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Kaleidoskop 2017-2018

Aus dem bunten Alltag der Zinzendorfschulen

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Königsfelder<br />

KALEIDOSKOP<br />

Aus dem bunten Alltag der<br />

Zinzendorfschulen<br />

Schuljahr<br />

<strong>2017</strong> – <strong>2018</strong><br />

1


Inhalt:<br />

Inhalt:<br />

Abschied, Beginn, Personalien 6<br />

Herzlich willkommen<br />

Dank für treue Dienste<br />

Glückliche Absolventen<br />

Kultur an der Schule 23<br />

Teamwork bei Solara-Unterführung<br />

Spannende Mischung von Musik aus vielen Jahrhunderten<br />

Schillerndes Schulkonzert: Chöre und Blasorchester in Bestform<br />

Denkanstöße durch Kunst und Musik<br />

»Die Kinder von Girouan« begeistern im Kirchensaal<br />

Kunst am Stuhl<br />

Schulart- und klassenübergreifende Installation »Wir sagen nein«<br />

Vom Fluch der Karibik bis zur Zauberflöte<br />

Manga-AG erweitert den Horizont<br />

Hüte, Yachten und schnelle Autos<br />

Wer rettet das Märchenmuseum?<br />

Lernort Schule 38<br />

Multikulturelles Kochen im Jugendhaus K3<br />

Interkulturelle Kompetenz vermittelt<br />

Schokolade ja - aber bitte fair gehandelt<br />

Schüler lernen, Energie zu sparen<br />

Exkursion zum Gedenkpfad Eckerwald<br />

Mit Zivilcourage gegen Extremismus<br />

Elftklässler treffen Landtagspräsidentin<br />

Auslandspraktika für angehende Erzieher<br />

Einblicke in die Arbeit der Beratungsstellen<br />

Das Lernen lernen – spannender Abend für Eltern<br />

Begegnung mit dem Islam wirbt für Frieden<br />

Before I die – Auseinandersetzung mit dem eigenen Tod<br />

Lizenz zum Philosophieren<br />

Interreligiöser Fachtag für angehende Erzieher<br />

Vielseitige Ausbildung der angehenden Erzieher<br />

Spaß und Erfolg beim Tag der Mathematik<br />

Prävention findet zuerst in der Familie statt<br />

Gelungene Berufsfindungsmesse JOBwärts!<br />

Neues Schulfach Wirtschaft/Berufs- und Studienorientierung (WBS)<br />

Leckere Früchte für Bildung in Westafrika<br />

Weihnachtsmarktstand zugunsten der Missionshilfe<br />

Sanierungsarbeiten verbessern Brandschutz und Energiebilanz<br />

Schule 3.0 63<br />

Zinzendorfschulen blicken in die digitale Zukunft<br />

Schüler testen Tablet-Unterricht<br />

Die Do‘s und Dont‘s bei WhatsApp & Co.: Hacker gibt Tipps<br />

Smartphones: Infoabend für Eltern<br />

Wirtschaftsgymnasium lehrt SAP-Software<br />

Kurz gemeldet 67<br />

Medienecho 75<br />

SWR dreht an den Zinzendorfschulen<br />

Spiel & Sport 78<br />

Kunterbuntes Schulfest bei strahlendem Sonnenschein<br />

Starkes Schul-Team beim Villinger Stadtlauf<br />

Ängste überwinden und Talente einbringen<br />

Blick in die Zukunft bei Unterstufenparty<br />

US-Studenten zeigen Kickball, Baseball, Frisbee und Flag Football<br />

Besondere Leistungen 84<br />

Erster Preis beim Schülerwettbewerb des Landtags für Katharina<br />

Vier Goldmedaillen für Alexander und Anna<br />

MachMit!Award für Lisa Schnotz<br />

Schüler beim Neujahrsempfang geehrt<br />

Schulen unterwegs 88<br />

Paddeln auf dem Ebro<br />

Wettstreit mit Blasrohr<br />

Wellenreiten in Casablanca<br />

Schüleraustausch mit England in Vorbereitung<br />

Ceili-Tanzen auf der Grünen Insel<br />

Zu Gast an den Schulen 93<br />

Prinz Asfa-Wossen Asserate spricht über Afrika<br />

Besuch aus Tansania<br />

Austausch unter Kollegen<br />

Zaubershow mit Botschaft<br />

Ressourcenverteilung für Freie Schulen nicht optimal<br />

»Krieg ist Mist« – Zeitzeugen berichten<br />

Freunde und Förderer 102<br />

Damals 104<br />

25. Klassentreffen der A des Abi-Jahrgangs 1958<br />

Namen und Nachrichten 106<br />

Impressum 107<br />

2 3


Grußwort<br />

Jahreslosung 2019:<br />

»Gott spricht: Suche Frieden<br />

und jage ihm nach!“<br />

Psalm 34,15<br />

Liebe Leserin, lieber Leser,<br />

den Slogan »Mehr als Schule!« haben sich die Zinzendorfschulen auf<br />

die Fahnen geschrieben. Auch im Schuljahr <strong>2017</strong>/18 haben wir ihn<br />

mit verschiedensten Aktionen und Veranstaltungen umgesetzt.<br />

Natürlich zunächst einmal mit unserem Internat. Es ist eines der<br />

wenigen in Deutschland, das Schülerinnen und Schülern aller<br />

Schularten offen steht und dessen junge Bewohner gemeinsam mit<br />

den externen Schülern eine Gemeinschaft bilden, die weit über den<br />

alltäglichen Unterricht hinausreicht.<br />

Dieses »Mehr« wird an vielen Stellen deutlich - sei es bei den Stillen<br />

Fünf Minuten, mit denen jeder Schultag beginnt, oder mit den verschiedenen<br />

Arbeitsgemeinschaften. Sei es mit den äußeren Gegebenheiten<br />

wie den stets sorgfältig gepflegten Gebäuden und Parks<br />

oder mit den Gottesdiensten. Soziales und ökologisches Engagement<br />

gehört ebenso dazu wie die Digitalisierung.<br />

Zur Schulgemeinschaft zählen natürlich auch die Lehrer und die<br />

Eltern. Auch ihnen bieten wir zahlreiche Gelegenheiten sich fortzubilden,<br />

zu reflektieren und Teil des Ganzen zu sein.<br />

Das vorliegende Magazin bietet Ihnen einen kleinen Einblick, wie wir<br />

das Motto »Mehr als Schule!« im vergangenen Schuljahr mit Leben<br />

gefüllt haben.<br />

Viel Freude bei der Lektüre wünschen Ihnen<br />

Johannes Treude<br />

Schulleiter<br />

Tobias Banholzer<br />

Verwaltungsleiter<br />

4<br />

5


Herzlich willkommen<br />

Michaela Bur am Orde<br />

Herzlich willkommen<br />

6<br />

Arbeitsfeld<br />

Bildende Kunst / Englisch<br />

Geburtsort<br />

Spaichingen<br />

Beruflicher Werdegang<br />

Nach dem Studium: leidenschaftliche Mutter<br />

und Referendarin.<br />

Wie sind Sie an die Zinzendorfschulen<br />

gekommen?<br />

Da wir in Burgberg wohnen lag es sehr<br />

nahe, sich die Zinzendorfschulen genauer<br />

anzuschauen. Ich war sofort von den tollen<br />

Kunstateliers angetan und hatte dann sehr<br />

großes Glück, einen Referendariatsplatz an<br />

der Schule zu erhalten.<br />

Enthalten Ihre bisherigen Eindrücke von<br />

den Zinzendorfschulen und von Königsfeld<br />

Überraschungen?<br />

Die Schule ist ja recht groß und gleicht<br />

mit den vielen Gebäuden einem Campus.<br />

Daher war ich überrascht, wie herzlich hier<br />

alle miteinander umgehen. Jeder kennt und<br />

hilft jedem. Das finde ich total schön<br />

Worauf freuen Sie sich am meisten bei<br />

Ihrer neuen Aufgabe und was bereitet<br />

Ihnen am meisten Kopfzerbrechen?<br />

Im Referendariat hat man neben der Schule<br />

noch so viele andere Dinge im Kopf, muss<br />

Prüfungen absolvieren und wird bewertet.<br />

Jetzt, da dieser Druck weg ist, freue ich mich<br />

darauf, einfach mal<br />

Lehrerin zu sein und<br />

mich voll und ganz auf<br />

das Schulleben konzentrieren<br />

zu können.<br />

Ich bin kein Mensch, der sich im Vorfeld<br />

Kopfzerbrechen über eventuelle Probleme<br />

macht. Außerdem habe ich in den letzten<br />

eineinhalb Jahren hier an der Schule so<br />

viel großartige Unterstützung bekommen,<br />

dass ich mich nicht alleine fühle, sondern<br />

weiß, dass man hier immer ein offenes Ohr<br />

füreinander hat.<br />

Warum sind Sie Lehrerin geworden?<br />

Lehrerin zu sein ist nie langweilig; es fordert<br />

einen heraus, man lernt sehr viel über<br />

seine Mitmenschen und über sich selbst.<br />

Man kommt an die eigenen Grenzen und es<br />

gibt jeden Tag so viele schöne, lustige und<br />

bereichernde Momente, die diesen Beruf<br />

wirklich toll machen.<br />

Was ist das Wichtigste, das Sie in der<br />

Schule gelernt haben?<br />

Für meine Ziele und die Dinge, die mich<br />

glücklich machen zu arbeiten und nicht<br />

aufzugeben. Ich habe in Kunst immer<br />

sehr viel gearbeitet und auch viele unzählige<br />

Nachtschichten eingelegt, weil ich so<br />

motiviert war und mich die Kunst absolut<br />

glücklich gemacht hat. Als es aber aufs Abi<br />

zuging, zweifelte ich daran, ob ich Kunst<br />

wirklich vierstündig belegen sollte, da ich<br />

wusste, ich würde noch viel mehr für die<br />

Kunst geben und wahrscheinlich kaum<br />

mehr Schlaf abbekommen. Mein Plan war<br />

es deshalb, Chemie und Physik zu wählen.<br />

Fächer, in denen ich eine ziemliche Niete<br />

bin... Zum Glück redete mir mein damaliger<br />

Kunstlehrer ins Gewissen. Ich belegte<br />

Kunst, schlief kaum, aber Kunst war nunmal<br />

genau das, was mich erfüllte. So wäre ich<br />

um ein Haar vermutlich keine Kunstlehrerin<br />

geworden.<br />

Ach ja, und was ich noch gelernt habe:<br />

Sich bei wichtigen Formularen immer die<br />

Rückseite anzuschauen - die habe ich beim<br />

Mathe-Abi nämlich übersehen... Ich hab`s<br />

zum Glück trotzdem geschafft.<br />

Und was möchten Sie Ihren Schülern auf<br />

den Weg geben?<br />

Genau das. Im Leben das zu machen, was<br />

einen glücklich macht und erfüllt - auch<br />

wenn es vielleicht mit viel Arbeit verbunden<br />

ist oder unerreichbar erscheint. Hätte<br />

ich damals nicht Kunst gewählt, wäre alles<br />

vielleicht anders verlaufen und ich würde<br />

ständig denken: Hätte ich es nur versucht.<br />

Was machen Sie in Ihrer Freizeit?<br />

Am liebsten verbringe ich Zeit mit meiner<br />

Familie, sie ist für mich das Allerwichtigste.<br />

Außerdem reise ich gerne, vor allem mit<br />

unserem T2 Bulli. Und ich bin sehr gerne<br />

draußen - egal ob bei unseren Schafen, mit<br />

unserem Hund oder im Gartenhaus unserer<br />

Tochter.<br />

Welches Buch lesen Sie gerade?<br />

"Der Hundertjährige, der zurückkam, um<br />

die Welt zu retten" von Jonas Jonasson.<br />

Zum Schluss zwei Schülerfragen:<br />

Was würden Sie tun, wenn Sie einen Tag<br />

lang unsichtbar wären?<br />

Ich würde mich in sämtliche Kunstmuseen<br />

schleichen und mir nachts alles in Ruhe<br />

anschauen.<br />

Welches Tier wären Sie gerne und<br />

warum?<br />

Ich wäre gerne eine Ente. Das finden viele<br />

lustig, aber ich fände es spitze. Enten können<br />

so ziemlich alles: schwimmen, tauchen,<br />

laufen und fliegen (Anm. d. Red: und dirigieren,<br />

siehe Foto). Das muss man ihnen<br />

erstmal nachmachen.


Herzlich willkommen<br />

Sarah Stoiber<br />

Herzlich willkommen<br />

8<br />

Melanie Oesch<br />

Arbeitsfeld<br />

Erzieherin im Haus<br />

Früauf<br />

Geburtsort<br />

Luxemburg<br />

Beruflicher Werdegang<br />

Ich habe eine Ausbildung<br />

zur Sozialassistentin<br />

gemacht. Von<br />

2012 bis 2013 bin ich<br />

ein Jahr nach Kenia<br />

gegangen, um ein IJFD<br />

zu machen. Danach habe ich mein Studium<br />

Soziale Arbeit B.A begonnen. Während meines<br />

Studiums habe ich in einem Obdachlosencafe<br />

gearbeitet.<br />

Wie sind Sie an die Zinzendorfschulen<br />

gekommen?<br />

Durch eine Stellenausschreibung im Internet.<br />

Enthalten Ihre bisherigen Eindrücke von<br />

den Zinzendorfschulen und von Königsfeld<br />

Überraschungen?<br />

Als Erzieherin im Internat erlebt man jeden<br />

Tag kleine oder große Überraschungen, das<br />

macht den Beruf so spannend.<br />

Worauf freuen Sie sich am meisten bei<br />

Ihrer neuen Aufgabe und was bereitet<br />

Ihnen am meisten Kopfzerbrechen?<br />

Mir gefällt die Arbeit im Internat, weil sie<br />

sehr abwechslungsreich und vielseitig ist.<br />

Kein Tag ist wie der andere und das macht<br />

mir Spaß. Seit Tagen zerbreche ich mir den<br />

Kopf über die letzten zwei Fragen.<br />

Warum sind Sie Erzieherin geworden?<br />

Es war schon immer mein Wunsch, mit Kindern<br />

und Jugendlichen zu arbeiten.<br />

Was ist das Wichtigste, das Sie in der<br />

Schule gelernt haben?<br />

Dass ich nicht für meine Eltern oder meine<br />

Lehrer lerne, sondern für mich.<br />

Und was möchten Sie Ihren Schülern auf<br />

den Weg geben?<br />

Selbstvertrauen.<br />

Was machen Sie in Ihrer Freizeit?<br />

Ich mache sehr viel Sport und fahre gerne<br />

Motorrad.<br />

Welches Buch lesen Sie gerade?<br />

Ich höre sehr gerne Krimi- Hörbücher.<br />

Zum Schluss zwei Schülerfragen:<br />

Was würden Sie tun, wenn Sie einen Tag<br />

lang unsichtbar wären?<br />

Den ganzen Tag Motorrad fahren und jedem<br />

Blitzer nett zuwinken.<br />

Welches Tier wären Sie gerne und<br />

warum?<br />

Hätte man mich das in meiner Kindheit gefragt,<br />

wären es kleine Krebstiere gewesen,<br />

die fand ich früher sehr spannend. Heute<br />

mag ich eher große Tiere aber ein richtiges<br />

Lieblingstier habe ich nicht. Deswegen entscheide<br />

ich mich für ein Kuscheltier.<br />

Arbeitsfeld<br />

Betreuerin im Haus Früauf<br />

Geburtsort<br />

Schramberg<br />

Beruflicher Werdegang<br />

Ich habe Sozialpädagogik an der dualen<br />

Hochschule Villingen-Schwenningen studiert.<br />

Bisher habe ich drei Jahre auf einer<br />

heilpädagogischen Wohngruppe für Jungs<br />

und Mädchen gearbeitet.<br />

Wie sind Sie an die Zinzendorfschulen<br />

gekommen?<br />

Über eine Anzeige im Internet.<br />

Enthalten Ihre bisherigen Eindrücke von<br />

den Zinzendorfschulen und von Königsfeld<br />

Überraschungen?<br />

Nein, ich kenne Königsfeld von meinem<br />

Freundeskreis her. Die Anrede mit Bruder<br />

und Schwester<br />

war für mich<br />

anfangs eine<br />

kleine Überraschung,<br />

daran<br />

habe ich mich<br />

aber schnell<br />

gewöhnt.<br />

Worauf freuen<br />

Sie sich am meisten bei Ihrer neuen Aufgabe<br />

und was bereitet Ihnen am meisten<br />

Kopfzerbrechen?<br />

Am meisten freue ich mich darauf, selbständig<br />

zu arbeiten und die Verantwortung<br />

für eine Gruppe zu haben. Kopfzerbrechen<br />

bereitet mir momentan noch nichts aber<br />

man möchte natürlich, dass alle gut das<br />

Schuljahr beziehungsweise ihren Abschluss<br />

schaffen.<br />

Warum sind Sie Erzieherin geworden?<br />

Ich habe schon immer gerne mit Kindern<br />

und Jugendlichen gearbeitet und wollte<br />

gern etwas machen, wo ich auch praktisch<br />

tätig sein kann.<br />

Was ist das Wichtigste, das Sie in der<br />

Schule gelernt haben?<br />

Das Wichtigste war für mich, dass ich Selb-<br />

ständigkeit und Organisationsfähigkeit<br />

gelernt habe. Und dass man sich auch<br />

eingestehen muss, dass man manches<br />

nicht so gut kann.<br />

Und was möchten Sie Ihren Schülern<br />

auf den Weg geben?<br />

Sie sollen ihre Schulzeit genießen. Ich<br />

finde die Unterstützungen, welche die<br />

die Schüler hier erhalten, sowohl von<br />

den Lehrern, als auch vom Internat, sind<br />

sehr gut verzweigt. Das hätte ich mir selbst<br />

zu meiner Schulzeit auch gewünscht.<br />

Was machen Sie in Ihrer Freizeit?<br />

In meiner Freizeit bin ich viel mit meinen<br />

Freunden unterwegs und auch gerne im<br />

Fitnessstudio.<br />

Zum Schluss eine Schülerfrage:<br />

Welches Tier wären Sie gerne und<br />

warum?<br />

Müsste ich mich für ein Tier entscheiden,<br />

würde ich gerne eine Katze sein. Sie kann<br />

als Haustier aber auch im Freien leben und<br />

ist somit total unabhängig. Als Katze hat<br />

man einen super Gleichgewichtssinn und<br />

man hat auch nachts den Durchblick. Zudem<br />

sind es an sich sehr schöne Tiere, die<br />

ihren eigenen Willen haben.<br />

9


Herzlich willkommen<br />

Sina Wehl<br />

Dank für treue Dienste<br />

Arbeitsfeld<br />

Freiwilliges Soziales<br />

Jahr (Klassenbegleitung<br />

der 5R<br />

und Arbeit im<br />

Lerncampus)<br />

Geburtsort<br />

Oberndorf<br />

Beruflicher<br />

Werdegang<br />

Abitur am Droste-Hülshoff-Gymnasium<br />

Rottweil.<br />

Wie sind Sie an die<br />

Zinzendorfschulen gekommen?<br />

Meine Patentante hat hier gearbeitet.<br />

Enthalten Ihre bisherigen Eindrücke von<br />

den Zinzendorfschulen und von Königsfeld<br />

Überraschungen?<br />

Sehr schöne Räumlichkeiten und tolle<br />

Zusammenarbeit zwischen Schülern und<br />

Lehrern.<br />

Worauf freuen Sie sich am meisten bei<br />

Ihrer neuen Aufgabe und was bereitet<br />

Ihnen am meisten Kopfzerbrechen?<br />

Auf das Kennenlernen vieler neuer Schüler<br />

freue ich mich am meisten, Kopfzerbrechen<br />

bereitet mir zum Glück noch nichts.<br />

Was möchten Sie Ihren Schülern auf den<br />

Weg geben?<br />

Dass ihr für immer eure neugierige und<br />

zielstrebige Art beibehaltet!<br />

Was machen Sie in Ihrer Freizeit?<br />

Querflöte spielen im Musikverein, Tanzen,<br />

Schwimmen.<br />

Welches Buch lesen Sie gerade?<br />

»Das Leuchten der Stille« von Nicholas<br />

Sparks<br />

Zum Schluss zwei Schülerfragen:<br />

Was würden Sie tun, wenn Sie einen Tag<br />

lang unsichtbar wären?<br />

Darauf habe ich keine Antwort.<br />

Welches Tier wären Sie gerne und<br />

warum?<br />

Ein Löwe, denn das ist mein Sternzeichen.<br />

Langjährige Mitarbeiter geehrt<br />

Das Küchenteam hatte ein festliches<br />

Menü gezaubert, die Hauswirtschaftlerinnen<br />

die Räume stimmungsvoll<br />

dekoriert, der Lehrerchor feierliche und<br />

humorvolle Lieder einstudiert. Dazu gab<br />

es von Br. Motel<br />

übermittelte Grüße<br />

der Direktion – die<br />

Weihnachtsfeier<br />

der Mitarbeiter<br />

bot auch in diesem<br />

Jahr wieder einen<br />

schönen Rahmen<br />

für die Schulleitung,<br />

um langjährigen<br />

Mitarbeitern<br />

für ihre treuen<br />

Dienste zu danken.<br />

Leider waren viele<br />

an diesem Abend<br />

der Verwaltung<br />

Br. Banholzer (links) und Br. Treude (rechts) ehrten wieder viele Mitarbeiter für<br />

verhindert, aber<br />

ihre langjährigen Dienste. Leider konnten an dem Abend nicht alle dabei sein.<br />

Sr. Mudrich und Sr.<br />

sind Ellen<br />

Hummel freuten<br />

Bartsch seit<br />

sich dafür umso mehr, neben einem Blumenstrauß<br />

auch die beim zehnjährigen Mit-<br />

zehn und Sr. Möller seit 20 Jahren dabei.<br />

arbeiterjubiläum übliche »Zinzendorfuhr«<br />

in Empfang zu nehmen. Sein 30. Dienstjubiläum<br />

konnte Br. Frasch an diesem Abend<br />

feiern. »Bei Ihnen weiß man immer, woran<br />

man ist«, meinte Schulleiter Br. Treude zu<br />

dem Vorsitzenden der Mitarbeitervertretung.<br />

Bei den<br />

Lehrern<br />

runden<br />

sich zudem<br />

die<br />

Dienstjahre<br />

bei<br />

Sr. Twarz-<br />

Maier (20<br />

Jahre) und<br />

Sr. Jäger<br />

(zehn<br />

Jahre). Im<br />

Bereich<br />

10 11


Glückliche Absolventen<br />

Glückliche Absolventen<br />

Abiturienten beenden das Kapitel »Schule«<br />

Mit einem außergewöhnlich frischen<br />

und positiv in die Zukunft blickenden<br />

Abschlussgottesdienst hat sich der<br />

diesjährige Abitur-Jahrgang von den Zinzendorfschulen<br />

verabschiedet. Die 96<br />

Absolventen der allgemeinbildenden<br />

und beruflichen Zinzendorfgymnasien<br />

zogen zu Edward Elgars<br />

»Land of Hope and Glory« in den<br />

Kirchensaal ein und stellten ihre<br />

Schulbücher in ein Regal, denn ihr<br />

Motto lautete: »This is where the<br />

chapter ends.«<br />

Als Jahrgangsbeste bestanden<br />

Ann-Kathrin Moritz am allgemeinbildenden<br />

Gymnasium (1,0) sowie<br />

Rosalie Kaspar und Alina Müller-<br />

Kauter an den beruflichen Gymnasien<br />

(jeweils 1,3) die Prüfungen zur<br />

allgemeinen Hochschulreife.<br />

Br. Treude (6. von rechts) und seine Stellvertreterin Sr. Lutz-Marek (9. von links) freuen sich<br />

mit den Preisträgern Maja Linhard, Corinna Kramp, Verena Fichter, Hannah Dufner, Rosalie<br />

Kaspar, Tabea Hauser, Lisa Schnotz, Ainhoa Keim, Eurona Jakupi, Alexandra Schwanenberger,<br />

Ann-Kathrin Moritz, Xenia Tschurikow, Hannah Wunsch, Milena Rinck, Steffen Hey, Jonas Buchholz<br />

und Malte Friedrich (von links).<br />

»Anders als in den vergangenen<br />

beiden Jahren der Kursstufe werden<br />

wir uns im September keinen<br />

neuen Bücherstapel abholen, für<br />

uns fängt kein neues Schuljahr<br />

an«, sagte Ann-Kathrin Moritz in ihrer Ansprache.<br />

Sie alle stünden jetzt vor einem Luxusproblem:<br />

Die Vielzahl an Studiengängen<br />

und Berufen mache die Wahl nicht leicht,<br />

»aber auch diese Entscheidung ist nicht in<br />

Stein gemeißelt«, sagte sie. Man könne immer<br />

wieder einen neuen Weg einschlagen.<br />

Dabei seien sie nicht alleine, es gebe immer<br />

Menschen, die ihnen dabei helfen.<br />

Den Mut dazu machte ihren Mitschülern<br />

Lucia Rothweiler, indem sie den Text »Wir<br />

können alles sein« der Poetry-Slammerin<br />

Julia Engelmann interpretierte.<br />

Darin wird ausgemalt, was<br />

jedem möglich ist und wie weit<br />

allen die Welt offen steht –<br />

wenn er denn nur ein bisschen<br />

beherzt ist.<br />

Helfen könne dabei ein ausgeprägtes<br />

Profil, so Schulleiter Br.<br />

Treude. Dieses sollte jedoch<br />

nicht im Sinne von gerne in der<br />

Politik ausgetragenen Profilierungswettkämpfen<br />

verstanden<br />

werden, sondern als etwas Positives.<br />

Er verglich das Profil eines<br />

Menschen mit dem eines Reifens.<br />

Dessen Unterbau sorge für<br />

Stabilität und das Profil für Halt.<br />

»Das Profil ist das Charakteristische<br />

und es gibt keines, das<br />

sich für alle Situationen eignet.<br />

Verschiedene Untergründe erfordern<br />

verschiedene Profile.« Deshalb sei<br />

es entscheidend, sich mit den anderen zu<br />

profilieren und nicht gegen sie. Er wünschte<br />

den Abiturienten, dass sie ihr eigenes Profil<br />

finden und schärfen, denn »Der Sinn unseres<br />

Lebens ist, das zu werden, was wir sind,<br />

was Gott in uns hinterlegt hat.« Auch hätten<br />

diejenigen mit einem ausgeprägten Profil<br />

»Profiliert euch gemeinsam mit<br />

anderen, nicht gegen sie«<br />

eine Verantwortung, die Welt ein bisschen<br />

besser zu machen.<br />

In diesem Abiturjahrgang gab es besonders<br />

viele junge Menschen, die etwas besonders<br />

gut können, daher ist die Liste der Geehrten<br />

auch besonders lang: Der Scheffelpreis<br />

ging an Ann-Kathrin Moritz und Rosalie<br />

Kaspar, den Fachpreis Spanisch bekamen<br />

Alexandra Schwanenberger und Ainhoa<br />

Keim. Der Fachpreis Englisch ging an Jonas<br />

Buchholz und Rosalie Kaspar, der Fachpreis<br />

Wirtschaft an Steffen Hey. Ann-Kathrin Moritz<br />

bekam den Fachpreis Gemeinschaftskunde<br />

und gemeinsam mit Hannah Dufner<br />

den Preis der Deutschen Mathematiker-<br />

Vereinigung. Der Preis der Gesellschaft<br />

Deutscher Chemiker ging an Malte Fendrich<br />

und Hannah Wunsch. Ann-Kathrin Moritz<br />

wurde der Karl-von-Frisch-Preis verliehen,<br />

den nur die 50 landesweit besten Schüler<br />

im Fach Biologie bekommen. Jeweils ein<br />

Kunstpreis ging an Xenia Tschurikow und<br />

Corinna Kramp. Der Wettsteinpreis für<br />

Musik wurde in diesem Jahr gleich drei Mal<br />

verliehen: An Verena Fichter, Maja Linhard<br />

und Ann-Kathrin Moritz. Die ehemalige<br />

Schulsprecherin Eurona Jakupi bekam den<br />

Preis des Elternbeirats, den Preis des Vereins<br />

der Freunde und Förderer für Soziales<br />

Engagement teilten sich Milena Rinck und<br />

Tabea Hauser. Die Amos-Comenus-Medaille<br />

für besondere Leistungen im Fach »Pädagogik<br />

und Psychologie« ging an Rosalie Kaspar<br />

und Corinna Kramp, den Preis der Heidehof-Stiftung<br />

für Soziales Engagemebt in<br />

der Arbeit mit Geflüchteten und Sehr gute<br />

Leistungen in Pädagogik und Psychologie<br />

bekam Lisa Schnotz. Der Erwin-Jäckle-Preis<br />

für hervorragende schulische Leistungen<br />

und großes Engagement in verschiedenen<br />

schulischen Bereichen ging an Ann-Kathrin<br />

Moritz.<br />

12 13<br />

Die Jahrgangsbeste<br />

Ann-Kathrin<br />

Moritz hielt eine<br />

Rede, in der sie<br />

ihren Mitschülern<br />

die Angst vor<br />

Entscheidungen<br />

nahm.


Glückliche Absolventen<br />

Glückliche Absolventen<br />

Die Absolventen der<br />

allgemeinbildenden Gymnasien<br />

Carlo Friedrich Wilhelm Borth, Königsfeld;<br />

Jonas David Broghammer, Hardt;<br />

Jonas Buchholz,Königsfeld; Jill Mara Bürk,<br />

Villingen-Schwenningen; Maximilian Ettwein,<br />

Königsfeld; Lisa Fritschi, Bräunlingen;<br />

Svea Fuß, Villingen-Schwenningen; Michael<br />

Höfler, Donaueschingen; Miriam Jäger,<br />

Königsfeld; Larissa Kanstinger, Donaueschingen;<br />

Melanie Yvonne Khayat, Schramberg;<br />

Stephan Ulrich Kloess, Unterkirnach;<br />

Elisabeth Martina Königsberger, Königsfeld;<br />

Simon Alexander Kunick, Zimmern; Finn<br />

Niclas Meyer-Clasen, Königsfeld; Lissy Isabell<br />

Michna, Mönchweiler; Ann-Kathrin Constanze<br />

Moritz, Königsfeld; Simon Motzer,<br />

Königsfeld; Marvin Müller, Königsfeld; Pablo<br />

Müller, Niedereschach; Sonathzja Muy,<br />

Fischbach; Daniel Polkowski, Königsfeld; Milena<br />

Anina Dorothea Rinck, Bad Dürrheim;<br />

Lucia Rothweiler, Donaueschingen; Anna<br />

Maria Sauter, Königsfeld; Luna Gerda-Rosa<br />

Schick, Deißlingen; Saskia Schmid, Königsfeld;<br />

Tim Curd Schmitt, Dunningen; Alexandra<br />

Schwanenberger, Königsfeld; Janina<br />

Maria Schwarzwälder, Königsfeld; Simon<br />

Raffael Spirito, Villingen-Schwenningen;<br />

Maris Sülzle, Donaueschingen; Timo Trautmann,<br />

Hardt; Xenia Tschurikow, Königsfeld;<br />

Lara Wagner, St. Georgen; Felicia Alexandra<br />

Winter, Königsfeld; Hannah Wunsch, Dunningen.<br />

Die Absolventen der<br />

beruflichen Gymnasien<br />

Alicia Ackermann, Donaueschingen; Julia<br />

Eva Bolkart, Donaueschingen; Alina Broghammer,<br />

Königsfeld; Jonah-Philipp Domm,<br />

Dauchingen; Hanna Rahel Dufner, Villingen-<br />

Schwenningen; Larissa Erchinger, Königsfeld;<br />

Julia Madeleine Esaias, St. Georgen;<br />

Denise Ettwein, Aichhalden; Victoria Katharina<br />

Felmet, Villingen-Schwenningen; Malte<br />

Paul Fendrich, Sulz; Verena Fichter, Königsfeld;<br />

Ina Bianca Fitzner, Donaueschingen;<br />

Lisa-Christin Ganter, St. Georgen; Laura<br />

Sophia Göggel, Hüfingen; Tolga Görgülü, St.<br />

Georgen; Lia Maria Graf, Rottweil; Franziska<br />

Valerie Pia Groß, Königsfeld; Fabian Josia<br />

Hackenjos, St. Georgen; Agnes Johanna<br />

Haid, Königsfeld; Hanna Hauber, Königsfeld;<br />

Tabea Hauser, Villingen-Schwenningen;<br />

Jana Heizmann, Aichhalden; Steffen<br />

Hey, Eschbronn; Isabell Hezel, Donaueschingen;<br />

Laura Hörning, Sulz; Julie Nathalie<br />

Hoste, Villingen-Schwenningen; Thiana<br />

Jacobs, Königsfeld; Eurona Jakupi, Schramberg;<br />

Philipp Samuel Kaesemann, Schiltach;<br />

Ines Maria Kammerer, Triberg; Rosalie<br />

Linda Kaspar, St. Georgen; Ainhoa Keim, Königsfeld;<br />

Corinna Kramp, Brigachtal; Pia Katharina<br />

Kübler, Mönchweiler; Maja Linhard,<br />

St. Georgen; Franziska Lorenz, Triberg; Moira<br />

Karoline Felicitas Losch, Bräunlingen; Annabelle<br />

Mayenberger, Aldingen; Lena Marie<br />

Meyer, Donaueschingen; Stefanie Mletzko,<br />

Aichhalden; Luca Hermann Müller, Königsfeld;<br />

Alina Müller-Kauter, Mönchweiler;<br />

Verena Nagel, Königsfeld; Anna Neipp, St.<br />

Georgen; Carina Rapp, Villingen-Schwenningen;<br />

Maria Ritter, Donaueschingen; Ricarda<br />

Deborah Ruf, Königsfeld; Jasmin Madeleine<br />

Schmid, Schramberg; Carolin Schmidt, St.<br />

Georgen; Lisa Schnotz, Villingen-Schwenningen;<br />

Samuel Sembach, Triberg; Celeste<br />

Stelli, Villingen-Schwenningen; Daniel James<br />

Eugene Tober, Königsfeld;<br />

Manuel Trick, Schramberg; Lilli Ummenhofer,<br />

Königsfeld; Lukas Peter van der Veer,<br />

Donaueschingen; Julia Vieira da Silva, Königsfeld;<br />

Naomi Wedel, Schramberg; Milena<br />

Werner, Donaueschingen.<br />

14 15


Glückliche Absolventen<br />

Glückliche Absolventen<br />

Kirchensaal wird zur »Hall of Fame«<br />

Die Absolventen der zehnten Klassen<br />

der Realschule und der Werkrealschule<br />

haben den Kirchensaal zu<br />

ihrer persönlichen »Hall of Fame« gemacht:<br />

So lautete der Titel des Songs, den sie sich<br />

zum Einzug zu ihrem Abschlussgottesdienst<br />

ausgesucht und<br />

dessen Zeile »Don’t wait for luck«<br />

sie zu ihrem Motto gemacht<br />

hatten. »Ihr habt die Ehre wohl<br />

verdient«, meinte der Abteilungsleiter<br />

dieser beiden Schularten,<br />

Br. Hertnagel. »Ihr habt euch<br />

weder während eurer Schulzeit<br />

noch während eurer Prüfungszeit<br />

unterkriegen lassen.« Wer<br />

sich engagiere und sich in etwas<br />

hineinkniet, habe beste Chancen,<br />

über sich und andere hinauszuwachsen.<br />

Bezug nehmend auf das gewählte<br />

Lied wünschte er den Absolventen:<br />

»Möge dieses Zeugnis<br />

ein kurzes Innehalten in der<br />

Ehrenhalle sein, bevor ihr weiter<br />

ehrgeizig eure Lebenspläne<br />

verwirklicht. Aber vergesst nicht,<br />

Die Klassenlehrer Sr. Helms und Br. Gehring (links) sowie der Abteilungsleiter der Realschule<br />

und Werkrealschule, Br. Hertnagel (rechts) gratulieren Amunet Hagras, Cora Rigoni, Emily<br />

Kölle, Dominik Schäfer, Julius Haller (vorne von links), Eric Blust, Felix Kammerer, Christian<br />

Hettich und Fabio Krißler zu ihren besonderen Leistungen.<br />

euch immer wieder darauf zu besinnen,<br />

wer ihr wirklich seid und welche Fähigkeiten<br />

in euch stecken.«<br />

Die Zehntklässler, die ihre Prüfungen zum<br />

Mittleren Bildungsabschluss allesamt bestanden<br />

haben, gehen jetzt verschiedene<br />

Wege: Einige beginnen eine Ausbildung,<br />

andere absolvieren ein Freiwilliges Soziales<br />

Jahr und wieder andere bleiben an den Zinzendorfschulen,<br />

um die Allgemeine Hochschulreife<br />

zu erlangen oder sich<br />

zum Erzieher ausbilden zu lassen.<br />

Schulpfarrer Br. Fischer interpretierte<br />

die Zeile »Warte nicht auf<br />

das Glück«, indem er Parallelen<br />

zum Grimm’schen Märchen vom<br />

Hans im Glück zog. Er warnte die<br />

Absolventen davor, nicht sicher<br />

mit dem verbunden zu sein, was<br />

sie haben – Freunde, Verwandte,<br />

Sicherheit. »‘Warte nicht auf das<br />

Glück‘ bedeutet: ‚Pack es an!‘«<br />

Auch die Schüler resümierten<br />

in ihrer Ansprache, dass ihnen<br />

während der Schulzeit Glück<br />

allein nicht ausgereicht habe. »Wir<br />

mussten schon etwas dafür tun.«<br />

In der Feierstunde, die von Lehrern<br />

und Schülern musikalisch<br />

begleitet wurde, wurde noch eine<br />

Instrumentalversion von »Time<br />

to say goodbye« gespielt, bevor<br />

mehrere Absolventen für ihre besonderen<br />

Leistungen ausgezeichnet wurden: Aus<br />

der 10w schaffte Felix Kammerer die beste<br />

Jahresleistung und wurde zudem mit dem<br />

Technik-Preis der EGT und dem MINT-Preis<br />

der Firma Frei Lacke ausgezeichnet. Der<br />

Sozialpreis des Vereins der Freunde und<br />

Förderer der Zinzendorfschulen ging an<br />

Amunet Hagras.<br />

Für die beste Jahresleistung der 10R wurde<br />

Fabio Krißler ausgezeichnet, dem – gemeinsam<br />

mit Eric Blust – auch ein NWA-Preis<br />

der Firma Frei Lacke verliehen wurde. Der<br />

Sozialpreis des Vereins der Freunde und<br />

Förderer der Zinzendorfschulen ging an<br />

Cora Rigoni, Julius Haller bekam den Technikpreis<br />

der EGT. Emily Kölle wurde mit<br />

dem Kunstpreis ausgezeichnet und je ein<br />

Musikpreis ging an Dominik Schäfer und<br />

Christian Hettich.<br />

Den Mittleren Bildungsabschluss haben erreicht:<br />

10R: Maximilian Abendschein, Valérie Apitzsch, Eric Blust, André Bossert,Kai Dörfler,Lukas<br />

Dovern, Karim El Beheri, Manuel Folnegovic, Julian Gehweiler, Lili Gjinali, Julius Haller,<br />

Christian Hettich, Jan Jämlich, Emily Kölle, Fabio Krißler, Cora Rigoni, Dominik Schäfer, Loreen<br />

Schlenker, Benedikt Skopp, Max Storz.<br />

10W: Lukas Aberle, Amunet Hagras, Max Heimburger, Julian Hogg, Felix Kammerer, Dominik<br />

Koch, Amadea Mäder, Mandy Ramsaier, Julian Schwarzwälder, Luca Skopp, Marco<br />

Tauser.<br />

16 17


Glückliche Absolventen<br />

Glückliche Absolventen<br />

Berufsfachschüler und Werkrealschüler verabschiedet<br />

Mit vielen guten Wünschen haben die<br />

Zinzendorfschulen ihre Absolventen<br />

der 9. Klasse der Werkrealschule<br />

und der Berufsfachschulen Wirtschaft<br />

sowie Hauswirtschaft und Ernährung<br />

im Kirchensaal der Brüdergemeine<br />

verabschiedet. Alle<br />

Werkrealschüler haben ihren<br />

Hauptschulabschluss geschafft,<br />

alle Berufsfachschüler die mittlere<br />

Reife.<br />

»Reichen wir uns die Hand!« lautete<br />

das Motto des Gottesdienstes<br />

und im Mittelpunkt der von<br />

vielen Schülerinnen und Schülern<br />

mitgestalteten Feierstunde<br />

standen Zukunftswünsche.<br />

Dabei ging es nicht nur um die<br />

Wünsche der Einzelnen, sondern<br />

um Wünsche »für mich, die Welt<br />

und das Leben.«<br />

Dadurch bewiesen die Absolventen,<br />

dass die Zinzendorfschulen<br />

ihnen das Bewusstsein<br />

auf den Weg geben konnten,<br />

dass es auch Wünsche geben<br />

sollte, die über ihr persönliches<br />

Umfeld hinausgehen. Der Abteilungsleiter<br />

der Werkrealschule und Berufsfachschulen,<br />

Br. Hertnagel, meinte: »Dann hättet<br />

ihr für euer Leben etwas sehr Wichtiges<br />

Der VFF-Vorsitzende Christian Weßler (vorne links), Abteilungsleiter Br. Hertnagel (hinten rechts), die<br />

Klassenlehrerin Sr. Jerke (rechts) und der Klassenlehrer Br. Bihler (links) gratulieren Toni Michna,<br />

Nico Rapp, Nico Aberle (hintere Reihe von links), Janina Dold und Lukas Dold (vordere Reihe) zu<br />

ihren besonderen Leistungen.<br />

mitgenommen und ich wäre froh, wenn<br />

ihr dieses Wissen in die Welt hinaus tragen<br />

würdet. Dann könnten sich nämlich Schritt<br />

für Schritt auf dieser Erde Dinge bewegen,<br />

die man sich gar nicht zu wünschen<br />

getraut hätte.«<br />

Wie wichtig es ist, einem anderen<br />

Menschen die Hände zu<br />

reichen, betonte Schulpfarrer<br />

Br. Fischer in seiner Ansprache<br />

am Beispiel der Höhlenrettung<br />

von Thailand. »Wir wünschen<br />

euch, dass immer Hände da<br />

sind, die euch helfen.«<br />

Sicher gab es auch viele Menschen,<br />

die den Absolventen<br />

während der Schulzeit geholfen<br />

haben. Während dieser<br />

haben sich einige Schüler<br />

und eine Schülerin besonders<br />

hervorgetan: An der Werkrealschule<br />

wurden Nico Rapp<br />

und Nico Aberle für die beste<br />

Jahresleistung geehrt. Nico<br />

Aberle bekam zudem den<br />

Technikpreis der EGT und Nico<br />

Rapp den Preis der Firma Frei<br />

Lacke für besondere Leistungen in den<br />

Naturwissenschaften. Der Vorsitzende des<br />

Vereins der Freunde und Förderer (VFF),<br />

Christian Weßler, überreichte Toni Michna<br />

den Sozialpreis für seinen Einsatz für seine<br />

Mitschüler.<br />

An der Berufsfachschule Hauswirtschaft<br />

und Ernährung gelang Lukas Dold die beste<br />

Jahresleistung, Janina Dold absolvierte die<br />

Berufsfachschule Wirtschaft als Beste.<br />

Den Mittleren Bildungsabschluss haben erreicht:<br />

Berufsfachschule Hauswirtschaft und Ernährung: Daniel Buhl, Gabriel Rainer<br />

Class, Tarek Dargham, Lukas Maximilian Dold, Jelena Sohia Hempel, Antonia Marie<br />

Kienzler, Leon Tiberius Kohl, Carolina Kulm, Cynthia Simone Wimmer.<br />

Berufsfachschule Wirtschaft: David Dieter Aberle, Mandy Aberle, Janina Christin<br />

Dold, Florian Katzer, Marc Lehmann, Karl-Kevin Lohmüller, Noah David Schade, David<br />

Stöckermann.<br />

Den Hauptschulabschluss haben die Absolventen der 9W<br />

erreicht:<br />

Nico Aberle, Fabian Bacher, Justin Dimpfl, Joshua Sami Engel, Vincent Kaya Engel,<br />

Maximilian Wilhelm Ganter, Vincent Grieshaber, Amira Khamart, Jenny Klump, Mirco<br />

Mädel, Toni Mario Michna, Toni Pascal Müller, Jamie Fabio Piacentini, Nico Rapp.<br />

18 19


Glückliche Absolventen<br />

Glückliche Absolventen<br />

Carpe Diem: Angehende Erzieher verabschiedet<br />

Carpe Diem – nutze den Tag: Unter<br />

diesem Motto wurden die angehenden<br />

Erzieherinnen und Erzieher, die<br />

an den Fachschulen für Sozialwesen und<br />

Sozialpädagogik den schulischen Teil ihrer<br />

Ausbildung absolviert haben, mit einem<br />

Gottesdienst von den Zinzendorfschulen<br />

verabschiedet. »Wenn wir die<br />

Zukunft ändern wollen, müssen wir<br />

heute an ihr arbeiten«, sagte Simon<br />

Davidsen aus der Klasse 2BKSP1, welche<br />

die Feierstunde für ihre Mitschüler<br />

mit Musik, Texten, Bibelzitaten und<br />

Geschenken vorbereitet hatte. Er richtete<br />

die Worte Albert Schweitzers an<br />

sie: »Das Wenige, das du tun kannst,<br />

ist viel.«<br />

Die Abteilungsleiterin der Fachschulen,<br />

Sr. Schoo-Schemmann, verglich<br />

die Ausbildung der jungen Menschen<br />

mit einer Seereise. »Die einen nehmen<br />

einen Ozeanriesen, andere ein<br />

Ruderboot, der eine freut sich über<br />

neue Eindrücke, während der nächste<br />

über der Reling hängt und wieder<br />

andere halten bang Ausschau nach<br />

Eisbergen.« Nun seien alle kurz vor der<br />

Hafeneinfahrt. »Ihr seid eine Mannschaft,<br />

die stolz auf sich sein kann«, meinte sie.<br />

»Ihr habt die Reise geschafft, weil ihr alle<br />

zusammengehalten habt.«<br />

Einige von ihnen haben während der Reise<br />

sogar einen zusätzlichen Törn gebucht – sie<br />

Die Klassenlehrerin Sr. Bippus (links), Christian Weßler und Sr. Schoo-Schemmann<br />

(rechts) gratulierten Jana Cammerer, Philipp Weber (hinten), Chiara<br />

Günter und Evelyn Grossmann (vorne, jeweils von links) zu ihren hervorragenden<br />

Leistungen.<br />

hatten an einer Weiterbildung zum Thema<br />

Philospohieren mit Kindern teilgenommen.<br />

Sr. Schoo-Schemmann lobte den gesamten<br />

Jahrgang, der vor seiner staatlichen Anerkennung<br />

jetzt für ein Jahr ins Betriebspraktikum<br />

geht. Dennoch wurden drei Schülerinnen<br />

und ein Schüler besonders<br />

geehrt. Der Vorsitzende des Vereins<br />

der Freunde und Förderer der Zinzendorfschulen,<br />

Christian Weßler, verlieh<br />

jeweils einen Sozialpreis an Evelyn<br />

Grossmann und Philipp Weber. Den<br />

Preis für sehr gute Leistungen und<br />

Soziales Engagement bekam Chiara<br />

Günter, die einen Notendurchschnitt<br />

von 1,0 erreichte, die Amos-Comenius-<br />

Medaille wurde an Jana Cammerer<br />

verliehen.<br />

Die Absolventen der Fachschule für Sozialpädagogik (Erzieherinnen und Erzieher):<br />

Norina Baumgärtner, Jana Cammerer, Laura Debatin, Chiara Günter, Hellmuth Haberstroh, Andrea Heineke, Miriam Hess, Naemi Kinces,<br />

Franziska Klausmann, Benedikt Klein, Matthias Knipp, Rommy Kocovski, Filia-Fee Lange, Sarah Lehmann, Marina Maier, Inga Möller, Sabine<br />

Rapp, Tobias Roth, Jantje Sager, Franziska Schmid, Lina Thiesen, Jennifer Ulmschneider, Philipp Weber, Giulia Winkler.<br />

Die Absolventen der Fachschule für Sozialwesen (Jugend- und Heimerzieherinnen und -erzieher):<br />

Malicki Barry, Sarah Barthelmes, Linda Dietsche, Sina Effinger, Nadine Frey, Evelyn Grossmann, Annalena Hartwich, Alketa Kutleshi, Jonas<br />

Pleikies, Alexander Schachtmann, Vanessa Schachtmann, Carmen Schandelmaier, Markus Sensz, William Trabi, Xenia Wahl, Henok Yigzaw.<br />

20 21


Glückliche Absolventen<br />

Kultur an der Schule<br />

22<br />

Herzlichen Glückwunsch: Die Absolventen der Fachschule für<br />

Sozialwesen haben nach ihrem Anerkennungsjahr und bestandenem<br />

Kolloquium die staatliche Anerkennung als Jugend- und<br />

Heimerzieher erworben. Die Leiterin der Abteilung Sozialpädagogik<br />

der Zinzendorfschulen, Sr. Schoo-Schemmann (vorne<br />

rechts) und die Fachlehrer freuen sich mit Lukas Bogatzki, Damaris<br />

Bukowski, Arne Busch, Lena Dondorf, Lukas Fetzer, Patrick Gruber,<br />

Michaela Höflich, Jiyan Ilhan, Luise Kaesemann, Jessica Kopp,<br />

Christopher Lachenmaier, Lisa Mater, Miriam Meder, Lukas Molnar,<br />

Philipp Niemann, Michael Oertel, Anita Rutz, Sabrina Schwenk,<br />

Maximilian Tanzer, Jana Trippel und Annalena Zelano.<br />

Wir gratulieren den Absolventen der Fachschule für Sozialpädagogik.<br />

Sie haben nach ihrem Anerkennungsjahr und bestandenem<br />

Kolloquium die staatliche Anerkennung als Erzieher<br />

erworben. Die Fachlehrer sowie die Leiterin der Abteilung Sozialpädagogik<br />

der Zinzendorfschulen, Sr. Schoo-Schemmann (links)<br />

freuen sich mit Wolfgang Bergmann, Alina Celar, Olga Engel,<br />

Sebastian Hackenbruch, Carina Hepting, Ivana Juric, Nicola Lawrenz,<br />

Linda Merz, Jana Moosmann, Lorena Moosmann, Sarah<br />

Motz , Milena Theurich, Ilaria Sabrina Ubbriaco, Elvira Unruh,<br />

Linda Wehrle und Stephanie Wunderle.<br />

Teamwork bei Solara-Unterführung<br />

Da kommt der Sommer doch<br />

gleich nochmal zurück: Schülerinnen<br />

und Schüler von Realschule<br />

und Gymnasium haben<br />

bei schönstem Herbstwetter die Unterführung<br />

zum Königsfelder Freibad Solara<br />

neu gestaltet. Im<br />

vorhergehenden<br />

Schuljahr hatte die<br />

8R im Kunstunterricht<br />

von Br. Hertnagel<br />

Skizzen für<br />

eine Neugestaltung<br />

angefertigt. In Absprache<br />

mit der Gemeinde fiel die<br />

Wahl auf die Entwürfe von<br />

Vanessa Kasseckert und<br />

Lucia Kramer. Nun setzten<br />

gut 20 Schülerinnen und<br />

Schüler aus Realschule und<br />

dem Kunstprofil der allgemeinbildenden<br />

Gymnasien<br />

die beiden Entwürfe um.<br />

Auf der einen Seite sind die<br />

einzelnen Buchstaben des<br />

Wortes »Solara« stilisiert,<br />

das »O« zum Beispiel ist<br />

eine Sonne, das »R« wird<br />

aus einer Palme gebildet und das letzte<br />

»A« aus zwei gut gefüllten Eiswaffeln. Die<br />

gegenüberliegende Wand ist dem Natursportpark<br />

gewidmet mit allem, was da so<br />

geboten wird – von Klettern über Skaten<br />

bis zum Biken. Die<br />

Bäume kommen<br />

natürlich auch nicht<br />

zu kurz.<br />

Obwohl alle konzentriert<br />

bei der Arbeit<br />

waren, herrschte<br />

beinahe Partystimmung.<br />

Viele hatten<br />

sich Kittel<br />

übergeworfen,<br />

die durch<br />

das Malen<br />

bunt geworden<br />

sind, und<br />

hören nebenbei<br />

Musik.<br />

Beratend standen ihnen immer wieder die<br />

Kunstlehrer zur Seite.<br />

23


Kultur an der Schule<br />

Kultur an der Schule<br />

Spannende Mischung von Musik aus vielen Jahrhunderten<br />

Die intensive Zeit<br />

der Proben in den<br />

letzten Tagen vor<br />

dem Schulkonzert hatte<br />

sich wieder einmal gelohnt:<br />

Die rund 80 Schülerinnen<br />

und Schüler,<br />

Altschüler, Eltern, Mitarbeitende<br />

und Freunde<br />

des Schulwerks ließen<br />

ihr Publikum für eineinhalb<br />

Stunden das graue Spätwinterwetter<br />

vor den Türen des Kirchensaals vergessen<br />

und überraschten ihr Publikum mit einem<br />

breiten Spektrum an Stücken aus vielen<br />

Jahrhunderten. Vom ersten bis zum letzten<br />

Ton war das Konzert unter der Leitung von<br />

Dirigent Br. Ziegler<br />

nahm sogar<br />

die Gelegenheit<br />

wahr, selbst als<br />

Musiker mitzuwirken.<br />

Br. Ziegler<br />

von einer<br />

Spielfreude<br />

geprägt,<br />

die genau<br />

die richtige<br />

Mischung aus<br />

konzentrierter<br />

Präzision<br />

und Leichtigkeit<br />

ermöglichte.<br />

Die Jazz-Band, die sich wieder einmal neu<br />

formieren musste, weil viele der Musiker<br />

die Schule beendet haben oder mitten<br />

in den Prüfungen stecken, eröffnete das<br />

Konzert mit dem Fats-Domino-Klassiker<br />

»I‘m Walking« und umrahmte mit weiteren<br />

mitreißend dargebotenen Jazz-Stücken die<br />

Auftritte der Orchester der fünften und<br />

sechsten Klassen, bevor sie mit dem Paolo-<br />

Conte-Stück »Via con me« endete.<br />

Auch das Schulorchester begann seinen<br />

Teil des Frühlingskonzerts mit einer jazzigen<br />

Nummer: Henry Mancinis für den<br />

Oscar nominierte Filmmusik »The Pink<br />

Panther Theme« ist immer<br />

noch ein packender Rhythmus,<br />

bei dem man förmlich<br />

meint, die Katze durch<br />

die Bankreihen schleichen<br />

zu sehen. Es folgten zwei<br />

Sätze aus der Holberg-<br />

Suite von Edvard Grieg,<br />

die zum Pilgerchor und<br />

dem Einzug der Gäste aus Richard Wagners<br />

Oper »Tannhäuser« überleiteten - allesamt<br />

anspruchsvolle Stücke, welche die Musiker<br />

mit Bravour meisterten.<br />

Zuvor hatten zwei Solisten, deren Melodien<br />

Jahrhunderte auseinanderliegen, die Bühne<br />

jeweils ganz für sich: Die Sechstklässlerin<br />

Josefa Efinger spielte auf der Harfe das<br />

traditionelle irische Stück »Brian Boru‘s<br />

March«, der Abiturient Samuel Sembach<br />

interpretierte auf dem Flügel ein modernes,<br />

selbstkomponiertes Stück und bei der<br />

gemeinsamen Zugabe aller Beteiligter, dem<br />

kubanischen »Guantanamera« legten sich<br />

die jüngsten Musiker unter anderem als<br />

überzeugende Rhythmus-Sektion besonders<br />

ins Zeug.<br />

Die stellvertretende Schulleiterin Sr. Lutz-<br />

Marek bedankte sich nicht nur bei allen Be-<br />

teiligten und dem Musiklehrer Br. Ziegler,<br />

sondern auch ausdrücklich bei den Eltern,<br />

die viele der rund 80 mitwirkenden Musiker<br />

in den letzten Tagen immer wieder zu den<br />

Proben gebracht hatten.<br />

Mit FILM<br />

auf unserem<br />

YouTube-Kanal!<br />

24 25


Kultur an der Schule<br />

Kultur an der Schule<br />

Mit FILM<br />

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YouTube-Kanal!<br />

Schillerndes Schulkonzert: Chöre und Blasorchester in Bestform<br />

Feste soll man feiern, wie sie<br />

fallen, und so haben die Chöre<br />

und das Blasorchester unter<br />

dem Titel »A Tribute to…« beim Schulkonzert<br />

im Kirchensaal vielen Jubilaren<br />

der Musikgeschichte ein wundervolles<br />

Geschenk bereitet. Ob Gioacchino<br />

Rossini, Gustav Mahler, Leonard<br />

Bernstein, Claude Debussy und viele<br />

mehr – sie hätten bestimmt ihre helle<br />

Freude an der Interpretation ihrer<br />

Werke gehabt.<br />

Das Blasorchester eröffnete den Nachmittag<br />

mit einem sehr präzisen und gleichzeitig<br />

äußert mitreißenden Medley von<br />

Motiven aus der West Side Story. Mit »The<br />

Wrong Note Rag« aus dem Musical »Wonderful<br />

Town« erheiterte gleich zu Beginn<br />

des zweistündigen Konzerts ein weiteres<br />

Bernstein-Stück die zahlreich erschienenen<br />

Zuhörer.<br />

Der Große Chor hatte sich im ersten Set<br />

vorwiegend traditionellen afrikanischen<br />

Liedern gewidmet, die sie nicht minder<br />

berührend vortrugen wie die vier Lieder<br />

ihres zweiten Blocks, der zur Hälfte aus<br />

Bernstein-Kompositionen bestand. Hierbei<br />

brillierten Br. Hudek und Christian Hettich<br />

als Solisten.<br />

Beeindruckend war der Chor der fünften<br />

und sechsten Klassen, der mit drei Stücken<br />

aus dem Film »Die Kinder des Monsieur<br />

Mathieu« überraschten – sie sangen perfekt<br />

auf Französisch, einer Fremdsprache, die<br />

zumindest bei den Fünftklässlern<br />

noch gar nicht auf<br />

dem Stundenplan steht. Die<br />

eingängige, melancholische<br />

Melodie des französischen<br />

Filmkomponisten Bruno<br />

Coulais schien nicht nur dem<br />

Publikum gefallen zu haben:<br />

Die Schülerinnen und Schüler<br />

sangen grüppchenweise die Lieder sogar<br />

noch an den Tagen nach dem Konzert<br />

auf dem Pausenhof.<br />

Amüsant dagegen waren drei Lieder nach<br />

Heinz-Erhard-Gedichten, die Musiklehrer<br />

Br. Michel, unter dessen Leitung das kurzweilige<br />

Konzert stand, selbst komponiert<br />

hatte. Bei dem dritten ging es um Fußball,<br />

ebenso wie beim letzten Stück des Blasorchesters,<br />

das sein zweites Set neben einer<br />

»Rossini-Polka« und einem Ausschnitt aus<br />

dem Adagio der 3. Sinfonie von Gustav<br />

Mahler mit der englischen Fußball-Hymne<br />

»You’ll never walk alone« beendete.<br />

Natürlich hatten die Musiker auch eine<br />

Zugabe vorbereitet, mit der sie erneut das<br />

Publikum überraschten. Es war der »Cup<br />

Song«, der durch die Filmkomödie »Pitch<br />

Perfect« bekannt wurde und in dem alle<br />

Mitwirkenden Becher als Percussions-<br />

Instrumente zu einem fast 100 Jahre alten<br />

Country-Song der Carter Family spielen.<br />

»Um einen Cup geht es ja beim Fußball<br />

auch«, erklärte Br. Michel, der den Konzertbeginn<br />

eben wegen der Weltmeisterschaft<br />

um zwei Stunden nach vorne verlegt hatte.<br />

Denkanstöße durch Kunst und Musik<br />

Kultur von früh bis spät durfte die<br />

zehnte Klasse der Realschule in<br />

Stuttgart erleben. Gleich morgens<br />

machten sich 20 Schülerinnen und Schüler<br />

mit ihrem Kunstlehrer Br. Hertnagel<br />

und ihrer Musiklehrerin Sr. Maier auf<br />

den Weg nach Stuttgart, wo sie zunächst<br />

in der Staatsgalerie einen Überblick über<br />

verschiedene Epochen der Kunstgeschichte<br />

bekamen. Am Beispiel einiger<br />

moderner Kunstwerke fanden lebendige<br />

Auseinandersetzungen mit den einzelnen<br />

Werken statt und es wurde die Frage<br />

diskutiert, was einen Maler zum Künstler<br />

macht.<br />

Am Nachmittag durften sie während einer<br />

Opernhausführung einen Blick hinter die<br />

Kulissen werfen. Sie erfuhren dabei viele<br />

Details über die Kulturstätte mit 1350<br />

Angestellten, bestaunten den Kostüm-<br />

Fundus und besichtigten die einzelnen<br />

Werkstätten von der Hutmacherei über<br />

die Schreinerei bis zur Schuhmacherei.<br />

Der Saal, in dem die Kulissen entstehen,<br />

ist der größte Malsaal in europäischen<br />

Opernhauswerkstätten. Während der<br />

spannenden Führung durften sie sogar<br />

kurz in der Königsloge Platz nehmen.<br />

Am Abend sahen sie sich dann die Oper<br />

»Tosca« an, die zuvor ausführlich im Musikunterricht<br />

besprochen wurde.<br />

Die Realschüler bewunderten, dass es die<br />

Künstlerinnen und Künstler schafften, ohne<br />

Verstärker den großen Raum mit gut 1400<br />

Plätzen zu füllen und das perfekte Zusammenwirken<br />

aller Beteiligten.<br />

»Die Schülerinnen und Schüler haben sich<br />

sehr offen mit den verschiedenen Facetten<br />

der Kunst auseinandergesetzt«, freute sich<br />

Sr. Maier, »und wurden durch zahlreiche<br />

Neueindrücke und Denkanstöße belohnt.«<br />

26 27


Kultur an der Schule<br />

Kultur an der Schule<br />

»Die Kinder von Girouan« begeistern im Kirchensaal<br />

Kunst am Stuhl<br />

Frieden auf dieser Welt« – was<br />

bräuchten wir mehr als das? Auch<br />

»Die Kinder von Girouan« in dem<br />

gleichnamigen Kindermusical von Hans-Georg<br />

Wolos (Musik) und Margarethe Johannsen<br />

(Text) arbeiten daran. Ein Zauberer<br />

versetzt die trinkfreudigen, streitsüchtigen,<br />

faulen, missgünstigen Erwachsenen in dem<br />

südfranzösischen Bergdorf Girouan mittels<br />

eines blauen Lichtstrahls in einen tiefen,<br />

langen Schlaf. Die Kinder sind plötzlich<br />

auf sich gestellt. Sie müssen sich um alles<br />

kümmern: Das Vieh und die Babys versorgen,<br />

Brot backen, Essen kochen, Häuser<br />

streichen, Straße fegen und vieles mehr. Es<br />

läuft nicht immer alles perfekt – so machen<br />

sie beispielsweise aus Versehen das Geflügel<br />

betrunken, weil sie den Alkohol in den<br />

Bach gekippt haben und müssen sich mit<br />

den Kindern der Kesselflicker auseinandersetzen,<br />

die aus dem Tal zu ihnen ins Bergdorf<br />

gekommen sind. Das schaffen sie aber<br />

friedlich – im Gegensatz zu den Erwachsenen.<br />

Unter der musikalischen Leitung von Br.<br />

Michel und der Regie von Br. Hudek ist zum<br />

Altschülertreffen wieder ein bezauberndes<br />

Musical entstanden. Begleitet vom Chor<br />

der sechsten Klassen und einem Instrumentalensemble<br />

(Birgit Wessler-Dannert,<br />

Matthias Faller, Br. Ziegler) agierten knapp<br />

40 Schüler und Lehrer auf der Bühne und<br />

schilderten das Leben in dem Dorf mit und<br />

ohne Erwachsene. Immer wieder wurde die<br />

Geschichte von eingängigen Liedern untermalt,<br />

wie »Alle Kinder dieser Welt haben ein<br />

Recht auf Liebe, die sie erhält«, »Wir sind<br />

die Kinder von Girouan« oder dem Schularbeiten-Lied,<br />

bei dem Felix Borth, Jule Thoma,<br />

Emese Bacso als Kinder, Hannah Jauch,<br />

Santhia Fritz als Mütter agierten.<br />

Als die Eltern langsam wieder aufwachen,<br />

sind sie begeistert von den Veränderungen<br />

und staunen über das, was die Kinder geleistet<br />

haben. Das taten auch die Zuschauer<br />

im Kirchensaal, die sich bei den Darstellern<br />

mit lang anhaltendem Applaus bedankten.<br />

Mit FILM<br />

auf unserem<br />

YouTube-Kanal!<br />

Mit einem spannenden Projekt<br />

haben sich die Schülerinnen und<br />

Schüler der neunten und zehnten<br />

Klassen des Gymnasiums im Kunstprofil<br />

befasst: Sie haben 34 in die Jahre<br />

gekommene Stühle aufgemöbelt und in<br />

Kunstwerke verwandelt. »Jeder hat sich<br />

einen Künstler ausgesucht und dann einen<br />

Stuhl in dessen Stil gestaltet«, erklärt<br />

Kunstlehrer Br. Ditz-Burk.<br />

Am Anfang war gründliche Vorarbeit<br />

angesagt: Die 17 Jahre alten Stühle<br />

mussten auf ihr neues Leben vorbereitet<br />

werden, da galt es, sie gut abzuschlei-<br />

fen und zu grundieren. Dann<br />

endlich ging es an die Farbtöpfe.<br />

Mit Acrylfarben entstanden<br />

Bilder ganz unterschiedlicher<br />

Epochen. Einige hatten sich<br />

für romantische Landschaften<br />

nach Caspar David Friedrich<br />

entschieden, andere ließen sich<br />

von der Pop Art Andy Warhols<br />

inspirieren. Anna-Lena war<br />

von einem Bild von Max Ernst<br />

begeistert und malte es nach.<br />

Bei allen Stühlen wurden<br />

sowohl die Sitzflächen als auch die Rückenlehnen<br />

mit einbezogen. Auf den Rückseiten<br />

der Stuhllehnen finden sich die Signaturen<br />

der Künstler, die für den jeweiligen Stuhl<br />

Pate standen. Zum Schluss wurden die<br />

Möbel mehrfach lackiert, damit sie noch<br />

viele Schülergenerationen über halten.<br />

»Dadurch, dass die Flächen zwischen den<br />

einzelnen Arbeitsschritten immer wieder<br />

trocknen mussten, hat sich dieses Projekt<br />

über 3-4 Monate gezogen«, so Br. Ditz-Burk.<br />

Die Ergebnisse beweisen, dass es die Mühe<br />

wirklich wert war.<br />

28 29


Kultur an der Schule<br />

Schulart- und klassenübergreifende Installation „Wir sagen nein“<br />

Eine gleichsam beeindruckende<br />

wie bedrückende<br />

Installation haben rund 100 Schülerinnen<br />

und Schülern der Klassen 5-12<br />

von Realschule, allgemeinbildenden sowie<br />

beruflichen Gymnasien erstellt. Im<br />

Mittelpunkt standen drei Filme, die<br />

gleichzeitig in Dauerschleife gezeigt<br />

wurden: In »Death Instruments«<br />

– so der Name einer Waffenfirma<br />

– geht die Tochter des Firmeninhabers<br />

für ihren Wohlstand über<br />

Leichen. Sie bringt eine neu<br />

entwickelte Waffe gleich selbst<br />

zu den Kindern »Am Abgrund«.<br />

Hier ist zu sehen, wie Kinder<br />

schuften müssen und zu Soldaten<br />

gedrillt werden. Im dritten<br />

Film »Nichts dazugelernt?« wechseln<br />

sich Szenen aus einer Werbeagentur,<br />

dem Wort zum Sonntag und den Nachrichten<br />

ab. Dazwischen erzählt der Flüchtling<br />

Imad aus seinem Leben. Er will gemeinsam<br />

mit der anderen Tochter des Waffenproduzenten<br />

den Kindern helfen – es ist immerhin<br />

ein Lichtblick.<br />

70 Schülerinnen und<br />

Schüler standen für die drei<br />

Filme vor der Kamera von Regisseur<br />

Nicolai Burk, der das Material<br />

auch geschnitten hat. »Die Reizüberflutung<br />

durch die Gleichzeitigkeit<br />

ist beabsichtigt und<br />

zeigt in vielen Momenten<br />

die Widersprüchlichkeit<br />

unseres Weltgeschehens<br />

und die Diskrepanz sozialer<br />

Verhältnisse« erklärte der<br />

Kunstlehrer Br. Ditz-Burk<br />

bei der Eröffnung der<br />

Ausstellung. »Die Handlungssequenzen<br />

bilden<br />

einen spannungsvollen<br />

Kontrast<br />

zu direkten<br />

Ansagen an den Betrachter, denen<br />

man sich nicht entziehen kann, so<br />

dass der Spannungsbogen, welcher<br />

alle drei Filme vereint, erlebbar<br />

wird.«<br />

Die ursprüngliche Idee zur filmischen<br />

Umsetzung des Themas<br />

hatten Johanna Dirk und Daianeira Maria<br />

Gak vom Sozialwissenschaftlichen Gymnasium.<br />

Als das Projekt immer konkretere<br />

Gestalt annahm, kam noch die 5R mit ihrer<br />

Klassenlehrerin Sr. Maier hinzu, sodass am<br />

Ende Schülerinnen und Schüler verschiedenster<br />

Altersgruppen beteiligt waren.<br />

»Solche jahrgangsübergreifenden Projekte<br />

sind besonders wertvoll«, meint Br. Ditz-<br />

Burk. Die Zusammenarbeit habe wunderbar<br />

funktioniert und den Gemeinschaftssinn<br />

gestärkt.<br />

Die Film-Installation wird von Mahnmal–<br />

Modellen zu brisanten Themen unserer Zeit<br />

umrahmt. Schülerinnen und Schüler der<br />

Oberstufe haben sich mit Überfischung,<br />

Krieg, Umweltzerstörung,<br />

Massentierhaltung,<br />

Kinderarbeit<br />

und anderen Themen<br />

auseinandergesetzt. Dabei<br />

sind faszinierende<br />

Werke entstanden, bei<br />

denen verschiedenste<br />

Materialien zum Einsatz<br />

kamen.<br />

30 31


19.30 -20.30 Uhr<br />

Sommerserenade<br />

Dienstag, 26. Juni<br />

Kultur an der Schule<br />

auf dem Schulhof oder im Saal des Hauses Katharina von Gersdorf<br />

Vom Fluch der Karibik bis zur Zauberflöte<br />

5er-Orchester, 6er-Orchester, Jazzband, Schulorchester<br />

unter der Leitung von Reinhard Ziegler<br />

Manga-AG erweitert den Horizont<br />

32<br />

Bei der diesjährigen Sommerserenade<br />

passte einfach alles: Trotz unsicherer<br />

Wetterlage blieb es relativ<br />

warm und trocken. Als der Vogelhändler<br />

aus Mozarts Zauberflöte erklang, stimmten<br />

zwei Singvögel mit ein, die sich quer über<br />

den Schulhof vor dem Haus Spangenberg<br />

unterhielten und beim Kanon »Der Himmel<br />

geht über allen auf«, den das Publikum<br />

als zweite Zugabe in Begleitung des Schulorchesters<br />

sang, schoben sich die letzten<br />

Wolken beiseite, so dass die untergehende<br />

Sonne die Musizierenden in goldenes Licht<br />

tauchte.<br />

Musiklehrer Br. Ziegler hatte mit den Orchestern<br />

der fünften und sechsten Klassen,<br />

dem Schulorchester und der Jazzband<br />

wieder ein abwechslungsreiches Programm<br />

einstudiert. Die Jüngsten eröffneten den<br />

Abend mit dem modernen, eingängigen<br />

Kirchenlied »Leben aus der Quelle«, bevor<br />

es mit Antonín Dvořák musikalisch in die<br />

Neue Welt ging. Das Orchester der sechsten<br />

Klassen durfte sich – wie schon in den<br />

Vorjahren – ein Stück aussuchen und hatte<br />

sich – ebenfalls wie in den Vorjahren – für<br />

die Titelmelodie des Piratenfilms »Fluch<br />

der Karibik« entschieden. Beim maritimen<br />

Thema blieb der Titanic-Song »My Heart will<br />

go on«.<br />

Die Jazzband bot mit vier Stücken – sowohl<br />

instrumental als auch mit Gesang – einen<br />

kleinen Vorgeschmack auf ihren späteren<br />

Auftritt beim Burgspektakel. Als neue Sängerin<br />

neben Br.<br />

Hudek verstärkt<br />

Sr. Schüler das<br />

Ensemble und<br />

überraschte mit<br />

dem Dusty-<br />

Springfield-<br />

Klassiker »Son of a Preacher<br />

zinzendorf<br />

Schulen<br />

W W W . Z I N Z E N D O R F S C H U L E N . D E<br />

der individuelle Weg zum ziel<br />

Staatlich anerkannte<br />

Schulen mit internat<br />

Kirchliche Trägerschaft<br />

der herrnhuter<br />

Brüdergemeine<br />

Man«. Einen Gastauftritt hatte die ehemalige<br />

Abiturientin der Zinzendorfschulen,<br />

die in der Region bekannte Sängerin Silke<br />

Vogt.<br />

Das Schulorchester widmete sich vollends<br />

der Wiener Klassik und spielte unter anderem<br />

verschiedene Stücke aus Mozarts<br />

Zauberflöte. Den Part des Sarastro übernahm<br />

Sebastian Flaig überzeugend mit der<br />

Posaune.<br />

Am Schluss versammelten sich alle Orchester<br />

zur Zugabe, bei der sich Br. Ziegler<br />

ebenfalls für Mozart entschieden hat: Einen<br />

Teil aus der Ouvertüre zur »Entführung aus<br />

dem Serail«.<br />

Spricht man Tina auf ihre Vorliebe<br />

für japanische Mangas an, so wird<br />

man mit Informationen und Begriffen<br />

geradezu überschüttet. Sie kennt unzählige<br />

der Geschichten und ihrer Helden,<br />

erklärt den Unkundigen, in welcher Richtung<br />

ein Manga gelesen wird und zeichnet<br />

selbst die charakteristischen Figuren mit<br />

den großen, schattierten Augen, dem spitzen<br />

Kinn und den ausgeprägten Outlines.<br />

Gemeinsam mit ihren Freundinnen Shiva,<br />

Sara und Cosima, allesamt Schülerinnen<br />

der achten und neunten Klassen, hat sie<br />

eine Manga-AG ins Leben gerufen, die vom<br />

Referendar Br. Mario betreut wurde, der<br />

selbst in Japan studiert hat.<br />

»Mangas haben ihre Wurzeln im Japan des<br />

8. Jahrhunderts«, erklärt<br />

Mario. »Buddhistische Mönche malten<br />

damals Bildergeschichten zum Alltag oder<br />

dem Leben nach dem Tod auf kleine Papierrollen.«<br />

Heute finden sich die traditionell<br />

schwarz weiß gehaltenen Zeichnungen<br />

auf der ganzen Welt wieder.<br />

»Man darf sie nicht mit Comics oder mit<br />

bloßer Unterhaltung für Kinder gleichsetzen«,<br />

so Br. Mario. Es gebe Mangas für<br />

jede Altersgruppe, sei es für Dreijährige,<br />

denen die kleine Katze Chii zeigt, wie sie<br />

mit Haustieren umgehen und ihnen beim<br />

Spracherwerb hilft oder für Jugendliche,<br />

die Superhelden im Kampf gegen Außerirdische<br />

anfeuern. Selbst für die Generation<br />

40+ gebe es Mangas, die handeln dann oft<br />

von ernsteren Themen wie Scheidung und<br />

Verlust.<br />

»Mangas sind Literatur, sie bedienen Themen<br />

in verschiedenster Ausprägung und<br />

Machart.« In der Manga-AG geht es darum,<br />

verschiedene Beispiele gemeinsam<br />

anzuschauen, zu untersuchen und selbst<br />

zu produzieren. Dabei lernen die Schülerinnen<br />

ganz nebenbei viel über die<br />

japanische Kultur. Sie hören gerne japanische<br />

und koreanische Popmusik und<br />

33


Kultur an der Schule<br />

Kultur an der Schule<br />

blättern in japanischen Lifestyle-Magazinen.<br />

Tina lernt sogar schon ein paar Brocken<br />

Japanisch und kann sich bereits in dieser so<br />

fremden Sprache vorstellen.<br />

Die anderen in der AG konzentrieren sich<br />

ganz aufs Malen. Amira hat sich besondere<br />

Zeichenstifte für ihre Mangas besorgt und<br />

kopiert ganz präzise das Bild einer Katze<br />

mit spitzen Zähnen. Die Jüngste in der AG,<br />

die Fünftklässlerin Lucy, hat sich für den<br />

Kawaii-Stil entschieden, für den etwa die<br />

Pokémon-Figur Pikachu steht oder Hello<br />

Kitty.<br />

Jeder findet so sein Spezialgebiet und kann<br />

sich mit den anderen austauschen. Nebenbei<br />

öffnen sich ganz neue Horizonte zum<br />

Verständnis einer fremden Gesellschaft.<br />

Hüte, Yachten und schnelle Autos<br />

Die armen Reichen! Alles ist so<br />

schrecklich billig geworden, in<br />

jedem Discounter gibt es Hummer<br />

und Kaviar, in ihren Cabrios und Kaschmirmänteln<br />

sind sie nicht mehr sicher und<br />

selbst im Restaurant<br />

wird<br />

es immer<br />

schwieriger,<br />

das Geld<br />

auszugeben.<br />

»Früher<br />

haben wir an<br />

einem Abend<br />

2000 oder<br />

3000 Euro<br />

ausgegeben<br />

und den<br />

Kellner für<br />

den nächsten<br />

Tag gleich<br />

mitgebucht«,<br />

jammert Frau<br />

Nobel (Xenia Baumann) in der Luxus-Bar.<br />

Heute werden sie und ihresgleichen kaum<br />

mehr als ein paar hundert Euro am Abend<br />

los, da müssen schon andere Investitionen<br />

gefunden werden, damit das Geld auf dem<br />

Konto in Bewegung bleibt. »Ich bin ja kein<br />

Egoist«, meint Herr Nobel (Tobia Eisenbraun),<br />

weshalb er sich eine zweite Hochsee-Yacht<br />

geleistet hat.<br />

Mit »Hüte,<br />

Yachten und<br />

schnelle<br />

Autos« ist der<br />

Mittelstufen-<br />

Theater-AG<br />

der Zinzendorfschulen<br />

unter der<br />

Leitung von<br />

Verena Duschek<br />

wieder<br />

eine beeindruckende,<br />

Ein Zeitungsausträger (Nele Fichter) stellt den Problemen der Reichen immer wieder<br />

die Probleme der Welt gegenüber.<br />

nachdenklich<br />

stimmende<br />

aber nicht<br />

minder unterhaltsame<br />

Inszenierung<br />

geglückt. Das Skript stammt<br />

von der Theaterpädagogin<br />

Duschek, die es nach dem<br />

Hörspiel »Der Aufstand« des preisgekrönten<br />

Autors Tom Heithoff für die Bühne<br />

geschrieben hat. »Ich hatte es im Radio<br />

gehört, als ich die Kostüme der letzten<br />

Inszenierung zurückbrachte«, erinnert sie<br />

sich. Von der Parodie auf die Probleme<br />

der Reichen war sie sogleich fasziniert und<br />

kontaktierte Heithoff, der daraufhin den<br />

Zinzendorfschulen die Aufführungsrechte<br />

schenkte.<br />

Gekonnt werden Szenen aus dem Leben<br />

der Reichen verschiedenen<br />

Fakten über Armut, Hunger<br />

und Not gegenübergestellt.<br />

Ein Zeitungsausträger (Nele<br />

Fichter) liest entsprechende Stellen aus den<br />

Nachrichten vor, ein Bettler streift durch<br />

die Szene und zwei Hutmacherinnen (Nelly<br />

Meckes und Lara Heck) kämpfen in ihrem<br />

Laden um ihre wirtschaftliche Existenz – bis<br />

ihnen ein Vorstoß in die Welt der Reichen<br />

zum Durchbruch verhilft. Man ahnt es: Als<br />

erfolgreiche Unternehmerinnen werden<br />

auch sie demnächst unter dem Problem<br />

der Reichen leiden, ihr Geld auszugeben.<br />

Währenddessen geht die High Society auf<br />

die Straße und demonstriert für das Recht,<br />

ihren Reichtum zu zeigen.<br />

Die jungen Darsteller schlüpfen zum Teil<br />

in verschiedene Rollen (Katharina Hummel<br />

als Ober, Designerin und Frau Wichtig;<br />

Niclas Dold als Snob und als Bettler; Xenia<br />

Baumann als Frau Nobel und als Kundin im<br />

Schuhgeschäft; Sophia Lützow als Schuhverkäuferin<br />

und als Frau Nerz) und erfüllen<br />

die oft gegensätzlichen Charaktere immer<br />

mit der passenden Mimik, Gestik und Sprache<br />

mit Leben. Die monatelangen Proben<br />

haben sich gelohnt, was auch das Publikum<br />

im gut besetzten Haus des Gastes mit kräftigem<br />

Applaus zu würdigen wusste.<br />

35


Kultur an der Schule<br />

Kultur an der Schule<br />

Wer rettet das Märchenmuseum?<br />

Mit viel Spielfreude hat die Unterstufen-Theater-AG<br />

unter der Regie von<br />

Br. Hudek an den letzten beiden<br />

Tagen vor den Osterferien ein witziges,<br />

kurzweiliges, phantasievolles, selbstgeschriebenes<br />

Stück nach Motiven<br />

der Gebrüder Grimm im Haus des<br />

Gastes inszeniert. Ein etwas angestaubtes<br />

Märchen-Museum leidet<br />

unter Besucherschwund, weshalb<br />

die Stadt eine Werbeagentur mit<br />

der Modernisierung beauftragt. Das<br />

neue Konzept sieht virtuelle Erlebnisse<br />

und flächendeckendes WLAN-<br />

Netz vor, die Zukunft der Mitarbeiter<br />

ist fraglich.<br />

In einer Nacht erlebt der langjährige<br />

Museumswärter Horsti (Lukas Jauch)<br />

nach einem kräftigen Schluck aus<br />

der Rotweinflasche, wie das Ganze<br />

aussehen soll: Die alten Märchen<br />

vermengen sich mit neuen Geschichten,<br />

statt Brotkrumen weist plötzlich<br />

GPS Hänsel (Lasse Ehrenfeuchter) und Gretel<br />

(Celia Auber) – die im Zuge der Modernisierung<br />

jetzt Kevin und Cathrina heißen<br />

– den Weg und die Hexe (Leon Mößmer) ist<br />

ein Handyverkäufer, der Kevin mit Spaghetti<br />

statt Spekulatius mästet.<br />

Dornröschen gibt es – Wein sei Dank – im<br />

Doppelpack und das Duo (Charlotte Uth<br />

und Maya Lehmann) freut sich über jede<br />

kann eine vitruelle Erlebniswelt das Märchenmuseum retten?<br />

Menge Follower. Einzig die Fangemeinde<br />

des Gestiefelten Katers ist nicht einzuholen,<br />

»aber der ist ja auch soooo süß und flauschig«.<br />

Doch Dornröschen wurde bei der<br />

Taufe von einer bösen Fee (Lara Dreher)<br />

verflucht, verliert an seinem 15. Geburtstag<br />

durch einen Virus alle Bilder auf Instagram,<br />

Snapchat & Co. und fällt darauf in einen<br />

tiefen Schlaf. Auch Schneewittchen (Kiara<br />

Pavrlisak, Lily Schott) und die sieben Zwerge<br />

– pardon: vertikal Benachteiligten<br />

– tauchen in dem munteren<br />

Spektakel auf.<br />

Zwischen den Szenen kurvt der<br />

Agentur-Chef (Emil Huschenbeth)<br />

mit einem spacigen Hoverboard<br />

durch die Kulissen und schwärmt<br />

dabei pausenlos von »digitaler und<br />

medialer Revolution«.<br />

Natürlich verliert auch Aschenputtel<br />

(Lisa Schlenker) nicht mehr ihren<br />

Schuh, sondern ihr Handy und kann<br />

sich – im Gegensatz zu ihren Stiefschwestern<br />

(Evelin Kesler und Valerie<br />

Niethammer) durch den Fingerabdruckscanner<br />

identifizieren und<br />

ihrem Prinzen (Sebastian Jack) mit<br />

Hilfe der Guten Fee (Maja Bresinski) in die<br />

Arme sinken. Und wenn sie nicht gestorben<br />

sind, dann tanzen sie noch immer.<br />

Mit FILM<br />

auf unserem<br />

YouTube-Kanal!<br />

36 37


Lernort Schule<br />

Lernort Schule<br />

Multikulturelles Kochen im Jugendhaus K3<br />

Interkulturelle Kompetenz vermittelt<br />

Make Food not War (zu Deutsch:<br />

Macht Essen statt Krieg): Unter diesem<br />

phantastischen Motto kamen<br />

wochenlang junge Menschen im Villinger<br />

Jugend- und Kulturzentrum K3 zusammen.<br />

Vier angehende Jugend- und Heimerzieher<br />

hatten sich ein gutes Vierteljahr lang jede<br />

Woche mit Jugendlichen aus verschiedensten<br />

Ländern getroffen, um mit ihnen zu<br />

kochen.<br />

Markus Sensz, Henok Yigzaw, Alexander<br />

Schachtmann und Malicki Barry haben sich<br />

dieses spannende Projekt für ihr Teampraktikum<br />

ausgesucht, das an der Fachschule<br />

für Sozialwesen der Zinzendorfschulen verpflichtend<br />

ist. Ihre Aufgabe bestand darin,<br />

mit jungen Menschen aus verschiedensten<br />

kulturellen Hintergründen zu arbeiten. Alles<br />

Weitere haben sie gemeinsam entwickelt,<br />

vom ansprechend gestalteten Plakat über<br />

Planung und Einkauf bis zur Anleitung in<br />

der Küche.<br />

Der Einladung waren Schüler verschiedener<br />

Schulen der Doppelstadt, vor allem<br />

von der Hotelfachschule und der Albert-<br />

Schweitzer-Schule, gefolgt. Die vorwiegend<br />

16- bis 18-Jährigen stammen aus unterschiedlichsten<br />

Ländern wie Afghanistan,<br />

Syrien, Guinea, dem Senegal, Deutschland<br />

und den USA.<br />

»Wir haben mit ihnen jede Woche ein<br />

anderes Gericht gekocht«, sagt Markus<br />

Sensz und sein Teamkollege Henok Yigzaw<br />

erläutert: »Mal gab es Palau nach einem<br />

Rezept aus Afghanistan, dann marokkanisches<br />

Couscous, in einer Woche stand<br />

der senegalesische Reiseintopf Jollof auf<br />

dem Speiseplan, dann wieder libanesischer<br />

Bohnensalat oder griechisches Gyros.« Anschließend<br />

aßen alle gemeinsam an europäisch<br />

eingedeckten Tischen, wodurch den<br />

Jugendlichen die hiesige Esskultur näher<br />

gebracht wurde.<br />

Neben dem Kochen hat<br />

das Team »Make Food<br />

not War« auch Spiele wie<br />

Tischfußball, Basketball<br />

oder Kartenspiele angeboten<br />

und gelegentlich sogar<br />

den Jugendlichen bei ihren<br />

Hausaufgaben geholfen.<br />

»Der Austausch und die<br />

Kommunikation untereinander<br />

standen bei unserem<br />

Projekt im<br />

Fokus«, erklärte<br />

Alexander<br />

Schachtmann. Das hat bestens funktioniert:<br />

»Ich bin seit einem halben Jahr in Deutschland<br />

und lerne durch die Gespräche die<br />

deutsche Sprache besserals aus Büchern«,<br />

freut sich ein junger Amerikaner, der sich<br />

zum Koch ausbilden lässt. »Es macht mir<br />

sehr viel Spaß und wir lachen sehr viel. Außerdem<br />

lerne ich neue Gerichte kennen für<br />

meinen zukünftigen Beruf."<br />

Abends wurde aufgetischt<br />

und gemeinsam mit Besuchern<br />

des K3 gegessen.<br />

Fremde Kulturen bereichern unser<br />

Leben, aber dennoch kommt es immer<br />

wieder zu Missverständnissen.<br />

Damit Schülerinnen und Schüler besser<br />

auf den globalen Arbeitsmarkt vorbereitet<br />

werden und kulturelle Fettnäpfchen – sei<br />

es beim Schüleraustausch, im Urlaub oder<br />

im täglichen Miteinander – vermeiden, ist<br />

interkulturelle Kompetenz gefragt. Um diese<br />

besser zu vermitteln, haben zehn Lehrer<br />

verschiedener Fachbereiche an einem<br />

zweitägigen Workshop teilgenommen. Piotr<br />

Fliochowski vom Verein AFS Interkulturelle<br />

Begegnungen und Wiebke Hoffmann von<br />

InterCultur beleuchteten verschiedene Kulturbegriffe<br />

und Kulturmodelle, mit Hilfe derer<br />

zunächst analysiert wurde, in welchen<br />

Situationen es zu Irritationen oder sogar<br />

einer kritischen Situation kommen kann.<br />

Wichtig dabei ist, möglichst viel Kenntnis<br />

von den nicht offensichtlichen Unterschieden<br />

zu erlangen. »Neben der wahrnehmbaren<br />

Kultur, zu der beispielsweise Literatur,<br />

Theater, Musik, Sprache und Speisen gehören,<br />

ist der größte Teil einer Kultur unsichtbar«,<br />

erklärte Wiebke Hoffmann. Dazu<br />

gehören beispielsweise Wertvorstellungen,<br />

Religion, das Zeitverständnis, die Rolle der<br />

Frau und vieles mehr.<br />

Wenn das Unsichtbare differiert, kann es<br />

sogar innerhalb des gleichen Kulturkreises<br />

zu Unverständnis kommen, so können etwa<br />

die Unterschiede zwischen Anhängern der<br />

Piotr Fliochowski (stehend) und Wiebke Hoffmann (links davon)<br />

gaben den Lehrern viele Methoden mit auf den Weg, mit denen<br />

sie die interkulturelle Kompetenz ihrer Schüler stärken.<br />

HipHop-Bewegung und Punks einen ähnlichen<br />

Kollisionskurs einschlagen wie die zwischen<br />

Deutschen und Chinesen. Das lässt<br />

sich sogar noch weiter herunterbrechen,<br />

beispielsweise auf Familienkulturen. Es gibt<br />

Familien, bei denen schweigend gegessen<br />

wird, während das gemeinsame Mahl für<br />

andere eine ideale Möglichkeit zum Austausch<br />

ist. »Die einen wollen damit Respekt<br />

vor dem Essen und denen, die es angebaut,<br />

beschafft und zubereitet haben zeigen,<br />

die anderen stellen beim Essen das Gemeinschaftserlebnis<br />

in den Vordergrund«,<br />

erklärte die Trainerin.<br />

Die beiden Trainer gaben den Lehrern viele<br />

Methoden mit auf den Weg, anhand derer<br />

sie ihr Wissen an ihre Schüler weitergeben<br />

können und damit deren interkulturelle<br />

Kompetenz stärken.<br />

38 39


Lernort Schule<br />

Lernort Schule<br />

Schokolade ja - aber bitte fair gehandelt<br />

Schüler lernen, Energie zu sparen<br />

Fast alle Kinder in den Industrieländern<br />

konsumieren täglich in<br />

irgendeiner Form Erzeugnisse aus<br />

Kakaobohnen – sei es als Schokoriegel,<br />

als Kakao, in Keksen, in Eiscreme oder auf<br />

dem Brot. Mehr als 70 Prozent des weltweit<br />

verarbeiteten Kakaos stammt aus zwei Ländern:<br />

Der Elfenbeinküste und Ghana. Unter<br />

welchen Bedingungen dieser geerntet wird,<br />

war Thema der Schulveranstaltung zum<br />

Buß- und Bettag.<br />

Die Schülerinnen und Schüler der Berufsfachschulen<br />

haben sich seit Juni mit dem<br />

Thema Kinderarbeit auf Kakaoplantagen<br />

beschäftigt und Berichte geschrieben, aus<br />

denen Schulpfarrer Br. Fischer zitierte. Er<br />

schilderte, wie sich Kinder bei glühender<br />

Hitze mit 50-Kilo-Säcken voller Kakaobohnen<br />

abschleppen müssen, mit Macheten<br />

hantieren, die so groß sind wie sie selbst<br />

oder ungeschützt mit Insektiziden hantieren<br />

müssen. Sie schuften 12 Stunden am<br />

Tag für einen Lohn von unter einem Euro<br />

– oder nicht selten gar keinen, denn viele<br />

wurden aus den Nachbarländern verschleppt.<br />

Br. Fischer erwähnte auch den österrei-<br />

chischen Chocolatier Josef Zotter, der<br />

sagte: »Auf dem Weltmarkt kostet derzeit<br />

eine Tonne Rohkakao 2500 US-Dollar. Wir<br />

müssten aber 10 000 US-Dollar zahlen, um<br />

nicht vor Scham zu erröten.« Er legte allen<br />

dringend ans Herz, nur noch fair gehandelte<br />

Schokolade zu verzehren.<br />

Bei einer der beiden Veranstaltungen war<br />

das Ehepaar Siebörger vom Eine-Welt-<br />

Laden Ujamaa, der den Fair-Trade-Kiosk an<br />

den Zinzendorfschulen unterstützt, zu Gast.<br />

Bei der zweiten Veranstaltung wurde die<br />

Gewinnerklasse der Deckelsammlung bekanntgegeben.<br />

Mit 93 750 Deckeln können<br />

187 Polio-Impfungen finanziert werden. 76<br />

davon alleine von der 6b, denen der Elternbeirat<br />

als Dank einen Erlebnistag spendierte.<br />

Auch der Initiator der Deckelsammlung<br />

an den Zinzendorfschulen, der Hausmeister<br />

Kurt Breithaupt, war gekommen. Er hatte<br />

eine Sammelstelle gesehen und diese Idee<br />

Br. Fischer vorgetragen. »Rohstoffe sind<br />

wertvoll«, sagte er. »Mit dieser Aktion können<br />

wir Gutes tun und Müllberge verhindern.«<br />

Auch wenn der Wettbewerb beendet<br />

ist - gesammelt wird weiter. Auf dem Schulhof<br />

steht eine rote Sammeltonne.<br />

Wie viel Energie verbraucht eine<br />

LED-Lampe im Gegensatz zu einer<br />

Glühlampe und auf wie viele Meter<br />

kann man 1000 Kilogramm mit einem Kran<br />

heben, bis eine Kilowattstunde<br />

verbraucht ist? Wie viel Strom<br />

verbraucht ein Fernseher im<br />

Stand-By-Modus und wie lange<br />

kann man für eine Kilowattstunde<br />

duschen?<br />

Auf diese und viele weitere<br />

Fragen wissen die Fünftklässler<br />

der Zinzendorfschulen<br />

spätestens jetzt eine Antwort,<br />

denn der Energieberater Norman<br />

Limberger von der Energieagentur<br />

Schwarzwald-Baar-<br />

Heuberg war an zwei Tagen<br />

zu Besuch in Königsfeld. Die<br />

Schüler konnten selbst erfahren,<br />

dass eine alte Glühbirne<br />

viel Wärme abgibt, während<br />

eine LED-Lampe für die gleiche<br />

Lichtleistung nur ein Zehntel der Energie<br />

verbraucht.<br />

Zwischen den beiden Terminen sollten die<br />

Kinder zu Hause den Verbrauch von verschiedenen<br />

Haushaltsgeräten messen und<br />

waren vor allem über den Stromverbrauch<br />

im Stand-By-Betrieb verblüfft.<br />

»Mit dem Energie- und Klimaschutzprojekt<br />

Energieberater Norman Limberger zeigte den Fünftklässlern, dass eine LED-Lampe mit einem<br />

Bruchteil des Energieverbrauchs genauso hell ist wie eine alte Glühbirne.<br />

an Schulen sollen die Kinder und Jugendlichen<br />

schon früh für ihre Umwelt sensibilisiert<br />

werden«, erklärte der Energieberater.<br />

Das von der Landesregierung geförderte<br />

Projekt wird von der dritten Grundschulklasse<br />

bis hin zur elften Klasse angeboten.<br />

Die Fünftklässler der Zinzendorfschulen<br />

wurden über die Erderwärmung informiert<br />

und lernten die Vor- und Nachteile<br />

verschiedener Arten von Energiegewinnung<br />

kennen. Die Schüler<br />

lernen altersgerecht, wie sie Energie<br />

sparen und damit der Umwelt<br />

helfen können. »Einige von ihnen<br />

hatten beim Messen des Stand-By-<br />

Verbrauchs schon ein Aha-Erlebnis<br />

und haben sich vorgenommen,<br />

künftig die abschaltbare Stromleiste<br />

auch zu nutzen«, freut sich Limberger.<br />

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Lernort Schule<br />

Lernort Schule<br />

Exkursion zum Gedenkpfad Eckerwald<br />

Mit Zivilcourage gegen Extremismus<br />

Die Klasse SG1b des Sozialwissenschaftlichen<br />

Gymnasiums besuchte<br />

mit ihrem Geschichtslehrer Br. Hudek<br />

den Gedenkpfad Eckerwald. Der Pfad<br />

erinnert an eines der dunkelsten Kapitel<br />

aus der Zeit des Nationalsozialismus<br />

in unserer Region. Nur<br />

wenige Kilometer von Königsfeld<br />

entfernt versuchten die Nazis im<br />

letzten Kriegsjahr, aus Ölschiefer<br />

das dringend notwendige Öl<br />

für die unmenschliche Kriegsmaschinerie<br />

zu gewinnen. Dazu<br />

entstanden zwischen Rottweil<br />

und Hechingen sieben Konzentrationslager<br />

und mehrere Ölschieferwerke.<br />

Im Eckerwald bei Zepfenhahn<br />

sind noch Überreste eines dieser<br />

Werke zu erkennen. Die Initiative<br />

Gedenkstätte Eckerwald e.V. hat<br />

dort einen Gedenkpfad eingerichtet,<br />

über den die Klasse von<br />

Gerhard Lempp, selbst ehemaliger Lehrer<br />

an den Zinzendorfschulen, geführt wurde.<br />

Sehr eindrücklich berichtete Lempp von<br />

den unmenschlichen Bedingungen in den<br />

Im Eckerwald bei Zepfenhahn sah sich die Klasse SG1b des Sozialwissenschaftlichen<br />

Gymnasiums Überreste aus der Nazizeit an.<br />

Konzentrationslagern und auf der Baustelle<br />

der Ölschieferwerke. Sie wurden erst<br />

im letzten Winter vor Kriegsende gebaut<br />

und sind eigentlich nie voll funktionsfähig<br />

geworden. Dennoch waren die menschlichen<br />

Verluste enorm. Man geht davon aus,<br />

so Lempp, dass alleine im KZ Schörzingen<br />

etwa 1000 Menschen ums Leben gekommen<br />

sind.<br />

Am Ende betonte Gerhard Lempp, wie<br />

wichtig es ist, dass sich die junge Generation<br />

für Frieden und Verständnis zwischen<br />

den Nationen und Religionen einsetzt. Kriegerische<br />

Mittel können und dürfen nie als<br />

Lösung für vermeintliche Probleme<br />

gesehen werden.<br />

Die Schülerinnen und Schüler fuhren<br />

im Anschluss sehr gut informiert<br />

und nachdenklich gestimmt zurück<br />

nach Königsfeld.<br />

Philipp Hudek<br />

Rechte Parolen hört man derzeit<br />

nicht nur an Stammtischen. Sie<br />

begegnen einem im Gespräch mit<br />

Kollegen oder der Familie, beim Einkaufen<br />

oder im Bus. Deshalb haben die Zinzendorfschulen<br />

Trainer des Teams meX (Mit<br />

Zivilcourage gegen Extremismus) der<br />

Landeszentrale für politische Bildung<br />

eingeladen. An zwei Tagen übten sie mit<br />

verschiedenen Klassen der Fachschulen<br />

für Sozialwesen und Sozialpädagogik, wie<br />

die angehenden Erzieher bzw. Jugendund<br />

Heimerzieher auf populistische Hetze<br />

reagieren können. Dabei nutzten sie<br />

Elemente des Argumentationstrainings,<br />

das Professor Klaus-Peter Hufer von der<br />

Fakultät Bildungswissenschaften der Universität<br />

Duisburg entwickelt hat.<br />

Zunächst sammelten die Kursteilnehmer<br />

Phrasen und Situationen die ihnen schon<br />

einmal begegnet sind. Sie erfuhren, wie<br />

sich die Parolen mittlerweile in der Gesellschaft<br />

verbreitet haben und lernten die 13<br />

verschiedenen Abwertungen gegenüber<br />

bestimmten Menschengruppen kennen, die<br />

in der jüngsten Mitte-Studie der Friedrich-<br />

Ebert-Stiftung (FES) als Facetten gruppenbezogener<br />

Menschenfeindlichkeit analysiert<br />

wurden. Laut FES hat jeder zweite<br />

Bundesbürger eine abwertende Einstellung<br />

gegenüber Asylbewerbern und Langzeitarbeitslosen.<br />

Rollenspiele helfen dabei, auf Phrasen und Parolen zu reagieren.<br />

Fünf der angehenden Erzieher übernahmen<br />

bei einem Rollenspiel verschiedene<br />

Positionen gegenüber Langzeitarbeitslosen,<br />

während die anderen sie dabei beobachteten<br />

und auf Rhetorik, Körpersprache sowie<br />

Inhalt achteten.<br />

»Es ist viel anstrengender zu argumentieren,<br />

als einfach nur Parolen zu verbreiten«,<br />

hatte eine der Akteurinnen festgestellt<br />

und hätte am liebsten die Runde verlassen.<br />

»Man redet wie gegen eine Wand und<br />

kommt nicht durch.«<br />

Zwei ihrer Tischnachbarn wiederholten<br />

permanent die gleichen Sprüche, während<br />

sie versuchte, zu argumentieren.<br />

Ihr Gegenüber dagegen hinterfragte die<br />

Phrasen der Populisten. Die fünfte am<br />

Tisch hatte die Aufgabe, sich aus der Diskussion<br />

weitestgehend herauszuhalten.<br />

»Es ist wichtig, selbst aktiv zu werden<br />

und eigene Visionen vorzutragen«, meint<br />

der Historiker Andreas, der gemeinsam<br />

mit einer Kollegin den Workshop leitete.<br />

Auch könne gezieltes Nachfragen helfen,<br />

Phrasen zu entlarven.<br />

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Lernort Schule<br />

Lernort Schule<br />

Elftklässler treffen Landtagspräsidentin<br />

Auslandspraktika für angehende Erzieher<br />

Besonders lebendigen Gemeinschaftskundeunterricht<br />

konnte die<br />

Klasse 11c bei einer Exkursion nach<br />

Stuttgart erleben, als sie mit ihrem Lehrer<br />

Br. Hudek den<br />

baden-württembergischen<br />

Landtag<br />

besichtigten. Nach<br />

einer kurzen Begrüßung<br />

im neuen<br />

Besucherzentrum<br />

wurde die Klasse<br />

in den Plenarsaal<br />

geführt. Dort, wo<br />

normalerweise die<br />

Landtagspräsidentin<br />

durch die Sitzungen<br />

des Parlaments führt, durfte eine Schülerin<br />

der 11c Platz nehmen und selbst durch die<br />

Schülersitzung führen. Jeder Schüler saß<br />

am Platz eines Abgeordneten und beobachtete<br />

das Geschehen gespannt.<br />

Eigentlich war im Anschluss ein Gespräch<br />

mit den Abgeordneten unseres Wahlkreises<br />

geplant, doch leider waren beide in einer<br />

Sitzung des Bildungsausschusses beschäftigt.<br />

Deswegen berichteten zwei andere<br />

Abgeordnete von ihrer Arbeit im Landtag.<br />

Höhepunkt der Ausfahrt war das anschließende<br />

Treffen mit Frau Landtagspräsidentin<br />

Muhterem Aras. Dieses Treffen gehört<br />

normalerweise<br />

nicht zum Standardprogramm<br />

eines Landtagsbesuchs,<br />

wurde<br />

aber extra für<br />

die Zinzendorfschulen<br />

möglich<br />

gemacht.<br />

Die Landtagspräsidentin<br />

berichtete mit<br />

großer Begeisterung<br />

von ihrer Arbeit, die sie als eine Art<br />

Schiedsrichterrolle sieht. Sie erzählte auch,<br />

dass seit dem Einzug der AfD in das Landesparlament<br />

der Ton in den Sitzungen rauer<br />

geworden sei. Es entstand ein angeregtes<br />

Gespräch mit den Schülerinnen und Schülern,<br />

die sich ausführlich im Gemeinschaftskundeunterricht<br />

auf dieses Treffen vorbereitet<br />

hatten. Muhterem Aras betonte am<br />

Schluss, wie wichtig das Engagement von<br />

jungen Menschen<br />

für die<br />

Politik sei. Sie<br />

selbst sei nach<br />

Ausschreitungen<br />

gegen<br />

in Deutschland<br />

lebende<br />

Kurden aktiv<br />

geworden.<br />

Das Fazit der<br />

Klasse fiel<br />

durchweg positiv aus. Es sei interessant,<br />

die Politik auch mal lebendig zu erleben<br />

und nicht immer nur die Ergebnisse in den<br />

Medien mitzubekommen, so ein Schüler<br />

auf der Rückfahrt nach Königsfeld.<br />

Philipp Hudek<br />

Während der Ausbildung im Ausland<br />

arbeiten – davon träumen viele junge<br />

Menschen. Andere Kulturen entdecken,<br />

Sprachen lernen, Kontakte knüpfen<br />

und vor allem über den eigenen Tellerrand<br />

schauen. Was bislang zumeist Studierenden<br />

oder Auszubildenden in großen<br />

Konzernen vorbehalten war, ist jetzt auch<br />

für Schülerinnen und Schüler möglich, die<br />

sich an den Zinzendorfschulen zu staatlich<br />

anerkannten Erziehern oder Jugend- und<br />

Heimerziehern ausbilden lassen.<br />

Möglich macht es das Förderprogramm<br />

Erasmus+, das die Europäische Union den<br />

Zinzendorfschulen bewilligt hat. »Damit<br />

können die angehenden Erzieher bereits<br />

während der Ausbildung wertvolle Auslands-<br />

und Arbeitserfahrungen sammeln,<br />

ohne Zeit zu verlieren«, sagt die Abteilungsleiterin<br />

für Sozialpädagogik und Sozialwesen,<br />

Sr. Schoo-Schemmann.<br />

Für Erzieher sind die Zinzendorfschulen<br />

eine von zwei Ausbildungsstätten im Regierungsbezirk<br />

Freiburg, die diese Chance<br />

bieten, für Jugend- und Heimerzieher ist<br />

es sogar die einzige. Daher betonte auch<br />

Landrat Sven Hinterseh die Bedeutung des<br />

Schulverwaltungsassistentin Katja Schmidt, Abteilungsleiterin Sr.<br />

Schoo-Schemmann, Schulleiter Br. Treude, Landrat Sven Hinterseh<br />

und die Schülerin Alketa Kutleshi (von links) stellten das EU-Programm<br />

Erasmus+ vor, mit dem die Schülerinnen und Schüler der<br />

Fachschule für Sozialpädagogik und Sozialwesen bis zu einem Jahr<br />

im Ausland verbringen können.<br />

Erasmus+-Projekts für die Schullandschaft<br />

im Schwarzwald-Baar-Kreis und für die<br />

Schülerinnen und Schüler: »Es hilft ihnen zu<br />

reflektieren und bereichert ihr ganzes Leben.«<br />

Die Schüler, die diese Chance wahrnehmen,<br />

seien tolle Botschafter sowohl<br />

für die Zinzendorfschulen als auch für den<br />

Schwarzwald-Baar-Kreis.<br />

An den Zinzendorfschulen haben die Schülerinnen<br />

und Schüler der Fachschulen für<br />

Sozialpädagogik und Sozialwesen an zwei<br />

Stellen ihrer Ausbildung die Möglichkeit, ins<br />

europäische Ausland zu gehen: Im ersten<br />

Jahr an der zweijährigen Fachschule für<br />

sieben Wochen oder im Anerkennungsjahr,<br />

das zwischen der schulischen Ausbildung<br />

und der staatlichen Anerkennung<br />

liegt, für einen individuellen Zeitraum<br />

zwischen sechs und 12 Monaten.<br />

Die angehenden Erzieher werden auch<br />

im Ausland an ihren Praktikumsstellen<br />

professionell angeleitet, die Lehrer der<br />

Zinzendorfschulen bleiben Ansprechpartner<br />

für die Ausbildung und begleiten sie<br />

phasenweise im Rahmen von Hospitationen<br />

vor Ort. Dabei lernen auch die Lehrer<br />

unterschiedliche Methoden kennen<br />

und können ihre eigenen Erfahrungen<br />

und Vorgaben mit verschiedenen<br />

Bildungssystemen vergleichen. Die intensiven<br />

Einblicke in die Arbeit der kooperierenden<br />

Einrichtungen helfen auch ihnen,<br />

Unterschiede und kulturelle Eigenheiten zu<br />

verstehen.<br />

Die genaue Höhe der Förderung richtet sich<br />

nach Ort und Dauer der Praktika. So wird<br />

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Lernort Schule<br />

Lernort Schule<br />

beispielsweise ein siebenwöchiges Praktikum<br />

in Italien oder Spanien mit rund 1600<br />

Euro bezuschusst, ein sechsmonatiges mit<br />

etwa 5300 Euro. Die Projektpartner der Zinzendorfschulen<br />

sind derzeit die Deutschen<br />

Schulen in Bukarest (Rumänien) und Bilbao<br />

(Spanien) sowie das Servizio Cristiano Instituto<br />

Valdese im sizilianischen Riesi (Italien).<br />

Weitere Kooperationspartner sollen folgen.<br />

»Der Arbeitsalltag in einem neuen Umfeld<br />

ermöglicht den Schülern einmalige Einblicke<br />

in unterschiedliche Vorgehensweisen,<br />

Kulturkreise und andersartige pädagogische<br />

Konzeptionen. Auch hilft es ihnen, sich<br />

auf einen multikulturellen Arbeitsalltag vorzubereiten«,<br />

betont Sr. Schoo-Schemmann<br />

und der Schulleiter der Zinzendorfschulen,<br />

Br. Treude, ergänzte: »Das Programm fördert<br />

die Offenheit gegenüber anderen Kulturen,<br />

Menschen und Ländern und stärkt<br />

zugleich das Selbstvertrauen, weshalb es<br />

hervorragend zu unserem Leitbild passt.«<br />

Einblicke in die Arbeit der Beratungsstellen<br />

Einen Einblick in ihre Arbeit beim<br />

Diakonischen Werk im Schwarzwald-Baar-Kreis<br />

verschafften Saskia<br />

Wartenberg und Corina Heim den Schülerinnen<br />

und Schülern der Klasse SG1b des<br />

Sozial- und Gesundheitswissenschaftlichen<br />

Gymnasiums (SG). Saskia Wartenberg, die<br />

einst selbst am SG der Zinzendorfschulen<br />

ihr Abitur abgelegt hatte, arbeitet in der<br />

Sozial- und Lebensberatung, zu der unter<br />

anderem auch Schuldnerberatung und<br />

Mediation gehören, sowie in der Beratung<br />

für Schwangere und junge Familien. Ihre<br />

Kollegin Corina Heim leitet in den gleichen<br />

Bereichen die Außenstelle St. Georgen.<br />

»Die Methodik spielt bei der Beratung<br />

eine wichtige Rolle«, erklärten<br />

sie und verbanden ihre erste Frage<br />

an die Schülerinnen und Schüler im<br />

Profilfach Pädagogik und Psychologie<br />

gleich mit einem Beispiel. Jeder<br />

suchte sich ein Spielzeugtier aus und<br />

setzte es an die Stelle eines Seils, das<br />

von »Ich habe keine Ahnung von der<br />

Arbeit an Beratungsstellen« bis zu<br />

»Ich kenne mich sehr gut aus mit der<br />

Arbeit von Beratungsstellen« geht. Im<br />

Laufe der Doppelstunde wanderte die<br />

gemischte Herde von einem Ende des Seils<br />

zum anderen.<br />

Neben den Arbeitsfeldern der beiden Referentinnen<br />

bietet das Diakonische Werk<br />

im Schwarzwald-Baar-Kreis unter anderem<br />

auch Unterstützung bei Migration und<br />

Flucht, Behinderung und psychischer Erkrankung<br />

sowie Schulsozialarbeit.<br />

Das Lernen lernen – spannender Abend für Eltern<br />

Lernt mein Kind logisch-abstrakt<br />

oder emotional, sicherheitsliebend<br />

oder eher chaotisch? Wenn sich<br />

Eltern darüber im Klaren sind, können sie<br />

ihr Kind viel besser unterstützen. Wie das<br />

geht, erläuterte Michael Kary im Haus Katharina<br />

von Gersdorf. Der Förderverein<br />

der Grundschule Königsfeld hatte den<br />

Vortrag »Lernen lernen« des Vereins LVB<br />

Lernen e.V. organisiert.<br />

Der Linguist und Kommunikationstrainer<br />

Kary zeigte auf äußerst unterhaltsame<br />

Weise die Fallstricke auf, die in der Kommunikation<br />

lauern. So müsse etwa der<br />

emotionale Lerntyp gelobt werden, um<br />

zur Leistung angespornt zu werden. Er<br />

schilderte eine Situation, in der ein Kind<br />

stolz seinen Eltern ein Bild präsentierte,<br />

für das es im Kunstunterricht eine Eins<br />

bekommen hatte. »Es wäre schön, wenn<br />

Du auch mal in Mathe eine Eins schreiben<br />

würdest«, meinten diese – und haben damit<br />

eher das Gegenteil bewirkt.<br />

Der sicherheitsliebende Lerntyp liest nicht<br />

gerne Bücher, weil die Fantasiewelten<br />

von Jugendromanen immer wieder neu<br />

und unbekannt sind. »Einem solchen Kind<br />

schenken Sie am besten ein Buch mit vielen<br />

Fortsetzungen, wenn es sich erstmal auf<br />

die Romanfiguren eingelassen hat, bleibt es<br />

viel eher am Ball«, empfahl Kary.<br />

Der Referent Michael Kary (Mitte) demonstrierte mit zwei Freiwilligen die<br />

Funktion des Ultra-Kurzzeitgedächtnisses.<br />

Der logisch-abstrakte Lerntyp habe eine<br />

schnelle Auffassung, sei ehrgeizig und<br />

möge keine Gruppenarbeit – ganz im<br />

Gegensatz zum kreativ-chaotischen Typen.<br />

»Wenn der in die weiterführende Schule<br />

kommt, checkt er erstmal ab, wieviel Lernen<br />

nötig ist, um so durchzukommen. Das<br />

kann eine Weile gut gehen, aber spätestens<br />

ab der achten Klasse gibt es dann Probleme.«<br />

Für diesen Lerntyp empfahl er, mit<br />

Spaß und Belohnung zu locken. »Stellen<br />

Sie ein Brettspiel neben den Schreibtisch<br />

und nach jeder gelösten Matheaufgabe<br />

darf er einmal würfeln.«<br />

Natürlich gebe es diese Lerntypen kaum<br />

je in Reinform und sie vermischen sich<br />

auch mit zunehmendem Alter. Wichtig<br />

für alle sei es jedoch, strukturiert zu<br />

lernen. Das zeigte Kary seinen Eltern<br />

anhand eines Experiments. Sie hatten<br />

zwei Minuten Zeit, sich 20 Begriffe einzuprägen<br />

und sollten diese dann in der<br />

richtigen Reihenfolge nennen. Was sie<br />

nicht wussten: Die eine Gruppe hatte die<br />

Begriffe sortiert nach vier verschiedenen<br />

Arten – unter anderem Gewässer und<br />

Blumen - bekommen, auf den Zetteln<br />

der anderen Gruppe standen die gleichen<br />

Begriffe unstrukturiert. Diese hatten keine<br />

Chance, sich die Wörter einzuprägen, während<br />

es für die anderen ein Kinderspiel war.<br />

Kary erklärte, wie wichtig es sei, das Gelernte<br />

zu wiederholen, damit es vom Kurz- in<br />

das Langzeitgedächtnis wandere. »In der<br />

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Lernort Schule<br />

Grundschule reichen fünf Minuten täglich,<br />

in der weiterführenden Schule zehn Minuten«,<br />

meinte er und warnte zugleich, diese<br />

Zeit nicht zu verlängern. »Nach dem Lernen<br />

oder wiederholen sollten die Kinder nicht<br />

sofort Fernsehen oder mit dem Computer<br />

spielen.« Das Gehirn bräuchte eine Pause,<br />

um das Gelernte zu verarbeiten.<br />

Zu seinen weiteren Tipps gehörte, schulfreie<br />

Zeiten und Orte einzuführen, zu<br />

denen zumindest die Eltern nicht das<br />

Thema Schule ansprechen. Wenn Kinder<br />

und Eltern völlig gegensätzliche Lerntypen<br />

seien, mache es unter Umständen gar keinen<br />

Sinn, mit Sohn oder Tochter zu lernen.<br />

»Das Kind sollte dann mit jemand anderem<br />

lernen.« Auch seriöse digitale Lernplattformen<br />

könnten hilfreich sein.<br />

Begegnung mit dem Islam wirbt für Frieden<br />

Die achten Klassen besuchen die Moschee in Spaichingen..<br />

Angesichts der kontroversen Diskussion<br />

um die Rolle des Islam in<br />

unserer Gesellschaft konnten sich<br />

die Schülerinnen und Schüler der achten<br />

Klassen des Gymnasiums selbst eine Meinung<br />

bilden: Beim Besuch in der Spaichinger<br />

Fatih-Cami-Moschee und auch, als der<br />

Imam Veli Kaplan gemeinsam mit Akin Eski,<br />

der die dortige türkisch-islamische Gemeinde<br />

nach außen vertritt, zum Gegenbesuch<br />

nach Königsfeld kamen.<br />

Mit diesen Begegnungen, die der Schulpfarrer<br />

Br. Fischer schon seit Jahren organisiert,<br />

setzen die Zinzendorfschulen ganz konkret<br />

die Pariser Erklärung des EU-Ministerrats<br />

für Bildung um, die unter anderem fordert,<br />

dass Jugendlichen gelehrt wird, »…Unterschiede<br />

in Meinungen, Überzeugungen, im<br />

Glauben und den Lebensweisen zu verstehen<br />

und zu akzeptieren…«.<br />

Akin Eski betonte, dass es gerade die religiöse<br />

und kulturelle Vielfalt sowie die parallele<br />

Existenz von Christen, Juden, Muslimen<br />

und Atheisten sei, was Deutschland so<br />

attraktiv mache. »Es ist das Grundgesetz,<br />

auf das wir uns alle stützen«, sagt er und<br />

betonte, dass dieses mit dem Islam sehr<br />

gut harmoniere. Auch gebe es viele Parallelen<br />

zwischen der Bibel und dem Koran und<br />

resümierte: »Wir gehören zusammen wie<br />

Brüder und Schwestern.«<br />

Die Motivation von Eski und dem Imam,<br />

die Begegnung mit der evangelischen<br />

Privatschule zu suchen, ist ihr Einsatz für<br />

den Frieden. »Wenn wir nichts tun, werden<br />

andere aktiv«, fürchtet Akin Eski. Schulpfarrer<br />

Br. Fischer, der sich besonders an den<br />

Schulen für Toleranz einsetzt, versteht Religionsunterricht<br />

nicht missionarisch, sondern<br />

erklärend. »Wir zeigen und erklären<br />

unseren Schülern verschiedene Religionen,<br />

damit sie sie verstehen.«<br />

Was will ich<br />

vor meinem<br />

Tod<br />

erreichen, sehen,<br />

bewirken oder<br />

erleben? Die Formulierung<br />

dieser<br />

Wünsche und Ziele<br />

ist eine Reduktion auf das Wesentliche,<br />

denn für die Ergänzung des Satzes »Bevor<br />

ich sterbe« steht gerade mal eine Zeile zur<br />

Verfügung. Eine Woche lang hatten die<br />

Hospizbewegung ambulant Schwarzwald-<br />

Baar e.V. und die Zinzendorfschulen Tafeln<br />

nach dem Vorbild der US-amerikanischen<br />

Künstlerin Candy Chang auf dem Zinzendorfplatz<br />

aufgestellt. Sie hatte die Aktion<br />

"Before I die" nach dem Tod eines geliebten<br />

Menschen in New Orleans gestartet, mittlerweile<br />

haben sich die Tafeln zu einem globalen<br />

Kunstprojekt im öffentlichen Raum<br />

entwickelt: Mehr als 2000 Tafeln waren<br />

oder sind in weltweit 70 Ländern aufgestellt<br />

– unter anderem auch in Königsfeld. »Der<br />

Tod gehört zum Leben, das wollen wir ins<br />

Bewusstsein holen«, sagt Annette Wirtz von<br />

der Hospizbewegung.<br />

Before I die – Auseinandersetzung mit dem eigenen Tod<br />

Zehn Klassen waren im Unterricht zu den<br />

Tafeln gegangen, die Schülerinnen und<br />

Schüler verschiedenster Schularten und<br />

Altersstufen haben ihre eigenen Wünsche<br />

formuliert oder Passanten angesprochen<br />

und sie eingeladen, sich zu beteiligen.<br />

Während sich einige weite Reisen, etwa in<br />

die Karibik oder in die Rocky Mountains<br />

erträumen, sich andere konkrete Berufswünsche<br />

erfüllen möchten, haben viele<br />

das Bedürfnis nach Familie, Glück und den<br />

Wunsch, die Welt ein Stückchen verbessert<br />

zu haben.<br />

»Der Tod wurde in der Vergangenheit immer<br />

stark tabuisiert«, sagt Knud Eike Buchmann,<br />

Vorsitzender der Hospizbewegung,<br />

der den Austausch mit den Jugendlichen<br />

suchte und auch zur Abschlussveranstaltung<br />

kam. »Aber die Gesellschaft öffnet sich<br />

und auch junge Menschen interessieren<br />

sich dafür. Das Thema ist in der Bevölkerung<br />

angekommen.« Das sei wichtig, denn<br />

das Sterben sei eines der existenziellen<br />

Themen der Menschheit, auch und gerade,<br />

weil es oft außerhalb des Familienverbundes<br />

geschieht. »Die Menschen sterben<br />

heute zunehmend außerhalb der Familie.<br />

Damit sie dabei nicht alleine<br />

sind, gibt es die Hospizbewegung,<br />

was wir tun, ist praktizierte<br />

Nächstenliebe.«<br />

Die meisten der Schülerinnen<br />

und Schüler hätten sich sehr<br />

ernsthaft mit dem Thema<br />

befasst, resümierte Schulpfarrer<br />

Br. Fischer, der die Aktion<br />

seitens der Zinzendorfschulen<br />

betreut hatte, »und es sind<br />

mehrfach Tränen geflossen.«<br />

Einige der Schülerinnen und<br />

Schüler haben schon im eigenen<br />

Umfeld Erfahrungen mit<br />

dem Tod machen müssen.<br />

»Das ist keine Frage des Alters,<br />

jeder muss sich mit dem Sterben auseinandersetzen«,<br />

waren sich die meisten einig,<br />

aber es gab auch andere Stimmen: »Ich will<br />

eigentlich gar nicht daran denken, sondern<br />

mein Leben unbeschwert genießen.«<br />

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Lernort Schule<br />

?<br />

Wer bin ich – und wenn ja, wie viele?<br />

Diese Frage, die der Philosoph<br />

Richard David Precht vor rund zehn<br />

Jahren in einem Buchtitel aufwarf, stellen<br />

sich nicht nur Erwachsene. Auch Kinder<br />

wollen wissen, wie alles zusammenhängt<br />

und was verschiedene Aspekte des Lebens<br />

zu bedeuten haben.<br />

Um zu lernen, wie sie auf die Fragen der<br />

Kinder am besten eingehen, haben angehende<br />

Erzieherinnen und Erzieher der<br />

Fachschule für Sozialpädagogik an einer<br />

mehrtägigen Weiterbildung der Münchener<br />

Akademie Kinder philosophieren zu dem<br />

Thema teilgenommen.<br />

In insgesamt vier Modulen erlernten sie das<br />

Handwerkszeug, um später mit den von<br />

ihnen betreuten Kindern philosophische<br />

Themen anzusprechen. »Erzieher, die mit<br />

Kindern philosophieren, müssen ihr Vorhaben<br />

auch Eltern und den Teamkollegen gegenüber<br />

kommunizieren«, sagte Dr. Anton<br />

Hörburger, der gemeinsam mit Ute Mangold<br />

freiberuflich für die Akademie arbeitet<br />

und angehenden Erziehern das passende<br />

Handwerkszeug nahelegte.<br />

Nicht jede Frage sei philosophisch zu<br />

beantworten.<br />

»Wenn<br />

gefragt wird,<br />

wie ein Blitz<br />

entsteht, dann<br />

gibt es dazu<br />

eine eindeutige<br />

Antwort«, sagt<br />

er. »Geht es<br />

jedoch um die<br />

Bedeutung von<br />

Naturgewalten, ist das schon eine philosophische<br />

Fragestellung.«<br />

Beim angeleiteten Philosophieren werden<br />

Kinder zum kritischen, kreativen und ergebnisoffenen<br />

gemeinsamen Nachdenken<br />

animiert. »Für die Zukunft unserer Gesellschaft<br />

ist es wichtig, dass Kinder eigene<br />

Denkprozesse durchlaufen«, sagte Ute<br />

Mangold schon beim Schnupperseminar.<br />

Nach einer Einstimmungsrunde zum<br />

Thema »Wirklichkeit und Wahrnehmung«<br />

wurden zunächst einmal Erfahrungen<br />

ausgetauscht: Wie kann man am besten die<br />

Kollegen und Eltern vom Philosophieren<br />

mit Kindern begeistern? Es gab viel Gelegenheit,<br />

die Methodik und Didaktik nicht<br />

nur theoretisch zu<br />

erlernen, sondern<br />

auch praktisch auszuprobieren.<br />

Nach dem letzten<br />

Modul der Fortbildung<br />

haben<br />

die angehenden<br />

Erzieherinnen und<br />

Erzieher ihr Zertifikat zur philosophischen<br />

Gesprächsführung mit Kindern und<br />

Jugendlichen erworben.<br />

Der Kurs hat auch der Trainerin Ute Mangold<br />

viel Freude bereitet. Die angehenden<br />

Erzieherinnen und Erzieher seien sehr<br />

engagiert, meinte sie und fügte hinzu: "Es<br />

ist schön zu sehen, was diese Schule für<br />

Menschen hervorbringt.« Das Projekt »Mit<br />

Kindern philosophieren« wird von der Karl-<br />

Schlecht-Stiftung unterstützt.<br />

Die Welt wird bunter, an Schulen,<br />

Arbeitsplätzen und in Vereinen treffen<br />

sich mehr Kulturen als noch vor<br />

wenigen Jahrzehnten und mit der Vielfalt<br />

der Kulturen steigt auch die Vielfalt der Religionen.<br />

Für Erzieherinnen und<br />

Erzieher ist dies in ihrer täglichen<br />

Arbeit oft eine besondere Herausforderung,<br />

vor allem, wenn<br />

sie später in christlichen Einrichtungen<br />

arbeiten. Wie gehen<br />

sie damit um, wenn ein Kind<br />

Interesse an Religion zeigt, seine<br />

Eltern aber dagegen sind oder<br />

einem anderen Glauben angehören?<br />

Um ihre Schülerinnen und<br />

Schüler auf das spätere Berufsleben<br />

vorzubereiten, haben die<br />

Fachschulen für Sozialpädagogik<br />

und Sozialwesen ihren zweiten<br />

interreligiösen Fachtag unter das<br />

Motto »Religiöse Vielfalt – Herausforderung<br />

in unserer Praxis« gestellt.<br />

Im Fach Religionspädagogik hat ein Team<br />

den Tag vorbereitet und mehrere Gäste<br />

aus Kitas und Familienzentren sowie Jugend-<br />

und Erziehungshilfeeinrichtungen<br />

aus ganz Baden-Württemberg eingeladen,<br />

um aus ihrer eigenen Praxis zu berichteten.<br />

»Die Jugendlichen untereinander haben mit<br />

ihren unterschiedlichen Religionen eigentlich<br />

keine Probleme« wusste Olaf Herzer-<br />

Sr. Ebel (rechts) begrüßt die Gäste beim interreligiösen Fachtag.<br />

Genserich zu berichten, der in Bruderhausdiakonie<br />

in Hammereisenbach unbegleitete<br />

minderjährige Flüchtlinge betreut. Unter<br />

den meist 16- bis 17-Jährigen sind Schiiten,<br />

Moslems, Christen und Angehörige vieler<br />

weiterer Religionen. »Sie treffen sich über<br />

das Kulinarische«, berichtete er. Seine<br />

Schützlinge kochen abwechselnd für alle, so<br />

dass sich alle über die neuen gemeinsamen<br />

Erfahrungen austauschen können.«<br />

Annette Langbein, die im Freiburger<br />

Familienzentrum Wiesengrün<br />

arbeitet, betonte: »Es ist wichtig,<br />

Gemeinsamkeiten zu finden, etwa<br />

beim gemeinsamen Essen, Tanzen<br />

oder Feiern.«<br />

Am Nachmittag konnten sich die<br />

Schülerinnen und Schüler mit den<br />

Gästen in verschiedenen Gruppen<br />

austauschen, sich Tipps holen und<br />

konkrete Fragen stellen. Eingerahmt<br />

wurde der interreligiöse Fachtag von<br />

einem Impuls zum Thema »Engel«<br />

und einer Präsentation von zehn<br />

Leitsätzen zum Zusammenleben in<br />

der multireligiösen Gesellschaft.<br />

50 51<br />

Lizenz zum Philosophieren<br />

Interreligiöser Fachtag für angehende Erzieher


Lernort Schule<br />

Lernort Schule<br />

Vielseitige Ausbildung der angehenden Erzieher<br />

Spaß und Erfolg beim Tag der Mathematik<br />

Ich kann gut mit Kindern und Jugendlichen<br />

umgehen«, sagt Alica<br />

Langpohl und wie zur Bestätigung<br />

laufen ein paar Jungen und Mädchen im<br />

Königsfelder Naturkindergarten Zauberwald<br />

der jungen Frau in die weit ausgebreiteten<br />

Arme. Nach der Schule hatte sie sich<br />

daher für eine Ausbildung zur Jugend- und<br />

Heimerzieherin an den Zinzendorfschulen<br />

entschieden. Im Januar und Februar steht<br />

im ersten Ausbildungsjahr immer ein sechswöchiges<br />

Praktikum auf dem Lehrplan.<br />

Weil Alica später mit Jugendlichen arbeiten<br />

möchte, hatte sie sich bewusst für einen<br />

Kindergarten als Praktikumsplatz entschieden,<br />

um auch mal etwas anderes kennenzulernen.<br />

»Dafür sind Praktika ja schließlich<br />

da«, meint sie. Beim nächsten Praktikum<br />

möchte sie daher gerne in die Behindertenbetreuung<br />

hineinschnuppern.<br />

Der Tagesablauf im Waldkindergarten<br />

gefällt ihr sehr gut. »Ich bin selbst gerne in<br />

der Natur und die Aufgaben hier sind sehr<br />

vielseitig.« Morgens, wenn die ersten Kinder<br />

von ihren Eltern gebracht werden, spielt sie<br />

mit ihnen, bis alle der derzeit 17 Jungen und<br />

Mädchen da sind. Gemeinsam mit dem Erzieherteam<br />

geht es dann zum Morgenkreis<br />

im Tipi, wo die Kinder beispielsweise erste<br />

Zahlen lernen. Bei so gut wie jedem Wetter<br />

sind sie draußen, basteln mit Materialien,<br />

Die Kinder mögen ihre Praktikantin Alica.<br />

die sie im Wald finden, führen Experimente<br />

durch, klettern und spielen. Später am Vormittag<br />

bereiten alle gemeinsam ihr Vesper<br />

zu, da gibt es zum Beispiel mal eine Suppe<br />

oder vegetarische Würstchen, die über dem<br />

Lagerfeuer im Tipi gegrillt werden.<br />

Alica konnte schon vieles von dem einbringen,<br />

was sie an der Fachschule für Sozialwesen<br />

gelernt hat. »Im Unterricht habe<br />

ich mich manchmal darüber gewundert,<br />

was wir alles theoretisch lernen und merke<br />

jetzt, dass ich ganz viel davon in der Praxis<br />

anwenden kann.«<br />

Beim Praktikum ist sie nicht auf sich allein<br />

gestellt: Zum einen helfen ihr die wöchentlichen<br />

Reflexionsgespräche mit der Leiterin<br />

des Kindergartens, außerdem wird sie von<br />

ihrer Klassenlehrerin an den Zinzendorfschulen<br />

regelmäßig begleitet, die Besuche<br />

sind teils beratend, teils aber auch, um Alica<br />

zu benoten. Auch muss sie ihr Praktikum<br />

täglich in einem Tagebuch dokumentieren,<br />

die Reflexionsgespräche zusammenfassen<br />

und ihre Angebote schriftlich planen. »Es<br />

gibt viel zu schreiben, aber das wird später<br />

im Beruf ja auch gefordert«, sagt Alica<br />

Langpohl.<br />

Seit mehr als 30 Jahren richten Universitäten<br />

in ganz Deutschland im<br />

Frühjahr einen Tag der Mathematik<br />

aus. Das Ziel dabei ist, bei Gymnasiasten<br />

die Freude an der Mathematik zu wecken.<br />

Zwölf Schüler aus dem Vertiefungskurs Mathematik<br />

der Klassen ZG1 und ZG2<br />

des Zinzendorfgymnasiums fuhren<br />

mit ihren Lehrern Br. Baur und Br.<br />

Schüller an die Universität Konstanz.<br />

Im Gepäck hatten sie Zirkel, Lineal<br />

und Arbeitspapier, die sie für die<br />

Einzel-, Gruppen- und Speedwettbewerbe<br />

am Fachbereich Mathematik<br />

und Statistik brauchten.<br />

Der Internatsschüler Wenqi Song<br />

kam im Einzelwettbewerb mit 180<br />

Teilnehmern auf einen sehr guten<br />

zehnten Platz. Insgesamt waren<br />

rund 20 Schulen mit 250 bis 300<br />

Teilnehmern aus dem deutschen<br />

und schweizerischen Bodenseeraum<br />

nach Konstanz gekommen.<br />

Die Gymnasiasten des Königsfelder<br />

Schulwerks fanden die Aufgaben<br />

»sehr spaßig«. Allerdings funktionierte beim<br />

Speedwettbewerb das Mikrophon nicht,<br />

weshalb sie dabei klar im Nachteil waren.<br />

Während die Schüler knifflige Aufgaben<br />

lösten, nahmen ihre Lehrer die Chance<br />

wahr, sich mit Kollegen, Dozenten und<br />

Professoren auszutauschen. »Wir hatten<br />

eine sehr anregende Diskussion über<br />

Sie hatten viel Spaß beim Tag der Mathematik an der Uni Konstanz: Yidan Sun,<br />

Wenqi Song (10. Platz), Simon Spirito, Tim Schmitt, Finn Mayer-Clasen, Dinghao Shi,<br />

Jonas Broghammer, Florian Heizmann, Jonas Buchholz, Dario Folnegovic, vorne:<br />

Simon Motzer und Daniel Polkowski (jeweils von links).<br />

Schul- und Hochschulmathematik mit zwei<br />

Mathe-Professoren der Universität«, sagte<br />

Br. Schüller.<br />

Dr. Jan-Hendrik Treude gibt in Konstanz zusätzlich<br />

zu den Erstsemester-Vorlesungen<br />

einen Einführungskurs in das mathematische<br />

Arbeiten, damit die Studienabbrecherquote<br />

von 50-75 Prozent im ersten<br />

Semester zurückgeht. »Einige Elemente<br />

davon werde ich in meinem<br />

Vertiefungskurs übernehmen«, so Br.<br />

Schüller. Es ist auch geplant, dass der<br />

Hochschuldozent demnächst einmal<br />

den Vertiefungskurs an den Zinzendorfschulen<br />

besucht.<br />

Ein weiterer Höhepunkt des Tages<br />

der Mathematik war eine fulminante<br />

Vorlesung von Prof. Dr. Michael Junk<br />

über "Mathe im Fluss" und eine kurze<br />

Einführung in das Mathematik-Studium<br />

mit seinen exzellenten Berufsaussichten.<br />

52 53


Lernort Schule<br />

Lernort Schule<br />

Prävention findet zuerst in der Familie statt<br />

Gelungene Berufsfindungsmesse JOBwärts!<br />

Kinder und Jugendliche verbringen<br />

oft viel Zeit vor dem Computer<br />

und nicht immer sind sich Eltern<br />

sicher, was auf Partys passiert - etwa ob<br />

und wie viel Alkohol, Drogen und Nikotin<br />

konsumiert werden. Um Eltern zu helfen,<br />

mit ihren Sorgen umzugehen und ihnen zu<br />

zeigen, wie sie mit Suchtverhalten ihrer Kinder<br />

am besten umgehen, hatten die Zinzendorfschulen<br />

die Sozialpädagogin (B.A.) Pia<br />

Wenzler von der Fachstelle Sucht in Villingen-Schwenningen<br />

eingeladen. Die Drogenberatungsstelle<br />

des Baden-Württembergischen<br />

Landesverbands für Prävention und<br />

Rehabilitation gGmbH ist zuständig für den<br />

gesamten Schwarzwald-Baar-Kreis.<br />

1200 bis 1300 Menschen suchen jedes Jahr<br />

Hilfe bei der Beratungsstelle, deren Aufgaben<br />

neben Beratung, Behandlung und Therapie<br />

sowie mobiler Jugendarbeit auch die<br />

Prävention ist. Bei ihren Gesprächen ist Pia<br />

Wenzler an eine strenge Schweigepflicht<br />

gebunden – wenn sie Schulklassen besucht,<br />

dann müssen sogar die Lehrer den Raum<br />

verlassen.<br />

»Allein die Tatsache, dass Sie heute hier<br />

sind zeigt, dass Sie ganz viel richtig machen:<br />

Sie interessieren sich«, begrüßte die Referentin<br />

die Eltern von Fünft- bis Zehntklässlern<br />

aller Schularten.<br />

»Eltern sind gefordert, Auffälligkeiten wahrzunehmen<br />

und müssen bereit sein, ihr Kind<br />

darauf anzusprechen«, erklärte sie. Dabei<br />

dürften die Eltern Konflikte nicht scheuen<br />

Pia Wenzler von der Fachstelle Sucht erklärte, wie Eltern mit<br />

Suchtverhalten ihrer Kinder am besten umgehen.<br />

und müssten auch ihre eigenen Wertmaßstäbe<br />

überprüfen. »Man kann nicht von<br />

seinem Kind verlangen, beim Essen das<br />

Handy wegzulegen und selbst dauernd auf<br />

sein eigenes sehen.«<br />

Am Schlimmsten sei es, Probleme zu<br />

ignorieren. »Durch das Totschweigen wird<br />

die Abhängigkeit noch weiter gefördert.«<br />

Sie riet den Eltern dazu, ohne Vorwurfston<br />

mit ihren Kindern zu reden, wenn sie ein<br />

problematisches Konsumverhalten bemerken.<br />

»Sie sollten Interesse zeigen, einfach<br />

da sein, mit ihren Kindern die Motive für<br />

ihren Konsum diskutieren und dabei auch<br />

den Gruppenzwang ansprechen«, sagte Pia<br />

Wenzler, die einst am sozialwissenschaftlichen<br />

Gymnasium der Zinzendorfschulen<br />

ihr Abitur abgelegt hat. Eltern sollten klare<br />

Regeln setzen und bei Verstößen auch<br />

Konsequenzen ziehen. Auch müssten sie<br />

sich ihrer eigenen Vorbildfunktion bewusst<br />

sein, denn »die erste, beste und wichtigste<br />

Prävention findet in der Familie statt.«<br />

Hebamme, Stylistin, Mechatroniker,<br />

Verkäufer werden oder lieber ein<br />

Handwerk erlernen? An der Schule<br />

bleiben, Erzieher werden, studieren, duale<br />

Ausbildung oder doch erst ein Jahr im Ausland?<br />

Schülerinnen und Schüler, die sich<br />

über ihre berufliche Zukunft noch nicht im<br />

Klaren sind, konnten sich bei der siebenten<br />

Berufsfindungsmesse der Zinzendorfschulen<br />

ausgiebig über die Richtung informieren,<br />

die sie später einmal einschlagen<br />

möchten.<br />

»Deshalb haben wir der Messe auch den<br />

neuen Namen JOBwärts! gegeben, der besser<br />

ausdrückt, worum es geht, nämlich die<br />

Richtung«, sagte Schulleiter Br. Treude bei<br />

der Eröffnung in dem von Berufsfachschülern<br />

bewirteten Messecafé. »Die Berufswahl<br />

ist mit die wichtigste Entscheidung in<br />

unserem Leben, denn sie ist die Grundlage<br />

für alles andere.«<br />

Unter den 35 Ausstellern der ausgebuchten<br />

Messe waren viele Stammgäste, aber auch<br />

Unternehmen, die hier zum ersten Mal<br />

die Möglichkeit nutzten, Kontakte zu den<br />

Jugendlichen zu knüpfen. Wieder war die<br />

Angebotspalette breit gefächert von Handel<br />

über Industrie zu Dienstleistung und<br />

Handwerk. Gerade dieses hat es heutzutage<br />

schwer, Auszubildende zu finden, weshalb<br />

unter den neuen Ausstellern auch ein<br />

Stuckateur war. »Wir suchen händeringend<br />

nach Bewerbern«, sagt Wolfgang Jauch und<br />

erklärt, dass auch handwerkliche Berufe<br />

Grundlage für ein späteres Studium sein<br />

können.<br />

Die Betriebe und Institutionen berieten, die Besucher informierten<br />

sich – die Berufsfindungsmesse der Zinzendorfschulen bot<br />

wieder eine geeignete Plattform für Begegnungen.<br />

Natürlich kamen auch High-Tech und die<br />

Industrie nicht zu kurz. Studierende der<br />

Hochschule Furtwangen University haben<br />

einen Roboter mitgebracht, der die Besucher<br />

fröhlich begrüßte, die Volksbank<br />

beeindruckte mit Virtual-Reality-Brillen.<br />

»Die können wir zum Beispiel in der<br />

Baufinanzierung einsetzen und Kunden<br />

einen Eindruck von Wohnungen geben«,<br />

erklärte die Ausbildungsleiterin Stefanie<br />

Dolfinger-Weidhase.<br />

Die Zinzendorfschulen sind ein guter<br />

Standort für so eine Messe, meint Jürgen<br />

Jani, Ausbildungsberater bei der IHK. »Allein<br />

schon durch die geografische Lage ist die<br />

Messe in Königsfeld ein so großer Erfolg,<br />

denn sie spricht junge Menschen auch aus<br />

Richtung Villingen, Schramberg und Rottweil<br />

an. Außerdem ist JOBwärts! eine gute<br />

Informationsquelle für die Schülerinnen<br />

und Schüler.«<br />

Viele waren in Begleitung ihrer Lehrer bei<br />

der Messe, wie etwa Leonie aus der Berufsfachschule<br />

für Hauswirtschaft und Ernährung.<br />

»Ich möchte später wahrscheinlich<br />

einmal im Gesundheitsbereich arbeiten<br />

und suche erst einmal nach einem Praktikumsplatz<br />

zum Reinschnuppern.«<br />

Das ist es auch, was beim Bewerbungsworkshop<br />

der Sparkasse empfohlen wird:<br />

54 55


Lernort Schule<br />

Lernort Schule<br />

»Berufsfindungsmesse ein<br />

sehr gutes Angebot«<br />

Praktika machen. »Auch wenn euch euer<br />

Praktikum gar nicht gefallen hat, war es<br />

erfolgreich, denn dann wisst ihr schon mal,<br />

was ihr nicht machen möchtet«, so die Ausbildungsreferentin<br />

Romy Woldt.<br />

Andere kamen in Begleitung ihrer Eltern<br />

wie etwa Timo, der sich für einen handwerklichen<br />

Beruf interessiert, sich aber<br />

noch nicht sicher ist, welcher denn nun<br />

geeignet ist. Sein Vater Ralf Tauser meint:<br />

»Die Berufsfindungsmesse ist ein sehr gutes<br />

Angebot der Zinzendorfschulen.« Heiko<br />

Bauer hat seine Tochter Olivia begleitet. Die<br />

14-Jährige geht in Villingen zur Schule und<br />

nutzte die Gelegenheit, sich über die verschiedenen<br />

Möglichkeiten zu informieren.<br />

»Ich bleibe dabei im Hintergrund, sie soll<br />

sich selbst entscheiden, ich unterstütze sie<br />

lediglich dabei.«<br />

Wie Eltern ihre Kinder bei der Berufswahl<br />

unterstützen können, konnten sie schon<br />

vier Tage vor der Messe bei einem sehr<br />

spannenden, hilfreichen Informationsabend<br />

nur für Eltern mit vielen Workshops<br />

und einem Vortrag der Firma Continental<br />

über die Duale Ausbildung erfahren.<br />

Während der Messe gab es für die Jugendlichen<br />

eine Vielzahl an Workshops, bei denen<br />

es unter anderem um die richtige Bewerbung<br />

ging, aber auch darum, welche Möglichkeiten<br />

sich zur Überbrückung zwischen<br />

Schule und Studium bieten oder für einen<br />

Auslandsaufenthalt.<br />

Unter den neuen Ausstellern war auch das<br />

Fitness-Studio InJoy, dessen Villinger Studioleiter<br />

Alexander Matt sich zwar nicht über<br />

einen Mangel an Bewerbern beklagen kann,<br />

aber »es muss auch passen, die Bewerber<br />

müssen die richtige Persönlichkeit haben.«<br />

Die Fragen der Interessenten reichten von<br />

den Voraussetzungen für eine Bewerbung<br />

über die Berufsschule, die Aufstiegschancen<br />

bis zu den Verdienstmöglichkeiten.<br />

Viele Aussteller haben<br />

ihre Auszubildenden<br />

mitgebracht, so dass ein<br />

Austausch auf Augenhöhe<br />

möglich war – und<br />

nicht wenige von ihnen<br />

besuchten früher selbst<br />

die Zinzendorfschulen.<br />

Martin Borowski etwa,<br />

der bei der Volksbank<br />

eine Ausbildung macht,<br />

hatte sich als Schüler<br />

unter anderem auch auf der Königsfelder<br />

Berufsfindungsmesse zu seinem Traumberuf<br />

inspirieren lassen.<br />

Neues Schulfach Wirtschaft/Berufs- und Studienorientierung (WBS)<br />

Landesweit wird jetzt an Gymnasien<br />

ab Klasse 8 das neue Fach Wirtschaft/Berufs-<br />

und Studienorientierung<br />

(WBS) unterrichtet, das in Grundzügen<br />

schon im Fächerverbund Geographie/<br />

Wirtschaft/Gemeinschaftskunde (GWG)<br />

zu finden war. Von Geografie und Gemeinschaftskunde<br />

wurden dafür Stunden<br />

abgezweigt.<br />

Die Zinzendorfschulen nutzen als Privatschule<br />

ihren Spielraum, der es ihnen<br />

erlaubt, Gemeinschaftskunde (GK) und WBS<br />

im Fächerverbund zu unterrichten. »Dadurch<br />

sind wir Lehrer so flexibel, dass wir<br />

das Schuljahr in Einheiten aufteilen können.<br />

So unterrichten wir dann beispielsweise<br />

fünf Wochen lang GK und die nächsten fünf<br />

WBS – je nachdem, wie es am besten zum<br />

jeweiligen Thema passt«, sagt Br. Hudek,<br />

der Englisch und Gemeinschaftskunde<br />

unterrichtet. Benotet werden die beiden<br />

Fächer jedoch weiterhin separat. Während<br />

GK den Schülerinnen und Schülern auf<br />

dem Weg zum mündigen Bürger helfe, sei<br />

das Ziel im neuen Fach WBS der mündige<br />

Wirtschaftsbürger. »Da geht es dann um<br />

praktisch-wirtschaftliche Aspekte wie die Erstellung<br />

eines Haushaltsplanes, das System<br />

von Banken, Zinswesen und Börse oder<br />

darum, was ein Bausparvertrag ist.«<br />

Zu dem unterschiedlichen Themenkomplexen<br />

des neuen Fachs gehören beispielsweise<br />

auch Verbraucheranalysen, bei denen<br />

die Schülerinnen und Schüler lernen,<br />

selbstständig Konsumentscheidungen zu<br />

56 57<br />

fällen oder das Konsumverhalten einer<br />

Musterfamilie bis hin zur Überschuldungssituation<br />

zu beobachten.<br />

Die Berufsorientierung, die am Zinzendorfgymnasium<br />

schon immer eine wichtige<br />

Rolle spielt, wird ebenfalls von WBS aufgenommen.<br />

Hier werden die Schüler bei der<br />

Suche nach Praktika und der Vorbereitung<br />

des BOGY Praktikums unterstützt. Die<br />

zusätzliche Zeit lässt auch Raum für individuelle<br />

Betreuung und Interessenstests, um<br />

die Schülerinnen und Schüler noch besser<br />

bei der Wahl einer Ausbildung oder eines<br />

Studiums zu beraten.<br />

Der Aspekt der Wirtschaft wird noch weiter<br />

vertieft und um die Perspektive eines<br />

Unternehmers erweitert. Dabei spielen Aspekte<br />

wie soziale Verantwortung eine Rolle,<br />

aber auch die Frage, ob Selbstständigkeit<br />

eine Option wäre oder welche Kriterien<br />

erfüllt werden müssen, um ein eigenes Unternehmen<br />

zu gründen »Da sind wir dann<br />

schnell wieder im Bereich von GK« , meint<br />

Hudek, »die Grenzen zwischen WBS und<br />

GK sind also stellenweise fließend, weshalb<br />

es gut ist, die beiden Fächer im Verbund zu<br />

unterrichten.«


Lernort Schule<br />

Leckere Früchte für Bildung in Westafrika<br />

Weihnachtsmarktstand zugunsten der Missionshilfe<br />

Der Mangoverkauf an den Zinzendorfschulen<br />

war schon im Vorjahr<br />

ein großer Erfolg – der in diesem<br />

Jahr sogar noch um einiges getoppt wurde.<br />

Schüler und Mitarbeiter des Schulwerks<br />

haben 621 ungespritzte Mangos aus Burkina-Faso<br />

vorbestellt, das sind fast 200<br />

mehr. Viele von ihnen kauften einzelne<br />

Früchte, andere haben sie gleich kistenweise<br />

bestellt. »Meine Kollegen haben<br />

mich nach dem genauen Tag der<br />

Lieferung gefragt, damit die Schüler,<br />

die eine ganze Kiste bestellt haben, von<br />

ihren Eltern abgeholt werden können«,<br />

sagt Sr. Mayer, deren Sozialmanagement-Kurs<br />

am Sozial- und gesundheitswissenschaftlichen<br />

Gymnasium – Profil<br />

Soziales (SG) die Aktion organisiert hat.<br />

Dabei konnten die Schülerinnen und<br />

Schüler gleich in die Praxis umsetzen,<br />

was sie in der Theorie gelernt hatten.<br />

Nach dem organisatorischen Vorlauf<br />

war es am 1. Mai soweit: Am Tag der Arbeit<br />

fuhr ein Teil des Kurses mit einem Kleinbus<br />

der Zinzendorfschulen und drei privaten<br />

PKW nach Talheim, wo die Früchte nach ihrer<br />

Flugreise aus Westafrika palettenweise<br />

621 ungespritzte Mangos aus Burkina-Faso konnte der Sozialmanagement-<br />

Kurs von Sr. Mayer (links) verkaufen, das sind fast 200 mehr als im Jahr zuvor.<br />

angeliefert worden waren. 69 Kisten luden<br />

sie in die Fahrzeuge ein und an den Zinzendorfschulen<br />

wieder aus. Dort trugen sie<br />

das Obst in ein Klassenzimmer im zweiten<br />

Stock, wo die Mangos mit den Aufklebern<br />

des Eine-Welt-Kiosks versehen und die Kartons<br />

nach Klassen beschriftet wurden.<br />

Der Erlös fließt an den Hilfsfonds für<br />

Burkina Faso Westafrika e. V. , dessen Ziel<br />

es unter anderem ist, an möglichst vielen<br />

unterschiedlichen Standorten in Burkina<br />

Faso Schulen mit Mensabetrieb und schuleigenen<br />

Brunnen zu bauen, ein Duales<br />

Berufsausbildungssystems nach deutschem<br />

Vorbild und Solartechnologie einzuführen.<br />

Auch Aufforstung spielt eine große Rolle.<br />

Das nötige Kapital wird durch den Verkauf<br />

von Mangos und Papayas erwirtschaftet.<br />

Bislang konnte der Hilfsfonds<br />

schon tausenden jungen Menschen<br />

in dem westafrikanischen Land den<br />

Schulbesuch ermöglichen und gut 30<br />

Bauernfamilien durch den Mango-<br />

Verkauf ein sicheres und faires Einkommen<br />

gewährleisten.<br />

Die Hintergründe dazu hatte der Gründer<br />

des Vereins, Passam Tiendrebeogo,<br />

vorab den Schülerinnen und Schülern<br />

der Klassen 5-7 geschildert. Sicher war<br />

das mit ein Grund, weshalb die Mangos<br />

nicht nur in der Oberstufe gekauft<br />

wurden, sondern auch von vielen jüngeren<br />

Schülerinnen und Schülern, wie<br />

Schulpfarrer Br. Fischer freudig verkündete.<br />

Es ist schon eine Weile her, dass sich<br />

die Zinzendorfschulen mit einem<br />

eigenen Stand am Weihnachtsmarkt<br />

beteiligt haben. Zum 25. Jubiläum eines der<br />

beliebtesten Märkte der Region war das<br />

Schulwerk im Schwarzwald jedoch wieder<br />

dabei. Die Hausmeister hatten die schöne<br />

Holzhütte, die sonst immer beim Altschülertreffen<br />

vor dem Eingang steht, in der<br />

Friedrichstraße aufgebaut. Dekoriert mit<br />

einem leuchtenden zweifarbigen Herrnhuter<br />

Stern wies sie den Besuchern im winterlichen<br />

Königsfeld schon von weitem den<br />

Weg. Und der hatte sich wahrlich gelohnt:<br />

Schülerinnen und Schüler der fünften und<br />

sechsten Klassen hatten lustige Pilze getöpfert,<br />

süße und deftige Kekse gebacken,<br />

Sterne gebastelt und duftende Weihnachtskarten<br />

aus Gewürz-Farben gemalt.<br />

Die MuM-Gruppe der 8R hatte Lebkuchen<br />

gebacken, die kostenlos verteilt wurden,<br />

von den Berufsfachschülern kamen 70<br />

Tüten mit leckeren selbstgebackenen<br />

Plätzchen, die gegen eine Spende verteilt<br />

wurden und reißenden Absatz fanden.<br />

Aber auch, als die schon längst verteilt<br />

waren, zeigten sich viele Besucher des<br />

Weihnachtsmarktes spendabel: 370 Euro<br />

landeten direkt in den Sammelbüchsen<br />

der Schülerinnen und Schüler, die sich –<br />

behängt mit Plakaten, die über den guten<br />

Zweck der Aktion informierten - unter die<br />

Besucher mischten. Diese Spenden gehen<br />

zusammen mit dem Verkaufserlös an das<br />

Förderzentrum Sternberg, das die Herrnhuter<br />

Missionshilfe nördlich von Jerusalem an<br />

der Straße von Ramallah betreibt. An einer<br />

Förderschule lernen Kinder mit Behinderungen,<br />

ihren Alltag weitgehend selbst zu<br />

bewältigen.<br />

Am Weihnachtmarkt-Stand der Zinzendorfschulen<br />

gab es außer Selbstgebackenem<br />

und -gebastelten auch Waren aus dem von<br />

Schülern betriebenen Fair-Trade-Kiosk,<br />

wie etwa Olivenöl und Gewürzmischung<br />

direkt vom Sternberg in Palästina, kleine<br />

Schmuckkästchen und Rooibuschseife aus<br />

einem weiteren Projekt der Herrnhuter<br />

Missionshilfe zu kaufen. Die zahlreichen<br />

Lehrer und Mitglieder der Schulleitung, die<br />

sich gemeinsam mit Schülern am Stand abwechselten,<br />

hatten viele Gelegenheiten, mit<br />

den Passanten ins Gespräch zu kommen.<br />

Unter den Besuchern war auch Katharina<br />

Kronbach, Vorstandsmitglied der Herrnhuter<br />

Missionshilfe, die sich intensiv mit<br />

Schulpfarrer Br. Fischer über die Vernetzung<br />

der Missionshilfe und des Schulwerks<br />

austauschte.<br />

Insgesamt war der Stand ein voller Erfolg<br />

und alle waren sich einig: »Das müssen wir<br />

wieder machen!«<br />

58 59


Lernort Schule Schule 3.0<br />

Sanierungsarbeiten verbessern Brandschutz und Energiebilanz<br />

Zinzendorfschulen blicken in die digitale Zukunft<br />

60<br />

Nachdem in den vergangenen<br />

Jahren viel Geld<br />

in neue Schulmöbel und<br />

technische Ausstattung investiert<br />

wurde, stehen derzeit Sicherheit<br />

und Ökologie an den Zinzendorfschulen<br />

im Vordergrund<br />

der Baumaßnahmen. Auch in<br />

den Sommerferien waren wieder<br />

Handwerker fleißig bei der<br />

Arbeit. Die Spuren sind auch<br />

längst beseitigt, so dass man jetzt<br />

im neuen Schuljahr schon genau<br />

hinsehen muss, um die Veränderungen<br />

zu registrieren. Bemerkbar<br />

machen sie sich angesichts<br />

der herbstlichen Witterung aber<br />

trotzdem schon – zum Beispiel die neuen<br />

Oberlichter im Amos-Comenius-Haus und<br />

in der Sporthalle oder der Eingangsbereich<br />

im Verwaltungsgebäude. »Die alten Fenster<br />

und Türen entsprachen nicht mehr den<br />

energetischen Standards, weshalb sie ausgetauscht<br />

werden mussten«, erklärt Verwaltungsleiter<br />

Br. Banholzer.<br />

Viel Energie spart auch die neue Beleuchtung<br />

auf dem Schulhof ein. »Die neuen LED-<br />

Die neuen Oberlichter am Amos-Comenius-Haus sparen viel Heizenergie..<br />

Leuchten sind heller, obwohl sie deutlich<br />

weniger Energie verbrauchen.« Somit sorgt<br />

dieser Beitrag zum Umweltschutz gleichzeitig<br />

für ein erhöhtes Maß an Sicherheit.<br />

Da die Gebäude des Schulwerks zum Teil<br />

sogar aus der Gründungszeit von Königsfeld<br />

im Schwarzwald stammen, war es<br />

schon immer eine Herausforderung, die<br />

jeweils gültigen Brandschutzbestimmungen<br />

mit dem Denkmalschutz in Einklang zu<br />

bringen. Diese wurde jedoch auch diesmal<br />

bestens gemeistert.<br />

So wurde im Haus Früauf ein großer,<br />

sieben Meter langer Rauchabzugs-Schacht<br />

in das Treppenhaus<br />

eingebaut. Allein in den beiden<br />

Wohnhäusern des Internats, dem<br />

Erdmuth-Dorotheen-Haus und<br />

dem Haus Früauf, wird rund eine<br />

halbe Million Euro investiert, um<br />

den aktuellen Brandschutzauflagen<br />

zu genügen. Weitere 300 000 Euro<br />

wurden für den Brandschutz an den<br />

Schulgebäuden eingeplant, so sind<br />

etwa im Südflügel vom Haus Spangenberg<br />

jetzt auf zwei Etagen die<br />

Fluchtwege optimiert.<br />

Die Digitalisierung schreitet im Privaten<br />

und in der Arbeitswelt immer<br />

weiter voran – und macht auch vor<br />

der Schule nicht Halt. Um sich über die<br />

Möglichkeiten und Vorzüge zu informieren,<br />

die der Einsatz von Tablets im Unterricht<br />

bietet, haben die Zinzendorfschulen zu<br />

ihrem Pädagogischen Tag vor den Herbstferien<br />

ihren Kollegen Jan Weiss eingeladen.<br />

Er hat am Eduard-Spranger-Gymnasium in<br />

Filderstadt schon viel Erfahrung mit dem<br />

Einsatz von Tablets im Unterricht gesammelt.<br />

Er berichtete, dass nicht alle seiner Kollegen<br />

in Filderstadt von der Idee begeistert<br />

waren. »Bitte nicht noch etwas Neues«, sagten<br />

viele, weshalb man sich für eine Plattform<br />

entschieden habe, die eine einheitliche<br />

Oberfläche bietet, egal, ob man sich am<br />

Tablet, dem eigenen Smartphone oder dem<br />

PC einloggt.<br />

Eine weitere Sorge war die um den Kontrollverlust.<br />

Das Argument, dass die Schüler<br />

mit den Tablets ohnehin nur im Internet<br />

surfen würden, entkräftete er, indem er<br />

erklärte, dass zu jedem Klassensatz ein<br />

Lehrertablet gehört, auf dem alle eingeloggten<br />

Bildschirme der Klasse zu sehen<br />

seien. »Wenn es etwa darum geht, eine<br />

Excel-Tabelle zu zeichnen, dann kann gezielt<br />

nur die Nutzung des Excel-Programms<br />

freigeschaltet werden.« Außerdem sei es<br />

möglich, zum Beispiel den Ton zu sperren.<br />

Weiss, der auch Englisch unterrichtet, zeigte<br />

Jan Weiss erzählte, wie am Eduard-Sprenger-Gymnasium in<br />

Filderstadt der Einsatz von Tablets gehandhabt wird.<br />

anhand eines Beispiels, wie Schüler lernen<br />

können, Quellen im Internet einzuschätzen<br />

oder das Hörverständnis in eigenem Tempo<br />

zu schulen.<br />

»Der Einsatz von Tablets bietet ein größeres<br />

Angebot an Übungsmöglichkeiten«, konnte<br />

er feststellen. Einige Schulbuchverlage<br />

bieten schon aufbereitetes Material für den<br />

digitalen Unterricht, es sei aber auch sehr<br />

einfach, selbst multimediales Unterrichtsmaterial<br />

zu erstellen – und damit letztendlich<br />

Zeit einzusparen. »Drei Programme<br />

genügen, um Medien einzubinden«, sagte<br />

er, räumte allerdings auch ein, dass dies in<br />

einigen Fächern besser funktioniere als in<br />

anderen.<br />

Der Vortrag bot reichlich Denk- und Diskussionsansätze.<br />

Eine Mediengruppe im<br />

Kollegium der Zinzendorfschulen erarbeitet<br />

derzeit ein Konzept und es laufen Planungen,<br />

um später einmal Tablets im Unterricht<br />

einzusetzen.<br />

61


Schule 3.0 Schule 3.0<br />

Schüler testen Tablet-Unterricht<br />

Die Dos und Don'ts bei WhatsApp & Co.: Hacker gibt Tipps<br />

Der Einsatz von Tablets an den Zinzendorfschulen<br />

ist beschlossene Sache.<br />

Vorab bekamen Schülerinnen<br />

und Schüler verschiedener Klassen einen<br />

kleinen Eindruck davon, wie das ganz praktisch<br />

- zum Beispiel im Englischunterricht -<br />

aussehen kann. Jan Ertmann von der Firma<br />

EF, die Sprachkurse, Sprachreisen und seit<br />

einiger Zeit auch digitale Unterrichtsmaterialien<br />

anbietet, stellte unterschiedlichen<br />

Jahrgangsstufen den Unterricht mit Tablets<br />

vor.<br />

In der siebten Klasse waren Superhelden<br />

das Thema, die Sechstklässler beschäftigten<br />

sich mit Robin Hood und für eine elfte Klasse<br />

ging es darum, die Sprache von Donald<br />

Trump zu analysieren. Für alle Stufen gibt<br />

es in der Lernsoftware kurze Filmausschnitte,<br />

Texte oder Hörsequenzen, Verständnisfragen,<br />

oder Grammatikübungen als<br />

Multiple-Choice-Aufgaben und Lückentexte.<br />

Auch das eigene Sprechen kommt dabei<br />

nicht zu kurz und die Rolle des Lehrers ist<br />

dabei genauso wichtig wie bei der Nutzung<br />

analoger Materialien. Am Nachmittag stellte<br />

Ertmann das Material noch der Fachschaft<br />

Englisch vor.<br />

Jan Ertmann von der Firma EF (rechts) zeigte, wie digitaler<br />

Unterricht aussehen kann.<br />

Das mobile Internet gehört<br />

schon für die Jüngsten zum<br />

Alltag. Weit mehr als die<br />

Hälfte der rund 800 Schülerinnen<br />

und Schüler der Region, darunter<br />

die fünften und sechsten Klassen<br />

der Zinzendorfschulen, meldeten<br />

sich, als der Profi-Hacker Erwin<br />

Markowsky in der Neuen Tonhalle<br />

in Villingen fragte, wer am Morgen<br />

vor der Schule schon WhatsApp<br />

genutzt habe. Der Münchener,<br />

der hauptberuflich die Software<br />

von Banken und anderen Unternehmen<br />

auf Schwachstellen<br />

testet, brachte den Jugendlichen<br />

auf Einladung der Sozialstiftung<br />

der Sparda-Bank Baden-Württemberg im<br />

Rahmen des Projektes SpardaSurfSafe das<br />

Thema Handysicherheit sehr unterhaltsam<br />

nahe.<br />

Er demonstrierte, wie einfach günstige<br />

Geräte jedem Mobiltelefon vorgaukeln<br />

können, das heimische WLAN-Netz zu sein.<br />

Daher sei die WLAN-Nutzung unterwegs<br />

riskant: »Woher wisst ihr, ob das WLAN<br />

wirklich das von McDonald’s ist?« Um<br />

Der Profi-Hacker Erwin Markowsky gab den Schülerinnen und Schülern wertvolle Tipps.<br />

auf Nummer sicher zu gehen, sollten die<br />

Schülerinnen und Schüler das WLAN beim<br />

Verlassen des Hauses immer ausschalten,<br />

nur gezielt aktivieren und dabei auf die<br />

Zertifikate achten.<br />

Auch Gespräche und sogar Bilder der<br />

Handykameras seien für Hacker leicht zu<br />

belauschen, daher sollte man die Kamera<br />

und auch das Mikrophon des Smartphones<br />

immer schützen.<br />

Für WhatsApp und Snapchat zeigte Markowsky<br />

eine Liste der Do’s und<br />

Dont’s, angeführt von dem Rat,<br />

keine Kettenbriefe weiterzuleiten,<br />

an keinen Gewinnspielen teilzunehmen<br />

und vor allem niemals<br />

offenherzige Bilder einzustellen,<br />

denn diese werden gespeichert.<br />

»In Amerika gibt es inzwischen<br />

eine App, mit sich jeder für wenig<br />

Geld Filme gefiltert nach dem Alter<br />

der User anzeigen lassen kann«,<br />

erzählte Markowsky. »Das bedeutet,<br />

die Leute können sich zum Beispiel<br />

Videos anzeigen lassen, die<br />

von Mädchen unter 13 gepostet<br />

wurden.« In Deutschland sei diese<br />

App verboten – »noch«.<br />

Vor den Augen der Unterstufenschüler<br />

hackte er sich in die Handys zweier Freundinnen<br />

ein und zeigte, wie einfach es ist,<br />

unter fremdem Namen eine Nachricht zu<br />

verschicken. »Nachrichten können manipuliert<br />

sein«, warnte er. »Ihr wisst nicht,<br />

wer an der Tastatur des anderen Rechners<br />

sitzt.« Das gilt gleichermaßen für das<br />

Smartphone wie für den heimischen PC.<br />

Generell riet Erwin Markowsky seinen<br />

62 63


Schule 3.0 Schule 3.0<br />

jungen Zuhörern für die Nutzung ihres<br />

Smartphones: »Schaltet das Gehirn ein.«<br />

Für Fragen empfahl der Internet-Experte<br />

die Seiten www.spardasurfsafe.de mit dem<br />

Experten-Chat mit wahlweise einem Hacker<br />

oder einem Rechtsanwalt und die Sparda-<br />

SurfSafe-App mit der Rubrik »Frag Erwin!«.<br />

Ziemlich nachdenklich stiegen die Fünftund<br />

Sechstklässler nach dem spannenden<br />

Vortrag wieder in die vier vom Elternbeirat<br />

finanzierten Busse und fuhren zurück nach<br />

Königsfeld.<br />

Smartphones: Infoabend für Eltern<br />

Eine Umfrage in einer fünften Klasse<br />

hatte ergeben, dass am Anfang<br />

des Schuljahres zwei Schüler ein<br />

Smartphone hatten,<br />

am Ende des<br />

Schuljahres waren<br />

es lediglich zwei, die<br />

keines hatten. »Die<br />

fünfte Klasse ist ein<br />

neuralgisches Jahr«,<br />

meinte Br. Hudek, der<br />

auch IT unterrichtet,<br />

weshalb er in einem<br />

Vortrag den Eltern<br />

der Fünftklässler der<br />

Zinzendorfschulen<br />

viele Tipps zum Umgang<br />

ihrer Kinder mit<br />

diesen Taschencomputern<br />

gab.<br />

»Sie sollten das Mobiltelefon<br />

gemeinsam<br />

mit Ihrem Kind anschaffen und klare Regeln<br />

zur Nutzung festlegen, was Dauer und<br />

Zeitraum angeht«, meinte er und forderte<br />

die Eltern auf: »Gehen Sie mit gutem Beispiel<br />

voran!« Wenn es also heißt, dass beim<br />

gemeinsamen Essen alle Smartphones ausgeschaltet<br />

werden, gelte das dann natürlich<br />

auch für die der Eltern.<br />

Br. Hudek gab Eltern von Fünftklässlern Tipps, worauf sie bei Smartphones für ihre Kinder<br />

achten sollten.<br />

Den Kindern sollte bewusst gemacht<br />

werden, dass mit der Installation von Apps<br />

auch Verträge eingegangen werden. »Auch<br />

wenn eine App augenscheinlich kostenfrei<br />

ist, wollen die Betreiber immer etwas von<br />

Ihnen – wenn es kein Geld ist, dann Daten.«<br />

Man müsse sich überlegen, weshalb eine<br />

Taschenlampen-App Zugriff auf die Kontakte<br />

auf einem Smartphone benötige und<br />

entsprechende Apps dann auch beherzt<br />

entfernen. Besonders viele Daten sammeln<br />

auch verschiedene Spiele wie »Pokémon<br />

Go«.<br />

»Sobald Ihr Kind ein eigenes<br />

Konto hat, haben Sie keinen<br />

Zugriff mehr«<br />

Beeindruckend war ein detaillierter Wegeplan<br />

der letzten Klassenfahrt nach Stuttgart<br />

auf dem Smartphone des Lehrers: In den<br />

Stadtplan war genau eingezeichnet, welche<br />

Wege er mit welchem Fortbewegungsmittel<br />

bewältigt hat – und dabei habe er die<br />

Standortdaten und das GPS ausgeschaltet.<br />

»Aber Google kann die Wege über die<br />

WLAN-Standorte nachvollziehen.«<br />

Wichtig sei auch zu entscheiden, ob das<br />

Kind ein eigenes Anmeldekonto für das<br />

Smartphone haben sollte. »Sobald Ihr Kind<br />

ein eigenes Konto hat, haben Sie keinen<br />

Zugriff mehr«, sagte Br. Hudek, wobei er<br />

empfahl, dass das Maß an Kontrolle und<br />

Vertrauen ausgewogen sein sollte. Er zeigte<br />

den Eltern, wie sie bei Apple- und Android-<br />

Geräten beispielsweise In-App-Käufe oder<br />

bestimmte Webseiten blockieren können.<br />

Bei den Webseiten seien die Apple-Geräte<br />

einfacher zu schützen. »Wenn Sie da in den<br />

Einschränkungen Websites mit Altersbegrenzung<br />

sperren, gilt das für alle Browser,<br />

während sich Sperren bei Google Chrome<br />

nur auf diesen Browser auswirken.«<br />

Die bei Fünftklässlern beliebtesten Apps<br />

seien WhatsApp, Snapchat, Instagram und<br />

Spiele – in dieser Reihenfolge. »Facebook<br />

spielt bei denen gar keine Rolle mehr.« Besonders<br />

für Snapchat<br />

sollten die<br />

Einstellungen bei<br />

Kindern auf »privat«<br />

stehen und<br />

generell empfahl<br />

er, dass jeder, der<br />

ein Bild hochlädt,<br />

sich vorher zwei<br />

Fragen stellt:<br />

»Würde ich das<br />

Bild auch meinen<br />

Eltern zeigen?«<br />

und »Würde ich<br />

das Bild später<br />

einmal meinen<br />

Kindern zeigen?«<br />

Für einen Überblick<br />

über sichere<br />

Apps empfahl der Lehrer die Bewertung<br />

von Stiftung Warentest vom Juli dieses<br />

Jahres. »Die Tester hielten nur drei von 50<br />

Apps für unbedenklich.«<br />

64 65


Schule 3.0<br />

kurz gemeldet<br />

66<br />

Wirtschaftsgymnasium lehrt SAP-Software<br />

Ob Öffentlicher Dienst, Banken- oder<br />

Gesundheitswesen, Fertigungsindustrie,<br />

Dienstleistungsbranche<br />

oder Groß- und Einzelhandel – viele<br />

Bereiche der Arbeitswelt arbeiten mit<br />

speziellen Unternehmens-Informationssystemen,<br />

mit denen alle geschäftsrelevanten<br />

Bereiche eines Unternehmens<br />

im Zusammenhang betrachtet<br />

werden können. Unbestrittener Branchen-Primus<br />

ist hierbei das Walldorfer<br />

Unternehmen SAP, weshalb das Wirtschaftswissenschaftliche<br />

Gymnasium<br />

vom kommenden Schuljahr an in den<br />

neuen Eingangsklassen SAP4school IUS<br />

unterrichtet – als eines von nur zwei<br />

Wirtschaftsgymnasien im Schwarzwald-<br />

Baar-Kreis.<br />

»Mit diesem zusätzlichen Angebot<br />

verschaffen wir unseren Schülerinnen<br />

und Schülern für das spätere Berufsleben<br />

einen klaren Vorteil«, erklärt der zuständige<br />

Fachschafts-Leiter Br. Limberger, der sich in<br />

diesem Bereich ständig fortbildet.<br />

Das Unternehmens-Informationssystem<br />

des Walldorfer Software-Riesen nennt sich<br />

SAP ERP (Enterprise-Resource-Planning).<br />

Es ist die grundlegende Software, die<br />

ermöglicht, dass beispielsweise Artikellisten<br />

abgefragt, Rechnungen geschrieben,<br />

SAP-Software ist aus viele Bereichen der Arbeitswelt nicht wegzudenken.<br />

Ware ausgebucht oder Aufträge angelegt<br />

werden können. Somit ist sie vergleichbar<br />

mit einem Betriebssystem, das unterschiedlichste<br />

Anwendungen erst ermöglicht. Es<br />

erlaubt die EDV-gestützte Abwicklung einer<br />

Vielzahl der Aufgaben, die in einem typischen<br />

Wirtschaftsunternehmen anfallen.<br />

Für die unterschiedlichsten Anwendungen<br />

wie Produktion, Vertrieb, Beschaffung oder<br />

Personalwirtschaft gibt es verschiedene<br />

Module.<br />

Mit Unterstützung des Landesinstituts<br />

für Schulentwicklung hat SAP das Projekt<br />

SAP4Schools IUS ins Leben gerufen,<br />

das die Integrierte Unternehmens-<br />

Software (IUS) für Schulen didaktisch<br />

aufbereitet. Durch die ganzheitlichen<br />

Unterrichtskonzepte lernen die Schüler<br />

die Funktionsweise und den großen<br />

Umfang an Möglichkeiten kennen,<br />

die die Software bietet, ohne von den<br />

komplexen Strukturen und Anwendungen<br />

eines realen Unternehmens<br />

überfordert zu werden.<br />

Das Ziel geht dabei weit über eine<br />

Softwareschulung hinaus: Die Schülerinnen<br />

und Schüler üben praxisnah die<br />

erlernten betriebswirtschaftlichen Inhalte<br />

und wenden sie an, um die Abläufe eines<br />

modernen Unternehmens im Ganzen<br />

nachvollziehen zu können. »Wer die Struktur<br />

erst einmal kennt, kann sich schnell in<br />

die anderen Module einarbeiten, was für<br />

künftige Arbeitgeber interessant ist«, sagt<br />

Br. Limberger.<br />

Am Wirtschaftsgymnasium wird SAP IUS<br />

beginnend mit den Eingangsklassen in<br />

zusätzlichen zwei Wochenstunden unterrichtet.<br />

Optional können die Schüler auch<br />

ein offizielles Zertifikat erwerben, welches<br />

ihr Portfolio enorm bereichert. »Solche<br />

Industrie-Zertifikate spielen bei Bewerbungen<br />

für attraktive Jobs eine immer größer<br />

werdende Rolle«, erklärt Br. Limberger<br />

»und diesem Umstand wollen wir Rechnung<br />

tragen.«<br />

Einen tollen Abistreich haben die Abiturienten<br />

ihren – nun ehemaligen – Mitschülern gespielt: Auf<br />

dem gesamten Schulhof hatten sie einen Fun-Parcours<br />

mit Dosenwerfen, Bobbycar-Rennen, Wasserrutsche,<br />

Tauziehen und vielem mehr aufgebaut.<br />

Dazu gab es Musik – zum Teil auch live – und für<br />

die Lehrer in einer ruhigeren Ecke eine Tafel mit<br />

Kaffee und Brezeln.<br />

kurz gemeldet<br />

Unter der musikalischen Leitung von Br. Michel<br />

hatten zwei Chöre aus Schülern, Lehrern,<br />

Erziehern, Freunden und Ehemaligen der Zinzendorfschulen<br />

sowie das Blasorchester und ein<br />

Instrumentalensemble ein abwechslungsreiches,<br />

feierliches Programm zur Adventssingstunde<br />

geboten.<br />

kurz gemeldet<br />

Die Zinzendorfschulen arbeiten mit der Schulverwaltungssoftware<br />

Atlantis. Sie hilft, dass<br />

beispielsweise in den Sekretariaten die gesuchten<br />

Daten auf Knopfdruck verfügbar sind und in den<br />

Zeugnissen die richtigen Noten für jedes Fach<br />

stehen.<br />

Das Programm kann sehr viel, setzt aber auch<br />

einiges an Hintergrundwissen voraus. Daher gab<br />

es in Königsfeld eine Sammelschulung. Neben<br />

Mitarbeitern der Zinzendorfschulen kamen Teilnehmer<br />

von Schulen in ganz Baden-Württemberg<br />

zu dieser Schulung, die der Chef des Software-<br />

Unternehmens, der Diplom-Informatiker (FH) Peter<br />

Heider, selbst leitete.<br />

67


kurz gemeldet<br />

kurz gemeldet<br />

Zwei Koffer voller Filme, Bücher, Tonträger und<br />

didaktischer Materialien über den Friedensnobelpreisträger<br />

Albert Schweitzer hat der Verein der<br />

Freunde und Förderer der Zinzendorfschulen<br />

e.V. den Zinzendorfschulen geschenkt. „Die beiden<br />

Koffer können fächerübergreifend eingesetzt<br />

werden und eignen sich auch für selbstständiges<br />

Arbeiten“, freut sich Schulpfarrer Br. Fischer über<br />

die umfassende Sammlung.<br />

kurz gemeldet<br />

Die Kontakte, die durch die Berufsfindungsmesse<br />

der Zinzendorfschulen zustande kommen, bewähren<br />

sich immer wieder: Jetzt hat der erste Jahrgang<br />

der zweijährigen Berufsfachschulen gemeinsam<br />

mit ihren Lehrern Br. Moll, Sr. Rök und Sr. Jerke<br />

das Logistikzentrum von Aldi in Donaueschingen<br />

besucht. Die Exkursion war im Unterricht sorgfältig<br />

vorbereitet worden, sodass sowohl die Schülerinnen<br />

und Schüler der Berufsfachschule Hauswirtschaft<br />

und Ernährung als auch die der Berufsfachschule<br />

Wirtschaft davon profitierten.<br />

kurz gemeldet<br />

Gemeinsam zu feiern macht doppelt so viel Freude,<br />

wenn man zuvor das Fest gemeinsam organisiert<br />

hat. Deshalb waren alle angehenden Erzieherinnen<br />

und Erzieher bzw. Jugend- und Heimerzieherinnen<br />

und –erzieher in die Planung und Ausführung des<br />

Begrüßungsfestes am Ende der ersten Schulwoche<br />

einbezogen.<br />

An der Fachschule für Sozialpädagogik konnten<br />

Schüler und Lehrer verschiedene Sinne testen und<br />

den Bobbycar-Führerschein erwerben - wobei<br />

so manche Verkehrsregel großzügig außer Kraft<br />

gesetzt wurde. An der Fachschule für Sozialwesen<br />

wurde gemeinsam mit Bechern »musiziert« und<br />

Teamarbeit war ebenfalls gefragt, als es darum<br />

ging, gemeinsam mit einem an mehreren Fäden<br />

befestigten Stift eine Sonne zu malen.<br />

kurz gemeldet<br />

Für oder mit Kindern und Jugendlichen zu kochen<br />

ist für angehende Jugend- und Heimerzieher ein<br />

wichtiges Handwerkszeug, weshalb die Fachschulen<br />

für Sozialpädagogik und Sozialwesen der<br />

Zinzendorfschulen regelmäßig eine Fachfrau für<br />

Bewusste Kinderernährung (BeKi) einladen.<br />

Während der Kurs im Frühjahr für die künftigen<br />

Erzieher das Essen und Trinken für 3-6-Jährige in<br />

der Kindertagesstätte behandelte, stand diesmal<br />

das Kochen mit Jugendlichen auf dem Stundenplan.<br />

Gemeinsam mit der Lehrerin Sr. Helms, die<br />

ebenfalls über die Zusatzqualifizierung der Landesinitiative<br />

verfügt, klärte die BeKi-Fachfrau Edith<br />

Kirner die angehenden Jugend- und Heimerzieher<br />

über die Ernährungsbedürfnisse von Jugendlichen<br />

auf. Mit Ofenkartoffeln, Ofengemüse, Kürbissuppe,<br />

Gemüsestifte und Kräuterquark, Apfelmus und<br />

Zitronenlimonade können Jugendliche leicht überzeugt<br />

werden, dass gesundes Essen auch lecker<br />

sein kann.<br />

68 69<br />

kurz gemeldet<br />

Viel Spaß hatte die Bogen-AG bei einem kleinen<br />

Turnier. Dabei mussten die Bogenschützen<br />

verschiedene knifflige Ziele treffen - unter anderem<br />

den vom Gesamtelternbeirat gespendeten Dodo.<br />

Er fuhr auf einem Rollbrett als bewegliches Ziel an<br />

den Schützen vorbei.<br />

Den ersten Platz und einen schönen Pokal hat<br />

Lars Brauner gewonnen, den zweiten machte Emil<br />

Huschenbeth und den dritten Bruno Dold. Für alle<br />

gab es Schokolade und für den letzten Platz extra<br />

einen Trostpreis.<br />

kurz gemeldet<br />

»Die Welt ist das Chaos« stellt Georg Büchners<br />

Protagonist in »Dantons Tod« fest . Das Drama<br />

ist in der Oberstufe der baden-württembergischen<br />

Gymnasien Sternchenthema, weshalb die Zinzendorfschulen<br />

ein paar Monate vor dem Abitur<br />

wieder das „Theater mobile Spiele“ aus Karlsruhe<br />

eingeladen haben. Deren Ein-Personenstück<br />

„büchner. die welt. ein riss.“ bringt den Schülern<br />

den hessischen Dichter, Revolutionär und Menschenrechtler<br />

näher.<br />

kurz gemeldet<br />

Die Zinzendorfschulen haben einen weiten Einzugsbereich,<br />

zum Teil nehmen die Schülerinnen<br />

und Schüler täglich bis zu 80 Kilometer Fahrstrecke<br />

in Kauf, um nach Königsfeld zu kommen. Aber<br />

auch aus den umliegenden Gemeinden pendeln<br />

viele der Kinder und Jugendlichen mit dem Bus.<br />

Damit schon die Fünftklässler lernen, wie sie sicher<br />

zur Schule und wieder nach Hause kommen, nahmen<br />

sie an der Bus-Schule des Verkehrsverbundes<br />

Schwarzwald-Baar (VSB) und des Schwarzwald-<br />

Baar-Kreises teil.<br />

Alexandra Effinger vom VSB-Service-Center nahm<br />

sich für die fünften Klassen einen ganzen Vormittag<br />

Zeit, um ihnen nicht nur deutlich zu machen,<br />

was sie im öffentlichen Personen-Nahverkehr tun<br />

und lassen müssen, sondern auch warum<br />

kurz gemeldet<br />

Besuch für chinesische Schüler, die im Internat<br />

leben: Qiang Ouyang und seine Frau Rong Jin von<br />

der Bildungsberatung Ouyang sind nach Königsfeld<br />

gekommen, um nach den Schüler zu sehen,<br />

die sie betreuen. Sie sprachen mit deren Klassen-


kurz gemeldet<br />

kurz gemeldet<br />

lehrern und hatten auch ein offenes Ohr für die<br />

Belange der Jugendlichen. „Wir fahren mindestens<br />

zwei Mal im Jahr in die verschiedenen Internate,<br />

in denen wir Schüler untergebracht haben“, sagte<br />

Qiang Ouyang, der seit 20 Jahren in Deutschland<br />

lebt und sich daher in beiden Kulturen sehr gut<br />

auskennt.<br />

kurz gemeldet<br />

Bei schönstem Herbstwetter haben die neuen<br />

Fünftklässler ihren Kennenlerntag im Naturhochseilgarten<br />

in Triberg verbracht.<br />

Während sie durch den Parcours kletterten, lernten<br />

die Kinder dabei, wie wichtig es ist, aufeinander<br />

Rücksicht zu nehmen, Verantwortung zu übernehmen<br />

und sich gegenseitig zu helfen. Auch beim<br />

gemeinsamen Spielen und Vespern konnten alle<br />

ihre Mitschüler besser kennenlernen. Damit die<br />

neu gebildeten Gemeinschaften schneller zusammenwachsen,<br />

haben die Lehrer mit ihren jeweiligen<br />

Klassen kurzweilige Übungen zur Teambildung<br />

gemacht.<br />

kurz gemeldet<br />

»Heute ist keine Schule, heute ist Feiertag«, sagte<br />

ein kleines Mädchen in der Villinger Carl-Orff-<br />

Schule aufgeregt. Tatsächlich war am Montag<br />

der zweiten Adventswoche für zwei Stunden kein<br />

Unterricht: Die Klasse 1BKSP der Fachschule für<br />

Sozialpädagogik der Zinzendorfschulen hatte eine<br />

Weihnachtsstraße mit verschiedenen Aktivitäten<br />

gestaltet.<br />

An mehreren Bastelständen konnten die Kinder<br />

und Jugendlichen der Carl-Orff-Schule Nikoläuse,<br />

Tannenbäume und Sterne basteln. Im Musikraum<br />

spielte eine der angehenden Erzieherinnen Gitarre<br />

und wurde dabei kräftig von den kleinen und<br />

großen Besuchern unterstützt, die mit Rhythmusinstrumenten<br />

das fröhliche Weihnachtsliedersingen<br />

bereicherten.<br />

kurz gemeldet<br />

Die beiden ersten Jahrgangsstufen der Fachschulen<br />

für Sozialwesen und Sozialpädagogik fuhren<br />

im Rahmen der Religionspädagogik mit ihren<br />

Klassenlehrern für jeweils drei Tage in das Kloster<br />

Kirchberg bei Sulz am Neckar.<br />

Das Ziel der Tagung bestand in dem bewussten<br />

Erleben und Erkunden sakraler Räume, Rituale<br />

und Symbole.<br />

kurz gemeldet<br />

Jeder Erwachsene kann sich an bestimmte Situationen<br />

seiner Schulzeit erinnern, viele sogar noch<br />

nach Jahrzehnten an Sätze, die ein Lehrer einst<br />

gesagt hat. Umso wichtiger ist es, dass Lehrer<br />

und Erzieher nicht unbedacht formulieren. Die<br />

Zinzendorfschulen hatten für ihre Pädagogischen<br />

Tage am Ende der Sommerferien die renommierte<br />

Expertin für gesundes Kommunizieren Angela<br />

Dietz eingeladen.<br />

Sie brachte den Lehrerinnen und Lehrern in einem<br />

spannenden, anschaulichen Vortrag, der mit vielen<br />

Beispielen angereichert war, die gewaltfreie Kommunikation<br />

nach Marshall Rosenberg nahe,<br />

wobei sie schon gleich zu Beginn feststellte, dass<br />

dies am Königsfelder Schulwerk eigentlich gar<br />

nicht mehr nötig sei. »Es geht dabei um das<br />

Verinnerlichen einer Haltung, mit der wir unserem<br />

Gegenüber begegnen«, sagte sie, »und genau diese<br />

Wertschätzung wird bei Ihnen ja bereits gelebt, Sie<br />

haben sie sich ja sogar in ihr Leitbild geschrieben.«<br />

70 71<br />

kurz gemeldet<br />

Nach der Schule ein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ)<br />

oder lieber ins Ausland? Oder vielleicht beides? Die<br />

Zinzendorfschulen hatten Referenten eingeladen,<br />

um der Klasse ZG1 des Gymnasiums ein wenig<br />

durch den Dschungel der Möglichkeiten zu helfen.<br />

Rabea Stanzl und Jill Böttcher leisten beide derzeit<br />

ein FSJ bei der Caritas und berichten den Schülerinnen<br />

und Schülern als FSJ-Botschafterinnen von<br />

ihren Einsätzen.<br />

kurz gemeldet<br />

TOP SE – was so nüchtern klingt, ist als themenorientiertes<br />

Praktikum Soziales Engagement ganz<br />

dicht an den Menschen und ein fester Bestandteil<br />

der baden-württembergischen Lehrpläne für die<br />

Realschule. An den Zinzendorfschulen wird diese<br />

Pflicht jedes Jahr zur Kür. Mit viel Engagement<br />

gehen die Achtklässler mehrere Wochen regelmäßig<br />

in Kindergärten, Seniorenheime, in heilpädagogische<br />

Einrichtungen oder zu Familien, die<br />

Unterstützung benötigen. Zum Abschluss müssen<br />

sie eine Präsentation erarbeiten, die sie im HKG-<br />

Saal zeigen.<br />

kurz gemeldet<br />

Im Rahmen des Wahlpflichtfachs AES (Alltagskultur<br />

– Ernährung – Soziales) informierten sich die<br />

Schülerinnen und Schüler der siebenten Klasse der<br />

Realschule mit ihrer Lehrerin Birgit Helms direkt<br />

in Königsfeld über die Verarbeitung von textilen<br />

Rohstoffen. Sie erlebten bei Natur & Co, wie<br />

Baumwolle, Wolle und Seide ohne den Einsatz von<br />

Pflanzenschutzmitteln oder Farbstoffen verarbeitet<br />

wird und lernten, dass es nicht nur Billig-Textilien<br />

mit fragwürdiger Herkunft gibt.<br />

An einer mechanischen Strickmaschine konnten<br />

die Jungs und Mädchen die Entstehung einer<br />

textilen Fläche mit Naturgarn erleben. Das Garn<br />

wurde durch die Schlingenbildung zu Maschen<br />

verarbeitet und es entstand vor den Augen der<br />

Schülergruppe eine gewirkte, dehnbare und weiche<br />

Fläche, welche zu Schlafsäcken weiterverarbeitet<br />

wurde. Eine Mitarbeiterin erklärte anschaulich die<br />

weiteren Schritte der Textilverarbeitung, z.B. die<br />

Schnittgewinnung und die verschiedenen Nähtechniken<br />

unter rationellen Gesichtspunkten.


kurz gemeldet<br />

kurz gemeldet<br />

Die Herrnhuter Brüdergemeine stellt jedes Jahr<br />

weltweit zwei Millionen Bücher mit Losungen her,<br />

die Hälfte davon in deutscher Sprache. Die Bücher,<br />

die auf eine Idee des Namensgebers des Königsfelder<br />

Schulwerks, Nikolaus Graf von Zinzendorf,<br />

zurückgehen, sind also vielen Menschen ein Begriff<br />

und das schon seit 1731. Wie diese Losungen<br />

entstanden sind, wie sie aufgebaut sind und vor<br />

allem, wie sie im Alltag verwendet werden können,<br />

stand im Mittelpunkt des diesjährigen Losungsunterrichts<br />

von Schulpfarrer Br. Fischer, der die<br />

Schülerinndn und Schüler auch ins Archiv führte.<br />

kurz gemeldet<br />

Sie macht täglich 500 Sit-ups, verschenkt ihr<br />

Pausenbrot und wirft das Mittagessen weg – Shirin<br />

hat sich soweit heruntergehungert, dass sie fast<br />

am Verschwinden ist. Ihre Freundin Lena dagegen<br />

stopft ihren Frust in sich hinein und übergibt sich<br />

anschließend. Das mobile Theater Sakramo 3D<br />

gastierte an den Fachschulen für Sozialpädagogik<br />

und Sozialwesen und führte das Bühnenstück<br />

»Püppchen« auf, das sie sonst als Präventionsprojekt<br />

der AOK vor Schülerinnen und Schülern der<br />

fünften bis achten Klassen zeigen.<br />

Entsprechend kam die theaterpädagogische Nachbearbeitung<br />

einer Fortbildung gleich, denn die<br />

Schauspielerinnen Monika Wieder und Sarah Gros<br />

gaben den angehenden Erziehern und Jugend- und<br />

Heimerziehern viele Tipps und Tricks für ihren<br />

späteren Berufsalltag.<br />

kurz gemeldet<br />

»Es ist anders als normaler Unterricht, man lernt<br />

viel mehr als von der Schultafel« freute sich Julia,<br />

als ihr Religionsunterricht bei Schulpfarrer Br.<br />

Fischer im Kirchensaal stattfand. Dort nämlich war<br />

eine Wanderausstellung zur Reformation in den<br />

böhmischen Ländern zu sehen. Die Zinzendorfschulen<br />

und die Evangelische Gesamtgemeinde<br />

hatten anlässlich des 500. Jubiläums der Luther-<br />

Reformation zehn Tafeln des Deutschen Kulturforums<br />

östliches Europa nach Königsfeld geholt.<br />

kurz gemeldet<br />

Gesunde Ernährung ist die beste Gesundheitsvorsorge<br />

und sollte schon vom Kindesalter an eine<br />

wichtige Rolle spielen – und zwar nicht aus Pflichtbewusstsein,<br />

sondern mit Spaß und Genuss. Daher<br />

ließen sich angehende Erzieherinnen und Erzieher<br />

der Fachschulen für Sozialwesen und Sozialpädagogik<br />

zu Genussbotschaftern der Initiative »Ich<br />

kann kochen!« der Sarah Wiener Stiftung und<br />

der Barmer Krankenkasse ausbilden.<br />

kurz gemeldet<br />

Sie haben es der Jury richtig schwer gemacht: Nach<br />

langen Beratungen haben sich vier Deutschlehrer<br />

und die Vorjahressiegerin Johanna Sander für Emil<br />

Huschenbeth aus der 6c als Sieger des diesjährigen<br />

Vorlesewettbewerbs entschieden. Er war gegen<br />

die besten Vorleser der Klassen 6a (Paul Dinter),<br />

6b (Lisa Schlenker) und 6R (Leonard Fernando)<br />

angetreten. Sie alle wurden von ihren Mitschülern<br />

kräftig angefeuert, als sie jeweils ihre Lieblingsbücher<br />

vorstellten und einen Auszug aus dem<br />

Debüt-Roman »Wunder« der US-amerikanischen<br />

Schriftstellerin Raquel J. Palacio lasen.<br />

72 73<br />

kurz gemeldet<br />

Nach dem Abitur wollen viele junge Menschen<br />

studieren, aber was? Die Wahl fällt angesichts<br />

der rund 2500 Studiengänge, die allein in Baden-<br />

Württemberg angeboten werden, nicht leicht.<br />

Will man an einer Universität studieren, an einer<br />

Fachhochschule, einer pädagogischen oder einer<br />

dualen Hochschule oder vielleicht an einer Kunstbzw.<br />

Musikhochschule? Was sind die Unterschiede,<br />

welche Fristen gibt es zu beachten und wie kann<br />

man sich am besten orientieren?<br />

Um den Elftklässlern des Gymnasiums bei ihrer<br />

Entscheidung zu helfen, kamen drei Studienbotschafter<br />

und ein ehemaliger Zinzendorfschüler<br />

nach Königsfeld, um ihnen von den verschiedenen<br />

Möglichkeiten und ihren eigenen Wegen ins<br />

Studium zu erzählen. Lisa Großmann, Nico Villing,<br />

Matthias Rusch und Lucas Käfer studieren Soziologie,<br />

Medien- und Kommunikationswissenschaft<br />

BWL, Maschinenbau und Mechatronik an unterschiedlichen<br />

Hochschulen.<br />

kurz gemeldet<br />

Fast 2200 Euro wurden allein am letzten Schultag<br />

vor Weihnachten gesammelt – jeweils etwa<br />

die Hälfte davon an den drei Gottesdiensten, mit<br />

denen die Schüler am Morgen in die Ferien verabschiedet<br />

wurden und am Abend von den Mitarbeitern<br />

während der jährlichen Weihnachtsfeier. Die<br />

Schüler hatten für den Hilfsfonds für Burkina Faso<br />

Westafrika e.V. gesammelt, der vor allem mit dem<br />

Verkauf von Mangos Schulen baut.<br />

Die Kollekte der Mitarbeiter geht in die Karibik, wo<br />

die Wirbelstürme Irma und Maria auch in zahlreichen<br />

Gemeinden der Brüder-Unität heftige Schäden<br />

angerichtet und zahlreiche Häuser zerstört<br />

hatten.<br />

kurz gemeldet<br />

Etwas über sich selbst zu erfahren ist unheimlich<br />

spannend. Viele Schülerinnen und Schüler der beruflichen<br />

und allgemeinbildenden Zinzendorfgymnasien<br />

nahmen die Gelegenheit wahr, mehr über<br />

ihre Begabungen herauszufinden. Die Talenteschmiede<br />

der Münchner NaturTalent Stiftung bot<br />

wieder einen ganztägigen Workshop an, bei dem<br />

die Teilnehmer zunächst ihre Talente und Stärken


75<br />

74<br />

herausgefunden und dann auf dieser Basis jeweils<br />

drei bis fünf konkrete Berufsvorschläge erarbeitet<br />

haben.<br />

Die Vernetzungsstelle Kita- und Schulverpflegung<br />

Baden-Württemberg und die Sektion Baden-<br />

Württemberg der Deutschen Gesellschaft für<br />

Ernährung haben wieder einen landesweiten Tag<br />

der Schulverpflegung organisiert. Unter dem<br />

Motto „Schule ist coolinarisch!“ hat unser Küchenteam<br />

gefüllte Paprika gekocht. Drei Schülerinnen<br />

aus dem Mensch- und Umwelt-Kurs der 10R und<br />

10W durften in der Großküche helfen, die anderen<br />

haben in der Lehrküche Ofengemüse mit Feta<br />

sowie Dinkelvollkornbaguette gezaubert und in die<br />

Mensa gebracht.<br />

Es hat Spaß gemacht“, waren sich alle einig,<br />

obwohl es ganz schön stressig sei, 120 Mahlzeiten<br />

zuzubereiten. Geschmeckt hat es Schülern wie<br />

Lehrern gleichermaßen.<br />

Unter dem Motto „Knigge trifft Mensa“ erzählten<br />

einige Kursteilnehmer ihren Mitschülern etwas über<br />

gute Tischmanieren und Nachhaltigkeit. „Nehmt<br />

kurz gemeldet<br />

euch bitte nicht so viel auf den Teller, dass ihr es<br />

nicht schafft“, mahnten sie, denn Essen gehöre<br />

nicht weggeworfen. „Holt euch lieber Nachschlag,<br />

wenn der Teller leer ist und ihr noch Hunger habt."<br />

kurz gemeldet<br />

Klimaschutz geht uns alle an, deshalb hatten Sr.<br />

Jehle und Br. Bihler im NWT-Unterricht der Klassen<br />

9a, 9b und 10c den Niederlassungsleiter der<br />

Energieagentur Schwarzwald-Baar-Kreis, Tobias<br />

Bacher, eingeladen. Er erläuterte den Schülern, wie<br />

jeder durch sein eigenes Verhalten den Energieverbrauch<br />

sowie die Kosten für Energie niedrig halten<br />

kann.<br />

Anhand eines Modells zeigte er den Schülern, wie<br />

der CO2 Ausstoß in direktem Zusammenhang zur<br />

Temperaturerhöhung steht. Ihnen war zwar klar,<br />

dass die klimaschädigenden Gase vor allem aus<br />

Industrie und Gewerbe kommen, dass jedoch die<br />

Haushalte ebenfalls den Klimawandel mitverursachen,<br />

war den meisten neu.<br />

Medien echo<br />

kurz gemeldet<br />

Nummer 16 | Eschachblick | Samstag, 16. September <strong>2017</strong> KÖNIGSFELD · HARDT 7<br />

Nach 24 Kilometern Strecke 1400 Höhenmetern ist die Einkehr hochwillkommen<br />

Acht Wanderer des Schwarzwaldvereins<br />

Hardt trafen sich neulich, um sich<br />

in Fahrgemeinschaften und per S-Bahn<br />

nach Gernsbach aufzumachen. Dort<br />

wurde unter der Führung von Emil Huber<br />

die zweite Etappe der Murgleiter<br />

erwandert. Von Gernsbach aus ging es<br />

gleich steil bergan bis zum Schloss<br />

Eberstein. Die Wanderer konnten bei<br />

bestem Wanderwetter einen herrlichen<br />

Blick auf Gernsbach und die Murg genießen.<br />

Der Weg führte vorbei an der<br />

Fatima-Kapelle in das wunderschöne<br />

Fachwerkdorf Reichental. Weiter ging<br />

es über das Brunnhüttental zum Latschigfelsen.<br />

Auf dem Westweg ging es<br />

hinunter nach Forbach. Nachdem mehr<br />

als 24 Kilometer und etwa 1400 Höhenmeter<br />

geschafft waren, freuten sich<br />

alle auf die Schlusseinkehr im Gasthaus<br />

Waldhorn in Gernsbach-Gausbach. Helmut<br />

Müller bedankte sich bei Emil Huber<br />

für die perfekt geführte, wunderschöne<br />

Tour. Foto: Schwarzwaldverein<br />

Gesunde Kommunikation im Schulalltag<br />

Zinzendorfschulen laden renommierte Expertin zu ihren Pädagogischen Tagen<br />

Königsfeld. Jeder Erwachsene kann<br />

sich an bestimmte Situationen seiner<br />

Schulzeit erinnern, viele sogar noch<br />

nach Jahrzehnten an Sätze, die ein<br />

Lehrer einst gesagt hat. Umso wichtiger<br />

ist es, dass Lehrer und Erzieher<br />

nicht unbedacht formulieren. Die Zinzendorfschulen<br />

hatten für ihre Pädagogischen<br />

Tage am Ende der Sommerferien<br />

die renommierte Expertin<br />

für gesundes Kommunizieren Angela<br />

Dietz eingeladen.<br />

Sie brachte den Lehrerinnen und<br />

Lehrern in einem spannenden, anschaulichen<br />

Vortrag, der mit vielen<br />

Beispielen angereichert war, die gewaltfreie<br />

Kommunikation nach Marshall<br />

Rosenberg nahe, wobei sie<br />

schon gleich zu Beginn feststellte,<br />

dass dies am Königsfelder Schulwerk<br />

eigentlich gar nicht mehr nötig sei.<br />

»Es geht dabei um das Verinnerlichen<br />

einer Haltung, mit der wir unserem<br />

Gegenüber begegnen«, sagte sie, »und<br />

genau diese Wertschätzung wird bei<br />

Ihnen ja bereits gelebt, Sie haben sie<br />

sich ja sogar in ihr Leitbild geschrieben.«<br />

Abkürzungen, sprachliche Defizite,<br />

Hierarchien und vorgefasste Meinungen<br />

seien die häufigsten Hindernisse<br />

bei der Kommunikation. »Wir wollen<br />

oft gar nicht mehr zuhören, sondern<br />

uns nur in unserem Urteil bestätigt<br />

wissen«, so Angela Dietz. Deshalb sei<br />

es auch wichtig, sich auf seinen Gesprächspartner<br />

einzulassen und wenn<br />

dies gerade nicht möglich ist – etwa<br />

weil man gerade mit anderen Dingen<br />

beschäftigt ist – den Dialog lieber auf<br />

einen späteren Zeitpunkt verlegen.<br />

Nach dem mit vielen Beispielen aus<br />

der eigenen Biografie angereicherten<br />

Vortrag von Angela Dietz hatten die<br />

Pädagogen in verschiedene Workshops,<br />

die von der Referentin und<br />

ihren Mitarbeitern geleitet wurden,<br />

selbst die Möglichkeit, die Techniken<br />

einzuüben und verschiedene Situationen<br />

durchzuspielen.<br />

»Natürlich muss man seinen Dampf<br />

ablassen, aber nicht in Gegenwart des<br />

Gesprächspartners.« Denn um eine<br />

negative Äußerung zu neutralisieren,<br />

sind fünf bis sieben positive Äußerungen<br />

nötig. Der Vortrag und die Workshops<br />

kamen bei allen Lehrerinnen<br />

und Lehrern gut an. »Es ist ein wichtiges<br />

Thema«, sagt Realschul-Leiter<br />

Helmut Hertnagel, der den Vortrag<br />

und die Workshops organisiert hatte.<br />

»Kommunikation gehört für uns zum<br />

Handwerk und ich habe nur positive<br />

Rückmeldungen bekommen.«<br />

Angela Dietz verdeutlicht mit Handpuppen die unterschiedlichen Gesprächsansätze<br />

nach Marshall Rosenberg: Der Wolf steht für aggressive Kommunikation, die Giraffe<br />

für Kommunikation mit Weitsicht und Herz. Der Coach Martin Weinbrenner aus<br />

ihrem Team hielt dabei das Mikrophon. Foto: Zinzendorfschulen<br />

Eschachblick, 16. September <strong>2017</strong><br />

Königsfeld. Wer bin ich – und<br />

wenn ja, wie viele? Diese Frage,<br />

die der Philosoph Richard<br />

David Precht vor rund zehn<br />

Jahren in einem Buchtitel aufwarf,<br />

stellen sich nicht nur Erwachsene.<br />

Auch Kinder wollen<br />

wissen, wie alles zusammenhängt<br />

und was verschiedene<br />

Aspekte des Lebens zu<br />

bedeuten haben.<br />

Schnupperworkshop<br />

Nach einem Schnupperworkshop<br />

zum Thema »Mit Kindern<br />

philosophieren« im vergangenen<br />

Jahr nehmen angehende<br />

Erzieherinnen und Erzieher<br />

der Fachschule für<br />

Sozialpädagogik der Zinzendorfschulen<br />

jetzt an einer<br />

mehrtägigen Weiterbildung<br />

der Münchener Akademie<br />

Kinder philosophieren zu<br />

dem Thema teil.<br />

In insgesamt vier Modulen<br />

erlernen sie das Handwerkszeug,<br />

um später mit den von<br />

ihnen betreuten Kindern philosophische<br />

Themen anzusprechen.<br />

»Erzieher, die mit<br />

Kindern philosophieren, müssen<br />

ihr Vorhaben auch Eltern<br />

und den Teamkollegen gegenüber<br />

kommunizieren«, sagt<br />

Anton Hörburger, der gemeinsam<br />

mit Ute Mangold<br />

freiberuflich für die Akademie<br />

arbeitet und jetzt bei dem<br />

dritten von vier Modulen den<br />

angehenden Erziehern das<br />

passende Handwerkszeug nahelegte.<br />

Nicht jede Frage sei philosophisch<br />

zu beantworten.<br />

»Wenn gefragt wird, wie ein<br />

Blitz entsteht, dann gibt es dazu<br />

eine eindeutige Antwort«,<br />

sagt er. »Geht es jedoch um<br />

die Bedeutung von Naturgewalten,<br />

ist das schon eine philosophische<br />

Fragestellung.«<br />

Beim angeleiteten Philosophieren<br />

werden Kinder zum<br />

kritischen, kreativen und ergebnisoffenen<br />

gemeinsamen<br />

Nachdenken animiert. »Für<br />

die Zukunft unserer Gesellschaft<br />

ist es wichtig, dass Kinder<br />

eigene Denkprozesse<br />

durchlaufen«, sagte Ute Mangold<br />

schon beim Schnupperseminar.<br />

Nach einer Einstimmungsrunde<br />

zum Thema »Wirklichkeit<br />

und Wahrnehmung« wurden<br />

zunächst einmal Erfahrungen<br />

ausgetauscht: Wie<br />

kann man am besten die Kollegen<br />

und Eltern vom Philosophieren<br />

mit Kindern begeistern?<br />

Es gab viel Gelegenheit,<br />

die Methodik und Didaktik<br />

nicht nur theoretisch zu erlernen,<br />

sondern auch praktisch<br />

auszuprobieren. Das Projekt<br />

»Mit Kindern philosophieren«<br />

wird von der Karl-Schlecht-<br />

Stiftung unterstützt.<br />

Kritisches Hinterfragen ausdrücklich erwünscht<br />

Zinzendorfschulen |Angehende Erzieher lernen Philosophieren mit Kindern<br />

Ute Mangold (Dritte von rechts), freiberuflich für die Akademie<br />

tätig, sieht den angehenden Erziehern beim Erfahrungsaustausch<br />

über die Schultern. Foto: Zinzendorfschulen<br />

Warentauschtag<br />

in Königsfeld<br />

Königsfeld. Am Vereinsheim<br />

des FC Königsfeld findet am<br />

Samstag, 14. Oktober, ein Warentauschtag<br />

statt. Warenannahme<br />

ist von 9 Uhr bis 13<br />

Uhr, die Warenmitnahme ist<br />

von 9 Uhr bis 13 Uhr möglich.<br />

Bei dieser Börse tauschen gebrauchte,<br />

aber noch gut erhaltene<br />

und voll funktionsfähige<br />

Gegenstände kostenlos ihren<br />

Besitzer. Großmöbel können<br />

nicht angeliefert werden und<br />

werden über eine Info an der<br />

Pinnwand vermittelt. Nicht<br />

angenommen werden alte<br />

Fernseher, Computer, Nachtspeicheröfen<br />

und Matratzen<br />

sowie defekte oder verschmutzte<br />

Waren. Der Warentauschtag<br />

wird vom FC<br />

Königsfeld mit Unterstützung<br />

des Landkreises, Amt für Abfallwirtschaft,<br />

veranstaltet.<br />

Historischer Verein<br />

fährt ins Kloster<br />

Königsfeld. Der Jahresausflug<br />

des Historischen Vereins führt<br />

am 21. Oktober nach Bretten<br />

(Melanchthonhaus) und ins<br />

Kloster Maulbronn. Abfahrt<br />

ist um 8 Uhr am Zinzendorfplatz.<br />

Die Rückfahrt erfolgt<br />

gegen 17 Uhr. Die Fahrtkosten<br />

inklusive. Eintritte und<br />

Führungen belaufen sich für<br />

Mitglieder und ehrenamtliche<br />

Mitarbeiter auf 25 Euro, für<br />

Gäste auf 35 Euro. Anmeldung<br />

nimmt Gabriele Behrens<br />

in der Tourist-Info Königsfeld,<br />

Telefon 07725/80 09 45, entgegen.<br />

Wer sich für eine Ausbildung<br />

zu einem Beruf mit Kindern<br />

und Jugendlichen interessiert,<br />

sollte am Mittwoch, 29. November,<br />

nach Königsfeld<br />

kommen. Um 18 Uhr informieren<br />

die Fachschulen für<br />

Sozialpädagogik und Sozialwesen<br />

der Zinzendorfschulen<br />

über die Ausbildung zu Erziehern<br />

oder Jugend- und Heimerziehern<br />

sowie die Fördermöglichkeiten,<br />

die mit BAFöG<br />

und AFBG bestehen. Die Veranstaltung<br />

beginnt um 18 Uhr<br />

im Erdmuth-Dorotheen-Haus,<br />

Zinzendorfplatz 11 in Königsfeld.<br />

Fortbildung<br />

INFO<br />

-<br />

aum kurzerhand in eine<br />

Quiz-Arena. »O2 und Co. – das<br />

Luftquiz« lautete der Titel.<br />

Mit dabei hatten Rohrer und<br />

Braun allerhand Fragen aus<br />

den Themenfeldern Chemie,<br />

Physik, Biologie und Technik.<br />

Aus verschiedenen Antwortmöglichkeiten<br />

konnten die<br />

Schüler die Fragen per Voting-<br />

System beantworten, ähnlich<br />

wie es beim Publikums-Joker<br />

bei der Fernsehsendung »Wer<br />

wird Millionär?« der Fall ist.<br />

Versuche verdeutlichten die<br />

Sachverhalte anschaulich. So<br />

beispielsweise auch eine<br />

selbst gebaute Installation, die<br />

einen Tornado imitiert. »Um<br />

euch zu zeigen, wie ein Tornado<br />

funktioniert«, leitete<br />

Rohrer ein, »habe ich euch<br />

einen mitgebracht.«<br />

Lehrer Rainer Neff resümierte:<br />

»Das war super. Ich<br />

habe auch noch etwas gelernt.«<br />

Alexander Mosbacher,<br />

der das Science Mobil ans<br />

TSG einlud, erläuterte nach<br />

der Show: »Die Möglichkeit,<br />

jemanden von Außen zu holen<br />

und den Unterrichtsalltag<br />

aufzufrischen, nutzt man gerne.«<br />

Besonders gefallen habe<br />

ihm, dass die MINT-Themen<br />

in einer Veranstaltung zusammengepackt<br />

waren. »Mit dem<br />

Science Mobil, aber auch den<br />

Science Days, die vom 19. bis<br />

21. Oktober im Europa-Park<br />

stattfinden, versuchen wir das<br />

Interesse an den MINT-Fächern<br />

zu wecken«, schildert<br />

Christiane Rohrer vom Verein<br />

Science & Technologie.<br />

Beim Luftquiz stellen Elias Braun und Christiane Rohrer (Mitte) den Schülern der 8. und 9. Klasse des TSG Wissensfragen. Foto: Seiss<br />

Markt der Bauern<br />

und Landfrauen<br />

St. Georgen. Der Kilwe-Markt<br />

der Landfrauen und der ortsansässigen<br />

Bauern findet am<br />

Samstag, 14. Oktober, auf<br />

dem Parkplatz unterhalb des<br />

Rathauses in St. Georgen statt.<br />

Die Landfrauen backen und<br />

verkaufen Striebele sowie<br />

selbstgemachten Zwiebelkuchen<br />

und Kilweküchle.<br />

ffnet von 10 bis 12 Uhr<br />

sowie von 15 bis 18 Uhr.<br />

n Der Schwarzwaldverein bietet<br />

heute eine geführte Wanderung<br />

nach Peterzell mit Einkehr<br />

im Hof »Schlau« an.<br />

Treffpunkt ist um 13.30 Uhr<br />

am Rathaus.<br />

n Der Leseclub in der Gemeindebibliothek<br />

öffnet montags<br />

und freitags von 15 bis<br />

17 Uhr für alle Kinder im Alter<br />

von sechs bis zwölf Jahren.<br />

n Der Jugendkeller im Rathaus<br />

öffnet donnerstags und<br />

freitags um 18 Uhr.<br />

n Die Wasserversorgung<br />

»Aquavilla« ist bei Störfällen<br />

unter Telefon 07722/86 10 zu<br />

erreichen.<br />

n Zu einem meditativen Klavierabend<br />

»Musik & Poesie«<br />

mit Annette Mauch wird Freitag,<br />

13. Oktober, ab 20 Uhr in<br />

das Schwarzwald-Park-Hotel<br />

eingeladen.<br />

n Eine Busrundfahrt durch die<br />

Ortsteile startet am Samstag,<br />

14. Oktober, um 14.30 Uhr<br />

beim Minigolf-Parkplatz am<br />

Kurpark. Anmeldung bis 11<br />

Uhr erforderlich bei der Tourist-Info,<br />

07725/80 09 45.<br />

n Ein astrologischer Spaziergang<br />

wird am Samstag, 14.<br />

Oktober, ab 14.30 Uhr auf<br />

dem Königsfelder Planetenweg<br />

angeboten. Info unter<br />

Telefon 07725/9 16 23 00.<br />

Treffpunkt ist am Zinzendorfplatz.<br />

n Der Kurs im Rahmen des<br />

Programms »Hilfe beim Helfen«<br />

hat am Dienstag, 17. Oktober,<br />

das Thema »Herausfordernde<br />

Situationen und Pflege«.<br />

Referentin ist Sabine<br />

Hummel. Beginn ist um 14.15<br />

Uhr im Christoph-Blumhardt-<br />

Haus, Raum »Neue Pilgerruh«.<br />

n Der Seniorennachmittag<br />

der evangelischen Gesamtgemeinde<br />

findet am Dienstag,<br />

17. Oktober, ab 15 Uhr im<br />

Gemeindezentrum statt.<br />

BUCHENBERG<br />

n Die Villinger »Kumedie«<br />

kommt am Samstag, 4. November,<br />

zum SV Buchenberg<br />

ins Haus der Bürger. Einlass ist<br />

um 18 Uhr, Beginn um 20<br />

Uhr. Karten im Vorverkauf für<br />

16 Euro bei der Tourist-Info<br />

Königsfeld, in der Bregnitzhof-<br />

Sauna und der »Waldau-<br />

Schänke« in Buchenberg sowie<br />

bei Getränke-Lauble und den<br />

Tankstellen in St. Georgen. An<br />

der Abendkasse sind 18 Euro<br />

fällig.<br />

n Kurz notiert<br />

Die letzte Chance für Frieden in der Gemeinde wurde vertan<br />

BETRIFFT: Verhalten der Brüdergemeine beim Thema Zinzendorfplatz<br />

Die Stellungnahme der Brüdergemeine<br />

vor dem Petitionsausschuss<br />

am 15. September hat<br />

bei allen Freunden der Variante<br />

3 Befremden und Enttäuschung<br />

ausgelöst.<br />

Anstatt sich für den im Sommer<br />

letzten Jahres erarbeiteten<br />

Kompromiss auszusprechen,<br />

der Hecke und Bäume rund um<br />

den Platz erhalten wollte und<br />

damit den Frieden in der Gemeinde<br />

gewahrt hätte, ist sie<br />

den Rednern der Initiativgruppe<br />

»Respekt für Bäume« in den<br />

Rücken gefallen und hat die<br />

sachlich und historisch falsche<br />

Begründung übernommen, es<br />

werde ein ursprünglich barocker<br />

Platz wiederhergestellt.<br />

Auch das Argument, die Brüdergemeine<br />

könne die anfallenden<br />

Kosten für Variante 3 nicht<br />

übernehmen (es sind – vom<br />

Bürgermeister vorgerechnet –<br />

nur 292 Euro pro Monat), ist<br />

angesichts der Spendenbereitschaft<br />

von 30 Bürgern (von<br />

denen einer lebenslänglich 250<br />

monatlich zahlen würde) nicht<br />

mehr aufrecht zu erhalten.<br />

In ihrer Stellungnahme vom 10.<br />

Oktober 2016 für den Königsfelder<br />

Gemeinderat hat die<br />

Brüdergemeine folgendes erklärt:<br />

»Da der Platz dem Zusammenleben<br />

dienen soll, ist es<br />

uns nicht vorstellbar, mit Variante<br />

1 oder 2 ein Konzept zu<br />

realisieren, das die Bevölkerung<br />

spaltet.«<br />

Seit dem 15. September diesen<br />

Jahres hat die Brüdergemeine<br />

in unseren Augen jede Glaubwürdigkeit<br />

verloren.<br />

Die Königsfelder bleiben zerstritten.<br />

Die Umsetzung von<br />

Variante 1 wird den Riss weiter<br />

vertiefen.<br />

Die letzte Chance für Frieden in<br />

der Gemeinde wurde am 15.<br />

September vertan.<br />

Rainer Fodor | Königsfeld<br />

n Meinung der Leser<br />

Schreiben Sie uns!<br />

Schwarzwälder Bote | Am Markt 3<br />

78112 St. Georgen | Fax: 07724/9 48 18 15<br />

E-Mail: redaktionst-georgen@schwarzwaelder-bote.de<br />

Ihre Briefe müssen nicht der Meinung der Redaktion entsprechen.<br />

Wir behalten uns Kürzungen vor. Bitte vergessen Sie nicht Ihren<br />

Absender.<br />

Tipps zur Pflege<br />

kranker Kinder<br />

St. Georgen. »Krankes Kind –<br />

Was nun?« lautet die Fragestellung<br />

zum Kursangebot für<br />

Familien in besonderen Lebenslagen,<br />

das in drei Modulen<br />

im Kinder- und Familienzentrum<br />

Weidenbächle stattfindet.<br />

Am 9., 16. und 23. November,<br />

jeweils von 19 bis 21<br />

Uhr, bekommen die Kursteilnehmer<br />

von Kinderkrankenschwester<br />

Diane Fehrenbach<br />

und Gesundheits- und Krankenpflegerin<br />

Monika Schulz<br />

unter anderem Informationen<br />

darüber, wie Fieber erkannt,<br />

und gesenkt wird, wie Zwiebel-<br />

oder Wadenwickel angewendet<br />

oder Säfte hergestellt<br />

werden. Anmeldungen bei<br />

der Wirkstatt, Telefon: 07724/<br />

91 83 05, E-Mail: wirkstatt.stgeorgen@freenet.de.<br />

Schwarzwälder Bote, 13. Oktober <strong>2017</strong><br />

Einen abwechslungsreichen<br />

Abend hatten Jugendliche<br />

und deren Eltern<br />

beim zweiten von J.G.<br />

Weisser veranstalteten<br />

Ausbildungsinformationstag.<br />

Mitarbeiter und Azubis<br />

standen für Fragen parat,<br />

Besucher durften an<br />

Maschinen arbeiten.<br />

n Von Stephan Hübner<br />

St. Georgen. Der Ausbildungsinfotag<br />

sei eine ganz wichtige<br />

Sache, so Geschäftsführer<br />

Thorsten Rettich. Nicht nur<br />

aufgrund des Fachkräftemangels,<br />

sondern auch, weil Kunden<br />

Langlebigkeit, Qualität<br />

und pfiffige Ideen erwarten<br />

und die Produkte fundiertes<br />

Wissen erfordern. Das Heranziehen<br />

eigenen Nachwuchses<br />

sei auch wichtig, weil Bereiche<br />

wie Informatik, Mechanik<br />

und Elektronik immer mehr<br />

miteinander verschmelzen.<br />

Im Eingangsbereich wartete<br />

ein Präsentationsfahrzeug der<br />

Metall- und Elektroindustrie<br />

auf Gäste. Dort gab es zum<br />

Beispiel das Modell einer Aufzugsteuerung<br />

oder eine CNC-<br />

Maschine, an der Besucher<br />

einen Würfel fräsen konnten.<br />

Es gehe darum, jungen<br />

Menschen auf spielerischem<br />

Weg Berufe näher zu bringen,<br />

so Markus Sahler, Koordinator<br />

des Projekts in Südwestdeutschland.<br />

Immer dabei<br />

sind Wirtschaftspädagoge<br />

Jens Ademmer und Maschinenbauingenieur<br />

Wolfgang<br />

Turner, um Ausbildungen aus<br />

verschiedenen Blickwinkeln<br />

darstellen zu können.<br />

Unterschiedlichste Berufsbilder<br />

stellte J. G. Weisser in<br />

seinem Ausbildungszentrum<br />

von. Darunter zum Beispiel<br />

Industriekauffrau, Mechatroniker<br />

oder Elektroniker.<br />

Gezeigt wurden Projekte,<br />

die die Azubis weitgehend<br />

selbst konstruiert hatten, beispielsweise<br />

ferngesteuerte<br />

Fahrzeugmodelle, bei denen<br />

3D-Druck von Plastikteilen<br />

zum Einsatz kam. Vorgeführt<br />

wurde eine Sortieranlage, die<br />

wie das große Vorbild Kunststoff-<br />

und Metallteile per Sensoren<br />

unterscheiden und entsprechend<br />

zu bestimmten Ablageplätzen<br />

transportieren<br />

kann.<br />

Andreas Hilpert, gewerblicher<br />

Ausbildungsleiter, betont<br />

die moderne Ausstattung, die<br />

Azubis zur Verfügung steht.<br />

So zum Beispiel ein Stecksystem,<br />

in dem elektronische<br />

Bauteile einfach miteinander<br />

kombiniert werden können,<br />

um komplexe Schaltungen<br />

aufzubauen.<br />

Auf der Höhe der Zeit ist<br />

Weisser auch mit in Kooperation<br />

mit dem Schwarzwälder<br />

Boten beschafften Tablet-PCs<br />

für jeden Azubi. Die bieten<br />

neben der digitalen Zeitung<br />

ein Kommunikationssystem,<br />

über das Ausbilder beispielsweise<br />

Arbeitsabläufe und -pläne<br />

zur Verfügung stellen können.<br />

Trotz moderner Digitaltechnik<br />

kommen Azubis aber<br />

weiterhin mit grundlegenden<br />

Dingen wie Drehen oder Fräsen<br />

in Kontakt, so Hilpert.<br />

Er weist darauf hin, dass die<br />

Berufe durchaus auch für<br />

Mädchen geeignet sind. Die<br />

Frauenquote steige immer<br />

weiter, im vergangenen Jahr<br />

seien unter den etwa zehn<br />

eingestellten Azubis sechs<br />

Mädchen gewesen.<br />

Insgesamt gibt es derzeit etwa<br />

50 Auszubildende. Bei der<br />

Suche danach geht das Unternehmen<br />

einen eigenen Weg.<br />

Die Noten stehen weniger im<br />

Vordergrund als der Mensch<br />

an sich. Den möchten die Ausbilder<br />

gern bei einem Praktikum<br />

kennenlernen. Dabei<br />

bieten sie auch Menschen<br />

eine Chance, die man vielleicht<br />

nicht auf den ersten<br />

Blick in der Ausbildungswerkstatt<br />

erwartet – eine alleinerziehende<br />

Mutter von drei<br />

Kindern zum Beispiel, die auf<br />

dem Weg zur Zerspanungsmechanikerin<br />

ist.<br />

Manuel Drews ist seit kurzem<br />

Industriemechaniker und<br />

beeindruckte seine Familie<br />

mit den Ergebnissen seiner<br />

Ausbildung. Er lobt die sehr<br />

abwechslungsreiche Zeit.<br />

Unterschiedliche Projekte vermittelten<br />

eine große Bandbreite<br />

an Wissen. Echt angenehm<br />

sei, dass es viele junge<br />

Ausbilder gebe. Er könne sich<br />

nicht beschweren und denke<br />

gerne an die Zeit zurück.<br />

Besucher dürfen an Maschinen arbe<br />

Wirtschaft |J.G. Weisser veranstaltet abwechslungsreichen Ausbildungsinfotag / Azubis beantworten Fragen<br />

Philip Klein (links) erläutert die Funktionsweise einer von ihm und anderen Azubis konstruierten Sortieranlage. Foto: Hübner<br />

»Wir werden die Zerstörung des Ortskerns niemals verzeihen«<br />

BETRIFFT: »200 000 Euro für Zinzendorfplatz« vom 9. Juli<br />

Jan-Jürgen Kachler irrt sich gewaltig,<br />

wenn er behauptet, dass<br />

sich die Stimmung zum Thema<br />

Zinzendorfplatz in Königsfeld<br />

geändert hat. Alle, die gegen<br />

die Abholzung des zum Bestand<br />

des 200 Jahre alten<br />

Baumbestands waren, sind es<br />

auch noch jetzt. Nach dem<br />

blanken Entsetzen über den<br />

Kahlschlag folgt einfach nur<br />

noch Sprachlosigkeit.<br />

Manchmal fehlen einfach nur<br />

die Worte, was nicht gleichbedeutend<br />

mit Zustimmung zu<br />

den jetzigen Baumaßnahmen<br />

ist. Wie können Granitplatten,<br />

die sich im Sommer einem<br />

Backofen gleich aufheizen,,<br />

einen schattenspendenden 200<br />

Jahre alten Baumbestand ersetzen?<br />

Wir werden es nie verstehen.<br />

Die Bienen, deren Bestand<br />

kontinuierlich zurückgeht, übrigens<br />

auch nicht.<br />

Der weitläufig bekannte Ausspruch<br />

»die Zeit heilt alle Wunden«<br />

trifft bei uns nicht zu. Niemals<br />

werden wir der politischen<br />

Gemeinde und den Verantwortlichen<br />

der Herrnhuter Brüdergemeine,<br />

die als Eigentümer<br />

die Abholzung billigend in Kauf<br />

genommen haben, die Zerstörung<br />

des Ortskernes verzeihen.<br />

Die Fördergelder wurden vergeben<br />

für die »Wiederherstellung<br />

des historischen Ortskernes«.<br />

Die gefällten Bäume waren<br />

so alt wie der Platz selbst.<br />

Wie kann der Platz also einmal<br />

anders ausgesehen haben?<br />

Kann man sich wirklich so täuschen<br />

lassen?<br />

Uns fällt dazu eigentlich nur<br />

noch ein Zitat von Albert Einstein<br />

ein. »Zwei Dinge sind unendlich,<br />

das Universum und die<br />

menschliche Dummheit, aber<br />

bei dem Universum bin ich mir<br />

noch nicht ganz sicher.«<br />

Susanne Weck-Fodor und<br />

Rainer Fodor | Königsfeld<br />

Königsfeld. Die Digitalisierung<br />

an Schulen geht in großen<br />

Schritten voran. Verschiedene<br />

Klassen der Königsfelder<br />

Zinzendorfschulen bekamen<br />

jetzt einen kleinen Eindruck<br />

davon, wie das ganz praktisch<br />

– zum Beispiel im Englischunterricht<br />

– aussehen kann.<br />

Jan Ertmann von der Firma<br />

EF, die Sprachkurse,<br />

Sprachreisen und seit einiger<br />

Zeit auch digitale Unterrichtsmaterialien<br />

anbietet, stellte<br />

Schülern unterschiedlicher<br />

Jahrgangsstufen den Unterricht<br />

mit Tablets vor.<br />

Sprache von Donald<br />

Trump analysiert<br />

In der siebten Klasse waren<br />

Superhelden das Thema, die<br />

Sechstklässler beschäftigten<br />

sich mit Robin Hood, und für<br />

eine elfte Klasse ging es darum,<br />

die Sprache von Donald<br />

Trump zu analysieren. Für alle<br />

Stufen gibt es in der Lernsoftware<br />

Filmausschnitte, Texte<br />

oder Hörsequenzen, Verständnisfragen<br />

oder Grammatikübungen<br />

als Multiple-Choice-<br />

Aufgaben und Lückentexte.<br />

Lehrer spielt weiterhin<br />

wichtige Rolle<br />

Auch das eigene Sprechen<br />

kommt nicht zu kurz, und die<br />

Rolle des Lehrers ist genauso<br />

wichtig wie bei der Nutzung<br />

analoger Materialien. Am<br />

Nachmittag stellte Ertmann<br />

das Material noch der Fachschaft<br />

Englisch vor.<br />

Schüler testen<br />

Unterricht am Tablet<br />

Bildung |Digitalisierung geht voran<br />

n Meinung der Leser<br />

Schreiben Sie uns!<br />

Schwarzwälder Bote | Am Markt 3<br />

78112 St. Georgen | Fax: 07724/9 48 18 15<br />

E-Mail: redaktionst-georgen@schwarzwaelder-bote.de<br />

Ihre Briefe müssen nicht der Meinung der Redaktion entsprechen.<br />

Wir behalten uns Kürzungen vor. Bitte vergessen Sie nicht Ihren<br />

Absender.<br />

Neue Attraktion fürs Phonomuseum: Mit der »Wurlitzer 1100<br />

Musicbox« ist ein Gerät mit Kultstatus ausgestellt. Foto: Hübner<br />

Jan Ertmann von der Firma EF zeigt den Schülern, wie digitaler<br />

Unterricht aussehen kann. Foto: Zinzendorfschulen<br />

n Von Stephan Hübner<br />

St. Georgen. Über ein neues<br />

Prunkstück in der Sammlung<br />

freuen sich die Mitglieder des<br />

Arbeitskreises Phonomuseum<br />

in St. Georgen. Mehrere von<br />

ihnen hatten kürzlich die 920<br />

Kilometer lange Fahrt nach<br />

Leverkusen auf sich genommen,<br />

um eine »Wurlitzer 1100<br />

Musicbox« abzuholen.<br />

Das Gerät mit Kultstatus<br />

wurde 1948 gebaut und stand<br />

lange Jahre bei einem Sammler.<br />

Laut Jürgen Weisser ist es<br />

für Schellackplatten geeignet.<br />

Ausprobieren konnten die<br />

Herren die »Musicbox« bei<br />

der Abholung nicht, entsprechend<br />

groß war die Nervosität,<br />

als sie im Phonomuseum<br />

stand. Doch die 80 Jahre alte<br />

Technik machte ohne Murren<br />

mit und spielte die eingelegten<br />

Schellackplatten tadellos<br />

ab. Die Freude und Erleichterung<br />

darüber war den Mitglieder<br />

des Arbeitskreises deutlich<br />

ins Gesicht geschrieben.<br />

Neues Prunkstück in Sammlung<br />

Phonomuseum |Musikbox mit Kultstatus aus Leverkusen abgeholt<br />

gymnastik als Funk<br />

ning in der Albert-Schweitzer-<br />

Klinik. Infos unter Telefon<br />

07724/4578.<br />

n Wochenmarkt ist freitags<br />

von 8 bis 12.30 Uhr auf dem<br />

Rathausplatz.<br />

n Der Eine-Welt-Laden Ujamaa,<br />

Friedrichstraße 4, öffnet<br />

freitags von 9.30 bis 12.30<br />

Uhr und von 15 bis 18 Uhr.<br />

n Die Gemeinde-Bibliothek<br />

hat freitags von 10 bis 11.30<br />

Uhr geöffnet.<br />

n Der Laden »mittendrin«, Second-Hand-Shop<br />

für Bücher,<br />

Spiele, Haushalt, Friedrichstraße<br />

7, öffnet freitags von 10 bis<br />

12 Uhr sowie von 15 bis 18<br />

Uhr.<br />

n Aqua-Fitness gibt es jeden<br />

Montag, Mittwoch und Freitag<br />

von 11 bis 11.40 Uhr im Freizeitbad<br />

Solara (Kosten vier<br />

Euro nicht im Eintritt).<br />

n Der Leseclub in der Gemeindebibliothek<br />

öffnet montags<br />

und freitags von 15 bis<br />

17 Uhr für alle Kinder im Alter<br />

von sechs bis zwölf Jahren.<br />

n Der Jugendkeller im Rathaus<br />

öffnet donnerstags und<br />

freitags um 18 Uhr.<br />

n Das Prokids-Elterncafé im<br />

Jugendkeller (Rathaus) öffnet<br />

mittwochs von 9.30 bis 11.30<br />

Uhr für Eltern mit Kindern bis<br />

drei Jahre.<br />

n Kurz notiert<br />

Ausschuss befasst<br />

sich mit Kindergärten<br />

Königsfeld. Zur nächsten Sitzung<br />

trifft sich der Ausschuss<br />

für Tourismus, Kultur, Bildung,<br />

Jugend und Soziales<br />

(ATKBJS) am Mittwoch, 18.<br />

Juli, um 18.30 Uhr im Saal des<br />

Rathauses in Königsfeld. Auf<br />

der Tagesordnung stehen<br />

unter anderem die Abrechnung<br />

der Betriebskosten der<br />

Kindergärten, die Anpassung<br />

der Benutzungsentgelte für<br />

kommunale Kinderbetreuungsangebote<br />

und der touristische<br />

Zwischenbericht <strong>2018</strong>.<br />

Unbekannter rammt<br />

Mercedes<br />

St. Georgen/Königsfeld. Zu<br />

einer Fahrerflucht ist es am<br />

vergangenen Mittwoch zwischen<br />

Mitternacht und 16 Uhr<br />

gekommen. Ein bislang unbekannter<br />

Fahrer eines orangefarbenen<br />

Autos hat laut Polizei<br />

einen geparkten Mercedes<br />

angefahren und sich vom Unfallort<br />

entfernt, ohne sich um<br />

den angerichteten Schaden in<br />

Höhe von rund 1000 Euro zu<br />

kümmern. Der beschädigte<br />

Mercedes war in diesem Zeitraum<br />

sowohl zeitweise in Königsfeld<br />

in der Mönchweiler<br />

Straße auf dem Edeka-Parkplatz<br />

sowie im St. Georgener<br />

Stadtgebiet abgestellt. Die<br />

Polizei St. Georgen, Telefon<br />

07724/94 95 00, sucht nun<br />

Zeugen.<br />

Schwarzwälder Bote, 13. Juli <strong>2018</strong><br />

Fr<br />

Königesfeld. »Tun Sie sich was<br />

Gutes und genießen Sie ein<br />

Frauen-Wochenende im Kurort<br />

Königsfeld«, emnpfiehlt<br />

die Tourist-Info.<br />

Der Freitagabend startet<br />

mit dem Frauenkabarett mit<br />

Sabine Schief und ihrem Programm<br />

»Sex sells, was willsch<br />

macha«. Diese schwäbische<br />

Frauenpower sollte keine Frau<br />

verpassen.<br />

Mehrere Workshops<br />

und Vorträge<br />

Am Samstagmittag erleben<br />

und genießen die Teilnehmerinnen<br />

von 14.30 bis 19 Uhr<br />

im Haus des Gastes im Kurpark<br />

den »Frauen-Tag« unter<br />

der Leitung von Stylistin und<br />

Visagistin Anita Kaddik. Hier<br />

reihen sich mehrere Workshops<br />

und Vorträge für die<br />

Frau aneinander.<br />

Mit Informationen und<br />

praktischen Tipps erhalten<br />

Frauen Anleitungen, die zu<br />

einem besseren Wohlbefinden<br />

führen und die dazu beitragen,<br />

das Selbstbewusstsein<br />

zu sichern. Zwischen den Programmpunkten<br />

werden die<br />

Teilnehmer kulinarisch vom<br />

Team des Schwarzwald-Parkhotels<br />

verwöhnt.<br />

Das Programm umfasst<br />

außer dem Kabarettabend folgende<br />

Vorträge und Workshops<br />

am Samstagmittag: Zu<br />

Beginn gibt Ulrike Moutty<br />

den Gästen Anregungen, wie<br />

sie ihrem Leben mit Hilfe von<br />

Feng Shui eine neue Richtung<br />

geben. Annette Mauch lädt<br />

unter dem Motto »Musik und<br />

Poesie« zu Erzählungen über<br />

das Leben ein. Anita Kaddik<br />

wird die Wirkung der Faktoren<br />

Farbe, Stil und Make-Up<br />

als Basis für ein selbstbewusstes<br />

Auftreten vermitteln.<br />

Johannes Zirlik informiert<br />

über die Möglichkeiten der<br />

»Wingwave-Methode«, einem<br />

Kurzzeit-Coaching-Verfahren<br />

zum Stressabbau und zur Steigerung<br />

von Kreativität und<br />

Mentalfitness. Den Abschluss<br />

macht Hans-Martin Bauer, der<br />

unter dem Titel »Zum Glück<br />

können wir lachen« eine Anleitung<br />

zum Glücklichsein zur<br />

Verfügung stellt.<br />

WEITERE INFORMATIONEN:<br />

u Anmeldungen bis 9. März bei<br />

der Tourist-Info Königsfeld,<br />

Telefon 07725/80 09 45,<br />

oder direkt bei Anita Kaddik,<br />

Telefon 07725/48 25 15.<br />

Powertage, allein für Frauen, werden wieder in Königsfeld angeboten. Foto: Tourist-Info<br />

n Kirchliche Nachrichten<br />

ST. GEORGEN<br />

Evangelische Kirche: Sonntag:<br />

9.30 Uhr Gottesdienst, Kindergottesdienst,<br />

in der Lorenzkirche.<br />

17 Uhr Familiengottesdienst<br />

im Öku-Zentrum.<br />

Evangelisch-methodistische<br />

Kirche: Sonntag: 10 Uhr Gottesdienst<br />

im Franziskushaus.<br />

Freie Evangelische Schwarzwaldgemeinde:<br />

Sonntag: 10<br />

Uhr Gottesdienst mit Kindergottesdienst.<br />

Evangelischer Verein für innere<br />

Mission A.B. Bezirk St.<br />

Georgen: Sonntag: 14.30 Uhr<br />

Gemeinschaftsstunde.<br />

Katholische Kirche: Samstag:<br />

16 Uhr Heilige Messe in kroatischer<br />

Sprache. Sonntag:<br />

10.30 Uhr Hauptgottesdienst,<br />

mitgestaltet von Firmanden.<br />

LANGENSCHILTACH<br />

Evangelische Kirche: Sonntag:<br />

10.15 Uhr Gottesdienst.<br />

PETERZELL<br />

Evangelische Kirche: Sonntag:<br />

9 Uhr Gottesdienst.<br />

KÖNIGSFELD<br />

Evangelische Brüdergemeine<br />

und Kirchengemeinde.: Samstag:<br />

19 Uhr Singstunde, Liedgottesdienst.<br />

Sonntag: 10 Uhr<br />

Predigtgottesdienst nach Ordnung<br />

der Badischen Landeskirche,<br />

gleichzeitig Kindergottesdienst.<br />

Katholische Kirche: Samstag:<br />

18 Uhr Eucharistiefeier.<br />

BUCHENBERG<br />

Evangelische Kirche: Sonntag:<br />

9.30 Uhr Gottesdienst, Kindergottesdienst.<br />

WEILER<br />

Evangelische Kirche: Sonntag:<br />

9.30 Uhr Gottesdienst in Buchenberg,<br />

Kindergottesdienst.<br />

TENNENBRONN<br />

Evangelische Kirche: Samstag:<br />

18.15 Uhr Ökumenischer Kindergottesdienst<br />

in der Katholischen<br />

Kirche. Sonntag: 9.30<br />

Uhr Gottesdienst.<br />

Katholische Kirche: Samstag:<br />

18.15 Uhr Ökumenischer Kindergottesdienst<br />

im Katholischen<br />

Pfarrsaal, 18.30 Uhr<br />

Vorabendmesse mitgestaltet<br />

von den Firmanden. Sonntag:<br />

8.45 Uhr Hauptgottesdienst.<br />

Die katholische St. Georgskirche in St. Georgen. Foto: Vaas<br />

Königsfeld. »Die Schule macht<br />

mir sehr viel Spaß«, sagte<br />

Amy, die gemeinsam mit<br />

ihren Kollegen der Schülermitverantwortung<br />

(SMV)<br />

Grundschülern während der<br />

Viertklässlerparty der Zinzendorfschulen<br />

die verschiedenen<br />

Räume und Angebote<br />

zeigte. »Alle bilden eine Gemeinschaft,<br />

in der man sich<br />

wohl fühlt.« Damit bestätigte<br />

die Neuntklässlerin, was die<br />

Schulleitung zur gleichen Zeit<br />

in zwei voll besetzten Räumen<br />

im Haus Katharina von<br />

Gersdorf den Eltern der<br />

Grundschüler erklärte –<br />

denen, die sich für die Realschule<br />

interessieren und<br />

denen, die mehr über die<br />

Gymnasien G8 und G9 wissen<br />

wollten.<br />

Dazu wurde das Bild eines<br />

Gebäudes mit vielen Zimmern<br />

verwendet, in dem<br />

christliche Werte, gegenseitiger<br />

Respekt und Einfühlungsvermögen<br />

das Fundament bilden.<br />

Die verschiedenen Schularten<br />

sind die Räume und das<br />

Dach über dem Schulwerk bilden<br />

eine Schulleitung, ein Gesamtelternbeirat,<br />

ein Campus<br />

und viele gemeinsame Veranstaltungen.<br />

»Es ist uns wichtig, dass der<br />

Einzelne in der Gemeinschaft<br />

wahrgenommen wird«, sagte<br />

Schulleiter Johannes Treude,<br />

deshalb gehöre es zum Wesen<br />

der Zinzendorfschulen, dass<br />

innerhalb der Schulgemeinschaft<br />

die unterschiedlichen<br />

Begabungen der Schüler gefördert<br />

werden. Mit diesem<br />

Konzept bieten die Zinzendorfschulen<br />

ein paralleles Angebot<br />

zur Gemeinschaftsschule.<br />

»Ihr Kind ist mehr als die<br />

Summe seiner Leistungen.«<br />

Er hob die Besonderheiten<br />

des Schulwerks wie die stillen<br />

fünf Minuten, den Morgensegen,<br />

die Gottesdienste und<br />

persönliche Begegnungen<br />

hervor und auch die Anrede<br />

der Lehrer mit »Bruder« und<br />

»Schwester« symbolisiert,<br />

dass die Lehrer ihre Schüler<br />

begleiten.<br />

Die Abteilungsleiterin des<br />

Gymnasiums, Heike Lutz-Marek,<br />

informierte über den<br />

Rhetorikunterricht, differenzierten<br />

Unterricht und selbstorganisiertes<br />

Lernen. Außerdem<br />

gab es Informationen<br />

zum Tagesinternat mit Lerncampus,<br />

zum bilingualen<br />

Unterricht, zum Kunstprofil<br />

und dem musikalischen Angebot,<br />

von dem sich die Eltern<br />

bei Kaffee und Kuchen selbst<br />

überzeugen konnten.<br />

Währenddessen tobten sich<br />

ihre Kinder beim »Spiel ohne<br />

Grenzen« in der Turnhalle<br />

aus, staunten im Chemiesaal<br />

über »Elefantenzahnpasta«,<br />

bauten im Werkraum Kreisel<br />

aus Holz und erfuhren aus erster<br />

Hand von den Zinzendorfschülern,<br />

was ihre Schulzeit in<br />

Königsfeld ausmacht. Die<br />

Back-AG sorgte für selbst gebackene<br />

Pizzen.<br />

Ein Haus mit vielen Zimmern<br />

Information |Grundschüler lernen Zinzendorfschulen kennen<br />

Die künftigen Zinzendorfschüler lernen das Schulwerk kennen<br />

und toben sich in der Turnhalle aus.<br />

BETRIFFT: Baumfällaktion<br />

am Zinzendorfplatz.<br />

Der zweijährige, holprige und<br />

mysteriöse Entscheidungsprozess<br />

ist schon ein Besonderer<br />

gewesen. Da gab es Streichunggen,<br />

Verwechslungen, nicht beachtete<br />

oder unbrauchbare<br />

Gutachten und andere Peinlichkeiten.<br />

Nur wer will wird<br />

sich erinnern. Das ganze gipfelte<br />

in einer Machtdemonstration<br />

ohnegleichen. Wurde bislang<br />

die Zahl der Gegner gerne<br />

kleingeredet oder -gerechnet,<br />

so muss die Angst vor ihnen<br />

doch gewaltig gewesen sein.<br />

Wozu sonst dieses übermächtige<br />

Aufgebot. Geradezu lächerlich.<br />

Und auch hier wieder unglaubliche<br />

Zahlen. Zwölf Polizeibeamte<br />

sollen in zehn Fahrzeugen<br />

– sieben davon<br />

Mannschaftswagen – angereist<br />

sein. Mit Augen im Kopf hat<br />

man das anders erlebt. Was<br />

bleibt ist eine vergebene Chance<br />

zur Einmütigkeit, nun erst<br />

recht eine tiefe Spaltung, achtlos<br />

gefällte Bäume, ein unwiederbringlich<br />

zerstörter Platz<br />

mit leider doch nicht so erlesener<br />

Gebäudeansicht. Das ist<br />

kaum zu heilen. Viel Lärm um<br />

Nichts? Leider nicht.<br />

Reinhold Knöbel | Königsfeld<br />

Machtdemo<br />

ohnegleichen<br />

n Preisträger der Jugendmusikschule<br />

im Wettbewerb »Jugend<br />

musiziert« geben am<br />

Samstag, 24. Februar, um 16<br />

Uhr ein Konzert im Kirchensaal<br />

der Brüdergemeine. Veranstalter<br />

ist der Förderverein<br />

Proludium. Der Eintritt ist frei,<br />

eine Spende erbeten.<br />

n Die Wasserversorgung<br />

»Aquavilla« ist bei Störfällen<br />

unter Telefon 07722/86 10 zu<br />

erreichen.<br />

n Der Bildervortrag Portugal<br />

– Land der Entdecker und Seefahrer«<br />

von Egon Büchler beginnt<br />

am Sonntag, 25. Februar,<br />

um 19 Uhr in der »Mediclin<br />

Albert Schweitzer und Baar<br />

Klinik«, Vortragssaal Haus 3.<br />

BURGBERG<br />

n Die Feuerwehr-Abteilung<br />

hat am Samstag, 24. Februar,<br />

um 19.30 Uhr Hauptversammlung<br />

in der Turnhalle.<br />

WEILER<br />

n Die Feuerwehr-Abteilung<br />

kommt am Samstag, 3. März,<br />

um 20 Uhr zur Hauptversammlung<br />

im Schützenhaus<br />

zusammen.<br />

n Lesermeinung<br />

Schreiben Sie uns!<br />

Schwarzwälder Bote<br />

Am Markt 3<br />

78112 St. Georgen<br />

Fax: 07724/9 48 18 15<br />

E-Mail: redaktionst-georgen@<br />

schwarzwaelder-bote.de<br />

Ihre Briefe müssen nicht der<br />

Meinung der Redaktion entsprechen.<br />

Wir behalten uns<br />

Kürzungen vor. Bitte vergessen<br />

Sie nicht Ihren Absender.<br />

Schüler der SMV erzählten den Grundschülern vom Alltag an<br />

den Schulen. Foto: Zinzendorfschulen<br />

Schwarzwälder Bote, 24. Februar <strong>2018</strong><br />

Schwarzwälder Bote, 8. November <strong>2017</strong><br />

Während des viertägigen Aufenthalts<br />

stand vor allem die<br />

intensive Probenarbeit im<br />

Vordergrund, damit sich Orchester<br />

und Chor aufeinander<br />

einstellen konnten. Für Freizeitaktivitäten<br />

blieb während<br />

des Besuchs nur wenig Zeit.<br />

Bei angenehmen Temperaturen<br />

genossen die Musiker aus<br />

dem Schwarzwald dennoch<br />

einen gemeinsamen Spaziergang<br />

mit den Gastgebern entlang<br />

der Küste von Saint-Ra-<br />

»Mairie d’honneur« empfangen,<br />

das seine Türen nur zu<br />

speziellen Anlässen öffnet.<br />

Pierre Cordina begrüßte die<br />

Gäste und dankte ihnen, dass<br />

sie aus Anlass des Städtejubiläums<br />

in die Partnerstadt gereist<br />

waren.<br />

Jugendmusikschulleiter<br />

Bernd Rimbrecht dankte<br />

unter großem Applaus dem<br />

Gründer der Musikschule St.<br />

Georgen, Peter Dönneweg.<br />

Gemeinsam mit Daniel Artus,<br />

vorragende Bewirtung bei den<br />

Proben.<br />

Konzert in der<br />

Basilika Notre-Dame<br />

Am letzten Abend des Besuchs<br />

spielten die Musiker in<br />

der voll besetzten Basilika<br />

Notre-Dame de la Victoire<br />

von Saint-Raphael ein gelungenes<br />

Konzert. Mit sichtbarer<br />

Freude musizierten das Ordie<br />

Zuhörer mit Solo-Arien<br />

aus den großen Oratorien wie<br />

der »Schöpfung, Messias und<br />

Elias« in ihren Bann. Unter<br />

den Zuhörern war auch der<br />

neue Bürgermeister aus St. Raphael,<br />

Frederic Masquelier,<br />

der im Anschluss bei der Abschlussfeier<br />

Kontakt zu den<br />

Schwarzwäldern suchte.<br />

Dirigent Elias Zuckschwerdt<br />

war nach dem Konzert<br />

sehr zufrieden: »Der Zusammenhalt<br />

und die Stimgebung<br />

an Frankreichs Küste<br />

erkundet. Am frühen Morgen<br />

machten sich die Musiker wieder<br />

mit dem Bus auf die lange<br />

Heimreise.<br />

Bruno Picaudé, Leiter des<br />

»Esterelenco«-Chors, hofft, die<br />

Musiker bald wieder zu treffen:<br />

»Es ist toll, dass die<br />

Freundschaft auf diesem Weg<br />

gelebt wird. Die Musiker aus<br />

St. Georgen sind immer herzlich<br />

willkommen in Saint-<br />

Raphael.«<br />

Königsfeld. Die Digitalisierung<br />

schreitet im Privaten<br />

und in der Arbeitswelt immer<br />

weiter voran – und macht<br />

auch vor der Schule nicht<br />

Halt. Um sich über die Möglichkeiten<br />

und Vorzüge zu informieren,<br />

die der Einsatz von<br />

Tablets im Unterricht bietet,<br />

haben die Zinzendorfschulen<br />

zu ihrem Pädagogischen Tag<br />

vor den Herbstferien Jan<br />

Weiss eingeladen, der am<br />

Eduard-Spranger-Gymnasium<br />

in Filderstadt schon viele Erfahrungen<br />

mit dem Einsatz<br />

von Tablets im Unterricht gesammelt<br />

hat.<br />

Bei der Verwendung von<br />

Tablets im Unterricht gebe es<br />

verschiedene Ansätze: Während<br />

einige Schulen digitale<br />

Medien nicht um des Mediums<br />

willen einsetzen, sondern<br />

um einen Mehrwert zu<br />

haben, sieht er das Tablet als<br />

ein Werkzeug wie beispielsweise<br />

ein Geodreieck.<br />

Kein Kontrollverlust<br />

Er berichtete, dass nicht alle<br />

seiner Kollegen in Filderstadt<br />

von der Idee begeisterte waren<br />

und die Neuerung ablehnten.<br />

Deshalb habe man sich<br />

für eine Plattform entschieden<br />

, die eine einheitliche Oberfläche<br />

bietet, egal, ob man sich<br />

am Tablet, dem eigenen<br />

Smartphone oder dem PC einloggt.<br />

Eine weitere Sorge unter<br />

den Lehrern war die des Kontrollverlusts.<br />

Das Argument,<br />

dass die Schüler mit den Tablets<br />

ohnehin nur im Internet<br />

surfen würden, entkräftete er,<br />

indem er erklärte, dass zu jedem<br />

Klassensatz ein Lehrertablet<br />

gehört, auf dem alle eingeloggten<br />

Bildschirme der<br />

Klasse zu sehen seien. »Wenn<br />

es etwa darum geht, eine Excel-Tabelle<br />

zu zeichnen, dann<br />

kann gezielt nur die Nutzung<br />

des Excel-Programms freigeschaltet<br />

werden«, erklärte der<br />

Pädagoge. , zeigte anhand<br />

eines Beispiels, wie Schüler<br />

lernen können, Quellen im<br />

Internet einzuschätzen oder<br />

das Hörverständnis in eigenem<br />

Tempo zu schulen.<br />

»Der Einsatz von Tablets<br />

bietet ein größeres Angebot<br />

an<br />

Übungsmöglichkeiten«,<br />

stellte er fest. Einige Schulbuchverlage<br />

bieten schon aufbereitetes<br />

Material für den digitalen<br />

Unterricht, es sei aber<br />

auch sehr einfach, selbst multimediales<br />

Unterrichtsmaterial<br />

zu erstellen – und damit<br />

Zeit einzusparen.<br />

Reichlich Diskussionstoff<br />

»Drei Programme genügen,<br />

um Medien einzubinden«,<br />

sagte er, räumte allerdings<br />

auch ein, dass dies in einigen<br />

Fächern besser funktioniere<br />

als in anderen.<br />

Der Vortrag bot reichlich<br />

Denk- und Diskussionsansätze.<br />

Eine Mediengruppe im<br />

Kollegium der Zinzendorfschulen<br />

erarbeitet derzeit<br />

einen Plan, um später Tablets<br />

im Unterricht einzusetzen.<br />

Einen Zeitplan dafür gebe es<br />

jedoch noch nicht.<br />

Blick in die digitale Zukunft<br />

Technik |Tablets im Unterricht – Mehrwert oder Werkzeug?<br />

Verein für die Platzpflege<br />

BETRIFFT: Umgestaltung des Zinzendorfplatzes<br />

Ich weiß nicht, auf welcher<br />

rechtlichen Grundlage die Zuständigkeit<br />

für die Entscheidungen<br />

von der Kirchengemeinde<br />

an den Gemeinderat übertragen<br />

wurde. Aber vielleicht gäbe<br />

es jetzt doch noch die Möglichkeit,<br />

dass die Kirchengemeinde<br />

sich das Sagen im eigenen Haus<br />

(und die Verantwortlichkeit)<br />

zurückholt und dann einen gemeinnützigen<br />

Verein gründet,<br />

dessen Mitglieder sich verpflichten,<br />

in jedem Jahr eine<br />

bestimmte Anzahl von Arbeitsstunden<br />

für die Pflege des Platzes<br />

zu übernehmen, beziehungsweise<br />

eine entsprechende<br />

Spende zusichern. Als Partner<br />

müsste natürlich ein ansässiger<br />

Gartenbaubetrieb<br />

gefunden<br />

werden, der die Arbeitseinsätze<br />

zum Selbstkostenpreis koordiniert<br />

und bei Bedarf unterstützt.<br />

Um auszuloten, welche Chance<br />

der Verwirklichung dieser Vorschlag<br />

hat, könnten in den Geschäften<br />

und im Kirchensaal Listen<br />

ausgelegt werden, in die<br />

potenzielle<br />

Vereinsmitglieder<br />

eintragen können, in welchem<br />

Umfang sie sich engagieren<br />

möchten. Ich setze schon mal<br />

einen Hunderter.<br />

Gertrud Martin | VS-Villingen<br />

Schreiben Sie uns!<br />

Schwarzwälder Bote<br />

Am Markt 3<br />

78112 St. Georgen<br />

Fax: 07724/9 48 18 15<br />

E-Mail: redaktionst-georgen@<br />

schwarzwaelder-bote.de<br />

Ihre Briefe müssen nicht der<br />

Meinung der Redaktion entsprechen.<br />

Wir behalten uns<br />

Kürzungen vor. Bitte vergessen<br />

Sie nicht Ihren Absender.<br />

Der Lehrer Jan Weiss erzählt, wie am Eduard-Sprener-Gymnasium<br />

in Filderstadt der Einsatz von Tablets im Unterricht gehandhabt<br />

wird.<br />

Foto: Zinzendorfschulen<br />

Der Zinzendorfplatz in Königsfeld.<br />

Foto: Vaas<br />

n Der Jugendkeller im Rathaus<br />

öffnet donnerstags und<br />

freitags um 18 Uhr.<br />

n Der Gemeinderat beginnt<br />

am Mittwoch, 8. November,<br />

um 18.30 Uhr mit der öffentlichen<br />

Sitzung im Rathaus, Dabei<br />

geht es auch um den<br />

Haushaltsplan <strong>2018</strong>.<br />

n Die Wasserversorgung<br />

»Aquavilla« ist bei Störfällen<br />

unter Telefon 07722/86 10 zu<br />

erreichen.<br />

n Der Leseclub in der Gemeindebibliothek<br />

öffnet montags<br />

und freitags von 15 bis<br />

17 Uhr für alle Kinder im Alter<br />

von sechs bis zwölf Jahren.<br />

n Das Samstag-Konzert der<br />

Geistigen Nothilfe mit dem<br />

Cicerone-Ensemble beginnt<br />

am 11. November um 16 Uhr<br />

im Kirchensaal der Herrnhuter<br />

Brüdergemeine.<br />

n »Schenke der Welt ein Lächeln<br />

und der Tag gehört dir!«<br />

– Das empfiehlt Michael Falkenbach<br />

in seinem Vortrag am<br />

Sonntag, 12. November, um<br />

19 Uhr Vortragssaal Haus 3<br />

der »Mediclin Albert Schweitzer<br />

& Baar Klinik«.<br />

n »Was nutzt mir ein Schwerbehindertenausweis?«<br />

Diese<br />

Frage beantwortet Rentenberater<br />

Martin Scheuer am<br />

Dienstag, 14. November, um<br />

19 Uhr in der »Mediclin Albert<br />

Schweitzer & Baar Klinik«<br />

(Vortragsraum). Der Eintritt ist<br />

frei.<br />

NEUHAUSEN<br />

n Vorspielnachmittag des<br />

Musik- und Trachtenvereins ist<br />

am Samstag, 25. November,<br />

um 14.30 Uhr im Musikerheim.<br />

n Meinung der Leser<br />

Veranstaltungen<br />

in Gesamtgemeinde<br />

Königsfeld. Die diesjährige<br />

Zusammenkunft der Vereinsvorstände<br />

sowie sonstigen institutionellen<br />

Veranstalter der<br />

Gesamtgemeinde Königsfeld<br />

zur Abstimmung der Veranstaltungstermine<br />

für das folgende<br />

Jahr findet am Donnerstag,<br />

9. November, um<br />

19.30 Uhr im Schwarzwald-<br />

Parkhotel statt. Vereine, Vereinigungen<br />

und alle Interessierten<br />

sind zur konstruktiven<br />

Zusammenarbeit eingeladen.<br />

Großes Sommerfest der Grundschule<br />

Königsfeld (kst) Vorhang auf für das<br />

Schulfest in der Grundschule Neuhausen.<br />

Mit einem großen Zirkuszelt, einem<br />

waschechten Clown und einem<br />

Foodtruck für leckere Burger haben<br />

Kinder, Eltern und Lehrer ein besonderes<br />

Sommerfest in der Grundschule<br />

gefeiert.<br />

Schon in der vorangegangenen Projektwoche<br />

haben sich die Schüler auf<br />

den Festtag vorbereitet. Mit Clown Georg<br />

Linde wurde viel gelacht und viel<br />

geübt. Zusätzlich hatte jede Klasse ein<br />

eigenes Themengebiet, welches während<br />

des Sommerfests den Besuchern<br />

vorgestellt wurde.<br />

Die zweite Klasse beschäftigte sich<br />

mit dem Thema „Rettet die Antarktis“.<br />

Dabei wurden sogar Pinguine aus Pappe<br />

gebastelt, die im Oktober zur Arktis-<br />

Konferenz nach Rejkjavik auf Island geschickt<br />

werden. Zusätzlich lernten die<br />

Kinder alles über die gefährdete Antarktis.<br />

Am Tag des großen Sommerfestes<br />

ging es nachmittags um 16 Uhr mit der<br />

Begrüßung los. Nach einem gemeinsamen<br />

Lied über einen Zirkus, durften<br />

sich alle Besucher im Schulhaus in<br />

Neuhausen die Ausstellungen der Kinder<br />

anschauen.<br />

Danach wurde es richtig bunt: Die<br />

Zirkusvorstellung startete mit tollen<br />

Akrobatiknummern, Scherbenlaufen,<br />

hochgefährlichen Nagelbrettnummern<br />

und Sprüngen durch brennende Reifen.<br />

Alle Schüler der Grundschule haben<br />

sich hier bei den Zirkusnummern einbringen<br />

können. Unter der Leitung von<br />

Clown Georg Linde hatte jedes Kind<br />

Mut genug, um über sich selbst hinaus<br />

zu wachsen.<br />

Förderverein machts möglich<br />

Alexandra Roth vom Schulleitungsteam<br />

ist begeistert: „Es freut uns besonders,<br />

dass der Förderverein diese Aktion<br />

komplett finanziert hat. Dafür sind wir<br />

sehr dankbar.“ Überhaupt hätte das<br />

Sommerfest nur so gut gelingen können,<br />

weil alle Eltern und Kinder mit angepackt<br />

hätten.<br />

Zum Abschluss durften alle Kinder<br />

in der Manege unzählige Zirkussachen<br />

ausprobieren und testen. Es wurden<br />

Marienkäfer gebastelt und Gesichter<br />

bunt geschminkt.<br />

In Neuhausen stellen Schüler ein<br />

Zirkuszelt auf und zeigen Kunststücke.<br />

Angeleitet werden sie von<br />

einem waschechten Clown<br />

Isabelle Ortlepp (links) und Marleen Ender zeigen rasante Kunststücke auf der sogenannten<br />

Bärenrolle. B I L D : K I RSTEN S T R Ö T G E N<br />

Kanalsanierung<br />

für 90 500 Euro<br />

Mönchweiler (put) Vor der Sommerpause<br />

vergab der Gemeinderat<br />

Mönchweilers in seiner Sitzung zwei<br />

Aufträge. Zum einen vergab er den Wartungsvertrag<br />

für die Lichtrufanlage im<br />

Wohnpark. Der Wartungsvertrag wird<br />

für fünf Jahre abgeschlossen. Für diese<br />

fünf Jahre muss die Gemeinde insgesamt<br />

knapp 17 000 Euro bezahlen.<br />

Die Anlage umfasst ein zentrales Terminal<br />

sowie die dazu gehörigen Einrichtungen<br />

in der Wohngemeinschaft<br />

und in den Wohnungen des Betreuten<br />

Wohnens. Über die Anlage können die<br />

Bewohner im Notfall Hilfe rufen. Die<br />

zweite Auftragsvergabe betrifft die Kanalsanierung<br />

in der Oberen Mühlenstraße.<br />

Die Sanierung erfolgt geschlossen.<br />

Das heißt die Straße muss nicht<br />

aufgegraben werden. Es wird ein sogenanntes<br />

Inlinerrohr in den bestehenden<br />

Kanal eingezogen. Der Auftrag<br />

wurde für rund 90 500 Euro vergeben.<br />

Sportabzeichen<br />

beim Turnverein<br />

Mönchweiler (put) Der Turnverein<br />

bietet die Möglichkeit, das Deutsche<br />

Sportabzeichen zu absolvieren. Die<br />

Prüfungsanforderungen sind in vier<br />

Gruppen eingeteilt: Ausdauer, Kraft,<br />

Schnelligkeit und Koordination. Aus jeder<br />

Gruppe muss eine Leistung erfolgreich<br />

absolviert werden. Innerhalb der<br />

vier Gruppen kann selbst gewählt werden,<br />

welcher Übung man sich stellen<br />

möchte. Informationen zu den Regularien<br />

des Sportabzeichens gibt es unter<br />

www.deutsches-sportabzeichen.de. In<br />

Mönchweiler wird das Sportabzeichen<br />

jeweils freitags, am 3. August, am 10.<br />

August und am 17. August, von 17 bis 19<br />

Uhr auf dem Sportplatz abgenommen.<br />

Ansprechpartner beim TV Mönchweiler<br />

sind Heinz-Jörg Kretschmer sowie<br />

Jochen und Sabine Kübler.<br />

Mit dem Bus die<br />

Region erkunden<br />

Königsfeld (ara) Zu einer Busrundfahrt<br />

lädt die Gemeinde am Samstag,<br />

28. Juli, ein. Heinz Hettich begleitet die<br />

Gäste durch die Umgebung. Abfahrt ist<br />

um 14.30 Uhr am Minigolf-Parkplatz.<br />

Mit der Gästekarte kostet die Teilnahme<br />

4,50 Euro, regulär sind es fünf Euro.<br />

Die Anmeldungen werden bis zum Veranstaltungstag<br />

11 Uhr bei der Tourist-<br />

Info unter 07725/800 945 angenommen.<br />

Die Mindestteilnehmerzahl liegt<br />

bei fünf Personen.<br />

Sommerfest der<br />

Seniorenresidenz<br />

Königsfeld (ara) In der Seniorenresidenz<br />

Hermann-Schall-Haus wird am<br />

Freitag, 27. Juli, das Sommerfest gefeiert.<br />

Nach Begrüßung der Gäste um<br />

14.30 Uhr sind diese zu Kaffee und Kuchen<br />

eingeladen. Im Anschluss kann<br />

bei Livemusik getanzt werden. Das gemeinsame<br />

Abendessen mit Speisen<br />

vom Grill beginnt um 17.30 Uhr.<br />

Spiel und Spaß beim Sporttag der Grundschule Neuhausen<br />

Bei blauem Himmel und strahlendem Sonnenschein absolvierte die Grundschule<br />

Neuhausen ihren Sportspieletag. Zu Fuß ging es schon in den frühen Morgenstunden<br />

hinauf zum Fußballplatz. Der große Platz und auch das Beachvolleyballfeld<br />

eigneten sich gut für den Laufwettbewerb, den Weitsprung und den<br />

Wurf. Eifrig übten sich alle Schüler während einer Proberunde in allen Disziplinen,<br />

bevor ihre Leistung von den Lehrerinnen Britta Teufel, Anja Hamiter und<br />

Alexandra Roth gewertet wurde. Nach dem Pflichtprogramm durften die Kinder<br />

noch nach Herzenslust toben und spielen. Ein mitgebrachtes Vesper rundete den<br />

sportlichen Vormittag ab. Zurück in der Schule gab es für alle Schüler eine tolle<br />

Urkunde. B I L D : K I RSTEN S T R Ö T G E N<br />

Königsfeld – Wieder ist ein Schuljahr<br />

vorbei. Lang und anstrengend war es,<br />

aber auch reich an Erlebnissen und Erfolgen.<br />

An den Zinzendorfschulen feierten<br />

dies bei schönstem Sommerwetter<br />

Lehrer, Schüler und Eltern mit<br />

einem fröhlichen Schulfest. Zum Finale<br />

ließen, in einer letzten gemeinsamen<br />

Handlung vor den Ferien, Lehrer und<br />

Schüler kunterbunte Luftballons in den<br />

strahlend blauen Himmel steigen – ein<br />

Symbol für das Loslassen der Aufgaben<br />

und Pflichten des vergangenen Schuljahres.<br />

Beim Schulfest herrschte auf dem<br />

Schulhof ein munteres Treiben, auf der<br />

Bühne wechselten sich zahlreiche sehenswerte<br />

und lustige Programmpunkte<br />

ab. Die Bühnenprogramme wurden<br />

größtenteils in der letzten Schulwoche<br />

an den Projekttagen der Zinzendorfschulen<br />

entwickelt. Heitere und<br />

sommerlich melodische Musikstücke,<br />

vorgetragen von Chor, Orchester<br />

und Solisten, atemberaubende Akrobatik,<br />

viel Konzentration erfordernde<br />

Tanzvorführungen und eine lebendige<br />

Kunstschau bewiesen die vielseitigen<br />

Aktivitäten der Zinzendorfschulen,<br />

die ihrem Motto „Mehr als Schule“ anscheinend<br />

treu blieben.<br />

In einem Gespräch mit dem Schulleiter<br />

Johannes Treude betonte dieser die<br />

Wichtigkeit des Zusammenwirkens mit<br />

den Eltern in der gemeinsamen Arbeit<br />

mit den Kindern, für das dieses Schulfest<br />

eines der schönsten Beispiele sei.<br />

Nur in diesem Miteinander sei die Erfüllung<br />

der Berufung der Schule möglich,<br />

sagte Treude. Auf die Frage, welche<br />

wichtigen Änderungen des Schullebens<br />

in Zukunft zu erwarten seien, erklärte<br />

er, es stehe das Projekt der Digitalisierung<br />

vor der Türe. In den nächsten<br />

zwei bis drei Jahren werde zuerst in der<br />

Oberstufe, also in den zehnten Klassen,<br />

der Unterricht mit dem Tablet eingeführt<br />

und in fünf bis zehn Jahren könne<br />

man damit rechnen, dass das gedruckte<br />

Buch von seinem elektronischen Rivalen<br />

in der Zinzendorfschulen endgültig<br />

abgelöst wird. Bei der Umstellung auf<br />

tabletbasierten Unterricht sei für die<br />

Schüler das Erlernen eines sinnvollen<br />

Einsatzes am wichtigsten, es ersetze ja<br />

den Lehrer nicht. Nach wie vor stehe im<br />

Unterricht die Pädagogik an erster Stelle,<br />

fügte Johannes Treude hinzu. Um<br />

schlauen Schülern auf die Finger schauen<br />

zu können, helfe eine Software, um<br />

die Internetnutzung der Schüler im gewünschten<br />

Maße zu halten.<br />

Weiterhin berichtete der Schulleiter<br />

über die 16 Gastschüler aus China, die<br />

seit drei Jahren die gymnasialen Klassen<br />

der Zinzendorfschulen besuchen.<br />

Es sei für alle eine große Herausforderung<br />

gewesen, die sprachlichen und<br />

kulturellen Barrieren zu überwinden.<br />

Der Beweis für dessen Gelingen steht in<br />

Form des Abiturs der ältesten chinesischen<br />

Schüler nächstes Jahr an.<br />

Die evangelische Privatschule habe<br />

nach wie vor einen guten Ruf, das zeige<br />

die permanent große Nachfrage bei<br />

den Zinzendorfschulen. Viele Eltern<br />

wünschen sich, ihre Kinder in eine<br />

gut strukturierte Schule zu schicken,<br />

wo die Klassen nicht zu sehr aufgefüllt<br />

werden und daher eine gute Atmosphäre<br />

herrsche und die Entstehung einer<br />

guten Beziehung zwischen Lehrer und<br />

Schüler eine Evidenz sei. Andererseits<br />

stehe aber auch ein vielseitiges Angebot<br />

an Schul- und Berufsausbildungen sowie<br />

Freizeitaktivitäten parat.<br />

Die Frage, wie wichtig der christliche<br />

Glaube im Schulalltag ist, beantwortete<br />

Johannes Treude mit seiner Überzeugung,<br />

die als Schulleiter seine Devise<br />

ist: „Es ist eine Grundhaltung, was im<br />

Umgang miteinander bei uns den Unterschied<br />

macht.“<br />

Miteinander steht im Mittelpunkt<br />

V O N ESZTER B O D O<br />

➤ Zinzendorfschulen verabschieden<br />

Schuljahr<br />

➤ Schulleiter spricht über<br />

digitalen Unterricht<br />

Mit den bunten Luftballons<br />

sollen auch<br />

die Sorgen des Schuljahres<br />

hoch in die Luft<br />

steigen.<br />

Schule mit Tradition<br />

Die Zinzendorfschulen gehören zu den<br />

größten staatlich anerkannten Privatschulen<br />

mit Internat in Europa und unterrichten<br />

nach dem Bildungsplan des<br />

Landes Baden-Württemberg.<br />

Seit über 200 Jahren wird ihre pädagogische<br />

Tätigkeit von christlichen Werten<br />

und Weltoffenheit geprägt.<br />

Die Schule mit allgemeinbildenden,<br />

sozialen und wirtschaftswissenschaftlichen<br />

Gymnasien, Realschulen, Berufsfachschulen<br />

und Erzieherausbildung<br />

zählt derzeit etwa 950 Schüler und<br />

beinahe 100 Lehrer.<br />

Zahlreiches Publikum beim Schulfest der<br />

Zinzendorfschulen. B I L D E R : ESZTER B O DO<br />

22 KÖNIGSFELD · MÖNCHWEILER<br />

S Ü D K U R I E R NR. 1 7 0 | V<br />

D O N N E R S T A G , 26. J U L I <strong>2018</strong><br />

22 KÖNIGSFELD · MÖNCHWEILER<br />

S Ü D K U R I E R NR. 1 7 0 | V<br />

D O N N E R S T A G , 26. J U L I <strong>2018</strong><br />

Südkurier, 26. Juli <strong>2018</strong><br />

Schwarzwälder Bote, 23. März <strong>2018</strong><br />

Nummer 69 Freitag, 23. März <strong>2018</strong><br />

KÖNIGSFELD<br />

Gesunde Ernährung ist die<br />

beste Gesundheitsvorsorge<br />

und sollte schon vom<br />

Kindesalter an eine wichtige<br />

Rolle spielen – nicht aus<br />

Pflichtbewusstsein, sondern<br />

aus Spaß. Diese Philosophie<br />

stand hinter der<br />

jüngsten Aktion an den<br />

Zinzendorfschulen.<br />

Königsfeld. Angehende Erzieher<br />

der Fachschulen für Sozialwesen<br />

und Sozialpädagogik<br />

der Zinzendorfschulen ließen<br />

sich zu Genussbotschaftern<br />

der Initiative »Ich kann<br />

kochen« der Sarah Wiener<br />

Stiftung und der Krankenkasse<br />

Barmer ausbilden.<br />

Beschreibung der<br />

Lebensmittel ist<br />

wichtiger Aspekt<br />

Die Diplom-Ökotrophologin<br />

Susanne Schindler kam mit<br />

Lebensmittel-Körben<br />

und<br />

einem Koffer voller Gewürze<br />

nach Königsfeld, um zu vermitteln,<br />

wie man bei Kindern<br />

den Spaß am Kochen wecken<br />

kann. Denn, so die Expertin,<br />

frisch zubereitetes Essen sei<br />

nicht nur viel gesünder als<br />

Fertiggerichte, es wirke sich<br />

auch positiv auf die Ess- und<br />

Tischkultur und die Sozialkompetenz<br />

aus, stärke die<br />

Feinmotorik und fördere das<br />

Vertrauen der Kinder.<br />

Ein wichtiger Aspekt beim<br />

Kochen ist es, Lebensmittel zu<br />

beschreiben. Bei einer Verkostung<br />

probierten die angehenden<br />

Erzieher Brotsorten, die<br />

sie charakterisieren sollten. Es<br />

gehe darum, dass Kinder lernen,<br />

auszudrücken, warum ihnen<br />

etwas schmeckt und warum<br />

nicht. Dabei spielen viele<br />

Faktoren eine Rolle wie Geschmack,<br />

Aussehen, Haptik,<br />

Geruch, Konsistenz.<br />

Einhaltung bestimmter<br />

Kategorien ist<br />

anfangs sehr wichtig<br />

»Für viele Kinder gibt es nur<br />

die Kategorien ›lecker‹ oder<br />

›igitt‹«, so Susanne Schindler.<br />

»Wenn sie lernen, zu beschreiben,<br />

was ihnen gefällt<br />

und was nicht, ist es viel leichter,<br />

Kompromisse zu finden.«<br />

Diese könnten darin bestehen,<br />

Beliebtes mit Unbeliebtem<br />

und Bekanntes mit<br />

Unbekanntem mischen.<br />

Wie entscheidend Äußerlichkeiten<br />

selbst für Erwachsene<br />

sein können, schilderte die<br />

Ökotrophologin anhand eines<br />

Experiments, dass sie einst<br />

mit Köchen machte. Sie färbte<br />

Naturjoghurt mit geschmackloser<br />

Lebensmittelfarbe in<br />

gelb und rot ein und machte<br />

den Test: Viele tippten beim<br />

roten Joghurt auf Kirsche und<br />

beim gelben auf Vanille.<br />

Die Farben prägen also die<br />

Erwartungen, genauso wie<br />

Namen für bestimmte Lebensmittel.<br />

»Wenn Sie zum Beispiel<br />

Kartoffelspalten mit<br />

einem Tomaten-Dip zubereiten,<br />

sollten Sie den nicht Ketchup<br />

nennen, weil die Kinder<br />

damit einen bestimmten Geschmack<br />

verbinden und dann<br />

vielleicht enttäuscht sind.«<br />

Überhaupt sei es bei Kindern<br />

gut, sich erst einmal an<br />

bestimmte Kategorien zu halten<br />

und das auch schon beim<br />

Einkaufen. »Wenn beim letzten<br />

Mal Mehl einer bestimmten<br />

Marke gekauft, sollte es<br />

beim nächsten Mal die gleiche<br />

Marke sein.« Später kann das<br />

Spektrum erweitert werden.<br />

Im praktischen Teil der Fortbildung<br />

bereiteten alle gemeinsam<br />

Leckereien zu, was<br />

sie sich im Anschluss gemeinsam<br />

schmecken ließen.<br />

Farbe kann Geschmack beeinflussen<br />

Zinzendorfschulen |Erzieher werden zu Genussbotschaftern / Expertin vermittelt Wissenswertes über Essen<br />

Die Diplom-Ökotrophologin Susanne Schindler zeigte den angehenden Erziehern, worauf es beim Zubereiten eines Kürbisses ankommt.<br />

Foto: Zinzendorfschulen<br />

Musiker treten im »Engel« auf<br />

Königsfeld. Rund um den Globus<br />

gehen am Samstag, 24.<br />

März, von 20.30 bis 21.30 Uhr<br />

die Lichter aus. Während der<br />

WWF Earth Hour werden unzählige<br />

Privatpersonen zuhause<br />

das Licht ausschalten und<br />

viele Städte symbolisch ihre<br />

bekanntesten Bauwerke in<br />

Dunkelheit hüllen.<br />

Auch die Gemeinde Königsfeld<br />

ist in diesem Jahr wieder<br />

dabei und wird eine Stunde<br />

lang die Beleuchtung des Rathauses,<br />

des Haus des Gastes<br />

welt- und Klimaschutz zu setzen.<br />

Bürgermeister Fritz Link<br />

ruft die Einwohner auf, sich<br />

ebenfalls zu beteiligen: »Das<br />

Tolle an der Earth Hour ist,<br />

dass jeder mitmachen kann.<br />

Schalten Sie für eine Stunde<br />

zuhause das Licht aus und<br />

werden sie Teil einer weltweiten<br />

Gemeinschaft.«<br />

Nach Angaben des WWF<br />

werden sich dieses Jahr wieder<br />

Millionen Menschen auf<br />

der ganzen Welt beteiligen.<br />

Planeten«. Die Umweltschützer<br />

wollen auf die Bedrohung<br />

der weltweiten Artenvielfalt<br />

aufmerksam machen und dass<br />

mit deren Verlust auch die<br />

menschlichen Lebensgrundlagen<br />

gefährdet sind.<br />

Die WWF Earth Hour findet<br />

dieses Jahr zum zwölften<br />

Mal statt. Ihren Anfang nahm<br />

die Aktion im Jahr 2007 in<br />

Sydney und breitete sie sich<br />

über die Welt aus. Mittlerweile<br />

wird die »Stunde der Erde«<br />

auf allen Kontinenten in über<br />

Für eine Stunde geht das Licht aus<br />

Umwelt |Kurgemeinde beteiligt sich an der WWF Earth Hour<br />

n Die Rheuma-Liga hat freitags<br />

um 17.30 Uhr Wassergymnastik<br />

als Funktionstraining<br />

in der Albert-Schweitzer-<br />

Klinik. Infos unter 07724/4578.<br />

n Wochenmarkt ist am Freitag<br />

von 8 bis 12.30 Uhr auf dem<br />

Rathausplatz.<br />

n Der Eine-Welt-Laden Ujamaa,<br />

Friedrichstraße 4, öffnet<br />

freitags von 9.30 bis 12.30<br />

Uhr und von 15 bis 18 Uhr.<br />

n Die Gemeinde-Bibliothek<br />

hat am Freitag von 10 bis<br />

11.30 Uhr geöffnet.<br />

n Der Laden »mittendrin«, Second-Hand-Shop<br />

für Bücher,<br />

Spiele, Haushalt, Friedrichstraße<br />

7, öffnet freitags von 10 bis<br />

12 Uhr sowie 15 bis 18 Uhr.<br />

n Der Leseclub in der Gemeindebibliothek<br />

öffnet freitags<br />

von 15 bis 17 Uhr für alle<br />

Sechs- bis Zwölfjährigen.<br />

n Der Jugendkeller im Rathaus<br />

öffnet freitags um 18 Uhr.<br />

n Die Wasserversorgung<br />

»Aquavilla« ist bei Störfällen<br />

unter 07722/86 10 zu erreichen.<br />

n Der Tennis-Club hat am<br />

Freitag, 23. März, ab 19 Uhr<br />

Mitgliederversammlung im<br />

Gasthaus Herrnhuter Haus.<br />

n Der Fußballclub hat Hauptversammlung<br />

am Freitag, 23.<br />

März, um 20 Uhr im neuen<br />

Vereinsheim mit Wahlen.<br />

n Der Offene Gesprächskreis<br />

der evangelischen Gesamtgemeinde<br />

kommt am Freitag, 23.<br />

März, um 20 Uhr im Gemeindezentrum<br />

am Zinzendorfplatz<br />

zusammen.<br />

WEILER<br />

n Die Warentauschbörse findet<br />

am Samstag, 24. März, in<br />

der Gemeindehalle statt. Warenannahme<br />

ist am Freitag von<br />

19 bis 20 Uhr sowie am Samsn<br />

Königsfeld<br />

Das Duo »Two Voices« tritt<br />

am Freitag im Gasthaus Waldau<br />

Schänke auf.<br />

Königsfeld-Buchenberg. Zwei<br />

Stimmen, zwei Gitarren,<br />

Querflöte und Bluesharp – das<br />

sind »Two Voices«, die am<br />

Freitag, 23. März, ab 19.30<br />

Uhr in der Waldau Schänke in<br />

Buchenberg zu Gast sind. Ute<br />

Herchenbach und Ritchy<br />

Schuster spielen mit großer<br />

Freude und Begeisterung live.<br />

Die Besucher erwartet ein<br />

bunter Mix aus Songs, etwa<br />

der Beatles, Mamas & Papas,<br />

Amy Winehouse, CCR, Stones,<br />

Reinhard Mey und vielen<br />

anderen mehr. Beginn ist um<br />

19.30 Uhr. Reservierungen<br />

bei der Waldau Schänke, Telefon<br />

07725/30 72.<br />

»Two Voices«<br />

spielen in<br />

Buchenberg<br />

Eschachblick, 17. Februar <strong>2018</strong><br />

Nummer 3 | Eschachblick | Samstag, 17. Februar <strong>2018</strong> KÖNIGSFELD 4<br />

Manchmal braucht es Mut<br />

Show mit Mr. Joy als Dankeschön für die »Action!Kidz«<br />

Königsfeld. Gute Taten machen ohnehin<br />

glücklich – aber die »Action!Kidz«<br />

der Zinzendorfschulen durften sich<br />

gleich doppelt freuen: Sie haben bei<br />

der letztjährigen Spendenkampagne<br />

für Kinder in Somalia mit Rasenmähen,<br />

Autowaschen, Einkaufen und anderen<br />

Nachbarschaftsdiensten mehr<br />

als 5300 Euro gesammelt.<br />

Damit sind sie<br />

bei dem Wettbewerb<br />

in ihrer Altersklasse<br />

bundesweit auf den<br />

zweiten Platz gekommen.<br />

Von dem von der<br />

Bank für Kirche und<br />

Diakonie eG gesponserten<br />

Preisgeld engagierte<br />

Annerose Klinger-Huss,<br />

die seit Jahren<br />

die »Action!Kidz«<br />

an den Zinzendorfschulen<br />

koordiniert,<br />

den christlichen Zauberer<br />

Mr. Joy. Dieser<br />

begeisterte in Königsfeld<br />

mit seinem speziell<br />

auf die Altersgruppe<br />

zurechtgeschnittenen<br />

Programm<br />

die<br />

Schülerinnen und<br />

Schüler der Klassen 6<br />

und 7.<br />

Mit Lichtorgel, Musik<br />

und Nebelmaschine<br />

wurde der Kirchensaal<br />

zur perfekten<br />

Bühne für eine perfekte<br />

Show mit Botschaft: »Jeder<br />

kann mit seinen Gaben<br />

anderen eine Freude<br />

machen«, sagte er und<br />

holte zum Beweis eine<br />

Schülerin auf die Bühne,<br />

die mit einem Zauberstab<br />

einen Teller mit<br />

Bonbons verwandelt<br />

sollte. Es funktionierte –<br />

scheinbar – nicht, weshalb<br />

Karsten Strohhäcker<br />

alias Mr. Joy immer größere<br />

Zauberstäbe anschleppte. Erst nachdem<br />

er sie beiseitegelegt hatte, waren<br />

die Bonbons auf dem Teller zu einer<br />

Kette verzaubert. »Einer davon ist für<br />

dich«, sagte er seiner jungen Assistentin,<br />

»mit den andern kannst du anderen<br />

etwas Gutes tun.« Ans Publikum<br />

gewandt, erklärte er: »Wir denken<br />

immer, dass wir mehr und größere<br />

Dinge brauchen, aber das stimmt<br />

nicht. Eure Gaben reichen aus, um<br />

anderen eine Freude zu bereiten.«<br />

In seiner Show visualisiert Mr. Joy<br />

mit Artistik, Illusionen und Jonglage,<br />

was Glauben bedeutet. Es geht dabei<br />

um Dinge wie Hilfe und Vergebung,<br />

um das Bereiten von Freude und um<br />

gute Taten. Auch er selbst profitiert<br />

davon: »Es ist wunderbar zu erleben,<br />

wie ich als Künstler die Chance bekomme,<br />

Menschen zu erreichen und<br />

dann Gott beim Wirken bestaunen<br />

darf.« Immer wieder holte sich Mr.<br />

Joy Freiwillige auf die Bühne, die ihn<br />

mal in Ketten legten und in einem<br />

großen Wäschesack verstauten und<br />

mal die Hände fesselten. Natürlich<br />

befreite er sich jeweils in Handumdrehen.<br />

Eine Schülerin bekam die Gelegenheit,<br />

unter Anleitung einen Kartentrick<br />

vorzuführen. Dabei musste<br />

sie sich einem Korb mit einer vermeintlichen<br />

Schlange nähern, die später<br />

als bunte Wollschlange mit einem<br />

lauten Knall durch die Luft sauste.<br />

»Das war sehr mutig von dir«, meinte<br />

Mr. Joy, »in deinem Alter hätte ich<br />

mich das nicht getraut.« Dabei sei es<br />

oft nötig und richtig, seinen Mut zusammenzunehmen<br />

– sei es, wenn<br />

man um Vergebung bittet, sich für etwas<br />

entschuldigt oder jemandem etwas<br />

Gutes tun möchte.<br />

Von zwei Freiwilligen aus dem Publikum ließ sich Mr. Joy<br />

gefesselt und in Ketten gelegt in einen Sack schließen.<br />

Fotos: Zinzendorfschulen<br />

Eine Schülerin zaubert aus einer Schüssel voller<br />

Bonbons eine Kette.<br />

Zinzendorschüler tauchen in fremde Kulturen ein<br />

Manga-AG macht Spaß und erweitert den Horizont / Zeichungen blicken auf lange Tradition<br />

Königsfeld. Spricht man Tina auf ihre<br />

Vorliebe für japanische Mangas an, so<br />

wird man mit Informationen und Begriffen<br />

geradezu überschüttet. Sie<br />

kennt unzählige der Geschichten und<br />

ihrer Helden, erklärt den Unkundigen,<br />

in welcher Richtung ein Manga<br />

gelesen wird und zeichnet selbst die<br />

charakteristischen Figuren mit den<br />

großen, schattierten Augen, dem spitzen<br />

Kinn und den ausgeprägten Outli-<br />

»Mangas sind Literatur, sie bedienen<br />

Themen in verschiedenster Ausprägung<br />

und Machart.« In der Manga-AG<br />

geht es darum, verschiedene Beispiele<br />

gemeinsam anzuschauen, zu untersuchen<br />

und selbst zu produzieren. Dabei<br />

lernen die Schülerinnen ganz<br />

nebenbei viel über die japanische<br />

Kultur. Sie hören gerne japanische<br />

und koreanische Popmusik und blättern<br />

in japanischen Lifestyle-Magazi-<br />

Eschachblick, 3. März <strong>2018</strong><br />

Nummer 4 | Eschachblick | Samstag, 3. März <strong>2018</strong> KÖNIGSFELD 4<br />

Realschüler besichtigen Textilmanufaktur<br />

Exkursion im Rahmen des Faches AES führt zu Natur & Co<br />

Königsfeld. Im Rahmen des Wahlpflichtfachs<br />

AES (Alltagskultur – Ernährung<br />

– Soziales) informierten sich<br />

die Schülerinnen und Schüler der siebenten<br />

Klasse der Zinzendorf-Realschule<br />

mit ihrer Lehrerin Birgit<br />

Helms direkt in Königsfeld über die<br />

Verarbeitung von textilen Rohstoffen.<br />

Sie erlebten bei Natur & Co wie<br />

Baumwolle, Wolle und Seide ohne<br />

den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln<br />

oder Farbstoffen verarbeitet wird<br />

und lernten, dass es nicht nur Billig-<br />

Textilien mit fragwürdiger Herkunft<br />

gibt.<br />

An einer mechanischen Strickmaschine<br />

konnten die Jungs und Mädchen<br />

die Entstehung einer textilen Fläche<br />

mit Naturgarn erleben. Das Garn<br />

wurde durch die Schlingenbildung zu<br />

Maschen verarbeitet und es entstand<br />

vor den Augen der Schülergruppe<br />

eine gewirkte, dehnbare und weiche<br />

Fläche, welche zu Schlafsäcken weiterverarbeitet<br />

wurde. Eine Mitarbeiterin<br />

erklärte anschaulich die weiteren<br />

Schritte der Textilverarbeitung, z.B.<br />

die Schnittgewinnung und die verschiedenen<br />

Nähtechniken unter rationellen<br />

Gesichtspunkten. »Die Nähmaschinen<br />

sehen ja ganz anders aus als<br />

die in der Schule«, stellten die Schüler<br />

und Schülerinnen fest.<br />

Nach der Herstellung besichtigten die<br />

Zinzendorfschüler auch die Verkaufsräume,<br />

wo sie die verschiedenen fertigen<br />

Produkte sahen. Hier erfuhren<br />

sie, dass viele Menschen von Hautreizungen<br />

und Allergien gegen chemische<br />

Stoffe und Rückstände in ihrer<br />

Kleidung geplagt sind, weshalb die<br />

Stammkunden nicht nur aus Königsfeld,<br />

sondern auch aus der weiteren<br />

Umgebung des Schwarzwalds kommen.<br />

Die Schülerinnen und Schüler staunten, dass die Nähmaschinen bei Natur & Co ganz anders aussehen als die, die sie in der<br />

Schule kennengelernt haben. Foto: Zinzendorfschulen<br />

Kunst am Stuhl: Upcycling-Projekt an den Zinzendorfschulen<br />

Mit einem spannenden Projekt haben<br />

sich die Schülerinnen und Schüler der<br />

neunten und zehnten Klassen des Zinzendorfgymnasiums<br />

im Kunstprofil befasst:<br />

Sie haben 34 in die Jahre gekommene<br />

Stühle aufgemöbelt und in<br />

Kunstwerke verwandelt. »Jeder hat sich<br />

einen Künstler ausgesucht und dann<br />

einen Stuhl in dessen Stil gestaltet«, erklärt<br />

Kunstlehrer Detlef Ditz-Burk. Am<br />

Anfang war gründliche Vorarbeit angesagt:<br />

Die 17 Jahre alten Stühle mussten<br />

auf ihr neues Leben vorbereitet werden,<br />

da galt es, sie gut abzuschleifen<br />

und zu grundieren. Dann endlich ging<br />

es an die Farbtöpfe. Mit Acrylfarben<br />

entstanden Bilder ganz unterschiedlicher<br />

Epochen. Einige hatten sich für romantische<br />

Landschaften nach Caspar<br />

David Friedrich entschieden, andere ließen<br />

sich von der Pop Art Andy Warhols<br />

inspirieren. Anna-Lena war von<br />

einem Bild von Max Ernst begeistert<br />

und malte es nach. Bei allen Stühlen<br />

wurden sowohl die Sitzflächen als auch<br />

die Rückenlehnen mit einbezogen. Auf<br />

den Rückseiten der Stuhllehnen finden<br />

sich die Signaturen der Künstler, die für<br />

den jeweiligen Stuhl Pate standen. Zum<br />

Schluss wurden die Möbel mehrfach lackiert,<br />

damit sie noch viele Schülergenerationen<br />

über halten. »Dadurch, dass<br />

die Flächen zwischen den einzelnen<br />

Arbeitsschritten immer wieder trocknen<br />

mussten, hat sich dieses Projekt über<br />

drei bis Monate gezogen«, so Ditz-Burk.


Medien echo<br />

"Im Herzen<br />

Medien echo<br />

des Schwarzwalds"<br />

SWR dreht an Zinzendorfschulen und im Internat<br />

Der Drehplan war voll und eng getaktet<br />

– trotzdem war das neunköpfige<br />

Team vom SWR-Fernsehen bei aller<br />

Konzentration sehr entspannt, als<br />

es an den Zinzendorfschulen zwei<br />

Episoden für die Folge »Im Herzen<br />

des Schwarzwalds« aus der Reihe<br />

»Expedition in die Heimat« drehte.<br />

Zwei Kamera-Teams waren unterwegs<br />

– eine mit der Moderatorin<br />

Annette Krause, die sich neugierig<br />

in der Schule und im Internat umsah,<br />

eine weitere, um das bunte Leben<br />

im Schulwerk einzufangen und<br />

dafür verschiedenen Klassen und<br />

AGs über die Schulter zu schauen.<br />

Die Sechstklässler aus der Klasse<br />

von Sr. Vogt durften unter freiem<br />

Himmel lernen und baten im Anschluss<br />

an ihren Auftritt die Moderatorin<br />

um Autogramme – ein Wunsch, den<br />

sie den Schülerinnen und Schülern gerne<br />

erfüllte – ebenso wie den einer Internatsschülerin<br />

nach einem Selfie.<br />

Größere Szenen wurden auch im Kunstatelier<br />

und beim Klavierunterricht im Erdmuth-<br />

Dorotheen-Haus gedreht.<br />

SRW-Moderatorin ließ sich von Br. Ditz-Burk und Kira Luisa das Kunstatelier zeigen.<br />

Das Team um den Redakteur Jochen<br />

Schmid ließ sogar die Familie Schweitzer<br />

wieder auferstehen – mit niemand geringerem<br />

als der Schulsekretärin Sr. Milbradt<br />

als Helene Schweizer und der Schülerin<br />

Kira Luisa Klaus als ihre Tochter Rhena.<br />

Bernhard Limberger verkörperte den Nobelpreisträger.<br />

Sie nahmen in einem historisch<br />

eingerichteten Zimmer im Erdmuth-<br />

Dorotheen-Haus ihren Kaffee zu sich und<br />

spazierten durch den Doniswald. Rhena<br />

wurde auf dem Schulhof und im EDH gefilmt,<br />

während Kira Louisa als Schülerin der<br />

Gegenwart auch im Kunstatelier zu<br />

sehen ist.<br />

Die 45-minütige Sendung ist noch<br />

bis mindestens August 2019 in der<br />

Mediathek zu sehen. Die Adresse:<br />

https://bit.ly/2AD2Gx1<br />

FILM<br />

in der SWR-<br />

Mediathek<br />

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Spiel & Sport<br />

Spiel & Sport<br />

Kunterbuntes Schulfest bei strahlendem Sonnenschein<br />

Mit FILM<br />

auf unserem<br />

YouTube-Kanal!<br />

men wie ein garantiert tierfreundliches Zirkusprojekt<br />

oder über die Wasserspringer,<br />

die im Freibad unter anderem Rückwärts-<br />

Salto geübt haben. Der Schulgarten stand<br />

offen und der Eine-Welt-Kiosk verkaufte<br />

Kaffee, Kekse und andere Leckereien, die<br />

Back-AG sorgte für die wahrscheinlich leckersten<br />

Pizzen nördlich von Neapel.<br />

Zugunsten der Tafel e.V. organisierten Realschüler<br />

einen Flohmarkt und fotografierten<br />

Besucher im »Rap-Style« vor selbstgestalteten<br />

Graffiti-Wänden.<br />

Auch auf der Bühne gab es Ergebnisse der<br />

Projekttage zu bestaunen wie atemberaubende<br />

Akrobatik und gekonnte Tanzeinlagen.<br />

Als kleinen Sketch hat die SMV einen<br />

Jahresrückblick gezeigt und die Schülerband<br />

Rockin‘ Ts, das Projekt Adiemus, das<br />

Blasorchester, die Schüler Lilli und Ali sowie<br />

die Fünftklässler mit dem Cup-Song sorgten<br />

für beste musikalische Unterhaltung.<br />

Bei einer kreativen Modenschau wurden<br />

tolle Kleider - inspiriert von Frida Kahlo und<br />

Gustav Klimt -, witzige Hüte und imposante<br />

Helme gezeigt. Kunstvoll verzierte Taschen<br />

kamen zur Versteigerung.<br />

Durch das Programm führten gekonnt Sr.<br />

Lutz-Marek und Br. Hertnagel, die sich bei<br />

allen Beteiligten und Gästen für ihre Unterstützung<br />

bedankten, besonders bei den<br />

Eltern, die seit Monaten die Verpflegung<br />

Mit einem wundervollen, kunterbunten<br />

Fest feierten Schüler, Mitarbeiter,<br />

Eltern und Freunde der Zinzendorfschulen<br />

am vorletzten Tag vor den<br />

Sommerferien das Ende des Schuljahres.<br />

Es war so vieles geboten, dass der Nachmittag<br />

bei strahlendem Sonnenschein<br />

wie im Flug vorbeiging. In verschiedenen<br />

Klassenzimmern zeigten die Schülerinnen<br />

und Schüler die Ergebnisse der Projekttage<br />

– sei es als Ausstellung wie steinzeitliche<br />

Höhlengemälde, Deko-Objekte aus Ton,<br />

selbstgenähte Taschen und römische Villen<br />

aus Papier, mit Fotos oder Skizzen wie die<br />

Floßbauer und Flag-Footballer oder mit Filgeplant<br />

und mit großem Erfolg realisiert<br />

hatten sowie Sr. Wallner und Br. Hudek, bei<br />

denen in Sachen Projekttage, Bühnen- und<br />

Rahmenprogramm die Fäden zusammenliefen.<br />

Auch der Elternbeiratsvorsitzende<br />

Roland Brauner, der dem elterlichen Orga-<br />

Team vorstand, sprach allen seinen Dank<br />

aus.<br />

Zum farbenfrohen Finale wurden bunte<br />

Ballons in den blitzeblauen Himmel geschickt.<br />

78 79


Spiel & Sport<br />

Spiel & Sport<br />

Starkes Schul-Team beim Villinger Stadtlauf<br />

Ängste überwinden und Talente einbringen<br />

Beim 13. Villinger Stadtlauf zugunsten<br />

sozialer Projekte waren unter<br />

den 2858 Läufern auch 93 Schülerinnen<br />

und Schüler, Geschwister, Eltern,<br />

Lehrer und nichtpädagogische Mitarbeiter<br />

der Zinzendorfschulen<br />

am Start.<br />

Alle hatten sichtlich<br />

viel Spaß.<br />

Die meisten 2,2<br />

Kilometer langen<br />

Runden um und<br />

durch die Innenstadt<br />

schafften<br />

Roodnelson Fritz<br />

(7a) und Hannah<br />

Hinterseh (8c). Beide<br />

liefen jeweils elf Runden, womit Roodnelson<br />

in seiner Altersklasse auf Platz 3 und<br />

in der Gesamtwertung auf Platz 63 kam.<br />

Hannah erreichte in ihrer Altersklasse den<br />

vierten Platz und den 94. in der Gesamtwertung<br />

der beinahe 3000 Teilnehmer.<br />

Unabhängig von der Aktion "laufend mithelfen",<br />

die die Volksbank eG Schwarzwald<br />

Baar Hegau und der Caritasverband für<br />

den Schwarzwald-Baar-Kreis e.V. gemeinsam<br />

organisierten, wetteiferten auch die<br />

Klassen der Zinzendorfschulen untereinander<br />

um die meisten Runden. Die Jüngsten<br />

entpuppten sich dabei als die Laufstärksten:<br />

Die 5b meisterte insgesamt 40 Runden,<br />

dicht gefolgt von der<br />

5a (38 Runden). Dafür<br />

bekam die Siegerklasse<br />

einen Eisgutschein<br />

vom Café Sahnehäubchen,<br />

den der Verein<br />

der Freunde und<br />

Förderer spendiert<br />

hat. Der Verein hatte<br />

ebenfalls das Startgeld<br />

für die Schüler übernommen.Damit<br />

die<br />

Starter auch in der Masse der Läufer gut<br />

zu erkennen waren, hatte das Organisationsteam<br />

der Schule aus Verwaltung und<br />

Kollegium Lauf-Shirts bestellt, die von der<br />

Schule bezuschusst wurden.<br />

Von den unterschiedlichsten Schulen<br />

kommen die Schülerinnen und<br />

Schüler der beruflichen Gymnasien.<br />

Damit sie sich möglichst schnell kennenlernen,<br />

zu einer Klassengemeinschaft<br />

zusammenwachsen, soziale Kompetenzen<br />

festigen und zum Team werden, waren<br />

sie im Oktober auf erlebnispädagogischer<br />

Tour. Die EKb wanderte am ersten Tag von<br />

Unterkirnach nach Vöhrenbach, wo sie<br />

nach gemeinsamem Kochen und einem<br />

gemütlichen Abend am Lagerfeuer in der<br />

Kandelblickhütte oberhalb des Skiliftes<br />

übernachteten.<br />

Am nächsten Tag wanderten sie zur Linachtalsperre,<br />

wo sie in vier Gruppen aufgeteilt<br />

wurden und unter Anleitung zweier erfahrener<br />

Erlebnispädagogen verschiedene<br />

Aufgaben zu bewältigen hatten. So musste<br />

sich jeweils ein Schüler pro Gruppe von<br />

der Staumauer abseilen und der – zuvor im<br />

Team ermittelte - beste Schütze mit Pfeil<br />

und Bogen Luftballons zum Platzen bringen.<br />

Als Teams mussten die Schülerinnen<br />

und Schüler ohne Feuerzeug ein Feuer entfachen<br />

und die Geschichte der Staumauer<br />

studieren.<br />

Am Nachmittag wurden zwei Teams gebildet,<br />

die aus vorgegebenen Materialien<br />

jeweils ein Floß bauten, mit denen das<br />

gesamte Team ans gegenüberliegende<br />

Ufer übersetzen und wieder zurückkehren<br />

musste. Ein Floß kenterte gleich beim Ablegen,<br />

während das andere Team ein stabileres<br />

Gefährt gebaut hatte. Nass waren am<br />

Ende trotzdem alle – aber sie hatten zum<br />

Glück trockene Kleidung dabei.<br />

Am Ende der beiden erlebnispädagogischen<br />

Tage äußerten sich die Schüler<br />

durchweg positiv. Die Klasse sei enger<br />

zusammengewachsen und alle hätten sich<br />

besser kennengelernt. Außerdem hat so<br />

manch einer an diesem Tag seine Ängste<br />

überwunden und ist über sich hinausgewachsen.<br />

Außerdem konnte jeder seine<br />

Talente einbringen.<br />

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Spiel & Sport<br />

Spiel & Sport<br />

Blick in die Zukunft bei Unterstufenparty<br />

US-Studenten zeigen Kickball, Baseball, Frisbee und Flag Football<br />

Eine coole Party hat die SMV auch<br />

in diesem Jahr wieder für die Unterstufe<br />

geschmissen. Unter dem<br />

Motto »Future Me – Mein zukünftiges<br />

Ich« feierten zahlreiche Schülerinnen und<br />

Schüler der Klassen 5 bis 7 im umgestalteten<br />

Amos-Comenius-Haus. Viele Partygäste<br />

kamen in tollen Verkleidungen, darunter<br />

Ärztinnen, Rockstars, Erfinder und Schauspielerinnen.<br />

Ein Schüler hatte sich sogar<br />

als zukünftiger Schulleiter der Zinzendorfschulen<br />

präsentiert - wir sind gespannt.<br />

Mit der Unterstützung der vier Verbindungslehrer<br />

Sr. Moosmann, Sr. Wallner, Br.<br />

Moll und Br. Hudek hat die SMV ein buntes<br />

Programm zur Unterhaltung der Partygäste<br />

vorbereitet. So wurde der Klassiker<br />

Herzblatt gespielt (inklusive einer Lehrer<br />

Edition), es gab einen Kostümwettbewerb<br />

und mehrere Tanzwettbewerbe. Schülersprecher<br />

Marc führte - unterstützt durch<br />

sein Team - gekonnt durchs Programm.Ein<br />

besonderes Highlight war eine Wahrsagerin<br />

(Tina aus der 8a, assistiert von Shiva aus<br />

der 8c), die für die Partygäste einen Blick<br />

in die Zukunft warf. Für das leibliche Wohl<br />

sorgten die Abiturienten, die alle Anwesenden<br />

mit Getränken und leckerem Essen<br />

versorgten.<br />

Begeistert tanzten die Schülerinnen und<br />

Schüler zu angesagten Partyhits und genossen<br />

die tolle Atmosphäre. »Wie eine richtige,<br />

große Party ist das hier«, sagt Lisa aus<br />

der 6. Klasse. Auch Elena ist von der Party<br />

überzeugt: »Die Stimmung hier ist super!«<br />

Am Ende gingen alle sehr zufrieden nach<br />

Hause und erwarten nun voller Spannung<br />

die Unterstufenparty im nächsten Jahr.<br />

Jede Menge Spaß hatten die Klassen<br />

8a und 8c auf dem Sportplatz:<br />

Amerikanische Spiele standen einen<br />

ganzen Nachmittag lang auf dem Stundenplan<br />

– und die Regeln von American Flag<br />

Football, Kickball, Baseball und Ultimate<br />

Frisbee wurden natürlich auf Englisch erklärt.<br />

Die Sport- und Englischlehrerin Sr. Zwick<br />

hatte für das fächerübergreifende Projekt<br />

zwei junge Amerikaner eingeladen. »Das<br />

passt wunderbar, denn amerikanische<br />

Sportarten stehen für diese Klassen im<br />

Lehrplan.«<br />

Alex und Evan studieren in Freiburg Umweltwissenschaften<br />

und nehmen an dem<br />

Programm »Inside America« des deutschamerikanischen<br />

Instituts Freiburg teil. Das<br />

Programm wurde ins Leben gerufen, um<br />

Schülerinnen und Schülern authentische interkulturelle<br />

Begegnung mit Muttersprachlern<br />

zu ermöglichen.<br />

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Besondere Leistungen<br />

Besondere Leistungen<br />

Erster Preis beim Schülerwettbewerb des Landtags für Katharina<br />

Mit einem eindrucksvollen Brief an<br />

die Landtags-Abgeordneten hat<br />

Katharina Hattler aus der 8b einen<br />

ersten Preis beim 60. Schülerwettbewerb<br />

des Landtags von Baden-Württemberg gewonnen.<br />

Kurz vor den Pfingstferien wurde<br />

die Schülerin aus Weilersbach gemeinsam<br />

mit 35 weiteren Erstplatzierten im Stuttgarter<br />

Plenarsaal dafür ausgezeichnet.<br />

»Es war ein sehr spannendes Erlebnis«,<br />

sagte die politisch interessierte Gymnasiastin.<br />

Die Landtagsvizepräsidentin Sabine<br />

Kurtz dankte den Jugendlichen für ihr<br />

Engagement, bevor sie ihnen die Urkunden<br />

überreichte. »Ganz besonders gefreut hat<br />

mich, dass beide Abgeordnete unseres<br />

Wahlkreises, Martina Braun (Bündnis 90/<br />

Die Grünen) und Karl Rombach (CDU), sich<br />

die Zeit genommen haben, zur Preisverleihung<br />

zu kommen.«<br />

Anschließend besuchten die Schülerinnen<br />

und Schüler das Haus der Geschichte und<br />

konnten an einem Workshop über »Zivilcourage<br />

gestern und heute« teilnehmen.<br />

Die Preisträger durften am Ende des Schuljahres<br />

für rund eine Woche nach Trient<br />

fahren.<br />

Die meisten der mehr als 3200 Schülerinnen<br />

und Schüler, die sich an dem<br />

Wettbewerb beteiligten, hatten sich mit<br />

Naturschutz auseinandergesetzt. Katharina<br />

hatte sich jedoch dafür entschieden, ein ihr<br />

Landtagsvizepräsidentin Sabine Kurtz MdL (CDU) hatte Katharina<br />

Hattler (von rechts nach links) die Urkunde überreicht. Foto:<br />

Landtagspressestelle<br />

wichtiges Thema in Form eines Briefes zur<br />

Sprache zu bringen. Darin fordert sie die<br />

Abgeordneten dazu auf, mehr Offenheit<br />

und Klarheit in die Politik zu bringen. Immer<br />

mehr jüngere Leute würden anfälliger<br />

werden für extreme Gruppierungen. »Wir<br />

werden vergessen, wenn es darum geht,<br />

politisches Interesse zu wecken«, bedauert<br />

sie. »Welche Partei ist bereit, uns die Politik<br />

zu erklären? Uns aufzuklären über die<br />

Möglichkeiten der Politik? Über die Vorteile<br />

der Demokratie?« Sie äußert ihren Eindruck,<br />

dass sich niemand darum kümmere.<br />

»Durch das Ignorieren dieser wichtigen<br />

politischen Aufklärung haben die Extremen<br />

ein leichtes Spiel«, schreibt sie. Die Extremen<br />

machten klare, leicht verständliche<br />

Versprechungen und fingen die Leute mit<br />

einfachsten Slogans.<br />

Einen konkreten Vorschlag hatte sich auch<br />

gleich: »Warum nicht das Grundgesetz oder<br />

das Prinzip der funktionierenden Demokratie<br />

in einem coolen Film auf YouTube<br />

erklären?«<br />

Auf die Idee, sich an dem Wettbewerb zu<br />

beteiligen, ist die 14-Jährige selbst gekommen.<br />

Kurz vor den Ferien las sie davon in<br />

der Tageszeitung und beschloss, dass dies<br />

ein schönes Ferienprojekt sei. Neben dem<br />

Lesen und der Musik gilt ihr Interesse dem<br />

Schreiben. »Außerdem fühlt es sich für<br />

mich so an, als ob wir Jugendlichen für die<br />

Politiker nur zweitklassig sind, da wir noch<br />

nicht wählen dürfen.« Die steigende Zahl<br />

der Protestwähler macht ihr zudem Sorgen.<br />

Auch die Zinzendorfschulen bekamen für<br />

ihre Förderung der politischen Bildung eine<br />

Urkunde der Landtagspräsidentin.<br />

Vier Goldmedaillen für Alexander und Anna<br />

Vier Goldmedaillen und ein dreifacher<br />

deutscher Jugendmeister –<br />

herzlichen Glückwunsch an Alexander<br />

(7b) und Anna (5b) Renz!<br />

Alexander erreichte bei den Deutschen<br />

Jugendmeisterschaften im Taekwondo<br />

Poomsae in Wuppertal in seiner Altersklasse<br />

in den Disziplinen Einzel, Paarlauf mit<br />

Anna und Teamlauf jeweils den ersten Platz<br />

(Goldmedaille) und ist somit dreimaliger<br />

deutscher Jugendmeister.<br />

Anna erreichte mit Alexander die Goldmedaille<br />

im Paarlauf mit, Bronze im Einzel und<br />

Silber im Teamlauf.<br />

Alexander und Anna gehören beide dem<br />

Landeskader Baden-Württemberg an. Sie<br />

trainieren an fünf Tagen in der Woche in<br />

ihrem Heimatverein, der Sportschule Wuchi<br />

e.V. in Spaichingen.<br />

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Besondere Leistungen<br />

Besondere Leistungen<br />

MachMit!Award für Lisa Schnotz<br />

Schüler beim Neujahrsempfang geehrt<br />

Schule und ehrenamtlicher Einsatz?<br />

Für Lisa Schnotz ist es kein Problem,<br />

beides zeitlich unter einen Hut zu<br />

bringen: Die 18jährige Abiturientin des<br />

Sozialwissenschaftlichen Gymnasiums<br />

engagiert sich schon seit mehr als zwei<br />

Jahren für Flüchtlinge.<br />

Dafür bekam sie den dritten Preis beim<br />

MachMit!Award <strong>2017</strong> in der Alterskategorie<br />

18 bis 27 Jahre. Der Jugenddiakoniepreis<br />

von Diakonie Württemberg<br />

und Evangelischer Jugend wurde ihr in<br />

Stuttgart vom Oberkirchenrat Dieter<br />

Kaufmann und Landesbischof Frank<br />

Otfried July überreicht.<br />

Vor zwei Jahren fing sie an, im Villinger<br />

Flüchtlingsheim Erbenlachen eine<br />

Kinder-Malgruppe zu betreuen, woraus<br />

sich nach und nach Kontakte zu den gesamten<br />

Familien entwickelten. Inzwischen<br />

unternimmt sie mit den Familien regelmäßig<br />

Ausflüge in die nähere Umgebung, hilft<br />

den Kindern bei den Hausaufgaben und<br />

ihren Eltern bei Behördenschreiben.<br />

Von ihrem Einsatz profitieren nicht ausschließlich<br />

die Geflüchteten, sondern auch<br />

Lisa selbst. So versteht sie inzwischen ein<br />

bisschen Arabisch und hat herausgefunden,<br />

dass ihr der Umgang mit Kindern und<br />

das Lehren Spaß macht, weshalb sie nach<br />

dem Abitur Deutsch und Englisch<br />

auf Lehramt und Arabistik<br />

studieren möchte. Zuvor jedoch<br />

plant sie ein Auslandsjahr<br />

»am liebsten in Palästina oder<br />

Jordanien.«<br />

Beim Neujahrsempfang des Bürgermeisters<br />

werden jedes Jahr zahlreiche<br />

Bürger der Gemeinde für ihre<br />

außergewöhnlichen Leistungen geehrt und<br />

ausgezeichnet. In diesem Jahr waren wieder<br />

einige Zinzendorfschüler dabei: Verena<br />

Nagel, Julia Vieira de Silva, Hanna Hauber<br />

und Br. Limberger wurden für die erfolgreiche<br />

Teilnahme am landesweiten Planspiel<br />

Börse der Sparkasse ausgezeichnet.<br />

Für ihren Erfolg beim Wettbewerb Jugend<br />

trainiert für Olympia in der Sportart Golf<br />

durften Max Jäckle, Joshua Merzkirch und<br />

Philip Pusch eine Auszeichnung von Fritz<br />

Link entgegennehmen.<br />

Die Bilder wurden freundlicherweise vom SÜD-<br />

KURIER zur Verfügung gestellt.<br />

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Schulen unterwegs<br />

Schulen unterwegs<br />

Paddeln auf dem Ebro<br />

Wettstreit mit Blasrohr<br />

Bei Sonnenschein und sommerlichen<br />

Temperaturen konnten die Schüler<br />

der zehnten und elften Klasse des<br />

Gymnasiums eine interessante Woche mit<br />

vielen interkulturellen Begegnungen während<br />

des Schüleraustausches in Tortosa<br />

(Provinz Tarragona)<br />

erleben. Begleitet<br />

von der Spanischlehrerin<br />

Sr. Prescha<br />

und Schulleiter Br.<br />

Treude besuchten<br />

sie die dortige Partnerschule<br />

Collegi<br />

Diocesà Sagrada<br />

Família.<br />

Nach ihrer Ankunft<br />

in Barcelona<br />

konnten sie trotz<br />

politischer Turbulenzen, Kundgebungen<br />

und gesperrten Straßen den Montjuic besuchen,<br />

Gaudís Sagrada Familia bestaunen<br />

und kurz durch die Ramblas hochlaufen,<br />

bevor es nach Tortosa ging, wo die Schüler<br />

und Schülerinnen zunächst ihre Gastfamilien<br />

kennenlernten. Das riesige Schulgebäude<br />

erkundeten die Zinzendorfschüler<br />

bei einer gemeinsamen Schnitzeljagd mit<br />

ihren Gastgebern, bevor sie eine Debatte<br />

führten – beides auf Englisch.<br />

Sonne und Strand konnten die Schüler in<br />

Sant Carles de la Ràpita und in L`Ampolla<br />

genießen, es war sogar noch warm genug,<br />

um zu baden.<br />

Die Tortosiner<br />

Schüler betätigten<br />

sich als<br />

Stadtführer<br />

und zeigten<br />

ihren Gästen<br />

die städtische<br />

Markthalle, die<br />

Kathedrale und<br />

einen Schützengraben<br />

aus dem<br />

Bürgerkrieg.<br />

Der sportliche Höhepunkt war eine 13 Kilometer<br />

lange Kajak-Tour auf dem Fluß Ebro.<br />

Am Vorabend des Rückfluges gab es ein<br />

gemeinsames Abschieds-Barbecue. »Es war<br />

eine äußerst ansprechende und interessante<br />

Woche, wofür wir uns bei Josep Meseguer,<br />

Monsignore Tomás Mor, sowie dem<br />

gesamten Lehrerkollegium, den Erziehern<br />

und Mitarbeitern der Schule für ihre Gastfreundschaft<br />

und die Herzlichkeit, die uns<br />

entgegengebracht wurde, bedanken«, sagt<br />

Anna-Gina Prescha.<br />

Beim Gegenbesuch im März lag im<br />

Schwarzwald noch Schnee.<br />

Mitten im Oktober 28 Grad im Schatten?<br />

Das konnten Zehntklässler<br />

des Gymnasiums beim Schüleraustausch<br />

in Südfrankreich erleben. Begleitet<br />

von Br. Bick und Sr. Maurer besuchten sie<br />

die von Jesuiten geleitete Partnerschule<br />

Sainte Marie la Grand Grange in Saint Chamon.<br />

Sie drehten dort nicht nur einen kleinen Videoclip<br />

über das Schulleben, sondern warben<br />

auch bei Grundschülern und im Kindergarten<br />

dafür, Deutsch zu lernen, indem sie<br />

mit ihnen Lieder sangen, das Alphabet, die<br />

Zahlen bis 10 und die Farben beibrachten.<br />

Am Nachmittag konnten sie sich dann beim<br />

Bowling, Klettern und der regionalen Sportart<br />

Sarbacane richtig auspowern. Bei der<br />

ursprünglich für Minenarbeiter zur Reinigung<br />

der verdreckten Lungen erfundenen<br />

Sportart mussten sie mit einem Blasrohr<br />

auf Objekte zielen.<br />

Der gemeinsame Besuch mit den Austauschschülern<br />

in Lyon – auf dem Bild vor<br />

der Kathedrale St. Jean – war für viele der<br />

Höhepunkt der Reise.<br />

Im Frühling kamen die französischen Gastgeber<br />

dann in den Schwarzwald<br />

Die für den Austausch zuständigen Lehrer<br />

Sr. Maurer und Br. Bick hatten sich<br />

ein buntes Programm mit viel Sport und<br />

Spaß ausgedacht. So konnten die Gäste<br />

bei einer Stocherkahnfahrt Tübingen von<br />

der Wasserseite aus kennenlernen und<br />

anschließend schwäbische Spezialitäten wie<br />

Maultaschen und Spätzle probieren. Der<br />

Kletterpark in Triberg war ebenso ein Highlight<br />

wie das Bubblesoccer, bei dem die<br />

Spieler eingehüllt in einen großen, aufblasbaren<br />

Plastikball versuchen, einen Fußball<br />

ins gegnerische Tor zu kicken.<br />

Eine Herausforderung hatten die jungen<br />

Franzosen beim Kinobesuch zu meistern,<br />

denn Jim Knopf auf Deutsch ohne Untertitel<br />

war für die Schüler aus dem Nachbarland<br />

gar nicht so einfach. Am letzten Tag ihres<br />

Besuches war Teamgeist beim Geocaching<br />

angesagt.<br />

88 89


Schulen unterwegs<br />

Schulen unterwegs<br />

Wellenreiten in Casablanca<br />

Schüleraustausch mit England in Vorbereitung<br />

Sonnige Tage und heißes<br />

Wetter durfte eine Gruppe<br />

Zehntklässler in Begleitung<br />

ihrer Lehrer Br. Jehle und Br. Pletz in<br />

Casablanca erleben. Dabei durften<br />

sie nicht nur im Atlantik Wellenreiten<br />

und in Marrakesch auf dem berühmten<br />

Platz Djemaa El Fna bummeln,<br />

sie wurden auch zu Aktivitäten in der<br />

Schule herangezogen.<br />

Unter der Leitung der dortigen<br />

Deutschlehrerin Heike Hamdouch<br />

konnten sie ihre Geschicklichkeit<br />

beim Bau von Spaghettitürmen<br />

testen. Dass es nebenbei in den<br />

gemischten deutsch-marokkanischen<br />

Teams auch um Kommunikation<br />

ging, war natürlich klar.<br />

Ein marokkanischen Abend in ortsüblicher<br />

Kleidung wurde von musikalischen Darbietungen begleitet.<br />

Auch die drittgrößte Moschee der Welt, der Mosquée Hassan II<br />

in Casablanca durfte nicht fehlen, genauso wenig wie Rabat und El<br />

Jadida.<br />

Abgerundet wurde der Besuch mit einem Besuch im Quartier des<br />

Habbous in Casablanca und einem süßen Souvenirkauf in der bekannten<br />

Pâtisserie Bennis.<br />

Bei ihrem Gegenbesuch im Schwarzwald<br />

erlebten die Austauschschüler aus Marokko<br />

einen knackigen Winter mit jeder Menge Schnee.<br />

Das vielseitige Programm mit Sport, Kultur, Technik und dem<br />

Schulleben ließ den jungen Menschen noch genügend Zeit, um die<br />

Freundschaften zu festigen, die in Casablanca geschlossen wurden.<br />

Die Schülerinnen und Schüler der Ecole al Jabr nahmen in Königsfeld<br />

an einer Schulversammlung und einigen ausgewählten Unterrichtsstunden<br />

teil, außerdem standen neben einer Ortsführung<br />

unter anderem ein Besuch auf dem Krauthäusle-Bauernhof, dem<br />

Forum am Bahnhof in St. Georgen, der Triberger Wasserfälle, der<br />

Kristall-Welt, eine Waldführung des Elternbeiratsvorsitzenden Roland<br />

Brauner, eines Sägewerks und des Kraftwerks Fiehn auf dem<br />

Programm. Einen ganzen Tag durften die Zinzendorfschüler mit<br />

ihren Gästen in Stuttgart verbringen, wo sie das Mercedes-Benz-<br />

Museum besuchten. Auch hatten sie an zwei Wochenenden Zeit,<br />

um in den Familien<br />

den Alltag in<br />

Deutschland kennen<br />

zu lernen.<br />

Ganz nebenbei<br />

festigen Gäste<br />

und Gastgeber so<br />

ihre Fremdsprachenkenntnisse.<br />

Die Schulen der Herrnhuter Brüdergemeine<br />

sind nicht nur in Königsfeld<br />

zu finden, sondern in der<br />

ganzen Welt. Eine dieser Partnerschulen<br />

liegt im kleinen Ort Ockbrook in der Mitte<br />

von England.<br />

Im Sommer waren zwei Lehrerinnen der<br />

Ockbrook School zu Besuch in Königsfeld.<br />

Der Anlass für ihren Besuch war der<br />

bevorstehende Austausch nächstes<br />

Jahr, an dem zwanzig Schülerinnen und<br />

Schüler der achten Klassen teilnehmen<br />

werden.<br />

Jenny Moses und Sarah Wood erkundeten<br />

bei schönstem Sommerwetter<br />

die Möglichkeiten im Schwarzwald. An<br />

einem interessanten Freitagvormittag<br />

nahmen sie zunächst die Schule und die<br />

Internatsgebäude in Begleitung von Br.<br />

Sendlbeck in Augenschein, bevor es zu<br />

einem gemeinsamen Mittagessen mit<br />

Schulleiter Br. Treude ging. Dabei lernten<br />

die beiden Lehrerinnen die Gemeinsamkeiten<br />

und Unterschiede beider Schulen<br />

kennen.<br />

In den folgenden Tagen erkundeten sie die<br />

Umgebung und besuchten auch die Landeshauptstadt<br />

Stuttgart.<br />

Begleitet wurden sie dabei von Sr. Moosmann,<br />

Br. Jehle und Sr. Marzahn-Neugart,<br />

die den anstehenden Austausch von deutscher<br />

Seite aus planen und durchführen<br />

werden.<br />

Nach diesem ersten Kennenlernen freuen<br />

sich beide Seiten auf ein baldiges Wiedersehen<br />

im Dezember, wenn die Schülerinnen<br />

und Schüler aus Ockbrook nach Königsfeld<br />

kommen werden, um die Zinzendorfschulen,<br />

die Kuckucksuhren und die deutschen<br />

Weihnachtsmärkte selbst zu erleben. Im<br />

Juli 2019 werden die deutschen Schülerin-<br />

nen und Schüler dann den Gegenbesuch in<br />

England antreten.<br />

Helen Marzahn-Neugardt<br />

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Schulen unterwegs<br />

Zu Gast an den Schulen<br />

Céilí-Tanzen auf der Grünen Insel<br />

Prinz Asfa-Wossen Asserate spricht über Afrika<br />

92<br />

Eine Studienfahrt führte 25 Schülerinnen<br />

und Schüler der beruflichen<br />

Zinzendorfschulen nach Irland. Die<br />

Reise startete im britischen Teil der Insel,<br />

wo sie an der Küste die fantastische Natur<br />

der Grünen Insel erlebten – unter anderem<br />

auf einer der zehn schönsten Küstenstraßen<br />

der Welt, der Antrim Coast Road.<br />

In Belfast lernten sie bei einer<br />

ausgedehnten Stadtrundfahrt<br />

die pulsierende Stadt und ihre<br />

politisch unruhige Geschichte<br />

kennen.<br />

Anschließend fuhren sie nach<br />

Dublin. Auch in der Hauptstadt<br />

der Republik Irland standen<br />

viele Sehenswürdigkeiten auf<br />

dem Programm, darunter das<br />

seit rund 90 Jahren geschlossene<br />

Kilmainham Gefängnis und<br />

»Das kleine Museum der Stadt<br />

Dublin«.<br />

Unbestrittener Höhepunkt der<br />

Studienfahrt war ein irischer Tanzkurs, bei<br />

dem die Schülerinnen und Schüler mit viel<br />

Spaß und Gelächter typische Céilí-Tänze<br />

lernten. Natürlich gab es auch ausreichend<br />

Zeit, um das lebhafte Treiben in Dublins<br />

Straßen zu genießen. Nach fünf Tagen,<br />

etlichen zu Bus und zu Fuß zurückgelegten<br />

Kilometern, erschöpft und um viele Eindrücke<br />

reicher ging es wieder zurück nach<br />

Königsfeld.<br />

Ich habe Glück gehabt, und das<br />

sage ich mir jeden Morgen«, so<br />

Asfa-Wossen Asserate. 1968 kam<br />

der Unternehmensberater, Bestsellerautor<br />

und politische Analyst als Student nach<br />

Deutschland und musste wenige Jahre<br />

später aus der Ferne erleben, wie seine<br />

Eltern und seine sechs Geschwister in<br />

Äthiopien inhaftiert wurden. Kurz darauf<br />

wurde sein Vater als Angehöriger des<br />

äthiopischen Kaiserhauses ohne Prozess<br />

hingerichtet. »Ich war ein Verfolgter, wie<br />

er im Buche steht, aber kein typischer<br />

Flüchtling«, sagte er bei seinem Vortrag<br />

im Kirchensaal vor der Oberstufe der Zinzendorfschulen<br />

und Gästen: »Ich musste<br />

mich nicht in die Hand von Schleusern<br />

begeben, nicht in Flüchtlingslagern ausharren<br />

und in die völlige Fremde gehen.«<br />

Durch den Besuch der Deutschen Schule<br />

in Addis Abeba waren ihm Kultur und Sprache<br />

vertraut, binnen einer Woche nach dem<br />

Militärputsch in seiner Heimat war sein<br />

Asylantrag genehmigt, sieben Jahre später<br />

bekam er die deutsche Staatsangehörigkeit.<br />

Damals habe es weltweit acht politische<br />

Flüchtlinge aus Äthiopien gegeben, heute<br />

sind es 2,5 Millionen. »Jeder 113. Mensch<br />

auf dieser Welt ist heute auf der Flucht«,<br />

zitierte Asfa-Wossen Asserate Zahlen des<br />

UN-Flüchtlingshilfswerks UNHCR, und<br />

die meisten von ihnen kämen aus Afrika.<br />

»Aber warum verlassen Menschen ihre<br />

Prinz Asfa-Wossen Asserate sprach vor Zinzendorfschülern über Afrika,<br />

Fluchtursachen und wie man sie beheben kann.<br />

Heimat?« fragte er und gab die Antwort<br />

gleich selbst: »Der Grund ist die Bevölkerungsvermehrung.<br />

Die Zahl der in Afrika<br />

lebenden Menschen wird sich Schätzungen<br />

zufolge bis 2050 verdoppeln, weil dort<br />

jede Frau durchschnittlich fünf bis sieben<br />

Kinder bekommt.« Das sei in Deutschland<br />

bis vor 150 Jahren nicht anders gewesen,<br />

denn auch hier seien Kinder die Altersvorsorge<br />

ihrer Eltern gewesen. »Das hat sich<br />

nach Einführung der Sozialgesetze sofort<br />

geändert.« Wie in Botswana, dem einzigen<br />

Land Afrikas, in dem jeder Bürger eine<br />

Krankenversicherung hat und Rente<br />

bekommt: Dort ist die Geburtenrate von<br />

6,64 Kindern im Jahre 1970 auf 2,8 (2015)<br />

gesunken.<br />

Das Problem Afrikas sei nicht die Armut:<br />

»Afrika ist reich, die Länder sind reich an<br />

Rohstoffen, Bodenschätzen und jungen<br />

Arbeitskräften«, sagte er. Für das<br />

kommende Jahr werde ein Wirtschaftswachstum<br />

von 6 Prozent vorhergesagt,<br />

die Unternehmensberatung McKinsey<br />

spräche über afrikanische Länder - analog<br />

zum asiatischen Tiger - von »Lions on<br />

the Move« (Löwen in Bewegung).<br />

»Die Nachfrage nach Rohstoffen boomt,<br />

und viele Länder Afrikas haben in China<br />

einen neuen Handelspartner gefunden.«<br />

Das Handelsvolumen sei innerhalb von 20<br />

Jahren von einer auf 220 Milliarden Euro<br />

sprunghaft gestiegen. In Afrika hätten der-<br />

93


Zu Gast an den Schulen<br />

Zu Gast an den Schulen<br />

zeit 6000 chinesische Firmen eine Niederlassung.<br />

»Es ist eine neue Kolonialisierung«,<br />

warnt der promovierte Historiker. Die<br />

Firmen nähmen sich die Bodenschätze und<br />

überfluten die Märkte mit billigen Industrieprodukten<br />

wie Handys, deren Akkus keine<br />

zwei Wochen halten oder T-Shirts, die nach<br />

der ersten Wäsche auseinanderfallen.<br />

»Sie interessieren sich nicht für Nachhaltigkeit.«<br />

Auch die Handelspolitik der EU prangert<br />

Asfa-Wossen Asserate an: Die<br />

europäische Agrarindustrie exportiere<br />

billige Hähnchenschenkel, die in Europa<br />

unverkäuflich sind, weil hier jeder nur<br />

Hähnchenbrust kauft, nach Afrika. Ganze<br />

Hähnchen verkaufen sie für 90 Cent,<br />

während alleine die Produktionskosten<br />

in Westafrika beim Doppelten liegen. Die<br />

Märkte in Afrika seien voll mit EU-Tomaten,<br />

so dass beispielsweise die Bauern in<br />

Ghana ihr Gemüse nicht mehr verkaufen<br />

können. »Es ist eine Invasion der Billigkonserven,<br />

daneben stehen Frühstücksflocken<br />

aus Deutschland und Milchpulver<br />

aus Dänemark.« Viele ghanaische Bauern<br />

arbeiten als Erntehelfer in Apulien – für<br />

einen Hungerlohn. Sie leben in Ghettos und<br />

werden als Italiens neue Sklaven betitelt.<br />

»Auch die besten Absichten können fatale<br />

Folgen haben.«<br />

Wie etwa die Hilfszahlungen aus Europa.<br />

»Das Problem sind korrupte alte Männer.«<br />

Mehr als zwei Drittel der Wirtschaftshilfe sei<br />

in Form von Schweizer Konten oder französischen<br />

Schlössern wieder in Europa gelandet.<br />

Europa müsse endlich Schluss machen<br />

Im Anschluss an den Vortrag beantwortete Prinz Asfa-Wossen Asserate<br />

bei Kaffee und Kuchen die Fragen einiger Schüler im kleinen Kreis.<br />

mit der fatalen Appeasement-Politik gegenüber<br />

Afrikas Potentaten. Dabei gehe es<br />

nicht darum, den Regierenden vorzuschreiben,<br />

wie sie ihr Land zu regieren haben<br />

oder ihnen das Staatsmodell der westlichen<br />

Demokratien zu oktroyieren. Aber Regierungen,<br />

die das Prinzip der Rechtsstaatlichkeit<br />

missachten und die Menschenrechte<br />

mit Füßen treten, verdienen keine Unterstützung."<br />

Europa müsse seine Afrikapolitik<br />

ändern.<br />

»Wenn ich mit einem Satz formulieren<br />

müsste, wie man die Migration eindämmen<br />

könne, so hieße er: ´ Wenn jedes Jahr in Afrika<br />

20 Millionen neue Jobs entstehen´«,<br />

so Asfa-Wossen Asserate. Dazu müssten<br />

europäische Firmen motiviert werden,<br />

sich in Afrika niederzulassen, was jedoch<br />

vielen Mittelständlern verständlicherweise<br />

zu riskant sei. »Daher meine Bitte an<br />

die neue Regierung in Berlin: Übernehmen<br />

Sie Hermesbürgschaften für Afrika<br />

unter der Bedingung der Nachhaltigkeit!«<br />

Auch den Schülern gab Asfa-Wossen<br />

Asserate eine Botschaft mit auf den Weg:<br />

»Ich setze große Hoffnung in eure Generation.«<br />

Im Anschluss an den klugen, nachvollziehbaren,<br />

mit Fakten gespickten und<br />

äußerst spannenden Vortrag beantwortete<br />

er noch im kleinen Kreis bei Kaffee und<br />

Kuchen Fragen. So wollten Schüler etwa<br />

wissen, wie sich die Schulen in Äthiopien<br />

und in Deutschland unterscheiden, welche<br />

Hobbys er hat oder wie er zum Schreiben<br />

gekommen ist. Er berichtete von seiner Zeit<br />

in der Deutschen Schule in Addis Abeba<br />

und von seinen Erinnerungen an seinen<br />

Großonkel Haile Selassie, den letzten Kaiser<br />

Äthiopiens. »Er war wie ein strenger Großvater,<br />

der von uns Kindern immer wissen<br />

wollte, wie es in der Schule war.«<br />

Besuch aus Tansania<br />

Der Träger der Zinzendorfschulen,<br />

die Brüder-Unität, hat weltweit rund<br />

1,2 Millionen Mitglieder in 29 Provinzen,<br />

davon alleine sieben in Tansania.<br />

Eine ist die Südwest-<br />

Provinz, dessen Vorsitzender<br />

gemeinsam<br />

mit fünf Mitarbeitern<br />

verschiedener Verwaltungsbereiche<br />

die<br />

Zinzendorfschulen in<br />

Königsfeld besuchte.<br />

Dabei hatten sich<br />

die Gäste auch die<br />

Zeit genommen,<br />

um im Kirchensaal<br />

mit Schülerinnen<br />

und Schülern der<br />

Eingangsklasse der<br />

beruflichen Gymnasien<br />

zu sprechen. Schulpfarrer Br. Fischer,<br />

der während der gesamten Schulstunde<br />

als Dolmetscher fungierte, übersetzte die<br />

Gespräche aus dem Englischen.<br />

Pfarrer Zakaria Sichone aus Mbeya berichtete<br />

von den verschiedenen Einrichtungen<br />

der Brüder-Unität in Tansania - die im<br />

englischen Sprachraum Moravian Church<br />

genannt wird - darunter Schulen, Waisenund<br />

Krankenhäuser. »Diese Einrichtungen<br />

stehen Menschen aller Glaubensrichtungen<br />

offen«,<br />

sagte er, »wir<br />

helfen allen<br />

Menschen,<br />

die es brauchen.«<br />

An der<br />

Berufsschule<br />

werden<br />

Automechaniker,<br />

Elektriker,<br />

Sekretäre<br />

und Tischler<br />

ausgebildet,<br />

außerdem<br />

gibt es dort eine Fahrschule. In den Gemeinden<br />

gibt es viele Angebote, die das<br />

Selbstbewußtsein junger Frauen stärken<br />

sollen. Einer der Schwerpunkte ist die Hilfe<br />

für HIV-Positive und Aids-Waisen.<br />

Die Gottesdienste, die auch schon mal<br />

drei Stunden dauern können, sind in<br />

Pfarrer Zakaria Sichone aus Mbeya beantwortete Fragen der Schülerinnen<br />

und Schüler.<br />

94 95


Zu Gast an den Schulen<br />

Zu Gast an den Schulen<br />

unterschiedliche Gruppen je nach Alter<br />

aufgeteilt, zudem gibt es auch in Tansania<br />

Singstunden. Orgeln finden sich in den<br />

tansanischen Kirchensälen nicht, weil das<br />

Klima dafür nicht geeignet ist. Aber es wird<br />

mit Trommeln, Percussion, Gitarren und<br />

Keyboards musiziert – und natürlich viel<br />

gesungen. »Im Moment investieren wir viel<br />

in moderne Instrumente wie Keyboards,<br />

um für junge Menschen attraktiv zu sein«,<br />

so Sichone. Dabei hat seine Provinz alleine<br />

300 000 Mitglieder – ein Vielfaches der<br />

Europäisch-Festländischen Brüder-Unität.<br />

In ganz Tansania sind es insgesamt fast<br />

900 000 – Tendenz steigend.<br />

Austausch unter Kollegen<br />

Schulpfarrer Br. Fischer (rechts), Verwaltungsleiter<br />

Br. Banholzer (links), Sr. Klingner-Huss (4. von rechts)<br />

und Schulleiter Br. Treude (nicht auf dem Bild) freuten sich,<br />

Kolleginnen und Kollegen der Zinzendorschulen<br />

Tossens und Herrnhut in Königsfeld begrüßen zu dürfen.<br />

Die Zinzendorfschulen in Königsfeld<br />

sind nicht das einzige Schulwerk<br />

in Trägerschaft der Herrnhuter<br />

Brüdergemeine, weshalb sich Lehrer und<br />

Schulleitung der verschiedenen Bildungseinrichtungen<br />

in regelmäßigen Abständen<br />

immer wieder zum Gedankenaustausch<br />

treffen. In der vergangenen Woche kamen<br />

Mitarbeiter der Zinzendorfschule Tossens,<br />

der Zinzendorfschule Herrnhut sowie<br />

zwei Mitglieder der Kirchenleitung in den<br />

Schwarzwald, um an einem »Strategieplan<br />

Brüdergemeine 2027« zu arbeiten, mit dessen<br />

Hilfe das Miteinander von Schulen und<br />

Unität gestärkt werden soll.<br />

Es gab einen Ideenpool und viele Gespräche,<br />

unter anderem beim Spaziergang<br />

durch Königsfeld. Außerdem wurde die religionspädagogische<br />

Arbeit ganz praktisch<br />

anhand eines Unterrichtsprojektes zum<br />

Thema Losungen gezeigt.<br />

Die Delegation aus Sachsen war schon<br />

einen Tag zuvor angereist, um den Unterricht<br />

und den Tagesablauf an den Zinzendorfschulen<br />

mitzuerleben. »Ich bin beeindruckt,<br />

wie groß, engagiert und vielseitig<br />

das Schulwerk ist«, sagte der Herrnhuter<br />

Lehrer Ralph Morgenstern. »Wir können<br />

viele Ideen für unser neues Schulhaus, aber<br />

auch für unsere Profilierung als brüderische<br />

Schule mitnehmen.« Andrea Turmann<br />

von der Zinzendorfschule Tossens an der<br />

Nordsee fand den Austausch reizvoll, den<br />

das Zusammentreffen der drei großen<br />

Schulen der Evangelischen Brüder-Unität<br />

ermöglichte.<br />

Zaubershow mit Botschaft<br />

Gute Taten machen ohnehin glücklich<br />

– aber die Action!Kidz der Zinzendorfschulen<br />

durften sich gleich<br />

doppelt freuen: Sie haben bei der<br />

letztjährigen Spendenkampagne für<br />

Kinder in Somalia mit Rasenmähen,<br />

Autowaschen, Einkaufen und anderen<br />

Nachbarschaftsdiensten mehr als<br />

5300 Euro gesammelt. Damit sind sie<br />

bei dem Wettbewerb in ihrer Altersklasse<br />

bundesweit auf den zweiten<br />

Platz gekommen.<br />

Von dem von der Bank für Kirche und<br />

Diakonie eG gesponserten Preisgeld<br />

engagierte Sr. Klinger-Husss, die seit<br />

Jahren die Action!Kidz an den Zinzendorfschulen<br />

koordiniert, den christlichen<br />

Zauberer Mr. Joy. Er begeisterte<br />

in Königsfeld mit seinem speziell auf<br />

die Altersgruppe zurechtgeschnittenen<br />

Programm die Schülerinnen und<br />

Schüler der Klassen 6 und 7.<br />

Mit Lichtorgel, Musik und Nebelmaschine<br />

wurde der Kirchensaal zur<br />

perfekten Bühne für eine perfekte Show<br />

mit Botschaft: »Jeder kann mit seinen Gaben<br />

anderen eine Freude machen«, sagte<br />

er und holte zum Beweis eine Schülerin auf<br />

die Bühne, die mit einem Zauberstab einen<br />

Teller mit Bonbons verwandeln sollte. Es<br />

Von zwei Freiwilligen aus dem Publikum ließ sich Mr. Joy gefesselt und in Ketten gelegt in<br />

einen Sack schließen.<br />

funktionierte – scheinbar – nicht, weshalb<br />

Karsten Strohhäcker alias Mr. Joy immer<br />

größere Zauberstäbe anschleppte. Erst<br />

nachdem er sie beiseitegelegt hatte, waren<br />

die Bonbons auf dem Teller zu einer Kette<br />

verzaubert. »Einer davon ist für dich«, sagte<br />

er seiner jungen Assistentin,<br />

»mit den andern kannst du<br />

anderen etwas Gutes tun.« Ans<br />

Publikum gewandt erklärte er:<br />

»Wir denken immer, dass wir<br />

mehr und größere Dinge brauchen,<br />

aber das stimmt nicht.<br />

Eure Gaben reichen aus, um anderen<br />

eine Freude zu bereiten.«<br />

In seiner Show visualisiert Mr.<br />

Joy mit Artistik, Illusionen und<br />

Jonglage, was Glauben bedeutet.<br />

Es geht dabei um Dinge wie<br />

Hilfe und Vergebung, um das<br />

Bereiten von Freude und um<br />

gute Taten. Auch er selbst profitiert<br />

davon: »Es ist wunderbar<br />

zu erleben, wie ich als Künstler<br />

die Chance bekomme, Menschen<br />

zu erreichen und dann<br />

Gott beim Wirken bestaunen<br />

darf.«<br />

Immer wieder holte sich Mr. Joy Freiwillige<br />

auf die Bühne, die ihn mal in Ketten legten<br />

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Zu Gast an den Schulen<br />

Zu Gast an den Schulen<br />

und in einem großen Wäschesack verstauten<br />

und mal die Hände fesselten. Natürlich<br />

befreite er sich jeweils im Handumdrehen.<br />

Eine Schülerin bekam die Gelegenheit,<br />

unter Anleitung einen Kartentrick vorzuführen.<br />

Dabei musste sie sich einem Korb mit<br />

einer vermeintlichen Schlange nähern, die<br />

später als bunte Wollschlange mit einem<br />

lauten Knall durch die Luft sauste.<br />

»Das war sehr mutig von dir«, meinte<br />

Mr. Joy, »in deinem Alter hätte ich mich<br />

das nicht getraut.«<br />

Ressourcenverteilung für Freie Schulen nicht optimal<br />

Ein äußerst konstruktives Gespräch<br />

konnte die Leitung der<br />

Zinzendorfschulen mit dem<br />

Landtagsabgeordneten Karl Rombach<br />

(CDU) führen. Schulleiter Br. Treude,<br />

Wirtschaftleiter Br. Banholzer und<br />

die stellvertretende Schulleiterin der<br />

allgemeinbildenden Gymnasien Sr.<br />

Lutz-Marek hatten Rombach eingeladen,<br />

um ihm ihre Anliegen mitzuteilen.<br />

Er hörte sie sich verständnisvoll an<br />

und versprach, sie an die zuständigen<br />

Stellen weiterzutragen. »Das ist schließlich<br />

meine Aufgabe als Abgeordneter«,<br />

meinte er.<br />

Das Hauptthema der seitens der Schulleitung<br />

als sehr positiv bewerteten Gesprächsrunde<br />

war dabei die Verteilung<br />

von Zuschüssen, bei denen sich durch<br />

den Einsatz der Arbeitsgemeinschaft<br />

Freier Schulen Baden-Württemberg<br />

(AGFS) jetzt auch schon etwas getan<br />

hat. Die Unterstützung von Schülerinnen<br />

und Schülern am allgemeinbildenden<br />

Gymnasium und der Realschule<br />

wurde auf 80 Prozent dessen, was sie<br />

an einer staatlichen Schule kosten,<br />

angehoben und die Zinzendorfschulen haben<br />

bereits einen entsprechenden Antrag<br />

auf weitere zehn Prozent gestellt. Wenn<br />

dieser bewilligt ist, wird der Schulbeitrag in<br />

Der Landtagsabgeordnete Karl Rombach (CDU) sprach an den Zinzendorfschulen<br />

mit Johannes Treude, Tobias Banholzer und Heike Lutz-Marek (von rechts).<br />

Königsfeld ab dem kommenden Schuljahr<br />

für die betreffenden Schulzweige gesenkt<br />

werden können.<br />

Dennoch werden die Freien Schulen noch<br />

in vielen Punkten benachteiligt: »Für die<br />

Ganztagsbetreuung bekommen wir gar<br />

keine Zuschüsse«, bedauerte Br. Treu-<br />

de, »daher müssen wir hierbei die Eltern<br />

stark belasten.« Da die Zinzendorfschulen<br />

großen Wert darauf legen, die Schüler im<br />

Tagesinternat nicht zu verwahren, sondern<br />

in ihrer schulischen Laufbahn<br />

zu unterstützen, gebe es wegen des<br />

erforderlichen Personaleinsatzes eine<br />

enorme Deckungslücke. »Wir würden<br />

uns wünschen, dass sich das Land<br />

auch bei uns daran beteiligt.«<br />

Ein großes Manko sehen die Zinzendorfschulen<br />

auch in der regionalen<br />

Schulplanung. »Es werden berufliche<br />

Gymnasien eröffnet, obwohl der<br />

Bedarf gedeckt ist«, meinte Br. Treude.<br />

»Ich habe das Gefühl, dass wir<br />

Privatschulen bei der Berechnung<br />

der Kapazitäten gar nicht berücksichtigt<br />

werden.« Letztendlich litten alle<br />

darunter und es entstünden auch für<br />

das Land unnötige Ausgaben, wenn Schüler<br />

fehlen.<br />

Br. Banholzer hatte eingangs die wirtschaftliche<br />

Situation des Schulwerks mit derzeit<br />

927 Schülerinnen und Schülern umrissen<br />

und betonte, dass es auf Zuschüsse des<br />

Landes angewiesen sei. Neben der Instand-<br />

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Zu Gast an den Schulen<br />

Zu Gast an den Schulen<br />

haltung sei vor allem die Digitalisierung<br />

ein großer Posten, der die Ressourcen in<br />

großem Ausmaß beanspruche.<br />

Der Wirtschaftsleiter sprach auch die Benachteiligungen<br />

für Freie Schulen an, die<br />

sich aus dem Kommunalinvestitionsfördergesetz<br />

ergeben und überreichte Rombach<br />

hierzu einen ganzen Fragenkatalog. Dieser<br />

versprach, die einzelnen Punkte noch ausführlich<br />

zu beantworten.<br />

„Krieg ist Mist“ – Zeitzeugen berichten vom<br />

Leben zwischen zwei Welten<br />

Krieg ist Mist« bringt es Niels Gormsen<br />

auf den Punkt und er weiß,<br />

wovon er redet. Gemeinsam mit<br />

fünf ehemaligen<br />

Mitschülern und dem<br />

ehemaligen Leiter der<br />

Zinzendorfschulen,<br />

Hans-Jürgen Kunick,<br />

allesamt um die 90,<br />

berichtete er vor<br />

dem Geschichtskurs<br />

der Klasse ZG1 des<br />

Zinzendorfgymnasiums<br />

von ihrer Jugend<br />

zur Zeit des Zweiten<br />

Weltkriegs. Es waren<br />

schlimme Erlebnisse,<br />

an die sie sich bis<br />

heute erinnern als sei<br />

es gestern gewesen.<br />

Durch ihre Gespräche<br />

mit jungen Menschen<br />

tragen alle ihren Teil<br />

dazu bei, dass sich so etwas nie wiederholt,<br />

einer von ihnen besucht gar bis heute die<br />

Ostermärsche der Friedensbewegung.<br />

Gormsen und seine Mitschüler waren im<br />

gleichen Alter wie die Gymnasiasten, zu denen<br />

sie sprachen. Zum Teil hatten sie sich<br />

freiwillig zur Armee gemeldet. »Dadurch<br />

Die Zeitzeugen des Zweiten Weltkriegs, Ernst Udo Kaufmann, Hansjürgen Garbe, Hansjörg<br />

Wentz, Günter Siegfried, Hans-Jürgen Kunick, Niels Gormsen und Peter Wentz berichteten vor<br />

Gymnasiasten der Zinzendorfschulen aus ihrer Schulzeit.<br />

konnten wir uns aussuchen, zu welcher<br />

Waffengattung wir gingen«, sagte Gormsen,<br />

der anderenfalls allein wegen seiner Größe<br />

und seiner blonden Haare ziemlich sicher<br />

zwangsweise zur Waffen-SS eingezogen<br />

worden wäre.<br />

Viele ihrer Mitschüler haben die Jahre<br />

des Nationalsozialistischen Regimes nicht<br />

überlebt, erzählten die Besucher und auch,<br />

dass sie ihrer eigentlichen Tätigkeit, nämlich<br />

Schüler zu sein, kaum noch hatten<br />

nachgehen können. »Wir mussten nachts<br />

Staumauern und Kraftwerke schützen und<br />

sollten tagsüber zur Schule gehen«, erzählten<br />

sie. »Oft sind wir im Unterricht vor<br />

Müdigkeit einfach eingeschlafen. Es war<br />

ein Leben zwischen den Welten.« Ihr Abitur<br />

hatten sie trotzdem geschafft, teilweise ein<br />

paar Jahre später, weil sie als Kriegsgefangene<br />

in Russland und Frankreich festgehalten<br />

wurden.<br />

Bis kurz vor Ende des Krieges seien die<br />

Zinzendorfschulen eine »Insel der Seligen«<br />

gewesen. Wenn auch nach außen verschleiert,<br />

konnte hier der christliche Betrieb lange<br />

aufrechterhalten werden. Es gab Morgen-<br />

und Abendsegen und täglich wurden<br />

die Losungen vorgelesen. Erst ein halbes<br />

Jahr vor Kriegsende wurde der Schulleiter<br />

abgesetzt und die Zinzendorfschulen als<br />

christliche Schulen wurden geschlossen. Ein<br />

SS-Obersturmbannführer einer Schule im<br />

Elsass hatte die Schule in Königsfeld übernommen.<br />

Zu der Zeit waren die Zeitzeugen<br />

jedoch schon im Krieg.<br />

Zuvor waren sie Teil der Hitlerjugend gewesen.<br />

»Ich kann mich an keinen aus meinem<br />

Jahrgang in Königsfeld erinnern, der nicht<br />

dabei war«, sagte Niels Gormsen. Es war<br />

eine ungute Mischung aus Abenteuer und<br />

Gehirnwäsche, bei der auch das gemeinsame<br />

Singen eine große Rolle gespielt hatte.<br />

»Die Lieder handelten von Sterben und Heldentod<br />

und hatten den Geist schon mitbestimmt«,<br />

erinnerte sich Hansjürgen Garbe<br />

»Eure Generation hat es in<br />

der Hand, wie sich die<br />

Zukunft entwickelt«<br />

und der Historiker Hans-Jürgen Kunick<br />

bestätigte: »Die Verherrlichung des Todes<br />

war Teil des Konzeptes, die Musik wurde<br />

zur Propaganda genutzt.«<br />

Günter Siegfried stellt sich bis heute die<br />

Frage, warum die Deutschen es damals<br />

nicht selbst geschafft hatten, sich aus<br />

diesem System zu befreien. Eine mögliche<br />

Antwort wusste der ehemalige Schulleiter<br />

Kunick: »Die Deutschen hatten damals ihre<br />

Schwierigkeiten mit der Demokratie und<br />

waren noch aus der Kaiserzeit ein Obrigkeitsdenken<br />

gewohnt. Das demokratische<br />

System wurde damals schlechtgeredet, die<br />

Parlamente in anderen europäischen Ländern<br />

als `Quasselbuden´ verschrien.«<br />

»Gott sei Dank hat Deutschland den Krieg<br />

verloren«, sagte Gormsen, der damals<br />

gehofft hatte, dass nie wieder ein deutscher<br />

Soldat eine Waffe in die Hand nimmt.<br />

An die Schüler gewandt mahnte er: »Eure<br />

Generation hat es in der Hand, wie sich die<br />

Zukunft entwickelt.«<br />

100 101


Freunde und Förderer<br />

Die »Königsfelder Tafelrunde«<br />

Schon einmal etwas davon gehört? Nein? Die »Königsfelder<br />

Tafelrunde« ist ein Wohltätigkeitsessen und findet<br />

<strong>2018</strong> zum ersten Mal statt.<br />

Dazu lädt der Förderverein im Kaminzimmer des Herrnhuter<br />

Hauses in Königsfeld ein. Wir treffen uns am Freitag vor dem<br />

1. Advent, an dem Tag, an dem wir auch unser traditionelles<br />

Altschülertreffen (AST) ausrichten.<br />

Wir wollen zusätzliche Mitglieder, Altschüler und Freunde der<br />

Zinzendorfschulen animieren, an diesem Wochenende nach<br />

Königsfeld zu kommen. Nach dem Essen haben die Teilnehmer<br />

die Möglichkeit, das AST zu besuchen. Für sie ist dort der<br />

Eintritt frei.<br />

Der Erlös der »Königsfelder Tafelrunde« kommt den gemeinnützigen<br />

Zwecken des Fördervereins zugute. Dieses Jahr findet<br />

die Veranstaltung im kleinen Rahmen statt. Bei größerem<br />

Interesse wollen wir die »Königsfelder Tafelrunde« in Zukunft<br />

Dieses Spendenabzeichen<br />

klebt unter anderem an zwei<br />

Koffern mit<br />

Unterrichtsmaterialien<br />

zu Albert Schweitzer.<br />

regelmäßig und im größeren Rahmen durchführen.<br />

In der nächsten Ausgabe dieses <strong>Kaleidoskop</strong>s werde ich berichten, wie<br />

es gelaufen ist und wie es weitergeht.<br />

Auch im hinter uns liegenden Jahr konnten die Freunde und Förderer<br />

der Zinzendorfschulen e.V. und die Amos-Comenius-Stiftung<br />

das Schulwerk wieder wirkungsvoll unterstützen. Mitgliedsbeiträge,<br />

Spenden, Erträge aus Stiftungskapital, Stipendienumlage, sowie Engagement<br />

der Vorstände haben das möglich gemacht.<br />

Bilanz des zurückliegenden Schuljahres:<br />

• Stipendien<br />

• Sonderstipendien für besonders schwere Fälle<br />

• Finanzielle Unterstützung der Arbeit der Schulpsychologin<br />

• Bezuschussung diverser größerer und kleinerer Projekte<br />

• Würdigung besonderer Leistungen von Schülerinnen und Schülern<br />

• Mitfinanzierung dieses <strong>Kaleidoskop</strong>s<br />

• u.v.m.<br />

Um diese Arbeit weiterhin möglich zu machen, bitte ich Sie dem Förderverein<br />

beizutreten (40 € im Jahr), zu spenden und zu stiften (Amos-<br />

Comenius-Stiftung). Damit helfen Sie, wichtige soziale Aufgaben zu<br />

erfüllen.<br />

Eine Beitrittserklärung finden Sie hier im <strong>Kaleidoskop</strong>, an der Schule, beim<br />

Vorstand oder über unsere Website www.vff-koenigsfeld.de .<br />

Der Verein ist als gemeinnützig anerkannt. Beiträge und Spenden sind<br />

steuerlich abzugsfähig.<br />

Unser Dank geht an alle, die den Förderverein auf vielfältige Weise unterstützt<br />

haben. Sie alle haben dazu beigetragen, dass wir die Aufgaben des<br />

letzten Jahres wieder erfüllen konnten!<br />

Ihnen und Ihrer Familie wünsche ich Gottes Segen.<br />

Christian Weßler,<br />

Vorsitzender<br />

102 103<br />

Hiermit trete ich den Freunden und Förderern der Zinzendorfschulen e.V. bei:<br />

Geburtsdatum Telefonnummer<br />

Vorname Nachname<br />

E-Mail Adresse<br />

Straße Nr.<br />

Ort, Datum, Unterschrift<br />

X<br />

Postleitzahl Ort<br />

Mitgliedsbeitrag (jährlich)<br />

40,00 € ………. € (höhere Spende) Kostenlose Mitgliedschaft bis zum 25. Lebensjahr (nur mit E-Mail Adresse möglich)<br />

Bitte setzen Sie sich mit mir in Verbindung. Ich interessiere mich für die Möglichkeit der Zustiftung zur AMOS-COMENIUS-STIFTUNG<br />

SEPA-Lastschriftmandat für wiederkehrende Zahlung<br />

IBAN<br />

D E<br />

Zahlungsempfänger Freunde und Förderer der Zinzendorfschulen e.V.<br />

Mönchweilerstraße 5 – 78126 Königsfeld<br />

Gläubiger-ID DE77ZZZ00001435250<br />

Mandatsreferenznummer Ihre Mandatsreferenznummer erhalten Sie nachträglich<br />

Kreditinstitut<br />

Ich bin Vereinsmitglied ja nein<br />

Ich ermächtige den Zahlungsempfänger, Zahlungen von meinem Konto mittels Lastschrift<br />

einzuziehen. Zugleich weise ich mein Kreditinstitut an, die von dem Zahlungsempfänger auf<br />

mein Konto gezogenen Lastschriften einzulösen.<br />

Ort, Datum, Unterschrift<br />

X<br />

Hinweis: Ich kann innerhalb von acht Wochen, beginnend mit dem Belastungsdatum, die<br />

Erstattung des belasteten Betrages verlangen. Es gelten dabei die mit meinem Kreditinstitut<br />

vereinbarten Bedingungen.


Damals<br />

Damals<br />

25. Klassentreffen der A des Abi-Jahrgangs 1958<br />

Vom 5. bis 7. Oktober <strong>2017</strong> fand<br />

im Bergischen Land, unweit<br />

Bonn, das 25. Treffen der humanistischen<br />

A Klasse des Abitur-<br />

Jahrgangs 1958 des Zinzendorfgymnasiums<br />

Königsfeld statt. Alle<br />

noch lebenden Klassenkameradinnen<br />

und Klassenkameraden<br />

waren mit ihren Ehe-Partnern der<br />

Einladung von Erika und Dieter<br />

Schnell nach Ruppichteroth, im<br />

idyllischen Bröltal (NRW), gefolgt.<br />

Die Anfahrtswege lagen zwischen<br />

80 und 900 km. Nach fröhlicher<br />

Begrüßung und der Feststellung,<br />

wie rüstig die Einzelnen noch immer<br />

sind, begab man sich an die<br />

Kaffeetafel mit selbst gebackenen<br />

Kuchen. Zu Beginn stand das<br />

Treffen unter dem Eindruck des<br />

Heimgangs von Annelore Kliemt, geb.<br />

Schmidt, vor einem Jahr. In den Gesprächen<br />

erinnerten sich die ehemaligen<br />

Mitschüler an das fröhliche sportliche<br />

Mädchen der frühen Schuljahre,<br />

an gemeinsame Klassenfahrten und<br />

Theaterbesuche. Nach dem traditionellen<br />

»Klassen-Foto« (Abb. 1) suchten<br />

die Teilnehmer ihre Zimmer im nahe<br />

gelegenen Nümbrecht auf, um sich<br />

Irene & Peter Roemer, Hans-Georg & Hella Kleinig, Ursel & Neithard Clemens,<br />

Renate & Dieter Siebörger, Christa & Jürgen Gerhold, Astrid & Björn Mirow, Erika &<br />

Dieter Schnell.<br />

dann zum gemeinsamen Abendessen<br />

wieder ins Haus Schnell zu begeben.<br />

Dort wurde zur Freude des Auditoriums<br />

der vom Hausherrn stets gefertigte<br />

Film des vorangegangenen<br />

Treffens zwei Jahre zuvor in Ransbach-Baumbach<br />

(Gastgeber: Astrid<br />

und Björn Mirow) uraufgeführt. Da<br />

sich seit diesem vorletzten Treffen,<br />

nicht allzu viel an den persönlichen<br />

Situationen der Einzelnen geändert<br />

hatte, drehten sich die<br />

Gespräche mehr und mehr um<br />

gesellschaftliche oder politische<br />

Themen wie »Trump gegen den<br />

Rest der Welt«, die gerade erfolgte<br />

Bundestagswahl und das<br />

Abschneiden der AfD oder die<br />

Schwierigkeiten einer geplanten<br />

Jamaika-Koalition.<br />

Da es am zweiten Tage regnete,<br />

änderte der Organisator das<br />

Programm, auf dem eigentlich<br />

der Baumwipfelpfad von Panarbora<br />

bei Waldbröl stand, in<br />

eine Besichtigung des gerade<br />

renovierten und neu eröffneten<br />

Schlosses Homburg (Abb. 2) bei<br />

Nümbrecht, welches ein mittelalterliches<br />

Haus-, mittelalterliches Hof- und<br />

Militär-Museum sowie eine Kunstausstellung<br />

beherbergte.<br />

Wechselnde Gruppen flanierten,<br />

diskutierten und freuten sich an der<br />

Vielfalt des Gebotenen. Nach einem<br />

Imbiss im Schloss-Restaurant besichtigten<br />

einige noch die Ausstellung von<br />

Flora und Fauna in der Schloss-Försterei<br />

und prüften ihr zoologisches Wissen<br />

u. a. an der Zuordnung einzelner<br />

Vogelstimmen.<br />

Eine kurze Ruhepause brachte den<br />

nötigen Schwung für das gemeinschaftliche<br />

Abendessen im renommierten<br />

Haus Derichsweiler Hof,<br />

wo alle auch wohnten. Noch einmal<br />

schwirrten die verschiedensten Themen<br />

durch den Raum, erreichte die<br />

Stimmung einen Höhepunkt. Wie<br />

immer wurde zum Schluss das nächs-<br />

104 105<br />

Schloss Homburg.<br />

te Treffen in zwei Jahren festgelegt.<br />

Einstimmig einigte man sich als Veranstaltungsort<br />

(nach langen Jahren<br />

wieder einmal) auf Königsfeld. Die<br />

Organisation werden zwei Klassenkameraden<br />

von ihren Wohnorten aus<br />

übernehmen. Auch das Treffen aller<br />

drei Klassenteile, ebenfalls in Königsfeld,<br />

zum sechzigjährigen Abiturs-Jubiläum<br />

im Jaht <strong>2018</strong> wurde diskutiert<br />

und beschlossen, sich an der Organisation<br />

zu beteiligen.<br />

Zum ebenfalls traditionellen fröhlichen<br />

Abschluss-Frühstück dieses 25.<br />

Treffens der »Humanisten« kamen<br />

alle am nächsten Morgen im Hotel<br />

zu Nümbrecht nochmals zusammen.<br />

Was als kurzer Abschied geplant war,<br />

dauerte dann doch einige Stunden mit<br />

fröhlichen Gesprächen bis die letzte<br />

Wagentür zuschlug und die Gastgeber<br />

ihren Gäste im Hinterherwinken eine<br />

gute Heimfahrt wünschen konnten.<br />

Dieter Schnell


Heimgang<br />

Am 31. Oktober <strong>2017</strong> verstarb Frau Ruza<br />

Cimburovic. Sie war eine langjährige Mitarbeiterin<br />

und aufgrund ihrer Art bei Schülern<br />

und Kollegen gleichermaßen beliebt und<br />

geschätzt.<br />

Am 16. Dezember <strong>2017</strong> starb Br. Richard<br />

Foster. Er arbeitete mit großem persönlichem<br />

Einsatz 23 Jahre bis zu seiner Pensionierung<br />

im Jahre 1998 als Mathematiklehrer<br />

an den allgemeinbildenden Zinzendorfschulen<br />

und belebte mit seiner ungezwungenen,<br />

freundlichen Art den Schulalltag.<br />

Der Altschüler Alex Ruge ist am 29. Dezember<br />

<strong>2017</strong> verstorben.<br />

Frau Gerta Eckart,<br />

geb. Rosenkranz,<br />

aus Herne/Westfalen,<br />

ist am 27.<br />

September <strong>2018</strong> im<br />

Alter von 88 Jahren<br />

ebendort verstorben.<br />

Sie besuchte von<br />

Anfang bis Mitte der<br />

1940er Jahre das<br />

Zinzendorf-Gymnasium und kam bis vor<br />

einigen Jahren regelmäßig zu den jährlichen<br />

Altschülertreffen nach Königsfeld.<br />

Kontakt: +43 678 129 84 45<br />

Br. Cornelis Versluis ist am 18. November<br />

<strong>2018</strong> im Alter von 89 Jahren verstorben. Er<br />

hat sich in den 19 Jahren, in denen er an<br />

den beruflichen Zinzendorfschulen arbeitete,<br />

mit großem Engagement für die ihm<br />

anvertrauten Schülerinnen und Schüler<br />

eingebracht.<br />

Wir hoffen auf ein möglichst zahlreiches Wiedersehen in Gesundheit beim<br />

Altschülertreffen am 1. Dezember 2019. Das Treffen der Ehemaligen findet in<br />

jedem Jahr am Freitag vor dem 1. Advent statt. Es werden hierfür keine gesonderten<br />

Einladungen versandt.<br />

Informationen finden Sie auf unserer Website www.zinzendorfschulen.de<br />

Impressum<br />

Königsfelder <strong>Kaleidoskop</strong><br />

5. Jahrgang, Schuljahr <strong>2017</strong>-<strong>2018</strong><br />

Verantwortlich für den Inhalt:<br />

© Zinzendorfschulen<br />

Mönchweilerstraße 5, 78126 Königsfeld<br />

Tel: 07725 / 93 81 60 und 93 81 70<br />

Fax: 07725 / 93 81 29<br />

E-Mail: info@zinzendorfschulen.de<br />

Redaktionskontakt:<br />

presse@zinzendorfschulen.de<br />

Homepage: www.zinzendorfschulen.de<br />

Facebook:<br />

www.facebook.com/Zinzendorfschulen<br />

Redaktion: Stephanie Wetzig<br />

Verantwortlich: Johannes Treude<br />

Gestaltung: Stephanie Wetzig<br />

Redaktionsschluss für die nächste<br />

Ausgabe: 1. Oktober 2019<br />

Fotos: Philipp Hudek, Landtagspressestelle,<br />

Helen Marzahn-Neugardt, Pixabay.com,<br />

Dieter Schnell, Stephanie Wetzig.<br />

Texte: Wenn nicht anders gekennzeichnet<br />

von Stephanie Wetzig.<br />

Musik: Titel - Gemafreie Musik von<br />

www.frametraxx.de<br />

S. 91: Wikipedia


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