92. Spengler Cup Davos - Jahrbuch 2018 (40-er Jahre)

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Das 3. Jahrbuch des Spengler Cup Davos wirft einen Blick auf die 1940er-Jahre. Diese Dekade brachte mit dem Zürcher SC, dem LTC Prag sowie dem Hockey Club Davos drei verschiedene Sieger hervor. Gerne an diese Zeit zurück erinnert sich der heute 96-jährige Heinz Hinterkircher. Er war bei seinem Spengler Cup-Debüt mit dem Zürcher SC 16 Jahre alt. Doch im Schatten des Krieges ereilten die Sportler auch grausame Schicksale. So wurde der Tscheche Bohumil Modrý, einer der besten Eishockeyspieler seiner Zeit, 1950 inhaftiert.

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: Inhaltsverzeichnis

OK-Präsident

Marc Gianola

Bundesrat

Guy Parmelin

Weltverbandspräsident

René Fasel

1940 – 1949: Spengler Cup

im Schatten des Krieges

Glanz und Gloria

Sieger von damals

Das Goldene Buch

Wunschträume

2018: Das sind die Teams

PRESENTING PARTNER GOLD PARTNER OFFICIAL BROADCASTER

Impressum

Herausgeber des Jahrbuchs 2018

Hockey Club Davos AG

Spengler Cup Davos

Herbert Batliner Haus / Eisbahnstrasse 2

7270 Davos Platz, Schweiz

Redaktion

Lüchinger Est., Kommunikation mit Stil

www.luechinger.li

Grafik und Gestaltung

Leone Ming Est., Intensive Brand

www.leoneming.com

Druck

Buchdruckerei Davos AG

www.budag.ch

Titelbild

Keystone (Die Spieler Heini Meng (links) und Walter

Dürst anlässlich des Finales des Spengler Cup 1948.)

Bilder

Keystone Schweiz

alamy.com (S. 16 unten)

SRF (S. 23 oben)

HC Ocelári Trinec (S. 25, 26)

Martin Deuring (S. 27, 28 mitte)

Atte Rissanen Photography (S. 29, 31)

Thomas Hahn (S. 36, 37)

Maurice Parrée (S. 45)

SIHF (S. 49 unten)

SRF / Oscar Alessio (S. 55)

Kurt Schorrer (S. 60)

ZSC Lions (S. 63)

SRF / Thomas Züger (S. 69)

Privatarchive

Inserate

Hockey Club Davos AG

Spengler Cup Davos

www.spenglercup.ch

Auflage

7 000 Exemplare

© Spengler Cup Jahrbuch 2018

Hockey Club Davos AG

Spengler Cup Davos

Herbert Batliner Haus / Eisbahnstrasse 2

7270 Davos Platz, Schweiz

Die in diesem Buch veröffentlichten Beiträge,

Daten, Bilder, Grafiken und Layout

sind urheberrechtlich geschützt.

Die Vervielfältigung bedarf der ausdrücklichen

Genehmigung der Redaktion und des Verlags.


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: Marc Gianola

OK-Präsident Spengler Cup Davos

« Davos, Zürcher SC und LTC Prag hiessen die Sieger des Spengler Cup in

den 1940er-Jahren und damit in der Zeit, der sich das diesjährige Jahrbuch

widmet. Team Canada, HK Metallurg Magnitogorsk, der Hockey Club

Davos und die drei Spengler Cup-Premieren KalPa Kuopio Hockey Oy

(Finnland), Thomas Sabo Ice Tigers Nürnberg (Deutschland) und HC Ocelári

Trinec (Tschechien) prägen den Spengler Cup 2018. Schön, dass 70 Jahre

nach den traurigen Ereignissen rund um den LTC Prag wieder ein tschechisches

Team mit dabei sein wird. Ich bin überzeugt, dass die Kombination

der Eishockeyphilosophien der 2018er-Teams für ein ganz spezielles Eishockeyspektakel

auf und die stets unvergleichliche Ambiance neben dem

Eis sorgen wird.»


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: Guy Parmelin

Bundesrat, Chef des Eidgenössischen Departements für

Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport (VBS)

« Der Spengler Cup ist Garant für faszinierendes Eishockey

in einem einmaligen Ambiente. Er ist ein Highlight im Kalender

von Clubanhängern aus aller Welt, die mit grosser Passion

für ihr Team und ihren Lieblingssport angereist sind. Der

Spengler Cup bietet nicht nur hochstehenden Sport, er ist

auch ein Markenzeichen für die Schweiz und damit beste

Werbung für unser Land.»


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: René Fasel

Präsident der Internationalen Eishockey-Föderation ( IIHF )

« Ein für das Schweizer Eishockey tolles Jahr endet mit

einem hoffentlich wieder grandiosen Spengler Cup. Ich

freue mich wie jedes Jahr, diesem Festival unseres Sports

beizuwohnen. Es ist immer wieder toll, die Freude der

Spieler und Fans zu sehen, und dass das Schweizer und

das internationale Eishockey einen solch traditionsreichen

Anlass in Davos haben.»


: Spengler Cup im Schatten des Krieges


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1940 – 1949: SPENGLER CUP IM SCHATTEN DES KRIEGES

13

: Drei Sieger, geforderter Urlaub

für die Fans und erste Kontakte

mit dem Team Canada

In den 1940er-Jahren wurde der Spengler Cup zweimal nicht ausgetragen: 1940 wegen

des Krieges, 1949 aus organisatorischen und weltpolitischen Gründen. 1941 bis 1943

gewann Davos, 1944 und 1945 der Zürcher SC und 1946 bis 1948 der LTC Prag.

1941 war der Zuschaueraufmarsch in

den ersten Spielen sehr schlecht – und

das, obwohl der Spengler Cup das einzige

internationale Turnier der ganzen

Saison und in der ganzen Schweiz war.

In der Davoser Zeitung forderte der

Redaktor deshalb Urlaub für diejenigen,

die bei den Spielen dabei sein wollen: «So

zahlreich sind die Gelegenheiten heute

wirklich nicht, internationale Spiele auf

dem Davoser Eis zu sehen, als dass man

sie nicht am Schopf packen muss. Und

wenn das Publikumsinteresse in Davos

nicht grösser ist, ist der HCD geradezu

gezwungen, in vermehrtem Masse

auswärts zu spielen, da er dort in der

Regel wenigstens nicht mit grösseren

Defiziten rechnen muss.» Zumindest

hellte sich das Gesicht des HC Davos-

Kassiers beim Finalspiel an Silvester

merklich auf, als er den Ansturm der

Zuschauer auf die Kassen erblickte. Es

kamen so viele Gäste wie seit Kriegsausbruch

nicht mehr und die Karten

waren praktisch ausverkauft.

Doch auch der Krieg lastete auf dem

Spengler Cup. So gaben Landammann

Dr. K. Laely und Präsident Toni Morosani

bei den Preisverteilungen 1941 und

1942 ihre Hoffnung auf baldigen Frieden

Ausdruck.

Army Team macht einen Rückzieher

1945, zum 25. Spengler Cup, wurden

erstmals gestickte Abzeichen als Preise

an die Teilnehmer vergeben. Zudem

wäre es anlässlich des Jubiläums beinahe

gelungen, ein kanadisches Team zu

verpflichten. Doch das in Brüssel stationierte

kanadische Army Team machte

seine Zusage rückgängig, da es für

das Jahresende in die Heimat zurückkehren

konnte.

Ungemütliches Reisen

Die Reisen zu den Spielen respektive

zum Spengler Cup trat man vorwiegend

mit den öffentlichen Verkehrsmitteln

oder mit Cars an, aber gemütlich war

das Reisen damals allgemein nicht. So

hiess es bei den Pragern: «Die Reise verlief

programmgemäss, wenn auch nicht

sehr komfortabel. Die Fahrt nach Davos

dauerte zwei Tage, wobei es zwischendurch

nur Ruhen auf harten Bänken und

Tischen, aber keine bequeme Hotelunterkunft

gab. Die Verpflegung wurde

nur kalt eingenommen. Zudem waren die

Cars nicht gerade Luxusvehikel.»

Spielverständnis erhöhen

Jeweils am Abend vor dem Turnier trafen

sich die Captains der Mannschaften zu

einer Sitzung, in der die Schiedsrichter,

Torrichter und Zeitnehmer bestimmt

wurden. 1947 erfuhr der Spengler Cup

eine Neuerung, indem die Entscheidungen

der Richter durch einen qualifizierten

Schiedsrichter über die Lautsprecher

erklärt wurden. Dies trug dazu bei,

das Spielverständnis beim Publikum zu

steigern.

1948 ging der zweite Pokal, den die Gemeinde

Davos 1938 gestiftet hatte, an

den LTC Prag über, nachdem der Hockey

Club Davos ihn 1944 wieder ins Turnier

zurückgegeben hatte.

: Kaminfeger auf dem Stadiondach als Zuschauer beim Finalspiel des Spengler Cup 1943. Sie bringen den

Davosern Glück: Der HCD gewinnt die Partie gegen den Zürcher SC mit 3 : 2 Toren und sorgt dafür, dass

der Pokal in der Heimatstadt bleibt.

Eishockeywoche statt Spengler Cup

1949 wurde anstelle des Spengler Cup

eine internationale Eishockeywoche ausgetragen

– mit den Teams Harringay

Racers aus London, IK Göta, EV Füssen,

SC Bern, HC Diavoli Rossoneri Milano

und Hockey Club Davos.


Verantwortungsvoll geniessen.

Stolzer Goldpartner

des Spengler Cup 2018


1940 – 1949: SPENGLER CUP IM SCHATTEN DES KRIEGES

15

: Der Hockey Club Davos 1942 mit Präsident Toni Morosani (links).

: Kaum ebenbürtige Gegner für

den Hockey Club Davos

1941 bis 1943 hiess der Sieger Hockey Club Davos. Fielen die Siege 1941

und 1942 noch deutlich aus, war das Finalspiel 1943 gegen den Zürcher SC

sehr spannend und hart umkämpft.

Berlin, Davos und Montchoisi Lausanne,

das erst kurz zuvor durch die Verschmelzung

zweier Lausanner Clubs

entstanden war, spielten um den Spengler

Cup 1941.

Die wenigen anwesenden Zuschauer

hatten Freude an einem sehr schnellen

Auftaktspiel: 14 : 2 lautete das Schlussresultat

zwischen Davos und Lausanne.

Dabei feierte Pic Cattini ein privates

Schützenfest und Hans Dürst erzielte

seine ersten Tore für den Hockey Club

Davos. Aber Lausanne gelang es immerhin

ab und zu, Davos-Goalie Hugo Müller

ziemlich unangenehm zu werden. Im

zweiten Spiel, in der Partie Lausanne

gegen Berlin, sorgte die deutsche Verteidigung

dafür, dass das von den Stürmerreihen

nur mit Mühe errungene deutsche

2 : 0 bis zum Schlusspfiff gehalten

werden konnte. Die Recken der Abwehr:

die altbewährten Gustav «Justav» Jaenecke

und Dicker sowie der sehr schnelle

und gewandte Torhüter Rohde.

An Silvester kamen die Zuschauer

Das dritte Spiel zog dann endlich die erhofften

Menschenmassen an. Es zeigte

eine Davoser Mannschaft in Höchstform,

die souverän gegen Berlin 9 : 0

gewann. Die Heimmannschaft gewann

schliesslich auch das Turnier vor dem

Berliner SC und Montchoisi Lausanne.

1942 ohne ausländische Teams

Da es 1942 unmöglich war, ausländische

Teams zu verpflichten, kämpften

die drei Schweizer Vereine Zürcher SC,

Montchoisi Lausanne und Hockey Club

Davos um den Spengler Cup. Das Finale

zwischen ZSC und HCD erlangte den

Ruf, das beste je in Davos gezeigte

Spiel gewesen zu sein. Beide Mannschaften

spielten offen, schnell und bei

aller Härte fair. Die Partie war lange

ausgeglichen – so stand es nach zwei

Dritteln 1 : 1. Schliesslich aber setzte

Davos zu einem fulminanten Endspurt

an, «dass Zürich hören und sehen verging».

Die Einheimischen erzielten fünf

Tore innerhalb von zehn Minuten und

gewannen 6 : 1.

Hohe Spannung 1943

Das Endspiel 1943 zwischen Davos und

Zürich verstärkte den Eindruck, dass


Spengler Cup Davos 2018

das Schweizer Eishockey wieder zugkräftiger

war, nachdem während der

ersten Kriegswinter der allgemeine

Formrückgang der «Tiefländer Spitzenmannschaften»

dazu geführt hatte,

dass Davos auf Schweizer Boden nur

noch selten auf ebenbürtige Gegner traf.

Schnell und hart

Der Sieger hiess zum dritten Mal in Serie

Hockey Club Davos – dieses Mal nach

einem 3 : 2 im Endspiel gegen den ZSC,

was in erster Linie damit zu tun hatte,

dass der ZSC einen ganz ausgezeichneten

Tag hatte und sehr gut verteidigte.

Bei leichtem Schneefall war die Puckführung

schwierig, Davos als die besser

kombinierende Mannschaft handicapiert.

Trotzdem wurde ein ausserordentlich

schnelles, aber auch recht hartes

Finale dargeboten, das den Erwartungen

an ein rassiges Cupendspiel vollauf

gerecht wurde und an die grossen

Endkämpfe der Vorkriegszeit erinnerte.

Hüben war es Bibi Torriani, der seine

Farben in der 14. Minute durch einen

glänzend platzierten Halbweitschuss

zum Erfolg brachte, woraufhin Heini

Lohrer, der Aroser in den Reihen der

Zürcher, den Ausgleich erzielte. Torriani

stellte die Führung erneut mit Schuss

und Nachschuss her, bevor auch Hans

Cattini mit einem unheimlich harten und

gut platzierten Schuss erhöhte. Durch

einen Treffer von Arson konnte Zürich

nochmal herankommen, doch Davos ging

als Sieger vom Platz.

: Toni Morosani (links, Präsident des Hockey Club Davos) schaut zu, wie Fritz Kraatz (Mitte, Präsident des

Internationalen Eishockeyverbandes) Hans Cattini, dem Mittelstürmer des Davoser «ni-Sturms» (rechts)

zum Spengler Cup-Sieg 1943 gratuliert.

Sechster Sieg in Serie

Die Coupe-de-Davos-Siege in den Jahren

1939 und 1940 mitgerechnet, gewann

der HC Davos somit das sechste

Mal in Serie. Damit wäre der begehrte

Pokal eigentlich endgültig in den Besitz

der Gastgeber übergegangen,

doch da die Ausgaben 1941 und 1942

für Davos verhältnismässig leichte Siege

ergeben hatten und vor allem, da

die internationale Beteiligung, wie sie

eigentlich dem Zweck der Cupstiftung

entsprechen würde, nur einmal und nur

in beschränktem Masse während dieser

Kriegsjahre möglich gewesen war,

entschied der HCD, den Cup nochmals

ins Turnier zurückzugeben. Alexander

«Tutti» Spengler, der Sohn des Spengler

Cup-Gründers, der in der Zwischenzeit

in Genf lebte, spendete zudem einen

zweiten Pokal.

Gustav «Justav» Jaenecke

Mister Meistertitel

Gustav «Justav» Jaenecke gewann mit dem Berliner SC 1926 und 1928 den Spengler

Cup. Auch in den 1940er-Jahren trat er bei diesem Turnier an, konnte den Sieg

allerdings nicht erneut wiederholen. Mit seinem Stammclub feierte er neun deutsche

Meistertitel, mit der Kriegsspielgemeinschaft Berliner SC/SC Brandenburg

folgte 1944 der zehnte. Nach dem Zweiten Weltkrieg wechselte Jaenecke nach

Garmisch-Partenkirchen zum SC Riessersee, wo Titel Nummer 11 bis 13 folgten

(1947, 1948, 1950). In der Nationalmannschaft erzielte er von 1928 bis 1939 ein

Viertel aller Tore. Er wurde zweimal Europameister, gewann mehrere Weltmeisterschaftsmedaillen

und holte bei den Olympischen Spielen 1932 in Lake Placid

Bronze. Jaenecke spielte linker Aussenstürmer, wurde aber auch als Verteidiger

eingesetzt und blieb oft über die volle Spielzeit auf dem Eis. Er galt als einer der

besten Spieler Europas.


1940 – 1949: SPENGLER CUP IM SCHATTEN DES KRIEGES

17

: Der zweifache Sieger ZSC

In den 1940er-Jahren reihte sich der Zürcher SC in die Siegerliste ein und gewann

während des Krieges die Austragungen 1944 und 1945. Der ZSC ist noch heute eines

von nur drei Schweizer Teams neben Genève-Servette HC (2013 und 2014) und dem

Gastgeber Hockey Club Davos, das den Spengler Cup für sich entscheiden konnte.

1944 war es allerdings vorerst nicht der

ZSC, der von sich reden machte, sondern

der Besuch von vier Bombergeschwadern.

So kehrten viele Zuschauer

den Spielern den Rücken und beobachteten

die weiss schimmernden «Vögel»,

die unter Jagdschutz und unter tiefem

Brummen zuerst ihre Bahnen über dem

Rhätikon im Norden zogen, wenige Augenblicke

darauf über Davos erschienen

und schliesslich über den Flüelapass gen

Südosten verschwanden. Da wurde das

Spiel Davos gegen Montchoisi Lausanne,

das Davos 2 : 1 gewann, zur Nebensache.

Das Turnier wurde in gerade einmal

drei Partien entschieden – und jede

brachte Überraschungen mit sich. Am

zweiten Tag gewann Lausanne gegen

den ZSC mit 3 : 1, sodass die Partie zwischen

Davos und Zürich die Entscheidung

bringen musste. Diese fiel deutlich

aus: 6 : 2 für die Zürcher. Man hatte sich

entschieden, 20 Minuten ohne Schneeräumen

durchzuspielen, und die Einheimischen

hatten Mühe mit dem Schnee

auf dem Eis. «Das hat Davos das Genick

gebrochen, brachten doch die guten

Kombinationen der Davoser keinen Erfolg»,

so der Berichterstatter der Davoser

Zeitung. Somit landete Davos mit

drei Minustoren am Tabellenende und

ging erstmals seit 1938 nicht als Sieger

aus dem Turnier. Dazu schrieb Beat

Rüedi, der mit dem Hockey Club Davos

zwölf Meistertitel gewann: «Dank seines

guten Torverhältnisses gewann Zürich

als einzige Schweizer Mannschaft

ausser Davos den heiss begehrten Cup,

während die Einheimischen auf dem

letzten Platz landeten. Dieser Zwischenfall

erlöste die Davoser von der

schweren Belastung, immer siegen zu

müssen, rüttelte sie wieder auf und

gab ihnen den nötigen Kitt und Mumm,

die Schweizer Meisterschaft an ihre

Farben zu heften.»

Schnee als Pate des ZSC

ZSC-Goalie Bänninger, die taktische

Stärke der Zürcher und der Schneefall

waren die grössten Erfolgsfaktoren,

die 1945 zum zweiten Sieg des ZSC in

Serie führten. Im ersten Turnier nach

Kriegsende war neben dem ZSC, Montchoisi

Lausanne und dem HCD mit dem

LTC Prag auch wieder ein ausländisches

Team dabei. Der Turnierauftakt hing am

seidenen Faden. Nach Regen und Nassschnee

schafften es die Verantwortlichen

aber noch, «anständiges Eis»

vorzubereiten. Am ersten Tag schneite

es kaum, doch am zweiten Tag litt das

Spiel des Titelverteidigers ZSC gegen

Prag unter dem Schneefall. Prag war offensichtlich

überlegen, scheiterte aber

immer wieder an der ausgezeichneten

Taktik der Zürcher und an deren Goalie.

Die Begegnung war um 14.15 Uhr, als

eigentlich die zweite Partie des Tages

hätte angespielt werden sollen, noch

nicht entschieden (es stand 2 : 2) – nach

Verlängerung und einer Netto spielzeit

von 75 Minuten. Somit teilten sich die

beiden Teams die Punkte. Die Zürcher

hatten zuvor im Auftaktspiel gegen

den HCD 3 : 2 gewonnen und entschieden

das abschliessende Spiel gegen Lausanne

mit Mühe mit 4 : 3 für sich. Somit

gewannen sie das Turnier wie schon im

Vorjahr, und die Rangverkündigung fand

gleich nach dem letzten Spiel auf dem

Eis statt. Die Prager übrigens pochten

nach dem 2 : 2 im Gruppenspiel auf eine

Revanche und liessen die Zürcher mit

der «Tante Ju» nach Prag fliegen.

: Siegerehrung und Pokalübergabe an die Mannschaft des Zürcher Schlittschuhclubs im Jahr 1944.

ZSC-Torhüter Geni Cajacob nahm dabei den Pokal für seine Mannschaft entgegen. Hinten:

Hans Bänninger, Heini Lohrer, Fredy Bieler, Raymond Schmid, Karl Müller, Walter Hauser,

Heinz Hinterkircher. Vorne: Hanggi Boller, Dr. Otto Ernst, Walter Guggenbühl (von links).


Spengler Cup Davos 2018

: Prager Hattrick und die Entscheidung

über Leben oder Tod

Der LTC Prag nahm 1948 zum zweiten Mal einen Spengler Cup-Wanderpokal

mit nach Tschechien. Doch es gab in diesem Jahr auch Entscheidungen, die weit

über den sportlichen Erfolg hinausgingen.

Es war nach der offiziellen Siegesfeier,

der LTC Prag hatte soeben zum dritten

Mal in Serie den Spengler Cup gewonnen.

Die Spieler trafen sich in einem

Hotelzimmer, um darüber abzustimmen,

ob sie in der Schweiz bleiben oder

nach Prag zurückkehren wollen. Den

Entscheid wollten sie als Mannschaft in

die Tat umsetzen. Sechs Spieler stimmten

dafür, in der Schweiz zu bleiben,

acht dagegen. Bereits zuvor hatte sich

das Team zu geheimen Gesprächen getroffen.

Kapitän und Trainer Vladimír

Zábrodský hatte die Spieler in seinem

Zimmer versammelt und teilte mit,

dass er und sein Bruder ein Angebot,

als Profimannschaft in der britischen

Liga zu spielen, unterstützen würden.

Die Emigration hätte für die Spieler

des LTC Prag bedeutet, einen sicheren

Job in Aussicht zu haben. Schliesslich

fand Zábrodský allerdings heraus,

dass das Angebot nicht so sicher war,

und entschied sich, nach Prag zurückzukehren.

Nicht so sein Bruder Oldrich

«Oleg» Zábrodský, der bereits in Davos

untertauchte, und Miroslav Sláma, der

am Morgen der Rückreise nach Prag

in Zürich auf einmal unauffindbar war.

Beide emigrierten, spielten bis Ende

der Saison 1948/49 für den Hockey

Club Davos und lebten in dessen Kabine.

Danach wechselte Zábrodský nach

Lausanne, wo er seine tschechische

Freundin heiratete. Später verliess er

die Schweiz, ging nach Italien, in die USA

und schliesslich nach Belgien. Sláma zog

es nach fünf Jahren in der Schweiz in

Richtung USA.

Modrý entfachte Verzweiflung

Zwei Jahre zuvor und neun Jahre nach

dem letzten Sieg gelang den Pragern

1946 der vierte Spengler Cup-Triumph.

Diesen machten die Prager, der Zürcher

SC, Oxford University sowie der Hockey

: Die Prager Spieler bereiten sich auf ihren Einsatz vor: 1948 gewinnen sie zum zweiten Mal

den Spengler Cup-Wanderpokal.

Club Davos unter sich aus. Bereits in der

ersten Partie meldeten sich die Tschechen

mit einem 6 : 2 gegen den Vorjahressieger,

den ZSC, zurück. Der Prager

Keeper Bohumil Modrý hielt in unglaublicher

Manier, und seine Spezialität,

Unrettbares am Boden liegend noch irgendwie

zu retten, brachte die Spieler

des ZSC beinahe zur Verzweiflung.

Von den Stürmern zeigte Vladimír Zábrodský

mit seinen blitzschnellen Reaktionen

und seinem raschen Antritt eine

Glanzleistung. Obwohl Mike Buckna,

der 1936 bis 1938 dreimal mit Prag im

Finale des Spengler Cup gestanden

hatte, nicht in Davos dabei sein konnte,

hatte das Prager Team keine einzige

Schwachstelle. Bei Zürich waren beide

Stürmerlinien gut – die zweite Linie war

so effektiv wie die erste –, doch die

Verteidiger liessen stellenweise eine

genügend rasche Reaktion vermissen.

Dies führte dann auch dazu, dass es für

Goalie Hans Bänninger bei einigen Torschüssen

nichts zu halten gab. Der LTC

Prag gewann in der Folge seine Spiele

gegen die Universität Oxford sage und

schreibe mit 20 : 2 und gegen Davos mit

9 : 2, was den Turniersieg bedeutete.

Das Endspiel wurde von rund 2 500 Zuschauern

verfolgt, unter ihnen auch

der englische hochrangige Militär Lord

Louis Mountbatten.

Unglaublich überlegene Prager

Man hatte dem LTC Prag von Anfang

an grosse Chancen auf einen Sieg eingeräumt,

doch eine derart saftige

Niederlage der Gastgeber war beileibe

nicht vorauszusehen gewesen, hatten

diese doch zuvor noch zwei Spiele gewonnen.

Gegen Oxford, die erste ausländische

Mannschaft überhaupt beim

Spengler Cup, siegte man mit 16 : 1 – bei

der Premiere 23 Jahre zuvor liefen die

Dinge noch in die andere Richtung und

die Oxforder schickten ihren Gegner


1940 – 1949: SPENGLER CUP IM SCHATTEN DES KRIEGES

19

mit 22 : 0 vom Eis. Gegen den ZSC stand

am Ende ein hart umkämpftes 2 : 1 auf

dem Papier, sodass im letzten Spiel eine

so hohe Niederlage nicht nötig gewesen

wäre. Doch Davos erwischte einen

raben schwarzen Tag. Bereits nach

dem ersten Drittel führten die Prager

3 : 0, was in Anbetracht des Spielverlaufs

zu hoch war. Im zweiten Drittel

bäumte sich Davos auf, ohne aber das

Spiel auf seine Seite ziehen zu können.

Im Schlussdrittel hatte Davos schliesslich

nichts mehr zu melden und beging

Fehler um Fehler, die von den Tschechen

gnadenlos ausgenutzt wurden.

Das Spiel um Rang drei gewann der ZSC

gegen Oxford mit 17 : 5.

Der Pokal wurde unmittelbar im Anschluss

an das Spiel übergeben, und

zwar von Präsident Morosani und

Dr. Paul Müller, Gründer und Ehrenpräsident

des Hockey Club Davos, wobei

Davos den von Dr. Alexander Spengler

gestifteten Becher für die zweitplatzierte

Mannschaft erhielt.

1947er-Turnier – eines der

interessantesten

Ein Jahr später kamen die Sportbegeisterten

in Massen. Tribüne, Sitzplätze

und Estraden waren ausverkauft. Aber

dank der vom Kurverein neu geschaffenen

Stehrampe auf der Westseite

des Platzes konnte jedermann untergebracht

werden. Vor allem jedoch

standen einige hundert neue Plätze zur

Verfügung, die ausgezeichnete Sicht

auf den Platz boten, was durchaus eine

glückliche Fügung war, denn das Turnier

in jenem Jahr gehörte zu den interessantesten,

die in den vielen Jahren in

Davos ausgefochten wurden. Bereits

am zweiten Tag kam es zum eigentlichen

Endspiel zwischen dem LTC Prag

und dem Gastgeber Davos. Prag gewann

knapp, aber nicht unverdient mit

3 : 2. Die Prager waren etwas schneller

im Antritt und im Erfassen der Situationen,

spielten bessere Pässe, zeigten

ein starkes Powerplay und standen

besser in der Abwehr, wenn die Davoser

auf das Tor der Tschechen drückten.

Dass Lausanne Zürich mit 9 : 8 besiegen

konnte, hatte wohl niemand erwartet.

Der beste und unermüdlichste Mann

auf dem Platz war Hans Cattini in den

Reihen von Lausanne, der sich in einer

überragenden Form befand und mit seinem

überlegenen Spiel seine Mitspieler

mitriss. Auch bei der 11 : 2-Niederlage

gegen Prag war er der beste Lausanner.

Schliesslich gewann Prag das Turnier

vor Davos, Lausanne und Zürich.

Krasser Klassenunterschied

auch 1948

Auch das Turnier 1948 ging mit dem

erwarteten Sieg des LTC Prag zu Ende –

und das, obwohl sich die Tschechen

gerade von einem harten Schicksalsschlag

zu erholen hatten: Sechs Nationalspieler

– Ladislav Troják, Vilibald

Štovík, Karel Stibor, Miloslav Pokorný,

Zdenek Švarc und Zdenek Jarkovský –

waren bei einem Flugzeugabsturz über

dem Ärmelkanal ums Leben gekommen.

Neben Davos wollten in diesem Jahr

Lausanne, Oxford, Bern sowie die Neuchâtel

Young Sprinters den Tschechen

den Sieg streitig machen, während der

Zürcher SC sich für das Turnier nicht

freischaufeln konnte. Der Club aus

Prag wurde dank seiner hervorragenden

Mannschaft in einer Art und Weise

Sieger, wie dies in Vergangenheit kaum

der Fall gewesen war, denn keine der

teilnehmenden Mannschaften konnte

den Tschechen den Sieg auch nur im

Traum streitig machen. Neuchâtel verlor

mit 4 : 18, Lausanne kam mit 3 : 19

unter die Räder. Das 10 : 0 im Endspiel

gegen Gastgeber Davos, die Partie der

beiden stärksten Teams des Turniers,

bewies zur Genüge, dass ein krasser

Klassenunterschied zwischen dem Sieger

und allen anderen bestand. Und

dabei präsentierte sich Davos im Endspiel

besser als je zuvor in der Saison

1948/49, allerdings nicht von der ersten

bis zur letzten Minute, denn sonst wäre

das Torverhältnis nicht so drastisch

ausgefallen. Bezeichnend für Davos war

dann auch das Fehlen eines Ehrengoals,

denn trotz aller Angriffslust und zeitweiliger

Powerplays fehlten den Gastgebern

die nötige Durchschlagskraft und

der letzte Sekundenbruchteil an Schnelligkeit

und Reaktion im Zusammenspiel.

Die Übergabe des Cups durch den Clubpräsidenten

Paul «Putzi» Müller fand

gleich im Anschluss an das letzte Spiel

auf dem Eis statt, womit der zweite

Spengler Cup, den die Gemeinde Davos

1938 gestiftet hatte, endgültig nach

Prag ging, wo er seinen älteren Bruder

im Becherschrank des LTC traf. Nur interessierte

dies zu diesem Zeitpunkt in

der Tschechoslowakei niemanden.

Lord Louis Mountbatten

Vizekönig von Indien unter den Zuschauern

1946 verfolgte der englische hochrangige Heerführer Lord Louis Mountbatten den

Spengler Cup. Der Oberkommandierende der britischen Mittelmeerflotte engagierte

damals mit seiner Gemahlin Edwina Ashley und Tochter Pamela bei ihrem

Aufenthalt in Davos einen persönlichen Skilehrer. Mountbatten war ein Onkel von

Prinz Philip, dem Ehemann der britischen Königin Elisabeth II, und er war letzter

Vizekönig von Indien, erster Generalgouverneur Indiens nach der Teilung sowie Generalstabschef

des Vereinigten Königreichs aus dem Adelsgeschlecht Battenberg.

1979 wurde er, zusammen mit drei anderen Menschen, Opfer eines Bombenattentats,

das ein Mitglied der Provisional Irish Republican Army, der IRA, verübte.


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: Karl Erb (†)*

Radioreporterlegende, Autor und Pressesprecher verschiedener

Grossanlässe, darunter auch dem Spengler Cup

« Obwohl ich nie ein Eishockeymatch moderierte und aufgrund meiner

Augenprobleme nie einen Puck sah, waren meine Verbindung und meine

Faszination zum Eis hockey gross. Die Spieler des ni-Sturms waren meine

Helden. Wir sangen schon als kleine Jungs: «Bibi Torriani ist am Puck,

überdribbelt Male ek (Anm. der Redaktion: Spieler des LTC Prag), geht

alleine vor und schiesst das erste Tor.»»

* Das Gespräch mit Karl Erb wurde am 3. Juli 2018 geführt.

Er starb am 5. September 2018, 92 Jahre alt.


Spengler Cup Davos 2018

: Viersprachige Reportagen

inmitten der Zuschauer

Was heute das Fernsehen ist, war in den 1940er-Jahren das Radio. Die grösste

Herausforderung war dabei die Technik. Die dafür notwendigen Apparate wurden

mit Zug und Pferdeschlitten in die Studioräume nach Davos gebracht.

Die erste Schweizer Radiosportübertragung

wurde 1926 in Genf ausgestrahlt,

ein Liveinterview mit dem

Aargauer Radrennfahrer Heiri Suter.

In den Anfängen des Radios in der

deutschsprachigen Schweiz dominierten

vor allem Liveberichte von Fussballländerspielen.

Es gab zu jener Zeit

drei bekannte Reporter: Fussballreporter

Hans Sutter aus Stein im Kanton

Appenzell Ausserrhoden, den durch

seine mehrsprachigen Reportagen bekannten

Vico Rigassi aus Stampa in

Graubünden sowie Marcel-William Suès,

Radiopionier aus Genf.

«Chara lingua da la mamma»

Bei Sportereignissen im Ausland setzte

man beim Schweizer Radio aus technischen

und vielleicht auch aus finanziellen

Gründen einen einzigen Reporter

für alle vier Sprachregionen ein.

In dieser Rolle brillierte Vico Rigassi.

Er konnte während einer Übertragung

problemlos, manchmal mitten im Satz,

die Sprache wechseln – von Deutsch zu

Italienisch und dann zu Französich oder

umgekehrt. Speziell war eine Episode

aus dem Jahr 1938. Genau am Finaltag

der Eishockeyweltmeisterschaft nahm

die Schweiz in einer Abstimmung Rätoromanisch

als vierte Landessprache

an. Im Anschluss an das Eishockeyspiel

stimmte Rigassi zusammen mit Spielern

das rätoromanische Lied «Chara

lingua da la mamma» an, die offizielle

Hymne der Engadiner und Münstertaler

Rätoromanen.

Erste Radioliveübertragung 1935

1935 wurde erstmals ein Spengler Cup-

Spiel im Radio übertragen, 1943 berichteten

Radio Suisse Romande mit

Maître Suès und der Deutschschweizer

Sender Beromünster über das

Traditionsturnier, beim ersten Nachkriegsturnier

1945 waren es gleich drei

Sender und bei der Internationalen Eishockeywoche

1949 waren sogar fünf

vor Ort: Radio Suisse Romande, Radio

Monte Ceneri zusammen mit dem italienischen

Radio, Radio Beromünster sowie

Westdeutschland, das nach vielen

Jahren Unterbruch wieder mit Reporter

Ludwig Maibohm vertreten war.

Übertragung erst in letzter Minute

«Das Interesse am Turnier ist gross»,

hiess es 1945. Radio Beromünster und

der Westschweizer Sender Sottens –

und damit zwei der damals drei Schweizer

Mittelwellenlandessender – weilten

mit Reportern im Landwassertal. Seine

Aufwartung machte dem Turnier zudem

der Tschechische Rundfunk mit seinem

grossen Eishockeypropagandisten Josef

Laufer. Die Übertragung sei aber erst in

letzter Minute möglich geworden, wird

berichtet. Da die Telefonverbindungen

mit der Tschechoslowakei noch nicht

funktionierten, erfolgte die Reportage

per Funk. «Hunderte von tschechischen

Eishockeyclubs mit ihren Tausenden

Aktiven und Hunderttausenden von

Anhängern sind so auf direktem Wege

Marcel-William Suès

Reporter mit Leidenschaft und Begeisterung

Marcel-William Suès († 1989) gilt als Pionier der Radioberichterstattung in der

Westschweiz und arbeitete schliesslich 25 Jahre lang hinter dem Mikrofon. Beliebt

waren sein Programm «L’opinion de l’homme de la rue» (Die Meinung des Mannes

auf der Strasse), seine Eishockeyberichterstattungen und die Übertragung der

Schweizer Fussballliga. So war er Reporter des ersten Liveberichts eines Fussballspiels

in der Schweiz – am 5. Oktober 1926.

Nach einem Jurastudium wurde Suès von 1926 bis 1941 in die Genfer Anwaltskammer

aufgenommen, wo er bis 1941 als diplomatischer Kolumnist für den Völkerbund

aktiv war. Neben seiner Tätigkeit als Professor an den Wirtschaftsfakultäten von

Neuenburg und Genf arbeitete er für die meisten Zeitungen in der Westschweiz

und gründete die rechte politische Wochenzeitung «Curieux», der er die ersten

drei Monate als Chefredaktor vorstand.


1940 – 1949: SPENGLER CUP IM SCHATTEN DES KRIEGES

23

Präzisionsarbeit der Techniker

Am Samstagmorgen um 10 Uhr nahmen

die Reporter Verbindung über das

Telefonamt Davos und das Verstärkeramt

Chur-Niederurnen-Zürich auf.

Dort trennten sich die Leitungen – je

eine Sprech- und Musikleitung führte

ins Studio Zürich, ins Studio Lausanne

und für den tschechischen Reporter zu

einem Kurzwellensender in der Innerschweiz.

Der Sender funkte den Bericht

des Tschechen nach Prag, wo er empfangen

und wieder ausgestrahlt wurde.

Die Verbindungen klappten damals dank

der Präzisionsarbeit der Techniker der

verschiedenen Stationen ausgezeichnet.

: Vico Rigassi kommentierte die Spiele teils

in vier Sprachen.

über den Verlauf des Turniers orientiert»,

hiess es in der Davoser Zeitung.

Suès, der Pionier in Sachen

Unterhaltung

Beliebt waren die Reportagen von Maître

Suès von Radio Genf. Er füllte die

Pausen durch Interviews mit Davoser

Prominenten sowie mit kurzen Orientierungen

über die diversen Sportarten

und Hauptveranstaltungen, die

während des Winters in Davos vorgesehen

waren. Ebenso wirkten die

Orchester der Davoser Hotels an den

Übertragungen mit. Bat der freundliche

Marcel Suès Prominente vor das

Mikrofon, war die verständliche Nervosität

jeweils wie weggeblasen.

: Ernst Brunner beim Einrichten des Sendeturms

anlässlich der Eishockey weltmeisterschaft 1936.

des ersten Spiels schlossen sie für jeden

Sender einen Vorverstärker an die

Telefonleitungen an und neben jedes

Gerät wurde ein tragbarer Fernsprecher

gestellt.

Berichterstattung zwischen

den Zuschauern

So konnten die Sprecher entspannt

an ihre vor den Fenstern des Stadions

hängenden Mikrofone treten, um den

Sportbegeisterten das Spiel zu beschreiben.

Sie berichteten nicht nur für

die Radiohörer, sondern waren auch von

zahlreichen Zuschauern umgeben. Es

kam daher vor, dass die Zuschauer die

Matchberichterstattung aus dem Munde

dreier Reporter hörten. So waren

zum Beispiel einerseits die Worte von

Oskar Meier von Radio Beromünster zu

vernehmen, nebenan fing ein Mikrofon

den O-Ton des tschechischen Berichterstatters,

Redaktor Josef Laufer, ein

und ins dritte Mikrofon schliesslich, das

von Radio Lausanne, sprudelte die lebhafte,

mit Humor gewürzte Schilderung

von «Squibbs» Marcel-William Suès.

Mit Zug und Pferd nach Davos

Es konnte also vorkommen, dass zwei,

drei oder sogar mehr Reporter einen

Match für ihre Sender zu schildern hatten.

Dementsprechend wurden bei der

Telefonverwaltung zum Beispiel von 11

bis 12.30 Uhr Verbindungen bestellt –

vom Stadion in Davos zu den einzelnen

Radiostudios. Techniker aus Zürich

luden dann die notwendigen Apparate

in den Zug und fuhren mit ihnen an den

Ort des Geschehens. Die schweren Geräte

brachten sie mit Pferdeschlitten

in Studioräume in Davos. Am Vorabend

: Die Radioreporter Alberto Barberis (links), Vico Rigassi (Zweiter von rechts)

und Marcel Suès (rechts) im Jahre 1941.


: Das sind die Teams


2018: DAS SIND DIE TEAMS

25

: Der HC Oceláři Třinec gehört zu den Spitzenteams im tschechischen Eishockeyoberhaus.

: Tschechischer Finalist

Auf zwei Hochzeiten fehlte dem erfolgreichen HC Ocelári Trinec in der vergangenen

Saison nur wenig zum ganz grossen Wurf. Als nationaler Vizemeister und CHL-Halbfinalist

haben die Tschechen alle Anlagen, um in Davos den Gipfel zu erklimmen.

Nur sechs Jahre nach der

Geburtsstunde des Spengler

Cup wurde 1929 der HC Ocelári

Trinec gegründet (unter

dem Namen SK Trinec). Der Verein aus

der Stadt an der Grenze zu Polen spielt

seit 1995 in der Extraliga und gehört

zu den Spitzenteams im tschechischen

Eis hockeyoberhaus. In der Altjahrwoche

kom men die Cracks bereits zum zweiten

Mal in diesem Jahr in den Genuss der

Davoser Höhenluft. Mit dem Spengler

Cup, dem ältesten Clubturnier der Welt,

kommt der Club aus Trinec jedoch zum

allerersten Mal in Berührung.

Dank seines offensiven Spielstils ist der

HC Ocelári Trinec bei den Fans in der

Heimat für aufregendes Eishockey bekannt.

Den grössten Erfolg in der Clubgeschichte

feierten die Tschechen am

12. April 2011, als zum ersten Mal der

Meisterpokal in die Stadt geholt wurde.

Dieser Erfolg konnte bislang nicht wiederholt

werden, obwohl die Stahlstädter

in der vergangenen Saison mit dem

Finaleinzug bereits wieder Lunte auf den

Pokal gerochen hatten. Nach einem Sieg

im Eröffnungsspiel der Finalserie mussten

sie das Feld jedoch dem HC Kometa

Brno überlassen, der seinen Titel erfolgreich

zu verteidigen wusste. Der amtierende

Meister war übrigens auch einmal

beim Spengler Cup erfolgreich: Er gewann

im Jahr 1955 die 30. Turnierauflage.

«O-o-ocelár»

Der Clubname selbst sowie die Anfeuerungsrufe

von den Fanrängen weisen

un mittelbar darauf hin, dass es sich

bei der gut 35 000 Einwohner zählenden

Stadt Trinec in der mährisch-schlesischen

Region Tschechiens um eine Industriestadt

im Stahlsektor handelt.

Zu Deutsch bedeutet der Schlachtruf

«O-o-ocelár » nämlich nichts anderes

als «der Stahlkumpel» – eine Botschaft,

wie sie für stahlharte Eishockeycracks

nicht passender sein könnte.

Ins internationale Rampenlicht spielte

sich der tschechische Spitzenclub

zuletzt auch auf dem Parkett der Champions

Hockey League. Die Tschechen

überraschten letzte Saison so manchen

Experten und lancierten einen Erfolgslauf,

der erst im Halbfinale ein Ende fand.

Und das Ende der Europareise war für

den HC Ocelári Trinec bitter: Der spätere

Champion JYP Jyväskylä machte den

Trinec-Protagonisten erst im entscheidenden

Penaltyschiessen um den Finaleinzug

den Garaus.

Die Wirtschaft, das Leben und selbstredend

auch das Eishockey werden in


Spengler Cup Davos 2018

Trinec von der Stahlindustrie bestimmt.

Rund ein Drittel des Stahls aus nationaler

Fertigung wird in der Stadt nahe

der polnischen (rund 5 km) und unweit

der slowakischen Grenze (rund 30 km)

produziert. Sportlich stehen vor allem

die Erfolge von HC Ocelári Trinec und

vom zweitklassigen Fussballklub Fotbal

Trinec im Rampenlicht.

Eine deutliche sportliche Position wollen

die Eishockeycracks bei ihrer Spengler

Cup-Premiere beziehen. Seit der Sieger

des Turniers zuletzt aus Tschechien

kam – im Jahr 1982 (ASD Dukla Jihlava) –

ist viel Wasser durch das Landwassertal

geflossen. Deshalb lockt auch nicht

die beeindruckende Bündner Bergwelt,

sondern der ganze Stolz, das tschechische

Eishockey vertreten zu können,

den HC Ocelári Trinec nach Davos. Um

für dieses Unternehmen bestens gerüstet

zu sein, verbrachten die Spieler

in der Olympiapause im vergangenen

Februar bereits ein schweisstreibendes

Trainingslager im auf knapp 1 600

Metern über dem Meeresspiegel gelegenen

Städtchen.

: Seit 2014 ist die neue Werk-Arena Heimstätte des HC Oceláři Třinec.

: Jubeln wollen die tschechischen Cracks auch beim Spengler Cup in Davos.

Eishockeyland Tschechien

Starke Extraliga mit einem Ausreisser

Mit Beginn der Saison 1993/94 wurde nach der Teilung der Tschechoslowakei mit der

Extraliga auch das Oberhaus im Eishockey neu aufgestellt. Waren zu Beginn zwölf

Mannschaften am Start, wurde das Teilnehmerfeld später auf 14 aufgestockt.

Mit dem HC Orli Znojmo geht seit acht Jahren eine Mannschaft dem eigenen Land

fremd und heuert seither in der international ausgetragenen österreichischen

Liga an. Das Interesse der Fans konzentriert sich jedoch voll und ganz auf die heimische

Extraliga, die der Spengler Cup-Teilnehmer HC Ocelári Trinec 2011 gewann.


2018: DAS SIND DIE TEAMS

27

: Die Rückkehr von HK Metallurg Magnitogorsk nach Davos.

: Eishockey aus dem Hochofen

Eine der stärksten russischen Equipen kehrt an den Spengler Cup zurück! Als Sieger

2005 repräsentiert HK Metallurg Magnitogorsk heute, 13 Jahre später, die von Russland

initiierte und international ausgetragene KHL, die Kontinental Hockey League.

Der Spengler Cup war bereits

27 Jahre alt, als in der

russischen Stadt Magnitogorsk

die beispiellose Geschichte

eines Eishockeyclubs begann.

Aus der vierten Liga heraus mauserte

sich der HK Metallurg Magnitogorsk

in knapp 70 Jahren zu einem absoluten

Spitzenclub, der über die russischen

Grenzen hinaus für Begeisterung sorgt.

Auch Tourneen in die Schweiz standen

für die Mannschaft bereits auf dem

Programm. In den Jahren 2016 und 2014

gewann das Team die Kontinental Hockey

League und stemmte den Gagarin-Pokal

in die Höhe. Dreimal zuvor kürte sich der

Verein zum russischen Meister (2007,

2001, 1999), zweimal beendete er eine

Saison als Vizemeister (2004, 1998).

Geografisch an der Grenze zwischen

Europa und Asien gelegen, ist die Stadt

Magnitogorsk geschichtlich untrennbar

mit dem Erfolg der Stahlindustrie verbunden.

Blühten in vergangenen Jahren

die Umsätze des grössten Stahlwerks

Russlands, gab das auch den Bewohnern

Auftrieb. Das Stahlwerk, einst als heroischer

Produzent für die Rote Armee

gefeiert, beherrscht die Landschaft

und das Leben. Rötlich schimmernde

Wolken, die aus den Schornsteinen in

den blauen Himmel steigen, untermalen

den Einklang mit den stahlharten Eishockeyprofis,

die auf ihren Trikots die

Farben Blau, Rot und Weiss tragen.

Mit Jewgeni Malkin, dem aktuellen Kultspieler

der Pittsburgh Penguins, hat

Magnitogorsk einen ganz Grossen hervorgebracht.

Als die Russen im Jahr

2005 erstmals beim Spengler Cup in

Davos zu Gast waren, sicherte der junge

Malkin seiner Nation mit der russischen

U20-Auswahl beim World Junior

Championship die Silbermedaille. Gold

ging damals an Kanada mit Malkins heutigem

Teamkollegen Sidney Crosby. Wie

Crosby standen auch die Asse des HK

Metallurg Magnitogorsk in diesem Jahr

bereits auf dem Davoser Eis: In der

Olympiapause schlug man die Zelte für

ein knapp zweiwöchiges Trainingslager

im Landwassertal auf.

Schweizer Fans verzaubert

Vor genau zehn Jahren schnürten die

Russen in der Schweiz für einen ganz

besonderen Anlass ihre Schlittschuhe.

Beim zwei Jahre lang ausgetragenen

Victoria Cup – die beste europäische

Mannschaft wurde zum Herausforderer

für einen Vertreter aus der NHL – traf

der HK Metallurg Magnitogorsk in Bern

auf die New York Rangers. Nach überraschender

3 : 0-Führung der Russen


Spengler Cup Davos 2018

drehten die US-Amerikaner das Spiel

und retteten die Ehre der besten Eishockeyliga

der Welt.

Das Schweizer Eishockeypublikum so

richtig verzaubert haben die Metallurger

jedoch bereits im Jahr 2005, als

sie bei ihrer Spengler Cup-Premiere

den Gipfel erklommen. Bis auf den 1 : 4-

Lapsus gegen Gastgeber Davos blieb

Magnitogorsk damals makellos und

sorgte im Finale für eine regelrechte

Machtdemonstration (8 : 3) gegen das

Team Canada. In die Geschichtsbücher

trug sich damit nach 1991 (HK ZSKA

Moskau) erstmals wieder ein russischer

Sieger ein. Heute ist die Durststrecke

nicht mehr so lang wie damals, doch

nach den Siegen von Dynamo Moskau

und von SKA Sankt Petersburg in den

Jahren 2008 bzw. 2010 könnte der Zeitpunkt

für einen russischen Spengler

Cup-Sieg wieder gekommen sein. Der

Tenor der Mannschaft klingt jedenfalls

danach: «Wir treten immer an, um zu

gewinnen!»

: HK Metallurg Magnitogorsk gewann 2005 den Spengler Cup.

: Die Cracks kennen das Gefühl, in Davos zu jubeln.

Eishockeyland Russland

Russland über seine Grenzen hinaus

Am 2. September 2008 eröffnete Russland mit dem Auftakt zur Profiliga KHL ein

neues Kapitel in seiner Eishockeygeschichte. Die nationale Liga wurde über die

Grenzen hinaus gezielt erweitert. Aktuell mischt mit Kunlun Red Star auch eine

chinesische Mannschaft mit.

Sechs verschiedene Meister (darunter Magnitogorsk) brachten die zehn ausgetragenen

Saisonen hervor. Titelverteidiger Ak Bars Kasan ist zugleich Rekordhalter

– der Verein gewann 2017/18 sowie in den ersten beiden Spielzeiten den

Gagarin-Pokal.


2018: DAS SIND DIE TEAMS

29

: KalPa Kuopio Hockey Oy ist bereit für den Spengler Cup.

: In den Händen der NHL-Stars

Die feine finnische Eishockeyschule tragen die Cracks von KalPa Kuopio Hockey Oy

gerne in die Welt hinaus. Bei der 92. Auflage des Spengler Cup in Davos geben die Nordländer

ihre Feuertaufe und vertreten die in Europa hoch im Kurs stehende Liiga.

Eine lange und zum Teil durchwachsene

Geschichte mit

einem Standortwechsel trägt

der finnische Traditi onsclub

auf den Schultern. Sechs Jahre nach der

Geburtsstunde des Spengler Cup wurde

im Jahr 1929 der Verein, der zu Beginn

noch nicht auf Eishockey fokussiert war,

unter dem Namen Sortavalan Palloseura

gegründet. Nach dem Zweiten Weltkrieg

folgte der Umzug vom russisch

besetzten Sortavala in die ostfinnische

Provinzstadt Kuopio. Seit 33 Jahren hat

sich Kalpa bis auf einen sechsjährigen

Unterbruch um die Jahrtausendwende

im Konzert der Grossen etabliert. Nach

erfolgreicher Rückkehr in die höchste

Spielklasse im Jahr 2005 wurde die

Saison 2016/17 für die Fans zum bislang

grössten Highlight. Kalpa drang mit

der besten Leistung der Clubgeschichte

bis in das Finale vor, wo Tampere als

17- facher Meister jedoch eine Nummer

zu gross war. Beim Spengler Cup werden

die Cracks von KalPa Kuopio Hockey Oy

spritzig und voller Schwung erwartet.

Gespickt mit Jungspunden sucht die

Equipe über ihre Schnelligkeit den Weg

zum Erfolg – das freilich ganz nach dem

Geschmack der Zuschauer.

Zwei Stars am Ruder

Eine grosse Nummer ist in Kuopio die 44,

nämlich die Rückennummer von Kultspieler

und Miteigentümer Kimmo Timonen.

Über 1 200 NHL-Spiele absolvierte

Timonen für Nashville und Philadelphia,

ehe der Finne seine aktive Karriere bei

den Chicago Blackhawks mit dem Gewinn

des Stanley Cup ausklingen liess.

Am 4. Dezember dieses Jahres wurde

das Jersey mit der Nummer 44 in der

5 064 Zuschauer fassenden Kuopio Eishalle

unter das Hallendach gezogen.

Während des Lockouts 2004/05 unterstützte

Timonen nicht nur seinen Heimatclub

Kalpa, der damals zwischenzeitlich

in der zweiten Liga agierte,

sondern auch den HC Lugano. Der

zweite grosse Mann bei den Finnen ist

Haupteigentümer Sami Kapanen, der

als Geschäftsführer und Allrounder die

Stricke zusammenhält. Kapanen war

zwölf Saisons in der NHL bei Hartford,

Carolina und Philadelphia im Einsatz,

ehe es den Flügelstürmer vor zehn Jahren

zurück in seine Heimat zog.

Während in den Sommermonaten in

der in der Seenplatte gelegenen Stadt

Kuopio ein grosses Tanzfestival und

Weinfeste die Menschen bei Laune halten,

zählt im klirrend kalten Winter einzig

und allein die Höchstform auf dem

Eis. Bei Dauerfrost in den Wintermonaten

erfreut sich die Bevölkerung am


2018: DAS SIND DIE TEAMS

31

Nationalsport Eishockey. Zugefrorene

Seen laden bereits im Kindesalter zur

Jagd nach dem Puck ein.

Auch auf dem Campus der Universität

Kuopio ist Eishockey ständig präsent

und jeder hat seine Meinung über die

Mannschaft. Finnlands neuntgrösste

Stadt liegt rund 400 Kilometer nördlich

von Helsinki und das Zentrum befindet

sich auf einer Halbinsel. Zu den grossen

Söhnen der knapp 120 000 Einwohner

zählenden Stadt gehören viele Sportler

und Künstler.

In der Altjahrswoche werden Kapanen &

Co. versuchen, die finnischen Fahnen in

Davos hochzuhalten. Noch nie stand in

der Geschichte des Spengler Cup eine

finnische Clubmannschaft im Finale. Für

KalPa Kuopio Hockey Oy ist die Einladung

zum ältesten Clubturnier der Welt eine

Wertschätzung und Chance zugleich.

Die «Suomi» wollen die Qualität des erfolgreichen

skandinavischen Eishockeys

in der Schweiz zur Schau stellen.

: Jubelstimmung bei den Kalpa-Cracks.

: Torwart Niko Hovinen will seinen Kasten in Davos reinhalten.

Eishockeyland Finnland

Das ganze Land spricht Eishockey

In Finnland gilt Eishockey als beliebteste Sportart. Gemessen an der Gesamtbevölkerung

hat nur Kanada eine grössere Dichte an Eishockeyspielern. Der Erfolg der

Skandinavier stützt sich auf eine professionell aufgestellte Nachwuchsstruktur.

An der höchsten Spielklasse, der Liiga, nehmen 15 Mannschaften teil. Als amtierender

Meister wird Oulun Kärpät von der Konkurrenz gejagt.

Im Jahr 2014 kehrte der Kultclub Jokerit seinem Land den Rücken und wechselte

in die von Russland initiierte und international ausgetragene Kontinental Hockey

League (KHL).


2018: DAS SIND DIE TEAMS

33

: Das Ziel ist der alleinige Rekord an Spengler Cup-Siegen.

: Auf zum nächsten Sieg

Dauerbrenner Team Canada gilt beim Spengler Cup in Davos als Mannschaft

der Herzen und ist jeweils grösster Rivale von Gastgeber Hockey Club Davos.

Bei der 92. Turnierauflage wollen die Nordamerikaner mit der Titelverteidigung

die alleinige Turnier-Vorherrschaft übernehmen.

Der 15. Turniersieg von Gastgeber

Davos vor sieben Jahren

«zündete» die kanadische

Auswahl, die sich seither die

Rekordjagd zum Ziel gemacht hat. Nur

zweimal verpassten die Kanadier seither

das Finale und dadurch auch den

Sieg. Seit 2015 kennt der Spengler Cup

jedoch nur noch einen Sieger: das Team

Canada!

Seit dem Jahr 1984 nimmt zur Weihnachtszeit

ununterbrochen ein Rudel

kanadischer Eishockey-Cracks Einzug

in Davos. Auch die zum 35. Mal in Folge

von Hockey Canada delegierte Auswahl

an in Europa spielenden Stars wird von

deren Familien begleitet. Der Spengler

Cup ruft auf zu einem grossen gemeinsamen

Weihnachtsfest im Winter Wonderland

der Bündner Bergwelt.

Spieler, die sich während der Saison

zum Teil als Kontrahenten auf dem Eis

gegenüberstehen, vereinigen sich in der

Altjahrswoche zu einer eingeschworenen

Gemeinschaft. Gemeinsam wird im

Auftrag der Nation die Mission verfolgt,

das kanadische Eishockey zur Schau zu

stellen. Und das nicht nur zur Freude

des europäischen Eishockey publikums.

Seit Jahren läuft der Spengler Cup

auch im Mutterland des Eishockeys auf

den TV-Bildschirmen.

Siegesserie wiederholen

Doch wie kann eine zusammengewürfelte

Mannschaft, dessen Kader oft

erst wenige Tage vor dem Turnierstart

feststeht, etablierten Clubmannschaften

Paroli bieten? Das Erfolgsrezept

der Kanadier lässt sich auf ihre Mentalität

und ihre individuelle Klasse zurückführen.

Wer das «Maple Leaf» auf

seiner Brust trägt, will für sein Land

gewinnen.

Das charakteristische Blatt des Zucker-Ahorns

kennzeichnet bereits seit

dem 19. Jahrhundert die Kanadier und

zählt nicht nur in Eishockeyfachkreisen

zu den bekanntesten Nationalsymbolen

der Welt. Die Farben Rot und Weiss sind

hingegen erst kurz vor der Geburtsstunde

des Spengler Cup im Jahr 1921

dazugekommen.

Die Menschen in Kanada gelten generell

als sehr freundlich und höflich. Das

Eishockeyspielen scheint dem Volk ohne

übertriebene Talentförderung in die

Wiege gelegt zu sein. Aufwachsen mit

einer kleinen Eisfläche im Hintergarten

gehört zum Alltag.


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2018: DAS SIND DIE TEAMS

35

Die Beliebtheit bei den Fans ist naturgemäss

mit den Erfolgen der Nationalmannschaft

bei den grossen internationalen

Turnieren gewachsen. Dennoch

lockt die kanadische Auswahl ihre Anhängerschaft

mit einer weiteren Facette

zum Jahresausklang ins Landwassertal.

Man kennt den Grossteil der

Spieler von ihren Clubmannschaften,

was abseits vom Hockey Club Davos bei

den weiteren Teilnehmern nicht immer

der Fall ist.

Möchte das Team Canada in Davos endgültig

den Ton angeben, kann mit dem

16. Turniersieg in diesem Jahr ein neuer

Rekord gesetzt werden. Mit den Siegen

in den letzten drei Jahren schloss

man zu Gastgeber Davos auf, diesmal

haben die Nordamerikaner den Blinker

gesetzt. Und unmöglich scheint der

vierte Sieg en-suite auf keinen Fall. Vor

zwanzig Jahren hiess der Turniersieger

in den Auflagen 1995 bis 1998 ebenfalls

viermal in Folge Team Canada.

: Der ganze Stolz, für Kanada spielen und siegen zu dürfen, ist den Spielern ins Gesicht geschrieben.

Das von vielen Fans gewünschte Traum-

Finale gegen den Hockey Club Davos gab

es in der Geschichte insgesamt achtmal.

Eines steht bereits vor dem Beginn

der 92. Auflage des Spengler Cup in

Davos fest: Die rot-weissen Fanartikel

werden sich wie jedes Jahr zum Bestseller

entwickeln.

: Team Canada kennt die Sieger-Zeremonie beim Spengler Cup.

Eishockeyland Kanada

Nachwuchsligen auf höchstem Niveau

Der seit 1994 in dieser Form agierende Dachverband Hockey Canada mit seinem

Hauptsitz in Calgary sowie einer Zweigstelle in Ottawa kümmert sich neben den

Agenden der Nationalmannschaften hauptsächlich um diverse Nachwuchsligen.

Aus der Schmiede der erstklassigen Junioren-Eishockey-Ligen stammen auch die

meisten erfolgreichen kanadischen Spieler. Die beim Spengler Cup aktiven Cracks

haben ihre Wurzeln meist ebenfalls in diesem professionell ausgerichteten Konstrukt,

das unter dem Namen Canadian Development Model propagiert wird.


Spengler Cup Davos 2018

: Fokussiert blicken die Cracks auf die Spiele in Davos.

: DEL-Tiger im Schmuckkästchen

Die Rolle des Aussenseiters macht die Thomas Sabo Ice Tigers Nürnberg gefährlich.

Bei ihrer Turnierpremiere ist den Deutschen, die in ihrer Heimat weiterhin auf den

ersten Meistertitel lauern, mehr als eine Statistenrolle zuzutrauen.

Als Gründungmitglied gehört

der Club seit 1994 der Deutschen

Eishockey Liga (DEL)

an; er basiert auf den Grundsteinen

des 1980 gegründeten EHC 80

Nürnberg. Im Vergleich zur 92-jährigen

Geschichte des Spengler Cup ist der

Verein ein regelrechter Jungspund, und

vielleicht blieb den Nürnbergern gerade

deshalb ein Titelgewinn im Konzert der

Grossen bislang verwehrt.

Die Einladung, in diesem Jahr beim

Spengler Cup dabei zu sein, löste bei den

Franken enorme Emotionen aus. Der

Hauptsponsor – der Schmuckunternehmer

Thomas Sabo – sprach von einer

riesigen Auszeichnung und einer grossen

Ehre. Dieser Wertschätzung möchten

die Nürnberger mit ambitionierten

Leistungen begegnen, und sie werden alles

daransetzen, ihr Können im Davoser

Schmuckkästchen Vaillant Arena glänzend

zu präsentieren.

Bereits sehr früh, in den 1930er-Jahren,

entwickelte sich die Stadt Nürnberg

durch die Turnbewegung mit ihren

Arbeitersportvereinen zur Sporthochburg.

Nach einer durchwachsenen Zeit

gelingt es den Nürnberger Vereinen seit

der Jahrtausendwende, in allen populären

Mannschaftssportarten erfolgreich

zu arbeiten. Stadtkrösus ist der

in der deutschen Bundesliga vertretene

Fussballclub 1. FC Nürnberg.

Lebenswertes Nürnberg

Gut eine halbe Million Menschen leben

in Nürnberg und die Tendenz deutet auf

weiteres Wachstum hin. Gefallen am

Leben in Bayerns zweitgrösster Stadt

finden allerdings keineswegs nur Sportfans:

Nürnberg gehört dem elitären Kreis

der 25 Städte mit der weltweit höchsten

Lebensqualität an. Wirtschaft lich

stellt die Dienstleistungs branche eine

tragende Säule dar, aber auch Messen

wie die weltgrösste Fachmesse der

Spielwarenbranche sind für Nürnberg

von grosser Bedeutung.

Bedeutungsvoll wäre auch ein Titelgewinn

der Thomas Sabo Nürnberg Ice

Tigers (NIT). Seit 2001 scheiterten sie

unglaubliche 13 Mal im Viertelfinale. Zuletzt

tasteten sich die Ice Tigers zweimal

in Folge immerhin bis ins Halbfinale

vor. In den Jahren 1999 und 2007 stand

die Mannschaft im Finale, konnte jedoch

nie den Pokal in die Höhe stemmen.

Beim Spengler Cup werden die NIT, wie

in der Regel auch stets ihre Landesvertreter,

als Aussenseiter gehandelt. Erst

sechsmal konnte eine deutsche Mann-


2018: DAS SIND DIE TEAMS

37

: Beim Spengler Cup in Davos betreten die

Thomas Sabo Ice Tigers aus Nürnberg Neuland.

Der Stellenwert des Turniersiegs in

heutiger Zeit ist mit jenem aus den Ursprungsjahren

nicht gleichzusetzen,

doch die Werte Tradition und Renomschaft

das Traditionsturnier gewinnen.

Vor 19 Jahren gelang den Kölner Haien

als bislang letztem deutschen Team

den Turniersieg, und seitdem schaffte

es auch kein DEL-Vertreter mehr in das

Endspiel.

Bei der allerersten Spengler Cup-Austragung,

die wegen starker Schneefälle

und Lawinenniedergänge erst am Neujahrstag

1924 endete, scheiterte der

Berliner SC im Finale an der Oxford University.

Ein Jahr später lancierten die

Deutschen mit dem Sieg gegen Gastgeber

Davos die Erfolgsgeschichte des

Traditionsturniers. Auf einen Schlag

wurde die kleine Stadt in den Bergen

zum Eishockeyzentrum Europas, und

: Die Fans stehen hinter den Thomas Sabo Ice Tigers.

lange Zeit galt der Spengler Cup-Gewinner

als ungekrönter Europameister.

mee blieben erhalten. Und vielleicht ist

die Zeit reif für eine faustdicke Überraschung

der Thomas Sabo Ice Tigers

Nürnberg, die sich in der vergangenen

Saison auch erstmals für die Champions

Hockey League qualifiziert haben.

Eishockeyland Deutschland

Den richtigen Weg eingeschlagen

Wirtschaftliche Aspekte zwangen das deutsche Eishockey zu einer Reform und

im Jahr 1994 zur Gründung der Deutschen Eishockey Liga (DEL). Nach holprigem

Start – bereits in der Premierensaison galt es, einen Konkursfall zu verdauen –

etablierte sich die heute 14 Teams umfassende nationale Spielklasse.

In der jüngsten Geschichte hat der EHC Red Bull München, der sich in den letzten

drei Saisonen zum Meister krönte, die Jagd auf die mit sieben Titeln erfolgreichste

DEL-Equipe Eisbären Berlin aufgenommen. Den Nürnberg Ice Tigers hingegen gelang

der grosse Coup bislang noch nicht.


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2018: DAS SIND DIE TEAMS

39

: Konzentriert wollen die Bündner zurück an die Spengler Cup-Spitze.

: Geschichtsträchtiger Gastgeber

Recht geplagt fühlen sich die Anhänger des Davoser Hockeys. Die alleinige Vorherrschaft

beim Spengler Cup ging vergangenes Jahr verloren und auch in der Meisterschaft

bekamen die Bündner eins aufs Auge. Nun aber gilt: Der Hockey Club Davos will wieder

mehr als nur ein guter Gastgeber sein.

Im Jahr 1923 begann mit der

Erstauflage des Spengler

Cup der Aufbau von Tradition

und Mythos. Diese

beiden Begriffe begleiten sowohl das

Turnier in seiner 92. Auflage wie auch

den 97-jährigen Hockey Club Davos. Im

fünften Turnierjahr gelang dem Gastgeber

1927 zum ersten Mal der Sieg.

Unmittelbar davor feierte der heutige

Schweizer Rekordmeister seinen ersten

Meistertitel – bis heute konnten 30

nachgelegt werden.

Seit 1996 hat das Davoser Eishockey

mit Cheftrainer Arno Del Curto ein

prägendes Gesicht. Der Familienvater

wirkt beim HC Davos seit mehr als zwei

Jahrzehnten auch als «Eishockeyvater».

Nicht unumstritten, jedoch mit grossem

Respekt von allen Seiten arbeitet der

in St. Moritz geborene Del Curto hart

am Erfolg der Bündner. Ein halbes Dutzend

Meistertitel sowie fünf Spengler

Cup-Siege darf sich die Gallionsfigur

auf ihre Fahnen heften. Seit dem Gewinn

der Meisterschaft im Jahr 2015

und dem Turniererfolg 2011 blieben den

Bündnern allerdings Titel verwehrt.

Der Sommer 2018 war in der Schweiz

besonders heiss – und für die HCD-Männer

dauerte er besonders lange, denn

im Playoffviertelfinale war gegen Biel

Schluss. So früh war eine Saison der

Del-Curto-Schützlinge seit dem Jahr

2014 nicht mehr zu Ende gegangen. Einziger

Lichtblick: Damals folgte auf einen

langen Sommer der (bislang letzte)

Meistertitel!

Davos begeistert die Eishockeywelt

Dass der Club in der Altjahrwoche zum

Mekka seines Sports wird und für internationales

Aufsehen sorgt, hat viele

Gründe. Am selben Ort, wo zu den Anfängen

der Davoser Eishockeygeschichte

das Spielfeld nur mit rund zehn Zentimeter

hohen Holzriemen begrenzt wurde,

steht heute eine der eindrucksvollsten

Eishallen Europas. Spieler und Fans,

welche die Holzkonstruktion von aussen

noch kaltlässt, werden spätestens

beim Betreten des Stadions von der

besonderen Atmosphäre überwältigt.

Doch die ambitionierte Architektur ist

bei Weitem nicht die einzige Trumpfkarte

der Spengler Cup-Organisatoren.

Seit 1890 die Eisenbahnlinie nach Landquart

entstand, wurden Hotels und Vil-


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2018: DAS SIND DIE TEAMS

41

len in grosser Zahl errichtet. Die Menschen

zog es in das auf 1 560 Meter ü. M.

liegende und gesellschaftlich aufstrebende

Davos. Neben dem gesundheitsfördernden

Klima der Höhenluft, das

vor allem für Sanatorien interessant

war, entwickelte sich das Landwassertal

zu einer der bekanntesten Ferienregionen

der Schweiz. Und auch der Eishockeysport

begeistert die Menschen

und Gäste der knapp 12 000 Einwohner

starken Stadt seit eh und je.

In diesem Jahr soll Eishockey am Silvestertag

auf jeden Fall nicht wie die

vorigen fünf Male ohne die Mannschaft

des Hockey Club Davos stattfinden.

Gleich am Eröffnungstag müssen sich

die Davoser gegen den ewigen Rivalen

Team Canada behaupten. Mit der

kanadischen Auswahl, welche die letzten

drei Turnierauflagen gewann, teilt

sich der Gastgeber derzeit den Rekord

von 15 Spengler Cup-Siegen. Der letzte

Silvestereinsatz des Gastgebers datiert

von 2012, als er dem kanadischen

Starensemble (in Zeiten des Lockout)

im Finale unterlag.

: Heimspiel für den Hockey Club Davos: Die Gardarobe bleibt für den Spengler Cup unverändert.

Die volle Unterstützung der Fans ist

dem HC Davos gewiss, denn die gelbblaue

Passion ist in der gesamten

Schweiz verbreitet. Dies, gepaart mit

den internationalen Gästen, macht den

Spengler Cup zu einem einzigartigen

Fest unter Eishockeyfreunden.

: Der Blick ist nach oben gerichtet. : Spengler Cup bringt der Stadt die Eiszeit.

Eishockeyland Schweiz

Ganz starker WM-Auftritt

Die Schweiz erntet Eishockeyfrüchte! Das bestätigten die «Eisgenossen» bei der

Weltmeisterschaft 2018 in Dänemark, wo das Endspiel gegen den amtierenden

Weltmeister Schweden nach einem Remis erst in einem Penaltykrimi verloren ging.

Ein Erfolg mit Ausrufezeichen für den Eishockeysport.

In der Schweiz steht Eishockey mit Fussball auf einer Stufe und erfreut sich grosser

Beliebtheit. Die höchste Spielklasse umfasst zwölf Mannschaften und konnte

zuletzt von den ZSC Lions aus Zürich gewonnen werden. Publikumskrösus ist der

SC Bern mit einer Stadionauslastung von 96 Prozent und einem Schnitt von über

16 000 Zuschauern.


: Get-together im EISDome


GLANZ UND GLORIA

43

: Viel Wärme im EISDome

Die Catering Services Migros, und damit einer der grössten Caterer in der Ostschweiz,

hat ein über Jahre angestrebtes Ziel erreicht und ist in eine neue Dimension vorgestossen.

Seit 2017 macht die Catering Services Migros das Eishockey-Vergnügen Spengler Cup

kulinarisch zum Erlebnis.

Stark und erfolgreich auf dem Eis in der

Vaillant Arena, erstklassig und freundlich

im VIP-Zelt EISDome im Kurpark

Davos. Die Parallelen zwischen Eishockey

und Catering enden nicht mit der

ersten Puckberührung. «Mit Mittagund

Abendessen hatten wir jeden Tag

zwei Wettkämpfe vor uns. Es war für

uns wie für Sportler vor Grossanlässen:

Wir waren motiviert bis in die Fingerspitzen»,

so Corinne Schürer, Projektleiterin

Spengler Cup bei der Migros

Ostschweiz.

Freundliches Personal, warme

Atmosphäre

Vieles hatte sich hinsichtlich des Spengler

Cup 2017 geändert. Zwei Dinge stachen

besonders heraus: die Freundlichkeit

des Personals und die warme

Atmosphäre des VIP-Bereichs. Die

Gäste erwartete im EISDome ein überarbeitetes

Raumkonzept – hochwertig,

authentisch und gemütlich. Auffallend

waren die neuen Raumtrenner: Konstruktionen

aus Holz, geschreinert von

der Migros-Schreinerei.

Ein Projekt, das begeistert

Das Spengler Cup-Catering zu übernehmen

war für die Migros ein spannendes,

über Jahre angestrebtes Ziel.

«Bei uns waren alle rund 100 ins Projekt

involvierten Personen sofort begeistert,

für den Spengler Cup arbeiten

zu dürfen», erzählt Sales-Managerin

Marion Rein. Um dem Spengler Cup-

Gast den besten Service zu bieten,

wurden sämtliche Prozesse im Vorfeld

bis ins Detail mehrfach getestet. In

den Vorbereitungen wurde viel mit Bildern

gearbeitet, und mit den Einsatzleitern

stand Corinne Schürer schon

Wochen vor dem Termin permanent

im Austausch. Alles funktionierte reibungslos

– ab dem ersten Kaffee, der

über den Tresen ging. Die Spannung

war gross, doch Zeit, nervös zu werden,

hatte Corinne Schürer nicht: «Alles

ging Schlag auf Schlag.» Die Teammitglieder,

von der Küchencrew bis hin zu

den Logistikleuten, unterstützten sich

gegenseitig. «Hier wird beim Service die

hohe Schule der Hotellerie angewandt.

Das freut mich besonders», so Schürer.

Das Spengler Cup-Catering ist somit

auf höchstem Niveau.

Schöne Buffets, zuvorkommender

Service

Beim Spengler Cup 2017 passte alles:

faszinierende Spiele, gutes Essen, eine

einzigartige Stimmung und Wintertage

wie aus dem Bilderbuch. Der anhaltende

Schneefall und die Überquerung

des Wolfgangpasses waren logistische

Herausforderungen; dennoch sorgte

die Migros stets für Nachschub. Die

Gäste waren begeistert vom Essen. Viel

Wert legte man auf Regionalität und

Qualität, und man gliederte das Essen

in die drei Drittel Vorspeisen, Hauptgang

und Dessert. Das Live-Cooking,

bei dem die Köche Speisen vor den Augen

der Gäste frisch zubereiteten, kam

besonders gut an – aber die schönen

Buffets und der auch in Spitzenzeiten

zuvorkommende, schnelle und sympathische

Service ebenso.

Zwei «Cateringwettkämpfe» pro Tag

Die tägliche Verpflegung war und ist

auch in Zukunft eine logistische Grossaufgabe.

Das Mittag- und das Abendessen

sind wie zwei Wettkämpfe pro

Tag. Dazwischen wird abgeräumt, geputzt,

das Gedeck neu platziert, die

Tische frisch gedeckt sowie das Buffet

neu arrangiert. Das 130-köpfige Team

verköstigt auf beiden Stockwerken des

VIP-Bereichs vor dem Nachmittags- und

dem Abendspiel jeweils 1 800 Personen.

Zusätzlich werden die rund 50 Staffmitglieder

der Sponsoren sowie die

130 Migros-Mitarbeiter verpflegt.

Thema jedes Kundengesprächs

Das Spengler Cup-Catering erfreut die

Migros über die Premiere hinaus. Bei

den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern

ist es ein Projekt, das mit viel Herzblut

gelebt wird. «Den Spengler Cup erwähne

ich bei jedem Kundengespräch mit

Stolz», verrät Marion Rein: «Spengler

Cup und Migros-Catering, das ist die

beste Kombination, die wir uns vorstellen

können.»

Gäste sollen sich wohlfühlen

Auch im Vorfeld des Spengler Cup

2018 treffen sich Marion Rein, Corinne

Schürer und Jacqueline Kühne (Projektleiterin

des Spengler Cup Davos) regelmässig.

Die gelungene Premiere der

beiden Partner spornt an. «Für uns ist

es wichtig, an das Vorjahr anzuknüpfen.

Dass sich die Gäste unserer Sponsoren

im EISDome wohlfühlen, ist für uns essenziell»,

betont Jacqueline Kühne. Ein

Ziel, das die Migros teilt: «Wir freuen

uns bereits auf den Spengler Cup 2018

und möchten unsere Gäste erneut

überraschen und begeistern.»

Neuer Hauptgang und neue

Dessertkreationen

2018 wird die Migros mit neuen Hauptgang-

und Dessertkreationen begeistern.

Die Gäste werden wieder fasziniert

sein von der Präsentation und der

Vielfalt der Speisen. Corinne Schürer ist

bereits voller Vorfreude: «Wir schlagen

2018 ein weiteres Kapitel in der emotionalen

Geschichte mit dem Spengler Cup

auf. Wir sind alle bereit, erneut unsere

Bestleistung abzurufen.»


: Sidney Crosby

Eishockeystürmer der Pittsburgh

Penguins in der NHL

« Der Spengler Cup Davos in der unglaublich

schönen Vaillant Arena ist jedes Jahr ein

Eishockeyhighlight, das ich so oft wie möglich

live im Fernsehen verfolge.»


Spengler Cup Davos 2018

: Einzigartige Belohnung

für harte Arbeit

Mit dem Finnen Anssi Salonen, dem US-amerikanisch-britischen Doppelbürger

Mark Lemelin sowie den Schweizern Daniel Stricker und Tobias Wehrli feierten vier

der fünf Headschiedsrichter des Spengler Cup 2017 einige Monate später bei

Olympia in Pyeongchang (Südkorea) ihre Karrierehöhepunkte.

Vaillant Arena zwischen Weihnachten

und Neujahr: tolle Stimmung, Spiele

auf höchstem Niveau und Referees,

welche die Spiele mit viel Engagement

und äusserst souverän leiten. Das Einzigartige

dabei ist, dass verschiedene

Eishockeykulturen aufeinandertreffen.

«Das ist eine optimale Vorbereitung

auf internationale Einsätze», so Daniel

Stricker. «Alle sind mit Freude dabei,

was auch auf die Zusammenarbeit mit

den Schiedsrichtern ausstrahlt und

es uns auch ermöglicht, das Turnier zu

geniessen.» Der neunfache Spengler

Cup-Teilnehmer Tobias Wehrli, der 2015

und 2016 jeweils das Finale der A-Weltmeisterschaft

leitete, unterstreicht:

«Am Spengler Cup dabei zu sein, ist jedes

Jahr wieder etwas Spezielles.»

Familiär statt zurückgezogen

Bei Meisterschaften kommen Schiedsrichter

kaum miteinander in Kontakt,

denn nach den Spielen verabschieden

sie sich in alle Himmelsrichtungen voneinander.

In Davos hingegen bleibt Zeit,

sich neben dem Eis näher kennenzulernen

und besondere Spielsituationen zu

diskutieren. Das familiäre Klima wird

auch von den ausländischen Referees

geschätzt, etwa vom US-amerikanischbritischen

Doppelbürger Mark Lemelin

bei seiner Spengler Cup-Premiere: «Dass

wir Referees uns mit den Familien der

anderen Referees treffen, kommt nicht

oft vor und ist sehr bereichernd.»

Stolz auf Spieler und Funktionäre

Der soziale Höhepunkt für die Schiedsrichter

ist der Schatzalpevent, bei dem

sich am 29. Dezember Spieler, Manager,

Sponsoren und Gäste aus der Eishockeywelt

zum zwanglosen Austausch

treffen. Aus dem Jahr 2017 wird Tobias

Wehrli vor allem das Interview mit dem

ehemaligen NHL-Star Mark Streit in

Erinnerung bleiben. Es sei für ihn sehr

eindrücklich gewesen, welch starken

Bezug Streit zur Schweiz habe: «Wir

Schweizer können stolz auf Sportler

wie Mark Streit und Funktionäre wie

Welteishockeyverbandspräsident René

Fasel sein. Mit solchen Menschen zusammenzutreffen

und einen lockeren

Umgang miteinander zu pflegen, ist das

Faszinierende an unserem Leben.»

: Karrierehöhepunkt Olympia: Tobias Wehrli mit Mark Lemelin, der das olympische Endspiel leitete,

und Linesman Nicolas Fluri (von links).

Für Wehrli wie ein Märchen

Tobias Wehrli geht davon aus, dass

der Spengler Cup bei seiner Berücksichtigung

für Olympia einen Anteil

hatte: «Das Turnier ist ein weltweites

Aus hängeschild auf einem sportlich

guten Level. Es bringt die Qualität der

Schiedsrichter einen Schritt weiter

und beeinflusst die Gunst und ihren

Marktwert bestimmt. Mit der Olympiateilnahme

ging für mich ein Traum in Erfüllung.»

Schon als Linienrichter habe

er an die Chance, bei Olympia dabei zu

sein, geglaubt: «Doch solche Erfolge

sind schwierig zu planen: Im entscheidenden

Moment eine starke Leistung

zu zeigen, gehört ebenso dazu wie das

Quäntchen Glück.» Die Tatsache, dass

die Olympiareferees vorwiegend Profis


GLANZ UND GLORIA

47

: Die Spengler Cup-Schiedsrichter 2017, hinten (von links): Bernhard Kunz (SR-Betreuer), Andreas Fischer (SR-Manager), Tobias Wehrli, Mark Lemelin,

Anssi Salonen, Daniel Stricker, Stefan Eichmann, Andrin Stöhr (Betreuer), Robert Walter (Betreuer), Beat Kaufmann (SR-Manager); vorne (von links):

Balazs Kovacs, Nicolas Fluri, Roman Kaderli, Cedric Borga und David Obwegeser.

sind und nicht wie Tobias Wehrli einem

bürgerlichen Beruf nachgehen, verringerte

die Wahrscheinlichkeit einer Teilnahme

zusätzlich. «Es war beinahe wie

ein Märchen», so Wehrli.

Unglaubliche Erfahrungen

Auch für den Finnen Anssi Salonen ging

ein Traum in Erfüllung: «Dass ich innerhalb

weniger Monate sowohl beim

Spengler Cup wie auch bei Olympia auf

dem Eis stand, ist unglaublich. Ich bin

zu hundert Prozent der grösste Eishockeyfan

der Welt und jetzt stehen die

beiden Turniere in meinem Lebenslauf.»

Der Spengler Cup sei eine faszinierende

Erfahrung gewesen und auch bei Olympia

habe es nur einen weniger schönen

Punkt gegeben, so der Familienvater:

«Die grosse Distanz zu meiner Familie,

die ich sehr vermisste.»

Wichtiger gegenseitiger Austausch

«Wir haben bei Olympia die Spieler

des Team Canada oder einige aus der

Schweiz wiedergesehen und uns deshalb

auch etwas an den Spengler Cup

zurückerinnert», erzählt Tobias Wehrli.

Daniel Stricker lacht: «Bei Olympia war

dann natürlich auch unsere Schlittenfahrt

von der Schatzalp ins Tal ein Thema.»

Wie beim Spengler Cup nutzten

die Schiedsrichter auch bei Olympia die

Möglichkeit, sich gegenseitig auszutauschen.

Besonders bei Events wie dem

Spengler Cup oder den Olympischen

Spielen, an denen Spieler teilnehmen,

mit deren Art man nicht vertraut sei,

seien Erkenntnisse wichtig, um auf dem

Weg zu bleiben, die besten Blickwinkel

zu erhalten und die richtigen Entscheidungen

zu treffen, so Mark Lemelin.

«In solchen Gesprächen diskutieren wir

über Tendenzen von Spielern und die

Art des Spiels, die verschiedene Teams

spielen könnten. Wir gehen nicht mit

Vorurteilen ins Spiel. Doch die gemeinsamen

Gespräche helfen uns bei der

Positionierung», erklärt Lemelin, der in

Pyeongchang schliesslich das olympische

Finale leiten konnte.

Sportlich ein Highlight

Überhaupt sei Olympia ein sehr schöner

Event gewesen. Als Magnet habe

das Eishockey gewirkt, doch noch viel

schöner sei das Miteinander unter verschiedenen

Sportarten, so Wehrli: «Wir

sassen beim Frühstück mit Menschen

zusammen, die später die Langlaufevents

besuchten, trafen zum Beispiel

Skispringer und somit Sportler, mit

denen wir sonst nie zusammenkämen»,

erzählt er. «Und ich hatte sogar Zeit,

andere Events zu verfolgen. Das war

toll», ergänzt Lemelin.

Olympia wie auch der Spengler Cup

seien emotional sehr positiv gewesen:

«Alle waren happy, dass auch der andere

bei Olympia dabei sein konnte.»

Sportlich ordnet Stricker Olympia für

sich als Karrierehöhepunkt ein: «Ich

habe in kürzester Zeit so viele Dinge

erlebt, dass ich bei so vielen Eindrücken

gar nicht alles richtig geniessen

konnte.» Doch emotional seien es auf

dem Weg Richtung Olympia für ihn, der


Der 92. Spengler Cup

Sieger kommt aus der

Gruppe Cattini.

Wetten und den Schweizer

Sport unterstützen.


GLANZ UND GLORIA

49

erst im Alter von 16 Jahren das erste

Mal Schlittschuh lief, ganz andere Momente

gewesen, die ihn glücklich machten:

«Die erste Spengler Cup-Teilnahme

zum Beispiel.»

Das Streben nach dem perfekten Spiel

Für Tobias Wehrli wird die Olympiateilnahme

einzigartig bleiben. Er trat im Juli

2018 nach 26 Jahren als Schiedsrichter

zurück: «Der Entscheid ist mir nicht

leichtgefallen. Stop at the top – dies

habe ich mir vor vielen Jahren als Ziel gesetzt.

Nach einer Saison wie derjenigen

2017/18 – Spengler Cup, Finalspiel in der

National League, A-Weltmeisterschaft

und Olympische Spiele – sowie den erreichten

Highlights über die Jahre kann

ich nun sagen: ‹Mission completed›. Ich

werde immer mit Freude und Stolz auf

meine aktive Schiedsrichterkarriere

zurückblicken.»

Spengler Cup und an Olympia: «Wir

Referees streben nach dem perfekten

Spiel, das nie passieren wird. Aber

Spengler Cup und Olympia sind eine Art

Belohnung für die Arbeit, die während

der Saison in der Heimliga geleistet

wird. Spengler Cup und Olympia waren

eine grossartige Erfahrung und ich

werde mich an beide Ereignisse immer

erinnern und sie schätzen.»

Stricker, Salonen und Lemelin hoffen

auf ein erneutes Olympiaaufgebot in

vier Jahren. Alle drei würden sich zudem

über einen erneuten Spengler

Cup- Einsatz freuen, wie Daniel Stricker

betont: «Wir hatten tolle, unglaubliche

Erfahrungen und würden Weihnachten

gerne wieder in Davos verbringen.» «Es

ist einfach ein wunderbarer Ort», fügt

Anssi Salonen hinzu, und Mark Lemelin

ist dankbar für seine Teilnahmen am

: Tobias Wehrli bei seinem neunten und letzten Spengler Cup als Schiedsrichter.

Mark Lemelin

Der Finalreferee

Mark Lemelin pfiff sich nach dem Spengler Cup bis ins Olympiaendspiel. Der 36-Jährige,

der 58 Partien in der National Hockey League, der NHL, leitete und die vergangene

Saison in der österreichischen EBEL als Headschiedsrichter aktiv war, ist

seit der Saison 2018/19 Fulltime-Referee von Swiss Ice Hockey. Er ist bestrebt,

auch in vier Jahren wieder bei Olympia im Einsatz zu sein: «Zudem will ich anderen

Schiedsrichtern helfen, höhere Ebenen zu erreichen, indem ich meine vergangenen

Erfahrungen weitergebe», so Lemelin.

Mark Lemelin wurde auf der Air Force Base in Kirtland im US-Bundesstaat New

Mexico geboren. Als er zehn Jahre alt war, zog seine Familie nach Saudi-Arabien –

ein ungewöhnlicher Ort zum Eishockeyspielen. Doch Mark und sein Vater Jacques

taten dies auf einem Eisfeld, das nicht einmal ein Drittel so gross war wie das

europäische. Nach der Rückkehr nach Albuquerque (New Mexico) wurde er bereits

im Alter von 14 Jahren Schiedsrichter.


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Triathletin, Olympiasiegerin und sechsfache Europameisterin

« Einzelsportler sehnen sich gelegentlich danach, Mannschaftssportler

zu sein – und umgekehrt. Was mich am Eishockey

fasziniert, sind der Teamgedanke, das Zusammenspiel der

Akteure, das Tempo und die Spannung – alljährlich am Spengler

Cup Davos mitzuerleben.»


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: Mathias Eggenberger

Golfprofi

« Als Golfprofi fühle ich mich auf dem Golfplatz gelegentlich

auch wie auf Eis. Den Spengler Cup Davos verfolge ich seit

jeher. Für mich als Sportgymnasiast in Davos wurde er

dann so etwas wie ein zweites Zuhause. Faszinierend ist,

wie er sich in den Medien und vor allem live verändert hat.

Der Spengler Cup ist für Spieler und Zuschauer zu einem

Gesamt erlebnis geworden. Ein Anlass, den man nicht verpassen

darf.»


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55

«Der Spengler Cup bedeutet

für mich Heimat»

Jann Billeter gehört für viele Fernsehzuschauerinnen und -zuschauer zum Spengler Cup

wie Arno Del Curto zum Hockey Club Davos. Nach vierjähriger Pause kehrt er zurück

zum Turnier, das er seit Kindstagen verfolgt. Und so schliesst er auch 2018 wieder neue

Erinnerungen in sein Eishockeyherz.

: Jann Billeter, Sie wurden quasi mit

Eishockey im Blut geboren. Können Sie

das genauer erklären?

Billeter: In Davos bin ich geboren und

aufgewachsen. Ein Steinwurf von der

Eisbahn entfernt, haben meine Grosseltern

ein Hotel geführt. Es ist seit

1947 im Familienbesitz. Als Kind habe

ich viel Zeit dort verbracht und das Eishockeyleben

rundherum mitbekommen.

Kein Wunder also, jagte ich schon als

Fünfjähriger dem Puck hinterher. Ich

weiss auch noch gut, wie die Fotografen

jeweils aufs Hoteldach gestiegen sind,

um einen guten Blick auf die offene Eisbahn

zu haben. Später hat mein Onkel

das Hotel übernommen und heute führt

es mein Cousin in dritter Generation.

: Welche Bedeutung hat der Spengler

Cup für Sie?

Billeter: Zum Turnier und zur Davoser

Eisbahn habe ich eine enge Beziehung.

Ich verbinde damit viele Kindheits- und

Jugenderinnerungen. Während den sechs

Tagen ist richtig viel los und alles konzentriert

sich ums Stadion. Viele weggezogene

Bündner kommen dann nach

Hause, um Familie und Freunde zu besuchen.

Auch ich gehöre dazu, da ich seit

25 Jahren nicht mehr in Davos wohne.

Also einfach gesagt: Der Spengler Cup

bedeutet für mich Heimat.

: Aus welchen Blickwinkeln haben Sie

das Turnier bereits erlebt?

Billeter: Schon in allen möglichen Rollen.

Als kleiner Junge durfte ich einer Mannschaft

als Betreuer zur Seite stehen.

Ich habe den Spielern die Stöcke hinterhergetragen

oder Schuhbändel organisiert.

Später konnte ich den Profis

als Lokalradiojournalist auf den Zahn

fühlen. Und in den 21 Jahren, in denen

ich bei Schweizer Radio und Fernsehen

arbeite, bin ich als Fernsehreporter,

Moderator oder Kommentator zum

Einsatz gekommen.

: Hat sich das Turnier in all den Jahren,

in denen Sie es kennen und begleiten,

verändert?

Billeter: Am Spengler Cup treffen sich

Spitzenhockeyteams und spielen knapp

eine Woche lang ein Turnier. In diesem

Sinne ist sich der Spengler Cup treu

geblieben. Die lockere Stimmung unter

den Spielern, die tolle Atmosphäre in

der Vaillant Arena und erstklassiges

Eishockey sind das Erfolgsrezept.

: Die letzten vier Jahre hat Sie das

SRF-Publikum nicht am Spengler Cup

gesehen. Nun kehren Sie als Moderator

des Begleitprogramms zurück.

Billeter: Genau. Nach 15 Jahren Spengler

Cup als Kommentator oder Moderator

gönnte ich mir diese vier Jahre

Absenz, um mehr Zeit mit der Familie

zu verbringen. Doch da mein Sohn Eishockey

spielt, ist er mittlerweile auch

während den Feiertagen beschäftigt.

Live miterleben

Jann Billeter: «Ich erlebte den Spengler Cup bereits

in allen möglichen Rollen – vom Betreuer über den

Zuseher bis zum Kommentator.»

Der Spengler Cup live auf

SRF zwei, Radio SRF 3 und srf.ch

Zudem kommentiere ich diesen Winter

kein Ski alpin, was mir die Möglichkeit

gibt, mich noch mehr fürs Eishockey

zu engagieren. Ich freue mich sehr,

das Geschehen rund um den Spengler

Cup wieder ganz nah mitzuerleben und

möchte dem TV-Publikum gute Sendungen

bieten.

Als Radio- und TV-Partner berichtet SRF umfassend über den Spengler Cup und

zeigt alle Spiele live. Für SRF zwei kommentieren Stefan Bürer und Claude Jaggi.

Jann Billeter und Paddy Kälin führen täglich durch das Programm und begrüssen

prominente Gäste zum persönlichen Gespräch. Radio SRF 3 berichtet von den

HCD-Spielen und dem Finale mit Live-Einschaltungen aus Davos. Auch online können

die Spiele live mitverfolgt werden – auf srf.ch/sport und in der SRF Sport App.


Spengler Cup Davos 2018

Die 1940er-Jahre – in den Abgrund

und (langsam) wieder heraus

Als im September 1939 der zweite weltweite Konflikt innerhalb einer Generation ausbrach,

erklärte sich die Schweiz wie im Ersten Weltkrieg für neutral. Faktisch hätte

eine andere Entscheidung als eine Neutralitätserklärung weltweit sicherlich grosses

Erstaunen ausgelöst. Schliesslich hatte sich die Schweiz traditionell stets auf ihre

Neutralität berufen. Die Schweizer Neutralität war nicht nur auf internationaler Ebene,

zunächst in der Schlussakte des Wiener Kongresses und dann erneut 1919, anerkannt,

sondern bestand auch länger als bei jedem anderen Land.

Gleichzeitig verstärkte

die Schweiz ihre nationale

Verteidigung. Denn wie die Besetzung

anderer neutralen Länder durch deutsche

Truppen zeigen würde, bedeutete

auch eine international anerkannte

Neutralität keinen Schutz vor einem

potenziellen Angriff. Ausserdem war,

als deutsche Truppen 1940 die Niederlande,

Belgien, Luxemburg und Frankreich

besetzten und Italien auf der

Seite Deutschlands in den Krieg eintrat,

die Schweiz vollständig von Achsenmächten

eingeschlossen.

Kriegsmobilmachung in der Schweiz

Am 1. September 1939 fällte der Bundesrat

den Entscheid zur Kriegsmobilmachung.

Es rückten 450 000 Soldaten

und 200 000 hilfsdienstpflichtige Männer

in den Aktivdienst ein. Während

sich die Armeekosten des Landes im

Jahr 1939 bereits auf rund 55 Prozent

des gesamten Bundeshaushalts beliefen,

stiegen sie in den Jahren 1940/41

auf etwa 80 Prozent. Die Kosten für

die Landesverteidigung von 1939 bis

1945 betrugen 11,2 Milliarden Schweizer

Franken. Zu deren Finanzierung führte

die Schweiz zum ersten Mal in ihrer Geschichte

eine Bundeseinkommens steuer

(«Wehrsteuer») ein. Die Eidgenossenschaft

wandte sich auch an die Finanzinstitute

des Landes, darunter die beiden

Vorgängerbanken von UBS, Schweizerischer

Bankverein (SBV) und Schweizerische

Bankgesellschaft (SBG). Zum Beispiel

beliefen sich bei der letzteren zu

Ende 1944 die Ausleihungen an Bund und

Bundesbahnen auf 288 Millionen Franken,

d. h. 38 Prozent der Aktiven der SBG

oder rund 3 Prozent der Bundesschuld.

Wirtschaftsbeziehungen

zu Deutschland

Bei den Beziehungen zu den kriegsführenden

Mächten wurden besonders die

Wirtschaftsbeziehungen zu Deutschland

zu einem zentralen Element der

internationalen Geschichte der Schweiz

während der Kriegsjahre. Vor 1939 war

Deutschland bereits lange ein wichtiger

Handelspartner für die Schweizer Wirtschaft

gewesen. Es wäre jedoch falsch

zu behaupten, dass sich die Schweiz

Blick in ein Büro der Schweizerischen Bankgesellschaft in ihrem Gebäude

an der Bahnhofstrasse 45 in Zürich um 1940.

während des Krieges freiwillig für eine

verstärkte Ausrichtung ihres Aussenhandels

auf Deutschland und eine Abkehr

von Grossbritannien und Frankreich

entschieden hätte. Angesichts

der Lage der Schweiz in einem von

Deutschland beherrschten Europa war

absehbar, dass eine Neuorientierung

des Aussenhandels erfolgen würde. Es

kam zu einem starken Rückgang des

Handels der Schweiz mit dem Westen,

während der Handel mit Deutschland

massive Zuwächse verzeichnete. Abgesehen

von den ökonomischen Aspekten

ist zu erwähnen, dass Deutschland


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57

Die Buchungsmaschine NCR 3000 stammt aus dem

Jahr 1942. Diese Geräte wurden in der Bank für die

Führung des Sammeljournals verwendet.

Das Schreibmaschinenmodell Hermes 5 wurde

von der Firma Paillard S.A. zwischen 1937 und

1943 hergestellt.

Die Einführung des Lochkartensystems

erfolgte bei der Schweizerischen Bankgesellschaft

Ende 1947.

aufgrund der Neutralität der Schweiz

und ihrer Stellung als internationaler

Finanz platz die Möglichkeit erhielt,

wichtige Finanzdienstleistungen von

seinem südlichen Nachbarn zu beziehen.

Noch Jahrzehnte nach Kriegsende waren

die Beziehungen der Schweiz zu

Deutschland während des Krieges und

die schrecklichen Auswirkungen der

menschenverachtenden Gewalttaten

des Nazi-Regimes in Deutschland und

weiten Teilen Europas Gegenstand heftiger

Debatten, die insbesondere auch

die Rolle der Schweizer Banken betrafen.

Zwischen 1996 und 1999 unterwarfen

sich Schweizer Banken einer einzigartigen

unabhängigen Untersuchung,

bei der nach potenziellen Vermögenswerten

von Holocaust-Opfern aus der

Zeit vor oder während des Zweiten

Weltkriegs gesucht wurde. Ungefähr

650 forensische Buchprüfer unter Aufsicht

eines früheren Vorsitzenden der

US-Notenbank und des «Unabhängigen

Ausschusses hochstehender Persönlichkeiten»

(ICEP) erhielten dabei uneingeschränkten

Zugang zu allen Kontoverbindungen

bei 63 Schweizer Banken.

Die vom ICEP gezogenen Schlussfolgerungen

ergaben, dass keine Beweise

für eine systematische Vernichtung

von Unterlagen über Bankkonten von

Opfern oder für eine organisierte Diskriminierung

von Verfolgten des Nazi-

Regimes existierten. Laut Aussage des

ICEP fanden sich jedoch Anhaltspunkte

für ein fragwürdiges und betrügerisches

Vorgehen einiger Banken bei der

Behandlung von Opferkonten. Im August

1998 wurde ein Vergleich geschlossen;

die formelle Vergleichsvereinbarung

trat am 30. März 1999 in Kraft.

Kriegsende und Nachkriegsjahre

Mit der bedingungslosen Kapitulation

sämtlicher deutscher Truppen ging der

Zweite Weltkrieg in Europa am 8. Mai

1945, in Fernost mit der bedingungslosen

Kapitulation der japanischen Truppen

am 2. September 1945 zu Ende.

Gesamthaft waren über 50 Staaten

und 110 Millionen Soldaten weltweit in

die Kämpfe verwickelt.

Die Nachkriegsjahre waren geprägt von

Entscheiden auf globaler Ebene, die bis

heute ihre Relevanz behalten haben.

Ein zentrales Ziel war, Übereinkommen

zu finden, um die Gefahr zukünftiger

Konflikte zu verringern, die friedliche

Zusammenarbeit der Staaten zu stärken

und die wirtschaftliche Lage in vielen

Ländern zu verbessern. Darunter

fielen u. a. die Gründung der Vereinten

Nationen (UNO) in San Francisco und

des Internationalen Währungsfonds

(IWF) und der Weltbank anlässlich der

Konferenz von Bretton Woods. In Paris

wurde die Organisation für europäische

wirtschaftliche Zusammenarbeit

OEEC, die später in OECD umbenannt

wird, gegründet und in Genf das Allgemeine

Zoll- und Handelsabkommen Gatt

(General Agreement on Tariffs and Trade)

unterzeichnet. In der Schweiz fiel

u. a. die Referendumsabstimmung über

die Alters- und Hinterlassenenversicherung

(AHV) in diese Jahre. Und für

die beiden Vorgängerbanken der heutigen

UBS waren diese Jahre durch die

Übernahme von zwei anderen Grossbanken,

der Eidgenössischen Bank oder

EIBA (durch die SBG) und der Basler

Handelsbank (durch den SBV), geprägt.

In den Nachkriegsjahren waren die meisten

Europäer in Bezug auf die künftige

Entwicklung in politischer und wirtschaftlicher

Hinsicht pessimistisch eingestellt.

In die Erleichterung über das

Ende des (mit 60 Millionen Toten) tödlichsten

aller Kriege in der Geschichte

der Menschheit mischte sich Unsicherheit

über die Auswirkungen des beginnenden

Kalten Krieges zwischen den

USA und der Sowjetunion. Zugleich konnte

man sich damals kaum vorstellen, wie

sich Europa aus dem wirtschaftlichen

Elend befreien sollte, in das der grösste

Teil des Kontinents infolge der Besetzung

durch Nazi-Deutschland gestürzt

worden war. Wirtschaftlich trat jedoch

Westeuropa bald in eine beispiellose und

ununterbrochene Wachstums phase ein,

die bis in die 1970er-Jahre hinein andauern

sollte.


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Ihre Karriere

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: Nico Hischier

Schweizer Eishockeyspieler bei den New Jersey Devils in der NHL

« Als Kind war der Spengler Cup Davos für mich immer ein Höhepunkt. Ich

sass oft gemeinsam mit meinem Bruder Luca vor dem Fernseher oder

konnte die Spiele in der Vaillant Arena verfolgen. Für mich ist der Spengler

Cup noch heute ein belebendes Element und bietet den Teams, Spielern

und Fans eine Abwechslung zum Ligaalltag. Deshalb hoffe ich, dass die

Junioren und kleinen Fans das Traditionsturnier auch in Zukunft mit genauso

viel Freude verfolgen, wie ich es getan habe.»


: Zeitzeugen und ihre

Nachkommen erzählen


SIEGER VON DAMALS

61

: Über Nacht zum Spengler Cup-Einsatz

Er war 16 Jahre alt und hielt sich mit den Junioren des Zürcher SC in Davos im Trainingslager

auf, als er über Nacht gefragt wurde, ob er beim Spengler Cup spielen wolle.

«Ich sagte selbstverständlich ja», erinnert sich Heinz Hinterkircher 79 Jahre später.

Zum Zug kam Heinz Hinterkircher, da

Herbert Kessler, Teil des damals bekannten

«er-Sturms», an Grippe erkrankt

war: «Das war 1939 und ein Erlebnis sondergleichen.

Damals hatte der Spengler

Cup eine wohl noch grössere Bedeutung

als heute, weil die Zahl der Sportanlässe

noch viel geringer war.» Von

diesem Moment an zählte Karl Heinrich

Hinterkircher, der mitten in Zürich bei

der Sihlbrücke aufgewachsen war und

bereits mit 13 Jahren Eishockey spielte,

zur ersten Mannschaft des ZSC und

gewann später zweimal den Spengler

Cup – 1944 und 1945.

Nicht gewohnt, nicht zu gewinnen

Vor allem den Sieg 1945 bewertet er

hoch. Nachdem während des Krieges

1944 nur Schweizer Teams teilgenommen

hatten, wurde das Turnier 1945

durch den LTC Prag bereichert – seinerzeit

das beste Team Europas. Heinz

Hinterkircher erinnert sich, dass es

im entscheidenden Spiel zwischen dem

ZSC und Prag schneite: «Von Hand

wurde das Eis alle zehn Minuten vom

Schnee befreit, und wenn die fleissigen

Helfer mit der Arbeit fertig waren, lag

bereits wieder Schnee auf dem Eis.» Die

Puckführung durch den Schnee? Eine

schwierige Angelegenheit: «Der Puck ist

nie so gelaufen, wie man es gerne gehabt

hätte.» Nach 75 Minuten Spielzeit

endete die Partie 2 : 2 unentschieden,

woraufhin die Zürcher das Turnier dank

der besseren Tordifferenz gewannen.

Mit der «Tante Ju» nach Prag

«Die Prager waren nicht gewohnt, nicht

zu gewinnen», erinnert sich Hinterkircher.

Deshalb pochten sie auf eine

Revanche und liessen die ZSC-Spieler

mit der «Tante Ju 52» einfliegen. Das

legendäre Flugzeug landete auf dem

Flugplatz Dübendorf. Als sich die Türen

öffneten, traten Nonnen aus dem Flugzeug.

Ingenbohler Schwestern waren

: Heinz Hinterkircher spielte anfangs als

Stürmer, später als Verteidiger. Seine Stärke

war das Stellungsspiel.

zum Verarzten tschechischer Truppen

in Prag gewesen und wurden schliesslich

wieder in die Schweiz geflogen. Das

Flugzeug diente im Krieg als Transportmittel

der Soldaten und wurde nicht umgebaut:

«So gab es der Länge nach zwei

Bänke. Über dem Böhmerwald schüttelte

es wie wild und uns wurde allen übel.»

Das Revanchespiel, das einen Monat

nach Meisterschaftsende ausgetragen

wurde, ging verloren.

Vom Sturm in die Verteidigung

Heinz Hinterkircher spielte anfangs als

Stürmer, später als Verteidiger. Seine

Stärke war das Stellungsspiel: «Mein

Plus war, dass ich den Spielverlauf sozusagen

lesen konnte und als Stürmer,

später als Verteidiger, den Zweikämpfen

möglichst aus dem Weg ging.» Ein

starker Rückhalt im ZSC-Team war

Goalie Hans Bänninger. «Damals spielte

er auf einem Level, der heute mit demjenigen

von Leonardo Genoni vergleichbar

wäre.» Ein Führungsspieler war der

gebürtige Aroser Heini Lohrer. Beim

ZSC bildete er ab 1937 mit den Brüdern

Charly und Herbert Kessler sowie später

Fredy Bieler und Otto Schubiger

den legendären «er-Sturm».

Vieles im Eishockey war damals noch

ganz anders als heute: «Unser Team

hatte nur neun Spieler. Helme hatten

wir zu Beginn unserer Karriere noch

keine, die Kleidung war teilweise mit

Metallstäben gepolstert und wog dadurch

drei Kilogramm.» Hans Bänninger,

der Goalie, der 1945 beim Spengler

Cup-Sieg so stark spielte, erlitt im Verlauf

seiner Karriere über zwei Dutzend

schwere Gesichtsverletzungen durch

fliegende Pucks, erinnert sich Heinz

Hinterkircher, dessen Gesicht glimpflich

davonkam. Allerdings litt er wie alle

Spieler oft an Zerrungen.

Siegelring und Schwarzwäldertorte

Pro Saison gab es rund 20 Spiele. Trainiert

wurde zwei- bis dreimal die Woche

auf der Dolder Eisbahn: «Danach liefen

wir oft mit der ganzen Eishockeyausrüstung

nach Hause, um 20 Rappen für das

Tram zu sparen.» Heinz Hinterkircher

studierte Ökonomie an der Universität

Zürich. In den Semesterferien arbei tete

er im kaufmännischen Bereich bei der

Firma Escher Wyss im Werkstattbüro

oder bei Jelmoli in der Versandabteilung.

Hohe Saläre gab es damals nicht:

In der Nationalmannschaft erhielten die

Männer pro Länderspiel ein Taggeld von

20 Franken, für ein B-Länderspiel gab

es die Hälfte. Nach einer guten Saison

beim ZSC gab es jeweils einen Zinnteller.

Für den Meistertitel – das grosse High-


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SIEGER VON DAMALS

63

light in der Karriere von Heinz Hinterkircher

erhielten die Spieler vom Club

einen Siegelring mit ZSC-Logo und ein

Stück Schwarzwäldertorte von einer

Anhängerin des Teams.

In eine andere Welt eintauchen

Den Spengler Cup genossen die ZSC-

Spieler in vollen Zügen. Nach Turnier ende

ging es zur Silvesterparty ins Belvedere:

«Wir waren alle sehr jung und tauchten

jeweils in eine für uns ganz andere Welt

ein. Im Belvedere spielten super Bands

auf. Etwas, was wir ohne Eishockey nie

erlebt hätten.» So wie die vielen Reisen.

Als Sportler benötigten die Eishockeyaner

kein Visum. Sie spielten in Mailand,

Chamonix und München. Ein beliebter

Gegner war Füssen, wo sich die Teams

jeweils zum Osterturnier trafen. Mit der

Nationalmannschaft waren die Spieler

europaweit unterwegs, flogen 1947

zur Weltmeisterschaft nach Prag, 1949

nach Stockholm, später nach England

und nach Finnland. Das Reisen war ein

Privileg, das damals nur wenigen Leuten

vorbehalten war. «Es war eine schöne,

interessante Zeit. Viel lockerer als heute.

So gehörte das gesellige Zusammensein

nach dem Spiel ebenso dazu wie die

harten Kämpfe auf dem Eis», erinnert

sich Hinterkircher.

Ski statt Eishockey

Als 34-Jähriger hängte Heinz Hinterkircher

die Eishockeyschuhe an den

Nagel: «Ich sagte mir ‹jetzt langeds›

und widmete mich fortan der Familie.»

Mit seiner Ehefrau Susi bekam er zwei

Mädchen und einen Knaben. Heute ist er

Grossvater von vier Enkelkindern.

Mit Davos blieb er verbunden: «Auch

nach meiner Karriere besuchte ich den

Spengler Cup oft.» Zudem zog es ihn jeden

März eine Woche nach Davos zum

Skifahren. Zuletzt stand er vor acht

Jahren auf den Skiern. Auch das Eishockey

nimmt nach wie vor einen grossen

Platz in seinem Leben ein. Sein Sohn

Ronald Hinterkircher ist Verwaltungsrat

der GCK/ZSC Lions Nachwuchs

AG und sein Enkel Mattia ist Profieishockeyspieler

(siehe das Dreigenerationenbild

auf Seite 60). Ist ein hart

umkämpftes Spiel zu erwarten, lässt

es sich auch sein Grossvater nicht nehmen,

im Stadion zu sitzen. Würde er

gerne mit seinem Enkel tauschen? «Auf

der einen Seite würde mich dies natürlich

reizen. Doch vieles ist heute anders.

Wir hatten kein Konditions- oder

Krafttraining, das Spiel war viel langsamer.

Auch ist es heute kaum möglich,

eine ähnliche berufliche Laufbahn aufzubauen

und parallel zum Eishockey zu

studieren, so, wie ich es damals tat.»

Heinz Hinterkircher arbeitete, bis er

71 Jahre alt war. Beim Schweizerischen

Bankverein war er – eine seiner letzten

beruflichen Aufgaben – für die Einführung

der Visa-Kreditkarte in der

Schweiz zuständig.

Immer weniger Freunde von damals

«Beruflich durfte ich viel reisen, auch

privat ging ich oft auf Wanderreisen

und zweimal auf Weltreise.» Er hat alle

Kontinente gesehen. Auch heute ist er

noch drei- bis viermal im Jahr unterwegs:

«Schiffsreisen ermöglichen es

mir, dass ich viel erlebe und sehe, ohne

das Hotel täglich wechseln zu müssen.»

Vor einigen Jahren wollte er seine ehemaligen

Kollegen vom LTC Prag treffen,

doch es waren keine mehr auffindbar.

Auch in der Schweiz bleiben ihm immer

weniger Freunde von damals: «Anfang

2018 besuchte ich meinen ehemaligen

ZSC-Kollegen Otto Schubiger. Leider

konnten wir uns nicht mehr über alte

Zeiten austauschen. Er ist leider heute

stark dement.»

Noch heute immer in Bewegung

Heinz Hinterkircher sitzt in seiner

Stube in Zürich Höngg. An der Hand den

ZSC-Ring, an der Wand die Wappenscheibe

von Davos und ein Bild mit dem

ehemaligen Wohnhaus vom Maler und

Grafiker Ernst Ludwig Kirchner. Heinz

Hinterkircher ist immer in Bewegung,

«dem Alter entsprechend», lächelt er.

Er erfreue sich guter Gene, doch sicher

habe auch der Sport dazu beigetragen,

dass er noch heute so fit sei.

Mattia Hinterkircher

Zwei Schweizer Meister in einer Familie

Heinz Hinterkircher feierte mit dem ZSC 1949 den Schweizer Meistertitel, sein

Enkel Mattia tat es ihm 2018 nach, also 69 Jahre später: «Es ist cool, dass mein

Grossvater auch Eishockey spielte. Er zeigte mir einmal die Stöcke, mit denen er

auf Torjagd ging. Das ist ja ein Wahnsinn.» Beeindruckt zeigt der Junior sich auch

davon, dass damals alle neben dem Eishockey zu hundert Prozent arbeiteten: «Ich

habe grossen Respekt vor dem, was er erreicht hat.» Wie sein Grossvater den

Spengler Cup zu bestreiten, würde auch Mattia Hinterkircher reizen: «Bei der guten

Stimmung, die jeweils in der Vaillant Arena herrscht, würde es sehr grossen

Spass machen, sich mit internationalen Teams zu messen.» Selbstverständlich sei

Eishockey ab und an Thema in der Familie: «Doch wenn Grossvater und ich zusammen

Nachtessen gehen, bin ich froh, wenn wir auch über anderes als Eishockey

sprechen können.»


Für alle,

die Geschichte schreiben wollen.

Gesundheitszentrum Spital Davos AG


SIEGER VON DAMALS

65

: Von Davos ins Arbeitslager

Bohumil Modrý, genannt Boža, war einer der besten Eishockeyspieler

Europas – ein Sportstar und ein begnadeter Ingenieur. Doch dann ereilte

ihn ein grausames Schicksal.

Zu seiner Zeit trugen die Torhüter noch

keine Maske. Boža hatte leicht gewellte

Haare und wirkte stets entschlossen,

wie einer, der nach vorn blickt, der das

Leben auskosten will. Bohumil Modrý

spielte von Jugend auf Handball, anfangs

bei Sokol Smíchov und dann –

parallel zur Eishockeykarriere – bei

Slavia Prag, der besten Handballmannschaft

der Tschechoslowakei. Wenn er

nicht gerade sportlich unterwegs war,

versuchte er, sein Studium voranzubringen.

Er studierte Bauingenieurwesen

an der Technischen Hochschule.

Legendäres Spiel gegen die Schweiz

Zum Eishockey kam Bohumil Modrý

durch Vilibald Štovík – die beiden kannten

sich vom Gymnasium. Štovík wohnte

in Kamenice, wo sie oft auf einem gefrorenen

Teich spielten. Modrý stand

von Beginn an im Tor. Ein Jahr, nachdem

er erstmals beim LTC Prag mit dem

Schläger auf dem Eis gestanden hatte,

kam er bereits bei den Erwachsenen

zum Einsatz.

: Bohumil Modrý: Ein Mann mit einer traurigen

Lebensgeschichte, die berührt.

Die Karriere in der Nationalmannschaft

begann für ihn mit einem 7 : 0 gegen Norwegen.

Zwei Tage später hiess es gegen

die Schweiz 2 : 2. 1938 bei der Weltmeisterschaft

im eigenen Land gewann sein

Team nach einem 3 : 0 im entscheidenden

Spiel gegen Deutschland Bronze. Bei

der Weltmeisterschaft im Jahr darauf

in Zürich fertigten die Tschechen

Jugoslawien mit 24 : 0 ab. Legendär wurde

das Spiel gegen die Schweiz, in dem

nach drei Verlängerungen noch immer

kein Tor gefallen war. Hugo Müller vom

Hockey Club Davos und Bohumil Modrý

schienen unbezwingbar zu sein. Aufgrund

der besseren Tordifferenz sicherte

sich die Schweiz WM-Bronze, doch

Kanada und Davos weibelten in der Folge

um Modrý. Er freute sich über die

Angebote, wollte aber zuerst sein Studium

beenden, sodass er in ein Land zurückkehrte,

in dem zwei Monate später

alles auf den Kopf gestellt wurde: Die

Tschechoslowakei wurde von den Nazis

besetzt. Modrý konnte daraufhin weder

studieren noch Eishockey spielen.

Eigenes Trainingsprogramm

Statt auf dem Eis zu stehen, feilte

Modrý an einer «Schule des Torwarts».

Auch im Training war er ein Perfektionist

und liess sich so lange mit dem Puck beschiessen,

bis er ihn genau dorthin abwehrte,

wo er ihn haben wollte. Dies mag

das Fundament für seine herausragende

Leistung in den Nachkriegsjahren gewesen

sein. Ab 1945 existierte das Land

wieder als eigenständiger Staat und

Modrý konnte gestärkt auf das internationale

Parkett zurückkeh ren. 1947

trat er zu Hause in Prag noch einmal zur

Weltmeisterschaft an. Im Finale starb

allerdings die Hoffnung auf den Weltmeistertitel:

Die Tschechen verloren

1 : 2 gegen Schweden. Immerhin gehörte

Modrý der besten Eishockeymannschaft

im kommunistischen Raum an.

Drei Spieler emigrierten

Dann das einschneidende Ereignis, das

Modrýs Leben für immer verändern

sollte – es war an Weihnachten 1948:

Der LTC Prag war beim Spengler Cup

zu Gast, den die Mannschaft bereits

sechsmal gewonnen hatte, zuletzt 1946

und 1947. In Davos kam es zu einem Vorfall,

der den Argwohn der kommunistischen

Führung gegen ihre Eishockeymannschaft

vergrösserte. Nach dem

Eröffnungsspiel tauchten tschechische

Emigranten im Hotel auf, die der

Mannschaft anboten, als tschechoslowakische

Exilmannschaft im Westen

aufzutreten. Die Engländer, so sagten

sie, seien in den Plan eingeweiht und

hätten zugesagt, eine tschechoslowakische

Exilmannschaft in die britische

Profiliga aufzunehmen. Am Ende

kehrten bis auf zwei Spieler und einen

Funktionär alle in die Tschechoslowakei

zurück. Dennoch waren die Machthaber

erzürnt. Der Rest der Mannschaft

spielte noch mehr als ein Jahr lang auf

internationalen Turnieren und kehrte –

abgesehen von einem Spieler – immer

wieder zurück.

Falsche Versprechungen

und Rücktritt

1948 war eine USA-Tour geplant, doch

dann wurde das Team nach Moskau gerufen.

Die Tschechen brachten den Russen,

die vorwiegend das grossflächige

Bandy spielten, Eishockey bei. Die Russen

filmten Modrýs Bewegungen und

seine Art, den Winkel zu verkürzen. Man

durchsuchte die Ausrüstung der Spieler

und fertigte verschiedene Kopien der

Ausrüstungen an. Trainer der Russen

war damals Anatoli Tarassow, der 1974

als erster europäischer Coach in die Hockey

Hall of Fame der NHL aufgenommen


SIEGER VON DAMALS

67

wurde. Die Beziehung zu ihm rettete

Modrý womöglich später vor der Hinrichtung.

1949 dann wurden die Tschechen

in Stockholm – trotz des schicksalsschweren

Flugzeugabsturzes eines

Teils der Mannschaft über dem Ärmelkanal

ein Jahr zuvor – endlich Weltmeister.

Modrý erhielt die Zusage, ein Angebot

eines Proficlub in Ottawa annehmen

zu dürfen, doch dann verweigerte man

ihm die Ausreise, woraufhin er aus der

Nationalmannschaft zurücktrat.

Verhängnisvolles Gespräch

Obwohl Modrý nicht mehr involviert

war, sollte die Weltmeisterschaft im

Jahr darauf eine dunkle Phase für sein

Leben mit sich bringen. Die Reise nach

London wurde am Flughafen abgesagt,

was die Spieler sehr aufbrachte. Sie

kehrten in ihrer Prager Stammkneipe

ein und sangen regierungsfeindliche

Parolen. Innert kürzester Zeit wurden

sie verhaftet, befragt – und gefoltert.

Modrý, der in jenen Tagen im Skiurlaub

war, wurde elf Tage nach den anderen

verhaftet. Zum Verhängnis wurde ihm

neben der Abstimmung anlässlich des

Spengler Cup, die sich für die Rückkehr

des Teams in die Tschechoslowakei aussprach

(siehe Seite 18), ein Gespräch am

Silvesterabend 1948: spielfrei, stand

auf dem Programm ein Empfang in der

tschechischen Botschaft in Bern. Im

Vorfeld hatte Modrý den Vater seiner

Ehefrau Erika in Solothurn besucht,

wobei er nicht recht erklären konnte,

weshalb seine Tochter nicht dabei sein

durfte. «Was denkt eigentlich Ihre Frau

über die Situation in der Tschechoslowakei?»,

wollte der Botschafter am

selben Abend von Modrý wissen, der

antwortete: «Herr Botschafter, was

glauben Sie, was sie denkt, wenn sie

ihren Vater, den sie bereits die ganze

Nazizeit hindurch nicht besuchen durfte,

weil sie mit einem Tschechen verheiratet

ist, nun wieder nicht besuchen

darf?» Der Botschafter nickte nachdenklich

und wechselte das Thema.

Exempel an gefeierten Stars

Daraus wurde der Vorwurf von Spio nage

und Hochverrat und die Höchststrafe

von 15 Jahren Haft. Hinzu kam die Angst

davor, dass die Nationalspieler sich bei

der Weltmeisterschaft in London absetzen

könnten. Das Hauptziel aber

war, ein Exempel zu statuieren, um der

Bevölkerung zu zeigen, wozu man in der

Lage war. Man liess gefeierte Stars, den

Weltmeister, einfach verschwinden.

Ein halbes Jahr lang wusste niemand,

wo die Männer waren. Modrý wurde gedemütigt

und schliesslich in ein Arbeitslager

deportiert, ein geheimes Bergwerk

bei Jáchymov, wo er mit blossen Händen

Uranerz abbauen musste, völlig ungeschützt

vor Strahlung und radioaktivem

Staub. Nach fünf Jahren wurde er todkrank

entlassen.

Mit Eishockey hatte der ehemalige Torhüter

nichts mehr zu tun, aber 1959, als

die Sowjetunion in der Finalrunde um die

Weltmeisterschaft die Tschechoslowakei

mit 4 : 3 besiegte, sass er in Prag

auf Einladung Tarassows auf der sowjetischen

Ehrentribüne. Titelverteidiger

Kanada gewann Gold vor der UdSSR und

der Tschechoslowakei.

Modrý starb am 21. Juli 1963, noch keine

47 Jahre alt. Seine Weltmeisterschaftsmannschaftskameraden

aus dem Jahre

1949 gaben dem Sarg ein letztes Geleit.

Nach dem Tod wurde Bohumil Modrý rehabilitiert.

Späte Ehre

Er hinterliess neben seiner Schweizer

Ehefrau Erika die beiden Töchter Alice

(Jahrgang 1943) und Blanka (1946). 2008

wurde er in der Kategorie «Spieler»

zum Ehrenmitglied der tschechischen

Hall of Fame des Eishockeys ernannt.

Die Trophäe für den besten Spieler der

tschechischen Eishockeyliga, der von

den Aktiven gewählt wird, trägt seinen

Namen. Ausserdem ist eine Strasse

in Prag nach ihm benannt. Bei Olympia

2010 gab der tschechische Torhüter

Ondrej Pavelec seiner Anerkennung für

Modrý Ausdruck, indem er ein Bild von

ihm auf seinem Helm verewigen liess. Im

Mai 2011 nahm Blanka Modra in Bratislava

die Auszeichnung für die Aufnahme

in die IIHF-Hall-of-Fame entgegen.

Jáchymov

«Wir haben mit den Fingern

Brösel vom Boden aufgehoben»

Die Romanbiografie «Jáchymov» des österreichischen Schriftstellers Josef Haslinger

erzählt auf 271 Seiten das Leben von Bohumil Modrý. Dieses Werk diente als

wichtige Quelle für den Rückblick auf Bohumil Modrýs Leben in diesem Jahrbuch

und zum Teil auch bezüglich den Geschehnissen im Jahr 1948. «Jáchymov» stützt

sich auf Aussagen von Modrýs Tochter Blanka, von ehemaligen Mitspielern und Mithäftlingen

und auch auf von der Tochter erforschte Akten aus dem Prozess, den

man Modrý machte. Blanka Modra hatte von ihrem Vater selbst nichts erfahren, da

seine Haft für ihn ein Tabuthema war. Nur, als die Kinder beim Essen einmal Mätzchen

machten, liess er durchblicken: «Wir haben mit den Fingern Brösel vom Boden

aufgehoben.» Das traurige Schicksal ihres Vaters liess Blanka Modra nie los, weshalb

sie sich selbst auf Spurensuche begab.


: Das Goldene Buch 29 Sieger in 91 Jahren

Nach Oxford University (1923) reihten sich 28 verschiedene Teams in die

Siegerliste ein. Das Team Canada und der Hockey Club Davos führen die Liste

mit je 15 Turniersiegen gemeinsam an.

Jahr

Sieger

Jahr

Sieger

2017 Team Canada ( CAN )

2016 Team Canada ( CAN )

2015 Team Canada ( CAN )

2014 Genève-Servette HC ( SUI )

2013 Genève-Servette HC ( SUI )

2012 Team Canada ( CAN )

2011 HC Davos ( SUI )

2010 SKA Sankt Petersburg ( RUS )

2009 HK Dinamo Minsk ( BLR )

2008 HK Dynamo Moskau ( RUS )

2007 Team Canada ( CAN )

2006 HC Davos ( SUI )

2005 Metallurg Magnitogorsk ( RUS )

2004 HC Davos ( SUI )

2003 Team Canada ( CAN )

2002 Team Canada ( CAN )

2001 HC Davos ( SUI )

2000 HC Davos ( SUI )

1999 Kölner Haie ( GER )

1998 Team Canada ( CAN )

1997 Team Canada ( CAN )

1996 Team Canada ( CAN )

1995 Team Canada ( CAN )

1994 Färjestads BK ( SWE )

1993 Färjestads BK ( SWE )

1992 Team Canada ( CAN )

1991 HK ZSKA Moskau ( RUS )

1990 HK Spartak Moskau ( RUS )

1989 HK Spartak Moskau ( RUS )

1988 USA Selects ( USA )

1987 Team Canada ( CAN )

1986 Team Canada ( CAN )

1985 HK Spartak Moskau ( RUS )

1984 Team Canada ( CAN )

1983 HK Dynamo Moskau ( RUS )

1982 ASD Dukla Jihlava ( CZE )

1981 HK Spartak Moskau ( RUS )

1980 HK Spartak Moskau ( RUS )

1979 Krylja Sowetow Moskau ( RUS )

1978 ASD Dukla Jihlava ( CZE )

1977 SKA Leningrad ( RUS )

1976 Sowjetunion B-Nationalteam UdSSR

1975 Olympiateam Tschechoslowakei

1974 Slovan ChZJD Bratislava ( CZE )

1973 Slovan ChZJD Bratislava ( CZE )

1972 Slovan ChZJD Bratislava ( CZE )

1971 SKA Leningrad ( RUS )

1970 SKA Leningrad ( RUS )

1969 HK Lokomotive Moskau ( RUS )

1968 ASD Dukla Jihlava ( CZE )

1967 HK Lokomotive Moskau ( RUS )

1966 ASD Dukla Jihlava ( CZE )

1965 ASD Dukla Jihlava ( CZE )

1964 EV Füssen ( GER )

1963 TJ Sparta CKD Prag ( CZE )

1962 TJ Sparta CKD Prag ( CZE )

1961 ACBB Paris ( FRA )

1960 ACBB Paris ( FRA )

1959 ACBB Paris ( FRA )

1958 HC Davos ( SUI )

1957 HC Davos ( SUI )

1956 nicht ausgetragen

1955 Rudá hvezda Brno ( CZE )

1954 HC Milano Inter ( ITA )

1953 HC Milano Inter ( ITA )

1952 EV Füssen ( GER )

1951 HC Davos ( SUI )

1950 Diavoli Rossoneri Mailand ( ITA )

1949 nicht ausgetragen

1948 LTC Prag ( CZE )

1947 LTC Prag ( CZE )

1946 LTC Prag ( CZE )

1945 ZSC ( SUI )

1944 ZSC ( SUI )

1943 HC Davos ( SUI )

1942 HC Davos ( SUI )

1941 HC Davos ( SUI )

1940 nicht ausgetragen

1939 nicht ausgetragen

1938 HC Davos ( SUI )

1937 LTC Prag ( CZE )

1936 HC Davos ( SUI )

1935 Diavoli Rossoneri Mailand ( ITA )

1934 Diavoli Rossoneri Mailand ( ITA )

1933 HC Davos ( SUI )

1932 Oxford University ( GBR ) und LTC Prag ( CZE )

Gemeinsame Sieger nach 0 : 0 nach Verlängerung

1931 Oxford University ( GBR )

1930 LTC Prag ( CZE )

1929 LTC Prag ( CZE )

1928 Berliner SC ( GER )

1927 HC Davos ( SUI )

1926 Berliner SC ( GER )

1925 Oxford University ( GBR )

1924 Berliner SC ( GER )

1923 Oxford University ( GBR )


HAUTNAH DABEI

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: Spielplan / TV-Programm

Datum Partien Spielbeginn

Mittwoch Spiel 1: HC Ocelari Trinec – HK Metallurg Magnitogorsk 15.10 Uhr 14.55 Uhr 15.05 Uhr 15.05 Uhr

26.12.2018 Spiel 2: HC Davos – Team Canada 20.15 Uhr 20.00 Uhr 20.10 Uhr 20.10 Uhr

Donnerstag Spiel 3: Kalpa Kuopio – Verlierer Spiel 1 15.10 Uhr 14.55 Uhr 15.05 Uhr 15.05 Uhr

27.12.2018 Spiel 4: Ice Tigers – Verlierer Spiel 2 20.15 Uhr 20.10 Uhr 20.10 Uhr 20.10 Uhr

Freitag Spiel 5: Sieger Spiel 1 – Kalpa Kuopio 15.10 Uhr 14.55 Uhr 15.05 Uhr 15.05 Uhr

28.12.2018 Spiel 6: Sieger Spiel 2 – Ice Tigers 20.15 Uhr 20.10 Uhr 20.10 Uhr 20.10 Uhr

Samstag Spiel 7: 2. Gruppe Torriani – 3. Gruppe Cattini 15.10 Uhr 14.55 Uhr 15.05 Uhr 15.05 Uhr

29.12.2018 Spiel 8: 2. Gruppe Cattini – 3. Gruppe Torriani 20.15 Uhr 20.10 Uhr 20.10 Uhr 20.10 Uhr

Sonntag Spiel 9: 1. Gruppe Cattini – Sieger Spiel 7 15.10 Uhr 14.55 Uhr 15.05 Uhr 15.05 Uhr

30.12.2018 Spiel 10: 1. Gruppe Torriani – Sieger Spiel 8 20.15 Uhr 20.10 Uhr 20.10 Uhr 20.10 Uhr

Montag Spiel 11: Finalspiel 12.10 Uhr 11.55 Uhr 12.05 Uhr 12.05 Uhr

31.12.2018 anschliessend Siegerehrung

SRF-Kommentatoren: Stefan Bürer, Claude Jaggi

SRF-Moderator: Jann Billeter

SRF-Reporter: Paddy Kälin

RTS-Commentateur: Steve Roth, Marc-André Berset

RSI-Commentatore: Alex Tamburini, Giampoaolo Giannoni

und Davide Vidoroni

Gruppe Torriani

Gruppe Cattini

: Die sprachregionalen TV-Sender RSI, RTS, SRF als auch internationale TV-Stationen übernehmen

die aufwendig produzierten Bilder der SRG – und tragen diese in die ganze Welt hinaus.


Spengler Cup Davos 2018

PRESENTING PARTNER

GOLD PARTNER

SILVER PARTNER

OFFICIAL BROADCASTER

OFFICIAL MEDIA PARTNER

OFFICIAL MEDICAL PARTNER

OFFICIAL SUPPLIER

OFFICIAL TIMEKEEPER

OFFICIAL CATERER

CHARITY PARTNER


: Mujinga Kambundji

Leichtathletin, Schweizer Rekordhalterin über 60 Meter, 100 Meter

und 4 × 100 Meter sowie WM-Bronzemedaillengewinnerin 2018 (Indoor)

« Der Spengler Cup Davos mit seiner magischen Atmosphäre ist einmalig

und hat mich – als ich im Jahr 2015 das erste Mal dabei war – absolut

fasziniert. Das Heimteam Hockey Club Davos, das Team Canada und die

weiteren internationalen Topteams sorgen immer wieder für sportliche

Highlights. Kombiniert mit der hervorragenden Stimmung im und um

das Stadion und der mystischen Schönheit von Davos ist der Anlass

absolut einzigartig.»


: Mark Streit über die unglaubliche

Spengler Cup-Begeisterung


WUNSCHTRÄUME

73

: Ein attraktiver Zuschauermagnet,

der Spass macht

«Der Spengler Cup ist eine gute Abwechslung, bietet attraktives, offensives Eishockey

und macht Spass. In der Schweiz ist er ein Highlight, in vielen Teilen Europas wird er

wahrgenommen und in Nordamerika live übertragen. Am Morgen Spengler Cup, am

Nachmittag U20-Weltmeisterschaft, und damit ist ein Tag für einen hockeyverrückten

Kanadier perfekt», sagt Mark Streit, mit 786 Partien in der National Hockey League,

395 Spielen in der Nationalliga A und 200 Länderspielen der erfolgreichste Schweizer

Eishockeyaner aller Zeiten.

: Mark Streit, Ihre Zeit beim Hockey

Club Davos war ganz am Anfang Ihrer

Karriere und scheint im Palmarès vergleichsweise

unbedeutend. Haben Sie

die drei Jahre dennoch geprägt?

Streit: Es war alles andere als eine unbedeutende

Zeit. Ich hatte drei wunderschöne

Jahre in Davos. Ich konnte sehr

viel lernen und vor allem von Trainer Arno

Del Curto profitieren. Wir waren eine

junge Mannschaft, die sehr viel Verantwortung

übernehmen konnte. Als ich

mit 17 Jahren in Fribourg begann, spielten

die meisten NLA-Teams mit drei

Linien. Dadurch kamen nur sehr wenige

junge Spieler zum Einsatz. Del Curto

war einer der Ersten, die mit vier Linien

spielten und den Jungen das Vertrauen

schenkten. Davos waren drei Jahre von

22 Jahren Eishockeykarriere. Aber im

Alter zwischen 18 und 20 Jahren ist es

enorm wichtig, gefördert zu werden.

Die Zeit in Davos hatte einen grossen

Einfluss auf meine Karriere, weil

ich dort enorme Fortschritte erzielen

konnte. Ich denke noch oft an diese Zeit

zurück. Davos und die vielen tollen Menschen,

die ich in jener Zeit kennenlernen

durfte, sind mir ans Herz gewachsen.

: Welche Erinnerungen haben Sie

an Ihre drei Spengler Cup-Turniere

als Spieler?

Streit: Das volle Stadion, eine Rieseneuphorie,

die Begeisterung für das Eishockey

im Stadion, aber auch im Dorf war

unglaublich. Es machte unglaublich Spass,

gegen internationale Mannschaften wie

das Team Canada zu spielen. Es waren

sehr intensive und lehrreiche Partien.

: Was fasziniert Sie noch heute am

Spengler Cup?

Streit: Seit ich selbst am Spengler Cup

spielte, sind 20 Jahre vergangen, aber

die Magnetwirkung, die der Spengler

Cup auf die Zuschauer ausübt, fasziniert

mich noch heute. Im letzten Jahr

durfte ich den Spengler Cup aus der

neuen Perspektive eines Zuschauers

erleben. Die guten Partien, die Mannschaften,

die man sonst nicht live spielen

sieht, und die vielen Menschen, die

man unter dem Jahr sonst nicht trifft,

machen es aus.

: Am Spengler Cup 2017 wurden Sie

geehrt und als Spieler verabschiedet.

Welche Bedeutung hatte es für Sie,

dass diese Ehrung vor dem Spiel des

Hockey Club Davos gegen die Schweizer

Nationalmannschaft stattfand?

Streit: Eine sehr grosse Bedeutung. Ich

schätze es sehr, dass mir dies durch

Raeto Raffainer und den Hockey Club

Davos ermöglicht wurde. Da schloss

sich ein Kreis mit meiner wunderschönen

Zeit in Davos und den 200 Länderspielen

mit der Schweizer Nationalmannschaft.

Ich durfte meine Ehefrau

Fabienne, meine Tochter Victoria und

meine Eltern mitnehmen. Die Ehrung

war sehr emotional – sie ging mir sehr

nahe. Es freute mich sehr und war cool,

dass es somit in der Schweiz einen Abschluss

meiner aktiven Karriere gab.

Es war ein Moment, der für mich und

meine Familie sehr wichtig war. Dass die

Fans zum Abschluss meiner Karriere so

applaudiert haben, war genial.

: Werden Sie auch 2018 am Spengler

Cup dabei sein?

Streit: Das will ich unbedingt. Die guten

Eishockeyspiele, die Menschen – ich bin

einfach gerne in Davos. Mal schauen, ob

wir unsere Kinder auch mitnehmen können.

Victoria war 2017 knapp ein Jahr

alt, sie hält im Alltag eigentlich keine

Minute still. Aber wenn sie ein Eishockeyspiel

sieht, ist sie wie hypnotisiert.

: Wie schätzen Sie das Spengler Cup-

Feld 2018 ein?

Streit: Die Mischung stimmt. Es kann

ein Turnier auf einem sehr hohen Niveau

erwartet werden. Ich freue mich, dass

eine Mannschaft aus der Kontinental

Hockey League und damit aus der besten

Liga Europas dabei ist. Die Deutschen

sind mit der Nationalmannschaft

erfolg reich, haben gute Nachwuchsarbeit

geleistet, in der Deutschen Eishockey

Liga wird hart und intensiv

gespielt. Somit sind die Thomas Sabo

Ice Tigers ein attraktiver Gegner. Die

Tschechen und Finnen kenne ich weniger,

aber sie können Eishockey spielen.

Team Canada und Davos gehören einfach

zum Spengler Cup.

: Gibt es einen Club oder eine Eishockeyphilosophie,

die aus Ihrer

Sicht am Spengler Cup fehlt?

Streit: Schwedische Teams sind immer

eine Bereicherung.

: Wie sehen Sie die Zukunft des

Spengler Cup?

Streit: Man muss träumen können, Ziele

und Visionen haben – das gehört dazu,


Spengler Cup Davos 2018

: Ist es für Sie wichtig, dem Schweizer

Eishockey etwas zurückzugeben?

Wenn ja: weshalb?

Streit: Ich konnte viel vom Eishockey

und vom Verband profitieren, konnte

sehr viel erleben und Erfahrungen sammeln.

Ich finde es gut, wenn ehemalige

Spieler ihre Erfahrungen und ihr Knowhow

bei Grossanlässen wie der Weltmeisterschaft

oder auch im Verband

einbringen können.

: Mark Streit bei der Ehrung von Swiss Ice Hockey anlässlich des Spengler Cup 2017 –

gemeinsam mit seiner Ehefrau Fabienne und seiner Tochter Victoria.

deshalb wäre die Teilnahme eines Teams

aus der National Hockey League ein

Traum. Ich hoffe natürlich nicht, dass

in der NHL gestreikt wird, doch es ist

schön, wenn man wie in der letzten

Lockout-Saison ein gut besetztes Team

Canada verfolgen kann. Solche Spieler

sieht man nicht jeden Tag und es ist

cool, sie zu erleben. Auch die Teil nahme

eines AHL-Teams ist eine gute Erfahrung,

aber ein NHL-Team am Spengler

Cup wäre ein absolutes Highlight. Ich

weiss nicht, ob die Verpflichtung eines

solchen Teams realistisch ist, aber es

ist ein beinahe unmöglich umzusetzender

Wunschtraum.

: Das Schweizer Nationalteam überraschte

bei der diesjährigen Weltmeisterschaft.

Was ist nötig, um die

Silbermedaille zu bestätigen oder

erstmals überhaupt Weltmeister

zu werden?

Streit: Die Nationalmannschaft hatte

einen Riesenlauf, spielte unglaubliches

Eishockey und leistete Wahnsinniges.

Es ist wichtig, im Misserfolg nicht zu

destruktiv zu sein und im Erfolg den

Boden unter den Füssen zu behalten.

Die Nationalmannschaft war nur einen

Schuss vom Weltmeistertitel entfernt.

Das war eine riesige Leistung. Die Vision

und das Ziel der Schweiz müssen der

Weltmeistertitel sein. Doch der Grat

ist schmal und so kann es sein, dass

auch im Viertelfinale Endstation ist. Es

ist wichtig, dass man als Team und Verband

das Turnier analysiert. Verbesserungspotenzial

gibt es immer.

: Ist der Weltmeistertitel ein Ziel

für die Weltmeisterschaft 2020 im

eigenen Land?

Streit: Ich durfte als Spieler zwei Weltmeisterschaften

im eigenen Land spielen.

Es gibt nichts Schöneres. Einerseits

für den Sport, aber auch, um

unser schönes Land, die gute Lebensqualität

und unsere Gastfreundschaft

im besten Licht darzustellen. 2020

werde ich mich dank meiner Erfahrung

aus 13 Weltmeisterschaften im Organisationskomitee

bestimmt beim einen

oder anderen Thema einbringen können.

Sportlich wollen wir ein gutes Team

präsentieren.

: War für Sie nach dem Rücktritt immer

klar, dass Sie weiterhin mit dem Eishockey

verbunden bleiben möchten?

Streit: Als ich aufhörte, war ich mir

nicht sicher, wie meine Zukunft aussehen

würde. Ich benötigte zuerst einige Wochen

Pause. Mit der Uhrenmarke «Montres

NORQAIN SA» habe ich ein Projekt

in der Privatindustrie, das ich verfolge.

Ziemlich schnell war mir aber auch klar,

dass mir das Eishockey fehlt. Es ist gut,

dass ich mich nun auf einer neuen Ebene

einbringen kann. Es ist mir wichtig, dass

mir meine Aufgabe gefällt und dass ich

auch die Möglichkeit habe, etwas einzubringen.

Ich gebe mir einige Jahre Zeit,

um eine neue Passion zu finden.

: Wie halten Sie sich heute sportlich fit?

Streit: Auf dem Eis war ich nie, weil

ich aufgrund meiner rekonvaleszenten

Schulter nicht kann. Aber ich gehe zweimal

die Woche zum Krafttraining, war

zum Beispiel heute Morgen elf Kilometer

joggen, ich spiele Golf und Tennis.

Es ist mir wichtig, gesund und fit zu

bleiben. Ich brauche den Sport für ein

gutes Körpergefühl, aber auch für meine

geistige Verfassung.

: Waren Sie schon einmal mit Marc

Gianola fischen? Und worüber würden

Sie sich dabei mit dem OK-Präsidenten

des Spengler Cup unterhalten?

Streit: Das Fischen ist für mich sehr

spannend und vor allem entspannend.

Im Fliegenfischen bin ich aber noch nicht

so versiert wie Marc Gianola. Wahrscheinlich

würde ich mit ihm aber über

unsere gemeinsame Zeit in Davos und

die Zukunft des Schweizer Eishockeys

diskutieren.

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Lucerne Regatta

Omega European Masters

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Swiss Indoors Basel

Tour de Suisse

MOTIONS VICTORY Weltklasse Zürich

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MAGE FASCINATION HIGHLIGHTS SwissTopSport vereinigt STARS 20 der grössten YOUTH Sport-Veranstaltungen, TOURISM welche

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jährlich in der Schweiz stattfinden und in ihren Sportarten zu den Besten der

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Beim UBS Kids Cup starten grosse

Sportkarrieren. Wie die von Yasmin Giger.

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Yasmin Giger, 400 m Hürden, U20-Europameisterin 2017, U20-WM-Dritte 2018

und Mitglied der UBS Kids Cup Generation

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