bergwelten-0418

mucmol

Ausgabe 34 | Winter 2018

Menschen & Geschichten in Garmisch-Partenkirchen

BACKEN &

BATZELN

Kleine Platzerl-Meister

bei der Arbeit

EISGESCHICHTEN

Von der Leidenschaft

für Puck und Kufen

KLOSTERZEIT

Ein Leben zwischen

Tumult und Stille

Mit dem Magazin

der Zugspitz Region


Perspektiven

www.franzhummel.de

STADT LAND GWAND

AUS

ZEIT

www.franzhummel.de

Franz Hummel Projekte

Unternehmengsgruppe

www.franzhummel.de

Wohnen am "Neuen Bahnhofsareal"

100%Regionales Handwerk.

alpinurban

Moderne alpine Lebensart ist, am Berg

und in der Stadt daheim zu sein.

Neue

für Garmisch-Par10kirchen

Wohnen am "Neuen Bahnhofsareal"

www.franzhummel.de

UNSERE PRODUKTE KÖNNEN GESCHICHTEN ERZÄHLEN.

SIE ZEUGEN VON HANDWERKLICHER LEIDENSCHAFT,

HOCHWERTIGEN MATERIALIEN UND INDIVIDUELLEM CHARAKTER.

FÜR EIN GUTES LEBENSGEFÜHL.

Ihr Haus für Tradition und Gegenwart.

Am Kurpark 8

82467 Garmisch-Partenkirchen

www.grasegger.de

Franz Hummel Projekte -Unternehmensgruppe


INHALT

KLOSTERSTUNDEN

Pater Ambrosius lebt in zwei Welten: Die eine ist still,

in sich gekehrt, die andere laut und voller Kinderfragen.

Der Mönch und Lehrer braucht beide.6

Interview: Abt Barnabas über das Schweigen

in einer Zeit, in der so viel geredet wird.11

Ganz einfach – oder, Jungs?

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

FOTOSTRECKE

ist es Ihnen aufgefallen? Dass etwas anders

Zur Weihnachtszeit gehören nicht nur Platzerl,

Backen und Batzeln:

Zu Besuch in der Weihnachtsbäckerei12

ist? Dann haben Sie recht. Wir haben die

Bergwelten ein wenig verändert, haben ihnen

ein frisches Layout verpasst. Und wir hoffen,

sondern auch Besinnlichkeit. Zumindest heißt

es das immer. Ein paar nachdenkliche Zeilen

hat dazu Kreisbäuerin Christine Singer in ihrer

es gefällt Ihnen. Wir freuen uns über

Rubrik geschrieben. Außerdem haben wir einen

Rückmeldungen.

Ort besucht, an dem Besinnung nicht auf wenige

Tage im Jahr beschränkt ist. Im Kloster Ettal

Im Inhalt dreht sich weiterhin alles um

gehört sie zum Leben. Pater Ambrosius braucht

Menschen und ihre Geschichten im Landkreis.

die Stille, genauso mag er den Tumult. Nur eine

Dieses Mal um Eishockey-Legenden und Eis-

Tür trennt ihn zwischen der leisen und der lau-

BERGWELTEN-SPEZIAL

hockey-Narrische. Um absolute Stille und eine

riesengroße Sauerei – alles im besten Sinn.

ten Welt. Von beiden erzählt diese Ausgabe.

Eisgeschichten – Ein Landkreis und

seine Eishockey-Leidenschaft20

Peppi Heiß: Legende mit scharfen Zähnen22

Gerdy Sperger: Ein besonderer Fan

mit besonderen Geschichten24

ESV Bad Bayersoien: Fußball interessiert hier nicht26

Das Maier-Gen: Eine Familie, ein Sport28

Athletiktraining mit dem TSV Farchant30

Der TSV Farchant und sein Abenteuer32

EV Mittenwald: Der Anfang war im Kurpark34

Die Küche sieht aus, als wäre ein Tornado

durchgefahren. Ist er irgendwie auch, ein

Dreifach-Tornado. Er heißt Regina, Paula und

Andreas Leitenbauer. Bei der stellvertretenden

Kreisbäuerin Lisa Krötz in Farchant haben sie

ihre Weihnachtsbäckerei eingerichtet. Was

für ein Spaß! Fotograf Thomas Sehr hat sie

besucht. Es hat sich gelohnt. Nicht nur wegen

der Bilder. Zudem hat er ein paar Rezepte mitgebracht.

Wir sagen: unbedingt nachbacken.

Samt Schokoladen-Sauerei.

Der lauteren, schnellen widmen wir unter

anderem unser Spezial zum Thema Eishockey.

Tempo und Leidenschaft stecken dahinter.

Wir haben Menschen getroffen, die den Sport

leben und lieben. Sei es als Spieler, als Fan, als

Vereinsmitglied oder als Legende.

Besondere Menschen und ihre Geschichten

– wie wünschen Ihnen viel Freude damit.

Und wir wünschen Ihnen genau die richtige

Mischung aus Ruhe und Action.

Ihre

Katharina Bromberger

NEUE

ÄRZTIN –

BEWÄHRTES

TEAM

WUIDE HEHNA

Caja Schöpf: Die ehemalige Profi-Freeskierin

erzählt von Nervenkitzel, Selbstvermarktung

und dem kleinen Luzifer in ihr.38

LESERFOTOS

Ab Januar

fürSie in

Garmisch-

Partenkirchen

Nebelmomente aus dem Landkreis46

RUBRIKEN

Die Welt an einem Tisch44

Die Natur und ihre Schätze: Der Advent und sein Licht48

Rezepttipp vom Panorama 2962 auf der Zugspitze50

Buchtipps52

Host mi? Bayerische Begriffserklärung53

Veranstaltungskalender54

ABC zum Neujahrsskispringen56

Impressum59

Foto Titel und Editorial: Thomas Sehr

Bergwelten-Redakteurin Katharina Bromberger zum Klimmzug zu hieven? Kein Problem für Manuel Schwaiger (l.) und

Thomas Schott. Die Eishockeyspieler vom TSV Farchant trainieren ja auch. Wir haben sie besucht (S. 30).

PS: Über Lob, Kritik und Anregungen freuen

wir uns sehr. Sie erreichen uns per

E-Mail an bergwelten@merkur.de oder

über die im Impressum genannte Adresse.

Besuchen Sie uns zudem jetzt auch auf

der Foto-Plattform Instagram. Mit Bildern

aus der Heimat. Schicken Sie uns solche

zur Veröffentlichung gerne zu!

@bergwelten_gap

Chamonixstraße 3

Tel: 08821 947400

Ehemals Zahnarztpraxis

WOLFGANG WEGMANN

4 Bergwelten Winter 2018

Bergwelten Winter 2018 5


KLOSTERSTUNDEN

NUR EINE TÜR ZWISCHEN

zwei Welten

Eine einsame Deckenlampe funzelt. Zu schwach, um dem

roten Teppich ernsthaft Farbe zu verleihen oder Topfpflanzen,

Schränken, Heizkörpern einen Schatten abzuringen.

Die beiden Enden des rund 100 Meter langen Korridors

verlieren sich in der Dunkelheit, als ob es kein Ende gäbe. Kein

Ton dringt hinter dem halben Dutzend Türen auf der einen

Seite des Gangs hervor, kein Laut schafft es durch das knappe

Dutzend Fenster gegenüber herein. Nichts bewegt sich. Nichts

atmet.

Es ist fünf Uhr morgens.

Da gellt eine Glocke durch den Korridor. Sie fährt durch die

Stille wie ein Murenabgang durch einen Bergwald. Hektisch

bimmelt sie, als würde sie vor jemandem davonlaufen. Gut

eine halbe Minute lang. Dann ist ihr Werk getan. Das Kloster

löst sich aus der Reglosigkeit. Tür um Tür öffnet sich, Männer

in schwarzen Kutten huschen hervor, alle gehen in dieselbe

Richtung. Der Teppich schluckt das Geräusch ihrer Schritte.

Doch scheinen ihn die Männer, die schwarzen Schuhe unter

den Gewändern verborgen, ohnehin kaum zu berühren.

Weihwasser-Kreuz, Verbeugung, Gebet

Beste Aussichten

Um 4.30 Uhr hat der Wecker in Pater Ambrosius‘ Zelle geklingelt.

Er bräuchte ihn nicht, stellt ihn dennoch jeden Tag. Seit

zwölf Jahren ist er Benediktinermönch im Kloster Ettal, 41

Jahre alt und damit einer der jüngeren. Ohne Ringe schauen

seine Augen hinter der randlosen Brille hervor. Kein Bartschatten,

keine Strähne der kurzen braunen Haare zerzaust, zügige

Schritte, durchgestreckter Rücken: Der Mann ist ausgeruht.

Lautlos, nur etwas schneller als die meisten, geht er zur Hauskapelle

des Klosters.

Alpenländische Küche

Zeige- und Mittelfinger der rechten Hand stippen in den

Weihwasserkessel im Vorraum und zeichnen ein Kreuz auf

die Brust. Eine Verbeugung vor dem Altar, dann setzt

er sich ins hölzerne Chorgestühl und wartet

regungslos, während seine Mitbrüder nach

und nach in die Kapelle kommen. Manch

einer blinzelt im Licht der Deckenleuchten.

Als jeder das kurze Ritual vor dem Altar

absolviert hat, und keine Diele mehr unter

dem Gewicht der Mönche knarzt, knackt

nur noch der lange Zeiger der Wanduhr

alle 60 Sekunden, stiehlt dem noch

jungen Tag Minute um Minute.

Unter nachtschwarzen Fenstern

beginnt um Viertel nach fünf

die Vigil, das Morgengebet


▶▶

Bayerische Gemütlichkeit

Unterschiedlicher könnten die beiden Leben nicht sein. Im einen regiert die Ruhe. Das andere ist

laut, voller Kinderfragen und jugendlicher Unruhe. Pater Ambrosius braucht und schätzt beide.

Er ist Mönch im Kloster Ettal und Lehrer im Klostergymnasium.

Text und Fotos: Josef Ametsbichler

GASTHAUS ZUR SCHRANNE

GRIESSTRASSE 4/82467 GAP

T. +49 (0)8821.9098030

INFO@ZURSCHRANNE.DE

WWW.ZURSCHRANNE.DE

6 Bergwelten Winter 2018

Bergwelten Winter 2018 7


aus dem Konvent an Internatsschülern vergangen. Vor Ambrosius‘

Zeit, doch den Skandal 2010, der in Strafverfahren gegen

Mitbrüder mündete, erlebte er mit. Damals, gesteht der Pater,

habe er an seiner Entscheidung für Ettal gezweifelt wie nie

zuvor oder danach. „Das war eine schlimme Zeit“, sagt er leise.

Er deutet zur Schulkapelle, auf das helle Holzportal, das an

die Missbrauchsfälle erinnert. Eingeschnitzt ist ein Zitat Jesu

Christi aus dem Matthäusevangelium: „Was ihr einem meiner

geringsten Brüder getan habt, das habt ihr mir getan.“

Ein Sonnenplatz

ist für Sie reserviert.

Nicht irgendein Urlaub. DER Urlaub.

Ort der Gebete: Pater Ambrosius in der Hauskapelle.

Vom Tumult in die Mittagspause

Eine Glocke durchdringt jeden frühen Morgen, noch vor Sonnenaufgang, die Stille im Gang.

Damit beginnt für die Mönche der Tag.

Einfach und kurz: das Mittagessen.

Der Schulalltag vereinnahmt den Pater. Als es zur Mittagspause

gongt, entkommt der Lehrer seinen Schülern in die Räume

des Mönchskonvents. Dessen Gänge dürfen nur die Mönche

und vom Abt genehmigte Gäste betreten. Frauen grundsätzlich

nicht.

Ambrosius mag die turbulente Stimmung am Gymnasium, die

Kinder und ihre Fragen zu Gott und der Welt. Zum Ausgleich

braucht er das Gebet und die Abgeschiedenheit. Vor dem Mittagessen

versammeln sich die Mönche wieder in der Hauskapelle.

Wieder absolvieren sie ihr raunendes Ritual, versinken

für eine knappe halbe Stunde in betender Meditation. Der Puls

schlägt im Takt der Klosterruhe.

Nur einer darf beim Mahl reden

Schnellsein lohntsich!

Die Sommersaison ist schon eröffnet, sichern Sie sich

jetzt schon die besten Plätze zu den besten Preisen!

Wir beraten Sie gerne und finden mit Sicherheit, den

perfekten Urlaub für Sie.

Zuverlässig seit über 100 Jahren!

DERDeutsches Reisebüro

Garmisch-Partenkirchen ·AmBahnhof ·t: +49 8821–55125

Murnau am Staffelsee·Postgasse 3-5 ·t: +49 8841–61350

Peißenberg ·Hauptstraße116 ·t: +49 8803–9505

BadTölz ·Mühlgasse7·t: +49 8041–8816

.Manch ein Frater gähnt

Es entspinnt sich ein Wechsel aus Lesung, Schweigen und Gesang

– wann die Mönche aufstehen, wann sie sich verbeugen,

wem welcher Vers zugedacht ist, bleibt dem Außenstehenden

verborgen. Die Männerstimmen brummen so gleichtönig durch

den Raum, dass es schwerfällt, sich auf die Worte des Gebets

zu konzentrieren. Hin und wieder gähnt einer der Brüder.

Schließlich steht Bruder Ambrosius auf. Ihm fällt an diesem

Morgen die Rolle des Kantors zu. Er singt mit heller Tenorstimme

das Laudes, das Morgenlob: „Die Nacht ist vergangen – Wir

staunen erwartend den steigenden Tag – und grüßen Dich

Christus.“ Ein Vaterunser beendet das Gebet.

Dass Pater Ambrosius öfter das Singen übernimmt, bietet sich

an. Außerhalb des Ettaler Mönchskonvents, der Gemeinschaft,

die nicht ganz drei Dutzend Brüder stark ist, arbeitet der 41-Jährige

als Lehrer für Musik und Religion im angrenzenden Klostergymnasium.

„Mit Musik“, sagt er, „erreicht man die Kinder an der

Seele.“ Und sich selbst. Manchmal setzt sich der Pater an eine

der fünf Orgeln auf dem Gelände und improvisiert, horcht in

sich hinein. „Beim ersten Ton weiß ich, wie es mir geht.“

Eine halbe Stunde zum Kartenspielen

An diesem Tag ist es noch zu früh für Orgel-Improvisation. Direkt

nach dem Morgengebet, um sechs Uhr, gehen die Mönche

in die mit Stuckornamenten und Wandmalereien geschmückte

Klosterbasilika. Vor leeren Bänken feiern sie die Frühmesse, ein

weiteres tägliches Ritual.

„Ora et labora“ heißt die Regel des Heiligen Benedikt. „Bete und

arbeite.“ Das Beten kommt zuerst, taktet den Tagesablauf der

Mönche von Ettal fast bis auf die Minute – bis zum Abendgebet,

der Komplet, die um 19.30 Uhr den Tag beschließt. Zwischen den

Gebeten arbeiten die Mönche in der eigenen Schule, der Brauerei,

der Gärtnerei, den Läden oder dem Hotel „Ludwig der Bayer“, das

ebenfalls dem Kloster gehört. Benediktiner sollen ihren Lebensunterhalt

selbst erwirtschaften. Doch ihre Gehälter bekommt

der Konvent. Wer etwas kaufen oder in Urlaub fahren möchte,

muss den Abt um Geld bitten. Auch die Zeit ist rationiert: Zur

gemeinsamen freien Verfügung haben die Mönche einzig die

halbe Stunde vor der Komplet, die Rekreation. Dann ratschen sie,

schafkopfen, schauen fern oder spielen eine Partie Billard.

Nur bei einer Zusammenkunft ist es den Mönchen freigestellt,

ob sie teilnehmen oder nicht: dem Frühstück. Pater Ambrosius

mag seinen schwarzen Kaffee und sein Marmeladenbrot.

Danach zieht er sich noch einmal in seine Zelle, sein Zimmer,

zurück, zur Schriftbetrachtung. Dem „Wiederkäuen“, wie er es

nennt, ohne das despektierlich zu meinen. Dabei liest er im

Tagesevangelium – meditierend, auf der Suche nach einem

Losungswort für den Tag.

Die „Schwarzen“ unter den Lehrern

Es dämmert. Pater Ambrosius öffnet die Tür hinüber zum Gymnasium,

die Tür in eine andere Welt. Eine laute. Als eine Achtklässlerin,

das T-Shirt zu einem bauchfreien Top geknotet, den

Pater bittet, ein Klassenzimmer aufzusperren, versteht er sie

kaum. „Seid doch mal ruhig jetzt“, raunzt er in die schreiende

Runde. Es hilft, ein bisschen. Den 41-Jährigen haben die Schüler

zum Verbindungslehrer gewählt, einer Art Seelsorger für die

Kinder. Der Pater gehört zu den „Schwarzen“, wie die Benediktiner

wegen ihrer Kutten im Schülerjargon heißen. Zudem

unterrichten klassische Lehrkräfte am Ettaler Gymnasium.

Kinder toben durch die Hallen, lachen, spielen. Weit weg

scheint der Missbrauchsskandal um die Katholische Kirche. Bis

in die neunziger Jahre hinein haben sich auch in Ettal Mönche

Mit Stille beginnt auch das Mittagessen. Die Mönche ziehen

sich ihre Kapuzen über, widmen sich ganz dem Zuhören.

Zeilen aus dem Alten Testament begleiten das Mahl. Nur der

Lektor, der Vorleser, darf sprechen. An u-förmig aufgestellten

Tafeln sitzt aufgereiht ein knappes Dutzend Brüder, am

Stirnende zeigt ein Wandgemälde Jesus bei der wundersamen

Brotvermehrung. Der Lektor tut sich schwer, das Klingen der

Löffel in den Porzellantellern zu übertönen. Es gibt Gemüse-

Rindfleisch-Eintopf, eine Schüssel pro Tisch. Als Nachtisch

Schokoladenpudding. Dazu nach Wahl Wasser, Limo, Bier. Ein

Kapitel aus einem kirchenhistorischen Sachbuch begleitet das

Mahl: „Toleranz und Gewalt: Das Christentum zwischen Bibel

und Schwert“, es geht um das moralische Für und Wider des

Balkankriegs.

Mittagessen für Mittagessen kauen, gabeln und löffeln sich die

Mönche so durch ihre Lektüren, die Abt Barnabas auswählt.

Meistens etwas Historisches oder Theologisches, gerne was von

beidem, auch eine Biographie von Kanzlergattin Hannelore Kohl

war dabei. Nur von Romanen lässt der Abt die Finger. Nicht, weil

die nicht katholisch genug wären, sondern weil die Mönche, die

der Arbeit wegen gelegentlich das Mittagessen verpassen, sich

schnell in der Handlung nicht mehr auskennen würden.

„Jeder Tag endet anders“

Keine halbe Stunde dauert das pausenlose Schaufeln, manche

Mönche bringen in dieser Zeit einen Nachschlag von Hauptgang

und Nachtisch unter, bevor der Lektor, an diesem Tag der

Abt selbst, das Buch zuklappt. Das Geschirr rollt auf dem Servierwagen

in die Küche, die Mönche kehren für ein fünfminütiges

Gebet in die Hauskapelle zurück. Pater Ambrosius gönnt

sich eine halbe Stunde Mittagsschlaf, bevor er in den Nachmittagsunterricht

geht, Proben korrigiert oder die Stunden für den

nächsten Tag vorbereitet.

▶▶

Ludwigs-Apotheke am Kirchplatz seit 1910

Für Fragen rund um Ihre

Gesundheit steht Ihnen unser

langjähriges, qualifiziertes

Mitarbeiterteam mit Kompetenz

und Herz für Ihre persönliche

Beratung zur Verfügung.

Als Apothekerfamilie in der 2.

und 3. Generation fühlen wir uns

der Tradition und dem modernen

Fortschritt verpflichtet

im Dienste Ihrer Gesundheit.

Gesundheit ist nicht alles, aber ohne Gesundheit ist alles nichts

Apothekerin Ursula Bockhorni-Imhoff

Ludwigstr. 50 · Partenkirchen · Tel. 08821/4897 · Fax 947021

buero@ludwigs-apotheke-bockhorni.de

www.ludwigs-apotheke-bockhorni.de

8 Bergwelten Winter 2018

Bergwelten Winter 2018 9


Reden beim Essen?

NUR AN MANCHEN FEIERTAGEN.

Hier wird gegessen und vorgelesen: im Refektorium, dem Speisesaal.

Im Gespräch erzählt Abt Barnabas von der

besonderen Bedeutung der Stille im Kloster, von

der vielredenden Zeit und warum auch er sich mal

beschallen lässt anstatt der Ruhe zu lauschen.

Dazwischen gibt er eine Kirchenführung, fährt einen Mitbruder

zum Arzt oder erledigt, was anfällt. Langweilig werde ihm nie.

„Jeder Tag ist voll – und jeder endet irgendwie anders“, sagt er.

Gegen 18 Uhr ruft das Gebet. Zunächst die Vesper, der große

Abendgottesdienst in der Klosterbasilika. Sie ist besser besucht

als die Frühmesse. Zurück im Konvent gibt es ein kaltes

Abendessen, dazu die Fortsetzung des Balkankriegs. Dann

noch einmal ein Abendgebet, die Komplet, in der Hauskapelle.

Wieder raunen die Mönchsstimmen die Zeilen aus dem Gebetsbuch.

Wieder singt Pater Ambrosius. Die Köpfe senken sich

zum Schlussgebet, die Mönche defilieren hinaus. Ein Knicks in

Richtung Tabernakel. Der Letzte löscht das Licht.

Von Gott fasziniert

Inzwischen ist es kurz nach 20 Uhr. Früher Abend für die Menschen

draußen, wo gerade die Tagesschau läuft, spät für die

Mönche von Ettal. Sie haben sich allein in ihre Zellen zurückgezogen.

Manche lesen, andere hören Radio oder telefonieren

mit der Familie. Auf den Gängen – Stille. Pater Ambrosius hat

sich mit Erlaubnis des Abtes in einem Aufenthaltsraum noch

ein Bier eingeschenkt. Ein Helles aus der Klosterbrauerei. In

Maßen hat der Heilige Benedikt nichts gegen Alkohol einzuwenden.

„Im Kloster lässt es sich am besten entspannen“, sagt der

Mönch. Er lehnt sich zurück, seine Hände ruhen nebeneinander

auf der Tischdecke. Die Benedikts-Regel ist Anleitung

genug für ein gelingendes Leben, findet er. Sein Zungenschlag

verrät die unterfränkische Heimat nahe Aschaffenburg. Wobei,

seine Heimat ist jetzt Ettal. Sein altes Leben hat Ambrosius mit

seinem bürgerlichen Namen abgelegt.

Irgendwie war das immer ausgemacht, diese Sache zwischen

dem lieben Gott und ihm. Schon als Kind ging er gerne in die

Sonntagsmesse. Es folgte, in Kurzfassung, eine katholische

Schule, das Priesterseminar. „Ich bin von diesem Gott fasziniert“,

sagt Ambrosius und nippt an seinem Bier. „Aber man

hat ihn nie in der Tasche. Man muss ihn suchen.“ Gesucht nach

seinem Platz in Gottes Plan hat Ambrosius im Internet. Dort

stieß er auf die Abtei Ettal. Nach seinem ersten Besuch wollte

er nicht mehr weg. Also blieb er.

Zellen-Luxus Espressomaschine

Ein bisschen mulmig war ihm, als er aussortieren musste.

Was sollte er mitnehmen in das gut vier mal drei Meter große

Arbeits- und das etwas kleinere Schlafzimmer mit Nasszelle?

In die Räume, in denen er nun leben würde? Seine Harry-

Potter-DVDs schafften es nicht. Die Bücher aber stehen im

Regal, erzählt er. Sehen, wie es in der Mönchszelle tatsächlich

aussieht, darf außer ihrem Bewohner nur der Abt. Auch eine

Stereoanlage besitzt Pater Ambrosius, auf der er Deutschlandfunk,

Kultursender und Popmusik hört. An der Wand hängen

Kreuzdarstellungen. Ambrosius‘ Zellen-Luxus: seine Espressomaschine

für frischen Bohnenkaffee – einer zum Aufstehen,

einer nach dem Mittagessen.

Das Bier ist leer. Es ist 21 Uhr. Der Pater verschwindet in den

winterabenddunklen Gängen des Konvents. Ein bisschen lesen

wird er noch, oder Radio hören. Bevor die Stille zurückkommt.

Abt Barnabas, welche Rolle spielt die Stille im Leben der

Benediktinermönche?

Eine ganz zentrale. Eine wichtige Aufgabe für den Mönch ist

nach der Regel des Heiligen Benedikt das Hören. Und hören

kann nur wirklich der, der selber still wird und zur Ruhe

kommt. Oft sprechen wir – in der Familie, im Freundeskreis, in

der Politik –, und während der eine spricht, überlege ich mir

schon, was ich Schlaues sagen kann. So kann niemand richtig

zuhören.

Das Schweigen und das Zuhören

gehören für Sie also zusammen?

Schweigen ist eine wichtige Voraussetzung, um ein gutes Gespräch

zu führen. Denn der Mensch nimmt sich zurück, dazu

gehört Bescheidenheit, Demut. Wer zuhört, nimmt den anderen

ernst. Deswegen steht das Kapitel über das Schweigen in

der Regel des Heiligen Benedikt direkt nach dem Kapitel über

den Gehorsam, also über das richtige Hören. Vielleicht haben

wir als Mönche mit unserem Lebensstil sogar eine prophetische

Aufgabe in unserer so vielredenden Zeit.

Was bedeutet das für den Alltag im Kloster Ettal?

Im inneren Bereich, der Klausur, herrscht normalerweise Stille.

Wir schweigen in den Gängen, wir schweigen bei Tisch. Ausnahme

ist die halbstündige Rekreation nach dem Abendessen.

Interview und Foto: Josef Ametsbichler

An bestimmten Feiertagen aber unterhalten wir uns auch beim

Essen oder danach bei einem Kaffee.

Sie schweigen als Abt wahrscheinlich seltener als die anderen.

In meinem Dienst für die Gemeinschaft rede ich viel, das

stimmt. Deshalb muss ich mir die Zeiten des Schweigens

ganz bewusst nehmen, etwa vor Beginn des Chorgebets. Wir

sammeln uns dazu im Kreuzgang und setzen uns sogar die Kapuze

auf, als Zeichen für das Schweigen. Aus der Stille heraus

beginnt dann ein besonderes Reden, das Beten, das Singen, der

Lobpreis Gottes.

Wird die Stille für Sie auch manchmal drückend?

Ja. Manchmal habe ich abends nach der Komplet, dem Gebet,

mit dem wir um 19.30 Uhr den Tag beschließen, Gott sei Dank

keine Termine mehr. Dann kann die Stille zur Versuchung werden,

sich beschallen zu lassen, zum Beispiel durch das Radio.

Manchmal erliege ich ihr, obwohl die Zeit am Abend nach unserer

Regel eigentlich zum Lesen, zum Beten und zum stillen

Hören auf den Ruf Gottes gedacht ist. Manchmal bin ich auch

etwas ungeduldig, was die Stillephasen in unseren Gebeten angeht.

Mein Tag ist sehr eng getaktet – da gerate ich schon mal

in Versuchung, aus einer Minute des Schweigens eine halbe zu

machen. Obwohl es eigentlich wurscht wäre. Der Mensch ist

halt ein schwaches Wesen.


Oberauer Krippenwelt

von Ludwig Reiser

82496 Oberau, Schmiedeweg 3, Nähe Rathaus - Tourist-Information

Zu besichtigen sind auf ca. 100 m 2 19 große Krippen

mit ca. 550 Figuren in verschiedenen Stilrichtungen

und eine Jahreskrippe auf 6x2 Meter mit

26 Szenen aus dem Leben und Sterben Jesu

sowie eine Kirchen- und Dorfkrippe.

Geöffnet vom 1. Advent bis 1. So. im Februar täglich 14 bis 17 Uhr.

Montags, Heilig Abend und Silvester geschlossen.

Eintritt:2Euro; Kinder bis 15 Jahre frei

Ansprechpartner: Ludwig Reiser: Tel.: 08824 / 8750; Mail: ludwig.reiser.2a@gmail.com

Tourist-Information Oberau: Tel.: 08824 / 93973; Mail: info@oberau.de

Wie im Paradies…

… wohnen in der Natur – Ruheoasen im Spa-Bereich

Lust am Genuss…

…in unseren Restaurants mit frischen Zutaten aus der Region

Parkhotel Wallgau

Barmseestraße 1·82499 Wallgau

Tel.+49(0)8825-290 · Fax+49(0)8825-366

info@parkhotel-wallgau.de

10 Bergwelten Winter 2018

Bergwelten Winter 2018 11


FOTOSTRECKE

BACKEN UND

Batzeln

Man nehme eine große Küche, Kinder und allerlei Zutaten

– allen voran Mehl und Schokolade. Man stelle beziehungsweise

setze alles an einen großen Tisch, beobachte dann,

was passiert. Und man bekommt – eine riesige Batzlerei.

Am Ende richtig gute Plätzchen. Und vor allem einen riesengroßen

Spaß. Bergwelten-Fotograf Thomas Sehr hat die

Geschwister Paula (5) und Andreas (9) Leitenbauer sowie

deren Cousine Regina Leitenbauer (5) beim vorweihnachtlichen

Backen bei Lisa Krötz in Farchant begleitet. Es entstanden

Bilder zum Mitlachen und Plätzchen zum Nachbacken.

Fotos: Thomas Sehr

12 Bergwelten Winter 2018

So eine wunderbare Sauerei. Das Platzerlbacken in der Küche von Lisa Krötz macht (v.l.) Regina Leitenbauer (5)

und den beiden Geschwistern Paula (5) und Andreas Leitenbauer (9) mächtig Spaß.

Bergwelten Winter 2018 13


Ausstecherl

ZUTATEN

500 g Mehl

250 g Zucker

250 g Butter

1 Pck. Vanillezucker

1/2 Pck. Backpulver

2 Eier

ZUBEREITUNG

Aus den Zutaten einen Teig kneten

und anschießend im Kühlschrank eine

Stunde kühlen. Den gekühlten Teig

auswalgen und beliebig ausstechen.

Dann bei 180 Grad (Ober-/ Unterhitze,

vorgeheizt) etwa zehn Minuten backen,

bis die Plätzchen schön goldbraun

sind. Dann geht’s ans phantasievolle

Verzieren.

Ihre Leidenschaft und unsere Kontaktlinsen: eine gelungene Kombination.

G a r m i s c h

Marienplatz 5 - P a r t e n k i r c h e n Ludwigstraße 6

Foto: PantherMedia/Alla Rudenko

Das Zentrum für gutes Sehen

•Kontaktlinsen-Studio

• Optometrisches Screening

• Visualtraining

•Vergrößernde Sehhilfen

Garmisch-Partenkirchen •Chamonixstraße 4, 1. OG •Tel.: 08821/7321478•www.augeninstitut-oberland.de

14 Bergwelten Winter 2018

Bergwelten Winter 2018 15


Mandelcreme-Würfel

ZUTATEN

60 g Butterschmalz

75 g Puderzucker

2 Eier

1/4 TL Vanillemark

75 g geriebene Kuvertüre

50 g feingehackte Rosinen

50 g feingehackte Mandeln

1/8 l Schlagsahne

75 g Mehl

250 g Johannisbeermarmelade

oder andere nach eigenem

Geschmack

100 g Nugat

25 g Kuvertüre Zartbitter

ZUBEREITUNG

Den Puderzucker mit dem weichen Butterschmalz,

den Eigelben und der Vanille

schaumig rühren. Mandeln, Früchte und

Kuvertüre unterrühren. Die Sahne steif

schlagen, Eiweiß mit dem restlichen

Zucker zu Schnee schlagen und vorsichtig

unterheben. Zum Schluss das Mehl

unterziehen. Den Backofen auf 200° C

vorheizen.

Die Masse wird auf ein mit Backpapier belegtes

Backblech gestrichen und 10 bis 15

Minuten gebacken. Danach das Ganze in

zwei gleiche Teile schneiden, eine Hälfte

davon mit Marmelade bestreichen, die

andere daraufsetzen, beschweren und

über Nacht stehen lassen.

Am nächsten Tag den Nugat im Wasserbad

schmelzen, auf das Gebäck streichen

und nach Belieben verzieren. Nach dem

Erkalten in Würfel oder Rauten schneiden.

Muss man doch probieren, findet Regina.

Jetzt wird verziert: die Geschwister Paula und Andreas Leitenbauer.

Beratung · Planung · Projektierung · Lichtstudio

Spürbar mehr Atmosphäre

Münchner Str. 10 · 82496 Oberau · Telefon: 0172-8322239 · helmut.mueksch@web.de

16 Bergwelten Winter 2018

Bergwelten Winter 2018 17


Weihnachtsbällchen

ZUTATEN

250 g Butter

100 g Zucker

1 Pck. Vanillezucker

300 g Mehl

100 g Mandeln,

gemahlen oder gehackt

100 g Kokosraspeln

Puderzucker

ZUBEREITUNG

Aus den Zutaten einen Mürbteig

herstellen und kleine Kugeln formen.

Diese bei 190° C etwa 20 Minuten

backen. Die noch heißen Bällchen in

gesiebtem Puderzucker wälzen oder

überziehen.

Ist eigentlich auch Schokolade auf den Platzerln gelandet?

Lisa Krötz jedenfalls hilft beim Saubermachen.

Schoko-Knöpfchen

ZUTATEN

250 g Butter

150 g Puderzucker

1 Prise Salz

Mark von 1/2 Vanilleschote

2 Eier

1 Eigelb

175 g Mehl

50 g Kakaopulver

100 g Nuss-Nugat

100 g Marmelade

nach Geschmack

200 g Vollmilch-Kuvertüre

ZUBEREITUNG

Weiche Butter, Puderzucker, Salz und

Vanillemark schaumig rühren. Eier

und Eigelb nacheinander unterrühren.

Mehl und Kakao mischen, nach und

nach dazugeben. Der Teig wird in einen

Spritzbeutel mit Lochtülle gefüllt. Backblech

mit Backpapier auslegen – und los

geht’s mit dem Aufspritzen: 90 bis 100

Taler mit einem Durchmesser von etwa

zwei Zentimeter. Das Blech im vorgeheizten

Backofen (175° C) neun bis zehn

Minuten backen. Plätzchen herausnehmen

und gut abkühlen lassen.

Danach wird die Nugatmasse in einem

heißen Wasserbad erwärmt, und die

Plätzchen werden damit bestrichen. Die

Taler aufeinandersetzen und kühl stellen,

bis das Nugat fest ist. Dann die Kuvertüre

in einem heißen Wasserbad schmelzen,

die gefüllten Plätzchen mit der einen

Hälfte eintauchen und auf einem geölten

Kuchengitter abtropfen lassen.

Gehobene

Küche?

UNSEREBEFINDET SICH

AUF2962METER.

DasGenuss-Highlight aufder Zugspitze

18 Bergwelten Winter 2018

Bergwelten Winter 2018 19


BERGWELTEN - SPEZIAL

Eisgeschichten

Foto: PantherMedia/bradcalkins

Zugegeben: Den Landkreis Garmisch-

Partenkirchen mit Klein-Kanada zu vergleichen,

würde zu weit führen. Aber vielleicht mit einer

Mini-Mini-Ausgabe des Eishockey-Landes, in

dem Kinder auf Kufen, mit Puck und Schläger

aufwachsen. Auch in der Region spielt der Sport

eine Rolle. Nicht nur auf Profi-Ebene mit dem

SC Riessersee. Viele Teams messen sich in der

Hobbyliga, andere im offiziellen Spielbetrieb.

Aus Leidenschaft. Wir stellen die Vereine und

ihre Passion vor. Zudem lernen wir eine heimische

Eishockey-Legende kennen. Ein außergewöhnlicher

Fan schenkt uns einen

außergewöhnlichen Blick auf den SC Riessersee.

Der

Heimat-Gin

Und wir besuchen ein Dorf, das einem

Kanada-Vergleich durchaus standhält.

Foto: photovideostock

1596 schaffte die Ettaler Klosterapothekeeinen

Branntweinkessel an und begründete damit die

400-jährigeTradition der Liqueurmanufaktur.

Dieser Dry Gin aus feinstemWeizenbrand lässt die

Geschichte der Ettaler Wacholderspezialitäten wieder

aufleben und ergänzt sie um 33 ausgesuchte Kräuter.

Vierfach destilliert, reichankomplexen Aromen aus

Orangenblüten, Lavendel und Rose. Harmonisch

durch Ettaler Braumalz und Hallertauer Aromahopfen

setzt dieserDry Gin einzigartige Akzente.

Ettaler Klosterbetriebe GmbH

Kaiser-Ludwig-Platz 1

82488 Ettal

www.kloster-ettal.de

20 Bergwelten Winter 2018

Bergwelten Winter 2018 21


EINE LEGENDE MIT

scharfen Zähnen

16 Stunden täglich zwischen Eis und Baustelle

Mit 16 spielte sich sein Leben zwischen Baustelle und Eishalle

ab, 16 Stunden täglich. Sein Vater hatte Heiß eine Lehre als Installateur

besorgt. Im Nachhinein „das Beste, was mir passieren

konnte. Da hab‘ ich das Arbeiten gelernt“. Frühmorgens zur

Arbeit, mittags im Blaumann mit dem Moped zum Training ins

Stadion. 40 Minuten auf dem Eis. Danach schnell ins Stadioncafé

gerannt, Wiener und Kartoffelsalat bestellt, wieder in die

Kabine, umziehen. Das Essen musste auf dem Tisch stehen,

wenn Heiß im Blaumann zurückkam. Die Mittagspause war

fast um, fünf Minuten blieben ihm. Nach dem Job um 17.30

Uhr ging es für den Jugendlichen noch mal für zwei Einheiten

aufs Eis. Damals spielte Heiß in der Jugend des SC Riessersee,

war auf dem Sprung in die Erste Mannschaft. Meistens kam

er erst um 23 Uhr abends heim. Die Mutter stellte ihm eine

Brotzeit hin, doch oft schlief er schon vorher am Kachelofen

ein. Diese Zeit vergisst er nicht. „Sie war brutal hart.“ Und hat

den gebürtigen Farchanter geprägt.

Spieler sprang in letzter Minute ein Investor ein. Am härtesten

getroffen hat Heiß aber das Bosman-Urteil 1995. Es veränderte

den Sport. Nicht zum Guten, findet Heiß. Der Europäische

Gerichtshof entschied, dass Profifußballer in der EU nach Vertragsende

ablösefrei zu einem anderen Verein wechseln dürfen.

Zudem fielen harte Regeln für den Einsatz von ausländischen

Spielern. Aus Angst vor Klagen änderte auch der Deutsche

Eishockeyverband seine Regeln. 1997 öffnete er die Liga für

Spieler aus der EU. Für die deutschen Spitzensportler bedeutete

das scharfe Konkurrenz. Heiß, bislang Kölns unangefochtene

Nummer eins, musste sich plötzlich intern gegen internationale

Spieler behaupten, von denen etliche ihre europäischen

Wurzeln nutzten, um in der deutschen Liga (DEL) Fuß zu fassen.

„Jedes Training war wie ein Wettkampf“, sagt der 55-Jährige.

„Darum war ich auch mit 37 so gut beinand wie nie.“ Vier

Jahre kämpfte er. Jeden Tag. Gegen die eigenen Teamkollegen.

Dann wollte er nicht mehr, hatte nach 20 Jahren erste Profiliga

das Kämpfen satt. Der Torhüter beendete seine aktive Karriere

2001. Trotz Anfragen von Clubs aus Düsseldorf und Frankfurt.

Peppi Heiß hat eine Karriere hingelegt, von der viele Eishockeyspieler träumen:

Der Garmisch-Partenkirchner (55) arbeitete sich bis zum Rekord-Nationaltorhüter hoch, spielte

bei Olympia für Deutschland und gewann mit den Kölner Haien die Deutsche Meisterschaft.

Dabei wollte er gar nicht ins Tor. Und auch nicht Eishockey als Vollzeit-Job betreiben.

Den härtesten Crosscheck seines Lebens hat Peppi Heiß

im Mai dieses Jahres abbekommen – 17 Jahre nach

Karriereende. Bei einer Motorradtour mit Spezln prallte

er mit seiner Maschine frontal gegen ein Auto, flog über den

Wagen und landete auf der Straße. Der Aufprall fühlte sich an,

„wie wenn dir jemand den Schläger in den Rücken rammt“.

Seine Freunde dachten, der 55-Jährige wäre tot. „Bis

ich zu schreien anfing.“ Weil er körperlich noch immer gut

beinand ist, überlebte er den schweren Unfall mit diversen

Knochenbrüchen und Quetschungen. Nach wie vor ist er

krankgeschrieben, kuriert sich beim Mountainbiken in den

Bergen aus. Auch zu Fuß zieht‘s den Garmisch-Partenkirchner

auf die Gipfel, doch bergab schmerzen die Knie. Und nach

einer Verletzung an der Halswirbelsäule ist auch der Nacken

nicht mehr so beweglich.

Er spürt die Karriere in den Knochen – trotz „vermindertem

Schmerzempfinden“. Das hatte er schon immer. Das machte

Text: Janine Tokarski • Fotos: privat

ihn zum Torhüter, glaubt Peppi Heiß. Denn eigentlich wollte er

nie in den Kasten. Doch er war der Einzige, der sich als kleiner

Bub beim Spiel mit Spezln immer hinten reinwarf, das Tor verteidigte.

Und dem es wenig ausmachte, wenn sein Körper was

abbekam, obwohl er seine Schienbeine mit Autoschwämmen

immer gut gepolstert hatte. Einmal lag er nach einem Check

bewusstlos auf dem Eis, stand wieder auf und spielte weiter.

Danach jahrelang mit Schmerzen im Nacken. Immer wieder

wurde er behandelt, niemand wusste so recht, was Heiß fehlte.

Erst nach dem Karriereende stellten Ärzte fest, dass seine

Halswirbelsäule bei dem Check damals gequetscht worden

war. „Ich hätte querschnittsgelähmt sein können.“ Er wurde

operiert, seitdem geht es ihm deutlich besser. Gezerrte Muskeln,

gerissene Bänder gehören für Eishockeyprofis eh dazu.

„Kleinigkeiten halt“, sagt Heiß. Wenn aber die Arzthelferin die

Nadel ansetzt, schaut er lieber weg. „Ein Pieks mit der Spritze

ist für mich schlimmer, als wenn mir einer mit dem Schläger

auf den Arm haut.“

Erst ein Versprechen überzeugt Heiß

Lange wehrte sich Heiß gegen ein Leben nur vom Eishockey.

„Ich war das Arbeiten gewohnt.“ Er hängte eine zweite Lehre

als technischer Zeichner dran, arbeitete sogar noch halbtags in

diesem Beruf, als er 1987 mit der Düsseldorfer EG schon in der

Ersten Liga spielte. Heiß begann ein Studium an der Technikerschule

und gab es erst auf, als er 1989 mit 26 Jahren zum

Düsseldorfer Erzrivalen nach Köln wechselte. Bei den Haien

spielten schon damals nur Profis. Überzeugt war Heiß dennoch

nicht. Der Torwart ließ sich nur zum Vollzeit-Eishockey überreden,

weil ihm Trainer Hardy Nilsson einen Drei-Jahres-Vertrag

bot und versprach, dass Heiß es in die Nationalmannschaft

schaffen würde.

Der Trainer hielt sein Versprechen. 140-mal stand Peppi Heiß für

das deutsche Team im Tor, unter anderem bei den Olympischen

Spielen 1992, 1994 und 1998 sowie beim World Cup 1996 gegen

einen der berühmtesten Eishockeyspieler aller Zeiten: Wayne

Gretzky. 894 Tore, drei Goldmedaillen und etliche ungebrochene

Rekorde in der amerikanischen Hockeyliga. Sein Spitzname:

„The great one“. Gretzky gilt als bester Eishockeyspieler aller

Zeiten. Als sich die beiden bei den Olympischen Spielen 1998

in Nagano wiedersahen, ging der Kanadier auf Heiß zu und

begrüßte ihn. Der dachte: „Wow, er spricht dich an.“

Dabei war der Garmisch-Partenkirchner längst selbst ein

Star. Die Fans feierten ihn, viele trugen ein Trikot mit seinem

Namen, als Interviewpartner war er gefragt. Vor allem in Köln,

wo er 13 Jahre für die Haie auf dem Eis stand. „Es waren die

schönsten Jahre meines Lebens“, sagt er. Immer an seiner

Seite: seine Frau Rena (53), die er beim Schlittschuhlaufen im

Garmisch-Partenkirchner Eisstadion kennenlernte. Ihre beiden

Kinder Stella (25) und Silvan (21) wurden in Köln geboren. Dort

feierte Heiß die größten Erfolge. Zum Beispiel die Deutsche

Meisterschaft 1995. Mit seinen Teamkameraden von damals

trifft er sich bis heute alle fünf Jahre in Köln. Dort erlebte er

aber auch die bittersten Stunden.

Abschied nach 20 Jahren Erste Liga

1993 war der Verein praktisch pleite, die Spieler erhielten

mehrere Monate keinen Lohn. Durch private Kontakte einiger

Der Abschied fiel ihm schwer. Sein Abschiedsspiel gehört zu

den bedeutendsten Momenten seiner Karriere. Das letzte Spiel

im alten Kölner Stadion vor dem Abriss, das letzte Spiel mit

Heiß im Tor der Ersten Mannschaft. Vor tausenden Zuschauern.

Gegen ein Haie-All-Stars-Team, darin viele alte Weggefährten.

„Der Tag lief wie ein Film für mich ab.“ Eindrücke, Erinnerungen,

Emotionen. „Manches nimmt dir die Luft.“ Mit Peppi

Heiß ging die Nummer eins. Seine Rückennummer wird in Köln

nie mehr vergeben.

Fangen kann er, zeichnen nicht

Die Familie zog es zurück in die Heimat. „In Garmisch-Partenkirchen

wachsen die Kinder einfach anders auf.“ Schöner,

ländlicher, freier. Die Liebe zum Eis haben sie vom Vater geerbt.

Tochter Stella wurde mit dem Curling-Team des SC Riessersee

2010 Weltmeisterin und nahm im selben Jahr bei den Olympischen

Spielen in Vancouver teil. Ihr jüngerer Bruder Silvan

spielt beim SCR in der Ersten Mannschaft Eishockey. Als Verteidiger.

Torhüter wollte er nie werden. Als kleiner Bub „hat er

sich Augen und Ohren zugehalten, wenn ich ihm Tipps geben

wollte“, sagt Peppi Heiß und lacht. Er kann‘s verstehen. Heute

kommt er nach dem Spiel von sich aus für eine Analyse zum

Papa. Der schaut sich fast jedes Spiel seines Sohnes an und ist

„ziemlich stolz“.

Auch der 55-Jährige geht noch aufs Eis. Nicht nur als Trainer.

Seit 2008 stand er unter anderem bei den beiden DEL-Clubs

aus München und Ingolstadt an der Bande und trainierte bis

Januar in Regensburg. Aus Gaudi spielt er mit den Alten Herren

des SCR. Auf dem Kopf trägt er dabei scharfe Zähne. Den Helm

aus seiner aktiven Zeit bei den Haien. Mit ihm hat Heiß den Gesichtsschutz

salonfähig gemacht im deutschen Eishockey. In Kanada

war das in den 1990ern längst üblich. Der Goalie bestellte

einen weißen Helm aus Übersee und malte rote Haie drauf. „Das

sah nicht so toll aus.“ Fangen kann er, zeichnen nicht. Ein Spezl

aus Köln, Hobbybastler und Schlosser, fertigte in seiner Garage

einen Prototypen von Helm und Gesichtsschutz für Heiß. Ein

künstlerisch deutlich talentierterer Freund malte die Haizähne

drauf. Bis zum Karriereende spielte Heiß mit diesem Helm.

Er liegt daheim im Regal, ebenso wie sein Trikot mit der

Rückennummer 1. Manches bleibt für immer.


22 Bergwelten Winter 2018

Bergwelten Winter 2018 23


VON ORIGINAL-WEISSBIERFLECKEN,

EINEM HUCKEPACK-ANGEBOT UND DEM

„ Katzl“-Spitznamen

Gerdy Sperger ist nicht irgendein Fan. Sie ist DER Fan. Seit Jahrzehnten

verpasst die Garmisch-Partenkirchnerin kein Heimspiel, besucht die meisten

Auswärtsspiele des SC Riessersee. Zahllose Erinnerungen verbindet

die 82-Jährige mit der Mannschaft. Amüsante, berührende. Einmalige.

Auf dem Eis Walzer getanzt

Text: Katharina Bromberger • Fotos: Bromberger/privat

Gerdy Spergers Liebe gehörte

nicht immer dem SC Riessersee.

Aber immer dem Eishockey. Als

Kind und junge Frau allerdings

drückte sie dem Mannheimer

ERC die Daumen. Dort ist Sperger,

geboren in Ludwigshafen,

aufgewachsen, stand als Kind

jede freie Minute auf dem Eis.

Ab 1948 baute Mannheim

wieder eine Mannschaft auf. In

der einen Ecke trainierten die

jungen Männer des ERC, in der

anderen übten Mädchen wie Gerdy Sperger, damals noch Caps,

Pirouetten und elegantes Ein-Bein-Fahren. Oft blinzelten sie

hinüber zur „Action“, die Sperger schon immer an dem Sport

faszinierte. Spannend wurde es bei den Walzer-Zeiten. Da durften

„die Rowdys nicht einfach wild durchsausen“ – sondern

führten die jungen Frauen im Dreivierteltakt übers Eis. „Toll.“

Ein Spieler hat Sperger dabei besonders gut gefallen. Ein Riesserseer.

Drei Garmisch-Partenkirchner verstärkten Anfang der

1950er Jahre das Mannheimer Team. Auf Bernhard Lödermann

hatte Sperger ein Auge geworfen. Zum Walzer hat er sie nie

geholt, gekannt aber haben sie sich. „Nur eine Schwärmerei“,

sagt sie und holt ein Foto. Schwarz-weiß, ein junger Mann auf

dem Eis, in Schlittschuhen und mit Schläger. Auf der Rückseite

ein handschriftlicher Gruß: „Dem lieben Katzl zur Erinnerung

von Deinem Bernie.“ Katzl? Sperger lacht. Kein intimer Kosename,

sondern eine Dialektsache. Ihre Freundinnen nannten

sie „Capsl“. Die drei Bayern aber haben „Katzl“ verstanden. Das

blieb sie dann auch.

Im Grunde führte das Eishockey Gerdy Sperger auch nach

Garmisch-Partenkirchen. Mit einem der Riesserseer und seiner

späteren Frau freundete sie sich an. Ihre Eltern luden Sperger

in die Marktgemeinde ein. Im Urlaub lernte sie dort ihren

späteren Mann kennen. 1961 zog sie nach Garmisch-Partenkirchen.

Und wurde SC-Riessersee-Edelfan. 1974 trat sie dem

Hauptverein bei.

Tag und Nacht an Chronik gearbeitet

Sie hat schon geschlafen, doch das Unterbewusstsein meldet

sich. Es ist ganz auf Chronik gepolt. Diese eine Zahl, die darf

sie auf keinen Fall vergessen. Also steht Gerdy Sperger noch

mal auf, schreibt die Gedanken auf, legt sich wieder hin. In

vielen Nächten macht sie sich Notizen. Drei Jahre lang, bis das

Werk endlich in Druck geht. 2003 erscheint „1923 bis 2003 – 80

Jahre Eishockey Sportclub Riessersee“, eine Chronik über ihre

Mannschaft, der sie seit Jahrzehnten zujubelt. Die Autorin

erhält noch in der damaligen Druckerei Adam das erste von

1500 Exemplaren. In der gleichnamigen Buchhandlung wird es

zum Bestseller, für Sperger ein Werk, das sie stolz und gerne

präsentiert. Bis heute verkauft die SCR-Geschäftsstelle die

Chronik für 20 Euro zugunsten der Nachwuchsförderung. Eine

weitere wird Gerdy Sperger nicht schreiben, das sollen Jüngere

übernehmen, findet die 82-Jährige. Doch ein Statistikbuch

hat die ehemalige Buchhalterin, ein „Zahlenmensch“, noch

verfasst. Mit allen Spielern, Punkten, Ergebnissen und vielem

mehr von 2003 bis 2015. Zudem

fertigt sie seit 2011 jedes

Jahr ein Autogramm-Buch an:

Fotografen stellen ihr Bilder

– mal Porträts, mal Spielszenen

– von jedem einzelnen

Mannschaftsmitglied zur

Verfügung. Die ganze Saison

über sammelt sie die Unterschriften.

Niemals alleine

Um die 30 Fan-Schals liegen bei Gerdy Sperger im Schrank.

Einen signierte sogar Prinz Luitpold von Bayern persönlich.

„Die Unterschrift von einem Adligen – das hat wahrlich nicht

jeder.“ Ihr Lieblingsschal aber ist ein anderer. Wegen der

Aufschrift: „You’ll never walk alone.“ Für Gerdy Sperger nicht

nur ein Fanmotto. „Die Mannschaft ist nie allein“, sagt sie. „Ich

bin immer da.“ Wenn auch sonst niemand da ist. Sie meint es

wörtlich. Bei manch einem Auswärtsspiel unterstützte kein Fan

den SCR. Nur sie.

Zeuge einer meisterlichen Bierdusche

1,50 Meter. Inmitten von

11.000 Fans hat man bei dieser

Größe keine Chance – man

sieht einfach nichts. Gerdy

Sperger hat’s erlebt. Ausgerechnet

bei der Meisterschaft

1978, im entscheidenden Spiel

zu Hause gegen Köln. Keines der insgesamt 14 Tore beobachtete

sie. Danach kaufte sie nur noch Sitzplatz-Saisonkarten.

Das half Sperger am 23. April 2011 wenig. Die Partie fand

auswärts statt. Und sitzen kam ohnehin nicht in Frage. Viel zu

aufgeregt war sie, vielleicht würde ihr SCR Oberliga-Meister

werden. Also brauchte sie einen Platz, von dem aus sie den Puck

jederzeit im Auge hatte. Direkt an der Plexiglasscheibe verfolgte

sie den 3:2-Sieg über Klostersee. Man war vorbereitet, Meister-T-

Shirts waren bedruckt. Perfekt für den ersten Jubel auf dem Eis.

Torwart Hardi Wild, für Sperger einer dieser besonderen Spieler

und Menschen, kostete ihn nicht lange aus. Stattdessen fuhr der

Garmisch-Partenkirchner zum Edelfan, zog das Shirt aus und

warf es über die Scheibe. „Da is‘ es“, ruft die 82-Jährige in ihrer

Wohnung und präsentiert’s wie eine Trophäe. „Mit Original-

Weißbierflecken.“ Von der Bierdusche auf dem Eis. Gewaschen

hat sie das Shirt nie, nur wochenlang gelüftet.

Zieh-Enkel Tim Richter

Zu einer Art Ersatz-Oma ist Gerdy

Sperger für Tim Richter geworden.

Schon in seiner ersten

Saison beim SCR 2011/12 war

ihm aufgefallen, dass sie kein

Spiel verpasst, hat sie deshalb

einmal persönlich mit Handschlag

begrüßt. „Schön, dass

Du da bist“, sagte er. Drei Jahre

später, 2015, kam der Hamburger zurück. Sperger war immer

noch da. Er hatte sie nicht vergessen, sie ihn auch nicht. Einer

dieser besonderen Lieblingsspieler war er für sie, die nicht nur

auf, sondern auch neben dem Eis positiv auffielen. Zum 80.

Geburtstag, am 29. Februar 2016, schenkte der Fanclub Sperger

ein Abendessen mit Richter. „So haben wir uns ein bisschen

angefreundet.“ Von Zeit zu Zeit trafen sie sich auf einen Kaffee,

ratschten nicht über Training, Taktik und Tore, sondern über

Familie, Freunde – Privates. Sperger kokettiert nicht damit. Die

zweifache Mutter, Oma und Ur-Oma erzählt von einem jungen

Mann, der ihr ans Herz gewachsen ist. Der ihr beim SCR fehlt.

An der Wand im Esszimmer hängt ein Bild der beiden, entstanden

bei einem der Ratsch-Nachmittage. Mittlerweile spielt

Richter in Bayreuth. Nach einem Spiel im September haben sie

sich mal wieder getroffen.

Zwischen Euphorie und Herzinfarkt

EIN AUF UND AB – DIE GESCHICHTE DES SCR

Gerade saß Gerdy Sperger am Computer. Da kam die Eilmeldung:

Der SC Riessersee ist pleite. Die 82-Jährige erstarrte.

Nur die Halsschlagader bewegte sich, unangenehm heftig.

„Da oben“, sie fasst sich an die Gurgel, „hab ich meinen Puls

gespürt.“ Rasend schnell. „Ich dachte, ich bekomm‘ einen

Schlaganfall.“ Ihr erging es wie vielen Fans und Beobachtern:

Gerade hatte der SC Riessersee eine herausragende Saison mit

dem Vize-Meistertitel in der DEL2, der zweithöchsten Deutschen

Eishockeyliga, beendet. Mit dem Fiasko danach hatte

wohl niemand gerechnet. Die Insolvenz, der Zwangsabstieg in

die Oberliga, in der das Team nun – so will es die Regel – in der

Abstiegsrunde spielt. Egal, auf welchem Platz es landet. Längst

aber hat sich Gerdy Sperger vom Schock erholt. Macht nichts,

sagt sie. Dann greift ihre Mannschaft eben im nächsten Winter

an. Ohnehin überwiegt für sie das Positive beim Gedanken an

die vergangene Saison. Einmal mehr erlebte sie etwas Unvergessliches.

Jedes Spiel verfolgt Gerdy Sperger von ihrem Stammplatz aus:

Südfoyer, Sitzplatz, Block H. Die Dauerkarte schenkt ihr der

Verein. An diesem Tag aber, an dem der SCR den Pokal für den

Hauptrundenmeister bekam, sollte sie das letzte Drittel bei der

Zeitnahme gegenüber verfolgen. Warum? Sagte ihr keiner. Nach

dem Spiel gegen Bayreuth ließ sich das Team in der Fankurve

mit Laola-Welle feiern. Und Sperger sah die Spieler nur von

hinten – schöner Schmarrn. Bis die Mannschaft geschlossen

in ihre Richtung fuhr. Runterkommen soll sie, hieß es. „Ich bin

feuerrot geworden.“ Langsam dämmerte es ihr. Irgendwann,

ein paar Jahre zuvor, hatte sie einem Spezl einen Wunsch

verraten: ein Foto mit der Mannschaft, das wär‘s. An diesem

4. März 2018, wenige Tage nach ihrem Geburtstag, sollte sich

der Wunsch erfüllen. Kapitän Florian Vollmer und Felix Thomas

führten sie in die Fankurve. Thomas hätte sie auch Huckepack

getragen, er bot es ihr an. „Nein“, sagte sie. „Laufen kann ich

noch.“ Auch wenn sie arg weiche Knie hatte vor Aufregung. In

die Mitte schoben die Männer sie für das Foto, Zieh-Enkel Tim

Richter legte den Arm um sie. „Ach, dass ich auch noch neben

ihm gestanden bin…“ Gerdy Sperger lächelt, vervollständigt

den Satz nicht. Muss sie auch nicht. „Da hab‘ ich ein Foto, das

sonst niemand hat.“ Bei Weitem nicht das Einzige.


Im Landkreis-Eishockey spielt der SC Riessersee die größte

Rolle. Allein aufgrund der Liga: Die Mannschaft tritt in der

Oberliga an – gezwungenermaßen. Wurde sie 2018 noch Vize-

Meister in der DEL2, folgte eine Insolvenz und der Rücktritt

in die dritte Liga. Es war nicht die erste Insolvenz des Vereins,

der seit seiner Gründung am 12. Oktober 1920 im Luxushotel

Riessersee eine Geschichte voller Höhen und Tiefen geschrieben

hat. In Kurzform gehören dazu große Erfolge, unter

anderem zehn Deutsche Meistertitel zwischen 1927 und 1981.

2011 nochmals Oberliga-Meister. Auch finanzielle Miseren sind

untrennbar mit dem SCR verbunden. Fünf Pleiten musste der

Verein seit 1987 verkraften. Informationen dazu liefert der SCR

auf seiner Homepage im Bereich „unter uns“. Ausführlich widmet

sich auch das Online-Nachschlagewerk „Wikipedia“ dem

Verein. Nachzulesen ist die spannende Geschichte bis 2003 zudem

in der Chronik von Gerdy Sperger. Das Werk ist für 20 Euro

beim Verein zu erhalten, der Erlös kommt der Nachwuchsarbeit

zugute. Informationen unter www.scriessersee.de

1968 wurde das Team zudem Deutscher Zweitliga-Meister, Heimspiele siehe Seite. 54


24 Bergwelten Winter 2018

Bergwelten Winter 2018 25


EIN DORF, EIN VEREIN,

ein Sport

GRÜNDUNG

Im Jahr 1951 gründete Franz Stadler den Eis- und Sportverein

Bad Bayersoien. Damit bildet der ESV nach dem SC Riessersee

den zweitältesten Eishockeyverein im Landkreis. Es gab noch

einige weitere wie den SC Eibsee Grainau und den TSV Murnau,

die jedoch in diesem Bereich schon lange nicht mehr aktiv sind.

DAS NATUREISSTADION

Es ist herausragend. Schiedsrichter, Gegner, Zuschauer: Sie

alle schätzen das Spiel im Natureisstadion von Bad Bayersoien.

Seit der ESV wieder in der Bezirksliga antritt, darf er dort

auch wieder die Partien ausrichten. Das allerdings klappt nur

selten – wettertechnisch. „Bei so einem richtigen Heimspiel ist

Sauber beinand...

BEDEUTUNG IM ORT

„Bad Bayersoien ist Eishockey“, sagt Felix Utschneider. „Und der

am Eisplatz natürlich die Hölle los“, schwärmt Abteilungsleiter

Utschneider. „Da kommt das ganze Dorf.“ Andernfalls trägt der

ESV seine Heimspiele in der Eishalle in Peiting aus.

Bad Bayersoien lebt Eishockey wie kaum

ein anderer Ort. Auch der ESV steht für

diesen Sport, trotz vieler anderer Sparten

im Verein. Abteilungsleiter Felix Utschneider

gibt einen Einblick in die Besonderheiten

des Vereins, zu Daten und Fakten.

ESV ebenfalls.“ Viele im Dorf, glaubt der Abteilungsleiter, wissen

gar nicht, dass zum Verein andere Sparten wie Ski und Rad,

Eisstock oder Dart gehören. „Das Eishockey wird hochgehalten“

– Kritikern etwa über hohe Kosten zum Trotz. 2017 gründeten

viele junge Bayersoier eine 1b-Mannschaft, die in der Hobbyrunde

antritt. Diese Bedeutung im Ort ist es auch, was den ESV in

Utschneiders Augen einzigartig macht. Nach wie vor spielen

viele Einheimische in der Ersten Mannschaft. Aktuell sind es

sechs – eine beeindruckende Zahl im Vergleich zur Größe der

AKTIVE SPIELER

Für die Saison 2018/2019 sind 24 Spieler beim BEV gemeldet.

Nicht eingerechnet die Aktiven der Peitinger DNL-Mannschaft,

die durch die Spielgemeinschaft ebenfalls spielberechtigt sind.

NACHWUCHS

Ob es schwierig sei, Nachwuchs zu finden? „Definitiv ja“, sagt

Felix Utschneider. Selbst im Eishockey-verrückten Bad Bay-

Gemeinde und zu anderen Teams. Eine weitere Besonderheit

ersoien. Doch der Sport ist zeitintensiv und teuer. „Das hält

Text: Katharina Bromberger • Fotos: privat

stellt Utschneider heraus: Man musste nie Insolvenz anmelden,

viele Eltern davon ab, ihre Kinder ins Eishockey zu schicken.“

„auch wenn es in den 90ern ganz knapp war“. Damals, nach der

Da der ESV nur eine reine Seniorenmannschaft hat, wechseln

dritten Saison in der Regionalliga 1993/94, zog sich der Verein

viele junge Spieler vom Peitinger Nachwuchs nach Schongau

freiwillig zurück in die Bayerische Landes-liga. „Auch wenn wir

oder Peißenberg in die Bayernliga. Dort bekommen sie die

wieder ganz unten anfangen mussten, ging der Verein nicht

Ausrüstung, vielleicht noch etwas Geld. „Bezirksliga ist nicht so

zugrunde“, sagt Utschneider, der seit 20 Jahren Abteilungsleiter

attraktiv.“

ist. „Der Zusammenhalt im Dorf ist einfach riesig.“

MITGLIEDER

Der Gesamtverein des ESV Bad Bayersoien zählt 480 Mitglieder,

davon sind 194 bei der Sparte Eissport gemeldet. Im Grün-

AMBITIONEN FÜR DIE ZUKUNFT

Momentan hat der ESV keine Aufstiegsambitionen. „Ziel ist

es, Eishockey in Bayersoien zu halten“, sagt Abteilungsleiter

Utschneider. Man will in der Bezirksliga so erfolgreich sein

G‘WAND MIT TRADITION

700m vom Dorfplatz Richtung Walchensee

82499 Wallgau .Walchenseestr.11.Tel 08825 / 422

Online-Shop: www.trachtenmode-leismueller.de

dungsjahr 1951 hatte der Verein offiziell 17 Mitglieder, laut

wie möglich und junge Leute wieder zum Eishockey bringen.

einem Zeitungsbericht von damals jedoch 50.

Geschichte möchte der ESV schreiben. „Vielleicht keine große,

DAS ERSTE SPIEL

Offiziell fand das erste Spiel der Bayersoier Mannschaft am 9.

aber viele kleine.“ Solche, die diesen Sport so schön machen

und gerade in einem kleinen Verein passieren.


Januar 1951 statt, also kurz nach der Gründung des Vereins,

allerdings gab es vorher schon eine Mannschaft, die gegen die

Teams der Nachbarvereine antrat.

DIE GRÖSSTEN ERFOLGE

Eine Auswahl der größten Erfolge fällt ESV-Abteilungsleiter

Felix Utschneider gar nicht so leicht. „Da gibt es viele.“ Keine

DIE HEIMSPIELE

der SG ESV Bad Bayersoien/EC Peiting 1b

Deutschen Meistertitel. Aber solche, die ein Eishockey-Dorf

stolz machen:

Samstag, 15. Dezember, 17.30 Uhr

ESV Bad Bayersoien – TSV Schliersee

1960er Jahre: dreimaliger Gewinn des Franz-Josef-Strauß-Pokals.

1985: Gewinn der Bayerischen Natureismeisterschaft (Senioren

Sonntag, 23. Dezember, 18 Uhr

und Nachwuchs).

ESV Bad Bayersoien – Wanderers Germering

1991: Aufstieg in die Regionalliga mit Spielen gegen Ingolstadt,

Peiting, Straubing, Bietigheim, Crimmitschau – Teams, die heu-

Freitag, 4. Januar, 19.30 Uhr

Premiere: 1951 hatte die Bayersoier Mannschaft ihr erstes offizielles Spiel.

te feste Größen in der DEL und DEL2 sind.

2000: Bayerischer Meister der Bezirksliga und Aufstieg in die

ESV Bad Bayersoien – ESV Dachau

Landesliga.

Sonntag, 13. Januar, 18 Uhr

2015: Meister der Bezirksliga Gruppe Süd.

ESV Bad Bayersoien – EA Schongau 1b

MEILENSTEINE IN DER GESCHICHTE

2017: Kauf der alten Bande des ESV Kaufbeuren. Der ESV Bad

Freitag oder Sonntag, 18. oder 20. Januar, 19.30 Uhr

ESV Bad Bayersoien – ESC Holzkirchen

Bayersoien verfügt damit, Abteilungsleiter Felix Utschschneider

zufolge, „über die modernste Natureisbande. Mancher

Freitag oder Sonntag, 1. oder 3. Februar, 19.30 Uhr

Stadionbetreiber würde sich da die Finger ablecken. Rings rum

ESV Bad Bayersoien – EV Mittenwald

rahmenloses Echtglas und sogar DEL-tauglich – bis auf das Eis

und das Dach“.

Informationen unter www.esv-bad-bayersoien.de

Bayersoien gegen Grainau: Das Spiel endete 3:7.

1970er Jahre: Bau des Sportheims, Erweiterung in den 2000ern.

26 Bergwelten Winter 2018

Bergwelten Winter 2018 27


DAS

Maier-Gen

der heute 29-Jährige für den ESV Bad Bayersoien auf. Mit ihm

kamen in drei Generationen rund 20 Eishockey spielende Maiers

zusammen. Sie sind seit Jahrzehnten bunt in der Eishockeywelt

verteilt. Und stehen manchmal doch zusammen auf dem Eis.

Dann, wenn das Spiel der Spiele ansteht. Die Maiers gegen den

Rest von Bayersoien. Eine Familie im Duell mit ihrem Dorf.

Seit sechs Jahren kein Spiel der Spiele

Vor Kurzem wechselte er nach Dachau in die Bezirksliga.

Ein Maier aus Bayersoien? Da wurden die neuen Vereinskollegen

gleich stutzig – und fragten nach: Ist er einer aus dem

„Maier-Clan“? Logisch. Und wie kommt das in Dachau an? „Positiv“,

sagt Elias, 21, und ergänzt schmunzelnd: „Gegen Dachau

haben schon viele Maiers Tore geschossen.“

Knipser mit Leidenschaft und Ehrgeiz

Gestatten, Maier: das Familien-Team von 2012. Dazu gehörte mit Angelika auch eine Frau - die viel Lob von ihren

männlichen Familienmitgliedern bekommt.

Verschiedene Farben, unterschiedliche Vereine - aber immer der gleiche Name: Maier.

(v.l.) Ludwig, Helmut, Thomas, Elias, Bernhard, Simon und Manuel (vorn) mit einer Auswahl der Trikots,

die sich über die Jahrzehnte angesammelt haben.

Vollmond war das Beste. Dann glitzerte das Eis, dann

strahlte es hell genug, um etwas zu sehen. Ludwig Maier

packte in diesen Nächten seine Schlittschuhe und drehte

noch ein paar Runden. Er atmete die eiskalte Luft und ließ die

Kufen gleiten. Er vergaß den Neid, der ihn tagsüber beschäftigt

hatte. So gerne wäre er im Hellen mit den anderen über den

Soier See getobt. Doch der Papa war streng. Ludwig musste im

Forst helfen. Und während die anderen auf dem Eis standen,

saß er auf dem Pferd. Holzrücken in der Kirmesau bei Bad

Bayersoien. Für den Bub vom Lötschmüllerhof, der doch so

gern auf Kufen stand, hat sich diese Erinnerung eingebrannt.

So zwischen 12 und 16 Jahre war er damals alt. Und Eishockeyvernarrt.

Heute würde man in Bad Bayersoien sagen: ein echter

Maier eben. Denn aus einer Freizeitbeschäftigung im Mondschein

wurde eine Leidenschaft, aus der Leidenschaft eine

Familientradition.

Nur Josef durfte nicht mitspielen

Bruderduell: Im Freundschaftsspiel trafen Elias (l.) für

Landsberg und Simon Maier für Peiting aufeinander.

20 Eishockey spielende

Maiers in drei Generationen:

Diese Familie lebt den Sport.

Angefangen hat alles auf

dem Lötschmüllerhof in

Bad Bayersoien. Wo Fußball

keine Rolle spielt.

Text: Katrin Kleinschmidt • Fotos: Kleinschmidt/privat

Die begann in den 1960er Jahren mit Georg, Martin, Franz,

Ludwig und Konrad – fünf Brüdern aus dem Lötschmüllerhof,

der in Bayersoien zwischen See und Eisplatz lag. Nur der sechste

Bruder, Josef, der durfte nicht mitspielen. Als Ältester sollte er

die Landwirtschaft vom Vater übernehmen. Die Verletzungsgefahr

war einfach zu groß. Die Kühe und der Forst duldeten keine

langen Ausfälle. Er nahm es hin, beschwerte sich nie. Und gab

das Eishockey-Gen trotzdem wie seine Geschwister – dazu gehören

noch zwei Schwestern – an Kinder und Enkel weiter.

Bei Josefs jüngstem Sohn, Martin, hätte sich die Geschichte fast

wiederholt. Auch er sollte Bauer werden, wurde nicht im Verein

angemeldet. „Anfangs hat mich das nicht gejuckt“, sagt er. Eishockey

spielte er ja trotzdem – als junger Bursche auf dem zugefrorenen

See. Doch mit 17 packte ihn der Ehrgeiz. Seitdem läuft

Vor sechs Jahren schlitterten die Maiers mit einem 7:5-Erfolg Es gab Zeiten, da standen beim ESV Bad Bayersoien sieben Familienmitglieder

im Kader. Der Torriecher macht einen typischen

vom Platz. Seitdem aber feierten sie keinen einzigen Erfolg

mehr. Nicht, weil sie verloren hätten. Haben sie noch nie. Doch Maier aus. „Wir sind eher die Knipser“, sagt Ludwig Maier. Gerade

mal drei Verwandte fallen ihm ein, die als Verteidiger auf-

auf dem Asphalt tat sich nichts, zu warm war‘s – kein Eis, kein

Eishockey. Zuletzt ging 2012 was zusammen. Lange her. Schade.

Für den Ort, dem eine Gaudi entgeht. Für die Bayersoier, vier Spielen ein anderer aushelfen. Immerhin – er hieß Andreas

liefen. Einen Torwart gab’s bisher gar nicht – da musste bei den

die Revanche wollen. Und für die Maiers, die von Sieg Nummer Mayr. Zudem brachte der Clan vor allem Spieler hervor, die den

fünf träumen. 2000, 2003, 2007 und 2012 setzten sie sich durch. Schläger rechts halten – im Gegensatz zur Mehrzahl der Eishockeyspieler.

Andere Eigenschaften aber machen die Maiers stark.

Gaudi hin oder her – wenn ein Maier aufläuft, will er gewinnen.

Wenn viele Maiers auflaufen, wollen viele Maiers gewinnen. „Wir sind leidenschaftlich und ehrgeizig. Das ist unser Vorteil“,

2012 waren sie nervös. „Wir hatten Bammel, dass wir nicht sagt Ludwig Maier. Er selbst spielte mit Peiting in den 1970er Jahren

in der Zweiten Bundesliga. Wegen einer Verletzung war 1989

mehr so stark sind“, sagt Helmut Maier, 49, Sohn von Bauer

Josef. Das wäre vor einer Neuauflage jetzt nicht anders.

Schluss für ihn mit der aktiven Zeit. Er wechselte zu den „Alten

Der jüngste im Clan ist neun

Auch die Gegner stecken voller Ehrgeiz. Wer will sich schon

ewig von einer Familie auf der Nase herumtanzen lassen?

Zudem ist der Rest des Ortes nicht zu unterschätzen. Woanders

jagen Männer einen Ball, in Bayersoien den Puck. Ein

Eishockey-Dorf ist das. Seit Ewigkeiten. „Im Umkreis gab’s überall

Fußball“, sagt Helmut Maier. „Bei uns nicht.“ Bis heute. Sein

Onkel Ludwig ist froh drum. „Eine Fußballmannschaft im Ort

hätte uns zerlegt.“ Dann wären viele Burschen dem Ballsport

wohl verfallen. So aber wählten die jungen Bayersoier den

Sport vor der Haustür und gingen zum ESV Bad Bayersoien.

Auch die jungen Maiers bleiben Schlittschuhen und Schläger

treu – der jüngste der Familie auf Kufen ist Manuel, 9, Enkel

von Ludwigs Bruder Franz. Nicht nur die Männer der Familie

spielen Eishockey – mit den Schwestern Angelika und Margit,

den Töchtern von Ludwigs Bruder Georg, sind auch zwei Frauen

darunter. Angelika stand bei allen vier Maier-Spielen auf

dem Eis. Und wird von den männlichen Verwandten hochgelobt.

„Sie hätte Nationalmannschaft gespielt, wenn sie weitergemacht

hätte“, ist Cousin Helmut überzeugt. Hat sie nicht.

Ein Maier trug das Deutschland-Trikot

Simon Maier, 31, schon. Er durfte als bisher Einziger der Familie

ein deutsches Trikot überstreifen. Mit der U18 wurde er 2005

im tschechischen Plze Achter. Seit 2015 hält Ludwig Maiers

Sohn den Schläger für den EC Peiting in der Oberliga. Auch

seine Cousins Tobias „Igl“ Maier, Thomas Maier – Topscorer

in den Maier-gegen-das-Dorf-Spielen – und Josef Maier junior

spielten früher mit verschiedenen Vereinen in dieser Klasse.

Sein Bruder Elias besuchte das Eishockey-Internat in Augsburg.

AKTIVE MAIERS

Herren“ des EC Peiting. Wenige Jahre später, mit Anfang 40, ließ

er sich überreden, wieder die Schlittschuhe überzuziehen – der

ESV steckte in einer Krise. Die gut gemeinte Tat endete schmerzhaft.

Nach fünf Minuten wurde Maier gecheckt, knallte gegen

die Bande – und brach sich mehrere Rippen. Mit dem Verein trat

er danach nicht mehr aufs Eis – mit der Familie freilich schon.

Gegen den Rest des Ortes war er bisher immer dabei.

Ein Maier sitzt im Zamboni

Abseits des Eises engagierte sich Ludwig Maier beim ESV im

Vorstand. Mittlerweile ist der 67-Jährige Ehrenrat. Helmut ist

zweiter Vorsitzender. Auch andere Familienmitglieder haben

Posten übernommen. Und wenn’s endlich mal richtig kalt ist,

sitzt zumeist einer der Maiers im Zamboni und sorgt für ordentliches

Eis – nicht nur für die vielen Einheimischen, die sich

dort tummeln. Seit der ESV wieder in der Bezirksliga antritt,

darf er auch Ligaspiele auf Natureis ausrichten. Die meiste Zeit

aber spielt das Team aufgrund des Wetters in der Halle des

EC Peiting. Mit ihm besteht seit 2010 eine Spielgemeinschaft

sowohl im Erwachsenen- als auch im Nachwuchsbereich.

Zuvor gab es einige Jahre gar keine Spiele mehr in Bayersoien

– weil in höheren Ligen kein Natureis mehr zugelassen war. So

kam es überhaupt erst zur Idee, die Maiers gegen den Rest des

Dorfes auflaufen zu lassen. „Wir wollten, dass es endlich wieder

ein Heimspiel gibt“, sagt Ludwig Maier. Es bitzelt ihn, das kann

er nicht verstecken. Vor drei Jahren stand er das letzte Mal für

die „Alten Herren“ auf dem Eis. Seitdem ist Schluss mit Sport.

Doch ein Maier-Spiel, das würde sich der „Luggi“ nicht entgehen

lassen. Niemals. Selbst wenn die Puste mittlerweile vielleicht

schneller ausgeht, auch wenn’s zum Stürmen womöglich nicht

mehr reicht. „Ich stell mich dann hinten rein“, sagt er und grinst.

Fürs Eishockey, da nimmt ein Maier gern was auf sich.

EC Peiting:

Dachau Woodpeckers: Elias (21)

Simon (31), Manuel (9), Helmut (49/Alte Herren)

ESV Bad Bayersoien: Thomas (37), Martin (29)

und Tobias (37/Alte Herren)

Bad Bayersoien Beavers: Fabian (17), Sebastian (35)

28 Bergwelten Winter 2018

Bergwelten Winter 2018 29


NICHT NUR Gaudi

Zu Gast beim Athletiktraining von

Landesligist TSV Farchant

Text: Katharina Bromberger • Fotos: Thomas Sehr

So ein bisschen Schlittschuhlaufen, so ein bisschen zum Spaß Bestandteil der Mannschaft ist Personal Trainer Leo Rauch. Der

Eishockey spielen? Das funktioniert in der Landesliga nicht. Murnauer übernimmt im Sommer das Athletiktraining; arbeitet

mit einigen Spielern das ganze Jahr über. Bei einem Besuch

Und das will das Team des TSV Farchant auch nicht. „Es ist

nicht nur Gaudi“, sagt Thomas Schott. „Wir wollen schon auch im Fitnessstudio in Garmisch-Partenkirchen erklärt er, worauf

was erreichen, wenn wir antreten.“ Dafür trainieren sie mindestens

zweimal in der Woche im Team, jeder ist angehalten, für ihn besonders geeignet sind. Thomas Schott und Manuel

jeder Eishockeyspieler achten sollte und welche Übungen

zusätzlich selbst etwas für die Fitness zu tun. Ein wichtiger Schwaiger machen sie vor.

STEHENDES/SITZENDES SCHULTERDRÜCKEN

MIT DER KETTLEBELL

Das Schultergelenk ist eine der verletzungsanfälligsten Stellen

des Hockeyspielers. Deshalb braucht er eine stabile, kräftige

Schulter. Macht man die Übung im Sitzen, wird der Oberkörper

durch die Rumpfmuskulatur gestützt und diese wird zusätzlich

trainiert.

AUSFALLSCHRITTE/LUNGES

THOMAS SCHOTT

Die Bewegung passt ideal zur einbeinigen Belastung auf dem Eis. Dabei wird

die gesamte Bein- und Gesäßmuskulatur gestärkt.

• Der Rücken gerade, die Bauchmuskeln angespannt, der Blick nach vorne

• Einen große Schritt nach vorne machen, dann wieder aufrichten.

KREUZHEBEN

Meistens laufen Eishockeyspieler ja gebückt

Alter: 25 Jahre

EINBEINIGES KREUZHEBEN

herum – also während des Spiels. Da ist es gut,

mit einer Übung wie dem Kreuzheben die Rück-

Wohnort: Partenkirchen

Größe: 1,89 Meter

Die Übung ist eine gute Methode, um

MANUEL SCHWAIGER

seite des Körpers zu stärken. Zudem kräftigt sie

Gewicht: 100 Kilogramm

Asymmetrien (gerade am hinteren Ober-

die Rumpfmuskulatur, die „sehr wichtig ist, um

Position: Verteidiger

schenkel und im unteren Rückenbereich)

Alter: 20 Jahre, der Jüngste im Kader

Checks gut zu überstehen“, sagt Personal Trainer

Beruf: Kaufmann für

auszugleichen. „Diese sind bei Sportlern,

Wohnort: Garmisch

Leo Rauch. Nicht zu unterschätzen: die Griffkraft.

Tourismus und Freizeit

die wie Hockeyspieler hauptsächlich auf

Beruf: Zimmerer

Sie kann bei einem Zweikampf den Unterschied

Bisherige Stationen:

einer Seite arbeiten, leider normal“, sagt

Größe: 1,76 Meter

machen: Der eine behält den Schläger, der andere

Jugendmannschaft des

Personal Trainer Leo Rauch. Diese auszu-

Gewicht: 79 Kilogramm

vielleicht nicht.

LEO RAUCH

SC Riessersee,

Jugend-Nationalmannschaft,

gleichen ist das A und O, um Verletzungen

vorzubeugen.

Position: Stürmer

Bisherige Stationen: Jugendmannschaft des SC

• Füße schulterbreit vor die Langhantel stellen

Deutsche Nachwuchsliga,

• Hüfte beugen

Riessersee, Zweite Deutsche Nachwuchsliga

• Neben den Schienbeinen greifen

Alter: 29 Jahre

Zweite Junioren-Bundesliga

• Gerader Rücken

Rücktritt: 2016. Start beim TSV Farchant: 2017.

• Schulterblätter zusammenziehen

Wohnort: Garmisch-Partenkirchen

(ESV Kaufbeuren).

• Becken auf der freien Seite nicht nach

• Beine strecken und Rücken aufrichten

Beruf: Personal Trainer

Rücktritt: 2012. Start beim

oben kippen lassen

• Auf einen geraden Rücken achten

Weitere Infos: leorauch.com

TSV Farchant: 2015.

• Keine Rotation im Oberkörper zulassen

VieleRückenschmerzen

lassen sich vermeiden!®

Was uns von anderen Bettenhäusern unterscheidet und wie

sich viele Rückenschmerzen vermeiden lassen, erleben Sie

bei uns auf dem Dosigraph. Um Wartezeiten zu vermeiden,

vereinbaren Sie gleich heute Ihren persönlichen Termin.

betten h illenmeyer

Hindenburgstrasse 49, 82467 GAP,Tel. 08821/2082, www.betten-hillenmeyer.de

30 Bergwelten Winter 2018

Bergwelten Winter 2018 31


EIN ABENTEUER FÜR Gänsehautmomente

Für Leidenschaft steht die Farchanter Eishockey-Mannschaft. Ohne ginge es auch nicht. Sie trainieren

hart für die Landesliga. Anders als in anderen Teams bekommen die Spieler aber keinen Cent.

GRÜNDUNG

Die Gründung des TSV Farchant zu datieren, fällt leicht: Der

Turn- und Sportverein besteht seit 22. März 1949 mit den Abteilungen

Bergsport, Sommersport, Leichtathletik, Wassersport,

Tischtennis und Eissport. Beim Bereich Eishockey ist das ein

wenig schwerer. Zum ersten offiziellen Spiel finden sich keine

Aufzeichnungen. Die Verantwortlichen aber vermuten, dass

die Farchanter von Anfang an um Punkte kämpften. Sicher ist:

1981 war Schluss. Nach dem Abstieg aus der Regionalliga Süd

meldete der Verein die Mannschaft ab und löste die Abteilung

auf. Erst 31 Jahre später, am 17. September 2012, wurde sie wieder

eingerichtet. Damit hatten die „Froschlachn Hackler“, die

Text: Katharina Bromberger • Foto: Andreas Müller

seit 2009/10 an der Werdenfelser Hobbyliga teilnahmen, wieder

eine Heimat im Verein. Ernst wurde es zur Saison 2015/16. Der

TSV meldete eine Mannschaft für den offiziellen Spielbetrieb

an. „Ein Abenteuer“, sagt Abteilungsleiter Andreas „Anda“ Maier.

Das andauert.

MITGLIEDER

Aktuell zählt der TSV Farchant 1362 Mitglieder, davon 61 in der

Sparte Eishockey, die drittgrößte Abteilung nach Fußball und

Turnen. Bei der Vereinsgründung 1949 trugen sich 86 Personen

in die Mitgliederliste ein: 60 Männer, 10 Frauen, 14 Jugendliche

und 2 Kinder.

BESONDERHEIT IM VERGLEICH ZU ANDEREN VEREINEN

Andreas Maier kann sich eine sarkastische Bemerkung nicht

verkneifen. „Mit Amateursport, wie ihn der Bayerische Eissport-

Verband definiert, hat das ja ganz viel zu tun.“ Betonung auf

„ganz“, mit einem langen „A“. Seine Kritik bezieht sich auf viele

Konkurrenten – EV Pfronten, SC Forst und SC Reichersbeuern

nimmt er ausdrücklich aus – in der Landesliga. Einige „spielen

mit Halb- oder Vollprofis, sie werden alle entlohnt“. Manche

Teams leisten sich zudem bis zu acht ausländische Spieler. In

Farchant dagegen und bei den drei anderen Vereinen betreibe

man noch ehrlichen Amateursport. „Alle spielen aus Freude

am Eishockey.“ Ohne Bezahlung.

DIE GRÖSSTEN ERFOLGE

Es geht nicht immer nur um Titel. Gerade nicht bei kleinen

Vereinen, in denen Eishockey kein Beruf, sondern Leidenschaft

ist. Das zeigt auch ein Blick auf Andreas Maiers Auswahl der

Erfolge. Entscheidend sind auch die Zuschauer, die Gänsehautmomente.

Wie während der Play-Off-Spiele 2016.

1977 Landesliga Meister Bayern

1978 Bayernliga Meister

2016 Bezirksliga Meister Gruppe 3

1978 Finale Bayernliga

vor über 5000 Zuschauern in Ingolstadt gewonnen

2016 über 2000 Zuschauer

beim Derby gegen den EV Mittenwald

2016 über 2500 Zuschauer beim

Halbfinale gegen den EV Füssen

2016 Aufstieg in die Landesliga nach 3. Platz in

der bayerischen Bezirksliga Meisterschaft.

MEILENSTEINE IN DER GESCHICHTE

1960 einige Farchanter schaffen es in die Meister-Mannschaften

des SC Riessersee, unter anderem Richard Kappelmeier

und Andreas Bartl, 1978 zudem Martin Wild senior

1981 die Eishockey-Mannschaft wird abgemeldet, die Abteilung

aufgelöst. Der erfolgreiche Eishockeysport in Farchant ist

vorerst Geschichte.

23.10.2015 das erste offizielle Punktspiel nach der Neugründung

in Germering

AKTIVE SPIELER

Auf dem Papier verfügt das Team über 30 aktive Spieler. Doch

nicht alle können aus privaten oder beruflichen Gründen alle

Trainingseinheiten absolvieren oder zu jedem Spiel erscheinen.

Immer wieder plagen die Farchanter daher Personalsorgen.

NACHWUCHS

Eine eigene Jugendmannschaft stellt der TSV nicht. Dennoch

sind die Farchanter in der Nachwuchsarbeit aktiv. Es besteht

eine Kooperation mit dem SC Riessersee. Dort betreuen TSV-

Spieler den Schlägerlauf für Kinder zwischen vier und acht

Jahren. Es geht um Grundlagen: Wie funktioniert eigentlich

Schlittschuhlaufen? Wie halte ich den Schläger? Wie führe ich

den Puck? Danach geht es über die Laufschule in die Nachwuchsmannschaft

des SCR. Wer reinschnuppern möchte, kann

einfach vorbeikommen: jeden Montag, 17 Uhr, im Olympia-

Eissportzentrum in Garmisch-Partenkirchen.

AMBITIONEN FÜR DIE ZUKUNFT

Auf ein definitives Ziel wie einen Tabellenplatz oder Aufstiegswünsche

oder dergleichen legt sich Abteilungsleiter Maier

nicht fest. Er sagt nur, man wolle „sportlich das Bestmögliche

herausholen“. Dahinter stecken die Anstrengungen, die

Balance zwischen Ehrgeiz und Spaß zu halten und mit dieser

Mischung „einen großen Mannschaftskern zu bilden“ – um

künftig, anders als bei manchen Spielen bislang – mit genügend

Personal zu den Partien zu fahren.


DIE HEIMSPIELE DES TSV FARCHANT

Sonntag, 2. Dezember, 18 Uhr

TSV Farchant – ESC Kempten

Freitag, 14. Dezember, 20 Uhr

TSV Farchant – VfE Ulm/Neu-Ulm

Sonntag, 23. Dezember, 18 Uhr

TSV Farchant – EV Fürstenfeldbruck

Informationen unter www.tsv-farchant.de

Neubesohlung deiner alten

Schu

huhe

Werkstä täe für Fußgesundheit

Vorher Nachher

Schuhreparatur

ab 40€ pro Paar

Schuhverkauf

Brandsta 18

82435 Bad Bayersoien

08845/9146

Mo –Fr: 8-12 Uhr und 14-18 Uhr

Miwoch Nachmiag geschlossen

32 Bergwelten Winter 2018

Bergwelten Winter 2018 33


MITTEN IM KURPARK

fing alles an

Ein eigenes Stadion, eine eigene Laufschule für

Anfänger, ein eigener Verein: Eishockey in

Mittenwald hat eine Bedeutung. Wieder.

Dank an die Fans: Mega-Stimmung herrschte beim Derby

Mittenwald gegen Farchant.

Text: Katharina Bromberger • Foto: Christian Fellner

GRÜNDUNG

Im Gasthof Gries war die Geburtsstunde des EV Mittenwald. Am

30. November 1963 wurde er gegründet, damals mit den Sparten

Eisstock, Eiskunst- und Eisschnelllauf sowie Eishockey. Heute ist

der EVM nur noch Eishockey. Eine Mittenwalder Besonderheit:

Quasi jede Sportart hat ihren eigenen Verein, manche sogar zwei.

Einen Dachverein mit verschiedenen Abteilungen gibt es nicht.

BEDEUTUNG IM ORT

Seit 35 Jahren – mit Unterbrechung – engagiert sich Ralf Marte

beim EV Mittenwald, seit fünf Jahren als Vorsitzender. Er erinnert

sich an die Zeiten, als sich die Zuschauer bei Heimspielen im Stadion

per Handschlag begrüßen hätten können, so wenige waren

da. Das sei vorbei. Eishockey habe wieder einen Stellenwert im

Ort, „man redet wieder darüber“. Dabei arbeiten Winter- und

Sommersportler eng zusammen. Denn viele Eishockeyspieler

sind auch beim FC aktiv. „Wir richten unsere Termine deshalb oft

nach den Fußballern, damit am Ende alle an Bord sind.“

MITGLIEDER

210 Mitglieder zählt der Eislaufverein Mittenwald heute –

siebenmal so viele wie zur Gründung 1963.

eisfläche im heutigen Kurpark. Sie verschwand mit der Eröffnung

des Eisstadions 1968. Mit der Wirtschaftlichkeit tat sich

die Gemeinde schwer, in jüngeren Jahren kreiste immer wieder

das Thema Schließung über der Arena. Dann kam Heinz Mayer

mit Plänen und Visionen, die den Gemeinderat überzeugten.

2004 wurde die Halle privatisiert. Heute betreibt es Mayers

Witwe Jutta. Als „riesigen Vorteil“ bezeichnet der Vereinsvorsitzende

Marte ein Stadion am Ort, auch wenn es eine „enorme

finanzielle Belastung“ bedeutet.

AKTIVE SPIELER

Rund 30 aktive Spieler engagieren sich in der Ersten Mannschaft.

Hinzu kommen etwa 50 Nachwuchsspieler.

NACHWUCHS

Auf der Suche nach Nachwuchs ist auch der EV Mittenwald.

Deshalb startete er die Laufschule für Anfänger (jeden

Dienstag und Donnerstag, 17 bis 18 Uhr). Vier- bis Fünfjährige

stehen dort das erste Mal in Schlittschuhen auf dem Eis. Für

Fortgeschrittene besteht in Kooperation mit dem SC Riessersee

eine U9- und eine U13-Mannschaft. Zudem hat Mittenwald ein

U20-Team.

Regionale Produkte

und erstklassige

Gerichte – von traditionell

bis modern

Unsere Öffnungszeiten: Mo|Di: 11:30 Uhr -14:30 Uhr und 17:00 Uhr-22:00 Uhr

Mittwoch Ruhetag! Do: 17:00 Uhr-22:00 Uhr •Fr|Sa|So: 11:30 Uhr -14:30 Uhr und 17:00 Uhr -22:00 Uhr

Soiernstraße 4•82494 Krün •Telefon: 08825 -921 967-0 • info@kruener-stubn.de

www.kruener-stubn.de

DIE GRÖSSTEN ERFOLGE

Ein „Highlight“ in der sportlichen Geschichte des EVM war für

AMBITIONEN FÜR DIE ZUKUNFT

Zu konkreten Aufstiegsambitionen äußert sich Ralf Mar-

Marte nicht etwa ein herausragender Sieg. Im Gegenteil: Beim

te nicht. Klar – eine Meisterfeier sei immer schön, sagt der

Bezirksliga-Derby gegen Farchant am 28. Dezember 2015 war

der EVM chancenlos. Egal. Die Arena war nach Jahren wieder

voll, die Stimmung herausragend. „Dieses Spiel war das Thema,

es war super“, sagt Marte trotz der 3:8-Niederlage. Siege und

Titel feierte der Verein aber auch.

1965: Aufstieg in die Regionalliga (damals 3. Liga)

1968 und 1970: Aufstieg in die Oberliga (damals 2. Liga)

Vereinsvorsitzende. Doch ist die Landesliga auch mit einem

ungleich größeren finanziellen wie zeitlichen Aufwand verbunden.

Man müsse sich damit auseinandersetzen, wenn das

Thema ernst wird. Bis dahin freut sich Marte einfach auf eine

gute Saison mit vielen Zuschauern.


sparkasse-garmisch.de

Zahlen

isteinfach.

1991: Bayerischer Landesliga-Meister

MEILENSTEINE IN DER GESCHICHTE

1968: Eröffnung des Eisstadions

DIE HEIMSPIELE DES EV MITTENWALD

Samstag, 8. Dezember, 19.30 Uhr

1969: Fusion des EV Mittenwald mit dem Schlittschuhclub

EV Mittenwald – EV Fürstenfeldbruck 1b

Garmisch-Partenkirchen, der in der zweithöchsten Liga spielt.

Der Name EV Mittenwald bleibt.

1970er Jahre: Wegen Nachbarschaftsstreitigkeiten können die

Spieler das Stadion einige Jahre nicht nutzen, trainieren deshalb

in Ehrwald, wo sie auch ihre Heimpartien austragen. Erst

1977 spielen die Mittenwalder wieder zu Hause.

Samstag, 15. Dezember, 19.30 Uhr

EV Mittenwald – ESC Geretsried U24

Samstag, 29. Dezember, 19.30 Uhr

EV Mittenwald – ESV Bad Bayersoien

Samstag, 5. Januar, 19.30 Uhr

EV Mittenwald – ESV Dachau

Weil man dafür nichts weiter alsdas Handy

braucht. JetztApp* „Mobiles Bezahlen“

runterladen.

*Für Android und bei teilnehmenden Sparkassen verfügbar.

Android ist eine Markevon Google LLC

2007: Überdachung des Eisstadions

Samstag, 12. Januar, 19.30 Uhr

DAS EISSTADION

Heute wachsen dort Blumen, wo früher der Puck flog: Die

EV Mittenwald – ESC Holzkirchen

Informationen unter www.ev-mittenwald.de

Anfänge des Mittenwalder Eishockeys liegen auf einer Natur-

34 Bergwelten Winter 2018

Bergwelten Winter 2018 35


Die AOK Bayern fördert

gesunde Kommunen

Der neue Audi A1

Sportback.

Jetzt neu erleben. In der Customer Privat Lounge.

Der markanteAudi A1 Sportback wartet auf Ihre Ansage. KombinierenSie, individualisieren

Sie und erwarten Sie ein Auto, das mit Infotainment- und Fahrerassistenzsystemen

auf Oberklasse-Niveau bestens vernetzt ist mit der digitalen Welt.

Die AOK Direktion Garmisch-Partenkirchen

u. Weilheim/Schongau

unterstützt auch in diesem Jahr

Kommunen, die das Wohlbefinden

und die Gesundheit ihrer Bürger

steigern wollen. Jede Kommune,

die ein Präventionsprojekt plant,

kann dafür bei der AOK finanzielle

Förderung anfragen. Grundlage für

den Förderrahmen bildet der Leitfaden

Prävention.

Eine Förderung ist pro Projekt bis

zu vier Jahre möglich.

„Prävention in den

Betrieben und Kommunen

verstehen wir auch als

Standort- und

Wirtschaftsförderung.“

AOK Direktor Stefan Schackmann

Ihre Fragen beantwortet unser

Präventionsexperte

Robert Allmann sehr gerne!

Telefon 08821/755-213

E-Mail: robert.allmann@by.aok.de

Wir laden Sie herzlich ein, den neuen Audi A1 Sportback -und selbstverständlich

sämtliche weiterenAudi Modelle -ineiner völlig neuen Darstellung zu erleben:

Der CustomerPrivate Lounge.

Auf einem riesigen Monitor und mit VR-Brille betrachten Sie Ihr Wunschfahrzeug

in einer 360-Grad-Ansicht, nehmen virtuell Platz im Innenraum,öffnen Sie den

Kofferraum und lassen Lackierungen und Felgen sowie Ihre individuelle Ausstattung

auf sich wirken. Besuchen Sie uns im Audi TerminalinGrainau.

Alle Angabenbasieren auf den Merkmalen des deutschen Marktes.

Gesundheit

in der KiTa

Ernährung, Bewe

und seelisches W

befinden

Ein Programm

der Initiative

Gut und gesund zu leben, kann

man nicht früh genug lernen.

Deshalb unterstützen wir erneut

und verstärkt die gesundheitliche

Bildung von Kindern bis zu sechs

Jahren mit dem Präventionsprogramm

„JolinchenKids“.

Darüber hinaus geht es ebenso um

die Gesundheit der Erzieherinnen

und Erzieher.

Heitz GmbH &Co. KG

Gesundheit für E

und Erzieherinne

Neu: ergänzende

Materialien für K

n

Weitere Informationen und

Beratungen gibt esbei

Dipl.-Oecotroph. Georgine Abmayr

unter der 08821/93 06 33.

An der Zugspitze 6

82491Grainau

Tel.: 08821/9319-40

info@autoheitz.de

www.heitz-grainau.audi

Die AOK Bayern – Die Gesundheitskasse

unterstützt die KiTas bei der Umsetzung,

z. B. mit Schulungen und Materialien.

Informieren Sie sich bei Katharina Leopold

unter Telefon: 0911 218-694 oder per E-Mail:

katharina.leopold@by.aok.de

Weitere Infos unter

www.aok.de/bayern/

jolinchenkids


WUIDE HEHNA

Extremer

Viele Grüße vom Bauernhof!

Nervenkitzel

„JUCKT MICH NICHT

MEHR SO“

Tölzer Land

Pfaffenwinkel

Ammersee Lech

StarnbergAmmersee

Caja Schöpf sollte einfach Caja Schöpf heißen.

Doch der damalige Pfarrer in Ohlstadt durchkreuzte

die Pläne der Eltern. Für eine Taufe

brauchte er einen zweiten Vornamen, irgendetwas

Bekanntes, Christliches. Also wurde aus

dem Mädchen Caja Lucia – gefiel den Eltern

auch. Passt zudem, dachten sie. Lucia – Luzifer,

ein kleiner Satansbraten. Die junge Frau, 33,

lacht. Wie ein Teufel schaut sie gar nicht aus.

Aber der war sie sicher, im besten Sinn. Ein kleines

Lausmädchen eben. Immer nur Flausen im

Kopf. Das hat sich nicht geändert. Die Flausen

sind nur älter geworden. Im Interview erzählt

die ehemalige Profi-Freeskierin aus Ohlstadt

über ihre Leidenschaft Berg, über Risiken und

die Selbstvermarktung im Internet.

Tegernsee

Schliersee

Zugspitzregion

Bauernhof

und Landurlaub

im Bayerischen

Alpenland

www.bayerisches-alpenland.de

Interview: Katharina Bromberger • Fotos: Anton Brey

Gefördert durch das

Bayerische Staatsministerium

für Ernährung,

Landwirtschaft und

Forsten und den

Europäischen Landwirtschaftsfonds

für die

Entwicklung des ländlichen

Raums (ELER)

38 Bergwelten Winter 2018

Bergwelten Winter 2018 39


Tiefschneefahren im Heimgebiet in Garmisch-Partenkirchen – was gibt‘s Besseres?

Caja, die Rubrik, in der wir Dich vorstellen,

heißt eigentlich „Wuide Hund“…

Das ist in Ordnung. Ich hab zwei Brüder, bin und war immer

viel mit Männern unterwegs – darunter wahrlich so manche

„wuide Hund“. Zudem hab ich als Sportpsychologin im Nachwuchsleistungszentrum

der TSG Hoffenheim gearbeitet – in

der Männerdomäne Fußball. Da pass ich also schon dazu.

Deine Mama hat vorgeschlagen, die Rubrik in „Wuide Hehna“

abzuwandeln. Was hältst Du davon?

Oh ja, das gefällt mir. Wobei ich gar nicht finde, dass ich so wild

bin.

Zumindest in Deiner aktiven Karriere im Halfpipe- und Slopestyle-Skifahren

hat die Action zum Leben gehört.

Mag sein. Aber ich muss und will nicht mehr ans Limit gehen,

in den Bereich, in dem ein Fehler krasse Konsequenzen haben

kann. Extremer Nervenkitzel zum Beispiel bei richtig steilen Abfahrten,

auf ausgesetzten Graten oder auch Mordssprünge über

irgendwelche Kicker, das juckt mich nicht mehr so stark wie früher.

Wobei – ab und an kann ich dann doch nicht widerstehen.

Fährst Du an einem Funpark beim Skifahren einfach vorbei?

Naja, manchmal muss es eben sein – und meine Knie müssen

wieder herhalten für den einen oder anderen Sprung. Aber hauptsächlich

findet man mich auf Skitouren und beim Tiefschneefahren,

das ist meine Leidenschaft. Neulich hat mich aber ein

Fotograf nach Jahren mal wieder über einen Kicker gejagt (lacht).

„Kommm Caja, das geht scho“, hat er gemeint. Und es ging tatsächlich.

Hat sogar Spaß gemacht. Dann komm ich ins Träumen,

ob ich nicht doch wieder mehr durch die Lüfte fliegen sollte.

Dann steckt also schon noch der kleine Luzifer in Dir.

(lacht) Ja, da hat mein Papa meinen zweiten Namen „Lucia“

sehr frei übersetzt. Und er hat gemeint, das passt bestimmt

gut. Aber steckt nicht in jedem ein kleines Engelchen und ein

kleines Teufelchen?

Was bedeutet Caja?

Es gibt verschiedene Schreibweisen und daher auch einige

Bedeutungen. „Fels“ heißt’s zum Beispiel im Türkischen. „Wohlhabend“

auf Balinesisch. In Zulu „Zuhause“ oder bei einem

Indianerstamm „kluges Kind“. Und in Japan „Ort der Ruhe“.

Den findest Du vermutlich am Berg?

Auf jeden Fall. Es klingt abgedroschen. Aber ich erlebe es wirklich

so: Da ist die Hektik der Stadt – dann kommt der Flash.

Raus aufs Land, rauf auf den Berg, ob zu Fuß oder mit Tourenskiern.

Oben erlebt man diese ganz besondere Atmosphäre, in

der man einfach zur Ruhe kommt und glücklich ist. In der man

so tief durchatmen kann wie nirgendwo sonst.

Spürst Du das auf jedem Gipfel? Egal, wie hoch er ist?

Auf jeden Fall. Ich brauch das Bewegen und das Draußensein,

nicht krasseste Action an jedem Wochenende. Gerne schlaf ich

auch einfach mal aus. Das Gefühl von Freiheit erleb ich auch

an meinem Haus-Lieblingsberg, dem Heimgarten. Jedes Mal,

auch wenn ich schon zigmal oben war.

Gibt‘s gar keinen Unterschied zu einer anspruchsvollen Tour?

Der Ego-Booster kommt halt bei der 2000-Höhenmeter-Skitour

dazu, bei der vielleicht sogar noch eine steile Abfahrt wartet.

Danach kann man sich sagen: Hey, heut hab ich richtig was geleistet.

Und das brauch ich auf jeden Fall ab und zu. Ich kann

nur jedem raten, sich mal aus der Komfortzone zu wagen, nur

so kommt man weiter. Das Gefühl am Gipfel aber, ich bleib

dabei: Das ist gleich.

Du lebst in München – warum hast Du Dich

für ein Leben in der Stadt entschieden?

Das würd‘ ich so niemals bestätigen. Ich bin ein Hybrid zwischen

Stadt und Land, genieße die Mischung. Ich mag den

Trubel in München, bin aber unglaublich viel draußen, in

meiner Heimat Ohlstadt und der zweiten Heimat Garmisch-

Partenkirchen, wo ich quasi meine Jugend verbracht hab. Nur

München – das würde nicht funktionieren.

Du hast 2012 Deine Karriere beendet,

nach einer Saison im Weltcup. Warum?

Ich war im guten Mittelfeld, hab aber gemerkt, dass ich oben

nicht mehr mithalten konnte. Nach einer langen Verletzungspause

hab ich den Anschluss nicht mehr gepackt. .

War’s so einfach, wie es jetzt klingt?

Im Nachhinein hab ich mir schon mal gedacht, dass ich in der

einen oder anderen Situation mehr investieren hätte müssen

in meine Karriere als Freeskierin. Aber ich wollte beides: Studium

und Sport.

Bereust Du etwas im Nachhinein?

So wie es ist, ist es gut. Das heißt nicht, dass ich nicht

auch mal zweifle oder gezweifelt hab. Das gehört dazu. Ich

glaub daran: Good things fall apart so that better things

can happen.

Und es sind wahrlich viele

gute Dinge passiert.

Manchmal übersehe ich das. Dann muss ich kurz innehalten

und Revue passieren lassen. Und es stimmt schon: Ich war

quasi auf der ganzen Welt beim Skifahren, hab bei Skifilmen

mitgewirkt, hatte eine großartige Zeit als Sportlerin, hab jetzt

interessante Stellen und Aufgaben in der Sportpsychologie und

als Mentalcoach, häng noch eine Ausbildung für die Verhaltenstherapie

dran…

… und Du hast eine große Online-Fangemeinde –

mit über 17.000 Followern auf Instagram.

Die sozialen Medien und die Selbstvermarktung – ein spezielles

Thema. Damit hab ich ja schon recht früh angefangen. Man

muss sagen: Wenn Du als Sportlerin nicht alles gewinnst und

sämtliche Rekorde brichst, interessiert sich keiner für Dich. So

hab ich schon während meiner aktiven Zeit ganz gute mediale

Kontakte aufgebaut. Manche haben mich belächelt, dass ich

mich selbst vermarkte. Klar, hab ich gemacht. Einfach auch

mit Blick auf später. Das hilft mir jetzt. Aber für mich hat die

Selbstvermarktung auch klare Grenzen.

Wo sind die?

Vor allem geht es mir darum, authentisch zu sein und zu

bleiben. Zum Beispiel bin ich keine Wettkampffahrerin mehr,

mach keine extremen Sprünge, auch keine extrem steilen Abfahrten.

So stell ich mich auch nicht dar. Privates bleibt zudem

privat, ich muss nicht jeden Gefühlszustand teilen. Am Ende

muss ich mich damit wohlfühlen. Es muss für mich passen.

Nur dann bin ich auch nahbar. Und das ist in den sozialen

Medien wichtig.


Natürlich.Scharf.Sehen. Kontaktlinsen für...

Sportler, Fern und Nah, Verliebte, jung und alt,

spontan, regelmäßig, über Nacht,

...und auch gerne...

Zweifler, ungläubige, Neugierige,

Wiedereinsteiger, Gescheiterte usw.

Chamonixstrasse 11 82467 Garmisch-Partenkirchen

Tel.: (08821) 52022 www.der-alpenoptiker.de

Marc Warter &Peter Brückner

Tel. +43676 3418626 |info@hochthoerle-huette.at

Öffnungszeiten: 09:30 -18:00 |Mi. Ruhetag!

So finden Sie uns:

1.) Ehrwald: vom Parkplatz der Tiroler Zugspitzbahn

knapp 1Std. über die asphaltierte Forststraße

(ideal auch mit Kinderwagen)

2.) Grainau: Parkplatz Eibsee über die Riffelrißabfahrt

und den Eibseeblick in etwa 1Std. 45 Min. Fußweg

40 Bergwelten Winter 2018

Bergwelten Winter 2018 41


CAJA SCHÖPF

TOURENTIPP: WANK

geb.

26. März 1985

Heimat:

Ohlstadt, auch wenn ich in München lebe.

Beruf:

Mentalcoach, Rednerin, (Sport-)Psychologin

Ehemalige Freestyle-Profifahrerin,

Disziplinen Halfpipe und Slopestyle

Als „prima Skitourenausflug“ bezeichnet Caja

Schöpf den Wank. „Wenn man früh genug dran ist,

hat man eine Garantie auf unverspurte Hänge.“

Doch auch all jene, die einmal ein wenig länger

schlafen möchten, erleben dort oben „ein wunderbares

Gipfelgefühl“. Der Gipfel liegt auf 1780

Metern Höhe und ist bekannt für sein außergewöhnliches

Panorama auf das Wettersteinmassiv

samt Zugspitze und hinunter nach Garmisch-

Partenkirchen.

Die außergewöhnlichste Tour:

Skitour auf den Ararat in der Türkei (svs) mit

meinen beiden Brüdern. 200 Höhenmeter unter

dem Gipfel mussten wir umdrehen. Die Flanke war

komplett vereist und wir haben kaum mehr etwas

gesehen.

Der liebste Sport:

Im Winter Skitouren und Freeriden, im Sommer

Wandern, (Berg-)Laufen, Surfen.

Einkehrtipp:

Esterbergalm

Tour:

Start Talstation der Wankbahn. Aufstieg über die

Esterbergalm und die Forststraße, dann über die

ehemalige Piste auf den Gipfel. Abfahrt – wenn

möglich – über die Frauenmad.

Länge: 970 Höhenmeter


Geht noch: Caja Schöpf wagt sich mal wieder über den

Kicker im Gebiet Garmisch Classic.

Auf 1780 Meter liegt das Gipfelkreuz des Wank – von dem

sich eine perfekte Aussicht bietet.

UNSER MITTAGSMENÜ 1.WEIHNACHTSFEIERTAG

25.12.2018

Tatar vom Uffinger Kalb

Limette, Käsechip, Schwarzer Knoblauch

***

Sauerkraut-Champagner Süppchen

Schwarzbrot Croutons

****

Zugspitz Spinatknödel

Salbei Butter, Bergkäse Espuma, Kartoffelgitter

oder

Atlantik Doraden Filet

Beurre Blanc, Aprikose, Graupen, Staudensellerie

oder

Rosa gebratene Barberie Entenbrust, mit Feigensenf gratiniert

Mandelkrokette, Romanesko, Thymian Apfel

****

Topfenknödel

Nougat Eis, Glasierte Mandarine

3-Gang Menü 37,00 Euro I 4-Gang Menü 45,00 Euro

5-Gang Menü 55,00 Euro

Hotel Zugspitze |Tel.: +49 (0)8821- 9010 | Fax +49 (0)8821- 901333 | www.hotel-zugspitze.de

Foto: PantherMedia/Christa Eder

DIE SKISCHULE

IN GARMISCH-PARTENKIRCHEN

Skiverleih, -service &Shop

Direkt neben der Hausbergbahn-Talstation

SKISCHULE GARMISCH-PARTENKIRCHEN

Hausberg 4b /82467 Garmisch-Partenkirchen

Telefon +49 8821 4931 /Fax +49 8821 966481

info@skischule-gap.de /www.skischule-gap.de

42 Bergwelten Winter 2018

Bergwelten Winter 2018 43


DIE WELT AN EINEM TISCH

VITA

Bettina A.

Müller

Fotos: Bettina A. Müller

Bildrahmung

Karl

Achenfeldstr. 14

FrankenFrames Masterpiece

Q U A L I T Ä T

M e i s t e r h a n d

aus

DERSCH

DERSCH

seit 1902

www.glas-dersch.de

established 1902

FRAMESHOP

HANDMADE QUALITY

More than 2000 frame-models!

Bettina A. Müller, Jahrgang 1963, hat in

jungen Jahren mehrfach sämtliche amerikanischen

Staaten alleine bereist, ebenso

Kanada und Mexiko. Später folgten fünf

Sahara-Durchquerungen mit dem Motorrad,

Touren durch Algerien, Niger, Benin,

Togo und Kamerun. 1996 eine Expedition

von Libyen aus durch die Republik Tschad,

nach Beendigung des Aouzou-Konflikts.

Die Reise führte durch vermintes Gebiet

zum entlegendsten Kunstwerk der Welt,

dem „Bemalten Felsen von Bardai“. Es war

die erste Tibesti-Überquerung mit dem

Motorrad und bis heute die einzige einer

Frau. Danach wurde sie Geschäftsfrau, betrieb

Läden mit Obst, Gemüse und Blumen,

arbeitete zudem mit Kindern und Pferden,

engagierte sich im Tierschutz, vor allem für

Pferde und Nutztiere. Heute hat sie eine

andere Art zu Leben gewählt, ist „ausgestiegen“,

schreibt Bücher, baut Tiny Houses

und ist Selbstversorgerin. Im Winter lebt sie

meist in Australien, im Sommer in Ohlstadt

und trifft dort junge Menschen aus der

ganzen Welt.

„Heute hole ich die Welt zu mir“

„Mich haben immer schon Menschen fasziniert,

verschiedene Kulturen, wie sie leben,

kommunizieren und vor allem ihre Gastfreundschaft.

Früher bin ich – oft alleine

– in die Welt gereist, um sie zu erleben und

kennenzulernen. Heute hole ich die Welt

zu mir. Im Sommer teile ich mein Zuhause

mit jungen Gästen aus Russland, China,

USA, Korea, Indien, Israel, aus ganz Europa:

bisher aus über 40 Ländern. Sie alle sitzen

zusammen an einem großen Tisch, ein

Tisch, der Brücken bauen kann! Denn wenn

Menschen einmal miteinander gekocht,

gegessen und gelacht haben, betrachten sie

ihr Gegenüber mit anderen Augen.“

Für Bergwelten erzählt sie in der Rubrik

„Die Welt an einem Tisch“ Geschichten von

ihren Begegnungen.

Weitere Informationen unter:

www.bettina-a-mueller.de

AUS DEM

tiefsten Sibirien

Früher Abend, es wird langsam dunkel und ich vermisse

noch Gäste. Ich weiß, dass ich nachts schwer zu

finden bin und schau immer wieder zur Straße. Nichts.

Mutter und Sohn wollen für drei Nächte anreisen,

aus Russland auf Europareise. Nun sehe ich dort zwei

Personen in der Dämmerung, mit Fahrrädern. Nicht

ungewöhnlich für diese Touristengegend. Aber ich

staune nicht schlecht! Fahrräder, wie ich sie aus meiner

Kindheit kenne. Klappräder, schwer, unhandlich,

mit dickem Rahmen und kleinen Rädern. Plastikfransen

an jeder Lenkerseite. Sie wirken auf mich wie aus

einer anderen Welt. Das weckt Erinnerungen in mir. So

ein Fahrrad hatte ich auch in den 70ern, meines war

rot, meine zwei Brüder hatten blaue.

Die beiden kommen auf mich zu, ich sehe, dass sie

ganz kleine Rucksäcke dabeihaben und auf dem

Gepäckträger kleine Taschen. Ein junger Mann mit

blassem Gesicht schaut mich an und fragt: „Bettina?“

Woher kennt er meinen Namen?

Auf dem roten Fahrrad sitzt eine kleine Frau in meinem

Alter. Sie lächelt schüchtern. Auf einmal wird mir

klar: Das müssen meine Gäste sein! Aus Russland mit

dem Fahrrad? Ich nicke, gebe beiden die Hand. Die Erleichterung,

mich gefunden zu haben, ist ihnen anzusehen.

Ich bringe sie zu ihrem Tiny House. Sie stellen

die Fahrräder ab, wir machen einen Rundgang übers

Gelände, und ich erkläre ihnen meine ungewöhnliche

Unterkunft. Nichts scheint sie zu erstaunen, nicht wie

die russischen Gäste aus Moskau, die ich kenne, die

erstaunt das Bio-Klo beäugen oder die Outdoor-Küche,

oder die kalte Regenwasserdusche. Ich lasse sie alleine,

sie ziehen in ihr kleines Heim ein.

Nach einer Weile kommen sie mit einem Päckchen

Nudeln in die Küche, ich schenke ihnen eine Zucchini

aus meinem Garten, über die sie sich wirklich freuen.

Die Mutter reicht mir etwas Braunes, Raues. Sie lässt

mir durch ihren Sohn erklären, das sei ein Zapfen der

sibirischen Zeder. Was für ein wunderbares Geschenk!

Was für eine unglaubliche Geste! Ich bin fast den

Tränen nahe.

Sie kochen sich ihre Nudeln mit der Zucchini und nehmen

am großen Tisch mit den anderen Gästen Platz.

Der Junior spricht gutes Englisch, seine Mutter nur ein

wenig, meint aber, sie verstehe viel. Jetzt muss ich natürlich

unbedingt erfahren, wie so eine außergewöhnliche

Reise zustande kommt! Der Sohn erzählt es mir.

Sie kommen aus Ayon, ganz im Nordosten Russlands,

aus Sibirien. Er wollte seiner Mutter den Traum

erfüllen, vier Wochen zu reisen, nach Europa, vor

allem nach Deutschland, Österreich und Frankreich.

Aber sie haben nicht viel Geld, so hat er die Reise bis

ins kleinste Detail geplant: Zug fahren, dann immer

wieder mit dem Fahrrad, um Geld zu sparen. Er hat

die günstigsten Unterkünfte gebucht, die er finden

konnte. Während er so erzählt, lächelt diese unglaublich

zurückhaltende, stille Frau. Sie scheint ihren Sohn

absolut zu bewundern.

Was für eine wunderbare Geschichte!

44 Bergwelten Winter 2018

Bergwelten Winter 2018 45


LESERBILDER

MAGISCHE

Momente

Preiserhöhung bei Ihrer Kfz-Versicherung?

Jetzt noch zur HUK-COBURG wechseln

Viele Leserbilder zum Thema Nebel haben uns erreicht. Beeindruckende, mystische,

magische – einfach schöne. Vielen Dank dafür. Eine kleine Auswahl haben wir hier

zusammengestellt. Fotos zum Genießen.

Hat IhreVersicherung den Beitrag

erhöht? Dann können Sie Ihre Autoversicherung

noch bis zu einem

Monat nach Erhalt der Rechnung

kündigen. Wechseln Sie am besten

direkt zur HUK-COBURG.

Es lohnt sich für Sie:

• Niedrige Beiträge

• Top-Schadenservice

• Gute Beratung in Ihrer Nähe

Winterliche Stimmung am Krepbach in Grainau.

Foto: Eugen Musiol

Ein mystischer Moment am Sportplatz in Uffing. Foto: Anton Siegl

Kundendienstbüro

Eva Maria Pantele

Versicherungsfachfrau

Tel. 08821 74221

evamaria.pantele@HUKvm.de

Bahnhofstr.38

82467 Garmisch-Partenkirchen

Garmisch

Mo. –Fr. 08.30 –12.00 Uhr

Mo., Mi., Do. 15.30 –18.00 Uhr

sowie nachVereinbarung

Kundendienstbüro

Eva Maria Pantele

Versicherungsfachfrau

Tel. 08841 4881725

evamaria.pantele3@HUKvm.de

Bahnhofplatz 1

82418 Murnau

Mo, Mi, Do 8.30 – 12.00 Uhr

Di 16.00 – 18.00 Uhr

Do 16.00 – 19.00 Uhr

sowie nach Vereinbarung

Adlwärth Gastronomie GmbH & Co. KG

Kongresshaus·Richard-Strauss-Platz1·82467 Garmisch-Partenkirchen

Telefon 08821 .3177 ·info@adlwaerth.de · www.adlwaerth.de

Mächtig präsentieren sich Vierer- und Tiefkarspitze

im Kampf gegen die Wolken. Foto: Ingo Heidler

In niveauvollemAmbiente

mit herrlichem Blick

in den Park genießen &feiern.

Ideal fürFamilienfeiern undFeste!

Das Karwendel im Nebel.

Foto: Hermann Forster

Zwischen Garmisch-Partenkirchen und Hammersbach legt sich der Nebel über

die erste Schneedecke. Foto: Florian Weber

Banketts undGroßveranstaltungen

in uriger Atmosphäre,

miteiner Bühne, die direktan

den original Fels gebaut ist.

Völlige Ruhe: ein Sonnenaufgang am Krottenkopf.

Foto: Carola Walter

Der Treffpunkt

am Richard-Strauss-Platz,

Restaurant –Café

mit durchgehendwarmer Küche.

Sanft umschleicht der Nebel die Wiesen vor Ohlstadt bei Sonnenaufgang

- mit Blick Richtung Zugspitzmassiv. Foto: Matthias Eidenschink

46 Bergwelten Winter 2018

Bergwelten Winter 2018 47


DIE NATUR UND IHRE SCHÄTZE

Die Zeit spüren

Advent, Advent, ein Lichtlein brennt.

Erst eins, dann zwei, dann drei, dann vier,

dann steht das Christkind vor der Tür.

Dieses Gedicht kennen wir alle. Es begleitet schon Kindergartenkinder

in der Vorweihnachtszeit. Unspektakulär

wird uns vor Augen geführt, was uns zum Ende des

letzten Monats im Jahr, im Dezember, erwartet. Die meisten von

uns haben einen Adventskranz, den man ungefähr seit 1860

in der uns bekannten Form kennt. Dabei steht er für deutlich

mehr als ein „meist aus Tannenzweigen geflochtener Tisch- oder

Hängeschmuck im Advent mit vier Kerzen“, wie auf Wikipedia

zu lesen ist. An jedem Sonntag wird eine Kerze mehr entzündet.

Immer ein Licht mehr – Ausdruck der steigenden Erwartung der

Geburt Jesu Christi, der im christlichen Glauben als „Licht der

Welt“ bezeichnet wird. Der Kranz ist das Symbol der Ewigkeit; er

hat kein Ende. Für die Hoffnung steht das Grün der Zweige.

In Bayern und Österreich kennt man auch Paradeiserl, denen

wir uns bereits vor einem Jahr in der Rubrik „Host mi“ gewidmet

haben. Bis heute hat sich dieser aus Norddeutschland

kommende Vorläufer des Adventskranzes erhalten. Wir brauchen

dafür sechs gleich lange, angespitzte Holzstäbe mit etwa

30 Zentimeter Länge, besagte vier Äpfel sowie vier Kerzen. Daraus

bauen wir das Paradeiserl, eine Pyramide mit drei Äpfeln

in den Ecken, die mit den Stäben verbunden werden. Der vierte

Apfel bildet die Spitze. Er wird über die übrigen Stäbe mit den

unteren Äpfeln verbunden. Jeden Sonntag wird eine der Kerzen

in den Äpfeln angezündet, am vierten Adventssonntag leuchtet

jene auf der Spitze. Diesen Schmuck konnte sich fast jeder leisten,

da die Materialien überwiegend aus dem Garten kommen.

Zum Konsum animiert

Noch mal zur Symbolik: Wir beginnen mit einer Kerze und jeden

Sonntag kommt eine dazu – so weit die Theorie. Wenn wir

durch die (vor-)weihnachtlich geschmückten Einkaufsstraßen

gehen, befinden wir uns in einem glitzernden und blinkenden

Lichtermeer, das kaum mehr eine Steigerung ermöglicht. In

den Geschäften animiert uns weihnachtliche Musik zum Kauf

von Geschenken. Auch wenn wir gar nicht so genau wissen,

was und ob wir überhaupt etwas kaufen wollen, die Atmosphäre

verführt uns zum Mitmachen in dieser von Konsum

geprägten Vorweihnachtszeit.

Ähnlich ergeht es uns bei einem abendlichen Spaziergang

durch die Ortschaften und Wohnsiedlungen. Von gefühlvoll

arrangierten Dekorationen mit Laternen und Naturmaterialien,

Adventsfenstern mit Ausschnitten aus der Heiligen Liturgie,

hell erleuchteten Christbäumen in Vorgärten bis hin zum voll

beleuchteten Weihnachtshaus im amerikanischen

planen, Geschenke basteln und Weihnachts-

Santa-Klaus-Stil ist alles möglich. karten schreiben, Advents- und Weihnachts-

Erlaubt ist, was gefällt.

feiern mit organisieren, alles abarbeiten, was

Das adventliche Licht als Hilfe

Jeder Einzelne muss sich zurechtfinden. Wie

erleben wir diese Zeit, in der das Tageslicht

jeden Tag ein bisserl weniger wird? Diese Vorweihnachtszeit,

in der wir noch so viel zu erledigen

haben? Dekorieren, Platzerl backen und

vor den Feiertagen noch erledigt werden soll.

Lassen wir uns anstecken von der Geschäftigkeit

um uns herum?

Ich wünsche uns allen, dass wir sie spüren,

diese Zeit der Erwartung. Vielleicht hilft uns

das adventliche Licht, eine Kerze am Adventskranz

oder am Paradeiserl.


Immer ein Lichtlein mehr

Immer ein Lichtlein mehr

Im Kranz, den wir gewunden,

Dass er leuchtet uns so sehr

Durch die dunklen Stunden.

Zwei und drei und dann vier!

Rund um den Kranz welch ein Schimmer,

Und so leuchten auch wir,

Und so leuchtet das Zimmer.

Und so leuchtet die Welt

Langsam der Weihnacht entgegen,

Und der in Händen sie hält,

Weiß um den Segen!

(MATTHIAS CLAUDIUS 1740–1815, DEUTSCHER DICHTER)

CHRISTINE SINGER

Kreis- und Bezirksbäuerin,

52 Jahre alt, verheiratet, zwei

erwachsene Kinder

Beruflicher Werdegang: Vor

der Einheirat auf den landwirtschaftlichen

Betrieb war

ich in einer Bank tätig. Danach

absolvierte ich die Ausbildung

zur Hauswirtschafterin sowie

zur Hauswirtschaftsmeisterin.

Das bereitet mir Freude

an meinem Beruf:

Als Bäuerin/Hauswirtschafterin

habe ich vieles gefunden, was

mir Freude macht. Vor allem die

Weiterverarbeitung der Erzeugnisse

aus dem Betrieb, aus Feld

und Flur, in der Küche begeistern

mich. Mir ist es wichtig, die

Freude am Beruf auch jungen

Leuten zu vermitteln.

Hobbys: Meine Hobbys verschmelzen

mit meinem Beruf.

Als ausgebildete Gartenbäuerin

verbringe ich meine freie Zeit

gerne im Garten. Dort lade ich

meinen Akku wieder auf. Als

Familienmensch genieße ich

die gemeinsamen Mahlzeiten

– im Sommer am liebsten

im Schatten unserer Hoflinde.

Ansonsten erfreue ich mich an

unserer schönen Umgebung:

beim Baden, Berggehen und allem,

was sich in unserer Region

anbietet…

Badespaß &

Saunavielfalt

bei jedem Wetter!

Alpen

THERME

E H R E N B E R G

in Reutte/Tirol

Erweitertes

5 Saunaparadies

inkl. Badewelt

ab18,00 €

(gültig So - Do ab 18:30 Uhr)

250 Liegen in4Ruheräumen • 40 Min. ab GAP • Anfahrt vignettenfrei • www.alpentherme-ehrenberg.at

Foto: privat

Ankommen und zu Hause sein, in herzlicher,familiärer Atmosphäre!

Schlemmen und Genießen vor atemberaubender Bergkulisse

im gepflegtenRestaurantoder auf unserer traumhaften Gartenterrasse!

Wir freuen uns auf Sie!

Ihre Familie Rosenstock

****Wohlfühl-Hotel Alpenhof | Alpspitzstraße 34 | 82491 Grainau-Zugspitzdorf |Tel. 08821/9870 |www.alpenhof-grainau.de

48 Bergwelten Winter 2018

Bergwelten Winter 2018 49


REZEPTTIPP

An

Guadn!

Alles für die

Küche...

Messer

Gabel

Löffel

Töpfe

Pfannen

Teller

Tassen

Gläser

Zutaten

FÜR 6 PERSONEN

TOMATENSUGO

2 kg Tomaten

4 Zwiebel

2 Knoblauchzehen

2 Esslöffel Olivenöl

2 Esslöffel Tomatenmark

Saft einer Zitrone

30 Gramm Salz

5 Gramm Pfeffer

weiß gemahlen

60 Gramm Rohrzucker

SPINATKNÖDEL

500 Gramm Knödelbrot

400 ml H-Milch

30 Gramm

Zwiebelwürfel

500 Gramm Blattspinat

150 Gramm

Ettaler Käse (gerieben)

3 Eier

10 Gramm

Petersilie gehackt

1 Knoblauchzehe

20 Gramm Butter

20 Gramm Salz

1 Messerspitze

Muskat

2 Gramm Pfeffer

weiß gemahlen

Zubereitung

TOMATENSUGO

Tomaten über Kreuz einritzen, mit

kochendem Wasser überbrühen und

die Haut abziehen, danach in Würfel

schneiden. Zwiebeln und Knoblauch

schälen und in feine Würfel schneiden.

Beides wird in Öl angeschwitzt.

Das Tomatenmark einrühren und

kurz mitkommen, danach mit Zucker

karamellisieren. Schließlich gibt man

noch die Tomatenwürfel und die Gewürze

hinzu. Das Ganze 20 Minuten

köcheln lassen.

Geschenkartikel voller Ideen, originell verpackt

und zu jedem Anlass!

Garmisch-Partenkirchen

Zugspitzstraße 49

Tel. 08821 /59909

www.caselton.de

Raphaela & Barry Caselton

Öffentlich bestellte und vereidigte Auktionatoren

Spinatknödel

MIT TOMATENSUGO

Geboren: 12. Dezember 1987

Wohnort:

Garmisch-Partenkirchen

Gebürtig aus:

Schleiz (Thüringen)

Auf der Zugspitze seit 1. November 2012

Funktion:

Küchenchef

Das Bergwelten-Gericht „passt zu uns“ und dem

Küchenkonzept „Das Beste aus vier Ländern“ im

neuen Panorama 2962 auf der Zugspitze, findet Günter

Bürger. Er verwendet dafür mit Käse aus der Ettaler

Käserei regionale Produkte, das Rezept selbst kommt

aus Tirol und die Tomatensoße aus Italien.

Günter

BÜRGER

Foto Hintergrund: PantherMedia/Jiri Hera | Fotos: Bayerische Zugspitzbahn Bergbahn AG

SPINATKNÖDEL

Für die Spinatknödel zunächst die

Milch aufkochen, die Gewürze einrühren

und über das Knödelbrot gießen.

Danach die Eier verrühren und ebenfalls

auf das Knödelbrot geben. Die

Zwiebeln und der Knoblauch werden

in Butter farblos angeschwitzt, auch

diese beiden Zutaten kommen zur

Brotmasse hinzu. Diese deckt man

mit Frischhaltefolie ab, bis es handwarm

abgekühlt ist.

In der Zwischenzeit den Spinat fein

mixen. Diesen gemeinsam mit Petersilie

und Käse unter das Knödelbrot

geben und gut vermengen. Aus der

Masse werden die Knödel geformt. Im

leicht siedenden Wasser lässt man sie

20 Minuten köcheln.

Sie lieben Kunst, Antikes, Kurioses...?

Dann müssen Sie unsere

Versteigerungen besuchen!

ANTIKES

& KURIOSES

alles ab 1 Euro

jeweils Mittwoch

9. Januar 2019

6. Februar 2019

6. März 2019

Vorbesichtigung

9–16 Uhr

Versteigerung

16 Uhr

ANTIK-KUNST

VARIA-SCHMUCK

jeweils Donnerstag

17. Januar 2019

14. Februar 2019

14. März 2019

13 Uhr Schmuck-Auktion

15 Uhr Varia-Auktion

GOLDANKAUF!

Live-Auktion: www.lot-tissimo.com

Online-Katalog: www.caselton.de

50 Bergwelten Winter 2018

Bergwelten Winter 2018 51


Ein Kommissar und Autor

in Hochform

Zehn gelöste Fälle – ein perfekter

Grund für eine Hüttengaudi. Zum ersten

Mal kommen Kommissar Hubertus

Jennerwein und sein Team privat zusammen.

Eine Premiere, bei der sie die

Rechnung ohne Jörg Maurer gemacht

haben. „Da drängt sich doch förmlich

auf, dass etwas passiert“, sagt der Autor

aus Garmisch-Partenkirchen. „Im

Schnee wird nur dem Tod nicht kalt“

heißt sein elfter Alpenkrimi, in dem

Jennerwein und Co. selbst zu Opfern

werden. Der Ermittler bekommt es mit

einem fast ebenbürtigen Gegner zu

tun. Maurer fasst den Plot so zusammen:

„zwei Außerirdische, ein zünftiger

Hüttenabend, das gesamte Team in

Lebensgefahr, ein Mann im Biertank,

Jennerwein in Hochform“. Ebenso wie

sein Autor. Urkomisch, originell und

unterhaltsam – diese Beschreibung

passt zu all seinen Büchern. In seinem

jüngsten Werk treibt er allerdings die

Spannung in neue Höhen. Dabei erzählt

er nicht nur von der Hüttengaudi,

die sich zum Albtraum eines jeden

Kriminalers entwickelt, sondern auch

von Jennerweins

Schulzeit 1980

und Stinkbomben-Attacken.

Ein

Lesevergnügen,

das man nicht

unterbrechen

möchte. L tab

432 Seiten | Fischer/Scherz-Verlag

ISBN: 978-3-651-02573-8 | 16,99 Euro

Unser

Buchtipp

Ganz neue Seiten

von Michael Ende

Mit Momo, Jim Knopf und der unendlichen

Geschichte erlangte Michael

Ende Weltruhm. Allein auf Kinderund

Jugendliteratur wollte sich der gebürtige

Garmisch-Partenkirchner aber

nie reduzieren lassen. „Ich schreibe

für das Kind in uns allen“, sagte er

beim Erscheinen von „Der Spiegel im

Spiegel“. Ein Ansatz, der Prof. Dr. Volker

Wehdeking veranlasste, sich mit

dem Autor für Erwachsenenliteratur

zu befassen. Ende war geprägt durch

die Bilder und anthroposophischen

Vorstellungen seines Vaters Edgar

Ende, des surrealistischen Malers.

Wehdeking thematisiert in „Michael

Ende – Der Fantasy-Autor und seine

Filme“ nicht nur diese Verbindung. Er

deckt auch Bezüge zu Thomas Mann,

Jean-Paul Sartre und Samuel Beckett

auf. „Ich sehe einen starken Einfluss

dieser drei Autoren auf Ende.“ Das

Kältesymbol etwa aus Manns „Doktor

Faustus“ findet sich in den Grauen

Herren bei Momo wieder. Spannende

Verknüpfungen zeigt Wehdeking auf.

Allerdings bietet er seinen Lesern keine

leichte Kost.

Durchbeißen

aber lohnt sich.

In acht Kapiteln

präsentiert er

ganz neue Seiten

des Schriftstellers.

L tab

172 Seiten | Allitera Verlag

ISBN: 978-3-962-33065-1 | 19,90 Euro

Bayern erlesen und

neugierig werden

Abgründe tun sich auf am Alpenrand.

Welche, das verrät der etwas andere

Führer durch Bayern. Erlesen soll man

sich den Freistaat. Dafür begibt sich

Autor Bernhard Hampp auf die Spur

von Künstlern und Literaten. Ödön

von Horváth und Gabriele Münter

bringt er seinen Lesern im Kapitel über

das Schloßmuseum Murnau näher.

Horváth fand in dem Ort Inspiration

für seine zeitkritischen Bücher, bis es

1933 zum Eklat kam. Damals forderte

er den Post-Wirt auf, das Radio

abzustellen, als Adolf Hitlers erste

Rede als Reichskanzler lief. Anekdoten

wie diese machen Lust, sich näher

mit dem Schriftsteller zu befassen.

Und das Schloßmuseum zu besuchen.

Neben Horváth widmet es auch der

Malerin Münter eine eigene Abteilung.

Einen neuen, besonderen Ansatz wählt

Hampp für seine Bayern-Tour. Viele

Stopps finden sich in München, er

präsentiert aber auch „Hinterfotziges

aus dem Herrgottswinkel“ im Ludwig-

Thoma-Haus am Tegernsee. Der Autor,

dessen Lausbubengeschichten als

Klassiker der

Weltliteratur

gelten, kam in

Oberammergau

zur Welt.

Auch eine

Spur, der es

sich nachzugehen

lohnt.

L tab

192 Seiten | Gmeiner-Verlag

ISBN: 978-3-839-22289-8 | 25,00 Euro

Foto: Panthermedia/gregorylee

Foto Hintergrund: Panthermedia/egal, Karikatur: Hubert Pfeffer

Die Reibm

Da „Reibmdeiter“ – schon mal

gehört? Nein? Nun, der Ausdruck ist

auch eher aus der Mode gekommen.

Er setzt sich zusammen aus „Reibm“

für die hochdeutsche Kurve und

„deitn“ für zeigen oder deuten. Entsprechend

kommt er zum Einsatz,

wenn jemand abbiegen und andere

darüber informieren will. Übersetzt:

Blinker. Oder auch, so der offizielle

Begriff „Fahrtrichtungsanzeiger“.

Mei, wie schön klingt da doch der

Reibmdeiter dagegen. Man sollte ihn

wieder aufleben lassen.

Ebenso wie unser Hauptwort in

dieser Host-mi-Rubrik. Die „Reibm“

oder auch „Reim“. Für besagte

Kurve, eine Kehre oder Wegbiegung.

Wenn jemand „die Reibm kriegt“,

dann kratzt er sprichwörtlich die

Kurve – haut also ab - beziehungsweise

kommt über die Runden.

Ein oberbayerisches Synonym für

die Reibm ist die „Schremsm“. Der

Ausdruck stammt von dem alten Dialektwort

„schrams“ oder „schrems“,

was „quer“ bedeutet.

BERATUNG.

SERVICE.

QUALITÄT.

EINFACH DURCH NICHTS ZU ERSETZEN!

Host

mi?

In der Rubrik „Host mi?“ stellen wir in jeder Ausgabe einen

selten gewordenen bayerischen Begriff vor. Die Auswahl trifft

jeweils Siegfried Bradl, Zweiter Vorsitzender des Fördervereins

für Bairische Sprache und Dialekte (FBSD).

Weitere Informationen unter www.fbsd.de.

Optik Schneider GmbH Am Kurpark 3 D-82467 Garmisch-Partenkirchen Telefon +49 (0)8821 959 50 www.optik-schneider.de

52 Bergwelten Winter 2018

Bergwelten Winter 2018 53

Weitere Magazine dieses Users