Made in Bern Herbst 2018 D

dudli

Made in Bern

SonntagsZeitung — Nr. 5 — 25. November 2018

Winterträume

im Berner Oberland

Auf leisen Sohlen durch die weisse Landschaft:

Die schönsten Schneeschuh-Wanderungen

Gian Simmen

Der Snowboard-Weltmeister sagt, wo es

die perfekten Snowparks gibt

666 Pistenkilometer

Freie Fahrt. Der Top4-Skipass gilt für alle Anlagen

in den vier grössten Berner Skigebieten

Eine Zusammenarbeit der

BE! Tourismus AG

mit der SonntagsZeitung


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THE ART OF PERFORMANCE


EDITORIAL

«Es ist die Vielfalt, die den

Kanton Bern auszeichnet»

Titelfoto: David Birri

«Die Digitalisierung

wird auch in der

Verwaltung für einen

Umbruch sorgen»

Liebe Leserinnen, liebe Leser

Wir Bernerinnen und Berner mögen nicht die

Schnellsten sein. Bern ist auch nicht der reichste

Kanton der Schweiz. Und flächenmässig

liegt er hinter dem Kanton Graubünden bloss

auf Rang zwei. Nein, es sind nicht Superlative,

die den Kanton Bern auszeichnen. Aber

dafür ein anderer Wert: die Vielfalt. Wenn

man die regionalen Unterschiede als Massstab

nimmt, deckt der Kanton Bern vom Berner

Oberland bis zum Berner Jura und vom

Seeland bis ins Mittelland ziemlich alle in der

Schweiz möglichen Landschaftsformen ab.

Die Diversität beschränkt sich aber nicht

auf natürliche Gegebenheiten, sie gilt auch

für Wirtschaft und Beschäftigung. Die Job-

Chancen sind im Kanton Bern genauso intakt

wie in anderen Regionen der Schweiz. Und

darauf bin ich stolz, denn mein Ziel als Bundesrat

war es von allem Anfang an, dass in

unserem Land möglichst alle Bewohnerinnen

und Bewohner einen Arbeitsplatz finden. Die

Tatsache, dass die Schweizer Arbeitslosenzahl

nach wie vor sehr niedrig ist, und dass der

Kanton Bern deutlich unter dem Durchschnitt

liegt, erfüllt mich mit Genugtuung.

Dabei spielt auch unser Bildungssystem

eine wichtige Rolle. Der Kanton Bern ist mit

einem umfassenden Bildungsangebot gut aufgestellt

und sorgt dafür, dass alle jungen Leute

eine Chance erhalten, sich entsprechend

ihren Fähigkeiten aus- und weiterzubilden.

Dass unser vielseitiges Angebot gut genutzt

wird, das haben wir in diesem Herbst erneut

an den Swiss Skills, den nationalen Berufsmeisterschaften,

erleben dürfen, die zum zweiten

Mal in Bern ausgetragen wurden. Dabei

haben sich die Berner Teilnehmerinnen und

Teilnehmer besonders angestrengt und entsprechend

viele Podestplätze belegt.

Überhaupt hat sich der Wirtschaftsstandort

Bern trotz Versuchen aus dem In- und Ausland,

hiesige Unternehmen «abzuwerben»,

gut verteidigt. Bern liegt für die umliegenden

europäischen Länder sehr zentral und ist zusammen

mit Zürich der grösste Industriekanton

der Schweiz. Biel und der Berner Jura

geniessen einen ausgezeichneten Ruf als Heimat

der Uhrenindustrie. Vom dort gewachsenen

Know-how profitieren heute nicht zuletzt

die Präzisionsindustrie und die Medizinaltechnik.

Auch die Stadt Bern bemüht sich

seit ein paar Jahren, den Medizincluster rund

um das Inselspital weiter auszubauen.

Gerne streiche ich die positiven Seiten von

Stadt und Kanton Bern hervor, aber mein

Blickwinkel umfasst auch ein paar wenige

dunklere Punkte. Insbesondere missfällt mir

die Tendenz, dass vor allem die Verwaltung

wächst. Sicher handelt es sich hier um Arbeitsplätze,

die nicht besonders konjunktursensibel

sind. Aber die Digitalisierung wird zweifellos

auch in diesem Bereich für einen Um-

bruch sorgen. Wir werden die Herausforderung

aber meistern, wenn wir innovativ bleiben,

uns rasch anpassen und auch Bildung

und Weiterbildung aktualisieren.

Aber zurück zum Kanton Bern. Ein

Aspekt, der bisher ausgeklammert wurde, ist

mir doch sehr wichtig: die Natur. Die Vielfalt

der Landschaften ist sowohl für die Einheimischen

als auch für Touristinnen und Touristen

ein Atout. Wanderer, Bergsteiger und Skifahrer

kommen hier ebenso auf ihre Rechnung

wie Leute, die gerne mühelos Weitblick

und Aussicht geniessen. Noch gibt es im Kanton

Bern zahlreiche Landwirtschaftsbetriebe.

Es scheint mir wichtig, dass diese Nutzfläche

nicht weiter reduziert wird. Hier liegt eine

weitere grosse Herausforderung für die Zukunft:

Wir müssen ein ausgewogenes Verhältnis

zwischen den urbanen und den landwirtschaftlich

genutzten Gebieten anstreben,

wenn wir die Berner Vielfalt erhalten wollen.

Johann N. Schneider-Ammann,

Bundesrat

Ein echter Berner:

Johann N. Schneider-

Ammann wuchs im

Emmental auf. Seit 2010

ist er im Bundesrat

IMPRESSUM MADE IN BERN Eine Zusammenarbeit der BE! Tourismus AG mit der SonntagsZeitung Leitung Dominic Geisseler Redaktion Erik Brühlmann, Markus Ganz, Marius

Leutenegger, Isabel Leder, Céline Tapis, Lukas Tobler Produktion Dominic Geisseler Art Direktion Fabienne Boesch Fotoredaktion Suse Heinz Übersetzungen (engl.) Rosemarie

Graffagnini Leitung Verlag Marcel Tappeiner Tamedia Advertising Philipp Mankowski (Chief Sales Officer), Adriano Valeri (Head of Advertising) PRINTED IN SWITZERLAND

5/2018 MADE IN BERN

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INHALT

Bei Vollmond durch den Schnee

Ein einmaliges Erlebnis: bei Nacht mit den

Schneeschuhen durch die weisse Winterlandschaft

wandern. Die schönsten Touren in der Berner Bergwelt

Seite 12

Die Tipps vom Weltmeister

Der ehemalige Snowboard-Profi Gian Simmen verrät,

welches seine Lieblingspisten sind. Und sagt,

wo Anfänger und Freestyler auf ihre Kosten kommen

Seite 20

Von der Piste direkt in die Sauna

«Ski in Ski out» heisst der neue Trend. Auch

das Berner Oberland bietet zahlreiche Hotels, die

traumhaft und unmittelbar an der Piste liegen

Seite 24

Das Museumsquartier von Bern

Vom Zentrum Paul Klee bis zum Kunstmuseum mit

4000 Gemälden. Die Hauptstadt lockt mit zahlreichen,

international renommierten Kunstausstellungen

Seite 28

Eldorado für Langläufer

Niemand kennt das Saanenland so gut wie die Langläuferin

Nathalie von Siebenthal. Die Profi-Sportlerin und

Hobby-Bäuerin sagt, wo es die besten Loipen gibt

Seite 34

Mit dem Elektroauto in die Berge

Grand Tour der anderen Art: eine Fahrt durchs Oberland mit

dem brandneuen I-Pace von Jaguar. Wie sich das E-Mobile

im Winter macht – und wo man es wieder aufladen kann

Seite 36

666 Kilometer für 666 Franken

Ein Abo für die vier grössten Berner Skigebiete. Der

Top4-Skipass bietet nicht nur freie Fahrt auf allen Pisten,

sondern beinhaltet auch tolle Rabatte in vielen Hotels

Seite 40

Der längste Silvester

In Interlaken wird der Jahreswechsel gleich drei Tage lang

gefeiert. Mit Feuerwerk, Open-Air-Konzert und dem

traditionellen Maskenumzug Potschete. Die Reportage

Seite 46

FOTO: HOLGER SALACH, ZVG

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HIGHLIGHTS

ERLEBEN

RUND

UM

Ob Disco auf dem Eisfeld oder

Fondue im schwimmenden

Wohnwagen – der Kanton Bern

lockt diesen Winter mit ganz

besonderen Attraktionen

DIE UHR

ISABEL LEDER UND MARIUS LEUTENEGGER

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Die grösste

mobile Eisfläche

der Schweiz:

Am 1. Dezember

startet in Biel das

Wintermärchen

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Biel


HIGHLIGHTS

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TschentenAlp

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Bern

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XXXXX

1

BIEL

3

Gstaad

EISIGES WINTERMÄRCHEN

Die Eisplanade macht die Uhrenstadt Biel vom

1. Dezember 2018 bis zum 15. Februar 2019 zur

Wintermärchenstadt, handelt es sich doch um die

grösste mobile Eisfläche der Schweiz. Besonders

sympathisch ist, dass der Eintritt gratis ist. Und es

locken unzählige Events und Attraktionen. Nach der

Eröffnungsparty gibt es einen Disco-Abend, gefolgt

von Curling und Eisstockschiessen und einem

fulminanten Weihnachts- und Neujahrsspektakel.

eisplanade.ch

2

TSCHENTEN ALP

QUAL DER WAHL FÜR SCHLITTLER

So viele Schlittelpisten wie im Adelbodner Schlittelpark

auf der Tschenten Alp findet man kaum

woanders: Sechs Strecken garantieren 14 Kilometer

Schlittelspass. Wer gern auf Kufen über den Schnee

jagt, hat hier aber nicht nur bezüglich der Strecke

die Qual der Wahl, sondern auch hinsichtlich des

Gefährts: Mieten kann man neben klassischen

Holzschlitten etwa auch den traditionellen

Skigibel, moderne Airboards oder stylische Snoocs.

tschentenalp.ch

3

GSTAAD

Meiringen-

Hasliberg

5

FUNKELNDE WELTNEUHEIT

Das Warten hat ein Ende: Am 15. Dezember wird die

neue 10er-Gondelbahn auf dem Saanerslochgrat

eröffnet. Die Gebiete Saanerslochgrat und Hornberg

bilden das Zentrum der grössten Skiarena der

Destination. 105 Pistenkilometer verbinden Saanenmöser

mit Zweisimmen, St. Stephan und Schönried.

Das Teilgebiet Hornberg begeistert Familien und

Geniesser durch eine grosse Auswahl an Pisten und

verfügt über viele Restaurants, Hütten und Skibars.

gstaad.ch

4

STADT BERN

FONDUE-PLAUSCH AUF DREI RÄDERN

«Fondükscha nennt sich die ganz besondere Berner

Stadtrundfahrt für Geniesser, bei der das Fondue mit

dem Rikscha-Taxi verschmilzt. Während der Fahrer an

den schönsten Sehenswürdigkeiten vorbeifährt und

Anekdoten und Wissenswertes über Bern erzählt,

stossen die Gäste mit einem Glas Weisswein an und

tunken Brotwürfel in den heissen Käse. Serviert wird

ein traditionelles Käsefondue, dazu gibts eine Flasche

Weisswein, Kirsch und Tee, der von Innen wärmt.

bern.com

5

MEIRINGEN-HASLIBERG

NÄCHTLICHES RUNDUMPROGRAMM

In der Nacht hat die verschneite Winterlandschaft

einen ganz eigenen Reiz. Eine besonders schöne

Gelegenheit zum Nachtskifahren bietet sich im Skigebiet

Meiringen-Hasliberg: Am Freitag, 4. Januar,

sowie jeden Freitag vom 25. Januar bis 15. März 2019

ist die Skipiste von der Mägisalp nach Reuti beleuchtet

und bis 22 Uhr befahrbar. Oben lockt das Bergrestaurant

Mägisalp den ganzen Abend mit

Käsefondue, Raclette und musikalischer Unterhaltung.

5/2018 MADE IN BERN

meiringen-hasliberg.ch

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BETELBERG

VIELSEITIGES FAMILIENPARADIES

Der Betelberg Lenk ist die ideale Winterdestination für

die ganze Familie. «Dies liegt vor allem daran, dass er

auf kleinstem Raum so viele verschiedene Aktivitäten

bietet», sagt Matthias Werren, Leiter Marketing und

Verkauf. Die einen erkunden hier wandernd die

traumhafte Berglandschaft, die anderen nehmen

eine der Schlittenpisten unter die Kufen. Und Skifahrer

bekommen am Lenker Hausberg auf insgesamt

42 Pistenkilometern sowieso das Gesamtpaket.

lenk-bergbahnen.ch

XXXXX

6

Betelberg

7

THUNERSEE

UNTERWEGS IM WUNDERMOBIL

Der Traum jedes Buben ist ein Fahrzeug, das alles in

einem ist: Auto, Boot und Flugzeug. Der Sealander

erfüllt diesen Traum – zumindest zum Teil. Auf der

Strasse ist er ein normaler Wohnwagen mit kleiner

Küche, in der man auch ein Fondue zubereiten kann.

Das Besondere am Sealander aber ist, dass er auch

ein Elektroboot ist: Man kann ihn einfach vom Auto

abhängen und ins Wasser schieben. Im Tourismusbüro

Faulensee kann das Wundermobil gemietet werden.

spiez.ch

8

GSTAAD

DREI NEUE SCHLITTELPISTEN

Schlittelfans kommen in der Destination Gstaad mit

abwechslungsreichen Schlittelbahnen auf ihre Kosten.

Die Auswahl reicht vom Familienschlittelweg Sparenmoos

bis zum Vollmondschlitteln am Eggli. In dieser

Saison werden zudem weitere Schlittelpisten rund um

die neue Gondelbahn am Saanerslochgrat eröffnet.

Mehrere Bergrestaurants und Schneebars bieten sich

zum Pausieren und Geniessen an. Die Tageskarte

ermöglicht die Fahrt aller Schlittelpisten in Gstaad.

gstaad.ch

9

WENGEN UND ADELBODEN

DIE KLASSIKER IM BERNER OBERLAND

Die Weltcuprennen in Wengen und Adelboden

gehören zu den Fixsternen im Skirennsport und

versetzen die beiden Dörfer Jahr für Jahr in einen

Ausnahmezustand. Die Lauberhorn-Strecke lockt

jedes Jahr 60 000 Zuschauer ins Berner Oberland.

Aber auch die Rennen am steilen Chuenisbärgli in

Adelboden sind ein Zuschauermagnet. Diesen

Winter steigen die Partys vom 12. bis 13. Januar in

Adelboden und vom 18. bis 20. Januar in Wengen.

lauberhorn.ch; weltcup-adelboden.ch

Wengen und

Adelboden

9

10

GRINDELWALD

GEWALTSPRÜNGE UND LIVEMUSIK

Wer abends in Grindelwald noch etwas erleben will,

landet früher oder später in der Avocado Bar. Barney

von «How I Met Your Mother» würde sie jedenfalls

schlicht «legendär» nennen. Diese Bezeichnung

verdient sie sich seit Jahren – ganz besonders dank

der Avocado Deck Session. Ingredienzien: ein riesiger

Sprung, eine Quarterpipe, rockige Livemusik, DJs, Pro

Riders und 2000 begeisterte Besucher. Das garantiert

für Partystimmung vom 15. bis 17. Februar 2019.

grindelwald.ch

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HIGHLIGHTS

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Gstaad

Thunersee

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Grindelwald

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WINTERWANDERN

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Leise

knistert

der

Schnee

Die Weite der Berner Bergwelt ist an einem klaren Wintertag

atemberaubend. Es lohnt sich aber auch, das Gebiet nachts zu

erkunden. Die Touren der Berner Wanderwege und der Alpinschule

Adelboden bieten einzigartige Erlebnisse im Mondschein

LUKAS TOBLER (TEXT) UND DAVID BIRRI (FOTOS)

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XXXXX

Wandern in die Nacht

hinein. Die Tour führt

durch das idyllische

Gadmental

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WINTERWANDERN

XXXXX

Wandern verbindet. Nach

der zweistündigen Tour

durch die Winternacht

wird angestossen

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XXXXX

Nach der Wanderung

tauschen sich die Teilnehmer

am Feuer bei Glühwein

und Käse aus

Die Sonne ist längst untergegangen. Adelboden liegt im

Dunkeln. Wo sich vor wenigen Stunden noch Schneesportler

vergnügten, drehen Pistenfahrzeuge ihre Kurven.

Zu sehen sind nur ihre Scheinwerfer. Gleichzeitig treffen

immer mehr Leute im «Magazin» ein, dem Clubhaus der

Alpinschule Adelboden. Sie haben sich angemeldet für

die Schneeschuhwanderung bei Nacht. Seit mehreren Jahren

bietet die lokale Alpinschule die Tour an. «Seither hat

das Interesse kontinuierlich zugenommen», sagt Bergführer

Michael Zurbrügg. Alle zwei Wochen wird die Nachtwanderung

durchgeführt, wenn sich mindestens sechs

Teilnehmer anmelden.

Beatenberg bei Interlaken. Ein Clubhaus steht Otto

Steffen nicht zur Verfügung, der Wanderleiter trifft seine

Gruppe bei der Postautostation. Seit über zehn Jahren

führt er einmal im Jahr für den Verein Berner Wanderwege

ebenfalls einen nächtlichen Schneeschuhanlass

durch. Die Mondscheinwanderung findet immer im Januar

statt, am Wochenende direkt vor oder nach Vollmond.

Bis jetzt ist sie stets ausgebucht, zwanzig Personen

sind jeweils dabei. Gemeinsam geht die Gruppe

zum Ausgangspunkt der Wanderung, dem Alphotel

Eiger. Dort trinken die Teilnehmenden einen Kaffee zur

Stärkung, dann montieren sie ihre Schneeschuhe.

Fast alle sind Mitglieder von Berner Wanderwege und

sich das Wandern gewohnt. «Wir hatten aber auch schon

Teilnehmende, die noch nie auf Schneeschuhen standen»,

sagt Otto Steffen. Das sei kein Problem: «Die Wanderung

eignet sich auch für Anfänger.»

Vielfältige Touren durch eine vielfältige Landschaft

In Adelboden erwartet die Wanderlustigen zunächst ein

Willkommensdrink. Es bleibt Zeit, einander kennen zu

lernen. Auch der Bergführer ist schon anwesend. Er kenne

alle Wanderrouten der Umgebung, «bei Tag und bei

Nacht», sagt Michael Zurbrügg. Mit der Gruppe bespricht

er die heutige Route. Die Witterung spielt bei der Wahl

eine wichtige Rolle. «Bei Vollmond gehen wir eher nicht

durch den Wald, damit wir den Himmel besser sehen können»,

sagt Zurbrügg. Genau umgekehrt sei es bei Schneefall:

«Dann legen wir längere Strecken im Wald zurück.

Er bietet ein wenig Schutz – und eine atemberaubende

Winterstimmung.» Ist der Kaffee ausgetrunken und

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alles Nötige geklärt, beginnt die Tour. Die Schneeschuhe

sowie Stirnlampen werden von der Alpinschule bereitgestellt

und sind im Preis inbegriffen. Vorkenntnisse werden

auch hier nicht vorausgesetzt. «Schneeschuhwandern

funktioniert intuitiv», sagt Michael Zurbrügg.

Sowohl bei Beatenberg als auch in Adelboden schreitet

der Wanderleiter voran in die Dunkelheit. Die Wanderung

durch die mächtige Berglandschaft könnte unheimlich

sein. Ist sie aber nicht, denn der Tritt in den

Schneeschuhen ist sicher, und die Stimmung ist gut.

Aber sobald man sich vom Ausgangspunkt entfernt, verstummen

die Teilnehmenden – und Stille setzt ein. «Die

Stille ist der Höhepunkt jeder Nachtwanderung», sagt

Otto Steffen, «diese Ruhe ist einzigartig.» Und Michael

Zurbrügg bestätigt: «Man hört wirklich gar nichts ausser

dem leisen Knistern des Schnees unter den Füssen.» Die

Mondscheinwanderung ist zeitlich auf den Mondaufgang

ausgerichtet. «Steht der Mond noch nicht am Himmel,

sieht man einen unglaublichen Sternenhimmel»,

sagt Otto Steffen. Scheine der Vollmond dann aber, sei es

«fast taghell». In Adelboden ist man der Zivilisation näher.

Man sieht die Lichter des Dorfs, der Bergbahnen

und eben der Pistenfahrzeuge an den Steilhängen. In der

Dunkelheit, wenn die Zivilisation verstummt und auf

einzelne Lichtpunkte reduziert ist, fühle sich das Wandern

noch ursprünglicher an als tagsüber, sagt Michael

Zurbrügg. «Wandert man in der Nacht, ist der Fokus ein

anderer. Die Natur ist unmittelbarer.»

Ein Erlebnis, das nachhallt

Beide Wanderungen dauern rund zwei Stunden. Dann

treffen die Gruppen wieder bei ihrem Ausgangspunkt ein.

Im «Magazin» tauscht sich die Gruppe noch kurz aus, bevor

sie sich auflöst. An manchen Abenden bietet die

Alpinschule Adelboden zudem Raclette oder Fondue an.

Die Stimmung ist immer gut, egal bei welcher Witterung

die Wanderung stattfindet. Denn das Nachtwandern hat

immer seinen Reiz. Bei klarem Sternenhimmel, aber auch

im Schneegestöber, wo man eigentlich nur den Lichtkegel

der Stirnlampe sieht.

Auch Otto Steffen vom Beatenberg hat noch nie eine

negative Rückmeldung erhalten. Er tauscht sich mit den

Teilnehmenden nach dem Ausflug jeweils draussen bei

Feuer, Glühwein, Käse und Zopf über das Erlebte aus.

Nach dem kleinen Abendessen treten auch in Beatenberg

die Teilnehmenden den Heimweg an. Manche von ihnen

reisen jeweils extra von weither an. Mit Recht: Das Schneeschuhwandern

bei Nacht ist ein einzigartiges Erlebnis.

Und auch wenn man wieder zurück in der hell beleuchteten

Zivilisation ist, hallt die Stille noch nach. ■

alpinschule-adelboden.ch

bernerwanderwege.ch

IN A NUTSHELL

Snowshoeing with stars

The Bernese Oberland is the perfect place

for snowshoeing. Particularly memorable are

the night-time tours that Berner Wanderwege

and Alpinschule Adelboden organize several

times a month. Snowshoes and headlamps

are included in the price. Prior experience

is not required: «Snowshoeing is intuitive,»

says guide Michael Zurbrügg. «And on

the night tour, it’s all about the silence.

You don’t hear a thing except for the snow

gently crunching underfoot.»


WINTERWANDERN

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Ziel erreicht. Im

Restaurant Alpenrose

hinten im Gadmental

wartet eine warme Stube

auf die Winterwanderer

Auch wenn man zurück

in der Zivilisation ist,

hallt die Stille nach

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OUTDOOR-ABENTEUER

EISZEIT

Frieren die Gewässer im Kanton Bern zu, können sich Winterfans freuen

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TRÄUMEN IM ROMANTISCHEN

IGLU-DORF GSTAAD

Übernachten in einem Haus aus Schnee! Das

Iglu-Dorf Gstaad, gelegen auf knapp 2000 Meter

über Meer, bietet neben seiner atemberaubenden

Aussicht auf die verschneiten Alpen auch einen

Wellnessbereich mit Sauna und Whirlpool sowie

eine geheizte Grillhütte, in der ein gemütliches

Kaminfeuer prasselt und Fondue serviert wird. Zur

Verfügung steht eine Vielfalt an romantischen Iglus:

Vom Familien-Iglu bis zur grosszügigen, luxuriösen

Iglu-Suite mit privatem Jacuzzi oder dem grossen

Gruppen-Iglu für bis zu sechs Personen. Diesen

Winter entführt das Iglu-Dorf Gstaad in das Alte

Rom. Zwischen Säulen und antiken Statuen aus

Schnee und Eis begrüsst Julius Cäsar mit seinem

Schnee-Lorbeerkranz persönlich die Iglu-Gäste.

Das Bergerlebnis par excellence gibts vom

22. Dezember 2018 bis zum 30. März 2019.

Aber nicht nur Gstaad, auch Schangnau, das

Schilthorn oder das Stockhorn locken mit

Iglu-Dörfern aus Schnee und Eis.

madeinbern.com/iglu

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EIN HAUCH VON ALASKA

AUF DEM OESCHINENSEE

Oberhalb von Kandersteg liegt der pittoreske

Oeschinensee. Im Sommer ist der Bergsee ein

beliebter Badeplatz. Im Winter gefriert die Eisfläche

– und wird zum Pilgerort von Eisfischern. Durch

gebohrte Löcher hindurch kann man Forellen,

Saiblinge und Eglis fangen. «Alles, was es dafür

braucht, sind warme Kleidung und ein Patent, das

man gleich beim See erhält», sagt Christoph

Wandfluh, der Marketingverantwortliche der

Oeschinensee-Gondelbahn. Die richtige Fischerausrüstung

gibt es in Kandersteg zur Miete. Der

Oeschinensee zieht aber nicht nur bestens

ausgerüstete Hobbyfischer an, sondern auch

blutige Anfänger. «Erfahrung ist von Vorteil, aber es

braucht vor allem auch viel Glück», sagt Christoph

Wandfluh. Wer dennoch Bedenken hat, engagiert

einen erfahrenen Instruktor. Eigentlich stehe aber

ohnehin das Erlebnis im Vordergrund. Christoph

Wandfluh: «Das Eisfischen auf dem Oeschinensee

bietet einen Hauch von Alaska.»

oeschinensee.ch

2

CURLING IM SCHATTEN VON

EIGER, MÖNCH UND JUNGFRAU

Einst machte James Bond am Schilthorn Jagd auf

seinen Lieblingsfeind Blofeld. Am Fuss des

spektakulären Gipfels, in Mürren, liegt die vielleicht

schönste Curlinganlage der Welt. Unter freiem

Himmel kann hier auf neun Bahnen Curling gespielt

werden – gegenüber einem spektakulären Panorama

mit Eiger, Mönch und Jungfrau. Im Sportzentrum

Mürren Curling zu spielen, lohnt sich aber nicht nur

wegen der Aussicht. Das «Schach auf dem Eis» ist

viel attraktiver, als sein Status als Randsportart

verspricht. Das Gefühl, den schweren Stein sanft

über das Eis gleiten zu lassen, muss man erlebt

haben. «Curling verlangt viel Konzentration,

taktisches Geschick und gute Teamarbeit», sagt

Nina Pfändler, Mitarbeiterin im Sportzentrum.

Dieses stellt den Anfängern Instruktoren zur Seite,

die ihnen das Spiel erklären. Und am Bahnrand gibts

Glühwein. Curling wird im Team gespielt, man sollte

daher mindestens zu acht sein, um eine Bahn für

sich beanspruchen zu können.

sportzentrum-muerren.ch

4

EISKLETTERN IN DEN

THUNER BERGEN

Manche suchen in verschneiten Landschaften die

Ruhe, andere das Abenteuer. Letztere finden alles,

was ihr Herz begehrt, beim Eisklettern. Etwa in der

Region Thun. Dort bietet die Alpinschule Bergfalke

Eisklettertouren für alle an, vom Anfänger bis zum

Kletterexperten. Besonders beliebt sind die

Schnupperkurse. In einem abgesicherten

Klettergarten mit bis zu zwanzig Meter hohen

Eiswänden führen Profis ans Eisklettern heran.

«Die Teilnehmenden werden instruiert, ausgerüstet

– und schon hängen sie an den Eiswänden», sagt

Bergführer Tom Zwahlen. Dann wird den ganzen

Tag lang gut gesichert geklettert. «Natürlich gibt es

immer wieder Pausen, aber am Abend wissen alle,

wo die Muskeln ihrer Arme sind.» Ist Eisklettern

nicht gefährlich? «Es ist alles gefährlich, was nicht

seriös betrieben wird», sagt der Experte.

«Wir prüfen das Eis, stellen sicher, dass es keine

Lawinengefahr gibt, und unsere Bergführer

überwachen die Teilnehmenden ununterbrochen.»

bergfalke.ch

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INTERVIEW XXXXX

«Die

Halfpipe

ist etwas

für

Anfänger»

ERIK BRÜHLMANN (TEXT) UND DAVID BIRRI (FOTOS)

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MADE IN BERN 5/2018


XXXXX

GIAN

SIMMEN

Gian Simmen wurde 1977 in Chur

geboren. Seine Kindheit und

Jugend verbrachte er in Davos

und Arosa. 1995 belegte er den

5. Platz in der Halfpipe an den

Juniorenweltmeisterschaften in

Slowenien, ein Jahr später wurde

er Schweizermeister. 1998

gewann er an den Olympischen

Spielen in Nagano völlig

überraschend die Goldmedaille

– die erste, die je in dieser

Disziplin vergeben wurde. Es

folgten die Weltmeistertitel 2001

und 2002. Daneben arbeitete er

als Trainer für Swiss Snowboard.

Er machte die Ausbildung zum

Marketing- und Verkaufsfachmann

und kommt bis heute als

Experte bei SRF zum Einsatz.

Gian Simmen lebt mit seiner Frau

und vier Söhnen in Krattigen BE.


INTERVIEW

Gian Simmen beweist: Ein Bündner kann das Berner Oberland würdig vertreten

Wie kommt ein Bündner Snowboardstar

ins Berner Oberland?

Er folgt der Liebe! Ich lernte meine Frau, eine

Berner Oberländerin, noch zu meiner aktiven

Zeit im Wallis kennen. Als uns klar wurde,

dass wir zusammenleben wollten, zogen wir

zuerst nach Bern. Dann eröffnete sich uns die

Gelegenheit, in Krattigen ein Haus zu kaufen

– mit Seesicht und in kurzer Distanz zu meinem

heutigen Arbeitgeber. Somit habe ich

den Fünfer und das Weggli!

Und ein tolles Skigebiet gleich

vor der Haustür!

Genau, selbst im Sommer muss ich nur in

Richtung Jungfrau schauen, um Schnee zu sehen.

Ich bin ja ein richtiger Wintermensch.

Ihr Arbeitgeber sind die Jungfraubahnen,

für die Sie auch Markenbotschafter

sind – wie kam es dazu?

Bei der Neueröffnung der Halfpipe auf Grindelwald-First

im Februar 2016 traf ich Urs

Kessler, den CEO der Jungfraubahnen. Im

Anschluss tauschten wir uns aus, und er kam

mit einem Jobangebot auf mich zu. Jetzt bin

ich für die Jungfraubahnen als Ambassador

und als Verantwortlicher für den Bereich Snow

Parks und Projektleiter bei Events tätig.

Welche Aufgaben umfasst das?

Beim Snow Park auf dem Jungfraujoch, der

den ganzen Sommer über geöffnet ist, bin ich

beim Auf- und Abbau, der Vermarktung und

der Implementierung neuer Attraktionen involviert.

Im Winter bin ich die Schnittstelle

zwischen den Pistenbully-Fahrern, der Bergbahn,

den Shapern und den Events. Zudem

bin ich für die Vermarktung des Snow Park

Grindelwald-First zuständig.

Sind Sie noch direkt in die Snow Parks

involviert, oder kümmern Sie sich nur

noch um strategische Belange?

Beides. Einfach gesagt, gebe ich die Stossrichtung

vor, unsere Shaper bauen dann den Park,

und ich teste ihn schliesslich auch persönlich.

Wir legen grossen Wert darauf, dass für jedes

Niveau die Sicherheit gewährleistet ist. Die

Elemente werden jedes Jahr neu aufgebaut

und variieren je nach Schneemenge.

Ihre Erfahrung als Spitzensportler

kommt wohl vor allem den

Halfpipe-Könnern zugute ...

Die Halfpipe ist für mich auch ein Anfängerelement.

Anders als bei einem Sprung muss

man in der Halfpipe keine Distanzen überwinden,

um bis in die Landung zu springen.

Man kann unten anfangen, Kurven zu fahren,

und sich dann die Wand hocharbeiten.

Dann sind die Snow Parks auch

etwas für Anfänger?

Sicher! Der Snow Park Grindelwald-First besteht

eigentlich sogar aus zwei Parks, einem

für Anfänger an der Oberjoch-Sesselbahn mit

kleinen bis mittelgrossen Freestyle-Elementen

und einem für Fortgeschrittene an der Bärgelegg,

wo auch die Halfpipe steht. Aber auch

an der Bärgelegg gibt es Elemente, die von allen

Könnerstufen befahren werden können.

Wir möchten möglichst viele Menschen in die

«Wir

bieten eine

Kulisse,

die es sonst

nirgendwo

gibt»

Berge locken und ihnen tolle Schnee-Erlebnisse

bieten, damit sie nach Hause gehen, davon

schwärmen und uns weiterempfehlen.

Oder ein Selfie machen und es ins

Internet stellen!

Das natürlich auch. Ich kann ohne zu übertreiben

sagen, dass wir eine Kulisse bieten,

die es sonst nirgendwo gibt. Die Wände von

Wetterhorn und Eigernordwand im Hintergrund

eines Sprungs – einfach grossartig!

Was bietet der Snow Park

Grindelwald-First neben dem

Bilderbuchpanorama?

Neben der Halfpipe gibt es Sprünge, Boxen,

Wellen und viele weitere Freestyle-Elemente.

Jedes Jahr sieht der Snow Park anders aus,

denn wir haben ausser der Halfpipe keine fest

verbauten Strukturen, die nur noch mit Kunstund

Naturschnee überzogen werden. So ergeben

sich jedes Jahr andere Fahrerlebnisse.

Weshalb der feste Unterbau bei

der Halfpipe?

Eine Halfpipe besteht aus zwei 120 Meter langen,

6,5 bis 7 Meter hohen Wänden. Würde

man diese Konstruktion ohne Unterbau aufbauen,

bräuchte man rund 100 000 Kubikmeter

Schnee, wenn man auf europäischem

Niveau baut. Auf Weltcupniveau wären die

Dimensionen noch gewaltiger. Dieser Aufwand

würde jeden zeitlichen und wirtschaftlichen

Rahmen sprengen.

Gab es zu Ihrer aktiven Zeit

eigentlich schon Snow Parks?

Ja, wir griffen aber häufig selbst zur Schaufel

und bauten kleine Sprünge oder Quarterpipes.

An Wettkämpfe fuhren wir in den Anfängen

nur, weil wir dort eine tolle Infrastruktur

vorfanden. Aber auch das Training hat sich

seither total verändert.

Inwiefern?

Heute bieten wir in den Snow Parks zum Beispiel

Luftkissen, dank denen man gefahrlos

neue Tricks üben kann. Zu meiner Zeit warteten

wir auf Pulverschnee, bauten Sprünge

und übten dann neue Tricks im weichen

Schnee. Natürlich ist die Professionalisierung

des Snowboardens eine tolle Entwicklung.

Andererseits fuhren wir früher viel bewusster.

Einen Trick wie etwa den «Backside Double

Cork 1080» schlüsselt heute ein Trainer

auf in einen doppelten Salto und drei Drehungen

um die eigene Achse. Dann wird alles

einzeln auf die Luftkissen geübt und

schliesslich zusammengesetzt. Zu meiner Zeit

mussten wir selber überlegen, wie wir in die

nötigen Bewegungen kommen – und wie man

das übt, ohne sich dabei zu verletzen.

Kennt man Sie noch? Werden Sie

angesprochen, wenn Sie im

Snow Park fahren?

Ab und zu schon. Lustiger sind aber die Begegnungen

mit der jüngeren Generation, die

mich nie hat fahren sehen. Meine Söhne fordern

mich manchmal auf, in der Halfpipe ein

paar Sprünge zu zeigen. Da gibt es dann

manchmal schon staunende Gesichter, wenn

der alte Knacker der ist, der am höchsten

springt. Besser bin ich zwar seit meinem Karriereende

nicht geworden – schlechter aber

auch nicht!


IN A NUTSHELL

Snowboarding

like a champ

Gian Simmen, multiple

snowboarding world champion and

the sport’s first Olympic gold

medallist, now acts as the

ambassador of the Jungfrau ski

region. The trained marketing expert

is also responsible for the snow

parks. The Kleine Scheidegg ranks

among his favourite ski regions:

«Here you can ride all the way to

Wengen – and on the legendary

Lauberhorn downhill course, no less.

It’s a fabulous experience.»

22

MADE IN BERN 5/2018


DIE TIPPS VON XXXXX GIAN SIMMEN

Die schönsten

Snowboard-Pisten

im Kanton Bern

Grandiose Bergkulisse, tolle Schneeverhältnisse, hervorragende Anlagen und erstklassige Erreichbarkeit.

Das sind für Gian Simmen die Gründe, warum man im Kanton Bern snowboarden sollte.

«Und dann natürlich die sprichwörtliche Berner Gemütlichkeit – die gibt es nämlich wirklich», sagt der Bündner

AESCHIRIED

«Für mich ein perfektes Gebiet, denn bei

genügend Schnee kann ich praktisch bis vor

meine Haustür fahren. Hinzu kommt der

grandiose Blick auf den Thunersee.»

ELSIGEN-METSCH

«Ein sehr familienfreundliches

Gebiet, in dem man auch schon bei

wenig Schnee fahren kann.»

KLEINE

SCHEIDEGG /

MÄNNLICHEN

«Ein grosses Skigebiet, wo man bis

hinunter nach Wengen fahren kann –

nach dem Weltcup-Rennen sogar auf

der Lauberhorn-Abfahrtsstrecke.

Eine beeindruckende Erfahrung, ob

auf Skis oder dem Snowboard.»

GRINDELWALD-FIRST

«Hier gibt es die einzige Halfpipe zwischen dem

Bündnerland und dem Wallis. Das Gebiet ist sonnig,

es gibt für die ganze Familie etwas zu fahren und zu

erleben, und auch das Gastro-Angebot überzeugt.»

5/2018 MADE IN BERN

23


IN A NUTSHELL

XXXXX

Give it a whirl

People are warming to the idea

of spending the night alongside

a ski slope. «Ski in ski out» is the

new trend. One of the most

beautiful and most comfortable

hotels for this type of fun is the

Aspen Alpin Lifestyle Hotel in

Grindelwald. Just minutes after

your last downhill run you find

yourself luxuriating in the

fabulously styled sauna with its

«Alpine chic» feeling. Another

highlight of the generous

wellness area is the whirlpool,

which sits right next to the ski

slope and offers a dreamy view

of the Eiger north face.

Traumhafte Lage

und edles Design:

Das Aspen Alpin

Lifestyle Hotel

in Grindelwald

Ski abschnallen –

und rein in

die heisse Sauna

24

MADE IN BERN 5/2018


HOTELS

Auf der Piste

zu Hause

Vom Hotel direkt auf die Piste – und von der Piste direkt ins

Hotel. Ski in Ski out heisst der neue Trend. Zu erleben etwa

im einzigartigen Aspen Alpin Lifestyle Hotel in Grindelwald

MARIUS LEUTENEGGER

«Als wir das Hotel Aspen übernahmen, hörten

wir: Ihr spinnt doch, das ist viel zu weit

weg von Grindelwalds Zentrum.» Stefan

Grossniklaus lehnt sich zurück und lässt seiner

Erzählung gleich noch ein herzliches Lachen

folgen. Das kann er sich leisten, denn

die Geschichte hat ihm recht gegeben. Das

Hotel Aspen liegt zwar tatsächlich etwas

ausserhalb des Ortskerns, das ist aber auch

sein grosses Potenzial. Denn viele suchen genau

jene Ruhe, jenes authentische Naturerlebnis

inmitten einer spektakulären Berglandschaft,

die das Viersternhaus bietet. Abgesehen

davon ist die Abgeschiedenheit des Hotels

Aspen sowieso relativ, denn rund ums

Jahr ist man von hier aus in wenigen Minuten

im Zentrum Grindelwalds.

Der Whirlpool steht gleich neben der Piste

Im Winter bietet das Aspen zudem einen grossen

Pluspunkt: Keine drei Meter neben dem

Hotel verläuft die beliebte Tschuggenpiste,

auf der man sich vom Männlichen oder von

der Kleinen Scheidegg hinunter ins Tal

schwingt. Stefan Grossniklaus führt in eines

der Zimmer, das wie das ganze Haus im Alpin-Chic-Stil

ausgestattet ist. «Wer hier seine

Ferien verbringt, kann direkt aus dem Zimmer

losfahren», sagt er. «Aber natürlich gehen

die meisten lieber zuerst in den Skiraum,

wo die gewärmten Schuhe auf sie warten.»

Das Hotel Aspen spricht ein Publikum an,

das Komfort keineswegs abgeneigt ist. Zu diesem

Komfort gehört auch der hochkarätige

Wellnessbereich; der grosszügige Whirlpool

mit Blick auf die Eigernordwand steht

draussen, gleich neben der Piste, und es gibt

wohl keinen Skifahrer im Gebiet, dem diese

Exklusivität noch nie aufgefallen wäre.

«Manchmal gehe ich mit Gästen Ski fahren,

und vor der letzten Kurve sage ich ihnen:

Jetzt sind wir dann gleich daheim», erzählt

Stefan Grossniklaus. «Viele können das nicht

glauben, weil sie sich noch mitten im Skigebiet

wähnen.» Sogenannte «Ski in Ski out»-

Hotels direkt an der Piste sind ja auch viel weniger

selbstverständlich, als man meinen

könnte. In Grindelwald gibt es nur wenige

Hotels mit ähnlich günstigem Zugang zur Piste.

«Wir sind privilegiert», bestätigt Stefan

Grossniklaus. «Aber die Situation ist auch

nicht einfach naturgegeben. Wir profitieren

von einer guten Zusammenarbeit mit den Bahnen.»

Denn Talabfahrten, an denen Hotels

liegen, müssen gut unterhalten werden. Es

braucht Investitionen in Beschneiungsanlagen

– und oft den Willen der Bahnbetreiber,

eine Piste so zu bauen, dass auch Anfänger

ohne Mühe zu den Liften kommen.

Es ist aber ein Geben und Nehmen – denn

ein Hotel an der Piste ist immer auch eine Pistenbeiz,

die ein Gebiet aufwertet. Stefan

Grossniklaus will diesen Bereich in nächster

Zeit noch zusätzlich aufwerten. Die an schönen

Wintertagen bis zum Bersten volle Terrasse

möchte er mit einem neuen Chalet für

Après-Ski ergänzen. Serviert würden dort

hochwertige Schweizer Gerichte – um das authentische

Erlebnis für die Gäste am Fuss der

Eigernordwand noch einmal zu vertiefen. ■

MADE IN BERN 25


«Wichtig ist,

dass wir innovativ

bleiben»

Stefan Grossniklaus ist

Direktor des Hotel Aspen

und Präsident des Hotelier-

Vereins Berner Oberland

Ihr Hotel steht in Grindelwald. Was

zeichnet diese Destination aus?

Die Lage. Wir befinden uns in einem Kessel,

der von imposanten Bergen gebildet

wird. Ich höre immer wieder von Gästen,

wie sehr es sie beeindruckt, derart nah an

diesen hochalpinen Landschaften zu sein.

Das Panorama ist atemberaubend,

die Jungfrau zum Greifen nah. Ist

Grindelwald ein Selbstläufer?

Na ja, ein so gutes Umfeld kann auch zum

Problem werden. Tatsächlich läuft es uns

derzeit gut, aber genau dann muss man

die Ärmel nach hinten krempeln und die

Basis dafür legen, dass es auch in Zukunft

weiterhin gut läuft.

Grindelwald hat zahlreiche Hotels,

die es seit Generationen gibt. Wie

bleibt das Angebot zeitgemäss?

Zum einen gibt es viele Projekte für neue

Hotels. Kürzlich durften wir zum Beispiel

mit dem Glacier ein neues Vierstern-Boutique-Hotel

eröffnen. Zum anderen befinden

wir uns immer noch in einer

Phase der Strukturbereinigung. Gewisse

Betriebe haben einfach nicht mehr die

Substanz, um in die Zukunft zu gehen. In

der Hotellandschaft gibt es viel Bewegung,

und dadurch bleiben wir à jour. Wichtig

ist, dass alle innovativ bleiben und dass,

wenn immer möglich, investiert wird.

Gegenwärtig entsteht die neue

V-Bahn. Braucht es solche Projekte?

Ja, vor allem im Winter wird die V-Bahn

für die Skifahrer ein grosser Pluspunkt

sein. Bei der Wahl eines Skigebiets gewinnt

der Aspekt, wie schnell man die

Pisten erreicht, an Bedeutung – der Faktor

Zeit wird immer wichtiger.

Welche Entwicklung wünschen

Sie sich für Grindelwald?

Ich wünsche mir eine qualitative Steigerung

aller Leistungsträger. Grindelwald

soll in der Jungfrauregion das Premiumprodukt

sein und schweizweit zu den zehn

Topdestinationen gehören. Städtetourismus

und Kreuzfahrten sind in, aber jeder

Trend löst auch einen Gegentrend aus.

Schweiz Tourismus arbeitet dieses Jahr

mit einem Slogan, der gut zu uns passt:

«Nature wants you back». Viele wollen

eine Pause vom urbanen Leben, sie suchen

Entschleunigung und möchten in der

Natur auftanken. Gleichzeitig wollen sie

nicht auf Annehmlichkeiten verzichten –

diesen Bedürfnissen müssen und können

wir entsprechen.


Charmante Gastgeber:

Mit viel Herzblut führen

Stefan Grossniklaus,

seine Frau Suzanne und

Tochter Mara das Hotel

Aspen in Grindelwald

26 MADE IN BERN

5/2018


HOTELS

Vom Zimmer

direkt in den Schnee

Die schönsten «Ski in Ski out»-Hotels im Berner Oberland

1

2

3

4

BERGHOTEL

LEITERLI

Lenk

Noch näher an der Piste

geht nicht: Das familienfreundliche

Hotel mit

70 Betten liegt direkt an der

Bergstation der Gondelbahn

Lenk-Betelberg. Nach deren

Betriebsschluss bleibt man

halt einfach oben, was

angesichts der vielfältigen

Küche des Hauses sowieso

das Klügste ist.

BERGHOTEL

HAHNENMOOS

Adelboden-Lenk

Auf der anderen Seite des

Tals, im Skigebiet

Adelboden-Lenk, findet

man fast dieselbe Situation

noch einmal: Ein Hotel auf

2000 Meter über Meer, das

direkt an der Bergstation

liegt. Viele der komfortablen

Zimmer mit wunderbarer

Fernsicht sind gerade

renoviert worden.

RINDERBERG

SWISS ALPINE

LODGE

Zweisimmen bei Gstaad

Das 2012 eröffnete Hotel

mit 23 trendig eingerichteten

Zimmern liegt idyllisch

an der Mittelstation der

Rinderbergbahn. Von hier

aus kann man das Skigebiet

von Gstaad erobern –

ohne vor der ersten Fahrt

auch nur eine Sekunde

anstehen zu müssen.

ROMANTIKHOTEL

HORNBERG

Saanenmöser bei Gstaad

Romantisch sind natürlich

alle hier vorgestellten Hotels

– das Hornberg legt die

Latte mit seinem

traditionellen, aber modern

interpretierten Chaletstil

aber noch einmal etwas

höher. Das Hotel liegt gleich

neben der Talstation, man

ist also mittendrin und doch

sofort im Schnee.

5

6

7

8

BERGHAUS

NIEDERHORN

Beatenberg

Beatenberg bietet eine

traumhaft schöne Aussicht

– aber vom Niederhorn ist

der Ausblick gar noch etwas

grossartiger. Das Berghaus

liegt direkt bei der

Bergstation. Hier will man

an einem schönen Abend

nie ins Bett gehen, sondern

nur hinunterschauen auf

die Lichter rund um den

Thunersee.

CHEMIHÜTTLI

Axalp ob Brienz

Die Axalp ist ein kleines,

familienfreundliches

Skigebiet hoch über dem

Brienzersee. Und wer mit

Kindern unterwegs ist,

schätzt ganz besonders,

dass man gleich vor dem

Hotel die Skis anschnallen

und lossausen kann.

Abends fährt man wieder

bis vors Haus. Gäste loben

vor allem die sehr netten

Gastgeber.

BERGHOTEL

WIRIEHORN

Diemtigtal

Und gleich noch ein Hotel,

das Familien gefallen dürfte

– auch wegen der durchaus

moderaten Preise. Das

Berghotel Wiriehorn

befindet sich bei der

Bergstation des kleinen,

aber feinen Skigebiets. Das

Diemtigtal ist neben all den

berühmten Destinationen

im Berner Oberland ein

echter Geheimtipp.

HOTEL REUTI

Hasliberg

Das 2015 eröffnete Hotel

– es liegt in Hasliberg gleich

neben der Talstation der

Gondelbahn Reuti-Mägisalp

– besticht durch alpinen

Chic, grosszügige Zimmer

und einen tollen Weinkeller.

Wer eine winterliche

Genusswoche braucht, ist

hier am richtigen Ort.

5/2018 MADE IN BERN

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XXXXX

DIE

KULTURELLE

BERNER

PLATTE

CÉLINE TAPIS UND MARIUS LEUTENEGGER

Eines von Dutzenden

renommierter Museen in

der 28 Hauptstadt: Das

Kunstmuseum Bern

MADE IN BERN 5/2018


KULTURSTADT XXXXX BERN

Viele Metropolen behaupten, eine «Kulturstadt»

zu sein. Doch Bern hat tatsächlich

allen Grund dazu. Neben den Museen in der

Hauptstadt finden sich aber auch auf dem

Lande zahlreiche kulturelle Institutionen

Das Kulturzentrum des Kantons ist zweifellos Bern. Jenseits

der Kirchenfeldbrücke stehen gleich sechs Museen

nah beieinander: das Alpine Museum, das Bernische

Historische Museum, die Kunsthalle, das Museum für

Kommunikation, das Naturhistorische Museum der

Burgergemeinde Bern und das Schweizer Schützenmuseum.

Diese Anhäufung ist kein Zufall. Mitte des

19. Jahrhunderts ging das brachliegende Kirchenfeld in

den Besitz der Berner Burgergemeinde über, die darauf

ein Quartier für Vermögende errichtete. Und mit der reichen

Bevölkerung zogen auch die Museen her.

Die Tatsache, dass sie nahe beisammenstehen, nutzten

die Institutionen bisher allerdings kaum. Das soll sich

nun ändern. Kanton, Stadt und Burgergemeinde haben

gemeinsam eine Studie für die Entwicklung eines «Museumsquartier

Kirchenfeld» in Auftrag gegeben. Ziel ist

es, Synergien zu nutzen und das Quartier zu einem kulturell,

touristisch und städtebaulich attraktiven Areal zu

machen. Der Helvetiaplatz soll dabei zum einladenden

Tor des Museumsquartiers werden. Doch auch ohne neues

Konzept haben die Museen in dieser Wintersaison viel

zu bieten. Das neu gestaltete Museum für Kommunikation

etwa bringt mit «Sounds of Silence» eine Ausstellung,

die zum Innehalten einlädt. Im Fokus steht dabei das Phänomen

der Stille. Weit weniger ruhig geht es im Historischen

Museum zu. Die aktuelle Wechselausstellung

«Grand Prix Suisse 1934 –54. Bern im Rennfieber» widmet

sich jenem Sportanlass, der auf dem legendären Rundkurs

im Bremgartenwald stattfand.

4000 Gemälde und Skulpturen im Kunstmuseum Bern

Gleich vis-à-vis zeigt das Alpine Museum noch bis September

2019 in der Ausstellung «Schöne Berge. Eine Ansichtssache»

Bergbilder aus der Gemäldesammlung des

Hauses. Und während die renommierte Kunsthalle ihr

100-jähriges Bestehen feiert, beleuchtet das Schützenmuseum

in einer Sonderausstellung die 200-jährige Geschichte

der Stadtschützen Bern. Es muss aber nicht immer

das Kirchenfeldquartier sein. Ganz in der Nähe des

Bahnhofs steht das Kunstmuseum Bern mit einer Sammlung

von über 4000 Gemälden und Skulpturen sowie

rund 48 000 Handzeichnungen, Druckgrafiken,

Fotografien, Videos und Filmen. Die aktuelle

Ausstellung ist Ferdinand Hodler gewidmet.

Hodler, dessen Todestag sich heuer

zum hundertsten Mal jährt, wird aus einem

neuen Blickwinkel beleuchtet. «Die Stadtberner

Bevölkerung ist auffallend kultur-


5/2018 MADE IN BERN

29


Interaktive

Erlebnisstationen:

Das neue Museum für

Kommunikation in Bern

XXXXX

Das Kirchenfeld

soll zu einer Art

Museumsquartier werden

affin», weiss Hans Ulrich Glarner, Vorsteher

des Amts für Kultur des Kantons Bern. Die

Stadt verfüge über ein sehr vielfältiges Kulturangebot.

Das Interesse sei auch für Ausgefallenes

oder Anspruchsvolles gross. So

zeige die Kinemathek «Lichtspiel» im Marzili

jeweils sonntags ein Kurzfilmprogramm,

und auch anspruchsvolle Chorkonzerte würden

problemlos ganze Kirchen füllen.

Dass Bern ein Kulturzentrum ist, ist spätestens

seit den 60er-Jahren klar. Die Zähringerstadt

erlebte damals eine kulturelle

Blütezeit: In den Kellertheatern wurden

zeitgenössische Werke aufgeführt, die

Mundart wurde mit Kurt Marti und Mani

Matter neu belebt, und die «Berner Troubadours»

legten einen wichtigen Grundstein

für die Berner Musikszene. Was in der Berner

Altstadt begann, prägte die Kleinkunstszene

in der ganzen Schweiz. «Noch heute

ist Bern ein hervorragender Ort, um Neues

zu entdecken», sagt Hans Ulrich Glarner.

Biel ist ein weiterer kultureller Hotspot

In den letzten 15 Jahren sei zudem viel passiert:

«Wie bereits in den 50er- und 60er-

Jahren hat die Kultur oft einen improvisierten

Charakter, und es kommt vermehrt zu

Zwischennutzungen und Pop-up-Aktivitäten.»

Noch deutlicher sei das in Biel der Fall.

Die zweisprachige Stadt im Nordwesten von

Bern ist für Glarner denn auch ein weiterer

kultureller Hotspot des Kantons. Überhaupt:

Die Berner Kultur findet keineswegs

nur in der Hauptstadt statt. Im Gegenteil:

Bern ist ein eigentlicher Kultur-Kanton.

Hans Ulrich Glarner sieht den Humus

dieser Situation im Berndeutschen. Die

Sprache sei voller Musik. «Diese Kreativität

und eine gewisse Leichtigkeit springen auch

auf andere Lebensbereiche über. Und die

Zweisprachigkeit, die sich den Sprachgren-

IN A NUTSHELL

Art capital Bern

The capital of Switzerland boasts an

impressive array of museums.

Besides the world-famous Zentrum

Paul Klee, designed by leading Italian

architect Renzo Piano, the Museum

of Fine Arts Bern with its collection

of 4,000 paintings and sculptures is

definitely worth a visit, as is the

Museum of Communication with its

interactive displays. The Helvetiaplatz

is the gateway to what could be called

«Museumstown» – six museums in

walking distance of each other.

zen entlangzieht, stimuliert die Berner Kultur

zusätzlich.» Zudem begünstige das typische

Understatement der Bernerinnen und

Berner die Begegnung. «Diese ist Grundlage

eines lebendigen Kulturlebens.»

Man reist für Konzerte auch aufs Land

Die weiten Distanzen im Grosskanton Bern

führen zu einer Dualität von Stadt und Land.

Von einem Stadt-Land-Graben könne aber

nicht die Rede sein, der Austausch sei rege

und fruchtbar, meint Hans Ulrich Glarner.

«Die Stadtberner Kultur kann auch nur deshalb

existieren, weil der halbe Kanton für

Kulturbesuche in die Stadt strömt.» Zunehmend

kommt es aber auch zu Gegenverkehr:

Man reist für klassische Konzerte auch mal

aufs Land, nach Meiringen, Saanen oder in

die Kirche Blumenstein, und besucht etwa

das Kunstmuseum in Thun oder Moutier.

Da Kooperationen über weite Distanzen

nicht immer einfach umzusetzen sind, findet

man im Kanton Bern aber auch viel Eigenständiges.

Die Dörfer liegen weit auseinander,

verspüren aber das Bedürfnis, sich kulturell

zu positionieren. «Das Kulturschaffen

von Laien ist im Kanton Bern bemerkenswert

weitverbreitet», sagt Hans Ulrich Glarner.

Die Weitläufigkeit des Kantons ist zudem

verantwortlich für die grosse Zahl an

Freilichtspielen und Laienbühnen. ■

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MADE IN BERN 5/2018


KULTURSTADT BERN

Musik, Theater und Museen

TOP FIVE

Die Tipps von Hans Ulrich Glarner, Vorsteher des Amts für Kultur

3

1

4

5

2

1 KUNSTMUSEUM

BERN

«Das Kunstmuseum hat mit

der letzten Ausstellung

‹Bestandsaufnahme Gurlitt›,

die in der Nazizeit

beschlagnahmte Werke

zeigte, eines der

interessantesten Projekte

realisiert. Die Einbettung der

Kunst in den historischen

Kontext war exemplarisch

und hat mich begeistert. Hier

wurde wirklich das Maximum

herausgeholt, und die

Ausstellung fand weltweit

Resonanz.»

kunstmuseumbern.ch

2 VIDMARHALLEN

«Die Umnutzung der

Vidmarhallen ist für mich das

Wunder von Bern: Das

Stadttheater, das damals in

die Krise geraten und

finanziell nicht ausreichend

ausstaffiert war, nutzte 2007

eine Fabrikhalle um; und die

neue Spielstätte wurde zum

Publikumsrenner. Der Raum

eignet sich hervorragend fürs

zeitgenössische Theater, und

die Veranstaltungen sind trotz

der Entfernung zum

Stadtzentrum sehr gut

besucht.»

vidmarhallen.ch

3 ALPINES

MUSEUM DER

SCHWEIZ

«Das Alpine Museum ist

unkonventionell und hat sich

zu einem Ort des Diskurses

und neuer Museumsformate

entwickelt. Hier wird über

Bergthemen gesprochen, die

für die ganze Schweiz wichtig

sind. Das Museum wird zum

gesellschaftlichen

Verhandlungsort. Ich gehe da

auch mit Freunden gern und

regelmässig hin

alpinesmuseum.ch

4 KINDERMUSEUM

CREAVIVA /

KIDSWEST

«Dass auch für Kinder und

Jugendliche ein

Kulturangebot bestehen

muss, ist für mich

selbstverständlich. Zwei

herausragende Beispiele sind

das Kindermuseum Creaviva

im Zentrum Paul Klee und die

offene Kunstwerkstatt

Kidswest in Bümpliz. Im

Kindermuseum erhalten

Buben und Mädchen über die

eigene schöpferische

Tätigkeit einen Zugang zu

Kunst und Kultur. Im Westen

von Bern treffen sich Kinder

und Jugendliche zwischen

5 und 17 Jahren wöchentlich

zum Gestalten und Erleben.

Sie sind künstlerisch tätig,

machen Texte und Filme. Ich

war kürzlich zu Besuch: Diese

Kinder, die meisten mit

Migrationshintergrund, haben

eine unbändige Begeisterung

für Kunst.»

creaviva-zpk.org

kidswest.ch

5 CAMERATA

BERN

«Das Kammerorchester wird

künstlerisch neu von Patricia

Kopatchinskaja geleitet, und

ich bin gespannt, was wir von

diesem Ensemble noch alles

erwarten dürfen.

Kopatchinskaja ist eine

international bekannte

Geigerin und innovative

Musikerin, die in der

Länggasse wohnt und in der

Migros einkauft. Das ist auch

wieder typisch für Bern:

Jemand, der hier die

Hochschule besuchte, bleibt

hängen, weil er oder sie die

Lebensqualität schätzt, und

macht Bern zum Schaffensort,

um hier etwas zu bewirken.»

cameratabern.ch

5/2018 MADE IN BERN

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ADELBODEN

Sonnenbaden:

Die Chumihütte

an der Piste

Luegli-Geils

DER MIT DER

MISTGABEL UND

HÜTTENKAFFEE

TANZT

Im Winter serviert Hansueli Hari den Skifahrern seine

legendären Highland-Burger, im Sommer zieht er mit

seinen Hochlandrindern auf die Chumihütte

Wer an einem Skitag ein charmantes Plätzchen für seine

wohlverdiente Pause sucht, ist mit der Chumihütte bestens

bedient. Land- und Hüttenwirt Hansueli Hari verwöhnt

seine Gäste in entspannter Atmosphäre. Wummernde

Bässe? Pommes? Selbstbedienung? Fehlanzeige! Auf der

Chumihütte werden Gemütlichkeit und Service zelebriert.

Die Sonnenterrasse ist mit patinabehafteten Holzmöbeln

und altehrwürdigen Sofas bestückt – kein Teil gleicht dem

anderen, und doch ist das Gesamtbild wunderbar stimmig.

Allein schon deshalb käme achtloses Vorbeifahren einer

Sünde gleich.

Bodenständig:

Seit 1994 wirtet

Hansueli Hari auf

der Chumihütte

An stürmischen Abenden dreht sich alles um Käse

Handgeschriebene Schiefertafeln, herzliches Personal und

ein währschafter Hüttenhit: Der Highland-Burger mit

Folien-Kartoffel gehört zu einem Skitag wie das Chuenisbärgli

zu Adelboden. Bei nicht terrassentauglichen Wetterverhältnissen

bietet der rustikale Stall Platz für siebzig Gäste.

An stürmischen Winterabenden dreht sich alles um

flüssigen Käse, im Sommer freuen sich die Alpkühe über

ein trockenes Plätzchen.

Die relaxte Atmosphäre auf der Chumihütte kommt

nicht von ungefähr – Wirt und Bauer Hansueli Hari gibt

diesen Takt auch auf seinem Hof vor. Als Freund des natürlichen

Erwachens startet er so oft wie möglich ohne Wecker

32

MADE IN BERN 5/2018


XXXXX

Zottelig: Im

Sommer ziehen

die Hochlandrinder

auf die Alp

Währschaft:

Der Highland-

Burger mit

Folien-Kartoffel

in den neuen Tag. Dank der Umstellung von Milchkühe auf

schottische Hochlandrinder muss er nicht mehr jeden Morgen

zur selben Zeit auf der Matte stehen. Und doch – kreuzt

er um die Hausecke, wird er jeweils sehnsüchtig muhend

von den originellen Rindviechern erwartet. Auf Hansuelis

Hof tummeln sich Highland Cattles jeglicher Couleur. Ob

schwarz, braun, weiss, rot oder grau – ihre enormen Hörner

verhelfen ihnen zu einem imposanten Auftritt. Bei einer

Spannweite von bis zu 1,40 Metern ist der Respekt unweigerlich

vorhanden. Hansueli Hari schwärmt: «Ihre Erscheinung

ist respekteinflössend, aber sie haben einen gutmütigen,

liebenswürdigen Charakter.»

Adelboden ist wie geschaffen für die robusten Rinder

Die Futtergrundlage sowie die landschaftlichen Gegebenheiten

in Adelboden sind wie geschaffen für die robusten

Rinder. Drei Jahre lang ziehen sie Sommer für Sommer auf

die Alp, im Herbst gehts dann zurück auf den Hof. Wanderer

staunen oft nicht schlecht, wenn ihnen die zottligen

Vierbeiner auf den satten Wiesen begegnen. Sind seine Rinder

versorgt, braust Hansueli mit Auto und Schneetöff zur

Chumihütte. Wann immer er Zeit findet, dreht er eine Runde

mit den Skis – am liebsten bevor der offizielle Liftbetrieb

beginnt. Dann saust er mutterseelenallein über die Pisten.

Und geniesst die Ruhe und den Moment.


5/2018 MADE IN BERN

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LANGLAUF

GUT

GEERDET

DIE SCHÖNSTEN

LOIPEN IM

SAANENLAND

Nathalie von Siebenthal kennt das Saanenland so gut wie

nur wenige. Die Spitzenlangläuferin aus Lauenen trainiert

denn auch lieber in der freien Natur als auf dem Laufband

MARKUS GANZ

Man sieht ihr die Spitzensportlerin nicht gleich

an. Nathalie von Siebenthal ist von zierlicher

Gestalt. Erst wenn sie sich bewegt, kann man

ihre Fitness erahnen. Und in ihrem Blick zeigt

sich sowohl Gelassenheit wie auch Beharrlichkeit

und Konzentration – alles unabdingbare

Voraussetzungen für Wettkämpfe. Bereits

zum 25. Mal hat die Langläuferin mit Jahrgang

1993 den Sommer auf der Alp ihres Vaters

verbracht. «Dort arbeite ich von früh bis spät,

das ist Basistraining genug», erklärt die Landwirtin

mit leuchtenden Augen. «Ausdauer ist

jedenfalls nicht mein Problem, zumal ich

zwischendurch auch ein wenig zu Fuss oder

auf Rollskis in der Gegend trainiere, vielleicht

acht Stunden pro Woche.» Wichtig sei als

Ergänzung das hochintensive Training mit

dem Sportteam, eine Woche pro Monat.

Ansonsten wohnt und arbeitet Nathalie

von Siebenthal auf dem elterlichen Hof in

Lauenen, einem beschaulichen Dorf nicht

weit weg vom mondänen Gstaad. Zum Langlauf

ist sie ganz natürlich gekommen. Ihr

Vater wirkte als Jugendtrainer von Langlauf

Saanenland. «Schon meine älteste Schwester

ging zu ihm ins Training, dann wurden wir

Jüngeren nach und nach mitgezogen und

nahmen schon bald an regionalen, später

auch an Schweizer Rennen teil.» Es sei aber

nicht so, dass der Vater sie zur Spitzensportlerin

gedrillt habe.

«Ich lasse mich nicht unter Druck setzen»

«Langlauf machte ich stets aus Plausch. Und

im Vergleich zu anderen Sportlern trainierte

ich wenig.» Das wurde vorübergehend zum

Problem, bis sie das dritte Lehrjahr zu Hause

auf dem Hof des Vaters absolvierte. «Da

konnte ich trainieren, wie und wann ich

wollte.» Dadurch wurden auch die Resultate

wieder besser, sodass sie sich 2013 für den

Weltcup qualifizieren konnte. Von da an sei

klar gewesen, dass sie diesen Sport professionell

ausüben wolle.

Nathalie von Siebenthal hat auch an der Weltspitze

ihre Gelassenheit bewahren können.

«Ich lasse mich nicht von anderen Leuten unter

Druck setzen. Denn ich bin es, die läuft, und

ich kann mich selbst einschätzen.» Wenn

schon, dann setze sie sich selber unter Druck,

etwa im letzten Februar an den Olympischen

Spielen in Pyeongchang. Sie ergatterte drei

olympische Diplome. Eine sehr gute Leistung,

aber zugleich auch eine Enttäuschung. War

sie vielleicht doch etwas aufgeregt wegen der

Olympischen Spiele? «Die Eröffnungs- und

Abschlussfeier waren schon speziell. Aber auf

den Loipen waren es ganz normale Rennen.

Ich konnte mich gut konzentrieren und habe

mich wie bei irgendeinem Rennen verhalten

– ich bin möglichst gut gelaufen.»

Heimzukommen ist stets das Schönste

Der Profisport hat auch seine Schattenseiten,

das gibt Nathalie von Siebenthal unumwunden

zu. «Das viele Herumreisen und die

Sommertrainings sind nicht gerade Tätigkeiten,

die ich liebe. Aber wenn ich noch

weiter vorrücken will, muss ich seriös trainieren,

gerade so, dass ich es noch gern mache.»

Und an Rennen hat sie immer noch sehr viel

Freude. Diese lässt sie sich auch nicht durch

Regeln nehmen, die für andere Spitzensportler

zwingend sind, etwa die Ernährung betreffend.

«Ich hatte noch nie einen Ernährungsberater.

Mein Körper sagt mir, was und

wie viel ich brauche. Ich bin seit Jahren gesund

und gleich schwer, und sehe keinen Anlass,

etwas an der Ernährung zu ändern.»

Und noch etwas anderes bereitet Nathalie

von Siebenthal immer wieder viel Freude.

«Egal wohin mich die vielen Trainings und

Wettkämpfe führen – heimzukommen ist

stets das Schönste», sagt sie. «Ich geniesse es

immer wieder, in den eigenen vier Wänden

zu sein und aus dem Fenster zu schauen. Ich

habe von hier aus eine grossartige Aussicht

auf das ganze Bergpanorama vom Wildhorn

über das Gältehore und die Mutthore bis hin

zur Wispile.»


Lauenensee

Am nächsten vom elterlichen

Hof entfernt liegt die Langlaufloipe,

die von Lauenen zum

Lauenensee führt. Nathalie von

Siebenthal: «Sie ist etwas flach,

aber wunderschön.»

Wintermatte

Für ihr Training nutzt die

Spitzenlangläuferin gern die

Langlaufloipe vom kleinen

Dorf Turbach in der Nähe von

Gstaad hinauf in das idyllische

Tal zur Wintermatte.

Sparenmoos

Auch die Loipen auf dem

Hochplateau vom Sparenmoos

kann Nathalie von Siebenthal

empfehlen. Etwa jene von

Zweisimmen nach Lenk oder

von Gstaad nach Gsteig.

gstaad.ch

34

MADE IN BERN 5/2018


«Auf dem Hof meines

Vaters kann ich trainieren,

wie und wann ich will»


GRAND TOUR OF SWITZERLAND

ELEKTRISCH

UBER

STOCK UND

STEIN

Ein Höhepunkt der Grand Tour of Switzerland ist die Fahrt durchs Berner

Oberland – erst recht im brandneuen Jaguar I-Pace, dem gegenwärtig

wohl eindrücklichsten Elektrofahrzeug

MARIUS LEUTENEGGER (TEXT) UND HOLGER SALACH (FOTOS)

36

MADE IN BERN 5/2018


XXXXX

Kraftpaket: Mit seinen

400 PS sind auch

Fahrten im Gelände

für den Jaguar I-Pace

kein Problem


GRAND TOUR OF SWITZERLAND

In der Renaissance begaben sich junge Adlige

auf eine luxuriöse «Grand Tour» durch

Europa. Auf ihrer Reise sammelten sie wertvolle

Eindrücke und erweiterten ihren Horizont.

Vor ein paar Jahren erinnerte man sich

bei Schweiz Tourismus an den schönen Brauch

und rief die «Grand Tour of Switzerland» ins

Leben. Die Rundfahrt, die man im Auto oder

auf dem Motorrad zurücklegen kann, ist 1643

Kilometer lang und führt vorbei an 44 Sehenswürdigkeiten

und durch alle Landesteile.

Einige der allerschönsten und beliebtesten

Abschnitte der Grand Tour liegen im Kanton

Bern. Bei Trubschachen – wo Kambly seine

weltberühmten «Güetzi» herstellt – fährt

man erstmals auf Berner Boden; von dort führt

die Strecke durchs Emmental, vorbei an der

Schaukäserei in Affoltern im Emmental und

weiter nach Bern, Thun und Interlaken bis hinauf

ins mondäne Gstaad. Die Strecke ist

atemberaubend – und im Winter erst recht

ein märchenhafter Hochgenuss. An vielen Orten

zieht die Landschaft als blau-weiss-blaues

Band an einem vorbei: oben ein strahlend

blauer Himmel, in der Mitte verschneite, glitzernde

Berghänge, unten ein tiefblauer See.

Eine Postkartenidylle löst die andere ab.

Ein Wunder der Ausstattung

Besonders schön ist die Reise natürlich in

einem besonderen Auto. Wir haben für unsere

Testfahrt einen brandneuen Jaguar I-Pace

genutzt, den ersten elektrischen Performance-

SUV des britischen Autobauers. Präsentiert

wurde das Oberklasse-Modell erstmals am

Autosalon 2018, bestellbar ist es seit März.

Und die Nachfrage ist bereits riesig. «Die Wartefrist

beträgt momentan ein halbes Jahr», sagt

Patric Horisberger. Der PR-Assistent von

Jaguar Land Rover Schweiz begleitet uns auf

der Grand Tour durchs Oberland – und kommt

aus dem Schwärmen kaum mehr heraus. Die

Frage, warum man denn einen Jaguar I-Pace

kaufen soll und kein Modell S von Tesla,

wischt er mit einem Lächeln weg. «Die Konzepte

sind ganz anders: Jaguar ist ein Sportwagenbauer,

Tesla ein Technologiekonzern.»

Überspitzt lässt sich wohl sagen: Bei Tesla

wurde ein Auto um eine Batterie gebaut,

bei Jaguar flossen jahrzehntelange Erfahrungen

in die Entwicklung ein. Diese Erfahrungen

wirken sich etwa auf das Kurvenverhalten

aus. Es ist bei Jaguar traditionell sehr

dynamisch, beim I-Pace akzentuiert sich diese

Eigenschaft aber noch – denn das Fahrzeug

verfügt über zwei Motoren, deren filigrane

Abstimmung für eine optimale Stabilität sorgt.

Die Kraft des 400 PS starken Elektrofahrzeugs

ist spektakulär. Fährt man einen steilen Pass

hoch, hat man das Gefühl, an einem Gummiband

hochgezogen zu werden. Und ein Sportwagen

mit einem Elektromotor verfügt über

eine Beschleunigung, die einen zuweilen wirklich

kurz nach Luft schnappen lässt. Schon

beim ersten Antippen des Gaspedals spürt

man die Kraft von 400 Pferden. Wumm!

Und natürlich ist der I-Pace auch ein Wunder

der Ausstattung. Was ein Elektrofahrzeug

der Oberklasse nicht alles bietet – einen perfekt

agierenden Lenkassistenten etwa, steuerbare

Innenakustik, sechs Kameras und unzählige

Sensoren, die vielfältige Dienste von der

Einparkhilfe bis zur massiven Erhöhung der

Sicherheit verrichten. Und dann ist das Fahrzeug

erst noch eine Augenweide. Wo immer

wir stoppen, um eine Landschaft zu bestaunen,

tauchen Passanten auf, die «heimlich»

das Fahrzeug fotografieren – oder unheimlich

schnell fragen, ob sie sich einmal hineinsetzen

dürfen. Nein, dürfen sie nicht. Wir sind

auf Grand Tour, und der nächste, berauschende

Ausblick wartet bereits auf uns.

madeinbern.com/grandtour

IM ELEKTRO-

AUTO DURCHS

OBERLAND

Die Batterie des Jaguar I-Pace

wiegt gut 600 Kilo und kann

etwa so viel Energie speichern

wie 10 000 iPhones. Das reicht

für eine Reichweite von bis zu

470 Kilometern. Unter guten

Voraussetzungen lädt man den

Jaguar I-Pace während eines

kurzen Mittagessens auf. Und

man kann natürlich auch jede

Kaffeepause dazu nutzen, um

wieder ein paar Kilometer

hinzuzugewinnen. Immer mehr

Restaurants und Hotels im

Berner Oberland verfügen

inzwischen denn auch über

effiziente Ladestationen. Und

lassen dadurch auch eine

längere Tour im E-Mobile durch

die traumhafte Landschaft zum

problemlosen Erlebnis werden.

LADESTATIONEN

GIBTS DIREKT

VOR DEM HOTEL

Bern Hotel Grauholz / Holiday Inn /

Hotel Bellevue Palace / Hotel

Schweizerhof & The Spa

Interlaken Salzano Hotel-

Spa-Restaurant / Backpackers

Villa Sonnenhof / Grand Hotel

Victoria-Jungfrau / Hotel

Carlton-Europe / Lindner Grand Hotel

Beau Rivage / Hotel Bellevue / Hotel

Artos / Hotel Derby

Thun Congress Hotel Seepark

Lenk Spa Resort Lenkerhof

Schönried Wellnesshotel Ermitage

Gstaad The Alpina

Spiez Hotel Eden

Saanenmöser Romantik Hotel

Hornberg

Schangnau Landgasthof

Kemmeriboden-Bad

Frutigen Hotel National

Faulensee Strandhotel Seeblick

Und weitere Hotels

Zwischenhalt im

Hotel Salzano in

Unterseen: Viele

Berner Hotels

verfügen über

Ladestationen

38

MADE IN BERN 5/2018


Nach einem kurzen

Mittagessen ist

die Batterie wieder geladen

Grosse Reichweite:

Der Jaguar I-Pace

fährt mit einer vollen

Batterie rund

470 Kilometer weit


XXXXX

40

MADE IN BERN 5/2018

ILLUSTRATION: MUTI - FOLIO ART


TOP4-SKIPASS

XXXXX

5/2018 MADE IN BERN

41


TOP4-SKIPASS

XXXXX

VIER AUF EINEN STREICH

So etwas gab es in der Schweiz noch nie. Mit dem Top4-Skipass kann man sämtliche Lifte

und Bergbahnen in den vier grössten Berner Skigebieten benutzen. Für mehr

Abwechslung und Vergnügen. Und das zum unschlagbaren Preis von nur 666 Franken

Mehr Pisten, mehr Funparks, mehr Lifte –

und vor allem mehr Spass, und dies für nur

einen Franken pro Pistenkilometer. Nach

dem Grosserfolg vom letzten Jahr bringen

die vier Skigebiete Adelboden-Lenk,

Gstaad, Jungfrau Ski Region und Meiringen-Hasliberg

auch in dieser Saison wieder

den Top4-Skipass auf den Markt. Für nur

666 Franken warten 666 traumhafte Pistenkilometer

auf die Wintersportler.

Mit dem Skipass gibts

auch Hotel-Rabatte

Von sanften Hängen und steilen Abfahrten über

Freestyle- und Funparks bis hin zu endlosem

Pulverschnee: Der Zusammenschluss

der vier grössten Berner Skigebiete bietet

Skifahrern und Snowboardern, Klein und

Gross, Anfängern und Fortgeschrittenen

alles, was das Herz eines jeden Wintersportlers

begehrt.

Doch das ist noch nicht alles. Mit dem Top4-

Skipass kann man nicht nur die 666 Pistenkilometer

geniessen, sondern profitiert

zusätzlich von 33 Prozent Rabatt bei der

Hotelübernachtung. Wer im Besitz eines

Top4-Skipasses ist, nächtigt in den verschiedenen

Hotels der Top4-Skigebiete Adelboden-Lenk,

Gstaad, Jungfrau Ski Region und

Meiringen-Hasliberg sowie in Interlaken

und Kander steg von Sonntag bis Donnerstag

günstiger.

Zudem gibt es für jedes der einzelnen Skigebiete

attraktive Partnerangebote, zum Beispiel

vergünstigte oder gar Gratiseintritte zu

den spektakulären Lauberhornrennen oder

Ermässigungen in diversen Ski- und Snowshops.

Der Top4-Skipass ist noch bis zum

16. Dezember 2018 zum sensationellen Vorzugspreis

von 666 Franken erhältlich.

top4.ski

SKIPASS IM VORVERKAUF

SKIPASS Normal Vorverkauf

Erwachsene 950 Fr. 666 Fr.

Jugendliche 710 Fr. 499 Fr.

Kinder (bis 15 J.) 475 Fr. 333 Fr.

Den Top4-Skipass gibt es zum

Vorzugspreis bis am 16. Dezember.

HOTELS ZUM SKIPASS

Ob Drei-, Vier- oder Fünfsternhotels:

Wer im Besitz eines Top4-Skipasses

ist, nächtigt günstiger. Von Sonntag bis

Donnerstag gibt es 33 Prozent Rabatt in

ausgewählten Hotels der Top4-Skiregion

sowie in Interlaken und Kandersteg.

WETTBEWERB

Beantworten Sie folgenden Fragen und gewinnen Sie

zwei Top4-Skipässe im Wert von je 666 Franken.

A. Wie viele Skifahrer befinden sich auf dem

Wimmelbild auf den vorangehenden Seiten?

B. In welchen vier Skigebieten

ist der Top4-Skipass gültig?

So sind Sie dabei: Bis am 12. Dezember die Fragen auf

madeinbern.com/win beantworten und gewinnen!

42 Die Gewinner werden schriftlich benachrichtigt. Über den Wettbewerb

wird keine Korrespondenz geführt.

MADE IN BERN 5/2018


XXXXX

10 km Anzahl

LANGSTE

SCHLITTELABFAHRT

Mitarbeiter

1566

92

Skilifte 2

9 7 0

❄ ❄ ❄

Höchster Skilift

PISTENKILOMETER

21

SNOW

PARKS

APRÈS-

SKI- 35

BARS

5157 m LÄNGSTE BAHN (RINDERBERG)

117

PISTEN-

RESTAURANTS

LÄNGSTE ABFAHRT

5/2018 MADE IN BERN

43


DIE SCHÖNSTEN

XXXXX

PISTEN IN DER

TOP4-SKIREGION

Jungfrau Ski Region

TALABFAHRT NR. 22

Von der Kleinen Scheidegg nach

Grindelwald. Eine wunderbare Talabfahrt

mit rund zehn Kilometer Länge entlang

der spektakulären Eigernordwand.

BLAU

Adelboden-Lenk

ENGSTLIGENALP

Eine traumhafte Piste für

herrliche Schwünge. Auf 2300

Meter über Meer und direkt

unter dem Wildstrubel wartet

die blaue Piste Nr. 102 mit

perfekter Neigung für perfekte

Carverschwünge.

Gstaad

SAANERSLOCH-

HORNBERG

Das Gebiet Saanersloch und

Hornberg begeistert Familien

und Geniesser durch eine

grosse Auswahl an blauen

Pisten und verfügt über viele

Hütten und Skibars. Mit der

neuen Gondelbahn wird der

Skitag noch komfortabler.

Meiringen-Hasliberg

MÄGISALP-REUTI

Die Piste Nr. 14/23 startet

beim Bergrestaurant Mägisalp

und verläuft vorbei an den

verschneiten Spychern bis

hinunter zur Talstation Reuti.

Dort lockt die Après-Ski-Bar

Mausefalle beim Hotel Reuti

zu einem Einkehrschwung.

Gstaad

MIKE-VON-GRÜNIGEN-RUN

Auf dieser 3100 Meter langen roten Piste auf

dem Horneggli in Schönried findet der

Schneesportler alles, was Weltmeister Mike

von Grünigen mit seiner Riesenslalom-Technik

jeweils perfekt ins Ziel brachte: Steilhänge,

Kompressionen, Sprünge und Wellen.

ROT

Adelboden-Lenk

TSCHUGGE-LENK

Die einheimischen Skisportler

sind sich einig: Die längste

Piste der Skiregion

Adelboden-Lenk ist perfekt

für sportliche Fahrer und

verspricht mitten im

Tschuggenwald eine richtige

Märchenwinterlandschaft.

Jungfrau Ski Region

OBERJOCH

Die Piste Nr. 1 bietet eine

Panorama-Aussicht auf

Grindelwald und das Skigebiet

First, die Kleine Scheidegg und

den Männlichen, inklusive

einem Fotopoint beim Start

und separater Tempo-30-Zone

für entspanntes Skifahren.

Meiringen-Hasliberg

HOCHSTRÄSS

Die Piste startet auf 2180

Meter Höhe und führt nach

Käserstatt. Breite Passagen

wechseln sich mit technischen

Hängen ab. Die Piste lässt das

Herz jedes Skifans höher

schlagen. Dazu geniesst man

ein einmaliges Panorama.


Adelboden-Lenk

WELTCUP-PISTE CHUENISBÄRGLI

Es ist die weltweit wohl bekannteste Strecke der

Skiregion inklusive einer Swisscom-Skimovie-

Strecke. Hier fährt man auf den Spuren der

Champions, die vor 41 000 Zuschauern sowie

Millionen vor dem Fernseher zu Tale sausen.

TOP4-SKIPASS

XXXXX

SCHWARZ

Jungfrau Ski Region

LAUBERHORN-ABFAHRT

Ein wunderschönes Panorama

mit der Kulisse von Eiger,

Mönch und Jungfrau bietet

sich auf der längsten und

traditionsreichsten Abfahrtsstrecke

der Welt. Ein Spektakel

ist garantiert, auch dank

des Fotostarts und der

Geschwindigkeitsmessung.

Gstaad

TIGER RUN

Die steilste und knackigste

Piste von Gstaad und

Umgebung liegt am

Wasserngrat. Der schwarz

markierte Tiger Run ist die

anspruchsvollste Abfahrt

der ganzen Region. Die

Neigung beträgt im

Durchschnitt satte 45 Grad.

Meiringen-Hasliberg

NORDPOL

Beim Panoramarestaurant

Alpen tower startet die

steilste Piste von Meiringen-

Hasliberg. Dank der Lage

gegen Westen bleibt die Piste

bis am Nachmittag griffig.

Meiringen-Hasliberg

NATÜRLICHE COULOIRS

Die zahlreichen Couloirs im Gebiet Alpen

tower bis Mägisalp erfüllen sämtliche

Wünsche von Freeridern. Direkt neben der

Piste lockt der weisse Pulverschnee.

GELB

Adelboden-Lenk

BERGROSE

TSCHENTEN ALP

Die schönste Freeride-Piste

ist die Nr. 96 mit dem Namen

Bergrose. Sie führt durch eine

traumhafte, hochalpine

Naturschneelandschaft

mit herrlichen Ausblicken

über den Thunersee.

Gstaad

RINDERBERG-RONDA

Die Skisafari ist eine

erlebnisreiche Rundfahrt über

drei Berge und Täler. Die

Strecke ist so angelegt, dass

keine Piste oder Bergbahn

zweimal benutzt werden muss.

Für die Rundtour brauchen

Schneesportfans rund zwei

Stunden – sofern man keinen

Halt einlegt in einer der

unzähligen gemütlichen

Berghütten und Skibars.

Jungfrau Ski Region

GRINDELWALD-FIRST

Die beiden Pisten Nr. 5 und

Nr. 14 auf Grindelwald-First

werden erst zwei Tage nach

Schneefall präpariert.


SILVESTER XXXXX

Happy New Year! Mit dem «längsten Silvester der Schweiz» bietet Interlaken ein

dreitägiges Happening mit Popkonzerten, Pyro, Party und Potschete

MARIUS LEUTENEGGER (TEXT) UND EPHRAIM BIERI, ERICH HAESLER (FOTOS)

Weltweit gibt es nur einen Ort, der zum Jahreswechsel

ein märchenhaftes Eisfeld, Gratiskonzerte

von Top Acts, ein überwältigendes

Feuerwerk und Brauchtum bietet: das Bödeli,

die Ebene zwischen Thuner- und Brienzersee.

Hier steigt der «längste Silvester der

Schweiz» – ein dreitägiges Happening.

Dass sich Interlaken heute als winterliches

Vergnügungsparadies präsentiert, war lange

nicht absehbar. Noch in den 80er-Jahren waren

nur ein paar Restaurants und Hotels geöffnet,

die Touristen genossen die höher gelegenen

Skiorte. Doch dann beschlossen findige

Touristiker, das Potenzial besser zu nutzen

– und den Ort als Winterdestination zu

positionieren. «Wir nutzen die Naturschönheiten

heute auch im Winter als Magnet – und

ergänzen sie gezielt», sagt Daniel Sulzer,

Direktor von Interlaken Tourismus. Mit Erfolg:

Jedes Jahr steigt die Zahl der Gäste.

Wie aber kam es zum «längsten Silvester der

Schweiz»? Dessen Geschichte begann am Millennium.

Damals spendierte Interlaken seinen

Gästen ein grosses Feuerwerk, das aber

am Abend des 1. Januar und nicht wie sonst

überall an Silvester gezündet wurde. «An Silvester

finden bei uns viele Bankette statt, und

man wollte die Gäste nicht aus den Restaurants

holen», sagt Daniel Sulzer. «Dafür hoffte

man, mit einem Feuerwerk am Neujahrstag

den einen oder anderen zu motivieren,

seinen Aufenthalt noch etwas zu verlängern.»

Heute wird das Veranstaltungsbouquet

zum Jahreswechsel von vier Säulen getragen.

Die Festivitäten starten mit einem Galadinner

in einem der stilvollen Hotels. An Neujahr

folgen das Openair-Festival «Touch the

Mountains» und das spektakuläre Feuerwerk.

Am Berchtoldstag findet schliesslich die traditionelle

Harder-Potschete statt.

Begleitet werden diese Hauptelemente von

einem vielfältigen Rahmenprogramm. Dazu

zählt vor allem ICE MAGIC. Die gigantische

Schlittschuhanlage auf der Höhematte ist von

Mitte Dezember bis Ende Februar geöffnet.

Sie umfasst ein 750 Quadratmeter grosses

Hauptfeld und vier weitere Eisfelder, die mit

450 Meter langen Eiswegen untereinander

verbunden sind. Am Abend verwandelt sich

die Anlage in eine Landschaft wie aus dem

Märchenbuch. 110 000 Eintritte wurden in

der letzten Wintersaison gezählt. Zwei davon

entfielen auf Silke und Tobias, ein junges Paar

aus Olten. Die beiden sind restlos begeistert.

Auch vom wohl ersten Openair-Festival der

Schweiz, das im neuen Jahr über die Bühne

geht. Alle waren sie schon hier, von Trauffer

über 77 Bombay Street bis zu Stress.

Das Programm zieht jeweils bis zu 35 000

Musikfans an. Darunter ist auch Sibylle aus

46

MADE IN BERN 5/2018


XXXXX

Magisches

Eisfeld:TOP OF

EUROPE ICE

MAGIC auf der

Höhematte in

Interlaken


SILVESTER XXXXX

Das erste Openair

im Jahr: Am

1. Januar steigt in

Interlaken das

Festival «Touch the

Mountains» mit

Schweizer Top Acts

und After-Partys

Neujahrskonzert der

anderen Art: Das Openair-

Festival in Interlaken

48

MADE IN BERN 5/2018


DIE COOLSTEN

EVENTS IN DER

WINTERSAISON

Freiburg. Sie liebt die Atmosphäre, die von

einer ganz besonderen Fröhlichkeit geprägt

ist. «Mit dem Openair wollen wir auch der

Bevölkerung Danke sagen», meint Tourismusdirektor

Daniel Sulzer. Abgeschlossen wird

«Touch the Mountains» mit einem gigantischen

Feuerwerk – im vergangenen Jahr zur

Musik von Queen. Und wer dann noch immer

nicht genug hat, feiert an einer der vielen

After-Partys weiter.

Wurzeln in der mittelalterlichen Tradition

Allerdings: Den 2. Januar sollte man nicht

verschlafen. Denn dann findet die Harder-

Potschete statt, das aussergewöhnlichste Element

des «längsten Silvesters der Schweiz».

Sie hat ihre Wurzeln in der mittelalterlichen

Tradition des «Chlummlens». Junge Männer

zogen einst jeden 2. Januar maskiert zum Kloster

Interlaken. Dort erhielten sie zwölf Mass

Wein, zwölf Brote und fünf Churerbatzen –

als Gabe an die Verstorbenen, die von den

Maskierten repräsentiert wurden.

In den 50er-Jahren entwickelten Geschäftsleute

an Interlakens Marktgasse einen raffinierten

Plan: Sie verschmolzen verschiedene

Traditionen der Region zu einem neuen Anlass,

bei dem Saft und Kraft der jungen Leute

gefragt war, und der erst noch Publikum in

die Gassen locken sollte. Dabei reicherten sie

das althergebrachte Chlummlen um die lokale

Sage über das Hardermannli an.

Im Norden von Interlaken ragt der Harder

auf; eine Stelle des Berges ist nicht bewaldet,

und mit etwas gutem Willen kann man

in den nackten Felsen ein griesgrämiges Gesicht

erkennen – eben das Hardermannli. Es

soll von den Mächten des Himmels als Mahnmal

in den Felsen geformt worden sein, weil

dort einst ein lüsterner Mönch ein Mädchen

in den Tod trieb. Die Geschäftsleute der

IN A NUTSHELL

Longest New Year’s Eve

Talk about ringing in the new year –

Interlaken does it over three days!

The festivities begin on New Year’s

Eve with a sumptuous gala dinner at

one of the stylish hotels. New Year’s

Day features the open-air festival

«Touch the Mountains» with many

top acts and after-parties as well as

gigantic fireworks in the evening.

On 2 January, chill out watching the

traditional «Harder-Potschete»

procession of masked figures.

Ein Herz für Interlaken: Jürg Boss vom Verein

Chance Winter, Tourismus-Direktor Daniel Sulzer (r.)

Marktgasse deuteten die Figur um und stellten

sie ins Zentrum ihres neuen Konzepts:

Das Hadermannli führt voll maskierte

Wintergeister an, die in geordneter Wildheit

und begleitet von Treichlern und Guggenmusiken

durch die Gassen ziehen. Der Name

der Veranstaltung rührt daher, dass die Wintergeister

spielerisch mit luftgefüllten Schweineblasen

auf das Publikum einschlagen –

und lokal nennt man diese Schweineblasen

eben Potschen.

«Ja, man kann sagen, die Harder-Potschete

wurde 1956 als Marketingmassnahme ins

Leben gerufen», meint Paul Michel. Der hünenhafte

Spenglermeister aus Interlaken ist

seit vielen Jahren Präsident des Harder-

Potschete-Vereins. Vor allem aber schlüpft er

seit 30 Jahren beim Umzug ins Hardermannli-Kostüm.

Vor 20 Jahren öffnete man sich

auch weiblichen Maskenträgerinnen. Dass

heute auch Frauen als Geister mittun können,

bedeutet aber nicht, dass an der Harder-

Potschete alles möglich ist. «Das ist keine Fasnacht!»,

hält Paul Michel unmissverständlich

fest. «Wir wehren uns dagegen, dass sich uns

Leute mit billigen Gummimasken anschliessen

– mit Halloween haben wir nichts am

Hut.» Im Zentrum des Umzugs stehen denn

auch rund 45 individuelle und aufwendig gestaltete

Masken aus Holz.

Asiaten und Amerikaner sind begeistert

Der Plan der Gründerväter der Harder-

Potschete ist voll aufgegangen: Der Anlass

zieht Jahr für Jahr massenhaft Touristen und

Einheimische an. Paul Michel sagt, dass je

nach Wetter 5000 bis 8000 Menschen am

Strassenrand stehen. Vor allem Gäste aus

Asien und Amerika können sich am Umzug,

der das Ambiente von authentischem alpinem

Brauchtum verströmt, kaum sattfotografieren.

Und sind begeistert. Denn nach dem nachmittäglichen

Umzug geht es weiter mit den

Partys in den Restaurants. Die Maskierten

26. November

Berner Zibelemärit

Zum traditionellen Volksfest bringen die

Bauern aus der Umgebung über fünfzig

Tonnen Zwiebeln in die Berner Altstadt.

bern.com/zibelemaerit

November und Dezember

Berner Weihnachtsmärkte

Der grösste Weihnachtsmarkt gibts in

der Stadt Bern. Aber auch Huttwil und

Trubschachen locken mit Märkten.

bern.com/weihnachtsmarkt

November und Dezember

Weihnachtsmärkte bei Interlaken

Den ersten Event gibt es im Schloss

Hünegg (1. Dez.). Es folgen die Märkte

in Brienz (1. und 2. Dez.), Interlaken (8.

bis 16. Dez.) und Thun (12. bis 23. Dez.).

interlaken.ch

6. und 22. Dezember

Weihnachtsmarkt in Saanen

Eine besinnliche Atmosphäre mit

Lämpchen und Lichtern bietet

der Weihnachtsmarkt in Saanen.

gstaad.ch

6. bis 24. Dezember

Weihnachtsmarkt in Biel

Kunsthandwerk, Glühwein und Punsch

gibts am Weihnachtsmarkt in Biel.

biel-seeland.ch

28. Dezember und 15. Februar

Disco auf dem Eis

Die coole Party «Bar on Ice» findet auf

der Eisbahn mitten in Gstaad statt.

gstaad.ch

31. Dezember

Silvester-Pool-Party

In Kandersteg steigt am 31. Dezember

die grosse Pool-Party im Wellnessbereich

des Waldhotel Doldenhorn.

kandersteg.ch

10. Februar

Velogemel-Meisterschaft

Ein humorvolles Rennen durch

Grindelwald mit dem Kult-Gefährt.

velogemelgrindelwald.com

6. April

Snowpen-Air Grindelwald

begeben sich auf die traditionelle «Beizencher»

und feiern bis tief in die Nacht. ■

Bereits zum 22. Mal findet das auf

2067 Meter hoch gelegene Openair

mit internationalen Top-Acts statt.

5/2018 MADE IN BERN

snowpenair.ch

49


SOUVENIRS

Feinstes Fondue

Die chüschtige

Fertigmischung mit

Gletscherbachkäse

aus Lenker Milch

gibts bei der Lenk

Milch AG.

Edelbrand

Beim Dry Gin von

der Berner Matte

Brauerei ist alles

Handarbeit: vom

Verarbeiten

der Pflanzen bis

zum Brennen.

Haslital Bier

Seit diesem Sommer wird

das neue Bier gebraut,

mit bestem Hopfen und

Malz – und frischem

Wasser aus dem Haslital.

Bio-Sirup

Hinter «1001 fleurs» steht

Marlène Stalder. Seit

dreissig Jahren produziert

sie in ihrer Siruperie in Biel

ungefilterte Bio-Fruchtsäfte.

Vogellisi-Buch

Die gebürtige Adelbodnerin

Annemarie Stähli erzählt

im illustrierten Märchenbuch

die Sage der Kräuterfrau.

Geschenkidee

Das Set von ICE MAGIC

enthält neben dem Eintritt

eine Tasche, eine Fleecedecke,

Handwärmer und

10 ICE-MAGIC-Franken.

Tête de Moine

Bereits 1790 wurde der

berühmte Käse erstmals

erwähnt. Bis heute

wird er in Bellely im Berner

Jura hergestellt.

DAS BESTE

AUS BERN

Berner Seife

«Bblubb» heisst die

Manufaktur in der Stadt

Bern. Seifen gibts

in vielen Sujets – etwa

als Saane-Geiss aus

Gstaad.

Bieler Sirup und Haslitaler Bier: Der Kanton Bern

verführt mit vielen originellen Produkten

50

MADE IN BERN 5/2018


SonntagsZeit

für Veganer

Mit dem Kriegsbeil zum

politisch korrekten Essen.


4 Top-Skigebiete

666 Pistenkilometer

1 Skipass:

nur

666.–

www.top4.ski

33 % Rabatt in Hotels

Mit dem Top4-Skipass fahren Sie günstiger: mit allen Bergbahnen und auf den

666 Pistenkilometern von Adelboden-Lenk, Gstaad, Jungfrau Ski Region und

Meiringen-Hasliberg. Dazu bekommen Sie 33 % Rabatt in ausgewählten Hotels

sowie 66 Gutscheine und Vergünstigungen. Den Top4-Skipass für 666 Franken

gibt es bis zum 16. Dezember 2018.* Jetzt kaufen: www.top4.ski

* Ab 17.12.2018 kostet der Top4-Skipass für Erwachsene 950 Franken.

Mehr Zeit. Mehr Winter.

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