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Taxi Times Berlin - Dezember 2018

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NOVEMBER/DEZEMBER <strong>2018</strong> 3,50 €<br />

www.taxi-times.taxi<br />

BERLIN<br />

WIN-WIN-PROJEKT INKLUSIONSTAXI<br />

SENAT FÖRDERT<br />

MIT 15.000 EURO<br />

FAIR-PLAY-APP<br />

Gewerbe wehrt sich<br />

gegen Uber<br />

TARIFSENKUNG<br />

Kartenzuschlag<br />

weggefallen<br />

DIESELABGASE<br />

Fahrverbote bald<br />

auch in <strong>Berlin</strong>


www.volkswagen-taxi.de<br />

Fahrgasttraum.<br />

Besonders für Sie. Der Passat Variant1 als <strong>Taxi</strong>.<br />

Den Wunsch des Fahrgasts, schnell und sicher Ziele zu erreichen, erfüllt der Passat Variant<br />

perfekt. Im großzügigen Innenraum finden bis zu vier Fahrgäste reichlich Platz – und dank bis zu<br />

1.780 Liter Ladevolumen auch deren Reisegepäck. Und damit Sie sich noch besser auf den<br />

Verkehr und Ihre Fahrgäste konzentrieren können, erhalten Sie durch optionale Assistenten wie<br />

die City-Notbremsfunktion oder die Fußgängererkennung mehr Unterstützung pro Kilometer.<br />

1 Kraftstoffverbrauch in l/100 km: 7,3–3,8 (kombiniert), CO 2-Emissionen in g/km: 168–96 (kombiniert).*<br />

Abbildung zeigt Sonderausstattung gegen Mehrpreis. * Stand 09/<strong>2018</strong>.


JEDER GEWINNT<br />

Anglizismen, also englische Wörter, deren Bedeutung<br />

so klar ist, dass sie mittlerweile als „eingedeutscht“ gelten,<br />

sind längst ein fester Bestandteil unserer Sprache.<br />

Auch im <strong>Taxi</strong>gewerbe werden wir davon nicht verschont.<br />

Anglizismen gelten als modern, jung, hipp. Alleine<br />

deren Verwendung verspricht schon eine gewisse Coolness<br />

(Entschuldigung, wir meinen natürlich Lässigkeit).<br />

Wenn ein Unternehmen der Meinung ist, eben die Welt<br />

neu erfunden zu haben, weil man sich mittels einer<br />

App mit anderen (fremden) Menschen eine <strong>Taxi</strong>fahrt<br />

und deren Kosten teilen kann, darf man das natürlich<br />

nicht Sammeltaxi nennen. Berlkönig, Allygator und Co<br />

bieten ihrem Publikum ein Ride-Sharing, das „<strong>Taxi</strong> on<br />

demand“, das sofort verfügbar ist, wenn man auf den<br />

Knopf drückt.<br />

Soweit Okay, (Entschuldigung, wir meinen natürlich:<br />

So weit, so gut). Dass dieses Angebot nur in bestimmten<br />

Gebieten (local areas) gilt, wird leider weniger betont.<br />

Und dass die Stakeholder solcher Projekte (Entschuldigung,<br />

wir meinen natürlich finanzkräftige Großkonzerne)<br />

trotz hoher Investitionen mehr Geld verbrennen,<br />

als sie verdienen, wird zur Geheimsache erklärt. Dabei<br />

wäre „Moneyburner statt Moneyearner“ durchaus eine<br />

sehr gelungene Beschreibung.<br />

Zugegeben, auch wir haben speziell bei dieser Ausgabe<br />

auf einen (überstrapazierten) Anglizismus zurückgegriffen.<br />

Die senatliche Förderung über 15.000 Euro<br />

für die Anschaffung eines Inklusionstaxis betrachten<br />

wir als klassische Win-Win-Situation. Win-Win heißt,<br />

beide Seiten gehen als Sieger vom Platz.<br />

Nun mag das im Sport nicht unbedingt möglich sein,<br />

sehr wohl aber dort, wo zwei Gruppen nicht gegen-, sondern<br />

miteinander agieren. In diesem Fall also auf der<br />

einen Seite diejenigen, die im Rollstuhl sitzen, und auf<br />

der anderen Seite jene, die sie jederzeit und spontan<br />

befördern. Wenn sich das <strong>Berlin</strong>er <strong>Taxi</strong>gewerbe dieser<br />

Aufgabe stellt und diese Challenge (Entschuldigung:<br />

Herausforderung) annimmt, hat man zumindest in diesem<br />

Bereich keine Uber- oder Allygator-Konkurrenz zu<br />

fürchten.<br />

Denn die Ignoranz, mit der die oben erwähnten<br />

Ride-Sharer ebenso wie Uber die Alten und Gehandicapten<br />

(Entschuldigung, Körperbehinderten) aus ihrem<br />

Vermittlungssystem aussperren, ist gesellschaftlich<br />

gesehen ein grobes Foul (Entschuldigung, aber das übersetzen<br />

wir jetzt ausnahmsweise einmal nicht).<br />

Lasst uns also weiterhin fair spielen und mit dem<br />

Inklusionstaxi ein klares Signal setzen, dass mit dem<br />

<strong>Berlin</strong>er <strong>Taxi</strong>gewerbe alle Menschen dieser Stadt erreicht<br />

werden. Auch diejenigen, die in der Wahrnehmung der<br />

neuen Anbieter als „disabled“ empfunden werden.<br />

– die Redaktion –<br />

INHALT<br />

4 News<br />

INKLUSION<br />

6 15.000 Euro vom Senat für das neue<br />

Inklusionstaxi<br />

7 Antrag auf Förderung richtig stellen<br />

8 Welches Inklusionstaxi ist für den<br />

einzelnen Unternehmer optimal?<br />

WETTBEWERB<br />

10 Fair-Play-App – Notwehr eines<br />

bedrohten Gewerbes<br />

12 Michael Müller: Behördenversagen mit<br />

dramatischem Vollzugsdefizit<br />

13 Tarifsenkung ohne Ausgleich<br />

TAXI BERLIN<br />

VERBÄNDE<br />

16 <strong>Taxi</strong> <strong>Berlin</strong> und taxi.eu auf der Europäischen<br />

<strong>Taxi</strong>messe: An einem Strang<br />

ziehen und digitalisieren!<br />

18 „Innung“: Wieder aktionsfähig<br />

19 TD: Ertan Ucar bleibt Vorsitzender<br />

20 TVB: Ortskunde? Nein danke!<br />

ANTRIEB<br />

21 Richtfest bei Mercedes am Salzufer<br />

KOLUMNE<br />

22 Tempo 30 war nur der Anfang: Dieselfahrverbote<br />

kommen auch in <strong>Berlin</strong><br />

25 Sash: Zehn Jahre vor roten Ampeln<br />

QUERBLICK<br />

26 Inklusion, Diskussion und Frustration<br />

VERKEHRSRECHT BERLIN<br />

Rechtsanwalt Carsten Hendrych<br />

Fachanwalt für Verkehrsrecht<br />

Rechtsanwaltskanzlei<br />

Ruttge • Brettschneider •Tosberg • Hendrych<br />

Nürnberger Straße 49, 10789 <strong>Berlin</strong><br />

Titelfoto: <strong>Taxi</strong> <strong>Times</strong><br />

Telefon: (030) 883 4031 – Fax: (030) 882 4709<br />

E-Mail: hendrych@rbth-recht.de<br />

TAXI NOVEMBER/ DEZEMBER/<strong>2018</strong><br />

3


MELDUNGEN<br />

SPEZIALRABATT<br />

FÜR INKLUSIONSTAXIS<br />

Zum Start der Inklusionsförderung für<br />

<strong>Berlin</strong>er Rolli-<strong>Taxi</strong>s (Titelthema S. 6-9) hat<br />

der Versicherungsmakler FVI in Zusammenarbeit<br />

mit Olaf Winter von der VDK /<br />

Signal ein Spezialangebot für die Kfz-Versicherung<br />

erstellt. Die Schadenquoten<br />

bei umgerüsteten Rollstuhlfahrzeugen,<br />

die zumeist als Mietwagen eingesetzt<br />

werden, seien deutlich geringer als bei<br />

Taxen. Damit können Inklusionstaxen<br />

mit Mietwagengenehmigungen auch zu<br />

deutlich günstigeren Kfz-Versicherungstarifen<br />

angeboten werden. „Genau diese<br />

Tarife können wir nun auch exklusiv allen<br />

<strong>Berlin</strong>er <strong>Taxi</strong>betrieben anbieten, die sich<br />

ein Inklusionstaxi anschaffen“, kündigt<br />

FVI-Inhaber Jürgen Simon gegenüber <strong>Taxi</strong><br />

<strong>Times</strong> an. Als weitere Zugabe beinhaltet<br />

die Inklusions-Versicherung auch noch den<br />

<strong>Taxi</strong>-Schutzbrief der VDK. Er ist für alle<br />

Rollitaxen beitragsfrei.<br />

FVI betreibt neben dem Hauptsitz in<br />

Königs Wusterhausen auch eine Zweigstelle<br />

im <strong>Berlin</strong>er <strong>Taxi</strong>zentrum in der Persiusstraße<br />

7. Dort stehen Simon und sein Team<br />

allen interessierten <strong>Taxi</strong>unternehmern für<br />

weitere Fragen zur Verfügung. jh<br />

BERLINER IN KÖLN<br />

Nicht nur das komplette <strong>Berlin</strong>er Team<br />

der <strong>Taxi</strong> <strong>Times</strong> hat sich Anfang November<br />

auf der Europäischen <strong>Taxi</strong>messe in Köln<br />

umgesehen, auch zahlreiche <strong>Berlin</strong>er<br />

Unternehmer und Verbandsvertreter waren<br />

in die Domstadt gefahren. Hier ein paar<br />

Eindrücke.<br />

Das <strong>Berlin</strong>er Redaktionsteam auf der<br />

<strong>Taxi</strong>-Messe in Köln<br />

Jürgen Simon und seine beiden Kolleginnen<br />

bieten einen vergünstigten Kfz-Tarif für<br />

Inklusionstaxis.<br />

MERCEDES UND VW LOCKEN MIT UMTAUSCHPRÄMIEN<br />

Mercedes-Benz hat auf das Konzept der<br />

Bundesregierung für saubere Luft mit<br />

einem umfangreichen Maßnahmenpaket<br />

und einem Umtauschangebot reagiert. Wer<br />

sich für das Sondermodell der Mercedes-<br />

Benz-E-Klasse „Das <strong>Taxi</strong>“ entscheidet, kann<br />

bis zu 6.000 Euro Prämie einstreichen.<br />

Um den vollen Umfang der Prämie nutzen<br />

zu können, müssen allerdings zuvor<br />

ein paar Voraussetzungen erfüllt werden.<br />

Die 6.000 Euro Prämie wird allen Kunden<br />

gewährt, die ein Neufahrzeug mit der<br />

Abgasnorm Euro 6 d-Temp oder Euro 6<br />

c kaufen und ein Dieselfahrzeug mit der<br />

Abgasnorm Euro 1 bis Euro 5 umtauschen.<br />

Diese Prämie wird als Umtauschprämie<br />

bezeichnet.<br />

Eine weitere, sogenannte Inzahlungsnahmeprämie<br />

über 4.000 Euro bleibt den<br />

<strong>Berlin</strong>er <strong>Taxi</strong>unternehmern allerdings<br />

verwehrt. Sie gilt nur für Kunden, deren<br />

Taxen in einer der 14 vom Staat definierten<br />

Schwerpunktregionen mit besonders<br />

hohen Schadstoffbelastungen gemeldet<br />

sind. <strong>Berlin</strong> zählt (noch) nicht zu den<br />

Schwerpunktregionen.<br />

Auch Volkswagen Pkw und Nutzfahrzeuge<br />

bieten Kaufanreize in Form von<br />

Wechselprämien. Deren Ausschüttung<br />

kann je nach Modell zwischen 1.500 und<br />

8.000 Euro betragen. Am besten direkt<br />

beim VW-Händler nachfragen. jh<br />

FOTOS: <strong>Taxi</strong> <strong>Times</strong><br />

4 NOVEMBER/DEZEMBER/ <strong>2018</strong> TAXI


IHR INKLUSIONSTAXI VOM MARKTFÜHRER<br />

entspricht den Förderrichtlinien der <strong>Berlin</strong>er Senatsverwaltung<br />

FOLGENDE FAHRZEUGE SIND ERHÄLTLICH:<br />

Caddy Maxi<br />

Connect L2<br />

Vito L2/L3<br />

<strong>Berlin</strong>go L2<br />

SpaceTourer L2/L3<br />

Combo Life XL<br />

Vivaro L1/L2<br />

Rifter L2<br />

Traveller L2/L3<br />

Trafic L1/L2<br />

Proace L1/L2<br />

Talento L1/L2<br />

DIESE PUNKTE ZÄHLEN:<br />

1. Alle Fahrzeuge mit DIN-gerechtem AMF-Bruns Umbau<br />

2. Alle Fahrzeuge sind 20 G crashgetestet<br />

3. Zwei optionale Dreh-Klappsitze in dritter Sitzreihe<br />

4. Optionale EasyFlex Rampe lässt sich schnell zur<br />

Ladefläche umfunktionieren - ideal für eine flexible<br />

Nutzung<br />

5. Zertifizierter Umrüster der Fahrzeughersteller<br />

5 +1 7 + 0<br />

Fordern Sie jetzt<br />

Ihr Angebot an!<br />

TAXI<br />

NOVEMBER/ DEZEMBER/<strong>2018</strong><br />

AMF-Bruns GmbH & Co. KG<br />

Hauptstraße 101 · D-26689 Apen<br />

Telefon +49 (0) 44 89 - 72 72 33<br />

hubmatik@amf-bruns.de<br />

www.amf-bruns.de<br />

5


INKLUSION<br />

15.000 EURO VOM SENAT<br />

FÜR DAS NÄCHSTE TAXI<br />

Das Förderprogramm „Inklusionstaxi <strong>Berlin</strong>“ ist gestartet. Das Land<br />

unterstützt die Anschaffung barrierefreier <strong>Taxi</strong>s. Wir zeigen, wie Sie Ihr<br />

Inklusionstaxi schnell und maximal gefördert in Betrieb nehmen können.<br />

Was in anderen Metropolen<br />

längst normal ist, hat nun<br />

endlich auch in <strong>Berlin</strong> begonnen.<br />

Ein Förderprogramm des Landes <strong>Berlin</strong><br />

wird ab sofort 250 <strong>Taxi</strong>s in den nächsten<br />

vier Jahren mit bis zu 15.000 Euro pro<br />

Fahrzeug für den barrierefreien Umbau fördern.<br />

<strong>Taxi</strong> <strong>Times</strong> hat das breit unterstützte<br />

Projekt von Anfang an begleitet und seine<br />

Leserschaft regelmäßig auf dem Laufenden<br />

gehalten.<br />

Jetzt, da eine entsprechende Förderrichtlinie<br />

erarbeitet und gerade veröffentlicht<br />

wurde und die organisatorischen Voraussetzungen,<br />

entsprechende Zuwendungsmittel<br />

auszugeben, vom Landesamt für<br />

Gesundheit und Soziales (LAGeSo) geschaffen<br />

sind, können <strong>Berlin</strong>er <strong>Taxi</strong>unternehmen<br />

ab sofort Anträge einreichen und<br />

Inklusionstaxis bereitstellen.<br />

Warum Sie das tun sollten? Zum einen,<br />

ganz einfach, weil es um Gleichberechtigung<br />

und um Teilhabe für alle geht.<br />

Menschen, die heute noch wochenlang<br />

im Voraus Aktivitäten planen müssen,<br />

bei denen sie auf ein auf ihre Bedürfnisse<br />

ausgerichtetes Transportmittel angewiesen<br />

sind, verleihen wir spontane Mobilität.<br />

Wir geben diesen Menschen mit unseren<br />

<strong>Taxi</strong>s ein Stück Freiheit zurück. Das ist<br />

angenehm für die Betroffenen, und das ist<br />

zugleich gute Werbung für unsere Branche<br />

– in diesen Zeiten von ganz besonderer<br />

Bedeutung.<br />

OHNE NEUE STANDBEINE HAT DAS<br />

TAXIGEWERBE KEINE CHANCE<br />

Zum anderen eröffnet das Inklusionstaxi<br />

dem Gewerbe ein neues Geschäftsfeld, mit<br />

dem sich ein komplett neuer Kundenkreis<br />

erschließen lässt. In Zeiten, in denen das<br />

<strong>Taxi</strong> massiv unter Druck gerät, weil das<br />

große Kapital den Personenbeförderungsmarkt<br />

für sich entdeckt hat und mit Hilfe<br />

der Politik die Rahmenbedingungen des<br />

<strong>Taxi</strong>geschäfts zerstören möchte, kann<br />

ein weiteres Standbein in der eigenen<br />

Geschäftspraxis nicht schaden.<br />

Gemeinsam mit Behinderten- und Sozialverbänden,<br />

allen voran dem Sozialverband<br />

Deutschland, Landesverband <strong>Berlin</strong>-Brandenburg<br />

e. V. (SoVD), mit Politik und Senat,<br />

haben es unsere Gewerbevertreter in jahrelangen<br />

Bemühungen erreicht, dass es<br />

diese zusätzliche Einnahmemöglichkeit<br />

jetzt zum Nulltarif gibt. Die Förderung bis<br />

zu einem Höchstbetrag von 15.000 Euro je<br />

Fahrzeug wird für den Umbau vorhandener<br />

Fahrzeuge bzw. für die Anschaffung<br />

von fertig ausgerüsteten Inklusionstaxis<br />

in Höhe der nachgewiesenen realen Netto-Kosten<br />

(ohne Umsatzsteuer) gewährt.<br />

Auch bei den Fahrerschulungen, die in<br />

der Förderrichtlinie vorgeschrieben werden<br />

und den Umgang mit mobilitätseingeschränkten<br />

Personen vermitteln sollen,<br />

wird das <strong>Taxi</strong>unternehmen bis zu einem<br />

Maximalbetrag von 120 Euro pro gefördertem<br />

Fahrzeug finanziell unterstützt. sb<br />

FOTO: <strong>Taxi</strong> <strong>Times</strong><br />

6 NOVEMBER/DEZEMBER/ <strong>2018</strong> TAXI


INKLUSION<br />

ANTRAG BEIM LAGESO<br />

Sozialsenatorin Elke Breitenbach<br />

Für das Inklusionstaxi <strong>Berlin</strong> ist das Landesamt für<br />

Gesundheit und Soziales (LAGeSo) zuständig. So<br />

funktionieren Antragstellung und Förderung.<br />

FOTO: SenIAS<br />

Die einmalige Projektförderung kann für den Umbau vorhandener<br />

Fahrzeuge zu bzw. für die Anschaffung von<br />

Inklusionstaxis bis zu einem Höchstbetrag in Höhe von<br />

15.000 Euro (ohne Umsatzsteuer) betragen. Die Einzelheiten der<br />

jeweiligen Fahrzeugkategorie können Sie der Förderrichtlinie<br />

entnehmen.<br />

Der Online-Antrag, die Förderrichtlinie und weitere Informationen<br />

zum Förderprogramm Inklusionstaxi <strong>Berlin</strong> stehen unter<br />

https://www.berlin.de/inklusionstaxi bereit. Fragen zum Förderprogramm<br />

an inklusionstaxi@lageso.berlin.de.<br />

Erst, wenn Ihnen der Bescheid über die Bewilligung der Förderung<br />

zugestellt wurde, dürfen Umbaumaßnahmen bzw. der Kauf<br />

des Fahrzeugs in Auftrag gegeben werden.<br />

Für eine Förderung muss eine gültige <strong>Taxi</strong>konzession für <strong>Berlin</strong><br />

vorliegen, ein Eigentumsnachweis des förderfähigen Fahrzeugs<br />

oder die Genehmigung des Eigentümers zum Umbau bzw. ein<br />

Kaufangebot. Das förderfähige Fahrzeug darf zum Zeitpunkt der<br />

Antragstellung nur eine Erstzulassung, nicht länger als 12 Monate<br />

zurückliegend, besitzen. Die Einhaltung der DIN-Norm 75078<br />

Teil 1+2 ist dann bei der Umsetzung bzw. beim Umbau bindend.<br />

Die Verpflichtung an den Zuwendungsempfänger ist die zweckmäßige<br />

Verwendung der Mittel und die Verfügbarkeit des Fahrzeugs<br />

im Land <strong>Berlin</strong> im laufenden <strong>Taxi</strong>betrieb zur Steigerung<br />

der Mobilität. <br />

sb<br />

HIER KÖNNEN DIE ANTRÄGE<br />

EINGEREICHT WERDEN<br />

Landesamt für Gesundheit und<br />

Soziales (LAGeSo)<br />

Referat ZS E – Inklusionstaxi –<br />

Turmstr. 21, Haus A<br />

10559 <strong>Berlin</strong><br />

DAS LEXUS GS 300h VOLLHYBRID TAXI<br />

PREISGEKRÖNTER AUFTRITT<br />

Und noch ein Grund zum Feiern. Der Lexus GS 300h sichert sich bei der Wahl zum <strong>Taxi</strong> des Jahres in seiner Klasse den 1. Platz in<br />

der Kategorie „Emotion“. Die luxuriöse Hybridlimousine vereint emotionales Design und herausragende Effizienz. Und verweist<br />

damit bei Deutschlands größtem <strong>Taxi</strong>-Vergleich die Wettbewerber auf die Plätze.<br />

> Mehr entdecken auf lexus.de/taxi<br />

taxi heute, Ausgabe 5/2017,<br />

Seite 42–44<br />

LEXUS FORUM BERLIN<br />

M.C.F. Motor Company Fahrzeugvertriebsgesellschaft mbH<br />

Ollenhauerstraße 9–13 • 13403 <strong>Berlin</strong> • Tel.: 030 498808-7000<br />

Stralauer Allee 44 • 10245 <strong>Berlin</strong> • Tel.: 030 498808-4200<br />

www.lexusforum-berlin.de<br />

GS 300h Grundversion: Benzintriebwerk, 133 kW (181 PS), und Elektromotor, 105 kW (143 PS), Systemleistung 164 kW (223 PS), Kraftstoffverbrauch innerorts/außerorts/kombiniert<br />

4,6/4,3/4,4 TAXI l/100 NOVEMBER/ km, CO 2-Emissionen DEZEMBER/<strong>2018</strong> kombiniert 104 g/km. Kraftstoffverbrauch GS 300h 7 Luxury Line innerorts/außerorts/kombiniert 5,0/4,8/4,9 l/100 km, CO 2-Emissionen<br />

kombiniert 113 g/km. Abb. zeigt GS 300h Luxury Line mit <strong>Taxi</strong>-Paket.


INKLUSION<br />

ZWEI KATEGORIEN VON<br />

INKLUSIONSFAHRZEUGEN<br />

Welches ist das optimale Inklusionstaxi? <strong>Taxi</strong> <strong>Times</strong> gibt Tipps zu<br />

Fahrzeugwahl und Umbauoptionen mit den neuesten Informationen<br />

von der Kölner <strong>Taxi</strong>messe.<br />

Bei der Frage, welche Fahrzeuge als<br />

Inklusionstaxi geeignet sind, muss<br />

zunächst einmal eine grundsätzliche<br />

Entscheidung zwischen zwei Fahrzeugklassen<br />

getroffen werden: siebensitzigen<br />

Mini-Vans, die Förderrichtlinie definiert<br />

diese als Kategorie B1, und Neunsitzer-<br />

Minibussen (Kategorie B2).<br />

Bis auf eine luxuriöse Variante, die<br />

V-Klasse von Mercedes (nicht gleichzusetzen<br />

mit dem Vito), besteht Kategorie B1<br />

aus – zu komfortablen Pkw gewachsenen<br />

– Kastenwagen, die uns bis vor kurzem vor<br />

allem als Kleintransporter von Handwerksbetrieben<br />

begegneten. Weder Fahrer noch<br />

Fahrgast haben in den heutigen Modellen<br />

noch das „Kastenwagen-Gefühl“. Zur Auswahl<br />

stehen Citroën <strong>Berlin</strong>go, Ford Tourneo<br />

Connect, Mercedes Citan, Nissan NV200,<br />

Luxus in der Klasse B1: Mercedes V-Klasse, nicht<br />

gleichzusetzen mit dem Vito<br />

Opel Combo Life, Peugeot Partner, Renault<br />

Kangoo und natürlich, last but not least,<br />

der Caddy Maxi von Volkswagen. Diese<br />

Fahrzeuge sollten in der längsten Karosserievariante<br />

bestellt werden. Modelle, die<br />

nur als Schalter und nicht mit<br />

automatisiertem Getriebe zu<br />

haben sind, bleiben in unserer<br />

Betrachtung unberücksichtigt.<br />

In Kategorie B2 stehen<br />

Neunsitzer-Minibusse wie der<br />

Citroën Jumpy Multispace bzw.<br />

Space Tourer, Ford Tourneo<br />

Custom, Hyundai H-1 Travel,<br />

Mercedes Vito, Peugeot Traveller<br />

und der Toyota Proace zur<br />

Auswahl. Auch hier gilt es, die<br />

längste Version zu wählen, um<br />

das Maximum an Möglichkeiten<br />

im Einsatz als <strong>Taxi</strong> bieten<br />

zu können. Und auch hier finden nur<br />

Modelle Beachtung, die ein Automatikgetriebe<br />

anbieten. Deshalb bleiben der Fiat<br />

Talento, Nissan NV300, Opel Vivaro und<br />

auch der Renault Traffic, allesamt<br />

ebenso umbaufähig wie die zuvor<br />

genannten Modelle, unberücksichtigt.<br />

Konstruktionsbedingt<br />

ist der T6 von Volkswagen nicht<br />

nach DIN-Norm 75078 Teil 1+2<br />

umrüstbar.<br />

Der Umbau ist dann optimal,<br />

wenn keine der Nutzungsmöglichkeiten<br />

der Fahrzeuge durch<br />

die Umrüstung wegfällt. So muss<br />

dabei in Kategorie B2 in der Regel<br />

auf die letzte Sitzreihe verzichtet<br />

werden. Dafür werden zwar als<br />

Ersatz zwei Drehklappsitze angeboten,<br />

doch damit geht nicht nur ein Sitzplatz<br />

verloren, das <strong>Taxi</strong> verliert im bisher<br />

gewohnten Einsatz für Business-Kunden<br />

auch seine Ausstrahlung, kommt damit<br />

mehr wie ein Sonderfahrzeug daher<br />

Nagelneuer Vertreter der Kategorie B1: Citroën <strong>Berlin</strong>go<br />

und könnte an Akzeptanz verlieren. Ein<br />

Inklusionstaxi muss aber alle Kunden<br />

zufriedenstellen.<br />

Die Ideallösung bietet bisher lediglich<br />

der Ford Tourneo Custom, bei dem die<br />

hintere Original-Sitzbank und damit acht<br />

Fahrgastplätze erhalten bleiben. Wenn ein<br />

Mensch im Rollstuhl eingeladen werden<br />

soll, muss diese Bank nur gewickelt werden.<br />

Um dieses Fahrzeug, das alle Ansprüche<br />

eines Großraumtaxis bestens erfüllt,<br />

aber letztlich empfehlen zu können, bleibt<br />

abzuwarten, wie sich das Motorisierungsangebot<br />

entwickelt. Mercedes will es beim<br />

extralangen Vito auch möglich machen, die<br />

dritte Sitzreihe zu erhalten. Bei allen anderen<br />

Modellen dieser Kategorie ist dies nicht<br />

möglich.<br />

In Kategorie B1 ist das kein Problem, da<br />

diese in der dritten Sitzreihe ohnehin nur<br />

zwei Sitzplätze bieten, die mit zwei Drehklappsitzen<br />

ohne Verlust ersetzt werden.<br />

Da diese Fahrzeuge auch etwas schmaler<br />

als die Kleinbusse sind, ist auch die Optik<br />

FOTOS: stock.adobe.com, <strong>Taxi</strong> <strong>Times</strong>, Mercedes-Benz<br />

8 NOVEMBER/DEZEMBER/ <strong>2018</strong> TAXI


INKLUSION<br />

Nissan NV200: viel Platz in der Kategorie B1<br />

verträglich, da sich die Einzelsitze direkt,<br />

ohne breiten Spalt, zusammenfügen.<br />

Mit dem <strong>Taxi</strong>gewerbe zusammen haben<br />

die Umrüstfirmen speziell für den inklusiven<br />

<strong>Taxi</strong>-Einsatz geeignete Lösungen entwickelt.<br />

Das Wesentliche dabei war, dass<br />

der Umbau, wenn er nicht genutzt wird, die<br />

anderen Fahrgäste nicht stören oder ihren<br />

Komfort beeinträchtigen darf. Die Drehklappsitze<br />

wurden bereits erwähnt, eine<br />

im Heck senkrecht stehende Rampe, die in<br />

der Regel früher oder später zu klappern<br />

anfängt, hat in einem <strong>Taxi</strong> auch nichts verloren.<br />

Dafür wurde extra die sogenannte<br />

„<strong>Taxi</strong>-Rampe“ entwickelt, die umgeklappt<br />

und in den Fahrzeugausschnitt gelegt wird,<br />

so dass auch wieder eine ebene Ladefläche<br />

entsteht.<br />

Wie Sie sehen, muss bei diesem Projekt,<br />

soll es erfolgreich sein, an alle Fahrgäste<br />

gedacht werden. Genau das bedeutet<br />

Inklusion: eine sichere und komfortable<br />

Der Große von Citroën: Space Tourer (Kategorie B2)<br />

Beförderung von Menschen,<br />

die nur im Rollstuhl sitzend ein<br />

<strong>Taxi</strong> nutzen können, ohne dass<br />

andere Fahrgäste auf gewohnten<br />

und gewünschten Komfort<br />

verzichten müssen. Im Gegenteil,<br />

gerade für ältere Menschen<br />

wird das Inklusionstaxi ein<br />

großer Gewinn sein. Bei den<br />

7-Sitzern ist der Einbau eines<br />

Schwenksitzes anstelle des<br />

normalen Beifahrersitzes eine<br />

Voraussetzung dafür, dass der Umbau insgesamt<br />

überhaupt gefördert wird.<br />

Bleibt die Frage, welche umweltverträglichen<br />

Antriebe wählbar sind. Da bleibt<br />

die Auswahl bisher sehr überschaubar.<br />

In der Regel werden die<br />

Fahrzeuge von Dieselaggregaten<br />

angetrieben, Nach den ganzen<br />

Tricksereien der Vergangenheit<br />

und aktuellen Problemen im<br />

Betrieb können da nur Motoren<br />

mit Euro-6d-Temp-Norm empfohlen<br />

werden, wie beispielsweise<br />

vom französischen PSA-Konzern<br />

(Citroën, Peugeot) oder von<br />

Toyota, die bisher keine Probleme<br />

beim Erfüllen der Norm hatten.<br />

Hybrid- und Erdgasantriebe sind nicht verfügbar<br />

oder nicht für den Umbau geeignet.<br />

Allerdings gibt es zwei vollelektrische Varianten:<br />

in Kategorie B1 der Nissan NV200,<br />

der mit einer 40 kWh-Batterie und einer<br />

80 kW-E-Maschine eine Reichweite<br />

von 275 km erreichen soll.<br />

Selbst wenn das zutreffen sollte,<br />

wäre das eine für die Erfordernisse<br />

eines Zwei-Schicht-Betriebes<br />

zu geringe Reichweite,<br />

für Einzelunternehmer aber<br />

durchaus eine Überlegung wert.<br />

Daneben gibt es nur noch den<br />

eVito von Mercedes in Kategorie<br />

B2, dessen Batteriekapazität<br />

von 41,4 kWh aber nur für<br />

eine Reichweite von rund 150<br />

Kilometern ausreicht. Ein zum Inklusionstaxi<br />

umgebauter Prototyp dieses Wagens<br />

wurde bereits vorgestellt. Der eCitan soll<br />

folgen, doch das ist alles noch ein wenig<br />

Zukunftsmusik. Ein Trostpflaster: Inklusionstaxis<br />

werden von allen Diesel-Fahrverboten<br />

ausgenommen.<br />

Was aber kostet ein Umbau und wieviel<br />

deckt das <strong>Berlin</strong>er Förderprogramm dabei<br />

ab? Alle Umrüster, die von <strong>Taxi</strong> <strong>Times</strong> auf<br />

konkrete Angebote angesprochen wurden,<br />

wollten zunächst die Veröffentlichung der<br />

Förderrichtlinien abwarten, um sicher zu<br />

gehen, dass die angebotenen Umbauten formal<br />

auch förderfähig sind. Darüber werden<br />

wir in der kommenden Ausgabe im Detail<br />

Der Toyota Proace zählt als 9-Sitzer zur Kategorie B2.<br />

berichten. Aber so viel vorweg: Selbst die<br />

absolute Komplettlösung wird allein mit<br />

der Förderung durch das Land <strong>Berlin</strong> möglich<br />

sein, ohne auch nur einen Euro aus<br />

Eigenmitteln draufpacken zu müssen. Die<br />

Angebote, die von den Umrüstfirmen bisher<br />

gemacht wurden, lagen alle zwischen<br />

8.000 und 12.000 Euro und erfüllten den<br />

Umfang des in der Richtlinie festgelegten<br />

Umbaus in Gänze. Erhältlichen Luxuslösungen<br />

sind natürlich nach oben keine<br />

Grenzen gesetzt. Merken müssen Sie sich<br />

nur, dass es den Umbau zum Inklusionstaxi,<br />

dank der Förderung durch das Land<br />

<strong>Berlin</strong>, für jedes <strong>Taxi</strong>unternehmen – und<br />

nur für <strong>Taxi</strong>unternehmen – zum Nulltarif<br />

gibt. Wer diese Möglichkeit nicht nutzt, ist<br />

selber schuld.<br />

sb<br />

FOTOS: <strong>Taxi</strong> <strong>Times</strong>, Nissan, Axel Rühle / <strong>Taxi</strong> <strong>Times</strong><br />

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TAXI<br />

NOVEMBER/ DEZEMBER/<strong>2018</strong><br />

9


WETTBEWERB<br />

DIE NOTWEHR-APP EINES<br />

BEDROHTEN GEWERBES<br />

Bringt eine Fair-play-App den Durchbruch, um den untätigen<br />

Kontrollbehörden beim Kampf gegen den von Uber vermittelten, illegalen<br />

taxiähnlichen Verkehr durch Mietwagenfahrer auf die Sprünge zu helfen?<br />

Die explosionsartige Ausbreitung<br />

von Rechtsverstößen durch Mietwagenfahrer,<br />

die – häufig mit Auftragsvermittlung<br />

durch Uber – unerlaubt<br />

taxiähnlichen Verkehr durchführen, ist<br />

inzwischen ebensowenig zu übersehen wie<br />

das Nichtfunktionieren vieler Busspuren.<br />

Die BVG hat durchgesetzt, parkende Fahrzeuge<br />

in Eigenregie von Busspuren räumen<br />

zu dürfen und beginnt somit zaghaft,<br />

wenn auch noch nicht effektiv, sich zu wehren.<br />

Auch das <strong>Taxi</strong>gewerbe beginnt, dem<br />

Unrecht zu begegnen. Die ARD-Sendung<br />

„Kontraste“ berichtete kürzlich über <strong>Berlin</strong>er<br />

<strong>Taxi</strong>kollegen, die die Rechtsverstöße<br />

aktiv bekämpfen, indem sie zum Schein<br />

Uber-Fahrten bestellen und die Fahrer<br />

überführen und den Behörden melden,<br />

die sich illegal bereithalten, statt ihrer<br />

Rückkehrpflicht nachzukommen. Die offiziellen<br />

Betriebssitze der Mietwagen sind<br />

verlassene Orte außerhalb des Stadtgebiets,<br />

an denen Briefkästen, jedoch weder<br />

Menschen noch Mietwagen zu finden sind.<br />

„Kontraste“ berichtet in seinem Beitrag<br />

auch von ersten tätlichen Übergriffen auf<br />

Uber-Fahrer.<br />

„Wir heißen das nicht gut, das ist<br />

genauso rechtswidrig“, distanzierte sich<br />

Michael Müller, Präsident des Deutschen<br />

<strong>Taxi</strong>- und Mietwagenverbands, kürzlich<br />

von einer solchen Vorgehensweise. „Aber<br />

es ist nachvollziehbar, denn es ist Ausdruck<br />

der Ohnmacht von Unternehmerinnen und<br />

Unternehmern, von Fahrerinnen und Fahrern<br />

gegen ein Kontroll- und Aufsichtsversagen<br />

der Behörden mit einem dramatischen<br />

Vollzugsdefizit. Wenn Behörden<br />

gnadenlos zusehen, dass permanent gegen<br />

geltendes Recht verstoßen, der Wettbewerb<br />

verzerrt und das Geschäft zerstört wird,<br />

muss man auch Verständnis haben, wenn<br />

dann auch Überreaktionen<br />

stattfinden.“<br />

Der Bayerische<br />

Rundfunk berichtete<br />

kürzlich über den<br />

prominenten Münchener<br />

<strong>Taxi</strong>fahrer Günter<br />

„Günni“ Bäurle,<br />

der sich ebenfalls gegen Rechtsverstöße<br />

durch Uber-Fahrer engagiert. Seine WhatsApp-Gruppe<br />

mit über 130 Teilnehmern<br />

dokumentiert rund um die Uhr Verstöße<br />

mit Fotos, die gesammelt und an die<br />

zuständige Behörde weitergeleitet werden.<br />

Da die Aktivitäten in <strong>Berlin</strong> bisher nur<br />

ein Tropfen auf den heißen Stein sind,<br />

sind hier im Sommer zwei Gewerbevertretungen<br />

aktiv geworden: Die <strong>Berlin</strong>er<br />

<strong>Taxi</strong>vereinigung (BTV) und die „Innung“<br />

haben die Smartphone-App „btMv“ entwickeln<br />

lassen. <strong>Taxi</strong> <strong>Times</strong> war als einziges<br />

FOTO: pixabay.com<br />

10 NOVEMBER/DEZEMBER/ <strong>2018</strong> TAXI


WETTBEWERB<br />

„Günni“ (r.), Kollege aus München, der sich<br />

gegen Rechtsverstöße durch Uber-Fahrer<br />

engagiert, mit <strong>Taxi</strong>-<strong>Times</strong>-Redakteur Simi<br />

Pressemedium vor Ort, als der BTV-Vorsitzende<br />

Richard Leipold am 9. Oktober<br />

vor <strong>Taxi</strong>unternehmern, Gewerbevertretern<br />

und Funkgesellschaftsmitarbeitern<br />

die Fair-Play-App „<strong>Berlin</strong>er <strong>Taxi</strong>- und<br />

Mietwagenverstöße“ erläuterte, die jeder<br />

Android- und iPhone-Benutzer unter der<br />

Kurzbezeichnung „btMv“ im Playstore bzw.<br />

Appstore findet und kostenlos auf seinem<br />

Gerät installieren kann, um der BTV und<br />

damit indirekt den Kontrollbehörden Verstöße<br />

bekanntzugeben.<br />

Eine App, mit der jedermann Rechtsverstöße<br />

melden kann, muss hohe Wellen<br />

schlagen. Schon vor der offiziellen Vorstellung<br />

fanden sich in Online-Foren reflexartige<br />

Schnellurteile über die „Denunziations-App“<br />

gegen den bedauernswerten<br />

Uber-Konzern, der doch nur Gutes für<br />

Fahrgäste tun möchte. Er lebt schließlich<br />

von denjenigen Fahrgästen, die nicht weiter<br />

denken als bis zu ihrem nächsten Kontoauszug<br />

und nicht erfassen, welchen gesellschaftlichen<br />

Schaden sie mit der Benutzung<br />

der Uber-App mittelfristig verursachen.<br />

Dass der einzige Großbuchstabe im<br />

App-Namen das M ist, soll verdeutlichen,<br />

dass es in erster Linie um Mietwagenfahrer<br />

geht, deren Verstöße dokumentiert und per<br />

App an die BTV gemeldet werden sollen.<br />

Dort werden sie von Rechtsanwältin Alexandra<br />

Decker geprüft und gesammelt, und<br />

wenn ein Fall gerichtssicher erscheint, wird<br />

tatsächlich Klage gegen die betreffende<br />

Firma eingereicht. Das ist bereits in drei<br />

Fällen geschehen, so dass derzeit zwei Klagen<br />

vor dem <strong>Berlin</strong>er Verwaltungsgericht<br />

und eine in Potsdam anhängig sind. Das ist<br />

nicht viel, doch müssen für jede Klage etwa<br />

6.000 Euro gesammelt werden, um auf dem<br />

möglichen Weg durch die Instanzen nicht<br />

auf halber Strecke aufgeben zu müssen.<br />

Mit der Nutzung der App ist Leipold zufrieden:<br />

Bereits über 3.000 Meldungen sind<br />

nach BTV-Angaben bislang eingegangen.<br />

Finanziert wurde die App unter anderem<br />

von der BTV, deren Funktionäre ehrenamtlich<br />

arbeiten.<br />

Die derzeit geschätzt 1.250 bis 1.400<br />

Mietwagen, die in <strong>Berlin</strong> zum Teil auf<br />

illegale Weise Fahrten anbieten und<br />

durchführen, überfordern laut Leipold die<br />

zuständigen Kontrollbehörden, so dass<br />

jeder mit der App behilflich sein kann.<br />

Die dabei aufgenommenen Fotos werden<br />

aus Datenschutzgründen nicht auf einen<br />

Server hochgeladen, sondern lediglich<br />

mit einer kurzen Beschreibung des Vorfalls<br />

zusammen registriert. Nur, wenn es<br />

tatsächlich zu einer Verfolgung des Falles<br />

kommt, werden die Bilder als Beweismaterial<br />

herangezogen.<br />

Die Benutzung der App erfordert einige<br />

Gegebenheiten: Um Missbrauch und Denunziation<br />

zu vermeiden, muss jeder Anwender<br />

sich mit seinem Namen bei der BTV registrieren,<br />

was mit der App gleich nach dem<br />

Herunterladen problemlos funktioniert.<br />

Zudem muss der App selbstverständlich<br />

der Zugriff auf die Kamerafunktion des<br />

Gerätes sowie die Speicherung der Geodaten<br />

ermöglicht werden, damit zu jedem<br />

Foto elektronisch festgehalten wird, an<br />

welchem Ort es aufgenommen wurde. Der<br />

Benutzer muss außerdem gegebenenfalls<br />

als Zeuge zur Verfügung stehen. Es empfiehlt<br />

sich daher, die Bilder auf dem Gerät<br />

oder zusätzlich auf dem heimischen Computer<br />

zu speichern. Löscht man sie, so hat<br />

auch die BTV keinen Zugriff mehr. Auch<br />

dies erfordere der Datenschutz, damit die<br />

vergleichsweise sensiblen Daten nicht in<br />

unbefugte Hände geraten. Aus dem gleichen<br />

Grund wurde darauf hingewiesen,<br />

App-Entwickler Tichomir Rangelov<br />

dass die Fahrzeuge auf den Fotos zwar einschließlich<br />

Nummernschild gut erkennbar<br />

sein müssen, dass jedoch zur Wahrung des<br />

Persönlichkeitsrechts keine Gesichter deutlich<br />

erkennbar sein dürfen.<br />

Der Programmierer Tichomir Rangelov,<br />

<strong>Taxi</strong>unternehmer und stellvertretender<br />

BTV-Vorsitzender, betonte, die App stecke<br />

noch in den Kinderschuhen, und man<br />

sei für Anregungen und Verbesserungsvorschläge<br />

dankbar. An der Behebung<br />

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NOVEMBER/ DEZEMBER/<strong>2018</strong>


WETTBEWERB<br />

Schnelles Geld lockt: Antragsteller auf den<br />

„kleinen P-Schein” stehen im LABO Schlange<br />

technischer Widrigkeiten wird permanent<br />

gearbeitet. Fehlermeldungen werden unter<br />

der E-Mail-Adresse feedback@berlinertaxi-vereinigung.de<br />

entgegengenommen,<br />

wobei Rangelov, der die Programmierung<br />

und den technischen Support für die BTV<br />

zum Freundschaftspreis ausführt, um präzise<br />

Problembeschreibung bittet. „Die App<br />

geht nicht“ reiche als Angabe nicht aus.<br />

BTV-Schriftführer Ulrich Skerhut hat eine<br />

Bedienungsanleitung verfasst, die auf der<br />

Internetseite der BTV als PDF-Datei heruntergeladen<br />

werden kann.<br />

In Zeiten der bedrohten Existenz des<br />

<strong>Taxi</strong>gewerbes fordern viele, seine Vertreter<br />

sollen mit einer Stimme sprechen und<br />

am selben Strang ziehen. Der BTV, die als<br />

einziger der vier bedeutenden <strong>Berlin</strong>er Verbände<br />

nicht im Anhörverfahren ist, stehen<br />

die drei anderen nicht zuletzt wegen der<br />

mytaxi-freundlichen Haltung ihres Vorsitzenden<br />

kritisch gegenüber. Mit der App<br />

„btMv“ hat er dennoch ein Instrument ins<br />

Leben gerufen, mit dem jeder einzelne Kollege<br />

etwas Gutes für das gesamte Gewerbe<br />

tun kann. Bleibe das LABO weiterhin untätig,<br />

seien spätestens im kommenden Jahr<br />

Entlassungen von <strong>Taxi</strong>fahrern in hohen<br />

Zahlen unausweichlich.<br />

Es ist nicht nur zu befürchten, sondern<br />

sicher, dass das Problem der Rechtsverstöße<br />

durch Mietwagenfahrer sich in nächster<br />

Zukunft noch vervielfachen wird.<br />

Der Beweis sind die Warteschlangen der<br />

Antragsteller auf den „kleinen P-Schein“<br />

in den Räumen des Führerscheinbüros<br />

beim LABO in Kreuzberg. Dass ihr künftiger<br />

Job, mit dem sich so leicht schnelles<br />

Geld verdienen lässt, auf Rechtsverstößen<br />

beruht, interessiert die Bewerber offensichtlich<br />

wenig, und Uber weiß sich bisher<br />

noch immer aus der Affäre zu ziehen<br />

und den Schwarzen Peter den Fahrern zu<br />

überlassen.<br />

Im Kampf gegen den übermächtigen<br />

Uber-Konzern ist somit jeder Beitrag jedes<br />

Kollegen eine dringend nötige Hilfe. Durch<br />

die Benutzung der Fair-Play-App kann aber<br />

nur dann etwas bewegt werden, wenn möglichst<br />

viele <strong>Taxi</strong>fahrer sich die kleine Mühe<br />

machen, Verstöße der Mietwagenfahrer<br />

präzise zu dokumentieren und zu melden.<br />

In München funktioniert das schon. ar<br />

UBER: BEHÖRDENVERSAGEN<br />

MIT DRAMATISCHEM<br />

VOLLZUGSDEFIZIT<br />

Michael Müller übt deutliche Kritik<br />

am Kontrolldefizit in Sachen<br />

Uber. Einen Tag vor dem Start der<br />

Europäischen <strong>Taxi</strong>messe in Köln sprach<br />

der BZP-Präsident die Auswüchse an, welche<br />

das <strong>Taxi</strong>gewerbe aktuell im Fall Uber<br />

erleben muss. Die Methode sei „gruselig“,<br />

sagte Müller vor rund 80 Delegierten des<br />

BZP während einer Tagung. Er ging dabei<br />

speziell auf Düsseldorf ein, wo seit dem<br />

Uber-Start vor einigen Wochen Mietwagenfahrer<br />

mit hohen finanziellen Anreizen<br />

aus anderen Regionen in die Stadt gelockt<br />

werden, wo sie dann rechtswidrig Fahraufträge<br />

durchführen würden.<br />

Der rechtlich notwendige Auftragseingang<br />

am Betriebssitz des Unternehmens<br />

werde dabei ebenso nicht überprüft wie<br />

die Rückkehrpflicht. Diese einzuhalten sei<br />

laut Müller logischerweise gar nicht möglich,<br />

weil jemand, der aus Viersen oder<br />

gar aus <strong>Berlin</strong> Aufträge für Uber durchführt,<br />

nicht zurückkehrt, sondern in der<br />

Stadt auf den nächsten Auftrag wartet.<br />

„Das ist ein ständiger Verstoß gegen die<br />

Rückkehrpflicht“, sagt Müller und berichtet<br />

von der Erzählung eines <strong>Taxi</strong>fahrers: „Die<br />

Leute werden mit 3.000 Euro bar auf die<br />

Hand für vierzehn Tage oder drei Wochen<br />

in die Stadt gelockt, bekommen während<br />

dieser Zeit kostenlose Unterkunft und werden<br />

anschließend mit anderen Fahrern aus<br />

<strong>Berlin</strong> ausgetauscht. Ein solches System<br />

kann sich nicht aus den Entgelten für die<br />

Beförderung finanzieren“, kommentiert<br />

Müller nüchtern. Das könne nur von disruptiv<br />

agierenden Kapitalkonzernen finanziell<br />

durchgehalten werden.<br />

KONTROLLEN SIND<br />

MÖGLICH, WENN MAN WILL<br />

„Ich bin entsetzt, wie inaktiv unsere<br />

Aufsichtsbehörden sind und sich hinter<br />

banalsten Ausreden verstecken“. Damit<br />

meint Müller zum Beispiel die Aussage<br />

der Düsseldorfer Behörde, man könne ein<br />

Fahrzeug, das in einer anderen Gemeinde<br />

gemeldet ist, nicht kontrollieren. „Ich<br />

kann nicht nachvollziehen, dass es nicht<br />

möglich sein soll, solche Informationen<br />

BZP-Präsident Michael Müller<br />

an eine andere Behörde weiterzureichen.<br />

Wenn ich in Köln einen Strafzettel wegen<br />

Falschparkens bekomme, ist der Bußgeldbescheid<br />

meist vor mir selbst in meiner<br />

Heimatstadt Göppingen angekommen.<br />

Anscheinend unterlässt man das Ganze<br />

hier, weil man sich nicht mit einem Großkonzern<br />

anlegen will.“<br />

jh<br />

FOTOS: Sükrü Yaman, <strong>Taxi</strong> <strong>Times</strong><br />

12 NOVEMBER/DEZEMBER/ <strong>2018</strong> TAXI


WETTBEWERB<br />

TARIFSENKUNG<br />

OHNE AUSGLEICH<br />

Seit Mitte November gilt die neunte Tarifverordnung.<br />

Die Verkehrsverwaltung hat damit die <strong>Taxi</strong>fahrpreise gesenkt, statt die<br />

vom Gewerbe beantragte und überfällige Erhöhung umzusetzen.<br />

Grafik: <strong>Taxi</strong> <strong>Times</strong><br />

Verkehrsstaatssekretär Jens-Holger hatte Kirchner die<br />

<strong>Taxi</strong>verbände im Anhörverfahren in der dritten Augustwoche<br />

eingeladen, um über <strong>Taxi</strong>fahrpreise zu sprechen,<br />

insbesondere über die Streichung der Zuschläge für bargeldlose<br />

Zahlungen. Da der Staatssekretär ernsthaft erkrankt ist, wurde er<br />

vom Abteilungsleiter Verkehr, Hartmut Reupke, vertreten. Im September<br />

2017 hatte dieser in der Senatsverwaltung die Nachfolge<br />

von Dr. Friedemann Kunst angetreten. Zuvor war er 31 Jahre bei<br />

der BVG in verschiedenen Funktionen beschäftigt. Unter anderem<br />

organisierte er dort den Verkehr bei Großveranstaltungen und war<br />

zuletzt Abteilungsleiter des Betriebsmanagements Omnibus. Vor<br />

dem Hintergrund der Zusammenarbeit von BVG, Mercedes und<br />

Via-Van beim Projekt „BerlKönig“ ist es schon bemerkenswert,<br />

dass der ehemalige hochrangige Mitarbeiter der BVG jetzt genau<br />

dort Chef ist, wo auch darüber entschieden wird, ob Anbieter wie<br />

„BerlKönig“ im Rahmen der Experimentierklausel eine Genehmigung<br />

erhalten.<br />

Bereits Ende März hatte das <strong>Taxi</strong>gewerbe seine Vorschläge zur<br />

Anpassung der Beförderungsentgelte vorgelegt und war davon<br />

ausgegangen, dass die Verordnung schon zum mittlerweile vergangenen<br />

Sommer geändert würde. Unter dem bestehenden Druck,<br />

die Gebühren für Kartenzahlungen streichen zu müssen, sollte es<br />

doch schnell gehen. Doch was geht schon schnell in <strong>Berlin</strong>? Hatten<br />

die Gewerbevertreter bei diesem Treffen, fünf Monate nach Antragstellung,<br />

endlich auf eine Festlegung hinsichtlich des neu zu vereinbarenden<br />

<strong>Taxi</strong>tarifs gehofft, so wurden sie bitter enttäuscht.<br />

Direkt zur Begrüßung wurde Ihnen eröffnet, dass dieses Treffen<br />

keineswegs eine offizielle „<strong>Taxi</strong>runde“ sei, der Kreis, in dem<br />

<br />

Tarifangelegenheiten üblicherweise geklärt werden, sondern<br />

AUSZUG AUS DER NEUNTEN<br />

TARIFVERORDNUNG<br />

Artikel 1<br />

§5 Absatz 2 Satz 1 Buchstabe b der Verordnung über<br />

Beförderungsentgelte im Taxenverkehr vom 6. <strong>Dezember</strong><br />

2005 (GVBl. S. 763), die zuletzt durch Verordnung vom 2.<br />

Juni 2015 (GVBl. S. 261) geändert worden ist, wird wie folgt<br />

gefasst:<br />

„b) bei Zahlung unter Inanspruchnahme des Gutschein-<br />

oder Rechnungssystems der <strong>Taxi</strong>zentralen 1,50 Euro,“<br />

Anmerkung der Redaktion: Diese Verordnung wurde am<br />

30. Oktober erlassen und trat am 14. Tag nach der Verkündung<br />

im Gesetz-und Verordnungsblatt für <strong>Berlin</strong> in Kraft.<br />

Die bisherige Regelung, wonach auf Kreditkarten ebenfalls<br />

ein Zuschlag von 1,50 € vorgeschrieben war, entfällt somit<br />

ersatzlos.<br />

Hinweis der Redaktion: Die Akzeptanzpflicht von Kreditkarten<br />

ist NICHT aufgehoben. Nach wie vor sind alle <strong>Berlin</strong>er<br />

<strong>Taxi</strong>s verpflichtet, Kreditkarten anzunehmen. Die Aufkleber<br />

mit dem <strong>Taxi</strong>tarif der Achten Veränderungsverordnung<br />

können weiterhin benutzt werden. Am besten den dort<br />

angegeben Kreditkartenzuschlag durchstreichen.<br />

TAXI<br />

NOVEMBER/ DEZEMBER/<strong>2018</strong><br />

13


WETTBEWERB<br />

lediglich ein „Vorgespräch“. Zunächst werde mit einer neunten<br />

Verordnung über Beförderungsentgelte im Taxenverkehr lediglich<br />

der Zuschlag für Kreditkarten kassiert. Die beantragte Fahrpreiserhöhung<br />

würde erst in einer folgenden, der zehnten Verordnung,<br />

separat geregelt werden.<br />

Das ganze Dilemma aktuellen Verwaltungshandelns wird am<br />

ursprünglichen Bestreben der Abteilung Verkehr deutlich, die<br />

den Zuschlag für Coupons und Rechnungsfahrten auf 75 Cent<br />

halbieren wollte (er bleibt jetzt doch bei 1,50 Euro). Beim Einlösen<br />

der Coupons würden ja keine höheren Gebühren verlangt, hieß<br />

es zur Begründung. Ohne auf die technische Herausforderung<br />

dieser Lösung eingehen zu wollen, werden hier auch inhaltlich<br />

die simpelsten Zusammenhänge ignoriert. Dass die Belege in der<br />

Funkzentrale abgerechnet werden müssen, dass dort in der Regel<br />

Wartezeiten in Kauf genommen werden müssen, dass es nicht<br />

selten Rückläufer gibt, die eine weitere Klärung durch den Unternehmer<br />

voraussetzen, bevor sie ausgezahlt werden, dass diese<br />

bargeldlosen Zahlungsmittel einen zusätzlichen buchhalterischen<br />

Aufwand bedeuten, dass Coupons also außer Gebühren auch einen<br />

enormen zusätzlichen Zeitaufwand erfordern, dies alles fällt bei<br />

der Behörde unter den Tisch. Muss für diesen Zusatzaufwand<br />

etwa kein Personal bezahlt werden, oder aber ist die Arbeit des<br />

Unternehmers nichts wert? Schon alleine für das Belassen dieses<br />

Zuschlags bei 1,50 Euro, wie bisher, verlangte die Verwaltung eine<br />

dezidierte, schriftliche Begründung von den Gewerbevertretern.<br />

DER STREIT DARF NICHT AUF DEM RÜCKEN DER<br />

BEHINDERTEN AUSGETRAGEN WERDEN<br />

Bereits die letzte Veränderung der Beförderungsentgelte im<br />

Taxenverkehr durch die Verordnung vom 02.06.2015 war primär<br />

der Einführung des Mindestlohns zum 1. Januar 2015 geschuldet.<br />

Seitdem wurde dieser erstmalig zum 01.01.2017 um vier Prozent,<br />

von 8,50 auf 8,84 Euro, erhöht. Im Januar 2019 folgt eine zweite<br />

Erhöhung auf 9,19 Euro pro Stunde (ebenfalls vier Prozent), und<br />

für 2020 ist eine weitere Erhöhung um 16 Cent auf 9,35 Euro<br />

vorgesehen.<br />

Trotzdem besteht bei der<br />

Behörde noch Redebedarf zu<br />

den Vorschlägen des Gewerbes.<br />

So hat sie z. B. ein Problem<br />

damit, die Wartezeit zu<br />

erhöhen, unterstellt gar subtil,<br />

damit insbesondere Behinderte<br />

zu diskriminieren. Durch den<br />

erhöhten Zeitaufwand für das<br />

Ein- und Ausladen und Sichern<br />

von Rollstuhlfahrern würde das vor allem sie treffen.<br />

Das Gegenteil ist der Fall: Über die etwas teurere Wartezeit<br />

zahlen alle Fahrgäste solidarisch einen Teil der Mindestlohnerhöhung.<br />

Das ist sogar ausgesprochen fair, da die Wartezeiten<br />

auch aufgrund verstopfter Straßen deutlich zunehmen. Da <strong>Taxi</strong>kunden<br />

für die erste Minute verkehrsbedingter Wartezeit laut<br />

geltendem <strong>Taxi</strong>tarif, trotz Mindestlohns, nichts zahlen müssen,<br />

muss der Preis pro berechneter Warteminute erhöht werden. Das<br />

ENTWICKLUNG DES MINDESTLOHNS<br />

IN DEUTSCHLAND<br />

8,50€<br />

8,84€<br />

2015 2016 2017 <strong>2018</strong> 2019<br />

AUSZUG AUS DEM „TAGESPIEGEL“<br />

„Wir bleiben noch kurz in der Verkehrsverwaltung,<br />

denn die sollte im<br />

rot-rot-grünen <strong>Berlin</strong> ja der Motor<br />

der Mobilitätswende werden – doch<br />

unter der Leitung von Senatorin<br />

Regine Günther knattert und keucht<br />

der Apparat vor sich hin wie ein<br />

Zweitakter auf Ölentzug im Riesengebirge.<br />

Für den schwer erkrankten<br />

Staatssekretär Jens-Holger Kirchner<br />

gab es keine adäquate Vertretung (was auch schwierig<br />

war, er ist der Beste für den Job). Die operativen Aufgaben<br />

wurden nach unten weitergereicht, dort ächzt Abteilungsleiter<br />

Hartmut Reupke unter der Doppellast – seine letzten<br />

Berufsjahre hat er sich wohl anders vorgestellt. Noch eine<br />

Etage darunter zieht sich Matthias Hort, Referatsleiter IV C<br />

(ÖPNV, gewerblicher Straßenpersonenverkehr, Kreuzungsrecht)<br />

jetzt selbst aus dem Verkehr – ihm bekommt das<br />

Klima nicht, er flüchtet unter die tiefstehende Sonne des<br />

Bezirksamts Charlottenburg-Wilmersdorf. Auch die erfahrene<br />

Ursula Kempny macht einen Abflug – und wird durch<br />

eine 30-Stunden-Kraft ersetzt. Sie ist nicht die Letzte, wie<br />

zu hören ist. […]“<br />

Erschienen im Tagesspiegel Checkpoint am Freitag,<br />

12.10.<strong>2018</strong>, Autor: Lorenz Maroldt.<br />

„Der Senat muss alles dafür tun,<br />

die Konkurrenzfähigkeit des<br />

<strong>Taxi</strong>gewerbes gegenüber neuen<br />

Anbietern zu gewährleisten.“<br />

9,19€<br />

9,35€<br />

2020<br />

Hartmut Reupke<br />

trifft niemanden, wenn der Verkehr einigermaßen rollt. Doch<br />

dafür ist der Senat zuständig.<br />

Bei der ganzen Betrachtung ist zu berücksichtigen, dass das<br />

<strong>Taxi</strong>gewerbe ausdrücklich keinen „Rolli-Tarif“ haben will. Im<br />

Rollstuhl sitzende Menschen sollen zum gleichen Fahrpreis befördert<br />

werden wie alle anderen<br />

auch. Zusatzaufwand muss<br />

aber in jedem Fall durch Fahrpreise<br />

abgedeckt sein, und<br />

dabei hat das <strong>Taxi</strong>gewerbe mit<br />

seinem Vorschlag einen sehr<br />

solidarischen Ansatz gewählt.<br />

Dies in Frage zu stellen, zeugt<br />

entweder von schlechter Vorbereitung<br />

in der Sache oder<br />

vom Unwillen, dem <strong>Taxi</strong>gewerbe Sicherheit bei den anstehenden<br />

Investitionen zu geben.<br />

Lässt sich das <strong>Taxi</strong>gewerbe mal wieder „auf die Rolle schieben“?<br />

Das Inkrafttreten der neunten Verordnung wird massive<br />

Einnahmeneinbußen im <strong>Taxi</strong>gewerbe zur Folge haben – eine<br />

Fahrpreissenkung ohne Kompensation. Die notwendige Erhöhung<br />

wird auf unbestimmte Zeit verschoben. Diese destruktive<br />

Herangehensweise der Behörde ärgert das <strong>Taxi</strong>gewerbe umso<br />

mehr, wenn gleichzeitig Probebetriebe für „Berlkönig“ oder „Allygator“<br />

genehmigt werden, die normalerweise mit dem <strong>Taxi</strong>gewerbe<br />

gemeinsam organisiert werden müssten und für die es, so<br />

gesehen, keinen Bedarf gibt.<br />

Zu Recht beklagt die <strong>Taxi</strong>branche den völlig unzureichenden<br />

behördlichen Schutz vor illegalen Praktiken neuer Anbieter und<br />

die freizügige Vergabe von Genehmigungen im Rahmen der Experimentierklausel.<br />

Aufgrund fehlender Wegstreckenzähler und<br />

digitaler Erfassung der Bewegungen von Mietwagen sind diese völlig<br />

außer Kontrolle und stehlen den <strong>Taxi</strong>s zunehmend Fahrgäste.<br />

FOTO: IVU Traffic Technologies<br />

14 NOVEMBER/DEZEMBER/ <strong>2018</strong> TAXI


WETTBEWERB<br />

FOTO: Stanislav Statsenko / <strong>Taxi</strong> <strong>Times</strong><br />

Obendrein zeigt der Einsatz von Fiskaltaxametern nichts von<br />

der versprochenen Wirkung. Es ist keine Marktregulierung<br />

erkennbar, nicht einmal eine Trendwende. Statt die Kontrollmöglichkeiten<br />

zu nutzen und wieder Chancengleichheit herzustellen,<br />

ist den Kontrollinstanzen bisher Totalversagen zu bescheinigen.<br />

Der Betrug geht weiter, die Anzahl der <strong>Taxi</strong>s steigt weiter. Enorme<br />

Investitionen der Betriebe in die gesetzlich vorgeschriebene Technik<br />

scheinen vergebens.<br />

WIE SOLL EIN SOLCHER TAXITARIF NOCH DIE<br />

STEIGENDEN KOSTEN DECKEN?<br />

Durch das drohende Fahrverbot für ältere Diesel stehen <strong>Taxi</strong>unternehmen<br />

erneut unter dem Zwang zu investieren. TÜV- und<br />

Eichgebühren sind deutlich gestiegen. Auch die Dieselpreise steigen<br />

stetig, der heiße und viel zu trockene Sommer und Trumps<br />

willkürliche Embargos werden nun richtig teuer. Zum Jahresende<br />

erhöhen viele Versicherer wieder die Prämien für Taxen und Mietwagen.<br />

Die von der Flughafengesellschaft in Vorbereitung befindlichen<br />

Umbauten in Tegel könnten zu einer deutlichen Verschärfung<br />

der Zufahrtsgebühren führen. Geplant ist, den Zuschlag für Fahrten<br />

ab Tegel zu vervierfachen. Die GEZ-Gebühren-Reform hat die<br />

Kosten je <strong>Taxi</strong> kräftig erhöht. All das haben die Gewerbevertreter<br />

DER ANTRAG VON „INNUNG”, TVB UND TD<br />

Grundpreis:<br />

bleibt bei 3,90 Euro<br />

Kilometerpreise: 0-7 km 2,20 Euro statt 2,00 Euro pro km<br />

Wartezeit:<br />

Kurzstrecke:<br />

ab 7 km 1,65 Euro statt 1,50 Euro pro km<br />

36 Euro statt 30 Euro pro Stunde<br />

6,00 Euro statt 5,00 Euro<br />

Neu: Für Gegenstände und Hilfsmittel, für deren Unterbringung<br />

ein Großraumtaxi erforderlich ist, werden fünf Euro<br />

berechnet. Kartenzahlung wird gebührenfrei.<br />

Neben diesem Antrag hat auch die BTV einen eigenen<br />

Antrag eingereicht, während der BTB offiziell keine Erhöhung<br />

beantragt hat.<br />

vorgetragen, alles gute Gründe, die Fahrpreise anzupassen.<br />

Die dringend notwendige und längst überfällige Tariferhöhung<br />

noch liegen zu lassen und zunächst einmal eine Fahrpreissenkung<br />

zu verordnen, ist fahrlässig. So darf der Senat nicht mit einem<br />

unverzichtbaren Bestandteil des öffentlichen Personennahverkehrs<br />

umgehen. Er müsste vielmehr alles dafür tun, die Konkurrenzfähigkeit<br />

des <strong>Taxi</strong>gewerbes gegenüber neuen Anbietern zu<br />

gewährleisten.<br />

Alle Beteiligten sind deshalb gut beraten, sich auf ihre ureigenen<br />

Aufgaben zu besinnen und sich schnellstens auf eine neue<br />

Fahrpreisverordnung zu verständigen – im Sinne der <strong>Taxi</strong>betriebe,<br />

im Interesse der Fahrgäste und zum Erhalt eines kompletten<br />

ÖPNV-Angebots.<br />

sb<br />

Mobilität für mehr<br />

Flexibilität.<br />

Individueller<br />

Sonderfahrzeugbau.<br />

TAXI<br />

NOVEMBER/ DEZEMBER/<strong>2018</strong><br />

API DE GmbH<br />

Karl-Marx-Str. 22-24<br />

D 12529 Schönefeld OT Großziethen<br />

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15<br />

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BZP-Vizepräsident Hermann Waldner mahnt auf einer Tagung des internationalen <strong>Taxi</strong>gewerbes mehr Zusammenarbeit an.<br />

AN EINEM STRANG ZIEHEN<br />

UND DIGITALISIEREN<br />

Jeden zweiten Herbst trifft das <strong>Taxi</strong>gewerbe Europas in Köln<br />

zusammen. Auf der Europäischen <strong>Taxi</strong>messe präsentieren Hersteller<br />

neue Produkte aus aller Welt. Das Programm war auch diesmal bunt.<br />

Vor genau zwei Jahren wurde<br />

<strong>Taxi</strong>-<strong>Berlin</strong>-Geschäftsführer Hermann<br />

Waldner während der 19.<br />

Europäischen <strong>Taxi</strong>messe (ETM) in Köln zum<br />

Vizepräsidenten des Deutschen <strong>Taxi</strong>- und<br />

Mietwagenverbandes e. V. (BZP) gewählt.<br />

Seitdem ist sein Terminkalender noch voller<br />

als zuvor. Bereits drei Tage vor Eröffnung<br />

der diesjährigen ETM reiste er nach Köln, da<br />

in der Messewoche immer Termine wie die<br />

BZP-Jahresversammlung, Podiumsdiskussionen<br />

und Tagungen des internationalen<br />

<strong>Taxi</strong>gewerbes auf dem Programm stehen.<br />

So redete Waldner am ersten Messetag beim<br />

<strong>Taxi</strong>forum des Weltdachverbands der Straßentransportwirtschaft<br />

IRU.<br />

Auftaktveranstaltung am Abend vor der<br />

Öffnung der Messehalle war der „Anker-<br />

Treff“, der vom <strong>Taxi</strong>händler Michael Much<br />

aus Bad Tölz gemeinsam mit <strong>Taxi</strong> <strong>Times</strong><br />

veranstaltet wurde. Hier trafen bereits<br />

viele <strong>Taxi</strong>unternehmer, Gewerbevertreter<br />

und weitere Gäste mit Vertretern von BZP,<br />

<strong>Taxi</strong> <strong>Berlin</strong> und taxi.eu zusammen, darunter<br />

Hermann Waldner, Jens Schmiljun<br />

und vier weitere <strong>Taxi</strong>-<strong>Berlin</strong>-Mitarbeiter.<br />

Dass das Ablegen der „Loreley“ um ein<br />

Haar wegen Niedrigwassers flachgefallen<br />

wäre, fand niemand dramatisch, da<br />

die Gespräche im Vordergrund standen.<br />

Dennoch war die abendliche Domstadt eine<br />

eindrucksvolle Kulisse.<br />

„Würden wir uns alle<br />

mehr bündeln, wären<br />

wir besser sichtbar.“<br />

Hermann Waldner<br />

Am Freitagmorgen strömten pünktlich<br />

ab zehn Uhr die Besucher in die Messehalle,<br />

in der über 100 Aussteller ihre<br />

neuesten Produkte wie <strong>Taxi</strong>zubehör und<br />

Inklusionslösungen vorstellten, Informationen<br />

verbreiteten, Präsenz zeigten und<br />

zum Teil die Besucher verköstigten (der<br />

Renner waren Mercedes-Hot-Dogs). Am<br />

taxi.eu-Stand empfing man internationale<br />

Gäste, beispielsweise die Gewerbevertretung<br />

aus Kopenhagen, präsentierte das<br />

europaweite Projekt und informierte über<br />

bisherige Erfolge: Mit dem taxi.eu-Netzwerk<br />

beweist die Branche seit dem Aufkommen<br />

der Smartphones, dass man zum<br />

Anbieten mobiler Smartphone-Applikationen<br />

für die <strong>Taxi</strong>bestellung keineswegs milliardenschwere<br />

Unternehmen benötigt. Mit<br />

62.500 angeschlossenen Wagen ist taxi.eu<br />

das größte <strong>Taxi</strong>netzwerk Europas.<br />

Bei diversen Ausstellern fanden Vorführungen,<br />

Verlosungen, Preisverleihungen<br />

und Diskussionen statt. Die Telekom veranstaltete<br />

an ihrem Stand unter dem Motto<br />

„Telekom-Talk“ zahlreiche Experten-Interviews<br />

in lockerem Ton zu einschlägigen<br />

Themen, so auch mit Hermann Waldner zur<br />

Digitalisierung im <strong>Taxi</strong>gewerbe. Thomas<br />

Sell, Kooperationsmanager der Telekom<br />

FOTO: Jerome Kirschkowski / <strong>Taxi</strong> <strong>Times</strong><br />

16 NOVEMBER/DEZEMBER/ <strong>2018</strong> TAXI


FOTO: Axel Rühle / <strong>Taxi</strong> <strong>Times</strong><br />

aus Hamburg, fragte, was das „Handfeste“<br />

sei, das in Sachen Digitalisierung auf die<br />

Branche zukäme. Hermann Waldner schilderte,<br />

wie der Kontakt zwischen Kunden<br />

und Anbietern im <strong>Taxi</strong>gewerbe sowie<br />

zwischen Funkzentralen und Fahrern seit<br />

2004 Stück für Stück digitaler und zuverlässiger<br />

wird. Er wies darauf hin, dass die<br />

Digitalisierung für das Gewerbe mehr Risiken<br />

als Chancen birgt, da man es mit milliardenschweren<br />

Unternehmen zu tun hat,<br />

gegen die die echten Funkzentralen unter<br />

großen Anstrengungen ihre Marktposition<br />

verteidigen und den engen Kontakt zum<br />

Talkrunde am Telekom-Stand: Hermann Waldner nennt Geschäftsfelder,<br />

die vom <strong>Taxi</strong>gewerbe noch erschlossen werden können.<br />

Kunden wahren müssen. Er begrüßte die<br />

Kooperation mit der Telekom als „starker<br />

Konzern an unserer Seite, der sich vorgenommen<br />

hat, uns bei der Digitalisierung,<br />

bei dieser schwierigen Aufgabe, mit unserem<br />

vergleichsweise wenigen Geld, das wir<br />

dafür haben, zu unterstützen und zu begleiten“.<br />

Sell sagte, die Telekom täte dies auch<br />

gerne, denn „wir glauben an die Branche“.<br />

WAS KANN DAS TAXI NOCH?<br />

Zum Thema, wohin das <strong>Taxi</strong>gewerbe<br />

in den nächsten Jahren steuert, erzählte<br />

Waldner von Diskussionen von vor fünf<br />

Jahren, bei denen prophezeit wurde, Uber<br />

habe „uns bis dahin ganz aufgefressen“<br />

oder die <strong>Taxi</strong>zentralen „seien tot“. Da dies<br />

nicht eingetreten ist, sei er mit Prognosen<br />

vorsichtig. Er sehe, dass <strong>Taxi</strong>zentralen in<br />

Großstädten von einigen Seiten torpediert<br />

werden und Aufträge einbüßen, zum Teil<br />

durch „überfallartige Angriffe“ wie kürzlich<br />

durch Uber in Düsseldorf. In kleineren<br />

Städten dagegen ändere sich fast nichts, da<br />

solche Konzerne hier (noch) keinen Markt<br />

wittern.<br />

Auf Sells interessante Frage, welche<br />

Geschäftsfelder neben der Personenbeförderung<br />

das Gewerbe künftig erschließen<br />

könnte, nannte Waldner das Beispiel Paketdienstleistungen<br />

(Stichwort innovative Vermittler<br />

und „Delivery just in time“), räumte<br />

aber ein, dass es dazu eines Umdenkens<br />

der Fahrer bedürfe, die das Befördern von<br />

Personen gewohnt sind, und nicht das<br />

Hochtragen von Paketen.<br />

Als „Steilvorlage“ bezeichnete Hermann<br />

Waldner Sells Frage, was er sich von den<br />

<strong>Taxi</strong>unternehmern – gerade in Hinsicht<br />

auf die Kampagne „Verlässlich ist modern“<br />

– wünschen würde: „Dass die Unternehmer<br />

uns mit Überzeugung unterstützen,<br />

dass sie mit den Leuten reden, Flyer verteilen,<br />

dass sie mit Außenwerbung und<br />

Kopfstützenwerbung fahren. Das Material<br />

ist da, das wird vom BZP zur Verfügung<br />

gestellt, man braucht<br />

uns nur Bescheid zu<br />

sagen. Das Allerwichtigste<br />

ist aber,<br />

sich zu informieren,<br />

die Fahrgäste zu<br />

informieren, dass<br />

die Fahrer nicht nur<br />

die Wähler informieren<br />

und überzeugen,<br />

sondern auch die<br />

Politiker, die mit<br />

dem <strong>Taxi</strong> fahren.<br />

Da höre ich in Lobbygesprächen<br />

mit der<br />

Politik in <strong>Berlin</strong> häufig<br />

Erfahrungen von Politikern mit <strong>Taxi</strong>fahrern,<br />

sowohl negative als auch positive. Ich<br />

glaube, es gibt nichts Überzeugenderes, als<br />

wenn ein <strong>Taxi</strong>fahrer einem Politiker direkt<br />

Dinge aus seiner Sicht erzählt.“ Natürlich<br />

sollte dies konkrete Aussagen beinhalten,<br />

die dem Politiker Handlungsanregungen<br />

bieten, und nicht allgemeine Kritik an der<br />

Politik ohne Verbesserungsvorschläge.<br />

In seiner Abschlussfrage brachte Sell<br />

seine Verwunderung darüber zum Ausdruck,<br />

dass angesichts des Mottos „Verlässlich<br />

ist modern“ nur sehr wenige „digitale<br />

Unternehmen“ wie seines auf der Messe<br />

vertreten seien. Den Grund dafür sieht<br />

Waldner in der noch zu wenig vorangeschrittenen<br />

Vernetzung der Anbieter. „Ich<br />

glaube, dass die noch zu sehr mit ihren<br />

eigenen Anliegen befasst sind. Wenn wir<br />

uns hier anschauen, <strong>Taxi</strong> Deutschland als<br />

Logo, taxi.eu, cab4me usw., die haben jede<br />

Menge zu tun, ihre Marke zu verbreiten,<br />

während Konkurrenten wie Uber ja keine<br />

allgemeine Kampagne machen müssen,<br />

sondern die Leute über ihre App direkt in<br />

die Fahrzeuge hineinziehen. Ich glaube,<br />

da haben wir noch einiges nachzuholen im<br />

<strong>Taxi</strong>gewerbe. Wenn wir uns mehr bündeln<br />

und alle in ein Horn tuten, dann würde<br />

das besser sichtbar hier auf der Messe<br />

auftauchen.“<br />

Einen Höhepunkt der Messe aus Sicht der<br />

Besucher bildete die traditionelle Verlosung<br />

zahlreicher Preise unterschiedlicher<br />

Sponsoren, angefangen beim Thermobecher<br />

über das Pkw-Reinigungsset bis hin zu<br />

Dachzeichen, Fiskaltaxametern und einer<br />

Kreuzfahrt. Der erste Preis war erneut<br />

eine von Mercedes gestiftete nagelneue<br />

<strong>Taxi</strong>limousine. Die vom Messeveranstalter<br />

Holger Goldberg persönlich durchgeführte<br />

Verlosung ist längst zum Ritual geworden,<br />

bei dem Euphorie und Enttäuschung dicht<br />

beieinander liegen, das aber immer einen<br />

hohen Unterhaltungswert hat.<br />

TAXITHEMEN KOMMUNIZIEREN<br />

Die Verlosung wird auch als Mittel eingesetzt,<br />

den Messebesuchern gewerbepolitische<br />

Themen näherzubringen, denn sie<br />

schließt sich jeweils direkt an eine Vortrags-<br />

und Diskussionsrunde an, bei der<br />

Gewerbevertreter wie Hermann Waldner,<br />

Peter Zander, Holger Goldberg und natürlich<br />

BZP-Präsident Michael Müller über<br />

aktuelle Entwicklungen und Probleme im<br />

<strong>Taxi</strong>gewerbe informieren und miteinander<br />

sowie oft mit Politikern und weiteren<br />

Experten diskutieren.<br />

Am Ende dieses Veranstaltungs-, Diskussions-<br />

und Messemarathons, als die<br />

meisten Besucher die riesige und zuvor gut<br />

gefüllte Veranstaltungshalle am Samstag<br />

um 17 Uhr verlassen hatten, plauderte ein<br />

erschöpfter aber zufriedener Hermann<br />

Waldner mit <strong>Taxi</strong> <strong>Times</strong> über das absolvierte<br />

Pensum – und musste sogleich in<br />

Richtung Flughafen Köln/Bonn aufbrechen,<br />

da die nächsten Termine nicht lange<br />

auf sich warten ließen. <br />

ar<br />

TAXI BERLIN TZB GMBH<br />

Persiusstraße 7, 10245 <strong>Berlin</strong><br />

Telefon: +49 (0)30 / 690 27 20<br />

Telefax: +49 (0)30 / 690 27 19<br />

E-Mail: info@taxi-berlin.de<br />

www.taxi-berlin.de<br />

Öffnungszeiten Kundencenter<br />

und Technikcenter<br />

Mo, Di, Do, Fr 10.00 bis 17.30 Uhr<br />

Mi 10.00 bis 14.30 Uhr<br />

Geschäftsführer<br />

Hermann Waldner<br />

Presserechtlich verantwortlich für<br />

diese Seite: Hermann Waldner<br />

Redaktion: Axel Rühle (ar)<br />

Pressekontakt: presse@taxi-berlin.de<br />

TAXI NOVEMBER/ DEZEMBER/<strong>2018</strong><br />

17


INNUNG DES BERLINER TAXIGEWERBES E. V.<br />

SCHWARZE<br />

ZAHLEN: WIR<br />

SIND WIEDER<br />

AKTIONSFÄHIG<br />

Neue und alte Gsichter bei der „Innung“: Carsten Reichert, Michelle Kramer,<br />

Mariusz Kramer, Jolanta Derda, Rolf Feja, Leszek Nadolski, Roland<br />

Knupper, Lutz Schneider (v.l.n.r.)<br />

Die „Innung“ traf sich diesmal zur alljährlichen<br />

Mitgliedervollversammlung bei der Toyota Motor<br />

Company in Friedrichshain.<br />

Die Tagesordnung war eher trocken,<br />

Vorstandsentlastung und<br />

Revisorenberichte hingegen gingen<br />

erwartungsgemäß durch wie Sahne.<br />

Wir haben finanziell endlich wieder festen<br />

Boden unter den Füßen. Die Zeit des Darbens<br />

ist vorüber, endlich vorbei die Phase<br />

der Schwarzmaler, die die Innung schon zu<br />

Grabe tragen wollten.<br />

So können wir den Kampf gegen illegale<br />

Machenschaften seitens Erscheinungen<br />

wie Uber sowohl mit Recherchemitteln<br />

als auch mit gerichtlichen Schritten fortführen.<br />

Nähere Ausführungen hierzu gab<br />

es von Hermann Waldner, Rolf Feja und<br />

Richard Leipold.<br />

Genauso trocken wie die gereichten<br />

Kekse musste allerdings auch aufstoßen,<br />

dass von der gesamten Mitgliedschaft<br />

gerade einmal 15 Prozent den Weg zur MV<br />

gefunden hatten – in Anbetracht unserer<br />

Aufgaben etwas dürftig. Wir haben es<br />

trotzdem geschafft, nahezu alle seit Juni<br />

vakanten Sitze des erweiterten Vorstandes<br />

durch demokratische Wahlen neu zu<br />

besetzen. Ein Glückwunsch sei diesen<br />

Neuen gereicht, denn sie wissen noch nicht,<br />

welche Arbeit auf sie zukommt. Aber sie,<br />

Danielo Baltrusch, Roland Knupper, Carsten<br />

Reichert, Lutz Schneider, sowie Mariusz<br />

Kramer als neuer Schatzmeister, werden<br />

sich sicher für uns alle engagieren, also<br />

auch für die Abwesenden, deren stillschweigendes<br />

Einverständnis wohl vorausgesetzt<br />

werden darf. Mag diese Arbeit so<br />

trocken sein wie die Kekse bei Toyota, so<br />

ist doch jede/r eingeladen, Hand anzulegen<br />

und mitzumachen, denn, Kolleginnen und<br />

Kollegen: Die „Innung“, das sind WIR!<br />

Und wir alle danken der Toyota-Motor-Company<br />

für die freundliche Betreuung<br />

als unser Gastgeber.<br />

rf<br />

NEUE BZP-COUPONS<br />

Nachdem der Bundesverband BZP<br />

endlich nach jahrelangem Zögern<br />

den Weg in die Hauptstadt gefunden<br />

hat, war die „Innung“ der Meinung,<br />

dass auch das Outfit der BZP-Coupons<br />

eine Änderung gebrauchen<br />

könnte. Das Resultat könnt Ihr<br />

nebenstehend sehen. Nach einer<br />

Anfrage der <strong>Berlin</strong>er Feuerwehr<br />

wegen der Nutzung von <strong>Taxi</strong>fahrten<br />

mit Coupons und Berichterstattung<br />

in den <strong>Berlin</strong>er Print-Medien wurde<br />

ein <strong>Berlin</strong>er Unternehmen auf diese<br />

gute Lösung aufmerksam und nimmt<br />

jetzt auch diese Form als Abrechnungsmöglichkeit<br />

bei <strong>Taxi</strong>fahrten<br />

wahr. Wieder ein weiterer Pluspunkt<br />

im Kampf gegen Uber und Mytaxi. rf<br />

TRADITION VERPFLICHTET<br />

INNUNG DES BERLINER<br />

TAXIGEWERBES E. V.<br />

Persiustraße 7, 10245 <strong>Berlin</strong><br />

Tel. Sekr.: +49 (0)30 / 23 62 72 01<br />

Tel. Kasse: +49 (0)30 / 23 62 72 04<br />

Telefax: +49 (0)30 / 344 60 69<br />

E-Mail: info@taxiinnung.org<br />

www.taxiinnung.org<br />

www.facebook.com/taxiinnung<br />

Presserechtlich verantwortlich für<br />

diese Seite: Leszek Nadolski (lena)<br />

Redaktion: Rolf Feja (rf)<br />

Die Jubilare: K. Wildenhayn (l.), D. Kunte (r.)<br />

Vor einigen Wochen begingen zwei<br />

Mitglieder der <strong>Taxi</strong>-„Innung“ <strong>Berlin</strong><br />

ihr 50-jähriges Jubiläum. 50<br />

Jahre! Uns gibt es sogar schon 118 Jahre.<br />

Es begann im Jahr 1900 mit dem<br />

Zusammenschluss von 149 <strong>Berlin</strong>er<br />

Fuhrherren … und geehrt wurden langjährige<br />

Mitglieder schon immer. Beide rührten<br />

uns mit einem herzlichen Empfang. Wir<br />

konnten uns überzeugen, dass die Kollegen<br />

immer noch sehr interessiert und gut informiert<br />

sind. Es waren angenehme Gespräche<br />

im Kreis der Familien, bei dem uns wieder<br />

einmal klar wurde: Die Funktionsweise<br />

im <strong>Taxi</strong>bereich hat sich nicht geändert.<br />

Bald kamen wir über alte Zeiten und alte<br />

Kollegen in Erinnerung. Neu für unsere<br />

Jubilare sind nur die Digitalisierung und<br />

die neuen Anbieter.<br />

lena<br />

FOTOS: „Innung“<br />

18 NOVEMBER/DEZEMBER/ <strong>2018</strong> TAXI


TAXI DEUTSCHLAND BERLIN E. V.<br />

Daniel Herbst, Ertan Ucar, Ahmad Vahdati, Irene Jaxtheimer, Hüseyin Koçak,<br />

Mehmet Ali Eren und Rainer Staeck (v.l.n.r.)<br />

Ertan Ucar sprach auf der Mitglieder-<br />

Versammlung in der Mercedes-Welt.<br />

TAXI DEUTSCHLAND –<br />

EINE ZEITREISE<br />

Eine kurze Auffrischung in Stichpunkten für diejenigen, die sich fragen,<br />

was wir überhaupt bis jetzt gemacht haben.<br />

Wir haben: <strong>Taxi</strong> Deutschland ins Anhörverfahren<br />

gebracht. Mit der Flughafengesellschaft kooperiert,<br />

dass die Schranken 1 Jahr offen blieben, um dann die<br />

Gebühr in den <strong>Taxi</strong>tarif aufzunehmen. Teilnahme von TD-Kollegen<br />

bei der Ortskundeprüfung. <strong>Taxi</strong>schulen organsiert und für sie<br />

Programme und Straßenkarten erstellen lassen. Gute Zusammenarbeit<br />

mit dem LABO und der Politik geschaffen. Mitwirkung von<br />

Kollegen aus unserem Verband bei der IHK-Sach- und Fachprüfung.<br />

Tarife mitgestaltet (vor unserer Zeit haben wir die Tariferhöhungen<br />

erst in der Zeitung gelesen). Gute Zusammenarbeit<br />

mit der Autoindustrie (DB, VW, Toyota).<br />

Jedem Unternehmer ein Zuhause gegeben, egal, welchem Land<br />

und welchem Glauben er angehörte. Bevor es TD gab, wurden<br />

bestimmte Unternehmer in den bestehenden Verbänden nicht als<br />

Mitglieder aufgenommen; es gibt viele Beispiele davon. Mit verschiedenen<br />

Gruppierungen zusammengearbeitet, um das Gewerbe<br />

zu vereinen.<br />

Kreditkartenzuschlag beantragt und bekommen. Mit Anwälten<br />

(Just, Herbst, Hizarci) zusammen vielen Kollegen geholfen – bei<br />

drohendem Verlust des P-Scheins und bei Konzessionsangelgenheiten.<br />

Jeden Donnerstag Vorstandssprechstunden abgehalten und<br />

die Sorgen der Kollegen angehört und nach Lösungen gesucht.<br />

Mit der Funkgesellschaft haben wir gut zusammengearbeitet.<br />

Ein großer Dank geht an meinen Wegweiser und Freund, der mir<br />

immer geholfen hat, wo es notwendig war: Danke, lieber Hermann,<br />

die letzten zehn Jahre wären ohne Dich nicht so erfolgreich gewesen,<br />

wie sie waren. Besonderen Dank auch an Jens Schmiljun, der<br />

immer da war, wenn es brannte :-). Danke auch an Thomas Lorenz.<br />

Wir haben viele Probleme gelöst oder den Einzelnen sich erklären<br />

lassen. Mehr als 1.500 Sitzungen durchgeführt, um Unternehmern<br />

und Fahrern Informationen weiterzugeben.<br />

Die Liste könnte ich noch endlos weiterführen.<br />

Das Gewerbe braucht jetzt Einheit, wie sie noch nie gebraucht<br />

wurde. TD hat im Vorstand immer die Straße gespiegelt: Vielfalt,<br />

Toleranz, Respekt und Disziplin sind unsere Stärke und es kann<br />

immer noch besser gemacht werden. Bleibt gesund!<br />

eu<br />

FOTOS: Kris Karaoglu, Hüseyin Kocak<br />

MITGLIEDERVERSAMMLUNG <strong>2018</strong><br />

Am 19. November <strong>2018</strong> fand die jährliche ordentliche Mitgliederversammlung von<br />

<strong>Taxi</strong> Deutschland <strong>Berlin</strong> e. V. in der Mercedes-Welt am Salzufer statt.<br />

Danke für das zahlreiche Erscheinen aller Mitglieder, Fördermitglieder und aller<br />

Gäste. Wie immer wurde der Bericht über eine Präsentation vorgeführt.<br />

Nachdem wir unseren Versammlungsleiter, Herrn RA Daniel Herbst (großen<br />

Dank), gewählt haben, hat die Versammlung mit der Verabschiedung der Tagesordnung<br />

begonnen. Punkt 9, die Wahl des ersten Vorsitzenden, wurde gestrichen.<br />

Unser erster Vorsitzender, Ertan Ucar, hatte seinen Rücktritt bekanntgegeben,<br />

nach langer Überlegung jedoch beschlossen, den Verband bis zum regulären<br />

Ende seiner Amtszeit weiterzuführen und die Mitglieder nicht im Stich zu lassen.<br />

Es folgten der Kassenbericht und der Bericht des Revisors. Der Verband ist wirtschaftlich<br />

gesund, und die Kasse wurde laut der Kassenprüfer ordentlich geführt.<br />

Der Vorstand wurde für das Jahr 2017 entlastet. Daraufhin wurde unsere Schatzmeisterin,<br />

Irene Jaxtheimer, wiedergewählt. Mehmet Eren wurde als Koordinator<br />

der Arbeitskreise gewählt, sowie auch die Wahl eines neuen Revisors. hk<br />

TAXI DEUTSCHLAND BERLIN E. V.<br />

Persiusstraße 7<br />

10245 <strong>Berlin</strong><br />

Tel. Sekr.: +49 (0)30 / 202 02 13 10<br />

Fax: +49 (0)30 / 202 02 13 11<br />

E-Mail: berlin@taxideutschland.eu<br />

www.taxideutschland.eu<br />

www.facebook.com/taxi.deutschland.eu<br />

Presserechtlich verantwortlich für diese<br />

Seite: Ertan Ucar (eu)<br />

Redaktion: Irene Jaxtheimer (jx), Hüseyin<br />

Koçak (hk)<br />

TAXI<br />

NOVEMBER/ DEZEMBER/<strong>2018</strong><br />

19


TAXIVERBAND BERLIN, BRANDENBURG E. V.<br />

Manchmal empfiehlt sich eine Kehrtwende.<br />

ORTSKUNDE? NEIN DANKE!<br />

Genau so lautet das Motto der Mietwagenbranche. Jede Prüfung ist<br />

aber auch ein Filter gegen Bewerber ohne jegliche Fähigkeiten.<br />

Bekanntlich haben es die Lobbyisten<br />

der Mietwagenbranche erreicht,<br />

die Ortskundeprüfung für Mietwagenfahrer<br />

als eine der Voraussetzungen<br />

für den P-Schein abzuschaffen. Hätte ich an<br />

ihrer Stelle auch gemacht. Klingt notwendig,<br />

wenn man eine Mietwagenflotte auf<br />

die Straße bringen will und sich nicht das<br />

Geschäftstempo von der Suche nach qualifiziertem<br />

Personal ausbremsen lassen will.<br />

Die offizielle Begründung für den bundesweiten<br />

Wegfall der Ortskundeprüfung<br />

für Miet- und Krankenwagenfahrer lautet<br />

unter anderem: Die Notwendigkeit, umfassende<br />

Ortskenntnisse zu besitzen und in<br />

einer Prüfung nachzuweisen, besteht vor<br />

allem bei Beförderungen, bei denen die<br />

TAXIVERBAND BERLIN<br />

BRANDENBURG E. V.<br />

Persiustraße 7<br />

10245 <strong>Berlin</strong><br />

Tel. Sekr.: +49 (0)30 / 24 33 54 08<br />

E-Mail: taxiverband@t-online.de<br />

www.taxiverband-berlin.de<br />

Presserechtlich verantwortlich für<br />

diese Seite: Detlev Freutel<br />

Redaktion: Detlev Freutel (df)<br />

Bemessung des Fahrpreises von der gefahrenen<br />

Strecke abhängt. Dies trifft nun aber<br />

bei Miet- und Krankenwagenfahrten nicht<br />

zu, da die Fahrt in der Regel vorbestellt und<br />

dafür auch ein fester Preis vereinbart ist.<br />

Der Fahrer hat die Möglichkeit, sich vorab<br />

über die Streckenführung zu informieren.<br />

Soweit die Überlegungen von Bund<br />

und Ländern zur Abschaffung der Ortskundeprüfung<br />

für Miet - und Krankenwagenfahrer.<br />

Ganz offensichtlich hat der<br />

Gesetzgeber vom weiten Arbeitsfeld der<br />

Personenbeförderung keine Ahnung – oder<br />

sich von den Lobbyisten beschwatzen lassen.<br />

Als Beleg ein konkretes Beispiel (aus<br />

einer Beschwerde an die <strong>Berlin</strong>er Senatsverwaltung<br />

für Umwelt, Verkehr und<br />

Klimaschutz):<br />

Ein schwerbehindertes Kind soll wie<br />

immer an einem Freitag um 13:00 Uhr<br />

von einer Schule in Spandau nach Hause<br />

nach Reinickendorf gebracht werden. Von<br />

dort fährt die Mutter es dann zum Virchow-Klinikum,<br />

wo um 14:00 Uhr eine<br />

Enzymersatztherapie stattfindet. Ein<br />

Mietwagenunternehmen, beauftragt von<br />

den Sozialinstitutionen <strong>Berlin</strong>, ist für den<br />

Transport zuständig. An einem sehr heißen<br />

Tag im Juni <strong>2018</strong> kam der Fahrer nach einer<br />

Stunde immer noch nicht in Reinickendorf<br />

an. Für die sehr besorgte Mutter begann<br />

nun ein Telefonmarathon: Schule, Erzieher,<br />

Fahrdienst, Vorgesetzter des Fahrdienstes<br />

und Fahrer. Nach endlosen dreieinhalb<br />

Stunden konnten die Eltern ihren Sohn in<br />

Empfang nehmen. Ein Horrorszenarium<br />

für die Eltern.<br />

Es stellte sich heraus, dass der Fahrer auf<br />

Grund einer Verwechselung erst zu einer<br />

falschen Adresse unterwegs war, dann<br />

wieder zur Schule zurückkehrte, um sich<br />

einen Stadtplan zu besorgen und noch ein<br />

anderes Kind mitzunehmen. Bei der Schule<br />

wurde dem Fahrer nochmal erklärt, wie er<br />

zur Adresse nach Reinickendorf zu fahren<br />

hätte. Als er immer noch nicht ankam, war<br />

es inzwischen gelungen, mit dem Fahrer<br />

telefonischen Kontakt aufzunehmen. Der<br />

Ehemann sprach mit dem Fahrer. Dieser<br />

sagte, dass er in einer Bernauer Str.<br />

irgendwo im Wald wäre. Ob er Richtung<br />

Spandau oder Reinickendorf fuhr, wüsste<br />

er nicht.<br />

Dieses nicht untypische Beispiel zeigt,<br />

dass Geschäftsinteressen über (oder<br />

Uber) die Interessen und die Sicherheit<br />

von Fahrgästen gestellt werden. Denn bei<br />

der Ortskunde geht es nicht nur um die<br />

Berechenbarkeit des Fahrpreises. Besonders<br />

in Großstädten spielt die Ortskunde<br />

eine erhebliche Rolle bei der Fahrsicherheit.<br />

Nicht umsonst erlaubt das Gesetz<br />

nur einen sogenannten Sekundenblick für<br />

elektronische Geräte.<br />

In der Hoffnung, dass die Gesetzesmacher<br />

und die Navi-Schlaumeier sich den §<br />

23 StVO durchlesen, verbleibt<br />

Detlev Freutel<br />

FOTO: stock.adobe.com<br />

20 NOVEMBER/DEZEMBER/ <strong>2018</strong> TAXI


ANTRIEB<br />

Richtkrone über der Mercedes-Welt am Salzufer<br />

RICHTFEST BEI MERCEDES<br />

AM SALZUFER<br />

Hier hat sich keine 18 Jahre alte Meldung in das aktuelle Blatt verirrt. So<br />

lange steht die Mercedes-Welt am Salzufer schon. Trotzdem wurde dort<br />

an einem der letzten schönen Sonnentage des Jahres Richtfest gefeiert.<br />

Auf dem vormaligen Parkplatz auf<br />

dem hinteren Teil des Geländes<br />

ist ein neues Gebäude errichtet<br />

worden. In dessen Keller kommt das Teilelager,<br />

ins Parterre eine großzügige neue<br />

Reparaturannahme und darüber ein Parkhaus<br />

mit 750 Stellplätzen.<br />

Insgesamt 50 Millionen Euro werden<br />

verbaut. Darin enthalten ist nicht nur das<br />

neue, zukunftsweisende Service-Terminal,<br />

dessen Richtfest gerade gefeiert wurde,<br />

sondern die umfangreiche Modernisierung<br />

der gesamten Mercedes-Welt am Salzufer.<br />

„Die Wünsche und Bedürfnisse unserer<br />

Kunden stehen im Fokus all unserer<br />

Handlungen. Zu unseren Service- und<br />

Vertriebsprozessen in der Mercedes-<br />

Welt werden wir noch umfangreichere<br />

Dienstleistungen anbieten können, kombiniert<br />

mit wegweisenden Verbesserungen<br />

in der Kundenbetreuung.<br />

Mit dem Neubau des Service-Terminals<br />

– und darüber hinaus mit Umbau des<br />

Showrooms – schaffen wir individuelle<br />

und emotionale Produkt- und<br />

Dienstleistungserlebnisse für unsere<br />

Kunden“, sagte Hans-Bahne Hansen,<br />

Direktor Mercedes-Benz <strong>Berlin</strong>.<br />

Das klingt doch beruhigend, wenn Mercedes<br />

auch in Zukunft auf Menschen setzt, die<br />

Autos kaufen, besitzen und damit leben, und<br />

sein Heil nicht nur im Verkauf von Mobilität<br />

sieht, wie es Futurologen prophezeien. Für<br />

Autos ohne Besitzer, gefahren von dienstbaren<br />

Geistern oder ganz von allein, müsste<br />

man keine individuellen und emotionalen<br />

Produkt- und Dienstleistungserlebnisse<br />

schaffen. Für das Frühjahr 2019 ist eine<br />

große Eröffnungs-Party geplant. wh<br />

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TAXI NOVEMBER/ DEZEMBER/<strong>2018</strong><br />

21


ANTRIEB<br />

Demonstranten vor dem Gerichtsgebäude in der Kirchstraße<br />

TEMPO 30 WAR<br />

ERST DER ANFANG<br />

Nun ist auch in <strong>Berlin</strong> entschieden worden: Fahrverbote für Diesel-<br />

Fahrzeuge sind auf elf Streckenabschnitten anzuordnen. Was steckt<br />

dahinter und kommt auf uns zu?<br />

Die Deutsche Umwelthilfe e. V.<br />

(DUH), ein gemeinnütziger Verein<br />

in Radolfzell am Bodensee und<br />

Hannover mit 287 Mitgliedern, der dem<br />

BUND nahesteht, hat vor dem <strong>Berlin</strong>er Verwaltungsgericht<br />

Klage erhoben, dass der<br />

Senat den Luftreinhalteplan dahingehend<br />

fortschreiben soll, dass zur Einhaltung des<br />

Grenzwertes von 40 µg NO 2<br />

pro m 3 Luft für<br />

HIER GILT DAS VERBOT<br />

die gesamte <strong>Berlin</strong>er Umweltzone ein Fahrverbot<br />

für Diesel-Fahrzeuge der Abgasklassen<br />

Euro 0 bis 5 erlassen wird.<br />

Darüber verhandelte die 10. Kammer des<br />

Verwaltungsgerichts <strong>Berlin</strong> am 9.10.<strong>2018</strong>.<br />

Der rechtliche Hintergrund besteht darin,<br />

dass EU-Gesetze verbindlich vorschreiben,<br />

dass die Grenzwerte an allen Straßen einzuhalten<br />

sind, was in <strong>Berlin</strong> seit geraumer<br />

„Die Land <strong>Berlin</strong> ist verpflichtet, für insgesamt 15 km Straßenstrecke (117 Straßenabschnitte)<br />

prüfen, ob Fahrverbote für Diesel-Fahrzeuge zur Einhaltung des<br />

Grenzwertes erforderlich sind. Unabhängig hiervon muss die Stadt jedenfalls<br />

auf den Strecken, auf denen nach seinen eigenen Berechnungen – selbst unter<br />

Berücksichtigung eines Fahrverbots für Diesel-Pkw bis zur Schadstoffklasse Euro<br />

5 – der Grenzwert nicht eingehalten wird, zwingend ein Fahrverbot anordnen, das<br />

auch Diesel-Lkw bis zur Schadstoffklasse Euro 5 umfasst. Es handelt sich dabei<br />

um insgesamt elf Straßenabschnitte an der Leipziger Straße, Reinhardtstraße,<br />

Brückenstraße, Friedrichstraße, dem Kapweg, Alt-Moabit, der Stromstraße und<br />

Leonorenstraße (auf einigen der Straßen sind mehrere Abschnitte vorgesehen).<br />

Der Senat prüft bereits weitere Straßen innerhalb und außerhalb der Umweltzone.“<br />

jh<br />

Zeit nicht der Fall ist. Einige Messstellen<br />

zeigen andauernd Überschreitungen,<br />

wobei „andauernd“ näher zu betrachten ist.<br />

Bei dem Grenzwert handelt es sich um<br />

einen Jahresmittelwert. Das heißt, die<br />

Ergebnisse der täglichen Messungen werden<br />

aufaddiert und durch 365, die Anzahl<br />

der Tage im Jahr, geteilt. Mathematisch<br />

heißt das „arithmetisches Mittel“. Es gibt<br />

noch andere Mittelwerte – aber das nur<br />

nebenbei.<br />

Dieser Mittelwert birgt mathematische<br />

Möglichkeiten, die man in der praktischen<br />

Auswirkung nicht gerne haben will: Wenn<br />

man an einem Tag im Jahr einen derart<br />

hohen NO 2<br />

-Wert misst, dass die Anwohner<br />

auf der Stelle blau anlaufen, und wenn man<br />

an den restlichen 364 Tagen überhaupt<br />

kein NO 2<br />

misst, könnte der vorgegebene<br />

Jahreshöchstwert durchaus eingehalten<br />

werden. Dem Gesetz wäre genüge getan.<br />

Die Leute, die an dem einen Tag dabei<br />

waren, hätten das Nachsehen.<br />

Hinzu kommen messtechnische Finessen.<br />

<strong>Berlin</strong> hat 23 Messstellen. Die sollen<br />

die Situation des ganzen Stadtgebiets<br />

FOTO: Wilfried Hochfeld / <strong>Taxi</strong> <strong>Times</strong><br />

22 NOVEMBER/DEZEMBER/ <strong>2018</strong> TAXI


ANTRIEB<br />

abbilden. Dazu braucht es wiederum<br />

mathematische Modelle, die ihrerseits ihre<br />

Tücken haben.<br />

All das hat das Gericht mit bedacht –<br />

und wollte sich nicht näher damit befassen.<br />

Gutachter hätten sich endlos darüber<br />

streiten können, damit die Prozesskosten<br />

hoch getrieben und eine Entscheidung um<br />

Jahre verzögert. Der Sache hätte das nicht<br />

gedient – und an einem möglichen Ergebnis<br />

wenig geändert.<br />

Rechtlich ist die Sache eindeutig. Der<br />

Senat muss zwingend Maßnahmen ergreifen,<br />

um den Grenzwert einzuhalten. Wie<br />

er das tut, liegt im Ermessen. Wenn sein<br />

Handeln nicht zum erforderlichen Ziel<br />

führt, ist sein Ermessen zu Ende, und das<br />

Gericht muss anordnen. Hier kommen prinzipielle<br />

Erwägungen über die staatliche<br />

Gewaltenteilung ins Spiel. Volkstümlich<br />

ausgedrückt: Den Gerichten stinkt es, dass<br />

sie immer wieder Aufgaben der Exekutive<br />

wahrnehmen müssen.<br />

GETEILTE PROZESSKOSTEN<br />

Gleich zu Prozessbeginn ließ das Gericht<br />

durchblicken, dass angesichts von 5 bis 30<br />

Straßenkilometern (je nach Modellrechnung)<br />

mit Messwertüberschreitung ein<br />

Diesel-Fahrverbot für die gesamte Umweltzone<br />

nicht infrage kommt. Die DUH nahm<br />

deshalb ihren dahingehenden Antrag<br />

zurück und beschränkte sich ersatzweise<br />

darauf, die Umsetzung eines der vom Senat<br />

vorgeschlagenen Szenarien zu verlangen.<br />

So wurde vom Gericht beschlossen<br />

wie bekannt: Der Senat erlässt bis zum<br />

31.3.2019 die Fortschreibung des Luftreinhalteplans,<br />

worin ein Fahrverbot für Diesel-Fahrzeuge<br />

der Abgasstufen Euro 0 bis<br />

5 in den aufgezählten Straßenabschnitten<br />

festgelegt wird.<br />

Damit hat die DUH beim Senat offene<br />

Türen eingerannt. Denn eins seiner selbst<br />

entwickelten Szenarien hätte der Senat<br />

auch ohne Prozess umsetzen müssen. Einzig<br />

die kurze Fristsetzung bis Ende März<br />

Jürgen Resch, Bundesgeschäftsführer der DUH,<br />

wird von Reportern interviewt<br />

2019 kann als Erfolg der DUH bezeichnet<br />

werden. Wenn es die DUH bei der Rücknahme<br />

ihres weitgehenden Antrags belassen<br />

hätte, nachdem das Gericht angedeutet<br />

hatte, nicht darauf einzugehen, ohne hilfsweise<br />

die Durchführung der Senatsvorlage<br />

zu beantragen, wäre das einer Klagerücknahme<br />

gleichgekommen. Der Prozess wäre<br />

ohne Urteil beendet worden. Die DUH hätte<br />

die Prozesskosten allein tragen müssen. So<br />

gehen die Prozesskosten je zur Hälfte zu<br />

Lasten der DUH und des Senats.<br />

Was bedeutet das Urteil? Für die <strong>Berlin</strong>er<br />

Luft vermutlich nichts, jedenfalls keine<br />

Verbesserung. Diejenigen Dieselfahrer, die<br />

sich an die Fahrverbote halten, werden<br />

kaum aufhören, ihre Autos zu benutzen.<br />

Sie nehmen andere, weitere Wege, um die<br />

Verbotsstrecken zu umfahren. An den einschlägigen<br />

Messstellen wird der Grenzwert<br />

dann vielleicht eingehalten und damit den<br />

Buchstaben des Gesetzes entsprochen.<br />

Absolut wird der NO 2<br />

-Ausstoß wegen der<br />

weiteren Wege eher steigen, und der Schadstoff<br />

wird „gerechter“ verteilt.<br />

Wer die Fahrverbote ignoriert und einfach<br />

weiter durchfährt, geht kein besonders<br />

großes Risiko ein, dabei<br />

erwischt zu werden, denn<br />

man sieht den Autos ihre<br />

Schadstoffklasse nicht<br />

an. Die Polizei müsste<br />

die Autos zur Kontrolle<br />

anhalten und in die<br />

Papiere schauen. Um das<br />

wirksam durchzuführen,<br />

hat sie nicht genügend<br />

Personal.<br />

Denkbar wäre auch<br />

eine Halterabfrage,<br />

mit der anhand des<br />

Auto-Kennzeichens die<br />

Euro-Abgasnorm festgestellt<br />

wird. Das ließe sich<br />

sogar mit entsprechender<br />

Kameratechnik automatisieren,<br />

kostet aber Zeit<br />

und Geld und stieße auf organisatorische<br />

Schwierigkeiten.<br />

Solange fast alle Autos mit Benzin oder<br />

Diesel fahren, hilft gegen verkehrsbedingte<br />

Schadstoffe nur eins: weniger Auto fahren.<br />

Genau das herbeizuführen, tut sich die<br />

Politik schwer. Insofern ist das Urteil eine<br />

Ohrfeige für den Senat. Die Rechtslage war<br />

spätestens seit dem Leipziger Grundsatzurteil<br />

klar, die sachliche Notwendigkeit von<br />

Verkehrsbeschränkungen auch.<br />

WAS IST MIT DER BEFÖRDERUNGS-<br />

PFLICHT FÜR DIESEL-TAXEN?<br />

Trotzdem wurde weiterhin nur an allerlei<br />

Nebenaspekten herumgedoktert (Radwege,<br />

Umtauschprämien usw.), anstatt dem<br />

Wähler klar zu sagen: „Schrippen holen<br />

mit dem SUV geht nicht mehr.“ Pläne zur<br />

Umsetzung der EU-Vorgaben blieben offenbar<br />

in der Schublade. Der Senat ließ sich<br />

lieber vom Gericht verdonnern, als selbst<br />

Verantwortung zu übernehmen.<br />

Was bedeutet das Urteil für uns, das<br />

<strong>Taxi</strong>gewerbe – und für all die anderen,<br />

die aus wirtschaftlichen oder anderen<br />

unabdingbaren Notwendigkeiten mit den<br />

<br />

FOTO: Wilfried Hochfeld / <strong>Taxi</strong> <strong>Times</strong><br />

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TAXI<br />

NOVEMBER/ DEZEMBER/<strong>2018</strong><br />

23


ANTRIEB<br />

Autos, die sie gerade haben, auch auf den<br />

gesperrten Strecken fahren müssen?<br />

Von der Zwangsstilllegung aller Diesel-Taxen<br />

unter Euro 6 bis zur großzügigen<br />

Ausnahmegenehmigung ist alles<br />

denkbar. Theoretisch kann ein <strong>Taxi</strong>, das<br />

nicht jeden Fahrgast auf dem kürzesten<br />

Weg an jedes Ziel bringen kann, seiner<br />

Beförderungspflicht nicht nachkommen,<br />

also nicht betrieben werden – oder gibt es<br />

genügend andere Taxen, die überall hinfahren<br />

dürfen?<br />

Bevor das wieder auf juristische Spitzfindigkeiten<br />

hinausläuft, ist der Senat<br />

gefordert, in eigener Verantwortung praktikable<br />

Lösungen zu finden. Es stellt sich<br />

die Frage, welcher Autoverkehr notwendig<br />

ist und welcher nicht.<br />

Lieferanten, Handwerker, Notdienste,<br />

Mobilitätsanbieter für Autolose wird man<br />

wohl per Ausnahmegenehmigung fahren<br />

lassen müssen. Das hat sich bereits während<br />

der Gerichtsverhandlung angedeutet.<br />

Da würden neben der BVG auch <strong>Taxi</strong>s dazu<br />

gehören. Was ist mit den Autofahrern,<br />

die in den Fahrverbotsstrecken wohnen<br />

oder arbeiten, was mit<br />

den vielen Pendlern,<br />

die mangels Alternative<br />

mit dem Auto zur<br />

Arbeit kommen?<br />

Die schriftliche<br />

Urteilsbegründung<br />

lag bei Redaktionsschluss<br />

noch nicht vor.<br />

Das heißt, die Frist für<br />

eine vom Gericht zugelassene<br />

Berufung hat<br />

noch gar nicht angefangen.<br />

In der mündlichen<br />

Verhandlung<br />

hat das Gericht für<br />

beide Parteien einleuchtend<br />

begründet,<br />

warum das Urteil so und nicht anders<br />

ausgefallen ist. Daher ist eine Berufung<br />

gegen das Urteil wenig wahrscheinlich.<br />

Für die DUH ist mehr nicht drin. Der Senat<br />

wollte sowieso in dieser oder ähnlicher<br />

Form tätig werden. Das Urteil (VG 10 K<br />

207.16), für das wegen grundsätzlicher<br />

Bedeutung der Sache die Berufung zum<br />

Jürgen Resch kommentiert das Urteil des <strong>Berlin</strong>er<br />

Verwaltungsgerichts<br />

Oberverwaltungsgericht <strong>Berlin</strong>-Brandenburg<br />

zugelassen ist, wirft mehr Fragen<br />

auf, als es löst. Die Justiz löst juristische<br />

Probleme auf ihre Weise, also juristisch.<br />

Die Politik muss praktische Probleme<br />

lösen, und zwar so, dass sie für ihre Wähler<br />

akzeptabel sind, also politisch. wh<br />

DIESEL MIT EURO 6D-TEMP<br />

SIND SICHER<br />

Im Rahmen der Europäischen <strong>Taxi</strong>messe<br />

hat ein ranghoher Mitarbeiter<br />

des Verkehrsministeriums den<br />

Euro-6d-Temp-Dieselmotor als Teil der<br />

Lösung zur Luftreinhaltung definiert.<br />

„Die Gerichtsurteile zur Luftreinhaltung<br />

fallen schärfer aus“, berichtete Dr. Norbert<br />

Salomon, Leiter der Grundsatzabteilung<br />

im Bundesverkehrsministerium, im Rahmen<br />

der Europäischen <strong>Taxi</strong>messe Anfang<br />

November in Köln. Zu Anfang hätten die<br />

Gerichte noch zurückhaltend reagiert. Die<br />

richterlichen Aufforderungen an die Länder<br />

bestanden „nur“ darin, den Luftreinhalteplan<br />

zu bearbeiten und dabei auch Fahrverbote<br />

in Betracht zu ziehen. Dann aber<br />

kam vor kurzem das Urteil aus Frankfurt<br />

am Main, in dem das Gericht Fahrverbote<br />

unmittelbar einforderte.<br />

„Das löst natürlich Verunsicherung aus“,<br />

gesteht Salomon, „insbesondere auch im<br />

<strong>Taxi</strong>gewerbe.“ Teilweise seien die Fahrzeuge,<br />

die mit einem solchen Fahrverbot<br />

belegt werden, noch relativ jung. Fahrverbote<br />

dürfen allerdings nicht so breit ausgesprochen<br />

werden, dass Berufsgruppen wie<br />

<strong>Taxi</strong>fahrer nicht mehr unterwegs sein dürfen.<br />

„So weit wird es nicht kommen“, prophezeit<br />

Salomon. „Ich bin hundertprozentig<br />

sicher, dass wir bestimmte Ausnahmen von<br />

den Fahrverboten erlassen werden.“<br />

Der Leiter der Grundsatzabteilung verweist<br />

darauf, dass es das bei anderen<br />

Umweltmaßnahmen auch bereits Ausnahmegenehmigungen<br />

gegeben habe,<br />

beispielsweise bei der Einführung von<br />

Partikelfiltern. Dazu komme, dass etliche<br />

Dieselmodelle bereits den neuesten Standards<br />

entsprechen, wovon sich Salomon<br />

bei seinem Rundgang über die Europäische<br />

<strong>Taxi</strong>messe kurz zuvor ein Bild machen<br />

konnte.<br />

DIESEL-TAXEN SAUBER GENUG?<br />

„Solche Fahrzeuge werden nie und nimmer<br />

von einem Fahrverbot betroffen sein“,<br />

versprach er. „Euro 6d-Temp ist auf jeden<br />

Fall ein Teil der Lösung. All die kommenden<br />

Fahrzeuge werden einen Beitrag zur<br />

Luftreinhaltung leisten. Daher sehe ich gar<br />

keinen Grund, das <strong>Taxi</strong>gewerbe in irgendeiner<br />

Art und Weise zu belasten. Die Sorgen<br />

muss man also relativieren.“<br />

Zum Thema Umweltschutz im Verkehr<br />

ist sich Salomon sicher, dass das <strong>Taxi</strong>gewerbe<br />

hier einen großen Beitrag leisten<br />

kann, weil ein sauberer Diesel bereits Teil<br />

der Lösung für saubere Luft ist. Im Bereich<br />

Dr. Norbert Salomon,<br />

Leiter der Grundsatzabteilung im<br />

Bundesverkehrsministerium<br />

des Klimaschutzes brauche man allerdings<br />

noch andere Lösungen. Hier geht es eindeutig,<br />

schon aus Kostengründen, in den<br />

Bereich der Elektromobilität. „Wenn wir im<br />

Bereich des Klimaschutzes vorankommen,<br />

kommen wir auch gleichzeitig im Bereich<br />

der Luftreinhaltung voran. Das hat eine<br />

hervorragende Synergie“. Die Fahrzeughersteller<br />

lobt und ermahnt Salomon in einem<br />

Satz: „Die sind schon ganz gut, aber das<br />

geht noch besser.“<br />

Die Modellangebote müssten noch mehr<br />

in die Breite gehen und sie müssten vor<br />

allem Alternativen für das <strong>Taxi</strong>- und Mietwagengewerbe<br />

bereithalten. „Das erhöht<br />

die Sichtbarkeit und zeigt, dass es eine verlässliche<br />

Technologie ist. Man hat damit<br />

eine Vorreiterfunktion.“ <br />

jh<br />

FOTOS: Wilfried Hochfeld / <strong>Taxi</strong> <strong>Times</strong><br />

24 NOVEMBER/DEZEMBER/ <strong>2018</strong> TAXI


KOLUMNE<br />

ZEHN JAHRE<br />

VOR ROTEN AMPELN<br />

Wenn diese Kolumne erscheint, hab’ ich mein zehntes Jahr im <strong>Taxi</strong> voll.<br />

Ein Jahrzehnt. Fast so lange wie eine <strong>Berlin</strong>er Flughafeneröffnung<br />

oder eine Runde um den Stadtring im Berufsverkehr.<br />

FOTO: stock.adobe.com<br />

Zehn Jahre – Zeit, endlich mal<br />

was über Ampeln zu schreiben,<br />

denn das wollte ich das<br />

erste Mal bereits vor mehr als sieben<br />

Jahren tun. Als mir auffiel, dass <strong>Taxi</strong>fahrer<br />

immer wieder Haltelinien an<br />

Ampeln missachten, und ich stellte<br />

schnell fest, dass ich das auch tat.<br />

Meine Erklärung damals: Es ist, weil<br />

ich mir als Fahrer mit fremden Leuten<br />

im Auto, als professioneller Personenbeförderer,<br />

einfach angewöhnt<br />

habe, möglichst wenig unangenehme<br />

Bremsmanöver zu machen und lieber<br />

so eine Linie Linie sein lasse – zumindest,<br />

wenn an der Stelle kein Blitzer<br />

steht oder Fußgänger geht. Ich weiß<br />

nicht, ob das auch die Begründung<br />

aller Kollegen wäre, aber ich glaube<br />

ja an das Gute im Menschen.<br />

Und da man ständig mit diesen Biestern zu tun<br />

hat, ist mir noch mehr eingefallen:<br />

Zum Beispiel, wie ich Ampelphasen kennengelernt<br />

habe. Wie man wo bei welcher Geschwindigkeit<br />

noch durchkommt, wo man sowieso halten<br />

muss. Man kommt sich manchmal wie ein Alien<br />

vor, wenn man gemütlich ausrollend dabei zusieht,<br />

wie andere Verkehrsteilnehmer so aufs Gas einhämmern,<br />

dass der Sprit, ohne überhaupt noch<br />

verbrannt zu werden, hinten rausgedrückt wird,<br />

und das, obwohl es nicht klappen kann, die Ampel<br />

vorne hinter der Kurve noch bei Grün zu kriegen,<br />

weil die bereits seit einer Sekunde rot ist. Weiß<br />

man doch! Klappt natürlich leider nicht für’s ganze<br />

Stadtgebiet. Im Schnitt liegt man doch so oft falsch,<br />

dass man nicht versuchen sollte, damit Eindruck<br />

zu schinden.<br />

Dann: dass Touristen aus dem Ausland fast<br />

immer Lampe statt Ampel sagen und sie damit<br />

trotz richtiger Buchstaben falsch und eigentlich<br />

dann doch wieder fast korrekt liegen. Ich wollte<br />

das unbedingt mal erwähnen.<br />

Und noch irgendwas mit der Wartezeitunterdrückung.<br />

Das müsste mal ein Kollege aus der Tagschicht<br />

erzählen.<br />

Was Persönliches: Obwohl die einzigen meiner<br />

Punkte während des <strong>Taxi</strong>fahrens einem angeblichen<br />

Rotlichtverstoß vor Urzeiten entsprangen<br />

– gefühlt gibt es im Unterschied zu Fußgängern<br />

und Radlern kaum Leute, die das im Auto absichtlich<br />

machen. Und die, die's tun, sitzen dann hinten<br />

im <strong>Taxi</strong> und erklären, dass sie da „natürlich<br />

noch rübergefahren“ wären. So einen Spezialisten<br />

hatte ich dann letztens wieder. Hatte es eh ein<br />

wenig eilig, dafür dass es zwei Uhr nachts war<br />

und er eigentlich bereits alle Bier intus hatte, die<br />

er an diesem Abend hätte trinken sollen. Und<br />

wir stehen an einer vierspurigen Kreuzung, die<br />

Rotphase dauerte etwas länger, weil aus beiden<br />

Richtungen auch noch eine Straßenbahn durch<br />

musste.<br />

„Weeßte, ick wär da jetz' flink durchjewuselt.“<br />

– „Schlechte Idee.“ – „Nee, jetz' nix Idee, is ja<br />

jut Platz jewesen.“ – „Warum fahren Sie eigentlich<br />

nicht selbst?“ – „Ick darf nimma. Wejen so'n<br />

Zwischenfall, vastehste?“ Verstehe.<br />

Am Ende wird man die Teile nie mögen, sie<br />

werden einfach zu oft rot. Wobei ich da noch eine<br />

interessante Idee seitens eines sehr kleinen Fahrgastes habe:<br />

Der mutmaßte nach langem, langem Blick auf die ratternde<br />

Uhr, das Taxameter zähle wohl immer 20 Cent dazu, wenn das<br />

Auto unter einer Ampel durchfahre. Zuzüglich zum bisherigen<br />

Tarif scheint mir das eine gute Idee zu sein.<br />

sash<br />

Der Autor Sascha Bors betreibt als Sash einen eigenen <strong>Taxi</strong>blog,<br />

hat sich aber vor kurzem in die Elternzeit verabschiedet. Wir<br />

wünschen eine tolle Zeit mit dem neuen Erdenbürger!<br />

TAXI<br />

NOVEMBER/ DEZEMBER/<strong>2018</strong><br />

25


QUERBLICK<br />

INKLUSION,<br />

DISKUSSION UND<br />

FRUSTRATION<br />

Die <strong>Taxi</strong>welt ist in Bewegung. Und mit ihr auch<br />

die <strong>Taxi</strong>-<strong>Times</strong>-Redaktion. Ein Überblick,<br />

welche Themen außerhalb <strong>Berlin</strong>s aktuell<br />

sind – und wo man was nachlesen kann.<br />

Für die Münchener <strong>Taxi</strong>zentrale<br />

IsarFunk ist <strong>Berlin</strong> das große Vorbild.<br />

Das Inklusionstaxi soll sich<br />

auch in der bayerischen Landeshauptstadt<br />

etablieren. Genau an jenem Mittwoch, an<br />

dem das <strong>Berlin</strong>er LAGeSo mit der Veröffentlichung<br />

seiner Förderrichtlinien den<br />

offiziellen Startschuss zur Förderung der<br />

Inklusionstaxis gab, veranstalte die Isar-<br />

Funk-<strong>Taxi</strong>zentrale einen Informationstag<br />

zum selben Thema. Dort verkündeten der<br />

Geschäftsführer Christian Hess und sein<br />

Kundenbetreuer Jürgen Dinter, dass man<br />

jedes Inklusionstaxi drei Monate lang beitragsfrei<br />

vermittle – ein klares Signal der<br />

<strong>Taxi</strong>branche, dass man großen Wert auf<br />

jene Zielgruppe legt, die von (halblegalen)<br />

App-Anbietern ignoriert wird.<br />

Mit die größten Diskussionen entstehen<br />

bei Rollifahrten über den dafür notwendigen<br />

Sonderzuschlag. Sind mehr als zehn<br />

Euro gerechtfertigt, weil die Anfahrten weiter<br />

und die Ein- und Ausstiegsdauer länger<br />

sind? Oder stellt das eine ungerechtfertigte<br />

Diskriminierung der gehandicapten Fahrgäste<br />

gegenüber den nicht Eingeschränkten<br />

dar?<br />

Bei einer von <strong>Taxi</strong> <strong>Times</strong> gemeinsam<br />

mit dem SoVD durchgeführten Umfrage<br />

zu Inklusionstaxis fielen die Antworten<br />

auf einen möglichen Zuschlag und dessen<br />

Höhe sehr unterschiedlich aus. In welcher<br />

Spanne sich die Vorstellungen bewegten<br />

und welche sonstigen Antworten die<br />

Leser gaben, ist in der <strong>Dezember</strong>-Ausgabe<br />

der bundesweiten <strong>Taxi</strong> <strong>Times</strong> DACH<br />

nachzulesen.<br />

Aktuell wird in Deutschland viel über,<br />

mit und innerhalb des <strong>Taxi</strong>gewerbes diskutiert.<br />

Dabei herrscht zwischen Politik<br />

und <strong>Taxi</strong>gewerbe oft Konsens, manchmal<br />

aber auch gehöriger Dissens, und leider<br />

vereinzelt einfach nur Fassungslosigkeit<br />

zu den Ansichten mancher Politiker. Die<br />

Aussagen des Bundesverkehrsministers<br />

Andreas Scheuer, Uber mit entsprechenden<br />

Änderungen des PBefG unterstützen<br />

zu wollen, sind frustrierend. In <strong>Taxi</strong> <strong>Times</strong><br />

DACH wie auch auf der Homepage (www.<br />

taxi-times.com) und in der <strong>Taxi</strong>-<strong>Times</strong> App<br />

sind die wichtigsten Reaktionen und Statements<br />

zusammengefasst.<br />

UBER-PROZESS IN MÜNCHEN:<br />

NOCH KEINE ENTSCHEIDUNG<br />

Es sind nach wie vor sehr unruhige Zeiten<br />

für die <strong>Taxi</strong>branche. Die Uber-Partner<br />

sind trotz ihres illegalen Verhaltens nicht<br />

zu stoppen – und Gerichte zu langsam.<br />

In der kommenden Münchener Ausgabe<br />

berichtet die <strong>Taxi</strong>-<strong>Times</strong>-Redaktion von der<br />

jüngsten Verhandlung im Verfahren „Uber<br />

gegen <strong>Taxi</strong>“ vor dem Landgericht. Was dort<br />

passiert ist, lässt so manchen Kollegen den<br />

Glauben an den Rechtsstaat verlieren.<br />

Man kann all das aber auch so interpretieren:<br />

Um sich im harten Wettbewerb<br />

gegen Uber, Berlkönig & Co. zu behaupten,<br />

darf sich die Branche nicht auf andere verlassen,<br />

sondern muss selbst die Initiative<br />

ergreifen. Sammelfahrten, die dank digitaler<br />

Technik auch das Teilen mit fremden<br />

Personen ermöglichen, sind keine schlechte<br />

Idee. Untragbar ist nur, dass dies aktuell<br />

den kapitalüberladenen Großkonzernen mit<br />

vielen zusätzlichen Autos genehmigt wird.<br />

Das gleiche Konzept lässt sich ganz wunderbar<br />

auch von Personen aus dem <strong>Taxi</strong>gewerbe<br />

gemeinsam mit den <strong>Taxi</strong>unternehmen<br />

und den Linienverkehrsgesellschaften<br />

umsetzen, nur mit dem Unterschied, dass<br />

dazu keine zusätzlichen BerlKönig-, Allygator-<br />

oder Clever Shuttle-Fahrzeuge nötig<br />

sind. <strong>Taxi</strong> <strong>Times</strong> DACH wird ein solches<br />

Konzept (CarlE) in seiner aktuellen Ausgabe<br />

vorstellen. Abonnenten bekommen<br />

diese Ausgabe wie immer direkt nach<br />

Hause geschickt.<br />

jh<br />

IMPRESSUM<br />

Verlag<br />

taxi-times Verlags GmbH,<br />

Frankfurter Ring 193 a<br />

80807 München, Deutschland<br />

Telefon: +49 (0)89 / 14 83 87 91<br />

Telefax: +49 (0)89 / 14 83 87 89<br />

E-Mail: info@taxi-times.taxi<br />

Internet: www.taxi-times.taxi<br />

Geschäftsführer und V. i. S. d. P.<br />

Jürgen Hartmann (jh)<br />

Bankverbindung<br />

Stadtsparkasse München<br />

IBAN: DE89701500001003173828<br />

BIC: SSKMDEMM<br />

UST-ID: DE293535109<br />

Handelsregister: Amtsgericht München<br />

HRB 209524<br />

Redaktion (tt)<br />

Stephan Berndt (sb), Jürgen Hartmann (jh), Wilfried<br />

Hochfeld (wh), Axel Rühle (ar), Hayrettin Şimşek (hs)<br />

E-Mail: tt-berlin@taxi-times.taxi<br />

Mitarbeiter dieser Ausgabe<br />

Sascha Bors (sash)<br />

Grafik<br />

Stanislav Statsenko, info@inversi-design.de<br />

Anzeigenleitung und Vertrieb<br />

Elke Gersdorf, e.gersdorf@taxi-times.taxi<br />

Telefon: +49 (0)89 / 14 83 87 92<br />

Telefax: +49 (0)89 / 14 83 87 89<br />

Druckteam<br />

Maik Roller & Andreas Jordan GbR<br />

Gustav-Holzmann-Str. 6<br />

10317 <strong>Berlin</strong><br />

Erscheinungsweise: 6 x pro Jahr<br />

Heftpreis: 3,50 € (inkl. MwSt.)<br />

ISSN-Nr.: 2367-3842<br />

Weitere Verlagsmagazine:<br />

<strong>Taxi</strong> <strong>Times</strong> DACH, <strong>Taxi</strong> <strong>Times</strong> München<br />

Die <strong>Taxi</strong> <strong>Berlin</strong> TZB GmbH, Innung des <strong>Berlin</strong>er<br />

<strong>Taxi</strong>gewerbes e. V., <strong>Taxi</strong> Deutschland <strong>Berlin</strong><br />

e. V. und <strong>Taxi</strong>verband <strong>Berlin</strong>, Brandenburg e. V.<br />

bekommen in <strong>Taxi</strong> <strong>Times</strong> <strong>Berlin</strong> eigens gekennzeichnete<br />

Mitteilungsseiten, für deren Inhalte<br />

die Genannten im Sinne des Presserechtes selbst<br />

verantwortlich sind.<br />

26 NOVEMBER/DEZEMBER/ <strong>2018</strong> TAXI


Bringt das Geschäft elegant<br />

durch den Winter.<br />

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TAXI-FÖRDERUNG 1<br />

*Kraftstoffverbrauch innerorts/außerorts/kombiniert (l/100 km): 5,2/4,0/4,5; CO₂-Emissionen<br />

kombiniert (g/km): 118. Die angegebenen Werte wurden nach dem vorgeschriebenen Messverfahren<br />

ermittelt. Es handelt sich um die „gemessenen NEFZ-CO₂-Werte“ i. S. v. Art. 2 Nr. 2<br />

Durchführungsverordnung (EU) 2017/1152. Die Kraftstoffverbrauchswerte wurden auf Basis dieser<br />

Werte errechnet. Aufgrund gesetzlicher Änderungen der maßgeblichen Prüfverfahren können in der<br />

für die Fahrzeugzulassung und ggf. Kfz-Steuer maßgeblichen Übereinstimmungsbescheinigung des<br />

Fahrzeugs höhere Werte eingetragen sein. Die Angaben beziehen sich nicht auf ein einzelnes Fahrzeug<br />

und sind nicht Bestandteil des Angebots, sondern dienen allein Vergleichszwecken zwischen<br />

verschiedenen Fahrzeugtypen. Die realen Verbrauchswerte sind u. a. abhängig vom Fahrzeuggewicht<br />

und von den gewählten Ausstattungen. | 15.000,– € Eintauschprämie bei Inzahlungnahme<br />

Ihres gebrauchten Pkws. Eintauschprämie gemäß den Richtlinien der Mercedes-Benz Gebrauchtwagen-Inzahlungnahme.<br />

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Leasingnehmer Verbraucher, besteht nach Vertragsschluss ein gesetzliches Widerrufsrecht nach §<br />

495 BGB. Das Angebot ist zeitlich begrenzt und gilt bei Bestellung und Übernahme des Fahrzeuges<br />

bis 31.12.<strong>2018</strong> und nur, solange der Vorrat reicht. | 3Unverbindliche Preisempfehlung des Herstellers,<br />

zuzüglich lokaler Überführungskosten. | Druckfehler und Irrtümer vorbehalten. | Abbildung<br />

entspricht nicht den Angeboten.<br />

Anbieter: Daimler AG, Mercedesstr. 137, 70327 Stuttgart<br />

Daimler AG, vertreten durch Mercedes-Benz Vertrieb PKW GmbH<br />

Mercedes-Benz <strong>Berlin</strong>, 13 x in und um <strong>Berlin</strong><br />

Telefon +49 30 3901 2000, www.mercedes-benz-berlin.de<br />

<strong>Taxi</strong>-Kompetenzcenter: Prinzessinnenstraße 21–24 – Kreuzberg, AirportCenter <strong>Berlin</strong>-Brandenburg: Hans-Grade-Allee 61 – Schönefeld

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