolz darauf, gibt aber zu, dass er absolut nicht

mit diesem Ergebnis gerechnet hatte. «Bei der Qualifikation war ich

nur 19., also bin ich ganz entspannt hingegangen», erklärt er. Besonders

wohl fühlte er sich am Posten, bei dem es eine Störung bei

einem VW Eos festzustellen galt. «Volkswagen ist mein Steckenpferd,

da hab ich alles richtig gemacht! Oder fast alles.» Die Aufgabe zur Lenkgeometrie

brachte ihn allerdings auf die falsche Fährte und machte alles

etwas komplizierter. «Eine Medaille bei den SwissSkills zu gewinnen,

ist eine grosse Auszeichnung», erklärt der junge Mann, der drei Eidgenössische

Fähigkeitszeugnisse erarbeitet hat (Automobil-Fachmann

NFZ, Automobil-Mechatroniker NFZ und Automobil-Mechatroniker

PW).

Die Zukunftsaussichten für Steve Rolle sind vielversprechend. Der

Fachmann aus Farvagny hat eine recht genaue Vorstellung davon, wo er

sich in fünf Jahren sieht: «Ich möchte zunächst meinen Eidgenössischen

Fachausweis als Automobildiagnostiker Fachrichtung PW machen»,

führt er aus. «Das dauert normalerweise drei Jahre. Danach möchte

ich die Zusatzausbildung für den Eidgenössischen Fachausweis als Automobildiagnostiker

Fachrichtung NFZ anhängen.» Steve Rolle, der ohnehin

jede freie Minute mit Mechanik verbringt, wird somit auch in Zukunft

seinen Lebensunterhalt mit seiner Leidenschaft bestreiten. <

AUTOINSIDE | November 201859


BERUF UND KARRIERE

Die Gruppe der erfolgreichen Absolventen des AGVS und des VSCI, die Ende September in Zürich ausgezeichnet wurden.

Premierenfeier

«Wir sind angewiesen auf Sie»

In Zürich wurden zwölf neue Werkstattkoordinatoren AGVS ausgezeichnet. Sie waren Teil einer unbürokratischen Premiere.

Sascha Rhyner, Redaktion

Die feierliche Übergabe der Zertifikate an die neuen Werkstattkoordinatoren

der Verbände AGVS, VSCI und SVLIM (Schweizerische

Vereinigung der Industrielackiermeister) erfolgte im schlichten

Rahmen. Die Aula der Schule für Gestaltung Zürich mitten im In-

Quartier am Limmatplatz war so auch die Bühne einer Premiere, wie

Salvatore Berwert, Abteilungsleiter Stellvertreter Höhere Fachschule

TBZ, verriet: «Zum ersten Mal erhalten Abendstudierende an der

Technischen Berufsschule Zürich das Zertifikat Werkstattkoordinator.»

Die Idee hierzu sei vor rund zweieinhalb Jahren entstanden und

unbürokratisch schnell umgesetzt worden. «Ich bewundere die Absolventen,

die jeweils nach acht Stunden Arbeit noch vier Stunden

in die Schule kamen», lobte Berwert den Einsatz. «Es brauchte aber

auch von den Lehrpersonen einen Sondereffort.» Symbolisch hatte

er einen Hut mitgebracht, den er für die Leistungen zog.

Die Glückwünsche des AGVS überbrachte Andreas Billeter, Berufsbildungsobmann

der AGVS-Sektion Zürich: «Ich möchte Ihnen

gratulieren, dass Sie eine Weiterbildung gemacht haben. Und besonders

möchte ich Ihnen danken, dass Sie der Branche treu geblieben

sind!» Seitens des VSCI gratulierte Sacha Walther, Projektverantwortlicher

Technik und Weiterbildung, für die «Extrameile», die die

Absolventen gegangen sind.

Rolf Baumgartner.

Salvatore Berwert von der TBZ.

Andreas Billeter vertrat den AGVS.

60

November 2018 | AUTOINSIDE


BERUF UND KARRIERE

Konrad Kuoni, Prorektor der Schule für Gestaltung Zürich.

Lohn für die Weiterbildung waren Diplom und Häppchen.

Die einrahmenden Worte sprachen die Gastgeber der Schule für

Gestaltung Zürich. Prorektor Konrad Kuoni leitete die Übergabe

der Diplome mit einer kurzweiligen und humorvollen Rede ein. Er

wählte einen philosophischen Ansatz: «Versuchen Sie das, was sie

machen, gerne zu machen.» Und er forderte alle auf, sich weiterzubilden.

«Die Chance, dass sie später einmal bedauern werden, nicht

mehr Zeit vor dem Fernseher oder mit Whatsapp und Facebook verbracht

zu haben, ist sehr klein.» Und während Rolf Baumgartner,

Lehrgangsleiter Lackiertechnik, vor allem die nähere Zukunft der

Branche in den Vordergrund rückte («Wir sind angewiesen auf Sie!

Sie bilden aus!»), dachte Kuoni etwas globaler: «Probieren Sie, die

Welt etwas besser zu machen. Sie braucht es!» <

Antonio Baggieri.

Thomas Dillier.

Raphael Notter.

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AUTOINSIDE | November 201861


BERUF UND KARRIERE

Fachausweisübergabe Automobil-Verkaufsberater und Kundendienstberater

«Das Leben zeichnen

ohne Radiergummi»

Grosser Tag für 30 junge Berufsleute aus dem Autogewerbe. 16 Autoverkaufsberater und -beraterinnen sowie 14 Kundendienstberater

und -beraterinnen erhielten ihre eidgenössischen Fachausweise. Sandro Compagno, Redaktion

Die diplomierten Automobil-Verkaufsberater/-innen mit Patrick Ganière (2.v.r.) und Thomas Jäggi (r.).

«Mit Ihrer erfolgreichen Berufsprüfung

haben Sie Ihr Leben gezeichnet ohne Radiergummi,

nicht löschbar», malte Thomas

Jäggi, beim AGVS mitverantwortlich für die

Grundbildung und die höhere Berufsbildung,

zum Einstieg der Fachausweisübergabe im

Event-Center der Emil Frey Classics AG in Safenwil

ein stimmiges Bild. AGVS-Zentralpräsident

Urs Wernli lobte die 15 anwesenden

Absolventinnen und Absolventen für ihren

Einsatz während der anspruchsvollen höheren

Berufsbildung.

Sie alle eint vor allem eines: die Leidenschaft

für das Automobil. Die Digitalisierung

verändere viele Geschäftsprozesse, sagte

Wernli. «Aber die Faszination Auto bleibt.

Kein anderes Verkehrsmittel vermittelt mehr

Unabhängigkeit, Bewegungsfreiheit, Komfort

und Sicherheit.» Nach wie vor seien Autos und

Lastwagen nicht zu ersetzen. «Der wirtschaftliche

und gesellschaftliche Fortschritt ist ohne

den Strassenverkehr nicht denkbar.»

steht. Und er relativierte im selben Atemzug:

«Optimisten sagen, dass wir in fünf Jahren

autonom fahren. Der AGVS sagt, dass wir das

noch in 20 Jahren nicht tun werden.» Einerseits

sei die Gesetzgebung nicht so weit, andererseits

würden noch lange Zeit Mischformen

von autonomem und nicht autonomem

Fahren bestehen. Auch die Elektrifizierung

schreite nicht so rasant voran, wie uns die

Medien und die vermeldeten Wachstumszahlen

(auf sehr tiefem Niveau) glauben machen

wollen: «Wenn man das Ganze bei Tageslicht

betrachtet, stellt man fest, dass noch relativ

wenig passiert ist.»

Trotzdem verändert sich die Technologie

und damit tun es auch die Autoberufe, so

Wernli: «Auch Ihre Aufgaben werden sich

stark wandeln. Sie werden als Kadermitarbeitende

im Verkauf und Kundendienst an

vorderster Front auf die sich verändernden

Bedürfnisse der Kunden eingehen und dafür

sorgen, dass die Garagen frühzeitig auch auf

Mobilitätsangebote wie beispielsweise Carsharing

einschwenken.»

«Es ist eine spannende Tätigkeit mit viel

Kundenkontakt. Jeder Kunde ist anders»,

umschrieb der frischgebackene Automobil-

Verkaufsberater Lars Lüscher den Grund, wieso

er sich für diesen Beruf entschieden hat.

Lüscher ist einer jener Quereinsteiger, die typisch

sind für die Automobil-Verkaufsberater.

Nach einer kaufmännischen Lehre auf der Gemeinde

Rothrist habe er bald gemerkt, dass

die Arbeit für eine Behörde nichts für ihn sei:

«Es war mir zu langweilig.» Heute verkauft

Lars Lüscher für die Stierli Automobile AG

in Zofingen Volvos: «Ich bin mit Volvo aufgewachsen.

Die Schweden faszinieren mich seit

jeher mit ihrem bedingungslosen Sicherheitsdenken.»

«Wir verkaufen keine Kartoffeln!»

«Es braucht mehr als nur ein bisschen

Faszination fürs Auto», stellte Patrick Ga-

«Als Kadermitarbeitende an

vorderster Front»

Wernli erinnerte die jungen Berufsleute an

das vom scheidenden Mercedes-Vorstandsvorsitzenden

Dieter Zetsche geprägte Codewort

«C.A.S.E.», das für Konnektivität, autonomes

Fahren, Sharing und Elektrifizierung

«Autos sind meine Leidenschaft,

seit ich ein Kind war.»

Chiara Marabotto,

Kundendienstberaterin bei der Amag Utoquai in Zürich.

62

November 2018 | AUTOINSIDE


BERUF UND KARRIERE

Diplomanden Kundendienstberater/in im Automobilgewerbe mit eidg. FA 2018

Diplomanden Automobil-Verkaufsberater/in mit eidg. FA 2018

Name Vorname Arbeitgeber/in Ort

Bühler Manuel Garage Central H.Böckmann AG Uznach

Fasanella Giuseppe Margarethen-Garage AG Basel

Gysel Denis Garage Harlacher AG Winkel

Hidi Aslan Iveco (Schweiz) AG Kloten

Hüssy Pascal Amag Utoquai Zürich

Leutwiler Kevin Amag Wollishofen

Lötscher Lars Garage Nepple AG Basel

Marabotto Chiara Amag Utoquai Zürich

Müller Tim GM US Cars Siebnen

Perren Vera Ernst Ruckstuhl AG Kloten

Rauber Kevin-Patrik Auto Weber AG Zuchwil

Sivarajah Thusiyanthan A. & M. Bizzozero Bern

Weber Silvio Seeblick Garage AG Samstagern

Wüest Franz Schaffner Racing GmbH Birmensdorf

Name Vorname Arbeitgeber/in Ort

Blaser Silvana Garage O. Stock AG Zizers

Brunner Michelle Nadine Elite Autocenter AG Wilderswil

Doebeli Martina Aigner AG Frauenfeld

Gähler Noemi Mercedes Halbeisen AG Füllinsdorf

Hilber Patrick Hardergarage Hilber GmbH Matten

Huber Marco Garage Gebrüder Huber AG Weinfelden

James Jeremy Asag Basel

Laouini Ray Garage Dubach AG Oensingen

Lüscher Lars Stierli Automobile AG Zofingen

Oroshi Edmond Auto Trachsler AG Wetzikon

Röthlisberger Michael Tesla Bern

Seckin Mikail Emil Frey AG St. Gallen

Suter Luca Kestenholz Automobil AG Basel

Tahmasebi Alireza Garage Trevisan AG Neftenbach

Toma Elia Amag Bern

Wyss Daniel Hügli Bahnhofgarage AG Mutschellen

Für die besten Abschlüsse gab es eine Flasche Wein, für die Frauen Blumen und ziemlich viel zu tragen: Die Kundendienstberater, eingerahmt von Thomas Jäggi (l.) und Peter Linder (r.).

nière, Präsident der Qualitätssicherungskommission

(QSK) AVB, klar. «Sie sind jetzt

Profis in der Branche und bieten den Kunden

dank Ihrer Ausbildung einen Mehrwert. Das

unterscheidet Sie von den vielen ‹Möchtegern-Verkäufern›

in der Branche.» Basis der

Arbeit sei die Leidenschaft fürs Auto, aber

es brauche mehr: «Schliesslich verkaufen wir

keine Kartoffeln!» Ganière ermahnte die Absolventinnen

und Absolventen, sich auch in

Zukunft auf dem Laufenden zu halten und

weiterzubilden.

« Als Automobil-Verkaufsberater

habe ich eine spannende Tätigkeit mit viel

Kundenkontakt gefunden.»

Lars Lüscher, Automobil-Verkaufsberater bei Stierli Automobile AG in Zofingen.

«Seid offen und seid kritisch»

Peter Linder, Präsident der QSK KDB, appellierte

an Offenheit und Toleranz: «Sturheit

hat heute keinen Platz mehr.» Kundendienstberater

müssten offen sein, um sich den

Kundenbedürfnissen anzupassen, so Linder:

«Seid offen und seid kritisch. Setzt euch für

eure Kunden ein, bietet zeitgemässe Dienstleistungen

an und pflegt die Beziehung zu

euren Kunden. Dann werden sie euch treu

bleiben.»

Chiara Marabotto ist eine der diplomierten

Kundendienstberaterinnen. Bei der Amag

Utoquai in Zürich behauptet sie sich als einzige

Kundendienstberaterin in einem reinen

Männerteam. Die von Peter Linder angesprochene

Offenheit und Toleranz ist für sie

Alltag: «Für viele Kunden ist es noch immer

ungewohnt, eine Frau als Ansprechperson

im Kundendienst zu haben.» In aller Regel

erhalte sie sehr positive Feedbacks, «aber

manchmal gibt es Kunden, die denken, eine

Frau habe zu wenig Ahnung von Autos». Sie

sehe solche (unzeitgemässe) Denkhaltungen

als Chance: «Ich möchte diese Kunden vom

Gegenteil überzeugen.»

Nach der feierlichen Diplomübergabe im

stimmungsvollen Rahmen der Emil Frey

Classics AG in Safenwil wurden auch fünf

abtretende, verdiente Prüfungsexperten sowie

der scheidende AGVS-Mitarbeiter Philipp

Lendenmann auf die Bühne gebeten und gebührend

verabschiedet. Anschliessend liessen

Absolventinnen und Absolventen, Angehörige,

Prüfungsexperten, AGVS-Mitarbeitende

und Gäste den Abend bei einem vorzüglichen

Brasato di Manzo, gepflegten Weinen, guten

Gesprächen und einer Gewissheit, die über

diesen Abend hinausgeht, ausklingen: Autoberufe

haben Zukunft. <

AUTOINSIDE | November 201863


BERUF UND KARRIERE

Basisseminar 2019 für Automobil-Verkaufsberater/-innen

In zehn Seminartagen ans Ziel

Das bewährte zehntägige Basisseminar für zukünftige Automobil-Verkaufsberaterinnen und Automobil-Verkaufsberater ist

ein Branchenbedürfnis. Der AGVS wird dieses Seminar im Jahr 2019 zweimal durchführen. Es gibt noch freie Plätze.

ab. Der Beruf der Automobil-Verkaufsberaterin/des Automobil-

Verkaufsberaters stellt für viele Menschen einen Traumberuf dar.

Personen, die in anderen Branchen im Verkauf tätig sind, aber auch

Interessentinnen und Interessenten aus anderen Berufen, hegen die

Absicht, in den Automobilhandel einzusteigen. Der AGVS und Auto-

Schweiz bieten allen genannten Interessenten die Möglichkeit, sich

in einem zehntägigen Seminar umfassend auf ihre zukünftige berufliche

Tätigkeit im Automobilhandel vorzubereiten. Für Seminarteilnehmende,

die aufgrund ihrer beruflichen Tätigkeit bereits über

fundierte Kenntnisse in der Automobiltechnik zum Beispiel Automobil-Fachmann/-frau

EFZ oder Automobil-Mechatroniker/-in EFZ

verfügen, besteht die Möglichkeit, das Seminar ohne den eintägigen

Teil «Automobiltechnik» zu besuchen.

Breite Zielgruppe und Lerninhalte

Das Angebot richtet sich an Personen aus dem Garagengewerbe,

aber auch an Personen aus anderen Berufen/Branchen, die in den

Automobilhandel einsteigen möchten sowie Automobilverkäufer/-

innen mit wenig oder bis zu maximal einem Jahr Praxiserfahrung.

In zehn Seminartagen werden die jungen oder angehenden Automobil-Verkaufsberater/-innen

im Detail mit den eigentlichen Verkaufsbelangen

Verkaufspsychologie, Kommunikation, Verkaufsmethodik

auf ihre tägliche Arbeit vorbereitet.

Nebst den direkten Verkaufsfächern erhalten die Seminarteilnehmer/-innen

wichtige Informationen und Unterlagen zu Teilgebieten,

die sie ebenfalls kennen müssen: Versicherungsfragen,

Teilzahlung/Leasing, Mehrwertsteuer, Occasionswagenbewertung,

Rechtskenntnisse. Die Teilnehmer erhalten Grundkenntnisse des

Automobilverkaufs und wissen, was vom ersten Kundenkontakt bis

zum Abliefern des Fahrzeugs oder zum Service Après-vente zu tun ist. Sie

sind in der Lage, die Kunden kompetent und zuvorkommend zu beraten.

Aktiver Unterricht in Kleingruppen

Der Unterricht beinhaltet unter anderem Einzel- und Gruppenarbeiten,

aktive Diskussionen sowie gemeinsames Erarbeiten der

Grundlagen. Die Teilnehmerzahl ist auf 22 Personen beschränkt,

wobei Rücksicht auf die Reihenfolge der Anmeldungen genommen

wird. Weiterführende Auskünfte erteilt die AGVS-Beraterin Arjeta

Berisha via E-Mail an arjeta.berisha@agvs-upsa.ch oder unter Telefon

031 307 15 45. <

Die Seminardetails auf einen Blick

Durchführung: Montag, 14. Januar, bis Freitag, 25. Januar 2019

Trägerorganisation: Auto Gewerbe Verband Schweiz (AGVS) und die

Vereinigung Schweizer Automobil-Importeure (auto-schweiz)

Teilnahmebescheinigung: Am Ende des Seminars wird eine schriftliche

Lernkontrolle durchgeführt. Wird diese bestanden, erhält der Teilnehmende

ein Zertifikat.

Kosten: Die Gebühren beinhalten eine Seminardokumentation, das

Mittagessen sowie die Pausenverpflegung.

• Zehntägiges Seminar mit Automobiltechnik: 2390 Franken exkl. MwSt.

• Neuntägiges Seminar ohne Automobiltechnik: 2090 Franken exkl.

MwSt. (Mittwoch kein Unterricht)

Kursort: Auto Gewerbe Verband Schweiz (AGVS), Wölflistrasse 5, 3006 Bern

Übernachtungen: Best Western Hotel Grauholz, Autobahn A1, 3063

Ittigen; Vollpension für 1325 Franken exkl. MwSt.

Weitere Infos unter:

bit.ly/2IKRVuV

64

November 2018 | AUTOINSIDE


BERUF UND KARRIERE

Schnupperleitfaden

Sich als Arbeitgeber positionieren

«Wir bilden aus»: Interessierten Oberstufenschüler eine Schnupperlehre zu ermöglichen, ist nicht nur ein sinnvolles Mittel

zur Rekrutierung des Branchennachwuchses, sondern hilft auch, sich regional ein positives Image als weitsichtigen

Arbeitgeber aufzubauen. Tatjana Kistler, Redaktion

Ausbildungsbetriebe nehmen eine wichtige gesellschaftliche Aufgabe

wahr und stärken mit dem Engagement zugunsten des Berufsnachwuchses

ihren guten Ruf. Eine Möglichkeit sowohl Lehrstellenanwärter

zu finden als auch etwas fürs Eigenmarketing zu tun, sind

Schnuppertage respektive -praktika. «So können die Jugendlichen

erste Berufs-, sprich Garagenluft atmen, aber auch deren Schlüsselqualifikationen

beobachtet werden», erklärt Manuela Jost, die beim

AGVS unter anderem für die Berufsbildung zuständig zeichnet.

Die wichtigsten Beeinflusser sind die Eltern respektive die

Familie. «Garagisten tun viel dafür, dass sie zufriedene Kunden

haben. Die Kunden eines Garagisten sind somit auch eine gute

Möglichkeit, um Lernende zu gewinnen», ergänzt Jost. Nach einem

ersten Kennenlernen von Werkstatt, Showroom und Mitarbeitern

kommt jedoch bald die Frage auf: Welche Arbeiten darf/kann der

Jugendliche erledigen? Wie können wir den Schnupperlernenden in

den Garagenalltag integrieren? Aus diesem Grund hat der AGVS den

kostenlos downloadbaren «Leitfaden Schnupperpraktikum» kreiert.

Ablauf eines Schnupperpraktikums gemäss Leitfaden

Zuerst einmal gilt es, bekannt zu machen, dass Schnupperlernenden

grundsätzlich die Garagentore offenstehen. «Es ist ratsam,

generell bei der kantonalen Berufsberatung und bei Schulen

anzuklopfen. Zudem sind Informationsnachmittage teils von

der Berufsberatung organisiert mit Betriebsbesichtigungen

spannende Optionen», sagt Manuela Jost.

Hat ein Jugendlicher sein Interesse an einem Schnuppertag

oder einem -praktikum angemeldet, sollte dieser vorab mit den

wichtigsten Unterlagen zur Firma versorgt und zu einem Eintrittsgespräch

eingeladen werden. «Verläuft dieses gut, lohnt es sich, eine

Schnupperlehre zu vereinbaren und seitens der Garage ein Anforderungsprofil

zu erstellen», ergänzt Manuela Jost. Aufgaben,

die dem Schnupperlernenden gestellt werden können, sowie

diverse Tipps zur Betreuung der Schülerinnen und Schüler finden

sich auf autoberufe.ch. Jost: «Zusätzlich empfehle ich Berufsbildnern

den Besuch des Kurses ‹Lernende selektieren›, um sich in einem Tag

vertieft mit dem Thema auseinanderzusetzen.»

Apropos: Welche technische Grundbildung für den Lernenden geeignet

ist, beantwortet der AGVS Eignungstest: agvs-eignungstest.ch <

Weitere Infos unter:

autoberufe.ch/de/schnuppertagebuch

Etwas Neues in Sicht? Möchten Sie Ihre

Garage oder Ihre Tankstelle verkaufen?

Wenn Sie Ihre Nachfolge regeln, mehr liquide Mittel zur Verfügung haben oder

Ihr Objekt als Mieter statt als Eigentümer nutzen möchten, suchen wir Sie.

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AUTOINSIDE | November 201865


BERUF UND KARRIERE

AGVS Business Academy

NOVEMBER

Occasionsmanagement

Ausstellung sowie Präsentation der

Occasionen und die Erarbeitung des

gesamten Eintauschprozesses sind

genauso Gegenstand dieses Kurses

wie das Bestandsmanagement von

Occasionen. Weiter stehen eine

dynamische Preisstrategie anhand von

Beispielen auf den Internetplattformen

sowie das Gewinnen und die Pflege von

CRM-Kunden auf dem Programm.

> > 7. November 2018, Bern

Séminaire de gestion des occasions

Exposition et présentation des occasions,

élaborer toute la procédure de reprise,

gestion des stocks de véhicules

d’occasions, montrer et élaborer une

stratégie tarifaire dynamique à l’aide

d’exemples sur les plates-formes Internet,

gagner et fidéliser les clients de CRM.

> > 8 novembre 2018, Paudex

Chefsache! Workshop

Mitarbeitergespräche

Für Führungsverantwortliche, TIPP!

die ihre Mitarbeitergespräche

effizienter und erfolgreicher gestalten

wollen und bereit sind, sich intensiv

mit der wirksamen Mitarbeiterentwicklung

auseinanderzusetzen.

> > 13. November 2018, Bern

Finanzielle Führung in Garagenbetrieben

Kennen Sie die Finanzzahlen in Ihrem

Unternehmen und wissen Sie, wie Sie

diese beurteilen müssen? Dieser Kurs

richtet sich an Inhaber, Geschäftsführer

und Finanzverantwortliche von Garagenbetrieben,

die ihre Kompetenz in Finanzund

Controlling-Fragen auffrischen oder

vertiefen wollen. Sie lernen wichtige

Finanzentscheide im Betrieb zu beurteilen,

vorzubereiten und durchzuführen.

> > 14. November 2018, Bern

Direction financière dans les garages

Connaissez-vous les indices financiers

de votre entreprise et savez-vous comment

vous devez les évaluer ? Ce cours

s’adresse aux propriétaires, directeurs

et responsables financiers de garages

souhaitant rafraîchir ou approfondir

leur compétence sur les questions de

controlling et financières. Ils apprennent à

évaluer, préparer et réaliser les décisions

financières importantes dans l’entreprise.

> > 20 novembre 2018, Paudex

Video-Training im Autoverkauf

> > 23. November 2018, Bern

> > 7. Februar 2019, St. Gallen

Facebook, Xing, Twitter und WhatsApp im

Autoverkauf

Der Workshop zeigt neuartige Möglichkeiten

auf, wie die verschiedenen Plattformen

eingesetzt werden können, um noch erfolgreicher

zu verkaufen. Dieser Workshop ist

speziell für die Automobilbranche konzipiert.

> > 26. November 2018, Winterthur

> > 28. Januar 2019, St. Gallen

66

November 2018 | AUTOINSIDE


BERUF UND KARRIERE

AGVS-Didaktikmodul für Berufsbildner

der technischen Grundbildungen

Zum Ausbilden von Nachwuchskräften

gehört nicht nur technisches Knowhow.

Machen Sie sich jetzt fit für Ihre

neuen Lernenden, damit Sie gemeinsam

Vollgas geben können.

«Lernende selektieren»

> > 27. November 2018, Winterthur

> > 10. Januar 2019, Goldau

«Die Instrumente der neuen Bildungsverordnung

kompetent einsetzen»

> > 8. Januar 2019, Goldau

DEZEMBER

Steigerung der Produktivität und

Rentabilität im Aftersalesgeschäft

> > 12. Dezember 2018, Bern

Basisseminar für Automobil-

Verkaufsberater/innen

> > 14. bis 25. Januar 2019, Bern

Facebook, Xing, Twitter et WhatsApp

dans la vente automobile

L’atelier montre de nouvelles possibilités

pour utiliser ces différentes plateformes

afin de vendre encore plus efficacement.

Cet atelier est spécialement conçu pour la

branche automobile.

> > 13 mai 2019, Yverdon

Formation vidéo dans la vente automobile

mise en œuvre pratique et simple

Cet atelier est spécialement conçu

pour la branche automobile. L’accent

est mis sur les points suivants : les

idées, la production et l’utilisation de vidéos

dans la vente automobile.

> > 24 juin 2019 à Yverdon

Modules didactiques de l’UPSA

pour formateurs professionnels des

formations initiales techniques

Il ne faut pas que du savoir-faire

technique pour former la relève.

Préparez-vous dès maintenant pour

être prêts à encadrer vos nouvelles

personnes en formation afin de pouvoir

foncer ensemble.

« Utiliser avec compétence

les instruments des nouvelles

ordonnances de formation »

> > Printemps 2019 à Yverdon

Diese und weitere interessante Themen

finden Sie online in der Business Academy.

Retrouvez ces thèmes, et bien d’autres,

dans la Business Academy en ligne.

JANUAR

Formation turbo pour vendeur auto

> > 21 janvier au 1 er février 2019, Paudex

Die Kurse sind in der jeweiligen Kurssprache ausgeschrieben.

Les cours sont proposés dans

la langue correspondante. D’autres cours seront

proposés ultérieurement. Mise à jour sur

agvs-upsa.ch, Rubrik :

agvs-upsa.ch.

Berufsbildung/AGVS Business Academy

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Sanierungen und Liquidationen

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Beratungen

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AUTOINSIDE | November 201867

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BERUF UND KARRIERE

Aktuelle regionale Veranstaltungen zur

Aus- und Weiterbildung im Automobilgewerbe

LEHRGANG FAHRZEUGRESTAURATOR

Diese Lehrgänge starten 2019:

Fachrichtung Automobiltechnik

Fachrichtung Carrosseriespenglerei

Fachrichtung Carrosserielackierei

> > fahrzeugrestaurator.ch

AARGAU

Automobildiagnostiker/in

Informationsabend:

Dienstag, 13. November 2018

Kursstart 2019: Mittwoch, 4. September

Ort : Weiterbildungszentrum Lenzburg

> > wbzlenzburg.ch

BERN

Workshop «Berufswelt

Automobil & Transport»

Laden Sie interessierte Jugendliche und

Eltern zu uns ein, um rund 18 Berufsbilder

rund um die Mobilität kennenzulernen.

Mittwoch, 14. November 2018

Ort: Mobilcity Bern

> > fokus-technik.ch

Radar deine Zukunft,

deine Weiterbildung, deine Karriere

Komm vorbei und informiere dich über das

breite Weiterbildungsangebot in der Autobranche

und deine möglichen nächsten

Schritte. Die Profis vom AGVS zeigen die

verschiedenen Wege auf und helfen dir, auf

die Karriereleiter aufzuspringen und deine

Zukunft selbst in die Hand zu nehmen.

Infoabend und Apéro: 15. November 2018,

Mobilcity in Bern

> > mechanixclub.ch/radar/

Kundendienstberater/in im Automobilgewerbe

Start Lehrgang: Mittwoch, 30. Januar 2019

Ort: Gewerblich-Industrielle Berufsschule

Bern (GIBB)

> > gibb.ch/weiterbildung

Automobildiagnostiker/in

Start Lehrgang: Mittwoch, 14. August 2019

Ort: GIBB

Betriebswirt/in im Automobilgewerbe

Start Lehrgang: Freitag, 16. August 2019

Ort: GIBB

Werkstattkoordinator/in im

Automobilgewerbe

Start Lehrgang: Freitag, 16. August 2019

Ort: GIBB

Automobil-Verkaufsberater/in

Infoabend: Donnerstag, 21. März 2019, 18 Uhr

Start Lehrgang: August 2019

Ort: Mobilcity Bern

> > agvs-upsa.ch

CHUR / ZIEGELBRÜCKE

Automobildiagnostiker/in

Start Lehrgang: August 2020

ibW Höhere Fachschule Südostschweiz, Chur

> > ibw.ch

HORW

Automobildiagnostiker

und Automobil-Werkstattkoordinator

Start Vorbereitungskurs: August 2019

Ort: AGVS Ausbildungszentrum Horw

Infoabend: Mittwoch, 12. Dezember 2018

> > agvs-zs.ch

ST. GALLEN

Automobildiagnostiker/in

Neu mit Einführungstagen

Infoabend: Mittwoch, 23. Januar 2019

(siehe Website)

Start Lehrgang: August 2019

Ort: AGVS Ausbildungszentrum St. Gallen

> > agvs-abz.ch

THURGAU

Automobildiagnostiker/in

Start Lehrgang: August 2019

Ort : Gewerbliches Bildungszentrum Weinfelden

Informationsabende:

Mittwoch, 14. November 2018, 19 Uhr

Mittwoch, 13. März 2019, 19 Uhr

> > gbw.ch

WINTERTHUR

Informationsanlass Weiterbildungen im

Automobilgewerbe

Montag, 25. Februar 2019, 19 Uhr

Ort : Schweizerische Technische Fachschule

Winterthur (STFW)

> > stfw.ch/info

68

November 2018 | AUTOINSIDE


BERUF UND KARRIERE

Kundendienstberater/in im Automobilgewerbe

Start Lehrgang: 11. Januar 2019

Ort: STFW

> > stfw.ch/akb

Automobil-Verkaufsberater

Start Lehrgang: 20. August 2019

Ort: STFW

> > stfw.ch/aavb

Betriebswirt im Automobilgewerbe

Start Lehrgang: 21. August 2019

Ort: STFW

> > stfw.ch/abwa

Automobildiagnostiker/in

und Automobil-Werkstattkoordinator/in

Start Lehrgang: 2./3. September 2019

Ort: STFW

> > stfw.ch/ad

> > stfw.ch/adwo

ZÜRICH

Infoabende Automobiltechnik

Donnerstag, 15. November 2018

Montag, 10. Dezember 2018

Ort: TBZ, Zürich

> > tbz.ch

Betriebswirt im Automobilgewerbe

Start Lehrgang: 23. August 2019, berufsbegleitend,

jeweils freitags

Ort: TBZ, Zürich

Automobil-Werkstattkoordinator/in

Start Lehrgang: 16. September 2019,

berufsbegleitend (montags ganztägig sowie

dienstag- und donnerstagabends)

Ort: TBZ ,Zürich

Automobil-Werkstattkoordinator/in

mit Zertifikat AGVS

Start: 16. September 2019, berufsbegleitend

(montags ganztägig sowie dienstag- und

donnerstagabends)

Ort: TBZ, Zürich

ROMANDIE

Brevet fédéral de conseiller de vente

en automobile

Séance d’information :

5 novembre 2018, 18h

Prochaine session :

1 er mai 2019 25 novembre 2020

Localité : Centre Patronal de Paudex

> > romandieformation.ch

Diagnosticien d’automobiles

Prochaine session :

Janvier 2019

Cours du jour : le mercredi

(dernier semestre le mardi)

Localité : Centre de formation UPSA-Vaud,

Yverdon

> > formation.upsa-vd.ch

Diagnosticien d’automobiles

Prochaine session : novembre 2019

Centre de formation UPSA Genève

> > formation-upsa-ge.ch

Diplôme fédéral de gestionnaire

d’entreprise de la branche automobile

Prochaine session :

mars 2019 juillet 2021

Localité : Centre Patronal de Paudex

> > romandieformation.ch

VALAIS

Diagnosticien d’automobiles

Prochaine session : Automne 2019

Localité : Ecole Professionnelle Technique

et des Métiers (EPTM), Sion

> > formationcontinuevalais.ch

Coordinateur d’atelier automobile

Prochain session : Automne 2018

Localité : EPTM Sion

> > formationcontinuevalais.ch

TESSIN

Corso preparatorio all’esame per

Meccanico diagnostico d’automobili

Serata informativa: mercoledì,

28 novembre 2018, 20:00

Sede dei corsi: Centro di formazione

professionale UPSA, Biasca

> > upsa-ti.ch

Aus den Sektionen

Für eine Publikation im AUTOINSIDE

melden Sie uns bitte jeweils Ihre Daten

zu den aktuellen Infoveranstaltungen und

Lehrgängen im Automobilgewerbe an

myfuture@agvs-upsa.ch. Informationen

zu allen Weiter bildungen

erhalten Sie unter

www.agvs-upsa.ch/de/

berufsbildung/hoehereberufsbildung.

AUTOINSIDE | November 201869


WERKSTATT UND KUNDENDIENST

Auto Zürich

«Den Autoverkauf muss man leben»

Am 8. November öffnet die Auto Zürich und feiert dieses Jahr ihr 30-jähriges Bestehen. Mitglied der ersten Stunde ist Karl

Bieri, der als Conférencier und Diplomat unterschiedliche Interessen balanciert. Neben stabilen Besucherzahlen ist es für

ihn am wichtigsten, dass die ausstellenden Händler die Chance nutzen, Autos zu verkaufen. Reinhard Kronenberg, Redaktion

Das letzte Mal geflucht? Karl Bieri lacht: «Ich fluche ab und zu,

schliesslich komme ich aus dem Autogewerbe.» Auf die Palme treibt

ihn hingegen, wenn er auf Fragen keine vernünftige Antwort erhält

oder zu spät, was ihn daran hindert, dringende Arbeiten fortzuführen.

Und dringend ist jetzt gerade sehr viel: Die Vorbereitungen

für die Auto Zürich sind in den letzten Zügen, die Organisation ist

in voller Fahrt.

Die Tage fliegen vorbei und Bieri ist in dieser Zeit «always on».

Er fährt in hohem Tempo Richtung Ziel 8. November, seine Frau

Doris auf dem Beifahrersitz. Die zwei organisieren seit Jahren die

nach Genf grösste Autoshow der Schweiz. Sie sind wie ein Team im

Rallye-Sport er steuert, aber sie sagt wohin. Also wie praktisch

in jeder Ehe.

«Der Markt soll entscheiden»

«Bieri wird grün», hiess es hinter vorgehaltener Hand, als er vor

15 Jahren vorgeschlagen hat, an der Auto Zürich nicht nur Benzinund

Dieselfahrzeuge zu präsentieren, sondern eine möglichst breite

Palette an Antrieben. Jetzt sitzt er in seinem Büro und konstatiert,

es sei der richtige Entscheid gewesen: «Die Konsumenten und damit

der Markt sollen entscheiden.» Er fährt seit Jahren selbst ein Erdgasfahrzeug

«das war nicht immer sexy.» Er meint seinen Fiat 500,

den er vor Jahren gefahren ist, «praktisch selber umgebaut.»

Doch die Zeiten ändern sich auch hier mit seinem Audi A3, den

er heute fährt, merke er überhaupt keinen Unterschied, ausser, was

die Distanz betrifft: Die sei mit 1200 Kilometern dank zwei Tanks

überlegen gross. Dass das nicht die einzigen PS sind, die er nutzt,

deutet er an der Wand hinter seinem Schreibtisch an dort prangt

die Silhouette eines sich aufbäumenden Pferds.

Auch mit 67 noch genug Drehmoment

Wer mit Karl Bieri spricht, landet eher früher als später beim Thema

Auto. «Das», sagt er, «war immer so.» Dass er beruflich in dieser

Welt landen würde, stand für ihn bereits als Kind fest. Die Konsequenz:

kaufmännische Lehre bei Binelli & Ehrsam, Auslandaufenthalte

in Frankreich, England und den USA, später bei der Franz AG

für fünf Garagenbetriebe und das Leasinggeschäft verantwortlich.

Dann kam die Auto Zürich.

«Die Mobilität wir ihren

Stellenwert behalten.»

Karl Bieri, Präsident Auto Zürich.

70

November 2018 | AUTOINSIDE


WERKSTATT UND KUNDENDIENST

Dieser stand Bieri zuerst als Gründungs- und Vorstandsmitglied

zur Verfügung und verhalf ihr später als Präsident zum Durchbruch.

Und er organisiert sie auch heute noch. Wie lange, weiss er nicht

für seine 67 Jahre hat er noch sehr viel Drehmoment. Ausserdem ist

die Auto Zürich sein Kind. Kinder lässt man ungern los.

Ob er heute noch gerne operativ im Autogewerbe arbeiten würde?

Bieri legt die Stirn in Falten und sortiert seine Gedanken wie die

Sichtmäppli auf seinem Pult: «Die Mobilität wird ihren Stellenwert

behalten», ist er überzeugt. Das sei schon einmal eine gute Nachricht.

Bieri sieht jedoch Veränderungen vor allem, wo sie politisch

motiviert sind einerseits in den Städten kommen. Dort werden

Mobility-Angebote in Kombination mit Carsharing dazu führen,

dass weniger Autos in persönlichem Besitz seien.

Andererseits zwingen die steigenden Wohnpreise in Städten die

Leute aufs Land, von wo sie wieder in die Stadt zur Arbeit pendeln

mit dem Auto. Alles in allem sieht Bieri die Zukunft hell, aber nicht

in Laserstärke. Auch weil es Entwicklungen gibt, die ihm «wirklich

zu denken geben». Dass Hersteller permanent Druck auf den Handel

ausüben und glauben, sie könnten ohne ihre Händler auskommen,

sei ein Beispiel. Oder der Druck, stets mehr zu investieren und

gleichzeitig immer mehr sparen zu müssen.

«Den Autoverkauf leben»

Wie stark die Hersteller selber unter Druck stehen, sieht man am

Beispiel der Geneva International Motor Show (GIMS), der grosse

Marken wie Ford, Volvo und Opel fernbleiben. Bieri bedauert das,

sieht die Auto Zürich aber nicht vor der derselben Herausforderung,

sich faktisch selbst neu erfinden zu müssen.

Die Unterschiede zwischen Auto Zürich und dem Auto-Salon

Genf liegen für Bieri auf der Hand: In Zürich zeigt man, was schon

auf dem Markt ist oder demnächst kommt. Und die Leute können

sich in (fast) alle Fahrzeuge setzen. Ausserdem habe man das Thema

Digitalisierung als inzwischen integraler Bestandteil der Autobranche

in Zürich früher erkannt und vor drei Jahren fix ins Programm

aufgenommen.

Dieser Teil wird in Kooperation mit Euronics und Samsung 2018

noch ausgebaut. Genf setzt ein ähnliches Konzept erst 2019 um. Der

grösste Unterschied aber: Die Auto Zürich ist eine als Ausstellung verpackte

Verkaufsveranstaltung, an der Abschlüsse gemacht werden.

Noch wichtiger aber sind die Leads, ganz konkrete Kontakte und Interessensbekundungen

des Publikums, die zu einem späteren Zeitpunkt

zum Abschluss führen. Bieri verhehlt sein Unverständnis nicht, dass

nicht alle Aussteller diesen Wert für sich entdeckt haben und entsprechend

nutzen. «Den Autoverkauf», sagt er, «muss man leben».

Organisator, Showman, Diplomat

Karl Bieri schlüpft das Jahr über allgemein und in diesen Tagen

ganz speziell in verschiedenen Rollen: Er ist Organisator, Showman,

Diplomat. Vor allem aber Diplomat, denn es gilt, geschickt teilweise

höchst unterschiedliche Ansprüche auszubalancieren: jene

zwischen Importeuren, grossen und kleinen Ausstellern, zwischen

dem aktuellen Angebot und der Zukunftsmusik, zwischen kritischer

Öffentlichkeit und «Petrolheads». Und auch zwischen jenem

Karl Bieri, der als Gesicht der Auto Zürich im Fokus der Aufmerksamkeit

stehen muss, und jenem Karl Bieri, der eigentlich das Rampenlicht

scheut. <

Ein Fest für alle Sinne und Antriebe: Die Auto Zürich zelebriert das Erlebnis Auto.

Aufgenommen im Jahr 2017 (Bild Auto Zürich).

Auto Zürich Car Show

die 32. Auflage

Vom 8. bis 11. November findet in der Messe Zürich die

traditionelle Auto Zürich statt, die grösste Automesse in

der deutschsprachigen Schweiz.

Knapp 60 000 Besucherinnen und Besucher strömen während der

vier Messetage durch die sieben Ausstellungshallen der Auto Zürich

in der Messe Zürich in Oerlikon. Neben neuen Automodellen zählen

auch dieses Jahr wieder die «Fire-up» des Sauber F1-Team zu den

Höhepunkten. Bereits zum dritten Mal ist die CE Trend-Tour in die

Messe integriert, an der grosse Marken wie Samsung, LG und Co.

ihre Neuheiten und den aktuellen Grad der Verschmelzung zwischen

Unterhaltungselektronik und Auto demonstrieren. Die Zürcher

Autoshow vereint nicht nur diverse Garagisten aus der näheren und

weiteren Umgebung, sondern bietet unter anderem auch dem Verband

der Schweizerischen Gasindustrie die Möglichkeit, die Chancen

der CNG-Mobilität einem breiteren Publikum zu präsentieren.

Apropos: AutoScout24 verlost als Messepartner auf der Website

von Auto Zürich Gratiseintritte. <

Weitere Infos unter :

auto-zuerich.ch

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AUTOINSIDE | November 201871


WERKSTATT UND KUNDENDIENST

WLTP und Energieetikette

Da tut sich

was in Bern

Neues Abgasmessverfahren, angepasste CO 2

-Zielwerte,

Konsequenzen für die Energieetikette: Rund um das

Thema Energieeffizienz und Emissionen von Fahrzeugen

ist politisch einiges im Gange. Die Hintergründe.

Tatjana Kistler, Redaktion

Präparation der Testfahrzeuge im «Emissionslabor» des Autobauers Volvo (Bild zvg).

Seit Anfang September dieses Jahres müssen alle neuen in die

Schweiz importierten Personenwagen über WLTP-Messwerte verfügen.

WLTP, kurz für «Worldwide Harmonized Light-Duty Vehicles

Test Procedure», wird in der EU sowie in der Schweiz seit Jahresfrist

schrittweise eingeführt. Zahlreiche Modelle werden bereits unter

diesem Testverfahren typengenehmigt und zum Verkehr zugelassen.

Gleichzeitig wird ab 2020 sowohl in der Schweiz als auch in der

Europäischen Union der bestehende CO 2

-Zielwert für neue Personenwagen

von 130g/km auf 95g/km gesenkt. Ab dann gilt zudem ein

Ziel von 147g/km für leichte Nutzfahrzeuge. Während diese Grenzwerte

in der EU über sämtliche Mitgliedsstaaten hinweg gelten und

sich so verschiedene Fahrzeugmärkte gegenseitig ausgleichen, müssen

die Schweizer Automobilimporteure die Ziele alleine erreichen.

Revision der Energieetikette

Die Energieetikette wird schrittweise auf WLTP umgestellt. So

werden für das Jahr 2019 bereits die sogenannten NEFZ 2.0-Werte

verwendet. Das sind mittels WLTP gemessene Werte, die anschliessend

auf den alten Zyklus zurückgerechnet werden. «Aufgrund der

europaweiten Umstellung auf das neue Messverfahren liegen diese

für die Kategorieneinteilung notwendigen Daten grösstenteils erst

in der zweiten Jahreshälfte vor. Deshalb werden die Etikettenwerte

statt wie üblich per Mitte Jahr erst bis Anfang Dezember 2018

bekanntgegeben. Die Werte gelten dann direkt ab dem 1. Januar

2019», erklärt Markus Peter, beim AGVS für die Bereiche Technik

und Umwelt zuständig.

Die vollständige Umstellung der Energieetikette auf WLTP-Werte

erfolgt dann per 2020. Wie bisher üblich, soll das aktuelle Marktangebot

auch weiterhin in die sieben gleich grosse Kategorien A bis

G eingeteilt und so der technologische Fortschritt berücksichtigt

werden. Die jährliche Neuberechnung basiert auf den Schweizer Typengenehmigungen.

Jährlich neue Kategoriengrenzen für die Energieetikette

Auch die jährliche Berechnung des durchschnittlichen CO 2

-Ausstosses

wird beibehalten. Wie oben erwähnt, wurden die neuen

Werte für das Jahr 2019 ausnahmsweise erst per 30. September 2018

ermittelt und werden erst bis Anfang Dezember 2018 bekannt gegeben.

Für das Jahr 2020 werden die neuen Werte dann wieder

jeweils per Stichtag 31. Mai ermittelt, bis zum 31. Juli 2019 kommuniziert

und per 1. Januar 2020 in Kraft gesetzt. Als Basis für die Ermittlung

der Kategoriengrenzen werden für die Energieetikette 2019

ausschliesslich NEFZ 2.0-Werte berücksichtigt.

Übergangspraxis muss sich einspielen

So werden die ab dem 1. Januar 2019 zugelassenen, unter WLTP

typengenehmigten neuen Personenwagen korrekt kategorisiert und

Verzerrungen bei der Energieetikette für neue Personenwagen weitgehend

vermieden. Dennoch wird eine kleine Anzahl Fahrzeuge von

der Umstellung der Messverfahren betroffen sein: «WLTP-/NEFZ -

2.0-Fahrzeuge, die vor dem 1. Januar 2019 zugelassen werden, werden

tendenziell in eine zu tiefe Kategorie eingeteilt. Bereits verzollte

NEFZ-1.0-Fahrzeuge, die nach dem 31. Dezember 2018 zugelassen

werden, werden tendenziell in eine zu hohe Kategorie eingeteilt»,

heisst es im Mediencommuniqué zum Bundesratsbeschluss. <

72

November 2018 | AUTOINSIDE


WERKSTATT UND KUNDENDIENST

Nachgefragt bei Auto-Schweiz

«Probleme sollten bald gelöst sein»

Das neue Abgasmessverfahren trifft die Fahrzeughersteller hart: Berichte rund um Lieferverzögerungen bei Neuwagen

machten seit der Einführung des WLTP-Verfahrens Schlagzeilen. Weshalb die Autobauer auf dem falschen Fuss erwischt

wurden und wann für Markenhändler Besserung in Sicht ist, erklärt Auto-Schweiz-Direktor Andreas Burgener.

Tatjana Kistler, Funktion

Herr Burgener, rund um die Umstellung vom NEFZ- zum WLTP-

Abgasmessverfahren ist immer wieder von Lieferverzögerungen bei

Neuwagen die Rede. Wo klemmt es derzeit?

Andreas Burgener, Direktor Auto-Schweiz: Nicht alle Hersteller

konnten rechtzeitig bis zur Umstellung am 1. September sämtliche

Modelle mit ihren teils zahlreichen Motor-Getriebe-Varianten homologieren.

Im Zuge der Umstellung auf WLTP sind deshalb auch einige

dieser Modellvarianten aus dem Angebot gestrichen worden, da sich

der Zulassungsaufwand für eine entsprechend niedrige Nachfrage

nicht gelohnt hätte. Aber im Laufe des vierten Quartals, so hören

wir, sollten die Probleme gelöst sein und dann die bestellten Kundenfahrzeuge

ausgeliefert werden können.

Der VW-Konzern konnte per Ende August erst die Hälfte seiner

Modelle WLTP-zertifizieren. Wie sieht es inzwischen aus? Und wo

stehen die anderen Hersteller?

Zur Entwicklung bei einzelnen Marken oder Herstellern können

wir als Auto-Schweiz nichts sagen.

Welcher Kraftakt verbirgt sich für einen Autobauer effektiv hinter

der Neuzertifizierung seiner Fahrzeuge?

Das ist durch die Einführung des WLTP deutlich aufwendiger geworden.

Nun müssen für sämtliche Ausstattungsvarianten konkrete

Verbrauchsangaben vorliegen. Zwar müssen Sie nicht jede einzelne

Ausstattungsoption einzeln auf dem Prüfstand testen das wäre bei

manchen Premiummarken mit ihren zahlreichen Varianten ein Ding

der Unmöglichkeit , aber Sie müssen zumindest nachvollziehbar berechnet

werden können, etwa über die Veränderung des Fahrzeuggewichts.

Auch Felgen- und Reifengrössen können einen Verbrauchswert

massgeblich beeinflussen.

«Wasserstofffahrzeuge werden

beispielsweise sehr schlecht eingestuft,

obwohl sie bis auf Wasserdampf lokal

emissionsfrei sind. Das läuft den Zielen der

Energiestrategie teilweise entgegen.»

Andreas Burgener,

Direktor Auto-Schweiz.

In Deutschland gewähren Staat, Autobauer und Händler zum Teil

hohe Prämien auf den Umstieg von Dieselfahrzeugen mit Abgasnormen

schlechter als Euro-6 auf Fahrzeuge mit der neusten

Emissionsklasse. Was halten Sie von diesen Umstiegsprämien?

Es ist nicht an Auto-Schweiz, die politischen Vorgänge im Ausland

zu kommentieren. Deutschland hat als wichtiger Standort in

der Automobilproduktion eine völlig andere Ausgangslage als die

Schweiz. Deshalb können dortige Massnahmen nicht unbedingt auf

unser Land und unseren Automarkt übertragen werden.

In welche Richtung sollte sich Ihrer Meinung nach die Energieetikette

für Personenwagen weiterentwickeln?

Als Auto-Schweiz plädieren wir schon lange für eine Abschaffung

oder zumindest starke Vereinfachung der Energieetikette. Im

Hinblick auf die Absenkung der absoluten CO 2

-Zielwerte für Personenwagen

ab 2020 sollte sie uns helfen, emissionsarme Fahrzeuge

zu verkaufen, was aufgrund der Einberechnung der Energie für die

Treibstoffproduktion nicht immer gewährleistet ist. So werden beispielsweise

Wasserstofffahrzeuge sehr schlecht eingestuft, obwohl

sie bis auf Wasserdampf lokal emissionsfrei sind. Das läuft den Zielen

der Energiestrategie teilweise entgegen. Aber wir befinden uns

mit der Administration im regelmässigen Austausch und schauen,

wie wir die gegenläufigen Ziele künftig auf einen sinnvollen Nenner

für die Ausgestaltung der Energieetikette bekommen können. <

Fortsetzung Seite 74

AUTOINSIDE | November 201873


WERKSTATT UND KUNDENDIENST

Nachgefragt beim Bundesamt für Energie BFE

«Händler spielen eine wichtige Rolle»

Mit den CO 2

-Zielen und der Umstellung des Abgasmessverfahrens gehen auch Änderungen bei der Energieetikette einher.

Das Bundesamt für Energie wird bei den Kontrollen auf die kurzen Übergangsfristen Rücksicht nehmen. Thomas Weiss,

Fachspezialist Mobilität beim BFE, erklärt, weshalb das so ist, und wie die Garagisten künftig den Nachhaltigkeitsaspekt

des AutoEnergieCheck noch besser ins Kundengespräch integrieren können. Tatjana Kistler, Funktion

Herr Weiss, was ändert sich für die Garagisten und Fahrzeughändler

aufgrund des neuen WLTP-Verfahrens im täglichen Umgang mit der

Energieetikette?

Thomas Weiss, BFE: Auf der Energieetikette erfolgt die Einführung

des WLTP per 1. Januar 2020. 2019 werden für die Energieetikette 2019

noch die sogenannten NEFZ 2.0-Werte verwendet. Das sind Werte, die

auf Basis der WLTP-Verbrauchsdaten mit einem standardisierten Prozess

auf die bisherigen NEFZ-Verbrauchsdaten zurückgerechnet werden.

Bisher stand die Energieetikette für

das jeweilige Gültigkeitsjahr bereits per

1. August des Vorjahrs zur Verfügung. Dieses

Jahr ist dies nicht möglich, weil es Verzögerungen

bei den Neuhomologationen

gibt. Die Energieetikette 2019 wird daher

erst Anfang Dezember verfügbar sein. Daher

werden auch die Energieeffizienzkategorien

für das kommende Jahr erst später

bekannt. Bei der Deklarationspflicht ändert sich 2019 hingegen nichts.

Die Energieetiketten müssen weiterhin bei allen zum Verkauf angebotenen

Neuwagen gut sichtbar angebracht sein. In der Übergangsphase

werden wir die Kontrollen aber mit Augenmass vornehmen und auf

die kurzen Übergangsfristen Rücksicht nehmen.

Thomas Weiss,

Fachspezialist Mobilität

beim Bundesamt

für Energie (BFE).

«Die Energieetiketten müssen

weiterhin bei allen zum

Verkauf angebotenen Neuwagen

gut sichtbar angebracht sein.»

Welche Auswirkungen erwarten Sie aufgrund der Übergangsbestimmungen?

Die Übergangsbestimmungen werden bei gewissen Modellen zu

einer besseren, bei anderen zu einer schlechteren Einteilung führen. Wir

haben die rechtlichen Grundlagen so angepasst, dass solche Verzerrungen

bei der Energieetikette so weit als möglich verhindert werden. Trotzdem

wird es zu Rückfragen und Unsicherheiten seitens der Kundinnen

und Kunden kommen. Insbesondere, wenn ein Fahrzeug heute bestellt,

aber erst im kommenden Jahr ausgeliefert

wird. In solchen Fällen werden die Fahrzeughändler

eine wichtige Rolle spielen. Sie

müssen die Kundinnen und Kunden auf die

spezielle Situation hinweisen.

Bei welchen Punkten herrschen noch

Unklarheiten?

Es sind zurzeit immer noch nicht alle

Modelle auf WLTP umgestellt, einige Hersteller parkieren ihre noch

nicht homologierten Fahrzeuge inzwischen sogar auf dem neuen Berliner

Flughafen. Die genauen Auswirkungen des WLTP auf die unterschiedlichen

Antriebsarten und Fahrzeugklassen sind daher noch

nicht flächendeckend bekannt. Das Joint Research Centre (JRC) der

Europäischen Kommission hat in einer Studie den Einfluss der Umstellung

auf WLTP modelliert. Für den EU-Absatzmix ergab sich dabei eine

durchschnittliche Erhöhung der CO 2

-Emissionen um 21 Prozent im Vergleich

zu den Angaben nach NEFZ. Allerdings wirkt sich die Umstellung

nicht für alle Modelle gleich aus. Daher ist noch nicht klar, wie die

Auswirkungen auf den Schweizer Absatzmix sein werden.

Erzielt die Umstellung vom NEFZ- zum WLTP-Messverfahren die

vom BFE erwünschte Wirkung im Sinne der Energieeffizienz?

Die mit dem NEFZ gemessenen Verbräuche und CO 2

-Emissionen

werden im realen Fahrbetrieb meist erheblich überschritten. Diese Abweichungen

haben seit der Einführung des NEFZ und insbesondere

in den letzten Jahren - kontinuierlich zugenommen. Durch die Umstellung

auf WLTP sollen die Abweichungen vom Realverbrauch verringert

werden. Die Umstellung des Messverfahrens erhöht die Transparenz

gegenüber dem Kunden. Zur Verbesserung der Effizienz der Neuwagenflotte

braucht es aber sicher noch mehr Anstrengungen. Die zahlreichen

Produktankündigungen der letzten Wochen stimmen mich zuversichtlich.

Letzten Endes sind tolle Produkte der Schlüssel zum Erfolg.

Hand aufs Herz: Wie sehr hinkt die Autoindustrie der politisch

gewünschten Praxis hinterher?

Der Verkehr trägt heute 32 Prozent der CO 2

-Emissionen in der

Schweiz bei, einen Grossteil dieser Emissionen verursachen Personenwagen.

In allen anderen Sektoren konnten die Emissionen in den

letzten Jahren gesenkt werden nicht aber beim Verkehr. So lagen

74

November 2018 | AUTOINSIDE


WERKSTATT UND KUNDENDIENST

die durchschnittlichen CO 2

-Emissionen der Neuwagen 2017 mit rund

134,1 Gramm CO 2

pro Kilometer sogar leicht höher als im Vorjahr

(133,6 Gramm CO 2

/km) und über dem Zielwert von 130 g CO 2

/km. Berücksichtigt

man zudem die zunehmende Realverbrauchsabweichung,

resultiert daraus, dass seit 2012 praktisch keine reale Absenkung der

CO 2

-Emissionen bei den Neuwagen mehr stattgefunden hat. Um die

CO 2

-Ziele zu erreichen ist es aber wesentlich, dass die CO 2

-Emissionen

bei neuen Personenwagen und den Lieferwagen sinken.

Das BFE kooperiert beim Thema Energieeffizienz von Fahrzeugen

mit dem AGVS, gar mit den einzelnen Garagisten. Zum Beispiel mit

der Unterstützung des AutoEnergieCheck. Wie gestaltet sich Ihrer

Meinung nach diese Zusammenarbeit?

Die Zusammenarbeit ist aus unserer Sicht sehr positiv, der AGVS

ein wichtiger Partner in der Branche und geniesst eine hohe Glaubwürdigkeit.

Nebst den positiven energetischen Effekten des AutoEnergie-

Check fördert die Zusammenarbeit auch den Dialog zwischen dem BFE

und der Branche. Dies ist für die Erreichung der Ziele sehr wichtig.

Wie kann der Garagist das Thema Energieetikette im Zusammenhang

mit dem AutoEnergieCheck wirksam ins Kundengespräch

einfliessen lassen?

Die Energieetikette informiert Neuwagenkäuferinnen und Neuwagenkäufer

am Verkaufspunkt transparent über Verbrauch, CO 2

-

Emissionen und Energieeffizienz des Modells. Dies kann der Garagist

und Verkäufer im Kontakt mit dem Kunden nutzen. Wer sich für

ein energieeffizientes Fahrzeug entscheidet, spart über die gesamte

Lebensdauer seines Fahrzeugs Energie und Geld. Der AutoEnergie-

Check ist ein komplementäres Instrument. Vielen Fahrzeugbesitzern

ist nicht bewusst, dass man auch beim Betrieb und vor allem beim

Fahrzeugunterhalt Energie und bares Geld sparen kann. Der AutoEnergieCheck

ermöglicht es dem Garagisten, sich als innovativer Dienstleister

zu positionieren. Beide Instrumente fördern also die Transparenz

und schaffen so Vertrauen in die Fahrzeughändler.

In Deutschland häufen sich die Ankündigungen von Fahrverboten für

Diesel-Fahrzeuge unterhalb der Euro-6-Norm. Auch hierzulande

spürt man deshalb ein sinkendes Interesse am Dieselmotor. Für das

Erreichen der ambitiösen CO 2

-Zielwerte weist der Dieselantrieb aber

nach wie vor Vorteile auf gegenüber dem Benzinmotor. Wie können

die Fahrzeughändler dieser Situation begegnen?

Mit den neuen Euronormen lassen sich auch mit einem Dieselfahrzeug

die kritischen Stickoxidemissionen im realen Betrieb effektiv senken.

Die Branche hat in den letzten Jahren viel Vertrauen gegenüber

den Konsumenten verspielt; dieses gilt es wieder aufzubauen. Die fehlbaren

Hersteller sollten sich ihrer Verantwortung bewusst sein und die

nötigen Lehren daraus ziehen. Auf der Seite Gesetzgeber wird im Rahmen

von sogenannten RDE-Messungen, der Messung der Emissionen

im realen Fahrbetrieb, sichergestellt werden, dass die Grenzwerte bei

den Luftschadstoffemissionen nicht nur auf dem Prüfstand eingehalten

werden. In der EU hat das europäische Parlament soeben beschlossen,

die RDE-Messungen auch auf CO 2

-Emissionen auszudehnen. <

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WERKSTATT UND KUNDENDIENST

Eurotax-Branchenevent

«Der persönliche Kontakt

bleibt entscheidend»

«Die Zukunft ist digital», stellte Martin Novak, Managing Director von Eurotax Schweiz und Österreich, am traditionellen

Eurotax-Branchenevent fest. Trotzdem bleibe der persönliche Kontakt von grosser Bedeutung. Sandro Compagno, Redaktion

Damit hatte Novak den Steilpass gespielt,

der von den Preisträgern der Eurotax-Restwert-Champions

aufgenommen wurde (siehe

Seite 78). Stellvertretend Roland Huwiler, Geschäftsführer

des Amag Audi Centers Luzern,

das als bester Gebrauchtwagenhändler ausgezeichnet

wurde. Von Moderatorin Sarah

Andrina Schütz nach seinem Erfolgsrezept

gefragt, sagte Huwiler: «Auf Neudeutsch

sind es die beiden Kriterien ‹Pricing› und

‹Speed›.» Ziel sei es, jeden Wagen bereits

einen Tag nach dem Eintausch auf Autoscout24

zu inserieren digital also. Zum ‹Pricing›

wollte sich der stolze Gewinner nicht

äussern Betriebsgeheimnis…

Martin Nowak treibt die Digitalisierung

von Eurotax mit grossem Elan voran. Nach

aussen drückt sich diese Strategie in der Einstellung

sämtlicher Printprodukte aus, im

Innern mit modernen, flexiblen Arbeitsmodellen.

«Wir wollen die Work-Life-Balance

unsere Mitarbeitenden verbessern», so Novak.

Konkret heisse dies: Homeoffice wird

nicht nur toleriert, sondern gefördert. Zudem

wurde das Desksharing eingeführt.

Rund 250 Gäste im «Seedamm

Plaza»

Die Einstellung der Printprodukte erlaube

Eurotax, in die eigene Kernkompetenz

zu investieren und Eurotax-Kunden auch in

Zukunft für die Fahrzeugbewertung oder

die Reparaturkalkulation die bestmögliche

Martin Novak im Gespräch mit Moderatorin

Sarah Andrina Schütz.

Fabian Cancellara referiert über Innovation

und Timing.

Datengrundlage zur Verfügung zu stellen.

Trotz allem glaubt Novak weiterhin an die

Wichtigkeit der persönlichen Kontakte beispielsweise

am analogen Branchentreffen.

Für Martin Novak war der mit rund 250

Gästen gut besuchte Event im Seminar- und

Kongresshotel «Seedamm Plaza» in Pfäffikon

SZ der zweite Eurotax-Branchenevent in der

Schweiz. Der Österreicher ist seit 13 Monaten

auch für das hiesige Geschäft zuständig. Er

habe in dieser Zeit die Schweiz besser kennen

und schätzen gelernt, so Novak, der en

passant die lukullischen Genüsse unseres

Landes lobte. Nette Worte eines Mannes aus

dem Land, das die Sachertorte und das Wiener

Schnitzel erfunden hat…

Autonomes Fahren und Fragen der

Haftung

Axel Berger, Vorstandsvorsitzender der CG

CarGarantie AG, beschäftigte sich in seinem

inspirierenden Referat mit dem autonomen

Fahrzeug und den Folgen für die Garantieversicherung.

Berger rechnet damit, dass

wir schon in naher Zukunft auf Autobahnen

autonom unterwegs sein werden. «Aber: Ich

sitze hinten im Fond im autonom fahrenden

Auto, während eine Wildsau über die Strasse

rennt. Es knallt wer ist schuld?» Klar sei,

dass das autonome Fahren die Gesetze der

Physik nicht aushebeln werde. «Am Ende

müssen wir das autonome Fahren in einen

rechtlichen Rahmen bringen.»

Ina Berger, Ivan Lattarullo und Tatjana Hambruch von der CG GarCarantie.

ESA-CEO Giorgio Feitknecht, Autoscout-Director Christoph Aebi und Diego De

Pedrini, Sekretär AGVS-Sektion Zürich.

76

November 2018 | AUTOINSIDE


WERKSTATT UND KUNDENDIENST

Axel Berger, Vorstandsvorsitzender der CG Car-

Garantie AG, mit AGVS-Zentralpräsident Urs Wernli.

Eurotax-Kompetenz: (v. l.) Roland Strillka, Patricia Schaufelberger, Olivier Lourdin und Patrick Schneider.

Oft wird die Digitalisierung, die sogenannte

vierte industrielle Revolution, als

«Disruption» bezeichnet, als Prozess, in dem

bestehende Geschäftsmodelle durch eine sich

rasant entwickelnde Innovation zerschlagen

werden. Berger beruhigte seine Zuhörerinnen

und Zuhörer, darunter zahlreiche Garagisten:

«Es ist keine Disruption, sondern eine

Evolution.» Verschiedene Antriebstechnologien

würden noch über längere Zeiten parallel

existieren. «Dadurch aber nimmt die

Komplexität dramatisch zu. Früher hatten

wir den Mechaniker, heute den Automobil-

Mechatroniker. In Zukunft brauchen wir

wohl IT-Fachleute in den Werkstätten.» Die

grosse Herausforderung sei, diese Komplexität

zu beherrschen und qualifizierte Mitarbeiter

zu finden.

Auch auf die Garantieanbieter kommen

Herausforderungen zu. Zuoberst stehe die

Frage: «Was ist eine Reparatur? Wie grenze

ich Wartungsarbeiten von Reparaturen ab?

Konkret: Ist ein Software-Update Wartung

oder Reparatur?»

GC CarGarantie analysiert ihre versicherten

Fahrzeuge anhand der häufigsten Schäden

und erstellt die im Autogewerbe stark

beachteten Schadentrends. Noch immer sind

Defekte an der Kraftstoffanlage (inkl. Turbolader)

mit 19,6 Prozent die häufigsten Schäden.

Knapp dahinter folgen mit 17,7 Prozent

bereits die Fehler in der elektrischen Anlage.

«Diese Schäden werden in Zukunft weiter zunehmen»,

ist sich Axel Berger sicher.

Fabian Cancellara an Krücken

Bevor die Gäste den Abend mit einem ausgezeichneten

Stehdinner und interessanten

Gesprächen ausklingen liessen, präsentierte

Eurotax mit dem zweifachen Olympiasieger

und vierfachen Weltmeister im Zeitfahren

Fabian Cancellara eine Schweizer Sportikone.

Der nach seinem Olympia-Triumph

2016 in Rio de Janeiro vom Spitzensport zurückgetretene

Radrennfahrer referierte über

«Timing der Schlüssel zu meinem Erfolg»,

nachdem er an einer Krücke auf die Bühne

gehumpelt war: dreifacher Fussbruch nach

einem Velounfall. Irgendwie stimmte wohl

das Timing nicht … <

Die Preisträger der Eurotax-Awards

auf Seite 74

Gute Laune: Quality1-CEO Marc Kessler und Hanspeter von Rotz, Präsident AGVS-Sektion SG, AI, AR, FL.

Auto-Zürich-Chef Karl Bieri mit Ehefrau Doris.

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WERKSTATT UND KUNDENDIENST

Die Preisträger der Eurotax-Awards, eingerahmt von Vertretern von Eurotax und CG CarGarantie.

Eurotax Awards

Eurotax-Award Kategorie «City»

1. Toyota Yaris 54,5%

2. VW Polo 53,3%

3. Suzuki Swift 52,1%

Eurotax-Award Kategorie «Business»

1. Skoda Octavia 53,5%

2. VW Passat 50,8%

3. Ford Mondeo 47,7%

Eurotax-Award Kategorie «SUV»

1. Mercedes GLV 63,9%

2. Porsche Macan 63,6%

3. Dacia Duster 62,8%

«Bester Gebrauchtwagenhändler»

1. Audi Amag Center Luzern

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November 2018 | AUTOINSIDE


WERKSTATT UND KUNDENDIENST

Motion Moser

Nationalrat debattiert über Abgaskontrollen

Auf der Traktandenliste des Nationalrats für die Wintersession, die am 26. November startet, steht eine Motion, die für das

Schweizer Autogewerbe interessant ist: Gibt es wieder periodische Abgaskontrollen? Sandro Compagno, Redaktion

Die Motion der Zürcher Nationalrätin

Tiana Angelina Moser (GLP) verlangt die

Wiedereinführung einer periodischen Abgasprüfung

für Motorfahrzeuge. «Die teilweise

massive Überschreitung von Grenzwerten

durch Fahrzeuge mehrerer Hersteller bringt

nicht tolerierbare gesundheitliche und ökologische

Risiken mit sich», begründet Tiana

Moser ihre Motion, die von Ratskollegen

über die Fraktionsgrenzen hinweg mitunterzeichnet

wurde unter anderen von Regula

Rytz, Präsidentin der Grünen, wie auch vom

Aargauer Transportunternehmer und SVP-

Nationalrat Ulrich Giezendanner.

Die Idee: Garagen und ihr Fachpersonal

seien in der Schweiz für Abgasmessungen ausgebildet

und könnten diese niederschwellig

vornehmen. Die Geräte zur Abgasdiagnose

könnten ergänzt durch ein Partikelmessgerät

wieder in Betrieb genommen werden.

Die kantonalen Strassenverkehrsämter übernehmen

die Zertifizierung und Überwachung

der qualifizierten Autowerkstätten. Der AGVS

hat sich bereit erklärt, entsprechende Lerninhalte

für die Autoberufe anzubieten.

Nationalrätin Tiana

Angelina Moser.

Auslöser für den Vorstoss sind Untersuchungen

in Holland, Belgien, Deutschland

und der Schweiz, die aufzeigten, dass bei

mehr als zehn Prozent von Personenwagen

der Emissionsklassen Euro 5 und 6 sowie bei

Nutzfahrzeugen der Emissionsklassen Euro V

und VI die emissionsrelevanten Komponenten

(Soft- oder Hardware) manipuliert oder beschädigt

waren.

Tatsächlich treten laut Markus Peter, Leiter

Umwelt und Technik beim AGVS, Defekte

oft schleichend auf, sodass sie vom Fahrzeughalter

oft erst spät oder gar nicht festgestellt

werden könnten. «Darum haben viele

Autofahrer keine Möglichkeit, ihre Eigenverantwortung

wahrzunehmen», sagt Peter, «sie

müssen sich hier auf Fachleute verlassen

können». Kommt dazu: Die Servicedisziplin

lässt offensichtlich auch in der Schweiz nach.

Der AGVS steht dem Anliegen wohlwollend

gegenüber, hält sich jedoch zurück. Er

will sich nicht dem Vorwurf aussetzen, einen

ökologisch und gesundheitlich sinnvollen

politischen Vorstoss aus wirtschaftlichen

Überlegungen zu unterstützen. <

AUTOINSIDE | November 201879


VERKAUF

Konjunkturprognose BAK Economics

Weniger Neuanmeldungen

steigende Werkstattumsätze

Für das Jahr 2019 rechnet BAK Economics erneut mit einem leicht rückläufigen Neuwagenmarkt. Nach dem Rekordhoch

an Neuimmatrikulationen im Jahr 2015 wird sich das Neuwagengeschäft im kommenden Jahr weiter stabilisieren

und bei rund 308 000 Fahrzeugen einpendeln. BAK Economics

80

November 2018 | AUTOINSIDE


VERKAUF

Demgegenüber können die Schweizer Garagisten wieder mit

steigenden Werkstattumsätzen rechnen. Die Umsatzentwicklung war

seit 2013 stark rückläufig und senkte das Marktvolumen der Garagenbetriebe

um 13 Prozent. Eine Erholung wird nach den Einschätzungen

von BAK Economics bereits im aktuellen Jahr 2018 erwartet.

Die seit September 2018 geltende Neuregelung der Abgasmesswerte

(WLTP-basiert) hat deutliche Spuren im Neuwagenmarkt hinterlassen.

Zwischen Anfang 2018 und Ende September wurden 6000 Neuwagen

neu immatrikuliert das sind 2,7 Prozent weniger im Vorjahresvergleich.

Der September hat zu rund 70 Prozent zu diesem Rückgang beigetragen.

Für das Gesamtjahr 2018 rechnet BAK mit einem Rückgang der

Neuimmatrikulationen um 1,3 Prozent auf knapp 310 000 Personenwagen

vorausgesetzt die Rückstände durch fehlende WLTP-

Lizenzierungen können bis Ende Jahr grösstenteils kompensiert

werden. Falls dies nicht gelingen sollte, liegt das Abwärtsrisiko gemäss

der Analysen von BAK Economics bei 6000 bis 10 000 Neuwagen.

Immatrikulationen neuer Personenwagen, 2009 2024

In 1000 Stück, MI = Mittelwert

Quelle: BAK Economics, auto-schweiz

Konsumentenpreisentwicklung, 2010 (Q1) 2018 (Q3)

Verzögerte Sättigungseffekte

Das Ausnahmewachstum der Schweizer Wirtschaft 2018 trägt

dazu bei, dass der Rückgang an Neuimmatrikulationen im aktuellen

Jahr moderat ausfallen und unter den Erwartungen bleiben wird. Aus

diesem Grund rechnen die Konjunkturexperten von BAK Economics

damit, dass auch im nächsten Jahr der Absatz von neuen Personenwagen

zurückgeht. 2019 wird sich zudem das wirtschaftliche Umfeld

deutlich abkühlen. Beim für den Neuwagenhandel relevanten Euro-

Wechselkurs wird mit einer Entspannung gerechnet. Im aktuellen

Jahr 2018 haben politische Unsicherheiten im Euroraum zwischenzeitlich

für eine wiederkehrende Aufwertung des Frankens gesorgt. BAK

geht allerdings davon aus, dass diese von temporärer Natur sind und

2019 wieder Wechselkursrelationen im Bereich von 1,18 EUR/CHF erreicht

werden. Das Risiko für drastische Preisanpassungen im Neuwagensegment

wird somit als gering eingestuft. Für das Gesamtjahr

2019 prognostiziert BAK einen Rückgang der Neuimmatrikulationen

um 0,6 Prozent auf 308 000 Neuwagen.

Entspannung im Occasionsmarkt ...

Die Diesel-Thematik und stark sinkende Preise im Neuwagensegment

haben die Geschäftslage im Gebrauchtwagenmarkt deutlich

eingetrübt. Die aktuellsten Zahlen deuten jedoch diesbezüglich auf

eine allmähliche Entspannung hin. Nach den Einschätzungen von

BAK kann im nächsten Jahr wieder mit einem Plus im Gebrauchtwagenmarkt

gerechnet werden.

Landesindex der Konsumentenpreise; Index, 2010 Q4 = 100

Quelle: BAK Economics, BFS

... und steigende Preise im Werkstattgeschäft

Die Umsatzentwicklung im Werkstattgeschäft ist seit 2013 rückläufig.

Hauptgrund ist die Abgaswartungspflicht, die seit 2013 für alle

Fahrzeuge wegfällt, die mit einem On-Board-Diagnose-System (OBD-

System) ausgerüstet sind. Seit 2013 ging den hiesigen Garagisten

dadurch insgesamt 13 Prozent des Umsatzvolumens verloren. Für das

aktuelle Jahr rechnet BAK damit, dass der Abgaswartungseffekt

erstmals schwächer ausfällt als der Umsatzzuwachs durch den

höheren Fahrzeugbestand, und prognostiziert ein Wachstum der

Werkstattumsätze um 1,6 Prozent. Diese Trendwende wird sich

auch im nächsten Jahr zeigen und für steigende Umsätze sorgen. <

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führender Anbieter auf dem

globalen Schmierstoffmarkt,

und das Full-Service-Werkstattsystem

Alltrucks Truck & Trailer

Service haben einen Vertrag

über ihre dreijährige strategische

globale Partnerschaft unterzeichnet,

die ihren Kunden in

Europa zahlreiche Vorteile

bieten wird. «Zusätzlich zu den

hochwertigen Ölen und Schmierstoffen

können wir den Partnerwerkstätten

von Alltrucks

jetzt ein massgeschneidertes

Portfolio von Dienstleistungen

mit hoher Wertschöpfung bieten,

Homer Smyrliadis, CEO & CFO Alltrucks

Truck & Trailer Service (links), und

Philippe Lavigne, Key Account Manager,

Total Lubrifiants.

die ihr technisches Know-how,

insbesondere für Mehrmarken-

Dienstleistungen, erweitern»,

sagt Thierry Gourault, Vice

President Automotive Schmierstoffe

bei Total.

Dazu gehören nicht nur

Dienstleistungen rund um die

Kernprodukte von Total, sondern

auch zahlreiche Schulungen und

Dienstleistungen, die von den

Herstellern entwickelt worden

sind. «Zusätzlich werden wir die

Werkstätten durch die persönliche

Betreuung von unseren

Spezialisten unterstützen»,

ergänzt Gourault.

Das Netzwerk zählt

Homer Smyrliadis, CEO

und CFO von Alltrucks

Truck & Trailer Service, sieht

durch die Kooperation viele

Chancen für alle Beteiligten:

«Die Vereinbarung gibt Total die

Möglichkeit, direkt mit einem

Werkstattnetzwerk zu arbeiten,

das für seinen exzellenten

Service und seine Kompetenzen

bekannt ist.» Das zeige, dass

Alltrucks europaweit mit über

570 Werkstätten ein wichtiger

Partner ist. «Unser Ziel ist

es, unsere Partner in allen

Aspekten ihrer täglichen Arbeit

zu unterstützen. Dadurch sind

wir ein optimales Netzwerk

für Total zur Umsetzung seiner

Strategie für Werkstatt- und

Nutzfahrzeugflotten.» <

Gyso AG

gyso.ch

> Der neue Klarlack «Gyso Solar» für extremen Tiefenglanz

pd. Im Herbst startet Gyso

mit einem neuen, ausgiebig in

Labor und Praxis getesteten

Klarlack in den anspruchsvollen

Schweizer Autospritzwerkmarkt.

Mit einem Mischverhältnis

2:1 und mit 59 Prozent Festkörpergehalt

weist der Klarlack

«Solar» eine Lackbrillanz ähnlich

eines Klavierlacks auf. Das

Novum reduziert den Verbrauch

im Vergleich zu herkömmlichen

Klarlacken um mehr als ein

Drittel.

Die problemlose Verarbeitung,

die schnelle und

leichte Polierbarkeit sowie das

unschlagbare Preis-Leistungs-

Verhältnis wird den Klarlack

zum Liebling der Lackierer

machen, ist Peter Moser,

Bereichsleiter Automotive der

Gyso AG, überzeugt.

Zudem entspricht der neue

Klarlack «Solar» auch bei der

Schutzwirkung gegenüber

Umwelteinflüssen den hohen

Ansprüchen der Automobilindustrie.

<

82

November 2018 | AUTOINSIDE


GARAGENWELT

Rhiag Group Ltd

expo-rhiag.com

> Rhiag-Hausmesse 2018: Eine echte Familienzusammenkunft

pd. Am 28. und 29. September

fand bereits zum dritten Mal die

Rhiag Hausmesse statt. Mehr

als 30 internationale Aussteller

trafen auf Garagisten und

Mechaniker aus der ganzen

Schweiz. Eindrückliche Insights

und interessante Gespräche

waren an der Tagesordnung.

Die Hausmesse der Rhiag

Group Ltd war erneut ein voller

Erfolg und konnte zahlreiche Besucher

nach Langenthal führen.

Garagisten und Mechaniker

hatten bei ihrem Rundgang die

Möglichkeit, Trends und

Neuigkeiten rund um die Automobilbranche

in Erfahrung zu

bringen. Dabei wurden sie von

ihren Händlern vollumfänglich

betreut. Im Verpflegungsbereich

stellte die Rhiag ihre Gastfreundschaft

unter Beweis.

Der persönliche Kontakt

macht den Unterschied

Die Fachbesucher

profitierten von vielseitigen

Köstlichkeiten und geselligem

Beisammensein, begleitet von

musikalischer Unterhaltung.

Die charmante Markthalle in

Langenthal und der persönliche

Empfang sorgten für eine

lockere Stimmung. Die Hausmesse

glich einer wahren

Die Organisatoren und Aussteller der Rhiag-Hausmesse 2018.

Familienzusammenkunft.

Dies zeigt, dass persönliche

Beziehungen weiterhin der

Schlüssel für eine erfolgreiche

Messe sind. Mathias Boos,

Business Manager bei Tenneco:

«Uns als Freunde und gar ein

Teil der Familie zu bezeichnen,

ist uns eine Ehre und macht

mich als Verantwortlichen für

die Schweiz richtig Stolz.» <

VORSCHAU AUTOINSIDE AUSGABE 12 DEZEMBER 2018

Die nächste Ausgabe erscheint am 4. Dezember 2018 mit folgenden Schwerpunktthemen:

Arbeitsschutz: Die Checkliste

Ob Richtlinien der Suva und der Eidgenössischen

Kommission für Arbeitssicherheit oder Hilfestellungen

der Branchenlösung für Arbeitssicherheit

und Gesundheitsschutz: Alles rund

um PSA, Kopas und Gefahrenstoffe im Betrieb.

Im Paragrafendschungel: Gut zu wissen

Was tun, wenn ein Kunde nicht zahlt? Wo sind

die Grenzen der Händlervorschriften? Wie lassen

sich die Steuern optimieren? Experten erklären

Wissenswertes und Aktuelles zu den Schwerpunkten

Arbeitsrecht und Versicherungen.

Wo brennts? Der Garagisten-Stammtisch

Zunehmende Digitalisierung, steigende Datenflut,

grössere Ansprüche ans Know-how: Mit der voranschreitenden

Vernetzung der Fahrzeuge geht der

Bedarf an Schulungen für Diagnosegeräte einher.

Hella Gutmann lud zum Praxischeck.

Das auflagenstärkste Fachmagazin für die Schweizer Garagisten

91. Jahrgang, 11 Ausgaben in deutscher und französischer Sprache

WEMF-beglaubigte Auflage per September 2018: 12 725 Exemplare davon 9548 in Deutsch, 3117 in Französisch

Herausgeber

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Verlag

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Wölflistrasse 5, Postfach 64, CH-3000 Bern 22

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AUTOINSIDE | November 201883


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