SPENGLER CUP DAVOS - Programm 2018

spenglercupdavos

16 Einführung Gruppe Torriani

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schwere Russen, gute Tschechen und junge Finnen

Die Gruppe Torriani gleicht einem internationalen Hockey-Potpourri: Mit dem letztjährigen

Champions Hockey League-Halbfinalisten HC Ocelari Trinec, der russischen Top-Mannschaft

HK Metallurg Magnitogorsk und der finnischen Jungtruppe KalPa Kuopio treffen Kulturen

aufeinander.

Fredi Pargätzi

Sportchef

Spengler Cup Davos

Bibi Torriani.

HK Metallurg Magnitogorsk – schon im Namen

klingt jede Silbe nach Schwergewicht. Der Klub

aus der Stahlstadt im Südural gehört seit Jahrzehnten

zu den besten Adressen im russischen

Eishockey. Metallurg, das u.a. den Superstar

Yevgeni Malkin hervorbrachte, wurde 1999,

2001 und 2007 russischer Meister, 2014 und

2016 gewann der Klub die KHL. Hierzulande

kennt man den Namen allerdings vor allem

wegen zwei anderen Begebenheiten: Einerseits

standen die Russen im Final der Champions

Hockey League 2009 den ZSC Lions

gegenüber, denen sie schliesslich als himmelhoher

Favorit unterlagen. Andererseits nahmen

sie 1999, 2004 und 2005 am Spengler

Cup teil, wo sie letztmals den Final erreichten

und das Turnier gewannen. Auch heute hat

die Mannschaft, die neu vom vor maligen

tschechischen Nationaltrainer Josef Jandac

geführt wird, tonnenweise Qualität am Start:

Goalie Vasili Koshechkin und Captain Sergei

Mozyakin sind im Frühjahr Olympia-Sieger

geworden, der Flügel Wojtek Wolski hat mit

Kanada Bronze gewonnen.

Neben den Russen, dem eigentlichen Elefanten

im Raum und grossen Mitfavoriten auf den

Turniersieg, mögen die Tschechen von Ocelari

Trinec zugegebenermassen etwas klein aussehen.

Doch verstecken müssen sie sich freilich

nicht. Der Meister von 2011 gehört in der Extraliga

zu den besten Teams und hat im Vorjahr

nicht nur im heimischen Championat den Final

erreicht, sondern auch mit einer sehr guten

Kampagne in der Champions Hockey League

von sich reden gemacht. Das Team hat, wie

für tschechische Verhältnisse üblich, eine gute

Handvoll verdienter Routiniers in seinen Reihen,

kann auf ein starkes Goalie-Duo zählen

und spielt physisch und technisch auf einem

Niveau, auf dem auch Schweizer Spitzenmannschaften

wie der SC Bern oder die ZSC

Lions ihre liebe Mühe hätten.

Dass da für KalPa Kuopio (KalPa steht für Kalevan

Pallo) nur Aussenseiterchancen bleiben,

liegt auf der Hand. Doch die Finnen bringen

etwas an den Tisch, das ihre Gegner besser

nicht unterschätzen sollten: jugendliche Power.

Der Klub definiert sich als Ausbildungsadresse,

Stars gibt es mit Ausnahme des Trainers Sami

Kapanen – die NHL-Legende ist auch Klub ­

besitzer – keine. Die Mannschaft, die vor zwei

Jahren noch im Finale gestanden hatte, ist mit

einem Altersschnitt von knapp 23 Jahren die

jüngste Truppe der finnischen Liiga und zählt

vor allem auf Eigengewächse, wobei drei von

ihnen unlängst im NHL-Draft in der zweiten

Runde gezogen wurden. Genau die richtige

Gruppe also, um eine Gruppe mit vermeintlich

klaren Hierarchien gehörig aufzumischen. l

Je ein Team aus Russland, Tschechien und

Finnland: Da schlägt das Eishockey-Herz

höher, zumal am Spengler Cup im Gegensatz

zu den Meisterschaften nicht Physis

und Kampf dominieren, sondern «spielen

und spielen lassen» im Vordergrund steht.

Metallurg Magnitogorsk und den HC Ocelari

Trinec haben wir verpflichtet, nachdem

sie im Februar am «Davos Hockey Summit»,

unserem Turnier zur Überbrückung

der Olympia-Pause, teilnahmen. Bei KalPa

Kuopio ist es so, dass wir einen Vertrag mit

der finnischen Liga haben, dass das bestplatzierte

Team, das nicht die Champions

Hockey League bestreitet, an den Spengler

Cup kommt. Auf dem Papier ist Metallurg,

eine der erfolgreichsten KHL-Mannschaften

der letzten Jahre, Favorit in dieser Gruppe

und ein heisser Anwärter auf den Turniersieg.

Zumal die Russen motiviert sind und

die KHL-Verantwortlichen wünschen, dass

erstmals seit St. Petersburg 2010 wieder

ein Team aus ihrer Liga in Davos triumphiert.

Trinec ist verhalten in die Meisterschaft

gestartet, hat aber letzte Saison

mit dem Erreichen des Playoff-Finals in

Tschechien und des Halbfinals in der Champions

Hockey League gezeigt, dass es ein

Spitzenteam ist. Kuopio kann ich nicht so

gut einschätzen. Aber das finnische

Hockey ist sehr gut, ich bin überzeugt,

dass KalPa eine gute Rolle spielen kann.

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