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Musiker Magazin 3/2018

Deutscher Rock & Pop Preis 2018 – Festivalkonzept; Schraubenyeti – Ein Tier am Klavier; MICAST– »Der Markt ist überschwemmt«; Christine Helms – »Ich hatte eine große Menge Glück«; Joachim Griebe – »Etwas mehr Solidarität und Hilfe unter Musikern wäre mehr als hilfreich für uns alle«; »We Call It Blues« – Interview mit Jörg Klein; Interview mit Alwin Smoke; Die Historie der Rock- & Popmusik: Teil 12: Eric Clapton – The Golden Sound; Stefan Lauterbach – »Es gibt nichts, was dieser Mann nicht selbst macht«; KINGS OF FLOYD – Die ultimative Pink Floyd Tribute Band; ETERNAL FLAME – »Smoke On The Mountain« – neues Album nach 16 Jahren; Google will der beste Freund der Plattenfirmen sein; Jule Neigel Band – 4. Akt...; Die andere Meinung: Ins Netz gegangen – Interview mit der EU-Abgeordneten Catherine Stihler; Produkt-News; CD-Rezensionen; Titelschutzanzeigen; Kleinanzeigen; Impressum

Deutscher Rock & Pop Preis 2018 – Festivalkonzept; Schraubenyeti – Ein Tier am Klavier; MICAST– »Der Markt ist überschwemmt«; Christine Helms – »Ich hatte eine große Menge Glück«; Joachim Griebe – »Etwas mehr Solidarität und Hilfe unter Musikern wäre mehr als hilfreich für uns alle«; »We Call It Blues« – Interview mit Jörg Klein; Interview mit Alwin Smoke; Die Historie der Rock- & Popmusik: Teil 12: Eric Clapton – The Golden Sound; Stefan Lauterbach – »Es gibt nichts, was dieser Mann nicht selbst macht«; KINGS OF FLOYD – Die ultimative Pink Floyd Tribute Band; ETERNAL FLAME – »Smoke On The Mountain« – neues Album nach 16 Jahren; Google will der beste Freund der Plattenfirmen sein; Jule Neigel Band – 4. Akt...; Die andere Meinung: Ins Netz gegangen – Interview mit der EU-Abgeordneten Catherine Stihler; Produkt-News; CD-Rezensionen; Titelschutzanzeigen; Kleinanzeigen; Impressum

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C 10973 F | N o 3/<strong>2018</strong> | 6,00 Euro<br />

Kulturzeitschrift für Rock & Pop <strong>Musiker</strong><br />

www.musiker-online.tv<br />

The History<br />

of Rock & Pop<br />

Music<br />

ERIC<br />

CLAPTON<br />

THE GOLDEN<br />

SOUND<br />

Joachim Griebe<br />

»Etwas mehr Solidarität<br />

und Hilfe unter<br />

<strong>Musiker</strong>n wäre mehr als<br />

hilfreich für uns alle«<br />

Christine Helms<br />

»Ich hatte eine<br />

große Menge Glück«<br />

36. Deutscher<br />

Rock & Pop<br />

Preis <strong>2018</strong><br />

Am 8. Dezember<br />

in der Siegerlandhalle,<br />

Siegen<br />

Kings Of Floyd<br />

Die ultimative<br />

Pink Floyd Tribute Band


Angebot<br />

❶ Studiosendung<br />

Zur CD-Veröffentlichung oder einfach so – wir<br />

produzieren mit euch eine komplette Studiosendung<br />

wie in den goldenen Zeiten des Musik -<br />

fernsehens. Mit Auftritt zu Playback (unplugged<br />

und live auch möglich) und Interview.<br />

(30–40 Minuten Videoclip)<br />

➜ 500 Euro<br />

+ Eine Seite Interview und Foto<br />

im <strong>Musiker</strong> <strong>Magazin</strong> (Auflage 20 000 Exemplare)<br />

➜ 1 000 Euro<br />

+ Zwei Seiten Interview und Foto<br />

im <strong>Musiker</strong> <strong>Magazin</strong> (Auflage 20 000 Exemplare)<br />

➜ 1 500 Euro<br />

Die Vorteile im Überblick:<br />

❷ CD-Hearing /<br />

Interview für<br />

Promozwecke in<br />

einem unserer<br />

Filmstudios<br />

Wir reden mit euch über euer Album, hören hinein<br />

und stellen es vor!<br />

Oder es geht einfach um euch als Band / Einzel -<br />

künstler und euer musikalisches Schaffen.<br />

(30 Minuten)<br />

+ Halbe Seite Interview und Foto<br />

im <strong>Musiker</strong> <strong>Magazin</strong> (Auflage 20 000 Exemplare)<br />

➜ 500 Euro<br />

• voll ausgestattetes Filmstudio mit Live-Charakter<br />

• aufgezeichnet wird mit bis zu vier professionellen Kameras<br />

• ihr bestimmt die Inhalte, wir setzen sie in Szene<br />

• bei Bedarf inklusive Visagistin, die dafür sorgt, dass ihr gut ausseht<br />

• Interview mit professioneller Moderatorin (Angebot 1 + 2)<br />

• Konzertbühne (8 m x 4 m) mit Licht, PA und Backline vorhanden*<br />

• ein großer Bildschirm (2 m x 1 m) im Studio steht euch als eure persönliche Werbefläche zur Verfügung<br />

– hier können wir euer Logo, das Albumcover, Werbung von Firmen oder sonstige Grafiken einbauen<br />

• ein gut eingespieltes Team vor Ort kümmert sich um alle Belange<br />

• ihr bekommt eine geschnittene Sendung von RockTV inklusive Intro, animierten Bauchbinden und<br />

Abspann<br />

• auf Wunsch stellen wir das Video on-demand auf unserem YouTube-Kanal und sozialen Netzwerken<br />

zur Verfügung für noch mehr Reichweite<br />

❸ Aufzeichnung<br />

Live-Konzert<br />

Ihr braucht ein professionelles Live-Video, um<br />

euch für Konzerte zu bewerben?<br />

Kommt in unser Rock-TV-Studio!<br />

(30 Minuten Videoclip)<br />

➜ 1 000 Euro<br />

★ Unser<br />

Film-Team ist<br />

auch mobil!<br />

Ob Festivalmitschnitt oder Proberaumdreh,<br />

drinnen oder draußen.<br />

Wir kommen mit dem Ü-Wagen vorbei, um<br />

mit bis zu vier festen (!) Kameras aufzuzeichnen.<br />

Auf Anfrage machen wir euch gern ein<br />

individuelles Angebot.<br />

© Kzenon/Fotolia<br />

* Für einen perfekten und professionellen Sound empfehlen wir einen Auftritt mit Vollplayback (Liveund<br />

auch Unplugged-Auftritte sind aber möglich und der Ton kann gegen einen geringen Aufpreis<br />

nachträglich von uns abgemischt werden).<br />

Kulturelles Jugendbildungswerk e.V. – RockTV | Kolberger Str. 30 | 21339 Lüneburg<br />

Web. www.musiker-online.tv | Mail. info@musikermagazin.de | Fon. +49(0)4131-233030 | Fax. +49(0)4131-2330315


EDITORIAL 03<br />

Am 8. Dezember werden<br />

in der Siegerlandhalle in Siegen über 1000 <strong>Musiker</strong>innen<br />

und <strong>Musiker</strong> zusammenkommen,<br />

um sich beim Deutschen Rock & Pop Preis, Deutschlands ältestem<br />

und erfolgreichstem Musik-Wettbewerb der Popularmusik,<br />

auszutauschen und live zu präsentieren.<br />

uf diesem künstlerischen Wettbewerb werden sich ca. 90 Einze l -<br />

A interpreten und Bands aus den unterschiedlichsten musikstilistischen<br />

Bereichen der Rock- und Popmusik mit jeweils einem Song live den Juroren<br />

und dem Publikum vorstellen.<br />

Die Fachjury aus Vertretern der Musik- und Medienbranche sowie qualifizierten<br />

<strong>Musiker</strong>/-innen, die dieses Jahr ehrenamtlich dem Kulturfestival<br />

zur Seite stehen, wird über diese Konzertauftritte urteilen und am Ende der<br />

Veranstaltung die Gewinner ermitteln.<br />

im bewussten Gegensatz zu kommerziellen Musik- oder Firmenwett be -<br />

werben zählt beim Deutschen Rock & Pop Preis als einziges Kriterium der<br />

künstlerische Anspruch in den Einzelbereichen Komposition, Text, instru -<br />

men tation, Gesang, Performance, originalität und Kreativität.<br />

Finanziert wird dieser musikalische Wettbewerb durch die gemeinnützige<br />

<strong>Musiker</strong>gemeinschaft des Deutschen Rock & Pop <strong>Musiker</strong>verbandes e.V.<br />

zusammen mit allen mitwirkenden Teilnehmern (mittels geringer Bewer bungsund<br />

Teilnahmebeiträge), ohne Bundes- oder Landes-Förder- und Finan -<br />

zierungsmittel! Die gastgebende Kommune stellt den Aus rich tungsort zur<br />

Verfügung. Diese Gemeinschaftsfinanzierung eines jährlichen großen<br />

gemeinnützigen Kulturfestivals durch alle (direkt und indirekt) beteiligten<br />

<strong>Musiker</strong>/Musikgruppen/Künstler ist in Deutschland und Europa einzigartig!<br />

Musikgrößen wie Pur, Juli, Yvonne Catterfeld, Pasquale Aleardi oder<br />

Luxuslärm nahmen an diesem kulturellen Wettbewerb teil oder nutzten den<br />

Titel als Sprungbrett für ihre Karriere.<br />

Der 36. Deutsche Rock & Pop Preis <strong>2018</strong> wird von der Deutschen<br />

PopStiftung, dem Deutschen Rock & Pop <strong>Musiker</strong>verband e.V., der<br />

Fachzeitschrift <strong>Musiker</strong> <strong>Magazin</strong> sowie der gastgebenden Stadt Siegen<br />

präsentiert.<br />

Das vor und nach der jährlichen Preisverleihung folgende Presse-Echo<br />

von bundesweit hunderten Tageszeitungen mit z. T. halbseitigen Be richt -<br />

erstattungen über diese Kulturveranstaltung und seine musikalischen Teil -<br />

nehmer und Gewinner ist inzwischen eines der umfangreichsten positiven<br />

Tageszeitungs-Medienechos, das auf ein bekanntes Kulturfestival oder<br />

Rock- und Popkonzert in Deutschland, Österreich oder der Schweiz erfolgt …<br />

(s. jährliche Pressedokumentation der professionellen Ausschnittdienste).<br />

Die Schirmherrschaft übernehmen in <strong>2018</strong> wieder der Bürgermeister der<br />

Stadt Siegen, Herr Steffen Mues, sowie seit nunmehr 18 Jahren der<br />

Präsident des Deutschen Musikrats, Prof. Martin Maria Krüger.<br />

WEiTERE inFoRMATionEn unTER: WWW.MUSIKER-ONLINE.COM<br />

TExT: OLE SEELENMEYER<br />

3/<strong>2018</strong> musiker <strong>Magazin</strong>


10<br />

36. DEUTSCHER<br />

ROCK & POP PREIS <strong>2018</strong><br />

am 8. Dezember <strong>2018</strong>, Kongresszentrum Siegerlandhalle – Siegen<br />

1. ZIEL/KONZEPT<br />

In <strong>2018</strong> werden zum 36. Mal insgesamt über<br />

125 „Deutsche Rock & Pop Preise“ der verschiedensten<br />

musikalischen Bereiche an heraus ra -<br />

gende Nachwuchsmusikgruppen, Nachwuchs -<br />

einzel künstler/-innen sowie durch eine Fachjury<br />

ausgewählte professionelle Musik gruppen und<br />

Einzelkünstler/-innen mit Ton trä ger vertrag verliehen.<br />

So sollen auch in diesem Jahr Künstler so<br />

unterschiedlicher musik stilistischer Bereiche wie<br />

Rock, Pop, Country, Hard & Heavy, Alter na tive,<br />

Weltmusik, Reggae, Funk & Soul u.v.a.m. geehrt<br />

werden. Einziges Kriterium ist dabei der künstlerische<br />

Anspruch. In ihrer kulturellen und künstlerischen<br />

Aus rich tung steht diese Kultur ver an -<br />

stal tung damit im bewussten Gegensatz zu<br />

bisherigen Veranstal tungs zere monien von In -<br />

dustrie preisen und TV-Anstalten.<br />

Durch die Auszeichnung in über 125 verschiedenen<br />

Musikgenres wird der heutigen musikalischen<br />

Vielfalt im Bereich der Rock- & Pop musik<br />

Rechnung getragen. Damit soll erreicht werden,<br />

dass sich möglichst viele Musikgrup pen, Einzel -<br />

künstlerinnen und -künstler in ihrer Stilistik wiederfinden.<br />

Diese Kulturveranstaltung soll wie bisher als<br />

Platt form des kreativen Nachwuchses, aber auch<br />

als Treffpunkt einzelner etablierter Künstler/<br />

-innen und Persönlichkeiten des musikalischwirtschaftlichen<br />

Umfeldes dienen.<br />

2. FINANZIERUNG<br />

Diese Kulturveranstaltung wird im Wesent li -<br />

chen – wie in den vergangenen Jahren auch –<br />

durch die Deutsche Popstiftung, den Deutschen<br />

Rock & Pop <strong>Musiker</strong>verband e.V. und die am<br />

Wettbewerb beteiligten Musikgruppen und<br />

Künstler/-innen finanziert.<br />

Von allen Bewerbern dieses bundesweiten<br />

kulturellen Wettbewerbs wird – ebenfalls wie in<br />

den Jahren zuvor – ein Solidarbeitrag in Form<br />

einer geringen Anmeldegebühr verlangt. Alle<br />

durch die Bundesjury ausgewählten Final teil -<br />

nehmer sowie durch die Bundesjury nominierten<br />

Preisträger der Neben- und Sonderkate -<br />

gorien zahlen außerdem einen Teilnahme be trag<br />

pro Musiksparte, um die Selbstfinanzierung dieses<br />

musikereigenen Kulturfestivals auf Bundes -<br />

ebene zu gewährleisten. Diese solidarische<br />

Ge mein schafts finanzierung ist in Deutsch land<br />

einmalig: Damit wird auch der 36. Deutsche<br />

Rock & Pop Preis wieder ge meinschaftlich finanziert<br />

durch die Stiftungs- und Verbands trä ger,


FESTIVAL 11<br />

die ca. 3 000 Mu sik grup pen, Musi kerinnen und<br />

<strong>Musiker</strong> im Deutschen Rock & Pop <strong>Musiker</strong> -<br />

ver band e.V. sowie durch die über 1 000 Teil -<br />

neh mer dieses Festivals.<br />

3. KATEGORIEN<br />

Im Gegensatz zu anderen deutschen Musik -<br />

preisen werden die Deutschen Rock & Pop<br />

Preise <strong>2018</strong> in über 125 verschiedenen musikstilistischen<br />

Bereichen verliehen. Weitere Preise<br />

können an herausragende etablierte Musik -<br />

gruppen, <strong>Musiker</strong>innen und <strong>Musiker</strong> sowie in<br />

den Unterkategorien „Bester Gitarrist”, „Bester<br />

Keyboarder”, „Bester Schlagzeuger”, „Bester<br />

Bassist”, „Beste Komposition” etc. verliehen<br />

werden. Hierfür kann man sich direkt bewerben.<br />

Die Bundesjury entscheidet, ob besondere<br />

Leistungen in diesen Bereichen vorliegen.<br />

FOLGENDE EINZELKATEGORIEN<br />

WERDEN AUSGESCHRIEBEN:<br />

<br />

<br />

8 Hauptkategorien<br />

117 Sonderkategorien<br />

Durch die differenzierte Auswahl an Kate go -<br />

rien und Unterkategorien wird gewährleistet,<br />

dass eine große Anzahl vielversprechender<br />

Musik gruppen, Interpreten und Künstler/-innen<br />

in musikhistorisch bedeutenden, aber bisher<br />

bei Preisverleihungen vernachlässigten Musik -<br />

rich tungen ebenfalls gewürdigt werden können.<br />

In den acht Hauptkategorien werden die Final -<br />

aus scheidungen (und/oder Halbfinal vor ent -<br />

scheide) tagsüber live am Festivalort auf der<br />

Bühne er folgen. In den übrigen Ka te gorien entscheidet<br />

die Bundesjury allein aufgrund des<br />

eingeschickten Materials über eine Nominie -<br />

rung bzw. Aus zeichnung bei der Preisver lei hung.<br />

Mit der Aufnahme von Kategorien, die sich<br />

mit dem künstlerischen und technischen Um -<br />

feld einer CD-Produktion und des Musik ma na -<br />

ge ments auseinandersetzen (Studioproduktion,<br />

CD-Design, Independent-Label, Künstler agentur<br />

etc.), sollen – wie im Vorjahr – auch diese an -<br />

son sten im Schatten von künstlerischen Aus -<br />

zeich nungen stehenden Firmen und Personen<br />

geehrt werden.<br />

Infos: WWW.MUSIKER-ONLINE.COM/<br />

DEUTSCHER-ROCKPOP-PREIS<br />

Jede Band/jeder Künstler kann sich mit einer<br />

CD/einem Musikvideo pro Kategorie (möglichst<br />

eine Liveaufnahme) bei der Deutschen Pop -<br />

stiftung für die verschiedenen Kategorien be -<br />

werben.<br />

ANMELDEGEBÜHR:<br />

DRMV-Mitglieder 20,– Euro,<br />

DRMV-Nichtmitglieder 30,– Euro.<br />

Nach dem Bewerbungsschluss am 1. Se p -<br />

tem ber <strong>2018</strong> ermitteln unabhängige Experten -<br />

juroren, die von der Deutschen Popstiftung ein -<br />

ge setzt werden, die Teilnehmer am Finale und<br />

die Preisträger der Neben- und Sonderkate go -<br />

rien des 36. Deutschen Rock & Pop Preises<br />

<strong>2018</strong>. Mithilfe eines detaillierten Bewer tungs bo -<br />

gens (Arran ge ment, Instrumentierung, Gesang,<br />

Text, Kom position, Originalität, Kreativität etc.)<br />

ermittelt die Festivaljury die live im Finale des 36.<br />

Deutschen Rock & Pop Preises <strong>2018</strong> auftretenden<br />

Musikgruppen und Einzelinterpreten der<br />

Haupt kategorien. Um eine gerechte Preis ver -<br />

leihung zu gewährleisten, kann die Bundes jury,<br />

wenn die Einordnung den Juroren passend<br />

erscheint, Preise auch in anderen als den durch<br />

die Künstler ursprünglich beworbenen Katego -<br />

rien zuerkennen.<br />

4. PREISVERLEIHUNG/FESTIVAL<br />

Die Teilnehmer am Finale des 36. Deutschen<br />

Rock & Pop Preises <strong>2018</strong> erhalten durch die<br />

Deutsche Popstiftung eine Einladung nebst Teil -<br />

nahmeformular. Die in allen Sparten und Be -<br />

reichen nominierten Bands und Künstler/-innen<br />

werden persönlich eingeladen. Erst die Rück -<br />

sendung des ausgefüllten Teilnahmeformulars<br />

und die Entrichtung der Teilnahmegebühr in Höhe<br />

von 150,– Euro je Hauptkategorie / 100,– Euro<br />

je Sonderkategorie garantieren die Teil nah me<br />

am 36. Deutschen Rock & Pop Preis <strong>2018</strong>. Die<br />

Finalis ten (Einzelkünstler/-innen und Musik -<br />

gruppen) der Hauptkategorien und die ausgezeichneten<br />

Preisträger der Sonderkategorien<br />

erhalten im Ge genzug je 50 Eintrittskarten im<br />

Gesamtwert von 1 000,– Euro für den eigenen<br />

Gäste-/Fan kreis (s. zusätzliche Publikums ab -<br />

stimmungen). Mit der Nichtrück sen dung des<br />

Anmelde for mu lars und der Nicht ent richtung der<br />

Teilnahme ge bühr verfallen die Teil nah me und<br />

Preis zuerkennung.<br />

Die Ergebnisse der Wahl und Auszeichnung<br />

durch die Festivaljury werden auf der Web -<br />

seite des DRMV www.musiker-online.tv und<br />

durch die Kulturzeitschrift musiker <strong>Magazin</strong><br />

nach dem Festival veröffentlicht.<br />

Die teil nehmen den Preisträger der verschiedensten<br />

Deut schen Rock & Pop Preise <strong>2018</strong><br />

er halten als Auszei ch nung eine Ehrenurkunde.<br />

Die jeweils ersten Preis träger der Haupt kate -<br />

go rien erhalten zu sätzlich einen Rock- & Pop-<br />

Oscar.<br />

TexT: OLE SEELENMEYER<br />

foTos: LUDWIG CZAPLA


12 STORIES<br />

SCHRAUBENYETI<br />

Ein Tier am Klavier<br />

Mit seinem gefühlvollen, energiegeladenen Folk Rock<br />

schneidet Martin Lischke auch mal ernste<br />

Themen an. Und rollt mit seinem mobilen Instrument<br />

auch mal zu ungewöhnlichen Spielorten.<br />

MM: Die meisten stolpern erst mal über deinen<br />

Künstlernamen. Wieso nennt sich ein<br />

Pianist „Schraubenyeti“?<br />

SCHRAUBENYETI: Das ist ein Spitzname, den mir<br />

Freunde schon vor Jahren gegeben haben. Er be -<br />

zieht sich darauf, dass ich gern an alten Motor rä -<br />

dern und Ähnlichem herumschraube. Ich bin näm -<br />

lich gelernter Mechaniker und Ingenieur. Das „yeti“<br />

kommt wohl von meinen etwas behaarteren<br />

Füßen. (lacht) Darüber gibt es auch einen Song.<br />

MM: Dein Klavier ist ungewöhnlich – du hast<br />

Räder angeschraubt. Wie kamst du auf die<br />

verrückte Idee?<br />

SCHRAUBENYETI: Wie andere mit ihrer Gitarre<br />

nach draußen gehen, wollte auch ich mit meinem<br />

Instrument im Grünen spielen können. Gesagt,<br />

getan – und aus dieser Schnapsidee ist mein<br />

Markenzeichen geworden.<br />

MM: Du bist jetzt also trotz des eher sperrigen<br />

Instruments mobil. Wo spielst du am liebsten?<br />

SCHRAUBENYETI: Im Grünen, im Park oder Gar -<br />

ten zum Beispiel – aber abgefahrene Orte reizen<br />

mich besonders. Wie zum Beispiel einmal in der<br />

Seilbahngondel nahe Innsbruck – da hat die Kas -<br />

siererin nicht schlecht geguckt, als ich Tickets für<br />

zwei Personen und ein Klavier geordert habe.<br />

MM: Wie reagieren Passanten, wenn sie dich<br />

sehen? Wer gibt, wer bleibt stehen und wer<br />

rennt einfach weiter?<br />

SCHRAUBENYETI: Das ist ganz unterschiedlich.<br />

Manche schauen, als sei es das Normalste der<br />

Welt, wenn ein Klavier auf dem Gehweg steht.<br />

Andere gehen total ab und bleiben manchmal<br />

mehrere Stunden in meiner Nähe und hören mir<br />

zu. Ich frag mich dann immer: Haben die nix anderes<br />

zu tun? (lacht)<br />

MM: Was fasziniert dich an Straßenmusik?<br />

SCHRAUBENYETI: Die Straße ist die ehrlichste<br />

Bühne der Welt. Niemand hat die Leute eingeladen,<br />

mir zuzuhören. Sie bleiben stehen und geben<br />

Geld, weil es ihnen gefällt. Das finde ich toll an<br />

Straßenmusik. Ich habe selten negative Erleb nisse.<br />

Ich finde es witzig, wenn japanische Touri-Gruppen<br />

an mir vorbeiziehen und tausende Fotos machen,<br />

ohne je einen Song zu Ende zu hören oder verstanden<br />

zu haben. Darüber gibt es auch einen<br />

Song („Foto“).<br />

MM: Eigentlich hast du etwas anderes ge -<br />

lernt. Wie kam es, dass du nun Berufs musi -<br />

ker bist?<br />

SCHRAUBENYETI: Ich hatte schon immer die<br />

zwei Interessen: Musik und Schrauben. Letzteres<br />

hat mich zu meinem handfesten Beruf ge bracht,<br />

den ich nach dem Abi erlernt habe. Das war gut<br />

fürs jugendliche Konto und das gute Gefühl der<br />

musiker <strong>Magazin</strong> 3/<strong>2018</strong>


STORIES 13<br />

»Die Straße ist die<br />

ehrlichste Bühne der<br />

Welt. Niemand hat<br />

die Leute eingeladen,<br />

mir zuzuhören.«<br />

WEB: SCHRAUBENYETI.DE | INTERvIEW: JANINA HEINEMANN | FOTOqUELLE: SCHRAUBENYETI<br />

Familie. Mit der Zeit habe ich gemerkt, dass Musik<br />

immer mehr Raum in meinem Leben einnimmt.<br />

Irgendwann kam der Tag, an dem ich es in voll zeit<br />

ausprobieren wollte. Für mich war es der Test, ob<br />

es sich gut anfühlt. Das tut es bis heute.<br />

MM: Anfang August erscheint dein zweites<br />

Album („Heute Gestern“). Darauf lässt du dich<br />

von einer Band begleiten. Wieso so pompös?<br />

SCHRAUBENYETI: Mit „Heute Gestern“ will ich<br />

mich weiterentwickeln und sehen, was mit meinen<br />

Songs möglich ist. Die Band „Das Mammut“<br />

ist als Liveband entstanden und unterstützt mich<br />

seit zwei Jahren auf der Bühne. Nun wollen wir<br />

diesen Indie Folk auf ein Album bringen. Und noch<br />

ein bisschen mehr: Bläser, Streicher und sogar<br />

ein Fan-Chor haben es aufs Album geschafft. Das<br />

spiegelt wider, wie viel mit Musik möglich ist. Trotz -<br />

dem funktionieren die Songs auch mit nur kleiner<br />

Bandbesetzung oder solo auf der Straße.<br />

MM: Wieso schneidest du ernste Themen wie<br />

Populismus, Depression und Vergänglich keit<br />

an?<br />

SCHRAUBENYETI: Die Frage ist doch: Warum<br />

nicht? Liebeslieder hat die Welt schon ohne Ende.<br />

Auf meinem neuen Album gibt es sie auch und<br />

das ist gut so. Aber ich schreibe eben Songs über<br />

Themen, die mich bewegen. Dazu gehören auch<br />

unangenehmere. Ich mag es, über so etwas zu<br />

schreiben. Die Zuhörer kriegen nicht gleich mit,<br />

worum es geht. Den Zeigefinger in Songtexten<br />

mag ich nicht, eher die Fantasie. von der wird uns<br />

in unserer medial übersättigten Welt zu viel ge -<br />

nom men.<br />

MM: Wie geht es für dich weiter – bleibst du<br />

der Straßenmusik treu oder sind dein Ziel<br />

große Konzertsäle?<br />

SCHRAUBENYETI: Sowohl als auch. Ich habe<br />

schon auf kleineren Festivals und in größeren<br />

Clubs gespielt. Ich will aber so lange wie möglich<br />

Straßen musik machen. Aber auch Moderieren<br />

macht mir Spaß, das Schrauben habe ich nicht<br />

verlernt und ich denke jetzt schon über das<br />

nächste Album und andere Formate nach. Man<br />

sollte sich immer weiterentwickeln, egal was man<br />

macht.<br />

3/<strong>2018</strong> musiker <strong>Magazin</strong>


14 STORIES<br />

MICAST<br />

»Der Markt<br />

ist überschwemmt«<br />

Michael Steffen aka Micast<br />

konnte im letzten Jahr<br />

den Deutschen Rock und Pop<br />

Preis für das beste Musikvideo<br />

nach Hause holen.<br />

Im Interview haben wir<br />

über den Song „Daydream“,<br />

elektronische Musik<br />

und die Probleme als junger<br />

<strong>Musiker</strong> gesprochen.<br />

*Dreharbeiten für das Video zu „Daydream“<br />

MM: Unter dem Namen Micast bist du als<br />

Musik produzent tätig. Kannst du kurz be -<br />

schreiben, was genau du machst?<br />

MICAST: Eigentlich würde ich mich als Kom po nist,<br />

Songwriter und Produzent beschreiben, der von<br />

Anfang bis Ende seine eigenen Songs kreiert. Ich<br />

verbringe die meiste Zeit im Studio zum Musi zie -<br />

ren. Ich bin im normalen Leben auch noch Lehrer<br />

und mache das alles nicht hauptberuflich.<br />

Die meisten Künstler gehen eher den Weg, erst<br />

als DJ zu arbeiten und später mal eigene Songs<br />

zu produzieren oder, leider immer häufiger, Pro -<br />

duktionen einzukaufen. Bei mir lief es umgekehrt:<br />

Ich produziere seit meiner Kindheit Musik, weil ich<br />

meine vielen Ideen umsetzen möchte, und sehe<br />

die Arbeit als DJ eher als Zusatz, der mittlerweile<br />

einfach dazugehört, wenn man Musik macht.<br />

Nur DJ zu sein, gerade im Genre der elektronischen<br />

kommerziellen Musik, ist heute auch keine<br />

Kunst mehr.<br />

MM: Besonders elektronische Musik wie<br />

House hat es dir angetan. Wie bist du dazu<br />

gekommen?<br />

MICAST: Ich hatte mit acht Jahren kurz Klavier -<br />

unterricht und fand es langweilig, nur klassische<br />

Stücke zu spielen, während im Radio die elektronischen<br />

Dance-Songs der 90er liefen: Eiffel 65,<br />

Vengaboys, Scooter und Co. Ich habe angefangen,<br />

diese Songs auf dem Keyboard nachzuspielen<br />

und war begeistert von den verschiedenen<br />

Sounds, die alle aus meinem Keyboard kamen.<br />

Mehr oder weniger durch Zufall habe ich dann mit<br />

10 Jahren eine Demoversion vom MagixMusic -<br />

Maker bekommen als Beilage einer PC-Zeitung<br />

und war gleich davon angetan, eigene Ideen im<br />

PC umsetzen zu können.<br />

MM: Wie entstehen deine Songs?<br />

MICAST: Ich habe bei meiner Arbeit selten eine<br />

bestimmte Vorgehensweise, daher ist es schwierig<br />

zu beschreiben, was ich genau mache. Meis -<br />

tens läuft es so, dass mir eine Melodie spontan in<br />

den Kopf kommt und ich sie zur Erinne rung im<br />

Handy aufnehme. Zu Hause spiele ich sie mit<br />

ver schiedenen Synthesizern ein und höre es mir<br />

an. In den seltensten Fällen bin ich so zu frieden,<br />

dass ich meine Ideen dann komplett aus pro du -<br />

ziere und noch einen Songtext schreibe, sodass<br />

ich gefühlte 1000 unfertige Lieder auf meiner Fest -<br />

platte habe. Bin ich aber begeistert nach den<br />

ersten Versuchen, geht es meistens recht schnell,<br />

fast wie von selbst, dass in wenigen Tagen eine<br />

erste Version eines kompletten Songs fertig ist.<br />

Ich arbeite auch teilweise für andere Künstler<br />

als reiner Produzent, also nur an der Umsetzung<br />

von bereits komponierten und geschriebenen<br />

Stücken. Das ist jedoch nicht die Arbeit, die mich<br />

wirklich begeistert.<br />

MM: Hast du Vorbilder, an denen du dich<br />

orientierst?<br />

MICAST: Ich mag die Musik, die gerade aktuell<br />

im Elektro-Genre läuft und auch Chart-Musik. Ich<br />

weiß, das ist ein ganz schrecklicher Musikge -<br />

schmack. Ich gehe also sehr nach dem Trend,<br />

was Synthies und Musikstile angeht bei meinen<br />

Produktionen. Künstler, die mir aktuell sehr gut<br />

gefallen, sind DonDiablo, Kygo, Martin Garrix,<br />

Alan Walker und Felix Jaehn. Als Vorbilder orientiere<br />

ich mich an den Künstlern, die noch wirklich<br />

das meiste an ihren Songs selbst machen und<br />

nicht nur als Werbefigur mit gekauften Pro duk -<br />

musiker <strong>Magazin</strong> 3/<strong>2018</strong>


STORIES 15<br />

MAKE<br />

MUSIC<br />

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tionen auf einem Festival spielen. Großen Respekt<br />

habe ich zum Beispiel vor dem belgischen Mu -<br />

siker Stromae, der seine Songs selber komponiert,<br />

Texte schreibt, produziert und sogar selbst<br />

singt. Das ist für mich ein richtiger Künstler. Der<br />

leider gerade verstorbene <strong>Musiker</strong> Avicii ist auch<br />

ein Vorbild für mich. Auch er hat das meiste selbst<br />

produziert und Melodien komponiert, die einem<br />

nicht aus dem Kopf gehen.<br />

MM: Deinen Song „Daydream“ hast du selbst<br />

getextet, komponiert und produziert. Wo<br />

holst du dir eine zweite Meinung ein?<br />

MICAST: Im Grunde habe ich immer ein gutes<br />

Gespür dafür, welche Melodien gut klingen und<br />

eingängig sind, daher behalte ich schon immer<br />

meinen eigenen Kopf. Ich arbeite aber unter dem<br />

Namen „Audiolutions“ mit vier weiteren befreundeten<br />

Produzenten zusammen, sodass immer ein<br />

reger Austausch stattfindet und schnelles Feed -<br />

back kommt. Meistens nehme ich dann aber nur<br />

die technischen Ratschläge an und be harre auf<br />

meiner Melodie.<br />

Was die Texte angeht, tue ich mich immer sehr<br />

schwer und lasse sie auch mal gegenlesen, ob<br />

die englische Grammatik wenigstens halbwegs<br />

stimmig ist. Das Songwriting ist eher aus der Not<br />

entstanden, da ich keinen guten Songwriter<br />

kenne. Ich hatte auch nur zwei Jahre Englisch in<br />

der Schule, sodass meine Texte sicher keinen<br />

Lite ratur nobelpreis verdienen. Aber es reicht meistens<br />

dann doch, um eine eingängige und rhythmische<br />

Vocal-Line auf die Beine zu stellen.<br />

MM: Auch den Videodreh hast du selbst or -<br />

ganisiert. Wie hast du für dich das passende<br />

Team von Kameraleuten, Postprodu zenten<br />

etc. gefunden?<br />

MICAST: Vorab dachte ich, das wird bestimmt<br />

nichts: Ich hatte weder viel Budget, noch kannte<br />

ich Leute, die filmen können, und eine Laienschau -<br />

spielerin für eine solche Rolle zu bekommen,<br />

schien mir im kleinen Trier auch nicht die einfachs -<br />

te Aufgabe. Dazu kommt mein sehr hoher eigener<br />

Anspruch. In keinem Fall wollte ich mich mit<br />

einem Video blamieren, und ich gebe zu, ich<br />

achte, leider zu viel, darauf, was andere über mich<br />

denken könnten.<br />

Ich habe dann in einer Trierer Facebook-Gruppe<br />

eine Anfrage gestellt und bekam relativ schnell<br />

Angebote. Darunter waren auch die zwei Jungs<br />

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16 STORIES<br />

»Es geht nicht nur um<br />

eine gescheiterte<br />

Be ziehung zu einer Frau,<br />

vielmehr überhaupt um<br />

das Fehlen einer<br />

wichtigen Bezugsperson<br />

in meinem Leben.«<br />

aus Trier von „Picsell Emotions“, die hobbymäßig<br />

öfters Rap-Videos drehten. Ich war gleich von<br />

der Produktionsqualität begeistert und wir kamen<br />

ins Gespräch. Wie der Zufall es wollte, konnten<br />

die beiden auch den Kontakt zu Ronja herstellen,<br />

die später im Video mitspielte, und sie vermittelten<br />

mir über einen Bekannten ebenfalls die Location,<br />

also die Wohnung für den Dreh. Ich bin den beiden<br />

wirklich sehr dankbar für ihre Arbeit, ihre Ge -<br />

duld mit mir beim Dreh und ihr günstiges An gebot<br />

für die Produktion. Für gleiche Arbeit hätten größere<br />

Produktionsfirmen sicher ein halbes Ver mögen<br />

verlangt.<br />

MM: Obwohl der Song gescheiterte Liebe und<br />

Liebeskummer verarbeitet, ist er trotzdem<br />

tanz bar. Wie machst aus traurigen Themen<br />

Clubsongs?<br />

MICAST: Ehrlich gesagt, mache ich mir oft nicht<br />

konkrete Gedanken, ob Text und Melodie von der<br />

Stimmung 100 % zusammenpassen. Natürlich<br />

gibt es Melodien, die überhaupt nicht mit einem<br />

Text funktionieren und albern wirken, aber ich<br />

sehe da immer viel Spielraum.<br />

Bei „Daydream“ ist es so, das im Instrumental-<br />

Part auch mein Optimismus und meine Hoffnung<br />

zum Ausdruck kommen. Ich durchlebe zwar viele<br />

Zeiten, in denen es mir gar nicht gutgeht, aber<br />

gerade dadurch weiß ich auch, dass es nur besser<br />

werden kann. Auf die Thematik im Song bezogen,<br />

würde ich sagen, dass ich auch nach ge -<br />

schei terter Beziehung noch mal jemand finden<br />

werde und irgendwann eine eigene, weniger pro -<br />

blem belastete Familie haben werde.<br />

Der Song war mir persönlich sehr wichtig, da<br />

er sich auf meine eigene Gefühlswelt bezieht und<br />

ich damit auch Probleme nach außen getragen<br />

habe. Es geht nicht nur um eine gescheiterte Be -<br />

ziehung zu einer Frau, vielmehr überhaupt um das<br />

Fehlen einer wichtigen Bezugsperson in meinem<br />

Leben. Ich hatte in meiner Kindheit und Jugend<br />

keine gute Familiensituation, sodass mir auch dies<br />

einige psychische Probleme mitgegeben hat. Das<br />

ist etwas, worüber ich erst seit ca. drei Jahren, also<br />

auch seit der Entstehung des Songs, offener sprechen<br />

kann.<br />

MM: Elektronische Musik erlebt seit ein paar<br />

Jahren einen Hype. Wie bewertest du diese<br />

Entwicklung?<br />

MICAST: Einerseits finde ich es natürlich gut, dass<br />

mein Genre gerade so im Trend ist. Andererseits ist<br />

der Markt auch so überschwemmt, dass es unter<br />

der Vielzahl der Veröffentlichungen kaum möglich<br />

ist, seinen Bekanntheitsgrad nur aufgrund des<br />

musikalischen Talents zu steigern. Viel wichtiger ist<br />

mittlerweile das Marketing mit dem dahinterstehenden<br />

Budget geworden und nicht mehr die<br />

Musik selbst.<br />

Für jemanden wie mich, der mehr im Studio sitzt<br />

und nicht als DJ tourt, ist das natürlich keine gute<br />

Voraussetzung. Viele Labels nehmen sogar nur<br />

noch Musik an, wenn die Followerzahlen auf Face -<br />

book und Instagram stimmen, wo also schon eine<br />

Fan-Basis besteht. Ein guter Song alleine reicht<br />

lange nicht mehr.<br />

Was ich selbst sehr schade finde, ist, dass viele<br />

bekannte DJs ihre Musik mittlerweile bei sogenannten<br />

Ghostproducern einkaufen, da sie selbst<br />

gar nicht in der Lage sind, mit Studiosoftware zu<br />

arbeiten. Vorne steht dann der Name des DJs, und<br />

der Hörer denkt, dass er auch hinter der kreativen<br />

Arbeit der Musikstücke steht.<br />

Aber so ist Markt eben. Selbst ich habe schon<br />

ein paarmal Songs für andere DJs produziert,<br />

um etwas Geld zu verdienen, aber es schwingt<br />

bei mir immer etwas das Gefühl mit, meine Seele<br />

zu verkaufen.<br />

MM: Woran arbeitest du zurzeit?<br />

MICAST: Ich habe gerade meinen neuen Song<br />

„You’ll Never Know“ mit einer Sängerin aus meiner<br />

Heimatstadt fertiggestellt und stelle derzeit An -<br />

fragen bei Labels für eine Veröffentlichung. Es geht<br />

in dem Song thematisch um eine heimliche Liebe<br />

und beruht, wie schon „Daydream“, auf eigenen<br />

Gedanken. Stilistisch geht er in die Richtung aktueller<br />

Dance-Songs und ist eher etwas fürs Radio<br />

als für den Club. Ich bin gespannt, wie es damit<br />

weitergeht.<br />

WEB: WWW.FACEBOOK.COM/DJMICAST<br />

INTERVIEW: JANA MOYSICH<br />

musiker <strong>Magazin</strong> 3/<strong>2018</strong>


STORIES 17<br />

CHRISTINE<br />

HELMS<br />

»Ich hatte eine große<br />

Menge Glück«<br />

Nach vielen Jahren<br />

als Bandleaderin hat sich<br />

Christine Helms auf den<br />

spannenden Trip begeben,<br />

sich musikalisch neu zu<br />

entdecken.<br />

Die vielen kleinen und<br />

großen Stürme haben in ihr<br />

die überwältigende<br />

Sehnsucht geweckt, den<br />

Traum eines ersten eigenen<br />

Albums zu träumen.<br />

Und noch viel wichtiger …<br />

einige tiefe Begegnungen mit<br />

sehr wichtigen Menschen<br />

haben in ihr das Bewusstsein<br />

geschärft, diesen Traum<br />

auch zu leben. 8<br />

3/<strong>2018</strong> musiker <strong>Magazin</strong>


18 STORIES<br />

MM: Du warst 14 Jahre Leaderin einer Cover -<br />

band. Im April ist nun dein erstes eigenes Al -<br />

bum erschienen. Wie ist es dazu gekommen?<br />

CHRISTINE HELMS: Ich habe mich 2016 bei<br />

einem Konzert auf der Bühne mit Champagner,<br />

Rosen und einigen Tränen von einer sehr wunderbaren<br />

Band verabschiedet. Es war eine be -<br />

wusste Entscheidung. In dieser Zeit gab es bei<br />

mir privat und beruflich dieses schöne Chaos, in<br />

dem man die Dinge nicht so ganz klar sieht.<br />

Zudem spürte ich schon seit Langem dieses lähmende<br />

künstlerische Korsett. Ich hatte einfach<br />

sehr viel Lust nachzuspüren, was aus mir musikalisch<br />

herauskommt, wenn ich es ernsthaft darauf<br />

anlege. Ich habe mich dann einfach ganz naiv<br />

auf mein Bauchgefühl verlassen und ohne Netz<br />

und doppelten Boden Tabula rasa gemacht.<br />

MM: Bis 2016 warst du sehr viel live unterwegs.<br />

Warum hast du dich entschieden, für<br />

das Album eine Auszeit von der Bühne zu<br />

nehmen?<br />

CHRISTINE: Für mich war es wichtig, einen ge -<br />

sunden Abstand zu allem zu gewinnen. Herz und<br />

Kopf von Ballast zu befreien. Meinen Wünschen<br />

und Sehnsüchten nachzuspüren und auch das<br />

Erlebte zu verarbeiten. Ich wollte mich ganz aufs<br />

Schreiben und Komponieren einlassen. Jeder<br />

Ein fluss von außen färbt ja durchaus den künstlerischen<br />

Prozess. Außerdem wollte ich mich<br />

auch ein wenig treiben lassen, Zeit zum Runter -<br />

kommen haben und mich neu finden. Diese zwei<br />

Jahre fühlen sich auch im Nachhinein noch sehr<br />

intensiv und klar an.<br />

MM: Mark Smith, der unter anderem mit<br />

Johannes Oerding zusammenarbeitet, hat<br />

das Album produziert. Wie ist der Kontakt<br />

zustande gekommen?<br />

CHRISTINE: Mark hat mich ganz einfach auf<br />

Facebook angeschrieben. Ein kleiner Teaser mit<br />

einem Songschnipsel war der Stein des Anstoßes.<br />

Dadurch kamen wir schnell in Kontakt und verabredeten<br />

uns zu einer Kompositionssession in<br />

seinem Studio in der Nähe von Kiel. Es hat sofort<br />

gemenschelt. Ich fühlte mich einfach von Anfang<br />

an überaus wohl. Mark ist als Produzent, Kom -<br />

po nist und Texter einfühlsam und sehr blickig.<br />

Das hat mir unglaublich gut gefallen. Ich hatte<br />

recht schnell die Idee, das komplette Album von<br />

ihm produzieren zu lassen.<br />

MM: Deine Albumproduktion wurde von einer<br />

Reihe von Zufällen begleitet. Welche waren<br />

das?<br />

CHRISTINE: Ich hatte eine große Menge Glück.<br />

Erst einmal der Zufall mit Mark Smith. Dazu stieß<br />

Frank Ramond, der mit Annett Louisan, Roger<br />

Cicero und Ina Müller zu einem der profiliertesten<br />

Textdichter des Landes gehört. Er hat so viel Ge -<br />

fallen an den Songideen gefunden, dass er an drei<br />

Songs mitgearbeitet hat. Mark hat ein fantastisches<br />

Netzwerk und es entstand während der<br />

Produktion die Idee, Hanno Busch, den man an<br />

der Gitarre von den Heavytones kennt, zu fragen,<br />

ob er nicht Lust hat, einige Soli einzuspielen, und<br />

so wurde die bereits feine jazzige Note durch das<br />

einfühlsame Gitarrenspiel von Hanno Busch verfeinert.<br />

Ein Puzzleteil fügte sich einfach und un -<br />

kompliziert zum nächsten. Für mich fühlt sich alles<br />

wunderbar stimmig an.<br />

MM: Wie lief die Arbeit im Studio?<br />

CHRISTINE: Die Arbeit im Studio war von Beginn<br />

an hockreativ. Wir haben uns Zeit genommen und<br />

uns sehr viel über Musik unterhalten. Durch die<br />

Skizzen war die Musikrichtung schon zu erahnen.<br />

Ich liebe Pop und Jazz gleichermaßen. Beim Pop<br />

die Einfachheit und beim Jazz das Ver spielte<br />

und Unvorhersehbare. Meine Idee waren mu -<br />

si kalisch interessante Songs und klare, schlichte<br />

Aussagen für einen leichten Zugang. Mark hat<br />

das unglaublich gut umgesetzt. Meist haben wir<br />

die Songs besprochen, welche Aus sage steht<br />

dahinter? Gibt das der Text schon her? Haben<br />

alles sehr kleinlich optimiert und dann mit recht<br />

genauen Vorstellungen Arbeitsspuren aufgenom -<br />

men, auch vom Gesang. So hatte ich Gelegen -<br />

heit, melodische und textliche Änderungen zur<br />

vorherigen Skizze zu verinnerlichen. Ich war dann<br />

immer ziemlich aufgeregt, wenn ich das erste Mal<br />

die final eingespielten Arrangements hörte. Wenn<br />

alle Änderungen durch Texter, Produzent und<br />

<strong>Musiker</strong> zusammenfließen, das war für mich oftmals<br />

der schönste Augenblick.<br />

MM: Wer gehört alles zu deinem Team?<br />

CHRISTINE: Als Allererstes Mark Smith, mein Pro -<br />

duzent, Frank Ramond und Robert Wroblewski,<br />

die mich textlich sehr feinfühlig unterstützt haben,<br />

und Lutz Krajenski, der meine Band musikalisch<br />

leiten wird.<br />

MM: Wie war die Arbeit im Studio für dich<br />

persönlich?<br />

CHRISTINE: Das war für mich noch einmal eine<br />

ganz andere Hausnummer. Wir sind während<br />

des Textens und Komponierens schon sehr in<br />

die Themen eingestiegen. Das hat sich beim Ein -<br />

singen noch einmal um einiges gesteigert. Ich bin<br />

mir wieder selbst begegnet und konnte sehr in -<br />

ten siv spüren, was ich singe. Klar, es sind die eigenen<br />

Geschichten, aber nur singen und singen und<br />

fühlen sind eben zwei Paar Schuhe. Es gab wahnsinnig<br />

tiefe, schöne und klärende Momente, Gän -<br />

se haut und auch das ein oder andere Trän chen.<br />

Und das hat sich unheimlich gut angefühlt.<br />

MM: Wer sind deine musikalischen Vorbilder?<br />

CHRISTINE: Nat King Cole, Gregory Porter und<br />

Melody Gardot haben mich sehr inspiriert. Ich<br />

mag auch sehr gerne Annett Louisan und Götz<br />

Alsmann. Manfred Krug, Nils Landgren, Jazz -<br />

kantine, Phil Collins, Aretha Franklin … es gibt so<br />

unendlich viel gute Musik!<br />

MM: Wie ist es für dich, nun über persönliche<br />

Themen zu singen?<br />

CHRISTINE: Es ist eine Herausforderung, und ich<br />

habe sehr viel Respekt davor, weil ich mich hinter<br />

nichts verstecken kann. Das, was ich singe, habe<br />

ich selbst erlebt. Ich bin nicht sehr extrovertiert<br />

und es hat mich teilweise schon etwas Über win -<br />

dung gekostet, gewisse Themen aufzugreifen.<br />

Mittlerweile sehe ich es so, dass die Songs vielleicht<br />

sogar inspirierend sein können für jemanden,<br />

der das Gleiche erlebt hat.<br />

MM: Du lebst deinen Traum und hast dein<br />

Album nun fertig. Was ist das für ein Gefühl?<br />

CHRISTINE: Ich bin wahnsinnig glücklich. Darüber,<br />

dass es ein so schönes und ehrliches erstes<br />

Al bum geworden ist, und vor allem sehr über die<br />

Unterstützung vieler Menschen, die mich auf dem<br />

gesamten Weg immer wieder ermutigt haben.<br />

MM: Kann man deine Songs auch live hören?<br />

CHRISTINE: Ab Oktober geht es endlich los.<br />

Am 30.10. wird es endlich die ersehnte Release -<br />

party geben. Und ich freue mich unendlich über<br />

eine hochkarätige Band, die von Lutz Krajenski<br />

geleitet wird.<br />

WEB: CHRISTINE-HELMS.DE<br />

WWW.FACEBOOK.COM/<br />

CHRISTINEHELMSOFFICIAL<br />

INTERVIEW: RONJA RABE<br />

FOTOqUELLE: CHRISTINE HELMS<br />

musiker <strong>Magazin</strong> 3/<strong>2018</strong>


STORIES 19<br />

CHRISTINE HELMS<br />

„Auszeit“<br />

CHRISTINE-HELMS.DE<br />

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»Ich hatte<br />

einfach sehr viel Lust<br />

nachzuspüren,<br />

was aus mir musikalisch<br />

herauskommt,<br />

wenn ich es ernsthaft<br />

darauf anlege.<br />

Ich habe mich dann<br />

einfach ganz naiv auf<br />

mein Bauchgefühl<br />

verlassen und ohne Netz<br />

und doppelten<br />

Boden Tabula rasa<br />

gemacht.«


20 STORIES<br />

JOACHIM GRIEBE<br />

Etwas mehr Solidarität und Hilfe unter <strong>Musiker</strong>n wäre<br />

mehr als hilfreich für uns alle<br />

»Ich hätte meinen Lebenstraum,<br />

von der Musik zu leben, niemals<br />

erreicht ohne die Hilfe<br />

von Freunden, meiner Familie,<br />

Lebenspartnern und auch Kollegen,<br />

die mit den entscheidenden<br />

Tipps zur rechten Zeit da waren.«<br />

MM: Wie bist du zur Musik gekommen und<br />

wie verlief deine musikalische Laufbahn bisher?<br />

JOACHIM GRIEBE: Seit meinem 12. Lebensjahr<br />

spiele ich Gitarre und Klavier. Ich hatte sehr viel<br />

Glück mit meinen Musiklehrern in der Schule. Die<br />

haben mich immer unterstützt und gefördert,<br />

auch bei der Entscheidung, Profimusiker zu werden.<br />

Wie fast alle <strong>Musiker</strong> habe ich in unzähligen<br />

Bands gespielt. Von Blues bis Tanzmusik war alles<br />

dabei.<br />

Damit seinen Lebensunterhalt auf Dauer zu<br />

verdienen, war nicht mein Weg. Durch einen privaten<br />

Kontakt habe ich mich in einem Studio in<br />

Hamburg dann langsam in den Bereich Werbung<br />

und Songwriting eingearbeitet. Dabei habe ich<br />

Demos erstellt, Arrangements erarbeitet, Gitarre<br />

auf unzähligen Demos gegen Geld gespielt und<br />

dann kamen auch die ersten Aufträge in Zu sam -<br />

menarbeit mit einer Werbeagentur. Firmen wie<br />

Unilever, Philips, Jonny Walker, n-tv waren unter<br />

anderem meine Auftraggeber.<br />

Mein Arbeitsfeld war breit gespannt. Image filme<br />

bis hin zur Musik für Telefonanlagen waren dabei.<br />

Dann kamen die ersten Songs. Ohne die Be -<br />

ratung und Hilfe von Ellie Weinert (Songs Wanted)<br />

hätte ich diesen schweren Anfang damals nicht<br />

geschafft.<br />

MM: Du arbeitest viel als Songwriter für un -<br />

terschiedliche Künstler im In- und Ausland,<br />

aber komponierst auch Werbemusik. Wie<br />

kommst du an Aufträge und wie sieht die<br />

Arbeit aus?<br />

JOACHIM: Die ersten großen Aufträge kamen<br />

über persönliche Kontakte. Ich glaube, es waren<br />

meine Zuverlässigkeit und meine Arbeit als Dienst -<br />

leister, die mir weitere Aufträge verschafften. Ich<br />

habe mich schon sehr bemüht, Musik im Sinne<br />

des Auftraggebers und des Verwendungs zwecks<br />

zu machen.<br />

Heute sind es die langjährigen und seriösen<br />

Kontakte, die ich in all den Jahren aufgebaut habe,<br />

die mir Aufträge bringen.<br />

Aber auch das Internet. Durch einen Internet -<br />

clip, den ich vertont habe, kamen Anfragen aus<br />

den USA. Es geht um Songdemos im Bereich<br />

Country Rock. Ich liefere dafür Songs komplett<br />

ab, mit Gesang und dem kompletten Aufbau.<br />

Das ist viel Arbeit. Ist, als ob ich den Amis Kau -<br />

gummi oder Cola verticke.<br />

MM: Nebenbei arbeitest du auch an deinem<br />

Solo-Album. Was ist der Unterschied beim<br />

Komponieren für andere und dem Schreiben<br />

deiner eigenen Songs?<br />

JOACHIM: Ein Soloalbum zu machen ist meine<br />

Herzensangelegenheit und ein Lebenstraum. Die<br />

Songs entstehen dann wirklich aus meinem<br />

Leben.<br />

Wenn ich für andere komponiere, möchte ich<br />

wissen, was das für Menschen sind, was sie selbst<br />

gerne hören. Ich versuche, mich in sie rein zu den -<br />

ken, aber dann auch immer noch einen frischen<br />

Kick reinzubringen.<br />

Ich arbeite oft für Künstler, die noch am An -<br />

fang stehen. Dann kann es schon zehn Demos<br />

dauern, bis eine Richtung gefunden ist. Die Songs<br />

werden nach und nach optimiert. Sie müssen in<br />

jeder Hinsicht zum Künstler/Auftraggeber passen.<br />

Die Songs müssen nachher auch live funktionieren.<br />

Da geht es eben nicht um mich als<br />

musiker <strong>Magazin</strong> 3/<strong>2018</strong>


STORIES 21<br />

<strong>Musiker</strong>, sondern um einen Dienstleister, der sich<br />

in andere hineinversetzen kann. Das ist eine meiner<br />

Stärken.<br />

MM: Für dich als Fan des 1995 verstorbenen<br />

irischen <strong>Musiker</strong>s Rory Gallagher war es be -<br />

stimmt eine tolle Erfahrung, mit seiner Band<br />

Auf nahmen zu machen. Wie ist es dazu ge -<br />

kommen?<br />

JOACHIM: Ja! Mit Sicherheit ein Highlight in meinem<br />

Leben.<br />

Neben meiner täglichen Arbeit habe ich immer<br />

an Projekten gearbeitet, die mit Blues, Rock oder<br />

Jazz zu tun haben. Geld verdient habe ich damit<br />

nicht – aber verloren! Den Kontakt zu <strong>Musiker</strong>n in<br />

England oder Irland hatte ich schon immer. In<br />

Holland traf ich dann Gerry Mc Avoy bei einem<br />

Tributekonzert und wir lernten uns kennen.<br />

Die Idee, so ein Konzert in Gedenken an Rory<br />

in Hamburg zu veranstalten, wollte ich zusammen<br />

mit einem Freund umsetzen. Die lange Pla -<br />

nung war so schwierig und es gab einfach zu<br />

viele Probleme. Mein Freund sagte dann: „Achim,<br />

schreib Songs und produziere was, in Gedenken<br />

an Rory.“ Zwei Jahre haben wir dann noch mal<br />

geplant, bis wir mit Rory’s Rhythm Section ins<br />

Studio gegangen.<br />

Etwas später hat dann noch Ian Cussick (den<br />

ich als Sänger immer verehrt habe) die Tracks mit<br />

seiner Stimme veredelt. Reiner Regel am Sax und<br />

der verstorbene Pianist Ralf Schwarz (u. a. Stephan<br />

Gwildis) haben außerdem wundervolle Takes beigesteuert.<br />

Mein Traum ging in Erfüllung. Es war<br />

unbeschreiblich für mich. Gerry Mc Avoy und ich<br />

planen gerade etwas Neues in diese Richtung.<br />

MM: Eine weitere spannende Zusammen -<br />

arbeit ist die von dir und dem australischen<br />

<strong>Musiker</strong> Peter D. Harper. Nach 16 Jahren<br />

Funk stille startet ihr das Projekt Harper &<br />

Griebe nun erneut. Wie kam es nach der langen<br />

Zeit zu einem Wiedersehen und einer<br />

erneuten Zusammenarbeit?<br />

JOACHIM: Mit Peter ist das echt eine irre Story.<br />

Nachdem ich seine CD in einem Club in Berlin<br />

gehört hatte und Kontakt zu ihm aufgenommen<br />

habe, kam er vor sechzehn Jahren für nur drei<br />

Tage aus Melbourne zu mir nach Harburg. In der<br />

kurzen Zeit entstanden eine tiefe Freundschaft<br />

und drei Songs für sein Soloalbum.<br />

Ein halbes Jahr später kam er noch mal vier<br />

Wochen zu mir und wir schrieben die Songs, die<br />

jetzt auf der veröffentlichten „Distant Unity“ zu<br />

finden sind. 8


22 STORIES<br />

»Mit Peter ist das echt<br />

eine irre Story.<br />

Nachdem ich seine CD in<br />

einem Club in Berlin<br />

gehört hatte und Kontakt<br />

zu ihm aufgenommen<br />

habe, kam er vor sechzehn<br />

Jahren für nur drei Tage<br />

aus Melbourne zu mir nach<br />

Harburg. In der kurzen Zeit<br />

entstanden eine tiefe<br />

Freundschaft und drei<br />

Songs für sein Soloalbum.«<br />

Private Umstände bei uns beiden, er zog von<br />

Australien in die USA und durch Stress bei mir,<br />

kam es zu dieser Funkstille. Anfang <strong>2018</strong> habe ich<br />

in meinem privaten Umfeld viel über Peter erzählt<br />

und ihn dann nach dem Rat meiner Freundin<br />

angeschrieben. Als Antwort kam: „Hey, wir spielen<br />

in drei Wochen in Germany auf dem Grolsch<br />

Blues festival“. (Er hatte in den letzten sechzehn<br />

Jahren kein einziges Konzert in Deutschland gegeben.)<br />

Also habe ich ihn kurzerhand dort getroffen,<br />

und nun sind wir beide sehr glücklich, das Harper-<br />

&-Griebe-Projekt wieder aufleben zu lassen.<br />

MM: Was habt ihr als Nächstes geplant?<br />

JOACHIM: Wir schreiben gerade an den Songs<br />

für ein neues Album, das ebenfalls bei BSC Music/<br />

„R’n’D“Label mit der großen Unterstützung von<br />

Christoph Bühring Uhle rauskommt. Peter fliegt<br />

Ende des Jahres zu mir, um die Vocals und seine<br />

Parts aufzunehmen. Wir möchten dann gerne<br />

nächstes Jahr Livekonzerte geben.<br />

MM: Gerade hast du mit „Chimoya“ ein In -<br />

stru mentalalbum angekündigt. Was erwartet<br />

den Hörer hier?<br />

JOACHIM: Ich arbeite schon lange an diesem<br />

Instrumentalalbum. Hier wird sicherlich eine sehr<br />

interessante Kombination meiner musikalischen<br />

Vorlieben und Mixturen von Musikstilen entstehen.<br />

Zusammen mit einem Filmemacher arbeite<br />

ich auch an der visuellen Umsetzung der Musik,<br />

die wir mit dem Album veröffentlichen werden.<br />

Eine Kostprobe gibt es dazu schon im Netz<br />

(https://vimeo.com/284897035). Zu sehen sind<br />

die „Elphi“ und Hamburg per Drohne gefilmt. Das<br />

Ganze ist mit einem Chimoya-Titel unterlegt.<br />

MM: Obwohl Songwriting und Studioarbeit<br />

bei dir im Fokus stehen, hast du auch eine<br />

Live-Band. Wer gehört dazu und wie häufig<br />

und wo kann man euch live erleben?<br />

JOACHIM: Meine Liveband besteht aus Hendrik<br />

Thiesbrummel am Schlagzeug, der auch auf all<br />

meinen Studioprojekten trommelt, Torsten Delvos<br />

am Bass und Sebastian Bender an den Key -<br />

boards.<br />

Sobald wir mit dem Booking für nächstes Jahr<br />

für Harper & Griebe loslegen, bei der auch meine<br />

Band uns begleiten wird, plane ich auch meine<br />

Solotour.<br />

MM: In einer Facebook-Gruppe zum Thema<br />

Künstlersozialkasse beantwortest du ehrenamtlich<br />

die Fragen deiner Kollegen dazu. Was<br />

hat dich zu diesem Engagement bewogen?<br />

JOACHIM: Seit fünfzehn Jahren engagiere ich mich<br />

in diesem Bereich. Über 25 Jahre bin ich selber<br />

über die Künstlersozialkasse pflichtversichert. Der<br />

Anstoß war mein damaliger Rauswurf aus der<br />

Künstlersozialkasse. Danach habe ich das KSK-<br />

Forum aufgebaut. Es gibt Tage mit fast 50 An fra -<br />

gen. Ich helfe, wo es mir möglich ist. Anträge,<br />

Raus würfe, Prüfungen usw.<br />

In der Zwischenzeit ist auch das Problemfeld<br />

„Schulden bei der Krankenkasse“ dazugekommen.<br />

Ich mache das alles ehrenamtlich.<br />

Der Zusammenhalt unter <strong>Musiker</strong>/-innen<br />

scheint dir sehr wichtig zu sein. Wie sollte der<br />

im Idealfall aussehen und wie engagierst du<br />

dich persönlich für deine Kollegen/ Kolle gin -<br />

nen?<br />

JOACHIM: Ich hätte meinen Lebenstraum, von<br />

der Musik zu leben, niemals erreicht ohne die Hilfe<br />

von Freunden, meiner Familie, Lebenspartnern<br />

und auch Kollegen, die mit den entscheidenden<br />

Tipps zur rechten Zeit da waren. Hier geht es nicht<br />

um den amtlichen Verstärker oder das neue<br />

Stimm gerät. Ich habe das Glück gehabt, dass<br />

mir Freun de und Kollegen das Geschäft erklärt<br />

und Wege aufgezeigt, mich gewarnt oder auch<br />

positiv begleitet haben. Etwas mehr Solidarität und<br />

Hilfe unter <strong>Musiker</strong>n wäre mehr als hilfreich für<br />

uns alle.<br />

WEB: WWW.JOACHIMGRIEBE.DE<br />

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INTERVIEW: RONJA RABE<br />

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musiker <strong>Magazin</strong> 3/<strong>2018</strong>


STORIES 23<br />

»WE CALL IT<br />

BLUES«<br />

Interview mit<br />

Jörg Klein<br />

»Das Finden des eigenen Sounds<br />

ist ein Lebenswerk,<br />

eine nicht endende Reise<br />

durch viele Stationen.<br />

Mit jedem Song, den du schreibst,<br />

und mit jedem Riff, das du<br />

findest, ändern sich dein Anspruch<br />

und deine Fähigkeiten.«<br />

MM: Du bist Gitarrist mit Leib und Seele. Wie<br />

bist du zur Gitarre gekommen?<br />

JÖRG KLEIN: Vermutlich so wie alle anderen<br />

auch. Mit 9 Jahren bekam ich eine Klassik-Gitarre<br />

von meinen Eltern und postwendend auch Un -<br />

terricht dazu. Mein Gitarrenlehrer war dabei immer<br />

ein bisschen unglücklich, weil ich den Kram nach<br />

zweimal Hören auch ohne Blatt vorspielte. Dieses<br />

Talent habe ich wohl von meinem Vater geerbt,<br />

der bis heute Orgel und Mundharmonika nach<br />

Gehör spielt. Vier Jahre später gab es dann zur<br />

Kon firmation eine koreanische Les-Paul-Kopie<br />

und einen dieser legendären Echolette-Verstär ker<br />

dazu. Und einen Coron-Verzerrer. Ab da waren<br />

dann AC/DC und Co. angesagt …<br />

Was für Equipment nutzt du und wie hast du<br />

deinen Sound gefunden?<br />

JÖRG: Das Finden des eigenen Sounds ist ein<br />

Lebenswerk, eine nicht endende Reise durch viele<br />

Stationen. Mit jedem Song, den du schreibst, und<br />

mit jedem Riff, das du findest, ändern sich dein<br />

Anspruch und deine Fähigkeiten. Konkret für die<br />

8


24 STORIES<br />

Blues-Geschichte war das Ziel klar: Klassische<br />

Sounds für klassische Blues-Riffs. Meine weiße<br />

93er Fender Strat bekam eine Komplettbestückung<br />

vom Guitarfetish (USA). Noiseless Pick -<br />

ups, Messingblock am Tremolo, Nullbund aus<br />

Messing. Für die saftigen Songs habe ich mich<br />

für eine Epiphone Black Beauty entschieden und<br />

das keine Minute bereut. Den Rest des Sounds<br />

macht dann ein Laney Lionheart. Ausprobieren,<br />

ausprobieren, ausprobieren!<br />

MM: Du gibst Blues-Gitarren-Kurse auf You -<br />

Tube und hast auch eine Blues-Band. Was<br />

fasziniert dich so an diesem Genre?<br />

JÖRG: Ich erinnere mich, dass ich im zarten Alter<br />

von 14 mit meinem Kumpel Tom im Treppenhaus<br />

des Schulhauses „Get Back“ in Blues-Manier<br />

spielte. Um danach festzustellen dass eine komplette<br />

Schulklasse als Zuhörer von oben zuguckte<br />

… Der Blues enthält unzählige Facetten, mit<br />

denen ich mich ausdrücken kann – Funk, Rock,<br />

Boogie, instrumental oder mit Gesang. Und zwar<br />

auf eine instinktive, kreatürliche Art.<br />

Bedingt durch meinen Job als Gitarrenlehrer ist<br />

es prinzipiell die einfach zu vermittelnde Grund -<br />

struk tur des Blues mit seinen typischen 12 Takten,<br />

die auch Anfänger umsetzen können. Deshalb<br />

auch der Blues-Kurs in YouTube. Das lief parallel<br />

zur Bandhistorie, nachdem Rock- und Rock-<br />

Coversongs nicht so recht wuppen wollten.<br />

Mein Anspruch war und ist, dem Publikum<br />

immer alles zu geben. Also begann ich, in Blues-<br />

Struk turen zu komponieren, um die „Übungs last“<br />

für die Ka meraden zu erleichtern. Das Konzept<br />

hat sich be währt – immer wieder entdecke ich<br />

neue Varian ten und Herausfor de rungen im Blues<br />

für mich als Sänger und Gitar rist. Mit Herz, mit<br />

Trauer, mit Spaß und manchmal auch mit Wut.<br />

Dass es so umfangreich würde, hätte ich nie ge -<br />

ahnt.<br />

MM: Welche anderen Stilrichtungen finden<br />

sich in deiner Musik?<br />

JÖRG: Als One-Man-Show kann ich in meinem<br />

kleinen Tonstudio alles produzieren, was mir ge -<br />

rade so auf der Seele liegt. Da finden sich u. a.<br />

die AETERNOM-Scheibe (Powermetal), die wir<br />

auch zu fünft um 2003 auf der Bühne hatten.<br />

Aus der Singer-Songwriter-Ecke gibt es das<br />

„BitterSweet“-Album, das auf Akustik-Gitarre<br />

basiert. Aktuell arbeite ich an der zweiten Blues-<br />

CD, an einem Set namens „Solid Rock“ mit mehr<br />

Instrumentalanteil und einem Live-Solo-Set, das<br />

ich mit Looper und A-Gitarre performen werde.<br />

Dann bin ich flexibel und kann auch mal alleine<br />

losziehen.<br />

MM: Kannst du dir ein Leben ohne Musik<br />

vor stellen?<br />

JÖRG: Nein. Denn die Musik und die Songs<br />

brauche ich, um die Last auf meinen Schultern<br />

zu erleichtern. Es hat gedauert zu realisieren, dass<br />

es mir besser geht, wenn ich die Themen in meinem<br />

Kopf zu Songs verarbeite. Auch in einer Be -<br />

ziehung ist es manchmal nicht ganz einfach, wenn<br />

man als <strong>Musiker</strong> wochenlang jede freie Minute<br />

im Studio verbringt, und so war ich ein paarmal<br />

kurz davor, alles hinzuschmeißen. Gut, dass es<br />

nicht passiert ist. Eine Freundin sagte mal: „Jörg<br />

macht keine Musik, Jörg ist Musik.“ Der Moment,<br />

wenn du live dein Publikum mitnimmst, ist pure<br />

Magie, ist die ganze Arbeit drum herum wert. Da<br />

fülle ich dann meine Tanks wieder auf.<br />

MM: Dein Blues-Album ist gerade fertig. Wie<br />

liefen die Aufnahmen?<br />

Eine großartige Erfahrung! Da ich ja bis aufs<br />

Drumplay alles selber gemacht habe (Recording,<br />

Mix, Master, Gitarren, Bass, Keys, Vocals, Art -<br />

work, Pressabwicklung etc.), habe ich in kurzer<br />

Zeit (ca. 6 Monate) wahnsinnig viel gelernt. Am<br />

schwierigsten fand ich den Mix. Ich wollte ein<br />

Live-Feeling schaffen, damit sich die Songs so<br />

anhören, wie sie auch auf der Bühne klingen.<br />

Hier wieder der Vorteil der One-Man-Show: Ich<br />

habe so lange Gitar ren, Bässe und Vocals ausprobiert,<br />

bis sie perfekt zueinander passten. An<br />

dieser Stelle einen dicken Dank an meine Family,<br />

die mich dieses halbes Jahr kaum mehr zu Ge -<br />

sicht bekam und mir den Rücken freihielt!<br />

MM: Was ist dein Lieblingstrack auf dem<br />

Album?<br />

JÖRG: Tom Glas von Radio Bayern 1 hat sich<br />

vor Kurzem den „Travel-Shuffle“ herausgepickt<br />

und vorgestellt. Meine Wahl wäre vielleicht eher<br />

„Blues For Two“ gewesen, weil da die Gitarre so<br />

schön fliegt und weil ich komplexe Harmonien<br />

mag. Oder doch „Home Alone“, der gaaanz langsame,<br />

traurige Song, bei dem ich live immer mitsamt<br />

Publikum ganz bedröppelt ende … Alle<br />

Songs der CD beschreiben mich auf dieser Blues-<br />

Reise durch mein Leben. Schwierig, da einen<br />

konkret herauszupicken.<br />

MM: Wie sieht dein Alltag als Gitarrist aus?<br />

JÖRG: Optimalerweise so: vormittags Online-Kon -<br />

takte pflegen, Organi sations kram, Bank, Kleini gkei -<br />

ten im Studio machen, Texte schreiben etc. Kurz<br />

nach Mittag geht’s dann mit Unterricht los, meist<br />

so bis 20 Uhr. Gemeinsames Abend essen, und<br />

dann entweder aktuelles Set durchspielen (vor<br />

Auftritten) oder neue Songs ansetzen, Riffs erfinden,<br />

Licks trainieren. Dienstag-/ Freitagabend<br />

Band probe. Am Wochenende sind dann meist<br />

ein paar Stunden am Stück im Studio möglich.<br />

Oder Auftritte. Langweilig wird’s nie.<br />

musiker <strong>Magazin</strong> 3/<strong>2018</strong>


STORIES 25<br />

»Die Musik und die Songs<br />

brauche ich, um die Last auf meinen<br />

Schultern zu erleichtern.<br />

Es hat gedauert zu realisieren,<br />

dass es mir besser geht,<br />

wenn ich die Themen in meinem<br />

Kopf zu Songs verarbeite.«<br />

Standhaft in<br />

Heim & Studio<br />

JØRG<br />

„We Call It Blues“<br />

JOERGAUSINGOLSTADT.DE<br />

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MM: Wie kommst du an neue Auftritte?<br />

JÖRG: Gute Frage. Natürlich versuche ich, telefonisch/per Internet<br />

an Venues ranzukommen. Meist heißt es da „Band zu unbekannt, wir<br />

können die Kosten nicht decken“. Toll, verstehe ich ja, aber wie soll ich<br />

denn dann den Bekanntheitsgrad erhöhen? Die Risikobereitschaft der<br />

Veranstalter ist bei Null. Und die kleinen Clubs haben meist nur eine<br />

Briefmarke als Bühne, auf die nicht mal ein Schlagzeug passt … Am<br />

besten funktioniert bisher die Vermittlung über Freunde, über Fans. Da<br />

springt schon mal ein Festival oder ein größerer Gig dabei raus. Bisher<br />

war es immer so, dass die Zuhörer begeistert waren!<br />

Mir ist völlig klar, dass ich da hin muss, wo das Publikum ist. Durch<br />

neue Kontakte ergibt sich möglicherweise demnächst etwas in Rumänien,<br />

Nor wegen und Frankreich. In der Ecke um Dresden ist gerade was im<br />

Gespräch, aber natürlich würde ich liebend gern auch vor der Haus türe<br />

spielen.<br />

DRUM HIER DER AUFRUF: Veranstalter, Clubs, bitte meldet euch bei<br />

mir!!! <strong>Musiker</strong>kollegen; braucht ihr Unterstützung als Support-Act?<br />

Festivals: Habt ihr einen Slot für uns frei?<br />

MM: Was sind deine weiteren musikalischen Pläne?<br />

JÖRG: Der Schwerpunkt liegt jetzt gerade auf der zweiten Blues-CD,<br />

knapp die Hälfte der Songs ist schon fertig. Am Solo-Set werde ich auch<br />

weiterarbeiten. Und dabei fallen sicher auch wieder Stücke in die „Solid<br />

Rock“-Schublade. Alle meine musikalischen Geschichten mögen jetzt<br />

ihren Weg in die Herzen der Zuhörer finden!<br />

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26 STORIES<br />

„Five Steps<br />

To Zero“<br />

VO: 2019<br />

„Spirit’s Free“<br />

VO: 2015<br />

ALWIN SMOKE<br />

„The Last Dance“<br />

VO: 2015<br />

»Toll ist auf jeden Fall, dass es mittlerweile auch<br />

für un be kanntere Künstler möglich ist,<br />

ein breiteres Pu blikum persönlich zu erreichen,<br />

und das, ohne auf die Unterstützung<br />

von den großen Unter neh men angewiesen zu sein.«<br />

„Saggattaria“<br />

VO: 2013<br />

MM: Seit wann machst du Musik und bis in<br />

der Musikszene unterwegs?<br />

ALWIN SMOKE: Mitte der 1990er-Jahre hatte ich<br />

den Entschluss getroffen, meine Musik in engagierterer<br />

Art zu betreiben, da ich vorher hauptsächlich<br />

als Sportler unterwegs war und Musik<br />

nur nebenher betrieb.<br />

Folglicherweise etwa zu dieser Zeit hatten wir<br />

damals unsere Hardrockband ARREST gegründet,<br />

mit der wir tatsächlich ca. 2000 richtig aktiv<br />

wurden. Bis ca. 2006 veröffentlichten wir drei CD-<br />

Alben („Incarcerated“, „The Difference“, „Night<br />

Stalker“). Da wir ab 2006 bei ARREST etwas<br />

pausierten, verwirklichte ich ab 2008 in Form von<br />

ALWIN SMOKE meine eigenen musikalischen<br />

Ideen und Vorstellungen. Seit dieser Zeit sind<br />

bisher 3 CDs („Saggattaria“, „The Last Dance“<br />

und „Spirit’s Free“) von mir in Eigenregie produziert<br />

und rausgebracht worden.<br />

MM: Zu welcher Stilistik würdest du denn<br />

deine Musik zuordnen?<br />

ALWIN SMOKE: Nun, das ist nicht immer ganz<br />

einfach einzugrenzen und gehört meiner Ansicht<br />

nach in ein gewisses Schubladendenken, das<br />

einen <strong>Musiker</strong> doch sehr einschränkt. Aber es wird<br />

halt immer wieder erwartet, dass man sich irgendwie<br />

ausrichtet, um dem Hörer wohl eine leichtere<br />

Entscheidung zu ermöglichen.<br />

Grundsätzlich denke ich mal, dass man meine<br />

Lieder recht gut dem Bereich des Rock und Blues -<br />

rock zuordnen kann. Allerdings macht es mir auch<br />

Spaß, mich hier und da in andere Stilistiken hineinzubegeben.<br />

So sind auch klassische, bluesige,<br />

folkige oder jazzige Lieder jederzeit bei ALWIN<br />

SMOKE möglich.<br />

MM: Was ist gerade topaktuell bei dir am<br />

Laufen?<br />

ALWIN SMOKE: Zurzeit arbeite ich sehr intensiv<br />

an meiner neuen CD, die den Namen „Five Steps<br />

To Zero“ trägt. Die meisten Songs sind bereits auf -<br />

genommen und haben ihre ersten Mix- und Mas -<br />

teringprozesse durchlaufen.<br />

Da ich jedoch zurzeit mit den Ergebnissen noch<br />

nicht zufrieden war, werden sie gerade nochmals<br />

überarbeitet. Die Veröffentlichung wird also voraussichtlich<br />

im Laufe des Jahres 2019 sein.<br />

MM: Wie arbeitest du an deinen eigenen<br />

CDs?<br />

ALWIN SMOKE: Aufgrund dessen, dass ich keine<br />

teuren Tonstudios, Produzenten, Toningenieure<br />

usw. finanzieren kann/will, erarbeite ich alles in<br />

eigener Verantwortung. Da ich das Glück habe,<br />

einige Instrumente selbst spielen zu können, bzw.<br />

dort, wo ich es nicht kann, aber auf familiäre Un -<br />

ter stützung (meine Tochter Lena) zählen darf, ist<br />

das Recording autark.<br />

musiker <strong>Magazin</strong> 3/<strong>2018</strong>


STORIES 27<br />

Insofern findest du bei ALWIN SMOKE also den<br />

gesamten CD-Produktionsprozess in einer Einzel -<br />

unternehmung. Wobei ich natürlich fairerweise<br />

dazu sagen muss, dass mir befreundete <strong>Musiker</strong><br />

und Toningenieure zur Seite stehen und mich mit<br />

Ihrer tollen Hilfe und Meinung unterstützen.<br />

MM: Was denkst du allgemein zur Entwick -<br />

lung in der Musikbranche?<br />

ALWIN SMOKE: Nun ja, da hat sich in den letzten<br />

Jahren viel verändert. Gewisses zugunsten der<br />

<strong>Musiker</strong> und anderes zu ihren Ungunsten. Toll ist<br />

auf jeden Fall, dass es mittlerweile auch für un -<br />

be kanntere Künstler möglich ist, ein breiteres<br />

Pu blikum persönlich zu erreichen, und das, ohne<br />

auf die Unterstützung von den großen Unter neh -<br />

men angewiesen zu sein.<br />

MM: Gibt es für dich bestimmte Idole?<br />

ALWIN SMOKE: Zu Beginn, in meiner frühesten<br />

Jugend, gab es einige Jazz- und Swing-<strong>Musiker</strong>,<br />

deren Musik ich viel hörte, da mir mein Vater deren<br />

Schallplatten gab. Aber letztendlich beeinflusst<br />

und inspiriert in meinem Tun hatten mich mein<br />

Vater und mein Großvater.<br />

MM: Kannst du Näheres zu deiner neuen CD<br />

erzählen?<br />

ALWIN SMOKE: Ja, sehr gerne. Nach meiner<br />

letzten bluesorientierten CD „Spiri’s Free“ ist das<br />

kommende Album „Five Steps To Zero“ noch<br />

persönlicher und sicherlich auch wieder Rock-<br />

Pop-orientierter ausgefallen. Nahezu alle Lieder<br />

be schäf tigen sich mit Erlebnissen, die mir in den<br />

letzten vergangenen Jahren passiert sind. Hervor -<br />

zu heben ist hier insbesondere mein Lied „Grace<br />

To You“ bzw. mit deutschem Titel „Dass es uns<br />

jemals gab“, das ich an der Beerdigung meines<br />

Vaters spielte und für ihn komponierte. Ähnliches<br />

gilt auch für die anderen Titel.<br />

MM: Welche Ziele hast du für die Zukunft<br />

von ALWIN SMOKE?<br />

ALWIN SMOKE: Grundsätzlich meine musikalische<br />

Entwicklung weiter entfalten und schauen,<br />

was dabei rauskommt. Ich freue mich dabei sehr,<br />

wenn sich immer mehr Menschen für mich, meine<br />

Musik und deren Inhalte interessieren. Da ich<br />

mich nicht nach Trends oder Vorschriften jeglicher<br />

Art richte, werde ich auch zukünftig nur eigene<br />

Musik schreiben und machen, die authentisch<br />

ALWIN SMOKE ist.<br />

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28 STORIES<br />

Eric Clapton, genannt „Slowhand“,<br />

prägte die Entwicklung des Bluesrock seit<br />

den 60er-Jahren wesentlich mit<br />

und gilt als einer der bedeutendsten Gitarristen.<br />

Er ist 17-facher Grammy-Gewinner<br />

und durch seine beispiellose Karriere<br />

als einziger <strong>Musiker</strong> dreifaches Mitglied der<br />

Rock and Roll Hall of Fame.


STORIES 29<br />

ERIC<br />

CLAPTON<br />

THE GOLDEN<br />

SOUND<br />

irgendwie mit Rockmusik in Berührung gekommen<br />

ist, hat den Namen Clapton gehört. Clapton-<br />

Wer<br />

Hits wie „Layla“, „I Shot the Sheriff“, „Cocaine“, „Wonderful<br />

Tonight“ und „Tears In Heaven“ gehören zum Kanon der<br />

zeitgenössischen Musik, genauso Cream-Klassiker wie<br />

„Badge“, „Sunshine Of Your Love“ und „White Room“, die<br />

bereits 50 Jahre alt sind, aber heute noch als originelle und<br />

frische Stücke wahrgenommen werden. Solcherlei einzigartige<br />

Songs scheinen frei von Alterserscheinungen zu sein.<br />

Auch Claptons Spitzname Slowhand wird geläufig sein,<br />

den der frühere Yardbirds-Manager Girogio Gomelsky dem<br />

an sich schnellen Gitarristen als Wortspiel gab. Und wenn die<br />

Sprache auf die besten Gitarristen kommt (womöglich auch<br />

mit dem zweifelhaften Zusatz „aller Zeiten“), fällt wie selbst -<br />

verständlich der Name des 17-fachen Grammy-Gewinners,<br />

der durch seine beispiellose Karriere gleich dreimal in die<br />

Rock and Roll Hall of Fame aufgenommen wurde: 1992<br />

und 1993 als Mitglied der Yardbirds und von Cream, 2000<br />

dann als Solo-Künstler, der Gitarre wie kein anderer spielt<br />

und besonders artikuliert singt.<br />

Begonnen hatte Claptons professionelle Laufbahn 1963<br />

bei der Band The Roosters, die Anfang der 1970er-Jahre in<br />

einer Solokarriere mündete. In deren Verlauf wurde er 1992<br />

durch sein populäres MTV-Unplugged-Album zum internationalen<br />

Superstar, der den von ihm geliebten Blues live<br />

akustisch wie elektrisch mit einer unglaublichen Intensität<br />

spielt, ohne Show-Effekte zu bemühen. Auf seinen Kon -<br />

zerten geht es dem sensiblen, einfühlsamen <strong>Musiker</strong> offensichtlich<br />

um die Musik, sodass er nicht viel mehr Worte<br />

macht als „Thank You“ und mit sehr wenigen Ansagen auskommt.<br />

Dafür lässt er seine Gitarre singen und überrascht<br />

seine Zuhörer mit abwechslungsreichen Soli und Phrasie -<br />

rungen, die stets dem Song dienen. Deswegen sind Claptons<br />

Konzerte ein besonderes emotionales Erlebnis, wie jüngst<br />

dasjenige am 3. Juli <strong>2018</strong> in der Hamburger Barclaycard<br />

Arena, nachdem er am Vortage in der Kölner Lanxess Arena<br />

gespielt hatte. Da dies die beiden einzigen Auftritte seiner<br />

diesjährigen Tournee auf dem europäischen Festland waren,<br />

waren Clapton-Verehrer aus ganz Europa angereist, viele<br />

aus Portugal und Spanien, um den mittlerweile 73 Jahre<br />

alten Meistergitarristen (geboren 1945), der mit einer hochkarätigen<br />

Band angereist war, unbedingt noch einmal live zu<br />

erleben. So mancher trug ein T-Shirt mit dem „Clapton Is<br />

God“-Graffiti von 1967, bei dem der Sprayer „God“ versehentlich<br />

statt „Good“ auf die Wand gebracht haben will.<br />

Clapton selbst hält das Ganze ohnehin für einen Werbegag,<br />

mit dem er nichts zu tun gehabt habe.<br />

Eric Clapton and His Band nennt man sich schlicht und<br />

hat den Schneid, den Trauersong „Tears In Heaven“ mit dem<br />

Abstand der Jahre nun in einer gelösten Reggae-Version<br />

zu spielen. Doch das geht genauso unter die Haut. Ganz<br />

im Kontrast dazu das lang ausgespielte fulminante Stück<br />

„Got to Get Better In A Little While“, das die Band geradezu<br />

völlig entfesselt auf die Bühne bringt mit erregenden<br />

Gitarren-Duellen von Clapton und seinem bewährten zweiten<br />

Gitarristen Doyle Bramhall II. Das Hamburger Konzert<br />

zeigt, dass eine tief empfundene Musik, die durch die heutigen<br />

hervorragenden Verstärker- und Lautsprecher anlagen<br />

natürlich wunderbar zur Geltung kommt, es nicht nötig hat,<br />

musikalischen Modeströmungen zu folgen. Können, Em -<br />

pathie, Wollen und musikalische Spannkraft sind die entscheidenden<br />

Ingredienzen, Showeffekte sind dafür überflüssig.<br />

Ob es noch viele Auftritte dieser besonderen Art<br />

geben wird, wird sich an Claptons Gesundheit entscheiden,<br />

die bedauerlicherweise seit 2013 angeschlagen ist.<br />

8<br />

3/<strong>2018</strong> musiker <strong>Magazin</strong>


30 STORIES<br />

Periphere Neuropathie, die Schmerzen verursacht, und<br />

Tinnitus können für <strong>Musiker</strong> das Ende ihres Schaffens<br />

bedeuten.<br />

Kurz vor den beiden Konzerten in Deutschland erschien<br />

die sehenswerte Dokumentation „Life In 12 Bars“ über<br />

Claptons Leben. Seltene TV-Aufnahmen, Tagebuch ein träge,<br />

Briefe, Fotos, Heimvideos und akustische Beiträge von Weg -<br />

gefährten fügen sich zu einem Bild, das den Zuschauer<br />

Bluesbreakers ein. Freilich blieb der unstete Clapton auch<br />

dort nach Auftritten und einigen Plattenaufnahmen zunächst<br />

nur bis August 1965, kehrte allerdings im November zurück.<br />

In dem Monat nahm er mit seinem Freund Jimmy Page<br />

einige wenig bemerkenswerte Gitarrenstücke auf, die die<br />

Kapazität der beiden Gitarristen nicht zur Geltung bringen.<br />

Diese Aufnahmen tauchen regelmäßig auf frühen Clapton-<br />

Zusammenstellungen auf und werden aus Marketing-<br />

Gründen gern über den grünen Klee gelobt.<br />

wirklich mitnimmt und sich wohltuend von Dokumen ta tio nen<br />

unterscheidet, in denen pausenlos Statements vor laufender<br />

Kamera gesprochen werden. Gemeinsam mit Claptons<br />

2007 erschienener Autobiografie „Mein Leben“ wird nachvollziehbar,<br />

warum er den Blues à la Robert Johnson und<br />

Muddy Waters so liebt. Wenn man im Glauben gelassen<br />

wird, die eigene Mutter sei die große Schwester, und die<br />

Mutter später auch nicht zu ihrem Kind steht, kann man<br />

rasch den Blues bekommen. Denn derart einschneidende<br />

Erlebnisse sind zweifelsohne nur schwer zu verkraften.<br />

Claptons Talent als Gitarrist wurde früh sichtbar. Ab<br />

Jahres beginn 1963 spielte er professionell in der kurzlebigen<br />

Band The Roosters. Im August des Jahres verließ er<br />

sie und schloss sich im Monat darauf Casey Jones And The<br />

Engineers an, wechselte aber schon im Oktober zu den<br />

Yardbirds. Sein Gitarrenspiel fand ein stetig wachsendes<br />

Publikum. Als er auch dieser Band im März 1965 den Rücken<br />

kehrte, weil ihm die mit dem Hit „For Your Love“ eingeschlagene<br />

Pop-Richtung missfiel, war das Staunen über<br />

sein Ausscheiden angesichts eines veritablen Hitparaden-<br />

Er folges groß. Clapton fühlte sich jedoch mehr denn je vom<br />

Blues angezogen und stieg deshalb bei John Mayalls<br />

Mit dem im April 1966 aufgenommenen bahnbrechenden<br />

Blues-Album „Bluesbreakers With Eric Clapton“ revolutionierte<br />

Clapton den Gitarrensound und spielte unter<br />

anderem auf dem Stück „All Your Love“ ein wegweisendes<br />

Solo. Kurz davor hatte er sich nebenher auf Betreiben von<br />

Joe Boyd, Leiter des neueröffneten Londoner Büros des<br />

US-amerikanischen Musiklabels Elektra Records, mit Paul<br />

Jones, Jack Bruce, Steve Winwood, Pete York und Ben<br />

Palmer zur Band Eric Clapton And The Powerhouse zusammengetan.<br />

Ende März 1966 entstanden im Studio die<br />

Tracks „I Want To Know“, „Crossroads“ und „Steppin’ Out“,<br />

die im selben Jahr auf dem Sampler „What’s Shakin’“ veröffentlicht<br />

wurden; ob Clapton und das Powerhouse noch<br />

ein viertes, bislang unbekanntes Stück aufnahmen, ist bisher<br />

ein Gerücht geblieben.<br />

Nach seinem zweiten Anlauf bei Mayall schied Clapton<br />

im Juli 1966 als festes Blues breakers-Mitglied endgültig aus.<br />

Gemeinsam mit dem Bassisten Jack Bruce und dem<br />

Drummer Ginger Baker entstand die legendäre Band<br />

Cream, die Musikgeschichte geschrieben hat, unter anderem<br />

mit Claptons fabelhaftem Live-Solo für „Crossroads“.<br />

Nach exzessiven Tourneen brach auch sie im Oktober<br />

musiker <strong>Magazin</strong> 3/<strong>2018</strong>


STORIES 31<br />

1968 endgültig auseinander. Rückblickend sagte Clapton,<br />

er wäre besser bei Mayall geblieben, denn Creams Musik sei<br />

zu aggressiv gewesen. Außerdem war Clapton heroinabhängig<br />

geworden.<br />

Bevor Clapton sich einer neuen Band anschloss, steuerte<br />

er ungenannt sein wegweisendes Gitarrensolo für George<br />

Harrisons Song „While My Guitar Gently Weeps“ bei, das<br />

Ende November 1968 auf dem „White Album“ der Beatles<br />

heute erhältlichen DVD, die davon veröffentlicht worden<br />

ist, Zeuge von Claptons schwindendem Interesse an der<br />

Band wird, auch wenn er an sich einwandfrei spielt. Die<br />

ständigen Auftritte seit Cream und der Star-Rummel hatten<br />

ihn ausgelaugt, und genauso wenig wie Cream hatten sich<br />

auch Blind Faith keine Zeit gegönnt, gemeinsam ein größeres<br />

Song-Repertoire zu erarbeiten als das auf der LP festgehaltene.<br />

Deshalb konnte man bei späteren Wiederveröf -<br />

fent lichungen des Blind-Faith-Albums außer auf einige<br />

Aufwärm-Jams nur wenige Bonus-Tracks aus der Zeit von<br />

1969 präsentieren.<br />

»Claptons wohl berühmtestes<br />

Album entstand von Ende<br />

August bis Anfang Oktober 1970<br />

in Miami mit Duane Allman<br />

als zweitem Gitarristen.<br />

„Layla and Other Assorted Love<br />

Songs“ wurde zu<br />

einem weiteren Meilenstein des<br />

Gitarristen und mit dem Song<br />

„Layla“ zu einer Song-Legende.«<br />

herauskam. Entschieden leichtgewichtiger war da Claptons<br />

Ukulele-Beitrag für „The Intro And The Outro“ auf dem 1967<br />

erschienenen Album der britischen Musik-Komiker-Truppe<br />

The Bonzo Dog Doo-Dah Band gewesen, die mit dem Hit<br />

„I’m The Urban Spaceman“ in Erinnerung geblieben ist.<br />

Für deren Bandleader Vivian Stanshall 1970 und den<br />

Song „Labio Dental Fricative“ spielte Clapton dann aber<br />

auch ein durchaus bemerkenswertes Blues-Solo und war<br />

außerdem auf der Flip-Seite bei „Paper Round“ zu hören.<br />

Clapton schien sich schon damals überall musikalisch zu<br />

Hause zu fühlen.<br />

Als er im Februar 1969 mit dem bei der Spencer Davis<br />

Group ausgestiegenen Steve Winwood, Cream-Drummer<br />

Baker und dem Family-Bassisten Rick Grech die neue<br />

Supergruppe Blind Faith bildete, hatte es den Anschein,<br />

dass Clapton gleichsam von einem Höhepunkt zum anderen<br />

eilte. Das gleichnamige Album „Blind Faith“ geriet<br />

jedenfalls zu einer weiteren ausgezeichneten LP, blieb aber<br />

das einzige Album dieser Band. Im Januar 1970 löste sie<br />

sich nach Konzerten, die Clapton immer weniger Ver gnügen<br />

bereiteten, auf. Blind Faith wurden bei ihrem Konzert im<br />

Londoner Hyde Park gefilmt, sodass man mittels der<br />

Zwischendurch war Clapton schon im September 1969<br />

mit John Lennon für einen Live-Auftritt auf dem Toronto-<br />

Rock-and-Roll-Revival-Konzert nach Kanada geflogen.<br />

Lennon hatte die Plastic Ono Band dafür quasi aus dem<br />

Boden gestampft, und die Proben für das Konzert, auf dem<br />

der erst später als Lennon-Single aufgenommene Titel<br />

„Cold Turkey“ gespielt wurde, fanden während des Hinfluges<br />

statt. Mit Blind Faith wollte Clapton auch nicht länger im<br />

Vordergrund stehen. Als während Blind Faiths US-Tournee<br />

die Vorgruppe Bonnie, Delaney & Friends auftrat, schloss<br />

Clapton sich im Januar 1970 dieser an. Hier konnte er vom<br />

Stargeschäft pausieren. Beim Live-Auftritt dieser For ma -<br />

tion im Dezember 1969 im Kopenhagener Falkoner Teatret<br />

kam auch Claptons Freund George Harrison mit auf die<br />

Bühne. Das Album „Bonnie, Delaney & Friends On Tour With<br />

Eric Clapton“ ist gute Unterhaltung, musikalisch aber kein<br />

großer Wurf. Mit seiner Virtuosität hält Clapton sich völlig<br />

zurück. Die Auszeit hatte für ihn im März 1970 ihr Ende,<br />

nachdem er sich noch im Herbst 1969 an Auf nahmen für<br />

ein neues Album der Band beteiligt hatte. Im Januar 1970<br />

hatte er mit ihr und anderen <strong>Musiker</strong>n die Sessions noch<br />

für sein eigenes erstes Solo-Album begonnen. Von diesem<br />

gibt es drei Abmischungen. Der Mix des Toningenieurs<br />

Tom Dowd wurde im August 1970 als LP veröffentlicht, die<br />

einfach „Eric Clapton“ hieß. 2006 erschien auf der Deluxe-<br />

Ausgabe des Albums der Mix von Delaney Bramlett,<br />

wohin gegen Claptons eigene Version bislang nur auf dem<br />

Bootleg-Markt zu finden ist. Unabhängig von den verschiedenen<br />

Versionen präsentierte Clapton sich völlig anders als<br />

in den Tagen mit den Bluesbreakers und mit Cream. Seine<br />

leichthändig wirkende, zuweilen funkige Musik zeigt ihn auf<br />

dem Weg zu einer neuen Selbstständigkeit. Songs des<br />

Albums, darunter den Hit „After Midnight“, hat er über die<br />

Jahrzehnte auf Konzerten immer wieder gespielt.<br />

Am liebsten wäre Clapton damals jedoch Mitglied der<br />

US-Truppe The Band geworden, wagte aber nicht, sie zu<br />

fragen. Stattdessen tat er sich mit einigen Mitgliedern von<br />

Bonnie, Delaney & Friends zu Derek And The Dominos zu -<br />

sammen. Seinen eigenen Namen vermied er sehr zum Miss -<br />

fallen von Ahmet Ertegun, Chef des US-Labels Atlantic, bei<br />

dem Clapton in den USA unter Vertrag stand, denn der<br />

Name Clapton auf Tonträgern und Konzertplakaten wäre<br />

8<br />

3/<strong>2018</strong> musiker <strong>Magazin</strong>


32 STORIES<br />

wohl entschieden geschäftsfördernder gewesen. Zwischen -<br />

durch wirkte Clapton 1970 an zahlreichen Aufnahmen anderer<br />

<strong>Musiker</strong> mit, etwas, was er auch künftig häufig tun sollte.<br />

Er unterstützte den Beatles-Keyboarder Billy Preston, King<br />

Curtis, die Crickets, P.P. Arnold, Steven Stills, Jesse Ed<br />

Davis, Dr. John, Leon Russell, Buddy Guy und Junior Wells.<br />

Auch für John Mayall griff er auf mehreren Tracks des<br />

Doppelalbums „Back To The Roots“ zur Gitarre. Besonderes<br />

Gewicht haben die London Sessions für den Bluesmusiker<br />

Howlin’ Wolf von Anfang Mai 1970, die ganz nach Claptons<br />

Geschmack im Zeichen des Blues stehen. Noch bemerkenswerter<br />

ist seine Mitwirkung bei den Dominos an George<br />

Harrisons erstem Soloalbum „All Things Must Pass“ von<br />

Ende Mai bis Ende Oktober 1970. Clapton spielte auf den<br />

Titeln „Wah Wah“, „Isn’t It A Pity“, „What Is Life“, „Run Of<br />

The Mill“, „Beware Of Darkness“, „Awaiting On You All“<br />

und „My Sweet Lord“ Gitarre und bei den Apple Jams, die<br />

die dritte LP von Harrisons Dreifach-Albums füllten.<br />

Während der Aufnahmen zu „All Things Must Pass“ be -<br />

gann Clapton ab Juni 1970 unter dem Namen Derek And<br />

The Dominos in Großbritannien und in den USA zu touren.<br />

Konzerte wurden mitgeschnitten, und 1973 wurde daraus<br />

das Doppelalbum „In Concert“ zusammengestellt, als es<br />

die Band schon nicht mehr gab. 1994 erschien „In Concert“<br />

stark erweitert als Doppel-CD unter dem Titel „Live At The<br />

Fillmore“. Die Band war wirklich hervorragend aufgelegt,<br />

viele halten den Mitschnitt für einen der besten von Clapton.<br />

Claptons wohl berühmtestes Album entstand von Ende<br />

August bis Anfang Oktober 1970 in Miami mit Duane<br />

Allman als zweitem Gitarristen. „Layla and Other Assorted<br />

Love Songs“ wurde zu einem weiteren Meilenstein des<br />

Gitarristen und mit dem Song „Layla“ zu einer Song-Legende.<br />

Clapton hatte ihn Pattie Boyd, der Frau seines Freundes<br />

George Harrison, gewidmet, die er später heiraten und von<br />

der er sich dann doch wieder scheiden lassen sollte.<br />

„Layla And Other Assorted Love Songs“ kam zu Beginn<br />

des CD-Zeitalters in einer Luxusausgabe heraus, angereichert<br />

mit hörenswerten Jams von Clapton, seiner Band<br />

und der Allman Brothers Band, um sich einzuspielen.<br />

Zum 40. Jahrestag des Albums brachte Polydor eine<br />

andere Deluxe-Ausgabe mit vielen anderen Bonustracks<br />

auf den Markt, darunter Live-Aufnahmen und Outtakes aus<br />

den Sessions. Derek And The Dominos gingen nach diesem<br />

Klassiker für ein zweites Album ins Studio. Aber auch<br />

diese Band war nicht von Bestand und zerbrach – nicht<br />

zuletzt am hohen Drogenkonsum ihrer Mitglieder, der schon<br />

bei den Aufnahmen zum Vorgängeralbum enorm gewesen<br />

war. Claptons Heroinsucht ließ seinen Allgemeinzustand<br />

zusehends schlechter werden. Für seine bis dahin atemlosen<br />

musikalischen Aktivitäten blieb das nicht ohne Folgen.<br />

Arg mitgenommen wirkte er an beiden Shows von Harrisons<br />

„Concerts For Bangladesh“ am 1. August 1971 mit.<br />

Rückblickend bedauerte Clapton, für „While My Guitar<br />

Gently Weeps“ mit der Gibson Byrdland eine unpassende<br />

Gitarre verwendet zu haben. Bald darauf schien Clapton<br />

sein Interesse an Musik verloren zu haben. 1972 brachte sein<br />

Label Polydor das Doppelalbum „History Of Eric Clapton“<br />

heraus, um den Stillstand zu überbrücken. Es ist ein Rück -<br />

blick bis in die Zeit mit den Yardbirds, angereichert mit zwei<br />

alternativen Fassungen von „Tell The Truth“ vom Soloalbum<br />

„Eric Clapton“.<br />

»Mit der Bewältigung seiner<br />

Heroinsucht hatte Clapton jedoch<br />

gleichsam den Teufel<br />

mit dem Beelzebub ausgetrieben.<br />

Denn nun verfiel Clapton<br />

dem Alkohol,<br />

den er rückblickend als noch<br />

schlimmer empfand,<br />

nahm außerdem Kokain und<br />

schluckte Tabletten.«<br />

Who-Gitarrist Pete Townshend sorgte sich Ende 1973 um<br />

seinen vom Heroin abhängigen Freund Clapton, der sich<br />

ganz in sich zurückgezogen hatte. Obwohl seine Heroin -<br />

sucht andauerte, konnte Townshend ihn jedoch zu zwei<br />

Konzerten im Londoner Rainbow Theatre am 13. Januar<br />

1973 überreden. Dieses Ereignis wurde zunächst als LP<br />

vermarktet und später erheblich erweitert als CD. Die Kon -<br />

zerte brachten Clapton zurück zur Musik. Er unterzog sich<br />

einer Art Akupunktur-Behandlung seiner Heroinsucht, und<br />

Anfang 1974 fühlte er sich nach mehreren für ihn verlorenen<br />

Jahren wieder in der Lage, Musik zu schreiben. Zu -<br />

nächst war Clapton mit den Ergebnissen unzufrieden, da<br />

sie ihm zu steril klangen. Doch dann ging ihm alles wieder<br />

zunehmend besser von der Hand. Als für sein neues Solo -<br />

album Tom Dowd als Toningenieur und Produzent ge wonnen<br />

werden konnte, reiste Clapton nach Miami Beach in die von<br />

Dowd dort angemietete Luxusvilla 461 Ocean Boulevard,<br />

die seinem kommenden Soloalbum den Namen geben<br />

sollte. Dort entstand nach und nach mit dem ehemaligen<br />

Dominos-Bassisten Carl Radle und neuen <strong>Musiker</strong>n das<br />

gleichnamige Album „461 Ocean Boulevard“, das im Juli<br />

1974 veröffentlicht wurde. „461 Ocean Boulevard“ enthält<br />

zahlreiche Perlen, allen voran „Motherless Children“ und<br />

Bob Marleys „I Shot The Sheriff“. Es wurde zu einem der<br />

erfolgreichsten Clapton-Alben, von dem 2004 eine Deluxe-<br />

Ausgabe mit einem herrlichen Konzert-Mitschnitt herauskam<br />

und 2013, gemeinsam mit den Alben „There’s One In<br />

musiker <strong>Magazin</strong> 3/<strong>2018</strong>


STORIES 33<br />

geprägt, und die Meinungen gehen nicht selten auseinander.<br />

Kontrovers eingeschätzt wurde die mit Spannung er -<br />

wartete Zusammenarbeit von Clapton und Ry Cooder an<br />

„Money And Cigarettes“ (1983), bei dem der Funke zu selten<br />

überspringt. „Behind The Sun“ (1985) wurde von Phil Collins<br />

produziert. Der setzte jedoch sehr auf neue Techniken, was<br />

zuweilen sogar Claptons Konzerte aus der Zeit beeinträchtigte,<br />

so zu hören auf dem unlängst veröffentlichten Radio -<br />

mitschnitt New York 1986, zu dem glücklicherweise Claptons<br />

Auftritt auf dem Live Aid Concert 1985 in Philadelphia im<br />

positiven Gegensatz steht. Gegen Synthesizer- und künstlich<br />

anmutende Schlagzeug-Klänge anzutreten, missfiel dem<br />

filigranen Gitarristen immerhin so sehr, dass er für August<br />

(1986) Tom Dowd als Co-Produzenten neben Collins<br />

gewann, weil Collins’ Arbeit sich nicht mit Claptons musikalischen<br />

Vorstellungen deckte. Heraus kam dennoch nur<br />

ein reichlich glattgebügeltes Album ohne allzu große Höhe -<br />

punkte, weil die Produktion sich zu sehr am musikalischen<br />

Mainstream orientiert hatte. Eine ähnliche Enttäuschung ist<br />

die CD „Back Home“ (2005). Auch die Blues-Alben „From<br />

The Cradle“ (1994), das ein Nummer-eins-Erfolg wurde, und<br />

„Riding With The King“ (mit B.B. King) von 2000 bleiben<br />

hinter ihren Möglichkeiten zurück – wohl weil die Live-<br />

Atmosphäre ge fehlt hat.<br />

Every Crowd“ und „E.C. Was Here“, das 6-CD/Blu-Ray-<br />

Set „Give Me Strength: The ‘74/’75 Recordings“. Dieses<br />

enthält unter anderem gemeinsame Aufnahmen mit dem früh<br />

verstorbenen Freddie King, einem von Claptons Lieblings -<br />

gitarristen.<br />

Mit der Bewältigung seiner Heroinsucht hatte Clapton<br />

jedoch gleichsam den Teufel mit dem Beelzebub ausgetrieben.<br />

Denn nun verfiel Clapton dem Alkohol, den er rückblickend<br />

als noch schlimmer empfand, nahm außerdem<br />

Kokain und schluckte Tabletten. Bei Live-Auftritten aus der<br />

Zeit kam der Gitarrist betrunken auf die Bühne und lieferte<br />

sich un er quickliche Wortgefechte mit Konzertbesuchern.<br />

Seit „461 Ocean Boulevard“ war sein zweiter Gitarrist<br />

George Terry. Diesem überließ er auf der Bühne die meisten<br />

und saftigsten Soli, was besonders auf dem gelungenen<br />

Livealbum „E.C. Was Here“ von 1975 zu hören ist.<br />

Und damit ist man bei dem Thema: Clapton ist live am<br />

besten – schade, dass es dem WDR-Redakteur Peter Rüchel<br />

trotz Bemühungen nie gelungen ist, Clapton für ein Konzert<br />

der beliebten Rockpalastnächte zu gewinnen. Claptons<br />

Studioalben hingegen schwanken stark in der Qualität.<br />

Schlecht sind sie nie wirklich, aber so manches Album<br />

lässt die emotionale Tiefe vermissen, die Konzerte in aller<br />

Regel zu solch einzigartigen Erlebnissen werden lassen.<br />

Natürlich sind solcherlei Einschätzungen stets subjektiv<br />

Für lohnend halte ich aber neben „Eric Clapton“ und<br />

„461 Ocean Boulevard“ eine ganze Reihe von Studioalben.<br />

Sie gehen mit ungewöhnlichem Songmaterial zum Teil neue<br />

Wege und haben die Kraft von Claptons Musik im Studio<br />

eingefangen. „Slowhand“ (1977) bietet eine interessante Viel -<br />

falt an Songs. „Wonderful Tonight“ und „Lay Down Sally“<br />

stechen sicherlich hervor, und außerdem ist „The Core“<br />

eine willkommene Cream-Reminiszenz. Die 2012 veröffentlichte<br />

Deluxe-Ausgabe von „Slowhand“ brilliert vor<br />

allem mit einem begeisternden Konzertmitschnitt aus dem<br />

Londoner Hammersmith Odeon. „Backless“ (1978) knüpft<br />

an „Slowhand“ an, hat aber nicht dessen Kraft, abgesehen<br />

von dem erstklassigen Song „Tulsa Time“. Mit Einschrän -<br />

kungen hat auch „Another Ticket“ (1980) seine Meriten und<br />

gewinnt durch die Bandmitglieder Gary Brooker (Ex-Procol-<br />

Harum) und den Gitarren-Hexer Albert Lee, der zu den<br />

schnellsten seiner Zunft zählt. Welche Möglichkeiten hätte<br />

das Songmaterial mit dem gleichnamigen Titelstück und<br />

dem kraftvollen „Rita Mae“ wohl gehabt, wenn man das alles<br />

live vor Publikum aufgenommen hätte?! „Journeyman“<br />

(1989) ist eines der gelungensten Clapton-Alben, wohl nicht<br />

zuletzt deshalb, weil er nach mehreren Anläufen seinen<br />

Alkoholismus endgültig besiegt hatte. Clapton hat dafür<br />

mehrere Songs geschrieben. Besonders erfrischend ist der<br />

Eröffnungstitel „Pretending“. Aber auch die Bluesstücke<br />

„Bad Love“ und „Old Love“ haben es in sich, erst recht dann,<br />

wenn er sie live spielte wie seinerzeit auf der Tournee, mit<br />

der er sein neues Album promotete und in Deutschland<br />

Zucchero im Vorprogramm hatte, auf dessen Single<br />

„Wonderful World“ er 1991 mitspielte. „An Pilgrim“ (1998) 8<br />

3/<strong>2018</strong> musiker <strong>Magazin</strong>


34 STORIES<br />

scheiden sich die Geister komplett. Entweder wird „Pilgrim“<br />

als Claptons schlimmster Flop erachtet oder aber als großartiger,<br />

wagemutiger Wurf. Er hat hier nicht nur bewusst ein<br />

Album in gedrückter Stimmung vorgelegt, sondern nach Phil<br />

Collins mit dem Produzenten Simon Climie erneut mit Syn -<br />

the sizern und Drum-Computer gearbeitet. Das hatten beide<br />

zuvor schon ohne Erfolg auf dem anonym veröffentlichten<br />

Album „T.D.E. Retail Therapy“ (1997) getan, an dessen<br />

Misserfolg sich auch nichts änderte, als Clapton seine Mit -<br />

wirkung doch publik machte. Anders als bei den Main -<br />

stream-Aufnahmen von August ist mit „Pilgrim“ aber ein<br />

Album gelungen, das man schwer aus Kopf und Herz be -<br />

kommt. „My Father’s Eye“ und „River Of Tears“ sind wohl<br />

die bekanntesten Titel des Albums, da Clapton sie gern<br />

auch live gespielt hat. „Reptile“ (2001) ist ein ruhiges, solides<br />

Werk, das gerade wegen der Spielfreude viel Vergnügen<br />

bereitet. Stilistisch passt das Album aufs Erste nicht in den<br />

Clapton-Kanon. Man kann aber froh sein, dass Clapton<br />

damals schon tun und lassen konnte, was er wollte. Ein<br />

ähnlich entspanntes und dennoch vielfältiges Album ist<br />

„Clapton“ (2010), bei dem er kein Konzept verfolgte, sondern<br />

den Dingen seinen Lauf ließ. Bei „Me And Mr. Johnson“<br />

und den „Sessions for Robert J.“ (beide 2004) zeigt Clapton,<br />

dass er auch dann, wenn es wenig spektakulär zugeht, der<br />

geborene Bluesman ist. „The Road To Escondido“ (2006)<br />

huldigt nicht einfach nur Claptons Idol J.J. Cale, sondern<br />

brilliert durch das Zusammenspiel dieser beiden Aus nah -<br />

memusiker, was so mancher allerdings als langweilig empfindet.<br />

Mit „The Breeze – An Appreciation Of J.J. Cale“ (2014)<br />

hat Clapton seinem 2013 verstorbenen Freund außerdem<br />

posthum ein würdiges Laid-Back-Denkmal ge setzt, bei dem<br />

einmal mehr die Meinungen auseinandergehen.<br />

Verglichen mit dem Auf und Ab der Studioalben bereiten<br />

fast alle Livealben aus Claptons Solokarriere meistens un -<br />

getrübte Freude. „In Concert“ (1973) und „E.C. Was Here“<br />

(1975) habe ich schon genannt. „Just One Night“ (1980)<br />

sprüht nur so vor Spiellaune und punktet zudem mit dem<br />

zweiten Gitarristen Albert Lee sowie dem Keyboarder Chris<br />

Stainton, der Clapton häufig begleitete und auch jetzt in<br />

Hamburg dabei war. „24 Nights“ zieht ein Resümee aus 24<br />

Abenden, an denen Clapton unter anderem mit Buddy Guy<br />

und auch großem Orchester in der Royal Albert Hall aufgetreten<br />

war. An „Just One Night“ reicht dies nicht immer<br />

heran, belohnt den Zuhörer aber mit einem großen Facetten-<br />

Reich tum, der durch die Live-Atmosphäre gewinnt. Die Auf -<br />

nahmen des im Oktober 1991 veröffentlichten Doppel albums<br />

waren bis Ende Februar des Jahres entstanden, kurz vor<br />

dem tragischen Tod von Claptons 5-jährigen Sohn Conor<br />

am 20. März 1991. Um seine Trauer in einer Zeit zu bewältigen,<br />

in der er gerade vom Alkohol losgekommen war,<br />

schrieb Clapton „Tears In Heaven“ und ließ damit vielleicht<br />

auch sein Flehen des Titels „Give Me Strength“ von „461<br />

Ocean Boulevard“ Realität werden. In einer akustischen<br />

Version gehört das ans Herz gehende „Tears In Heaven“<br />

zu „Unplugged“ (1992), das Claptons erfolgreichstes Album<br />

wurde. Clapton ohne elektrische Gitarre schien nicht denkbar<br />

zu sein. „Unplugged“ beweist das Gegenteil, denn der<br />

<strong>Musiker</strong> erzeugt auch mit der akustischen Gitarre enorme<br />

Spannung und Wärme. Bis auf „Just One Night“ sind die<br />

genannten Konzerte auch auf DVD zu bewundern, auf<br />

denen der optische Eindruck den Hörgenuss immens steigert.<br />

Nur als DVD erschienen ist Claptons „Live In Hyde<br />

Park“ von 1996, bei dem er einmal mehr so der Musik verhaftet<br />

spielt, dass er die in Massen er schienenen Zu schauer<br />

verzaubert hat; zweiter Gitarrist war Claptons langjähriger<br />

Begleiter Andy Fairweather Low, be kannt unter anderem<br />

aus der ehemaligen britischen Band Amen Corner.<br />

Übertroffen wird dieses Ereignis in meinen Augen nur von<br />

»Claptons Studioalben<br />

schwanken stark<br />

in der Qualität.<br />

Schlecht sind sie nie wirklich,<br />

aber so manches Album<br />

lässt die emotionale<br />

Tiefe vermissen,<br />

die Konzerte in aller Regel zu<br />

solch einzigartigen<br />

Erlebnissen werden lassen.«<br />

dem Konzert aus dem Jahr 2001, das in dem „Set One More<br />

Car, One More Rider“ festgehalten worden ist. Clapton und<br />

seine Band spielen wie entfesselt. Ganz ausgezeichnet ist<br />

sein langjähriger Drummer Steve Gadd, aber innerhalb der<br />

Band bestechen die beiden vom Tempera ment unterschiedlichen<br />

Keyboarder Billy Preston und David Sancious mit hinreißenden<br />

Soli. Während Preston immer wieder aus dem<br />

Häuschen gerät, spielt der ruhigere Sancious sein Keyboard<br />

auch über einen mundstückartigen Peavy DPM Controller,<br />

sodass man ein feinfühliges Saxophon zu hören meint.<br />

Dieses Konzert, bei dem Clapton fantastische Soli nur so aus<br />

dem Ärmel schüttelt, ist Gänse haut pur. Eine weitere musikalische<br />

Sternstunde wurde mit „Live in San Diego“ von 2007<br />

(veröffentlicht 2017) festgehalten. Clapton tritt mit seinem<br />

Idol J.J. Cale sowie den beiden Gitarristen Doyle Bramhall II<br />

musiker <strong>Magazin</strong> 3/<strong>2018</strong>


STORIES 35<br />

und Derek Trucks auf. Der 1979 geborene Trucks war bei<br />

der Allman Brothers Band der legitime Nachfolger des im<br />

Herbst 1971 tödlich verunglückten Slide-Gitarristen Duane<br />

Allman und zählt selbst zu den wichtigsten Rockgitarristen<br />

der jüngeren Generation. Große Freude bereitet auch die Blu-<br />

Ray „Planes, Trains and Eric „(2014) über Claptons Japan-<br />

Tournee aus der Zeit, diesmal ohne weitere Gitarristen.<br />

Leider ist die Blu-Ray als Dokumentation strukturiert worden,<br />

bei der der Konzertmitschnitt immer wieder durch In ter views<br />

unterbrochen wird. Demgegenüber ist die Live-Blu-Ray<br />

„Slowhand At 70 – Live At The Royal Albert Hall“ (2015), nun<br />

wieder mit dem zweiten Gitarristen Andy Fairweather Low,<br />

ein durch und durch ungetrübtes Ver gnügen, das auch als<br />

erweiterte Deluxe-Ausgabe erhältlich war.<br />

„Live in the Seventies“, deren Titel eine andere Struktur<br />

offenbart. Hier kann man gut vier Stunden in wirklich mitreißender<br />

Clapton-Live-Musik schwelgen.<br />

Clapton war bei anderen <strong>Musiker</strong>n ein gern gesehener<br />

Gast. Auf der Geburtstagsfeier von Keith Richards und<br />

dem Saxophonisten Bobby Keyes spielte Clapton im<br />

Dezember 1970 mit den Rolling Stones eine erregende<br />

Version des Hits „Brown Sugar“ ein, die mittlerweile offiziell<br />

auf der Deluxe-Version des Klassiker-Albums „Sticky<br />

Fingers“ 2015 veröffentlicht wurde. Beim „The Last Waltz“,<br />

dem Abschiedskonzert von The Band, der Clapton sich so<br />

gern angeschlossen hätte, war er Ende Oktober 1976 mit<br />

dabei (veröffentlicht 1978), 1979 bei der Feier zu Alexis<br />

Clapton hat im Laufe seiner nunmehr schon 55 Jahre<br />

dauernden Karriere so viele Alben und gefilmte Konzerte<br />

vorgelegt (von den hunderten Bootlegs in Ton und Bild ganz<br />

zu schweigen) und war an unzähligen Alben anderer Künstler<br />

beteiligt, dass man letztlich aus dem Vollen schöpfen und<br />

unmöglich in einem Artikel alles auch nur anreißen kann.<br />

Daher folgen noch einige Schlaglichter.<br />

Clapton wurden zahlreiche Werkschauen gewidmet. Die<br />

wichtigste dürfte die 1988 erschienene 4-CD-Box „Cross-<br />

roads“ mit zahlreichen bis dahin unveröffentlichten Tracks<br />

sein. Unter diesen stechen die Aufnahmen für das zweite<br />

Album von Derek And The Dominos hervor, mit der ur -<br />

sprünglichen Studio-Fassung von „Got To Get Better In A<br />

Little While“. 1996 folgte die 4-CD-Box „Crossroads 2“:<br />

Korners 50. Geburtstag, die der Kölner Rockpalast veranstaltet<br />

hatte – und so Clapton jedenfalls als Begleitmusiker<br />

für den Rockpalast gewonnen hatte. Der Mitschnitt „The<br />

Party Album“ erschien 1980 als Doppelalbum. Gemeinsam<br />

mit den Ex-Beatles George Harrison und Ringo Starr bereicherte<br />

Clapton das Konzert des Rock ‘n’ Rollers Carl Perkins<br />

von 1985, das als DVD unter dem Titel „Carl Perkins &<br />

Friends“ erhältlich ist. Im Jahr darauf spielte Clapton auf<br />

zwei Konzerten zum 60. Geburtstag des Rock-‘n’-Roll-<br />

Urgesteins Chuck Berry, woraus der Konzertfilm „Hail! Hail!<br />

Rock ‘n’ Roll“ entstand, der 2006 sogar mit viel Bonus -<br />

material angereichert als 4-DVD-Set auf den Markt kam.<br />

1988 ging Clapton mit Mark Knopfler auf eine ausgedehnte<br />

Tournee, die bis nach Japan führte. Zwischendurch spielten<br />

sie im Juni des Jahres auf dem Konzert zu Nelson 8<br />

3/<strong>2018</strong> musiker <strong>Magazin</strong>


36 STORIES<br />

»Zugunsten des von Clapton<br />

1997 auf der Karibik-Insel<br />

Antigua gegründeten<br />

Rehabilitationszentrums<br />

Crossroads Centre für<br />

Alkohol- und Drogenabhängige<br />

veranstaltet er die mehrtägigen<br />

Crossroads Guitar Festivals.<br />

Für dieses Projekt ließ Clapton<br />

aus seinem riesigen<br />

Gitarrenfundus erfolgreich<br />

einige seiner bedeutendsten<br />

Gitarren versteigern.<br />

Allein seine berühmte Fender<br />

Stratocaster Blackie brachte<br />

knapp eine Millionen Dollar.«<br />

Mandelas 70. Geburtstag im Londoner Wembley Stadion.<br />

Beim 30th Anniversary Concert zu Ehren von Bob Dylan<br />

am 16. Oktober 1992 im New Yorker Madison Square<br />

Garden, das seinerzeit live im deutschen Fernsehen übertragen<br />

wurde und mittlerweile in einer Deluxe-Ausgabe vorliegt,<br />

fehlte Clapton ebenfalls nicht.<br />

Als Clapton 1987 auf George Harrisons Album „Cloud<br />

Nine“ mitspielte, unter anderem neben Elton John und<br />

Ringo Starr, wurde das Gerücht laut, gemeinsam mit<br />

Harrison seien sie die neuen Fab Four. Die Cream Reunion<br />

von Anfang Mai 2005 in der Londoner Royal Albert Hall<br />

und Anfang Oktober des Jahres im New Yorker Madison<br />

Square Garden war hingegen 100 % echt und versetzte die<br />

treuen Fans in den siebenten Himmel. Vorausgegangen<br />

war eine Quasi-Reunion der Bluesbreakers im Juli 2003 im<br />

Liverpooler King’s Dock zu John Mayalls 70. Geburtstag.<br />

Damit war ein weiterer Traum wahr geworden. Neben den<br />

vorzüglich aufgestellten damaligen Bluesbreakers glänzten<br />

Clapton und der ehemalige Mayall- und Stones-Gitarrist<br />

Mick Taylor mit fabelhaften Gitarrensoli, und mit auf der<br />

Bühne stand das Jazz-Urgestein Chris Barber an der<br />

Posaune. Clapton hatte spontan zugesagt, denn er bedauerte<br />

immer noch, dass er vor Jahrzehnten Mayalls Band<br />

sang- und klanglos verlassen hatte. Im Februar 2008 gaben<br />

Clapton und Steve Winwood drei gefeierte Konzerte im New<br />

Yorker Madison Square Garden und ließen damit zu einem<br />

Gutteil die Blind-Faith-Zeiten wiederaufleben, denen sie<br />

neues Leben einhauchten, mit Stücken aus dem jeweils<br />

eigenen Repertoire versahen und auch eine wunderbare<br />

Jimi-Hendrix-Hommage zelebrierten mit „Little Wing“ und<br />

der langen Slow-Version von „Voodoo Chile“. 2009 erschien<br />

dazu ein 2-DVD-Set, und ab Mitte Juni 2009 gingen Clapton<br />

und Winwood schließlich auf eine ausgedehnte Tournee,<br />

die sie auch nach Deutschland führte.<br />

Wie gut Clapton sich in Bands mit anderen Könnern einfügen<br />

kann, ist am Beispiel des im Zeichen von Jazz und<br />

Blues stehenden Konzertes von Clapton mit Steve Gadd,<br />

Marcus Miller, Joe Sample und David Sanborn zu sehen,<br />

das sie 1997 auf dem Montreux Jazz Festival gaben. Der<br />

2005 veröffentlichte Mitschnitt heißt treffend „Legends“.<br />

Zum ersten Todestag seines Freundes George Harrison leitete<br />

Clapton Ende November 2002 das „Concert For<br />

George“ in der Londoner Royal Albert Hall, das nicht nur<br />

illuster be setzt war (Paul McCartney und Ringo Starr ge -<br />

hörten der All Star Band an), sondern auch ein Konzert der<br />

Extraklasse ist. Veröffentlicht wurde es 2003. Ein weiteres<br />

höchst be mer kenswertes und dennoch völlig ungewöhnliches<br />

Kon zert ereignis lieferte Clapton, als er sich im New<br />

Yorker Lincoln Center in die Band des Jazz-Trompeters<br />

einreihte. 2011 veröffentlicht als „Wynton Marsalis & Eric<br />

Clapton Play The Blues“ erntete Clapton dafür nicht nur<br />

wohlwollende Kritiken.<br />

musiker <strong>Magazin</strong> 3/<strong>2018</strong>


STORIES 37<br />

Eine herausragende Stellung nehmen freilich die mitunter<br />

mehrtägigen „Crossroads Guitar Festivals“ ein, die<br />

Clapton von 2004 bis 2013 alle drei Jahre zugunsten des von<br />

ihm 1997 auf der Karibik-Insel Antigua gegründeten Reha -<br />

bilitationszentrums Crossroads Centre mit Gitarristen veranstaltete,<br />

die er selbst eingeladen hat. Er hat damit seine eigenen<br />

Erfahrungen mit Drogen- und Alkoholmissbrauch in<br />

prak tische Hilfe umgesetzt. Begonnen hatte er diese Aktivi -<br />

täten schon 1999 mit befreundeten <strong>Musiker</strong>n, darunter Bob<br />

Dylan, mit einem Wohltätigkeitskonzert im New Yorker<br />

Madison Square Garden. Zudem ließ er aus seinem riesigen<br />

Gitarrenfundus u. a. höchst erfolgreich einige seiner bedeutendsten<br />

Gitarren für die Einrichtung versteigern. Allein seine<br />

berühmte Fender Stratocaster Blackie brachte knapp eine<br />

Million Dollar ein.<br />

Die musikalische Bandbreite der bisherigen „Crossroads<br />

Guitar Festivals“ ist kaum zu fassen. Clapton selbst spielte<br />

dabei gemeinsam mit den verschiedensten Künstlern, was<br />

seine Ausnahmestellung unterstreicht. Dabei hat er auch<br />

die Größe, einen ausgezeichneten Slide-Gitarristen wie<br />

Sonny Landreth auf der Bühne „my hero“ zu nennen (auf<br />

Landreths Album „From The Reach“ von 2008 ist Clapton<br />

auch zu hören). Von den Großereignissen zeugen mittlerweile<br />

fünf DVDs, die nur Ausschnitte aus den opulenten Pro -<br />

grammen bieten können. Deshalb wünscht man sich einfach<br />

mehr. Es hieß, 2017 oder <strong>2018</strong> solle es eine Fortsetzung<br />

geben. Dass es dazu bislang nicht gekommen ist, wird<br />

Claptons Gesundheitszustand geschuldet sein. Clapton hat<br />

jüngst mit der Band Hawkwind das Stück „The Watcher“ auf -<br />

genommen, das demnächst auf der Hawkwind-CD „Road<br />

To Utopia“ herauskommen wird. Völlig überraschend ist sein<br />

Beitrag nicht. Denn Hawkwind-Mitgründer Dave Brock und<br />

Clapton spielten 1962 als Blues-Duo in Gaststätten und<br />

Bars. Zeitweises Mitglied von Hawkwind war übrigens<br />

Cream-Drummer Ginger Baker, nur ein Gastspiel des verstorbenen<br />

Cream-Bassisten Jack Bruce fehlt.<br />

Auf welche weiteren Veröffentlichungen des Gitarristen<br />

und Sängers Clapton mag man hoffen können? Wahr -<br />

scheinlich im Wesentlichen auf Live-Mitschnitte, von denen<br />

es seit den 1960er-Jahren viele geben muss. Bislang ging<br />

Clapton gern auf Tournee, denn nach eigenen Angaben<br />

hielt er es an einem Ort nie lange aus. Deshalb wird der<br />

Fundus an Aufzeichnungen geradezu unerschöpflich sein,<br />

und sehr wahrscheinlich werden daraus nach und nach<br />

offizielle Konzertmitschnitte herauskommen, die den vielen<br />

kursierenden Bootlegs Konkurrenz machen. Nicht alles wird<br />

vermutlich ungeteilte Begeisterung auslösen. Die in letzter<br />

Zeit herausgekommenen Cream-Konzerte machen klar, dass<br />

der damalige Produzent Felix Papalardi für die offiziellen<br />

Cream-LPs unter den vorhandenen Live-Aufnahmen eine<br />

vorzügliche Auswahl getroffen hat. Außerdem muss man<br />

auch nicht jeden einzelnen Ton eines <strong>Musiker</strong>s als Kon serve<br />

vorhalten. Schließlich geht es um die spannungsreiche<br />

Musik, die sich alle wünschen und jenseits der Sprach -<br />

barrieren erleben können. Genau das lässt diese Kunstform<br />

einzigartig dastehen.<br />

Nächste Folge: JOHN MAYALL – THE GODFATHER<br />

OF BRITISH BLUES<br />

text: DR. NORBERT APING<br />

geboren 1952, Buchautor und leiter des<br />

Amtsgerichts in Buxtehude.<br />

grAFiK: 123CREATIVECOM/FOTOLIA<br />

Fotoquelle: UNIVERSAL MUSIC; WIKIPEDIA<br />

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38 STORIES<br />

»Es gibt nichts,<br />

was dieser Mann nicht<br />

selbst macht«<br />

STEFAN LAUTERBACH<br />

Den Namen Stefan Lauterbach hat man sicher noch nicht oft zur<br />

Kenntnis genommen, aber es sieht ganz so aus,<br />

als dass wir von diesem interessanten und vielseitigen <strong>Musiker</strong><br />

und Menschen in Zukunft noch öfter etwas zu hören bekommen.<br />

Seinen Namen haben die Besucher des letzten<br />

Deutschen Rock & Pop Preises bei den Preisverleihungen<br />

allerdings mit Abstand am häufigsten mit Staunen<br />

und Anerkennung gehört. Grund genug fürs <strong>Musiker</strong> <strong>Magazin</strong>,<br />

Stefan zum Interview zu bitten.<br />

MM: Beim letzten Rock & Pop Preis warst<br />

du ja der große Abräumer mit zehn Preisen.<br />

Wofür waren sie denn und wie fühltest du<br />

dich dabei?<br />

STEFAN LAUTERBACH: Nun, zuerst war mir<br />

schon ein wenig blümerant, aber als dann ein<br />

Preis nach dem anderen in meinen Händen a n-<br />

kam, war es ein tolles Gefühl, dass die Arbeit, die<br />

ich in meine Werke investiert habe, so gewürdigt<br />

wurde – von Leuten, die Ahnung davon haben und<br />

auch von Kolleginnen/Kollegen, die auch mit mir<br />

auf der Bühne standen, sich mit mir mitfreuten!<br />

Das ist auch ein weiterer Anschub für kommende<br />

Projekte. Ich bin für ein Instrumental album in sechs<br />

Kategorien prämiert worden, u. a. „Bestes Instru -<br />

mental album“, „Bestes Arrangement“, „Beste<br />

Komposition“ und „Beste Percussion“. Für eine<br />

Trancenummer bekam ich auch noch Preise sowie<br />

für einen englischsprachigen Popsong.<br />

MM: Während der Vergabe wurdest du auch<br />

anmoderiert mit „Es gibt nichts, was dieser<br />

Mann nicht selbst macht“. Was war damit<br />

gemeint?<br />

SL: Ich denke, das war zum einem dahingehend<br />

gemeint, dass ich für das Artwork des Instru -<br />

mental werkes in der Kategorie „Bestes Cover“<br />

auch einen Preis erhielt. Ich fertige, wenn die Zeit<br />

es zulässt, Bleistiftzeichnungen von Pflanzen an,<br />

die teils auch in einer Fachzeitschrift erscheinen.<br />

Weil das Album „Songs from the Jungle“ heißt,<br />

war es für mich naheliegend, meine musikalischen<br />

Ideen mit visuellen zu verbinden. Andererseits<br />

mache ich aber auch alles andere allein, von der<br />

Komposition bis zum Arrangement, dem Ein -<br />

spielen aller Instrumente und dem finalen Mix.<br />

MM: Da hattest du sicher auch so einige<br />

Lehrer, was?<br />

SL: Nö. Niemanden. Du musst wissen, dass mein<br />

Vater schon sehr früh gestorben ist und meine<br />

Mutter nicht viel Geld hatte. Ich bin in sehr einfachen<br />

Umständen aufgewachsen, wollte aber<br />

schon immer Musik machen. Ich musste mir viele<br />

Fähigkeiten aneignen, dies war sicher ein initialer<br />

Motor für die Entwicklung von Fantasie und Hart -<br />

näckigkeit; insbesondere, wenn man eine kreative<br />

Ader hat und die dann Bahn nach draußen<br />

brechen will. Und weil dieser schöpferische Antrieb<br />

so groß ist, habe ich mir dann auch das Equipment<br />

zusammengespart, um meine Ideen vom Geist<br />

und vom Herzen nach draußen in die Welt zu<br />

trans portieren. Das ist verdammt hart und wirklich<br />

nicht witzig, hat mich aber sicher auch ge -<br />

formt ...<br />

MM: Ich habe dein Album und die anderen<br />

Stücke gehört und bin überrascht, wie vielfältig<br />

und authentisch und auch bis ins Aller -<br />

kleinste ausgearbeitet deine Arbeiten sind.<br />

Bist du stilistisch irgendwo zuhause?<br />

SL: Eigentlich nicht. Es gibt zwar, weil ich in erster<br />

Linie und mit Leidenschaft Gitarrist bin, Stile bzw.<br />

Spieltechniken, die ich lieber mag als andere,<br />

jedoch bin ich für alles offen, weil ich mich nicht<br />

beschränken mag und meiner Musik alles geben<br />

möchte, was in meinem Kopf herumgeistert. Dazu<br />

gehört auch, dass ich jeder Idee eine Chance gebe<br />

und sie austeste; ganz gleich, ob es das Arran ge -<br />

ment oder die Instrumentierung betrifft. Und all das<br />

arbeite ich halt so lange aus, bis es das ist, was<br />

ich im Inneren schon gehört hatte.<br />

musiker <strong>Magazin</strong> 3/<strong>2018</strong>


STORIES 39<br />

SL: Das hat unterschiedliche Gründe. Der Haupt -<br />

grund ist der, dass ich derzeit an einem sehr ab -<br />

wechslungsreichen Popalbum arbeite, das auch<br />

„massentauglich“ sein wird. Nach dessen Ver -<br />

öffentlichung reiche ich dann die anderen Arbeiten,<br />

auch die prämierten, Stück für Stück nach. Das<br />

Instrumentalalbum ist zwar toll für Liebhaber<br />

komplexer Werke, aber das ist nun einmal etwas<br />

Spezielles, mit dem man nicht ein größeres Forum<br />

erreicht, und das wäre sehr schade. Deshalb<br />

spare ich mir das und Anderes für später auf.<br />

Sicher werde ich dann auch mehr im Netz präsent<br />

sein, aber erst einmal stehen noch die anderen<br />

Arbeiten an.<br />

MM: Dein Musikvideo „New York City Lights“<br />

kann man ja zum Glück auf YouTube sehen<br />

bzw. auch streamen. Damit hast ja auch vor -<br />

letztes Jahr deinen ersten Preis in der Ka te -<br />

gorie „Bestes Musikvideo“ gewonnen. Es ist<br />

ja auch etwas ganz Anderes, als man ge -<br />

mein hin bei einem Musikvideo kennt. Wie<br />

bist du denn darauf gekommen und wie ist<br />

es entstanden?<br />

SL: Freunde und ich haben einer Freundin geholfen,<br />

ihre Garage für den Sperrmüll auszuräumen.<br />

Da waren auch noch Spielsachen drin, nämlich<br />

ein Hubschraubermodell und kleine Autos. Da war<br />

die Idee zu dem Video für dieses Instrumental -<br />

stück schon geboren – Großstadt und Verkehr.<br />

Wir haben dann im Wohnzimmer mit Kartons, die<br />

wir andeutungsweise als Hoch häuser bemalt hatten,<br />

in der Stop-Motion-Technik mit viel Geduld<br />

dieses Video aufgenommen. Viele, viele Fotos<br />

von den Autos und raffiniertes Schneiden des<br />

Materials hat die Autos dann zum Laufen ge -<br />

bracht und schon bei den ersten Blicken setzt<br />

man die Bilder als Szenen in einer Großstadt<br />

zusammen. Das ist echte Illusion!<br />

MM: Aus welcher Quelle kommen so viele<br />

Ideen?<br />

SL: Die Voraussetzung für ein intensives, tiefes<br />

Arbeiten mit der Musik ist für mich Ab ge schie -<br />

den heit und Rückzug. In der Natur kann ich meinen<br />

inneren Kompass wieder auf neutral stellen,<br />

um den Ideen wieder Platz zu bieten und in mein<br />

Inneres zu hören. Ich habe eine große Achtung<br />

vor allem, was lebt und bin immer aufs Neue fasziniert<br />

von der Fülle und dem Erfindungsreichtum<br />

der Natur, die eine große Inspirationsquelle ist.<br />

Dann habe ich meinen Ipod dabei, dem ich<br />

meine Gedanken diktiere. Natürlich ist das aber<br />

kein mechanischer Prozess, den man nach Be -<br />

lie ben aufrufen kann. Ich habe zum Beispiel auch<br />

versucht, mit meinen abwechslungsreichen<br />

Kom po sitio nen im „Jungle“ die Vielfalt der Natur<br />

nachzuempfinden und mit meinem musikalischen<br />

Spie gel abzubilden. Die Natur und das<br />

eigene Dasein mit Dankbarkeit und Demut zu<br />

be trachten ist etwas, was jeden Menschen<br />

bereichert.<br />

MM: Wenn man dich im Netz sucht, merkt<br />

man, dass du gar keine Internetpräsenz hast<br />

und bisher nur ein Stück veröffentlicht hast.<br />

Warum ist das so?<br />

MM: Ich habe den Eindruck, als wenn vor<br />

mir ein sehr bescheidener und reflektierter<br />

Mensch sitzt, von dem man nicht denken<br />

würde, dass er ein solches Potential hat und<br />

viel Authentizität in seine Musik bringt. Wie<br />

geht das?<br />

SL: Die Magie der Kunst, insbesondere der Musik<br />

ist für mich, dass sie dann ein Spiegelbild deines<br />

Inneren ist, wenn Sie wirklich aus deiner Tiefe<br />

kommt, und ich glaube, das ist es, was Menschen<br />

dann auch in sich spüren, wenn sie wirklich zu -<br />

hören. Dazu gehört aber auch der Mut der Künst -<br />

lers, dies zu offenbaren. Und weil ich die Herzen<br />

der Menschen erreichen möchte, arbeite ich<br />

immer wieder daran. Das kostet natürlich auch<br />

ein Quantum an Kraft und ist sicher nicht im Vor -<br />

beigehen getan, deshalb kann eine Produktion 8<br />

3/<strong>2018</strong> musiker <strong>Magazin</strong>


40 STORIES<br />

»Die Magie der Kunst,<br />

insbesondere der Musik ist für mich,<br />

dass sie dann ein Spiegelbild deines Inneren ist,<br />

wenn Sie wirklich aus deiner Tiefe kommt,<br />

und ich glaube, das ist es, was Menschen dann auch<br />

in sich spüren, wenn sie wirklich zu hören.<br />

Dazu gehört aber auch der Mut der Künst lers,<br />

dies zu offenbaren.«<br />

bei mir auch einmal länger dauern. Daraus folgt<br />

auch, dass ich lieber der Produzierende, nicht<br />

der Konsumierende bin. Mir ist die Substanz<br />

wichtig, nicht die Fassade. Ich halte mich auch<br />

soweit es geht von der medialen Überflutung fern.<br />

Stundenlanges Sitzen vor dem Bildschirm oder<br />

Handy, um herumzusurfen, zu chatten oder was<br />

auch immer, das ist absolut nicht mein Ding und<br />

würde mich nur davon abhalten, mich musikalisch<br />

weiter zu entwickeln, Ideen umzusetzen,<br />

kurz, mich auszudrücken in Melodien, Rhyth men,<br />

Klängen, Texten und Gesten, denn die Kunst der<br />

Pantomime halte ich auch für ein tolles Mittel,<br />

seine Musik zu visualisieren. Dies kann aber nur<br />

in mir selbst passieren, soweit wie möglich ohne<br />

äußere Einflüsse. So stelle ich auch sicher, dass<br />

ich meine Musik so mache, wie ich sie für richtig<br />

halte, ohne mich an Trends oder Strömungen zu<br />

halten.<br />

MM: Gibt es jemanden, der auch einmal wäh -<br />

rend des Schaffens hinein hört und seine<br />

Mei nung sagt?<br />

SL: Wenige Freunde, aber vor allem meine<br />

Schwester, die selbst künstlerisch engagiert ist.<br />

Wir sagen uns recht schonungslos, was uns an<br />

der Arbeit der anderen gefällt oder auch nicht.<br />

Das kann zu Änderungen führen, aber auch dazu,<br />

dass man eine Idee verwirft, oft ahnte man das<br />

meist schon unbewusst im Vorfeld. Diejenigen<br />

Freunde, die meine Kompositionen kennen, sagten<br />

einmal: „Allen deinen Arbeiten ist gemeinsam,<br />

dass sie immer wieder sehr harmonisch und me -<br />

lodisch sind. Auch wenn du verschiedene Stile,<br />

besonders bei deinem neuen Projekt, verarbeitest,<br />

so habe ich immer wieder das Gefühl, dass<br />

ich bei jedem Song in jeweils ein anderes Zimmer<br />

gehe, aber dennoch weiß ich, dass all diese<br />

Zimmer in demselben Haus sind und ich alles so<br />

empfinde, als könne es gar nicht anders sein.“<br />

Das ist etwas, was mich sehr freut. Und die<br />

Preise beim letzten Wettbewerb erfreuen und be -<br />

stätigen mich schon allemal!!<br />

MM: Wirst du bei deinem neuen Album auch<br />

wieder alles allein machen?<br />

SL: Ich werde tatsächlich wieder allein arbeiten,<br />

aber es werden auch Songs dabei sein, für die<br />

Frauenstimmen notwendig sind. Deshalb habe ich<br />

noch ein wichtiges Anliegen: Für mein neues<br />

Projekt brauche eine oder mehrere Sängerinnen,<br />

vorzugsweise auch, wenn sie ein Instrument (gern<br />

auch Bass) spielen und engagiert dabei sind.<br />

Wer möchte, kann sich gern melden.<br />

Ganz altmodisch per Telefon: 04761/1059 oder<br />

04761/749677.<br />

MM: Vielen Dank, Stefan, es war toll, mit dir<br />

zu sprechen und so viele interessante Ge -<br />

danken zu hören! Wir sind gespannt, wie<br />

dein neues Projekt sein wird!<br />

SL: Ich bedanke mich, dass ihr mir diese Ge -<br />

legenheit gegeben habt!<br />

INTERVIEW: OLE SEELENMEYER<br />

GRAFIK: © TAW4 / FOTOLIA.COM<br />

FoToQUELLE: STEFAN LAUTERBACH<br />

musiker <strong>Magazin</strong> 3/<strong>2018</strong>


Mit unserer Großen unterwegs.<br />

Alphastage 160 – jedem Konzert gewachsen.<br />

© Fotos: Markus Kohz, cross-effect<br />

Aufbau in drei Stunden: vier Personen + hydraulische Unterstützung.


42 STORIES<br />

Die ultimative Pink Floyd Tribute Band<br />

MM: Warum habt ihr gerade eine Pink Floyd<br />

Tribute Band gegründet?<br />

KING OF FLOYD: Ganz einfach, weil die großartigen<br />

Kompositionen weiterhin gespielt werden<br />

müssen, damit der Sound lebendig bleibt.<br />

Es war ja insbesondere aufgrund der Differenzen<br />

zwischen David Gilmour und Roger Waters nicht<br />

mehr damit zu rechnen, dass sich Pink Floyd<br />

jemals wieder vereinigen würden, und ganz be -<br />

stimmt nicht nach dem Tode von Richard Wright<br />

am 15.09.2008.<br />

MM: Was fasziniert euch an der Band und<br />

warum wolltet ihr keine Band mit Eigen kom -<br />

positionen sein?<br />

KING OF FLOYD: Wenn man mit der Musik von<br />

Pink Floyd groß geworden ist und z. B. im März<br />

1973 die Veröffentlichung von „Dark Side Of The<br />

Moon“ hautnah miterlebt hat, dann lässt sich<br />

nachvollziehen, welche Bedeutung die zeitlose<br />

Musik und der Sound für uns hatten. Die KINGS<br />

OF FLOYD setzen das Thema 1:1 um und somit<br />

beginnt die Faszination schon beim Erklingen<br />

des G-Moll-Akkords im Intro von „Shine On You<br />

Crazy Diamond“.<br />

Eigene Kompositionen spielen wir in anderen<br />

Bandprojekten. Mark Gillespie z. B. veröffentlicht<br />

Mit musikalischer Extraklasse, hervorragendem<br />

Stage-Design und großartigem Sound<br />

begeistern Kings of Floyd das Publikum und rufen<br />

die nahezu perfekte Illusion eines Pink-Floyd-<br />

Konzertes hervor.<br />

regelmäßig Alben mit seinen Kompositionen, die<br />

er auch auf seinen Touren promotet.<br />

Es ist ein Trugschluss zu glauben, die Dar bie -<br />

tung im Tributebereich sei nicht kreativ, nur weil<br />

es keine eigenen Kompositionen sind.<br />

Die exakte Reproduktion ist sicherlich sehr<br />

kreativ, oder würde man einem Sinfonie or -<br />

ches ter die Kreativität bei der Aufführung eines<br />

klassischen Meisterwerkes absprechen?<br />

MM: Wie schafft ihr es, einen Sound zu finden,<br />

der so dicht am Original ist?<br />

KING OF FLOYD: In erster Line ist es der ge -<br />

samte musikalische Einfluss. David Gilmours<br />

Spielweise ist ja sehr bluesig und er hat damit<br />

schon in den 70ern eine Reihe von Gitarristen<br />

beeinflusst. Noch heute wollen viele so klingen<br />

wie er. Mithilfe der musikalischen Wurzeln werden<br />

manche Charakteristika unbewusst inkorporiert,<br />

sodass am Ende auch mal ein Bending<br />

oder Vibrato ähnlich klingt wie etwa bei David<br />

Gilmour. Die technische Umsetzung mit Equip -<br />

ment ist dann eher sekundär.<br />

MM: Bei eurer Show gehen Musik und visuelle<br />

Effekte Hand in Hand. Was ist das besondere<br />

an eurem Sound- und Lichtdesign?<br />

KING OF FLOYD: Wir versuchen dabei, uns möglichst<br />

am Original zu orientieren. Es gibt ein paar<br />

Signature Designs, wie z.B. die runde Lein wand -<br />

projektion und der große Halbkreis. Aber die<br />

Technik hat sich enorm entwickelt, niemand<br />

würde das heute noch mit PAR-Scheinwerfern<br />

wie in den 70ern umsetzen, heute stehen uns<br />

Movingheads und Laser zur Verfügung.<br />

musiker <strong>Magazin</strong> 3/<strong>2018</strong>


STORIES 43<br />

»Der Zuschauer im Tribute-<br />

Bereich möchte keine<br />

kreativen Improvi sa tionen,<br />

er wünscht sich<br />

das originale Klang er lebnis<br />

von den Alben<br />

und möchte in seine<br />

Ver gangenheit<br />

zurückversetzt werden.«<br />

MM: Worauf legt ihr Wert bei eurem Equip -<br />

ment? Worauf seid ihr besonders stolz?<br />

KING OF FLOYD: Auch da orientieren wir uns<br />

am Original. Die typischen Anlagen mit WEM-<br />

Boxen und Hiwatt Amps waren für die damalige<br />

Zeit typisch.<br />

MM: Wie bringt ihr das Ganze auf die Bühne?<br />

KING OF FLOYD: Das gelingt im Grunde nur mit<br />

einer erstklassig eingespielten Crew. Die Venue<br />

Specs sind ja in der Regel online abrufbar. Beim<br />

Get-in werden die Standardabläufe durch den<br />

Stagemanager und den Backliner koordiniert.<br />

MM: Wie bewältigt ihr den Transport des um -<br />

fassenden Equipments?<br />

KING OF FLOYD: Mit der Zeit ist alles gewachsen,<br />

aktuell sind wir bei zwei 7,5-t-Lkws angelangt.<br />

MM: Wie lief eure Recherche ab? Wie be -<br />

schäftigt ihr euch mit Pink Floyd, um eine<br />

gute Tribute-Show abzuliefern?<br />

KING OF FLOYD: Ich hatte das Glück, Pink<br />

Floyd zweimal live erleben zu können, zuerst<br />

am 29.01.1977 in der Deutschlandhalle in Berlin<br />

im Rahmen der „Animals Tour“ und dann später<br />

in Dortmund die „The Wall Show“ im Februar<br />

1981. Beide Konzerte haben einen bleibenden<br />

Eindruck hinterlassen, denn der betriebene technische<br />

Aufwand war immens. Die Eindrücke von<br />

damals sind sicherlich ein Vorbild, eine Tribute<br />

Show in diesem Genre zu entwickeln. Mittler -<br />

weile gibt es ja viele YouTube-Videos auch aus<br />

der damaligen Zeit, an denen man sich noch mal<br />

genauer orientieren kann. Die Umsetzung ist<br />

letztendlich ein Hybrid aus den historischen<br />

Elementen mithilfe modernerer Technik.<br />

MM: Der Stimme von Roger Waters oder dem<br />

Gitarrenspiel von David Gilmour, der Syd<br />

Barret 1968 ersetzte, das Wasser zu reichen<br />

ist nicht leicht. Wie geht ihr damit um?<br />

KING OF FLOYD: Ich würde mich eher fragen,<br />

wie das Publikum damit umgeht, eine Tribute<br />

Show zu besuchen und dabei das Original im<br />

Ohr zu haben. Das bedeutet, die Erwartungen<br />

sind riesig.<br />

Wenn die Presse dann schreibt, „nahezu wie<br />

das Original, und wenn man die Augen schließt,<br />

hat man den Eindruck, man höre David Gilmour“,<br />

dann meine ich, haben wir alles richtig ge -<br />

macht, oder?<br />

MM: Wie sieht es aus mit eigener Kreativität<br />

im Tribute-Bereich – in erster Linie versucht<br />

man ja, die Songs so gut es geht nachzuspielen?<br />

KING OF FLOYD: Im Tribute-Bereich gibt es<br />

keine Kreativität im Sinne von Interpretation oder<br />

Arrangement. Es gibt keine Improvisation wie<br />

etwa im Jazz, wo auch Songs aus dem Ameri -<br />

kanischen Songbook „nachgespielt“ werden,<br />

die bis auf das ursprüngliche Thema ein völlig<br />

neues Gesicht bekommen, z. B. durch Umhar -<br />

moni sierung oder Verwendung anderer Beats.<br />

Der Zuschauer im Tribute-Bereich möchte<br />

keine Interpretationen oder kreativen Improvi -<br />

sa tionen, er wünscht sich das originale Klang -<br />

er lebnis von den Alben und möchte in seine<br />

Ver gangenheit zurückversetzt werden.<br />

Die Kompositionen so zu spielen, wie sie im<br />

Original geklungen haben, erfordert sicherlich<br />

ein erhebliches Potenzial an Kreativität, denn es<br />

wird ja etwas erzeugt. Der Begriff Tribute sollte<br />

nicht mit Cover verwechselt werden.<br />

Web: WWW.KINGSOFFLOYD.COM<br />

IntervIeW: OLE SEELENMEYER<br />

Foto: © WEBROCK-FOTO.COM<br />

GraFIkquelle: KING OF FLOYD<br />

3/<strong>2018</strong> musiker <strong>Magazin</strong>


44 STORIES<br />

»Smoke On The Mountain« – neues Album nach 16 Jahren<br />

MM: Warum habt ihr nach fast 16 Jahren<br />

doch noch ein neues Eternal-Flame-Album<br />

aufgenommen?<br />

ETERNAL FLAME: Das Ganze entstand eigentlich<br />

schon 2012, als mich meine japanische Platten -<br />

companie angerufen hat und uns gefragt hat, ob<br />

wir noch mal ein Album machen könnten, da die<br />

Vorgängeralben wie „Desire“ und „King Of The<br />

King“ wieder gefragt wurden. Wir hatten aber<br />

sehr sehr viele Projekte gerade in unserem Studio<br />

gleichzeitig am Laufen. So haben wir eben über<br />

ein paar Jahre Stück für Stück an Songmaterial<br />

zusammengetragen.<br />

MM: Was habt ihr in der Zwischenzeit ge -<br />

macht?<br />

ETERNAL FLAME: Helmut und ich haben eine<br />

kleine Produktionsfirma gegründet und viele Pro -<br />

duk tionen gemacht, die aber in vielen Bereichen<br />

nicht nur was mit Rockmusik zu tun hatten.<br />

Darunter waren auch Schlagersachen wie das<br />

letzte Album von Jürgen Marcus – „Zeitreif“ –<br />

oder Soul, Deutsch-Pop sowie auch Spots für<br />

die Werbeindustrie.<br />

MM: Warum habt ihr ganze sechs Jahre an<br />

dem Album gearbeitet?<br />

ETERNAL FLAME: Nun ja, wir haben erst einmal<br />

gebraucht, bis wir Zeit gefunden haben neben der<br />

ganzen Arbeit im Studio. Dazu kam noch, dass<br />

Helmut mit seiner Frau nach Spanien umgezogen<br />

ist. Bis alles wieder am Laufen war, verging<br />

hier schon fast ein ganzes Jahr. Als wir mit dem<br />

Material fertig waren, wollten wir es eigenlich nicht<br />

selber mixen und gaben die Dinge außer Haus,<br />

um nicht zu betriebsblind zu werden. Was wir da<br />

allerdings teilweise zurückbekamen, wollten wir<br />

nicht. Ich habe dann gesagt: „Ich brauche erst mal<br />

Abstand.“ Zu dem Zeitpunkt habe ich dann Ossy<br />

Pfeiffer aus Hannover von „Ignor The Sign“ kennengelernt<br />

und hab mich ein Wochenende in<br />

Hannover mit ihm übers Mixen unterhalten. Danach<br />

hatte ich dann die Muse und die Lust, es selbst zu<br />

mischen. Gemastert hat das Ding übrigens nach<br />

dem Mix Christoph Stickel, dem man in Sachen<br />

Mastern nicht so leicht etwas vormachen kann.<br />

MM: Wie lief die Zusammenarbeit mit Timothy<br />

Touchton?<br />

musiker <strong>Magazin</strong> 3/<strong>2018</strong>


STORIES 45<br />

ETERNAL FLAME SIND:<br />

MICHAEL SCHINKEL<br />

• ALL GuITARS & VOCALS<br />

HELMUT KOHLPAINTNER<br />

• KEyBOARDS & BACKGROuNG VOCALS<br />

THOMAS KELLER<br />

• BASS & BACKGROuND VOCALS<br />

MICHAEL HENCKY<br />

•DRuMS & BACKGROuND VOCALS<br />

ETERNAL FLAME: Timothy ist über die Jahre<br />

wirklich ein Freund geworden. Wir haben ihn über<br />

den damaligen Chef der GEMA kennengelernt.<br />

Wir haben mit ihm Songs für Joan Orleans produziert.<br />

Er hatte ja wirklich viele Charterfolge mit<br />

seinen Sachen wie z. B. „Go For Gold“, „Blue Night<br />

Shadow“ und „Sail Away“ und er schreibt tolle<br />

Texte. Bis auf wenige hat er alle Texte für das neue<br />

Album beigesteuert.<br />

ETERNAL FLAME<br />

„Smoke On The Mountain“<br />

VO: 18.05.<strong>2018</strong><br />

WWW.ETERNAL-FLAME.DE<br />

darf, sind es 6 Marshall-Topteile und 6 Marshall-<br />

Cabinets 4X12 und mein Effektrack.<br />

MM: Geht ihr mit dem Album auch auf Tour?<br />

ETERNAL FLAME: Vorerst wollten wir die Leute<br />

etwas anteasern nach der langen Zeit. Dazu<br />

A<br />

haben wir im April <strong>2018</strong> ein Video produziert mit<br />

dem Song „Queen Of The Hill“ (https://youtu.be/<br />

Arm1v_wmg1c). Danach kam ein Lyric-Video mit<br />

„Got A Rock ’n’ Roll Fever“ (https://youtu.be/<br />

XTba21Pnkn8), das unsere Plattenfirma Rock Of<br />

Angels produziert hatte. Wir sind für das nächste<br />

Jahr mit verschiedenen Veranstaltern im Gespräch,<br />

um es auf die Bühne zu bringen. Also sehen wir<br />

uns im Jahr 2019 – freu ;-))<br />

MM: Was sind eure Pläne für die Zukunft?<br />

ETERNAL FLAME: Wir werden noch dieses Jahr<br />

ein bis zwei Videos produzieren und schon mit<br />

dem Nachfolger des Albums beginnen. Das soll<br />

nicht wieder fast 16 Jahre dauern.<br />

INTERVIEW: OLE SEELENMEYER<br />

FOTOQuELLE: ETERNAL FLAME<br />

MM: Wo habt ihr das Album aufgenommen?<br />

ETERNAL FLAME: Wir haben die Gitarren, Key -<br />

boards, Bass und Gesang im Enooma-Media-<br />

Studio aufgenommen (www.enooma-media.de)<br />

und die Drums bei Bobby Altvater im Sky Studio,<br />

in dem auch Leute wie z. B. Bonfire aufnehmen.<br />

Celebrating 30 Years!<br />

MM: Wer sind die beiden Gastsänger, die auf<br />

der Scheibe zu hören sind?<br />

ETERNAL FLAME: Der Erste, den ich gefragt habe,<br />

war Edman Göran. Er ist ein ziemlich bekannter<br />

schwedischer Sänger mit einer phänomenalen<br />

Stimme. Er wurde hauptsächlich bekannt durch<br />

seine Alben mit John Norum (Gitarrist von EuROPE)<br />

und yngwie Malmsteen.<br />

Den Zweiten – Mark Boals – habe ich angeschrieben,<br />

weil wir einen ziemlich speedigen Song<br />

hatten („Smoke On The Mountain“) und ich davon<br />

überzeugt war, dass er perfekt zu Mark passt.<br />

Auch er war in den guten 80ern bei yngwie<br />

Malmsteen und hatte Charterfolge wie „Do you<br />

Remember I’ll Never Forget“. Es war der Hammer,<br />

denn er erfüllte von vorne bis hinten genau das,<br />

wie ich es mir gedacht habe. Wir haben dann noch<br />

einen zweiten Titel gemacht mit ihm („I Believe In<br />

This Miracle“). Hammer Sänger!<br />

MM: Über welches Equipment spielst du?<br />

ETERNAL FLAME: Nun, ich bin meinem alten<br />

Kram ziemlich treu geblieben. Ich spiele nach wie<br />

vor 3 Fender Strats mit Scalopped Fretboard aus<br />

den Anfängen der 70er-Jahre. Als Amps benutze<br />

ich gerne modifizerte Marshalls JCM800 aus den<br />

80ern oder im Studio auch gerne mal einen Engl<br />

oder Blackstar. Wenn ich live alles mitnehmen<br />

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46 MUSIKBUSINESS<br />

GOOGLE WILL DER BESTE FREUND<br />

DER PLATTENFIRMEN SEIN<br />

ouTube und die Musikindustrie hatten<br />

Y schon immer ein angespanntes Verhältnis.<br />

Zwar erreicht die Industrie über keinen digitalen<br />

Kanal so viele Menschen wie über Googles Video-<br />

Plattform, trotzdem aber fließt von dort nur ein<br />

kleiner Teil der Einnahmen an die Labels. Mit<br />

dem neuen Abo-Streamingdienst YouTube Music<br />

Pre mium könnte sich das ändern. Googles Musik-<br />

Chef Lyor Cohen erklärt denn auch stolz, dass<br />

die schlimmsten Zeiten für die Branche vorüber<br />

seien. Und das Musikvideo stehe vor einer Re -<br />

nais sance.<br />

Herr Cohen, schauen Sie sich lieber live ein<br />

Konzert an oder bei YouTube auf dem Com -<br />

puter- oder Smartphone-Display?<br />

LYOR COhEn: Das ist doch eine Fangfrage, oder?<br />

(lacht) Ich liebe es, von anderen Leuten umgeben<br />

zu sein. Also würde ich ein echtes Konzert<br />

immer vorziehen. Sogar ein schlechtes Konzert.<br />

Die Musikindustrie<br />

war eines ersten<br />

Opfer der<br />

Digitalisierung:<br />

Seit 20 Jahren sind<br />

die Labels im<br />

Niedergang.<br />

Jetzt, wo Glamour und<br />

Egos beinahe<br />

aufgerieben sind, tritt<br />

YouTube als<br />

vermeintlicher Retter<br />

einer traumatisierten<br />

Branche auf.<br />

Ist YouTube für Musikliebhaber ein ge eigne -<br />

ter Ort?<br />

COhEn: Für Leute wie mich auf jeden Fall. Ich<br />

habe meinen neuen Chefs von Anfang an gesagt:<br />

Ihr bekommt nur einen authentischen Cohen und<br />

keinen Tech-Profi, der euch nur weismacht, dass<br />

er Musik mag. Wenn ihr damit klarkommt, kann ich<br />

euch mit Kontakten und Einsichten helfen, die für<br />

euer Geschäft wichtig sind. Von mir kommen einige<br />

neue Impulse in die Organisation, die ansonsten<br />

eher von Ingenieuren und Produkten geprägt ist.<br />

Sehen Sie sich als eine Brücke zwischen der<br />

Musikindustrie und Google?<br />

COhEn: Viele behaupten, ich sei nur da, um diese<br />

Beziehung zu kitten. Wäre das der Plan gewesen,<br />

hätten sie nicht mich gewählt. Die längste Zeit<br />

meiner Karriere war ich in der Musikindustrie eher<br />

ein Rebell und außerhalb der Führungszirkel der<br />

großen Labels.<br />

Sie sind schon lange in diesem Geschäft.<br />

Sie haben Künstler und den Hip-Hop großge<br />

macht, waren einige Jahre bei Warner<br />

Music und haben ein eigenes Label gegründet.<br />

Dann kam der Wechsel zu YouTube. Hat<br />

man Ihnen Verrat vorgeworfen?<br />

Foto: © prabowo/Fotolia.com<br />

musiker <strong>Magazin</strong> 3/<strong>2018</strong>


MUSIKBUSINESS 47<br />

COhEn: Im Gegenteil. Man hat mich gefeiert.<br />

hätte ich bei Google und YouTube auch nur ein<br />

Zeichen von Berechnung oder Unaufrichtigkeit<br />

bemerkt, dass sie der Industrie nicht helfen wollen,<br />

wäre ich sofort wieder gegangen. Und das<br />

wissen die Leute. Sie halten es für eine gute Idee,<br />

einen von ihnen bei YouTube zu haben. Außer -<br />

dem hatten sie dadurch einen Konkurrenten weniger,<br />

wenn es darum ging, Künstler unter Vertrag<br />

zu nehmen (lacht).<br />

Die Beziehung zwischen YouTube und der<br />

Mu sikindustrie war immer sehr angespannt.<br />

COhEn: Das ist nicht mehr so.<br />

Das ist Ihr Wunsch.<br />

COhEn: Das ist die Realität. Sehen Sie, ich habe<br />

diesen Job bei Google immer wieder abgelehnt.<br />

Am Ende habe ich zugesagt, weil ich der Meinung<br />

bin, dass die Kreativgesellschaft eine möglichst<br />

große Vielfalt braucht, um ihre Werke zu verteilen.<br />

Das ist überlebenswichtig.<br />

Die Musikindustrie beklagt sich über den<br />

so genannten „Value Gap“. Zwar werde mit<br />

Abstand die meiste Musik über YouTube kon -<br />

sumiert, aber es komme nur ein sehr kleiner<br />

Teil der Umsätze von dort.<br />

COhEn: Das sind doch Schlagworte. Wenn ich<br />

mit meinen alten Kollegen bei den Labels rede,<br />

höre ich seit vielen Monaten nichts mehr davon.<br />

Wir schon.<br />

COhEn: Als ich nach San Francisco zu Google<br />

kam, traf ich auf Leute, die sich falsch verstanden<br />

fühlten. Und warum diffamiert man sie, wenn sie<br />

dabei sind, das komplexeste Problem der Indus -<br />

trie zu lösen?<br />

Foto: © Noa Griffel | Fotoquelle: Wikipedia<br />

Welches wäre das?<br />

COhEn: Sie bauen eine Plattform, die Piraterie<br />

be kämpft und die Menschen dazu bringt, mit<br />

ihrer Aufmerksamkeit zu bezahlen. Dieses über<br />

Werbung finanzierte Geschäft ist sehr komplex.<br />

nicht jeder Mensch kann jährlich 120 Euro oder<br />

Dollar für Musik bezahlen. Und hier gibt es ein<br />

Angebot, dass es auch den Übrigen ermöglicht,<br />

diese Inhalte zu sehen. Ich habe aber auch ge -<br />

sagt, dass das eine nicht das andere ausschließt.<br />

YouTube sollte beides machen. Warum sollte man<br />

nicht auf Partner zugehen und zugleich den nut -<br />

zern eine Auswahl anbieten? Und deswegen<br />

haben wir nun mit YouTube Music Premium ein<br />

Abo-Modell mit eingeführt.<br />

»Die Labels müssen sich neu erfinden und sich fragen,<br />

was sie für die Künstler noch tun können.<br />

Und sie müssen sich von ihren posttraumatischen<br />

Belastungsstörungen verabschieden.«<br />

Ist die schlimmste Zeit für die Musikin dus -<br />

trie vorüber?<br />

COhEn: Diese Industrie hat einen 20 Jahre dauernden<br />

niedergang erlebt. Das führt zu einer Art<br />

posttraumatischen Belastungsstörung. Die Frage<br />

ist, wie gestalten wir die Zukunft dieser Industrie?<br />

Und wie können Google und YouTube dabei helfen?<br />

YouTube ist der einzige Ort, an dem Künstler<br />

und Labels mit ihren nutzern direkt interagieren<br />

können.<br />

Die Zukunft dieser Industrie liegt genau in diesem<br />

direkten Zugang zu den Konsumen ten. Ich<br />

glaube fest, dass die schlimmste Zeit vorbei ist.<br />

Jetzt gibt es wieder Wachstum. Und es stellen<br />

sich neue Fragen.<br />

8<br />

3/<strong>2018</strong> musiker <strong>Magazin</strong>


48 MUSIKBUSINESS<br />

Welche Fragen?<br />

COhEn: Wie schaffen wir es, dass wieder mehr<br />

Künstler von ihrer Arbeit leben können? Was<br />

glauben Sie, wie viele mögliche Künstler sich in<br />

den vergangenen 20 Jahren für andere Berufe wie<br />

Zahnarzt oder Buchhalter entschieden haben,<br />

weil die Industrie schrumpfte? Ich glaube, dass<br />

wir viele Künstler und Komponisten verloren haben.<br />

Jetzt kommt die Zeit, sie wieder zu gewinnen. Die<br />

Labels müssen sich neu erfinden und sich fragen,<br />

was sie für die Künstler noch tun können. Und sie<br />

müssen sich von ihren posttraumatischen Be las -<br />

tungsstörungen verabschieden.<br />

Die Europäische Union ist dabei, ein neues<br />

Copyright einzuführen. Für YouTube würde<br />

das bedeuten, dass die Plattform Lizenzen<br />

einkaufen muss, wenn sie Musikvideos zeigen<br />

will. Ist das ein Problem für YouTube?<br />

STREAMING:<br />

Bezahlte und werbefinanzierte Streamings pro Jahr in Deutschland, in Milliarden<br />

5,9 11,5 21,2 36,4<br />

2013<br />

2014 2015 2016 2017<br />

56,4<br />

QUELLE: GFK<br />

»Die Zukunft dieser Industrie liegt genau in diesem<br />

direkten Zugang zu den Konsumen ten.<br />

Ich glaube fest, dass die schlimmste Zeit vorbei ist.«<br />

COhEn: Lassen Sie mich erst mal Folgendes klar -<br />

stellen. Wir haben bereits heute Tausende von<br />

Lizenzvereinbarungen mit Plattenfirmen, Musik ver -<br />

wertungsgesellschaften, Musikverlagen und weiteren.<br />

Und mit ContentID haben wir seit vielen Jahren<br />

eine Software, die von der Branche als bestes<br />

Rechte management-System eingestuft wird.<br />

Wenn das neue Copyright so kommt, wie<br />

stark würden die Zahlungen von YouTube an<br />

die Musikindustrie steigen?<br />

COhEn: Ich möchte mich nicht an Spekulationen<br />

beteiligen, kann Ihnen aber sagen, dass wir allein<br />

im letzten Jahr über eine Milliarde US-Dollar an die<br />

Musikindustrie ausgeschüttet haben.<br />

Wie reagieren Google und YouTube auf die<br />

neue Regelung?<br />

COhEn: Soweit ich weiß, ist das ja zunächst nur<br />

ein Vorschlag, insofern warten wir mal ab. Grund -<br />

sätzlich geht es doch um Folgendes: Sowohl<br />

Künstler und <strong>Musiker</strong> als auch die Verbraucher in<br />

Europa wünschen sich, dass das Verlinken und<br />

das Teilen von Kreativität im netz weiterhin möglich<br />

bleibt. Denn darauf basiert doch der Erfolg<br />

des Internets, wie wir es heute kennen und lieben.<br />

Daran sollten wir gemeinsam arbeiten.<br />

Brauchen Künstler überhaupt noch Labels,<br />

wenn es YouTube gibt?<br />

COhEn: Ich glaube schon, aber sie müssen nach<br />

vorne blicken. Eine Plattform wie YouTube zu bauen<br />

und zu unterhalten, ist kompliziert genug. Jeder sollte<br />

seine Rolle spielen. Auch die Labels, die sich nun<br />

fragen müssen, was sie für ihre Künst ler tun können.<br />

Verändert Streaming eigentlich grundsätzlich<br />

Musik?<br />

COhEn: Es ist für uns eine herausforderung,<br />

sicher zustellen, dass lokale Musik nicht durch eine<br />

Mainstream-Geschmacksrichtung begraben wird.<br />

Und wir müssen es ermöglichen, dass Menschen<br />

auch das unerwartete Vergnügen erfahren können,<br />

das mit Musik von zum Beispiel Led Zeppelin<br />

kommt. Sie müssen die Möglichkeit haben, den<br />

großen Reichtum der Musikgeschichte zu erleben.<br />

Passen diese Bedenken denn zu Google und<br />

seinem Fokus auf künstliche Intelligenz, die<br />

auch den Empfehlungen bei YouTube zu -<br />

grunde liegt?<br />

COhEn: Wir machen uns darüber Gedanken und<br />

das wird am Ende entscheidend für unsere Mis -<br />

sion sein. Eine endgültige Antwort darauf habe<br />

ich noch nicht. Aber eines kann ich Ihnen auch<br />

sagen: Es ist alles an Musik bei YouTube vertreten,<br />

in seiner ganzen Bandbreite.<br />

Hätten Pink Floyd mit einem Album wie „The<br />

Wall“ heute noch eine Chance in einer Welt<br />

des Musik-Streamings, in der Zuhörer binnen<br />

weniger Sekunden entscheiden, ob sie zum<br />

nächsten Lied springen?<br />

COhEn: Das ist eine gute und berechtigte Frage.<br />

Wir werden uns das mal anschauen, ob es wirklich<br />

einen Unterschied macht.<br />

YouTube kommt mit seinem Abo-Modell spät<br />

in den Markt; Spotify, Deezer und Apple sind<br />

schon lange dabei. Könnte der Zug nicht<br />

schon abgefahren sein?<br />

COhEn: Ich glaube, dass wir genau zur richtigen<br />

Zeit kommen. Der Markt ist noch jung. Auf unserer<br />

Plattform findet der größte Musikkonsum über -<br />

haupt statt. Keiner hat so viele Inhalte wie wir. Bei<br />

uns sind alle vertreten, man findet auch die Satur -<br />

day-night-Performance vom Vorabend. Und zwar<br />

alles in einer App. Unser Angebot versteht außerdem<br />

den Kontext des nutzers. Wo er sich aufhält,<br />

wie das Wetter ist und, und, und. Ent sprechend<br />

sehen die Empfehlungen aus.<br />

Ich hätte erwartet, dass Musikvideos prominenter<br />

vertreten sind.<br />

COhEn: nein, wir sind mit diesem Angebot „audio<br />

first“, bei dem auch Videos vertreten sind. Aber ich<br />

sehe eine Renaissance der Musikvideos. Früher<br />

hat die Industrie sehr viel Geld für Musik videos<br />

ausgegeben, die dann an MTV verschenkt wurden.<br />

Für die Labels waren sie ein Marketing-Instru -<br />

ment. Das ist vorbei. heute bekommen sie für die<br />

Videos Geld von YouTube, weil Werbung das möglich<br />

macht. Ich bin überzeugt, wir werden künftig<br />

hier höhere Investitionen in Musik videos sehen.<br />

Für YouTube ist das Abo-Modell neu. In welchem<br />

Verhältnis sollte Werbung zu Abonne -<br />

ments stehen?<br />

COhEn: Für viele Medienunternehmen liegt ein<br />

gesundes Verhältnis bei 60 zu 40, wobei der größere<br />

Teil dann auf Abonnements fällt. Allerdings<br />

kann ich zu unseren Zielen für YouTube Music<br />

nicht konkret werden. Wir haben uns jedenfalls<br />

hohe Ziele gesteckt.<br />

InTERVIEW: THOMAS HEUZEROTH<br />

TExTQUELLE: WELT.DE<br />

musiker <strong>Magazin</strong> 3/<strong>2018</strong>


MUSIK & RECHT 49<br />

1988 1997<br />

JULE NEIGEL BAND – 4. AKT...<br />

iele können sich sicher noch an die Jule<br />

V neigel Band in den Achtzigerjahren erinnern.<br />

hits wie „Schatten an der Wand“, „nie mehr<br />

miese Zeiten“ und „Immer auf’m Sprung“ machten<br />

diese Musikgruppe Ende der Achtzigerjahre<br />

plötzlich bundesweit bekannt. Daraufhin wurde<br />

damals eine LP mit neuen Titeln produziert und<br />

von der damaligen Schallplattenfirma Intercord<br />

veröffentlicht.<br />

Sängerin, Komponistin und Texterin dieser Band<br />

war Julia neigel aus Ludwigshafen, Bassist Frank<br />

Schaefer, Keyboarder und begleitender Mitkom -<br />

ponist Axel Schwarz, Studio-Keyboarder harry<br />

Schneck und Gitarrist Andreas Schmid.<br />

Damals kam es auf völlig unerklärliche Weise<br />

dazu, dass sich der zweite Keyboarder Axel<br />

Schwarz bei der GVL bei allen Songs dieser LP<br />

als leistungsschutzberechtigter Keyboard-Spieler<br />

eintragen ließ, obwohl sämtliche Keyboards der<br />

Songs dieser LP im Tonstudio von Keyboarder<br />

harry Schneck eingespielt wurden. Diese Falsch -<br />

eintragungen hatten zur Folge, dass sämtliche<br />

GVL-Lizenzen für diese Keyboardeinspielungen<br />

jahrzehntelang von der GVL an Axel Schwarz<br />

aus gezahlt wurden. Dem <strong>Musiker</strong><strong>Magazin</strong> liegen<br />

mehrere eidesstattliche Erklärungen vor, aus<br />

denen unmissverständlich, wie oben beschrieben,<br />

der tatsächliche leistungsschutzberechtigte<br />

Keyboard-Spieler harry Schneck hervorgeht.<br />

Dieser teilte den Sachverhalt am 20. Juni <strong>2018</strong><br />

der GVL mit: „Betreff: Betrug Leistungsschutz<br />

beim Album ,Schatten an der Wand‘... Sehr<br />

geehrter herr Dr. Gerlach, hiermit beantrage ich<br />

eine Anhörung im Beschwerdeausschuss, da ich<br />

der tatsächliche Keyboarder (Bass, Bläser, Key -<br />

boards, Grooveprogramming) das Albums ,Schat-<br />

ten an der Wand‘ bin. herr Axel Schwarz hat<br />

meine Position unterschlagen. Ich bekomme jetzt<br />

erst die ersten Lizenzausschüttungen seitens der<br />

GVL. Beim Titel ,Schatten an der Wand‘ hat<br />

Andreas Schmid die Keyboards eingespielt und<br />

die Bass-Programme gemacht. Die Bläser habe<br />

auch ich eingespielt. hiermit beschwere ich mich<br />

offiziell. Mit freundlichen Grüßen, harald Schneck.“<br />

Als Band-Leaderin der Jule neigel Band war<br />

Julia neigel bei den Studioaufnahmen der Key -<br />

boards nicht im Studio anwesend und wusste<br />

somit auch nicht, das statt Axel Schwarz sein<br />

Kollege harry Schneck die Keyboards eingespielt<br />

hatte. Bis 2004 zahlte Julia neigel außerdem aus<br />

alleinigen Künstlerverträgen fälschlicherweise an<br />

Axel Schwarz aus Lizenzverkäufen für das Album<br />

„Schatten an der Wand“ zusätzliche Lizenzen, da<br />

Schwarz ihr gegenüber mithilfe zweier weiterer<br />

<strong>Musiker</strong> seine Mitwirkung an diesem Album glaub -<br />

haft gemacht hatte. Er hatte damals genau diese<br />

Einnahmen mit der GVL als vermeintlicher Künstler<br />

mit Julia neigel abgerechnet und die GVL hat ihm<br />

dafür noch zusätzlich Lizenzen ausbezahlt. Die<br />

Auszahlungen an ihn sind genauestens belegbar.<br />

Tatsächlich hatte Axel Schwarz im Bereich der<br />

Leistungsschutzrechte, d. h. im Instrumental be -<br />

reich, im Studio nur äußerst geringe Fragmente<br />

eingespielt. Axel Schwarz war zu keinem Zeit punkt<br />

berechtigt, für die nicht von ihm eingespielten<br />

Key boardparts circa 30 Jahre lang Lizenzen zu<br />

kassieren.<br />

Auf dem Cover der Erstveröffentlichung des<br />

Albums (bei Intercord) stand Axel Schwarz nicht<br />

als Keyboarder bei den Liedern mit drauf. Dazu<br />

liegt ein Dokument aus 1988 vor, in dem Axel<br />

Schwarz die Plattenfirma anweist, bei neuen LP-<br />

Pressungen seine Mitwirkung als Keyboarder bei<br />

allen Titeln nachträglich auf das Cover zu setzen.<br />

Auf der Wiederveröffentlichung, die im Jahre 1997<br />

entstand, stand Axel Schwarz tatsächlich als<br />

Key boarder. Er hat diese Coveränderung für die<br />

Wiederveröffentlichung (bei BMG Ariola) selbst<br />

gegenüber der Plattenfirma veranlasst. Dazu liegt<br />

ein Schreiben von Axel Schwarz vor, welches an<br />

die Plattenfirma BMG Ariola gerichtet war und<br />

auf dem er diesen Keyboardvermerk einforderte.<br />

Der Produzent des Albums, Ralf Zang, sowie der<br />

Co-Produzent und tatsächliche Keyboarder des<br />

Albums, harald Schneck, erhielten beide bisher<br />

keinerlei Lizenzen seitens der GVL. Im Jahr 2012<br />

hatte Axel Schwarz bei der GVL für das neue<br />

Artsys-System erneut versucht, sich bei diesen<br />

zehn Titeln als Keyboarder einzutragen. Im Jahre<br />

2013 versuchte dann der tatsächliche Keyboar -<br />

der harry Schneck, seine Mitwirkung als Key -<br />

boarder des Albums im GVL-Online-System zu<br />

melden. Und jetzt passierte etwas Ungewöhnli -<br />

ches: Im Jahr 2017 reduzierte Axel Schwarz bei<br />

der GVL seine Mitwirkung als Keyboarder von<br />

zehn Titeln auf nur noch zwei, da ihm die Sache<br />

wohl inzwischen zu heiß geworden war. Und in<br />

<strong>2018</strong> hatte sich Axel Schwarz dann bei acht<br />

Titeln aus den GVL-Listen austragen lassen. Und<br />

Schwarz ging noch einen Schritt weiter: Er ließ<br />

sich auch bei dem lukrativsten hit „Schatten an<br />

der Wand“, bei dem harry Schneck das Key -<br />

board eingespielt hatte, als Keyboarder austragen.<br />

Wer allerdings geglaubt hatte, dass Axel<br />

Schwarz die zu Unrecht einkassierten Lizenzen<br />

von der GVL und seitens Julia neigel wegen Ein -<br />

sicht an harry Schneck und Julia neigel zurückgezahlt<br />

habe, hat sich geirrt. Schwarz hatte sich<br />

für das gesamte Album „Schatten an der Wand“<br />

ca. 30 Jahre lang der GVL gegenüber zu Unrecht<br />

als Mitwirkender ausgegeben und die GVL-Lizen -<br />

zen kassiert für eine LP, die damals den Gold -<br />

status erlangte.<br />

In der nächsten Folge beschreibe ich die Vor -<br />

gehensweise des Axel Schwarz im Bereich Song-<br />

Komposition/Urheberrecht/GEMA für alle Songs<br />

der damaligen Julia neigel Band.<br />

TExT: OLE SEELENMEYER<br />

FOTO: © SDECORET/FOTOLIA.COM<br />

3/<strong>2018</strong> musiker <strong>Magazin</strong>


50 MUSIK & RECHT<br />

DIE ANDERE MEINUNG:<br />

INS NETZ GEGANGEN<br />

Wie die Reform des Urheberrechts grundlegende<br />

Freiheiten im Internet bedroht, beschreibt<br />

die EU-Abgeordnete Catherine Stihler im Interview<br />

Catherine Stihler ist Labour-Europaabgeordnete<br />

für Schottland und Mitglied der progressiven Allianz<br />

der Sozialisten und Demokraten.<br />

Sie wurde erstmals 1999 als jüngstes britisches MdEP<br />

im Europäischen Parlament gewählt.<br />

Am 12. September <strong>2018</strong> stimmt das Euro -<br />

päische Parlament über die EU-Urheber -<br />

rechts richtlinie ab. Es handelt sich um die<br />

größte Änderung des europäischen Ur he ber -<br />

rechts in den letzten zwanzig Jahren. Warum<br />

brauchen wir diese Reform?<br />

Catherine Stihler: Wir müssen die richtlinie<br />

zum Urheberrecht aktualisieren, damit sie auch<br />

für das digitale Zeitalter gilt. Das Urheberrecht ist<br />

keine neue entwicklung. Die ersten Gesetze dazu<br />

gab es in europa bereits im 17. Jahrhundert. Sie<br />

bezogen sich ausschließlich auf Drucker zeugnisse.<br />

aber im digitalen Zeitalter verändert sich unser<br />

Konsum von texten oder Musik. also müssen wir<br />

gewährleisten, dass autoren, bildende Künstler<br />

und <strong>Musiker</strong>, die unser kulturelles leben bereichern,<br />

angemessen entlohnt werden für die Wer -<br />

ke, die sie schaffen. aber gleichzeitig stellt sich<br />

die Frage: Wie bringen wir das mit den Grund -<br />

rechten, die für uns selbstverständlich sind, in<br />

ein klang? Das ist das zentrale Problem – wie er -<br />

reichen wir ein Gleich gewicht zwischen dem Ur -<br />

heberrecht im traditionellen Sinn und der art, wie<br />

wir die Welt im digitalen Zeitalter gestalten wollen?<br />

Und im Moment sind wir dabei noch nicht<br />

wirklich am Ziel.<br />

Der Schlüsselbegriff in diesem Zusammen -<br />

hang ist die sogenannte „Wertschöp fungs -<br />

lücke“. Ge meint ist der Unterschied zwischen<br />

der Entlohnung der Kreativen und den<br />

Gewinnen der Internet por tale, die deren Wer -<br />

ke zugänglich machen. Wie trägt die Reform<br />

dazu bei, diese Lücke zu schließen?<br />

Catherine Stihler: Je nach Sektor gibt es<br />

dazu verschiedene ideen. Die Kreativen in der<br />

Musik industrie be haup ten, es gebe eine Wert -<br />

schöp fungslücke zwischen ihren früheren ein künf -<br />

ten und dem, was sie jetzt im digitalen Zeitalter<br />

bekommen. aber die Musik industrie hat sich in<br />

den letzten zwanzig Jahren an die digitale Welt<br />

angepasst, das sogenannte Streaming ist heute<br />

ein fester Be standteil des Ge schäftsmodells.<br />

Das bedeutet aber natürlich nicht, dass man<br />

das Urheberrecht verletzen darf. Diese interpre -<br />

tation wäre falsch. Die Frage ist daher, wie wir<br />

sicherstellen können, dass diese <strong>Musiker</strong> entlohnt<br />

werden und in der Online-Welt ihren fairen anteil<br />

bekommen.<br />

im Verlagswesen ist das anders. Die Musik -<br />

industrie ist in der entwicklung dem Verlags wesen<br />

etwa zwanzig Jahre voraus. So sind e-Books bis<br />

heute nicht so populär, wie dies von vielen erwartet<br />

wurde.<br />

Sie meinen also, dass man dieses Thema<br />

nicht für die gesamte Kreativindustrie einheitlich<br />

regeln kann, sondern es in jedem Sektor<br />

unterschiedlich behandelt werden sollte?<br />

Catherine Stihler: ich denke, der Begriff der<br />

Kreativindustrie ist sehr weit gefasst und wir müs-<br />

musiker <strong>Magazin</strong> 3/<strong>2018</strong>


MUSIK & RECHT 51<br />

»Im digitalen Zeitalter<br />

verändert sich<br />

unser Konsum von Texten<br />

oder Musik. Also müssen<br />

wir gewährleisten,<br />

dass Autoren,<br />

bildende Künstler und<br />

<strong>Musiker</strong>, die unser<br />

kulturelles Leben<br />

bereichern, angemessen<br />

entlohnt werden für die<br />

Wer ke, die sie schaffen.«<br />

sen damit sehr vorsichtig sein. ein Modell, das die<br />

Probleme eines Sektors löst, löst nicht automatisch<br />

auch die der anderen.<br />

Generell glaube ich, die wahre herausfor de rung<br />

des Zusammenpralls zwischen der analogen und<br />

der digitalen Welt liegt im Urheberrecht. nehmen<br />

wir das Beispiel der sogenannten „Fake news“.<br />

Diese begleiten uns schon seit der er findung der<br />

Druckerpresse. aber heute nehmen sie ein aus -<br />

maß an, das noch nie dagewesen ist. Und das ist<br />

ein Problem, weil es sich direkt auf unsere Demo -<br />

kratie auswirkt.<br />

aber was können wir tun? ich glaube nicht,<br />

dass wir das Problem der „Fake news“ dadurch<br />

lösen können, dass wir ein neues Presse- oder<br />

Ver lagsrecht einführen. aber gleichzeitig sind die<br />

herausforderungen für die Verlage durchaus real.<br />

Und wir alle wollen qualitativ hochwertigen Jour -<br />

nalismus.<br />

Dies bringt uns zum umstrittenen Artikel 11<br />

der Urheberrechtsreform, der auch als „Link<br />

Tax“ be zeichnet wird. Diese Maßnahme äh nelt<br />

einem Ge setz, das bereits jetzt in Deutsch -<br />

land gilt. Es sieht vor, dass für jeden Schnip -<br />

sel eines Nachrich ten texts, der über die so zi a -<br />

len Medien oder Google News ver breitet wird,<br />

eine Lizenz erforderlich ist.<br />

Catherine Stihler: Dieser artikel ist in keiner<br />

Weise gerechtfertigt. in Deutschland und Spanien<br />

ist der Vorschlag in der Praxis gescheitert – und<br />

die einkünfte daraus kämen ohnehin nicht den<br />

Journalisten zugute. auch muss es den Menschen<br />

möglich sein, nach richten im internet auf vernünftige<br />

Weise lesen zu können. also lautet die<br />

Frage vielmehr: Wie können wir die richtige Ba -<br />

lance schaffen, um sicherzustellen, dass Jour na -<br />

lis ten fair bezahlt werden?<br />

Die aktuelle Version der Urheberrechtsrichtlinie<br />

enthält so etwas wie die regelung einer angemessenen<br />

Vergütung. aber ich denke, wir sollten<br />

einfach hundert Prozent der Vergütung an die<br />

Journalisten geben. Wenn man schon eine regel<br />

einführt, die den Verlagen neue rechte gibt, sollten<br />

wir die einkünfte daraus verwenden, um guten<br />

Journalismus zu fördern. Das Geld sollte nicht in<br />

die Gewinnmaschinerie der Verlage fließen. Diese<br />

sind ganz überwiegend nicht gemeinnützig, sondern<br />

Privatunternehmen.<br />

Am 5. Juli dieses Jahres stand ein erster Vor -<br />

schlag des Rechtsauschusses zum Ur heber -<br />

recht kurz davor, in einen Trialog überzugehen<br />

– also in informelle Treffen des Euro päi -<br />

schen Parlaments mit dem Europa rat und<br />

der Kommission. Aber überraschenderweise<br />

hat das Parlament gegen diesen Vor schlag<br />

gestimmt. Warum?<br />

Catherine Stihler: Die meisten Menschen<br />

den ken bei der eU-Gesetzgebung an einen ge -<br />

meinsamen entschei dungsprozess des euro päi -<br />

schen Parlaments und des eU-rats. aber in dieser<br />

Parlaments periode gehen wir sehr schnell zu<br />

den genannten trialogen über. Dies sind kurzfris -<br />

tige Vereinbarungen, durch die der vollständige<br />

Mitentscheidungsprozess übergangen wird. Diese<br />

schnellen, einsamen entscheidungen werden nun<br />

sogar zu solchen themen wie der grund sätz li chen<br />

Änderung des Urheberrechts angestrebt. Dabei<br />

hat diese regelung massiven einfluss auf die art<br />

und Weise, wie wir das internet nutzen.<br />

Deshalb bin ich sehr froh, dass diese Vor ge -<br />

hens weise am 5. Juli gestoppt wurde. Um über<br />

Schlüs selthemen wie die Portalhaftung und die<br />

einfüh rung neuer rechte intensiv nachdenken zu<br />

können, brauchen wir Zeit.<br />

Sie sprechen hier zwei Punkte an: Nicht nur<br />

über den Inhalt der Urheberrechtsreform sind<br />

Sie nicht ganz glücklich, sondern auch über<br />

den EU-Entscheidungs findungs prozess.<br />

Catherine Stihler: ich habe dagegen ge -<br />

stimmt, das thema in den trialog zu geben. Viele<br />

Menschen wurden an der Debatte nie beteiligt.<br />

außerdem muss ich sagen, dass wir alle eine<br />

Viel zahl von lobbyisten über uns ergehen lassen<br />

muss ten, je nachdem, auf welcher Seite der De -<br />

batte wir standen.<br />

Und in diesem Zusammenhang glaube ich,<br />

dass diese lobbyarbeit – also die art, wie gewisse<br />

lobbyisten Zugang zu entscheidungsträgern<br />

haben – etwas ist, mit dem sich das europäische<br />

Parlament ganz grundsätzlich auseinandersetzen<br />

muss.<br />

im Moment bin ich mit der art, wie in diesem<br />

Parlament entscheidungen getroffen werden, nicht<br />

glücklich. ich glaube, wir könnten viel transparenter<br />

sein. ich habe über ein Jahr lang für den<br />

Binnenmarktausschuss gearbeitet. Der Binnen -<br />

marktausschuss teilt sich mit dem rechtsaus -<br />

schuss die Verantwortung für die Urheberrechts -<br />

richtlinie. er wurde allerdings in der Praxis weitgehend<br />

ignoriert. Man kann aber nicht sagen,<br />

zwei ausschüsse seien gemeinsam für etwas<br />

grundlegend Wichtiges verantwortlich, und dann<br />

einen von ihnen ignorieren. Das geht nicht. Man<br />

muss versuchen, Kompromisse zu finden.<br />

Sie sprechen sich auch gegen den Artikel<br />

13 aus, einen weiteren umstrittenen Teil der<br />

Reform. Seine Kritiker sagen, er führe letztlich<br />

dazu, dass jede Internet-Plattform so -<br />

ge nannte „Upload-Filter“ verwenden müsse,<br />

um Datenverkehr zu verhindern, der Ur he -<br />

ber rechte verletzt. Dies klingt fast nach dem<br />

Ende des freien Internets.<br />

Catherine Stihler: Bei artikel 13 geht es letzt -<br />

lich um die Portalhaftung. im Moment ist diese<br />

haf tung eingeschränkt. Wenn also jemand in halte<br />

auf ein Portal hochlädt, die das Urheberrecht ver -<br />

letzen, soll es ein System geben, das dies b e -<br />

merkt und die inhalte löscht.<br />

Der Berichterstatter des europäischen Par la -<br />

ments zur Urheberrechtsreform möchte, dass die<br />

Plattformen vollständig haftbar gemacht werden<br />

können. aber um dies zu erreichen, müssen sie<br />

Filtertechniken verwenden, was bedeutet, dass<br />

unsere grundlegenden Freiheiten dramatisch be -<br />

einträchtigt werden.<br />

also bin ich mit dieser Sichtweise grundsätzlich<br />

nicht einverstanden und glaube, es darf keine<br />

allgemeine Verpflichtung zur Überwachung geben.<br />

natürlich müssen wir das richtige Gleichgewicht<br />

finden, aber nicht auf Kosten grundlegender Frei -<br />

heiten.<br />

es gibt neue und andere Methoden: eine lö -<br />

sung könnte sein, über so etwas wie eine Kom -<br />

plizen haftung nachzudenken, die zwischen der<br />

ein geschränkten und der vollständigen haftung<br />

liegt. Diese könnte sogar im Zuständigkeits bereich<br />

der bereits bestehenden Gesetze liegen.<br />

Die Fragen stellte Daniel Kopp. Aus dem Engli -<br />

schen von Harald Eckhoff. Der Beitrag wurde im<br />

IPG Journal erstveröffentlicht.<br />

textqUelle: WWW.EURACTIV.DE<br />

FOtO: © PHASIN/ FOTOLIA.COM<br />

3/<strong>2018</strong> musiker <strong>Magazin</strong>


52 PRODUKT-NEWS<br />

TASCAM IN NEUEM GEWAND<br />

UND MIT NEUER<br />

MARKENAUSRICHTUNG<br />

Tascam gleicht seinen weltweiten Markenauftritt weiter an<br />

und verleiht seiner Europa-Website wie auch seinem werblichen<br />

Auftritt ein neues Äußeres. Die dezente Farbgebung<br />

soll nicht nur schöner anzusehen sein, sondern auch die<br />

neue Markenausrichtung unterstreichen. Das Unternehmen<br />

möchte sich künftig wieder mehr auf seine Wurzeln besinnen<br />

und hochwertigen Produkten für den professionellen<br />

Einsatz unterwegs, im Tourneebetrieb, im Studio und in der<br />

Installation Vorrang einräumen.<br />

JEDEM DAS SEINE – DIE IN-EARS VON HÖRLUCHS<br />

Tascam stellt außerdem seinen neuen Slogan vor: „Sound.<br />

Thinking.“ soll beide Bedeutungen von Sound (das, was man<br />

hören kann, sowie das Adjektiv für „solide“ oder „vernünftig“)<br />

mit „Denken“ vereinen und so verdeutlichen, dass die<br />

Menschen hinter dieser Marke für jeden Sound offen sind<br />

und all ihr Denken darauf konzentrieren, wie sie diesen<br />

Klang auf solide und vernünftige Weise übertragen und er -<br />

halten können.<br />

Tascam ist seit Jahrzehnten bekannt für solide, praxisgerechte<br />

und einfach zu bedienende Aufnahmegeräte zu vernünftigen<br />

Preisen und hat beispielsweise in den 1970er- bis<br />

1990er Jahren mit seinen Portastudios und einzigartigen<br />

DTRS-Bandrecordern die Entwicklung der professionellen<br />

Mehrspuraufnahme maßgeblich vorangetrieben. Auch ak -<br />

tuelle Produkte wie der 64-Spur-Recorder DA-6400, der<br />

Master recoder DA-3000 und die zuletzt vorgestellten Medien -<br />

recorder SS-CDR250N trafen auf große Zustimmung in der<br />

Fachwelt und erhielten bereits mehrfach Auszeichnungen.<br />

Tascam sieht sich deshalb auf einem guten Weg, Ton in ge -<br />

nieuren und ambitionierten <strong>Musiker</strong>n auch künftig verlässliche<br />

Audiowerkzeuge anbieten zu können, die ihnen die<br />

tägliche Arbeit vereinfachen und dabei helfen, die immer<br />

neuen technischen Herausforderungen auf einfache Weise<br />

zu meistern.<br />

Kommentar von Yuji Hanabusa (Präsident und Vor -<br />

stands vorsitzender der TEAC Corporation)<br />

„Seit seiner Gründung im Jahr 1971 unterstützt Tascam<br />

weltweit die Menschen, die sich mit der Aufnahme und<br />

Wieder gabe beschäftigen, und hat viel zur Kultur des Sounds<br />

beigetragen. Ich glaube, in dem Stolz, ein Profi in der Auf nah -<br />

me und Wiedergabe zu sein, liegt Tascams wichtigste Quelle<br />

für weiteres Wachstum und auch eine große Ver ant wortung,<br />

die es zu erhalten gilt.<br />

Bei der Entwicklung unseres neuen Slogans „Sound.<br />

Thinking.“ haben wir uns auf den Kern der Marke konzentriert.<br />

Tascam wird auch künftig an seiner hohen Qualität<br />

und Langlebigkeit festhalten, um den Anforderungen der<br />

Menschen, die sich in allen Bereichen mit der Aufnahme<br />

und Wiedergabe beschäftigen, gerecht zu werden und ihre<br />

Leistungsfähigkeit zu maximieren. Freuen Sie sich also auf<br />

die Zukunft mit Tascam!“<br />

Weitere Informationen: tascam.de<br />

Mit den sieben In-Ear-Serien HL1 bis HL7 will Hörluchs<br />

spätestens ab 2019 den In-Ear-Markt erobern und durch<br />

die breite Produktpalette unterschiedliche Zielgruppen für<br />

sich gewinnen. Dabei setzt das mittelständische Unterneh -<br />

men aus Hersbruck auch im neuen Unternehmensbereich<br />

In-Ear-Monitoring die eigene Philosophie konsequent um:<br />

maßangepasste und professionelle Produkte in höchster<br />

Qualität, bezahlbar und Made in Germany.<br />

Die klar strukturierten Serien bieten verschiedene Lösungs -<br />

ansätze und bedienen dadurch diverse Kundengruppen.<br />

Während sich die innovative HL1-Serie, mit den Varianten<br />

Action, Headset und Wireless und den individualisierbaren<br />

Smart Caps, an Gamer, Call-Center, Speaker und jüngeres<br />

Publikum richtet, überzeugen die Serien HL2 bis HL6 durch<br />

High-End-Technik, unterschiedliche Materialien und die<br />

Option der Maßanpassung. Perfekt für <strong>Musiker</strong>, Musiklieb -<br />

haber und jeden, der perfekten Sound auf höchstem Niveau<br />

benötigt und fordert. Die HL7-Serie ist die Schmuck serie,<br />

die dem trendigen und selbstbewussten Interessenten die<br />

Möglich keit bietet, mit unterschiedlichen Optiken und<br />

hochwertigen Materialien wie Carbon oder Gold zu experimentieren<br />

und zu spielen.<br />

Hörluchs ist bereits seit über zehn Jahren in den Bereichen<br />

maßangepasster Gehörschutz und individuelle Otoplastiken<br />

für Hörgeräte erfolgreich und mehrfach ausgezeichnet worden.<br />

Vor zwei Jahren entwickelte der Gründer und Ge schäfts -<br />

führer Thomas Meyer aus der langjährigen Erfahrung rund<br />

ums Gehör den innovativen Ansatz für optimale In-Ears, der<br />

jetzt in den Kopfhörern von Hörluchs Verwendung findet.<br />

Top-Stars wie David Garrett oder Silbermond haben sich<br />

bereits von der Qualität und dem optimalen Service überzeugt<br />

und nutzen die Hörluchs-In-Ears bei ihren Auftritten.<br />

Im E-Sport-Bereich ist Hörluchs In-Ears-Ausstatter von Top-<br />

Mannschaften wie BIG oder dem 1. FC Nürnberg und er -<br />

freut sich in der Szene großer Beliebtheit.<br />

Der Sitz des Unternehmens ist im mittelfränkischen<br />

Hersbruck. Im Fokus stehen Forschung und Entwicklung von<br />

maßgeschneiderten Produkten, die in der eigenen 3D-Laser -<br />

fertigung umgesetzt werden können. Erfahrung, Know-How<br />

und Detailleidenschaft sind gelebte Unternehmens philo -<br />

sophie, in der stets der Mensch im Vordergrund steht.<br />

Weitere Informationen: hoerluchs.com<br />

musiker <strong>Magazin</strong> 3/<strong>2018</strong>


PRODUKT-NEWS 53<br />

VOLLE FARBKONTROLLE IM HANDUMDREHEN<br />

Eurolite bietet mit dem Color Chief ein Lichtpult speziell für farbige Scheinwerfer<br />

zum günstigen Preis<br />

Ein Pult, das speziell für die Steuerung farbiger Schein -<br />

werfer und LED-Effekte entwickelt wurde: Das ist der Color<br />

Chief von Eurolite. Neben seinem großen Funktionsumfang<br />

und der einfachen Bedienung beeindruckt dabei vor allem<br />

der günstige Preis des DMX-Controllers.<br />

IDEAL FÜR FARBIGE SPOTS UND EFFEKTE<br />

Das Besondere am Color Chief: Das Mischpult wurde speziell<br />

für farbige Scheinwerfer und LED-Effekte entwickelt.<br />

Es eignet sich daher hervorragend für die Steuerung von<br />

bunten LED-Bars oder Scheinwerfersets wie den Eurolite<br />

KLS. Bis zu acht Geräte mit je bis zu vier Segmenten lassen<br />

sich mit dem Color Chief auf komfortable Art und Weise<br />

steuern. Dank seiner übersichtlich angeordneten Dreh regler<br />

für Rot, Grün, Blau, Weiß, Amber und UV fällt die An steue -<br />

rung und Mischung der Farben auch Einsteigern leicht.<br />

GROSSER FUNKTIONSUMFANG<br />

Doch bei der Farbsteuerung hört der Funktionsumfang des<br />

Pults lange nicht auf: Auch Shutter und Dimmer der ange-<br />

schlossenen Effektgeräte lassen sich einfach per Fader<br />

bedienen. Drei zusätzliche, frei zuweisbare Kanäle sorgen<br />

für Flexibilität – sie können beispielsweise mit Laser effek -<br />

ten belegt werden. Der Color Chief bietet außerdem 24 Spei -<br />

cher plätze für selbst erstellte Szenen. Acht vorinstallierte, in -<br />

telligente Farbeffekte erleichtern dabei die Programmierung.<br />

PREIS-LEISTUNG: UNSCHLAGBAR<br />

Das Überraschendste an diesem innovativen Pult ist wohl<br />

sein Preis: Für nur 139 € zzgl. Mehrwertsteuer bekommt man<br />

den Controller im Fachhandel. In Sachen Preis-Leistungs-<br />

Verhältnis spielt das Pult damit in seiner eigenen Liga.<br />

Weitere Informationen: www.steinigke.de<br />

Idee + Foto: Christian Raith · Agentur: www.milk-and-honey.de<br />

Jahre<br />

Erfahrung in<br />

<strong>Musiker</strong>versicherung<br />

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54 PRODUKT-NEWS<br />

Ein Klassiker erwacht zu neuem Leben:<br />

TASCAM STELLT SEIN NEUES MEHRSPUR-LIVE-AUFNAHMEMISCHPULT MODEL 24 VOR<br />

Tascam wird ab November sein neues Live-Mehrspur-Auf -<br />

nah memischpult Model 24 ausliefern. Das gab die Konzern -<br />

mutter TEAC Corporation in Tokio bekannt.<br />

Tascam hat in der Zeit seines Bestehens eine ganze Reihe<br />

branchenführender Aufnahmelösungen hervorgebracht wie<br />

etwa die 8-Spur-Bandmaschine Tascam 38, den digitalen<br />

8-Spur-Bandrecorder DA-88 und – natürlich – die legendäre,<br />

aus analogen und digitalen Mehrspurrecordern be -<br />

stehende Portastudio-Familie, die die Musikindustrie stark<br />

beeinflusst hat. Nun hat das Unternehmen eine seiner klassischen<br />

Produktlinien neu erfunden und mit der neuesten<br />

Audiotechnologie ausgestattet: Das brandneue, wunderschöne<br />

Hybrid-Live-Aufnahmemischpult Model 24.<br />

Ob für Proben, Live-Auftritte oder Produktionen – Model 24<br />

soll die ideale Symbiose aus echtem Mehrspurrecorder,<br />

Mischpult und Audiointerface sein und damit den heutigen<br />

Anforderungen von <strong>Musiker</strong>n und kleineren Beschallungs -<br />

unternehmen optimal gerecht werden.<br />

DAS EINFACHE, INTUITIVE DESIGN<br />

Schon auf den ersten Blick überzeugt das Pult mit Übersicht -<br />

lichkeit. 100-mm-Fader für präzise Pegel anpas sungen, ein<br />

leicht zugänglicher grafischer Stereo-Equalizer mit sieben<br />

Frequenzbändern für die Mischung, die vertrauten EQ- und<br />

Aux-Regler sowie alle Eingangs- und Ausgangs anschlüsse<br />

be finden sich auf der Oberseite und lassen sich schnell und<br />

einfach erreichen.<br />

TASCAMS REVOLUTIONÄRE AUFNAHMETECHNOLOGIE<br />

Model 24 ermöglicht es dem Nutzer, direkt auf eine SD-<br />

Karte aufzunehmen, und zwar 24 Spuren gleichzeitig mit<br />

24 Bit und 48 kHz. Punch-ins und -outs sind mit bis zu 8<br />

Spuren zeitgleich möglich. Dank Tascams revolutionärer<br />

Aufnahmetechnologie können außerdem 22 Spuren simultan<br />

von einer SD-Karte wiedergegeben werden. Die 16<br />

hochwertigen Tascam-Mikrofonvorverstärker sorgen für<br />

bestmöglichen, unverfälschten Klang.<br />

FLEXIBLE ANSCHLUSSMÖGLICHKEITEN<br />

Model 24 verfügt über 22 flexibel nutzbare Analog ein -<br />

gänge, bestehend aus 20 symmetrischen Eingängen (12<br />

mono und 4 stereo) und einem unsymmetrischen Stereo -<br />

eingang. Außerdem kann sich das Pult per USB mit Ihrer<br />

Lieblings-DAW verbinden. Nutzer können ihr Smartphone<br />

über Bluetooth koppeln, um Musik für Proben zu streamen<br />

oder das Publikum vor dem Auftritt einzustimmen.<br />

LANGLEBIGKEIT UND ZUVERLÄSSIGKEIT<br />

Mit seinem Gewicht von nur zehn Kilogramm lässt sich das<br />

Hybridgerät einfach vom Proberaum zum Studio oder an<br />

den Auftrittsort mitnehmen. Zudem weist Tascam auf seine<br />

bekannte Zuverlässigkeit hin, die sicherstellen soll, dass<br />

das Pult überall reibungslos funktioniert.<br />

Weitere Informationen: tascam.de<br />

Roland CB-PTR8<br />

SOFTCASE FÜR ROLANDS<br />

BOUTIQUE-SERIE<br />

Roland CB-PTR8 ist ein Softcase für einen Synthesizer aus Rolands Boutique-Reihe. Das Softcase kommt mit dem Design<br />

der beliebten Roland TR-808. Es ist von innen mit extra dickem Schaumstoff ausgekleidet und bietet dem zu transportierenden<br />

Instrument umfangreichen Schutz. Zum einfacheren Transport besitzt das Softcase einen Tragegurt.<br />

ROLAND CB-PTR8 IM ÜBERBLICK:<br />

• Softcase für Rolands Boutique-Reihe<br />

• TR-808-Design<br />

• Mit extra dickem Schaumstoff ausgekleidet<br />

• Innenfutter aus Fleece<br />

• Aus widerstandsfähigem Polyester<br />

• Inklusive Tragegurt<br />

Erhältlich auf www.musicstore.de<br />

musiker <strong>Magazin</strong> 3/<strong>2018</strong>


PRODUKT-NEWS 55<br />

Karte: Kartoplan Harry Rey<br />

Traditionelles Djembé-Verbreitungsgebiet<br />

Fotos: Ursula Branscheid-Kouyaté<br />

Ursula Branscheid-Kouyaté<br />

DIE DJEMBÉ-MUSIK IN AFRIKA<br />

Schon seit der Zeitenwende gab es im westlichen West -<br />

afrika eine Trommel namens „Taboulo“, die durch die gerade<br />

aufgekommene Eisenverarbeitung in den Händen der<br />

Schmiede war. Sie bauten und spielten sie. Die Taboulo diente<br />

hauptsächlich der Nachrichtenübermittlung.<br />

Die Djembé entstand in der Zeit des aufkommenden Reiches<br />

Mali, zu Zeiten der ersten Mande-Fürsten im 11. bis 12. Jh.<br />

Die Volksgruppe der Bambara ließ sich vom täglichen rhyth -<br />

mischen Hirsestampfen der Frauen inspirieren, höhlte den<br />

Hirse-Mörser aus und brachte ein Fell darauf an. So hatte<br />

man statt der unhandlichen, lediglich mit Stöcken gespielten<br />

Taboulo eine handlichere Trommel, die nun nur noch<br />

mit den Händen gespielt wurde. Die neue Trommel nannten<br />

sie „Djélabeng“, was in der Sprache der Bambara „versammeln“<br />

heißt. Daraus wurde „Djembé“. Die neue Trommel<br />

wurde nun zur Begleitung von Tanz und Gesang eingesetzt.<br />

Das Reich Mali dehnte sich in seiner Blütezeit vom 13. bis<br />

15. Jh. über große Teile Westafrikas aus. Die Bambara und<br />

Malinké, die es bewohnten, waren geschickte Händler, die<br />

ihre Kultur schnell auf dem<br />

Gebiet verbreiteten. Das Ver -<br />

breitungsgebiet der Djembé<br />

hat daher ziemlich genau die<br />

Ausmaße des Reiches Mali<br />

im Mittelalter. Neben der in<br />

der Karte gekennzeichneten Fläche sind noch die Haupt -<br />

städte Dakar, Conakry und Abidjan große Zentren der Djembé -<br />

musik, da sie als riesige Ballungszentren ein Schmelztiegel<br />

der Volksgruppen des Landes und deren Musikkultur sind.<br />

Außerhalb dieses Bereiches entwickelten sich andere Kul -<br />

turen (z. B. im Urwaldgürtel südlich davon) mit ganz anderen<br />

Trommeln.<br />

Djembés sollte man nur aus dem Ursprungsgebiet kaufen.<br />

Andernorts verfügt man nicht über das richtige Material und<br />

Know-How. Djembéspielen ist in Westafrika ein Gemein -<br />

schaftserlebnis. Gespielt wird immer in Gruppen von 2 bis<br />

6 Personen. Dazu gesellen sich einige Sängerinnen, manchmal<br />

auch andere Instrumentalisten. Und dann wird getanzt,<br />

getanzt, getanzt ...<br />

Alte Djembé | Hirse stampfen<br />

ANLÄSSE SIND:<br />

• traditionelle Feste wie Hochzeiten und Taufen (betrifft eine<br />

Familie),<br />

• Feste zur Ernte oder zum Ende des Ramadans (betrifft das<br />

ganze Dorf),<br />

• Riten der Komo-Geheimbünde (finden im Verborgenen,<br />

tief im Wald und nur unter Männern statt).<br />

Bekannt sind seit den 1950er-Jahren auch die National -<br />

balletts, die aus 8 bis 10 Trommlern und 10 bis 15 Tänzern<br />

bestehen.<br />

Weitere Informationen: www.leu-verlag.de<br />

3/<strong>2018</strong> musiker <strong>Magazin</strong>


56 PRODUKT-NEWS<br />

Alfreds Klavierschule für Kinder ist die deutschsprachige<br />

Ausgabe des weltweit erfolgreichen All-In-One Course der<br />

ALFRED BASIC PIANO LIBRARY. Seit Jahrzehnten international<br />

erprobt gehört sie zu den meistverkauften Klavier -<br />

schulen der Welt! Die bewährte Methode für Kinder ab 5 – 6<br />

Jahren besteht aus drei progressiv fortschreitenden Bänden<br />

plus Spielbuch, die den Anforderungen des deutschsprachigen<br />

Marktes entsprechend adaptiert wurden. Übungen,<br />

Spielmaterialien, musiktheoretische Aufgaben und Quiz -<br />

spiele bilden das Grundgerüst dieser Reihe. Kindgerechte<br />

Farbillustrationen, ein ansprechendes Layout und eine Ur -<br />

kunde zum Abschluss runden das Gesamtkonzept ab.<br />

Lehrer begleitstimmen und Lösungen der Quizaufgaben sind<br />

online auf www.klavier-fuer-kinder.de abrufbar.<br />

Nach einer allgemeinen Einführung in das Klavierspiel lernen<br />

die Kinder in Band 1, sich auf der Tastatur zu orientieren.<br />

Zunächst werden die Noten mittels Buchstaben-Notation<br />

vermittelt, später erfolgt der Transfer hin zum Notenlesen.<br />

Das Notensystem und erste Fingerlagen werden vorgestellt,<br />

AMANDA VICK LETHCO |<br />

MORTON MANUS | WILLARD A. PALMER<br />

ALFREDS KLAVIERSCHULE<br />

FÜR KINDER<br />

Lerne Klavier spielen mit der bewährten<br />

Methode für Kinder ab 5– 6 Jahren!<br />

Ins Deutsche übersetzt und adaptiert von Michaela Paller<br />

Band 1 | Buch & CD plus Online-Anwendungen<br />

DIN A4 Querformat | 84 Seiten<br />

20199G | ISBN-13: 978-3-943638-30-1 | 14,95 Euro<br />

DAS SPIELBUCH<br />

20205G | 12,95 Euro<br />

ISBN-13: 978-3-943638-36-3<br />

BAND 2<br />

20200G | 14,95 Euro<br />

ISBN-13: 978-3-943638-31-8<br />

BAND 3<br />

20201G | 14,95 Euro<br />

ISBN-13: 978-3-943638-32-5<br />

ebenso wie die ersten melodischen und harmonischen<br />

Intervalle und mehrstimmiges Spiel.<br />

Aufbauend auf den ersten Band werden in Band 2 die fehlenden<br />

melodischen und harmonischen Intervalle ergänzt<br />

sowie die Notenlesefähigkeit erweitert. Versetzungszeichen<br />

und Achtelnoten kommen neu hinzu, ebenso wie Auftakt<br />

und 2/4-Takt. Eingeführt werden außerdem Dynamik- und<br />

Tempobezeichnungen und gegen Ende kommen auch die<br />

Pedale erstmals zum Einsatz.<br />

Das Spielbuch enthält begleitendes Spielmaterial zu Band<br />

1 und 2, mit dem das Gelernte vertieft werden kann. Es<br />

sorgt für Abwechslung und motiviert die Schüler, so viel wie<br />

möglich Klavier zu spielen.<br />

Band 3 wird ab Herbst erhältlich sein. Er setzt das Konzept<br />

der ersten beiden Bände konsequent fort und bietet interessante<br />

neue Spielstücke zur Erweiterung des Klavier -<br />

repertoires.<br />

Weitere Informationen: alfredverlag.de<br />

ROY BURNS<br />

SINGLE STROKES MADE EASY<br />

A Drummer’s Approach for Developing Speed<br />

and Endurance<br />

Das grundlegendste Stick ing<br />

Pattern beim Schlag zeug -<br />

spiel ist der Einzel schlag.<br />

Vielen Schlagzeugern fällt<br />

es schwer, Einzelschläge<br />

schnell, gleichmäßig und<br />

aus dauernd zu spielen.<br />

Genau hier setzt Single<br />

Strokes Made Easy von Roy<br />

Burns an. Das Buch vermittelt<br />

Schlagzeugern, egal welchen Alters, auf einfache und<br />

natürliche Weise Schnelligkeit, Ausdauer und Kontrolle. Burns<br />

gibt Tipps, wie man relaxed spielt, indem man das Tempo<br />

beim Üben verlangsamt, und zeigt Tricks, wie man sich darauf<br />

konzentrieren kann, durch gleich mäßiges und kontrolliertes<br />

Spiel einen guten Sound zu kreieren.<br />

Einleitend gibt Roy Burns einige sehr hilfreiche Hinweise<br />

zum Equipment. Er geht auf die Wahl der Sticks, die Unab -<br />

ding barkeit eines Metronoms und die Notwendigkeit eines<br />

Übungspads ein. Die ersten beiden Praxiskapitel präsentieren<br />

Übungen zu Einzelschlägen und Doppelschlägen. In den<br />

darauffolgenden Kapiteln werden die Schlagpatterns zu<br />

Paradiddles, Stroke Rolls und Moeller-Technik kombiniert.<br />

Auf das entspannte Spielen hat Burns ein Hauptaugenmerk<br />

gerichtet. Viele üben zu verbissen, weil sie denken, dass die<br />

Anstrengungen sie an ihr Ziel bringen, doch dem ist meistens<br />

nicht so. Er argumentiert, dass man lernen muss, das Üben<br />

leicht zu nehmen. „Try easy“ ist das Stichwort. Denn nur<br />

wer relaxed ist, kann auch einen guten Sound entwickeln.<br />

Buch | 28 Seiten<br />

42096 | ISBN-13: 978-1-4706-3762-0 | 11,95 Euro<br />

Weitere Informationen: alfredverlag.de<br />

SAM ALIANO<br />

ADVANCED GROOVE CONCEPTS<br />

Developing Your Weaker Hand<br />

in Modern Grooves<br />

Das Wichtigste beim Schlagzeugspiel: Alle vier Extremitäten<br />

müssen unabhängig voneinander funktionieren und beide<br />

Hände und Beine sind gleich wichtig für den Groove. Be -<br />

sonders der zweite Aspekt wird oft unterschätzt. Es ist nicht<br />

etwa die rechte Hand wichtiger als die linke, weil die linke<br />

Hand ohnehin nur Nachschlag spielt, und der rechte Fuß ist<br />

auch nicht wichtiger als der linke, nur weil er die Bass Drum<br />

bedient. Vor allem die linke Hand kann dem Groove das<br />

gewisse Etwas geben, zum Beispiel indem sie Ghost Notes<br />

spielt, indem sie Akzente setzt oder das Timing und die<br />

Dynamik verändert. Sam Aliano liefert mit Advanced Groove<br />

Concepts eine Sammlung von Konzepten, Ideen und An re -<br />

gungen zum Training der schwächeren Hand. In fünf Kapiteln<br />

erarbeitet er gemeinsam mit dem Schüler verschiedene Pat -<br />

terns und Grooves, die auf eine Gleichberechtigung der beiden<br />

Hände abzielen. Zum Einstieg wird die Unab hängigkeit<br />

geschult, es folgen gemeinsame Grooves für beide Hände,<br />

synkopierte Rhythmen in der linken Hand und zusammengesetzte<br />

Phrasen. Das letzte Kapitel führt alle vier bis dahin<br />

gelernten Groovekonzepte zusammen.<br />

Den Lernerfolg dieser Methode garantieren sowohl der Ein -<br />

satz von Medien als auch die übersichtliche Gestaltung.<br />

Sam Aliano liefert zu Beginn jedes Kapitels einen Überblick<br />

über die folgenden Inhalte und das zu erreichende Ziel.<br />

Außerdem notiert er die Hand- und Fußpatterns getrennt<br />

Buch | 80 Seiten<br />

19,95 Euro<br />

46831<br />

ISBN-13: 978-1-<br />

4706-4000-2<br />

voneinander und konzentriert sich immer auf die Arbeit an<br />

einer der beiden Disziplinen. Auf der beiliegenden Multi -<br />

media-CD werden zusätzlich sowohl 159 MP3-Beispiele als<br />

auch zahlreiche Videodateien zur Verfügung gestellt.<br />

Advanced Groove Concepts eignet sich optimal für fortgeschrittene<br />

Drummer, die ihrem Groove den letzten Schliff<br />

verpassen wollen.<br />

Weitere Informationen: alfredverlag.de<br />

musiker <strong>Magazin</strong> 3/<strong>2018</strong>


PRODUKT-NEWS 57<br />

Rote Coolness in Special Edition:<br />

KEYBOARDSTÄNDER »SPIDER PRO« VON KÖNIG & MEYER MIT REA GARVEY AUF TOUR<br />

Seit einigen Jahren gilt der »Spider Pro« von König & Meyer<br />

als Maß der Dinge für Keyboardspieler. Jetzt präsentiert der<br />

Zubehör-Spezialist aus Wertheim das Stativ als Special<br />

Edition in knallroter Optik. Der erste spektakuläre Tour-Einsatz<br />

ließ nicht lange auf sich warten: Christian Besch sorgt mit<br />

dem roten »Spider Pro« bei der aktuellen Rea- Garvey-Tour<br />

für einen Hingucker im Bühnen-Setup.<br />

Eine Vielzahl von Features, makellose Standfestigkeit,<br />

optio nale Erweiterungsmöglichkeiten und dazu ein außergewöhnliches<br />

Design – mit dem »Spider Pro« setzte der<br />

Zubehör-Spezialist König & Meyer schon vor einigen Jahren<br />

den Maßstab bei Keyboardständern. Jetzt legt das in<br />

Wertheim ansässige Unternehmen den Bestseller neu auf –<br />

in knallroter Optik. Damit traf König & Meyer offenbar den<br />

Nerv von tourenden <strong>Musiker</strong>n. Denn optische Bühnen-<br />

Reize sind im Live-Business nahezu genauso wichtig wie<br />

Funktionalität. Das bestätigt auch Christian Besch, der<br />

gerade mit Superstar Rea Garvey in den größten deutschen<br />

Hallen gastiert – mit einem roten »Spider Pro« im Tour-<br />

Gepäck.<br />

„Die Optik ist für mich elementar“, sagt Besch, „dazu<br />

gehört, dass der Keyboarder nicht durch seine Geräte<br />

zugebaut wird und Kabel sauber verlegt werden können.“<br />

Im Vorfeld der Tour hat Besch den »Spider Pro« auf Herz<br />

und Nieren getestet. Er war auf Anhieb von dem Produkt<br />

überzeugt: „Mir gefallen die hohe Funktionalität, das geringe<br />

Gewicht, der einfache und unkomplizierte Aufbau sowie<br />

die Robustheit. Auch die Option, die Höhe der einzelnen<br />

Arme nach Bedarf passgenau einstellen zu können, ist ein<br />

großer Vorteil. Zusammen mit den optionalen Anbauteilen<br />

ist der »Spider Pro« für Keyboarder, die wie ich im Stehen<br />

spielen wollen, einfach perfekt.“ Der Rea Garvey Side- und<br />

Spiderman mag live ein „cleanes Setup“, das ihm einen<br />

„direkten Kontakt zum Publikum“ ermöglicht. Alles Kri te rien,<br />

die der »Spider Pro« erfüllt.<br />

ENTSTANDEN IM ENGEN DIALOG<br />

MIT PROFIMUSIKERN<br />

Entstanden ist der kompakte, für seine vielen Möglichkeiten<br />

dennoch nur gut 11 Kilogramm wiegende Keyboardständer<br />

im engen Dialog mit Profimusikern. „Wir haben uns bei tourenden<br />

<strong>Musiker</strong>n umgehört. Die Wünsche der Profis sind<br />

bei der Entwicklung des »Spider Pro«-Ständers eingeflossen“,<br />

sagt André Scherzer, bei König & Meyer für das<br />

Marketing zuständig.<br />

Der Tour-Alltag schreibt seine eigenen Gesetze. Zu ver -<br />

lässigkeit und Robustheit gehören genauso zu den An for -<br />

derungen an das Live-Equipment wie Handling-Komfort und<br />

die Möglichkeit individuell angepasster Erweiterungen. Vor<br />

diesem Hintergrund stellt der »Spider Pro« das ultimative<br />

Tool für den Live- und Studio-Einsatz dar.<br />

Zu den Features des mit zwei Paar ausziehbaren und stufenlos<br />

höhenverstellbaren Auflagearmen ausgestatteten<br />

»Spider Pro« gehören: die optionale Aufrüstung mit einem<br />

dritten Paar Auflagearme (und damit die Option für ein wei-<br />

teres Keyboard), ein am oberen Ende der Säule angebrachter<br />

Gewindeanschluss zur Montage eines Mikrofonarms<br />

sowie die die Schräge der Säule, um ein bequemeres Spielen<br />

und die bessere Sicht auf das untere Keyboard zu gewährleisten.<br />

Maximale Beinfreiheit für den oder die <strong>Musiker</strong>/-in<br />

sowie genügend Platz für Pedale verstehen sich beim<br />

»Spider Pro« von selbst.<br />

»SPIDER PRO« – DIE FEATURES IM ÜBERBLICK:<br />

• Mit 3/8’’- bzw. 5/8’’-Gewindeanschluss für Mikrofon -<br />

schwenkarm<br />

• Hohe Stabilität dank Fertigung aus Aluminium<br />

• Vier Füße garantieren optimale Standfestigkeit<br />

• Zwei Auflageebenen<br />

• Je zwei ausziehbare und stufenlos höhenverstellbare<br />

Auflagearme pro Ebene<br />

• Obere Auflagearme sind um 15 Grad geneigt<br />

• Schrägstellung des Ständers für eine komfortable Haltung<br />

während des Spielens<br />

• Beinfreiheit und Raum für Pedale<br />

• Erweiterungsmöglichkeiten durch Aufsätze<br />

• Ständer kann für den Transport zusammengeklappt werden<br />

• Erhältlich in Schwarz, Silber und nun auch in Rot<br />

• Abmessungen: Höhe 1310 mm, Auflagetiefe: 300 mm –<br />

475 mm<br />

• Gewicht: 11,34 kg<br />

Weitere Informationen: www.k-m.de<br />

3/<strong>2018</strong> musiker <strong>Magazin</strong>


58 PRODUKT-NEWS<br />

Musikaufnahmen mit MOTIV ganz einfach:<br />

SHURE UNTERSTÜTZT JUNGE MUSIKER ZUSAMMEN MIT<br />

DEM MUSIC RESOURCE CENTER<br />

• Shure fördert künftig die musikalische Entwicklung ame -<br />

rikanischer Jugendlicher in Zusammenarbeit mit der<br />

Nonprofit-Organisation Music Resource Center<br />

• Die jungen <strong>Musiker</strong> können mithilfe der MOTIV-Mikro -<br />

fone von Shure ihrer Kreativität freien Lauf lassen und<br />

ihre eigenen Songs aufnehmen<br />

• Die digitalen Kondensatormikrofone der MOTIV-Serie<br />

erlauben unkomplizierte Tonaufnahmen auf professionellem<br />

Niveau<br />

Nicht jeder angehende <strong>Musiker</strong> hat die Möglichkeit, die<br />

eigene Musik selbst professionell aufzunehmen. Deswegen<br />

fördert Shure in Kooperation mit dem amerikanischen Music<br />

Resource Center die musikalische Entwicklung von Jugend -<br />

lichen. Shure stattet die gemeinnützige Organi sation mit<br />

Mikrofonen der MOTIV-Serie aus, um es jungen Künstlern<br />

zu ermöglichen, ihren eigenen Content ganz einfach selbst<br />

aufzunehmen. Die digitalen Kondensator mi kro fone von<br />

Shure erlauben hochwertige und gleichzeitig mobile Ton -<br />

aufnahmen auf professionellem Niveau – ganz einfach mittels<br />

Lightning- oder USB-Anschluss.<br />

Das Angebot des Music Resource Center richtet sich an<br />

Jugendliche aus benachteiligten Verhältnissen, die an den<br />

darstellenden Künsten interessiert sind. Durch die Vermitt -<br />

lung musikalischer Expertise und entsprechender Alltags -<br />

kompetenzen versucht die Organisation mit Standorten in<br />

Charlottesville und Cincinnati, die Jugendlichen und die<br />

Gemeinschaft vor Ort zu stärken.<br />

GANZ EINFACH ZUM EIGENEN CONTENT<br />

Drei junge <strong>Musiker</strong> des Music Resource Center haben die<br />

MOTIV-Mikrofone von Shure getestet und teilen ihre Erfah -<br />

rungen in einem YouTube-Video. Ihre eigenen Songs, aufgenommen<br />

mit dem mobilen Equipment von Shure, stehen<br />

auf Spotify, iTunes und YouTube als Stream zur Verfügung.<br />

Shure freut sich über die Möglichkeit, zusammen mit dem<br />

Music Resource Center die Kreativität musikbegeisterter,<br />

junger Menschen zu fördern und hofft, auf diese Weise<br />

noch viele weitere aufstrebende Künstler zu inspirieren.<br />

Die digitalen Mikrofone der MOTIV-Serie sorgen für beste<br />

Aufnahmequalitat mit iOS- und Android-Geraten, Mac und<br />

PC. Mit Lightning-Anschluss, Micro-USB oder Klinke ist<br />

MOTIV stets für jede Aufnahmesituation bestens gerüstet.<br />

Ob Live-Konzert, Musikvideo oder Podcast: alle Tonauf nah -<br />

men gelingen spielend leicht. Das MV88 Stereo-Konden -<br />

satormikrofon überzeugt iOS-Nutzer mit seiner Mobilitat,<br />

während das MV51 Großmembran-Kondensatormikrofon<br />

YouTubern Aufnahmen auf Studioniveau ermöglicht. Ver bun -<br />

den mit einem PC überzeugt das MV5 besonders in Vlogs<br />

und Podcasts. Mit der kostenlosen iOS-App „Shure Plus<br />

MOTIV“ gelingen perfekte Audioaufnahmen. Außerdem er -<br />

möglicht sie ganz einfach das Mischen, Bearbeiten und Teilen<br />

der Tonaufnahmen. Die ebenfalls kostenlose App „Shure<br />

Plus MOTIV Video“ ermöglicht auch bei iOS-Video auf -<br />

nah men den perfekten Ton.<br />

Um mehr über das Music Resource Center zu erfahren, be -<br />

suchen Sie https://musicresourcecenter.org/.<br />

KSM8 DUALDYNE GESANGSMIKROFON<br />

Das KSM8 Dualdyne Gesangsmikrofon ist das erste dynamische Mikrofon, das mit zwei Membranen ausgestattet<br />

ist, die eine neutrale und sehr präzise Stimmwiedergabe, akkuraten Sound und maximale<br />

Kontrolle des Nahbe sprech ungs effekts ermöglichen. Die patentierte Dualdyne-Technologie weist lediglich<br />

marginale Nahbesprechungs effekte und außeraxiale Klangverfärbungen auf.<br />

HAUPTMERKMALE<br />

• Patentierter Dualdyne-Kapselaufbau aus zwei extrem<br />

dünnen Membranen – einer aktiven, einer passiven –<br />

sowie einem invertierten Luftstromsystem<br />

• Neutrale Mitten und Höhen für eine konsistente, natürliche<br />

Wiedergabe<br />

• Reduzierter Nahbesprechungseffekt verleiht dem KSM8<br />

einen extrem großen Sweet Spot<br />

• Durch die Doppelmembrantechnik wird eine neutrale<br />

Wiedergabe sowohl von rückwärtig als auch seitlich eintreffendem<br />

Schall (Off-Axis) erzielt. Der Gesamtmix wird<br />

dadurch deutlich klarer.<br />

• Das patentierte Diaphragm Stabilization System (DSS)<br />

schützt die aktive Membran vor äußerem mechanischen<br />

Einfluss<br />

• Modernste Prozesse bei der Kapselherstellung, darunter<br />

Ultraschall- und Laserschweißen, sorgen für höchste<br />

mechanische Robustheit<br />

• Durch den Einsatz von Materialien wie Neodym und Mag -<br />

nesium innerhalb der Mikrofonkapsel wird das Mag net feld<br />

und damit die maximale Ausgangs span nung optimiert.<br />

Besonders widerstandsfähiger Mikrofonkorb aus gehärtetem<br />

Stahl und wasserabweisendem Schaum stoff<br />

machen das Mikrofon nahezu wasserdicht und schützen<br />

vor Explosivlauten und Windeinflüssen.<br />

• Handgriff aus Aluminium in Schwarz oder gebürstetem<br />

Nickel<br />

Auch als Funkmikrofon ist das KSM8 in verschiedenen<br />

Funksystemen verfügbar – analog und digital.<br />

Weitere Informationen: www.shure.de<br />

musiker <strong>Magazin</strong> 3/<strong>2018</strong>


TITELSCHUTZANZEIGEN 59<br />

Titelschutzanzeigen müssen uns fertig layoutet<br />

zugesandt weden.<br />

Sie können nur noch gegen Bargeld<br />

veröffentlicht werden<br />

Anzeige 45 x 20 mm<br />

(fertig layoutet):<br />

20,– € für Mitglieder<br />

30,– € für Nichtmitglieder<br />

BERGVAGABUNDEN<br />

„Sonnenjodler“<br />

VÖ: 10.03.2017<br />

www.wiesenmueller.de<br />

BANJHANKRI<br />

„Cinema“<br />

VÖ: 01.06.<strong>2018</strong><br />

delia@freygangband.de<br />

ALBERT NERINI<br />

„Heute wird gefeiert“<br />

VÖ: 02.03.<strong>2018</strong><br />

www.walter-strom.com<br />

P U R Z E L P I ! I P E R<br />

Olaf Maureschat | Birkenweg 42 | 22885 Barsbüttel<br />

olafmaureschat@aol.com | 040-6700308<br />

SANESCERE<br />

„Sanescere“<br />

VÖ: 10.02.2017<br />

www.svenhamerskomponist.com<br />

LAST JETON<br />

„Black Swan“<br />

VÖ: 01.06.<strong>2018</strong><br />

www.lastjeton.com<br />

MANUELA SIEBER & BAND<br />

„Unauffällig schön“<br />

VÖ: 05.01.<strong>2018</strong><br />

www.manuela-sieber.de<br />

Hiermit beanspruche ich den Titelschutz gemäß § 5 Abs. 3 Markengesetz<br />

für den Namen<br />

BURN OUT LAUT<br />

in allen Schreibweisen, Schriftarten, Abkürzungen, Variationen, und<br />

Darstellungsformen für öffentlich dargebotene Musik, Bühnen- oder sonstige Werke<br />

sowie Musikprojekt, Band-, Künstler-, Label-, Verlags- und Produktnamen<br />

in allen in- und ausländischen Print-, Bild-, Ton-, Daten- und Video und<br />

Nachfolgemedienjeglicher Art, sowie in Software und Multimedia-Produktionen,<br />

Fernsehen, Film, Rundfunk, Bühnen, Off- und Onlinediensten,<br />

Merchandising und sonstigen vergleichbaren Werken.<br />

Sean Warwick, Hitzelerstraße 53, 50968 Köln<br />

AUBAAH<br />

„Urnenwahl“<br />

(Live)<br />

VÖ: 10.02.2017<br />

aubaah2005@email.de<br />

CASSROLL<br />

„Ich schau in deine Augen“<br />

VÖ: 11.05.<strong>2018</strong><br />

markowsky.reinhard@<br />

t-online.de<br />

ANJA LERCH<br />

„Hommage“<br />

VÖ: 01.12.2017<br />

www.anja.lerch.de<br />

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60 CD-REZENSIONEN<br />

CLUESO<br />

»Handgepäck I«<br />

Als Teil der Riege junger deutscher „Pop-Literaten“ ist<br />

CLUESO vielen Hörern bereits seit Jahren ein fester Begriff.<br />

Dass ihn mit dieser Gruppe Musikschaffender musikalisch<br />

tatsächlich aber nicht allzu viel verbindet, stellt er auf seinem<br />

Album „Handgepäck I“ unter Beweis. Anders als ein ge -<br />

wöhnliches Studioalbum ist dieses eher eine An samm lung<br />

von über die Jahre gesammelten Songs und Songideen,<br />

deren Grundgerüst auf Tour entstanden und aufgenommen<br />

worden ist – und welches in Sachen Arran gement und Pro -<br />

duktion nachträglich nur im Rah men zusätzlich ausgearbeitet<br />

wurde.<br />

Was das Ganze konkret heißt? Auf „Handgepäck I“ präsentiert<br />

CLUESO 18 (!) Stücke, die allesamt seine Identität als<br />

Singer-Songwriter herausstellen. Alle Stücke atmen stilis -<br />

tisch nahezu denselben Geist, mal verspielter, mal trauriger,<br />

mal fröhlicher, mal eingängiger. Ganz dem Album titel entsprechend<br />

handeln die Texte vom Weg laufen, vom Entfliehen,<br />

vom Dinge-hinter-sich-Lassen, vom (Wieder-)Ankommen<br />

oder auch vom einsamen Umher wandern in der Welt – physisch<br />

oder geistig. Trotz der 18 Stücke gelingt es CLUESO,<br />

keine Langeweile aufkommen zu lassen. Er reizt die musikalische<br />

Palette des Genres voll aus, besticht durch ge -<br />

schicktes Ein fügen kurzer musikalischer „Zwischenstopps“<br />

(im wahrsten Sinne des Wortes) sowie häufig durch Texte,<br />

die dank ihrer starken Meta phorik einige Male gehört werden<br />

wollen, bis man ihnen auf den inhaltlichen Grund<br />

gekommen ist. Sehr zugute kommt CLUESO auch, dass er<br />

keinen Song unnötig in die Länge zieht, sondern sich auf<br />

das Wesent liche konzentriert: gutes, auf den Punkt kommendes<br />

Arran gement und Texte, die zum Mitdenken und<br />

Wegträumen einladen.<br />

www.clueso.de<br />

P.S.<br />

JEN DALE<br />

»Closer Distance«<br />

Laut Biografie fing bei Jen Dale alles mit einem Kassetten-<br />

Recorder von Fisher Price an. Im Jahr 1999, irgendwo in<br />

Zürich. Ob das stimmt oder nicht, lässt sich von außen<br />

immer schwer beurteilen – bekannt ist allerdings, dass sich<br />

die kleine Jen ziemlich schnell einen Ruf als ziemlich gute<br />

Sängerin erarbeitete. Schon früh lag ihr Fokus auf dem<br />

Soul der 50er-, 60er- und 70er-Jahre, dem sie auch bis<br />

zum Umzug nach Berlin vor wenigen Jahren treu bleiben<br />

sollte. Nun ist ihre erste Full-Length-Platte „Closer Distance“<br />

er schienen und die spannende Frage lautet: Quo vadis, Jen<br />

Dale? Das ist dann auch gar nicht so leicht zu beantworten.<br />

Denn gemeinsam mit ihren beiden Produ zenten Brad Allen<br />

Williams und Jacob Bergson hat die Sängerin ein facettenreiches<br />

Werk erschaffen, das an vielen Stellen zwar immer<br />

noch ihrer Vergangenheit im Soul deutlichen Tribut zollt,<br />

häufig aber schon mal mehr, mal weniger weit über den stilistischen<br />

Tellerrand schaut. So bedienen sich Dale und ihre<br />

Mitstreiter häufig Arrangements und In stru men tierungen<br />

aus der elektronischen Popmusik, ohne dabei in der Regel<br />

jedoch zu gefällig zu wirken. Stets wird ein gewisser musikalischer<br />

Anspruch an den Hörer gehalten, nur selten wirkt<br />

das Ganze zu anbiedernd an klassische Radio-Hits. Sehr<br />

gut schafft es die Künstlerin, Vergan gen heit und Gegen wart<br />

in „Lean“ zu verbinden – hier wird flotter, theatralischer Soul<br />

mit modernen musikalischen Elementen verbunden. Auch<br />

in „True“ schafft es das Kom po nisten-Team, dem Soul einen<br />

angenehmen modernen Touch zu geben. Dass es nie langweilig<br />

wird, dafür sorgt die Bandbreite der Songs, die zwischen<br />

sehr modernen Pop nummern und eher klassischen<br />

Soulstücken pendeln. Letzteres zeugt klar von Dales musikalischem<br />

Erbe und hier kann sie auch ganz deutlich ihre<br />

Stärken ausspielen. Ein rundum schönes Album, bei dem<br />

Soul- und Popfreunde ihre Freude haben werden.<br />

jendalemusic.com<br />

P.S.<br />

LEY LINES CROSS<br />

»Jimazen«<br />

Viel Informationen über LEY LINES CROSS findet man online<br />

nicht so wirklich, aber eines scheint sicher: Das Kollektiv<br />

um Sängerin Karin Lipka hat es sich zur Aufgabe gemacht,<br />

Norderney nach Südamerika zu verfrachten – oder Brasilien<br />

an die Nordsee zu holen. Ein extrem breiter Stilmix aus Bossa<br />

(Nova), Funk, Latin Jazz und Elektronik wird dem Hörer hier<br />

geboten, und er lässt sich stellenweise so entspannt und<br />

südländisch an, dass man sich beim Hören jenseits des<br />

Äquators wähnt. In vielen Songs dominieren die instrumentalen<br />

Arrangements die Struk turen und lassen dabei entspannte,<br />

aber nie banale Stim mung aufkommen. Aufge -<br />

lockert werden die Songs zusätzlich durch Karin Lipkas<br />

liebliche und recht tiefe Stimme, die gut zur Musik passt.<br />

Die größte Stärke der Lieder liegt jedoch eindeutig in der<br />

durch die Musik erzeugten Spannung. Insbe sondere in<br />

Albumhälfte eins schafft es die Band, mit ausgeklügelten<br />

und so gar nicht deutsch wirkenden Kom po si tionen Ent -<br />

spannung einzuläuten, sehr gut zu hören in „Where We Both<br />

Belong“ oder in „On The Train“. Sukzessive schleichen sich<br />

allerdings zunehmend elektronische Elemente in den Sound<br />

der Nord deutschen ein, was darin gipfelt, dass der anfangs<br />

entwickelte südländische Signature-Klang an vielen Stellen<br />

einen wesentlich elektronischeren, ja, europäischeren Touch<br />

er langt. Das wirkt erst einmal unkonventionell und trotzdem<br />

spannend. Insgesamt ist dies ein Album, das ein mehrfaches<br />

Hören wert ist, denn der anfänglich vermeintlich seichte<br />

Bossa-Stil offenbart doch ziemlich schnell komplexe und<br />

vielfältige Einflüsse und Umsetzungs variationen. Für den<br />

unbedarften Hörer mag dies an der einen oder anderen<br />

Stelle ein etwas zu wilder Mix sein – Musikliebhaber ohne<br />

Scheuklappen werden sich in diesem Werk jedoch richtig<br />

austoben können.<br />

leylinescross.bandcamp.com/releases<br />

4 ZIMMER KÜCHE BAD<br />

»Eigentlich müsste man mal«<br />

Vermutbar, dass es sich beim Bandnamen um eine WG<br />

handelt? Richtig! Die musikalischen Bewohner der WG in<br />

Limburg-Weilburg präsentieren das Album „Eigentlich müsste<br />

man mal“. Tily, Biedy, Olli und Manu spielen in Rock beset -<br />

zung mit Gesang, Gitarre, Bass und Schlagzeug deutschen<br />

Rock mit Liedermacher-Punk-Einflüssen. Ihre musikalischen<br />

Stationen finden sich in den Bands Raketenklee,<br />

Elfmorgen, The Golden Ground Alliance. Die Musik der<br />

Band ist häufig im Uptempo-Rockbereich, mal im Riffrock,<br />

mal im schnellen Off-Beat-Stil. Mit Tilys Stimme, die kreischt,<br />

beschwört und drängt, wird es dann zum Agit Punk<br />

Statement. Die Lyrics rütteln gleich beim Opener „Angst-<br />

maschine“ auf. Es wird vor Bürgerkrieg, Waffen und Gewalt<br />

gewarnt. Tu was! Oder mit anderen Worten: Eigentlich<br />

müsste man mal! Die Musik klingt wie der Soundtrack zum<br />

Dissens zwischen Wutbürgern, Vertriebenen, Gut- und<br />

Schlecht menschen aus allen Richtungen. Ähnlich den frühen<br />

Blumfeld. Regt zum Denken an und das ist gut für ein<br />

freiheitlich demokratisches Land. 4 ZIMMER KÜCHE BAD<br />

machen deutschsprachige Rockmusik, wie sie verdammt<br />

noch mal klingen sollte!<br />

www.facebook.com/vierzimmerkuechebad<br />

MISS SALINGO AND FRIENDS<br />

»Wild Flowers«<br />

P.S.<br />

C.S.<br />

MISS SALINGO machen Sinti- und Roma-Musik, also grenzenlose<br />

Musik zwischen Latin, oriental Grooves, India Sounds<br />

– so in etwa beschreibt die Band ihr Genre, in dem sie sich<br />

bewegt. Die Sängerin Martina Brück, die auch Bass-Gitarre<br />

spielt, hat schon so einige musikalische Erfahrung. So spielte<br />

sie mit den <strong>Musiker</strong>n von Krautrock-Legenden wie Amon<br />

musiker <strong>Magazin</strong> 3/<strong>2018</strong>


CD-REZENSIONEN 61<br />

Düül, Tangerine Dream und Embryo. Trotz all der experimentellen<br />

Phasen ihrer Karriere kann sie sehr wohl auch ein -<br />

gängig und wohlgefällig klingen. Der Titelsong „Wild Flowers“<br />

ist ein veritabler Reggae. Das Keyboard surrt und der Back -<br />

ground-Gesang trällert. Über allem schwebt die Stimme<br />

von Martina Brück, irgendwo zwischen Joan Baez und<br />

Marianne Rosenberg. Die besten Momente hat das Album,<br />

wenn der Bläsersatz schiebt und ein Saxophon den Songs<br />

Farbe verleiht. So gehört im Anspieltipp „Page To Page“,<br />

einem netten Chanson. „Wild Flowers“ von MISS SALINGO &<br />

FRIENDS ist eine schöne Spätsommerplatte.<br />

www.missalingo.de<br />

C.S.<br />

ANDY LANG<br />

»Beautifully Broken –<br />

13 Songs & Blessings«<br />

Andy Lang ist ein weitgereister Mann: Über 1500 Konzerte<br />

hat der Bayer in gut 30 Jahren gespielt und dabei deutsche<br />

wie europäische Bühnen beehrt, was sowohl eine beachtliche<br />

Fangemeinde als auch ein profundes musikalisches<br />

Wissen und Gefühl mit sich bringt. Besonders hat es dem in<br />

Kulmbach geborenen <strong>Musiker</strong> der Folk angetan. Auch auf<br />

seinem Album „Beautifully Broken – 13 Songs & Blessings“<br />

wird dies deutlich. Dem Albumtitel entsprechend werden<br />

stolze 13 Songs dargeboten, von denen viele keltischen<br />

Geist atmen, wenngleich sich in einige Num mern auch andere<br />

Stilistiken eingeschlichen haben, wie in das spanisch<br />

angehauchte und gelungene Sting-Cover „Fragile“.<br />

Auf dem Album lassen sich neben einigen eigenen Songs zu<br />

einem großen Teil Cover-Stücke finden, denen Lang an -<br />

sonsten in der Regel durch passende Instrumentierung und<br />

Arrangements einen irischen Touch gibt. So besticht die<br />

Leonard-Cohen-Hommage „If It Be Your Will“ durch gelungene<br />

gezupfte Gitarre und den Einsatz einer Irish Harp, ohne<br />

sich insgesamt jedoch zu weit vom Original zu entfernen. Zu<br />

bestechen weiß auch Andy Langs häufig eingesetzte<br />

Duettpartnerin, die vielen Songs einen melancholischen,<br />

leicht düsteren Eindruck verleiht, ohne kitschig zu wirken.<br />

Auch ist sich Lang nicht zu schade für kleine Experimente,<br />

wie den Einsatz einer Hammond-Orgel im Song „Cara“.<br />

Insgesamt liefert Andy Lang hier ein rundes, atmosphärisches<br />

Werk ab, wenngleich die selbstkomponierten Songs stilistisch<br />

einen etwas weniger spezifischen Folk-Geist atmen.<br />

andy-lang.de<br />

P.S.<br />

ALEXANDER & MAXIMILIAN<br />

BLUME<br />

»In & Out – Volume 2«<br />

„I hear the Blues all in the air, I find the Blues everywhere<br />

...“. Die Zeilen von Memphis Slim hängen wie die Dampf -<br />

wolke, ausgestoßen von einer eisernen Lok, über den Fahr -<br />

gästen in den Waggons. In einem der Waggons sitzen<br />

Alexander und Maximilian Blume, Vater und Sohn. Sie fahren<br />

mit dem Zug des Blues von Eisenach nach Chicago –<br />

oder etwa nach New Orleans? Alexander, international<br />

renommierter Blues- und Boogie-Pianist, ist bekannt durch<br />

seine Kollaboration mit Stefan Diestelmann, dem „Blues-<br />

könig“ der ehemaligen DDR. Mittlerweile blickt er auf 45<br />

Jahre Er fahrung an den schwarzen und weißen Tasten<br />

zurück. Sein Sohn Maxi milian ist Drummer und Sänger. Sie<br />

präsentieren das aktuelle Album „In & Out – Volume 2“, ein<br />

Statement des deutschstämmigen Blues-Jazz. Von den<br />

zahlreichen <strong>Musiker</strong>n, die das Album einspielten, will ich<br />

Ole Rausch und Christian Rämisch nennen, die mit ihrem<br />

Gitarrenspiel virtuose Contra-Punkte auf dem Piano-lastigen<br />

Album setzten. Daniel Klein spielte Schlagzeug und Per -<br />

cussion ein. Den Hörer erwartet klassischer Blues und<br />

Boogie, eigene Songs genauso wie Covers von Klassikern.<br />

So zum Bei spiel „Nobody Knows You When You’re Down<br />

And Out“ von Jimmy Cox oder den „Riders On The Storm“<br />

von The Doors. Sie sollten mal den Song „Seit Wochen<br />

schon auf Tour“ an spielen! So klingt wunderbarer Blues im<br />

Swing-Stil mit schönem Bläsersatz. Das Album „In & Out –<br />

Volume 2“ ist eine runde Sache; und so fährt man gerne im<br />

„Blues Train“ mit Alexander & Maxi milian Blume mit.<br />

www.alexanderblume.de, www.maxblume.de C.S.<br />

DIE DENKEDRANS<br />

»Acker Rock Royal«<br />

Seit fast 20 Jahren stromern DIE DENKEDRANS bereits durch<br />

Kiel und Schleswig-Holstein (aber nicht nach Lübeck!). In<br />

dieser Zeit hat sich die Band durch harte Arbeit den Ruf der<br />

Haus-und-Hof-Band vom Fußballclub Holstein Kiel erarbeitet<br />

(ja, das waren die, die letztes Jahr so knapp am Ham bur -<br />

ger SV um den Aufstieg in die Erste Bundesliga gescheitert<br />

sind). Wie in diesen Zeilen schnell klar wird, haben die<br />

Jungs von den DENKEDRANS ein knallhartes Faible für Fußball<br />

– und das spiegelt sich in den Texten ihres neuen Albums<br />

„Acker Rock Royal“ auch knallhart wider. Ein Großteil der<br />

Texte handelt entweder von Holstein Kiel (immerhin zwei<br />

Songs inklusive Live-Version), der generellen Liebe zum<br />

Fuß ball oder Anekdoten, die zumindest mit der schönsten<br />

Nebensache dieser Welt zu tun haben.<br />

Folgerichtig präsentiert die Band uns musikalisch einen Mix<br />

aus Toten Hosen, den Ärzten und etwas schwereren Ge -<br />

schützen wie Puddle Of Mudd. Da DIE DENKEDRANS aber<br />

nicht nur für Fußball, sondern auch für ihre norddeutsche<br />

Hei mat schwärmen, haben es auch noch einige Lobes -<br />

hymnen an das nordische Lebens- und Glücksgefühl auf das<br />

Album geschafft.<br />

Zusammen mit ersterem Themenblock formen die Jungs<br />

einen musikalisch passenden Mix, der viel gute Laune,<br />

aber ab und an auch das nötige Stück Melancholie nach<br />

außen trägt. Inhaltlich wird hier zwar niemand überfordert,<br />

Spaß macht das Ganze jedoch allemal, und so sollten DIE<br />

DENKE DRANS doch sicher auch noch die 20-Jahres-Marke<br />

oder vielleicht ja auch sogar die 30-Jahres-Marke knacken<br />

– wenn Holstein Kiel vielleicht auch wieder mal in Liga 1 zu<br />

finden ist. Zumindest die Fußballer haben ihren ersten<br />

kleinen Schritt soeben getan: Just wie ich diese Zeilen schreibe,<br />

höre ich, dass die Kieler den FC Magdeburg in Liga 2<br />

nach hartem Kampf mit 2:1 geschlagen haben – na, wenn<br />

das mal kein Omen ist.<br />

www.denkedrans.de<br />

P.S.<br />

GEORG DYBOWSKI<br />

»Simple Doesn’t Mean Easy«<br />

Als Wanderer „zwischen den musikalischen Welten” Jazz und<br />

Klassik wird Georg Dybowski auf seiner Homepage be -<br />

schrieben. Der studierte Jazz-Gitarrist ist neben seiner Arbeit<br />

in Kollektiven wie „Chamber Jazz“ oder „Das kleine Or ches -<br />

ter“ immer auch wieder als Solokünstler, -komponist und<br />

-interpret unterwegs. Aus dieser Aktivität entspringt auch<br />

sein aktuelles Werk „Simple Doesn’t Mean Easy“, das in<br />

physischer Form vorliegend mit einem schönen, persönlichen<br />

und sein Werk einordnenden Vorwort von Matthias<br />

Keidel ausgestattet ist. Musikalisch arbeitet sich Dybowski<br />

auf dem Album tatsächlich durch zahlreiche der Stile, in<br />

denen die akustische, mit Stahlsaiten besetzte Gitarre eine<br />

Rolle spielt: Pop, Folk, Jazz, Klassik und ein klein wenig<br />

Latin – Dybowski zeigt sich hier als wahrer Multi-Stilist. Auf<br />

songwriterischer Ebene agiert er fast schon poppig, legt Wert<br />

auf schlüssige und mit klaren Melodien versehene Song -<br />

struk turen. Auf technischer Ebene kommt häufig hingegen<br />

sein ganzes Können zutage, ohne dass es mit der Faust aufs<br />

Auge gedrückt wirkt. So unterscheiden sich die Stücke denn<br />

häufig am ehesten auch auf der Ebene der eingesetzten<br />

technischen Spielmittel, der rote Faden entsteht durch die<br />

an ge sprochenen eingängigen und meist sehr ruhigen,<br />

8<br />

3/<strong>2018</strong> musiker <strong>Magazin</strong>


62 CD-REZENSIONEN<br />

melancholischen Stücke, die klare, deutliche Produktion sowie<br />

durch die bloße Tatsache, dass hier nun mal kein anderes<br />

Instrument außer einer Akustik-Gitarre zu hören ist – was<br />

per se schon einmal das Entstehen eines klanglichen roten<br />

Fadens fördert. Genau diese „Eingeschränktheit” der klang -<br />

lichen Mittel ist es allerdings wohl auch, die „Simple Doesn’t<br />

Mean Easy“ für Laien dieser Musikrichtung zu einem durchaus<br />

anspruchsvollen und in Gänze nicht leicht zu verdauenden<br />

Brocken machen könnte – trotz vermeintlichem „Easy-<br />

Listening-Gefühl“ zu Beginn. So wohlig die Stücke klingen,<br />

so viel Konzentration und Aufmerksamkeit ist vonnöten, um<br />

alle subtilen Feinheiten und Unterschiede von Dybowskis<br />

Werk zu erhören. Ein schönes, anspruchsvolles Werk, das<br />

Zeit braucht.<br />

dybomusic.de<br />

P.S.<br />

CELTIC COWBOYS<br />

»Qualified Celtic Cowboys«<br />

Bei den CELTIC COWBOYS ist der Name Programm: Ihre<br />

Musik greift Impulse aus irischem und US-amerikanischem<br />

Folk, Rock und Country auf und kombiniert diese zu einem<br />

einzigartigen Sound. Allein das Layout des neuen Albums<br />

zeigt mit seinem Hintergrund aus derbem Jeansstoff und dem<br />

grob vernähten Leder-Label, das Bandnamen und Albumtitel<br />

trägt, in welche Richtung es auf „Qualified Celtic Cowboys“<br />

geht. Nämlich Richtung Westen! Verschiedensprachige Song -<br />

texte auf einem Album vereinen? Kein Problem für die Cow -<br />

boys! Auf dem dritten Studioalbum treffen zehn englischsprachige<br />

Songs auf sechs deutsche, was manchmal ein<br />

schnelles Umhören erfordert – unter anderem auch wegen<br />

der unterschiedlichen Themen, die behandelt werden. Ver -<br />

klärte Western-Romantik („Walking Home Alone“, „East Bound<br />

And Down“, „My Sweet Suzie“) steht handfesten Alltagsthe -<br />

mati ken („Schulden bei der Bank“, „Karre schieben“, „Alltags-<br />

helden“) und einem Ausflug nach Hamburg („Störtebekers<br />

Blut“) gegenüber, wobei die Texte gerne mal mit einem<br />

Augenzwinkern geschrieben sind. Das macht die CELTIC<br />

COWBOYS so sympathisch. Besonders hervorzuheben sind<br />

der titelgebende Eingangssong „Qualified Celtic Cowboys“,<br />

„High Potential Fiddler“ oder „Polka On The Fiddle“, die das<br />

unbeschwerte Lebensgefühl der Route 66 mit einem un -<br />

ver kennbaren Touch irischen Esprits richtig gut rüberbringen.<br />

Auch mit ihren Versionen der Traditionals „Angeline<br />

The Baker“ und „Whiskey In The Jar“ sowie des Titelsongs<br />

zum Kinofilm Smokey And The Bandit „East Bound And<br />

Down“ kann die Hamburger Band überzeugen. Am allerbes -<br />

ten funktionieren die Lieder auf „Qualified Celtic Cowboy“<br />

jedoch vermutlich da, wo die Band ihr Publikum direkt er -<br />

reichen und mitreißen kann: auf den Live-Bühnen Deutsch -<br />

lands.<br />

celtic-cowboys.de<br />

L.K.<br />

ALINA SEBASTIAN<br />

»Here Comes The Light«<br />

Obwohl sie gerade einmal 20 Jahre alt ist, klingt Alina<br />

Sebastians Musik auf „Here Comes The Light“ überraschend<br />

professionell und durchdacht. Beschäftigt man sich<br />

mit der Biografie der jungen Sängerin, überrascht die Pro -<br />

fes sio nalität weniger, steht Alina Sebastian doch schon seit<br />

ihrem 13. Lebensjahr vor Publikum und begeistert sowohl<br />

mit Coversongs als auch Eigenkompositionen. „Here Comes<br />

The Light“ ist nun ihre erste selbstproduzierte CD, auf der<br />

sie mit charmant-sympathischer Stimme und eingängigen<br />

Gitar ren akkorden drei starke Pop-Songs mit Singer-<br />

Song writer- und Country-Einsprengseln präsentiert. Die<br />

positive Aus strah lung der Sängerin und Gitarristin, die die<br />

Einnahmen aus dem CD-Verkauf an die Initiative Kelly e.V.<br />

spendet, springt nicht nur auf dem Cover sofort ins Auge,<br />

sondern ist auch in jedem einzelnen Song zu hören.<br />

Besonders die erste Single-Auskopplung „Here Comes The<br />

Light“ spiegelt diese Lebensfreude wider. „Crazy About You“<br />

hingegen ist ein klassischer Lovesong, der von den Freuden<br />

des Verliebt seins erzählt und durch seine feine Instru men -<br />

tierung luftig-leicht wirkt. Auf „Ship On The Ocean“ schlägt<br />

Alina Sebastian nachdenklichere Töne an und legt volle<br />

Leidenschaft in ihren Gesang. Insgesamt entsteht so eine<br />

dynamische EP, die Lust auf ein ganzes Album macht.<br />

www.alina-sebastian.de<br />

L.K.<br />

FLORIAN W. HUBER<br />

»Magnet«<br />

Florian W. Huber bezeichnet sich selbst als Songpoeten.<br />

Voll kommen zu Recht, wie die Zeilen auf seiner Single<br />

„Magnet“ zeigen. „Manche Felder leuchten wie der Mond /<br />

Sonnengold und Sternenband / Dort in ihnen wohnt“ oder<br />

auch „Manche Worte liegen bis Brachmond / Warten bis<br />

der Dichter sie aus der Erde holt“ heißt es da. Die Musik<br />

begleitet Gitarrist und Sänger Florian W. Huber schon seit<br />

seiner Kindheit. Über erste Jugendbands und einen Ausflug<br />

in die Hardrock-Szene hat er seinen Weg zu den sanfteren<br />

Klängen der Akustik-Gitarre gefunden und erkundet seitdem<br />

mit lyrischen deutschen Texten die Gefilde der Singer-<br />

Songwriter-Szene. Die wiederkehrende, fragil tänzelnde Ein -<br />

gangsmelodie der Gitarre auf „Magnet“ geht sofort ins Ohr,<br />

genau wie der Refrain dieses kraftvollen Songs. Huber schafft<br />

es, ein intensives Soundgefüge zu erschaffen, über dem<br />

seine eindringliche Stimme mal singend, mal rezitierend<br />

die lyrischen Zeilen vorträgt.<br />

florianwhuber.de<br />

L.K.<br />

CHRIS KRAMER<br />

BEATBOX ’N’ BLUES<br />

»Way Back Home«<br />

„Welcome to the USA, where the Blues was born!“ war<br />

einer der Willkommensgrüße an CHRIS KRAMER & BEAT-<br />

BOX ’N’ BLUES. Chris, der deutsche „Mr. Blues Harp“, reis -<br />

te mit Sean Athens, Gitarrist, und Kevin O’Neal, Beatboxer,<br />

2016 in die Staaten. Ihre Reise führte sie nach Brownsville<br />

und Memphis/Tennessee zur International Blues Challenge.<br />

Sie sahen den Stadtteil Nutbush City und lernten das musikalische<br />

Wirken von Sleepy John Estes kennen. In Indianola/<br />

Mississippi besuchten sie das BB King Museum. Auch,<br />

wenn die Band im Halbfinale ausschied, wurde sie bei der<br />

Blues Challenge abgefeiert. Das Album „Way Back Home“ ist<br />

ein spannendes audiophiles Dokument ihres besonderen<br />

Projekts. Ich kenne nichts Vergleichbares in der Bese t zung<br />

Blues Harp, Gitarre, Beatbox und Vocals. Dass es nicht nur<br />

funktioniert, sondern echt begeistert, beweist „Way Back<br />

Home“. Nun ist das Trio international auf Konzerten unterwegs<br />

und begeistert nicht nur Blues-Fans in Europa. Ein<br />

weiteres Mal zeigt Chris Kramer, dass er zu Recht von vielen<br />

<strong>Musiker</strong>n geadelt wurde. Jack Bruce von Cream nannte<br />

ihn „Master of the Blues-Harp“. Aber auch seine Mitmusiker<br />

Sean und Kevin lassen aufhorchen. Diese Grooves! Diese<br />

Gitarre! Alle Songs beweisen Klasse, als mein Favourite stellte<br />

sich „Hot Summer Day“ heraus. Ein tarrantineskes, Bourbon<br />

geschwängertes, Schlangen klapperndes Epos – passend<br />

zum vergangenen Sommer zwischen Elbe und Donau. Wel -<br />

come to the German Blues Enthusiasts of CHRIS KRAMER<br />

& BEATBOX ’N’ BLUES.<br />

www.chris-kramer.de/beatbox-n-blues/<br />

C.S.<br />

MARIO SOUTSCHKA<br />

»Long Stories Short«<br />

Es ist ein Erstling! Das erste Album von Mario Soutschka<br />

heißt „Long Stories Short“. Der junge Gitarrenbarde aus<br />

Ingol stadt hatte 2014/2015 einige seiner Songs in die<br />

Semifinals einiger Songwriting Contests gebracht, darunter<br />

musiker <strong>Magazin</strong> 3/<strong>2018</strong>


CD-REZENSIONEN 63<br />

der UK Songwriting Contest und die International Song writing<br />

Competition. Begonnen hat alles mit einem Gastauftritt in<br />

der Comedy-Serie Bullyparade: Damals 12-jährig, intonierte<br />

er zum Beatles-Song „Help“. Bis heute verfügt er über einen<br />

“lennonesken” Gesangsausdruck, der sich manchmal mit<br />

dem von Billie Joe Armstrong (Green Day) zu kreuzen scheint.<br />

Seine Songs hat er mit Bandbesetzung in ein analoges, wohl -<br />

klingend rockiges Gewand gekleidet. Gitarren, Bass, Schlag -<br />

zeug bilden eine Einheit, Streichinstrumente untermalen<br />

manche Songs, so wie im Duett-Song „Flying Away“ – mit<br />

der wunderbar klingenden Melanie Hirsch am Mikrofon. Für<br />

ein Debüt klingt Mario Soutschkas Album ungewöhnlich reif<br />

und dabei so unverbraucht frisch wie schon lange nichts<br />

mehr.<br />

www.facebook.com/MarioSoutschka/<br />

C.H.<br />

LAST JETON<br />

»Black Swan«<br />

Ihr laut Promosheet „viertes Langeisen“ präsentieren LAST<br />

JETON in Form der neuen Veröffentlichung „Black Swan“.<br />

Der aufmerksame Rezensent muss an dieser Stelle gleich<br />

mahnend den Zeigefinger heben, wenngleich er niemanden<br />

des Etikettenschwindels bezichtigen will: Tatsächlich<br />

haben wir es hier nicht mit einem Album zu tun, sondern<br />

mit einer fünf Tracks umfassenden EP, auf der sich die Band<br />

inhaltlich mit der Frage beschäftigt, was geschieht, „wenn<br />

das vermeintlich zarte Geschlecht eine Rebellion geleitet<br />

von Macht, Wahnsinn und unerwiderter Liebe anzettelt“.<br />

Passend dazu werden die Texte von Frontfrau Saskia intoniert<br />

– ob hier autobiografische Hintergründe eine Rolle spielen<br />

oder einfach nur mal lyrisch auf den Putz gehauen werden<br />

soll? Wir wissen es nicht – musikalisch und vor allem<br />

klanglich wird der Putz hier aber in der Tat von den Wänden<br />

gerüttelt. Aufgenommen und gemixt im Kohlekeller-Studie<br />

wird der an US-Bands wie Creed oder Three Doors Down<br />

erinnernde, melodische Heavy Rock hier ins passende,<br />

druck volle Klanggewand gehüllt – klarer Daumen nach<br />

oben für diese Studio-Wahl.<br />

Songwriterisch besticht die vierköpfige Truppe dann durch<br />

überlegtes, auf den Punkt gebrachtes und eingängiges<br />

Song writing. Die Komponisten in dieser Band verstehen es,<br />

Stücke ohne große Umschweife beginnen zu lassen, kurz<br />

Spannung aufzubauen und sie dann zumeist im Refrain in<br />

einem Knall entladen zu lassen. Besonders gut ist dies etwa<br />

in „Once Upon A Time“ oder „Amah Of Duat“ zu hören. Das<br />

Grundrezept lautet: Die Instrumente grooven und rocken solide<br />

und bieten so die Basis für Sängerin Saskias tolle<br />

Stimme. Höhepunkt ist der Rausschmeißer „Forever“, der<br />

ein wenig Tempo rausnimmt, dafür aber umso mehr mit<br />

Atmos phäre, einem tollen Solo und einem epischen letzten<br />

Refrain punkten kann. Das auf den Punkt gebrachte, eingängige<br />

Konzept der Band funktioniert auf der begrenzten<br />

Spielzeit über fünf Songs gut; daher war es vielleicht gar<br />

kein dummer Zug, eine EP zu produzieren. Spannend wäre<br />

es zu hören, ob dies auch über ein Full-Length-Album be -<br />

stehen kann, ohne strukturell zu eintönig zu klingen.<br />

www.lastjeton.com<br />

P.S.<br />

MARTIN GOLDENBAUM<br />

»Überflieger«<br />

Aus Berlin kommt das neue Album von Martin Goldenbaum<br />

zu uns. Auf „Überflieger“ präsentiert der Komponist, Sänger<br />

und Gitarrist elf Stücke, die uns an seinem inneren Seelen -<br />

leben von Liebe bis maßloser Selbstüberschätzung teilhaben<br />

lassen und in sympatischer Weise diverse Kleinigkeiten<br />

des Alltags beleuchten. Wenn gleich die meisten Stücke mit<br />

voller Band instrumentiert sind, spricht aus jedem Stück<br />

8


64 CD-REZENSIONEN<br />

eine deutliche Singer-Songwriter-Atmosphäre – sowohl was<br />

die auf den Punkt gebrachten Strukturen als auch die anek -<br />

dotisch und persönlich dargebrachten Texte angeht.<br />

Stilistisch bewegt sich Goldenbaum irgendwo zwischen<br />

Chanson-Vibe, alten deutschen Garden à la Westernhagen<br />

und neuen Acts wie Juli, Madsen oder Wir Sind Helden.<br />

Besonders an die beiden Letztgenannten werden immer wieder<br />

Assoziationen geweckt – sehr oft bedient sich Goldenbaum<br />

kraftvollen, aber melancholischen Stimmungen, die von den<br />

persönlichen Texten abgerundet werden. Das Material<br />

schwankt zwischen flotten, fast schon pop-punkigen Stücken<br />

(„Überflieger“, „Weil ich mich um dich dreh“, „180 Freunde“)<br />

und ruhigen, ja, balladesken Stücken („Ich komme zu dir“,<br />

„Dort oben“).<br />

So deckt Goldenbaum über die gesamte Spielzeit zahlreiche<br />

Stimmungen, Gefühle und Themen ab, wobei er songwriterisch<br />

wenig Risiko eingeht. Beim ersten Hören wirkt dies ein<br />

wenig monoton, das Album wird also am besten in ge ge be -<br />

ner, ruhiger Atmosphäre genossen. Ein gutes Stück deutscher<br />

Liedkunst, wenngleich lyrisch zu den offensichtlichen Vor -<br />

bildern noch die letzte Stufe fehlt, um aufzuschließen.<br />

www.martingoldenbaum.de<br />

P.S.<br />

CHRISTINE HELMS<br />

»Auszeit«<br />

Hört, hört – der „Beipackzettel“ zu Christine Helms’ Debüt -<br />

album „Auszeit“ strotzt nur so vor bekannten Namen: Pro -<br />

duzent Mark Smith, Autor Frank Ramond, Johannes Oerding<br />

als Referenz für mögliche zukünftige Ziele? Ein am bitioniertes<br />

Programm, das sich Christine Helms beziehungsweise ihre<br />

Promopartner da aufgebaut haben – da wird die Messlatte<br />

hochgelegt. Ob die Musik das Niveau halten kann?<br />

Helms bietet auf auf ihrem Erstlingswerk gefälligen Chanson,<br />

der mal in jazzigere, mal in ruhigere, mal in poppigere Gefilde<br />

abdriftet. Ihre Backingband leistet sehr gute Arbeit, lobenswert<br />

hier auch definitiv zu erwähnen ist die Kompositions -<br />

arbeit von Helms und ihren Unterstützern. Besonders fällt<br />

das gute Zusammenspiel aus Instrumenten und Helms’<br />

Stimme etwa im Opener „Da muss Bewegung rein“ oder in<br />

„Kann schon sein“ auf. Über die gesamte Albumlänge wird<br />

hier in zwölf Stücken ein sehr starker roter Faden gespannt,<br />

trotz der oben genannten klanglichen Variationen – ein Werk<br />

wie aus einem Guss also, da kann man vor Helms und<br />

Produzent Smith nur den Hut fürs Konzept ziehen.<br />

Inhaltlich präsentiert uns Helms auf „Auszeit“ kluge, verspielte<br />

und aus dem Leben gegriffene Texte. Besonders das<br />

Auf und Ab, die Höhen und Tiefen des Liebeslebens stehen<br />

im Mittelpunkt – worin gleichzeitig auch ein kleiner Wer -<br />

muts tropfen des Albums liegt. Fraglich erscheint, ob man<br />

sich auf Albumlänge durchgehend als die im Promosheet<br />

beschriebene „Single-Frau“ inszenieren muss, oder ob<br />

Helms’ persönlicher Background nicht doch noch ein paar<br />

mehr textliche Facetten zulassen würde. Der musikalische<br />

Ideenreichtum und die Reife des gesamten Albums lassen<br />

nämlich auf Letzteres schließen. Wir dürfen jedenfalls ge -<br />

spannt sein, was sie uns auf ihrem kommenden Album<br />

noch alles zu erzählen hat.<br />

christine-helms.de<br />

P.S.<br />

LINDA JÄGER<br />

»Du erreichst mich«<br />

Songschreiberin Linda Jäger hat mit „Du erreichst mich“<br />

eine gefühlvolle Single herausgebracht, deren Musik und<br />

Text das Herz berühren. Der Song ist eine Liebeserklärung<br />

der besonderen Art: „Machst aus meiner Wohnung ein Zu -<br />

hause / machst aus meinen Schwächen meine Stärken“ und<br />

„Du erreichst mich in meinem schönsten Farbton“ – hier<br />

rühmt Linda Jäger den Menschen, der das Beste in ihr sieht<br />

und aus ihr herauszuholen vermag. Während der Gesangs -<br />

pas sagen hält sich die Instrumentation angenehm zurück;<br />

eine wunderbare musikalische Ergänzung stellt das emotionale<br />

Solo der E-Gitarre am Ende des Songs dar. Über die<br />

Person Linda Jäger erfährt man auf ihrer Homepage nicht<br />

viel. Die Musik steht im Vordergrund, was eine sympathische<br />

Ab wechs lung zur oftmals selbstdarstellerischen<br />

Präsentation anderer Künstler ist.<br />

www.lindajaeger.de<br />

L.K.<br />

EDDIE KOLD BAND<br />

FEAT. LARRY DOC WATKINS<br />

»Chicago Blues Heaven«<br />

Wahrlich im sprichwörtlichen Himmel des Blues muss man<br />

sich befinden, wenn man von Köln über Chicago nach<br />

Memphis und zurück nach Köln reist und jammt. Eddie Kold<br />

reist schon seit 1986 nach Chicago, lebte dort und spielte<br />

immer mit berühmten Bluesstars. Im Blues-Mekka spielte<br />

er in den Bands von Vance Kelly, Zora Young oder LV Banks.<br />

Er spielte auf dem Chicago Blues Fest, dem Montreal Jazz<br />

Fest oder in den kleinen Ghettoklubs der South Side und<br />

West Side von Chicago. 2017 Erfüllte sich für Eddie ein<br />

Traum, als er mit seiner Band und alten Freunden in Chicago<br />

eine CD aufnahm. Es entstand das Album EDDIE KOLD<br />

BAND FEAT. LARRY DOC WATKINS – „Chicago Blues Heaven“.<br />

Mit im Studio war die Band mit Drummer Christian Wübben,<br />

be kannt von Erdmöbel, Sven Ostrowski, Lukas Diehl, Key -<br />

boarder auch bei Wir sind Helden, und schließlich Vokalist<br />

Larry Doc Watkins. Die Liste der mitwirkenden <strong>Musiker</strong> ist<br />

lang, es waren etwa Kenneth Scott an der Gitarre, Rodney<br />

Brown am Saxophon oder Vance Kelly mit Gitarre und Ge -<br />

sang mit an Bord. An Spielfreude und Originalität ist das<br />

Album kaum zu überbieten. Eddies virtuoses Gitarrenspiel<br />

klingt clean, soulig und jazzig. Neben ihm zelebriert ebenso<br />

Sänger Larry Doc Watkins den Chicago Blues ausdrucksstark.<br />

Die Lyrics sind launig und ironisch, so etwa bei „I Lost<br />

My Baby To Facebook“ oder „Gasman <strong>2018</strong>“, wo es heißt:<br />

„They call me the gasman, and I put my tiger in your tank<br />

...“(!). So wirkt das Album beschwingt im besten Sinne. Klar<br />

ist, EDDIE KOLD BAND FEAT. LARRY DOC WATKINS spielen<br />

in der höchsten Blues-Liga, also dem Blues Heaven. Ein<br />

absolutes Muss für die Blues-Sammlung!<br />

www.eddiekold.com<br />

C.S.<br />

SARIS –<br />

»Until We Have Faces«<br />

Progressiver Rock, wie ihn Saga oder Mike Oldfield prägten,<br />

begegnet unserem Gehör, wenn wir einen SARIS-Silberling<br />

ins Laufwerk legen. Derk Akkermann, Komponist, Arrangeur<br />

und Gitarrist, hat kongeniale Mitmusiker um sich, um die seit<br />

1981 währende Geschichte seines AOR/Progressive-<br />

Projektes SARIS fortzuschreiben. Abwechslungsreiche,<br />

orchestrale, ausufernde Stücke erwarten den Hörer; rockig<br />

und klassisch, gelegentlich metallisch im Stil. Auf dem<br />

Album „Until We Have Faces“ solieren E-Gitarren brillant<br />

und Keys bilden Teppiche, die wieder herabfallen, um den<br />

Stimmen Raum zu geben. Herausragend fällt die Gesangs -<br />

fraktion aus, die mal episch-theatralisch, mal druckvoll und<br />

ausdrucksstark agiert. Herausragende Momente hat das<br />

Album, wenn sich die Stimmen in mehrstimmige Choräle<br />

vereinen, wie in „Rain“. Unter anderem teilen sich das Ge -<br />

sangsmikrofon Anja Günther, Thomas Hackmann und der<br />

Brite Henrik Wager. Textlich wandeln SARIS dabei in sagenhaften<br />

und mythischen Welten. Die Produktion erfüllt höchste<br />

Ansprüche. Die Protagonisten des Projektes legen mit<br />

„Until We Have Faces“ ein Album vor, das abermals die<br />

Richtung des Vor gängers „Curse Of Time“ einschlägt und<br />

zu einem neuen musikalischen Höhepunkt führt.<br />

www.saris.website<br />

C.S.<br />

musiker <strong>Magazin</strong> 3/<strong>2018</strong>


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musiker<br />

MAGAZIN<br />

Herausgeber:<br />

Kulturelles Jugendbildungswerk e.V.<br />

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Verantwortl. Redakteur (V.i.S.d.P.):<br />

Ole Seelenmeyer, os@musiker-online.com<br />

Freie Mitarbeiter und Gastautoren:<br />

Norbert Aping, Janina Heinemann,<br />

Linda Knauer, Jana Moysich, Ronja Rabe,<br />

Katja Rake, Christian Schöning,<br />

Philipp Strunk<br />

Anzeigenleitung:<br />

Ole Seelenmeyer<br />

Anzeigenassistenz:<br />

Katja Rake<br />

Zurzeit ist die Anzeigenpreisliste Nr. 33<br />

vom 1. August <strong>2018</strong> gültig.<br />

Layout:<br />

Ana Seelenmeyer<br />

Lektorat:<br />

Heike Funke<br />

Druck:<br />

L.N. Schaffrath GmbH & Co. KG<br />

DruckMedien<br />

<strong>Musiker</strong> <strong>Magazin</strong> erscheint 4 x jährlich<br />

Copyright und Copyrightnachweis für alle<br />

Beiträge: Nachdruck, auch auszugsweise,<br />

sowie Vervielfältigungen jeder Art<br />

nur mit schriftlicher Genehmigung des<br />

Heraus gebers. Druckirrtümer vorbehalten.<br />

Namentlich gekennzeichnete Beiträge<br />

stellen nicht unbedingt die Meinung der<br />

Redaktion dar.<br />

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musiker MagaziN 3/<strong>2018</strong>


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