Immobilia 2008/11 - SVIT
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November <strong>2008</strong>, 75. Jahrgang,<br />
erscheint monatlich, CHF 6.–<br />
www.svit.ch<br />
Licht<br />
Bauzonenreserven zu gross<br />
Seite 27<br />
<strong>SVIT</strong>-Plenum <strong>2008</strong><br />
Seite 67
Editorial<br />
Liebe Leserinnen,<br />
liebe Leser,<br />
liebe Mitglieder,<br />
als Wirtschaftszweig, der eng mit dem Wohlergehen der<br />
Bankenwelt verbunden ist, müssen wir angesichts der internationalen<br />
Finanz- und Wirtschaftskrise auf der Hut sein. Auf die<br />
Ursachen der Wirtschaftskrise können wir nur sehr beschränkt<br />
Einfluss nehmen. Es sind in erster Linie die unmittelbar betroffenen<br />
Branchen selbst, die nun Konsequenzen ziehen müssen.<br />
Insbesondere, was ihr Umgang mit Risiken betrifft. Und es ist die<br />
Aufgabe von Staat und Politik, den Aufschwung jetzt zu unterstützen<br />
und sofort Anpassungen an den Rahmenbedingungen<br />
vorzunehmen, wo sie dringend nötig sind.<br />
Unsere Aufgabe ist es, die Herausforderung des verschärften<br />
und erschwerten wirtschaftlichen Umfelds anzunehmen und<br />
damit umzugehen. Lamentieren hilft niemandem weiter: unserer<br />
Branche nicht, unseren Mitgliedern nicht, unseren Kunden nicht<br />
und unserer Volkswirtschaft schon gar nicht.<br />
Wohnen ist und bleibt ein Grundbedürfnis, das wir als Immobilienwirtschaft<br />
auch in Zukunft ermöglichen müssen. Und auch in<br />
Zukunft werden die Menschen Raum für Arbeit und Beruf<br />
benötigen. Zwei gewichtige Gründe, weshalb Immobilien<br />
weiterhin zu den sichersten Anlageobjekten gehören werden.<br />
Man wirft den Banken nun vor, sie hätten sich von kurzfristigen<br />
Erfolgen verführen und blenden lassen. Die Immobilienwirtschaft<br />
braucht ebenfalls den raschen Erfolg, damit sie Jahr für<br />
Jahr wachsen kann. Aber sie denkt auch langfristig. Immobilien<br />
sind Werte, die Generationen verbinden. Darin liegt unsere<br />
Chance, besonders jetzt, in diesen schwierigen Zeiten.<br />
Der Aufschwung beginnt im Kopf. Berühmte Worte, die wir ernst<br />
nehmen müssen.<br />
Der Aufschwung beginnt im Kopf. Heute, nicht erst morgen.<br />
Ihr Urs Gribi<br />
Offizielles Verbandsorgan des<br />
Schweizerischen Verbandes<br />
der Immobilienwirtschaft<br />
Erscheinungsweise<br />
monatlich, 12x pro Jahr<br />
Einzelpreis<br />
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Redaktion<br />
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Dr. Ivo Cathomen<br />
Dr. Boris Grell<br />
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Inhalt<br />
Dossier<br />
Licht als Lebenselixier 4<br />
Tageslicht im Baurecht 6<br />
Nutzen der Lichtplanung 7<br />
Halbleiter an der Türe 10<br />
Lichtblicke in der Stadtbeleuchtung 12<br />
Bedeutung von Tageslicht in der<br />
Architektur 15<br />
Himmel ohne Sterne 18<br />
Marketing.<br />
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Aktuell<br />
Der Monat in der Immobilienwirtschaft 20<br />
Niemand mag Makler 23<br />
Mär langer Baubewilligungsverfahren 25<br />
Bauzonenreserven zu gross 27<br />
Ortszentren geraten unter Druck 31<br />
Standardisierung der FM-Ausschreibung 33<br />
KUB-Kolumne 33<br />
Verantwortlichkeit bei gefährlichen<br />
Stoffen 34<br />
«Behalten Sie eine weisse Weste» 37<br />
Wohnungsnachfrage in Deutschland<br />
steigt 40<br />
Service<br />
Jus-News 43<br />
Schweizer Markt kühlt sich ab 44<br />
BAK prognostiziert Abkühlung 46<br />
Das Wichtigste zur Verbandsbeschwerde<br />
47<br />
Immobilien im Alter 51<br />
Organe, Mitgliederorganisationen 52<br />
Aus- und Weiterbildung 53<br />
Einstiegskurse und Branchenkunde 54<br />
Index 55<br />
Aus- und Weiterbildung<br />
Bewirtschafter-Tagung 60<br />
Maklerwesen und -recht 61<br />
Geschäftsmietverträge gestalten 62<br />
2. Prüfung Vertiefungskompetenz<br />
Immobilienbewerter 63<br />
2. Prüfung Vertiefungskompetenz<br />
Immobilienbewirtschafter 64<br />
2. Repetentenprüfung Immobilien-<br />
Treuhänder 66<br />
Verbandsnachrichten<br />
<strong>SVIT</strong>-Plenum <strong>2008</strong> 67<br />
75 Jahre <strong>SVIT</strong> 70<br />
<strong>SVIT</strong> Zürich 73<br />
Publireportagen 74<br />
Bezugsquellen-Register 80<br />
Orange Lightscape, Flughafen Zürich – Design:<br />
The GCGroup, Zürich<br />
Fotografie: © Ferit Kuyas<br />
immobilia November <strong>2008</strong> 3
Dossier<br />
Licht als Lebenselixier<br />
Corina Roeleven<br />
Licht ist überall, doch schon lange genügt uns das Tageslicht allein nicht<br />
mehr. Der Stromverbrauch der Schweizer Haushalte beläuft sich auf rund 19<br />
kWh pro Jahr. Davon werden rund 14% für die Beleuchtung aufgewendet.<br />
Bei dieser Aus -<br />
sicht drängen<br />
sich grosse<br />
Fensterfronten<br />
geradezu auf.<br />
Eine optimale<br />
Kombination mit<br />
Kunstlicht bleibt<br />
jedoch wichtig.<br />
geleuchte erfolgen, die zusätzlich von Wandflutern<br />
unterstützt werden kann. Mit weiteren<br />
punktuellen Lichtquellen lassen sich Lichtinseln<br />
schaffen, die in den einzelnen Zonen, wie<br />
Wohn-, Ess- und Schlafbereich, für Gemütlichkeit<br />
sorgen. Dieses Zusammenspiel verschiedener<br />
Lichtquellen erzeugt mit seinem Lichtund<br />
Schattenspiel erst die nötige Spannung<br />
im Raum. Wichtig ist bei der Lichtverteilung,<br />
dass die Decke angestrahlt wird. Eine dunkle<br />
Decke kann sich negativ auf das subjektive<br />
Wohlbefinden niederschlagen, indem sie unbewusst<br />
einen Druck von oben ausübt.<br />
Licht bestimmt unseren Tagesablauf, unser<br />
Wohlbefinden und unsere Leistungsfähigkeit.<br />
Als unser ständiger Begleiter spielt Licht<br />
in zahlreichen Bereichen eine Rolle: am Arbeitsplatz,<br />
in der Energiebilanz, der Architektur,<br />
der Natur und in der Gesundheit. Jeder<br />
Mensch kann die Wirkung des Lichts an sich<br />
selber nachvollziehen.<br />
Einfluss auf Gesundheit<br />
Den grössten Teil des Lichts nehmen wir<br />
über die Augen auf, Licht gelangt jedoch<br />
auch über die Haut und über die Nahrung in<br />
unseren Körper. Die Wirkung des Lichts auf<br />
den Menschen wurde lange auf die Gefahr<br />
zu hoher UV-Dosierungen reduziert. Der Zusammenhang<br />
zwischen Licht und Gesundheit<br />
wird in der Wissenschaft aktuell wieder<br />
aufgegriffen, nachdem die Lichttherapie<br />
Ende der dreissiger Jahre des letzten Jahrhunderts<br />
durch die Entwicklung der Antibiotika<br />
zunächst an Bedeutung verlor und<br />
schliesslich völlig aus dem Blickfeld der Forschung<br />
verschwand. Bekannt und nachgewiesen<br />
sind die Heilwirkungen des bei Hautkrankheiten<br />
wie Neurodermitis und Psoriasis,<br />
die Bedeutung des UV-Lichts für die<br />
Vitamin D-Bildung und der Einfluss von Licht<br />
auf die Melatoninbildung und somit auf den<br />
Wach- und Schlafrhythmus des Menschen.<br />
Licht ist auch bei der Behandlung von sogenannten<br />
Winterdepressionen wichtig. Untersuchungen<br />
haben gezeigt, dass Patienten,<br />
die in hellen Räumen behandelt werden, rascher<br />
wieder aus der Behandlung entlassen<br />
werden können.<br />
Licht am Arbeitsplatz<br />
Die Auswirkungen eines schlecht beleuchteten<br />
Arbeitsplatzes sind nicht zu unterschätzen.<br />
Körperliche Beschwerden sind oft auf<br />
ungünstige Lichtverhältnisse zurückzuführen.<br />
Nebst Kopfschmerzen, Ermüdungserscheinungen<br />
und Augenbeschwerden können<br />
schlechte Lichtverhältnisse zu körperlichen<br />
Fehlhaltungen führen. Um starke<br />
Lichtkontraste zu vermeiden, muss der gesamte<br />
Arbeitsraum mit mind. 500 Lux beleuchtet<br />
sein: An einem grauen Wintertag<br />
mit bedecktem Himmel lässt sich im Vergleich<br />
dazu im Freien bereits eine Lichtstärke<br />
von etwa 3000 Lux messen. Da für Bildschirmarbeiten<br />
rund 300 Lux genügen, wird<br />
in einem Büro von Vorteil mit einem Zwei-<br />
Komponenten-System gearbeitet. Dabei<br />
wird einerseits mit Lampen der ganze Raum<br />
ausgeleuchtet, andererseits mithilfe von<br />
Tischlampen eine individuelle Einstellung<br />
durch den Benutzer ermöglicht. Tageslicht<br />
allein eignet sich nicht zur Beleuchtung eines<br />
Arbeitsplatzes, da die Lichtv erhältnisse sehr<br />
schwanken. Kunstlicht allein genügt jedoch<br />
auch nicht. Erhebungen haben aufgezeigt,<br />
dass Gesundheitsstörungen mit der Entfernung<br />
zum Fenster zunehmen.<br />
Wohnräume individuell ausleuchten<br />
Auch im Wohnbereich wird mit verschiedenen<br />
Lichtquellen gearbeitet. Basis jeder Beleuchtung<br />
bildet die Grundbeleuchtung, d. h. eine<br />
oder mehrere Lichtquellen sorgen für Helligkeit<br />
und leuchten den Raum aus. Dies kann<br />
beispielsweise durch eine Decken- oder Hän-<br />
Im Feng Shui spielt Licht ebenfalls eine grosse<br />
Rolle: Um genügend Tageslicht einströmen<br />
zu lassen, sollen die Fenster nicht mit<br />
schweren Gardinen und Stoffen zugedeckt<br />
werden. Für eine ausgewogene Beleuchtung<br />
sind nebst einem zentralen Raumlicht<br />
kleinere, niedrige Lampen sinnvoll, die eine<br />
ruhigere Stimmung vermitteln.<br />
Der Einfluss auf den Genesungsprozess<br />
Gerade in Praxisräumen, Krankenhäusern<br />
und Senioreneinrichtungen ist es wichtig,<br />
eine Licht- und Farbatmosphäre zu schaffen,<br />
die Wohlbefinden vermittelt und die Selbstheilungskräfte<br />
anregt. Die Qualität des Lichts<br />
in Innenräumen nimmt wesentlichen Einfluss<br />
auf Befinden und Wohlgefühl der Menschen,<br />
die sich in ihnen aufhalten. Es muss<br />
daher eine dringliche Zielsetzung sein, gerade<br />
in solchen Räumen optimale und gesunde<br />
Lichtverhältnisse zu schaffen. In Räumen<br />
für Kranke und Behinderte, die sich selten im<br />
Freien aufhalten können, sollten Verglasungen<br />
sogar möglichst UV-durchlässig<br />
sein.<br />
In Studien wurden die Auswirkungen des<br />
Sonnenlichts auf den Genesungsprozess von<br />
Herzinfarktpatienten untersucht. Patienten,<br />
die auf der Intensivstation in einem Raum<br />
mit Sonneneinstrahlung liegen konnten,<br />
mussten weniger lang dort behandelt werden<br />
und verfügten über grössere Überlebenschancen<br />
als Patienten auf schattigeren<br />
Intensivstationen.<br />
Wechselspiel von Tages- und Kunstlicht<br />
Generell gilt: Tageslicht ist wichtiger als künstliche<br />
Beleuchtung. Diesem Aspekt wird auch<br />
in der Architektur Rechnung getragen. Mit<br />
grösseren Geschosshöhen, Innenhöfen und<br />
Lichtbändern wird wichtiges Tageslicht in die<br />
Räume gelassen. Ist dies nicht möglich, so<br />
4 immobilia November <strong>2008</strong>
Dossier<br />
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können in Gebäuden mit tiefen Räumen Lichtlenksysteme<br />
dazu verhelfen, Tageslicht auch<br />
in die Tiefe eines Raumes zu leiten. Dabei erhalten<br />
Isolierglasfenster im Scheibenzwischenraum<br />
oder auf der Scheibe stabförmige<br />
Lichtwellenleiter-Profile aus Acryl. Diese lenken<br />
einen grossen Teil des einfallenden Tageslichts<br />
an die Decke des Raumes um, von<br />
wo aus das Licht auf die Arbeitsflächen und in<br />
die Tiefe des Raumes reflektiert wird. Zusätzlich<br />
werden Elemente entwickelt, die das<br />
Sonnenlicht aus allen Himmelsrichtungen<br />
stets senkrecht zum Fenster und parallel zu<br />
den Trennwänden in die Raumtiefe ablenken<br />
(horizontale Lenkung).<br />
Beleuchtungssystems wirken daher zweifach:<br />
Einerseits erhöht die Tageslichtlenkung<br />
– insbesondere in Kombination mit Blendschutz<br />
– die Qualität der Beleuchtung, andererseits<br />
verringert sie den Kunstlichtanteil<br />
an der Innenraumbeleuchtung. Die Nutzung<br />
von Tageslicht mittels Lichtlenkung führt hier<br />
in Verbindung mit einer optimal angepassten<br />
künstlichen Beleuchtung zu einer Stromeinsparung<br />
von bis zu 80% bzw. 20 kWh/m 2 gegenüber<br />
einem herkömmlichen Beleuchtungssystem<br />
ohne Tageslichtlenkung.<br />
Kompetenzzentrum Licht<br />
In der Schweiz ist Know-how in Lichtbereich<br />
an einer Stelle gebündelt: Die Schweizer Licht<br />
Gesellschaft (SLG) ist das unabhängige, nationale<br />
Kompetenzzentrum in allen Fragen des<br />
Lichtes und der Beleuchtung. Sie orientiert<br />
sich an den Bedürfnissen des Menschen. Als<br />
Fachgesellschaft widmet sich die SLG vorwiegend<br />
anwendungsorientierten, gestalterischen,<br />
technischen und wissenschaftlichen<br />
Fragen. Ein wichtiges Ziel der SLG ist die Aufarbeitung<br />
von anwenderorientiertem Wissen,<br />
das dem neuesten Stand entspricht und insbesondere<br />
die verschiedenen Standpunkte<br />
von Sicherheit, Gestaltung, Technik, Farbgebung,<br />
Ergonomie, Ökologie und Ökonomie<br />
berücksichtigt. Sie will Wissen durch Publikation<br />
von Normen, Empfehlungen und Veröffentlichungen<br />
aller Art sowie durch Organisation<br />
und Durchführung von Weiter- und<br />
Fortbildungsveranstaltungen verbreitern. Die<br />
Gesellschaft informiert und sensibilisiert zuständige<br />
Behörden auf Bundes-, Kantons- und<br />
Gemeindeebene, die öffentlichen, institutionellen<br />
und privaten Bauherrschaften, die an<br />
der Planung und Reali sierung von Bauobjekten<br />
beteiligten Fachleute und die Öffentlichkeit<br />
als Lichtnutzer.<br />
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Dossier<br />
Baurecht<br />
Tageslicht – zwischen Gesundheit<br />
und Energieeffizienz<br />
Ivo Cathomen<br />
Tageslicht ist ein menschliches Bedürfnis und ein wohlerworbenes Recht<br />
– und gelegentlich ein Streitfall.<br />
Tageslicht ist dank<br />
der technischen<br />
Entwicklung des<br />
Fensterbaus ein<br />
wichtiges<br />
Gestaltungselement<br />
in der<br />
modernen<br />
Architektur. Im<br />
Bild eine<br />
Dachkonstruktion<br />
in Berlin.<br />
hältnis von Fenster- zu Bodenfläche angenommen.<br />
Dieser ist zusätzlich abhängig<br />
von Grössen wie der notwendigen Beleuchtungsstärke,<br />
der Regelung, dem Reflexionsgrad<br />
der Wände, dem Transmissionsgrad<br />
der Verglasung, der Höhe des Fenstersturzes,<br />
der Art des Sonnenschutzes<br />
und der Beschattung durch Balkon und<br />
Umgebung.<br />
Die Anforderungen von Minergie-Eco an<br />
die Tageslichtnutzung gelten vereinfacht<br />
als erfüllt, wenn mindestens 50% der maximalen<br />
Tageslichtstunden in den Hauptnutzflächen<br />
erreicht werden. Ist am Referenztag<br />
(21. März bzw. 21. September) eine<br />
ausreichende Belichtung durch Tageslicht<br />
(also ohne Kunstlicht) von mindestens 4.5<br />
Stunden (Wohnen: 4.1 Stunden) möglich,<br />
gilt die Anforderung als erfüllt. Es gilt dabei<br />
der flächengewichtete Mittelwert über alle<br />
Räume im Gebäude, wobei nur Flächen der<br />
Hauptnutzung berücksichtigt werden.<br />
Zahlreiche Kantone und Gemeinden in der<br />
Schweiz kennen im Baurecht Mindestanforderungen<br />
und Verbote zu Fensterflächen<br />
und Ausrichtung von Wohnbauten.<br />
Unter dem Titel des Gesundheitsschutzes<br />
ist am häufigsten eine Mindestregelung<br />
der Fensterfläche in Wohn- und Schlafzimmern,<br />
Küchen und Räumen, in denen regelmässig<br />
gearbeitet wird, im Verhältnis<br />
von 1 zu 10 zur Bodenfläche anzutreffen.<br />
Vereinzelt schreiben die Kantone im Baurecht<br />
vor, dass der Bau von Wohnungen<br />
untersagt ist, bei denen sämtliche Wohnund<br />
Schlafräume nach Nordost bis Nordwest<br />
orientiert sind.<br />
Die Verordnung zum Arbeitsgesetz über<br />
die Gesundheitsvorsorge schreibt für das<br />
Arbeitsumfeld vor, dass in Arbeitsräumen<br />
grundsätzlich Tageslicht vorhanden und<br />
eine künstliche Beleuchtung, die der Art<br />
und den Anforderungen der Arbeit angepasste<br />
Sehverhältnisse (Gleichmässigkeit,<br />
Blendung, Lichtfarbe, Farbspektrum) gewährleistet<br />
sein müssen. Räume ohne natürliche<br />
Beleuchtung dürfen nur dann als<br />
Arbeitsräume benützt werden, wenn durch<br />
besondere bauliche oder organisatorische<br />
Massnahmen sichergestellt ist, dass den<br />
Anforderungen der Gesundheitsvorsorge<br />
insgesamt Genüge getan ist.<br />
SIA-Norm als Richtlinie<br />
Nicht auf den gesundheitlichen, sondern<br />
auf den energetischen Aspekt geht die<br />
SIA-Norm 380/4 «Elektrische Energie im<br />
Hochbau» ein. Sie liefert auch die konkretesten<br />
Hinweise auf eine sinnvolle Tageslichtnutzung.<br />
Minergie-Eco hat hinsichtlich<br />
der Anforderungen an die Tageslichtnutzung<br />
die SIA-Norm zum Massstab<br />
genommen und stellt Planern und Bauherren<br />
auf dem Internet ein Berechnungsinstrument<br />
zur Verfügung (www.minergie.ch<br />
> Minergie-Eco > Dokumente für<br />
Zertifizierung zum Downloaden > «Tageslicht-Tool»<br />
Minergie-Eco).<br />
Die Vorgaben beruhen auf der Beleuchtungsleistung<br />
sowie der Volllaststunden.<br />
Für die Berechnung der Volllaststunden<br />
muss die Tageslichtnutzung berücksichtigt<br />
werden. Dafür wird ein einfacher Zusammenhang<br />
der Volllaststunden mit dem Ver-<br />
Streitpunkt Schattenwurf<br />
Über den so genannten Schattenwurf entbrennen<br />
regelmässig Rechtsstreite. Nicht<br />
nur der Schattenwurf von neuen, meist hohen<br />
Gebäuden kann zu Einsprachen führen.<br />
Auch jener von wachsenden Bäumen<br />
verursacht Nachbarschaftsstreitigkeiten.<br />
Am medienwirksamsten war der Streit um<br />
die Beschattung rund um das geplante<br />
Fussballstadion Hardturm. Das<br />
Verwaltungs gericht des Kantons Zürich<br />
stuft die Mehrbeschattung eines Nachbargrundstücks<br />
schliesslich nicht als übermässig<br />
ein. Die Mehrbeschattung stelle<br />
zwar immer noch einen gewissen Nachteil,<br />
aber jedenfalls keine erhebliche Erschwerung<br />
für eine zonengemässe Überbauung<br />
dar, hiess es im damaligen Urteil.<br />
In der Regel taucht die Frage des Schattenwurfs<br />
bei Projekten mit einer Höhe von<br />
mehr als 25 Metern auf. Hier gilt der Grundsatz,<br />
dass dieser nicht übermässig sein<br />
darf. Der Kanton und die Stadt Zürich haben<br />
sich dem Thema Hochhäuser und<br />
Schattenwurf speziell gewidmet. Das Baugesetz<br />
schreibt vor, dass die Nachbarschaft<br />
durch Schattenwurf in Wohnzonen oder<br />
gegenüber bewohnten Gebäuden nicht<br />
6 immobilia November <strong>2008</strong>
Dossier<br />
wesentlich beeinträchtigt werden darf (§<br />
284 Abs. 4). Die Präzisierung der Beeinträchtigung<br />
durch Schattenwurf in der Allgemeinen<br />
Bauverordnung (§30) besagt,<br />
dass als wesentliche Beeinträchtigung<br />
durch Schattenwurf gilt:<br />
– bei überbauten Grundstücken: die an<br />
den mittleren Wintertagen länger als<br />
zwei Stunden dauernde Beschattung<br />
der bewohnten oder in Wohnzonen liegenden<br />
Nachbargebäude, in der Regel<br />
an ihrem Fusspunkt gemessen.<br />
– bei unüberbauten Grundstücken in<br />
Wohnzonen: die an den mittleren Wintertagen<br />
länger als zwei Stunden dauernde<br />
Beschattung überbaubarer Flächen<br />
des Nachbargrundstückes, sofern<br />
dadurch eine den örtlichen<br />
Verhältnissen und der Bau- und Zonenordnung<br />
entsprechende Überbauung<br />
verunmöglicht oder erheblich erschwert<br />
wird.<br />
Keine wesentliche Beeinträchtigung durch<br />
Schattenwurf liegt indessen vor, wenn mit<br />
einem in allen Teilen den Vorschriften entsprechenden<br />
Vergleichsprojekt nachgewiesen<br />
wird, dass eine der Bau- und Zonenordnung<br />
entsprechende Überbauung<br />
keine geringere Beschattung des Nachbargrundstückes<br />
nach sich zieht. Ist in<br />
Wohnzonen die Überbauung auf dem<br />
Nachbargrundstück erheblich überaltert<br />
oder steht sie zu den Zielen der Bau- und<br />
Zonenordnung in einem starken Missverhältnis,<br />
gelten zugleich die Regeln für<br />
überbaute und unüberbaute Grundstücke.<br />
Lichtgestaltung<br />
«Wir nehmen 80 Prozent der<br />
Information über das Auge wahr.»<br />
Ivo Cathomen<br />
Lichtplanung wird häufig als Platzieren von Leuchtmitteln verstanden. Warum<br />
dies zu kurz greift, erläutert Christian Vogt* im Gespräch mit immobilia.<br />
Herr Vogt, was muss man sich unter<br />
einem Beleuchtungskonzept vorstellen?<br />
Einfach ausgedrückt legt das Beleuchtungskonzept<br />
fest, wo welches Licht gewünscht ist<br />
und benötigt wird. Es geht also nicht darum,<br />
* Christian Vogt ist Eigentümer<br />
und Geschäftsführer<br />
von Vogt & Partner. Das<br />
Unternehmen plant Beleuchtungsanlagen,<br />
berät bei der<br />
Nutzung von Tageslicht, schult<br />
Fachleute und entwirft<br />
marktspezifische Leuchten.<br />
www.lichtgestaltung.ch.<br />
Christian Vogt ist unter ande -<br />
rem Dozent für Lichttechnik<br />
und -gestaltung am Departement<br />
Architektur der Zürcher<br />
Hochschule für Angewandte<br />
Wissenschaften (ZHAW) und<br />
Leiter des dortigen Zertifikatlehrganges<br />
(ZLG/CAS)<br />
«Professionelle Lichtplanung in<br />
der Architektur sowie Mitglied<br />
der Schweizer Licht Gesellschaft<br />
und anderer internationaler<br />
Lichtgremien.<br />
wo eine Lichtquelle montiert wird. Das eigentliche<br />
Ziel – Licht am richtigen Ort – kann<br />
unter Umständen mit einfachsten Mitteln erreicht<br />
werden. Denn gutes Licht ist nicht abhängig<br />
davon, wie teuer die Leuchte ist.<br />
Oft bestimmt im Neubau der Architekt,<br />
wo Lichtquellen liegen. Ist ein guter Architekt<br />
aber auch ein guter Lichtplaner?<br />
Wenn kein Lichtgestalter zugezogen wird,<br />
steht häufig die Quelle und nicht die Wirkung<br />
im Vordergrund. Lichtplanung wird in<br />
der Architekturausbildung nur am Rande<br />
thematisiert. Das ist insofern verständlich,<br />
als die Anforderungen an das Berufsbild<br />
kontinuierlich steigen. Es kommen immer<br />
neue Aspekte auf den Architekten zu, so<br />
dass für Randthemen weniger Platz bleibt.<br />
Gleichzeitig entwickelt sich der Beleuchtungssektor<br />
rasch. Entwicklungsgenerationen<br />
folgen sich teilweise im Quartalsrhythmus.<br />
Dazu kommen starke Modeströmungen.<br />
In der Leuchtenvielfalt ist es selbst<br />
für uns Lichtgestalter aufwendig, den Überblick<br />
zu behalten. Auch das Arbeitsfeld des<br />
Elektroplaners hat sich stark gewandelt und<br />
ist anspruchsvoller geworden.<br />
Und wie sieht es mit dem Potenzial in<br />
der Sanierung aus?<br />
Das Potenzial in der Sanierung ist enorm.<br />
Gutes Licht betont die bestehende Substanz<br />
und bringt diese zum Tragen. Häufig<br />
bleibt die Beleuchtung auf einer brachialen<br />
Ebene. Natürlich ist in der Sanierung nicht<br />
alles möglich, weil zum Beispiel die Stromversorgung<br />
besteht und die Lichtquellen<br />
nicht beliebig oder nur mit unverhältnismässigem<br />
Aufwand verschoben werden<br />
können.<br />
immobilia November <strong>2008</strong> 7
Dossier<br />
Wenn wir von Licht sprechen, reden wir<br />
dann von Tageslicht und/oder von<br />
Kunstlicht?<br />
Auf jeden Fall von beidem. Wo Fenster angeordnet<br />
sind, ist zwar eine gestalterische<br />
Frage. Der Architekt ist aber häufig unsicher,<br />
ob es in einem bestimmten Raum genügend<br />
Tageslicht hat. Unsere Aufgabe ist<br />
es, diese Frage zu beantworten. Habe ich<br />
genügend Licht? Wie bringe ich Tageslicht<br />
in die Tiefe des Raumes? Wie viel Licht<br />
braucht es, und wie misst man es überhaupt?<br />
Ich schätze, 95% aller Architekturstudienabgänger<br />
wissen nicht, wie man<br />
Tageslicht misst.<br />
Das heisst, die Lichtplanung ist eine<br />
Disziplin, die sich spezialisiert und herauskristallisiert<br />
hat?<br />
Es hat bereits in den Anfängen des letzten<br />
Jahrhunderts Architekten gegeben, die mit<br />
reinen Lichtgestaltern gearbeitet haben,<br />
zum Beispiel Mies van der Rohe. Das waren<br />
aber Ausnahmeerscheinungen. Der Architekt<br />
arbeitet mehr auf dem Papier, also<br />
in Weissräumen. Er widmet sich Proportionen<br />
und bestimmt die Oberflächen. Der<br />
Lichtgestalter denkt «in Licht». Weder eine<br />
Oberfläche allein, noch Licht allein ist<br />
sichtbar. Es braucht beides. Ein eigentliches<br />
Berufsbild hat sich über die Jahrzehnte<br />
herauskristallisiert. Die Anforderungen<br />
sind heute sehr vielseitig. Der gute<br />
Lichtplaner sollte auch über medizinische<br />
und biologische Zusammenhänge Bescheid<br />
wissen, über Architektur, Produktdesign,<br />
Lichtmessung und vieles mehr.<br />
Sie haben von Berufsbild gesprochen.<br />
Wie lange gibt es die Berufsbildung?<br />
Die Anfänge nahm die Berufsbildung in den<br />
fünfziger Jahren in den USA, wo es bereits<br />
damals Masterabschlüsse in «Lighting Design»<br />
gab. In den siebziger Jahren dann in<br />
Europa, zuerst in Grossbritannien und<br />
schliesslich ab den achtziger Jahren auf<br />
dem Festland. Heute existiert an verschiedenen<br />
Orten in Europa die Möglichkeit,<br />
sich in Lichtgestaltung weiter zu bilden.<br />
Wie ist die Daseinsberechtigung in der<br />
Schweiz? Wem müssen Sie Ihr Berufsbild<br />
noch erklären, wem nicht?<br />
All jenen nicht, die bereits mit Lichtgestaltern<br />
gearbeitet haben. Sie kennen die Vorteile.<br />
Es gibt aber in der Bau- und Immobilienwirtschaft<br />
sehr viele, die gar nicht wissen,<br />
dass es diese Spezialisierung gibt. Die<br />
Kundengruppen von Lichtgestaltern erstrecken<br />
sich von Privaten, über Planer bis hin<br />
zu institutionellen Investoren. Als eines<br />
der grössten Lichtgestaltungsbüros in der<br />
Schweiz machen wir rund 15% unseres<br />
Umsatzes mit Privatkunden.<br />
Das heisst, sie werden von Bauherren<br />
und Planern gleichermassen zugezogen?<br />
Es ist häufig so, dass der Architekt einen<br />
Lichtplaner wünscht, weil zwischen ihm<br />
und dem Elektroplaner ein Element fehlt.<br />
Es gibt auch Bauherren, die den Zuzug<br />
eines Lichtplaners vorgeben. Zum Beispiel<br />
schreibt die Stadt Zürich bei allgemeinen<br />
Wettbewerben häufig einen Lichtgestalter<br />
vor. Viele Städte und die Öffentlichkeit<br />
werden sich des Themas vor allem dann<br />
bewusst, wenn es um reine Lichtthemen<br />
geht, beispielsweise Beleuchtung im öffentlichen<br />
Raum, Weihnachtsbeleuchtung<br />
und dergleichen.<br />
Wer sind die Leute, die die Hochschulausbildung<br />
absolvieren?<br />
Es gibt drei Gruppen im Masterstudiengang.<br />
30% kommen aus der Architektur,<br />
einschliesslich Landschaftsarchitekten und<br />
Gartenplaner. 30% sind Ingenieure, 30%<br />
sind Vertreter der Beleuchtungsindustrie,<br />
die ihr Wissen vertiefen möchten. Die letzten<br />
10% sind reine Quereinsteiger, Ärzte,<br />
Marketingfachleute und so weiter, die spezifische<br />
Fragen bezüglich Licht haben und<br />
sich nicht unbedingt in Lichtplanung ausbilden<br />
lassen wollen. Zusätzlich wurde der<br />
Studienlehrgang so angelegt, dass Interessierte<br />
auch nur einzelne Module aus dem<br />
zweiten, vertiefenden Studienjahr belegen<br />
können.<br />
Wo liegt der Nutzen der Lichtplanung?<br />
Ich sehe drei Bereiche. Einen finanziellen<br />
Vorteil, einen ästhetischen Vorteil und einen<br />
Unterhaltsvorteil. Der finanzielle Vorteil<br />
ist so, dass der Lichtgestalter zuerst<br />
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Dossier<br />
Weiterführende Informationen<br />
Eine informative Broschüre zur Lichtgestaltung<br />
in der Küche hat Sanitas Troesch<br />
in Zusammenarbeit mit Vogt & Partner<br />
herausgegeben:<br />
http://www.sanitastroesch.ch/pdf/<br />
diverse/lichtrezeptur-d.pdf<br />
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Licht für Architekten, Ingenieure<br />
und Fachleute aus der Lichtbranche.<br />
Zürcher Hochschule für Angewandte<br />
Wissenschaf ten, 16. und 17. Januar 2009<br />
in Winterthur.<br />
Weitere Informationen: wb.a@zhaw.ch<br />
oder www.archbau.zhaw.ch<br />
definiert, welches Licht benötigt wird und<br />
erst dann schaut, mit welchen Produkten<br />
diese Anforderung optimal erfüllt werden<br />
kann. Das bedingt aber, dass der Lichtgestalter<br />
produkt- und herstellerunabhängig<br />
ist. Nur so kann er für den Bauherrn das<br />
optimale Kosten-Nutzenverhältnis herstellen.<br />
Der ästhetische Aspekt erschöpft sich<br />
nicht darin, dass es genug hell sein oder<br />
nicht blenden soll. Der Lichtgestalter geht<br />
weiter. Er versucht, Stimmungen zu erzeugen,<br />
vorhandene Schönheiten sichtbar zu<br />
machen. Er macht die gute architektonische<br />
Gestaltung überhaupt erst wahrnehmbar.<br />
Ich nenne ein Beispiel: Wenn der<br />
Architekt einen Raum bewusst höher plant,<br />
um eine besondere Raumwirkung zu erzielen,<br />
und dieser Raum dann durch Deckenspots<br />
erhellt wird, so wirkt er letztlich viel<br />
niedriger. Die Beleuchtung bewirkt genau<br />
das Gegenteil des ursprünglichen architektonischen<br />
Ansatzes.<br />
In einem Wohnzimmer beispielsweise<br />
finden viele unterschiedliche Tätigkeiten<br />
mit komplett verschiedenen Lichtbedürfnissen<br />
statt. Wir sehen fern, wir spielen<br />
mit den Kindern, wir trinken mit Gästen<br />
ein Glas Wein oder wir lesen ein Buch. Es<br />
ist wichtig, dies dem Bauherrn klar zu<br />
machen. Die Umsetzung erfordert nicht<br />
zwingend viel Geld. Schlussendlich kann<br />
auf dem Flohmarkt eine einfache Bodenleuchte<br />
gekauft werden. Oder aber es<br />
wird eine komplexe Lichtsteuerung eingesetzt.<br />
Das Ergebnis ist letztlich das<br />
gleiche, nur der Bedienungskomfort ein<br />
anderer. Ein guter Lichtgestalter denkt<br />
schliesslich über die reine Umsetzung hinaus<br />
und bezieht Aspekte des Unterhalts<br />
mit ein. Gerade hier liegt ein grosses<br />
Sparpotenzial.<br />
Wo gehen die drei wichtigsten Trends<br />
in Sachen Beleuchtung hin?<br />
Der erste Trend betrifft die Grösse. Alles<br />
wird kleiner. Dies ermöglicht die Integration<br />
der Lichtquellen in Materialien. Zum<br />
Beispiel lichtdurchlässiger Beton, Tapeten<br />
mit programmierbarem leuchtendem<br />
Muster oder Deckenplatten, die gleichzeitig<br />
räumliches Element und Leuchte<br />
sind. Der zweite Trend geht in Richtung<br />
Energieeffizienz und damit verbunden,<br />
einem weiteren Revival des Tageslichts.<br />
Zurückblickend wird etwa alle acht Jahre<br />
Tageslicht wieder zu einem tragenden<br />
Dachterrasse<br />
24.4 m²<br />
Thema. Mit dem Energiegedanken wird<br />
auch die Lebensdauer von Leuchtmitteln<br />
wichtiger. Die Lebenserwartung ist mittlerweile<br />
zum Teil so hoch, dass Leuchtmittel<br />
nicht ersetzt werden, wenn sie<br />
ausgebrannt sind. Vielfach werden sie im<br />
betriebstüchtigen Zustand entsorgt, weil<br />
eine Umgestaltung gewünscht wird. Der<br />
dritte Trend ist Farbigkeit. Das ist bereits<br />
bei einfachsten Leuchtmitteln im Baumarkt<br />
festzustellen. Damit soll das Wohlbefinden<br />
gesteigert werden können. So<br />
klingelt am Morgen nicht mehr nur der<br />
Wecker; vielmehr wird mit Lichtquellen<br />
der Tagesanbruch und Sonnenaufgang simuliert.<br />
Die Möglichkeiten sind beinahe<br />
unbegrenzt und die Aufgabe des Lichtgestalters<br />
umso komplexer.<br />
Dachterrasse<br />
24.4 m²<br />
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Küche<br />
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Aspekte der Lichtplanung<br />
Die Anforderungen an die Lichtplanung<br />
setzen sich aus drei Fachgebieten zusammen<br />
– Architektur, Leuchttechnik und Gestaltung:<br />
– Raumunterstützende Lichtverteilung<br />
– Leuchtenanordnung<br />
– Stil<br />
– Blendfreiheit<br />
– soziale Kommunikation<br />
– Gesundheit<br />
– Sicherheit<br />
– Stimmung und Atmosphäre<br />
– Betrieb<br />
– Unterhalt<br />
– Energie<br />
– Umwelt<br />
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Dossier<br />
LED-Beleuchtung<br />
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Ivo Cathomen<br />
Licht emittierender Dioden verändern den Markt für künstliche Beleuchtung.<br />
Technische Entwicklung, sinkende Preise und der bevorstehende Bann<br />
von Glühlampen machen es möglich.<br />
Das ideale Leuchtmittel für Innen- und Aussenraumbeleuchtungen<br />
ist kostengünstig,<br />
langlebig und verbraucht wenig Energie bei<br />
möglichst hoher Lichtausbeute. Licht emittierende<br />
Dioden – kurz LED – kommen diesem<br />
Ideal in verschiedener Hinsicht nahe,<br />
aber noch nicht in jeder.<br />
Rasante technologische Entwicklung<br />
Wenn ab dem kommenden Jahr Leuchtmittel<br />
der Energieklasse F und G und voraussichtlich<br />
ab 2012 solche der Klasse E in der<br />
Schweiz nicht mehr zum Vertrieb zugelassen<br />
sein werden, so stellen LED in zahlreichen<br />
Anwendungen eine attraktive Alternative<br />
dar. Noch sind allerdings einige Hürden bis<br />
zur Massentauglichkeit und Polyvalenz zu<br />
nehmen. Neben einem vergleichsweise hohen<br />
Preis sind dies namentlich die Lichtleistung,<br />
ausgedrückt in Lumen pro Watt (siehe<br />
Kasten) und die derzeit noch begrenzte Gesamtleistung<br />
von LED.<br />
erreicht hat, die praktisch alle herkömmlichen<br />
Leuchtmittel übertrifft. Damit sind<br />
breite Anwendungen in der Innen- und Aussenraumbeleuchtung<br />
in Reichweite. Bisher<br />
waren LED aufgrund der geringen Lichtströme<br />
auf Effektbeleuchtungen, Orientierungshilfen<br />
und andere Spezialanwendungen beschränkt.<br />
Inzwischen werden Beleuchtungsstärken<br />
bis zu 1000 Lumen pro LED erreicht,<br />
was sie selbst für Anwendungen wie in Operationssälen<br />
nutzbar macht.<br />
Vorteile überwiegen<br />
LED zeichnen sich besonders durch niedrigen<br />
Stromverbrauch aus. Sie können sowohl<br />
an der Netzspannung als auch im Niederspannungsbereich<br />
betrieben werden.<br />
Ihre Lebensdauer beträgt bis zu 10 000 Betriebsstunden,<br />
ohne Einfluss auf die Häufigkeit<br />
des Ein- und Ausschaltens. Sie verfügen<br />
über eine geringe Abmessung und sind zudem<br />
stoss- und vibrationsunempfindlich.<br />
Anwendungen<br />
von LED<br />
(Bilder: Osram)<br />
Restaurant Acanto, Mailand. Das zum<br />
Hotel Principe di Savoia in Mailand gehörende<br />
Acanto wurde vom italienischen Star-<br />
Innenarchitekten Celeste Dell’Anna entworfen.<br />
Dem Beleuchtungskonzept wurde besondere<br />
Beachtung geschenkt. So wird eine<br />
konventionelle Beleuchtung durch RGB-LED<br />
ergänzt. Dies ermöglicht es, je nach Tageszeit<br />
und Anlass, verschiedene Stimmungen<br />
zu erzeugen.<br />
Im Sommer vermeldete der Leuchtmittelhersteller<br />
Osram einen massgeblichen<br />
Schritt in der Weiterentwicklung von LED.<br />
Pro Watt Leistung ist es demnach möglich,<br />
einen Lichtstrom von 136 Lumen zu generieren.<br />
Was reichlich technisch tönt, bedeutet<br />
soviel, dass LED mittlerweile eine Leistung<br />
Glossar<br />
Lux: Die Beleuchtungsstärke E (Masseinheit:<br />
Lux) gibt das Verhältnis des auffallenden<br />
Lichtstroms F zur beleuchteten<br />
Fläche an. Die Beleuchtungsstärke beträgt<br />
1 Lux, wenn der Lichtstrom 1 Lumen<br />
auf eine Fläche von 1 m² gleichmässig<br />
auftrifft.<br />
Neben dem sichtbaren Licht senden LED<br />
praktisch keine Ultraviolett- und Infrarotstrahlung<br />
aus. Dies begünstigt beispielsweise<br />
die Anwendung in Geschäftsauslagen und<br />
Museen. Das ausgesendete Licht ist kalt, das<br />
heisst, angestrahlte Objekte werden nicht<br />
erwärmt. Die LED selbst werden durch den<br />
Lichtentstehungsprozess jedoch erwärmt.<br />
Die Wärme muss von der LED weg transportiert<br />
werden. Die Lebensdauer des LED Moduls<br />
ist von der Temperatur abhängig, bei<br />
der es betrieben wird. Im Gegensatz zu Glühlampen,<br />
die ein breites Lichtspektrum mit<br />
unterschiedlicher Wellenlänge aussenden,<br />
emittiert eine LED Licht in einer ganz bestimmten<br />
Farbe gleicher Wellenlänge. Dies<br />
zeichnet sie für Effektbeleuchtungen besonders<br />
aus.<br />
St.-Michaelis-Krypta, Hamburg. Im Untergeschoss<br />
des Hamburger «Michel» befindet<br />
sich die grösste Krypta Nordeuropas. Das<br />
weiss gestrichene, unter Denkmalschutz<br />
stehende Gewölbe ohne Tageslichteinfall<br />
wird für vielfältige Veranstaltungen genutzt.<br />
Das passende Ambiente garantiert farbiges<br />
Indirektlicht. Dafür ist jede der 60 Säulen mit<br />
vier LED-Modulen bestückt.<br />
Lumen: Der Lichtstrom F (Masseinheit:<br />
Lumen) stellt die gesamte von einer Lichtquelle<br />
in den Raum abgegebene Strahlungsleistung<br />
dar, die mit der spektralen<br />
Augenempfindlichkeit bewertet wird.<br />
Effektbeleuchtung als Heimspiel<br />
Im Bereich der Effektbeleuchtungen werden<br />
LED über kurz oder lang allen anderen<br />
Leuchtmitteln den Rang ablaufen. Die wesentlichen<br />
Vorteile sind die Langlebigkeit<br />
und die Farbeffekte, die sich gegenüber den<br />
10 immobilia November <strong>2008</strong>
Dossier<br />
Beleuchtungsstärken<br />
(EN-Norm 12 464)<br />
Anwendungsbereich<br />
Beleuchtungsstärke in Lux<br />
Operationssaal 1000<br />
Büro, Schulraum, Küche, Werkstätte für feine Arbeiten 500<br />
Mehrzweckhalle, Werkstätte für grobe Arbeiten 300<br />
Treppenhäuser, Korridore, WC, Garderoben, Restaurant 200<br />
Bettenzimmer, Korridore, Nebenräume 100<br />
Parkhaus 75<br />
Wohnen (ohne Lesen und Hausarbeit, etc.) 50<br />
Copacabana, Rio de Janeiro. Anlässlich der<br />
Panamerikanischen Spiele 2007 in Rio de<br />
Janeiro wurden alle Kioske an den Stränden<br />
von der Copacabana bis Tijuca mit LED erleuchtet.<br />
Ausserdem dienen sie als Sicherheitsbeleuchtung<br />
für die Aussentreppen, die<br />
zum Strand führen.<br />
bisher notwendigen Farbfiltern viel einfacher<br />
erzielen lassen, sowie die Schaltgeschwindigkeit.<br />
LED eignen sich darum nicht<br />
nur für Beleuchtungen, wegen ihrer zunehmenden<br />
Leuchtkraft geht die Entwicklung<br />
vermehrt in Richtung Anwendung in der<br />
Displaytechnologie, also für Bildschirme,<br />
Projektoren und Lichtfassaden. Als Displays<br />
werden LED bereits in Mobiltelefonen angewendet<br />
und erste Fernsehgeräte sind auf<br />
dem Markt.<br />
Wohnbereich als «Pièce de résistance»<br />
Bisher war das Licht weisser LED wegen<br />
ihres kalten Lichts von Lichtdesignern wenig<br />
beliebt. Neuentwickelte LED haben eine<br />
Farbtemperatur von 3200 Kelvin und ermöglichen<br />
damit Anwendungen mit warmweissem<br />
Licht, das in der Lichtfarbe etwa einer<br />
Halogenlampe entspricht.<br />
Nicht wenige Experten gehen davon aus,<br />
dass LED bereits in den nächsten Jahren herkömmliche<br />
Leuchtmittel ablösen werden.<br />
Andere sind weniger optimistisch, weil die<br />
Herstellungskosten nach wie vor deutlich<br />
über den Alternativen liegt. Die Forschung<br />
geht derzeit dahin, die Leuchtkraft zu erhöhen.<br />
So genannte organische LED (OLED)<br />
stellen einen möglichen Weg dar. Gegenüber<br />
herkömmlichen LED bieten sie den Vorteil,<br />
dass sie selbst leuchtend und damit heller<br />
sind.<br />
LED lösen WLAN ab<br />
LED könnten künftig sogar für die Datenübertragung<br />
in kabellosen Netzwerken dienen.<br />
So vermeldete die Computerzeitschrift<br />
Computerworld unlängst, dass amerikanische<br />
Forscher ein Netzwerksystem mittels<br />
Lichtsignalen entwickelt haben. Als Router<br />
verwenden die Forscher der Universität von<br />
Boston LED-Lampen. Mit diesen sollen die<br />
einzelnen Geräte vernetzt werden. Sobald<br />
ein Lichtschalter in einem Raum betätigt<br />
wird, erfolgt der Netzwerkaufbau. Neben der<br />
bisher üblichen Verkabelung fällt beim LED-<br />
Netzwerk auch die zusätzlich Router-Infrastruktur<br />
innerhalb eines Büros weg. Damit<br />
wird einerseits der Stromverbrauch des Gesamtsystems<br />
gesenkt, andererseits ist das<br />
System äusserst zuverlässig und es treten<br />
keine Probleme mit elektromagnetischen Interferenzen<br />
auf, erklärt der Wissenschaftler<br />
Thomas Little.<br />
Das so genannte «Smart Lightning»-System<br />
soll schneller, günstiger und vor allem sicherer<br />
sein, als die bisherigen drahtlosen<br />
Netzwerktechniken. Die LED-Router verfügen<br />
über eine Datenrate zwischen einem<br />
und zehn MBit/s. Die Server-Verbindung<br />
wird über bereits existierende Stromkabel<br />
erzeugt. Im Gegensatz zu Funksignalen wird<br />
sichtbares Licht von Wänden geblockt. Somit<br />
bleibt die Kommunikation auf einen<br />
Raum beschränkt. Unberechtigte können<br />
sich daher von aussen nicht in ein Netz einklinken.<br />
Um die Geräte in einem Raum miteinander<br />
zu vernetzen, muss die Beleuchtung auf die<br />
«Smart Lights» umgerüstet werden. Diese<br />
geben einerseits normales Licht ab, andererseits<br />
stellen sie eine Datenverbindung her,<br />
indem sie ein für das menschliche Auge<br />
nicht sichtbares flackerndes Licht abgeben.<br />
Dabei agiert jedes Smart Light als separater<br />
Router. Sobald Sichtverbindung besteht,<br />
wird die Verbindung zu einem Gerät hergestellt.<br />
Little sieht Einsatzmöglichkeiten für das LED-<br />
System auch ausserhalb von Business- oder<br />
Heimnetzwerken, beispielsweise in Flugzeugen<br />
oder bei Autos. Little rechnet damit,<br />
dass die Entwicklung des Systems im zweiten<br />
Quartal 2009 beendet sein wird. Serienreife<br />
LED-Netzwerke erwartet der Forscher<br />
in etwa zwei Jahren.<br />
Memorial Bridge Rijeka. Kroatien. Die Memorial<br />
Bridge ist eine Fussgängerbrücke. Die<br />
auffälligsten Merkmale der Brücke sind ihre<br />
extrem niedrige Höhe und komplexe Konstruktion,<br />
kombiniert mit einer ultramodernen<br />
Beleuchtung. Im Geländer sind<br />
auf 48 m Länge weiße LED-Module eingebaut.<br />
Die damit erzeugten weißen Lichtlinien<br />
erwecken den Eindruck einer scheinbar endlosen<br />
Strasse, die sich über das angrenzende<br />
Mahnmal hinaus bis in den Himmel erstreckt.<br />
Migros, Eschenbach SG. Die 829 m 2 grosse<br />
Migros-Filiale in Eschenbach setzt bei der<br />
Beleuchtung ausschliessend auf LED-Technologie.<br />
Die Vorteile liegen auf der Hand.<br />
LED-Licht enthält weder UV- noch IR-Lichtanteile,<br />
und es entsteht keine Wärmestrahlung.<br />
Diese Eigenschaften sind für licht- und wärmeempfindliche<br />
Produkte, wie zum Beispiel<br />
Milch, Fleisch, Gemüse, Früchte und vakuumverpackte<br />
Waren besonders geeignet.<br />
immobilia November <strong>2008</strong> <strong>11</strong>
Dossier<br />
Plan Lumière Zürich<br />
Lichtblicke für eine ökologische<br />
Stadtbeleuchtung<br />
Stephan Bleuel*<br />
Zürich in ein neues, besseres Licht setzen. Das ist das Ziel des Plan Lumière.<br />
Das Beleuchtungskonzept festigt die Einzigartigkeit der Stadt und hebt am<br />
Abend die verborgenen Qualitäten hervor. Es wertet die Quartiere auf und<br />
verbessert die Orientierung und das nächtliche Sicherheitsgefühl der Bevölkerung<br />
und der Gäste, die Zürich besuchen.<br />
Rudolf Brun-Brücke<br />
Lichtplaner: Roland<br />
Jéol, Lyon;<br />
Foto: Georg Aerni,<br />
Zürich)<br />
Interventionsgebiete<br />
Der Plan Lumière legt Prioritäten fest, beschreibt<br />
Interventionsgebiete und definiert<br />
die Basis für eine präzise Anwendung von<br />
Licht im nächtlichen Stadtbild. Zentrales Element<br />
ist der Lichtplan, hier werden die unterschiedlichen<br />
Eingriffsgebiete erfasst und<br />
beschrieben. Ein den Plan ergänzendes<br />
Handbuch dokumentiert die gebietsspezifischen<br />
Gestaltungsspielräume und bietet<br />
zusätzlich Grundlagematerial zum Thema<br />
‹Licht und Stadtraum›.<br />
Im Sommer 1999 besuchten zwei Zürcher<br />
Gemeinderatskommissionen die Stadt Lyon.<br />
Die französische Stadt hatte den Ruf, erfolgreich<br />
in die Gestaltung und Beleuchtung des<br />
öffentlichen Raums zu investieren. Die Mitglieder<br />
waren begeistert von der Wirkung<br />
des nächtlichen Stadtbildes. Sie nahmen<br />
nach der Rückkehr die zündende Idee auf<br />
und erteilten dem Stadtrat den Auftrag, ein<br />
Beleuchtungskonzept zu erarbeiten, damit<br />
auch die Stadt Zürich ins rechte Licht gerückt<br />
werden kann.<br />
2010. Die Stadtregierung möchte darin die<br />
Position Zürichs im internationalen Standortwettbewerb<br />
stärken. Daher wird auch<br />
ein besonderes Augenmerk auf die Aufwertung<br />
und Gestaltung von öffentlichen Plätzen<br />
und Anlagen gerichtet. Sie sind wichtige<br />
Elemente für die Identität der verschiedenen<br />
Stadtgebiete und die Lebensqualität ganz<br />
allgemein. Der Plan Lumière hilft mit, diese<br />
Ziele umzusetzen.<br />
Gezielt beleuchten<br />
Kunstlicht in Aussenräumen ist ein wichtiger<br />
Bestandteil unserer Kultur. Bauwerke und<br />
andere Objekte werden an- und ausgeleuchtet,<br />
Werbung und künstlerische Installationen<br />
setzen Akzente in der Stadtlandschaft.<br />
Licht erhellt Strassen und Plätze während<br />
der ganzen Nacht. Licht wird eingesetzt, um<br />
das Sicherheitsbedürfnis der Menschen zu<br />
befriedigen, auch wenn mehr Licht nicht<br />
zwangsläufig mehr Sicherheit schafft. Der<br />
Plan Lumière will die Nacht nicht zum Tag<br />
machen, im Gegenteil. Der gezielte Einsatz<br />
von Kunstlicht soll mithelfen, die Nacht und<br />
ihre Poesie, ihre Geheimnisse wieder neu zu<br />
entdecken oder schätzen zu lernen. Nicht<br />
die Menge an Licht, sondern die Lichtqualität<br />
und die Art und Weise, wie dieses Licht geführt,<br />
gefasst und wahrgenommen wird, bestimmen<br />
die Qualität des Plan Lumière. Die<br />
Beleuchtungsstärke und die tägliche Be-<br />
Städtebauliche Analyse<br />
Eine differenzierte Analyse des Stadtkörpers<br />
und seiner aussenräumlichen Eigenheiten<br />
bildete die Grundlage für das Beleuchtungskonzept.<br />
In der Folge erarbeitete das Amt<br />
für Städtebau zusammen mit einem externen<br />
Lichtplaner und einem externen Planungsbüro<br />
das eigentliche Konzept. Im Mai<br />
2004 erfolgte die Genehmigung in der Stadtregierung.<br />
Im Februar 2005 wurden die ersten<br />
Projekte in Betrieb genommen und im<br />
März 2006 genehmigte das städtische Parlament<br />
einen Rahmenkredit von 8 Millionen<br />
Franken für weitere Umsetzungen. Eine zusätzliche<br />
Bedeutung erhielt das Projekt<br />
durch die Legislaturschwerpunkte 2006 -<br />
Hardturmviadukt:<br />
Die Stützen der<br />
Brücke werden auf<br />
der Schmalseite<br />
durch weisse LED<br />
Leuchten akzentuiert.<br />
Damit begleitet<br />
der Viadukt auch<br />
nachts den<br />
Mühleweg und<br />
macht ihn sicherer<br />
und attraktiver.<br />
Lichtplaner: D'Lite,<br />
Zürich;<br />
Foto: Georg Aerni,<br />
Zürich<br />
12 immobilia November <strong>2008</strong>
Dossier<br />
leuchtungsdauer wird auf das gestalterisch<br />
und funktional Notwendigste reduziert und<br />
den saisonalen Gegebenheiten angepasst.<br />
So werden in der Regel Laubbäume im blätterlosen<br />
Zustand während des Winterhalbjahres<br />
nicht beleuchtet, zumindest nicht<br />
durch Bodenleuchten. Lichtimmissionen, die<br />
entstehen, wenn Lichtquellen blenden oder<br />
ungehindert in den Nachthimmel hinaufstrahlen,<br />
werden vermieden. Ebenso wird<br />
auf einen haushälterischen Umgang mit dem<br />
Stromverbrauch geachtet. Der Einsatz von<br />
neuen energieeffizienten Technologien<br />
macht dies möglich.<br />
Public Private Partnership<br />
Der Plan Lumière wird unter der Leitung des<br />
Amtes für Städtebau und in enger Zusammenarbeit<br />
mit dem Elektrizitätswerk, dem<br />
Tiefbauamt sowie Grün Stadt Zürich vorangetrieben.<br />
Jedoch kann die Stadt nicht alle<br />
Teilprojekte alleine realisieren. Die meisten<br />
Liegenschaften Zürichs sind in privatem Besitz.<br />
Die Stadt setzt sich deshalb dafür ein,<br />
dass auch Private, Institutionen und der Kanton<br />
an der Umsetzung des Plan Lumière mitwirken.<br />
Nur gemeinsam kann der Plan Lumière<br />
umgesetzt werden. Als Beispiel für<br />
eine solche Kooperation sei hier die Neugestaltung<br />
des Tessinerplatzes im Quartier<br />
Enge genannt. Im Rahmen der Neugestaltung<br />
des städtischen Platzes realisierte die<br />
Schweizerische Bundesbahn eine Fassadenbeleuchtung<br />
ihres markanten Bahnhofgebäudes.<br />
Die Arkadenbeleuchtung, die Strassenbeleuchtung<br />
und die Platzbeleuchtung<br />
ergänzen sich zu einem gestalterisch kohärenten<br />
Ganzen und verleihen dem Ort ein<br />
neues nächtliches Gesicht.<br />
Qualität statt Quantität<br />
Kunstlicht kann städtebauliche oder architektonische<br />
Missgeschicke nur bedingt kaschieren<br />
und schon gar nicht beheben. Aber<br />
Licht kann verborgene Qualitäten sichtbar<br />
machen, Akzente anders gewichten oder<br />
neu inszenieren. Es kann tagsüber unscheinbar<br />
wirkenden Räumen und Objekten am<br />
Abend eine eigene Stimmung verleihen, so<br />
dass sie plötzlich auch tagsüber bewusster<br />
wahrgenommen werden. Das Licht kann<br />
ihnen ein eigenes Gesicht geben, eine Identität<br />
verleihen. Dies alles ohne aufwendige<br />
bauliche Mittel und mit der Möglichkeit, jederzeit<br />
mit einem Knopfdruck oder einer<br />
Zeitprogrammierung den Betrieb einzustellen<br />
oder zu verändern. Die Möglichkeiten auf<br />
den nächtlichen Aussenraum einzuwirken<br />
sind gross, aber auch verführerisch. Zu leicht<br />
kann man Stadträume mit Licht ertränken<br />
Grundsätze für eine ökologische Stadtbeleuchtung<br />
Bewusster und sorgfältiger Einsatz künstlicher Beleuchtung<br />
– Beleuchtungsdauer und Lichtstärke auf das gestalterisch und funktional Notwendigste<br />
reduzieren. In Ausnahmefällen von den Beleuchtungsnormen an Orten abweichen,<br />
an denen die Sicherheit auch mit weniger Kunstlicht gewährleistet werden<br />
kann.<br />
– Beleuchtungszeiten den saisonalen Gegebenheiten anpassen.<br />
– Beleuchtung zu Gestaltungs- und Reklamezwecken auf die frühen Morgenstunden<br />
und auf die Zeit bis Mitternacht begrenzen.<br />
Rücksicht auf ökologisch sensible Gebiete<br />
– In Naturschutzgebieten und ökologisch sensiblen Landschaftsräumen ist möglichst<br />
vollständig auf künstliche Beleuchtung zu verzichten. Ist dies aus Sicherheitsgründen<br />
nicht möglich, ist die ökologisch verträglichste Beleuchtung zu wählen.<br />
– Frühzeitig mit der Fachstelle Naturschutz (Grün Stadt Zürich) Kontakt aufnehmen und<br />
Möglichkeiten sowie Schutzmassnahmen abklären.<br />
– Abdichten der Leuchten gegen das Eindringen von Insekten und Spinnen.<br />
Rücksicht auf Vogelzüge im Frühling und Herbst<br />
– Keine Hochhausbeleuchtungen ausser Nutzbeleuchtung. Temporäre Spezialbeleuchtungen<br />
außerhalb der Vogelzug-Saison sollen Ausnahmen bleiben (z. B. Weihnachtsbeleuchtung,<br />
Spezialbeleuchtung bei Events von übergeordneter Bedeutung).<br />
Verzicht auf unnötige Lichtemissionen (Lichtverschmutzung)<br />
– Zielgerichtetes Licht soll nur dorthin gelangen, wo es einen gestalterischen oder funktionalen<br />
Zweck erfüllt.<br />
– Leuchten sorgfältig platzieren und ausrichten. Keine direkte Beleuchtung des Nachthimmels.<br />
Falls nötig, Abschirmungen und Blendschutzvorrichtungen einrichten.<br />
– Sicherheits- und Schmuckbeleuchtung sind aufeinander abzustimmen (keine unnötigen<br />
Mehrfachbeleuchtungen).<br />
– Keine von unten nach oben gerichtete Beleuchtung unbelaubter Bäume.<br />
– Keine Skybeamer; temporäre Spezialbeleuchtungen im Winter als Ausnahmen möglich<br />
(z. B. Silvester, Events von übergeordneter Bedeutung).<br />
Sorgfältige Wahl der Lichtfarbe<br />
– Im weissen Lichtspektrum ist warmweisses Licht mit einer Farbtemperatur kleiner als<br />
3000 Kelvin zu bevorzugen.<br />
Sparsamer Energieverbrauch<br />
– Anzahl Leuchten, Beleuchtungsdauer und Lichtstärke auf das gestalterisch und funktional<br />
Notwendigste beschränken.<br />
– Ersatz alter Leuchten durch neue energieeffizientere Leuchten.<br />
– Bei Neuplanungen energieeffiziente Technologien verwenden.<br />
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immobilia November <strong>2008</strong> 13
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Dossier<br />
oder mit Farborgien abfüllen. Auch die Werbebranche<br />
hat das gestalterische Potential<br />
neu entdeckt. Vermehrt akzentuieren temporäre,<br />
grossformatige Fassadenprojektionen<br />
das Stadtbild und machen auf Veranstaltungen<br />
aufmerksam oder werben für<br />
Firmen und ihre Dienstleistungen und Produkte.<br />
Oft wirken solche Aktionen gestalterisch<br />
isoliert oder zufällig und leisten keinen<br />
positiven Beitrag für das nächtliche Stadtbild.<br />
Eine konzeptionell durchdachte, sorgfältig<br />
auf die Geschichte und die Gegebenheiten<br />
des Ortes Rücksicht nehmende Planung<br />
und Ausführung ist deshalb für die<br />
Qualität eines Beleuchtungsprojekts von<br />
zentraler Bedeutung.<br />
* Der Autor ist Projektleiter Plan Lumière im Amt<br />
für Städtebau Zürich. Weitere Informationen unter<br />
www.plan-lumiere.ch.<br />
Münsterbrücke:<br />
Die alte Brücke<br />
bildet mit der<br />
neuen Beleuchtung<br />
den<br />
Vordergrund für<br />
die umliegenden<br />
Monumente und<br />
Denkmäler. Sie<br />
wandelt sich<br />
nachts zu einer<br />
beleuchteten<br />
Steinskulptur, die<br />
sich im dunklen<br />
Wasser der<br />
Limmat spiegelt.<br />
Lichtplaner:<br />
Roland Jéol, Lyon;<br />
Foto: Georg Aerni,<br />
Zürich<br />
Interview<br />
Bedeutung von Tageslicht<br />
in der Architektur<br />
Corina Roeleven<br />
Die Velux-Stiftung zeichnet Bauten mit innovativen Lösungen zur Nutzung<br />
von Tageslicht aus. Jüngster Preisträger ist das Büro Bob Gysin + Partner<br />
BGP Architekten mit dem Projekt Eawag Forum Chriesbach, Dübendorf. immobilia<br />
sprach dazu mit Franz Aeschbach.*<br />
Herr Aeschbach, warum wurde das Forum<br />
Chriesbach zum Siegerobjekt gewählt?<br />
Franz Aeschbach: Nachdem das Forschungsund<br />
Verwaltungsgebäude Chriesbach bereits<br />
den Solarpreis und den Innovationspreis<br />
der Swisspor erhalten hatte, wurde es<br />
mit dem Tageslicht-Award auch noch für<br />
seinen zentralen Umgang mit dem Tageslicht<br />
ausgezeichnet. Ausschlaggebend dafür<br />
war die Synthese aus Gestaltung, Funktionalität<br />
und dem Energieaspekt. Alle wichtigen<br />
Teile des Baus bestechen als architektonisch<br />
markante Zeichen, als Tageslicht-<br />
Transportmittel und als Regulatoren des<br />
Innenklimas. Inzwischen wurde das Forum<br />
Chriesbach mit noch mehr Awards ausgezeichnet,<br />
die weitere Aspekte des Projekts<br />
würdigen (www.bgp.ch).<br />
Das Gebäude setzt sich aus drei Kernelementen<br />
zusammen, in denen Tageslicht eine<br />
wichtige Rolle spielt: Zum einen ist die äussere<br />
der aus zwei Schichten bestehenden<br />
Gebäudehülle aus Glas. Die drehbaren siebbedruckten<br />
Glaslamellen lassen sich nach<br />
dem jeweiligen Sonnenstand richten. Bei<br />
einem Mangel an Sonnenlicht stehen sie weit<br />
offen, bei starkem Lichteinfall schliessen sie<br />
sich und lassen nur gedämpftes Licht hinein.<br />
Dennoch ist der Blick von innen nach aussen<br />
immer möglich. Eine ebenfalls grosse Rolle<br />
zur Nutzung von Tageslicht bildet das Atrium<br />
mit seinem grossflächigen Dachoberlicht in<br />
der Mitte des Gebäudes. Es schafft eine lichterfüllte<br />
Mitte und erleichtert die Orientierung<br />
innerhalb des Gebäudes. Die am Rand<br />
angeordneten Büroräume erhalten dadurch<br />
von zwei Seiten Tageslicht. Als Klimapuffer<br />
nimmt das Atrium im Sommer die überschüssige<br />
Wärme aus den Büroräumen auf und<br />
lässt sie über die Öffnungen im Dach abführen,<br />
im Winter kann es die von der Sonne er-<br />
Franz Aeschbach, dipl. Architekt ETH, ist<br />
leitender Mitarbeiter bei Bob Gysin + Partner<br />
Architekten, Zürich.<br />
wärmte Luft speichern. In einer dritten Form<br />
wird Licht als «Nahrung» für die Photovoltaikanlage<br />
auf dem Dach genutzt. Mit ihr wird<br />
rund ein Drittel des Strombedarfs gedeckt.<br />
immobilia November <strong>2008</strong> 15
Dossier<br />
Kernelement des Forum Chriesbach bildet das<br />
Atrium mit den schwebenden Sitzungsboxen,<br />
dem Treppenaufgang und seiner Lichtdurchlässigkeit.<br />
Foto: Bob Gysin + Partner BGP Architekten<br />
Wie wirkt sich dieses Konzept auf die Energiebilanz<br />
aus?<br />
Das Gebäude besitzt keine konventionelle<br />
Heizung. Insgesamt wurde der Primärenergiebedarf<br />
des Gebäudes für Heizung und<br />
Kühlung auf ein absolutes Minimum reduziert.<br />
Einzig beim Stromverbrauch und bei<br />
der grauen Energie können noch Optimierungsmassnahmen<br />
stattfinden.<br />
Ein laufendes Monitoring hält die effektiven<br />
Werte fest. Dank diesen Messungen können<br />
klare Aussagen zur Effizienz des Gebäudes<br />
gemacht werden. Am 23. Januar 2009 findet<br />
dazu eine von der Eawag organisierte Informationsveranstaltung<br />
statt.<br />
Allgemein sollte in der Planung der Effizienz<br />
durch bessere Nutzung von Tageslicht zur<br />
Raumaufhellung, durch Sensorsteuerung<br />
von Sonnenschutzsystemen und durch energieeffizientere<br />
Leuchtmittel noch mehr<br />
Beachtung geschenkt werden. Zur Minimierung<br />
der grauen Energie versuchen wir generell<br />
Rohstoffe aus der jeweiligen Umgebung<br />
zu nutzen. Anstelle eines aus Brasilien<br />
eingeführten Natursteins kann ebenso ein<br />
schöner Jurasandstein verwendet werden.<br />
Wir streben nach einer Symbiose aus Gestaltung<br />
und Energieeffizienz. Mit dem Forum<br />
Chriesbach ist ein eindrückliches Beispiel dafür<br />
entstanden, dass dies möglich ist. Architektonisch<br />
überzeugend und gleichzeitig energieeffizient<br />
erhält das Gebäude eine positive<br />
Anerkennung. Nur mit dieser Kombination ist<br />
es möglich, bei anderen Architekten und Bauherren<br />
zu überzeugen und eine Mehrheit der<br />
Bevölkerung anzusprechen. Lange hatte die<br />
Solar- und Oekoarchitektur ein «Birkenstock-<br />
Image», doch heute ist man einen Schritt weiter.<br />
Trotz unwesentlich höherer Investitionskosten<br />
zeichnen sich solche Massnahmen im<br />
Rahmen der Lebenszyklusrechnung aus, vor<br />
allem wenn man die lange Lebensdauer unserer<br />
Gebäude einbezieht.<br />
Was versprachen Sie sich ursprünglich<br />
von der Teilnahme am Wettbewerb?<br />
Wir wollten einen Stein ins Rollen bringen. Es<br />
war uns ein Anliegen aufzuzeigen, wie interessant<br />
und effizient der Nutzen von Tageslicht<br />
sein kann. Wir versuchen, das gewonnene<br />
Know-how zu nutzen und vermehrt bei<br />
Ausschreibungen mitzumachen, die energetisch<br />
nachhaltige Objekte fordern. Zu oft wird<br />
zuerst den architektonischen Aspekten Rechnung<br />
getragen und erst dann Nachhaltigkeit<br />
zu realisieren versucht. Wichtig wäre jedoch<br />
die Verzahnung der beiden Aspekte, was die<br />
Jury des Tageslicht-Awards überzeugt hat.<br />
Welchen Nutzen hat Ihnen dieser Preis<br />
gebracht?<br />
Durch die Realisierung unseres Projektes haben<br />
wir viel über die Nutzung von Tageslicht<br />
gelernt. Wir haben den Kontakt zu Fachpersonen<br />
geknüpft und sehen darin die Chance,<br />
die Nutzung noch zu optimieren. Wir versuchen<br />
immer wieder, Gedanken vom Forum<br />
Chriesbach in anderen Projekten aufzunehmen.<br />
Bei jedem Objekt handelt es sich jedoch<br />
um einen neuen Prototypen, dem andere<br />
Gegebenheiten und Anforderungen zugrunde<br />
liegen.<br />
Lässt sich das Gebäude des Forums Chriesbach<br />
als Büro- und Forschungsgebäude<br />
auch im kleineren Bereich umsetzen?<br />
Das ist eine schwierige Frage, unverändert<br />
sicher nicht. Das architektonische Gesamtbild<br />
des Forums Chriesbach kann bei einem<br />
kleineren Objekt wohl kaum erreicht werden,<br />
die Planung eines solchen Bauwerks<br />
wäre aber eine interessante Aufgabenstellung.<br />
Es gibt durchaus einige Aspekte, die<br />
sich in kleineren und grösseren Dimensionen<br />
umsetzen lassen. Beispielsweise die Kaminwirkung<br />
durch die Nachtauskühlung. Glaslamellen<br />
als Sonnenschutz sind auch in einem<br />
Einfamilienhaus denkbar, vielleicht nicht das<br />
ganze Gebäude umfassend, sondern nur vor<br />
den Fenstern. Wichtig ist bei einer Übertragung<br />
auf andere Objekte, nicht einzelne Elemente<br />
herauszupicken, sondern das Verständnis<br />
zu übernehmen, wie die einzelnen<br />
Elemente miteinander funktionieren.<br />
Spielt Tageslicht in Ihren Objekten generell<br />
eine besondere Rolle?<br />
Tageslicht spielt immer eine Rolle und ist<br />
wohl für jeden Architekten etwas vom Spannendsten.<br />
Schon im Studium wird auf Möglichkeiten<br />
eingegangen, wie ein Raum ausgeleuchtet<br />
werden kann. Tageslicht soll nicht<br />
nur hell machen, sondern Orientierungshilfe<br />
sein, Räume atmosphärisch aufladen, einen<br />
Zweck erfüllen. Dabei spielt auch der Schattenwurf<br />
im Raum eine Rolle. Anhand von<br />
Modellen versuchen wir jeweils, den Tagesverlauf<br />
zu simulieren und so optimale Einwirkungen<br />
von Tageslicht zu erhalten, da<br />
Tageslicht erwiesenermassen unsere Psyche<br />
positiv beeinflusst.<br />
Ein Beispiel dafür bietet die von BGP geplante<br />
(Fertigstellung 2009) Tagesstätte für<br />
cerebral Gelähmte in Dielsdorf, bei der Tageslicht<br />
auf unterschiedlichste Weise integriert<br />
wurde. Als Orientierungshilfe und<br />
Lichtspender verläuft ein Oberlichtband entlang<br />
des ganzen Gebäudes. Dazwischen finden<br />
sich grössere Einschnitte als Aufenthaltsnischen<br />
und eine grosse Terrasse, die<br />
den Ausblick nach draussen gewähren. Über<br />
Glaselemente an der Türoberseite fällt Licht<br />
in den Gang und bildet zusammen mit dem<br />
Element Holz ein angenehmes Klima.<br />
Welche Entwicklungen erfuhr die Integration<br />
von Tageslicht im Laufe der Zeit?<br />
Früher besassen Häuser meist nur so viele<br />
Fenster wie absolut notwendig waren. Später<br />
dann – mit der Erfindung des Stahlbetons<br />
– liessen sich Wände zugunsten von Glasanteilen<br />
auflösen. Ich denke da an Bauwerke<br />
von Le Corbusier. Aus klimatischer Sicht waren<br />
diese Objekte nicht unproblematisch,<br />
indem es innerhalb des Gebäudes zu einem<br />
Kälteabfall kommen konnte. Im Laufe des<br />
Fortschritts wurde dieses Problem technologisch<br />
gelöst und in den 60er Jahren entstanden<br />
vermehrt klimatisierte Glaspaläste. Bis<br />
zur Erdölkrise in den 70er Jahren fing man<br />
die thermischen Probleme auf, indem man<br />
im Winter so stark heizte und im Sommer<br />
kühlte, bis man angenehme Temperaturen<br />
erreichte. Mittlerweile sind Glastechnologien<br />
16 immobilia November <strong>2008</strong>
Dossier<br />
verfügbar, mit denen man Minergie-Standard<br />
erreichen kann. Rechnerisch sind diese Gebäude<br />
zwar effizient, sie sind aber selten effektiv.<br />
Deshalb sollten reine Glaspaläste in<br />
unseren Breitengraden – zumindest energetisch<br />
betrachtet – keine Schule machen.<br />
Welche Schwierigkeiten müssen Sie bei<br />
der Nutzung von Tageslicht überwinden?<br />
In einem ersten Schritt müssen die Bedürfnisse<br />
der Raumnützer bezüglich Tageslicht<br />
erfasst werden. Arbeitsplätze brauchen<br />
zwar Licht, bei Bildschirmarbeit und anderen<br />
Tätigkeiten darf es aber nicht blenden.<br />
Gleichzeitig sollten die Mitarbeiter in Räumen,<br />
die vor allem künstlich belichtet werden,<br />
einen Blick nach draussen werfen können.<br />
Gebäude an der Strasse wollen zwar<br />
Tageslichteinfall, benötigen aber unter Umständen<br />
auch einen Sichtschutz. In hellen,<br />
mit Tageslicht durchfluteten Räumen muss<br />
schliesslich das Problem der Überhitzung<br />
angegangen werden.<br />
Welche Unterschiede bezüglich Einbezug<br />
von Tageslicht bestehen bei Objekten im<br />
Bereich Büro, Wohnen oder Produktion?<br />
Mit Ausnahme bestimmter Anforderungen<br />
an Arbeitsplätze (Blendeeffekt vermeiden)<br />
eigentlich keine. Auch Produktionsgebäude<br />
können grosse Fensterfronten besitzen, wie<br />
am Beispiel unseres Produktions- und Bürogebäudes<br />
der Belimo AG in Hinwil zu sehen<br />
ist. Nebst der Produktion sind auch Distribution<br />
und Büros im gleichen Gebäude untergebracht.<br />
Es verfügt über grosszügige Grundflächen,<br />
offene Räume und grosse Fensterfronten,<br />
die den Blick in die schöne Landschaft<br />
ermöglichen. Die Raumaufteilung ist äusserst<br />
flexibel. Da die Raumhöhe jeweils im Verhältnis<br />
zur Fensterfront festgelegt wird, war es<br />
möglich, diese zu optimieren und deshalb ein<br />
Geschoss mehr einzufügen. Mitarbeiter aus<br />
vielen verschiedenen Nationen mit eigenen<br />
Vorstellungen von Wohlgefühl arbeiten darin<br />
und sind mit der Architektur zufrieden.<br />
Einkaufszentren werden meist ohne grosse<br />
Tageslichtsquellen erstellt. Welches<br />
sind die Gründe dafür?<br />
In Einkaufszentren soll eingekauft werden.<br />
Fenster würden die Kundschaft ablenken.<br />
Zudem wird jeder mögliche Platz für Regale<br />
oder Installationen verwendet. Sogar die<br />
Raumdecke fällt als Tageslichtspender weg,<br />
da sie meist mit technischen Leitungen und<br />
Lüftungsrohren überstellt ist. Speziellere<br />
Bauwerke arbeiten mit Tageslichteinfall, in<br />
der Regel sind das jedoch Geschäfte im gehobeneren<br />
Preissegment, die ihre Räume<br />
Die Tagesstätte für<br />
cerebral Gelähmte in<br />
Dielsdorf steht für<br />
Vielfalt und Geborgenheit.<br />
Verglaste<br />
Oberlichtbänder<br />
dienen als Orientierungshilfe<br />
und<br />
Lichtspender.<br />
Foto: Bob Gysin +<br />
Partner BGP<br />
Architekten<br />
sehr luftig einrichten können – oder Tageslicht<br />
und Raumstimmung gezielt als Mehrwert<br />
einsetzen.<br />
Ist eine optimale Nutzung von Tageslicht<br />
mit Privatsphäre vereinbar?<br />
Ja, denn die optimale Nutzung von Tageslicht<br />
ist nicht gleichbedeutend mit einem reinen<br />
Glaspalast. Wichtig ist der gezielte Umgang<br />
damit. Durch die geschickte Anordnung der<br />
Fenster kann der direkte Einblick vermieden<br />
werden. In anderen Fällen verhelfen Sonnenschutz<br />
und Vorhang zur Wahrung der Privatsphäre.<br />
Im Vergleich zu<br />
Gebäuden, die nach<br />
dem Energiegesetz<br />
gebaut sind, benötigt<br />
das Forum Chriesbach<br />
bedeutend weniger<br />
Primärenergie und<br />
weist bereits heute<br />
den Energiestandard<br />
von Morgen auf.<br />
Grafik: Roger Frei,<br />
Zürich<br />
Primärenergiebedarf [kWh/m² a]<br />
275.0<br />
250.0<br />
225.0<br />
200.0<br />
175.0<br />
150.0<br />
125.0<br />
100.0<br />
75.0<br />
50.0<br />
25.0<br />
0.0<br />
Forum Ch.<br />
Werden lichtdurchlässige Gebäude mittelfristig<br />
das Erscheinungsbild der Schweiz<br />
prägen?<br />
Meine persönliche Antwort lautet ja und<br />
nein. Grundsätzlich ist es heute möglich,<br />
dass fast 100% Glasanteil in einer Liegenschaft<br />
eingebaut werden. In der Schweiz<br />
und in Europa herrscht jedoch der Konsens,<br />
dass Häuser in einem Kontext zur Umgebung<br />
stehen müssen. Zudem sind Denkmalschutz<br />
und Heimatpflege sowie Stadtbildkommissionen<br />
bei uns stark verwurzelt,<br />
sodass kaum ein Glaspalast neben historisch<br />
gewachsenen Strukturen erstellt werden<br />
darf. Von energetischer Seite her ist es<br />
immer noch so, dass gut isoliertes Mauerwerk<br />
bessere u-Werte besitzt als eine reine<br />
Glasmembran.<br />
Bestehen Grenzen bei der Einbindung<br />
von Tageslicht in Architektur und Bau?<br />
Grenzen ergeben sich aus der Aufgabenstellung.<br />
Es gilt die Quersumme zwischen Anforderung<br />
der Nutzung, gestalterischem Willen<br />
und der Energieeffizienz zu bilden. Je nach<br />
Aufgabe, Bauherr und auch Architekt sieht<br />
diese Quersumme anders aus. Wichtig ist,<br />
dass die Aspekte gegeneinander abgewogen<br />
werden und der bestmögliche Konsens gefunden<br />
wird. An die Grenzen zu gehen, mit<br />
dem Lichteinfall zu spielen, das ist ein besonderer<br />
Reiz der Architektur.<br />
* Franz Aeschbach, dipl. Architekt ETH, ist leitender<br />
Mitarbeiter bei Bob Gysin + Partner BGP<br />
Architekten, Zürich.<br />
MINERGIE-P<br />
MINERGIE<br />
Energiegesetz<br />
Wärmeenergie Kühlenergie Elektrizität Graue Energie<br />
immobilia November <strong>2008</strong> 17
Dossier<br />
Lichtverschmutzung<br />
Ein Himmel ohne Sterne<br />
Corina Roeleven<br />
Die Adventszeit steht vor der Tür und damit der Wettbewerb um die auffälligste<br />
Beleuchtung. Ob bunt oder klassisch weiss, ob blinkend oder dezent<br />
ruhig – zusammen mit der dichten Nebeldecke über unseren Dächern wird<br />
die Nacht beinahe zum Tag. Doch das ist nur ein Teilbereich der sogenannten<br />
Lichtverschmutzung.<br />
Die Erde bei Nacht – auf dem Satelliten bild wird noch deutlicher, wie stark Licht emissionen in<br />
Ballungszentren sind. Bild: Nasa<br />
Lichtverschmutzung ist ein Phänomen der<br />
Industrialisierung und bezeichnet die Aufhellung<br />
des Nachthimmels durch von Menschen<br />
erschaffene, installierte und betriebene<br />
Lichtquellen, deren Licht in den unteren Luftschichten<br />
der Atmosphäre gestreut wird.<br />
Vor allem in Grossstädten und Industriezentren<br />
verursachen Strassenbeleuchtungen,<br />
Leuchtreklamen und Flutlichtanlagen Lichtemissionen,<br />
die zu Beeinträchtigungen für<br />
Mensch, Tier und Natur Auswirkungen führen<br />
können.<br />
Folgen der Lichtverschmutzung<br />
Zu starker Lichteinfall ins Schlafzimmer kann<br />
Schlafstörungen hervorrufen. Durch die Aufhellung<br />
des Nachthimmels können zahlreiche<br />
Naturphänomene, wie etwa die Milchstrasse,<br />
gar nicht mehr beobachtet werden.<br />
Über einer hell erleuchtenden Stadt sind von<br />
blossem Auge in der Regel nur noch sehr<br />
helle Sterne zu sehen. Nachtaktive Insekten<br />
werden von Strassenlampen angezogen und<br />
gehen zugrunde. Zugvögel verlieren durch<br />
das helle Licht die Orientierung. Pflanzen<br />
werden durch eine künstlich aufgehellte<br />
Umgebung in ihrem Wachstumszyklus beeinflusst.<br />
Dies kann in Treibhäusern erwünscht<br />
sein, in der freien Natur jedoch<br />
kaum. Für Bäume unter Strassenbeleuchtungen<br />
beginnt der Frühling häufig zu früh,<br />
Frülingsblumen strecken ihre Blüten aus<br />
dem Boden und erfrieren dann bei einem<br />
späteren Frost.<br />
Initianten gegen Lichtverschmutzung<br />
Das Bundesamt für Umwelt, Wald und Landschaft<br />
hat im Jahr 2005 Empfehlungen zur<br />
Vermeidung von Lichtemissionen herausgegeben.<br />
Diese Publikation ist eine Vollzugshilfe<br />
des Buwal als Aufsichtsbehörde. Sie konkretisiert<br />
unbestimmte Rechtsbegriffe von<br />
Gesetzen und Verordnungen und soll eine<br />
einheitliche Vollzugspraxis fördern. Ende August<br />
haben die Zentralschweizer Umwelt-<br />
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Monat Ihr Immobilien-Inserat.
Dossier<br />
fachstellen ein Merkblatt herausgegeben,<br />
das konkrete Anleitung gibt, wie dem Problem<br />
wirksam begegnet werden kann. Es<br />
richtet sich in erster Linie an Gemeindebehörden<br />
als Bewilligungsinstanzen oder als<br />
Betreiber von öffentlichen Beleuchtungen,<br />
spricht aber auch Private, Architekten und<br />
Gartenplaner an. Das Merkblatt enthält eine<br />
Checkliste über die geeignetste Art des<br />
Lichts, die Lichtstärke, gute Abschirmungen<br />
oder die Dauer des Lichteinsatzes.<br />
(www.bafu.admin.ch/publikationen > «Empfehlungen<br />
zur Vermeidung von Lichtemissionen»)<br />
Solche Initiativen gegen Lichtverschmutzung<br />
werden bei Darksky Switzerland (DSS) mit<br />
grosser Freude aufgenommen. Diese Non-Profit-Organisation<br />
setzt sich für die Reduktion<br />
der Lichtverschmutzung ein und macht Bund,<br />
Kantone, Gemeinden, Unternehmen und Privatpersonen<br />
auf Lichtverschmutzung aufmerksam.<br />
DSS übernimmt bei Beleuchtungsfragen<br />
eine beratende Funktion und bietet<br />
Hand bei der Umsetzung von Lösungen.<br />
Sinnvoller Energieverbrauch?<br />
Noch gibt es keine Untersuchungen darüber,<br />
wie viel Energie bei zurückhaltenderem<br />
Lichteinsatz eingespart werden könnte. Die<br />
Initianten rechnen jedoch mit hohem Einsparpotential,<br />
wenn folgende Punkte überarbeitet<br />
würden:<br />
– Strassen, Wege, Parkanlagen und Gebäudefassaden<br />
werden während der ganzen<br />
Nacht beleuchtet, obwohl es immer einige<br />
Stunden pro Nacht gibt, in denen kaum<br />
jemand auf der Strasse anzutreffen ist.<br />
– Noch wird viel Licht der Strassenbeleuchtung<br />
unnötigerweise nach oben oder zur<br />
Seite abgestrahlt.<br />
– Viele Lichtanlagen sind für ihren eigentlichen<br />
Zweck überdimensioniert.<br />
– In grösseren oder touristischen Orten ist<br />
ein zunehmender Trend erkennbar, Gebäude<br />
oder Plätze zu beleuchten.<br />
Zu einem Teil wird versucht, den hohen Energieverbrauch<br />
im öffentlichen Raum mit<br />
energiesparenden Leuchtmitteln etwas einzugrenzen.<br />
Massnahmen gegen zuviel Licht<br />
In vielen Fällen kann die Notwendigkeit einer<br />
Aussenleuchte hinterfragt werden. Dies gilt<br />
insbesondere dann, wenn sie zu einer Doppelbeleuchtung<br />
führt. Leuchtkörper müssen<br />
zudem so abgeschirmt werden, dass das<br />
Licht nur dorthin gelangt, wo es einem Be-<br />
leuchtungszweck dient und nur so stark wie<br />
wirklich nötig leuchtet. Von Vorteil werden<br />
Leuchtkörper verwendet, die einen möglichst<br />
geringen Anteil an kurzwelligem Licht aussenden.<br />
Natriumdampf-Hochdrucklampen<br />
und vor allem Natriumdampf-Niederdrucklampen<br />
sind relativ insektenverträglich und<br />
zeichnen sich durch einen deutlich geringeren<br />
Energieverbrauch aus, weshalb sie als<br />
besonders umweltfreundlich einzustufen<br />
sind.<br />
Jede Leuchte sollte grundsätzlich zum Boden<br />
hin gerichtet sein. Vor allem Strassenlampen<br />
sollten so platziert werden, dass sie<br />
nicht in die Umgebung oder in ökologisch<br />
sensible Räume strahlen. Wird die Beleuchtungsstärke<br />
zu bestimmten Nachtzeiten reduziert<br />
oder ganz ausgeschaltet, sorgt das<br />
für Ruhe und Regeneration. Zudem setzt der<br />
gestalterische Einsatz von Kunstlicht eine<br />
dunkle Umgebung voraus, da sonst der Kontrast<br />
fehlt.<br />
Rechtliche Lösungsansätze<br />
Das Buwal lädt die Kantone ein, ihre Bauund<br />
Umwelterlasse und die darauf gestützten<br />
Entscheide im Hinblick auf den<br />
Schutz von Natur, Landschaft und Umwelt<br />
gegen Lichtimmissionen zu überprüfen<br />
und dahingehend zu konkretisieren, dass<br />
für alle Beleuchtungseinrichtungen von<br />
Grossbauten und -anlagen, einschliesslich<br />
historischer Gebäude und Anlagen, ein<br />
Baubewilligungsverfahren durchzuführen<br />
ist; der Betrieb von himmelwärts gerichteten<br />
Anlagen, welche keine Sicherheitsoder<br />
Beleuchtungsfunktionen von Bauten<br />
erfüllen (Skybeamer, Laserscheinwerfer,<br />
Reklamescheinwerfer oder ähnliche<br />
künstliche Lichtquellen), zum Schutz von<br />
Arten, Biotopen oder der Landschaft verboten<br />
oder, sofern das nicht möglich ist,<br />
so weit eingeschränkt wird, als es für deren<br />
Inhaber technisch und betrieblich<br />
möglich und wirtschaftlich tragbar ist; bestehende<br />
Beleuchtungseinrichtungen von<br />
Grossbauten und -anlagen, einschliesslich<br />
historischer Gebäude und Anlagen, im<br />
Hinblick auf die Vermeidung von Lichtimmissionen<br />
überprüft und so weit wie möglich<br />
saniert werden.<br />
Die Schweizerische Licht Gesellschaft (SLG)<br />
und der Schweizerische Ingenieur und Architektenverein<br />
(SIA) – haben die Absicht geäussert,<br />
in nächster Zeit aktiv zu werden und<br />
technische Normen zu erarbeiten. Das Buwal<br />
ist der Ansicht, dass die in der Folge aufgeführten<br />
technischen Lösungsansätze bei<br />
Gesetzliche Grundlagen auf<br />
Bundesebene<br />
In der Schweiz gibt es auf Bundesebene<br />
mehrere gesetzliche Grundlagen, welche<br />
aufzeigen, dass Beeinträchtigungen durch<br />
Licht nach Möglichkeit vermieden werden<br />
sollen:<br />
– Bundesgesetz vom 1. Juli 1966 über<br />
den Natur- und Heimatschutz (NHG; SR<br />
451) mit den Artikeln 1 bis 3, 18 und<br />
20<br />
– Absatz 1. Bundesgesetz über den Umweltschutz<br />
(USG; SR 814.01) mit den<br />
Artikeln 1, 7 Absätze 1 und 4, <strong>11</strong>, 12<br />
und 14<br />
– Bundesgesetz über die Jagd und den<br />
Schutz wildlebender Säugetiere und<br />
Vögel (JSG; SR 922.0) mit den Artikeln 1<br />
Absatz 1 und 7 Absatz 4<br />
– Bundesgesetz über die Raumplanung<br />
(RPG; SR 700) mit den Artikeln 1<br />
– 3. Signalisationsverordnung (SR 741.21)<br />
mit den Artikeln 96 Absätze 1 und 5<br />
und 98 Absatz 2<br />
Nach diesen gesetzlichen Grundlagen<br />
sind Lichtimmissionen zu beurteilen und<br />
zu beschränken.<br />
der Erarbeitung dieser Normen zur Minimierung<br />
von negativen Lichtemissionen wichtige<br />
Inputs liefern können.<br />
Lichtverschmutzung vermeiden<br />
Folgende Massnahmen könnten die Nacht<br />
auch wirklich wieder zur Nacht werden<br />
lassen:<br />
– Unnötige Beleuchtung wird reduziert, indem<br />
bspw. jede zweite Strassenleuchte<br />
und Flutlichtanlagen zu Nachtzeiten mit<br />
niedriger Frequentierung abgeschaltet<br />
werden.<br />
– Beleuchtungszeiten werden begrenzt auf<br />
Nachtzeiten mit hohem bis mittleren Verkehrsaufkommen.<br />
– Beleuchtung sollte gezielter eingesetzt<br />
werden (von oben statt von unten).<br />
– Lampen sollen durch energiesparende<br />
Glühlampen ersetzt werden.<br />
– Lichtquellen werden abgeschirmt, um<br />
eine Abstrahlung nach oben und zu den<br />
Seiten zu verhindern.<br />
Vielleicht ist es sowieso eher die Kerze im<br />
Wohnraum und nicht der blinkende Schlitten<br />
im Garten des Nachbarn, der weihnächtliche<br />
Stimmung verbreitet?<br />
immobilia November <strong>2008</strong> 19
Aktuell<br />
Der Monat in der Immobilienwirtschaft<br />
Schweizer Immobilienmarkt<br />
zeigt sich robust<br />
Ivo Cathomen<br />
Am Schweizer Immobilienmarkt blickt man gespannt auf den weiteren Verlauf der internationalen<br />
Immobilien- und Finanzkrise. Derweil nimmt das hiesige Geschäft weitgehend seinen<br />
gewohnten Gang.<br />
Die Preise am Schweizer Immobilienmarkt<br />
sind auch im 3. Quartal gestiegen. Neben<br />
den Einfamilienhäusern, die mit 3,1% nun<br />
zum fünften Mal in Folge einen Anstieg von<br />
über 2% in einem Quartal aufweisen, haben<br />
auch die Eigentumswohnungen nach dem<br />
Rückgang im letzten Quartal wieder einen<br />
Preisanstieg um 2,9% erfahren. Der weitere<br />
Anstieg der Preise entspricht weitgehend<br />
den allgemeinen Erwartungen der Experten<br />
und überrascht allenfalls durch das Ausmass,<br />
da vielerorts eine gewisse Abschwächung<br />
der Zunahmen erwartet wurde. Ein<br />
Immobilienpreiszerfall – der Auslöser der<br />
Krise in den USA – wird in der Schweiz immer<br />
noch als unrealistisches Szenario gehandelt,<br />
dem Markt wird trotz anhaltender<br />
Finanzkrise eine gute Verfassung attestiert.<br />
Keine Überhitzung<br />
Nach Einschätzung von Experten kann in der<br />
Schweiz ein ähnlich gravierender Markteinbruch,<br />
wie er vor allem auf den Immobilienmärkten<br />
in den USA, in England, Irland und<br />
Spanien beobachtet werden kann, praktisch<br />
ausgeschlossen werden. Während die genannten<br />
Märkte in den letzten Jahren extrem<br />
An den Finanzmärkten<br />
wie hier an der New<br />
York Stock Exchange<br />
erleben die Händler<br />
und Investoren<br />
Kurskorrekturen in<br />
bisher unbekanntem<br />
Ausmass. (Bild: CNN)<br />
überhitzt waren, verlief die Entwicklung in<br />
der Schweiz – zumindest übers Ganze gesehen<br />
– vergleichsweise beschaulich. Beim Immobilienberater<br />
Wüest & Partner weist man<br />
besonders auf den gut funktionierenden<br />
Mietwohnungsmarkt hin. Dies zwinge hierzulande<br />
niemanden, sich für den Erwerb von<br />
Wohneigentum hoch zu verschulden, wie<br />
dies vor allem in den angelsächsischen Ländern<br />
üblich sei.<br />
Auch der HEV Schweiz mag nicht von einer<br />
Krise reden. Dafür gebe es keine Anzeichen<br />
am Immobilienmarkt. Nach Einschätzung von<br />
Ansgar Gmür, Direktor HEV Schweiz, trifft das<br />
nach wie vor hohe Angebot von jährlich gut<br />
42 000 neuen Wohnungen auf eine entsprechend<br />
hohe Nachfrage und lässt sich in vielen<br />
Regionen völlig problemlos absetzen. Auch<br />
wenn davon auszugehen ist, dass im Falle einer<br />
wirtschaftlichen Abkühlung die Wohnungsnachfrage<br />
sinken und es vereinzelt zu<br />
Preiskorrekturen kommen könnte, ist heute<br />
keineswegs mit einer ernsthaften Krise im<br />
Wohnungsmarkt zu rechnen. Der HEV Schweiz<br />
geht davon aus, dass der Immobilienbestand<br />
solide finanziert ist und die Banken bei der<br />
Vergabe der Hypotheken seit der letzten Immobilienmarktkrise<br />
in den 90er Jahren die<br />
goldenen Finanzierungsregeln befolgten. Insofern<br />
ist damit zu rechnen, dass für die allermeisten<br />
Hauseigentümer auch im Falle einer<br />
rückläufigen Wirtschaftsentwicklung die Hypothekarschulden<br />
weiter tragbar bleiben,<br />
weil es in der Schweiz kaum Subprime-<br />
Schuldner gibt, wie das im amerikanischen<br />
Hypothekarmarkt gang und gäbe war.<br />
Zinsentwicklung stützt Immobilienmarkt<br />
Zusätzliche Stütze könnte der hiesige Immobilienmarkt<br />
durch die Zinspolitik der Nationalbank<br />
erhalten. Angesichts der Franken-Notierungen<br />
gegenüber dem Euro und in Aussicht<br />
gestellter Zinssenkungen der europäischen<br />
Währungshüter wird die Nationalbank nicht<br />
umhin kommen, auch ihre Leitzinsen zu senken.<br />
Andernfalls riskiert sie eine weitere Aufwertung<br />
des Frankens und damit verschlechterte<br />
Exportchancen für die Schweizer Wirtschaft.<br />
Zinsschritte der Notenbank würden<br />
sich in fallenden Hypothekarsätzen und damit<br />
einer günstigeren Finanzierung für Eigenheimbesitzer<br />
und Investoren niederschlagen.<br />
Politik<br />
Senkung der BVG-Mindestverzinsung. Angesichts<br />
der Senkung des Mindestzinssatzes<br />
in der 2. Säule von 2,75% auf 2% wird es<br />
überdies für Arbeitnehmende attraktiver, ihr<br />
Vorsorgekapital im Rahmen der Freizügigkeit<br />
zu beziehen und in Wohneigentum zu investieren.<br />
Die Senkung soll nach dem Willen<br />
des Bundesrates am 1. Januar 2009 in Kraft<br />
treten. Damit wird der seit längerem feststellbaren<br />
negativen Entwicklung wie auch<br />
den aktuellen Schwankungen der Finanzmärkte<br />
Rechnung getragen. Der Pictet-BVG-<br />
Index 25, der wichtigste Benchmark im Bereich<br />
der Pensionskassen, verlor allein <strong>2008</strong><br />
bis dato nahezu 10%. Zahlreiche Anlagestiftungen<br />
leiden durch den Börseneinbruch an<br />
einer Unterdeckung und sind zu überstürzten<br />
Verkäufen von Aktienpositionen gezwungen.<br />
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Aktuell<br />
Schweiz<br />
Suva-Affäre kommt vor Bundesgericht.<br />
Der ehemalige Immobilienchef der Suva<br />
wehrt sich gegen seine Verurteilung. Der<br />
45-Jährige hat gegen das Urteil des Bundesstrafgerichtes<br />
in Bellinzona eine Beschwerde<br />
eingereicht. Ein zentraler Punkt der Beschwerde<br />
an das Bundesgericht in Lausanne<br />
sei die Frage, ob dem Angeschuldigten tatsächlich<br />
eine Beamteneigenschaft zukomme.<br />
Das Bundesstrafgericht war Ende<br />
Januar dieses Jahres zum Schluss gekommen,<br />
dass der Immobilienchef eine Beamtenfunktion<br />
ausgeübt habe. Es verurteilte<br />
den ehemaligen Kadermann wegen passiver<br />
Bestechung, ungetreuer Amtsführung und<br />
Urkundenfälschung zu 3,5 Jahren Gefängnis.<br />
Der Makler kam hingegen mit einem blauen<br />
Auge davon. Er wurde vom Vorwurf des Bestechens<br />
freigesprochen, weil er gemäss<br />
Gericht nicht wusste, dass es sich bei der<br />
Suva um eine öffentliche Institution handelte.<br />
Vermutlich wird der Makler das Urteil<br />
dennoch anfechten. Denn neben einer bedingten<br />
Freiheitsstrafe von 18 Monaten wurde<br />
er zu einer Geldstrafe von 180 Tagessätzen<br />
zu je 3000 CHF verurteilt.<br />
Swiss Deluxe Hotels definieren eine neue<br />
Qualität des Luxus. Die Swiss Deluxe Hotels,<br />
die 37 der besten Fünf-Sterne-Häuser<br />
der Schweiz vereinigen, investieren in den<br />
nächsten Jahren rund 1 Mrd. CHF in den weiteren<br />
Ausbau ihrer Infrastruktur und Dienstleistungen.<br />
«Der Trend geht heute ganz klar<br />
zu mehr ‹Wellbeing›. Die Bedeutung der Gesundheit<br />
hat sich gewandelt und nimmt einen<br />
immer grösseren Stellenwert ein. Die<br />
Swiss Deluxe Hotels wollen dem Rechnung<br />
tragen und so eine neue Qualität des Luxus<br />
definieren», sagt der SDH-Präsident Eric Favre.<br />
Grösstes Wellbeing-Projekt, das gegenwärtig<br />
realisiert wird, ist der Um- und Ausbau<br />
des Grand Resort Bad Ragaz, das mit<br />
seiner Tamina Therme eine Jahrhundert alte<br />
Tradition des Wellbeings besitzt. Die Therme<br />
wird zur Zeit mit einer faszinierenden, modernen<br />
Architektur in eine einzigartige Wellnessoase<br />
umgewandelt und im Juni 2009<br />
wieder geöffnet. Allein dieser Bau kostet<br />
rund 40 Mio. CHF. Dem Trend nach mehr<br />
Wellbeing folgen auch Häuser wie das<br />
Badrutt’s Palace und das Kulm Hotel in St.<br />
Moritz, die beide ebenfalls kräftig in den<br />
Ausbau ihrer Wellness-Anlagen investieren.<br />
Das Wellbeing beschränkt sich aber nicht<br />
nur auf Spas und Medical Centers. Auf der<br />
Liste der dreijährigen Investitionsvorhaben<br />
<strong>2008</strong> bis 2010 der Swiss Deluxe Hotels figurieren<br />
auch andere Ausbauten – sei es in ele-<br />
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Grand Resort Bad Ragaz (Bild: PD)<br />
Rege Wohnbautätigkeit im 2. Quartal. Im<br />
2. Quartal wurden in der Schweiz gut 10 700<br />
Wohnungen neu erstellt. Diese Zahl liegt fast<br />
6% über jener im gleichen Quartal des Vorjahrs.<br />
Von einer Abschwächung des Wohnungsbaus,<br />
wie sie seit einiger Zeit befürchtet<br />
wird, ist damit zumindest im Moment<br />
noch überhaupt nichts zu verspüren. Bei den<br />
sich zurzeit im Bau befindenden Wohnungen<br />
(gut 60 500) sieht es nicht wesentlich<br />
schlechter aus. Dieser Wert liegt um 2% unter<br />
dem Niveau der entsprechenden Vorjahresperiode,<br />
was noch im Streubereich der<br />
methodisch bedingten Verzerrungen liegt.<br />
Alleine in der Stadt Zürich entstanden letztes<br />
Jahr über 2200 Wohnungen. Das sind doppelt<br />
so viele wie in Basel, Bern, Genf, und<br />
Lausanne zusammen.<br />
Swiss Life erhält Preis für nachhaltiges<br />
Immobilieninvestment. Swiss Life wurde<br />
in München im Rahmen des Prime Property<br />
Award für das Projekt Seewürfel Zürich ausgezeichnet.<br />
Der Preis zeichnet erstmals<br />
nachhaltige Immobilieninvestitionen in Europa<br />
aus. Mit dem Investorenpreis würdigt Union<br />
Investment europäische Immobilienprojekte,<br />
die die Qualität des Immobilienstandortes<br />
sichtbar fördern und eine besonders<br />
umweltfreundliche Gebäudeplanung nachweisen.<br />
Swiss Life realisierte mit dem Projekt<br />
auf einem ehemaligen Industrieareal in<br />
Zürich Tiefenbrunnen eine Geschäfts- und<br />
Wohnüberbauung mit einem Investitionsvolumen<br />
von rund 55 Mio. CHF.<br />
Schweizer Wohnungstauschbörse geht<br />
online. Wer eine Wohnung sucht, kann ab<br />
sofort eine neue Wohnungstauschbörse im<br />
Internet konsultieren. Dies aber nur, wenn er<br />
auch selbst etwas zu bieten hat: Es handelt<br />
sich um eine schweizweite Wohnungstauschbörse.<br />
Über www.tauschwohnung.ch<br />
kann jemand etwa versuchen, seine 4-Zimmer-Wohnung<br />
ohne Balkon mitten in der<br />
Stadt gegen eine kleinere mit Balkon am<br />
Stadtrand zu tauschen. Anbieter und Suchende<br />
werden im Netz zusammengeführt.<br />
Die Idee sei entstanden durch die frustrierende<br />
Immobilienmarktsituation in der Region<br />
Zürich, schreiben die Initianten in einer<br />
Medienmitteilung.<br />
Unternehmen<br />
SE Swiss Estates AG expandiert. Der Gewinn<br />
vor latenten Steuern der in Zürich ansässigen<br />
Immobiliengesellschaft SE Swiss<br />
Estates AG haben sich im 1. Halbjahr auf<br />
rund 1.4 Mio. CHF belaufen. Die Eigenmittel<br />
per Berichtszeitraum summierten sich auf<br />
35.2 Mio. CHF (vor latenten Steuern). Der innere<br />
Wert der Titel beträgt 85.89 CHF vor latenten<br />
Steuern. Die Bilanzsumme nahm von<br />
30.1 Mio. CHF (per Mitte 2007) auf 105.5 Mio.<br />
CHF zu.<br />
Veränderung im Verwaltungsrat der Hugo<br />
Steiner AG. In der strategischen Führung<br />
des traditionsreichen Immobilientreuhand-<br />
Unternehmens Hugo Steiner AG, St. Gallen,<br />
ergibt sich ein Generationenwechsel. Nach<br />
32-jähriger Tätigkeit im Verwaltungsrat gibt<br />
Urs Bienz sein Amt als Mitglied ab. Er war<br />
Mitgründer des Unternehmens, begleitete<br />
dieses durch ein kontinuierliches Wachstum<br />
und schliesslich 2003 in die Zürcher Intercity<br />
Group. Neu in den Verwaltungsrat wurden<br />
Robert Mazenauer, Mörschwil SG, und Beat<br />
Meister, Erlenbach ZH, gewählt. Robert Mazenauer<br />
ist Geschäftsführer des Unternehmens<br />
und gehört diesem seit 1973 in verschiedenen<br />
Funktionen an. Beat Meister ist<br />
Direktor und langjähriger Regionenleiter der<br />
UBS Ostschweiz sowie Verwaltungsratsmitglied<br />
der Intercity Group.<br />
Immofonds knapp an der Milliardengrenze.<br />
Der an der SWX kotierte Immofonds hat<br />
sein Gesamtvermögen auf 998 Mio. CHF gesteigert.<br />
Hauptgrund ist die im Herbst durchgeführte<br />
Kapitalerhöhung um 48 Mio. CHF.<br />
Durch Käufe, Neubauten und die Aktivierung<br />
von Sanierungsmassnahmen mit Wert vermehrendem<br />
Charakter stieg der Wert der<br />
Liegenschaften um 52,7 Mio. CHF auf 978,2<br />
Mio. CHF. Im Berichtsjahr stiegen die Mietzinseinnahmen<br />
um 5,4% auf 57,6 Mio. CHF.<br />
Das Geschäftsjahr schloss mit einem Gesamterfolg<br />
von 35,1 Mio. CHF. Das Anlageportfolio<br />
umfasste am Ende der Berichtsperiode<br />
213 Liegenschaften (Vorjahr 205). Neben<br />
den 3189 (+122) Mietwohnungen<br />
gehörten weitere 3565 (+221) Objekte zum<br />
Bestand wie Büroräume, Gewerbeflächen,<br />
Garagen und Parkplätze.<br />
Wechsel an der Spitze von Mobimo. Der<br />
CEO von Mobimo, Paul Schnetzer, hat sein<br />
Amt per Anfang Oktober an Christoph Caviezel<br />
übergeben. Dem Verwaltungsrat steht neu<br />
Urs Ledermann vor. Paul Schnetzer wird Vorsitzender<br />
des neuen Immobilienausschusses.<br />
Projekte<br />
Basels neues Wahrzeichen. Nach fast dreijähriger<br />
Bauzeit ziehen planmässig per<br />
1. November <strong>2008</strong> die ersten Mieter in den<br />
71 m hohen St. Jakob-Turm ein. Das von Herzog<br />
& de Meuron als kristalliner Glaskörper<br />
konzipierte Geschäftshaus mit 37 Wohnungen<br />
akzentuiert städtebaulich markant und von<br />
weit sichtbar das Sport-, Event- und Shoppingareal<br />
St.Jakob. Das Investitionsvolumen von<br />
rund 88 Mio. CHF trägt der grösste Immobilienfonds<br />
der Schweiz, UBS «Sima».<br />
Das Schlierener Geistlich-Areal geht in<br />
die Zukunft. In absehbarer Zukunft wird das<br />
gesamte 80 000 m 2 grosse Geistlich-Areal im<br />
Rietbachquartier in Schlieren für neue Nutzungen<br />
frei werden. Neben Dienstleistungsund<br />
Freizeiteinrichtungen sollen auch Wohnungen<br />
gebaut werden und zudem ist ein<br />
grosszügiger halböffentlicher Park vorgesehen.<br />
Das Areal zeichnet sich durch die ausgezeichnete<br />
Lagequalität am Bahnhof Schlieren<br />
aus und hat eine Schlüsselfunktion für<br />
die weitere Entwicklung des Zentrums von<br />
Schlieren.<br />
22 immobilia November <strong>2008</strong>
Aktuell<br />
Deutschland<br />
Niemand mag Makler<br />
Eine Umfrage der «Immobilien Zeitung» legt an den Tag, dass Makler im<br />
deutschen Wohnmarkt ganz unten in der Beliebtheitsskala stehen.<br />
Red. – Eine breit angelegte Umfrage der<br />
deutschen «Immobilien Zeitung» zum Ansehen<br />
der Immobilienberufe hat für Wohn- und<br />
Gewerbemakler ein wenig erfreuliches Bild<br />
ergeben. Sie verzeichnen das geringste Ansehen,<br />
Architekten das höchste. Die Ergebnisse<br />
bestätigen die jährliche Berufsprestigeskala<br />
des Instituts für Demoskopie Allensbach.<br />
Auf den vorderen Rängen finden sich<br />
Berufe mit akademischem Hintergrund. Auf<br />
Platz eins liegen die Architekten. Rund 35%<br />
der Befragten gaben ihnen auf die Frage<br />
nach dem Berufsstand mit dem höchsten<br />
Ansehen ihre Stimme. Fragt man umgekehrt<br />
Wer hat das höchste Ansehen…<br />
Die Gesamtauswertung<br />
1. Architekt 34,73%<br />
2. Rechtsanwalt 23,02%<br />
3. Ingenieur / Fachplaner 21,95%<br />
4. Immobilienbewerter 21,89%<br />
5. Forschung und Lehre 19,41%<br />
6. Projektentwickler (Gewerbe) 16,09%<br />
nach dem geringsten Ansehen, werden die<br />
Wohnungsmakler mit Abstand am häufigsten<br />
genannt (59%). Jürgen Schick, Vizepräsident<br />
des Maklerverbandes IVD, sagte gegenüber<br />
der «Immobilien Zeitung»: «Dieses Ergebnis<br />
ist nicht wirklich überraschend.»<br />
Kaum besser ergeht es den Gewerbemaklern.<br />
Sie belegen Platz zwei im Ranking der<br />
Immobilienberufe mit dem geringsten Ansehen.<br />
Aber gerade sie urteilen besonders hart<br />
über ihre Kollegen aus dem Wohnsegment.<br />
So bezeichnen rund 65% der Gewerbemakler<br />
ihre Berufskollegen als die Berufsgruppe<br />
und wer das geringste?<br />
Die Gesamtauswertung<br />
1. Makler (Wohnen) 58,74%<br />
2. Makler (Gewerbe) 26,83%<br />
3. Politik und Verwaltung 22,43%<br />
4. Bauträger (Wohnen) 20,23%<br />
5. Verwalter (Wohnen) 18,95%<br />
6. Finanzierer 13,88%<br />
mit dem geringsten Ansehen in der Immobilienbranche.<br />
Diese Erkenntnis erstaunt<br />
Schick hingegen. Eine gewisse Geringschätzung<br />
des Wohnimmobiliensektors sei aber<br />
branchenimmanent. «Die Wohnungswirtschaft<br />
galt lange als dröge und langweilig. Es<br />
war doch eine Sensation, dass Wohnimmobilien<br />
2005 plötzlich ein Anlagethema wurden.»<br />
Auch die Verwaltung einer Gewerbeimmobilie<br />
sei komplexer als die eines Wohngebäudes<br />
– und das gewerbliche Mietrecht<br />
ebenso.<br />
Makler kennen ihr schlechtes Image<br />
Schick sieht das zentrale Problem darin,<br />
dass der Maklerberuf nicht geschützt ist.<br />
«Wir sind der Politik seit fünf Jahrzehnten auf<br />
der Spur, dass sie Berufseinstiegsvoraussetzungen<br />
definiert.» Das sieht man in der Branche<br />
ähnlich. Wegen fehlender Standards<br />
trieben sich unseriöse Leute auf dem Markt<br />
herum, die das Image aller Wohnungsmakler<br />
schädigten. Schick weist auch auf die Unterscheidung<br />
in Wohnungsmakler und Vermietungsmakler<br />
hin. Wohnungsmakler sind in<br />
seinen Augen die guten und qualifizierten,<br />
Vermietungsmakler diejenigen, deren Arbeit<br />
im Grunde darin besteht, einem Interessenten<br />
die Wohnungstüre aufzuschliessen.<br />
7. Vermögensverwalter / Asset-Manager 15,56%<br />
8. Makler (Wohnen) 13,20%<br />
9. Finanzierer 12,72%<br />
10. Makler (Gewerbe) <strong>11</strong>,18%<br />
<strong>11</strong>. Marktforscher / Research 10,47%<br />
12. Offene Fonds 6,75%<br />
13. Wohnungsunternehmen 6,15%<br />
14. Verwalter (Wohnen) 5,33%<br />
15. Geschlossene Fonds 4,08%<br />
16. Verwalter (Gewerbe) 3,31%<br />
17. Bauträger (Wohnen) 3,25%<br />
18. Bauunternehmen 2,49%<br />
19. Verbandsvertreter 2,43%<br />
20. Politik und Verwaltung 2,19%<br />
21. FM-Dienstleister 2,13%<br />
*ausgewertet wurden die Antworten aller Teilnehmer.<br />
Mehrfachantworten waren möglich.<br />
7. Geschlossene Fonds 10,76%<br />
8. FM-Dienstleister 10,57%<br />
9. Verbandsvertreter 8,86%<br />
10. Bauunternehmen 8,13%<br />
<strong>11</strong>. Rechtsanwalt 6,85%<br />
12. Vermögensverwalter / Asset-Manager 6,48%<br />
13. Wohnungsunternehmen 5,44%<br />
14. Offene Fonds 4,65%<br />
15. Architekt 4,46%<br />
17. Verwalter (Gewerbe) 3,42%<br />
18. Marktforscher / Research 3,30%<br />
19. Immobilienbewerter 3,06%<br />
20. Projektentwickler (Gewerbe) 2,57%<br />
21. Forschung und Lehre 1,41%<br />
22. Ingenieur / Fachplaner 0,73%<br />
*ausgewertet wurden die Antworten aller Teilnehmer.<br />
Mehrfachantworten waren möglich.<br />
Doch auch das in Deutschland übliche Provisionssystem<br />
wird kritisch betrachtet. Firmen<br />
wie iMakler, die mit einem Festpreis arbeiten,<br />
bauen auf dieser Kritik sogar ihr Geschäftsmodell<br />
auf. Berufsleute sagen unverblümt,<br />
dass sie es für ungerecht halten, dass<br />
bei der Wohnungsvermietung in der Regel<br />
der Mieter zahlen muss. Eigentlich müsste<br />
die Provision geteilt werden, denn beide Seiten<br />
profitierten vom Service. Schick hält das<br />
Provisionssystem nicht für den wesentlichen<br />
Grund. «Die Mieterprovision gibt es doch nur<br />
noch in nachfrageintensiven Städten. Ansonsten<br />
hat sich das doch komplett gedreht.»<br />
Quelle: «Immobilien Zeitung», 2. Oktober <strong>2008</strong>.<br />
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immobilia November <strong>2008</strong> 23
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Pellets und Heizöl. Das beweist der Quervergleich der Grenzwerte in der neuen<br />
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Aktuell<br />
Baubewilligungen<br />
Die Mär von den langen Verfahren<br />
Im Immo-Monitoring 2009/1 gehen Wüest & Partner unter anderem der Frage<br />
nach, ob Baubewilligungsverfahren in der Schweiz langwieriger geworden<br />
sind. Das Ergebnis überrascht.<br />
Red. – In der Schweiz existieren 26 autonome<br />
Planungs- und Baugesetze, die das Baubewilligungsverfahren<br />
regeln. Neben unterschiedlichen<br />
Abläufen in den einzelnen Kantonen<br />
finden sich auch verschiedene<br />
Begrifflichkeiten, Verfahrensarten und Behördenbezeichnungen.<br />
In allen Kantonen<br />
sind aber letztlich die kommunalen Baubehörden<br />
vor Ort für das Verfahren und die Erteilung<br />
der Baubewilligung zuständig. Das<br />
Einreichen eines Baugesuches ist grundsätzlich<br />
ein standardisierter Prozess. Es liegt im<br />
Interesse des Bauherrn, möglichst rasch<br />
In der politischen Diskussion ist die Dauer<br />
der Baubewilligungsverfahren ein Dauerbrenner.<br />
Dabei gilt es allerdings zu unterscheiden<br />
zwischen der Zeitdauer bis zur Er-<br />
Baubewilligungsverfahren<br />
dauern nicht länger<br />
als früher. Im Bild ein<br />
Bauprojekt des<br />
Landesmuseums in<br />
Zürichs Platzspitzpark.<br />
eine rechtsgültige Baubewilligung zu erhalten,<br />
da er (auch) während der Planungs- und<br />
Baubewilligungsphase die Finanzierungskosten<br />
zu tragen hat. Je zügiger die Baubewilligung<br />
vorliegt, desto rascher kann ein geplanter<br />
Bau Erträge generieren. Zudem<br />
bringt ein positiver Entscheid Planungssicherheit<br />
für den Investor.<br />
teilung der Baubewilligung und jener bis zur<br />
Baufreigabe. Denn wenn Einsprachen oder<br />
Rekurse geltend gemacht werden, verzögert<br />
sich der Baubeginn zusätzlich. Politische<br />
Forderungen bezüglich der Baubewilligungsverfahren<br />
zielen häufig auf eine Verfahrensbeschleunigung<br />
bei Baurekursen ab und<br />
eher selten auf die Verkürzung der Dauer<br />
des ordentlichen Verfahrens.<br />
Ein hartnäckiges Gerücht<br />
Es liegt auf der Hand, dass die Dauer eines<br />
Baubewilligungsverfahrens von der geplanten<br />
Immobilie, deren Komplexität und<br />
den Rahmenbedingungen vor Ort abhängt.<br />
So unterscheidet sich das Baubewilligungsverfahren<br />
für ein Einfamilienhaus wesentlich<br />
von einem Bewilligungsverfahren beim Bau<br />
eines Einkaufszentrums, sowohl bezüglich<br />
des Zeitbedarfs als auch hinsichtlich der<br />
Komplexität des Verfahrens. Prüfungstiefe<br />
und -breite differieren in der Regel markant,<br />
wobei eine Vielzahl von Aspekten eine Rolle<br />
spielen kann, wie beispielsweise Altlasten,<br />
Grundwasserschutz, Natur- und Heimatschutz,<br />
Strassenbau, Verkehrskonzepte, Vorschriften<br />
zum Bauen ausserhalb von Bauzonen<br />
und viele andere mehr. Um die Dauer<br />
eines einzelnen Baubewilligungsverfahrens<br />
korrekt beurteilen zu können, sind neben<br />
der Art der geplanten Bauten auch diese Aspekte<br />
gebührend zu würdigen.<br />
Aus genereller Sicht wird die durchschnittliche<br />
Dauer von Baubewilligungsverfahren<br />
5<br />
Einfamilienhäuser Mehrfamilienhäuser Geschäftsgebäude Übriger Hochbau<br />
Durchschnittliche<br />
Dauer der Baubewilligungsverfahren<br />
nach<br />
Nutzung (in Monaten)<br />
4<br />
3<br />
2<br />
1<br />
94 96 98 00 02 04 06 94 96 98 00 02 04 06 94 96 98 00 02 04 06 94 96 98 00 02 04 06<br />
Neubau<br />
Umbau<br />
Quellen: Baublatt Info-Dienst; Wüest & Partner<br />
immobilia November <strong>2008</strong> 25
Aktuell<br />
1.0<br />
0.8<br />
0.6<br />
LUTGVD<br />
0.4<br />
0.2<br />
Einfamilienhäuser Mehrfamilienhäuser Geschäftsgebäude Übriger Hochbau<br />
BSZG<br />
5.0<br />
5.0<br />
0.5<br />
GL<br />
NW<br />
ZH<br />
GE<br />
AG BLSZ<br />
TI<br />
OW<br />
ARBEGRSHUR<br />
AISGSO<br />
FRNEVS<br />
JU<br />
4.0<br />
3.0<br />
2.0<br />
1.0<br />
GE: 10 Monate, 5.5 Mio.<br />
SH<br />
ZH<br />
SG<br />
SO<br />
TGVD<br />
TI LUGR<br />
UR<br />
GL NW<br />
OW<br />
AI<br />
BS<br />
AGZG<br />
AR<br />
BE<br />
VS<br />
NE<br />
JU<br />
BLSZ<br />
FR<br />
4.0<br />
3.0<br />
2.0<br />
1.0<br />
BS: 6.4 Mio.<br />
ZH<br />
TI NW BL<br />
TG VD<br />
SH AG<br />
S0<br />
LUSG<br />
GR<br />
SZ<br />
GL VS<br />
NE<br />
UR<br />
AI FR<br />
OW<br />
JU ARBE<br />
GE: 7 Monate<br />
ZG 0.4<br />
0.3<br />
LU<br />
SH<br />
GE<br />
URTGSGNWBEAI<br />
ZH<br />
0.2<br />
SZ<br />
0.1<br />
BS: 1.0 Mio.<br />
ZG<br />
JU<br />
OWGR FR<br />
VD<br />
TI AG<br />
GL AI<br />
NESOVS<br />
BL<br />
Dauer der Bewilligungsverfahren<br />
(in<br />
Monaten, untere<br />
Skala) und Investitionsvolumen<br />
(Neubau, Median,<br />
in Mio. CHF, linke<br />
Skala) nach<br />
Kantonen<br />
(1994 – 2007)<br />
1 2 3 4 5 1 2 3 4 5 1 2 3 4 5 1 2 3 4 5<br />
Quellen: Baublatt Info-Dienst; Wüest & Partner<br />
stark beeinflusst von der Höhe der Bauinvestitionen.<br />
Je höher das geplante Investitionsvolumen,<br />
desto länger dauern in der<br />
Regel die Bewilligungsverfahren. Der Grund<br />
liegt darin, dass ein grosses Bauvolumen in<br />
der Regel mehr Komplexität mit sich bringt,<br />
was Zusatzabklärungen und Nebenbewilligungen<br />
beziehungsweise ganz generell einen<br />
höheren Prüfungsaufwand nach sich<br />
zieht.<br />
Quelle: «Immo-Monitoring» 2009: Herbstausgabe,<br />
198 Seiten, deutsch, zum Preis<br />
von 390 CHF zu beziehen bei: Wüest &<br />
Partner AG, Gotthardstrasse 6, 8002 Zürich,<br />
Fax 044 289 90 01 oder www.wuestundpartner.com/immo_monitoring.<br />
Gekennzeichnet durch Stabilität<br />
Die Analyse zeigt, dass die Dauer der Baubewilligungsverfahren<br />
im Zeitverlauf ausserordentlich<br />
stabil ist. Das gilt insbesondere<br />
auch bezüglich konjunktureller Einflüsse:<br />
Ein Gesuchsteller kann nicht erwarten, dass<br />
in einer wirtschaftlichen Flautephase eine<br />
Baubewilligung rascher erteilt wird als bei<br />
einem Grossandrang in einer Hochkonjunkturphase.<br />
So schwankt die durchschnittliche<br />
Verfahrensdauer seit 13 Jahren nur<br />
wenig um die Marke von drei Monaten, die<br />
Mediandauer liegt konstant bei zwei Monaten.<br />
Weiter zeigen sich über den untersuchten<br />
Zeitraum hinweg keine wesentlichen<br />
strukturellen Verschiebungen hinsichtlich<br />
der Bewilligungsdauer. Auch wenn<br />
die Prüfungstiefe und -breite in den letzten<br />
Jahrzehnten zugenommen haben – unter<br />
anderem bedingt durch Energienachweise<br />
und verschärfte Umweltschutzauflagen –,<br />
hat sich diese Entwicklung nicht negativ auf<br />
die mittleren Bewilligungsdauern ausgewirkt.<br />
78% aller Baugesuche wurden zwischen<br />
1994 und 2007 innerhalb von drei<br />
Monaten behandelt, innerhalb von sechs<br />
Monaten waren es deren 94%. Neubaugesuche<br />
dauern erwartungsgemäss etwas<br />
länger als solche für Umbauten. Trotz möglicherweise<br />
erschwerender Faktoren beim<br />
Umbau, wie Altlasten oder Denkmalschutz,<br />
erlangen Umbau- und Erweiterungsprojekte<br />
im Mittel schneller eine Baubewilligung als<br />
Neubauprojekte.<br />
Per saldo konstante Verfahrensdauern<br />
Die hohe Kontinuität bei der Dauer der Baubewilligungsverfahren<br />
vermag angesichts<br />
der wenig flexiblen gesetzlichen und institutionellen<br />
Rahmenbedingungen nicht wirklich<br />
zu erstaunen. Allerdings bedeutet dies<br />
nicht, dass sich im betrachteten Zeitraum<br />
keine Veränderungen bezüglich der Effizienz<br />
von Baubewilligungsverfahren ergeben<br />
hätten. Vielmehr dürften die auf der einen<br />
Seite erzielten Effizienzgewinne auf der an-<br />
deren Seite durch immer aufwändigere und<br />
komplexere Verfahren kompensiert worden<br />
sein, woraus die beobachtete Stabilität der<br />
Verfahrensdauer resultierte. Schliesslich ergeben<br />
sich je nach Blickwinkel unterschiedliche<br />
Antworten auf die Frage, ob die entsprechenden<br />
Bewilligungsverfahren hinreichend<br />
effizient über die Bühne gehen. Der<br />
subjektive Eindruck von immer schlimmer<br />
werdenden bürokratischen Prozessen und<br />
immer längeren Verfahrensdauern lässt<br />
sich durch die vorliegende Untersuchung<br />
definitiv nicht bestätigen.<br />
Standort spielt eine zentrale Rolle<br />
Am wenigsten lang warten die Investoren<br />
im Kanton Glarus auf eine Baubewilligung,<br />
am längsten im Kanton Genf. Das gilt für<br />
alle Nutzungen. Ebenfalls zu den speditiven<br />
Kantonen gehören Obwalden, Nidwalden,<br />
Uri und Schaffhausen, während<br />
Basel-Stadt und Basel-Land, aber auch Zug<br />
und Schwyz für die meisten Nutzungen<br />
eine eher lange Baubewilligungsdauern<br />
kennen. Diese Differenzen lassen sich teilweise<br />
mit unterschiedlichen institutionellen<br />
Rahmenbedingungen erklären. Die<br />
Untersuchung nach Gemeindetypen zeigt<br />
kaum Unterschiede: In der Tendenz lässt<br />
sich ein Stadt-Land-Muster ausmachen<br />
– je urbaner der Charakter einer Gemeinde,<br />
desto länger dauert im Mittel das Bewilligungsverfahren.<br />
26 immobilia November <strong>2008</strong>
Aktuell<br />
Raumplanung<br />
Bauzonenreserven zu gross<br />
Gemäss der ersten landesweiten Bauzonenstatistik des Bundesamts für<br />
Raumentwicklung (ARE) gibt es heute knapp 227 000 Hektaren Bauzonen.<br />
Ungefähr ein Viertel davon ist noch nicht überbaut. Eine Expertenstudie<br />
zeigt zudem, dass die Bauzonenreserven zu gross sind Bauzonen und Schweiz sich oft nicht<br />
dort befinden, wo die künftige Nachfrage erwartet wird.<br />
Abbildung 32 Aktuelle Bauzonenreserven und zukünftige Nachfrage nach<br />
Bauzonenfläche, Wohnnutzung<br />
Anmerkung: Differenz zwischen aktuellen Bauzonenreserven und der im Zeitraum 2005 - 2030 zu erwartenden<br />
Nachfrage nach Bauzonenfläche für Wohnnutzung, nach Gemeinde in Hektaren.<br />
Quelle: Bauzonenstatistik ARE <strong>2008</strong>, Berechnungen Fahrländer Partner; Kartengrundlage BFS Geostat/swisstopo.<br />
Wohnnutzung:<br />
aktuelle Bauzonenreserven<br />
und zukünftige<br />
Nachfrage nach<br />
Bauzonenfläche<br />
planung hält fest, dass die Grösse der Bauzonen<br />
auf den zu erwartenden Bedarf der<br />
nächsten 15 Jahre abzustimmen ist, wobei<br />
dies als Obergrenze zu verstehen ist. Bei<br />
Vergrösserung der Bauzonen hat zudem<br />
eine umfassende Interessensabwägung unter<br />
Beachtung aller Ansprüche auf den Boden<br />
stattzufinden. Bei der Abschätzung des<br />
zukünftigen Angebots an Bauzonenfläche ist<br />
daher der raumplanerischen Praxis Rechnung<br />
zu tragen.<br />
Räumlich unterschiedliche Nachfrage<br />
nach Bauzonenfläche<br />
Die wichtigsten Einflussfaktoren auf die<br />
Nachfrage nach Bauzonenfläche sind die<br />
Nachfrage nach Wohnfläche von Seiten der<br />
Haushalte sowie die Nachfrage nach Arbeitsfläche<br />
von Seiten der Wirtschaft. Rund 70%<br />
des untersuchten Bauzonenbestands fallen<br />
in den Bereich Wohnnutzung, 30% in den Bereich<br />
Arbeitsnutzungen. Betrachtet man nur<br />
die bereits überbauten Bauzonen (150 700<br />
Hektaren), so beträgt der Anteil der Wohnnutzungen<br />
sogar 75%.<br />
Red. – Bereits im Raumentwicklungsbericht<br />
2005 hat das Bundesamt für Raumentwicklung<br />
(ARE) die Frage aufgeworfen, ob sich<br />
die Bauzonenreserven an jenen Orten befinden,<br />
wo der Baulandbedarf am grössten sein<br />
wird und eine Zunahme der Überbauung als<br />
zweckmässig erachtet werden kann. In Ermangelung<br />
von ausreichend detaillierten<br />
Daten zu den Bauzonenreserven war eine<br />
Beantwortung dieser Frage bisher schwierig.<br />
Mit der Bauzonenstatistik Schweiz des ARE<br />
sowie den Analysen zu den unüberbauten<br />
Bauzonen stehen nun Informationen zur Verfügung,<br />
welche Auskunft über die räumliche<br />
Verteilung der Bauzonen sowie der bestehenden<br />
Reserven an Bauzonenfläche landesweit<br />
auf Ebene der Gemeinden geben.<br />
Daraufhin hat das ARE Fahrländer Partner<br />
damit beauftragt, im Rahmen einer Studie<br />
folgende vier Leitfragen zu beantworten:<br />
– Sind die Bauzonen in der Schweiz zu<br />
gross?<br />
– Sind die Bauzonen am richtigen Ort?<br />
– Wie gross müssten die Bauzonen in der<br />
Schweiz sein?<br />
– Wo müssten die Bauzonen sein?<br />
Durch einen Vergleich der heute verfügbaren<br />
Bauzonenreserven mit der in der Zukunft zu<br />
erwartenden Nachfrage nach Bauzonenfläche<br />
lassen sich die vier Leitfragen beantworten.<br />
Grosses Angebot an Bauzonenfläche<br />
Heute gibt es in der Schweiz knapp 227 000<br />
Hektaren Bauzonen. Die unüberbaute Bauzonenfläche<br />
beträgt insgesamt 37 800 Hektaren,<br />
wovon 21 500 Hektaren auf Flächen<br />
für Wohnnutzungen und 16 300 Hektaren auf<br />
Flächen für Arbeitsnutzungen entfallen.<br />
Zusätzlich zu den unüberbauten Bauzonenflächen<br />
bestehen in den bereits überbauten<br />
Bauzonen erhebliche innere Reserven (Nutzungspotenziale<br />
auf Grund von nicht voll<br />
ausgenützten Parzellenflächen). Das ARE<br />
schätzt nach Auswertung verschiedener<br />
Fahrländer Partner 34<br />
Studien, dass in den nächsten 20 Jahren<br />
nutzbare Reserven in Höhe von rund 107<br />
Mio. Quadratmetern Geschossfläche zur Verfügung<br />
stehen. Dies entspricht einer bauzonenäquivalenten<br />
Fläche (BZA) von 15 000<br />
Hektaren.<br />
Im Rahmen von Zonenplanrevisionen haben<br />
die Gemeinden die Möglichkeit, durch Einzonung<br />
und Aufzonung (Erhöhung der zulässigen<br />
Nutzungsdichte) neue Reserven zu<br />
schaffen. Das Bundesgesetz über die Raum-<br />
Die zukünftige Entwicklung der Nachfrage<br />
nach Bauzonenfläche ist damit abhängig<br />
vom Bevölkerungs- und Wirtschaftswachstum<br />
bzw. von der Beschäftigungsentwicklung.<br />
Zu beachten sind dabei die sich ändernden<br />
Ansprüche der Haushalte an den<br />
Wohnraum: So war in der Vergangenheit ein<br />
Anstieg der durchschnittlichen Wohnfläche<br />
pro Haushalt festzustellen, während die<br />
Grundstückfläche bei Einfamilienhäusern<br />
eine rückläufige Tendenz aufwies. Ebenso ist<br />
zu berücksichtigen, dass einerseits die Beschäftigungsentwicklung<br />
je nach Branche<br />
unterschiedlich ausfällt, und andererseits<br />
nicht für jeden Arbeitsplatz eine Fläche in<br />
identischer Grösse benötigt wird.<br />
Die Ermittlung der räumlichen Verteilung<br />
der zukünftigen Nachfrage basiert auf den<br />
kantonalen Bevölkerungsperspektiven des<br />
Bundesamtes für Statistik (BFS), wobei zusätzlich<br />
dem Gesichtspunkt der Erreichbarkeit<br />
Rechnung getragen wurde. Raumplanerische<br />
Gesichtspunkte wurden nicht berücksichtigt.<br />
Modellberechnung auf Basis der<br />
bisherigen Entwicklung<br />
Zur Beantwortung der vier Leitfragen wurden<br />
aus neun möglichen, fünf verschiedene<br />
immobilia November <strong>2008</strong> 27
Aktuell<br />
Bauzonen Schweiz<br />
Abbildung 30 Reserven und Nachfrage nach Kanton, in Hektaren<br />
aus. Auf Basis dieser Szenarien wurden Modellrechnungen<br />
durchgeführt, auf deren Ergebnissen<br />
die Antworten auf die vier Leitfragen<br />
beruhen.<br />
Sind die Bauzonen in der Schweiz zu<br />
gross?<br />
Die aktuell verfügbaren Bauzonenreserven<br />
(unüberbaute Bauzonen und innere Reserven)<br />
belaufen sich auf 52 800 Hektaren, wovon<br />
32 500 Hektaren für Wohnnutzungen<br />
und 20 400 Hektaren für Arbeitsnutzungen<br />
verfügbar sind. Die Nachfrage nach Bauzonenfläche<br />
im Zeitraum 2005 bis 2030 wird<br />
mit 27 300 Hektaren (23 600 Hektaren Wohnnutzung,<br />
3700 Hektaren Arbeitsnutzung)<br />
veranschlagt. Die aktuell verfügbaren Bauzonenreserven<br />
sind damit deutlich grösser als<br />
die zukünftige Nachfrage nach Bauzonenfläche.<br />
Sind die Bauzonen am richtigen Ort?<br />
Mit Blick auf die Differenz zwischen den aktuell<br />
verfügbaren Bauzonenreserven und der<br />
zukünftigen Nachfrage nach Bauzonenfläche<br />
für Wohnnutzung wird deutlich, dass insbesondere<br />
in den Agglomerationen der Grosszentren<br />
und entlang der Hauptverkehrsachsen<br />
– namentlich der Autobahnen – in vielen<br />
Gemeinden die heute bestehenden Reserven<br />
nicht ausreichen, um die zu erwartende<br />
Nachfrage zu decken. Im Gegensatz zu diesen<br />
Regionen sind die Bauzonen in den abseits<br />
der Zentren gelegenen Gemeinden<br />
mehrheitlich grösser, als es auf Grund der zu<br />
erwartenden Nachfrage nötig wäre, und<br />
Wohnnutzung: Reserve und Nachfrage nach scheinen daher grösser zu sein, als gemäss<br />
Anmerkung: Total der Reserven und Nachfrage 2005 – 2030 nach Kanton, in Hektaren.<br />
Kantonen, in Hektaren<br />
Quelle: Bauzonenstatistik ARE <strong>2008</strong>, Berechnung Fahrländer Partner <strong>2008</strong>. Raumplanungsgesetz vorgesehen.<br />
Die Auswertung zeigt, dass in den meisten Kantonen die Nachfrage mit den aktuellen<br />
Reserven bis weit über das Jahr 2030 gedeckt Begründen werden kann. lässt In sich in dieser den Kantonen Unterschied Zürich, einerseits<br />
2030 zu damit, erwartende dass in den Nachfrage Agglomerationen die aktuell<br />
Bern, Szenarien Schwyz, ausgewählt, Zug und die Genf sowohl übersteigt auf der die bis<br />
verfügbaren Bauzonenreserven jedoch deutlich. Insgesamt erscheinen die Reserven in<br />
Nachfrage- als auch auf der Angebotsseite der Grosszentren in Zukunft das höchste Bevölkerungswachstum<br />
durch die Ergebnisse und auf damit Ebene auch der die Ge-<br />
den urbanen Regionen eher zu klein, während sie in den ländlich geprägten Gebieten in<br />
der die Regel Bandbreite tendenziell der möglichen zu gross Entwicklungen<br />
sind. Dies wird<br />
meindetypen abdecken. Die bestätigt. Szenarien unterscheiden sich<br />
einerseits in Bezug auf die Bevölkerungsund<br />
Beschäftigtenentwicklung und auf das<br />
Verhalten der Nachfrager. Andererseits werden<br />
bezüglich des zukünftigen Angebots an<br />
Fahrländer Partner 32<br />
Bauzonenfläche unterschiedliche raumplanerische<br />
Rahmenbedingungen abgebildet.<br />
Das wichtigste Szenario (Raumplanung wie<br />
bisher/Nachfrageszenario «Trend») unterstellt<br />
sowohl für die Bevölkerungs- und Wirtschaftsentwicklung<br />
als auch für die Entwicklung der<br />
übrigen Einflussgrössen (Wohnfläche, Grundstückfläche,<br />
usw.) ein Trendwachstum. Die<br />
Entwicklung des zukünftigen Angebots an<br />
Bauzonenfläche geht von einer Weiterführung<br />
der bisherigen raumplanerischen Praxis<br />
grösste Nachfrage nach Bauzonenflächen<br />
für Wohnnutzungen erwartet wird. In den<br />
Zentren und deren Agglomerationen ist ausserdem<br />
ein Grossteil der Arbeitsplätze angesiedelt.<br />
Ein Wachstum der Beschäftigung<br />
führt in diesen Gemeinden tendenziell zu<br />
einem stärkeren Anstieg der Nachfrage nach<br />
Arbeitsflächen als in Gemeinden mit einer<br />
geringen Zahl von Arbeitsplätzen. Die Erreichbarkeit<br />
dieser Arbeitsplätze ist zudem<br />
ein wichtiges Kriterium für die Haushalte bei<br />
der Wahl des Wohnorts: Je kürzer die Fahrzeit<br />
zum Zentrum, desto höher die Nachfrage<br />
nach Bauzonenfläche. Dies erklärt die<br />
überdurchschnittliche Nachfrage entlang<br />
der Verkehrsachsen.<br />
Andererseits ist der Anteil der Bauzonenreserven<br />
an der Gesamtfläche der Bauzonen in<br />
den ländlichen Regionen meist bedeutend<br />
höher als in den städtischen Gebieten. Die<br />
räumliche Verteilung der aktuell verfügbaren<br />
Bauzonenreserven stimmt im Bereich Wohnnutzung<br />
also nicht mit der Verteilung der zukünftigen<br />
Nachfrage überein. Im Bereich Arbeitsnutzung<br />
sind die Bauzonenreserven mit<br />
Ausnahme einer kleinen Zahl von Gemeinden<br />
– namentlich der Stadt Basel – gross genug,<br />
um die erwartete Nachfrage zu decken.<br />
Wo müssten die Bauzonen sein?<br />
Aus ökonomischer Sicht sollten die Bauzonen<br />
dort sein, wo eine Nachfrage nach Bauzonenfläche<br />
existiert. Um die Zersiedelung<br />
zu bremsen, sollten die Bauzonen aus raumplanerischer<br />
Sicht in Gebieten liegen, die bereits<br />
heute eine hohe Siedlungsdichte aufweisen.<br />
Aus verkehrspolitischer Sicht sollten<br />
die Bauzonen möglichst nahe bei den Arbeitsplätzen<br />
und dem Freizeitangebot liegen<br />
sowie möglichst gut mit dem öffentlichen Bauzonen<br />
Verkehr erschlossen sein, um die Belastung<br />
Abbildung 31 Reserven und Nachfrage nach Gemeindetypen, in Hektaren<br />
Wohnnutzung: Reserve und<br />
Nachfrage nach Gemeindetypen,<br />
in Hektaren<br />
28 immobilia November <strong>2008</strong><br />
Anmerkung: Total der Reserven und Nachfrage 2005 – 2030 nach Kanton, in Hektaren.<br />
Quelle: Bauzonenstatistik ARE <strong>2008</strong>, Berechnung Fahrländer Partner <strong>2008</strong>.<br />
In den Grosszentren und deren Agglomerationen kann die Nachfrage mit den verf
Aktuell<br />
Bauzonen Schweiz<br />
Abbildung 35 Reserven und Nachfrage nach Kanton, in Hektaren<br />
geschaffen werden. Es ist davon auszugehen,<br />
dass aus raumplanerischer Sicht unerwünschte<br />
Effekte auftreten, wenn die Nachfrage<br />
nicht dort befriedigt werden kann, wo<br />
sie auftritt. Wer mangels verfügbaren Wohnraums<br />
vom Zentrum in die Peripherie ausweichen<br />
muss, hat nicht nur einen längeren<br />
Arbeitsweg in Kauf zu nehmen, sondern konsumiert<br />
in der Regel auch mehr Wohnfläche.<br />
Arbeitsnutzung: Reserve und Nachfrage nach<br />
Kantonen, in Hektaren<br />
Anmerkung: Total der Reserven und Nachfrage 2005 – 2030 nach Kanton, in Hektaren.<br />
Quelle: Bauzonenstatistik ARE <strong>2008</strong>, Berechnung Fahrländer Partner <strong>2008</strong>.<br />
Bei einer Fortführung der gängigen Praxis<br />
bei Zonenplanrevisionen, d. h. bei Einzonungen,<br />
die sich insbesondere an der Nachfrage<br />
orientieren, zeigen die Modellrechnungen,<br />
dass bis ins Jahr 2030 in den Agglomerationen<br />
der Grosszentren zusätzliche<br />
Reserven geschaffen werden, die in ihrer<br />
Ausdehnung den heutigen Reserven entsprechen.<br />
Nicht nur in den zentralen Lagen,<br />
sondern auch in eher peripher gelegenen<br />
Gemeinden werden gemäss Modell durch<br />
Einzonung bzw. Verdichtung neue Reserven<br />
geschaffen. Insgesamt beziffert das Modell<br />
die bis 2030 eingezonte Fläche auf rund<br />
12 600 Hektaren, die durch Verdichtung geschaffenen<br />
Reserven auf eine bauzonenäquivalente<br />
Fläche von 1200 Hektaren.<br />
Zur Schaffung dieser Reserven stehen in der<br />
Praxis jedoch verschiedene Möglichkeiten<br />
zur Verfügung. Zusätzlich zu den in der Studie<br />
berücksichtigten inneren Reserven können<br />
längerfristig noch weitere innere Reserven<br />
ausgenützt werden, Industriebrachen<br />
umgenutzt oder nicht benötigte Arbeitszonen<br />
in Wohnzonen umgezont werden. Die<br />
Schaffung neuer Bauzonen auf Vorrat dürfte<br />
dagegen mit nicht erwünschten Auswirkungen<br />
auf die Siedlungsqualität auch in den<br />
Zentren verbunden sein.<br />
Auf Ebene der Gemeindetypen ist keine Diskrepanz zwischen Nachfrage und Angebot<br />
festzustellen. durch den motorisierten Sowohl in Individualverkehr den Zentren und zu ihren Agglomerationen als auch in den ländlichen<br />
minimieren. Gemeinden Zur Schonung sind die Reserven und Erhaltung insgesamt der gross genug, um die Nachfrage nach Bauzonenfläche<br />
im Bereich Arbeitsnutzung zu decken.<br />
Natur- und Erholungsräume sollten die Bauzonen<br />
aus umweltpolitischer Sicht möglichst Diese Frage kann nicht abschliessend beant-<br />
Wie gross müssten die Bauzonen sein?<br />
weit von diesen Gebieten entfernt liegen.<br />
Verdichtung und Ausdehnung von Siedlungsgebieten<br />
können aber auch gewachsene<br />
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Quartierstrukturen und damit die Wohnqualität<br />
der Bewohnerschaft<br />
Fahrländer Partner 36<br />
beeinflussen.<br />
wortet werden. Grundsätzlich sollten die Reserven<br />
der zu erwartenden Nachfrage angepasst<br />
werden. Unter der Voraussetzung,<br />
dass die inneren Reserven ausgenützt werden,<br />
würde dies eine Reduktion der unüberbauten<br />
Bauzonen von heute 37 800 Hektaren<br />
auf rund 26 000 Hektaren bedeuten. Eine<br />
Auszonung in diesem Umfang ist jedoch aus<br />
verschiedenen Gründen kaum praktikabel.<br />
Einerseits muss das Angebot an Bauzonenfläche<br />
leicht grösser sein als die Nachfrage,<br />
um ein Funktionieren des Baulandmarkts zu<br />
ermöglichen. Andererseits sind Auszonungen<br />
für die Gemeinden unter Umständen<br />
mit Entschädigungszahlungen an die Grundeigentümer<br />
verbunden, die für viele Gemeinden<br />
schwerlich tragbar sein dürften.<br />
Werden aber keine Auszonungen vorgenommen,<br />
so wird die Bauzonenfläche auf Grund<br />
der räumlichen Differenzen zwischen Angebot<br />
und Nachfrage weiter steigen, da in den<br />
stark nachgefragten Gemeinden die Bauzonen<br />
durch Einzonungen ausgedehnt werden.<br />
Falls es das Ziel ist, die landesweite Bauzonenfläche<br />
zu begrenzen oder gar einzufrieren,<br />
werden Mechanismen benötigt, mit denen<br />
eine Verschiebung von nicht benötigten<br />
Bauzonen an jene Orte möglich wird, an denen<br />
die Bauzonenreserven knapp werden.<br />
Sofern die Begrenzung der Bauzonenfläche<br />
nicht das Ziel ist, sondern Einzonungen an<br />
den stark nachgefragten Standorten möglich<br />
sind, so stellt sich die Frage nach der Notwendigkeit<br />
solcher Mechanismen. Falls<br />
nämlich keine Nachfrage nach gewissen<br />
Bauzonenflächen – beispielsweise in peripheren<br />
Gebieten – besteht, werden diese<br />
wohl aus Renditeüberlegungen auch nicht<br />
überbaut.<br />
Quelle: Bundesamt für Raumplanung (Hrsg.):<br />
«Bauzonen Schweiz – Wie viele Bauzonen braucht<br />
die Schweiz?» Schlussbericht 10. Oktober <strong>2008</strong>.<br />
Angesichts der verschiedenen Ansprüche an<br />
die räumliche Verteilung der Bauzonen kann<br />
diese Leitfrage im Rahmen dieser Studie<br />
nicht beantwortet werden. Die Gewichtung<br />
der einzelnen Ansprüche und damit die Festlegung<br />
der räumlichen «Wunschverteilung»<br />
der Bauzonen muss letztlich durch die Gesellschaft<br />
erfolgen. Da die aktuellen Bauzonenreserven<br />
in den zentral gelegenen Gemeinden<br />
in vielen Fällen knapp werden,<br />
sollten in diesen Gemeinden neue Reserven<br />
Dank grösserem Erfahrungsschatz<br />
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immobilia November <strong>2008</strong> 29
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Im Bild die<br />
Altstadt von Zug<br />
(Bild: swiss-image.ch)<br />
Die Verschiebung der Kaufkraft<br />
Zentrales Element im Spiel um Zentralität<br />
und Bedeutung ist die Verschiebung der<br />
Kaufkraft, die sich von der Altstadt hin zum<br />
Bahnhof und von da in die Peripherie fortsetzt.<br />
Die Entwicklung ist noch nicht zu<br />
Ende und wird weitere Spuren hinterlassen,<br />
die die kleineren Orte heute schon spüren.<br />
In vielen Fällen ist fast der komplette Wegfall<br />
der Handels- und Dienstleistungsnutzung<br />
zu beklagen, mit entsprechenden Folgen<br />
für das Lebensgefühl und die Stabilität<br />
der Kernzone.<br />
Red. – Die historischen Zentren der<br />
kleineren und mittleren Städte der Schweiz<br />
erfahren zur Zeit einen grundlegenden<br />
Strukturwandel. Der Wegfall der Geschäftsnutzung<br />
und damit oft verbunden der Einbruch<br />
der wirtschaftlichen Grundlage der<br />
Liegenschaften stellt Private und öffentliche<br />
Hand vor massive Probleme. Die einhergehende<br />
Destabilisierung bringt Gefahren<br />
von Wertezerfall und sozialen Spannungen<br />
mit sich. Es hat sich gezeigt, dass<br />
ein aktives Vorgehen seitens der öffentlichen<br />
Hand einem Laisser-faire vorzuziehen<br />
ist. Durch die frühzeitige Einbindung<br />
aller Akteure lassen sich zum Teil schwer<br />
reversible Folgen vermindern. Dabei<br />
kommt der Wohnnutzung in der Altstadt<br />
eine zentrale Bedeutung zu.<br />
Wandel im Stadtbild<br />
Das typische Schweizer Stadtzentrum hat<br />
sich auch in den letzten hundertfünfzig Jah-<br />
ren mehrmals verändert. Der entscheidende<br />
Umbruch kam in den 60er und 70er<br />
Jahren, als die alten Kernzonen aus ihren<br />
Nähten zu platzen begannen. Die Kombination<br />
aus Platzmangel in der Altstadt, neuen<br />
Detailhandelsstrukturen (Grossverteiler<br />
etablierten sich) und verfügbaren Raumreserven<br />
beim Bahnhof brachte eine Entwicklung<br />
in Gange, die bis heute anhält. Spürbar<br />
wurde sie zuerst in den Aussenquartieren,<br />
wo das «Lädelisterben» einsetzte. Bäckerei,<br />
Milchladen und Metzgerei fielen dem Wandel<br />
zuerst zum Opfer. Stadtpolitik und Detaillisten<br />
reagierten auf diese Entwicklung<br />
oft mit Protektionismus. Die Grossverteiler<br />
wurden durch entsprechende Bauvorschriften<br />
in ihrer Entwicklung behindert und<br />
nicht in der Altstadt geduldet. Sie bauten in<br />
den Bahnhofquartieren, ausserhalb der historischen<br />
Kerne und zogen wachsende<br />
Kundenströme an. Die Dynamik der räumlichen<br />
Umverteilung nahm ihren Anfang.<br />
Der Detailhandel ist in den kleinen Zentren<br />
bereits arg eingebrochen. Orte mit weniger<br />
als 4000 Einwohnern haben einen Leerstand<br />
von 71%. Auf eine Ladeneröffnung kommen<br />
drei Schliessungen. Die Leerstände wirken<br />
umso bedrohlicher, je grösser und unsensibler<br />
die Schaufensterfronten in die Altstadthäuser<br />
hinein gebrochen wurden. Heute<br />
läuft der Handel in der Altstadt immer<br />
schlechter, und es fehlt zusehends das Geld<br />
für Renovationen am Haus. Viele Häuser weisen<br />
einen hohen Modernisierungs- und Unterhaltsbedarf<br />
auf, das ganze Objekt gerät<br />
wirtschaftlich aus dem Lot. Es kommt zu<br />
Schliessungen, Konkursen, Versteigerungen.<br />
Aus dem blühenden Geschäft samt eigenem<br />
Haus ist ein Kummerberg geworden, der am<br />
Schluss kaum noch etwas einbringt.<br />
Chance Wohnen<br />
Im ganzen Prozess hat sich bisher eine<br />
Grösse als recht stabil erwiesen: Die Nach-<br />
immobilia November <strong>2008</strong> 31
frage nach Wohnraum im Zentrum. Die<br />
Stadtflucht wird kompensiert durch die<br />
neue Lust auf Dichte und Urbanität. Die<br />
Ortszentren werden somit Wohnorte bleiben.<br />
Die Frage stellt sich aber, in welcher<br />
Qualität. Gerade der Niedergang der Geschäftsnutzung<br />
bietet Gefahren. Schnell ist<br />
der Imbiss, der Ramschladen oder das Rotlicht<br />
als Ersatznutzung im Haus; ein Schritt,<br />
der nur momentanen Nutzen bringt, mittelfristig<br />
aber das Quartier abwertet und das<br />
Wohnen erschwert.<br />
Die Aufwertung der Wohnnutzung würde<br />
es erlauben, den wirtschaftlichen Ertrag,<br />
der bisher aus den Erdgeschossen kam,<br />
zum Teil aus den Obergeschossen zu generieren<br />
und so die Liegenschaft zu betreiben,<br />
nach Möglichkeit auch zu renovieren<br />
und aufzuwerten. Gleichzeitig kann mit geringeren<br />
Mieterwartungen in den Ladenflächen<br />
leichter Neues entstehen: von Handwerk<br />
über Kunst bis hin zu Liebhabereien.<br />
Die Stadt ist zwar nicht mehr, was sie einmal<br />
war, aber sie ist intakt, wirtschaftlich<br />
gesichert und kann ihrer Rolle neu finden.<br />
Denn auch die Einkaufsstadt des 20. Jahrhunderts<br />
war nur eine temporäre Erscheinung<br />
in der Chronik dieser Orte.<br />
Das Wohnen bietet eine tragfähige Basis, um<br />
den Wandel zumindest wirtschaftlich aufzufangen.<br />
Unterschiede lassen sich bei der<br />
Grösse der Ortschaft und der Lage in der<br />
Schweiz erkennen. Kleine Orte sind weiter<br />
fortgeschritten im Verlust der Zentrumsnutzungen<br />
und haben mehr Mühe, das Wohnen<br />
zu fördern. Orte in wirtschaftlich bevorzugten<br />
Regionen (Zürich, Zug, Genfersee) haben<br />
zwar die gleichen Phänomene, können<br />
aber andere Wege gehen aufgrund der hohen<br />
Nachfrage nach Wohnraum.<br />
Die Arbeit am Strukturwandel<br />
Gerade die Altstadt mit ihrem hohen Identifikationswert<br />
kann nicht mit einfachen Rezepten<br />
der Modernität angepasst werden. Weder<br />
lassen sich Strukturen schaffen, welche<br />
eine radikale Umkehr ermöglichen, noch<br />
kann die Bausubstanz wirtschaftlich konkurrenzieren<br />
mit der Ausgangslage in anderen<br />
Teilen der Stadt. Der Strukturwandel wird somit<br />
geprägt sein müssen von der Arbeit am<br />
neuen Bild unserer Zentren und Kernzonen,<br />
bevor konkret in eine Richtung gearbeitet<br />
werden kann. Dass das Wohnen kein Ersatz,<br />
aber eine neue Perspektive ist, kann erst<br />
überzeugen, wenn es konkrete Beispiele<br />
dieser neuen Koexistenz im Zentrum gibt.<br />
Bis dahin überwiegen die Ängste und Ansprüche<br />
an einen Zustand, der wohl nicht<br />
mehr herstellbar ist.<br />
Es ist Aufgabe der Politik, der Stadtplanung<br />
und des Stadtmarketings, als erstes kommunikative<br />
Massnahmen zu ergreifen, welche<br />
einen Dialog über das Thema ermöglichen.<br />
Erste Erfahrungen haben gezeigt, dass dies<br />
schwieriger ist als angenommen. Zu oft widersprechen<br />
sich die Vorstellungen, die in<br />
einer vom Strukturwandel betroffenen Zone<br />
anzutreffen sind. Bevor Massnahmen greifen<br />
können, braucht es daher Grundlagenarbeit<br />
und Verständigung.<br />
Quelle: Netzwerk Altstadt: Umfrage zum Strukturwandel<br />
<strong>2008</strong>. www.netzwerk-altstadt.ch<br />
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32 immobilia November <strong>2008</strong>
Aktuell<br />
Facility Management<br />
Standardisierung der<br />
Ausschreibung<br />
Die International Facility Association IFMA Schweiz und die Zentralstelle für<br />
Baurationalisierung CRB haben die Erarbeitung eines Ausschreibungsmodells<br />
im Facility Management begonnen. Ziel ist die Rationalisierung, Transparenz<br />
und Rechtssicherheit in Auftragsvergaben.<br />
Ausschreibungen sollen künftig<br />
dank des Modells von IFMA und<br />
CRB vereinheitlicht werden.<br />
Red. – Die International Facility Management<br />
Association IFMA Schweiz hat im vergangenen<br />
Jahr gemeinsam mit der Schweizerischen<br />
Zentralstelle für Baurationalisierung<br />
CRB das Projekt Prozess- und Leistungsmodell<br />
im Facility Management erfolgreich abgeschlossen.<br />
Auf dieser Grundlage soll jetzt<br />
ein Ausschreibungsmodell für das Facility<br />
Management erarbeitet werden.<br />
Damit wird es in Zukunft möglich sein, auf<br />
der Basis von aktuellen, vergleich- und austauschbaren<br />
Leistungsbeschreibungen, verlässliche<br />
Aussagen zu Kennzahlen und<br />
Benchmarks in der Bewirtschaftung zu erhalten.<br />
Die Standardbeschreibungstexte im<br />
Bereich der Gebäudenutzung bauen auf<br />
den CRB-Standards auf, die bereits in den<br />
früheren Phasen, insbesondere den Phasen<br />
Ausschreibung und Realisierung, zur An-<br />
wendung gelangen. Mit diesem Vorhaben<br />
wollen die Projektträger einen wichtigen<br />
Beitrag zur Rationalisierung, zur Steigerung<br />
der Transparenz und letztlich zur Erhöhung<br />
der Rechtssicherheit über den gesamten<br />
Lebenszyklus eines Bauobjekts leisten.<br />
Das Prozess-/Leistungsmodell im Facility<br />
Management erlaubt dem Facility Manager,<br />
eine klare Strategie zur Bewirtschaftung<br />
von Immobilien aufzubauen, umzusetzen<br />
und präzise zu kommunizieren. Es<br />
wurde von der International Facility<br />
Management Association IFMA Schweiz<br />
gemeinsam mit der Schweizerischen<br />
Zentralstelle für Baurationalisierung CRB<br />
unter der Projektleitung von Rene Sigg<br />
erstellt und dient nun als Basis für die<br />
Erarbeitung eines Ausschreibungsmodells<br />
im Facility Management. Mit diesem Vorhaben<br />
wollen die Projektträger CRB, IFMA<br />
Schweiz und Projektpartner aus der FM-<br />
Branche eine Grundlage schaffen, die der<br />
Rationalisierung, der Steigerung der Transparenz<br />
und letztlich der Erhöhung der<br />
Rechtssicherheit dient. Insbesondere soll<br />
ein einheitliches, für alle Beteiligten verbindliches<br />
Modell für die Ausschreibung<br />
von Leistungen im Facility Management<br />
entstehen, und zwar unter Einbezug der<br />
laufenden Entwicklungsarbeiten im relevanten<br />
Umfeld. Die Besteller und Erbringer<br />
von Leistungen sollen diese effizient und<br />
transparent beschreiben, kalkulieren und<br />
abrechnen können. Voraussetzung dafür<br />
ist, dass sämtliche Leistungen einschliesslich<br />
Nutzungskostenstruktur erfasst sind.<br />
Ausserdem ist sicherzustellen, dass der<br />
reibungslose Datenaustausch sowie die<br />
Erweiterbarkeit des Modells in Bezug auf<br />
objektspezifische Aspekte und Leistungen<br />
gewährleistet sind. Bis 20<strong>11</strong> sollen Entwicklung,<br />
Expertisen und die Pilotphase<br />
abgeschlossen sein und die Angebote<br />
allen Interessierten zur Verfügung stehen.<br />
Weitere Informationen:<br />
René Sigg, rene.sigg@ifma.ch<br />
Notizen aus dem Alltag eines<br />
Bauherrenberaters<br />
Effizienz in der<br />
Projektierung<br />
Hans-Heiner Kern, dipl. Architekt ETH SIA und<br />
Vorstandsmitglied KUB<br />
Zum einen liegt es in der Natur der Sache:<br />
Baugesuche wollen genau geprüft sein,<br />
dann müssen sie so und so viele Tage aufgelegt<br />
werden, anschliessend an die Bewilligung<br />
ist eine Beschwerdefrist einzuhalten<br />
usw. Solche Abläufe werden gerne zur Erklärung<br />
der endlos langen Zeit bis zum Baubeginn<br />
zitiert. Einleuchtend ist aber auch,<br />
dass es sich bei der Projektierung um einen<br />
iterativen Prozess handelt: Die einzelnen<br />
Planungsschritte können zeitlich nicht beliebig<br />
übereinander geschoben werden,<br />
weil sie nur nacheinander erarbeitet werden<br />
können.<br />
***<br />
In den Projektierungsphasen müssen bekanntlich<br />
sehr viele Entscheide getroffen<br />
werden. Das beginnt bei den konzeptionellen<br />
Anforderungen: Es sind Standards<br />
und das definitive Raumprogramm fest zulegen,<br />
es sind viele Fragen der Haustechnikplaner<br />
zu beantworten. All diese Kontakte<br />
laufen nach demselben Ritual ab: Der<br />
Architekt leitet die Sitzungen mit der Bauherrschaft<br />
einerseits und gibt seine Erkenntnisse<br />
an die Fachplaner an Planersitzungen<br />
weiter. Pläne und Dokumente werden<br />
innerhalb zwei Wochen hin und her<br />
geschickt, korrigiert, präzisiert oder beantwortet<br />
und wieder zurückgeschickt. Rückfragen<br />
und Ergänzungen benötigen noch<br />
einmal so viel Zeit.<br />
***<br />
Diese Abläufe können entscheidend verkürzt<br />
werden, indem man sich die Mühe<br />
macht, alle Beteiligten an - gut strukturierten<br />
und von einem kompetenten Bauherrenberater<br />
in der Funktion des Projektleiters,<br />
Bauherr geführten – Workshops zusammen<br />
zu führen. Es erstaunt immer<br />
wieder, wie sonst Wochen oder Monate beanspruchende<br />
Prozesse an einem oder<br />
zwei Tagen erledigt werden können. Nicht<br />
zuletzt kann regelmässig festgestellt werden,<br />
dass das gestärkte gegenseitige Verständnis<br />
zu bindenden Entscheiden führt.<br />
Und das spart nochmals Zeit und Geld, weil<br />
weniger Projektänderungen nötig werden.<br />
immobilia November <strong>2008</strong> 33
Aktuell<br />
Gesundheitsgefährdende Stoffe<br />
Volle Verantwortung für<br />
Bauunternehmer<br />
Heinz Rothweiler und Lorenz Lehmann*<br />
Die neue Bauarbeitenverordnung (BauAV), die auf den 1. Januar 2009 in<br />
Kraft tritt, wird Asbestvorkommen in Gebäuden zum noch grösseren Schreckensszenario<br />
werden lassen. Bauunternehmer müssen mit noch gravierenderen<br />
Auswirkungen rechnen.<br />
Nicht immer muss es<br />
gleich so schlimm<br />
sein…<br />
gebundenen asbesthaltigen Materialien<br />
handelt es sich meist um Faserzementprodukte<br />
wie Fassadenverkleidungen, Wellplatten,<br />
Dach- und Fassadenschiefer oder Formteile<br />
wie Gartenmöbel und Blumenkisten.<br />
Erst seit 1991 untersagen die gesetzlichen<br />
Bestimmungen den Einbau von asbesthaltigen<br />
Produkten in Gebäuden. Daher ist<br />
grundsätzlich in allen vor dieser Zeit erstellten<br />
Gebäuden mit dem Vorkommen von Asbest<br />
zu rechnen.<br />
Geplant war, das Einkaufszentrum bei laufendem<br />
Betrieb umfassend zu renovieren.<br />
In den 90iger Jahren wurde das Objekt bereits<br />
im Zusammenhang mit Spritzasbestvorkommen<br />
total saniert. Die Bauarbeiten<br />
begannen, ein Handwerker stiess auf weitere<br />
Asbestquellen. Die Bauarbeiten mussten<br />
eingestellt und die Verkaufslokale geschlossen<br />
werden. Ab nächstem Jahr<br />
wünscht sich garantiert kein Bauunternehmer<br />
mehr solche Fälle.<br />
Die Asbestfaser ist in den Gebäuden der<br />
Schweiz mit Baujahr zwischen 1950 und<br />
1990 häufig anzutreffen. Sie wurde in zahlreichen<br />
Verwendungen und Formen verbaut.<br />
Heute sind ca. 3 000 verschiedene Anwendungsarten<br />
bekannt. Sogenannt schwachgebundene<br />
asbesthaltige Materialien kamen<br />
vorwiegend im Wärme-, Brand- oder Schallschutzbereich<br />
zum Einsatz, z. B. als Spritzbelag,<br />
Decken- oder Brandschutzplatten, Rohrisolationen<br />
oder Bodenbeläge. Bei den fest-<br />
Freigesetzter Asbest ist gesundheitsschädlich<br />
Asbesthaltige Bauteile in bestehenden Gebäuden<br />
sind zwar nicht per se rechtswidrig.<br />
Es besteht aber grundsätzlich bei allen asbesthaltigen<br />
Materialien ein Gesundheitsrisiko,<br />
wenn aufgrund unsachgemässer Behandlung<br />
kleinste lungengängige Asbestfasern<br />
freigesetzt werden. Diese Gefahr<br />
entsteht beispielsweise beim mit Zerstörung<br />
verbundenen Abbruch oder bei der mechanischen<br />
Bearbeitung wie fräsen und bohren.<br />
Bereits geringe Asbestfeinstaubkonzentrationen<br />
in der Luft können abhängig von der<br />
Expositionsdauer die Entstehung eines Mesothelioms<br />
oder von Lungenkrebs fördern.<br />
Der Schutz für Arbeitnehmer vor Asbest auf<br />
der Baustelle wird mit der neuen Bauarbeitenverordnung<br />
(BauAV) auf den 1. Januar<br />
2009 verbessert 1 . Betreffend Planung von<br />
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34 immobilia November <strong>2008</strong>
Aktuell<br />
Altlasten – ein verwirrender Begriff<br />
Der Begriff Altlasten wird in der Praxis<br />
vereinzelt im Zusammenhang mit Asbest<br />
verwendet. Er führt aber oft zu Missverständnissen,<br />
da das Wort sehr unterschiedlich<br />
verstanden werden kann.<br />
Nach USG und AltlV fallen nur belastete<br />
sanierungsbedürftige Standorte darunter;<br />
also Belastungen des Untergrundes,<br />
nicht der Bausubstanz. Im umweltjuristischen<br />
Sinne fällt Asbest nicht unter<br />
den Begriff «Altlasten». In Verträgen ist<br />
deshalb besser der Ausdruck «gesundheitsgefährdende<br />
Stoffe» zu verwenden.<br />
Gebäudecheck<br />
Dieser umfasst die systematische Suche<br />
nach Vorkommen von Asbest im Gebäude,<br />
die Entnahme und Analyse von Materialproben<br />
im akkreditierten Labor, die<br />
schriftliche und photographische Dokumentation<br />
der Befunde auf Planunterlagen<br />
sowie die Erstellung einer Risikoanalyse.<br />
Bauarbeiten wurde ein neuer Art. 3 Abs. 1 bis<br />
eingefügt. Danach muss der Arbeitgeber,<br />
d. h. der Bauunternehmer, bereits bei Verdacht<br />
auf besonders gesundheitsgefährdende<br />
Stoffe wie 2 Asbest oder polychlorierte<br />
Biphenyle (PCB), die Gefahren eingehend ermitteln<br />
und die damit verbundenen Risiken<br />
bewerten. Darauf abgestützt sind die erforderlichen<br />
Massnahmen zu planen. Werden<br />
solche Stoffe erst im Verlauf der Bauarbeiten<br />
vorgefunden, sind die betroffenen Arbeiten<br />
einzustellen und der Bauherr ist zu benachrichtigen.<br />
Die revidierte Verordnung betont<br />
also, dass primär der Unternehmer (und<br />
nicht etwa der Bauherr) die Verantwortung<br />
für Risiken im Zusammenhang mit gesundheitsgefährdenden<br />
Stoffen zu tragen hat.<br />
Beziehungen zwischen Bauherr, Unternehmer<br />
und Baubehörde<br />
Diese Zuordnung ist nicht ganz unproblematisch.<br />
Zwischen Bauherr, Unternehmer und<br />
Baubehörde besteht nämlich ein Dreiecksverhältnis<br />
unterschiedlicher Beziehungen<br />
und Interessen. Der Bauherr will kostengünstig,<br />
ohne Verzögerungen und mit Kostentransparenz<br />
bauen. Der Unternehmer ist am<br />
Auftrag interessiert, steht unter Preisdruck<br />
und unterbreitet daher der Bauherrschaft<br />
eine optimierte Offerte. Gleichzeitig muss<br />
der Unternehmer die Verantwortung für die<br />
Gesundheit und Arbeitssicherheit seiner Mitarbeiter<br />
tragen. Die Baubehörde ihrerseits<br />
ist primär für den Vollzug der Bauvorschriften<br />
zuständig, möchte aufgrund von politischem<br />
Druck möglichst viel Verantwortung delegieren<br />
und fühlt sich oft für den Gesundheitsschutz<br />
der Bauarbeiter nicht zuständig.<br />
Das Vorkommen von gesundheitsgefährdenden<br />
Stoffen stört diese Interessenlage<br />
regelmässig. Asbestvorkommen verteuern<br />
zwangsläufig das Bau-, Umbau- und Rückbauvorhaben<br />
und werden deshalb in der<br />
Praxis von allen Beteiligten oft ignoriert.<br />
Wie schützen sich Bauherr und Unternehmer?<br />
Der bestehende Asbestkataster ist lückenhaft.<br />
In bereits sogenannt sanierten Gebäuden<br />
werden oft weitere Asbestvorkommen<br />
entdeckt. Die Verantwortlichen kommen<br />
deshalb nicht umhin, allfällige Vorkommen<br />
von gesundheitsgefährdenden Stoffen vor<br />
einem Bauvorhaben oder einem Liegenschaftskauf<br />
seriös abzuklären: Hierzu dienen<br />
ein Gebäudescreening oder besser ein Gebäudecheck<br />
(siehe Textkasten). Aufgrund<br />
deren Ergebnisse können die Risiken und<br />
Kosten ermittelt und allenfalls ein sinnvolles<br />
Sanierungsprogramm geplant werden.<br />
Werden die Vorkommen erst während den<br />
Bauarbeiten entdeckt, sind diese sofort einzustellen.<br />
Wer trägt in diesem Falle die Mehrkosten?<br />
Klare vertragliche Regelungen fehlen<br />
häufig. Daher ist der Submittent gut beraten,<br />
bei der Offerteingabe oder einem<br />
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Vorgespräch die Auftrageber auf die Asbestrisiken<br />
aufmerksam zu machen oder klar die<br />
Risiken im Zusammenhang mit gesundheitsgefährdenden<br />
Stoffen vertraglich auszuschliessen.<br />
Hierzu genügt allerdings der Begriff<br />
Altlasten nicht (sieheTextkasten).<br />
Es liegt sowohl im Interesse des Bauherrn als<br />
auch des Unternehmers, dass das Vorkommen<br />
von asbesthaltigen Produkten im Gebäude<br />
vor einem baulichen Eingriff durch ein<br />
spezialisiertes Büro abgeklärt und die damit<br />
verbundenen erforderlichen Massnahmen<br />
geplant und umgesetzt werden. Dadurch<br />
kann in der Regel durch geringere Mehrkosten<br />
und ohne Verzögerungen das Bauvorhaben<br />
realisiert werden. Ist sich die Bauherrschaft<br />
der Risiken im Zusammenhang mit<br />
Asbest und anderer gesundheitsgefährdender<br />
Stoffe nicht genügend bewusst,<br />
braucht es vom Unternehmer Sachverstand<br />
und Diplomatie, um den Auftraggeber für das<br />
Thema zu sensibilisieren.<br />
1 Verordnung über die Sicherheit und den<br />
Gesundheitsschutz der Arbeitnehmerinnen und<br />
Arbeitnehmer bei Bauarbeiten (Bauarbeitenverordnung,<br />
BauAV, SR 832.3<strong>11</strong>.141)<br />
2 Bundesgesetz über den Umweltschutz (USG, SR<br />
814.01), Verordnung über die Sanierung von<br />
belasteten Standorten (Altlastenverordnung, AltlV,<br />
SR 814.680)<br />
* Heinz Rothweiler und Lorenz Lehmann,<br />
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immobilia November <strong>2008</strong> 35
Der Ölindustrie sind alternative<br />
Energien egal.<br />
Das Gegenteil ist wahr.<br />
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mit Solaranlagen kombinieren, die<br />
zur Warmwasseraufbereitung oder zur<br />
Heizungsunterstützung eingesetzt werden.<br />
Die Heizung wird erst dann zugeschaltet,<br />
wenn die Sonnenenergie<br />
nicht mehr ausreicht. Eine solche Anlage<br />
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Aktuell<br />
Diplomfeier MREM<br />
«Behalten Sie eine weisse Weste»<br />
Anlässlich der dritten Diplomfeier des Studiengangs Master of Real Estate<br />
Management von Ende September in Zürich sprach Alfred Meili, früherer<br />
Verwaltungsratspräsident von Mobimo und Verwaltungsratspräsident der<br />
Meili Unternehmungen, in seiner Festansprache über ethische Herausforderungen<br />
in der Immobilienwirtschaft. Hier ist eine leicht gekürzte und angepasste<br />
Fassung des Redetextes wiedergegeben. (Red.)<br />
Mit Inkraftsetzung des Bundesgesetzes gegen<br />
den unlauteren Wettbewerb am 1. Juli<br />
2006 wurde zwecks Bekämpfung der Korruption<br />
ein neuer Artikel 4a eingeführt, der<br />
das Bestechen regelt. Mit bis zu drei Jahren<br />
Gefängnis oder mit Busse bis zu 100 000 CHF<br />
kann neu in der Schweiz bestraft werden,<br />
wer unter anderem einem Arbeitnehmer<br />
oder einem Beauftragten einen nicht gebührenden<br />
Vorteil anbietet (aktive Bestechung)<br />
oder umgekehrt, einen solchen Vorteil fordert<br />
oder annimmt (passive Bestechung).<br />
Immerhin wird in Absatz 2 eingeschränkt,<br />
dass geringfügige, sozial übliche Vorteile keine<br />
Bestechung darstellen.<br />
Sie haben viel gelernt, Sie haben erfolgreich<br />
abgeschlossen, Sie haben nun gute Chancen<br />
auf eine erfolgreiche berufliche Karriere. Ich<br />
möchte Sie heute mit der Frage konfrontieren,<br />
wie Sie es in Ihrer zukünftigen beruflichen<br />
Laufbahn in der Immobilienbranche<br />
schaffen können, eine weisse Weste zu behalten.<br />
Eine weisse Weste bedeutet nicht<br />
nur, dass Sie von keinem Richter zu einer bedingten<br />
oder unbedingten Gefängnisstrafe<br />
verurteilt werden. Eine weisse Weste bedeutet,<br />
dass Sie sich jederzeit im Spiegel anschauen<br />
können, und dass Sie mit sich im<br />
Reinen sind, nichts Unrechtes getan zu haben.<br />
Nur: Das genügt nicht! Vielmehr muss<br />
man auch zusätzlich wissen, was Recht und<br />
Unrecht ist.<br />
Am 28. Juni <strong>2008</strong> ist in München ein erster<br />
Direktor von Siemens zu einer Gefängnisstrafe<br />
von zwei Jahren bedingt sowie zu<br />
einer Geldstrafe von über 100 000 EUR verurteilt<br />
worden. Es ging um Korruption: Siemens<br />
bezahlte Drittpersonen Gelder, um<br />
Aufträge zu erhalten. Dieser erste Direktor<br />
war geständig, äusserst kooperativ, ja geradezu<br />
auskunftsfreudig. Er hatte sich nie<br />
vorstellen können, dass er für sein Tun zu<br />
einem schwarzen Schaf in der Gesellschaft<br />
abgestempelt würde. Die Richter haben<br />
durchaus strafmildernd anerkannt, dass<br />
dieser Direktor in ein «System der organi-<br />
sierten Unverantwortlichkeit», ja in ein System<br />
der «augenzwinkernden Zustimmung»<br />
eingebunden gewesen sei. Die Kontrollinstanzen<br />
hätten geradezu darauf abgezielt,<br />
sein Verhalten und das Verhalten vieler anderer<br />
zu ermöglichen.<br />
Dieser Direktor hat die Strafe sogleich akzeptiert,<br />
bereute sein Tun, und die Strafe ist<br />
rechtskräftig geworden. Über 100 weitere<br />
Siemens-Mitarbeiter warten nun auf ihre<br />
Strafprozesse; und Mitglieder der obersten<br />
Führungsetage sehen mit Bangen kommenden<br />
hohen Schadensersatzforderungen entgegen.<br />
Natürlich können wir uns sofort entspannen:<br />
Die Siemens-Zentrale ist weit weg,<br />
es geht dort auch um ganz andere Beträge<br />
als in der Immobilienbranche, und überhaupt<br />
macht man in der Schweiz so etwas nicht.<br />
Ich frage Sie: Weswegen hat denn die Immobilienbranche<br />
einen derart schlechten Ruf?<br />
Obwohl die Bauten in der Schweiz im internationalen<br />
Vergleich allerhöchsten Standart<br />
haben? Art. 158 des Schweizerischen Strafgesetzbuches<br />
regelt die ungetreue Geschäftsbesorgung.<br />
Wer damit betraut ist, das<br />
Vermögen eines anderen zu verwalten und<br />
dabei unter Verletzung seiner Pflichten zulässt,<br />
dass der andere am Vermögen geschädigt<br />
wird, wird mit Freiheitsstrafe bis zu drei<br />
Jahren oder Geldstrafe bestraft.<br />
Wo liegen Probleme in der Praxis?<br />
Ich komme zunächst auf Missstände bei nicht<br />
wenigen Immobilienverwaltungen zu sprechen.<br />
Sie erhalten von einem Eigentümer eine<br />
Liegenschaft zur Verwaltung anvertraut. Wenn<br />
Verwaltungen Handwerkeraufträge für Liegenschaften<br />
erteilen, welche Dritten gehören,<br />
so stellt sich die Frage, inwieweit die Verwaltung<br />
aus solchen Aufträgen einen wirtschaftlichen<br />
Nutzen für sich herausholen kann, und<br />
zwar zusätzlich zum allfälligen Honorar,<br />
welches mit dem Eigentümer vereinbart ist.<br />
Kleinere Aufträge sind regelmässig mit dem<br />
Verwaltungshonorar von etwa 4% der Jahresmietzinsen<br />
abgegolten, bei grösseren Renovationen<br />
wird meistens ein zusätzliches Honorar<br />
vereinbart. Gemäss Art. 398 Abs. 2 OR<br />
haftet die Immobilienverwaltung dem Eigentümer<br />
gegenüber «für getreue und sorgfältige<br />
Ausführung» des Auftrages. Kassiert sie Retrozessionen,<br />
auch Kickbacks genannt, – im<br />
Welschland jahrelang üblich 10% der erteilten<br />
Aufträge! – so hat sie diese dem Auftraggeber<br />
gutzuschreiben. Macht die Verwaltung das<br />
nicht, so begeht sie eine Straftat.<br />
Eine Verwaltung kann sich keinesfalls damit<br />
exkulpieren, entschuldigen, sie hätte eben<br />
ein zu tiefes Verwaltungshonorar, mit dem<br />
allein sie wirtschaftlich nicht über die Runden<br />
kommen würde. Als Grundsatz gilt, dass<br />
jegliche geldwerte Leistung dem berechtigten<br />
Grundeigentümer gutgeschrieben<br />
werden muss. Aufgrund der verbreiteten<br />
Missstände haben viele Eigentümer begonnen,<br />
diese Selbstverständlichkeit in den Verwaltungsvertrag<br />
einzufügen.<br />
Die Forderung, sauber zu sein, ist rigoros –<br />
und sie muss es auch sein. Davon erfasst<br />
werden auch Mengengutschriften am Quar-<br />
immobilia November <strong>2008</strong> 37
Aktuell<br />
tals- oder Jahresende für Öllieferungen oder<br />
Inserate. Kann oder will die Verwaltung diese<br />
Gutschriften nicht den verschiedenen Eigentümern<br />
weiterleiten, so hat sie das ihren<br />
Auftraggebern klar zu kommunizieren.<br />
In der Praxis gibt es Grauzonen: Inwieweit<br />
darf ich meinen Vereinskollegen Aufträge zuhalten?<br />
Ohne Konkurrenzofferten? Wie kann<br />
ein Verwalter nachher belegen, dass die Offerte<br />
seines Vereinskollegen konkurrenzfähig<br />
gewesen sei?<br />
Immer wieder geschieht es deswegen in der<br />
Praxis, dass man eine oder zwei Konkurrenzfirmen<br />
nur pro forma einlädt. Die pro forma<br />
eingeladene Firma hat zu verstehen, dass<br />
ihre Offerte nicht konkurrenzfähig sein muss,<br />
und sie wird damit rechnen, bei nächster Gelegenheit<br />
mit einem Auftrag bedient zu werden.<br />
Im Gegensatz zu Siemens braucht es in<br />
der Praxis dazu nicht einmal ein Augenzwinkern,<br />
Profis verstehen das, schliesslich wollen<br />
alle verdienen. Viele unter Ihnen werden<br />
sich jetzt vielleicht fragen, was die Immobilienverwaltung<br />
von einem solchen Vorgehen<br />
denn für einen Nutzen hat. Als Antwort gibt<br />
es verschiedene Möglichkeiten:<br />
– Die Verwaltung erhält eine direkte Gutschrift<br />
(Retrozessionen, «Kick backs»)<br />
– Die Verwaltung erhält durch solche Aufträge<br />
ein Polster, mit welchem sie ihr nahestehende<br />
Dritte begünstigen kann<br />
– Die Verwaltung erhält tiefere Preise für<br />
sich, wenn sie eigene Aufträge zu vergeben<br />
hat.<br />
– Die Verwaltung wird «nur» umworben<br />
und erhält zahlreiche Einladungen.<br />
Welches sind nun meine Ratschläge, um<br />
nicht in Teufels Küche oder auch nur in den<br />
Verdacht von begangenen Veruntreuungen<br />
zu geraten?<br />
1. Verlangen Sie ein genügend hohes Honorar,<br />
damit Sie mit diesem glücklich sind!<br />
2. Lassen Sie stets die freie Konkurrenz<br />
spielen und meiden Sie wenn möglich Direktaufträge!<br />
3. Geben Sie nicht Aufträge an Firmen, mit<br />
welchen Sie selbst persönliche Geschäftsbeziehungen<br />
pflegen, ohne den Auftraggeber<br />
zu fragen!<br />
4. Pflegen Sie ein Klima der völligen Offenheit<br />
mit Ihrem Auftraggeber, er wird es<br />
Ihnen danken!<br />
5. Sind Sie Angestellter in einer Firma, so<br />
lassen Sie sich nie in ein falsches System<br />
einspannen, sondern zeigen Sie Zivilcourage:<br />
Entgegen Ihren Befürchtungen wird<br />
das nicht schlecht, sondern äusserst vorteilhaft<br />
für Ihre Karriere sein!<br />
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Aktuell<br />
Die Vermittlung von Immobilien<br />
Rechtlich ist bei der Vermittlung der Sachverhalt<br />
klar erfassbar, die Ausgangslage aber<br />
völlig anders, aus folgenden Gründen:<br />
1. Sie sollten einen klaren, schriftlichen Verkaufsauftrag<br />
haben. Im Erfolgsfalle werden<br />
Sie dabei regelmässig gut oder sehr<br />
gut entschädigt.<br />
2. Vermittlungen sind keine laufenden Geschäfte<br />
mit denselben Parteien, sondern<br />
regelmässig Einmalgeschäfte, bei welchen<br />
auch Augenzwinkern nichts hilft.<br />
3. Sie dürfen wie etwa in Deutschland sowohl<br />
vom Käufer als auch vom Verkäufer<br />
Kommissionen verlangen, aber nur, wenn<br />
das mit Ihrem Auftraggeber so abgesprochen<br />
worden ist.<br />
In der Schweiz ist dies nur ausnahmsweise<br />
der Fall, regelmässig sind Sie klar nur von einer<br />
Partei beauftragt und werden auch nur<br />
von einer Partei entschädigt. Die Partei, die<br />
Sie entschädigt, braucht dabei keineswegs<br />
der Auftraggeber zu sein – aber Sie tun gut<br />
daran, den Auftraggeber wissen zu lassen,<br />
was Sie für Provisionen von der anderen Partei<br />
erhalten.<br />
Konkret: Es kommt nicht selten vor, dass der<br />
Eigentümer den Verkaufsauftrag nur unter<br />
der Bedingung erteilt, dass der Käufer die<br />
Kommission übernehmen muss. Der Eigentümer<br />
bleibt aber auch in einem solchen Falle<br />
Ihr Auftraggeber, obwohl Sie von einem<br />
Dritten bezahlt werden. Will er einen fixen<br />
Verkaufspreis, so sind Sie grundsätzlich frei,<br />
auch eine unüblich hohe Kommission vom<br />
Käufer zu verlangen. Will der Verkäufer aber<br />
dem Meistbietenden verkaufen, so sollten<br />
Sie klarstellen, welche Kommission Sie vom<br />
Käufer verlangen werden.<br />
Angesichts von so viel Klarheit stellt sich die<br />
Frage, wo denn in der Praxis die Probleme<br />
liegen. Sie liegen regelmässig dort, wo der<br />
Auftraggeber, aus welchen Gründen auch<br />
immer, beispielsweise weil eine entsprechende<br />
Schätzung vorliegt, einen bestimmten<br />
Verkaufspreis festsetzt. Ein gewiefter<br />
Vermittler sieht aber, wenn dieser<br />
festgelegte Verkaufspreis nicht der Höchstmögliche<br />
ist, den er am Markte erzielen<br />
kann. Sofort kommt die Versuchung: Er könne<br />
somit die Liegenschaft zu einem Preis,<br />
welcher unter dem Höchstmöglichen liegt,<br />
jemandem zuhalten, und sich an dieser Differenz<br />
beteiligen. Es gilt das eingangs Gesagte:<br />
Behält er geldwerte Leistungen des<br />
Käufers für sich, ohne dass der Auftraggeber<br />
damit einverstanden ist, so begeht er eine<br />
Veruntreuung.<br />
Die Gefahren liegen aber auch anderswo:<br />
Viele Immobilienverantwortliche bei Grossfirmen,<br />
Pensionskassen und öffentlichrechtlichen<br />
oder privaten Institutionen<br />
sind der Versuchung ausgesetzt, bei Devestitionsobjekten<br />
Vorteile für sich herauszuholen.<br />
Das muss nicht so offensichtlich<br />
dumm organisiert sein wie im Falle der Suva,<br />
wo der Immobilienchef sich beim Käufer der<br />
von ihm verkauften Suva-Liegenschaften offenbar<br />
direkt beteiligt hat – er wurde in diesen<br />
Tagen zu 3½ Jahren Gefängnis verurteilt,<br />
der Makler wegen Anstiftung zur ungetreuen<br />
Geschäftsbesorgung zu 18 Monaten.<br />
Es gibt viele raffiniertere Wege, bei welchen<br />
der Käufer regelmässig Dritten Kommissionen<br />
bezahlen muss. Insbesondere börsenkotierte<br />
Gesellschaften haben nun damit<br />
begonnen, allen ihren Mitarbeitern Null-Toleranz<br />
bezüglich Korruption und anderen deliktischen<br />
Handlungen zu gewähren und halten<br />
dies auch im Arbeitsvertrag oder einem<br />
Nachtrag fest. Die Thematik der Korruptionsprävention<br />
gilt aber nicht nur für börsenkotierte<br />
Gesellschaften, sondern für die ganze<br />
Wirtschaft, aber auch selbstverständlich für<br />
die Gemeinden, Kantone und den Bund.<br />
Die Vertuschungskultur<br />
Abschliessend möchte ich Sie über die in allen<br />
Organisationen mehr oder weniger ausgeprägt<br />
vorhandene Vertuschungskultur<br />
sensibilisieren. Ursache von Vertuschungen<br />
sind immer entsprechende Interessenlagen.<br />
Nehmen wir einfache Beispiele: Der Architekt<br />
vergisst, in den Plänen die Aussparungen<br />
einzuzeichnen. Der Bauunternehmer<br />
baut die Wände deswegen ohne die notwendigen<br />
Aussparungen. Der Sanitärunternehmer<br />
braucht aber diese Aussparungen, da er<br />
ansonsten seine Leitungen nicht legen kann.<br />
Was passiert?<br />
Der Bauunternehmer spitzt diese Aussparungen<br />
mit Handarbeit. Er beschreibt diese<br />
zusätzliche Arbeit aber nicht in den Wochenrapporten,<br />
weil er ansonsten den Architekten<br />
bloss stellen würde. Stellt er den Architekten<br />
bloss, so würde er in Zukunft nicht<br />
mehr von demselben als Bauunternehmer<br />
empfohlen. Die für das Spitzen notwendigen<br />
Regiestunden werden selbstverständlich<br />
dem Bauherrn belastet, aber auf verschiedene<br />
Arbeiten verteilt. Hätte der Bauunternehmer<br />
das dem Bauherrn gemeldet, so hätte<br />
derselbe möglicherweise das Honorar des<br />
Architekten gekürzt. Also wird vertuscht.<br />
Dieselbe Interessenlage besteht zwischen<br />
Ingenieur und Bauunternehmer, Bauleiter<br />
und Bauunternehmer, Projektleiter und Bauunternehmer,<br />
Bauherrenvertreter und Abteilungsleiter,<br />
Bauherrenvertreter und Unternehmer,<br />
Abteilungsleiter und CEO. Generell<br />
kann man sagen, dass es um nicht genügend<br />
gute Auftragserfüllung oder Arbeitsleistung<br />
auf allen Ebenen geht.<br />
Um solche Vertuschungen beim Bau zu verhindern,<br />
braucht es eine klare Qualitätskontrolle<br />
und ein gutes Reporting. Die Verantwortlichen<br />
brauchen ein starkes Verantwortungsgefühl<br />
und auch eine Erfahrung<br />
dafür, wie wichtig oder wie gross der Qualitätsmangel<br />
sein muss, damit man ihn erfasst<br />
und auch meldet. Natürlich gibt es<br />
überall auch eine firmeninterne Vertuschung:<br />
Wer meldet denn schon von sich<br />
aus, wenn der Kollege wegen Krankheit<br />
oder Stress oder durch einen anderen<br />
Grund ein paar Stunden ausfällt, Inserate<br />
Fehler enthielten oder gar vergessen wurden,<br />
zuerst falsche Preise herausgegeben<br />
oder falsche Bodenbeläge geliefert wurden<br />
etc. Für jeden Mitarbeiter ist das stets eine<br />
schwierige Gratwanderung: Wie lange darf<br />
er die Augen schliessen, wann muss er aktiv<br />
werden und Fehler oder Mängel melden?<br />
Wie lange geht es ihn nichts an?<br />
Es gibt mit anderen Worten überall einen<br />
Toleranzbereich, innerhalb welchem man<br />
Abweichungen tolerieren muss. Als Führungspersonen<br />
haben Sie die schwierige<br />
Aufgabe, diesen Toleranzbereich festzulegen<br />
oder an Hand von Beispielen zu signalisieren.<br />
Ich will Sie für diese unternehmensinternen<br />
Fragen, für die es keine allgemein<br />
verbindlichen Antworten gibt,<br />
sensibilisieren. Sie müssen damit rechnen,<br />
dass viel Negatives, was vorhanden ist<br />
oder geschieht, in einer Hierarchie gar<br />
nicht nach oben gemeldet wird. Ich kann<br />
Ihnen eine Empfehlung mitgeben, welche<br />
ich seinerzeit an der Universität St. Gallen<br />
unter den vielen Managementmethoden,<br />
welche dort gelehrt werden, nicht gefunden<br />
habe: Das ist das Management by walking<br />
around. Laufen Sie im Betrieb herum,<br />
sprechen Sie laufend mit Ihren Mitarbeitern,<br />
versuchen Sie ein Klima der Offenheit<br />
und des Vertrauens zu schaffen, in der jeder<br />
Mitarbeiter weiss, dass nicht nur die<br />
Chefs, sondern dass auch er Fehler machen<br />
darf – wo gearbeitet wird passieren<br />
Fehler. Probleme können Sie nur lösen,<br />
wenn Sie sie auch erkennen.<br />
immobilia November <strong>2008</strong> 39
Aktuell<br />
Wohnungsmarkt Deutschland<br />
Wohnungsnachfrage steigt<br />
langfristig<br />
Die Wohnungsnachfrage in Deutschland wird in der kommenden Dekade<br />
trotz rückläufiger Bevölkerungszahlen weiter ansteigen. Grund dafür ist die<br />
Alterung der Gesellschaft, die mit einer zunehmenden Anzahl von Singlehaushalten<br />
einhergeht. Zu diesen Ergebnissen kommt die von der HSH<br />
Nordbank-Tochter HSH Real Estate AG vorgelegte Studie «Wohnungsmarkt<br />
Deutschland: Perspektive 2020».<br />
Red. – Bis zum Jahr 2020 wird sich die Zahl<br />
der Haushalte in Deutschland um 1,1 Millionen<br />
auf insgesamt 40,5 Millionen erhöhen,<br />
wobei dieses Wachstum in erster Linie auf<br />
die Zunahme der Ein- und Zweipersonenhaushalte<br />
zurückzuführen ist. Dagegen ist<br />
bei den Familienhaushalten ein Rückgang um<br />
1,8 Millionen zu erwarten. Der Schwerpunkt<br />
der Nachfrage am Wohnungsmarkt verlagert<br />
sich von familiengerechten Wohnungen hin<br />
zu altersgerechten und kleineren Wohnungen<br />
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Mehr, aber tendenziell kleinere<br />
Wohneinheiten in Deutschland.<br />
Im Bild eine Überbauung in<br />
Bayern.<br />
– vor allem in Städten. «Von der Bevölkerungswanderung<br />
in Deutschland werden vor<br />
allem die süddeutschen Länder, die Stadtstaaten<br />
sowie Grossstädte und deren Umland<br />
profitieren.» erläutert Marc Weinstock,<br />
Vorstandsvorsitzender der HSH Real Estate<br />
AG. «Dort führt die steigende Nachfrage nach<br />
Wohnraum zu Investitionen im Wohnungsbau.»<br />
Hinsichtlich der Ausstattungsqualität<br />
der Wohnungen werden Nachfragezuwächse<br />
sowohl bei den preisgünstigen städtischen<br />
Mietwohnungen als auch bei qualitativ hochwertigen<br />
Wohnungen, vorwiegend Eigentumswohnungen<br />
erwartet.<br />
Qualitative Unterversorgung<br />
Aufgrund der geringen Bautätigkeit der vergangenen<br />
Jahre ist das Wohnungsangebot in<br />
Deutschland qualitativ vielerorts unzureichend.<br />
So wurden in Ostdeutschland 44%<br />
der Wohnungen vor dem Zweiten Weltkrieg<br />
errichtet, bei den Einfamilienhäusern liegt<br />
dieser Anteil sogar bei 52%. 60% aller ostdeutschen<br />
Eigenheime haben weniger als<br />
120 m 2 Wohnfläche. Bei den Geschosswohnungen<br />
haben gut 45% der Wohnungen eine<br />
Fläche von weniger als 60 m 2 ; in Westdeutschland<br />
trifft dies für 37% der Wohnungen<br />
zu.<br />
In den letzten Jahren ging der Wohnungsbestand<br />
der öffentlichen Hand ging um 700 000<br />
Einheiten zurück; ihr Anteil beträgt derzeit<br />
noch 6%. Mehr als drei Viertel der Wohnungen<br />
gehören selbst nutzenden Eigentümern<br />
(40%) und privaten Kleinvermietern<br />
(37%). Der Sozialwohnungsbestand wird bis<br />
2020 von heute 1,75 Mio. Einheiten auf 1,25<br />
Mio. zurückgehen und im Wohnungsbau nur<br />
noch eine marginale Rolle spielen.<br />
Seit 1997 nimmt die Bautätigkeit ab, doch<br />
dürfte der Geschosswohnungsbau mittlerweile<br />
sein Tief durchschritten haben. Da die<br />
Märkte im Osten trotz rückläufiger Leerstände<br />
aufgrund von Rückbauten noch<br />
nicht im Gleichgewicht sind, sollte der Studie<br />
zufolge das Programm «Stadtumbau<br />
Ost» bis 2016 fortgesetzt werden. Der Leerstand<br />
am ostdeutschen Wohnungsmarkt,<br />
der vor fünf Jahren noch bei über 16% lag,<br />
ist inzwischen auf rund <strong>11</strong>% zurückgegangen.<br />
Neubaubedarf besteht heute vor allem<br />
in den Metropolregionen, die von einer Zuwanderung<br />
profitieren; zudem sind im Segment<br />
des altersgerechten Wohnens sowohl<br />
Bestandsinvestitionen als auch Neubauten<br />
erforderlich.<br />
Moderat steigende Mieten<br />
Die Mieten sind in den vergangenen Jahren<br />
nur noch moderat gestiegen und haben sich<br />
seit 1999 um 9% erhöht. Im selben Zeitraum<br />
belief sich die Inflation auf 15%, die Brennstoffpreise<br />
stiegen sogar um 58%. Insgesamt<br />
hat sich das Wohnen damit seit 1999 um<br />
19% verteuert. Jüngste Energiepreissteigerungen<br />
dürften zu einer weiteren Verteuerung<br />
der Wohnkosten führen. Mit 1,7% pro<br />
Jahr stiegen die Mieten von Bestandswohnungen<br />
im unteren Preissegment schneller<br />
als die anderer Wohnungen. Die Mieten ostdeutscher<br />
Neubauwohnungen liegen heute<br />
merklich niedriger als vor zehn Jahren. Bei<br />
den durchschnittlichen Mieten waren die<br />
höchsten Zuwächse im Bestand der Grossstädte<br />
registriert. Dieser Trend dürfte sich<br />
fortsetzen.<br />
Einflussfaktoren für Immobilieninvestitionen<br />
Die günstigen Hypothekarzinsen reichen<br />
als Investitionsimpuls für Mietwohnungen<br />
und Eigenheime nicht aus: Sie können den<br />
negativen Einfluss aus nur moderat steigenden<br />
Mieten und sinkenden Reallöhnen<br />
40 immobilia November <strong>2008</strong>
Aktuell<br />
HKGT_WP 25.03.<strong>2008</strong> 10:36 Uhr Seite 1<br />
nicht kompensieren. Zudem wurden wesentliche<br />
Förderanreize, wie die degressive<br />
Abschreibung im Mietwohnungsbau und<br />
die Eigenheimzulage, abgeschafft. Die Einführung<br />
der Eigenheimrente ist nicht als<br />
Ersatz für die abgeschaffte Eigenheimzulage<br />
zu werten, sondern als Anreiz zur Altersvorsorge.<br />
Vor 2010 ist mit Immobilienkäufen<br />
mit «Wohn-Riester-Anlagekapital»<br />
nicht zu rechnen. Über die Föderalismusreform,<br />
die die Kompetenzen und Förderung<br />
der sozialen Wohnraumversorgung und<br />
Städtebauförderung neu regelt, wurde Ländern<br />
und Gemeinden ein grösserer finanzieller<br />
und gestalterischer Spielraum gegeben.<br />
Heute dürften den Kommunen damit<br />
im Grundsatz mehr denn je finanzielle Mittel<br />
zur lokalen Wohnraumpolitik zur Verfügung<br />
stehen.<br />
Die Förderung im qualitativen Umbau von<br />
Wohnraum bietet derzeit noch zu wenige Investitionsanreize.<br />
Sie wurde bisher im Wesentlichen<br />
von privaten Haushalten in Anspruch<br />
genommen. Um aber die ehrgeizigen<br />
Ziele des Klimaschutzes zu erfüllen, müssen<br />
zusätzlich Investitionsanreize für Wohnungsunternehmen<br />
durch steigende Kaltmieten<br />
geboten werden. Steuerliche Belastungen<br />
für Immobilieneigentümer und die Immobilienwirtschaft<br />
hemmen die Investitionsbereitschaft.<br />
Dazu gehören die Zinsschranke, Änderungen<br />
bei der Gewerbesteuer und die<br />
noch ungenügende Ausgestaltung des REIT-<br />
Gesetzes. Private Immobilieninvestoren werden<br />
zudem durch die Reform der Erbschaftssteuer<br />
belastet.<br />
Handlungsbedarf und Ausblick<br />
Quantitative Defizite in der Wohnungsversorgung<br />
treten nur in den vom Zuzug profitierenden<br />
Ballungsräumen auf. «Förderpolitik<br />
sollte sich vorrangig auf den weiteren<br />
qualitativen Umbau des Wohnungsbestandes,<br />
vor allem auf eine höhere Energieeffizienz<br />
zum Schutz des Klimas, aber<br />
auch im Sinne altersgerechter Bestände<br />
konzentrieren» fordert Marc Weinstock. Dabei<br />
sollte die bisherige Förderung durch entsprechende<br />
Investitionszulagen aufgestockt<br />
werden. Erweiterte Mieterhöhungsspielräume<br />
könnten entsprechende Investitionen<br />
anstossen. Der Rückbau nicht mehr marktgängiger<br />
Wohnungen sollte im Osten<br />
Deutschlands fortgesetzt, aber auch auf<br />
ähnlich strukturierte Standorte im Westen<br />
übertragen werden. Generell sollten Städtebauförderung<br />
und Stadtumbau die privaten<br />
Akteure der Wohnungswirtschaft noch stärker<br />
als bisher einbinden.<br />
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Jus-News<br />
Zurück an den Start<br />
bei Art. 54 VVG<br />
Dr. Peter Burkhalter und Dr. Boris Grell sind Rechtsanwälte bei Hodler & Emmenegger in Bern und Zürich (www.hodler.ch)<br />
jus news<br />
Ausgangslage<br />
Am 1. Januar 2006 trat das revidierte Bundesgesetz<br />
über den Versicherungsvertrag<br />
(SR 221.229.1, nachfolgend VVG) in Kraft. Dabei<br />
wurde in Art. 54 VVG eine für die Immobilienwirtschaft<br />
bedeutende Neuerung eingeführt:<br />
Wechselt die Eigentümerschaft<br />
eines versicherten Grundstücks, endet der<br />
entsprechende Versicherungsvertrag grundsätzlich<br />
zum Zeitpunkt der Handänderung<br />
(Art. 54 Abs. 1 VVG). Anlass zu dieser Teilrevision<br />
des VVG gab die Kritik, dass die bisherige<br />
Regelung des (automatischen) Übergangs<br />
des bestehenden Versicherungsvertrags<br />
auf den Liegenschaftserwerber neuen<br />
Versicherern den Marktzutritt verhindere<br />
und der heutigen Vertragsgerechtigkeit widerspreche<br />
(wir berichteten darüber in der<br />
Ausgabe Juni/2006).<br />
Widerstand gegen die Revision<br />
Gegen diese neue Regelung formierte sich<br />
Widerstand: Alt Nationalrat Rolf Hegetschwiler<br />
(FDP) reichte im Oktober 2006 eine<br />
parlamentarische Initiative ein (Nr. 06.468).<br />
Er begründete seinen Vorstoss damit, dass<br />
insbesondere die Erben eines verstorbenen<br />
Gebäudeeigentümers von dieser Revision<br />
von Art. 54 VVG betroffen seien. Denn auch<br />
der Todesfall des bisherigen Gebäudeeigentümers<br />
führe zu einem Eigentümerwechsel<br />
und habe – nach dem revidierten Gesetzeswortlaut<br />
– die Beendigung des laufenden<br />
Versicherungsvertrages zur Folge. Vor allem<br />
bei den oft unvorhersehbaren und plötzlich<br />
eintretenden Todesfällen sowie angesichts<br />
der vielfach langen Dauer für die Erbschaftsabwicklung<br />
sei diese Situation unhaltbar,<br />
weil die Erben als neue Eigentümer der Gefahr<br />
ausgesetzt seien, persönlich – ohne<br />
Versicherungsdeckung – Schäden tragen zu<br />
müssen, die nach dem Tod des ehemaligen<br />
Eigentümers eingetreten sind (soweit nicht<br />
rechtzeitig eine neue Versicherung für das<br />
neu erworbene Grundstück abgeschlossen<br />
wurde). Vor diesem Hintergrund forderte Alt<br />
Nationalrat Hegetschweiler, dass der heute<br />
geltende Art. 54 VVG durch die ursprüngliche<br />
Regelung der Handänderung ersetzt<br />
wird, wonach der Vertrag bei einem Eigentümerwechsel<br />
auf den neuen Eigentümer<br />
übergeht. Sein Vorschlag für den revidierten<br />
Gesetzestext lautete: «[Art. 54 VVG Abs. 1<br />
unverändert] Ist ein Grundstück Gegenstand<br />
des Versicherungsvertrages, so geht<br />
der Vertrag bei einer Handänderung auf den<br />
Erwerber über, sofern dieser oder der Versicherer<br />
den Vertrag nicht innert 14 Tagen<br />
nach der Handänderung kündigen [Art. 54<br />
Abs. 2 rev. VVG]».<br />
Politische Beratungen und Beschlüsse<br />
Die Kommissionen für Wirtschaft und Abgaben<br />
des National- und Ständerats (nachfolgend<br />
WAK-N resp. WAK-S) haben diese Initiative<br />
gemäss dem parlamentarischen Verfahren<br />
vorberaten und ihr Folge gegeben. Die<br />
WAK-N war im Übrigen der Ansicht, dass das<br />
in der Initiative aufgeworfene Problem nach<br />
einer raschen Lösung verlange und dass<br />
nicht die Vorlage des Bundesrats zur Totalrevision<br />
des VVG abgewartet werden sollte.<br />
Die WAK-N erarbeitete einen revidierten Gesetzeswortlaut,<br />
der die Stossrichtung der<br />
Initiative aufnahm und sogar noch etwas<br />
weiterging, als es der Initiant damals vorhatte.<br />
So soll der revidierte Gesetzeswortlaut<br />
neben der Übernahme der ursprünglichen<br />
Regelung der Handänderung nicht nur<br />
Grundstücke, sondern auch Fahrnis (bewegliche<br />
Gegenstände) erfassen. Zudem wurden<br />
die Fristen für die allfällige Vertragsauflösung<br />
überarbeitet.<br />
Der Bundesrat begrüsste in seiner Stellungnahme<br />
vom 3. September <strong>2008</strong> das Schlies-<br />
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sen einer Deckungslücke mit dem vorliegenden<br />
Gesetzesentwurf und nahm von der<br />
Vorlage ohne Änderungsanträge zustimmend<br />
Kenntnis. Zurzeit liegt im Entwurf folgender<br />
Gesetzestext zu Art. 54 VVG vor:<br />
«Wechselt der Gegenstand des Vertrages<br />
den Eigentümer, so gehen die Rechte und<br />
Pflichten aus dem Versicherungsvertrag auf<br />
den neuen Eigentümer über [Abs. 1]. Der<br />
neue Eigentümer kann den Übergang des<br />
Vertrages durch eine schriftliche Erklärung<br />
bis spätestens 30 Tage nach der Handänderung<br />
ablehnen [Abs. 2]. Das Versicherungsunternehmen<br />
kann den Vertrag innert<br />
14 Tagen nach Kenntnis des neuen Eigentümers<br />
kündigen. Der Vertrag endet frühestens<br />
30 Tage nach der Kündigung [Abs. 3].<br />
Ist mit der Handänderung eine Gefahrserhöhung<br />
verbunden, so gelten die Artikel 28<br />
ff. [VVG] sinngemäss [Abs. 4].»<br />
Der Nationalrat als Erstrat stimmte in seiner<br />
Sitzung vom 25. September <strong>2008</strong> einstimmig<br />
für die Annahme des Entwurfs. Es<br />
wird sich in den nun folgenden Diskussionen<br />
und Abstimmungen in der WAK-S und<br />
im Ständerat zeigen, ob der vorgeschlagene<br />
Gesetzeswortlaut Bestand haben<br />
wird resp. wann dieser revidierte Art. 54<br />
VVG in Kraft gesetzt werden kann.<br />
immobilia November <strong>2008</strong> 43
Service<br />
Immo-Monitoring 2009/1<br />
Der Schweizer Markt kühlt sich ab<br />
Mit den zunehmend flauen Konjunkturaussichten verlangsamt sich der Anstieg der<br />
Angebotspreise im Immobilienmarkt weiter. Zu diesem Schluss kommt das neueste<br />
Immo-Monitoring des Immobilienberatungsunternehmens Wüest & Partner.<br />
200<br />
175<br />
150<br />
125<br />
100<br />
75<br />
70 75 80 85 90 95 00 05<br />
Mietwohnungen<br />
Eigentumswohnungen<br />
Einfamilienhäuser<br />
Quellen: BFS; Wüest & Partner<br />
Red. – Zwar sind die nominalen Preise in den<br />
meisten Bereichen noch am Steigen, real betrachtet<br />
zeigen sie aber in den meisten<br />
Marktsegmenten bereits eine stagnierende<br />
oder sinkende Tendenz. Einzige Ausnahme<br />
bilden die Eigentumswohnungspreise, die im<br />
ersten Halbjahr <strong>2008</strong> einen unerwarteten<br />
Preisschub erlebten und real betrachtet<br />
trotz der höheren Teuerung weiter angestiegen<br />
sind.<br />
Scheitelpunkt im Wohneigentum in Sicht<br />
In den vergangenen 38 Jahren haben sich,<br />
real gesehen, vor allem die Mietwohnungen<br />
verteuert, sie kosten heute rund ein Viertel<br />
mehr als 1970. Allerdings ist das Preiswachstum<br />
in der jüngsten Aufschwungphase<br />
seit dem Jahr 2000 mit einem Plus von<br />
17% deutlich moderater ausgefallen als dasjenige<br />
der Eigentumswohnungen, die sich<br />
im gleichen Zeitraum um 25% verteuert haben.<br />
Es übertrifft aber jenes bei den Einfamilienhäusern,<br />
die sich real um knapp 12%<br />
verteuerten. Im Vergleich zur ersten Hälfte<br />
des laufenden Jahrzehnts steigen die Wohnflächenpreise<br />
gegenwärtig nur noch langsam.<br />
Legten die Eigentumswohnungspreise<br />
zwischen 2000 und 2004 real um fast 20%<br />
zu, waren es in den vergangenen vier Jahren<br />
nur noch 4%. Bei den Einfamilienhäusern<br />
ging das reale Preiswachstum im gleichen<br />
Zeitraum von 9 auf 2% zurück, bei den Miet-<br />
200<br />
175<br />
150<br />
125<br />
100<br />
75<br />
70 75 80 85 90 95 00 05<br />
Büroflächen<br />
Verkaufsflächen<br />
Gewerbeflächen<br />
Quellen: BFS; Wüest & Partner<br />
wohnungen von 9 auf 8%. Trotz nominal<br />
noch steigender Preise scheint sich real gesehen<br />
die Preisentwicklung – zumindest<br />
beim Wohneigentum – einem Scheitelpunkt<br />
zu nähern.<br />
Sinkende Geschäftsflächenpreise<br />
Anders als die Wohnungspreise zeigen die<br />
Geschäftsflächenpreise im Gegensatz zu<br />
früheren Jahrzehnten kaum mehr Reaktionen<br />
auf die aktuellen wirtschaftlichen Entwicklungen.<br />
Die realen Preise haben seit der<br />
massiven Korrektur im Verlauf der Neunzigerjahre<br />
in etwa stagniert. Daran konnten<br />
auch die erfreulichen Wachstumsraten des<br />
Bruttoinlandprodukts in den letzten Jahren<br />
nichts ändern. Es ist deshalb davon auszugehen,<br />
dass die sich abzeichnende Verschlechterung<br />
der Konjunktur keine dramatischen<br />
Folgen für die Entwicklung der Geschäftsflächenpreise<br />
haben wird.<br />
Immer mehr ältere Einfamilienhäuser<br />
Mit 1,6% lag das Preiswachstum bei den Einfamilienhäusern<br />
über die letzten zwölf Monate<br />
exakt bei dem vor Jahresfrist prognostizierten<br />
Wert. Wie erwartet, verlangsamt sich<br />
die Preisentwicklung zusehends. Auch für<br />
die kommenden zwölf Monate ist mit einem<br />
leicht geringeren Preiswachstum zu rechnen:<br />
Es dürfte sich noch im Rahmen von<br />
rund 1,2% bewegen.<br />
Erneut hat sich auch die Marktliquidität erhöht:<br />
Erstmals seit langer Zeit wurden im<br />
ersten Halbjahr <strong>2008</strong> mehr als vier Prozent<br />
des Gesamtbestandes an Einfamilienhäusern<br />
zum Verkauf angeboten. Der Anstieg<br />
hängt dabei vor allem mit der zunehmenden<br />
Anzahl älterer Objekte zusammen, die sich<br />
im Angebot befinden. Seit rund drei Jahren<br />
werden weit mehr ältere als neue Einfamilienhäuser<br />
angeboten. In den Neunzigerjahren<br />
fiel dieses Verhältnis noch mehrheitlich<br />
zu Gunsten der neu erstellten Objekte aus.<br />
Die Verlagerung in Richtung älterer Objekte<br />
war auf Grund der demografischen Entwicklung<br />
der Schweizer Wohnbevölkerung vorhersehbar<br />
und dürfte sich in den kommenden<br />
Jahren weiter akzentuieren. Denn immer<br />
mehr Einfamilienhausbesitzer gelangen in<br />
ein Alter, in dem sie ihr Haus verkaufen<br />
möchten. Durch den anstehenden Generationswechsel<br />
kann ein immer grösserer Teil<br />
der Einfamilienhausnachfrage durch «Occasionsobjekte»<br />
abgedeckt werden. Typischerweise<br />
handelt es sich dabei um grosse Objekte<br />
mit sechs und mehr Zimmern, und bei<br />
diesen liegen die Neubauanteile am Angebot<br />
denn auch deutlich unter 50%. Gebaut werden<br />
dagegen zurzeit vor allem mitteigrosse<br />
Objekte, auf die der Preisanstieg der letzten<br />
Jahre hauptsächlich zurückzuführen ist.<br />
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44 immobilia November <strong>2008</strong>
Service<br />
Nach wie vor verteuern sich die Einfamilienhausangebote<br />
in der französischsprachigen<br />
Schweiz weit überdurchschnittlich. Vor allem<br />
am Genfersee ist bis auf Weiteres kein Ende<br />
des Booms absehbar, noch immer liegen die<br />
Wachstumsraten der Angebotspreise markant<br />
höher als im gesamtschweizerischen<br />
Durchschnitt. Etwas beruhigen dürfte sich<br />
die Situation in den kommenden Monaten.<br />
Dennoch ist zu erwarten, dass die Zuwanderung<br />
von Ausländern auf Grund der schwierigeren<br />
konjunkturellen Lage tendenziell zurückgeht<br />
und damit auch die Wohnungsnachfrage<br />
etwas nachlassen wird.<br />
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ringer der Wunsch umzuziehen: Wer seit über<br />
20 Jahren in derselben Wohnung lebt, zeigt<br />
nur noch eine geringe Bereitschaft, sich mit<br />
einem Umzug zu beschäftigen.<br />
Umzugsgrund ist meist die Wohnung<br />
Die Gründe für den geplanten Umzug liegen<br />
mehrheitlich bei der bewohnten Wohnung<br />
selbst. Über zwei Drittel der umzugswilligen<br />
Mieter nennen die Unzufriedenheit mit der<br />
Wohnung oder deren Grösse als eine ausschlaggebende<br />
Motivation für den Wegzug.<br />
Dafür verantwortlich ist nicht allein der Mangel<br />
an Wohnfläche, denn rund 7% der Umzugswilligen<br />
suchen eine kleinere Wohnung.<br />
Eine wichtige Rolle spielen zudem wie erwähnt<br />
sowohl die Verkleinerung der Haushaltgrössen<br />
beim Auszug der Kinder aus der<br />
elterlichen Wohnung als auch die zunehmenden<br />
Scheidungsraten. Das Wohnumfeld<br />
hingegen wird nur gerade von knapp einem<br />
Viertel der Befragten als wichtiger Umzugs-<br />
Hohe Umzugsbereitschaft<br />
Neben der Zufriedenheit im Beruf und der<br />
Pflege des Freundeskreises rangiert eine<br />
schöne, gut eingerichtete Wohnung an einer<br />
guten Wohnlage mit zuoberst auf der<br />
Wunschliste jener Dinge, die im Leben als<br />
wichtig erachtet werden. Dieser starke<br />
Wunsch dürfte einer der wichtigsten Gründe<br />
dafür sein, dass ein bedeutender Teil der Bevölkerung<br />
mit der Verbesserung der Wohnsituation<br />
beschäftigt ist: Mehr als ein Drittel aller<br />
Mieter und jeder zehnte Wohneigentümer<br />
äussert gegenwärtig latente oder fixe Umzugsabsichten.<br />
Auffallend ist, dass die fixen<br />
Umzugsabsichten bei den Mietern im Verlauf<br />
der letzten acht Jahre tendenziell rückläufig<br />
sind, während sie bei den Eigentümern eher<br />
zugenommen haben. Dies dürfte nicht zuletzt<br />
auf die demografische Entwicklung in diesen<br />
Jahren zurückzuführen sein, gelangen doch<br />
immer grössere Teile der Wohnbevölkerung<br />
in die Nachfamilienphase. Die daraus resultierende<br />
Reduktion der Haushaltgrössen ist oft<br />
Anlass dafür, sich mit einem Auszug aus dem<br />
zu gross gewordenen Wohneigentum zu befassen,<br />
was nicht nur die fixen, sondern vor<br />
allem auch die Zahl der latenten Umzugsabsichten<br />
erhöht. Die Umzugsbereitschaft zeigt<br />
allerdings auch eine starke Abhängigkeit von<br />
der Verweildauer, das heisst davon, wie lange<br />
die Befragten bereits in der gegenwärtig bewohnten<br />
Wohnung leben. Die Umzugsabsichten<br />
erreichen bei jenen Mietern einen<br />
Maximalwert, die erst relativ kurz, das heisst<br />
zwischen 2 und 5 Jahren, in einer Wohnung<br />
wohnen. Je länger die Verweildauer, desto gegrund<br />
erwähnt, während familiäre und berufliche<br />
Gründe bei 45% der Befragten den Umzugsentscheid<br />
wesentlich mitbeeinflussen.<br />
Bei der Unzufriedenheit mit der aktuellen<br />
Wohnung scheinen insbesondere Lärmimmissionen<br />
eine grosse Rolle zu spielen: Lärmisolation<br />
und Lärmbelastung der aktuell<br />
bewohnten Wohnung gehören zu jenen Faktoren,<br />
die bei der Einschätzung der aktuellen<br />
Wohnsituation die geringsten Zufriedenheitswerte<br />
erzielen. So äussern sich je mehr<br />
als ein Drittel der Schweizer Mieter unzufrieden<br />
mit der Lärmisolation beziehungsweise<br />
der Lärmbelastung ihrer Wohnung. Lediglich<br />
der Steuerfuss der Wohngemeinde – über<br />
den sich mehr als 40% der Befragten negativ<br />
äussern – erzielte einen noch schlechteren<br />
Wert. Mit den Wohnkosten, das heisst der<br />
Höhe des Miet- oder Hypothekarzinses, zeigt<br />
sich demgegenüber lediglich ein Viertel der<br />
Befragten unzufrieden.<br />
«Das Thema Wohnungsnot ist<br />
vom Tisch.» sagt Dieter Marmet<br />
Herr Marmet*, was sind Ihre wichtigsten<br />
Erkenntnisse aus dem Immo-Monitoring?<br />
Obwohl die Finanzkrise auch in der Schweiz<br />
spürbar ist und die Immobilienkrise immer<br />
weitere Kreise zieht, ist auf dem Schweizer<br />
Immobilienmarkt kein Absturz zu erwarten.<br />
Insbesondere auf dem Mietwohnungsmarkt<br />
ist sogar mit einem weiteren Preisanstieg<br />
zu rechnen. Die Wohneigentumspreise und<br />
die Geschäftsflächenpreise werden dagegen<br />
stagnieren.<br />
Gab es darüber hinaus auch Überraschungen?<br />
Diverse. Haben Sie beispielsweise gewusst,<br />
dass sich die Dauer der Baubewilligungsverfahren<br />
trotz der zunehmenden Komplexität<br />
in den letzten 15 Jahren nicht verlängert<br />
hat? Oder dass sich die Zahl der Betten in<br />
Ferienwohnungen in den vergangenen dreissig<br />
Jahren fast verdoppelt hat, während die<br />
Zahl der Hotelbetten im selben Zeitraum stagnierte?<br />
Oder dass es in der Schweiz über<br />
18 Mio. Quadratmeter nicht mehr genutzte<br />
Industrie- und Infrastrukturflächen gibt und<br />
diese neu in der «brachenbank.ch» eingesehen<br />
werden können?<br />
Nun ändern sich die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen<br />
fast Tag für Tag. Wann<br />
und wie wird sich dies auf den Schweizer<br />
Immobilienmarkt niederschlagen?<br />
Die veränderten wirtschaftlichen Rahmenbedingungen<br />
haben sich bereits niedergeschlagen.<br />
Noch im Sommer geisterte nach der Veröffentlichung<br />
der jüngsten Leerstandszahlen<br />
wieder das Stichwort Wohnungsnot durch die<br />
Presse. Inzwischen Fragen sich viele Investoren<br />
besorgt, wie lange die Zuwanderung<br />
von ausländischen Arbeitskräften, die in den<br />
letzten Jahren für einen grossen Teil der Wohnungsnachfrage<br />
verantwortlich waren, noch<br />
anhalten wird. Und auf den Geschäftsflächenmarkt<br />
hat die Zahl der Flächen im Angebot<br />
bereits wieder zu steigen begonnen. Längerfristig<br />
hängt letztlich viel davon ab, wie schnell<br />
die Schweizer Wirtschaft aus der absehbaren<br />
Rezession findet.<br />
* Dieter Marmet ist Partner beim Immobilienbera<br />
tungsunternehmen Wüest & Partner, Zürich.<br />
immobilia November <strong>2008</strong> 45
Service<br />
Konjunktur<br />
BAK sieht rückläufige<br />
Entwicklung im Wohneigentum<br />
Nach dem zehnjährigen Boom der Schweizer Wohneigentumsmärkte stagniert<br />
die Entwicklung 2009 und ist 2010 rückläufig. Dies besagt eine Analyse<br />
von Fahrländer Partner im Auftrag von BAK Basel Economics.<br />
Waadt und Graubünden. In der übrigen<br />
Schweiz dürfte der zu erwartende Preisrückgang<br />
moderat ausfallen.<br />
Red. – Die Abkühlung der Weltwirtschaft<br />
bremst die Entwicklung des Schweizer Wohneigentums.<br />
So ist bis Sommer 2009 mit einer<br />
Stagnation und 2010 mit einem Rückgang<br />
der Preise zu rechnen. Von dieser konjunkturellen<br />
Entwicklung besonders stark<br />
betroffen sind die gehobenen Segmente in<br />
den grossen urbanen Räumen und viele Tourismusdestinationen.<br />
Langfristig ist aber mit<br />
einer erheblichen Zusatznachfrage nach<br />
Wohnungen im Eigentum zu rechnen. Die<br />
Mietpreise werden von den konjunkturellen<br />
Entwicklungen kaum beeinflusst und dürften<br />
– mit Ausnahme der gehobenen Segmente<br />
– weiterhin leicht steigen.<br />
Seit vier Jahren verzeichnet die Schweizer<br />
Wirtschaft überdurchschnittliche Wachstumsraten<br />
und die Hypothekarzinsen befinden<br />
sich schon länger auf sehr tiefem Niveau.<br />
Die Voraussetzungen für den Erwerb<br />
eines Eigenheims waren selten so günstig.<br />
Aber auch die Immigration führte zu einer<br />
erhöhten Nachfrage. Deshalb hielt der Wohneigentumsboom<br />
auch im vergangenen Jahr<br />
unvermindert an: Davon zeugt nicht nur die<br />
hohe Bautätigkeit, sondern vor allem, dass<br />
trotz rund 30 000 neu erstellten Wohnungen<br />
im Eigentum die Leerstände weder bei den<br />
Einfamilienhäusern noch bei den Eigentumswohnungen<br />
signifikant gestiegen sind. Die<br />
ausgezeichneten Rahmenbedingungen haben<br />
in beiden Segmenten zu einem weiteren<br />
Anstieg der Preise geführt, der sich mit we-<br />
nigen Ausnahmen in fast allen Regionen bemerkbar<br />
machte. Besonders ausgeprägt war<br />
der Preisanstieg einmal mehr im Raum Zürich/Zug,<br />
am Genfersee sowie in den touristisch<br />
geprägten Regionen.<br />
Stotternde Weltwirtschaft bremst<br />
Die negative Entwicklung der internationalen<br />
Immobilienmärkte beeinflusste die<br />
Schweizer Wohneigentumsmärkte bislang<br />
kaum. Inzwischen kann sich aber auch die<br />
Schweizer Wirtschaft den Auswirkungen der<br />
globalen Finanzkrise nicht mehr entziehen:<br />
BAK prognostiziert 2009 ein Wachstum des<br />
Schweizer Bruttoinlandprodukts von 0,7%.<br />
Diese Entwicklung und die damit verbundene<br />
Unsicherheit bezüglich der zukünftigen<br />
finanziellen Lage der Haushalte wird gemäss<br />
den Analysen von Fahrländer Partner eine<br />
rückläufige Nachfrage nach Wohneigentum<br />
zur Folge haben, da ein Teil der potenziellen<br />
Wohneigentümer ihre Kaufpläne auf einen<br />
späteren Zeitpunkt verschiebt. Ausserdem<br />
geht infolge der gebremsten Wirtschaftsentwicklung<br />
die Nachfrage nach Wohnraum seitens<br />
der ausländischen Arbeitskräfte zurück.<br />
Aufgrund der starken Preisanstiege in den<br />
vergangenen Jahren besteht in einigen Regionen<br />
zudem ein grosser Spielraum für Preiskorrekturen<br />
nach unten. Dies betrifft insbesondere<br />
die Grosszentren und deren Agglomerationen<br />
– allen voran Zürich und das<br />
Bassin Lémanique Quelle: – sowie Analysen touristisch Fahrländer geprägte<br />
Regionen in den Kantonen<br />
Partner.<br />
Wallis,<br />
Abflachen der Mietpreisentwicklung<br />
Die in der jüngeren Vergangenheit praktisch<br />
stabile Leerstandsquote im Bereich<br />
Mietwohnungen zeigt, dass die geringe Anzahl<br />
neuer Mietwohnungen auf gesamtschweizerischer<br />
Ebene auf eine ebenso<br />
geringe Nachfrage traf. In den Zentren kann<br />
davon jedoch kaum die Rede sein: Die verschwindend<br />
kleine Zahl leer stehender<br />
Wohnungen lässt vermuten, dass hier das<br />
Marktgleichgewicht nachhaltig gestört ist.<br />
So standen im Sommer <strong>2008</strong> in Bern 264, in<br />
Genf 150, in Zürich 51 und in Lausanne<br />
sogar nur 41 Wohnungen leer. Abseits der<br />
Grosszentren liegen die Leerstandsquoten<br />
dagegen teilweise deutlich über dem<br />
Schweizer Mittel. Die Leerstände waren im<br />
Vergleich zum Vorjahr aber auch in diesen<br />
Gebieten rückläufig, allerdings in geringerem<br />
Ausmass als in den zentralen Lagen.<br />
Die Mietpreise haben 2007 ihren seit nunmehr<br />
acht Jahren anhaltenden Anstieg<br />
fortgesetzt. Auch wenn gemäss Prospektivmodell<br />
von Fahrländer Partner insgesamt<br />
bis 2010 nur Einfamilienhäuser<br />
rund 3500 zusätzliche Eig<br />
Mietwohnungen benötigt werden, ist mittelfristig<br />
kaum <strong>2008</strong>/2009 mit einem Rückgang 2009/2010 der <strong>2008</strong>/2<br />
Mieten – nicht auf gesamtschweizerischer<br />
Ebene und noch weniger in den Zentren –<br />
zu rechnen. Eine Ausnahme bilden allenfalls<br />
die Wohnungen im gehobenen Segment<br />
in den Zentren sowie Mietwohnungen<br />
in Tourismusdestinationen. Wenn die<br />
erhöhte Unsicherheit hinsichtlich der zukünftigen<br />
Entwicklungen zu einer vorüber-<br />
Tabelle 1 Zyklische Preisentwicklung <strong>2008</strong>/2009 – 2009/2010<br />
Unteres Segment <br />
Mittleres Segment <br />
Gehobenes Segment <br />
Tabelle 1 Zyklische Preisentwicklung <strong>2008</strong>/2009 Tabelle – 2009/2010 2 Zyklische Preisentwicklung <strong>2008</strong>/2009 – 2009/2010<br />
Einfamilienhäuser<br />
Eigentumswohnungen<br />
MIetwohnungen<br />
<strong>2008</strong>/2009 2009/2010 <strong>2008</strong>/2009 2009/2010 <strong>2008</strong>/2009 2009/2010<br />
Unteres Segment Unteres Segment <br />
<br />
Mittleres Segment Mittleres Segment <br />
<br />
Gehobenes Segment Gehobenes Segment <br />
<br />
Quelle: Analysen Fahrländer Partner.<br />
Quelle: Analysen Fahrländer Partner.<br />
Zyklische Preisentwicklung <strong>2008</strong>/2009 und 2009/2010<br />
Tabelle 2 Zyklische Preisentwicklung <strong>2008</strong>/2009 – 2009/2010<br />
46 immobilia November <strong>2008</strong><br />
MIetwohnungen<br />
Abbildung 1<br />
Preisniveau <strong>2008</strong> vs. Trend: Durchschnittliches E
Service<br />
gehenden Abschwächung der Nachfrage<br />
nach Wohneigentum führt, könnte der Mietwohnungsmarkt<br />
sogar von der erwarteten<br />
Wachstumsverlangsamung profitieren.<br />
Langfristiger Zusatzbedarf im Wohneigentum<br />
Bis 2023 wird der Trend zu Wohneigentum<br />
die Wohnungsmärkte in der Schweiz dominieren.<br />
In den kommenden zwei Jahren begenden<br />
Preisen auszugehen ist. Im Bereich<br />
Mietwohnungen ist vor allem bei den grossen<br />
Wohnungen aufgrund der Konkurrenz<br />
durch das Wohneigentum – insbesondere in<br />
ländlichen Gebieten – mit einer deutlich<br />
rückläufigen Nachfrage zu rechnen. Einzig<br />
die Nachfrage nach kleinen und mittleren<br />
Wohnungen wird zunehmen. Insgesamt besteht<br />
bis 2023 Bedarf nach 50 000 zusätzlichen<br />
Mietwohnungen.<br />
Verbandsbeschwerderecht<br />
Das Verbandsbeschwerderecht im<br />
Überblick – Fragen und Antworten<br />
Dr. Peter Burkhalter<br />
Seit Jahren steht das Verbandsbeschwerderecht<br />
im Kreuzfeuer der Kritik und wird am<br />
30. November <strong>2008</strong> – anlässlich einer Initiative<br />
des Zürcher Freisinns – erneut zur Abstimmung<br />
vorgebracht. Im Rahmen einer<br />
Einladung des WBCB 1 zum Thema "Verbandsbeschwerderecht»<br />
gewährten am 15.<br />
Oktober <strong>2008</strong> Referenten 2 aus Wirtschaft,<br />
Politik, Recht und Verbänden mit ihren Argumenten<br />
und Denkweisen Einblicke in das<br />
derzeit geltende Verbandsbeschwerderecht.<br />
Nachfolgend ein Auszug aus meinem Referat<br />
zu den rechtlichen Fragestellungen unter<br />
Berücksichtigung der von den Referenten<br />
eingebrachten Argumente.<br />
Wo finden sich die gesetzlichen Grundlagen<br />
des ideellen Verbandsbeschwerderechts?<br />
Die ideelle Verbandsbeschwerde ist die durch<br />
Spezialgesetz bestehende Befugnis bestimmter<br />
privater Organisationen, zur Verfolgung<br />
öffentlicher Interessen bestimmte<br />
Rechtsanwendungsakte anzufechten 3 . In der<br />
Schweizerischen Bundesverfassung (BV) 4 ist<br />
das Verbandsbeschwerderecht folglich nicht<br />
An projektierten<br />
Einkaufszentren<br />
entzündet sich häufig<br />
der Streit zwischen<br />
Bauherrschaft und<br />
Umweltverbänden. Im<br />
Bild das neu eröffnete<br />
Zentrum Westside in<br />
Bern. (Bild PD)<br />
ziffert das Prospektivmodell von Fahrländer<br />
Partner den Bedarf auf 51 000 Einheiten.<br />
Die aktuelle Bautätigkeit im Bereich Wohneigentum<br />
sollte daher um rund 5000 Wohnungen<br />
pro Jahr reduziert werden, um den<br />
durch die rückläufige Nachfrage beeinträchtigten<br />
Markt nicht zusätzlich zu belasten.<br />
Insgesamt ist bis 2023 ein zusätzlicher Bedarf<br />
von 260 000 Wohnungen im Eigentum<br />
zu erwarten, so dass langfristig von steiverankert,<br />
hingegen wird es durch verschiedene<br />
Spezialgesetze geregelt. Aufgenommen<br />
in die schweizerische Rechtsordnung wurde<br />
das Instrument der Verbandsbeschwerde<br />
erstmals 1966 mit dem Inkrafttreten des Natur-<br />
und Heimatschutzgesetztes (NHG) 5 . 1983<br />
wurde im Umweltschutzgesetz (USG) 6 eine<br />
analoge Bestimmung eingeführt. Ein Beschwerderecht<br />
für Schutzorganisationen<br />
kennen des Weiteren das Fuss- und Wanderweggesetz<br />
7 , das Gentechnikgesetz 8 , das<br />
Gleichstellungsgesetz von Mann und Frau 9<br />
sowie das Behindertengleichstellungsgesetz<br />
10 . Die beiden wesentlichen Bestimmungen,<br />
welche die Verbandsbeschwerde im<br />
Umweltbereich vorsehen – und deshalb von<br />
der Initiative betroffen sind – finden sich in<br />
Art. 12 des Natur- und Heimatschutzgesetzes<br />
und in Art. 55 des Umweltschutzgesetzes.<br />
Welche Verfahrensstellung kommt den<br />
Verbänden zu?<br />
Die Bundesverfassung gewährt jeder Partei<br />
im Verfahren Anrecht auf rechtliches Gehör<br />
<strong>11</strong> . Dies hat zur Folge, dass auf Stufe der<br />
Kantone und Gemeinden Verfügungen und<br />
Entscheide mittels Einsprache (bei der Verfügung<br />
erlassenden Behörde) oder Beschwerde<br />
(bei einer übergeordneten Behörde)<br />
angefochten werden können 12 .<br />
Nach den Grundsätzen des Verwaltungsverfahrensrechts<br />
erfüllt das Erfordernis der Einsprache-<br />
bzw. Beschwerdelegitimation u. a.<br />
nur, wer formell und materiell beschwert ist<br />
und ein aktuelles und praktisches Interesse<br />
an der Aufhebung der Rechtskraft des Anfechtungsobjekts<br />
hat. Währenddessen das<br />
Erfordernis der formellen Beschwer bereits<br />
durch die Teilnahme am vorinstanzlichen<br />
Verfahren erfüllt wird, ist materiell beschwert<br />
nur, wer durch das Anfechtungsobjekt besonders<br />
betroffen ist. Mit dem Ziel, Popularbeschwerden<br />
zu vermeiden, wurden gleichzeitig<br />
ideelle Interessen im Bereich der (Umwelt-)Planung<br />
– durch das Erfordernis der<br />
besonderen Betroffenheit – der Beschwerdefähigkeit<br />
entzogen.<br />
Um der Gefahr zu begegnen, dass wirtschaftliche<br />
Nutzungsinteressen den umweltrechtlichen<br />
Schutzbestrebungen stets vorgezogen<br />
werden, wurde nach einem Kontroll- und Korrekturmechanismus<br />
gesucht, welcher schlussendlich<br />
im Verbandsbeschwerderecht Eingang<br />
gefunden hat. Vom Nachweis der materiellen<br />
Beschwer mittels spezialgesetzlicher<br />
Regelung befreit, versteht sich heute das Verbandsbeschwerderecht<br />
als Sonderrecht bestimmter<br />
privater Organisationen, um sogenannt<br />
ideelle Interessen zu vertreten.<br />
Als eine Art Vertreter der «sprachlosen» Natur<br />
oder als «Anwälte der Natur» kommen<br />
immobilia November <strong>2008</strong> 47
Service<br />
den Natur- und Umweltschutzverbänden<br />
deshalb unterschiedliche Funktionen zu. Primär<br />
unterstützten und verbessern sie den<br />
Vollzug der Umweltgesetzgebung, indem<br />
das materielle Recht auf seine korrekte Umsetzung<br />
überprüft wird. Zusätzlich wirkt das<br />
Verbandsbeschwerderecht auch im Sinne<br />
der Prävention. Das Wissen um eine Beschwerdemöglichkeit<br />
durch fachlich qualifizierte<br />
Organisationen motiviert nicht nur die<br />
rechtsanwendenden Behörden, sondern<br />
auch die mit der Projektierung befassten<br />
Personen, die anwendbaren Rechtsnormen<br />
einzuhalten.<br />
Welche privaten Organisationen sind zur<br />
Ausübung des Verbandsbeschwerderechts<br />
legitimiert?<br />
Gemäss Art. 12 NHG und Art. 55 USG ist der<br />
Kreis der zur Verbandsbeschwerde berechtigter<br />
Organisationen beschränkt. Die Anforderungen<br />
sind:<br />
1. Es muss sich um eine ideelle Organisation<br />
handeln (nach Statuten und tatsächlich).<br />
2. Es muss sich um eine Umweltschutzorganisation<br />
bzw. um eine Natur- und Heimatschutzorganisation<br />
handeln (nach Statuten<br />
und tatsächlich).<br />
3. Die Organisation muss gesamtschweizerisch<br />
tätig sein (nach Statuten und tatsächlich).<br />
4. Die Organisation muss seit 10 Jahren bestehen<br />
und in diesen Jahren alle übrigen<br />
Voraussetzungen immer erfüllt haben.<br />
Die im Bereich des Natur-, Heimat- und Umweltschutz<br />
tätigen Organisationen werden<br />
durch den Bundesrat bestimmt. Sie sind im<br />
Sinne eines Numerus clausus auf Verordnungsstufe<br />
im Verzeichnis der beschwerdeberechtigten<br />
Organisationen (VB0) aufge-<br />
führt. Derzeit werden gemäss NHG und USG<br />
einunddreissig Organisationen zur Verbandsbeschwerde<br />
zugelassen.<br />
Welchen Einschränkungen ist die Ausübung<br />
des Verbandsbeschwerderechts<br />
heute bereits unterworfen?<br />
Was den Gegenstand einer Verfügung betrifft,<br />
so sind nicht alle Verfügungen und Entscheide,<br />
in denen Umweltrecht angewendet<br />
wird, beschwerdefähig. Spezialgesetze sehen<br />
weitere Einschränkungen des sachlichen<br />
Geltungsbereichs vor und ermöglichen<br />
die Verbandsbeschwerde vorwiegend<br />
bei Projekten mit erwartungsgemäss grossen<br />
Umweltauswirkungen oder in besonders<br />
empfindlichen Landschaftsräumen 13 . So ist<br />
gemäss dem Umweltschutzgesetz das Beschwerderecht<br />
auf Projekte beschränkt, die<br />
der Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP)<br />
unterstehen 14 . Im Rahmen des NHG können<br />
nur in Anwendung von Bundesrecht ergangene<br />
Verfügungen und Entscheide mit<br />
Auswirkungen auf die Natur bzw. auf die<br />
Landschaft angefochten werden.<br />
Verschärft wurden die Voraussetzungen für<br />
die Ausübung des Verbandsbeschwerderechts<br />
erstmals 1995. Sowohl das Umweltschutzgesetz<br />
wie auch das Natur- und Heimatschutzgesetz<br />
sehen heute vor, dass die<br />
Verbände zur Beschwerde nur legitimiert<br />
sind, wenn sie vorgängig die Einsprachemöglichkeit<br />
genutzt haben. Weitere Korrekturen<br />
erfolgten erst kürzlich mit der am<br />
1. Juli 2007 in Kraft getretenen Gesetzesrevision,<br />
welche auf die Initiative Hofmann zurückführt.<br />
Im Rahmen dieser Harmonisierung<br />
des NHG und des USG wurden diverse Anpassungen<br />
und Korrekturen vorgenommen.<br />
Die wichtigsten sind 15 :<br />
<br />
<br />
1. Die Verbände müssen insgesamt<br />
strengere Voraussetzungen erfüllen, um<br />
Beschwerde zu führen (Art. 12, 12a NHG/<br />
Art. 55 USG).<br />
2. Die Verbände müssen vor Gericht die Kosten<br />
tragen, wenn ihre Beschwerde abgelehnt<br />
wird (Art. 12f NHG/Art. 55e USG).<br />
3. Während des Verfahrens kann – unter bestimmten<br />
Voraussetzungen – bereits mit<br />
dem Bau begonnen werden (Art. 12e<br />
NHG/Art. 55d USG).<br />
4. Vereinbarungen der Organisationen mit<br />
den Bauherren sind nur noch Anträge an<br />
die Bewilligungsbehörde (Art. 12d Abs. 1<br />
NHG/Art. 55c Abs. 1 USG).<br />
5. Die Möglichkeit mit der Bauherrschaft<br />
Vereinbarungen über finanzielle oder andere<br />
Leistungen abzuschliessen, wird<br />
beschränkt (Art. 12d Ab. 2 NHG, Art. 55c<br />
Abs. 2 USG).<br />
Welche Arten von Verbandseinsprachen<br />
werden unterschieden?<br />
Die Einsprachen von Verbänden – welche<br />
Voraussetzung des Beschwerderechts bilden<br />
– lassen sich grob in vier Gruppen teilen<br />
16 :<br />
Informationseinsprache<br />
Sie wird erhoben, wenn die Auswirkungen<br />
eines Projektes aufgrund der Ausschreibung<br />
als unklar erscheinen. Erweist sich ein Projekt<br />
bei genauer Kenntnis als unproblematisch, so<br />
werden solche Einsprachen zurückgezogen.<br />
Rechtswahrungseinsprache<br />
Diese wird während der Projektauflage erhoben.<br />
Sollten die mit der Bauherrschaft abgeschlossenen<br />
Vereinbarungen nicht eingehalten<br />
werden, so kann damit ein späteres<br />
Beschwerderecht gewahrt werden.<br />
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<br />
48 immobilia November <strong>2008</strong>
Service<br />
Konstruktive Einsprache<br />
Sie wird erhoben, wenn die Auswirkungen<br />
eines Vorhabens auf die Umwelt als übermässig<br />
angesehen werden, Verbesserungen<br />
aber als möglich erscheinen. Dabei werden<br />
Verhandlungen mit der Bauherrschaft angestrebt<br />
und die Einreichung einer Beschwerde<br />
nach Möglichkeit vermieden.<br />
Grundsatzeinsprache<br />
Sie wird erhoben, wenn die beschwerdeberechtigte<br />
Organisation ein Vorhaben grundsätzlich<br />
ablehnt. Mit einem anschliessenden<br />
Beschwerdeverfahren soll das Vorhaben<br />
vermieden werden.<br />
Was wird am Verbandsbeschwerderecht<br />
kritisiert?<br />
Trotz der Anpassungen beim Beschwerderecht<br />
der Verbände bleibt das Verbandsbeschwerderecht<br />
bis heute ein politisches Dauertraktandum<br />
und steht allgegenwärtig im<br />
Kreuzfeuer der Kritik. Diese fokussiert sich<br />
insbesondere auf drei Themenschwerpunkte:<br />
den Missbrauch, die Bauverzögerung und die<br />
Einmischung 17 . Vertreter der Wirtschaft rügen<br />
insbesondere, dass mittels der Verbandsbeschwerde<br />
oftmals versucht würde, bei Bauprojekten<br />
Umweltschutzmassnahmen zu erzwingen,<br />
für welche es keine gesetzliche<br />
Grundlage gäbe. Aus Angst vor einer Verbandsbeschwerde<br />
würde sodann oft zu ökologisch<br />
nicht sinnvollen Massnahmen gegriffen.<br />
Sinnvolle Sanierungen würden unterlassen,<br />
die Landschaft durch die Erstellung vieler<br />
kleiner Einkaufszentren zersiedelt und durch<br />
ein geringes Parkplatzangebot der Suchverkehr<br />
in den Quartieren vermehrt 18 . Weiter<br />
wird kritisiert, dass das Verbandsbeschwerderecht<br />
eine ausgewogene Interessenabwägung<br />
zwischen umweltpolitischen und wirtschaftlichen<br />
Anliegen verunmöglicht, da den<br />
Verbänden praktisch ein Vetorecht zukomme<br />
und durch den unsicheren Ausgang der<br />
Bewilligungsverfahrens Rechtunsicherheiten<br />
entstehen würden.<br />
Was beabsichtigt die Initiative «Verbandsbeschwerderecht<br />
– mehr Wachstum<br />
für die Schweiz»?<br />
Die von der FDP eingereichte Volksinitiative<br />
«Verbandsbeschwerderecht – mehr Wachstum<br />
für die Schweiz» verlangt eine weitere<br />
Einschränkung des Verbandsbeschwerderechts,<br />
geregelt auf Verfassungsstufe. Haben<br />
das Volk oder ein Parlament über ein Bauprojekt<br />
entschieden, soll die Verbandsbeschwerde<br />
ausgeschlossen sein. Die Bundesverfassung<br />
vom 18. April 1999 soll wie folgt<br />
geändert werden:<br />
Art. 30a (neu) Verbandsbeschwerderecht<br />
Das Verbandsbeschwerderecht in Umweltund<br />
Raumplanungsangelegenheiten nach<br />
den Artikeln 74–79 ist ausgeschlossen bei:<br />
a. Erlassen, Beschlüssen und Entscheiden,<br />
die auf Volksabstimmungen in Bund, Kantonen<br />
oder Gemeinden beruhen;<br />
b. Erlassen, Beschlüssen und Entscheiden<br />
der Parlamente des Bundes, der Kantone<br />
oder Gemeinden.<br />
Hinter der Initiative birgt sich die Idee, wiederum<br />
ein Gleichgewicht zwischen Umwelt<br />
und Wirtschaft herzustellen, indem das Sonderrecht<br />
der Verbände gezielt eingeschränkt<br />
wird. Die Umweltverbände wären sodann<br />
angehalten, im Rahmen der öffentlichen Debatte<br />
die notwendigen Mehrheiten zu suchen,<br />
um ein umweltrechtlich fragwürdiges<br />
Projekt zu verhindern. Gleichzeitig sollen<br />
Rechtsunsicherheiten für Investoren vermindert<br />
und dadurch der Wirtschaftsstandort<br />
Schweiz gefördert werden.<br />
Was ist bei einer Annahme der Initiative<br />
zu bedenken?<br />
Auch wenn einem Projekt ein Entscheid der<br />
Stimmbürger oder eines Parlamentes zugrunde<br />
liegt, muss dieses rechtsstaatlich<br />
korrekt ausgeführt werden. Denn in einem<br />
demokratischen Staat sind nicht nur die Verwaltung,<br />
sondern auch das Volk und die Parlamente<br />
an das Recht einer jeder höheren<br />
staatlichen Ebene gebunden 19 .<br />
Eine korrekte Durchsetzung des materiellen<br />
Bundesrechts würde insbesondere dort<br />
hohe Anforderungen an die Parlamente und<br />
an das Volk stellen, wo wirtschaftliche – insbesondere<br />
finanzielle – Interessen im Vordergrund<br />
stehen. Da diese im Moment meist<br />
dringlicher, evidenter und notwendiger erscheinen<br />
und gleichzeitig bei solchen Vorhaben<br />
im Zeitpunkt der Abstimmung die Auswirkungen<br />
auf die Umwelt noch nicht genau<br />
voraussehbar sind, müssten im Hinblick auf<br />
die Vollzugsdefizite im Umweltrecht wahrscheinlich<br />
andere Instrumente geprüft werden,<br />
um den Schutz des ländlichen Raums<br />
langfristig sicherzustellen.<br />
Weiter müsste man sich fragen, ob die Initiative<br />
zum richtigen Zeitpunkt – das Verbandsbeschwerderecht<br />
wurde erst kürzlich revidiert<br />
– und vor allem am richtigen Ort ansetzt,<br />
um Bauverzögerungen, Missbräuche<br />
und Rechtsunsicherheiten zu eliminieren.<br />
Denn Rechtsunsicherheiten sind letztendlich<br />
auch durch die Unbestimmtheit der Normen<br />
im Umweltrecht bedingt. Des Weiteren wer-<br />
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den Grossbauprojekte nicht ausschliesslich<br />
von Verbänden blockiert, sondern ebenso<br />
von Anwohnern aus der Nachbarschaft, welche<br />
aufgrund der persönlichen Betroffenheit<br />
ebenfalls zur Beschwerde berechtigt sind.<br />
Lösungen zur Behebung des Vollzugsdefizits<br />
im Umweltrecht sind deshalb allenfalls auch<br />
in einer Änderung der materiellrechtlichen<br />
Grundlagen zu suchen.<br />
Was ist bei einer Ablehnung der Initiative<br />
zu bedenken?<br />
Bei einer Ablehnung der Initiative müsste<br />
danach gefragt werden, ob – und vor allem<br />
wie – Verbesserungen zu Gunsten von<br />
nachhaltigen Investitionen erreicht werden<br />
könnten. Prüfenswert scheinen insbesondere<br />
weitere Instrumente der Verfahrensbeschleunigung<br />
wie auch ein Erlass von<br />
Richtlinien zur Ausübung des Verbandsbeschwerderechts<br />
durch den Bund 20 . Unter<br />
Experten wird ebenfalls diskutiert, ob es<br />
nicht zur Verbesserung des Investitionsklimas<br />
einer Änderung der materiellrechtlichen<br />
Grundlagen bedarf, um die «echten»<br />
Probleme in der Umweltschutzgesetzgebung<br />
beheben zu können.<br />
1 Wirtschaftsberatungs-Cluster Bern Espace<br />
Mittelland, Fachgruppe Verbandswesen, Industrie,<br />
Handelsvertretung.<br />
2 Alec von Graffenried (Nationalrat), Christian<br />
Wasserfallen (Nationalrat), Markus Neukomm<br />
(Präsident espace mobilité), Peter Saxenhofer<br />
(Geschäftsführer VCS Schweiz), Dr. Peter<br />
Burkhalter (Hodler & Emmenegger Rechtsanwälte<br />
Bern).<br />
3 Davon abzugrenzen sind die Beschwerde zur<br />
Wahrung der Interessen des Verbandes sowie die<br />
egoistische Verbandsbeschwerde. Letztere bedarf<br />
keiner gesetzlichen Grundlage.<br />
4 Bundesverfassung der Schweizerischen<br />
Eidgenossenschaft vom 18. April 1999 (Bundesverfassung,<br />
BV).<br />
5 Bundesgesetz vom 1. Juli 1966 über den<br />
Natur- und Heimatschutz (NHG).<br />
6 Bundesgesetz vom 7. Oktober 1983 über den<br />
Umweltschutz (Umweltschutzgesetz, USG).<br />
7 Bundesgesetz vom 4. Oktober 1985 über<br />
Fuss- und Wanderwege (FWG).<br />
8 Bundesgesetz vom 21. März 2003 über die<br />
Gentechnik im Ausserhumanbereich (Gentechnikgesetz,<br />
GTG).<br />
9 Bundesgesetz vom 24. März 1995 über die<br />
Gleichstellung von Mann und Frau (Gleichstellungsgesetz,<br />
GlG).<br />
10 Bundesgesetz vom 13. Dezember 2002 über die<br />
Beseitigung von Benachteiligungen von<br />
Menschen mit Behinderungen (Behindertengleichstellungsgesetz,<br />
BehiG).<br />
<strong>11</strong> Art. 29 Abs. 2 BV.<br />
12 Landscape and environmental planning (LEP),<br />
Verbandsbeschwerderecht, S. 2.<br />
13 BUWAL, Wie wirkt das Beschwerderecht der<br />
Umweltschutz-Organisationen? Bern 2000, S. 10.<br />
14 Vgl. Art. 55 Abs. 1 USG.<br />
15 http://www.uvek.admin.ch/dokumentation/00476/00477/01557/index.html<br />
(besucht am<br />
22. Oktober <strong>2008</strong>).<br />
16 BUWAL, Wie wirkt das Beschwerderecht der<br />
Umweltschutz-Organisationen?, Bern 2000, S. 12 ff.<br />
17 BUWAL, Wie wirkt das Beschwerderecht der<br />
Umweltschutz-Organisationen?, 2000, S. 13.<br />
18 Dossierpolitik, Verbandsbeschwerde-Initiative:<br />
Wichtiger Schritt im Reformprozess, Sept. <strong>2008</strong>,<br />
(Nr. 18).<br />
19 Art. 5 Abs. 1 BV (Legalitätsprinzip).<br />
20 HÄNER Isabelle, CaS 2004, S. 125.<br />
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50 immobilia November <strong>2008</strong>
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Schweizerische Maklerkammer SMK<br />
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Claudia Spalinger, Vizepräsidentin SMK<br />
Daheim oder im Heim, das sind schon seit längerem nicht mehr die einzigen<br />
beiden Zukunftsperspektiven für ältere Menschen.<br />
Schweizerische Maklerkammer<br />
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Alter.<br />
Interessierte Personen sind herzlich zum<br />
Vortrag des HEV Limmattal «Immobilien<br />
im Alter» mit den Referenten Claudia<br />
Spalinger und Robert Frey am Montag,<br />
17. November <strong>2008</strong>, 19.30 Uhr, im Gemeinderatssaal<br />
im Stadthaus in Dietikon<br />
eingeladen.<br />
Gemäss den Angaben des Bundesamt für<br />
Statistik wird in den kommenden 10 Jahren<br />
nicht nur die Zahl der Personen in den Altersklassen<br />
zwischen 21 bis 30 und 45 bis<br />
49 deutlich wachsen, sondern auch die Zahl<br />
der Personen zwischen 60 bis 89. Die Alterspyramide<br />
verschiebt sich deutlich nach<br />
oben.<br />
Dies bewirkt eine veränderte Nachfrage<br />
nach Wohnimmobilien. Welche Immobilientypen<br />
werden nun vermehrt nachgefragt?<br />
Für ältere Menschen stehen in erster Linie<br />
bauliche Aspekte im Vordergrund. Hindernisfreihes<br />
Bauen heisst das Gebot der Zukunft:<br />
– Schwellen- und stufenfrei (rollstuhlgängig<br />
im Innen- wie im Aussenbereich)<br />
– Grosszügiges und flexibles Raumkonzept<br />
mit rutschfesten Bodenbelägen<br />
– Unterhaltsarm und pflegeleicht.<br />
Aber auch Sicherheitsaspekte wie Gegensprechanlage<br />
und Alarmanlage gehören dazu.<br />
In der Schweiz wurden einige Neubau- und<br />
Umbauprojekte erfolgreich umgesetzt, wie<br />
zum Beispiel das «Solinsieme» in St.Gallen<br />
oder das «Schönfels» in Stäfa ZH, die neue<br />
Wege des Alterswohnens zeigen.<br />
Häufig stellen Eigentümer fest, dass ihr gegenwärtiges<br />
Eigenheim die Bedürfnisse der<br />
Zukunft nicht (mehr) erfüllen kann. Die Kinder<br />
sind «ausgeflogen», die Freizeitbeschäftigungen<br />
haben sich verändert, der Garten<br />
ist zu gross geworden und vieles mehr.<br />
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finden Sie bei Mitgliedern der Schweiz.<br />
Maklerkammer, siehe www.smk.ch oder<br />
Schweiz. Maklerkammer, Stadtturmstrasse<br />
10 in Baden<br />
So wandelt sich das «Daheim fürs ganze Leben»<br />
zu einem Wegbegleiter für einen Lebensabschnitt.<br />
Um den Schritt zum neuen<br />
Heim möglichst optimal vorbereiten zu können,<br />
gibt Michael Blaser, ausgewiesener<br />
Spezialist im Eigenheimbereich und Geschäftsführer<br />
von Wüst und Wüst in Zollikerberg<br />
ZH folgende Tipps:<br />
– Die Lage: Definieren Sie Ihre Wunschumgebung<br />
in Bezug auf Nähe zu Familie,<br />
Freunden, Bekannten, Freizeitaktivitäten,<br />
öffentlichen Verkehrsmitteln, Erreichbarkeit,<br />
etc.<br />
– Das Wichtigste: Wie viele Zimmer, Quadratmeter<br />
Wohnfläche, Nebennutzfläche,<br />
welche Wohnform, etc. entsprechen Ihrer<br />
Persönlichkeit<br />
– Das Finanzielle: Eine detaillierte Auslegeordnung<br />
über die aktuelle und die zukünftige<br />
finanzielle Situation, Bezug Pensionskassen-Gelder,<br />
etc.<br />
– Das Besondere: wofür möchten Sie Platz<br />
(Autos, Briefmarkensammlung, Orchideenzüchtung,<br />
usw.) oder möchten Sie<br />
Service-Dienstleistungen in Anspruch<br />
nehmen können wie Concierge-Dienste,<br />
Postzustellung, Pflanzenpflege während<br />
Abwesenheiten?<br />
Bei der Planung der neuen Lebensphase und<br />
dem entsprechenden Zuhause sind viele<br />
Punkte zu berücksichtigen. Soll die bisherige<br />
Immobilie auf den Markt gebracht werden,<br />
bevor ein neues Eigenheim erworben ist?<br />
Das Gespräch mit dem professionellen Immobilienmakler<br />
lohnt sich, um ein gescheites<br />
und auf die persönlichen Bedürfnisse abgestimmtes<br />
Verkaufsvorgehen zu definieren<br />
und einzuleiten.<br />
Dieses Haus war<br />
lange Jahre das Heim<br />
der Familie D. Nach<br />
familiären Veränderungen<br />
wurde es<br />
verkauft. Die Eigentümer<br />
haben sich<br />
neu orientiert.<br />
Verkäufer und Käufer<br />
sind glücklich!<br />
immobilia November <strong>2008</strong> 51
Service<br />
Organe, Mitgliederorganisationen, Termine<br />
Geschäftsleitung <strong>SVIT</strong> Schweiz<br />
Präsident: Urs Gribi, eidg. dipl. IT, gribi theurillat,<br />
Sperrstrasse 42, Postfach, 4005 Basel,<br />
Tel. 061 690 40 13, Fax 061 690 40 00,<br />
ugribi@gribitheurillat.ch<br />
Vizepräsident: Andreas Ingold, Livit AG,<br />
Altstetterstrasse 124, 8048 Zürich,<br />
Tel. 058 360 32 67, Fax 058 360 33 95,<br />
andreas.ingold@livit.ch<br />
Finanzen: (Ressort Finanzen),<br />
Peter Krummenacher, contrust finance ag<br />
Friedentalstrasse 43, Postfach 2549, 6002 Luzern,<br />
Tel. 041 429 09 09, Fax 041 429 09 00,<br />
peter.krummenacher@contrustfinance.ch<br />
Mitglied: (Ressort Aus- und Weiterbildung)<br />
Dr. Peter Burkhalter, Hodler & Emmenegger,<br />
Elfenstrasse 19, Postfach, 3000 Bern 16,<br />
Tel. 031 352 <strong>11</strong> 88, Fax 031 352 <strong>11</strong> 85<br />
p.burkhalter@hodler.ch<br />
Mitglied: (Ressort Mitgliederservice & Marketing)<br />
Stephan Wegelin, Stephan Wegelin. Marketing & Communication,<br />
Reismühlestrasse <strong>11</strong>/83, 8409 Winterthur,<br />
Tel. 052 242 13 10, Fax 052 242 13 10,<br />
stephan.wegelin@stephanwegelin.ch<br />
Direktor: Tayfun Celiker,<br />
Puls 5, Giessereistrasse 18, 8005 Zürich,<br />
Tel. 044 434 78 80, Fax 044 434 78 99,<br />
tayfun.celiker@svit.ch<br />
Schiedsgericht der<br />
Schweizer Immobilienwirtschaft<br />
Sekretariat: Obstgartenstr. 28, 8006 Zürich,<br />
Tel. 044 434 78 88, Fax 044 434 78 99<br />
info@svit-schiedsgericht.ch, www.svit-schiedsgericht.ch<br />
<strong>SVIT</strong> Aargau<br />
Präsident: Christophe Terrier, dipl. Immobilien-Treuhänder,<br />
Bäderstr. 30, Postfach 1460,<br />
5401 Baden, Mobile 079 321 44 50<br />
Sekretariat: <strong>SVIT</strong> Aargau, Bahnhofstr. 10, 5000 Aarau,<br />
Tel. 062 832 77 46, Fax 062 832 77 43<br />
info@svit-aargau.ch<br />
<strong>SVIT</strong> beider Basel<br />
Präsidentin: Pascale Hattemer, Hattemer Partner<br />
GmbH, Arnold Böcklin-Str. <strong>11</strong>, 4051 Basel,<br />
Tel. 061 225 20 20, Fax 061 225 20 21<br />
Sekretariat: <strong>SVIT</strong> beider Basel,<br />
Christine Sommerer, Innere Margarethenstr. 2,<br />
Postfach 610, 4010 Basel, Tel. 061 283 24 80,<br />
Fax 061 283 24 81, svit-basel@bluewin.ch<br />
<strong>SVIT</strong> Bern<br />
Präsident: Urs Wirth, Die Mobiliar<br />
Versicherungen + Vorsorge, Bundesgasse 35<br />
Postfach 8726, 3001 Bern, Tel. 031 389 76 09,<br />
Fax 031 389 68 45, urs.wirth@mobi.ch<br />
Sekretär: Thomas Graf, <strong>SVIT</strong> Bern,<br />
Sulgenauweg 40, Postfach 8375, 3001 Bern,<br />
Tel. 031 378 55 00, Fax 031 378 55 01,<br />
svit-bern@svit.ch<br />
<strong>SVIT</strong> Graubünden<br />
Präsident: Christian Fross, Fross Immobilien<br />
Management AG, Promenade 60, 7270 Davos Platz,<br />
Tel. 081 420 00 88, Fax 081 420 00 87,<br />
welcome@fross.ch<br />
Sekretariat: Hans-Jörg Berger, Berger Immobilien<br />
Treuhand AG, Bahnhofstrasse 8,<br />
Postfach 102, 7002 Chur, Tel. 081 257 00 05,<br />
Fax 081 257 00 01, svit-graubuenden@svit.ch<br />
<strong>SVIT</strong> Ostschweiz<br />
Präsident: Jonny Hutter, Sonnenbau AG,<br />
Hohenemserstrasse 76, 9444 Diepoldsau,<br />
Tel. 071 737 90 70, Fax 071 737 90 80<br />
Sekretariat: Claudia Zoller, Postfach 174,<br />
9501 Wil, Tel. 071 929 50 50, Fax 071 929 50 51,<br />
svit-ostschweiz@svit.ch<br />
Drucksachenversand: Vreny Egger,<br />
Egger Immobilien-Treuhand, Postfach 40,<br />
8880 Walenstadt, Tel. 081 710 24 30,<br />
Fax 081 735 23 30, egger.immobilien@swissonline.ch<br />
<strong>SVIT</strong> Romandie<br />
Präsident: Jean-Jacques Morard, PSP Management SA,<br />
Rue de Sébeillon 1, Case postale 91,<br />
1000 Lausanne 20, Tel. 021 637 78 10,<br />
Fax 021 637 78 01, jjmorard@psp.info<br />
Sekretariat: <strong>SVIT</strong> Romandie, Rue Centrale 9,<br />
1003 Lausanne, Tel. 021 3<strong>11</strong> 48 10,<br />
Fax 021 3<strong>11</strong> 48 13, info@svit-romandie.ch<br />
<strong>SVIT</strong> Solothurn<br />
Präsident und Sekretariat: Jürg Kocher, Bielstrasse<br />
20, 4502 Solothurn, Tel. 032 624 55 58, Fax 032 624 55<br />
56, juerg.kocher@livit.ch<br />
<strong>SVIT</strong> Tessin<br />
Präsident: Franco Trachsel, Trachsel Fiduciaria<br />
immobiliare SA, Via Besso 27, 6900 Lugano,<br />
Tel. 091 967 63 75, Fax 091 967 63 80,<br />
info@trachsel-immo.ch<br />
Sekretär: <strong>SVIT</strong> Ticino, Werner Leuzinger,<br />
via Pezzolo 7, CP 58, 6952 Canobbio,<br />
Tel. 091 921 10 73, Fax 091 942 46 83,<br />
svit.ticino@bluewin.ch<br />
<strong>SVIT</strong> Zentralschweiz<br />
Präsident: Walter Hochreutener, Alfred Müller AG,<br />
Neuhofstr. 10, 6340 Baar, Tel. 041 767 02 31,<br />
Fax 041 767 02 00<br />
Sekretariat: <strong>SVIT</strong> Zentralschweiz, Verena Kunz,<br />
Hübelistrasse 18, 6020 Emmenbrücke,<br />
Tel. 041 289 63 68, Fax 041 289 63 60,<br />
svit@welimmo.ch<br />
Rechtsauskunft für Mitglieder:<br />
Kummer Bolzern & Partner, Winkelriedstr. 35,<br />
6002 Luzern, Tel. 041 410 05 55, Fax 041 410 05 06<br />
<strong>SVIT</strong> Zürich<br />
Präsident: Jürg Müller, Colliers CSL AG,<br />
Siewerdtstrasse 8, 8050 Zürich,<br />
Tel. 044 316 13 00, Fax 044 316 13 94,<br />
juerg.mueller@colliers.ch<br />
Sekretariat: <strong>SVIT</strong> Zürich, Thurgauerstrasse <strong>11</strong>7,<br />
Postfach, 8065 Zürich, Tel. 044 200 37 80,<br />
Fax 044 200 37 99<br />
Rechtsauskunft für Mitglieder<br />
<strong>SVIT</strong> Zürich: Dr. Raymond Bisang,<br />
Riesbachstr. 57, Postfach 1071, 8034 Zürich,<br />
Tel. 043 488 41 41, Fax 043 488 41 88<br />
bisang@zurichlawyers.com, www.zurichlawyers.com<br />
Schweizerische Schätzungsexperten-<br />
Kammer SEK<br />
Präsident: Daniel Conca, conca consult,<br />
Schlossgasse 8, Postfach 179, 3280 Murten,<br />
Tel. 026 670 56 62, Fax 026 670 56 64,<br />
conca@conca-consult.ch<br />
Sekretariat: Puls 5, Giessereistrasse 18,<br />
8005 Zürich, Tel. 044 434 78 83, Fax 044 434 78 99,<br />
sek-svit@svit.ch, www.sek-svit.ch<br />
Kammer Unabhängiger<br />
Bauherrenberater KUB<br />
Präsident: Christoph Kratzer, MMK Immobilientreuhand<br />
AG, Seestrasse 17, 8002 Zürich,<br />
Tel. 043 344 34 74, Fax 043 344 34 79,<br />
christoph.kratzer@mmk.ch<br />
Sekretariat: Puls 5, Giessereistrasse 18,<br />
8005 Zürich, Tel. 044 434 78 82, Fax 044 434 78 99,<br />
info@kub.ch, www.kub.ch<br />
Schweizerische Maklerkammer SMK<br />
Präsident und Sekretariat: Marco Uehlinger,<br />
ImmoBaden AG, Stadtturmstrasse 10, Postfach, 5401<br />
Baden, Tel. 056 221 62 10, Fax 056 221 62 72,<br />
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<strong>SVIT</strong> FM Schweiz<br />
Präsident: Andreas Meister, Move Consultant AG,<br />
St. Jakobs-Strasse 54, 4002 Basel, Tel. 061 377 95 00,<br />
Fax 061 377 92 01, mail@movecons.ch<br />
Sekretariat: Puls 5, Giessereistrasse 18, 8005 Zürich,<br />
Tel. 044 434 78 84, Fax 044 434 78 99<br />
Termine <strong>SVIT</strong> Schweiz<br />
Exekutivrat<br />
09.12.<strong>2008</strong><br />
<strong>SVIT</strong>-Plenum<br />
–<br />
<strong>SVIT</strong>-Forum<br />
22. bis 24.01.2009, Pontresina<br />
Termine<br />
<strong>SVIT</strong>-Mitgliederorganistationen<br />
Aargau<br />
04.12.<strong>2008</strong> <strong>SVIT</strong>-Frühstück<br />
Basel<br />
05.12.<strong>2008</strong> Niggi-Näggi<br />
Bern<br />
–<br />
Graubünden<br />
–<br />
Ostschweiz<br />
05.01.2009 Neujahrsapéro<br />
20.bis 22.03.2009 Immobilien-Messe Schweiz,<br />
St.Gallen<br />
20.03.2009 Immobilien-Vision 2009, St. Gallen<br />
Romandie<br />
25.<strong>11</strong>.<strong>2008</strong> Conférence-débat<br />
Solothurn<br />
08.12.<strong>2008</strong> Mitgliederversammlung,<br />
anschliessend Fondue-Plausch<br />
Tessin<br />
–<br />
Zentralschweiz<br />
08.01.2009 Neujahrsapéro<br />
08.05.2009 Generalversammlung<br />
Zürich<br />
13.<strong>11</strong>.<strong>2008</strong> Stehlunch, Greifensee<br />
28.<strong>11</strong>.<strong>2008</strong> Jahresschluss,<br />
Casinotheater Winterthur<br />
28.04.2009 Generalversammlung<br />
Schweizerische Schätzungsexperten-<br />
Kammer SEK<br />
–<br />
Kammer Unabhängiger<br />
Bauherrenberater KUB<br />
23.04.2009 Generalversammlung,<br />
Hotel Zürichberg, Zürich<br />
Schweizerische Maklerkammer SMK<br />
–<br />
<strong>SVIT</strong> FM Schweiz<br />
13.01.2009 Roadshow, Zürich<br />
15.01.2009 Roadshow, Basel<br />
16.01.2009 Roadshow, Bern<br />
52 immobilia November <strong>2008</strong>
Service<br />
<strong>SVIT</strong> Swiss Real Estate School (SRES),<br />
das Bildungszentrum des <strong>SVIT</strong><br />
<strong>SVIT</strong> SRES koordiniert alle Ausbildungen auf der<br />
Stufe Fachausweis und führt den Lehrgang für den<br />
Immobilien-Treuhänder sowie das Nachdiplomstudium<br />
MREM durch. Einen weiteren Schwerpunkt<br />
bilden Seminare und Tagungen für die<br />
gesamte Immobilienwirtschaft sowie die<br />
Koordination der Einstiegskurse <strong>SVIT</strong>.<br />
Nachdiplomstudium Master of Advanced<br />
Studies in Real Estate Management<br />
(MREM)<br />
5. Durchführung MREM: ab Herbst <strong>2008</strong><br />
Tagesseminare<br />
<strong>SVIT</strong> SRES entwickelt und organisiert regelmässig<br />
massgeschneiderte Seminare zu aktuellen Themen<br />
in der Immobilienbranche.<br />
Séminaire en Romandie<br />
04.12.08 Journée romande des courtiers<br />
Lehrgang dipl. Immobilien-Treuhänder/in<br />
(HFP)<br />
in Zürich ab Februar 2009<br />
Lehrgänge Fachausweise 2009<br />
– Basiskompetenz: an 6 Standorten<br />
– Vertiefung Bewirtschaftung:<br />
an 5 Standorten<br />
– Vertiefung Bewertung:<br />
in Zürich<br />
– Vertiefung Vermarktung:<br />
in Zürich<br />
– Vertiefung Entwicklung:<br />
in Zürich<br />
<strong>SVIT</strong> Swiss Real Estate School AG<br />
Puls 5<br />
Giessereistrasse 18<br />
8005 Zürich<br />
Tel. 044 434 78 98<br />
Fax 044 434 78 99<br />
www.svit-sres.ch<br />
Für die Romandie:<br />
Karin Joergensen<br />
Rue Centrale 9<br />
1003 Lausanne<br />
Tel. 021 3<strong>11</strong> 48 10<br />
Fax 021 3<strong>11</strong> 48 13<br />
karin.joergensen@svit-school.ch<br />
Prüfungsdirektionen<br />
Schweizerische Fachprüfungskommission<br />
der Immobilienwirtschaft SFPKIW<br />
Koordiniert alle eidgenössisch geregelten<br />
Prüfungen (Berufsprüfungen Bewirtschaftung /<br />
Vermarktung / Bewertung / Entwicklung / Höhere<br />
Fachprüfung Immobilien-Treuhänder)<br />
Sekretariat Deutsche Schweiz und Tessin:<br />
Puls 5, Giessereistrasse 18, 8005 Zürich,<br />
Tel. 044 434 78 94, Fax 044 434 78 99, info@sfpk.ch<br />
Direction pour la Suisse Romande:<br />
Antoine Chappuis<br />
case postale 1215<br />
1001 Lausanne, Tel. 021 796 33 47, Fax 0848 888<br />
456, antchappuis@centrepatronal.ch<br />
Regionale Prüfungsdirektionen<br />
Für Auskünfte wenden Sie sich an die regionalen<br />
Lehrgangsleitungen (Adresse s. unten), sie sind<br />
Kontaktstellen der regionalen Prüfungsdirektionen.<br />
Regionale Lehrgangsleitungen<br />
in den <strong>SVIT</strong>-Mitgliederorganisationen<br />
Regionale Lehrgangsleitungen<br />
Die regionalen Lehrgangsleitungen beantworten<br />
gerne Ihre Anfragen zur Basiskompetenz und zum<br />
Vertiefungslehrgang Immobilien-Bewirtschaftung.<br />
Für Fragen zu den Vertiefungslehrgängen in<br />
Immobilien-Bewertung, -Entwicklung und<br />
-Vermarktung wenden Sie sich an die <strong>SVIT</strong> Swiss<br />
Real Estate School.<br />
Region Aargau<br />
zuständig für Interessenten aus dem Kanton AG<br />
sowie angrenzende Fachschul- und Prüfungsregionen<br />
<strong>SVIT</strong>-Ausbildungsregion Aargau, c/o Zoma AG Aarau,<br />
Katrin Schmidiger, Bahnhofstr. 10, 5000 Aarau<br />
Tel. 062 832 77 46, Fax 062 832 77 43,<br />
katrin.schmidiger@zoma.ch<br />
Region Basel<br />
zuständig für die Interessenten aus den Kantonen<br />
BS, BL, nach Basel orientierter Teil des Kantons SO,<br />
Fricktal<br />
<strong>SVIT</strong> Swiss Real Estate School<br />
c/o <strong>SVIT</strong> beider Basel<br />
Innere Margarethenstrasse 2, Postfach 610<br />
4010 Basel, Telefon 061 283 24 80,<br />
Fax 061 283 24 81, svit-basel@bluewin.ch<br />
Region Bern<br />
zuständig für Interessenten aus den Kantonen BE,<br />
bernorientierter Teil SO, deutschsprachige Gebiete<br />
VS und FR<br />
<strong>SVIT</strong> Swiss Real Estate School<br />
c/o <strong>SVIT</strong> Bern, Sulgenauweg 40, Postfach 8375,<br />
3001 Bern, Tel. 031 378 55 00, Fax 031 378 55 01,<br />
regionbern@svit-sres.ch<br />
Regionale Prüfungsdirektion Region Bern:<br />
H.P. Burkhalter + Partner AG,<br />
Schwarzenburgstr. 73, 3097 Bern-Liebefeld<br />
Tel. 031 379 00 00, Fax 031 379 00 01,<br />
hp.burkhalter@burkhalter-immo.ch<br />
Region Ostschweiz<br />
<strong>SVIT</strong> Swiss Real Estate School<br />
c/o Urs Kindler, Postfach 98, 8590 Romanshorn<br />
Tel. 071 460 08 46, Fax 071 460 08 45,<br />
regionostschweiz@svit-sres.ch<br />
Region Zentralschweiz<br />
zuständig für die Interessenten aus den Kantonen<br />
LU, NW, OW, SZ (ohne March und Höfe), UR, ZG<br />
<strong>SVIT</strong> Swiss Real Estate School<br />
c/o HMZ academy AG, Neuhofstrasse 3a,<br />
6340 Baar, Tel. 041 560 76 20, info@hmz-academy.ch<br />
Region Zürich / Graubünden<br />
zuständig für Interessenten aus den Kantonen<br />
GL, GR, SH, SZ (nur March und Höfe) sowie ZH<br />
<strong>SVIT</strong> Swiss Real Estate School<br />
c/o <strong>SVIT</strong> Zürich<br />
Thurgauerstr. <strong>11</strong>7, Postfach, 8065 Zürich,<br />
Tel. 044 200 37 98, Fax 044 200 37 99,<br />
regionzuerich@svit-sres.ch<br />
Region Tessin<br />
(Lehrgänge und Prüfungen in italienischer Sprache)<br />
Franco Trachsel, Trachsel Fiduciaria immobiliare SA<br />
Via Besso 27, 6900 Lugano,<br />
Tel. 091 967 63 75, Fax 091 967 63 80,<br />
svitticinoformazione@trachsel-immo.ch<br />
OKGT Organisation kaufmännischer<br />
Grundbildung Treuhand / Immobilien<br />
Sekretariatsleitung und Verantwortlicher für die<br />
neue kaufmännische Grundbildung: Ozan Kaya<br />
Steinstrasse 21, 8036 Zürich,<br />
Tel. 043 333 36 65, Fax 043 333 36 67,<br />
info@okgt.ch, www.okgt.ch<br />
immobilia November <strong>2008</strong> 53
Service<br />
Einstiegskurse und Branchenkunde KV<br />
der <strong>SVIT</strong>-Mitgliederorganisationen<br />
Die Einstiegskurse – angepasst an Arbeits- und Bildungsmarkt<br />
Die Einstiegskurse sind eine Weiterentwicklung der bisherigen Einführungs- und Grundkurse. Diese bildeten einen festen Bestandteil des Ausbildungsangebotes<br />
innerhalb der verschiedenen Regionen des Schweizerischen Verbandes der Immobilienwirtschaft (<strong>SVIT</strong>).<br />
Sie richten sich insbesondere an Quereinsteigerinnen und Quereinsteiger und als Vorbereitung für weitergehende Lehrgänge.<br />
Die genauen Angaben und Daten sind auf http://www.svit.ch unter den entsprechenden Regionen ersichtlich.<br />
1. Einstiegskurse<br />
M1: Bewirtschaftung von<br />
Mietliegenschaften<br />
<strong>SVIT</strong> Bern<br />
Mai bis Juni 2009<br />
Montag 18.00-20.40 Uhr sowie<br />
Samstag 8.30-12.10 Uhr<br />
<strong>SVIT</strong> Zürich<br />
17.1.2009 bis 26.2.2009<br />
(6 Abende, 3 Samstage)<br />
Technopark Zürich<br />
14.4.2009 bis 23.6.2009<br />
(10 Abende, 1 Samstag)<br />
Technopark Zürich<br />
<strong>SVIT</strong> Ostschweiz<br />
August und September 2009<br />
M2: Liegenschaftenbuchhaltung<br />
<strong>SVIT</strong> Aargau<br />
Oktober bis Dezember <strong>2008</strong><br />
Mittwoch 18.00–20.50 Uhr<br />
BSL, Lenzburg<br />
<strong>SVIT</strong> Bern<br />
August bis Oktober 2009<br />
Donnerstag 18.00–20.40 Uhr<br />
<strong>SVIT</strong> Zentralschweiz<br />
13.1.2009 bis 10.3.2009<br />
Dienstag- und Donnerstagabend<br />
19.00-21.30 Uhr, HMZ academy, Baar<br />
<strong>SVIT</strong> Zürich<br />
7.3.2009 bis 18.4.2009<br />
(5 Samstag Vormittage, 1 ganzer Samstag)<br />
Klubschule Winterthur<br />
M3: Bewirtschaftung von<br />
Stockwerkeigentum<br />
<strong>SVIT</strong> beider Basel<br />
22.10.<strong>2008</strong> bis 3.12.<strong>2008</strong> (7 Vormittage)<br />
Jeweils Mittwochmorgen, 8.30 bis <strong>11</strong>.40 Uhr<br />
ABZ UBS, Viaduktstrasse 33, Basel<br />
Prüfung: 10.12.<strong>2008</strong><br />
<strong>SVIT</strong> Bern<br />
Oktober bis November 2009<br />
Donnerstag 18.00–20.40 Uhr<br />
<strong>SVIT</strong> Zürich<br />
27.4.2009 bis 22.6.2009<br />
(8 Abende)<br />
Technopark Zürich<br />
<strong>SVIT</strong> Zentralschweiz<br />
17.<strong>11</strong>.<strong>2008</strong> bis 17.12.<strong>2008</strong><br />
Montag- und Mittwochabend<br />
19.00-21.30 Uhr, HMZ academy, Baar<br />
M4: Bauliche Kenntnisse<br />
<strong>SVIT</strong> Bern<br />
April bis Juni 2009<br />
Donnerstag 18.00-20.40 Uhr<br />
<strong>SVIT</strong> Zürich<br />
18.4.2009-27.5.2009<br />
(1 Abend, 4 Samstage)<br />
Technopark Zürich<br />
<strong>SVIT</strong> Zentralschweiz<br />
5.5.2009 bis 16.6.2009<br />
Dienstag- und Donnerstagabend<br />
19.00-21.30 Uhr, HMZ academy, Baar<br />
M5: Immobilien-Vermarktung<br />
<strong>SVIT</strong> Bern<br />
August bis September 2009<br />
Montag 18.00-20.40 Uhr und<br />
Samstag 08.30-12.10 Uhr<br />
<strong>SVIT</strong> Zürich<br />
12.1.2009 bis 13.3.2009<br />
(8 Abende, 4 Samstage)<br />
Technopark Zürich<br />
M6: Grundlagen der Immobilien-Bewertung<br />
<strong>SVIT</strong> Bern<br />
April bis Juni 2009<br />
Donnerstag 18.00-20.40 Uhr<br />
<strong>SVIT</strong> Zürich<br />
16.5.2009 bis 1.7.2009<br />
(5 Samstage, 1 Abend)<br />
Technopark Zürich<br />
M7: Dynamische Bewertungs-Methoden<br />
und Ihre Anwendung (Sondermodul auch<br />
für praktizierende Bewertungsfachleute)<br />
<strong>SVIT</strong> Zürich<br />
26.9.2009 bis 25.<strong>11</strong>.2009<br />
(6 Samstage, 1 Abend)<br />
Technopark Zürich<br />
Einführungskurs Grundlagen<br />
Rechnungswesen<br />
<strong>SVIT</strong> Bern<br />
Februar bis April 2009<br />
Donnerstag 18.00-20.40 Uhr<br />
<strong>SVIT</strong> Zürich<br />
20.1.2009 bis 10.2.2009<br />
(4 Abende oder 4 Mal Donnerstag Nachmittag)<br />
Technopark Zürich<br />
2. Branchenkunde<br />
Treuhand- und Immobilien-<br />
Treuhand für KV-Lernende<br />
<strong>SVIT</strong> beider Basel<br />
Für Lernende im 4./5. Semester<br />
9.1.<strong>2008</strong> bis 3.12.<strong>2008</strong><br />
Handelsschule KV Basel<br />
Mittwoch 8.00–12.00 Uhr<br />
<strong>SVIT</strong> Bern<br />
1. Lehrjahr: siehe www.okgt.ch<br />
2. Lehrjahr: siehe www.okgt.ch<br />
3. Lehrjahr: Januar bis April 2009<br />
<strong>SVIT</strong> Graubünden<br />
1. Lehrjahr: siehe www.okgt.ch<br />
2. Lehrjahr: siehe www.okgt.ch<br />
3. Lehrjahr: 21.4. bis 24.4.2009<br />
Wirtschaftsschule KV Chur<br />
<strong>SVIT</strong> Ostschweiz<br />
Auskunft erteilt Herr Rolf Nobs, c/o Resida<br />
Treuhand AG, Bazenheid, Tel. 071/932 60 20<br />
<strong>SVIT</strong> Zürich<br />
siehe www.okgt.ch<br />
<strong>SVIT</strong> Zentralschweiz<br />
3. Lehrgang:<br />
15.<strong>11</strong>. und 22.<strong>11</strong>.<strong>2008</strong><br />
54 immobilia November <strong>2008</strong>
Service<br />
Landesindex der Konsumentenpreise<br />
Basis: September 1966=100<br />
Jahr Jan. Febr. März April Mai Juni Juli Aug. Sept. Okt. Nov. Dez.<br />
1967 102,2 102,0 102,0 102,1 103,2 103,9 104,3 104,7 104,3 104,2 105,2 105,5<br />
1968 105,7 105,9 105,5 105,4 105,7 105,8 105,7 106,0 106,1 106,5 107,5 107,8<br />
1969 108,1 108,3 108,1 107,9 108,4 108,9 108,9 108,7 108,8 109,0 109,9 <strong>11</strong>0,3<br />
1970 <strong>11</strong>0,6 <strong>11</strong>0,6 <strong>11</strong>0,8 <strong>11</strong>0,7 <strong>11</strong>1,8 <strong>11</strong>2,3 <strong>11</strong>2,6 <strong>11</strong>3,0 <strong>11</strong>3,7 <strong>11</strong>4,3 <strong>11</strong>5,8 <strong>11</strong>6,3<br />
1971 <strong>11</strong>7,0 <strong>11</strong>7,5 <strong>11</strong>8,2 <strong>11</strong>8,3 <strong>11</strong>9,6 <strong>11</strong>9,7 120,2 120,4 121,3 121,8 123,4 124,0<br />
1972 124,8 125,4 125,7 125,8 127,1 127,8 127,9 128,4 129,5 130,7 131,8 132,5<br />
1973 134,0 134,9 136,0 136,3 137,3 138,3 138,5 139,0 140,2 143,1 146,1 148,3<br />
1974 149,5 148,4 149,1 148,2 150,8 151,6 152,1 153,6 156,1 157,1 159,3 159,5<br />
1975 160,4 160,9 161,5 161,9 163,1 163,7 163,4 163,9 164,5 164,7 165,2 165,0<br />
1976 165,9 165,8 165,5 165,5 165,2 165,5 165,8 166,4 166,0 166,4 166,7 167,1<br />
1977 167,4 167,5 167,2 167,4 167,3 168,4 168,5 168,5 168,6 169,0 168,8 169,0<br />
1978 169,1 169,3 169,5 169,8 170,0 170,3 170,4 170,4 170,0 169,7 169,9 170,3<br />
1979 170,9 172,8 173,7 174,1 174,8 177,2 177,6 177,3 178,2 178,1 179,7 179,1<br />
1980 179,6 179,9 180,4 181,3 182,2 183,0 183,6 184,8 184,9 184,5 186,3 187,0<br />
1981 188,8 190,6 191,9 191,5 193,2 194,5 195,6 198,6 198,7 198,0 199,4 199,3<br />
1982 200,3 200,6 201,0 202,1 204,7 206,5 207,3 208,9 209,7 210,2 210,8 210,2<br />
1983 209,9 210,2 210,6 2<strong>11</strong>,2 2<strong>11</strong>,4 212,3 2<strong>11</strong>,9 212,4 212,7 213,2 214,6 214,7<br />
1984 215,5 216,2 217,6 218,0 217,5 218,2 217,8 218,6 218,5 219,8 221,0 220,9<br />
1985 223,1 224,9 226,2 225,9 225,7 225,6 225,1 225,1 225,8 226,3 227,9 228,1<br />
1986 228,0 227,9 228,2 228,1 227,4 227,3 226,3 226,7 227,1 227,2 227,7 228,2<br />
1987 229,5 230,2 230,5 230,8 229,5 230,2 230,3 231,2 230,6 231,6 232,5 232,5<br />
1988 233,1 234,2 234,8 235,2 234,6 235,0 234,5 235,3 235,3 235,7 236,6 237,0<br />
1989 238,3 239,5 240,1 241,4 241,6 242,0 241,5 242,3 243,3 244,3 247,1 248,9<br />
1990 250,4 251,2 252,1 252,6 253,8 254,2 254,3 257,0 258,2 259,8 262,1 262,0<br />
1991 264,2 266,8 266,8 267,5 269,7 270,8 270,9 272,3 272,9 273,1 276,4 275,7<br />
1992 277,0 279,0 279,8 280,3 281,0 282,1 281,3 282,0 282,3 282,8 285,5 285,2<br />
1993 286,6 288,5 290,0 290,9 291,1 291,0 290,8 292,2 292,1 292,3 291,9 292,2<br />
1994 292,6 293,8 293,8 293,9 292,6 292,5 292,5 293,8 293,8 293,5 293,5 293,5<br />
1995 295,6 298,2 298,4 298,6 298,1 298,7 298,5 299,1 299,7 299,3 299,1 299,2<br />
1996 300,0 300,5 301,1 301,4 300,2 300,8 300,4 301,2 301,4 301,8 301,3 301,5<br />
1997 302,5 303,1 302,6 302,9 302,0 302,3 302,0 302,6 302,6 302,6 302,5 302,7<br />
1998 302,6 303,0 302,7 302,9 302,2 302,6 302,2 303,0 302,8 302,7 302,3 302,2<br />
1999 302,8 303,8 304,1 304,7 304,0 304,3 304,4 305,9 306,5 306,5 306,2 307,2<br />
2000 307,6 308,8 308,7 308,9 308,8 309,9 310,2 309,4 310,9 310,6 312,0 3<strong>11</strong>,8<br />
2001 3<strong>11</strong>,6 3<strong>11</strong>,2 3<strong>11</strong>,7 312,5 314,2 314,8 314,3 312,6 313,0 312,5 312,9 312,8<br />
2002 313,2 313,2 313,3 316,0 316,3 315,8 314,2 314,1 314,6 316,4 315,8 315,6<br />
2003 315,9 316,2 317,5 318,1 317,6 317,6 315,0 315,8 316,2 317,8 317,4 317,5<br />
2004 316,4 316,5 317,1 319,8 320,6 321,1 317,8 318,9 318,9 321,9 322,2 321,7<br />
2005 320,2 320,9 321,7 324,3 324,0 323,3 321,5 322,0 323,4 326,2 325,3 325,0<br />
2006 324,4 325,4 325,0 327,8 328,4 328,3 326,1 326,7 326,0 327,1 326,9 327,0<br />
2007 324,7 325,3 325,6 329,3 330,0 330,4 328,5 328,1 328,4 331,2 332,7 333,5<br />
<strong>2008</strong> 332,6 333,0 334,2 336,8 339,5 340,0 338,6 337,7 338,0 338,0<br />
Basis: September 1977=100<br />
Jahr Jan. Febr. März April Mai Juni Juli Aug. Sept. Okt. Nov. Dez.<br />
1978 100,3 100,4 100,5 100,7 100,8 101,0 101,0 101,1 100,8 100,6 100,8 101,0<br />
1979 101,4 102,5 103,0 103,3 103,7 105,1 105,4 105,2 105,7 105,6 106,0 106,2<br />
1980 106,5 106,7 107,0 107,5 108,2 108,5 108,9 109,6 109,7 109,5 <strong>11</strong>0,5 <strong>11</strong>0,9<br />
1981 <strong>11</strong>2,0 <strong>11</strong>3,1 <strong>11</strong>3,8 <strong>11</strong>3,6 <strong>11</strong>4,6 <strong>11</strong>5,4 <strong>11</strong>6,0 <strong>11</strong>7,8 <strong>11</strong>7,9 <strong>11</strong>7,5 <strong>11</strong>8,2 <strong>11</strong>8,2<br />
1982 <strong>11</strong>8,8 <strong>11</strong>9,0 <strong>11</strong>9,2 <strong>11</strong>9,9 121,4 122,5 123,0 123,9 124,4 124,7 125,1 124,7<br />
1983 124,5 124,7 124,9 125,3 125,4 125,9 125,7 126,0 126,2 126,5 127,3 127,3<br />
1984 127,8 128,3 129,1 129,3 129,0 129,4 129,2 129,7 129,6 130,4 131,1 131,0<br />
1985 132,3 133,4 134,1 134,0 133,9 133,8 133,5 133,5 133,9 134,3 135,2 135,3<br />
1986 135,2 135,2 135,4 135,3 134,9 134,9 134,2 134,5 134,7 134,7 135,1 135,3<br />
1987 136,1 136,5 136,7 136,9 136,1 136,6 136,6 137,1 136,8 137,4 137,9 137,9<br />
1988 138,2 138,9 139,2 139,5 139,2 139,4 139,1 139,6 139,6 139,8 140,3 140,6<br />
1989 141,4 142,1 142,4 143,2 143,3 143,5 143,2 143,7 144,3 144,9 146,6 147,6<br />
1990 148,5 149,0 149,5 149,8 150,5 150,8 150,8 152,4 153,2 154,1 155,4 155,4<br />
1991 156,7 158,3 158,3 158,7 160,0 160,7 160,7 161,5 161,9 162,0 163,9 163,6<br />
1992 164,3 165,5 166,0 166,2 166,7 167,3 166,8 167,3 167,5 167,7 169,3 169,2<br />
1993 170,0 171,1 172,0 172,5 172,6 172,6 172,5 173,3 173,2 173,4 173,1 173,4<br />
1994 173,6 174,3 174,3 174,4 173,5 173,5 173,5 174,3 174,3 174,1 174,1 174,1<br />
1995 175,3 176,9 177,0 177,1 176,8 177,2 177,0 177,6 177,7 177,6 177,4 177,5<br />
1996 178,0 178,3 178,6 178,7 178,1 178,4 178,2 178,7 178,8 179,0 178,7 178,9<br />
1997 179,5 179,8 179,5 179,7 179,1 179,3 179,1 179,5 179,5 179,5 179,5 179,5<br />
1998 179,5 179,7 179,6 179,6 179,3 179,5 179,2 179,8 179,6 179,6 179,3 179,2<br />
1999 179,6 180,2 180,4 180,7 180,3 180,5 180,6 181,5 181,8 181,8 181,6 182,2<br />
2000 182,5 183,1 183,1 183,2 183,2 183,8 184,0 183,5 184,4 184,2 185,1 185,0<br />
2001 184,8 184,6 184,9 185,4 186,4 186,7 186,5 185,4 185,7 185,4 185,6 185,6<br />
2002 185,8 185,8 185,8 187,4 187,6 187,3 186,4 186,3 186,6 187,7 187,3 187,2<br />
2003 187,4 187,5 188,3 188,7 188,4 188,4 186,9 187,3 187,6 188,5 188,3 188,3<br />
2004 187,7 187,7 188,1 189,7 190,1 190,5 188,5 189,2 189,2 191,0 191,1 190,8<br />
2005 189,9 190,4 190,8 192,4 192,2 191,8 190,7 191,0 191,8 193,5 193,0 192,8<br />
2006 192,4 193,0 192,8 194,4 194,8 194,8 193,4 193,8 193,4 194,0 193,9 193,9<br />
2007 192,6 193,0 193,1 195,3 195,8 196,0 194,8 194,6 194,8 196,5 197,4 197,8<br />
<strong>2008</strong> 197,3 197,5 198,2 199,8 201,4 201,7 200,8 200,3 200,5 200,5<br />
Basis: Dezember 1982=100<br />
Jahr Jan. Febr. März April Mai Juni Juli Aug. Sept. Okt. Nov. Dez.<br />
1983 99,9 100,0 100,2 100,5 100,6 101,0 100,8 101,1 101,2 101,4 102,1 102,1<br />
1984 102,5 102,9 103,5 103,7 103,5 103,8 103,6 104,0 103,9 104,6 105,1 105,1<br />
1985 106,1 107,0 107,6 107,5 107,4 107,3 107,1 107,1 107,4 107,7 108,4 108,5<br />
1986 108,5 108,4 108,6 108,5 108,2 108,2 107,6 107,9 108,0 108,1 108,3 108,5<br />
1987 109,2 109,5 109,7 109,8 109,2 109,5 109,6 <strong>11</strong>0,0 109,7 <strong>11</strong>0,2 <strong>11</strong>0,6 <strong>11</strong>0,6<br />
1988 <strong>11</strong>0,9 <strong>11</strong>1,4 <strong>11</strong>1,7 <strong>11</strong>1,9 <strong>11</strong>1,6 <strong>11</strong>1,8 <strong>11</strong>1,5 <strong>11</strong>1,9 <strong>11</strong>2,0 <strong>11</strong>2,1 <strong>11</strong>2,5 <strong>11</strong>2,8<br />
1989 <strong>11</strong>3,4 <strong>11</strong>3,9 <strong>11</strong>4,2 <strong>11</strong>4,8 <strong>11</strong>4,9 <strong>11</strong>5,1 <strong>11</strong>4,9 <strong>11</strong>5,3 <strong>11</strong>5,8 <strong>11</strong>6,2 <strong>11</strong>7,6 <strong>11</strong>8,4<br />
1990 <strong>11</strong>9,1 <strong>11</strong>9,5 <strong>11</strong>9,9 120,2 120,7 120,9 121,0 122,3 122,8 123,6 124,7 124,7<br />
1991 125,7 126,9 126,9 127,2 128,3 128,8 128,9 129,6 129,8 129,9 131,5 131,2<br />
1992 131,8 132,7 133,1 133,3 133,7 134,2 133,8 134,2 134,3 134,5 135,8 135,7<br />
1993 136,4 137,2 138,0 138,4 138,5 138,4 138,3 139,0 138,9 139,0 138,9 139,0<br />
1994 139,2 139,8 139,8 139,8 139,2 139,2 139,2 139,8 139,8 139,7 139,6 139,6<br />
1995 140,6 141,9 141,9 142,1 141,8 142,1 142,0 142,4 142,6 142,4 142,3 142,3<br />
1996 142,7 143,0 143,2 143,4 142,8 143,1 142,9 143,3 143,4 143,6 143,3 143,4<br />
1997 143,9 144,2 144,0 144,1 143,7 143,8 143,7 144,0 144,0 144,0 143,9 144,0<br />
1998 144,0 144,1 144,0 144,1 143,8 144,0 143,8 144,2 144,1 144,0 143,8 143,8<br />
1999 144,1 144,5 144,7 144,9 144,6 144,8 144,8 145,5 145,8 145,8 145,7 146,2<br />
2000 146,3 146,9 146,8 147,0 146,9 147,4 147,6 147,2 147,9 147,7 148,5 148,3<br />
2001 148,2 148,0 148,3 148,7 149,5 149,8 149,5 148,7 148,9 148,7 148,9 148,8<br />
2002 149,0 149,0 149,0 150,3 150,5 150,3 149,5 149,4 149,6 150,5 150,2 150,2<br />
2003 150,3 150,4 151,0 151,3 151,1 151,1 149,9 150,2 150,4 151,2 151,0 151,0<br />
2004 150,5 150,6 150,9 152,1 152,5 152,8 151,2 151,7 151,7 153,2 153,3 153,1<br />
2005 152,3 152,7 153,1 154,3 154,2 153,8 153,0 153,2 153,9 155,2 154,8 154,6<br />
2006 154,3 154,8 154,6 155,9 156,3 156,2 155,1 155,4 155,1 155,6 155,5 155,6<br />
2007 154,5 154,8 154,9 156,6 157,0 157,2 156,3 156,1 156,2 157,6 158,3 158,7<br />
<strong>2008</strong> 158,2 158,4 159,0 160,2 161,5 161,8 161,1 160,6 160,8 160,8<br />
Basis: Mai 1993=100<br />
Jahr Jan. Febr. März April Mai Juni Juli Aug. Sept. Okt. Nov. Dez.<br />
1994 100,5 100,9 100,9 101,0 100,5 100,5 100,5 100,9 100,9 100,9 100,8 100,8<br />
1995 101,5 102,5 102,5 102,6 102,4 102,6 102,5 102,9 103,0 102,8 102,8 102,8<br />
1996 103,1 103,3 103,4 103,5 103,2 103,4 103,2 103,5 103,5 103,7 103,5 103,6<br />
1997 103,9 104,1 104,0 104,1 103,8 103,9 103,7 104,0 104,0 104,0 103,9 104,0<br />
1998 104,0 104,1 104,0 104,1 103,8 104,0 103,8 104,1 104,0 104,0 103,8 103,8<br />
1999 104,0 104,4 104,5 104,7 104,4 104,6 104,6 105,1 105,3 105,3 105,2 105,6<br />
2000 105,7 106,1 106,0 106,1 106,1 106,5 106,6 106,3 106,8 106,7 107,2 107,1<br />
2001 107,1 106,9 107,1 107,4 108,0 108,2 108,0 107,4 107,5 107,4 107,5 107,5<br />
2002 107,6 107,6 107,6 108,6 108,7 108,5 107,9 107,9 108,1 108,7 108,5 108,4<br />
2003 108,5 108,6 109,1 109,3 109,1 109,1 108,2 108,5 108,6 109,2 109,1 109,1<br />
2004 108,7 108,7 109,0 109,9 <strong>11</strong>0,1 <strong>11</strong>0,3 109,2 109,6 109,6 <strong>11</strong>0,6 <strong>11</strong>0,7 <strong>11</strong>0,5<br />
2005 <strong>11</strong>0,0 <strong>11</strong>0,3 <strong>11</strong>0,5 <strong>11</strong>1,4 <strong>11</strong>1,3 <strong>11</strong>1,1 <strong>11</strong>0,5 <strong>11</strong>0,6 <strong>11</strong>1,1 <strong>11</strong>2,1 <strong>11</strong>1,8 <strong>11</strong>1,6<br />
2006 <strong>11</strong>1,4 <strong>11</strong>1,8 <strong>11</strong>1,7 <strong>11</strong>2,6 <strong>11</strong>2,8 <strong>11</strong>2,8 <strong>11</strong>2,0 <strong>11</strong>2,2 <strong>11</strong>2,0 <strong>11</strong>2,4 <strong>11</strong>2,3 <strong>11</strong>2,3<br />
2007 <strong>11</strong>1,6 <strong>11</strong>1,8 <strong>11</strong>1,9 <strong>11</strong>3,1 <strong>11</strong>3,4 <strong>11</strong>3,5 <strong>11</strong>2,8 <strong>11</strong>2,7 <strong>11</strong>2,8 <strong>11</strong>3,8 <strong>11</strong>4,3 <strong>11</strong>4,6<br />
<strong>2008</strong> <strong>11</strong>4,3 <strong>11</strong>4,4 <strong>11</strong>4,8 <strong>11</strong>5,7 <strong>11</strong>6,6 <strong>11</strong>6,8 <strong>11</strong>6,3 <strong>11</strong>6,0 <strong>11</strong>6,1 <strong>11</strong>6,1<br />
Basis: Mai 2000=100<br />
Jahr Jan. Febr. März April Mai Juni Juli Aug. Sept. Okt. Nov. Dez.<br />
2000 100,0 100,4 100,4 100,2 100,7 100,6 101,1 101,0<br />
2001 100,9 100,8 100,9 101,2 101,8 102,0 101,8 101,2 101,4 101,2 101,4 101,3<br />
2002 101,4 101,4 101,5 102,3 102,4 102,3 101,8 101,7 101,9 102,5 102,3 102,2<br />
2003 102,3 102,4 102,8 103,0 102,8 102,9 102,0 102,3 102,4 102,9 102,8 102,8<br />
2004 102,5 102,5 102,7 103,6 103,8 104,0 102,9 103,3 103,3 104,3 104,4 104,2<br />
2005 103,7 103,9 104,2 105,0 104,9 104,7 104,1 104,3 104,7 105,7 105,4 105,2<br />
2006 105,0 105,4 105,3 106,2 106,4 106,3 105,6 105,8 105,6 105,9 105,9 105,9<br />
2007 105,2 105,4 105,4 106,6 106,9 107,0 106,4 106,3 106,4 107,3 107,8 108,0<br />
<strong>2008</strong> 107,7 107,9 108,2 109,1 109,9 <strong>11</strong>0,1 109,6 109,4 109,5 109,5<br />
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Mietpreise<br />
Basis: Mai 1966=100 (*=Jahresmittel)<br />
Jahr Jan. Febr. März April Mai Juni Juli Aug. Sept. Okt. Nov. Dez. *<br />
1967 103,6 103,6 103,6 103,6 108,6 108,6 108,6 108,6 108,6 108,6 <strong>11</strong>2,0 <strong>11</strong>2,0 107,5<br />
1968 <strong>11</strong>2,0 <strong>11</strong>2,0 <strong>11</strong>2,0 <strong>11</strong>2,0 <strong>11</strong>6,4 <strong>11</strong>6,4 <strong>11</strong>6,4 <strong>11</strong>6,4 <strong>11</strong>6,4 <strong>11</strong>6,4 <strong>11</strong>9,5 <strong>11</strong>9,5 <strong>11</strong>5,5<br />
1969 <strong>11</strong>9,5 <strong>11</strong>9,5 <strong>11</strong>9,5 <strong>11</strong>9,5 123,7 123,7 123,7 123,7 123,7 123,7 126,8 126,8 122,8<br />
1970 126,8 126,8 126,8 126,8 131,6 131,6 131,6 131,6 131,6 131,6 136,5 136,5 130,8<br />
1971 136,5 136,5 136,5 136,5 143,2 143,2 143,2 143,2 143,2 143,2 149,4 149,4 142,0<br />
1972 149,4 149,4 149,4 149,4 155,1 155,1 155,1 155,1 155,1 155,1 159,6 159,6 154,0<br />
1973 159,6 159,6 159,6 159,6 164,9 164,9 164,9 164,9 164,9 164,9 170,5 170,5 164,1<br />
1974 170,5 170,5 170,5 170,5 177,0 177,0 177,0 177,0 177,0 177,0 187,1 187,1 176,5<br />
1975 187,1 187,1 187,1 187,1 196,1 196,1 196,1 196,1 196,1 196,1 200,4 200,4 193,8<br />
1976 200,4 200,4 200,4 200,4 202,8 202,8 202,8 202,8 202,8 202,8 204,2 204,2 202,2<br />
1977 204,2 204,2 204,2 204,2 205,0 205,0 205,0 205,0 205,0 205,0 204,9 204,9 204,7<br />
1978 204,9 204,9 204,9 204,9 205,9 205,9 205,9 205,9 205,9 205,9 204,9 204,9 205,4<br />
1979 204,9 204,9 204,9 204,9 205,2 205,2 205,2 205,2 205,2 205,2 205,9 205,9 205,2<br />
1980 205,9 205,9 205,9 205,9 207,4 027,4 207,4 207,4 207,4 207,4 210,8 210,8 207,5<br />
1981 210,8 210,8 210,8 210,8 217,0 217,0 217,0 217,0 217,0 217,0 227,0 227,0 216,6<br />
1982 227,0 227,0 227,0 227,0 240,1 240,1 240,1 240,1 240,1 240,1 247,1 247,1 236,9<br />
1983 247,1 247,1 247,1 247,1 250,7 250,7 250,7 250,7 250,7 250,7 253,4 253,4 250,0<br />
1984 253,4 253,4 253,4 253,4 256,7 256,7 256,7 256,7 256,7 256,7 260,2 260,2 256,2<br />
1985 260,2 260,2 260,2 260,2 265,2 265,2 265,2 265,2 265,2 265,2 269,9 269,9 264,3<br />
1986 269,9 269,9 269,9 269,9 275,2 275,2 275,2 275,2 275,2 275,2 279,3 279,3 274,1<br />
1987 279,3 279,3 279,3 279,3 283,1 283,1 283,1 283,1 283,1 283,1 286,8 286,8 282,5<br />
1988 286,8 286,8 286,8 286,8 291,3 291,3 291,3 291,3 291,3 291,3 295,1 295,1 290,4<br />
1989 295,1 295,1 295,1 295,1 300,4 300,4 300,4 300,4 300,4 300,4 315,8 315,8 301,2<br />
1990 315,8 315,8 315,8 315,8 328,6 328,6 328,6 3286, 328,6 328,6 346,0 346,0 327,2<br />
1991 346,0 346,0 346,0 346,0 363,6 363,6 363,6 363,6 363,6 363,6 375,3 375,3 359,7<br />
1992 375,3 375,3 375,3 375,3 386,5 386,5 386,5 386,5 386,5 386,5 397,2 397,2 384,6<br />
1993 397,2 397,2 397,2 397,2 407,4 407,4 407,4 407,4 407,4 407,4 406,2 406,2 403,8<br />
1994 406,2 406,2 406,2 406,2 404,5 404,5 404,5 405,6 405,6 405,6 406,8 406,8 405,7<br />
1995 406,8 407,4 407,4 407,4 4<strong>11</strong>,1 4<strong>11</strong>,1 4<strong>11</strong>,1 413,5 413,5 413,5 414,8 414,8 4<strong>11</strong>,0<br />
1996 414,8 415,3 415,3 415,3 416,2 416,2 416,2 417,5 417,5 417,5 418,5 418,5 416,6<br />
1997 418,5 419,5 419,5 419,5 418,1 418,1 418,1 418,9 418,9 418,9 418,5 418,5 418,8<br />
1998 418,5 419,4 419,4 419,4 418,6 418,6 418,6 419,2 419,2 419,2 419,0 419,0 419,0<br />
1999 419,0 420,6 420,6 420,6 421,1 421,1 421,1 424,1 424,1 424,1 423,0 423,0 421,9<br />
2000 423,0 425,4 425,4 425,4 427,3 427,3 427,3 429,0 429,0 429,0 435,6 435,6 428,3<br />
2001 435,6 437,9 437,9 437,9 440,8 440,8 440,8 441,8 441,8 441,8 443,2 443,2 440,3<br />
2002 443,2 444,3 444,3 444,3 445,0 445,0 445,0 445,5 445,5 445,5 445,6 445,6 444,9<br />
2003 445,6 445,5 445,5 445,5 445,5 445,5 445,5 446,9 446,9 446,9 447,1 447,1 446,1<br />
2004 447,1 448,8 448,8 448,8 449,9 449,9 449,9 454,0 454,0 454,0 456,4 456,4 451,5<br />
2005 456,4 456,6 456,6 456,6 456,9 456,9 456,9 458,4 458,4 458,4 460,8 460,8 457,8<br />
2006 460,8 464,8 464,8 464,8 467,0 467,0 467,0 468,8 468,8 468,8 470,9 470,9 467,0<br />
2007 470,9 475,4 475,4 475,4 478,8 478,8 478,8 478,6 478,6 478,6 480,7 480,7 477,6<br />
<strong>2008</strong> 480,7 483,9 483,9 483,9 489,8 489,8 489,8 492,5 492,5 492,5<br />
Zürcher Index der Wohnbaupreise<br />
Entwicklung des Totalindex, 1939–2006<br />
Indexbasis 1.4.91 1.10.91 1.4.92 1.10.92<br />
Juni 1939 = 100 9<strong>11</strong>,2 903,0 905,2 874,2<br />
August 1957 = 100 427,9 424,0 425,0 410,5<br />
Oktober 1966 = 100 286,0 283,4 284,1 274,4<br />
April 1977 = 100 176,9 175,3 175,7 169,7<br />
Oktober 1988 = 100 120,4 <strong>11</strong>9,3 <strong>11</strong>9,6 <strong>11</strong>5,5<br />
Indexbasis 1.4.93 1.10.93 1.4.94 1.10.94<br />
Juni 1939 = 100 863,8 856,0 853,1 856,4<br />
August 1957 = 100 405,6 402,0 400,6 402,1<br />
Oktober 1966 = 100 271,1 268,7 267,8 268,8<br />
April 1977 = 100 167,7 166,2 165,6 166,3<br />
Oktober 1988 = 100 <strong>11</strong>4,2 <strong>11</strong>3,1 <strong>11</strong>2,7 <strong>11</strong>3,2<br />
Indexbasis 1.4.95 1.10.95 1.4.96 1.10.96<br />
Juni 1939 = 100 874,2 865,2 861,1 857,2<br />
August 1957 = 100 410,5 406,3 404,4 402,5<br />
Oktober 1966 = 100 274,4 271,6 270,3 269,0<br />
April 1977 = 100 169,7 168,9 167,2 166,4<br />
Oktober 1988 = 100 <strong>11</strong>5,5 <strong>11</strong>4,3 <strong>11</strong>3,8 <strong>11</strong>3,3<br />
Indexbasis 1.4.97 1.10.97 1.4.98 1.10.98<br />
Juni 1939 = 100 847,4 845,0 843,8 842,9<br />
August 1957 = 100 397,9 396,8 396,2 395,8<br />
Oktober 1966 = 100 266,0 265,2 264,8 264,6<br />
April 1977 = 100 164,5 164,1 163,8 163,7<br />
Oktober 1988 = 100 <strong>11</strong>2,0 <strong>11</strong>1,7 <strong>11</strong>1,5 <strong>11</strong>1,4<br />
April 1998 = 100 99,9<br />
Indexbasis 1.4.99 1.4.00 1.4.01 1.4.02<br />
Juni 1939 = 100 854,4 887,1 929,3 928,4<br />
August 1957 = 100 401,2 416,5 436,3 435,9<br />
Oktober 1966 = 100 268,2 278,4 291,7 291,4<br />
April 1977 = 100 165,9 172,2 180,4 180,2<br />
Oktober 1988 = 100 <strong>11</strong>2,9 <strong>11</strong>7,2 122,8 122,7<br />
April 1998 = 100 101,3 105,1 <strong>11</strong>0,1 <strong>11</strong>0,0<br />
Indexbasis 1.4.03 1.4.04 1.4.05 1.4.06 1.4.07<br />
Juni 1939 = 100 899,2 907,6 929,5 944,5 987,4<br />
August 1957 = 100 422,2 426,1 436,4 443,5 463,6<br />
Oktober 1966 = 100 282,2 284,9 291,7 296,5 309,9<br />
April 1977 = 100 174,6 176,2 180,5 183,4 191,7<br />
Oktober 1988 = 100 <strong>11</strong>8,8 <strong>11</strong>9,9 122,8 124,8 130,5<br />
April 1998 = 100 106,6 107,6 <strong>11</strong>0,2 <strong>11</strong>1,9 <strong>11</strong>7,0<br />
April 2005 = 100 100,0 101,6 106,2<br />
Indexbasis 1.4.08<br />
Juni 1939 = 100 1026,8<br />
August 1957 = 100 482,1<br />
Oktober 1966 = 100 322,3<br />
April 1977 = 100 199,3<br />
Oktober 1988 = 100 135,7<br />
April 1998 = 100 121,7<br />
April 2005 = 100 <strong>11</strong>0,5<br />
Gebäudekosten - Kubikmeterpreise (SIA 416 1 )<br />
beträgt am 1. April 2007 CHF 643,28<br />
beträgt am 1. April 2007 CHF 618,33<br />
beträgt am 1. April 2006 CHF 591,03<br />
beträgt am 1. April 2005 CHF 581,54<br />
Statistisches Amt der Stadt Zürich 044 250 48 09<br />
1<br />
Gebäudevolumen (GV) des Zürcher Indexhauses<br />
gemäss SIA 416 = 14 767m 3<br />
immobilia November <strong>2008</strong> 55
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Sie verfügen über Erfahrung in der Bewirtschaftung und haben<br />
idealerweise bereits den Fachausweis erworben. Sie sind kommunikativ<br />
und haben ein sicheres, gewandtes Auftreten. Auch in<br />
hektischen Zeiten lassen Sie sich nicht aus der Ruhe bringen.<br />
Sie suchen eine selbstständige, verantwortungsvolle Tätigkeit mit<br />
grossem Handlungsspielraum, verbunden mit einer Führungsfunktion?<br />
Dann sind Sie bei uns richtig!<br />
Ihre Bewerbungsunterlagen senden Sie bitte per Post oder email<br />
an die nachstehende Adresse, zu Handen von Frau Tamara Ermanni.<br />
Gerne beantworten wir Ihre Fragen auch vorab telefonisch.<br />
Karl Steiner AG<br />
Frau Tamara Ermanni<br />
Hagenholzstrasse 60<br />
8050 Zürich<br />
Tel. 044 305 24 24<br />
tamara.ermanni@steiner.ch<br />
www.steiner.ch
Professionelles Immobilienmanagement<br />
Unser Auftraggeber ist eine Pensionskasse, welche über einen bedeutenden Immobilienbesitz verfügt. Im<br />
Rahmen des steten Vermögenswachstums werden jährlich mehrere Millionen in direkte Immobilienanlagen<br />
investiert, sowohl in Neubauprojekte, in den Kauf von Liegenschaften als auch in die Sanierung bestehender<br />
Immobilien. Sämtliche Immobilienaktivitäten werden inhouse durch ein professionelles Team, bestehend aus<br />
rund 10 Mitarbeitenden, wahrgenommen. Im Auftrag unseres Kunden suchen wir – mit Arbeitsort Bern - eine/n<br />
Immobilien Portfoliomanager (m/w)<br />
mit Perspektive „Gesamtleitung Immobilien“<br />
Ihr Aufgabengebiet: Sie sind direkt dem Leiter Immobilien unterstellt und für die Steuerung des<br />
Immobilienportfolios nach den strategischen Zielvorgaben sowie für die periodische Berichterstattung an den<br />
Leiter Anlagen und den Anlageausschuss verantwortlich. In enger Zusammenarbeit mit der Bewirtschaftung<br />
und dem Baufachbereich erarbeiten Sie Finanz- und Budgetzahlen, erstellen Konzepte, Wirtschaftlichkeitssowie<br />
Cash-Flow-Berechnungen und bereiten Entscheidungsgrundlagen sowie Anträge für Investitionen und<br />
Desinvestitionen vor. Sie beobachten und analysieren den Immobilienmarkt, erkennen Marktchancen und -<br />
Risiken und beantragen rechtzeitig die erforderlichen Massnahmen. In Ihrer Funktion pflegen Sie<br />
Geschäftskontakte innerhalb der Immobilienbranche.<br />
Ihr Profil: Sie sind Betriebswirtschafter/in oder eidg. diplomierte/r Immobilientreuhänder/in mit fundierten<br />
Kenntnissen und Erfahrungen im eigentümerorientierten Management grosser Immobilienbestände<br />
(Bewirtschaftung, Projektentwicklung, Vermarktung, Bau). Sie verfügen über einen beruflichen<br />
Leistungsausweis in einer Funktion, in der Sie bereits Strategien und Konzepte erfolgreich entwickeln und<br />
umsetzen konnten. Neben ausgeprägten analytischen und konzeptionellen Fähigkeiten verfügen Sie über<br />
Führungsqualitäten und Kommunikationsstärke, vorzugsweise auch in Französisch. Sie verhandeln mit<br />
professionellen Argumenten und Überzeugungskraft.<br />
Ihre Perspektiven: Sie finden bei unserem Auftraggeber ein Umfeld, welches in einem professionellen<br />
Assetmanagement auf ökonomisch und ökologisch nachhaltiges Immobilienmanagement setzt. Aufgrund des<br />
stetigen Wachstums des Immobilienportfolios ist die Stelle im Rahmen der internen Nachfolgeplanung<br />
innerhalb des Immobilienmanagements entwicklungsfähig. Innerhalb der nächsten zwei bis drei Jahre bietet<br />
sich Ihnen so möglicherweise, je nach Leistungsausweis und Führungsqualitäten, die Chance, die<br />
Gesamtverantwortung und Führung des Bereichs Immobilien zu übernehmen,<br />
Der zuständige Personalberater, Herr Raymond Känel, steht Ihnen für erste Auskünfte und unverbindliche<br />
Vorabklärungen gerne zur Verfügung. Ihre vollständigen Bewerbungsunterlagen senden Sie bitte an:<br />
Personal Sigma Bern<br />
Effingerstrasse 65, 3008 Bern, Telefon 031 380 10 90<br />
ps-bern@personal-sigma.ch; www.ps-bern.ch<br />
Brünigweg 22, 3008 Bern, Tel 031 371<br />
62 26, Fax 031 372 62 48<br />
info@ebgbern.ch, www.ebgbern.ch<br />
Die Eisenbahner-Baugenossenschaft Bern ist eine reine Mietergenossenschaft und verwaltet ein Portefeuille<br />
von 650 Wohnungen und <strong>11</strong> Geschäftslokalen in 5 Siedlungen.<br />
Der bisherige Geschäftsführer tritt altershalber auf Frühjahr 2010 zurück. Wir suchen deshalb einen Nachfolger/-in als<br />
Geschäftsführer/-in<br />
auf den 1. Mai 2009 oder nach Vereinbarung. Die Geschäftsübergabe erfolgt schrittweise bis Herbst 2009.<br />
Die geschäftsleitende Person ist die Schaltzentrale unserer Genossenschaft. Sie ist mit ihrem kleinen Team verantwortlich für den gesamten<br />
operativen und administrativen Geschäftsgang. Sie ist bestrebt die Genossenschaft zukunftsgerichtet, unternehmerisch und nach genossenschaftlichen<br />
Grundsätzen zu lenken. Zusammen mit dem Vorstand der Genossenschaft erarbeitet sie Konzepte, Strategien und Massnahmen, welche eine nachhaltig solide<br />
Wohnqualität zu preisgünstigen Mieten in unseren Siedlungen ermöglichen.<br />
Sie verfügen über einen höheren Abschluss in einem der Bereiche Bau, Finanzen oder Liegenschaftverwaltung. Auch Absolventen mit Abschluss einer Generalistenausbildung<br />
an einer höheren Fachschule oder einer Fachhochschule können sich bewerben.<br />
Sie haben Erfahrung im Bereich der Personalführung und im genossenschaftlichen Umfeld oder einer Nonprofitorganisation. Sie sind ein überzeugender Kommunikator,<br />
haben den Blick fürs Wesentliche und lassen sich auch in hektischen Situationen nicht aus der Ruhe bringen.<br />
Sie finden bei uns eine sehr abwechslungsreiche und selbständige Tätigkeit mit modernen Büroeinrichtungen und professioneller Software<br />
(ImmoTOP). Wir sind ein kleines, dynamisches Team in Aufbruchsstimmung. Unsere Anstellungsbedingungen sind zeitgemäss. Arbeitsort ist Bern Weissensteinquartier.<br />
Anmeldefrist ist der 15.12.<strong>2008</strong>. Auskunft erteilt der Präsident der EBG Bern Rolf Zurflüh, Tel. 031 371 62 26, Mail rolf.zurflueh@ebgbern.ch<br />
Wir freuen uns auf Ihre vollständige Bewerbung, welche Sie bitte an folgende Adresse senden:<br />
Herrn Rolf Zurflüh, Eisenbahner- Baugenossenschaft Bern, Brünigweg 22, 3008 Bern.
Aus- und Weiterbildung<br />
Tagung am 20. November <strong>2008</strong><br />
Bewirtschafter - Tagung<br />
Aktuelle Workshops zu den wichtigsten Themen der Immobilien-Bewirtschaftung<br />
An dieser Tagung soll das Mietrecht diskutiert,<br />
der Umgang mit anspruchsvollen<br />
Mietern aufgezeigt, die Bewirtschaftung<br />
von Stockwerkeigentum aufgefrischt und<br />
die Übergabe von Mietobjekten behandelt<br />
werden. Holen Sie sich neue Impulse und<br />
bringen Sie sich auf den neuesten Stand!<br />
Die Workshopgruppen ermöglichen auch<br />
einen intensiven fachlichen Austausch mit<br />
Branchenkollegen. Die Workshops werden<br />
in Kleinklassen zu maximal 25 Personen<br />
abgehalten. Jeder Teilnehmer besucht alle<br />
Workshops im Rotationsprinzip.<br />
Programm<br />
Workshop A<br />
Aktuelle Entwicklungen im Mietrecht<br />
Das Mietrecht ist das tägliche Brot des Bewirtschafters.<br />
Anhand von aktuellen Fallbeispielen<br />
soll eine Diskussion und ein<br />
Austausch zum Thema Mietrecht erfolgen.<br />
Workshop B<br />
Vom Umgang mit anspruchsvollen Mietern<br />
Die Mieter sind in vielerlei Hinsicht anspruchsvoll.<br />
Neben den kulturellen Herausforderungen<br />
sind auch das Alter und das<br />
Umfeld der Mieter zu beachten. Der Workshopleiter<br />
wird eine anhand einer Beispielwohnsiedlung<br />
mögliche Problemfelder<br />
aufzeigen und mit den Teilnehmern mögliche<br />
Lösungen erarbeiten.<br />
Workshop C<br />
Die Übergabe von Mietobjekten<br />
Bei der Übergabe der Mietobjekte sind diverse<br />
Punkte zu beachten. In diesem Workshop<br />
werden aufgrund von Fallbeispielen<br />
die Bereiche Kündigungen, Abnahme und<br />
Übergabe, Instandstellungen, Schlussabrechnung<br />
und Mietzinsdepot behandelt.<br />
Workshop D<br />
Bewirtschaftung von Stockwerkeigentum<br />
Stockwerkeigentümer sind nicht nur durch<br />
ihre rechtliche Situation als Eigentümer<br />
eine Kundengruppe, die besondere Anforderungen<br />
an den Bewirtschafter stellt. Neben<br />
den Nutzungsvorschriften gibt es auch<br />
weitere wichtige Elemente, wie zum Beispiel<br />
die Stockwerkeigentümerversammlung,<br />
die administrative Bewirtschaftung<br />
und die technische Verwaltung, welche in<br />
diesem Workshop behandelt werden.<br />
Zielpublikum<br />
Fachkräfte aus dem Bereich Immobilienbewirschaftung<br />
und -Verwaltung<br />
Referenten<br />
– Hans Bättig, Fürsprecher, advokatur56,<br />
Bern<br />
– Genoveva Lahmadi, Mitglied der Geschäftsleitung<br />
Intercity, Basel<br />
– Petra Grognuz, H.P. Burkhalter + Partner<br />
AG, Partnerin / Geschäftsleitung, Bern<br />
– Thomas Romler, Valiant Holding AG,<br />
Leiter Bauten/Sicherheit, Bern<br />
Datum<br />
Donnerstag, 20. November <strong>2008</strong>,<br />
8.30 - 17.15 Uhr<br />
Ort<br />
Hotel Sheraton Fourpoints Sihlcity, Zürich<br />
Teilnehmergebühr (exkl. MWSt)<br />
CHF 720.– (<strong>SVIT</strong>-Mitglieder), CHF 890.–<br />
(übrige Teilnehmende). Darin inbegriffen<br />
sind: Seminarunterlagen, Pausengetränke<br />
und das Mittagessen.<br />
An- bzw. Abmeldekonditionen<br />
– Die Teilnehmerzahl ist beschränkt. Die<br />
Anmeldungen werden in chronologischer<br />
Reihenfolge berücksichtigt.<br />
– Kostenfolge bei Abmeldung: Eine Annullierung<br />
(nur schriftlich) ist bis 14 Tage<br />
vor Veranstaltungsbeginn kostenlos<br />
möglich, bis 7 Tage vorher wird die Hälfte<br />
der Teilnehmergebühr erhoben. Bei<br />
Absagen danach wird die volle Gebühr<br />
fällig. Ersatz-Teilnehmende werden ohne<br />
zusätzliche Kosten akzeptiert.<br />
– Programmänderungen aus dringendem<br />
Anlass behält sich der Veranstalter vor.<br />
Anmeldetalon:<br />
❑ Ich melde mich definitiv für die «Bewirtschafter-Tagung» vom 20.<strong>11</strong>.<strong>2008</strong> an:<br />
Name:<br />
Vorname:<br />
<strong>SVIT</strong>-Mitglied: ❏ ja ❏ nein<br />
Firma:<br />
Adresse:<br />
Tel.:<br />
Funktion:<br />
PLZ/Ort:<br />
Email:<br />
Bitte an folgende Anschrift senden oder faxen: <strong>SVIT</strong> Swiss Real Estate School AG,<br />
Giessereistrasse 18, 8005 Zürich, Tel. 044 434 78 98, Fax 044 434 78 99, kathrine.jordi@svit-sres.ch.<br />
60 immobilia November <strong>2008</strong>
Aus- und Weiterbildung<br />
Seminar am 25. November <strong>2008</strong> in Pfäffikon SZ<br />
Maklerwesen und -recht<br />
In diesem Seminar vertiefen und erweitern Sie Ihr Wissen zu Rechtsfällen in<br />
der Maklertätigkeit. Im Speziellen wird die Entlöhnung des Maklers aus der<br />
rechtlichen sowie praktischen Perspektive thematisiert. Ausserdem setzen<br />
Sie sich mit dem Prinzip des neuen Schiedsgerichts in der Immobilienwirtschaft<br />
auseinander, das eine interessante Alternative zu den offiziellen gerichtlichen<br />
Organen bietet.<br />
– Dr. André Nussbaumer, Swisscanto Immobilien<br />
Management AG, Leiter Kauf/<br />
Verkauf Liegenschaften<br />
– Marco Uehlinger, ImmoBaden AG, Geschäftsführer<br />
und Mitinhaber, Präsident<br />
der Schweizerischen Maklerkammer<br />
Kernthemen dieser Veranstaltung sind:<br />
– Wie ist die rechtliche Verantwortung<br />
des Immobilienmaklers zu verstehen?<br />
– Welche Möglichkeiten bietet das<br />
Schiedsgericht in Immobilien-Rechtsfällen?<br />
– Wie sieht die Maklerentlöhnung aus der<br />
rechtlichen Perspektive aus?<br />
– Welche Herausforderungen gibt es bei<br />
der Zusammenarbeit zwischen Immobilienmakler<br />
und Investoren?<br />
– Wie kann ich mich als Makler oder Maklerfirma<br />
positionieren?<br />
Programm<br />
Die Verantwortung des Immobilienmaklers<br />
– Übersicht über die Dienstleistungstätigkeiten<br />
des Maklers<br />
– Rechtliche Verantwortung des Immobilienmaklers<br />
im Sinne des Art. 412 im OR<br />
– Praxisbeispiele von Rechtsfällen in der<br />
Maklertätigkeit<br />
Neues aus dem Maklerrecht<br />
– Grundlagen und Entwicklungen<br />
– Maklervertrag (Hinweise zur optimalen<br />
Vertragsgestaltung)<br />
– Alternative Konfliktlösung: Das Schiedsgericht<br />
der Immobilienwirtschaft<br />
– Internationale Einflüsse auf Immobilien<br />
Transaktionen in der Schweiz<br />
– Varianten der Maklerentlöhnung: Was<br />
ist rechtlich noch zulässig?<br />
Die Maklertätigkeit aus Sicht der<br />
institutionellen Investoren<br />
– Auf was achten Investoren bei der Zusammenarbeit<br />
mit Maklern (Anforderungsprofil)?<br />
– Was wird von einem professionellen Makler<br />
erwartet? Was gilt es zu vermeiden?<br />
– Chancen und Gefahren bei der Zusammenarbeit<br />
mit Maklern<br />
Situationsbeurteilung aus Maklersicht<br />
– Die heutige Arbeitssituation (wie ist das<br />
aktuelle Umfeld, in welchen Bereichen<br />
sind Chancen/Gefahren? Mit welchen<br />
Arbeitsmitteln arbeiten wir mit Vorteil?)<br />
– Wie positioniere ich mich als Maklerfirma<br />
(wie kann ich die unterschiedlichen<br />
Bedürfnisse von Gross- und Kleinkunden<br />
für meine Firma ausnützen?)<br />
– Welche (Zusatz)-Dienstleistungen bringen<br />
den grössten Erfolg?<br />
– Wie beuge ich rechtlichen Problemen<br />
vor?<br />
Zielpublikum<br />
Unabhängige Immobilienmakler, Makler in<br />
Immobilien-Unternehmungen, Immobilienberater,<br />
Immobilientreuhänder, Aktive Profis<br />
in der Immobilienwirtschaft und andere<br />
interessierte Kreise<br />
Referenten<br />
– Prof. Dr. Jean-Baptiste Zufferey, Schweizerisches<br />
und Internationales Baurecht<br />
an der Universität Fribourg<br />
– Dr. Peter Burkhalter, Rechtsanwalt,<br />
Hodler & Emmenegger<br />
Anmeldetalon:<br />
❑ Ich melde mich definitiv für das Seminar «Maklerwesen und -recht»<br />
vom 25.<strong>11</strong>.<strong>2008</strong> an:<br />
Name:<br />
Vorname:<br />
<strong>SVIT</strong>-Mitglied: ❏ ja ❏ nein<br />
Firma:<br />
Adresse:<br />
Tel.:<br />
Datum<br />
Dienstag, 25. November <strong>2008</strong><br />
08.30 – 16.15 Uhr<br />
Ort<br />
Seedamm Plaza, Pfäffikon SZ<br />
Teilnehmergebühr (exkl. MWSt)<br />
690.– für <strong>SVIT</strong>-Mitglieder, 860.– für übrige Teilnehmer.<br />
Darin inbegriffen sind: Seminarunterlagen,<br />
Pausengetränke und Mittagessen.<br />
An- bzw. Abmeldekonditionen<br />
– Die Teilnehmerzahl ist beschränkt. Die<br />
Anmeldungen werden in chronologischer<br />
Reihenfolge berücksichtigt.<br />
– Kostenfolge bei Abmeldung: Eine Annullierung<br />
(nur schriftlich) ist bis 14<br />
Tage vor Veranstaltungsbeginn kostenlos<br />
möglich, bis 7 Tage vorher wird die<br />
Hälfte der Teilnehmergebühr erhoben.<br />
Bei Absagen danach wird die volle Gebühr<br />
fällig. Ersatz-Teilnehmer werden<br />
ohne zusätzliche Kosten akzeptiert.<br />
– Programmänderungen aus dringendem<br />
Anlass behält sich der Veranstalter vor.<br />
Funktion:<br />
PLZ/Ort:<br />
Email:<br />
Bitte an folgende Anschrift senden oder faxen: <strong>SVIT</strong> Swiss Real Estate School AG,<br />
Giessereistrasse 18, 8005 Zürich, Tel. 044 434 78 98, Fax 044 434 78 99,<br />
kathrine.jordi@svit-sres.ch.<br />
immobilia November <strong>2008</strong> 61
Aus- und Weiterbildung<br />
Seminar am 5. Dezember <strong>2008</strong> (Wiederholung vom Juni <strong>2008</strong>)<br />
Wie gestalte ich<br />
Geschäftsmietverträge optimal?<br />
Aufgrund grosser Nachfrage wiederholen wir unser Seminar zum Thema<br />
Geschäftsmiete vom Juni <strong>2008</strong>.<br />
Sie möchten Ihre Verträge mit Geschäftsmietern<br />
optimieren und damit spätere<br />
Probleme und Auseinandersetzungen vermeiden?<br />
Anhand von neuen Gerichtsfällen<br />
zeigen Ihnen drei bestens bekannte Referenten,<br />
wie Sie Ihr Ziel erreichen. Ausführliche<br />
Tipps zur Vertragsgestaltung und<br />
Erklärungen zur geänderten Mietrechtsverordnung<br />
runden diesen lebendigen Seminartag<br />
ab.<br />
Zielpublikum<br />
Geschäftsführer und Inhaber von KMU,<br />
Führungs- und Fachkräfte aus dem Bereich<br />
Immobilienmanagement, Immobilien-Bewirtschafter,<br />
(Immobilien-)Treuhänder und<br />
Immobilienberater<br />
Anmeldetalon:<br />
❑ Ich melde mich definitiv für das Seminar «Geschäftsmietverträge»<br />
Name:<br />
vom Freitag, 5.12.<strong>2008</strong> an:<br />
Programm<br />
– Vertragsparteien<br />
Wie erkenne ich die richtige Legitimation<br />
der Unterschriften? Was muss ich beachten,<br />
wenn eine Vertragspartei eine Aktiengesellschaft<br />
oder GmbH ist? Welche<br />
Probleme können bei einer Vertragsübertragung<br />
entstehen?<br />
– Vertragsgestaltung beim Verkauf:<br />
Due Diligence<br />
Was prüfen wir als Käufer? Worin besteht<br />
das Risiko einer Sicherheitsleistung?<br />
– Vertragsverlängerungen:<br />
Möglichkeiten ausschöpfen<br />
Worin unterscheiden sich die Interessen<br />
bei Vermieter und Geschäftsmieter?<br />
Option mit Vertragsverlängerung:<br />
Was sind die marktüblichen Bedingungen?<br />
– Kündigung durch Mieter/vorzeitige<br />
Rückgabe<br />
Welche Möglichkeiten habe ich bei der<br />
Gestaltung der Vertragsdauer? Nachmieter:<br />
Wer sucht auf wessen Kosten zu welchem<br />
Mietzins?<br />
Datum<br />
Freitag, 5. Dezember <strong>2008</strong><br />
8.30 – 16.30 Uhr<br />
Ort<br />
Hotel Arte, Olten<br />
Referenten<br />
– Hans Bättig, Fürsprecher, advokatur56,<br />
Bern<br />
– Dr. Beat Rohrer, Rechtsanwalt, Rohrer<br />
Müller Partner, Zürich<br />
– Dr. Armin Zucker, Rechtsanwalt, Meyer<br />
Lustenberger, Präsident des Verbands der<br />
Geschäftsmieter, Zürich<br />
Vorname:<br />
<strong>SVIT</strong>-Mitglied: ❏ ja ❏ nein<br />
Firma:<br />
Teilnehmergebühr (exkl. MwSt)<br />
CHF 720.– (<strong>SVIT</strong>-Mitglieder), CHF 890.–<br />
(übrige Teilnehmer). Darin inbegriffen sind:<br />
Seminarunterlagen, Pausengetränke und<br />
das Mittagessen.<br />
Funktion:<br />
Adresse:<br />
PLZ/Ort:<br />
Tel.:<br />
Email:<br />
Bitte an folgende Anschrift senden oder faxen: <strong>SVIT</strong> Swiss Real Estate School AG,<br />
Giessereistrasse 18, 8005 Zürich, Tel. 044 434 78 98, Fax 044 434 78 99,<br />
kathrine.jordi@svit-sres.ch<br />
An- bzw. Abmeldekonditionen<br />
– Die Teilnehmerzahl ist beschränkt. Die<br />
Anmeldungen werden in chronologischer<br />
Reihenfolge berücksichtigt.<br />
– Kostenfolge bei Abmeldung: Eine Annullierung<br />
(nur schriftlich) ist bis 14 Tage vor<br />
Veranstaltungsbeginn kostenlos möglich,<br />
bis 7 Tage vorher wird die Hälfte der<br />
Teilnehmergebühr erhoben. Bei Absagen<br />
danach wird die volle Gebühr fällig. Ersatz-Teilnehmende<br />
werden ohne zusätzliche<br />
Kosten akzeptiert.<br />
– Programmänderungen aus dringendem<br />
Anlass behält sich der Veranstalter<br />
vor.<br />
62 immobilia November <strong>2008</strong>
Aus- und Weiterbildung<br />
Schweizerische Fachprüfungskommission der Immobilienwirtschaft - SFPKIW<br />
2. Prüfung Vertiefungskompetenz<br />
Immobilienbewerter <strong>2008</strong><br />
Ueli Beyeler, Präsident, Christa Meier, Sekretariat Prüfungskommission immobilienbewerter<br />
89 Kandidaten, davon 9 Repetenten, traten zur 2. Bewerterprüfung an, die auf<br />
der Grundlage von der Prüfungsordnung und Wegleitung vom 9. Februar 2007<br />
durchgeführt wurde. Gemessen an der Tatsache, dass für die Immobilienschätzer<br />
zwischen 1999 und 2004 nur alle zwei Jahre eine Prüfung angeboten wurde, an<br />
denen jeweils etwa 100 Kandidaten teilnahmen, erstaunt es, dass in diesem Jahr<br />
praktisch wieder gleich viele Kandidaten wie 2007 auf der Liste standen.<br />
Die Nachfrage nach dieser Prüfung ist erfreulich.<br />
Die Resultate sind hingegen ernüchternd<br />
ausgefallen. Von den 89 Kandidaten<br />
haben nur gerade 40 bestanden, was einer<br />
Erfolgsquote von mageren 44.9% entspricht<br />
(2007: 68.8%). Die meisten erfolglosen Kandidaten<br />
scheiterten im schriftlichen Fach,<br />
welches dreifach zählt. Eine der Ursachen<br />
für dieses enttäuschende Ergebnis war möglicherweise,<br />
dass etliche Kandidaten zu Protokoll<br />
gaben, sie hätten in ihrem beruflichen<br />
Alltag nur wenig mit Immobilienbewertungen<br />
zu tun. Der Praxisbezug und die Erfahrung<br />
fehlten also. Einzelne Kandidaten<br />
wählten die Bewerterprüfung, nicht in erster<br />
Linie, um sich zum Spezialisten im Bewertungswesen<br />
ausbilden zu lassen, sondern<br />
weil sie einen zweiten Fachausweis für die<br />
Zulassung zur Höheren Fachprüfung für Immobilien-Treuhänder<br />
benötigten.<br />
Von den 89 Kandidaten wurden 34 zur Bewerterprüfung<br />
zugelassen, weil sie die Prüfung<br />
auf der Stufe Basiskompetenz erfolgreich<br />
absolviert hatten. 36 sind Inhaber<br />
des Fachausweises für Immobilien-Verwalter<br />
bzw. -bewirtschafter, 4 besitzen den Fachausweis<br />
für Immobilienvermarkter, und eine Kandidatin<br />
ist Immobilienentwicklerin mit eidg.<br />
FA. Ausserdem wollten 6 dipl. Immobilien-<br />
Treuhänder ihr Wissen im Bewertungswesen<br />
erweitern, 9 Absolventen brachten einen<br />
Hochschul- bzw. Fachhochschulabschluss<br />
mit und verfügen über mindestens vier Jahre<br />
Berufserfahrung im Immobilienwesen.<br />
Von den 55 Direkteinsteigern haben 25 bestanden<br />
(62.5%), von den Kandidaten der Basisprüfung<br />
lediglich 15. Die Aufteilung nach<br />
Geschlechtern zeigt, dass die Frauen und die<br />
Männer punkto Erfolgsquote fast gleich sind.<br />
12 der 27 Frauen haben bestanden, bei den<br />
Männern waren es 28 von 62.<br />
Von den 9 Repetenten haben im zweiten Anlauf<br />
3 bestanden. Bei den restlichen 6 hat es<br />
wieder nicht geklappt.<br />
Am besten wurde das mündliche Fach ZGB/<br />
Umwelt- und Baurecht mit einem Gesamtnotendurchschnitt<br />
von 4.6 abgeschlossen. Auf<br />
Platz zwei folgt das mündliche Fach Immobilienbewertung<br />
mit einem Schnitt von 4.3. Der<br />
Durchschnitt der übrigen Fächer liegt bei einer<br />
4.0 und darunter. In der Immobilienentwicklung<br />
(bauliche Kenntnisse) wurde eine<br />
4.0 erzielt. Das schriftliche Fach ergab gar<br />
nur eine 3.7. Nebst Schwächen in der Kern-<br />
kompetenz Immobilienbewertung tra ten vor<br />
allem fundamentale Mängel im Bereich der<br />
Kenntnisse im Bauwesen zutage. Der Gesamtdurchschnitt<br />
über alle Fächer ge se hen<br />
betrug 4.0; letztes Jahr lag er bei einer 4.2.<br />
Auf die Bewerterprüfung haben sich die Kandidaten<br />
entweder bei der SRES - <strong>SVIT</strong> Swiss<br />
Real Estate School (58 Teilnehmer), bei den<br />
Kaderschulen (13 Teilnehmer) oder bei den<br />
Feusi-Schulen (18 Teilnehmer) vorbereitet.<br />
Die Erfolgsquote bei der SRES liegt bei 53.4%,<br />
bei den Kaderschulen bei 30.8% und bei den<br />
Feusi-Schulen bei 27.8%.<br />
Hier nun die erfolgreichen Kandidatinnen<br />
und Kandidaten:<br />
1. Aeby Olivier St. Antoni FR<br />
2. Althaus Fabienne S. M. Basel BS<br />
3. Amsler Christof Schinznach-Dorf AG<br />
4. Asal Monique Rüegsau BE<br />
5. Baumann Andreas Luzern LU<br />
6. Baumann Beat Stilli AG<br />
7. Breitenmoser Therese Zürich ZH<br />
8. Bürgler Judith Wettingen AG<br />
9. Degelo-Werder Simone Endingen AG<br />
10. Flückiger Beatrix Rüegsau BE<br />
<strong>11</strong>. Grogg Philipp O. Wangen b/Olten SO<br />
12. Gschwind Guido Weggis LU<br />
13. Guerriero-Presta Angela Zollikofen BE<br />
14. Gwerder Roger Sarmenstorf AG<br />
15. Haas Christian Sempach LU<br />
16. Häfeli Adrian Zürich ZH<br />
17. Halmer Fabian Basel BS<br />
18. Heggli Urs Müswangen LU<br />
19. Heutschi Harri Balsthal SO<br />
20. Hirs Martin Dielsdorf ZH<br />
21. Hüberli Roger Nesslau-Krummenau SG<br />
22. Jaeggi Claudio Recherswil SO<br />
23. Keller Niklaus H. Weinfelden TG<br />
24. Knellwolf Hansueli Herisau AR<br />
25. Kreft Nikolaus Deutschland<br />
26. Meier Dominik Mönchaltdorf ZH<br />
27. Panichella Luigi Oftringen AG<br />
28. Rüdisühli Michael Sennwald - Frümsen SG<br />
29. Schärer Stefan Thunstetten BE<br />
30. Schmid Andrea Muttenz BL<br />
31. Schmitter Georges Widnau SG<br />
32. Schneider Manuel Elm GL<br />
33. Sossai Karin Maria Italien<br />
34. Stoll Tscherry Deborah Maur ZH<br />
35. Stutz Marietta Arni AG<br />
36. Sutter Heinz Toffen BE<br />
37. Vanoli Elio Airolo TI<br />
38. Wegmüller Brigitte Zürich ZH<br />
39. Wolfelsperger Michael Basel BS<br />
40. Wüthrich Lorenz Michael Oberrieden ZH<br />
immobilia November <strong>2008</strong> 63
Aus- und Weiterbildung<br />
Schweizerische Fachprüfungskommission der Immobilienwirtschaft - SFPKIW<br />
2. Prüfung Vertiefungskompetenz<br />
Immobilienbewirtschafter <strong>2008</strong><br />
Ueli Beyeler, Präsident, Christa Meier, Sekretariat Prüfungskommission immobilienbewerter<br />
Zur zweiten Vertiefungsprüfung für Immobilienwirtschafter traten am 15.<br />
September <strong>2008</strong> mit 217 Kandidaten nur unwesentlich weniger an als im<br />
Vorjahr (238 Kandidaten). Die Erfolgsquote des Jahres 2007 war mit 83.8%<br />
sehr hoch und dürfte entsprechend die Erwartungen vieler geschürt haben.<br />
Um es gleich vorweg zu nehmen: Die Resultate<br />
der diesjährigen Prüfung sind zwar sehr<br />
zufrieden stellend, aber nicht mehr ganz so<br />
gut wie im Jahr zuvor (siehe Tabelle oben).<br />
Die Bewirtschafterprüfung wird vor allem<br />
von Kandidaten gewählt, welche die Basisprüfung<br />
erfolgreich absolviert haben. Direkteinsteiger<br />
gab es in der Zentralschweiz, in<br />
Basel und in Bern lediglich je einen, in Zürich<br />
7. Davon waren 2 Inhaber des Diploms für<br />
Immobilien-Treuhänder bzw. des Fachausweises<br />
für Immobilien-Schätzer. Einer von<br />
ihnen hat bestanden, der andere war nicht<br />
erfolgreich. Die restlichen 8 brachten einen<br />
Hochschul- oder Fachhochschulabschluss<br />
und vier oder mehr Jahre Berufserfahrung in<br />
einer immobilienbezogenen Tätigkeit mit;<br />
von ihnen haben 3 bestanden.<br />
Baar Basel Bern Zürich Gesamt<br />
Anzahl Kandidaten 34 17 40 126 217<br />
Bestanden 23 (67.6%) 13 (76.5%) 27 (67.5%) 90 (71.4%) 153 (70.5%)<br />
Nicht bestanden <strong>11</strong> (32.4%) 4 (23.5%) 13 (32.5%) 36 (28.6%) 64 (29.5%)<br />
Einen Lehrgang zur Vorbereitung auf die<br />
Prüfung konnten die Kandidaten entweder<br />
bei der <strong>SVIT</strong> Swiss Real Estate School in Zürich<br />
(SRES), bei den KS Kaderschulen in Zürich<br />
und St. Gallen oder bei den Feusi-Schulen<br />
in Bern besuchen.<br />
In Zürich haben sich 69 Kandidaten für die<br />
<strong>SVIT</strong> Swiss Real Estate School entschieden,<br />
von ihnen haben 42 bzw. 60.9% bestanden.<br />
55 Personen haben den Lehrgang bei den<br />
Kaderschulen absolviert, erfolgreich waren<br />
47.<br />
Damit erzielen die Kaderschulen eine Erfolgsquote<br />
von erfreulichen 85.5%. 2 Kandidaten<br />
sind zur Prüfung angetreten, ohne<br />
einen Lehrgang besucht zu haben, ein Kandidat<br />
hat bestanden.<br />
In Bern sassen 28 Personen im Lehrgang der<br />
<strong>SVIT</strong> Swiss Real Estate School, 21 (75%) waren<br />
erfolgreich. Von den 12 Teilnehmern am<br />
Lehrgang der Feusi-Schulen hielten sich die<br />
erfolgreichen und die nicht erfolgreichen<br />
Kandidaten mit je 6 Personen die Waage.<br />
Die ältesten Kandidaten, die zur Prüfung angetreten<br />
sind, waren 54 Jahre alt, währenddem<br />
die jüngsten gerade mal 21 Jahre zählten.<br />
Von den über 50-Jährigen, 13 an der<br />
Zahl, hatten mehr als die Hälfte nicht bestanden.<br />
In der Gruppe der 40- bis 50-Jährigen<br />
Absolventen sieht es bereits etwas besser<br />
aus; 18 der 33 Kandidaten waren erfolgreich,<br />
was einer Erfolgsquote von 54.5% entspricht.<br />
Bei den 57 Prüfungsabsolventen, die zwischen<br />
30 und 40 Jahre alt waren, sind 66.7%<br />
durchgekommen. 65 Kandidaten waren zwischen<br />
25 und 30 Jahre alt, von ihnen haben<br />
73.8% bestanden. Die unter 25-jährigen waren<br />
mit Abstand am erfolgreichsten: Von den<br />
49 Kandidaten in dieser Altersgruppe haben<br />
nur gerade 6 nicht bestanden. Für diesmal<br />
gilt also: Je jünger die Kandidaten waren, desto<br />
besser schnitten sie übers Ganze gesehen<br />
ab. Die nachfolgende Grafik illustriert<br />
dies eindrücklich:<br />
Betrachtet man die beiden Geschlechter,<br />
lässt sich feststellen, dass, mit Ausnahme<br />
der Zentralschweiz, überall die Frauen besser<br />
abgeschnitten haben. In Basel waren<br />
knapp 70% der erfolgreichen Kandidaten<br />
Frauen, in Bern 66.6%, und in Zürich waren<br />
es 68.9%. Einzig in der Zentralschweiz präsentiert<br />
sich das Bild umgekehrt. Dort waren<br />
die Frauen mit 47.8% im Hintertreffen. Über<br />
alle Regionen gesehen waren von den 90 zur<br />
Prüfung angetretenen Männer 53 (oder<br />
58.9%) erfolgreich. Bei den Frauen haben<br />
von den 127 deren 100 bestanden, was einer<br />
Erfolgsquote von 78.7% entspricht.<br />
Erfolgsquoten nach Altersgruppen<br />
100<br />
90<br />
80<br />
70<br />
66.7<br />
60<br />
50 46.2<br />
54.5<br />
40<br />
30<br />
20<br />
10<br />
73.8<br />
87.8<br />
Insgesamt 14 Repetenten haben einen<br />
zweiten Versuch gewagt. Von ihnen haben<br />
8 bestanden, bei den restlichen 6 hat es<br />
wieder nicht geklappt.<br />
0<br />
50 - 54 40 - 49 30 - 39 25 - 29 21 - 24 Alter<br />
bestanden<br />
nicht bestanden<br />
64 immobilia November <strong>2008</strong>
Aus- und Weiterbildung<br />
Notendurchschnitte der einzelnen Fächer:<br />
Baar Basel Zürich Gesamt 08 Gesamt 07<br />
ZGB, OR, Steuern 4.7 4.6 4.6 4.6 4.7<br />
Investitionen, Vermarktung 4.8 5.0 4.7 4.7 4.8<br />
Bewirtschaftung 4.6 4.7 4.6 4.6 4.7<br />
schriftlich 4.0 3.9 3.9 3.9 4.1<br />
Gesamtdurchschnitt 4.4 4.3 4.3 4.3 4.4<br />
Die erfolgreichsten Kandidatinnen und<br />
Kandidaten der verschiedenen Regionen:<br />
Wir freuen uns mit allen erfolgreichen Kandidaten,<br />
gratulieren ganz herzlich und wünschen<br />
ihnen für die weitere berufliche Tätigkeit<br />
alles Gute.<br />
Nachname Vorname Bürgerort Notendurchschnitt Schule<br />
Baar<br />
Steffen Hugo Luthern LU 5.0 SRES<br />
Ristic Maja Bern BE 4.9 SRES<br />
Basel<br />
Hosslin Mirjam Basel BS 4.8 SRES<br />
Oser Sven Hofstetten-Flüh SO 4.7 SRES<br />
Marti Nicole Luzern LU 4.7 SRES<br />
Bern<br />
Hosmann Simon Wald BE 5.1 SRES<br />
Portmann Markus Schüpfheim LU 5.0 SRES<br />
Zürich<br />
Zweifel Tanja Rüti ZH 5.2 Kaderschulen<br />
Stucki Michael Linden BE 5.0 Kaderschulen<br />
Bader Claudia Zürich ZH 5.0 SRES<br />
Brändli Sonja Rorbas ZH 5.0 Kaderschulen<br />
Schwanger Mariana Aadorf TG 5.0 Kaderschulen<br />
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<br />
<br />
<br />
<br />
immobilia November <strong>2008</strong> 65
Aus- und Weiterbildung<br />
Schweizerische Fachprüfungskommission der Immobilienwirtschaft - SFPKIW<br />
2. Repetentenprüfung für<br />
Immobilien-Treuhänder <strong>2008</strong><br />
Jürg Müller, Präsident und Christa Meier, Sekretariat SFPKIW<br />
Handelte es sich bei der Höheren Fachprüfung für Immobilien-Treuhänder<br />
bisher stets um eine Prüfung der Superlative, was die Anzahl der Kandidaten<br />
betrifft, so präsentierte sich an der letzten Prüfung, die nach dem<br />
Reglement vom 20. April 2000 durchgeführt wurde, ein komplett gegenteiliges<br />
Bild.<br />
Bescheiden und überblickbar mutete die Atmosphäre<br />
an, als am 22. September <strong>2008</strong><br />
gerade mal noch 8 Personen, 2 weniger als<br />
ursprünglich, die letzte Möglichkeit nutzten,<br />
den Titel des dipl. Immobilien-Treuhänders<br />
bzw. der dipl. Immobilien-Treuhänderin nach<br />
altem Reglement zu erwerben. Durchgehalten<br />
bis am Schluss haben schliesslich noch 6<br />
Kandidaten.<br />
So verwundert es auch nicht, dass die Resultate<br />
dieser 2. Repetentenprüfung schon kurz<br />
nach dem letzten Prüfungstag bekannt gegeben<br />
werden konnten.<br />
Alle Kandidaten, 4 Männer und 2 Frauen,<br />
hatten die Prüfung bestanden. Der Gesamtnotendurchschnitt<br />
betrug 4.3, die höchsten<br />
Noten haben je eine Frau und ein Mann mit<br />
4.6 erzielt.<br />
Bei den mündlichen Fächern ZGB, Mietrecht,<br />
Finanzierungs- und Schätzungswesen, OR/<br />
SchKG, Steuerrecht sowie Bau- und Planungswesen<br />
wurde mit einer 4.6 wiederum<br />
ein höherer Durchschnitt als bei den schriftlichen<br />
Prüfungen erzielt. Diese beinhalten<br />
die Fächer Vermittlung, Kauf, Verkauf und<br />
Bewertung von Liegenschaften, Mietrecht,<br />
Rechnungswesen, Unternehmensführung,<br />
Volkswirtschaft, Portfolio- und Facilitymanagement<br />
sowie kaufmännische und technische<br />
Verwaltung und Kenntnisse des Bauwesens.<br />
Der Gesamtschnitt ergab eine Note<br />
von 4.2.<br />
Mit diesen 6 Absolventen gibt es nun 1885<br />
eidgenössisch diplomierte Immobilien-Treuhänder<br />
auf dem Markt.<br />
Selbstverständlich möchten wir es nicht unterlassen,<br />
an dieser Stelle den Experten und<br />
den Mitgliedern der Schweizerischen Fachprüfungskommission,<br />
die uns unterstützt<br />
haben, für ihr grosses Engagement zu bedanken.<br />
Nr. Nachname Vorname Bürgerort<br />
1. Bauer Sascha Tramelan BE<br />
2. Felix Bruno Haldenstein GR<br />
3. Jaeger Daniela Peist GR<br />
4. Neuhaus Peter Plaffeien FR<br />
5. Schmutz Prisca Kehrsatz BE, Opfikon ZH<br />
6. Specht Reto Neuhausen SG<br />
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Erfolgreichen Kandidatinnen<br />
und Kandidaten<br />
Die Höhere Fachprüfung für Immobilien-Treuhänder<br />
nach dem Reglement vom 20. April<br />
2000 ist nun endgültig Geschichte. Die Betonung<br />
im letzten Satz liegt auf dem Reglement<br />
des Jahres 2000. Natürlich gibt es die Höhere<br />
Fachprüfung weiterhin, allerdings auf der<br />
Grundlage einer neuen Prüfungsordnung. Die<br />
Gründe für diesen Reglementswechsel finden<br />
sich im neuen Berufsbildungsgesetz nBBG,<br />
das vom Bundesamt für Berufsbildung und<br />
Technologie BBT per 1. Januar 2004 in Kraft<br />
gesetzt wurde, und welches pro Branche nur<br />
noch je eine Höhere Fachprüfung und eine<br />
Berufsprüfung zulässt.<br />
Die 1. Höhere Fachprüfung findet im Juni<br />
2009 statt. Der Fortbestand von gut ausgebildeten<br />
und qualifizierten Immobilientreuhändern<br />
dürfte also gesichert sein.<br />
66 immobilia November <strong>2008</strong>
Verbandsnachrichten<br />
<strong>SVIT</strong>-Plenum <strong>2008</strong><br />
Veränderungen als Grundlage<br />
zum Erfolg<br />
Christine Feusi<br />
Das <strong>SVIT</strong>-Plenum war dieses Jahr zum ersten Mal beim <strong>SVIT</strong> Romandie in<br />
Montreux zu Gast. Mit der Wiederwahl aller Geschäftsleitungsmitglieder<br />
wurde das Amtsjahr 2007/08 beendet. Dem <strong>SVIT</strong> stehen schon neue Herausforderungen<br />
bevor.<br />
Vom 17.–18. Oktober <strong>2008</strong> verschrieb sich<br />
die Festival-Stadt Montreux für einmal nicht<br />
der Jazz-Musik, sondern der Immobilienwirtschaft.<br />
Die <strong>SVIT</strong>-Mitglieder und ihre Begleitungen<br />
fanden sich am wunderschönen und<br />
in herbstliche Stimmung getauchten Lac<br />
Léman für das <strong>SVIT</strong>-Plenum zusammen.<br />
Gastgeber war zum ersten Mal der im Jahre<br />
2006 gegründete <strong>SVIT</strong> Romandie. Dieser ist<br />
die Organisation des Anlasses mit viel westschweizerischem<br />
Charme mehr als gelungen.<br />
Ein grosser Dank gilt den Sponsoren<br />
Schindler Aufzüge AG, Service 7000, Homegate,<br />
Cablecom und Losinger, welche vor<br />
allem den wunderschönen Rahmen des<br />
diesjährigen Plenums ermöglichten.<br />
Die Mitglieder versammelten sich in den eleganten<br />
und traditionellen Räumlichkeiten<br />
des Montreux Palace zum Apéro und grosszügigen<br />
Stehlunch – manch eine/r fühlte sich<br />
in die Zeit der Belle Epoque zurückversetzt.<br />
Während die rund <strong>11</strong>0 Delegierten, Exekutivrats-<br />
und Ehrenmitglieder nach dem Stehlunch<br />
zum geschäftlichen Teil übergingen,<br />
kamen die begleitenden Personen in den<br />
Genuss eines interessanten Programms mit<br />
dem Besuch des Château Chillon und einer<br />
anschliessenden Weindegustation im Domaine<br />
des Châbles.<br />
Der <strong>SVIT</strong> als Qualitätszeichen<br />
Urs Gribi, Präsident des <strong>SVIT</strong>, eröffnete die<br />
Delegiertenversammlung. Er forderte die<br />
Teilnehmer auf, sich den neuen Herausforderungen<br />
angesichts der sich verschärfenden<br />
wirtschaftlichen Lage zu stellen.<br />
Er fügte hinzu, dass in diesem Jahr viel Erfreuliches<br />
gefeiert werden konnte; Höhepunkt<br />
war sicherlich das 75-jährige Bestehen<br />
des <strong>SVIT</strong>. Dieses Jubiläum gab Anlass zu ausgiebigen<br />
Festlichkeiten, wie etwa am Mitgliederfest<br />
in Bern und im Dolder Grand in<br />
Zürich.<br />
Der <strong>SVIT</strong> hat in den vergangenen Jahren viele<br />
Änderungen erlebt. Das moderne, informative<br />
Jubiläumsmagazin widerspiegelt den<br />
Verband, wie er sich heute gegen innen und<br />
nach aussen präsentiert – zeitgemäss und<br />
professionell – und als führende Organisation<br />
der Immobilienwirtschaft. Es ist gelungen,<br />
den <strong>SVIT</strong> als Qualitätszeichen zu etablieren,<br />
und mit Qualität sind auch die Mitglieder des<br />
Verbands gemeint.<br />
Urs Gribi sprach so dann von neuen Herausforderungen<br />
im Bildungsbereich. In der Swiss<br />
Real Estate School sind Anpassungen des<br />
Schulungsangebotes zu leisten, zugleich befindet<br />
sich das Swiss Real Estate Institute als<br />
neuer Think Thank der schweizerischen Immobilienwirtschaft<br />
mitten im Aufbau. Die<br />
Berufsbilder der Immobilienbranche erfahren<br />
eine immer grössere Segmentierung. So<br />
wurde der wichtigen Disziplin der Immobilienbranche<br />
– dem Facility Management –<br />
durch die Gründung einer Fachkammer ein<br />
neues Gesicht gegeben. Urs Gribi fügte hinzu,<br />
dass das Knüpfen von Netzwerken eine<br />
entscheidende Rolle im Immobilienmarkt<br />
spiele. Deshalb solle man diese ernsthaft<br />
pflegen.<br />
«Es klafft ein schwarzes Loch im hellen<br />
Umfeld»<br />
Anlässlich der Mitteilungen aus den verschiedenen<br />
Ressorts gab Peter Krum-<br />
menacher, Ressortleiter Finanzen, in seinem<br />
Bericht einen Geschäftsverlust von CHF<br />
360 000 bekannt: Die Investition in sichere<br />
Anlagen haben aufgrund der Finanzkrise gelitten.<br />
Auch die Mehraufwendungen aufgrund<br />
des 75-jährigen Jubiläums und der<br />
Rückgang der Erträge bei den durchgeführten<br />
Prüfungen haben zu einem Verlust geführt.<br />
Peter Krummenacher beschwichtigte<br />
jedoch, dass sich dieser Verlust zu gegebener<br />
Zeit wieder ausgleichen wird: «Das<br />
schlechte Geschäftsergebnis gefährdet die<br />
Verbandstruktur nicht.» Die Abschreibungen<br />
durch den Anlass des 75-jährigen Jubiläums<br />
sowie die Stiftungsgründung sind Investitionen<br />
für die Zukunft. Das Budget für das<br />
Jahr <strong>2008</strong>/09 wurde mit 5 Enthaltungen genehmigt.<br />
Geschäftsleitungsmitglieder einstimmig<br />
wieder gewählt<br />
In diesem Jahr stand die Delegiertenversammlung<br />
im Zeichen der Wahl der Geschäftsleitungsmitglieder:<br />
Präsident Urs Gribi<br />
und Vizepräsident Andreas Ingold wurden<br />
vom Exekutivrat für die kommende Amtsperiode<br />
<strong>2008</strong>-20<strong>11</strong> vorgeschlagen. Dieser Vorschlag<br />
wurde mit kräftigem Applaus von allen<br />
Mitgliedern ohne Gegenstimme gutgeheissen.<br />
Ebenso wurden auch die<br />
Ressortleiter, Dr. Peter Burkhalter, Peter<br />
Krummenacher und Stefan Wegelin für eine<br />
weitere Amtsperiode bestätigt.<br />
Im Anschluss an die Delegiertenversammlung<br />
gab André Schneider, COO des World<br />
Economic Forums, interessante Einblicke in<br />
die international und unabhängig agierende<br />
Organisation. In seinem Vortrag wurden<br />
viele Aspekte der Globalisierung und deren<br />
Auswirkungen auf die Wirtschaft, Politik<br />
und Gesellschaft beleuchtet und genauer<br />
erörtert.<br />
Das gesellschaftliche Abendprogramm des<br />
Plenums wurde von einem vortrefflichen Galadinner<br />
umrahmt, welches von Schindler<br />
Aufzüge AG gesponsert wurde. Während des<br />
Geniessens des sechsgängigen Menüs,<br />
sorgte das Lady Swing Quartett für eine beschwingte<br />
Stimmung. Als Abschluss des<br />
diesjährigen Plenums traf man sich am nächsten<br />
Morgen zum gemeinsamen Brunch.<br />
immobilia November <strong>2008</strong> 67
Verbandsnachrichten<br />
68 immobilia November <strong>2008</strong>
Verbandsnachrichten<br />
immobilia November <strong>2008</strong> 69
Verbandsnachrichten<br />
75 Jahre <strong>SVIT</strong><br />
Im Klammergriff von<br />
Bundesbern<br />
Simon Hubacher<br />
SCHWEIZ<br />
In der Schweizer Verbandslandschaft ist der <strong>SVIT</strong> zwar ein kleiner, dafür<br />
hartnäckiger Interessensvertreter. Von zunehmenden Reglementierungen<br />
bedroht, will die Branchenorganisation der Immobilienwirtschaft ihren Einfluss<br />
im Bundeshaus künftig verstärken.<br />
In Bern wird<br />
Immobilienpolitik<br />
gemacht – nicht<br />
immer nur zum Vor -<br />
teil der Immobilienwirtschaft.<br />
(Bild:<br />
swiss-image.ch)<br />
dern und Marktteilnehmern. Und er setzt<br />
sich für eine liberale Eigentums- und Marktordnung<br />
in der Schweiz ein.<br />
Eingeschränkt durch seine finanziellen und<br />
personellen Möglichkeiten, führt der <strong>SVIT</strong><br />
die se Aufgabe seit vielen Jahren mit beachtlichem<br />
Erfolg aus. Er nimmt regelmässig an<br />
Vernehmlassungen teil und ist in den wichtigsten<br />
wohnpolitischen Kommissionen des<br />
Bundes vertreten. Zusammen mit befreundeten<br />
Organisationen setzte er sich auch<br />
immer wieder in Abstimmungskämpfen für<br />
seine Mitglieder ein. Beispielsweise 2003,<br />
als die Initiative «Ja zu fairen Mieten» klar abgelehnt<br />
wurde. Ein Jahr später allerdings erfolgten<br />
gleich zwei politische Rückschläge.<br />
Zuerst ging der von Bundesrat und Parlament<br />
erarbeitete Gegenvorschlag zur Mietrechtsinitiative<br />
verloren, drei Monate später<br />
auch das Steuerpaket mit dem darin enthaltenen<br />
Systemwechsel.<br />
zahlreichen Massnahmen gegen die Klimaerwärmung<br />
wirken ebenso einschneidend<br />
wie rigide Vorschriften in der Raumplanungspolitik<br />
oder zugunsten energetischer Gebäudesanierungen.<br />
«Einflussnahme kostet<br />
Geld – viel Geld.»<br />
Abstimmungskämpfe stellten für den <strong>SVIT</strong> in<br />
der Vergangenheit grosse Herausforderungen<br />
dar, die den Verband regelmässig an<br />
die Grenze des Machbaren führten. Eine zunehmend<br />
wichtige Rolle spielt deshalb die<br />
persönliche Interessenarbeit auf Ebene<br />
Kommissionen und Parlament. Aber auch<br />
Lobbying benötigt Zeit. Und setzt genügend<br />
personelle und finanzielle Ressourcen voraus.<br />
Doch dank der frühzeitigen Einflussnahme<br />
auf gesetzgeberische Prozesse kann<br />
oftmals der grosse Kraftakt, wie es eine Abstimmung<br />
ist, verhindert oder zumindest<br />
verzögert werden. Zeitweilen gelingt es sogar,<br />
eigene Lösungsvorschläge in Form von<br />
parlamentarischen Vorstössen in die politische<br />
Debatte einzuschleusen.<br />
«Rückschläge gehören zum<br />
politischen Alltag.»<br />
Die Immobilienwirtschaft bewegt sich in<br />
einem engen politischen Korsett. Wohnen<br />
steht in der Bundesverfassung als Grundbedürfnis,<br />
wie Nahrung, Bildung oder Gesundheit<br />
festgeschrieben. Getreu dem Verfassungsauftrag<br />
setzt sich der Bund im Rahmen<br />
der Wohnungspolitik dafür ein, dass «alle Bevölkerungsgruppen<br />
über eine angemessene<br />
Wohnung zu tragbaren Bedingungen» verfügen.<br />
Was in der Praxis dazu führt, dass unzählige<br />
Gesetze, Vorschriften und Verordnungen<br />
bestehen, die den Immobilien- und<br />
Wohnmarkt in der Schweiz stark einengen.<br />
So regelt das Mietrecht das Wohnwesen, die<br />
Lex Koller den Verkauf an Personen im Ausland<br />
und das Verbandsbeschwerderecht Einsprachen<br />
gegen Bauprojekte. Seit September<br />
dieses Jahres ist das Bundesamt für<br />
Wohnungswesen (BWO) für den neuen hypothekarischen<br />
Referenzzinssatz zuständig,<br />
der schweizweit bei derzeit 3.5 Prozent liegt.<br />
Die anstehende Revision der Mehrwertsteuer<br />
betrifft die Immobilienwirtschaft genau so<br />
wie der Bereich Unternehmenssteuern, die<br />
Viel Arbeit also für Verbände wie der <strong>SVIT</strong><br />
Schweiz oder der Hauseigentümerverband<br />
Schweiz (HEV), die stellvertretend für die politischen<br />
Interessen ihrer Mitglieder einstehen.<br />
Der <strong>SVIT</strong> vertritt als Dachorganisation in<br />
erster Linie die Anliegen der professionellen<br />
Immobiliendienstleister, während der HEV<br />
die privaten Eigenheimbesitzer repräsentiert.<br />
Er ist denn auch mit 282 000 Mitgliedern<br />
weitaus grösser. Die politische Grundhaltung<br />
des <strong>SVIT</strong> ist in den Statuten zementiert<br />
– und damit ein Stück weit auch seine<br />
bürgerliche Grundhaltung. Er unterstützt die<br />
gewerbepolitischen Interessen von Mitglie-<br />
Aus diesen Gründen hat der <strong>SVIT</strong> Schweiz<br />
vor rund zwei Jahren begonnen, die Kontakte<br />
zu Politikern auszubauen, die der Immobilienwirtschaft<br />
nahestehen. Nationalräte wie<br />
Filippo Leutenegger, Christa Markwalder,<br />
Philipp Müller, Hans Kaufmann oder Pirmin<br />
Schwander sind den Anliegen der Immobilienwirtschaft<br />
teils von ihrem eigenen beruf-<br />
70 immobilia November <strong>2008</strong>
Verbandsnachrichten<br />
lichen Hintergrund her verbunden. Einige<br />
von ihnen sind Mitglieder relevanter Kommissionen,<br />
in denen Geschäfte aus den Bereichen<br />
Wohnwesen, Raumplanung, Finanzen<br />
und Recht behandelt werden. Im Gegensatz<br />
zum HEV Schweiz sitzen beim <strong>SVIT</strong><br />
keine Parlamentarier in Leitungsgremien des<br />
Verbandes. Der <strong>SVIT</strong> bevorzugt aus Gründen<br />
der Unabhängigkeit vielmehr die langfristige<br />
Zusammenarbeit mit ausgewählten Volksvertretern,<br />
um seine verbands- und branchenpolitischen<br />
Ziele trotzdem erreichen zu<br />
können.<br />
onen von Gesetzen und Verordnungen an?<br />
Was fordern National- und Ständerat? Wie<br />
lauten die jüngsten parlamentarischen Vorstösse?<br />
Wer sammelt Unterschriften für Initiativen<br />
und Referenden? Was kommt auf<br />
die Immobilienwirtschaft als Nächstes zu?<br />
«Die Vorschriften werden nicht<br />
weniger, sonder eher mehr.»<br />
Grosse Organisationen wie Economiesuisse,<br />
Gewerbe- oder Bauernverband verfügen<br />
über eigene Büros in Bern. Ihre Mitarbeiter<br />
gehen im Bundeshaus ein und aus, versorgen<br />
Parlamentarier mit Hintergrundwissen<br />
und sammeln vor Ort Unterstützung für ihre<br />
Anliegen. Diese Art der Einflussnahme kostet<br />
Geld – viel Geld. Kleinere Verbände müssen<br />
andere Wege beschreiten. Sie schliessen<br />
sich bestehenden Netzwerken an, beziehen<br />
ihre politischen Informationen aus den verschiedensten<br />
Quellen und konzentrieren<br />
Politische Interessensarbeit setzt genaue<br />
Kenntnisse der politischen Agenda voraus.<br />
Welches Bundesamt, welches Departement<br />
plant neue Vorschriften? Wo stehen Revisiihre<br />
Kräfte auf einige wichtige Kerngeschäfte.<br />
So macht es auch der <strong>SVIT</strong>. Er hat das Jubiläumsjahr<br />
benutzt, das politische Issue Management<br />
zu intensivieren, politische Themen<br />
vermehrt in Geschäftsleitung und Exekutivrat<br />
zu behandeln und seine Kontakte zu<br />
Schlüssel-Parlamentariern zu verfestigen.<br />
Auch die Mitglieder sollen künftig noch besser<br />
über die politischen Aktivitäten des Verbandes<br />
informiert werden. Denn die Rolle<br />
der politischen Interessenarbeit nimmt an<br />
Bedeutung stetig zu. Immer öfters ziehen<br />
politische Entscheide direkte Konsequenzen<br />
für die Immobilienwirtschaft nach sich. Die<br />
Vorschriften werden nicht weniger, sondern<br />
tendenziell eher mehr. Eine liberale Eigentums-<br />
und Marktordnung in der Schweiz<br />
bleibt denn auch ein wichtiges Anliegen, das<br />
immer wieder von neuem erkämpft werden<br />
muss.<br />
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Stehlunch <strong>SVIT</strong> Zürich<br />
Immobilien Markt Zürich:<br />
In Zukunft viel Gutes!<br />
Christine Feusi<br />
Am 9. Oktober <strong>2008</strong>, mitten im Zentrum von Zürich, an der Fraumünsterstrasse<br />
im Restaurant Metropol, galt das Thema für einmal nicht der aktuellen<br />
Finanzkrise, sondern dem Immobilienmarkt Schweiz – Fokus Kanton<br />
Zürich – und der Zukunft des Immobilienmarktes. Diese sollte gemäss dem<br />
Gastreferenten Claudio Saputelli, Head Real Estate Research UBS, rosig aussehen.<br />
Ausschlaggebend für die starke Nachfrage<br />
ist sicherlich das Wachstum der Bevölkerung:<br />
Im 2007 wuchs diese um 1.1%. Viele<br />
qualifizierte Arbeitskräfte aus dem Ausland<br />
zieht es vor allem aufgrund der hohen Lebensqualität,<br />
der tiefen Steuern und einer<br />
soliden Wirtschaft in die Schweiz – und nach<br />
Zürich. Auch die Aufhebung der EU-Kontinderum<br />
die Zinsen nicht in die Höhe schnellen<br />
lassen. Dennoch ist das Hypothekargeschäft<br />
für die differenzierte und breite Schweizer<br />
Bankenlandschaft sehr rentabel. Die tiefe<br />
Leerwohnungsquote ist somit kein Produkt<br />
von Spekulationen und Luftblasen.<br />
Mit einem umfassenden Set an Slides zeigte<br />
Saputelli die Entwicklung des Immobilienmarktes<br />
auf. Zusammenfassend durften die<br />
Teilnehmer/innen des Stehlunches <strong>SVIT</strong> Zürich<br />
folgendes erfahren:<br />
Die Nachfrage nach Immobilien hat in den<br />
letzten Jahren stark zugenommen (vor allem<br />
bei den Miet- und Eigentumswohnungen).<br />
So konnte Zürich seit dem Jahre 2000 einen<br />
Anstieg um 35% an gekauften Eigentumswohnungen<br />
verzeichnen, bei den Einfamilienhäusern<br />
sind es 24%. In der Stadt Zürich<br />
hat der Anteil an Leerwohnungen (vor allem<br />
im Mietwohnungssegment) einen schon beinahe<br />
dramatischen Tiefstand erreicht.<br />
gente am 1.7.2007 habe zu einem raschen<br />
Anstieg der Schweizer-Bevölkerung geführt.<br />
Die im Vergleich zum Ausland tiefen Hypothekarzinsen<br />
animieren zum Kauf von Wohneigentum.<br />
Zusätzlich verstärkt der Wunsch<br />
vieler immigrierter Europäer, in der Schweiz<br />
eine eigene Wohnung oder ein eigenes Haus<br />
zu besitzen, den Trend zum Eigenheim.<br />
Die Schweiz konnte zudem dem Sog der<br />
Preissteigerung im Ausland entrinnen und<br />
verharrt real unter dem Wert der 90er Jahre.<br />
Die Ursachen für die tiefen Hypothekarzinsen<br />
sind in den konservativen Belehnungspraktiken<br />
zu finden. Während in der Schweiz<br />
der Belehnungsgrad bei 80% liegt, ist dieser<br />
im Ausland bei nahezu 100%. Zugleich entspricht<br />
die Tendenz zur Anlage mit Festhypotheken<br />
dem Sicherheitsdenken des Schweizers,<br />
während beispielsweise in Spanien<br />
90% der Hypotheken variabel sind.<br />
Ein reger Wettbewerb unter den Kreditgebern<br />
hat tiefe Margen zur Folge, welche wie-<br />
Mit ihrer tiefen Leerwohnungsquote steht<br />
die Stadt Zürich an der Spitze, gefolgt von<br />
Lausanne, Genf und Bern. Um diesem Problem<br />
entgegenzuwirken, müsste sich aber<br />
an der Haushaltsstruktur einiges ändern: In<br />
der Stadt Zürich existieren zur Hälfte Einpersonenhaushalte,<br />
im Kanton Zürich sind<br />
es 35%.<br />
Was zeigt uns der Ausblick auf den<br />
Immobilienmarkt Zürich?<br />
Natürlich kann in Anbetracht der aktuellen<br />
Situation eine Rezession Auswirkungen auf<br />
den Immobilienmarkt haben. Claudio Saputelli<br />
fügte jedoch hinzu, dass bei einer Konjunkturberuhigung<br />
die Preise langfristig aufgrund<br />
der starken Nachfrage im Raum Zürich<br />
steigen würden – vorausgesetzt die schrumpfende<br />
Bevölkerung nach der Babyboom-Generation<br />
wird durch die Immigration von<br />
qualifizierten Arbeitskräften kompensiert.<br />
Denn, wie er sein Referat mit der Aussage<br />
Samih Sawiris, Bauinvestor Andermatt, einführte:<br />
«Wer will schon kein Stück Schweiz<br />
besitzen?»<br />
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immobilia November <strong>2008</strong> 73
Elektro-Smog<br />
Gesundheit und Mikrowellen / Mobilfunk Abschirmung<br />
Frau Dr. Selsam-Waldmann ist eine ehemalige Elektrosmog-Unwissende<br />
gewesen. Nachdem bei ihr<br />
zuhause eine Abschirmung installiert wurde, war<br />
sie innert Wochenfrist wieder gesund nach einer<br />
100% längeren Arbeitsunfähigkeit. Sie hat in ihrer<br />
Umgebung 30 ähnliche Fallbeispiele gesammelt<br />
welche sie in einem Heft zusammengefasst hat.<br />
(Diese Kausalfälle (82 Seiten) können gegen einen<br />
Unkostenbeitrag von CHF 10.– und einem frankiertem<br />
C4-Antwort-Kuvert bei www.baubioanalysen.ch<br />
bestellt werden.)<br />
Die Erfahrungen mit physikalischer Abschirmung gegen<br />
Mobilfunkstrahlung an Gebäuden erweist sich bei<br />
gut durchdachtem Konzept als Erfolg. Praxisbeispiele<br />
und biologische Erfahrung bei elektrosensiblen Personen<br />
bestätigen die gesundheitlich schädliche Wirkung<br />
durch diese modernen Mikrowellen-Techniken.<br />
Seit Jahren diskutieren Wissenschaftler aus verschiedenen<br />
Lagern über die biologische Wirkung<br />
von Mikrowellenstrahlung. Die erlebten Fallbeispiele<br />
aus der täglichen Berufspraxis als Eidg. Dipl.<br />
Baubiologe/Bauökologe, Therapieberater und Messtechniker<br />
zeigen ein ganz klares Bild. Wird z. B. das<br />
kabellose Haustelefon welches 24 Stunden lang Mikrowellen<br />
strahlt ausgeschaltet, oder / und die<br />
elektrischen Kabel um das Bett ausgezogen, verschwinden<br />
in vielen Fällen Schlafstörungen. In<br />
Mietwohnungen strahlen die Haustelefone von allen<br />
Seiten in die Schlafzimmer ein, wo sich der Körper<br />
vom täglichen Stress erholen möchte.<br />
Der Mensch besteht bekanntlich aus 65 bis 70%<br />
Wasser und verfügt über mehrere Kilometer Nervenbahnen<br />
welche «Strom/Steuersignale» leiten.<br />
Kommt der gestresste Körper durch die Strahlung<br />
der kabellosen DECT Telefone, Mobilfunk und W-<br />
LAN nicht zur Ruhe, ist die Regenerationsphase in<br />
der Nacht gestört.<br />
Bei diesen Erholungs-Störungen helfen herkömmliche<br />
Medikament nur bedingt. Dabei entstehen<br />
durch die ärztliche Medikamentenbehandlung hohe<br />
Krankenkasse kosten.<br />
Ist dies nicht auch eine Möglichkeit, dass wir<br />
Schweizer jedes Jahr mehr Krankenkassenprämien<br />
bezahlen müssen, trotz den vielen Massnahmen im<br />
Gesundheitswesen, um die Kosten zu reduzieren?<br />
Wäre es nicht besser mehr Energie und unabhängige<br />
Forschung der Mikrowellenstrahlung zu betreiben?<br />
Wenn ich mit einem Schulmediziner über die<br />
gesundheitlichen Auswirkungen dieser Strahlung<br />
auf den Körper spreche, wird oft nur die Achseln<br />
gezückt oder ehrlich zugegeben, dass sie über<br />
Elektrosmog wenig oder gar nichts wissen.<br />
Unser Körper wird pro Sekunde von ca. mehreren<br />
Billionen elektrischen Steuersignalen kontrolliert.<br />
Der Mensch ist eine grosse Flächenantenne, welcher<br />
die Mikrowellenstrahlung aufnimmt. Es ist<br />
denkbar, dass die überlagerten technischen Signale<br />
unser Nervensystem belasten oder stressen.<br />
Abschirmung, Fallbeispiel<br />
Das Zuger Ehepaar R.H. und S.H. hat auf der Flucht<br />
vor Elektrosmog mehrere Wohnungswechsel hinter<br />
sich. Das sportliche Paar ist im besten Alter, um die<br />
40 Jahre. Beide bekleiden Managerposten und stehen<br />
mit beiden Füssen auf dem Boden. Das Ehepaar<br />
wohnte nahe bei einer gut getarnten Mobilfunksendeanlage<br />
wovon sie nichts wussten. Nach<br />
gut 2 Jahren wurden biologische Störungen sichtbar.<br />
Schlafstörungen, Überreizungen, chemische<br />
Überempfindlichkeiten kamen beinahe über Nacht.<br />
Sobald sie die Wohnung betraten fingen die Probleme<br />
an, was sie auch der Verwaltung mitteilten.<br />
Diese kam auf den Verdacht des gut getarnten Mobilfunksenders,<br />
was sich dann auch aufgrund von<br />
Messungen bestätigte. Sie suchten sich eine neue<br />
Bleibe, jedoch ohne Erfolg. Nach zwei Wohnungswechseln<br />
fanden sie ein Hotelzimmer ohne DECT-<br />
Telefonie und WLAN. Diese provisorische Bleibe<br />
war ca. eine Autostunde von ihrem Arbeitsplatz<br />
entfernt, was sie täglich für einen erholsameren<br />
Schlaf auf sich nahmen. Um diesen Arbeitsweg zu<br />
reduzieren und etwas mehr Häuslichkeit zu erlangen,<br />
beschlossen sie ein Haus zu kaufen und dieses<br />
abzuschirmen. So sind die Bewohner auch vor dem<br />
E-Smog der DECT-kabellosen Telefonapparate der<br />
Nachbarhäuser geschützt. Bei der Suche nach dem<br />
neuen Haus stellte Frau S.H. fest, was messtechnisch<br />
auch bestätigt wurde, dass sie auf die kabellosen<br />
Telefone aus den Nachbar-Liegenschaften reagiert.<br />
Dies bei Werten von 1µW/m 2 , was ca.<br />
100 000-fach unter dem in der Schweiz geltenden<br />
Anlagegrenzwert liegt.<br />
Herr R.H. meint: «Diesmal wollten wir wirklich sicher<br />
gehen, dass wir ein Haus haben, wo wir regenerieren<br />
können.» Ein Haus, ein paar Jahre alt,<br />
welches nicht in der unmittelbaren Umgebung<br />
eines Mobilfunksenders lag, wurde in einer grösseren<br />
Zugergemeine gefunden. Beim neu erworbenen<br />
Gebäude wurden hausintern die Elektroinstallationen<br />
und elektrischen Geräte so installiert,<br />
dass ein Minimum an störenden Strahlungen anfällt.<br />
Die Fassade wurde mit feinmaschigem, doppel-lagigem<br />
Kupfergitter gegen elektromagnetische<br />
Strahlung eingebettet. Beinahe alle Fassaden-Holzteile<br />
mit spezieller Abschirmfarbe (Grafit mit Silberpartikel)<br />
gestrichen und<br />
auf die Fenster Spionagefolien<br />
aufgezogen. Sodass<br />
die Arbeiten nach<br />
neustem Stand und Wissen<br />
der Abschirmtechnik<br />
am bestehenden Gebäude<br />
vorgenommen werden<br />
konnten, wandte sich das<br />
betroffene Ehepaar an<br />
den Baubiologen und<br />
Messtechniker Guido Huwiler,<br />
Maschwanden. Dieser<br />
hat viel Erfahrung in<br />
der Bauleitung und Abschirmtechnik.<br />
Er erarbeitete<br />
ein Abschirmkonzept<br />
mit den Arbeitsabläufen,<br />
was auch von<br />
Anfang an bis zur Abnahme<br />
der Sanierungsarbeiten<br />
von ihm begleitet<br />
wurde. Die ganze Fassade und das Dach wurden<br />
mit dem speziellen Kupfergewebe von Cuprotect<br />
eingebettet. Dazu galt es die Übergänge bei den<br />
Fenstern, Rolladen-Kästen, Türen und weiteren<br />
Fassaden-Durchdringungen zu lösen. Das Zusammenspiel<br />
der einzelnen Arbeitgattungen und Unternehmer<br />
war eine Herausforderung, denn für viele<br />
der Handwerker war dies die erste Arbeit in einem<br />
solchen Zusammenhang. Diese mussten auch vor<br />
Baubeginn und während den Arbeiten vermehrt<br />
eingeschult und betreut werden, so dass die Arbeiten<br />
Ihren Abschirmzweck optimal erfüllten. Die<br />
Bauarbeiten dauerten ca. 2 Monate. Nach der Vollendung<br />
wurde der Abschirmerfolg durch eine Nachmessung<br />
bestätigt. Ich kann mich noch gut an die<br />
Aussage der Bauherrin erinnern als sie mir mit<br />
Freuden einige Wochen nach dem Einzug in das abgeschirmte<br />
Haus mitteilte, «Sie, Herr Huwiler, seit<br />
der ersten Nacht in diesem Haus schlafe Sie wieder<br />
wie ein Baby.»<br />
Weitere gut qualifizierte wissenschaftliche Studien<br />
und Pressemitteilungen zu diesem Thema sind auf<br />
der Homepage www.diagnose–funk.ch ersichtlich.<br />
74 immobilia November <strong>2008</strong>
Produkte-News<br />
Neue Homepage der Firma GTSM jetzt online<br />
Gut gegliedert, übersichtlich und kundenfreundlich<br />
präsentiert sich die neu gestaltete<br />
Homepage der Firma GTSM Magglingen.<br />
Ab sofort ist das Gesamtangebot online ersichtlich.<br />
Neue Rubriken wie zum Beispiel<br />
Referenzen, News oder auch Schnäppchen<br />
machen die Seite noch attraktiver.<br />
GTSM Magglingen steht seit vielen Jahren für Qualität,<br />
Langlebigkeit, Innovation und hohe Sicherheit<br />
ihrer Produkte. Die neu gestaltete Homepage bietet<br />
einen raschen Überblick über die grosse Produktepalette<br />
und direkten Zugriff auf die einzelnen Angebotsbereiche.<br />
Zukunftsweisende Konzepte und<br />
Desgins für moderne Umgebungen sind bei GTSM<br />
selbstverständlich. Ganz egal ob Spielplatzgeräte,<br />
Parkmobiliar, Fitnessgeräte oder Produkte aus dem<br />
Bereich Ordnung und Entsorgung, GTSM Magglingen<br />
ist die richtige Adresse.<br />
Ansprechend und informativ<br />
Jedes Produkt wird nicht nur detailliert beschrieben,<br />
sondern auch mit ansprechenden Bildern illustriert.<br />
Auch in der neuen Rubrik Referenzen zeigen viele<br />
Bilder die unzähligen Varianten<br />
und Einsatzmöglichkeiten<br />
der vielseitigen Produktpalette.<br />
Neue Rubriken<br />
Die Kundenfreundlichkeit<br />
stand beim Relaunch an<br />
erster Stelle. So ist erstmals<br />
das Gesamtangebot<br />
online abrufbar. Hinzu kamen<br />
auch diverse neue Rubriken,<br />
wie zum Beispiel<br />
News, Referenzen oder<br />
auch Schnäppchen.<br />
Weitere Informationen:<br />
GTSM Magglingen, Aegertenstrasse<br />
56, 8003 Zürich-<br />
Tel. 044 461 <strong>11</strong> 30<br />
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Mitglied der Fachhochschule Ostschweiz<br />
immobilia November <strong>2008</strong> 75
cablecom service plus und cablecom digital home<br />
«Die digitale Welt zuhause<br />
bietet vielen Menschen ein<br />
Stück Heimat»<br />
Mit über 80 Mitarbeitenden ist er der grösste der schweizerischen Hauseigentümerverbände:<br />
der HEV Zürich. Ihm angeschlossen sind sowohl private als auch institutionelle<br />
Haus- und Grundbesitzer, und sein Bereich Liegenschaftsverwaltung bewirtschaftet ein<br />
Portfolio von rund 16 000 Mietobjekten. Hans Barandun, Leiter Verwaltung/Bewirtschaftung,<br />
ist seit über zehn Jahren beim HEV tätig. Wenn er seinen Auftraggebern und Kunden cablecom<br />
empfiehlt, stützt er sich auf ein grosses Plus: die persönliche Erfahrung.<br />
Vor gut fünf Jahren hat Hans<br />
Barandun für sein Eigenheim<br />
einen service plus-Vertrag (in<br />
Partnernetzen digital home)<br />
abgeschlossen. Damals wollte<br />
er sichergehen, dass die Hausverteilanlage<br />
auf dem neusten<br />
Stand der Technik ist. Heute<br />
ist er auch von allen anderen<br />
Vorteilen des Dienstleistungspakets<br />
überzeugt. «Nur zwei<br />
Franken pro Monat kostet mich diese Versicherung für den<br />
Kabelanschluss, und mit nur zwei Worten lässt sich auch<br />
die Partnerschaft mit cablecom beschreiben: ohne Probleme.»<br />
Als Fixpreisgarantie benannt, ist die Abdeckung aller<br />
Kosten für Wartung, Modernisierung sowie Reparaturen für<br />
alle Eigentümer auch eine Investitionsgarantie.<br />
«Für die multimediale Welt von heute und morgen<br />
braucht es einen starken Partner», ist Hans Barandun<br />
überzeugt. cablecom service plus schafft die Basis<br />
für modernste Kommunikationstechnologien und wird im<br />
eigenen Hochleistungsnetz angeboten, in Partnerkabelnetzen<br />
ist cablecom digital home erhältlich. «70 Prozent<br />
der Leute brauchen das Fernsehen, um glücklich zu sein.<br />
Und gerade ausländische Mieter können sich übers Kabel<br />
etwas Heimat in die gute Stube holen.» Auch das Hochleistungsinternet<br />
sowie, als echte Alternative zu Swisscom, das<br />
digitale Telefonieren bieten dazu beste Voraussetzungen.<br />
Bei Empfangsstörungen können sich die Mieter rund<br />
um die Uhr direkt bei cablecom melden und erhalten<br />
sogleich kompetente Hilfe. Das erspart allen Beteiligten<br />
eine unnötig hektische Situation. «Mit Notfallsituationen<br />
kenne ich mich bestens aus – ich war 35 Jahre lang<br />
leidenschaftlicher Feuerwehrmann», sagt Hans Barandun.<br />
Und stellt ein flimmernder Bildschirm auch keine ernsthafte<br />
Gefahr dar, sorgt doch ein störungsunanfälliges Netz bei vielen<br />
Menschen zuhause für Sicherheit und etwas mehr<br />
Geborgenheit. «Ein persönliches Plus zum Weiterempfehlen,<br />
finden Sie nicht auch?»<br />
Detaillierte Informationen über cablecom service plus<br />
gibts unter der Telefonnummer 0800 99 56 22 oder<br />
www.cablecom.ch/serviceplus. Weitere Informationen<br />
zum HEV Zürich finden Sie unter www.hev-zuerich.ch.<br />
«Das digitale Angebot von cablecom bietet vor allem Mieterinnen<br />
und Mietern einen Mehrwert, cablecom service plus<br />
den Eigentümern und Verwaltern.»<br />
Hans Barandun, Leiter Verwaltung/<br />
Bewirtschaftung, HEV Zürich
Produkte-News<br />
Wohnliche und wirtschaftliche Mehrwerte<br />
bestehende kleine Balkone in ihrer Fläche stark<br />
vergrössert oder auch neue Balkone geschaffen<br />
werden.<br />
Der Balkonboden wird mit einer Sandwich-Konstruktion<br />
ergänzt oder ersetzt und mit Metallprofilen<br />
abgestützt. Dabei besteht das Balkonsystem<br />
aus einem witterungsbeständigen Leichtträgerverbund<br />
mit einem abriebfestem und rutschsicherem<br />
Polyurethan-Quarzkornteppich. Die Bodenfläche<br />
mit der weiss pulverbeschichteten, homogenen<br />
Metalluntersicht reflektiert Tageslicht in die Räume<br />
hinein.<br />
Die Balkonbrüstungen können in unterschiedlichen<br />
Materialien und Ausführungen eingesetzt werden<br />
– wie beispielsweise in Glas oder Lochblech. Zudem<br />
lassen sich diese Balkone vollständig verglasen<br />
und überdachen, damit auch eigentliche Veranden<br />
entstehen. www.berger-metallbau.ch<br />
Berger Metallbau AG<br />
CH-3550 Langnau i.E.<br />
Telefon 0800 100 400<br />
Email info@berger.ag<br />
www.berger-metallbau.ch<br />
Berger Balkone bringen einen speziellen Mehrwert<br />
– den Bewohnern und der Liegenschaft.<br />
Gibt es nichts Schöneres als morgens und tagsüber,<br />
die Türen zu öffnen, den Balkon zu betreten und<br />
möglichst oft bis in die Nacht hinein zu nutzen.<br />
Grosszügige Balkone für eine vielseitige Nutzung<br />
fehlen jedoch bei älteren Liegenschaften.<br />
Anbaubare Balkonsysteme in Metall und Glas sind<br />
da die Lösung, um Wohnraum einfach zu erweitern<br />
und Wohnungen attraktiver werden zu lassen. Die<br />
schweizweit tätige Berger Metallbau AG mit Sitz in<br />
Langnau i./E. entwickelt speziell ästhetische Balkonsysteme,<br />
die als filigrane Metallkonstruktionen<br />
in unterschiedlichen Farben an Gebäude montiert<br />
werden. Mit den Berger Balkonsystemen können<br />
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Produkte-News<br />
Die richtige Antwort auf erhöhte Energiepreise<br />
Eine beispielhafte Sanierung von Gebäude und Heizung<br />
Das sanierte Sechsfamilienhaus an der Flur hofstrasse<br />
in St.Gallen mit neuer Glasfassade und<br />
neuen, thermisch getrennten Balkonen. Auf dem<br />
Dach sind die Solarkollektoren zu erkennen.<br />
Mit der energetischen Sanierung der Gebäudehülle<br />
und dem Einbau eines modernen Ölheizsystems<br />
können die Heizkosten markant<br />
gesenkt und der Wohnkomfort nachhaltig<br />
verbessert werden, wie das Beispiel der Erneuerung<br />
eines Sechsfamilienhauses an der<br />
Flurhofstrasse in St.Gallen zeigt.<br />
Für die Modernisierung des Gebäudes sprachen<br />
verschiedene Gründe. Küche und Bad bedurften einer<br />
Erneuerung. Sodann war der Energieverbrauch<br />
mit 16 Liter Heizöl pro Quadratmeter Energiebezugsfläche<br />
hoch. Um mehr Wohnraum zu gewinnen,<br />
verschob man die südwestlich gerichtete Fensterfassade,<br />
wo sich die Balkone befanden, über die<br />
Betonplatte derselben hinaus<br />
und verglaste sie vollständig.<br />
Vor dieser Glasfassade wurden<br />
neue, thermisch getrennte Balkone<br />
angebracht. Ferner versah<br />
man die restliche Gebäudehülle<br />
lückenlos mit einer<br />
Wärmedämmung, und auch<br />
Estrichboden und Kellerdecke<br />
wurden isoliert.<br />
Moderne,<br />
umweltfreundliche<br />
Wärmeerzeugung<br />
Für den Ersatz der alten Ölheizung<br />
wurden verschiedene<br />
Optionen geprüft. So der Einbau<br />
einer Wärmepumpe. Dabei<br />
zeigte sich, dass der Investitionsaufwand<br />
für eine Erdsonden-Wärmepumpe<br />
samt Bohrung<br />
rund dreimal höher gewesen wäre als für eine<br />
moderne Ölheizung. Zudem war der Tank noch intakt<br />
und konnte problemlos weiter verwendet werden,<br />
was ein zusätzliches Argument lieferte, den<br />
Energieträger nicht zu wechseln. Man entschied<br />
sich schliesslich für eine Kombianlage Öl/Solar. Dabei<br />
kam ein Ölkessel mit Brennwerttechnik zum<br />
Einsatz. Unter Brennwerttechnik versteht man die<br />
zusätzliche Nutzung der Wärme im Wasserdampf<br />
der Abgase. Je nach Anlagenkonzeption können damit<br />
im Vergleich zu einer modernen Ölheizung mit<br />
Niedertemperaturtechnik 6 bis 10% Heizenergie gespart<br />
werden. Für die Warmwasserbereitung wurde<br />
auf dem Dach des Hauses eine Solaranlage mit einer<br />
Kollektorfläche von 10 m 2 installiert. Solaranlagen<br />
zur Brauchwassererwärmung sind heute äusserst<br />
leistungsfähig. Zudem sind Heizöl und<br />
Gratisenergie von der Sonne zwei Partner, die gut<br />
zusammenpassen. Werden für die Warmwasserbereitung<br />
Solarkollektoren eingesetzt, können bis zu<br />
70% der Energie, die für die Erwärmung des Wassers<br />
notwendig sind, eingespart werden, und die<br />
Heizung lässt sich während der Sommermonate<br />
ganz ausschalten. Dies senkt den CO2-Ausstoss.<br />
Genauso wie die Brennwerttechnik.<br />
Wie eine Prüfung nach der vergangenen Heizperiode<br />
ergab, ist der Heizölverbrauch für die Raumwärme<br />
von 8 100 Liter auf rund 2 600 Liter oder um<br />
68% zurückgegangen. Dies bei einer Vergrösserung<br />
der Wohnfläche um total 66 m 2 . Zugenommen hat<br />
dafür der Wohnkomfort, wie Mieter übereinstimmend<br />
bestätigen. Sodann zeigte sich auch, dass<br />
die Prioritäten beim Sanierungskonzept richtig gesetzt<br />
wurden, nämlich der Gebäudehülle den Vorzug<br />
zu geben und danach ein geeignetes, sparsames<br />
Heizsystem zu wählen, das die geforderten<br />
Zwecke erfüllt. Im Fall der Liegenschaft Flurhofstrasse<br />
in St.Gallen war es eine umweltfreundliche<br />
Kombianlage Öl/Solar.<br />
Blick auf den neuen Öl-Brennwertkessel. Im<br />
Vergleich zur alten Ölheizung von 50 kW genügt<br />
heute ein Kessel mit 25 kW Leistung für die<br />
Wärmeerzeugung<br />
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Wüst und Wüst pflegt eine über 50-jährige Tradition in der Vermarktung von exklusiven Wohnliegenschaften und hat die Dienstleistungspalette und das Beziehungsnetz kontinuierlich<br />
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immobilia November <strong>2008</strong> 79
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info@pss-technology.com<br />
Tel. (044) 749 24 24<br />
Fax (044) 749 24 25<br />
Baubiologische<br />
Messungen, Analysen<br />
Elektrosmog, etc.<br />
BauBioAnalysen<br />
Baubiologische Messungen,<br />
Analysen und Beratungen<br />
Elektrosmog<br />
Chemische Faktoren<br />
Schimmelpilz<br />
Wohnklima<br />
Sanierungen<br />
Planung<br />
Gutachten<br />
Schadenfälle<br />
BauBioAnalysen GmbH<br />
Guido Huwiler<br />
Eidg. Dipl. Baubiologe/Bauökologe<br />
Dorfstrasse 55<br />
8933 Maschwanden<br />
Tel. 044 767 <strong>11</strong> 61<br />
info@baubioanalysen.ch<br />
www.baubioanalysen.ch<br />
Baumart AG<br />
Schlossmühle 1 Demutstrasse 1<br />
8500 Frauenfeld 9000 St.Gallen<br />
052 722 31 07 071 222 80 15<br />
Baumart Luzern GmbH<br />
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6004 Luzern<br />
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80 immobilia November <strong>2008</strong>
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immobilia November <strong>2008</strong> 81
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Telefon: 056 430 95 44<br />
Telefax: 056 430 95 45<br />
www.brixzaun.ch<br />
Güller Bausysteme AG<br />
Tore / Türen / Trennwände / Zäune<br />
24 Stunden Service<br />
Grosszelgstrasse 24<br />
5436 Würenlos<br />
Telefon: 0840 TORBAU / 0840 867 228<br />
Telefax: 0800 TORBAU / 0800 867 228<br />
www.gueller.ch<br />
Trockag AG<br />
Silbernstrasse 12<br />
8953 Dietikon<br />
Tel. 043 322 40 00<br />
Fax 043 322 40 09<br />
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Bern: Tel. 031 305 13 00<br />
Villeneuve: Tel. 021 960 47 77<br />
Lunor, G. Kull AG<br />
Allmendstrasse 127<br />
8041 Zürich<br />
Tel. 044 488 66 00<br />
Fax 044 488 66 10<br />
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