AFH Herbstzeitung 2018

BHGAFH

Heer Aktiv die regelmäßig erscheinende Fachzeitschrift der AUF-AFH im Bundesheer.

Herbst 2018

www.afh.at

HEER AKTIV

Das freie Magazin für das Österreichische Bundesheer

Unser Team im

Zentralausschuss

Wir sind für Euch da!

Vzlt Manfred Reindl

ADir Manfred Haidinger

Vzlt Volker Grote

Obst Werner Hammer, MSD

Wir sind gerüstet für 2019!


Inhalt

Das neue Bundesheer

nimmt Formen an

Obst Werner Hammer MSD

Wehren können, um sich

nicht wehren zu müssen!

ObstdG MMag. DDr. Andreas Stupka

Die militärische

Landesverteidigung

steht im Mittelpunkt

Interview mit

General Mag. Robert Brieger

Aktuelles aus dem

Zentralausschuss

Vzlt Manfred Reindl

Jeder Berufsoffizier ist

ein Akademiker!

Obst Werner Hammer MSD

Das Jägerbataillon 8 oder

Totgesagte leben länger

Vzlt Volker Grote

Militärischer Föderalismus

OStv Karl Doppler

§§

Besondere Hilfeleistungen

Verwendungsabzeichen

als Belohnung!

OStWm Debevec Mawrio

Der Minister greift

persönlich ein

Vzlt Johann Huemer

Kunasek unterstützt

Ausbildung

OStv Karl Doppler

Minister Kunasek in der EZB

Vzlt Palzenberger Wilhelm

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3

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19

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Von der Abwehr zum Zoll 22

Verdiente AUF/AFH-

Personalvertreter feierlich

in den Ruhestand

verabschiedet!

Franz, Du wirst uns

fehlen...

Vzlt Franz König †

Elektronische Kampfführung

zur Drohnenabwehr

23

23

24

Fit fürs Social Web 26

Das neue Bundesheer nimmt

Formen an

Die Personalvertretung will ihren Beitrag

dazu leisten

Wir, die ZA-Mandatare der AUF/AFH,

haben im heurigen Jahr im Zuge unserer

Personalvertretertätigkeit wieder viele

Dienststellen in ganz Österreich besucht.

Dabei konnten wir hören, dass die anfängliche

Unsicherheit der Bediensteten

nun einem breiten Optimismus gewichen

ist. BM Mario Kunasek hat sich etabliert

und setzt ohne viel Presse-Tamtam und

Ankündigungspropaganda ein Ziel nach

dem anderen um. Wir, als Personalvertreter

der AUF/AFH, haben weiterhin

das absolute Vertrauen, dass mit ihm

gemeinsam noch vieles erreicht werden

kann! Neben zahlreichen Verbesserungen

in einzelnen Garnisonen, konnte er

zuletzt, unter der Begrifflichkeit „Katastrophenschutzpaket“,

eine wesentliche

Aufstockung des Budgets erreichen.

Aber auch der neu bestellte Generalstabschef,

General Mag. Robert Brieger

kommt in der internen Wahrnehmung an

der Basis extrem gut an. Viele Bedienstete

loben seine fachlich qualifizierten

Aussagen und seinen Mut, auch in der

Öffentlichkeit die Österreichische Bevölkerung

wieder dahingehend zu sensibilisieren,

dass die Hauptaufgabe eines

Heeres die „Militärische Landesverteidigung“

ist! Nur wenn das in den Köpfen

angekommen ist, werden wir einerseits

jene Geldmittel vom Staat erhalten, die

wir brauchen, um im Einsatz effektiv

agieren zu können und andererseits die

notwendige Akzeptanz in der Bevölkerung

wieder finden.

Abschließend möchte ich mich bei allen

Personalvertreterinnen und Personalvertretern

bedanken, die idealistisch

in Tausenden von Stunden pro Jahr die

Interessen der Bediensteten vertreten.

Personalvertretung ist ein Ehrenamt und

soll dem Wohle der Bediensteten dienen;

dies bleibt aber auch oft unerwähnt und

daher danke ich Euch allen, die Ihr eine

Obst Werner Hammer MSD

großartige Arbeit leistet! Tragen wir als

Personalvertreter gemeinsam weiter

dazu bei, dass dieser Aufwärtstrend in

unserem Bundesheer anhält!

An alle Spitzenfunktionäre der Fraktionen

FCG und FSG möchte ich diesbezüglich

folgenden Appell richten:

Wir müssen zum Wohle unserer Bediensteten

über alle Parteigrenzen und

ideologischen Einstellungen hinweg

zusammenhalten! Lasst uns intern unterschiedliche

Meinungen diskutieren, aber

nach außen hin geschlossen auftreten!

Geht mit uns mit – gemeinsam können

wir für unsere Bediensteten viel mehr

erreichen! Und hört endlich auf, mit

dem Finger auf andere zu zeigen, das

ist kindisch und schadet dem Ansehen

der gesamten Personalvertretung enorm.

Gerade so, als ob wir nichts Wichtigeres

zu tun hätten, als untereinander zu streiten.

Wer streitet, der ist mit sich selbst

beschäftigt und kann sich nicht auf die

Probleme der Bediensteten konzentrieren,

auf das Bundesheer schon gar nicht.

Sollten wir nicht dem Dienstgeber als

geschlossene Phalanx gegenübertreten?

Ihr Oberst Werner Hammer

Impressum HEER aktiv:

Eigentümer, Verleger und

Herausgeber:

Aktionsgemeinschaft Unabhängiger

und Freiheitlicher (AUF)

Medieninhaber:

Aktionsgemeinschaft Unabhängiger

und Freiheitlicher, vertreten durch

deren Vorstand

Druck:

Druckerei Schmidbauer,

8280 Fürstenfeld, Wallstraße 24

Auflage: 20.000 Stück

AFH-Bundesobmann:

Obst Werner Hammer MSD

Tel.: 0664/24 17 194

E-Mail: werner.hammer@chello.at

Chefredakteur:

ObstdG MMag. DDr. Andreas Stupka

Tel.: 0664/54 01 937

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Fotos:

© BMLV(S), HBF, Archiv, Parlament, NFZ

Namentlich gezeichnete Beiträge und

Gastkommentare müssen sich nicht

mit der Redaktionsmeinung decken.

Unaufgefordert eingesandte Beiträge

bedeuten keine automatische

Veröffentlichung.

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Wehren können, um sich nicht

wehren zu müssen!

Das Bundesheer soll wieder Militär werden

Das Militär ist das Instrument für

die Zwecke des Krieges. Ein starkes

Bundesheer soll einen Aggressor

gar nicht auf den Gedanken

kommen lassen, den Krieg in unser

schönes Österreich hereinzutragen.

Versucht er es dennoch, dann muss

unser Bundesheer der Sieger sein.

Wie das zu machen wäre, soll im

Folgenden beleuchtet werden.

Damit vorneweg gleich alle anderen Ansinnen

ausgeräumt werden: Das Militär

eines Gemeinwesens muss so ausgelegt

sein, dass es aufgrund seiner Stärke einen

Krieg von vorne herein verhindern

oder eben den Waffengang erfolgreich

führen kann. Hier können wir uns durchaus

die Schweiz als Vorbild nehmen, von

der man sagt: „Die Schweiz hat keine

Armee – die Schweiz ist eine Armee!“

Das Schweizer Volk in seiner Gesamtheit

ist eben willens, seine Heimat zu

verteidigen und die Schweizer demonstrieren

das auch, indem sie ihre Armee

entsprechend ausrüsten und das Milizsystem

pflegen. Das hat ihnen immerhin

zweihundert Jahre Frieden! eingebracht.

Wir sollten es daher so gescheit wie die

Schweiz machen!

ObstdG MMag. DDr. Andreas Stupka

Hauptaufgabe ist die

Landesverteidigung

Wenn jetzt wieder die Assistenzeinsätze

zum Hilfspolizeidienst oder die Katastrophenhilfe

als besonders wichtigste Aufgabe

ausgebreitet werden in unserer friedensgewohnten

Gesellschaft, dann kann

man darauf nur antworten: Diese Dinge

kann ein gut ausgerüstetes Heer natürlich

auch, und diesen Aufgaben wird es

selbstverständlich auch nachkommen.

Aber der Hauptzweck des Militärs sind

diese Aufgaben nicht, sein Hauptzweck

ist die Verhinderung eines Krieges oder

der Sieg im Krieg zum Schutz der Bevölkerung

und seiner Kultur sowie zum

Erhalt unseres lebenwerten Österreich.

Aus dem Gesagten ist bereits ersichtlich,

dass das Heer nicht eine Angelegenheit

jener ist, die sich für das Militär interessieren,

sondern die Verantwortung einer

jeden Bürgerin und eines jeden Bürgers.

– Schließlich sind sie es, die in diesem

Heer kämpfen oder durch dieses Heer

beschützt werden sollen. Alle Staatsangehörigen

haben sich daher für die

Sache der Landesverteidigung zu interessieren.

Allen muss es daher wert sein,

für diese Landesverteidigung auch das

entsprechende Geld in die Hand zu nehmen.

Wenn es um den Krieg geht, dann

können wir doch nicht wollen, dass unsere

Bürger mangels entsprechender

Ausrüstung als „Kanonenfutter“ ins Feld

gehen.

Ob´s stürmt oder schneit, ob die Sonne uns lacht ...

Der Soldat muss zu jeder Zeit kämpfen können!

Bundesheer - Daniel Trippolt

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Die Wehrdienstdauer

ist zu kurz

Und es müssen alle wollen, sonst ist es

um die Landesverteidigung schlecht

bestellt. Aber das haben die Österreicherinnen

und Österreicher bereits 2013

erkannt, als sie sich mit großer Mehrheit

für die Beibehaltung der Allgemeinen

Wehrpflicht entschieden haben.

Jetzt geht es aber auch darum, wie lange

denn dieser Wehrdienst dauern soll?

Eine Wehrdienstdauer in der Länge von

sechs Monaten, ohne anschließende Milizübungen

ist eindeutig zu wenig, um

dem Bürger das Militärhandwerk so umfassend

zu vermitteln, dass er in einem

Kriegsfall bestehen kann. Der Grund

Bundesheer - Albin Fuss

Bundesheer.at - Screenshot

ist darin gelegen, dass in dieser kurzen

Zeit vor allem keine entsprechende Verbandsausbildung

möglich ist, noch dazu

wenn Assistenzen zu leisten sind.

Eine solide Wehrdienstdauer wären

zwölf Monate, und zwar aus folgendem

Grund: Der Bürger soll zu einem Soldaten

ausgebildet werden, der sich in allen

Gefechtssituationen zurechtfinden kann.

Dazu gehören selbstverständlich auch

alle Witterungsbedingungen und alle

Jahreszeiten, sodass es grundsätzlich

vernünftig wäre, den Wehrdienst ein Jahr

dauern zu lassen. Arbeitsmarkttechnisch

hätte dies auch einen gewissen Charme,

als einerseits die Jugendarbeitslosigkeit

dadurch eingedämmt werden könnte

Bei 6 Monaten Grundwehrdienst kommt

die Ausbildung im Verband zu kurz.

und andererseits dem jungen Bürger gediegene

Ausbildungsinhalte vermittelt

werden können, die er später im Berufsleben

gezielt verwenden kann, vom

staatlich geprüften Rettungssanitäter

bis hin zu Sprengausbildungen, Cyberabwehr-Techniken,

Führerscheinen, um

hier nur Beispiele zu nennen.

Eine Anhebung des Wehrdienstes, verknüpft

mit der Wiedereinführung der

Milizübungen wäre demzufolge ein

Gebot der Stunde, um den Wehrwillen

Österreichs auch zeigen zu können. Das

Bundesheer muss sich wieder vermehrt

der Militärischen Landesverteidigung

zuwenden, wie dies Generalstabschef,

General Mag. Robert Brieger, richtigerweise

ganz massiv gefordert hat. In den

letzten Jahren sind die Armeen überall

in Europa auf Abwege geraten, das Bundesheer

ist da nicht alleine. Viele haben

ihre Wehrfähigkeit stark eingeschränkt.

Aber angesichts der auf Europa zukommenden

Bedrohungen und Gefahren

denken die Staaten bereits wieder um, so

hat beispielsweise Schweden heuer die

Wehrpflicht wieder eingeführt und eine

Aufrüstungsbewegung hat eingesetzt.

Landesverteidigung muss

etwas kosten

Um wehrhaft sein zu können, muss das

Bundesheer wieder entsprechend wehrfähig

gemacht werden! Es bedarf neuer

Waffensysteme gegen Bedrohungen, wie

die Drohnen eine darstellen, es bedarf

neuer Fahrzeuge, neuer Mannesausrüstung

für die Miliz, neuer Infrastruktur

bzw. der Sanierung der bestehenden. Zu

viele Liegenschaften sind in den letzten

Jahren verkauft worden, einige davon

richtigerweise, andere unnötigerweise,

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andere liegen brach. So bedürfte es beispielsweise

eines Sonderfinanzierungspaketes

zur Sanierung der Kaserne Baden.

Diese Garnison in der unmittelbaren

Nähe der Bundeshauptstadt wäre ein idealer

Standort für eine militärische Schuleinrichtung

oder ein Kommando oder

eine Truppe. – In Wien ist ohnehin der

Platz zu eng und es fehlen die Übungsflächen.

Wenn eine Ortschaft seine Feuerwehr

nicht ordentlich ausrüstet, darf sich die

Bevölkerung nicht wundern, wenn im

Einsatzfall großer Schaden entsteht. Zur

Verantwortung dafür wird immer die

Politik gezogen. So ist es auch im Staat.

Nur hört man hierzulande allzu oft:

„Ach, was soll denn uns schon passieren?“

So sorglos war man schon einige

Male in der Geschichte und ist dann in

einen Krieg hineingetorkelt; so sorglos

waren sicherlich auch viele Politiker in

jenen Ländern, wo heute Krieg herrscht

– viele dieser sorglosen Politiker existieren

daher heute nicht mehr, denn sie

wurden vom Krieg hinweggerafft.

Um den Frieden in und für Österreich

zu erhalten wäre es demzufolge ratsam,

das Bundesheer ordentlich auszustatten,

damit es kampfkräftig agieren kann. Die

Politik pokert ja hoffentlich nicht um den

Krieg auf Kosten einer Bevölkerung, die

dann den Kriegswirren schutzlos ausgeliefert

wäre, und eines Militärs, das nicht

wehrfähig ist. Die Loyalität des Volkes

gegenüber dieser Politik wird sich unter

solchen Umständen wahrscheinlich in

Grenzen halten. Ein „Gott schütze Österreich“

wie 1938 wird sich die Politik

sicherlich auch nicht als Verteidigungsmaßnahme

für unser Land einreden

wollen. Es bleibt daher nur übrig, Geld

in die Hand zu nehmen und das Bundesheer

entsprechend auszurüsten. Und dass

grundsätzlich kein Geld da wäre, das

kann man den Bürgerinnen und Bürgern

eines der reichsten Länder der Welt nicht

erklären.

Hören wir endlich auf, uns

selber etwas vorzugaukeln!

Das Bundesheer hat in den letzten Jahren

einen gewaltigen Niedergang erlebt. Kasernen,

Fahrzeuge und schwere Waffen

sind verkauft worden. Die Wehrdienstdauer

ist auf sechs Monate reduziert worden.

Die Milizübungen sind abgeschafft

worden. Viele Kadersoldaten rennen mit

dem so genannten Kommando-Modul,

also ohne entsprechende Ausrüstung,

durch die Gegend. Verteidigungsanlagen

und Militärinfrastruktur wurden zum

Teil verkauft oder vielfach nicht mehr

instandgesetzt. Die angekauften modernen

Waffen und Geräte sind nur in geringer

Stückzahl vorhanden und reichen

bei weitem nicht für die Ausrüstung der

Verbände. Für jede größere Übung muss

das Gerät aus dem gesamten Bundesgebiet

zusammengekratzt werden.

Machen wir daher uns – und vor allem

der Politik - nichts vor. Das Bundesheer

ist nur mehr sehr eingeschränkt

einsatzbereit und für einen größeren

Konfliktfall nicht strukturiert und gerüstet.

Das ist die Botschaft. Und diese

Botschaft gilt es zu verstehen. Das Bundesheer

braucht daher mehr Geld zur

Wiederherstellung einer entsprechenden

Wehrfähigkeit. Die Wehrdienstdauer

muss angehoben werden, im Sinne des

Bürgers selbst; damit er eben das Militärhandwerk

soweit erlernt, dass er im

Gefecht bestehen kann. Wir müsssen das

Bundesheer wieder zu einem schlagkräftigen

und wirkungsvollen Instrument

machen, im Sinne des Friedenserhaltes

und zum Schutz unserer Heimat und seiner

Menschen.

Ω

Bundesheer - Gunter Pusch

Die Miliz In der Schweiz sollte uns

zum Vorbild gereichen.

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Die militärische Landesverteidigung steht

im Mittelpunkt

Interview mit dem

Herrn Generalstabschef,

General Mag.

Robert Brieger

Herr General, wie sehen Sie Ihre Rolle

als höchster militärischer Repräsentant

des Österreichischen Bundesheeres im

gesamtstaatlichen Gefüge?

Ich habe mir zum Ziel gesetzt, einen Beitrag

zur sicherheitspolitischen Diskussion

in Österreich zu leisten. Dazu ist es

notwendig, die militärischen Erfordernisse

klar anzusprechen und keine Missverständnisse

hinsichtlich der notwendigen

Prioritäten aufkommen zu lassen. In

diesem Sinne sehe ich die Aufgabe des

Chefs des Generalstabes als die eines

Beraters und Experten für militärische

Angelegenheiten im gesamtstaatlichen

Kontext.

Das Bundesheer hat mit den gewaltigen

Einsparungen der letzten Jahre

schwierige Zeiten durchgemacht, die

es an den Rand der Einsatzbereitschaft

gebracht haben. Es scheint, als

hätte auf politischer Ebene bereits ein

Umdenken in Richtung mehr Sicherheit

stattgefunden. Wie beurteilen Sie

diese Entwicklung?

Bereits im Regierungsprogramm wird

die Notwendigkeit angesprochen, den

über die Jahre entstanden Investitionsstau

aufzulösen. Wir Militärs müssen

der Öffentlichkeit, den Medien und vor

allem den politischen Entscheidungsträgern

die Begründungen und Argumente

für den sukzessiven Aufbau der militärischen

Kapazitäten liefern und diese beharrlich

vertreten.

Wir müssen den Mehrwert eines starken

Bundesheeres für die Sicherheit Österreichs

transparent machen und die damit

verbunden Synergieeffekte für die Wirtschaft

und den Arbeitsmarkt aufzeigen.

Auf welche sicherheitspolitischen Herausforderungen

wird sich das Bundesheer

in den kommenden Jahren besonders

konzentrieren müssen, um den

Schutz der Republik und seiner Bürger

gewährleisten zu können?

General Mag. Robert Brieger

Die Entwicklung der letzten Jahre, seit

der Migrationskrise, hat die Notwendigkeit

des Grenzschutzes deutlich werden

lassen. Darüber hinaus kommen neue

Herausforderungen, wie hybride und

subkonventionelle Bedrohungsmuster,

auf uns zu.

Herr General, Sie haben eine Rückbesinnung

des Bundesheeres auf die militärischen

Aufgaben gefordert. Was soll

sich daher im Dienstbetrieb und in der

Ausbildung ändern?

Ich habe angekündigt, die militärische

Landesverteidigung in den Mittelpunkt

unserer Bemühungen zu stellen, weil

ich überzeugt bin, dass die Bewältigung

dieser Aufgabe die Fähigkeit zur Bewältigung

subsidiärer Aufgaben mit einschließt.

Umgekehrt wäre dies nicht der

Fall. Diese Zielsetzung wird durch die

Betonung militärischer Kernfähigkeiten

in Ausbildung und Dienstbetrieb umzusetzen

sein.

Bundesheer - HBF Kabinett HBM

Wird diese neue Ausrichtung des Bundesheeres

auch Konsequenzen für die

künftige Gestaltung der Assistenzeinsätze

und „Hilfspolizei-Tätigkeiten“

haben?

Die Fähigkeit des Bundesheeres, der Bevölkerung

durch sicherheitspolizeiliche

oder Katastropheneinsätze Schutz und

Hilfe zu gewähren, bleibt im vollen Umfang

erhalten. Allerdings habe ich nicht

die Absicht, das Bundesheer durch Übernahme

zusätzlicher Exekutivaufgaben in

eine Konkurrenzsituation zur Polizei zu

bringen. Es geht darum, die unterschiedlichen

Befähigungen in einem kooperativen

Ansatz zur Wirkung zu bringen.

Das Personal des Bundesheeres hat

durch die vielen Umschichtungen und

Reformen insbesondere mit der LV 21.1

Enttäuschungen erleben müssen. Wie

sollen Personalmaßnahmen im Rahmen

von Umgliederungen in Zukunft

angelegt werden, um das Frustrationsniveau

möglichst niedrig zu halten?

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Mir erscheint es wesentlich, die Strukturentwicklung

im Sinne der Vorgaben

des Herrn Bundesministers umzusetzen,

nämlich schlanke Führungs- und

Verwaltungsstrukturen und mehr für die

Truppe. In diesem Sinne sind die jetzt

eingeleiteten Maßnahmen als notwendige

Anpassung an realistische Rahmenbedingungen

zu sehen. Um dem Personal

das Gefühl sicherer Arbeitsbedingungen

zu geben ist es dringend erforderlich, die

neue Struktur über einen längeren Zeitraum

zu nutzen und von unmotivierten

Korrekturen Abstand zu nehmen.

Herr General, sie sehen das Bundesheer

als Familie mit gemeinsamen Zielen

und Interessen deren innerlicher

Zusammenhalt zu stärken wäre. Wie

wollen Sie diese Idee konkret angehen,

um den Soldaten und Bediensteten ein

solches Gefühl zu geben?

Indem ich den Soldaten und Bediensteten

die Loyalität und den Rückhalt ihres

Generalstabschefs versichere und bemüht

sein werde, das Gemeinschaftsgefühl

in den Streitkräften durch ein klares

Leitbild und die Transparenz aller zu setzenden

Maßnahmen zu stärken.

Das Bundesheer ist als Wehrpflichtigenheer

besonders auf das Verständnis der

Zivilgesellschaft angewiesen. Welche

Maßnahmen wollen Sie ergreifen, damit

das Bundesheer in dieser Zivilgesellschaft

auch entsprechend ankommt?

Durch die Wehrpflicht haben wir die

Möglichkeit, mittels einer attraktiven

und fordernden Ausbildung die jungen

Menschen für uns zu gewinnen. Weiters

ist es erforderlich, dass Informationswesen

in der Öffentlichkeit, insbesondere in

den Bildungseinrichtungen, zu stärken

und die Umfassende Landesverteidigung

in zeitgemäßer Form wiederzubeleben.

Viele Rekruten, die den Grundwehrdienst

geleistet haben sind enttäuscht,

weil sie als so genannte Funktionssoldaten

verwendet wurden und daher

kaum eine Ausbildung im militärischen

Handwerk erhalten haben.

Müssten wir nicht auch diesen Umstand

beseitigen, um in der Zivilgesellschaft

anzukommen?

Es ist gelungen, die Anzahl der Funktionssoldaten

auf ein überschaubares

Maß zu reduzieren; sie bleiben jedoch

ein unverzichtbarer Bestandteil der

Streitkräfte.

Für die Erreichung einer Mobilmachungsfähigkeit

im gesetzlichen Rahmen

bedarf es des Ausbaues der Miliz

und einer verstärkten Ausbildung für

die Miliz. Denken Sie daran, die Milizübungen

wieder einzuführen, um die

militärischen Fähigkeiten des Bundesheeres

zu steigern?

Die Wiedereinführung verpflichtender

Milizübungen ist naturgemäß eine politische

Frage, die Minister Kunasek

jüngst zur Diskussion gestellt hat. Aus

militärischer Sicht wäre diese Maßnahme

zur Hebung der Einsatzbereitschaft

der Miliz zu begrüßen, wenngleich die

Realisierung einen längeren Prozess in

Anspruch nehmen wird und die Bereitstellung

der damit verbundenen Ressourcen

erfordert.

Herr General, Sie wurden von der

Presse bei Ihrer Bestellung als „unaufgeregter

Fachmann“ bezeichnet. Mit

Ihren Aussagen haben Sie aber eine gewisse

Aufregung erzeugt. Wie sehen Sie

sich selbst in Ihrer Funktion als Chef

des Generalstabes?

Wie gesagt, habe ich mir zum Ziel gesetzt,

die militärischen Erfordernisse

klar anzusprechen und niemanden über

den Budgetbedarf des Bundesheeres im

Zweifel zu lassen. Es sollte zu denken

geben, dass solche Aussagen eines militärischen

Verantwortungsträgers in Österreich

Aufregung erzeugen.

Herr General, was möchten Sie als

höchster militärischer Repräsentant

des Bundesheeres Ihren Kameraden aller

Dienstgrade als Leitmotiv mitgeben?

Gemeinsam für

ein starkes Bundesheer!!!

Das Interview wurde geführt von

Chefredakteur

ObstdG MMag. DDr. Andreas Stupka.

Lebenslauf:

Geboren am 21. November 1956 in Wien,

Familienstand: Verheiratet, 3 Kinder

1975 Präsenzdienst

1976-

1979

Offiziersausbildung an der

Theresianische Militärakademie

Ausgemustert zur Waffengattung Panzer

1985-

1988

Generalstabsausbildung an der

Landesverteidigungsakademie in Wien

1991 Ausbildung an der

Führungsakademie der

Bundeswehr

1994 &

2007

Ausbildung am NATO Defense

College in Rom

1999 Ausbildung an der NATO Schule

Oberammergau

Bundesheer - HBF Kabinett HBM

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Aktuelles aus dem

Zentralausschuss

Viele Dinge passieren auch dann,

wenn der einzelne denkt, das geht

alles zu langsam. Auch mir geht es

nicht anders! Die vielen kleinen und

großen Probleme, die sich im Lauf

der letzten Jahre angehäuft haben:

Infrastruktur, Rüstung, Mobilität,

persönliche Schutzausrüstung, Personal

und finanzielle Abgeltungen,

alles das soll jetzt praktisch gleichzeitig

erledigt und abgearbeitet

werden. Aber auch wenn wir alle

ungeduldig sind: Es wird an vielen

Dingen gleichzeitig gearbeitet, nur

das Produkt kommt zumeist erst

später ans Tageslicht.

Der Minister kommt – und

es tut sich was!

Die vielen Infrastrukturprobleme, die bei

der Truppe vorhanden sind und in den

ersten neun Monaten an den Bundesminister

herangetragen wurden, wurden in

die Linie gegeben und werden jetzt abgearbeitet.

Es mag für die großen militärischen

Strategen nicht von Bedeutung

sein – und so war es, wie mir scheint,

auch über Jahre hinaus – aber jetzt werden

auch endlich einmal die Sorgen und

Anliegen der Truppe gehört und es soll

ihnen Rechnung getragen werden. Seien

es kaputte Kommunalgeräte, damit die

Bediensteten ihre Arbeit verrichten und

die Kasernen gepflegt werden können,

oder Sanitäranlagen, die saniert werden

müssen. Oder Kaserneneinfahrten und

Wachlokale, einst das Aushängeschild

jeder Kaserne – so wurde nun auch die

letzte Kaserneneinfahrt von der Kette befreit

und mit einem Schranken versehen.

Aber auch die Fitnessräume der Truppe

sollten annähernd so gut ausgestattet

sein, wie in den wenigen Liegenschaften,

wo man es sich richten kann. Das

alles passiert am Rande der vielen Truppenbesuche,

die unser Bundesminister in

den letzten Monaten absolviert hat und

wobei ich ihn begleiten durfte; er hat das

Gespräch mit der Personalvertretung gesucht

und nicht gescheut! Den Anliegen

des so genannten „kleinen Mannes“ wurde

endlich Gehör geschenkt.

Ich sage Dank!

Ich möchte mich auf diesem Wege beim

ZMFW der Landesverteidigungsakademie,

beim Heeressportzentrum sowie

Vzlt Manfred Reindl

beim Gebirgskampfzentrum recht herzlich

bedanken für diese wertvolle Ausbildungswoche

im Rahmen des Projektes:

„Individuelle Ressourcenaktivierung

und Aufbau von Gruppenkohäsion unter

alpinen Stressbedienungen“. Ich bin

stolz darauf, ein Teil dieser Gruppe gewesen

zu sein. Zudem möchte ich mich

bei allen Teilnehmern und den Organisatoren

für die Kameradschaft bedanken

und bei den Bergführern, dass ich mit auf

den Klettersteig „F“ durfte.

Ich werde wieder als

Spitzenkandidat für die

AFH antreten!

Die Monate im Kabinett waren sehr

wertvoll und wichtig für die weitere

Arbeit als Personalvertreter. Mit

1. November 2018 werde ich meine

Dienstzuteilung im Kabinett beenden,

um mich voll und ganz auf die kommenden

Personalvertretungswahlen im November

2019 konzentrieren zu können.

Es ist an der Zeit, dass die AFH die Führung

im Zentralausschuss übernimmt!

Ansonsten besteht die Gefahr, dass wir

uns weitere fünf Jahre im Zentralausschuss

kümmern, ob „ein Beistrich richtig

oder falsch gesetzt wurde“ – frei nach

dem Motto: „Kümmere dich um Probleme,

die eh keinen interessieren und lass’

die wahren Probleme an Dir vorüberziehen,

denn damit kannst Du auch mit niemandem

anecken.“

Foto: AFH Reindl Manfred

Meine individuelle Ressourcenaktivierung

Was aber brennt den

Bediensteten wirklich

unter den Nägeln?

Änderungen in der Besoldung MBUO1

alt:

• Mehrere Varianten wurde in Laufe

der Monate erarbeitet. In den

nächsten Monaten wird es eine po-

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litische Entscheidung geben, wie

wir die Anhebung der Besoldung

der MBUO1/alt umsetzen. Wir sind

davon abgegangen, zwei zusätzliche

Funktionsgruppen einzuführen,

denn zu viele gesetzliche Rahmenbedingungen

müssten dafür geändert

werden. (z.B. Richtverwendungen,

usw.) Mein besonderer Dank

gilt unserem Bundesminister und

seinem Berater in personalrechtlicher

Hinsicht, Dr. Siegfried Dohr,

die beide nicht müde werden, eine

gute Lösung umzusetzen und mich

in dieser Sache ertragen müssen, da

ich beinahe an jedem Tag zu diesem

Thema vorstellig werde.

• Eine Änderung der Englischüberprüfung

konnte erreicht werden:

Einmal die Prüfung abgelegt, so gilt

die Einstufung auf Dauer. Natürlich

ist es möglich, freiwillig sich der

neuerlichen Überprüfung zu unterziehen,

um eine höhere Einstufung

zu erhalten.

• Im Waffengesetz konnte einiges für

uns Soldaten eingebracht werden;

was schlussendlich kommt, wird im

Parlament erst beschlossen werden.

• Der Prüfrhythmus bei der KPE-Testung

wurde von zwei auf drei Jahre

erweitert.

Ausbilderprämie als ein

leidiges Thema

Die Ausbilderprämie wurde eingeführt

aufgrund der niedrigen Einstiegsgehälter

der MBUO2/alt und wegen der

besonderen Herausforderungen für die

Bediensteten im Rahmen der Grundwehrdiener-Ausbildung.

Sie trügen die

höchste Last in der Ausbildung, so war

die Meinung des Dienstgebers. Die Ausbilderprämie

fand aber nicht bei allen

Unteroffizieren Gefallen, auch konnte

nie ausgeschlossen werden, ob dieser

Einsatz von Geldern weitestgehend gerecht

erfolgte. Diese Debatte kennen wir

zur Genüge.

In einer Zentralausschusssitzung im Jahr

2017 wurde durch den Abteilungsleiter

der Personalführung nach Aufforderung

des Zentralausschusses ein Vortrag für

die Beweggründe der Prämie noch einmal

vorgetragen. Die Meinung des Zentralausschusses

damals war, dass diese Verteilung

eigentlich ungerecht sei. Der Leiter

der Personalführung teilte uns daraufhin

mit, dass die dafür zur Verfügung gestellten

zwei Millionen Euro daher anderweitig

abverbraucht werden müssten, wenn

wir zu keinem Einvernehmen kämen.

Besuch bei der 6. Gebirgsbrigade

Dies wollten wir natürlich auch nicht.

So wurden schlussendlich auch im Jahr

2017 pro Ausbildungswoche 50,- Euro

an Bedienstete, die mit der Basisausbildung

beschäftigt waren, ausgeschüttet.

Für heuer sind 25,- Euro vorgesehen.

Damit wurde die Höhe verändert, der

Belohnungstopf im Gesamten bleibt jedoch

annähernd gleich. Dafür aber steigen

die Mehrdienstleistungen für die

Bediensteten im Gesamten um zwei Millionen

gegenüber dem Vorjahr an.

Natürlich löst das jetzt Diskussionen aus,

weil der Betrag auf 25,- Euro herabgesetzt

wurde. Und so mancher „Schnellrechner“

unterstellt dem Bundesminister,

er mache finanzielle Kürzungen beim

Personal. Das stimmt aber nicht, denn

der gesamte zur Verfügung stehende

Foto: AFH Reindl Manfred

Geldtopf ist sogar erhöht worden aufgrund

der steigenden Anzahl an Bediensteten.

Und vor allem wurden die Mehrdienstleistungsstunden

erhöht.

Wenn der Grund für die Einführung

der Ausbilderprämie damals die geringen

Einstiegsgehälter waren, so wäre

dieser Grund jetzt mit der Anhebung

der MBUO 2 auf MBUO 1 zur Gänze

weggefallen. Mir persönlich erscheint

es daher vernünftigher, den Mehrdienstleistungstopf

für die Truppe zu erhöhen

und sichtbare Leistung durch entsprechende

Bezahlung abzugelten, anstelle

einer Ausschüttung von Prämien, die nur

schwer kontrollierbar und für viele nicht

nachvollziehbar sind.

Ω

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Jeder Berufsoffizier ist ein

Akademiker!

Die Offiziersausbildung im alten und neuen

System - ein Vergleich.

Die AUF/AFH tritt weiterhin für

ein Ende des „Nachgraduierens“

und die hundertprozentige Anrechnung

der bereits absolvierten militärischen

und universitären Ausbildung

ein. Diese Anrechenbarkeit

der Leistungen früherer Kurse

wurde im Zuge eines Vergleiches

durch das Bundesministerium für

Bildung, Wissenschaft und Forschung

bestätigt.

Im Laufe der Jahre hat sich die Offiziersausbildung

verändert und den neuen

Umfeldbedingungen angepasst. Die

AUF/AFH hat sich von Anfang an vehement

für eine volle Anrechnung der

bereits absolvierten militärischen und

universitären Ausbildung ausgesprochen.

Wurde bis jetzt jedoch immer nur

der Lehrgang universitären Charakters

„Sicherheitsmanagement“ (LUCh) mit

dem FH-Masterstudiengang „Militärische

Führung“ verglichen, so soll dieser

Beitrag nunmehr einen vollinhaltlichen

Vergleich des Umfanges (Workload) der

alten und gegenwärtigen Offiziersausbildung

durchführen – ausgedrückt mit einer

üblichen Maßeinheit für den Arbeitsaufwand

im tertiären Bildungsbereich,

nämlich mit ECTS (European Credit

Transfer and Accummulation System)

– und soll ebenso die Auswirkungen auf

Überstellungen im Öffentlichen Dienst

darstellen.

Ausgangslage

Die Voraussetzung für die Zulassung

zur Ausbildung zum Offizier des Österreichischen

Bundesheeres (ÖBH) bildet

grundsätzlich die Hochschulreife (Matura).

Seit Einführung der akademischen

Ausbildung der Offiziersgrundausbildung

ist auch der Zugang über die Studiengangsberechtigungsprüfung

gem. §5

FH-StG möglich.

Die Offiziersgrundausbildung wird in

diesem Vergleich nicht näher betrachtet,

da der Workload sowohl im „System

Obst Werner Hammer MSD

alt“ als auch im „System neu“ jedenfalls

mindestens 180 ECTS umfasst. In beiden

Systemen sind es sogar mehr, wenn

die Truppenoffizierslehrgänge hinzugezählt

werden.

Der Workload der Offiziersweiterbildung

wird in der nachstehenden Tabelle

verglichen, wobei im „System neu“

keine weiteren Berechnungen angeführt

wurden, da der Workload für den akkreditierten

Fachhochschul-Masterstudiengang

Militärische Führung (FH-MaStg

MilFü) ohnehin mit 120 ECTS (inklusive

des anzurechnenden Stabs- und Führungslehrganges

1) festgelegt ist.

Foto: Peter Fritz

Seite 10

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Berechnungen

Im Bereich der Offiziersweiterbildung

des „Systems alt“ wurden Teile – nämlich

der Führungslehrgang 1 und der

Stabslehrgang 1 – bereits mit ECTS

berechnet und offiziell bestätigt.

Für jene Bereiche der Ausbildung,

die noch nicht mit ECTS berechnet

wurden, wurde grundsätzlich vom

ECTS-Modell ausgegangen, das zur

Verarbeitung der Lehreinheiten einen

mindestens 40%-igen Anteil an Selbststudiumseinheiten

vorsieht, sofern es

sich nicht um eine ausschließlich praktische

Ausbildung handelt. Die Berechnungen

für den Führungslehrgang 1

(Fachteil), den Stabslehrgang 2 und

den Führungslehrgang 2 wurden daher

mit dem geringsten möglichen Anteil

durchgeführt.

Die nachstehende Tabelle stellt einen

Vergleich der Normlaufbahn vor

(=„System alt“) und nach (=„System

neu“) der Einführung der akademischen

Ausbildung – ausgedrückt in

ECTS – dar. Der Führungslehrgang 1

(Fachteil) umfasste im „System alt“ –

je nach Waffengattung – unterschiedliche

Workloads.

„System alt“ ECTS „System neu“ ECTS

Führungslehrgang 1

(kürzester Fachteil)

Führungslehrgang 1

(allgemeiner Teil)

9,6

Auszug aus dem Antwortschreiben des BMBWF

15

Stabslehrgang 1 23,5

Stabslehrgang 2 11,5

Führungslehrgang 2 61

Foto: Bundesheer - Günter Filzweiser

In der Tabelle wird daher zum Zwecke einer allgemeinen Gültigkeit der

geringste aller Workloads des Führungslehrganges 1 (Fachteil) angeführt.

Führungs- und Stabslehrgang 1

(wird als 1. Semester des FH-MaStg

MilFü angerechnet)

FH-MaStg MilFü

(Semester 2-4)

Summe 120,6 Summe 120

Die in der Tabelle durchgeführten Berechnungen wurden auch bereits

durch das Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft und Forschung

schriftlich bestätigt.

„….Ihre Analyse behandelt im Wesentlichen die Vergleichbarkeit im Arbeitsaufwand

der früheren militärischen Führungsausbildung im Verhältnis

zum nunmehrigen Fachhochschul-Studiengang ‚Militärische Führung’

nach der Bologna Studienarchitektur.

Grundsätzlich ist bei der Berechnung des Arbeitsaufwandes im Sinne des

§ 8 Abs. 3 Z 2 FHStG und § 54 Abs. 2 UG vorzugehen. Soll damit intern

eine Vergleichbarkeit dargestellt werden, spricht nichts gegen eine diesbezügliche

Darlegung….“)

30

90

Die Offiziersausbildung fußt auf

militärwissenschaftlichen Grundlagen.

Folgerungen

Der Workload der Offiziersweiterbildung

– ausgedrückt in ECTS – stellt

sich im Vergleich des „Systems alt“

mit dem „System neu“ als de facto

gleichwertig dar.

Was sind nun die Auswirkungen für

Einstufungen und Übernahmen im Öffentlichen

Dienst? Während sich die

Situation für die Absolventen des FH-

MaStg MilFü durch eine BDG-Novelle

(Anlage 1, 12.13a) verbesserte,

werden die Absolventen des „Systems

alt“ – trotz nahezu gleichwertigem

Workloads – nach wie vor „wie Maturanten“

eingestuft.

Die AUF/AFH wird sich daher auch

weiterhin für eine rasche Lösung des

Problems, nämlich die volle Anrechnung

der bereits absolvierten militärischen

und universitären Ausbildung

ohne „Wenn und Aber“ einsetzen.

Ω

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Seite 11


Das Jägerbataillon 8 oder

Totgesagte leben länger

Der Wechsel der Waffengattung

Im Zuge des unverantwortlichen

Zurückfahrens der dem Bundesheer

ohnedies nur notdürftig zur

Verfügung gestellten Ressourcen

seit dem Ende des Kalten Krieges

stand die Fliegerabwehr/FlA (heute

richtigerweise als bodengebundene

Luftabwehr bezeichnet) stets im

Fokus von Auflösungsüberlegungen

diverser Militärs. Es wurde fieberhaft

nach vermeintlichen Einsparungspotenzialen

gesucht und da

bot sich nun einmal die FlA-Truppe

an, war diese doch stets ein Stiefkind

der Land- – aber noch viel

schlimmer – der Luftstreitkräfte.

Militärischen Lobbyismus für die

FlA betrieb und betreibt eigentlich

niemand. Sie wird eben geduldet –

und systematisch reduziert.

Von diesen Einsparungen war insbesondere

auch die FlA in Wals/Stadt Salzburg

(mit ihren früheren Anteilen in Hörsching/Oberösterreich)

massiv betroffen.

Diverse Auflösungsbefehle landeten

beim letzten Kommandanten des Fliegerabwehrbataillons/FlAB

3 auf dessen

Schreibtisch und waren für den dortigen

Berufs- und Milizkader alles andere als

motivierend. Das Resultat war ein steter

Abgang von Kaderpersonal zu anderen

Dienststellen. Ein Zurücknehmen der

Auftragslage an den Verband durch die

vorgesetzten Kommanden erfolgte jedoch

zu keiner Zeit.

Aus FlA-Soldaten werden

Jäger

Als der Leichenschmaus schon bereitstand,

traf das FlAB 3 eine überraschende

Änderung: Umwandlung des

FlA-Verbandes in das künftige Jägerbataillon/JgB

8! Durchaus konsterniert,

unschlüssig, aber motiviert, endlich wieder

eine militärische Zukunft im eigenen

Verband zu haben, ging das Kader mit

Beginn 2017 daran, sich auf die neue

Waffengattung Infanterie umschulen zu

lassen bzw. sich damit intensiv auseinanderzusetzen.

Verstärkung erhielt das

neue JgB 8 durch die Unterstellung der

ehemaligen 3. Kompanie des JgB 26

(Hauptsitz in Spittal an der Drau/Kärnten)

in Tamsweg/Salzburg sowie durch

die zum Verband versetzten ausgebildeten

Infanteristen.

Alle diese Maßnahmen führten dazu,

dass trotz fortlaufender Kaderabgänge,

das jetzige JgB 8 jener Verband ist, der

den höchsten Kaderzulauf in Österreich

aufzuweisen hat. Dies resultiert letztendlich

aus einem ausgezeichneten Betriebsklima,

das über all die Jahre aufrechterhalten

werden konnte.

Die Bedrohung durch

Drohnen

Einige hochrangige Militärs entdeckten

dann im Laufe des Jahres 2017 plötzlich

eine vermeintlich neue und massive Bedrohung

von zu schützenden Objekten

durch Drohnen, was ja grundsätzlich

auch richtig ist. Aber natürlich war da-

Vzlt Volker Grote

mit auch gleich die Idee geboren, das

gerade erst umgewandelte JgB 8 wieder

in einen FlA-Verband oder zumindest in

einen Verband mit einer Drohnen-Abwehr-Kompetenz

rückumzuwandeln.

Beim dortigen Kader kann dies wohl nur

ungläubiges Staunen und Kopfschütteln

hervorgerufen haben. Vertrauen in die

vorgesetzten Stellen und deren Führungsqualität

sieht zweifelsfrei anders

aus!

Es stellt sich somit ohnedies die Frage,

welchen geistigen Planungshorizont so

mancher militärische Planer an den Tag

legt. Gestern so, heute anders, und morgen…

Morgen – nun das ist für manche

bereits Utopie! Schließlich ist man

ja gerade noch mit dem Abarbeiten des

Gestern beschäftigt. Da kann ja keiner

ernsthaft verlangen, an das Morgen zu

denken, geschweige denn diesbezüglich

zu handeln!

Nach einigem Hin und Her wurde jetzt

aber dankenswerter Weise durch den zuständigen

Bundesminister Mario Kuna-

Foto: Bundesheer - Gerald Stiegler

Fliegerabwehr beim Jägerbatallion...

Seite 12

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sek dieses unwürdige Prozedere beendet

und festgelegt, dass das JgB 8 als solches

bestehen bleibt, wenn auch künftig außerhalb

des bisher zuständigen Militärkommandos

Salzburg.

Die künftige Struktur der

Jägerbataillone

Aufgrund der Ministerweisung Nr.

258/2018 werden künftig sämtliche JgB

jene Bezeichnung führen, für welche sie

spezialisiert sind. Diese Maßnahme wird

sicherlich noch mehr zur Identifizierung

mit dem eigenen Verband beitragen und

ist deshalb zu begrüßen.

Des Weiteren wurde festgelegt, dass hinkünftig

alle JgB gleich zu strukturieren

sind, nämlich in ein Kommando, eine

Stabskompanie, drei Kampf- und eine

Kampfunterstützungskompanie, alle

entsprechend spezialisiert und beweglich

gemacht.

Gerade das JgB 8, mit seinen Standorten

Wals und Tamsweg, wird von dieser

Struktur profitieren. Denn derzeit stellt

sich im Verband das Luxusproblem, die

neu eintretenden Kadersoldaten arbeitsplatzmäßig

adäquat zu versorgen. Der

Verband betreibt eine vorbildliche Kaderwerbung

und sollte deshalb auch über

genügend freie Arbeitsplätze verfügen.

Die Zeiten, wo verpflichtungswilliges

Personal in Ermangelung vorhandener

freier Arbeitsplätze abrüsten musste,

müssen ein für allemal der Vergangenheit

angehören!

Volle Konzentration auf die Infanterieausbildung.

... alsTruppenfliegerabwehr.

Bundesheer - Wenzel Andy

Foto: Bundesheer - Gerald Steiger

Ein Vorschlag der

AFH-Personalvertretung

An dieser Stelle sei auch ein Vorschlag

des Salzburger Personalvertreters der

AUF/AFH, OStv Karl Doppler, erwähnt:

Jene Kompanien, die einen regen Zugang

von Kaderpersonal aufweisen, sollten

die strukturelle Möglichkeit haben,

einen weiteren Zug aufzustellen und

diese neu geschaffenen Arbeitsplätze zu

besetzen. Wird ein weiterer Zug aufgestellt

und personell besetzt, ergeben sich

daraus mehrere Vorteile: Der neue Zugskommandant

war vermutlich bisher ja

stellvertretender Zugskommandant oder

Gruppenkommandant und erhält einen

in der Regel höherwertigen Arbeitsplatz

als den bisher innegehabten. Außerdem

macht er seinen bisherigen Arbeitsplatz

für einen anderen frei, der auch eine höhere

Wertigkeit zu erwarten hat. Es erfolgt

somit ein sinnvolles und begründetes

Nachbesetzen von unten nach oben.

Der Kompaniekommandant wiederum

hätte dann nach Aufstellung dieses neuen

Zuges eine größere Führungsspanne

und damit auch mehr Verantwortung.

Dies könnte sich dann wiederum in einer

Anhebung der Wertigkeit seines bisherigen

Arbeitsplatzes niederschlagen.

Nach beispielsweise drei Jahren könnte

mittels Evaluierung festgestellt werden,

ob die höhere Wertigkeit der betreffenden

Arbeitsplätze weiterhin begründet

ist oder wieder auf die ursprüngliche

Wertigkeit zurückzuführen ist, weil die

entsprechenden Arbeitsplätze unbesetzt

sind. Leistung und ein gutes Betriebsklima

würden damit auch finanziell belohnt

und wären mit Garantie ein erheblicher

Ansporn für das Kaderpersonal.

Abschließend sei dem Kader des JgB 8

für seine hervorragende Arbeit und sein

Engagement gedankt. Der Großteil des

dortigen Kaders beweist seit vielen Jahren,

dass Totgesagte länger leben. Horrido,

JgB 8!

Ω

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Seite 13


Militärischer Föderalismus

Über die künftige Ausrichtung der

Militärkommanden

Die Militärkommanden sind das

Abbild des föderalen Prinzips der

Bundesverfassung im Hinblick auf

das Militär in Österreich. Aus diesem

Föderalismus und den daraus

ableitbaren rechtlichen Rahmenbedingungen

ergeben sich auch für die

Länder politische Verantwortlichkeiten

für die Miliz und den Einsatz

von Kräften des Bundesheeres.

Gestaltungsmöglichkeiten für die

Erfüllung dieses föderalen Prinzips

durch die Militärkommanden sollen

hier dargelegt werden.

Föderales Verfassungsprinzip

Betrachtet man die Österreichische

Bundesverfassung sowie die gelebte

politische Realität in Österreich, so

lässt dies folgenden Schluss zu: Österreich

ist nichts anderes, als die Summe

seiner neun Bundesländer! Mag diese

Behauptung dem kritischen Leser auch

etwas übertrieben erscheinen, so ist es

aber doch ein Faktum, dass das föderale

Prinzip – im Gegensatz zu zentralistisch

verwalteten Staaten wie z.B. Frankreich

– bei uns sehr stark ausgeprägt ist. Dieser

starke Föderalismusgedanke spiegelt

sich logischerweise auch in den Streitkräften

wider und findet seinen sichtbaren

Niederschlag in den 1963 aufgestellten

Militärkommanden (MilKden).

Föderale Militärverwaltung

Absicht war es, mittels der MilKden die

Truppe von Verwaltungsaufgaben und

dem Betrieb von Standorten (Kasernen)

zu entlasten. Die Truppe sollte sich ausschließlich

auf die Einsatzvorbereitung

und Einsatzdurchführung konzentrieren

können. Daran hat sich bis heute nichts

geändert. Die mittels Ministerweisung

Nr. 258/2018 angeordnete künftige Unterstellung

der Militärischen Servicezentren

(MSZ) unter die jeweiligen

MilKden stellt deshalb eine folgerichtige

Entscheidung dar. Schließlich werden

damit endlich sämtliche territorialen Angelegenheiten

unter ein Kommando im

jeweiligen Bundesland gestellt.

Föderales Milizprinzip

Das im Bundesverfassungsgesetz verankerte

Wehrsystem legt fest, dass das

Bundesheer nach den Grundzügen eines

Milizsystems auszurichten ist. Somit ist

Vzlt Johann Huemer

das gesamte Bundesheer ein Milizheer,

denn es besteht aus Berufssoldaten,

Zeitsoldaten und beorderten Reservisten,

worunter die Angehörigen des Milizstandes

zu zählen sind.

Milizsystem bedeutet daher zwingendermaßen

auch, regelmäßige und sich

wiederholende Übungen durchzuführen.

Seit der damalige Verteidigungsminister

Platter im Jahre 2006 die Beorderten

Waffenübungen (BWÜ) ausgesetzt

hat, ist die Miliz de facto tot. Die Duldung

und Fortführung dieser Maßnahme

schrammt am Verfassungsbruch – dies

sollte den politisch Verantwortlichen bewusst

sein!

Ihren Höhepunkt erlebte die Miliz zwei-

Seite 14

www.afh.at


felsohne zur Zeit der Raumverteidigung

während des Kalten Krieges. Dabei

erhielten ab 1979 die MilKden eine

Doppelfunktion: einerseits territorial

führendes „Verwaltungskommando“,

andererseits taktisch, ggf. sogar operativ

führendes Kommando für die unterstellte

raumgebundene Landwehr. Fortan

galt und gilt das jeweilige Militärkommando

(MilKdo) als militärische Heimat

der Miliz.

Föderales Einsatzprinzip

Für die österreichische Bevölkerung und

die zivilen Behörden ist es wichtig, kurze

Anlaufwege zu den militärischen Stellen

zu haben. Sei dies im Rahmen der Feststellung

der militärischen Eignung im

Zuge der Stellung, bei der Einberufung

zum Wehrdienst, der Anforderung von

militärischen Kräften für sicherheitspolizeiliche

Assistenzleistung oder für die

Katastrophenhilfe nach Elementarereignissen

oder als Partner bei Unterstützungsleistungen

und Veranstaltungen,

wie beispielsweise alpinen Schi-Weltcuprennen.

All dies gewährleisten die einzelnen

MilKden. Und zwar zielführender,

als dies jede Brigade jemals leisten

könnte, haben diese doch gänzlich andere

Aufgaben zu erfüllen.

Gerade die Überwachung unserer Grenzen

gegen illegale Migration zeigt die

Notwendigkeit, über taktisch führende

MilKden verfügen zu können. Stellen

die Brigaden doch diesen ihre Truppen

bzw. Truppenteile zur Auftragserfüllung

zur Verfügung. Folglich sind die

MilKden auch so zu strukturieren, dass

sie dies auch optimal bewerkstelligen

können.

Die Führung sämtlicher Assistenzeinsätze

im Inland fällt rechtlich in die Zuständigkeit

des jeweiligen MilKdos. Deshalb

sollten künftig die MilKden auch wieder

über eigene (Kampf-) Truppen verfügen,

um der einheimischen Bevölkerung

rasch und unbürokratisch Schutz und

Hilfe gewährleisten zu können.

Föderale Verantwortung

Im Rahmen der „LV 21.1“ wurde geplant,

jedem Bundesland ein präsentes

Jägerbataillon/JgB zur Verfügung zu

stellen. In einigen Bundesländern war

es hierzu sogar notwendig, einen solchen

Verband überhaupt neu aufzustellen.

Dabei zeigten sich aber die Schwierigkeiten

der Personalaufbringung,

sodass so manches JgB im Bestfall lediglich

in der Lage war, eine Kompanie

aufzustellen.

Ausgehend von diesen Erfahrungen

wurde jetzt festgelegt, machbare Aufträge

bei der Stärkung der MilKden zu

erteilen. Dies geschieht dadurch, dass

zunächst durch jedes MilKdo im ersten

Schritt eine Kompanie aufzustellen

ist. Diese Maßnahme entspricht wohl

auch dem realen vorläufigen Personalaufkommen

im jeweiligen Befehlsbereich.

Künftige Planungen und Umsetzungen

hätten dann im Idealfall die

Aufstockung um weitere Kompanien zu

jeweils einem Bataillon zu beinhalten.

Damit hätte dann auch die Miliz wieder

eine militärische Heimat gefunden. Daraus

ergibt sich aber auch für die Landespolitiker

eine föderale Verantwortung

gegenüber dem Militär, die wahrgenommen

werden will.

Ω

§§

Besondere Hilfeleistungen für unsere Soldaten

Im Zuge der Dienstrechtsnovelle 2018

wurde eine Forderung der FGÖ/BHG

umgesetzt: Bundesbedienstete, die einen

Dienst- oder Arbeitsunfall in unmittelbarer

Ausübung ihrer dienstlichen Pflichten

erleiden sowie deren Hinterbliebene,

haben nun Anspruch auf besondere finanzielle

Hilfeleistungen.

Für Soldaten und Bedienstete, die dem

ÖBH aufgrund eines Dienstverhältnisses

angehören bzw. deren Hinterbliebene

sind nun drei Arten von besonderer

Hilfeleistung gesetzlich verankert:

Vorschuss zur besonderen

Hilfeleistung

Für jene Soldaten oder Bediensteten

des ÖBH, die einen Dienst- oder Arbeitsunfall

in unmittelbarer Ausübung

ihrer dienstlichen Pflichten erleiden, die

Körperverletzungen oder Gesundheitsschäden

für die Dauer von mindestens

10 Kalendertagen zur Folge haben, ist

die vorläufige Übernahme von Ansprüchen

durch Leistung eines Vorschusses

bis zu einer Höhe von derzeit rund

€ 69.000,-- vorgesehen. Der Vorschuss

wird verwendet zur Begleichung von

Heilungskosten, Schmerzensgeld sowie

für jenes Einkommen, das dem Bediensteten

wegen der erlittenen Körperverletzung

oder Gesundheitsschädigung entgangen

ist oder künftig entgeht.

Die vorläufige Leistungspflicht des Bundes

besteht nur insoweit, als die Ansprüche

des Bediensteten nicht durch die gesetzliche

Unfallversicherung oder nach

dem Bundesgesetz über die Gewährung

von Hilfeleistungen an Opfer von Verbrechen

gedeckt sind.

Besondere Hilfeleistungen

an Hinterbliebene

Kommt ein Soldat oder Bediensteter des

ÖBH aufgrund eines Dienst- oder Arbeitsunfalls

in unmittelbarer Ausübung

dienstlicher Pflichten zu Tode, ist eine

besondere Hilfeleistung an Hinterbliebene

in der Höhe von derzeit rund

€ 115.000,-- vorgesehen.

Hinterbliebene sind Ehegatten, eingetragene

Partner und Kinder, für die der

Bedienstete Sorgepflicht hatte, wenn ihnen

durch den Tod des Bediensteten der

Unterhalt entgangen ist.

Übernahme der

Bestattungskosten Dritter

durch den Bund

Ist ein Soldat oder Bediensteter des ÖBH,

der keine nahen Angehörigen mehr hat,

in unmittelbarer Ausübung seiner dienstlichen

Pflichten tödlich verunglückt,

mussten bisher die Bestattungskosten

von Dritten übernommen werden. Durch

die Gesetzesänderung übernimmt der

Bund nun die Bestattungskosten Dritter,

die keine Hinterbliebenen im rechtlichen

Sinne sind.

Die durch den Bund erbrachten finanziellen

besonderen Hilfeleistungen unterliegen

nicht dem Einkommenssteuergesetz.

Die einzelnen Regelungen für besondere

Hilfeleistungen sind detailliert in den

§§ 23a bis 23f im GehG nachzulesen.

Ihr Vzlt Johann Huemer

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Verwendungsabzeichen als

Belohnung!

Für die Einsatztechnik trainer des KdoMilStrf&MP

Der Dienst als Militärstreifensoldat

bzw. als Militärpolizist stellt jeden

Tag aufs Neue hohe Anforderungen

an die eingesetzten Beamten. Ob

die Flüchtlingskrise im Jahr 2015,

Personenschutzeinsätze im In- und

Ausland oder Ordnungs- und Sicherheitsdienste

bei Veranstaltungen

(wie aktuell die EU-Ratspräsidentschaft

oder das internationale

Verteidigungsminister-Treffen),

überall muss der MP-Soldat bereit

sein, unter Einsatz maßhaltender

Körperkraft, minder-letaler sowie

letaler Einsatzmittel den Schutz militärischer

Rechtsgüter zu gewährleisten.

Alle diese Dinge müssen daher

trainiert werden.

Der Militärpolizist hat stets die Verhältnismäßigkeit

zum Anlass und zum angestrebten

Erfolg zu wahren. Dies spiegelt

sich auch am Einsatzgurt des MP-Soldaten

wieder: Pfefferspray, Einsatzstock

und Pistole haben ihren Platz an der

Koppel, auch verdeckt in Zivil, nicht

ohne Grund in der obigen Reihenfolge.

Das Schwergewicht liegt auf der drillmäßigen,

im Muskelgedächtnis verankerten

Beherrschung und Zuordnung der richtigen

Mittel, unter dem Gesichtspunkt der

Verhältnismäßigkeit zur entsprechenden

zu bewältigenden Situation.

Abzeichen Entwurf MP

Organisation

Um eine konstante Fort-, Aus- und Weiterbildung

gewährleisten zu können,

wurden so genannte „Einsatztechniktrainer“

in den Einsatzkompanien implementiert,

zusätzlich zu den Einsatztechniktrainern

der Lehrabteilung der

Militärpolizei (LAbt/MP) mit Sitz in der

Maria Theresien-Kaserne/Wien, die als

„Schmiede“ aller Einsatztechniktrainer

zu bezeichnen ist. Diese sind verantwortlich

für die Planung und Ausführung der

jährlichen Weiterbildungen im Bereich

Einsatztechnik. Aktuell wird jeder Militärpolizist

in der Einsatztechnik „Bewältigung

von Amoklagen“ aufgeschult,

analog zur Polizei-Einsatztechnik. Damit

soll er gegen aktuelle Bedrohungsszenarien

wie die „Terrorbewältigung und

Folgebeurteilungen“ gewappnet werden.

OStWm Mario Debevec

Ausbildung

Die Ausbildung zum Trainer umfasst

drei Module in der Dauer von jeweils

drei Wochen.

Im Modul 1 liegt das Schwergewicht in

der Anwendung unmittelbarer Zwangsgewalt,

Selbstverteidigung, Zugriffstechniken

sowie den Einsatz der minder-letalen

Wirkmittel (Abwehrspray,

Schlagstöcke). Auch die rechtlichen

Grundlagen werden eingehend erörtert.

Dieses Modul ist körperlich äußerst fordernd

und endet mit einer Überprüfung

der Lernfähigkeit des Bewerbers sowie

einem Abschlusskampf. Auch wenn es

Ähnlichkeiten zum militärischen Nahkampf

aufweist, ist es dennoch nicht

dasselbe. Bei der militärpolizeilichen

Einsatztechnik geht es darum, rechtssicher

das gelindeste Mittel (Verhältnismäßigkeit)

einzusetzen um den Angriff

zuverlässig abwehren zu können.

Die MP muss alle polizeilichen Einsatztechniken beherschen ...

Foto MP zur Verfügung gestellt

Seite 16

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Foto MP zur Verfügung gestellt

... dabei gilt aber immer das Grundprinzip der Verhältnismäßigkeit.

Das Modul 2 beschäftigt sich mit dem

militärpolizeilichen Schießen. Hierbei

werden Schießtechnik und Schießlehre

vermittelt, die für die Auftragserfüllung

von essentieller Bedeutung sind. Das

„Schießprogramm 2016 Militärstreife &

Militärpolizei“ kann als umfassend und

modern angesehen werden und erfordert

ein hohes Maß an Konzentration, Disziplin

und Drill der MP-Soldaten. Aufgrund

dieser Tatsache ist der Anspruch an das

Lehrpersonal dementsprechend hoch.

Im Modul 3 wird nun vorhandenes Wissen

aus den oben angeführten Bereichen

verknüpft. Keine Situation ist statisch,

kein Angriff eindimensional. Dem interaktiven

Szenarientraining wird beim

KdoMilStrf&MP große Bedeutung zugemessen.

Der MP-Bewerber stellt sich

schon am Beginn seiner Fachausbildung

einer Vielzahl von Szenarien, die das Beherrschen

der erlernten rechtlichen Basis

und das folgerichtige Anwenden von

Zwang einfordern. Um hier einen Lernmehrwert

zu erzielen ist es unabdingbar,

qualifiziertes Personal mit der Szenarienerstellung

zu betrauen. Gemäß dem

Grundsatz: „Fordern – aber nicht überfordern“,

wird im Modul 3 der Grundstein

für eine gelungene Ausbildung unter

Einbeziehung der militärpolizeilichen

Techniken und Taktiken gelehrt.

Zusammenfassend kann gesagt werden,

dass die Ausbildung zum Einsatztechniktrainer

fordernd, sowohl auf körperlicher

als auch auf mentaler Ebene ist.

Selbstverteidigung und Schießen sind

lebende Materien, und erfordern eine

ständige Auseinandersetzung mit Neuerungen

und Bewährtem. Weiters liegt

es am Einsatztechniktrainer die ihm anvertrauten

Soldaten nach bestem Wissen

und Gewissen auf mögliche Anforderungen

in der Zukunft vorzubereiten.

Leistung soll sichtbar

belohnt werden

Zudem ist anzumerken, dass Einsatztechniktrainer

sich über die normierte

Arbeitsplatzbeschreibung hinaus engagieren

und sich zusätzliches Wissen aneignen.

Bei dem besagten Personenkreis

handelt es sich oft um Kameraden, die

sich vielen weiteren Zusatzqualifikationen

(z.B. Festnahme von Straftäter-Zugriff,

Personenschutz uvm.) unterziehen

und dies dann praktisch durchführen, lehren

und für die Ausbildung der MP-Soldaten

mit Leben befüllen.

Daher ist es uns ein besonderes Anliegen,

dass diese hohe Einsatzbereitschaft

und das Engagement mit der Etablierung

eines Abzeichens (siehe Bild) honoriert

wird. Dieses Abzeichen in der Klasse

eines Verwendungsabzeichen, sollte

jene Anerkennung sein, die den fertigen

Einsatztechniktrainer nach abgeschlossener

Ausbildung (Modul 1-3) mit Stolz

erfüllt, ein sichtbares Zeichen nach außen

darstellt und den kameradschaftlichen

Geist auch ressortübergreifend

(Nahkampfausbilder bei der Truppe und

Einsatztrainer BMI, BMJ, BMF) zusammenführt

sowie den Austausch von

Ideen, Erfahrungen und Kooperationen

fördert.

Der Vorschlag für ein

Verwendungsabzeichen

wurde eingereicht

Das bereits lange überfällige Verwendungsabzeichen

für Einsatztechniktrainer

der Militärpolizei wurde eingereicht

und von sämtlichen Instanzen (Baon,

KSE, LASK, BMLV) für Gut befunden,

jedoch auf Grund der Umbenennung

des Verbandes (von Kdo MilStrf&MP

zum Kdo MP) noch nicht endgültig genehmigt!

Die Einsatztechniker hoffen daher auf einen

baldigen positiven Entscheid, denn

es bedarf nicht viel, einen über das Maß

hinaus einsatzwilligen MP-Soldaten mit

einem Abzeichen zusätzlich zu motivierten

und vor allem zu honorieren sowie

den Nachwuchs zur zukünftigen Einsatztechniktrainer-Ausbildung

zu animieren!

„Es soll ein sichtbares

Zeichen auf der Uniform

jenes MP-Soldaten sein,

der mehr leistet und

geleistet hat!“

Ω

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Der Minister greift persönlich ein

Sanierung der Tilly-Kaserne in Freistadt bereits 2018

Eigentlich hätte das Objekt 3 in

Freistadt erst im Jahre 2021 wieder

hergerichtet werden sollen – ein untragbarer

Zustand für die Soldaten.

Bundesminister Mario Kunasek

ordnete daher eine sofortige Sanierung

an.

Volkshilfe an das Bundesheer war eine

Sanierung des Objektes 3 zwingend notwendig

geworden. Grundsätzlich war

der Beginn der Arbeiten für das erste

Quartal 2018 vorgesehen. Aufgrund der

angespannten budgetären Situation des

Bundesheeres wurde diese Sanierung auf

das Jahr 2021 verschoben. Das MilKdo

Eine Sanierung war dringend notwendig!

Im Jänner 2015 wurde das ehemalige

Kursgebäude, Objekt 3, an die Volkshilfe

übergeben. Daraufhin wurden ca. 50

Flüchtlinge in der Tilly-Kaserne untergebracht.

Zu diesem Zeitpunkt war auch

fraglich, ob der Standort Freistadt dem

Bundesheer überhaupt erhalten bleibt.

Verteidigungsminister Hans-Peter Doskozil

entschied sich für den Erhalt der

Tilly-Kaserne. Daraufhin erfolgte dort

die Aufstellung der 1. Kp/JgB 15.

Nach dem Auszug der Flüchtlinge und

der Rückgabe des Objekts durch die

Foto: AFH

OÖ versuchte zwar eine Vorreihung der

Arbeiten, diese wurde aber im ersten Ansatz

nicht genehmigt.

Daher trat der Fachausschuss OÖ in der

Gestalt seines Vorsitzenden, Vzlt Johann

Huemer, mehrmals an das BMLV und

an das Kabinett des Herrn Bundesministers

heran und erreichte eine direkte

Vorsprache bei BM Mario Kunasek.

Unterstüzt wurde diese Intervention

durch den Landeshauptmannstellvertreter

Manfred Haimbuchner sowie durch

den Wehrsprecher der FPÖ OÖ, LAbg.

Vzlt Johann Huemer

Michael Gruber; dabei konnte der dringende

Sanierungsbedarf des Objektes in

der Freistädter Kaserne einsichtig dargelegt

werden. Der Herr Bundesminister

genehmigte daher den sofortigen Arbeitsbeginn

zur Sanierung des Objekts 3;

die Kosten dafür belaufen sich auf eine

Höhe von 1,1 Millionen Euro. Die Generalsanierung

umfasst die Erneuerung

der gesamten Haustechnik, die Sanierung

der Sanitärräume, die Erneuerung

der Fenster, Böden und Türen, sowie der

Fassade. Dieser begrüßenswerte Erfolg

fußt auf mehreren Grundlagen. Entscheidend

für den Erfolg war jedoch die Hartnäckigkeit

der Personalvertretung OÖ.

Das Kader der Tilly-Kaserne sowie die

Personalvertretung OÖ bedanken sich

beim Herrn Bundesminister für die

wohlwollende Entscheidung und bei allen

Personen, die zu diesem Erfolg beigetragen

haben.

Ω

Foto: AFH

Bis vor Kurzem noch Flüchtlingsunterkunft -

das Kursgebäude 3 in der Tilly-Kaserne

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Kunasek unterstützt Ausbildung

Lehrsaal des Jägerbataillons 8 wurde kurzfristig

generalsaniert

In der Sommerausgabe 2018 wurde

über den Besuch von Bundesminister

Mario Kunasek beim JgB 8

in Salzburg berichtet. Im Zuge der

Begehung stellte der HBM fest,

dass die Sanierung des Lehrsaals

im Objekt 205 in der Schwarzenberkaserne

für die Ausbildung

zwingend notwendig wäre und

daher schnellstmöglich umgesetzt

werden sollte. Denn nur eine solide

und durchdachte Infrastruktur

ermögliche und unterstütze eine

gute Ausbildung von Soldaten. In

dieser Ausgabe darf nun über den

Baufortschritt und das Ergebnis informiert

werden.

Unmittelbar nach der Freigabe des Baubudgets

in der Höhe von 100.000,- Euro,

wurde mit der Planung und dem Einholen

von Kostenvoranschlägen begonnen.

Zuerst wurde begutachtet, in welchem

Umfang die Sanierung geschehen soll.

Es wurde festgelegt, dass die Decke

samt Lichtanlage, das Lehrerpodest, die

beiden Eingangsaufgänge und die vier

tragenden Säulen in der Mitte des Lehrsaals

erneuert werden sollen. Darüber

hinaus war der Plan, dass ein vorhandener

Durchgang zum Lager zugemauert,

die Elektrik auf den neuesten Stand der

Technik gebracht und eine strukturierte

Verkabelung für die Nutzung des sicheren

Militärnetzes (ehemals 3.VE) inklusive

Telefonanbindung errichtet wird.

Umfassende Planung

Viel „Gehirnschmalz“ floss vor allem in

die Planungen, wie denn der Lehrsaal in

weiterer Folge ausgelastet werden könnte.

Somit wurden alle Anstrengungen dahingehend

ausgerichtet, dass der Raum

für verschiedene Zwecke und möglichst

flexibel genutzt werden kann. Daraus resultierend

sollte die Infrastruktur so hergestellt

werden, dass eine Verwendung

als Großraumlehrsaal, als unterteilter

Lehrsaal für mehrere Ausbildungsgruppen,

sowie als IKT-Lehrsaal und als Gefechtsstand

möglich ist.

Baufortschritt

Nach Abschluss und Festlegung des Umfanges

der Umbaumaßnahmen, wurde

mit der Räumung des Inventars durch

Truppenkräfte begonnen. Unmittelbar

danach wurden die Maße für Kabelkanäle,

das Lehrerpodest und die Decke

genommen. Die Anzahl der neuen

LED-Leuchtmittel (30 Stk) sowie die

Anzahl an Steckdosen und SNM-Steckplätzen

(16 Stk) wurden festgelegt. Danach

erfolgte der endgültige Startschuss

und es ging Schlag auf Schlag. Die einzelnen

Firmen gaben sich gegenseitig

den Schlüssel in die Hand, um schnellstmöglich

die Bauaufträge abzuarbeiten.

Der größte Aufwand bestand in der Errichtung

der Elektrik. Da die bestehende

elektrische Anlage bereits in die Jahre

gekommen war, konnten nur noch marginale

Bestände übernommen werden.

Darüber hinaus mussten die aktuellen

Sicherheitsbestimmungen eingehalten

werden und zum Schutze aller wurde ein

dem Stand der Technik entsprechender

Schaltkasten mit Schutzschaltern installiert.

Parallel zur Instandsetzung und Erhaltung

des unmittelbaren Außenbereiches

des Lehrsaals durch Truppenkräfte, wurden

zwei Bildschirme mit schwenkbarem

Arm zur Montage an zwei tragenden

Säulen angefordert. Diese dienen zur

Darstellung des Beamerbildes für die

hinteren Sitzreihen, denen der freie Blick

auf die Projektionsfläche verwehrt ist.

Zusätzlich können die Bildschirme zur

Darstellung von Lagebildern und zum

Informationsmanagement bei Gefechtsständen

genutzt werden.

Der generalsanierte Multifunktionslehrsaal

OStv Karl Doppler

Abschluss der Arbeiten

Durch die rasche, professionelle und

friktionslose Arbeit der einzelnen Firmen

und des MSZ konnte mit Anfang

September der Lehrsaal nach Abschluss

der Sanierung grundgereinigt werden.

Am 13. September konnte somit die erste

Veranstaltung (Information von Stellungspflichtigen)

durchgeführt und die

Funktionalität des Lehrsaales unter Beweis

gestellt werden.

Bereits mit Ende September hat das

JgB8 den Auftrag eine KAAusb3 mit

insgesamt 120 Teilnehmern durchzuführen.

Hierfür wird die neue Infrastruktur

als wichtiges Element benötigt, um eine

fundierte Ausbildung für unseren Kadernachwuchs

zu ermöglichen. Es kann mit

Recht behauptet werden, dass wir stolz

sind, nun über einen modernen und funktionellen

Lehrsaal zu verfügen, um zukünftige

Ausbildungsvorhaben leichter

zu bewältigen. Gemäß dem Leitspruch:

„Der Vergangenheit verbunden, der

Zukunft verpflichtet“

bedanken wir uns bei unserem Bundesminister

für die Wertschätzung des JgB 8,

die uns mit der Unterstützung der Sanierung

unseres Lehrsaales zu Teil geworden

ist.

Ω

Foto: AFH

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Seite 19


Minister Kunasek in der EZB

Über den Rettungs- und Brandschutzdienst im Berg

Der Vorsitzende des Dienststellenausschusses/DA

in der Einsatzzentrale

Basis, Vzlt Wilhelm Palzenberger,

hatte am 21. Juni 2018 zum

Rettungs- und Brandschutzdienstfest

den Herrn Bundesminister eingeladen.

Und Mario Kunasek ist

gekommen, denn der Minister weiß

um die besondere Bedeutung der

Liegenschaft. Der Rettungs- und

Brandschutzdienst ist quasi die

Betriebsfeuerwehr für dieses Herzstück

der österreichischen Sicherheitsarchitektur.

Auf Einladung der Personalvertretung

der Einsatzzentrale Basis (EZB) konnte

unser Herr Bundesminister Mario Kunasek

am 21.06.2018 zum Rettungs- und

Brandschutzdienstfest (RuBsD) recht

herzlich begrüßt werden. Es war für

alle Bediensteten und selbstverständlich

auch für die Personalvertretung eine große

Ehre, dass sich unser Herr Minister

für dieses Fest Zeit nehmen konnte. Aber

er ist nicht ganz ohne triftigen Grund zu

diesem Fest erschienen!

Auf Anregung des DA-Vorsitzenden

sollten jene neun RuBsD-Mitglieder,

die seit Bestehen der EZB im RuBsD

(30 Jahre) tätig sind, geehrt werden. Der

Minister hatte sofort zugesagt. Dementsprechend

erhielten diese Bediensteten

Dekrete mit Dank und Anerkennung

sowie die noch im Präsenzstand befindlichen

Mitglieder eine Belohnung; ein

bereits in den Ruhestand übergetretenes

Mitglied erhielt ein Präsent. Es war ein

würdiger Rahmen und viele Bedienstete

der EZB waren gekommen, all denen

voran der Kdt LRÜ Bgdr Stadlhofer und

der KdtBetrStb/LRÜ MjrdG Eßl. Unser

Herr Bundesminister hat sich sichtlich

wohlgefühlt; er gratulierte den Geehrten

und natürlich auch allen Mitgliedern des

RuBsD für ihre zusätzliche Tätigkeit.

Vzlt Wilhelm Palzenberger

Freiwilligkeit ist gefragt!

Diese Aufgabe ist für die Bediensteten

keine Selbstverständlichkeit, sondern

eine Zusatztätigkeit, die freiwillig übernommen

wird; und es ist einiges an

Schulungen, Ausbildungen und Übungen

zum Erhalt der Fähigkeit zu absolvieren.

Die Ausbildungen der Oberführer,

Trupp-Führer und Gerätewarte

werden an der Hauptstelle für das Grubenrettungswesen

in Deutschland durchgeführt.

Übungen werden jährlich in der EZ/B,

Landesfeuerwehrschule/LFS Tirol und

LFS Steiermark bzw. bei Bergwerksbetrieben

in ganz Österreich abgehalten;

zusätzlich erfolgt auch eine Teilnahme

an internationalen Übungen in Österreich.

Zurzeit hat der RuBsD der EZB einen

Mitgliederstand von 60 Personen; es

erfolgt bereits die Neuausbildung von

sechs Personen im Jahr 2018.

• Heranbildung aufgrund freiwilliger

Meldung,

• danach ärztliche Untersuchung,

• Grundkurs, Atemschutz/ATS-Kurs

in Korneuburg,

• fachspezifische Ausbildung in der EZB,

• erst danach EINSATZBEREIT!

Bundesminister Kunasek beim Rettungsund

Brandschutzdienst im „Berg“

Foto: Kabinett HBM - Patrik Kurat

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Der Minister mit dem Kdt LRÜ (li.)

und den Geehrten.

Foto: Kabinett HBM - Patrik Kurat

Zur Erhaltung der Einsatzbereitschaft

wird dem RuBsD-Personal 3Std Sport/

Woche ermöglicht.

Gefährliche Einsätze!

Durch die Lage bzw. der Untertage-Anlage

gibt es kein Einsatzfahrzeug wie bei

einer Feuerwehr!

Mögliche Löschgeräte und benötigte Geräte

sind daher:

• IFEX

• HDL

• Geomesstechnik

• Hebekissen

• Dichtkissen

• Belüftungsgeräte

• Wärmebildkameras und besondere

Brandschutzvorkehrungen!

Aufgrund der besonderen Ausbildung

und Ausrüstung wurde der RuBsD der

EZ/B gem. Verwaltungsübereinkommen

BMLV und BMWFW bisher viermal zu

Assistenzleistungen angefordert:

• Lassing,

• Tauerntunnel,

• Kaprun und

• Bergwerk Kupferplatte Jochberg

(Granda Haus)

Ω

Eckdaten des RuBsD der EZ/B:

Mario und Willi!

• Rechtliche Grundlagen: Der RuBsD ist im Erlass BMLV vom

16.10.1986 GZ:56.960/40-4.12/86 über die „Vorschreibung besonderer

Brandschutzvorkehrungen in der EZ/B“ sowie in der Betriebsstätten-Genehmigung

der EZ/B geregelt und verankert.

• Jänner/Februar 1987: Beginn der ersten Kurse für die Ausbildung

zum RuBsD (Rettungs-und Brandschutz Dienst) in der EZ/B (Einsatzzentrale/Basis).

• Erste Dienste in der EZ/B: Ab dem 01.11.1987 mit einem Mitgliederstand

von 44 Bediensteten.

• Diensteinteilung: Es sind ständig sechs Bedienstete im RuBsD eingeteilt

24Std/Tag, 365Tage/Jahr davon mindesten drei Bedienstete

(1 Trp) im UTB (Untertagebauwerk); dadurch wird die Aktivierungszeit

so kurz wie möglich gehalten

• Alarmierung des RuBsD: Über den JD (Journaldienst) in der BMZ

(Brandmeldezentrale).

Foto: Kabinett HBM - Patrik Kurat

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Von der Abwehr zum Zoll

Ressortwechsel von Soldaten lohnen sich

Gut ausgebildete Soldaten können

auch für andere Ressorts eine wertvolle

Stütze sein. Sie bringen eine

Menge Erfahrung und Können mit,

sie tragen aber auch ein Verständnis

für das Militär in den übrigen

Beamtenapparat hinein – ein Ressortwechsel

kann daher zu einer

Win-Win-Situation werden. Eine

einheitliche Grundausbildung für

alle Beamten würde dies erleichtern.

Spät, aber doch

In diesem Zusammenhang berichten

wir heute über einen altgedienten Unteroffizier,

der mit 55 Jahren einen

Ressortwechsel in das Finanzministerium

zur operativen Zollaufsicht gewagt

hat. Allerdings musste er die gesamte

Grund- und Fachausbildung seiner

Verwendungsgruppe an der Bundesfinanzakademie

nachholen, was in seinem

Alter besondere Motivation abverlangte

und eine Herausforderung darstellte. Er

hat dies jedoch ausgezeichnet gemeistert.

Vzlt außer Dienst Johann Höller,

Jahrgang 1955, ist jetzt Fachoberinspektor

(FOI) bei der operativen Zollaufsicht

an der Zollstelle Krems. Dort ist er verantwortlich

für die Warenabfertigung im

Kremser Hafen, zudem für die operative

Zollaufsicht und die Vollstreckung von

Abgabensicherungen (Pfänden).

für Zugriffe und Sonderoperationen speziell

ausgebildet.

Leistung wird belohnt

Auf Grund seiner besonderen Ermittlungserfolge

durch Anwendung von

militärischem know-how wurde „Vzlt“

Höller durch die damalige Bundesministerin

für Finanzen, Maria Fekter, zum

Mitarbeiter des Jahres 2013 ernannt.

Den bisherigen Höhepunkt seiner Karriere

bei der operativen Zollaufsicht stellte

die Auszeichnung mit dem „Certificate

of Merit“ der World Customs Organisation

dar. Diese hohe Auszeichnung

der Internationalen Weltzollorganisation

mit Sitz in Brüssel wurde FOI Höller

durch Staatssekretär MMag. DDr. Hubert

Fuchs am Weltzolltag 2018 verliehen.

Im BMLV war ihm das unter BM

Darabos und seinen Vertrauensoffizieren

nicht „passiert“. Seine Fähigkeiten, seine

Erfahrung und seine Arbeitseinstellung

waren keine Kriterien zur Mitarbeiterförderung,

sondern dem eher hinderlich.

FOI Höller zu seinem damaligen Entschluss:

„Aus heutiger Sicht bin ich der damaligen

Intrige im Abwehramt dankbar, die

meinen persönlichen Entschluss ausgelöst

hatte, einen Ressortwechsel und einen

Neuanfang mit 55 Jahren zu wagen.

Auf Grund des guten Arbeitsklimas im

Finanzressort und der interessanten Tätigkeit

fiel mir der Wechsel sehr leicht.

Im Nachhinein gesehen bedauere ich,

dass der Wechsel so spät gekommen ist.

Leider muss ich mit 2020 in die Pension

gehen :)“

Herbert Unger

Was macht so ein operativer

Zollfahnder eigentlich?

Die Aufgabengebiete eines operativen

Zollfahnders sind vielfältig. Im Zuge der

operativen Zollaufsicht werden Zollvergehen

im Zusammenhang mit Zigaretten,

Alkohol, Drogen, Medikamenten,

aber auch Tieren (Stichwort Welpenmafia)

geahndet. Illegale Fleischeinfuhr im

Zuge der afrikanischen Schweinepest

gehört ebenso dazu wie illegal eingeführte

Kulturgüter, Produktpiraterie,

Grabsteineinfassungen, maßgefertigte

Küchen oder illegales Baumaterial. Aber

auch Menschenhandel und ausländische

Militärkonvois auf der Durchfahrt ohne

Genehmigung werden von FOI Höller

bearbeitet. Wie man sieht ein interessanter

und umfangreicher, aber auch gefährlicher

Beruf. Die operative Zollaufsicht

versieht ihren Dienst bewaffnet und ist

„Vizeleutnant“ und Staatssekretär

Persönliches zu „Vzlt“ Hans Höller:

Foto: BMfF Staatssekretariat

Familie:

Verheiratet, 2 Kinder, 1 Enkeltochter

Hobbys:

Großvater, Pferde und ein Hund.

Beruflicher Werdegang:

Gelernter Koch und Konditor, Gesellenprüfung mit Auszeichnung, Meisterprüfung.

Seit 1979 Soldat:

FMAB, danach HNaA und AbwA

Auslandseinsätze:

UNDOF/AusBatt 1984,1988 und 1993

Seite 22

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Verdiente AUF/AFH-Personalvertreter feierlich

in den Ruhestand verabschiedet!

Vzlt Anton Schalhas Vzlt Franz Maidler Vzlt Alfred Tauber

Bei mehreren feierlichen Festveranstaltungen vor zahlreichen Fest- und Ehrengästen wurden unsere

AUF/AFH-Personalvertreter:

Vzlt Anton Schalhas, Fliegerhorst Brumowski/Langenlebarn,

Vzlt Franz Maidler, Heereslogistikschule/Wien und

Vzlt Alfred Tauber, Heeressportzentrum/Wien

in den verdienten Ruhestand verabschiedet! Die AUF/AFH bedankte sich dabei bei den geschätzten Kameraden für ihre

jahrelange Mitarbeit und Treue mit einem Abschiedsgeschenk sowie einer Urkunde! Wir wünschen unseren treuen Kameraden

alles Gute auf ihrem weiteren Lebensweg – frei nach Heinrich Zille: „Wie herrlich ist es nichts zu tun und

dann vom Nichtstun auszuruhen!“

Red

Franz, Du wirst uns fehlen ....

Vzlt Franz König †

Es waren einmal die Vier im Jeep!

Das waren vier Unteroffiziere vom

I-Zug/AufKlB1, die ihren Spitznamen

dadurch erhalten haben, weil sie

dienstliche Belange und personelle

Einteilungen immer gemeinsam abgesprochen

und entschieden haben.

Und nun hat uns der jüngste von den

vier im Jeep verlassen.

Geb. am 18. Juli 1963, rückte Franz

am 1.April 1982 zur damaligen StbKp/

JaPzB4 in die Belgierkasene nach Graz

ein und absolvierte seinen Grundwehrdienst

mit anschließender Verwendung

beim I-Zug als PzMechGeh.

Vermutlich inspiriert durch seinen Vater,

der selbst DfUO bei der HWiA in

Graz-Puntigam gewesen war, entschied

sich Franz für die UO-Laufbahn. Nach

seinem Chargenkurs und Chargenfachkurs

beendete er 1985/86 die Ausbildung

zum PzMechUO als Kursbester.

Wenn Franz die „geheiligten Hallen“

der Werkstätte, wie er sie selber immer

nannte, betrat, machte er mit

dem Ausruf: „Leistung!“ auf sich aufmerksam

und alle wussten, der Franz

ist im Dienst.

2003 übernahm Vzlt Franz König das

Ersatzteillager beim I-Zug/AufklB1,

machte eine Umschulung zum FzUO

und hat diesen Kurs ebenfalls Kursbester

bestanden.

Mit Ende 2007 wurde das AufKlB1 aufgelöst

und Vzlt König wurde zum VR1

in die Kirchnerkaserne nach Graz versetzt.

2008 kam Franz auf den Zielarbeitsplatz

FzUO beim VersB/VR1, den er dann

2012 von seinem Vorgänger übernahm.

In seinen Funktionen als PzMechUO,

Ersatzteillager-Verwalter und als FzgUO

überzeugte Vzlt König durch seine Fachkenntnis,

Genauigkeit und vor allem

durch seine Kameradschaft.

Der Höhepunkt in seiner Militärischen

Laufbahn und auch seine größte Herausforderung

war sicherlich die Übernahme

des Dienststellenausschuss-Vorsitzenden

beim VR1 mit 2017.

Selbst in dieser kurzen Zeit als DA-Vorsitzender

hatte Franz mit dem Dieststellenausschuss

über viele personelle Angelegenheiten

zu entscheiden.

Vzlt König war stets bemüht fachliche,

Vzlt Franz König †

wirtschaftliche sowie auch soziale

Aspekte in seine Entscheidungen einfließen

zu lassen. Er hatte Handschlagqualität,

das wurde ihm auch durch

den RegKdt/VR1 in seinem Nachruf

bestätigt.

Vzlt Franz König ist am 5. Oktober

2018 nach kurzer schwerer Krankheit

friedlich im Kreise seiner Familie entschlafen.

Vzlt Franz König wurde mit allen

militärischen Ehren am 12. Oktober

2018 in Eggersdorf bei Graz würdevoll

verabschiedet.

Red

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Seite 23


ELDRO

Elektronische Kampfführung zur Drohnenabwehr

Im Jahre 2017 wurde der Erprobungsauftrag

zur Abwehr

von Mini- und Mikro-Drohnen

im Rahmen der elektronischen

Kampfführung erteilt. Dadurch

kam es in weiterer Folge

zur Aufstellung eines KIOP/

KPE-Elementes beim Kommando

Führungsunterstützung &

Cyber Defence (KdoFüU&CD).

Der Auftrag beinhaltete das Testen

der Erfassung, Klassifizierung,

Peilung sowie der Abwehr

von Mini- und Micro-Drohnen

mit Mitteln der elektronischen

Kampfführung und das Herstellen

der Einsatzbereitschaft

im Rahmen der EU-Präsidentschaft

2018.

Nach intensiven Beurteilungen und

Planungstätigkeiten des KdoFüU&CD

wurden die Vorarbeiten bis Ende 2017

abgeschlossen, wobei die Führungsunterstützungsschule

(FüUS) federführend

für das KdoFüU&CD mit der Umsetzung

dieses Projekts beauftragt wurde. Beginnend

mit einem Kernelement – allesamt

Angehörige der FüUS in der Wiener Starhembergkaserne

– wurden die geforderten

Grundlagen ausgearbeitet. Infolge einer

Ausschreibung gemäß Pflichtenheft,

wurden mehrere Drohnenerfassungs- und

Abwehrsysteme unterschiedlicher Her-

Das neue Kriegsgerät...

steller für die Dauer von sechs Monaten

angemietet und mit zwei mobilen und

tragbaren Drohnenabwehrgewehren (Effektoren)

ergänzt.

Mit Februar 2018 wurde der momentan

gültige KIOP-KPE-Einsatzorganisationsplan

zur Besetzung freigegeben, wobei

innerhalb kurzer Zeit die Schlüsselpositionen

vollständig besetzt werden konnten.

Eine vollständige Befüllung mit qualifiziertem

Personal war jedoch aufgrund der

geringen Zeitspanne zunächst nicht möglich.

Trotzdem hat das ELDRO-Element

in unterschiedlichen Übungen und Szenarien,

auf diversen Truppenübungsplätzen

sowie im urbanen Umfeld alle Systeme

getestet und gegenseitig evaluiert. Ziel ist

es, ein System mit größtmöglichem Funktionsumfang

sowie Aspekten der nationalen

und in weiterer Folge internationalen

Integrationsfähigkeit für einen möglichen

Ankauf auszuloten.

Ausbildung

Teile des Personals verfügten bereits über

eine umfassende Ausbildung in den Bereichen

der Elektronischen Kampfführung.

Der überwiegende Anteil des Personals

musste jedoch noch in wesentlichen Bereichen

der elektronischen Kampfführung

aus-, fort- und weitergebildet werden.

Konkret bedeutete dies einerseits eine

verkürzte Ausbildung in den Grundlagen

der elektronischen Kampfführung, andererseits

musste naturgemäß auch auf den

eng umrissenen Bereich der Drohnenabwehr

im elektromagnetischen Spektrum

Fotos: StWm Severin Jurka

eingegangen werden. Somit konnten

in der kurzen zur Verfügung stehenden

Zeit keine EloKa-Experten herangebildet

werden. Die Ausbildung konnte aber

soweit abgeschlossen werden, sodass der

Auftrag nach EloKa-Grundsätzen erfasst

wurde, die bereitgestellten Systeme bedient

werden konnten, die gewonnen Daten

ausgewertet und an die Bedarfsträger

als Information weitergegeben werden

konnten.

Hier war die direkte Anbindung des EL-

DRO-Elementes an die FüUS und damit

an die vorhandene Ausbildungsinfrastruktur

und dem vorhandenen Lehr- und Fachpersonal

von wesentlichem Vorteil. Einerseits

konnten dadurch Ressourcen rasch

und unbürokratisch verfügbar gemacht

werden, andererseits konnten die, für die

Ausbildung des Personals benötigten Simulationssysteme,

wie die Funkausbildungssimulationsanlage

(FASAN), ebenfalls

rasch und unverzüglich bereitgestellt

werden. In weiterer Folge ergibt sich auch

die Möglichkeit des gegenseitigen unmittelbaren

Erfahrungsaustausches zwischen

Theorie und Praxis in den so wichtigen

Bereich der elektronischen Kampfführung.

Damit hat die FüUS für das Bundesheer

unverzichtbare Pionierarbeit in diesem

Bereich geleistet und ist mittlerweile

Kompetenzzentrum für die Drohnenabwehr

im Elektromagnetischen Spektrum.

Einen weiteren Vorteil des zentralen

Standortes Wien bietet die Nähe zu

Dienststellen anderer Ressorts, die sich

ebenfalls mit der aktuellen und rasant

ansteigenden Bedrohung durch Drohnen

beschäftigen. Das BMI, das BMVIT als

oberste Fernmeldebehörde, sowie die

Austro Control haben ihre Ausbildungsstätten

und damit auch das vorhandene

Fachpersonal in Wien und Umgebung

eingerichtet. Eine weiterführende Zusammenarbeit

durch verschiedene Dienststellen

des BMLV mit diesen Stellen, wie sie

bereits heute auf unterschiedlichen Ebenen

besteht, ist für das Gesamtkonzept für

die Sicherheit in Österreich nicht mehr

wegzudenken.

Systeme

Im Zuge der Erprobung wurden die Systeme

unterschiedlichen Testszenarien

ausgesetzt und auf Herz und Nieren geprüft,

um in weiterer Folge aussagekräf-

Seite 24

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tige Ergebnisse vorweisen zu können.

Es zeigten sich unterschiedliche Stärken

und Schwächen im Bereich der Detektion

von Mini- und Micro-Drohnen sowie

unterschiedlich gesetzte Schwergewichte

seitens der Hersteller. Im freien Gelände

und ohne Störungen, in dem von Drohnen

hauptsächlich genutzten Frequenzbereichen,

können Erfassungsreichweiten von

mehreren Kilometern erzielt werden, wobei

die Abwehrmaßnahmen unter Ausnutzung

des elektromagnetischen Spektrums

ebenfalls über weite Distanzen wirksam

durchgeführt werden können. Im urbanen

Umfeld sind die Reichweiten von

Aufstellungsort zu Aufstellungsort unterschiedlich,

weswegen keine einheitlichen

Werte für verbautes Gebiet angegeben

werden können.

Einsatz und

Einsatzmöglichkeiten

Aktuell werden die Systeme intensiv getestet,

erprobt und eingehend im Rahmen

der verschiedenen Einsatzszenarien auf

Tauglichkeit, Effizienz und Wirkmöglichkeiten

untersucht. Dabei kann von

folgendem Funktionsablauf ausgegangen

werden: Drohnen die sich unerlaubt

dem Einsatzraum bzw. dem Sperrgebiet

nähern, werden durch das Erfassen der

Fernbedienungs- und Videosignale erkannt,

gepeilt und klassifiziert. Durch die

Verwendung eines zweiten gleichnamigen

Systems wird eine Punktortung mittels

Triangulation gewährleistet.

Fotos: StWm Severin Jurka

Wozu wird dieser Fähigkeitsaufbau

im Rahmen der Militärischen

Landesverteidigung

benötigt?

Primär zum Schutz kritischer Infrastruktur

im Rahmen einer Souveränitätsgefährdung,

weiters für den Objektschutz sowie

im Rahmen von internationalen Einsätzen

auch zum Schutz von Gefechtsständen

und Camps.

Die weiterführenden Möglichkeiten derartiger

Drohnenerfassungs-, Ortungs- und

Abwehrsysteme reichen vom Schutz militärischer

Liegenschaften, Staatsbesuchen

und Besuchen durch Ehrengäste bis

... benötigt absolute Spezialisten ...

hin zum Schutz militärischer sowie ziviler

Großveranstaltungen, um nur einige

zu nennen.

Zusammenfassend ist festzuhalten, dass

durch enormes Engagement und hohe

Motivation des eingesetzten Personals

in relativ kurzer Zeit ein Kompetenzaufbau

in dem derzeit hochaktuellen Bedrohungsszenario,

nämlich der Abwehr von

Mini- und Micro-Drohnen gelungen ist,

dem auch weit über das Bundesheer hinaus

hohe Beachtung und Bedeutung entgegengebracht

wird.

Hptm Ing. Mag. (FH) Robert Kulterer,

StWm Severin Jurka

Fotos: StWm Severin Jurka

... für seinen Einsatz und dessen Abwehr!

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Seite 25


Fit fürs Social Web

Intensivseminar in Seebenstein

Zehn Medienreferenten und

Web-Administratoren der AUF/

AFH belegten von 1. bis 4. Oktober

2018 ein Intensivseminar im

Seminarzentrum Seebenstein. Sie

lernten, verständliches Deutsch

zu schreiben, professionelle Fotos

und Videos mit dem Smartphone

herzustellen und sich rechtssicher

im Internet zu bewegen.

Als Draufgabe erhielten sie das

lesenswerte Fachbuch “Recht im

Social Web”.

Schreiben wie ein Profi

Gedämpftes Licht bestimmt die Szenerie

im großen Seminarraum des Ausbildungsheims.

Hell leuchten nur die aufgeklappten

Bildschirme der Notebooks.

Die Textverarbeitungsprogramme der

Kursteilnehmer sind bis an den Bildschirmrand

der Desktop-Computer aufgezogen.

Die Tasten knarzen. Langsam

füllen schwarze Buchstaben das weiße

Display. Nach und nach verbinden sich

die einzelnen Silben zu Wörtern und allmählich

zu ganzen Sätzen.

“Fertig!”, ruft Stabswachtmeister Gottfried

Peball. Mit etwa 600 Zeichen hat

er seine Meinung zum tragischen Tod

eines Rekruten bei der Garde zum Ausdruck

gebracht. Peballs Leserbrief ist

eine scharfe Replik auf Hans Rauschers

Kommentar, der als Auslöser für diese

Schreibübung dient. Der Standard-Journalist

unterstellte dem Bundesheer im

Sommer 2017 nämlich falsch verstandenen

Korpsgeist. “Die Botschaft ist

klar. Am Stil können sie noch ein wenig

feilen”, meint OberstdhmfD Bernhard

Lauring. Denn der so genannte Verbalstil

sei es, der jeden einzelnen Satz antreibe.

Nicht die Hauptwörter verliehen einem

Text Kraft, sondern die Zeitwörter, betont

der Schreibtrainer.

Und Lauring hat beim Besten seiner Zeit

gelernt: Wolf Schneider. Der ehemalige

Welt-Chefredakteur, Talkshow-Moderator

und gefeierte Fachbuchautor ist heute

93 Jahre alt und nicht mehr in der Lehre

tätig. Er war streng und maßregelte seine

Schüler gelegentlich, vermochte aber jeden

Eleven diese Kunst ein Stück näher

zu bringen, Leser zu begeistern, sie einzufangen

– kurzum: dem obersten Gebot

in der Sprache zu folgen, und zwar

ein verständliches, lesbares Deutsch zu

schreiben.

“Ich kann ihnen nur empfehlen, eines

seiner Fachbücher zu lesen. Deutsch für

Kenner zum Beispiel”, sagt Lauring und

er fügt hinzu: Schneider werde übrigens

das Diktum zugeschrieben, Qualität

komme von Qual! Auch wenn der Herkunftszusammenhang

der beiden Wörter

nicht nachweisbar sei, der Spruch entbehre

nicht einer gewissen Originalität:

“Ein typischer Schneider. Denn fürs

Leben zu lernen, betonte er stets, das

schmerze mitunter.”

Bilder sind ein muss!

Szenenwechsel: Hauptmann Alexander

Placzeck spannt sein Smartphone in einen

Gimbal ein. Sofort schießt er mit diesem

Smartphone-Stabilisator ein Foto im

Selfie-Modus. Zufrieden zieht Placzeck

beide Mundwinkel nach oben. Auf den

ersten Blick sieht der Gimbal ein wenig

klobig aus, ist er doch eine Mischung

aus Stativ und Selfie-Stick. Sobald man

Oberst Lauring will mit einfachen

Übungen die Schreibfähigkeiten der

Seminarteilnehmer verbessern.

Foto: AFH

Seite 26

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Foto: AFH

allerdings die Video-App öffnet und den

roten Knopf auf dem Display drückt, um

aufzunehmen, zeigt sich, wie praktisch

die Universal-Halterung ist. Hauptmann

Placzeck streckt seine Arme nach vorne

und schreitet den Seminarraum entlang.

Und tatsächlich: Verfolgt man ein Objekt

mit der Linse, so wirken die Videosequenzen

insgesamt ruhiger und damit

professioneller.

Placzeck raunt: “So ein Smartphone-Stabilisator

macht das Filmen und Fotografieren

wirklich viel einfacher.” Er könne

dieses Werkzeug jedenfalls sofort einsetzen,

etwa für Video-Statements und

kurze Imagefilme, mit denen die Kommunikation

in den sozialen Netzwerken

belebt werden soll. Die dafür notwendige

Schnittsoftware lädt Placzeck aus

dem Google-Play-Store herunter und

installiert sie auf seinem Smartphone.

Während Apple-Nutzer mit Apps wie

FilmicPro oder iMovie gut bedient sind,

entscheiden sich Android-User wie Placzeck

sehr oft für die Videoschnitt-App

PowerDirector. Cinema FV-5 sei auf

einer Android-Plattform ebenfalls sehr

empfehlenswert, so der Hauptmann.

Hauptmann Placzeck testet den Smartphone-Stabilisator Gimbal.

das Rohmaterial erst einmal “im Kasten”,

kann es gleich am Smartphone bearbeitet

werden: Zwischenschnitte und

Blenden einfügen, den Clip mit Ton unterlegen,

das AUF-Logo wie eine Folie

über die Videospur legen – und fertig ist

der kurze Videoclip!

Hauptmann Placzecks erstes Video kann

sich jedenfalls sehen lassen: 45 Sekunden

mit Intro, Aufsager, Musikuntermalung

und Logo – alles fix und fertig, um

es direkt vom Smartphone aus, in den sozialen

Netzwerken zu teilen. Dass Medienreferenten

und Web-Administratoren

dafür allerdings auch ein profundes medien-

und urheberrechtliches Verständnis

mitbringen müssen, ist der AUF/AFH

seit Längerem klar. Deshalb spielen

Urheberrecht, Medienrecht, Persönlichkeitsrechte

und Datenschutzfragen auch

in diesem Intensivseminar eine wichtige

Rolle.

Und weil die Seminarteilnehmer dieses

hervorragende Kompendium zu allen

kniffligen Rechtsfragen im Social Web

bereits ihr Eigen nennen dürfen, hier

gleich der Buchtipp:

Solmecke, Christian/Wahlers, Jakob

(2014): Recht im Social Web, Bonn.

Wer Facebook, Twitter, YouTube, Blogs

und andere Kanäle im Internet bespielen

will, berührt schnell die Grenze zum Illegalen,

zumal zahlreiche Fallstricke im

Social Web lauern. Wer sich rechtssicher

in den sozialen Netzwerken bewegen

will, ist mit dem Buch von Christian Solmecke

und Jakob Wahlers gut bedient.

Red

Videoclips, mit dem Handy

rasch gemacht

Frei nach Goethe ist es jedoch nicht genug

zu wissen und zu wollen. Vielmehr

muss man Wissen auch anwenden und

Absichten in Taten umsetzen. Deshalb

schwärmen die Teilnehmer aus und suchen

im Freien nach passenden Szenerien:

eine Totale hier, eine Nahaufnahme

dort – und natürlich ein Aufsager, eine

Art Info-Statement vor der Kamera. Ist

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