Verfahrenstechnik 12/2018
Verfahrenstechnik 12/2018
Verfahrenstechnik 12/2018
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19098<br />
<strong>12</strong><br />
www.verfahrenstechnik.de<br />
Dezember <strong>2018</strong><br />
Gute Luft<br />
Brauerei optimiert Druckluftversorgung<br />
mit ölfreien Kompressoren<br />
Partikel im Zwiebel-Look<br />
Flüssigkeiten trocknen mit<br />
Wirbelschicht-Sprühgranulation<br />
Batchprozesse optimieren<br />
Virtuelle Prozesslösungen<br />
unterstützen Anlagenbetreiber<br />
Sicherheitsstandard ausgebaut<br />
Effektiver Arbeitsschutz in<br />
einem Chemieunternehmen
Wärmeübertrager Messtechnik<br />
TECHNIKWISSEN FÜR INGENIEURE<br />
19098<br />
2016<br />
Handbuch Prozesstechnologie<br />
Sonderausgabe<br />
www.verfahrenstechnik.de<br />
19098<br />
10<br />
Oktober 2016<br />
www.verfahrenstechnik.de<br />
der Zeitschrift<br />
<strong>Verfahrenstechnik</strong><br />
10 Print-Ausgaben im Jahr<br />
+ Sonderausgabe VERFAHRENSTECHNIK<br />
Handbuch Prozesstechnologie (1x jährlich)<br />
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+<br />
Kommentare – Marktübersichten Lieferantenverzeichnisse<br />
Armaturen Lagern und Verpacken<br />
Alle wichtigen<br />
Informationen von ca.<br />
800 Anbietern<br />
VTK_AG_2015_99_hb_001 1 07.<strong>12</strong>.2015 13:49:55<br />
Mehr<br />
Anlagenverfügbarkeit<br />
Modernisierte EMSR-Technik für<br />
Pharmarohstoffe<br />
JUBILÄUMSAUSGABE: 50 JAHRE VERFAHRENSTECHNIK<br />
Trenntechnik<br />
Hochleistungszentrifuge mit<br />
Doppelfunktion<br />
5J AHRE<br />
Temperaturmessung<br />
Problemloser Einsatz im<br />
Ex-Bereich<br />
VTK_AG_2016_10_001 1 28.09.2016 <strong>12</strong>:49:45<br />
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6 Telefax: 06131-992/100 @ E-Mail: vertrieb@vfmz.de Internet: engineering-news.net & Telefon: 06131-992/147<br />
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4 Wochen zum Ende des Bezugsjahres schriftlich gekündigt wird.<br />
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Name/Vorname<br />
Position<br />
Firma<br />
Abteilung<br />
Straße oder Postfach<br />
PLZ/Ort<br />
Telefon/E-Mail<br />
Datum, Unterschrift<br />
Vereinigte Fachverlage GmbH . Vertrieb . Postfach 10 04 65 . 55135 Mainz . Telefon: 06131/992-0 . Telefax: 06131/992-100<br />
E-Mail: vertrieb@vfmz.de . Internet: www.engineering-news.net<br />
„VERFAHRENSTECHNIK“ ist eine Zeitschrift der Vereinigten Fachverlage GmbH, Lise-Meitner-Straße 2, 55<strong>12</strong>9 Mainz, HRB 2270, Amtsgericht Mainz,<br />
Geschäftsführer: Dr. Olaf Theisen, Umsatzsteuer-ID: DE 149063659, Gerichtsstand: Mainz
EDITORIAL<br />
In Modulen denken<br />
Wie kann die Prozessindustrie schneller und flexibler produzieren und<br />
dabei den Wunsch nach individuelleren Produkten erfüllen? Die Antwort<br />
darauf sind modulare Anlagen nach dem Lego-Prinzip, die ein festes, aber<br />
dennoch flexibles Gefüge geben. Am besten sollte der Planer schon in<br />
Funktionen, also in Modulen und Systemlösungen denken. Das spart Zeit<br />
und Kosten, weil nicht bei jedem Projekt alle Details neu analysiert werden<br />
müssen. Außerdem – und das ist noch viel wichtiger – machen es modularisierte<br />
Baugruppen möglich, fertige und bewährte Lösungen auch in neuen<br />
Projekten wiederzuverwenden. Der Betreiber kann seine Anlagen aus<br />
einzelnen Bausteinen mit unterschiedlichen Funktionen immer wieder neu<br />
zusammenstellen und so alle möglichen Produktionsverfahren abbilden.<br />
Inbetriebnahme- und Umrüstzeiten verkürzen sich, bei Produktanpassungen<br />
kann sehr schnell reagiert werden.<br />
Das alles funktioniert natürlich nur mit modularem Equipment: Eine<br />
bestimmte Baureihe bietet dieselben Funktionalitäten bei verschiedenen<br />
Betriebsgrößen. Das kann eine Pumpenserie sein mit verschiedenen<br />
Volumenstrom- und Druckbereichen, aber auch bei den Kompressoren<br />
denken die Hersteller in Modulen. Wie das in der Praxis aussieht,<br />
lesen Sie in unserem Top-Thema ab Seite 14.<br />
Wir sehen uns an dieser Stelle wieder in 2019. Bis dahin wünsche<br />
ich allen Leserinnen und Lesern frohe Weihnachten und einen<br />
guten Rutsch.<br />
Eva Linder<br />
Chefredakteurin<br />
e.linder@vfmz.de
VTK_SO_Titel_<strong>2018</strong>_<strong>12</strong>_2309562.indd 1 16.11.<strong>2018</strong> 09:09:56<br />
INHALT<br />
10<br />
16<br />
26<br />
Kosmetik: Die Herstellung von Emulsionen<br />
und Suspensionen stellt hohe Anforderungen<br />
an die Mischsysteme<br />
Mineralwasser: Für Druckluft bester<br />
Qualität sorgen trockenverdichtende<br />
Schraubenkompressoren<br />
Arzneimittel: Eine Software-Lösung<br />
verbessert die Sichtbarkeit der Prozesse<br />
und die Produktionsverwaltung<br />
AKTUELLES<br />
5 Personen, Märkte, Unternehmen<br />
5 Seminare, Tagungen, Kurse<br />
VERFAHREN UND ANLAGEN<br />
8 Trocknung von Flüssigkeiten durch<br />
Wirbelschicht-Sprühgranulation<br />
10 Energiedissipation bei Homogenisierprozessen<br />
<strong>12</strong> Produktinformationen<br />
TOP-THEMA DRUCKLUFTTECHNIK<br />
14 TITEL Brauerei bringt Druckluftversorgung mit ölfreien<br />
Kompressoren auf den neuesten Stand<br />
16 Saubere Druckluft für die Getränkeproduktion<br />
22 Produktinformationen<br />
MESSEN, REGELN, AUTOMATISIEREN<br />
24 Modernisiertes Engineering schöpft Anlagendaten<br />
optimal aus<br />
26 Pharma 4.0: von der Serialisierung zum<br />
Connected Enterprise<br />
28 Bestehende Anwendungen einfach in die Cloud bringen<br />
30 Virtuelle Lösungen optimieren Batch-Prozesse<br />
32 Produktinformationen<br />
BETRIEBSTECHNIK<br />
34 Predictive Maintenance optimiert Instandhaltung in der<br />
Prozessindustrie<br />
36 Effektiver Arbeitsschutz bei einem Hersteller von Chlor<br />
und Epoxidharzen<br />
38 Produktinformationen<br />
RUBRIKEN<br />
3 Editorial<br />
27 Impressum<br />
40 Inserentenverzeichnis<br />
42 <strong>Verfahrenstechnik</strong> im Alltag<br />
43 Vorschau<br />
ANZEIGE<br />
SUMMER OF ENGINEERING<br />
18 „Aerzen hat es in sich“ – zu Gast bei Aerzener Maschinenfabrik<br />
TITELBILD<br />
Atlas Copco Kompressoren<br />
und Drucklufttechnik GmbH,<br />
Essen<br />
4 VERFAHRENSTECHNIK <strong>12</strong>/<strong>2018</strong>
AKTUELLES<br />
SEMINARE, TAGUNGEN, KURSE<br />
Veranstaltung Datum, Ort Anmeldung<br />
FACHFORUM Digital Twinning –<br />
von der Anlagenplanung zum Betrieb<br />
SEMINAR Validierung computergestützter<br />
Analysensysteme (CSV)<br />
WORKSHOP Verfahrenstechnische Anlagenplanung<br />
in der Praxis<br />
04./05.<strong>12</strong>.18,<br />
Berlin<br />
06./07.<strong>12</strong>.18,<br />
Frankfurt/M.<br />
06./07.<strong>12</strong>.18,<br />
Wuppertal<br />
SCHULUNG Betriebsbeauftragter für Abfall 17.–20.<strong>12</strong>.18,<br />
Offenbach<br />
KURS Certified Training for PROFIBUS PA<br />
Engineer<br />
LEHRGANG Fachkunde Gefahrstoffe<br />
(Gefahrstoffbeauftragter)<br />
SEMINAR Von der GMP-Risikoanalyse bis<br />
zur GMP-Qualifizierung<br />
15.–18.01.19,<br />
Reinach, Schweiz<br />
30./31.01.19,<br />
Stuttgart<br />
13.02.19,<br />
Essen<br />
SEMINAR Auditvorbereitung für Auditierte 14.02.19,<br />
Saarbrücken<br />
FORTBILDUNG Schadensanalyse von<br />
Dichtungen<br />
21./22.02.19,<br />
Frankfurt/M.<br />
Erfolgreiches Themenforum auf der Solids<br />
T.A. Cook Conferences, Tel. 030/884307-0,<br />
www.tacook.de<br />
GDCh, Tel. 069/7917-485,<br />
www.gdch.de/fortbildung<br />
Technische Akademie Wuppertal, Tel. 0202/7495-0,<br />
www.taw.de<br />
Umweltinstitut Offenbach, Tel. 069/810679,<br />
www.umweltinstitut.de<br />
Endress + Hauser, Tel. 07621/975-610,<br />
www.de.endress.com<br />
Tüv Süd, Tel. 089/5791-2388,<br />
www.tuev-sued.de/akademie<br />
Haus der Technik, Tel. 0201/1803-1,<br />
www.hdt-essen.de<br />
Klinkner & Partner, Tel. 0681/98210-0,<br />
www.klinkner.de<br />
Deutsche Gesellschaft für Materialkunde,<br />
Tel. 069/75306-757, www.dgm.de<br />
Explosionsschutz von filternden Abscheidern war Thema<br />
des Forums, das die VERFAHRENSTECHNIK auf der Solids<br />
in Dortmund veranstaltet hat. Christian Schwerte von der<br />
DMT GmbH & Co. KG in Dortmund erklärte den zahlreichen<br />
Zuhörern, welche Rolle die Gefährdungsbeurteilung<br />
und die Prüfung des Explosionsschutzes an Filteranlagen<br />
spielen. Im Anschluss diskutierte Carlo Saling von der<br />
Rembe GmbH in Brilon die Möglichkeiten, Filteranlagen<br />
mit konstruktivem Explosionsschutz abzusichern. Dem<br />
vorbeugenden Explosionsschutz widmete sich Ulrike Ruppert,<br />
die bei der Herding GmbH in Amberg für das Thema<br />
Sicherheitstechnik zuständig ist. Fazit aller Referenten: Explosionsschutz<br />
ist sehr beratungsintensiv und sollte von einem Experten bzw. einem entsprechend<br />
ausgebildeten Mitarbeiter geplant, ausgeführt und ständig überprüft werden. Das Messeduo Solids und<br />
Recycling-Technik konnte an zwei Tagen über 6 000 Besucher nach Dortmund locken, der Veranstalter<br />
und die 500 Aussteller zogen ein zufriedenes Resümee.<br />
www.easyfairs.com<br />
<strong>12</strong>5 Jahre Uraca Pumpen<br />
Im Jahr 1893 gründeten die beiden Vettern, Friedrich Krumm und Gustav Magenwirth, einen kleinen<br />
Betrieb in Urach (heute Bad Urach). Die Krumm & Magenwirth Maschinen-Werkstätte benutzte einen<br />
selbst entwickelten, liegenden Petroleum-Motor mit etwa 3,5 PS Leistung zum Antrieb ihrer Werkzeugmaschine.<br />
Mit dieser Entwicklung einer Kolbenmaschine war der Grundstein für die später gebauten<br />
Plungerpumpen gelegt. Heute konstruiert und fertigt<br />
Uraca Plungerpumpen und Hochdruck-Reinigungssysteme<br />
bis 3 000 bar und mit Antriebsleistungen<br />
bis 2 600 kW für nahezu alle Industriebereiche,<br />
ob als einzelne Pumpe oder als System. Mit<br />
dem Erwerb der Firma Dynajet soll das Produktprogramm<br />
der Hochdruckreinigung weiter ausgebaut<br />
werden. „Wir setzen auf Topqualität, dafür<br />
steht Uraca seit nunmehr <strong>12</strong>5 Jahren“, bilanziert<br />
Gunter Stöhr, Geschäftsführer der Uraca in seiner<br />
Ansprache anlässlich des Firmenjubiläums.<br />
www.uraca.de<br />
Almatec jetzt in<br />
Duisburg<br />
Die zur amerikanischen PSG-<br />
Gruppe gehörende Almatec<br />
Maschinenbau GmbH, ein Hersteller<br />
von druckluftbetriebenen<br />
Doppelmembranpumpen<br />
und Quattroflow 4-Kolben-<br />
Membranpumpen für die Biopharma-Industrie,<br />
hat ihr neues<br />
Domizil in Duisburg bezogen.<br />
Der neue Hauptsitz mit<br />
rund 70 % mehr Fläche soll<br />
dem erzielten und weiter erwarteten<br />
Firmenwachstum gerecht<br />
werden. „Dieser Schritt ist<br />
ein großer Meilenstein für unser<br />
Unternehmen, unsere Mitarbeiter<br />
und unsere Kunden,<br />
die alle von den Möglichkeiten<br />
des neuen Firmensitz profitieren<br />
werden“, sagte Rainer Wulf,<br />
Geschäftsführer von Almatec.<br />
„Unser Unternehmen wächst,<br />
und wir planen, dieses Wachstum<br />
bis ins Jahr 2019 und darüber<br />
hinaus fortzusetzen.“<br />
www.almatec.de<br />
Comvac wächst<br />
Vom 1. bis zum 5. April 2019 öffnet<br />
die Comvac – Internationale<br />
Leitmesse der Druckluft- und<br />
Vakuumtechnik – ihre Tore in<br />
Hannover. Die Halle 26 ist bereits<br />
seit drei Monaten komplett<br />
ausgebucht, dabei tragen insbesondere<br />
Unternehmen aus China,<br />
Deutschland und der Türkei<br />
zum starken Wachstum bei. Auf<br />
der Comvac steht Industrie 4.0<br />
im Mittelpunkt, bspw. im Bereich<br />
Predictive Maintenance<br />
oder bei maßgeschneiderten<br />
Gesamtlösungen wie Leasing<br />
oder der Abrechnung pro Einheit.<br />
Energieeffizienz und Ressourceneffizienz<br />
bleiben weiterhin<br />
wichtige Themen.<br />
www.hannovermesse.de<br />
VERFAHRENSTECHNIK <strong>12</strong>/<strong>2018</strong> 5
AKTUELLES<br />
SGL Carbon baut neues Logistikzentrum<br />
Die SGL Carbon baut an<br />
ihrem weltweit größten<br />
Standort in Meitingen nahe<br />
Augsburg ein zentrales<br />
und hochmodernes Logistikzentrum<br />
zur effektiven<br />
und effizienten Abwicklung<br />
aller Wareneinund<br />
-ausgänge. Insgesamt<br />
investiert das Unternehmen<br />
dabei 8 Mio. EUR.<br />
Dr. Jürgen Köhler (links),<br />
Vorstandsvorsitzender der<br />
SGL Carbon: „Als neue<br />
SGL mit Fokus auf unsere<br />
Kunden in den innovativen<br />
und schnell wachsenden Bereichen Mobilität, Energie und Digitalisierung<br />
ist eine hochmoderne, effiziente und effektive Logistik<br />
unerlässlich. Unser neues Logistikzentrum ist nicht nur eine weitere<br />
Investition am Standort in Meitingen, es ist ein Zeichen, dass sich<br />
die SGL Carbon für die Zukunft und nachhaltiges und profitables<br />
Wachstum aufstellt.“ Neben der SGL Carbon wird die Brembo SGL<br />
Carbon Brakes (BSCCB) mit Geschäftsführer Furio Rozza (rechts)<br />
einer der Hauptnutzer des neuen Gebäudes sein.<br />
www.sglcarbon.com<br />
Igus sucht spektakuläre<br />
Kunststoffgleitlager-Anwendungen<br />
Was haben ein Exoskelett, ein elektrischer Manipulator-Arm und<br />
ein Forschungsprojekt über Weltraumschrott miteinander gemeinsam?<br />
In all diesen Anwendungen kommen Kunststoffgleitlager zum<br />
Einsatz, und sie wurden beim letzten Manus Award – den die Firma<br />
Igus alle zwei Jahre initiiert – zu den drei Gewinner-Anwendungen<br />
gekürt. Im Oktober fiel der<br />
Startschuss für die Bewerbungsphase<br />
der nächsten Ausgabe.<br />
Den Gewinnern winkt ein<br />
Preisgeld von bis zu 5 000 EUR.<br />
Jeder Anwender kann sich bis<br />
zum 22. Februar 2019 online<br />
bewerben und mit kurzen Texten<br />
sowie Fotos und Videos der<br />
Jury seine Konstruktion vorstellen.<br />
Die Gewinner werden von<br />
einer Experten-Jury aus Wissenschaft,<br />
Forschung und Fachmedien<br />
bestimmt – Tobias Vogel<br />
(rechts) ist erstmals mit dabei,<br />
er tritt die Nachfolge von<br />
Gerhard Baus (links) an.<br />
www.manus-wettbewerb.de<br />
Aucotec legt Grundstein für neue Zentrale<br />
Die Aucotec AG, unabhängiger Entwickler von Engineering-Software<br />
seit über 30 Jahren, baut in der Nähe ihres heutigen Standorts<br />
Hannover eine neue Zentrale. Rund 3 700 m 2 auf drei Etagen sollen<br />
Platz für 160 Mitarbeiter sowie zwölf<br />
hochmoderne Meeting- und Schulungsräume<br />
schaffen. Außerdem ist ein Anbau<br />
für bis zu 110 zusätzliche Arbeitsplätze<br />
bereits geplant. Im Oktober<br />
wurde der Grundstein für das Gebäude<br />
mit einem Investitionsvolumen von<br />
knapp <strong>12</strong> Mio. EUR gelegt. Der Umzug<br />
ist für Februar 2020 geplant. „Wir sind<br />
froh und stolz, dass es jetzt endlich losgeht“,<br />
sagte Vorstandsmitglied Uwe Vogt<br />
(rechts) bei der Grundsteinlegung. Mit<br />
dabei: Horst Beran (links), Vorsitzender<br />
und Aucotec-Mitgründer.<br />
www.aucotec.com<br />
Experience Days bei Leser<br />
Im September veranstaltete die Firma Leser im Rahmen ihres<br />
200-jährigen Bestehens die Experience Days in Hamburg. Mit<br />
mehr als 300 internationalen<br />
Teilnehmern<br />
war die Veranstaltung<br />
sehr gut<br />
besucht – im Mittelpunkt<br />
stand eine<br />
Konferenz mit Vorträgen<br />
zu aktuellen<br />
Themen der Überdruckabsicherung.<br />
Martin Leser begrüßte<br />
als Sprecher<br />
der Gesellschafter<br />
die Teilnehmer und sagte: „200 Jahre alt zu werden, ist keine Leistung,<br />
aber es ist eine Leistung, die Experience Days auszurichten."<br />
www.leser.com<br />
Pfeiffer Vacuum in USA<br />
Pfeiffer Vacuum, Anbieter von Hightech-Vakuumlösungen für die Märkte<br />
Halbleiter, Industrie, Beschichtung, Analytik sowie Forschung und Entwicklung,<br />
eröffnete in Nashua im nordamerikanischen Bundesstaat New<br />
Hampshire ein neues Firmengebäude. Der moderne, zweistöckige Bau beherbergt<br />
den nordamerikanischen Hauptsitz mit Verwaltung, Vertrieb, Produktmanagement,<br />
Marketing und Kundenbetreuung. Parallel dazu wurde<br />
das bislang hierfür genutzte Gebäude zu einem Service-Kompetenzzentrum<br />
umgebaut. Hier finden sich alle Serviceaktivitäten des größten Teils des Produktportfolios<br />
von Pfeiffer Vacuum unter einem Dach vereint.<br />
www.pfeiffer-vacuum.com<br />
6 VERFAHRENSTECHNIK <strong>12</strong>/<strong>2018</strong>
Workshop Kolbenverdichter <strong>2018</strong><br />
Im Oktober wurde Rheine wieder zum Treffpunkt für zahlreiche<br />
Unternehmen aus der Öl- und Gasbranche, dem Maschinen- und<br />
Anlagenbau, der chemischen Industrie sowie für Hochschulen<br />
und wissenschaftliche Institute. Ziel ihres Besuchs war der 2-tägige<br />
Workshop Kolbenverdichter, den das beratende Ingenieurunternehmen<br />
Kötter Consulting Engineers (KCE) bereits zum<br />
22. Mal ausrichtete. In einer Reihe von Fachvorträgen konnten<br />
sich die Teilnehmer über neue technische Entwicklungen informieren<br />
und Erfahrungsberichte aus der Praxis hören. Auf der begleitenden<br />
Fachausstellung präsentierten Firmen ihre spezifischen<br />
Produkte und Dienstleistungen für den Kompressorenmarkt.<br />
Der nächste Workshop Kolbenverdichter findet am 9. und<br />
10. Oktober 2019 statt.<br />
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Die nächste Powtech findet vom 9. bis 11. April 2019 in Nürnberg<br />
statt. Erstmals geht im nächsten Jahr der Networking Campus an<br />
den Start, das junge Ideenlabor für die Technologien und Märkte<br />
von morgen. Der Networking Campus ist kommunikativer Treffpunkt<br />
und Diskussionsplattform für junge Forscher, Start-ups und<br />
Entwickler. Ebenfalls neu sind die Guided Tours der VERFAH-<br />
RENSTECHNIK zum Thema Pharma-Lösungen. Nähere Informationen<br />
dazu gibt es rechtzeitig vor der Messe im Internet.<br />
www.powtech.de<br />
Lauda kooperiert mit Watttron<br />
Die Lauda Dr. R. Wobser GmbH & Co. KG hat einen umfangreichen<br />
Kooperationsvertrag mit der Watttron GmbH aus Freital geschlossen.<br />
Die Zusammenarbeit mit dem preisgekrönten Start-up<br />
aus Freital bei Dresden, das ein neues Heizsystem zum Einsatz<br />
für spezifische Industrieprozesse entwickelt, umfasst neben<br />
dem exklusiven Vertrieb von Watttron-Produkten in Nordamerika<br />
und der Analysen-, Bio- und Labortechnikindustrie weltweit auch<br />
den Einsatz der Watttron-Technologie in zukünftigen Lauda-<br />
Temperiergeräten.<br />
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VERFAHREN UND ANLAGEN<br />
Partikel im Zwiebel-Look<br />
Trocknung von Flüssigkeiten durch Wirbelschicht-Sprühgranulation<br />
Sollen flüssige Ausgangsprodukte<br />
in Schüttgüter überführt werden,<br />
wird sowohl das Verfahren der<br />
Sprühtrocknung als auch die<br />
Wirbelschicht-Sprühgranulation<br />
genutzt. Die Wahl der Technologie<br />
hängt davon ab, welche<br />
Partikeleigenschaften eingestellt<br />
werden müssen, um spezifische<br />
Anwendungen zu ermöglichen.<br />
Die Trocknung von feststoffbeladenen<br />
Flüssigkeiten ist in der Industrie weit<br />
verbreitet: Es gilt, Produkte in eine leichter<br />
handhabbare Form zu überführen und sie<br />
unter Umgebungstemperaturen lagerfähig<br />
zu machen. Dabei wird nicht nur die Stabilität<br />
erhöht; die Schüttgüter weisen auch<br />
ein reduziertes Gewicht und ein geringeres<br />
Volumen auf, wodurch sich Transportkosten<br />
und Aufwand senken lassen.<br />
Speziell im Lebensmittelbereich kann der<br />
durch Wärmeeinwirkung erzwungene Entzug<br />
von Wasser in Abhängigkeit der Aktivität<br />
der im Trockenprodukt verbliebenen<br />
Restfeuchte die Haltbarkeit erhöhen. Um<br />
Flüssigkeiten möglichst schnell zu trocknen,<br />
eignet sich das Versprühen in einem<br />
heißen Luftstrom.<br />
Wie bei der klassischen Sprühtrocknung<br />
bieten Sprühgranulationsprozesse in der<br />
Wirbelschicht Lösungsansätze für eine<br />
Vielzahl von Stoffsystemen, Anwendungen<br />
und Industriezweigen. Im Vergleich zur<br />
Sprühtrocknung sind jedoch die Produkteigenschaften<br />
im Wirbelschichtverfahren<br />
ganz gezielt einstellbar. Je nach Wahl der<br />
verfahrenstechnischen Parameter sowie<br />
der technischen Konfiguration der Anlage<br />
können Partikelform, -aufbau und -größe<br />
nahezu frei definiert und produziert werden.<br />
Ermöglicht wird das durch die Ver<br />
einigung der Prozessschritte der konvektiven<br />
Trocknung bzw. Erstarrung und der<br />
Partikelbildung.<br />
Wirbelbett aus Partikeln<br />
Anstelle einer leeren Prozesskammer – bei<br />
der Sprühtrocknung ein alltägliches Bild –<br />
wird die feststoffhaltige Flüssigkeit in ein<br />
Wirbelbett aus fluidisierten, arteigenen<br />
Partikeln versprüht. Das Lösungsmittel –<br />
i. d. R. Wasser oder auch organische<br />
Lösungsmittel – verdampft, sodass durch<br />
Tröpfchen und Filmtrocknung ein Partikelwachstum<br />
stattfindet.<br />
Parallel zu diesem Vorgang, der auch als<br />
Granulationstrocknung oder Aufbaugranulation<br />
bezeichnet wird, werden stetig neue<br />
Granulationskerne generiert. Granulationskerne<br />
können intern, also im Prozess selbst,<br />
erzeugt werden: Einerseits bilden sich diese<br />
durch Abrieb und verdüste Tröpfchen, die<br />
die fluidisierten Partikel im Wirbelbett verfehlen<br />
und wie bei der Sprühtrocknung<br />
direkt trocknen. Andererseits können Granulationskeime<br />
aus Feinpartikeln oder zerkleinerten,<br />
zu großen Granulaten aus dem<br />
Mahl-Sieb-Kreislauf gebildet werden.<br />
Sowohl die direkte Keimbildung nach<br />
dem Prinzip der Sprühtrocknung – das sogenannte<br />
Overspray – als auch die indirekte<br />
Keimzufuhr steuern im laufenden Prozess<br />
das stetige Wachstum der Partikel und bilden<br />
die Grundlage für den kontinuierlichen<br />
Prozessbetrieb.<br />
Trocknung von innen nach außen<br />
Kontinuierlich betriebene Wirbelschicht-<br />
Sprühgranulationsrinnen von Glatt bieten<br />
durch den Mehrkammeraufbau ein hohes<br />
Maß an Flexibilität, sodass bspw. die nachträgliche<br />
Kühlung im gleichen Apparat<br />
kombiniert werden kann. Zudem lassen<br />
sich Wirbelschicht-Sprühgranulationsanlagen<br />
für den Umgang mit organischen<br />
Lösungsmitteln oder oxidationsempfindlichen<br />
Produkten einfach im geschlossenen<br />
Kreislaufbetrieb realisieren.<br />
Ein wesentlicher Unterschied zwischen<br />
Sprühtrocknung und Wirbelschicht-<br />
Sprühgranulation liegt in der Partikelgröße<br />
und -morphologie: Bei der Sprühtrocknung<br />
erfolgt die Trocknung der Einzelpartikel<br />
von außen nach innen, während bei<br />
01 Aufbauprinzip von Partikeln<br />
mit Zwiebelstruktur<br />
Autorin: Dipl.-Ing. Katja Oppermann,<br />
Prozessingenieurin, Glatt Ingenieurtechnik,<br />
Weimar<br />
8 VERFAHRENSTECHNIK <strong>12</strong>/<strong>2018</strong>
Temperatur-<br />
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oder Zertifizierung Ihrer<br />
Prozesse.<br />
der Sprühgranulation in der Wirbelschicht<br />
der Aufbau schichtweise erfolgt<br />
und die Partikel genau anders<br />
herum trocknen – nämlich von innen<br />
nach außen.<br />
Nur beim Versprühen von Schmelzen<br />
und reinen Suspensionen entstehen<br />
bei der Sprühtrocknung Vollkugeln.<br />
Sobald die Flüssigkeit eine<br />
gelöste Komponente enthält, ergeben<br />
sich unterschiedlichste Formen<br />
von Hohlkugeln. Der heiße Luftstrom,<br />
in dem die Sprühtropfen getrocknet<br />
werden, verursacht eine harte<br />
äußere Schale des Einzelpartikels mit hoher<br />
Konzentration der gelösten Komponente, während<br />
der innere Kern des Partikels noch Feuchtigkeit<br />
enthält. Mit zunehmender Temperatur<br />
entweicht diese schlagartig und verursacht, je<br />
nach Trockungsgeschwindigkeit und Feststoffkonzentration<br />
der Flüssigkeit, Hohl kugeln bzw.<br />
Einbeulungen der Partikel.<br />
In bestimmten Anwendungsfeldern wie der<br />
Mikroverkapselung aktiver Inhaltstoffe sind<br />
diese Partikeleigenschaften ungeeignet, da das<br />
Ziel der Mikroverkapselung darin besteht, im<br />
Kern der Partikel Flüssigkeiten einzuschließen<br />
und vor Umgebungsbedingungen zu schützen.<br />
Ganz spezifische Eigenschaften<br />
Sprühgranulate<br />
unterscheiden sich<br />
von Trocknungsprodukten<br />
durch die anwendungsabhängig<br />
einstellbaren<br />
Partikeleigenschaften wie<br />
Partikelgröße, -form und<br />
-aufbau.<br />
Bei der Sprühgranulation entstehen durch den<br />
schichtweisen Aufbau feste, kompakte und runde<br />
Vollkugeln mit zwiebelförmiger Struktur. Die<br />
Aufbaugranulation – das sogenannte Layering –<br />
ermöglicht ein hohes Maß an Flexibilität, da Partikel<br />
aus verschiedenen Feststoffschichten gebildet,<br />
Kerne beladen und beschichtet werden können.<br />
Das bietet Herstellern die Möglichkeit, ihre<br />
Produkte gezielt zu funktionalisieren und mit einem<br />
höheren Mehrwert auszustatten – der letztlich<br />
über den Markterfolg entscheidet.<br />
Zusätzlich kann im gleichen Apparat ein<br />
Coating der zuvor sprühgranulierten Partikel<br />
durchgeführt werden, um bspw. eine retardierende<br />
Wirkung zu erzielen, die aktive Komponente<br />
vor äußeren Einflüssen zu schützen oder<br />
einen unangenehmen Geschmack oder Geruch<br />
zu maskieren.<br />
Der Vorteil der Wirbelschicht-Sprühgranulation<br />
gegenüber der Sprühtrocknung beruht im<br />
Wesentlichen darauf, dass flüssige Ausgangsprodukte<br />
in feste Schüttgüter mit spezifischen Eigenschaften<br />
überführt werden können. Sprühgranulate<br />
unterscheiden sich von Trocknungsprodukten<br />
durch die anwendungsabhängig einstellbaren<br />
Partikeleigenschaften wie Partikelgröße,<br />
-form und -aufbau.<br />
Fotos: Glatt<br />
Katja Oppermann<br />
www.glatt.com<br />
Einfach!<br />
Keine Schleppkabel, minimaler<br />
Arbeitsaufwand.<br />
Standardsysteme für Öfen bis zu<br />
1350°C oder z.B. T6 Prozesse.<br />
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Die Mischung macht`s<br />
Energiedissipation bei Homogenisierprozessen<br />
Individuell konzipierte<br />
Allroundsysteme sorgen<br />
in der Kosmetik- und<br />
Pharmaindustrie für<br />
maximale Flexibilität<br />
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Kosmetik und sehr speziell ausgerichtete<br />
Wirkstoffe in Medikamenten lassen Produktrezepturen<br />
und folglich die Entwicklungs-<br />
und Herstellprozesse heute immer<br />
komplexer werden.<br />
Vor eine besondere Herausforderung<br />
wird dabei die Misch- und Homogenisiertechnik<br />
gestellt. Herstellsysteme sollen<br />
nicht nur durch kurze Prozesszeiten und<br />
höchste Produkt- und Herstellmengenflexibilität<br />
für maximale Effizienz sorgen, sondern<br />
gleichzeitig auch eine 100%ig reproduzierbare<br />
Produktqualität in sehr engen<br />
Spezifikationsbereichen gewährleiten. Um<br />
allen diesen Anforderungen gleichermaßen<br />
gerecht werden zu können, ist es heute unabdingbar,<br />
die produktbeeinflussenden<br />
Mechanismen der Misch- und Homogenisierprozesse<br />
genau zu verstehen, zu kontrollieren<br />
und entsprechend ihrer Einflussnahme<br />
auf die Produkteigenschaften gezielt<br />
anwenden zu können.<br />
Moderne Misch- und Homogenisiersysteme<br />
sollten auch über Techniken im Bereich<br />
Rohstoffzugabe, Temperieren und natürlich<br />
Reinigung verfügen. Während für die produktspezifizierenden<br />
Parameter wie Partikelgrößenverteilung,<br />
Viskosität und Homogenität<br />
die Prozesse der Rohrstoff zugabe<br />
und Temperierung nur eine untergeordnete<br />
Rolle spielen, ist der Misch- und Homogenisierprozess<br />
von entscheidender Bedeutung.<br />
Kreisverkehr<br />
Idealerweise ist ein Mischsystem für semisolide<br />
(d. h. hochviskose) Produkte heute<br />
mit einem langsam laufenden Rührwerk<br />
(über den Behälterdeckel von oben in das<br />
Produkt eintretend) und einen schnell laufenden<br />
Homogenisator (unterhalb des Behälters<br />
mit externer Umpumpleitung) ausgestattet.<br />
Der Homogenisator arbeitet meistens<br />
entsprechend eines Zentrifugalpumpensystems<br />
und pumpt das zu mischende/<br />
zu homogenisierende Produkt im Kreis,<br />
während im Mischwerkzeug die Tröpfchen<br />
bzw. Partikel erzeugt werden. Hierbei wird<br />
das Produkt entweder direkt am tiefsten<br />
Punkt des Behälterbodens angesaugt oder<br />
über eine Rohrleitung extern zugeführt.<br />
Die Druckseite des Homogenisators fördert<br />
das Produkt über eine externe Umpumpleitung<br />
bei großen Ansätzen oberhalb<br />
des Produktspiegels und bei kleineren Ansätzen<br />
unterhalb des Produktspiegels in<br />
den Mischbehälter zurück. Das langsam<br />
laufende Rührwerk im Mischbehälter hat<br />
dabei die Aufgabe, den zurückgeführten<br />
(homogenisierten) Anteil im inhomogenen<br />
Rest zu vermischen. Zusätzlich stellt das<br />
Rührwerk bei temperierten Prozessen einen<br />
optimalen Wärmeübergang von der Behälterwand<br />
an das Produkt und eine optimale<br />
Temperaturverteilung innerhalb des Mischbehälters<br />
sicher. Die Homogenisierzeiten<br />
werden durch die externe Homogenisierung<br />
und Rückvermischung innerhalb des Behälters<br />
durch statistische Durchlaufhäufigkeiten<br />
durch den Homogenisator bestimmt.<br />
Bei modernen Systemen mit effizienten<br />
Misch- und Homogenisiersystemen hat<br />
sich gezeigt, dass nach einer 4–8-fachen<br />
(produktabhängigen) Umwälzung des Ansatzvolumens<br />
jedes Volumenelement mit<br />
derselben Häufigkeit den Homogenisator<br />
durchlaufen hat. Man spricht an dieser<br />
Stelle vom sogenannten Batch-Turn-Over<br />
(BTO). Die Systeme verfügen zur Sicherstellung<br />
einer 100%igen Reproduzierbarkeit<br />
und einer zuverlässigen Skalierung über ein<br />
Durchflussmessgerät in der Umpumpleitung,<br />
das neben Volumen- oder Masseströmen<br />
eine punktgenaue, volumengesteuerte<br />
Homogenisierzeit sicherstellt.<br />
Bei der Herstellung von Emulsionen und<br />
Suspensionen sind die Anforderungen an die<br />
Mischsysteme so vielfältig wie die Produktpaletten<br />
und Herstellverfahren<br />
10 VERFAHRENSTECHNIK <strong>12</strong>/<strong>2018</strong>
VERFAHREN UND ANLAGEN<br />
Geschwindigkeitskontrolle<br />
Betrachtet man die Kinematik und den mechanischen<br />
Aufbau des langsam laufenden<br />
Rührwerks und des schnell laufenden Homogenisators<br />
näher, stellt man fest, dass der<br />
für die Partikel- bzw. Tröpfchengrößenverteilung<br />
erforderliche Energieeintrag maßgeblich<br />
vom Homogenisator geliefert wird,<br />
und das Rührwerk in Bezug auf Energieeintrag<br />
eher eine untergeordnete Rolle spielt.<br />
Bei Mischsystemen mittlerer Größe (2 000–<br />
3 000 l Ansatzgröße) ergeben sich am Rührwerk<br />
Umfangsgeschwindigkeiten von 2,5 m/s<br />
mit einem Abstand zwischen den Mischblättern<br />
von rd. 30 mm und am Homogenisator<br />
Umfangsgeschwindigkeiten von rd.<br />
30 m/s mit einem Abstand zwischen den<br />
Homogenisatorzähnen von rund 0,5 mm. Bezieht<br />
man Mittelwerte der o. g. Bereiche in<br />
die Berechnung der Scherraten ein, stellt<br />
man fest, dass bei Rührwerk und Homogenisator<br />
das Verhältnis des Energieeintrags im<br />
Bereich von 1:700 liegt. Hocheffiziente Homogenisiersysteme<br />
entsprechend des Rotor-<br />
Rotor-Prinzips erreichen heute bereits Scherraten<br />
von 140 000 s -1 bei Differenzgeschwindigkeiten<br />
von 70 m/s in einem Scherspalt<br />
von 0,5 mm. Vergleicht man solche Homogenisatoren<br />
mit einem Standard-Rührwerk,<br />
liegt das Verhältnis sogar bei 1:1 700.<br />
Unter den schnelllaufenden Homogenisatoren<br />
gibt es die verschiedensten technischen<br />
Ausführungen. Design und Kinematik<br />
sollen durch ihre Kombination die optimale<br />
Energiedichte liefern. Die Distanz<br />
zwischen Rotor und Stator (Scherspalt), die<br />
Anzahl der Scherstufen, die Anzahl und die<br />
Geometrie der Mischflügel (Zähne) sowie<br />
der Drehzahlbereich definieren, ob ein Homogenisator<br />
eher pumpstark, scherintensiv<br />
oder eine Kombination aus beidem ist.<br />
Energieumsetzung<br />
Den maßgeblichen Einfluss auf die Partikelbzw.<br />
Tröpfchengrößenverteilung und somit<br />
Produkteigenschaften nimmt allerdings die<br />
optimale Energiedissipation kombiniert<br />
aus Impuls, mechanischer Scherung, Kavitation<br />
und thermischer Energie. Diese<br />
Kombination ergibt sich aus der Scherrate<br />
und der Verweilzeit im Homogenisierwerkzeug<br />
(Geometrie, Widerstand und Förderleistung).<br />
Je nach Bauform und Ausführung<br />
des Homogenisatorwerkzeugs bilden dabei<br />
sowohl Fluiddynamik und Kavitation als<br />
auch mechanische Scherung und thermische<br />
Energie voneinander abhängige Wechselwirkungen,<br />
die einen maßgeblichen Einfluss<br />
auf die Effizienz des Homogenisiervorgangs<br />
nehmen.<br />
Klassische Homogenisatoren weisen aufgrund<br />
ihrer fixen Geometrie und somit mit<br />
einer variablen Drehzahl nur einen Freiheitsgrad<br />
auf, der die Gesamtenergie variieren<br />
kann, deren Zusammensetzung allerdings<br />
nicht. Durch die fixe Geometrie bleibt<br />
die proportionale Energiezusammensetzung<br />
über den gesamten Drehzahlbereich<br />
relativ gleich. Um eine an die Produkteigenschaften<br />
angepasste Energiekombination<br />
liefern zu können, bedarf es bei klassischen<br />
Rotor-Stator-Systemen einer Änderung der<br />
Geometrie, die nur durch mechanische<br />
Umbauten erreicht werden kann. Eine Ausnahme<br />
bildet das Rotor-Rotor-Prinzip, in<br />
dem der Stator nicht fest, sondern dynamisch<br />
betrieben wird. Durch die Möglichkeit,<br />
den dynamischen Stator sowohl in die<br />
gleiche als auch in die entgegengesetzte<br />
Richtung des Rotors zu drehen, kann mit<br />
dem Rotor-Rotor-Prinzip nicht nur die die<br />
Gesamtenergie, sondern auch die Zusammensetzung<br />
variiert werden. Das System<br />
bietet somit die Möglichkeit, allen Prozessanforderungen<br />
und Produkteigenschaften<br />
flexibel und kompromisslos durch<br />
reine Parameteränderung zu entsprechen.<br />
Fotos: Fotolia (#58143201, Sergey_Rasulov), Symex<br />
www.symex.de<br />
VERFAHRENSTECHNIK <strong>12</strong>/<strong>2018</strong> 11
VERFAHREN UND ANLAGEN<br />
Modernisierte Kosmetikherstellung<br />
Für die Werkserweiterung eines führenden Kosmetikkonzerns in<br />
Thailand liefert Gea die Prozesstechnologie. In Bangkok werden<br />
die Ingenieure bis April 2019 die Prozessstrecke von der Rohstoffannahme<br />
bis zur Abfüllung inklusive der benötigten Reinigungssysteme<br />
für Rohrleitungen und IBCs in Betrieb nehmen. Zudem ist<br />
Gea für die Automatisierung verantwortlich, die die Steue rungsvorgaben<br />
der Prozesse umsetzt. Insgesamt sollen dadurch die<br />
Produktverluste während<br />
der Herstellung wesentlich<br />
reduziert werden.<br />
Im Modernisierungsprojekt<br />
hat das Reinigungsverfahren<br />
eine besondere<br />
Bedeutung, denn die<br />
Fertigprodukte müssen<br />
auf ihrem Weg durch das<br />
Rohrsystem möglichst<br />
verlustfrei bis in den<br />
jeweiligen Zieltank oder zur Abfüllanlage entleert werden. Bei<br />
Produktwechsel werden die Rohrleitungen mit einem CIP-Medium<br />
gereinigt, das wiederum komplett aus der Rohrleitung entfernt<br />
werden muss. Dazu setzt der Hersteller Molchtechnologie ein.<br />
Bei der Deodorant-Herstellung mischt der Kunde schwierig zu<br />
verarbeitende Komponenten wie Alkohol und Zink-Komplexe, die<br />
oft empfindlich, anhaftend und abrasiv sind. Gea baut deshalb<br />
das Rohstoffannahme- und Dosiersystem aus speziellen Elastomeren,<br />
die für Sterilisationsprozesse geeignet sind und aggressive<br />
Medien unter Atex-Explosionsschutzgesichtspunkten handhaben.<br />
www.gea.com<br />
Seit 1919<br />
Kammer- und Durchlauftypen<br />
mit gesteuerter Ab- und Umluft<br />
definierte Frischluftzufuhr<br />
sehr exakte Temperatur- und<br />
Feuchteführung<br />
Will & Hahnenstein GmbH<br />
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Abluftwäscher mit neuem Magnetventil<br />
Die Fridurit Abluftwäscher<br />
sind für ihre hohen<br />
Wirkungsgrade und ihren<br />
umweltschonenden<br />
Betrieb bekannt. Ein<br />
neues Magnetventil soll<br />
nun eine höhere Verträglichkeit<br />
mit jeder Art Betriebswasser – ganz<br />
besonders mit entsalztem Wasser (VE-Wasser)<br />
bieten. Es setzt Wasserleitungen geringeren<br />
Druckschwankungen aus und arbeitet geräuscharm. Die Ventile<br />
regeln die Zufuhr des Betriebswassers für die Fridurit Abluftwäscher.<br />
Das Magnetventil ist aus Kunststoff gefertigt und besteht<br />
nur in einigen wasserführenden Teilen zusätzlich aus Edelstahl.<br />
Damit sind die neuen Ventile für jedes Betriebswasser tauglich,<br />
ohne höhere Kosten zu verursachen. Ein weiterer Vorzug ist, dass<br />
die neuen Ventile sogenannte Wasserschläge verhindern. Die<br />
neuen Magnetventile werden ab sofort in allen Fridurit Abluftwäschern<br />
standardmäßig verbaut. Ältere Geräte können mit den<br />
neuen Ventilen nachgerüstet werden. Mit bis zu 97 % erzielen die<br />
Fridurit Abluftwäscher besonders hohe Abscheidegrade säurehaltiger<br />
Luft. Die Geräte arbeiten dezentral, ressourcenschonend<br />
und wartungsfreundlich und können aufgrund ihrer kompakten<br />
Bauweise selbst unter engen Raumverhältnissen – etwa integriert<br />
in Laborabzügen – eingesetzt werden.<br />
www.friatec.de<br />
Schlagelemente steigern Durchsatz bei<br />
Mühlen<br />
Bis zu 20 % höherer Durchsatz, geringerer Temperatureintrag,<br />
unkompliziertes Nachrüsten – die neuen Schlagelemente<br />
„E3 Beater“ für die ACM-Sichtermühlen sollen die Kapazität<br />
erhöhen und den Energieverbrauch senken. Resultierend aus den<br />
Energieeinsparungen reduzieren sich die Produktionskosten auf<br />
ein Minimum. Durch die Geometrie der Schlagelemente verbessert<br />
sich die Effektivität der Zerkleinerungsprozesse doppelt:<br />
Neben der Beanspruchungsintensität<br />
optimiert sich auch<br />
die -häufigkeit. Die<br />
nach innen gerichtete<br />
Staupunktströmung,<br />
die als Leistungshemmnis<br />
wirkt,<br />
wurde minimiert.<br />
Dadurch wird eine<br />
optimale Energieausnutzung<br />
der Schlagelemente<br />
erzielt. Das<br />
Ergebnis: ein verringerter<br />
spezifischer<br />
Energieverbrauch. Ihren Einsatz finden die Schlagelemente vor<br />
allem im Bereich der Pulverlackvermahlung und der Mahlung<br />
zäher, schlecht mahlbarer Stoffe wie Wachse und Stearate. Der<br />
Austausch der alten durch eine neu bestückte Mahlscheibe ist laut<br />
Hersteller einfach und garantiert ein unkompliziertes Nachrüsten.<br />
Beim Wechsel der Mahlscheiben sind keine Veränderungen an<br />
weiteren Komponenten notwendig. So ist die Anlage innerhalb<br />
kürzester Zeit voll betriebsbereit.<br />
www.hosokawa-alpine.com<br />
<strong>12</strong> VERFAHRENSTECHNIK <strong>12</strong>/<strong>2018</strong><br />
WH.indd 1 05.11.<strong>2018</strong> 15:14:55
VERFAHREN UND ANLAGEN<br />
Moderne Anlagenintegration in der Rothaus-Brauerei<br />
Die Brauerei Rothaus wollte eine in die Jahre gekommene Abfüllanlage<br />
ersetzen, die mittelfristig die hohen Hygiene- und<br />
Qualitätsstandards der Brauerei nicht mehr garantieren konnte.<br />
Außerdem konnte sie das umfangreiche Mehrweg-Leergut<br />
anderer Hersteller nicht mit den eigenen hochproduktiven<br />
Steuerroutinen verarbeiten, ohne das hohe<br />
Effizienzziel der neuen Abfüllanlage zu<br />
gefährden.<br />
Das Gebo Cermex Team lieferte die Integrationsleistungen<br />
für die Einrichtung einer<br />
neuen Sortier- und einer neuen Abfüllanlage.<br />
In enger Zusammenarbeit mit dem Kunden<br />
gelang es dem Unternehmen, 30 verschiedene<br />
Maschinen von einem Dutzend<br />
unterschiedlicher Anbieter vollständig zu<br />
integrieren und eine neue Produktionslinie zu schaffen, die<br />
3 200 Kisten pro Stunde sortieren und bis zu 50 000 Flaschen pro<br />
Stunde füllen kann. Außerdem lieferte Gebo Cermex die Kronkorkenzuführungen,<br />
die Fördertechnikkomponenten und das<br />
Palettenmanagement innerhalb der Brauerei.<br />
Die Lösung von Gebo Cermex liefert Zuverlässigkeit<br />
und Effizienz, die vom Anteil der<br />
Fremdflaschen am Mehrweg-Leergut<br />
praktisch unabhängig ist. Das heißt, dass die<br />
Kisten im Durchschnitt bis zu 40 % und in der<br />
Spitze bis zu 80 % Flaschen anderer Hersteller<br />
enthalten können, ohne dass Probleme<br />
entstehen.<br />
www.gebocermex.com<br />
Flexibles<br />
Extrusionssystem<br />
Die Kautschukverarbeitung<br />
stellt Gummi- und Reifenhersteller<br />
vor große Herausforderungen.<br />
Gefordert ist ein<br />
Höchstmaß an Produktqualität<br />
bei gleichzeitiger Steigerung<br />
der Wirtschaftlichkeit. Unter<br />
diesem Gesichtspunkt bietet<br />
UTH mit Roll-ex 220 TRF ein<br />
Extrusionssystem an, um die<br />
Herstellung von Reifen-,<br />
Gummi- und Silikonprodukten<br />
zu optimieren. Die Maschine<br />
SAVETHE DATE<br />
9.-11.4.2019<br />
NURNBERG, GERMANY<br />
ist für einen Durchsatz von bis<br />
zu 2 500 kg/h ausgelegt.<br />
Auch bei häufigem Mischungswechsel<br />
sowie farbigem<br />
Material bieten sich Zahnradextruder<br />
an, da sie aufgrund<br />
ihrer patentierten Bauart<br />
schnell und gründlich<br />
gereinigt werden können. Das<br />
modulare System kann sowohl<br />
mit Zweiwalzen-Fütteraggregat<br />
(TRF) als auch Einschneckenextruder<br />
oder konischem<br />
Doppelschneckenextruder<br />
kombiniert werden. Die<br />
Durchsatzleistungen betragen<br />
bis zu 10 000 kg/h.<br />
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OF POWDER AND BULK SOLIDS<br />
VERFAHRENSTECHNIK 4/<strong>2018</strong> 13
TOP-THEMA I TITEL<br />
Gute Luft für gutes Bier<br />
Brauerei bringt Druckluftversorgung mit ölfreien Kompressoren auf den neuesten Stand<br />
Als bei der Warsteiner Brauerei der<br />
Austausch mehrerer in die Jahre<br />
gekommener Kompressoren<br />
anstand, wurden gemeinsam zwei<br />
neue Konzepte für die Erzeugung<br />
der Betriebs- und der Steuerluft<br />
erarbeitet. Insgesamt fünf ölfrei<br />
verdichtende Schraubenkompressoren<br />
der neuesten<br />
Generation stellen heute eine<br />
hocheffiziente und verlässliche<br />
Druckluftversorgung sicher.<br />
Autorin: Stephanie Banse, freie Journalistin,<br />
Hamburg<br />
1753 gegründet, zählt die Warsteiner<br />
Brauerei Haus Cramer KG heute zu den<br />
größten Privatbrauereien Deutschlands.<br />
Der Weg vom Gerstenmalz zum Gerstensaft<br />
ist komplex. Diverse Prozesse müssen<br />
durchlaufen werden, und bevor das Bier im<br />
letzten Schritt in Flaschen oder Fässer abgefüllt<br />
wird, vergehen Wochen. Entlang des<br />
Brauprozesses erfüllt Druckluft diverse Aufgaben;<br />
sie kommt in zwei Qualitäten zum<br />
Einsatz. „Wir haben seit jeher zwei getrennte<br />
Netze für Steuerluft mit einem<br />
Überdruck von 8 bar und für Betriebsluft<br />
mit 6 bar“, erklärt Facility-Manager Julian<br />
Behr. „Erstere benötigen wir im Wesentlichen,<br />
um Antriebe und Ventile zu schalten.<br />
Für die Betriebsluft gibt es einen deutlich<br />
breiteren Anwendungsbereich. Die brauchen<br />
wir unter anderem, um Tanks auszublasen,<br />
zur Belüftung der Würze und zur<br />
Förderung des Trebers.“<br />
Während die Lastschwankungen im Bereich<br />
der Steuerluft überschaubar sind, ist<br />
der Bedarf an Betriebsluft komplett von der<br />
jeweiligen Produktionslage abhängig, was<br />
mit großen Bedarfsspitzen verbunden ist.<br />
Der Luftbedarf liegt bei bis zu <strong>12</strong>0 m³/min,<br />
die kurzfristigen Bedarfsschwankungen<br />
können bis zu 30 bis 40 m³/min betragen.<br />
„Dieser Punkt hat bei der Auslegung der<br />
neuen Druckluftversorgung eine große<br />
Rolle gespielt“, erklärt Behr. „Bereits vor fünf<br />
Jahren haben wir einen ersten drehzahlgeregelten<br />
Kompressor ins Betriebsluftnetz<br />
hineingenommen. Um die hohen Bedarfsschwankungen<br />
abfahren zu können, wurde<br />
jetzt noch ein zweiter ergänzt. Darüber<br />
hinaus arbeiten wir mit Pufferbehältern.“<br />
Historisch gewachsen<br />
Das Druckluftnetz bei Warsteiner ist mit der<br />
Brauerei stückweise gewachsen. Als das<br />
Unternehmen in den 70er-Jahren seine Produktion<br />
von der Stadtmitte auf die „grüne<br />
Wiese“ am Stadtrand verlegte, gab es<br />
zunächst nur eine Station im heutigen<br />
Maschinenhaus 1. Es folgte ein weiteres<br />
Maschinenhaus, das neben einer zweiten<br />
Druckluftstation auch andere Energieformen<br />
beherbergte. Vor den jüngsten<br />
Sanierungsmaßnamen, die 2015 begannen,<br />
verteilten sich insgesamt sechs Betriebsluftmaschinen<br />
und vier Steuerluftmaschinen<br />
auf beide Stationen.<br />
„Die älteste Anlage, die wir damals hatten,<br />
war von 1986, die jüngste von 1994“,<br />
beschreibt Behr die Situation. „Das heißt,<br />
die Kompressoren waren bereits 20 oder<br />
mehr Jahre alt. Da hätte bald eine zweite<br />
Generalüberholung angestanden.“ Hinzu<br />
kam, dass die Maschinen von ihrer Leistung<br />
her zu groß ausgelegt waren, um den<br />
schwankenden Bedarf effizient zu bedienen<br />
14 VERFAHRENSTECHNIK <strong>12</strong>/<strong>2018</strong>
TITEL I TOP-THEMA<br />
01 Die ölfrei verdichtenden Schraubenkompressoren ZT 75 und<br />
ZT 132 VSD stellen Steuerluft bereit, ihr Zusammenspiel wird von einer<br />
übergeordneten Steuerung effizient geregelt<br />
02 Drei ölfrei verdichtende Schraubenkompressoren sorgen für die<br />
Produktion von Betriebsluft, zwei Kältetrockner stellen den<br />
gewünschten Drucktaupunkt sicher<br />
und auszuregeln. Daraus ergaben sich hohe<br />
Leerlaufzeiten und ein insgesamt ineffizientes<br />
Laufverhalten. „Ziel unseres Projektes<br />
war es, die Druckluftversorgung auf moderne<br />
energieeffiziente Kompressoren umzustellen<br />
und dabei mit kleineren Maschinen<br />
eine feinere Staffelung zu erreichen“,<br />
erklärt Behr „Zudem sollten weitere Maschinen<br />
mit variabler Drehzahl eine bedarfsgerechte<br />
Erzeugung sicherstellen.“<br />
Mithilfe der übergeordneten Steuerung<br />
für die damalige Druckluftversorgung ermittelte<br />
Behrs Team dann zunächst die Bedarfe<br />
und Schwankungen und erstellte auf<br />
dieser Basis ein Konzept für die aktuelle<br />
Druckluftversorgung. „Zu einem relativ<br />
späten Zeitpunkt der Planung kam dann die<br />
Frage auf, wo die Maschinen positioniert<br />
werden sollen“, erinnert sich der Facility-<br />
Manager. „Da wir auf jeden Fall die Abwärme<br />
der Kompressoren nutzen wollten,<br />
haben wir einen Ort gesucht, wo es Abnehmer<br />
gibt.“ So ist in einer Versandhalle noch<br />
eine weitere Station entstanden, die in der<br />
kalten Jahreszeit die Heizung unterstützt.<br />
Zwei Netze, drei Stationen<br />
Heute werden die Netze für Betriebs- und<br />
Steuerluft von insgesamt drei Druckluftstationen<br />
versorgt. Im Maschinenhaus 1 ist<br />
eine komplett neue Station entstanden.<br />
Hier stellen ölfrei verdichtende Schraubenkompressoren<br />
der Typen ZT 75 und<br />
ZT 132 VSD (VSD steht für Variable Speed<br />
Drive beziehungsweise Drehzahlregelung)<br />
von Atlas Copco die Steuerluft bereit. Von<br />
der alten Station ist lediglich der über<br />
30 Jahre alte ölfrei verdichtende ZR3 übrig<br />
geblieben, der bei Bedarf noch als Reserve<br />
für die Betriebsluft genutzt werden kann.<br />
Die Station im Maschinenhaus 2 blieb<br />
unverändert. Von hier aus speist ein drehzahlgeregelter<br />
Fremdkompressor ins Betriebsluftnetz.<br />
Ein weiterer Reserve-ZR3<br />
dient als absolute Sicherheit für die Steuerluft.<br />
Die neue Station 3 beherbergt drei<br />
ölfrei verdichtende Schrauben für die<br />
Produktion von Betriebsluft: einen ZT 160,<br />
einen ZT 160 VSD und einen ZT 145 FF. Bei<br />
der FF-Version (Full Feature) sind ab Werk<br />
bereits Adsorptionstrockner, Druckluftfilter,<br />
Kondensatableiter und -trenner im Kompressorgehäuse<br />
integriert. Bedarfsgerecht<br />
geregelt wird die Betriebslufterzeugung<br />
von einer übergeordneten<br />
Steuerung.<br />
„Im Bereich Betriebsluft bedienen<br />
die Maschinen mit fester Drehzahl<br />
die Grundlast“, beschreibt Behr<br />
das Zusammenspiel. „Die Schwankungen<br />
werden von den beiden<br />
VSD-Maschinen ausgeglichen. Im<br />
Regelfall laufen zwei Maschinen mit<br />
fester Drehzahl und eine VSD-Maschine.“<br />
Eine zweite übergeordnete<br />
Steuerung regelt die beiden neuen<br />
Steuerluftkompressoren. Um die Versorgungssicherheit<br />
zu jeder Zeit zu gewährleisten,<br />
fungiert der ZT 145 FF aus Station 3 als<br />
Redundanzmaschine. „Die kann in beide<br />
Netze speisen und wird bei Bedarf über<br />
einen Druckumschalter vom Betriebsluftnetz,<br />
wo sie normalerweise mitläuft, an das<br />
Steuerluftnetz übergeben“, erläutert Behr.<br />
Hauptsache ölfrei<br />
Ziel unseres Projektes war es,<br />
die Druckluftversorgung<br />
auf moderne energieeffiziente<br />
Kompressoren umzustellen<br />
und dabei mit kleineren<br />
Maschinen eine feinere<br />
Staffelung zu erreichen.<br />
Julian Behr, Facility-Manager,<br />
Warsteiner Brauerei<br />
Ein wesentlicher Punkt bei der Auswahl der<br />
Kompressoren war ihr absolut ölfreier Betrieb<br />
– ein Kriterium, das Atlas Copco mit<br />
den Maschinen aus der Z-Serie sicher erfüllen<br />
kann. Die zweite Anforderung an die<br />
Druckluftqualität ist ihr Taupunkt. Dieser<br />
wird bei der Betriebsluft mittels Kältetrockner,<br />
bei der Steuerluft mittels Adsorptionstrockner<br />
sichergestellt. Nachgeschaltete<br />
DD-Partikelfilter sorgen in beiden Netzen<br />
für einen Restpartikelgehalt gemäß Klasse 2,<br />
DIN 8573.<br />
Aufgrund ihrer absolut ölfreien Verdichtung<br />
und des ebenso zuverlässigen wie effizienten<br />
Betriebs konnten die ZT-Kompressoren<br />
gegenüber dem Wettbewerb durchsetzen.<br />
Heute läuft die Druckluftanlage zu<br />
Behrs vollster Zufriedenheit. Auch für die<br />
neuen Kompressoren hat Warsteiner wieder<br />
einen Wartungsvertrag mit Atlas Copco<br />
abgeschlossen. Inzwischen werden die notwendigen<br />
Intervalle aber von Smartlink,<br />
dem Datenüberwachungssystem von Atlas<br />
Copco, ermittelt. „Wir haben die Software<br />
in der Basisversion“, berichtet Behr. „Wenn<br />
Wartungen anstehen, bekomme ich eine<br />
E-Mail. Ich muss also keine Betriebsstunden<br />
mehr notieren.“<br />
Jeder Einspeisepunkt besitzt zudem eine<br />
eigene Verbrauchsmessung. „Diese Messung<br />
wird über Impulse aufgenommen und<br />
geht in eine übergeordnete Datenbank, wo<br />
wir alle Verbräuche in der Brauerei sammeln“,<br />
erläutert Behr. „Außerdem messen<br />
wir kontinuierlich die Volumenströme und<br />
tragen die Ergebnisse einmal monatlich<br />
ebenfalls in die Datenbank ein. Daraus<br />
generieren wir dann unsere Kennzahlen,<br />
denn für unser Energiemanagementsystem<br />
nach ISO 50001 müssen wir zeigen, dass<br />
wir die Werkzeuge für ein Verbrauchs<br />
Monitoring haben.“<br />
Fotos: Atlas Copco, Warsteiner Brauerei<br />
www.atlascopco.com<br />
VERFAHRENSTECHNIK <strong>12</strong>/<strong>2018</strong> 15
TOP-THEMA I DRUCKLUFTTECHNIK<br />
Nur beste Qualität in der Flasche<br />
Saubere Druckluft für die Getränkeproduktion<br />
Beim Christinen-Brunnen in<br />
Bielefeld sorgen zwei trocken<br />
verdichtende Schraubenkompressoren<br />
im Verbund mit zwei Kältetrocknern<br />
und diversen Filtern für lebensmittelreine<br />
Arbeits- und Steuerluft zum<br />
Aufbereiten, Mischen und Abfüllen<br />
des Mineral-Quellwassers.<br />
Natürlich so energieeffizient und<br />
zuverlässig wie möglich.<br />
Autorin: Daniela Koehler, Pressesprecherin,<br />
Kaeser Kompressoren SE, Coburg<br />
In vielen industriellen Anwendungen<br />
ist es wichtig, dass die eingesetzte<br />
Druckluft möglichst sauber ist. So auch<br />
in der Getränkeindustrie: 1895 gründete<br />
Franz Bunte in Gütersloh einen Getränkehandel,<br />
der rasch wuchs und bald zu einer<br />
bekannten Adresse in Ostwestfalen wurde.<br />
Heute gehört u. a. die Marke „Christinen“<br />
zum Portfolio – eines der bekanntesten<br />
deutschen Mineralwässer, das auch europaweit<br />
sehr erfolgreich ist.<br />
Als Energieträger und Steuermedium ist<br />
Druckluft im Abfüllbetrieb der Getränkeproduktion<br />
allgegenwärtig – wobei in dieser speziellen<br />
Arbeitsumgebung natürlich spezielle<br />
Anforderungen an ihre Reinheit gelten. Hinzu<br />
kommt die Nutzung als Basisluft für die<br />
Nachverdichter der beiden PET-Behälterfertigungslinien.<br />
Als es daher vor kurzem darum<br />
ging, die Druckluftversorgung grundlegend<br />
zu erneuern, stand von vornherein fest:<br />
Die neuen Schraubenkompressoren mussten<br />
trocken verdichten. Und die Druckluftaufbereitung<br />
muss die erforderliche Druckluftqualität<br />
zuverlässig sicherstellen.<br />
01<br />
16 VERFAHRENSTECHNIK <strong>12</strong>/<strong>2018</strong>
DRUCKLUFTTECHNIK I TOP-THEMA<br />
Analyse ist wichtig<br />
Häufig wird in Druckluftstationen mehr<br />
Druckluft erzeugt, als tatsächlich abgenommen<br />
wird, da die Endverbraucher ein<br />
unterschiedliches Nutzungsverhalten an<br />
den Tag legen. Erzeugung und Verbrauch<br />
stimmen mitunter nicht immer überein.<br />
Es empfiehlt sich daher, zunächst eine<br />
Analyse des tatsächlichen Bedarfs vorzunehmen<br />
und anschließend das Druckluftsystem<br />
entsprechend der ermittelten Daten<br />
zu konzipieren.<br />
In die Kompressoren integrierte Kontrollund<br />
Regelgeräte ermöglichen die Auswahl<br />
zwischen bis zu fünf Steuerungsmodi. Diese<br />
sorgen dafür, dass Leerlauf- und Schaltverluste<br />
minimiert werden – abhängig davon,<br />
ob ein Kompressor zur Deckung der Grundoder<br />
Spitzenlast eingesetzt wird.<br />
Bei großen Druckluftstationen tragen darüber<br />
hinaus maschinenübergreifende<br />
Steuerungen mit Managementfunktion dazu<br />
bei, dass die einzelnen Kompressoren<br />
02<br />
optimal zusammenspielen und ideal an den<br />
Druckluftverbrauch angepasst arbeiten.<br />
Zusätzlich stehen inzwischen auch trockenverdichtende<br />
Schraubenkompressoren<br />
mit Drehzahlregelung über einen Frequenzumrichter<br />
zur Verfügung. Werden<br />
diese Anlagen im Verbund mit Kompressoren<br />
mit konstanter Drehzahl betrieben, sind<br />
Energieeinsparungen von bis zu 25 % und<br />
mehr erreichbar.<br />
Aus acht macht zwei<br />
Die von den Druckluftfachleuten vorgenommene<br />
Analyse der Druckluft-Auslastung<br />
(ADA) und deren Auswertung mit der<br />
Kess-Software (Kess = Kaeser Energie-<br />
Spar-System) ergab als optimale Anlagen-<br />
Konstellation für Christinen-Brunnen zwei<br />
luftgekühlte, trocken verdichtende Schraubenkompressoren<br />
der Baureihe CSG 130-2<br />
SFC (7,5 bar) mit zweistufigem Schraubenkompressorblock.<br />
Jeder Kompressor liefert<br />
einem Secotec-Energiespar-Kältetrockner<br />
Der Aufwand für Wartung und Instandhaltung<br />
ist um 75 % gesunken<br />
des Typs TF 173 zu, bevor die getrocknete<br />
Druckluft in einem Mikrofilter FE-177 D gereinigt<br />
und ins Netz entlassen wird.<br />
Betriebsleiter Peter Wohlberg ist die Zufriedenheit<br />
mit der neuen Druckluftversorgung<br />
förmlich anzusehen. So richtig ins<br />
Schwärmen kommt er allerdings, wenn er<br />
sich für die Effizienz der Anlagen begeistert.<br />
Schließlich erledigen mittlerweile lediglich<br />
zwei Kompressoren das, wofür in der vorherigen<br />
Installation acht Anlagen eines<br />
anderen Anbieters erforderlich waren. Das<br />
bedeute nicht nur Einsparungen beim<br />
Energieverbrauch zum Erzeugen und Aufbereiten<br />
der Druckluft, sondern auch der<br />
Aufwand für Wartung und Instandhaltung<br />
ist um 75 % weniger geworden.<br />
Hinzu kommt der Wegfall der Kosten für<br />
Bereitstellung und Betrieb der Kühlmittelversorgung<br />
für die wassergekühlten Altanlagen:<br />
Die Kaeser-Kompressoren sind luftgekühlt<br />
und brauchen keine aufwändigen zusätzlichen<br />
Installationen. Zudem lässt sich<br />
die in den Kühlern erwärmte Abluft praktisch<br />
ein zweites Mal verwenden. Sie wird für<br />
die Beheizung der an die Kompressorstation<br />
angrenzenden Werkhallen genutzt. Das<br />
senkt die Aufwendungen für Heizkosten.<br />
Peter Wohlberg ist sicher, dass sich die<br />
Druckluftversorgung in deutlich unter zwei<br />
Jahren amortisiert haben wird.<br />
Fotos: Kaeser<br />
www.kaeser.com<br />
01 Die übergeordnete Steuerung ist ein<br />
Druckluft-Managementsystem, mit dem sich<br />
die einzelnen Komponenten einer Druckluftstation<br />
überwachen und optimal aufeinander<br />
abstimmen lassen<br />
02 Dafür, dass die Druckluft beste Qualität<br />
hat, sorgt eine hochmoderne Druckluftanlage<br />
mit trockenverdichtenden Schraubenkompressoren,<br />
Secotec Energiespartrockner<br />
und entsprechendem Filter<br />
VERFAHRENSTECHNIK <strong>12</strong>/<strong>2018</strong> 17
SUMMER OF ENGINEERING<br />
ZU GAST<br />
BEI AERZEN<br />
AERZEN HAT ES IN SICH<br />
SUMMER OF ENGINEERING<br />
Kennen Sie Aerzen? Aerzen<br />
ist eine Kleinstadt in<br />
Niedersachsen mit ca.<br />
8 000 Einwohnern. Aber<br />
Aerzen ist auch ein<br />
erfolgreiches Familienunternehmen,<br />
das<br />
innovative Lösungen für<br />
die Komprimierung von<br />
Gasen anbietet und seit<br />
mehr als 150 Jahren für<br />
höchste Qualitätsansprüche<br />
steht.<br />
Die Fahrt nach Aerzen hat sich gelohnt: Das lag aber nicht an dem eher unspektakulären<br />
„Flecken“ Aerzen, der sich im Landkreis Hameln-Pyrmont im südlichen Niedersachsen<br />
befindet, sondern an der Aerzener Maschinenfabrik, die wir auf unserer<br />
SUMMER of ENGINEERING-Tour besucht haben. Der Hersteller von Maschinen<br />
zur Förderung und Verdichtung von Gasen kann auf mehr als 150 Jahre Firmengeschichte<br />
zurückblicken. An innovativen Ideen und begeisterten Mitarbeitern mangelt es dem in<br />
vierter Generation geführten Familienunternehmen nicht. Davon konnten wir uns bei<br />
dem Rundgang durch zahlreiche Produktionshallen und in den Gesprächen mit Klaus-<br />
Hasso Heller, Stephan Brand, Markus Leidinger und Sebastian Meißler überzeugen.<br />
Besonders beeindruckend ist die Halle, in der die Großgebläse für die Stahlindustrie<br />
montiert werden – die kommen von den Dimensionen her locker an einen Kleinwagen heran.<br />
Marketingreferent Sebastian Meißler erläutert: „Wir bauen hier in Aerzen das weltweit<br />
größte Drehkolbengebläse mit einem Fördervolumen von 100 000 m 3 /h, das z. B. in der<br />
Stahlerzeugung eingesetzt wird. Die Maschine hat ein Gewicht von ca. 30 t sowie eine Antriebsleistung<br />
von 1,5 MW und ist trotzdem ein absolutes Präzisionsgebläse.“<br />
Innovativ ist Aerzen seit 150 Jahren – bereits 1868 wurde das erste Drehkolbengebläse<br />
Europas entwickelt. Weitere Meilensteine folgten 1911 mit dem Turbogebläse, 1943 mit<br />
dem Schraubenverdichter, 1987 mit den dreiflügeligen Gebläsen, 2010 mit dem weltweit<br />
ersten Drehkolbenverdichter und <strong>2018</strong> mit dem neuen Turbogebläse G5.<br />
Autorinnen: Dipl.-Geogr. Martina Laun, Redakteurin DER BETRIEBSLEITER, Dipl.-Ing. (FH) Eva Linder,<br />
Chefredakteurin VERFAHRENSTECHNIK und wlb UMWELTTECHNIK, Vereinigte Fachverlage GmbH, Mainz<br />
18 VERFAHRENSTECHNIK SUMMER of ENGINEERING <strong>12</strong>/<strong>2018</strong> 2017
SUMMERof <strong>2018</strong><br />
ENGINEERING<br />
INDIVIDUELLE LÖSUNGEN<br />
Beim Rundgang fällt uns auf – viele Maschinen sind für Aerzen-Kunden<br />
maßgeschneidert und keine Lösung von der Stange. Dazu Marketingleiter<br />
Stephan Brand: „Wir stellen das Kundeninteresse in den<br />
Mittelpunkt und sind im ständigen Dialog mit Planern, Anlagenbauern<br />
und Betreibern, um die wirtschaftlichste und langfristig<br />
zukunftsorientierteste Prozessluftlösung zu finden. Deshalb haben<br />
wir auch die Kampagne ‚Let’s talk‘ ins Leben gerufen.“<br />
Da die Gebläse und Verdichter in den unterschiedlichsten Branchen<br />
zum Einsatz kommen, ist die individuelle Lösung erst recht<br />
entscheidend. „Gase müssen überall verdichtet oder gefördert werden,<br />
und trotzdem hat jeder Anwender ganz spezielle Anforderungen“,<br />
ergänzt Brand. „In der Abwassertechnik geht es um den Sauerstoffeintrag<br />
in Kläranlagen, bei Schüttgütern reden wir über den pneumatischen<br />
Transport – das kann u. a. in der Zement-, aber auch in<br />
der Lebensmitteltechnik sein.“<br />
Beim Gang durch die Hallen entdecken wir noch Maschinen für die<br />
Chemie-, Vakuum-, Kälte-, Druckluft- und <strong>Verfahrenstechnik</strong>. Aber<br />
auch Aggregate, die zur Produktion von Flachbildschirmen und Solarzellen<br />
oder für die Schifffahrt und als Jetstarter für Flugzeugturbinen<br />
eingesetzt werden, stehen zur Auslieferung an den Kunden bereit.<br />
INVESTITIONEN IN DIE ZUKUNFT<br />
An Mut zur Weiterentwicklung mangelte es der Firma Aerzen noch<br />
nie: 2014 wurden die kompletten Strukturen neu aufgestellt, um<br />
den hohen Ansprüchen an Qualität und Liefertreue weiterhin gerecht<br />
werden zu können. Geschäftsführer Klaus-Hasso Heller ist<br />
Treiber der Lean Transformation und legt sein Augenmerk besonders<br />
auf die Modernisierung des Standorts Aerzen. Bereits in seinem<br />
ersten Jahr an der Spitze des Unternehmens entstanden auf<br />
dem Werksgelände eine neue Lagerhalle sowie eine Montage- und<br />
Aufbauhalle. 2008 wurde mit der Halle 21 ein neues Produktionscenter<br />
eingeweiht. Ausgestattet mit neuesten Bearbeitungsanlagen<br />
können die Standardmaschinen dort komplett hergestellt<br />
werden: von der Anlieferung des Rohmaterials bis zur Endmontage<br />
der Gebläse inklusive Prüfstandslauf, Lackierung und Verpackung.<br />
01 Für den Geschäftsführenden<br />
Gesellschafter<br />
Klaus-Hasso Heller liegt der<br />
Erfolg der Firma Aerzen vor<br />
allem am Engagement und<br />
in der Unterstützung<br />
fähiger und begeisterter<br />
Mitarbeiter<br />
02 Für Marketingleiter<br />
Stephan Brand steht das<br />
Kundeninteresse im<br />
Mittelpunkt<br />
DIE VORTEILE DES NEUEN<br />
TURBOGEBLÄSES TURBO G5PLUS<br />
n Erhöhung der Energieeffizienz um bis zu 10 % gegenüber<br />
konventioneller Turbotechnologie<br />
n verlängerte Lagerlebensdauer dank innovativer Luftlagerung<br />
mit Doppelbeschichtung, höchste Zuverlässigkeit<br />
auch bei extremen Betriebsbedingungen<br />
n 100 Prozent ölfrei<br />
n geringster Wartungsaufwand, nur der Filter muss<br />
regelmäßig gewechselt werden<br />
n erweiterte Einsatzmöglichkeiten bei Umgebungstemperaturen<br />
bis 50 °C<br />
n aktiver Pumpschutz durch automatische Drehzahlerhöhung<br />
n platzsparendes Design<br />
03 Marketingreferent Sebastian Meißler (Mitte) führt uns durch<br />
die zahlreichen Produktionshallen des Familienunternehmens<br />
Aber auch in allen anderen Produktionshallen stehen riesige CNC-<br />
Maschinen, auf denen Teile gedreht, geschliffen, gefräst und gebohrt<br />
werden. Über 50 verschiedenen Werkzeuge können an den<br />
Maschinen angebracht werden – nur so lässt sich das große Produktprogramm<br />
realisieren. Am Standort in Aerzen werden 2- und<br />
3-flügelige Drehkolbengebläse, Drehkolbenverdichter und Schraubenverdichter<br />
produziert, Turbogebläse stellt die Tochter Aerzen<br />
Turbo Europe in Rinteln her. Beim Drehkolbenverdichter Delta<br />
Hybrid kommt Stephan Brand ins Schwärmen: „Der Delta Hybrid<br />
ist eine ganz besondere Entwicklung – das ist eine Synthese aus<br />
SUMMER VERFAHRENSTECHNIK of ENGINEERING <strong>12</strong>/<strong>2018</strong> 2017 19
04 In der komplett autarken Halle 21 werden Standardmaschinen<br />
hergestellt<br />
05 Über 50 verschiedene Werkzeuge können an den<br />
CNC-Maschinen angebracht werden – nur so lässt sich das<br />
große Produktprogramm realisieren<br />
SUMMER OF ENGINEERING<br />
Gebläse und Verdichter mit einer außergewöhnlichen Energieeffizienz.“<br />
Seit seiner Markteinführung 2010 wird der innovative<br />
Drehkolbenverdichter im neuen Produktionscenter gefertigt.<br />
ABWASSERTECHNIK IM FOKUS<br />
Dass in diesem Jahr besonders viele Innovationen im Bereich Abwassertechnik<br />
auf den Markt kamen, liegt an der Tatsache, dass bei<br />
den Kläranlagenbetreibern das Thema Energieeffizienz auf der<br />
Agenda ganz oben steht. Besonders stolz wird uns das neue Turbogebläse<br />
G5plus präsentiert, das kleiner, effizienter und einfach besser<br />
sein soll. Und auch das Thema Digitalisierung spielt hier eine sehr<br />
große Rolle. Abwasserspezialist Markus Leidinger erklärt: „Auf dem<br />
Weg zu Wasser 4.0 begleiten wir die Kläranlagenbetreiber mit dem<br />
ganzheitlichen Konzept Aerwater, das Lösungen zur Digitalisierung,<br />
Automatisierung und Ressourceneffizienz umfasst.“ (s. Interview)<br />
NATIONAL UND INTERNATIONAL<br />
20 VERFAHRENSTECHNIK <strong>12</strong>/<strong>2018</strong><br />
Nach dem beeindruckenden Rundgang fragen wir uns, was das Erfolgsrezept<br />
der Firma Aerzen ist, die sich im Gegensatz zum doch<br />
eher verschlafenen Städtchen Aerzen sehr agil und kreativ präsentiert.<br />
Stephan Brand klärt uns auf: „Wir haben uns schon früh auf<br />
Gebläse- und Verdichtertechnik spezialisiert und setzen kontinuierlich<br />
auf Innovation, Qualität und eine Weiterentwicklung unserer<br />
Produkte. Als Familienunternehmen haben wir kurze Entscheidungswege,<br />
hier wird Kreativität gefördert und Gestaltungsspielraum<br />
angeboten. Die Gruppe Aerzen mit 50 Tochtergesellschaften<br />
und insgesamt rund 2 200 Mitarbeitern weltweit beweist, dass man<br />
als deutscher Mittelständler auch international sehr erfolgreich<br />
sein kann.“<br />
Der Geschäftsführende Gesellschafter Klaus-Hasso Heller sieht<br />
den Erfolg der Firma Aerzen in den hohen Qualitätsstandards, einer<br />
tief verankerten Innovationskultur, einer konsequenten Kundenorientierung<br />
in allen Unternehmensbereichen und vor allem im<br />
Engagement und in der Unterstützung fähiger und begeisterter<br />
Mitarbeiter.<br />
Fotos: Aerzen, Martina Laun, Holger Seybold<br />
www.aerzen.com<br />
WAS STECKT HINTER SUMMER OF ENGINEERING?<br />
Im Sommer <strong>2018</strong> gingen unsere Redakteure bereits im dritten<br />
Jahr auf multimediale Deutschland-Tour. Diesmal drehte sich<br />
alles um „Innovation Excellence“, also Unternehmen, die von<br />
uns wegen ihrer besonderen Fähigkeiten ausgewählt wurden.<br />
Eine Station dieser Roadshow führte uns zu Aerzen in Aerzen.<br />
VIDEO<br />
www.summer-of-engineering.de/aerzen_<strong>2018</strong><br />
Sie möchten mehr über unsere Tour erfahren? Spannendes<br />
finden Sie auf unserem Blog:<br />
www.summer-of-engineering.de<br />
Warum das Unternehmen<br />
Aerzen so<br />
erfolgreich ist, erfahren<br />
Sie in unserer Video-<br />
Reportage:<br />
SUMMERof <strong>2018</strong><br />
ENGINEERING
06 Abwasserspezialist Markus Leidinger begleitet<br />
die Kunden gerne auf dem Weg zu Wasser 4.0<br />
MIT SIEBEN BAUSTEINEN ZU<br />
WASSER 4.0<br />
Was kann Aerzen<br />
Klär anlagenbetreibern<br />
anbieten, um ihre Anlagen<br />
zukunftsfit zu machen?<br />
Hier kommt das Aerzen-Performance³-Konzept ins<br />
Spiel. Dahinter verbirgt sich nicht nur unser Produktportfolio<br />
Drehkolbengebläse Delta Blower, Drehkolbenverdichter<br />
Delta Hybrid und Turbo gebläse Aerzen<br />
Turbo, sondern vielmehr die indi viduelle Lösung<br />
und das mögliche Zusammenspiel der Technologien.<br />
Denn jede Technologie hat Stärken, gleichzeitig aber<br />
auch physikalische Grenzen. Auf der Suche nach der<br />
effizientesten Lösung gilt es, die Möglichkeiten der<br />
Maschinentechnologien auf die individuellen Anforderungen<br />
der jeweiligen Anlage zu konfigurieren.<br />
Wurden in der Vergangenheit vielfach nur Gebläse<br />
Ein gutes Beispiel für ein gelungenes Abwasserprojekt:<br />
In der Kläranlage Aachen-Soers wurden<br />
zehn Turboverdichter durch 17 energiee ffiziente<br />
Drehkolbenverdichter ersetzt<br />
einer Baugröße installiert, so findet heute häufig ein Mix aus unterschiedlichen Baugrößen oder gar Technologien<br />
statt. Einsparungen von bis zu 30 % sind möglich. Das Performance³-Konzept erlaubt damit<br />
maßgeschneiderte Lösungen basierend auf den Technologien Blower, Hybrid und Turbo.<br />
Was bieten Sie über<br />
die Maschinentechnik<br />
hinaus an?<br />
Die Aerzener Maschinenfabrik ist Mitglied im German Water Partnerchip, einer Institution des Bundeswirtschafts-<br />
und Bundesumweltministeriums. Dort gibt es das Fachgremium Wasser 4.0, das die Digitalisierung<br />
und Automatisierung in den Mittelpunkt einer Strategie für eine ressourceneffiziente, flexible<br />
und wettbewerbsfähige Wasserwirtschaft stellt. Um hier richtungsweisend mit dabei zu sein, haben wir<br />
bei Aerzen unter der Bezeichnung AERwater sieben Bausteine für einen ganzheitlichen Lösungsansatz<br />
konzipiert, um den Kunden zu Wasser 4.0 zu führen.<br />
Können Sie mehr zu den<br />
sieben Bausteinen sagen?<br />
Aus Erfahrung wissen wir, dass die Anlagenbetreiber die Leistungsdaten ihrer Kläranlage oft gar nicht<br />
kennen. Daher haben wir als ersten Baustein das AERaudit entwickelt, ein Messsystem, das mithilfe<br />
von Sensoren Volumenstrom, Temperatur, Druck sowie die Leistungswerte der Maschine ermittelt. Ein<br />
Daten-Logger wertet die Daten aus, und so können wir genau feststellen, wie es aktuell in der Anlage<br />
aussieht. Im zweiten Schritt, der Performance³-Auslegung, analysieren wir die Anlage und legen dann<br />
mit unseren drei Maschinentechnologien Tubro/Hybrid/Blower die passende Maschinenkombination<br />
fest, sodass der Kunde schließlich eine maßgechneiderte Technik für seine Anwendung erhält. Aber wir<br />
schauen mehr als nur die Maschinentechnik an: Ein weiterer Baustein unseres Angebotsspektrums ist<br />
daher die Maschinenraumoptimierung. Wir unterstützen bei Raumbelüftungs- und Schallkonzepten,<br />
Rohrleitungauslegung sowie Wärmerückgewinnung. Ein anderer wichtiger Aspekt, bei dem wir helfend<br />
zur Seite stehen, ist die Finanzierung und Unterstützung bei Anträgen für staatliche Subventionen.<br />
Als nächsten Baustein von AERwater bieten wir schließlich Unterstützung bei Rückbau und Inbetriebnahmen<br />
und stellen bei Bedarf Mietmaschinen bereit. Der folgende Baustein ist dann die „Champions-League“:<br />
AERsmart – die übergeordnete Maschinensteuerung zur Energieoptimierung, Vernetzung<br />
und Datenanalyse. Die intelligente Steuerung erkennt, welche Maschinen installiert sind und entscheidet<br />
für jeden einzelnen Betriebspunkt, welche Maschine oder welche Maschinenkombination optimal in<br />
Bezug auf Energieeffizienz ist. Zudem ist sie auch die Basis für den Nachweis der energetischen Optimierungen,<br />
der nötig ist, um staatliche Fördermittel zu erhalten. Am Ende des AERwater-7-Punkte-Plans<br />
steht dann Service 4.0, d. h. Ersatzteil- und Servicemanagement. z<br />
VERFAHRENSTECHNIK <strong>12</strong>/<strong>2018</strong> 21
TOP-THEMA I DRUCKLUFTTECHNIK<br />
Produkterweiterung bei<br />
Drehkolbengebläsen<br />
Die breit aufgestellte Aggregatserie der Aerzener Maschinenfabrik<br />
ist um die Ansaugvolumenströme von 6 600 und 7 800 m 3 /h<br />
erweitert worden. Mit den neuen Baugruppen innerhalb der Delta<br />
Blower Generation 5 werden die bisher größeren Volumensprünge<br />
von 5 400 und 9 000 m 3 /min noch differenzierter geclustert<br />
bei einer Nennweite von DN250 und in allen Ausführungen<br />
bis zu einem Druckbereich von 1 000 mbar.<br />
Der Volumenstrombereich der verschiedenen Baugruppen reicht<br />
von 30 bis 15 000 m 3 /h, der Regelbereich reicht von 25 bis 100 %,<br />
wobei Nennweiten von DN50 bis DN400 abgedeckt werden.<br />
Gemäß dem Aerzen-Versprechen „100 % clean“ garantieren alle<br />
Delta-Blower-Aggregate Produktreinheit/Prozessluftreinheit,<br />
denn das Unternehmen verzichtet auf Absorptionsmaterial bei<br />
der Schalldämpfung. Der Grundträger fungiert als Druckschalldämpfer,<br />
bei dem der Schall durch Luftumlenkung<br />
reduziert wird. Vorteil: Dadurch entsteht<br />
kein Verschleiß, der das nachgeschaltete<br />
System verunreinigen könnte. Die<br />
ölfreie Förderung gemäß Klasse 0<br />
garantiert eine absolute Reinheit in<br />
der Erzeugung von Prozessluft,<br />
sodass auch sensible Produktionsbedingungen<br />
100-prozentig sicher<br />
bedient werden können.<br />
www.aerzen.com<br />
E-Learning-Kurs zur Drucklufttechnik<br />
Ein Druckluftspezialist, der Lösungen und Konzepte für eine<br />
passende Aufbereitung und Überwachung des Mediums<br />
Druckluft in verschiedensten industriellen Prozessen entwickelt,<br />
bietet Fortbildungen in Form von E-Learning-Kursen und<br />
Präsenz-Trainings an. Im E-Learning-Kurs wird der Lerninhalt in<br />
acht Modulen – angefangen bei der Drucklufterzeugung im<br />
Kompressor über die Aufbereitung durch Filtration und<br />
Trocknung bis hin zum Thema Kondensataufbereitung und<br />
Energieeffizienz – anhand zahlreicher Beispiele anschaulich<br />
vermittelt. Die neue Version ist auf jedem Endgerät und in den<br />
gängigen Browsern nutzbar. Über https://www.beko-technologies.<br />
com/de/de/know-how/training/druckluft-basics/ können Interessierte<br />
am kostenlosen E-Learning-Kurs teilnehmen.<br />
www.beko-technologies.com<br />
Ölfreie und ölgeschmierte Verdichter<br />
Ölfreie Gasförderung<br />
mit System<br />
RKR Gebläse und VerdichterGmbH<br />
Braasstraße 1•31737 Rinteln<br />
Tel.+49 (0) 5751 4004-0<br />
info@RKR.de •www.RKR.de<br />
Die Verdichter von Sauer Compressors sind seit vielen Jahren<br />
in der Prozessindustrie bewährt. Auf der Achema zeigte der<br />
Hersteller sein umfassendes Portfolio, bestehend aus ölgeschmierten<br />
Sauer Kompressoren sowie den ölfreien Verdichtern<br />
von Haug Sauer.<br />
Der Haug.Sirius HP 450 ist der erste Kompressor, der das langjährige<br />
Sauer Know-how im Hochdruckbereich und die Kompetenz<br />
von Haug Sauer in der Herstellung ölfreier trockenlaufender<br />
Verdichter vereint. Das Resultat ist ein leistungsstarker Hochdruckkompressor,<br />
der vollständig auf Öl verzichtet und maximale<br />
Gasreinheit ermöglicht. Der hermetisch gasdichte Aufbau<br />
erlaubt besonders niedrige Leckraten bei der vierstufigen<br />
Verdichtung nahezu jeden Gases. Die Verdichtung erfolgt mit<br />
einem Ansaugdruck von 5 bar.g. Der Kompressor erzeugt einen<br />
Volumenstrom von 60 Nm³/h bei einem Enddruck von 450 bar.g.<br />
Die Modellreihe Haug.Pluto ist für die Rückgewinnung und<br />
Nachverdichtung von Gasen wie Helium, SF 6<br />
, Sauerstoff und<br />
Stickstoff geeignet. Die ölfreien Verdichter stehen seit jeher für<br />
Prozessreinheit und<br />
-sicherheit. Selbst in<br />
Anwendungen mit<br />
langen Stillstandzeiten,<br />
häufigen Unterbrechungen<br />
und Kaltstarts<br />
bestechen die Kompressoren<br />
durch einen<br />
verlässlichen Betrieb.<br />
Ihre robusten<br />
Komponenten erlauben<br />
besonders lange<br />
Standzeiten.<br />
www.sauercompressors.com<br />
22 VERFAHRENSTECHNIK <strong>12</strong>/<strong>2018</strong><br />
RKR.indd 1 09.10.<strong>2018</strong> 15:55:53
DRUCKLUFTTECHNIK I TOP-THEMA<br />
Erzeugung ölfreier<br />
Druckluft<br />
Ölfreie Druckluft ist eine der<br />
Voraussetzungen für die<br />
Hochwald Sprudel Schupp<br />
GmbH. Hochwald betreibt<br />
zwei hochmoderne Abfüllanlagen.<br />
Sie sind die Hauptverbraucher<br />
für die erzeugte<br />
Druckluft. Zur Versorgung des<br />
Werkes mit 7 bar Arbeitsluft<br />
wurden bisher drei ölfreie<br />
Verschleiß- und wartungsarm<br />
Dauerhaft niedrige Betriebskosten im Niederdrucknetz – mit<br />
dem neuen Low Pressure Turbo 150 verspricht der Hersteller<br />
beste Effizienzwerte bei einem Betriebsdruck bis 4 bar. Im<br />
Gegensatz zu ölfreien Schraubenkompressoren soll die Low<br />
Pressure Turbo-Technologie durch eine herausragende Spezifik,<br />
eine kompakte Bauweise und einen leisen Lauf überzeugen. Mit<br />
100 % ölfreier Druckluft ist der Kompressor besonders für<br />
sensible Einsatzgebiete geeignet. Die Technologie ist besonders<br />
verschleiß- und wartungsarm – regelmäßige Öl- und Filterwechsel<br />
entfallen. Durch seine kompakte Bauweise benötigt der<br />
Kompressor weniger Platz als vergleichbare Schraubenkompressoren.<br />
Zudem ist die Turbo-Technologie deutlich leiser als<br />
ölfrei verdichtende Schraubenkompressorvarianten.<br />
www.boge.de<br />
Schraubenverdichter mit je<br />
90 kW Motorleistung<br />
eingesetzt. Nun erfüllt ein<br />
neuer Verdichter diese<br />
Aufgabe mit 110 kW: Ein<br />
Ultima-Kompressor aus der<br />
PureAir-Serie von Compair.<br />
www.compair.de<br />
Kompakte<br />
Vakuumpumpe<br />
Die ölfreie Schraubenpumpe<br />
Varodry sorgt für den erforderlichen<br />
Betriebsdruck, eine<br />
kurze Zykluszeit sowie letztlich<br />
eine hohe Anlagenverfügbarkeit<br />
und Robustheit – gerade in<br />
feuchten oder staubigen<br />
Prozessen. Durch ihre<br />
kompakte Bauform lässt sich<br />
die Vakuumpumpe einfach in<br />
neue oder bestehende Systeme<br />
integrieren. Ausgestattet mit<br />
einer vollständigen Luftkühlung<br />
macht die Pumpe eine<br />
Wasserkühlung überflüssig.<br />
Außerdem ist sie absolut<br />
trocken und sauber. Dadurch<br />
werden Öl- und Partikelemissionen<br />
oder Ölleckagen sowie<br />
Ölmigrationen in den<br />
Produkten verhindert.<br />
www.leybold.com<br />
Mehr Luft als<br />
du erwartest!<br />
Die Druckluft-Revolution von Atlas Copco: Die komplett<br />
überarbeiteten GA-Kompressoren sind maximal effiizient.<br />
Sie sparen mit ihren IE5-Motoren, Drehzahlregelungund<br />
intelligenten Algorithmen bis zu35%Energie. Gebaut für<br />
den harten Industrieeinsatz mit Feuchtigkeit, Staub und<br />
Umgebungstemperaturen bis zu55°C.<br />
Wie Sie Ihre CO 2 -Bilanz verbessern, erfahren Sie hier:<br />
www.druckluft-revolution.de
MESSEN, REGELN, AUTOMATISIEREN<br />
Mehrwert steckt in jeder Anlage<br />
Modernisiertes Engineering schöpft Anlagendaten optimal aus<br />
Hexion ist ein Spezialchemieunternehmen,<br />
das mit Bakelite<br />
einen der ersten Kunststoffe<br />
weltweit entwickelte. Als<br />
Anlagenbauer und -betreiber, der<br />
die Herstellung von rund 400<br />
Produkten managen muss, begann<br />
die Duisburger Hexion GmbH 2016<br />
mit dem Einsatz von Engineering<br />
Base (EB) in der EMR-Planung. Einer<br />
der wichtigsten Gründe war die<br />
Datenzentrierung von EB.<br />
„Wir wollten lieber in die Zukunft investieren<br />
als in ein – wenn auch bewährtes – Altsystem.<br />
EB wird für uns mehr und mehr zur<br />
‚single source of truth‘ für alle As-built-Daten.<br />
Das sehen wir als einzig wahren Weg“,<br />
erklärt Christian Marschner, Senior Project<br />
Ingenieur bei Hexion.<br />
Da EB alle Projekte in einer zentralen Datenbank<br />
hält, sei jetzt das Abgleichen von<br />
Objekten, die zuvor in verschiedenen Projekten<br />
mehrfach dargestellt wurden, im Nu<br />
erledigt. Die Zentralisierung reduziert Fehler<br />
und Abspracheaufwand, jeder Beteiligte<br />
sieht stets den neuesten Stand. „Das spart<br />
viel Zeit“, so Marschner.<br />
Zudem überzeugte die relativ unkomplizierte<br />
Einführung von EB, das flexible Managen<br />
der Nutzerrechte und das komfor-<br />
table Einbinden von Zuliefererdaten. „Die<br />
Verknüpfung extern erstellter Daten mit Betriebsmitteln<br />
oder Funktionen ist gerade<br />
unter Zeitdruck sehr hilfreich. EB zeigt sofort<br />
alles, was man zu einem Objekt wissen<br />
muss, auch via Webservice“, berichtet der<br />
Keyuser Nils Stellmacher.<br />
Für ihn sind EBs Arbeitsblätter ein weiterer<br />
Pluspunkt. „Damit lassen sich selbst<br />
umfangreiche Wünsche schnell umsetzen.“<br />
Zum Beispiel die Ergänzung des Stellenplans<br />
durch Ex-I-Typicals: Anpassungen<br />
im Arbeitsblatt zeigen sich unmittelbar<br />
auch in Grafik und Explorer. Die Listen<br />
seien außerdem ideal, um Unstimmigkeiten<br />
oder Fehler schnell zu beheben –<br />
eine effiziente Unterstützung auch bei<br />
der Datenmigration.<br />
EB soll nach und nach konzernweit ausgerollt<br />
werden. In Duisburg ist bereits über<br />
die Hälfte der Bestandsprojekte in EB verfügbar.<br />
Die Erweiterung einer Anlage für<br />
Verbundwerkstoffe, etwa für Windanlagen-<br />
Flügel oder Formel-1-Karosserieteile, wurde<br />
von vornherein in EB angelegt. „Hier<br />
konnten wir die Datenbankstruktur voll<br />
ausnutzen“, sagt der Projektmanager. Zurzeit<br />
arbeitet sein Team daran, mit EB künftig<br />
auch die P&IDs zu erstellen. Christian<br />
Marschners Fazit: „Erst dann wird die Plattform<br />
ihre ganze Macht entfalten. Da ist<br />
noch einiges drin!“<br />
Fotos: Hexion, Aucotec<br />
www.aucotec.de<br />
Herr Bigvand, wie kommt es, dass kostbare Anlagendaten ihren<br />
Wert verlieren?<br />
Im Anlagen-Engineering werden Millionen Daten generiert, geändert,<br />
aktualisiert und dokumentiert. Das kostet Zeit, Geld und<br />
Know-how. Und dann? Die Anlage ist ausgeliefert und in Betrieb,<br />
die Dokumentation jedoch schlummert in irgendwelchen Dateien.<br />
In erstaunlich vielen Fällen sogar nur in Pappordnern. Doch Anlagen<br />
verändern sich, wachsen, altern. Ihre Dokumentation geht<br />
diese Entwicklung meist nicht mit, Änderungen fließen nicht ins<br />
Planungstool zurück. Papier-Pläne enthalten zwar Redlining-<br />
Einträge aus der Wartung, doch dabei geht leicht die Übersicht<br />
verloren. Oft ist vor lauter Rot der aktuelle Stand nicht mehr<br />
erkennbar. Und je überholter eine Dokumentation ist, desto<br />
schwieriger wird gezielte, effiziente Wartung. So verlieren nicht<br />
nur alternde Anlagen an Wert, sondern auch ihre einmal mit viel<br />
Aufwand erstellten Daten.<br />
Wie kann man in solchen Fällen gegensteuern und welche Rolle<br />
spielt dabei das Datenmodell in Engineering Base?<br />
Eines der größten Chemieunternehmen der Welt bezifferte den<br />
Bestandsdaten-Wert allein für seinen Standort in Köln einmal auf<br />
rund fünf Millionen Euro. Das war für das Unternehmen ein guter<br />
Grund, auf Engineering Base (EB) umzusteigen. EBs universelles<br />
Daten modell hält disziplinübergreifend alle Engineeringdaten vor<br />
24 VERFAHRENSTECHNIK <strong>12</strong>/<strong>2018</strong>
MESSEN, REGELN, AUTOMATISIEREN<br />
und unterstützt auch die Wartung mit praxisnahen Lösungen. Es<br />
ermöglicht Technikern, unkompliziert und zeitnah, auch ohne<br />
spezielles Engineeringwissen, die Resultate ihrer Arbeit weiterzugeben.<br />
Per App über die Cloud senden sie ihre Redlining-Informationen<br />
direkt an die Konstruktionsabteilung, die sie prüft und<br />
an passender Stelle umsetzt. In EB sind die entsprechenden Änderungen<br />
an einem Objekt – wenn gewünscht – unmittelbar in all<br />
seinen Repräsentanzen sichtbar, oder sie werden über Vorschlagsfelder<br />
gesteuert. So bleiben Daten konsistent und aktuell.<br />
Würden Sie das etwas konkretisieren?<br />
Der Wert solcher Daten zeigt sich zum Beispiel bei Störungsfällen,<br />
wenn es auf jede Minute ankommt. Sofort genau zu wissen, was<br />
wo ausgetauscht werden muss und das richtige Gerät dabeizuhaben,<br />
spart viel Geld. Anlagen haben oft lange Wege. Auch bei<br />
geplanten Umbauten sind aktuelle Anlagendaten von ungeheurem<br />
Wert. Im Datenmodell ist zum Beispiel sofort ersichtlich,<br />
wieviel Reserven die Anlage etwa bei den Signal-Eingängen noch<br />
hat oder wie es um die Schaltschrankkapazitäten bestellt ist. Darüber<br />
hinaus bietet EB ein hocheffizientes Management größerer<br />
Änderungsmaßnahmen. Sie werden direkt auf dem zentralen<br />
Anlagenmodell vorgenommen. EB koordiniert dabei die Sublieferanten,<br />
auch bei mehreren Vergabe-Ebenen. Zudem ist die Planung<br />
neuer Messfunktionen, Aktoren und Verbraucher, die in EB<br />
eigenständige Objekte sind, erleichtert. Die Software-Bausteine<br />
für ihre Steuerung lassen sich gleich passend zum Leitsystem<br />
mitplanen. Zeitraubende Parametrierungen per Hand werden<br />
überflüssig. Ein weiterer Mehrwert.<br />
Und wie kommt man zu einem aktuellen Anlagenmodell, wenn<br />
man bislang ohne EB gearbeitet hat?<br />
Dafür haben wir die intelligente Migrationslösung von Altdaten<br />
weiterentwickelt. Ein süddeutscher Chemieparkbetreiber hat<br />
damit an nur einem Wochenende 1 800 Prozessleitstellen mit<br />
insgesamt 6 700 Plänen verschiedenster Anlagen erfolgreich übertragen.<br />
Die Daten werden in gängigen Formaten wie DWG oder<br />
XLS konfiguriert, gemappt und importiert. So fasst das System alle<br />
Informationen über ein bestimmtes Objekt aus verschiedenen<br />
Disziplinen zu einem Objektmodell zusammen. Alle importierten<br />
Objekte – von der Pumpe im R&I bis zu den Klemmen im Schaltschrank<br />
– bilden dann das EB-typische, übergreifende Anlagenmodell<br />
mit allen Logik-Verknüpfungen, das für sämtliche Beteiligten<br />
bearbeitbar ist.<br />
EB vergleicht beim Import Altdaten mit den Belegungslisten im<br />
Leitsystem. Denn ein Leitsystem spiegelt naturgemäß den aktuellen<br />
Stand einer laufenden Anlage wider. Bei jedem Import<br />
zeigt EB automatisch das Delta zwischen bestehendem Modell<br />
und hinzukommenden Daten auf. Die Diskrepanzen lassen sich<br />
direkt beheben, und so konsolidiert EB nach und nach die Dokumentation<br />
zu einer konsistenten „single source of truth“ für alle<br />
Beteiligten – egal mit welchem System sie ursprünglich erarbeitet<br />
wurde.<br />
So werden dann aus Big Data quasi Smart Data?<br />
Genau. Dieses universelle Modell bildet die höchste Stufe der<br />
Digitalisierung und wertet die vorhandenen Daten weiter auf.<br />
Denn sie lassen sich, anders als in PDFs, DWG-Grafiken oder<br />
Scans, jederzeit auch im Sinne von Industrie 4.0 nutzen. Genau<br />
wie ein Navigationssystem aus einem einfachen digitalen Straßenplan<br />
weder Einbahnstraßen noch Stauinformationen herauslesen<br />
kann, behindern PDF & Co. die Engineering-Fachleute, weil die<br />
Objekte darin nicht separat verfügbar sind. EBs korrespondierendes<br />
Datenmodell macht dagegen aus Big Data Smart Data, die<br />
ohne Disziplin- und Formatgrenzen zukunftsgerechte Nutzung<br />
ermöglichen, auch über Wartung und Umbau hinaus.<br />
Ein Kunde von uns nutzt beispielsweise die strukturierten Daten<br />
in EBs aktuellem Datenmodell, um sein Predictive-Maintenance-<br />
System nicht manuell konfigurieren zu müssen. Damit kann das<br />
Unternehmen seinen Kunden weltweit vorausschauende Wartung<br />
anbieten und gleichzeitig seine Produkte kontinuierlich optimieren.<br />
Ein Geschäftsmodell, das ohne EB so nicht zu verwirklichen<br />
gewesen wäre.<br />
Digitaler geht’s also nicht mehr?<br />
Pouria Bigvand, Produktmanager,<br />
Aucotec AG, Hannover<br />
Nein, digitaler geht’s tatsächlich nicht mehr. Konventionelle Anlagenübersichten<br />
können Objekte nur grafisch darstellen, die<br />
nicht sichtbare Intelligenz dahinter ist nur mit einem Datenmodell<br />
erfassbar. EB enthält die logische Abbildung von Mechanik,<br />
Elektrik und Steuerungsdaten. Zum einen spart das auch in angeschlossenen<br />
Systemen wie Automation, ERP oder 3-D, Arbeit und<br />
Fehler. Zum anderen ist ein zentrales Modell die Voraussetzung,<br />
um den digitalen Zwilling einer Anlage abzubilden. Nicht nur aus<br />
mechanischer Sicht, sondern mit kompletter Struktur samt Logiken,<br />
Verbindungen und Geräte-Herstellerdaten. Mehrwert steckt<br />
in jeder Anlage, man muss den Schatz nur heben – das geht so nur<br />
mit Engineering Base.<br />
(eli)<br />
VERFAHRENSTECHNIK <strong>12</strong>/<strong>2018</strong> 25
MESSEN, REGELN, AUTOMATISIEREN<br />
Raus aus den<br />
eigenen vier Wänden<br />
Pharma 4.0: von der Serialisierung zum Connected Enterprise<br />
Serialisierungsvorschriften zum<br />
Kampf gegen Arzneimittelfälschungen<br />
waren für ein<br />
Pharmaunternehmen die ideale<br />
Gelegenheit, um im Unternehmen<br />
den digitalen Wandel einzuleiten.<br />
Dies gelang mit einer modularen<br />
und flexiblen Software-Lösung.<br />
IBI Lorenzini ist ein geschichtsträchtiges<br />
Pharmaunternehmen mit Sitz im italienischen<br />
Aprilia. Um neuen Serialisierungsvorschriften<br />
gerecht zu werden, entschied<br />
sich das Unternehmen, den digitalen<br />
Wandel voranzutreiben. Das 1918 von Professor<br />
Giovanni Lorenzini gegründete und<br />
immer noch im Familienbesitz befindliche<br />
Unternehmen muss sich auf eine 2019 in<br />
Kraft tretende EU-Verordnung vorbereiten.<br />
In diesem Zusammenhang kam der Einstieg<br />
in den US-Markt, einem wichtigen Marktsegment<br />
für das Unternehmen, gerade recht.<br />
Hier traten die Bestimmungen für Hersteller<br />
bereits im November 2017 in Kraft.<br />
Mit den neuen Herausforderungen der<br />
Richtlinie 2011/62/EU zur Vermeidung von<br />
Arzneimittelfälschungen durch Serialisierung<br />
wird sich demnächst der gesamte<br />
europäische Pharmamarkt beschäftigen<br />
müssen. Dabei werden Arzneimittel über<br />
Autor: Armin Wenzel, Sales Team Leader Enduser,<br />
Rockwell Automation, Linz, Österreich<br />
Seriennummern nachverfolgt, um eine<br />
Identifizierung von gestohlenen oder gefälschten<br />
Produkten zu ermöglichen. Die<br />
neuen Bestimmungen sind Bestandteil<br />
rechtlicher Vorgaben, die 2013 auf dem US-<br />
Markt eingeführt wurden.<br />
Um den Bestimmungen gerecht zu werden,<br />
sind Systeme erforderlich, mit denen<br />
sich verschreibungspflichtige Arzneimittel<br />
sicher identifizieren und nachverfolgen<br />
lassen. „Für eine Verwaltung des gesamten<br />
Vertriebsprozesses und die Gewährleistung<br />
einer vollständigen Nachverfolgbarkeit<br />
sind Seriennummern unerlässlich“, erläutert<br />
Luca Pezzano, Betriebsleiter bei IBI<br />
Lorenzini. „Jede Verkaufseinheit, jeder Karton<br />
mit den einzelnen Einheiten und jede<br />
Palette mit diesen Kartons wird mit Seriennummern<br />
gekennzeichnet.“<br />
Flexible Software-Lösung<br />
Um Serialisierung einzuführen, hat sich IBI<br />
Lorenzini für die Software-Lösung Pharma-<br />
Vorteile der Software PharmaSuite<br />
Suite von Rockwell Automation entschieden.<br />
„Rockwell Automation bietet eine<br />
vollständige und von Ebene 0/1 bis Ebene 3<br />
sofort einsatzbereite Lösung mit Funktionen,<br />
die auch Schnittstellen zu anderen externen<br />
Systemen bieten (MES, ERP, EPCIS<br />
Repository Zertifikate)“, erklärt Pezzano.<br />
„Mit dieser flexiblen Lösung können wir<br />
dank ihrer Modularität, Skalierbarkeit und<br />
Konfigurierbarkeit sowohl aktuelle als auch<br />
zukünftige internationale Bestimmungen<br />
erfüllen. Die Technologie basiert auf bereits<br />
validierten Komponenten, die mit GxP-<br />
Computersystemen gemäß 21 CFR Part 11<br />
kompatibel sind, und nutzt standardisierte<br />
offene Kommunikationsprotokolle. Dadurch<br />
kann PharmaSuite auch problemlos<br />
mit der bereits in der Anlage vorhandenen<br />
Ausrüstung vernetzt werden. Außerdem<br />
lassen sich sowohl ein MES als auch eine<br />
elektronische – also digital, statt im Papierformat<br />
– Chargendokumentation (EBR –<br />
Electronic Batch Recording) einbinden, die<br />
ein erstklassiges Projektmanagement ge-<br />
n Möglichkeit zur einfachen Vernetzung mit bereits in der Anlage installierten<br />
Geräten sowie zur Einbindung eines MES und eines ERP-Systems,<br />
n Schnittstellen zu externen Systemen (MES, ERP, EPCIS Repository Zertifikaten),<br />
n modulare, flexible, skalierbare und konfigurierbare Lösung zur Einhaltung aktueller<br />
und zukünftiger internationaler Bestimmungen,<br />
n auf bereits validierten Komponenten aufbauende Technologie, die mit GxP-Computersystemen<br />
gemäß 21 CFR Part 11 konform ist,<br />
n standardisierte offene Kommunikationsprotokolle,<br />
n Offenheit gegenüber externen Systemen als Grundvoraussetzung für ein intelligentes<br />
Fertigungsunternehmen.<br />
26 VERFAHRENSTECHNIK <strong>12</strong>/<strong>2018</strong>
MESSEN, REGELN, AUTOMATISIEREN<br />
währleisten.“ Zu den erzielten Ergebnissen<br />
gehört u. a. eine Zertifizierung für die<br />
Tracelink-Verbindung, einer von der EU<br />
für den Pharmabereich anerkannten<br />
Cloud-Plattform.<br />
Die Einführung von Serialisierung im<br />
industriellen Bereich ist ein gutes Beispiel<br />
dafür, wie sich die Geschäftsprozesse jetzt<br />
und in den kommenden Jahren wandeln<br />
werden. Dank Cloud- und Softwareanwendungen<br />
können Unternehmen aus den verschiedensten<br />
Teilen der Welt interagieren.<br />
Dadurch lässt sich nicht nur die Qualität der<br />
pharmazeutischen Produkte auf dem Markt<br />
erhöhen, sondern auch die Sicherheit und<br />
Effizienz des Dienstes am Patienten.<br />
Die Einführung der Software-Lösung war für<br />
das Pharmaunternehmen ein grundlegender<br />
Schritt, um die Sichtbarkeit der Prozesse und<br />
die eigentliche Produktionsverwaltung zu<br />
verbessern<br />
„Aufgrund der weltweiten Vernetzung kann<br />
der Weg eines Arzneimittels von der<br />
fertigenden Anlage bis hin zum Anwender<br />
nachvollzogen werden, wodurch Fälschungen<br />
eliminiert und das Risiko für die Patienten gesenkt<br />
werden können“, ergänzt Pezzano.<br />
Mission intelligentes<br />
Unternehmen<br />
Die Offenheit gegenüber externen Systemen<br />
ist unerlässlich beim Wandel zu einem<br />
intelligenten Unternehmen, also einer Produktionsumgebung<br />
in der intelligente<br />
Maschinen und Anlagen sowie hochgradig<br />
intelligente Steuersysteme zum Einsatz<br />
kommen. Durch diese offene Vernetzbarkeit<br />
mit anderen Systemen werden auch<br />
eine Optimierung der Energie- und Produktionseffizienz,<br />
eine Erhöhung des Arbeitsschutzes<br />
und eine Senkung des Schadstoffausstoßes<br />
ermöglicht.<br />
IBI Lorenzini war sich der Bedeutung<br />
dieser Offenheit bewusst und hat bereits die<br />
Möglichkeit eingeführt, den Produktionsfortschritt<br />
aus der Ferne zu kontrollieren.<br />
Außerdem wird daran gearbeitet, die Maschinen<br />
aus der Ferne zu verwalten. „Das<br />
wird ein grundlegender Schritt sein, der es<br />
uns ermöglicht, die Sichtbarkeit der Prozesse<br />
und die eigentliche Produktionsverwaltung<br />
zu verbessern“, meint Pezzano.<br />
Die Serialisierung geht bereits in diese<br />
Richtung, und die Installation von Plattformen<br />
wie PharmaSuite ist ein erster<br />
wichtiger Schritt, um das offene und vernetzte<br />
Konzept der Industrie 4.0 umzusetzen.<br />
„Wir haben eine Notwendigkeit als<br />
Geschäfts gelegenheit genutzt. Die Einbindung<br />
des Managements war von grundlegender<br />
Bedeutung für die Einführung<br />
eines umfassenderen Ansatzes für Industrie<br />
4.0. In der Zukunft wird das Unternehmen<br />
nicht mehr durch seine eigenen<br />
vier Wände definiert, sondern weltweit<br />
vernetzt sein – mit enormen Vorteilen. Die<br />
Anforderungen der Anwender lassen sich<br />
mit der gesamten Lieferkette im Blick<br />
ermitteln. Durch die Technologien und<br />
Lösungen, die nun eine Vernetzung auf<br />
allen Ebenen ermöglichen, wird letztendlich<br />
das perfekte Fundament für eine Weiterentwicklung<br />
unserer Anlagen gelegt“,<br />
schließt Pezzano.<br />
Fotos: Rockwell Automation<br />
www.rockwellautomation.de<br />
IMPRESSUM<br />
vereinigt mit BioTec<br />
erscheint <strong>2018</strong> im 52. Jahrgang, ISSN 0175-5315<br />
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VERFAHRENSTECHNIK <strong>12</strong>/<strong>2018</strong> 27
Rundum vernetzt<br />
Bestehende Anwendungen einfach in die Cloud bringen<br />
Im Zuge der fortschreitenden<br />
Automatisierung und Digitalisierung<br />
ergeben sich unterschiedliche Herausforderungen.<br />
Dazu gehört die Frage,<br />
wie ältere Komponenten mit neuen<br />
Technologien interagieren können.<br />
Ein Gateway bietet eine Lösung zur<br />
einfachen Integration bestehender<br />
Infrastrukturen in eine Cloud.<br />
Autor: Arno Martin Fast, B. Eng., Phoenix<br />
Contact Electronics GmbH, Bad Pyrmont<br />
Die Einsicht, dass aus der zunehmenden<br />
Vernetzung der Industrie über das<br />
Internet zahlreiche Vorteile resultieren, ist<br />
mittlerweile in allen Industriebereichen<br />
gereift. Doch kein Unternehmen möchte<br />
seine bisherigen Strukturen und Anlagen<br />
aufgrund des zu erwartenden Nutzens neu<br />
entwickeln. Davon abgesehen dürften die<br />
so entstehenden Kosten in den wenigsten<br />
Fällen zu rechtfertigen sein. Die Lösung für<br />
das geschilderte Problem stellen IoT-Gateways<br />
dar. Dabei handelt es sich um kleine<br />
Geräte, die die vorhandene Infrastruktur<br />
an das Internet anschließen und so bspw.<br />
die Verwendung von Cloud-Services ermöglichen.<br />
Die Lösung zeichnet sich dadurch<br />
aus, dass keine Veränderungen an<br />
den existierenden Systemen notwendig<br />
sind. Das Gateway wird einfach als zusätzliche<br />
Komponente in das System eingebunden<br />
und verrichtet seine Aufgabe anschließend<br />
selbstständig, ohne die anderen<br />
Geräte zu stören oder zu beeinflussen.<br />
Auf diese Weise lassen sich bestehende<br />
Anwendungen einfach um neue Funktionen<br />
erweitern.<br />
Typisches Beispiel für ein solches IoT-<br />
Gateway ist das Proficloud-Gateway von<br />
Phoenix Contact. Mit dem Gerät können<br />
Unternehmen einen ersten Schritt in das<br />
Internet of Things gehen. Als Cloud-Lösung<br />
erlaubt die Proficloud den Anwendern<br />
einen intuitiv zu konfigurierenden<br />
und sicheren Einstieg in die IoT-Welt sowie<br />
die Nutzung der vielfältigen Vorteile<br />
einer Cloud. Die wesentlichen Merkmale<br />
der Proficloud – Offenheit, einfache Bedienbarkeit<br />
und Zugriffssicherheit – sind<br />
beim Proficloud-Gateway ebenfalls umgesetzt<br />
worden. Als vorteilhaft erweist sich<br />
die direkte Anbindung des Proficloud-<br />
Gateways an die Proficloud beispielsweise,<br />
28 VERFAHRENSTECHNIK <strong>12</strong>/<strong>2018</strong>
MESSEN, REGELN, AUTOMATISIEREN<br />
weil die Daten von Geräten mit verschiedenen<br />
Feldbusschnittstellen in der Cloud<br />
gespeichert und visualisiert werden können.<br />
Dieser Dienst wird als Proficloud TSD<br />
Service bezeichnet. TSD steht für Time Series<br />
Data, also Zeitreihendaten. Damit ist<br />
die Verknüpfung eines Zeitstempels und<br />
eines relevanten Werts zu einem gemeinsamen<br />
Datenpunkt gemeint. Eine Voraussetzung<br />
für die Analyse von Zeitreihendaten<br />
ist, dass die Werte nicht kontinuierlich,<br />
sondern in bestimmten zeitlichen Abständen<br />
anfallen. So kann aus einem analogen<br />
Messsignal durch Abtastung eine Zeitreihe<br />
gewonnen werden.<br />
Das Cloud-IoT-Gateway und die Proficloud<br />
umfassen offene Schnittstellen,<br />
weshalb der Anwender mit einem Software<br />
Development Kit (SDK) eigene<br />
Dienste für die Proficloud entwickeln<br />
Das Cloud-IoTkann.<br />
Trotz der Offenheit des Systems<br />
ist das Cloud-IoT-Gateway ein<br />
Gateway bindet<br />
die vorhandene<br />
Infrastruktur an fach zu installieren oder in bestehende<br />
Systeme zu integrieren. Aufgrund<br />
das Internet an<br />
der Nutzung von Standard-Übertragungsprotokollen<br />
wie Modbus TCP/<br />
RTU können die Komponenten unterschiedlicher<br />
Hersteller mit der Proficloud<br />
verbunden werden. Phoenix<br />
Contact bietet verschiedene Geräte mit<br />
einer Modbus-TCP-Kommunikation an.<br />
Dazu gehören Kleinsteuerungen sowie<br />
Energiemessgeräte.<br />
Optimierungspotenziale<br />
erkennen und nutzen<br />
Im Zusammenspiel mit dem Cloud-IoT-<br />
Gateway lassen sich somit beliebige Daten<br />
aus der Steuerung in der Proficloud speichern<br />
und dort analysieren, um bspw.<br />
Optimierungspotenziale in der Anlage zu<br />
erkennen. Darüber hinaus kann mit den<br />
Daten der Energiemessgeräte ein webbasiertes<br />
Energiedaten-Monitoring in der<br />
Proficloud erstellt werden. Zur Konfiguration<br />
der Kommunikationswege stellt das<br />
Proficloud-IoT-Gateway ein webbasiertes<br />
Management zur Verfügung. Ein handelsüblicher<br />
Browser reicht also für die Einstellungen<br />
aus, sodass keine Kosten für eine<br />
Engineering-Software anfallen.<br />
Da sowohl die Datenübertragung der<br />
Cloud-IoT-Gateways als auch die Kommunikation<br />
mit der Proficloud durch eine TLS-<br />
Verschlüsselung (Transport Layer Security)<br />
geschützt ist und die Verbindung lediglich<br />
durch die Proficloud-Teilnehmer initiiert<br />
werden kann, sind grundlegende Aspekte<br />
für die Daten sicherheit berücksichtigt.<br />
Selbstverständlich steht es dem Anwender<br />
frei, zusätzliche Security-Maßnahmen zu<br />
installieren.<br />
Fotos: Phoenix Contact<br />
www.phoenixcontact.de<br />
Einfache Integration weiterer<br />
Geräte<br />
Der TSD Service der Proficloud stellt zunächst<br />
ein leicht verständliches Device Management<br />
zur Verfügung. Neben dem Proficloud-IoT-Gateway<br />
können weitere Geräte<br />
von Phoenix Contact in die Lösung integriert<br />
und verwaltet werden, z. B. die PLCnext-<br />
Steuerung AXC F 2152. Jede Komponente<br />
wird durch eine UUID (Universally Unique<br />
Identifier) identifiziert und lässt sich über<br />
diese in die Proficloud einbinden. Nachdem<br />
die Geräte zur Proficloud hinzugefügt worden<br />
sind, erscheinen die von ihnen gesendeten<br />
Daten sofort. Ein weiterer Mausklick führt<br />
dann zur Anwendung TSD Analytics. Mit der<br />
Open-Source-Plattform lassen sich eigene<br />
Dashboards online aufbauen und frei konfigurieren.<br />
Sämtliche Webseiten der Proficloud<br />
werden in einem responsiven Webdesign<br />
erstellt, sodass dem Nutzer die Daten<br />
in einer an das Endgerät angepassten Ansicht<br />
dargestellt werden.<br />
VERFAHRENSTECHNIK <strong>12</strong>/<strong>2018</strong> 29
MESSEN, REGELN, AUTOMATISIEREN<br />
Mit weniger mehr produzieren<br />
Virtuelle Lösungen optimieren Batch-Prozesse<br />
Die heutigen virtuellen Prozesslösungen<br />
überwinden lange<br />
bekannte Frustrationen bei<br />
Batch-Betreibern durch ein<br />
bisher unerreichtes Niveau an<br />
Verfügbarkeit, Effizienz, Agilität<br />
und Zuverlässigkeit.<br />
Autor: Chris Peters, Experion Product Manager,<br />
Honeywell Process Solutions, Offenbach<br />
Hersteller von Spezialchemikalien, Pharmazeutika<br />
sowie Nahrungsmitteln und<br />
Getränken sind zunehmend gefordert, mit<br />
weniger mehr zu produzieren – und das mit<br />
erhöhter Qualität. Der Betreiber muss mehr<br />
aus den Anlagen herausholen, die Fehlerbehandlung<br />
in Batch-Prozessen effektiver<br />
gestalten, neue Ansätze zur Reduktion der<br />
Produktionskosten ermitteln und komplexe<br />
Software-Abläufe managen.<br />
Jüngste Untersuchungen zeigten, dass<br />
aufgrund technologischer Limitierungen<br />
viele Bediener in der Messwarte keinen angemessenen<br />
Überblick und keinen Zugriff<br />
auf ihren Batch-Prozess haben. Einige vermissen<br />
die Möglichkeit, frühzeitig Verzögerungen<br />
zu erkennen, die zu Engpässen<br />
führen könnten. Viele gaben auch an, dass<br />
die verwendeten Methoden der Fehlerbehandlung<br />
ineffektiv seien, selbst wenn<br />
sie das Problem bereits kannten. Außerdem<br />
ergaben die Untersuchungen, dass sich die<br />
Mehrzahl der Teams auf reaktive Arbeiten<br />
wie Wartungen und Anpassungen der<br />
Batch-Server konzentrieren.<br />
Eine zusätzliche Herausforderung stellt<br />
die zunehmende Anzahl älterer Mitarbeiter<br />
dar, die durch ihren Ruhestand von weniger<br />
erfahrenem Personal ersetzt werden und<br />
eine Qualifikationslücke hinterlassen. Das<br />
Ergebnis der Studie ist wenig überraschend:<br />
die Produktionsleiter wünschen sich weitgehend<br />
automatisierte Systeme, mit denen<br />
verschiedene Aufgaben gleichzeitig ausgeführt<br />
werden können.<br />
Arbeitsabläufe visualisieren<br />
Automatisierungsanbieter wie Honeywell<br />
lösen diese Herausforderungen durch die<br />
Nutzung aktueller Technologien, um so<br />
die Transparenz und das Verständnis<br />
der Betreiber für die Batch-Produktion<br />
zu erhöhen.<br />
Beispielsweise verwendet die Honeywell<br />
Experion Batch-Lösung eine Mensch-Maschine-Schnittstelle<br />
mit intuitiver visueller<br />
Analytik, die Anlagenbediener bei der Erkennung<br />
von Anomalitäten unterstützt. Die<br />
Visualisierungstechnologie ermöglicht den<br />
Ingenieuren, sowohl rückblickend als auch<br />
vorrausschauend Abläufe zu untersuchen<br />
30 VERFAHRENSTECHNIK <strong>12</strong>/<strong>2018</strong>
MESSEN, REGELN, AUTOMATISIEREN<br />
Experion Batch verwendet eine patentierte<br />
Technologie, um Bediener vermehrt vorausschauend<br />
zu informieren, ihre Arbeitsabläufe<br />
zu planen sowie Verfügbarkeit und Ablaufzeit<br />
von Teilanlagen zu sichern<br />
und entsprechend zu reagieren. Insgesamt<br />
bietet die visuelle Analytik den Ingenieuren<br />
einen tieferen Einblick in anstehende Ereignisse<br />
oder mögliche Verzögerungen und<br />
erlaubt den Bedienern, parallele Aufgaben<br />
stabil auszuführen.<br />
Für Betriebsingenieure ist von erheblichem<br />
Nutzen zu wissen, wie sich der aktuelle<br />
Batch im Vergleich zu einem typischen<br />
Batch verhält. Selbst weniger erfahrene Ingenieure<br />
können so nachvollziehen, welche<br />
Schritte ihre gestandenen Kollegen zur Optimierung<br />
des Prozesses einleiten würden.<br />
In ähnlicher Form kann die Analyse bewährte<br />
und in allen Operationen angewandte<br />
Vorgehensweisen aufzeigen und<br />
dadurch Zykluszeiten reduzieren und die<br />
Produktivität verbessern.<br />
Technologische Lösungen dieser Art<br />
adressieren somit maßgeblich die Qualifikationslücke,<br />
indem Informationen zum<br />
aktuellen und zukünftigen Betriebszustand<br />
in natürlicher und intuitiver Form präsentiert<br />
werden und damit den erforderlichen<br />
technologischen Wissensstand gleichbleibend<br />
halten.<br />
Effizienz verbessern<br />
Bei der Projektierung der Batch-Abläufe<br />
können Hersteller entweder an der traditionellen,<br />
zentralisierten Batch-Konzeption<br />
festhalten, oder sie können sich für die<br />
progressivere, an DIN EN 615<strong>12</strong> (IEC<br />
615<strong>12</strong> / ISA88) ausgerichtete modulare<br />
Batch-Umgebung entscheiden; mit verteiltem<br />
Risiko und Unterstützung behördlicher<br />
Anforderungen.<br />
Die modulare Vorgehensweise löst viele<br />
Probleme der Bediener: Die Installation der<br />
Batch-Funktionalität in prozessnahen<br />
Komponenten (Controllern), die den Teilanlagen<br />
zugeordnet sind, minimiert drastisch<br />
das Risiko, da eine einzige, zentrale<br />
Komponente keine stabile Basis für den Anlagenbetrieb<br />
darstellt. Der Vorteil der modularen<br />
Auslegung besteht auch darin, dass<br />
das Projektierungs- und Wartungspersonal<br />
einen Teilanlagen-Controller außer Betrieb<br />
nehmen kann, ohne dadurch die anderen<br />
Teilanlagen zu beeinträchtigen. Die modular<br />
verteilte Batch-Auslegung eliminiert zusätzlich<br />
die Installation eines Batch-Servers<br />
und damit den mit Windows-Systemen gegebenen<br />
Aufwand für Wartung und Aktualisierung.<br />
Ein controller-basiertes System ist<br />
naturgemäß robuster und benötigt lediglich<br />
eine einzige Betriebs- und Projektierungsplattform<br />
für die Ausführung des Batchs.<br />
Flexibilität erhöhen<br />
Ein virtueller Controller unterstützt eine<br />
flexible Rezepterstellung, umfangreiche<br />
Testabläufe sowie die Ausführung leittechnischer<br />
Applikationen (wie in Pilotanlagen<br />
oder Laboratorien) in einer virtuellen Umgebung.<br />
Zudem verringert ein virtueller<br />
Auf die visuelle Intelligenz kann auch von den<br />
Mitarbeitern im Feld über eine App zugegriffen werden<br />
Controller den Platzbedarf für die Hardware<br />
und bietet in Verbindung mit fehlertoleranter<br />
Virtualisierungstechnologie eine<br />
erhöhte Verfügbarkeit. Ebenfalls erlauben<br />
virtuelle Controller eine anwenderspezifische<br />
Ressourcenverwaltung (z. B. für<br />
Speicherbedarf oder Prozessorleistung).<br />
Das gibt den Anwendern weitere Parameter<br />
zur Optimierung ihres Batch-Betriebs.<br />
Die heutigen virtuellen Prozesslösungen<br />
überwinden lange bekannte Frustrationen<br />
bei Batch-Betreibern durch ein bisher unerreichtes<br />
Niveau an Verfügbarkeit, Effizienz,<br />
Agilität und Zuverlässigkeit. Anwendererfahrungen<br />
wurden inzwischen umgesetzt<br />
– und bieten dem Anlagenpersonal<br />
klare, intuitive, berührungssensitive Darstellungen<br />
sowie interaktive Arbeitsabläufe,<br />
mit denen eine bessere Planung unterstützt,<br />
Überraschungen eliminiert und Stress reduziert<br />
werden kann. Wesentlich ist, dass<br />
angepasste Batch-Prozesse den Durchsatz<br />
und die Anlagenauslastung erhöhen, Kosten<br />
senken, die Produktqualität verbessern<br />
und behördliche Konformität erreichen.<br />
Fotos: Honeywell<br />
www.honeywellprocess.com<br />
BUCHTIPP<br />
Dieses Buch erleichtert durch<br />
eine möglichst anschauliche und<br />
anwendungsorientierte Darstellung<br />
der Zusammenhänge dem Leser<br />
den Zugang zu dem interessanten<br />
Fachgebiet der elektrohydraulischen<br />
Antriebe und Steuerungen, ohne<br />
allerdings auf die notwendigen<br />
physikalischen und mathematischen<br />
Grundlagen zu verzichten.<br />
Grundlagen elektrohydraulischer<br />
Antriebe<br />
und Steuerungen<br />
von Prof. Dr.-Ing. Siegfried Helduser<br />
380 Seiten, zahlreiche Abbildungen,<br />
broschiert, ISBN 978-3-7830-0387-1<br />
€ 32,- (zzgl. Versandkosten)<br />
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VERFAHRENSTECHNIK <strong>12</strong>/<strong>2018</strong> 31<br />
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MESSEN, REGELN, AUTOMATISIEREN<br />
Sauerstoff zuverlässig bestimmen<br />
Visitrace DO ist ein<br />
optischer Sauerstoffsensor,<br />
der mit schnellen und präzisen Messergebnissen im<br />
niedrigen ppb-Bereich überzeugt. Dank einer kurzen Reaktionszeit<br />
detektiert er Veränderungen schnell und liefert innerhalb<br />
kürzester Zeit exakte Messwerte. Diese werden, neben der<br />
drahtgebundenen Übertragung, auch über eine eingebaute<br />
Bluetooth-4.0-Schnittstelle und mittels der ArcAir-App an ein<br />
Smartphone oder Tablet übertragen. Ein Mikro-Transmitter im<br />
Sensorkopf verarbeitet die Messwerte zu einem robusten<br />
4–20-mA-Signal und speichert alle relevanten Daten, einschließlich<br />
Kalibrierung und Standzeit-Informationen. Darüber hinaus<br />
ist das sauerstoffempfindliche Luminophor gegen Chlor und<br />
Chlordioxid stabilisiert und übersteht so deutlich mehr<br />
Reinigungszyklen.<br />
www.hamiltoncompany.com<br />
Radar ist der Renner<br />
Die Frequenz ist ein entscheidender Parameter, um effizient<br />
Füllstände zu erfassen. Wie entscheidend, das überraschte jedoch<br />
selbst den Messtechnik-Hersteller Vega. In kürzester Zeit fand die<br />
80-GHz-Radartechnologie eine Markt-Akzeptanz, die mit dieser<br />
Geschwindigkeit niemand erwartet hatte. Sie löste entsprechend<br />
schnell den bisherigen Technologiestandard 26 GHz in weiten<br />
Bereichen erfolgreich ab. Mit mehr als 100 000 verkauften<br />
80-GHz-Radargeräten gibt es in der Firmenzentrale einen guten<br />
Grund zum Feiern.<br />
Für den Großteil industrieller Füllstandanwendungen sind<br />
80-GHz-Radarsensoren universell einsetzbar. Flüssigkeiten erfasst<br />
der Vegapuls 64 auch bei Kondensat oder Anhaftungen an der<br />
Antenne mit gleichbleibender<br />
Genauigkeit. Und<br />
weil der Sensor zudem mit<br />
der kleinsten Antenne<br />
seiner Art ausgestattet<br />
werden kann, gibt es kaum<br />
einen Einbauort, der zu eng<br />
wäre. Auch bei Schüttgütern<br />
setzen 80 GHz Maßstäbe.<br />
www.vega.com<br />
Temperaturtransmitter mit neuem<br />
Hart-7-Protokoll<br />
Der Temperaturtransmitter T32.xS von Wika ist jetzt auch in einer<br />
Ausführung lieferbar, die über das neue Hart-7-Protokoll<br />
kommuniziert. Zu dessen neuen Funktionen gehört unter<br />
anderem eine erweiterte Messstellenbeschreibung (Long Tag).<br />
Alle übrigen Leistungsmerkmale des Geräts sind unverändert. Der<br />
Tüv Rheinland hat den Transmitter zum wiederholten Mal in<br />
einem Full Assessment für Sicherheitsanwendungen bis zu SIL3<br />
zertifiziert. Aufgrund seiner Kompatibilität mit nahezu allen<br />
offenen Soft- und Hardwaretools ist das Gerät universell<br />
einsetzbar. Den Transmitter, von dem bisher mehr als eine<br />
Million Stück ausgeliefert wurden, gibt es auch weiterhin in der<br />
bisherigen Version mit Hart 5.<br />
www.wika.de<br />
Intelligente und kreative Datennutzung<br />
Produktionsprozesse integrieren zunehmend neue Methoden<br />
und Dienstleistungen, die erst durch die Vernetzung mit<br />
modernster Informations- und Kommunikationstechnik möglich<br />
werden. Zwar installiert Linde schon seit Jahren digitale Technologien<br />
in allen Geschäftsbereichen, neu ist aber der in der Startup-Branche<br />
übliche Accelerator-Prozess, der die Realisierung von<br />
Ideen beschleunigt: Drei Monate lang arbeiten interdisziplinäre<br />
Teams an solchen<br />
Projekten und transferieren<br />
sie bei Erfolg<br />
schnell ins Business.<br />
Was in dieser Zeit nicht<br />
funktioniert, wird nicht<br />
weiterverfolgt.<br />
Ein erfolgreiches<br />
Projekt ist ein Virtual-<br />
Reality-Training für<br />
eine Gasaufbereitungsanlage,<br />
die Linde<br />
Engineering derzeit in der Amur-Region in Ostrussland baut.<br />
Noch bevor diese Anlage fertiggestellt ist, kann sich das Fachpersonal<br />
an einem digitalen Abbild mit dem Betrieb vertraut<br />
machen. Das erleichtert die spätere Inbetriebnahme und macht<br />
das Betreiberpersonal fit für kritische Situationen. Der Simulator<br />
entsteht auf Basis der digitalen Konstruktionszeichnungen.<br />
www.linde.com<br />
Flexible Flaschenproduktion<br />
KHS Corpoplast (KHS) hat jüngst eine hochautomatisierte<br />
TriBlock-Anlage für Single-Serve-Produkte entwickelt, die<br />
besonders kompakt und flexibel ist. Das grundlegende<br />
Steuerungs- und Antriebskonzept wurde gemeinsam mit Siemens<br />
entwickelt und mit Siemens-Komponenten umgesetzt. Mit der<br />
durchgängigen Automatisierung sind ein über alle Produktionsgeschwindigkeiten<br />
zuverlässiger Prozess, geringe Wartungskosten<br />
und eine flexible<br />
Anlagenkonfiguration<br />
sichergestellt.<br />
Single-Serve-Verpackungen,<br />
die etwa<br />
Portionen für eine<br />
Person enthalten, sind<br />
ein wichtiger Wachstumsmarkt<br />
in der<br />
Getränkemittelbranche.<br />
Um sich hier entsprechend<br />
zu positionieren,<br />
hat KHS eine speziell<br />
für dieses Segment<br />
ausgelegte TriBlock-<br />
Anlage mit Streckblas-, Etikettier- und Füllmodul entwickelt. Die<br />
kompakte Anlage benötigt nur rund 140 qm Stellfläche und ist<br />
hinsichtlich der Modulzusammensetzung flexibel. Grund dafür ist<br />
die gemeinsam mit Siemens entwickelte Verblockung der Module<br />
über das Motion Control System Simotion. Damit ist es möglich,<br />
je nach Kundenanforderung bspw. eine reine Streckblas-Füll-<br />
Anlage zu realisieren. Zudem sind alle für das Handling der<br />
Preforms (Pet-Flaschen-Rohlinge) relevanten Bewegungen<br />
maschinenübergreifend in einem Master synchronisiert. Dadurch<br />
laufen die verblockten Module stets synchron.<br />
www.siemens.de<br />
32 VERFAHRENSTECHNIK <strong>12</strong>/<strong>2018</strong>
MESSEN, REGELN, AUTOMATISIEREN<br />
Füll- und Pegelstände aus der Ferne verfolgen<br />
Der Datenlogger mit Fernübertragungseinheit GSM-2 wurde von<br />
Keller weiterentwickelt und hat einen neuen Namen erhalten:<br />
Autonomous Remote Data Collector, kurz ARC-1. Nun wird über<br />
das Mobilfunksystem 3G kommuniziert, optional auch über 4G.<br />
Die neuen Funkmodule erlauben zudem die Lokalisierung per<br />
Mobilfunknetz. Zu den System-Status-Informationen,<br />
wie Batteriezustand und Signalstärke, ist ein<br />
Feuchtigkeitssensor hinzugekommen. Zudem<br />
können bereits vorhandene GSM-2-Datenlogger<br />
einfach zu ARC-1-Datenloggern aufgerüstet<br />
werden, falls das 2G-Netz an der bestehenden<br />
Messstelle nicht mehr zur Verfügung steht.<br />
Die zylindrische Bauform mit nur 48 mm<br />
Durchmesser kann einfach in das Kopfende eines in<br />
der Grundwassermesstechnik üblichen Peilrohrs<br />
mit 2" Durchmesser platziert werden. Das Gehäuse ist auf Beständigkeit<br />
gegen Betauung und kurzzeitige Überflutung ausgelegt.<br />
Ausgestattet mit energieeffizienter Elektronik und einer hochwertigen<br />
Lithium-Batterie kann der Logger bis zu zehn Jahre lang<br />
täglich Ergebnisse von 24 Messungen per E-Mail, SMS oder FTP<br />
übertragen. Die höchste Messrate beträgt eine<br />
Messung/Minute. Zwei Spannungseingänge (0–5 V),<br />
zwei Digitaleingänge, eine Bus-Schnittstelle (RS485)<br />
für den Betrieb von bis zu fünf Pegelsonden sowie<br />
eine optionale SDI<strong>12</strong>-Schnittstelle für Wasseranalysegeräte<br />
machen den ARC-1-Datenlogger zu einem<br />
universellen Datenerfassungsmodul für Wide Area<br />
Messnetzwerke.<br />
www.keller-druck.com<br />
Vorfertigung von Rohrleitungen<br />
Es ist nachzuvollziehen, dass die Vor-Ort-Montage von Rohrleitungen<br />
auf einer zumeist beengten, staubigen Baustelle unter<br />
eigentlich allen Aspekten vergleichsweise schlechter abschneiden<br />
wird als eine Vorab-Montage in der Werkstatt. Möglich ist die<br />
Vorfertigung allerdings erst durch die zeichnerische Vorplanung<br />
mithilfe eines 3-D-CAD/CAE-Systems wie Tricad MS in Verbindung<br />
mit dem Rohrplanungs-Tool Isogen. Die Schnittstelle Iso X<br />
ermöglicht es, die mit Tricad MS erstellten Daten für Isogen lesbar<br />
zu machen. Um das Erstellen und Verwalten von Fertigungs-<br />
Isometrien mit Isogen noch effizienter zu gestalten, wurden nun<br />
Oberfläche und Funktionalität stark erweitert. Neu ist, dass bei<br />
Isogen der Faktor Kosten einbezogen werden kann. Konkret<br />
können Montage- und Schweißzeiten in die Fertigungs-Isometrie<br />
einfließen. Fazit: Die Vorfertigung von Rohr-Baugruppen ist im<br />
Anlagenbau im Zeichen der<br />
zunehmenden Modularisierung<br />
ein zentrales Thema.<br />
Anlagenbauer wie Betreiber<br />
profitieren von einer<br />
höheren Kosteneffizienz<br />
und Zeitersparnis, die<br />
Qualität der Bauausführung<br />
ist signifikant besser.<br />
www.venturis.it<br />
Präzises Taupunktspiegel-Hygrometer<br />
Die Hochleistungs-Taupunktspiegel-Hygrometer<br />
S8000 von<br />
Michell verfügen über verbesserte<br />
Funktionalität und bieten eine<br />
einheitliche Benutzeroberfläche.<br />
Die Geräte arbeiten wahlweise mit<br />
fest integrierten oder abgesetzten Sensoren an und decken damit<br />
einen Gesamtmessbereich von – 100 bis + <strong>12</strong>0 °C T d<br />
ab. Der<br />
Remote Sensor kann Umgebungstemperaturen von bis zu + <strong>12</strong>0 °C<br />
standhalten und daher auch direkt im Prozess installiert werden.<br />
Die Produktlinie nutzt nun ein einheitliches, intuitives<br />
Touchscreen Interface. Für alle Modelle steht mit USB, RS232,<br />
RS485, Ethernet (ModBus TCP/IP) eine Auswahl an Kommunikationsschnittstellen<br />
zur Verfügung. Standardmäßig ist auch eine<br />
Datenerfassung auf SD-Karte für den komfortablen Einzelbetrieb<br />
möglich. Die Gehäuse wurden ebenfalls aktualisiert, sind mit<br />
reinigenden Oberflächen ausgestattet und servicefreundlich.<br />
Die hochpräzisen Instrumente verwenden das fundamentale<br />
Taupunktspiegel-Sensorprinzip und garantieren so akkurate und<br />
driftfreie Taupunktmessungen. Das S8000 RS setzt laut Hersteller<br />
Standards mit einer Genauigkeit von ± 0,1 °C Taupunkt und einem<br />
Taupunktmessbereich bis zu – 90 °C T d<br />
, ohne dass eine separate<br />
Kühlung erforderlich ist.<br />
www.michell.de<br />
Tool für die Analysen- und<br />
Prozessmesstechnik<br />
Der Digitale Wartungsmanager (DWM) ist eine Service-Plattform<br />
für die Verwaltung, die Visualisierung, den Betrieb und die<br />
Erfassung der Wartungserfordernisse analysen- und prozessmesstechnischer<br />
Sensoren und Messsysteme in verfahrenstechnischen<br />
Anlagen. Dabei bildet der DWM die gesamte installierte Sensorund<br />
Messtechnik digital ab und liefert dem Anlagenbetreiber<br />
zeitnahe Informationen über deren aktuellen und im Zeitverlauf<br />
zu erwartenden Betriebszustand. Hierauf basierend meldet der<br />
DWM automatisch einen betriebstechnisch erforderlichen oder<br />
gesetzlich vorgeschriebenen Wartungsbedarf und koordiniert die<br />
fälligen Servicetermine. Das integrierte Dokumentenmanagement<br />
verwaltet alle durchgeführten Serviceaktivitäten.<br />
www.sick.com<br />
Näherungsschalter bis – 60 °C<br />
EGE bietet die eigensicheren induktiven Näherungsschalter der<br />
Polar-Serie IGEXPa jetzt auch mit IECEx-Zertifizierung an. Die<br />
Sensoren halten Umgebungstemperaturen von – 60 bis + 60 °C<br />
stand und verfügen über Schutzart IP69. Abhängig vom Temperaturbereich<br />
lassen sie sich in den Zonen 0/20 oder 1/21 einsetzen.<br />
Die Sensoren sind in den Bauformen M<strong>12</strong>, M18 und M30 erhältlich.<br />
Bei bündigem Einbau betragen die Nennschaltabstände 2, 5<br />
bzw. 10 mm. Der Anschluss erfolgt über ein 2 m langes<br />
PUR-Kabel, auf Anfrage liefert EGE die Näherungsschalter auch<br />
mit anderen Kabellängen. Zur Auswertung der Schaltsignale<br />
dienen die IECEx-zertifizierten<br />
Auswertegeräte der Serie IKMb<br />
<strong>12</strong>2 Ex mit programmierbarer<br />
Ausgangsfunktion.<br />
www.ege-elektronik.com<br />
VERFAHRENSTECHNIK <strong>12</strong>/<strong>2018</strong> 33
BETRIEBSTECHNIK<br />
Wartung<br />
just in time<br />
Predictive Maintenance optimiert<br />
Instandhaltung in der Prozessindustrie<br />
Das Industrial Internet of Things<br />
(IIoT) wird von der Industrie<br />
zunehmend genutzt, um mit der<br />
Hilfe von Sensoren Betriebsdaten<br />
von Maschinen zu erfassen und zu<br />
kommunizieren. Mit einer neuen<br />
Echtzeit-Überwachung ist nun die<br />
vorausschauende Wartung von<br />
Elektromotoren möglich.<br />
Bei einem reaktiven Wartungsmodell<br />
wird eine Maschine erst bei Auftreten<br />
eines Fehlers repariert oder ersetzt. Im Falle<br />
eines defekten Motors bedeutet dies aber<br />
auch, dass mit seinem Ausfall ganze Produktionsabläufe<br />
zum Erliegen kommen<br />
können. Diese ungeplanten Stillstandzeiten<br />
verursachen erhebliche Produktions- und<br />
Verdienstausfälle.<br />
Auch die präventive Wartung hat Schwächen:<br />
Auf Intervallbasis entwickelte Wartungspläne<br />
können unzuverlässig sein, weil<br />
der tatsächliche Betriebszustand einer<br />
Maschine eventuell ein anderer ist als der<br />
empfohlene Betriebszustand, auf dem die<br />
vorgegebenen Reparaturpläne üblicherweise<br />
basieren.<br />
Predictive Maintenance betrachtet dagegen<br />
den Ist-Zustand der Maschine rund um<br />
die Uhr und legt auf dieser Basis fest, wann<br />
Service erforderlich ist. Die zuständigen<br />
Autor: Ingo Broich, Key Account Manager, WEG<br />
Germany GmbH, Kerpen<br />
Mitarbeiter werden so vor einem drohenden<br />
Versagen eines Motors gewarnt und<br />
können geeignete Maßnahmen ergreifen,<br />
bevor es aufgrund verschlissener Bauteile<br />
zu einem Ausfall kommt. Denn ungeplante<br />
Stillstandzeiten verursachen erhebliche<br />
Produktions- und Verdienstausfälle.<br />
In Echtzeit<br />
Auf kosteneffiziente Weise ermöglicht<br />
WEG Motor Scan die Echtzeit-Überwachung<br />
von WEG-Elektromotoren über eine<br />
intelligente Geräte-App, die für Android<br />
und iOS zur Verfügung steht. Mit Dimensionen<br />
von 44 × 38 × 25 mm lässt sich der<br />
kleine Sensor an Elektromotoren der IEC-<br />
Baugrößen 63 bis 450 nachträglich als<br />
Retrofit befestigen. Er misst neben der<br />
Oberflächentemperatur und Betriebsdauer<br />
auch die Vibrationen des Motors. Dies<br />
wird durch eine 3-Achsen-Schwingungsmessung<br />
von 1–3 kHz ermöglicht.<br />
Mittels Bluetooth (später auch über Gateway-Technologie)<br />
werden die gesammelten<br />
Daten in eine sichere Cloud übermittelt, wo<br />
sie dann durch eine mobile App oder ein<br />
Web-Portal, die WEG IoT-Plattform, aufgerufen<br />
werden können. Dadurch wird eine<br />
detaillierte Analyse des überwachten Elektromotors<br />
ermöglicht. Die IoT-Plattform<br />
bietet umfangreiche Analysetools für eine<br />
Fehlerdiagnose und erlaubt das Konfigurieren<br />
von Warnungen. Wartungsmitarbeitern<br />
ist es so möglich, die Echtzeitdaten zur<br />
aktuellen Leistung des Elektromotors von<br />
überall aufzurufen, direkt zu analysieren<br />
und entsprechend zu handeln.<br />
Im Einsatz<br />
Der Hersteller setzt selbst seine neue Lösung<br />
bei der Überwachung von Motoren in seinen<br />
brasilianischen Produktionsstand orten ein.<br />
Dabei handelt es sich um ganz unterschiedliche<br />
Anwendungen wie Abluftventilatoren,<br />
Förderanlagen, Sandstrahl anlagen, Umluftkühler,<br />
Kompressoren und Hydraulikpumpen.<br />
Kürzlich konnte sich der Motor Scan<br />
dabei erstmals bewähren. Der Sensor er-<br />
34 VERFAHRENSTECHNIK <strong>12</strong>/<strong>2018</strong>
BETRIEBSTECHNIK<br />
Der Motor Scan hat sich aufgrund seines<br />
Designs und der Art der Befestigung auch<br />
bei Anwendungen unter widrigen Umgebungsbedingungen<br />
als robust und zuverlässig<br />
erwiesen. Am Produktionsstandort<br />
überwacht der Sensor bspw. Elektromotoren,<br />
die an Außenabgassysteme angeschlossen<br />
sind. Ein anderes Einsatzgebiet<br />
ist eine Gießerei, wo Motoren und Sensoren<br />
unter extremen Bedingungen zuverlässig<br />
ihre Aufgabe erfüllen.<br />
Das Wartungsteam am brasilianischen<br />
Standort freut sich über die Möglichkeiten,<br />
die der Sensor bietet: „Unsere Erfahrungen<br />
mit Motor Scan haben gezeigt, dass der<br />
Sensor einfach zu installieren ist. Er hat auf<br />
einfache Weise dabei geholfen, unsere<br />
Prozesse zuverlässiger zu gestalten und die<br />
Anlagenverfügbarkeit zu erhöhen.“<br />
Heute und morgen<br />
Predictive Maintenance gestattet es also,<br />
mögliche Störfälle vorherzusagen und diese<br />
vor deren Eintreten abwenden zu können.<br />
Sie ermöglicht die vorausschauende Erkennung<br />
von Defekten und Fehlern außerhalb<br />
des Standards und des normalen Toleranzbereichs.<br />
Durch die Überwachung der Leistungsfähigkeit<br />
und des ordnungsgemäßen<br />
Betriebszustands der Motoren in Echtzeit<br />
minimiert Predictive Maintenance die zur<br />
Durchführung von Reparaturen erforderliche<br />
Stillstandzeit.<br />
Zu einem späteren Zeitpunkt wird die<br />
Lösung von WEG zusätzlich noch die Werte<br />
der Drehzahl, Start-/Stopp-Zeit, Last und<br />
Wirkungsgrad ermitteln und protokollieren.<br />
Energieeffizienz und Motorzustand, wie<br />
Unwucht und Fehlausrichtung, werden in<br />
Zukunft ebenfalls messbar sein.<br />
Fotos: WEG GmbH<br />
www.weg.net<br />
kannte eine Anomalie und sendete automatisch<br />
eine Warnung an das Wartungsteam.<br />
Einer von vier in der Fertigung befindlichen<br />
Umluftkühlern zeigte hohe Vibrationen.<br />
Bei dem folgenden vorausschauenden<br />
Wartungstermin konnten die Ingenieure<br />
den Fehler beheben. Nach der Korrekturmaßnahme<br />
unterblieben die Vibrationen.<br />
Aufgrund dieser zeitnahen Maßnahmen<br />
kam es in der Fabrik zu keinen unerwarteten<br />
Stillstandzeiten.<br />
Vorteile nutzen<br />
Der Motor Scan ermittelt und protokolliert neben der<br />
Oberflächentemperatur und Betriebsdauer auch die<br />
Vibrationen der Elektromotoren<br />
VERFAHRENSTECHNIK <strong>12</strong>/<strong>2018</strong> 35
BETRIEBSTECHNIK<br />
Die Sicherheits-Netzwerker<br />
Effektiver Arbeitsschutz bei einem Hersteller von Chlor und Epoxidharzen<br />
Um seine hohen Sicherheitsstandards<br />
weiter auszubauen,<br />
arbeitet ein Chemieunternehmen<br />
seit 2015 mit einer Online-Lösung,<br />
die sämtliche Mitarbeiter an Bord<br />
holt. Durch definierte Workflows<br />
können alle dazu beitragen,<br />
mögliche Gefahrenquellen zu<br />
reduzieren – und so Arbeitssicherheit<br />
nachhaltig stärken.<br />
Der betriebliche Arbeits- und Umweltschutz<br />
ist zu einem komplexen Feld aus<br />
Regeln und Pflichten angewachsen. „Mehr<br />
als 600 Unternehmen stärken ihre Rechtssicherheit<br />
und Zusammenarbeit mittlerweile<br />
mit Quentic“, sagt Quentic-Geschäftsführer<br />
Markus Becker. Seit 2015 ist die<br />
Online-Software auch bei Olin im Einsatz.<br />
Das US-amerikanische Unternehmen ist<br />
ein weltweit führender Hersteller von Chlor<br />
Autorin: Jennifer Riedasch, Quentic, Berlin<br />
und Epoxidharzen und beschäftigt in<br />
Deutschland rund 500 Mitarbeiter. Von seinen<br />
Standorten in Stade, Rheinmünster<br />
und Baltringen aus beliefert Olin Industriekunden<br />
rund um den Globus. In den Anlagen<br />
entstehen Basismaterialien für Kunststoffe<br />
und Kältemittel. Die<br />
Spezialprodukte werden in<br />
den verschiedensten Anwendungen<br />
des modernen<br />
Lebens verwendet, unter anderem<br />
in Smartphones, Rotorblättern<br />
für Windkraftanlagen<br />
oder Industrie-Böden.<br />
Darüber hinaus produzieren<br />
Unternehmen damit Kältemittel<br />
für Fahrzeug-Klimaanlagen<br />
oder Kühlschränke.<br />
Da in den Werken auch<br />
Stoffe zum Einsatz kommen,<br />
die unter die Gefahrstoffverordnung fallen,<br />
sind Sicherheit und Sorgfaltspflicht fest in<br />
der Unternehmens-DNA verankert. Als Teil<br />
der „Responsible-Care“-Initiative der chemischen<br />
Industrie endet das Engagement<br />
von Olin nicht bei der Erfüllung gesetzlicher<br />
Vorgaben. Das Unternehmen verfügt<br />
über ein umfassendes Sicherheitsmanagementsystem.<br />
Werksprozesse unterliegen<br />
einer systematischen Risikobewertung.<br />
Die Unternehmensrichtlinien legen die<br />
Verantwortung jedes einzelnen Mitarbeiters<br />
sowie seine Pflicht zur Mitwirkung fest.<br />
Deshalb werden Beschäftigte und Fremd-<br />
firmen kontinuierlich in allgemeinen<br />
Schutzmaßnahmen unterwiesen. Zusätzlich<br />
lässt Olin fortlaufend Audits vornehmen:<br />
Das Unternehmen ist zertifiziert nach<br />
ISO 14001 (Umweltmanagement), ISO 9001<br />
(Qualitätsmanagement) und ISO 50001<br />
Da Daten konsistent, strukturiert<br />
und aktuell sind, können wir<br />
Prozesse effizient und sicher<br />
steuern. Aus intransparenten<br />
Dokumenten-Inseln entsteht eine<br />
integrative HSE-Landschaft.<br />
Jörg Fuchs, OMS-Koordinator,<br />
Olin-Management-System<br />
(Energiemanagement). In regelmäßigen<br />
Abständen steht auch ein HSE-Audit<br />
(Health, Safety, Environment) auf dem Plan.<br />
Daten, Prozesse und Menschen<br />
intelligent vereinen<br />
Um sein Portfolio auszubauen, übernahm<br />
Olin im Jahr 2015 das Epoxy- und Teile des<br />
Chlorgeschäfts des Chemiekonzerns Dow<br />
Chemical. Damit mussten auch die zu<br />
dokumentierenden und auszuwertenden<br />
HSE-Informationen zusammengeführt<br />
werden. Diese sollten einheitlich verfügbar<br />
36 VERFAHRENSTECHNIK <strong>12</strong>/<strong>2018</strong>
BETRIEBSTECHNIK<br />
sein und so den Informationsaustausch<br />
und die Zusammenarbeit verbessern. Deshalb<br />
suchte das Unternehmen nach einer<br />
Alternative zur bisherigen Systematik. „Wir<br />
verglichen verschiedene Softwareanbieter<br />
und stießen auf der Achema erstmals auf<br />
die Online-Lösung Quentic. Diese überzeugte<br />
uns vor allem mit ihrem ganzheitlichen<br />
Ansatz und modularen System“,<br />
berichtet Jörg Fuchs, OMS-Koordinator<br />
(Olin-Management-System) in Europa.<br />
Mit acht Modulen umfasst Quentic die<br />
Bereiche Arbeitssicherheit, Risks & Audits,<br />
Gefahrstoffe, Legal Compliance, Online-<br />
Unterweisungen, Prozesse sowie Umweltmanagement<br />
und Nachhaltigkeit. Anwender<br />
können sich die einzelnen Bausteine<br />
flexibel zusammenstellen. Dadurch<br />
erhalten sie eine individuelle Lösung,<br />
die exakt auf ihre Bedürfnisse abgestimmt<br />
ist. Der maximale Nutzen resultiert aus<br />
den zahlreichen Querver bindungen, die<br />
Arbeitsschritte über Ab teilungen, Standorte<br />
und Länder hinweg ineinandergreifen<br />
lassen. Dabei erhält jeder Mitarbeiter<br />
bedarfsgerecht Zugriff auf die Bereiche,<br />
die er benötigt – sei es für Detailinformationen<br />
im Fachbereich oder den Rundumblick<br />
im Management. „Da Daten konsistent,<br />
strukturiert und aktuell sind, können<br />
wir Prozesse effizient und sicher steuern.<br />
Aus intransparenten Dokumenten-Inseln<br />
entsteht eine integrative HSE-Landschaft“,<br />
erklärt der OMS-Koordinator. Weiterer<br />
Vorteil: In der SaaS-Lösung (Software as a<br />
Service) entfallen aufwändige Installationen<br />
oder zusätzliche Administration. Das<br />
spart Zeit und Geld.<br />
Digitale Verbindung für Gefahrstoffe<br />
und Arbeitssicherheit<br />
Während der EcoWebDesk-Implementierung<br />
bildete Olin die deutschlandweite<br />
Unternehmensstruktur in der Produktion<br />
ab: Organisationseinheiten, Arbeitsmittel,<br />
Stellen und Personen. Dies ermöglicht es,<br />
Dokumente und Aufgaben richtig zuzuordnen<br />
und nachzuvollziehen, welcher Mitarbeiter<br />
in welchen Prozess involviert ist.<br />
Anschließend startete das Chemieunternehmen<br />
mit dem Modul Gefahrstoffmanagement.<br />
Im Gefahrstoffkataster werden<br />
heute über 1 500 Arbeits- und Gefahrstoffe<br />
zentral verwaltet. Dank anpassbarer Filterfunktionen<br />
finden Nutzer schnell die ver-<br />
01 Gefährdungsbeurteilungen, Betriebsanweisungen oder Qualifizierungs- und<br />
Schutzmaßnahmen – mit der Software ist alles im Blick<br />
wendeten Inhaltsstoffe – samt Kennzeichnung<br />
nach gängigen Standards (GefStoffV,<br />
GHS/CLP). Informationen zu Freigaberegulierungen,<br />
Einsatzbereichen und der<br />
Gefahrstoff-Zusammenlagerung können<br />
Verantwortliche automatisch prüfen.<br />
Durch die Verknüpfung mit dem Modul<br />
Arbeitssicherheit hinterlegen Mitarbeiter<br />
Sicherheitsdatenblätter direkt in EcoWeb-<br />
Desk. An die Aktualisierung erinnert die<br />
Software nach festgelegter Frist. „Auch Gefährdungsbeurteilungen<br />
und Betriebsanweisungen<br />
erzeugen wir im System. Per<br />
Mausklick kombinieren wir die benötigten<br />
Angaben – inklusive Schutzmaßnahmen“,<br />
so Jörg Fuchs.<br />
Geteiltes Wissen, einheitliche<br />
Standards<br />
Relevante Rechtsnormen sind bei Olin im<br />
Modul Legal Compliance erfasst. „Durch<br />
den automatischen Abgleich mit einer<br />
Onlinedatenbank für Rechtstexte bleibt<br />
unser Rechtskataster stets aktuell. Beim<br />
Aufbau unterstützte uns der Quentic-<br />
Partner Tüv Nord“, erläutert Fuchs. Dank<br />
der Verknüpfung von Arbeitsmitteln und<br />
Gesetzen werden zuständige Fachkräfte<br />
automatisch über Gesetzesänderungen informiert<br />
und leiten Rechtspflichten mühelos<br />
ab. Technische Prüfungen bereiten sie<br />
effizient vor. Im Prüfungsplan werden<br />
diese samt Wiederholungsintervallen angezeigt.<br />
Die Erinnerungsfunktion sorgt dafür,<br />
dass dabei jeder Termin im Blick bleibt.<br />
Die Instandhaltung von genehmigungspflichtigen<br />
Maschinen ist dadurch bei Olin<br />
strukturiert organisiert.<br />
Die SaaS-Lösung ist geeignet, Managementsysteme<br />
gemäß ISO 14001, ISO 50001<br />
und OHSAS 18001 zu unterstützen. „Unsere<br />
externen Auditoren kennen EcoWebDesk<br />
bereits. Da alles nachvollziehbar in der Software<br />
hinterlegt sind, können wir nicht nur<br />
besser zusammenarbeiten, sondern auch<br />
Zertifizierungsprozesse effizienter durchlaufen“,<br />
sagt Jörg Fuchs.<br />
Fotos: Quentic/Olin<br />
www.quentic.de<br />
02 Seit drei Jahren nutzt Jörg Fuchs die<br />
Software Quentic, die sämtliche HSE-<br />
Akteure in einem System verbindet<br />
VERFAHRENSTECHNIK <strong>12</strong>/<strong>2018</strong> 37
BETRIEBSTECHNIK<br />
Präzise Kontrollwaagen<br />
Die dynamischen Kontrollwaagen<br />
HKW von Höfelmeyer erlauben<br />
eine präzise und vollautomatische<br />
Gewichtsermittlung bei<br />
verpackten und unverpackten<br />
Produkten. Sie finden ihren<br />
Einsatz als I-Punkte in der<br />
Produktion als auch im Rahmen<br />
der klassischen End-of-Line-<br />
Kontrolle. Produkte von 10 g bis<br />
zu 150 kg können verwogen<br />
werden. Je nach Anforderungen<br />
können Durchsätze über<br />
300 Stück/min erreicht werden. Durch das Erstellen von gesetzlich<br />
vorgeschriebenen als auch zeitbezogenen Statistiken ist es<br />
möglich, die Produktionsprozesse lückenlos zu dokumentieren,<br />
zu überwachen und zu steuern. So können bei Erkennen von<br />
Über- und Unterfüllungen im laufenden Prozess Verstellanweisungen<br />
an vorgeschaltete Anlagen gesendet werden (Tendenzregelung).<br />
Fehlgewichtige Einheiten werden selbsttätig aus dem<br />
Produktstrom ausgeschleust. Durch ihren modularen Aufbau<br />
passen sich die Höfelmeyer Kontrollwaagen flexibel an die<br />
Produktionslinie an und eignen sich auch für komplexe Mehrspuranwendungen.<br />
Zu den Optionen gehören verschiedene<br />
Transportanpassungen, produktspezifische Ausschleuseorgane<br />
und Auffangkörbe sowie optische oder akustische Signalgeber.<br />
www.hoefelmeyer.de<br />
Robustes Smartphone<br />
Das Outdoor-Smartphone RG850 bietet Android 8.1 und ein<br />
5,99"-Display im 18:9-Format. Darüber hinaus erfüllt das Gerät<br />
den Standard IP68 und den Militärstandard<br />
MIL-STD 810G. Es ist damit laut Hersteller<br />
gegen alle Arten von Flüssigkeiten, Staub,<br />
Ölnebel, Vibrationen, Stöße und auch<br />
Stürze aus bis zu 1,5 m auf Beton geschützt.<br />
3 GB Arbeitsspeicher und 32 GB interner<br />
Speicher sind verfügbar. Mittels MicroSD-<br />
Karte lässt sich der Speicher auf bis zu<br />
<strong>12</strong>8 GB erweitern.<br />
www.ruggear.com<br />
Schnell zur passenden Signalisierung<br />
Evosignal von Werma ist ein<br />
übersichtliches modulares<br />
System, das laut Hersteller<br />
nahezu sämtliche Anwendungsbereiche<br />
abdeckt. Dabei wird der<br />
Interessent in wenigen Schritten<br />
zum passenden Produkt für seine<br />
Anwendung geleitet – so sollen<br />
Fehlkäufe und zeitraubende Umtauschprozesse der Vergangenheit<br />
angehören. Über drei verfügbare Größenklassen (Mini/Midi/<br />
Maxi) in Kombination mit optischen/akustischen Signalisierungsmöglichkeiten<br />
und Montageadaptern decken die neuen Produkte<br />
zukünftig sämtliche Einsatzbereiche ab.<br />
www.werma.com<br />
Mitarbeiter-Unterweisungen<br />
organisieren<br />
Beschäftigte müssen unterwiesen werden, um Gefährdungen am<br />
Arbeitsplatz zu kennen und geeignete Schutzmaßnahmen<br />
anwenden zu können. UTA ist eine Plattform für Unterweisungen<br />
und Schulungen, die Führungskräfte und Personalverantwortliche<br />
beim Planen, Organisieren, Durchführen und Verwalten<br />
unterstützt. Mit der webbasierten Lösung können Anwender u. a.<br />
Unterweisungen vorbereiten, Medien einbinden, Unterschriften<br />
der Teilnehmer elektronisch speichern und durchgeführte<br />
Wirksamkeitskontrollen dokumentieren.<br />
Eine aufwändige Installation von Software entfällt, Updates<br />
erfolgen kontinuierlich. Derartige Software as a Service (SaaS)<br />
Lösungen sind besonders geeignet, um Daten für mehrere<br />
Nutzer – auch in verschiedenen Abteilungen oder an unterschiedlichen<br />
Standorten – zur Verfügung zu stellen und zu verwalten.<br />
www.qumsult.de<br />
Berstscheibe trotzt hohen Temperaturen<br />
Die neue Berstscheibe GRX wurde entwickelt<br />
für Prozesse mit korrosiven Medien, niedrigen<br />
Drücken und Temperaturen zwischen – 180 und<br />
+ 1 500 °C. Die GRX ist sowohl mit einer<br />
Kunstharz-Beschichtung (Prozesstemperaturen<br />
bis 200 °C) als auch mit einer eigens für die GRX entwickelten<br />
PyC-Beschichtung (Temperaturen über 200 °C) erhältlich. Durch<br />
diese Beschichtung hält die Berstscheibe wesentlich länger sehr<br />
hohe Temperaturen aus und bleibt dabei dauerhaft dicht.<br />
Optional kann eine Vakuumstütze integriert werden, die ohne<br />
Kleber installiert wird. Außerdem ist die Berstscheibe auf Wunsch<br />
auch mit Signalisierung erhältlich. Der Einbau erfolgt direkt<br />
zwischen Flansche.<br />
www.rembe.de<br />
Effiziente Getränkeabfüllung<br />
Für die Produktion und<br />
Füllung von 500-ml-PET-<br />
Flaschen mit Wasser und<br />
Säften wurde die Sidel-<br />
Matrix-Blasmaschine in<br />
einer Combi-Konfiguration<br />
an einen peruanischen<br />
Getränkehersteller geliefert.<br />
Die Maschine integriert die<br />
Funktionen Streckblasen, Füllen und Verschließen in ein Gehäuse<br />
und optimiert das Anlagenlayout mit ihrer kleineren, kompakteren<br />
Stellfläche und ihrem ergonomischen Design. Außerdem<br />
gewährleistet der Wegfall von Fördertechnik, Handling von<br />
Leerflaschen, Pufferung und Lagerung ein höheres Hygieneniveau.<br />
Die Lösung steigert den Wirkungsgrad laut Hersteller<br />
verglichen mit eigenständigen Maschinen – bei einer geringeren<br />
Anzahl Komponenten – um bis zu 4 % und trägt zu einer Reduzierung<br />
der Betriebskosten um bis zu <strong>12</strong> % bei. Die Blasmaschine<br />
bietet 200 mögliche Konfigurationen, um jedem Produktionsbedarf<br />
genau zu entsprechen; außerdem reduziert sie den<br />
Verbrauch von Strom, Luft und Material und die Stillstandszeiten.<br />
www.sidel.com<br />
38 VERFAHRENSTECHNIK <strong>12</strong>/<strong>2018</strong>
BETRIEBSTECHNIK<br />
Flurförderzeuge im Ex-Bereich und<br />
Reinraum<br />
Das Thema Explosionsschutz hat heutzutage in<br />
vielen Bereichen der Industrie absolute Priorität.<br />
Auch ex-geschützte Flurförderzeuge tragen ihren<br />
Teil zur Anlagensicherheit bei. Die Firma<br />
Sichelschmidt entwickelt umfangreiche<br />
Programme an Serienfahrzeugen für die<br />
Ex-Zonen 1 und 2 bzw. 21 und 22 sowie Ex IIC<br />
nach Atex 95, die dann zum Einsatz kommen,<br />
wenn Wasserstoff oder Acetylen in die<br />
Atmosphäre gelangen können. Zu den<br />
internationalen Normen bezüglich des<br />
Ex-Schutzes der Förderzeuge gesellen sich je<br />
nach Anwendung zahlreiche weitere Regularien, die ebenfalls<br />
erfüllt sein wollen. Im Bereich der pharmazeutischen Industrie<br />
z. B. wurde für den Einsatz in GMP-Reinraumklasse C ein<br />
Maßnahmenpaket entwickelt, das u. a. die Verwendung eines<br />
Isopropanol-resistenten Sonderlacks für die Stahlblechkomponenten<br />
sowie den Einsatz von lösemittelbeständigen Kunststoffen<br />
beinhaltet. Auch die Ausgestaltung der gesamten Blechkonstruktion<br />
unter dem Aspekt des Hygienic Designs ist Teil dieses Pakets.<br />
Die entsprechend ausgerüsteten Systeme kommen u. a. bei der<br />
Abfüllung von endsterilisierten Produktionen oder bei der<br />
Herstellung von Lösungen für die anschließende Sterilfiltration<br />
zum Einsatz.<br />
www.sichelschmidt.de<br />
Modifizierbare Recyclingkunststoffe<br />
Mit dem eigens entwickelten und mehrfach ausgezeichneten<br />
Produktionsverfahren Recycled-Resource, das auf einem<br />
komplexen Upcycling-Recompounding-Prozess basiert, stellt<br />
Interseroh die Kunststoffrezyklate Procyclen und Recythen her.<br />
Deren Einsatz liefert laut einer Studie des Fraunhofer-Instituts<br />
Umsicht im Vergleich zur Verwendung von Neugranulat einen<br />
wertvollen Beitrag zum nachhaltigen<br />
Umgang mit Ressourcen und reduziert<br />
die bei der Herstellung entstehenden<br />
Treibhausgase um 30 bis 50 %.<br />
Procyclen ist ein individuell modifizierbares<br />
Recompound. Durch spezielle<br />
Rezepturen lässt es sich in puncto<br />
Fließfähigkeit, Stabilität, UV- und<br />
Hitzebeständigkeit oder Farbgebung<br />
exakt an die Wünsche der Kunden<br />
anpassen. Dabei gilt: Ähnlich wie rohölbasiertes Neumaterial<br />
erfüllt Procyclen hohe Anforderungen an die Eigenschaften neuer<br />
Produkte oder Verpackungen – und kann zudem im Spritzgussoder<br />
Extrusionsverfahren verarbeitet werden.<br />
www.interseroh.de<br />
Aluminiumbronze als Gleitlager<br />
Aluminiumbronze bietet sich für Lagerungen in einem extrem<br />
schwierigen Umfeld an. Denn sie ist wenig empfindlich<br />
gegenüber Schmutz oder Gegengleitflächen, auch wenn diese<br />
eine schlechte Oberflächenqualität haben. Auch bei Stößen oder<br />
Schwingungen bewährt sie sich, was bspw. für Verpackungsmaschinen<br />
wichtige Faktoren sind. Für Werkstücke, die besonders<br />
belastbar sein müssen, bieten sich CuAlFe-Legierungen mit<br />
eingeengter Toleranz in den Legierungselementen an. Bereits als<br />
Strangguss verweist die Legierung A 200 auf eine Härte von<br />
180–190 HB (Härte nach Brinell) und eine Zugfestigkeit von über<br />
600 N/mm 2 . Auch der Gleitreibungskoeffizient von 0,1–0,2<br />
(geschmiert) erlaubt Tribosysteme mit hohen Belastungen.<br />
Das Portfolio umfasst außerdem hoch entwickelte Werkstoffe die<br />
in 200–380 HB erhältlich sind. Die Festigkeitswerte ermöglichen<br />
nicht nur eine kompakte Konstruktionsweise. Unmagnetische<br />
Aluminiumbronze wird auch deshalb genutzt, weil sie sich nicht<br />
statisch auflädt. Damit werden keine<br />
Stäube angezogen, was sowohl bei der<br />
Lebensmittelverarbeitung, insbesondere<br />
aber im Bereich von Pharma- und<br />
Medizingütern ein entscheidendes<br />
Kriterium ist. A 200 ist ausdrücklich für<br />
die Lebensmittelindustrie zugelassen.<br />
www.albromet.de<br />
Auffangwannen aus GFK<br />
Für den betrieblichen Umweltschutz sind Auffangwannen<br />
unverzichtbare Ausstattungsgegenstände. Gefahrstoffe lassen sich<br />
darauf sicher abstellen und lagern – in IBC, Fässern oder<br />
Kanistern. GFK ist ein universell einsetzbarer Verbund-Werkstoff<br />
für die Lagerung wassergefährdender Stoffe. Es ist langzeitstabil,<br />
kältefest und witterungsbeständig. Seine duroplastische<br />
Grundstruktur in Verbindung mit einer Glasfaserverstärkung<br />
sorgen für ein positives Brandverhalten und hohe chemische<br />
Beständigkeit.<br />
GFK-Auffangwannen verbinden die positiven Eigenschaften von<br />
Stahl und Kunststoff. Aufgrund der absoluten Korrosionsbeständigkeit<br />
dürfen GFK-Auffangwannen direkt auf dem Boden<br />
aufgestellt werden. Die niedrige Bauhöhe vereinfacht das<br />
Handling in den Betrieben. Zu den Medien, für die sich<br />
GFK-Wannen besonders eignen,<br />
gehören z. B. Diesel, Frisch- und<br />
Gebrauchtöl, schwache Laugen<br />
und Säuren. Absolut glatte<br />
Innenflächen ermöglichen im<br />
Bedarfsfall eine leichte Reinigung.<br />
Die Materialstruktur ermöglicht<br />
eine hohe Festigkeit bei geringen<br />
Wandstärken.<br />
www.protecto.de<br />
SICHERE LAGERUNG VON GEFAHRSTOFFEN<br />
SICHERHEITS-<br />
SCHRÄNKE F90<br />
AUFFANG-<br />
WANNEN<br />
GEFAHRSTOFF-<br />
REGALE<br />
GEFAHRSTOFF-<br />
LAGERCONTAINER<br />
WEITERE ARTIKEL<br />
&INFORMATIONEN AUF:<br />
SAFE-CONTAINER.DE<br />
SÄBU Morsbach GmbH |Tel.: 02294 694-0 |E-Mail: safe@saebu.de |Internet: t t www.safe-container.de<br />
Saebu.indd 1 20.11.<strong>2018</strong> 07:45:32<br />
VERFAHRENSTECHNIK <strong>12</strong>/<strong>2018</strong> 39
BETRIEBSTECHNIK<br />
Sichere Gefahrstofflagerung<br />
Das kompakte Gefahrstoffdepot<br />
wurde für die<br />
Lagerung kleinerer<br />
Mengen Gefahrstoffe im<br />
Freien entwickelt. Es ist<br />
ein rundum geschütztes<br />
diebstahlsicheres<br />
Außenlager gemäß den<br />
Anforderungen des<br />
Wasserhaushaltsgesetz<br />
(WHG) für die Lagerung<br />
von Medien der Wassergefährdungsklassen<br />
1-3<br />
und brennbaren Stoffen (GHS 1-3) gemäß BetrSichV und<br />
zugelassen durch das Deutsche Institut für Bautechnik Berlin.<br />
Durch entsprechendes Zubehör kann das Gefahrstoffdepot auch<br />
für die liegende Lagerung oder für die Lagerung von Kleingebinden<br />
ausgestattet werden. Eine kombinierte Lagerung ist<br />
ebenfalls möglich.<br />
Das handliche Depot für Gefahrstoffe verfügt über eine komplett<br />
verzinkte Konstruktion aus stabilen Trapezblechen sowie eine<br />
integrierte flüssigkeitsdicht verschweißte und anschließend<br />
verzinkte Stahl-Auffangwanne aus 3 mm Stahlblech (S235 JR).<br />
www.saebu.de<br />
Halbzeuge im chemischen Behälterbau<br />
Simona Hohlkammerplatten zeichnen sich durch hohe Steifigkeit,<br />
niedriges spezifisches Gewicht und gute Wärmedämmung aus.<br />
Sie sind einfach zu verarbeiten und dank ihrer Leichtbauweise<br />
und der hohen chemischen Widerstandsfähigkeit für den Einsatz<br />
im Behälter- und Apparatebau geeignet. Die Hohlkammerplatten<br />
sind in längsverrippter und in kreuzverrippter Ausführung erhältlich.<br />
Das Lieferprogramm der neuen kreuzverrippten Hohlkammerplatte<br />
wurde neben den bereits erhältlichen 40 mm dicken<br />
Platten in PE 100 und PP-C um Platten in 30 mm Dicke und<br />
passende 90°-Eckelemente erweitert.<br />
Simona PFA wird im Korrosionsschutz bei besonders hoher<br />
chemischer und thermischer Belastung eingesetzt. Es ist als<br />
unkaschierte Platte sowie mit einer Glas- und Aramidkaschierung<br />
erhältlich.<br />
Simodual ist ein standardisiertes Komplettsystem von Industriedoppelrohren,<br />
die voll druckbelastbar sind. Statt eines einfachen<br />
Spritzschutzes verfügt das Rohrsystem über einen durchgängigen,<br />
überwachbaren und druckfesten Leckagerückhalteraum. Neben<br />
den Rohrmodulen ist ein komplettes Formteilprogramm in<br />
doppelwandiger Ausführung erhältlich und verschiedene<br />
Werkstoffkombinationen aus PE 100 und PP bei Medien- und<br />
Schutzrohr realisierbar.<br />
www.simona.de<br />
Inserentenverzeichnis Heft <strong>12</strong>/<strong>2018</strong><br />
Atlas Copco, Essen23<br />
Bühler Technologies, Ratingen3<br />
Gather, Wülfrath7<br />
Keller AG, CH-Winterthur 4. US<br />
NürnbergMesse, Nürnberg13<br />
PhoenixTM, Bad Oeynhausen9<br />
RKR, Rinteln22<br />
Ruwac, Melle41<br />
Säbu, Morsbach39<br />
VEGA Grieshaber, Schiltach22a+b<br />
Will & Hahnenstein, Herdorf<strong>12</strong><br />
Beilage:<br />
easyFairs Deutschland, München<br />
(Teilbeilage)<br />
Schnelle Entsorgung von Verpackungen<br />
Der Liquidrainer entleert laut Hersteller zuverlässig volle Getränkebehälter.<br />
Die Flüssigkeiten und Umverpackungen werden durch<br />
die Maschine sauber getrennt und sicher abgeführt. Die Getränkebehälter<br />
werden entwertet, damit Missbrauch von Flüssigkeiten<br />
und Getränkebehältern vermieden wird.<br />
Die Styropress ist eine Brikettierpresse für die Volumenreduzierung<br />
von losem EPS (Styropor). Für den Einsatz der Maschine ist<br />
kein Bedienpersonal erforderlich. Die Maschine kann kontinuierlich<br />
betrieben und händisch oder automatisch befüllt werden. Mit<br />
ihrer hohen Brikettdichte sichert sie eine volle Auslastung von<br />
LKW- und See-Containern. Das<br />
Füllvolumen wird von ca. 800 kg<br />
losem EPS auf 24 t gepresste<br />
EPS-Briketts erhöht. Die<br />
Transportkosten werden drastisch<br />
gesenkt und die Briketts werden<br />
zudem gewinnbringend verkauft.<br />
www.strautmann-umwelt.de<br />
Smarte Alarmierungslösung<br />
Mit SafeGuard24h<br />
bringen die Experten<br />
für Sicherheit,<br />
Ziemann und die<br />
Spezialisten für<br />
Kommunikationsund<br />
Sicherheitstechnologie,<br />
Saferworx,<br />
jetzt gemeinsam eine<br />
smarte Lösung für<br />
die IP-basierte Notrufübermittlung auf den Markt, die rund um<br />
die Uhr für eine laut Hersteller absolut sichere Alarmierungskette<br />
sorgt. Ziemann stellt dabei seine vom Verband der Schadenversicherer<br />
(VdS) anerkannte Notruf- und Serviceleitstelle (NSL) zur<br />
Verfügung. Dort werden ab sofort alle SafeGuard24h-Systeme<br />
aufgeschaltet, damit im Ernstfall sofort eine zuverlässige Alarmierungs-<br />
und damit Hilfekette in Gang gesetzt wird.<br />
Dabei umfasst die Lösung programmierbare Optionen, wie etwa<br />
einen 3-D-Bewegungssensor für einen Neigungs-, Aufprall- oder<br />
Fluchtalarm bzw. Bewegungslosigkeit. Die Kommunikation<br />
erfolgt redundant per SMS, GPRS oder WLAN (VoIP).<br />
www.ziemann-sicherheit.de<br />
Online-Angebotskonfigurator zur<br />
ISO 9001<br />
Tüv Süd bietet seit diesem Jahr einen Online-Konfigurator, mit<br />
dem Unternehmen mit bis zu 20 Mitarbeitern die Kosten für eine<br />
Zertifizierung nach DIN EN ISO 9001:2015 innerhalb kurzer Zeit<br />
ermitteln können. Damit können Betriebe die Kosten für eine<br />
ISO-9001-Zertifizierung binnen weniger Minuten kalkulieren<br />
lassen und erhalten so sehr schnell eine solide Grundlage für ihre<br />
Entscheidung. Nötig sind dafür nur wenige Daten zum Kunden<br />
und dessen Zertifizierungsstatus. Sollte das Angebot zusagen,<br />
können Unternehmen das angefügte Auftragsblatt sofort ausfüllen<br />
und per E-Mail zurücksenden.<br />
www.tuev-sued.de<br />
40 VERFAHRENSTECHNIK <strong>12</strong>/<strong>2018</strong>
BETRIEBSTECHNIK<br />
Intelligente Prüflösungen für die<br />
Pharmaindustrie<br />
Aufgrund der rasant steigenden<br />
Absatzzahlen von Autoinjektoren<br />
und Injektions-Pens (z. B. für<br />
Insulin) sind die Pharmahersteller<br />
auf effiziente, aber gleichzeitig<br />
sichere Prüfsysteme angewiesen.<br />
Neben höherem Probendurchsatz<br />
sind vor allem Steigerungen im<br />
Bereich Sicherheit und die<br />
Integration von neuen Prüfprozessen<br />
ein Hauptanliegen der<br />
Hersteller. ZwickRoell hat ein<br />
spezielles Prüfsystem entwickelt,<br />
das aktuellen, aber auch zukünftigen<br />
Anforderungen der Pharmaindustrie<br />
gerecht wird. Basis des<br />
Prüfsystems ist eine statische Prüfmaschine der AllroundLine. Die<br />
Maschine ist mit zusätzlicher Sensorik (Kameras, Laser, Mikrofon)<br />
ausgestattet, um neben der Ermittlung der Kräfte auch Kennwerte<br />
wie die austretende Nadellänge oder Klickgeräusche zu messen.<br />
www.zwickroell.com<br />
Doppel-Molchsystem sorgt für Hygiene<br />
Doppel-Molchsysteme verbessern den bisherigen Abfüll- und<br />
Reinigungsprozess der Behälter, die ein Eishersteller für seine<br />
Produkte verwendet. Bisher wurden diese mit Containersystemen<br />
vom Mixer zur Abfüllanlage gefahren. Mit Ventilen, Verschraubungen<br />
und Schläuchen werden die Container manuell<br />
angeschlossen und entleert. Danach müssen alle Komponenten<br />
aufwändig sterilisiert werden.<br />
Das neue hygienische Molchsystem von Uresh ist voll automatisiert<br />
und verbessert den Abfüll- und Reinigungsprozess deutlich.<br />
Das Produkt befindet sich in einem geschlossenen System und<br />
wird nicht kontaminiert. Angetrieben durch Wasser laufen die<br />
Molche durch die DN65 dicken und bis zu 60 m langen Rohre und<br />
stoßen dabei das in den Rohren enthaltene Speiseeis aus.<br />
Edelstahl-IBC als Ersatz für Einweg-IBC<br />
Das von der EU diskutierte Verbot für Einweg-Plastik-Produkte<br />
könnte auch Einweg-IBC betreffen. Mehrweg-IBC aus Edelstahl<br />
können einfach und rückstandslos gereinigt und wiederverwendet<br />
werden. Zudem ermöglicht der verwendete Edelstahl ein<br />
100-prozentiges Recycling. Allgemein können Edelstahl-IBC in<br />
fast allen Industriezweigen für die unterschiedlichsten Stoffe<br />
verwendet werden: von Chemikalien über Kosmetik bis zu<br />
Lebensmitteln, von Flüssigkeiten bis zu Granulaten. Durch<br />
regelmäßige Inspektionen beträgt die Lebensdauer dabei über<br />
20 Jahre und amortisiert damit die höheren Anschaffungs- und<br />
Instandhaltungskosten im Vergleich zu Kunststoff-IBC deutlich.<br />
Am Ende trägt jedoch<br />
auch die höhere Sicherheit<br />
zur Nachfrage von<br />
Edelstahl-IBC bei.<br />
Beispielsweise ist die<br />
Gefahr nicht gegeben,<br />
dass im IBC gelagerte<br />
Stoffe mit dem Edelstahlbehälter<br />
reagieren oder<br />
umgekehrt. Gleichzeitig<br />
erfüllen sie höhere<br />
Schutzanforderungen<br />
hinsichtlich Explosion,<br />
Druck, Brand und<br />
Elektrostatik, so der<br />
Hersteller.<br />
www.schaefer-container-systems.de<br />
anz-90-130-vfm_Layout 1 18.02.18 14:00 Seite 1<br />
www.uresh.ch<br />
Mehr Sicherheit durch<br />
Trockenhitze-Sterilisation<br />
Die GMP- und FDA-gerechten Heißluftsterilisatoren SteriEvent<br />
arbeiten mit dem Trockenhitze-Sterilisationsverfahren. Dieses<br />
setzt sehr hohe Temperaturen ein, benötigt keine zusätzlichen<br />
Chemikalien und ist daher zeitsparend, effizient und umweltfreundlich.<br />
Zu den Merkmalen gehören bspw. eine Innendruckregelung,<br />
eine anwenderfreundliche Türschließ automatik und<br />
das Hepa-Filter-Monitoring gemäß DIN EN ISO<br />
14644-1 für sicheres Sterilisieren unter<br />
Reinraumbedingungen. Die Heißluftsterilisatoren<br />
sind in den Reinraumklassen ISO 5 und<br />
7 gemäß DIN EN ISO 14644-1 verfügbar. Jede<br />
Reihe umfasst vier Gerätegrößen mit einem<br />
Nutzraumvolumen zwischen 340 und 3 <strong>12</strong>5 l.<br />
www.weiss-technik.com<br />
www.ruwac.de<br />
05226-9830-0<br />
VERFAHRENSTECHNIK <strong>12</strong>/<strong>2018</strong> 41<br />
Ruwac.indd 1 <strong>12</strong>.03.<strong>2018</strong> 15:56:13
VERFAHRENSTECHNIK IM ALLTAG I SERIE<br />
Wider das Kleben<br />
Struktur der Arbeitsflächen und Kontaktdauer beeinflussen Teighaftung<br />
Weihnachtszeit ist Plätzchenzeit.<br />
Für viele hat das große Backen<br />
bereits begonnen. Wer gern nascht,<br />
freut sich über die Teigreste, die an<br />
Knethaken oder Schüssel kleben<br />
bleiben. Doch auch in Bäckereien<br />
oder Industriebetrieben bleiben<br />
nicht unerhebliche Mengen des<br />
Teiges an Transportbändern und<br />
Gärtüchern haften.<br />
Autorin: Sandra Wiebe, Gesamtkommunikation,<br />
Karlsruher Institut für Technologie<br />
rung kommen. Die Folge: Es werden zusätzliche<br />
Hilfsstoffe wie teure Spezialmehle, die<br />
nicht stauben, benötigt, die Reinigung wird<br />
aufwändiger, die Maschinen stehen währenddessen<br />
still und es kommt zu Produktionsausfällen.<br />
Speziell auf Gärtüchern, wie<br />
man sie für manche Brotteige oder Hefeteig<br />
braucht, schimmeln Teigreste außerdem<br />
sehr schnell, da sie im Gärschrank bei Temperaturen<br />
um die 30 °C und hoher Luftfeuchtigkeit<br />
liegen. Die Tücher müssen daher<br />
immer wieder ersetzt werden.<br />
Unter der Lupe<br />
„Wir haben untersucht, welchen Einfluss<br />
die Kontaktdauer von Teig und Werkstoff<br />
hat und wie sich die Oberflächenstruktur<br />
der Werkstoffe auf die Teighaftung auswirkt“,<br />
sagt Sebastian Moeller vom Institut<br />
für Mechanische <strong>Verfahrenstechnik</strong> und<br />
Mechanik des KIT. Mit einem Laser-Raster-<br />
Mikroskop nahmen die Wissenschaftler die<br />
Struktur der Oberflächen von Gärtüchern,<br />
Transportbändern und Backblechen aus<br />
Edelstahl auf. Die Bilder werteten sie dann<br />
nach Oberflächenparametern wie Rauheitswerte,<br />
Höhenverteilung des Materials<br />
und Aufteilung des Oberflächenprofils in<br />
Spitzen-, Kern- und Talbereiche aus.<br />
„Mit Versuchen in einer Zentrifuge haben<br />
wir außerdem die Haftkräfte von Teig ermittelt.<br />
Dabei haben wir Teigproben von den<br />
Teigreste an Transportbändern und Gärtüchern<br />
führen im schlimmsten Fall zu<br />
Hygieneproblemen und Produktionsausfällen.<br />
Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler<br />
des Karlsruher Instituts für Technologie<br />
(KIT) und der TU München haben<br />
untersucht, wie sich Kontaktzeit und<br />
Oberflächenstrukturen der unterschiedlichen<br />
Arbeitsmaterialien auf die Teighaftung<br />
auswirken.<br />
Teige haften fest an allen Oberflächen,<br />
mit denen sie beim Verarbeiten in Berühunterschiedlichen<br />
Arbeitsmaterialien geschleudert.<br />
Wir fanden heraus, dass auch<br />
die Dauer des Kontakts zwischen Teig und<br />
Oberfläche dafür entscheidend ist, wie stark<br />
er klebt“, so Moeller. Bei den Transportbändern<br />
beeinflussten Waffel- oder Rippenstruktur<br />
die Klebrigkeit des Teiges. Sie verringerten<br />
die Kontaktfläche zum Teig, sodass<br />
sich geringere Adhäsionskräfte entwickelten.<br />
„Vor allem an Tüchern aus Polyester blieb<br />
deutlich mehr Teig kleben als an Baumwollgärtüchern.<br />
Eine Zunahme der Teighaftung<br />
war mit längerer Kontaktdauer aber bei allen<br />
Materialien zu erkennen“, sagt Sebastian<br />
Moeller. Durch Reinigungsvorgänge wie das<br />
Abbürsten und Waschen rauten sich außerdem<br />
die Polyestergärtücher auf, der Teig<br />
klebt damit weniger stark fest. Die Baumwolltücher<br />
hingegen bekamen eine flachere<br />
Struktur, was die Teighaftung verstärkte.<br />
Die Ergebnisse der Studie sollen in Zukunft<br />
dabei helfen, Materialien und Werkstoffe<br />
auszuwählen oder zu entwickeln, an<br />
denen Teige weniger stark haften und auf<br />
denen sich weniger Keime bilden. So wollen<br />
die Wissenschaftler Hygiene und Produktivität<br />
von Bäckereien steigern, die Rohstoff-,<br />
Entsorgungs- und Reinigungskosten senken<br />
und die Arbeitssicherheit erhöhen.<br />
Foto: Fotolia (#<strong>12</strong>0378508, J.Mühlbauer exclus.)<br />
www.kit.edu<br />
42 VERFAHRENSTECHNIK <strong>12</strong>/<strong>2018</strong>
VORSCHAU<br />
IM NÄCHSTEN HEFT: 1-2/2019<br />
ERSCHEINUNGSTERMIN: 15. 02. 2019 • ANZEIGENSCHLUSS: 31. 01. 2019<br />
01<br />
02<br />
03<br />
04<br />
01 Mit den Kesselanlagen verbessern Brauereien ihre Energiebilanz,<br />
reduzieren den Brennstoffeinsatz und können insgesamt flexibler und<br />
effizienter arbeiten<br />
02 Damit eine Gasreinigung effizient arbeitet, sollte genau analysiert<br />
und individuell entschieden werden, welches Verfahren sich für eine<br />
bestimmte Anwendung am besten eignet<br />
03 Ein neues Abgasreinigungsverfahren sorgt bei einem Glashersteller<br />
für saubere Luft<br />
04 In der neuen NXT-Anlage in Leverkusen werden Zuschlagstoffe für<br />
sparsamere Reifen hergestellt<br />
Der direkte Weg<br />
(Änderungen aus aktuellem Anlass vorbehalten)<br />
Internet:<br />
www.verfahrenstechnik.de<br />
E-Paper:<br />
digital.verfahrenstechnik.de<br />
Redaktion:<br />
redaktion@verfahrenstechnik.de<br />
VERFAHRENSTECHNIK <strong>12</strong>/<strong>2018</strong> 43
KELLER extended!<br />
ARC-1 Autonomous RemoteDataCollector<br />
Autonomer Datenlogger mit Fernübertragungseinheit<br />
bringt Sensoren insInternet der Dinge<br />
• Funknetz wählbar –2G/3G /4G/LoRa<br />
• Lange Lebensdauer –batteriebetrieben biszu10Jahren<br />
• Hohe Datensicherheit –IntegrierterSpeicher,TLS-Verschlüsselung<br />
• Max. Kompatibilität – mit allen Pegelsonden und<br />
Drucktransmitter<br />
• Statusüberwachung –Sensoren und Echtzeituhr (RTC)<br />
• LizenzfreieSoftware–DatamanagerundKELLER-Cloud<br />
• Upgrade möglich –vom Vorgängermodell GSM-2 zu<br />
ARC-1 aufrüstbar<br />
ARC-1<br />
mit Pegelsonde<br />
Serie36XiW<br />
ISM Band<br />
Funk-Manometer<br />
Sender und<br />
Remote-Display<br />
ARC-1 Box<br />
mit Drucktransmitter<br />
Serie23SY<br />
LOWPOWER<br />
PRESSURE SENSORS<br />
OPTIMIZED FOR<br />
INTERNETOFTHINGS<br />
Schnittstellen-<br />
Konverter<br />
K-114 BT<br />
für digitale +analoge<br />
Druckmessgeräte<br />
Manometer LEO 5<br />
mit LoRaWAN<br />
Manometer LEO 5<br />
mit Bluetooth classic<br />
RFID Datenlogger<br />
Serie21DC<br />
RFID<br />
Drucktransponder<br />
Serie21D<br />
Funk-<br />
Drucktransmitter<br />
mit Bluetooth smart<br />
44 VERFAHRENSTECHNIK 9/2015<br />
keller-druck.com/arc-1