2018/50 - Unternehmen Dezember

suedwest.presse

Das Wirtschaftsmagazin im Südwesten Ausgabe 65 | Dezember 2018 | 3,00 €

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Neue Ideen

für die Pflege

Ungewöhnlich und unkonventionell: Illersenio-Chef

Dominik Rommel verlässt die ausgetretenen Pfade

seiner Branche. Der Erfolg gibt ihm recht.

Arbeitswelt Blick in das Büro der Zukunft bei Drees & Sommer SEITE 6

Gewerbeflächen Wie die Firma Maurer ihren neuen Standort fand SEITE 30

Umfrage Trauben und Austern: Wie Führungskräfte Silvester feiern SEITE 46


Neu und limitiert – fünf unserer

Multiroom-Lautsprecher in Bronze Tone

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unternehmen [!] Ausgabe 65 | Dezember 2018

[inhalt]

LIEBE LESERIN, LIEBER LESER,

Ausgaben dieses Magazins sind sorgfältig geplant.

Ein kleines Team überlegt, wie sich

das Konzept mit Leben füllen lässt, wie ein

breites Themenspektrum aussieht, das unsere

Leser interessiert und für Anzeigenkunden

ein gut gemachtes Umfeld bietet. Mitunter

entwickeln Ausgaben eine Eigendynamik

– so auch diese. Aus dem Artikel, wie Firmen

das Wohlbefinden ihrer Mitarbeiter steigern

können (S. 22), ist ein Schwerpunkt geworden.

Sei es im Titelinterview mit Illersenio-

Chef Dominik Rommel (S. 12), in der Geschichte

übers Büro von morgen (S. 6) bis

hin zum Thema Gewerbe standort (S.30), all

diese Artikel stecken voller Anregungen,

wie gute Arbeitsbedingungen und gelebte

Wertschätzung Mitarbeiter zufriedener und

Unternehmen erfolgreicher machen. Ich

wünsche Ihnen eine anregende Lektüre und

dass Sie in der „staden Zeit“ nicht zum Sklaven

Ihres Termindrucks werden!

Ihr Alexander Bögelein,

Redaktionsleiter unternehmen [!]

[spezial]

6 Schöne neue Arbeitswelt Ein Blick

in die Zukunft bei Drees & Sommer

22 Wie Mitarbeiter sich wohlfühlen So

werden Firmen attraktive Arbeitgeber

[titelthema]

12 Mit dem Mut, anders zu sein

Dominik Rommel im Gespräch

[machen]

26 Märchenhafter Erfolg mit Luxus-

Füllern Mit Montblanc zum Gipfel –

Michael Rheinländers steiler Aufstieg

42 Recycling mit Feuer und Flamme

Alexander Teise heizt ökologisch an

[verantworten]

30 Arbeitsplatz mit Weitsicht Warum

Glück auch eine Frage des Standorts ist

[gründen]

36 Intensive Hilfe für Kinder Wenn Frust

positive Energien freisetzt

[finanzieren]

38 Mit Sicherheit mehr Rendite Wie Sie

Ihr verdientes Geld sinnvoll investieren

[leben]

46 Musik & Party – auch aufm Sofa Ihre

Silvesterpläne haben Füh rungs kräfte in

unserer Umfrage verraten

[namen & nachrichten]

4 Schwere Schlappe für Stuttgarter

IHK

4 Bodenspezialist Uzin Utz will mit

Codex hoch hinaus

5 Ulm bleibt 2019 stauanfällig

34 MTU beliefert Sunseeker

49 Mit 3-D-Drucker und Laser-Cutter

tüfteln

50 Kretz investiert in Weihnachtszirkus

50 Impressum

26 42

22 46

38

3


[namen & nachrichten] Ausgabe 65 | Dezember 2018 unternehmen [!]

Schwere Schlappe für Stuttgarter IHK

Der Konflikt zwischen den Industrie-

und Handelskammern und

den Gegner einer Zwangsmitgliedschaft

nimmt an Schärfe zu.

Beim Verwaltungsgericht Stuttgart

sind 60 Klagen anhängig.

Diese gehen auf rund 15 Kläger

aus den IHK-Regionen Stuttgart

und Heilbronn-Franken zurück,

die die Höhe der Risikorückstellung

kritisieren. Damit geht es

mittelbar auch um die Höhe der

Beiträge. Zuletzt betrug die Risikorücklage

der IHK in Stuttgart

19 Millionen Euro bei einem Budget

von 40 Millionen Euro.

In einem der Fälle hat nun das

Verwaltungsgericht Stuttgart einer

kleinen Unternehmensberatung

Recht gegeben. Die hatte der

IHK Region Stuttgart eine rechtswidrige

Vermögensbildung vorgeworfen.

„Damit hat das Gericht

die Haushaltsführung der IHK

für die Jahre 2012 bis 2016 für

rechtswidrig erklärt“, sagte Kai

Boedindinghaus, Geschäftsführer

des Bundesverbandes für freie

Kammern. Er ist erklärter Gegner

der Zwangsmitgliedschaft. Beim

Versuch, diese abzuschaffen,

scheiterten die Kammerrebellen

2017 jedoch: Das Bundesverfassungsgericht

entschied damals,

dass die gesetzlich vorgeschriebene

Mitgliedschaft und die damit

verbundenen Pflichtbeiträge mit

dem Grundgesetz vereinbar sind.

Das jüngste Urteil können die

Kammerrebellen aber als Erfolg

verbuchen. Ihre „Kaktus-Initiative“

hält 32 Sitze in der Stuttgarter

Vollversammlung.

In Ulm gibt es drei Kläger – bei

45.000 Mitgliedern. Die Verhandlungen

sind noch nicht terminiert.

2017 lag die Risikorücklage

bei 888.000 Euro, das sind 4,6 Prozent

des Budgets. „Damit sichern

wir uns gegen Risiken ab“, sagt

IHK-Hauptgeschäftsführer Otto

Sälzle mit Blick auf staatliche

Aufgaben. Die IHK-Häuser ließen

sich kaum vergleichen aufgrund

verschiedener Größe, Aufgaben

und Mitgliederstruktur. [!] AMB

In der IHK Region Stuttgart sind die Kammerrebellen eine Macht: Auf sie

entfallen 32 der 100 Sitze der Vollversammlung.

Bodenspezialist Uzin Utz will mit Codex hoch hinaus

Wichtiger Meilenstein in der ehrgeizigen

Wachstumsstrategie der

börsennotierten Ulmer Uzin Utz

AG: Sie hat ihr 20 Millionen Euro

teures Produktionswerk im Industriegebiet

Donautal in Betrieb

genommen. Äußeres Zeichen für

den anhaltenden Höhenflug des

familiengeführten Unternehmens

ist der 34 Meter hohe

Mischturm für Pulvermassen.

Mit der Investition stärkt Uzin

Utz sein zweites Standbein: Produkte

für professionelle Fliesenund

Natursteinleger, die unter

der Marke Codex vertrieben werden.

Groß geworden ist das Ulmer

Unternehmen mit Angeboten

für Boden-, Parkett-, und

Estrichleger, die unter der Marke

Utz vertrieben werden. Die Vorstandsmitglieder

Julian und Philipp

Utz räumten bei der Eröffnungsfeier

mit 400 Gästen ein,

dass man die 1969 gestartete

Sparte für Fliesenprodukte nach

dem Börsengang 1997 etwas vernachlässigt

habe, um sich auf die

Kernprodukte wie Spachtelmassen

und Klebstoffe zu konzentrieren.

Nun sollen die Codex-Produkte

Uzin Utz weiteres

Uzin Utz hat 20 Millionen Euro ins Codex-Werk in Ulm investiert.

Wachstum bescheren. Das Werk

– samt Siloturm, modernen Büros

mit Kommunikationszonen

und Labors – wurde in rund eineinhalb

Jahren für die Tochterfirma

Codex erstellt. Dort ist die

Produktion von bis zu 60.000

Tonnen Mörtel möglich. 2017 erwirtschafteten

1118 Mitarbeiter

einen Umsatz von 296 Millionen

Euro. In den ersten neun Monaten

2018 kletterte der Umsatz um

fast 16 Prozent auf rund 260 Millionen

Euro. Das Ergebnis der gewöhnlichen

Geschäftstätigkeit

lag mit 21,2 Mio. Euro leicht unter

dem Wert des Vorjahres. Bis

Ende 2019 will Uzin Utz einen

Jahresumsatz von 400 Millionen

Euro erreichen. [!] KÖ/AMB

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unternehmen [!] Ausgabe 65 | Dezember 2018

[namen & nachrichten]

Ulm bleibt 2019 stauanfällig

Das Großprojekt Sedelhöfe gegenüber

dem Ulmer Bahnhof verlangt

den baustellengeplagten

Autofahrern viel Geduld ab. Um

eine hohe Vertragsstrafe zu vermeiden,

will die Stadt Ulm die

Friedrich-Ebert-Straße 2019

stadtauswärts erneut sperren –

von Februar an für zehn Monate.

Eine solche Maßnahme hatte es

bereits im Sommer gegeben. Damals

war der Verkehr in der Innenstadt

teilweise völlig zusammengebrochen.

Hintergrund ist eine drohende

Strafzahlung an den Sedelhöfe-

Investor DC in Höhe von 3,6 Millionen

Euro für den Fall, dass die

Passage vom Bahnhof bis zu den

Sedelhöfen nicht bis März 2020

fertig wird.

In direkter Nachbarschaft wird

künftig die Düsseldorfer Lindner-

Gruppe ein „Me and all“-Hotel

mit 141 Zimmern betreiben, das

sich an ein jüngeres Publikum

und Geschäftsreisende richtet.

Der Standort sei vor allem wegen

der neuen ICE-Strecke, aber auch

mit Blick auf die starke regionale

Wirtschaft interessant, sagte Otto

Lindner. Im Hotel sollen künftig

regelmäßig örtliche Kulturschaffende

auftreten. Der

Investor DC investiert insgesamt

250 Millionen Euro, davon entfallen

45 Millionen auf das Hotel. In

den Sedelhöfen entstehen Büros

und 112 Mietwohnungen sowie

18.000 Quadratmeter Einzelhandelsfläche.

Edeka und DM stehen

als Ankermieter fest. [!] KÖ

Heute Großbaustelle, künftig neues Tor zur City: die Sedelhöfe.

Der Mangel

bremst

Gute Konjunktur und dennoch

Sorgen. Das ist das Fazit des Mittelstandsradars

der Landesbank

Baden-Württemberg. Neun von

zehn Mittelständlern geben an,

dass sie vom Fachkräftemangel

betroffen sind. Dessen Folgen gehen

weit über

abgelehnte

Aufträge hinaus,

sagt LB-

BW-Vorstand

Karl Manfred

Lochner. „Bei

LBBW-Vorstand

Karl Manfred

Lochner.

IT-Fachleuten

gibt es

spürbare Engpässe.

Deren

Mangel

bremst die Digitalisierung und

könnte die Zukunftsfähigkeit des

Mittelstands gefährden.“ Drei

Viertel der Befragten wollen in

die Digitalisierung investieren,

mehr noch als in Forschung und

Entwicklung (39 Prozent). [!] IS

Edeka verlagert Produktion

von Albi nach Sachsen

Gewerkschaftsvertreter gaben

sich zuletzt noch kämpferisch.

Doch bei den verbliebenen 70 Beschäftigten

des Albi-Werks in

Berghülen bei Ulm ist die Stimmung

am Boden. Die Hamburger

Edeka-Zen trale hat angekündigt,

das Werk aus wirtschaftlichen

Gründen zu schließen. Vor einem

Jahr galt Edeka noch als Retter für

die angeschlagene Firma, die damals

100 Mitarbeiter mehr beschäftigte.

Nach der Übernahme

nahmen aber viele Supermärkte

die Marke aus dem Sortiment.

Die Albi-Produktion soll von

2019 an ins sächsische Rötha verlagert

werden. [!]

PAU

Home 24 verkauft

Rückläufer in Neu-Ulm

Bei der Eröffnung des 74.000 Quadratmeter

großen Möbelhauses

2013 in Neu-Ulm hatte sich Möbel

Mahler noch einen Wettstreit

mit dem Konkurrenten Inhofer

geliefert, wer über mehr Ausstellungsfläche

verfügt. Das ist Geschichte.

Mahler hat die eigene

Fläche deutlich verkleinert und

vermietet nun mehr Flächen als

früher. Teil der „Shopping-Mall“

ist nun auch Home 24. Mit 3500

Quadratmetern betreibt der Online-Möbelhändler

sein drittgrößtes

Outlet an der Donau und

verkauft dort Rückläufer. Bereits

seit Juli sind dort unter anderem

der Fahrradhändler B.O.C. und

der Outdoor-Spezialist McTrek

vertreten. [!]

PAU

Allgaier

baut neu

Zehn Millionen Euro stecken die

Uhinger in ein modernes Verwaltungsgebäude.

Eines der ältesten

Allgaier-Gebäude im Werk 1

muss dem Neubau weichen.Inhaber

Dieter Hundt ließ es sich

nicht nehmen, mit einem Raupenbagger

das erste Fenster und

die ersten Steine selbst einzureißen.

In den nächsten Monaten

entsteht hier ein neues Domizil

für die Mitarbeiter von Engineering

und Vertrieb der Process

Technology, also dem Maschinen-

und Apparate-Bau. „Damit

tragen wir dem guten Wachstum

in der Allgaier Process Technology

Rechnung und schaffen die

Voraussetzungen für eine erfolgreiche

Entwicklung dieser Unternehmenseinheit“,

sagte Geschäftsführer

Helmar Aßfalg. Die

Sparte wird 2018 mit mehr als 90

Millionen Euro gut 20 Prozent

zum Umsatz der Gruppe beitragen

werde. [!]

SU

5


[rubrik] Ausgabe 65 | Dezember 2018 unternehmen [!]

Bei Drees & Sommer in Stuttgart

gehören zum Multizonen-Konzept

Desksharing-Arbeitsplätze,

Konferenzräume,

aber auch Telefonkabinen

und Quiet-Rooms für konzentriertes

Arbeiten.

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unternehmen [!] Ausgabe 65 | Dezember 2018

[spezial]

Schöne neue Arbeitswelt

Die Prozesse von morgen sind dynamischer und digitaler als heute. Im Kampf um Fachkräfte sind Räume für

verschiedene Anforderungen gefragt und Konzepte, die Mitarbeitern Freiheit geben. Bei Drees & Sommer in

Stuttgart kann man schon heute flexible Büro-Strukturen besichtigen.

Als Andreas Bay frühmorgens das Büro betritt, wartet bereits

ein Kollege. „Sollen wir uns einen Quiet Room suchen?“,

fragt Bay, während er seinen Laptop aus dem verschließbaren

Fach holt. Sein Gegenüber nickt. Der dritte Raum, den

die beiden passieren, ist leer: „Dann mal los.“

Vor sechs Jahren kam Andreas Bay als Teamleiter für den Bereich

Workplace Consulting zum Bau- und Immobilien-Beratungsunternehmen

Drees & Sommer, das weltweit 3200 Mitarbeiter beschäftigt.

Damals hatte Bay noch einen eigenen Schreibtisch. Heute weiß der

51-Jährige – wie der Großteil seiner 700 Kollegen am Standort Stuttgart

– bei Betreten des Firmengeländes noch nicht, wo und neben wem

er sitzen wird. Desk-Sharing heißt das Büro-Konzept, auf das immer

mehr Firmen setzen. Mitarbeitern ist dabei kein fester Arbeitsplatz

mehr zugeordnet. Sie entscheiden selbst und tagesaktuell, in welcher

Umgebung sie ihrer Arbeit nachgehen möchten.

ABSCHIED VON PRESTIGE-SYMBOLEN

Ähnlich wie beim Kinderspiel „Reise nach Jerusalem“ gibt es weniger

Arbeitsplätze als Mitarbeiter. Durch Kundentermine, Homeoffice und

flexible Zeitmodelle findet im Regelfall dennoch jeder einen Stuhl.

Leerstand – wie er freitags in manchen

Großraumbüros zu beobachten wird –

wird somit vermieden. Das Konzept spart

Platz und Studien zufolge bis zu 30 Prozent

der Kosten. Vor allem aber brechen die geteilten

Räume Hierarchien auf. Symbolische

Prestigeobjekte wie der lederne Bürostuhl

oder der höhenverstellbare

Schreibtisch fallen weg oder stehen allen

Mitarbeitern – vom Praktikanten bis zum

Andreas Bay, Teamleiter

bei Drees & Sommer.

Seniorpartner – zur Verfügung.

Teamleiter Andreas Bay hat die Wahl zwischen

offenen, teils loungeähnlichen Flächen,

ablenkungsarmen kleinen Räumen

Schalldämmung und gutes Raumklima mit vertikaler Raumbegrünung.

und Kreativecken. Er kann sich aber auch – wenn es etwas bequemer

sein soll – auf einem der bunten Sofas niederlassen. „Der herkömmliche

Schreibtischplatz reicht für das Activity Based Working nicht

mehr aus“, sagt Geschäftsführer Martin Becker und meint damit, dass

je nach Projektphase verschiedene räumliche Anforderungen entstehen.

„Fürs erste Brainstorming brauchen wir zum Beispiel eine Umgebung,

in der wir Ideen und Zusammenhänge visuell darstellen können“,

erklärt der gebürtige Münchner. Große Wandflächen, bunte

Post-it, Start-up-Atmosphäre. Für andere Aufgaben wiederum ist Konzentration

oder ungestörter Diskussionsraum nötig. Mit den neuen

Geschäftsräumen will das Unternehmen die Zusammenarbeit fördern,

aber auch „einen Drees & Sommer Stallgeruch“ schaffen. Das

Büro wird zur Erlebnisfläche. Becker: „Jeder von uns verbringt einen

großen Teil seines Lebens an seinem Arbeitsplatz. Deshalb dürfen wir

in der Raumgestaltung neben funktionalen und ergonomischen Standards

auch emotionale Anforderungen nicht vernachlässigen.“

GLÜCKLICHE MITARBEITER LEISTEN MEHR

Denn zufriedene Mitarbeiter sind engagierter. Eine Studie der University

of Warwick, England kommt zu dem Ergebnis: Glückliche Kollegen

bringen bis zu 12 Prozent mehr Leistung. Doch anders als früher,

lassen sich junge Talente nicht mehr nur mit schicken Autos und hohen

Gehältern locken. Stattdessen wünschen sich diese Flexibilität –

und zwar in allen Belangen.

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[spezial]

Fast so bequem wie Zuhause: Bei Drees & Sommer in Stuttgart können sich

Im Forschungsprojekt „Office 21“, durchgeführt vom Fraunhofer-Institut,

lautete eines der Ergebnisse: Selbstbestimmung steht für heutige

Angestellte an oberster Stelle. Das gilt nicht nur für Arbeitszeit und

Arbeitsmethoden, sondern betrifft auch den Arbeitsplatz. Trotz

Homeoffice und digitalem Nomadentum spielt die Gestaltung der

Büroräume eine immer wichtigere Rolle, so die Studie. Stichwort Stallgeruch.

Mitarbeiter wollen sich mit Arbeitgeber und -umgebung identifizieren

können.

Ob die freie Platz-Police auf dieses Ziel einzahlt, ist wohl Ansichtssache.

Klar hingegen ist, dass der fliegende Wechsel nur dann funktioniert,

wenn Abläufe weitgehend digitalisiert sind. Bei Drees & Sommer

liegen die meisten Dokumente schon

lange nicht mehr in Aktenordnern, „es sei

denn die Umstände oder Rechtslage erfordern

zwingend eine Ablage in Papierform“,

sagt Geschäftsführer Becker. Stattdessen

finden Mitarbeiter ihre Arbeitsmaterialien

in der Cloud, abrufbar vom Office, vom heimischen

Schreibtisch oder im Café um die

Ecke. „Dennoch stehen wir erst am Anfang

der digitalen Transformation. Es ist noch

Geschäftsführer

Martin Becker.

viel mehr möglich“, erläutert Becker. Aktuell

arbeitet sein Team an einer Drees &

Sommer-App. Mit der Anwendung soll es

künftig unter anderem möglich sein, Parkplätze

zu buchen, in der Kantine zu bezahlen, den Standort von Kollegen

abzurufen oder die Raumbelüftung zu steuern.

VIELE FIRMEN SIND OHNE DIGITALSTRATEGIE

Allerdings sind längst nicht alle Unternehmen in Deutschland so weit.

Zwar ist in neun von zehn Fällen der Wille zum Umstieg auf papierlose

Systeme vorhanden, wie eine Studie des Marktforschungsunternehmens

IDC 2016 herausfand. Doch bestehen noch immer knapp die

Hälfte aller Dokumente in deutschen Büros aus Papier. Laut einer Befragung

des Fraunhofer Institut liegt das mitunter an zu komplexen

Software-Anwendungen. 86 Prozent der Probanden gaben an, dass die

händische Dokumentation unkomplizierter und schneller vonstatten

gehe. Ein Umstand, dem Unternehmen durch gezielte Schulungen begegnen

könnten. Doch oft fehlt es an Plänen und Zuständigen, welche

8


[spezial]

Mitarbeiter in ruhigen Räumen auf Sofas besprechen – oder in loungigen Sitzmöbeln im Großraumbüro.

diese und ähnliche Maßnahmen vorantreiben. Nur vier von zehn Unternehmen

haben eine klare Strategie zur Digitalisierung der Geschäftsprozesse.

„Am Ende ist es einfach eine Frage der Gewöhnung“, findet Andreas

Bay, der in der Digitalisierung eine Chance für eine freie Arbeitsgestaltung

sieht. Jeden Tag in Akten zu blättern, ist für den 51-Jährigen kaum

mehr vorstellbar. Der eigene Schreibtisch hingegen werde von manchen

Kollegen schon vermisst. „Natürlich gibt es Leute, die wenn möglich

jeden Tag am gleichen Platz sitzen“, berichtet der gelernte Architekt.

Auch er selbst bevorzuge mit zwei Monitoren ausgestattete

Schreibtische und freue sich, wenn er einen solchen ergattern kann.

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[spezial] Ausgabe 65 | Dezember 2018 unternehmen [!]

Der „Marketplace“: Hier können sich Mitarbeiter austauschen, Kaffee trinken oder ihre von Zuhause mitgebrachten Speisen essen.

wächst jedes Jahr um mindestens zehn Prozent. Derzeit kommen in

Bays Team rund 70 Mitarbeiter auf 40 Arbeitsplätze. Auch wenn die

Räumlichkeiten meistens ausreichen, gibt es Tage an denen es eng

wird. Und laut. „Ab und an muss man sich gegenseitig daran erinnern,

dass es für längere Gespräche, Diskussionen oder Teamrunden extra

Räume gibt“, schmunzelt Bay. Das sei aber im konventionellen Großraumbüro

nicht anders.

Vor dem Hintergrund des „War of Talents“, probieren sich derzeit auch

Aus Tradition wird Innovation

Es gibt Leute,

die täglich

am gleichen

Platz sitzen.

Andreas Bay, Teamleiter

immer mehr große Unternehmen wie Siemens, Microsoft und Lufthansa

am Konzept der geteilten Tische. Mit einem Konzept, dass Flexibilität

und Selbstbestimmung ausstrahlt, wollen sie sich einen Vorteil

im Kampf um Nachwuchskräfte sichern. Laut einer Studie der

Berater von Consulting Cum Laude haben junge Leute aber andere

Wünsche. Flexibilität hin oder her, beim eigenen Arbeitsplatz hört der

Spaß auf. So wünschen sich 94 Prozent der befragten Young Professionals

einen feststehenden Schreibtisch. Nur fünf Prozent konnten sich

für die Idee der freien Platzwahl begeistern. [!] RONJA GYSIN

Foto: Getty Images

Hätten Sie‘s gewusst? Desksharing geht aufs Teilen von Kojen zurück.

Was heute als fortschrittliche Neuausrichtung gehandelt

wird, entstand einst aus der Not heraus. Desk-Sharing ist vom

sogenannten Hot-Bunking inspiriert. Ein Konzept, dass der

Seefahrt in den 1980er entsprang. Dabei teilten sich mehrere

Matrosen die gleiche Koje. Während einer arbeitete, schlief

der andere und umgekehrt. Dasselbe Prinzip war Industriearbeitern

Anfang des 20. Jahrhunderts unter dem Begriff „Hot

Bed” bekannt. Weil der Verdienst trotz hoher Arbeitspensen

kaum zum Überleben reichte, teilten sich mehrere Menschen

die Kosten für eine Übernachtungsmöglichkeit. Mit Ausbeutung

hat das heutige Desk-Sharing, anders als seine Vorgänger,

allerdings nichts zu tun. Vielmehr soll es dem kreativen

Austausch dienen und das Gemeinschaftsgefühl fördern. GYS

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unternehmen [!] Ausgabe 65 | Dezember 2018

[titelthema]

Mit dem Mut,

anders zu sein

Das Profil geschärft, das Image aufgewertet, neue Mitarbeiter und Zielgruppen

gewonnen: Das Bild und das Auftreten der Caritasverein Illertissen gGmbH hat

sich unter Geschäftsführer Dominik Rommel grundlegend geändert. Ein

Gespräch über den Pflegemarkt, Arbeitgeberattraktivität, Expansion und Werte.

Sie leiten ein Unternehmen, auf dessen Dienstleistung

viele Menschen gerne verzichten würden. Wie

fühlen Sie sich dabei?

Missverstanden. Natürlich gibt es in jungen Jahren

schönere Gedanken als den ans eigene Altwerden.

Aber alt werden wir nun mal alle. Wir von Illersenio

sind da, um Lebensqualität bestmöglich bis ins hohe

Alter zu erhalten. Mir macht es Freude, genau dafür

neue Konzepte zu entwickeln. Unser Ziel ist es, jeden

Menschen in seinen Wünschen und Möglichkeiten zu

sehen. Wir bieten deshalb nie Dienstleistung „von der

Stange“, sondern schauen uns mit dem Kunden an, was

er von uns braucht.

Pflege ist also nichts Schlimmes?

Schlimm ist, dass Pflege in der Gesellschaft leider immer

noch ein Tabuthema ist. Dabei hat sich in den vergangenen

Jahren so viel getan, was Anlass dazu gäbe,

mit dem Thema offener und entspannter umzugehen.

Die Herausforderung ist freilich nach wie vor, einen

individuellen Plan zu entwickeln, der es Menschen ermöglicht,

selbstbestimmt zu leben. Dafür gibt es heute

viel mehr Möglichkeiten als noch vor einigen Jahren.

Trotzdem hat Pflege ein schlechtes Image. Warum?

Man will sich einfach nicht gerne mit dem Altwerden

auseinandersetzen. Ganz gleich ob es einen selbst betrifft

oder jemanden aus der Familie – es wird ausgeblendet.

Und dann ist es umso schmerzlicher, wenn es

zum Beispiel darum geht, dass die eigenen Eltern auf

einmal den Alltag nicht mehr alleine meistern können.

Nicht selten ist das auch der Moment, da einem die eigene

Vergänglichkeit bewusst wird. In unserer Leistungsgesellschaft

hat Altwerden keinen Platz, obwohl

der Anteil der Alten so hoch ist wie nie.

Aber das ist doch nicht der einzige Grund.

Zu den Berührungsängsten kommen die Berichte in

den Medien: zu wenig Pflegepersonal, zu viel Zeit- und

Kostendruck, zu wenig Menschlichkeit. Es sind im

Prinzip nur negative Meldungen, die ein einseitiges

Bild der Pflege zeichnen. Leider leidet darunter nicht

nur das Bild der Pflegebranche, sondern vor allem das

der Pflegeberufe. Das ist eine Schande, weil der Pflegeberuf

mehr als „nur“ ehrenwert ist. Er gibt so viel zurück.

Momentan wird glücklicherweise einiges versucht,

um die Pflege wieder ins richtige Licht zu rücken,

auch wenn das nicht von heute auf morgen geht.

Der Pflegemarkt ist 50 Milliarden Euro schwer.

Trotzdem ist die Bezahlung von Pflegekräften ein

großes Thema – auch bei Ihnen im Unternehmen?

Absolut. Aber aus einer anderen Perspektive. Als gemeinnützige

gGmbH sind wir nicht gewinnorientiert.

Das ist sowohl für die Pflegequalität als auch für gute

Fachkräfte ein Pluspunkt, auch wenn uns das manche

Diskussion im Hinblick auf unser Preisniveau beschert.

Wir bezahlen unsere Mitarbeiter überdurchschnittlich

nach AVR-Tarif – teilweise sogar darüber.

Ist das mehr als der Wettbewerb?

Der AVR-Tarif ist der beste Branchentarif. Im Vergleich

zu Mitbewerbern sind das locker 20 Prozent mehr. Wir

haben vor wenigen Wochen in der SÜDWEST PRESSE

eine Anzeige geschaltet, die zum Inhalt hatte, was eine

Pflegefachkraft bei uns verdient. Dadurch haben wir

zwei neue Mitarbeiter gewonnen. Aber der Knackpunkt

ist schon seit längerem nicht nur allein das Geld.

Sondern?

Die Arbeitszeiten. Am Wochenende zu arbeiten kommt

Zur Person

Dominik Rommels

Werdegang ist für einen

Geschäftsführer

eines Sozialunternehmens

nicht alltäglich.

Der 42-Jährige aus

Laupheim absolvierte

nach der Mittleren

Reife eine Ausbildung

zum Krankenpfleger,

studierte Betriebswirtschaft

in Karlsruhe

und Nürtingen. Er

war war lange Zeit in

führenden Tätigkeiten

im Autohandel tätig,

bevor er 2014

zum Caritasverein Illertissen

wechselte

und seither die

gGmbH leitet. Rommel

(verheiratet, drei

Kinder im Alter zwischen

fünf und neun)

ist leidenschaftlicher

Skifahrer und joggt

regelmäßig. Er genießt

das Zuhausesein

und eine „tolle

Großfamilie“. Die

engste Verwandtschaft,

36 Erwachsene

und Kinder, feiert

gemeinsam Namensund

Geburtstage.

Geschäftsführer Dominik Rommel führt mit neuen Ansätzen und Konzepten die Caritasverein Illertissen gGmbH.

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[titelthema] Ausgabe 65 | Dezember 2018 unternehmen [!]

Ob Lauftraining mit Triathlon-Weltmeister

Daniel Unger

oder elektrische Muskelstimulation:

Dominik

Rommel ist Gesundheitsvorsorge

für die Mitarbeiter

wichtig.

für viele Menschen nicht in Frage. Es ist deutlich einfacher

Mitarbeiter für unsere Tagespflege als für den

Schichtdienst zu finden. Der Stellenwert der Freizeit

hat sich verändert. Gerade junge Akademiker legen weniger

Wert aufs Geld oder einen Firmenwagen, sondern

auf angenehme Arbeitszeiten. Für uns stellt sich aber

noch eine ganz andere Herausforderung…

Und zwar?

Wie können wir Pflegekräften in ihrer aufopferungsvollen

Arbeit einen wirklichen Ausgleich bieten? Körperlich

und mental. Denn wir haben viele Mitarbeiter,

die sich richtig für unsere Bewohner ins Zeug legen.

Diese Beziehungen schaffen im Umkehrschluss einen

wichtigen Faktor für die individuelle Pflegequalität.

Unsere Mitarbeiter gehen auf die Beerdigungen, nicht

weil sie müssen, sondern weil sie wollen.

Was tun sie, um Mitarbeiter zu halten?

Wir legen großen Wert auf Gesundheitsvorsorge. So haben

wir zwei Jahre lang mit Triathlon-Weltmeister Daniel

Unger kooperiert und fünf Laufgruppen ins Leben

gerufen. Ziel war damals der Einstein-Marathon. Das

kam sehr gut an. In beiden Jahren hatten wir zwischen

80 und 100 Teilnehmer. Im darauffolgenden Jahr durften

Mitarbeiter in viertelstündlichen Slots während der Arbeitszeit

EMS-Training betreiben, also elektrische Muskelstimulation.

Dieses Jahr kooperieren wir mit einem

örtlichen Gesundheitsstudio. Inzwischen machen 120

von 400 Leuten mit.

Das kostet Geld.

Das darf es auch. Wenn Mitarbeiter Spaß an Bewegung

haben, sind sie weniger krank und es geht ihnen besser.

Außerdem waren wir überrascht, wie sehr das Angebot

auf unser Wir-Gefühl einzahlt, sogar über die Fachbereiche

hinweg.

Was tun Sie noch für die Mitarbeiter?

Wir haben in Vöhringen und Illertissen außergewöhnliche

Aufenthaltsräume geschaffen. Es gab schon viele

Rückmeldungen, dass diese räumliche Abgrenzung

zum Pflegegeschehen in der Pause entscheidend ist.

Obst und Wasser sind gratis. Latte macchiato und Cappuccino

gibt’s fast zum Nulltarif.

Neuerdings werden Headhunter auf Fleischereifachverkäuferinnen

angesetzt. Gibt es bei Ihnen

auch eine Abwerbepraxis?

Die gibt es. Zwei Mitarbeiter, die wir selbst ausgebildet

haben, sind auf diese Weise gegangen. In diesen Fällen

zieht das schnelle Geld, also die hohe Abwerbeprämie.

Wie gehen Sie mit solchen Situationen um?

Wir handeln proaktiv mit eigenen Aktionen. Beispielsweise

haben wir mit der Aktion „Boarding“ Pflegeschüler

mit „Reiseunterlagen” ausgestattet. Das Angebot:

Wer innerhalb von zwei Jahren bei Illersenio „eincheckt“,

erhält eine Flugreise für zwei Personen als Einstiegsprämie.

Was ist der Unterschied zur Kopfprämie?

Mit dem schnellen Geld zu locken ist uns zu plump.

Wir belohnen für geleistete Arbeit. Wir wollen die Leute

emotional ansprechen, ihnen Ziele geben, die sie

anspornen und gleichzeitig Wertschätzung für ihre

Arbeit sind. Unsere Mitarbeiter verbringen hier so viel

Zeit, da muss das Spaß machen.

Wie kommen Sie an gutes Personal?

Wenn Mitarbeiter, die sich hier wohlfühlen, anderen

von uns erzählen. Einer unserer direkten Mitbewerber

ist konzerngebunden sehr auf Rendite fokussiert. Hier

heben wir uns ab. Wir wollen das Wohl unserer Mitar-

14


unternehmen [!] Ausgabe 65 | Dezember 2018

beiter nicht aus den Augen verlieren, das sich – und da

bin ich mir sicher – immer auch auf das Wohl unserer

Kunden auswirkt. Wenn wir an manchen Stellen mehr

Zeit benötigen, dann ist das einfach so.

Marktwirtschaftlich gesehen boomt die Branche.

Wie verändert sich der Markt?

Das Thema ambulant vor stationär hat dem Markt eine

neue Dynamik gegeben. Früher haben sich Anbieter

auf den vollstationären Bereich konzentriert. Heute

boomen Tagespflegen und ambulante Konzepte wie

Senioren-Wohngemeinschaften.

Wie reagiert Illersenio darauf?

Wir sind gut dabei und erweitern unsere ambulanten

Angebote. Sowohl bei der Tagespflege als auch bei

Wohngemeinschaften für Senioren gehören wir im

Landkreis zu den Wegbereitern. Das ist ein wesentlicher

Faktor, weil die Menschen heute fitter sind als früher

und älter werden. Vor 50 Jahren sind die Menschen

bereits mit 70 Jahren ins Altersheim gezogen. Heute

sind wir bei einem durchschnittlichen Einzugsalter

von 85.

Wie kommt das?

Die Menschen wollen heute so lange wie möglich zu

Hause bleiben. Gerne mit Unterstützung im Alltäglichen.

Sei es beim Wäschewaschen oder beim Rasenmähen

– eben bei allem, was sie nicht mehr alleine schaffen.

Meistens geht dem Einzug ins Pflegeheim ein

Krankenhausaufenthalt voraus. Plötzlich kommt

nicht mehr alleine zurecht. Die Leute kommen also

schon mit einem Pflegegrad zu uns. Unser Haus hat

sich von einem Altersheim zu einem Pflegeheim gewandelt.

Dieser Trend wird anhalten, irgendwann werden

wir nur noch „Schwerstpflegeheime” haben.

„Tagespflegen und ambulante

Konzepte wie unsere Senioren-WG

erleben einen Boom“,

sagt Illersenio-Geschäftsführer

Dominik Rommel.

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15


Dominik Rommel freut sich

über die erfolgreiche Expansion

von Illersenio. Im Hintergrund

sind die Pläne des Rosengarten-Projektes

zu sehen.

Auch Ihr Stammhaus in Vöhringen ist inzwischen in

die Jahre gekommen.

Wir haben in den letzten Jahrzehnten fortlaufend modernisiert.

Strukturell lässt sich das Alter aber nicht

kaschieren. Die inzwischen geforderten Einzelzimmerquoten

von 75 Prozent in Bayern und 100 Prozent in

Baden-Württemberg lassen sich durch Renovierungen

nicht erreichen. Deshalb stecken wir mitten in Planungsgesprächen.

Ein kompletter Neubau ist längst

keine Utopie mehr. Falls es dazu kommt, werden wir

unsere Kapazität um rund 10 Prozent erhöhen. Zugleich

aber auf eine innovative Holzmodulbauweise

setzen, die sehr ökologisch ist und

gesundheitsfördernd wirkt.

Was planen Sie sonst für die Zukunft?

Noch 2018 ist Baubeginn auf dem

Rosengartengelände in Illertissen.

Hier entsteht auf rund 10.000 Quadratmeter

ein Großprojekt, das für

die Region Beispielcharakter haben

wird. Zumindest im Hinblick auf

ganzheitlich konzipiertes Wohnen und Leben für Senioren.

In Summe wird uns das Projekt zwölf Millionen

Euro kosten.

Beispielhaft:

Großprojekt

mit Car-

Sharing und

Restaurant.

Wie viele Wohnungen werden dort entstehen?

66. Rund die Hälfte der Wohnungen soll später verkauft

werden, die andere Hälfte kann gemietet werden.

Für alle Appartements wird es Wahlleistungen geben.

Und alle liegen fußläufig problemlos erreichbar zu unserem

demnächst renovierten Restaurant in Illertissen.

Sprich: Wer möchte, kann zum Essen kommen oder

sich die Mahlzeiten nach Hause liefern lassen. Alle

Wohnungen haben 40 bis 70 Quadratmeter, somit

bleibt die Miete überschaubar. Damit aber trotzdem

Platz für Geburtstagsfeiern und Besuche ist, gibt es einen

tollen Gemeinschaftsraum. Auch Car-Sharing gehört

zu unserem Service.

Geht es im Rosengarten nur ums Wohnen?

Nein. Ein wichtiger Teil des Projektes ist ein neues ambulantes

Zentrum mit der ersten Tagespflege für Illertissen,

einer Sozialstation und

zwölf Mikroapartments für Mitarbeiter.

Wohnen geplant.

Der Tagespflege-Boom setzt

sich also fort?

Definitiv! Bereits im Frühjahr 2019

werden wir eine weitere Tagespflege

in Senden eröffnen. Und auch in

Buch ist eine Tagespflege mit angegliedertem

Café und Betreutes

Tagespflege wird auch auf dem Dorf angenommen?

Das liegt natürlich auch an der Pflegereform, weshalb

Tagespflege gut finanzierbar ist. Zuhause können viele

ältere Menschen tagsüber nicht bleiben, weil die Angehörigen

bei der Arbeit sind. In der Tagespflege geht es

weniger um Pflege, es geht mehr um das Beschäftigungsangebot.

Wir gestalten den Tag mit Mittagessen,

16


unternehmen [!] Ausgabe 65 | Dezember 2018

[titelthema]

Kaffee und Kuchen, kreativen Angeboten, singen und

reden mit den alten Menschen. Besonders für Menschen

mit Demenz ist das ein gutes Konzept.

Sie sind stark am expandieren.

Ich bin überzeugt, wenn wir es nicht tun, tun es die Falschen.

Es gibt immer mehr ältere Menschen, der Bedarf

wird steigen.

Wer sind denn die „Falschen”?

Wir haben auch ehrenwerte Mitbewerber, allerdings

gibt es etliche, die nur Rendite sehen wollen. Das geht

nur über eine Stellschraube: Rund 80 Prozent der Kosten

im Pflegebereich betreffen das Personal. Es ist eine

besorgniserregende Entwicklung, dass rein renditegesteuerte

Unternehmen den Pflegemarkt zunehmend

beherrschen.

Braucht es da gesetzliche Regelungen?

Ich bin kein Freund, alles mit Vorschriften zu pflastern.

Ich appelliere eher an Kunden und Angehörige: Wer

sich für Pflege entscheidet, muss genau hinschauen.

Dabei ist es nötig, auch hinter die Fassade zu blicken

und logische Schlussfolgerungen zu ziehen.

Ihr Träger, der Caritasverein Illertissen, hatte Jahrzehnte

in Teilen des Illertals quasi ein Monopol.

Wir haben hier den Markt gemacht, klar – auch weil

niemand anderes da war. Trotzdem waren wir schon

bei unserer Gründung vor 50 Jahren innovativ. Etwa

beim Bau unseres Altenheimes in Vöhringen, das damals

weit und breit das modernste war. In den vergangenen

Jahren kamen neue Wettbewerber hinzu, darunter

viele freie Pflegeanbieter.

Wie sind sie mit der Situation umgegangen?

Als ich vor fünf Jahren antrat, war die Zeit reif für eine

neue Positionierung. Unter der schärferen Konkurrenz

hatte die Auslastung gelitten. Die ist angesichts kleiner

Margen extrem wichtig. Alles unter 96 Prozent ist

schwierig.

Was haben Sie strukturell verändert?

In Vöhringen haben wir einen konzentrierten Demenzbereich

geschaffen. In Illertissen haben wir uns

auf Einzelzimmer fokussiert. In der Folge stieg die Auslastung

auf 98 Prozent. In einem nächsten Schritt haben

wir ambulante Konzepte entwickelt und inner-

Der Pflegemarkt hat sich geöffnet,

neue Konkurrenten kamen

hinzu: „Für uns war die

Zeit reif, uns neu zu positionieren“,

sagt Illersenio-Chef

Dominik Rommel im Rückblick

aufs Jahr 2014.

17


[titelthema] Ausgabe 65 | Dezember 2018 unternehmen [!]

Eine hohe Zahl an Fachkräften betreut die Bewohner der Caritas-Zentren. In der Illergastro-Küche werden täglich 900 Essen frisch zubereitet.

Komplettanbieter für Senioren

Vor 50 Jahren haben Priester und Bürger

für die Bewohner des südlichen Landkreises

Neu-Ulm den Caritasverein Illertissen

gegründet. Der Verein mit rund 1000 Mitgliedern

gehört zwar dem Deutschen Caritasverband

an, ist aber wirtschaftlich

unabhängig. Seit 2014 firmiert er als gemeinnützige

GmbH und hat sich seither

von einem Betreiber von Altersheimen zu

einem Komplettanbieter für Senioren

entwickelt. Im Zuge der umfassenden

Modernisierung des Markenauftritts hat

das Unternehmen die Marke Illersenio

geschaffen und sein Angebot in neun

fachlich abgegrenzte Leistungsangebote

gegliedert. Die Angebote und Dienstleistungen

reichen vom Hausnotruf über Unterstützung

rund ums Haus, Essen auf

Rädern und in Restaurant, Catering, Gemeinschaftsverpflegung

von Schulen,

Kindergärten und Betrieben, betreute

Freizeitgestaltung und betreutes Wohnen

bis hin zu ambulanter und stationärer

Pflege. Die Caritasverein Illertissen

gGmbH beschäftigt derzeit 420 Mitarbeiter,

davon sind 73 Prozent im Pflegebereich,

20 Prozent in der Hauswirtschaft

und 7 Prozent in der Verwaltung. Der Umsatz

stieg seit 2014 um mehr als ein Drittel

auf 14,2 Millionen Euro.

AMB

halb von anderthalb Jahren zwei Tagespflegen eröffnet,

die inzwischen beide voll ausgelastet sind. Auch unsere

Wohngruppe kommt sehr gut an.

Sie sind damals auch von der Marke „Caritasverein“

abgerückt.

Es war vielmehr so, dass unsere eigene Identität zu unklar

umrissen war. Viele Menschen haben damals mit

dem Wort „Verein“ ehrenamtliche

Laien assoziiert. Also haben wir uns

für „illerSENIO – Ihre Caritas im Illertal“

entschieden. So sind die Caritas

und ihre Werte immer noch

sichtbar. Mittlerweile gibt es mit Illergastro

auch die zweite Marke,

mit der wir den Bereich rund um‘s

Essen verbinden.

Wie lautetet Ihre Ziele?

Wir wollten den Caritasverein für die Zukunft aufstellen

und haben gemeinsam mit unserer Marketingagentur

ein neues Konzept erstellt. Damit wollten wir das

damals recht angestaubte Image aufwerten, Marktanteile

zurückgewinnen, unser Angebot erweitern, neue

Zielgruppen gewinnen und Fachkräfte rekrutieren.

Wir waren

mutig. Das

passt zur

Geschichte

des Vereins.

Wie haben die Mitarbeiter auf die neue Marke reagiert?

Als wir das Illersenio-Logo auf der Weihnachtsfeier

2015 präsentiert haben, gab es riesigen Applaus und

viel Zuspruch. Klar, ist die Caritas dennoch präsent.

Nach deren christlichen Werten agieren wir noch immer.

Trotzdem wollten wir moderner auftreten.

Wie passt die peppigere Marke

zu einem Sozialunternehmen?

Wie kann ein soziales Unternehmen

im Wettbewerb mit konzerngesteuerten

Wettbewerbern überhaupt

überleben? Jedenfalls nicht

ohne das passende Selbstbewusstsein.

Klar, es gibt immer Menschen,

die einen größeren Wandel

kritisch sehen. Ich musste auch im

Vereinsvorstand Überzeugungsarbeit

leisten. Es hat natürlich geholfen, dass wir mit unserer

Neuausrichtung als Illersenio einen Marketingpreis

gewonnen haben. Wir waren mutig – das passt

zur Vereinsgeschichte. Bei meiner Vorbereitung auf

unsere Feier zum 50jährigen Jubiläum in diesem Herbst

ist mir bewusst geworden: Immer wenn der Verein et-

18


unternehmen [!] Ausgabe 65 | Dezember 2018

[titelthema]

was Anderes als das Übliche gemacht hat, kam etwas

Großes dabei raus. Man muss auch den Mut haben, anders

zu sein.

Geben Ihnen die Zahlen auch Recht?

Ja, das freut mich auch. Der Umsatz hat sich seit 2014

um mehr als ein Drittel auf 14,2 Millionen Euro erhöht.

Das Wachstum hat vor allem im ambulanten Bereich

stattgefunden. Die Zahl der Mitarbeiter ist um 100 auf

420 Mitarbeitern gestiegen.

„Illergastro verpflegt nicht

nur die Bewohner unserer

Pflegeheime, Senioren zu

Hause, Kindergarten- und

Schulkinder, sondern auch

Mitarbeiter von Unternehmen“,

sagt Dominik Rommel.

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Wann ist Illergastro entstanden?

Die Marke haben wir parallel entwickelt. Das Thema

Essen ist bei uns sehr zentral. Unsere Küche versorgt

nicht nur unsere Pflegeheime, unser Restaurant und

viele Senioren zu Hause, sondern auch 30 Kindergärten

und Schulen mit 800 Essen am Tag. Zudem beliefern

wir die ersten Firmen mit insgesamt 100 Essen am Tag.

Ganz aktuell erproben wir ein „Baustellen-Catering“.

Unsere Kunden sind also nicht mehr ausschließlich

Senioren. Deshalb war es wichtig, eine eigene Marke zu

schaffen, die das ausdrückt.

REGIONAL

SPEZIALISIERT

Warum sind Sie zudem ins Catering eingestiegen?

Die Renovierung der Küche vor zwei Jahren war mit

einer 1 Million Euro sehr teuer. Nur mit dem Essen für

die Senioren hätten sich die Kosten nicht amortisiert.

Deshalb brauchten wir ein neues Konzept. Außerdem

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[titelthema] Ausgabe 65 | Dezember 2018 unternehmen [!]

Im Gespräch: Illersenio-Geschäftsführer

Dominik Rommel

und Alexander Bögelein,

Redaktionsleiter „unternehmen!“

DAS INTERVIEW FÜHRTE

ALEXANDER BÖGELEIN,

REDAKTIONSLEITER

UNTERNEHMEN [!]

DOKUMENTATION:

RONJA GYSIN

FOTOS:

MARC HÖRGER

wollten wir qualitativ hochwertiger einkaufen als unsere

Mitbewerber. Doch dafür brauchten wir wiederum

mehr Essen.

Was verstehen Sie unter hochwertig?

Unsere Leitidee für Illergastro ist „echter Geschmack,

echte Zutaten“. Das heißt, wir kochen nicht nur jeden

Tag frisch. Wir verzichten anders als üblich in unserer

Großküche auf industrielle Zusätze oder billige Tiefkühlware.

Stattdessen haben wir ein engmaschiges

Netz an Partner und Erzeugern aufgebaut, sodass wir

sehr viel qualitativ hochwertige Zutaten direkt aus der

Region verarbeiten.

Sie möchten außerdem auch,

dass Gäste zum Essen ins Pflegeheim

kommen.

Nicht ganz. Ins Illergastro Restaurant

& Café. Wir haben hier in

Vöhringen ein gastronomisches

„Schmuckkästchen“ realisiert. Was

Innenarchitektur und Ambiente

angeht, ist das nicht übertrieben.

Und was unser Küchenteam aufs Tablett bringen kann,

hat auch schon anspruchsvolle Catering-Kunden begeistert.

Freilich geht’s im Restaurant werktags nicht

um getrüffelte Perlhuhnbrust. Dafür gibt’s bei uns aber

von Montag bis Freitag ein bodenständig hochwertiges

Mittagsmenü mit Suppe und Dessert für 6,90 Euro. Damit

sind wir eine echte Alternative für jede Mittagspause.

Auch bieten wir als Eventlocation Firmen spannende

Arrangements.

In der Pflege

wird der

Mensch nicht

vom Roboter

ersetzt.

Haben Sie einen Grundsatz, den Sie bei Ihren Zukunftsüberlegungen

beachten?

Ich bin schon immer gerne Dienstleister gewesen.

Wenn wir Dinge anpacken, dann möchte ich sie gut

durchdacht haben. Was wir entwickeln, soll einen echten

Nutzen für unsere Kunden haben. Im vergangenen

Jahr wurde beispielsweise unser „Voller-Kühlschrank-

Paket“ vom Bayerischen Staatsministerium mit dem

Innovationspreis ausgezeichnet. Es gibt Senioren zuhause

die Chance, sich komplett ausgewogen zu ernähren

und entlastet Angehörige, die ihre Zeit nicht mit

Einkaufen vergeuden müssen.

Wie sehr sind Sie bei Illersenio

schon in der digitalen Pflegezukunft

angekommen, sind Pflegeroboter

ein Thema?

Unsere Dokumentation läuft jetzt

schon digital. Alles ist über das interne

Wlan miteinander verbunden.

Nach meiner Einschätzung

sind wir diesbezüglich schon gut

aufgestellt und sicher bei den Ersten.

Pflegeroboter haben wir noch keine. Ob diese Technik

schon bald Mitarbeiter in der Pflege effektiv unterstützen

kann, wird sich zeigen. Ganz sicher wird der

Mensch aber nicht vom Roboter ersetzt. Das richtige

Verhältnis aus Fortschritt und Menschlichkeit muss

auch in Zukunft gewährleistet bleiben – bei uns jedenfalls.

Irgendwann werde ich auch alt. Dann will ich mit

gutem Gewissen sagen können, dass ich dazu etwas

beigetragen habe. [!]

20


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[spezial] Ausgabe 65 | Dezember 2018 unternehmen [!]

Wie Mitarbeiter sich wohlfühlen

Viele Unternehmen bemühen sich, ein attraktiver Arbeitgeber zu sein. Doch häufig bleibt es bei Stückwerk, sei es im

betrieblichen Gesundheitsmanagement oder in der Führungskultur. Drei Experten zeigen Lösungsansätze.

Foto: © LightField Studios / shutterstock.com

Deutschland hat immer noch Rücken.

Dieser Spruch geht auf Hape Kerkelings

Alter Ego Horst Schlämmer zurück

– vor mehr als zehn Jahren. Noch immer

stehen Krankheiten des Muskel-Skelett-Systems

an der Spitze der Fehlzeitenstatistik. Inzwischen

dicht gefolgt von psychischen und

psychosomatischen Erkrankungen auf dem

zweiten Platz. Arbeitgeber haben einen großen

Einfluss auf den Krankenstand. Laut

AOK-Fehlzeiten-Report 2018 fehlen Beschäftigte,

die ihre Arbeit als sinnvoll betrachten

und sich am Arbeitsplatz wohlfühlen, an 9,4

Tagen. Mitarbeiter, die das nicht tun, fehlen

mehr als doppelt so lange (19,6 Fehltage).

Gesundheitsexperten sehen darin ein klares

Signal für eine ganzheitliche Herangehensweise,

die Umsetzung zukunftsorientierter

Arbeitskonzepte und eine Anpassung der

Führungsqualitäten. Ein ergonomisch geformter

Bürostuhl, Stehpulte und Yoga-Pausen

sind gut, aber sie reichen als Maßnahmen

zur Förderung der Mitarbeitergesundheit, für

mehr Zufriedenheit am Arbeitsplatz und im

Wettbewerb um

Talente nicht

mehr aus. Arbeitgeber

werden von

jüngeren Arbeitnehmern

nach

ähnlichen Kriterien

ausgewählt wie

Konsumprodukte

und rationale Faktoren

wie Gehalt

und Arbeitgeberleistungen

sind oft arzt der Vinzenz Klinik.

Dr. Rudolf Lorenz, Chef-

zweitrangig. Der

Schlüssel für die Entscheidungsfindung liegt

in der Unternehmens- und Führungskultur,

der angestrebten Work-Life-Balance und im

allgemeinen Arbeitsumfeld.

Junge Fachkräfte haben hohe Ansprüche an ihr

Arbeitsumfeld und ihre Arbeitgeber.

22


unternehmen [!] Ausgabe 65 | Dezember 2018

[spezial]

Unternehmen, die Mitarbeiter halten und

Fachkräfte gewinnen wollen, müssen mit einer

Kultur des Respekts und der Wertschätzung

eine Arbeitsatmosphäre schaffen, die

sich gleichermaßen positiv auf die körperliche

und mentale Gesundheit der Mitarbeiter

auswirkt“, sagt der Kardiologe und Sozialmediziner

Rudolf Lorenz, Chefarzt der Vinzenz

Klinik Bad Ditzenbach. „Bei der Beeinflussung

des individuellen Verhaltens stößt man allerdings

schnell an Grenzen. Anreize für einen

gesunden Lebenswandel lassen sich am besten

über eine Änderung der Verhältnisse und

der Organisation erreichen“.

KONSEQUENZ IST NÖTIG

Dafür plädiert auch Peter Deibert, Ärztlicher

Leiter des Instituts für Bewegungs- und Arbeitsmedizin

der Uni Freiburg. „Betriebliches

Gesundheitsmanagement muss Chefsache

sein, aber man

kann es nicht einfordern.

Die Maßnahmen

müssen

Dr. Peter Deibert, Professor

an der Uni Freiburg.

sich an den Bedürfnissen

der Mitarbeiter

orientieren.

Ihre Akzeptanz ist

Voraussetzung für

den Erfolg. Anstatt

nach dem Gießkannenprinzip

vorzugehen, ist es

effizienter, wenige

Mit eigenen Kitas versuchen Firmen, dass Mitarbeiter Familie und Beruf besser vereinen können.

Punkte konsequent umzusetzen“. Neben Einzelmaßnahmen

wie Ernährungsberatung, Bewegungstraining

oder Rückenschule gehört

dazu ein betriebliches Umfeld, das persönliche

Stärken, Eigenverantwortung, Kreativität

und Kommunikation fördert. Ein zielgruppenorientiertes,

internes Marketing der Maßnahmen

ist nach seinen Worten ebenso wichtig,

wie ein partizipativer Führungsstil.

Foto: © RioPatuca Images / fotolia.com

DIE GRENZEN VERSCHWIMMEN

„Wer seine Arbeit in einem sinnvollen Kontext

sieht, ist gesundheitlich weniger anfällig

Wir müssen Arbeit und Privatleben als Einheit

begreifen“, erläutert Lorenz. Führungsqualität

zeigt sich nach seinen Worten in Empathie

und dem Verständnis für die

Anforderungen in verschiedenen Lebensphasen“.

Dass sich Arbeits- und Privatleben beeinflussen,

und Stress nicht außen vor bleibt, hat

nichts mit dem sogenannten Work-Life-Blending

zu tun. Die globale und digitale Veränderung

der Arbeitswelt nimmt zu. Der nahtlose

Übergang von Arbeits- und Privatleben kann

nur funktionieren, wenn Unternehmen und

Mitarbeiter klare Regeln vereinbaren.

„Anders arbeiten darf nicht mehr arbeiten

und ständige Verfügbarkeit bedeuten. Homeoffice

beispielsweise kann durch die Vereinbarkeit

von Familie und Beruf entlastend sein,

aber es erfordert eindeutige Abgrenzungen“,

betont Deibert.

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[spezial] Ausgabe 65 | Dezember 2018 unternehmen [!]

Sebastian Mauritz, Resilienz-Experte

des DVCT

Vor dem Hintergrund

des rasantenWandels

stärkt

ein betriebliches

Gesundheitsmanagement

nachweisbar

das Gesundheitspotential

der Mitarbeiter

– und senkt krankheitsbedingte

Kosten.

„Es gibt eine

nachvollziehbare

Korrelation zwischen Fluktuation und Führung“,

sagt Lorenz und verweist auf eine entsprechende

Studie. „Fehlzeiten und häufiger

Personalwechsel mit den entsprechenden

Konsequenzen sind ein erheblicher Kostenfaktor.

Von einem gesunden, motivierten Mitarbeiter

profitieren beide Seiten“.

HÖHERE ZUFRIEDENHEIT

Selbstbestimmung und Resilienz hängen eng

zusammen, sagt Sebastian Mauritz, Fachbuchautor

und Vorstandsmitglied im Verband

für Coaching und Training (DVCT).

Übertragen Unternehmen denjenigen Mitarbeitern,

die dazu bereit sind, im Rahmen ihrer

Qualifikation mehr Eigenverantwortung

fühlten sich diese weniger fremdbestimmt

und weniger gestresst. „Das führt zu mehr Engagement

und Zufriedenheit am Arbeitsplatz“,

sagt der Resilienzexperte.

Wenn das möglich ist, sollten Mitarbeiter arbeitszielorientiert

darüber entscheiden können,

wie und wo sie arbeiten. Eine neue Studie

der Harvard Business School ergänzt viele Forschungsarbeiten,

nach denen Mitarbeiter dafür

neben flexiblen Arbeitszeitmodellen auch

unterschiedliche Raumangebote benötigen.

Vertrauenskultur wachsen lassen

Viele Firmen befürchten einen Kontrollverlust durch Homeoffice – laut einer IW-Studie zu Unrecht.

Einer Studie zufolge können Unternehmen

profitieren, wenn sie ihren Mitarbeitern

flexible Arbeitszeiten und Homeoffice

erlauben. Das ist das Ergebnis einer

Studie des arbeitgebernahen Instituts der

deutschen Wirtschaft (IW). Manche Firmen

haben Angst durch solche Lösungen

die Kontrolle zu verlieren. „Unsere Studie

zeigt aber ganz klar, dass es dafür keinen

Grund gibt. Vertrauen zahlt sich aus“,

Statt eines einheitlich gestalteten Großraumbüros,

bieten gesunde Arbeitsumgebungen

verschiedene Möglichkeiten: individuelle Arbeitsbereiche,

Ruhezonen, Kommunikationsbereiche,

Räume für Inspiration, Orte für

Teamarbeit. Der Wechsel zwischen den Arbeitsorten

eines „Open Space“ fördert Bewegung

und Begegnung, wie auch das Beispiel

des Stuttgarter Immobilienberaters Drees &

Sommer zeigt (siehe Seite 6).

Mit der Feststellung „Sitzen ist das neue Rauchen“

spitzt Chefarzt Rudolf Lorenz die negativen

Folgen sitzender Tätigkeit zu. Er misst

flexiblen Arbeitsplatzlösungen, die dazu

animieren, sich zu bewegen, zwischen

Stehen und verschiedenen Sitzmöglichkeiten

zu wechseln und kurze Pausen zur

Regeneration zu nutzen, eine große Bedeutung

zu. Ausreichend Bewegung ist seiner

Meinung nach essenziell: „Wer sich bewegt,

wechselt die Perspektiven – körperlich

und mental.“ Damit Führungskräfte

die Resilienz ihrer

Foto: © Yanawut Suntornkij / shutterstock.com

sagt IW-Autor Dominik Enste. Mit wachsender

Überwachung nehmen Unzufriedenheit

und Konflikte mit dem Chef zu. In

Firmen mit strengen Kontrollen seien 45

Prozent der Befragten sehr zufrieden, 32

Prozent der Mitarbeiter berichteten von

Konflikten mit dem Chef. In Firmen mit

weniger Kontrolle sind 60 Prozent der

Mitarbeiter sehr zufrieden, 13 Prozent

klagen über Konflikte mit dem Chef. AMB

Mitarbeiter fördern und deren Potenzial abrufen

können, ist nach Einschätzung von Sebastian

Mauritz die Einbeziehung der Mitarbeiter

auf allen Ebenen, sowie die Integration

von sozialer Unterstützung unverzichtbar.

Face-to-face Kommunikation ermögliche es,

die subjektive Wahrnehmung der Mitarbeiter

anzusprechen und herauszufinden, was jemand

brauche, um in einem guten Zustand zu

sein. „Das Leitbild muss mit der tatsächlich

gelebten Führungskultur kongruent sein. Das

sichert die Anerkennung der Mitarbeiter und

fördert ihre Bereitschaft Veränderungen mitzugestalten“,

sagt Mauritz.

Authentizität ist nach seinen Worten das A

und O für eine positive Wahrnehmung und

für die Verbundenheit der Mitarbeiter, Kunden

und Partner mit dem Unternehmen, seiner

Marke und seinen Zielen. Investitionen in

entsprechende Maßnahmen zeigen unternehmerische

Verantwortung – und werden zunehmend

zu einem entscheidenden Wettbewerbsfaktor.

[!]

SIGRID BALKE

Obst für Mitarbeiter ist schön, ersetzt aber keine Strategie. Foto: © Rob Byron / shutterstock.com

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IHK Ulm zur Rekrutierung und Anwerbung von Personal aus dem

Ausland

Bild links: Martina Doleghs, Geschäftsbereichsleiterin Bildung der IHK Ulm (7.v.r.) und Nicole Bühlbecker vom Welcome Center Ulm/Oberschwaben (4.v.l.)

mit ausländischen IT-Fachkräften und Studierenden. Bild Mitte: Nicole Bühlbecker (2.v.l., Welcome Center) mit internationalen Fachkräften auf der Bildungsmesse

2018. Bild rechts: Internationale Studierende bei Besuch des Unternehmens Rehm Thermal System in Blaubeuren

Fotos: IHK Ulm

Qualifizierte Fachkräfte sind in der IHK-Region

mehr gefragt denn je. Ein Weg um dem Bedarf

nachzukommen ist die Rekrutierung von internationalen

Fachkräften aus dem Ausland. Das

Welcome Center Ulm/Oberschwaben bei der

IHK setzt hier an und zeigt die möglichen Rekrutierungswege

auf. Zusätzlich schafft es Angebote,

um mit potentiellen internationalen

Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in Kontakt

zu treten. Das Welcome Center Ulm/Oberschwaben

wird anteilig durch das Ministerium

für Wirtschaft, Arbeit und Wohnungsbau Baden-Württemberg

und die IHK Ulm finanziert.

„Ein wesentliches Zukunftsthema für unsere

regionale Wirtschaft ist die Deckung des Fachkräftebedarfs

im Alb-Donau-Kreis, dem Landkreis

Biberach und dem Stadtkreis Ulm. Internationale

Fachkräfte stellen diesbezüglich eine

große Chance dar. Mit dem Welcome

Center Ulm/Oberschwaben bietet die IHK Ulm

für ihre Mitgliedsunternehmen ein breites Unterstützungsangebot

zur Gewinnung und Bindung

dieses Fachkräftepotentials an“, so Martina

Doleghs, Geschäftsbereichsleiterin Bildung

bei der IHK Ulm.

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Fachkräften zu diskutieren. So

kann auf einen breiten Erfahrungsschatz von

Betrieben zurückgegriffen werden, von dem

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Es werden vom Welcome Center in Kooperation

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Studierende bei der Jobsuche in Form

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Dies ist keine Tellerwäscher-Geschichte. Sie beginnt auf einem Flohmarkt in

Ravensburg vor 20 Jahren. Heute handelt Michael Rheinländer weltweit mit

Montblanc-Federhaltern: eine hart erarbeitete Karriere mit vielen Anekdoten.

Alles fing damit an, dass der 15-jährige

Michael sein Taschengeld zusammenkratzte,

um sich einen Montblanc-Füller

zu kaufen. Heimlich, ohne das Wissen seiner

Eltern. Kosten: 400 DM. Es war der

Startschuss für eine unerwartete Karriere.

Heute ist Michael Rheinländer 34 und hat im

vergangenen Jahr einen Umsatz von 2,4 Millionen

Euro erwirtschaftet. Womit? Er handelt

mit Füllern – natürlich von Montblanc.

„Der Mythos Montblanc hat mich schon früh

gefangen genommen“, erzählt Michael Rheinländer

und erklärt: „So eine Monopol-Stellung

gibt es in kaum einer anderen Branche!“ Bei

Schreibgeräten über 200 Euro liegt der weltweite

Marktanteil von Montblanc bei mehr

als 70 Prozent.

Für die ersten Objekte seiner Begierde stöberte

der Ravensburger auf Flohmärkten und

stellte fest: Beim Wiederverkauf gibt‘s richtig

26


Michael Rheinländer

wollte eigentlich BWL

studieren. Doch das Geschäft

mit Montblan-Füllern

lief einfach zu gut.

Fotos: Dave Stonies

27


[machen] Ausgabe 65 | Dezember 2018 unternehmen [!]

Seit 1926 gibt es die Montblanc-Linie Meisterstück Platinum Line Le Grand, rechts ein Yehudi Menuhin Füller, der von 2001 bis 2003 hergstellt wurde.

gutes Geld dafür. Noch während seiner Zeit als

Industriekaufmann-Azubi verdiente Michael

Rheinländer mehr mit dem Verkauf gebrauchter

Füller als mit seiner Lehre. Sein Plan war

es, im Monat etwa 500 bis 1000 Euro zu verdienen,

um sorgenfrei BWL studieren zu können.

Dieser Plan scheiterte. Denn das Füllergeschäft

lief einfach zu gut.

LEICHTE MÄDCHEN UND KOKS

An seinem Geschäftsprinzip hat sich in all

den Jahren nichts geändert: Er kauft Füller,

bereitet sie wenn nötig auf und verkauft sie

wieder. „Allerdings ist die Gewinnspanne bei

Füllern unter 1000 Euro recht dünn“, sagt er.

Rheinländers Spezialgebiet: Highend-Ware

im fünfstelligen Bereich. Das teuerste Stück

verkaufte der Ravensburger für mehr als

70.000 Euro. In diesem Segment muss der

Füller-Baron nach eigener Aussage kaum Konkurrenz

fürchten. Es gilt: Je günstiger der

Preis, desto mehr Mitstreiter gibt es.

Klingt fast ein bisschen märchenhaft, doch

Rheinländer sagt: „Von nichts kommt nichts.

Ich kenne es nicht, nur 8 Stunden am Tag zu

arbeiten. Ein normaler Arbeitstags betrug für

mich schon immer eher zwölf Stunden.“

Manchmal war er einfach zur richtigen Zeit

am richtigen Ort und lernte die richtigen Leute

kennen. Das meiste hat er sich erarbeitet,

„das Glück des Tüchtigen“ nennt er es.

Als nicht-lizensierter Händler macht er den

größten Umsatz auf dem Sekundärmarkt:

„Für mich wird der Ankauf eigentlich erst

dann interessant, wenn so ein Schreibgerät

ein zweites Mal verkauft wird.“ Meistens sind

es streng limitierte Editionen in Originalverpackung,

die er aufkauft – oft ganze Sammlungen,

die er dann von Montblanc auf Echtheit

überprüfen lässt. Seine Kunden kommen

aus der ganzen Welt. „Wir verkaufen auf Online-Plattformen

wie Amazon, Hood oder

Ebay, aber der größte Marktplatz ist mein

Netzwerk,“ sagt Rheinländer.

Schon häufiger wurde ihm Hehlerware angeboten.

Einmal ging er in Absprache mit Montblanc

zum Schein auf den Deal ein. Die Kripo

wurde eingeschaltet. Rheinländer vereinbarte

ein vermeintliches Treffen mit dem Hehler.

Doch statt ihm tauchte ein Kriminalbeamter

auf – und die Handschellen klickten.

700 FÜLLER AUF VORRAT

Geschichten wie diese hat er viele zu erzählen.

Zum Beispiel die, als er aus Versehen mehrere

tausend Euro unterm Hotelbett vergessen

hat und es erst zuhause wieder bemerkte.

Oder die: In Paris traf er sich mit einem Kunden

in dessen Luxus-Suite. Dieser war so begeistert,

dass er seinen Kauf groß feiern wollte

– mit ein paar „leichten Mädchen“ und Koks.

Rheinländer lehnte dankend ab.

Heute hat er eine komfortable Position. Seine

Erfahrungswerte und sein Know-How stehen

in keinem Buch. Dass der Markt für Luxus-

Füller irgendwann einbricht oder gesättigt ist,

glaubt er nicht. Trotzdem sei es wichtig, die

Augen offen zu halten – ein Großteil seiner

Arbeit besteht aus Markt-Beobachtung:

„Montblanc hat tausende verschiedene Produkte.

Ich muss mich mit jedem auskennen,

um zu wissen: Was bringt das im Verkauf, wie

lange liegt das bei mir auf Lager, gibt das meine

Liquidität her, wem könnte ich das verkau

Jahresumsatz von

2,4 Millionen Euro

Nach seiner Ausbildung zum Industrie-Kaufmann

holte Michael Rheinländer

das Fachabitur nach. Seit 2001 ist

das Handelshaus Rheinländer auf Ebay

aktiv – damals nur als Hobby. 2005

meldete er sein erstes Gewerbe an und

erwirtschaftete schon im ersten Geschäftsjahr

einen Umsatz von etwa

100.000 Euro. Mit 24 Jahren bezog er

seine ersten eigenen Geschäftsräume.

Mittlerweile hat er mehrere Teilzeit-Angestellte,

zum Beispiel für den Auslands-Vertrieb,

Botengänge oder die

Aufbereitung der Füller. 2017 betrug

sein Umsatz 2,4 Millionen Euro. RIZ

fen und so weiter,“ erklärt er. Etwa 700 bis 800

Füllfederhalter hat er immer vorrätig. Deren

Gesamtwert bewegt sich im siebenstelligen

Bereich. Deswegen lagern sie fast ausschließlich

im Bankschließfach.

Finanzielle Ziele hat Michael Rheinländer

keine mehr. Seinen ersten Porsche hat er sich

schon vor Jahren gekauft. Viel wichtiger ist es

ihm, seinen Luxus-Kunden den perfekten Service

zu bieten. Einen kleinen Traum gibt es

doch. Eine „1 von 1“ zu besitzen: Ein Sammlerstück,

das nur ein einziges Mal produziert

wurde. Unerreichbar? Nein. Michael Rheinländer

wäre nicht da, wo er heute ist, wenn er

nicht wüsste, wie an so einen Schatz heranzukommen

ist. Doch irgendwie ist er ja auch

Schwabe. Und der Schwabe in ihm sagt: „Zu

teuer“ – und wartet ab. [!] JULIA RIZZOLO

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40 Jahre aktiv und kein bisschen müde

Das zeichnet Hans-Ulrich Sayler aus, der im

Mai 1978 sein Studium als Betriebswirt beendete

und seine Selbstständigkeit als Pächter

einer Shell-Tankstelle in der Karlstraße begann,

die übrigens seinerzeit die drittgrößte

Tankstelle in ganz Baden-Württemberg war.

Heute darf sich der 67-jährige deshalb selbst

auf die Schulter klopfen, denn im Laufe dieser

40 Jahre hat er zwei renommierte Autohäuser

im Ulmer Westen aufgebaut, zu denen heute

drei Automarken und sechs Servicepartner

gehören. Und zum „alten Eisen“ zählt er sich

noch lange nicht, hat er doch immer wieder

den Drang, Neues zu bewegen und dabei der

Zeit voraus zu sein. Und das an sieben Tagen in

der Woche und 365 Tagen im Jahr

DIE WELT BEREIST

Neben dem Geschäft gehören das Jagen,

Sammeln, Fliegen und die Teilnahme an Oldtimer-Rallyes

zu seinen größten Leidenschaften.

Viele Länder der Welt hat er durch den

Gewinn von Incentive-Reisen bereisen und erkunden

können, die er als Anerkennung von

Hans-Ulrich Sayler hat das Steuer fest in der

Hand.

Foto: Privat

seinen Vertragspartnern für den Erfolg und die

Zusammenarbeit in den letzten 40 Jahren erhalten

hat.

AKTIVITÄTEN DER ZUKUNFT

Auch für diesen Bereich hat Sayler die Weichen

bereits gestellt. Schließlich wird der Weg

von außen vorgegeben und dieser heißt Digitalisierung.

Die Branche ist hart umkämpft und

hält wie in fast allen Bereichen eine Menge an

Herausforderungen parat. Sei es beim Dieselskandal,

der die Händler bei Leasingrücknahmen

mit enormen Wertverlusten trifft, oder

dem Mangel an Fachkräften, die derzeit gar

nicht oder nur schlecht zu finden sind. Und als

wäre das nicht alles schon genug, engagiert er

sich bereits schon seit vielen Jahren stark im

sozialen Bereich, unter anderem auch für die

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denen es nicht so gut geht.

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29


[verantworten] Ausgabe 65 | Dezember 2018 unternehmen [!]

Arbeitsplätze mit Aussicht

Die boomende Konjuktur lässt viele Betriebe an ihre Grenzen stoßen – und mitunter über einen neuen Standort

nachdenken. Die Maurer Veranstaltungstechnik GmbH ist umgezogen – und die Mitarbeiter sind glücklich.

Die Lkw-Fahrer der schwarzen Sattelzüge

haben leichtes Spiel. Im Gegensatz

zu so manch anderem Firmenhof bietet

das Betriebsgelände der Maurer Veranstaltungstechnik

GmbH in Blaustein-Dietingen

ausreichend Platz zum Rangieren an den Laderampen.

Vor vier Jahren war dies noch ganz

anders – und konnte so nicht bleiben.

Damals hatte das im Jahr 2006 von Steffen

Maurer gegründete

Unternehmen,

das deutschlandweit

zu den führenden

Anbietern

von Planung, Konzeption,

Technik

und Service für

Veranstaltungen

im Premiumsegment

gehört, seinen

Firmensitz in

der Zeppelinstraße

im Industriegebiet

Firmenchef

Steffen Maurer.

Dornstadt. „Vor zehn Jahren hatten wir uns

hier eine 300 Quadratmeter große Lagerhalle

angemietet, die jedoch schon bald unsere Anforderungen

nicht mehr erfüllen konnte. Alles

wurde zu eng, die Halle für das umfangreiche

Equipment, die Büros und auch das

Gelände“, erzählt Maurer.

Der Geschäftsführer, der mit seinem Team

schon namhafte Events wie das Weltwirtschaftsforum

in Davos, den bayerischen Finanzgipfel

oder das 10. Deutsche Wirtschaftsforum

in Frankfurt in Szene gesetzt hat,

suchte erst einmal nach einer Lösung in

Standortnähe. Schließlich bewerten die Unternehmen

in der IHK-Region Ulm den Wirtschaftsstandort

mit einer ausgezeichneten

Note von 2,0. Dies geht aus der aktuellsten

Umfrage unter den IHK-Mitgliedsunternehmen

hervor. Gestützt wird diese Zufrieden-

Eine Wohlfühl-Küche war einer der Wünsche der

Mitarbeiter. Fotos: Volkmar Könneke, Fa. Maurer

30


unternehmen [!] Ausgabe 65 | Dezember 2018

[verantworten]

heit und Verbundenheit mit dem Standort

zum einen dadurch, dass nahezu jeder dritte

Betrieb in den vergangenen drei Jahren vor

Ort flächenmäßig expandierte. Fast ebenso

viele Unternehmen beabsichtigen, sich hier

in den kommenden drei Jahren flächenmäßig

zu erweitern. Auch würden laut der Umfrage

82 Prozent der Betriebe den Standort Ulm anderen

Unternehmen bei Ansiedlungsüberlegungen

empfehlen.

FIRMEN SIND STANDORTTREU

Darüber freut sich auch Simon Pflüger, Leiter

Standortpolitik der IHK Ulm. „Sollte eine Firma

aufgrund von Erweiterung einen neuen

Standort suchen

müssen, wird sie

sich erst einmal in

der näheren Umgebung

und in der

eigenen Kommune

umsehen“, sagt

Pflüger. Richtige

Simon Pflüger, Leiter

Standortpolitik, IHK Ulm.

Betriebsverlagerungen

sind ihm

nur wenige bekannt.

„Sicher ist

jedoch“, so Pflüger,

„dass Unternehmen

in der Regel sehr standorttreu sind. Vor

allem Familienbetriebe fühlen sich ihrer Heimatgemeinde

verbunden“.

Firmenchef Steffen Maurer stand jedoch vor

der Frage: Wohin mit den mittlerweile 15 Mitarbeitern?

Eine Verlagerung des Standortes

ins nahe an der Autobahn gelegene Gewerbegebiet

Ulm-Nord kam für ihn nicht in Frage.

Die Grundstückspreise liegen hier zwischen

Raus aufs Land

Auf dem Land, aber schick und modern: der Firmensitz von Maurer.

Die Maurer Veranstaltungstechnik

GmbH nahm für den Umzug nach Dietingen

auch die Unterstützung des Landes

Baden-Württemberg in Anspruch. Das

Entwicklungsprogramm Ländlicher Raum

(ELR) fördert Mittelständler, die in ländlich

geprägten Orten investieren, mit

günstigen Finanzierungsmöglichkeiten.

Mit der Strukturförderung soll die Lebensqualität

auch in den Randzonen der

100 und 125 Euro pro Quadratmeter, inklusive

Erschließungs- und Entwässerungsbeträge.

Steffen Maurer zog dies nur kurz in Erwägung.

Er setzte auf sein Bauchgefühl: „Ich

wollte nicht die Enge eines Gewerbegebietes

mit dem Trubel und der Hektik des nächstgelegenen

Gebietes eintauschen. Hinzu kam die

Verdichtungsräume erhalten und verbessert

werden. Deshalb fördert die Landesregierung

Projekte, die zum Erhalt der dezentralen

Wirtschaftsstruktur sowie zur

Sicherung und Schaffung von zukunftsfähigen

Arbeitsplätzen beitragen. Die Vorauswahl

übernimmt das Ministerium für

Ländlichen Raum und Verbraucherschutz.

Ausgereicht werden die Förderkredite

durch die landeseigende L-Bank. LOE

Atmosphäre des Autobahn-Standorts. Hier

hätte mein neues Firmengebäude mit angedachter

Wohlfühl-Atmosphäre für die Mitarbeiter

nicht das passende Flair erhalten. Denn

schließlich wirkt sich der Standort auf die

Kultur nach innen, wie auch auf die Darstellung

nach außen aus.“

31


[verantworten] Ausgabe 65 | Dezember 2018 unternehmen [!]

Ob Küche, Büroarbeitsplätze, Halle oder Lager: Bei Planung und Bau des neuen Maurer-Firmensitzes

wurden die Wünsche der Mitarbeiter berücksichtigt.

Aber wohin dann? Schnell reifte in ihm der

Gedanke seine Firma genau in den Ort zu verlegen,

in dem er aufgewachsen ist. Diese Idee

ließ ihn fortan nicht mehr los, so dass der Unternehmer

bei der Gemeinde Dietingen den

Antrag auf ein neues Gewerbe-Mischgebiet

stellte. Er wurde genehmigt.

UMZUG IN ZEHN STUNDEN

Genau hier in dieser schwäbischen Idylle liegt

das Unternehmen nun genau richtig, denn

Maurer setzt das Wort Nachhaltigkeit mit seiner

schwäbischen Lebenseinstellung gleich.

„Für mich geht es dabei um den bewussten

Umgang mit Mitmenschen, Ressourcen, Umwelt

und Zeit“, erläutert der Firmenchef, der

das neue Gebäude von seinem Architekten

komplett in Holzbauweise planen ließ. Die

Dachbegrünung dient nicht nur zur Dämmung,

sondern zudem als Lebensraum für

Insekten, die 1500 Quadratmeter große Halle

wird durch die Holzschnitzelanlage des Nachbarn

beheizt.

Steffen Maurer wusste, dass die Verlegung des

Gesellschaftssitzes oder die Änderung der Geschäftsanschrift

immer mit einer Vielzahl

von Formalien verbunden ist, diverse Stellen

müssen über den Umzug benachrichtigt und

eine Reihe gesetzlicher Vorschriften beachtet

werden. Ohne einen exakten Plan geht nichts:

„Entscheidend ist, dass man alle relevanten

Schritte rechtzeitig einleitet.“

Checklisten, die dazu beitragen sollen, dass

ein Gewerbeumzug reibungslos über die Bühne

gehen kann, findet man auch im Internet

zuhauf. Hier geht es unter anderem darum,

den Eintrag im Handelsregister rechtzeitig ändern

zu lassen sowie frühzeitig Angebote von

Handwerkern einzuholen. Und: So ein Umzug

ist auch eine gute Gelegenheit zu prüfen, ob

die EDV- und Telefonanlage noch zeitgemäß

ist oder ob aufgerüstet werden muss. Zudem

ist zu überlegen, ob die alte Arbeitsplatzanordnung

überdacht werden sollte. Ratsam ist

es, auch die Wünsche der Mitarbeiter zu erfragen

und in die Planung einfließen zu lassen.

GARTEN FÜRS FEIERABENDBIER

Für Steffen Maurer ist dies einer der wesentlichsten

Punkte eines Umzuges. Er übernimmt

mit seinem neuen Betriebssitz nicht

nur Verantwortung für die Umwelt, sondern

in großem Maße auch für das Wohlergehen

der kompletten Belegschaft. Damit seine Belegschaft

gerne an den neuen Firmensitz umzieht,

hatte er sein Team von Anfang an in die

Konzeption des Standortwechsels miteinbezogen:

„Nur wenn sich die Mitarbeiter wohlfühlen,

bleiben sie auch dem Unternehmen

treu“, erzählt Maurer.

Lange tüftelten sie in Workshops am neuen

Standort, überlegten, welcher Platz optimal

für die Werkstatt oder für die bei Maurer so

wichtige Umschlagszone ist oder wie die Büros

im Verwaltungstrakt am besten angeordnet

werden. Dies ging bis zur richtigen Positionierung

von Steckdosen. Aber auch die

Frage, wie das tägliche Essen organisiert wird

und wie eine „Gemeinschafts-Wohlfühlküche“

sowie ein Biergarten fürs Feierabendbier

dazu passen, erzählt Maurer.

Drei Jahre vergingen zwischen der ersten Idee

und der tatsächlichen Verlagerung. Im Dezember

2015 zog die Maurer Veranstaltungstechnik

GmbH um – in nur zehn Stunden. Ein

Team blieb im alten Lager, ein Team nahm die

akribisch beschrifteten Umzugskartons am

neuen Firmensitz in Empfang. Seit dieser Zeit

haben die nun 25 festen Mitarbeiter freie

Sicht auf umliegende Wälder und Wiesen sowie

galoppierende Pferde. Auf einer eigens

gepachteten Firmenwiese direkt neben der

Firma weidet eine Ziegenherde. Denn nach

der Nutzungsgenehmigung der rund 6.500

Quadratmeter großen Industriefläche verpflichtete

sich Maurer eine entsprechende

Ausgleichsfläche zu schaffen. Die zusätzliche

Ansiedlung zweier Bienenvölker versteht

sich für ihn, als nachhaltig orientierten Menschen

von selbst.

Der Umzug war für Maurer aus mehreren

Gründen ein wichtiger Meilenstein in seiner

noch jungen Firmengeschichte. Neben den

Aspekten Marketing und Kommunikation,

die vom kommenden Jahr an ausgebaut werden,

dient das neue Gebäude als Visitenkarte

des Betriebes und ist Teil der Unternehmensstrategie.

Für sein Team und ihn war die Konzeption der

Betriebsverlagerung eine unschätzbar große

Möglichkeit, alle Geschäftsabläufe einmal

komplett auf den Prüfstand zu stellen: „Auf

diese Weise konnten wir eine Vielzahl an Prozessen

und Wegen deutlich verbessern und

neue Werte schaffen.“ Dazu gehört unter anderem

auch, dass das Rangieren der schwarzen

Sattelzüge zu einem leichten Spiel geworden

ist. [!]

STEFAN LOEFFLER

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[namen & nachrichten] Ausgabe 65 | Dezember 2018 unternehmen [!]

Malen nach

Zahlen im

XXL-Format

150 Farb-Töpfchen, 2,5 Kilo Gewicht

und drei Meter Vliespapier:

So lauten die Superlative

des größten „Malen nach

Zahlen“-Sets in der Geschichte

der Ravensburger AG. Mithilfe

von vorgemischten Farben und

nummerierten Feldern entsteht

nach und nach ein Bild.

„Leuchtendes New York“ lautet

der Titel des neuesten Beschäftigungs-Produktes.

Empfohlen

wird es für Freizeitkünstler ab

14 Jahren. Die Ravensburger AG

erwirtschaftete zuletzt mit 2133

Mitarbeiter einen Jahresumsatz

von 471 Millionen Euro.

ZF liefert E-Busse

verstärkt an

US-Metropolen

Die ZF Friedrichshafen AG baut

ihr Geschäft mit emissionsfreien

Produkten aus: Bis 2020 will

das Unternehmen 100 Busse der

Modellreihe Xcelsior Charge an

Nahverkehrsgesellschaften in

den USA ausliefern. Darunter

sind Los Angeles, Seattle und

Boston. In London sollen 31 der

roten Doppeldecker-Busse

künftig mit Elektroportalachsen

der ZF unterwegs sein. Der

Konzern ist mit 146.000 Mitarbeitern

an rund 230 Standorten

in nahezu 40 Ländern vertreten.

Der Umsatz im Jahr 2017 betrug

36,4 Milliarden Euro.

Weingarten

hat Platz im

Syrlin-Quartier

Mehrere hundert Quadratmeter

des auf dem ehemaligen Areal

des Autohauses BMW Auer

entstandenen „Syrlin-Quartier

Weingarten“ zwischen Ravensburg

und Weingarten sind derzeit

vakant. Fest steht, dass auf

Foto: Getty Images

MTU beliefert Sunseeker

Bis Ende 2020 läuft der neue Rahmenvertrag, den Rolls-Royce

und der britische Luxusyacht-Hersteller Sunseeker geschlossen

haben. Die MTU Friedrichshafen ist das Kernunternehmen

von Rolls-Royce Power-Systems und liefert an Sunseeker seit

Jahren Motoren fürs bis zu 47 Meter lange Yachten.

den insgesamt 6.100 Quadratmetern

Mietfläche von 2019 an

ein auf Femto-Laser-Technik

spezialisiertes Augenzentrum,

ein kombiniertes Fitness- und

Physiotherapeuten- sowie ein

Küchenstudio eröffnen werden.

Generalunternehmer des Gebäudes

ist die 270 Mitarbeiter

große Georg Reisch GmbH &

Co. KG aus Bad Saulgau..

Showroom

und Kurse für

Hobbybrauer

Braukurse, Bierseminare und eine

Brauakademie – die Hopfen

und mehr GmbH aus Neukirch

bei Tettnang hat viel vor. Ende

Oktober eröffnete sie einen

neuen Showroom, in dem Besucher

und Kunden der Verkaufsplattform

www.hobbybrauerversand.de

Produkte live

erleben können. Der Online-

Shop bietet Zubehör fürs heimische

Bierbrauen. Am Standort

Neukirch beschäftigt das Unternehmen

25 Mitarbeiter.

Jörg Reithmeier

wird Hymer

2019 verlassen

Jörg Reithmeier wird im September

2019 den Vorstand der

Hymer-Gruppe aus persönlichen

Gründen verlassen. Reithmeier

war 2011 als Vertriebschef

zu dem Unternehmen

gekommen. Seit 2015 ist er Mitglied

im Vorstand. Der Reisemobil-Hersteller

Hymer,

der jüngst

vom US-

Konzern

Thor übernommen

Steigt im Herbst

freiwillig aus: Jörg

Reithmeier.

worden ist,

erwirtschaftete

zuletzt

mit 7300

Mitarbeitern

einen Umsatz von 2,5 Milliarden

Euro.

Vom Bodensee

nach Hamburg

und London

Von 14. Januar 2019 an wird die

Strecke nach Hamburg mit

zwei Flügen pro Tag neu ins

Programm der Flughafen Friedrichshafen

GmbH aufgenommen.

British Airways und easyJet

bieten im Winter-Flugplan

Flüge nach London an, die Low-

Cost-Fluglinie sogar schon ab

29 Euro one way. Die Flughafen

Friedrichshafen GmbH verzeichnet

pro Jahr rund 600.000

Fluggäste.

Fontin darf

Kraftwerk an der

Iller bauen

An der Iller bei Dietenheim

(Alb-Donau-Kreis) darf ein neues

Wasserkraftwerk gebaut werden.

Das Verwaltungsgericht

Sigmaringen wies die Klage des

Bundes Naturschutz (BN) in

Bayern ab. (Az. 10 K 118/17).

Der Investor Fontin & Company

plant nun den Baustart für

den Herbst 2019. Turbine und

Generator kommen unter die

Wasseroberfläche in einen

Schacht im Flussbett, um die Fische

zu schützen. [!] RIZ

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Alexander Gebel, a.gebel@swp.de

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T 0731 156-619, F 0731 156-540

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[rubrik] Ausgabe 65 | Dezember 2018 unternehmen [!]

Zwischen den Pflegekräften der Mukki GmbH und deren jungen Patienten entsteht oft eine innige Beziehung.

Foto: Matthias Kessler

Intensive Hilfe für Kinder

Die Idee zum spezialisierten Pflegedienst entstand auch aus Frust über die Arbeitsbedingungen im Krankenhaus. Neun

Jahre später beschäftigt die Mukki GmbH 100 Mitarbeiter und gehört zu den zehn besten jungen Firmen im Südwesten.

Mukki ist das Resultat von latenter Unzufriedenheit,

unterschiedlichen

Vorstellungen und der Ahnung, dass

sich die Arbeitsbedingungen eher weiter verschlechtern

würden. Hinzu kamen das richtige

Timing für den Absprung und ein guter

Plan. Und natürlich das nötiges Quantum Risikobereitschaft,

welches beim Gründen immer

nötig ist. Heraus kam dabei ein auf die

technologieabhängige ambulante Pflege von

Kindern spezialisierter Pflegedienst. Mukki

ist das Kürzel für „Mobile Ulmer Kinder Kranken-

und Intensivpflege“ und hat sich längst

etabliert.

„Ich habe den Absprung noch rechtzeitig geschafft“,

erzählt Geschäftsführer Heribert Karrer

rückblickend. 20 Jahre hatte der 57-Jährige

an einer Klinik in der Region in der Intensivpflege

gearbeitet, dann an anderer Stelle für

ein Jahr die Pflegedienstleitung inne. Die Arbeit

sei immer mehr verdichtet worden, die

Zeit, „Menschen zu begleiten“, immer mehr

geschwunden. Hinzu kam nach Karrers Worten

eine nicht gerade üppige Bezahlung, und

das bei relativ hoher Verantwortung. In dieser

Zeit reifte der Entschluss, selbst etwas auf die

Beine zu stellen. Zusammen mit Annegret

Holzwarth und Barbara Rittmeyer, zwei Kinderkrankenschwestern

und Kolleginnen,

wagte er im Jahr 2009 den Schritt in die Selbstständigkeit.

ENGE PERSÖNLICHE BINDUNG

Bereits vom Start weg beschäftigte die Pflegefirma

zehn Mitarbeiter. Das Risiko, das damit

verbunden war, bezeichnet Karrer dennoch

als „überschaubar“. Denn einen Kundenstamm

musste sich Mukki nicht erst noch

aufbauen – er wurde von den Beschäftigten

vielmehr mitgebracht. Darin kommt die Besonderheit

zum Ausdruck, dass üblicherweise

zwischen dem Klientel und den Pflegekräften

36


unternehmen [!] Ausgabe 65 | Dezember 2018

[gründen]

selbst eine sehr enge persönliche Bindung besteht.

Unter welchem „Dach“ diese beschäftigt

sind, spielt da nur eine nachrangige Rolle, erzählt

Karrer

Mit den zehn Kräften hatte das junge Unternehmen

die erste Hürde also locker übersprungen.

Nötig wären lediglich drei gewesen.

Den „Sozialfachwirt“, zweite

Voraussetzung zur Gründung eines privaten

Pflegedienstes, hatte Karrer zuvor bereits an

den Ulmer Valckenburgschule erworben. Für

die nötige Liquidität sorgte ein Gründer-Kredit.

Eine aktive Akquise sei nicht nötig gewesen,

vieles laufe durch Mund-zu-Mund-Propaganda,

„wir werden in der Regel von den

Eltern ausgesucht“. Danach gelte es, mit den

Krankenkassen über die Stundensätze zu verhandeln,

erklärt der Mukki-Geschäftsführer.

SOZIALSTATION ÜBERNOMMEN

Es könnte also das perfekte Firmenglück sein.

Könnte. Wären da nicht die Probleme, wie sie

branchenüblich sind und auch um Mukki keinen

Bogen machen. Qualifiziertes Personal zu

finden sei schwierig. Dies sei sogar das allergrößte

Hemmnis, um weiter wachsen zu können,

sagt Karrer. Dabei locke Mukki nicht nur

mit guten Zulagen und mit einer gelebten

Firmenphilosophie aus vielen „weichen Faktoren“,

mit denen sich der Pflegedienst von

anderen Anbietern abhebe. Eine gewisse Fluktuation

könne aber auch dies nicht verhindern.

Immer wieder wechselten Kräfte etwa

in den Ausbildungsbereich.

100 Mitarbeiter beschäftigt Mukki derzeit, davon

80 Prozent Festangestellte, die restlichen

als geringfügig Beschäftigte. Dazu trug auch

bei, dass 2013 der Kinderbereich einer Sozialstation

in Weingarten übernommen werden

konnte, eine Ausnahme in der noch jungen

Firmengeschichte. Solche Gelegenheiten gebe

es immer wieder, man setze aber bewusst

„auf ein organisches Wachstum“. Umgekehrt

kämen regelmäßig Anfragen, ob die Firma

nicht selbst übernommen werden wolle.

Unter den Top-10 im Land

Sie bilden das Führungsteam der Mukki GmbH: Barbara Rittmeyer (links), Annegret Holzwarth

und Heribert Karrer.

Foto: L-Bank / Martin Wagenhan

Beim dem vom Land und der L-Bank

verliehenen Landespreis für junge Unternehmen

kam die Mukki GmbH mit neun

weiteren Firmen ins Finale. Der Pflegedienst

wurde vor neun Jahren gegründet

und hat seinen Firmensitz in Ulm. Vor

fünf Jahren expandierte Mukki nach

Oberschwaben und ist seitdem in Weingarten

vertreten. Bei der Preisverleihung

Anfang November im Stuttgarter Neuen

Weiteres Wachstum sei möglich, der „Markt“

sei vorhanden. Nur: Die nötigen Kräfte fehlten.

So sei Mukki in einer Situation, auch Aufträge

ablehnen zu müssen. Da der Pflegedienst

auf Kinder spezialisiert sei, kämen dafür auch

längst nicht alle ausgebildeten Pflegekräfte in

Frage. „Man braucht dafür schon eine besondere

Sensibilität“, erklärt Karrer – von der besonderen

fachlichen Ausrichtung mal ganz

abgesehen: „Mit kranken Kindern zu arbeiten,

ist schon was ganz Eigenes.“ Trotzdem gibt es

Expansionspläne. Wie der Geschäftsführer

Schloss erklärte Ministerpräsident Winfried

Kretschmann, die Preisträger machten

anderen Unternehmen Mut. Für den

Preis hatten sich 375 Unternehmen beworben.

„Trotz Vollbeschäftigung ist von

Gründungsmüdigkeit keine Spur“, sagte

L-Bank-Vorstand Axel Nawrath. Dies spiegele

sich auch in der Gründungsförderung

wider, bei der sein Institut Jahr für

Jahr Rekordbeträge erreiche. THV

erläutert, habe er dabei jenes Klientel im Auge,

das ins Erwachsenenalter reinwächst und

nach Lösungen für ein möglichst selbstbestimmtes

Leben sucht. Karrer schwebt die

Gründung von Wohngemeinschaften vor.

Erste Gespräche würden derzeit geführt, mit

den Kassen ebenso wie mit der Stadt Ulm.

„Mit einem zweiten geschäftlichen Standbein

wären wir etwas breiter aufgestellt.“ Dafür

wäre Mukki nach seinen Worten auch bereit,

selbst als Bauherr aufzutreten. [!]


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[finanzieren] Ausgabe 65 | Dezember 2018 unternehmen [!]

Mit Sicherheit mehr Rendite

Viele Unternehmer und Betriebe haben in den vergangenen Jahren gut verdient. Angesichts der niedrigen Zinsen macht

es keinen Sinn, das Geld auf dem Festgeldkonto zu parken. Tipps für ein erfolgreiches Vermögensmanagement.

An den Finanzmärkten hat sich die

Stimmung in den vergangenen Wochen

zunehmend verschlechtert. Hüben

und drüben des Atlantiks wachsen die

Sorgen über eine schwächere Konjunktur.

Das Schreckensszenario eines unkontrollierten

Brexits macht weiter die Runde und der

schwelende Handelskonflikt zwischen den

USA und China hält die Nervosität vieler Investoren

hoch. All das drückt auf die Kurse.

Dazu kommt, dass die US-Notenbank Fed weiter

unbeirrt an ihrem strafferen geldpolitischen

Kurs festhält und ihre Leitzinsen weiter

erhöhen will.

Dass die Lage durchaus ernst ist, hat die Bundesbank

vor kurzem

klar gemacht.

Bei der Vorlage ihres

Finanzstabilitätsberichts

2018

Mitte November

haben die Bundesbanker

vor den

wachsenden Gefahren

für das

deutsche Finanzsystem,

aber auch

für Unternehmen

durch den langen

Bundesbank-Vizepräsidentin

Claudia Buch.

Konjunkturaufschwung und anhaltender Minizinsen

gewarnt. „Jetzt ist es daher an der

Zeit, stärkere Abwehrkräfte und Puffer für

schlechtere Zeiten aufzubauen“, sagte Bundesbank-Vizepräsidentin

Claudia Buch.

Illustration: Getty Images/Ikon Images

PUFFER FÜR SCHLECHTE ZEITEN

Die finanziellen Mittel für einen solchen „Puffer“

sind bei vielen Unternehmen, genauso

wie bei ihren Eigentümern vorhanden. Die

meisten Firmen haben in den vergangenen

Jahren gut verdient. Einen Teil der Gewinne

haben die Firmenlenker in die Privatschatulle

Geld, das in Zukunft im Unternehmen benötigt

wird, muss bei der Anlage gut abgesichert sein.

38


unternehmen [!] Ausgabe 65 | Dezember 2018

[finanzieren]

fließen lassen.

„Wir sehen verstärkt,

dass Unternehmen

einen hohen

Bestand an

liquiden Mitteln

vor sich herschieben

und sich überlegen,

diesen strategisch

anzulegen,

Andreas Glogger, Inhaber weil sie bei den

von Glogger & Partner. Banken dafür

kaum Zinsen bekommen“,

beobachtet Andreas Glogger, Geschäftsführer

und Inhaber der Glogger & Partner

Vermögensverwaltung GmbH in

Krumbach.

Tages- und Festgeldkonten galten lange Jahre

als Klassiker für das Parken liquider Mittel. Sie

sind vergleichsweise sicher. Das ist wichtig,

vor allem dann, wenn es sich um Firmengelder

handelt, die irgendwann im Betrieb benötigt

werden. Gleichzeitig kann die Anlagedauer

bei klassischen Bankanlagen flexibel an die

unternehmerischen Bedürfnisse angepasst

werden. Doch weil die Zinsen niedrig sind,

werfen diese Anlagen selbst bei längeren Laufzeiten

selten mehr als ein Prozent ab – zumindest

dann, wenn Sicherheit groß geschrieben

wird und das Geld in Deutschland angelegt

werden soll. Bei sehr hohen Beträgen verlangen

einige Geldhäuser wegen der Geldpolitik

der Europäischen Zentralbank sogar Strafzinsen

„Auch im positiven Fall reichen die derzeit

zu erzielenden Sätze aber nicht, um den

realen Wert des Kapitals zu erhalten“, sagt

Glogger. „Rechne ich nominelle Zinsen und

die laufende Inflationsrate von aktuell etwa

2,5 Prozent in Deutschland zusammen, muss

ich auf mindestens auf drei Prozent Rendite

kommen, um den Kapitalerhalt zu gewährleisten

– das ist eine Herausforderung im aktuellen

Marktumfeld.“

Unternehmer sind daher gefordert. Sonst drohen

ihren Finanzreserven, aber auch ihrem

privaten Vermögen empfindliche Werteinbußen.

Wer auf steigende Zinsen in Europa wartet,

wird nach Gloggers Einschätzung lange

warten müssen. „Die Zeiten, in denen Zinspapiere

Renditen von fünf oder sechs Prozent

abgeworfen haben, sind vorbei, weil sich das

kein Staat wegen der hohen Verschuldung

mehr leisten kann. Selbst ein Zinsniveau von

vier Prozent ist – wenn überhaupt– erst in vielen

Jahren zu erwarten.“

PLANVOLL LIQUIDE SEIN

Firmenlenkern mit hohem Cashbestand stellt

sich daher die Frage: Wie kann ich Geld rentabel

anlegen, ohne allzu große Risiken einzugehen

und liquide zu bleiben? „Der Unternehmer

benötigt einen klaren Plan. Ein

Try-and-Error-Ansatz geht häufig schief“, sagt

Anlageprofi Glogger.

„Vermögensanlage darf zudem nicht mit dem

operativen Liquiditätsmanagement verwechselt

werden“, ergänzt Richard Goßner, Portfoliomanager

und Vermögensverwalter bei der

Honorarberatung GSAM + Spee AG in Ulm.

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39


[finanzieren] Ausgabe 65 | Dezember 2018 unternehmen [!]

„Dieses Thema

muss der Unternehmer

oder gegebenenfalls

der Finanzvorstand

abdecken.“

Der Betrieb kann

zudem nicht dauerhaft

die gesamte

freie Liquidität anlegen.

Er braucht

Richard Goßner, Manager

GSAM + Spee AG. weiterhin eine

Notfallreserve, auf

die er kurzfristig zurückgreifen kann, sollte es

– etwa durch Zahlungsausfälle bei Kunden –

zu einem finanziellen Engpass kommen. Der

danach verbleibende Betrag sollte strategisch

aufgeteilt werden. „Zum Beispiel sollte die

Hälfte oder zwei Drittel des Anlagekapitals als

zweite Sicherungsliquidität gehalten werden.

Dieses Geld verteilen wir bei unseren Kunden

auf sichere Anleihen mit unterschiedlichen

Laufzeiten“, umreißt Glogger sein Konzept.

„Der Vorteil ist, dass durch die Fälligkeiten regelmäßig

Liquidität frei wird, die dann entweder

in den Betrieb zurückfließen kann oder sie

wird in anderen Anlagen investiert – wie etwa

am Aktienmarkt, wenn dort die Kurse nach

einem Rücksetzer gerade niedrig sein sollten.“

Nicht nur an die Firma denken

Werte außerhalb des Betriebs sind des Unternehmers bester Freund.

Ein häufiges Thema bei vielen Unternehmern

ist, dass ihre Firma neben vielleicht

einer selbstgenutzten Immobilie der einzige

große Posten auf der Vermögensliste

ist. Soweit es die geschäftliche Lage zulässt,

empfehlen Vermögensverwalter unbedingt

zu diversifizieren und abseits der

Firma eine Vermögensbasis aufzubauen

VIELE DEPOTS OHNE STRUKTUR

Den verbleibenden Teil investiert Glogger in

qualitativ hochwertige Aktien. „Jeder Unternehmer

weiß, dass Investments in die Realwirtschaft

die höchsten Renditechancen bietet

ist. Anders lassen sich die

Herausforderungen im aktuellen Niedrigzinsumfeld

auch gar nicht meistern“, sagt Glogger.

„Dass Aktien Teufelszeug sind, ist Unsinn. In

den vergangenen 100 Jahren haben sie im

Durchschnitt neun Prozent abgeworfen und

in keinem einzelnen Jahrzehnt fiel die Anlagebilanz

negativ aus.“

Auch Portfoliomanager Goßner investiert bis

zu einem Drittel der Gelder seiner Unternehmenskunden

in Multi-Asset-Fonds oder direkt

in Aktien. „Wir überwachen diese Anlagen

mit quantitativen Modellen und betreiben

dadurch aktives Risikomanagement. Allerdings

sollte nicht vergessen werden, dass je

länger die Anlagedauer ist, desto geringer fallen

die Wertschwankungen aus.“ Bei Aktien

setzt er auf defensive Titel großer bekannter

Konzerne mit bewährtem Geschäftsmodell

und stabiler Gewinnentwicklung. Dass die

Kurse im Deutschen Aktienindex im laufenden

Jahr den Rückwärtsgang eingelegt haben,

irritiert die beiden Vermögensverwalter nicht.

„Wer in Aktien investiert, sollte dies auf Sicht

von fünf Jahre und länger tun und kurzfristige

Schwankungen aushalten. „Wir halten aber

nicht blindlings an unseren Papieren fest, sondern

nehmen in regelmäßigen Abständen Anpassungen

in Abhängigkeit vom Marktumfeld

vor. Und um in fallenden Märkten zu

bestehen, sichern wir einzelne Depots auch

ganz klassisch ab“, sagt Goßner.

Für seinen Kollegen Glogger sind Aktien nach

den jüngsten Kursrückgängen zudem eher

günstig als teuer. „Viele lassen sich vom immer

noch optisch hohen Punktestand des Dax

blenden und berücksichtigen nicht, die hohen

Gewinne, die die Indexunternehmen in

den vergangenen Jahren geschrieben haben.

Real gesehen ist er heute halb so teuer wie vor

15 Jahren und damit sind viele Aktien eigentlich

ein Schnäppchen.“

Aber auch hier gilt: Wer ohne Strategie in den

Aktienmarkt einsteigt, droht schnell eine unsanfte

Bauchlandung zu machen. „Viele kaufen

Aktien von Unternehmen, deren Namen

sie vielleicht gut kennen, deren Bilanzen aber

nicht so gut sind – und die fallen bei einem

Rücksetzer der Kurse am stärksten“, erläutert

– zum Beispiel, indem sie einmal pro Jahr

einen bestimmten festen Betrag aus der

Betrieb rausholen und damit privates

Vermögen aufbauen. „So sind sie im Alter

flexibel und im schlechtesten Fall abgesichert,

sollte der Betrieb in Existenznöte

geraten“, sagt Vermögensverwalter Andreas

Glogger.

TLU

Glogger, der am Anfang oft genug kunterbunt

gemischte Privatdepots bei seinen Kunden

vorfindet, die ohne Struktur sind. Andere Anleger

halten immer noch an Verlustbringern

fest oder sind zu sehr auf den deutschen Markt

konzentriert, weil sie die Unternehmen dort

vermeintlich gut kennen. „Der Schlüssel zum

Anlageerfolg ist auf Firmen zu setzen, die extrem

gesunde Bilanzkennzahlen besitzen und

hohes Vermögen besitzen. Dann sind sie quasi

unkaputtbar und überstehen auf schwere

Wirtschaftskrisen relativ schadlos.“

Das erfordert Fachwissen und genaue Analyse.

Aus diesem Grund empfiehlt sich der Rat

von Spezialisten beim Management der Finanzreserven

und des privaten Vermögens.

Die meisten Unternehmer selbst haben dafür

kaum Zeit. Sie sind häufig rund um die Uhr in

ihrem Betrieb gebunden und haben nur temporär

Gelegenheit, sich um die Vermögensanlage

zu kümmern. „Jeder Unternehmer hat

interne Profis etwa für Einkauf oder Entwicklung

oder externe Fachleute wie den Steuerberater“,

sagt Goßner. „So ist der Vermögensmanager

eben der Fachmann für die Verwaltung

von freien Finanzmitteln im Einklang mit der

Bilanz und den Anforderungen des operativen

Geschäfts.“ [!] THOMAS LUTHER

Foto: © psdesign1 / fotolia.com

40


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[rubrik] Ausgabe 65 | Dezember 2018 unternehmen [!]

Aus Sägespänen und Wachsresten bestehen die Ofen-Anzünder, die Alexander Teise und Sabine Stehle produzieren.

Fotos: Dave Stonies

Recycling mit Feuer und Flamme

Für die einen ist es Abfall, für Alexander Teise ein wichtiger Rohstoff: aus Wachsresten und Sägespänen produziert er im

oberschwäbischen Vogt mit Feuer-Flott einen umweltfreundlichen Ofen-Anzünder.

Alexander Teises Rezept für Erfolg hat

genau zwei Zutaten: Sägespäne und

Wachs-Reste. Beides Abfall-Produkte,

die andere loswerden möchten. Für Teise sind

sie bares Geld. Er fertigt daraus ökologische

Ofen-Anzünder: Feuer-Flott.

Die Naturhobelspäne kommen direkt aus

dem Sägewerk. Für die Wachs- und Kerzenreste

hat er sein eigenes Sammelnetz aufgebaut:

Auf den Wertstoffhöfen der Region darf er seine

Tonnen aufstellen. Für die regelmäßige

Leerung muss er selbst sorgen.

Produziert wird in Vogt bei Ravensburg in einem

ehemaligen Baugeschäfts-Anwesen von

1930. Hier wird das Wachs gesiebt, gefiltert,

mit den Spänen vermischt und gepresst. Geschmolzen

wird das Wachs auf holz- und pelletsbetriebenen

Öfen. Alles in Handarbeit.

42


unternehmen [!] Ausgabe 65 | Dezember 2018

[machen]

Und das genaue Rezept ist natürlich Betriebsgeheimnis.

ES STINKT UND IST DRECKIG

„Wir bekommen die Rohstoffe umsonst, aber

wir haben ja auch die Arbeit damit. Es stinkt,

es ist dreckig und kann manchmal eine ganz

schöne Schweinerei sein,“ erklärt Teise. Warum

er und Lebensgefährtin Sabine Stehle die

Arbeit trotzdem auf sich nehmen? Weil es ihnen

eine Herzens-Angelegenheit ist. Alexander

Teise ist leidenschaftlicher Müll-Sammler,

könnte man sagen. Regelmäßig sieht man ihn

mit Müllsäcken in der Hand durch Wald und

Wiesen stapfen. „Ich habe schon immer gern

aufgeräumt und Müll getrennt“, gibt er zu.

„Mit Feuer-Flott haben wir auch eine erzieherische

Aufgabe. Nämlich Wachs- und Kerzenreste

nicht einfach wegzuwerfen. Und das Bewusstsein

der Kunden ist da!“ Viele seien froh,

Gesammelt werden die Wachsreste auf Wertstoffhöfen. Produziert wird in Vogt im Landkreis Ravensburg.

Alexander Teise und Sabine Stehle verkaufen die Anzünder dann auf Märkten oder in ihrem Geschäft.

Leben können sie davon allerdings noch nicht.

43


[machen] Ausgabe 65 | Dezember 2018 unternehmen [!]

Mit der Oldtimer-Feuerwehr zum Verkauf

Foto: Julia Rizzolo

Ein Feuerwehrauto aus den 70er-Jahren dient als Marktstand für Feuer-Flott.

Rund fünf Tonnen seiner Anzünder verkauft Teise

jedes Jahr.

Foto: Dave Stonies

ihre Wachs-Reste sinnstiftend abgeben zu

können.

„VIEL MURKS PRODUZIERT“

Leben können er und Sabine Stehle nicht von

dem, was die Anzünder abwerfen. Feuer-Flott

ist ein Produkt von Teise Technics. Dies ist

Alexander Teises Baustoffhandel und eigentlicher

Broterwerb. Feuer-Flott macht mittlerweile

rund 20 Prozent seines Geschäfts aus.

Entwickelt hat Teise Feuer-Flott für den Eigenbedarf.

Im ersten Winter wurde noch in

der Verwandtschaft nach Wachs-Resten gesucht.

Mit einem einzigen Markttag fing 2011

alles an. Heute sind es 20 – für mehr ist einfach

keine Zeit.

20 Händler in der Region Oberschwaben/Allgäu

verkaufen seine Anzünder – ohne dass

Teise groß Werbung für sein Produkt machen

musste. „Fast jeder Neukunde wird zum

Stammkunden“, behauptet Teise. Viele fahren

etliche Kilometer um in seinem Hofladen einzukaufen.

„Im Moment können wir uns gegen

das Wachstum kaum wehren, im positiven

Sinn“, sagt er. Das war nicht immer so. In den

Seit 2008 gibt es Feuer-Flott. 2011 verkauften

Alexander Teise und seine

Lebensgefährtin Sabine Stehle ihre Öko-

Anzünder erstmals auf einem Adventsmarkt.

2018 waren es 20 Markttage. Ein

Opel Blitz-Feuerwehrauto Baujahr 1973

dient als Marktstand: 80 PS, 27.000 Kilometer

und für Teises Zwecke umgebaut.

Eine Tankfüllung reicht für alle Fahrten zu

den Märkten. Viele Kunden wollen nicht

nur Anzünder, sondern auch gleich den

Oldtimer erwerben. Ein Ford Transit Baujahr

1960 ist demnächst bereit für Markteinsätze.


www.feuerflott.com

ersten zwei, drei Jahren haben er und seine

Lebensgefährtin viel Lehrgeld zahlen müssen

und „viel Murks produziert.“ Heute verkauft

er rund fünf Tonnen seiner Anzünder pro Jahr.

Gerade gingen fünf Paletten nach Frankreich,

eines von sieben europäischen Ländern aus

dem seine Kunden stammen. So kommt er auf

einen Jahres-Umsatz von knapp 40.000 Euro.

Fast alles wird wieder investiert.

Kommt ein Großauftrag, wird rund um die

Uhr geschafft. Zur Not mit Unterstützung der

ganzen Familie. Denn Teises Motto ist: „Es gibt

nichts Schlimmeres als einen Kaufmann, der

nicht liefern kann.“

Ofen-Anzünder gibt es etliche auf dem Markt.

Aber: „Unseres Wissens nach macht das in

Deutschland niemand so wie wir“, sagt Alexander

Teise. „Nämlich aus Recycling-Wachs.

Natürlich gibt es günstigere Anzünder, aber

die brennen nicht so lang.“ 15 bis 20 Minuten

Brenndauer verspricht er und bis auf Asche-

Rückstände eine restlose Verbrennung.

Mittlerweile kommen die Kunden auf den

Märkten nicht nur zum Anzünder kaufen,

sondern auch um Wachs abzugeben. „Manchmal

fahren wir von Märkten mit mehr Ware

zurück als wir hingekommen sind“, sagt Alexander

Teise und lacht. Aus ganz Deutschland

schicken ihm Menschen ihre Reste. Ab 25 Kilo

übernimmt Teise das Porto.

NEUE PRODUKTIONSHALLE

Wenn er selbst auf Tour geht um seine Tonnen

auf den umliegenden Wertstoffhöfen zu leeren,

kommen schnell 150 Kilo Wachs zusammen.

„Nach Weihnachten und Ostern ist es

besonders viel“, sagt er. Eine ehrenamtliche

Sammlerin unterstützt den Familien-Betrieb.

Sie bekommt eine Aufwands-Entschädigung,

die sie an ein Kinder-Hospiz spendet.

Für seine kleinen Anzünder hat Alexander

Teise einen großen Traum: Eine neue Produktionshalle.

Mit solarbetriebener Wachsschmelzerei

und Spänebunker. Seine Lebensgefährtin

schmunzelt ein wenig, wenn er von

seinen Plänen erzählt, aber Alexander Teise ist

überzeugt: „Mit dem richtigen Investor könnten

wir daraus einen Millionen-Betrieb machen.“

Für sein Produkt ist er eben Feuer und

Flamme. [!]

JULIA RIZZOLO

44


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TactoTek ® expandiert mit Entwicklung

und Projektmanagement in Ulm

TactoTek ® eröffnete im November seine Niederlassung in Ulm. Das Büro ergänzt die Vertriebs niederlassungen

des Unternehmens in Bayern und Baden-Württemberg.

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verstärkt im süddeutschen Raum“,

sagt Sami Hyyryläinen, TactoTek ® SVP of Field

Operations. „Um unseren Kunden dabei zu

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zu erkennen und schnell vom Konzept zur

Massenproduktion übergehen zu können, arbeiten

wir eng mit Design und Entwicklung

zusammen. Technische Mitarbeiter in Ulm

machen diese Zusammenarbeit für unsere

Kunden noch effektiver und schneller.“

„TactoTek ® expandiert, um den Anforderungen

wachsender Märkte gerecht zu werden, und

wird weiterhin technische Teams bilden, welche

unsere Kunden am besten unterstützen

können“, sagte Jussi Harvela, CEO von Tacto-

Tek ® . „Sehr pragmatisch zu sein, hilft unseren

Kunden, sich schnell über herkömmliche

Design ansätze hinwegzusetzen, die auf seit

über 100 Jahren traditionellen Elektronikbaugruppen

basieren. Viele von diesen haben

keine Einschränkungen für IMSE: Projekte

bewegen sich schneller und Designs integrieren

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Verfügbarkeit von CAD-, CAE- und Simulationstools,

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Team zu erweitern und seinen Kunden Lösungen

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Projektmanagement zu bieten. Um den Kundenservice

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derzeit zusätzliche Anwendungsingenieure

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Auskünfte zu Stellenangeboten finden Sie

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[rubrik] Ausgabe 65 | Dezember 2018 unternehmen [!]

Foto: BR/ORF/Peter Krivograd/Thomas Leidig

Francine Jordi und Jörg Pilawa moderieren die „Silvestershow“, die bis 2015 noch „Musikantenstadel“ hieß. Millionen Zuschauer werden zusehen.

Musik & Party –

auch aufm Sofa

Silvester ist ein besonderer Tag. Ohne gute Freunde

und Familie geht gar nichts. In unserer Umfrage

wollte Stefan Loeffler von sechs Führungskräften

wissen, wie sie den Jahreswechsel verbringen, was

2018 schön war und worauf sie sich 2019 freuen.

Karin Woyta, Geschäfts führerin

der Staufen Arbeits- und Beschäftigungsförderung

gGmbH

Waldeckhof in Göppingen freut

sich 2019 auf viele spannende

Begegnungen.

1) Wo und mit wem feiern Sie Silvester?

2) Welche Traditionen (z.B. Bleigießen, Feuerwerk …)

pflegen Sie?

3) Was gibt es für ein Essen?

4) Was war Ihr bislang denkwürdigstes Silvester-Erlebnis?

5) Was war Ihr schönster Moment oder das schönste

Ereignis im ablaufenden Jahr?

6) Worauf freuen Sie sich im kommenden Jahr?

1) Ich feiere seit dem Tode meiner Mutter im Jahre 2014 Silvester bei

meinem inzwischen 90-jährigen Vater und meinem Ex-Mann. Wir

schauen „Opa“ zuliebe Musikantenstadel, schön laut, weil mein Vater

schlecht hört.

2) Bei uns gab es in der Familie keine Traditionen. Wir haben auch nie

Feuerwerke abgebrannt.

3) Das ist inzwischen Tradition. Zuerst gibt es Ackersalat mit Speckwürfelchen

und Nüssen, dann Lachsfilet und zum Nachtisch Eis mit

heißen Himbeeren, wahlweise auch Mousse au Chocolat.

4) Zum Jahreswechsel 2013 auf 2014 habe ich um Mitternacht meine

Eltern besucht. Meine Mutter war da schon sehr krank. Sie nahm

mich in den Arm und sagte mir, wie sehr sie Angst vor dem kommenden

Jahr habe. Jedes Silvester denke ich seither an diesen Moment.

5) Es gab 2018 sehr viele schöne Momente. Aber insgesamt war ich

nach dem ersten Halbjahr, in dem ich einige große, auch internationale

Veranstaltungen durchgeführt hatte, doch mächtig stolz, dass

das alles so prima geklappt hat.

6) Dass es mit den kommenden politischen Änderungen für unser Unternehmen

vielleicht etwas entspannter wird und unsere Teilnehmer

und Teilnehmerinnen mehr Chancen bekommen. Ich freue

mich auf viele weitere spannende Begegnungen.

46


unternehmen [!] Ausgabe 65 | Dezember 2018

[leben]

WIR GESTALTEN

MIT

Denkt beim Jahreswechsel zuallererst an Ihre

verängstigten Haustiere: Stefanie Kremer, Geschäftsführerin

der Bertz GmbH in Göppingen.

1) Silvester hat für mich keine große Bedeutung. Meistens

bin ich mit der Familie zuhause.

2) Außer dem klassischen Anstoßen um Mitternacht eigentlich

keine.

3) Auch hier eher klassisch: Fondue oder Raclette.

4) Denkwürdig ist für mich die alljährliche Knallerei, da sie jedes Mal eine nervenaufreibende

Zumutung für unsere Haustiere ist. Meines Erachtens könnte mit dem sinnlos verpulverten

Geld weitaus besseres angefangen werden.

5) Nach längerer krankheitsbedingter Auszeit wieder zu meiner alten Form zurückgefunden zu

haben.

6) Es steht eine neue berufliche Herausforderung an und ich freue mich, diese endlich angehen

und mit meinen Ideen ausgestalten zu können.

CORPORATE DESIGN

CORPORATE PUBLISHING

WERBEKAMPAGNEN

WEBSITES

FOTOGRAFIE

mediaservice ulm

Frauenstraße 77

89073 Ulm

www.mediaservice-ulm.de

Je nach Lust und Laune tanzt Jessica Kulitz, Präsidentin

der neu gegründete ESTA Extraction Niederlassung in

den USA, in einer Disco ins neue Jahr.

1) Dieses Jahr fahren wir zu guten Freunden nach Wien,

die dieses Jahr – wie wir – ein Kind bekommen haben.

Ich freue mich besonders darauf, dass sich unsere kleinen

Töchter kennenlernen. Zumeist

gehen wir aber in die

Schweiz zum Skifahren.

2) Wir gestalten Silvester immer wieder anders. Jedoch gibt es immer

ein festliches Essen mit gutem Wein – vorzugsweise

nach Empfehlung meines jüngeren Bruders. Mit

deutschen Freunden wurde früher viel Blei gegossen,

gespielt oder Geschichten erzählt.

Bei großer Tanzlust und passender Location

wird entweder in den eigenen vier

Wänden oder in einer Disco weitergefeiert.

3) Meist gibt es traditionelles Raclette oder

Fondue. Bei spanischem Besuch werden um

Mitternacht zu jedem Glockenschlag Trauben

gegessen.

4) Außergewöhnlich war vor vielen Jahren einmal

Silvester mit der kompletten Familie auf der karibischen

Insel Tortola.

5) Die Geburt unserer ersten Tochter Charlotte Victoria.

6) Auf mehr „Quality-Time“ mit der Familie.

Foto: © tankist276 / shutterstock.com

47


[rubrik] Ausgabe 65 | Dezember 2018 unternehmen [!]

Foto: © Alex Coan / shutterstock.com

Für Jeanette Lock, Geschäftsführerin

der Lock Antriebstechnik

GmbH in Ertingen, gehört

Austernessen für einen guten

Zweck zum Silvesterfest.

Kein Silvester ohne Freunde!

So sieht das Felix Saier,

Geschäftsführer der Ulmer

Saier GmbH.

1) Mit meiner Familie in unserem Lieblingshotel in Südtirol.

2) Morgens treffen wir uns mit Südtiroler Gärtnern in Bozen zum traditionellen

Austernessen für einen sozialen Zweck. Um Mitternacht

gibt es traditionell ein großes Feuerwerk und anschließend eine tolle

Party. Mittlerweile treffen wir dort schon viele Bekannte von früheren

Silvesterveranstaltungen.

3) Das ist immer eine Überraschung!

4) Der Jahreswechsel 2003/2004, als ich mit unserer ersten Tochter

schwanger war.

5) Die Firmung unserer großen Tochter und die Kommunion unserer

jüngeren Tochter. Stolz zu sein, wie sie sich entwickeln, allerdings

auch zu sehen, wie groß und selbstständig sie schon sind.

6) Auf das Firmenjubiläum der Firma Lock – 175 Jahre ist schon eine

Ansage.

1) Silvester feiere ich mit meiner Familie seit Jahren in unserem Freundeskreis.

Sieben Familien, 25 Personen von acht bis 50 Jahren. Da ist

immer etwas geboten.

2) Wir kochen gemeinsam. Traditionell bereiten die Frauen die Vorspeisen

zu und wir Männer „produzieren“ den Hauptgang. Manchmal

schaffen wir vor dem Jahreswechsel gerade noch das Dessert.

Hinterher gibt es Party mit Laser, Licht und Bass.

3) Die Gastgeber wechseln jährlich und legen ein Länder-Motto fest,

das für alle anderen erst einmal eine Überraschung ist.

4) An unser Nachtrodeln um Mitternacht mit Fackeln und Musik vor

einigen Jahren kann ich mich gut erinnern. Alle sind heil geblieben.

5) Ich habe mich in diesem Jahr sehr gefreut, dass mein ältester Sohn

volljährig geworden ist. Es gab ein großes Fest mit allen, die ihn in

diesen 18 Jahren begleitet haben.

6) Durch den plötzlichen Tod eines engen Freundes, möchte ich mir

2019 bewusst mehr Zeit für mich und meine Familie nehmen. Wenn

es die Gesundheit erlaubt, ist ein Marathonlauf mein großes Ziel.

Oliver Stipar, Regionalgeschäftsführer

der

Industrie- und Handelskammer

Schwaben, freut sich schon

jetzt auf den Pfingsturlaub mit

der Familie.

1) Ein guter Bekannter feiert dieses Jahr an Silvester seinen runden

Geburtstag in Weißenhorn. Dort wohne ich auch mit meiner Frau

und unseren drei Kindern. Sehr praktisch, denn dann brauchen wir

kein Auto.

2) Auf jeden Fall gehört ein schönes Feuerwerk zu einem gelungenen

Silvester. Gerne verbringen wir den Abend mit Gesellschaftsspielen.

3) Dieses Jahr sind wir ja eingeladen und lassen uns gerne überraschen.

4) Vor einigen Jahren war ich zum Jahreswechsel mit meiner Frau und

einem Freund in Chamonix beim Skifahren. Wir haben bei -25 Grad

im Campingbus übernachtet. Eine coole Erfahrung!

5) Wir haben einen Pool in unserem Garten aufgebaut und konnten so

Foto Raketen: © VRD / Fotolia.com

Hintergrundbild: mauritius images

den tollen Sommer in vollen Zügen genießen. Herrlich waren auch

diverse Ausfahrten mit meinem Motorrad in unserer Region.

6) Ich hoffe auf eine ordentliche Menge Pulverschnee zum Skifahren.

Besonders freue ich mich schon jetzt auf unseren Familienurlaub in

den Pfingstferien.

48


unternehmen [!] Ausgabe 65 | Dezember 2018

[aus den hochschulen]

Nur jeder fünfte

Betrieb ist

digitalisiert

Kleine und mittlere Betriebe in

der Bodenseeregion hinken in

der Digitalisierung hinterher.

Das zeigt eine Befragung der

Zeppelin Universität sowie der

Hochschulen St.Gallen und

Konstanz. Nur jede fünfte der

115 befragten Firmen sei weitgehend

digitalisiert. Ein Grund

dafür ist neben rechtlichen Fragen

das Fehlen von IT-Fachkräften.Vor

allem bei deren Ausund

Weiterbildung sowie in

Sachen digitale Infrastruktur

wünschen sich die Betriebe Hilfe

von der Landespolitik.

Geislingen ist in

Sachen Recycling

ein Vorbild

Die Hochschule für Wirtschaft

und Umwelt Nürtingen-Geislingen

ist als recyclingpapierfreundlichste

Hochschule

Deutschlands ausgezeichnet

worden. „Wir haben in den vergangenen

Jahren die Umstellung

auf Recyclingpapier konsequent

verfolgt. Schließlich

sind wir als Hochschule für

Wirtschaft und Umwelt sehr

stark in der Nachhaltigkeit aktiv“,

sagt Rektor Andreas Frey.

Die HfWU hat dadurch 2017

mehr als eine Million Liter

Wasser und 200.000 Kilowattstunden

Energie eingespart.

Sorge vor

Manipulation

bleibt groß

Mit 3-D-Drucker und Laser-Cutter tüfteln

Schnell ein Werkstück erstellen, ohne Vorbereitungszeit

und mit wenig Schulungsbedarf –

was bei der klassischen Herstellung von Bauteilen

nahezu undenkbar ist, machen

3-D-Drucker, Laser-Cutter und Co. möglich.

Diese stehen aber noch längst nicht in allen

Deutsche freunden sich langsam

mit der Idee des autonomen

Fahrens an. Das ist das Ergebnis

einer Studie der DHBW

Ravensburg. Von 500 befragten

Personen hält mehr als ein Drittel

es für wichtig, dass sich Autohersteller

mit dem Thema beschäftigen.

Mehr als die Hälfte

der Studienteilnehmer hat aber

entweder kein Vertrauen in die

neue Technologie oder Angst

vor Manipulationen.

Hochschule Ulm

und Häussler

helfen Patienten

In Deutschland muss 50 Patienten

pro Jahr in Folge eines Unfalls

der Vorderfuß amputiert

werden. Zu wenige, als dass es

sich für die Industrie lohnt, Produkte

zu entwickeln. Hier setzt

das Projekt Vorfußprothese an,

an dem arbeiten die Hochschule

Ulm und das Sanitätshaus

Häussler (Ulm) seit vier Jahre.

Das Ziel: Patienten Prothesen

für den Sport zur Verfügung zu

stellen. Die Studierenden machen

mit Hilfe moderner Sensorik

Bewegungsanalysen. Aus

den Datensätzen stellt das Sanitätshaus

Prothesen her. Der Ansatz

ist erfolgsversprechend:

Die erste Studienteilnehmerin

hat kürzlich einen 10-Kilometer-Lauf

absolviert.

Unterstützung

für junge

Existenzgründer

Deutschland braucht mehr Unternehmer.

Diese Meinung vertreten

auch die Hochschulen

Albstadt-Sigmaringen, Biberach

und Ravensburg-Weingarten.

Um Studierenden und Absolventen

Existenzgründungen zu

erleichtern, begleitet das Projekt

GROW Jungunternehmer

von der Ideenfindung bis hin

zur Realisierung. Das Wissenschaftsministerium

fördert das

Projekt mit 1,2 Millionen Euro.

Neben dieser Förderung ist laut

Professor Thomas Spägele die

Zusammenarbeit mit der regionalen

Wirtschaft wichtig:

„Gründung fällt leichter, wenn

Unternehmen. Um Studierenden und ansässigen

Betrieben trotzdem Zugang zu modernen

Fertigungsverfahren zu ermöglichen, hat die

DHBW Heidenheim nun ein FabLab aufgebaut.

Künftig sollen dort Studierende, Ingenieure

und Unternehmer gemeinsam tüfteln.

man sich in einem größeren

Verbund aufgehoben fühlt“. Infos

unter: www.grow-projekt.de

Burgetsmeier löst

Stefan Roell im

Hochschulrat ab

Martina Burgetsmeier, Geschäftsführerin

der Softwarefirma

Exxcellent

Solutions

ist die

neue Vorsitzende

des

Ulmer Hochschulrates.

Martina Burgetsmaier,

Excellent

Solution .

Sie löst Stefan

Roell ab,

der zum

IHK-Präsidenten

gewählt

wurde. Der Unternehmer

ist aus dem Gremium ausgeschieden,

neu ist unter anderem

Klaus Eder, Chef der Stadtwerke

Ulm/Neu-Ulm GmbH. [!] GYS

49


[namen & nachrichten] Ausgabe 65 | Dezember 2018 unternehmen [!]

Le Roux aus

Erbach gewinnt

Agenturpreis

Freut sich über die

Trophäe: Alexandra

Müller.

Die Agentur „le Roux“ hat den

Deutschen Agenturpreis 2018

im Bereich

B2B, Kategorie

Logo-Relaunch,

gewonnen.

Die

Firma aus

Erbach wurde

für den

Relaunch

des Corporate

Designs

seines Kunden

Digital Zeit aus Neu-Ulm

ausgezeichnet. An der Spitze

der Agentur steht Alexandra

Müller, die je nach Bedarf mit

bis zu sechs Kräften arbeitet.

Handtmann

investiert in

Annaberg

Foto: © Maresa Mader

Kretz investiert in Weihnachtszirkus

Einen sechsstelligen Betrag investiert der Zirkus-Unternehmer

Elmar Kretz für eine neue

Zeltplane aus thermoplastischem Gewebe für

seinen Ravensburger Winterzirkus. Alle Ausgänge

bekommen Vordächer, das Zelt selbst

eine zweite Wand. Damit soll unter anderem

Die Handtmann-Gruppe fertigt

vom Jahr 2020 an Batteriequerträger

für Elektroautos aus

Leichtmetallguss an ihrem sächsischen

Standort Annaberg. Der

Grund: Am Stammsitz in Biberach

fehlen Flächen zur Erweiterung.

Die Laufzeit des Auftrags

eines großen deutschen Herstellers

ist auf acht Jahre festgelegt.

Jährlich sollen rund zwei Millionen

Stück hergestellt werden.

Dieser Auftrag stelle den Einstieg

in die Großserienherstellung

für Bauteile der Elektromobilität

dar, sagt Michael

Hagemann, Geschäftsführer

Leichtmetallguss bei Handtmann.

In Annaberg sind 350

Mitarbeiter tätig, durch den Auftrag

entstehen 30 neue Stellen.

Beurer schafft

Büros für 100

neue Mitarbeiter

Der Ulmer Gesundheitsproduktehersteller

Beurer wächst

seit Jahren rasant. Aus diesem

Grund baut er für 12 Millionen

Euro ein neues Verwaltungsgebäude

am Stammsitz und

schafft damit Kapazitäten für

100 neue Arbeitsplätze. Beurer

ist Marktführer in Deutschland

für Blutdruckmessgeräte und

Massageprodukte.

30 Millionen Euro

für Ausbau des

Glasfasernetzes

Energie gespart werden. Die Elmar Kretz Entertainment

GmbH (Stiefenhofen) veranstaltet

vom 22. Dezember bis zum 6. Januar den 11.

Ravensburger Weihnachtszirkus. Karten für

die Vorstellungen kann man unter der Telefonnummer

0751/29555700 reservieren.

Die Stadtwerke Ulm/Neu-Ulm

stecken bis zum Jahr 2024 30

Millionen Euro in den flächendeckenden

Ausbau des Glasfasernetzes.

Die SWU-Tochter Telenet

beginnt mit dem

Großprojekt im kommenden

Jahr im Industriegebiet Donautal.

Von 2020 an soll die Innenstadt

in sieben Etappen mit der

superschnellen Internetverbindung

versorgt werden. Ulms

Oberbürgermeister Gunter

Czisch spricht von einer standortpolitischen

Maßnahme, damit

die Unternehmen sich fürs

digitale Zeitalter rüsten können.

Sie bekommen einen kostenfreien

Hausanschluss inklusive

20 Meter Zuleitung. [!]

[impressum]

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Die Themen

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