hinnerk Dezember 2018 / Januar 2019

blumediengruppe

DEZEMBER 2018 / JANUAR 2019 | AUSGABE 302 | WWW.HINNERK.DE

HAMBURG | BREMEN | HANNOVER

WINTERZEIT

Seitenweise

Geschenkund

Kulturtipps!

POLITIK

Entschädigung

auch für nicht

verurteilte Opfer

des § 175

SCHMUCKER BARDE

Hat ein neues Album:

MAX

GIESINGER

INTERVIEWS: JOHN LEGEND, ZAZ, MARCO MENGONI, RICCARDO SIMONETTI, RITA ORA


Sinne!

EIN FEST

FÜR ALLE

HAMBURG

Spiegelpalast vor den Deichtorhallen

Noch bis 06. März 2019

Info & Tickets: www.palazzo.org

Das

perfekte

Weihnachtsgeschenk!


INTRO

3

Inhalt

Hamburg: Bärenpaadiie

Hamburg: Entschädigung

Bühne: Erklärung

der Vielen

REGIONAL

04 Hamburg

13 Termintipps Szene

14 Bühne

19 Termintipps Kultur

20 Eyecandy

22 Essen & Trinken

24 hinnerk liebt

26 Party

29 Termintipps Party

30 Norddeutschland

33 Termintipps Nord

Impressum

LEBEN

34 Geschenke

KULTUR

Mode

Film

Musik

Kunst

Buch

Internet

epaper.blu.fm

Alle Magazine

online und als App!

Kostenlos

Liebe Leser*innen,

25 Jahre hinnerk. Die Szene und das Medienkonsumverhalten

verändern sich. Wir wollten dem Umstand

gerechter werden, dass die Zugriffe auf die Onlinetermine

durch mobile Geräte rapide zunehmen, während

sogenannte Bleiwüsten im Magazin überblättert

werden. Diesen Weg gehen wir mit dieser Ausgabe konsequent

weiter: Zu jeder regionalen Rubrik gibt es fortan

jeweils eine sorgfältig kuratierte Terminübersichtsseite

als Wegweiser für Szene, Kultur und Partyleben.

So ist im Heft auf den ersten 34 Seiten nun noch

mehr Platz für regionale Themen, wie in diesem

Monat einem Interview mit WunderBar-Mitarbeiter

Sanijel, dem Ansprechpartner der Polizei Hamburg

für Queeres, Marco und den Machern des neuen

Szenetreffs MAchsDOch in Oldenburg.

Viel Spaß beim Lesen und Entdecken,

Deine hinnerk Redaktion

www.hinnerk.de

www.facebook.com/hinnerk.magazin

HAMBURG · GRAUMANNSWEG

Thronen über Hamburg

Exklusiv über den Dächern

Hamburgs wohnen.

Zwei Penthouse-Wohnungen in

Hamburg-Hohenfelde.

2-Zimmer mit ca. 90 m 2 Wohnfläche.

Durchdachte Details & edle Ausführung.

Dachterrassen mit Alsterblick.

Projektentwickler:

Beratung und Verkauf:

(040) 79 69 68 50 | www.new72.hamburg


4 HAMBURG

Community

SPIELZEUG

„Welche Geschlechtskrankheiten

du beim Spielen

bekommen kannst“ – so

nennen die Jungs von Hein

& Fiete eine Veranstaltung in

Kooperation mit Brunos. Was

erst mal vielleicht seltsam

erscheint, ist aber ein ernstes

und gutes Anliegen: Auch

beim Spielen mit Sextoys

können sich sexuell übertragbare

Krankheiten verbreiten.

Um darüber aufzuklären,

werden sich die Heins und

die Fietes mit euch anschauen,

was es alles an Toys gibt

und welche Infektionen

übertragen werden könnten.

12.12., Brunos, Lange Reihe/

Danziger Str. 70, Hamburg,

19 Uhr

FOTOS: TORSTEN V. BEYME-WITTENBECHER

Siegermannschaft „Nordic Temptation“ mit Schirmherr Farid Müller (Grüne, Mitglied der Hamburgischen

Bürgerschaft, ganz links) und Ehrengast Ingo Zamperoni (ganz rechts)

SPORT

„NATÜRLICH IST FUSSBALL

SCHWUL!“

Die „StartschussMasters“ sind eines der größten queeren Turniere Deutschlands.

2018 konnten es die Schweden von „Nordic Temptation“ für sich entscheiden. Bei der

Siegerehrung im Hamburger Rathaus fand Ingo Zamperoni deutliche Worte.

GESPIELT UND SORGEN?

Du hast schon einige der

Toys ausprobiert oder warst

anderweitig sexuell verspielt?

Du hast zwar auf Safer Sex

geachtet, weißt aber natürlich

nicht, ob du nicht doch

irgendein Andenken mitgenommen

hast, das du gerne

wieder los sein willst? Dann

ist die Testberatung bei Hein

& Fiete was für dich. Jeden

Dienstag und Donnerstag

von 16 bis 20 Uhr im Pulverteich

21 steht dir das Team

zur Verfügung. Es ist möglich,

sich auf HIV, Hepatitis B und

C und Syphilis, Tripper und

Chlamydien testen zu lassen.

Selbstverständlich kostenlos,

anonym und ohne Voranmeldung

und mit Beratung.

Donnerstags übrigens auch

zum Thema PrEP! *ck

„Fußball ist alles“, sagte TV-Moderator Ingo

Zamperoni am Abend als Ehrengast der

Siegerehrung, „und weil Fußball alles ist,

ist Fußball natürlich bunt, und natürlich ist

Fußball schwul!“ Dass es bis heute keinen

gänzlich offenen Umgang damit gebe,

hänge unter anderem mit der Fankultur

zusammen. Angesichts aggressiver Rufe

aus den Fankurven sagte Zamperoni: „Eine

Menge geht ungefiltert nach draußen,

ohne darüber nachzudenken, was es

bedeutet. Worte haben Bedeutung. Sie

prägen unser Bewusstsein und unser

Unterbewusstsein. Ich glaube, darum gibt

es noch viel zu tun bei der Frage, wie wir

über Homosexualität reden – besonders in

den Fußballstadien, aber auch im Sport im

Allgemeinen,“ so der 44-Jährige.

INFORMATIONEN ZUM TURNIER

Laut „Startschuss SLSV Hamburg”

nahmen 16 Teams aus

Deutschland, England, Dänemark,

Schweden, Slowenien

am Turnier teil. Im Finale am

Samstag setzte sich „Nordic

Temptation“ gegen „PAN Fodbold“

aus Kopenhagen mit

6:2 durch. Platz drei belegte

Vorjahressieger „Quadratekicker

Mannheim“, auf den

Plätzen vier und fünf folgten

die beiden Teams der Hamburger

Gastgeber. Alle Platzierungen sind

HIER abrufbar. *ck

www.startschuss.org


SZENE

Der Bär ist los!

Norddeutschlands größtes Bärentreffen findet

vom 18. bis 20. Januar in Hamburg statt und wird

auch in diesem Jahr wieder eine (brust-)haarige

Angelegenheit!

GESUNDHEIT

IN HAMBURG

Zum zwanzigjährigen Jubiläum gibt’s ein liebevoll organisiertes

Programm. Begonnen wird mit einem schwitzigheißen

Nachmittag in der DRAGON SAUNA, Pulverteich

37, am Freitag ab 12 Uhr. Abends geht’s weiter im

HOCHBUNKER VOM UEBEL&GEFÄHRLICH mit

einem kuscheligen Kennenlernen – Bärinnen müssen

leider draußen bleiben.

Samstag wird’s erst einmal sportlich beim BÄREN-

BOWLING um 12 Uhr im U.S. Fun Bowling, Wagnerstraße

2, und danach knuddelig bei der HAFEN-

RUNDFAHRT – los geht’s um 13:45 Uhr an den

Landungsbrücken (Brücke 1/Hafentor).

Abends steigt dann natürlich DAS Highlight: Die

BÄRENPAADIIE XXL! Feiern, flirten und fleißig kraulen

darf man nahe Hauptbahnhof in der Markthalle Hamburg,

Klosterwall 11. 1.500 Bären und Freunde (wieder gilt: men

only!) werden hier auf zwei Dancefloors mit DJs wie Sven

Enzelmann oder DJ Kay und DJ Alex (House) die Hütte

zum Beben bringen! Zum Relaxen steht die große Lounge

im Obergeschoss zur Verfügung.

Am Sonntag verjagen die Bären gemeinsam den Kater

und stillen ihren Bärenhunger beim Brunch im KÖRRI

SPEISEKONTOR, Springeltwiete 2.

Wir wünschen ein wunderbäriges Vergnügen! Tickets für

die einzelnen Veranstaltungen gibt’s im Vorverkauf unter

www.nordbaeren-hamburg.de *lm

FOTO: EUROCREME.COM

ÄRZTE

■ Christian Aust,

Urologie,

Eppendorfer Landstr. 44,

& 4603463,

www.uro-eppendorf.de

■ Andreas Britz,

Dr. med.Praxisklinik am Rothenbaum,

Privatpraxis, Haut- und Geschlechtskrankheiten,

Lasertherapie,

Kosm.-ästhet. Behandlungen,

Allergologie,

Heimhuder Str. 38, & 44809812,

www.dr-britz.de

■ Elbpneumologie

Dres. med. Aries & Partner,

Lungenheilkunde, Allergologie,

Struenseehaus, Mörkenstr. 47,

& 3903534,

altona@elbpneumologie.de

■ Dammtorpraxis, Dr. Linnig,

Allgemeinmedizin, Reise-Medizin,

HIV, Hepatitis, STD,

Damnmtorstr. 27, & 35715638,

www.dammtorpraxis.de

■ ICH Grindel,

Dr. med. Thomas Buhk,

Dr. med. Stefan Fenske,

Prof. Dr. med. Hans-Jürgen

Stellbrink,

All gemeine und Innere Medizin,

HIV, Hepatitis, STD,

Grindelallee 35, & 4132 420,

www.ich-hamburg.de

■ ICH Stadtmitte,

Dr. med. Axel Adam,

Stefan Hansen,

PD Dr. med. Christian Hofmann,

Dr. med. Michael Sabranski,

Dr. med. Carl Knud Schewe,

Allgemeine und Innere Medizin,

HIV, Hepatitis, STD,

Glockengießerwall 1,

& 28004200,

www.ich-hamburg.de

■ Medizinisches Versorgungszentrum

Hamburg,

Prof. Andreas Plettenberg,

Dr. Albrecht Stoehr,

Prof. Jörg Petersen,

Dr. Peter Buggisch,

HIV, Hepatitis, STD, Infek tiologie,

Lohmühlenstr. 5, Am AK St. Georg

Haus L, & 28407600,

www.ifi-medizin.de

■ Oliver Neubauer,

Facharzt für Urologie,

Herthastr. 12, & 64224500,

www.urologe-hamburg.com

■ Schwerpunktpraxis

Nerven-Psyche,

Dr. med. Hans Ramm,

Dr. med. Andrea Oster,

Neurologie, Psychiatrie,

Psychotherapie,

Kreuzweg 7, & 245464,

www.nervenarzt-hh.de

■ Dr. med. Martin Eichenlaub,

Facharzt für Neurologie,

Nervenheilkunde, Psychiatrie u.

Psychotherapie,

Elbgaustr. 112., & 841084,

www.nervenarzt-eichenlaub.de

■ Dr. med. Ulrich Reuters,

Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie,

Plastische Operationen,

Rothenbaumchaussee 5, & 4800848

■ Ralf Siemen,

Praktischer Arzt,

Königstr. 1, & 314144

■ Josef Stuch,Dr.

All gemeinmedizin,

Ida-Ehre-Platz 12, & 37510060

■ Ambulanzzentrum des UKE,

Bereich Infektiologie:

Dr. med. Olaf Degen,

Dr. med. Sabine Jordan,

Dr. med. Sandra Hertling,

Dr. med. Stefan Schmiedel,

Dr. med. Anja Hüfner,

Fachärzte für Innere Medizin

/Allgemeinmedizin/Tropenmedizin,

HIV, STD,Infektion- & Tropenkrankheiten,

Hepatitis

Universitätsklinikum Eppendorf,

Martinistr. 52, &741052831,

infektionen@uke.de

■ Dr. med. Welf Prager & Partner,

Dermatologie,

ästhetische Dermatologie,

operative Dermatologie,

Allergologie, Phlebologie,

Lasermedizin,

Hemmingstedter Weg 168,

& 040 81 991 991

www.derma-hamburg.de

COACHING

■ Markus Bundschuh,

Gestalttherapeut-Psychotherapie

(HPG), Müggenkampstr. 29,

& (0179) 5270700,

www.therapie.de/psychotherapie/

bundschuh

■ Kathrin Eßmann,

Berufliches und psychologisches

Coaching, Supervision,

Teamberatung,

Max-Brauer-Allee 54, & 43099379,

www.kathrin-essmann.de

■ Ruthemann Coaching,

Heilpraktiker f. Psychotherapie,

Professor-Brix-Weg 4, & 31171492

www.ruthemann-coaching.de

■ easylife Therapiezentrum,

einfach abnehmen Winterhuder,

Marktplatz 6-7, & 309875130,

www.easylife-hh.de

APOTHEKEN

■ Alexander Apotheke St. Georg,

Steindamm 81, & 28009922,

www.alexapo.de

■ Alexander Apotheke City-Süd,

Beim Strohhause 2, & 97078827,

www.alexapo.de

■ Apotheke am H auptbahnhof,

Steindamm 2, Ecke Adenauerallee,

& 241241

■ Apotheke Zum Ritter St. Georg,

Lange Reihe 39, & 245044

■ Epes Apotheke,

Lange Reihe 58, & 245664

PSYCHOTHERAPIE

■ Markus Bundschuh,

Gestalttherapeut-Psychotherapie

(HPG), Müggenkampstr. 29,

& (0179) 5270700,

www.therapie .de/psychotherapie/

bundschuh

■ Kathrin Eßmann,

Systemische Therapie,

lösungsfokussierte Kurzintervention,

Max-Brauer-Allee 54, & 43099379,

www.kathrin-essmann.de

■ Christian Perro, Dr. med.,

Psychiatrie, Eppendorfer Landstr. 37,

& 464554

■ Kurt Strobeck,

Dr. med. Facharzt Psychiatrie und

Psychotherapie, Ferdinandstr. 35,

& 32527214


6 HAMBURG

FOTO: M. RÄDEL

NACHGEFRAGT

BARBIE

BREAKOUT,

HIV-Aktivistin

Die Dragqueen, Influencerin

und Buchautorin ist eine der

schönsten Stimmen im Kampf gegen

Aids. Und sie hatte Zeit für uns!

Was bedeutet für dich der

1. Dezember?

Für mich hat der erste Dezember eine

recht vielschichtige Bedeutung. Einerseits

ist es für mich der Tag im Jahr, an

dem ich verstärkt an all unsere verlorenen

Freunde und Mitstreiter denke. Es

ist ja immer ein bisschen eine utopische

Idee, aber dennoch: Wo wären wir, wer

wären wir in Deutschland, wären nicht

Generationen von uns umgebracht worden

oder an Aids gestorben? Das Dritte

Reich hat gezielt queere Menschen

inhaftiert und getötet – und das generationsübergreifend.

Als die Lager befreit

wurden, haben die meisten Gefangenen

die Freiheit wiedererlangt und durften

ein neues Leben beginnen, sofern das

mit all den erlittenen Traumata überhaupt

möglich war.

Für die meisten von uns jedoch wartete

nach dem Lager der Knast. Über die

nächsten vierzig Jahre erkämpften sich

die wenigen verbleibenden und nachwachsenden

mutigen Homos so etwas

Ähnliches wie ein Existenzrecht, eine

Daseinsberechtigung in der Parallelgesellschaft.

Dann kam in den 1980ern

Aids und raffte die sich gerade erholende

queere Identität generationsübergreifend

dahin. Wir hatten Anfang der 1990er

– seit 60,70 Jahren – keine älteren

Vorbilder, keine Leitfiguren, die einem das

schwule Altern oder Beziehungen hätten

vorleben können. We have to make it

up as we go. Zum Zweiten ist der erste

Dezember auch nach all den Jahren und

dem medizinischen Fortschritt immer

noch der Tag, an dem man den jüngeren

Generationen Safer Sex erklären muss,

verstärkt Aufklärung über das Leben mit

HIV betreibt und hofft, dass etwas davon

hängenbleibt.

Hast du Freunde an Aids verloren?

Natürlich habe ich Freunde an AIDS verloren.

Das muss aber nicht immer heißen,

dass sie direkt vom Virus getötet worden

sind. Manche haben sich nach der Infektion

mit Drogen zugrunde gerichtet, bei

anderen hat die Leber nach mehreren

Hepatitis-Behandlungen parallel zur HIV-

Medikation den Geist aufgegeben. Andere

haben sich das Leben genommen.

Direkt an Aids gestorben ist seit Mitte

der 1990er keiner meiner Freunde mehr.

Was wünschst du dir von der Szene,

von der Gesellschaft?

Das ist recht simpel: Ich wünsche mir vor

allem von der jungen Generation, dass

sie sich aktiv informieren, damit sie zum

Thema Safer Sex bewusste, informierte

Entscheidungen treffen können.

Allgemein gesprochen wünsche ich mir

als HIV-Positive, dass wir weiterhin daran

arbeiten, die Stigmatisierung uns gegenüber

abzubauen. Das funktioniert, wie

so vieles, am besten über Bildung und

Information.

*Interview: Michael Rädel

www.instagram.com/barbiebreakout


HIV

Szene-VIPs zum

WELT-AIDS-TAG

1988 wurde der 1. Dezember zum Welt-

AIDS-Tag ausgerufen. Seit dreißig Jahren

gedenken wir also Anfang Dezember der Opfer der

einst tödlichen Bedrohung und unterstützen sichtbar

(und mehr als sonst) Präventionskampagnen,

die Neuansteckungen verhindern sollen. Kauft rote

Schleifen, unterstützt die Aidshilfen! *rä

JO VAN NELSEN:

Der 1. Dezember ist für mich immer verbunden mit den

schönen Gedenkfeiern in der Paulskirche Frankfurt, die

ich oft mitgestalten durfte. Anders sein und anders denken

haben hier schon immer einen guten Ort gehabt.

DIETER RITA SCHOLL:

Im Herzen immer die, die längst gegangen sind, und die,

die heute Zuneigung und Hilfe brauchen.

AMANDA COX:

Ich hätte 1000 Dinge zu sagen ... Der Welt-AIDS-Tag

ist für mich … Erinnerung an was war und Hoffnung auf

Zukünftiges.

LUKAS SAUER:

HIV bekämpft man nicht mit Ausgrenzung. Der beste

Weg dagegen anzugehen ist Solidarität. Dafür steht der

Welt-AIDS-Tag – also Schleife zeigen!

AZ_Hinnerk_Juli2018_40x128:Layout

Trainer in der

Erwachsenenbildung

mit

systemischer

Coaching -

kompetenz

24 Wochen Kompaktkurs

28.11.2018

Systemischer

Coach

12 Wochen Kompaktkurs

28.11.2018

Persönliches infogesPräch:

Tel.: 040 / 30 39 31-23

Gotenstraße 14 20097 Hamburg

www.gis-akademie.de

HAMBURG 7

FOTO: M. RÄDEL

ApothekeAmHauptbahnhof_40x128_12-2013.indd 29.10.13 13:50 1

TOBIAS KRUSE, LUSH:

Der Welt-AIDS-Tag ist für mich ein Beschleuniger für Verständnis

und mehr Miteinander. Aids ist eine ganzjährige

Angelegenheit, und umso wichtiger ist es, dass die Welt

diese 24 Stunden den Betroffenen und Mitmenschen

widmet und alle durch Aufklärung näher zusammenbringt.

MATTHIAS FREIHOF:

Der Welt-AIDS-Tag ist für mich ein Tag des Erinnerns an

all die wunderbaren Menschen, die ich bisher an diese

Krankheit verlieren musste, und ein Tag der Hoffnung,

dass die Stigmatisierung und die noch immer anhaltende

Verbreitung von HIV bald endgültig der Vergangenheit

angehören.

www.welt-aids-tag.de


8 HAMBURG

ICH

WEISS,

WO DU

GERADE

BIST

DATING

Und nicht nur mir würde es

technisch wirklich leichtfallen,

deinen Aufenthaltsort bis auf

wenige Meter genau herauszufinden,

wenn du Dating-Apps wie

Grindr benutzt. Leichtfallen tut

diese Ortung auch Homophoben,

Verbrechern oder in Staaten wie

Ägypten oder Kenia den Strafverfolgungsbehörden.

Durch eine regelmäßige Abfrage deines

Standortes über mehrere Tage ergibt

sich sogar ein Bewegungsprofil, das

zusammen mit HIV-Status, sexuellen

Vorlieben und Körperdaten ein feines

Nutzerprofil für allerlei Datenwirtschaftende

ergibt. Du hast nichts zu

verbergen? Fein. Vielleicht weißt du

erst, dass dem nicht so war, wenn eine

Versicherung dich ablehnt oder du einen

Job aus unerfindlichen Gründen nicht

bekommst. Panikmache? Nö. Tatsache.

TRILATERATION

Tri, tra, was? Deine Dating-App, übrigens

aber auch alle anderen Apps, für die du

die sogenannte Standortfreigabe deines

Mobiltelefons aktivierst, tun in schöner

Regelmäßigkeit eben genau dies: deinen

Standort bestimmen und teilen. Selbst

wenn zum Beispiel Grindr inzwischen

nicht mehr direkt und unverschlüsselt

Zugang zu diesen Daten gewährt, kann

man laut IT-Fachleuten immer noch über

Algorithmen die Entfernungsangaben

der Profile zur sogenannten Trilateration

nutzen, um bis auf zwei Meter an

dich heranzukommen. Dafür werden die

Entfernungsangaben dreier Profile auf

dem Grindr-Raster genommen und du

im Schnittpunkt der Verbindungslinien

genau geortet. Selbst, wenn du die

Entfernungsangaben deaktivierst (diese

Funktion hatte Grindr wegen Protesten

von Datenschützern

und LGBTIQ*-Aktivisten

eingeführt),

kann wegen der nach

Entfernung sortierten

Profile auf dem Grindr-

Raster, dein Standort

immer noch ermittelt

werden. Abhilfe ist

technisch kaum möglich,

solange die Funktionalität

einer App auf

eben den Standortdaten

basiert.

SICHER GIBT ES AUCH

Einer der ganz wenigen Anbieter, die das

Problem der möglichen Ortung durch

Dritte gelöst haben, ist ROMEO. Die als

GayRomeo gestartete Plattform existierte

schon vor Smartphones mit GPS

und hat ihre eigene Geolokalisierung von

Anfang an nicht verpflichtend, sondern

zusätzlich angeboten. Wenn du die

Funktion „Radar“ einschalten willst, wirst

du deutlich darauf hingewiesen, dass es

trotz technischer Vorkehrungen möglich

sein kann, dass du von Dritten geortet

wirst. Entscheidest du dich gegen die

Nutzung, funktioniert ROMEO trotzdem.

PROFITIPP

Fotografierst du gerne mit dem Smartphone?

Dann denke

daran, dass auch die

Kamera deines Handys

Geodaten aufnehmen

kann und diese

in den sogenannten

Metadaten des Fotos

speichert. Der schnelle

Schnappschuss für das

Date verrät also unter

Umständen nicht

nur dein Aussehen,

sondern auch gleich

deinen GPS-genauen

Standort. Apps wie

ROMEO löschen diese Daten beim

Upload, andere vielleicht nicht. Daher im

Zweifel auch in den Kameraeinstellungen

die Geodaten abschalten! *ck


HAMBURG 9

KINO

LSF: Das musst du sehen!

In der dritten Oktoberwoche

finden jährlich die „Lesbisch

Schwulen Filmtage Hamburg“

(LSF) statt, das älteste und

größte Filmfest seiner Art in Deutschland.

Auch dieses Jahr, zur bereits 29.

Ausgabe des Festivals, pilgerten wieder

rund 15.500 Zuschauer in die Vorstellungen

und Veranstaltungen, viele nutzten

die Chance, um aus den insgesamt 123

Kurz- und Langfilmen die Gewinner der

Publikumspreise zu wählen.

Die „Globola“ für den beliebtesten Spielfilm

ging an „MY DAYS OF MERCY“, das

Liebesdrama mit Ellen Paige und Kate

Mara (die Tochter aus „Brokeback Mountain“

ist erwachsen geworden!) – Lucys

Vater sitzt im Todestrakt, bei Protesten

dagegen lernt sie Mercy kennen, eine

Befürworterin der Todesstrafe. Die beiden

jungen Frauen fühlen sich sofort voneinander

angezogen, doch hat ihre Liebe

unter diesen Umständen eine Chance?

Der Publikumspreis „Dokula“ für den

besten Dokumentarfilm ging dieses Jahr

an „THE 34TH“ von Linda Cullen und

Vanessa Gildea für ihre emotionale

Dokumentation über die Eheöffnung

in Irland, die als weltweit erste durch

eine Volksabstimmung ermöglicht

wurde.

Nicht zu kurz kommen dürfen

natürlich die Kurzfilme – auch hier

gab es vier Verleihungen in den Kategorien

„schwul“ („MALIK“ von Nathan

Carli), „lesbisch“ („GRACE AND BETTY“

von Zoe Lubeck), „Made in Germany“

(„SCHEIDEWEG“ von Arkadij Khaet)

und „gender bender“ –, in dieser Sparte

ging der Preis an „RANI“ aus Pakistan!

Neben den 1.000 Euro schweren

oben genannten Publikumspreisen

wird auch ein mit 5.000 Euro dotierter

Jurypreis verliehen, die dreiköpfige Jury

bestand dieses Jahr aus Jan Künemund

(Deutschland), Yavuz Kurtulmus (Österreich)

und Érica Sarmet (Brasilien):

Acht Langfilme standen zur Wahl,

ausgezeichnet wurde schließlich der

libanesische Essayfilm „ROOM FOR A

MAN“ von Anthony Chidiac. Dessen

intim-autobiografische Untersuchung

von Männlichkeit, kultureller Zugehörigkeit

und sexueller Identität beginnt, als

die heißen syrischen Bauarbeiter sein

Jugendzimmer renovieren ... *lm

www.lsf-hamburg.de

FOTO: ALFILM

„ROOM FOR A MAN“

NEU

ERÖFFNUNG

NACH UMBAU

DIE KÜCHENKÖNNER

AUS HAMBURG

MARKENKÜCHEN

AUF 2 ETAGEN

HANSA-COMPLET-KÜCHEN GmbH, Lübecker Straße 126, 22087 Hamburg, www.hansa-kuechen.de, Mo.–Fr. 10 bis 19 Uhr, Sa. 10 bis 17 Uhr


10 HAMBURG

INTERVIEW

FOTO: LKA38

LSBTI-Ansprechperson

MARCO

„Wir sind eine

sehr professionelle

und moderne

Polizei!“

Seit 1996 gibt es aber schon

spezielle Ansprechpersonen

für Queers bei der Polizei Hamburg.

Wir schnackten mit Marco

Burmester-Krüger.

Du bist einer der beiden LSBTI-Ansprechpersonen

der Polizei Hamburg.

Wie kam es dazu und wie war dein

Werdegang bei der Polizei vorher?

Ich bin seit 1997 bei der Polizei und

habe unter anderem auf St. Pauli und in

Wilhelmsburg gearbeitet, war lange bei der

Bereitschaftspolizei und habe danach das

Studium zum gehobenen Dienst gemacht.

Nach einiger Zeit in Harburg habe ich

gehört, dass eine Stelle bei den LSBTI-

Ansprechpersonen frei würde. Darauf habe

ich mich beim Landeskriminalamt beworben

und habe nach einem Probemonat die

Stelle angenommen.

Das ist also eine richtige Planstelle,

kein freiwilliges Ehrenamt neben dem

normalen Dienst?

Richtig. Die Ansprechpersonen gibt es zwar

schon seit 1996, aber in verschiedensten

Konstellationen aus Neben- und Hauptamt.

Seit dem 1. Juni 2016 gibt es zwei hauptamtliche

Ansprechpersonen.

Wie ist das Konzept der Ansprechpartner

inzwischen „angekommen“ –

wird gezielt nach euch gefragt?

Ja natürlich. Aber wir sind auch immer

noch dabei, uns bekannt zu machen über

Netzwerkarbeit mit den öffentlichen

Trägern und Hilfsorganisationen wie dem

mhc, intervention e. V., der AIDS-Hilfe,

Hein & Fiete – praktisch allen Akteuren der

Szene. Aber darüber hinaus vernetzen wir

uns zum Beispiel mit der Schulbehörde

oder auch mit dem Weißen Ring (Opferhilfe).

Die Leute melden sich bei uns. Wir

bekommen Anrufe oder E-Mails mit den

verschiedensten Sorgen, Nöten oder auch

Strafanzeigen.

Wer meldet sich denn, und mit welchen

Anliegen?

Das ist ganz breit gefächert. Hinweise zu

eventuellen Straftaten, Fragen, wie man

sich im Fall des Falles verhalten soll, bei Beleidigungen

oder Ähnlichem. Und natürlich

Opfer von Straftaten, die fragen, wo sie sich

hinwenden sollen. Wir erklären dann, dass

sie die Anzeige bei uns direkt aufgeben

können oder aber bei jeder anderen Polizeidienststelle.

Manchmal möchten Menschen

mit sensiblen persönlichen Anliegen

einfach lieber mit jemandem sprechen,

der vielleicht der gleichen Szene angehört,

weil sie sich dann besser verstanden und

aufgehoben fühlen. Diese können selbstverständlich

zu uns kommen.

Wo sitzt ihr denn?

Wir sitzen im Polizeipräsidium am Bruno-

Georges-Platz in Alsterdorf.

In Berlin rief die Polizeipräsidentin

aktuell dazu auf, dass auch Zeugen

antiqueerer Straftaten dringend die

Polizei kontaktieren sollen, weil die

Aufklärungsquote recht gering ist.

Schließt ihr euch da an?

Selbstverständlich. Das gehört mit zum

Thema Zivilcourage. Man sollte direkt

eingreifen und helfen, sofern man sich

nicht selbst gefährdet, auf jeden Fall aber

als Zeuge zur Verfügung stehen. Zeugen

können sachdienliche Hinweise geben und

damit helfen, Täter zu überführen und so

vielleicht sogar Folgestraftaten zu verhindern.

Das ist ein ganz wichtiger Punkt.

Manchmal reicht es schon, einfach 110

anzurufen, um einem Menschen aus einer

bedrohlichen Situation herauszuhelfen.

Was erhoffst du dir von deiner Tätigkeit

als Ansprechpartner?

Da ich selber schwul bin versuche ich der

Community Vorbehalte und Vorurteile

gegenüber der Polizei zu nehmen und

deutlich zu machen, dass die Polizei kein

vorurteilsbehafteter Verein ist. Wir sind

eine sehr professionelle und moderne

Polizei sind. Wer ein Anliegen hat, kann

sich ohne jede Angst an uns wenden. Außerdem

empfinde ich die Arbeit in dieser

Stelle als sehr vielfältig und ich kann ein

stückweit die Kommunikation zwischen

der Szene und der Polizei verbessern.

*Interview: Christian Knuth

Kontakt:

CHRISTINE OSBAHR

040 4286-70324 und 0176 42852848,

MARCO BURMESTER-KRÜGER

040 4286-70325 und 0176 42852847,

lsbti@polizei.hamburg.de


GESCHICHTE

LUTZ VAN DIJK: Der Attentäter

HAMBURG

11

Lutz van Djik hat mit der aktualisierten

Neuherausgabe von

„Der Attentäter“ ein spannendes

Buch verfasst. Es ist die

Geschichte von Herschel Grynszpan, der

am 7. November 1938 den Botschaftsrat

Ernst von Rath in der deutschen Botschaft

in Paris anschoss, woraufhin dieser am 9.

November verstarb.

Die Nazis nutzten seine Tat, um ein schon

von langer Hand geplantes Pogrom gegen

die Juden in Deutschland zu initiieren.

Über 100 Juden wurden ermordet, 30.000

Juden wurden deportiert, und in ganz

Deutschland brannten Synagogen und

jüdische Geschäfte und Einrichtungen. Die

Ouvertüre zur späteren Vernichtung der

Juden Europas. Van Dijk hat ein fiktives

und historisches Buch geschrieben.

Er beginnt damit, dass Grynszpan den

Nationalsozialismus überlebte und seine

Biografie aufschrieb. Fiktiv zeichnet van

Dijk das Leben in einfühlsamen Worten

nach und bezieht die historischen Fakten

ein. Der zunehmende Antisemitismus der

1930er-Jahre, die Entrechtung der Juden

und die Erfassung werden

aus der Sicht des

jugendlichen Herschels

geschildert. Herschel

flieht vor den Nazis

und landet in Paris, eigentlich

nur eine Zwischenstation

auf dem

Weg nach Palästina zur

Rabbinerausbildung.

Hier verkehrt er auch

in Schwulenbars und

begegnet dem deutschen

Botschaftsrat.

Jüdische Emigranten

befinden sich in Frankreich

in einer rechtlich

verzweifelten Situation.

Diese Flüchtlinge

will niemand haben.

Dies schildert van Dijk mit viel Empathie

in den Worten Herschels. Als er dann noch

erfährt, dass seine Eltern am Morgen als

polnische Juden ohne Hab und Gut von

den Nazis aus Deutschland nach Polen

abgeschoben wurden, kauft er einen Revolver.

Es kommt – mehr durch Zufall – zu

einer Verzweiflungstat

gegen

eben jenen Botschaftsrat,

dem

er zuvor schon

begegnete.

Warum der

schwule Hintergrund

sich

später als Glück

erweisen sollte?

Dazu muss dieses

spannende Werk

gelesen werden.

Van Dijks Buch

ist brandaktuell.

Nehmen

nicht Hass und

Ausgrenzung von

Minderheiten zu? Versuchen nicht gerade

ebenso menschenfeindliche Gruppierungen,

vereinzelte Taten dazu zu benutzen,

um Hass in die Gesellschaft zu tragen? Ein

wunderbares Buch, das überrascht, den

Leser in den Bann zieht und zum Nachdenken

anregt. *Bodo Niendel

Lutz van Dijk: Der Attentäter. Die Hintergründe

der Pogromnacht 1938 – und die Geschichte

des Herschel Grynszpan, Verlag Neuer Weg,

240 Seiten mit Fotos und Dokumenten und

einem Nachwort der Holocaustüberlebenden

Ruth Weiss, ISBN-13: 9783880215276


12 HAMBURG

NACHGEFRAGT

FOTO: SANDRA LUDEWIG

KARL-HEINZ BRUNNER (SPD)

Entschädigungskreis der Opfer des

§ 175 wird erweitert

Überraschung im Bundestag:

Ab sofort können

auch homosexuelle Opfer der

staatlichen Verfolgung durch die

Bundesrepublik Entschädigung

beantragen, die nicht verurteilt

wurden. Diese Lücke im Entschädigungsgesetz

war vorher heftig

kritisiert worden.

Wer als Homosexueller unter den Paragrafen

175, 175a StGB/ 151 StGB-DDR in die

Fänge der Justiz geriet, konnte auch ohne

Verurteilung erhebliche Nachteile erfahren.

Schon die Untersuchungshaft oder

das bloße Bekanntwerden eines solchen

Verfahrens konnten Jobverlust und damit

Einkommens- und Renteneinbußen nach

sich ziehen. Das betraf nach Schätzungen

der „Bundesinteressenvertretung

schwuler Senioren (BISS)“ rund 50.000

schwule Männer. Diese blieben beim 2017

verabschiedeten „Gesetz zur Rehabilitierung

und Entschädigung“ unberücksichtigt

(blu berichtete).

Johannes Kahrs und Karl-Heinz Brunner,

beide SPD, dazu heute in einer überraschenden

Pressemitteilung:

„Nicht alles, was Recht war, ist

auch heute richtig. Wir haben den

Entschädigungskreis der Opfer der

§§ 175, 175a StGB/ 151 StGB-DDR

erweitert. Nun erfahren auch Menschen

Gerechtigkeit, die allein durch

die Anklage wegen einvernehmlicher

homosexueller Handlungen Schaden

erlitten haben. Denn nicht nur

eine Verurteilung, auch der bloße

Verdacht oder die Anklage haben

Menschen an den Rand des wirtschaftlichen

und gesellschaftlichen

Ruins gebracht.“

EINIGUNG IN DEN HAUSHALTS-

BERATUNGEN

Der SPD-Bundestagsabgeordnete Karl-

Heinz Brunner ist zuständiger Berichterstatter

im Ausschuss für Recht und

Verbraucherschutz und erklärte uns telefonisch,

wie es jetzt trotzdem zu einer

Einigung kam, und was Betroffene tun

müssen, um ihr Recht zu bekommen.

Ab wann können sich Opfer der Homosexuellenverfolgung

mit einem

Entschädigungsanspruch melden?

Unverzüglich. Die verwaltungsrechtlichen

Richtlinien werden kurzfristig im Bundesjustizministerium

erarbeitet.

Wie war das jetzt so kurzfristig möglich?

Die Kritik am Ausschluss dieser Opfergruppe

hat ja von Anfang an bestanden und hat

sogar zu einer diesbezüglichen Bundesratsinitiative

des Landes Berlin geführt.

Die Mittel, die für die Entschädigung vorgesehen

waren, sind nicht in dem Maße abgerufen

worden wie erwartet, und stehen deshalb

zweckgebunden zur Verfügung.

Wie soll ein Betroffener vorgehen?

Ich gehe davon aus, dass das Bundesamt für

Justiz wie bei den bisherigen Fällen zuständig

bleibt. Das bedeutet, Betroffene können dort

einen Antrag auf Entschädigung einreichen.

Wichtig ist weiterhin die Abgabe einer

eidesstattlichen Versicherung. Wer zusätzlich

noch Nachweise hat – wer zum Beispiel aus

dem Beamtenverhältnis entlassen wurde

und dazu Unterlagen hat –, sollte diese mit

einreichen. Da die Verwaltungsvorschriften,

wie erwähnt, noch erarbeitet werden, kann

ich diesen Weg noch nicht hundertprozentig

garantieren, aber es wäre analog zur Vorgehensweise

bei den Verurteilten der einfachste

und logischste Weg. Bis zum Jahreswechsel

sollten alle Einzelheiten geklärt sein. Die Zeit

drängt, die Betroffenen werden nicht jünger.

*Interview: Christian Knuth


TERMINTIPPS SZENE 13

Community

Viel

HIGHLIGHTS

mehr Termine

findest du in der

Spartacus App

oder auf

hinnerk.de

Wöchentlich

SA 1.12.

10:00 Aids-Hilfe Hamburg

e.V., Bärenstark

für die AIDS-

Hilfe-Hamburg,

Teddy-Verkauf im

Quarree Wandsbek

und im Tibarg-

Center.

12:00 WinterPride –

Weihnachten unter

dem Regenbogen,

Abends unterstützen

Gruppen

& Vereine den

Ausschank, ein Teil

der Erlöse kommt

dem guten Zweck

zugute. Bis 24 Uhr

geöffnet, Kirchenallee/Ecke

Lange

Reihe 2

SO 2.12.

DI 4.12.

19:00 Altes Fundamt,

Bundesverfassungsgerichtsurteil

– und nun?!,

Informationsveranstaltung

zur Option eines

dritten Geschlechtseintrags,

Auf der

Kuhlen 1A

MI 12.12.

19:00 Brunos, Toys

for boys, play

safe! – Welche

Geschlechtskrankheiten

Du beim

Spielen bekommen

kannst, gemeinsam

mit Hein & Fiete,

Lange Reihe /

Danziger Str. 70

09:00 Aids-Hilfe Hamburg

e.V., Bärenstark

für die AIDS-

Hilfe Hamburg,

Teddy-Verkauf

in der Marktplatz

Galerie Bramfeld .

Bis 19.00 Uhr

MI 19.12.

19:30 M&V, SPDqueer-

Stammtisch,

Lange Reihe 22

SA 30.12.

18:00 AIDS-Seelsorge,

Gottesdienst positiv

leben und lieben

in der St. Georgskirche:

„ ... und mit

euch gehen in ein

neues Jahr“, ab 17

Uhr: Kaffee, Tee

und Gespräch

SA 5.1.

19:00 Pink Channel,

funDYKE auf

Tide 96.0,

http://www.

pinkchannel.net

MO 7.1.

18:00 mhc - Magnus-

Hirschfeld-

Centrum, Bi-

Pan-Stammtisch,

Borgweg 8

19:00 Hein & Fiete,

Selbsthilfegruppe:

Schwul &

Depressiv,

Vorgespräch

Thomas, Tel:

28050984,

Pulverteich 21

19:00 Brauhaus

Joh. Albrecht,

Stammtisch der

LSU-Hamburg,

Adolphsbrücke 7

SA 12.1.

19:00 Pink Channel,

Magazin auf

Tide 96.0,

http://www.

pinkchannel.net

SO 13.1.

15:30 mhc - Magnus-

Hirschfeld-

Centrum, Café

Laubfrosch - Treff

schwuler Senioren

bei Kaffee und

Kuchen, Bis 17:30

Uhr, Borgweg 8

MI 16.1.

12:30 Aids-Hilfe

Hamburg e.V.,

Regenbogen-

Kantine - Kochen

und Essen in

Gemeinschaft, mit

Voranmeldung,

Lange Reihe 30

FR 18.1.

12:00 Dragon Sauna,

Bärensauna

zur Bärenpaadiie

XXL 2019,

Pulverteich 37

SA 19.1.

12:00 Feinkost

Hafencity,

Bären-Bistro,

bis 21 Uhr, Am

Kaiserkai 27, U4

Überseequartier

12:00 U.S. Fun Bowling,

Bärenbowling,

Tickets nur im

Vorverkauf:

nordbaerenhamburg.de,

Wagnerstr. 2

SA 26.1.

16:00 Hein & Fiete,

Der Männertreff,

Offene Gruppe

für vielseitig

Interessierte,

Pulverteich 21

DO 31.1.

17:00 JBZ, Mixtapes,

Jugendgruppe,

Barmbeker Str. 71

SONNTAG

14:00 Startschuss,

TransSport, (Kraft-/

Ausdauerübungen,

Spiele) Dress:

bequeme Sportkleidung.

Infos:

transsport@startschuss.org,

Pulverteich

21

DIENSTAG

18:30 mhc - Magnus-

Hirschfeld-

Centrum, Queerer

Deutsch-

Gesprächskreis für

LGBT* Geflüchtete,

Anmeldung: kontakt@sprachbruecke-hamburg.de,

Borgweg 8

16:00 Hein & Fiete, Test

& Beratung, Bis 20

Uhr. Pulverteich 21

MITTWOCH

19:00 mhc - Magnus-

Hirschfeld-Centrum,

Kostenlose

Rechtsberatung,

Mit RA Sven-Uwe

Blum, Anmeldung

erforderlich unter

0402790069,

Borgweg 8

DONNERSTAG

16:00 Hein & Fiete, Test

& Beratung, PrEP

Beratungen, Bis

20 Uhr. Anonym,

kostenlos, ohne

Anmeldung., Pulverteich

21

Man(n) sieht gut aus.

Dr. med. Andreas Britz

Haut- und Lasertherapie

Heimhder Straße 38

20148 Hamburg

Telefon 040 - 44 80 98 12

Fadenlifting

Tattoo-Entfernung

Liposuktion (Fettabsaugung)

Peeling

Faltenunterspritzung

Lidstraffung

www.dr-britz.de


14 BÜHNE

KAMPF FÜR DIE FREIHEIT

Die Freiheit der Kunst ist einer der wesentlichen

Grundpfeiler unserer freiheitlichen

Gesellschaft. Genau deshalb

ist sie Angriffsziel von Populisten und

neuen Faschisten. Die AfD klagt regelmäßig

gegen Regisseure und Theater, stellt

in Landtagen Anträge zur Einmischung

in die programmatische Ausrichtung

staatlich geförderter Kultur. Gerne wird

dabei natürlich gegen Queeres gefeuert,

Frühsexualisierung beklagt oder gleich

versucht, Stücke schwuler Regisseure wie

Falk Richter zu verbieten. Über einhundert

Kulturschaffende Hamburgs haben sich

als Erstunterzeichnende der „Hamburger

Erklärung der Vielen“, die wir hier dokumentieren,

zusammengetan. *ck

www.dievielen.de

Hamburger Erklärung der Vielen

Kunst schafft einen Raum zur Veränderung

der Welt. In Deutschland stehen wir

nicht über den Dingen, sondern auf einem

Boden, von dem aus die größten Staatsverbrechen

der Menschheitsgeschichte

begangen wurden. In diesem Land wurde

schon einmal Kunst als entartet diffamiert

und Kultur flächendeckend zu Propagandazwecken

missbraucht. Millionen Menschen

wurden ermordet oder gingen ins

Exil, unter ihnen auch viele Kunstschaffende.

Als Kulturschaffende in Deutschland

tragen wir deshalb eine besondere Verantwortung.

Heute begreifen wir die Kunstund

Kultureinrichtungen als offene Räume,

die Vielen gehören. Unsere Gesellschaft ist

eine plurale Versammlung. Viele unterschiedliche

Interessen treffen aufeinander

und finden sich oft im Dazwischen. Demokratie

muss täglich neu verhandelt werden

– aber immer unter einer Voraussetzung:

Es geht um Alle, um jede*n Einzelne*n als

Wesen der vielen Möglichkeiten!

Der rechte Populismus, der die Kultureinrichtungen

als Akteur*innen dieser

gesellschaftlichen Vision angreift, steht

der Kunst der Vielen feindselig gegenüber.

Rechte und nationalistische Gruppierungen

und Parteien stören Veranstaltungen,

wollen in Spielpläne eingreifen,

polemisieren gegen die Freiheit der Kunst

und arbeiten an einer Renationalisierung

der Kultur. Ihr verächtlicher Umgang mit

Menschen auf der Flucht, mit engagierten

Kulturschaffenden, mit allen Andersdenkenden

verrät, wie sie mit der Gesellschaft

umzugehen gedenken, sobald sich die

Machtverhältnisse zu ihren Gunsten verändern

würden.

Rassismus, Diskriminierung und Ausgrenzung

sind Alltag. Die extreme Rechte ist

ein Symptom davon. Dieses Bündnis will

nicht nur Symptome bekämpfen, sondern

in die Tiefe wirken. Wir setzen uns deswegen

mit den eigenen Strukturen auseinander

und stellen diese zur Verhandlung.

Wir müssen die Kunst- und Kulturräume

sowie unsere Gesellschaft öffnen, damit

wir wirklich Viele werden!

• Wir als Unterzeichnende der Hamburger

Theater, Kunst- und Kultureinrichtungen

und ihrer Interessensverbände

begegnen diesen Versuchen

mit einer klaren Haltung.


BÜHNE

15

DER KUNST

WILD,

GEFLÜGEL

& FISCH

bitte vorab

bestellen

JOHN NEUMEIER, schwuler

Chef des Hamburg Balletts: „Als

Künstler habe ich mich schon

immer über Grenzen hinweggesetzt:

Ballett ist eine ‚Sprachlose‘

Kunst – und daher von

Natur aus grenzenlos. Keinesfalls

darf es dazu kommen, dass

Politik den Handlungsspielraum

von Kunst einengt.“

HIMMLISCH, LECKER, LEICHT:

WEIHNACHTEN MIT GANS & CO.

NIEMERSZEIN Lange Reihe:

Alles Gute zum Fest gibt‘s nebenan.

Ob der Klassiker Weihnachtsgans, eine Ente à l’Orange,

ein feiner Rehrücken oder eine knusprige Bio Pute:

deutsches Geflügel und Wild mit Herkunftsgarantie sorgen

an der Weihnachtstafel bestimmt für Aahs, Oohs und

Mhms. Ebenso lecker und besonders leicht ist frischer

Fisch, den Sie in der Langen Reihe bekommen. Da darf

es dann auch der eine oder andere Zimtstern mehr sein.

Ihr Nachbar NIEMERSZEIN versorgt Sie gern mit allen

Köstlichkeiten für ein geschmackvolles Fest und wünscht

Ihnen und Ihren Lieben eine genüssliche Weihnachtszeit.

8x IN IHRER NACHBARSCHAFT

www.niemerszein.de | www.facebook.com/niemerszein

FOTO: KIRAN WEST

Buch von

Terrence McNally

Musik von

Marc Shaiman

Liedtexte von

Scott Wittman

Marc Shaiman

• Die unterzeichnenden Kunst- und Kulturinstitutionen

führen den offenen, aufklärenden, kritischen

Dialog über Strategien, die die Gesellschaft der

Vielen angreifen. Sie gestalten diesen Dialog mit

Mitwirkenden und dem Publikum in der Überzeugung,

dass die beteiligten Häuser den Auftrag

haben, unsere Gesellschaft als eine demokratische

fortzuentwickeln.

• Wir, die Unterzeichnenden, bieten kein Podium für

völkisch-nationalistische Propaganda.

• Wir, die Unterzeichnenden, wehren die illegitimen

Versuche der Rechtsnationalen ab, Kulturveranstaltungen

für ihre Zwecke zu instrumentalisieren.

• Wir, die Unterzeichnenden, verbinden uns solidarisch

mit Menschen, die durch rechte Ideologien immer

weiter an den Rand der Gesellschaft gedrängt

werden

• Solidarität statt Privilegien. Es geht um Alle. Die

Kunst bleibt frei!

AN SILVESTER UM 19 UHR

UND UM 22.30 UHR

INKL. SEKT + BERLINER

KARTEN SCHON AB 45€

20. DEZEMBER 2018

BIS 12. JANUAR 2019

TICKETS 040. 39 90 58 70 ■ WWW.ALTONAER-THEATER.DE

IN ZUSAMMENARBEIT MIT OUTSIDE EYE GMBH WIEN

EUROPÄISCHE ERSTAUFFÜHRUNG: THEATER IN DER JOSEFSTADT


16 BÜHNE

HINNERK PRIVAT

EDSON

CORDEIRO

Seit über 25 Jahren ist er

eine feste Größe in der

brasilianischen Musikszene

und war schon für den „Latin

Grammy“ in der Kategorie „Best

Classical Album“ nominiert. Edson

kann aber auch auf eine lange Reihe

von Erfolgen in Europa zurückblicken.

So fasziniert er seit Mitte der 1990er

mit seinem überragenden Tonumfang

– sowohl auf großen europäischen

Bühnen wie dem Montreux

Jazz Festival als auch in Theatern

und Klubs. Neben der Musik macht

es ihm aber vor allem Spaß, unterschiedliche

Städte zu entdecken.

Gerade ist sein neues Pop-Album

„Bem Na Foto“ erschienen, mir dem

er auch in Deutschland touren

wird. Auf die Frage, wie er

denn sein Freizeit während

der Tour verbringt, antwortet

er uns: „Indem ich versuche,

möglichst viel von den

Städten zu sehen, in denen

ich gerade bin!“ Was ihm da

ab und an einen Strich durch

die Rechnung macht und

was ihn so an Frauentiteln

fasziniert, haben wir für dich

herausgefunden. *rä

25.11., Edson Cordeiro Live,

Laeiszhalle (kleiner Saal), Johannes-Brahms-Platz,

Hamburg,

U Gänsemarkt, 20 Uhr

FOTO: GAL OPPIDO

ZEIT, DIE ER NICHT HAT

So eine Tournee ist nicht immer

schön. Zuweilen ärgert sich

Edson auch: „Manchmal

habe ich

aufgrund meines

vollgepackten

Zeitplans

einfach nicht

genug Zeit, alles

zu sehen, was 7

ich sehen will.“

6

NOCH MEHR INSPIRATION

Neben den Stimmbändern

der Frauen gibt es doch

sicher noch eine kreative

Quelle für den Brasilianer,

oder? Ja klar: „Männer!“

SEINE WURZELN

LIEGEN IN ...

... Brasilien ...

... ABER SEINE

HEIMAT IST ...

...Berlin.

2

3

WAS ER AN

BERLIN SO MAG?

Die Hauptstadt ist nicht

nur Edsons Heimat, sondern

auch ein toller Ort für andere

Kreative – und mittlerweile

sogar eine Modemetropole.

Edson weiß warum: „Weil den

Berlinern Mode egal ist. Sie

sind die Mode!“

1

DAS MACHTE IHN

BERÜHMT

Sein Auftritt mit der Arie

der Königin der Nacht aus

der „Zauberflöte“ im brasilianischen

Fernsehen machte

aus Edson einen Superstar

in Südamerika. Mittlerweile

hat ihn ja zum Glück auch

der Rest der Welt entdeckt.

4

EINE INSPIRATION: DIE WEIBLICHE STIMME

Wie kommt es, dass Edson so gerne Titel von

Frauen singt? „Frauen haben keine Angst

davor, Gefühle zu zeigen. Daher mag ich

besonders die Art, wie sie singen, und was sie

singen.“

5

VOM CHORKNABEN ZUM ROCKSTAR

Als Edson noch klein war, war er erst

Mitglied eines Kirchenchors, später

dann Darsteller bei der Rockoper

Amapola (übrigens von seinem

späteren Produzenten Miguel Briamont).

Was für ein Sinneswandel: vom Chorknaben

zum Rockstar. Nicht schlecht.


INTERVIEW

Dinner for One

Eine ganz spezielle Version des Silvester-

Klassikers bringt die Theatergruppe Pajette

auf die Bühne des First Stage Theaters. Wir schnackten

mit Daniel Pabst vom Duo Pajette, das sich die

Geschichte ausgedacht hat.

Wie kam es denn dazu, dass ihr die Geschlechterrollen

getauscht habt?

Henriette ist sehr klein, genau wie James, und ich sehr

hochgewachsen und dünn, und so war die Rollenverteilung

klar.

Was unterscheidet euer Stück vom Klassiker im

Fernsehen?

Es fängt ganz normal an. Aber bei einem Gang fängt Miss

Sophie dann an, den Gang zu bewerten für das Publikum –

frei nach dem perfekten Dinner. Miss Sophie markiert dann

auch noch eine Fischvergiftung, weil sie Fisch überhaupt

nicht leiden kann, und irgendwie entwickelt sich das Ganze

dann ... Den Rest müsst ihr euch anschauen. (lacht)

28. – 31.12., Dinner for One, First Stage Theater,

Thedestr. 15, Hamburg, S Altona, 19:30 Uhr,

(30. + 31.12. zusätzlich um 15:30 Uhr),

www.firststagehamburg.de

KONZERT

Bombast-Pop

Andrew VanWyngarden und Ben Goldwasser

sind MGMT.

FOTO: SONY MUSIC

Nach ihrer Gründung 2002 konnten sie erst 2008 ihren

Durchbruch feiern, denn ihre Musik eckt an, genauso wie

ihr Habitus gegenüber dem Pop-Business und ihr Hang,

sich ständig gegen Trends und Wiederholungen zu stemmen.

Mit dem Album „My Little Dark Age“ vollzogen sie einmal

mehr eine 180-Grad-Wende im Stil und präsentierten

Anfang 2018 das wundervollste 1980er-Album seit den

1980er-Jahren. Vielleicht sogar das schönste 1980er-

Album überhaupt. Am 3. Dezember kommen die beiden

Jungs ins Docks auf die Reeperbahn und wir freuen uns

jetzt schon, die Hymne „Me and Michael“ mitzugrölen. Übrigens

sollte der Song zuerst „Me and My Girl“ heißen, was

Ben Goldwasser aber laut Interview mit „Q“ zu „langweilig

und cheesy“ war. Die entstehende Zweideutigkeit des

neuen Titels habe beiden gefallen. Uns auch. *ck

3.12., MGMT Live, Docks, Spielbudenplatz 19,

Hamburg, S Reeperbahn, 20 Uhr


18 BÜHNE

LACHEN MACHEN

Seit 2003 lockt es zum Jahresanfang

an vier Tagen zwanzig Nachwuchscomedians

nach Hamburg. Weihnachten

und Silvester sind vorbei, der Schnee

hat seinen Zauber verloren – der triste Januar

ist der beste Grund, sich mal wieder zum Lachen

verführen zu lassen. Nach drei Vorrunden

tragen die sieben Besten das Finale im Tivoli

untereinander aus.

Letztes Jahr stand mit Helene Bockhorst zum

ersten Mal eine Frau auf dem Treppchen. Wird

ihr dieses Jahr Erika Ratcliffe folgen? Die in

Berlin lebende Österreicherin mit japanischer

Mutter und jüdischem Vater präsentiert Standup-Comedy

ohne Angst vor Tabus, dafür mit

Provokationen und ganz eigener Stimme. Auch

2019 kommt mit Bauchredner Tobias Gnacke,

Tim Whelan, Maik Martschinkowsky, Michael

Mutig und anderen wieder eine bunte Mischung

zusammen! Wir sind gespannt, wer dieses Jahr

den Plüschpokal sein Eigen nennen und sich

einreihen darf neben Preisträgern wie Cindy aus

Marzahn und Matthias Egersdörfer. *lm

25. – 28.1., 17. Hamburger Comedy Pokal,

diverse Spielstätten,

www.hamburgercomedypokal.de

DANIEL WEBER

FOTO: SEBASTIAN WEINFEL

MARTEN DE WALL

FOTO: INGO BOELTER

SHOW

Es wird pompös

Travestie-Ikone und Fummelcomedian

Elke Winter, auch liebevoll

„die singende Matratze von

St. Pauli“ genannt, ruft zum

Winterspektakel!

Der Einladung folgen illustre Gäste,

die eine winterlich glitzernde Atmosphäre

auf die Bühne zaubern.

Die „3DCLS“ (sprich: Tridiculous

) aus Berlin begeistern mit ihrer

artistischen Tanzakrobatik und

bieten in mehr als nur einer Weise

was fürs Auge. Dazu vereint das

Vater-und-Sohn-Duo „Die Buschs“

clownesken Slapstick, Musikmagie

und Zauberkunst. Fürs Lachen wird

natürlich auch gesorgt: Wolfgang

Trepper, der „Grummelpapst des

Kabaretts“, nimmt das vergangene

Jahr auseinander. Musikalisch

umrahmt wird der Winterabend

vom Original-Tivoli-Orchester

und den hinreißenden „Les trois

Pompadours“ (u. a. „Heiße Ecke“).

Pompöser kann ein Abend nicht

sein. *lm

Bis 6.1., Pompös – Das große

Winterspektakel, Schmidts Tivoli,

Spielbudenplatz 27 – 28,

Hamburg, S Reeperbahn,

U St. Pauli, Uhrzeiten divers,

www.tivoli.de


TERMINTIPPS KULTUR

19

Kultur

HIGHLIGHTS

Viel mehr Termine

findest du in der

Spartacus App

oder auf

hinnerk.de

Museen, Kinos

& Galerien

SA 1.12.

19:30 Spiegelpalast vor

den Deichtorhallen,

Cornelia Poletto

PALAZZO – Dinnershow,

Deichtorstraße

20:00 Contact Bar, La

parisienne! - Pieter

Petach singt deutsche

und französische

Chansons,

Danziger Str. 51

MO 3.12.

20:00 Schmidts Tivoli,

Georgette Dee &

Terry Truck, Spielbudenplatz

27,

S Reeperbahn

DI 4.12.

19:00 mojo club, Judith

Holofernes, Reeperbahn

1

SO 9.12.

11:00 Laeiszhalle,

Symphoniker Hamburg,

Europa Chor

Akademie Görlitz,

Johannes-Brahms-

Platz

20:00 Winterhuder Fährhaus,

Die Söhne

Hamburgs feiern

Weihnachten, mit

Stefan Gwildis, Joja

Wendt und Rolf

Claussen, Hudtwalckerstr.

15

MO 17.12.

21:15 Metropolis Kino,

Queerfilmnacht:

Princess Cyd, Kl.

Theaterstr. 10

MI 19.12.

20:00 Theater Kehrwieder,

WET – the

show, Kehrwieder 6

FR 21.12.

20:00 Uebel&Gefährlich,

Kid Simius, Feldstr.

66

SA 22.12.

20:30 kukuun, Holy

Night BINGO! Vol. 4

mit Ricardo M., mit

Live-Musik, Bingo

und Show Gästen,

Spielbudenplatz

21-22

21:00 Fabrik,

Pohlmann: Jahr aus

Jahr ein 2018/19,

Barnerstraße 36

FR 28.12.

19:30 First Stage Theater,

Dinner for One

– Die beschwipste

Musicalkomödie,

Thedestr. 15

SA 29.12.

23:55 Uebel&Gefährlich,

Alle Farben -

Zusatzshow,

(mixed), Feldstr. 66,

MI 2.1.

19:00 Staatsoper, Der

Nussknacker,

Ballett von John

Neumeier, Große

Theaterstraße 34

SA 5.1.

19:00 Ohnsorg Theater,

Nipplejesus,

Heidi-Kabel-Platz 1

DI 8.1.

19:30 Thalia Theater,

Hexenjagd, von

Arthur Miller,

Alstertor 1

SA 12.1.

20:00 Polittbüro,

Lisa Politt:

Sollbruchstelle,

Steindamm

DI 15.1.

19:30 Literaturhaus

Hamburg e.V.,

Verleihung des

Mara-Cassens-

Preises, Schwanenwik

38

DO 17.1.

19:30 Staatsoper,

Brahms/Balanchine,

Ballette von George

Balanchine, Große

Theaterstraße 34

SA 19.1.

19:00 mhc - Magnus-

Hirschfeld-Centrum,

Theatergruppe

Kulturbeutel:

Zimmer zu vermieten,

(mhc.Cafe),

Borgweg 8

MO 21.1.

19:30 First Stage Theater,

Sherlock

Holmes - Next

Generation - Das

Musical, Thedestr.

15

DO 24.1.

19:30 Kampnagel, Tanztheater

Wuppertal

Pina Bausch: 1980,

von Pina Bausch,

Jarrestraße 20

FR 25.1.

20:00 Goldbekhaus

e.V., 17. Hamburger

Comedy Pokal:

Moorfuhrtweg 9

DO 31.1.

20:00 Uebel&Gefährlich,

30 Jahre Station 17!

Geburtstagsgala

& Releasekonzert,

Gäste: Fettes Brot,

Strizi Streuner,

Andreas Dorau,

Feldstr. 66

MALEREI

10:00 Hamburger Kunsthalle,

Philippe Vandenberg:

Kamikaze,

tägl. außer Mo.,

Glockengießerwall

FOTOGRAFIE

10:00 Museum für Kunst

und Gewerbe,

68. Politik und

Protest, tägl.

außer Mo.,

Steintorplatz

10:00 Hamburger

Kunsthalle,

The Video in the

Message, tägl.

außer Mo., Glockengießerwall

10:00 Museum für Kunst

und Gewerbe,

Inky Bytes -

Tuschespuren im

Digitalzeitalter, tägl.

außer Mo., Steintorplatz

10:00 Kulturladen

St. Georg, Fotoausstellung:

Wasser

bewegt, tägl.

außer So. Alexanderstr.

16

SONSTIGES

10:00 Museum für

Kunst und

Gewerbe,

OTTO - Die

Ausstellung,

tägl. außer Mo.,

Steintorplatz

16:00 Die schwule

Bibliothek bei

Hein & Fiete,

tägl. außer So.,

Pulverteich 21

22:30 Zeise Kinos,

dienstags:

Zeise Latenight

- Sneak Preview,

OmU,

Friedensallee

MICHAEL

§

LEIPOLD

RECHTSANWALT und

FACHANWALT für Familienrecht

• Familien- und Partnerschaftsrecht

• Strafrecht

• Ausländer- und Asylrecht

Steindamm 62 • 20099 Hamburg

Tel.: (040) 357 147 34

Fax: (040) 357 147 37

www.kanzlei-leipold.de

• Existenzgründungsberatung

• Steuerberatung • Steuererklärungen

• Jahresabschlüsse

• Finanz- und Lohnbuchhaltung

• laufende betriebswirtschaftliche Beratung

• Sanierungs- und Insolvenzberatung

Ihr Ansprechpartner

S. Partheil-Böhnke

Steuerberater

Kleine Johannisstr. 10

20457 Hamburg

Tel. 040/ 334 69 14 - 22

sven.partheil@nordstb.de

www.nord-anker.de


20 EYECANDY

INTERVIEW

MARCEL

Die Szene hatte auch

dieses Jahr wieder die

Möglichkeit, Mr Gay Germany

zu wählen. Einer, der es bis ins

Finale geschafft hat, ist Marcel

(29) aus Berlin. Wie alle Kandidaten

musste auch Marcel eine

LGBTIQ*-Kampagne entwickeln

und vorstellen. Er nahm sich des

Themas Blutspende an.

Wie oft machst du Sport?

Ich laufe drei bis vier Mal die Woche

morgens direkt nach dem Aufstehen

eine 30-minütige Runde am Landwehrkanal

in Kreuzberg. Ich liebe es, mit

Bewegung und frischer Luft in den Tag

zu starten. Energie tanke ich aber auch

beim Stretching danach! Als Ausgleich

geh ich regelmäßig in den Gym und

mache dort Krafttraining. Seit drei Monaten

besuche ich eine Voguing Class

– ich liebe es einfach, mich expressiv zu

bewegen. Bin gespannt, wann ich mich

den ersten Death Drop traue! (lacht)

Come on, vogue!

Wie lebst du Beziehungen?

Ich habe in den letzten Jahren mit beiden

Beziehungsformen meine Erfahrungen

gesammelt. Meine längste offene

Beziehung war knapp über ein Jahr. Ich

war damals neugierig und das „Offene“

für mich super spannend, ab einem gewissen

Punkt allerdings empfand ich das

Ganze eher als belastend. Und das gar

nicht aus Eifersucht, sondern aufgrund

der immer größer werdenden Distanz

zwischen mir und meinem damaligen

Partner, die wir durch unsere gelebten

Freiheiten und den zugelassenen Raum

für Dritte selbst verursachten. Aktuell

lebe ich mit meinem Partner in einer exklusiven

Partnerschaft. Wir entscheiden

einfach gemeinsam, wenn wir uns öffnen

wollen. Das läuft prima!


EYECANDY 21

FOTOS: JEAN BAPTISTE HUONG

Worauf freust du dich im Advent und in der Weihnachtszeit?

Glühwein, Glühwein und auf den selbst gebastelten Adventskalender

von meinem Freund! In Berlin freue ich mich besonders

auf den Rixdorfer Weihnachtsmarkt – ein zauberhafter kleiner

Weihnachtsmarkt in Neukölln. Zu Hause bei meinen Eltern freue

ich mich auf Lebkuchen und die Kokosstreusel, die meine Oma

immer mit Liebe draufpackt! Dieses Jahr möchte ich unbedingt

wieder zum Schlittschuhlaufen gehen! Und was jeder beim

Geschenkeeinpacken unbedingt anhören sollte, ist der Titelsong

von FROZEN „Let It Go“ in allen unterschiedlichen Sprachen dieser

Welt! Meine Hymne, um den Berliner Winter zu überstehen.

*Interview: Michael Rädel

Marcel ist auf Instagram: @karussellfahrt


22 ESSEN & TRINKEN

Ricardo M. im Stadt Restaurant im Hotel Reichshof

AFTER-SHOW-

DINNER

In drei Jahren kann viel passieren. Der eine hat sich von

skinny zu chubby weiterentwickelt, der andere umgekehrt.

Der eine ist Vegetarier geworden, der andere hat mehr

Oralverkehr denn je. Kaum liegt mir das Wörtchen „oral“ auf

der Zunge, kommen bei mir Erinnerungen hoch. Mein allererstes

Mal! Mmmh, war das lecker! In einem Hotel! Natürlich erkennt der

gastro-literarisch gebildete Leser sofort, um was es geht: Vor drei

Jahren startete ich als Top!-Gastro-Journalist meine After-Show-

Dinner-Restauranttest-Reihe in diesem Premium-Magazin. In

meinen Mund schob ich das Essen des Restaurants Slowman im

damals neu eröffneten Hotel Reichshof. Da ich immer neugierig bin,

wie ein zweites Mal so

ist, schiebe ich mich durch

die antike Holzdrehtür des

Hotels links vom Schauspielhaus. Durch die Hotellobby wie damals

ganz nach hinten durch: Das Slowman heißt jetzt wieder, wie schon

bei der Hoteleröffnung im Jahre 1910, Stadt Restaurant. Das historische

Interior mit Holzvertäfelungen und Marmor im Stile eines

Ozean-Liners ist kein bisschen unattraktiver geworden – und das ist

ja bei einem zweiten Date selten!

Stadt Restaurant, Kirchenallee 34 – 36, S+U Hauptbahnhof,

Hamburg, www.stadtrestaurant-hamburg.de

FOTO: ROMAN HOLST / INSTAGRAM.COM/ROMAN_HOLST

FOTOS: REICHSHOF HAMBURG

ESSEN

Was Küchenchef Mario Regensburg mir da

auf die Zunge legt, ist wirklich lecker: Regionales,

Internationales – alles hübsch mit

Blüten und Simsalabim dekoriert und verziert.

Der Bachsaibling vorweg schwimmt

im Blütenmeer, das Kalbsschnitzel ist

super. Das Dessert-Konzept aus Bayrisch

Creme, Sanddorn-Eis und Pfläumchen

entlockt mir jetzt keinen Lustschrei.

BEDIENT WERDEN

Nach der herzlichen Begrüßung von Hoteldirektor

Folke Sievers persönlich, der mir

auf mein freches Anflirten erwidert, der

Gast sei hier König, geht es im Stadt Restaurant

genau so weiter. Flink, informativ

zu jedem Gang, herzlich. So soll es sein.

TRINKEN

Von ganz unten hochgepumpt: eigenes

Brunnenwasser im Reichshof! Dieses

machte den Kaffee im Reichshof damals

zum besten der Stadt. Auch heute hat

der Reichshof einen eigenen Brunnen, gespeist

aus einer Wasserader mit Ursprung

in der Lüneburger Heide. Nein, ich mache

hier keinen Witz zum Thema Runterschlucken!

SITZEN

Würde es nicht so ziehen, gäbe es die

volle Punktzahl. Immerhin habe ich so

einen TOP!-Hals-Wärmer-Gesprächseinstieg

im App-Chat. Ansonsten: Hut

ab, das ist mal was Neues, Hamburg!

Hingehen!

FEIERN

Auf alten Schiffen lernt man ja

bekanntlich segeln. Man spürt

förmlich, wie es hier damals abgegangen

sein muss. Roaring Twenties,

sag ich nur. Auch heute kann

man hier ordentlich das Ferkelchen

rauslassen.

FLIRTEN

Der 20-köpfige Frauentisch in der

Mitte wird von dem Attraktiven mit

Vollbart bedient. Nicht missverstehen:

rein gastronomisch! Mein

Highlight bleibt die – rein platonische!

– Begrüßung mit Hoteldirektor

Herrn Sievers.

www.ricardo-m.com

RICARDO M. IM DEZEMBER

8.12., Club-BINGO! mit RICARDO M., Club 20457, Osakaallee 8, Hamburg, U Überseequartier, U Meßberg, 20 Uhr

22.12., Holy Night BINGO! Vol. 4 mit RICARDO M, kukuun, Spielbudenplatz 22, Hamburg, S Reeperbahn/U St. Pauli, 20:30 Uhr


24 HINNERK LIEBT

NACHGEFRAGT

SANIJEL

WILL SCHWULEN

MIGRANTEN MUT MACHEN

Erst vor einem Jahr wagte er

sein Coming-out: Der 29-jährige

Serbe Sanijel will Vorurteile in

Migranten-Communitys überwinden

helfen. Unser „Nachgefragt“ mit dem

Wahlhamburger. *ck

Du hast sozusagen zwei Coming-outs

hinter dir: einmal als Schwuler in der

serbischen Community, einmal als

Schwuler. Was war oder ist für dich

schwieriger?

Der Hauptgrund, weshalb ich mich erst in

diesem Jahr komplett öffentlich als schwul

geoutet habe, war die Angst vor der

Reaktion der serbischen Community. Papa

hat sieben Geschwister in Mazedonien,

die wiederum alle selbst mindestens zwei

Kinder haben. Es hat in dieser Familie noch

nie ein Coming-out gegeben. Bei jeder Begegnung

wurde ich danach gefragt, wann

ich eine Frau heiraten würde. Der Gedanken

daran, ihnen als schwul gegenüberzutreten,

ließ mich als Schande erscheinen.

Als ich mit einem Post auf Facebook alle

meine Freunde und Verwandten darum

bat, für mich bei Mr Gay Germany abzustimmen,

bekam ich schöne Nachrichten

von serbischen Cousinen und Bekannten.

Sie sagten, sie seien stolz auf mich. Das

bedeutet mir sehr viel.

Das Coming-out an der Universität fiel mir

um einiges einfacher. Dabei ging es jedoch

nicht darum, dass ich ein schwuler Serbe

bin, sondern um die Hürde, als schwul aufzutreten.

Als ich vergangenes Jahr an der

Uni Hamburg zu studieren anfing, tat ich

es einfach. Ich beschloss, ab dem ersten

Tag der schwule Sani zu sein. Dieses Gefühl

war so überwältigend. Ich fühle mich

geoutet so befreit. In meiner Clique sprechen

meine Hetero-Kommilitonen über

ihre Beziehungshöhen und -tiefen und

ich über meine. Es wird kein Unterschied

gemacht. Das ist meine Idealwelt.

Hast du Anfeindungen wegen deiner

Sexualität oder deines Migrationshintergrunds

erlebt?

Ich wurde während so ziemlich meiner

kompletten Schullaufbahn von den anderen

Jungs aufgezogen und beschimpft.

Sie merkten, ich war anders. Ich habe

nie Fußball gespielt, nie bei Kämpfen

mitgemacht und hing am liebsten mit

den Mädels ab. Nahezu jeden Tag wurde

das Thema Homosexualität angerissen.

Es hieß immer: „Bist du schwul?“ Und

nachdem ich es Tag für Tag verneinte,

folgte immer ein: „Du weißt es bestimmt

selbst noch nicht, aber glaub uns, du

bist es.“ Ich habe das Wort „Schwuchtel“

gehasst und versucht, mich nicht so auf-


fällig zu kleiden und mich in meinen Emotionen zu zügeln,

um bloß nicht aufzufallen. Körperliche Gewalt wurde mir

aufgrund meiner Sexualität oder meines Migrationshintergrunds

zum Glück noch nie angetan.

Welche Tipps kannst du Migranten geben, die in

einer ähnlichen Situation leben?

Ich rate ihnen, sich von den vermeintlichen Idealen

ihrer Community zu lösen. Am wichtigsten ist, dass sie

anfangen, einen schwulen Mann als mindestens genauso

männlich zu sehen wie ihren Onkel, ihren Cousin oder Opa

mit Frau. Denn das ist es, was viele südländischen Familien

tun: Sie stellen den Homosexuellen als minderwertiges

Opfer dar, das niemand sein oder kennen möchte. Es ist

die Aufgabe eines jeden schwulen Migranten zu zeigen

und vorzuleben, dass wir genauso gut eine Ehe führen

können und Kinder großziehen können, falls das unserem

Lebensideal entspricht. Damit beginnen wir nicht

nur, unser eigenes Leben qualitativ zu leben, sondern wir

verschieben Normen für unsere schwulen Kinder, Neffen

und Enkel.

Was bedeutet Heimat für dich?

Heimat ist für mich dort, wo meine Mutter, meine Schwester

und meine beiden Hunde Charlie und Adonis sind. Derzeit

ist das Hamburg, aber falls wir gemeinsam beschließen

sollten, woanders hinzuziehen, würde dieser neue Ort die

Voraussetzungen erfüllen, meine neue Heimat zu werden.

Wie hast du deine Kampagne für Mr Gay Germany

angelegt?

Meine Kampagne heißt „Trigger the avelanche“. Sie ist eine

Serie sechsminütiger Videos, die wöchentlich auf YouTube

erscheinen werden. In jeder Folge wird eine andere südländische

Figur über ihre Erfahrungen mit Homosexualität

sprechen: die Schwester, die Mutter, der Vater ... Mein Ziel

ist es, dass die Zuschauer durch die Erfolgsstorys den nötigen

Mut und die Anreize finden, ihr eigenes Coming-Out in

Angriff zu nehmen.

Warum hätte man bei einem Voting für dich stimmen

sollen?

Du solltest für mich stimmen, wenn dein neuer Mr Gay

Germany eine Lawine auslösen soll! Ich bin so energiegeladen

und vor allem so besessen davon, jeden Ungeouteten

mit meinem Spirit zu infizieren und mitzureißen! Ich bin

der richtige Mann für diese Aufgabe, weil ich 29 Jahre lang

den Ängsten unterlag und somit ganz genau nachvollziehen

kann, woher die Bauchschmerzen rühren.

Was machst du sonst?

Ich darf seit einem Jahr das Campusleben leben. Viele

Jahre habe ich es mir sehnlichst gewünscht! Zu Hause

bin ich zweifacher Mopsvater. Mir ist meine körperliche

Fitness total wichtig, daher besuche ich das Sportstudio,

gehe regelmäßig Schwimmen, und für den Geist mache

ich Yoga.

Wo sollte ein Hamburgbesucher unbedingt hin?

Der Hamburgbesucher sollte bei seiner Ankunft zunächst

auf einen Begrüßungsdrink zu mir an der Bar in der WunderBar

auf der Reeperbahn vorbeischauen. Damit hätte

er Hamburgs Wahrzeichen des schwulen Nachtlebens

kennengelernt und hätte dann die Möglichkeit, sich den

funkelnden und schrillen Kiez näher anzuschauen. Im

Anschluss darf das Fischbrötchen auf dem Hamburger

Fischmarkt nicht fehlen.

Vielen Dank für

das Vertrauen 2018!

Alles Gute, Glück und Gesundheit

für 2019 wünschen

Axel Adam · Thomas Buhk · Stefan Fenske · Stefan Hansen

Christian Hoffmann · Michael Sabranski · Carl Knud Schewe

Hans-Jürgen Stellbrink · Sofia Ahmad · Petra Born · Ruza Botic

Irina Butkus · Melany Cano · Susanne Heesch · Alexander Mainka

Marie Minidugbe · Marlene Pereira Veloso · Sigrid Polat

Manuel Reese · Constantin Rickassel · Claudia Schmidt

Natalia Schnudt · Sylvia Stellbrink · Gabriele-Marie Urbanczyk

Jan Zielke und Enno Fenske-Burmester

ICH Grindel

Dr. med. Thomas Buhk · Dr. med. Stefan Fenske

Prof. Dr. med. Hans-Jürgen Stellbrink

Grindelallee 35 · 20146 Hamburg

ICH Stadtmitte

Dr. med. Axel Adam · Stefan Hansen

PD Dr. med. Christian Hoffmann

Dr. med. Michael Sabranski

Dr. med. Carl Knud Schewe

Glockengießerwall 1 · 20095 Hamburg

www.ich-hamburg.de


26 PARTY

GOLDEN CUT

AleXio mit Rute

Die bekommt ihr aber wieder

nicht zu sehen. Mutmaßlich.

Trotzdem weiterlesen!

TOUR

Kid Simius: „Planet

of the Simius“

Am Tag, an dem der

Überlieferung nach das

Christkind geboren wurde,

laden Alex und sein Team zur

Geburtstagsfeier ins Golden

Cut. Natürlich wird das aber

mal wieder kein Kirchgang im

klassischen Sinne, eher wohl der

bibelsprichwörtliche Tanz ums

Goldene Kalb. Stichwort Kalb bzw.

Stier: Es sind trotz Weihnachten

äußerst spärlich dekorierte

Muskelmänner als Gogos angekündigt.

Und eben DJ AleXio, der

sonst unter anderem im Berliner

gmf die Massen zum Tanzen

bringt. Der italienisch-stämmige

Beau hatte es sich ausdrücklich

gewünscht, auch einmal beim heiligsten

der Camp-Feste auflegen

zu dürfen. Und weil ja Weihnachten

ist, ist dieser Wunsch in Erfüllung

gegangen. Zur Freude der Feiernden,

denn die ersten Besuche beim

Camp kamen extrem gut an. *ck

25.12., Santa Camp Cums,

Golden Cut, Holzdamm 61,

Hamburg, S+U Hauptbahnhof,

23 Uhr

Ende Oktober erschien das neue Album des

Wahlberliners Kid Simius. Und er geht auf

Tour!

Auf seinem neuen Werk erkundet er entschlossen

und gekonnt verwandte, aber doch

unterschiedliche Musikgenres der Klubwelt:

House, Disco, Boogie und auch mal Rap. Unsere

Anspieltipps sind „Planet of the Simius (Dirty

Doering Remix)“, „Discoteca Basica“ und „The

Flute Song“. Ab Ende November ist er auf Tour,

die Termine findest du hier. *rä

29.11., Leipzig – Distillery,

30.11., Mainz – So schön,

1.12., Rostock – Stadtpalast,

8.12., Stuttgart – Freund & Kupferstecher,

12.12, Berlin – Lido,

13.12., Wien – Grelle Forelle,

20.12., Köln – CBE,

21.12. Hamburg – Uebel & Gefährlich,

www.kidsimius.com

NACHTASYL

King und Jimmy

Jimmy Somerville als Motto-Pate für eine queere 1980er-

Party am Welt-AIDS-Tag – das passt. „Read My Lips (Enough

Is Enough)“ ist der dazugehörige Titel, der euch hoffentlich

animiert, besonders auf die Lippen der Kassierer und Kassiererinnen

am Einlass des Nachtasyls im Thalia zu achten.

Denn: 1 Euro vom Eintritt eines jeden Gasts spendet Frankie

an die AIDS-Hilfe Hamburg. Das Team ist außerdem mit

einem Stand im wahrsten Sinne des Wortspiels mit von

der Party und bietet gegen Spende den wieder allerliebst

befellten Soli-Teddy an. Und weil wir weiter denken bzw.

länger ausliegen mit dieser ersten hinnerk Doppelausgabe,

sei hier auch gleich auf die Nacht vor dem Dreikönigstag

hingewiesen: King wäre da doch eine gute Wahl. An diese

New-Wave-Combo erinnern sich nur wirkliche Hardcorefans.

Also auf jeden Fall die, die auch am 5. Januar um 22:30 Uhr

an die Türen des Thalia klopfen, um den Segen des besten

Pop-Jahrzehnts zu empfangen. *ck

1.12. + 5.1., DARE!, Nachtasyl im Thalia Theater,

Alstertor 1, Hamburg, S+U Jungfernstieg, 22:30 Uhr


28 PARTY

SILVESTER auf St. Pauli

FOTO: M. RÄDEL

Die Szene Hamburgs hat in der Silvesternacht

einen Anlaufpunkt, wo dann alle

zusammenkommen: das 136° am Spielbudenplatz.

Hier trifft die Diven-Göre auf den

Hansemann, die Dralle auf den Haarigen.

Vielfalt ist toll! Freu dich auf DJs wie Daniel

White (Freistil), Matt Blue (Pacha Rec.) und

Neal Porter (Moonbootique) – und auf eine

sexy Klubbermeute von Boy bis Macho. *rä

31.12., NEW YEAR’S BANG, 136°, Spielbudenplatz

21 – 22 Uhr, Hamburg, U St.

Pauli, 23 Uhr

Unterschätzt & Belächelt

Ohne Frage eine Band, die man auf der ganzen Welt kennt.

Und über die JEDER eine Meinung hat. Und deren Musik ist

ideal für Silvesterpartys! Wahrscheinlich nicht die Beste,

oder?

„Macho Man“, „Y.M.C.A.“, „In the Navy“ oder auch „Go West“*

sowie „Hot Cop“ sind eben auch Voll-auf-die-Fresse-Disco-

Mitsing-Gassenhauer ohne laszive Erotik à la Donna Summer

oder Eartha Kitt und ohne ungewöhnlichere Grooves

wie etwa bei Sister Sledge oder auch Amii Stewart. Oft

machten die Village People Musik zum Spaßhaben. Sofort.

Die von Jacques Morali und Henri Belolo zusammengestellte

Band spielte mit schwulen Stereotypen (Ledermann,

Bauarbeiter …), war aber nicht rein schwul – die eine Hälfte

der Produzenten (Jacques) und die meisten der immer mal

wieder wechselnden Bandmitglieder jedoch schon –, besang

aber fast durchweg schwule Themen. Und das auf den

Alben auch durchaus funkiger und intelligenter, als es die

großen Hits vermuten lassen!

„Fire Island“ und „San Francisco (You’ve Got Me)“ etwa

erreichten Platz eins der US-Dancecharts, „Key West“ und

„I Am What I Am“** immerhin Platz vier. Ihre erfolgreichste

Phase hatte die Band zwischen 1977 und 1985, als sie mit

Hits wie „Sex Over the Phone“, „Can’t Stop the Music“ und

den anfangs genannten abräumte – wenn auch der Erfolg in

den USA in den 1980ern ausblieb.

Ohnehin gab es Veränderungen: Aids forderte immer mehr

Opfer, die Stimmung war nicht mehr Hedonismus pur, sondern

sorgenvoll. Die Umweltverschmutzung, all die Kriege,

Atomenergieproteste und Angst vor HIV. Das Virus machte

auch vor der Band nicht halt: Jacques Morali starb 1991 an

den Folgen von Aids, schon zuvor lag das Projekt aber auf Eis.

Mittlerweile gibt es sie wieder, live äußerst

erfolgreich unterwegs – und einen Charthit

hatten sie 1994 auch noch: „Far Away

in America“ zusammen mit der deutschen

Fußballnationalmannschaft. Aber das Lied

hatte mit den Originalen nur noch wenig

zu tun. *rä

* Das Lied wurde 1993 von den Pet

Shop Boys erfolgreich gecovert

** Hierbei handelt es sich NICHT

um das Lied, das auch Gloria

Gaynor sang

Fun Fact: Im 1980er-Film

„Can’t Stop the Music“

der Village People ist

auch Caitlyn Jenner

(damals noch Bruce)

zu sehen.


Party

HIGHLIGHTS

Viel mehr Termine

findest du in der

Spartacus App

oder auf

hinnerk.de

TERMINTIPPS PARTY

Wöchentlich

29

SA 1.12.

SA 29.12.

DONNERSTAG

22:30 Thalia Theater,

DARE! - „Read

My Lips (Enogh

Is Enogh)“, the

80s club for gays

+ friends at

Nachtasyl,

Alstertor 1

FR 7.12.

23:55 Uebel&Gefährlich,

Kollektiv Turmstrasse

pres. by

Broken Forms ,

(mixed), Feldstr. 66

SA 8.12.

23:00 Huehnerposten,

Electric Circus

Celebrates „X“,

Party for Gay &

friends, Huehnerposten

1a

SA 15.12.

23:59 Bahnhof Pauli,

BABYLON,

Electro Clubbing,

Men Only!, Spielbudenplatz

21-22

DI 18.12.

22:00 Fundbureau,

TGZW034, (Mixed)

Stresemannstraße

114

MO 24.12.

22:00 Wunderbar, Heilig

Abend, Talstraße 14

DI 25.12.

23:00 Golden Cut,

Camp 77 „Santa

CAMP Cums“,

Holzdamm 61

23:00 Schmidts Tivoli,

11 Jahre Pink Inc,

Spielbudenplatz 27,

MO 31.12.

22:00 Bahnhof Pauli,

136 GRAD - NEW

YEAR´S BANG,

Spielbudenplatz

21-22

SA 5.1.

22:30 Thalia Theater,

DARE! the

80s club for gays

+ friends at

Nachtasyl,

Alstertor 1

SA 19.1.

20:00 Markthalle,

Bärenpaadiie XXL,

mit DJ Sven Enzelmann,

DJ NT, DJ

Kay, DJ Alex. Men

only!, Klosterwall 11,

SA 26.1.

22:00 Komet,

Tante Paul,

schwulesbitchqueerkiez-Party,

Erichstraße 11

SONNTAG

16:00 Generation Bar,

Cocktail Happy

Hour, 17 bis 21 Uhr,

Lange Reihe 81

22:00 Wunderbar,

Blow Me Up, Eine

Nacht mit René,

Talstraße 14

MONTAG

16:00 Generation Bar,

Cocktail Happy

Hour, 17 bis 21 Uhr,

Lange Reihe 81

20:00 Extratour, Georgs

Stammtisch,

Offener Stammtisch

für schwule

Männer, Zimmerpforte

1

DIENSTAG

09:00 Erotixx, Bi-Day,

Hamburger Berg 36

16:00 Generation Bar,

Cocktail Happy

Hour, 17 bis 21 Uhr,

Lange Reihe 81

MITTWOCH

16:00 Generation Bar,

Cocktail Happy

Hour, 17 bis 21 Uhr,

Lange Reihe 81

20:00 Contact Bar, Die

Schnapsidee: Shot!,

Men only, Danziger

Str. 51

22:00 Wunderbar,

Wildes Wohnzimmer

- St. Paulis

Mittwochsfeierei,

Talstraße 14

20:00 Generation Bar,

Blond am Donnerstag,

Stammtisch,

Lange Reihe 81

20:00 SLUTCLUB,

Sleazy & Easy Party,

Dresscode nackt,

ab 23 Uhr ohne

Dresscode, Rostocker

Straße 20

22:00 Wunderbar, Ein

Kessel Buntes, Talstraße

14

FREITAG

19:00 LiZ, FLITtchenkneipe,

für Frauen,

Lesben, Trans und

Inter (FLTI), Karolinenstr.

21

21:00 Generation Bar,

Sounds on the floor,

mit den G-Bar-DJs,

Lange Reihe 81

22:00 SLUTCLUB,

Shooters Friday,

Kein Dresscode,

Rostocker Straße

20

SAMSTAG

21:00 Generation Bar,

City Night Beats,

mit den G-Bar-DJs,

Lange Reihe 81


30

NORDDEUTSCHLAND

TRAVESTIE

NINA MACHT’S

MIT CHARLET!

FOTO: M. RÄDEL

Der Dezember wird krass: „Two Drags,

One Party“ in Hannover. Mit dabei bei der

„Volume XXL“ in Hannover sind Charlet C.

House und Nina Queer.

Am 8. Dezember legen die beiden Schönheiten

zusammen beim 9. Geburtstag

der Volume los – an Hits und Glamour wird

folglich nicht gespart werden. Außerdem

kannst du dich auf DJ Territo, einen Sektempfang

und eine fette Lasershow freuen.

„Weihnachten ist für die Familie da. Ich

gebe mir bei Familienfesten genauso viel

Mühe wie bei meinen großen Partys. Alles

muss perfekt sein“, plaudert Megastar

Nina Queer angesprochen auf die festliche

Zeit. „Silvester werden dann die überflüssigen

Pfunde wieder abgetanzt und die

Wünsche fürs neue Jahr in den Himmel

geschrien.“ Uuuund schreien und tanzen

kannst du auch schon jetzt am 8. Dezember

in Hannover. *rä

8.12., Volume XXL, Funpark Hannover,

Expo Plaza 9, 23 Uhr, www.instagram.

com/charlet.c, www.instagram.com/

ninaqueer

OLDENBURG

Neuer Szenetreff

Erst im November

schloss mit dem

Zwitscherstübchen in

Oldenburg eine weitere

Anlaufstelle der queeren

Szene. In den Räumlichkeiten

des ehemaligen

Schwarzen Bären öffnet

am 5. Dezember das

MAchs DOch von Jörg und

Sven, die wir natürlich

sofort ausquetschten.

Vor zwei Jahren hattest du

eine Idee. Welche war das?

Vor zwei Jahren haben mein

Mann und ich Lust gehabt, mal

wieder wegzugehen. Wegzugehen,

aber ohne das Gefühl zu

haben, fehl am Platz zu sein, und

ohne das Gefühl zu haben, zu

alt, zu durchgeknallt oder falsch

angezogen zu sein. So kam uns

die Idee:

Es fehlt

etwas in

Oldenburg,

wo jeder,

der von der

Gesellschaft

den Stempel

aufgedrückt bekommt

„Du bist ja nicht normal“ eine

Plattform bekommt, so zu sein,

wie er ist oder wie er es gerne

manchmal ausleben möchte. So

ist auch der Name MAchs DOch

entstanden. Das waren die ersten

Ideen im Kopf, die bis heute

gereift und gewachsen sind.

Was genau steckt hinter dem

neuen Klubprojekt „MAchs

DOch“?

Wir mussten, wie beschrieben,

nicht lange überlegen, um dem

Kind einen Namen zu geben. Du

bist weiblich,

männlich,

divers, schwul,

lesbisch,

transgender,

hetero oder

was auch immer

und möchtest

ausgehen, wie du bist,

ohne Stempel. Egal ob du einen

Fetisch oder ein Rollenspiel mit

deinem Partner oder auch als

Single ausleben möchtest, wir

möchten hierzu die Plattform

geben. Mit einem Darkroom, mit

allem Drum und Dran.

Ein Darkroom im 21. Jahrhundert?

Klar! Grade im 21. Jahrhundert

wird „Sex sells“ wieder großgeschrieben,

eigentlich war es nie

weg, es wurde nur nicht mehr

angeboten in Klubs oder Discos.

Wir werden es wieder aufleben

lassen, und die ersten Reaktionen

bestätigen unseren Entschluss,

wieder einen Darkroom

zu bauen.

Welche Mottos stehen denn

in Zukunft auf dem Programm?

Unsere Mottos werden sehr

vielfältig sein: Gay- und Lesben-,

Fetisch- und Motto-Partys,

Transgender-, Divers-Partys,

Hetero- und Bi-Fetisch-Partys.

Aber auch Schlagerpartys,

1980/1990-Partys, House- und

Goa-Partys dürfen nicht fehlen.

Wir werden die ganze Palette an

buntem Programm rausholen

und es wird für jeden was dabei

sein.

*Interview: Mathias Rätz

MAchs DOch, Donnerschweer

Str. 50, Oldenburg


NORDDEUTSCHLAND 31

CITY

RADAR

NEW QUEER PLANET

Gelungener Auftakt in der Mensa Academia. Die Bremer sind sanft und dann ganz

heftig auf dem New Queer Planet gelandet.

FOTOS: M. RÄTZ

STAND.UP – BREMEN

Im November hieß das Motto „Krawattenparty“. Das hat funktioniert. Übrigens auch

weiterhin, denn die über Facebook gestreuten Gerüchte eines Ende des Vereins oder

der Party sind unwahr! Wir stehen auch 2019 wieder zusammen mit STAND.UP auf!


32 NORDDEUTSCHLAND

BRAUNSCHWEIG

DESTINY

DRESCHER

FOTO: M. RÄDEL

Am 8. Dezember findet im Gewandhaus in

Braunschweig die nächtse MenDance/WomenDance

statt, die größte les-bi-schwule

Party zwischen Harz und Heide.

Zwei Tanzflächen, drei DJs: Erstmals legt

die Berlinerin Destiny Drescher auf der

MenDance/WomenDance auf. Destiny ist

nun seit mehreren Jahren ein Shootingstar

der Berliner Szene. Im September 2012 war

quasi die Geburtsstunde von Destiny Drescher.

„Ich habe mit einer Freundin einmal

im Jahr eine große Mottoparty geschmissen.

In dem Jahr war das Motto „Mein größtes

Idol“. Ich habe mich irgendwie versucht,

wie Beyoncé zu verkleiden“, verriet uns die

DJane einnmal im Interview. Inzwischen ist

Destiny Drescher eine der erfolgreichsten

DJ-Dragqueens Berlins. Braunschweig freu

dich! *ck/rä

8.12., MenDance/WomenDance,

Gewandhaus, Altstadtmarkt,

Braunschweig, 22 Uhr

BREMEN/OLDENBURG

Fetisch, Kohl

und Pinkel

Das „Kohl- & Pinkelessen“ ist eine Tradition

aus der Region Bremen/Oldenburg.

Nach einer winterlichen Wanderung wird

Kohl & Pinkel gegessen. Zum Grünkohl

werden zumeist geräucherte Fleischzutaten

und Würste gereicht. Seit nunmehr 35

Jahren findet immer am letzten Samstag

im Januar findet die schwule „Kohl- &

Pinkelfahrt“ des LCNW statt. Es ist üblich,

dass der neue Kohlkönig nach dem Essen

ausgerufen wird. Dieser repräsentiert

während seiner einjährigen Amtszeit den

LCNW aus Bremen und das norddeutsche

Nationalgericht „Kohl- & Pinkel“. Außerdem

hat der Kohlkönig die Gelegenheit, an der

alljährlichen Wahl zum „Mr. Fetish Germany“

teilzunehmen. In diesem Jahr wird sich der

aktuelle Kohlkönig Dennis aus Hamburg

gemeinsam mit dem „Mister Leather Berlin“

im November in Nürnberg zur Wahl stellen.

Die Informationen zur 2019er-Ausgabe der

„Kohl & Pinkelfahrt“ gibts online unter www.

lncw.de und www.zone283.de. *ck

25. – 27.1., Kohl & Pinkelfahrt des LCNW

FOTOS: M. RÄTZ


Nord

HIGHLIGHTS

Viel mehr Termine

findest du in der

Spartacus App

oder auf

hinnerk.de

TERMINTIPPS NORDDEUTSCHLAND

Wöchentlich

33

SA 1.12.

08:00 RAT & TAT, Welt-

Aids-Tag 2018,

Delmemarkt, Neustadt.

Bis 14:00 Uhr

MI 5.12.

20:00 MAchsDoch,

Neueröffnung,

Donnerschweer

Str. 50, Oldenburg

DO 6.12.

20:00 Hotel Waldesruh,

Kay Ray, Am

Mühlenteich 2,

Aumühle

22:00 Gewandhaus,

MenDance /

WomenDance

Altstadtmarkt,

Braunschweig

SA 15.12.

16:00 Vulkan-Sauna,

Wellness Weekend,

Otto-Brenner-Str.

15, Hannover

SA 22.12.

23:00 Shagall,

GayKiss - Christmas

Clubbing,

Rembertiring 4,

Bremen

DI 25.12.

22:00 Zone 283,

X-Mas Zonen

Abend, Dresscode:

fetish, Kornstraße

283, Bremen

DO 27.12.

13:00 Vulkan-Sauna,

Partnertag, Otto-

Brenner-Str. 15,

Hannover

22:00 Mensa Academia,

Glanz & Gloria,

Frauen, Lesben,

Transgender Party,

Dechanatstr. 13-15,

Mensa_Academia,

Bremen

MO 7.1.

15:00 Gesundheitsamt

Aurich, Kostenloser

STI-Test, Zimmer

1.18, Extumer Weg

29, Aurich

SA 12.1.

21:00 Burgklause,

Schlagerparty, die

Hits der 70er, 80er,

90er, Burgstr. 11,

Hannover

FR 18.1.

SONNTAG

16:00 HuK, Sonntags –

Cafe, Schuhstr. 4,

Hannover

MONTAG

16:00 PERSEUS Club

Sauna, Gemischte

Sauna!, Waller

Heerstr. 126,

Bremen

DIENSTAG

14:00 Vulkan-Sauna,

Gayromeo Day,

Otto-Brenner-

Str. 15, Hannover

SA 8.12.

14:00 K13 Sauna,

Schaumparty +

Youngster-Tag,

Klävemannstr 13,

Oldenburg

22:00 Alhambra,

MÄNNERfabrik,

men only., Hermannstraße

83,

Oldenburg

MO 17.12.

20:00 Marlene,

Die Bösen Schwestern:

FRIEDE,

FREUDE, FEGEfeuer,

Prinzenstr.

10, Hannover

SA 19.1.

23:00 NIZE Club, OS-

Gay-Night, Dammstr.

2, Osnabrück

20:15 Apollo Kino,

Queerfilmnacht:

Princess Cyd,

Limmerstr. 50,

Hannover

DO 20.12.

19:00 RAT & TAT,

QILT #5 im KWEER,

Theodor-Körner-

Str. 1, Bremen

FR 21.12.

15:00 EGO Erotikfachmarkt

Bockel, Bi

Tag, An der Autobahn

1, Gyhum

(Bockel)

SA 29.12.

23:00 Alhambra,

Rosa Disco,

Oldenburg

MO 31.12.

20:00 Joe‘s Hannover,

Silvester at JOE´S

– Silvesterparty,

Odeonstr. 5,

Hannover

SO 20.1.

15:00 Kantine 5, Rosa

Tanzcafé für Lesben,

Schwule &

Tanzbegeisterte,

Standard-, Latein

u. Tango Argentino

sowie Kaffee &

Kuchen, An der

Weide 50, Bremen

DO 31.1.

20:00 Theater wrede+,

Love Me Harder,

CHICKS* freies

Performancekollektiv,

Klävemannstr.

16, Oldenburg

MITTWOCH

18:00 Joe‘s Hannover,

YoungStars, Odeonstr.

5, Hannover

DONNERSTAG

12:00 Hannöversche

Aids-Hilfe e.V., Infoline

0511.19411, bis

16 Uhr, Hannover

FREITAG

20:00 Onkel Emma,

Kneipenabend im

Onkel Emma, Echternstr.

9, Braunschweig

IMPRESSUM

Herausgeber:

Christian Fischer (cf) &

Michael Rädel (rä)

Chefredakteur:

Michael Rädel (rä) (V.i.S.d.P.)

Stellv. Chefredakteur:

Christian Knuth (ck)

BESUCHERADRESSE:

Berlin: Sophienstr. 8, 10178 Berlin,

T: 030 4431980, F: 030 44319877,

redaktion.berlin@blu.fm

Hamburg: T: 040 280081-76 /-77,

F: 040 28008178, redaktion@hinnerk.de

Frankfurt: T: 069 83044510 F: 069

83040990, redaktion@gab-magazin.de

Köln: T: 0221 29497538,

termine@rik-magazin.de,

c.lohrum@rik-magazin.de

München: Lindwurmstr. 71-73, 4.OG,

80337 München, T: 089 5529716-10,

Vertrieb: redaktion@leo-magazin.de

MITARBEITER:

Thomas Wassermann, Matthias Rätz

(mr), Steffen Rüth, Ricardo M.,

Andreas Müller (am), Jonathan Fink,

Christian K. L. Fischer (fis), Leander

Milbrecht (lm), Dagmar Leischow,

Christian Lütjens (cl), Marcel Schenk

Lektorat (ausgewählte Texte):

Tomas M. Mielke, www.sprachdesign.de

Art-Direktion: Susan Kühner

Grafik: Denis Hegel

Cover: Max Giesinger /

Foto: Christoph Köstlin

ANZEIGEN:

Berlin: Christian Fischer (cf):

christian.fischer@blu.fm

Sebastian Ahlefeld (SEA):

Sebastian Ahlefeld@blu.fm

Ulli Pridat: ulli@blu-event.de

Köln: Christian Fischer (cf):

christian.fischer@blu.fm

München: Jörg Garstka:

joerg.garstka@leo-magazin.de

Hamburg: Jimmy Blum (jb):

jimmy.blum@hinnerk.de

Bremen, Hannover, Oldenburg:

Mathias Rätz (mr):

mathias.raetz@hinnerk.de

Frankfurt: Sabine Lux:

sabine.lux@gab-magazin.de

Online: Andreas Müller:

andreas.mueller@blu.fm

DIGITAL MARKETING:

Dirk Baumgartl (dax): dirk.baumgartl@

blu.fm

VERLAG:

blu media network GmbH,

Rosenthaler Str. 36, 10178 Berlin

Verwaltung: Sonja Ohnesorge

Geschäftsführer:

Hendrik Techel, Markus Pritzlaff (mp),

Christian Fischer (cf)

Vertrieb: CartellX, PS Promotions,

Eigenvertrieb

Druck: PerCom, Vertriebsgesellschaft

mbH, Am Busbahnhof 1,

24784 Westerrönfeld

Abonnentenservice:

Möller Medien Versand GmbH,

Tel. 030-4 190 93 31

Zeppelinstr. 6, 16356 Ahrensfelde,

Gläubiger-ID DE06 ZZZ 000 000 793 04

Unsere Anzeigenpartner haben es ermöglicht,

dass du monatlich dein hinnerk Magazin

bekommst. Bitte unterstütze beim Ausgehen

oder Einkaufen unsere Werbepartner.

Es gilt die hinnerk Anzeigenpreisliste

(gültig seit 1. Januar 2016). Namentlich

gekennzeichnete Artikel geben nicht

unbedingt die Meinung der Redaktion

wieder. Die Abbildung oder Erwähnung

einer Person ist kein Hinweis auf deren

sexuelle Identität. Wir freuen uns über

eingesandte Beiträge, behalten uns aber

eine Veröffentlichung oder Kürzung vor.

Für eingesandte Manuskripte und Fotos

wird nicht gehaftet. Der Nachdruck von

Text, Fotos, Grafik oder Anzeigen ist nur

mit schriftlicher Genehmigung des Verlags

möglich. Für den Inhalt der Anzeigen sind die

Inserenten verantwortlich. Bei Gewinnspielen

ist der Rechtsweg ausgeschlossen. Der

Gerichtsstand ist Berlin. Abonnement:

Inlandspreis 30 Euro pro Jahr, Auslandspreis

50 Euro pro Jahr. Bei Lastschriften wird

die Abogebühr am 3. Bankarbeitstag des

laufenden Monats abgebucht.

Die Anzeigenbelegungseinheit blu media

network GmbH blu / gab / rik / hinnerk / Leo

unterliegt der IVW-Auflagenkontrolle

(III/2016).


34 GESCHENKE

AOR

Meisterbetrieb

Werterhaltung statt Neukauf

Reinigung • Aufarbeitung

Restauration • Versiegelung

Kleinreparaturen

Farbauffrischung

Nicht zu verwechseln mit

kosmetischen Eingriffen am

lebendigen Körper, kommt

der Ausdruck Kosmetik

unserem Leistungsspektrum

doch sehr nahe. Wir

kommen ins Haus und

widmen uns Beschädigungen

und dergleichen im und

am gesamten Gebäude, wie

dessen An- und Einbauten

oder dem Mobiliar. Ob am

Boden, an Möbeln oder

an anderen Einrichtungsgegenständen,

wir kümmern

uns um Stoßstellen,

Schrammen, Dellen, Falten,

Risse und Löcher, sowie Abgeplatztes

und Verschmutztes

im gesamten Haushalt.

VORHER

NACHHER

FOTO: ISTOCKPHOTO.COM/SVETIKD

Liebe Leser,

der Advent, also die Wochen vor Weihnachten, ist eher noch

besinnlich, und doch geht es Schlag auf Schlag beziehungsweise

Fest auf Fest: Chanukka (2. – 10. Dezember), Heiligabend

(24.12.), die Weihnachtsfeiertage (25. und

26.12.) sowie Silvester und Neujahr. Ja, die „Festive

Season“ glitzert einen ordentlich durch …

mit gemeinsamen Stunden, um die Familie,

Freunde und die Liebsten zu beglücken – mit

gemeinsamen Momenten, Geschenken (ein

paar Tipps haben wir hier im Heft für dich

versammelt) – und noch mehr Gutes zu tun

als sonst. Solltest du lieber nur feiern gehen

wollen, dann schau in unsere Terminlisten in

den Kalendern, da ist sicher etwas für dich

dabei!

Frohe Weihnachten, fröhliche Chanukka und ein

spaßiges Rüberrutschen nach 2019 wünscht dir das

Team der blu Mediengruppe.

TIPP

Copenhagen

Grooming

Der Instagram-Bart, von dem du so

lange schon träumst, will einfach

nicht wachsen? Aufgepasst, denn

aus Kopenhagen kommt nun das

Beard Growth Kit, das vollsten

Bartwuchs verspricht. Das wichtigste

Tool dabei: ein Bartroller mit

540 Nadeln, die die Durchblutung

und damit schlafende Haarfollikel

stimulieren. Darüber verspricht ein

Activator Serum, die Haardichte

innerhalb von 150 Tagen um über die

Hälfte zu erhöhen. Alles was du dazu

tun musst: den Bartroller ein bis zwei

Mal die Woche in zehn Zügen über

das entsprechende Areal führen.

Das Serum kann täglich angewendet

werden. Im Kit befindet sich auch ein

Reiniger für den Roller. *fj

www.cphgrooming.com

Ihr Kosmetiker für

Oberflächen

• Leder- und Polstermöbel

• Wand- und Bodenfliesen

• Parkett und Laminat

• Sichtbeton

• Epoca Marmor

• Natur- und Kunststein

• Küchenarbeitsplatten

• Schränke und Tische

Alstertaler-Oberflächen-

Reparaturdienst AOR

Helbingstraße 52

22047 Hamburg

Tel: 040 - 60 87 67 95

Fax: 040 - 61 13 95 75

info@aor-hamburg.de

www.aor-hamburg.de

KULT

Diana Ross

zum Fest

Miss Ross, die Legende, die Diva,

die Musikerin, die Ikone. Der

Weihnachtsengel! Zum wiederholten

Mal in ihrer Karriere – und

davor auch schon zusammen mit

The Supremes – veröffentlicht die

Sängerin ein Weihnachtsalbum.

„Wonderful Christmas Time“ (die

Originalversion ist erstmals 1994

erschienen) überzeugt mit bester Gesangsleistung und schöner Liedauswahl. Groß,

ganz groß, begleitet das Orchester, mit viel Freude an der Kunst legt Diana Ross (die

Stimme von Hits wie „Upside Down“, „Ain’t No Mountain High Enough“, „Chain Reaction“,

„Not Over You Yet“ oder auch „You Can’t Hurry Love“ ...) los. Unsere Anspieltipps

sind „Sleigh Ride“ und „His Eye Is on the Sparrow“. Sollte man sich gönnen! *rä


Deine Reise beginnt hier. Teile deine Liebe auf dem spannendsten Netzwerk für Schwule,

Bi-Männer und Transgender. Downloade die ROMEO-App in deinem App-Store,

oder melde dich auf unserer Webseite an.

planetromeo.com/app


GESCHENKE

KOSMETIK

Gesichtspflege mit Malz

Nicht nur im Bier bewirkt Malz Phänomenales, auch als Malz-Extrakt

kann es wahre Wunder bewirken.

In der Pflege! Die neue Gesichtspflege-Serie (ph-hautneutrales

Waschgel, intensive Feuchtigkeitspflege und Gesichtscreme) von

BRISK, die speziell auf die Bedürfnisse der Männerhaut abgestimmt

ist, hat als Wirkstoff solch gutes Malz-Extrakt. Reich an Polyphenolen

schützt es vor Hautalterung, soll zugleich entzündungshemmend und

24 Stunden lang feuchtigkeitsspendend wirken. So mag Mann das

doch, oder? Daumen rauf! *rä

www.brisk-for-men.com

KALENDER

#RUGBY: Sexy Franzosen

Der Fotograf Eric Lanuit nahm

sich für seinen 2019er-Kalender

„REBELYONS“ eines queeren/schwulenfreundlichen

Rugby-Teams aus Lyon an.

Herausgekommen sind zwölf starke

und erotische Bilder mit viel Nippeln,

Hintern, Sex, Haaren, Testosteron und

Bärten. Aber immer kunstvoll! Für diesen

Kalender muss sich wirklich niemand

schämen, wenn Handwerker oder unaufgeklärte

– entfernte – Verwandtschaft

kommt. Kunst geht immer! Zugleich ist

der Kalender ein Statement gegen Bodyshaming

und für Body Positivity: Hier

siehst du alle Arten Mann. *rä

www.rebelyons.com


X-MAS

POP-ART

ANDY WARHOL

für die Lieben!

Eigentlich sollte jeder Haushalt

Kunst von, über oder mit Andy

Warhol haben.

Zu wichtig war dieser grandiose Geist für

die Entwicklung der Popkultur. Und mit

dieser Graphic-Novel-Biografie kannst

du jetzt dafür sorgen, dass er noch mehr

Verbreitung findet, der 1987 verstorbene

Pop-Art-Mitbegründer aus der Slowakei.

Das Buch „Andy – A Factual Fairytale“ ist

ein 568-seitiges Kunst- und Gesellschaftspanorama,

an dem der Künstler

Typex ganze fünf Jahre gearbeitet hat.

Gegliedert ist das Buch in zehn Kapitel,

die jeweils einen Lebensabschnitt Andy

Warhols zeigen – entworfen und gezeichnet

jeweils im Stil der Zeit.

Warhols Lebensgeschichte – 1956 hatte

Andy seine erste wichtige Einzelausstellung

im New Yorker Museum of Modern

Art, ab den 1960ern widmete er sich

auch immer mehr dem Film und wurde

durch seine Siebdrucke weltberühmt –

wird via Buch fünf Jahrzehnte begleitet

und zeigt eine (fast) endlose Parade

von Ikonen und Idolen aus den 1930erbis

1980er-Jahren, etwa Greta Garbo,

Jean-Michel Basquiat, Shirley Temple,

Madonna, Lou Reed und Dali sind mit dabei.

Und auch Donald Trump, der damals

einfach nur reich war und sich u. a. mit

Michael Jackson traf. „Andy – A Factual

Fairytale“ erscheint beim Hamburger

Verlag Carlsen. *rä

www.carlsen.de

Foto by BOBOBEAR ART

BERLIN

Maaßenstr. 14 /

Winterfeldtplatz

10777 Berlin

Tel. 030 - 34 66 53 33

Mo - Sa 10 - 22 Uhr

HAMBURG

Lange Reihe /

Danziger Straße 70

20099 Hamburg

Tel. 040 982 380 81

Mo - Sa 10 - 20 Uhr

KÖLN

Kettengasse 20

50672 Köln

Tel. 0221 272 56 37

Mo - Sa 10 - 20 Uhr

MÜNCHEN

Thalkirchner Straße 4 /

Eingang Fliegenstraße

80337 München

Tel. 089 97 60 3858

Mo - Sa 10 - 20 Uhr

brunos.de


GESCHENKE

FOTO: M. RÄDEL

NACHGEFRAGT

RICCARDO

SIMONETTI:

„... bedroht, geschlagen

und sogar angezündet“

Er hat es getan: Riccardo –

Jugendidol, Werbegesicht,

Influencer und LGBTIQ*-Aktivist

– hat ein Buch geschrieben. Im

Spätsommer kam „Mein Recht zu

funkeln“ raus, und es ist das perfekte

Weihnachtsgeschenk für alle, die

ihren Horizont erweitern wollen.

Was genau ist das „Recht zu

funkeln“?

Das Recht zu funkeln ist das Recht, man

selbst zu sein und sich ungeachtet davon,

was die Gesellschaft einem vorschreiben

mag, auszuleben, wie man ist.

Eckst du denn oft an mit deiner Art,

deinem Aussehen?

Ich glaube, gerade in einer Zeit, in der

man durch Instagram und Co. noch mehr

vorgelebt bekommt als die Norm und

was gemocht wird, stellt ein Mann, der

unkonventionell ist und seine feminine

Seite umarmt, statt sie hinter performativer

Maskulinität zu verstecken, ein viel

größeres Risiko da als früher noch. Aber ich

finde eine Meinung auszulösen auch nicht

schlimm, das zeigt wenigstens, dass man

selber eine hat.

Was missfällt Spießern an Männern

wie dir?

Ich bin oft wegen meinen Outfits, die ich

auch jenseits der Bühne im Alltag trage,

weil das einfach ich bin, kritisiert, bespuckt,

bedroht, geschlagen und sogar angezündet

worden. Trotzdem lasse ich mir nicht

nehmen, wer ich sein möchte und was

für Träume ich habe, seien sie noch so

abwegig. Die meisten Hassnachrichten, die

ich bekomme, kriege ich nicht, weil jemand

meinen Job nicht gut findet, sondern nur,

weil ich versuche, mit dem, was ich tue,

die Rechte der LGBTIQ*-Gemeinschaft

zu stärken – und das, finde ich, zeigt, wie

wichtig es ist, dass man als öffentliche

Person Farbe bekennt und sich für die

einsetzt, die vielleicht nicht die Chance

haben, gehört zu werden.

Wem würdest du dein Buch

empfehlen?

Ich würde mein Buch allen Menschen nahelegen,

die noch damit hadern, sich selbst

auszuleben, und auf der Suche nach mehr

Selbstbestimmung sind. Aber auch denjenigen,

die vielleicht gar nicht wissen, was

es bedeutet anders zu sein, was sie mit

ihrem Getuschel und Geläster anrichten.

Was bedeutet für dich die

Advents- und Weihnachtszeit?

Das ist tatsächlich die einzige Zeit im

Jahr, wo jeder Verständnis hat, dass auch

ich ein Privatleben habe. Ich mache im

Durchschnitt 350 Videos pro Tag, jeden

Tag – außer in dieser Zeit, weil die Leute da

selber ein interessantes Leben haben, mit

dem sie sich beschäftigen.

Worauf freust du dich an Silvester?

Ich glaube, ich werde dieses Jahr an Silvester

mit meiner Mutter irgendwohin fliegen,

wo es warm ist und ich mich schön aus

dem ganzen Trubel raushalten kann. Jetzt

muss ich nur irgendwo eine Glitzerbadehose

herbekommen.

*Interview. Michael Rädel

www.instagram.com/riccardosimonetti

fabulousricci.com


GENUSS

Darauf freut

Mann sich!

Ab dem 4. Dezember bietet Tchibo die perfekten

Weihnachtsgeschenke für kleine und große Jungs an.

Ob feuriges Chili-Saucen-Set zum Selbermachen,

praktischer Multifunktionsrasierer oder bequeme

Strickjacke aus Bio-Baumwolle – für jeden ist das

passende Geschenk dabei. Uns besonders angetan

hat es das DIY GIN-SET, bestehend aus zwei hochwertigen

Glasflaschen mit Kunststoffkorken, vier

Beschriftungsetiketten, Sieb und Trichter aus Edelstahl

sowie fünf Gewürzen. Jetzt kannst du loslegen

und in nur in nur 60 Stunden deinen eigenen Gin

herstellen – nur den Alkohol musst du noch besorgen.

Die Produkte sind bis zum 7. Januar 2019 in allen

Tchibo Filialen sowie online bis zum 14. Januar

2019 über www.tchibo.de erhältlich. Das Angebot

gilt, solange der Vorrat reicht.


GESCHENKE

TIPP

Den hätte man

doch gerne auf

der Couch, oder?

Aber so schön und sexy Mister

Bart auch ist (hui!), es geht hier um

das, was er trägt. Um die Mode.

Feine Mode von einem italienischen

Label namens Intimissimi

Uomo. Neben Unterwäsche und

Kleidung haben diese designverliebten

Italiener auch Pyjamas und

Socken im Angebot. Und zumindest

die kannst du kaufen und verschenken.

Oder natürlich auch behalten und selber

tragen! *rä

de.intimissimi.com

SPIEL

Alle Paare wieder

Die memofaktur aus Hamburg denkt sich wie es der Name

erahnen lässt, Memory-Spiele aus. Für die Weihnachtszeit

hat man sich auf die Suche nach den seltsamsten

Weihnachtsbäumen gemacht und hat 32 zum Teil wirklich

kuriose Exemplare als Karten-Doppel-Set zusammengestellt.

Eine gelungene und witzige Variante des Gesellschaftsspieleklassikers.

*ck

www.die-memofaktur.de

VERLOSUNG

Ein schwuler Dandy

der alten Schule

Der britische Fotograf, Kostümdesigner

und Innenarchitekt Cecil Beaton

wurde in den 1930er-Jahren wegen

seiner wegweisenden Modefotografien

weltberühmt. Ab 1937 war er

Hoffotograf der britischen Königsfamilie,

porträtierte später Marilyn

Monroe, kleidete Audrey Hepburn

ein, war enger Vertrauter von Greta

Garbo und wurde von der Queen zum

Ritter geschlagen. Die Regisseurin

Lisa Immordino Vreeland, bekannt für

ihre Doku über Peggy Guggenheim,

hat mit Filmausschnitten, teilweise

unveröffentlichten Fotografien,

Zeichnungen, Briefen und Zeitzeugenberichten

ein lebendiges und

intimes Porträt der schillernden Persönlichkeit

geschaffen. Wir verlosen

auf www.blu.fm/gewinne ein „Love,

Cecil“-Gewinnpaket zum DVD-Start.


GENUSS

TOM OF FINLAND

Organic Vodka

Dieser Wodka feiert das Leben und die Kunst

des herausragenden, bildenden Künstlers Touko

Laaksonen, bekannt als Tom of Finland. Im Vergleich zu

anderen Künstlern hatten seine Werke einen weltweit

unübertroffenen kulturellen Effekt. Er war ein wirklicher

Pionier, dessen Arbeiten sowohl die homo- als

auch die heterosexuelle Kultur durchzogen haben. Als

Synonym für die Rechte auf Freiheit und Ausdruck beeinflusste

er auch die Ästhetik von Ikonen wie Freddie

Mercury.

Der mehrfach mit Goldmedaillen für Geschmack und Verpackung

ausgezeichnete TOM OF FINLAND Organic Vodka

ist hergestellt aus einer Mischung von 100% Bio-Weizen und

Bio-Roggen ohne Zusatz von Zucker. Mit seinem gleichsam

kraftvollen und doch weichen Charakter ist unser Wodka

ausgewogen zwischen der Würze des Roggens, der Weichheit

des Weizens und des purem arktischen Wassers. Produziert

wird er in kleiner Auflage von Brennmeister Mika Mönkkönen

bei Lignell & Piispanen, dem zweitältesten Familienunternehmen

in Finnland.

Bis zum 23. Dezember gibt es TOM OF FINLAND Organic

Vodka zu einem Community-Online-Special von 24,90 Euro

(regulär 29,90 Euro). Dieses Angebot ist limitiert und nur

online, unter Eingabe des Promocodes XMAS18 auf www.

bottlerocket.de bestellbar. „Merry Christmas and Happy

Holidays 2018!“

TOM OF FINLAND Organic Vodka ist außerdem erhältlich

bei: BRUNOS Hamburg/Köln/Berlin/München, SPEXTER

München, AROMA Kaffeebar München, RAW Frankfurt,

MGW Köln, LEATHERS Berlin


MODE

BRANDNEU

HÖR MIR AUF

MIT


MODE

HIV-Test

Ergebnis

in 10 Minuten

Im Herbst ging eine völlig neue Kollektion

an den modischen Start, die dich

zum Schneehasen macht.

Ein HIV-Test schafft Klarheit

Erhältlich in Ihrer Apotheke oder unter www.hivtest-exacto.de

Auf knallige Farben und wilde Muster wurde hier konsequent

verzichtet! ASOS WHITE überzeugt durch reduzierte

Schnitte und einem hohen Grad an Coolness.

„Mit einer neutralen Farbpalette und minimalistischer

Ästhetik beinhaltet diese Kollektion alles von Tailoring

und Strickwaren bis zu Denim und Jersey. Neben

Kleidung besteht das Sortiment aus Accessoires und

Schuhen sowie Taschen, Sonnenbrillen und Sneaker“,

verrät das Label dazu. Diese neue Mode aus hochwertigen

Materialien wie 100 % Wolle, schwerem Jersey und

Paper-Touch Baumwolle kannst du ganz hervorragend

mit dunklen Lieblingsteilen kombinieren, denn Weiß

passt ja zu allem. Ein schöner Trend! Gut zu wissen:

ASOS unterstützt regelmäßig die queere LGBTIQ*-

Organisation GLAAD. *rä www.asos.de

ENTDECKE DIE WELT

NEUE

VERSION

JETZT

TESTEN!

BRANDNEU UND

IMMER AKTUELL


MODE

TRENDIG

Es muss nicht immer Kitsch sein

Klar, Weihnachtspullover mit aufgenähten drolligen Rentieren, eingestickten

kugelrunden Nikoläusen und aufgedruckten feisten Engeln, nicht zu

vergessen Naschwerk, gehören zur Advents- und Weihnachtszeit. Man

kann seinen Freunden und dem/der Liebsten aber auch trendige Klamotten

schenken. Wie diese heißen Teile von Rapper Michi Beck (Fanta 4) und seiner Frau

Uli Beck. *rä www.beck-to-beck.com

FOTOS: ABOUT YOU


My-MicroMacro.net

DEINE SEITE ZU HIV

UND ZUM SEELISCHEN

GLEICHGEWICHT

HIV und

Psyche

Menschen mit HIV sind

häufiger von depressiven

Gefühlen und psychischen

Erkrankungen betroffen.

Antworten auf viele Fragen

finden Sie hier.

SCHUTZ, ANSTECKUNG, TEST

Expertenrat

Unsere Experten beraten

Sie ausführlich und geben

Ihnen schnell und unkompliziert

Antworten.

DIAGNOSE + BEHANDLUNG

Somebuddy

like me

Vernetzen Sie sich anonym

mit Gleichgesinnten zum

Thema HIV und melden Sie

sich als Buddy an.

WISSEN ZU HIV

Adressfinder

Finden Sie schnell und unkompliziert

HIV-Behandler,

Schwerpunkt-Apotheken,

PEP-Stellen, Fachärzte und

Beratungsstellen in Ihrer

Nähe.

Welche Anlaufstellen

sollen angezeigt

werden?

HIV-Behandler

Fachärzte

Zahnärzte

Gynäkologen

Urologen

Dermatologen

Altenheime

Kurstätten

GUT LEBEN MIT HIV

Janssen-Cilag GmbH

www.janssen.com/germany


FILM

INTERVIEW

FOTOS: DISNEY

LIN-MANUEL MIRANDA

„ ... irgendwann will ich

natürlich auch mal selbst Regie führen ...“

„Mary Poppins’ Rückkehr“ kommt

Ende Dezember ins Kino! Wir

sprachen mit dem US-amerikanischen

Schauspieler Lin-Manuel Miranda, der im

Film den Laternenanzünder Jack spielt.

Mr. Miranda, der Film von 1964 ist ein

Klassiker des Kinos. Waren Sie sofort

überzeugt von der Idee, mit „Mary

Poppins’ Rückkehr“ nun eine späte

Fortsetzung zu drehen?

Bedenken, dass das eine Schnapsidee sein

könnte, hatte ich jedenfalls nicht, denn die

Vision von unserem Regisseur Rob Marshall

und seinem Ehemann und Produktionspartner

John DeLuca gefiel mir auf Anhieb:

Die wollten kein Remake, sondern wirklich

die Geschichte von damals weiterspinnen.

Abgesehen davon war ich natürlich vollkommen

begeistert, dass mich überhaupt

jemand fragte, in einem so großen Film mit

von der Partie zu sein. Das war für mich als

Theatermensch ja etwas ganz Neues. Es war

aufregend, mich einmal auf etwas vollkommen

anderes einzulassen. Und gleichzeitig

spürte ich eine gewisse Sicherheit, weil Rob

ja selbst vom Broadway kommt – und ich

zumindest in Sachen Musical natürlich kein

kompletter Neuling bin.

Marshall ist, was Kino-Musicals angeht,

eine Klasse für sich, oder?

Ohne Frage! Mit „Chicago“ hat er schließlich

eines der grandiosesten Leinwand-Musicals

aller Zeiten inszeniert. Eigentlich muss man

ja wirklich sagen, dass er zur falschen Zeit

geboren worden ist. Stellen Sie sich mal vor,

was Marshall in den Dreißigerjahren, dem

goldenen Zeitalter der Hollywood-Musicals,

alles hätte für Filme umsetzen können. Aber

ganz verkehrt ist er in der heutigen Filmbranche

ja zum Glück auch nicht. Schließlich gibt

es in Hollywood ja dank „La La Land“, „The

Greatest Showman“ und nun unserem Film

auch eine Art Musical-Revival.

„Mary Poppins’ Rückkehr“ wurde vor

Redaktionsschluss der Presse noch

nicht komplett gezeigt. Was können

Sie uns also über Ihre Rolle schon

verraten?

Ich spiele Jack, einen Laternenanzünder, was

ich als Metapher schon mal ganz wunderbar

finde. Es wird impliziert, dass er früher mal ein

Lehrling war von Bert, dem von Dick Van Dyke

damals gespielten

Schornsteinfeger.

Im Grunde hat

meine Figur in der

Geschichte die

gleiche Funktion

wie er damals: Ich

bin ein Freund von

Mary Poppins und

bei vielen ihrer

Abenteuer mit den

Banks-Kindern mit

dabei.

Sie haben Ihre Musical-Erfahrung

schon erwähnt. Haben die Filmemacher

Sie entsprechend mit einbezogen,

als es zum Beispiel bei „Mary

Poppins’ Rückkehr“ um die Choreografien

ging?

Man muss ja ehrlicherweise sagen: So toll in

meinem Musical „Hamilton“ auch getanzt

wurde, mit mir persönlich hatte das wenig zu

tun. Als Hamilton stand ich da ja meistens

nur herum und habe gerappt. Alles andere

haben meine Kollegen übernommen – und

natürlich unser toller Choreograf Andy

Blankenbuehler. Entsprechend konnte und

wollte ich da nun John DeLuca und Joey

Pizzi nicht in ihre tolle Arbeit hineinpfuschen.

Die beiden haben schließlich schon damals

bei „Chicago“ gezeigt, was sie können.

Aber ein klitzekleines bisschen konnte ich

mich selbst dann schon einbringen, wie alle

anderen auch. Denn wie alle tollen Choreografen

haben die beiden sehr genau darauf

geachtet, wo

jeder Einzelne

von uns seine

Stärken hatte

und uns auch

mal selbst Dinge

ausprobieren

lassen. Darauf

aufbauend

haben sie dann

die jeweiligen

Szenen konzipiert.

Nichts-


destotrotz war das verdammt harte

Arbeit. Ich habe mir noch nie so sehr die

Seele aus dem Leib tanzen müssen wie

bei diesem Film.

Die Songs für den Film schrieb der

legendäre Marc Shaiman. Kannten

Sie ihn schon vorher vom Broadway?

Marc und ich waren uns in New York

schon ein paar Mal begegnet, aber vor

allem bin ich einfach zeitlebens ein

riesiger Fan von ihm gewesen. Zum

Beispiel schrieb er früher immer die Eröffnungsnummern

für Billy Crystal, wenn

der die Oscar-Verleihungen moderierte.

Das war schon als Kind genau mein

Ding. Ich habe diese Songs auswendig

gelernt und am nächsten Morgen in der

Schule gesungen: „It’s a wonderful night

for Oscar, Oscar, Oscar. Who will win?“

Meine Mitschüler hielten mich für völlig

bekloppt. Jahre später weiß ich noch, wie

ich „Hairspray“ am Broadway gesehen

habe. Ich ergatterte ein billiges Last-minute-Ticket

für eine dieser Probeaufführungen,

die am Broadway noch vor der

offiziellen Premiere stattfinden. Ich hatte

einen Stehplatz im ersten Rang – und

neben mir stand Marc Shaiman, der noch

bis zum letzten Moment Veränderungen

an den Nummern vornahm. Lange

Rede, kurzer Sinn: Bei „Mary Poppins’

Rückkehr“ nun mit ihm zu kollaborieren

und seine Songs singen zu dürfen, war

für mich das Größte!

Ihr eigenes Musical „In the

Heights“, der Vorgänger von „Hamilton“,

kommt demnächst auch

ins Kino. Warum werden Sie die

Verfilmung nicht selbst inszenieren?

Weil ich erst einmal noch sehr viel lernen

muss. Ich weiß vielleicht ein bisschen

was darüber, wie man ein Bühnenmusical

schreibt. Aber davon, wie man einen Film

macht, habe ich noch keine Ahnung. Die

Regie wird bei Jon Chu in guten Händen

sein, der kennt sich, dank der „Step Up“-

Filme, mit Tanz aus und weiß als Sohn

von Einwanderern auch inhaltlich, worum

es bei der Sache geht. Ich freue mich

schon, ihm am Set über die Schulter zu

gucken, denn irgendwann will ich natürlich

auch mal selbst Regie führen.

Vielleicht bei einer „Hamilton“-

Adaption?

Schauen wir mal. Ich bin sicher, dass es

eines Tages eine Filmversion geben wird,

aber im Moment dreht sich für mich

bei „Hamilton“ noch immer alles um

die Live-Erfahrung. Darum, dass man

als Zuschauer ins Theater geht und die

Geschichte unmittelbar auf der Bühne

erlebt. Das Stück läuft zurzeit am Broadway,

in Chicago und in London, dazu

kommen zwei Touren durch die USA und

demnächst auch eine Produktion in Puerto

Rico. Mein Baby wächst und wächst,

es ist der Wahnsinn.

Seit Sie selbst dabei nicht mehr

auf der Bühne stehen, haben Sie

sich Ihre langen „Hamilton“-Haare

abgeschnitten. Vermissen Sie die

Matte manchmal?

Fuck no! Ich habe sie mir

damals anderthalb Jahre

lang wachsen lassen für die

Rolle, und das war echte

Hingabe meinerseits. Mehr

als einmal war ich so genervt,

dass ich die Schere

schon in der Hand hatte.

Vor allem, wenn ich im New

Yorker Sommer darunter

geschwitzt habe wie ein

Tier. Als ich die Rolle dann

abgab, war es eine enorme

Genugtuung, endlich zum

Frisör gehen zu können.

Zum Abschluss noch eine ganz

andere Frage: Im Sommer verwendeten

Sie auf Twitter eine

Regenbogenflagge neben Ihrem

Twitternamen. Warum eigentlich?

Das war im Pride-Monat und ich wollte

einfach Solidarität zeigen und zum

Ausdruck bringen, wie wichtig die

LGBTQ*-Community für mein Leben

ist. Ohne Schwule und Lesben gäbe es

schließlich kein Musical-Theater, so viel

kann man sicherlich ohne Übertreibung

behaupten. Ich habe unglaublich

viele Freunde in der Community, und

gemeinsam mit ihnen sammele ich

Geld für Organisationen wie Broadway

Cares oder Equity Fights AIDS. Und

vor allem kämpfen wir alle gemeinsam

dafür, dass all die Fortschritte, die in

den USA in Sachen gleicher Rechte

gemacht wurden, unter der aktuellen

Regierung nicht unter die Räder

kommen.

*Interview: Jonathan Fink

Finden Sie

Ihren passenden

Partner über

Jetzt parshippen


FILM

NACHGEFRAGT

SIMON FELDEN

„... man trägt ja eine Art Maske ...“

Kennen kannst du diesen

Schauspieler aus dem TV mit

kleineren Rollen u. a. aus „Heiter

bis tödlich“, „SOKO Stuttgart“

oder in einer der beiden Hauptrollen

im Film „Herr Berger sucht

einen Sohn“, vor allem aber von

Theaterbühnen (u. a. als „Jacob“

im Musical „La Cage aux Folles“).

Wir sprachen mit dem gebürtigen

Tübinger.

Wie kamst du zur Schauspielerei?

Schon als Kind hat mich das Thema

Theater und Schauspiel interessiert und

ich bin recht schnell beim Schultheater

gelandet. Dann ging es auch schon los mit

der Travestie und ich stellte ein eigenes

kleines Programm auf die Beine ...

Was macht dir mehr Spaß, als Transe

oder als Mann auf der Bühne zu

stehen?

Der Spaß ist derselbe. Aber als Transe hat

man weniger Hemmungen, man trägt ja

eine Art Maske. Jede Rolle ist einzigartig

und jede Rolle macht auf eine andere Art

und Weise Spaß.

Privat hast du gerade einen

Schnauzbart.

Ja, den lasse ich jede Woche wachsen und

zum Wochenende kommt er dann für „La

Cage aux Folles“ immer wieder weg. Das

fällt mir nicht schwer, er kommt ja wieder

... Genau wie ich, ich „komme“ ja schließlich

auch immer wieder. (grinst)

Wie engagierst du dich im Kampf

gegen Aids?

Ich spende immer großzügig und regelmäßig.

Und ich habe auch schon eine

Benefizveranstaltung im tiefsten Bayern

gemacht, bei der alle Einnahmen an die

Aidshilfe gingen.

Warum ziehst du nicht in eine

Metropole, warum Baden-Württemberg?

Grundlegend: Weil ich hier geboren bin!

Ich hatte bisher noch nicht den Drang

wegzuziehen. Ich bin aber offen – wenn

mich mal eine andere Region locken sollte:

gerne. Die Leute hier sind recht eigen,

aber das hat auch seinen Charme.

Du warst bis Ende August auf der

Bühne zu sehen.

Ja, in „La Cage aux Folles“ auf der Wasenwald-Freilichtbühne.

In dem Stück war

ich Jacob, der Butler – die Zofe (man weiß

es nicht so genau, aber ich will die Zofe

sein!). Also eigentlich ist er ja ursprünglich

als Butler angestellt, ihn zieht es aber auf

die Bühne – und er bekommt die Chance

...

Welche der Verfilmungen gefällt dir

besser: die aus den 1990ern oder die

aus den 1970ern?

Hm, ich bin eher der Theater- und

Musical-Mensch als der Cineast. Aber

wenn ich eine Verfilmung wählen müsste,

dann die aus den 1970ern.

*Interview: Michael Rädel

www.simonfelden.de

Facebook: simonfeldenfanpage


VOD/BLU-RAY/DVD

Ein großer Film über

OSCAR WILDE

Die letzten Jahre des Schriftstellers

Oscar Wilde in Filmform bieten Unterhaltung

auf höchstem Niveau.

WAHNSINN-MUSICAL.DE

DAS IST

DAS MUSICAL

MIT DEN HITS VON

WOLFGANG PETRY

FOTOS: MAZE PICTURES, ENTRE CHIEN ET LOUP 2018

„The Happy Prince“, das Drehbuch- und Regiedebüt

des – schwulen – Schauspielers Rupert

Everett („Die Hochzeit meines besten Freundes“,

„Shakespeare in Love“, „Die Insel der besonderen

Kinder“, „Another Country“, ...), porträtiert den

Dramatiker, Lyriker, Kritiker und Romanautor

Oscar Wilde (1854 – 1900) auf ganz ungewöhnliche

Weise.

Erzählt werden die letzten Lebensjahre des

umstrittenen Dandys, Vaters zweier Kinder und

zu Zuchthaus verurteilten Homosexuellen. Das

international koproduzierte Historiendrama wurde

auch in Deutschland gedreht, mit dabei sind

Stars wie Colin Firth, Emily Watson, Béatrice Dalle

und Tom Wilkinson. „Klug, unterhaltsam und visuell

ansprechend“ urteilte die Deutsche Film- und

Medienbewertung – dem schließen wir uns an. *rä

25.12. – 31.12.2018 Duisburg

02.01. – 27.01.2019 Berlin

29.01. – 10.02.2019 Hamburg

12.02. – 24.02.2019 Frankfurt

26.02. – 27.02.2019 Erfurt

01.03. – 03.03.2019 Chemnitz

06.03. – 14.04.2019 Köln

16.04. – 21.04.2019 Bremen

Schlager

Nacht

23.04. – 05.05.2019 Essen

07.05. – 12.05.2019 Hannover

15.05. – 26.05.2019 München

2019

mit den Top-Stars des

deutschen Schlagers

09.03.2019 Hannover

16.03.2019 Mannheim

30.03.2019 Hamburg

06.04.2019 München

13.04.2019 Köln

27.04.2019 Leipzig

15.06.2019 Berlin

22.06.2019 Dresden

19.10.2019 Stuttgart

02.11.2019 Oberhausen

16.11.2019 Berlin

23.11.2019 Frankfurt a.M.

VANESSA MAI

SCHLAGER 2019 • DIE ARENA-TOUR

Erlebe Schlager, wie du ihn noch nie erlebt hast

25.10.2019 Trier

27.10.2019 Frankfurt a.M.

29.10.2019 Berlin

01.11.2019 Oldenburg

02.11.2019 Kiel

05.11.2019 Hamburg

06.11.2019 Hannover

07.11.2019 Mannheim

08.11.2019 Oberhausen

10.11.2019 Stuttgart

www.eventim.de

11.11.2019 Münster

13.11.2019 Magdeburg

14.11.2019 Leipzig

16.11.2019 Köln

und weitere Städte


MUSIK

INTERVIEW

„… wie wichtig

die Balance ist“

FOTO: C. KÖSTLIN


MAX

GIESINGER

MUSIK

2018 ist er eigentlich ein

sehr glücklicher Mensch, aber

das bedeutet nicht, dass ihm seit

seinem Durchbruch nicht auch andere

Gedanken gekommen sind.

„Ich führe das geile Musiker-Leben und

erlebe den krassesten Scheiß, aber stellte

fest, dass ich mit all den Leuten, die nicht

im Musiker-Umfeld sind, praktisch nichts

mehr zu tun hatte. Ich stellte fest, dass

ich Menschen seit drei Monaten nicht

geschrieben hatte, weil ich schon auf einer

neuen Achterbahnfahrt war. Mir wurde

bewusst, wie wichtig die Balance ist.“ Mit

dem Erfolg und den daraus resultierenden

Veränderungen klarzukommen, daran sind

schon einige Musiker gescheitert. „Zum

ersten Mal hatte ich dann eine Phase, in der

ich kein Privatleben mehr hatte.“ Ein guter

Grund, sich am Anfang des Jahres eine

kleine Auszeit zu gönnen: Er war mit guten

Freunden für eine Woche in Thailand. „Das

Meer hatte die perfekte Temperatur, das

Essen war fantastisch und günstig.“ Doch

noch mehr als das Land interessierte ihn,

was sich in ihm geändert hat. „Dann bin ich

fünf Wochen rumgetravelt, als Selbsttest,

ob ich noch allein sein kann unterwegs.

Vier, fünf Tage konnte ich ohne Probleme

für mich sein, aber irgendwann haben mir

meine Leute zu Hause gefehlt, weil wir uns

schon seit Jahren kennen, lange vor dem

Durchbruch. In Thailand lernst du natürlich

auch Menschen kennen – wo es oft der Fall

war, dass mich viele Deutsche angequatscht

haben und mit mir Zeit verbringen wollten.

Ich wusste manchmal nicht mehr, ob sie das

einfach nur tun, weil sie dann ein Selfie mit

dem Typen aus dem Radio nach Hause schicken

konnten, oder weil sie mich wirklich

mochten. Das war irgendwie komisch für

mich.“ Es ist eine neue Realität.

Rückblickend macht es ja den Eindruck, als

wäre sein Erfolg von langer Hand vorbereitet

gewesen, als wären „80 Millionen“ und die

anderen Hits durchgeplant gewesen. Als

hätte es nie anders kommen können. Aber

man sollte nicht vergessen, dass das Album

„Der Junge rennt“ und die Singles, die Max

so selbstverständlich an die Spitze gebracht

haben, aufgrund einer Crowdfunding-Kampagne

zustande kamen. Allein geschafft, aus

eigener Kraft – mit der Hilfe seiner Fans. „Es

war der lang ersehnte Traum, der in Erfüllung

gegangen ist. Seit ich 12 oder 13 war, habe

ich von nichts anderem geträumt als davon,

dass ich mit meiner Musik auf Tour gehen

kann und Leute vorbeikommen. Ich hatte

immer Lust auf das Musiker-Leben.“ Und,

wie er es selbst so schön formuliert, „dann

ging es plötzlich ab und ich war zweieinhalb

Jahre auf einem Dauerritt. Und jetzt geht die

Reise weiter.“

Auch wenn sich der Charakter seiner Reise

völlig verändert hat, nun, da ihn eben das

halbe Land kennt und er die großen Hallen

füllt. Früher ist zum Beispiel viel Inspiration

für die Lieder durch den engen Kontakt

mit den Fans entstanden – wie bei „Wenn

sie tanzt“, das auf der Geschichte seiner

Mutter basiert, aber auch von Fans ähnlich

durchlebt wurde. Die Zeiten, wo er nach

dem Konzert am Merch-Stand auftaucht,

sind praktisch vorbei. „Ich habe das früher

gerne gemacht, auch, um Feedback zu

bekommen: ,Wie fandet ihr das Medley oder

den neuesten Song …?‘ Das habe ich noch

bis Ende 2016 durchgezogen. Aber wenn

du den Tag über Promo hast, das Konzert

und dann noch zwei Stunden mit den

Fans quatscht, dann ist irgendwann deine

Stimme weg. Und das war damals so bei mir

– da musste ich zwei Wochen alles canceln,

weil ich eine Stimmbandentzündung hatte.

Seither bin ich etwas vorsichtiger geworden

und achte darauf, dass meine Stimme

durchhält.“ Ein kleines Paradox: Er erreicht

jetzt ein so viel größeres Publikum, aber

gleichzeitig wächst auch die Distanz zu

ihnen. „Das stimmt – und ich vermisse die

Nähe auch manchmal. Umso schöner, wenn

man die Option hat, mal wieder vor kleinerem

Publikum zu spielen. Wie ein Wohnzimmerkonzert,

oder in einem ausgemisteten

Pferdestall, wie im letzten Jahr – da waren

so 200 Leute. Das ist dann wieder eine

innige Erfahrung … Und ich komme ja aus so

kleinen Räumchen. Ich freue mich, wenn es

so schnucklig und klein ist.“ Was aber nicht

sentimental klingen soll. „Ich mag auch die

großen Locations. Es gibt nichts Geileres, als

wenn du da rausgehst und dann singen da

tausende von Leuten mit. Und nicht nur die

Hits – sie kennen jeden Albumsong!“

Da ist es auch kein Wunder, dass er weit

über 200.000 Follower auf Instagram hat.

„Du bist heute als Musiker einfach eine

Person, die auf diesen Kanälen stattfindet.

Dadurch beziehen die meisten auch ihre

Informationen – kaum einer geht noch auf

eine Homepage! Und da zeigt man dann

auch eine private Seite, was mir manchmal

richtig Spaß macht. Ich bin auch mal

eine Woche nicht in Stimmung und dann

passiert wenig. Doch gestern hatte ich zum

Beispiel einen lustigen Tag und dann habe

ich sieben, acht Storys gepostet. Man kann

ja auch einfach viel Unsinn machen und ich

hab da so einen kleinen Hang zum Trash.“

Davon merkt man auf seinem neuen Album

„Die Reise“ allerdings nicht viel, denn die

Lieder sind wieder makellos ausgearbeitete

Popsongs, die immer dann entstanden sind,

wenn sich Fenster in seinem engen Zeitplan

ergaben. „Man hat den Raum genutzt, die

einem die einzigen freien Tage boten. Zwischen

den ganzen Gigs bin ich ins Studio in

Berlin und Mannheim. Nicht, weil ich schnell

ein neues Album fertig haben wollte, damit

man einen Hype mitnimmt oder bevor man

in Vergessenheit gerät. Ich wollte neue Lieder

schreiben. Man hat ja auch schon wieder

sehr viel erlebt und das muss raus.“ Und

diese neuen Lieder sind interessanterweise

noch melancholischer und sehnsüchtiger

geworden. In den Texten wirft er auch einen

genauen Blick auf andere Leben, als ob er

vergleichen würde. „Ich hatte immer Zeit,

über andere Lebensentwürfe nachzudenken.

Wenn man an Weihnachten alle Freunde

wiedertrifft und die haben geheiratet, das

erste Kind und ihr Häuschen – die machen

ja auch einen ganz glücklichen Eindruck. Da

frage ich mich, wie lange will ich eigentlich

noch so weiterrennen? Müsste ich nicht

auch mal runterkommen, ankommen?“

*Interview: Christian K.L. Fischer


MUSIK

NACHGEFRAGT

Im Prinzip ist sie ein Kumpeltyp:

RITA ORA

Wer die bunten Blätter liest,

gewinnt den Eindruck, Rita

Ora sei vor allem eins: ein oberflächliches

Partygirl. Ein gutes Jahr

war die Sängerin mit dem Musiker

Calvin Harris liiert, danach wurde

sie angeblich immer wieder mit

anderen Männern gesichtet. So

geisterte es zumindest durch die

Boulevardpresse. Dennoch fragt

man sich, ob diese Frau nicht mehr

zu bieten hat. Ein Treffen mit der

28-Jährigen in einem Hotel im

Londoner Stadtteil Notting Hill soll

Licht ins Dunkel bringen.

Schon der erste Eindruck ist vollkommen

anders als erwartet. Rita Ora tritt nicht

etwa im knappen Glitterfetzchen, das viel

nackte Haut zeigt, zum Interview an. Abseits

der Bühne zieht sie bequeme Klamotten

vor: Baggy Pants, Pullover, Turnschuhe.

„Privat laufe ich meistens so rum“, stellt sie

klar. Im Prinzip ist sie ein Kumpeltyp. Mit

ihr kann man einfach drauflosquatschen.

Sie mag Körperkontakt, manchmal berührt

sie während des Gesprächs den Arm ihres

Gegenübers. Wie passt das mit der öffentlichen

Rita zusammen, die so divenhaftglamourös

wirkt? Ist das nur eine Fassade,

die die Künstlerin der Musikwelt entgegenhält?

„Für meine Auftritte“, sagt sie,

„bringe ich mich in den Performer-Modus.

Wenn ich mein Bühnenoutfit anziehe, fühle

ich mich um einiges selbstbewusster.“ Sie

sucht nach den passenden Worten: „Ich

werde praktisch unberührbar.“

Das kommt an. Ihr Debütalbum „Ora“

führte 2012 wochenlang die britischen

Charts an, ein Nummer-eins-Hit jagte den

nächsten. Dennoch gleicht ihre Karriere

einer Achterbahnfahrt. Erst nach einem

Rechtsstreit konnte sich die gebürtige

Kosovo-Albanerin, die als Einjährige mit

ihrer Familie nach London emigrierte, aus

dem Vertrag mit ihrer früheren Plattenfirma

aussteigen. Ihr Ex-Freund Calvin Harris

wollte nach der Trennung plötzlich nicht

mehr, dass sie seine Songs sang. Nächster

Schock: Die Single „Girls“ löste einen

Shitstorm aus, der durch die Social-Media-

Kanäle tobte. Das Lied sei voller Klischees,

hieß es. Besonders Frauen regten sich über

Zeilen wie „Wenn ich Rotwein trinke, will

ich einfach Mädchen küssen“ auf. Solche

Aussagen hätten zur Folge, dass man die

Liebe zwischen zwei Frauen nicht ernst

nehmen könne, schimpfte zum Beispiel

die lesbische Sängerin Hayley Kiyoko auf

Twitter.

Diese Kritik lässt Rita Ora nicht gelten.

„Ich bin mit mehreren Homosexuellen

befreundet, die ich seit meiner Kindheit

kenne“, kontert sie. „Also habe ich hautnah

mitgekriegt, was sie durchmachen mussten.“

Einige hatten wegen ihrer sexuellen

Orientierung Stress mit ihren Eltern, andere

brauchten einen Therapeuten, weil sie

nicht mit sich zurechtkamen. Das berührte

Rita Ora. Sehr sogar: „Mit ,Girls‘ ergriff ich

Partei für die LGBTIQ*-Community, die

ich seit jeher unterstützt habe. Mein Lied

sendet diese Botschaft: Fühlt euch frei,

seid stolz auf euch.“

Wenigstens in ihren Konzerten kommt das

an: „Meine Fans schwenken Regenbogenflaggen

und singen mit mir ,Girls‘.“ Darum

findet sich dieser Titel – eine Kooperation

mit Cardi B, Bebe Rexha und Charli

XCX – nun auch auf Rita Oras zweiter CD

„Phoenix“. In ihren neuen Liedern zeigt

sie sich erwachsener. Die Ballade „Soul

Survivor“ schlägt einen Bogen zu Krisenmomenten

– seien es Rita Oras unschöne

Erfahrungen mit der Musikindustrie

oder die Krebserkrankung ihrer Mutter.

Tracks wie „Cashmere“ oder „Let you love

me“ locken auf den Dancefloor. Zu den

persönlichen Favoriten der Musikerin zählt

die Midtempo-Nummer „Falling to Pieces“:

„Ich mag das dezente Beatles-Flair und die

vielseitige Instrumentierung.“

*Interview: Dagmar Leischow


DISCO

Eine fette Vinyl- und CD-Box

Die erste Hochzeit hatte Disco um

1974/75 mit Hits wie „Never Can Say

Goodbye“ (Gloria Gaynor), „Love to

Love You Baby“ (Donna Summer) und

„Lady Marmalade“ (Patti LaBelle).

So richtig in Fahrt kam die Musikart

dann ab 1977. Und jetzt kommt The

Chic Organization ins Spiel. Nile Rodgers

und sein (verstorbener) Freund

Bernard Edwards produzierten unter

diesem Namen ab 1977 Welthits wie

„Everybody Dance“, „Lost in Music“

und „Good Times“. Alle zu finden auf

„The Chic Organization 1977 – 1979“ – als 5CD oder 6LP. Jedes der Lieder wurde

auf der Basis der Original-Stereotapes von Atlantic in den Abbey Road Studios

remastert! *rä

SCHLAGER

Vanessa Mai live

FOTO: SANDRA LUDEWIG

2019 wird sie die größten Arenen

Deutschlands bespielen.

Ein hartes Stück Arbeit bereits jetzt in den

Vorbereitungen – doch da, wo die Lust,

der Spaß, die Passion, die Triebfeder der

Herausforderung ist, steckt ein Künstler

jede Herausforderung locker weg. Gerade

gastierte sie mit ihrer „Regenbogen Live“-

Tournee in oft bis auf den letzten Platz

ausverkauften Hallen. „Auf den Reisen

zu den Konzerten hatte ich Zeit zum

Nachdenken und da kamen mir die besten

Einfälle wie ich meine Fans 2019 in den

Arenen besonders überraschen werde. Oft sitze ich mit meinem Team auch zusammen

und wir sprechen die Showkonzepte durch“, verrät die Sängerin dazu.

Alle Tourdaten findest du hier: www.eventim.de und www.semmel.de

EQUINOXE

INFINITY

KLUBMUSIK

#DeepHouse

Von Anfang an begleiten wir schon die

von uns sehr gemochte und geförderte

Samplerreihe „about: berlin“. Jetzt

erscheint die 21. Ausgabe!

Unsere Anspieltipps sind „Oh Child“ von

Robin Schulz, „Safe (Deepend Remix)“

von Nico Santos und „I Would“ von Dirty

Doering. Ziemlich gut geworden ist

aber auch „Jennie (Adam Trigger, Siks

Remix)“ von Felix Jaehn, der 2018 ja sein

Coming-out feiern konnte. Insgesamt

ein wie immer sehr stimmiger und

klubbiger Sampler, der gehört werden will

(und sollte!). Zu Dirty Doering: Er ist einer

der DJs und Köpfe hinter Katermukke, dem Label vom KaterBlau. Und er ist auch

immer wieder auf den Samplern der „about: berlin“-Reihe vertreten. Geboren wurde

er 1978 in Leipzig, doch vor Berlin lebte er u. a. in Baden-Baden. *rä

ZUM

40. JUBILÄUM

DES KLASSIKERS

DAS

NEUE ALBUM

ERHÄLTLICH

IN 2 COVERN

& 10 BRANDNEUEN

SONGS


MUSIK

INTERVIEW

Weihnachtlich:

JOHN

LEGEND

FOTO: S. SCHAFER

Im Herbst sind die Temperaturen

fast noch frühlingshaft

in Basel, der Rhein reflektiert die

Sonnenstrahlen. Die Geschäfte in

der Altstadt haben sich allerdings

schon auf Weihnachten eingestellt.

Überall wird Christbaumschmuck

angeboten, Engel, Schneemänner

und Rentiere stehen in den

Regalen.

Das stimmt einen perfekt auf ein Gespräch

mit John Legend über sein Weihnachtsalbum

„A Legendary Christmas“

ein, für das der Amerikaner sich nicht nur

die Klassiker vorgeknöpft hat, sondern

auch ein paar eigene Stücke komponierte.

„Das sind die zukünftigen Klassiker“,

witzelt er beim Interview im feinen Hotel

Les Trois Rois.

Der 39-Jährige gilt zu Recht als ein Mann,

der stets gute Laune hat: „Ich bin eher der

entspannte Typ. Mich bringt so schnell

nichts aus der Ruhe.“

Dass er sein Weihnachtsalbum bei mehr

als 35 Grad im Sommer in Los Angeles

einspielen musste, bauschte er nicht zu

einem Problem auf. Im Studio, sagt er, sei

es eh dunkel und dank der Klimaanlage

relativ kühl gewesen: „Wir haben einfach

Lichterketten aufgehängt, um uns in die

richtige Stimmung zu bringen.“ Das hat

bestens funktioniert. „By

Christmas Eve“ verströmt

ein nostalgisches

Flair. „Merry Merry Christmas“

flirtet mit dem

Swing. „Wrap Me Up In Your Love“ gibt

sich soulig-sinnlich. Bläser untermalen

„No Place Like Home“. Die Bassistin Esperanza

Spalding verstärkt John Legend bei

„Have Yourself A Merry Little Christmas“.

Für „What Christmas Means To Me“ stand

ihm Stevie Wonder mit seiner Mundharmonika

zur Seite: „Das war für mich ein

ganz besonderer Moment. Schließlich

zählt Stevie zu meinen Vorbildern.“

Nimmt man John Legends Karriere

gründlich unter die Lupe, kommt man

zu dem Ergebnis, dass er in den USA

längst selber zum Superstar aufgestiegen

ist. Seine Alben halten sich teilweise

monatelang in den Charts, sie verkaufen

sich millionenfach. Als erster männlicher

Afroamerikaner – Whoopi Goldberg

schaffte es bereits vor ihm – kann sich

der zweifache Familienvater rühmen, in

die Liga der EGOT-Gewinner aufgestiegen

zu sein: Er wurde mit sämtlichen Preisen

von Emmy über Grammy und Oscar bis

zum Tony ausgezeichnet. „Jede dieser

Trophäen“, räumt er nicht ohne Stolz ein,

„erzählt Geschichten aus meinem Leben.

Ich durfte mit den größten Talenten des

Musikgeschäfts arbeiten.“

Einer seiner Förderer war Kanye West. Er

nahm John Legend unter

Vertrag, nachdem er sein

eigenes Label gegründet

hatte. Die beiden wurden

gute Freunde. Vielleicht

ist das der Grund, warum sich der Musiker

nicht zu Kanye Wests Sympathiebekundung

für Donald Trump äußern will.

Fragen zu diesem Thema sind kategorisch

verboten. Umso lieber redet John Legend

über seine Frau, das Model Chrissy Teigen.

Sie sei, sagt er, in der Kindererziehung die

Konsequentere: „Ich lasse mehr durchgehen

als Chrissy. Doch wenn es sein muss,

kann ich auch mal streng sein.“

Das liegt aber nicht in seinem Naturell.

Normalerweise setzt er auf ein harmonisches

Miteinander. Der Familienfrieden ist

ihm heilig. Niemals sollen seine Tochter

Luna und sein Sohn Miles in so eine missliche

Situation wie er geraten. Als John

Legend zehn war, trennten sich seine Eltern.

Er blieb mit seinen drei Geschwistern

bei seinem Vater, zu seiner Mutter hatten

sie eine Weile überhaupt keinen Kontakt

mehr: „Das war eine sehr harte Phase für

mich.“ Sie hat ihn logischerweise geprägt.

Er ließ sich fünf Jahre Zeit, bis er seiner

Chrissy einen Heiratsantrag machte: „In

dem Moment wusste ich genau, dass wir

für immer zusammenbleiben würden.

Davon bin ich bis heute überzeugt.“

*Interview: Dagmar Leischow


MUSIK

POP

30 Jahre Take That

FOTO: UNIVERSAL MUSIC

Nach NKOTB waren

sie die zweite, ungleich

erfolgreichere und langlebigere,

Boyband.

Take That stehen für

große Melodien, tragischsüße

Texte, vollendete

Harmonien – alles gepaart

mit Poprhythmen. Sie

waren schon immer sehr

erfolgreich, daran hatte sich auch nach ihrer fast zehnjährigen

Pause nichts geändert. Und all den anderen Comebacks

– sie sind nun eben Familienväter. Jetzt erschien „Odyssey“,

eine Best-of-Hitsammlung mit neuen Tracks und all den

Klassikern. Kennen wirst du „Patience“, „Everything Changes“,

„Back for Good“, „The Flood“, „Never Forget“ und „Babe“

sowie ... So viele Hits! Bis heute! Gut zu wissen: Im Sommer

2019 kommt die Band auf Tour und macht unter anderem in

Düsseldorf und Berlin Station. *rä

DAS NEUE ALBUM

ERHÄLTLICH ALS CD, VINYL,

DOWNLOAD & STREAM

DEUTSCHPOP

Michy Reincke „?!“

Musik aus Hamburg, das

ist „? !“. Ein Album, das

prallvoll ist mit Liedern

über Begegnungen

und Gesten, über die

Liebe und das Leben,

Lügen und Befreiungen,

Abschied und Sterben.

Michy Reincke ist einer

der großen Geschichten-

Erzähler der deutschen

Popmusik. Nicht nur philosophisch betrachtet ist bei ihm

der Beginn die Frage und das Ende die Antwort, auch die

Song-Zusammenstellung des Albums ist so konzipiert.

Unsere Anspieltipps sind „U-Boot-Mädchen“ und „Woher

hast Du diese Frau eigentlich genau?“. Klasse!

MARCO MENGONI

ITALIENS SUPERSTAR

INDIE

Thomas Azier „Stray“

Der Niederländer

präsentierte Ende

November sein neues

Album, wobei, das gab

es eigentlich schon Lied

für Lied seit Juli. Am

Ende kamen 15 Lieder

bei raus! Das Album entstand

statt klassisch im

Studio, in verschiedenen

Hotels und Wohnungen.

Die Lieder wurden auf seinem Laptop mit einem einfachen

USB-Mikrofon aufgenommen. Die Stücke sind somit

eng und tief miteinander verwoben und haben alle ihre

besondere Entstehungsgeschichte. Unsere Anspieltipps

sind „Nightrunner“, „Vertigo“ und „Smoke“.

DAS NEUE ALBUM „ATLANTICO“ –

JETZT ÜBERALL ERHÄLTLICH


MUSIK

INTERVIEW

ZAZ

„Ich habe noch

nie so intime Songs

geschrieben“

Noch eine Zigarette? Dafür

reicht die Zeit nicht. ZAZ

muss ein Interview nach dem

nächsten geben. Also lässt sich die

Sängerin – schmal, in Jeans und

T-Shirt, kaum geschminkt, die Haare

leicht zerzaust, fernab von Pariser

Eleganz – wieder auf ihren Sessel im

Konferenzraum ihrer Berliner Plattenfirma

plumpsen und verzichtet

schweren Herzens aufs Rauchen.

Eigentlich wollte sie es sich abgewöhnen –

hat aber nicht geklappt. Genauso wenig wie

der konsequente Verzicht auf Alkohol. Nach

einem Konzert gönnt sich die Französin

gern einen guten Rotwein zur Entspannung.

Sie ist halt ein Genussmensch. Das hilft ihr,

ihr ungeheures Arbeitspensum zu kompensieren.

Rund sieben Jahre lang hat sich

die 38-Jährige keine richtig lange Pause

zugestanden. Freiwillig und mit Elan konzentrierte

sie sich auf ihre Karriere. Wenn

sie nicht gerade tourte, war sie im Studio.

In Paris, Brüssel oder Montreal. Ihr neues

Album „Effet Miroir“ nahm sie in verschiedenen

Ländern auf. Die Musik ist heterogen,

aber in sich stimmig. Die Ballade „Laponie“

badet in Melancholie. Die Inspirationsquelle

für „Ma valse“ war das Chanson. „Qué

vendrá“ verschreibt sich Latino-Rhythmen.

Mal singt ZAZ da auf Französisch, mal auf

Spanisch: „Dieser Song handelt davon, alles

so zu akzeptieren, wie es kommt.“

Für viele Menschen ist das ein Ding der Unmöglichkeit.

Auch ZAZ bleibt nicht immer

nur gelassen – egal, welche Hindernisse das

Leben ihr in den Weg stellt. Davon zeugen

ihre persönlichen Texte, die fast eine Form

von Selbsttherapie sind: „Ich habe noch

nie so intime Songs geschrieben. Weil ich

mein Innerstes nach außen kehrte, konnte

ich bestimmte Erlebnisse für mich selbst

begreifbar machen.“ „Résigne moi“ lässt

eine höchst vertrackte Beziehung Revue

passieren. „St Valentin“ erzählt eindrucksvoll

ehrlich von Einsamkeit, von Selbstentfremdung.

Damit hätte man die quirlige ZAZ, die

redet wie ein Wasserfall, nicht unbedingt

in Verbindung gebracht. Sie zuckt mit den

Schultern: „Niemand ist eindimensional. Wir

haben alle ganz unterschiedliche Facetten.“

Es gibt Momente, in denen sich ZAZ, die

eigentlich Isabelle Geffroy heißt, allein

fühlt. Dann wieder genießt sie die Stille.

Am meisten aber liebt sie den Austausch

mit anderen Leuten. Nicht umsonst hat sie

2017 mit ihrem internationalen Netzwerk

Zazimut, das sich für eine gerechtere Welt

einsetzt, in Saint-Péray ihr Crussol Festival

ins Leben gerufen – mit dem Ziel, Menschen

zusammenzubringen. Sie bucht

nicht bloß Musiker, sondern lädt Wohltätigkeitsorganisationen

ein. Die Festivalbesucher

können an Workshops und Diskussionen

teilnehmen: „Ich habe genug vom

Geschwafel der Politiker. Handeln bringt

einfach mehr als reden.“

Bei ihrem Berliner Konzert holte sie einen

jungen Mann zu sich auf die Bühne. Er

repräsentierte Lambda, einen Jugendverband

für Lesben, Schwule, Bisexuelle und

Trans*. Sich gegen die Diskriminierung von

Minderheiten einzusetzen, das hat für ZAZ

Priorität. Oft fragt sie sich, warum Homooder

Transsexualität bis ins 21. Jahrhundert

hinein auf Ablehnung stoßen: „Die

Gesellschaft tut immer noch so, als wäre

Heterosexualität das einzig Normale. In der

Konsequenz haben nicht wenige in Bezug

auf weitere sexuelle Orientierungen ein

ungeheures Wissensdefizit. Das schürt ihre

Angst vor dem Fremden.“ Da steuert ZAZ

gegen, indem sie sich unermüdlich für die

LGBTIQ*-Community starkmacht: „Jeder

hat das Recht, seine Individualität auszuleben.

Ich bewundere alle, die den Mut haben

zu sagen: ,Ich bin anders als die anderen

und stehe dazu.‘“

*Interview: Dagmar Leischow


ELEKTRO

Jean-Michel Jarre:

„Tagundnachtgleiche“

Nach dem Top-5-Erfolg seines letzten

Albums „Planet Jarre – 50 Years of Music“

gönnt sich der Elektro-Synthesizer-Pionier

(„Oxygène“ 1976, „Equinoxe“ 1978, „Magnetic

Fields“ 1981, „Chronologie“ 1993...) aus Frankreich

keine Pause.

MUSIK

MARIAH CAREY

DIE DIVA IST ZURÜCK

FOTO: P. LINDBERGH

Zusammen mit Schauspieler und Musiker Matt Berry

veröffentlicht der technikverliebte Naturfreund immer

mittwochs weltweit gefeierte Podcasts auf Spotify,

iTunes und Deezer: „Planet Jarre – The Podcast“.

Und Jean-Michel Jarre präsentiert jetzt ein neues Album,

das es auch als Box-Set gibt: „Equinoxe Infinity“.

Der Großmeister selbst sieht das Album weniger als

eine Rückkehr zu den Wurzeln, sondern eher als „eine

Fortsetzung auf Stereoiden“, die sich optisch mit der

„guten und schlechten Seite einer Entwicklung der

Menschheit im Zusammenspiel mit Technologie und

künstlicher Intelligenz“ beschäftigt. Man ahnt es schon,

das Album erscheint mit zwei unterschiedlichen Covern

und eben als anfangs erwähnte Box. Unser Anspieltipp

ist „Flying Totems (Movement 2)“. *rä

DAS NEUE ALBUM CAUTION

JETZT ÜBERALL ERHÄLTLICH

INKLUSIVE

DER HITSINGLES

GIRLS

GO WILD

UND

RECOVERY

HEART TO MOUTH

DAS NEUE ALBUM VON LP


MUSIK

NACHGEFRAGT

MARCO MENGONI

„Die Deutschen sind sehr warm“

Der aufstrebende Popsänger

Italiens ist mit seinem neuen

Album „Atlantico“ bereit für den

großen internationalen Sprung.

Die neu entdeckte Weltläufigkeit des Marco

Mengoni, von der hier noch die Rede sein

wird, lässt sich schon direkt zur Begrüßung

feststellen: Der in Mailand lebende Italiener

spricht mittlerweile ein solch formidables

Englisch, dass er seine Interviews (im

Gegensatz etwa zum 25 Jahre älteren

Kollegen Eros Ramazzotti), nun ohne Übersetzung

in englischer Sprache hinbekommt,

nur ab und zu muss er seine Managerin

nach einem Wort oder einer Formulierung

fragen. „Es ist wirklich viel besser geworden

als vor zwei Jahren“, sagt Mengoni, der am

ersten Weihnachtstag dreißig Jahre alt wird.

„Aber ich muss noch viel lernen.“

Die Karriere des adretten Marco hat in der

jüngsten Vergangenheit einen weiteren

kräftigen Sprung nach vorne gemacht. Er

ist sehr viel herumgekommen, hat seinen

Horizont erweitert, seitdem er mit seinem

vorherigen Album „Parole In Circolo“ zum

ersten Mal nennenswert aus Italien rauskam.

In der Heimat freilich ist Mengoni ein

Topstar, seit er 2009 bei der Castingshow

„X Factor“ gewann, 2013 beim Sanremo-

Festival siegte und deshalb beim Eurovision

Song Contest mitmachen durfte, wo er

mit der Ballade „L’essenziale“ einen sehr

achtbaren siebten Platz belegte. „Italien ist

toll, aber ich möchte Konzerte in ganz Europa,

auf der ganzen Welt spielen“, umreißt

Marco Mengoni das Ziel. „Die Deutschen

zum Beispiel sind ein echtes Weltklassepublikum.

Ich erinnere mich an eine Show

in Köln, bei der die Menschen so warm und

leidenschaftlich waren, wie ich das sonst

nur aus Neapel kenne.“

Und Marco, schon jetzt der populärste

junge Sänger aus Italien seit vielen Jahren,

ackert für seinen Traum. „Das neue Album

ist das Ergebnis einer langen Reise“, sagt

er, und das ist wörtlich zu nehmen, der

Titel „Atlantico“ kommt keineswegs von

ungefähr. „Ich bin viele Male über den

Atlantischen Ozean geflogen, habe in New

York, der Karibik und in Florida geschrieben

und produziert, ich wollte raus aus meinem

normalen Alltag, damit ich besser nachdenken

und mich auf die neue Musik konzentrieren

konnte.“ In New York, wo er etwa die

poppig-fetzige Nummer „Voglio“ schrieb, sei

er total auf sich allein gestellt gewesen. „Ich

wollte mitten in dieser krassen und schnellen

Stadt einsam sein“, sagt er, „um dann

über dieses Gefühl ein Lied zu machen. Ich

habe extra meine New Yorker Freunde nicht

angerufen, um alleine zurechtzukommen

und auch ein bisschen für mich im Kopf

aufzuarbeiten, was ich alles erlebt und

erfahren habe.“

Dass die neuen Songs ein ganzes Stück

internationaler klingen, dürfte niemanden

überraschen. „Hola (I Say)“ singt Marco im

Duett mit dem englischen Kollegen Tom

Walker, die Stimmen der beiden Jungs harmonieren

ganz vorzüglich. „Amalia“ ist von

der portugiesischen Fado-Legende Amalia

Rodrigues inspiriert, das sehr lebenslustige

„Buona Vita“ lässt an Strand und Kokosnüsse

denken, die Abwechslung von ruhigen

bis zu ausschweifenden Stücken ist enorm.

„Ich wollte auf dem Album den Kontrast

zwischen tiefgründigem oder traurigem

Text und fröhlichem Arrangement stärker

herausarbeiten.“

Der Höhepunkt jedoch ist ein Duett mit

Adriano Celentano, der Italo-Pop-Ikone

schlechthin. Gemeinsam mit der mittlerweile

80-jährigen Multibegabung („Er war

absolut freundlich“) hat Marco Mengoni

„La Caja Azul“ aufgenommen, ein Lied über

seine Heldin, die mexikanische Malerin

Frida Kahlo, „deren sehr dramatisches und

heftiges und starkes Leben mich sehr, sehr

bewegt hat. Frida Kahlo ist ein Symbol für

Leidenschaft und Mut, sie steht für alles,

was großartige Kunst so einzigartig macht.“

*Interview: Steffen Rüth


MUSIK

TOUR

Live mit „Life”

Gleich für zwei Auftritte kommen Culture Club &

Boy George nach Deutschland.

Das Quartett – übrigens in der 1981er-Originalbesetzung

– wird am 4. Dezember in Köln und am 5.

Dezember in Berlin Stücke vom aktuellen Album „Life“

– mit dem Hit „Let Somebody Love You“ – und natürlich

jede Menge Klassiker präsentieren. Freu dich auf Hits wie

„Karma Chameleon“, „I Just Wanna Be Loved“, „Time (Clock

of the Heart)“, „Miss Me Blind“ und „Do You Really Want to

Hurt Me?“. *rä

Boy George and Culture Club: „Life“-Tour

4.12. Köln, Palladium (Einlass 19 Uhr, Beginn 20 Uhr),

5.12. Berlin, Verti Music Hall (Einlass 18:30 Uhr, Beginn 20 Uhr)

www.eventim.de, www.myticket.de, www.Adticket.de

COMEBACK

Mariah Carey

„Caution“

Nachdem sich die Sängerin in letzter Zeit vor allem

auf Weihnachten und ihre TV-Serie konzentriert hat,

präsentiert sie jetzt ein neues Album.

FOTO: RANKIN

„Caution“, so der Name ihres 2018er-Studioalbums,

erfreut mit groovenden Soul-Pop-Perlen, darunter

auch ungewöhnliche Zusammenarbeiten mit Blood

Orange & Slick Rick sowie mit Gunna und Ty Dolla

$ign. Unsere Anspieltipps sind „Stay Long Love You“,

„8th Grade“, „The Distance“ und „GTFO“ (Get The Fuck

Out(!)). Schön lang und sehr schön ist „Giving Me Life“,

das Lied, das zusammen mit Blood Orange & Slick Rick

entstanden ist. Ein gutes Album, das Comeback wird

klappen, denken wir.

Zur Geschichte: Mariah Carey gilt als eine DER Diven

der Soul- und Popwelt und landete Welthits wie „Emotions“,

„We Belong Together“ und „Hero“. *rä


KUNST

AUSSTELLUNG

ZARTE

MÄNNER:

Amor, Narziss,

Pygmalion

oder Ganymed

Wilhelm von Gloeden: Zwei männliche Rückenakte auf

Meer blickend, 1899, Kupferstich-Kabinett Staatliche

Kunstsammlungen Dresden

Aristide Maillol: Le Cycliste, Version in feuchtem Ton mit

dem Modell Gaston Colin im Atelier in Marly-le-Roi 1907,

Foto: Harry Graf Kessler Deutsches Literaturarchiv Marbach

Viele Heten mögen das nicht: Zartheit beim Mann.

Und leider viele Schwule auch nicht. Dabei ist

Sensibilität und ein zartes Wesen oder ein zarter

Körper etwas durchaus Schönes.

Kunst zum queeren Thema von Künstlern wie Wilhelm von

Gloeden, Adolf von Hildebrand, George Minne, Hermann

Blumenthal, Wilhelm Lehmbruck und Gerhard Marcks ist schon

seit September im Berliner Georg Kolbe Museum zu sehen.

„Die Ausstellung findet zum Gedenken an die Errungenschaften

der ersten deutschen Republik vor 100 Jahren anlässlich

des Themenwinters 2018 statt“, verrät das Museum dazu.

„In auffallender Vielzahl bearbeiteten die Bildhauer seit der

Jahrhundertwende den Topos des unversehrten, aber verletzlichen

Jünglings.“ Das änderte sich dann spätestens nach den

beiden Weltkriegen: Jetzt war er nicht mehr gefragt, der zarte

Mann. Ganz anders als heute – auch wenn imposante Bärte

immer noch Pflicht zu sein scheinen. *rä

Bis 3.2.2019: Zarte Männer in der Skulptur der Moderne,

Georg Kolbe Museum, Sensburger Allee 25, S Heerstraße,

Berlin, tägl. 10 – 18 Uhr

AUSSTELLUNG

Wolfgang Tillmans

Nicht nur, dass er bis in 2019 hinein in Goslar ausstellt, Wolfgang Tillmans ist

auch noch Kaiserringträger der Stadt 2018.

„Die Analyse des Mediums der Fotografie, das Ausloten ihrer Grenzen, sowie

das Austarieren zwischen Poesie und Ernüchterung machen Wolfgang Tillmans

zu einem der bedeutendsten Fotografen unserer Zeit“ – unter anderem damit

begründet die Jury ihre Entscheidung. Wir gratulieren! Seine neue Ausstellung

„SOLO“ im Mönchehaus Museum Goslar hat seit Ende September eröffnet, bis

Ende Januar 2019 hat man die Chance, seine kompromisslose und direkte Bildsprache

zu erleben – wobei, das Bild mit dem Hirsch ist süüüß. Yo. *rä

www.moenchehaus.de


AUF SMART IST

IMMER VERLASS!

WIR BEGLEITEN SIE IN IHRER THERAPIE:

+ Immer ein persönlicher Ansprechpartner

+ Immer Ihre Medikation im Überblick

+ Immer eine Antwort auf Ihre Fragen

FÜR IHR ERSTES REZEPT! 4

Rezept vom Arzt.

SOFORT-BONUS 1 VON DER

EUROPA APOTHEEK.

Senden Sie Ihr Rezept an: Europa Apotheek, 41259 Mönchengladbach – das Porto erstatten wir Ihnen. 5

Oder drucken Sie einfach einen Freiumschlag aus unter: europa-apotheek.com/freiumschlag

Wir verrechnen Ihren persönlichen Sofort-Bonus 1 von bis zu 30 Euro 2 pro Rezept

direkt mit Ihrer Rechnung.

Ihre Bestellung mit Rezept liefern wir diskret und versandkostenfrei 3 an jede

deutsche Wunschadresse.

Weitere Informationen zum Sofort-Bonus 1 unter: europa-apotheek.com/sofort-bonus

1) Der Sofort-Bonus wird nur bei rezeptpflichtigen Arzneimitteln gewährt, nicht bei Hilfsmitteln, Nicht-Arzneimitteln, Rezepturen und frei verkäuflichen Arzneimitteln. Bei Kassenrezepten wird Ihr Sofort-Bonus Ihrem Kundenkonto

gutgeschrieben und sofort mit Ihrem Rechnungsbetrag verrechnet. Bei Privatrezepten wird der Sofort-Bonus Ihrem Kundenkonto gutgeschrieben und mit dem Kaufpreis nicht rezeptpflichtiger Produkte verrechnet.

Ein möglicher Restbetrag verbleibt auf Ihrem Kundenkonto und wird mit zukünftigen Rechnungsbeträgen verrechnet, zum Beispiel beim Kauf von nicht rezeptpflichtigen Produkten. Eine Barauszahlung ist nicht möglich. 2) Für

jedes rezeptpflichtige Medikament erhalten Sie einen Sofort-Bonus. Dieser liegt in Abhängigkeit vom Apothekenverkaufspreis zwischen 2,50 Euro und 10 Euro. Berechnung: Preis des Arzneimittels (inkl. MwSt.) kleiner 70 Euro

= Sofort-Bonus pro Packung von 2,50 Euro; Preis des Arzneimittels zwischen 70 Euro bis 300 Euro = Sofort-Bonus von 5 Euro pro Packung; Preis des Arzneimittels über 300 Euro = Sofort-Bonus von 10 Euro pro Packung. Bei drei

Medikamenten mit Maximalbonus macht das pro Rezept 30 Euro. 3) Bestellungen mit Rezept immer versandkostenfrei. Versandkosten von 3,95 Euro entfallen bei Bestellungen ausschließlich rezeptfreier Produkte ab 29 Euro

Gesamtwert. 4) Der Gutschein gilt für Kunden, die zum ersten Mal ein Rezept bei der Europa Apotheek einreichen. Dieser Gutschein kann ohne Mindestbestellwert, aber nur im Rahmen einer Bestellung rezeptpflichtiger Produkte

eingelöst werden. Der Gutschein wird direkt mit dem Rechnungsbetrag verrechnet, Restbeträge werden dem Kundenkonto gutgeschrieben. Der Gutschein muss zusammen mit dem Rezept zur Europa Apotheek geschickt werden,

eine Online-Einlösung ist nicht möglich. Der Gutschein ist bis zum 31.12.2018 gültig, nur einmalig einlösbar, nicht mit anderen Gutscheinen kombinierbar. Bei Sammelbestellungen (z. B. 2 Rezepte von 2 Kunden) wird der

Gutscheinbetrag nur dem Besteller gutgeschrieben. 5) Teilen Sie uns bei der Bestellung von Arzneimitteln eine Telefonnummer mit, die Sie angeben müssen, damit wir Sie durch pharmazeutisches Personal – ohne zusätzliche

Gebühren – telefonisch beraten können. Sitz der Apotheke: Europa Apotheek Venlo B.V., Dirk Hartogweg 14, NL-5928 LV Venlo


BUCH

GESCHICHTE

RAVE. Immer wieder anders.

Was sich da Ende der 1980er

gleichzeitig und recht unterschiedlich

unter anderem in

Detroit, Berlin und auch Frankfurt

entwickelte, wurde eine der wichtigsten

Musikströmungen der 1990er-Jahre

– und ist immer noch omnipräsent und

erfolgreich.

Kein Festival ohne Rave (aka Elektro,

Techno, House*) DJs, die die Massen

durch die Nacht und in den Tag hinein

bassbumsen, (fast) kein Klub ohne diese

Soundwelten, diese wuchtigen und

treibenden Bässe und all die mitunter

hypnotischen Spielereien.

Einen guten Ein- und Überblick in die

weltweite Rave-Szene und ihre Geschichte

gibt Matthew Collin in seinem

Buch „Rave On – Eine globale Reise durch

die Electronic Dance Music“, das beim

Hannibal Verlag erschienen ist. „Das Buch

sollte eine Reportage aus erster Hand

bieten und beschreiben, wie es aussah,

wie es sich anhörte und wie es sich

anfühlte, dort zu sein“, verrät der Musikliebhaber

dazu. Reinlesen sollte man

auf jeden Fall in die Kapitel 2 (Berlin), 7

(Israel) und 10 (New York). Ein sehr gutes

Buch, sehr guter Lesestoff – und lernen

tut man auch noch etwas ... *rä

www.hannibal-verlag.de

* Ja, wir wissen, kennen und lieben die Unterschiede

dieser Musikstile, aber Rave vereint ja

so einiges Gutes.

KALENDER

Erotik neu definieren

Zwölf ganz normale Männer jeder Körperform, jeden Alters

und jeder Körpergröße. Zwölf Kerle aus verschiedenen Gesellschaftsschichten

und mit verschiedenen Berufen.

Allein diese Fakten machen klar, dass es beim Kalender „meat: NAKED

2019“ um Body Positivity geht („jeder Körper ist schön“ & „du bist so

gut, wie du bist“) – ein sexy Statement gegen alle Arten von (Body)

Shaming!

Mastermind und Fotograf war einmal mehr Adrian Lourie, der schon

seit 2010 die Szene mit „meat“ beglückt. „Wir sind nicht alle muskulös

und wir sind nicht alle 19 Jahre alt. Dieser Kalender ist eine tolle Sache,

Körper echter Menschen zu feiern“, verrät er.

Die mitwirkenden Models sind begeistert: „Es ist wichtig zu zeigen,

dass wir alle verschieden sein können. [...] Ich hatte immer Probleme

mit meinem Aussehen, jetzt habe ich meinen Körper akzeptiert“, so

etwa Darren. Und Luis ergänzt: „Wenn wir nicht Vielfalt zeigen, denken

viele von uns weiterhin, dass wir so aussehen müssen wie die Männer

in den einschlägigen Heftchen.“

Dem können wir von der blu Mediengruppe uns anschließen und unterstützen

dieses Projekt gegen Body Shaming. Vielfalt ist schön. *rä

www.meatzine.com


BUCH

EROTIK

Henning von Berg

Schnell zugreifen, diese Edition ist limitiert!

Und zwar auf 199 Bücher, alle handsigniert und auf

speziellem Fotopapier gedruckt. Hier bekommst du

sexy Männer, starke Frauen, geflügelte Nackte und

testosterontriefende Muskelberge – alle immer bildgewaltig

inszeniert von Fotograf Henning von Berg.

Zwanzig Jahre Fotografie in einem Buch: ein pralles

Geschenk für dich oder deine(n) Liebste(n). *rä

Kristiina Väldo: „Henning von Berg –

EYECATCHERS – His Most Iconic Photographs

1997 – 2017“, Spezial-Fotopapier,

Großformat 28 x 28 cm, 68 Seiten,

limitierte Sammler-Edition von 199 Stück,

handsigniert, u. a. Buchladen EISENHERZ und

über office@henning-von-berg.com

TIPPS

DREI

BÜCHER

FÜR DEN

WINTER

In der nicht heißen Jahreszeit, die eher durch Niederschläge

und Dunkelheit denn durch Sonnenschein

und Trockenheit beeindruckt, greift man

doch eher einmal zu einem Buch. Wir haben hier für

dich drei ziemlich gute rausgepickt.

Der georgische Autor Davit Gabunia veröffentlichte mit

„Farben der Nacht“ (rowohlt BERLIN) einen raffinierten Roman

über schwule Liebe, Verlust, Glück und Risiko in einem Sommer

in Tiflis. Lesenswert!

Leichtere Kost – aber keinesfalls schlechter – ist da der Krimi

„Rabenvatersorgen“ (Verlag Jörg Mitzkat) von Emlin Borkschert.

Hier muss Hauptkommissar Emil Storck in der tiefsten Provinz

ermitteln, immerhin geht es um Mord in der Warburger Börde

zwischen Diemel und Desenberg. Macht gute Laune.

Wesentlich erotischer wird es bei Marc Martins Buch „DAS

KLEINE FENSTER ZUM KLO“. Auf 128 Seiten widmet sich der

Franzose der Lust und der Geschichte der Klappenszene. *rä

www.blu.fm/buch


ART-Generika:

Mylan

macht den

Unterschied!

ART-Generika

aus Erfahrung

Bereits 8 Mio. HIV-Patienten

erhalten hochwertige Generika

für die antiretrovirale Therapie

von Mylan. Verantwortung, der

wir mit höchsten Qualitätsstandards

und nachhaltigen Innovationen

jeden Tag gerecht werden.


INTERNET

NACHGEFRAGT

Schlau zu HIV

FOTO: BJÖ

mit Dr. Gaby Knecht

Seit November kann sich

jeder einen sogenannten HIV-

Heimtest bestellen und sich selbst

vergewissern, ob seine Safer Sex

Strategie erfolgreich war. Wie das

aus ärztlicher Sicht zu bewerten ist,

erklärt uns Frau Dr. Gaby Knecht,

Fachärztin für Innere Medizin,

Infektiologie und HIV-Schwerpunkt-

Ärztin aus dem Infektiologikum

Frankfurt (www.infektiologikum.de).

*ck

Wer kommt zu Ihnen in die Praxis,

um sich testen zu lassen?

Zu uns kommen Frauen und Männer

die einen Risikokontakt hatten, aber

auch Menschen die sich unabhängig

von risikobehafteten Sexualkontakten

regelmäßig testen lassen möchten.

Neben dem Test in der Praxis oder

den anonymen Checkpoints gibt

es neuerdings den Heimtest. Was

halten Sie als Arzt davon?

Ich bin schon seit Jahren dafür, denn

es gibt ja eine Population, die wir mit

den vorhandenen Testsystemen bisher

nicht erreicht haben. Immer wieder

kamen Menschen zu uns, die sich die

Heimtests im Ausland (zum Beispiel

Frankreich) besorgt hatten. Wenn dies

dazu führt, dass sich mehr Personen

testen lassen und sich in der Folge

dann in professionelle infektiologische

Behandlung begeben, dann ist ihnen

doch geholfen. Ich glaube, die Zeiten

der Suizide nach einem positiven

Testergebnis sind vorbei, da gerade

unter den homosexuellen Männern

HIV das Schreckensgesicht verloren

hat.

Ziel der Freigabe der Heimtests

ist eine weitere Verbesserung der

Testbereitschaft. Warum ist es so

wichtig, sich zu testen?

Wissenschaftliche Ergebnisse zeigen

ganz eindeutig, dass ein früher Therapiebeginn

für das eigene Immunsystem

wichtig ist. Ebenso konnte gezeigt

werden, dass in Bezug auf die Virusverbreitung

natürlich eine schnelle

Senkung der Virusmenge bei einem

infizierten Menschen deutlich die

Infektiosität senkt und er in der Folge

sogar für seine Partner*innen nicht

mehr ansteckend ist.

FOTOS: JÜRGEN WENKE

GEDENKEN

KZ SACHSENHAUSEN – Häftling Nummer 45232

Rund 100.000 Männer wurden im

Dritten Reich wegen Homosexualität

erfasst, rund 50.000 von ihnen

verurteilt. Über 5.000 kamen

in den Konzentrationslagern ums Leben.

Am 27. Januar wird am „Tag des Gedenkens

an die Opfer des Nationalsozialismus“ leider

immer noch nicht explizit dieser Opfergruppe

gedacht – Bundestagspräsident Wolfgang

Schäuble stellte dies aber für die nahe Zukunft

in Aussicht, nachdem eine vom Historiker

Lutz van Dijk 2018 lancierte Petition für

mediale Aufmerksamkeit sorgte. Eine andere

Form der ständigen Erinnerung sind die Messingstolpersteine,

die vor den Wohnhäusern

der Ermordeten verlegt werden.

Jürgen Wenke forscht für diese Steine

gezielt nach homosexuellen Opfern und

hat Ende Oktober 2018 die Lebens- und

Leidensgeschichte von KZ-Sachsenhausen-

Häftling Nummer 45232 recherchiert:

„Damian Reis, geboren am 12. August 1895

in Trier-Ehrang, Schieferdecker (Dachdecker)

von Beruf, aus einer Dachdeckerdynastie in

Trier stammend, katholisch, bereits mit 20

Jahren Soldat im Ersten Weltkrieg, verheiratet,

zu einem unbekannten Zeitpunkt

erstmalige Verurteilung nach § 175 wegen

homosexueller Kontakte, Verhaftung durch

die Polizei Trier 1939, letzter freiwilliger

Wohnort in Trier, Zurlaubener Ufer 89. Nach

der Verhaftung überstellt zum Polizeipräsidium

Köln; zu Beginn des Jahres 1942

Deportation in das KZ Sachsenhausen bei

Berlin, dort Zwangsarbeit als Nr. 45232 in

der bei Häftlingen gefürchteten Strafkompanie

‚Klinker‘. Ermordet bei einer gezielten

Mordaktion im Klinkerwerk durch die SS

im Sommer 1942, die zum Ziel hatte, alle

Homosexuellen im KZ Sachsenhausen zu

ermorden. Tod am 11. August 1942, einen

Tag vor seinem 47. Geburtstag. Angebliche

Todesursache: ‚Herz- und Kreislaufschwäche

bei Grundleiden beidseitiger Lungenentzündung‘“.

*ck

www.stolpersteine-homosexuelle.de


SERIE

In dieser komischen Drama-Serie

entdecken drei Freunde die

aufregenden und manchmal

überwältigenden Möglichkeiten der

neuen Generation ‚Gay‘ in San

Francisco. Drei Männer an drei

verschiedenen Stationen im Leben,

die ‚Struggles of Life' sind also

vorprogrammiert.

Weitere Magazine dieses Users
Ähnliche Magazine