DMG-informiert 5/2018

dmginterpersonal

Spannende und bewegende Missionsberichte aus aller Welt. Unsere Mitarbeiter sind rund um den Globus im Einsatz, damit Menschen Gott begegnen. Thema dieser Ausgabe: Gott gibt!

informiert

Berichte aus der weltweiten Mission | www.DMGint.de | Nr. 5/2018

Gott gibt!


EDITORIAL

Liebe Freunde!

Gestern hatte ich Geburtstag. Noch stehe ich

unter dem Eindruck vieler freundlicher Worte

und Geschenke. Wie schön, dass Menschen an mich

denken und ihre Liebe durch gute Worte und Geschenke

ausdrücken. Leider erleben manche Menschen selten

diese Art von Anerkennung. Dabei sehnen sich doch

alle danach. Wir leben von dem, was uns gegeben wird.

Gott gibt. Und das nicht knauserig, sondern verschwenderisch.

Er gibt gerne und kreativ, wie Günther

Beck das im Leitartikel auf Seite elf beschreibt. Gott

haben wir alles zu verdanken. Vor allem aber hat Gott

uns seinen Sohn gegeben. Damit alle, die an Jesus glauben,

Vergebung und ewiges Leben bekommen.

Jesus macht frei und beschenkt. Deshalb können wir

geben – und werden doch nicht arm. Sondern reich: An

Freude, an Freunden, an Erfüllung. Unsere Mitarbeiter

in aller Welt beschreiben das eindrucksvoll in dieser

Ausgabe. Lassen Sie sich inspirieren.

Für coole Kids:

„AbenteuerWelt“

wird Zeitschrift

Wir haben aus unserem Kinderblatt

eine richtige Zeitschrift mit zwölf

Seiten gemacht. Viermal im Jahr

möchten wir Kinder von 7 bis 12

mit spannenden Geschichten aus

aller Welt, Rätseln, Bastelideen,

Spiel und Spaß für Mission begeistern.

Wichtig ist uns der „Bibeltaucher“.

Unser „kids-team“ erklärt

den Bibeltext und ermutigt

zum Glauben. AbenteuerWelt

gibt es kostenlos, gleich bestellen:

Tel. 07265 959-0

E-Mail: AbenteuerWelt@DMGint.de

Und herzlichen Dank Ihnen allen, wie Sie für uns als

DMG und Ihre Missionare beten und geben. Einmal,

oder das ganze Jahr hindurch. Ohne Sie wäre die weltweite

Missionsarbeit nicht möglich. Deshalb sagen wir

von Herzen: Gott vergelt’s. Das tut er

gerne, denn er ist ein GOTT, der sich

verSCHENKT!

Gerald Häde

Personalleiter Europa

INHALT

HEIMATZENTRALE ................... S.3

BIBELARBEIT .................... S.12–13

VERANSTALTUNGEN .......... S.21–22

BERICHTE

AFRIKA........................ S.4–5,11

ASIEN........................ S.6–10,15

AMERIKA ..................... S.16–17

EUROPA.................... S.14,18–20

Kinderprojekt 2019

Jesus liebt dich, du bist wertvoll!

Hallo Kinder, wir sind Martin und Silke in Simbabwe

(fast am untersten Ende Afrikas; schaut mal im Atlas).

Wir halten in Schulen coole Religionsstunden mit jeder

Menge Spaß, Spielen, Mitmachliedern zu Gitarre und

Rasseln und spannenden Geschichten aus Gottes Wort,

der Bibel. Auch in einem Kinderheim und in Gemeinden

sagen wir den afrikanischen Kindern: „Jesus liebt dich, du

bist wertvoll!“

Hier gibt es eine ganz schlimme Krankheit: Aids, an

der schrecklich viele Menschen sterben. Vor allem Eltern,

sodass Kinder alleine zurückbleiben. Was denkst du,

brauchen diese Kinder am meisten? Wir unterrichten sie,

was Jesus gesagt hat, damit ihr Herz wieder lacht. Und

wir sagen ihnen, wie sie sich vor der schlimmen Krankheit

schützen können. Wir machen Ausflüge mit ihnen und

laden sie zu uns ein. Es ist schön, Hoffnung in ihren Augen

zu sehen.

Wollt ihr mit uns für die Kinder in Simbabwe beten?

Und sogar ein bisschen von eurem Taschengeld für sie

geben? Stichwort: „Kinder 2019“

2 DMG-informiert | 5 | 2018


HEIMATZENTRALE

Jaron

Malin

Wie jedes Jahr gibt es in unserer

Halle wertvolle Angebote.

Es locken Wohnmobile im gehobenen

Preissegment. Mit Chic, Charme und

technischen Finessen. Eine Messe voller

reisefreudiger Menschen, die sich etwas

gönnen wollen: Ein Leben unterwegs, so

schön und spannend wie möglich. Fast

zehn Jahre war ich in der Fahrzeugindustrie

unterwegs. Als Entwicklungsingenieur

begleitete ich den Prozess der Entstehung

eines Reise-mobils vom ersten

Bleistiftstrich bis zur letzten Schraube.

Ich heiße Simon Georg und verstärke

mit meiner Familie seit einem Jahr das

Team der Öffentlichkeitsarbeit in der

DMG-Zentrale Buchenauerhof. Dieser

Ort hat für meine Frau Désirée und

mich besondere Bedeutung: Hier haben

wir uns im Jahr 2000, während meines

Zivildienstes, befreundet. Ein Jahr für

Gott, aus dem wir wichtige geistliche

Impulse mitgenommen haben.

18 Jahre später sind wir mit drei

Kindern unterwegs und freuen uns am

turbulenten Familienleben. Besuche auf

dem Buchenauerhof – zu Missionsfesten

und um Missionare zu treffen – waren

immer ein Highlight. Wir sind froh, dass

unsere Verbindung zur DMG über die

Jahre weitergewachsen ist. Ich arbeitete

im Missionsrat mit – eine schöne

Möglichkeit, die DMG intensiver zu unterstützen

– und habe die musikalische

Désirée

Messe Stuttgart, Anfang Januar …

Lyra

Simon

Begleitung von Missionsfesten übernommen.

Eine Vollzeit-Mitarbeit war damals

nicht geplant.

Trotz unserer schönen Wohngegend,

eines sicheren Arbeitsplatzes und

intensiver Gemeindearbeit kamen wir in

eine Phase des persönlichen Fragens und

Betens: „Was ist dran?“ Gott hatte uns

innerlich auf etwas vorbereitet. Plötzlich

sprang uns die Stellenanzeige „Veranstaltungsmanagement“

auf der Homepage

der DMG ins Auge. Nach Gesprächen

Radikal

L(i)eben !

Keine Kompromisse:

mit unseren Kindern und der Missionsleitung

wagten wir den Schritt zur DMG

und starteten als Familie nochmal ganz

neu durch.

Obwohl ich bisher beruflich eher im

technischen Bereich unterwegs war,

merke ich, wie ich in der DMG-Öffentlichkeitsarbeit

die verschiedenen

Elemente meines bisherigen Lebens gut

einbringen kann: Projektarbeit, Kommunikation,

Gemeindeverbindungen und

Kreatives. Toll, in so einem engagierten

Team mitzuhelfen, dass Gottes weltweites

Wirken bekannter wird. Ich bin immer

wieder beeindruckt, was Missionare

erleben, und darf persönlich, geistlich

und beruflich dazulernen.

Messe Stuttgart,

Anfang Januar…

Wie jedes Jahr gibt es in unserer Halle

wertvolle Angebote. Diesmal bin ich

auf der JuMiKo – einer Veranstaltung

voller reisefreudiger Menschen, die

anderen das Beste gönnen: die gute

Nachricht von Jesus Christus. Bei der

Jugend-Missions-Konferenz begegnen

uns tausende Jugendliche, die sich für

einen Missionseinsatz interessieren und

fragen, wie Gott sie gebrauchen möchte.

Ihr Ziel: Ein Leben mit Jesus, unterwegs.

Dafür schlägt auch unser Herz als DMG-

Team. Am 6. Januar ist es wieder soweit,

JuMiKo in Stuttgart. Komm vorbei – wir

freuen uns auf dich!

www.jumiko-stuttgart.de

25 Vorträge u. a. mit Andreas Boppart, Mihamm Kim-Rauchholz, Ulrich

Parzany, Tobias Teichen, Winrich Scheffbuch, Hans-Joachim Eckstein, Stefan

Kiene, Marcus Rose, Detlef Garbers, großer Missionsausstellung u. v. m.

JUGenD . missions . KonFerenZ

6. Januar 2019, ICS Messe Stuttgart

NEU: Simon und Désirée Georg

P51090

DMG-informiert | 5 | 2018

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AFRIKA

ELFENBEINKÜSTE

„Tag der Würde“

für junge Frauen aus Afrika

Die DMG engagiert sich in der Bekämpfung

von Menschenhandel und

moderner Sklaverei. Einige unserer

400 Mitarbeiter in aller Welt helfen

jungen Frauen präventiv, damit sie

nicht in die Hände verbrecherischer

Banden gelangen. Ein Beispiel sind

Angelika und Rod Ragsdale in der

Elfenbeinküste, sie berichten:

Immer mehr Mädchen und junge

Frauen in Westafrika brechen die

Schule ab, oft weil sie schwanger

werden. Oder sie laufen von zu Hause

weg, weil sie dem Leben auf dem Land,

der bitteren Armut und chaotischen

Verhältnissen im Elternhaus entkommen

wollen. Sie träumen von einem

schöneren Leben in der Stadt oder im

reichen Europa. Diese jungen Frauen

sind hochgradig dem Risiko ausgesetzt,

in die Falle des Sexhandels und moderner

Sklaverei zu geraten.

Im November berichtete die New

York Times von 26 Nigerianerinnen,

die im Mittelmeer ertrunken sind.

Sie sind von Menschenhändlern mit

falschen Versprechungen geködert und

nach Libyen überführt worden, von wo

aus sie mit nicht seetüchtigen Booten

in Richtung Italien aufs Meer hinausgeschickt

wurden. Man hat ihre Leichen

irgendwo im Mittelmeer gefunden. In

derselben Woche schickte die Regierung

der Elfenbeinküste drei Flugzeuge nach

Libyen, um junge Frauen dort wiederzufinden

und zurückzubringen.

Das Problem ist akut, als Christen

wollen wir nicht tatenlos zuschauen,

wie junge Frauen aus Westafrika blind

in diese Falle laufen. Wir schaffen hier in

ihrer Heimat eine sichere Umgebung für

sie, wo sie sich mitteilen, austauschen,

ihre Fragen stellen und

gute Antworten erhalten.

Dass sie voneinander

lernen und sich in einer

vertrauten Gemeinschaft

gegenseitig unterstützen,

ohne Angst vor Ablehnung

und Spott.

Wir sind noch ganz am Anfang mit

unserer präventiven Arbeit gegen Menschenhandel.

Derzeit bauen wir Kontakte

zu Schulen auf, um im Unterricht auf

dieses Thema hinzuweisen, damit schon

Teenagerinnen über die Risiken von Menschenhandel

und Sexsklaverei Bescheid

wissen. Über christliche Gemeinden können

wir ebenfalls eine große Zahl junger

Frauen erreichen. Ortskirchen laden uns

zu Seminaren und Jugendfreizeiten ein.

Wir geben Mädchen und jungen Frauen

wesentliche Informationen an die Hand,

damit sie gute Entscheidungen für ihr

Leben treffen.

Derzeit bauen wir Kontakte

zu Schulen auf, um

im Unterricht auf das

Thema moderne Sklaverei

hinzuweisen.

In unseren Schulungen geht es um

ihre Identität und Persönlichkeit als

Frau, Pubertät, Beziehungen, Aids und

Menschenhandel. Der Glaube spielt eine

zentrale Rolle, damit sie Sinn und Hoffnung

in Jesus finden. Wir organisieren

„Dignity Days“ (Tage der Würde), bei denen

sie miteinander lernen, wer sie sind,

wo sie ihr Zuhause haben und was ihre

Aufgabe in der Welt ist. Wir informieren

Teilnehmerinnen über

Menstruationsmanagement

und Hygiene und

erforschen gemeinsam

diese Themen in einer

für sie sicheren Umgebung,

wo sie als Frauen

unter sich sind.

Viele Mädchen in Westafrika sind nicht

aufgeklärt worden über ihren Zyklus

und wie ihr Körper funktioniert. Das

sind Tabuthemen, darüber sprechen

sie oft nicht einmal mit ihren Müttern.

Besonders junge Frauen ohne Schulbildung

sind betroffen. Viele können sich

weder Binden noch Tampons leisten.

Da diese Hilfsmittel eh nicht gut für die

Umwelt sind, bieten wir ihnen wiederverwendbare,

hygienische Binden an.

Jedes Mädchen, das am „Dignity Day“

teilnimmt, erhält ein Paket mit waschbaren

Einlagen. So können sie auch in

Tagen ihrer Periode zur Schule gehen

4

Rod und Angelika Ragsdale

P83908


SÜDAFRIKA

– eine doppelte Hilfe. Inzwischen haben

wir ein Team von fünf Frauen, die im ganzen

Land Mitarbeiterinnen schulen, die

wiederum viele junge Frauen zu Events

zusammenzubringen. Ziel ist, so viele

wie möglich zu informieren und präventiv

zu arbeiten. Im April nahmen drei

von uns an einer Schulung der „Dignity

Campaign“ in Südafrika teil, das Gelernte

geben wir an immer weitere Mitarbeiterinnen

weiter.

Vergangene Woche war ich zu einer

Schulung mit 17 Teilnehmerinnen in

einer Gemeinde. Wir hatten einen

wunderbaren Austausch. Für die meisten

war es ungewohnt, über ihre Identität zu

sprechen oder dass sie auch eine Berufsausbildung

oder ein Studium ins Auge

fassen könnten. Einen Traum zu verfolgen,

bei dem es nicht nur darum geht,

den Mann fürs Leben zu finden, ist neu

für die meisten. Bitte beten Sie für diese

wichtige Arbeit, dass wir viele junge

Frauen davor bewahren, falsche Entscheidungen

zu treffen und in die Fänge von

Menschenhändlern und Sexindustrie zu

geraten.

For Freedom

unterstützen

Wenn Sie unsere neue Initiative

unterstützen möchten, erbitten

wir eine Spende mit Stichwort:

P50256 For Freedom

„Wie, du willst in die Mission?!“

Kälte, Dunkelheit und Schneeregen,

es war nicht gerade das

beste Wetter für einen Spaziergang.

Gemeinsam mit Freunden waren wir

auf einer Silvesterfreizeit. Ich (Ann-

Kristin) musste mal durchatmen und

machte mich gut eingepackt auf den

Weg. Plötzlich hörte ich Schritte hinter

mir. Ich drehte mich um: „Timon?!“

Komisch, eine Jacke hatte er nicht

an, dennoch wollte er mich ein Stück

begleiten. Als er dann noch sagte, dass

er Gefühle für mich hat, unterbrach ich

ihn barsch: „Aber ich gehe in die Mission!“

Zu meinem Erstaunen lächelte

er: „Ich auch.“ Sprachlos stand ich da.

„Wieso willst du in die Mission?“

Timon antwortete: „Mit 16 bin ich

aus Afrika nach Deutschland gezogen.

Nie hätte ich gedacht, dass mich meine

Vergangenheit als Missionarskind

irgendwann wieder einholt. Obwohl

ich in eine lebendige Jugendgruppe

ging, hielt ich mich an Trends und ging

falsche Kompromisse ein. Nach einem

Jahr war ich am Tiefpunkt.“

Gemeinsam spazierten wir über winterliche

Felder. Timon erzählte: „Genau

dann erlebte ich, wie Gott mich trotz

meiner Fehler liebt. Zu Tränen gerührt

kniete ich nieder und weihte Gott

mein Leben. Plötzlich spürte ich tiefen

Glauben in mir. Ein prägender Gedanke

setzte sich fest. Ich wollte Gott mit

all meinen Begabungen und aller Zeit

dienen. Ich lernte Elektrotechnischer

Assistent, dann machte ich Zivildienst,

jetzt studiere ich Informatik. Aber

eigentlich bin ich am liebsten in der

Gemeinde- und Jugendarbeit aktiv.“

Timon war ziemlich durchgefroren,

so ohne Jacke. Doch ich war neugierig.

Er fuhr fort:

„Besonders mag

ich evangelistische

Straßeneinsätze in

Stuttgart.“ Mittlerweile

dachte

ich mir: „Dem

Kerl muss ich ne

Chance geben.“

Also erzählte ich

auch von mir: „Ich

durfte in einem

gläubigen Elternhaus

aufwachsen.

Als Mädchen

vertraute ich Gott

mein Leben an.

Schon jung hörte ich gerne Missionarsberichte.

Als naiver Teenager habe ich

mich festgelegt, für Gott an die Enden

der Erde zu gehen! Ich studiere Soziale

Arbeit und Religionspädagogik. Naja,

heiraten wollte ich eigentlich nicht unbedingt.

Aber ich gebe dir eine Chance“,

murmelte ich in die Nacht hinein.

Wir heirateten 2012, schlossen unsere

Studien ab und Timon arbeitete als

Ingenieur, während ich mich ehrenamtlich

einbrachte und unseren David (geb.

2014) großzog. Eines Tages lauschten

wir in der Gemeinde dem spannenden

Vortrag von Thomas und Laura Hasenknopf

(DMG) über die AmaZioni

in Südafrika. Hinterher spaßten wir:

„Wer weiß, vielleicht werden wir eines

Tages Kollegen!“ 2015 reisten wir das

erste Mal aus. Timon hatte seinen guten

Job an den Nagel gehängt und drückte

die Schulbank am „Bible Institute of

South Africa“. 2017 schauten wir uns

die ZEMA (Zion Evangelical Ministries of

Africa) genauer an.

Unterwegs stolperten wir beim Bibellesen

über Lukas 9,62: „Niemand, der

seine Hand an den Pflug legt und zurückblickt,

ist tauglich für das Reich Gottes!“

Der Vers sprach genau in unsere Situation,

wir hatten die Hand an den Pflug

gelegt durch unseren Aufbruch nach

Südafrika. Unsere Entscheidung stand!

2019 fliegen wir nach Südafrika zu den

Millionen AmaZioni. Diese Sekte glaubt

an eine wilde Mischung aus Ahnenkult

und christlichen Elementen. Wir wollen

wie Hasenknopfs mit AmaZioni die Bibel

studieren, damit daraus eines Tages

eine biblisch fundierte Kirche wird. Wir

freuen uns auf diese Arbeit und danken

Ihnen für alle Unterstützung.

Timon und Ann-Kristin mit

David, Jael und Aaron

NEU: Timon und Ann-Kristin Steiner

P10911

DMG-informiert | 5 | 2018

5


Ein Leben für die

theologische Ausbildung

Dr. Robert und Layne Miner: 31 Jahre Gott dienen im Nahen Osten

Von Elke und Theo Volland

Wir sitzen zwischen drei Dutzend

Kisten und Kartons aller Größen und

Farben mit Dr. Robert und Layne

Miner zusammen, zwei engagierten

Mitarbeitern der DMG, die seit 1987

in der Arabischen Welt unterwegs

sind, und genießen ein gemütliches

Glas Rotwein. Robert ist ein fröhlicher,

charmanter Theologe, der fließend

fünf Sprachen spricht und gerne

Araber unterrichtet; Layne eine Mutter

mit Herz und Freundin für viele

arabische Frauen. Meine Frau Elke

und ich sind die letzten Gäste aus

dem Westen, die noch in ihrem Haus

in einer arabischen Millionenstadt

einen Moment das Leben mit dem

amerikanisch-deutsch-österreichischarabischen

Ehepaar teilen durften. Es

ist ein Geschenk, ihren Abschied aus

dem Nahen Osten so hautnah vor

Ort mitzuerleben und zu begleiten.

Layne steht den Tränen nahe, als wir

sie auf die vielen Kartons ansprechen,

die sie in den vergangenen Wochen

gepackt hat; demnächst wird alles im

Container nach Europa verfrachtet.

Selbst auf dem Klavier und den Sofas

stapeln sich Bücher, Vasen und anderes,

was noch verpackt werden will. Sie

haben gerne im Nahen Osten gearbeitet,

der Abschied fällt ihnen schwer. Ihren

Ruhestand wollen sie in Österreich oder

Deutschland verbringen, wo genau, wissen

sie noch nicht. Sie suchen noch nach

einer passenden Aufgabe, denn Nichtstun

liegt ihnen beiden gar nicht. „Vielleicht

helfe ich arabischen Flüchtlingen

bei der Integration“, überlegt Robert.

Am liebsten jedoch würde er auch

künftig Theologie unterrichten; Interessierten

die Bibel in ihrer ganzen

Breite und Tiefe zu erklären, ist seine

Leidenschaft. Gemeinsam mit arabischen

und westlichen Kollegen hat er

ein theologisches Trainingsprogramm

für Gemeindemitarbeiter und geistliche

Leiter in der Arabischen Welt aufgebaut,

„The Program for Theological Education

by Extension“ genannt (www.PTEE.org).

Er und sein Team haben in 30 Jahren tausenden

Christen im gesamten arabischen

Sprachraum eine gute biblische Grundlage

vermittelt.

Wie es kam, dass sie in den Nahen

Osten gezogen sind? Layne erzählt, dass

sie 1952 in Pasadena (USA) zur Welt

kam. Als Kind hatte sie sehr unter der

Alkoholsucht ihrer Mutter gelitten. Ein

prägendes Erlebnis für sie als Schülerin

war, dass ihre humanistische Singgruppe

durch einen Streit zerfallen ist. „Damals

erkannte ich, dass eine nur auf menschlichen

Werten aufgebaute Gruppe niemals

Bestand haben kann – das war eine

zentrale Erfahrung für mich.“

Auf der Suche nach Wahrheit fand sie

bei einer Evangelisation mit Billy Graham

in Jesus Christus echten inneren Frieden:

„Sofort konnte ich besser schlafen, war

ausgeglichener und hatte einen ganz

neuen Zugang zu anderen Menschen,

denn jetzt hatte ich ihnen Wertvolles

mitzuteilen“, erzählt sie. „Der Wunsch,

von Jesus weiterzusagen, war stärker als

meine Schüchternheit.“ In Kalifornien

studierte Layne Sprachtherapie und kam

1974 zu einem evangelistischen Einsatz

nach Österreich, wo sie Jahre später

Robert kennenlernte.

Robert ist Jahrgang 1953 und kam in

Houston, Texas, zur Welt. Sein Vater

war Erdölgeologe und ist oft mit der

Familie umgezogen. So kam es, dass

Robert in Hamburg aufs Gymnasium

ging und Deutsch lernte, den Abschluss

machte er dann wieder in den USA.

„Um mein Studium zu finanzieren,

arbeitete ich auf Ölfeldern und als Matrose

auf Flussschiffen. Damals war ich

noch überzeugter Atheist“, schildert er

seinen Lebensweg. Durch Gespräche mit

Christen und eigenes Forschen in der

6

Dr. Robert und Layne Miner

P10454


ASIEN

NAHER OSTEN

Bibel entschied er sich eines Tages für

Jesus. Inzwischen waren Roberts Eltern

beruflich nach Libyen gezogen. Auf dem

Weg zu einem Familientreffen reiste Robert

erstmals durch die Arabische Welt

– vom Libanon über Ägypten bis Libyen

– und war fasziniert von der Vielfalt der

arabischen Kultur.

„Millionen Muslime, die tiefernst ihre

Religion ausüben, ohne zu wissen, ob

Gott sie jemals wirklich rettet … das hat

mich mein Leben lang nicht mehr losgelassen“,

beschreibt er diese erste Reise

durch seine künftige Wahlheimat. „Kann

Gott all diese Menschen verlorengehen

lassen?“ Die Frage beschäftigte den

jungen Robert. In seiner Bibel fand er die

Antwort im Missionsauftrag von Jesus

(Matth. 28) und der klaren Aussage, dass

es ewiges Leben nur in Christus gibt.

Nach Monaten im Nahen Osten kehrte

er verändert nach Europa zurück. Eine

Zeit lang arbeitete er in Österreich in einem

Krankenhaus und als Dolmetscher,

studierte einige Semester Psychologie

und half auf dem Missionsschiff Logos

mit. Dann absolvierte er an der FETA in

Basel sein Theologiestudium. In Innsbruck

lernte er Layne

kennen und sie heirateten

1980 auf einer

Bergwiese im schönen

Stubaital.

Bei Reisen durch

Nordafrika lotete das

junge Ehepaar seine

Möglichkeiten aus, in

die Arabische Welt zu ziehen, um Menschen

für Jesus zu gewinnen und theologisch

auszubilden. Sprachunterricht war

eine Chance, also absolvierte Robert

in Strasbourg sein Doktorstudium in

Sprachwissenschaft. 1985 erhielt er dort

die Stelle als akademischer Direktor

der „Schiller International University“.

Ein Jahr darauf bewarb sich das junge

Ehepaar, inzwischen mit ihrem ersten

Sohn, bei der DMG – von Anfang an mit

dem klaren Ziel, Arabern, Christen wie

Muslimen, die gute Botschaft der Bibel

nahezubringen.

Dr. Robert Miner stieß 1987 über die

DMG zu der sechs Jahre zuvor gegründeten

dezentral arbeitenden theologischen

Ausbildungsstätte PTEE, deren

akademischer Leiter er viele Jahre war.

Er hat theologische Kurse ins Arabische

übertragen und neue geschrieben, wo

es noch kein für die arabische Kultur

passendes Material gab. PTEE arbeitet

„Wir schulen in Hausgemeinden

im Jemen, in

Buschkirchen im Sudan

genauso wie in großen,

registrierten Kirchen im

Libanon“, erzählt Robert.

mit kleinen Kursgruppen von fünf bis

20 Personen, die gemeinsam bei sich

vor Ort die Bibel studieren. Anhand der

Materialien von PTEE erhalten sie eine

fundierte, qualitativ hochwertige theologische

Ausbildung.

„Wir schulen in kleinen Hausgemeinden

im Jemen, in Buschkirchen unterm

Baum im Sudan genauso wie in großen,

registrierten Kirchen im Libanon“, erzählt

Robert uns, während er uns durch

die Räume der PTEE-Zentrale führt und

der Reihe nach seine fünf arabischen

Kollegen vorstellt. Derzeit sind ungefähr

500 Studenten bei PTEE eingeschrieben.

Jede der rund 40 Kursgruppen hat einen

Leiter, der einen Universitätsabschluss

haben muss und für theologische Ausbildung

durch PTEE geschult ist. Im Lauf

der Jahre haben Robert und sein Team

hunderte Leiter und tausende Christen

theologisch ausgebildet. Der arabische

Sprachraum ist riesig, PTEE hat Kursgruppen

von Marokko über Ägypten

bis in den Sudan und vom Libanon bis

Jemen. Tausende haben einen fundierten

Einstieg in die Bibel erhalten und bilden

selbst wieder als Gemeindemitarbeiter

und Pastoren andere

Christen aus.

Zu den Büros von

PTEE gehört eine Bibliothek

mit 7.000 Werken,

inzwischen werden

manche ihrer Kurse auch

online angeboten. Die

Ausbildungsstätte ist

akkreditiert, kann also ähnliche Einrichtungen

weltweit in ihrer Qualität mit

verbessern. „In dieser Hinsicht haben wir

schon manchen anderen theologischen

Ausbildungsstätten geholfen“, berichtet

Robert, als akademischer Leiter gehörte

das zu seinen Aufgaben. Wenn er in Ruhestand

geht, wird seine Arbeit von gut

ausgebildeten, motivierten arabischen

Christen weitergeführt. Sie reisen, wie

er einst, von Land zu Land und christlicher

Gemeinde zu Kirche im gesamten

arabischen Sprachraum und ermöglichen

theologischen Unterricht.

Zurück zu Hause erzählt uns Layne,

wie es für sie als junge Mutter war, sich

im Nahen Osten einzuleben. „Einmal,

ganz am Anfang, wollte ich eine andere

Familie besuchen. Ich war alleine mit

meinem Bub unterwegs und habe mich

verlaufen – damals hatte man noch kein

Handy, kein Telefon – ich wusste nicht

mehr, was ich tun sollte.“ Glücklicherweise

lief ihr mitten in der orientalischen

Millionenstadt „zufällig“ ein Bekannter

über den Weg, der ihr half, ihren Weg

zu finden. „Das war einer der Momente,

wo ich am liebsten alles hingeschmissen

hätte und nach Europa zurückgekehrt

wäre.“ Danach allerdings lebte sie sich

gut ein und war über die Jahre „sehr

froh, dass meine Kinder in einem religiös

konservativen Land aufwuchsen, in dem

es Regeln gibt und die Familie einen

hohen Stellenwert hat“. Miners haben

es nie bereut. Selbst nicht während der

Golfkriege, als die unsichere Lage sie

zeitweise zwang, länger in Deutschland

zu bleiben. „Wir hatten immer eine tiefe

innere Gewissheit von Gott, dass wir

hierher gehören“, sagen sie überzeugt.

Ihr schwerster Moment als Familie

war, als 1998 ihr Sohn David als Teenager

krank wurde: Krebs im Rückenmark,

eine schreckliche Diagnose. „Ich

blieb mit vier Kindern im Nahen Osten,

während Robert mit David zu Untersuchungen

in Deutschland war. Das war

schwer“, erzählt Layne. „Wie betet man

in so einer Situation?“ Nach viel Bangen

kam die befreiende Nachricht: David

war erfolgreich operiert und alles in

Ordnung. „Was für eine Erleichterung!“,

schilderte Layne ihre Gefühle. „Ich hab’

einfach nur geweint, so dankbar war ich,

dass unser Sohn noch lebt.“

Die schönsten Momente für sie als

Familie – Robert und Layne haben fünf

erwachsene Kinder – haben sie in ihrem

Zuhause im Nahen Osten erlebt. Jeder

Gegenstand, den Layne in die Hand

nimmt und verpackt, erinnert sie an

Schönes. Wie jung Verliebte sitzen uns

die beiden in legeren arabischen Gewändern

abends auf dem Sofa gegenüber

und halten sich an der Hand. Strahlend

erzählen sie uns von Ausflügen am

„Familienfreitag“ mit den Kindern in

ein schönes Wadi in der Wüste, wo sie

unterm Sternenhimmel musiziert, gesungen,

gebetet und gelacht haben.

„Unsere Kinder hat der Verkauf

unseres Hauses tiefer getroffen, als wir

erwartet haben“, sagt Layne traurig.

„Für unsere Kinder war das hier unser

Zuhause.“ Der Abschied von ihren

arabischen Freunden schmerzt Robert

und Layne sehr. Doch sie gehen mutig

in ihren neuen Lebensabschnitt und vertrauen

Gott, dass er sie sicher führt.

DMG-informiert | 5 | 2018

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ASIEN

NAHER OSTEN

NACHRUF

Wie Gottes Liebe

Elisabeths Patienten

erreichte

„Was, Sie haben abgestillt?“, fragte

Ärztin Elisabeth auf Arabisch die

junge Mutter aus dem umkämpften

Jemen. Die dunkelhäutige Schönheit

hielt ihren zwei Monate alten Säugling

im Arm. Es war nur Wochen vor Elisabeth

Zuelsdorfs überraschendem Tod,

als ich sie in ihrer Praxis im Nahen Osten

besucht und ihre aufopferungsvolle

Arbeit vor Ort erlebt habe. Ihr Team

behandelt Geflüchtete wie diese Mutter

und ihr Kind kostenlos. Elisabeths

Praxis gehört zu einer ev. Freikirche

in einer Großstadt im Nahen Osten.

Sie haben neben der Gemeinde zwei

Behandlungsräume für Ärzte, eine

Apotheke und ein Wartezimmer und

behandeln an einem Vormittag rund

30 Patienten. Mit Elisabeth haben sie

eine wunderbare Ärztin verloren.

Elisabeth erklärte in ihrem Arztzimmer

der jungen Jemenitin, wo sie

Babynahrung kaufen konnte und dass

sie diese auf keinen Fall aus Sparsamkeit

strecken dürfe, weil es dem Baby schadet.

„Babynahrung ist teuer – Muttermilch

wäre kostenlos“, gab Elisabeth zu

Bedenken. „Aber viele Frauen meinen,

es besser zu wissen, und stillen einfach

ab. Dann erwarten sie von uns, dass wir

ihnen kostenlos Babynahrung ausgeben.“

Manches in ihrer Arbeit war frustrierend.

Im Zimmer nebenan kümmerte sich

ein Arzt um die Männer. „Unsere Patienten

kommen mit allem Möglichen“, sagte

der junge Araber in Weiß mit Stethoskop

um den Hals. „Viele sind einfach nur

erkältet oder haben chronische Krankheiten

wie Diabetes und benötigen Medizin;

andere kommen verletzt aus dem

Krieg und wir behandeln ihre Wunden

nach. Neben der medizinischen Hilfe und

Medikamenten haben Elisabeth und ihre

Kollegen den Menschen auch professionelle

Traumaseelsorge angeboten.

„Flüchtlinge aus Syrien, Irak und dem

Jemen sowie Gastarbeiter aus Nachbarländern

und Bedürftige aus unserem

Land kommen in die Behandlung. Viele

im Nahen Osten können sich weder

eine Krankenversicherung noch Medizin

leisten. Manche kommen heimlich, weil

sie sich ihrer Armut schämen“, sagte

Elisabeth. „Wir bieten Qualität, sind

wegen unseres Glaubens freundlich und

unsere Behandlung, notwendige Medikamente

und christliche Literatur sind frei.

Das spricht sich herum“, erklärte sie und

zeigte mir die Apotheke, in der gerade

zwei Mitarbeiterinnen Medikamente an

Patienten ausgaben.

„Am schlimmsten für mich als Ärztin

ist, wenn ich jemandem nicht helfen

kann“, sagte Elisabeth, nachdem sie der

Jemenitin auf Arabisch im Wartezimmer

noch Anweisungen in Hygiene und für

den Umgang mit ihrem Neugeborenen

gegeben hatte. „Kürzlich suchte ein

Mann mit Hirntumor hier Behandlung.

Elisabeth Zuelsdorf

* 08.02.1954 † 19.11.2018

Es war zu spät, wir hatten keine Chance

– sowas tut weh.“

Elisabeth ist am 8. Februar 1954

in Berlin zur Welt gekommen. „1971

erkannte ich während einer Zeltmission,

dass mir eine persönliche Beziehung zu

Jesus Christus fehlte“, beschrieb sie ihre

Hinwendung zum Glauben, während sie

mich in die Räume ihrer Kirche neben

der Praxis führte. „Ich habe Gott mein

Leben anvertraut.“ Doch das hielt nicht

lange. Als junge Krankenschwester ist

Elisabeth in Abhängigkeit von Medikamenten

geraten, an die sie während ihrer

Ausbildung leicht herankam. Ein Entzug

und die Unterbrechung ihrer Ausbildung

folgten. „Durch die Not habe ich mich

auf den Glauben besonnen und Jesus

um Hilfe gebeten. Er hat mich durchgebracht“,

erzählte sie.

Später ist Elisabeth an der Freien

Universität Berlin angenommen worden

und hat Medizin studiert. In der Landeskirchlichen

Gemeinschaft Eben-Ezer in

Lichterfelde hat sie ihr geistliches Zuhause

gefunden. Die Gemeinde machte der

jungen Ärztin Mut, sich bei der DMG zu

bewerben, was sie 1985 tat. Elisabeth

sah sich berufen, „Menschen, die Opfer

von Armut, Hunger und Krankheit sind,

an Leib, Seele und Geist zu helfen.“ Das

hat sie in Simbabwe, in den Emiraten und

8


JAPAN

schließlich im Nahen Osten getan, wo

sie seit fünf Jahren Geflüchtete medizinisch

versorgt hat.

Wir standen vor dem Rednerpult der

großen arabischen Gemeinde, zu der Elisabeths

Praxis gehört. Über dem Altar

auf Arabisch das Bibelwort 1. Könige

9,3: „Der Herr sprach: Ich habe dein

Flehen gehört, das du vor mich gebracht

hast, und habe dieses Haus geheiligt …

und meine Augen und mein Herz sollen

da sein allezeit.“ Wenn ich heute an diesen

Moment denke, wird mir bewusst:

Gottes Herz war wirklich in dieser

Kirche. Auch wegen Elisabeth! Sie

kümmerte sich liebevoll um Menschen

aus Krisengebieten und beschenkte sie

mit Medizin, Fürsorge und Hoffnung.

Ihr Tod hat uns alle überrascht. Sie ist

mitten aus dem Leben heraus friedlich

in ihrem Bett entschlafen.

Wir trauern tief mit Elisabeths Angehörigen

und Freunden – und sind zugleich

überaus dankbar für ihr Leben

und ihren Glauben. Elisabeth hat ein

großartiges Erbe hinterlassen: Viele an

Leib und Seele geheilte Menschen, die

ihren Einsatz nicht vergessen.

Theo Volland

Chefredakteur

Morgendämmerung

in der Arabischen Welt

„Ihr wollt nach Japan?“

Diese Frage hören wir im Reisedienst

oft. Für Japan benötigen

wir einen höheren Lebensunterhalt als

in anderen Ländern. Doch Japan ist mit

127 Millionen Einwohnern eines der

größten weitgehend vom Evangelium

unerreichten Länder der Welt. Man

kann dort frei verkünden. Wir sind uns

unserer Berufung nach Japan sicher.

Der Inselstaat ist faszinierend, reich an

Natur, Kultur und modernster Technik.

Es scheint ein perfektes Land zu sein,

doch Millionen Japaner kämpfen mit

seelischer Not. Für Wohlstand, Glück

und Anerkennung arbeiten sie hart. Es

gilt als ungeschriebenes Gesetz, dass

man erst nach dem Chef abends den

Arbeitsplatz verlässt. Überstunden sind

normal, das Japanische kennt ein Wort

für Tod durch Überarbeitung: „Karoschi!“

Wegen dieses Leistungsdenkens gibt

es eine Menge Verlierer quer durch

alle Schichten der Gesellschaft. Schon

Kinder stehen unter enormem Druck,

sie lernen hart. Wer eine Prüfung nicht

besteht, wird oft gemobbt. Bei jungen

Erwachsenen ist Selbstmord häufigste

Todesursache.

Gleichzeitig gibt es viele Senioren, die

unter Altersarmut und Einsamkeit leiden.

Viele kümmern sich nicht um ihre

Eltern, vor lauter Arbeit. Alte begehen

Verbrechen, um ins Gefängnis zu kommen,

weil sie als Häftlinge kostenlos

Essen, Gesellschaft und Medizin haben.

Bei Japanern staunen wir, wie unterschiedlich

unsere Denkweisen sind. Man

begegnet sich mit Respekt, doch es

dauert lange, bis Freundschaft wächst.

Bitte beten Sie für unseren Weg nach

Japan. Wir wollen in Menschen investieren,

Beziehungen knüpfen und Japaner

zu Jesus einladen.

.... ist der Titel eines bewegenden Berichtes

über die geistliche Situation in

Nahost und Nordafrika, geschrieben

von Theo und Elke Volland nach einer

Reise zu unseren Mitarbeitern dort.

Zu finden in der DMG-Website:

www.DMGint.de/Nahost

Rolf und Sofia Schulz

P10901

9


ASIEN

THAILAND

Alles geben für einzelne

Menschen

Nong May bekommt ihren

ersten Kinderrollstuhl

3.000 Menschen mit Behinderung

haben 2018 durch unser Rollstuhlprojekt

kostenlos eine Mobilitätshilfe

bekommen. Derzeit erhalten wir

einen Container mit Rollstühlen

im Monat. Wir wollen das Ganze

noch ausbauen auf 5.000 Rollstühle

im Jahr. Denn noch warten etwa

300.000 Behinderte in Thailand auf

Hilfe. Menschen, deren Lebensgeschichten

uns berühren:

Da kommt eine Familie mit ihrer

achtjährigen Tochter Nong May*. Sie

ist schwer behindert und bekommt

ihren ersten Kinderrollstuhl. Es wird geschraubt

und angepasst. Immer wieder

wird das Mädchen hineingesetzt und

von der Physiotherapeutin begutachtet,

wie ihre Haltung ist. Neue Kissen und

Einsätze werden hergestellt, Rückhaltesysteme

auf ihre Größe angepasst

und Fußstützen verkürzt. Fünf unserer

Freiwilligen arbeiten drei Stunden, bis

alles bequem sitzt und der neue Rollstuhl

Nong May und ihrer Familie einen

guten Dienst erweisen wird.

In einem Regierungskrankenhaus

verteilen wir 50 Rollstühle. Ein langer

Arbeitstag ist fast zu Ende, wir packen

gerade unser Werkzeug zusammen.

Da erfahren wir, dass ein älterer Mann,

Lung Phon*, nicht kommen konnte. Seit

einem Jahr wartet er schon auf seinen

Rollstuhl. Verwandte, die ihn bringen

wollten, hatten auch diesmal keine Zeit.

Er wohnt eine ganze Stunde entfernt.

Kurzentschlossen machen sich drei von

uns auf den Weg mit Rollstuhl, Toilettenstuhl

und Werkzeug. Lung Phon hatte

vorher nur eine Matte, auf der er immer

lag. Wollte er in ein anderes Zimmer,

mussten ihn Angehörige tragen. Er hat

durch den Rollstuhl eine völlig neue

Lebensqualität.

Drei Stunden nördlich von uns wohnt

Frau Yuna*, die von uns einen elektrischen

Rollstuhl erhalten hat. Seither

kann sie Geld verdienen und sich und

ihre Großmutter selbst versorgen. Gestern

rief sie an, weil ein Rad kaputtgeht

und dringend ausgewechselt werden

muss. Ich fahre mit einem Freiwilligen

und dem Ersatzrad zu ihr. Ein Sondereinsatz,

der wichtig ist, damit Frau Yuna

keinen Verdienstausfall hat.

Die Begegnung mit Empfängern

macht uns glücklich. Bei uns steht die

einzelne Person im Mittelpunkt. Der

Behinderte vor uns ist nicht einer von

vielen, sondern derjenige, dem wir zu

diesem Zeitpunkt den besten Rollstuhl

schenken, der möglich ist. Wir gehen die

extra Meilen gerne. Denn die Menschen

sind es wert. Gott hat in Jesus alles für

sie gegeben und liebt sie unendlich. Die

Liebe von Jesus geht über ein Handeln

aus Menschlichkeit hinaus. Sie fordert

ganzheitliche Investition: von ganzem

Herzen, mit Hingabe und Verstand

(Matth. 22,37).

* Namen geändert

DMG-informiert als

Audio-CD

Vergangene Woche erhielten

wir einen Brief,

der uns tief berührt hat. Eine

Leserin schrieb, dass sie aufgrund

ihrer Augenerkrankung DMGinformiert

nicht mehr lesen

kann. Länger schon überlegen

wir, Abonnenten wie ihr die

Zeitschrift zum Hören bereitzustellen.

Ab sofort können Sie

DMG-informiert kostenlos als

Audio-CD für ihren normalen

CD-Spieler bestellen. Wir lassen

die Texte von den Autoren lesen,

Sie hören also meist die Originalstimmen

Ihres Missionars.

Bestellen über …

Tel. 07265 959-0 oder E-Mail:

Kontakt@DMGint.de.

Wer die Artikel gerne beim

Autofahren hören möchte, kann

sie als MP3-Dateien aus dem

Internet herunterladen:

www.DMG-informiert.de

10

Johannes und Astrid Janzen

P10294


AFRIKA

ÄTHIOPIEN

ZUM THEMA klug investieren

Die Wüste

gießen!

Mareike unterwegs durch die karge Landschaft

Jeden Tag fahren wir in einem kleinen,

rostigen Transporter Stunden

durch die karge Landschaft in ein abgeschiedenes

Dorf, wo unsere Organisation

ihren Sitz hat. Auf unserem

Gelände erwarten uns stets Chaos,

verschmutztes oder gar fehlendes

Trinkwasser, kurzfristig einberufene

Teamsitzungen wegen plötzlicher

Programmänderungen und politische

Unruhen in der Umgebung. Meine

deutsche Arbeitsmoral schaltet spätestens

um 10.30 Uhr auf „Panik“,

weil ich immer noch nicht am

Schreibtisch sitze.

Die Äthiopier trinken jetzt erstmal

Kaffee in der Gruppe. Dem amharischen

Gesprächsverlauf

kann ich kaum folgen. Ich

sitze dabei, lächle und

versuche Gesprächsfetzen

zu verstehen. Kurz

vor dem Mittagessen

könnte ich endlich den

Rechner hochfahren, nur

um seufzend festzustellen,

dass es wieder keinen Strom gibt.

Der Nachmittag vergeht im Flug, mit

buntem, spontanem Arbeitstrubel und

noch mehr Planänderungen. Und wir

machen uns früh auf die lange Rückfahrt,

damit wir unterwegs nicht in

gewalttätige Unruhen hineingeraten.

Seit 22 Monaten sieht so mein Alltag

aus. In unserer lokalen Organisation

schulen Äthiopier mit sehr begrenzten

Mitteln Äthiopier in christlicher Leiterschaft,

Jüngerschaft und Jugendarbeit. Ich

bin die einzige Ausländerin im Team, die

einzige Andersdenkende und garantiert

die einzige, die lieber mit Besteck statt

mit Händen essen würde. Oft fragte ich

mich: Worin investiere ich hier? Verschwende

ich meine Zeit? Könnte ich

nicht fern vom Trubel im Homeoffice

viel produktiver arbeiten? Als stünde ich

mit der Gießkanne in der Wüste und

bewässerte den Sand.

Warum ich durchgehalten habe? Es

war die leise Stimme Gottes in mir, der

sagte: „Mach’s wie

ich, hab die Menschen

einfach lieb. Sei ihr

Begleiter jeden Tag.

Teile ihr Leben, ihre

Sorgen, ihre Wunder.“

Er erinnerte mich an

Jesaja 35, „die Wüste

soll blühen“. So steige

ich weiterhin jeden Morgen in unser

klappriges Vehikel Richtung Einöde, in

der Hoffnung, dass Gott meine Investition

segnet.

Warum ich durchgehalten

habe? Es war die leise Stimme

Gottes in mir, der sagte:

„Mach’s wie ich, hab die

Menschen einfach lieb.“

Nach zwei Jahren sehe ich plötzlich

Veränderung: Das äthiopische Team

fragt mich nach meiner Meinung. Sie

übertragen mir Verantwortung, ich kann

Ideen einbringen. Und sie bezeichnen

mich als „eine von uns!“ Tut das gut.

Vielleicht gieße ich ja die Wüste, um

den harten Boden aufzuweichen. Ich

investiere in Menschen, Beziehungen und

Kulturverständnis, in Vertrauen, Mitleid

und Anteilnahme.

Ich höre, lerne, warte. Gott investiert

mit Geduld in mich, damit ich lerne, hier

zu wirken. Tief verwurzelt in der äthiopischen

Gemeinschaft.

... und im Gespräch mit Menschen

Mareike Weber

P10813

DMG-informiert | 5 | 2018

11


Gott gibt!

„Wo finde ich schnell noch ein

Geschenk?“, fragen Sie sich vielleicht

gerade. Natürlich geht dieser Brauch,

einander an Weihnachten etwas Gutes

zu geben, auf das größte aller Geschenke

zurück: Auf Gottes 1 Geschenk, dass er

selbst Mensch wird und zu uns kommt.

Doch es gibt einen Riesenunterschied

zwischen unserer Art zu schenken und

Gottes Weise: Wir schenken in der Regel

Menschen, die alles haben, Dinge, die

sie nicht brauchen. Gott schenkt denen,

die nichts haben, alles. Er schenkt der

Finsternis Licht, seinen Feinden Liebe,

Sündern Vergebung, Verlorenen Hoffnung.

Er schenkt Verirrten den Weg,

Betrogenen die Wahrheit und Toten das

Leben.

Zeigt sich Gott schon in der Schöpfung

als verschwenderisch großzügig,

wie dann erst in der Erlösung?

Alles in der Schöpfung atmet Gottes

Freigebigkeit: von der unvorstellbaren

Weite des Universums bis zu den

unzählbaren Farben, Formen, Gestalten,

Gerüchen und Geräuschen in der uns

sichtbaren Welt. Wäre es nur darum ge-

gangen, für die Menschen einen Lebensraum

zu schaffen, hätte eine wesentlich

bescheidenere Grundausstattung genügt.

Brauchte Adam wirklich 100.000 Arten

Pilze? 33.000 Arten Wirbeltiere? Und

eine Million Arten Insekten 2 ? Es liegt

im Wesen Gottes, gern und großzügig

zu geben. So sehen wir Gott in der

Schöpfung – und so sehen wir Jesus auf

der Erde:

Jesus lädt mal eben Tausende zum

Essen ein, besorgt sechs Hektoliter

Wein, wo wahrscheinlich anderthalb

Schläuche gereicht hätten. Gott gibt. Als

einmal einer seiner Jünger eine unglaubliche

Verschwendung abmahnt, lobt ihn

Jesus nicht, sondern weist ihn zurecht. 3

Uns Sparsamen tut es natürlich weh,

dass dieser Jünger ausgerechnet Judas

hieß! Immer wieder begegnet uns Gott

als überwältigend großzügig. Das hat

natürlich etwas mit Liebe zu tun. Liebe

die eben nicht rechnet, sondern gibt.

Lohnt sich für Gott diese Großzügigkeit?

War die Schöpfung eine gute

Investition? Erntete er wenigstens die

Dankbarkeit der Menschen?

Bisher sprachen wir nur von Dingen,

die Gott gibt. Bei der Erlösung der Menschen

ging er noch unvorstellbar weiter:

Er gab sich selbst. – Lohnte es sich? War

Weihnachten nicht eigentlich die größte

Fehlinvestition aller Zeiten? Jesus erzählt

davon in einem Gleichnis, Matthäus

21,33–39:

Ein Gutsbesitzer legte einen Weinberg

an, umgab ihn mit einem Zaun, hob auf

dem Gelände eine Grube zum Keltern des

Weins aus und baute einen Wachturm.

Dann verpachtete er den Weinberg und

verreiste. Als die Zeit der Weinlese kam,

schickte er seine Diener zu den Pächtern,

um seinen Anteil am Ertrag abholen zu

lassen. Doch die Pächter packten seine

Diener; einen verprügelten sie, einen

anderen schlugen sie tot, und wieder

einen anderen steinigten sie. Da schickte

der Gutsherr andere Diener, eine größere

Zahl als beim ersten Mal; aber mit denen

machten sie es genauso. Zuletzt schickte

er seinen Sohn zu ihnen, weil er sich sagte:

„Er ist mein Sohn, vor ihm werden sie

Achtung haben.“ Doch als die Pächter den

Sohn sahen, sagten sie zueinander: „Das

ist der Erbe. Kommt, wir bringen ihn um,

dann gehört das Erbe uns!“ Und sie packten

ihn, stießen ihn zum Weinberg hinaus

und brachten ihn um. 4

In diesem Bibeltext ist die Weihnachtsgeschichte

erst auf den zweiten Blick

zu erkennen. Der Weinberg ist ein altes

Bild für das Volk Israel. Was hat Gott

nicht alles investiert, um aus versklavten

Stämmen sein Volk zu machen. Wir

dürfen den Weinberg gern ausweiten auf

die ganze Welt, die herrliche Schöpfung

Gottes. Natürlich tun wir Menschen so,

also gehörte alles, die ganze Natur, die

Meere, Länder, Wälder, Berge, ... alles

uns. Und damit können wir tun, was uns

gerade schnell mal gut tut. Doch dem ist

nicht so!

12

DMG-informiert | 5 | 2018


THEMA klug investieren

Um im biblischen Bild zu bleiben, sindwir

nur „Pächter“ dessen, was Gott uns

anvertraut hat.

Immer wieder schickt er seine Propheten,

um sich seinem Volk in Erinnerung

zu rufen. Nicht um ihnen das Gute

wegzunehmen, sondern nur „seinen

Anteil“. Das, was ihm eh zusteht. Und

dann leuchtet die Weihnachtsgeschichte

mitten in diesem Text auf, Vers 37: „Zuletzt

schickte er seinen Sohn zu ihnen,

weil er sich sagte: ‚Er ist mein Sohn, vor

ihm werden sie Achtung haben.‘“ Die

Rechnung ging nicht auf. Gott wusste,

dass sie nicht aufgehen würde. Trotzdem

gibt er alles, weil das seinem Wesen

entspricht.

Bei Johannes klingt die Weihnachtsgeschichte

so (Johannes 1,11): „Er kam

in das Seine, und die Seinen nahmen ihn

nicht an.“ In diesem einen Satz ist diese

große „Fehlinvestition“, die Geschichte

vom Weinberg, Bethlehem und Golgatha,

zusammengefasst. Man könnte sagen,

dass diese riesige Investition Gottes

doch eine klitzekleine Rendite abwirft.

Johannes schreibt weiter: „… so viele ihn

aber aufnahmen, denen gab er das Recht,

Kinder Gottes zu werden, denen, die

an seinen Namen glauben.“ Für die paar

Prozent der Weltbevölkerung, für Sie,

liebe Leser, und für mich, hat Gott sein

Alles gegeben. Ich bin überwältigt, dass

Gott das für mich tut – aber: war es eine

kluge Investition?

Die „Rendite“ ist minimal, und

doch bricht im ganzen Himmel

Freude aus, wenn nur ein Sünder

umkehrt (Lukas 15,7).

Eines der Kernprinzipien der DMG

ist, klug zu investieren. Wir sind im

Schwäbischen gegründet worden und die

sprichwörtliche schwäbische Sparsamkeit

steckt uns als Organisation zum

Glück tief in den Genen. Oft werden

die Schwaben als geizig verunglimpft,

aber ich habe sie anders erlebt: Sie sind

sparsam, um großzügig sein zu können.

Das haben sie in der Erweckungszeit des

Pietismus im 18. und 19. Jahrhundert

gelernt.

Viele Entscheidungen in der Mission

lassen sich nicht mit den Begriffen

Investition und Rendite beschreiben.

Lohnt es sich, dass jemand jahrelang eine

schwierige Sprache lernt und dann doch

nur einzelne zum Glauben kommen?

Lohnt es, die astronomischen Mieten in

einer der Megastädte unserer Welt zu

bezahlen, nur weil dort die geistlichen

Nöte am größten sind? Lohnt es sich,

ganze Familien in eine fremde Kultur zu

verpflanzen?

Sparsam wollen wir wirtschaften

bei der DMG, ebenso wie Sie in Ihren

Gemeinden oder im privaten Leben.

Wirtschaftlichkeit ist aber nicht das

einzige Kriterium!

Unter dem Strich stehen nicht

Summen und Geldbeträge, sondern die

Frage: Hast du mit dem, was Gott dir

anvertraut hat, das getan, was er im

Sinn hatte?

Wir alle sind Haushalter der guten

Gaben, die Gott uns gibt. Sicher sagen

wir: „Ich habe mein Gehalt verdient.“

Wenn es ums „Verdienen“ ginge, würden

die meisten von uns mehr bekommen

als sie tatsächlich in ihrer Lohntüte

finden. Letztendlich wissen wir: Dass

ich arbeiten kann, ist ein Geschenk von

Gott. Dass ich eine Arbeitsstelle habe,

ebenso. Dass ich Kunden habe, die mich

für meine Dienste oder Produkte bezahlen,

auch. Sie, die Sie unsere weltweite

Arbeit durch Ihre Gaben tragen, sind

ebenso ein Geschenk Gottes und ihm

sind wir verantwortlich dafür, was wir

mit dem tun, was Sie uns anvertrauen.

Bei jeder Ausgabe wollen wir uns fragen:

Dient das unserem Auftrag? Lohnt

sich’s? Die Tugend „Sparsamkeit“ steht

nicht im Mittelpunkt. Jesus Christus

steht im Zentrum, der Verlorenen Hoffnung

und ewiges Leben schenken will.

Vor Weihnachten suchen wir vielleicht

verzweifelt nach einem Geschenk für einen

Verwandten. Und wir sind glücklich,

wenn wir etwas finden, das er zwar auch

nicht braucht, aber wenigstens nicht

schon hat. Was er braucht, ist aber auf

jeden Fall Jesus. Ihn wollen wir weitergeben.

Hier und weltweit. Großzügig!

Weil Gott gibt.

Günther Beck

Direktor

1. Ich will auf das trinitarische Geheimnis, dass Gott

seinen Sohn schickt, der er doch selbst ist, hier nicht

näher eingehen und verwende hier „Gott“ und „Gottes

Sohn“ unvermischt und ungetrennt nebeneinander.

2. Das sind die bisher katalogisierten Arten. Jährlich

kommen 15 000 dazu, bei dem Tempo werden in

geschätzt 480 Jahren alle Lebewesen - außer Bakterien

- katalogisiert sein. (www.welt.de)

3. Johannes 12,1-8

4. Neue Genfer Übersetzung

WIR …

Das hat

Priorität:

erreichen

Menschen, die das Evangelium noch

nicht verständlich hören konnten.

helfen

in Notsituationen, freigiebig und ohne

Ansehen von Person und Religion.

vervielfältigen

Mission, Glauben, Fähigkeiten, Wissen

durch Schule, Unterricht und Ausbildung.

vertiefen

Gelerntes durch kreative Verbreitungswege,

innovative Dienste und neue

Medien.

schauen voraus

damit Projekte langfristige Veränderung

und nachhaltige Hilfe bewirken.

lassen los

beziehen Menschen in Verantwortung

ein, ordnen uns unter und geben Aufgaben

ab.

investieren klug

in strategisch Geplantes und gehen mit

eingesetzten Mitteln sorgsam um.

Günther Beck ist seit Mai 2018 Direktor der

DMG. Er hat in Erlangen Theologie studiert,

war ab 1984 viele Jahre DMG-Mitarbeiter in

Nordafrika, wo er seine Frau Rosemary

kennenlernte, später in Frankreich.

DMG-informiert | 5 | 2018

13


DEUTSCHLAND

ZUM THEMA

klug investieren

Geschenk

mit Wirkung

Vor 20 Jahren haben ein paar kleine

christliche Gemeinden im Karibikstaat

Trinidad ihr weniges Geld zusammengelegt,

um uns Steel Pans zu kaufen

und diese per Schiff nach Brasilien zu

schicken. Eine Steel Pan ist ein Musikinstrument

aus einem halbierten Ölfass, in

das Tonfelder als Klangflächen getrieben

sind. Werden sie angeschlagen, erzeugen

sie einen wunderbar ausdrucksstarken

Ton. Die Gemeinden in Trinidad wussten,

dass ihr erster Missionar, Chris Hewitt,

gut Steel Pan spielte und durch Musik

Menschen zum Glauben finden könnten.

Ein Jahr blieben die Steelpans im Zoll

hängen – nach viel Gebet und Gottes

Eingreifen erhielten wir sie schließlich.

Die ersten Reaktionen unserer brasilianischen

Freunde waren geteilt. Manche

hielten die Instrumente zunächst für

einen Wok oder eine Opferschale, bis

Chris einen Ton anschlug und alle sprachlos

lauschten. Chris brachte zwölf Jugendlichen

aus den Slums das Steel-Pan-Spielen

bei. Sie waren so arm, dass sie zunächst

nicht mal Geld für ein Busticket hatten.

Durch stundenlange Proben, gemeinsames

Gebet und Bibelstudium entstanden

tiefe Freundschaften. Ihnen allen wurde

wichtig, mit Musik und ihrem Leben von

Jesus weiterzusagen.

Die junge Band nannte sich „Kerusso“,

Frohe Botschaft. Sie spielten in Gemeinden,

Gefängnissen, bei Indigenen, in

Waisenhäusern, öffentlichen Parks und im

Fernsehen. Doch Gott hatte mehr vor. Im

Lauf der Jahre gaben sie Konzerte auf den

Philippinen, in Ägypten, Italien, Schweiz

und Deutschland und erzählten Tausenden

von ihrem Glauben an Jesus Christus.

Nach 20 Jahren spielen immer noch

acht der ersten Mitglieder in „Kerusso“

mit. Wir kamen nach Trinidad, in die

Heimat der Instrumente, und musizierten

in Waisenhäusern und Einkaufszentren.

Besonders bewegend waren unsere

Auftritte in den Gemeinden, die damals

im Glauben gegeben haben. Viele haben

all die Jahre für „Kerusso“ gebetet. Nun

hörten sie staunend, was Gott bewirkt

hat. Dank ihres Geschenks haben viele

Jesus angenommen.

Weitermachen

FRAGEN ZUM EINSTIEG

Doppelblatt zum Heraustrennen

für Ihren Hauskreis, zur Predigtvorbereitung

oder für den Austausch.

Wir investieren in unseren Hauskreis: Zeit um dabei zu sein, Phantasie in

der Vorbereitung usw. Welche Art von „Rendite“ erwarten wir?

Wozu neigen wir, wenn die Rendite ausbleibt? Noch mehr investieren

oder lieber weniger bzw. ganz streichen?

FRAGEN ZUM WEITERDENKEN

Im Gleichnis (Mt. 21,33–45) kommen die Diener (Propheten) vor dem

Sohn. Wir, als Boten des Herrn, kommen ja nach dem Sohn. Welche

Botschaft an die „Pächter“ haben wir?

Jesus schließt das Gleichnis von den bösen Weingärtnern mit der

Frage: „Was wird der Herr des Weinbergs mit diesen Pächtern

tun?“ (Mt. 21,40). Seine Zuhörer geben die menschlich zu erwartende

Antwort.

• In welchen Teilen gleicht Gott diesem Weinbergsbesitzer?

Wo unterscheidet sich sein Handeln?

• Wahrscheinlich hatte die Gemeinde in Trinidad (Artikel von Chris

und Nicola Hewitt, S. 14) nach einigen Jahren ihre Spende für die

Stahltrommeln vergessen. Aber nach 20 Jahren hörte sie wieder

davon. Haben Sie ähnliche Geschichten erlebt?

FRAGEN ZUR PRAXIS

Mareike Weber (S. 11) investiert viel, um die „Wüste zu gießen“.

• Was genau investiert sie? Was motiviert sie?

• Wie sieht unsere Wüste aus? Was investieren wir? Was motiviert uns,

dranzubleiben?

ZUM SCHMUNZELN

:)

„Stimmung!“, brüllte der Schotte und warf

ein Konfetti in die Luft …

Liedvorschlȧ . ge

In welchem Liederbuch finde ich welches Lied?

www.evangeliums.net und www.liederdatenbank.de

Du beschenkst ….................................................... Feiert Jesus 2: 141

Du gibst das Leben …...................................... Ich will dir danken: 331

Reich (überreich beschenkt) …............................... Feiert Jesus 1: 177

Alle gute Gabe ….............. Gemeindelieder, gestern-heute-morgen: 416

Mit allem, was ich bin …........................................... Feiert Jesus 5: 42

Ich verdanke dir so viel, mein Gott …........................ Feiert Jesus 2: 91

14

Chris und Nicola Hewitt

P10233


Wie Bettler,

die Brot gefunden haben

THAILAND

Pat* ist etwa so alt wie ich (Daniel) und lebt am Ende

einer Gasse im Müll unter einer Bauplane. Als wir ihn

besuchen, schraubt er gerade den alten Gastank eines Autos

auf, um das Restmetall zu verkaufen. Ausströmendes Gas

lässt die Luft flirren, ein Funke könnte eine Stichflamme erzeugen.

Während mein Teamkollege Dting und ich uns etwas

angespannt auf improvisierte Hocker setzen, zerlegt Pat das

Teil und erzählt.

Pats Frau Goy* ist verhaftet worden, weil sie Drogengeld

angenommen hat. Wenige Tage später starb eine Bekannte

nach schwerer Krankheit. Während er zur Zeremonie ihrer

Verbrennung im Tempel war, stahl jemand Pats Werkzeug

und die Batterie seines Mopeds, beides ist lebenswichtig. Der

Stress durch den Diebstahl verursachte epileptische Anfälle.

Bei einem dieser Anfälle schlug er am Rand des Sumpfes

neben seiner Hütte mit dem Kopf auf dem Boden auf und

ertrank beinahe; ein Freund fand ihn gerade noch rechtzeitig.

Pat ist einsam und vermisst seine Frau, vor Trauer hat er

kaum gegessen. Es hat erstaunlich Tiefe, als wir mit ihm gemeinsam

Psalm 94 lesen: „Wer hilft mir, standzuhalten gegen

Leute, die Unheil anrichten? Hätte der Herr mir nicht geholfen,

dann hätte nicht viel gefehlt, und ich befände mich bereits

in der Stille des Totenreichs.“ Reicht es, dass wir gemeinsam

mit Pat in der Bibel lesen und beten? Braucht Pat nicht einfach

nur etwas Geld, um seinen Verlust auszugleichen?

Unserem Team ist wichtig, dass wir die gute Nachricht mit

Wort und Tat weitergeben (siehe Jakobus 2,15–17). Dabei

sehen wir uns nicht als Retter derer, die wir besuchen. Wir

respektieren erst einmal, dass sie ihr Leben bisher auch ohne

uns bewältigt haben. Pat möchten wir so unterstützen, dass

er seine Würde und Selbstbestimmung behält. Dting bot ihm

an, ihm beim Schreiben eines Briefes zu helfen, mit dem er

bei einer Stiftung um Unterstützung für sein Arbeitsmaterial

bittet. Dieses Angebot hat er noch nicht angenommen.

Kürzlich begleiteten wir Pat bei einem Besuch seiner Frau ins

Gefängnis. Er war aufgeregt. Aus dem Besuchszimmer, in das

er nur alleine durfte, kam er freudestrahlend zurück. „Ihr geht

es den Umständen entsprechend gut“, sagte er. Pats Frau

vertraut darauf, dass Jesus sie die ein, zwei Jahre im Gefängnis

durchträgt.

Vergangenes Wochenende feierten wir unseren ersten

gemeinsamen Gottesdienst im Slum mit Teilnehmern aus

verschiedenen Armenvierteln. Pat zog sich irgendwann nach

draußen vor die Hütte zurück. Unser Teamleiter und ich

fanden ihn weinend vor – er vermisste seine Frau. Gerne

hätte ich das „rettende Wort“ auf den Lippen gehabt. Doch

was wir konnten, war uns gemeinsam im Gebet nach dem

auszustrecken, dessen Trost unser Herz mit Freude füllen

kann. Denn „wir sind nicht wie der reiche Mann, der viel Brot

besitzt, das er an Arme verteilt. Wir sind wie Bettler, die den

anderen Bettlern sagen, wo sie Brot gefunden haben“ (nach

D.T. Niles).

* Namen geändert

#revolution #dmgint

Folge der DMG auf Instagram

Wir haben das Instagram der DMG auf

den Kopf gestellt: Täglich lustige und informative

Storys vom Buchenauerhof. Posts,

die Glauben wecken, zum Bibellesen animieren

und Spannendes aus aller Welt – Menschen,

Schicksale, Glaube erlebt. Kurzvideos

mit Statements unserer Mitarbeiter in 80

Ländern und Interessantes aus dem Alltag.

www.instagram.com/dmgint

Freiwilligendienste – jetzt bewerben!

Die DMG hat das „Quifd“-Siegel für geprüfte

Qualität in Organisation und Durchführung unserer

Freiwilligendienste im Ausland verliehen bekommen.

Ein umfassender Kriterienkatalog war zu

erfüllen, um den rund 40 Freiwilligen, die jedes Jahr

mit der DMG weltweit unterwegs sind, einen bestmöglichen

Einsatz zu garantieren. Junge Leute, die

2019/20 einen kurzen Auslandseinsatz absolvieren

wollen, können sich jetzt bewerben:

Chile - Hilfe in Kindergarten u. Projektbüro

Frankreich - Hilfe für Migrantenkinder

Frankreich - Suizidprävention

Georgien - Kreativ-, Kinder- und Jugendarbeit

Griechenland - Praktische Dienste in Hilfsprojekt

Indien - Mitarbeit an internationaler Schule

Italien - Christliches Gästehaus

Namibia - Hilfslehrer in Förderschule

Spanien - Drogenhilfe für Männer

Tansania - Kinder- und Jugendarbeit

Tansania - Straßenkinderprojekt

Thailand – Rollstuhlprojekt

Und weitere Einsatzmöglichkeiten …

www.freiwillig-im-dienst.de

Daniel und Melanie Böhm

P10060

DMG-informiert | 5 | 2018

15


AMERIKA BRASILIEN CHILE

Die Kinderbibel der Canelas

„Ihr habt unsere Kinderbibel für

die Canela-Indianer herausgegeben?

Diese Investition wird sich lohnen!“,

freute sich die Verantwortliche der

brasilianischen Bibelgesellschaft.

Die schöne, illustrierte Kinderbibel

in Canela-Sprache war lange schon

unser Traum.

„Biblische Geschichten sind es, die

das religiöse Denken der Animisten

umgestalten. Wir können uns gar nicht

vorstellen, was diese

einfachen Geschichten in

einem Herzen auslösen“

schrieb Johannes

Warneck im Missionsklassiker

„Die Lebenskräfte

des Evangeliums“.

Wir waren uns sicher:

Schön illustriert würden

die Bibelgeschichten tief in die Herzen

dringen. Viele Canelas gaben uns Recht.

Schon die Kinderbibel in Portugiesisch

fanden sie toll. Doch woher sollten

wir Geld für einen Bibeldruck in ihrer

Sprache nehmen?

Gott erhörte uns: Im Sommer

2016 schrieb DMG-Direktor Detlef

Blöcher: „Lieber Bernhard, liebe Elke,

gestern rief mich der Württembergische

Christusbund an. Sie machen

einen Jungschartag und wollen für ein

Projekt in der Indianerarbeit Geld

sammeln.“ Nachdem wir gemeinsam

mit Canela-Christen den Text in ihrer

Freude beim Lesen

Gespannt warteten 200

Kinder, ob ihr Zettel gezogen

wurde. Wie freuten

sich die Gewinner und ihre

Geschwister.

Sprache erarbeitet hatten, organisierte

die Bibelgesellschaft Layout, Druck und

Transport. Wir konnten 2.000 Kinderbibeln

drucken. Mehr als 6.000 Euro

sammelten die Kinder des Christusbundes,

denen wir herzlich danke sagen –

auch von den Canelas! Der Rest kam von

unserer brasilianischen Mission.

Am 12. Oktober, dem „Tag des

Kindes“, veranstalteten wir ein Fest im

Indianerdorf mit Übergabe der neuen

Kinderbibeln. Mit Canela-Christen organisierten

wir einen spannenden

Stationslauf,

danach verlosten wir 55

Kinderbibeln. Gespannt

warteten 200 Kinder,

ob ihr Zettel gezogen

wurde. Wie freuten

sich die Gewinner und

ihre Geschwister. Ein

13-Jähriger strahlte: „Jeden Sonntag gehe

ich ins Kinderprogramm, ich mag die

Geschichten von Jesus!“ Ein Vater freute

sich, dass sein Sohn die Kinderbibel gewonnen

hatte, und sagte: „Die Bibel mit

Bildern hilft uns, dass wir Gott besser

kennenlernen. Und wir können unseren

Kindern die Geschichten erzählen.“

Beten Sie bitte, dass die Kinderbibel

dazu beiträgt, das von Angst vor

Geistern geprägte Denken der Canelas

umzugestalten. Und dass der Heilige

Geist Kinder wie Eltern zum Glauben an

Jesus führt.

.

Von einem Mann,

der gerne gibt

Hugo kommt aus ärmlichsten

Verhältnissen. Sein Vater war gewalttätig,

Alkoholiker und hat die Familie

oft im Stich gelassen. Als Jugendlicher

hat Hugo sich für Jesus entschieden

und fortan durch harte Arbeit für seine

Mutter und die Geschwister gesorgt. Mit

20 heiratete er und hatte … buchstäblich

nichts! Heute ist Hugo ein wohlhabender

Kleinunternehmer, er hat strategisch

und großzügig investiert.

Ein Beispiel: In seinem Haus hat er ein

hochwertiges Aufnahmestudio installiert,

in dem wir seit Jahren als Mission christliche

Radiosendungen aufnehmen. Weder

ich, noch unsere Mission noch irgendeine

Gemeinde haben da investiert. Hugo tat

es, ohne darüber zu reden.

Im Oktober lädt Hugo unser Team

nachts um elf noch zum „Asado“ (Grillfest)

ein und macht uns Ziefles damit ein

geniales Abschiedsgeschenk.

Er verblüfft uns mit seiner Lebens-,

Dienst- und Geberstrategie. „Werden

Leute wie du nicht ständig ausgenutzt?“,

frage ich ihn. Er antwortet: „Wenn ja, ist

das nicht mein Problem, sondern das der

anderen.“ Hugo redet nur selten über

eigene Notzeiten. Nicht alles ist ihm gelungen.

Doch heute hat er eine funktionierende

Firma und investiert strategisch

in Gemeinde und Mission. Das hat er

schon als armer Schlucker getan, heute

macht er es halt in größerem Maßstab.

Hugo sagt: „Ich bin zum Segnen berufen.

Wenn meine Firma läuft, kann ich in

Gottes Reich investieren.“ Hugo ist mir

ein Vorbild. Ihm konnte ich die Leitung

unserer Medienarbeit „SAL global“ in die

Hand legen. Künftig unterrichte ich an

der Bibelschule in Brake (Deutschland),

weiterhin im Auftrag der DMG.

16

Bernhard und Elke Grupp

P10194

Hans und Carmen Ziefle

P10864


PERU

Wie Gott unsere Arbeit

wachsen lässt

Peruanische Christen segnen Markus für seine neue Aufgabe

„Ihr nehmt doch sicher einen Container

mit euren Sachen mit zurück

nach Deutschland, oder?“ Diese

Fragen hören wir zur Zeit oft von

Freunden, weil wir nach 14 Jahren in

Peru unsere Zelte abbrechen. Unsere

Antwort ist: „Nein.“ Wir lassen

viele Sachen zurück, die uns ans Herz

gewachsen sind. Aber am Ende wird

uns sicher der Abschied von lieben

Freunden mehr schmerzen als der

Verlust materieller Dinge.

Es ging bei unserer Zeit in Peru um

mehr als nur Materielles. Darum, Zeit

mit Menschen zu

verbringen, ihnen

zuzuhören, sie zu

beraten, Interesse zu

zeigen und für sie zu

beten, theologische

Schulungen durchzuführen

und Interessierte

zu motivieren,

Jesus kennenzulernen und ihm ihr Leben

anzuvertrauen. Wir beten, dass unsere

Zeit hier Frucht tragen wird, wie es in

der Bibel in 1. Korinther 3,6 und 7 heißt:

„Eine Person pflanzt, eine andere gießt

und Gott selbst schenkt das Gedeihen.

So ist nun weder der da pflanzt, noch

der da begießt etwas, sondern Gott, der

das Gedeihen gibt.“ Darauf vertrauen

wir.

Wir haben länger überlegt, was wir tun,

wenn unsere drei Kinder Ende 2018 mit

Wir als Familie haben

schon einige Umzüge hinter

uns. Bei jedem Neuanfang

hat sich Gott als treu

erwiesen und uns über alle

Erwartungen versorgt.

der Schule fertig sind. Sollten wir in Peru

bleiben oder fing etwas Neues für uns

an? Die Frage legten wir Gott hin, mit

der Bitte, uns zu führen. Dann kam eines

zum anderen: Ein Freund machte mich

(Markus) auf die Stellenausschreibung bei

„SEAN International“ aufmerksam. Sie

suchten einen neuen Leiter mit Erfahrung

in theologischer Ausbildung vor

Ort, was ich hier 14 Jahre lang gemacht

habe, mit akademischem Abschluss und

guten Sprachkenntnissen in Englisch und

einer anderen Sprache. Es fanden sich

sogar Nachfolger für unsere Arbeit: Familie

Marx (DMG). Erstaunlich wie Gott

unseren Weg vorbereitet

hat.

Von nun an werde

ich die

weltweite

Arbeit

von

SEAN

International

leiten, mit deren

Fernstudienmaterial um

die 200.000 Menschen in

verschiedensten Sprachen

auf einfache Art

Gottes Wort, die Bibel,

studieren (und wir waren

schon froh, dass es in der

Region Arequipa auf 150

Kursteilnehmer angestiegen

war :) Eine lohnende

Arbeit, die weiterwächst

und Frucht bringt. Machen Sie mit?

Wir als Familie haben schon einige

Umzüge hinter uns. Bei jedem Neuanfang

hat sich Gott als treu erwiesen und

uns über alle Erwartungen versorgt. Oft

durch Freunde, die nach Wohnung und

Möbeln für uns geschaut haben. Manchmal

durch Unbekannte, die etwas als

Sperrmüll auf die Straße stellten. Gott

ist kreativ und gibt gern im Überfluss,

sodass wir am Ende jeder Etappe andere

beschenken konnten.

Ab 2019 sind wir in Deutschland im

Reisedienst und erzählen gern in Ihrer

Gemeinde oder Ihrem Hauskreis von der

großartigen Arbeit von SEAN. Kontaktieren

Sie uns gern über die DMG.

Monika, Markus und Valentin

Dr. Markus und Monika Völker

P10787

DMG-informiert | 5 | 2018

17


EUROPA

DEUTSCHLAND

Eckart und ein Seemann

Wo Seeleute vor Anker gehen!

Ich staunte nicht schlecht, als mir

der junge Seemann Jerome von den

Philippinen die Hand reichte und sich

für meine Andacht bedankte, die ich auf

dem Bananenfrachter gehalten hatte. Er

wollte mir dabei einen zusammengefalteten

Hundertdollarschein zustecken.

Ich solle das Geld Bedürftigen geben,

damit er von seinen Sünden reingewaschen

werde, meinte er. Ich erklärte ihm

freundlich aber klar, dass Jesus unsere

Sünden kostenlos reinwäscht – nicht

durch gute Taten. Dann gab ich ihm

eine Bibel und einen Glaubensgrundkurs

in seiner Sprache, die er dankend

annahm.

Ich bin Seemannsmissionar in Bremerhaven,

wo ich Schiffe besuche und

den Mannschaften aus aller Welt meine

Zeit und ein offenes

Ohr schenke. Es ist

wichtig, den Männern,

die oft mehr als ein

halbes Jahr am Stück

auf See sind, seelsorgerlich

beizustehen.

Dabei gebe ich ihnen

die beste aller Botschaften

weiter; dass Jesus von Schuld

befreit, wenn wir an ihn glauben. Jahre

später auf einem ähnlichen Schiff kam ein

Seemann in den Aufenthaltsraum, nahm

eine meiner Bibeln und ermutigte seine

Kollegen, sie zu lesen. Es war Jerome,

der inzwischen Christ war.

Wir waren sprachlos über

die Offenheit auf den

Schiffen. Wir redeten mit

Matrosen und Offizieren

aus der ganzen Welt über

Jesus Christus.

Dass wir mal in der Mission landen,

hätte ich nie gedacht. Nadine und ich

kommen beide aus zerrütteten Familien,

in denen Glaube keine Rolle spielte.

Unser Richtungswechsel erfolgte mit

Anfang 20, wir waren bereits befreundet,

bei einem Auslandsjahr in den USA.

Nadine schloss sich einem Bibelkreis an

und staunte über den gelebten Glauben

ihrer Freunde. Mit den Wochen wollte

sie „den schmutzigen Mantel ihrer Sünde“

ablegen, wie sie sagte. Kurz darauf

ließ sie sich taufen.

Für mich brach eine Welt zusammen,

ich konnte ihre Entscheidung kaum

einordnen. War ich doch überzeugt,

dass wir schon Christen waren, als

Säugling getauft und mit 14 konfirmiert.

Natürlich glaubte ich an den „lieben

Gott“. Durch viele Gespräche wurde ich

offener. Nadine erklärte

mir, dass ein Christ

letztendlich jemand

ist, der Christus von

Herzen folgt und sich

nach der Bibel richtet

– das war bei mir nicht

der Fall. Ich fing an,

nach Gott zu fragen,

und nahm schließlich ebenfalls Jesus an.

Leider war mein Glaubensleben anfangs

noch von vielen Kompromissen geprägt.

Anders bei Nadine, die richtig Fortschritte

machte, zu jedem Bibel- und

Gebetskreis ging und Interesse für Mission

entwickelte. Nach eineinhalb Jahren

fing ich an, wie sie nach Gottes Willen

zu fragen, mehr in der Bibel zu lesen und

über meinen Glauben zu reden. 1998

machten wir unsere ersten Missionsreisen,

bei denen Gott mir einen klaren Ruf

schenkte. Gleichzeitig steuerten wir den

„heiligen Hafen“ der Ehe an.

Apropos Hafen: In jenem Jahr kamen

wir mit einem Seemannsmissionar in

Kontakt, mit dem ich auf die riesigen

Frachtschiffe im Hamburger Hafen ging.

Wir waren sprachlos über die Möglichkeiten

und Offenheit auf den Schiffen.

Wir redeten mit Matrosen und Offizieren

aus der ganzen Welt über Jesus und

fanden unsere Berufung. Es folgten eine

theologische Ausbildung in Holland, ein

Praktikum in Hamburg und weitere in

den USA. Seit 2005 sind wir in Bremerhaven

tätig.

Es ist ein Privileg, Seeleuten aus aller

Welt Gottes frohe Botschaft weiterzugeben.

Seit kurzem gehören wir zur DMG-

Familie, die uns Kollege Felix Henrichs

ans Herz gelegt hat, der im Hafen von

Rotterdam arbeitet. Im Laufe der Jahre

besuchten wir hunderte Seeleute auf

den Schiffen in Bremerhaven, brachten

ihnen Gottes Wort und ermutigten sie.

Einzelne kamen zum Glauben, von Sucht

frei und haben Hoffnung gefunden. Beten

Sie bitte, dass noch viele Seeleute bei

Jesus Anker werfen.

Bildunterschrift

.

18

NEU: Eckart und Nadine Breitenmoser

P10912


DEUTSCHLAND

Drei echte Weise aus dem

Morgenland gesucht

Kreative Liebe

Vielleicht gibt es in unseren

Gemeinden echte weise Männer

aus dem Morgenland, die auf die

Geburt von Jesus aufmerksam machen

möchten? Wir planten unser Krippenspiel

für den Heiligabend-Gottesdienst.

Wäre es nicht famos, wenn ein paar

Geflüchtete mitspielen würden? Ein

echter Schwarzafrikaner, statt des mit

Schokolade angemalten

Ersatzweisen? Das wäre

doch was! Sie könnten

ihr fröhliches Temperament

einsetzen und in

ihren Sprachen über den

neuentdeckten Stern

jubelnd den Kirchengang

nach vorne kommen. Sie

müssten nicht mal viel Deutsch können,

weil die Weisen damals auch nicht

unbedingt die Landesprache Israels

sprachen, oder?

Wir fragten zwei Afrikaner. Einer

sagte direkt ab, der zweite kam zur

Probe und spielte das mit dem Stern

schon gut. Es klang auch super in seiner

Sprache. Leider gab auch er uns einen

Korb: „An den Probeterminen muss

ich meinen Sohn zum Sport bringen.“

Schade! Gut, dann spielte ich eben

doch selbst als weißer Weiser im Krippenspiel

mit.

Ein „Weiser“ aus Nahost hat sofort

zugesagt. Ob auch seine Frau mitspielen

würde? „Ich frage sie mal“, sagte

er. Beim nächsten Treffen brachte er

zudem seinen Freund aus der Asylunterkunft

mit: „Er ist kein Christ, darf

er trotzdem mitmachen?“ „Gerne, wir

probieren es!“ Er war bei zwei Proben

Als wir zu Herodes

kamen, verstand

dieser zunächst kein

Wort und brauchte

einen Bibelkundigen.

dabei, dann fehlte er und reagierte nicht

auf unsere Anrufe. Zumindest hatte er

sich bei der Probe die Weihnachtsgeschichte

erklären lassen, viele Fragen

gestellt und auf diese Weise das Evangelium

vom Mensch gewordenen Sohn

Gottes gehört. Doch wer war nun unser

dritter Weiser? Es blieben nur noch zwei

Proben bis Weihnachten!

Am Ende sprach unser

einziger echter Weiser

aus dem Morgenland

Farsi, die Sprache seiner

Heimat Iran, ich habe

mich auf Türkisch vorgestellt

und der andere

Deutsche probierte ein

paar Worte Japanisch.

Aufgeregt waren wir alle, doch es lief

super. Unser orientalischer Weiser war

richtig überzeugend. Wenn er aus seinem

ehemals nichtchristlichen Hintergrund

sagte: „Jesus ist der verheißene

König und Messias“, klang das viel

passender als bei uns.

Als wir zu Herodes kamen, verstand

dieser zunächst kein Wort und brauchte

einen Bibelkundigen, der ihm übersetzte,

bevor er uns nach Bethlehem schickte.

Mit Maria und Josef lief die Verständigung

deutlich besser. So ist das im Reich

Gottes: Die dem Messias Jesus ihr Herz

öffnen, denen öffnet Gott auch das Ohr.

So werden Mächtige zu Narren und

Geringe und Bedürftige zu Weisen, wie

damals beim ersten Weihnachten.

Wer mithelfen möchte, dass noch

mehr „Morgenländer“ vom Messias Jesus

hören, kann uns gerne über die

DMG unterstützen. Herzlichen Dank.

Jesus ist bei mir und lässt mich nicht

los. Er gibt Liebe im Überfluss.

Kreative, sich verschenkende Liebe! Weil

ER mich beschenkt, möchte ich selbst

verschwenderisch geben.

Bei der vierzehntägigen Erhaltungs-

Chemo trifft man (und Frau) sich immer

wieder und kommt ins Gespräch. Krebs

ist für die Betroffenen ein einschneidendes

Thema, die meisten wünschen

sich einfach nur jemanden, der ihnen

wirklich zuhört. Ratschläge sind zwar

gut gemeint, kommen aber selten gut an

– es sei denn, man ist selbst betroffen.

Gott ist gut. Das erlebe ich und gebe es

manchen weiter.

Gott hat mich beschenkt. Ich darf in

einem der schönsten Flecken Deutschlands

leben: Im Allgäu begegne ich

Menschen, die neugierig sind, was in der

Bibel steht. Ich treffe mich mit einzelnen

und mehreren zum Entdeckerbibellesen.

Als Singlemissionarin bin ich beschenkt

durch viele Freunde, die für mich da

sind, wenn die Schwachheit überwiegt.

Und durch die DMG, die mir mehr eine

Familie als Organisation ist. Glücklich bin

ich auch über meine Gemeinde. Wir sind

zu unserer „Freizeit“ daheimgeblieben

und haben diverse Aktivitäten miteinander

gemacht – vor Ort, jeder konnte

im eigenen Bett schlafen. Wir gingen in

einen Gasthof feudal mittagessen und

hatten Freude miteinander. Die Kinder

haben superleckere Cookies gebacken,

was am Sonntag jeder sehr genoss.

Falls Sie mich wiedersehen oder kennenlernen

möchten, komme ich gerne

zu Vorträgen in Ihre Gemeinde. Schreiben

Sie mir über die DMG.

Gerhard und Bettina Denecke

P10102

Kirsten Dollen

P10113 19


EUROPA DEUTSCHLAND SPANIEN

Kaffee und Zeit zu

verschenken

Das Schwarzbuch

eines Missionars!?

Geben und Großes

erwarten

Neun Liter Kaffee brühen Gerrit

und Jorine jeden Mittwochmorgen

auf. „Bekomme ich auch einen?“

„Wie, Kaffee umsonst?“ „Von wo seid

ihr denn?“ „Warum macht ihr das?“ Viele

kommen in unser leuchtend oranges

Zelt zu unserer Aktion „Kaffee für

Alle“. Wir stellen mittwochmorgens

das Zelt auf einem öffentlichen Platz auf

und verschenken Zeit, Kaffee und ein

offenes Ohr. Unser Angebot wird immer

bekannter, viele kommen gerne.

In Evershagen, einem typische Plattenbauviertel

Rostocks, leben viele ältere

und sozial schwache Menschen. Unser

Zelt ist ein Treff für Leute am Rande

der Gesellschaft. Wir hören von F. und

seinen Erfahrungen im Knast. Von T.,

der jahrelang Schiffskoch war und nun

wegen einer Krankheit im Rollstuhl sitzt.

Ein junger Mann muss demnächst seine

Haftstrafe antreten und bittet meinen

Kollegen, ihn im Gefängnis zu besuchen.

Seniorin B. freut sich an der Unterhaltung

und einer liebevollen Umarmung.

An kalten, stürmischen Tagen fällt es

mir schwer, geduldig zuzuhören. Besonders,

wenn manche Menschen schon

früh am Morgen Alkohol intus haben.

Unsere Mühe lohnt sich. E. erzählte

mir von ihren sieben Kinder, die sie von

vier Männern hat. Ihr Ältester ist krank,

nahm Drogen und sitzt im Knast. Die

alleinstehende Mutter kümmert sich

mit Liebe um ihre Kleinen; in ständiger

Angst, dass ihr das Amt die Kinder wegnehmen

könnte.

Im Sommer war eine ihrer Töchter

bei einer Freizeit. Sie kam freudig zurück

und erzählte, dass sie an Jesus glaubt.

Gerne geht sie in die Gemeinde. Deshalb

lassen wir uns nicht entmutigen, bauen

weiter, egal bei welcher Witterung, unser

Zelt auf und schenken Kaffee aus.

Im orangen Zelt

Jedes Jahr gibt es ein „Schwarzbuch“,

das Fälle von Steuerverschwendung

anprangert. Manchmal denke ich, wir

Missionare müssten auch so etwas

haben: Vor ein paar Tagen rief mich ein

Kollege an und erzählte, dass er den ganzen

Tag gefastet hat. Nur um von Gott

zu hören, was der nächste Schritt ist. Ist

das nicht Verschwendung, den ganzen

Tag beten? Bin ich selber besser: Wenn

ich Stunden in Gebet in meinem Büro

oder in Moscheen Berlins verbringe?

Könnte ich mit meiner Arbeitszeit nicht

Sinnvolleres anfangen?

Doch Jesus beschenkt mich in diesen

Stunden, damit ich Geflüchteten in Berlin

von ihm weitersagen kann. Im Gebet

nimmt mir Jesus innere Vorbehalte

gegenüber Muslimen ab und verwandelt

sie in Liebe. Ja, auch ich als Missionar bin

Der Titel Missionar ändert

nicht automatisch meinen

Charakter – Gebet schon!

nicht vor Überheblichkeit und Vorbehalten

geschützt. Der Titel Missionar

ändert nicht automatisch meinen Charakter

– Gebet schon! Die Menschen in

der Moschee und auf den Märkten spüren,

mit welcher Herzenseinstellung ich

komme. Meine Arbeit wäre wirkungslos,

wenn ich mich nicht immer wieder von

Jesus erneuern lassen würde.

Seit 17 Jahren arbeite ich unter Muslimen,

jedes Jahr war der Fastenmonat

Ramadan für uns als Familie eine Zeit

besonderer Anfechtung. Muslime sind in

diesen 30 Tagen häufig gereizt, weil sie

tagsüber nichts essen und trinken. Der

Ramadan dieses Jahr war anders. Ich hatte

tiefe Gespräche über Jesus. Viele Male

war ich abends beim Fastenbrechen.

Einem Pakistani konnte ich Geschichten

aus der Bibel erzählen. Er wurde nachdenklich,

ein ehrliches Suchen.

Diese Veränderung führe ich auf Gebete

von Unterstützern und eigene intensive

Zeit mit Jesus zurück. Diese Art

Verschwendung gehört ins „Weißbuch“

für Gemeinde und Mission! Jesus will uns

beim Beten beschenken. Dass wir Dinge

erleben, die wir nicht erwarten.

Wir versuchen in einer spanischen

Kleinstadt nahe Madrid Menschen

mit dem Evangelium zu erreichen.

Manchmal ist entmutigend, wie wenig

Interesse am Glauben die Leute haben.

Dazu kommt, dass ich als Mama mit vier

quirligen Kindern oft nicht die Zeit und

Kraft habe, mich so in Mission einzubringen,

wie ich es gern würde. Zweifel

schleichen sich ein: „Was kann ich schon

für Gott geben?“

„Die Person, die du gerade vor dir

hast, ist die, der du gerade dienen

sollst“, sagte mal ein älterer Missionar

zu mir. Er hatte jahrelang auf der Straße

gepredigt und war Leiter eines großen

Teams. Dann bremste die Krankheit

Parkinson seinen Dienst aus. Als ich ihn

kennenlernte, fiel ihm das Reden schwer

und er konnte nur noch mit Hilfe seiner

Frau gehen. Aber Gott führte Menschen

zu ihnen, die sie mit ihrer gastfreundlichen

Art segnen konnten. Von diesem

Ehepaar habe ich gelernt, dass wir für

Gott auch in Schwachheit brauchbar sind

und in jeder Lebenslage Liebe weitergeben

können.

Das Telefon klingelt, eine Freundin

ist am Apparat. Sie hatte Streit mit

ihrem Mann, fühlt sich mit ihren kleinen

Kindern zu Hause eingeschränkt und

ist traurig, dass ihr Mann sie als Hausfrau

nicht wertschätzt. Sie will sich

eine Arbeit suchen. Wir reden, ich

höre ihr zu. Sage, dass ich sie verstehe.

Aber auch, dass eine Arbeitsstelle das

Grundproblem ihres Lebens nicht lösen

wird. Wir Menschen sind Sünder und tun

uns immer wieder gegenseitig weh. Wir

brauchen Jesus in unserer Ehe und unserem

Leben. Nur er kann uns helfen, zu

lieben und zu vergeben. Ob ich mit ihr

für ihre Situation beten darf? Sie meint:

„Ja, gerne.“ Danke Herr!

Nachdem ich aufgelegt habe, blicke

ich in die Gesichter meiner Kinder. Jetzt

habe ich sie vor mir und darf ihnen dienen.

Es macht dankbar, wie Jesus mich

im Kleinen gebraucht. Manchmal denke

ich, meine Zeit, Kraft und Gebete sind

zu wenig. Doch Jesus kennt meine Situation

und meine Grenzen. Er kann mit

zwei Fischen und fünf Broten Wunder

bewirken.

20

Marianne Diemer

P10105

Friedhelm und Jani Wölfert

P10856

Julia und César Palomino Parada

P10511


ÖSTERREICH

Zurück ins Abenteuer!

Papua Neuguinea war von 1985 bis 1996 unsere

geliebte Heimat. Ich war für die Betreuung junger

Gemeinden entlang der Küste zuständig. Margret machte

im Religionsunterricht der internationalen Schule Kinder

mit Jesus bekannt. Bald luden uns Mamusi-Stammesleute

ins bergige Hinterland ein. Fünf Jahre später gab es bereits

zwei lebendige Gemeinden. Bei meinem ersten Fußmarsch

ins Stammesgebiet hatten sie uns noch mit Pfeil und Bogen

umbringen wollen. Weil ihnen dies wider Erwarten nicht

gelungen war, hatten sie sich auf Jesus eingelassen.

Gott schickte uns damals den Lehrer Kore über den

Weg. Er hatte dreizehn Frauen, die letzte, Mary, war überzeugte

Christin. Er wollte sie wie die anderen gewaltsam

loswerden, aber sie kam zurück. Das beeindruckte ihn so

sehr, dass er Jesus sein Leben anvertraute. Kore und seine

Frau waren die ersten, die eine theologische Ausbildung

absolvierten und als Missionare der Südsee-Evangelikalen-

Kirche in ein anderes Land gesandt wurden. Mit ihnen

rückte Mission in den Fokus der Gemeinden. Nach der

ersten Missionskonferenz 1996 kam unsere Zeit in Papua

Neuguinea zum Abschluss.

2018 lud uns die Südseekirche zu ihrem 70. Jubiläum ein,

was für eine Freude. Bei einer Zeltevangelisation hörte ich

mich wieder in Pidgin predigen, wir waren ganz in unserem

Element. Als Gäste der Jubiläumskonferenz erlebten wir

mit, wie unser Freund Kore zum Superintendenten der

gesamten Kirche eingesetzt wurde. Wir besuchten ihre

theologische Ausbildungsstätte, hielten Unterricht über

Ehe und Familie und hatten seelsorgerliche Gespräche. Die

Tage darauf besuchte Margret Frauengruppen, während ich

mit Kirchenleitern einen Buschtrip unternahm.

Mamusis hatten ein Schwein geschlachtet und empfingen

uns mit Buschtrommeln und Gesang. Wir hörten bewegende

Berichte aus den Anfängen der Gemeinden. Überall

wurde ich zum Predigen aufgefordert. Wie schön, wenn

Menschen sich für Jesus entscheiden. Im Volk der Mengen

gibt es allerorts Aufbrüche, in Sovula entsteht gerade

eine Gemeinde. Durch inzwischen zwölf Kol-Gemeinden

werden heute die Nachbarstämme erreicht. Aus unseren

schwachen und angefochtenen Anfängen sind Gemeinden

entstanden, die von einheimischen, gut ausgebildeten

Mitarbeitern geleitet werden. Am Ende erlebten wir einen

Gottesdienst aller Distriktgemeinden – fünf Stunden lang,

unvergesslich!

Begeistert für Jesus?!

Dann komm ins Team unserer Heimatzentrale.

Wir suchen einen …

Mitarbeiter Finanzbuchhaltung (m/w)

Selbständige Durchführung der laufenden Finanzbuchhaltung,

Vorbereitung und Begleitung des Jahresabschlusses, Bearbeitung

von Vermächtnissen und Darlehen, Zahlungsverkehr und

Kassenführung.

Mediengestalter (m/w)

… oder vergleichbare Qualifikation für unsere Öffentlichkeitsarbeit.

Ideenreiche Person, die Feuer und Flamme für

Jesus ist. Konzeption und Umsetzung kreativer Projekte in

Medien, von Video bis Druck sowie Mitarbeit in Veranstaltungsplanung.

Redaktionelle Erfahrung von Vorteil.

www.DMGint.de/Stellenangebot

Veranstaltungen

auf dem Buchenauerhof

74889 Sinsheim // Info-Tel.: 07265 959-0

16.12.2018 Gebetssonntag Amerika

20.01.2019 Gebetssonntag Europa

In Ihrer Nähe

Infos: www.DMGint.de/Gemeinde-Events

06.01.2019 JUMIKO, Messe Stuttgart:

www.jumiko-stuttgart.de

27.01.2019 Missionstag, 72584 Hülben

03.02.2019 Missionstag, 35745 Herborn-Seelbach

Reisetipps 2019

06.–10.05.2019 DMG-Missionsfreizeit Buchenauerhof

Zeit für gemeinsames Bibellesen, Gebet und interessante

Berichte aus der Mission. Info und Anmeldung:

Seminar@DMGint.de oder Tel. 07265 959-0

30.03.–08.04.2019 Jenseits des Jordans …

Reise durch Jordanien mit wunderschöner Landschaft, Kultur

und wertvollen Impulsen. Info und Anmeldung:

Gerd.Sigrist@gmx.net oder Tel. 07265 8610

Hans-Georg und Margarete orientieren sich neu in Europa oder

Afrika. Bitte beten Sie um Gottes Führung.

Hans-Georg und Margarete Hoprich

P10260

13.06.–23.06.2019 Israelreise für Jung und Alt

Begegnungs- und Gebetsreise ins Heilige Land.

Info: DGarbers@DMGint.de, Tel. 07265 959-153

Anmeldung bei: www.schechingertours.de

21


Seminare 2019 auf dem Buchenauerhof

Erleben Sie die DMG-Heimatzentrale als Ort der Begegnung und Weiterbildung

29.–30.03.2019

Armut

03.–04.05.2019

Evangelisation

Wie entsteht sie und wie

kann man sie bekämpfen,

ohne Abhängigkeiten zu

schaffen?

Seminar mit den DMG-

Direktoren Günther Beck

und Andrew Howes.

01.–02.11.2019

Trauernde begleiten

Welche Fragen und Gefühle bewegen

Trauernde? Welche Möglichkeiten

haben Sie, Betroffene zu begleiten?

Praxisorientiertes Seminar mit Alain Stirnemann,

Trauerbegleiter (France Pour Christ).

Christsein authentisch leben und

verständlich von Jesus reden. Impulse

von Ulrich und Regina Hees, Leiter des

„Forums Evangelisation“ (München).

30.03.–04.04.2019

Gott, Gemeinde und Welt

12.–16.08.2019

Die Bibel vorspielen

Theaterkurs mit Theatertherapeutin und

Theologin Birte Papenhausen.

21.–28.08.2019

Die Bibel hören & erleben

Biblische Geschichten lebendig weitererzählen.

Ein praktisches Seminar mit Birte

Papenhausen.

05.11.2019

Stay Fresh. Stay Forever

Waren Sie schon mal tief traurig?

Gemeinsam hören wir, wie wir mit Jesus

innere Kämpfe und Anfechtungen überwinden

und die Freude wiederentdecken.

6.–07.11.2019

Designing your life

Wenn Sie die Wahl hätten, Ihr Leben

auf besondere Weise zu gestalten, würden

Sie es wagen? Sie haben die Frage mit „Ja“ beantwortet? Dann melden

Sie sich noch heute an. Mit Dr. Bethel Schnitzlein.

Interaktiver Kurs für Christen, die sich

an Gottes Handeln in der Welt beteiligen

wollen. Biblische Grundlagen für Mission.

Geschichte, Strategie, kulturelle Barrieren

und wie wir unsere Aufgabe im globalen

Auftrag finden. Optional zusätzlich ein

Tag (05.04.) Mitarbeitertraining.

07.–10.10.2019

Traumatisierte Menschen

begleiten

Schulungsangebot

für Gemeinden und

Ehrenamtliche mit

Uschi Lautenschlager

(Wycliff), Missionarin

Ruth Waweru und

DMG-Mitarbeiter

Gerhard Burbach

22

Anmeldung und Informationen:

Tel. 07265 959-0, E-Mail: Seminar@DMGint.de, Internet: www.DMGint.de/Seminare


Verschenken Sie

Mission!

Mit dem Kauf unserer Bücher und Kalender (versandkostenfrei

ab 20 Euro) unterstützen Sie Mission und erhalten faszinierende

Einblicke in fremde Kulturen.

IMPRESSUM

Herausgeber:

DMG interpersonal e.V.

Buchenauerhof 2, D-74889 Sinsheim

Tel.: 07265 959-0, Fax: 07265 959-109

WhatsApp: 07265 959-100 • Kontakt@DMGint.de • www.DMGint.de

Bei Adressänderungen: Tel. 07265 959-128, Adressen@DMGint.de

Die leise Erweckung

15,95 €

Wie Gott die Flüchtlinge in

unserem Land berührt

Von DMG-Redakteur

Theo Volland (Hrsg.)

Ein Engel im Stadtbus. Eine kaputte Lampe in der Asylunterkunft,

die im passenden Moment trotzdem leuchtet. Und ein

überraschender Feueralarm, der die Taufe von 40 Geflüchteten

ermöglicht. Gott tut Wunder, mitten in unserem Land.

Direktor:

Chefredakteur:

Layout:

Erscheinung:

Titelfoto:

PXXXXX

Dieses Symbol nennt

den Spendencode des

jeweiligen Missionars,

so können Sie gezielt

für die Arbeit einzelner

Missionare spenden.

Herzlichen Dank.

Günther Beck

Theo Volland (Redaktion@DMGint.de)

David Spieth / mentis Kommunikation und Werbung

Fünfmal jährlich

Claudia und Michael Göthel, DMG

Spendenkonten:

Volksbank Kraichgau, DMG

IBAN: DE02 6729 2200 0000 2692 04

BIC: GENODE61WIE

Schweiz: Swiss Post, SMG

Vermerk: DMG

IBAN: CH92 0900 0000 8004 2881 3

BIC: POFICHBEXXX

Mit anderen Augen

12,90 €

Perspektiven des Evangeliums für

Scham-, Schuld- und Angstkulturen

Jayson Georges

(übersetzt von Fred Eick, DMG)

Während Christen im Westen traditionell eher die Erlösung

von Schuld betonen, sehnen sich Menschen anderer Kulturen

stärker nach Ehre, um Schande abzuwenden, und nach Macht,

um ihre Angst zu überwinden …

Lino, der

Melonendieb

6,00 €

Ein Erlebnis aus Südamerika.

Geschichte: Marianne Diemer,

Illustration: Ute Haller.

Wie Lino die Kraft des Glaubens entdeckt. Kinderbuch ab

4 Jahre zum Vor- und Selbstlesen. Dazu eine DVD mit der

Geschichte in Bild, Ton und Präsentation zum Vorführen oder

Selbsterzählen. Und ein passender Kinderstundenentwurf.

Italienische Momente 2019

2,00 €

Postkarten-, Wand- und

Tischkalender (15x16 cm)

Begleiten Sie uns zu Ehepaar

Kröckertskothen nach Italien.

Thomas’ Fotos und Rebeccas Kurzandachten haben Stil

und Tiefe. Ein Blick ins Herz zweier Missionare.

www.DMGint.de/Buecher

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Die Arbeit der DMG ist als steuerbegünstigt anerkannt. Spenden werden im Rahmen

der Satzung entsprechend der Zweckbestimmung für missionarische oder

mildtätige Zwecke eingesetzt. Stehen für ein Projekt ausreichend Mittel zur Verfügung,

wird die Spende für einen ähnlichen satzungsgemäßen Zweck verwendet.

Bitte geben Sie im Überweisungsträger den Spendencode und den Namen

eines Missionars, „DMG“ oder „Wo am nötigsten“ an. Herzlichen Dank!

Datum Datum Unterschrift(en)

IBAN IBAN

06 06

Angaben Kontoinhaber: zum Kontoinhaber: Name, Vorname/Firma, Name, Vorname/Firma, Ort Ort (max. 27 Stellen, keine Straßen- oder Postfachangaben

PLZ Freundesnummer Straße Spenders: (falls bekannt) (max. 27 Stellen) PLZ und Straße des Spenders

D 5

Spenden-/Mitgliedsnummer Missionarsnummer/Projektnummer oder Name des Stichwort Spenders bzw. - (max. Name 27 Stellen) des Missionars

ggf. Stichwort

Betrag: Euro, Euro, Cent Cent

G E N O D E 6 1 W I E

Danke!

BIC BIC des des Kreditinstituts (8 oder 11 Stellen)

SPENDE

SPENDE

D E 0 2 6 7 2 9 2 2 0 0 0 0 0 0 2 6 9 2 0 4

IBAN IBAN

D M G 7 4 8 8 9 S i n s h e i m

Angaben zum zum Zahlungsempfänger: Name, Name, Vorname/Firma (max. 27 Stellen, bei maschineller Beschriftung max. 35 Stellen)

Name Name und und Sitz Sitz des des Überweisenden Kreditinstituts BIC BIC

Staaten in in Euro. Euro.

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SEPA-Überweisung/Zahlschein

Für Für Überweisungen

in in Deutschland und und

in in andere EU-/EWR-

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07265 959-100

Der letzte Meter

DMG-Weihnachtsprojekt

Damit Missionare ihre Arbeit tun können

2018/19 hat die DMG mehr als 30 neue Missionare! Das ist genial, und bei

manchen fehlt nicht mehr viel bis ans Ziel. Beispielsweise bei Rolf und Sofia Schulz

auf ihrem Weg in die Studentenarbeit nach Japan. Timon und Ann-Kristin Steiner

wollen in Südafrika theologisch unterrichten, und Samuel Tom wird Gefängnisseelsorger

in Brasilien. Sie und einige andere stehen kurz vor der Ausreise und suchen

noch Unterstützer. Ähnlich geht es langjährigen Missionaren, die eine wunderbare

Arbeit tun, aber von ihrem Freundeskreis nicht voll finanziert werden. Manche sind

bei 90 Prozent, haben also beinahe was nötig ist. Helfen Sie uns, solche Spendenlücken

zu schließen. Damit neue Missionare ihren Einsatz beginnen und bewährte

Mitarbeiter ihre wertvollen Aufgaben tun können. Stützen Sie Missionare zu Weihnachten

auf dem „letzten Meter“ ans Ziel.

Stichwort: W2018

Der letzte Meter

… aufs Konto der DMG

IBAN: DE02 6729 2200 0000 2692 04

BIC: GENODE61WIE

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