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Gästemagazin Grenzenlos Winter 2017/2018

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GRENZENLOS<br />

Urlaubsmagazin für Garmisch-Partenkirchen,<br />

Grainau und die Tiroler Zugspitz Arena<br />

<strong>Winter</strong> <strong>2017</strong> / <strong>2018</strong> | www.zugspitze.com<br />

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Grainau und die Tiroler Zugspitz Arena<br />

GRENZENLOS-App<br />

NACHTAKTIV 8<br />

Vorbereitungen für den perfekten <strong>Winter</strong>tag<br />

ZUM AUSWACHSEN 14<br />

Bestens präparierte Ski<br />

WINK' AMOL 36<br />

Panoramakameras rund um die Zugspitze<br />

360° <strong>Winter</strong>freude<br />

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WINTER <strong>2017</strong> / <strong>2018</strong><br />

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Grainau und die Tiroler Zugspitz Arena<br />

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Vorbereitungen für den perfekten <strong>Winter</strong>tag<br />

ZUM AUSWACHSEN 14<br />

Bestens präparierte Ski<br />

WINK' AMOL 36<br />

Panoramakameras rund um die Zugspitze<br />

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Vorbereitungen für den perfekten <strong>Winter</strong>tag<br />

ZUM AUSWACHSEN 14<br />

Bestens präparierte Ski<br />

WINK' AMOL 36<br />

Panoramakameras rund um die Zugspitze<br />

360° <strong>Winter</strong>freude


STADT LAND GWAND<br />

02 / BUNTER MIX EDITORIAL / 03<br />

Vorstandschaft des Vereins Zugspitz Arena<br />

Bayern-Tirol (v. l.): Peter Ries, Tourismusdirektor<br />

Garmisch-Partenkirchen; Petra Vogt,<br />

Tourismusdirektorin Zugspitzdorf Grainau;<br />

Petra Fraune, Regionalgeschäftsführerin<br />

Tiroler Zugspitz Arena und Peter Nagel,<br />

Tourismus direktor Garmisch-Partenkirchen<br />

(nicht im Bild: Thomas Schennach,<br />

Obmann der Tiroler Zugspitz Arena).<br />

Liebe Leserin,<br />

lieber Leser!<br />

Unsere Produkte können Geschichten erzählen.<br />

Sie zeugen von handwerklicher Leidenschaft,<br />

hochwertigen Materialien und individuellem Charakter.<br />

Für ein gutes Lebensgefühl.<br />

Ihr Haus für Tradition und Gegenwart.<br />

English Summary<br />

Our home is blessed by a rich tradition<br />

of interacting with nature, history,<br />

and customs during the winter<br />

season. Much of it goes back to times<br />

when living amidst the mountains<br />

was a challenge, but just as much<br />

emanates from our people’s joie de<br />

vivre. And it’s where winter sports<br />

entice us that this joy brings us all<br />

closer: on the piste or cross-country<br />

trail, at the ski jump or the toboggan<br />

run, on the ice or the snowshoe trail.<br />

Join us in taking a look at those who<br />

work hard in the early hours to make<br />

sure your day is as perfect as it can<br />

be. Glance over expert shoulders<br />

and find out a little about technical<br />

matters. Marvel at historical documents<br />

and modern pictures. Follow<br />

us on unusual trails through wintery<br />

mountain landscapes. And, page by<br />

page, go on a captivating journey –<br />

which we hope may very well soon<br />

become reality!<br />

Das Leben steckt voller Überraschungen,<br />

das Leben im <strong>Winter</strong><br />

ganz besonders: Was erwartet<br />

uns hinter den 24 Türchen des<br />

Adventskalenders? Was enthalten die Geschenke<br />

unterm Weihnachtsbaum? Wer verbirgt<br />

sich hinter der Faschingsmaske? Kleine<br />

und große Schätze gibt es da zu entdecken,<br />

die uns das Herz wärmen – mögen Schnee<br />

und Eis auch noch so „cool“ daherkommen.<br />

Unsere Heimat ist gesegnet mit einer reichen,<br />

ehrlichen Tradition im Umgang mit der<br />

Natur, der Geschichte und dem Brauchtum<br />

in der kalten Jahreszeit. Vieles davon geht<br />

auf Ursprünge zurück, die vom harten Leben<br />

in der Bergwelt geprägt waren, genauso<br />

vieles ist aus der Freude der Menschen am<br />

Leben entstanden. Gerade dort, wo uns wintersportliche<br />

Abenteuer locken, bringt diese<br />

Freude Einheimische und Gäste einander<br />

näher: Auf der Piste oder auf der Loipe, an<br />

der Schanze oder an der Rodelbahn, auf dem<br />

Eis oder auf dem Schneeschuhpfad kommen<br />

wir alle zusammen.<br />

Das freundschaftliche Miteinander von<br />

Mensch zu Mensch bereichert jeden Tag<br />

und schenkt Ihrem Urlaub in der Zugspitz<br />

Arena Bayern-Tirol seine unvergesslichen<br />

Momente, von denen Sie noch lange zehren<br />

können. Auch in dieser Ausgabe unseres<br />

Magazins GRENZENLOS laden wir Sie wieder<br />

ein, Menschen und ihre Geschichten kennenzulernen.<br />

Werfen Sie mit uns einen Blick auf jene,<br />

die ganz früh am Morgen schon alles geben,<br />

damit Sie einen entspannten und perfekten<br />

Ferientag erleben. Schauen Sie Handwerkern<br />

über die Schulter, und lassen Sie sich von<br />

Experten in technische Finessen einweihen.<br />

Werfen Sie einen Blick auf historische Dokumente<br />

und auf moderne Bilder. Folgen Sie<br />

Kennern und Könnern auf ungewöhnlichen<br />

Pfaden durch die winterliche Bergwelt. Und<br />

gehen Sie, Seite für Seite, auf eine fantasievolle<br />

Reise – aus der möglichst bald genussvolle<br />

Wirklichkeit wird.<br />

<br />

Das wünschen wir Ihnen von Herzen!


App-solut GRENZENLOS<br />

Exklusive Interviews und Geschichten<br />

aus der Zugspitz Arena Bayern-Tirol.<br />

Dazu Bildergalerien, Videos und Hörfiles.<br />

Laden Sie die GRENZENLOS-App kostenlos<br />

herunter und erleben Sie Ihre Urlaubsregion<br />

auch in der digitalen Welt.<br />

DAS IST<br />

ZUGSPITZE<br />

WINTER PUR<br />

Inhalt<br />

06 Hornschlitten: von der Notwendigkeit zur Pistengaudi<br />

08 Das sind die Heinzelmännchen der Zugspitzregion<br />

14 Profi-Tipps: Darauf kommt es beim Wachsen an<br />

16 Kleine Überraschungen auf dem Wachtersteig<br />

18 <strong>Winter</strong>kräuterwanderung: Schätze der Natur entdecken<br />

20 Filmprojekt: mit den Augen des Adlers<br />

22 Der Blick über die Schulter einer Goldschmiedin<br />

24 Ein besonderer Christkindlmarkt<br />

38 Hinter den Kulissen: „Und so geht Seilbahn...“<br />

42 Wunderschöne Kerzen aus wertvollem Wachs<br />

44 Lichtmess: ein Feiertag im Wandel<br />

46 Camping im tiefsten Schnee<br />

48 Stammgast: ein Platz fürs Leben<br />

50 Besonderer Ort: der Ortsteil Rinnen<br />

52 Die neue Seilbahn der Weltrekorde<br />

54 Öffentliche Fütterung majestätischer Waldbewohner<br />

Impressum<br />

26 Außergewöhnliche Krippen selber bauen<br />

28 Mit Dialekt und Herz: das Werdenfelser Krippenspiel<br />

30 Ein vielfältiges Erlebnis auf dem Krippenweg<br />

32 Eisstockschießen: ein leidenschaftlicher Zeitvertreib<br />

35 Fotowettbewerb<br />

36 Interview: Wink mal in die (Panorama-)Kamera!<br />

56 Für Einsteiger und Könner: der Ski-Führerschein<br />

58 Das sind die Schutzengel der alpinen Region<br />

60 Köstlichkeiten und Rätselspaß zu Ostern<br />

64 Umweltforschungsstation: Die Maus war da<br />

66 Biathlet für einen Tag – genau wie die Stars<br />

68 Kalender: alle Termine auf einen Blick<br />

Herausgeber Zugspitz Arena Bayern-Tirol, www.zugspitze.com, Tiroler Zugspitz Arena, Am Rettensee 1, A-6632 Ehrwald, Tel.: +43 5673 200 00, Fax +43 5673 200 00 110, info@zugspitzarena.com, www.zugspitzarena.com, Garmisch-Partenkirchen<br />

Tourismus, Richard-Strauss-Platz 2, D-82467 Garmisch-Partenkirchen, Tel.: +49 8821 180 700, www.gapa.de, Tourist-Information Zugspitzdorf Grainau, Parkweg 8, D-82491 Grainau, Tel.: +49 8821 981 850, Fax +49 8821 981 855,<br />

info@grainau.de, www.grainau.de Verlag vmm wirtschaftsverlag gmbh & co. kg, Kleine Grottenau 1, D-86150 Augsburg, Tel.: +49 821 4405 0, grenzenlos@vmm-wirtschaftsverlag.de, www.vmm-wirtschaftsverlag.de Redaktion<br />

Constanze Meindl (Ltg.), Lucia Glahn, Irene Hülsermann, Ulrich Pfaffenberger, Petra Plaum, Lisa Zöls Objektleitung/Media Hans Peter Engel, Tel.: +49 821 4405 420, hanspeter.engel@vmm-wirtschaftsverlag.de Grafik Nedim Hadzovic, Anne Gierlich,<br />

Iris Cvetkovic, Simone Weigel, Svenja Walz Bildbearbeitung Nedim Hadzovic Lektorat Gaby Feldmann Bildquellen Titelbild: Zugspitz Arena Bayern-Tirol; Tourist-Information Grainau/Fotograf Ehn; Tiroler Zugspitz Arena/U.<br />

Wiesmeier; Ronald Oberreiter; Waltraud Gerber; Bergbahnen Langes; Doppelmayr; Bergrettung; Tiroler Zugspitz Arena/C. Jorda; Birgit Linder; Zugspitz Arena Bayern-Tirol/M. Aletsee; Bayerische Zugspitzbahn Bergbahn AG;<br />

Klaus Munz; Martin Frühschütz; Marc Gilsdorf; Markus Wolf; Regina Poberschnigg/privat; Markt Garmisch-Partenkirchen; Eugen Gebhardt; Andreas Müller Fotografie (www.fotografie-mueller.net) HSVP; Rohde Fotografie e.K.; Bernhard Kröll;<br />

Nomi Baumgartl; Ulla Lohmann; Nomi_Baumgartl; Hobis Backstube; iStock: omgimages, juefraphoto, mweirauch, ke77kz, tuulijumala, Skyfotos, kirstypargeter, MerggyR, wissanu99, OksanaOO, Noppasin, pixelliebe, NYS444, Redphotographer,<br />

harmpeti, scisettialfio, Photogrape, al_ter, udra, SonerCdem, ganzoben, SerrNovik Übersetzung Lingolinx Le Roy & Larsson GbR, Berlin Druck ADV SCHODER, Augsburger Druck- und Verlagshaus GmbH, Aindlinger Straße 17-19, D-86167<br />

Augsburg Urheberrecht Der Inhalt dieses Heftes wurde sorgfäl tig er ar bei tet. Dennoch über neh men Autoren, Heraus geber, Redaktion und Verlag für die Richtigkeit von An ga ben, Hinweisen und Ratschlägen sowie für even tuelle Druckfehler<br />

keine Haftung. Alle in GRENZENLOS abgedruckten Beiträge sind urheberrechtlich ge schützt. Nachdruck oder ander weitige Ver wen dung sind nur mit vorheriger Genehmigung des Herausgebers gestattet.<br />

… auf den höchsten Berg Deutschlands mit der<br />

modernen & schnellen Tiroler Zugspitzbahn in Ehrwald<br />

„Faszination Zugspitze“ – Erlebniswelt mit höchstgelegener<br />

3D-Show Europas<br />

natürlich auch Zubringer ins Skivergnügen Zugspitzplatt<br />

Panorama-Gipfelrestaurant mit 4-Länder-Panoramablick<br />

Ausreichend kostenlose Parkplätze vorhanden!<br />

Romantische Fondue-Abende im <strong>Winter</strong><br />

Der Schneekristall: Europas erste kleine Schneekristall-Welt<br />

Betriebszeiten: 01.12. – 03.12.<strong>2017</strong>, 08.12. – 10.12.<strong>2017</strong>,<br />

16.12.<strong>2017</strong> – 08.04.<strong>2018</strong>, täglich von 8:40 – 16:40 Uhr<br />

7 moderne Anlagen, 27,5 Pistenkilometer<br />

Top-Berggastronomie Tirolerhaus direkt<br />

an der Bergstation der Ehrwalder Almbahn.<br />

Gratis Rezept-Karte zu jedem Kaiserschmarrn<br />

Professioneller Snowpark<br />

18.03.<strong>2018</strong> SCHLAGER OPEN AIR im Tirolerhaus<br />

Nachtrodeln: DI und FR auf der beleuchteten Talabfahrt<br />

Eine riesen Gaudi! Bahnbetrieb 18:30 – 21:30 Uhr<br />

NEU! Funslope: Schwungvolle „Spaßpiste“ für die ganze Familie<br />

NEU: Frühes Skivergnügen: Kabinenbahn und 6er Ganghofer<br />

bereits ab 8:00 Uhr in Betrieb<br />

Betriebszeiten: 16.12.<strong>2017</strong> – 08.04.<strong>2018</strong>, täglich 8:30 – 16:30 Uhr<br />

Tiroler Zugspitzbahn & Ehrwalder Almbahn<br />

A-6632 Ehrwald/Tirol<br />

Tel. Zugspitze: +43 5673 2309<br />

Tel. Almbahn: +43 5673 2468<br />

info@zugspitze.at<br />

www.zugspitze.at


06 / HORNSCHLITTEN 07<br />

Von der Notwendigkeit<br />

zur Pistengaudi<br />

Seit fast 50 Jahren treffen sich am Dreikönigstag<br />

tollkühne Frauen und Männer zur<br />

Bayerischen Hornschlitten-Meisterschaft<br />

in Garmisch-Partenkirchen. Mit bis zu 100<br />

Stundenkilometern rasen sie in waghalsigen<br />

Manövern den Hang hinab – auf den gleichen<br />

hölzernen Gefährten, auf denen vor vielen<br />

Jahrzehnten Holzstämme oder Heu von den<br />

Bergen ins Tal gebracht wurden. Denn der<br />

zwei bis drei Meter lange Schlitten diente den<br />

Berg bauern als Arbeits- und Transportgerät.<br />

So konnten sie ihre Lasten von abgelegenen<br />

Almen ins Tal befördern.<br />

Noch heute sind viele der am Rennen beteiligten<br />

Schlitten Originale und damit oft mehr<br />

als 60 Jahre alt. Auf den etwa 1,2 Kilometern<br />

kämpfen die jeweils vier Fahrer dann vor allem<br />

um eines: den Titel des Bayerischen Meisters.<br />

English Summary<br />

Daring men and women have been coming<br />

together at Epiphany for the Bavarian horn<br />

sledging championship in Garmisch-Partenkirchen<br />

for almost 50 years. Employing<br />

daredevil manoeuvres, they race down the<br />

slope at speeds of up to 100 km/h – on the<br />

same wooden sledges used decades ago to<br />

move logs and hay from remote mountain<br />

pastures down to the valleys below. From<br />

their origins as workhorses, many of the<br />

two to three-metre sledges now used in the<br />

race are original pieces more than 60 years<br />

old. Teams of four compete on the 1.2-kilometer<br />

course, and there’s only one thing<br />

on everyone’s mind: winning the title of<br />

Bavarian champion.


08 / GUTEN-MORGEN-SERVICE<br />

09<br />

Wenn niemand hinsieht: Das sind die<br />

Heinzelmännchen der Zugspitzregion<br />

Sie arbeiten, wenn alle anderen noch schlafen und sind fleißig wie die Heinzelmännchen,<br />

damit andere einen perfekten Urlaubstag erleben können. Wir haben<br />

uns auf die Suche nach ihnen begeben. Bereits um 1:00 Uhr morgens fängt der<br />

Erste mit der Arbeit an ...<br />

Klirrende Kälte und pechschwarze<br />

Nacht. Überall liegt Schnee. Niemand<br />

ist zu sehen. Doch ganz<br />

plötzlich brechen zwei gelbe<br />

Lichter durch die Finsternis. Ein Motorengeräusch<br />

kämpft sich durch die kalte<br />

<strong>Winter</strong>luft. Ein großes Fahrzeug schiebt sich<br />

durch die unerbittlichen Schneemassen. Der<br />

Fahrer: ein Mitarbeiter des Außendienstes<br />

der Tiroler Zugspitz Arena. Er muss frühmorgens<br />

auf seine „Piste“, um die Loipen zu<br />

präparieren – damit alles bereit ist, wenn die<br />

ersten Langläufer kommen.<br />

Gleichzeitig geht in weiter Ferne das<br />

Licht eines Ladens an und durchflutet die<br />

allumfassende Dunkelheit. Es ist ein Bäcker<br />

– ebenfalls einer der Ersten, die aufstehen,<br />

damit der perfekte <strong>Winter</strong>tag auch wirklich<br />

perfekt werden kann. In diesem Fall ein ganz<br />

spezieller, nämlich Georg Hobmeier, kurz<br />

Hobi genannt. Seine Backstube in Garmisch-<br />

Partenkirchen ist in der gesamten Region<br />

bekannt – vor allem für sein riesiges und<br />

ausgefallenes Sortiment. Von Rote-Beete-<br />

Semmeln über Semmeln mit Meeresalgen<br />

bis hin zu einem ganz besonderen Brot, das<br />

vor allem für die experimentierfreudigeren<br />

Kunden etwas sein dürfte: das Hanfbrot in<br />

der Dose.<br />

Die richtige Vorbereitung macht‘s<br />

Damit er eine solch breite Auswahl stemmen<br />

kann, muss Hobi besonders früh im Laden<br />

stehen. Dabei ist schon die Vorbereitung am<br />

Abend enorm wichtig, alles wird an seinen<br />

richtigen Platz gestellt, damit morgens jeder<br />

Handgriff sitzt. Außerdem muss der Sauerteig<br />

zubereitet werden.<br />

Um 1:00 Uhr morgens beginnt für Hobi der<br />

Tag: „Da trinke ich erst einmal einen Kaffee,<br />

sonst komme ich gar nicht in Schwung.“<br />

Die Stärkung braucht er auch, denn zuerst<br />

werden die verschiedenen Teigsorten<br />

zubereitet – zu Spitzenzeiten macht er pro<br />

Tag schon einmal 30 bis 40 verschiedene<br />

Sorten an Semmeln. Gegen 2:30 Uhr kommen<br />

die ersten Produkte in den Ofen – was<br />

auch wieder ein ganzes Stück Zeit in Anspruch<br />

nimmt. Während die Leckereien<br />

munter vor sich hinbacken, hat Hobi selbst<br />

allerdings keine Pause – Laugenstangen<br />

und Brezen wollen schließlich ebenfalls ge-<br />

Hobi bei seinem Lieblingshobby:<br />

der Verarbeitung frischer Rohstoffe.<br />

fertigt werden. Es könnte ja gut sein, dass<br />

gerade in diesem Moment ein Gast von der<br />

knusprigen Breze träumt – die sollte dann<br />

am Morgen auch verkaufsbereit in der Theke<br />

liegen. Zur gleichen Zeit werden die ersten<br />

Semmeln schon wieder aus dem Ofen geholt.<br />

Die, welche später mit Wurst und Käse<br />

belegt werden, sollten vorher nämlich noch<br />

auskühlen.<br />

„Gegen 4:30 oder 4:45 Uhr muss ich spätestens<br />

mit allem fertig sein, da kommt<br />

mein Sohn und hilft mir dabei, den Laden<br />

vorzubereiten“, sagt Hobi, der bis dahin<br />

alles alleine erledigt hat. Semmeln belegen,<br />

Hefeteig glasieren und alles schön in<br />

der Ladentheke anrichten sind die nächsten<br />

Schritte. Schließlich muss alles verkaufsfertig<br />

sein, bevor der Laden um 6:00 Uhr geöffnet<br />

wird. „Oft stehen die ersten Kunden<br />

schon um 5:30 Uhr vor der Tür und klopfen<br />

an die Scheibe – dabei nicht ins Schwitzen zu<br />

kommen, ist manchmal schwierig!“<br />

Die Arbeitsatmosphäre ist in einer<br />

Bäckerei alles andere als angenehm – in<br />

der Backstube kann es auch mal bis zu<br />

60°C erreichen. Der einfachere Weg wäre<br />

mit Sicherheit, auf Fertigprodukte zurückzugreifen.<br />

Davon hält Hobi allerdings gar<br />

nichts: „Für so etwas braucht man nicht zum<br />

Bäcker gehen! Meine Produkte sind aus besten<br />

regionalen Zutaten – da weiß der Kunde<br />

wenigstens, was drinsteckt.“<br />

Straßen und Wanderwege räumen –<br />

Gut Ding will Weile haben!<br />

Doch nicht nur der Bäcker steigt zu nachtschlafender<br />

Zeit aus den Federn. Meist<br />

vergisst man all die anderen Arbeitskräfte,<br />

die immer dann mit ihrer Schicht beginnen,<br />

wenn sich die meisten gerade noch einmal<br />

in ihren Betten umdrehen. So zum Beispiel<br />

diejenigen, die dafür sorgen, dass man auch<br />

im <strong>Winter</strong> sicher über die Straßen kommt,<br />

wie unter anderem Walter Klotz, der Leiter<br />

des Bauhofs Grainau. Er und seine neun<br />

Kollegen sorgen dafür, dass das Straßennetz<br />

sowie die 60 Kilometer Wanderwege in Grainau<br />

geräumt und gestreut werden. Als Verantwortlicher<br />

hat er zu Hause einen Schneemelder<br />

stehen, der ihm rund um die Uhr<br />

anzeigt, wie viel Schnee aktuell liegt. Der<br />

Tag beginnt dann, je nach Schneelage, bald<br />

nach dem von Bäckermeister Hobi: Gegen<br />

4:00 Uhr morgens ruft Klotz seine Kollegen<br />

zusammen, spätestens um 4:30 Uhr beginnt<br />

die Straßenräumung – mit einem Radlader,<br />

einem Lkw und zwei Traktoren.<br />

Um 5:30 Uhr treffen zusätzlich zwei<br />

Schmalspurfahrzeuge ein, denn nun sind die<br />

Fuß- und Wanderwege an der Reihe. Hier<br />

gilt es zu beachten, dass innerhalb dieses<br />

Räumungsgebietes etliche Höhenmeter<br />

Unterschied liegen. „Da kann es schon einmal<br />

sein, dass es oben einen halben Meter<br />

Neuschnee hat, während es bei uns unten


10 / GUTEN-MORGEN-SERVICE<br />

11<br />

Was in einer winterfesten Klamm frühmorgens<br />

alles erledigt werden muss,<br />

erfahren Sie in der GRENZENLOS-App.<br />

im Dorf trocken geblieben ist“, sagt Klotz.<br />

Für das ganze Gebiet werden pro <strong>Winter</strong><br />

60 Tonnen Salz für die Hauptstraßen und<br />

500 Tonnen Split für alle anderen Straßen<br />

und Wege benötigt.<br />

Die Straßen sind ab etwa 10:00 Uhr morgens<br />

komplett frei – die Räumung der Wanderwege<br />

gestaltet sich allerdings als etwas<br />

aufwands intensiver, da geht es meist bis<br />

etwa 15:00 Uhr nachmittags: „Wir befinden<br />

uns hier schon fast im Hochgebirge, da fahren<br />

die Fahrzeuge maximal zehn bis 15 Kilometer<br />

pro Stunde.“<br />

Um 7:00 Uhr kommt der Letzte im Bunde<br />

an: der Müllmann. Auch er ist mit einem<br />

Fahrzeug unterwegs – allerdings ist seines<br />

kleiner als das der Kollegen. Damit fährt er<br />

zuerst alle bereits geräumten Straßen und<br />

Kreuzungen ab und schaufelt hier und dort<br />

ein wenig nach, je nachdem, wo die großen<br />

Fahrzeuge ihre Probleme hatten. Denn<br />

gerade Bushaltestellen kann er mit seinem<br />

wendigen Fahrzeug besser freiräumen. Danach<br />

widmet er sich den vielen Müllkörben<br />

und den 30 Hundetoiletten in der Region, die<br />

geleert werden, bevor der große Ansturm<br />

auf die Straßen und Wanderwege beginnt.<br />

Der Traum aller Skifahrer –<br />

die perfekte Piste<br />

Während die Semmeln in Garmisch-Partenkirchen<br />

mit Wurst belegt und die Grainauer<br />

Straßen geräumt werden, beginnt der<br />

Tag auch für Karl Dirnhofer, Betriebsleiter<br />

Seilbahnen und Lifte im Gebiet Garmisch-<br />

Classic. Er ist unter anderem für den Pistendienst<br />

verantwortlich. Dafür prüft er immer<br />

am Vorabend, wie die Wetterverhältnisse<br />

in der Früh sein sollen. Das hat große Auswirkungen<br />

auf die Einteilung seines Personals:<br />

Werden über Nacht starke Schneefälle<br />

erwartet, muss man die Mitarbeiter und die<br />

Pistenraupen organisiert einteilen. Gegen<br />

5:00 Uhr morgens fragt er dann online<br />

Werte verschiedener Lawinenmessfelder ab,<br />

die über ganz Bayern und Österreich verteilt<br />

sind. Daraus kann er ganz aktuell lesen, wie<br />

viel Schnee gefallen ist.<br />

Gegen 5:30 Uhr morgens fahren die ersten<br />

Sprengmeister zu den von starkem<br />

Schneefall betroffenen Pisten hinauf, um<br />

dort den Sprengstoff vorzubereiten. Denn<br />

das Absprengen ist eine wirksame Methode,<br />

um unerwünschten Lawinen in Skigebieten<br />

vorzubeugen. Trifft die Lawinenkommission<br />

Klassisch oder Skating-Spur?<br />

Die Langläufer bekommen in der Zugspitz<br />

Arena Bayern-Tirol beides geboten.<br />

Mit dem Auto gut<br />

durch den <strong>Winter</strong>:<br />

Tipps vom ÖAMTC<br />

Zur Vorbereitung und<br />

regelmäßigen Überprüfung:<br />

Frostschutz im Kühlsystem auffüllen<br />

Frostschutz in Scheibenwaschanlage<br />

auffüllen<br />

gesamte Beleuchtung überprüfen<br />

Wischerblätter an Scheibenwischern<br />

überprüfen<br />

<strong>Winter</strong>reifen rechtzeitig aufziehen<br />

(4x4x4-Regelung: vier gleiche <strong>Winter</strong>reifen,<br />

mindestens vier Millimeter<br />

Profil, nicht älter als vier Jahre)<br />

Eiskratzer für Eisfilm auf Scheiben<br />

einpacken<br />

Schneeketten in passender Größe<br />

einpacken<br />

Jeden Morgen vor dem Losfahren:<br />

für freies Sichtfeld sorgen: alle<br />

Scheiben komplett vom Eis befreien<br />

gesamten Schnee vom Autodach<br />

herunterkehren<br />

Mehr Informationen dazu, wie man das<br />

Auto winterfest macht, gibt es zum<br />

Download in der GRENZENLOS-App.<br />

ein, fährt man zusammen die Bahnen ab<br />

und sprengt die Hänge. So werden sie systematisch<br />

abgearbeitet und die Kommission<br />

sieht direkt, wie sich der Schnee verhält. Darüber<br />

wird später ein Schneeprofil erstellt,<br />

mit dessen Erkenntnissen die Entscheidung<br />

getroffen wird, ob alle anderen Pisten im<br />

Skigebiet freigegeben werden.<br />

Wir sammeln alle Wetterinformationen<br />

zentral und<br />

geben diese an die Hotels<br />

weiter. So sieht der Gast am Frühstückstisch,<br />

wie das Wetter ist und<br />

welches Skigebiet offen sein wird.<br />

Karl Dirnhofer, Leiter Gebiet Garmisch-Classic<br />

Etwa eine Stunde später sollte laut Dirnhofer<br />

alles abgearbeitet sein. Die Raupenfahrer,<br />

die zuvor das restliche sichere Skigebiet<br />

präpariert haben, fahren nun auf die anderen<br />

Pisten, um den abgesprengten Schnee<br />

glatt zu walzen. Währenddessen trifft nach<br />

und nach das Liftpersonal ein, denn bevor<br />

die Raupenfahrer im Bereich des Lifteinstieges<br />

walzen, muss der Betreiber alle Markierungsstangen<br />

entfernen. Danach werden die<br />

Lifte vorbereitet, die Ein- und Ausstiege per<br />

Hand freigeschaufelt, alle Stützen überprüft<br />

und Testfahrten erledigt. Erst wenn das alles<br />

reibungslos funktioniert, kann der Skiliftbetreiber<br />

im Idealfall bis spätestens 8:20 Uhr<br />

seine Betriebsamkeit melden. Somit kann<br />

das Skigebiet um 8:30 Uhr in Betrieb gehen.<br />

Ein wichtiger Arbeitsbestandteil von<br />

Dirnhofers Abteilung ist aber vor allem das<br />

Präparieren und – wenn notwendig – Beschneien<br />

der Pisten. Das wird prinzipiell<br />

abends gemacht, denn „das hat den Vorteil,<br />

dass die Piste weich ist, fast schon umgepflügt<br />

von den Skifahrern“, sagt er lachend.<br />

Mit den Pistenraupen wird der von den Alpinsportlern<br />

zur Seite geschobene Schnee<br />

wieder dahin gebracht, wo er gebraucht<br />

wird. Danach glätten die Raupen alles, damit<br />

ein ebenes Pistenbild entsteht. Dieser Prozess<br />

kann auch einmal bis tief in die Nacht<br />

andauern, das hängt laut Dirnhofer von der<br />

Beschaffenheit des Schnees ab. „Dienst bis<br />

2:00 Uhr morgens ist keine Seltenheit.“ Doch<br />

dass man das Ganze abends mache, sei sehr<br />

wichtig, denn so habe der Schnee genügend<br />

Zeit, wieder zu gefrieren, damit eine homogene<br />

Piste entstehen könne. „Sollte es über<br />

Nacht doch noch richtig schneien, dann haben<br />

wir Pech gehabt“, sagt Dirnhofer – denn<br />

„dann müssen wir in der Früh noch einmal<br />

darüberwalzen.“<br />

Was aber, wenn die Skisaison beginnt<br />

und es noch gar nicht richtig geschneit hat?<br />

Oder wenn abends nach Schließung der<br />

Piste alles größtenteils weggeschmolzen<br />

ist? Darum muss sich laut Dirnhofer dann<br />

der Schneemeister kümmern. Sein Job ist<br />

es, zu beobachten, wie die Verhältnisse<br />

sind, und gegebenenfalls die Schneeanlage<br />

zu aktivieren. Der integrierte automatische<br />

Schneemelder weiß genau, wann die ideale<br />

Temperatur und Luftfeuchtigkeit herrschen,<br />

um Kunstschnee zu erzeugen – was automatisiert<br />

abläuft. Liegt der Schnee einmal,<br />

kommen die Pistenraupen und verteilen ihn<br />

gleichmäßig. Das Ganze hängt von vielen<br />

Faktoren ab, am besten passiert das aber<br />

direkt mit Skibetriebsende gegen 17:00 Uhr,<br />

denn dann hat der künstliche genau wie der<br />

natürliche Schnee Zeit zu „ruhen“.<br />

200 Kilometer Neuschnee täglich<br />

Auch auf den Loipen herrscht gerade zu<br />

<strong>Winter</strong>beginn oft Schneemangel. Deshalb<br />

muss Thomas Koch, Leiter der Infrastruktur<br />

des Tourismusverbandes der Tiroler Zugspitz<br />

Arena, sich auch mit dem Thema Beschneiung<br />

außeinandersetzen. Sein Team ist dafür<br />

verantwortlich, die Langlaufloipen zu präparieren.<br />

Eine davon wird im Bedarfsfall<br />

künstlich beschneit – die Golfrundloipe im<br />

Moos. Zusammen mit den Kollegen fängt<br />

er zwischen 5:00 und 6:00 Uhr morgens mit<br />

der Arbeit an – immerhin handelt es sich<br />

um eine Loipenstrecke von 200 Kilometern.<br />

„Wir haben sechs Pistenbullys in der ganzen<br />

Arena verteilt, denn diese Strecke könnte<br />

man nicht mit einer Maschine machen. Von<br />

klassischer bis Skating-Spur bereiten wir<br />

alles dafür vor, dass die Gäste ein möglichst<br />

schönes Langlauf erlebnis haben“, berichtet<br />

Koch. „Sollte eine Loipe aufgrund von Lawinengefahr<br />

doch einmal gesperrt bleiben,<br />

dann kläre ich das mit der Kommission im<br />

Vorfeld ab.“<br />

Beschneiung und Pistendienst<br />

erfolgen im Idealfall abends –<br />

wenn es das Wetter zulässt.


12 / GUTEN-MORGEN-SERVICE<br />

13<br />

Bevor das Frühstück in den Hotels<br />

und Pensionen auf den Tisch kommt,<br />

braucht es ein paar helfende Hände.<br />

Den aktuellen Status aller Loipen gibt<br />

er anschließend an das Büro weiter, wo<br />

ein Freizeitbericht erstellt wird, in den unter<br />

anderem auch die Skilifte eingetragen<br />

werden. Die Außendienstmitarbeiter sind<br />

währenddessen weiterhin unterwegs. Bis<br />

mittags dauert es im Schnitt, bis jede Loipe<br />

präpariert ist. Dann könne es auch einmal<br />

passieren, dass man den Langläufern begegnet<br />

und „aneinander stößt“, meint Koch.<br />

Zu Problemen sei es hier aber noch nie<br />

gekommen – die Langläufer wollen ja auch<br />

im Normalfall nicht auf die Strecke, auf der<br />

Tiefschnee liegt.<br />

anrichten, den fertigen Kaffee umfüllen und<br />

die warmen Semmeln aus dem Ofen holen.<br />

Haben die Übernachtungsgäste besondere<br />

Wünsche wie eine bestimmte Sorte<br />

Brot, werden die ihnen meist auch erfüllt.<br />

Allerdings wird dafür dann, bevor alle aufstehen,<br />

noch einmal schnell eingekauft.<br />

Wenn alles erledigt ist, was man vorbereiten<br />

kann, werden noch die restlichen Lebensmittel<br />

zubereitet: Vor allem Rührei mit<br />

Speck oder weiche Frühstückseier müssen<br />

sehr frisch gemacht werden, damit sie noch<br />

schmecken – das geht erst, wenn der Gast<br />

schon fast am Tisch sitzt.<br />

Das Essen selbst dauert unterschiedlich<br />

lange. Im Sommer bleiben die Gäste gerne<br />

einmal etwas länger sitzen. Im <strong>Winter</strong> sehen<br />

das viele als „Zeitverschwendung“ an, denn<br />

die Zeit, die man gemütlich am Tisch sitzt,<br />

könnte man eigentlich schon auf der Piste<br />

verbringen – und deswegen ist man schließlich<br />

hier! Eine halbe Stunde essen Übernachtungsgäste<br />

im <strong>Winter</strong> im Schnitt.<br />

Viele Hoteliers nutzen diese Zeit, um ihnen<br />

noch einen kleinen Bonus zu bieten:<br />

Wer sich über Wanderwege oder aktuelle<br />

Wetterbedingungen informieren möchte,<br />

bekommt in der Region überall guten Rat.<br />

Denn die Tourismusverbände stellen den<br />

Gasthöfen, Pensionen und Hotels diese Informationen<br />

und Broschüren zur Verfügung.<br />

Das ist ein Service, der bei den Gästen sehr<br />

gut ankommt.<br />

Sind erst einmal alle aus dem Haus, werden<br />

die Zimmer hergerichtet und die Bäder<br />

geputzt, damit die Gäste sich abends nach<br />

einem anstrengenden Tag wohlfühlen können.<br />

Und deshalb sollte man, wenn man<br />

das nächste Mal irgendwo zu Gast ist, auch<br />

einmal an all die Menschen denken, die sich<br />

so sehr dafür einsetzen, dass unsere <strong>Winter</strong>tage<br />

in den Bergen genau so sind, wie wir sie<br />

uns wünschen, und zumindest im Stillen kurz<br />

Danke sagen.<br />

Lisa Zöls<br />

Die Stärkung am Morgen vertreibt<br />

Kummer und Sorgen<br />

Für die Hotel- und Gasthofangestellten geht<br />

zwischenzeitlich ebenfalls der Tag los, wie<br />

die Betreiberin einer kleinen Pension in der<br />

Tiroler Zugspitz Arena weiß. Viele bieten<br />

in der <strong>Winter</strong>saison bereits ab 6:00 oder<br />

7:00 Uhr Frühstück an, damit sich die Gäste<br />

möglichst früh ihre Skischuhe überziehen<br />

können. Dementsprechend zeitig muss aber<br />

auch alles vorbereitet werden: Kaffee wird<br />

gekocht, Semmeln werden aufgebacken,<br />

der Frühstücksraum aufgedeckt. Letzteres<br />

bedeutet, dass man das Geschirr herrichten,<br />

das Buffet aufbauen und natürlich in der<br />

Küche alles erledigen muss, was zu einem<br />

Frühstück dazugehört: Tomaten und Gurken<br />

schneiden, Wurst und Käse auf Platten<br />

English Summary<br />

In the icy cold and bleak darkness, they<br />

work while others sleep. An employee<br />

of the road patrol in the Tyrol Zugspitz<br />

Arena needs to clear his ‘piste’ in the<br />

early hours so that others can get<br />

to work – or the mountains – safely.<br />

Walter Klotz, head of the Grainau works<br />

depot, and his colleagues ensure that<br />

the road network and hiking trails in<br />

Grainau are cleared and gritted. As<br />

they work, a shop light illuminates and<br />

floods the darkness with warmth. It’s a<br />

baker – also one of the first to get up.<br />

‘Hobi’, as he’s known, starts his day at 1<br />

am. First he prepares the various types<br />

of dough – for as many as 30 to 40<br />

different rolls a day. While the rolls<br />

are being filled and Grainau’s roads<br />

cleared, it’s also the start of Karl<br />

Dirnhofer’s day. He’s the manager of<br />

the cable railways and ski lifts in the<br />

Garmisch-Classic region. Around now,<br />

hotel staff are also starting work –<br />

breakfast is often from as early as 6<br />

o’clock, as guests are keen to get out<br />

onto the snow, and then there’s the<br />

rooms to make up. The moral of the<br />

story? Next time you’re a guest somewhere,<br />

spare a thought for all those<br />

who work so hard to make our winter<br />

days in the mountains as perfect as<br />

they can possibly be.


14 / ZUM AUSWACHSEN 15<br />

Von wegen „ausgewachst“<br />

Auch bei Hightechski ist das Wachsen das A & O für ein rasantes Hinabgleiten.<br />

Der Profi erklärt, worauf es ankommt.<br />

sich in der Mehrheit und wünschten sich<br />

sehnlichst den Aufstieg in den Status von<br />

Weltcup-Läufern, von deren Servicetechnikern<br />

bei Fernsehübertragungen so oft die<br />

Rede war. Egal, ob sie nun „einen Riecher<br />

gehabt“ oder sich „brutal verwachst“ hatten:<br />

Dem Läufer blieb die Mühe erspart.<br />

Mit der Mutation der hölzernen Lauflatten<br />

zu wahren Hightechprodukten aus<br />

edlen Kunststoffen, Glasfiber und Kohlefaser<br />

machte schnell die Legende die Runde, dass<br />

sie sich quasi selbst reparierten und damit<br />

das Wachs in die Mottenkiste gehöre. Weit<br />

gefehlt – siehe oben. Egal, ob alpin oder<br />

nordisch, die Gesetze der Physik gelten für<br />

Ski jeder Generation: „Das Gleiten auf dem<br />

Schnee verursacht Reibung, und Reibung belastet<br />

das Material“, bringt es Roland Schönegger<br />

auf den Punkt. „Ganz zu schweigen von<br />

anderen natürlichen Zutaten des Schnees wie<br />

kleine Steine oder Zweige oder die Wirkung<br />

von Eis- oder Felskanten.“ Regelmäßig hat<br />

er Weltcup-Ski in der Hand, zum Beispiel die<br />

seiner Lebensgefährtin Niki Hosp aus dem<br />

österreichischen Ski-Nationalteam. Daher<br />

kennt er die Doppelfunktion beim Wachsen<br />

ganz genau: „Reibung optimieren, um den<br />

Läufern mehr Geschwindigkeit zu geben und<br />

das Sportgerät zu schützen.“<br />

Beim ersten Mal darf‘s ruhig<br />

ein bisschen mehr sein<br />

Nach wie vor ist bei neuen Ski ordentliches<br />

Wachsen angesagt, so der Fachmann. „Beim<br />

ersten Mal sollte man ruhig etwas kräftiger<br />

auftragen. Dann kann sich das Wachs gut in<br />

Der Profi: Roland Schönegger<br />

die oberste Schicht des Belags hineinarbeiten.<br />

Das schützt nicht nur vor Beschädigungen,<br />

sondern konserviert auch langfristig die<br />

Eigenschaften des Belags.“ Anders als bei<br />

diesem Grundwachs geht es im Lauf des <strong>Winter</strong>s<br />

dann um die richtige Antwort auf Wetter<br />

und Schneeverhältnisse. Während „Spaß an<br />

der Freud“-Skifahrer mit den drei Varianten<br />

„weich“, „fest“ und „eisig“ ihr Auskommen<br />

haben, erhalten die Profis fast schon aufs<br />

Molekül genaue Anweisungen für die richtige<br />

Mischung: „Da sind wir in der Nacht und<br />

in den Stunden vor den Rennen unterwegs,<br />

sammeln die wichtigsten Daten und Temperaturen<br />

und sprechen dann eine haargenaue<br />

Empfehlung aus“, berichtet er.<br />

Ein bisschen Bauchgefühl ist dennoch stets<br />

dabei. Weiß doch keiner so genau wie der<br />

persönliche Servicetechniker darüber Bescheid,<br />

wie „sein“ Rennläufer sich mit den<br />

präparierten Ski verträgt. Dass menschlicher<br />

Instinkt mitunter den technischen Helfern<br />

Universeller Helfer: das rote Wachs<br />

noch immer überlegen ist, zeigt sich auch an<br />

anderer Stelle. So sollte keiner dem Versprechen<br />

trauen, dass der – heute überwiegend<br />

praktizierte – automatische Kantenschliff<br />

mit einer Maschine das optimale Ergebnis<br />

bringt. „Dort, wo der Ski sich krümmt, an der<br />

Spitze und am Ende, kommt die Maschine<br />

nicht hin“, sagt Schönegger. Hier gilt es, wie<br />

eh und je, die Feile anzusetzen, um Kanten<br />

und Grate zu entfernen. „Macht man’s nicht,<br />

frisst sich der Ski in den Schnee und man<br />

kann den Sieg vergessen.“ Es sei denn, man<br />

würde über sich hinauswachsen. Aber das ist<br />

eine andere Geschichte.<br />

Ulrich Pfaffenberger<br />

Ein kleines, exklusives Porträt über<br />

Skilegende Florian Wörndle finden Sie<br />

in der GRENZENLOS-App.<br />

Mit welchem Satz bringt man<br />

einen erfahrenen Ski-Servicetechniker<br />

zum schallenden<br />

Lachen? Versuchen Sie’s doch<br />

mal hiermit: „Die Ski von heute sind vom<br />

Material her ja so perfekt, die braucht man<br />

nicht mehr zu wachsen.“ Roland Schönegger<br />

greift ins Regal vom Skiverleih an der Talstation<br />

der Ehrwalder Alm, nimmt einen Carver<br />

in die Hand, dreht ihn auf den Rücken, fährt<br />

mit der Hand über die Lauf fläche und merkt<br />

lakonisch an: „Natürlich ist da Wachs drauf.<br />

Jeder Ski hier wird gewachst. Und das regelmäßig.“<br />

Wer seine ersten Erfahrungen zu Zeiten<br />

gemacht hat, als ein Ski seinen Träger in<br />

der Länge noch deutlich überragte, für den<br />

verbindet sich mit dem Wort „wachsen“<br />

nicht das Gemüse im Garten, sondern lange<br />

Stunden in Kellern und Garagen. Ein ausgedientes<br />

Bügeleisen in der einen, wahlweise<br />

blaue, rote oder silberne Wachsblöcke in<br />

der anderen Hand, stand man über die<br />

aufgebockten Brettl gebeugt und träufelte<br />

„tröppje for tröppje“ die schützende Schicht<br />

auf deren Gleitseite. Anschließend noch<br />

einmal darübergebügelt, damit alles schön<br />

zu einer Fläche verschmilzt, dann noch mit<br />

Vaters Rasiermesser abgezogen und mit<br />

einem Wolltuch glatt gerieben: Fertig war<br />

der Bestzeit-verdächtige Belag.<br />

Umnebelt von Wachs<br />

in kalten Räumen<br />

Weil diese Tätigkeit zeitraubend ist, zu später<br />

Stunde erfolgt und die Unwirtlichkeit kalter<br />

Räume und intensiven Wachsgeruchs sehr<br />

intensiv miteinander verbindet, fand nicht<br />

jeder Skifahrer seinen Frieden damit. Es verhielt<br />

sich damit so ähnlich wie mit Kapern:<br />

Dem einen schmecken sie zu jeder Zeit, dem<br />

anderen nie. Die Zweitgenannten befanden<br />

English Summary<br />

Even for high-tech skiers, waxing is<br />

still the most important thing for a<br />

rapid descent. As wood gave way to<br />

ultramodern products made of plastic,<br />

fibreglass, and carbon fibre, rumour had<br />

it that these skis could practically repair<br />

themselves, consigning wax to history.<br />

Quite wrong – whether it’s Alpine or<br />

Nordic skiing, the laws of physics never<br />

change: “Gliding on snow causes friction,<br />

and friction stresses the material,” says<br />

Roland Schönegger, an experienced ski<br />

technician, adding that wax is always<br />

needed for new skis. “Feel free to apply<br />

a bit more the first time. That allows the<br />

wax to work its way into the top layer of<br />

the running surface, protecting against<br />

damage and maintaining optimum performance.”<br />

Over the course of the winter,<br />

the key is to adopt the right waxing<br />

approach to match prevailing weather<br />

and snow conditions.


16 / WACHTERSTEIG 17<br />

Liebevolle Wegbegleiter<br />

Bei einer gemütlichen Wanderung auf dem Wachtersteig von Lermoos nach<br />

Biberwier warten immer wieder kleine Überraschungen. Denn ein anonymer<br />

Besucher hat sich die Mühe gemacht, den Wanderweg weihnachtlich und österlich<br />

zu verzieren – sehr zur Freude aller anderen Wanderer! Keiner weiß, wer diese<br />

tolle Idee hatte oder ob die Dekoration hier bleiben wird. Deshalb lohnt sich auf<br />

jeden Fall ein baldiger Besuch auf dem Wachtersteig – bis dahin locken hier bereits<br />

ein paar wunderbare Impressionen.<br />

English Summary<br />

The ‘Wachtersteig’ from Lermoos to<br />

Biberwier – a hike festively decorated<br />

by an unknown visitor!<br />

Auch Hunde genießen den Weg.<br />

An Ostern können Kinder und Erwachsene<br />

die kleinen Verstecke von Eiern und<br />

Hasen suchen. Ein Spaß für die ganze<br />

Familie. Wer wohl die meisten Eier findet?<br />

Im Frühling erblühen bunte Blumen<br />

am Wegesrand.<br />

Zur Weihnachtszeit sind auch Krippen<br />

auf dem Weg versteckt.


18 / WINTERKRÄUTERWANDERUNG 19<br />

Schätze im Schnee<br />

Bei einer Wildkräuterwanderung lassen sich im <strong>Winter</strong><br />

verborgene Schätze der Natur unter der Schneedecke entdecken.<br />

Der kurze Schmerz, wenn man<br />

beim gemütlichen Spaziergang<br />

eine Brennessel streift, ist jedem<br />

bekannt. Ihre Wirkung als<br />

Heil- und Küchenkraut und vor allem ihre<br />

Eigenschaften als Zutat eines Smoothies,<br />

kennen wohl nur die wenigsten. Auch aus<br />

Spitzwegerich, den viele beim Wandern gar<br />

nicht wahrnehmen, lässt sich ein heilender<br />

Hustensaft herstellen – außerdem schmeckt<br />

er super in Salaten.<br />

Auf einer Kräuterwanderung lernen die<br />

Teilnehmer, die Natur mit anderen Augen<br />

wahrzunehmen, sich zu öffnen und eine<br />

„einfache“ Wiese als Gottes Apotheke zu<br />

erkennen. Jutha Bartl nimmt Gäste und<br />

Einheimische mit auf eine solche Kräuterwanderung:<br />

„Ich bewundere und achte die<br />

biologische Vielfalt, bin fasziniert von den<br />

naturwissenschaftlichen Zusammenhängen<br />

und gebe diese Begeisterung weiter, um unsere<br />

Lebensgrundlage ,Natur‘ zu erhalten“,<br />

sagt die ausgebildete Kräuterpädagogin.<br />

Die Kräuterwanderung, die sie alle 14 Tage<br />

beispielsweise um den Riessersee führt,<br />

Kräuterwanderung:<br />

Mit Voranmeldung an der Rezeption des<br />

Riessersee Hotels in Garmisch-Partenkirchen<br />

bis 12:00 Uhr am Vortag. Festes<br />

Schuhwerk und geeignete Wanderkleidung<br />

erforderlich. Wanderstöcke und<br />

Rucksack können vor Ort ausgeliehen<br />

werden. Gestartet wird am Hotel um<br />

14:00 Uhr, Dauer ca. 2,5 bis<br />

3 Stunden.<br />

www.riessersee-hotel.de/zimmerpreise/kraeuterwanderungen/<br />

Mit dem Gesundheits-Eck vom<br />

22. Dezember <strong>2017</strong> bis 2. Februar <strong>2018</strong><br />

jeden Freitag. Start jeweils um<br />

10:00 Uhr im Gesundheits-Eck,<br />

Anmeldung erforderlich.<br />

www.gapa.de/de/Gesundheit/Kurort/<br />

Wir-wandern-zu-jeder-Jahreszeitkann<br />

dann schon mal drei Stunden dauern:<br />

„Es gibt viele Pflanzen zu entdecken und bei<br />

manch einer Pflanze auch viel zu erzählen.<br />

Etwa wie unsere Vorfahren sie nutzten oder<br />

wie wilde Gewürzkräuter in der Küche verwendet<br />

werden können“, sagt Jutha Bartl.<br />

Weiße Entdeckungsreise<br />

Eine <strong>Winter</strong>kräuterwanderung hat ihren<br />

ganz besonderen Reiz. Sie ist eine Entdeckungsreise<br />

durch das Weiß der <strong>Winter</strong>landschaft.<br />

Je nach Schneelage muss<br />

man diesen nur etwas beiseiteschieben<br />

und schon kommt bis dahin Verborgenes<br />

zum Vorschein: Blätter der Walderdbeere<br />

oder des Gundermanns, der als Gewürz<br />

einen harzig-aromatischen, minzähnlichen<br />

und lakritzartigen Geschmack verspricht.<br />

Frühjahrstriebe lassen sich in der Küche<br />

verwenden und unterstützen die Abwehrkräfte<br />

in der kalten Jahreszeit, denn wie alle<br />

Frühjahrswildkräuter enthalten sie sehr viel<br />

Vitamin C. Aber Achtung: Wie auch beim Pilzesammeln<br />

sollte der Wanderer beim Sammeln<br />

von Wildkräutern aufpassen. Es gibt<br />

einige Giftpflanzen, die manchen Wildkräuterpflanzen<br />

zum Verwechseln ähnlich sehen.<br />

Wer sich beispielsweise auf die Suche nach<br />

Kräuterpädagogin Jutha Bartl<br />

Bärlauch begibt, sollte aufpassen, dass nicht<br />

das Maiglöckchen oder die Herbstzeitlose im<br />

Körbchen landen.<br />

Geeignet ist die Wanderung für jedermann<br />

– auch für Schulklassen. „Trotz der vielen<br />

Informationen ist mir aber vor allem sehr<br />

wichtig, dass der Mensch zur Ruhe kommt.“<br />

Das gelingt Jutha Bartl auch meist. „Die<br />

<strong>Winter</strong>zeit ist die ruhige Zeit und wir alle<br />

sollten uns so verhalten wie unsere wunderbare<br />

Natur: Sie hat sich im <strong>Winter</strong> zurückgezogen,<br />

um im Frühjahr in voller Pracht und<br />

Kraft zu erscheinen.“<br />

<br />

Irene Hülsermann<br />

Auf den Spuren des Klima wandels in<br />

Grainau: Mehr zum Klimaweg in der<br />

GRENZENLOS-App.<br />

English Summary<br />

Discover nature’s hidden treasures<br />

below the snow on a wintery wild<br />

herb hike. Participants learn to see<br />

nature in a new way and explore<br />

“God’s pharmacy” and its array of<br />

healthy vegetation on even plainlooking<br />

meadows. Jutha Bartl is<br />

someone who heads these tours of<br />

biological diversity with both locals<br />

and guests. Sign up at the reception<br />

of the Riessersee Hotel by midday on<br />

the day before you wish to go, and<br />

don’t forget to wear sturdy shoes and<br />

appropriate hiking clothes. Walking<br />

sticks and rucksacks are available for<br />

hire. The hike begins at the hotel at<br />

2 pm and lasts around three hours.<br />

You can also sign up to go with the<br />

‘Gesundheits-Eck’ health department<br />

of the tourist information service every<br />

Friday at 10 am from 22 December<br />

<strong>2017</strong> to 2 February <strong>2018</strong>.<br />

120 Jahre Sport Conrad, das sind 120 Jahre Erfahrung und<br />

kompetente Beratung im Outdoorsportbereich. Lassen Sie sich<br />

in einer unserer Filialen beraten oder besuchen Sie Europas<br />

großen Skitouren Onlineshop:<br />

sport-conrad.com<br />

Conrad GmbH<br />

82377 Penzberg /Bahnhofstraße 20 // 82467 Garmisch-Partenkirchen / Chamonixstraße 3–9 // 82418 Murnau / Obermarkt 18 //<br />

82407 Wielenbach / Blumenstraße 35 // Öffnungszeiten / Mo – Fr 09.30 – 19.00 Uhr / Sa 09.30 – 18.00 Uhr


20 /<br />

DRUNTER & DRÜBER / 21<br />

Die erste Dimension beim Blick auf die Bergwelt liefert die<br />

Fotografin Nomi Baumgartl. Die zweite fügt der Adler mit seinen<br />

Fotos aus der Vogelperspektive hinzu. Für die dritte schließlich<br />

sorgen die Satelliten-Bilder der Forscher des DLR.<br />

Mit den Augen des Adlers<br />

Die Vogelperspektive hilft uns, die Alpenwelt aus einem anderen Blickwinkel<br />

zu betrachten, Risiken zu erkennen, Chancen zu sehen. Die Fotografin Nomi<br />

Baumgartl setzt diesen Gedanken im Projekt „Eagle Wings“ um.<br />

einen Verbündeten aus der Natur gesucht,<br />

um die Menschen aufzurütteln, ihnen eine<br />

emotionale Botschaft zu senden: Habt ein<br />

Auge auf unsere Alpengletscher. Lange lagen<br />

sie außerhalb unseres Blickfelds, jetzt<br />

drohen sie ganz daraus zu verschwinden.<br />

Schmelzende Schönheiten, sich auflösende<br />

Zeugnisse des Zusammenwirkens von Klima<br />

und Natur.<br />

hekommen lässt. Als eine der bekanntesten<br />

Alpendestinationen nimmt der Ferienort<br />

seine Verantwortung gegenüber Mensch<br />

und Natur an und unterstützt Nomi Baumgartl<br />

und „Eagle Wings“, um auch auf diesem<br />

Weg seinen Gästen Erlebnisse zu schaffen,<br />

die zum Nachdenken, Erkennen und Wirkenlassen<br />

einladen.<br />

Der Reiz von „Eagle Wings“ liegt nicht<br />

allein in der Perspektive des Adlers, sondern<br />

in einem Dialog von Bildern, der auf<br />

drei Ebenen stattfindet. Neben der Vogelperspektive<br />

kommen Satellitenaufnahmen<br />

aus dem Weltall zum Tragen, die das Earth<br />

Observation Center (EOC) des Deutschen<br />

Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR)<br />

beisteuert sowie menschliche Sichtweisen<br />

auf die Natur – sprich Fotos unter anderem<br />

von Nomi Baumgartl. Indem sich Adler- und<br />

Menschenauge zwischen Himmel und Erde<br />

in faszinierenden und bewegenden Bildern<br />

verbinden, sensibilisieren sie den Betrachter<br />

des multimedialen Projekts für die Belange<br />

der Natur. Foto, Filmkunst, Ausstellungen,<br />

Multivisions-Vorträge und ein Bildband werden<br />

auf vielen Ebenen das Interesse für das<br />

Anliegen von Nomi Baumgartl und ihren<br />

Mitstreitern wecken.<br />

Emotionale Momente<br />

Bleibt noch die Frage, warum es ausgerechnet<br />

ein Adler ist, dem die Verantwortung für<br />

Natürliche Sicht der Dinge<br />

„Wir Menschen müssen uns besinnen, dass<br />

Natur nicht nur vor unserer Haustüre stattfindet“,<br />

schreibt Nomi Baumgartl über ihre<br />

aktuelle Arbeit, „sondern dass wir selbst Teil<br />

des großen Ganzen sind, das es zu entdecken<br />

und für die nächsten Generationen zu<br />

bewahren gilt.“ Dafür schenkt sie uns den<br />

Blick des Adlers, will uns mit einer Sichtweise<br />

berühren, die Menschen sonst nicht<br />

gewinnen können. „Näher zur Natur, ihre<br />

Wirkkräfte und Zusammenhänge leichter zu<br />

verstehen, sie als Partner, als Teil unserer<br />

selbst zu schonen und zu schützen – das ist<br />

die Botschaft dieses Projekts, das begeistern,<br />

nicht erschüttern möchte.“<br />

Eine Botschaft, die Garmisch-Partenkirchen<br />

als touristisches Ziel teilt, das unter<br />

dem Leitgedanken „Entdecke Deine wahre<br />

Natur“ seinen Gästen den Weg in eine<br />

Umgebung weist, in der es sich gesund<br />

genießen und der ursprünglichen Natur nadie<br />

Vogelperspektive zuteilwird. „Der Adler<br />

steht für Mystik und Magie“, sagt die Fotografin.<br />

„Als König der Vögel sind mit ihm<br />

Eigenschaften wie Kraft, Ausdauer, Leichtigkeit,<br />

Schnelligkeit und Freiheit bei seinem<br />

Flug durch die Lüfte sichtbar. Damit gibt<br />

er unserem Projekt eine tiefe, emotionale<br />

Dimension.“ Speziell ausgebildete Steinadler<br />

werden als ungezügelte „Bildfänger“<br />

unterwegs sein und so zu einer bisher nicht<br />

gekannten Sicht der Bergwelt beitragen.<br />

<br />

Ulrich Pfaffenberger<br />

Links<br />

www.gapa.de/EagleWings<br />

www.nomibaumgartl.com<br />

Sanft gleitet das Auge der Kamera<br />

über die Bergwelt. Seine Geschwindigkeit<br />

ist ungewöhnlich, auch der<br />

Abstand zur Landschaft und die<br />

Richtung, der es folgt. So, als sei es nicht<br />

von Menschenhand gelenkt, sondern von<br />

English Summary<br />

The aim of the ‘Eagle Wings’ project is to<br />

generate interest in protecting nature in<br />

the mountains. It began in <strong>2017</strong> and is<br />

due to be completed in three to four years.<br />

The eagle, ‘wearing’ its camera, has<br />

been flying over Garmisch-Partenkirchen<br />

since this summer on the project devised<br />

by Nomi Baumgartl, a renowned<br />

photographer. Her work is concerned<br />

einer anderen Kraft. Der Eindruck täuscht<br />

nicht. Es ist ein Adler, der hier Gipfel und<br />

Gletscher überfliegt, Felswüsten und Waldflächen,<br />

Moose und Bergseen. Versehen mit<br />

einer eigens für ihn entwickelten Kamera,<br />

um eine andere, eine natürliche Perspektive<br />

with revealing the connections between<br />

man, animals and nature, oceans and<br />

the earth, and this time she’s got a<br />

winged ally to help her get her message<br />

across: come and take a look at what’s<br />

happening to our alpine glaciers. As she<br />

explains, ‘the eagle represents mysticism<br />

and magic. It gives our project a<br />

deep and emotional dimension’.<br />

zu finden beim Blick auf das Leben und den<br />

Wandel der alpinen Welt.<br />

„Eagle Wings – Protecting the Alps“ heißt<br />

das Projekt, das diesen ungewöhnlichen<br />

Weg der filmischen Darstellung nehmen will.<br />

Es hat im Sommer <strong>2017</strong> begonnen und soll<br />

im Lauf der kommenden drei bis vier Jahre in<br />

die Tat umgesetzt werden. Angestoßen von<br />

Nomi Baumgartl, einer international angesehenen<br />

Fotografin, die eine Leidenschaft<br />

für außergewöhnliche Themen und Motive<br />

entwickelt hat. Ihr Ziel ist es, Verbindungen<br />

und Zusammenhänge zwischen Mensch, Tier<br />

und Natur, Ozean und Erde zu zeigen – eine<br />

Hommage an die Schöpfung. Zahlreiche<br />

Fotobände, Veröffentlichungen in Magazinen<br />

und Büchern, Filme, Ausstellungen und<br />

Auszeichnungen zeugen von ihrer bemerkenswerten<br />

Karriere. Dieses Mal hat sie sich<br />

Wir müssen den Blick des Adlers einnehmen, um<br />

die richtigen Entscheidungen für die folgenden<br />

Generationen zu treffen.<br />

Alte Irokesen-Weisheit, zitiert von Nomi Baumgartl<br />

Einen Vorgeschmack auf den Blick der<br />

Adler liefert das Projektvideo von<br />

„Eagle Wings“.<br />

Zwei sehen mehr als einer: Als<br />

Fotograf und Projekt-Manager<br />

trägt auch Helmut Achatz zu „Eagle<br />

Wings“ bei.


22 GOLDENE MOMENTE / 23<br />

Glänzende Ringe, glänzende Augen<br />

Die Gold- und Silberschmiedin Annette Mendez zaubert für ihre Kunden edle<br />

Traumstücke – selbst dann noch, wenn dem Bräutigam am Hochzeitstag einfällt,<br />

dass er etwas Entscheidendes vergessen hat.<br />

Schon in der Antike galt er als Symbol<br />

der ewigen Liebe und Treue – und<br />

das ist er bis heute geblieben. Der<br />

Trauring ist immer noch ein wichtiges<br />

Zeichen einer Ehe – kreisrund, ohne<br />

Anfang und Ende. Und natürlich soll er<br />

perfekt zu der Braut und ihrem Bräutigam<br />

passen und ganz persönlich gestaltet sein.<br />

In Grainau haben Brautpaare dafür gute Voraussetzungen.<br />

Dort fertigt Annette Mendez<br />

individuelle Trauringe nach den eigenen<br />

Vorstellungen ihrer Kunden an. Die Nachfrage<br />

nach einem Wunsch-Trauring in ihrem<br />

Gold- und Silberschmiede-Atelier in Grainau<br />

ist groß: „Da kommen schon sehr viele“, sagt<br />

Annette Mendez, die seit 2006 ihr Ladenlokal<br />

führt und dort unter anderem Ketten,<br />

Ohrringe, Armbänder, Uhren und Trachtenschmuck<br />

verkauft. Zu ihren Kunden zählen<br />

beispielsweise Urlauber und viele Einwohner<br />

aus Grainau, dem gesamten Werdenfelser<br />

Land und München.<br />

Gold, Silber oder vielleicht Platin? Annette<br />

Mendez muss ihre Kunden nur genau<br />

ansehen, dann weiß sie schon, was zu ihnen<br />

passt. „Manche sind einfach von der<br />

Ausstrahlung her nicht die Goldtypen, weil<br />

sie beispielsweise zu sportlich sind“, erzählt<br />

die Gold- und Silberschmiedin. „Andere dagegen<br />

sind die typischen Goldträger, weil es<br />

bei ihnen edel ausschaut. Das muss man von<br />

jeder einzelnen Person abhängig machen.“<br />

Auch die Haar- oder Hautfarbe spiele da eine<br />

Rolle. „Wenn sie die Ringe anstecken, sehe<br />

ich, zu dem passt Gold oder zu dem Silber“,<br />

erzählt Mendez. Sie habe auch schon ein<br />

Pärchen gehabt, wo der Bräutigam einen<br />

weißgoldenen Trauring und seine Frau einen<br />

gelbgoldenen genommen habe. Mendez:<br />

„Die Form war aber bei beiden gleich.“<br />

mit ihrer Arbeit nach eigenen Worten gut<br />

ausgelastet ist. „Wenn ich den Auftrag acht<br />

Wochen vorher bekomme, freue ich mich“,<br />

lacht die Goldschmiedin. „Aber wenn ich nur<br />

einen Tag dazu Zeit habe, muss ich es auch<br />

schaffen.“ Ihr sei es sogar passiert, dass ein<br />

Kunde die Trauringe noch am selben Tag<br />

wollte. „Er sagte, er hätte sie vergessen“,<br />

erzählt die Geschäftsinhaberin. „Bisher habe<br />

ich fast alles möglich gemacht.“<br />

Allerdings braucht die Mutter von zwei<br />

Kindern auch „die Muße an ihren beiden<br />

freien Tagen, um arbeiten zu können.“ Wenn<br />

der Laden offen sei, habe sie dafür keine<br />

Zeit, nur Reparaturen gehen ihr da zwischendurch<br />

leicht von der Hand.<br />

Gold- oder Silbertyp?<br />

Das sehe ich sofort.<br />

Annette Mendez, Goldschmiedin<br />

Ein neues Stück aus<br />

Großmutters Schmuckschatulle<br />

Ihre Kunden lassen auch sehr gerne alte<br />

Fund- oder Erbstücke umarbeiten. Wenn zum<br />

Beispiel eine Kundin mit dem Ring<br />

der verstorbenen Oma kommt,<br />

„schmelze ich den ein, lasse<br />

dann den neuen Ring gießen<br />

und bearbeite ihn.“ Viele kommen<br />

mit alten Ringen, Ketten, Armreifen<br />

oder eingefassten Steinen und Brillanten.<br />

„Die fasse ich aus und gebe sie der Kundin<br />

oder verarbeite sie im neuen Schmuckstück.“<br />

„Ich entwerfe auch immer wieder selbst<br />

Schmuckstücke“, erzählt Mendez. Vor fünf<br />

Jahren wurde in ihren Laden eingebrochen<br />

und der ganze selbst gefertigte Schmuck<br />

geraubt. Seitdem sei ihr bewusst geworden,<br />

dass das Leben nicht nur aus Arbeit bestehe:<br />

„Daheim werde ich auch gebraucht.“ Dass<br />

sie wie früher auch nachts noch am Werktisch<br />

sitzt, ist für die zweifache Mutter heute<br />

undenkbar.<br />

Von der Skizze zum<br />

Lieblings-Schmuckstück<br />

Damit man sich sein Wunsch-Schmuckstück<br />

richtig vorstellen kann, fertigt sie oft<br />

Zeichnungen. Bis zu drei oder vier Monate<br />

kann die Wartezeit auf ein selbst gefertigtes<br />

Schmuckstück schon mal dauern. „Ich<br />

mache das mit Leib und Seele“, gesteht<br />

Annette Mendez. „Wenn ich hier in meinem<br />

Laden sitze, bin ich mit meinen Gedanken<br />

so bei der Sache, das alles andere ganz weit<br />

weg scheint. Das Machen und die Produktion<br />

bereiten mir am meisten Spaß“. Eines<br />

aber liebt die Gold- und Silberschmiedin an<br />

ihrem Beruf besonders: „Wenn ich sehe, wie<br />

die Kunden strahlen, wenn sie ihr Schmuckstück<br />

abholen“, freut sie sich. „Wenn sie<br />

sagen, das war jetzt genau das, was ich<br />

wollte.“<br />

<br />

Lucia Glahn<br />

Präzision und Kreativität zeichnen<br />

den Beruf der Goldschmiedin aus.<br />

English Summary<br />

In antiquity it was already considered<br />

a symbol of eternal love and loyalty –<br />

and the wedding ring is still central to<br />

marriage, being circular and without<br />

beginning or end. It should, of course,<br />

ideally suit the bride and bridegroom<br />

and have a personal touch. Engaged<br />

couples are well served in Grainau,<br />

where Annette Mendez creates<br />

custom wedding rings based on her<br />

customers’ wishes, either afresh or<br />

fashioned from old finds or heirlooms.<br />

She frequently works with drawings to<br />

ensure she knows exactly what kind<br />

of jewellery is required, and it can<br />

take three or four months until the<br />

finished product is ready. ‘I do it with<br />

body and soul,’ says Annette, adding<br />

that she’s always delighted when her<br />

customers come to pick up their rings<br />

and tell her that ‘it’s exactly what they<br />

wanted’.<br />

Der richtige Ring für jede Liebe<br />

„Jeder bekommt bei mir seinen Wunsch-<br />

Trauring“, so Annette Mendez. Da werde im<br />

Gespräch viel mit Ideen gespielt. „Manchmal<br />

wird der Ring dann auch breiter als das<br />

Modell. Ich gehe auf jeden ein.“ Meistens<br />

graviert die Meisterin das Datum und die<br />

Namen in den Ring. Oder sie bietet an, die<br />

Trauringe mit der Handschrift zu gravieren.<br />

Das werde auch sehr gerne angenommen.<br />

Genügend Zeit sollte man Annette Mendez<br />

für die Anfertigung schon lassen, die<br />

ATELIER MENDEZ<br />

Annette Mendez<br />

Waxensteinstraße 37<br />

82491 Grainau<br />

+49 8821 7301383<br />

Öffnungszeiten:<br />

Mo., Di., Fr. 10:00 - 12:00 Uhr und 15:00 -<br />

18:00 Uhr und nach Vereinbarung


24 / CHRISTKINDLMARKT 25<br />

Ein ganz besonderer<br />

Christkindlmarkt<br />

Schon von Weitem riecht man den würzigen<br />

Duft des Glühweins, untermalt vom herrlichen<br />

Geruch heißer Maroni: Seit 1980 verbreitet der<br />

Christkindlmarkt im Grainauer Musikpavillon<br />

immer am vierten Advent Weihnachtsduft – nur<br />

im Jahr <strong>2017</strong> ist das anders, da fällt der vierte<br />

Advent auf Heiligabend. Kurzerhand wurde der<br />

Christkindlmarkt eine Woche vorverlegt.<br />

Das Besondere hier ist, dass alle Beteiligten<br />

ehrenamtlich tätig sind; im Laufe der Jahre<br />

kamen immer mehr Vereine und Organisationen<br />

dazu. Der gesamte Erlös – mittlerweile<br />

gut eine halbe Million Euro – wird ausnahmslos<br />

an soziale und karitative Zwecke gespendet.<br />

Und weil das so großen Erfolg gezeigt hat,<br />

heißt es am 17. Dezember <strong>2017</strong> zwischen 12:00<br />

und 17:00 Uhr wieder: Hoch die (Glühwein-)<br />

Tassen, Weihnachten steht vor der Tür!<br />

English Summary<br />

A Christmas market is always something<br />

special: the aroma of the mulled wine accompanied<br />

by the glorious smell of hot chestnuts<br />

wafting through the air from afar. The<br />

Grainau Christmas market has been spreading<br />

seasonal joy since 1980, but this year it’s been<br />

moved forward a week because the fourth<br />

Sunday in Advent is on Christmas Eve. What’s<br />

particularly special about it, though, is that<br />

everyone involved does so voluntarily. The<br />

number of associations and organisations has<br />

grown over the years, and every single penny<br />

of the proceeds – now around half a million<br />

euros – is donated to charities. To celebrate<br />

this wonderful tradition, come along between<br />

midday and 5 pm on 17 December to raise<br />

a glass and herald in the last week before<br />

Christmas!


26 / KRIPPENBAUKURS<br />

27<br />

„Urig muss es sein, nicht gerade“<br />

Hans Mader gibt in Krippenbaukursen sein über Jahrzehnte erworbenes<br />

Wissen weiter – und macht aus sonnenverbranntem Holz oder<br />

verwitterten Ästen eine Herberge für die „Heilige Familie“.<br />

Wenn Hans Mader über Krippen<br />

spricht, leuchten seine Augen.<br />

Gerne zeigt er seine liebevoll<br />

gefertigten Kunstwerke, die<br />

er unter anderem in einem Raum und in<br />

seiner bestens ausgestatteten Werkstatt in<br />

Lermoos aufbewahrt: Tiroler Krippen in allen<br />

Ausführungen, von der Wurzel- über die<br />

Kasten- bis hin zur Schneekrippe, bei der die<br />

Schneedecke eisig glitzernd über das Dach<br />

ragt. Zwischen 60 und 80 unterschiedliche<br />

Unikate hat der Tiroler in seinem Leben<br />

schon gebaut.<br />

Die Heilige Familie und das<br />

Geschehen stehen bei der<br />

Krippe im Vordergrund.<br />

Hans Mader, Krippenbauer<br />

„Urig muss es sein, nicht gerade.“ Das ist<br />

Mader ganz wichtig. „Die alten Bauernhäuser<br />

sind ja auch so, da hängt hier mal ein<br />

Brett runter, da schaut die Mauer raus“, betont<br />

der Fachmann und zeigt auf die vielen<br />

liebevollen Details: hier ein geschnitzter Rechen,<br />

da eine Holzhacke. „Und hier, schauen<br />

Sie, da hängt sogar noch die Wäsche auf<br />

dem Balkon.“<br />

Seit seiner Jugend baut der Tiroler leidenschaftlich<br />

gerne Krippen: „Schon in Handarbeiten<br />

wollte ich immer Krippen aus alten<br />

Wurzelstöcken machen“, erzählt Mader,<br />

der seit 1995 Obmann des Krippenvereins<br />

Loisachtal mit rund 80 Mitgliedern aus Lermoos,<br />

Ehrwald und Biberwier ist. „Unser Vorreiter<br />

war Walter Bader, der den Krippenverein<br />

ins Leben gerufen hat.“ Schon im August<br />

fange es bei ihm an „zu kribbeln“, erzählt<br />

Mader. „Dann gehe ich in meine Werkstatt<br />

und überlege, was ich jetzt bauen könnte.“<br />

Traditionelle Werdenfelser Krippen ...<br />

Sein Wissen und seine Begeisterung gibt<br />

der Profi gerne weiter. Im Oktober beginnt in<br />

der Werkstatt der Lermooser Schule wieder<br />

sein Krippenbaukurs, den Mader alle drei<br />

Jahre mit seinen Helfern Sebastian Wacker,<br />

Siegfried Tabelander, Reinhard Schönherr<br />

und Alexander Haas abhält. Neun Teilnehmer<br />

sind heuer dabei, „die meisten von ihnen<br />

sind Anfänger, die noch keine Krippe daheim<br />

haben“, wie Mader sagt. „Montag und Freitag<br />

von 19:00 bis 22:00 Uhr arbeiten wir, und<br />

dann sitzen wir zusammen und fachsimpeln“,<br />

erzählt der 75-Jährige. Da wird schon auch<br />

mal ein Fläschchen Wein geöffnet.<br />

Sehr beliebt: die Heimatkrippe<br />

„Am Anfang frage ich immer, wo kommt<br />

deine Krippe hin und was möchtest du für<br />

eine“, erzählt er. „Es gibt ja auch die Urform,<br />

die orientalische Krippe, aber bei uns werden<br />

meistens Heimatkrippen gewünscht,<br />

Tiroler Krippen und mittlerweile vor allem<br />

auch die Schneekrippe.“ Für den Schnee wird<br />

Styropor geschliffen und grundiert – mehrmals<br />

hintereinander. „Dann wird der mit<br />

Glimmer bestreut, damit er richtig glitzert.“<br />

Hans Mader<br />

Nach den Figuren richtet sich die Größe<br />

der Krippe. Der richtige Maßstab sei wichtig.<br />

Mader: „Wir haben auch Vorlagen, wenn<br />

man die ein bisschen abändert, schaut das<br />

schon ganz anders aus.“ Die Figuren werden<br />

gekauft oder man lässt sie schnitzen.<br />

„Wichtig ist, dass die Krippe einen gut<br />

sichtbaren Platz zu Hause bekommt, dass<br />

die Heilige Familie und das Geschehen im<br />

Vordergrund stehen und sie nicht zu überladen<br />

ist“, betont Mader. Das Baumaterial gibt<br />

es vor allem in der Natur: „Ich sage immer,<br />

schaut im Wald, ob ihr altes sonnenverbranntes<br />

Holz oder verwitterte Äste findet“,<br />

erzählt Mader. „Das lässt die Krippe erst so<br />

richtig urig werden.“ Auch heuer stieg er mit<br />

seinen Helfern bis auf 2.000 Meter hinauf<br />

ins Kaunertal und holte sich Hirschheiderich<br />

für den Kurs. Herausstehende Baumwurzeln,<br />

die er abschneidet, werden angebohrt und<br />

dort die grünen Blättchen des Heiderichs<br />

hineingesteckt. So entstehen täuschend<br />

echte Bäumchen und Sträucher.<br />

Die Berge werden aus alten Buchenstöcken<br />

gemacht, die Mader im Wald findet.<br />

„Die lassen wir von einem Schussmeister<br />

herausschießen“, so Mader. „Die zerreißt es<br />

in Fetzen und daraus kann man die Berge<br />

machen.“ Mader selbst fand heuer eine<br />

große schöne Baumwurzel, die er kräftig<br />

abschliff. In die schnitzte er auf halber Höhe<br />

die Krippe. Von unten führt eine kunstvoll<br />

gemachte Treppe nach oben mit Schafen<br />

und Hirten.<br />

Die Details machen das Kunstwerk<br />

Auch die große Krippe in seiner Werkstatt,<br />

die er heuer für eine Bekannte gemacht<br />

hat, ist neu. Sie hatte ihre Figuren vorher<br />

auf einer Kommode ausgestellt. Als<br />

sie fertig war, habe sie gesagt: „Ich hätte<br />

nicht gedacht, dass die so schön wird. Jetzt<br />

ist Weihnachten gerettet.“ Er zeigt auf die<br />

kunstvolle Krippe mit schöner Bergkulisse,<br />

einem Bächlein, über das eine Brücke<br />

führt, und macht das Hirtenfeuer und die<br />

... mit liebevollen Details.<br />

Stalllaterne an. „Die Berglandschaft hat<br />

mein Krippenkollege Gebhard Arzl aus Weißenbach<br />

gemalt.“ Liebevolle Details, wohin<br />

man sieht. Auch Eiszapfen schneidet und<br />

dreht Mader selbst aus Glas.<br />

Dass die Kursteilnehmer zu Beginn Zweifel<br />

haben, ob ihre Arbeit auch etwas wird,<br />

gehört dazu. Dann motiviert das Team der<br />

Krippenfachmänner sie immer wieder geduldig,<br />

gibt Tipps, hilft mit. „Am Schluss sagen<br />

viele dann: ,Mei, ich hätte nie geglaubt,<br />

dass meine Krippe so schön wird‘“, freut sich<br />

Mader. „Wir haben da viel Spaß zusammen.“<br />

Vom 8. bis 10. Dezember <strong>2017</strong> werden<br />

neue und alte Krippen in einer Ausstellung<br />

im Schulhaus in Lermoos gezeigt. Da gibt es<br />

auch selbst gebackene Kuchen oder Würstel.<br />

Ab Anfang Dezember ist wieder die große<br />

Dorfkrippe am Kirchplatz zu bewundern.<br />

Und dann kann Weihnachten kommen.<br />

<br />

Lucia Glahn<br />

English Summary<br />

Hans Mader’s eyes light up when<br />

he talks about mangers. He loves<br />

showing off his little artworks in his<br />

well-equipped workshop in Lermoos,<br />

and is happy to pass on his expertise<br />

and enthusiasm to others. His triennial<br />

course on making nativity scenes<br />

starts on 9 October with his assistants<br />

and nine participants. ‘Most of them<br />

are beginners who don’t have a manger<br />

at home,’ says Mader. ‘We work<br />

from 7 to 10 pm on Monday to Friday,<br />

then we get together and talk about<br />

it,’ sometimes with a bottle of wine<br />

to celebrate, adds the 75-year-old.<br />

It’s quite normal for the participants<br />

to be nervous about the project, but<br />

the expert team is there to motivate<br />

them, give tips, and help out. ‘At the<br />

end, many say “wow, I’d never have<br />

thought my manger would be so<br />

lovely”,’ says Mader. ‘We have a great<br />

time together.’


28 / WERDENFELSER KRIPPENSPIEL<br />

29<br />

Josef Daser<br />

Ferdl Brunnenmayer<br />

Mit Dialekt und Herz<br />

Es wird nur alle fünf Jahre aufgeführt – und ist daher<br />

etwas ganz Besonderes: das Werdenfelser<br />

Krip pen spiel. Im Jahr <strong>2017</strong> lädt das Stück wieder zum<br />

Lauschen von altbairischen Liedern und Weisen ein.<br />

Freunde des Krippenspiels und interessierte<br />

Gäste können sich freuen:<br />

Nach fünf Jahren findet dieses Jahr<br />

in Garmisch-Partenkirchen wieder<br />

das traditionelle Werdenfelser Krippenspiel<br />

mit altbairischen Liedern und Weisen statt.<br />

Diesmal in einer Neuinszenierung und unter<br />

neuer Regie von Josef Daser, dem langjährigen<br />

Leiter der Neuwirt-Bühne Großweil,<br />

Theater autor und Schauspieler. „Als ich angefragt<br />

wurde, dachte ich mir, das ist eine interessante<br />

Sache. Mal etwas ganz anderes, ein<br />

weihnachtliches Spiel mit vielen Darstellern<br />

zu inszenieren“, erzählt Daser. „Da es im Turnus<br />

von fünf Jahren stattfindet, ist das Krippenspiel<br />

natürlich etwas Besonderes“, freut<br />

sich Ferdl Brunnenmayer, Vorsitzender des<br />

Vereins der Werdenfelser Krippenfreunde, der<br />

die Aufführung vom 15. bis 17. Dezember in<br />

der Garmisch-Partenkirchener Kongresshalle<br />

veranstaltet.<br />

Alte Hasen und Jungtalente<br />

Mit der ausgewählten Gruppe der Darsteller<br />

ist Daser sehr zufrieden. „Das ist eine gute,<br />

bunte Mischung aus erfahrenen und weniger<br />

erfahrenen Spielern“, so der Regisseur.<br />

„Sie setzen sich zusammen aus altbewährten<br />

Krippenspielern, die nur dort auftreten,<br />

und Darstellern aus Theatergruppen der<br />

umliegenden Ortschaften.“<br />

An dem traditionellen Stück, das von<br />

Otto Blümel, dem 1973 verstorbenen Direktor<br />

der damaligen Partenkirchener Schnitzschule,<br />

ehemaligen Leiter des Heimatmuseums und<br />

Ehrenbürger Garmisch-Partenkirchens stammt,<br />

möchte Daser nicht viel ändern. „Auch aus<br />

Res pekt vor dem Autor“, wie er sagt.<br />

Dem Veranstalter Ferdl Brunnenmayer ist<br />

bei dem Krippenspiel wichtig, „dass man<br />

Typen aus der Region mit ihrem lebendigen<br />

Dialekt mit einbaut.“ Der Vereinsvorsitzende<br />

findet: „So wie Blümel das geschrieben hat,<br />

wird das Stück durch die verschiedenen<br />

Dialekte lebendig.“ Untertitel sind jedoch<br />

nicht nötig. „Wie bei der letzten Aufführung<br />

Kardinal Reinhard Marx, der den Dialekt nicht<br />

ganz verstanden hatte, sagte: ‚Die Geschichte<br />

kannte ich ja schon‘“, schmunzelt Ferdl Brunnenmayer.<br />

Bis „auf kleine Nuancen“ will Josef Daser<br />

an dem Stück und den unterschiedlichen<br />

Dialekten nichts ändern. „Mittlerweile hat<br />

ja eine kleine Globalisierung stattgefunden<br />

bei den Darstellern“, lacht Daser. „Der Josef<br />

ist aus Mittenwald, die Maria aus Großweil,<br />

aus dem südlichsten und nördlichsten Eck des<br />

Landkreises.“<br />

Musik und Darbietung im Einklang<br />

Auch die klangvollen Darbietungen der<br />

bekannten Werdenfelser Musik- und Ge -<br />

sangs gruppen unter der Leitung von Elisabeth<br />

Rehm-Wank, „die die adventliche<br />

Wirkung unterstreichen“, will der Regisseur<br />

mehr in das Spiel integrieren. „Ich möchte<br />

alles ein bisschen mehr miteinander verknüpfen,<br />

es soll eben alles im Fluss bleiben.“<br />

Das Bühnenbild wird Regisseur Josef Daser<br />

daher „am Anfang eher schlicht halten“, aber<br />

bisherige Bühnenbilder natürlich auch mit<br />

übernehmen.<br />

„Die gesamte Vorführung dauert zweieinhalb<br />

Stunden und wird heuer zum ersten Mal<br />

durch eine kleine Pause unterbrochen, in der<br />

man Speisen und Getränke zu sich nehmen<br />

kann“, sagt der Regisseur. Insgesamt wirken<br />

rund 80 Schauspieler, Sänger und Musiker<br />

Die vielen Darsteller machen<br />

das Werdenfelser Krippenspiel<br />

so lebendig und einzigartig.<br />

an dem Stück mit. Auch zehn Kinder, die im<br />

Kinderchor und als Engel mitmachen, sogar<br />

ein lebendiges Lamm und ein Hund sind mit<br />

dabei.<br />

Eine eingeschworene Gruppe<br />

Ferdl Brunnenmayer spielt selbst als Hirte<br />

mit auf der Bühne: „Damit ich mich mit<br />

einbringe und den Kontakt zu den Spielern<br />

habe“, erzählt er. „Dann sehe ich auch, wo<br />

vielleicht Probleme anstehen oder etwas<br />

zu klären ist.“ Vor allem aber macht Brunnenmayer<br />

das Ganze großen Spaß: „Was mir<br />

unheimlich gut gefällt: Man wächst so richtig<br />

zu einer Spielergemeinschaft zusammen<br />

und das ist eine schöne Sache.“<br />

Bis dahin wartet noch viel Arbeit auf die<br />

Gruppe. Acht Wochen lang will Daser jeden<br />

Mittwochabend und Samstag ganztags<br />

proben. Die letzten beiden Wochen vor<br />

den Aufführungen wird jeden Tag geprobt.<br />

„Dann wird es intensiv und eng, das gehört<br />

zum Theater dazu“, sagt Daser. Vor allem<br />

aber solle das Spiel allen Beteiligten Freude<br />

machen.<br />

Bisher ist das Engagement belohnt worden.<br />

„Wir waren immer ausverkauft und<br />

hatten ein volles Haus“, sagt Brunnenmayer.<br />

„Die Leute waren sogar richtig gerührt. Das<br />

ist doch eine schöne Einstimmung auf Weihnachten<br />

in unserer schnelllebigen Zeit.“ <br />

<br />

Lucia Glahn<br />

English Summary<br />

There’s good news for fans of<br />

nativity plays: it’s only put on once<br />

every five years, but the traditional<br />

Werdenfels nativity play, with its<br />

old Bavarian songs and melodies, is<br />

back in Garmisch-Partenkirchen for<br />

<strong>2017</strong>, now in a new production directed<br />

by the playwright and actor Josef<br />

Daser. ‘The performance lasts two<br />

and a half hours and this year will<br />

feature an interval with food and<br />

drinks for the first time,’ he says. A<br />

total of some 80 actors, singers, and<br />

musicians are involved in the play,<br />

together with ten children who sing<br />

and play angels, and even a live<br />

lamb and dog. Daser has generally<br />

remained faithful to the traditional<br />

play written by Otto Blümel, who<br />

before his death in 1973 was the<br />

former director of the museum of<br />

local history and an honorary citizen<br />

of Garmisch-Partenkirchen. The<br />

Werdenfels nativity play can be seen<br />

at the Garmisch-Partenkirchen congress<br />

hall from 15 to 17 December.<br />

Tickets can be bought at GAP-Ticket<br />

on Richard-Strauss-Platz and online<br />

from München Ticket. Adults pay<br />

€19.50, while children up to 14 years<br />

are admitted for €12.<br />

Das Krippenspiel<br />

„Typen aus der Region“ sollen<br />

dargestellt werden – inklusive<br />

passender Kleidung und Dialekt.<br />

Das Werdenfelser Krippenspiel wird vom<br />

15. bis 17. Dezember <strong>2017</strong> in der Kongresshalle<br />

Garmisch-Partenkirchen aufgeführt.<br />

Tickets gibt es über GAP-Ticket,<br />

Richard-Strauss-Platz und München Ticket<br />

online. Für die Erwachsenen kostet es<br />

19,50 Euro inklusive Vorverkaufsgebühren,<br />

für Kinder bis zu 14 Jahren 12 Euro.<br />

FOTOS: Ferdl Brunnenmayer


30 / KRIPPENWEG<br />

31<br />

FOTOS: Ferdl Brunnenmayer<br />

Erleben Sie den<br />

Krippenweg:<br />

Schlendern, schauen, staunen<br />

Vom 2. Dezember <strong>2017</strong> bis 7. Januar <strong>2018</strong><br />

verwandeln sich die Straßen von<br />

Partenkirchen in einen Krippenweg.<br />

Von orientalisch bis traditionell: 38 kunstvolle Krippen stimmen in der Weihnachtszeit<br />

in den Schaufenstern der Partenkirchener Geschäfte auf das Fest ein.<br />

GROSSES SPIEL IN GARMISCH-PARTENKIRCHEN<br />

Bei uns dreht sich alles um Sie!<br />

Freuen Sie sich auf Französisch Roulette, American Roulette, Black Jack,<br />

Poker und auf über 150 modernste Spielautomaten. Professionelle Croupiers<br />

verwandeln die beiden Spielsäle in ein Las Vegas, mitten in Bayern.<br />

Auch kulinarisch hat das Casino einiges zu bieten. An den Bars in den Spie l­<br />

sälen mit großzügigem Restaurantbereich oder im angrenzenden Restaurant<br />

„Alpenhof“ erwartet Sie eine hervorragende Gastronomie, von bayerischen<br />

Spezialitäten bis hin zur Haute Cuisine.<br />

Zudem bietet die Spielbank die Möglichkeit, individuelle Veranstaltungen bis<br />

120 Personen, im hauseigenen Eventraum durchzuführen. Ob Weihnachts­ oder<br />

Firmenevents, Empfänge, Jung gesellenabschiede oder Geburtstagsfeiern – mit<br />

einem Besuch in der Spielbank treffen Sie immer die richtige Wahl.<br />

Erleben Sie Außergewöhnliches. Wir freuen uns auf Ihren Besuch!<br />

Da wird sogar der Einkaufsbummel<br />

zum besinnlichen Erlebnis:<br />

Auch dieses Jahr können sich die<br />

Besucher von Garmisch-Partenkirchen<br />

wieder auf wunderbare Weise auf die<br />

„stade Zeit“ einstimmen. Vom 2. Dezember<br />

<strong>2017</strong> bis 7. Januar <strong>2018</strong> verwandeln sich<br />

die Straßen von Partenkirchen in einen<br />

Krippenweg, der auch Eilige zum Stehenbleiben,<br />

Schauen und Staunen einlädt. „38<br />

Geschäfte stellen dort die unterschiedlichsten<br />

Krippen aus“, freut sich der Verantwortliche<br />

des Krippenwegs, Linus Kässer. „Jedes<br />

Schaufenster wird so dekoriert, dass die<br />

Krippe besonders gut zur Geltung kommt“,<br />

sagt der Juniorchef der Chocolaterie Amelie.<br />

Die Vielfalt frommer Kunst erleben<br />

Seit acht Jahren veranstaltet der Verein „Partenkirchen<br />

erleben“ die weihnachtliche Entdeckungstour<br />

mit großem Erfolg. „Die Leute<br />

sind immer total begeistert, wenn sie zum<br />

Beispiel durch die Ludwigstraße schlendern“,<br />

erzählt Linus Kässer. „Auch, weil so komplett<br />

unterschiedliche Krippen zu sehen sind.“ Tatsächlich<br />

bietet sich den Fensterguckern die<br />

ganze Bandbreite frommer Kunst: Von orientalischen<br />

bis zu traditionellen Werdenfelser<br />

Krippen im heimischen Baustil, von Wurzelholz-<br />

bis zu Hängekrippen ist alles dabei.<br />

Die Unterkunft der Heiligen Familie besteht<br />

aus den unterschiedlichsten Materialien:<br />

etwa aus Papier, Holz oder Ton. Manche<br />

Figuren tragen kunstvolle Gewänder, andere<br />

sind bemalt. „Wir haben natürlich<br />

wieder eine heimische Werdenfelser Krippe<br />

aus Schokolade im Schaufenster stehen“,<br />

verrät Linus Kässer und betont: „Der Verein<br />

der Werdenfelser Krippenfreunde mit<br />

Ferdl Brunnenmayer und Josef Kümmerle<br />

vom Werdenfels Museum unterstützen uns<br />

unglaublich toll.“<br />

Der Verein der Werdenfelser Krippenfreunde<br />

stellt fehlende Krippen als Leihgaben<br />

zur Verfügung und berät den Veranstalter.<br />

In einem Flyer erfahren die Besucher die<br />

Adressen der ausstellenden Geschäfte. Wer<br />

nach dem Bummel noch neugierig ist, kann<br />

einen Abstecher ins Werdenfels Museum<br />

machen und auch die dort ausgestellten<br />

Krippen bewundern.<br />

<br />

Lucia Glahn<br />

English Summary<br />

Even a shopping trip can be a festive<br />

affair, and from 2 December to 7<br />

January, Partenkirchen is transformed<br />

into an open-air nativity scene: ’38<br />

stores are displaying a wide range<br />

of mangers,’ says Linus Kässer, the<br />

man behind it. ‘Each shop window is<br />

decorated to particularly good effect.’<br />

The diversity of pious art on show has<br />

been a great success with visitors for<br />

eight years, with everything from oriental<br />

to traditional Werdenfels nativity<br />

scenes, from burl wood to hanging<br />

cribs. And if that’s not enough, you<br />

can pop in to the Werdenfels museum<br />

to marvel at its own exhibition of<br />

mangers.<br />

In der GRENZENLOS-App finden Sie ein<br />

PDF, in dem alle Schaufenster mit Krippen<br />

eingezeichnet sind.<br />

30.11. | 28.12.<strong>2017</strong><br />

25.01. | 22.02.<strong>2018</strong><br />

Am Kurpark 10 | 82467 Garmisch­Partenkirchen<br />

Tel. +49 8821 9599­0 | garmisch.partenkirchen@spielbanken­bayern.de<br />

www.spielbanken­bayern.de/garmisch­partenkirchen<br />

Glücksspiel kann süchtig machen. Spielteilnahme ab 21 Jahren.<br />

Informationen und Hilfe unter www.spielbanken-bayern.de


32 / EISSTOCKSCHIESSEN 33<br />

Das Tagebuch eines echten<br />

Eisstockschießfans.<br />

Eisstockschießen hat im Werdenfelser<br />

Land und in Tirol eine<br />

lange Geschichte.<br />

Unterhaltung mit Augenmaß<br />

Im Werdenfelser Land und im angrenzenden Tirol ist das Eisstockschießen<br />

seit Jahrzehnten ein beliebter Zeitvertreib. Hier sind Präzision und Leidenschaft<br />

gefragt – auf der Bahn und bei der Eisstockfertigung.<br />

Josef Ostler ist leidenschaftlicher<br />

Eisstockschütze.<br />

Gestern war ich beim Eisstockschießen.<br />

Ich holte einen ganz kleinen<br />

Stock. Schon beim ersten Mal war<br />

ich nur 30 Zentimeter von der<br />

Taube entfernt.“ In schönster Schülerschrift<br />

sind diese Zeilen in ein vergilbtes Quartheft<br />

notiert. Gut 60 Jahre ist es her, dass<br />

Josef Ostler darin seine wöchentlichen Berichte<br />

aufschrieb, die für den Fünftklässler<br />

Pflicht waren. „Ich hab’s nicht so mit dem<br />

Skifahren gehabt“, erinnert er sich. „Da bin<br />

ich bald zum Eisstockschießen gekommen.“<br />

Das war insofern nicht schwer, als diese<br />

Sportart damals im Werdenfelser Land und<br />

im angrenzenden Tirol weitverbreitet war:<br />

„Maurer und Waldarbeiter, Bauschreiner<br />

und einige andere, deren Arbeit im <strong>Winter</strong><br />

ruhte, hatten Zeit und wollten sich körperlich<br />

beschäftigen. Also haben sie Stöcke<br />

geschoben.“ Weshalb man damals auch vom<br />

„Eisstockschieben“ sprach; erst später, so<br />

berichtet Ostler, sei man aufs „Schießen“ gekommen,<br />

wegen des peitschenden Knalls,<br />

wenn die Stöcke aufeinanderprallen – und<br />

weil es gilt, Ziel des Spiels, den eigenen<br />

Stock möglichst nahe am Zielmarker, der<br />

„Daube“, zu platzieren und den dafür gegnerischen<br />

Stock wegzuschießen.<br />

Seiner Leidenschaft ist Ostler bis heute<br />

treu geblieben. Sogar im Sommer geht er<br />

mit anderen Liebhabern dieser „Unterhaltung<br />

mit Augenmaß“ nach. Unterhaltung<br />

nicht wegen des Zeitvertreibs, sondern weil<br />

das Gespräch untereinander eben genauso<br />

zum Spiel gehört. „Es ist so ähnlich wie beim<br />

Kegeln“, sagt er. „Wer kegeln kann, kann<br />

auch stockschießen.“ Ach ja: Und wie geht<br />

das mit dem „Eis“ im Sommer? „Asphaltbahnen“<br />

lautet die lakonische Antwort. „Das<br />

haben wir schon länger, weil die Natureisflächen<br />

immer knapper wurden und Eisaufbereitung<br />

sehr aufwendig ist. Jetzt können<br />

wir das ganze Jahr über spielen.“<br />

Jeder kann mitschießen<br />

Die einfachen Regeln und eine Technik, die<br />

sich schnell erschließt, erleichtern es Seiteneinsteigern,<br />

sich einem Spiel anzuschließen.<br />

Wenn sich eine Gruppe zum Eisstockschießen<br />

trifft, werden jedes Mal „Moarschaften“<br />

von je vier Spielern ausgelost – „Moar“,<br />

abgeleitet vom altdeutschen „Meier“, ist der<br />

Teamkapitän. Das bringt Abwechslung in<br />

die Partien und macht die Integration von<br />

Neulingen leicht, wenn auch deren anfängliche<br />

Schwächen mitunter mit einem Seufzer<br />

quittiert werden.<br />

Mit den Feinheiten müssen sich Einsteiger<br />

noch nicht sehr befassen, da helfen ihnen<br />

die Erfahrenen. So lassen sich unten an den<br />

Stock „Platten“ aus verschiedenen Materialien<br />

montieren, je nachdem, welche Eigenschaften<br />

beim Stock gefragt sind, Tempo<br />

Hans Sedlmaier stellt seit Jahrzehnten<br />

Eisstöcke her.<br />

zum Beispiel. Einer, der auf diesem Gebiet<br />

alle Geheimnisse kennt, ist Hans Sedlmaier.<br />

Der Senior des gleichnamigen Familienunternehmens<br />

greift auf jahrzehntelange<br />

Erfahrung bei der Eisstockfertigung zurück.<br />

Der gelernte Wagner hat in den 1950er-Jahren<br />

eine Schreinerlehre beim Onkel absolviert,<br />

um an deren Ende festzustellen, „dass<br />

ich allein war im Betrieb und der einzige<br />

Prüfling im Bezirk“. Statt über das ausgestorbene<br />

Handwerk zu trauern, nutzte er seine<br />

frisch gewonnenen Erkenntnisse aus der<br />

Holzverarbeitung und widmete sich fortan<br />

der Herstellung von Eisstöcken.<br />

„Als die Fertigung lizenziert wurde, waren<br />

wir die Dritten, die eine Lizenz erhielten“,<br />

erinnert er sich stolz. Seitdem – und mit<br />

tatkräftiger Unterstützung seiner Frau Helga<br />

– hat sich der Betrieb zu einem weltweit anerkannten<br />

Hersteller entwickelt, mit dessen<br />

Stöcken sich schon Welt- und Europameister<br />

aufs Podium schossen. Inzwischen führt<br />

English Summary<br />

Ice stock sport, which is also known as<br />

Bavarian curling, has been a popular<br />

pastime in the Werdenfelser Land and<br />

neighbouring Tyrol for decades, and<br />

demands both passion and precision.<br />

Simple rules and a technique that’s<br />

quickly learned make it easy for beginners<br />

to join a game, which usually<br />

involves teams of four players with<br />

rotating captains. That adds variety to<br />

the matches and is good for integrating<br />

newcomers. Experienced players<br />

can then gradually explain the game’s<br />

subtleties: ‘plates’ made of various<br />

materials can be mounted underneath<br />

Neffe Josef das Unternehmen, das mittlerweile<br />

ganz auf Kunststoffstöcke umgestellt<br />

hat. Aber noch immer bestimmen „Werte<br />

wie solides Handwerk, sportliches Wissen<br />

und der Mut zur Innovation unsere Firmenphilosophie“,<br />

wie Hans Sedlmaier bekräftigt.<br />

Nicht jeder ist ein Naturtalent<br />

Selbst hat er, im Gegensatz zu seiner Helga,<br />

nur selten gespielt. „I hob‘ scho gschoss’n,<br />

war aba koa Werbung für’n Sport“, lacht er.<br />

Das sieht bei Josef Ostler ganz anders aus.<br />

Über einen Freund, der ausgewandert war,<br />

kam er in die peruanische Nationalmannschaft<br />

und trat 2004 bei der WM in Graz<br />

an – und holte mit seiner „Moarschaft“ die<br />

dort parallel ausgespielte südamerikanische<br />

Meisterschaft. Die Erinnerungsfotos, auf<br />

denen alle die typischen „Chullo“-Mützen<br />

tragen, zaubern noch immer ein Lächeln auf<br />

sein Gesicht. <br />

<br />

Ulrich Pfaffenberger<br />

the ice stocks to alter their properties,<br />

thereby helping to improve their speed,<br />

for example. Someone who knows all<br />

the tricks is Hans Sedlmaier, who as<br />

the head of his family-run business can<br />

look back on decades of experience in<br />

producing ice stocks. ‘When licensing<br />

was first introduced, we were the third<br />

to receive one,’ he says proudly. Since<br />

then – and with the active support<br />

of his wife Helga – the business has<br />

grown to become renowned around<br />

the world, its ice stocks having helped<br />

many European and world champions<br />

up onto the winners’ podium.


1<br />

Ihr schönstes Urlaubsfoto in der<br />

Zugspitz Arena Bayern-Tirol war das<br />

Motto der letzten Ausgabe, dem Sie,<br />

liebe Gäste und Freunde, sehr zahlreich<br />

nachgekommen sind. Herzlichen Dank<br />

dafür. Die Gewinnerfotos sehen Sie<br />

nachfolgend abgebildet. Herzlichen<br />

Glückwunsch!<br />

35<br />

Die Gewinner werden schriftlich benachrichtigt.<br />

3<br />

Zwei Übernachtungen für 2 Personen im 4-Sterne- Hotel<br />

mit Frühstück in Garmisch-Partenkirchen gewinnt Roland Schendzielorz<br />

aus Mönchengladbach!<br />

2<br />

Zwei Übernachtungen für 2 Personen im 4-Sterne-Hotel<br />

mit Frühstück in Grainau gewinnt Jürgen Pichler aus<br />

Laupheim!<br />

Photos © Christoph Schöch | Gepa Pictures | Micaela Shiffrin with LEKI Poles<br />

www.leki.com<br />

Zwei Übernachtungen für 2 Personen im 4-Sterne-Hotel<br />

mit Frühstück in der Tiroler Zugspitz Arena gewinnt Josef Hinterleitner<br />

aus Sierning!<br />

GRENZENLOS gewinnen<br />

Der Fotowettbewerb geht in die nächste<br />

Runde. Senden Sie uns Ihr schönstes<br />

<strong>Winter</strong>-Urlaubsfoto aus der Zugspitz Arena<br />

Bayern-Tirol!<br />

Ihre Fotos (bitte maximal 3 und jeweils mit<br />

Ortsangabe, wo das Foto entstanden ist)<br />

senden Sie bitte mit Angabe<br />

Ihrer Adresse bis zum 8. April <strong>2018</strong><br />

per E-Mail an:<br />

grenzenlos@vmm-wirtschafts verlag.de<br />

oder per Post an:<br />

vmm wirtschaftsverlag gmbh & co. kg<br />

Stichwort: GRENZENLOS 2/<strong>2017</strong><br />

Kleine Grottenau 1<br />

D-86150 Augsburg<br />

Mit der Einsendung Ihrer Bilder erklären Sie sich mit der<br />

Ver öffentlichung derselben sowie Ihres Namens in den Medien<br />

der Zugspitz Arena Bayern-Tirol einverstanden.<br />

Die Preise<br />

1. bis 3. Platz:<br />

je zwei Übernachtungen in der<br />

Zugspitz Arena Bayern-Tirol<br />

Die Gewinnerfotos der Plätze<br />

4 bis 15 zeigt eine Bildergalerie<br />

in der GRENZENLOS-App.<br />

4. bis 8. Platz:<br />

Je ein Rucksack „Zugspitze 24“<br />

von Deuter, der perfekte und<br />

leichte Begleiter zum Wandern<br />

in Freizeit und Urlaub.<br />

www.deuter.com<br />

9. bis 15. Platz:<br />

Produkte aus der<br />

Zugspitz Arena Bayern Tirol<br />

Der Rechtsweg und die Barab lösung der Gewinne sind ausgeschlossen. Mitarbeiter<br />

der Zugspitz Arena Bayern-Tirol sowie des vmm wirtschaftsverlages dürfen leider<br />

nicht teilnehmen.


36 / PANORAMA<br />

37<br />

Die Zugspitz Arena<br />

Bayern-Tirol in 360°<br />

Wegen des Ausblicks auf einen Gipfel zu steigen,<br />

ist teilweise gar nicht mehr unbedingt nötig.<br />

Manches gibt es schließlich nur in der Übertragung<br />

zu sehen – wie den berühmten Winker von Berwang.<br />

Die letzten Meter sind geschafft,<br />

die frische Bergluft bläst einem<br />

ins Gesicht, das Gipfelkreuz liegt<br />

direkt vor einem, und wenn man<br />

den Blick schweifen lässt, sieht man – alles!<br />

Verschneite Berge, atemlose Wanderer, Skifahrer<br />

während ihrer gewagten Abfahrten,<br />

Seen, Täler und Städte in weiter Ferne.<br />

Wer diesen Ausblick auch ohne den beschwerlichen<br />

Weg auf den Berg genießen<br />

möchte, der braucht sich nur die Aufnahmen<br />

der unzähligen Panoramakameras ansehen,<br />

die Bilder aus der Zugspitz Arena Bayern-<br />

Tirol übertragen. Sowohl im Internet als<br />

auch zu bestimmten Sendezeiten im Fernsehen<br />

kann man sich die Live-Panorama- oder<br />

Momentaufnahmen ansehen – und fühlt<br />

sich dabei fast so, als ob man direkt auf dem<br />

Berg stehen würde. Eine spezielle Besonderheit<br />

stellt die Kamera auf der Bergstation<br />

der Sonnalmbahn dar. Denn hier kann man<br />

an jedem <strong>Winter</strong>morgen um 8:33 Uhr auf<br />

3Sat den Winker von Berwang entdecken.<br />

Was es mit ihm auf sich hat und warum es<br />

bereits den vierten Winker gibt, erklärt<br />

Walter Partner, Mitarbeiter der Bergbahnen<br />

Berwang, aus erster Hand.<br />

Herr Partner, was genau hat es mit<br />

dem Winker von Berwang auf sich?<br />

Walter Partner: Das ist eine nette Ge schich -<br />

te, die allerdings bereits um die 20 Jahre<br />

zurückliegt. Damals musste die Tochter des<br />

„echten“ Winkers, also des Urhebers dieser<br />

ganzen Sache, ins weit entfernte Krankenhaus.<br />

Damit sie ihren Vater, einen Mitarbeiter<br />

der Bergbahn, aber nicht zu sehr vermisste<br />

und ihn trotzdem ab und zu sehen konnte,<br />

meinte er, sie solle doch bitte am nächsten<br />

Morgen den Fernseher einschalten, er würde<br />

ihr dann besondere Grüße zusenden. Das hat<br />

sie auch getan und konnte so ihren Vater<br />

in die Kamera an der Sonnalmbahn winken<br />

sehen, trotz starken Schneetreibens. Damit<br />

hat das Ganze angefangen.<br />

Wie kam es dazu, dass diese Tradition<br />

weitergeführt wurde?<br />

Partner: Am Anfang machte er es wohl<br />

einfach, weil seine Tochter daran Gefallen<br />

gefunden hatte. Doch irgendwann kamen<br />

Dutzende Anrufe und Zuschriften von völlig<br />

Fremden, die ihn ebenfalls winken gesehen<br />

hatten und diese Aktion sehr besonders und<br />

gelungen fanden. Da konnte er fast nicht<br />

damit aufhören. Allerdings ging der originale<br />

Winker irgendwann in Rente und wir<br />

standen vor der Frage: weitermachen oder<br />

aufhören? Wir entschieden uns für Ersteres –<br />

und ich bin nun bereits die vierte Generation<br />

der Winker!<br />

Wie lange kann man Sie denn an<br />

einem <strong>Winter</strong>morgen winken sehen?<br />

Partner: Ich bin jeden Tag etwa zwei bis drei<br />

Minuten auf 3Sat zu sehen. Das ist auch gar<br />

nicht so einfach, wie es im ersten Moment<br />

klingt, denn man muss immer den genau<br />

richtigen Augenblick abpassen, in dem die<br />

Kamera auf einen schwenkt und die Übertragung<br />

läuft. Aber die Mühe lohnt sich auf<br />

jeden Fall, wir bekommen so viele tolle<br />

Rückmeldungen von Zuschauern, die jeden<br />

Morgen extra meinetwegen einschalten.<br />

Da macht man sich gerne morgens auf den<br />

Weg, auch durch den tiefsten Schnee! <br />

Lisa Zöls<br />

English Summary<br />

Snow-capped mountains, hikers, skiers,<br />

lakes, valleys, and villages: it’s a<br />

glorious view but involves an arduous<br />

hike up the slopes – or just take a<br />

look at the pictures of the Zugspitz<br />

Arena Tyrol-Bavaria relayed by a large<br />

number of strategically positioned<br />

panoramic cameras. Live images and<br />

snapshots can be seen on the internet<br />

and at certain times on TV – it’s like<br />

actually standing on the mountain<br />

yourself.


PANORAMA<br />

Von oben<br />

alles im Blick<br />

Ein <strong>Winter</strong>panorama ist mit das Schönste,<br />

was die Berge zu bieten haben. Damit man<br />

das auch genießen kann, wenn man es gerade<br />

mal nicht in den alpinen Urlaub schafft,<br />

gibt es Kameras, die einem die wunderschönen<br />

Bilder ins Wohnzimmer bringen.<br />

Auf dieser Karte sind die besten Ausblicke<br />

eingezeichnet.<br />

1<br />

Kongresshaus,<br />

Garmisch-<br />

Partenkirchen<br />

Höhe: 701 Meter<br />

Ausblick: Richard-Strauss-Platz,<br />

historisches Garmisch,<br />

Olympia Skisprungschanze,<br />

Wetterstein, Alpspitze, Kramer,<br />

Wank, Zugspitze<br />

3<br />

Olympiaschanze im<br />

Olympia Skistadion,<br />

Garmisch-Partenkirchen<br />

Höhe: 841 Meter<br />

Aussicht: historisches Garmisch,<br />

historisches Partenkirchen,<br />

Wallfahrtskirche St. Anton,<br />

Hausbergwiesen, Wank,<br />

Alpspitze, Zugspitze<br />

Rathaus, Krün<br />

Garmisch-<br />

Partenkirchen<br />

Höhe: 710 Meter<br />

Aussicht: historisches Parten kirchen,<br />

Wallfahrtskirche St. Anton, Olympia<br />

Skisprungschanze, Wetterstein,<br />

Wank, Alpspitze, Zugspitze<br />

4<br />

2<br />

AlpspiX am Osterfelderkopf,<br />

Alpspitze<br />

Höhe: 2.050 Meter<br />

Aussicht: Grainau, Garmisch-<br />

Partenkirchen, Höllental, Großer<br />

Waxenstein, Wank,<br />

Alpspitze, Zugspitze<br />

Karwendel<br />

Wank<br />

Mittenwald<br />

Kranzberg<br />

Eckbauer<br />

Eckbauerbahn<br />

3<br />

Graseckbahn<br />

Partnachklamm<br />

2<br />

Hausbergbahn<br />

Innsbruck<br />

Seefeld<br />

Hausberg<br />

Reith<br />

Garmisch-Partenkirchen<br />

1<br />

Gschwandtkopf<br />

Riessersee<br />

Hochalmbahn<br />

Kreuzeckbahn<br />

4<br />

Kreuzeck<br />

Alpspitzbahn<br />

Mösern<br />

Alpspitze<br />

Osterfelderkopf<br />

Höllentalklamm<br />

(im <strong>Winter</strong><br />

geschlossen)<br />

Hammersbach<br />

INNTAL<br />

Hohe Munde<br />

Zugspitzplatt<br />

Bayerische Zugspitzbahn<br />

Loisach<br />

3 4<br />

Zugspitze<br />

2962 m<br />

Gletscherbahn<br />

Grainau<br />

6<br />

5<br />

Station<br />

Riffelriss<br />

Eibsee-Seilbahn<br />

Sonnenspitze<br />

Badersee<br />

Igelsee<br />

10<br />

Tiroler Zugspitzbahn<br />

Marienbergjoch<br />

Drachensee<br />

Seebensee<br />

Ehrwalder<br />

Almbahn<br />

Wettersteinbahnen<br />

Eibsee<br />

Marienbergbahnen<br />

Obermoos<br />

Biberwier<br />

Fernpass<br />

Lermoos<br />

Ehrwald<br />

Grubigsteinbahnen<br />

Grubigstein<br />

7<br />

9<br />

Rinnen<br />

Berwang<br />

Lähn/Wengle<br />

Griesen<br />

Sonnalmbahn<br />

Thaneller<br />

Skischaukel Berwang-Bichlbach<br />

Bichlbach<br />

Daniel<br />

8<br />

Almkopfbahn<br />

Namlos<br />

Heiterwang<br />

Plansee<br />

Karlift<br />

Heiterwanger See<br />

5<br />

Zugspitze<br />

Höhe: 2.962 Meter<br />

Aussicht: Garmisch-<br />

Partenkirchen, Grainau,<br />

München, Tiroler Zugspitz<br />

Arena, Eibsee, Großglockner,<br />

Piz Bernina<br />

7<br />

Grubigstein,<br />

Lermoos<br />

Höhe: 2.015 Meter<br />

Aussicht: Ehrwald, Lermoos,<br />

Biberwier, Skigebiet<br />

Grubigstein, Grubighütte,<br />

Marienberg, Wetterstein,<br />

Sonnenspitze<br />

8<br />

Sonnalmbahn<br />

Bergstation,<br />

Berwang<br />

Höhe: 1.622 Meter<br />

Aussicht: Winker von Berwang<br />

(morgens), Rinnen, Berwang,<br />

Skigebiet Berwang, Ehenbichler<br />

Alm, Thaneller Hönig, Galtjoch,<br />

Abendspitze<br />

10<br />

Ehrwalder Almbahn,<br />

Ehrwald<br />

Höhe: 1.500 Meter<br />

Aussicht: Skigebiet Ehrwalder<br />

Alm, Restaurants Ehrwalder<br />

Alm, Wetterstein, Daniel,<br />

Grubigstein, Sonnenspitze<br />

PANORAMA<br />

6<br />

Kurhaus & Zugspitzbad,<br />

Grainau<br />

Höhe: 749 Meter<br />

Aussicht: Grainau mit<br />

Alpspitze, Kleiner und<br />

Großer Waxenstein,<br />

Zugspitze<br />

9<br />

Zugspitzgolfplatz,<br />

Ehrwald<br />

Höhe: 1.000 Meter<br />

Aussicht: Ehrwald, Lermoos,<br />

Langlaufloipe im Moos,<br />

Wetterstein, Sonnenspitze<br />

Wankbahn<br />

Pflegersee


38 / TECHNIKFÜHRUNG 39<br />

„Und so geht Seilbahn …“<br />

Bei einer Technikführung bekommen Interessierte einen exklusiven Einblick<br />

hinter die Kulissen der Bergbahnen Langes. Dabei lernt man vor allem eines:<br />

Der Arbeitsalltag bei der Seilbahn dreht sich immer um die Sicherheit.<br />

Für Skifahrer oder Wanderer ist es<br />

meist ein selbstverständlicher Luxus.<br />

Sie schweben in Höchstgeschwindigkeit<br />

auf beheizten Sitzen der Zehner-<br />

Kabinenbahn auf den Gipfel zur Grubighütte.<br />

Sie sausen auf perfekt präparierten und optimal<br />

beschneiten Pisten ins Tal hinunter, auch<br />

wenn der Naturschnee noch auf sich warten<br />

lässt. Oder düsen im Turbotempo im Sechser-<br />

Sessellift „Hochmoos-Express“ ins Schneevergnügen.<br />

Doch welche Kraftanstrengung und Leistung<br />

hinter dem reibungslosen Ablauf stecken,<br />

ahnt kaum ein Gast. Wie funktionieren<br />

Seilbahnen, Pistenraupen oder Beschneiungsanlagen?<br />

Das verraten die Bergbahnen<br />

Langes in ihrer spannenden Technikführung<br />

mit dem „Blick hinter die Kulissen“. „Wir<br />

wollen zeigen, welchen Aufwand es bedeutet,<br />

dass Bergbahnen, Sessellifte oder die<br />

Pisten präparation perfekt funktionieren“,<br />

sagt Ludwig Keller, der seit 15 Jahren bei den<br />

Bergbahnen Langes in Lermoos arbeitet und<br />

seit sieben Jahren dort Geschäftsführer ist.<br />

Das Angebot ist gefragt, vor allem bei<br />

widrigem Wetter, und das im <strong>Winter</strong> wie<br />

im Sommer. Vor allem Kinder, Technikbegeisterte,<br />

Schüler, aber auch Gäste, die<br />

zum ersten Mal im Skigebiet sind, kommen<br />

da ins Staunen. Jeder bei einer anderen Station.<br />

Und Ludwig Keller nimmt sich viel Zeit<br />

für seine Erklärungen und beantwortet auch<br />

gerne alle Fragen.<br />

So sicher sind die Seilbahnen<br />

Erste Station ist der Kabinenbahnhof von<br />

Grubig II. „Das ist unsere Zehnerkabinen-<br />

Gondel“, erklärt Keller. Hier werden mittels<br />

eines Schemas die Sicherheitsbestimmungen<br />

einer Seilbahn erklärt. Die Besucher<br />

erfahren alles über die Überprüfung, wie ein<br />

Antrieb mit Sicherheits- und Betriebsbremse<br />

aufgebaut ist, und wie die Lehrlingsausbildung<br />

aussieht, wie Keller sagt. Die Besucher<br />

können sich das sogenannte „Revisionspodest“<br />

ansehen, wo die Klemmen der<br />

Bahnen überprüft werden, sehen die Werkzeuge,<br />

die man zum Auseinanderbauen<br />

braucht.<br />

Anschließend wird auch das Thema Bergung<br />

besprochen, also was passiert, wenn<br />

eine Seilbahn stehen bleibt. „Angenommen,<br />

es gibt einen Stromausfall“, sagt Keller, „dann<br />

könnte man mit einem Notantrieb weiterfahren.“<br />

Falls der aber auch defekt ist, wäre<br />

das laut Keller der „Supergau“. Man könnte<br />

aber noch den sogenannten „Schwerlastbetrieb“<br />

fahren, wobei die Bremse kontrolliert<br />

vorsichtig gelöst würde und die Bahn durch<br />

die eigene Schwerkraft fährt.<br />

Keller erklärt auch, wie im Ernstfall die<br />

Fahrgäste aus der Kabine geborgen werden<br />

können. Die Helfer retten entweder vom<br />

Hubschrauber aus oder sie kommen über<br />

das Seil zu den Kabinen und seilen die Fahrgäste<br />

danach ab.<br />

„Einmal im Jahr machen wir eine große<br />

Übung mit der Bergrettung, Feuerwehr, Skischule,<br />

Alpin-Polizei und den Liftarbeitern<br />

von Biberwier und Lermoos“, erzählt der Geschäftsführer.<br />

„Aber wir haben das Gott sei<br />

Dank noch nie gebraucht, und bei uns ist bis<br />

jetzt noch nie etwas passiert.“<br />

Einblicke in die „Kommandozentrale“<br />

Nächste Station: der Kommandoraum von<br />

Grubig II, Tal. Hier erfahren die Besucher, was<br />

der Bedienstete dort alles kontrollieren und<br />

machen muss, wie Keller sagt. Angefangen<br />

von den Drehkreuzen über die Sprechverbindungen,<br />

die ganze Steuerung und alles, was<br />

man am Display abfragen kann. Allein eine<br />

Klemme der Seilbahn werde ja ungefähr<br />

20 Mal im Stationsumlauf überprüft, ob sie<br />

richtig funktioniert. Keller. „Das wird alles<br />

elektronisch überwacht.“<br />

English Summary<br />

It’s a luxury most skiers simply take for<br />

granted: gliding up the cable railway<br />

at high speed on heated seats to the<br />

Alpine hut on the Grubigstein peak,<br />

before artfully tearing down the perfect<br />

piste into the valley – whether or not<br />

real snow has fallen. Or being propelled<br />

into the snowy landscape with the<br />

‘Hochmoos Express’ chair lift. But hardly<br />

anyone knows how much energy and<br />

dedication is put into making sure all<br />

these things work properly – until now:<br />

take a look behind the scenes on an<br />

engaging guided tour organised by the<br />

Langes mountain railways. ‘We want to<br />

Bei der Tecknikführung erfahren die Teilnehmer,<br />

was alles zur Seilbahnsicherung<br />

dazugehört und wie im Ernstfall eine<br />

Bergung vonstattengeht.<br />

Anschließend geht es hinunter zur Pistenraupengarage,<br />

dem absoluten Highlight für<br />

die Kinder. Während man an Stützen und den<br />

hochmodernen mobilen Schneekanonen vorbeikommt,<br />

informiert der Bergbahnexperte<br />

noch über die Stützen, die Seillageüberwachung<br />

und die Beschneiung.<br />

Pistenraupen an der Formel-Eins-Tanke<br />

Dann, in der Pistenraupengarage, „gehen<br />

den Kindern die Augen auf“, lacht Keller. Vor<br />

allem, wenn sie in dem modernen Pistenfahrzeug<br />

sitzen dürfen. „Wir zeigen die ganzen<br />

Maschinen und auch unsere Tankstelle<br />

mit 120.000 Litern, unsere Formel-Eins-Tankstelle.“<br />

Auch die Pistenraupenwerkstatt wird<br />

besichtigt, in der immer eine Maschine im<br />

Wechsel durchgecheckt wird und in der sich<br />

show the effort that goes into making<br />

mountain railways, chair lifts, or piste<br />

preparation run smoothly,’ says Ludwig<br />

Keller, who has worked at the organisation<br />

for 15 years and is now its manager.<br />

It’s a very popular tour, especially<br />

with children, technophiles, and guests<br />

visiting for the first time. Ludwig takes<br />

his time and is happy to answer any<br />

questions. Register at the ticket counter<br />

for the Grubig I cable railway and meet<br />

at the lower terminal at 1 pm on Wednesdays.<br />

Adults pay €15, children €10,<br />

and a ticket for the lift is required. Call<br />

0043 5673 2323 to find out more.<br />

auch eine Ölbar mit Schlauch für den Mechaniker<br />

befindet. Hier beantwortet außerdem<br />

ein Mechaniker oder Raupenfahrer gerne<br />

weitere Fragen.<br />

Besichtigt wird dann noch die Werkstatt,<br />

in der sämtliche Stützen- und Stationsrollen<br />

gemacht werden, anschließend steuert die<br />

Gruppe in den Bahnhof der Seilbahn Grubig I,<br />

der Sechser-Kabine, wo auch das Thema Pistenrettung<br />

angesprochen wird.<br />

„Früher hat man ja einen Verletzten in<br />

einer eigenen Gondel ins Tal transportiert“,<br />

erklärt Keller. Das werde heute durch die<br />

schneesicheren Pisten nur noch selten gemacht.<br />

Mittlerweile fahre man den Verunglückten<br />

mit dem Akia ins Tal, wo bereits der<br />

Rettungswagen wartet. Die Rettungskette<br />

funktioniert reibungslos. „Der Retter am<br />

Berg weiß genau, wann er anrufen muss,


40 / TECHNIKFÜHRUNG 41<br />

PASST MIR UND ZU MIR.<br />

Info<br />

Treffpunkt für die Führung: jeden Mittwoch,<br />

13:00 Uhr, Talstation Kabinenbahn<br />

Grubig I.<br />

Preis für Erwachsene 15 Euro, Kinder<br />

bis 15 Jahre, 10 Euro. Ein Liftticket wird<br />

vorausgesetzt.<br />

Anmeldung an der Kasse der Kabinenbahn<br />

Grubig I ist unbedingt nötig.<br />

Infos unter +43 5673 2323<br />

Im Maschinenraum dürfen Besucher<br />

das Herzstück des Liftes aus der Nähe<br />

sehen – Infos zum Motor und Steuereinheit<br />

inklusive.<br />

damit der Rettungswagen dann passend im<br />

Tal wartet.“<br />

Schließlich steht noch der Maschinenraum<br />

des Hochmoos-Express-Lifts auf dem Programm.<br />

In diesem Antriebsraum der Seilbahn<br />

erklärt Keller unter anderem den Elektromotor,<br />

den Notantrieb, die Steuer einheiten<br />

und die Brandmeldeanlage. Draußen zeigt<br />

der Geschäftsführer noch einen anderen Typ<br />

von Schneekanone, eine „Schneelanze“, die<br />

als hohe Stange am Hang steht. Im Sommer<br />

ist die Führung hier zu Ende.<br />

Im <strong>Winter</strong> fahren die Teilnehmer noch mit<br />

den Ski über die rote Piste zur Pumpstation<br />

am unteren Speicherteich. Dort kommen die<br />

Technikbegeisterten voll auf ihre Kosten,<br />

wenn Keller das ganze Schema der modernen<br />

Beschneiungstechnik erklärt. Hier<br />

stehen die Vor- und Hochdruckpumpen, die<br />

Motoren, alle Steuereinheiten und vieles<br />

mehr.<br />

Technikfans kommen<br />

aus der ganzen Welt<br />

Mindestens zwei Stunden nimmt sich<br />

Ludwig Keller im <strong>Winter</strong> Zeit, um seinen Gästen<br />

den Einblick in die Arbeit rund um den<br />

Seilbahnalltag zu geben. Im Sommer dauert<br />

die Führung etwa eine halbe Stunde weniger.<br />

Rund 15 Interessierte sind im Schnitt<br />

beim „Blick hinter die Kulissen“ dabei.<br />

Sogar Chinesen und Engländer haben sich<br />

schon für die moderne Technik der Bergbahnen<br />

und die Beschneiung interessiert.<br />

Auch Schüler sind begeistert: „Die meisten<br />

von ihnen sind fasziniert davon, was alles<br />

bei einer Seilbahn überprüft wird, bevor die<br />

Kabine überhaupt erst aus der Station fährt“,<br />

erzählt Keller.<br />

„Viele sagen mir auch hinterher, dass sie<br />

jetzt auch verstehen, wie der Preis für ein<br />

Tagesticket zustande kommt.“ Dann weiß Ludwig<br />

Keller, dass sich die Führung gelohnt hat.<br />

„Denn oft gibt es ja das Image, dass der Liftler<br />

nur in der Sonne steht“, sagt Keller. „Aber was<br />

dieser vor Betriebsbeginn oder nach Betriebsschluss<br />

noch alles zu erledigen hat, sieht man<br />

normalerweise ja nicht.“ <br />

<br />

Lucia Glahn<br />

MAIER SPORTS – der Passformspezialist –<br />

bei unserer breiten Auswahl an Skihosen muss man nicht lang suchen<br />

und kommt niemand zu kurz.<br />

Hier geht‘s zum Video: www.maier-sports.com/passform


42 / KERZEN<br />

43<br />

Kleine Kerzen, große Kraft<br />

Nicht nur der Bienenhonig ist wertvoll, auch das Wachs.<br />

Bei Monika Posch-Wörndl entstehen daraus wunderschöne Kerzen und Figuren.<br />

Wir haben Familie Posch-Wörndle über die<br />

Schulter geschaut. Eine Bildergalerie finden<br />

Sie in der GRENZENLOS-App.<br />

English Summary<br />

Noch einmal rührt Florian die<br />

heiße Flüssigkeit im Tiegel auf<br />

dem Herd um. „Jetzt ist’s so<br />

weit, alles ist geschmolzen. Sind<br />

die Formen fertig?“ Der Elfjährige ist mit<br />

Feuer eifer dabei, wenn seine Mama wieder<br />

Kerzen und Figuren gießt. Wenn’s nach ihm<br />

ginge, könnte das viel öfter passieren. Aber<br />

Monika Posch-Wörndle belässt es lieber bei<br />

kleinen Serien. Dem kostbaren Werkstoff zuliebe:<br />

„Für das Wachs, das ich hier verarbeite,<br />

haben viele Tausend Bienen lange arbeiten<br />

müssen. Das ist zu schade für Massenware.“<br />

Nachdem ihr Mann vor elf Jahren mit dem<br />

Imkern anfing, hat sie ihn gelegentlich beim<br />

Einkauf von Zubehör begleitet. Bei einer<br />

dieser Gelegenheiten ging ihr ein (Kerzen-)<br />

Licht auf: „Ich war immer schon für Handarbeiten<br />

und kreative Dinge zu haben. Als<br />

ich die schönen Gussformen für Wachsarbeiten<br />

sah, hat mich das gleich angesprochen:<br />

Da machst du was draus“, berichtet sie von<br />

ihrem Einstieg ins Kerzenmachen. Seither<br />

wird am Küchenherd nicht mehr nur gekocht,<br />

sondern auch geschmolzen.<br />

Mehr noch als die Freude am Gestalten<br />

hat sie eine zweite Idee bewegt: „Natürlich<br />

ist der Honig, den unsere Bienenvölker<br />

liefern, ein kostbares Gut. Aber ist das Wachs<br />

das nicht auch?“ Indem sie es verarbeitet,<br />

sorgt sie dafür, dass die gesamte Produktion<br />

der fleißigen Bienen genutzt wird. Auch<br />

die Schwiegermutter veredelt ihre hausgemachte<br />

Lärchenpechsalbe mit Bienenwachs<br />

und Propolis, einer harzartigen Masse<br />

aus dem Bienenstock mit antibiotischer,<br />

antiviraler und antimykotischer Wirkung.<br />

„So holen wir die Kräfte unserer heimischen<br />

Natur ins Haus und lassen sie zusammen<br />

wirken“, freut sich Monika. Wobei: „Die intensivste<br />

Kraft ist der Duft der Bienenwachskerzen.<br />

Der hüllt ein und wärmt das Herz.<br />

Und die kleine Flamme erhellt den dunkelsten<br />

<strong>Winter</strong>.“<br />

Qualität braucht Zeit –<br />

setzt sich aber immer durch<br />

Ihre raren Kostbarkeiten bietet Monika bisher<br />

nur einmal im Jahr feil – beim „Bauernmarkt“<br />

in Ehrwald, immer am ersten Sonntag<br />

im Oktober. „Der eigentliche Renner bei<br />

Für das Wachs, das wir hier<br />

verarbeiten, haben viele<br />

Tausend Bienen lange<br />

arbeiten müssen.<br />

Monika Posch-Wörndle, Kerzenzieherin<br />

den Kunden sind ja unsere Hirschwürste und<br />

die Hauswurst“, erzählt sie. „Auch das Brot,<br />

das wir immer nur für den Markt backen,<br />

hat schon seine Fans. Da können die Kerzen<br />

noch nicht so mithalten. Aber das wird schon<br />

noch. Qualität braucht ihre Zeit, setzt sich<br />

aber durch.“ Florian jedenfalls kann es kaum<br />

noch erwarten, bald viel öfter den Schmelztiegel<br />

auf den Herd zu schieben.<br />

<br />

Ulrich Pfaffenberger<br />

Bees don’t just produce tasty honey<br />

– they also make valuable wax,<br />

which Monika Posch-Wörndl uses to<br />

make beautiful candles and figures.<br />

‘I always loved being creative and<br />

making things by hand, and wax<br />

modelling appealed to me from the<br />

very beginning’ she says, adding that<br />

‘many thousands of bees had to work<br />

hard to make the wax I’m using here’.<br />

The results are unique objects that<br />

instil a quiet, contemplative joy in<br />

their owners: ‘We bring the forces of<br />

our natural surroundings inside and<br />

let them act on us. The most intensive<br />

is the scent of beeswax candles. It<br />

envelops you and warms the heart.<br />

And its little flame will brighten even<br />

the darkest winter.’ Monika sells her<br />

precious items just once a year – at<br />

the ‘Bauernmarkt’ in Ehrwald on the<br />

first Sunday in October.<br />

Bei Familie Posch-Wörndle entstehen in liebevoller Handarbeit<br />

aus wertvollem Bienenwachs einzigartige Besonderheiten.


44 / TAGE MIT TRADITION 45<br />

„Bauer, machen wir Lichtmess!“<br />

Der älteste Marien-Feiertag der Kirche ist zwar schon lange kein<br />

offizieller Feiertag mehr. Dennoch begehen ihn noch viele gläubige<br />

Christen – wenngleich anders als früher.<br />

Wann endet die Weihnachtszeit?<br />

Am zweiten Feiertag abends?<br />

An Silvester? An Dreikönig?<br />

Nein, noch viel, viel später:<br />

am 2. Februar. Ein Tag, der im christlichkatholischen<br />

Kalender mit dem Begriff „Maria<br />

Lichtmess“ versehen und in alten Kalendern<br />

auch als „Maria Reinigung“ notiert ist. Es<br />

handelt sich dabei um einen der ältesten<br />

Marien-Feiertage der Kirche. Er gründet sich<br />

auf die aus dem urjüdischen Glauben abgeleitete<br />

Vorschrift, dass sich eine Frau 40 Tage<br />

nach der Geburt eines Jungen und 80 Tage<br />

nach der Geburt eines Mädchens durch ein<br />

Opfer im Tempel wieder reinigen musste.<br />

Die neue Deutung kommt daher, dass sich<br />

eine der größten frühen Christengemeinden<br />

in Rom befand, wo zur etwa gleichen Zeit ein<br />

Lichterfest stattfand. Details dazu berichten<br />

Geschichtsbücher unter „Raub der Proserpina“.<br />

Dieses – heidnische – Ereignis wurde alsbald<br />

umgewidmet, auch als Zeichen der<br />

Vorfreude auf die allmählich wieder länger<br />

werdenden Tage am Ende des <strong>Winter</strong>s.<br />

Lange vor Beginn offizieller Wetterkunde<br />

galt Lichtmess als erster Frühlingstag.<br />

Lichtmess war auch Zahltag<br />

Kein Wunder, dass dem 2. Februar im Kalender<br />

mit Ausbreitung des Christentums eine<br />

wichtige Rolle zukam, zumal er als „Bauern-<br />

Neujahr“ auch der Auftakt zum landwirtschaftlichen<br />

„Geschäftsjahr“ wurde: Die<br />

Reste der Feiertage und des <strong>Winter</strong>s wurden<br />

ausgekehrt, mit neuer Kraft die Arbeit auch<br />

draußen wieder begonnen. So bürgerte es<br />

sich ein, dass an diesem Tag die Mägde und<br />

Knechte auf den Höfen ihren Lohn und mitunter<br />

auch ein paar freie Tage erhielten – bis<br />

Agatha am 5. Februar. Wer seinen Dienstherrn<br />

wechseln wollte, kündigte mit den Worten:<br />

„Bauer, wir zwei machen Lichtmess.“ Dann<br />

verließen sie den Hof, gut gestärkt mit dem<br />

kräftigen Mahl, das für diesen Tag typisch<br />

war. Eine Bauernregel erinnert daran und an<br />

die länger werdenden Tage: „An Maria Lichtmess<br />

können die Leut bei Tag essen.“<br />

Seit der 2. Februar anno 1929 seinen Status<br />

als offizieller Feiertag verlor, hat er von<br />

seinem einstigen Glanz verloren. Auch die<br />

Arbeit auf dem Bauernhof folgt anderen<br />

Terminen. Ein paar Spuren sind jedoch geblieben.<br />

In Partenkirchen zum Beispiel wird<br />

sich an diesem „halbheiligen Tag“ trotz<br />

Faschingszeit kein echter Maschkera in der<br />

Öffentlichkeit zeigen. Traditionsbewusste<br />

Haushalte stellen zu diesem Datum den ausgedienten<br />

Christbaum vors Haus. Und in der<br />

katholischen Messe werden dann die Kerzen<br />

fürs ganze kommende Jahr geweiht – auch<br />

jene, die später wieder am Weihnachtsaltar<br />

leuchten.<br />

<br />

Ulrich Pfaffenberger<br />

LEICHT<br />

TRAGEN<br />

MIT PATENTIERTER<br />

3-SEITEN-BELÜFTUNG<br />

FUTURA SERIE<br />

English Summary<br />

Lichtmess ist einer der ältesten<br />

Feiertage in der christlichen Kirche.<br />

When does the Christmas period end?<br />

At the end of Christmas day? At New<br />

Year? At Ephiphany? No, it’s rather<br />

later, on 2 February, a day known in<br />

the Catholic calendar as Candlemas.<br />

This was traditionally the day on<br />

which the last vestiges of the holiday<br />

season and the winter were ‘swept<br />

away’, accompanied by the summoning<br />

of renewed energy for the work<br />

of the year ahead. But the 2 February<br />

lost its status as an official holiday<br />

in 1929 and has since also lost some<br />

of its significance, especially as farm<br />

work now runs to different dates.<br />

Some traces of it do remain, however:<br />

traditionally-minded households<br />

put out their Christmas trees on this<br />

day. And at mass in the Catholic<br />

church, the candles for the entire<br />

coming year are consecrated – including<br />

those that will later burn on the<br />

Christmas altar.<br />

www.deuter.com


46 / WINTERCAMPING<br />

47<br />

<strong>Winter</strong>camping an der Zugspitze –<br />

geht nicht, gibt’s nicht!<br />

Leise rieselt der Schnee vor den Fenstern herunter, im behaglichen Wohnzimmer<br />

ist es kuschlig warm, und vor der Türe stehen … Wohnmobile vor einer malerischen<br />

Zugspitzkulisse. Dieses Szenario scheint wie eine Illusion, das Camping Resort Zugspitze<br />

in Grainau macht es jedoch möglich: Camping im zapfigen <strong>Winter</strong>!<br />

Es gibt viele Menschen – und vielleicht<br />

sogar den ein oder anderen eingefleischten<br />

Camper – die behaupten<br />

würden: Camping geht nur im Sommer.<br />

Werner Wilhelm, der Geschäftsführer<br />

des Camping Resorts Zugspitze, widerspricht<br />

ihnen jedoch vehement: „Camping geht immer!“<br />

Und gerade im <strong>Winter</strong> habe es seinen<br />

besonderen Reiz: „Die gesamte Region rund<br />

um Grainau ist sehr bekannt für ihre vielen<br />

Skigebiete, Rodelmöglichkeiten und den<br />

Skilanglauf“, sagt Wilhelm. Die Menschen,<br />

die wegen des <strong>Winter</strong>sports kommen, wollen<br />

oft auch einmal etwas anderes sehen<br />

als nur die vier Wände eines Hotelzimmers.<br />

Das eigene Wohnmobil hat für viele einen<br />

klaren Vorteil: Es ist ein Stückchen „Heimat“<br />

im Urlaub dabei. Und deshalb habe man hier<br />

eine ganz eiserne Gemeinde an <strong>Winter</strong>campern,<br />

die immer wieder kommen würden, so<br />

Wilhelm.<br />

Hier gibt es ganz besondere Wohn- und<br />

Schlafgelegenheiten – auch im <strong>Winter</strong>.<br />

Es ist etwas ganz Besonderes, wenn man von der Kälte in ein<br />

angenehm warmes Wohnmobil kommt und auf unsere einmalige<br />

<strong>Winter</strong>landschaft blickt.<br />

Werner Wilhelm, Geschäftsführer Camping Resort Zugspitze Grainau<br />

Sie wissen das Angebot des Resorts zu<br />

schätzen: Neben den normalen Stellplätzen<br />

gibt es auch solche, die über ein eigenes Privatbad<br />

verfügen. Vor allem im <strong>Winter</strong>, wenn<br />

einem der Weg durch den kalten Schnee zu<br />

den Sanitärräumen ewig erscheinen mag,<br />

ein Luxus, auf den so mancher nicht verzichten<br />

möchte. Zudem bietet das Resort die<br />

Möglichkeit, in Schlaffässern zu übernachten<br />

oder eine von vier voll ausgestatteten<br />

Berghütten zu mieten – die schöne Aussicht<br />

inklusive. Hinzu kommt die große Saunalandschaft,<br />

in der man einen anstrengenden<br />

Sportlertag in Ruhe ausklingen lassen und<br />

die geschundenen Muskeln pflegen kann.<br />

Der Betreiber eines Campingplatzes, der<br />

auch im <strong>Winter</strong> geöffnet bleiben soll, muss<br />

einiges beachten, das weiß Wilhelm: Zum<br />

einen muss der Platz immer erreichbar<br />

sein – auch wenn es einmal etwas stärker<br />

schneit. Dazu gibt es am Campingresort in<br />

Grainau sogar einen eigenen Schneeräumer.<br />

Zum anderen müssen natürlich auch alle<br />

Wasserleitungen winterfest sein, damit bei<br />

Minusgraden nichts einfriert oder platzt. Der<br />

Geschäftsführer geht mit seiner Anlage an<br />

der Zugspitze aber noch einen Schritt weiter:<br />

Neben der bereits erwähnten und von den<br />

Gästen sehr geschätzten Saunalandschaft<br />

mit Infrarotkabine und Massagen wird ein<br />

Shuttlebus-Service angeboten, der die Gäste<br />

zum Skigebiet fährt und abends wieder<br />

abholt. Ein Ski- und Trockenraum steht am<br />

Platz ebenfalls zur Verfügung. Zudem habe<br />

man feste Gasanschlüsse an den Stellplätzen.<br />

„Dann müssen unsere Gäste nicht permanent<br />

Gasflaschen wechseln – obwohl sie<br />

das bei uns natürlich auch könnten, wenn<br />

sie es möchten“, erklärt Wilhelm.<br />

Fünf Sterne – auch im <strong>Winter</strong><br />

Es gebe sehr viele Dinge, die es zu berücksichtigen<br />

gilt, wenn man Fünf-Sterne-<br />

<strong>Winter</strong>camping anbieten möchte, weiß er.<br />

Aber auch die Gäste sollten an ein paar<br />

Dinge denken, bevor sie sich zum Campen in<br />

der kalten Jahreszeit aufmachen, und dabei<br />

geht es nicht nur um die Temperaturen.<br />

Denn es wird im <strong>Winter</strong> später hell und früher<br />

Ein besonderer Luxus: das Privatbad<br />

direkt am Stellplatz und die traumhafte<br />

Kulisse im Hintergrund.<br />

dunkel. Das gemütliche Frühstück draußen<br />

vor dem Wohnwagen fällt also flach, ebenso<br />

wie das Grillen am Abend – es sei denn,<br />

man ist wirklich extrem abgehärtet. Damit<br />

trotzdem keiner verhungern oder seine Zeit<br />

hauptsächlich im Wohnmobil verbringen<br />

muss, bietet das Resort sowohl ein Restaurant<br />

als auch ein Bistro an, beides direkt am<br />

Platz. Hier kann man den Abend auch mal<br />

English Summary<br />

There are many who would say that<br />

camping is only a summer thing. Werner<br />

Wilhelm, director of the Camping<br />

Resort Zugspitze, is of a different opinion:<br />

‘Camping is great at any time!’<br />

And it has a very special feel in the<br />

winter: guests here for winter sports<br />

often want to see something other<br />

than the four walls of a hotel room,<br />

and a camper van is like bringing a<br />

piece of home with you on holiday.<br />

There are now many regulars who<br />

love coming to the resort; in addition<br />

to the basic pitches, there are also<br />

ones with private bathrooms. The<br />

resort also offers the opportunity to<br />

sleep in converted wine barrels or rent<br />

one of four fully appointed mountain<br />

huts – splendid views included. There<br />

are also sauna facilities where guests<br />

can unwind after a busy day out in the<br />

snow.<br />

mit einer warmen Suppe oder einer Tasse<br />

Glühwein ausklingen lassen und die Gesellschaft<br />

der anderen Gäste genießen. Damit<br />

die Tage nicht langweilig werden, empfiehlt<br />

er außerdem, Spiele oder Bücher mitzunehmen:<br />

So vergeht die Zeit wie im Flug.<br />

„Wer <strong>Winter</strong>camping nicht ausprobiert,<br />

der verpasst etwas!“<br />

Wer Werner Wilhelm die Frage stellt, ob<br />

<strong>Winter</strong>camping auch für eingefleischte Sonnenanbeter<br />

geeignet ist, der bekommt eine<br />

klare Antwort: Ja! Denn eines durfte er in<br />

den letzten Jahren beobachten: Es kommen<br />

wirklich alle, ob nun Familien in den Ferien,<br />

alleinstehende Ehepaare oder Einzelsportler,<br />

die ein Wochenende in der Region verbringen<br />

möchten. Vor allem in der Weihnachtsund<br />

Silvesterzeit „könnte man den Platz<br />

zehnmal vermieten“, sagt Wilhelm stolz. Das<br />

liegt mit Sicherheit auch an den Angeboten,<br />

die zu solch besonderen Anlässen dazukommen:<br />

gemeinsame Grillabende, Suppennachmittage<br />

oder Fackelwanderungen<br />

– langweilig wird es bestimmt nicht!<br />

Natürlich müsse man wegen des Wetters<br />

auch mal Abstriche machen: Ein langer Spaziergang<br />

um einen der nahe gelegenen Seen<br />

geht nur, wenn der Schnee nicht zu hoch<br />

liegt, und auch Bergwandern an sich sei nur<br />

dann möglich, wenn die Schneemassen es<br />

zulassen würden. Aber das sind Details, die<br />

kaum jemanden abschrecken dürften – dafür<br />

ist das Gesamtangebot einfach zu reizvoll.<br />

Immerhin etwa 20 Prozent der Gäste würden<br />

in den <strong>Winter</strong>monaten kommen, berichtet<br />

Wilhelm. Die Zahl überrascht vielleicht den<br />

ein oder anderen, vor allem, weil viele ihre<br />

Wohnmobile in dieser Zeit abmelden und<br />

nur von Ostern bis Oktober unterwegs sind.<br />

Die verpassen allerdings etwas, da ist sich<br />

Wilhelm sicher.<br />

Mit das Schönste am <strong>Winter</strong>camping sei<br />

für ihn aber vor allem, dass man so spontan<br />

sein kann. Herrscht am Wochenende ideales<br />

Skiwetter, kann man einfach seine Sachen<br />

packen und vorbeischauen: „Es findet sich<br />

immer ein schöner Platz, auch für spontane<br />

Gäste!“ Lediglich um die Weihnachtszeit<br />

sollte man vorplanen – und am besten schon<br />

ein Jahr im Voraus buchen.<br />

<br />

Lisa Zöls<br />

Kontakt<br />

Camping Resort Zugspitze GmbH *****<br />

Griesener Straße 9<br />

82491 Grainau<br />

+49 8821 9439115<br />

office@perfect-camping.de<br />

www.perfect-camping.de


48 / STAMMGAST 49<br />

Ein Platz fürs Leben<br />

Seit 33 Jahren kommen Truus und Evert Pluimers<br />

zum <strong>Winter</strong>camping nach Heiterwang und genießen<br />

Heimatgefühle im Schnee am See.<br />

Truus und Evert auf ihrer Lieblingsbrücke.<br />

Zur Begrüßung watscheln zwei Enten<br />

zwischen Gastgeber und Gast<br />

hindurch. Ein kurzer neugieriger<br />

Blick, dann geht es zielstrebig zurück<br />

in den Heiterwanger See. Für Truus und<br />

Evert Pluimers, die ihren Wohnwagen direkt<br />

am Ufer stehen haben, ein vertrauter Anblick.<br />

Tierische Nachbarn sozusagen, die für<br />

etwas Leben auf dem Campingplatz sorgen,<br />

der ansonsten um diese herbstliche Jahreszeit<br />

recht entvölkert wirkt. Das Ehepaar aus<br />

Holland selbst ist erst vor ein paar Tagen angekommen,<br />

um sein Feriendomizil für den<br />

<strong>Winter</strong> aufzubauen. „Wir machen das lieber<br />

rechtzeitig“, schmunzelt Evert. „Sonst wird<br />

das sehr mühsam.“ Nicht nur wegen der langen<br />

Anfahrt von 843 Kilometern einfacher<br />

Strecke, sondern auch wegen des Schnees.<br />

Der kann schon mal früh kommen – und<br />

reichlich. „Wir kamen mal hier an, da lagen<br />

eineinhalb Meter Schnee auf dem Dach des<br />

Wohnwagens.“ Darum wird schon im Herbst<br />

die Satellitenantenne auf maximale Höhe<br />

hochgekurbelt, „sonst finde ich die nicht<br />

mehr“, witzelt Evert. Er spricht aus Erfahrung,<br />

denn „damals, als man noch keine<br />

Handys hatte und zum Telefonieren ins Dorf<br />

fahren musste“, hat er einmal eine Kurve<br />

in der Straße vergessen und den Stromleitungspfahl<br />

für einen Begrenzungsstock<br />

gehalten. Mit der Folge, dass ein Bauer mit<br />

dem Traktor sein Auto tief aus dem Schnee<br />

ziehen musste. „Das passiert mir heute natürlich<br />

nicht mehr.“<br />

Ein Wagen voller Wärme<br />

Genau diese Schneesicherheit ist es auch,<br />

die vor 33 Jahren die beiden hierher geführt<br />

hat. „Wir waren zum Skifahren im Allgäu<br />

und es lag wenig Schnee“, erinnern sie sich.<br />

„Unser Sohn hatte damals eine Freundin, die<br />

uns empfahl, nach Heiterwang zu fahren,<br />

da gäbe es immer Schnee. Das haben wir<br />

gemacht und es hat gestimmt. Seitdem<br />

kommen wir jeden <strong>Winter</strong> hierher.“ Immer<br />

nur im <strong>Winter</strong>? „Immer nur im <strong>Winter</strong>“,<br />

bestätigt Truus und fügt lachend hinzu: „Im<br />

Sommer haben wir zu Hause unseren Garten<br />

und weniger Holländer um uns herum als<br />

hier.“<br />

Wir genießen die Ruhe und<br />

die Überschaubarkeit.<br />

Evert Pluimers, Stammgast<br />

in Heiterwang<br />

Um Campinglaien gleich die Frage<br />

„Ist das nicht arg kalt im Wohnwagen?“ zu<br />

beantworten: Ist es nicht. Evert erklärt nur<br />

zu gern, wo sich unter Sitzbank und Bett<br />

die Konvektoren befinden, die genauso wie<br />

die Wärmeschläuche im Boden von einer<br />

Außenbordheizung temperiert werden, und<br />

die zusammen mit einer perfekten Isolierung<br />

das Wohnwageninnere immer kuschlig<br />

warm halten. „Den haben Norweger gebaut,<br />

die kennen sich mit Kälte aus“, merkt er an.<br />

„Wir haben hier schon minus 33 °C gemessen<br />

und trotzdem nicht gefroren.“<br />

Auch sonst ist so ein Wohnwagen die<br />

perfekte Spielwiese für Verpackungskünstler<br />

und Logistiker – und für Romantiker erst<br />

recht. „Es ist praktisch, alles dabeizuhaben,<br />

was man zum Wohnen im Urlaub braucht,<br />

und es ist schön, dabei im eigenen Zuhause<br />

zu leben“, sagen die beiden. Wobei sie Wert<br />

darauf legen, dass nicht dies das absolute<br />

Wohlgefühl für ihren Aufenthalt ausmacht.<br />

Es sind der Platz am See, die Natur und die<br />

Bergwelt, die sie begeistern: „Wenn wir hier<br />

ankommen, ist das für uns Daheimsein.“<br />

Sie genießen die Ruhe und Überschaubarkeit<br />

von Heiterwang, das auch als kleiner<br />

Eine kleine Skulptur ziert das Innere des Wagens,<br />

für Truus ein Symbol dafür, „dass auf dem Campingplatz<br />

alle gleich sind“.<br />

Ort „alles bietet, was man für einen Urlaub<br />

braucht – und für alles andere ist es nicht<br />

weit“. Was beiden behagt: „Die Leute hier<br />

sind freundlich, man geht aufeinander zu,<br />

aber es besteht kein Zwang zur Geselligkeit.<br />

Das ist sehr entspannend.“<br />

Aus Liebe zum Schnee<br />

Zum Daheim-Gefühl gehört auch, dass die<br />

beiden Pluimers schon lange mit ihren Gastgebern<br />

vom Hotel Fischer am See befreundet<br />

sind, wo sie gern auch mal zum Abendessen<br />

hingehen und „jedes Silvester feiern“.<br />

Dazu kommt, dass inzwischen die zweite<br />

Generation der Pluimers ihren Wohnwagen<br />

hier stehen hat. Der Sohn mit seiner<br />

Familie verbringt ebenfalls die<br />

<strong>Winter</strong>urlaube hier, während die<br />

Tochter den elterlichen Wagen<br />

nutzt: „Wir lieben den Schnee.<br />

Und wir haben das Unsere dazu<br />

beigetragen, dass sich das vererbt:<br />

In Holland haben wir dem<br />

Nachwuchs den Führerschein<br />

bezahlt und hier die Skikurse.“ Die<br />

Enkel, da sind sie sich sicher, „fahren<br />

inzwischen fast wie die Tiroler“.<br />

Ihren liebsten Platz während der<br />

Aufenthalte erreichen die beiden mit wenigen<br />

Schritten: die kleine Brücke über die<br />

Ach, bevor sie in den See fließt. Von dort<br />

weitet sich der Blick auf das Wasser und die<br />

Berge und öffnet das Herz. Die Tochter, die<br />

weiß, was den Eltern dies bedeutet, hat ein<br />

Bild davon gemalt, eine <strong>Winter</strong>landschaft,<br />

die zu Hause in Holland in der Wohnung an<br />

das zweite Daheim erinnert, erzählt Truus.<br />

Und dann sagt sie etwas, was weit über<br />

die Treue eines Stammgastes hinausgeht:<br />

„Da werde ich auch noch stehen, wenn ich<br />

einmal gestorben bin.“<br />

<br />

<br />

Ulrich Pfaffenberger<br />

Das rollende Zuhause.<br />

English Summary<br />

Truus and Evert Pluimers from Holland<br />

have been coming to Heiterwang<br />

with their camper van for 33<br />

years. To get the first question out<br />

of the way, it’s certainly never too<br />

cold in there! Evert is only too happy<br />

to show us the convection heaters<br />

under the bed and the excellent<br />

insulation that keeps it warm and<br />

cosy inside the van. ‘It was built by<br />

Norwegians, and they know a thing<br />

or two about the cold,’ he says.<br />

‘We’ve had temperatures of minus 33<br />

degrees here and still didn’t freeze!’<br />

It’s the site by the water, nature,<br />

and mountains that the couple<br />

love: ‘When we come here, it’s like<br />

coming home.’ They enjoy the peace<br />

and quiet of Heiterwang, which has<br />

‘everything you need for a holiday’<br />

but is still well-connected with other<br />

places. What’s more, the people here<br />

are very friendly, they’re sociable but<br />

there’s no pressure to join in. It’s all<br />

very relaxing’.


50 / BESONDERER ORT<br />

PROMOTION / 51<br />

Wo der Schnee Urlaub macht<br />

Die Gegend um die kleine Ortschaft Rinnen bei<br />

Berwang erweist sich im <strong>Winter</strong> als Paradies für alle,<br />

die gern im Schnee unterwegs sind – auf Langlaufski,<br />

mit Schneeschuhen oder beim Wandern.<br />

Das war die Frage: „Truus, Evert:<br />

Was ist Euer liebster Platz, wenn<br />

Ihr <strong>Winter</strong>urlaub in der Tiroler<br />

Zugspitz Arena macht?“ Die Antwort<br />

kam ohne Nachdenken und aus zwei<br />

Mündern gleichzeitig: „Rinnen!“ Obwohl das<br />

Ehepaar aus Holland seit 33 Jahren seinen<br />

Stammplatz auf dem Campingplatz in Heiterwang<br />

hat und die dortige Schneesicherheit<br />

schätzt, kennen sie einen Ort, der sie noch<br />

mehr begeistert, wenn es um winterliche<br />

Aktivitäten „draußen“ geht – den kleinen,<br />

westlich gelegenen Ortsteil von Berwang.<br />

Wenn Alpinskifahrer jetzt den überschaubaren,<br />

anfängergerechten Rinnerlift vor<br />

Augen haben, dann mögen sie sich über<br />

diese Vorliebe vielleicht wundern. Aber es<br />

sind die nordischen Qualitäten, von denen<br />

die beiden Stammgäste schwärmen: „Da<br />

kannst Du langlaufen, wenn Du magst, oder<br />

mit den Schneeschuhen gehen oder einfach<br />

entspannt wandern – aber Du hast sehr<br />

lange Zeit, noch viel und guten Schnee und<br />

immer eine tolle Aussicht“, so ihr glaubwürdiges<br />

Urteil auf Basis langjähriger Erfahrung.<br />

Die reizvollste Wanderung dürfte dabei jene<br />

hinaus Richtung Mitteregg sein, ans „Ende<br />

der Welt“.<br />

Was besonders Loipenfans zu schätzen<br />

wissen: Im Schatten der Berge bleibt die<br />

weiße Pracht so lange liegen wie ein Urlauber<br />

im Federbett. Für Ausgeschlafene und<br />

Bewegungsfreunde hat die kleine Ortschaft<br />

zu anderen Jahreszeiten ebenfalls allerlei<br />

Wanderbares zu bieten. Zum Beispiel den<br />

Außerferner Jakobsweg, ein „Zubringer“ zur<br />

Hauptroute, der hier beginnt und der alten<br />

Salzstraße zum Bodensee folgt.<br />

<br />

Ulrich Pfaffenberger<br />

English Summary<br />

The area around the little village of<br />

Rinnen near Berwang is a true winter<br />

paradise for anyone who loves the<br />

snow – on cross-country skis, on<br />

snowshoes, or hiking boots. Crosscountry<br />

enthusiasts will particularly<br />

appreciate the fact that the snow<br />

doesn’t thaw so quickly in the shadow<br />

of the mountains. And over the<br />

rest of the year, this little place has<br />

many more wonderful trails to be<br />

discovered by all those who love the<br />

outdoors.<br />

<strong>Winter</strong>sport aus Tradition<br />

und Leidenschaft xxxx<br />

xxxx<br />

xxxx<br />

Wo vor knapp 90 Jahren die <strong>Winter</strong>sportgeschichte von Garmisch-Partenkirchen<br />

ihren Anfang nahm, erwartet <strong>Winter</strong>sportler heute ein modernes Skigebiet mit<br />

abwechslungsreichen Pisten für jeden Anspruch.<br />

Gleich drei Skiberge sind im Skigebiet<br />

Garmisch-Classic zusammengeschlossen.<br />

Rund um die<br />

Alpspitze, das Kreuzeck und den<br />

Hausberg garantieren 40 Pistenkilometer<br />

in einer Höhenlage zwischen 700 und 2.050<br />

Metern sowie fünf beschneite Talabfahrten<br />

pures <strong>Winter</strong>sportvergnügen von Dezember<br />

bis April. Für viele <strong>Winter</strong>sportler gilt das<br />

Panorama unterhalb der majestätischen<br />

Alpspitz-Pyramide als eines der schönsten<br />

der nördlichen Alpen: <strong>Winter</strong>liches Bergerlebnis<br />

hoch über Garmisch-Partenkirchen,<br />

Skifahren über der Baumgrenze und Naturschnee<br />

satt.<br />

Die Genusspisten unterhalb des Alpspitz-<br />

Gipfels halten für jeden Anspruch die passende<br />

Abfahrt parat – hochalpines Schneevergnügen<br />

und grandiose Aussicht inklusive.<br />

Am Hausberg geben die Kleinen den Ton an,<br />

denn das Übungsgebiet auf 1.310 Meter ist<br />

vor allem bei Familien mit Kindern oder Skifahrern,<br />

die es etwas gemütlicher mögen,<br />

beliebt. Auf überwiegend leichten bis mittelschweren<br />

Pisten geht es beschaulich zu.<br />

Im Kinderland direkt neben der Bergstation<br />

der Hausbergbahn fühlen sich Ski-Zwerge<br />

wohl – hier finden die Skicracks von morgen<br />

den optimalen Einstieg.<br />

Abfahren auf einem Mythos:<br />

Die Kandahar<br />

Wo sonst die internationalen Skistars um<br />

Hundertstel kämpfen, können auch sportliche<br />

Hobbyläufer auf den Spuren der Profis<br />

carven: Mit zwei Varianten und insgesamt<br />

1.800 Höhenmetern auf sieben Kilometern<br />

Länge ist die Kandahar im Skigebiet Garmisch-Classic<br />

ein unvergessliches Erlebnis.<br />

Weniger ambitionierte <strong>Winter</strong>sportler können<br />

dank der Mittelstation des Kandahar-<br />

Express die spektakulärsten Passagen der<br />

teilweise sehr anspruchsvollen WM-Piste<br />

auslassen und dennoch auf Tuchfühlung<br />

mit dem Mythos Kandahar gehen. Wo die<br />

anspruchsvolle Kandahar-Runde und die<br />

Olympia-Abfahrt zusammentreffen, kommt<br />

den meisten Skifahrern ein stärkender Einkehrschwung<br />

wie gerufen. Die Skibar Kandahar<br />

2 in der Talstation der Kreuzeckbahn<br />

lädt nicht nur zum Relaxen und Regenerieren<br />

ein, sondern belohnt <strong>Winter</strong>sportler mit<br />

gemütlichem Ambiente, einer variationsreichen<br />

Imbisskarte, Kaffee- und Kuchenspezialitäten<br />

sowie einem Terrassen-Platz an der<br />

Sonne reichlich für ihre sportliche Leistung.<br />

Auch Kandahar geplagte Oberschenkel entspannen<br />

hier im Handumdrehen!<br />

Mehr Informationen auf zugspitze.de


52 / SEILBAHN ZUGSPITZE<br />

53<br />

Vorweihnachtliches<br />

Highlight: Diese Seilbahn<br />

schlägt alle Rekorde<br />

Am 21. Dezember <strong>2017</strong> wird die neue Seilbahn<br />

Zugspitze ihren Betrieb aufnehmen und<br />

dabei gleich drei Weltrekorde brechen. Denn<br />

nicht nur, dass die Bahn auf ihrer Fahrt zum<br />

Zugspitzgipfel die mit 127 Metern weltweit<br />

höchste Stahlbaustütze für Pendelbahnen<br />

passiert. Sie überwindet auch einen Gesamthöhenunterschied<br />

von 1.945 Metern in einer<br />

Sektion und legt dabei das weltweit längste<br />

freie Spannfeld von 3.213 Metern zurück.<br />

Die Seilbahn Zugspitze ersetzt die bisherige<br />

Pendelseilbahn, die bei rund 550.000 Besuchern<br />

pro Jahr auf Deutschlands höchstem Berg<br />

an ihre Kapazitätsgrenzen kam. In Zukunft<br />

können so bis zu 580 Personen pro Stunde auf<br />

den Gipfel fahren und bekommen dabei einen<br />

malerischen Ausblick geboten.<br />

English Summary<br />

A major highlight in the run-up to Christmas:<br />

the new Zugspitze cable railway which will<br />

enter service on 21 December <strong>2017</strong> breaks no<br />

less than three world records. It’s not only<br />

that it passes the worlds’ highest steel support<br />

for such railways, towering 127 metres<br />

above the ground; on its way to the peak, it<br />

also traverses an altitude difference of 1,945<br />

metres in one section and in doing so covers<br />

the worlds’ longest suspended span of 3,213<br />

metres. The Zugspitze cable railway replaces<br />

the former reversible ropeway, which with<br />

some 550,000 visitors a year wanting to<br />

experience Germany’s highest mountain<br />

was more than stretched to capacity. In the<br />

future, up to 580 people an hour will be able<br />

to ascend to the peak, on the way accompanied<br />

by some of the most picturesque views<br />

in the country.


54 / WILDFÜTTERUNG<br />

55<br />

Majestäten unter sich<br />

Zum Überwintern kommt das Rotwild der Region im „Almgatter“ zusammen.<br />

Berufsjäger Willi Erhardt ist in dieser Zeit für die Fütterung verantwortlich –<br />

und lässt sich von Gästen dabei gerne über die Schulter schauen.<br />

English Summary<br />

Local red deer spend their winter in<br />

an enclosure. Professional hunter<br />

Willi Erhardt is then responsible for<br />

feeding them, and doesn’t mind<br />

others looking over his shoulder. ‘As<br />

long as they stay in the visitor area,<br />

the deer aren’t bothered.’ Willi has<br />

been doing ‘show feeding’ for 19<br />

years and is happy to answer any<br />

questions. When the gates close<br />

before Christmas, 85 animals will<br />

be spending the winter here. There<br />

are also guided hikes to watch the<br />

deer being fed from Grainau, every<br />

Thursday at 1 pm from 28 December<br />

to 22 February.<br />

Majestätisch und würdevoll, mit<br />

prächtigen Geweihen, schreiten<br />

sie still durch den Schnee.<br />

Männliche Hirschen und Weibchen<br />

kauen konzentriert. Junge Kälber staksen<br />

neugierig zwischen ihnen herum. Sie<br />

sind ganz nah – und doch unnahbar.<br />

„So lange Sie in der Besucherhalle stehen,<br />

lässt sich das Rotwild nicht stören, aber<br />

wenn Sie nur einen Schritt ins Freie machen,<br />

dann sind die weg.“ Willi Erhardt lacht. Seit<br />

19 Jahren macht der Berufsjäger jeden <strong>Winter</strong><br />

die Schaufütterung „Wildgatter“ an der<br />

Almhütte, erklärt und beantwortet geduldig<br />

Fragen. Hier oben kommen die Besucher<br />

den Wildtieren so nah wie sonst nie.<br />

Pünktliche Fütterung von 85 Tieren<br />

„Kurz bevor in den Hochlagen der erste Dauerschnee<br />

kommt, taucht an der Almhütte das<br />

Rotwild im <strong>Winter</strong>gatter auf. Dann beginnt<br />

für mich die Sieben-Tage-Woche“, erzählt der<br />

Berufsjäger. Er gewöhnt die Tiere daran, dass<br />

sie täglich um 16:00 Uhr ihr Futter bekommen.<br />

Wenn er kurz vor Weihnachten die acht<br />

Tore des 45 Hektar großen Geländes schließt,<br />

sind es um die 85 Tiere, die hier überwintern.<br />

„Wenn die wirklich wieder raus wollen, können<br />

sie das aber immer“, schmunzelt Erhardt.<br />

„Sprünge von zweieinhalb Meter Höhe und<br />

20 Meter Weite sind kein Problem.“<br />

Doch die Rudel bleiben alle. Sie bekommen<br />

ja auch „widerkäuergerechtes Futter“.<br />

Bestes Heu aus der Region, Trester von Bioäpfeln<br />

und Grassilage. Eine kleine Besonderheit<br />

in Garmisch fasziniert den Berufsjäger<br />

bis heute: Ein Teil des Rotwilds kommt vom<br />

Kreuzeck-Gebiet. Sobald dort die Pistenraupen<br />

anrücken, ziehen kleine Rudel über die<br />

Dorfstraßen und Felder, über die Bundesstraße<br />

und durch die Loisach ins <strong>Winter</strong>quartier<br />

„Almgatter“. Dann bleiben sie bis zum<br />

1. Mai. An diesem Tag öffnet Erhardt die Gatter.<br />

Und dann, so sagt er, sind alle innerhalb von<br />

einem Tag wieder verschwunden. <br />

<br />

Lucia Glahn<br />

Willi Erhardt, Berufsjäger Grainau<br />

Geführte<br />

<strong>Winter</strong>wanderung<br />

Zu der Schaufütterung gibt es auch geführte<br />

Gästewanderungen von Grainau<br />

aus. Die geführte <strong>Winter</strong>wanderung<br />

findet ab 28. Dezember bis 22. Februar<br />

jeden Donnerstag um 13:00 Uhr statt.<br />

Informationen und Anmeldung<br />

zur <strong>Winter</strong>wanderung in der Tourist-<br />

Information Grainau:<br />

+49 8821 981850<br />

Für die Fütterung zuständig ist<br />

Berufs jäger Willi Erhardt:<br />

+49 173 8633820<br />

Badespaß mit Zugspitzblick<br />

Im Grainauer Zugspitzbad erwartet Dich wetterunabhängiger Spaß und Abwechslung in einem großzügig<br />

ange legten Freizeit- und Erlebnisbad für Jung und Alt. Fitnessbegeisterte Singles, Erholung und Entspannung<br />

Suchende oder Familien mit Kids – für jeden hält das Zugspitzbad das Passende bereit.<br />

Schwimmen und entspannen<br />

bei jedem Wetter<br />

Das Hallenbad mit traumhaften Bergblick<br />

wartet auf Dich mit lichtdurchfluteten<br />

Panoramafenstern. Während im Mutter-<br />

Kind-Becken Eltern mit ihren Kleinsten<br />

lachen und toben, halten sich größere Kids<br />

und Schwimmer im 32-m-Becken auf.<br />

Im separaten Ruheraum findest Du nach<br />

dem Schwimmen die wohlverdiente Ruhe<br />

und entspannst am besten in unserem<br />

Sole-Whirlpool.<br />

Jede Menge Familienspielund<br />

Wasserspaß<br />

Mit großzügigen Becken und Liegewiesen und<br />

zahlreichen kinder- und familienfreundlichen<br />

Angeboten ist das Zugspitzbad der ideale<br />

Frei zeitspaß für Deine Familie.<br />

Sonne tanken bei atemberaubendem<br />

Bergblick im Außenbereich<br />

Alle Becken im Außenbereich sind wohltemperiert<br />

und weitläufig angelegt. Das Sportbecken bietet mit<br />

50 m-Länge ideale Voraussetzungen für Schwimmer<br />

ZUGSPITZBAD<br />

und am Nichtschwimmer becken sorgt die 64 m<br />

lange Gaudirutsche Spaß für kleine und große<br />

Kinder. Sonnenanbeter freuen sich über 10.000 m 2<br />

Liegewiese und Selbstversorger brutzeln mitgebrachte<br />

Würstchen auf unserem Grillplatz mit Elektrogrill.<br />

Nach Herzenslust<br />

Entspannung genießen<br />

Besonders attraktiv und vielseitig ist der<br />

Wellnessbereich des Zugspitzbades, in dem<br />

Du Dich richtig wohl fühlen und von Kopf<br />

bis Fuß entspannen kannst.<br />

Willkommen im Urlaub!<br />

Zugspitzbad Grainau · Parkweg 8 · 82491 Grainau · Tel. +49 (0) 88 21 / 98 18 26 · www.grainau.de


56 / SKI-FÜHRERSCHEIN<br />

57<br />

Dritte Runde<br />

für den Ski-<br />

Führerschein<br />

Sicher auf der Piste – mit dem<br />

Ski-Führerschein kein Problem!<br />

Beliebtes Kurskonzept der Tiroler<br />

Zugspitz Arena für (Wieder-)Einsteiger<br />

bis Könner.<br />

Teilnehmende<br />

Skischulen<br />

Skischule Snowpower Lermoos<br />

+43 699 15673088<br />

info@ski-lermoos.at<br />

www.skischule-lermoos.com<br />

Tiroler Skischule Ehrwald<br />

+43 5673 20084<br />

skischule@sport-leitner.com<br />

www.sport-leitner.com/<br />

skischule<br />

Skischule Total Ehrwald<br />

+43 5673 3000<br />

info@skischule-total.at<br />

www.skischuletotal.at<br />

Skischule Lermoos<br />

+43 5673 2840<br />

office@skischule-lermoos.tirol<br />

www.skischule-lermoos.tirol<br />

Tiroler Ski- und<br />

Schneesportschule Biberwier<br />

+43 5673 22367<br />

info@skischule-biberwier.at<br />

www.skischule-biberwier.at<br />

Tiroler Alpinski- und<br />

Snowboardschule Berwang<br />

+43 5674 8132<br />

skischule.berwang@aon.at<br />

www.skischule-berwang.at<br />

Nagele Bike Snow Mountain<br />

Sports Skischule Bichlbach<br />

+43 5674 6411<br />

info@sportnagele.at<br />

www.nagele.cc<br />

Führerschein … klingt das nicht auch<br />

nach Regeln-Pauken und Angst vorm<br />

Durchfallen? Nach etlichen Fahrstunden<br />

bei Tag und bei Nacht, außerdem<br />

ständig Theoriestunden?<br />

Im Normalfall vielleicht ja – aber nicht,<br />

wenn die drei Buchstaben SKI davorstehen.<br />

Denn beim Ski-Führerschein in der Tiroler<br />

Zugspitz Arena gilt: „Unsere Skilehrer finden<br />

einen Weg, damit jeder besteht“, wie Pressereferentin<br />

Birgit Linder betont. Ziel ist es,<br />

„ohne Angst und mit Spaß das gewünschte<br />

Niveau zu erreichen.“ Die Angebote der Tiroler<br />

Zugspitz Arena sind auf Erwachsene zugeschnitten<br />

und können in Kombi mit anderen<br />

Kursen oder für sich stehend gebucht werden.<br />

Eine farbige Angelegenheit<br />

Blutige Anfänger starten mit dem Ski-Führerschein<br />

in Grün. Dafür müssen sie erste<br />

Gleit-, Schuss- und Bremsübungen erfolgreich<br />

absolvieren, bevor ihnen der Schein<br />

überreicht wird. Leicht fortgeschrittene<br />

Skifahrer üben unter anderem Pflug- und<br />

Kurvenfahren. Sie erhalten nach abgeschlossenem<br />

Training den Führerschein<br />

in Blau. Der rote Ski-Führerschein eignet<br />

sich vor allem für Wiedereinsteiger, die ihr<br />

benötigtes Grundwissen bereits mitbringen,<br />

der schwarze dagegen zeichnet echte Könner<br />

mit Expertise in Tiefschneefahren, Freeriden<br />

und/oder Steilhängen aus.<br />

Zusammen oder einzeln schwitzen?<br />

Jeder Kurs dauert drei halbe Tage in der<br />

Kleingruppe oder zwei halbe Tage im Einzelunterricht,<br />

je nachdem, was den Teilnehmern<br />

lieber ist. Den Gruppenkurs gibt es um<br />

120 Euro, den Einzelkurs für etwa 210 Euro.<br />

Ihren roten Ski-Führerschein führte die<br />

Tiroler Zugspitz Arena im <strong>Winter</strong> 2015/16 ein<br />

– vor allem für Erwachsene, die schon lange<br />

nicht mehr auf den Brettern standen. Denn<br />

die wissen ja eigentlich, was sie machen<br />

müssen. Das ist nur manchmal doch schon<br />

wieder ein paar Jährchen her, da tut eine<br />

Auffrischung also vielleicht ganz gut!<br />

Ende 2016 fiel der Startschuss für die anderen<br />

Farben, <strong>2017</strong>/18 geht es in die dritte<br />

Runde. Und was sagen die Teilnehmer?<br />

Die richtige Technik macht‘s<br />

„Die meisten waren erstaunt, welches Fahrvergnügen<br />

durch kleine technische Tipps<br />

und angeleitetes Üben möglich ist“, berichtet<br />

Lisa Leitner von der Skischule Leitner in Ehrwald.<br />

„Das hat sie in ihrem Übungsfortschritt<br />

MEIN SKI-FÜHRERSCHEIN<br />

Die verschiedenen Farben, in denen der Ski-Führerschein verliehen wird,<br />

zeigen, ob der Fahrer Anfänger oder Fortgeschrittener ist.<br />

und aktuellem Können zusätzlich bestätigt<br />

und zeigt zudem auf, welche weiteren Lernschritte<br />

noch möglich wären.“ Gerade dieser<br />

Effekt tritt bei den Teilnehmern häufig auf,<br />

denn Skifahren ist eben nicht gleich Skifahren<br />

– die richtige Technik macht‘s!<br />

Stolz auf den „Lappen“<br />

„Wir und unsere Gäste sind begeistert<br />

vom Ski-Führerschein, da man das Erlernte<br />

schwarz auf weiß hat“, betont Michael Fasser,<br />

Leiter der Skischule Snowpower Lermoos.<br />

Anfangs sei manch einer skeptisch<br />

gewesen. Vor allem das Argument „Wofür<br />

braucht es das jetzt auch noch?“ habe man<br />

hier wohl öfter zu hören bekommen. Am<br />

Ende aber nimmt jeder mit dem scheckkartengroßen<br />

Schein auch ein Plus an Sicherheit<br />

und Fahrfreude mit, hat Fasser beobachtet.<br />

„Wir hatten schon Wiederholungstäter“,<br />

ergänzt er, „die anhand des Ski-Führerscheins<br />

in die Gruppe eingeteilt wurden<br />

konnten, ohne vorzufahren.“<br />

Und auch unter den kritischen Stimmen<br />

konnte man das ein oder andere Mal ein<br />

kleines bisschen Stolz in den Augen aufblitzen<br />

sehen, wenn sie ihren ersten eigenen<br />

Ski-Führerschein endlich in den Händen halten<br />

durften.<br />

<br />

Petra Plaum<br />

Andreas König (DSV) berichtet über die<br />

Besonderheiten des Ski-Führerscheins –<br />

exklusiv in der GRENZENLOS-App.<br />

English Summary<br />

The popular skiing courses offered in<br />

the Tyrol Zugspitz Arena for people of<br />

all abilities, from beginners to experts,<br />

are now entering their third year. And<br />

regardless of your own skill level,<br />

there’s only one golden rule: our skiing<br />

instructors will find a way to make<br />

sure everyone passes! The courses<br />

are designed for adults and can be<br />

booked singly or together with other<br />

courses. Each one lasts three half-days<br />

in a small group or two half-days with<br />

one-to-one instruction, depending<br />

on personal preferences. The group<br />

course costs around €120, while individuals<br />

pay €210. The Tyrol Zugspitz<br />

Arena launched its red piste ‘driving<br />

licence’ in winter 2015/16 – mainly<br />

aimed at adults returning to the skis<br />

after a long break who basically know<br />

what they’re doing but need a refresher<br />

course. Other colours followed at<br />

the end of 2016. But no matter what<br />

their skill, most of the participants are<br />

amazed at what a difference a few<br />

technical tips and guided exercises<br />

make to the experience and thrill of<br />

skiing.


58 / BERGRETTUNG 59<br />

Die Bergrettung –<br />

Schutzengel in den Bergen<br />

Ein scharfes Stechen. Das rechte Bein. Bestimmt verstaucht. Vielleicht sogar mehr.<br />

Annemarie verzieht das Gesicht vor Schmerz. In 2.300 Metern Höhe steckt sie fest.<br />

Und jetzt?<br />

Annemarie ist passionierte Bergsportlerin<br />

– doch manchmal hat<br />

sie einfach Pech. Wie bei ihrer Tour<br />

am Wochenende, bei der sie mit<br />

dem rechten Bein abgerutscht ist und jetzt<br />

nicht mehr weitergehen kann – geschweige<br />

denn zurück. Wer sich wie sie im alpinen Gelände<br />

verletzt oder unwohl fühlt, der sollte<br />

möglichst zeitnah die Bergrettung rufen.<br />

Denn meist kann man selbst nicht einschätzen,<br />

wie ernst die Lage eigentlich ist.<br />

Außerdem vergessen viele, dass die<br />

Bergrettung im Vergleich zum urbanen<br />

Rettungsdienst deutlich länger braucht, bis<br />

sie beim Patienten ankommt: Haben die<br />

Retter in Großstädten die Vorgabe, binnen<br />

zehn Minuten am Unfallort zu sein, gibt es<br />

solche Regelungen für die Kollegen der Alpinregionen<br />

nicht. „Für uns wäre das einfach<br />

nur Wahnsinn, weil wir extrem auf unseren<br />

Eigenschutz aufpassen müssen. Unter Zeitdruck<br />

vergisst du alles Wichtige und gefährdest<br />

am Ende nicht nur dich selbst, sondern<br />

auch die Kollegen und Patienten“, weiß<br />

Regina Poberschnigg, Ortsstellenleiterin der<br />

Bergrettung Ehrwald. Sie ist seit 20 Jahren<br />

dabei und eine echte Pionierin auf dem<br />

Bis zum Patienten ist es oft ein<br />

langer Weg – und die Ausrüstung<br />

teilweise schwer und sperrig.<br />

Gebiet: Sie war die erste Frau überhaupt,<br />

die bei der Bergrettung Tirol aufgenommen<br />

wurde – dafür mussten damals erst einmal<br />

ein paar Gesetze geändert werden.<br />

Attraktivität der Berge wächst –<br />

zahllose Unfälle inklusive<br />

Im Sommer <strong>2017</strong> kam es zu unverhältnismäßig<br />

vielen Einsätzen, was laut Regina vor<br />

allem daran lag, dass es mehr Menschen in<br />

die Berge zieht. „Die Leute werden immer<br />

sportlicher. Außerdem hat man hier so viele<br />

Möglichkeiten: Mit den E-Bikes hochfahren<br />

ist ein aktueller Trend, aber Wandern und<br />

Bergsteigen sind nach wie vor beliebt.“<br />

Dabei liegen die vielen Einsätze nicht<br />

unbedingt an der Ausstattung der Sportler.<br />

Markus Wolf, Bezirksleiter der Bergrettung<br />

Reutte und Leiter der Ortsstelle Berwang/<br />

Namlos, betont: „Gerade die Bergsteiger<br />

und Kletterer sind heute sehr gut ausgerüstet.“<br />

Allerdings sehe das bei den Wanderern<br />

anders aus, denn sie überschätzen oft sich<br />

selbst, unterschätzen die Tour oder haben<br />

schlichtweg zu wenig Kleidung und Verpflegung<br />

dabei: „Ein warmer Tee gehört immer<br />

in den Rucksack, auch im Sommer“, rät<br />

Einsatz wegen eines Kletterunfalls<br />

auf der Sonnenspitze.<br />

Notfall-App<br />

Bergrettung Tirol<br />

Was man wissen muss:<br />

kostenlos erhältlich für Smartphones<br />

mit iOS- oder Android-Betriebssystemen<br />

ideal für Naturliebhaber und Freizeitsportler<br />

in Tirol -> nur hier einsetzbar<br />

einzige Notfall-App mit direkter<br />

Verbindung zur Leitstelle Tirol<br />

inklusive Testfunktion: Datenübertragung<br />

und Telefonverbindung werden<br />

getestet, ohne Fehlalarm auszulösen<br />

Die wichtigsten Funktionen im Notfall:<br />

Absetzen des Notrufs über einfachen<br />

Knopfdruck<br />

automatische Übermittlung der<br />

Personen- und Standortdaten<br />

(GPS-Koordinaten) an die Leitstelle<br />

Tirol via Internet oder SMS<br />

Herstellen einer Telefonverbindung<br />

zur Leitstelle Tirol<br />

Übrigens: Wer Förderer<br />

der Bergrettung Tirol<br />

werden möchte, der<br />

kann sich über eine<br />

weltweite Bergeversicherung<br />

und vieles<br />

mehr freuen. Weitere<br />

Infos gibt es unter<br />

www.bergrettung.tirol<br />

Markus. Denn die Urlauber vergessen meist,<br />

dass es am Fuße des Berges zwar warm sein<br />

kann, in 2.000 Höhenmetern aber ganz andere<br />

Temperaturen herrschen.<br />

Leider gibt es aber nicht nur die Erschöpfungsopfer:<br />

„Wenn wir Klettereinsätze haben,<br />

sind das nicht selten Abstürze oder schwere<br />

Verletzungen. Das kann dramatische Auswirkungen<br />

haben, wenn wir als Retter nicht aufpassen,<br />

was wir machen“, weiß Markus. „Es<br />

sagt sich nämlich leicht: ‚Der hat sich nur den<br />

Haxn gebrochen.‘ Aber wenn der Oberschenkel<br />

gebrochen ist, können rund drei Liter Blut<br />

versickern. Das wird binnen weniger Minuten<br />

lebensgefährlich!“<br />

Beide Experten sind sich einig: Lieber<br />

rechtzeitig die 140 wählen, als zu spät.<br />

Denn auch leichte Verletzungen können<br />

den ungeübten Bergbesucher überfordern.<br />

Außerdem wird es in den Bergen schneller<br />

dunkel – nicht selten können die Retter dann<br />

nicht mehr in den Hubschrauber steigen. Der<br />

Aufstieg dauert somit deutlich länger und<br />

das Gebiet sucht sich im Dunkeln und vom<br />

Boden aus langsamer und schwerer ab.<br />

Ein Geheimtipp von Markus und Regina<br />

ist die Notfall-App der Bergrettung Tirol:<br />

Die kann man sich kostenlos herunterladen<br />

und man muss dann nur noch einen Knopf<br />

drücken, um direkt verbunden zu werden.<br />

Mittels GPS wird der Standort weitergeleitet<br />

und die Retter wissen sofort, wo sie suchen<br />

müssen.<br />

Außerdem ein wichtiger Hinweis der<br />

beiden: Durch eine Bergung entstehen teilweise<br />

extrem hohe Kosten, denn das übernehmen<br />

die Krankenkassen nicht. Deshalb<br />

sollte man sich vor einem Ausflug unbedingt<br />

Gedanken über eine geeignete Bergeversicherung<br />

machen. Ein Vorteil für Förderer der<br />

Bergrettung Tirol: Hier ist ein weltweiter<br />

Bergeversicherungsschutz inklusive.<br />

Was passiert, wenn’s passiert: Wie<br />

kommt der Bergretter zum Patienten?<br />

Wird der Leitstelle ein Notfall gemeldet,<br />

werden umgehend die Bergretter alarmiert.<br />

Diese finden sich schnellstmöglich<br />

in ihrer jeweiligen Ortsstelle ein und<br />

machen sich bereit. Selbst für kleinere<br />

Einsätze werden laut Regina mittlerweile<br />

immer Teams von mindestens drei Personen<br />

losgeschickt, denn in der Vergangenheit<br />

habe man die Lage teilweise unterschätzt.<br />

Und natürlich gilt: Je schlimmer<br />

die Ausgangssituation, desto mehr Retter.<br />

Ausrüstung gibt es genug zu tragen: ein<br />

Bergerucksack, eine Trage für den Abtransport,<br />

zwei Seile mit jeweils 200 Metern, ein<br />

Zelt, falls man nicht sofort absteigen kann,<br />

Bohrmaschinen, wenn man einen Stand<br />

bohren muss, Karabinerrollen und -haken<br />

und die medizinische Erste-Hilfe-Ausrüstung<br />

sowie das Wärmemanagement. Gerade<br />

Letzteres ist ein sehr wichtiger Punkt für<br />

die Retter, denn ein geschwächter oder<br />

verletzter Körper verliert schnell an Wärme.<br />

Alltag eines Bergretters:<br />

immer Eile, aber niemals Hektik<br />

Wenn man ein Teilstück der Strecke mit der<br />

Gondel oder den Pistenfahrzeugen zurücklegen<br />

kann, wird darauf auch zurückgegriffen.<br />

Allerdings gilt: Man fährt nur so weit,<br />

wie man auch zurückfahren kann, ohne die<br />

eigene Sicherheit zu gefährden. Die jüngeren<br />

und fitteren Retter gehen als Vorhut<br />

voraus und kümmern sich um die Erste Hilfe.<br />

Brauchen kann man bei der Bergrettung<br />

aber jeden: Denn nicht nur schnell oder<br />

sportlich muss man sein, auch technisches<br />

Geschick und Kraft sind wichtig.<br />

Beim Patienten angekommen wird alles<br />

dafür getan, ihn wieder auf den Damm zu<br />

bringen. In diesem Fall unsere Annemarie.<br />

Ihr Knöchel ist laut Expertenmeinung nur<br />

verstaucht; Herunterlaufen geht trotzdem<br />

nicht mehr. Deshalb wird sie in eine Decke<br />

gewickelt, auf die Trage gelegt und vom<br />

Team der Bergrettung Tirol sicher zurück ins<br />

Tal gebracht. Das ging ja gerade noch einmal<br />

glimpflich aus!<br />

Lisa Zöls<br />

English Summary<br />

The emergency app provided by the Tyrol<br />

mountain rescue service is a very useful<br />

aid in the event of an accident. It’s free<br />

to download and you only need to tap<br />

a button to be connected directly to an<br />

operator. GPS is then used to determine<br />

your location so that rescue teams can<br />

get going straight away. The app is free<br />

for smartphones running iOS or Android<br />

and perfect for anyone out enjoying<br />

nature or sports in Tyrol. To make sure<br />

Die richtige Technik ist entscheidend,<br />

denn das Einsatzgebiet ist nicht immer<br />

ungefährlich.<br />

Regina Poberschnigg und Markus Wolf ste -<br />

hen Rede und Antwort – das spannende Interview<br />

finden Sie in der GRENZENLOS-App.<br />

Checkliste für die<br />

nächste Alpintour<br />

Bergtour im Voraus sehr genau<br />

planen; eventuell Alternativroute<br />

überlegen<br />

Wetter beachten! Wichtig:<br />

Bei Unwetterwarnungen auf keinen<br />

Fall losziehen!<br />

Richtige Ausrüstung: Auch im Sommer<br />

lange Kleidung sowie Mütze<br />

und Handschuhe einpacken!<br />

Verpflegung: Genug zu trinken und<br />

zu essen einpacken, auch im Sommer<br />

Tee mitnehmen!<br />

Im Vorfeld Notfallnummern abklären<br />

und Verwandte oder Bekannte über<br />

Aufenthaltsort informieren!<br />

Im Idealfall: Versicherung abschließen,<br />

die Bergekosten übernimmt!<br />

you don’t need it, here’s a couple of tips<br />

for your next trip: - do careful planning in<br />

advance and consider an alternative route;<br />

- remember the weather and never set<br />

off if a storm is forecast; - wear the right<br />

clothes, including a woolly hat and gloves,<br />

even in summer; - take along enough to<br />

eat and drink; - let relatives or friends<br />

know where you’re going to be; - ideally,<br />

take out insurance that covers rescue<br />

costs.


60 / KÖSTLICHKEITEN ZU OSTERN 61<br />

Süße Ostern<br />

In der Zugspitz Arena Bayern-Tirol gibt es<br />

zu Ostern allerlei Köstlichkeiten. Wir haben<br />

uns in den Backstuben der Region mal umgesehen<br />

und zwar keine Eier, dafür aber<br />

leckere Naschereien gefunden.<br />

English Summary<br />

There are all sorts of delicacies to<br />

savour at Easter in the Zugspitz Arena<br />

Tyrol-Bavaria. We took a look around<br />

local bakeries and found plenty of<br />

tasty treats! After 40 days of fasting,<br />

Christians have traditionally enjoyed a<br />

sweet bread. The round shape and the<br />

colour of the Easter bread represent<br />

the power of the sun, while the raisins<br />

it contains symbolise the desire for a<br />

fruitful year. One of the most wellknown<br />

traditions is the Easter lamb,<br />

which goes back to the New Testament<br />

and is a symbol of Jesus as the lamb<br />

of God. In the past, not everyone could<br />

afford to slaughter a lamb, so they<br />

simply made one from sweet dough,<br />

a custom that still exists today. Also<br />

very popular is the ‘Easter twist’; with<br />

ingredients similar to the Easter bread,<br />

its braided shape aims to symbolise<br />

the intertwining of God with man.<br />

An Ostern leben in der Zugspitz<br />

Arena Bayern-Tirol Traditionen<br />

auf. Die ganze Familie geht gemeinsam<br />

in die Kirche, um die<br />

Auferstehung des Herrn zu feiern. In den<br />

prall gefüllten Körbchen, die zur Weihe mit<br />

in die Kirche gebracht werden, finden sich<br />

neben bunt gefärbten Eiern allerlei Köstlichkeiten<br />

aus den Backstuben zwischen<br />

Garmisch-Partenkirchen, Grainau und der<br />

Tiroler Zugspitz Arena.<br />

Jede Region hat ihre eigenen traditionellen<br />

Spezialitäten und kulinarischen Besonderheiten,<br />

gestaltet und lebt ihr Brauchtum.<br />

Eines jedoch haben alle gemeinsam: Am<br />

Karsamstag wird in vielen Familien für das<br />

Leckerer Osterzopf. Das Muster<br />

symbolisiert die Verflechtung<br />

von Mensch und Gott.<br />

größte Kirchenfest des Jahres gebacken. Und<br />

dafür werden nur die besten Zutaten ausgewählt.<br />

Zum Abschluss der Fastenzeit bringen<br />

die Kirchgänger am Karsamstag zu einem<br />

Wortgottesdienst volle Körbe, reich gefüllt<br />

mit Osterbroten, Osterlämmern, Ostereiern,<br />

Schinken, Salz und Kräutern, mit. Die gesegneten<br />

Leckereien teilen sich dann alle<br />

am Ostersonntag beim gemeinsamen Frühstück.<br />

Eine Tradition, die auch heute noch in<br />

zahlreichen Familien ein fester Bestandteil<br />

der Oster kultur ist.<br />

Bereits seit dem zweiten Jahrhundert nach<br />

Christi feiern die Christen Ostern. Dabei sind<br />

nicht alle Symbole, mit denen das Hochfest<br />

verbunden wird, christlichen Ursprungs. Der<br />

Osterhase und die Ostereier etwa wurden<br />

aus der heidnischen Tradition übernommenen.<br />

Sie sind Symbole der Fruchtbarkeit.<br />

ckerer wird und die Hefe schon einmal zu<br />

arbeiten anfangen kann. Der Teig muss sehr<br />

gut geknetet werden, damit ein Klebernetz<br />

entsteht. Dadurch wird der Teig stabiler, behält<br />

seine Form und kann schön aufgehen.“<br />

Auf sehr gute Zutaten komme es an, betont<br />

die kreative Chocolatière, die großen Wert<br />

insbesondere auf regionale Zutaten legt.<br />

„Deshalb verwende ich keine Margarine,<br />

sondern nur Butter.“<br />

In ihrer Konditorei werden auch Schokoladenostereier<br />

aus eigener Herstellung angeboten.<br />

Eine ganz besondere Spezialität sind<br />

die selber gegossenen Schokoladenosterhasen,<br />

die anschließend sehr zeitaufwendig<br />

und liebevoll von Hand bemalt werden.<br />

Raffinierte „Osterpinzen“<br />

Traditionelle Osterfladen sind ein seit<br />

Generationen begehrter Leckerbissen im<br />

Kaffeehaus Krönner. Bis ins Jahr 1759 geht<br />

die Familiengeschichte dieses Cafés von<br />

Familie Krönner zurück. Begonnen hat alles<br />

in Moosburg, dort hatten sie eine Lebzelterei,<br />

eine Lebkuchenbäckerei. In Garmisch<br />

ist die Familie nun schon in der vierten<br />

Generation tätig. Auch Hefezopfkränze mit<br />

einem Ei in der Mitte, Hefeteighasen und<br />

Sandkuchenlämmer gehören zu den Osterspezialitäten.<br />

Franz Krönner, Chocolatièr<br />

Wer es sich nicht leisten konnte,<br />

an Ostern ein Lamm zu schlachten,<br />

griff auf die süße Variante zurück.<br />

Kalorienreiche Naschereien nach<br />

der Fastenzeit<br />

Anders verhält es sich mit dem Osterbrot.<br />

Nach der 40-tägigen Fastenzeit voller Entbehrungen<br />

gehört bei Christen auch ein<br />

kalorienreiches süßes Brot auf den Tisch. Die<br />

runde Form und die Farbe des Osterbrotes<br />

sollen die Kraft der Sonne darstellen, und die<br />

Früchte im Brot symbolisieren den Wunsch<br />

nach einem fruchtbaren Jahr. Judith Pfaff,<br />

Konditormeisterin und seit 2009 Inhaberin<br />

des Cafés Kneitinger in Garmisch-Partenkirchen,<br />

erklärt, dass das Osterbrot speziell<br />

zum traditionellen Fastenbrechen gebacken<br />

wurde. Auch kranke und alte Mitbürger werden<br />

nicht vergessen: So ist es heute noch<br />

in vielen Dörfern der Region Tradition, dass<br />

junge Leute diesen Menschen am Karsamstag<br />

ein Osterbrot vorbeibringen.<br />

Auch Judith Pfaff bietet jedes Jahr zu Ostern<br />

das Osterbrot. Zum Nachbacken hat die<br />

Konditormeisterin eines ihrer Rezepte verraten<br />

(Sie finden dieses und weitere Rezepte<br />

in der kostenlosen GRENZENLOS-App) und<br />

gibt wertvolle Tipps für Hobbybäckerinnen:<br />

„Der Vorteig ist wichtig, damit das Brot lound<br />

Geschäftsinhaber, erklärt: „Später kam<br />

auch noch der ‚Pinza‘ dazu, ein traditionelles<br />

Hefeteiggebäck. Die Besonderheit daran ist,<br />

dass er Wein beinhaltet, in dem man vorher<br />

Gewürze einweicht.“<br />

Eines der wohl bekanntesten Ostersymbole<br />

aber ist sicher das Osterlamm. Es hat<br />

seinen Ursprung im Neuen Testament und<br />

Wie viele Ostereier hat<br />

„Hasi“ versteckt?<br />

„Hasi“ hat ein paar Ostereier vor<br />

Dir versteckt. Wie viele kannst Du<br />

finden?<br />

Lösung: acht Eier


62 / KÖSTLICHKEITEN ZU OSTERN<br />

#HIER<br />

ERDACHT<br />

#HIER<br />

GeMACHT<br />

63<br />

Sie tragen es in sich. Ein Stück Geschichte. Ein Stück Lebensgefühl.<br />

Und jede Menge Garmisch-Partenkirchen.<br />

„Inser Hoamat“ bündelt lokale Produkte und deren Hersteller,<br />

die als alpine Zutaten unsere Heimat prägen.<br />

ist das Bild für Jesus als Lamm Gottes und<br />

dessen Auferstehung vom Tod. Da es sich<br />

früher nicht alle Menschen leisten konnten,<br />

zum Osterfest ein Lamm zu schlachten,<br />

wurde stattdessen kurzerhand ein Lamm<br />

aus süßem Teig gebacken. Diesen Brauch<br />

gibt es noch heute.<br />

Osterlämmer aus luftigem Baiser, verziert<br />

mit dekorativen Blümchen, sind eine weitere<br />

Spezialität vom Café Krönner und finden<br />

ihren dekorativen Platz häufig in einem<br />

traditionellen Osterkorb. Für ein aus Sandkuchen<br />

gebackenes Osterlamm hat Franz<br />

Krönner sein Rezept zum Nachbacken verraten<br />

– Sie finden es in der GRENZENLOS-App.<br />

Ein Brot – viele Namen<br />

Aus Österreich kommt das Gebildbrot,<br />

dass auch als Gebildebrot, Sinn- oder Bildergebäck<br />

bekannt ist. Es wird meistens<br />

aus Hefeteig gebacken und wird in Bayern<br />

und Österreich auch Germteig genannt.<br />

Gebildbrote werden zu religiösen und traditionellen<br />

Anlässen gebacken und variieren<br />

in Form und Teigarten. Weitere Schmankerl<br />

zur Osterzeit sind zum Beispiel Osterpinzen,<br />

Osterkipferl, Osterstriezel oder Osterreindlinge.<br />

Ein schöner Osterbrauch aus Österreich,<br />

der heute noch rege gepflegt wird, ist der<br />

Gotlback. Das Patenkind erhält von der<br />

‚Goti’, der Patentante, oder dem ‚Göt’, dem<br />

Paten onkel, den Gotlback. Das ist beispielsweise<br />

die Gotlbreze: eine große süße Breze<br />

aus Zopfteig mit Rosinen und Zuckerstreuseln.<br />

Außerdem sehr bekannt und häufig gebacken<br />

ist der Osterzopf. Die Zutaten sind<br />

ähnlich wie beim Osterbrot. Symbolisch<br />

stellt die geflochtene Form allerdings die<br />

Verflechtung von Gott und den Menschen<br />

dar.<br />

Das Rezept für einen traditionellen Osterzopf<br />

verrät Theo Hofherr, Patissier und<br />

Chef vom PURE Resort bzw. Restaurant 180°<br />

in Lermoos . Hofherr ist Koch und Bäcker aus<br />

Leidenschaft, der aus seinem Hobby einen<br />

Beruf gemacht hat: „Ich habe schon immer<br />

gern für Freunde und Familie gebacken<br />

und das Arbeiten mit Lebensmitteln habe<br />

ich stets gerne gemocht. Es bereitet mir<br />

nach wie vor viel Freude, wenn ich meinen<br />

Mitmenschen mit meinen Kreationen und<br />

Gerichten ein Lächeln ins Gesicht zaubern<br />

kann.“ Und das beweist er auch mit tollen<br />

Kreationen zur Osterzeit.<br />

Auf der Suche nach dem „Palmesel“<br />

In der Tiroler Zugspitz Arena sind die Osterbräuche<br />

von Familie zu Familie verschieden.<br />

Zum Palmsonntag gibt es üblicherweise<br />

aber dennoch einen ganz gemeinsamen und<br />

besonderen Brauch der Region. Palmzweige<br />

bzw. Palmlatten werden mit Bändern, Olivenzweigen<br />

und Gebäck, sogenannten<br />

„Palmbrezeln“, geschmückt und anschließend<br />

in der Kirche geweiht. Am Ende<br />

einer Prozession tragen junge Männer die<br />

geschmückten und verzierten Palmlatten in<br />

die Kirche und stellen sich dann gemeinsam<br />

mit diesen direkt hinter dem Altar auf. Und<br />

dann beginnt das „Kräftemessen“: Während<br />

der „Held“ des Palmsonntags derjenige mit<br />

dem größten Palmzweig ist, wird der junge<br />

Mann, der seinen Palmzweig versehentlich<br />

fallen lässt, zum „Palmesel“ ernannt. <br />

<br />

Irene Hülsermann<br />

Für Sie zum Nachbacken: der Osterzopf von<br />

Theo Hofherr, das Osterbrot von Judith Pfaff<br />

und das Osterlamm von Franz Krönner.<br />

Entdecke das echte Garmisch-Partenkirchen:<br />

Produkte unserer traditionellen Handwerker -<br />

ein Stück Heimat zum Verschenken.<br />

Es gibt viel zu entdecken:<br />

www.inser-hoamat.de


64<br />

FORSCHUNGSSTATION / 65<br />

Die Maus macht die Tür auf<br />

Blick hinter die Kulissen der Umweltforschungsstation auf der Zugspitze.<br />

Hoher Besuch im Schneefernerhaus<br />

auf der Zugspitze: Beim deutschlandweiten<br />

„Türöffner-Tag“ nahm<br />

einer der bekanntesten deutschen<br />

Fernsehstars die Klinke zur höchstgelegenen<br />

Umweltforschungsstation (UFS) Deutschlands<br />

in die Hand – die Maus. Gemeinsam<br />

mit ihr schauten rund 20 Kinder den Wissenschaftlern<br />

über die Schulter und beteiligten<br />

sich an Experimenten. Insgesamt hatten am<br />

3. Oktober <strong>2017</strong> mehr als 70.000 Kinder, die<br />

Reporter der „Sendung mit der Maus“ und<br />

die Maus bei 747 Veranstaltungen im ganzen<br />

Land einen Einblick in die Berufswelt der Erwachsenen<br />

bekommen.<br />

Auf der Zugspitze öffnete sich für sie unter<br />

anderem der Zugang zur historischen Station<br />

der Zahnradbahn, die heute nur noch vom<br />

English Summary<br />

A ‘high-level’ visit to the ‘Schneefernerhaus’,<br />

the environmental research<br />

station up on the Zugspitze: on 3 October<br />

this year, one of Germany’s most<br />

famous TV stars – the little orange<br />

mouse – was in attendance and joined<br />

by some 20 children who watched the<br />

scientists at work and themselves got<br />

involved in a range of experiments.<br />

Over the same day, the famous<br />

‘Sendung mit der Maus’ programme<br />

and 747 events throughout the country<br />

gave more than 70,000 young children<br />

an insight into adult working life. At<br />

the Zugspitze, they were also allowed<br />

to access the historic station of the<br />

cog railway, which today is otherwise<br />

only called at by the first works train<br />

in the mornings.<br />

Spannend: Besuch im Stollen<br />

Sensibel: Klimadaten im Blick<br />

Spaßig: Alle mal lächeln!<br />

ersten Arbeitszug am Morgen angefahren<br />

wird, der Mitarbeiter der UFS und anderer<br />

Gipfelbetriebe nach oben bringt. Spannend<br />

war auch die Erkundung des alten Verbindungsstollens<br />

zwischen Deutschland und<br />

Österreich, der unter dem Gipfelgrat hindurchführt:<br />

Mit Stirnlampen erkundeten die<br />

Kinder staunend den Weg durch den Fels.<br />

Wie sauber ist die Luft?<br />

„Das Schneefernerhaus bildet eine weltweit<br />

einzigartige Plattform für die dauerhafte<br />

Beobachtung physikalischer und chemischer<br />

Eigenschaften der Atmosphäre sowie die<br />

Analyse wetter- und klimawirksamer Prozesse<br />

– Grundlagen für die Beschreibung<br />

von Zustand und künftiger Entwicklung des<br />

weltweiten Klimas“, erklärte Dr. Inga Beck,<br />

die die Maus und ihr Gefolge begleitete.<br />

Auf der Dachterrasse und an den Mauern<br />

des ehemaligen Gipfelhotels sowie in der<br />

näheren Umgebung sind zahlreiche Messinstrumente<br />

von Universitäten und Forschungseinrichtungen<br />

montiert, darunter<br />

auch das Umweltbundesamt, der Deutsche<br />

Wetterdienst und das Deutsche Zentrum<br />

für Luft- und Raumfahrt. Die Maus und die<br />

Kinder erlebten ein perfektes Timing: Kaum<br />

öffnete sich die Tür ins Freie, setzte ein heftiger<br />

Schneesturm ein – Begeisterung pur,<br />

auch wenn beim Schneeballrollen die Hände<br />

ziemlich kalt wurden.<br />

An den Bildschirmen im Labor konnten die<br />

wissbegierigen Maus-Freunde anschließend<br />

gemeinsam mit ihrem Idol erkennen, wie<br />

sich der Motor einer normalen Schneefräse<br />

– und ihr eigener Atem! – bei der Kohlendioxidmessung<br />

in der Luft sofort bemerkbar<br />

machen. Ein Grund, warum das UFS-Team<br />

ausschließlich mit Elektromotoren betriebene<br />

Maschinen benutzt und aufs Rauchen<br />

verzichtet. Sonst würden die Messergebnisse<br />

verfälscht, die dazu dienen, Veränderungen<br />

im Klima aufzuspüren.<br />

<br />

<br />

Ulrich Pfaffenberger


66 / BIATHLON FÜR JEDERMANN 67<br />

English Summary<br />

Biathlet für einen Tag:<br />

langlaufen und schießen wie die Stars<br />

Im Biathlon- und Langlaufzentrum Kaltenbrunn können Urlauber die Trendsportart<br />

ausprobieren – genau da, wo die erfolgreichsten deutschen Biathletinnen trainieren.<br />

Hemmnisse gibt es keine,<br />

das können auch Rentner.<br />

Bernhard Kröll,<br />

Trainer Skigau Werdenfels<br />

A forerunner of the biathlon as we<br />

know it (a combination of cross-country<br />

skiing and rifle shooting) was already<br />

an event at the 1924 <strong>Winter</strong> Olympics.<br />

In its current form, the biathlon has<br />

been a men’s Olympic discipline since<br />

1960 and open to women since 1992. At<br />

the Kaltenbrunn biathlon and crosscountry<br />

skiing centre, holidaymakers<br />

can try out this increasingly popular<br />

sport in exactly the same place where<br />

Germany’s most successful biathletes<br />

train. Visitors can join in every Wednesday<br />

during the winter season from<br />

around 20 December to mid-March.<br />

You’ll need to be at the biathlon<br />

stadium in Kaltenbrunn (car parking<br />

is available at the railway station) at<br />

11 am and make sure to sign up by 5<br />

pm on the day before. Participation is<br />

limited to those aged 18 and above and<br />

costs €25 for 25 shots (small-bore), with<br />

extra shots costing €5 for five. Everyone<br />

must bring their own clothing and<br />

equipment, but the rifle and ammunition<br />

are provided at the shooting range.<br />

Auf Ski flitzen und bei Bedarf perfekt<br />

schießen – genau wie die<br />

Biathlonstars Magdalena Neuner,<br />

Miriam Gössner und Laura Dahlmeier.<br />

Vom Biathlon träumen viele, doch<br />

ab dem Erwachsenenalter ist es für den<br />

Einstieg in eine Biathlonkarriere zu spät. Ein<br />

bisschen kann dieser Traum aber doch noch<br />

wahr werden – in Kaltenbrunn, wo auch die<br />

Stars trainieren. Und das Schöne: „Biathlon<br />

für jedermann“ geht bis ins hohe Alter.<br />

„Hemmnisse gibt es eigentlich keine, das<br />

können auch noch Rentner“, betont Bernhard<br />

Kröll, der seit zwei Jahrzehnten im Skigau<br />

Werdenfels trainiert. „Wir führen selbst<br />

Langlauf-Neulinge, die noch nie ein Gewehr<br />

in der Hand hatten, an unseren Sport heran“,<br />

ergänzt er. Manche Teilnehmer verzichten<br />

sogar auf den Langlauf, trainieren nur das<br />

Schießen im Stehen und Liegen. Wer sicher<br />

auf Ski unterwegs ist und/oder Schießerfahrung<br />

mitbringt, lernt, beides zu kombinieren<br />

und zu verbessern. „Die Gruppen sind<br />

klein genug“, betont Kröll, „so können wir<br />

jedem auch eine ausführliche Einweisung<br />

mitgeben. Themen sind die Wurzeln des Biathlons,<br />

der Umgang mit dem Gewehr und<br />

Sicherheitsaspekte.“<br />

Aha-Effekte inklusive<br />

„Der Biathlon für jedermann hat immer<br />

Aha-Effekte“, berichtet Kröll. „Zum Beispiel<br />

wundern sich viele, dass die Atemtechnik<br />

so wichtig für das Schießen ist.“ Beim Ausatmen<br />

gilt es, nach zwei Dritteln innezuhalten<br />

und dann erst den Schuss abzusetzen.<br />

„Der Körper kommt dadurch in einen Ruhezustand“,<br />

weiß Kröll. Das ist wichtig, denn<br />

Biathlon:<br />

Kommt aus dem Griechischen,<br />

Bedeutung: zwei Wettbewerbe.<br />

Schon im Kampf der Nordnorweger<br />

gegen die Wikinger soll Skifahren in<br />

Kombination mit Schießen eine Rolle<br />

gespielt haben.<br />

Auch auf der Jagd in Skandinavien hat<br />

sich die Kombination von Ski fahren<br />

und Schießen seit Jahrhunderten<br />

bewährt.<br />

Biathlon als Wettkampfsport ist<br />

genau 250 Jahre alt: 1767 gab es ein<br />

erstes Turnier darin zwischen zwei<br />

norwegischen Wachbataillonen.<br />

Ein Vorläufer des Biathlons, wie wir<br />

ihn heute kennen, war schon Teil der<br />

Olympischen <strong>Winter</strong>spiele 1924.<br />

Biathlon im jetzigen Sinne ist seit<br />

1960 eine olympische Disziplin für<br />

Herren, seit 1992 auch für Damen.<br />

Erfolgreiche deutsche Biathleten,<br />

allen voran Michael Greis, Uschi Disl,<br />

Kati Wilhelm, Martina Beck, Magdalena<br />

Neuner, Miriam Gössner und<br />

Laura Dahlmeier, machten den Sport<br />

hierzulande immer beliebter.<br />

auf 50 Meter Abstand sieht die Scheibe mit<br />

ihren 11,5 Zentimetern beim Stehendschießen<br />

bzw. 4,5 Zentimetern beim Liegendschießen<br />

winzig aus. Kröll lacht: „Hinterher<br />

weiß dann jeder, warum bei den TV-Übertragungen<br />

so viele Profis daneben schießen<br />

und Strafrunden laufen müssen.“<br />

Wer selbst Profi-Biathlet werden will,<br />

braucht unterschiedlichste Talente. Körperliche<br />

Fitness, gute Augen, Selbstkontrolle,<br />

Konzentrationsfähigkeit und Ehrgeiz dürfen<br />

nicht fehlen. „Kinder, die sich dafür interessieren,<br />

sollten zuerst ganz sicher langlaufen<br />

können“, empfiehlt der Trainer. Talente sollten<br />

spätestens nach dem Grundschulalter<br />

mit dem Schießen anfangen – „je früher,<br />

desto besser“, so Kröll. Spätestens mit 16<br />

ist es dann Zeit für das tägliche Training.<br />

Im jungen Erwachsenenalter zeigt sich, wer<br />

motiviert und gut genug ist für eine Karriere<br />

im Biathlon – und wer sich besser auf das<br />

Langlaufen oder das Schießen konzentriert<br />

bzw. beide als Hobby fortführt.<br />

Aus dem Ehrenamt wurde ein Beruf<br />

Der Trainer selbst kam nach der Schule als<br />

Profi beim Zoll-Skiteam unter und brachte so<br />

Beruf und Profisport unter einen Hut. Mit 21<br />

beendete er seine Profikarriere und arbeitete<br />

fortan im Zolldienst sowie in der Freizeit<br />

ehrenamtlich als Trainer. Das lief bald so gut,<br />

dass aus dem Ehrenamt sein neuer Beruf<br />

wurde. Magdalena Neuner kam elfjährig<br />

zu ihm in die Trainingsgruppe Werdenfels,<br />

auch Miriam Gössner und Laura Dahlmeier<br />

trainieren bei ihm. „Aktuell betreuen meine<br />

Co-Trainer und ich 17 Profis und 18 Sportler<br />

aus dem Stützpunktteam, die noch zur<br />

Schule gehen“, berichtet Kröll. „Wenn ein<br />

Nachwuchssportler deutscher Jugendmeister<br />

wird, ist das für mich genauso toll wie ein<br />

Olympiasieg eines Profis.“<br />

Beim Schießen ist die richtige<br />

Atemtechnik entscheidend.<br />

Und wie ist das mit den Anfängern, die<br />

den „Biathlon für jedermann“ buchen? „Ich<br />

sehe, wie viel Spaß alle haben – ob jemand<br />

ein völliger Anfänger am Gewehr ist oder<br />

aber ein pensionierter Soldat. Alle gewinnen<br />

neuen Respekt für unsere Profisportler. Und<br />

sie fahren heim und sehen die Übertragungen<br />

der Wettkämpfe mit anderen Augen: Genau<br />

hier habe ich auch schon trainiert! Und:<br />

Das hab ich auch schon ausprobiert.“ <br />

<br />

Petra Plaum<br />

Biathlon für jedermann<br />

Wann: jeden Mittwoch (außer an<br />

Feiertagen) in der <strong>Winter</strong>saison von ca.<br />

20. Dezember bis Mitte März. Beginn ist<br />

jeweils um 11:00 Uhr, Anmeldung am<br />

Vortrag bis 17:00 Uhr nötig.<br />

Wo: Kaltenbrunn, Biathlonstadion, Parkmöglichkeit:<br />

DB Bahnhof, Kaltenbrunn<br />

Wer: alle ab 18 Jahren<br />

Veranstalter:<br />

Skigau Werdenfels e.V. – Biathlon<br />

Information: Alfred Kröll<br />

+49 8825 362<br />

info@haus-alfred.de<br />

Herbert Mayer<br />

+49 8823 1395<br />

mayer-mittenwald@t-online.de<br />

Kosten: 25,00 Euro für 25 Schuss Munition<br />

(Kleinkaliber), Nachkauf 5 Schuss<br />

5,00 Euro<br />

Ausrüstung: Langlaufausrüstung muss<br />

vom Teilnehmer mitgebracht werden,<br />

Gewehr und Munition gibt es am Schießstand.<br />

Anmeldung: Tourist Information<br />

Garmisch-Partenkirchen<br />

Richard-Strauss-Platz 2<br />

82467 Garmisch-Partenkirchen<br />

+49 8821 180 700<br />

tourist-info@gapa.de<br />

www.gapa.de


68 / VERANSTALTUNGEN<br />

69<br />

Grainau<br />

Tiroler Zugspitz Arena<br />

Highlights<br />

DEZEMBER<br />

17. Dezember <strong>2017</strong><br />

Christkindlmarkt im Musikpavillon<br />

19./26. Dezember <strong>2017</strong><br />

Geführte Schneeschuhwanderung<br />

25. Dezember <strong>2017</strong><br />

Gäste-Eisstockschießen, Natureisplatz<br />

27. Dezember <strong>2017</strong><br />

Alpenländisches Weihnachtssingen<br />

in der kath. Pfarrkirche<br />

27. Dezember <strong>2017</strong><br />

Fackelwanderung<br />

JANUAR<br />

1./8./29. Januar <strong>2018</strong><br />

Gäste-Eisstockschießen, Natureisplatz<br />

2./9./16./23./30. Januar <strong>2018</strong><br />

Geführte Schneeschuhwanderung<br />

3. Januar <strong>2018</strong><br />

Fackelwanderung<br />

FEBRUAR<br />

1.-13. Februar <strong>2018</strong><br />

Grainauer Fosenacht – Faschingstreiben<br />

im gesamten Werdenfelser Land<br />

5./12./19./26. Februar <strong>2018</strong><br />

Gäste-Eisstockschießen, Natureisplatz<br />

6./13./20./27. Februar <strong>2018</strong><br />

Geführte Schneeschuhwanderung<br />

7./14./21./28. Februar <strong>2018</strong><br />

Fackelwanderung<br />

MÄRZ<br />

6./13./20./27. März <strong>2018</strong><br />

Geführte Schneeschuhwanderung<br />

7./14. März <strong>2018</strong><br />

Fackelwanderung<br />

APRIL<br />

2. April <strong>2018</strong><br />

Lustiges Ostereiersuchen, Veranstalter<br />

Grainau Aktiv e.V.<br />

Grainauer Schneefest<br />

Am 29. Dezember <strong>2017</strong> ab 15:00 Uhr findet<br />

das Grainauer Schneefest im Grainauer<br />

Musikpavillon statt. Freuen können Sie sich<br />

auf beste Stimmung, Unterhaltung und<br />

zünftige Musik.<br />

Zu dem bunten Programm des Grainauer<br />

Schneefestes gehören Einlagen der Grainauer<br />

Goaßlschnoizer, Holzschneidewettbewerb,<br />

eine große Tombola, Kinderecke,<br />

Pferdekutsch- bzw. Pferdeschlittenfahrten.<br />

Kulinarisch verwöhnt wird man an der<br />

beliebten Schneebar mit verschiedensten<br />

Getränken, Kaffee und Glühwein. Dazu gibt<br />

es Grillschmankerl, Schupfnudeln, Topfennudeln, Crêpes, Pommes frites und vieles mehr.<br />

Der Eintritt ist frei. Das Schneefest findet bei jedem Wetter statt.<br />

Konzerte der Grainauer Musikkapelle<br />

Grainauer Fasching<br />

Auf geht‘s zum Fasching in Grainau: Die typische und<br />

historische Werdenfelser Fosenacht am Unsinnigen Donnerstag<br />

(8. Februar <strong>2018</strong>) und am Faschingsdienstag<br />

(13. Februar <strong>2018</strong>) wird in Grainau noch richtig gelebt.<br />

Zum Faschingstreiben gehören die Schellenrührer,<br />

Hexen, Untersberger Mandln, Bärentreiber und natürlich<br />

auch eine zünftige Maschkera Musi!<br />

Termine<br />

Alle Termine in Grainau unter<br />

www.grainau.de/de/<br />

veranstaltungen/veranstaltungskalender<br />

Grainau lädt herzlich zum Neujahrskonzert am<br />

2. Januar <strong>2018</strong> um 20:00 Uhr ins Grainauer Kurhaus<br />

ein. Unter der musikalischen Leitung von<br />

Leszek Zebura wird ein traditionell abwechslungsreiches<br />

Programm an flotten Märschen und<br />

Polkas, schwungvollen Walzern, virtuosen Solis<br />

und sinfonischen Blasmusikwerken geboten.<br />

Gleichermaßen einen Besuch wert ist außerdem<br />

das beliebte Osterkonzert am Ostermontag,<br />

2. April <strong>2018</strong>, um 20:00 Uhr im Kurhaus.<br />

English Summary<br />

All events in Grainau, with dates<br />

and times, at<br />

www.grainau.de/en/events/calendar-of-events<br />

Weihnachtsmarkt am Kirchplatz<br />

Alljährlich kurz vor den Weihnachtsfeiertagen zeigt sich der<br />

Kirchplatz in Lermoos feierlich geschmückt und lädt zum<br />

Weihnachtsmarkt – heuer am 15. und 16. Dezember <strong>2017</strong>.<br />

Regionale Produkte werden zu einer Geschenkidee auf<br />

die fast letzte Minute. Und natürlich gibt es auch allerlei<br />

festliche Leckereien, Punsch und Glühwein.<br />

Schlager-Open-Air<br />

Bereits zum fünften Mal wird die<br />

Ehrwalder Alm zum Schlager-Mekka. Am<br />

18. März <strong>2018</strong> erwartet die Fans auf der Terrasse<br />

des Tirolerhauses ein hochkarätiges<br />

Programm. Matthias Reim, Francine Jordi,<br />

Marco Ventre & Band und Allessa werden<br />

für Stimmung sorgen. Und ein atemberaubendes<br />

Bergpanorama gibt’s auch<br />

noch dazu.<br />

Termine<br />

Alle Termine in der Tiroler Zugspitz Arena<br />

unter<br />

zugspitzarena.com/de/news-events/<br />

veranstaltungskalender<br />

Bärige <strong>Winter</strong>woche<br />

Eine ganze Woche lang wartet Berwang mit einem<br />

abwechslungsreichen Programm auf. Unter anderem<br />

gibt es eine kulinarische Reise, romantische Fackelwanderung,<br />

Skisafari und vieles mehr zu erleben. Die Bärige<br />

<strong>Winter</strong>woche findet vom 11. bis 18. März <strong>2018</strong> statt.<br />

English Summary<br />

All events in the Tyrol Zugspitz Arena,<br />

with dates and times, at<br />

www.zugspitzarea.com/en/newsevents/event-calendar<br />

Events<br />

REGELMÄSSIGE EVENTS WINTER <strong>2017</strong>/18<br />

Jeden Montag<br />

Flutlicht-Skishow in Lermoos<br />

Freestyler springen durch Feuerreifen oder<br />

fahren in Formationen den Hang hinab<br />

Jeden Dienstag<br />

Nachtrodeln auf der Talabfahrt der<br />

Ehrwalder Alm<br />

Mit Vollgas auf Schlitten oder Zipfelbob<br />

geht es die Piste runter<br />

Flutlicht-Skishow in Berwang<br />

Snow-Show und Romantik unter dem<br />

Sternenhimmel mit der Skischule Berwang<br />

Jeden Mittwoch<br />

Seilbahn-Technikführung in Lermoos<br />

alle Infos an den Seilbahnkassen der Grubigsteinbahn,<br />

Anmeldung erforderlich<br />

Nachtskilauf in Lermoos<br />

ein besonderes Erlebnis für Pistenfreunde<br />

Skitouren- und Rodelabend auf der<br />

Gamsalm/Ehrwald<br />

mit Livemusik<br />

Jeden Donnerstag<br />

First Track im Skigebiet Lermoos<br />

unversehrte Pisten für Frühaufsteher<br />

Tourenabend der W1-Skilounge<br />

in Ehrwald<br />

Nachtskilauf und Nachtrodeln<br />

in Berwang<br />

ein besonderes Erlebnis für Pistenfreunde<br />

Jeden Freitag<br />

Funsport- und Rodelabend<br />

in Biberwier<br />

Funsportgeräte zum Ausprobieren<br />

Nachtrodeln auf der Talabfahrt<br />

der Ehrwalder Alm<br />

nächtlicher Rodelspaß<br />

Täglich, 16:30 Uhr<br />

Pistenbully-Copilot im Skigebiet<br />

Lermoos und Biberwier<br />

gleich reservieren und neben dem<br />

„Bully-Rider“ Platz nehmen


70 / VERANSTALTUNGEN<br />

71<br />

Garmisch-Partenkirchen<br />

Highlights<br />

NOVEMBER<br />

25. November bis 23. Dezember <strong>2017</strong><br />

Christkindlmarkt Garmisch<br />

Adventsmusik, Krippenschau und Pferdeschlitten<br />

sorgen für Adventsstimmung, kulinarische<br />

Köstlichkeiten verwöhnen die Sinne<br />

DEZEMBER<br />

15./16./17. Dezember <strong>2017</strong><br />

Werdenfelser Krippenspiel<br />

Der Verein der Werdenfelser Krippenfreunde<br />

führt eine Neuinszenierung des „Werdenfelser<br />

Krippenspiels“ von Otto Blümel auf<br />

<strong>Winter</strong>zauber am Mohrenplatz<br />

Rein in die Schlittschuhe und schon können<br />

Groß und Klein, Gäste und Einheimische<br />

rasant über das Eis fegen. Die künstliche<br />

Eisfläche am Mohrenplatz lädt vom<br />

2. Dezember <strong>2017</strong> bis 7. Januar <strong>2018</strong> zu<br />

künstlerischen Pirouetten und romantischen<br />

Runden, Hand in Hand zu zweit, ein.<br />

Für eine Stärkung zwischen den Schwüngen<br />

auf dem Eis sorgen kleine Buden, die<br />

am Rande der 15 mal 18 Meter großen<br />

Fläche aufgebaut sind.<br />

Öffnungszeiten der Eisbahn von 12.00 bis<br />

20:00 Uhr. Die Schmankerlhütten sind von<br />

12:00 bis 21:00 geöffnet.<br />

Wer keine Schlittschuhe im Gepäck hat,<br />

kann sich gegen geringe Gebühr ein Paar<br />

ausleihen.<br />

www.mohrenplatz-garmisch.de<br />

bergbaHNeN LermooS/biberWier 1.000 - 2.100m<br />

tiPP!<br />

GUTSCHEINWELT AUF<br />

www.bergbahnen-langes.at<br />

WWW.bergbaHNeN-LaNgeS.at<br />

Ski- & WiNtererLebNiS // auSSiCHtSberge // ParagLeiteN // WaNDerN // bikeN // SommerroDeLN // FuNSPort<br />

27. Dezember bis 5. Januar <strong>2018</strong><br />

Hüttenzauber in Partenkirchen<br />

Genießen Sie mit Glühwein und Schmankerln<br />

das Flair rund um den Kirchplatz in der<br />

Ludwigstraße in Partenkirchen<br />

31. Dezember <strong>2017</strong><br />

Silvesterball des Volkstrachtenvereins<br />

Garmisch<br />

Beginn des neuen Jahres in einmaliger<br />

Atmosphäre: traditionell und authentisch<br />

21. City-Biathlon<br />

Ein ganz besonderes Erlebnis für Sportler und Fans:<br />

Der Skiclub Garmisch richtet diesen Biathlonwettkampf<br />

für Weltklasseathleten durch die Fußgängerzone von<br />

Garmisch aus. Sport und Unterhaltung für Gäste und<br />

Einheimische sind am 30. Dezember <strong>2017</strong> garantiert.<br />

Einfach ab 17:00 Uhr mit anfeuern!<br />

www.skiclub-garmisch.de<br />

JANUAR<br />

1. Januar <strong>2018</strong><br />

Neujahrsskispringen im Rahmen der<br />

Internationalen Vierschanzentournee<br />

Das zweite Springen der Vierschanzentournee<br />

auf der großen Olympiaschanze<br />

27./28. Januar <strong>2018</strong>, 3./4. Februar <strong>2018</strong><br />

Audi FIS Alpiner Ski Weltcup<br />

Abfahrt und Riesenslalom der Herren sowie<br />

Sprintabfahrt und Abfahrt der Damen auf<br />

der legendären Kandahar<br />

FEBRUAR<br />

49. Hornschlittenrennen<br />

Auf der 1,2 Kilometer langen Rennstrecke kämpfen<br />

am 6. Januar <strong>2018</strong> mutige Männer und Frauen um die<br />

Baye rische Hornschlittenmeisterschaft. In Viererteams<br />

geht es mit bis zu 100 Stundenkilometer den Berg hinunter.<br />

Start ist an der Partnachalm. Der Weg führt die<br />

Teilnehmer über den „Hohen Weg“ bis zum Vereinsheim<br />

des Hornschlittenvereins Partenkirchen in der Wildenau.<br />

www.hornschlitten.de<br />

Termine<br />

English Summary<br />

// 13 Seilbahnen und Lifte // 40 Pistenkilometer // 2,4 km <strong>Winter</strong>-Naturrodelbahn<br />

// FamiLieNSkigebiet biberWier mit der eindeutig schönsten anfängerpiste der region<br />

// FuNPark und permanente rennstrecke am PLatteNSteigLiFt LermooS<br />

// gruPPeNaNgebote, bus-Parkplatzreservierungen und telefonische<br />

kartenvorbestellung bereits ab 15 Personen<br />

// mautFrei über autobahn garmisch und Füssen/reutte<br />

// WiNterbetrieb vom 08. Dezember <strong>2017</strong> bis 08. april <strong>2018</strong><br />

8. bis 13. Februar <strong>2018</strong><br />

Fosenacht im Werdenfelser Land<br />

Maschkera raunzen durch die Straßen und<br />

Gassen Garmisch-Partenkirchens<br />

Alle Termine in Garmisch-Partenkirchen<br />

unter<br />

www.gapa.de/de/Aktuelles-Termine/<br />

veranstaltungskalender<br />

All events in Garmisch-Partenkirchen,<br />

with dates and times, at<br />

www.gapa.de/de/aktuelles-termine/veranstaltungskalender<br />

// Sommerbetrieb vom 10. mai bis 04. November <strong>2018</strong><br />

BERGLIFTE GISELHER LANGES GESMBH & COKG<br />

A-6631 LERMOOS // TELEFON + 43 0 5673 2323<br />

www.bergbahnen-langes.at


72 / XXXX<br />

Tarifstand: August <strong>2017</strong><br />

Regio-Ticket<br />

Werdenfels<br />

8,80<br />

Euro/Person<br />

Bei 5 Personen<br />

1 Tag,<br />

beliebig viele<br />

Fahrten<br />

Mit dem Regio-Ticket Werdenfels nach München.<br />

Einen Tag lang für bis zu 5 Personen. Nur 20 Euro für eine Person plus 6 Euro je Mitfahrer.<br />

Das Regio-Ticket Werdenfels gilt zusätzlich in allen S-Bahnen des Münchner Verkehrs- und<br />

Tarifverbundes (MVV) und in den Regionalzügen der DB im Münchner S-Bahn-Bereich.<br />

Jetzt am Fahrkartenautomaten oder auf bahn.de

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