Snowtimes Zermatt 2019

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snowtimes.ch

SNOWTIMES

Das Wintermagazin 2019

Florian Neubauer

After Seven

Unique Hotel Post

Martin Perren

Salar Bahrampoori

Glanz & Gloria

Chez Vrony

Kulinarik auf der Piste

GIN27

Stefan Maegli

Breitling Boutique

Stefan Salzmann


PREMIUM

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füllen und mit Limetten dekorieren.

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Editorial

3

Liebe Leserinnen und Leser

Für viele ist es die schönste Zeit des

Jahres – die Wintersaison – ich bin mir sicher,

dass auch Sie den Winter lieben, ansonsten

hätten Sie jetzt nicht das SNOWTIMES

Zermatt in Ihren Händen. Es sei denn, Sie

wurden zu einem Skiurlaub «gezwungen»,

solche Fälle gibt es ja auch immer wieder.

Spass bei Seite. Ich wurde im Winter geboren,

naheliegend ist daher auch, dass ich den

Winter liebe. Umso mehr freut es mich, Ihnen

das erste SNOWTIMES Zermatt präsentieren

zu dürfen.

SNOWTIMES legt den Fokus auf

Persönlichkeiten und stellt die unterschiedlichsten

Menschen vor, die alle irgendwie

mit Zermatt verbunden sind. Vom Gourmet

Restaurant auf der Skipiste, über einen

Bündner, der auch gerne die Pisten von Zermatt

unsicher macht, bis hin zu einem GIN

aus der Ostschweiz – die verschiedensten

Stories haben wir für Sie zusammengestellt.

Als kleines Mädchen war ich, mit

einem Stoff-Husky unter dem Arm, das

erste Mal in Zermatt. Nun, nach knapp 20

Jahren, besuchte ich das Matterhorn-Dorf

wieder. Sofort war ich fasziniert von der

eigenen kleinen Welt. Während meinen Besuchen

in Zermatt hatte ich einige Highlights.

Eines davon war ganz sicher das

«7 Menu» im Restaurant After Seven: Ein

Abend voller Überraschungen und Gaumenfreuden.

Bei Chez Vrony durfte ich die

wunderschöne Aussicht direkt aufs Matterhorn,

an einem warmen, sonnigen Tag im

März, geniessen. Natürlich testete ich auch

das Nachtleben in Zermatt und dies an keinem

anderen Ort als in der «Broken Bar»

im Unique Hotel Post.

Es war für mich eine riesen Freude

und spannend, die einzelnen Menschen persönlich

kennen lernen zu dürfen und die

Stories für Sie auf Papier zu bringen. Und

ich hoffe sehr, Ihre Neugierde geweckt zu

haben.

Geniessen Sie ein warmes Getränk

oder ein Gläschen Wein, lehnen Sie sich zurück

und lassen Sie sich inspirieren. Viel

Spass beim Lesen!

Herzlichst, Ihre

Malin Lisa Müller

Chefredaktorin

SNOWTIMES 2019

ZERMATT


Inhalt

Impressum

5

Seite

Artikel

Coverbild: Thomas Müller

3 Editorial

6 Florian Neubauer After Seven

12 Unique Hotel Post Martin Perren

17 Engel & Völkers Kompetenz und Exklusivität

18 Zermatters Unterwegs mit Locals

22 Salar Bahrampoori Ein Bündner in Zermatt

26 Zermatt Bergbahnen Pures Schneevergnügen

28 Chez Vrony Face to the Matterhorn

32 GIN27 Stefan Maegli

36 Zermatt Tourismus Simona Altwegg

38 Breitling Boutique Zermatt Stefan Salzmann

SNOWTIMES

Das Wintermagazin

Regionale Ausgaben für

Zermatt und St. Moritz

Herausgeber

Dietschi Print&Design AG

Thomas Müller

Ziegelfeldstrasse 6

4601 Olten

062 205 75 75

thomas.mueller@dietschi.ch

Chefredaktion Zermatt

Malin Lisa Müller

malin.mueller@dietschi.ch


Dietschi Print&Design AG

Michelle Christ

michelle.christ@dietschi.ch


Thomas Müller

Erscheint

1 x jährlich (im Dezember)

Anzeigenverkauf

Malin Lisa Müller

malin.mueller@dietschi.ch

Thomas Müller

thomas.mueller@dietschi.ch


6’000

Druck

Dietschi Print&Design AG Olten

www.dietschi-pd.ch

www.snowtimes.ch

SNOWTIMES 2019

ZERMATT


6

Jung, wild,

charmant

Text: Malin Müller

Bilder: Dominik Polonyi, Adrian Ehrbar

Mit diesen drei Worten beschreibt Florian Neubauer das After Seven.

Für das SNOWTIMES Zermatt haben wir einen

der jüngsten 2-Sterne-Köche Europas getroffen – Florian

Neubauer – er führt das Restaurant After Seven im

Backstage Hotel in Zermatt.

Vor sechs Jahren wurde das After Seven von Ivo

Adam gegründet. Florian Neubauer stiess bereits in der

zweiten Saison dazu und stand von Anfang an voll und

ganz hinter dem Konzept und der Idee. Flo, wie er genannt

wird, trägt nun als Geschäftsführer und Küchenchef

die grosse Verantwortung. Ivo Adam, dessen Gütesiegel

das After Seven trägt, steht ihm aber jederzeit

mit Rat und Tat zur Seite. Flo sieht in ihm die Rolle des

Ratgebers und guten Freundes – die beiden harmonieren

perfekt und ticken auch sehr ähnlich, dies macht

die Zusammenarbeit äusserst angenehm.

Was das Backstage Hotel und das After Seven

verbindet ist die Kunst. Dies wird schon beim Betreten

des Restaurants wahrgenommen und noch verstärkt

nach dem Erhalt des ersten Tellers. Jedes Gericht ist

ein kleines Kunstwerk für sich, sowohl fürs Auge als

natürlich auch für den Gaumen. Auf die Frage, was für

ein Konzept hinter dem After Seven steht erwidert Flo:

«Ein Konzept der Zeit, ja man kauft bei uns Zeit.

«Unser Bestreben ist es,

die architektonische

Kreativität von Heinz

Julen und unsere Kreativität

am Herd für den

Gast als Erlebnis auf

den Teller zu bringen.»

Flo Neubauer

SNOWTIMES 2019

ZERMATT


2

Flo Neubauer, ein Mann, der mit Leidenschaft kocht und gerne die Welt erkundet

SNOWTIMES 2019

ZERMATT


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Das Powerduo Ivo und Flo

Man sucht sich aus wie viele Stunden man kulinarisch

unterhalten werden möchte und weiss dabei nie in welche

Richtung es geht.»

Richtig Gas geben …

Seit 2014 ist Zermatt im Winter die Wirkungsstädte

von Florian Neubauer. Der leidenschaftliche Starkoch

verbringt seine Freizeit gerne auf der Piste mit dem

Snowboard – wie soll es auch anders sein, wenn eines

der schönsten Skigebiete der Schweiz einem direkt zu

Füssen liegt?! Antreffen kann man ihn im Backcountry,

auf der Roten Nase oder auf der White Hare Piste. Ein

kleiner Tipp: auf der White Hare hat man am längsten

Sonne, lange Kurven und « ... wer Speed mag, kann dort

richtig Gas geben.» Nach einem anspruchsvollen Skitag

entspannt Flo am liebsten bei Chez Vrony. Hier geniesst

er die schöne Aussicht aufs Matterhorn, das gute Essen

und den ungezwungenen aber professionellen Service.

Zum Après Ski gehts weiter ins Cervo.

Seine Leidenschaft zum Kochen vergleicht er mit

Snowboarden: «Je besser du wirst, mit umso mehr Spass

und Leidenschaft machst du es.» Seine Kochausbildung

hat Florian Neubauer im Schwarzwald absolviert. Er hat

schon immer sein Bestes gegeben und mit Herzblut gearbeitet.

Vor vier Jahren gab ihm Ivo Adam dann die Möglichkeit,

sich selbst zu verwirklichen und seit diesem Zeitpunkt

geht es mit seiner Karriere weiterhin steil bergauf.

Wieso eigentlich Zermatt? Seine Antwort darauf:

«Komm mal nach Zermatt, dann weisst du wieso.»

Wie würdest du Zermatt in drei Sätzen beschreiben?

«Ich mag dieses «sowohl als auch» in Zermatt. Man

-


Dies macht für mich Zermatt aus, dieser

besondere «Schweizer Lifestyle», der es schafft, alles zu

verbinden und doch sich selbst treu zu bleiben.»

« Change the view – see the new » …

Inspirationen für seine Gerichte holt sich Flo in

den Sommermonaten auf seinen ausgedehnten Reisen.

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von zwei Ureinwohnern selbst beschaffen. Diese Erfahrung

vergisst Flo nie mehr. Auf die Frage, ob er auch

schlechte Erfahrungen gemacht hat, erwidert er: «Eine

ausgekugelte Schulter in Vietnam war das einzige.» Auf

seinen Reisen hat Flo glücklicherweise überwiegend positive

Erfahrungen gesammelt. «Ich glaube, negative

Erfahrungen zu machen hängt oft von dir selbst ab, wie

du die Dinge siehst und was du daraus machst.»

9

« … der Anblick hatte bei mir einen

Würgereiz ausgelöst »

Selbstverständlich soll auf den Reisen ja auch herausgefunden

werden, was denn die Einheimischen so

essen ... na gut, alles möchte man vielleicht doch nicht

immer wissen, vor allem nicht kosten. In Vietnam war

Flo mit einem einheimischen Freund auf einer Food-

Tour in der Nähe von Hanoi. Schliesslich wurden die

beiden Herren von Freunden des Einheimischen zum

Essen eingeladen. «Es war echt alles sehr lecker, bis das

Ei kam». Das Ei nennen sie Balut und es ist kein gewöhnliches

Ei. Nein, es ist ein angebrütetes Entenei.

Diese Delikatesse wird im asiatischen Raum gegessen,

weil es Glück bringen soll. Wer jetzt einmal leer schlucken

musste, steht nicht alleine da. Auch Flo blieb vom

Würgereiz nicht verschont. Wie es dann meistens so

geht, wird man schliesslich überredet, von der Spezialität

zu kosten. Flo wurde schwer bearbeitet, bis er

schliesslich dem Haussegen zu liebe kleinbeigab. Erstaunlicherweise

schmeckte es sogar besser als erwartet.

Nochmals essen muss er das Ei aber nicht unbedingt.

Wer also im After Seven dinieren geht, dem wird ganz

bestimmt kein angebrütetes Entenei serviert.

Der majestätische Kronleuchter von Heinz Julen überstrahlt alles

Dort lernt er neue Gewürze, Rohprodukte und Techniken

kennen, bringt diese Souvenirs mit nach Hause

und verarbeitet sie im After Seven zu einem kulinarischen

Erlebnis. Doch nicht nur der Kulinarik wegen

bereist er ferne Länder. Flo ist ein Abenteurer, liebt die

Natur und fremde Kulturen. Richtig verzaubert hat ihn

Neuseeland. «Die Natur ist einfach atemberaubend. Sie

ist unberührt, man hat das Meer und die Berge direkt

daneben. Was gibt es Schöneres?» Die fremden Kulturen

gaben ihm neue Sichtweisen und er hat gelernt,

dass die Dinge immer von allen Seiten betrachtet werden

sollten. Daher auch sein Motto: «Change the view –

see the new». Eines der aussergewöhnlichsten Erlebnisse

hatte Flo im Amazonas – eine zweiwöchige

Dschungelexpedition – mit seiner Freundin Lisa. Dort

gab es kein WLAN, was in der heutigen Zeit nur noch

sehr schwer vorstellbar ist, kein warmes Wasser und all

die anderen für uns selbstverständlichen Grundelemente

waren auch nicht vorhanden. Auf alles wurde verzichtet

und sogar das Essen mussten sich die beiden mit Hilfe

Ein Hoch auf die Zitrone …

Kommen wir aber nochmals zurück auf die Kochkünste

von Florian Neubauer. Gibt es denn etwas, was du

für (fast) jedes Gericht verwendest, abgesehen von Salz

und Pfeffer? Grundsätzlich, meint Flo, mache er dies

nicht, da er möchte, dass jedes seiner Gerichte seinen eigenständigen

Charakter habe. Dennoch könnte er die

gute alte Zitrone fast überall unterbringen. «Ich liebe diese

Frische und dass einem vom Geruch das Wasser im

Mund zusammenläuft … mmh.»

Mama kocht am besten …

Eine Frage, die mich auch noch brennend interessiert,

ist natürlich, was denn das Leibgericht des 2-Sterne-

Kochs sei? Nach einer durchzechten Nacht in den frühen

Morgenstunden sind es definitiv Austern. Ansonsten

liebt er die Kohlroulade von seiner Mutter. «Mama

kocht halt doch immer noch am besten.»

Teamwork …

«Ich erarbeite Rezepte zusammen mit meinem

Team. Wenn ich das Menü schreibe, ist es erst mal eine

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ZERMATT


Das strahlende und motivierte Team ist bereit, die Extra Meile zu gehen

Art Ideensammlung. Dann überlegen Ivo und ich, wie es

am besten umgesetzt werden kann und teilen dies den

beiden sous-Chefs Steffi und Josef mit. Im nächsten

Schritt geht es um die praktische Umsetzung.» In dieser

kreativen Phase kann es schon ab und zu etwas stressig

werden. Danach folgt der wichtigste Teil, das Foodtasting

und da sitzt Flo’s schärfster Kritiker, Ivo Adam.

Wenn schlussendlich auch er überzeugt ist, kann das

Team starten. In diesen Momenten ist es wichtig, dass

man als Team gut agiert. Doch das ist beim After Seven

kein Problem. Flo leitet das Team auf einer freundschaftlichen

Basis, versucht immer ehrlich zu sein und sein

Team so oft es geht mit einzubinden – natürlich hat er

aber auch hohe Erwartungen an sie. «Anders gehts

nicht», wie er sagt.

Viele Leute kennen ja das Kochen aus dem Fernsehen

und gehen davon aus, dass sie dadurch wissen, wie

der Hase läuft. Doch ist es denn wirklich so cool und

einfach, wie es in den Kochsendungen immer aussieht?

«Ich denke, das was man im Fernsehen sieht, hat nicht

wirklich viel mit Kochen in einem Restaurant zu tun.

Klar, es macht Spass, man kann kreativ sein etc., aber vor

allem ist es harte Arbeit, und man braucht einen starken

Charakter.» Was ist aber das Wichtigste? «Das Allerwichtigste

bei einem Gericht ist ganz klar die Qualität der

Lebensmittel.»

Statement von einem Starkoch:

«Steak ist immer noch ein guter Tofu Ersatz»,

meint Flo mit einem Augenzwinkern und ohne jemandem

zu nahe treten zu wollen. «Leute, die sich für ein

vegetarisches oder veganes Leben entscheiden, haben

sich meistens mehr mit dem Thema Ernährung auseinander

gesetzt als viele andere – und dies kann ich nur begrüssen.

Aber ganz ehrlich, wenn man in ein Restaurant

wie unseres kommt, wo der Fisch Angelfang ist und auch

das Fleisch nicht aus Massentierhaltung stammt, sollte

man sich doch einfach mal darauf einlassen und den Köchen

das Leben nicht unnötig erschweren. Auch denke

ich, dass heute mit dem ganzen Vegi- und Vegantrend

viel mehr Geld gemacht wird, als es dieser eigentlich

Wert ist. Wenn ich mir ab und zu mal die Verpackungen

von den veganen Produkten genauer anschaue und sehe,

was da deklariert wird, entsteht bei mir ein grosses Fragezeichen

… Schlussendlich ist die Balance entscheidend

und hat einen Einfluss auf einen gesunden Lebensstil.»

Jakobsmuschel / Gurken / Seegras – eine erfrischende Kombination

Schwarzfederhuhn / Chicorée / Sechuanblüten – die Blüten lösen

ein prickelndes Geschmackserlebnis aus

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ZERMATT


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12

Unique Hotel Post

Text: Malin Müller

Bilder: Romel Janeski, Gilles Trillard, Michael Portmann

Eintauchen in eine staunenswerte (und) einzigartige Erlebniswelt.

Ein bisschen Geschichte …

Gehen wir zurück ins Jahr 1865. Die einen erahnen

es bereits, die Erstbesteigung des Matterhorns fand

in diesem Jahr statt. Edward Whymper läutete mit der

Besteigung des weltbekannten Berges Zermatt zum

Tourismusort ein. Zehn Jahre später eröffnete Johann

Lauber das Hotel Post. Damals trug es noch den Namen

«Hôtel de la Poste». 1891 übernahm der Ur-Ur-Grossvater

von Martin Perren, Cäsar Gattlen, zusammen mit

einem Lehrerkollegen, Ferdinand Mathier, das Hotel.

In den Sommermonaten führten jeweils der älteste

Sohn von Cäsar und die Tochter von Ferdinand das Hotel.

Die beiden haben sich kennen und lieben gelernt

und 1903 geheiratet. Während der Zeit zwischen den

beiden Weltkriegen übernahm bereits die dritte Generation

das Hôtel de la Poste. Zu dieser Zeit boomte vor

allem der Sommer Tourismus. In der Zwischensaison

wurde das Hotel als Schule genutzt. Während über 68

Jahren oblag die Führung des Hotels der Familie. Die

vierte Generation, Martin Perrens Mutter und ihr Bruder,

verpachtete 1959 das Haus an den Amerikaner Karl

Ivarsson. Mit der Übernahme durch den amerikanischnorwegischen

«Lebemann» hielten die wilden Jahre im

Hotel Post Einzug. Zu dieser Zeit hatte das Hotel die

Überschrift «The Great Swiss Disaster». Wer zu dieser

Zeit einmal Gast war, weiss wovon die Rede ist. Durchzechte

und wilde Partynächte standen hier an der Ta-

gesordnung. Ende 2001 übernahm Martin Perren zusammen

mit seiner Frau Daniela das Hotel Post. Somit

liegt das Haus nun wieder in den Händen der Familie

Perren-Gattlen.

Zurück zu den Wurzeln …

Martin Perren absolvierte die Hotelfachschule

Lausanne, studierte BWL und reiste in seinem Leben

viel. Er arbeitete schon in Malaysia und lebte in Amerika,

Frankreich und Italien. Martin Perren ist ein Mann,

der vielseitig interessiert ist, vieles sah und dadurch

Einblicke in die unterschiedlichsten Bereiche und Kulturen

gewinnen konnte. Obwohl Martin Perren um die

halbe Welt gereist ist, kam er schlussendlich zurück zu

seinen Wurzeln. Was macht für dich Zermatt aus? «Die

superschöne Bergwelt, die Verbindung zwischen dem

kosmopolitischen und dem authentischen Charakter

und die Natürlichkeit.»

Ein internationales Produkt …

Skidestinationen unterteilt Martin Perren in drei

verschiedene Produkte. Es gibt die Schweizer, die Europäischen

und die Internationalen Produkte. St. Moritz,

Gstaad und Zermatt zählt er zu den Internationalen

Produkten. Obwohl 40% der Gäste in Zermatt aus

der Schweiz stammen, ist die Destination sehr stabil

und hatte in der Vergangenheit auch nicht all zu fest

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ZERMATT


Willkommen in der Erlebniswelt Unique Hotel Post

Das Gastgeber Ehepaar Daniela und Martin Perren

SNOWTIMES 2019

ZERMATT


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unter dem Frankenschock gelitten. Da Zermatt sehr

viele Touristen aus dem Ausland anzieht ist die Destination

nicht so sehr von spezifischen Märkten abhängig

wie andere, kleinere Destinationen.


geeignetes Ambiente

In unterschiedlichen Welten …

Im Jahr 2007 fand ein grosser Umbau im Unique

Hotel Post statt. Hand in Hand mit dem Umbau wurde

das Hotel auch neu positioniert, in das Segment «4

Sterne superior Lifestyle». Die 29 Zimmer und Suiten

sind im «Mountain Lodge Stil» eingerichtet. Das Hotel

verfügt über einen heimeligen und feinen Wellnessbereich,

der nach einem Ski- oder Wandertag zum Entspannen

einlädt. Was macht denn jetzt aber das Hotel so einzigartig?

Ganz klar die Kombination aus Restaurant, Bar,

Club und Hotel. Es ist aber nicht die Rede von nur einem

Restaurant oder einer Bar, nein, hier ist für jeden Geschmack

etwas dabei. Drei Restaurants, ein Pub und vier

Clubs / Bars stellen die Gäste vor die Qual der Wahl.

Die drei feinen und orginellen Restaurants machen die Wahl

zur Qual

Wer sich hier im Hotel bewegt, hat das Gefühl, an

ganz verschiedenen Orten zu sein. Jeder Raum hat seinen

eigenen Charakter und so kann in die unterschiedlichsten

Welten eingetaucht werden. Wer mediterrane

Küche mag, besucht «the Factory». Hier werden neben

feinen Fleisch-, Fisch- und Pastagerichten auch Pizzas

aus dem authentischen Holzofen, in einem «urig»-modernen

Ambiente, angeboten. Für die Liebhaber der traditionellen

Walliser- und Schweizer-Küche hat das

«Pöstli Stübli» die Türen geöffnet. Wer es lieber etwas

trendiger und unkonventioneller hat, sollte einen Abend

im «P.O.S.T.» verbringen. Nach einem ausgiebigen Dinner

warten vier Bars / Clubs auf die Gäste. Wer es etwas

gemütlicher mag, sollte unbedingt die Papa Caesar Lounge

Bar besuchen. Hier gibt es ein umfangreiches und

innovatives Angebot an Cocktails. Kleiner Tipp von mir,

die Bar eignet sich auch bestens für einen Apéro vor

dem Abendessen. In der Pink Live Music Bar wird von

Dezember bis April Live-Unterhaltung vom feinsten angeboten.

Der Loft Club ist der einzige Ü25 Club in Zermatt

und befindet sich im Erdgeschoss der Factory. Für

die echten Partytiger wartet täglich der kultige Broken

Club. Die Broken Bar ist vermutlich eine der legendärsten

Discos der Alpen. «Hier musst du einmal auf dem

Fass getanzt haben», meint Martin Perren. Das habe ich

mir natürlich zu Herzen genommen und in angenehmer

Gesellschaft bis in die frühen Morgenstunden getanzt.

Gäste wollen Ehrlichkeit

und Authentizität …

So viele Angebote wie das Unique Hotel Post mit sich

bringt, so heterogen sind auch die Gäste. Je nach Jahreszeit

und Woche ist das Publikum ganz verschieden,

meint Martin Perren. Im Januar und März hat es wenige

Familien. Viel mehr zieht es zu dieser Zeit Leute an,

die gerne ausgehen, eine gute Zeit mit Freunden haben.

SNOWTIMES 2019

ZERMATT


So unterschiedlich die Gäste auch sind, eines haben sie

alle gemeinsam. Sie wollen Ehrlichkeit und Authentizität

erleben und das bekommen sie im Unique Hotel

Post. Immer wieder lockt das einzigartige Haus auch

Prominenz aus aller Welt an. Gäste schätzen die gewisse

Bodenständigkeit, das Menschliche und Authentische

sehr. Nicht nur im Hotel Post kann dies gefunden

werden, auch Zermatt als Ganzes wird von Martin

Perren so beschrieben.

«Der Porsche muss

im Tal bleiben»

Martin Perren

Alle sind gleich …

Eine Frage, die ich immer wieder gerne stelle.

Was hältst du vom autofreien Zermatt? «Ich sehe das als

absoluten Vorteil. Man ist hier in einer anderen Welt und

die Ferien können sofort beginnen. Man kann nicht einfach

schnell das Auto nehmen und wegfahren, nein – es

isch fertig». Dies verbindet und macht Zermatt ganz

speziell. «Es ist wie eine eigene kleine Welt, die du, als

Einheimischer oder als Tourist, über alles liebst.»

Mountain Lodge & Lifestyle

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ZERMATT


HAUS AOSTA (ZERMATT)

CHALET FLESCHE IM

FURI (ZERMATT)

· 3.5 Zimmer-Wohnung

· Gesamtfläche 82 m2

· 2 Schlafzimmer

· 1 Badezimmer

· Matterhornblick

· Zweitwohnung

· 4.5 Zimmer-Haus

· Gesamtfläche 173 m2

· 3 Schlafzimmer

· 2 Badezimmer

· Erstwohnung

PREIS CHF 1’450’000.–

PREIS CHF 1’600’000.–

CHALET (CRANS MONTANA)

HAUS AZALÉE (ZERMATT)

· Gesamtfläche 850 m2

· 6 Schlafzimmer

· 6 Badezimmer

· Zweitwohnung

· 5.5 Zimmer-Wohnung

· Gesamtfläche 179 m2

· 4 Schlafzimmer

· 2 Badezimmer

· Matterhornblick

· Zweitwohnung

PREIS CHF 9’750’000.– PREIS CHF 2’950’000.–

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ZERMATT


Engel & Völkers, der Immobilienmakler

aus Leidenschaft in Zermatt

17

Text: Malin Müller

Bilder: Fabio Carni

Interview mit Marieke Amacker, Engel & Völkers.

Das Team von Engel & Völkers v.l.: Natalie Gehrig, Marieke Amacker, Irina Mutter

In Zermatt und auf der ganzen Welt

bringt Engel & Völkers Käufer und Verkäufer

von Immobilien der Spitzenklasse zusammen.

Kompetenz, Exklusivität und Leidenschaft

gehören zu den fundamentalen

Werten und machen den internationalen Erfolg

des Unternehmens aus. Mit über 800

Immobilien-Shops bietet Engel & Völkers

Wohnimmobilien in 33 Ländern an. Ansässig

auf vier Kontinenten, mit rund 10’000

Mitarbeitern, gehört Engel & Völkers weltweit

zu den marktführenden Unternehmen

im Bereich hochwertiger Immobilien.

Engel & Völkers unterscheidet sich

von andern Maklern vor allem darin, dass

dem Kunden ein internationales Netzwerk

angeboten werden kann, wovon sowohl der

Käufer als auch der Verkäufer profitieren

kann. Im umfangreichen Immobilien-Portfolio

findet der Kunde Häuser, Attika- und

Maisonettwohnungen, Lofts und Villen an

den schönsten Orten der Welt.

Die Beratung wird auf die spezifischen

Bedürfnisse jedes einzelnen Kunden

ausgerichtet und zugeschnitten und die

beiden Immobilienberaterinnen vor Ort, Irina

Mutter und Marieke Amacker, beraten

die Kundschaft auch sprachlich individuell

auf Deutsch, Französisch, Englisch, Holländisch

und Russisch.

Wir haben uns mit Marieke Amacker,

Büroleiterin, darüber unterhalten, was die

Beweggründe von Engel & Völkers waren,

sich in Zermatt niederzulassen und was die

Eigenheiten des Immobilienmarktes Zermatt

sind.

Wie setzt sich Ihre Hauptzielgruppe

zusammen?

Ein inter(nationales) Publikum im Besitz

von oder auf der Suche nach qualitativ hochwertigen

Immobilien und der dazugehörenden

Unterstützung und Beratung bezüglich

Kauf, Verkauf oder Vermietung.

Was bedeutet die Zweitwohnungsinitiative

für Sie?

Das Angebot wird knapper, wodurch die

Wohnungen sehr schnell verkauft werden

und nur kurz auf dem Markt sind. Die Preise

sind dadurch deutlich höher.

Seit wann sind Sie in Zermatt tätig und

aus welchem Grund?

In Zermatt sind wir seit Dezember 2018 tätig,

weil wir bemerkt haben, dass der Wunsch

bei unserer Kundschaft besteht, von einem

internationalen Unternehmen wie unserem

in Zermatt vor Ort bedient zu werden.

Was unterscheidet die Destination

Zermatt von andern Feriendestinationen

für Ihr Businessmodell?

In Zermatt kann man nur mit einem Schweizer

Pass Immobilien kaufen, hier nutzen wir

unser schweizweites Netzwerk mit 50 Shops.

Ganz im Gegensatz zu den anderen Destinationen,

bei welchen wir über unser weltweites

Netzwerk auch ausländische Kunden

ansprechen können.

SNOWTIMES 2019

ZERMATT


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Unterwegs mit Locals – ein Erfahrungsbericht

Text: Katrin Park

Bilder: zVg

Als ich am Montagnachmittag aus

dem Zug steige, weht mir ein kalter Wind

entgegen und verdrängt die abgestandene

Zugluft mit solch einer Frische, wie sie nur

ein von Abgas verschontes Bergdorf hervorbringen

kann. Ich bin in Zermatt, wo ich

die nächsten Tage mit viel Sport, gutem Essen

und hoffentlich nicht allzu schlimmem

Muskelkater in der Obhut der Zermatters

verbringen werde. Spreche ich von Zermatters,

so meine ich nicht einfach die lokale

Bevölkerung, sondern den Zusammenschluss

des Zermatter Bergführervereins

und der Schweizer Ski- und Snowboardschule.

Für meine perfekten Tage in Zermatt

habe ich mir nämlich Hilfe von den

Profis geholt.

Bei der Planung meines Aufenthaltes

verlor ich mich in der Vielfalt an Aktivitäten.

Ich hatte schon immer Mühe, mich

festzulegen und frage mich, welche Aktivitäten

sich bei den aktuellen Bedingungen

überhaupt anbieten und wie ich an mein

#beautifulzermatt Foto für Instagram

komme. Für all meine Probleme liefern die

Zermatters die perfekte Lösung. Seit

Kurzem bieten sie sogenannte Unique Days

an. Basierend auf meinen Interessen stellen

sie mir ein exakt auf mich zugeschnittenes

Outdoorprogramm zusammen. Das klingt

perfekt, ich muss mich nicht entscheiden,

die Zermatters berücksichtigen die aktuellen

Bedingungen und die zeitaufwendige

Organisation kann ich auch noch gleich den

Experten überlassen. In einem Konfigurator

gebe ich also aus einer Vielzahl an verschiedenen

Outdooraktivitäten meine Präferenzen

und mein jeweiliges Level ein. Um

das Programm noch genauer auf mich abzustimmen,

vermerke ich pro Aktivität meine

Stimmung. Zur Auswahl stehen hierbei action,

learn und chill. Ich will alles – ich

wähle alles. Fertig. Nach fünf Minuten lehne

ich mich zurück, denn von jetzt an übernehmen

die Zermatters die Planung und Organisation

meiner perfekten Unique Days.

Hobelkäse und Wein in der weltschönsten Bar

Der Bergführerverein und die Schweizer

Skischule in Zermatt existieren schon

seit 1888 resp. 1929. Ende 2017 schlossen

sie sich zusammen, um Outdoorbegeisterten

die ganze Ladung an Aktivitäten aus einer

Hand anbieten zu können. Die Zermatters

haben es sich zum Ziel gesetzt, den Gästen

das ultimative Outdoorerlebnis zu bieten

und ihnen gleichzeitig die Kultur und Tradition

von Zermatt näher zu bringen. Die

Guides sind wahre Originale und kennen

das Dorf und die Natur meist schon ihr Leben

lang. Egal ob auf Skiern, mit Steigeisen,

auf dem Bike oder in der Luft, die Zermatters

nehmen die Gäste mit in ihre Welt

und bereichern jede Aktivität mit breitem

Insiderwissen zu Natur, Kultur und manchmal

sogar dem neusten Tratsch über die ansässigen

Stars und Sternchen.

Wer schon mal in Zermatt war, der

weiss, dass das Walliser Bergidyll weit

mehr als eine schöne Bergkulisse und reichlich

Pistenkilometer zu bieten hat. Hier

trifft Leidenschaft auf Tradition und diese

bestechende Kombination ist im ganzen

Dorf spürbar. So auch bei meiner ersten Begegnung

mit den Zermatters. Ich werde im

herzlichsten Walliserdeutsch begrüsst, und

obwohl der doch eher eigene Dialekt anfänglich

für ein paar Missverständnisse meinerseits

sorgt, bin ich Fan ab erster Stunde.

«Was wäre ein Outdoorabenteuer

ohne anständigen Muskelkater?»

Im Büro der Zermatters treffe ich auf

Sandra, sie erklärt mir, was in den kommenden

Tagen auf mich zukommt. Ihr Enthusiasmus

ist ansteckend und verdrängt meine

Bedenken, dass das Programm vielleicht

doch eine Stufe zu anspruchsvoll für mich

sein könnte. Denn was wäre ein Outdoorabenteuer

ohne anständigen Muskelkater und

den Sprung über den eigenen Schatten??

Tag 1: «Challenge yourself!»

Nach einer kurzen Nacht in der Monte

Rosa Hütte geht es um 3.00 Uhr los. Bei

einer Tasse Kaffee versuche ich meine Morgenmuffligkeit

und meinen Wunsch, mich

zurück ins Bett zu schleichen, zu verbergen.

Als sich aber beim Konfibrot mein Guide

Andy mit einem breiten Grinsen zu mir

setzt, hebt sich meine Stimmung unweigerlich

– seine Energie steckt mich an und ich

bin verblüfft, wie schnell es ihm gelungen

ist, mich zu motivieren, die fast 2’000 Höhenmeter

in Angriff zu nehmen. Meine

Unique Days starten nämlich mit einer

Hochskitour auf die Dufourspitze.

Als wir uns um 4.00 Uhr auf den Weg

machen, treten wir in eine sternenklare

Nacht. Sprachlos von dieser Schönheit laufen

wir die ersten zwei Stunden bis zur

Spaltenzone, als es langsam zu dämmern

beginnt. Vorbei an massiven Gletscherspalten

erreichen wir nach weiteren drei Stunden

den Silbersattel, wo wir unsere Skier

deponieren, von da an geht es nun mit

Steigeisen weiter. Ich merke, dass wir uns

auf über 4’000 m.ü.m. befinden, die Schritte

werden langsamer und das Atmen fällt

mir zunehmend schwerer. Nichtsdestotrotz

SNOWTIMES 2019

ZERMATT


19

geht es nun das steile Couloir hinauf. Nach

knapp sieben Stunden erreichen wir bei

strahlendem Sonnenschein endlich den

Gipfel. Ich bin erschöpft, der Aufstieg hat

mir so einiges abverlangt aber das Gefühl,

auf dem höchsten Punkt der Schweiz zu stehen

und bei einem Gipfelkaffee die atemberaubende

Aussicht zu geniessen, lässt alle

Strapazen augenblicklich vergessen.

Als krönender Abschluss steht nun

noch die Freerideabfahrt an. Bei traumhaften

Schneeverhältnissen geht’s der Aufstiegsspur

entlang zurück zur Monte Rosa Hütte.


Höhenmeter entlohnt

Tag 2: «Good food and wine,

that’s mine!»

Nach den Anstrengungen von gestern

bin ich froh, haben die Zermatters heute einen

gemütlichen Tag mit Sightseeing,

feinem Essen und hoffentlich viel Wein für

mich eingeplant. Ich treffe Andy vor der

Talstation, es freut mich, dass er mich auch

heute wieder begleiten wird. Der waschechte

Zermatter war mir auf Anhieb sympathisch

und seine offene und humorvolle Art

verwarfen meine anfänglichen Bedenken,

es könnte seltsam sein, mit einem Fremden

durch Zermatt zu ziehen, innert Sekunden.

Zu Fuss zeigt mir Andy heute all seine

Lieblingsorte mit den atemberaubendsten

Aussichten, ab vom Touristenstrom. Er

führt mich in urige Beizen, wo ich mich in

den kulinarisch siebten Himmel wähne, erstaunt

mich immer wieder mit seinem breiten

Wissen über die Zermatter Bergwelt und

zeigt mir bis spät in den Abend, in welchen

angesagten Lokalen ich die besten Cocktails

bekomme.

Tag 3: «Learn from the bestest!»

An Tag drei steht alles im Zeichen

meiner Ski Race Performance. Ich möchte

meinen Fahrstil verbessern, an meiner

Technik feilen und endlich erfahren, ob in

mir nicht vielleicht doch eine kleine Lara

Gut schlummert. Für diese Aufgabe steht

mir heute ein ganz besonderer Zermatter

zur Seite. Mit Fränzi Aufdenblatten, der

ehemaligen Skirennfahrerin, steht einem

perfekten Schultag nichts entgegen.

Ich treffe Fränzi an der Talstation und

habe sofort das Gefühl, mit einer guten

Freundin im Skiurlaub zu sein. Nach einer

ausführlichen Theorielektion bin ich nun

bereit, mein Talent unter Beweis zu stellen.

Beim Fahren fühle ich mich grossartig, vor

meinem inneren Auge sehe ich mich, wie

ich in einem Affentempo, elegant und agil

den Hang hinunter kurve. Die Videoanalyse

– Fränzi hat alles aufgezeichnet – holt mich

dann aber schnell zurück in die Realität: zu

viel Rücklage, zu wenig Druck auf dem

Aussenski und einen zu breiten Stand. Fränzi

meint zwar, es sehe gar nicht so schlecht

aus. Ich bin dennoch enttäuscht und zugleich

erleichtert, dass ich vermieden habe

damit zu prahlen, dass ich bereits seit

meinem 5. Lebensjahr auf Skiern stehe.

Im Laufe des Tages macht Fränzi immer

wieder Aufnahmen und ich kann meinen

Fortschritt laufend mitverfolgen. Dank

ihren Tipps und Anleitungen komme ich gut

voran und kann die Verbesserungen nicht

nur sehen, sondern auch fühlen. Zum

Schluss des Tages messe ich meine Performance

auf einer Speedmessstrecke: unterer

Durchschnitt. Ich schiebe das eher bescheidene

Resultat auf die Cocktails vom Vorabend

und gönne mir zufrieden ein Bier.

«Ich habe gelitten, aber noch vielmehr

gelacht ...»

In den vergangenen drei Tagen begeisterten

mich die Zermatters mit ihrer offenen

und gastfreundlichen Art. Ich kam

öfters an meine Grenzen, meine Guides

wussten mich aber immer zu motivieren

und gaben mir das nötige Selbstvertrauen.

Ich habe gelitten, aber noch vielmehr gelacht,

gelernt und gestaunt. Meine Unique

Days waren von der Materialmiete bis hin

zum Schlummertrunk perfekt organisiert,

ich musste mich um nichts kümmern und

alles war genauestens auf meine Wünsche

abgestimmt. Ich erhielt in diesen Tagen

ganz neue Einblicke in das wahre Zermatt

und – das mag jetzt ein wenig kitschig klingen

– fühlte mich gegen Ende sogar selbst

ein kleines bisschen wie ein Zermatter.


SNOWTIMES 2019

ZERMATT


Your adventure is our mission!


Be a part of Zermatters.


22

Ein Bündner

in Zermatt

Text: Malin Müller

Bilder: Oscar Alessio

Wir kennen ihn alle, den Strahlemann aus dem Schweizer Fernsehen. Für das SNOWTIMES

Zermatt hatte ich das Vergnügen, Salar Bahrampoori für ein Interview zu treffen. Seine gute

Laune und Lebensfreude ist ansteckend. Es war, als wäre ich mit einem guten Freund einen

Kaffee trinken gegangen.

Man kennt dich als Moderator von Glanz & Gloria

und der Autosendung Tacho, zuvor warst du bei Viva,

Tele Züri, etc. Wann kam der Wunsch auf, vor der

Kamera zu stehen?

Das ist eigentlich noch lustig, dieser Wunsch ist gar nie

aufgekommen. Es war viel mehr ein Zufall. Widerwillig

musste ich ins Militär und lernte dort einen Kameraden

kennen, dessen Tante den Musik Sender «Viva» gegründet

hat. Da ich immer die ganze Truppe unterhielt, meinte

dieser, ich solle mich bei seiner Tante melden. Ich hatte

damals die Lehre im KV absolviert und war nicht

wirklich glücklich damit. So kam es, dass ich mich bei

«Viva» bewarb und die Stelle bekam. Ich glaube manchmal

hilft es, wenn man die Dinge einfach auf sich zukommen

lässt und nicht verbissen danach sucht. Immer

wieder sehe ich Leute, die unbedingt zum Fernsehen

möchten, aber oftmals scheitern. Bei einem solchen Job

muss vieles stimmen und es gibt nur wenige Stellenangebote.

Die Lockerheit, die ich habe, hat mir sehr geholfen.

Wie ist es mit der Nervosität? Bist du vor einer Glanz

& Gloria Sendung noch nervös oder legt sich das mit

der Zeit?

Diese Frage wird mir immer wieder gestellt (lacht). Die

Nervosität hängt immer auch von der Tagesform ab,

aber eine gewisse Nervosität ist vorhanden. Vor allem

bei einer Live-Sendung. Hier ist der Druck natürlich

hoch, weil alles beim ersten Mal klappen muss. Ich glaube,

diese Nervosität ist auch wichtig, um schliesslich

eine gute Performance abzuliefern. Ich muss auch sagen,

ich bin ein bisschen ein Deadline Junkie. Am besten

funktioniere ich unter Zeitdruck. Diesen Nervenkitzel

bei Glanz & Gloria, jeden Tag zu einer bestimmten Zeit

zu liefern, mag ich sehr.

Was gefällt dir an deinem Job?

Wir machen eine Sendung, schauen sie nochmals kurz

an und dann ist diese passé, dann kommt die nächste.

Das gefällt mir sehr. Bei mir muss immer etwas los sein.

Diesen Tatendrang kann ich bei den Sendungen perfekt

einbringen. Auch die Nervosität kommt hier wieder ins

Spiel, dieser Event am Tag, an dem geliefert werden

muss, das mag ich. Ich bekomme auch sehr viel Lob für

meinen Job. Das tut mir gut und macht mich glücklich.

Ich bin mit Leidenschaft dabei und arbeite sehr viel und

hart. Gegen Ende Jahr geht es teilweise auch etwas an

die Substanz, der Job braucht viel Energie.

Du lebst in Zürich. Vermisst du deine Heimat, das

Bündnerland nicht?

Mit 20 Jahren bin ich nach Zürich gekommen, in einer

Phase, in der ich nur Party im Kopf hatte. In diesen wilden

Jahren war ich überhaupt nicht mehr am Bündnerland

interessiert. Das hat sich aber relativ schnell wieder

geändert – der Bergler ist halt in mir. Ich brauche beides,

die Berge, wie auch die Stadt. Mir gefällt dieser Mix.

Ich fahre regelmässig in die Berge. Das ist natürlich nur

möglich, weil wir in der heutigen Zeit so mobil sind und

SNOWTIMES 2019

ZERMATT


Der Bündner, der die Berge über alles liebt

SNOWTIMES 2019

ZERMATT


24

problemlos von A nach B kommen. Dazu kommt auch,

dass ich ein «Auto Mensch» bin. Es stört mich überhaupt

nicht, in der Nacht noch zwei Stunden zu fahren.

Manchmal fahre ich am Morgen früh nach Laax, gehe

ein paar Stunden auf die Piste und dann am Nachmittag

zurück ins Studio. So muss ich die Berge gar nicht vermissen,

da ich jederzeit hinfahren kann. Zürich möchte

ich aber auf keinen Fall mehr missen. Für junge Menschen

ist Zürich das Beste. Diese Stadt bietet extrem

viel und ist so schön, vor allem im Sommer.

Was bringt dich als gebürtiger Bündner dazu, so oft

nach Zermatt zu fahren? Das ist ja fast schon Verrat

am eigenen Kanton!

Ich sehe das nicht als Verrat (lacht), wir sind in einem

Alpenland und die Alpen ziehen sich einmal quer durchs

Land. Als diplomierter Schneesportlehrer habe ich ein

Bergbahnen GA und besuche daher auch immer wieder

andere Skigebiete in der Schweiz und wie das Leben

manchmal so spielt, habe ich mich verliebt – verliebt in

Zermatt. Ich kenne hier auch die Leute. Zusammen mit

meinem guten Freund, Michael Kalbermatter vom Hotel

Firefly, planen wir gemeinsam diverse Skigeschichten,

geführte Skitouren und Skireisen für die kommende

Saison (www.Salar.tv). Das möchte ich in Zermatt

wie auch in Laax machen. Natürlich mit dem Ziel, wieder

mehr auf dem Schnee zu arbeiten, weil das meine

grosse Liebe ist.

Ich war sogar schon mal im Mai am Morgen auf der Diavolezza

(Graubünden) skifahren und am Nachmittag

im Zürichsee baden – fast wie auf Hawaii.

Wann hast du die Leidenschaft zum Wintersport

entdeckt?

Meine Eltern hatten mich schon mit 2.5 Jahren auf die

Ski gestellt und dann nicht mehr vom Lift weggebracht,

bis er ausgeschaltet wurde. Ich musste wirklich ganz sicher

sein, dass dieser nicht mehr läuft, bevor man mich

nach Hause bringen konnte. Schon als Kleiner war ich

sehr schnell unterwegs und wurde dementsprechend mit

«Glöggli» ausgerüstet, damit die Leute hörten, wenn ich

angebraust kam. Auf dem Skilift bin ich dann vor Müdigkeit

auch regelmässig zwischen den Beinen meines

Vaters eingeschlafen – es ist wirklich eine grosse Liebe.

Auch heute kann ich leicht unzufrieden werden, wenn

ich nicht zum Skifahren gehen kann, ich habe diesbezüglich

immer noch leicht infantile Züge. Am Morgen muss

es immer die erste Gondel sein. Ein Sonnenaufgang in

den Bergen – mit all seinen Farben – etwas vom Schönsten

was es gibt. Ich steige auch gerne schon im Dunkeln

mit einer Stirnlampe hoch und wenn dann die Sonne das

erste Mal über die Bergekuppe blinzelt – da bekomme

ich direkt Gänsehaut (hat er effektiv bekommen).

Was gefällt dir an Zermatt?

Zermatt bietet wahnsinnig viel – auf den Pisten, neben

den Pisten, Heliskiing, Variantenfahren, 365 Tage Skifahren,

Klettern, charmante Berghütten, die Gastronomie,

das coole Dorf – ein unschlagbares Gesamtpaket.

Sogar das «Autofrei» finde ich super, ich als Autofan.

Und ganz klar, das Matterhorn. Dieser Berg fasziniert

mich jedes Mal aufs Neue.

Beschreibe Zermatt in drei Worten:

Einzigartig, rau, liebevoll.

Schnee und Wintersport – deine Leidenschaft?

Meinen Job beim Fernsehen mache ich extrem gerne.

Mit dem Herzen bin ich aber schon auf den Skiern – und

zwar das ganze Jahr, wenn es irgendwie geht. Wir sind

ein Alpenland und haben (noch) Gletscher. Uns Schweizern

ist es einfach nicht mehr so präsent, dass man bei

uns 365 Tage im Jahr Skifahren kann. Ich fahre auch im

Sommer regelmässig zum Skifahren. Zwar werde ich

manchmal schräg angeschaut, aber erstaunlicherweise

hat es auf dem Gletscher dann doch viele Leute. Eigentlich

muss man das jetzt noch nutzen, denn wir wissen

nicht, wie lange die Gletscher noch vorhanden sind.

Die Freude steht ihm ins Gesicht geschrieben

SNOWTIMES 2019

ZERMATT


Auf welcher Piste trifft man dich in Zermatt am


Ich bin der Typ Skifahrer, der sagt: «Komm wir fangen

hier an und versuchen so viel wie möglich abzufahren!»

Es hat so viele schöne Pisten in Zermatt, ich könnte keine

Lieblingspiste nennen. Zudem weiss ich auch gar

nicht, wie die alle heissen. Ich bin halt auch oft neben der

Piste unterwegs (lacht).

Welches ist dein Lieblings Lokal in Zermatt, auf der

Piste und am Abend?

Auf der Piste ist es ganz klar der «Findlerhof», da bin ich

am liebsten. Am Abend gehe ich gerne ins «Le Mazot»,

«Le Gitan» und ins «Unique Hotel Post».

Wie ist es eigentlich als bekannte Person, wenn man

von den Leuten erkannt wird?

Mal besser, mal schlechter (lacht). Es gehört ganz klar

zu meinem Job, es ist schön, aber kann auch anstrengend

werden. Es ist etwas, woran man sich gewöhnen

muss. Vielfach sind es auch schöne Bekanntschaften

und Komplimente, das bereitet mir Freude.

Als grosser Autofan moderiert Salar mit Leidenschaft das

Automagazin Tacho

Du hast persische Wurzeln und bist halb Iraner – wie

stark ist deine Verbindung zum Iran?

Mein Vater starb, als ich knapp 22 Jahre alt war. Seither

habe ich das Persische ein wenig verloren. Aber ich wuchs

zu Hause zweisprachig auf und spreche Farsi. Ich koche

und esse auch sehr viel persisch, es ist ein Teil von mir. In

den letzten zwei Jahren ist das Bedürfnis, meinen Wurzeln

nachzugehen, immer grösser geworden. Mit 14 Jahren

war ich das letzte Mal im Iran. Nun ist es Zeit für die

grosse Rückkehr. Im Januar gehe ich auf eine Reise in den

Iran und werde einen Dokumentarfilm über meine Geschichte

drehen, über die kulturelle Identifikation von

Menschen, die in zwei Kulturen aufwachsen. Ich glaube,

es ist etwas Schönes, Bereicherndes, wenn man in zwei

Kulturen aufwachsen darf. Es ist aber nicht immer einfach.

Mit seinem Dialekt und seinem Charme verzaubert Salar die Zuschauer bei Glanz & Gloria

Zum Reflektieren:

Welchen Ratschlag hättest du lieber früher

erhalten?

Ich bin der Meinung, egal wie gut und schlecht unsere

Erfahrungen sind, es hat immer einen Sinn dahinter.

Die Erfahrungen bringen dich weiter. Ich bin

schon oft «uf d’ Schnore gheit», aber im Nachhinein

betrachtet, hat mich das immer weitergebracht.

Manchmal hätte ich mir zwar schon gewünscht, ich

hätte ein wenig mehr auf meinen Vater gehört. Er

war ein sehr weiser Mann und hat mir ein paar Dinge

prophezeit und ich merke jetzt, 20 Jahre später,

dass diese tatsächlich so eingetroffen sind. Aber die

eigenen Erfahrungen muss man sammeln, und das

sind die, die dich am Schluss auch weiter bringen

im Leben.

Worauf könntest du nie verzichten?

Auf meine Hunde. Mit den Hunden leben ist für

mich etwas wahnsinnig Schönes. Ich finde, wir haben

schon ein bisschen eine gestörte Welt mit allen

neuen Errungenschaften, die zwar cool sind, aber

doch ein wenig verrückt. Der Hund gibt mir eine

Ruhe, Normalität und das Erdige, das was ein Tier

halt hat: absolute Ehrlichkeit und Treue.

Dein Traumreiseziel?

British Columbia, Japan und Kamtschatka – diese

Skidestinationen. Bei mir müssen es schon die Berge

sein.

Ohne was gehst du nie aus dem Haus?

Traurigerweise nie ohne mein Handy.

Deine Leidenschaft?

Skifahren, die Hunde und mein Job. Ich versuche

mein Leben zu einer Leidenschaft zu machen, weil

ich mir ganz klar bewusst bin, wie kurz und wie endlich

das Leben ist.

SNOWTIMES 2019

ZERMATT


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Winter in Zermatt – pures Schneevergnügen

Text: Mathias Imoberdorf

Bilder: Zermatt Bergbahnen

Das ganze Jahr Skifahren und Snowboarden,

365 Tage Schnee – das gibt es nur

in Zermatt. Als höchstgelegenes und effizient

ausgebautes Ganzjahresskigebiet der

Alpen bietet das Matterhorn ski paradise

absolute Schneesicherheit und top präparierte

Pisten das ganze Jahr hindurch. Im

Winter locken bis zu 360 Pistenkilometer

für jedes Niveau die Wintersport-Fanatiker

ins Gebiet am Fusse des Matterhorns. Das

ist internationales Skifahren und Snowboarden

zwischen der Schweiz und Italien

Aber das ist noch lange nicht alles.

Die Zermatt Bergbahnen bieten viele Zusatzangebote,

die den Skitag in Zermatt

noch erlebnisreicher machen. Jeden Mittwoch

und Freitag gehören Sie beim «First

Track» zu den ersten, die am Morgen die

Pisten befahren dürfen. Wer sich für die Arbeit

hinter den Kulissen interessiert, bucht

sich einen Platz im Cockpit eines Pistenfahrzeugs

und ist live dabei, wenn die

Pisten für den nächsten Skitag präpariert

werden. Oder geniessen Sie bei der Mondscheinabfahrt

ein typisches Walliser Käsefondue

im Restaurant Rothorn und fahren

Sie anschliessend im mystischen Schein des

Vollmondes dem Dorf Zermatt entgegen.

Die höchste 3S Bahn der

Welt

Seit dem 1. November 2018 bringt

die höchste 3S Bahn der Welt, der Matterhorn

glacier ride, Gäste bequem von Trockener

Steg zum Matterhorn glacier paradise.

Mit einer Kapazität von 2’000

Personen pro Stunde gehören Wartezeiten

so der Vergangenheit an. Die Fahrt mit den

brandneuen Designerkabinen ist schon ein

Erlebnis für sich. Die grosszügigen Panoramafenster

erlauben einen atemberaubenden

Blick auf die Berg- und Gletscherwelt

rund um das Matterhorn und die 28

beheizten Sitzplätze pro Kabine gestalten

die Fahrt noch komfortabler. Wer den Nervenkitzel

sucht, für den ist die Fahrt in einer

der vier «Crystal ride»-Kabinen ein

Muss. Während die mit Swarovski-Kristallen

verzierten Kabinen dem Klein Matterhorn

entgegenschweben, klärt sich nach

ca. drei Minuten Fahrt der milchige Glas-

Mondscheinabfahrt

SNOWTIMES 2019

ZERMATT


27

Matterhorn glacier ride

Pistenpräparation

boden auf und gibt die Sicht auf die 170m

tiefer gelegene Gletscherlandschaft frei.

Also nicht erschrecken und die Kamera bereithalten.

Online buchen lohnt sich

Im Webshop auf matterhornparadise.ch

können Sie Ihre Skipässe oder die erlebnisreichen

Angebote rund um Zermatt bequem

online buchen und ohne Anstehen an der

Kasse direkt auf die Skipiste gelangen. Zudem

profitieren Sie als Webshopkunde von

5% Online Rabatt und limitierten Sonderangeboten

für noch mehr Pistenspass im

Matterhorn ski paradise.

Je früher Sie Ihren Skipass buchen,

desto günstiger ist der Preis. Online buchen

lohnt sich also in mehrerer Hinsicht!

Matterhorn App

Egal ob Pistenberichte, Wetterprognosen,

Webcams oder nützliche Tipps,

über die neue Destinations App erhalten Sie

alle Informationen, welche Sie für einen gelungenen

Aufenthalt in Zermatt benötigen.

Von der Spitzengastronomie über die spannendsten

Erlebnisse bis hin zu Spezialangeboten

oder Orten, die Sie besucht haben

müssen, mit der App bleibt nichts vor Ihnen

verborgen. Bei einem Aufenthalt in Zermatt

also unbedingt die App herunterladen und

von den besten Insider-Tipps in und um

Zermatt profitieren.

Facts and Figures zum internationalen Skigebiet Matterhorn ski paradise:

• 360 Pistenkilometer

• 75 km blaue Pisten

• 220 km rote Pisten

• 27 km schwarze Pisten

• 38 km gelbe Pisten (Freeride)

Längste Piste:

Matterhorn glacier paradise - Zermatt

mit einer Länge von 25 km.

80% der Pisten können künstlich

beschneit werden oder befinden

sich auf dem Gletscher.

53 Transportanlagen.

Förderkapazität von 92’687 Gäste pro

Stunde.

Kostenloses WLAN in allen Stationen

des Zermatter Skigebiets.

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ZERMATT


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«Chum wir gei zur Vrony»

Text: Malin Müller

Bilder: Malin Müller, Rahel Schneuwly

Bodenständig. Einzigartig. Gemütlich.

Wer nach diesem Statement nicht

weiss wovon hier die Rede ist, sollte unbedingt

das Restaurant «Chez Vrony» auf

2100 Meter in der Findeln besuchen. Der

wunderbare Blick aufs Matterhorn verzaubert

hier alle. Auch die Gastgeberin selbst

schätzt die einzigartige Aussicht jeden Tag

aufs Neue. An einem wunderschönen, sonnigen

Tag, sagt die sonst eher bescheidene

Vrony Cotting, dass dies für Sie das Paradies

sei. Wie schön, wenn man das nach so

vielen Jahren noch sagen kann und nicht für

selbstverständlich erachtet.

Das heute bekannte Bergrestaurant ist

das Elternhaus der Gastgeberin Vrony Cotting.

Das Haus wurde von ihren Grosseltern

um 1900 gebaut. In den 50er Jahren haben

es die Eltern von Vrony übernommen. Als

sich der Tourismus in Zermatt langsam auszubreiten

begann, ergriff Vronys Vater die

Chance und wandelte das Haus zu einem

Restaurant um – nicht umsonst gehört

Vrony der Pionier Familie Julen an. Seit

1960 wird das Berghaus nun als Restaurant

geführt. Im Alter von 21 Jahren hat Vrony

begonnen, im Restaurant zu servieren. Bei

diesem prächtigen Panorama am Arbeitsplatz

verwundert es nicht, dass Vrony diesen

Ort nie verlassen hat. 1999 hat Vrony

das Bergrestaurant mit ihrem Mann Max,

der unter der Woche in Zürich arbeitet,

komplett übernommen. Früher war es noch

unter dem Namen «Alpenheim» bekannt,

dies änderte sich allerdings schnell. Denn

seit Vrony das Restaurant übernommen hat,

heisst es nun mehr «Chum wir gei zur

Vrony». Selbsterklärend entstand daraus

der weit über die Landesgrenzen hinaus populäre

Name «Chez Vrony».

… was es braucht und was

nicht geht

Ein grosser Teil der Architektur und

des Interiordesigns vom Bergrestaurant verdankt

Vrony ihrem Bruder Heinz Julen. Der

Autodidakt hat unter anderem die unverwechselbare

Terrasse gestaltet. Schon früher

hat er viele Möbel designt und Häuser

gebaut. Kein Wunder, dass das Interior mit

seinen Stühlen, Lampen, Bänken, etc. ausgestattet

ist. «Heinz ist auch hier aufgewachsen

und hat deswegen das Gespür, was

es braucht und was nicht geht».

Freundlichkeit ist das oberste

Gebot …

Natürlich möchte ich auch wissen,

wie das «Chez Vrony» zu seinem hohen

Bekanntheitsgrad kam. Bescheiden wie die

Gastgeberin ist, meint sie als erstes «soooo

bekannt ist es gar nicht». Den Erfolg vom

«Chez Vrony» erklärt sich die Gastgeberin

wie folgt:

«Ich bin immer selbst anwesend und

lerne so die Gäste persönlich kennen. Viele

sind Stammgäste, die auch Besitzer einer

Ferienwohnung sind und demnach auch im

Die Handschrift von Heinz Julen zieht sich durch das

ganze Haus

Sommer das Restaurant besuchen. Im Sommer,

wenn der Andrang etwas tiefer ist als

im Winter, ergibt sich dann auch öfters mal

ein Schwätzchen mit den Gästen.» Auch ihr

Tischlein deck dich – nicht nur die Terrasse lädt zum Verweilen ein

SNOWTIMES 2019

ZERMATT


Face to the Matterhorn – nothing more to say

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ZERMATT


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Eine der wohl schönsten Sonnenterrassen überhaupt

Mann ist am Wochenende vor Ort, macht

das Management und legt Hand an, wo er

gebraucht wird. Die Gäste schätzen es sehr,

wenn der Gastgeber selbst vor Ort ist und

sie erkannt und sogar mit Namen angesprochen

werden – die Kundschaft fühlt sich

hier zu Hause. Wichtig ist auch, dass die

Küche ihren hohen Standard behält. Es wird

sehr viel Wert darauf gelegt, dass regionale

Produkte verwendet werden. Freundlichkeit

ist das oberste Gebot – die Mitarbeiter werden

sehr sorgfältig ausgesucht und dazu

motiviert, stets das Beste für den Gast zu

geben. Das Tüpfelchen auf dem i ist natürlich

der wunderbare Standort mit der einmaligen

Aussicht aufs Matterhorn. Auch

mich hat dieses Panorama fasziniert und ich

wäre am liebsten noch länger bei «Chez

Vrony» geblieben. Ganz klar, dass hier die

Mund-zu-Mund Propaganda ganz zuoberst

steht, denn wer hier einmal verweilte, wird

es bestimmt Freunden und Bekannten weiterempfehlen

und selber auch wieder zurückkehren.

Face to the Matterhorn …

Und einmal mehr wird die Lage des

Bergrestaurants gelobt. Beim Thema Einzigartigkeit

steht der Standort immer wieder

an oberster Stelle. Aber nicht nur. Auch

das alte Gebäude mit seiner Geschichte, die

bis ins 19. Jahrhundert zurückgeht, trägt einen

grossen Teil zum wunderbaren Ambiente

bei. Man spürt, dass an diesem Ort Geschichte

geschrieben wurde, 12 Kinder sind

hier aufgewachsen. Durch die feine Ummo-

Und einmal mehr das Matterhorn im Visier

SNOWTIMES 2019

ZERMATT


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delung des Gebäudes durch Vronys Bruder

Heinz konnte die traditionelle Atmosphäre

über all die Jahre erhalten bleiben. «Der

Gast fühlt sich wohl bei uns». Auch schätzen

die Gäste die sehr bodenständige, regionale

und traditionelle Küche, die über die

Jahre entstanden ist und im Gault Millau

2018 mit 14 Punkten bewertet wurde.

In der Hauptsaison spontan einen

Tisch bei Vrony ergattern zu wollen, ist

schon sehr gewagt. Ohne Reservation geht

heute fast nichts mehr, meint die Gastgeberin.

Dennoch gibt es auch hier sogenannte

No-Shows, die trotz Reservation nicht auftauchen

– dies zur Freude der spontanen Gäste.

Wer aber unbedingt ein Mittagessen bei

Vrony geniessen möchte, dem lege ich ans

Herz, im Voraus zu reservieren. An einem

durchschnittlichen Tag in der Hauptsaison

werden zwischen 400 bis 500 Gäste erwartet.

Der stärkste Monat sei ganz klar der

März, meint Vrony, dann wärmt die Sonne

schön auf und die Leute geniessen es, draussen

zu sitzen und einfach zu geniessen.

… es ist kein Märchen, dass

hier die Leute Schlange

stehen

Selbstverständlich liess ich mir einen

Besuch im bekannten Bergrestaurant nicht

entgehen. Wir hatten einen der besten Plätze

bekommen. In der ersten Reihe, mit direktem

Blick aufs Matterhorn. Als erstes wurden natürlich

gleich ein paar Fotos geknipst. Beim

Durchblättern der Menükarte taten wir uns

dann allerdings etwas schwer: am liebsten

hätten wir uns quer durch die Speisekarte gegessen.

Empfohlen wurde uns das Plättli mit

Opa’s Trockenfleisch und Alpkäse. Das

Fleisch wird selbst hergestellt und auf der

Alp eingesalzen. Auch der Alpkäse ist aus

der Milch der eigenen Kühe gemacht.

Herstellung der eigenen Käselaibe

Ein Renner sei der «Vrony Burger»,

und dieser werde häufig bestellt. Als Alternative

zu dem mir bekannten Züri-Geschnetzelten,

gibt es hier das Walliser-Kalbsgeschnetzelte

an einer Kräuter-Rahmsauce mit

getrockneten Aprikosen, Champignons und

Rösti. Mmmmh! … das hört sich doch alles

sehr lecker an. Schliesslich entschied ich

mich für den Hackbraten mit Polenta. Fazit:

sehr gute Entscheidung mit Wiederholungsbedarf.

Nach zwei Gläschen Wein und

einem vorzüglichen Essen mussten wir dann

leider unseren Tisch kurz vor 14.00 Uhr

«freigeben». Und es ist kein Märchen, dass

hier die Leute Schlange stehen! Wer jetzt

denkt, fünf, sechs Leute warten vor dem

Eingangstor zur Terrasse, irrt sich gewaltig.

Es ähnelte eher einer Warteschlange vor

einem Openair bis die Eingangstore geöffnet

werden. So etwas habe ich noch nie gesehen,

vor allem nicht in den Bergen.

En Guete – Hackbraten mit Polenta

Max und Vrony Cotting – das Gastgeber Ehepaar strahlt um die Wette

SNOWTIMES 2019

ZERMATT


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Wenn der Gin durch

die Decke geht

Text: Malin Müller

Bilder: Malin Müller, Bodo Rüedi

Für einmal nicht auf den Spuren des Appenzellers sondern des GIN27.

Wer kennt ihn nicht, den Appenzeller Alpenbitter –

doch heute gehört das Rampenlicht einzig und allein

dem GIN27. Ich hatte das Vergnügen, den sehr sympathischen

Geschäftsführer der Appenzeller Alpenbitter

AG, Stefan Maegli, für ein Interview und einige Blicke

hinter die Kulissen, zu treffen.

… mit (G)influencer zur perfekten

Rezeptur

Fallen wir doch direkt mit der Türe ins Haus: Wie

kam es dazu, einen Gin zu entwickeln? «Der Gin Tonic

war schon immer der meistverkaufte oder bestellte

Drink, aber in den letzten Jahren ging der Ginmarkt

durch die Decke», so Stefan Maegli. Zudem sei es einfach

einen Gin herzustellen, sofern die Anlage zur Verfügung

stehe. Doch das geht nicht von heute auf morgen.

Die Entwicklung des GIN27 hat über ein Jahr

gedauert. Parallel zur Ausarbeitung der perfekten Rezeptur

wurde auch das Design gestaltet. Doch wie kann

sich ein Gin im grossen Angebot unterscheiden? Das

eine macht da natürlich die Verpackung aus. Wie Stefan

Maegli sagt, ist die Verpackung bereits die halbe Miete.

Das hat sich auch ausbezahlt, denn beim Swiss Packaging

Award 2018 in der Kategorie Design, hat der

GIN27 den 1. Preis gewonnen. Abgesehen von der Verpackung

ist der Inhalt aber das Entscheidende – die inneren

Werte zählen ja schliesslich. Dadurch, dass die

Appenzeller Alpenbitter AG die Kräuterkompetenz bereits

in-house hat, musste nicht alles von null auf erarbeitet

werden. Ziel war es, einen würzigen Gin mit einer

Kräuternote zu erstellen, der sich durch seinen

eigenen Charakter von den anderen Sorten auf dem

Markt abhebt. Mit externem Know-how von Peter Roth

(ehem. Weltmeister in der Disziplin Longrinks und jahrelanger

Barkeeper in der Kronenhalle Zürich), Christian

Heiss (Chef de Bar der Kronenhalle und Nachfolger

von Peter Roth) und Markus Blattner (Inhaber Old

Crow Zürich) wurden die top Influencer der Schweizer

Bar-Szene mit ins Boot geholt und schliesslich war das

finale Rezept des GIN27 schon entwickelt.



Der Weg vom Gastrobetrieb in den

Detailhandel

Wie wird nun aber dieser Gin an die Leute gebracht

und bekannt gemacht? Mittlerweilen hat sich

die Gesetzgebung so verändert, dass Werbemassnahmen

mit Spirituosen fast nicht mehr möglich sind. In

der heutigen Zeit eine Marke mit Bildern und Emotionen

aufzubauen geht so gut wie gar nicht mehr. Zudem

ist es in der Branche üblich, dass die Bekanntheit

SNOWTIMES 2019

ZERMATT


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SNOWTIMES 2019

ZERMATT


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Stefan Maegli

eigentlich über die Gastronomie aufgebaut wird. Über

die Gastrobetriebe wird so herausgefunden, ob ein

Brand den Endkonsumenten anspricht oder nicht.

Wenn dann eine gewisse Verbreitung erkennbar ist,

kann der Schritt in den Detailhandel gewagt werden.

Genau so fand auch der GIN27 seinen Weg in die Regale

von Coop. Seit dem letzten Jahr ist er im Detailhandel

erhältlich. Die Bekanntheit ist aber noch gering,

meint Maegli. «Wenn man auf der Strasse jemanden

fragt: nenn mir ein paar Ginsorten, ist nach vier bis fünf

vermutlich fertig und dass da jemand unseren Gin

nennt, ist nicht zu erwarten.» Was sich Stefan Maegli

aber erhofft, ist, dass der GIN27, nach dem Gin-Boom

und einer möglichen Konsolidierung, in den Regalen


bleiben wird. Der Bekanntheitsgrad wird auch im Ausland

gesteigert. In Deutschland ist der Gin bereits sehr

beliebt und wird erfolgreich verkauft. Hier spielt sicher

auch das Design eine wichtige Rolle. Der Scherenschnitt

auf der Flasche widerspiegelt die Schweiz und

das Appenzell. Dies kommt sowohl im Inland wie auch

im Ausland bei den Konsumentinnen und Konsumenten

gut an. Der wichtigste Markt ist und bleibt aber

die Schweiz. Auch in Zermatt kann der GIN27 in der

einen oder anderen Bar bereits bestellt werden.



… die Freude am Experimentieren

Wie ist dieser Gin-Boom überhaupt entstanden?

Stefan Maegli nennt dazu drei einfache Gründe: Erstens

die Gastronomie. Diese muss sich ständig neu

erfinden und den Gästen etwas Neues präsentieren –

Gin bietet sich hierfür besonders gut an. Der zweite

Grund für den Boom ist, dass Gin extrem einfach herzustellen

ist. Einfach gesagt braucht es dazu Vodka,

Wachholder und Botanicals. Der dritte Grund hat mitunter

einen direkten Zusammenhang mit der grossen

Vielfalt, die in den letzten Jahren entstanden ist. Die

Konsumentinnen und Konsumenten setzen sich wieder

mit Gin auseinander und haben auch selber Freude daran,

etwas Neues kennen zu lernen und zu experimentieren.

Stefan Maegli ist natürlich auch selber ein begeisterter

Gin Geniesser. Den GIN27 trinkt er am

SNOWTIMES 2019

ZERMATT


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liebsten mit Rosmarin und einem Tonic. Er lässt sich

aber auch gerne von einem Barkeeper beraten. Das Einzige,

was er nicht mag ist eine Bowle mit mehr festem

Inhalt als Flüssigkeit: «Ich will ja schliesslich keinen

Fruchtsalat.»

Hand in Hand mit dem Appenzeller …

Die Bekanntheit des Appenzellers kann hie und

da bestimmt einige Türen für den GIN27 öffnen, dieser

Vorteil soll ja auch genutzt werden. «Es gibt auch Beispiele,

da sind Händler gekommen und wollten eigentlich

den Appenzeller kaufen. In den Vitrinen haben sie

dann den Gin entdeckt und waren vom Design so fasziniert

und auch neugierig, dass sie diesen gleich in ihr

Sortiment aufgenommen haben. Und seither beliefern

wir diese regelmässig auch mit unserem Gin.»

Für diejenigen, die sich noch immer fragen, wieso denn

eigentlich GIN27, lüften wir nun das gut behütete Geheimnis.

«Das ist ganz simpel», meint Stefan Maegli.

«Die Dame, welche für uns das Design entworfen hat,

hat sich an unserer Hausnummer, der Nummer 27 orientiert

und diese direkt für den Namen verwendet.» So

einfach kann es manchmal gehen, eine brillante Marke

zu entwickeln!


Für unsere Gin Liebhaber zum selber

mixen:

BASIL SMASH

ZUTATEN:

· 4cl GIN27

· Basilikum

· etwas Zuckersirup

· 2cl Zitronensaft

· Eiswürfel

ZUBEREITUNG 4cl GIN27, etwas Zuckersirup,

2cl Zitronensaft und frischen Basilikum in

einen mit Eis gefüllten Shaker geben. Kräftig shaken,

in ein mit Eis gefülltes Glas abseihen und mit

Basilikum dekorieren.


SNOWTIMES 2019

ZERMATT


36

Interview mit Simona Altwegg,

Zermatt Tourismus

Text: Malin Müller

Bilder: Pascal Gertschen

Zermatt ist seit Jahren ein Tourismusmagnet.

Die Hauptattraktion ist sicherlich

das Matterhorn. Was sonst lockt die

Gäste aus aller Welt an?

Gäste aus aller Welt kommen nach Zermatt,

um Sport und Genuss zu verbinden. Im Winter

locken 360 km Skipisten; im Sommer

400 km Wanderwege sowie zahlreiche

Mountainbike-Trails – und das vor einem

Bergpanorama mit 38 Viertausendern. Gäste

schätzen ausserdem unsere Gastronomie,

die jährlich mit GaultMillau Punkten und

Michelin Sternen ausgezeichnet wird.

Wie sieht die Gästeentwicklung der

letzten 10 Jahre aus?

In den letzten 10 Jahren hatten wir konstant

rund 2 Millionen Logiernächte pro Jahr.

Auch die Verteilung von Hotellerie und

Das Matterhorn stets im Visier

Parahotellerie ist gleichgeblieben. Leicht

geändert hat sich einzig die Herkunft der

Gäste. Währendem die Anzahl der Hotelgäste

aus Deutschland, Frankreich und Grossbritannien

leicht abgenommen hat, sind die

Gästezahlen von Schweizern und Amerikanern

gestiegen.

Aus welchem Markt kommen die

meisten Gäste im Sommer? Im Winter?

Mit 40 % ist die Schweiz unser wichtigster

Markt. Auf den Plätzen zwei bis fünf liegen

Deutschland, Grossbritannien, USA, Japan

und Frankreich. Amerikaner und Japaner

kommen vorwiegend im Sommer; Deutsche,

Briten und Franzosen eher im Winter.

Skispass auf 360 Pistenkilometern

Was sagen die Einheimischen zu diesen

enormen Gästeströmen?

Der Tourismus ist der wichtigste Wirtschaftszweig

in Zermatt und prägt somit auch das

Leben der Einheimischen. Viele Einheimische

sind vom Tourismus abhängig – sei dies

mit einer Unterkunft, einem Restaurant oder

dem Gewerbe. Die Einwohner freuen sich somit

über Gäste, die den Weg nach Zermatt

finden. Und wem es einmal zu viel wird, der

macht einen Ausflug in die Zermatter Bergwelt,

wo er viel Platz und Ruhe findet.

Was starten Sie als Tourismusorganisation

für Kampagnen, um die Schweizer

Gäste nach Zermatt zu locken?

Wir haben jeweils eine Sommer- und eine

Winterkampagne, die meist vorwiegend online

läuft. Dazu gehören Bannerwerbungen

und Videoclips. Ausserdem arbeiten wir mit

Reisejournalisten und Influencern zusammen

und pflegen unsere eigenen Social-Media-

Kanäle.

Was für Marketingkampagnen starten

Sie für die Touristen aus dem Ausland?

Wir arbeiten mit Reiseveranstaltern zusammen,

die die Bedürfnisse der jeweiligen

Länder kennen. Zudem laufen unsere Sommer-

und Winterkampagnen natürlich international.

Mit journalistischen Medien und

Social Media erreichen wir ebenfalls Personen

rund um den Globus.

SNOWTIMES 2019

ZERMATT


Winterwonderland Zermatt

Welches Touristen-Segment wird von

Zermatt am meisten angelockt?

Zu uns kommen der sportliche Skifahrer,

der genussorientierte Wanderer, die aktive

Familie, der naturorientierte Mountainbiker

und der weitgereiste Matterhorn-Besucher.

Wann ist die Hochsaison in Zermatt

Winter/Sommer?

55 Prozent unserer Gäste kommen im Winter,

45 Prozent im Sommer. Somit ist ganzjährig

Saison. Monate mit weniger Gästen

sind einzig der November und der Mai.

Wie kommt das «autofrei» in Zermatt

eigentlich bei den Touristen an?

Viele Gäste geniessen den Langsamverkehr

und natürlich die gute Alpenluft. Für Transporte

stehen Elektrotaxis zur Verfügung,

sodass der Komfort gewährleistet ist. Hier

kann man abschalten und geniessen.

Wie würden Sie Zermatt in drei Worten

beschreiben?

Matterhorndorf, Premiumdestination, Ski-/

Wanderparadies

Braucht es Zermatt Tourismus überhaupt

noch – wieso? Die Touristen

kommen doch sowieso.

Eine Destination muss sich stetig weiterentwickeln

und die Fortschritte kommunizieren,

sonst bleibt sie stehen. Und dies wäre

fatal. Zermatt Tourismus vermarktet jedoch

nicht nur die Destination, sondern hat auch

andere Aufgaben. So informieren wir Gäste

am Tourismusschalter und online, sind für

die destinationsinterne Kommunikation

verantwortlich und koordinieren die Gästeanimation

und die zahlreichen Veranstaltungen

in Zermatt.

Simona Altwegg, Content und Medien Managerin Zermatt Tourismus

SNOWTIMES 2019

ZERMATT


38

Breitling Boutique Zermatt: Ein Ort zum

entdecken, erleben und wohlfühlen

Text: Malin Müller

Bilder: Beat Baschung

Interview mit Stefan Salzmann, Boutique Manager.

Die neue Boutique im Industrie-Loft-Style ist eine Kombination von Vintage- und modernen Elementen.

Seit 1884 hat sich Breitling eine unangefochtene

Vorreiterrolle in der Entwicklung

von Chronografen erarbeitet. Die Marke

geniesst weltweit einen hervorragenden Ruf

für ihre hoch präzisen Zeitmesser und das

Bekenntnis zu ihren Designwerten. Die legendäre

Verbindung zwischen Breitling und

der Luftfahrt dokumentiert die Geschichte

einer Marke, die an den Schlüsselmomenten

der menschlichen Eroberung der Lüfte beteiligt

war. Berühmt für seinen Pioniergeist,

hat sich Breitling auch einen besonderen

Platz in Wissenschaft, Sport und Technologie

erobert.

Im Dezember 2017 hat Breitling seine erste

Boutique in Zermatt eröffnet. Es war die

weltweit erste Verkaufsstelle im neuen Industrie-Loft-Konzept.

Damit erinnert die

Boutique an die Zeit, als Breitling Funktionsuhren

schuf, die zu den meistbewunderten

aller Zeiten zählten. Mit ihrer markanten

Einrichtung, ihren Möbeln nach Mass

und einer ausgewählten Kombination von

Vintage- und modernen Elementen bietet sie

eine zeitgemässe, urbane Interpretation des

grosszügigen und doch intimen Ambientes

exklusiver Industrielofts. Die Breitling-

Uhren werden in Vitrinen und Schaukästen

mit entsprechendem Charakter ausgestellt.

Als spannende Umdeutung von Lagerregalen

könnten diese Metallstrukturen zu Lande,

zu Wasser oder in der Luft zu Hause sein,

und so stehen sie für die drei Lebensräume,

die Breitling-Uhren seit je als die ihren beanspruchen.

Ein Jahr nach der Eröffnung der Boutique, haben

wir mit Stefan Salzmann, Boutique Manager

und eidgenössisch diplomierter Uhrmachermeister,

über Breitling, das neue Geschäft

und den Standort Zermatt gesprochen.

Was unterscheidet Breitling von anderen

bekannten Schweizer Uhrenmarken?

Breitling fertigt seine eigenen Uhrwerke im

Haus an, und das Prädikat der COSC-Zertifizierung

sowie das Label «Swiss made» unterstreichen

die Qualität jeder einzelnen Uhr.

Abgesehen davon ist Breitling ganz einfach

cooler als andere Uhrenmarken und bietet

dem Kunden ein einzigartiges Erlebnis. Es

geht in erster Linie darum, dass sich die Besucher

bei uns wohl fühlen und eine gute

Zeit verbringen. Wir pflegen daher einen

sehr persönlichen und entspannten Umgang.

Dies ist nicht nur in Zermatt so, sondern ist

Teil der Philosophie von Breitling.

Wieso hat sich Breitling gerade für

Zermatt als neuen Boutique-Standort

entschieden?

Breitling ist schlicht mit der Zeit gegangen

(schmunzelt)... das heisst, durch die Strategie

der Marke und das neue Store-Konzept

– eine moderne Interpretation des Industrial-

Chic-Luxus – war Zermatt für eine Boutique

geradezu prädestiniert. Ausserdem ergab

sich die Möglichkeit der Übernahme eines

SNOWTIMES 2019

ZERMATT


An der Bar kann bei einem kühlen «Zermatterbier» die aussergewöhnliche Breitling-Kollektion entdeckt werden.

renommierten Familienbetriebes an ausgezeichneter

Lage. Das konnte man sich ja

nicht entgehen lassen. Das stylishe und zeitgemässe

Ambiente der Boutique sowie der

Spirit von Breitling passen perfekt zu Zermatt

und den Menschen hier.

Wie unterscheidet sich der Standort

Zermatt von anderen Standorten?

Zermatt hat eine ganz eigene Ausstrahlung,

welche diesen Ort von allen anderen Destinationen

auf der Welt unterscheidet. In Worten

ist das nicht immer ganz einfach zu erklären.

Aber neben dem weltberühmten

Matterhorn hat auch das Dorf einen ganz

eigenen Charme entwickelt. Dies spiegelt

sich sowohl bei der Gastronomie als auch in

einem aussergewöhnlichen Shoppingerlebnis

wieder. Die sehr internationale Kundschaft

fühlt sich in Zermatt besonders wohl

und auf diesem hohen Standard wollen wir

sie auch in der Breitling Boutique abholen.

Wir setzten dabei auf das Zauberwort «Experience».

Wo sonst können Sie bei einem

kühlen «Zermatterbier» feinste Schweizer

Uhrmacherkunst zelebrieren?

Was ist ihr Bestseller in Zermatt?

Ganz klar die «Navitimer». Diese Uhr ist

einfach ein Eye-Catcher, obwohl das Grundmodell

ja bereits seit über 60 Jahren auf dem

Markt erhältlich ist. Seit 2009 wird die ikonische

Navitimer mit dem fantastischen, inhouse

entwickelten Chronographenwerk

B01 ausgestattet; ein Garant für hohe Ganggenauigkeit

und Zuverlässigkeit. Wie auf

alle Manufakturwerke, gewährt Breitling

auch auf dieses Modell eine 5-Jahres-Garantie.

Dank diversen Grössen und Kombinationen

trifft die Navitimer das Herz eines jeden

Uhrenfreundes und ist bei passionierten

Sammlern äusserst beliebt.

Wie stellt sich Ihr Kundenstamm in

Zermatt zusammen?

Das Kundensegment ist extrem international.

Am stärksten vertreten sind in Zermatt

derzeit Gruppen aus dem asiatischen Raum

– sie sorgen seit mehreren Jahren für das

grösste Besuchervolumen. Aber auch Amerikaner

dürfen wir regelmässig zu unseren

Kunden zählen. Sie sind seit jeher sehr begeistert

von allem, was mit Kommunikation

und Fliegerei zu tun hat. Ein Amerikaner

«Experience

Emotions

Enjoyment»

Stefan Salzmann

kann schon mal in richtige Begeisterungsstürme

verfallen, wenn er ein besonders ausgefallenes

Objekt sieht. Daneben kommen

Gäste aus ganz Europa oder auch aus der

Region sehr gerne zum Einkaufen nach Zermatt.

Hier wird Einkaufen für jeden Kunden

zu einem emotionalen Ereignis.

Die Breitling Boutique mit bester Lage an der Bahnhofstrasse in Zermatt

Beschreiben Sie Zermatt in drei Worten

Experience – Emotions – Enjoyment

SNOWTIMES 2019

ZERMATT


The Breitling Cinema Squad

Brad Pitt

Adam Driver

Charlize Theron

AIR

LAND

PREMIER

SEA

#SQUADONAMISSION

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