Patchwork Professional 01/2019

partnermedienverlag

Seit nun schon mehr 10 Jahren befasst sich das Patchwork Professional intensiv mit den Themen Quilt & Textilkunst. Das Heft erscheint ab 2019 6x im Jahr. Wir möchten unseren Lesern nicht nur weiterführende Informationen zur vielseitigen Textilkunstbranche bieten sondern auch inspirieren und Anregungen zum Experimentieren geben. Außerdem stellen wir neue Techniken sowie Materialien vor und präsentieren Werke von ausgesuchten Künstlern. Das Patchwork Professional ist sowohl für Fortgeschrittene als auch für Profis geeignet. Zahlreiche Workshops und Projekte laden zum Nacharbeiten ein. Hier werden nicht nur neue Techniken Schritt-für-Schritt erklärt, sondern auch ein Mystery Quilt aus mehreren Teilen gemeinsam von Ausgabe zu Ausgabe genäht.

PARTNER Medien Verlag

PATCHWORK PROFESSIONAL

Quilt- & Textilkunst

PATCHWORK

PROFESSIONAL 01/2019

7kreative

Projekte &

Workshops

Aktuelle Informationen

rund um das Thema

Patchwork und Quilten

Deutschland 9,90 €

A: 10,90 € · CH: 15,90 SFr · BeNeLux: 11,50 €

F/E/I/SK: 13,50 € · FIN: 13,90 € · DK:105 DKr

S: 120 SKr

Spektakuläre Quilts Workshops Interessante Techniken zum Experimentieren

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PAT PAULY

Textile Kunst kennt

keine Grenzen

QUILT WETTBEWERB

„GOLDENE NADEL“

Ein Blick hinter die Kulissen

Kalligrafie mit der Nähmaschine

mit Kasia Hanack

Antike Quilts aus der Schatzkammer

von Laura Fisher

Mystery 2019

mit Simone Streicher

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INHALT

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INTERVIEWS & PORTRÄTS

6 Laura Fisher

Öffnet die Türen ihrer antiken Quilt-Schatzkammer

16 Lynn Harris

Erinnerungen mit Nahtzugabe

30 Tilleke Schwarz

Ohne die Katze ist keine Arbeit komplett

34

34 Mein Lieblingsquilt

Gabi Mett, Kultplatz

38 Pat Pauly

Textile Kunst kennt keine Grenzen

44 Quilt Wettbewerb

„Die goldene Nadel!“ – Fragen und Antworten

rund um eine Wettbewerbsteilnahme

60 Lucia Stacchetti

Von strenger Geometrie

zu fließend organischen Collagen

70 Quiltgruppe 2.0

6 Köpfe 12 Blöcke

76 Spitzen der Gesellschaft

Zu Besuch im Textilmuseum St. Gallen

PROJEKTE, TIPPS &

WORKSHOPS

12 Robina goes Round

Unser neuer Mystery 2019 von Simone Streicher

24 100 Tage Projekt

Kann 100 Tage lang das Gleiche tun

das Gegenteil von langweilig sein?

50 Kalligrafie mit der Nähmaschine

Von Kasia Hanack

56 De La Luna Diamond

Von Verena Schmidt

RUBRIKEN

3 Editorial

36 Neues von der NADELWELT Karlsruhe

59 Leserforum

66 Das Fachgeschäft in Ihrer Nähe

68 News

79 Impressum

80 Termine

81 Schablonen

83 Vorschau

74 Der Quilt vom Bild

Von Tanja Röttger

Titelthema in Rot

Titelbild: Oh, That Summer in Maine von Sharon McCartney

NEU 6 AUsgAbEN +

hoChwErTigE PrämiE

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im Abonnement – inklusive Sparvorteil!

Mehr Infos dazu auf Seite 54.

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PORTRAIT LAuRA FIshER

Fotos: Mit freundlicher Genehmigung von Laura Fisher

Economy Patch Variation

Dieser Quilt wurde etwa 1860–70 aus Wollstoffen gefertigt und ist eine Economy Patch Variation in Verbindung mit Log Cabins und Miniaturapplikationen.

Die applizierten Blumen, Obstkörbe und Blätter in den mittleren Blockquadraten sowie in der breiten Bordüre wurden noch mit

zusätzlichen Details bestickt, was diesen Quilt zu einem einzigartigen Kunstwerk eines leider unbekannt gebliebenen Meisters macht. Gefunden

wurde dieser Quilt in New York City.

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PORTRAIT LAuRA FIshER

suchen sie noch ein passendes Weihnachtsgeschenk

für Prinz harry und Meghan?

...dann hat die renommierte New Yorker Quilthändlerin Laura Fisher sicher etwas Standesgemäßes für

Sie im Angebot. Für Patchwork Professional öffnet sie die Türen ihrer exklusiven Galerie „Fisher Heritage“

und entführt uns in die Welt ihrer antiken Quiltjuwelen.

Nach ihrer royalen Traumhochzeit im Mai

ist das Herzogenpaar Harry und Meghan

inzwischen im Alltag angekommen: Als

Vertreter des britischen Königshauses

absolvieren sie beinahe täglich offizielle

Auftritte in sozialen Einrichtungen, bei

Sportveranstaltungen und Wohltätigkeitsempfängen.

Da sehnt sich das frisch

verheiratete Paar sicher nach ein wenig

Zweisamkeit in ihrem neuen Zuhause. Wie

wäre es da mit einem bunten Log Cabin

Kuschelquilt als Weihnachtsgeschenk für

gemütliche Stunden vor dem Kamin? Oder

einer Tagesdecke mit aufwendigen Appliquémotiven

für das royale King Size Bett?

Oder denken Sie vielleicht eher an eine

florale Picknickdecke für unbeschwerte

Stunden im Schlosspark? Natürlich darf

es für die beiden kein gewöhnlicher Quilt

sein. Das textile Präsent muss schon standesgemäß

sein, ein wertvolles Unikat mit

ausgewählten Motiven, die eine gewisse

historische Bedeutung haben und eine

symbolische Verbundenheit mit dem

royalen Paar ausdrücken.

Wie Laura Fisher als ausgewiesene Kennerin

der antiken amerikanischen Textilkunst

berichtet, gibt es bereits eine lange

Tradition, das englische Königshaus zu

feierlichen Anlässen mit besonderen historischen

Quilts zu beschenken. Schon Prinz

Charles und Lady Diana erfreuten sich an

Quiltdecken mit klassischen schottischen

Tartan- und Paisleymustern und applizierten

Princess Feather Motiven. Camilla

bekam einen Quilt mit romantischen Whig

Rose Applikationen.

In ihrer New Yorker Galerie „Fisher Heritage“

berät Inhaberin Laura Fisher nach

vorheriger Anmeldung interessierte Kunden

und Liebhaber historischer amerikanischer

Quiltkunst ganz individuell und

findet in ihrer bestens gehüteten textilen

Schatzkammer mit über 300 handgearbeiteten

Quilts vom späten 18. Jahrhundert

bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts für

jede Gelegenheit und jeden Geschmack

das passende Stück. So bekamen auch

Prinz William und Herzogin Kate zu ihrer

Hochzeit und zur Geburt ihrer drei Kinder

antike Quilts geschenkt, die gut betuchte

Kunden der High Society in Lauras Galerie

erworben hatten.

straight Furrow Log Cabin Quilt

Er ist ein besonders gelungenes Beispiel für einen antiken Log Cabin Quilt, sowohl in der

Musterkonstruktion als auch in der Farbgebung. Durch die Drehung der traditionellen Blöcke,

die breite diagonale Bänder aus hellen und dunklen Tönen ergeben wird hier eine optisch

komplexere Variation erzeugt. Die diagonalen Streifen in der Umrandung (genannt „Piano

Key“) wurden verdoppelt, um Chevrons zu erzeugen, eine weitere künstlerische Entscheidung,

die einen Mehrwert schafft. Viele Rot-, Beige- und Elfenbeinschattierungen in der Farbpalette

beleben diesen außergewöhnlichen Quilt.

Seit Jahren reist Laura Fisher quer durch

die USA auf der Suche nach historischen

Quiltschätzen, hat dabei ein besonderes

Gespür für das Außergewöhnliche entwickelt.

So finden sich in ihrer vielfältigen

Sammlung einzigartige Quilts in jeder

Größe: Miniaturquilts für das Puppenbettchen,

Babydecken, Wandbehänge, Plaids

und großformatige antike Bettquilts aus

Baumwolle, Seide, Wolle oder Samt. Alle

besitzen kunstvoll ausgearbeitete Muster

oder ungewöhnliche Farbkompositionen,

die oft ihrer Zeit voraus waren, ja zum Teil

geradezu modern anmuten.

Meisterhaft gefertigte Arbeiten mit floralen

Appliquémotiven, patriotischen Flaggen

oder mit den auch heute noch sehr beliebten

geometrischen Patchworkmustern wie

Log Cabin, Flying Geese, Bears Paw oder

Trip around the World sind ebenso darunter

wie Whole Cloths und Crazy Quilts. Auch

eine beeindruckende Auswahl an afroamerikanischen

Arbeiten, hergestellt aus alten

Uniformen und Kleider-/ Möbelstoffen in

Tennessee, und an traditionellen Amish-

Quilts aus dem Mittleren Westen mit den

unverkennbaren unifarbenen Karos oder

Streifen zeigt Laura in ihrer Galerie.

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MysTERy 2019

Robina goes round

Bunt und es geht rund

– das soll das Motto für unseren neuen spannenden Mystery „Robina goes round“ sein.

Fotos: Simone Streicher

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PORTRäT Lynn CARsOn hARRIs

Erinnerungen mit nahtzugabe

Wir haben die amerikanische Quilterin Lynn Harris in ihrem Studio

im Südosten von Michigan/USA besucht.

Fotos: Lynn Harris

random Triangle Quilt, 43 x 50 Inch

Direkt auf der Hauptstraße in Chelsea, einer typisch amerikanischen

Kleinstadt, hat Lynn sich ein gemütliches Atelier eingerichtet.

Hier näht und quiltet sie oder unterrichtet ihre Schüler. Einen

großen Teil des Studios hat sie für diese Zwecke reserviert. „Am

liebsten unterrichte ich hier in meinen eigenen vier Wänden“, erzählt

uns Lynn, „hier habe ich wirklich alles zur Verfügung, was

eventuell benötigt wird. Ich kann spontan umdisponieren und

dem Schüler mit dem Material aushelfen, das gebraucht wird. Wer

möchte, kann auf einer meiner guten, alten, antiken Singer-Featherweight-Maschinen

nähen und sich in meiner umfangreichen

Bibliothek umsehen. Auch habe ich eine Kollektion von antiken

Quiltblöcken; hier hat sich schon mancher Kursteilnehmer seine

Inspiration geholt. Meine Klassen halte ich klein, nur fünf bis sechs

Teilnehmer, so kann ich mich um jeden Schüler individuell küm-

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WInDRäDChEn nAhTzugAbE

Windrädchen nahtzugabe

Im Folgenden zeige ich, wie ich die Nahtzugaben auch bei kleineren

Teilen gut im Griff habe. Ich verwende im Workshop hier etwas

größere Stoffstücke, damit Sie es besser erkennen können. Diese

Technik funktioniert, egal wie groß ihr Stoffstück ist.

1. Zuerst nähen wir Quadrate paarweise aneinander. Sie können

auch zwei Streifen aneinandernähen und diese dann entsprechen

zuschneiden. Da ich fast ausschließlich mit kleinen Resten arbeite,

schneide ich mir die Quadrate zu und nähe diese paarweise aneinander.

Die Nahtzugabe zu einer Seite bügeln. Da wir hier nur

mit zwei Stoffen arbeiten, würde ich vorschlagen, wir bügeln die

Nahtzugabe zur dunkleren Seite.

2. Jetzt immer zwei Quadrateinheiten zu einem Viererblock zusammennähen.

Beim Nähen darauf achten, dass die Nahtzugaben sich

miteinander „verhaken“. Die Nahtzugabe der oben liegenden Einheit

zeigt nach hinten, wie auf dem Foto zu sehen. Die Nahtzugabe

der unteren Einheit zeigt nach vorne.

Ich werde sehr oft gefragt, wie ich die Nahtzugaben bei meinen

Miniquilts arbeite, viele meiner Arbeiten bestehen aus ½-Inch-

Quadraten, damit es nicht solch dicke Knubbeln gibt und das Teil

anschließend schön flach liegt. Dies ist ein enormer Vorteil, wenn

das Teil anschließend noch gequiltet werden soll.

3. Ist der Vierer-Block zusammengenäht, müssen wir ein paar

Stiche am Kreuzpunkt der Nähte wieder auftrennen und die Nahtzugaben

im Uhrzeigersinn, jede Nahtzugabe zeigt dabei in eine

andere Richtung, durch Bügeln fixieren.

4. Wie auf dem Bild zu sehen, sind dort Vierer-Blöcke zu einem

Schachbrettmuster zusammengenäht worden, sie erkennen auf

welche Art und Weise die Nahtzugaben gebügelt wurden, damit

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100 TAgE ART ChALLEngE

Fotos: Marianne Körner

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100 Tage Challenge Marianne Körner

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100 TAgE ART ChALLEngE

Von der herausforderung,

eine „100 Tage Art Challenge“ zu meistern

Oder wie kann denn 100 Tage lang das Gleiche zu tun, das Gegenteil von langweilig sein? Begleiten Sie

Marianne Körner auf ihrem Weg und versuchen es doch gleich einmal selbst.

100 Tage Challenge Lisa Call

Aber beginnen wir mit dem Anfang der Geschichte.

Mein Name ist Marianne Körner,

ich bin seit meiner Kindheit künstlerisch

kreativ tätig und seit einigen Jahren leidenschaftliche

Textilkünstlerin. Im Juni 2018

nahm ich zum ersten Mal an einer „100

Tage Challenge“ teil und möchte jetzt gerne

meine Erfahrungen mit Ihnen teilen und Sie

inspirieren, eine solche Herausforderung

selbst einmal anzunehmen.

Was ist eine „100 Tage Art Challenge“

überhaupt und warum sollte jeder

kreative Mensch einmal daran teilnehmen?

Bei einem solchen Projekt verspricht man

sich, täglich eine selbst gestellte Aufgabe zu

erfüllen. Bei einer „Kunst Challenge“ wird

jeden Tag ein einzelnes Kunstwerk oder

an einem Gesamtkunstwerk gearbeitet. So

schaut man am Ende der 100 Tage entweder

auf ein oder 100 Kunstwerke.

Eine Challenge kann auch in vielen anderen

Lebensbereichen angewandt werden,

z.B. 100 Tage täglich Obst essen, täglich

drei Dinge entsorgen für mehr Ordnung im

Haus, jeden Tag 20 Minuten laufen, täglich

fünf Euro sparen... die Möglichkeiten sind

unendlich. Alle diesen Herausforderungen

ist ein Ziel gemeinsam; sich eine neue Gewohnheit

anzutrainieren. Dafür braucht

es mindestens 21 – 30 Tage, damit unser

Gehirn registriert, dass wir dieses neue

Verhalten auch wirklich ernst meinen und

es tatsächlich umsetzen wollen. Bei einer

„Art Challenge“ geht es aber eher um eine

inhaltliche, künstlerische Entwicklung und

die Erforschung eines Themas.

Meine persönliche geschichte mit der

„100 Tage Challenge“

Vor drei Jahren las ich in einem Newsletter

der Künstlerin Lisa Call, dass diese an einer

Challenge, die am anderen Ende der Welt

stattfand, teilnahm. Ich wurde neugierig,

und begleitete das Projekt auf der eigens

dafür eingerichteten Webseite gespannt.

Die Teilnehmer konnten sich dort vorstellen

und ihre Tagesergebnisse auf der Seite

hochladen. Es war sehr spannend, denn

nicht nur Künstler aus dem Bereich Textil

waren vertreten, sondern auch die Sparten

Fotografie, Malerei, Skulptur. Leider

konnte ich selbst nicht mehr einsteigen,

die Anmeldefrist war verstrichen. Doch ich

verfolgte den weiteren Verlauf und sah, wie

die jeweiligen 100-Tage-Übersichtsseiten

wuchsen. Das Projekt fand dann noch seinen

Abschluss in der „Tutere Gallery“ in

Waikanae/Neuseeland, bei dem die Künstler

vor Ort live dabei sein konnten. Ich war

fest entschlossen, mich für das nächste

Jahr anzumelden. Eine ungefähre Vorstellung

von einem derartigen Projekt hatte

ich bereits, weil ich mir schon selber immer

wieder Challenges nur für mich ausgedacht

hatte. Diese liefen über ein komplettes Jahr

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PORTRäT TILLEKE sChWARz

Ohne die Katze ist keine Arbeit komplett

Im Interview: Tilleke schwarz

Ihre auf Leinen gestickten Arbeiten kombiniert mit einem Schuss Mixed Media laden zum betrachten

ein. Jeder Zuschauer kann sich aus der Ansammlung der gestickten Motiven seine eigene Geschichte

zusammenstellen.

Fotos: Rob Mostert, Porträt: Herman Hulshof

on the hoof, 69 x 60 cm

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MEIn LIEbLIngsquILT gAby METT

Mein Lieblingsquilt

Wenn man die Künstlerin Gabi Mett vorstellen möchte, kann man über viele Facetten ihrer Arbeit

schreiben. Seit 1975 setzt sie sich mit textilem Material und textilen Techniken auseinander, seit Anfang

der achtziger Jahre gibt sie dieses Wissen in Kursen weiter. 1989 macht sie sich als Textilkünstlerin

selbständig. Ihre jahrelangen Erfahrungen im Bereich des Unterrichtens führen im Jahr 2006 zur

Herausgabe der Hefte zur bildnerischen Textilgestaltung unter dem Namen TEX-TOUR und TEX-SIGN. Parallel

dazu verfolgt sie sehr konsequent ihre künstlerische Arbeit, was man an der Beteiligung an zahlreichen

jurierten Wettbewerben, an Ausstellungen mit anderen Künstlern und an Einzelausstellungen ablesen

kann. Heute stellt sie uns ihren Lieblingsquilt vor.

Foto: Gabi Mett

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PORTRäT PAT PAuLy

Textile Kunst

kennt keine grenzen

So das Motto der amerikanischen Textilkünstlerin Pat Pauly

Fotos: Pat Pauly

Take Two static, 40 x 40 Inch

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quILT WeTTbeWerb

quilt Wettbewerb

– ein blick hinter die Kulissen

Sicher haben Sie es schon mitbekommen: Seit einigen Wochen läuft die Ausschreibung zu unserem Wettbewerb

„Goldene Nadel“. Wir laden etablierte, professionelle Textilkünstlerinnen und Textilkünstler wie

auch ambitionierte Hobby- und Nachwuchskünstlerinnen und -künstler aus aller Welt ein, sich mit ihren

textilen Arbeiten daran zu beteiligen.

Doch wie läuft so ein Wettbewerb überhaupt ab, was muss ich bei

einer Bewerbung beachten, welche Aufgabe hat die Jury? Um all

diese Fragen und viele weiter zu klären, baten wir Jutta Hufnagel,

die selbst zertifizierte Quiltjurorin ist, für uns einen Blick hinter die

Kulissen zu werfen.

Anhand der Quiltbeispiele in diesem Artikel sehen Sie außerdem,

welche Details eine Jury etwa loben oder kritisieren würde. Die

meisten Arbeiten stammen von Jutta Hufnagel, die hier ihre eigenen

Quilts einmal ganz objektiv unter die Lupe genommen hat.

Die anderen Quilts zeigen Arbeiten, die bei der Ausschreibung

„Feuerwerk der Farben“ erfolgreich waren.

In der Welt der Quilts begegnen wir häufig Ausschreibungen für

Wettbewerbe bzw. jurierte Ausstellungen. Auf vielen der großen

internationalen Quilt-Veranstaltungen wird zumindest ein Teil

der präsentierten Quilts im Vorfeld durch eine fachkundige Jury

begutachtet.

Das Thema „Feuerwerk der Farben“ hat Sabine Koch

aus Neubrandenburg perfekt getroffen und durch eine

exzellente Materialwahl sehr gut umgesetzt. Sie wurde

für ihren Quilt ebenfalls mit dem ersten Preis von Quilt

ET Textilkunst ausgezeichnet.

Foto: Quilt Et Textilkuns

Eine sehr gute Umsetzung des Themas. Die Arbeit besticht

durch kontrastreiche Farbenspiele, Farbverläufe und Texturen,

die Spannung und Dynamik auf der Fläche erzeugen.

Angelika Fischer-Schwientsche aus Meran hat bei dem Wettbewerb

„Feuerwerk der Farben“ einen der beiden ersten

Preise gewonnen, die von Quilt Et Textilkunst in München

ausgeschrieben wurden.

Foto: Quilt Et Textilkuns

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PROjEKT KALLIgRAFIE MIT DER nähMAsChInE

schönschreiben mit nadel und Faden

Kalligrafie, auch als Lettering bekannt, liegt zurzeit voll im Trend. Alles, was zu beschriften ist, wird im

Moment mit mehr oder weniger sinnvollen Sprüchen in Schönschrift verziert. Der Begriff Kalligrafie kommt

aus dem Griechischen und bedeutet so viel wie die Kunst des Schönschreibens. Was meist mit einem Stift,

Pinsel oder früher mit einem Federkiel vonstattengeht, kann man auch mit Nadel und Faden wunderbar

bewerkstelligen. Kasia Hanack zeigt uns, wie viel Spaß es machen kann, schöne Buchstaben mit der

Nähmaschine auf Stoff zu schreiben.

Fotos: Kasia Hanack

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InTERVIEW LuCIA sTACChETTI

Von strenger geometrie

zu fließend organischen Collagen

Der Werdegang der italienischen Textilkünstlerin Lucia Stacchetti. Wir haben uns mit ihr zum Interview

getroffen, um mehr darüber zu erfahren.

Fotos: Matias Müller

109 x 94 cm

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quILTgRuPPE 2.0

6 Köpfe 12 blöcke

Diesmal möchten wir Ihnen in unserer Rubrik Quiltgruppe 2.0 eine etwas andere Patchworkgruppe

vorstellen, die 6 Köpfe 12 Blöcke. Das Besondere an dieser Gruppe: Sechs Bloggerinnen hatten es sich zur

Aufgabe gemacht, ein Block of the Month-Projekt zu entwickeln. Möglichst viele interessierte Näherinnen

wollten sie damit erreichen, insbesondere aber Anfänger an die Hand nehmen und diesen Mut machen,

zu Nadel und Faden zu greifen.

Fotos: Gabriele Bach

Von links oben nach rechts unten: Gesine Brüning, Dorthe Niemann, Verena Schmidt, Andrea Kollath, Katharina Märcz, Nadra Ridgeway

An einem bitterkalten Sonntag im Dezember

2016 mitten im Wald beim Gassi gehen

hatte sich Dorthe Niemann die Frage gestellt,

warum gibt es keinen Quitalong in

deutscher Sprache? Auf dem Heimweg

und zurück im Warmen an ihrem Laptop

überlegte sie sich, wen sie für ein solches

Projekt ansprechen könnte. Sogleich fragte

sie fünf befreundete Bloggerinnen, ob sie

es sich vorstellen könnten, eine solche Aktion

gemeinsam mit ihr zu starten. Obwohl

Weihnachten vor der Tür stand, hatten ihr

alle fünf noch am selben Tag begeistert

zugesagt, und das war der Beginn unserer

Zusammenarbeit.

Wir, die 6 Köpfe: Gesine Brüning, Nadra

Ridgeway, Andrea Kollath, Katharina Märcz,

Verena Schmidt und Dorthe Niemann,

haben uns dieser gewaltigen Herausforderung

dann gestellt. Innerhalb von nur

drei Wochen im intensiven Austausch war

unser erster Block of the Month zustande

gekommen. Viel Zeit zum Überlegen gab

es nicht. Ziemlich schnell wurde aber klar,

wie wir unsere Mitmachaktion gestalten

wollten. Dafür war uns vor allem wichtig,

dass alle Anleitungen anfängergeeignet

sind. Jeder von uns 6 Köpfen betreibt einen

eigenen Blog. Das ist unsere Plattform, auf

der alle unsere Anleitungen und die Zusatzinformationen

zu finden sind. Unsere

Blogs sind miteinander verlinkt, so dass

die Teilnehmerinnen und Teilnehmer (Ja!

Es nähen auch Männer mit!) alles gebündelt

finden können. Zum regen Austausch

haben wir die Facebook-Gruppe 6Köpfe

12Blöcke eingerichtet. Schon am Monatsanfang

warten in der Gruppe viele ungeduldig

auf den neuen Monatsblock. Es erstaunt

uns immer aufs Neue, wie schnell

wir Bilder von den fertigen Blöcken dort zu

sehen bekommen.

In der Facebook-Gruppe sind inzwischen

3000 Mitglieder versammelt, dort beant-

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PROjEKT DER quILT VOM bILD

Der quilt vom bild

Man muss kein Maler sein, um einen solchen Quilt zu machen. Ein passendes Foto, ein bisschen Technik

und ein paar schöne Stoffe genügen, um mithilfe einer Nähmaschine ein wunderschönes Bild zu „malen“.

Wie das funktioniert, verrät uns Tanja Röttger. Die gebürtige Russin, die jetzt in der Schweiz lebt,

ist gelernte Schneiderin. In Oftringen im Kanton Aargau betreibt sie ein Nähatelier und widmet ihre freie

Zeit mit großem Vergnügen dem Patchwork.

Fotos: Tanja Röttger

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hIsTORIsChE sPITzEn

spitzen der gesellschaft

Einmal mehr möchten wir Sie auf eine interessante Ausstellung im Textilmuseum St. Gallen aufmerksam

machen. Die Ausstellung «Spitzen der Gesellschaft» widmet sich historischen Spitzen aus der Zeit von 1500 bis

1800. Die kostbaren Textilien, die über viele Jahrhunderte den obersten Gesellschaftsschichten wie Adel und

Klerus vorbehalten waren, kamen ursprünglich als Vorlagen für die boomende Ostschweizer Textilindustrie

in den Besitz des Textilmuseums, das heute über eine international bedeutende Spitzensammlung verfügt.

Fotos: Michael Rast

Altartuch, vermutlich England, erstes Viertel 17. Jahrhundert

Spitzen, filigrane Kunstwerke, aufwendig gefertigt aus feinsten

Garnen, faszinieren: Bereits Mitte des 16. Jahrhunderts hatte das

Modephänomen ganz Europa erfasst, wo Spitzen in den kommenden

Epochen die prächtigen Roben weltlicher und geistlicher

Herrscher schmückten. Ein Hauch von Luxus haftet den reizvoll

durchbrochenen Textilien bis heute an. Dies belegen die aufsehenerregenden

Kreationen der Couturiers, die das modische

Spiel mit der zarten (In-)Transparenz aufs Schönste zelebrieren.

Die Ausstellung «Spitzen der Gesellschaft» konzentriert sich auf die

Spitzenmode, wie sie an den Höfen von Spanien und Frankreich,

die zu ihrer Zeit politisch, kulturell und modisch tonangebend in

Europa waren, getragen wurde. Präsentiert werden mehr als 160

historische Textilien verschiedener Epochen und Macharten, die

die Entwicklung der Spitze von ihren Anfängen im 16. Jahrhundert

bis Ende des 18. Jahrhunderts zeigen und sie in den Kontext zeitgenössischer

Modeströmungen stellen.

zentren der spitzenmode – spanien und Frankreich

Spanien war die dominierende europäische Macht während langer

Perioden des 16. und 17. Jahrhunderts. Durch geschickte Heiratspolitik

gestärkt, umspannte seine Einflusssphäre den gesamten

Globus. Diese Macht spiegelte sich in der Mode wider: Die Eliten

Europas folgten modischen Vorgaben des spanischen Hofes.

Als Spanien auf dem Höhepunkt seines politischen und kulturellen

Einflusses stand, wurden Spitzen zum unerlässlichen und

wertvollen Accessoire der Mächtigen. In Italien entwickelt, zierten

sie bald die ausladenden Krägen und Manschetten der Höflinge,

die Altäre der wichtigsten Kathedralen und Tafeln der größten Paläste

Europas. Schwarz war eine der wichtigsten Modefarben der

Zeit und bildete einen strengen Kontrast zu den weißen Spitzen,

die für Sauberkeit standen. Sie unterstrichen den strengen Habitus

des höfischen Körpers und spiegelten das rigide Zeremoniell

des Hofes. Die Techniken der Spitzenproduktion wurden in Italien,

vor allem in Venedig, Genua und Mailand entwickelt. Während

Mailand Teil des spanischen Reiches war, galt Genua als wichtige

Verbündete. Über Handelswege und Heiraten gelangte die Mode

der Spitze rasch an den Spanischen Hof, der die Standards für die

anderen europäischen Höfe setzte. Hauptmerkmale der spanischen

Mode waren enge Wämser, die den Oberkörper kleideten,

Pluderhosen bei Männern, steife Reifröcke der Frauen und halbrunde

Mäntel, die die Schultern bedeckten. Teure Spitzen zierten

all diese Kleiderteile.

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VORsChAu

Ausgabe 02/2019 erscheint am 23. Februar 2019

1 3

2

1 Allison Aller

Die amerikanische Quilterin stellt ihre Stained Glass Quilts vor.

2 Cathy Erickson

Ihre Arbeiten befassen sich mit der Internierung japanischstämmiger

Amerikaner während des Zweiten Weltkriegs.

3 Britta Ankenbauer

Neueste Arbeiten zu den Themen Veränderungsprozesse,

erinnerungsmuster und Perspektiven

4

4 Robina goes Round

teil 02 unseres neuen spannenden Mysterys.

5 Katie Pedersen

Moderne Quilts und ein toller Workshop zum Thema resteverwertung.

5

Auf dem Laufenden bleiben unter

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Karlsruhe

ADELWELT

Die internationale Veranstaltung für HANDARBEITEN

The international Event for NEEDLECRAFT

03. - 05.

Mai 2019

Goldene

Nadel

Neuer

Wettbewerb

Infos und Ausschreibung unter

www.goldene-nadel.art

www.nadel-welt.de

Hauptsponsoren:

Premium Partner:

Veranstaltet von:

PARTNER Medien Verlags- und Beteiligungs GmbH

PARTNER MedienWerkstatt UG (haftungsbeschränkt)

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