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EUROPAs BESTE

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eat! berlin

KLEINE GENUSS-FEUERWERKE

IN GANZ BERLIN VERTEILT

dern auch Plätze und Orte vorzustellen und

diese außergewöhnlich zu inszenieren“, erklärt

Bernhard Moser. Als Beispiel nennt er

das Bühnendinner in der Komischen Oper.

Bei dieser Veranstaltung wurde zunächst

eine Vorstellung angesehen, wobei für die

Gäste ausschließlich edle Logenplätze reserviert

wurden. Nach der Vorstellung wurden

die Festivalgäste auf die Bühne geleitet.

Dort wurde ihnen an einer Tafel inmitten des

Bühnenbildes ein feines abendliches Menü

serviert.

Ein weiteres Highlight der eat! berlin 2018

war das Dinner im Berliner Stadtbad Pool

Position. Dieses Bad befindet sich in einem

wunderschönen, historischen Gebäude

aus dem Jahr 1898. Frisch saniert wird es

üblicherweise tatsächlich als öffentliche

Schwimmhalle genutzt. Doch für besondere

Anlässe kann das Wasser ausgelassen und

ein Boden eingezogen werden, so dass die

Schwimmhalle im Handumdrehen zu einer

prachtvollen Party-Location verwandelt

wird. In diesem Etablissement warteten die

Sterneköche Marco Müller, Alexander Dressel

und Nils Henkel mit einem gemeinsamen

Menü auf. Sie widmeten sich dem Thema

„Wasser“ und bereiteten dementsprechend

Fisch, Algen, Wasserbüffel und Wasserkastanien

zu.

TRISTAN & TRISTAN

Spannend-skurril war die Veranstaltung

im Naturkundemuseum. Hier trafen nicht

Tristan & Isolde, sondern Tristan & Tristan

aufeinander. Gemeint war das Skelett von

T. Rex (Tristan Rex), das etwa 66 Millionen

Jahre alte Dinosaurier-Skelett. An seiner

Seite präsentierte sich der mit 18 Punkten

im Gault&Millau ausgezeichnete Sternenkoch

Tristan Brandt, im Gegensatz nur 33

Jahre alt. Bei diesem Event lernten die Gäste

zunächst das Naturkundemuseum und Details

über Tristan Rex kennen, im Anschluss

Details über Tristan Brandt. Schließlich

wurden um das alte Skelett herum Tische

aufgestellt, dekoriert und bestuhlt und unter

Leitung von Tristan Brandt ein schmackhaftes

5-Gänge-Menü bereitet und serviert.

Aber auch Newcomer werden bei eat! berlin

bewusst angesprochen. Junge Leute, die

nicht viel Geld für exklusives Essen ausgeben

wollen oder können. Für sie wurde 2018

einen Abend lang die Astor Filmlounge

gebucht. Zwischen 5 Kurzfilmen wurden

5 Gänge präsentiert, Wasser und Wein serviert.

ABSCHLUSSGALA MIT PREIS-

VERLEIHUNG

Mit Spannung aber wird jedes Jahr die Abschlussveranstaltung

erwartet. Sie findet

traditionell im Waldorf Astoria mit rund 200

Gästen statt. Auch sie werden mit einem

hochwertigen Menü beglückt. Doch dies

nur am Rande, denn das große Augenmerk

liegt auf der Preisverleihung. Die bekanntesten

Preise sind die Auszeichnungen „Lebenswerk“

und „Förderer der Genusskultur“.

Bei „Lebenswerk“ wird in ganz Deutschland

nach einer Person gesucht, die das Land

kulinarisch nachhaltig beeinflusst hat, wie

zum Beispiel Eckart Witzigmann. Mit „Förderer

der Genusskultur“ werden dagegen

Regionalmatadore ausgezeichnet, Menschen,

die die Genusskultur in und um Berlin

verändert haben.

Neu eingeführt wurde der Publikumspreis,

bei dem die Gäste abstimmen können, welche

Veranstaltung der eat! berlin zu ihrem

beliebtesten Event gehört. Der Siegfried-

Rockendorf-Preis zeichnet junge Nachwuchsköche,

der Henry-Busch-Preis Nachwuchskellner

aus.

i.g.

n eat-berlin-festival.de

BITTE VORMERKEN:

Die nächste eat! berlin findet vom

21. Februar bis 3. März 2019 statt. Wie

immer, wird das Programm zunächst

geheim gehalten. Nur eines sei schon

vorab verraten: Die eat! berlin 2019 wird

noch größer und fantasievoller. Sie wird

über 70 Veranstaltungen haben, wird

ganze 11 Tage lang sein und eine vegetarische

und vegane Serie beinhalten.

Wenn das Programm Mitte November

kurz vor Eröffnung des Online-Ticket-

Shops bekannt gegeben wird, heißt es

wieder: Schnell sein! Denn für manche

Veranstaltungen sind die Karten innerhalb

von Stunden vergriffen!

Fotocredit "eat! berlin"

Klein aber fein, groß und oho! Auch

so könnte man die eat! berlin, die

traditionell im Frühjahr stattfindet,

umschreiben. Die eat! berlin hebt

sich von anderen Veranstaltungen

ihrer Art stark ab. Nicht nur, dass

sie sich über ganze 10 Tage erstreckt.

Sie findet auch an vielen

verschiedenen Orten statt und

sendet so Lichter über die ganze

Hauptstadt ab. Gekocht wird nicht

am Restaurant-Herd, sondern auf

provisorisch aufgebauten Küchenzeilen

an vielen, exklusiven, ungewöhnlichen

Orten.

Initiator der eat! berlin ist Bernhard Moser.

Er war ursprünglich Koch und Kellner,

später Sommelier, dann Leiter der

Berliner Weinschule. Als er den Weg zum

Schreiben fand, versuchte er, Berlins Profi-Köche

vorzustellen. Aber es war nicht

einfach. Berlin war anno dazumal nur als

Currywurst-Stadt bekannt und tat sich

schwer, diesen Ruf loszuwerden. Doch

es gab sie, die Genießer, die Newcomer,

die Sterneköche. Akteure wie Michael

Kempf, Stefan Hartmann und Marco

Müller. Sie waren bereits untereinander

vernetzt und versuchten, ihren eigenen

Kochstil zu entwickeln und bekanntzumachen.

Da kam ihnen Bernhard Moser

als neugieriger, ideenreicher Journalist

gerade recht. „Ein jeder vermittelte mich

und gleichzeitig seine Kollegen weiter“,

erinnert sich Bernhard Moser. „Ich wurde

von einem Koch zum anderen weitergereicht.

Es war toll, ohne gegenseitigem

Konkurrenzdenken.“

In einem Feinschmecker-Festival sah

man die Lösung, Berlins Köche bekannt

zu machen. So entstand die eat! berlin.

2011 fand sie zum ersten Mal mit insgesamt

400 Gästen statt. Ein bisschen

verfeinert, ein bisschen erweitert, ist sie

nun weit über die Stadtgrenzen hinaus

bekannt. Bei der eat! berlin 2018, die

von 23. Februar bis 4. März stattfand,

wurden 7.800 Tickets verkauft. Fast alle

Veranstaltungen, über 50 Stück, waren

ausverkauft. Für manche Veranstaltungen

waren die Karten gar innerhalb einer

halben Stunde vergriffen.

INDIVIDUELLE ORTE,

FANTASIEVOLLE MENÜS

„Unser Ansatz ist, nicht nur Köche, son-

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