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Rezension Monsterkühschrank im Ostfriesischen Kurier vom 8. August 2018

SEITE 6/MITTWOCH, 8. AUGUST2018 OSTFRIESLAND OSTFRIESISCHER KURIER WarumMännerdie besseren Hausfrauen sind BUCHVORSTELLUNG Auricher Journalist Werner Jürgens will skurrile Geschichten dem Publikum schmackhaftmachen Monstermäßig wird es am Mittwoch,15. August,um20Uhr, wenn der Autorseinen „Monsterkühlschrank” undvielMusik präsentiert. AURICH/EAH –Wie manbei 200 Stundenkilometern mit den Beinen lenkend eine Zigarette dreht und dabei noch ein Video dreht und warum Männer prinzipiell die besseren Hausfrauen sein könnten, dieseund andere Lebensgeschichten hat der AuricherJournalistund Autor Werner Jürgens in seinem neuen Buch „Monsterkühl- EMDEN/VOI – Der Industriepark „Frisia” bereitet sich auf den vielleicht größten Ansturm von Automobilen der vergangenen Jahrevor.Gleich hinter den Hallen der Volkswagen-Zulieferer sind in den vergangenen zwei Wochen mehrere Fußballfelder große Flächen eingeebnet, mit Spezialfolien ausgelegt und anschließend mit Schotter überzogen worden. Weitere Flächen sind noch in Vorbereitung. Auf rund 30 Hektar werden auf diese Weise im Industriepark große provisorische Stellflächen für Neuwagen des Volkswagen-Konzerns geschaffen. Bereits ab der nächsten Woche könnten die ersten Fahrzeugeper Bahn und Lastwagen angeliefert werden, um nahe dem VW- Werk für unbestimmte Zeit „zwischengelagert“ zu werden. Wann genau die ersten Autos angeliefert und wie „Ich habe Nicolaus mehrere Geschichten geschickt“ schrank” zusammengestellt.Zwölf Kurzgeschichten sind esgeworden, die eines gemeinsam haben: „Sie sind im Kern alle so passiert”,sagte Jürgens. Um seine skurrilen und teilweiseunglaublichen Geschichten einem breiten Publikum schmackhaft zu machen, lädt der Autor am Mittwoch, 15. August,um20Uhr zu einer musikalischen Lesung indie Aula des Ulricianums Aurich ein. Der Eintritt andiesem Abend istfrei. Dass sich der gebürtige OstfrieseJürgens gerade diesen Ort für seine Lesung ausgesucht hat, kommt nicht von ungefähr. Immerhin spielen einige Erzählungen des ehemaligen Ulricianers in den altehrwürdigenGemäuern. „Schauplätze sind die alte Turnhalle, der Raum U1 und die Aula. Einen authentischeren Ortfür die Lesung könnte ich mir gar nicht vorstellen”, sagte er. Neben dem Schreiben, dem er sich bereits als Redakteur derSchülerzeitungBlende widmete, spielt die Musik eine wichtige Rolle in Jürgens’ Leben. Einige Jahre war er selbst als Musiker aktiv, aber auch als PromoterfürPlattenfirmenund Veranstalter befasste er sichmit den Klangwelten. Da verwundert es wenig, dass die Musik in seinem Buch eine wichtige Rolle spielt. „Zwischendrin tauchen immer wieder teils mehr, teils weniger bekannte Song-Perlen der 1960er- bis 1990er-Jahre auf.” Sein persönliches Mixtape hat der Journalistnichtnur in einer Diskografie am Ende seines Buches zusammengestellt, das Mixtape gibt es zugleich bei Spotify und Deezer. Mit Oliver Jüchems Weil die Musik für Jürgens viele tatsächlich kommen werden, konnte die für die Konzern-Logistik zuständige VW-Sprecherin inWolfsburg, Leslie Bothge, bislang noch nicht sagen. Das hänge nicht zuletzt davonab, welche Fahrzeuge später über den Emder Hafen ins Ausland exportiert werden, sagte sie. Schuldzuweisung von allen Seiten Der Hintergrund: VW wie auch andere Hersteller schaffen es derzeit nicht, alle Fahrzeuge nach dem neuen Abgastest WLTP („Worldwide Harmonized Light Vehicles Test Procedure“) zertifizieren zulassen. Insgesamt geht Volkswagen davon aus, rund 200 000 bis 250 000 Neuwagen vorübergehend zwischenparken zumüssen –unter anderem auch auf dem Berliner Pannen-Flughafen BER. Was die Flächen im Emder Industriepark angeht, sollen in einen so hohen Stellenwert einnimmt, soll sie auch bei seiner Lesung nicht zu kurz kommen. Dafür hat er den MusikerOliver Jüchems gewonnen. „Er konnte alle Stücke, die ich ihm genannt habe, sofort spielen”, erklärte Jürgens. Jüchems wird den Autor bei einigen Geschichten mit Backgroundmusik begleiten, er soll aber auch zwischen einzelnen TextpassagenLieder spielen. Die Musik hat aber nicht nur Jürgens und Jüchems zusammengebracht, sondern auch den Autor und seinen Buchillustrator, den Auricher Grafiker Nicolaus Hippen. „Wir waren zusammen bei der Schülerzeitung und haben uns immer wieder auf Konzerten getroffen”, schilderte Jürgens. Nachdem die Geschichte des Monsterkühlschranks,bei dem drei gestandene Kerle ihren WG-Mitbewohnerinnen beweisen wollen, dass Männer die ordentlicheren Hausfrauen sind und damit kläglich scheitern, als Initialzündung für das Buchprojekt stand, ging es zunächst um die Illustration des Buchcovers. „Ich habe Nicolaus mehrere Geschichten geschickt”, sagte Jürgens. Hippen zeichnete zu jeder einzelnen Erzählung ein Motiv, sodass schließlich alle zwölf „aufwendig und liebevoll” bebildert waren. Bei den Illustrationen handelt es sich ausschließlich um Schwarz- Weiß-Kunst, „so wie es früher in der Blende üblich war”,erklärte Hippen. Die Geschichten selbst spielen von den 1970er-Jahren bis in die Mitte der 1990er-Jahre hinein. Die dazugehörigen Schauplätze verteilen sich von Ostfriesland über Göttingen, Köln und Berlin bis in den Schwarzwald. „Es ist die Zeit meiner Jugend bis zum Berufseinstieg”, erklärte der 53-jährige Autor. Das heißt aber nicht, dass Jürgens nicht auch viele Anekdoten aus der jüngeren Vergangenheit zu erzählen hätte. „Ich will erst einmalgucken, wiedas ankommt”, sagte er.Immerhin gehe es ihm auch um Werteund Idealevergangener Tage. Erhältlich ist „Monsterkühlschrank” ab dem 15. August über die Homepage www.monsterkuehlschrank.de. Einlass für die Lesung ist am 15. August um 19.30 Uhr. Wer vorab einen Blick ins Ulricianum werfen will, kann sich für eine Führung um19Uhr unter info@wernerjuergens.com anmelden. Volkswagenschafft Platzfür Neuwagendes Konzerns AUTOMOBILBAU Im Industriepark„Frisia“wachsen die neuen Stellflächen fürden Autobauer Stellflächen Industriepark Larrelter Straße VW-Gelände „Ich will erst einmalgucken, wie dasankommt“ einer Woche nähere Informationen mitgeteilt werden. DerVerbandderAutomobilindustrie (VDA) rechnet nach Angabenvom Juni damit,dass noch mehr als 500 Genehmigungen ausstehen. Kritiker werfen den Autoherstellern vor, sie hätten nicht rechtzeitig auf die neue Lage reagiert. Die Branche selbst macht die Politik für die Probleme verantwortlich: Die Hersteller hätten erst vor elf Monaten die Verfahrensbeschreibung erhalten, „ein relativ kurzer Zeitraum“, kritisierte VDA-PräsidentBernhardMattes voreinigenWochen. Bevor esinEmden losgeht, werden dem Vernehmen nach noch einige Sicherheitsmaßnahmen getroffen werden müssen. Zwar ist das Areal vom Zaun des Industrieparks begrenzt, der VW-Werkschutz wird aber noch Scheinwerfer aufstellen und möglicherweise sogar einen Sichtschutz errichten, um die Fahrzeuge unterschiedlicher Konzern-Marken vor unliebsamen Besuchern zu schützen. Ähnlich warman entlang der Wolfsburger Straße vorgegangen, wo seit einer Panne beieinem Zulieferer zunächst Neuwagen aus dem Werk auf ihre Nachrüstung mit Handschuhfächern warten mussten, inzwischen aber auch schon Autos vonAudi stehen. Auch andernorts füllen sich augenscheinlich die freien Der Kühlschrank ist nicht ganz so ein Monster, wie das Modell aus vergangenen WG-Tagen: Grafiker Nicolaus Hippen und AutorWernerJürgens (r.) bestücken ihndennoch für das Foto mit reichlich Lesefutter. FOTO: AHRENDS Flächen des VW-Werkes mit Fahrzeugen ausanderen Konzern-Fabriken. So bietet das Areal vom Deich aus mal wieder einen imposanten Blick. Gleichzeitig muss der „normale“automobile Im- und Export-Verkehr im Emder Hafen ungehindertweitergehen. Die EU hatte festgelegt,dass künftig WLTPfür Verbrauchsund Emissions-Messungen zwingend wird –mit Wirkung zum 1.September 2018. Zusätzlich wird ein Jahr später zum 1.September 2019 noch ein Realtest verbindlich, bei dem im Fahrbetrieb auf der Straße gemessen wird („Real Driving Emissions“, RDE). Bei WLTP geht es um eine bessere Abbildung des tatsächlichen Verbrauchs sowie der Schadstoff- und CO 2 -Emissionen. Die Einführung der neuen Abgasgesetzgebung erfordert eine Umstellung der Modellpalette auf Ottopartikelfilter und eine Neutypisierung. Hier stehen demnächst Hunderte von neuen Autos, die auf ihre Zulassung warten müssen: Vorarbeiten auf dem Areal des Industrieparks „Frisia”. Dollart- Center Niedersachsenstr. Niedersachsenstr. FOTO: HASSELER Missbrauch: Speerspitze gegenDrogen Arbeitsgruppe Prävention fürAurich (PfAu) gegründet. AURICH – PräventionfürAurich (PfAu): Eine Arbeitsgruppe „Suchtprävention und Gesundheitsförderung” ist gegründet worden. Das teilt Antje Heilmann für die Polizei mit. PfAu verspricht eine bessere Vernetzung, gemeinsame Präventionsangebote und -aktionen, Unterstützungfür Bildungseinrichtungen und andere Institutionen. Sie wird geleitet von Henning Fietz, Suchtkrankenhilfe Ostfriesland. „Das Thema Sucht und Prävention ist wichtig”, sagte Hans-JürgenBremer mit Nachdruck. Nichtnur,weil der Missbrauch von Alkohol und Drogen im Zusammenhang mit Straftaten auffällt.Auch andere Süchte wie Spielsucht oder Computersucht beeinflussten das Leben und Zusammenlebenvon Menschen massiv. Konzentriert hat sich die Arbeitsgruppeaberauf eine Sozialraumanalysefür das Quartier in Popens und daraus ein sogenanntes Maßnahmenpaket entwickelt,umerkannte Handlungsfelder aktiv anzugehen. So haben die im Quartier lebenden Kinder beispielsweise als „Stadtteildetektive” ihr Umfeld unter die Lupe genommen und als ein Ergebnis einen fehlenden Spielplatz festgestellt. Das haben PfAu, Stadt Aurich und Wohnungsbaugesellschaft aufgenommen. Ein Platzist gefunden, die Finanzierungnoch offen. Die neue Untergruppe Suchtprävention und Gesundheitsförderung knüpft an die Arbeit der Untergruppe „Öffentlicher Raum” an, richtet ihren Fokus aber über das Quartier hinaus aufAurich. Die Mitglieder der neuen Untergruppe sind Experten in Suchtprävention und Gesundheitsförderung. Weitere Mitstreiter sollen den Gründerkreis erweitern.

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