Stahlreport 2018.11

markushuneke

73. Jahrgang | November 2018

STAHLREPORT

Das BDS-Magazin für die Stahldistribution

11|18

Q3 vorbei – den Jahreswechsel im Blick


Q3 vorbei –

den Jahreswechsel im Blick

EDITORIAL

Liebe Leserinnen und Leser,

das dritte Quartal ist vorüber. Im vergangenen

Monat ist die für Blechverarbeiter wichtigste

Messe dieses Jahres über die Bühne gegangen:

die EuroBLECH 2018. Auch für viele Unternehmen

des Stahlhandels war der Messeplatz

in Hannover vom 23. bis 26. Oktober „the place

to be“. Die Hallen waren gut gefüllt, die Stände

gut besucht. Mein persönlicher Eindruck: Es lag Unternehmungsgeist

in der Luft. Ideen und Strategien für die Zukunft wurden

gezeigt, es gab viele konkrete Neuigkeiten und Innovationen zu

sehen (siehe ab S. 30).

Die gute, umtriebige Stimmung wird von der immer noch guten

Marktlage gestützt. Dies bestätigen die neuesten Zahlen des BDS

Research: In den ersten neuen Monaten dieses Jahres wurden 1,8

% mehr Walzstahlerzeugnisse als im selben Zeitraum des Vorjahres

abgesetzt (siehe S. 32).

Dass Q3 vorbei ist, heißt auch, den Blick auf das Kommende zu

richten. Welche Ideen und Ansätze sollten verfolgt werden? Welche

setzen sich am Ende durch? Wie entwickelt sich der Markt? Derzeit

– es wurde und wird viel beschworen – krempelt ein Technologiewandel

die Branchen um. Jedes Unternehmen macht und muss

sich Gedanken machen, wie damit umzugehen ist. Ein konkretes

Ergebnis hat zum Beispiel Stahlo als 3D-Modell auf der EuroBLECH

gezeigt: das neue, weitgehend automatisierte Stahl-Service-Center

am Standort Gera, das 2019 in Betrieb gehen soll (siehe S. 10).

In den vergangenen ein, zwei Jahren hat der „Mega-Trend“ Digitalisierung

viel von seine Hype-Charakter verloren – und dafür

Bodenhaftung bekommen. Die Unternehmen in und außerhalb

der Branche haben konkrete Projekte realisiert und Erfahrungen

gesammelt. Nichtsdestotrotz sorgt Industrie 4.0 im Stahlhandel

weiter für viel Gesprächsbedarf. Dem kommt auch der BDS nach

– der gemeinsam mit der Edelstahlhandelsvereinigung seine Mitglieder

exklusiv und kostenlos zum „DigiDay“ einlädt, einer eintägigen

Fachveranstaltung mit Fokus auf Digitalsierungsthemen

(siehe S. 41). Eine gute Gelegenheit, sich zu Jahresbeginn auf den

neuesten Stand zu bringen – Sie sind herzlich eingeladen!

Viel Vergnügen und Informationsgewinn beim Lesen wünscht

wie immer,

Markus Huneke

Stahlreport

INHALT

PERSÖNLICHES

4 Kurznachrichten

STAHLHANDEL

6 astrinas – Zuverlässig aus Asien sourcen

8 300 Jahre Kicherer – Ständig in Bewegung

10 Stahlo – Die Zukunft ist hochfest

STAHLVERARBEITER

12 Rittal – Edge-Rechenzentren für thyssenkrupp Steel

14 sms Group – Neue Geschäftsmodelle im Blick

16 Deutscher Stahlbautag 2018

ANARBEITUNG & LOGISTIK

20 Progress – BEST investiert in Betonstahlbiegerei

22 KASTO – Modernes Lagerkonzept ausgezeichnet

23 SHB Hebezeug – Schwerlast-Spezialist unter neuer Flagge

24 Deutsche Lichtmiete – Jede Kilowattstunde zählt

MESSEN & MÄRKTE

26 Vorschau: Messe Bau in München

28 Vorschau: Learntec lädt nach Karlsruhe

29 So war die Aluminium in Düsseldorf

30 EuroBLECH-Spotlights

BDS

32 Research – spätes Sommerloch

34 EU-Safeguards – Bestandsaufnahme zur Halbzeit

36 Türkei erhebt Zölle auf Eisen- und Stahlimporte

38 Weiterentwicklung des BDS-Fernstudiums

40 Kosten für zentral beschulte Auszubildende

VERBÄNDE & POLITIK

42 Rückschau: 10. Deutscher Maschinenbau-

Gipfel in Berlin

43 Rückschau: BGA-Unternehmertag in Berlin

WISSENSWERTES

44 Der Zollstock für das Runde

LIFESTEEL

46 Fahrzeugfedern – Mit Luft geht es federleichter

47 Der Tod im Maisfeld

48 Metallgewebe – Verhüllt transparent

50 Leichtbau für die Landwirtschaft

Impressum

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Persönliches

Kurznachrichten

Foto: DVS/martinmaier.com

Heinrich Flegel

hat im September die DVS-Plakette erhalten.

Die höchste Auszeichnung des DVS – Deutscher

Verband für Schweißen und verwandte

Verfahren e.V. wurde im Rahmen der Jahresversammlung

in Friedrichshafen verliehen. Der

Verband würdigte mit dieser Ehrung im Kollegenteam

seinen langjährigen Präsidenten für

dessen Leistungen auf dem Gebiet der

Schweißtechnik in Praxis und Wissenschaft.

Seit mehr als 20 Jahren ist Professor Dr.-Ing.

Heinrich Flegel Mitglied im DVS. Als promovierter

Diplom-Ingenieur im Maschinenbau unterstützt

er seitdem den Verband mit seinen Fachkenntnissen

und

seinem Engagement:

zunächst als Vorsitzender

des DVS-Landesverbandes

Baden-

Württemberg und

somit auch als Mitglied

des Ausschusses

der Landesverbände

und als Mitglied des

Vorstandsrates des

DVS. Seit 2001 ist er Mitglied des Präsidiums

des DVS, von 2003 bis 2006 als stellvertretender

Präsident und seit 2007 als Präsident.

Ralf Wehrspohn

ist neuer Vorsitzender des Fraunhofer-Verbunds

MATERIALS. In dieser Organisationseinheit bündeln

die 16 materialwissenschaftlich orientierten

Institute der Fraunhofer-Gesellschaft ihre

Kompetenzen. So decken sie die gesamte Wertschöpfungskette

von der Entwicklung neuer und

der Verbesserung bestehender Materialien über

die Fertigungsverfahren im quasi-industriellen

Maßstab und die Charakterisierung der Materialeigenschaften

bis hin zur Bewertung des Einsatzverhaltens

von Bauteilen und Systemen ab.

Partnern aus der Industrie und der öffentlichen

Hand steht der Verbund damit als Netzwerk für

Forschung und Entwicklung zur Seite. Prof. Dr.

Ralf B. Wehrspohn, seit 2006 Leiter des Fraunhofer

IMWS in Halle (Saale), war bisher stellvertretender

Verbund-Vorsitzender. Neuer Stellvertreter

wurde Prof. Bernd Mayer, Institutsleiter

am Fraunhofer-Institut für Fertigungstechnik

und Angewandte Materialforschung IFAM.

Roland Bent

hat die Leitung der Arbeitsgruppe „Standardisierung,

Normung, Zertifizierung und Zulassung“

für die neue Nationale Plattform „Zukunft der

Mobilität“ (NPM) übernommen. Bent ist Vorsitzender

der vom Verband der Elektrotechnik,

Elektronik Informationstechnik

(VDE)

getragenen Normungsorganisation.

Er

war maßgeblich beteiligt

an der nationalen

und internationalen

Ausgestaltung eines

Normen- und Standardisierungsrahmens

für

den Markthochlauf der Elektromobilität. Mit der

nun erfolgten Übernahme werden die ursprünglichen

Aktivitäten weitergeführt. Zudem werden

neue Themen wie „Vernetztes Fahren“, „Automatisiertes

Fahren“ oder „Intermodale Mobilitätskonzepte“

in den Fokus genommen. Die

neue Plattform „Zukunft der Mobilität“ unter der

Federführung des Bundesverkehrsministeriums

hat das Ziel, verkehrsträgerübergreifende

Lösungsansätze für eine nachhaltige, bezahlbare

und klimafreundliche Mobilität zu entwickeln

und ihre Umsetzung zu fördern.

Ewald Eisner

ist neuer Geschäftsführer der Fronius Deutschland

GmbH. Gleichzeitig bleibt der 54-Jährige

Vertriebsleiter der Business Unit Perfect Welding.

Der neue Geschäftsführer ist bereits seit

1991 für das Unternehmen tätig: Seine Karriere

begann der ausgebildete Schweißmeister und

Maschinenbau-Betriebstechniker in der Forschung

und Entwicklung der Fronius International

GmbH. Später war er an dem Ausbau von

Fronius Deutschland beteiligt. Eisner leitete als

Produktmanager u.a. internationale Projekte für

die Automobilindustrie, und ab 2010 hatte er

die Position als regionaler Vertriebsleiter für

Bayern inne. Im April dieses Jahres übernahm er

die Verantwortung für die Vertriebsaktivitäten

der Business Unit Perfect Welding und wurde

Mitglied der

Geschäftsleitung. „Ich

freue mich auf diese

neue, verantwortungsvolle

Aufgabe und auf

eine erfolgreiche

Zusammenarbeit mit

Kollegen, Kunden und

Geschäftspartnern“,

erklärte Eisner.

Foto: VDE

Foto: Fronius

Michael Göbel

ist seit Juli 2018 Leiter des strategischen Vertriebs

bei der Remmert GmbH in Löhne. Der

Fachmann für Materialflussprozesse bringt jahrelange

Erfahrung in diesem Bereich mit. Remmert

will mit der neu geschaffenen Position

seinen Vertrieb stärken und plant, seine internationale

Marktposition für herstellerunabhängige

und modulare Automations- und Lagerlösungen

weiter auszubauen. Der 54-jährige

Michael Göbel, Diplom-Ingenieur mit dem

Fachgebiet Elektrotechnik,

verantwortet

den Ausbau der Vertriebsaktivitäten

für

die Remmert-Automationslösungen

in

Europa, Nordamerika

und Asien. „Wir wollen

in den internationalen

Märkten weiter

wachsen und unseren Auslandsvertrieb mit

ausgewiesenen Branchenexperten verstärken“,

erklärte Stephan Remmert, Geschäftsführender

Gesellschafter von Remmert.

Johannes J. Möller

hat den Nachwuchspreis 2018 der Deutschen

Gesellschaft für Materialkunde e.V. erhalten.

Die DGM zeichnete den Wissenschaftler des

Fraunhofer-Instituts für Werkstoffmechanik

IWM auf ihrer Jahrestagung in Darmstadt für

seine Arbeiten im Bereich atomistischer Simulationen

der Werkstoffeigenschaften von

Metallen aus. Der DGM-Nachwuchspreis wird

an Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler

vergeben, deren bisherige Arbeiten auch für

die Zukunft überdurchschnittliche Leistungen

erwarten lassen. Atomistische Simulationen

sind das Spezialgebiet von Dr. Johannes J. Möller

und seine Aktivitäten sind auf diesem

Gebiet breit gefächert. Im Rahmen seiner Doktorarbeit

leistete er beim Thema Materialbruch

Pionierarbeit zum Verständnis darüber, wie

sich Risse durch komplexe Mikrostrukturen

bewegen, wie sich gekrümmte Risse verhalten

und insbesondere darüber, auf welche Weise

sich die Krümmung auf die Verformung im

Bereich der Rissspitze auswirkt.

Hans Georg Leuck

ist jetzt in Berlin von der Deutschen Gesellschaft

für Mauerwerks- und Wohnungsbau

(DGfM) mit dem Walther-Mann-Preis ausgezeichnet

worden. Die Auszeichnung wird alle

zwei Jahre an Branchenvertreter verliehen, die

sich um den Massivbau mit Mauerwerk verdient

gemacht haben. Der Preis ist nach Prof.

Walther Mann (1931 – 2009) benannt, der als

wissenschaftlicher Pionier des Mauerwerksbaus

gilt. „Hans Georg Leuck hat – schon weit

vor der akuten Wohnungskrise – an der DGfM-

Spitze als Netzwerker neue Strukturen in der

Foto: Remmert

4 Stahlreport

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Foto: DGfM

Foto: Huss-Verlag

Bundeshauptstadt mit geschaffen. Dazu gehören

die starken Stimmen der Aktion ‚Impulse

für den Wohnungsbau‘ und des ‚Verbändebündnisses

Wohnungsbau‘. …“, sagte Dr. Hannes

Zapf (li.) in seiner Laudatio. Leuck (re.)

hatte zuvor den DGfM-Vorsitz an Zapf übergeben;

er ist seitdem Ehrenvorsitzender. Der

Geehrte ist Geschäftsführer der Baustoffwerke

Münster-Osnabrück und der Kalksandsteinwerke

Westfalen-Lippe.

Matthias Pieringer

ist ab Dezember 2018 neuer Chefredakteur

von LOGISTIK HEUTE. Er hatte 2011 als Redakteur

in dieses Medium gewechselt und ab

Anfang 2014 die Position des stellvertretenden

Chefredakteurs übernommen. Zu seinen

Schwerpunktthemen gehören unter anderem

Supply Chain Management, Logistik-IT, Intralogistik,

Logistikdienstleistungen sowie Aus- und

Weiterbildung. Pieringer hat neben seinen journalistischen

Tätigkeiten auch neue Formate

und Veranstaltungen wie beispielsweise die

Young Professional Days entwickelt. Neben

seinen vielfältigen Aufgaben als Chefredakteur

soll er die gleichnamige Marke bei Veranstaltungen,

auf Messen sowie Kongressen repräsentieren

und weiterentwickeln. Nach seinem

Magister-Studium an

der Ludwig-Maximilians-Universität

München

und seinem

Redaktionsvolontariat

war er mehrere Jahre

als Redakteur und

Lektor bei der Springer

Fachmedien München

GmbH tätig.

Marcus Halber

ist im Rahmen des Studienpreises DistancE-

Learning (FDL) online von Fernstudierenden zum

„Tutor des Jahres 2019“ gewählt worden. Prof.

Dr. Marcus Halber arbeitet für die SRH-Fernhochschule.

50 nominierte Kandidaten von 22

unterschiedlichen Instituten /Hochschulen stellten

sich der Abstimmung und wetteiferten um

über 4.200 abgegebene Stimmen. „Sie alle wurden

schon durch die Nominierung von Teilnehmern

für ihre engagierte Arbeit ausgezeichnet“,

so Verbandspräsident Mirco Fretter. „Spannend

blieb es bis zuletzt“, fasste Thomas Tibroni,

Geschäftsführer von FernstudiumCheck, die

Ergebnisse zusammen. Auf die Plätze zwei und

drei wählte das Publikum Marco Messina von

der Hochschule Koblenz und Dr. Barbara Mayerhofer

von der APOLLON Hochschule der

Gesundheitswirtschaft.

Auf einer feierlichen

Studienpreis-

Gala am 12.11.18 in

Berlin erhält Halber

die Studienpreistrophäe.

Studienpreise

werden dann auch in

acht weiteren Kategorien

vergeben.

Foto: FDL

Edwin Eichler

hat sich entschieden, nicht mehr für die nächste

Amtsperiode zu kandidieren und wird den Verwaltungsrat

von SCHMOLZ + BICKENBACH,

eines weltweit tätigen Unternehmens für Speziallangstahl

mit Sitz in Luzern, zur nächsten ordentlichen

Generalversammlung, geplant am

30.4.19, verlassen. Eichler war seit 2013 Verwaltungsratspräsident

der Gesellschaft und

möchte sich nun anderen Projekten zuwenden.

Den Zeitpunkt der Verkündung in diesem September

begründet er damit, dass er der Gesellschaft

Gelegenheit geben möchte, eine geeignete

Persönlichkeit für seine Nachfolge zu

finden. Der Manager zog eine positive persönliche

Bilanz seiner Zeit im Verwaltungsrat und

bezeichnete die anhaltend gute Ergebnisentwicklung

der letzten Jahre sowie die solide, zukunftsgerichtete

strategische Aufstellung der Gesellschaft

als richtigen Moment für den Abschied.

Stephan Kufferath

ist Vorstand der GKD – Gebr. Kufferath AG

(GKD) und hat jetzt von Wolfgang Spelthahn (li.),

Landrat des Kreises Düren, im Namen des deutschen

Bundespräsidenten Frank-Walter Steinmeier

das Bundesverdienstkreuz am Bande

erhalten. Diese Auszeichnung würdigt das jahrzehntelange

ehrenamtliche Engagement von

Kufferath für die regionale Wirtschaft und

Gesellschaft. Seit 1989 leitet der promovierte

Wirtschaftswissenschaftler zusammen mit seinem

Bruder Ingo in dritter Generation das

Familienunternehmen GKD. Die weltweit tätige

technische Weberei ist spezialisiert auf

anspruchsvolle Systemlösungen für ein breites

Foto: GKD

Anwendungsspektrum in den Bereichen Wasser,

Ernährung, Gesundheit, Mobilität, Umwelt- und

Ressourcenschonung. Parallel zur Übernahme

der GKD-Geschäftsführung war Stephan Kufferath

zum Mitglied der Vollversammlung der

Industrie- und Handelskammer (IHK) zu Aachen

gewählt worden.

Jane Hart

gestaltet den Kongress der LEARNTEC mit,

Europas größter Veranstaltung für digitale Bildung.

Die weltweit bekannte Expertin für Corporate

Learning ist dem Kongresskomitee beigetreten

und wird für die nächste Auflage

(29.-31.1.19) einen Teil des Programms konzipieren.

Das wird somit um einen englischsprachigen

Teil erweitert. Der Kongress findet

begleitend zur Fachmesse statt und wird mit

nationalen und internationalen Keynote-Speakern

einen Blick in die Zukunft des digitalen

Bildungsmarktes werfen. Er stellt erfolgreich

umgesetzte Bildungsprojekte vor und verknüpft

diese mit den Angeboten der Aussteller

in der Fachmesse. Jane Hart gehört zu den

bekannten Persönlichkeiten für Corporate

Learning und ist Gründerin des Centre for Learning

& Performance Technologies mit einer

weltweit angesehenen Website. Der Kongress

wird Präsentationen und interaktive Workshops

umfassen, um die sich schnell verändernde

Welt des Lernens am Arbeitsplatz zu

behandeln.

Thomas Lampe

wird zukünftig als weiterer Geschäftsführer

gemeinsam mit Thorsten Wulff die Firmengeschicke

der Pieper GmbH lenken. Pünktlich

zum 50-jährigen Bestehen des Unternehmens

ging es jetzt zurück zu den Ursprüngen: Der

herstellerunabhängige Anbieter für industrielle

Video- und Sicherheitssysteme aus Schwerte

feierte in diesem Jahr ein halbes Jahrhundert

Firmengeschichte und löst sich aus dem Verbund

der MOOG Inc. Zur Kernkompetenz entwickelt

haben sich die Prozessüberwachung in

Feuerräumen sowie Technologien zur Brandfrüherkennung.

Stahlreport 11|18

5


Stahlhandel

Bericht/Nachricht

Edelstahl und Messing in der Schweiz

gegründet. Das Unternehmen bewegt

sich ausschließlich im Händler-Händler-Geschäft.

astrinas besitzt Joint Ventures im

Bereich Aluminiumprofile, Aluminiumzubehör,

Edelstahlrohre, Edelstahl-

Stabstahl und -Winkel, Edelstahl-Coils,

-bleche sowie -zubehör und Edelstahl-

Sonderteile. Auf dem Programm stehen

auch Messingkomponenten. Die Produktionsstandorte

befinden sich größtenteils

in China (unter anderem in

Foshan, Taizhou, Nantong und Wuxi)

sowie in Indien (Messingkomponenten).

Jedes Produkt ist nach den europäischen

und asiatischen Normen zertifiziert

und zugelassen. Kunden in

Deutschland erhalten das Material DDP,

Delivered Duty Paid. astrinas kümmert

sich um die Entladung der Container,

das Umladen auf Lkw, die Verzollung

und Abwicklung und übernimmt Kosten

und Risiken.

Vertragspartner für Kunden sind

jedoch nicht die chinesischen oder indiastrinas

– solider Partner für die Stahlbeschaffung aus China

Zuverlässig aus Asien sourcen

Die Beschaffung ist für Unternehmen eines der wichtigsten Handlungsfelder überhaupt. Neben dem

Preis sind Qualität und Zuverlässigkeit entscheidend. Wer nicht zuverlässig mit qualitativ hochwertigem

Material zu wettbewerbsfähigen Kosten beliefert wird, hat einen schweren Stand in den Märkten.

Wer sich international versorgt, ist gut beraten, dabei mit verlässlichen Partnern zu kooperieren, die

sich mit den Eigenheiten des jeweiligen Marktes auskennen. Wie Dietmar Schaub und astrinas – Asien

Trade and Investment Ltd.

Der gelernte Groß- und Außenhandelskaufmann

Dietmar Schaub ist

seit über dreißig Jahren im Stahl- und

Metallhandel tätig. In verschiedenen

Führungspositionen hat eine tiefe

Kenntnis der Branche erworben. Mit

seiner Handelsagentur Schaub Metals

und als Verkaufsagent seines Schweizer

Partners astrinas – Asian Trade and

Investment StahlLtd., Inhaber Fabio

Attili, hat er sich auf die Beschaffung

von Stahl und Aluminium aus asiatischen

Quellen spezialisiert.

Das Besondere – und für Einkäufer

interessante: astrinas ist kein reines

Handelsunternehmen, sondern über

Joint-Venture-Beteiligungen direkt an

Stahl- und Aluminiumherstellern in

Asien beteiligt. Das bringt nicht nur

eine hohe Marktkenntnis mit sich.

Durch die eigenen Produktionsstätten

ist astrinas in einer guten Position,

„höchste Qualitätsstandards zu tragfähigen

Preisen“ anzubieten – wirbt das

Unternehmen.

Nur Händler werden beliefert

astrinas wurde im Jahr 2011 als Handels-

und Investmentgesellschaft mit

dem Schwerpunkt Handel und Produktion

von Halbzeugen aus Aluminium,

Kennen die asiatischen Stahlmärkte:

Fabio Attili, Inhaber der astrinas – Asian

trade and Invstement Ltd., und Dietmar

Schaub, Inhaber der Handelsagentur

Schaub Metals und Verkaufsagent von

astrinas.

6 Stahlreport 11|18


schen Unternehmen, sondern astrinas

in Glattbrugg in der Schweiz – ein Plus

bei der Rechtssicherheit. Ein weiteres

Plus und ein Alleinstellungsmerkmal

hierzulande ist für Kunden auch die

Produkthaftpflichtversicherung, über

die astrinas verfügt.

Qualität wird jederzeit

kontrolliert

In der Logistik arbeitet das Unternehmen

eng mit „einem renommierten

Logistikspezialisten auf einer langfristigen

Basis“ zusammen. Der Logistikpartner

ist laut astrinas in den

wichtigsten Import- und Exportländern

weltweit ansässig und könne

die bestmögliche Logistikleistung

erbringen.

Strategisch verfolge man grundsätzlich

nur mittel- und langfristige

Geschäfte. Dies erlaube es, die erforderliche

Qualität bei den gelieferten

Produkten zu erreichen. Qualitätstests

der Rohmaterialien und industriellen

Produkte während des Produktionsprozesses

seien jederzeit möglich. Die

verwendeten Rohmaterialien entsprechen

dem Unternehmen zufolge den

ROHS- und REACH-Verordnungen.

astrinas-Kunden profitieren von

dem geringen Zeitaufwand für den

Direktimport vom Hersteller. Sie

schließen dank der DDP-Lieferung

sonst anfallende Risiken weitgehend

aus. Zeit und Kosten werden darüber

hinaus auch in der Buchhaltung

Astrinas in Zahlen

z 12 astrinas-Mitarbeiter

z ca. 550 Mitarbeiter total (in allen Produktionswerkstätten weltweit)

z 100 % Eigenkapital/Inhabergeführt

z Produkt-Programm: Halbzeuge und Zubehörteile aus Aluminium, Edelstahl

und Messing

z Handelsprodukte: verschiedene industrielle Produkte und Lösungen

nach Kundenvorgaben

z Jährliche Produktionskapazitäten (Eigenproduktion): Aluminium

38.000 t, Edelstahlrohre 26.000 t, Edelstahl-Stabstahl und Winkel

15.000 t, Messing-Komponenten 3.000 t,

z Vertriebsgebiete (Eigenproduktion): Europa (inkl. Russland und Türkei),

Weltweit auf Anfrage

eingespart, da nicht wie sonst bei

Importen gleich ein ganzer Stapel an

Rechnungen verschiedene Leistungserbringer,

sondern nur eine Rechnung

verbucht werden muss.

Die Mindestmenge, die Kunden in

der Regel abnehmen müssen, liegt bei

einem Container (25 t). Je nach Kombinationsmöglichkeiten

beim Beladen

sei man hier aber flexibel, so Dietmar

Schaub. Die kleinste Einheit sind 500

kg-Bunde bei Stäben sowie Rohren.

Geliefert werden können die Produkte

je nach Kategorie sowohl als Austenit-,

Ferrit- oder Duplex-Produkt. Stab -

stähle können auch als 1.4571 geliefert

werden, da dieser Werkstoff im entsprechenden

Stabstahlwerk selbst

erschmolzen wird.

„Die Lieferzeiten betragen bei Edelstahl-Rohren

aktuell elf Wochen und

bei Stabstahl etwa bei 16 Wochen. Bei

Aluminium-Profile sprechen wir von

acht bis zehn Wochen Lieferzeiten –

wohlgemerkt eintreffend, wie bei allen

Lieferzeitangaben“, so Schaub. Dabei

sind auch Teillieferungen möglich.

Neben Lagerhaltungen in den Herstellwerken

selbst verfügt astrinas über ein

Lagerhaus nahe des internationalen

Seefrachthafens Hamburg, wo temporär

Material für die Kunden auf Wunsch

eingelagert und zu einem späteren Zeitpunkt

ausgeliefert werden kann.

Für industrielle Produkte die astrinas

nicht selbst in eigenen Herstellerwerken

produziert, arbeitet das Unternehmen

eng mit regionalen und

überregionalen zertifizierten Herstellbetrieben

zusammen. Die Beschaffung

solcher Produkte wird durch astrinas

evaluiert, die Produktion vor Ort überwacht

und die Herstellbetriebe regelmäßig

auditiert. 2

[ Kontakt ]

astrinas – Asian Trade

and Investment Ltd.

Sales Office Germany:

Schaub Metals

91052 Erlangen

Tel.: +49 9131 9265561

E-Mail: kontakt@

schaub-metals.com

www.astrinas.com

Roll- und Stahlformgebung am Standort Nürtingen verkauft

Knauf Interfer konzentriert sich bei Stahl auf Flachstahl und Anarbeitung

KNAUF INTERFER SE hat die

Geschäftsaktivitäten der Roll- und Stahlformgebung

am Standort Nürtingen mit Wirkung

zum 01.10.2018 an die Meform Unternehmensgruppe

verkauft. Damit stärke das

Unternehmen seine Positionierung als Spezialist

für Flachstahl und Anarbeitung, teilte

der Stahl- und Aluminiumdistributeur mit.

Die Meform Components GmbH und die

Meform Profiles GmbH haben dabei alle Mitarbeiterinnen

und Mitarbeiter sowie das

operative Geschäft der Roll- und Stahlformgebung

am Standort Nürtingen im Rahmen

eines Asset Deals übernommen. Bei einem

Asset Deal werden die Wirtschaftsgüter

eines Unternehmens einzeln erworben - im

Gegensatz zu einem Share Deal, bei dem

Anteile an der zum Verkauf stehenden

Gesellschaft erworben werden. Die Mitarbeiterinnen

und Mitarbeiter des Werksteils

der Stahl-Service-Center sind nicht betroffen

und werden auch weiterhin für die Knauf

Interfer Stahl Service Center GmbH im Werk

Nürtingen tätig sein.

Mit der Akquisition verstärke Meform seine

Metallverarbeitungskompetenz nachhaltig,

hieß es. Unter der Leitung von Matthias Zaiser,

Geschäftsführender Gesellschafter von

Meform Components und Meform Profiles,

soll künftig in neue Technologien investiert

und das Unternehmen gezielt weiterentwickelt

werden. Knauf Interfer sieht die Desinvestition

als strategische Entscheidung, um

das Unternehmen noch klarer „als Spezialist

für Flachstahl, Aluminium und Anarbeitung“

zu positionieren. „Der Verkauf ist ein wichtiger

Schritt im Zuge unserer Strategie, die

Knauf Interfer noch konsequenter auf

zukunftsweisende Märkte zu konzentrieren,

die vor allem von den Megatrends Leichtbau

und Mobilität getrieben werden“, so Matthias

Kessel-Knauf, Vorsitzender des Vorstands

der Knauf Interfer SE. „Für die Rollund

Stahlformgebung am Standort Nürtingen

bietet ihre Integration in die Meform

ausgezeichnete Perspektiven.“

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Stahlhandel

Bericht

Die Kicherer-Geschäftsführer mit den Vorständen von BDS und Nordwest Handel (v.l.n.r.):

Bernhard Dressler (Vorstandsvorsitzender Nordwest Handel AG), Jörg Simon (Vorstand Finanzen Nordwest

Handel AG), Eberhard Frick, Hans-Jörg Frick, Gunter Frick, Oliver Ellermann (Vorstand BDS AG).

Doppelfest: Kicherer feiert 300 Jahre und Händlertag 2018

Beständig in Bewegung

Seit 18 Jahren laden die drei Geschäftsführer Eberhard, Gunter und Hans-Jörg Frick zum Kicherer

Händlertag ein. Der Händlertag im Jubiläumsjahr fand am 21. und 22. September 2018 mit über 300

Kunden aus ganz Deutschland, Österreich und der Schweiz statt. Die festliche Auftaktveranstaltung

im neuen Stahlcenter startete bereits Freitagabend mit dem feierlichen Einzug der Bergkapelle der

Schwäbischen Hüttenwerke. Stimmungsvoll inszeniert hallte der Traditionsmarsch „Glück auf“ durch

das neue Stahlcenter.

Mit der sogenannten

„Lemniskate“, einer

liegenden „8“, und

dem Jubiläums-Motto

„Beständig in Bewegung“

hat Kicherer

symbolisch ein Zeichen

für die Verbindung

von Tradition

und aktiver Gestaltung

der Zukunft

gesetzt: Alles Vorher

ist mit dem Nachher

verbunden, alles Früher

mit dem Jetzt. In

ausgeglichener

Balance transportiere

das Motto das Versprechen:

„Es geht

immer weiter.“

Zur Jubiläums-Hausmesse am

Sonntag durfte die Friedrich Kicherer

GmbH & Co. KG über 1.000 regionale

Kunden aus Bau, Handwerk und Industrie

begrüßen. Eine exklusive Mischung

an Ausstellern und ca. 100 Kicherer-

Mitarbeiter waren an den drei Tagen

mit Informationen und Neuheiten für

die interessierten Kunden präsent.

Am Händlertag begrüßte Eberhard

Frick die Gäste im Namen der

Geschäftsleitung und gab Einblick in

die aktuelle Entwicklung des Unternehmens

sowie die Geschichte. Oliver

Ellermann, Vorstand des BDS, sowie

die Vorstände der Nordwest Handel AG

Bernhard Dressler und Jörg Simon richteten

Grußworte an das Unternehmen

und ihre Inhaber. Oliver Ellermann

würdigte die Entwicklung von Kicherer

als Beweis für die Innovationsstärke

und Schaffenskraft des Mittelstandes

in Deutschland. Die jüngste Investition

sei zudem Beleg für das Vertrauen der

Inhaber in das Geschäftsmodell „Stahlhandel“.

Das Jubiläumsmotto, die liegende

8 als Symbol für Unendlichkeit

und das Versprechen, immer in Bewegung

zu bleiben, verleihe dem ganzen

Ausdruck. Er wünschte Kicherer weiterhin

viel Erfolg in der Zukunft und

„Glück auf“.

Bernhard Dressler lobte die Einzigartigkeit

der neuen Stahlhalle, die wie

ein einmaliges Kunstwerk wirke und

in harter Teamarbeit entworfen worden

sei. Kicherer sei der Prototyp eines

herausragenden Familienunternehmens.

Jörg Simon würdigte die enorme

Entwicklung des Unternehmens und

die besondere Tatkraft der drei

Geschäftsführer und ihrer Familien.

Als Geschenk überreichten die beiden

Nordwest-Vorstände ein Bild, auf dem

300 Jahre Kicherer und 25 Jahre Nordwest

künstlerisch vereint sind.

Das neue Kicherer Stahlcenter II

Bei der Betriebsbesichtigung erhielten

die Kunden eine exklusive Vorführung

der neuen Regalanlage und einen ersten

Eindruck von der Kicherer-Vision:

Stahl„Eine möglichst hohe Tonnage mit

spielerischer Leichtigkeit in kürzester

Zeit zuverlässig zum richtigen Ort zu

bringen“. Eine Zielsetzung, die nicht

nur effizientere Abläufe bei Kicherer,

sondern auch ein Leistungsversprechen

an die Kunden beinhalte, so das Unternehmen.

8 Stahlreport 11|18


Info

Das Kicherer Stahlcenter II

in Zahlen

z 25.000 m 2 Hallenfläche mit

12,5 m Höhe

z 10.000 Kassetten finden hier

Platz - jede mit 3,4 t Traglast

z 10.000 m 2 Lkw-Parkdeck

z 25 Lkw-Verladestationen

z 24 Krananlagen

Der Manipulator in Aktion: das neue Kicherer-Stahlcenter II

Die wichtigsten Anforderungen für den

Neubau des Stahlcenters II waren,

zukünftig die Kommissionierung und

Beladung effizienter durchzuführen,

aber auch den Bestandsbau im bisherigen

Stahlcenter weiterhin wirtschaftlich

zu nutzen. Gleichzeitig wurde die

Arbeitssicherheit für die Mitarbeiter

im Lager erhöht und die Arbeitsbedingungen

komfortabler gestaltet.

Das Kicherer-Projekt-Team hat

zusammen mit der KASTO Maschinenbau

GmbH & Co. KG sowie der Scheffer

Krantechnik GmbH – auch in zum Teil

kontrovers geführten Diskussionen –

Lösungen für die schnelle Einlagerung,

Kommissionierung und Verladung für

alle Produkte bis zu 6 m Länge gefunden.

modernster Technik wird das Langgut

nach dem „Ware-zum-Mann“-Prinzip

bereitgestellt und mit einer neuartigen

Fördertechnik – einem intelligenten

Verteilsystem mit Manipulatoren – zu

einer der 25 Lkw-Verladestationen

gebracht. Für das schnelle und sichere

Be- und Entladen stehen 24 Krananlagen

zur Verfügung. Die zusätzlichen

Lagerkapazitäten eröffnen Kicherer die

Möglichkeit, das Sortiment weiter zu

vergrößern, vor allem auch im Bereich

Qualitätsstahl, Edelbaustahl sowie nicht

rostende Stähle und NE-Metalle.

Direkt an das System angebunden

sind drei hochmoderne Bandsägema-

schinen und für nicht rostende Stähle

und NE-Metalle steht eine neue Verpackungslinie

zum Umwickeln mit

Stretch-Folie bereit. Um den hohen Qualitätsansprüchen

der Kunden gerecht

zu werden, soll zukünftig auch das

Angebot im Bereich Schleifen und Folieren

erweitert werden.

Momentan noch im Bau befindet

sich ein neues Bürogebäude, das die

bestehende Firmenzentrale um eine

Kantine und eine Kindertagesstätte vervollständigen

wird. Die offizielle Einweihungsfeier

für den kompletten Neubau

soll mit einem Tag der Offenen Tür

im Frühjahr 2019 begangen werden. 2

Regalanlage weltweit einmalig

Die Regalanlage mit etwas mehr als

10.000 Kassetten für Stabstahl, Röhren,

Qualitäts-, Blankstahl, nicht rostende

Stähle und NE-Metalle ist eine Weltneuheit.

Die Anlage besteht aus vier

Regalblöcken mit fünf Regalbediengeräten

– zwei jeweils in den äußeren

Gassen und eines in der Mitte der

Anlage. Damit ist eine Kommissionierung

von bis zu 150 Positionen pro

Stunde möglich.

Mit dem neuen Stahlcenter II revolutioniert

Kicherer die Prozesse und

reduziert die Beladezeiten deutlich. Mit

Der Kicherer-Händlertag im Jubiläumsjahr

Stahlreport 11|18

9


Stahlhandel

Bericht

EuroBLECH 2018: Stahlo gab erste Einblicke in neues Werk

Die Zukunft ist ultrahochfest

Exklusiv auf der EuroBLECH 2018 gab Stahlo Stahlservice erste Einblicke in das neue Werk in Gera.

Anhand eines 3D-Modells konnten sich Besucher am Unternehmensstand bereits über das Setup

des neuen Stahlo-Standorts informieren – mit modernster Anlagentechnik, Logistik und IT-

Integration. Im Fokus dabei: die Bearbeitungskompetenz für hochfeste und ultrahochfeste Stähle.

Mit seinem neuen

Werk rüstet sich

Stahlo für die

Herausforderungen

der Zukunft:

22.000 m 2 wird

die Fläche der

neuen Halle in

Gera-Langenberg

Bilder: Stahlo Stahlservice GmbH & Co. KG

Mit der Errichtung seines neuen

Werks in Gera mit einer Produktionshalle

von 22.000 m 2 geht Stahlo Stahlservice

einen Schritt weiter in der Bearbeitung

von ultrahochfesten Stählen.

Künftig können an dem Standort, dessen

Inbetriebnahme für Anfang 2019

geplant ist, auf einer zweiten, neuen

Längsteilanlage Stähle mit bis zu

1.900 MPa zu Spaltband verarbeitet

werden. Bis zu 60 Streifen lassen sich

künftig in einem Arbeitsgang spalten.

Europaweit einmalig

Damit setze Stahlo, eines der größten

werksunabhängigen Stahl-Service-

Center in Deutschland, ein deutliches

Zeichen in Richtung Technologieführerschaft

in diesem Marktsegment.

„Das ist europaweit einmalig“, sagt

Stahlo-Geschäftsführer Guido Spenrath.

„Auf der Eingangsseite können

wir zukünftig Coils bis zu einer Breite

von 1.850 mm aufsetzen und Spaltbänder

bis zu 16 mm Breite in einem

Arbeitsgang produzieren“, so Spenrath

weiter. Insgesamt werde Stahlo am

Standort in Thüringen über eine Produktionskapazität

von rund 400.000 t

verfügen – von der Produktion von

Spaltbändern und Formzuschnitten

über Trapeze bis zu Konturen. Stahlo

investiert am Standort Gera insgesamt

45 Mio. €.

Neben einer zweiten Längsteilanlage

erweitert das Stahlservice-Center

auch die Kapazitäten beim Konturenschneiden.

Zur weiteren Ausrüstung

in Gera gehört daher eine zweite Platinenschneidanlage

der neuesten Generation,

mit der neben Stahl sowie nichtrostendem

Stahl auch Aluminium

verarbeitet werden kann.

Da Stahlo bereits frühzeitig auf

hochfeste und ultrahochfeste Stähle

gesetzt hat, kann das Unternehmen

hierbei vom Wareneingang über die

Verarbeitung bis zur Verpackung auf

eine langjährige Erfahrung und

gewachsene Kompetenz seiner Mitar-

Guido Spenrath, Geschäftsführer von

Stahlo Stahlservice

beiter zurückgreifen – in Zeiten des

Fachkräftemangels ein entscheidender

Aktivposten.

Viel Wert auf eine optimale Konfiguration

hat Stahlo bei dem neuen

Werk auch auf die Logistikprozesse

gelegt. Für einen nahtlosen internen

Materialfluss sorgt ein automatisches

Coil-Lager mit nahezu autonom arbeitender

Krananlage.

Qualitätskontrolle in Echtzeit

Eingebettet in die gesamten Prozesse

ist strengste Qualitätssicherung. Das

Stahlservice-Center ist nach der Automobilnorm

IATF 16949 zertifiziert. Im

eigenen Prüflabor untersucht der Stahlspezialist

Materialien auf deren mechanische

und chemische Eigenschaften.

Berührungsfreie Inline-Messsysteme

kontrollieren die Einhaltung der Toleranzen

in der laufenden Produktion.

Ein entscheidender Baustein für

die Leistungsfähigkeit des neuen

Werks ist auch die IT. Ein Großteil der

Prozesse vor Ort werde künftig automatisiert

ablaufen. Zudem sollen

Betriebs- und Maschinendaten lückenlos

erfasst.

Trends frühzeitig erkannt

Den Trend zur Verarbeitung von Stahl-

Werkstoffen mit hohen bis höchsten

Festigkeiten hat die Stahlo Stahlservice

GmbH & Co. KG bereits früh erkannt.

Seit 2004 verarbeitet das Tochterunternehmen

der Friedhelm Loh Group

in Gera ultrahochfeste Stähle mit Festigkeiten

bis zu 1.400 MPa. Neben

einer Längsteilanlage gehört heute

auch eine Konturenschneidanlage zur

Ausrüstung. Letztere zählt unter den

werksunabhängigen Stahl-Service-Centern

dabei zu den größten und

modernsten in Europa. Wie die Spaltanlagen

ist auch sie für die Verarbeitung

von hochfesten Stählen in Außenhautqualität

ausgelegt. 2

10 Stahlreport 11|18


Stahlverarbeiter

Bericht

Produktionsnahe Rechenpower: Mit standardisierten Datacenter-Containern unterstützt Rittal thyssenkrupp Steel

bei der Digitalisierung von produktionsnahen Prozessen: Die Container werden bei thyssenkrupp Steel direkt auf

dem Firmengelände installiert und arbeiten als Edge-Rechenzentren inklusive einer Cloud-Anbindung.

Anbindung – werden bei thyssenkrupp

Steel direkt auf dem Firmengelände

installiert. Denn: Mit der

Digitalisierung steigt die Nachfrage

nach schnell verfügbaren Daten

nahe dem Entstehungsort und dies

erfordert zusätzliche Rechenleistung,

kurze Latenzzeiten bei der

Datenbereitstellung sowie eine

unterbrechungsfreie Datenverfügbarkeit

und systemweite Sicherheit.

Für diese und weitere Anforderungen

entwickelte Rittal die

RDCC-basierenden Edge-Rechenzentren.

„Die Rittal Data Center Container

sind ein wesentlicher Baustein in

unserem ganzheitlichen Sicherheitsthyssenkrupp

Steel baut IT-Infrastruktur mit Rittal Edge-Rechenzentren aus

Die Digitalisierung in der Stahlindustrie

vorantreiben

thyssenkrupp Steel beauftragt Rittal mit der Lieferung modularer Rechenzentren, die bei dem

Stahlhersteller produktionsnah aufgestellt werden. Die Rittal Data Center Container (RDCC)

sind mit vorkonfigurierten Komponenten für Kühlung oder Stromversorgung ausgestattet, die

einen risikofreien und raschen Aufbau der Infrastruktur ermöglichten.

Ziel von thyssenkrupp Steel

sei es, die Digitalisierung zahlreicher

Unternehmensabläufe zu beschleunigen.

Dies sieht der Duisburger

Stahlhersteller als einen wichtigen

Baustein für eine umfassende und

ganzheitliche „Digitalisierungsoffensive“.

Erste Container lieferte Rittal

bereits im Jahr 2017. Die Installation

der neuen Systeme soll bis

Ende 2019 erfolgen.

Bei thyssenkrupp Steel ist die

Digitalisierung ein wesentlicher Teil

der Unternehmensstrategie. Die

anfallenden Daten bilden die Grundlage

für Entscheidungsfindung, Analytik

und Vorhersage. Die Menge

der zu verarbeitenden Daten nimmt

kontinuierlich zu, sodass das Unternehmen

seine IT-Infrastruktur entsprechend

anpassen muss.

Nachfrage nach schnell

verfügbaren Daten steigt

Da immer mehr Abläufe durch Sensoren

und Roboter gesteuert werden sind

nicht nur leistungsfähige IT-Systeme

in unmittelbarer Nähe der Produktionsstandorte

notwendig. Zu den übergeordneten

Zielen gehören auch weitere

Standardisierungsschritte, eine

anforderungsgerechte Sicherheitsarchitektur

und eine neue und innovative

Vernetzung von Informationen.

Die IT-Container von Rittal –

Rechenzentren inklusive Cloud-

12 Stahlreport 11|18


Stahl ∙ Edelstahl ∙ Anschlagrohre ∙ Bauelemente

100 % Leistung

bis zum Anschlag!

Bilder: Rittal GmbH & Co. KG

Mit der Digitalisierung steigt die Nachfrage nach schnell verfügbaren Daten nahe dem

Entstehungsort. Dies erfordert zusätzliche Rechenleistung, kurze Latenzzeiten, unterbrechungsfreie

Datenverfügbarkeit und systemweite Sicherheit. Für diese und weitere

Anforderungen entwickelte Rittal die RDCC-basierenden Edge-Rechenzentren.

konzept“, sagte Dr. Michael Kranz,

CIO bei thyssenkrupp Steel.

Daten transformieren

die Stahlindustrie

Daten sind zu einem wichtigen Wirtschaftsfaktor

geworden – diese Aussage

gilt auch für die Stahlindustrie.

Aufbauend auf einer weit fortgeschrittenen

Prozessautomatisierung verschmelzen

IT und Fertigung immer

weiter. Die Kombination modernster

Technologien aus dem Umfeld „IoT“

und „Big Data“ mit den Daten hunderttausender,

bereits in den Anlagen

verbauter Sensoren, erlaubt es heute,

Produktqualität, Prozesseffizienz

sowie Anlagenverfügbarkeit auf Basis

hochauflösender Daten und nahezu

in Echtzeit direkt vor Ort zu überwachen

und zu analysieren.

Auf dieser Basis enstehen viele

neue Möglichkeiten, sich mit Kunden,

Lieferanten und Dienstleistern

entlang der Wertschöpfungskette zu

vernetzen. 2

Bye Bye Baustelle: Das Rittal-Werk Haiger ist fertig

Nach dem Rittal Innovation Center und dem Global Distribution Center ist

im Oktober 2018 auch das neue Werksgebäude offiziell fertiggestellt

worden. Nicht Shanghai, nicht Chicago: Mit der größten Investition der

Unternehmensgeschichte wird Haiger für Rittal zum Standort der

Zukunft. „Wir konnten den Bau innerhalb des geplanten Zeit- und Kostenrahmens

fertigstellen und von Behördenseite gab es keinerlei Beanstandungen“,

so Carsten Röttchen, Geschäftsführer Produktion bei Rittal.

Nun beginnt der Innenausbau des Werks, das einmal das modernste

Werk zur Produktion von Schaltschränken weltweit werden soll. Insgesamt

sollen künftig nahezu 1.000 Mitarbeiter bei Rittal in Haiger beschäftigt

sein. Mehr als 250 Mio €, die größte Investition in der Unternehmensgeschichte,

investiert das Unternehmen in der Region.

Stahlreport 11|18

13

Standard, Systeme, Anschlagrohre

aus Edelstahl und das

volle Zubehörprogramm.

Bundesweit und immer zu

mindestens 90 % auf Lager.

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Stahlverarbeiter

Bericht

SMS group: stabiler Ausblick mit klarem Wachstumsziel

Neue Geschäftsmodelle im Blick

Kunden des metallurgischen Anlagenbaus brauchen eine höhere Kosteneffizienz und eine verbesserte

Energiebilanz, so Burkhard Dahmen, Vorsitzender der Geschäftsführung der SMS group. Daher setze

man neben dem Kerngeschäft verstärkt auf Digitalisierung, neue Geschäftsmodelle, Service – und eine

Reihe vielversprechender Einzelprojekte.

„Wir liegen voll auf Kurs. Klares

Ziel ist ein operatives Ergebnis

in 2021 in Höhe von 7 %, bei einem

Auftragseingang in Höhe von

3,2 Mrd. €“, sagte Burkhard Dahmen,

Vorsitzender der Geschäftsführung,

bei einer Präsentation im Oktober.

Um im rasant wandelnden Markt

weiterhin eine führende Marktstellung

zu halten, treibe die SMS group

die Neuausrichtung voran, so Dahmen

weiter. Nicht mehr Neubau-, sondern

vor allem Modernisierungsprojekte

bestimmten heute das Geschäft. Kunden

bräuchten eine höhere Kosteneffizienz

und eine verbesserte Energiebilanz.

Angesichts dieser Entwicklung

setze SMS auf vier zentrale „Offensiven“:

Digitalisierung, neue Geschäftsmodelle,

Service und „New Horizon“

– eine Zusammenfassung „vielversprechender“,

einzelner Projekte.

Stahlwerke, die lernen

Bei der Digitalisierung im metallurgischen

Anlagenbau sei es Ziel, „weltweit

die Führungsposition“ weiter

auszubauen. SMS group habe heute

bereits annähernd 200 verschiedene

digitale Produkte im Einsatz, weitere

seien in der Entwicklung.

So hat SMS das „Lernende Stahlwerk“

entwickelt, mit dem Ziel, das

sich das Stahlwerk selbstständig steuern

und optimieren soll – basierend

auf menschlichem Know-how, physikalischen

Zusammenhängen und

komplexen mathematischen Modellen,

die in Echtzeit ausgewertet werden.

Als bekanntestes Beispiel eines

solchen Konzeptes nannte Dahmen

das Werk von Big River Steel in

Osceola, Arkansas (USA). Eine Übertragung

dieses Konzeptes über die

gesamte Prozesskette sei aber auch

für andere Industriebranchen ge -

plant.

Bild: SMS group

Für die SMS group sind Digitalisierungsprojekte eine der Säulen, auf die das Geschäft

der Zukunft aufbaut.

Unter den Bereich neue Geschäftsmodelle

fasst SMS unter anderem

leistungsabhängige Kontrakte, die

zunehmend von Kunden geschätzt

würden. Über solche Modelle könne

das Unternehmen direkt am Mehrwert

seiner Technologie-Lösungen

partizipieren.

SMS werde mehr und mehr am

gemeinsam festgelegten finanziellen

Erfolg gemessen, und nicht mehr nur

für die gelieferte Hardware oder

Dienstleistung bezahlt. Leasing-ähnliche

Modelle wie „Software as a Service“

und zukünftig auch „Equipment

as a Service“ kämen im Markt hervorragend

an und sollen zunehmend

implementiert werden.

Der Ausbau des Dienstleistungsgeschäfts

soll drittens sicherstellen,

dass zukünftig rund ein Drittel des

Geschäftsvolumens im Servicebereich

erwirtschaftet wird.

Pilotanlage für

hochreines Metallpulver

Unter dem Namen „New Horizon“

läuft schließlich eine Vielzahl „vielversprechender“

Projekte, in denen

SMS group ihre Kompetenzen und

ihr Know-how aus der Metallurgie in

angrenzende Industrien überträgt.

Beispiele sei eine eigene Pilotanlage

für die Herstellung von hochreinem

Metallpulver für 3D-Druck-Anwendungen,

die für jedes industrielle Verfahren

Metallpulver liefern kann,

sowie eine Anlage, die in einem

neuen Verfahren sogenannte „High

Purity Alumina“ (HPA) – einem Kernelement

für Batterien und für kratzfestes

Glas – deutlich kostengünstiger

produziert.

Über diese strategischen Initiativen

hinaus erwäge SMS weiterhin gezielte

Zukäufe von passenden Start-ups oder

etablierten Spezialisten. 2

14 Stahlreport 11|18


Mattenschweißanlagen





Mit unserer Automatisierungstechnik fertigen Sie passgenaue

Bewehrungsmatten mit verschiedenen Rastern, Abmessungen

und Drahtdurchmessern nach CAD-Vorgaben.

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Stahlverarbeiter

Bericht

Gewinner des Preises des Deutschen Stahlbaues 2018: Die Trumpf Smart Factory – Chicago

Aktuelle Trends und Entwicklungen im Stahlbau

39. Deutscher Stahlbautag in Duisburg

Mit 800 Teilnehmern, einer dreizügigen Vortragsreihe und 45 Fachausstellern war der 39. Deutsche

Stahlbautag das Veranstaltungs-Highlight der Branche in diesem Jahr. Der mehrtägige Kongress zog

Architekten, Ingenieurbüros, Stahlbauunternehmen und Experten der Baubehörden aus der gesamten

Bundesrepublik an.

Von der Forschung & Entwicklung

über Wirtschaft und Recht bis

hin zur Prämierung herausragender

Architektur-Projekte: Der 39. Deutsche

Stahlbautag hat den rund 800

Teilnehmern an den zwei Veranstaltungstagen

einen umfassenden Über-

blick über die aktuellen Entwicklungen

im Stahlbau gegeben. Dank der

engen Vernetzung mit den Hochschulen

und den Mitgliedsunternehmen

habe man auch in diesem Jahr Referenten

aus der ersten Reihe gewonnen,

die hautnah aus Praxis und For-

schung berichten konnten, sagte Gregor

Machura, Geschäftsführer des

organisierenden bauforumstahl e.V.

Fachausstellung ausgebucht

Mit 45 Unternehmen war die Fachausstellung

in der Duisburger Mer-

Bild: Dr.-Ing. Thi Mai Hoa Luong

Bild: Simon Menges

Gewinner des DASt-Forschungspreis 2018: Bestimmung des Beanspruchungszustands in fachwerkartigen Eisen- und Stahltragwerken

16 Stahlreport 11|18


catorhalle ausgebucht. Neben den

vier Hauptsponsoren – ArcelorMittal,

Haslinger Stahlbau GmbH, Salzgitter

Mannesmann Stahlhandel GmbH und

Unger Stahlbau GmbH – waren alle

Gewerke der Prozesskette vertreten:

von Feuerverzinkern über Beschichter,

Maschinenausrüster und Metallverarbeiter

bis hin zu Fachverlagen

sowie Softwarehersteller.

Einen Rahmen zum Netzwerken

bot die traditionelle Abendveranstaltung

des Deutschen Stahlbautages,

bei dem Reiner Temme, Präsident

des Deutschen Stahlbau-Verbandes

DSTV und stellvertretender Vorsitzender

von bauforumstahl, durch

das Programm führte. Das Grußwort

sprach in diesem Jahr Ina Scharrenbach,

Ministerin für Heimat, Kommunales,

Bau und Gleichstellung

des Landes Nordrhein-Westfalen.

Ex-Google-Chef Christian Baudis gab

Insider-Einblicke zum Thema Digitalisierung.

Highlights der Stahl-Architektur

Der Tag der Stahl.Architektur am

letzten Veranstaltungstag hob

herausragende Architektur-Projekte

in den Vordergrund. Die Gewinner

von Stahlbaupreis und Sonderpreis

des Bundesministeriums des

Innern, für Bau und Heimat wurden

prämiert. StahlZusätzliche Highlights

waren die Vorträge des belgischen

Architekten und Ingenieurs

Philippe Samyn und von Prof. Manfred

Grohmann aus Frankfurt am

Main. Sie stellen ihre Bauten der

vergangenen Jahre vor, darunter

Bahnbrechendes wie das neue EU-

Ratsgebäude in Brüssel oder die

Europäische Zentralbank in Frankfurt

am Main. 2

Gewinner des BMI Sonderpreises: Verkehrskommissariat Kißlegg

Gewinner des Förderpreises des Deutschen Stahlbaues 2018:

Wohnen im Wildpark Stadion – Karlsruhe

Bild: Achim Birnbaum

Bild: Valerio Calavetta

Preise und Auszeichnungen

z Preis des Deutschen Stahlbaues

2018: Architekturbüro Barkow

Leibinger, Berlin/Trumpf Smart

Factory in Chicago

z Sonderpreis des BMI: Brixner

Architekten, Stuttgart / Einreichung

„Erweiterung des Verkehrskommissariats

Kißlegg“

z Förderpreis des Deutschen

Stahlbaues 2018 mit DASt-

Forschungspreis: 1. Preis:

Valerio Calavetta/Entwurf

„Wohnen im Wildpark-Stadion“,

Karlsruhe

z DASt-Forschungspreis: Dr.-Ing.

Mai Luong / für ihre Arbeit, die

Tragfähigkeit bestehender

Stahlkonstruktionen zu untersuchen,

ohne diese zu zerstören

z Auszeichnung des Deutschen

Stahlbaues 2018: Prof. Dr.-Ing.

Ömer Bucak / Begründer des

konstruktiven Glasbaus (die

Ergebnisse seiner Arbeit zeigen

sich unter anderem bei der Elbphilharmonie

in Hamburg)

Weitere Informationen zu den

Auszeichnungen unter

https://bauforumstahl.de

Einer der vier Hauptsponsoren

des 39. Deutschen Stahlbautages:

Salzgitter Mannesmann Stahlhandel.

Das Unternehmen stellte unter

anderem sein komplettes

Sortiment als Systemlieferant für

Sprinkleranlagen vor, auf das

Kunden über den eShop jederzeit

Zugriff haben

(https://shop.virotec.de).

Stahlreport 11|18

17


Stahlverarbeiter

Bericht

Stahlhandel hat 2017 Umsatz im Stahlbau gesteigert

Aktuelle Wirtschaftsdaten zum Stahlbau

Anlässlich des 39. Deutschen Stahlbautages hat bauforumstahl aktuelle Zahlen zur Wirtschaftslage

der Branche veröffentlicht.

Umsatz

Die gesamte Branche „Planen & Bauen mit Stahl“ hat

demnach im vergangenen Jahr 12,7 Mrd. € erwirtschaftet.

Der Stahlhandel konnte dabei erneut einen steigenden

Umsatz aufgrund der gestiegenen Stahlpreise generieren.

Den größten Umsatz hat jedoch erneut der

ausführende Stahlbau erzielt. Dieser ist im Vergleich

zum Vorjahr sogar deutlich um 20 % gestiegen, so bauforumstahl.

Ingenieure, Architekten und Verzinker

konnten ihre Umsätze im vergangenen Jahr ebenfalls

leicht steigern, während die Stahlhersteller gleichbleibende

Umsätze verzeichnet haben, so der Wirtschaftsbericht.

Produktion

Die Produktion im deutschen Stahlbau hat sich dem

bauforumstahl zufolge in den vergangenen Jahren bei

rd. 2 Mio. t eingependelt. Im Jahr 2017 wurde mit

2,1 Mio. t eine nahezu gleichebleibende Stahlbautonnage

wie in den vergangenen Jahren erreicht. Der bereits

während der jeweiligen Quartale 2017 festgestellte

Rückgang im Bereich Türme, Gittermaste und ortsfeste

Gerüstkonstruktionen macht im Gesamtjahresvergleich

ein Minus von 11,3 % zu 2016 aus während alle anderen

Segmente leichte Zuwächse verzeichnen konnten.

Das 1. Quartal 2018 hat mit einem Zuwachs von

4,3 % im Vergleich zum 1. Quartal 2017 sehr positiv

begonnen. Vor allem der ein- und mehrgeschossige Hallenbau

konnte einen Anstieg der Produktion um 27,4 %

im Vergleich zum Vorjahreszeitraum vermelden.

Marktanteile

Im Geschossneubau ist der Marktanteil von Baustahl

zum dritten Mal in Folge leicht gestiegen, der von Beton

hingegen etwas gesunken. Aufgrund des gestiegenen

Anteils von eher betonintensiven Handels- und Lagergebäuden

sowie geringeren Preisen je Tonne Stahlkonstruktion

ist der Marktanteil von Baustahl im Hallenneubau

2017 erneut gesunken.

Materialpreise

Den Angaben des BDS-Marktinformationsverfahren für

durchschnittliche Verkaufspreise im kleinlosigen

Bereich zufolge setzte sich der teilweise recht starke

Preisanstieg, der im Jahr 2016 angefangen hatte, im

Jahr 2017 fort. Das Preisniveau lag Ende Juli 2018 ein

gutes Stück über dem des Vorjahresmonats.

Ausblick

Seit Herbst 2013 wird zweimal pro Jahr unter den ordentlichen

Mitgliedern des Deutschen Stahlbau-Verbandes

DSTV ein Stimmungsbild im Deutschen Stahlbau ermittelt.

Die letzte Befragung fand im Frühsommer 2018 statt.

Wichtigste Ergebnisse: Die Stimmung im deutschen

Stahlbau ist weiterhin positiv. 70 % der Unternehmen,

die sich an der Umfrage beteiligt haben, gaben an, eine

gute Geschäftslage zu haben. Die Einschätzung einer

besseren Geschäftslage ist unabhängig von der Unternehmensgröße.

Auch die Geschäftserwartungen der

Unternehmen für die kommenden Monate waren deutlich

positiver als noch ein halbes Jahr zuvor. 2

18 Stahlreport 11|18


Planen und bauen mit Stahl

Angaben in Mrd. €

Gesamtumsatz 12,7 Mrd. €

0,2 Architekten

Ingenieure

2,9

2,5

Hersteller

Verzinker

0,4

2,5 Handel

5,2

Stahlbau

Produktion Konstruktiver Stahlbau

Angaben in 1.000 t

Produktgruppe 2013 2014 2015 2016 2017 1. Quartal Veränd. zum

2018 Vorjahr in %

Hallen (ein- und mehrgeschossig) 641 556 582 575 592 183 27,4

Anlagenbau 226 211 210 193 199 37 -18,9

Büro- und Verwaltungsgebäude,

Bahnhöfe, Flughäfen usw. 89 94 92 92 94 22 13,7

Turme u. Gittermaste 724 687 675 728 646 110 -23,9

Ortsfeste Gerüstkonstruktionen

Brücken u. Brückenelemente 66 79 61 66 71 17 13,7

Wasserbau-Konstruktionen 24 24 25 23 26 4 -11 ,8

sonstige Zwecke 383 377 419 411 475 118 20,2

Summe Konstruktiver Stahlbau 2.153 2.028 2.064 2.088 2.103 491 4,3

Preisentwicklung ausgewählter Stahlprodukte in Deutschland

Index der Erzeugerpreise, 2010=100

135

125

115

105

95

85

75

65

2015 2016 2017 2018

Quellen: PK Bauforumstahl,

10.10.2018; Wirtschaftsvereinigung

Stahl, Bundesverband

Deutscher Stahlhandel

BDS, Deutscher Stahlbau-Verband

DSTV,

Industrieverband Feuerverzinken,

Bundesingenieurkammer

BIngK

Stahlreport 11|18

19


Anarbeitung

und Logistik

Bericht

Die neue TWIN-MSR bei BEST produziert Bügel in hohen Stückzahlen und verfügt über ein effizientes Logistiksystem für den vollautomatischen Abtransport

des bearbeiteten Materials mit längs- und querverfahrbaren Sammelwagen.

Progress: Hochautomatisiertes Richten, Schneiden und Biegen ab Coil

BEST investiert in Betonstahlbiegerei

Die BEST-Baueisen und Stahlbearbeitungsgesellschaft in Haid/Ansfelden, Österreich,

modernisiert ihren Betonstahlbiegereibetrieb mit einer neuen Richtschneide- und

Doppelbiegemaschine aus der Serie TWIN-MSR der progress Maschinen & Automation AG,

einem Unternehmen der PROGRESS GROUP.

An den Standorten Haid, in

der Nähe des oberösterreichischen

Linz, und Kaplice, Tschechien, ist

die BEST – Baueisen- und Stahlbearbeitungsgesellschaft

mbH seit über

50 Jahren ein Begriff für Betonstahlverarbeitung

von hoher Qualität so -

wie technischer Innovation. Gestützt

auf moderne Produktionstechnologien

bietet BEST seinen Kunden

genaueste Fertigungsqualität und

termingerechte Abwicklung bei der

Produktion von Stäben und Bügeln

in hohen Stückzahlen: in Haid werden

pro Jahr bis zu 50.000 t und in

Kaplice bis zu 25.000 t produziert,

die dort auch zu fertigen Bauteilen

verschweißt werden.

Mit der neuen Richtschneideund

Doppelbiegemaschine TWIN-

MSR 16 investiert BEST in eine hochmoderne,

vollautomatisierte Ma -

schine mit hoher Flexibilität. Mit

der TWIN-MSR werden Stäbe gerichtet

und geschnitten, auch können

große Bügel mit einer Abmessung

von 2,5 x 2 m gebogen werden.

Durch die Doppelbiegefunktion ist

sowohl einseitiges als auch zweiseitiges

Biegen möglich. So können

schnell hohe Stückzahlen produziert

werden.

Hohes Produktionsvolumen

direkt ab Coil

Die Maschine arbeitet direkt vom

Coil und optimiert so den Produktionsfluss.

Mit einer Vorschubgeschwindigkeit

von 2 x 160 m/min.

erreicht sie ein hohes Produktionsvolumen.

Die TWIN-MSR 16 ist in

der Lage einen Drahtstärkenbereich

von 6 bis 16 mm zu verarbeiten.

Der Drahtdurchmesserwechsel

erfolgt in Sekundenschnelle und

vollautomatisiert. Bei BEST ist die

Maschine mit zehn Haspeln und

acht Rotoren ausgestattet. Zwei

davon haben ein Wechselsystem,

so dass alle Durchmesser doppelt

produziert werden können. Die

TWIN-MSR verfügt über zwei flie-

gende Scheren, für einen besonders

schnellen Schneidvorgang. Durch

ein effizientes Logistiksystem mit

längs und quer verfahrbaren Sammelwagen

erfolgt zudem der

Abtransport des bearbeiteten Materials

automatisch und ohne Produktionsunterbrechung.

Die Maschine

ist darauf ausgelegt, nur von einer

Person bedient zu werden.

Die TWIN MSR ist zudem mit

hochmoderner Software auf Industrie

4.0-Standard ausgerüstet. Die

profit Software aus dem Hause

Progress Software Development,

ebenfalls einem Unternehmen der

Progress Group, ist eine maßgeschneiderte

Softwarelösung zur Verwaltung

und Organisation in der

Betonstahlbearbeitung. Mit profit

lassen sich Produktionsabläufe, Auftragspositionen

und Maschinen

selbst kontrollieren und steuern.

Bewehrungsdaten können sowohl

direkt eingegeben, als auch aus CAD-

Systemen übernommen werden.

20 Stahlreport 11|18


Die bei BEST installierte TWIN-MSR

16 von progress Maschinen & Automation

verfügt über zehn Haspeln,

acht Rotoren und zwei fliegende

Scheren für die Bearbeitung ab Coil.

Durch die zwei fliegenden Scheren der TWIN-MSR erfolgt der Schneidvorgang

schnell und effizient.

Zudem fungiert profit als Schnittstelle

zu ERP-Systemen wie erpbos ®

oder SAP.

Die neue TWIN MSR verwandele

damit die Produktion bei BEST in ein

leistungsstarkes, multifunktionelles

Coilverarbeitungszentrum, so das

Unternehmen. Die neue Anlage sorge

für eine enorme Kapazitätssteigerung

im Vergleich zur bisher genutzten

MSR 16 Maschine, die nun nach über

20 Jahren Einsatz ausgetauscht wird.

Für Ingenieur Harald Wernsdorfer,

einen der Geschäftsführer bei BEST,

ein wichtiges Kriterium: „BEST plant

sich zukünftig stärker in die Bearbeitung

ab Coil auszurichten. Durch

die neue TWIN-MSR Maschine

können wir unsere Produktivität

erhöhen. Das Ziel ist, mit weniger

Stundenaufwand die gleiche Produktionsmenge

zu erreichen, und Spitzen

in der Auslastung auszugleichen.

Dies war für uns ein entscheidendes

Investitionskriterium.“

Kompakte Bauweise spart Platz

Entscheidend für BEST war zudem

die sehr kompakte Bauweise der

progress Maschine. Mit ihrer individuell

angepassten Länge sei es

möglich gewesen, sie ideal in der

Halle zu platzieren, denn trotz des

niedrigen Platzbedarfs lässt sich die

Produktion noch ausbauen.

Mit der progress Maschinen &

Automation verbindet BEST eine

langjährige gute Partnerschaft. So

sind neben den Richtschneide- und

Biegemaschinen auch zwei Bügelbiegeautomaten

vom Typ EBA S am

Standort Kaplice, Tschechien, im

Einsatz.

Harald Wernsdorfer zieht ein positives

Fazit: „Die Zusammenarbeit mit

der progress Maschinen & Automation

verläuft sehr vertrauensvoll. Die Qualität

der Maschinen sowie gute Beratung

und Service sind für uns ein

wichtiges Kriterium bei der Auswahl

unserer Geschäftspartner.“ 2

Die TWIN MSR von progress Maschinen & Automation verfügt über

eine Doppelbiegefunktion. Große Bügel mit Maßen von 2,5 x 2 m

können somit produziert werden.

Am Standort Haid produziert BEST Stäbe und Bügel in hohen Stückzahlen.

Bis zu 50.000 t Material werden hier pro Jahr bearbeitet.

[ Kontakt ]

BEST- Baueisen- und

Stahlbearbeitungsgesellschaft mbH

Industriestraße 25

4053 Haid, Österreich

Tel.: +43 7229 88701-0

Fax: +43 7229 88701-65

office@best-baueisen.at

Progress Maschinen & Automation AG

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39042 Brixen, Italien

Tel.: +39 0472 979100

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Stahlreport 11|18

21


Anarbeitung

und Logistik

Berichte

KASTO: zweiter Sieger beim handling award 2018

Modernes Lagerkonzept ausgezeichnet

KASTO ist mit dem handling award 2018 ausgezeichnet worden. In der Kategorie Lagerung,

Kommissionierung, Umschlag und Transport belegte der Säge- und Lagerspezialist den zweiten

Platz. Mit einem Hochleistungs-Distributionszentrum für Stabmaterialien, das KASTO bei einem

mittelständischen Stahlhändler realisiert hatte, konnte das Unternehmen die Jury überzeugen.

Armin Stolzer, geschäftsführender Gesellschafter der KASTO-Gruppe, nahm den Preis im Rahmen

einer feierlichen Verleihung im Oktober entgegen.

Die Lösung, die KASTO beim

diesjährigen handling award präsentierte,

beschleunigt die Kommissionierung,

den Warenfluss und die

Lkw-Beladung. Herzstück ist ein

Lagersystem des Typs UNICOM-

PACT, das mit einer Höhe von 15

und einer Länge von 115 m Platz für

rund 10.000 Kassetten bietet. Jede

Kassette kann Materialien mit bis

zu 6 m Länge und Traglasten bis 3,4

t aufnehmen.

Das schnelle Ein- und Auslagern

ermöglichen die fünf Regalbediengeräte

(RBG), die auf drei Regalgassen

verteilt sind. Dabei übernimmt

das zweite RBG in einer Regalgasse

als sogenannter „Slave“ überwiegend

Einlager- und Austauschaufträge

zwischen den KASTO-Wabenlagern

sowie für Säge- und sekundäre Kommissionieraufträge.

Die geringen

Anfahrmaße des Regalbediengerätes

sorgen dafür, dass möglichst viel

Raum für Lagerzwecke genutzt wird.

Direkt an das System angebunden

sind drei Bandsägemaschinen

vom Typ KASTOwin F. Um die kommissionierten

Materialien automatisch

an den Verladeplatz zu bringen,

installierte KASTO zwei Manipulatoren

auf getrennten Fahrschienen.

Von diesen aus gelangt das Langgut

über eine Fördertechnik zu einer

von 25 Verladestationen. Zum Umwickeln

mit Stretchfolie steht ebenfalls

eine Station mit einer Verpackungsmaschine

bereit.

Für einen transparenten Gesamtprozess

ist auch das neue Logistik-

System in der mobilen Variante des

Warehouse Management Systems

KASTOlogic abgebildet. Es erfasst

nicht nur das Einlagern und Kommissionieren

der Artikel, sondern

optimiert und steuert auch die Sägeaufträge.

Zudem ist der Versand

angebunden, inklusive einer Versandkontrolle.

Der durchgängige

Informationsfluss sowie die papierlose

Abwicklung entsprechen dem

Industrie-4.0-Gedanken.

Während der Feierstunde im

Atrium der Messe Stuttgart übergab

Prof. Dr.-Ing. Kirsten Tracht, Leiterin

des Bremer Instituts für Strukturmechanik

und Produktionsanlagen,

als Laudatorin den Preis gemeinsam

mit Peter Eberhard, Verlagsleiter

der Weka Business Medien GmbH

sowie Herausgeber der Fachzeitschrift

handling. Der handling award

gilt als bedeutende Branchenauszeichnung

und Anerkennung für die

Preisträger. Prämiert wurden herausragende

Produkte und Systemlösungen

in der Fertigungs- und Montageautomatisierung

sowie

Neuerungen in den Fachgebieten

Handhabungstechnik, Robotik, Materialfluss-

und Fördertechnik. 2

Bild: Manuel Hauptmannl

Armin Stolzer, geschäftsführender

Gesellschafter der KASTO-Gruppe, nahm

die Auszeichnung entgegen und präsentierte

sie stolz im Kreis der Gratulanten.

(v.l.) Peter Eberhard (Verlagsleiter WEKA

BUSINESS MEDIEN), Armin Stolzer, Juror

Michael Stark (SEW-Eurodrive) und Laudatorin

Prof. Dr. Kirsten Tracht (Institutsleiterin

bime und Vorstand der Wissenschaftlichen

Gesellschaft für Montage,

Handhabung und Industrierobotik).

22 Stahlreport 11|18


Bild: SHB

Rückbesinnung auf

besondere Kompetenzen:

Im thüringischen

Saalfeld

entsteht auf über

10.000 m² Produktionsfläche

Hebe- und

Krantechnik mit

einer Vielfalt an

Sonderlösungen.

Scheffer bringt Bewegung in den Markt der Krantechnik

Schwerlast-Spezialist unter neuer Flagge

Hoch hinaus unter neuer Flagge: Die thüringische SHB Hebezeugbau ist im März durch die Thomas Scheffer Holding

GmbH übernommen worden. Die Auftragseingänge seitdem zeigten, dass das Unternehmen weiterhin als zuverlässiger

Partner im Kranbau wahrgenommen werde, sagte Jörg Koglin, einer der beiden Geschäftsführer der SHB Hebezeug.

„Wir freuen uns, die Erfolgsgeschichte weiter zu schreiben.“

Unter neuer Flagge konnte die

SHB Hebezeug GmbH in diesem Jahr

bereits anspruchsvolle Projekte angehen.

So wurden seit März beispielsweise

ein Kran für die Automobilindustrie,

ein Greiferkran für ein Brennstofflager,

ein Gießkran sowie ein Automatikkran

mit Bestimmungsland Irland gefertigt.

Die SHB bringt mit 70 Jahren Erfahrung

in der Konstruktion und Herstellung

von Schwerlastkranen weiteres

Kranbau-Knowhow in die Scheffer-

Unternehmensgruppe ein. Künftig sollen

in Saalfeld auf über 10.000 m 2 Produktionsfläche

wieder verstärkt Hebeund

Krantechnik entstehen. Nach dem

Motto „zurück zu den Wurzeln“ werde

die SHB Hebezeugbau GmbH konsequent

auf die Produktbereiche Sonderkranbau,

Kranservice und Komponenten

ausgerichtet.

SHB ist zurück

Als neue Geschäftsführung der SHB

Hebezeug übernehmen Thomas Scheffer

und Jörg Koglin Verantwortung.

Beide können auf mehr als 20 Jahre

Erfahrung und Kompetenz im Kranbau

verweisen. „Gemeinsam mit dem neuen

Werkleiter und Prokuristen Uwe Dünkel,

der ebenfalls langjährige Erfahrung

im Kranbau mitbringt, werden wir das

Traditionsunternehmen von innen

heraus verändern und wechselseitig

von Erfahrung und weltweiten Exper-

tisen im Kranbau profitieren“, erläutert

der neue Gesellschafter Thomas Scheffer.

Stark im Sonderkranbau

Für den Standort Saalfeld spricht man

ein klares Bekenntnis aus. Mit der dort

in über 70 Jahren gesammelten Kranbauerfahrung

könne man den Kunden

höchstmögliche Kompetenz zur Verfügung

stellen.

Zum Leistungsumfang der SHB

Hebezeugbau GmbH zählen Schwerlastkrane,

Kranservice und Komponenten

für die Kran- und Fördertechnik

sowie für die Bahnindustrie. Geplant,

konstruiert und gefertigt werden in

Thüringen an der Saale von rund 100

Mitarbeitern unterschiedliche Prozessund

Sonderkrane mit einer Tragfähigkeit

von bis zu 250 t.

Die Stärken des Kranbauers liegen

in maßgeschneiderten Lösungen gemäß

den jeweiligen Anforderungen mit einer

sorgfältigen Auslegung aller Komponenten

und einem hohen Qualitätsversprechen.

Wie die Scheffer Krantechnik

bietet auch die SHB Full-Service-Leistungen,

sodass auch Automatisierungen

und Serviceeinsätze vom eigenen Personal

realisiert werden.

Neben den Prozess- und Sonderkranen

ist das Thüringer Unternehmen

auch mit der Entwicklung und Produktion

von Komponenten für die Kran-

Geschichte der SHB Hebezeug

1948: Eröffnungsbilanz als VEB Saalfelder Hebezeugbau.

Der Bau eines neuen Werkes am heutigen Standort

wird beschlossen.

1950: Bau des neuen Werkes

1993: Privatisierung zu einem Unternehmen der

GRESSE-Gruppe.

1997: Übernahme der Geschäftsanteile durch drei

Mitarbeiter des Unternehmens

2008 bis 02.2018: SHB ist Teil der Georgsmarienhütte

Unternehmensgruppe

03.2018: die SHB Hebezeugbau GmbH geht unter

dem Dach der Thomas Scheffer Holding GmbH als

Schwesterunternehmen der Scheffer Krantechnik

GmbH an den Start

und Bahnindustrie erfolgreich. Im Produktprogramm

der Komponentenabteilung

finden sich Hydraulikkranpuffer,

Trommel- und Scheibenbremsen,

Laufräder und Seiltrommeln. Für die

Bahnindustrie liefert SHB Hydraulik-

Kombi-Stoßdämpfer und Lokomotivzugeinrichtungen.

Zu den Kunden gehören

internationale Hersteller in der

Fördermittel- und Bahntechnik.

Im Service sorgen Wartungsverträge

für eine hohe Verfügbarkeit der

Anlagen. Mit den Servicestandorten

der Scheffer Gruppe in Sassenberg

(NRW) und Ellwangen (Baden-Württemberg)

werden Kunden in kürzester

Zeit von einem Serviceteam in der Nähe

betreut. 2

Stahlreport 11|18

23


Anarbeitung

und Logistik

Bericht/Nachricht

Edelstahlproduzent auf LED

Jede Kilowatt-Stunde zählt

Neben den riesigen Elektrostahl-Aggregaten fällt die Beleuchtung in der Energiebilanz vermutlich

nicht sofort auf. Doch natürlich ist auch sie beim Edelstahlproduzeten Outokumpu in das

Gesamtkonzept für eine möglichst nachhaltige und effiziente Produktion einbezogen – es zählt

schließlich jede Kilowattstunde. Den Lager- und Logistikbereich des größten deutschen Standortes

in Krefeld erleuchten seit Kurzem hocheffiziente, langlebige LED-Leuchten der Deutschen Lichtmiete.

Bild: Deutsche Lichtmiete/Steffen Löffler

Outokumpu setzt

auf das Mietkonzept

der Deutschen

Lichtmiete

[ Kontakt ]

Deutsche Lichtmiete

Vermietgesellschaft

mbH

26135 Oldenburg

Peter Göttelmann

Leiter Marketing

+49 441 9232 9908

info@lichtmiete.de

„Es gibt zwei Bereiche, die bei

uns höchste Priorität haben. Das sind

die Arbeitssicherheit und der Schutz

der Umwelt“, sagt Randolf Pillat, Technischer

Experte im Bereich Produktion

der Outokumpu Nirosta GmbH in Krefeld.

„Als Unternehmen der Stahlindustrie

stehen wir unter einem enormen

gesellschaftlichen Druck, unsere

Treibhausgasemissionen zu senken“,

ergänzt Frieder Kleinermeilert, Technischer

Experte im Bereich Adjustierung.

Mit dem Kauf der Edelstahlsparte

von thyssenkrupp 2012 stieg das finnische

Unternehmen zum größten

Edelstahlproduzenten in Europa auf.

Am Standort Krefeld sorgt seit

Kurzem eine neue LED-Beleuchtung

im Lager- und Logistikbereich auf

50.000 m 2 für Lichtblicke in Sachen

Umweltschutz. Hier herrscht permanenter

Hochbetrieb, rund um die Uhr

an sieben Tagen pro Woche. Dafür

wird durchgängig künstliches Licht

benötigt, trotz einer Teilverglasung

des Hallendachs.

In der Vergangenheit dienten Halogen-Metalldampflampen

zur Beleuchtung

der zwei Hallenschiffe – echte

Stromfresser. „Hinzu kam, dass die

Lichtqualität in den vergangenen Jahren

altersbedingt immer mehr nachließ“,

so Pillat. Dadurch erhöhte sich

der Wartungs- und Instandhaltungsaufwand

erheblich. „Zumal wir bei

Outokumpu keinerlei Risiken im Hinblick

auf die Sicherheit unserer Mitarbeiter

eingehen.“

Deutliche Reduktion des

Energieverbrauchs

Mit der neuen LED-Beleuchtung

konnte der Energieverbrauch erheblich

gesenkt werden, so das Unternehmen.

„LED-Leuchten benötigen rund

70 % weniger Energie als Halogen-

Metalldampflampen“, verdeutlicht

Markus Frank, Vertriebsleiter bei der

Deutschen Lichtmiete.

Für zusätzliche Einsparungen

sorgt eine weitere Neuerung: Durch

die Einbindung einer sensorgestützten

Lichtsteuerung kann auch das natürliche

Licht, das stundenweise durch

die Dachluken einfällt, gezielt genutzt

werden. Das heißt, je nach Lichteinfall

von außen wird nur so viel künstliches

Licht beigesteuert, wie für die

gewünschte Beleuchtungsstärke benötigt

wird. „Zusätzliche Energieeinsparungen

von rund 15 % sind auf diese

Weise möglich“, so Frank.

Er verweist in diesem Zusammenhang

auf die ideale Positionierung von

Sensoren und LED-Leuchten, welche

entscheidenden Einfluss auf die Maximierung

des Einsparpotenzials hat.

Diese Planungsleistung sei bei der

Deutschen Lichtmiete grundsätzlich

inklusive.

Outokumpu erreicht nun durchgängig

200 Lux Beleuchtungsstärke – und

damit den von Arbeitsschutzrichtlinien

geforderten Wert. Wie zuvor

auch, allerdings laut Kleinermeilert

mit einem deutlichen Unterschied:

„Im Gegensatz zu vorher ist das Licht

Tag und Nacht absolut gleichmäßig

und wesentlich angenehmer. Das

kommt bei unseren Mitarbeitern sehr

gut an.“

Umweltschutz, der sich rechnet

Mit der neuen Beleuchtung gehen bei

dem Edelstahlproduzenten neben

einer deutlichen Reduktion des Energieverbrauchs

auch geringere Gesamtbeleuchtungskosten

einher. Dabei

spielt eine wichtige Rolle, dass Outokumpu

die neuen LED-Leuchten nicht

gekauft, sondern gemietet hat. Es

musste keine Investition getätigt werden.

Stattdessen zahlt das Unternehmen

eine monatliche Mietpauschale

an die Deutsche Lichtmiete, in der

auch Wartung und Service enthalten

sind. Markus Frank verweist darauf,

dass die Kunden der Deutschen Lichtmiete

auf diese Weise in der Regel

nennenswerte Einsparungen bei ihren

Gesamtbeleuchtungskosten erzielen.

Und nicht zuletzt habe auch die

Umwelt etwas von dem reduzierten

Energieverbrauch. 2

24 Stahlreport 11|18


Bild: Fraunhofer IPA

Stuttgarter Säge-Tagung 2018

Sägetechnologie innovativ

Am 5. Dezember 2018 findet die diesjährige Stuttgarter-

Sägetagung statt. Zu der eintägigen Fachveranstaltung laden das

Fraunhofer Institut für Produktionstechnik und Automatisierung

IPA sowie das Institut für Werkzeugmaschinen der Universität

Stuttgart ein. Fachbesucher erhalten auf der Säge-Tagung sowohl

von Praktikern als auch aus Forschersicht einen umfassenden

Überblick über innovative Trends der Sägeverfahren, den eingesetzten

Werkzeugen, Maschinen und dem Fertigungs- und Automatisierungsprozess.

Es werden aktuelle Forschungsprojekte vorgestellt,

Branchen- und Technologieführer zeigen innovative

Lösungskonzepte und Entwicklungsergebnisse.

Zielgruppe der Säge-Tagung sind Entwickler, Konstrukteure und

Produktmanager von Sägewerkzeugen, -maschinen und -prozessen,

Anwender der Sägetechnologie sowie Fach- und Führungskräfte

produzierender Unternehmen, die bereits die Sägetechnologie

einsetzen oder deren Einsatz erwägen. Die Teilnahmegebühr

beträgt 590 €.

[ Info ]

Weitere Informationen zum Programm und zur Anmeldung unter

www.saegen-stuttgart.de

Kennzeichnungssysteme –

so intuitiv wie ein Smartphone

Der Hersteller von Druckern für die Produktkennzeichnung

Paul Leibinger GmbH & Co. KG stattet Drucker mit intuitiv

verständlichen Touch-Displays aus. Ihre Einfachheit soll

blechverarbeitende Betriebe dabei unterstützen, häufige Produktwechsel

sicher und schnell zu gestalten. Modelle wie

der JET3up verfügen über ein 10,4-Zoll-großes Touch-Screen-

Farbdisplay mit einer windowsbasierten Oberfläche – eine

Oberfläche, die Mitarbeitern vom PC vertraut ist. In Kombination

mit leicht verständlichen Piktogrammen lasse sich

das Gerät so instinktiv bedienen wie ein Smartphone, so der

Hersteller. Für eine weitere Vereinfachung der Bedienung

folgt die Darstellung im integrierten Font- und Grafikeditor

dem sogenannten What-you-see-is-what-you-get (WYSIWG)

Prinzip. Das Druckbild auf dem Produkt entspricht 1:1 der

digitalen Darstellung.

AUS EDELSTAHL

NAHTLOSE

ROHRE

ab Lager verfügbar

Neben einem

umfangreichen Lieferprogramm

für Langprodukte aus Edelstahl,

Aluminium und Buntmetallen, führen

wir nun auch nahtlose Edelstahlrohre!

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Stahlreport 11|18

25

NUR FÜR DEN FACHHANDEL


Messen

und Märkte

Bericht

Ein Beispiel für integriertes

Bauen ist das

Schwarzwald-Baar-

Klinikum, eines der

größten nicht-universitären

Krankenhäuser

Baden-Württembergs:

Hier ist von der Gebäudekommunikation

über die Telefonie bis

zum Fernsehen für

Patienten alles in ein

Netzwerk integriert.

Auch das Licht wird

zunehmend ins „Smart

Grid“ eingebunden.

So lassen sich mittels

Smartphone Jalousien

betätigen, aber auch

künstliche Lichtquellen

steuern oder in Form

von Lichtkonzepten

kombinieren und

speichern.

Breites Spektrum

Messe Bau in München

Die Messe BAU 2019 (14.–19.01.) ist so groß wie nie. Auf 200.000 m 2 Hallenfläche präsentiert sie

Architektur, Materialien und Systeme für den Wirtschafts-, Wohnungs- und Innenausbau im Neubau

und im Bestand. In der folgenden Vorschau geht es um die inhaltlichen Schwerpunkte in einzelnen

Ausstellungsbereichen, die ein breites Spektrum abdecken.

Dabei stehen mit der Veranstaltung

Leitthemen im Fokus wie:

z „Digital: Prozesse und Architektur“,

z „Vernetzt: Wohnen und Arbeiten“,

z „Integral: Systeme und Konstruktionen“

sowie

z „Smart: Licht und Gebäude“.

Aber es geht auch um Einzelaspekte

zu Baustoffen (Stahl, Aluminium,

Glas, Keramik …), um technische

Gesichtspunkte sowie um die BAU

IT, die auch sicherheitsrelevant ist.

Stahl und seine Wettbewerber

Das Baumaterial Stahl kommt nicht

nur in Hochhäusern und Brücken

zum Einsatz, sondern ist auch aus

dem Hochwasser- und Erdbebenschutz,

aus dem Wohn-, Industrieund

Gewerbebau sowie aus intelligenten

Fassaden nicht mehr weg-

zudenken. Messebesucher können

sich etwa über vielfältige Edelstahlanwendungen,

über Profile, Bauund

Fassadensysteme, aber auch

über Zink- und Kupferoberflächen

sowie -systeme informieren.

Standfestigkeit und Belastbarkeit

spielen beim Einsatz von Stahl –

etwa bei Infrastrukturbauten – eine

herausragende Rolle. Im Rahmen

eines europäischen Gemeinschaftsprojekts

von Verbänden, Universitäten

und Unternehmen wurde der

Bemessungsleitfaden LOCAFI auf

Basis der Eurocodes entwickelt: Er

berechnet die Temperatur in einer

Stahlstütze bei lokalen Bränden und

ermittelt die Beanspruchbarkeit bei

erhöhten Temperaturen. Sein Ansatz

einer leistungsabhängigen Festlegung

führt zur Reduzierung der

Brandschutzkosten. Es ist geplant,

die Berechnungen mit LOCAFI in

bestehende Bausoftware mit der neu

entwickelten Schnittstelle Ozone

einzubinden.

Auch der Ausbau des digitalen

Bauwerksmodells (BIM) ist für die

Stahlbaubranche relevant. Der offene

Austauschstandard bei Schnittstellen

(IFC) etwa geht auf die DSTV-

Schnittstelle des Deutschen Stahlbauverbandes

zurück: Sie ermöglicht

den softwareunabhängigen Datenaustausch,

das „Open BIM“. Die

Zusammenarbeit bei building -

SMART ermöglicht es, die Vorteile

von BIM und IFC im deutschen Bauwesen

mit Hilfe einer gemeinsamen

Strategie umzusetzen.

Der Ausstellungsbereich zu

Steine/Erden, Kalksandstein, Putze,

Estriche, Bims- und Faserzementbaustoffe,

Dämm- und Isolierstoffe

hält Informationen zu einer breiten

Palette an Materialien bereit. Zudem

26 Stahlreport 11|18


können sich Besucher über vielfältige

Lösungen für Fertigbau, trockenen

Innenausbau und Fassadensysteme

informieren. Im Fokus stehen

dabei aktuelle Entwicklungen rund

um die Themen Nachhaltigkeit, Energieeffizienz,

Gestaltung und Innovation.

Das gilt auch für den Baustoff

Beton, der auf der kommenden

Messe abermals einen eigenen Themenschwerpunkt

bildet: Auf über

1.000 m 2 will das InformationsZentrum

Beton gemeinsam mit 13 Partnerunternehmen

die ganze Vielfalt

des Materials und seiner Einsatzmöglichkeiten

zeigen.

Keramik begleitet – unter anderem

in Form von Fliesen – die

Menschheit seit Jahrtausenden.

Zugleich überrascht das Material

regelmäßig durch nahezu unerschöpfliches

Potenzial hinsichtlich

Design und Anwendungstechnik. So

wird auf der Bau eine innovative

Methode zur Trocken-Verlegung

keramischer Bodenbeläge vorgestellt:

Sie kommt ohne Fliesenkleber

aus und ermöglicht eine bis zu acht

Mal schnellere Verlegung.

Technik

In Sachen Gebäudebetrieb erhält die

Solartechnik immer größere Bedeutung.

Ein Schlüsselwort ist die

„Heimautomation“. Sie bezieht sich

nicht nur auf die zunehmende Digitalisierung

im Sinne des „Smart

Home“, sondern bezeichnet auch die

intelligente Verwaltung des Stromverbrauchs:

Mittels entsprechender

Steuereinheiten wird der Betrieb von

Heizung und Hausgeräten automatisch

so geregelt, dass Eigenstromproduktion

und Stromverbrauch

möglichst effizient aufeinander abgestimmt

sind. Der Zeitpunkt der Inbetriebnahme

von Geräten wird dabei

durch Energieangebot und -preise

bestimmt.

Neben den Themen solares

Bauen und Solarthermie hält die

Messe zudem Neuheiten aus dem

Bereich Klima- und Lüftungstechnik

bereit. Auch im Hinblick auf etwaige

Fördermöglichkeiten für energieeffizientes

Bauen können die aktuellen

Produktinnovationen für Bauherren

relevant sein.

BAU-IT

Im kommenden Jahr belegt die BAU-

IT, die größte Softwareschau dieser

Art in Europa, erstmalig eine komplette

Halle (Halle C5) mit 10.000 m 2

Ausstellungsfläche. Besucher finden

hier IT-Lösungen aller Art aus den

Bereichen Projektplanung, Messtechnik,

Projektmanagement und

Controlling. Der Bundesverband Bausoftware

ist mit einem Gemeinschaftsstand

vertreten.

Zahlreiche Aussteller stellen

Neuheiten zum Thema Building

Information Modeling (BIM) vor.

Prozesse des Planens und Bauens

müssen künftig planungs- und ausführungssicherer,

aber auch transparenter

gestaltet werden: Das setzt

unter anderem voraus, dass zeit- und

kostenintensive Planungs- und

Abstimmungsfehler im Vorfeld vermieden

werden. Der Einsatz der BIM-

Methodik bietet dafür nach Meinung

der Fachleute entscheidende Vorteile.

Sicherheit

Die Digitalisierung erfasst Arbeitswelt

und private Räume in zunehmendem

Maße. Smarte Bauelemente

wie automatisch betriebene Garagentore,

Haustüren, Fenster sowie

Rollladen- und Sonnenschutzsysteme

ermöglichen dabei ein Mehr

an Energieeffizienz, Komfort und

auch Sicherheit: Lösungen für Zentralverriegelung,

Einbruchalarm

oder die Statusmeldung für geöffnete/geschlossene

Fenster werden

zunehmend nachgefragt. Die erforderliche

Antriebs-, Sensor- und

Steuerungstechnik wird stetig einfacher

und kostengünstiger, die

Steuerung über Funk ermöglicht

auch die problemlose Nachrüstung

im Bestand.

Auch Fragen zu Einbruchhemmung,

Brand- und Rauchfällen, Verhalten

bei Stromausfall, Fehlanwendungen

oder Fluchtwegsicherung

werden thematisiert: Hierzu werden

normative und gesetzliche Grundlagen

sowie neue Richtlinien und Prüfverfahren

aufgezeigt. Neben aktuellen

Lösungen finden Besucher Informationen

zu Klassikern in Sachen Türantriebstechnik,

Beschläge, Schlösser,

Zylinder und Zubehör. 2

EIN JAHR

STAHLVERBUND

PHOENIX

ERFOLGE IN ZAHLEN

• 10 neue Fachhandelspartner

(erster Fachhandelspartner in NL)

• 12 neue Lieferpartner

• 5 neue Bonusvereinbarungen

• Erarbeitung eines neuen Bonusmodells

mit ersten Umsetzungen

bereits in 2018

DAS MACHT DIE

ERFOLGE MÖGLICH

• Ausbau des Teams in Dortmund

• Außendienst zur aktiven Betreuung

unserer Fachhandelspartner

• Gründung eines Stahlbeirates -

Wahlen im Herbst 2018

• Neuwahlen aller Produktkreise

ebenfalls im Herbst 2018

• regelmäßige Produktkreissitzungen

• erstes Treffen der Silbergruppe am

30.11.18

DAS IST DIE

ZUKUNFT

• funktionsfähiger eSHOP-Stahl

(inkl. Anarbeitung)

• gemeinsame Werksbesuche mit

unseren Fachhandelspartnern

• eigene Homepage:

www.stahlverbund-phoenix.com

STAHLVERBUND

PHOENIX

Robert-Schuman-Straße 17

44263 Dortmund

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info@stahlverbund-phoenix.com

www.stahlverbund-phoenix.com

Stahlreport 11|18

27


Messen

und Märkte

Berichte/Nachricht

Auch ein Wettbewerb der Werkstoffe

Valve World Expo 2016

in Düsseldorf

Es muss nicht immer Stahl sein, wenn es

vom 27.-29.11.18 in Düsseldorf um die diesjährige

Messe Valve World Expo geht. Das zeigen angekündigte

Exponate von Armaturen aus Kunststoff.

Sie sind somit Teil des Wettbewerbs der Werkstoffe,

der auch diese Messe mitprägt.

Foto: KMK

Auf die Messe nach Karlsruhe lädt die Learntec vom 29. bis 31.1.19.

Digitale Bildung

Learntec lädt nach Karlsruhe

Auch zu Beginn des kommenden Jahres informiert die Learntec über

die aktuellen Trends und zukünftigen Entwicklungen des digitalen

Lernens, das gerade in der Berufsbildung eine immer wichtigere

Rolle spielt. Europas größte Veranstaltung für digitale Bildung

startet am 29.1. in der Messe Karlsruhe und dauert bis zum 31.1.19.

Jährlich lockt die LEARNTEC

mehr als 10.000 Entscheider aus der

Industrie, der Beratungsbranche, dem

Handel und Vertrieb sowie aus Bildungseinrichtungen

nach Karlsruhe,

die sich bei über 300 Ausstellern zu

den Möglichkeiten digitalen Lernens

informieren und konkret für ihre Problemstellungen

bei Wissensvermittlung

und -management Lösungen

suchen.

Der Kongress zu dieser Messe bietet

einen Blick in die Zukunft des digitalen

Bildungsmarktes. Er stellt erfolgreich

umgesetzte Bildungsprojekte

vor und verknüpft diese mit den Angeboten

der Aussteller in der Fachmesse.

Der kommende Kongress widmet sich

dem Thema „Future Learning: social,

global, digital“ und wird mit hochkarätigen

und international bekannten

Referenten aus Wirtschaft und Wissenschaft

besetzt sein, haben die Veranstalter

angekündigt.

Insgesamt werden an den drei

Kongresstagen mehr als 120 Referen-

ten und Moderatoren vor das Fachpublikum

treten. Das Kongressprogramm

ist unter www.learntec.de

verfügbar. Als Highlights der Tagung

gelten die Keynotes von

z Dr. Andreas Schleicher, Generaldirektor

Bildung der OECD,

z Johannes Heinlein, Vice President

Strategic Partnerships bei edX, zu

„Reimagining Education“,

z Dr. Frithjof Netzer, Chief Digital

Officer bei BASF zu „Bildung für

die Digitalisierung“,

z Dirk Röhrborn, Präsidiumsmitglied

BITKOM e.V. zu „Digitale Bildung

im Mittelstand – es gibt noch viel

zu tun.“

Tages- und Dauerkarten für die

Messe und den Kongress können

im Online-Ticketshop unter

www.learntec.de erworben werden.

Veranstalterin ist nicht die Kultusministerkonferenz

(KMK), sondern

die Karlsruher Messe und Kongress

GmbH (KMK). 2

Armaturen aus Kunststoff gehören mittlerweile

ganz selbstverständlich zur entsprechenden

Produktfamilie. Sie sind leicht und benötigen

wenig Platz. Es müssen nämlich nicht immer

Armaturen aus beispielsweise

Grauguss

und Edelstahl sei.

Kunststoffarmaturen

werden bereits in vielen

Bereichen beim Fördern

von Fluiden durch Rohrleitungen

angewendet,

wobei sie offenbar den

Kontakt zu unbequemen

Umgebungen nicht

scheuen müssen. Im

Mit diesem Messelogo

tritt die Valve World

Expo 2018 an.

Rahmen der Ausstellung wird sich zeigen, was

die Stahlexperten dazu zu sagen haben.

In den Hallen des Düsseldorfer Messegeländes

werden zu dieser Messe wieder aktuelle Technologien,

Komponenten und Systeme aus den

unterschiedlichsten Bereichen der Industrie-

Armaturen gezeigt. Zeitlich parallel findet wieder

die Valve World Expo Conference statt.

Die ausstellenden Unternehmen der Valve

World Expo präsentieren neueste Armaturen,

Armaturenkomponenten und -teile, Stellantriebe

und Stellungsregler, Kompressoren,

Mess- und Steuerungstechnologien, Zulieferer,

Service-, Support- und Beratungs- bzw. Ingenieurdienstleistungen.

Software sowie fachbezogene

Verbände und Verlage ergänzten das

Angebot.

12.350 Fachbesucher aus 88 Ländern waren

zur Valve World Expo 2016 zu den insgesamt

725 Ausstellern gekommen. Rund 70 % der

Messegäste reisten aus dem Ausland an. Die

Besucher kamen vor allem aus den Bereichen

der Öl- und Gasindustrie, der Petrochemie, der

Chemieindustrie, der Lebensmittelindustrie,

der Marine- und Offshore-Industrie, dem Wasser-

und Abwassermanagement, dem Bereich

Automotive und dem Maschinenbau, der Pharmazie-

und Medizintechnik sowie der Kraftwerkstechnik.

Quelle: Messe Düsseldorf

28 Stahlreport 11|18


Foto: BDS/Wt

Viel Beachtung fand auf der Aluminiummesse das WGM-Konjunkturgespräch.

Wirtschaft und Politik

Aluminiummesse

und -kongress in Düsseldorf

Ganz im Zeichen von Aluminium stand Düsseldorf vom 9.-11.10.18 bei der gleichnamigen Messe,

die von zahlreichen Kongresselementen begleitet wurde. Wirtschaft und Politik waren die am

meisten diskutierten Themen, gleichzeitig wurde die aktuelle technische Entwicklung in der

Branche aufgezeigt. Mit dabei war auch der WGM.

Die globale Produktion von

Aluminium hat ein neues Rekordhoch

auch deshalb erreicht, weil Veränderungen

wie der Energiewandel

mit dem Trend zum Leichtbau sowie

der steigende Bedarf in besonders

boomenden Märkten die Nachfrage

antreiben. Diese Entwicklungen

dürften anhalten, wenn es der Politik

gelingt, die zunehmenden Risiken

in ihrem Bereich einzudämmen.

Das wurde auf dem größten

Branchentreffen deutlich, zu dem

in diesem Jahr 971 Aussteller aus

54 Nationen zusammengekommen

waren. In sechs Messehallen präsentierten

auf rund 80.000 m 2 Global

Player, Spezialisten und junginnovative

Unternehmen das

komplette Sortiment der Branche

– von der Aluminiumproduktion

über Maschinen und Anlagen für

die Verarbeitung bis hin zu Halbzeugen,

Endprodukten und zum

Recycling.

Besonders in den Blick genommen

wurden auch die entsprechenden

Prozesse. Sie sind insbesondere für

die Branchen Automobil- und

Maschinenbau, das Bauwesen, die

Luft- und Raumfahrt, für die Elektronik

sowie das Verpackungswesen

und den Schienenverkehr von

Bedeutung. Vor diesem Hintergrund

spielten auf der Kongressmesse etwa

die traditionellen Themenpavillons

zur Primärproduktion, zur Gießereitechnik,

zur Oberflächenbearbeitung

sowie zum Fügen und Schweißen

eine wichtige Rolle. Die konnten die

Besucher auch auf entsprechend

geführten Touren erkennen.

Sonderflächen

Das galt auch für die neue Ausstellungsfläche

„Environmental Engineering“,

die sich den Themen Wasseraufbereitung,

Luftfilter- sowie Ölbzw.

Ölnebelabsauganlagen widmete

und so aufzeigte, welchen Beitrag

die Aluminiumindustrie bei den

Zukunftsthemen Energie- und Ressourcenschonung

spielt. Auch für

weitere Innovation-Areas gab es Sonderflächen.

Der aluminiumrelevante Zusammenhang

zwischen konjunktureller

und politischer Lage wurde im Rahmen

der Messe besonders beim

WGM-Konjunkturgespräch deutlich,

zu dem der Wirtschaftsverband Großhandel

Metallhalbzeug auf seinem

Gemeinschaftsstand viel Beachtung

erhielt. In dieser Diskussionsrunde

machten Thomas Reuter (TRIMET

Aluminium SE), Rob van Gils (Hammer

Aluminium Industries GmbH)

und Andreas Nickelsen (alpha metall

GmnbH) insbesondere anhand der

aktuellen Sanktionspolitiken und

den zunehmenden Handelsbeschräkungen

klar, dass und warum diese

Risiken für eine weiterhin gute wirtschaftliche

Entwicklung der Branche

eingedämmt werden müssen. 2

Stahlreport 11|18

29


Messen

und Märkte

Bericht/Nachricht

Bilder: SIC Marking

Beispiel einer Markierung mit dem i103 HD-Lasermarkiersystem

Die Innovation steckt im Kopf: Lasermarkiersystem

i103 HD von SIC Marking

SIC Marking auf der EuroBLECH 2018

Präziser markieren

mit Kurzpuls-Laser

i103 HD-Laser, so nennt sich das technische Highlight das die SIC

Marking GmbH auf der diesjährigen Messe EuroBLECH gezeigt hat.

Hinter dieser Typenbezeichnung steht ein neuer Lasermarkierer,

mit dem sich dank Kurzpuls-Faserlaser direkte Markierungen auf

Metall- und Kunststoffteilen noch präziser erzeugen lassen, so das

Unternehmen.

Die technischen Eigenschaften

des neuen Lasermarkierers sorgen

laut Hersteller für eine noch kontrastreichere

und besser lesbare Beschriftung.

Dies funktioniere auch dann,

wenn die Oberflächenbedingungen

nicht optimal sind. Stahl

Der technische Clou des Kurzpulsfaserlasers

ist seine verbesserte

Effizienz gegenüber herkömmlichen

Systemen. Konkret: Bei gleicher

Nennleistung bringt er mehr und

gezielter Energie ins Material. Das

zu markierende Teil wird deshalb nur

noch punktuell und insgesamt weniger

erwärmt, der Bereich der von entstehender

Wärme betroffenen Zone

verringert sich.

Das Ergebnis ist deutlich sichtbar,

so SIC: Da das Material nicht verbrannt

oder versenkt wird, sind die

Konturen schärfer und somit bestens

lesbar. Außerdem kann nun Aluminium

schwarz markiert, oder es können

auf Stahl reproduzierbare Farben

erzeugt werden.

Der kompakte i103 HD-Laser von

SIC Marking ist luftgekühlt und bringt

20 W Leistung. Er sei voll in den Produktionsprozess

integrierbar und so

flexibel nutzbar, dass das Gerät in

einer Vielzahl von Applikationen eingesetzt

werden kann, verspricht der

Hersteller.

Das gelte nicht nur für die Markierung

an sich, die beim i103 HD-Laser

alphanumerische Zeichen, 1D- und 2D-

Data-Matrix-Codes, Grafiken und Logos

mit einem hohen Maß an Präzision

und Kontrast umfasst. Darüber hinaus

könne das Gerät einfach in übergeordnete

Industrienetzwerke integriert werden

– und zwar ohne zusätzliche Gerätschaften.

Alle Lasermarkiersysteme

von SIC Marking und somit auch der

neue i103 HD-Laser können sehr einfach

mit Profinet, Profibus und Ethernet/IP

in Produktionsumgebungen eingebunden

werden. 2

Remmert auf der EuroBLECH 2018

Automation in der Blechbearbeitung

Unter dem Leitsatz „we make material flow“ präsentierte

sich der Automations- und Lager-Systeme-Hersteller

Remmert dieses Jahr auf der EuroBLECH 2018. Neben

bewährten Lösungen zeigte Remmert neue Konzepte zur

Materialflussoptimierung und Produktivitätssteigerung. „Auf

der diesjährigen EuroBLECH sind wir einen Schritt weiter

gegangen als bisher: Wir haben den Fachbesuchern nicht nur

das Bewährte präsentiert, sondern auch auch neue Wege des

Materialflusses zur Produktivitätssteigerung in der Blechbearbeitung

aufgezeigt“, erläuterte Dr. Thomas Peitz, technischer

Leiter bei Remmert. „Dabei standen die Themen intelligenter

Materialfluss, Prozessgeschwindigkeit, Qualität und Modularität

– auch in der Software – für unsere Kunden ganz klar im

Vordergrund.“

Optimierte Fertigungsprozesse waren ein Thema der EuroBLECH 2018. Mit seinem

neuen „we make material flow“-Ansatz präsentierte Remmert auf der Weltleitmesse

neue Konzepte zur Materialflussoptimierung.

30 Stahlreport 11|18


talen Transfluid t cut-Maschinen zum spanlosen

Trennen. Damit das Bauteil im

gesamten Prozess durchgehend identifizierbar

bleibt, wird eine eindeutige Markierung

mit allen wichtigen Daten aufgebracht, z. B.

zu Biegeabläufen oder zu Verbindungssystemen.

Der erforderliche Datentransfer

kann über Schnittstellen aus dem CAD, ERP

oder auch aus anderen Programmen erfolgen,

die prozessrelevante Daten liefern.

Bild: transfluid

Die Transfluid-Software t project ermittelt

beispielsweise Biegezeiten, präzise

Trennlängen und dokumentiert Rohrdaten.

transfluid auf der EuroBLECH: Software sichert die wirtschaftlichere Fertigung

Vernetzt für verbesserte Prozesse in der Rohrbearbeitung

Eine vernetzte Software-Lösung für

das reibungslose Biegen von Rohren präsentierte

Hightech-Maschinenbauer Transfluid

auf der EuroBLECH 2018. Die Lösung

kann in Produktionsabläufe eingepflegt

werden und ist auch für die Verarbeitung

von Prozessdaten einsetzbar. Fertigungsdaten

und Prozessschritte können darin einfach

online aus einem vorhandenen ERP-

System abgerufen werden.

Für eine wirtschaftlichere Rohrbearbeitung

unterstützen die Software-Lösungen von

Transfluid schon bei der Ermittlung von

Zuschnittslängen für unterschiedliche

Trennanlagen – insbesondere bei den orbi-

Beim Rohrbiegen schließt die Software vor

dem Biegevorgang Kollisionen mit der

Maschine, dem Werkzeug oder der Umgebung

aus. Das CAD-Programm liefert online

die notwendigen Maschinen- oder Werkzeugparameter.

Für den Fall, dass ein

Roboter Biegeaufgaben übernimmt, können

die notwendigen Daten für den Prozess

ohne die Programmierung des Roboters

verarbeitet werden.

Damit sich insbesondere lange Rohre mit

kleinem Durchmesser schwingungsfrei und

sicher bearbeiten lassen, kann die Software

bei allen Transfluid-Maschinen die

Biegegeschwindigkeit produktspezifisch

anpassen.

Speziell für Schrott- und Edelstahlanalysen

Neues Einstiegsmodell aus der Hand-Analysegeräteserie

Die Hitachi High-Tech Analytical

Science Corporation hat mit dem Modell

X-MET8000 Smart ein neues Einstiegsmodell

für Röntgenfluoreszenz-Handgeräte auf den

Markt gebracht. Dieses Modell kommt

Anwendern entgegen, die sich eine preisgünstigere

Option aus der bewährten X-MET-Serie

wünschen. Als leistungsstärkstes Modell seiner

Klasse kann das neue Gerät dank des

großflächigen Siliziumdriftdetektors (SDD) bis

zu drei Kalibrierungen mittels Fundamentalparameter-Methode

erfassen: Metalllegierungen,

Aluminium und Edelmetalle.

Standardmäßig ist das Gerät mit einem

Schutzgitter gegen Beschädigung durch

scharfe Gegenstände, einer Batterie die

einen ganztägigen Betrieb (10-12 h) ermöglicht,

und einem Stromanschluss ausgestattet.

Weiteres Zubehör kann bei Bedarf

zusätzlich erworben werden.

X-MET8000 Smart ist darauf ausgelegt,

schnelle und zuverlässige Analysen und

Identifizierungen zu liefern. Über 1.600

Werkstoffsorten sind in der integrierten

Datenbank hinterlegt. Zusätzlich kann auch

eine noch umfassendere Werkstoffdatenbank

erworben werden.

Wie alle anderen Analysegeräte der

X-MET8000-Serie, die weltweit tausendfach

im Einsatz sind, sei auch das neue Modell

extrem robust, so der Hersteller. Es erfüllt,

wie die anderen Modelle der Serie, die

Anforderungen der Schutzklasse IP54 und

des Militärstandards MIL-STD-810G. Über

ExTOPE Connect stehen den Anwendern

moderne Datenmanagementfunktionen wie

eine Smartphone-App und ein Cloud-Service

für den direkten Datenaustausch und eine

sichere Datenspeicherung zur Verfügung.

„Unser neuestes Modell ,Smart‘ aus der

X-MET8000-Serie ist ein preislich sehr

attraktives Einstiegsgerät, das speziell für

die Schrottsortierung und für Edelmetallanwendungen

ausgelegt ist“, sagt Mikko

JÄRVIKIVI, Product Business Development

Manager bei Hitachi.

Bild: Hitachi

Speziell für die Schrottsortierung und für Edelstahl-Anwendungen:

Das neue Einstiegsmodell

in der Analysegeräte-Serie von Hitachi XMET-

8000 Smart.

Stahlreport 11|18

31


BDS

Research

Neueste Zahlen aus dem Bereich Research

Spätes Sommerloch

Als man kaum mehr damit gerechnet hatte, tat es sich doch noch auf, das Sommerloch im

Stahlhandel. Es brachte im September, passend zu dem noch hochsommerlichen Wetter,

ein spürbares Abflauen der Kundenbestellungen mit sich. Nach wie vor sind jedoch die

meisten stahlverarbeitenden Branchen in Europa gut oder sehr gut beschäftigt.

Foto: privat

Jörg Feger, Bereichsleiter

Research im

Bundesverband

Deutscher Stahlhandel

(BDS), berichtet

zusammenfassend

angesichts der ihm

bis einschließlich

September 2018

vorliegenden Zahlen.

Lagerabsatz

Das Jahr 2018 ist gut gestartet. Im

Januar konnten knapp 997.000 t

Walzstahlfertigerzeugnisse abgesetzt

werden. Dies ist der beste Januarwert

seit sechs Jahren. Im Februar

wurde ein Lagerabsatz von 931.000 t

verzeichnet. Die Tonnage im März

war mit 986.000 t im Vergleich zum

starken Vorjahresmonat rückläufig.

Hier spielten aber auch die wenigen

Arbeitstage und die Osterferien eine

nicht zu verachtende Rolle. Der entsprechende

Ausgleicheffekt konnte

im April mit einem Lagerabsatz von

954.000 t festgestellt werden.

Der Mai war zwar mit einem

Absatz von 948.000 t im Vergleich

zum Vorjahresmonat rückläufig, auf

die wenigen Arbeitstage heruntergerechnet,

ist die erzielte Tonnage

aber sehr ordentlich. Außerordentlich

gut liefen dann die Geschäfte in

den Monaten Juni und Juli. In beiden

Monaten wurden knapp über 1 Mio. t

Walzstahlfertigerzeugnisse abgesetzt.

Der August lag dann zwar leicht

unter Vorjahresniveau, wies aber

mit etwas über 950.000 t Lagerabsatz

ebenfalls einen ordentlichen

Wert aus. Im September war der

Lagerabsatz recht verhalten. Es wurden

an 20 Werktagen nur knapp

902.000 t Walzstahlfertigerzeug-

nisse ausgeliefert. Insgesamt wurde

in den ersten neun Monaten des

Jahres 2018 bei Walzstahlfertigerzeugnissen

1,8 % mehr Tonnage im

Vergleich zum Vorjahreszeitraum

ab gesetzt. Bei Rohren wurden noch

deutlichere Zuwächse verzeichnet.

Lagerbestand

Am Ende des vergangenen Jahres

wurden von der deutschen Stahldistribution

2,12 Mio. t Walzstahlfertigerzeugnisse

bevorratet. Dies ist

der niedrigste Bestand seit Dezember

2015. Zum Jahresastart 2018 setzte

der übliche Lageraufbau ein. Dieser

gestaltete sich bis März recht dynamisch.

Im April setzte ein Bestandsabbau

ein. Im Mai und Juni wurde

das Niveau nahezu fortgeschrieben.

Im Juli wurde dann sehr deutlich

um fast 130.000 t aufgestockt. Ende

Juli wurden 2,56 Mio. t Bestand

gemeldet. Im Oktober wurden die

Bestände auf 2,51 Mio. t reduziert.

Im September legte der Bestand, vor

allem getrieben durch oberflächenveredelte

Flacherzeugnisse, leicht

auf 2,53 Mio. t zu. Im Vergleich zum

Vorjahresmonat lag der branchenweite

Lagerbestand um 14 % höher.

Lagerreichweite

Bei relativ schwachen Absätzen und

recht hohen Beständen lag die durchschnittliche

Lagerreichweite im

August bei 2,8 Monaten bzw. 84

Tagen (vgl. Abbildung 1).

Lagerverkaufspreise

Den Angaben des BDS-Marktinformationsverfahrens

für durchschnittliche

Verkaufspreise im kleinlosigen

Bereich zufolge setzte sich der teilweise

recht starke Preisanstieg, der

im Jahr 2016 angefangen hatte, im

Jahr 2017 fort. Auch in den ersten

beiden Monaten des Jahres 2018

konnten bei fast allen Produkten

Preissteigerungen festgestellt werden.

Zwischen März und Mai gestaltete

sich das Bild uneinheitlicher.

Große Veränderungen wurden dabei

jedoch nicht festgestellt. In den

Monaten Juni bis September zeigten

sich die die Preise bei fast allen Produkten

wieder im Aufwärtstrend.

Das Preisniveau lag Ende September

2018 ein gutes Stück über dem des

Vorjahresmonats. Bei Langprodukten

und Rohren ist der Unterschied

deutlicher als bei Flachprodukten

(vgl. Abbildung 2 und 3).

[ Info ]

Fragen zu den genannten statistischen

Größen beantwortet im Bundesverband

Deutscher Stahlhandel (BDS) Jörg Feger,

Bereichsleiter Research:

Feger-BDS@stahlhandel.com

32 Stahlreport 11|18


Quelle Bild 2 u. 3: BDS Quelle: Statistisches Bundesamt/BDS

lagerAbsatz und Lagerreichweite der Stahldistribution Abb. 1

140

120

100

80

60

40

20

0

Preisentwicklung bei Langprodukten Abb. 2

160

150

140

130

120

110

100

90

Index (Januar 2010 = 100)

Formstahl Breitflanschträger Stabstahl Betonstahl in Stäben Betonstahlmatten

Preisentwicklung bei Flachprodukten und Rohren Abb. 3

Index (Januar 2010 = 100)

150

140

130

120

110

100

90

80

n Absatzindex (2007 = 100)

n Lagerreichweite in Tagen

92

100 100

97 97

89 90 91 91

93

99 96 95 101 100

62

96

90

200

180

160

140

120

100

80

60

40

84 78 78 75 75 72 72 66 102 72 78 78 75 75 72 78 78 84

20

0

Ø

2014

Ø

2015

Ø

2016

Ø

2017

Ø

2018

Sep.

2017

Okt.

2017

Nov.

2017

Dez.

2017

Jan.

2018

Feb.

2018

Mär.

2018

Apr.

2018

Mai

2018

Juni

2018

Juli

2018

Aug.

2018

Sep.

2018

1. Q. 2010

2. Q. 2010

3. Q. 2010

4. Q. 2010

1. Q. 2011

2. Q. 2011

3. Q. 2011

4. Q. 2011

1. Q. 2012

2. Q. 2012

3. Q. 2012

4. Q. 2012

1. Q. 2013

2. Q. 2013

3. Q. 2013

4. Q. 2013

1. Q. 2014

2. Q. 2014

3. Q. 2014

4. Q. 2014

1. Q. 2015

2. Q. 2015

3. Q. 2015

4. Q. 2015

1. Q. 2016

2. Q. 2016

3. Q. 2016

4. Q. 2016

1. Q. 2017

2. Q. 2017

3. Q. 2017

4. Q. 2017

1. Q. 2018

2. Q. 2018

3. Q. 2018

1. Q. 2010

2. Q. 2010

3. Q. 2010

4. Q. 2010

1. Q. 2011

2. Q. 2011

3. Q. 2011

4. Q. 2011

1. Q. 2012

2. Q. 2012

3. Q. 2012

4. Q. 2012

1. Q. 2013

2. Q. 2013

3. Q. 2013

4. Q. 2013

1. Q. 2014

2. Q. 2014

3. Q. 2014

4. Q. 2014

1. Q. 2015

2. Q. 2015

3. Q. 2015

4. Q. 2015

1. Q. 2016

2. Q. 2016

3. Q. 2016

4. Q. 2016

1. Q. 2017

2. Q. 2017

3. Q. 2017

4. Q. 2017

1. Q. 2018

2. Q. 2018

3. Q. 2018

Quartoblech Bandblech Kaltgewalztes Blech OV Blech Quad. & RE-Rohr Nahtloses Rohr

Absatz und Lagerreichweite

der

Stahldistribution

Preisentwicklung

bei Langprodukten

Preisentwicklung bei

Flachprodukten und

Rohren

Stahlreport 11|18

33


BDS

Recht

Bestandsaufnahme zur Halbzeit

EU-Safeguards -

Aktueller Stand der freien Zollkontingente

Am 18.Juli 2018 veröffentlichte die EU-Kommission im Amtsblatt L 181 eine Durchführungsverordnung,

mit der vorläufige Schutzmaßnahmen für Einfuhren von Stahlprodukten verkündet wurden. Nach den

ersten 100 Tagen ist Zeit für eine Zwischenbilanz.

Im Großen und Ganzen um -

fasst die beschlossene Regelung folgende

Hauptpunkte:

z Als vorläufige Schutzmaßnahmen

wurden Einfuhrquoten beschlossen

sowie, bei Ausschöpfung der Quoten,

zusätzliche Zölle in Höhe von

25 %. Die vorläufigen Schutzmaßnahmen

gelten für einen Zeitraum

von 200 Tagen, beginnend ab dem

19.Juli 2018.

z Von den vorläufigen Schutzmaßnahmen

sind 23 Warenkategorien

betroffen. Für weitere 5 Kategorien

wurden keine vorläufigen Schutzmaßnahmen

verhängt.

z Die Höhe der Quoten ergibt sich

aus Anhang V der Verordnung.

Dort ist die Tonnage aufgeführt,

die innerhalb von 200 Tagen ohne

zusätzliche Zölle eingeführt werden

kann. Der Stand der freien Quote

ist tagesaktuell einsehbar.

z Die Quoten berechnen sich chronologisch

nach Datum in der Reihenfolge,

in der die Anmeldungen

zur Überführung in den zollrechtlich

freien Verkehr angenommen

werden. Es kommt also auf den Tag

der Verzollung an, ob die Einfuhr

noch innerhalb oder bereits außerhalb

der Quote liegt.

z Von den Schutzmaßnahmen ausgenommen

sind sogenannte „Entwicklungsländer“,

deren Importe

(der jeweiligen Warenkategorien)

in die EU jeweils unter 3 % liegen

und die kumuliert (alle Entwicklungsländer)

weniger als 9 % betragen.

Die für 200 Tage beschlossenen vorläufigen

Schutzmaßnahmen laufen

am 3. Februar 2019 aus. Ende Oktober

2018 sind die ersten 100 Tage

vergangen. Zur Halbzeit bietet es

sich an, einen Blick darauf zu werfen,

wie viele Mengen von dem zur

Verfügung stehenden Kontingent

bisher schon importiert wurden und

welche Mengen bis Anfang Februar

2019 noch zollfrei zur Verfügung

stehen. 2

34 Stahlreport 11|18


Warennummer Laufende Nr. Warenkategorie Menge der Zollkontingente

(Nettotonnen)

Freie Zollkontingente

(in %)

1 09.8501 Bleche und Bänder aus

nicht legiertem Stahl

oder anderem legiertem

Stahl, warmgewalzt

2 09.8502 Bleche aus nicht legiertem

Stahl oder anderem

legiertem Stahl, kaltgewalzt

3 09.8503 Elektrobleche

(andere als GOES)

4 09.8504 Bleche mit metallischem

Überzug

5 09.8505 Bleche mit organischem

Überzug

4 269 009 71

1 318 865 76

178 704 62

2 115 054 67

414 324 70

6 09.8506 Weißblecherzeugnisse 367 470 74

7 09.8507 Quartobleche aus nicht

legiertem Stahl oder

anderem legiertem Stahl

8 09.8508 Bleche und Bänder aus

nicht rostendem Stahl,

warmgewalzt

9 09.8509 Bleche und Bänder aus

nicht rostendem Stahl,

kaltgewalzt

1 442 988 65

193 049 71

476 161 69

12 09.8512 Stäbe und Leichtprofile

aus nicht legiertem Stahl

oder anderem legiertem

Stahl

728 270 58

13 09.8513 Betonstabstahl 714 964 48

14 09.8514 Stäbe und Leichtprofile

aus nicht rostendem

Stahl

15 09.8515 Nicht rostender Walzdraht

16 09.8516 Walzdraht aus nicht

legiertem Stahl oder

anderem legiertem Stahl

17 09.8517 Profile aus Eisen oder

nicht legiertem Stahl

82 156 54

32 744 56

058 110 44

167 817 69

18 09.8518 Spundwanderzeugnisse 24 854 43

20 09.8520 Gasleitungen 185 280 52

21 09.8521 Hohlprofile 387 343 49

22 09.8522 Nahtlose Rohre aus nicht

rostendem Stahl

22 818 58

23 09.8523 Tragrohre 5 549 82

25 09.8525 Große geschweißte

Rohre

26 09.8526 Andere geschweißte

Rohre

28 09.8528 Draht aus nicht legiertem

Stahl

258 133 85

296 274 58

393 031 56

Stand 23.10.2018

Stahlreport 11|18

35


BDS

Recht

Türkei – Maßnahmen zur Sicherung des nationalen Stahlmarkts

Schutzzölle auf Eisen- und Stahlprodukte

Die Türkei erhebt seit dem

20.9.2018 Schutzzölle in Höhe von

25 % auf die Einfuhr von bestimmten

Eisen- und Stahlwaren der HS-Kapitel

72 und 73 (HS = Harmonisiertes

System zur Bezeichnung und Codierung

der Waren).

Die Schutzzölle sind auf 200 Tage

befristet und gelten auch für Einfuhren

aus der EU. Die Zölle werden

allerdings nur auf Einfuhren erhoben,

die bestimmte Kontingentsmengen

überschreiten. Der genaue

Warenkreis und die Kontingentsmengen

ergeben sich dem Beschluss

des türkischen Handelsministeriums

von Juli 2018 (siehe Info). Ob und

wie weit die Kontingente bereits

erschöpft sind, kann auf der Internetseite

des türkischen Handelsministeriums

abgefragt werden (siehe

Link unten). Die Website bietet

jedoch nur Informationen in türkischer

Sprache an. 2

[ Info ]

Quelle: GTAI und Beschluss Nr. 2018/7

des türkischen Handelsministeriums,

verkündet im Staatsanzeiger Nr. 30541

vom 20.09.2018

Infos zu Kontingentsmengen bei Einfuhren

in die Türkei unter www.ticaret.gov.tr

(in türkischer Sprache).

Von den vorläufigen Schutzmaßnahmen betroffene Produktgruppen

Position Produktgruppe

Produktbezeichnung

(Nur Informatorische Angabe der Warenbezeichnungen aus der Kombinierten Nomenklatur)

1 Flachprodukte 72.08 Flachgewalzte Erzeugnisse aus Eisen oder nicht legiertem Stahl, mit einer Breite von 600 mm

oder mehr, warmgewalzt, weder plattiert noch überzogen

2 Langprodukte

(Stäbe, Drähte

und Profile)

3 Rohre und

Hohlprofile

72.09 Flachgewalzte Erzeugnisse aus Eisen oder nicht legiertem Stahl, mit einer Breite von 600 mm

oder mehr, kaltgewalzt, weder plattiert noch überzogen

72.10 Flachgewalzte Erzeugnisse aus Eisen oder nicht legiertem Stahl, mit einer Breite von 600 mm

oder mehr, plattiert oder überzogen

72.11 Flachgewalzte Erzeugnisse aus Eisen oder nicht legiertem Stahl, mit einer Breite von weniger

als 600 mm, weder plattiert noch überzogen

72.12 Flachgewalzte Erzeugnisse aus Eisen oder nicht legiertem Stahl, mit einer Breite von weniger

als 600 mm, plattiert oder überzogen

72.25 Flachgewalzte Erzeugnisse aus anderem legierten Stahl, mit einer Breite von 600 mm oder mehr

72.26 Flachgewalzte Erzeugnisse aus anderem legierten Stahl, mit einer Breite von weniger als

600 mm

Zolltarifnummer

Zollkontingent

(Tonnen)

3.117.670

72.13 Walzdraht aus Eisen oder nicht legiertem Stahl 558.534

72.14 Stabstahl aus Eisen oder nicht legiertem Stahl, nur geschmiedet, nur warmgewalzt, nur

warmgezogen oder nur warmstranggepresst, auch nach dem Walzen verwunden

72.15 Anderer Stabstahl aus Eisen oder nicht legiertem Stahl

72.16 Profile aus Eisen oder nicht legiertem Stahl

72.17 Draht aus Eisen oder nicht legiertem Stahl

72.27 Walzdraht aus anderem legierten Stahl

72.28 Stabstahl und Profile, aus anderem legierten Stahl; Hohlbohrerstäbe aus legiertem oder

nicht legiertem Stahl

73.03 Rohre und Hohlprofile, aus Gusseisen 273.901

73.04 Rohre und Hohlprofile, nahtlos, aus Eisen (ausgenommen Gusseisen) oder Stahl

73.05 Andere Rohre (z. B. geschweißt oder genietet) mit kreisförmigem Querschnitt und einem

äußeren Durchmesser von mehr als 406,4 mm, aus Eisen oder Stahl

73.06 Andere Rohre und Hohlprofile (z. B. geschweißt, genietet, gefalzt oder mit einfach aneinander

gelegten Rändern), aus Eisen oder Stahl

4 Rostfreier Stahl 72.19 Flachgewalzte Erzeugnisse aus nicht rostendem Stahl, mit einer Breite von 600 mm oder mehr 139.934

72.20 Flachgewalzte Erzeugnisse aus nicht rostendem Stahl, mit einer Breite von weniger als 600 mm

5 Oberbaumaterial 73.02 Oberbaumaterial für Bahnen, aus Eisen oder Stahl, wie Schienen, Leitschienen und Zahnstangen,

Weichenzungen, Herzstücke, Zungenverbindungsstangen und anderes Material für Kreuzungen

oder Weichen, Bahnschwellen, Laschen, Schienenstühle, Winkel, Unterlagsplatten,

Klemmplatten, Spurplatten und Spurstangen und anderes für das Verlegen, Zusammenfügen

oder Befestigen von Schienen besonders hergerichtetes Material

27.044

Zusätzlicher

Zoll

25 %

36 Stahlreport 11|18


Bereit für größere Aufgaben?

Fernstudium – in drei Jahren berufsbegleitend zum „Betriebswirt Stahlhandel (BDS)“

Der neue Jahrgang (23.) beginnt am 29.6.2019 in Soltau.

Argumente

z Staatlich zugelassener Studiengang

z Markenrechtlich geschützter Abschluss

z Orientiert am Europäischen und

Deutschen Qualifikationsrahmen

z Zertifizierter Anbieter

Inhalte

z Technik (Werkstoffe, Produkte,

Anarbeitung)

z Wirtschaft (Kaufmännische Kompetenz,

Führungskompetenz)

z Methoden (Selbst- und Sozialkompetenz)

Formen

z 60 Module

z 6 Präsenzphasen

z 3 Prüfungen

z 1 Studienarbeit

Für Auskünfte und Anmeldungen:

Bundesverband Deutscher Stahlhandel (BDS AG)

Max-Planck-Straße 1 · 40237 Düsseldorf

Telefon: 02 11/8 64 97-0 · Telefax: 02 11/8 64 97-22

www.stahlhandel.com

fernstudium

Betriebswirt

Stahlhandel (BDS)


BDS

Berufsbildung

ZFU-Zulassung als Basis

Weiterentwicklung des BDS-Fernstudiums

BDS, VDM und WGM haben Ende September von der ZFU eine Zulassung für das

berufsbegleitende Fernstudium erhalten, das die drei Verbände des Groß- und

Außenhandels in den vergangenen Jahren in digitalisierter Form entwickelt und

zunächst nur vorläufig genehmigt bekommen hatten. Auf dieser Basis peilen

die beteiligten Akteure nun gemeinsam mit anderen Partnern an, den branchenbezogen

qualifizierten Betriebswirtinnen und Betriebswirten ab dem

kommenden Jahr auf unterschiedlichen Wegen zusätzlich auch Abschlüsse im

akademischen Bereich zu ermöglichen. Dafür sollen bis dahin erbrachte oder

noch zu erbringende Leistungen in den neuen Systemen anerkannt werden.

Quelle: BDS Quelle: BDS

Mit diesem Siegel

hat die ZFU die

Zulassungsurkunde

für das Fernstudium

von angehenden

Betriebswirten in

BDS, VDM und

WGM versehen.

Die Stahlhandels-

Akademie ist ein

geschütztes Veranstaltungsmuster

des

Bundesverbands

Deutscher Stahlhandel.

Der BDS führt das gemeinsam

entwickelte Angebot mit dem

Abschluss „Betriebswirt/in Stahlhandel

BDS“ in den Fachbereichen Technik,

Wirtschaft und Methoden auf der

Basis der erteilten Zulassung ab

29.6.19 unverändert als dreijähriges

und berufsbegleitendes Fernstudium

fort. Den erfolgreichen Absolventinnen

und Absolventen bietet der BDS über

die Stiftung Stahlhandel bzw. die Stahlhandels-Akademie

ab 2019 regelmäßig

(erstmals vom 18.-20.1.19 in Gengenbach,

vgl. Kasten) Orientierungswochenenden

mit vier Zielen an:

z Informationen über aktuelle Branchentrends

sowie Möglichkeiten,

StahlhandelsAkademie: Orientierungswochenenden

Um für erfolgreiche Absolventinnen/Absolventen des

BDS-Fernstudiums auch künftig berufsbegleitend und

weiterführend branchenbezogene Bildungsangebote

machen zu können, wird zum neuen Jahr im Rahmen

der Stiftung des Deutschen Stahlhandels die StahlhandelsAkademie

etabliert. Sie hat u.a. die Aufgabe, mit

Orientierungswochenenden den Betriebswirten der

Branche weitere Karrieremöglichkeiten aufzuzeigen.

Die erste Veranstaltung dieser Art findet vom 18.-

20.1.19 in Gengenbach statt.

Auf dem Programm stehen „Impulse“ zu aktuellen Entwicklungen

im Stahlhandel. Zum Auftakt geht es auf

der technischen Seite um 3D-Druck sowie im Fachbereich

der Wirtschaft um neue Geschäftsmodelle für

den Werkstoffhandel, die sich durch E-Commerce

ergeben.

z für Unternehmen des Stahlhandels

berufsbildend

z und/oder als Prüfer*innen tätig zu

werden.

z Viertens zeigen Hochschulen mit

Gastreferenten die Möglichkeiten

der Anerkennung im BDS-Fernstudium

erworbener Kompetenzen im

Rahmen akademischer Bachelorund

Masterabschlüsse auf.

An privater Hochschule zum

Bachelor-Abschluss

Der Verband Deutscher Metallhändler

(VDM) und der Wirtschaftsverband

Großhandel Metallhalbzeug

(WGM) werden den nächsten Jahr-

Zweites Veranstaltungselement ist das Aufzeigen von

„Chancen“, Ausbildung in der Branche überbetrieblich

in Arbeitskreisen als Referent oder Autor zu begleiten

und/oder sich als Prüferin/Prüfer zu qualifizieren.

Schließlich gehört es zu diesen Chancen auch, jenseits

der beruflichen Bildung, aber auf dieser Basis, auch

akademische Abschlüsse erlangen zu können. Dazu

sollen interessierte Fernhochschulen entsprechende

Informationen geben.

[ Info ]

gang gemeinsam mit einer privaten

Hochschule anbieten, um den Teilnehmern,

falls gewünscht, einen

Bachelor-Abschluss zu ermöglichen.

Gleichzeitig wird definiert, welche

im Zusammenhang mit dem bisherigen

Fernstudium erbrachten Leistungen

dafür anerkannt werden können.

Zeitlich parallel zu diesen Neuerungen

studieren die derzeit 26 Teilnehmerinnen

des BDS, VDM, WGM

(Jahrgang 2017) bis Sommer 2020

gemeinsam nach der gültigen Studienordnung

weiter und erhalten im

Erfolgsfall einen der zugelassenen

Titel verliehen. 2

Die Orientierungswochenenden sind nur auf Einladung und

nur für Mitglieder der StahlhandelsAkademie buchbar. Weitere

Auskünfte erteilt der Bereich Berufsbildung im Bundesverband

Deutscher Stahlhandel (BDS): Wolfgart-BDS@stahlhandel.com

/ Wynands-BDS@stahlhandel.com.

38 Stahlreport 11|18


Validierung als neuer Weg in der Berufsbildung

Talente sichtbar machen

Das Projekt VALIKOM hat vor allem drei Ergebnisse: Es gibt ein

politisch und wissenschaftlich anerkanntes Verfahren zur Validierung

non-formal und informell erworbener beruflicher Kompetenzen,

dieses Werkzeug könnte auch in anderen Bildungsbereichen

genutzt werden und es kommt vor allem öffentlichen Institutionen

zu Gute. Das zeigte sich Anfang Oktober in Berlin auf der

Abschlusstagung zu dem Verbundvorhaben mit Ministerien und

Kammern. Ziel war und ist es, Talente sichtbar zu machen. Das

berichtet Dr. Ludger Wolfgart aus der Hauptstadt.

Nach einer Studie der Bertelsmann-Stiftung

gibt es im von Fachkräftemangel

geplagten Deutschland

derzeit rund 6 Mio. Personen ohne

beruflichen Abschluss, von denen aber

etwa die Hälfte über entsprechende

Arbeitserfahrungen verfügt. Dieses

Potenzial könnte mit den Erfahrungen

aus dem Projekt „Abschlussbezogene

Validierung non-formal und informell

erworbener Kompetenzen“ von Industrie-

und Handels- sowie Handwerkskammern

künftig besser gehoben werden,

wissenschaftlich begleitet vom

Forschungsinstitut für Berufsbildung

im Handwerk an der Universität zu

Köln.

Die im Verbund mit politischen

Akteuren zwischen April 2017 und

August 2018 durchgeführte Forschung

zur Validierung berufsbegleitend

erworbener Kompetenzen bezieht sich

auf ein vierstufiges Verfahren:

z Information und Beratung Interessierter

durch die Kammern,

z Selbsteinschätzung der Betroffenen

auf der Basis von Lebensläufen,

z mehrteilige Fremdeinschätzung

durch Experten sowie

z Zertifizierung der vollen, teilweisen

(oder nicht) vorhandenen Gleichwertigkeit

mit einem Referenzberuf.

Zu diesen gehörten im Rahmen des

Forschungsvorhaben rund zwei Dutzend

Ausbildungsberufe, unter ihnen

in je 15 Fällen Fachlageristen und Kaufleute

für Büromanagement sowie zehn

Verkäufer*innen. Sie erreichten in

zwölf, neun bzw. fünf Beispielen eine

volle Gleichwertigkeit sowie drei-,

sechs- bzw. fünfmal eine teilweise

Anerkennung. Diese Ergebnisse

basierten in der Fremdbewertung auf

so unterschiedlichen Verfahren wie

Fachgesprächen, Rollenspielen bzw.

Arbeitsproben, Fallstudien und/oder

Probearbeiten im Betrieb und bezogen

sich jeweils auf typische Kennzeichen

der relevanten Ausbildungsberufe.

Zwar ist es das Ziel, individuelle

Berufsleistungen im Non-formalen und

Informellen wertzuschätzen, in nicht

wenigen Fällen sind diese Validierungsverfahren

allerdings inzwischen

in externe Kammerprüfungen gemündet.

Das gesamt Vorhaben geht auf

eine EU-Ratsempfehlung vom Dezember

2012 zurück, die bis spätestens

2018 national umgesetzt werden sollte.

Entsprechend wird das Validierungsangebot

ab Ende dieses Jahres auf rund

30 Kammern und 30 Berufe ausgeweitet,

was in den Kammerbereichen

einen erheblichen Schulungsbedarf

auslöst.

Eine solche Ausweitung z.B. auch

auf den akademischen Bereich zu

beziehen, wollte Kornelia Haugg auf

der Tagung nicht ausschließen, ordnete

diese Idee allerdings ausdrücklich

ihrer Phantasie zu. Sie leitet im Bundesministerium

für Bildung und Forschung

(BMFT) die Abteilung für allgemeine

und berufliche Bildung sowie

lebenslanges Lernen. Eine gesetzliche

Verankerung einer solchen Validierung

rückte sie allerdings in eine nicht

ganz so weite Ferne.

Diese Zukunft nahm am Ende der

Tagung Peter Thiele, im BMFT für

Grundsatzfragen zuständig, ganz konkret

in den Blick und kündigte an,

dass sein Haus in den nächsten drei

Jahren rund 11 Mio. € Fördergelder

in die Hand nehmen wird, um den

Transfer der Erkenntnisse auf weitere

Kammern mit zu finanzieren.2

Fachgruppensitzung

der Fernunterrichtsanbieter

Wichtige Zukunftsthemen

Welche Themen für die Anbieter von

Fernunterricht und dessen Vertrieb wichtig

sind, war Anfang Oktober in Würzburg

Gegenstand der entsprechenden Fachgruppensitzung

des FDL. Künftige Schwerpunkte

der Arbeit werden demnach das

Marketing sowie rechtliche und politische

Aspekte sein. Das gilt in 2019 sowohl für

die Gremiensitzungen der Anbieter, unter

ihnen der BDS, als auch für das Bildungsprogramm

des Fernlernverbandes.

Die rund 40 Einrichtungen umfassende

Gruppe der Anbieter im Forum DistancE-

Learning (FDL) ist – neben den Hochschulen

und dem pädagogischen Arbeitskreis –

eine der drei Organisationseinheiten des

Verbandes, der derzeit seinen Umzug von

Hamburg nach Berlin vorbereitet und dort

am 27. Mai 2019 auch sein 50-jähriges

Bestehen feiern will. In der Hauptstadt thematisiert

noch in diesem Jahr das traditionelle

Fachforum die aktuellen Digitalisierungs-Aspekte

des Fernlernens (12.11.18).

Für den Tag danach ist zur diesjährigen Mitgliederversammlung

eingeladen.

Zumindest drei weitere konkrete Themen,

das wurde auf der Sitzung in Würzburg

deutlich, werden die künftige FDL-Arbeit

prägen: die Zuordnung von Fernlernangeboten

zum Deutschen Qualifikationsrahmen

(DQR), der unterschiedliche Bildungsabschlüsse

vergleichbar macht, die umsatzsteuerliche

Behandlung von Autorenleistungen

für Lehrbriefe sowie die Umsetzung der

neuen Datenschutz-Grundverordnung. Zu

diesen Projekten tauschten die Teilnehmer

des Oktobertreffens den aktuellen Stand

der Diskussionen aus.

Insbesondere die besonderen Herausforderungen

des DQR, nach dem auch der Bundesverband

Deutscher Stahlhandel (BDS)

sein Fernstudium einordnet, hatten vor einigen

Jahren zur Mitgliedschaft im FDL

geführt. Seit Anfang dieses Jahres ist Dr.

Ludger Wolfgart, BDS-Bereichsleiter Berufsbildung,

gewählter Sprecher der Anbietergruppe,

leitet deren Sitzungen und kümmert

sich um externe inhaltliche Impulse für die

Arbeit – zuletzt bei der Tagung zur Validierung

informell oder non-formal erworbener

Kompetenzen (vgl. ges. Bericht in diesem

Heft).

Stahlreport 11|18

39


BDS

Berufsbildung/Kommunikation

Kosten für zentral beschulte Auszubildende

Verbandsrecherchen

Im Rahmen seiner Mitarbeit im BGA-Berufsbildungsausschuss ist Dr. Ludger Wolfgart, BDS-Bereichsleiter

Berufsbildung, mit der Frage konfrontiert worden, ob bzw. inwieweit Fahrt- und Unterbringungskosten

für zentral beschulte Auszubildende auch im Stahlhandel ein Problem darstellen. Dazu recherchiert

der Verband derzeit vor dem folgenden Hintergrund und mit dem anschließend genannten Ziel:

Auszubildenden, die einen

Beruf mit wenigen Ausbildungsverträgen

pro Jahr gewählt haben, entstehen

durch den Besuch von in der

Regel weiter entfernten Landes- oder

Bundesfachklassen Kosten für die

Fahrt und ggf. Unterbringung während

des Berufsschulbesuchs. Empirische

Daten darüber, ob die Anzahl

der davon betroffenen Auszubildenden

tatsächlich steigt, liegen nicht

vor. Die Kultusministerkonferenz

(KMK) bestätigt jedoch eine steigende

Anzahl länderübergreifender Fachklassen.

Auch wenn die Hauptausbildungsberufe

im Groß- und Außenhandel

(Kaufleute und Lagerberufe)

aufgrund ihrer Größe in der Regel

wohnortnah beschult werden können,

kann es jedoch bei der Vielzahl der

Ausbildungsberufe auch in dieser

Branche Auszubildende geben, die

in Landesfachklassen beschult werden.

Deshalb könnte auch der Großund

Außenhandel von der Problematik

betroffen sein.

Zur Frage der Übernahme dieser

Kosten durch das jeweilige Bundesland

gab es 2016 ein Urteil des Verwaltungsgerichtshofs

Baden-Württemberg.

Es ging um die Kosten,

welche einem Auszubildenden während

seines auswärtigen Berufsschulbesuches

durch die Unterbringung

und Betreuung in einem Jugendwohnheim

entstanden waren. Diese beliefen

sich auf 20 bis 29 € pro Tag. Der

Kläger erhielt einen Zuschuss in Höhe

von 6 € pro Tag vom Land Baden-

Württemberg. Insgesamt musste der

Kläger für seine Unterbringung über

mehrere Jahre knapp 4.000 € aufbringen.

Das Gericht entschied

zugunsten des Klägers auf Grundlage

des Gleichheitssatzes des Art. 3 Abs.

1 GG.

Konkret sei dieser dann verletzt,

„wenn eine Gruppe von Normadressaten

oder Normbetroffenen im Vergleich

zu einer anderen anders behandelt

wird, obwohl zwischen beiden

Gruppen keine Unterschiede von solcher

Art und solchem Gewicht bestehen,

dass sie die unterschiedliche

Behandlung rechtfertigen können.“

Das beklagte Land sei daher dem

Grunde nach verpflichtet, die dem

Kläger entstandenen Mehrkosten zu

erstatten.

Bundesländer

handhaben unterschiedlich

In diesen Zusammenhängen gibt es

in den verschiedenen Bundesländern

offenbar unterschiedliche Regelungen

und Handhabungen in der Praxis.

Baden-Württemberg zum Beispiel

übernimmt seit dem Gerichtsurteil

die Kosten und zahlt neu 37 statt 6 €

pro Tag, wenn der Anfahrtsweg (hin

und zurück) mehr als zwei Stunden

dauert. Bayern übernimmt ebenfalls

die Kosten für Unterkunft und Verpflegung,

abzüglich eines Eigenanteils

für die Verpflegung, wenn die

Abwesenheit vom gewöhnlichen Aufenthaltsort

mehr als 12 Stunden

beträgt oder der Weg hin und zurück

mehr als 3 Stunden dauert. Mehrere

Bundesländer übernehmen durch

Unterkunftspauschalen (z. B. Hessen

mit 10 € pro Tag oder Mecklenburg-

Vorpommern mit 175 € pro Halbjahr)

und/oder durch Fahrtkostenzuschüsse

(z. B. Nordrhein-Westfalen

mit bis zu 50 € im Monat) einen Teil

der Kosten. Diese Kostenübernahmen

sind meist an gewisse Bedingungen

wie die Fahrtzeit oder die Gesamtkosten

eines Aufenthalts geknüpft.

Für andere Bundesländer wie z.B.

Bremen oder Niedersachsen sind

keine Regelungen bekannt. Die KMK

hat darauf hingewiesen, dass momentan

verschiedene Länder dabei seien,

ihre Regelungen zu überarbeiten, verfügt

jedoch nach eigener Aussage

nicht über eine weitergabefähige

Gesamtdarstellung.

Die zu erstellen, könnte durch

entsprechende Informationen aus

betroffenen Unternehmen möglich

werden. Für Angaben dazu interessiert

sich beim Bundesverband Deutscher

Stahlhandel (BDS) Dr. Ludger

Wolfgart (Wolfgart-BDS@stahlhandel.com,

0211/86497-0). Er kann

diese Rechercheergebnisse dann in

die Beratungen beim Bundesverband

Großhandel, Außenhandel, Dienstleistungen

(BGA) einbringen. 2

40 Stahlreport 11|18


FDL-Vorstand tagte in der Hauptstadt

Berlin und die Bildung

Der Vorstand des Fernlernverbands FDL hat Mitte Oktober in Berlin

getagt. Vielfach war dabei auch die Hauptstadt ein Thema. Mit

dabei war Dr. Ludger Wolfgart, BDS-Bereichsleiter Berufsbildung,

der im FDL als Sprecher die Gruppe der Anbieter von Fernunterricht

vertritt. Der Bundesverband Deutscher Stahlhandel (BDS) hatte in

den vergangenen Jahren vor allem im Zusammenhang mit dem

Deutschen Qualifikationsrahmen (DQR) sein FDL-Engagement

intensiviert

Berlin und die Bildung, vor

allem in ihrer berufsbezogenen Ausprägung,

stellen einen wichtigen

Zusammenhang dar, weil viele Rahmenbedingungen

dazu bundesweit

festgelegt werden. Der Koalitionsvertrag

vom März dieses Jahres legt

beredt Zeugnis davon ab. Und die

persönliche Karriere von Anja Karliczek,

die sich über Berufsausbildungen

und Fernstudium für ihren

Job als Bundesministerin für Bildung

und Forschung qualifiziert hat, verstärkt

diese Tendenz noch. Um

näher an den politischen Entscheidern

zu sein, hatte das Forum DistancE

Learning (FDL) vor einem Jahr

beschlossen, seine Geschäftsstelle

von Hamburg nach Berlin zu verlegen.

Diesen Schritt, der ab 1.1.19

sukzessive wirksam wird, galt es

auf der Vorstandssitzung zu konkretisieren.

Genau festzulegen waren zudem

die beiden nächsten Großveranstaltungen,

die das FDL durchführt –

konsequenterweise auch in der

Hauptstadt:

z Das diesjährige Fachforum zur

„Zukunft der Bildung“ findet am

12.11.18 ganztägig in Berlin statt.

(Vgl. 10/18, S. 48). Für den Tag

danach ist am Tagungsort zur FDL-

Mitgliederversammlung eingeladen.

z Das FDL ist aus dem traditionellen

Fernlernverband entstanden und

kann deshalb 2019 seinen 50sten

Geburtstag feiern. Auch diese Festveranstaltung

ist für Berlin geplant

und findet Ende Mai in der Hauptstadt

statt.

So besteht die Chance, dass die Bundespolitik

die Anliegen der Fernunterrichts-

bzw. Fernstudienbranche

künftig intensiver wahrnimmt. Das

könnte helfen, die Interessen der entsprechenden

Anbieter und Nachfragen

erfolgreicher zu definieren. Beispiel

dafür ist der Deutsche

Qualifikationsrahmen (DQR), der Bildungsabschlüsse

im schulischen,

akademischen und berufsbildenden

Bereich vergleichbar macht und nach

Überzeugung auch des BDS das wichtigste

Instrument zur Anerkennung

der berufsbegleitend erbrachten Leistungen

darstellt. Damit einhergehen

sollte beispielsweise eine gerechte

steuerliche Behandlung der für das

Fernlernen erforderlichen Vorleistungen.

Auch für dieses Thema setzt

sich das FDL seit langem ein. 2

DigiDay 2019 – kostenlos für Mitglieder

Up-to-date:

Digitalisierung im Stahlhandel

Industrie 4.0, Big Data, Machine Learning:

Der DigiDay am 7.2.2019 rückt erstmals

die Digitalisierung im Stahlhandel als

eigenständiges Thema in den Fokus. Die

gemeinsam vom BDS und der Edelstahlhandelsvereingung

ausgerichtete Fachveranstaltung

richtet sich exklusiv an die Mitglieder

der beiden Verbände und ist für die Teilnehmer

kostenlos.

Schwerpunktmäßig geht es dabei um „Intelligente

Warenwirtschaft mit maßgeschneiderten

ERP-Systemen“, die „Digitalisierung aus

der Sicht der Stahlhändler“ und „Online-

Marktplätze für Stahlprodukte“. Anmeldung

und weitere Informationen sind siehe Info-

Hinweis.

[ Info ]

Anmeldung und weitere Informationen unter:

ww.stahlhandel.com/DigiDay2019

Stahlreport 11|18

41


Verbände

und Politik

Bericht

Mühen der Produktion

Maschinenbaugipfel in Berlin

Der deutsche Maschinen- und Anlagenbau muss sich sehr mühen, die Produktion der Branche

in diesem Jahr um die bisher prognostizierten 5 % zu steigern. Per Ende August habe das

Produktionsplus bei 3,2 % gelegen Das hat VDMA-Präsident Carl Martin Welcker Mitte Oktober

beim 10. Deutschen Maschinenbaugipfel in Berlin deutlich gemacht.

Als Gründe dafür verwies der

Verband Deutscher Maschinen- und

Anlagenbau (VDMA) aus Anlass des

Treffens auf die Störungen im internationalen

Handel sowie auf Innovationsprobleme.

Für 2019 gehen die

VDMA-Volkswirte auch vor diesen

Hintergründen von einer nachlassenden

Dynamik aus und erwarten ein

Produktionswachstum von ebenfalls

real 2 %.

Vor diesem Hintergrund trat Carl

Martin Welcker in der deutschen

Hauptstadt zwar mit erkältungsbedingt

belegter Stimme vor die Versammlung,

gestaltete seine Eröffnungsrede

zu dem zweitägigen

Treffen aber selbstbewusst und

zukunftsorientiert. Er sprach in diesem

Zusammenhang von einem großen

Handlungsdruck auf die Unternehmen

und forderte die

Unterstützung durch die Politik ein.

Dazu gab es in Berlin reichlich Gelegenheit,

denn ein großer Teil des Programms

des Gipfeltreffens bestand

aus entsprechenden Dialogformen.

Handelsstreit

Auswirkungen des Handelsstreits der

USA mit China bekommen demnach

auch die Maschinenbauer in Deutschland

zunehmend zu spüren. Insbesondere

Firmen, die in China für den

amerikanischen Markt produzieren,

seien von den Strafzöllen auf breiter

Front betroffen. „Der Handelsstreit

sorgt aber auch insgesamt für eine

wachsende Verunsicherung im Welthandel“,

sagte Welcker.

China und die Vereinigten Staaten

sind die wichtigsten Einzelmärkte für

die Maschinenbauer in Deutschland.

Nach sieben Monaten des laufenden

Jahres hat die Volksrepublik ihren

Spitzenplatz in der Exportrangliste

wieder mit knappem Vorsprung vor

den USA zurückerobert. Zwischen

Januar und Juli wurden aus Deutschland

Maschinen und Anlagen im Wert

von 10,94 Mrd. € exportiert, in die

USA waren es 10,92 Mrd. €. Zusammen

stehen beide Länder für 21,5 %

aller Maschinenexporte aus Deutschland.

Umso wichtiger ist es für die

mittelständische Maschinenbauindustrie,

dass der Marktzugang in

beide Länder offen bleibt.

„Leider geht die Entwicklung

sowohl in China, als auch in den USA

in die falsche Richtung“, urteilte der

VDMA-Präsident. Während die USA

mit Strafzöllen und der Drohung von

extraterritorialer Rechtsanwendung

den freien Handel beeinträchtigten,

bleibe China unverändert eine von

Staatseingriffen geprägte Wirtschaft,

die sich der für eine Marktwirtschaft

nötigen Öffnung verweigere. Der

VDMA sieht daher die EU am Zug.

Sowohl die Verhandlungen mit

China über ein Investitionsabkommen

als auch mit den USA über ein Freihandelsabkommen

müssen mit aller

Kraft vorangebracht werden, fordert

der Verband.

Innovationsprobleme

Der digitale Transformationsprozess

stellt Führungskräfte und Mitarbeiter

im Maschinen- und- Anlagenbau vor

Herausforderungen, die weit über rein

technologische Fragestellungen

hinausgehen. Die neue VDMA-Studie

„Führung und Innovation in Zeiten

der Digitalisierung“, sie basiert auf

einer Umfrage unter 157 VDMA-Mitgliedsunternehmen,

hat die grundlegenden

Anforderungen an erfolgreiche

Unternehmens- und

Mitarbeiterführung untersucht.

Daraus ergeben sich konkrete Handlungsempfehlungen

für mittelständische

Maschinenbauer. Diese lauten

u.a.:

Unternehmen müssten ihre Fähigkeit

zu radikaler Innovation stärken.

Kooperationen mit Universitäten,

Quelle: BDS

Nicht nur positive Botschaften:

VDMA-Präsident Carl Martin Welcker.

Startups oder Firmen aus anderen

Branchen könnten Zugang zu neuen

Perspektiven, Ideen und Arbeitsweisen

geben.

Insbesondere das mittlere

Management wirke in manchen

Unternehmen als Bremser der Digitalisierung.

Deshalb sei das Top-

Management besonders gefragt,

voranzugehen. Visionäre Führung

und klare Vermittlung der Notwendigkeit

zu digitalen Innovationen würden

entscheidend. Zudem könne Mitarbeitern

mehr Verantwortung in

Digitalisierungsprojekten gegeben

werden.

In vielen Unternehmen brauche

es einen Wandel von einer Nullfehlerkultur

zu einer Fehler- oder Explorationskultur.

Für viele Fragen der Digitalisierung

würden flexiblere, iterative Problemlösungsprozesse

(z.B. Design

Thinking, Scrum) benötigt. Insbesondere

für die Entwicklung neuer

Geschäftsmodelle müssten die Verantwortlichen

sich von den zuweilen

unflexiblen Strukturen lösen. 2

42 Stahlreport 11|18


Zukunftsmesse Hypermotion in Frankfurt mit BME

Die Digitalisierung der Geschäftsreise

„Digital 4.0 meets Business Traveler 2.0” ist das Motto einer Konferenz, die am 21.11.18 im Rahmen

der Frankfurter Zukunftsmesse „Hypermotion“ stattfindet. Bei dieser u.a. vom BME organisierten

Fachtagung diskutieren Experten aus Wirtschaft und Wissenschaft mit ihren Teilnehmern in mehreren

Sessions, wie sich geschäftliche Mobilität mit künstlicher Intelligenz sinnvoll verbinden lässt.

Gleichzeitig erläutern in- und ausländische Vertreter

namhafter Industrieunternehmen, Start-ups und

Beratungsgesellschaften, wie Geschäftsreisen durch die

vorausschauende Analyse und das Nutzen von Echtzeitinformationen

effizienter durchgeführt werden können.

Konkret geht es beispielsweise um die Klärung der Frage,

wie sich unternehmerische Wettbewerbsvorteile durch

die gesamtheitliche Betrachtung der Mobilität schaffen

lassen.

Ein weiteres Thema der Tagung, die gemeinsam vom

Verband Deutsches Reisemanagement e.V. (VDR) und dem

Bundesverband Materialwirtschaft, Einkauf und Logistik

e.V. (BME) organisiert wird, ist die erfolgreiche Umsetzung

neuer Geschäftsmodelle und Quantensprünge im Geschäftsreiseverkehr.

Ebenfalls zur Sprache kommt die Fragestellung,

wie man die Customer Journey mit neuer Technologie

revolutioniert.

„Durch die Digitalisierung können Geschäftsreisen

schneller, individueller und mit weniger Aufwand gebucht

werden. Die Reise wird zukünftig Door-to-Door in einem

Rutsch durchbuchbar sein“, betont Carsten Knauer, BME-

Leiter Sektion Logistik/SCM. Hinterlegte automatisierte

End-to-End-Prozesse erledigten die Verwaltung und entlasteten

den Reisenden. Knauer: „Er kann sich voll und

ganz auf das Ziel seiner Reise konzentrieren.“

„Eine innovative Mobilitätsstrategie muss künftig mehr

denn je die Bedürfnisse der Reisenden einbeziehen. Wir

zeigen in unseren Workshops, wie sich die einzelnen Prozessschritte

einer Geschäftsreise durch neue disruptive

Geschäftsmodelle und Technologien effizienter und einfacher

gestalten lassen“, ergänzt VDR-Präsidiumsmitglied

Inge Pirner.

Die „hypermotion“ versteht sich als Plattform für Verkehrs-,

Logistik- und Mobilitätssysteme. Auf der zum zweiten

Mal stattfindenden Zukunftsmesse begleiten BME und

VDR erstmals mit der Konferenz „Digital 4.0 meets Business

Traveler 2.0“ das Business Travel Management in die Digitalisierung

der Mobilität. 2

[ Info ]

Link zu Anmeldung

und Programm:

www.hypermotionfrankfurt.messefrankfurt.

com/frankfurt/de/

konferenzen/

business-traveler.html

Prominente und Argumente

BGA-Unternehmertag in Berlin

Welche Möglichkeiten der Groß- und Außenhandel hat, nicht nur politische Persönlichkeiten für die

Vertretung seiner Interessen zu mobilisieren, hat der BGA Mitte Oktober in Berlin beim diesjährigen

Unternehmertag vor mehreren hundert Gästen deutlich gemacht. Denn die Prominenz, angeführt von der

Bundeskanzlerin, lieferte gleichzeitig wichtige Argumente für die inhaltlichen Auseinandersetzungen mit.

„frei.handeln – Wohlstand und

Sicherheit für alle“ war die mehrstündige

Veranstaltung am 15.10.18 im

Verbändehaus Am Weidendamm überschrieben.

Um dieses Ziel erreichen zu

können, brauchen die Mitglieder im

Bundesverband Großhandel Außenhandel

Dienstleistungen (BGA) Klarheit

über die aktuellen Rahmenbedingungen

und deren Verbesserung. Die Möglichkeit

eines solchen Vertrauens forderte

in seiner Eröffnungsrede

BGA-Präsident Dr. Holger Bingmann

und erinnerte an die weltweiten politisch-wirtschaftlichen

Krisenherde.

Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel

griff in ihrer knapp halbstündigen Rede

diesen Ansatz auf, unterstützte ihn und

schlug dazu beispielsweise vor, die

Welthandelsorganisation entsprechend

weiterzuentwickeln. Für die Unterstützung

des afrikanischen Kontinents

komme es nicht allein auf Entwicklungshilfe

sondern zudem auf privatwirtschaftliches

Engagement an. Gleichzeitig

erweiterte sie den Kreis der

Herausforderungen zusätzlich, indem

sie die Veränderungen in Politik, Wirtschaft

sowie Gesellschaft durch die

Digitalisierung ansprach und gerade

dazu konkrete Unterstützung von

Unternehmen durch die Bundesregierung

ankündigte. Vertrauen schließlich

forderte sie am Tag nach der Landtagswahl

in Bayern auch für die Arbeit der

Politiker – so wie es dem legendären

ehrbaren Kaufmann traditionell entgegengebracht

werde.

Die Themen, die dazu von der Politik

aktiv angegangen werden müssten,

nannte dann in seiner, den Unternehmertag

abschließenden Rede (nach

einer Diskussionsrunde) der Bundesvorsitzende

der FDP, Christian Lindner

MdB: Steuer- und Energiepolitik, Entbürokratisierung,

Infrastrukturausbau

und Anerkennung der Leistungen der

Wirtschaft. Dem Titel seines Vortrags

gemäß sprach er aber fragend auch an:

„Brexit, Seidenstraße, Trump – Muss

Europa erwachsen werden? 2

Stahlreport 11|18

43


XXXXXXXXXX

Wisssenswertes

XXXXX Berichte Bericht/Nachrichten

Bezeichnung A XXXXX | XXXXX Bezeichnung B XXXXX

Quelle: Neue Technologie Neugärtner und Partner GmbH

Die Notwendigkeit, den Durchmesser eines Treppengeländers zu messen, brachte Mario

Neugärtner auf die Idee, einen klassischen Zollstock mit einer weiteren Funktion auszustatten:

Auf der Rückseite befindet sich eine Skala, die den Durchmesser eines runden

Gegenstandes angibt. Mathematische Grundlage dafür bildet die Formel zur Berechnung

von Inkreisen in Dreiecken.

Knakke

Der Zollstock für das Runde

Zollstöcke gehören zu den meistgebrauchten Messmitteln. Häufig

reicht ein normales Werkzeug jedoch nicht aus: Wenn etwa der

Durchmesser von runden Gegenständen bestimmt werden soll,

stößt ein gewöhnlicher Meterstab häufig an seine Grenzen. Neugärtner

hat deshalb den Zollstock Knakke entwickelt, der zusätzlich zur

Längenmessfunktion in wenigen Schritten den Durchmesser von

zylinderförmigen Objekten von bis zu 33 cm bestimmen kann.

Als der Unternehmenssitz vor

einigen Jahren saniert werden sollte,

stand Firmengründer Mario Neugärtner

vor dem Treppengeländer und damit

vor einem Problem: „Der Handlauf sollte

erneuert werden. Dazu mussten wir

allerdings erst einmal feststellen, welchen

Durchmesser das Geländer überhaupt

hat.“

Neugärtner, dessen Unternehmen,

die Neue Technologie Neugärtner und

Partner GmbH eigentlich Software für

die Baubranche entwickelt, kam schließlich

auf die Idee, einen Zollstock mit

verschiedenen Skalen zu entwickeln.

Dabei griff der Geschäftsführer auf ein

bereits seit über 2.000 Jahren bekanntes

mathematisches Prinzip zurück: Sind

die Längen aller drei Seiten eines Dreiecks

bekannt, kann auch der Durchmesser

des Inkreises berechnet werden.

Die Seiten des Dreiecks fungieren dabei

als Tangenten und berühren den einbeschriebenen

Kreis an jeweils einem

Punkt. Der Softwareexperte entwarf

daraufhin ein Programm zur Berechnung

des Durchmessers und übertrug

diese Werte anschließend auf die Skala

eines gewöhnlichen Zollstocks. Während

sich auf der Vorderseite des

Knakke nun nach wie vor die

bekannte Meterskala befindet, ist auf

der Rückseite die von Neugärtner

berechnete Diameterskala zu finden.

„Soll der Durchmesser eines

Objektes bestimmt werden – das kann

ein Leitungsrohr sein oder jeder

andere zylinderförmige Gegenstand

– müssen lediglich mindestens drei

Teile des Zollstocks aufgeklappt und

dieser wie ein Dreieck um den Gegenstand

gelegt werden, sodass das Rohr

von allen drei Seiten berührt wird“,

erläutert Neugärtner die Vorgehensweise.

„Ein Pfeil deutet millimetergenau

auf den Durchmesser hin. Besteht

Bedarf, kann der Durchmesser auch

in Zoll bestimmt werden.“ Für Objekte

mit größerem Durchmesser werden

mehr Glieder des Meterstabs ausgeklappt.

Das ermöglicht es, Durchmesser

von bis zu 33 cm mit hoher Präzision

zu bestimmen. 2

[ Info ]

www.knakke.de.

Fraunhofer-Forschung:

Neues Verfahren für harte

Werkzeuge

In der Umformtechnik, der spanenden

Formgebung und Verfahrenstechnik

werden extrem harte Werkzeuge benötigt,

die konventionell über Pulverpressen hergestellt

werden. Damit wird zwar eine

hohe Härte erzielt, es ist jedoch eine aufwendige

und somit teure Nachbearbeitung

erforderlich. Additive Verfahren ermöglichen

komplexe Geometrien von Hartmetallwerkzeugen,

sind bislang jedoch hinsichtlich

Härte und Bauteilgröße

eingeschränkt. Fraunhofer-Forscher haben

nun eine Alternative entwickelt: FFF.

Am Fraunhofer IKTS in Dresden haben sie

das 3D-Druckverfahren Fused Filament

Fabrication auf Hartmetalle adaptiert. Die

Entwicklung erfüllt erstmals alle Anforderungen

für den Einsatz in Bearbeitungswerkzeugen.

Hartmetalle bestehen aus den Metallbindern

Nickel oder Cobalt und dem Hartstoff

Wolframcarbid. Aus ihnen wurden bislang

bereits zuverlässige Schneid-, Bohr-, Pressund

Stanzwerkzeuge extrudiert, spritzgegossen

oder über uniaxiales beziehungsweise

kaltisostatisches Pulverpressen

gefertigt. Komplexe oder spezifische Geometrien

waren mit diesen Verfahren trotz

teurer Nachbearbeitung jedoch nur sehr

aufwendig oder gar nicht zu realisieren.

Abhilfe schaffen additive Verfahren. Der

3D-Pulverdruck (Binder Jetting) und der

thermoplastische 3D-Druck (3DTP) wurden

am IKTS bereits erfolgreich mit ausgewählten

Hartmetallen eingesetzt. Allerdings ist

bei diesen Verfahren neben der Einstellung

des Bindergehalts und der resultierenden

Härte auch die Bauteilgröße limitiert.

Das aus der kunststoffverarbeitenden

Industrie stammende additive Fertigungsverfahren

Fused Filament Fabrication (FFF)

wurde am IKTS zunächst auf Keramiken

und Verbundwerkstoffe adaptiert. „Durch

die materialeffiziente FFF eröffnen sich

aber auch für Hartmetalle interessante

Möglichkeiten zur Herstellung von großen,

komplexen Prototypen oder Sonderwerkzeugen“,

berichtete nun IKTS-Formgebungsexperte

Dr. Tassilo Moritz. Bei der

FFF werden 3D-Körper aus einem flexiblen,

schmelzfähigen Filament aufgebaut.

44 Stahlreport 11|18


Chemikalien aus Hüttengasen

Cross-industrielles Netzwerk

lädt zur Tagung

Es geht um die Vision von einem

cross-industriellen Netzwerk zur Produktion

von Chemikalien aus den Hüttengasen der

Stahlproduktion. Am 12./13.11.18 in Berlin

sollen Fortschritte in diesem Projekt vorgestellt

werden.

Seit Juni 2016 arbeitet ein Team von Partnern

aus Wirtschaft und Forschung im Projekt

Carbon2Chem ® . Aufgaben und Ziele

waren bereits im letzten Jahr während einer

Auftaktkonferenz zur nachhaltigen chemischen

Konversion in der Industrie präsentiert

worden. Inzwischen ist klar: Die Übertragbarkeit

der modularen Lösung ist ein wesentlicher

Ansatz zur Reduktion der CO 2

-Emissionen

und des Einsatzes fossiler Rohstoffe an

großen Industriestandorten weltweit.

Die zweite Konferenz im November will vor

diesem Hintergrund einen Ausblick auf die

verbleibenden zwei Projektjahre werfen und

über die Zukunft des flexiblen Carbon Capture

and Utilization (CCU) Konzepts diskutieren.

[ Info ]

Hohe Herausforderungen

Tagung fokussiert Entgraten und Oberflächen

Informationen zur Veranstaltung und

Anmeldung: www.umsicht.fraunhofer.de/de/

messen-veranstaltungen/2018/

carbon2chem-konferenz.html

Genaueres zum Geburtstag

Der Fotokopierer ist 80 Jahre

alt geworden

Der Fotokopierer ist im Oktober 80

Jahre alt geworden. An dieses historische

Datum hat auch der Digitalverband Bitkom

erinnert – und die Historie mit aktuellen

Zahlen bereichert, Genaueres geliefert.

Am 22. Oktober 1938 hatte Chester F.

Carlson in New York die erste Fotokopie

angefertigt – und bis heute ist seine Erfindung

aus dem Alltag nicht wegzudenken.

Trotz Digitalisierung, Internet, USB-Sticks

und Cloud braucht es weiterhin oft eine

Papierkopie – sei es für Behörden, die

Bachelor-Arbeit an der Uni oder im Büro.

So schätzen beispielsweise sieben von

zehn Unternehmen (68 %), dass mindestens

die Hälfte ihrer Büro- und Verwaltungsprozesse

weiterhin papierbasiert

ablaufen. 6 % davon setzen sogar noch vollständig

auf Papier. So gut wie kein Unternehmen

(1 %) verzichtet vollständig auf

Papier. Das zeigt der Digital Office Index

2018 – eine repräsentative Befragung von

1.106 Unternehmen ab 20 Mitarbeitern

des Digitalverbands BITKOM (Bundesverband

Informationswirtschaft,Telekommunikation

und neue Medien e.V.).

Zunehmend anspruchsvollere Spezifikationen

rücken bei der Teileherstellung

Fertigungsschritte wie das Entgraten und

Verrunden von Kanten sowie die Herstellung

von Präzisionsoberflächen immer stärker

in den Fokus. Diese Prozesse erfordern

optimale Verfahren. Informationen dazu bietet

eine Fachtagung am 22./23.11.18 in

Lüdenscheid.

Die Anforderungen an die Oberflächen von

Präzisionsteilen variieren zwar je nach Produkt,

Einsatz und Branche. Dennoch stellen

zunehmend komplexere Bauteilgeometrien,

schwer bearbeitbare Werkstoffe, neue

Materialien und Materialkombinationen Fertigungsunternehmen

vor generell große

Herausforderungen.

Dazu will die 7. Fachtagung „Entgrattechnologien

und Präzisionsoberflächen“, die erstmals

in Lüdenscheid durchgeführt wird,

Grundlagen, Expertenwissen vermitteln. Es

werden innovative Lösungen sowie Praxisbeispiele

präsentiert. Der Auftaktvortrag

beispielsweise informiert über verschiedene

Entgratverfahren sowie deren Potenziale

und Grenzen. Eine innovative Lösung zur

Bearbeitung von Schneidkanten nach der

Zerspanung, dem Stanzen und Feinschneiden

wird ebenso vorgestellt wie der Weg in

die industrielle Entgratung mit Ultraschall.

Die Fachtagung richtet sich an Fach- und

Führungskräfte aus Fertigung, Arbeitsvorbereitung,

Technologie, Verfahrenstechnik,

Qualitätswesen sowie Entwicklung und Konstruktion

der verschiedenen Industriebereiche.

Das vielschichtige Programm will das

Wissen vermitteln, Prozesse zur Entgratung

und der Herstellung von Präzisionsoberflächen

zu gestalten und zu beherrschen. Die

begleitende Ausstellung will Unternehmen

die Möglichkeit bieten, Lösungen und neue

Entwicklungen zielgerichtet zu präsentieren

und sich mit Teilnehmern direkt auszutauschen.

[ Info ]

Weitere Informationen über das komplette Programm

und die Referenten sowie Anmeldeunterlagen

stehen unter www.wissenstransfer-entgraten.de

bereit.

„Im 15. Jahrhundert war die Erfindung des

Buchdrucks ein Meilenstein. Bis man aber

einfach auf Knopfdruck eine Kopie machen

konnte, vergingen nochmals fast 500

Jahre“, sagt Bitkom-Hauptgeschäftsführer

Dr. Bernhard Rohleder. „Durch die Digitalisierung

sind die beiden Technologien Drucken

und Kopieren heute miteinander verschmolzen:

So gut wie jeder Kopierer kann

heute auch drucken – und umgekehrt. Der

Fotokopierer ist 80 Jahre nach seiner Erfindung

ein digitales Multifunktionsgerät. Ob

drucken, scannen und direkt per Mail versenden

oder auch kopieren – die All-in-

One-Geräte kitten heute viele Medienbrüche.“

Bis Chester F. Carlsons Prinzip der Elektrofotografie,

später nach dem griechischen

Wort für „trocken schreiben“ Xerografie

genannt, seinen Weg in den ersten Büro-

Kopierer fand, vergingen übrigens nochmal

rund zwei Jahrzehnte. Die US-Firma Haloid,

ab 1961 Xerox, brachte schließlich 1959

den ersten automatischen Trockenkopierer

auf den Markt.

Stahlreport 11|18

45


Lifesteel

Berichte

Fotos, 3: Goldhofer

200 t wiegt der

Schaufelradbagger,

der in Kolumbien auf

zwei parallel geführten

Schwerlastkombinationen

verlegt

wurde (links).

Eine 18-achsige

Schwerlastkombination

mit drei Modulen

brachte 700 t

schwere Brückenpfeiler

auf La

Réunion ans Ziel

(rechts oben).

Für den Transport

von Windrädern

durch die Berge

Westkanadas kamen

Pritschenaufleger

mit Luftfedern zum

Einsatz (rechts

unten).

Standards für weltweite Schwertransporte

Mit Luft geht es federleichter

Fahrzeugfedern gelten als klassische Beispiele für technisch anspruchsvolle Stahlverwendung.

Warum sich dazu inzwischen einiges ändert, federleichter geworden ist, haben Continental und

Goldhofer anhand schwerwiegender Beispiele gezeigt: Kolosse nämlich lassen sich besser mit Luftals

mit Blattfedern transportieren.

Noch ist die lange Ladefläche leer, doch die Konzentration

steht dem Lkw-Fahrer ins Gesicht geschrieben.

1.100 km geht es vom kanadischen Küstenort Stewart quer

durch die grünen Berge Westkanadas. Die Fahrt über enge

Bergstraßen und Pässe mit extremen Steigungen ist Teil

einer mehr als einjährigen minutiösen Vorbereitung eines

der spektakulärsten Transportprojekte der Region: Noch nie

zuvor sind Turbinen und Rotorblätter in dieser Größenordnung

durch Britisch-Kolumbien bewegt worden, weshalb das Verkehrsministerium

der Provinz eine Leerfahrt verlangt.

Entsprechend gut vorbereitet findet wenig später der

eigentliche Transport statt, für den das lokale Logistikunternehmen

mehrere luftgefederte Pritschenauflieger der Goldhofer

AG einsetzt. Das Unternehmen aus dem bayerischen Memmingen

ist weltweit einer der großen Anbieter für Sattelanhänger

und Schwerlastmodule, die oft passgenau für die jeweiligen

Sondertransporte gefertigt werden. Um die 60 m langen

Rotorblätter aufnehmen zu können, wurde der Pritschenauflieger

um drei ausziehbare Teleskopstufen verlängert.

Windräder durch die Wildnis

„Man kann sich leicht vorstellen, wie groß die Kräfte sind,

die auf die Luftfedern wirken, zumal bei Transporten mit

großen Lasten“, sagt Hans-Jörg Reinecke, der als Key Accounter

den Bereich Nfz-Luftfeder-Erstausrüstung bei der Conti-

Tech AG betreut. Immerhin kommt der Pritschenauflieger

in seiner europäischen Ausführung bei maximal 56 t Zuladung

auf 12 t Last pro Achse.

Entsprechend statteten Achshersteller ihre Produkte

lange Zeit mit Blattfedern aus, die bei Sattelanhängern und

Aufliegern heute jedoch nur noch selten eingesetzt werden.

Hersteller wie Continental haben längst Alternativen entwickelt.

„Blattfedern benötigen zudem mehr Bauraum, vergrößern

also die Achsabstände. Bei einem Schwerlastkonvoi

über enge Straßen kann das zum Problem werden“, sagt

Reinecke.

Ein weiterer Vorteil von Luftfedern ist die Möglichkeit,

einzelne Achsen des Sattelaufliegers – die sogenannten Liftachsen

– heben oder absenken zu können: eine übliche

Praxis, um Reifenverschleiß, Achsdruck und damit Straßenhaftung

und Kraftstoffverbrauch variieren zu können. „Hebt

man die Liftachse an, wird der Reifenverschleiß reduziert

und man schont Umwelt und Geldbeutel“, nennt Reinecke

ein Beispiel.

Noch schwergewichtigere Beispiele

Dabei sind Windturbinen und Rotoren noch vergleichsweise

leichte Güter. Geht es um den Transport von großen Transformatoren,

Baggern oder kompletten Brückenteilen, braucht

es Schwerlastmodule, die Goldhofer in allen erdenklichen

Varianten entwickelt und produziert. Je nach Verbindung der

Module in sogenannten Schwerlastkombinationen lassen sich

Lasten von 50 bis über 15.000 t bewegen, wie Beispiele zeigen:

z So kamen in Kolumbien zwei parallel geführte Schwerlastkombinationen

mit jeweils drei Modulen und insgesamt

32 Achsen zum Einsatz, um einen 1.200 t schweren Schaufelradbagger

zu verlegen. Vier Tage dauerte der Transport

über die 32 km lange bergige Strecke, die bis zu 5 % Gefälle

aufwies.

z Eine 18-achsige Schwerlastkombination desselben Typs

kam auf die Straße, als es darum ging, 36 jeweils 700 t

schwere Brückenpfeiler für die neue Küstenstraße auf der

Insel La Réunion an ihren Bestimmungsort zu bringen.

Die Kombination aus drei Schwerlastmodulen kam in der

Ausführung 1+1/2 zum Einsatz: Dabei wird an jeweils

einem Schwerlastmodul ein halbes Modul befestigt, um

die Auflagefläche breit genug auszuführen. 2

46 Stahlreport 11|18


Wie der Kampf um Eisen das Leben vor ein Dilemma stellt

Der Tod im Maisfeld

Bisher weitgehend unerkannt spielt sich in den Maisfeldern der

Welt ein Kampf um das Leben ab: Die Kontrahenten streiten

unter der Erde um Eisen, das sie beide zum Leben brauchen: die

Maispflanze ebenso wie ihr Schädling, der Maiswurzelbohrer. Der

Streit ist aber nicht so ganz einfach zu beeinflussen, offenbarte

eine jetzt eine im Journal Science veröffentlichte Studie aus der

Schweiz, vom Max Planck-Institut für Chemische Ökologie sowie

von der Universität Bern: das Eisen und das Dilemma.

Der Maiswurzelbohrer verursacht

im Maisanbau jährliche Kosten

von über 2 Mrd. US Dollar und ist

damit ein ökonomisch wichtiger

Schädling in der Landwirtschaft. Er

stammt ursprünglich aus Amerika,

wird aber zunehmend auch in Europa

beobachtet. Er ist gegen viele gängige

Bekämpfungsstrategien immun und

lässt sich auch mit natürlichen Resistenzmechanismen

von Maispflanzen

kaum unter Kontrolle halten.

Christelle Robert und Matthias

Erb vom Institut für Pflanzenwissenschaften

der Universität Bern hatten

in der Vergangenheit gezeigt, dass

der Maiswurzelbohrer resistent gegen

die wichtigste Klasse von Abwehrstoffen

von Maispflanzen ist, den sogenannten

Benzoxazinoiden. Die Larven

des Maiswurzelbohrers werden von

ihnen sogar angelockt und können

sie zur Selbstverteidigung gegen Nützlinge

verwenden. Welche Moleküle

dieser Stoffklasse den Wurzelbohrer

aber genau anlocken, war bisher unbekannt.

Durch eine Kombination von

Genetik, Chemie und Verhaltensökologie

konnten die Forschenden das

Rätsel nun lösen: Die Larven des Maiswurzelbohrers

erkennen spezifische

Eisenkomplexe, welche an der Wurzeloberfläche

durch die Verbindung

von Benzoxazinoiden und Eisen entstehen.

Die Wurzeln von jungen Maispflanzen

scheiden Benzoxazinoide

aus, welche mit Eisen aus dem Boden

Komplexe bilden. Die Forschenden

fanden heraus, dass diese Komplexe

die Eisenverfügbarkeit für die Maispflanzen

erhöhen und damit das

pflanzliche Wachstum verbessern.

Genau diese Komplexe verwendet nun

aber auch der Maiswurzelbohrer: Er

folgt diesen Stoffen zu den Kronwurzeln

von Maispflanzen, welche reich

an Nährstoffen sind, und ernährt sich

anschließend von diesen Wurzeln.

Gleichzeitig kann der Maiswurzelbohrer

mit Hilfe dieser Komplexe und

eines eigenen Eisentransport-Enzyms

auch seinen Eisenbedarf decken.

Clevere Strategie

„Der Maiswurzelbohrer hat damit eine

clevere Strategie gefunden, um die

Fähigkeit seiner Wirtspflanze, Eisen

biologisch verfügbar zu machen, auszunutzen.

Das Tragische dabei ist,

dass er damit die Maispflanzen empfindlich

schädigt und so große Ernteausfälle

verursacht“, erklärte Christelle

Robert die neuen Erkenntnisse.

Dieses Verhalten stellt auch Pflanzenzüchterinnen

und -züchter vor ein

Dilemma: Um den Maiswurzelbohrer

loszuwerden, müssten sie die Ausscheidung

von Benzoxazinoiden durch

die Wurzeln verringern, aber damit

würden sie gleichzeitig die Fähigkeit,

der Maispflanzen untergraben, Eisen

aufzunehmen. Aber immerhin: „Nun,

da wir verstehen, wie sich der Maiswurzelbohrer

im Boden orientiert,

können wir uns auf die Suche nach

Auswegen machen, um seinen Schaden

zu verringern. Wir denken etwa

darüber nach, ob wir die Eisenkomplexe

als Lockstoffe benutzen könnten,

um den Wurzelbohrer von den Maispflanzen

abzubringen,» so Christelle

Robert.

Die Forschungsergebnisse verdeutlichen,

wie schwierig es für Pflanzen

wird, wenn ein Schädling erst einmal

ihren Abwehrmechanismus

durchbrochen hat. „Benzoxazinoide

haben vielfältige Funktionen in der

Abwehr von Fraßfeinden und zur Verbesserung

der Nährstoffaufnahme,

daher kann die Pflanze nicht einfach

ihre Produktion einstellen. Die Herausforderung

wird es sein, mit unserem

neuen Wissen Maispflanzen zu züchten,

die sich gegen ihren schlimmsten

Feind verteidigen können, ohne ihre

Eisenversorgung zu gefährden“, bilanzierte

Jonathan Gershenzon vom Max-

Planck-Institut für chemische Ökologie.

Zusammen mit Tobias Köllner

und seinem Team war er an der Entwicklung

der Maislinien beteiligt, in

denen die verschiedenen Stufen der

Benzoxazinoid-Biosynthese stillgelegt

worden waren. So konnten die Benzoxazinoide

identifiziert werden, die

mit Eisen im Boden den Stoff bilden,

der den Schädling zu den Maiswurzeln

lockt.

Die Tatsache, dass der Maiswurzelbohrer

Eisenkomplexe wahrnehmen

und sein Ernährungsverhalten

darauf ausrichten kann, ist auch für

das Verständnis von Nahrungsketten

relevant. „Viele wichtige Spurenelemente

sind in der Natur an organische

Moleküle gebunden. Wir erwarten

deshalb, dass andere höhere Organismen

ebenfalls die Fähigkeit besitzen,

biologisch verfügbare Formen von

Spurenelementen wahrzunehmen und

damit gezielt ihren Nährstoffhaushalt

aufbessern“, sagte Matthias Erb. „Der

Maiswurzelbohrer ist ein frustrierender,

aber gleichzeitig hochfaszinierender

Schädling, der uns gerade wieder

einen neuen Trick der Natur

beigebracht hat.“ 2

Eine Larve des Maiswurzelbohrers

nagt

an der nährstoffreichen

Kronwurzel

einer Maispflanze. In

Wirklichkeit geht es

um Eisen.

Foto: Cyril Hertz

Stahlreport 11|18

47


Lifesteel

Bericht/Naxhricht

210 m in sanftem

Goldton schimmernde

Gewebe -

elemente von GKD

bilden über den von

großen Palmen flankierten

Fahrsteigen

semintransparente,

moderne Baldachine.

Metallgewebe von Kufferath für den Flughafen von Oman

Verhüllt transparent

Verhüllt und doch transparent zu sein – ist ein interessantes Muster für Architektur in der arabischen

Welt. Die angesprochenen Gegensätze harmonisch aufgelöst zu haben, dafür ist der neue Flughafen

von Oman ein interessantes Beispiel. Beigetragen zu dieser Lösung hat Metallgewebe von Kufferath.

Um mit dem schnellen Wachstum

Schritt zu halten, investiert der

Golfstaat Oman Milliarden in die Erweiterung

seiner Flughafeninfrastruktur.

Größtes und wichtigstes Projekt ist der

vom dänischen Architekturbüro

COWI/LARSEN entworfene Neubau des

Muscat International Airport. Seit 1972

in Betrieb, verzeichnete er nach Angaben

der Internationalen Luftverkehrs-

Vereinigung IATA im Zeitraum 2012

bis 2016 weltweit die drittstärkste Steigerung

an Passagierzahlen. Der jetzige

Neubau erfolgte nach dem neuesten

Stand der Technik und hat den

Anspruch, hohen Komfort mit edler

Ästhetik zu verbinden.

Einen maßgeblichen Beitrag zur

dezenten Eleganz des Passagierterminals

leistet Metallgewebe der GKD –

Gebr. Kufferath AG (GKD): In zwölf verschiedenen

Anwendungen be spielt es

virtuos die gesamte Klaviatur seiner

Gestaltungsmöglichkeiten. So setzen

neben faszinierenden Decken- und

Wandlösungen, Raumteiler sowie großformatige

transparente Medienfassaden

aus der MEDIAMESH ® -Familie Maß -

stäbe für eine zeitgemäße Flughafengestaltung.

Knapp 30 km westlich von der

Hauptstadt Muscat liegt der größte und

am stärksten frequentierte Flughafen

des Sultanats. Als Hauptdrehscheibe

des Flugverkehrs in Oman bedient er

55 internationale Destinationen am Golf,

im Nahen Osten, in Europa und Fernost.

Seine 1,8 Mrd. US-Dollar teure

Erweiterung ist das größte Infrastrukturprojekt

in der Geschichte des Sultanats.

Eine Schlüsselrolle bei seiner

Gestaltung hatte GKD-Metallgewebe.

Diverse Deckenlösungen, freigehängt

oder als Rasterkonstruktionen, Wandbehänge

und Raumteiler aus dem Gewebetyp

Lamelle sowie drei große, transparente

Medienfassaden prägen in allen

Gebäudeteilen die Raumwirkung. Insgesamt

kamen dabei rund 5.865 m 2

Edelstahlgewebe zum Einsatz.

Abgehängte Decke

Einen ersten Eindruck des außergewöhnlich

variantenreichen Gestaltungspotenzials

der gewebten Textur

vermittelt bereits auf der Ankunftsebene

des Muscat International Airports

eine abgehängte Decke über der

Mietwagen-Area. 60 Paneele, jeweils

etwa 1 m breit und 2 m lang, formen

eine Rasterdecke, deren schimmernde

Eleganz durch in das Gewebe integrierte

Downlights unterstrichen wird.

Aluminiumrahmen halten die vorgespannten

Bahnen, die zusätzlich an

ein mittiges Rohr vernietet wurden,

um die Spannung dauerhaft zu sichern.

Für das gleiche System entschieden

sich die Bauherren auch im dritten

Gebäuderiegel, wo jeweils 200 m 2 dieser

Rasterdecke die Übergänge zum

nördlichen und südlichen Pier markieren.

Immigration-Counter

Zum optischen Highlight wurde auch

die Immigration-Counter im mittleren

Gebäuderiegel durch auskragende

Dächer aus Edelstahlgewebe. 52

Paneele überdachen dort – dicht an

dicht nebeneinander in Rahmen

48 Stahlreport 11|18


The Coatinc Company veredelt

BMW-Autohaus in Brüssel

Freude am Bewahren

Der deutsche Automobilbauer BMW

repräsentiert weltweit das Qualitätssiegel „Made

in Germany“. Nicht nur auf hochwertige Fahrzeuge

ästhetischer Spitzenklasse legt das Unternehmen

den Fokus, es geht auch um eine gelungene

Außendarstellung, die sich in jeder einzelnen

Niederlassung widerspiegelt – wie ein aktuelles

Beispiel aus Belgien zeigt, bei dem beschichteter

Stahl mit von der Partie ist.

Die Immigration-Counter im mittleren Gebäuderiegel werden durch auskragende

Dächer aus Edelstahlgewebe von GKD zu einem optischen Highlight.

gespannt – auf über 465 m 2 die Schalter

und schaffen so ein repräsentatives

Willkommensareal. Lichtbänder in den

Fugen rhythmisieren die Überdachung

und lassen gemeinsam mit diffusen

Reflektionen der indirekten Beleuchtung

das Gewebe aus jedem Blickwinkel

anders wirken.

Moderne Baldachine

Die größte und spektakulärste Gewebeanwendung

in dem neuen Flughafen

dürfte die Passagiere in den drei Piers

erwarten. Über 3.210 m 2 eines eigens

für Muscat entwickelten Sondergewebes

sorgen dort für ein ganz besonderes

Raumerlebnis. 210 in sanftem Goldton

schimmernde Gewebeelemente bilden

über den von großen Palmen flankierten

Fahrsteigen semitransparente,

moderne Baldachine. Bogenförmig an

die formgebende, mit Downlights

bestückte Stahlkonstruktion angeschlossen,

spannen sie sich wie ein

schützendes Dach über die Reisenden

auf ihrer langen Fahrt durch den Pier.

Ursprünglich hatten die Bauherren

für diese Konstruktion das filigrane

GKD-Bronzegewebe Mandarin angedacht.

Da dieses jedoch weder von der

Stabilität noch von der Farbtreue her

für diese Anwendung geeignet war –

Bronze bildet im Zusammenspiel mit

Luftfeuchtigkeit eine Patina – entwickelte

GKD ein neues Lamelle-Gewebe

mit vergleichbarer Anmutung. Im

Durchlaufverfahren bronzefarbig

beschichtete Aluminium-Schussdrähte

und naturbelassene Edelstahl-Kettseile

verbinden eine feine Optik mit geringem

Gewicht und erforderlicher

Robustheit. So schimmert die Stahlkonstruktion

oberhalb der Paneele

durch die filigrane Membran hindurch

und verleiht dem Gewebe die Anmutung

eines von Adern durchzogenen

Blätterdachs. Unterstrichen wird diese

Wirkung durch ein mittig verlaufendes

Leuchtband, dessen Sprossen ihr mildes

Licht diffus verteilen. In jedem Pier

reflektieren 70 dieser bronzefarbenen

Paneele dezent Licht und Bewegungen

und gestalten so den Weg zum oder

vom Flugzeug als faszinierendes Erlebnis.

Technische Weberei

Die GKD – Gebr. Kufferath AG sieht

sich als inhabergeführte technische

Weberei als Weltmarktführer für

Lösungen aus Metallgewebe, Kunststoffgewebe

und Spiralgeflecht.

Drei eigenständige Geschäftsbereiche

bündeln ihre Kompetenzen

unter einem Dach: Industriegewebe

(technische Gewebe und Filterlösungen),

Prozessbänder (Bänder aus

Gewebe oder Spiralen) und Architekturgewebe/

Transparente Medienfassaden

(Fassaden, Innenausbau und

Sicherheitssysteme aus Metallgewebe).

2

Fotos, 2: GKD

Im Brüsseler Stadtteil Groot-Bijgaarden wurde

kürzlich ein neuer BMW-Standort erschlossen.

Künftig soll dem Kunden bereits beim Betreten

des Grundstücks deutlich werden, dass man nicht

nur bei Fahrzeugen, sondern grundsätzlich auf

Langlebigkeit und Qualität baut. Deshalb beauftragte

BMW für den Bau der neuen Niederlassung

ein Unternehmen, das sich schon durch viele Projekte

dieser Art auszeichnen konnte: Vulsteke

Industriebouw aus Kortemark. Der Auftrag: ein

Premium-Gebäude für einen Premium-Autobauer.

Das Ergebnis gilt als harmonische Mischung aus

großzügigen Glasfassaden sowie ästhetischen

Stahlstreben, unterstreicht den Sinn für Modernität,

für den BMW stehen will. Damit dies auch für

viele Jahrzehnte und unabhängig von der Witterung

so bleibt, wandte sich Vulsteke für den Korrosionsschutz

an The Coatinc Company (TCC).

Aufgrund der zusätzlichen optischen Anforderung

war eine Duplex-Beschichtung gefragt, die aus

einer Feuerverzinkung (NTV) und einer Pulverbeschichtung

besteht.

Die von Vulsteke konstruierten Bauteile wurden

dafür zunächst zum TCC-Standort Ninove (B)

gebracht, von wo aus sie nach einer ausgeführten

Feuerverzinkung zur Pulverbeschichtung ins

Schwesterwerk nach De Meern geliefert wurden.

Von dort aus transportierte die TCC die Werkstücke

zur Baustelle nach Groot-Bijgaarden. Insgesamt

handelt es sich um 25 t Material.

Die Glas-Metall-Fassade des neuen Brüsseler

BMW-Autohauses, deren Stahlteile verzinkt und

pulverbeschichtet wurden.

Vulsteke Industriebouw, Kortemark

Stahlreport 11|18

49


Lifesteel

Bericht

Stahl-Innovationspreis für Mähbalken

Leichtbau für die

Landwirtschaft

Grasmähen ist ein zentrales Thema für die landwirtschaftliche

Futterernte. Das Mähwerk legt dabei den Grundstein für qualitativ

hochwertige Tierernährung. Wichtigstes Bauteil ist in diesem

Zusammenhang der Mähbalken. Dieser ist jetzt aus besonderem

Stahl. Und der wurde mit dem Stahl-Innovationspreis 2018

aus gezeichnet.

Der MAX CUT Mähbalken, eine

Entwicklung von Claas, erreichte

beim Stahl-Innovationspreis 2018

den 2. Platz in der Kategorie der

Produkte aus Stahl.

Der Mähbalken beinhaltet innenliegend

den Antriebsstrang, darauf aufgesetzt

die Mähscheiben, die mit ihren

Klingen das Erntegut abschneiden.

Durch den Gutfluss, Verschmutzungsanteile

und hohe Drehzahlen ist der Mähbalken

einer starken Beanspruchung

ausgesetzt.

Die Idee, den Mähbalken weiter zu

verbessern und in idealer Form aus

einem Stück zu prägen, hatte Martin

Ober, Mähwerkskonstrukteur beim

Landmaschinenhersteller Claas Saulgau

GmbH, schon länger. Im Zuge eines Neuprojektes

konnte er diese Vision in die

Realität umsetzen. Dafür benötigte er

aber noch das passende Material. „Der

Stahl sollte sehr fest und dennoch gut

formbar sein“, sagt Ober. Über eine

Anzeige wurde er auf die Stahlsorte HSM

700 HD von thyssenkrupp Hohenlimburg

aufmerksam. „Ich dachte mir sofort,

dass das passen könnte“, sagt Ober –

und schritt zur Tat. Nun erhielt der neue

Werkstoff des Hohenlimburger Unternehmens

für den Mähbalken namens

MAX CUT den Stahl-Innovationspreis.

Die besondere Stahlgüte HSM 700

HD weist aufgrund des genau definierten,

geringen Kohlenstoffanteils ein quasi

einphasiges, ferritisches Gefüge auf.

Dadurch sind auch komplexere Umformungen

des innovativen Werkstoffs problemlos

darstellbar. „Die Anforderungen

an das Material im späteren Einsatz

in der Landwirtschaft sind extrem

hoch“, sagt Udo Houben, technischer

Kundenberater bei thyssenkrupp

Hohenlimburg, dem Mittelband-Spezialisten

des Stahlherstellers. „Der

Stahl wird über einen langen Zeitraum

stark beansprucht.“

Die Balkenwanne des Max Cut gibt

es je nach Arbeitsbreite der Maschine

in verschiedenen Längenvarianten in

4 und 5 mm Dicke. Der Stahl wird dafür

mit einer 3.000-t-Hydraulikpresse aus

einem Stück gepresst und somit in die

Form des Mähbalkens gebracht. „Der

HSM 700 HD hat sich für diese Anwendung

sehr bewährt“, sagt Houben. Aufgrund

der hohen Festigkeit des Stahls

kann das Material dünner eingesetzt

werden als dies sonst bei landwirtschaftlichen

Maschinen üblich ist. „In

der Automobilbranche wird Leichtbau

mit Stahl bereits sehr geschätzt, durch

die steigenden Arbeitsbreiten in der

Landwirtschaft wird der Leichtbau auch

in dieser Branche immer wichtiger. So

kann ökologisch sinnvoll Treibstoff

eingespart werden.“

Der Max Cut wurde beim Innovationspreis

mit dem 2. Platz in der Kategorie

„Produkte aus Stahl“ ausgezeichnet.

2

Foto: Claas Saulgau GmbH

Impressum

STAHLREPORT

Das BDS-Magazin für die Stahldistribution

Stahlhandel | Stahlproduktion |

Stahlverarbeitung

Offizielles Organ des BDS-Fernstudiums

Herausgeber:

Bundesverband Deutscher Stahlhandel

Max-Planck-Straße 1

40237 Düsseldorf

Redaktion:

Dr. Ludger Wolfgart (Chefredakteur)

Telefon (02 11) 8 64 97-11

E-Mail: Wolfgart-BDS@stahlhandel.com

Markus Huneke

Telefon (02 11) 8 64 97-24

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Anzeigen:

Ksenija Sandek

Telefon (02 11) 8 64 97-21

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Verlag:

BDS AG

Max-Planck-Straße 1

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Telefax (02 11) 8 64 97-22

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auhage|schwarz, Leichlingen

Druck:

Hellendoorn, Bad Bentheim

Erscheinungsweise:

monatlich (10 Hefte/Jahr)

Bezugspreis:

Jährlich 65 € im Inland und 70 € im Ausland

zuzüglich Versandspesen und Mehrwertsteuer.

Abbestellungen sind lediglich unter Einhaltung

einer dreimonatigen Kündigungsfrist zum Jahres -

ende möglich. Für die Mitglieder des BDS und die

Teilnehmer im BDS-Fernstudium ist der Bezug

eines Exemplars der Fachzeitschrift „Stahlreport

im Mitgliedsbeitrag bzw. in der Studien gebühr

enthalten. Ein Nachdruck ist nur mit ausdrücklicher

Genehmigung der Redaktion gestattet.

Anzeigenpreis:

Zur Zeit gilt die Preisliste Nr. 35.

Für unverlangt eingesandte Manuskripte oder

Fotos übernehmen Herausgeber, Redaktion und

Verlag keine Gewähr. Namentlich oder mit Initialen

gekennzeichnete Beiträge vertreten eine vom

Herausgeber unabhängige Meinung der Autoren.

Aus Gründen der besseren Lesbarkeit wird mitunter

auf die gleichzeitige Verwendung mänlicher

und weiblicher Sprachformen verzichtet. Sämtliche

Personenbezeichnungen gelten gleichwohl

für beiderlei Geschlechter.

Außerdem bittet die Redaktion um Verständnis,

dass insbesondere Firmennamen je Artikel in der

Regel nur einmal in ihrer werbeorientierten Form

verwendet und entsprechende Begriffe häufig

eingedeutscht werden.

International Standard Serial Number:

ISSN 0942-9336

Diese Zeitschrift wurde aus umwelt schonendem

Papier hergestellt.

Beilagenhinweis:

Dieser Ausgabe liegt eine Beilage vom Bundesverband

Materialwirtschaft, Einkauf und Logistik

e. V. (BME) bei.

50 Stahlreport 11|18


Herausgeber:

Bundesverband Deutscher Stahlhandel

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Bundesverband Deutscher Stahlhandel

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Bundesverband Deutscher Stahlhandel

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Dipl.-Ing. Jochen Adams

Dr. rer. nat. Peter Drodten

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Format DIN A4, dt./engl. | hochwertiges

Hardcover | 89 Seiten, 168 Abbildungen

1. Auflage – Sep. 2013 |

39,00 € zzgl. MwSt., Verpackung & Versand

Herstellung, Normung und Eigenschaften

Langerzeugnisse aus Stahl

Production, Standards and Properties

Long Products made of Steel

Dipl.-Ing. Jochen Adams,

Dr. rer. nat. Peter Drodten

Langerzeugnisse aus Stahl

Herstellung, Eigenschaften und

Prüfung

Format DIN A4, dt./engl. | hochwertiges

Hardcover | 128 Seiten, 99 Abbildungen

1. Auflage – Sep. 2013 | 119,00 €

zzgl. MwSt., Verpackung & Versand

Kommentar für den praxisorientierten Anwender

aus Handel und Industriee

EN-Normen für

Rohre und Rohrzubehör

Dr. Axel Willauschus

Dr. Axel Willauschus

EN-Normen für Stahlrohre

und Rohrzubehör

Format DIN A5 | veredeltes Softcover

ca. 560 Seiten | 4. Auflage – Sept. 2017 |

36,45 € zzgl. MwSt., Verpackung & Versand

Ein material-, produkt- und anarbeitungskundliches

Nachschlagewerk für den Stahlhandel

Stahl-Lexikon

Manfred Feurer

Prof. Dr. Joachim Lueg

Heinz Schürmann

Manfred Feurer, Prof. Dr. Joachim Lueg,

Heinz Schürmann

Stahl-Lexikon

Eine Material-, Produkt- und

Anarbeitungskunde

Format DIN A5 | veredeltes Softcover |

339 Seiten, 75 Abbildungen | 27. Auflage –

Nov. 2009 | 49,00 € zzgl. MwSt.,

Verpackung & Versand

Prüfbescheinigungen nach

EN 10204 in der Praxis

Peter Henseler

1. Auflage

Peter Henseler

Prüfbescheinigungen nach

EN 10204 in der Praxis

Format DIN A5 | veredeltes Softcover |

ca. 100 Seiten | 1. Auflage – 2011 | 45,79 €

zzgl. MwSt., Verpackung & Versand

Herstellung, Eigenschaften und Prüfung

Flacherzeugnisse aus Stahl

Production, Properties and Testing

Flat Products made of Steel

Dipl.-Ing. Jochen Adams,

Dr. rer. nat. Peter Drodten

Flacherzeugnisse aus Stahl

Herstellung, Eigenschaften und Prüfung

Format DIN A4, dt./engl. | hochwertiges

Hardcover | 130 Seiten, 120 Abbildungen

1. Auflage – Dez. 2010 | 119,00 €

zzgl. MwSt., Verpackung & Versand

Herstellung, Eigenschaften und Verarbeitung

Edelstahl Rostfrei

Production, Properties and Processing

Stainless Steel

Dipl.-Ing. Jochen Adams, Dr. rer. nat. Peter

Drodten, Dipl.-Ing. Wolfgang Drodten

Edelstahl Rostfrei

Herstellung, Eigenschaften und

Verarbeitung

Format DIN A4, dt./engl. | hochwertiges

Hardcover | 144 Seiten, 104 Abbildungen

1. Auflage – Dez. 2009 | 99,00 €

zzgl. MwSt., Verpackung & Versand

Bestellen Sie per Telefax: 02 11/8 64 97-22 oder per E-Mail: info-BDS@stahlhandel.com

BDS AG – Bundesverband Deutscher Stahlhandel – www.stahlhandel.com


BDS-Berufsbildung

Seminare und sonstige (BDS-)Veranstaltungen

2018

Seminarthema Termin Tagungsort

Grobbleche (Seminar) 19.-20.11. Wernigerode

Betonstahl (Seminar) 21.-22.11. Kehl

Stahleinkauf (Kooperation/Seminar) 04.-05.12. Duisburg

Stahlkunde (Seminar) 05.-07.12. Gengenbach

2019

Seminarthema Termin Tagungsort

Stahlkunde (Seminar) 06.-08.03. Dortmund

Rohre (Seminar) 11.-13.03. Paderborn

Blankstahl (Seminar) 28.-29.03. Ludwigsburg

Qualitäts- und Edelstahl (Seminar) 04.-05.06. Baunatal

Stahlkunde (Seminar) 20.-22.08. Gröditz

Stahlkunde (Seminar) 03.-05.12. Gengenbach

Diese Übersicht gibt den Stand der Planungen für Lernteam- und Seminarveranstaltungen

und zum Fernstudium sowie zu entsprechenden Kooperationen wieder.

Änderungen jeder Art sind vorbehalten, vor allem Ergänzungen. Über weitere Details sowie zu

den Anmeldemöglichkeiten informieren Sie sich bitte im Internet (www.stahlhandel.com) oder

wenden sich telefonisch bzw. elektronisch an den

BUNDESVERBAND DEUTSCHER STAHLHANDEL (BDS)

Max-Planck-Straße 1 · 40237 Düsseldorf

Telefon: 0211/86497-19 · Telefax: 0211/86497-22

E-MAIL: WYNANDS-BDS@STAHLHANDEL.COM

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