Bahnsport 01/2019

mce71

Liebe BSA-Leser, wir begrüßen Sie ganz herzlich zu unserer Janu-ar-Ausgabe und möchten mit Ihnen sogleich in aller Frische gemeinsam ins neue Jahr starten und somit auch in eine neue Saison.
Allem voran jetzt die Eisspeedwaysaison, die wir mit großer Vorfreude erwarten. Längst haben die Trainings und Vorbereitungen dazu stattgefunden und die Bedingungen dafür wa-ren wohl selten derart schwierig. Zu hohe Tem-peraturen bedeuten eben auch leider kein Eis und das selbst weitverbreitet in Schweden und Finnland... www.bahnsport-aktuell.de

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Eiszeit! Alles über Günther Bauer und Co. und die bevorstehende Saison erfahren Sie ab Seite 6 6

in unserer obligatorischen großen Eisvorschau • Foto: David Reygondeau/good-shoot.com

EISSPEEDWAY

Große Saisonvorschau 6

VORSTELLUNG

Inn Isar Iceracing Team 16

INTERVIEW

Ben Ernst 19

19

FEIERN/EHRUNGEN

FIM-Gala Andorra la Vella 20

Weltmeisterfeier Martin Smolinski 22

70 Jahre Egon Müller 23

SONSTIGES

People & Facts 4

International 24

Clubnotizen 28

Notizen/Letzte Meldungen/Termine/

Bazar/Impressum 30

Unser 250-ccm-Speedway-Weltmeister Ben Ernst reist im Winter nach Australien. Peter Stanislawski

hat sich mit dem 15-jährigen Nachwuchstalent unterhalten • Foto: Klaus Goffelmeyer

INHALT & EDITORIAL

Alles auf Anfang

- von Nadine Pfeiffer -

Liebe BSA-Leser,

wir begrüßen Sie ganz herzlich zu unserer Januar-Ausgabe

und möchten mit Ihnen sogleich in

aller Frische gemeinsam ins neue Jahr starten

und somit auch in eine neue Saison.

Allem voran jetzt die Eisspeedwaysaison, die

wir mit großer Vorfreude erwarten. Längst haben

die Trainings und Vorbereitungen dazu

stattgefunden und die Bedingungen dafür waren

wohl selten derart schwierig. Zu hohe Temperaturen

bedeuten eben auch leider kein Eis

und das selbst weitverbreitet in Schweden und

Finnland.

Dieses Phänomen strapazierte längst nicht nur

so manchen Fahrer, der daraufhin noch weiter

gen Norden reisen musste auf der Suche nach

einer passablen Trainingsmöglichkeit, sondern

auch so manchen Veranstalter, der sich in diesen

Tagen auch genau mit dieser Situation auseinander

setzen muss.

Eben mit der Frage: Wird das Wetter heuer halten?

Wir an dieser Stelle drücken – wie alljährlich

– jedem Club, der sich dieser Herausforderung

stellt, alle Daumen, dass der Winter mitspielt

und wir in den Genuss möglichst vieler

(auch heimischer) Rennen kommen.

Und das ist nicht nur für uns gut, sondern natürlich

für alle, insbesondere die Fahrer hierzulande,

für die diese Rennen mitunter auch wichtiger

Bestandteil der Vorbereitungen für alles

Weitere ist. Kurzum, es geht also gleich im Januar

schon so richtig spannend los … mit den WM-

Qualis, mit hoffentlich stattfindenden heimischen

Traditionsklassikern und dann geht für

viele auch schon die Anreise in Richtung EM und

den Beginn der Weltmeisterschaft los.

Wie jedes Jahr ist die Vorfreude und Spannung

groß. Jedem Anfang wohnt ein Zauber inne, das

beschreibt es wohl immer noch am besten. Und

während wir uns sozusagen schon in den Startlöchern

für das Kommende befinden, hat sich

derweil natürlich auch im Hinblick auf den Sommer

schon einiges getan, wie z.B. bestätigte

FIM-Termine und Austragungsorte sowie wer

sich denn über eine Permanent-Wildcard sowohl

für den Speedway-GP als auch Langbahn-

GP freuen darf …

Same Procedure as every year! Lassen wir die

Dinge also unvoreingenommen einmal auf uns

zukommen. Wir wünschen Ihnen an dieser Stelle

auch noch einmal ein frohes und gesundes

neues Jahr und freuen uns, Sie an unserer Seite

zu wissen.

Und jetzt wünschen wir allen Fahrern ein gutes

Gelingen, allen Veranstaltern das nötige Eis

und damit verbunden ein volles Haus und Ihnen

viel Spaß a) beim Zuschauen und b) beim Lesen

Ihrer neuen Bahnsport aktuell.

Auf los geht’s los!

MfG

Nadine P.

Besuchen Sie uns auf

Zum Titelbild: Franz Zorn • Foto: David Reygondeau/good-shoot.com

Januar '19 BAHNSPORT AKTUELL 3


PEOPLE & FACTS

Deutsche Speedwayfahrer

im Ausland

Seit eh und je werden deutsche Speedwayfahrer gern in den ausländischen

Ligen verpflichtet und dieser Trend wird sich auch in der kommenden

Saison fortsetzen.

Im Vorjahr fuhren insgesamt nur vier DMSB-Speedwayfahrer in den polnischen

Ligen. Kai Huckenbeck war der Einzige von ihnen, der in der Ekstraliga

starten durfte. Der 25-Jährige vertrat die Farben von G.K.M. Grudziadz,

war jedoch mit der Anzahl seiner Einsätze nicht ganz zufrieden. Unter

anderem aus diesem Grund wird Huckenbeck in der neuen Saison beim

Erstligisten aus Rzeszow auf Punktejagd gehen. Der Fahrer unterschrieb

auch in der schwedischen Elitserien einen Vertrag. Er entschied sich für

die Piraten (Piraterna) von Motala.

Valentin Grobauer fuhr 2018 für den traditionsreichen Club Polonia Bydgoszcz.

Der Niederbayer absolvierte zwar nur vier Ligamatches, aber die

Funktionäre waren mit seiner Leistung zufrieden und der 24-Jährige wird

auch in der neuen Saison den Verein vertreten.

Es könnte gut sein, dass noch andere Deutsche 2019 in Polen fahren werden,

denn nicht weniger als sechs weitere DMSB-Piloten unterzeichneten

Kontrakte in der 1. und der 2. Liga. Danny Maaßen wird Teamkollege von

Huckenbeck sein und kommt für die Mannschaft aus Rzeszow zum Einsatz.

Ben Ernst, der im Vorjahr in der 250er-Klasse Weltmeister wurde, unterschrieb

bei Orzel Lodz. Das Problem ist nur, dass beide Clubs aus verschiedenen

Gründen noch keine Startlizenzen bekommen haben.

Neben Huckenbeck sollte zunächst auch Martin Smolinski in der Ekstraliga

fahren. Der Olchinger verletzte sich jedoch am Saisonanfang und bekam

danach im Team von Falubaz keine Chance mehr, sich einen Stammplatz

zu erkämpfen. Nichtsdestotrotz verlängerte der Langbahnweltmeister

beim Club aus Zielona Gora den Vertrag und hofft, 2019 in der Ekstraliga

seine Fahrkünste zeigen zu können. Nach mehrjähriger Pause wird

der 34-Jährige auch wieder in Schweden fahren. „Smoli“ unterschrieb bei

der Mannschaft von Masarna Avesta.

Erik Riss fuhr im vergangenen Jahr in der 1. Liga, aber der Memminger bestritt

für Polonia Pila nur ein Ligarennen. In der kommenden Saison wird

sich der zweifache Langbahnweltmeister im Kader von Stal Gorzow präsentieren.

Der 23-Jährige will ebenfalls in der Elitserien Fuß fassen. Der

deutsche unterschieb bei Rospiggarna Hallstavik einen Vertrag.

Polonia Pila stieg in die 2. Liga ab und verpflichtete gleich drei DMSB-Vertreter.

Das Team nahm Max Dilger, Dominik Möser und Sindy Weber unter

Vertrag. Möser wird auch in Schweden zum Einsatz kommen. Der 20-Jährige

wird in Allsvenskan für das Team von Vargarna Nörrköping an den Start

gehen. Auch Michael Härtel hat beschlossen, in der polnischen 2. Liga

seine Kräfte zu messen. Der 20-Jährige unterschrieb bei Wanda einen

Kontrakt. Die Mannschaft aus Krakau stieg ebenfalls in die 2. Liga ab und

will so schnell wie möglich aufsteigen. • Text: Georg Dobes; Fotos: Goffelmeyer

In der 2. Liga wurde Deutschland von zwei Fahrern vertreten. Kevin Wölbert

fuhr für Kolejarz Opole und war einer der besten Fahrer der Liga. In

der Rankingliste wurde der 29-Jährige Fünftbester. Die Funktionäre aus

Niederschlesien wollten natürlich nicht auf ihren Leistungsträger verzichten

und der Mecklenburger wird erneut die Farben von Kolejarz vertreten.

Darüber hinaus wird Wölbert in der Elitserien zu sehen sein. Er entschied

sich für die Mannschaft von Lejonen.

SON-Race-off 2 in Manchester

Ein weiterer Austragungsort für das Speedway of Nations 2019 steht zwischenzeitlich

fest. Race-off 2 wird am 11. Mai in Manchester stattfinden.

Mit Spannung dürfen wir nun noch den Austragungsort für Race-off 1 am

4. Mai erwarten. Die Finals werden bekanntermaßen am 20./21. Juli in

Togliatti ausgetragen.

4 BAHNSPORT AKTUELL Januar '19


EM-Termine 2019

Eisspeedway-EM - Einzel: Termin und Ort noch offen.

Speedway-EM - Einzel: 27.4. Qualifikationsrunde (QR) 1, Gorican/KRO; QR

2, Poznan/PL; 1.5. QR 3, Rivne/UKR; QR 4, Krsko/SLO; 25.5. Challenge,

Nagyhalasz/H; 22.6. Finale 1, Polen (Ort noch offen); 13.7. Finale 2,

Deutschland (Ort noch offen); 10.8. Finale 3, Lettland (Ort noch offen);

28.9. Finale 4, Polen (Ort noch offen).

U21: 6.7. QR 1, Grudziadz/PL; QR 2, Nagyhalasz/H; 6.7. QR 3, Holsted/DK;

31.8. Finale, Rivne/UKR.

U21-Team: 1.6. SF 1, Liberec/CZ; SF 2, Glomso/DK; 20.7. Finale, Mâcon/F.

U19-Paar-Cup: 22.6. Finale, Pilsen/CZ.

U19-Cup: 9.8. SF 1, Pardubice/CZ; SF 2, Güstrow/D; 11.8. Finale, Zarnovica/SK.

85-ccm-Jugend-Speedway-Racing-Cup: 10.8. Finale, Güstrow/D.

250-ccm-Jugend-Cup: 17.8. SF 1 u. SF 2, Pardubice/CZ; 18.8. Finale, Divisov/CZ.

Paar: 19.4. Semifinale (SF) 1, Pardubice/CZ; 29.6. SF 2, Terenzano/I; 29.8.

Finale, Balakowo/RUS.

Grasbahn-EM - Einzel: 2.6. SF 1, Bielefeld/D; 23.6. SF 2, Lemington Spa/

GB; 17.8. Finale, Bad Hersfeld/D.

125-ccm-Jugend-Bahnsport-Cup: 20.7. Finale, Torun/PL.

Seitenwagen: 29./30.6. QR, Haunstetten/D; 18.8. Finale, Eenrum/NL.

Verfrühtes Weihnachtsgeschenk

für Lukas Fienhage

Nachdem der Schwede Anders

Mellgren seine Teilnahme an der

Langbahn-WM abgesagt hat,

rückte der 19-jährige Lukas Fienhage

ins Starterfeld nach. Lukas

schreibt auf seiner Facebook-Seite:

„Damit habe ich überhaupt

nicht gerechnet. Aber umso mehr

freue ich mich, euch heute mitteilen

zu dürfen, dass ich 2019 fest

im Langbahn Grand Prix dabei

bin. Diese Möglichkeit werde ich

so schnell nicht wieder bekommen

und ich werde euch zeigen,

dass ich zurecht in diesem Feld

bin!“ • Foto: Klaus Goffelmeyer

Starterliste Langbahn-WM 2019: 1 Martin Smolinski, D; 2 Dimitri Bergé,

F; 3 Mathieu Trésarrieu, F; 4 Josef Franc, CZ; 5 James Shanes, GB; 6 Theo

Pijper, NL; 7 Bernd Diener, D; 8 Romano Hummel, NL; 9 Martin Malek, CZ;

10 Andrew Appleton, GB; 11 Max Dilger, D; 12 Jesse Mustonen, FIN;

13 Chris Harris, GB; 14 Lukas Fienhage.

Reserve: 18 Hynek Stichauer, CZ; 19 Jörg Tebbe, D; 20 Gaetan Stella, F;

21 Zach Wajtknecht, GB; 22 Dave Meijerink, NL.

Max Fricke unterschreibt

bei Landshut Devils

Des einen Freud’, des anderen Leid. Nachdem der bisherige Punktegarant

der AC Landshut Devils auf der Ausländerposition, der Däne Leon

Madsen, verdienterweise für 2019 eine Wildcard für den Grand Prix bekommen

hatte, mussten sich die Vereinsverantwortlichen nach einem Ersatz

für die kommende Bundesligasaison umsehen. Nun kann man von

der Isar einen Verpflichtungserfolg melden – der Australier Max Fricke,

in der vergangenen Vorrunde schon als Ersatz im Einsatz, wird künftig

die roten Teufel auf der A-Position verstärken. „Wir freuen uns sehr, dass

sich Max dafür entscheiden konnte, unser Angebot anzunehmen“, so

Sportleiter Stefan Hofmeister. „Er hat sich bereits in Wittstock super in

unser Team integriert und uns signalisiert, dass er gerne wieder zur Verfügung

stünde, also haben wir ihn beim Wort genommen.“

Der 22-Jährige hat in seiner Speedway-Karriere schon einiges erreicht,

seit er im Alter von neun Jahren zum ersten Mal auf einem Speedwaymotorrad

saß. Neben vier australischen U21-Meistertiteln, den ersten davon

mit 16 Jahren, sicherte er sich 2016 auch den U21-Weltmeistertitel.

Seit 2012 ist er Dauergast in diversen europäischen Ligen; so begann er

bei den Edinburgh Monarchs in der Premier

League, bevor er zu den Belle Vue

Aces in die Elite League wechselte. Seit

2014 ist er auch in Dänemark und seit

2015 in Polen am Start. Darüber hinaus

kann er auf Einsätze beim Speedway of

Nations und im Grand Prix zurückblicken.

Neben dem Engagement bei den Landshuter

Devils verhandelt er für die kommende

Saison noch mit anderen europäischen

Ligaclubs.

„Mit dieser Verpflichtung runden wir das

Team weiter ab“, freut sich Teammanager

Klaus Zwerschina. „Wir verhandeln nun

noch mit einem weiteren Kandidaten, um

uns für die Zukunft etwas breiter aufzustellen,

damit uns nicht wieder jede Verletzung

zu kurzfristigen Notverpflichtungen

zwingt. Wobei wir uns natürlich schon

wünschen würden, dass uns das Verletzungspech

in der nächsten Saison mal

verschont.“

Die Teufel sehen sich nun gut gerüstet,

die personellen Verstärkungen, die der

ein oder andere Ligagegner bereits vermeldet

hatte, zu kontern. „Ein Nicki Pedersen,

wie ihn Wittstock jetzt auffährt, ist natürlich schon auch ein Gegner,

den man erst einmal bezwingen muss“, kommentiert AC-Landshut-

Vize Gerald Simbeck, „doch wir sind zuversichtlich, dass wir mit unserer

Mischung aus langjährigen zuverlässigen Teammitgliedern und einigen

wenigen Neuverpflichtungen trotzdem auch wieder um den Titel werden

mitfahren können.“ • Text: Claudia Patzak; Foto: Niklas Breu

Lange Pause für Bogdanovs

Seit Jahren gehört Maksims Bogdanovs zu den besten Speedwayfahrern

Lettlands. Ende 2017 beschloss der Osteuropäer die Mannschaft von Lokomotiv

zu verlassen und beim polnischen Erstligisten aus Lodz einen

Vertrag zu unterschreiben. Doch der 29-Jährige bestritt für die Mannschaft

von Orzel (Adler) lediglich drei Ligarennen. Am 29. April fuhr sein

Team in Danzig auswärts gegen die Mannschaft von Wybrzeze. In Lauf –

nomen est omen – 13 griff Bogdanovs den führenden Mikkel Bech an,

touchierte jedoch dabei das Hinterrad des Dänen und stürzte spektakulär.

Zu allem Übel konnte sein Teamkollege Norbert Kosciuch dem Letten

nicht ausweichen und seine Maschine erwischte den auf der Bahn liegenden

Fahrer. Bogdanovs wurde sofort ins Krankenhaus eingeliefert,

wo man nach einer genauen Untersuchung unter anderem Brüche des

sechsten und siebten Wirbels sowie eine ernsthafte Handverletzung diagnostizierte.

Er wurde operiert und verbrachte danach noch drei Monate

in Lodz, bevor er nach Daugavpils, wo er wohnt, zurückkehrte.

„Diese Verletzungen habe ich mir wohl

schon zugezogen, bevor Kosciuch mich

angerempelt hat. Wenn ich mich richtig

erinnere, hatte mein Sturz viel Ähnlichkeit

mit dem von Darcy Ward. Ich hatte

einfach etwas mehr Glück als der Australier“,

sagt der Lette. Ob Maksims seine

sportliche Laufbahn fortsetzen wird, ist

noch völlig offen. Beim Heilungsprozess

kann man gewisse Fortschritte feststellen,

aber Bogdanovs’ Meinung nach verläuft

er eher schleppend. Bogdanovs

möchte gern spätestens im Jahre 2020

wieder am Startband stehen können,

aber nicht alles hängt von ihm ab. Das

größte Problem scheint momentan seine

Hand zu sein, wo Nerven beim Sturz beschädigt

wurden. „Damit ein Fahrer keine

Gefahr für andere Teilnehmer darstellt,

muss er hundertprozentig gesund sein.

Und bei mir ist das noch nicht der Fall“, so

der 29-Jährige.

Wir wünschen dem Piloten gute Besserung

und hoffen, dass wir ihn bald wieder

am Startband sehen werden.

• Text: Georg Dobes; Foto: Zigismunds Zalnanis

Januar '19 BAHNSPORT AKTUELL 5


EISSPEEDWAY

Saisonvorschau 2019

Es ist wieder Zeit für ...

Franz Zorn vor Lukas Hutla

• Foto: David Reygondeau/good-shoot.com

6 BAHNSPORT AKTUELL Januar '19


CRUSHED ICE

Es ist wieder Zeit, das Eis zu brechen, mit Spikes, die schärfer sind als Kim Basingers Eispickel im Hollywood

Blockbuster Basic Instinct. Es ist wieder Zeit für Eisspeedway, dem wohl spektakulärsten Motorsport der Welt.

Während diese Zeilen geschrieben werden, sind unsere Eisspeedway-Cracks bereits mitten in der Vorbereitung

auf die anstehende Saison. Bei zahlreichen Trainingsrunden wurde bereits jede Menge Crushed Ice,

also zerkleinertes Eis produziert.

Januar '19 BAHNSPORT AKTUELL 7


EISSPEEDWAY

Hans Weber vor Günther Bauer

• Foto: David Reygondeau/

good-shoot.com

FIM-News

Fast alle unsere Fahrer sind nach Russland gereist,

um sich auf die nahende Saison vorzubereiten

und zumindest vonseiten der FIM steht

auch der WM-Kalender (Stand 11.12.). Blickt

man auf den Kalender 2019, so sind in der

Weltmeisterschaft die üblichen Veranstalter zu

finden und die Fans in Westeuropa können in

den Genuss kommen, insgesamt drei WM-Finals

live in Berlin, Inzell und Heerenveen zu

verfolgen. Die einzige gravierende Veränderung

im Kalender gab es beim WM-Auftakt. Die

ersten beiden Finalrennen der Weltmeisterschaft

finden wieder in Almaty statt in Astana

statt.

Der bisherige FIM Race Coordinator Jouni Seppänen

wird die Serie nicht mehr als Race Director

begleiten und nur noch in der Bahnsportkommission

(CCP) der FIM tätig sein. An

seiner Stelle werden zwei Renndirektoren bei

den WM-Finals tätig sein. Oleg Sacharow wird

die WM-Rennen in Russland und Kasachstan

leiten. Bei den Rennen in Berlin, Inzell und

Heerenveen wird der Brite Phil Morris, der ja

auch Race Director des Speedway Grand Prix

ist, als Race Director fungieren.

Die Serie soll zudem einen neuen Namen erhalten.

Bei Redaktionsschluss hieß sie einfach

nur Eisspeedway-Weltmeisterschaft bzw. in

Englisch „FIM Ice Speedway World Championship“.

Die Zeiten, in denen die FIM die Serie

als „FIM Ice Gladiators“, sprich als Serie der

Eisgladiatoren, vermarktete, sind vorbei.

Die deutschen WM-Starter

In den beiden Qualifikationsrunden, die erneut

in Finnland und Schweden ausgetragen werden,

hoffen unsere deutschen Eiscracks, sich

für die fünf Wochenenden umfassende Serie zu

qualifizieren.

Der deutsche Motorsportbund hat fünf Startplätze

erhalten und da Luca Bauer mit italienischer

Lizenz startet, werden insgesamt sechs

deutsche Fahrer um den Einzug in die Eisspeedway-Weltmeisterschaft

kämpfen. In Kauhajoki

in Finnland werden Tobias Busch, Stefan

Pletschacher und Max Niedermaier versuchen,

sich für die Weltmeisterschaft zu qualifizieren.

Im schwedischen Örnsköldsvik wollen Hans

Weber und Günther Bauer mit deutscher Lizenz

und Luca Bauer mit italienischer Lizenz das

WM-Ticket lösen.

Markus Jell, der wieder in den Sport eingestiegen

ist, und Marc Geyer sind Generalreserven und sollen

zudem auch in der Europameisterschaft ihren

internationalen Einsatz erhalten. „Es ist vorgesehen,

dass die beiden auch zur Europameisterschaft

fahren, da die anderen in der WM ihre

Chance haben. Die beiden sollen auch ihre Bewährungsprobe

im internationalen Geschäft bekommen,

so unser derzeitiger Plan“, erklärt

Bernd Sagert, der sich beim DMSB für den Eisspeedwaysport

verantwortlich zeigt.

20.000 km für die WM

Schafft es ein Fahrer in die Weltmeisterschaft,

dann geht der Reisespaß erst so richtig los. Denn

dann muss das Auto laufen. Schafft ein Fahrer aus

dem bayerischen Raum die Qualifikation für den

Eisspeedway Grand Prix und bestreitet zudem

noch die Mannschaftsweltmeisterschaft, dann

heißt das 20.000 Kilometer auf der Straße.

Google Maps prognostiziert knapp 20.000 Kilometer,

die absolviert werden müssen, um die Motorräder

zu den WM-Arenen zu transportieren.

Ganze 217 Stunden würde unser Musterfahrer im

Auto sitzen, was insgesamt neun Tagen entspricht,

ohne auch nur eine Minute Wartezeit an

der Grenze, Staus und Pause zu berücksichtigen.

8 BAHNSPORT AKTUELL Januar '19


Max Niedermaier vor Harald Simon

und Ove Ledström

• Foto: Jarek Pabijan

Januar '19 BAHNSPORT AKTUELL 9


EISSPEEDWAY

Marc Geyer • Foto: Thorsten Horn

Aus diesem Grund sind Planungen der Fahrer,

die Material in Russland nach dem Trainingslager

platzieren oder sich zu Teams zusammenschließen

und die Reisen gemeinsam absolvieren,

nur zu gut zu verstehen. Plant man als Fahrer

noch das ein oder andere offene Rennen

oder Ligarennen in Skandinavien mit ein und

fährt auch noch nach Russland zum Training,

dann werden aus den 20.000 km gut und gerne

auch schnell 30.000 oder 40.000 km. Ein

Aufwand, vor dem man einfach nur den Hut ziehen

kann beziehungsweise muss.

Zukunft Rennteams?

Die Eisspeedway Union Berlin veranstaltet

nicht nur Eisspeedwayrennen, sie unterstützt

mit Max Niedermaier und Tobias Busch sogar

zwei Fahrer, die auch bereits gemeinsam zum

Trainieren gereist sind. Das Vater-Sohn Duo

Günther und Luca Bauer kennt man seit Lucas

Kindertagen sowieso nur im Team. Neuerdings

arbeiten auch die Fahrer Markus Jell und Hans

Weber zusammen, die sich im Inn Isar Iceracing

Team organisieren. Kurz nach der Gründung

des Teams und noch vor dem Start der

Vorbereitung nahm das Team den letztjährigen

Eis-Rookie Marc Geyer mit ins Boot. Hauptziel

des Teams ist die gegenseitige Unterstützung

der Fahrer, um kostengünstiger zu wirtschaften.

Weber und Jell waren bereits zusammen

im Trainingslager und zu den formulierten Zielen

gehört neben einer engen Zusammenarbeit

mit den nationalen und internationalen Verbänden,

auch das Niveau des Sports zu steigern

und verschiedene Punkte im Eisspeedwaysport

zu verbessern.

Markus Jell vor Sebastian Gegenbauer

• Foto: Daniel Sievers

Tobias Busch

• Foto: Jesper

Veldhuizen

Stefan Pletschacher

• Foto: David Reygondeau/

good-shoot.com

10 BAHNSPORT AKTUELL Januar '19


Macht Krasnikow

Dinar Walejew zum Weltmeister

Als Nikolaj Krasnikow noch kein „Hobbyfahrer“ war und sich intensiv mit

Eisspeedway beschäftigte, wollte er mal ein guter Trainer werden. Er

konnte seinen Traum verwirklichen, aber inzwischen wurde der achtfache

Weltmeister zum Funktionär (Präsident des Motorsportverbandes von

Baschkortostan), Snowcross-Fahrer und sogar zum Politiker (Zusammenarbeit

mit Putins Lieblingsbikergang „Nachtwölfe“). Am erfolgreichsten

war er jedoch letztendlich als Trainer. Er nahm Dimitri Koltakow unter seine

Fittiche, erkannte, dass der junge Fahrer großes Potenzial hatte und

machte ihn schließlich zum Weltmeister. Heute ist der 28-Jährige zweifellos

der stärkste Eispeedwayfahrer der Welt. Später versuchte Krasnikow

seine Erfahrung und sein Wissen an Jegor Myschkowetz weiterzugeben,

aber der junge Mann fasste irgendwann den Entschluss, lieber Berufssoldat

zu werden und beendete seine sportliche Laufbahn. Auch mit Sergej

Karatschintsew hatte Krasnikow kein Glück. Bei Mega-Lada wegen Perspektivlosigkeit

aussortiert, kam der Fahrer nach Ufa und machte dank der

Eisspeedwaylegende große Fortschritte. Karatschintsew qualifizierte

sich im Vorjahr für die WM und schmiss dabei keinen Geringeren als Igor

Kononow raus. Was danach passierte, ist nicht ganz klar. Tatsache ist jedoch,

nach einem guten WM-Start zog sich Karatschintsew eine Verletzung

zu und verlor dadurch jegliche Chancen auf eine WM-Medaille. Obwohl

der Fahrer im März schon wieder im GP fahren konnte, weigerte er

sich, dies zu tun. „Ich kann keinen zwingen, Eisspeedway zu fahren“,

kommentierte damals Rais Mustafin die Situation. Im Endeffekt trennte

sich der Club aus Ufa von Karatschintsew und der 27-Jährige fand danach

keine Mannschaft, bei der er seine Eisspeedway-Karriere hätte fortsetzen

können.

Vor der neuen Eissaison ist es den Funktionären aus Ufa gelungen, Dinar

Walejew ins Team zu holen. Der 23-Jährige zeigte schon in der WM, dass er

für seine Landsleute, die im GP um Medaillen kämpfen, ein ebenbürtiger

Gegner ist. Er wurde am Ende Gesamtfünfter. Walejew ist ein Diamant, der

nur noch geschliffen werden muss. Und da kommt „Schleifer“ Krasnikow

auf den Plan. Der Multiweltmeister wurde nämlich zum persönlichen Trainer

von Walejew, während die restlichen Teammitglieder weiterhin von

Mustafin trainiert werden. Man lehnt sich wohl nicht allzu sehr aus dem

Fenster, wenn man sagt, Walejew sei nicht weniger talentiert als Koltakow.

Wird es Krasnikow dann gelingen, aus dem jungen Eisfahrer den

neuen Weltmeister zu machen? In dieser Saison wird es wohl noch nicht

klappen, aber bald kann Walejew Koltakow gefährlich werden.

• Text u. Porträt-Foto: Georg Dobes; Action-Foto: David Reygondeau/good-shoot.com


EISSPEEDWAY

DATEN

UND

FAKTEN

Weltmeister Dimitri Koltakow

vor Dinar Walejew

EISSPEEDWAY-TERMINE 2019

12.1. WM-Qualifikation 1 Örnsköldsvik/S

(Günther Bauer, Hans Weber)

12.1. WM-Qualifikation 2 Kauhajoki/FIN

(Max Niedermaier, Tobias Busch,

Stefan Pletschacher)

19.1. Int. Eisspeedway St. Johann/A*

20.1. Eisspeedway Weissenbach/A*

2./3.2. Finale 1 Almaty/KAZ

16./17.2.Team-WM-Finale

Togliatti/RUS

16./17.2. Finale 2 Schadrinsk/RUS

28.2. Deutsche Meisterschaft Berlin/D

2./3.3. Finale 3 Berlin/D

16./17.3. Finale 4 Inzell/D

30./31.3. Finale 5 Heerenveen/NL

(noch offen) EM-Finale 1/2

Austragungsort noch offen

(Markus Jell, Marc Geyer)

* Rennen auf Natureisbahnen, nicht sicher, ob sie witterungsbedingt

stattfinden können. Bitte informieren Sie sich auf den

Webseiten der jeweiligen Veranstalter oder über Facebook

DIE BESTEN EISFAHRER ALLER ZEITEN

Fahrer Nat. Gold Silber Bronze

1. Nikolaj Krasnikow RUS 8 0 1

2. Gabdrahman Kadyrow (†) RUS 6 1 1

3. Sergej Tarabanko RUS 4 1 0

4. Alexander Balaschow RUS 3 4 0

5. Dimitri Koltakow RUS 3 3 0

6. Juri Iwanow RUS 3 2 2

7. Kyril Drogalin RUS 3 1 0

8. Daniil Iwanow RUS 2 5 2

9. Per-Olov Serenius S 2 3 0

10. Anatolij Bondarenko RUS 2 2 0

11. Wladimir Fadejew RUS 2 1 1

12. Erik Stenlund S 2 0 2

13. Sergej Kasakow RUS 2 0 1

14. Wladimir Suchow RUS 1 4 2

15. Witali Komisewitsch RUS 1 3 0

16. Dimitri Komisewitsch RUS 1 1 7

17. Boris Samorodow (†) RUS 1 1 1

Milan Spinka CZ 1 1 1

Antonin Svab (†) CZ 1 1 1

20. Wladimir Ljubitsch RUS 1 1 0

Nikolaj Nischenko (†) RUS 1 1 0

Jarmo Hirvasoja FIN 1 1 0

23. Sergej Iwanow (†) RUS 1 0 2

24. Dimitri Bulankin RUS 1 0 0

NATIONENWERTUNG

Nation Gold Silber Bronze

1. UdSSR/GUS/RUS 46 42 38

2. Schweden 4 5 5

3. CSFR/CR/CZ 2 3 4

4. Finnland 1 1 1

5. Österreich 0 1 3

5. Deutschland 0 1 2

WM 2019

EISSPEEDWAY-WM

Titelverteidiger: Dimitri Koltakow

Qualifikationsrunde 1 Örnsköldsvik (Schweden) 12.1.

2 AUT - 3 CZE - 2 FIN - 1 ITA - 1 KAZ - 1 NED -

2 RUS - 2 SWE - 2 GER

(Günther Bauer, Hans Weber)

Finalrunden

2./3.2. Finale 1 Almaty (KAZ)

9./10.2. Finale 2 Schadrinsk (Russland)

2./3.3. Finale 3 Berlin (Deutschland)

16./17.3. Finale 4 Inzell (Deutschland)

30./31.3. Finale 5 Heerenveen (Niederlande)

Weltmeister 2018 (Dimitri Koltakow)

6 Fahrer aus Qualifikationsrunde 1

6 Fahrer aus Qualifikationsrunde 2

2 permanente FIM-Wildcards

1 Veranstalter-Wildcard

+ 2 Veranstalter-Reserven

6

Qualifikationsrunde 2 Kauhajoki (Finnland) 12.1.

2 AUT - 2 CZE - 2 FIN - 1 KAZ - 2 NED - 2 RUS - 2 SWE -

3 GER (Max Niedermaier, Tobias Busch,

Stefan Pletschacher)

6

EISSPEEDWAY-TEAM-WM

Titelverteidiger: Russland mit (v.l.) Daniil Iwanow, Dimitri Komisewitsch,

Teammanager Rais Mustafin und Dimitri Koltakow

Weltfinale Togliatti (Russland) 16./17.2.

Finnland - Kasachstan - Österreich - Russland -

Schweden - Tschechien - Deutschland (Kader: Günther Bauer,

Tobias Busch, Max Niedermaier, Stefan Pletschacher, Johann Weber)

lt. FIM-Terminkalender - ohne Gewähr

(Änderungen und Ergänzungen vorbehalten)

12 BAHNSPORT AKTUELL Januar '19


ALLE EISSPEEDWAY-WELTMEISTER

Jahr Ort Gold Silber Bronze

1966 Ufa, Moskau/RUS Kadyrow/RUS (†) Kusnetzow/RUS Svab/CZ (†)

1967 Moskau, Ufa/RUS Samorodow/RUS (†) Dubinin/RUS Zibrow/RUS

1968 Salawat, Ufa/RUS Kadyrow/RUS (†) Zibrow/RUS Samorodow/RUS (†)

1969 Inzell/D Kadyrow/RUS (†) Lambotzkij/RUS Zibrow/RUS

1970 Nassjö/S Svab/CZ (†) Kadyrow/RUS (†) K.Westlund/S

1971 Inzell/D Kadyrow/RUS (†) Tschekutschew/RUS Spinka/CZ

1972 Nassjö/S Kadyrow/RUS (†) Svab/CZ (†) Paznikow/RUS

1973 Inzell/D Kadyrow/RUS (†) Samorodow/RUS (†) Paznikow/RUS

1974 Nassjö/S Spinka/CZ Zibrow/RUS Kadyrow/RUS (†)

1975 Moskau/RUS Tarabanko/RUS Zibrow/RUS Kasakow/RUS

1976 Assen/NL Tarabanko/RUS Spinka/CZ Samuelsson/S

1977 Inzell/D Tarabanko/RUS Samuelsson/S Kudrna/CZ (†)

1978 Assen/NL Tarabanko/RUS Bondarenko/RUS Gladyschew/RUS (†)

1979 Inzell/D Bondarenko/RUS Ljubitsch/RUS Kudrna/CZ (†)

1980 Kalinin/RUS Bondarenko/RUS Tarabanko/RUS Suchow/RUS

1981 Assen/NL Ljubitsch/RUS Suchow/RUS Gladyschew/RUS (†)

1982 Inzell/D Kasakow/RUS Serenius/S Subbotin/RUS

1983 Eindhoven/NL Kasakow/RUS Bondarenko/RUS Stenlund/S

1984 Moskau/RUS Stenlund/S Suchow/RUS J.Iwanow/RUS

1985 Assen/NL Suchow/RUS Hirvasoja/FIN J.Iwanow/RUS

1986 Stockholm/S J.Iwanow/RUS Suchow/RUS Stenlund/S

1987 Berlin/D J.Iwanow/RUS Suchow/RUS Russkich/RUS

1988 Eindhoven/NL Stenlund/S J.Iwanow/RUS S.Iwanow/RUS (†)

1989 Alma-Ata/RUS Nischenko/RUS (†) J.Iwanow/RUS Suchow/RUS

1990 Göteborg/S Hirvasoja/FIN Nischenko/RUS (†) S.Iwanow/RUS (†)

1991 Assen/NL S.Iwanow/RUS (†) Serenius/S Lang/D

1992 Frankfurt/D J.Iwanow/RUS Klatovsky/CZ Svensson/S

1993 Saransk/RUS Fadejew/RUS Balaschow/RUS Lang/D

1994 * Balaschow/RUS Serenius/S Nikulin/RUS

1995 * Serenius/S Balaschow/RUS Nikulin/RUS

1996 * Balaschow/RUS Polikarpow/RUS Nikulin/RUS

1997 Assen/NL Drogalin/RUS Balaschow/RUS Ahlbom/FIN

1998 * Balaschow/RUS Drogalin/RUS Nikulin/RUS

1999 * Fadejew/RUS Balaschow/RUS Nikulin/RUS

2000 Assen/NL Drogalin/RUS Zorn/A Fadejew/RUS

2001 * Drogalin/RUS Fadejew/RUS Nikulin/RUS

2002 * Serenius/S Nikulin/RUS Polikarpow/RUS

2003 * W.Komisewitsch/RUS Bauer/D Lumpow/RUS

2004 * Bulankin/RUS W.Komisewitsch/RUS Krasnikow/RUS

2005 * Krasnikow/RUS W.Komisewitsch/RUS I.Iwanow/RUS

2006 * Krasnikow/RUS Basejew/RUS Bogdanow/RUS

2007 * Krasnikow/RUS W.Komisewitsch/RUS I.Iwanow/RUS

2008 * Krasnikow/RUS D.Komisewitsch/RUS Zorn/A

2009 * Krasnikow/RUS D.Iwanow/RUS Zorn/A

2010 * Krasnikow/RUS D.Iwanow/RUS D.Komisewitsch/RUS

2011 * Krasnikow/RUS Kononow/RUS D.Iwanow/RUS

2012 * Krasnikow/RUS D.Iwanow/RUS D.Komisewitsch/RUS

2013 * D.Iwanow/RUS Koltakow/RUS D.Komisewitsch/RUS

2014 * D.Iwanow/RUS Koltakow/RUS D.Komisewitsch/RUS

2015 * D.Koltakow/RUS D.Iwanow/RUS D.Komisewitsch/RUS

2016 * D.Komisewitsch/RUS D.Koltakow/RUS D.Iwanow/RUS

2017 * Koltakow/RUS Kononow/RUS D.Komisewitsch/RUS

2018 * Koltakow/RUS D.Iwanow/RUS D.Komisewitsch/RUS

* im Grand-Prix-System ausgetragen

Foto links: Niclas Svensson

vor Ove Ledström

Rechts: Martin Haarahiltunen

gegen Daniil Iwanow

• Fotos: David Reygondeau/

good-shoot.com


EISSPEEDWAY

Aus den Winterlagern

Günther Bauer

Günther Bauer hat

bereits wieder trainiert,

doch irgendwie

scheint der

Fluch der vergangenen

Saison mit in

die Vorbereitung auf

das neue Jahr gefolgt

zu

sein. Ende November flog

Bauer nach Russland, um sich gemeinsam mit

Sohn Luca auf die neue Saison vorzubereiten,

doch nach wenigen Tagen war das Trainingslager

wegen einer Schleimbeutelentzündung beendet.

Nach ein paar Tagen Ruhe ging es dem

Vizeweltmeister von 2003 wieder besser, doch

vollständige Entwarnung konnte noch nicht gegeben

werden. „Eigentlich geht es mir inzwischen

ganz gut, da ich ruhig gehalten habe,

aber bei einer Belastung habe ich es dann

gleich wieder gemerkt. Ich war jetzt nochmal

beim Doktor, der mich mit Tabletten und

Cremes versorgt hat, aber das gefällt mir derzeit

nicht“, so Bauer, „der letzte Winter war

schon nix und jetzt geht es gerade so weiter.“

Dennoch hat der „Schliff“ die WM-Qualifikation

Anfang Januar in Örnsköldsvik fest im Blick

und ist entschlossen, die Qualifikation zu

schaffen. „Logisch trau’ ich mir die Qualifikation

zu, aber dazu muss auch der Fuß halten und

ich gehe davon aus, dass es bis zum Rennen

dann wieder gut ist. In Russland hat es sich

beim Fahren angefühlt, als würde mir beim

Fahren jemand einen Schraubenzieher ins Gelenk

drücken.“

Da Bauer in Russland eigenes Material stehen

hat, müssen auch die Bikes, die in Deutschland

stationiert sind, eingefahren werden und

von daher will Bauer mit Sohn Luca unbedingt

nochmal trainieren. „Ich habe vor, nach Weihnachten

nochmal nach Schweden zum Trainieren

zu fahren und dann bleiben wir gleich oben

und werden die WM-Quali fahren“, äußert sich

Bauer zu seinen Planungen, die ein klares Ziel

verfolgen, „Saisonziel ist die WM und dann vor

allem mein Heimrennen in Inzell, das ist für

mich das Wichtigste.“

Verlassen kann sich Bauer auch weiterhin auf

sein bewährtes Team, das auch in der laufenden

Saison unverändert bleiben wird. „Ich

baue auf meine alten Leute, ich bin froh, dass

ich schon gefühlt seit Ewigkeiten auf die gleichen

Leute bauen kann und nicht ständig neue

Leute dabei habe.“

Ebenso ist Bauer froh, dass er durch seine guten

Kontakte nach Russland Bikes in der Nähe

von Ufa stationiert hat und so im Falle einer

WM-Qualifikation den großen Trip nach Kasachstan

von dort aus starten kann. „Das ist

echt ein Witz, mit dem Zirkus eine Woche lang

mit dem Auto dahinzufahren. Luca und ich haben

Gott sei Dank Motorräder da unten in Ufa

oder Schadrinsk. Von dort aus sind es etwa

2500 Kilometer nach Almaty, das geht gerade

noch so.“

14 BAHNSPORT AKTUELL Januar '19

Hans Weber

Mächtig Bewegung

gab es beim Eishans

bereits im

Spätsommer. Das

Inn Isar Iceracing

Team wurde geschaffen

und Weber

wird gemeinsam mit

Ma

rkus Jell und Eisrookie

Marc Geyer in einem Team arbeiten. Der Eishans,

der die WM 2018 auf dem 14. Rang abschloss,

will auch 2019 wieder in die Weltmeisterschaft

kommen. Um in Form zu kommen,

war Weber bereits in Russland zum Trainieren

und konnte im Trainingslager ein Trainingsrennen,

an dem auch russische Fahrer teilnahmen,

mit Maximum gewinnen. Die Qualifikation

zur Weltmeisterschaft 2019 wird Weber im

schwedischen Örnsköldsvik bestreiten. Wie

Jell zeigt sich auch der Eishans begeistert vom

Zusammenhalt im neugegründeten Team: „Wir

helfen und ergänzen uns gegenseitig und es ist

eine gute Zusammenarbeit.“

Max Niedermaier

Der deutsche Meister

wird sich in diesem

Winter in

Schweden statt

wie gewohnt in

Russland auf die

neue Saison vorbereiten.

Mitte Dezember

star-

tete Niedermaier gemeinsam

mit Tobias Busch und Steffen Höppner

nach Schweden, um dort zu trainieren. „Ich

hoffe, dass in Schweden alles mit dem Wetter

klappt, denn wie es scheint, sind die Bedingungen

auch noch nicht ideal dort“, so Niedermaier

kurz vor seinem Aufbruch nach Skandinavien.

Da er im Sommer ein Haus gebaut hat,

war der Stress entsprechend groß, sodass Niedermaier

in diesem Jahr ein Trainingslager in

Schweden der sonst üblichen Russlandreise

vorzog. Als klares Saisonziel hat Niedermaier

die Rückkehr in die Eisspeedway-Weltmeisterschaft

formuliert, nachdem er im Vorjahr in

Finnland die Qualifikation verpasste und sich

mit einem Start bei der Eisspeedway-EM, der

Team-WM, Wildcard und Reservisten-Einsätzen

in Berlin und Inzell begnügen musste.

Markus Jell

Markus Jell ist zurück.

Nachdem er

die vergangene

Saison nicht fuhr,

ist Markus Jell zurück

und hat sich

bereits in Russland

auf die neue Saison

vor-

bereitet. Gemeinsam mit

Hans Weber ist Jell in einem Rennteam „beheimatet“,

im Inn Isar Iceracing Team werden sich

die beiden Athleten gegenseitig unterstützen.

„So im Team ist es der richtige Weg, der Hans

unterstützt mich da voll und ganz. Ich hatte am

Anfang ein paar Fahrwerksprobleme, aber

dank den Tipps vom Hans hab’ ich das gelöst.

Ich glaube, wir haben den richtigen Weg eingeschlagen,

auf dem es vorwärtsgeht“, meldete

sich Jell aus Russland zu Wort. Laut Auskunft

des DMSB soll Jell als erster Nachrücker für die

Eisspeedway-WM parat stehen und er ist auch

für die Europameisterschaft nominiert.

Den deutschen Eiscracks

„auf die Spikes geschaut“

Tobias Busch

Wie für Max Niedermaier

geht es in

diesem Jahr für Tobias

Busch nach

Schweden zur Saisonvorbereitung.

Der einzige deutsche

Eisspeedwayfahrer,

der

auch im Sommer Speedway

fährt, wird sich gemeinsam mit Max Niedermaier

auf den nahenden Saisonstart vorbereiten.

Im vergangenen Jahr verpasste Busch

die Qualifikation für den Eis-GP in Finnland als

Zehnter, doch mit einem 9. Platz bei der Eisspeedway-Europameisterschaft

und einem guten

4. Platz bei der DM in Berlin, konnte er mit

der Saison dennoch zufrieden sein. Busch und

Niedermaier bereiten sich jedoch nicht nur gemeinsam

auf die Saison vor, sie werden auch

gemeinsam in Kauhajoki in Finnland ihre WM-

Qualifikationsrunde bestreiten. Die WM-Qualifikation

in Finnland und das DM-Finale in Berlin

bezeichnet Busch als seine Saison-Highlights

auf dem Eis.

Luca Bauer

„Zweimal hat es

mich beim Training

geschmissen, aber

das Trainingslager

hat schon gepasst“,

so Luca

Bauers Fazit zum

Trainingslager in Russlan

d, bei dem die ersten vier

Tage soweit okay waren, während die letzten

beiden Tage, an denen der Sohn von Günther

Bauer zu Sturz kam, bescheiden waren. Vor der

WM-Qualifikation, die Luca Bauer mit italienischer

Lizenz in Örnsköldsvik bestreiten wird,

wird es mit Papa Günther noch einmal zum

Trainieren nach Skandinavien gehen. Wie die

Saison laufen wird, wird sich dann auch erst

nach dem Januar zeigen, wenn die Qualifikation

zum GP vorbei ist. „Das Ziel ist natürlich der

GP“, so Luca Bauer, der sich noch keinen Plan

B zurechtgelegt hat, sollte die Qualifikation

misslingen. Freie Zeiten hat sich der gelernte

Automechaniker eingeplant, gearbeitet soll

dann vor allem erst im Sommer wieder werden.

Christoph Kirchner

Nach einer Pause

meldete sich

Christoph Kirchner

in der vergangenen

Saison wieder

auf dem Eis zurück,

als er bei der

deutschen Meistersc

haft an den Start ging

und auf Anhieb 6 Punkte holte. Im DM-Ergebnis,

in dem die außer Konkurrenz fahrenden

ausländischen Starter nicht berücksichtigt

wurden, brachte dies den 7. Platz ein. Nach

dem Rennen betonte Kirchner, dass der Rennstart

einmalig war und er nur ein, zwei Rennen

„just for fun“ fahren möchte, wenn es Zeit und

Budget zulassen. „Ich fahre diese Saison nur

die DM in Berlin und ansonsten, glaube ich,

nix“, so Kirchner, der im Zuge seiner Laufbahn

bereits als Reservist bei den Eisspeedway

Grand Prix in Berlin dabei war und auch für das

deutsche Nationalteam auf Punktejagd ging.


Stefan Pletschacher

Ein wirklich gutes

Trainingslager

liegt hinter Stefan

Pletschacher. Der

Bayer war mit seinem

Trainer Anatoli

Bondarenko

wieder in Russland

und trainierte in Kame

nsk-Uralski und Neftekamsk.

„Wir hatten dann acht Tage Training,

dort kenne ich die Leute, das war absolut super.

Auch die russische Elite war dort komplett

versammelt, wodurch man ein sehr hohes Trainingsniveau

hatte“, berichtet Pletschi vom

Training in Kamensk, wo er schon seit Jahren

seine Saisonvorbereitung absolviert. Im Anschluss

ging es noch 700 Kilometer nach Neftekamsk,

wohin Pletschacher von seinem Spezi

Sergej Makarow eingeladen wurde. „Gerade

in Neftekamsk konnte ich fünf Tage Vollgas testen.

Ich habe viele Sachen mit den Reifen und

dem Luftdruck testen können.“

Zusammenfassend zeigte sich Pletschacher

sehr froh über die absolvierte Vorbereitung.

„Es war eine super Vorbereitung, ich hatte über

14 Tage Eistraining, das war absolut klasse. Ich

fühle mich einfach wohl auf dem Motorrad.

Manfred Knappe hat super Motoren gemacht,

die Fahrwerksteile von Zupin passen super.“

Nach der Rückkehr nach Deutschland richtet

sich der Blick bereits auf die WM-Qualifikation

in Finnland, in die der 39-Jährige zuversichtlich

geht. „Ich bin noch nicht da, wo ich sein muss,

und ich will auf jeden Fall noch vor Finnland eine

Woche zum Trainieren gehen, entweder

nach Weihnachten oder im neuen Jahr. Da

muss ich auch die Wetterlage im Auge behalten.

Die WM-Quali wird hart. Es kommen nur

sechs Fahrer weiter und wie ich gehört habe,

wird ein junger Russe mit kasachischer Lizenz

fahren, sodass dann wohl drei Russen in Finnland

sein werden, dann wird es schon schwierig.

Aber ich muss schon sagen, ich fahre momentan

supergeile Linien, ich kann Kampflinie

fahren und die Bahn in Finnland ist recht klein

und da haben wir auch gezielt drauf trainiert.

Meine Starts hauen derzeit hin und wenn man

in der ersten Kurve dabei ist, muss ich es nur

noch umsetzen.“

Zusammenfassend trifft Pletschacher, der im

Vorjahr Dritter bei der Deutschen Meisterschaft

wurde und bei den GP in Berlin, Inzell

und Heerenveen zum Zuge kam, den Nagel im

Hinblick auf die WM auf den Kopf: „Wenn ich es

schaffe, gehöre ich dazu, wenn ich es nicht

schaffe, gehöre ich nicht dazu.“

Der Rookie über seine erste Saison

Marc Geyer:

Im vergangenen

Jahr war Marc Geyer

der Rookie auf

dem Eis schlechthin.

Der Hesse kam

in der schwedischen

Eisspeedwayliga zum

Zuge.

Dass Geyer beim Bahnsport

landete, ist keine Überraschung, denn seine

Verbindungen zum Sport wurden ihm quasi in

die Wiege gelegt und auch im Sommer war er

auf den Rennplätzen der Republik zu finden.

„Meine beiden Onkel und mein Papa waren

Jahr für Jahr bei den Eisspeedwayrennen in

Frankfurt am Main tätig. Mit zwei Motorsportclubs

aus der Umgebung hat meine Familie viel

Zeit in Frankfurt beim Eisspeedway verbracht.

Seit meinem sechsten Lebensjahr hat mein Papa

mich Jahr für Jahr mit nach Inzell genommen

und so habe ich 20 Jahre lang zugeschaut, was

die Gladiatoren auf dem Eis abliefern. Mein

Bruder Eric ist mit unserem Papa immer nach

Berlin gefahren und mein Bruder Timo war immer

bei den Rennen in Assen anwesend. Seit

ich mich erinnern kann, hatte ich immer Eisspeedway

im Winter an erster Stelle stehen. Da

ich im Januar Geburtstag habe und mich mein

Papa Jahr für Jahr gefragt hat, was ich mir zum

Geburtstag wünsche, gab es immer nur eine

Antwort: „Inzell“. Nun liegt es an mir, den

Wunsch auch mal aus einem anderen Blickwinkel

zu betrachten und mir vom Eis aus, vor dem

einzigartigen Publikum in Inzell, meinen

Wunsch zu erfüllen. Auch für die vielen Fans,

die aus Hessen und speziell dem Rhein-Main-

Gebiet nach Inzell reisen, um ihre Erinnerungen

an die Rennen in Frankfurt aufzufrischen

und ihnen mal wieder einen hessischen Bub

auf dem Eis zu präsentieren“, berichtet Geyer.

Doch auch im Sommer war Geyer auf den Rennbahnen

zu finden und unterstütze vor allem die

lokalen Clubs vor der Haustür. „Seit zirka zehn

Jahren bin ich Mitglied im MSC Bad Hersfeld

und habe dort etliche Helfereinsätze hinter

mir. Den Verein bei den Eisspeedwayrennen in

Erfurt zu unterstützen, war für mich Ehrensache

und Selbstverständlichkeit. Auch beim

Rennen in Dresden war ich dabei, war dort im

Fahrerlager und am Vorstart tätig. So kam ich

auch zu meinem Verein, dem MSC Bad Hersfeld.

Die Hersfelder meinten nach meinem Einsatz

in Erfurt, dass der Verein jemanden wie

mich auch im Sommer gut gebrauchen könne.

So hatten sie ein neues Mitglied gewonnen.“

Selbst dann aufs Bike zu steigen, war auf keinen

Fall eine voreilige Entscheidung, denn bereits

vor Jahren war geplant, aufs Eis zu gehen.

„Ich wollte vor zehn Jahren schon mal anfangen,

was aber finanziell nicht passte. 2013

wollte ich dann noch mal anfangen und dann

ging es aus Kostengründen auch nicht und jetzt

habe ich mir gedacht, es wird Zeit“, berichtet

Geyer, der dann doch den Schritt wagte, nach

den ersten Gehversuchen in Schweden jedoch

noch mal Zweifel bekam: „Die ersten drei, vier

Tage auf dem See in Schweden war ich noch

der Meinung, es wäre besser, wenn ich es lassen

würde. So nach einer Woche merkte ich

aber, dass es anfing zu funktionieren.“ In Weißenbach,

als das Fahrerfeld im Winter 2016/

2017 nicht voll war, reifte der Gedanke, aufs Eis

zu gehen und bei den Reisen zu weiteren Eisspeedwayrennen

reifte dann der Entschluss,

ein Motorrad zu kaufen. Fündig wurde der Hesse

dann in der Schweiz. Mit einem umgebauten

Bus ging es bis kurz vor Weihnachten nach

Schweden, wo die ersten Runden gedreht wurden

und auch erste Kontakte zum Team Schaap

wurden geknüpft. Erste Grundlagen bekam

Marc Geyer von einem schwedischen Trainer

vermittelt.

Das erste Rennen war dann in Weißenbach, wo

Geyer direkt mit der Startnummer 1 ins Rennen

ging und 4 Punkte sammeln konnte. Das gesteckte

Ziel, nicht zu stürzen und nicht Letzter

zu werden, wurde erreicht und dann ging es im

Anschluss auch gleich nach Schweden, wo

Geyer in seinem zweiten Rennen überhaupt an

den Start kam, 6 Punkte holte und zweitbester

Fahrer des Teams war. Die DM lief dann richtig

gut für Geyer, der 9 Zähler holte und sich hinter

den stärksten deutschen Fahrern platzieren

konnte. Nach einem weiteren Rennen in der

schwedischen Liga bestritt Geyer noch das

Rennen in Heerenveen, ehe es in die Sommerpause

ging, in der Geyer auch nicht ohne Motorsport

auskam: „Ich habe, um die Sommer-

Sportler zu unterstützen, Streckenposten bei

der Deutschen Supermoto-Meisterschaft in

Schaafheim gemacht und Punktrichter beim

Trial für den AC Bensheim und den MSF Frammersbach.

Ich habe zudem den Bahndienst

beim Grasbahnrennen für meinen Verein MSC

Bad Hersfeld unterstützt und den Bahndienst

beim MSC Neuenhasslau beim Grasbahnrennen

komplett durchgeführt. Ich habe mir auch

ein paar Rennen angeschaut. Als Zuschauer

war ich bei der Speedway-Bundesliga in Diedenbergen,

dem Langbahnrennen in Pfarrkirchen

und beim Finale in Mühldorf am Inn, um

live zu sehen, wie Martin Smolinski Weltmeister

wurde.“

Doch einen Großteil der Zeit im Sommer nutzte

Geyer dafür, um an den Vorbereitungen für die

neue Saison zu arbeiten. „Im Sommer habe ich

hauptsächlich gearbeitet, um Geld für die

nächste Saison zu sparen und versucht, so viel

Sport zu machen, wir es mir zeitlich möglich

war. Zehn Kilo Körpergewicht habe ich dadurch

gegenüber dem letzten Winter verloren. Ich habe

mir im Frühjahr eine neuere, schnellere Maschine

gekauft. Durch die zweite Maschine

wurde ein größerer Bus benötigt. Viel Zeit und

Geld ist im Sommer draufgegangen, um einen

größeren Sprinter zu kaufen und diesen mit

Dämmung, Heizung, Scheinwerfer und vielem

mehr herzurichten. Meine Maschine haben wir

zudem einmal komplett zerlegt, um jedes Teil

auf mögliche Beschädigungen zu überprüfen.

Das ist bei jedem Rennsport äußerst wichtig,

das Material muss stimmen.“

Auf Herz und Nieren testet Geyer sein Material

vom 8. bis 24. Dezember in Schweden beim

Training. Große Unterstützung wird Geyer in

der kommenden Saison auch durch das Inn Isar

Iceracing Team erhalten. „Der Eintritt ins Inn

Isar Iceracing Team ist für mich auf jeden Fall

ein großer Schritt. Der Sinn des Teams ist

hauptsächlich, sich bei den weiten Wegstrecken

nach Schweden und Russland zu unterstützen.“

Die große Gemeinschaft und Unterstützung in

der Eisspeedwaywelt hat den Hessen in seiner

ersten Saison auch überrascht und überwältigt.

„Eisspeedway ist zwar ein Sport, der auf

dem Eis Mann gegen Mann ausgetragen wird,

aber ist man erst mal vom Eis runter, hält man

zusammen und zieht gemeinsam an einem

Strang. Das ist für den Sport enorm wichtig, da

die Anzahl der Fahrer in den letzten Jahrzehnten

rückläufig war. Der Sport braucht Neueinsteiger

und diese sollen sehen, dass man nicht

alle Probleme alleine lösen muss. Letzte Saison

bin ich zweimal als Gast mit meinem Motorrad

im Bus der holländischen Konkurrenz

mitgefahren, um bei Rennen der schwedischen

Liga zu starten. Die Eisspeedway-Gemeinde ist

relativ klein, fast wie eine Familie, da fühlt man

sich überall herzlich aufgenommen und egal,

ob man in Holland, Schweden, Österreich,

Tschechien, Finnland oder Russland aus dem

Bus aussteigt, man fühlt sich wie zu Hause.

Was ich in der ersten Saison auf jeden Fall gelernt

habe, ist, dass ohne mein Super-Team das

alles nicht möglich gewesen wäre und auch

nicht möglich ist. Mein Respekt gegenüber allen

anderen Fahrern, die schon fünf, zehn,

20 Jahre und mehr fahren, steigt stetig. So eine

lange Zeit mit diesem enormen Aufwand und

vielen Entbehrungen, das ist echt erstaunlich

und verdient größte Hochachtung.“

Januar '19 BAHNSPORT AKTUELL 15


VORSTELLUNG

Wie aus einer Idee Ernst wurde

oder besser das ...

Inn Isar Iceracing Team

Wenn Sie jemandem eine Frage stellen, dann wissen Sie nie, was Sie als Antwort zurückbekommen.

Schon gar nicht bei denselben Fragen an vier verschiedene Persönlichkeiten.

Bei diesem Versuch, folgende vier Männer, davon zum Interview-Zeitpunkt

einer in Bayern, zwei in Russland und der Vierte in Schweden unterwegs, unter

einen Hut zu bekommen, ist folgendes Interessantes dabei herausgekommen …

Christian Platzer zur Teamgründung: „Also im

Januar 2018 hab ich zum ersten Mal mit Markus

Jell telefoniert. Vorher kannten wir uns nur

vom Sehen und hatten noch nie miteinander

gesprochen. Dann hab’ ich den Walter Schnitzbauer

gefragt, ob ich Markus’ Nummer haben

könnte … Ich hab’ ihn sodann angerufen und

von der Idee erzählt … Zuerst wollt ich ihn noch

überreden, die DM 2018 zu fahren, aber da war

nichts zu machen (die Beweggründe kennt ja

jeder). Ich habe Markus von der Teamidee erzählt

und gesagt, ich will das noch mit Hans

besprechen, ohne den Hans geht das nicht.

Nach der Saison im April hab’ ich Hans davon

erzählt, der sagte: ’Passt, red’ mer mal.’ Im Anschluss

hab’ ich die restlichen Teamkollegen

eingeweiht, und zwar Klaus Bisl, Rainer Dachs

und Daniel Fuchs. Die Gespräche verliefen so

gut, dass wir beim dritten Meeting am

11.7.2018 das Inn Isar Iceracing Team gründeten.

Am 20.10. haben wir dann noch als dritten

Fahrer Marc aufgenommen.“

16 BAHNSPORT AKTUELL Januar '19


10 Fragen an Christian Platzer

1. Warum Eisspeedway? Weil es der verrückteste

Sport ist, den ich kenne, und seit meinem

ersten Rennen bin ich davon gefangen.

2. Wie habt ihr zueinander gefunden? Ich habe

den Hans 2009 im Verein in Edling kennengelernt,

dann habe ich mir 2010 das erste Rennen

in Weissenbach angeschaut und es war um

mich geschehen.

3. Wann ist ein Mann ein Mann? Wenn meine

Jungs in der Kurve stehen lassen und ich an der

Bande jubeln kann, weil sie eine Top-Leistung

bringen.

4. Und wann ist ein Team ein Team? Genau so,

wie wir sind. Wir sind ein unschlagbares Team,

ich glaube, unser Eishans, Markus und Marc

wissen unsere Teamarbeit sehr zu schätzen.

Was unser Rainer Dachs (Pressearbeit, Social

Media, Mithilfe bei Werkstattarbeiten, Orga

etc.) mit Klaus Bisl und Daniel Fuchs leistet, ist

der Wahnsinn. Daniel Fuchs kümmert sich noch

um die Marketingabteilung, T-Shirts, Caps,

Mützen, Jacken für Fans, Lizenzen für die drei

Jungs etc. Es läuft wirklich alles Hand in Hand,

wie am Schnürchen, ganz zu schweigen von

unseren vier Ehefrauen im Hintergrund. Meine

Frau Gitti, die auch die Buchhaltung macht, Andrea

Dachs, Anke Fuchs und Mandy Bisl – ohne

sie würde wirklich gar nichts gehen. Die Damen

müssen uns oft entbehren.

5. Wie laufen die aktuellen Vorbereitungen?

Hervorragend. Markus und Hans sind gerade

in Russland im Trainingslager und fahren,

schrauben und bereiten sich vor. Bei Marc läuft

auch alles nach Plan. Er ist bereits in Schweden

und trainiert dort.

6. Erklärtes Saisonziel? Das komplette Podium

in der Deutschen Meisterschaft in Berlin belegen.

Bei Markus und Marc Podestplätze in der

EM und beim Eishans der Durchbruch unter die

ersten drei in der Weltmeisterschaft.

7. Was freut und nervt dich am meisten aktuell

rund ums Thema Iceracing? Lügen, Intrigieren

und wenn Leute Blödsinn erzählen.

8. Fährt die Angst auch manchmal mit? Bei mir

nicht. Frag’ mal meine Jungs …

9. Lieber nachgeben oder Augen zu und durch

bzw. in die Strohballen? Strohballen.

10. Was ich an der Stelle noch unbedingt loswerden

möchte: Im deutschen Eisspeedway

versuchen so viele, ihr eigenes Süppchen zu

kochen, zu intrigieren und Fehlinformationen

zu streuen. Nur miteinander kommen wir in

diesem Sport weiter. Nur in einem harmonischen

deutschen Team mit der besten Stimmung

kommen wir Deutschen an die Spitze.

Jung, spritzig, dynamisch und wir zusammen.

Unser großes Vorbild sind die Schweden: Niclas

und Stefan Svensson, Ove Ledström, Martin

Haarahiltunen und Jimmy Olsen. An ihnen

müssten sich mehr ein Beispiel nehmen: Miteinander,

nicht Gegeneinander, lautet die Devise.

10 Fragen an „Eishans“ Hans Weber

1. Warum Eisspeedway? Da bin ich einfach

durch meinen Vater Helmut Weber reingewachsen

– einfach so reingerutscht. Rennen fahren

ist einfach absolut der Hammer und mit meinen

Fans ist das ein wahnsinnig starkes, geiles Gefühl.

2. Wie habt ihr zueinander gefunden? Markus

und ich haben uns vom Eisspeedwayzirkus

schon länger gekannt und durch unser neues

Team Inn Isar haben wir dann die Gespräche

intensiviert. Die Gespräche sind schon länger

im Gange, dass man sich mehr untereinander

helfen muss. Wir haben die gleiche Denkweise.

3. Wann ist ein Mann ein Mann? Wenn er sein

Leben im Griff hat und seine Ziele vernünftig

verfolgt ... dann ist man (vielleicht) ein Mann.

Nicht so einfach zu beantworten, schwierige

Frage.

4. Und wann ist ein Team ein Team? Wenn alle

am gleichen Strang ziehen. Und wenn man

auch bei Stress in guten wie in schlechten Zeiten

zusammenhält.

5. Wie laufen die aktuellen Vorbereitungen? Es

läuft hervorragend in Russland. Wir erleben

keine herben Rückschläge. Wir zwei helfen uns

gegenseitig und es läuft wie geschmiert. Aber

wir machen Sport, es kann immer was passieren.

Wir sind momentan vollauf zufrieden.

6. Erklärtes Saisonziel? Deutscher Meistertitel,

erfolgreiche WM-Quali am 12.1. Ich wünsche

mir ein deutsches Team, das auch bei der

Team-WM zusammenhält und man gemeinsam

fährt. Andernfalls ist das für mich kein Thema.

Ich will in der WM meine Leistung zeigen und

dem WM-Zirkus meinen Stempel aufdrücken.

7. Was freut und nervt dich am meisten aktuell

rund ums Thema Iceracing? Mich nervt eine

hinter den Kulissen ablaufende Politik, die

schädlich für den Sport ist. Der Sport muss

mehr in den Vordergrund rücken, ohne Absprachen

usw. Es müssen mehr Sportsmänner in

den Zirkus kommen. Der Einstieg muss neuen

Fahrern erleichtert werden. Was mir sehr gefällt,

ist der Zusammenhalt bei den Schweden.

Die zeigen, dass es gemeinsam geht, und das

deutlich. In unserem Inn Isar Iceracing Team

sind genau die richtigen beieinander.

8. Fährt die Angst auch manchmal mit? Nein,

ich empfinde keine Angst. Das merken wohl

manchmal auch meine Gegner. Meine Antwort

lautet: Nein, es kommt, wie es kommt.

9. Lieber nachgeben oder Augen zu und durch

bzw. in die Strohballen? Als Rennfahrer gibt’s

oft nur Fifty-fifty-Chancen. Man muss bereit

sein, das Risiko eingehen. Ich will keinen verletzen

und keinem wehtun, aber manchmal

wird’s knapp. Wenn ich mich nicht verschätze,

passt’s, sonst sind’s die Strohballen. Das

stresst mich nicht.

10. Was ich an der Stelle noch unbedingt loswerden

möchte: Ich wünsch’ mir, dass die

Sportart wieder zu alten Zeiten zurückfindet,

mehr Sportsmänner, mehr Medieninteresse,

positive Politik, eine verständnisvolle FIM mit

guter Planung und Fahrdiensten zu weiten Rennen.

Einfach zu altem Glanz zurück. Und ein

Danke an unser Inn Isar Iceracing Team, die

Leute im Hintergrund, Klaus, Rainer, Dany und

an Christian.

Januar '19 BAHNSPORT AKTUELL 17


10 Fragen an Markus Jell

1. Warum Eisspeedway? Ich war mit meinem

Vater immer in Inzell als Zuschauer und das hat

mich so interessiert, dass ich 2009 so ein Moped

mal in Saalfelden probieren durfte und

dann hat mich der Virus gepackt.

2. Wie habt ihr zueinander gefunden? s. Antwort

Hans.

3. Wann ist ein Mann ein Mann? Des bin i, alles

gut.

4. Und wann ist ein Team ein Team? Wenn alle

am gleichen Strang ziehen. Und wenn man

auch bei Stress in guten wie in schlechten Zeiten

zusammenhält.

5. Wie laufen die aktuellen Vorbereitungen?

Läuft hervorragend in Russland – keine herben

Rückschläge. Wir zwei helfen uns gegenseitig

und es läuft wie geschmiert. Aber wir machen

Sport, es kann immer was passieren. Zu diesem

Zeitpunkt sind wir vollauf zufrieden.

6. Erklärtes Saisonziel? In der deutschen Meisterschaft

unter die ersten drei fahren; mit Gävle

in der schwedischen Liga gewinnen; in der EM

im A-Finale fahren; für die WM-Quali, wenn’s

geht, nachrücken und die beste Position rausfahren;

bei allen nationalen und internationalen

Rennen Podestplätze einfahren.

7. Was freut und nervt dich am meisten aktuell

rund ums Thema Iceracing? Ich schließe mich

Hans’ Aussagen an. Es nervt mich, dass es zu

wenige Sportsmänner gibt. Es wird zu viel im

Hintergrund abgesprochen. Das ist nicht der

richtig Weg. Was noch nervt, ist, dass es in

Deutschland zu wenige Veranstaltungen gibt

und dass die Wege oft viel zu weit sind. Mich

freut, dass wir gemeinsam in einem Team sind

und dass wir uns so gut verstehen und das mit

allen, auch mit denen, die im Hintergrund fungieren.

Das kann nur gut werden.

8. Fährt die Angst auch manchmal mit? Wenn

Angst mitfährt, ist das die falsche Sportart …

manchmal Respekt, aber keine Angst.

9. Lieber nachgeben oder Augen zu und durch

bzw. in die Strohballen? Strohballen … manchmal

gibt’s Löcher, die sind dann weg und man

ist eben in den Strohballen. Das gehört dazu.

10. Was ich an der Stelle noch unbedingt loswerden

möchte: Danke an unser Inn Isar Iceracing

Team, die Leute im Hintergrund: Klaus,

Rainer, Dany und an Christian. Danke auch an

Hans, weil wir uns so gut verstehen und füreinander

da sind. Ich hoffe, dass es bald kalt

wird, möglichst bis Ostern, das wär was, damit

wir im neuen Jahr jedes Wochenende auf dem

Weiher fahren können.

10 Fragen an Marc Geyer

1. Warum Eisspeedway? Ich habe lange genug

tatenlos zugeschaut. Nach 20 Jahren als Zuschauer

habe ich es nicht länger ausgehalten,

von den Rängen aus nicht aktiv mitmischen zu

dürfen. Ich musste es auch mal probieren. Da

es für Neulinge ohne die richtigen Kontakte

sehr schwierig sein soll, dachte ich mir: Wenn

nicht ich, wer dann? Und da ich als Kälteanlagenbauer

im Sommer immer mehr und mehr

gemerkt habe, dass ich gar keine Zeit habe, Enduro

und Motocross zu trainieren und auch

kaum noch Zeit und Kraft habe, am Wochenende

an mehrstündigen Endurorennen teilzunehmen,

gab es nur eine Lösung. Logo, ein Kälteanlagenbauer

braucht ’ne Eismaschine.

2. Wie habt ihr zueinander gefunden? Die Eisspeedwaywelt

ist sehr klein und überschaubar.

So hat man bei der Veranstaltung in Inzell auch

schon mal zusammen am Tisch gesessen, da

im Restaurant alle anderen Tische bereits belegt

waren. So kam man ins Gespräch und ich

hatte die Chance mich vorzustellen.

3. Wann ist ein Mann ein Mann? Ein Mann ist

ein Mann, wenn ein Mann tut, was ein Mann

tun muss. Männer haben das Glück, nie älter

zu werden. Nur die Spielzeuge werden schneller

und teurer. Beim Eisspeedway geht es nicht

darum, Mann oder Frau zu sein. In Schweden

fahren auch Frauen. Ich weiß nicht, ob es das in

Deutschland schon mal gab. Ich habe die ein

oder andere Bekannte, der würde ich das zutrauen.

4. Und wann ist ein Team ein Team? Man wird

dann zum Team, wenn man eine Aufgabe bewältigen

muss und dabei zusammen an die Sache

rangeht. Gemeinsam fällt es einem auch

leichter, große Herausforderungen zu stemmen.

Das Schöne daran, im Team zu agieren,

ist, dass man auch ohne große Bedenken Sachen

teilen kann. Da kann auch Geben mal

schöner sein als Nehmen. Für mich ist es aber

auch wichtig, zu nehmen. Und zwar Tipps und

Erfahrungen meiner Teamkollegen, denn die

Erfahrung ist ein echt wichtiger Geschwindigkeitsfaktor

beim Eisspeedway. Erfahrung ist

der Hauptgrund, warum so viele „Alte“ so weit

vorne im GP mitfahren. Die fahren nicht, als

hätten sie ihr Leben schon gelebt. Nein, die haben

die Erfahrung, Routine und das Köpfchen,

das man braucht, um einen Lauf zu entscheiden.

5. Wie laufen die aktuellen Vorbereitungen?

Sehr durchwachsen. Durch die viele Arbeit im

Sommer bleibt kaum Zeit, sich richtig im Detail

auf den Winter vorzubereiten. Erst recht als

Neuling. Da werden schnell mal falsche Prioritäten

gesetzt, was dann erst viel zu spät auffällt.

Das ist aber nicht so schlimm. Als Neuling

darf man sich das gerade noch erlauben.

6. Erklärtes Saisonziel? Ich werde meine Ziele

nicht zu hoch stecken. Es würde keinen Sinn

machen, seine gesamte Freizeit und unheimlich

viel Geld und Schweiß in ein Hobby zu stecken,

um anschließend gefrustet aus dem Wochenende

nach Hause zu kommen. Es ist ’ne

Menge Ehrgeiz dabei und das ist auch wichtig,

um voranzukommen. Doch würde ich mir schon

in der zweiten Saison die Ziele zu hoch stecken,

wären der Spaß, die Motivation und die Laune

schnell dahin.

7. Was freut und nervt dich am meisten aktuell

rund ums Thema Iceracing? Mich freut, dass

ich ins Inn Isar Iceracing Team aufgenommen

wurde. Das ist für mich ein sehr großer Erfolg

und ein guter Weg für die Zukunft. Was mich

nervt, ist, dass der Winter, wie wir ihn brauchen,

zwar kommt, aber mit vier bis sechs Wochen

Verspätung.

8. Fährt die Angst auch manchmal mit? Nachdem

ich meine erste Saison mit zwei Wochen

Training und fünf Rennen komplett ohne Sturz

gefahren bin, kann ich nichts zum Thema Angst

sagen. Angst braucht man keine zu haben. Ich

würde es nicht als Angst bezeichnen, aber meine

größten Bedenken sind, andere Fahrer zu

verletzen. Die Spikes verzeihen keine Fehler.

9. Lieber nachgeben oder Augen zu und durch

bzw. in die Strohballen? Bei mir geht’s nicht

um einen Punkt mehr oder weniger. Da macht

es keinen Sinn, sinnlos draufzuhalten. Mein

Trainer hat mir gesagt, den Sieg holt man mit

dem Kopf, nicht mit dem Hammer. Bei einem

Sturz können auch Teile am Moped zerstört

werden und deshalb vermeide ich, für etwas

mehr Preisgeld bei einem oder 2 Punkten mehr

trotzdem lieber beim Angriff die Gabel oder

den Motor beim Sturz zu beschädigen. Bei

knappem Budget sind die besten Ersatzteile

die, die im Bus bleiben.

10. Was ich an der Stelle noch unbedingt loswerden

möchte: Vielen Dank an alle, die mich

in meiner ersten Saison unterstützt haben und

auch jetzt. Egal, in welcher Hinsicht. Ein besonderer

Dank geht natürlich an mein direktes

Team, das mit mir immer auf Reise geht, und zu

mir hält, auch wenn es mal eng wird. Ohne

euch wäre das alles nicht möglich. Danke auch

an alle Fahrer, Vereine und Fans, die mich so

herzlich empfangen haben und mich an diesem

tollen, aber auch sehr speziellen Motorsport

teilhaben lassen.

Wir wünschen eurem neugegründeten

Eisspeedway-

Team alles Gute für die bevorstehende

Saison. Möge

der Winter kalt und knackig

werden, alle Fahrer gut und

erfolgreich durch die Saison

kommen und die Stadien

gut besucht von Fans.

Eisspeedway, das ist der

Balanceakt schlechthin

zwischen Herz und Kopf. So

make good things happen!

Vielen Dank fürs Interview

und auf eine gemeinsame

super Saison!

• Text: Nadine Pfeiffer

Inn Isar Iceracing Team

• Fotos: Rainer Dachs

18 BAHNSPORT AKTUELL Januar '19


INTERVIEW

Weltmeister

Ben Ernst

Mit Oma und Opa

nach Australien

Für Ben Ernst aus Zarrendorf, südlich von Stralsund gelegen,

war die Speedwaysaison 2018 von vielen Erfolgen gekrönt.

Er wurde in der 250-ccm-Klasse Speedwayweltmeister,

Deutscher Meister und Vizeweltmeister auf der Langbahn.

Im Februar packt der Schüler seine Sachen und folgt

einer Einladung ins Land der Kängurus. Peter Stanislawski

interviewte das 15-jährige Nachwuchstalent.

BSA: Ben, im Februar führt dich eine Reise zur Vorbereitung

auf die Saison 2019 nach Übersee. Wurdest du

nach Australien eingeladen oder hast du dich dort beworben?

Ben Ernst: Nach meinem WM-Titel schrieb mich ein

australischer Freund an und fragte, ob ich nicht mal Lust

habe, nach Australien zu kommen und dort zu fahren.

Sind nur Trainingstage vorgesehen oder auch richtige

Wettkämpfe?

Es sind einige Trainingstage angesetzt, auch sind zwei

Rennen in Gillman und Mildura geplant.

Muss deine Renntechnik mit ins Gepäck?

Teilweise. Ich bekomme dort Fahrgestelle vom australischen

Kollegen, muss nur meinen Motor mitnehmen.

Wer begleitet dich auf der Reise?

Mein Opa Hartmut und meine Oma Sybille aus Teterow.

Finanzierst du die Reise über Sponsoren oder muss

dein Sparschwein herhalten?

Die Reise wird hauptsächlich von meinen Großeltern finanziert,

was ich auch sehr zu schätzen weiß. Ich möchte

mich auch noch mal bei ihnen bedanken, dass sie die

Zeit für mich opfern und den Aufwand betreiben. Aber

ohne meine Sponsoren wäre dies natürlich auch nicht

möglich. Denn das Material, wie Motor und Bekleidung,

kommt ja auch nicht von irgendwoher …

Du nutzt die zweiwöchigen Schulferien für deinen über

14.000-km-Trip, bist aber drei Wochen unterwegs.

Gab’s Probleme mit der Freistellung in der Schule?

Zum Glück ist die Schule in solchen Sachen sehr entspannt.

Jeder weiß, was ich für einen Sport betreibe. Vorausgesetzt

sind natürlich meine schulischen Leistungen,

die müssen stimmen.

Du hast schon auf einer 500er-Maschine trainiert, ab

wann „sattelst“ du in diese Klasse um?

Ja, das habe ich, was auch gut geklappt hat. Ich denke,

dass ich im nächsten Jahr das ein oder andere Rennen

auf der „großen Maschine“ bestreiten werde.

Danke für die Antworten und eine gute Reise.

Januar '19 BAHNSPORT AKTUELL 19


FIM-GALA

Speedway-Weltmeister Tai Woffinden

Langbahn-Weltmeister Martin Smolinski

Eisspeedway-Weltmeister Dimitri Koltakow • Unten: 250-ccm-Weltmeister Ben Ernst

20 BAHNSPORT AKTUELL Januar '19


Am 3. Dezember 2018 fand die glamouröse

FIM-Preisverleihung im fantastischen

Ballsaal des Andorra Park Hotels in Andorra

la Vella statt. Über fünfzig Weltmeister

galt es zu ehren – vom fünffachen

Moto GP-Gesamtsieger Marc Marquez bis

zum mit 14 Jahren jüngsten 85-ccm-Junioren-

MX-Titelträger Caden Braswell. Weiteres

Highlight: Die komplette Ehrung

konnte per Livestream verfolgt werden.

• Fotos: David Reygondeau/good-shoot.com

... mit Trial-Weltmeisterin Emma Bristow

Eisspeedway-Teamweltmeister Russland

Weltmeister Speedway of Nations: Russland

Januar '19 BAHNSPORT AKTUELL 21


FEIER

Volles Haus und

Megastimmung

... bei der Weltmeister-Feier

Das Gasthaus Thalhauser

in Wallersdorf war

der Schauplatz einer Fete,

die noch lange in Erinnerung

bleiben wird.

Es wurde ausgelassen

gefeiert, aber auch emotional

zurückgeblickt.

Anlass war die Weltmeisterfeier

von Martin

Smolinski, zu der zahlreiche

Gäste aus dem

ganzen Bundesgebiet

angereist waren.

Es sollte zu Beginn der Veranstaltung offen

bleiben, wer am Ende mehr strahlte auf der

Bühne. War es zum einen der frisch herauspolierte

Weltmeisterpokal oder doch das Weltmeistermotorrad,

mit dem Martin Smolinski

zum Weltmeistertitel gefahren war? Oder war

es letzten Endes der Weltmeister selbst, der

unter dem Jubel und lautstarken Ovationen

seiner Fans die Bühne betrat.

„Wir mussten die gesamte Saison unglaublich

hart arbeiten“, so der Weltmeister während er

gemeinsam mit den Fans auf die Saison zurückblickte

überglücklich. „Mein Team, meine

Familie, alle Sponsoren und mein ganzes Umfeld

haben dazu beigetragen, dass wir in einer

WM-Saison, bei der ich Punkte in Herxheim liegenließ

und in einem Rennen sogar schwer

stürzte, zurückkamen und wir heute den Titel

gemeinsam feiern können.“ Gänsehautmomente

kamen auf, als die WM-Saison auf der

großen Filmleinwand gezeigt wurde, die dann

im Finallauf von Mühldorf gipfelte und bei dem

jeder noch einmal mitfieberte, als der WM-Titel

fixgemacht wurde.

Fixgemacht wurde an diesem Abend auch eine

Spende an den Kinderschutzbund der Stadt

Osterhofen. Einen Scheck über 300,- Euro durfte

Martin Smolinski gemeinsam mit Sepp Moser

und Siegi Hansl an den Kinderschutzbund

überreichen und so die Arbeit des Kinderschutzbundes

unterstützen.

Der Abend voller Höhepunkte endete in einem

Fest der Superlative, zudem die Schlossbrauerei

Maxlrain das Bier spendierte. Als Höhepunkt

der Feierlaune ließ es sich Martin auch

nicht nehmen, mit einem traditionellen Burnout

bei einem Feuerwerk den Hinterreifen seiner

Speedwaymaschine unter dem Jubel seiner

Fans zum Platzen zu bringen und dann dem

Abend unter dem Motto “Lass’ uns feiern und

Spaß haben“ bis in die frühen Morgenstunden

seinen Lauf zu lassen. • Manuel Wüst

22 BAHNSPORT AKTUELL Januar '19


BSA sagt „herzlichen Glückwunsch“

zum 70. Geburtstag, Egon Müller

Mit Egon Müller feierte einer der ganz Großen des Bahnsports am 26. November seinen 70. Geburtstag.

Der Schleswig-Holsteiner aus Rodenbek bei Kiel, der 1983 Deutschlands bisher einziger Speedway-

Weltmeister und dreimal (1974, 1975, 1978) Langbahn-Weltmeister wurde, gewann in seiner glanzvollen

Karriere darüber hinaus unzählige internationale und nationale Rennen.

Seine riesige Fan-Schar liebte ihn aber nicht nur wegen seines unnachahmlich rasanten und gleichfalls

verwegenen Fahrstils, der ihm neben den ganzen Siegen und Podestplätzen auch unzählige Knochenbrüche

und Operationen einbrachte, sondern auch wegen seiner oft schillernden Auftritte auf und neben

den Rennbahnen.

Denn Egon Müller fühlte sich immer schon nicht nur als Rennfahrer, sondern auch als Musiker und Sänger.

Legendären Auftritten in Discos und Festzelten bis tief in die Nacht folgten oft am anderen Tag heiße

Kämpfe auf Gras- und Sand- oder Speedwaybahnen.

Zudem wusste Egon immer schon, wie man den Bahnsport ins Gespräch bringen konnte. Es gab wohl

hierzulande keinen Radio- oder Fernsehsender, dem er nicht als interessanter Gesprächspartner zur

Verfügung stand. Das wirkte stark nach außen. Der Name „Egon Müller“ war und ist bekannt. Wenn man

danach fragt, sagen auch heute noch viele: „Das ist doch der Rennfahrer.“

Von seiner einstigen Popularität hat Egon Müller, im Gegensatz zum Bahnsport an sich, bis dato nicht

viel eingebüßt. Der nun 70-Jährige ist immer noch umtriebig unterwegs, sei es in seiner Werkstatt, im

Musik-Studio, als Kommentator im Fernsehen oder an der Rennstrecke.

Auch seine Autogramme sind nach wie vor gefragt und viele sehnen die alten „guten“ Bahnsportzeiten

zurück, die Zeiten, als die Duelle Egon Müller gegen Karl Maier oder Alois Wiesböck für Schlagzeilen und

Gesprächsstoff sorgten.

Bahnsport aktuell sagt Egon Müller an dieser Stelle noch einmal „herzlichen Glückwunsch“ und dass

du uns und unserem Sport noch möglichst lange erhalten bleibst.

• Text u. Foto rechts: Rudi Hagen

Bis heute hat den Bahnsport niemand

besser „verkauft“ als Egon Müller

LESERBRIEF: Interview Martin Smolinski

Als jahrzehntelanger Bezieher dieses einzigartigen Blattes kommt es bei mir selten vor, mich zu

Wort zu melden. Doch bin ich über Nadine Pfeiffers Kommentar im Verlauf dieses Interviews

doch sehr erstaunt, wenn sie wohl Lukas Fienhage „Unsportliches“ unterstellt, nur weil er einen

Heat um die Langbahnweltmeisterschaft verdient gewonnen hat. Ich habe mir den Renntag im

Livestream angeschaut und es war bis zum Schluss hochspannend, weil alle Fahrer alles gegeben

haben. Es wurde nicht taktiert, sondern jeder Fahrer hat das Beste für sich herausgeholt.

Und wenn ich mich noch richtig erinnere: Die französischen Fahrer haben sich auch gegenseitig

die Punkte weggenommen. So unterlag Dimitri Bergé z.B. auch einmal Mathieu Trésarrieu. Gott

sei Dank, muss ich sagen, dass bei der Langbahn-WM noch der Schnellere gewinnt. Und nicht,

wie manchmal bei der Formel 1, die Stallregie. Es handelt sich hier um eine Fahrerweltmeisterschaft

und da geht es um jeden Punkt. Schließlich möchte sich jeder Fahrer für die nächste WM

empfehlen. Glückwunsch an Martin Smolinski zur Langbahn-WM und an den Bahnsport, wenn

das Sportliche, sprich der Schnellste, gewinnt. Ich wünsche dem Team von Bahnsport aktuell

frohe Weihnachten und ein gesundes und erfolgreiches neues Jahr 2018. Udo Seidler


INTERNATIONAL

ENGLAND

Jahreshauptversammlung

der BSPA

Die British Speedway Promoter Association wurde nun zu einer Limited

Company umfirmiert. Diese ähnelt einer deutschen GmbH. Ipswich und

Peterborough werden in der kommenden Saison wieder in der ersten Liga,

der SGB Premiership, starten. Beide Clubs wurden vom BSPA-Vorsitzenden

Keith „Buster“ Chapman gekauft. Er ist auch Eigentümer von

King’s Lynn Speedway. Somit gehören Chapman gleich drei der sieben

Vereine! Damit weitet er seinen Einfluss weiter aus, was teils auch sehr

kritisch gesehen wird.

Somerset und Leicester verlassen auf eigenen Wunsch die erste Liga und

starten 2019 in der SGB Championship. Neben finanziellen Aspekten

standen die auf Montag und Donnerstag festgelegten Renntage, die besonders

Somerset nicht akzeptieren wollte. Ob Birmingham und Eastbourne

der SGB Championship beitreten werden, steht noch nicht ganz

fest. Die Cradley Heathens werden – nach einem Jahr Abstinenz – in der

National League wieder an der Meisterschaft teilnehmen. Leicester wird

mit seiner zweiten Mannschaft, den Cubs, erstmals in der National

League an den Start gehen.

Für Belle Vue: Kenneth Bjerre • Für Swindon: Jason Doyle

Für Peterborough: Hans Andersen und Craig Cook

Fahrerkarussell Premiership

Ipswich und King’s Lynn haben bislang offiziell keine Fahrer gemeldet.

Für Belle Vue haben sich bislang der Australier Max Fricke und Dänemarks

Routinier Kenneth Bjerre verpflichtet. Neuling Peterborough sicherte sich

die Dienste von Chris Harris, Hans Andersen und Craig Cook. Exweltmeister

Jason Doyle bleibt – nach dem freiwilligen Abstieg von Somerset – der

SGB Premiership erhalten. Er kehrte zurück nach Swindon. Ferner werden

Tobiasz Musielak,Troy Batchelor, Adam Ellis und Dawid Lampart für die

Robins starten. Wolverhampton sicherte sich die Dienste von Kyle Howarth,

Luke Becker, Sam Masters, Nick Morris und Rory Schlein. Liga-Meister

Poole meldete bislang nur den Argentinier Nico Covatti.

Fahrerkarussell Championship

Sechs der zehn Teams der SGB Championship sind bereits komplett. Berwick:

Kevin Doolan, Jye Etheridge, Leon Flint, Daniel Gappmaier, Coty Garcia,

Nikolaj Busk Jakobsen und Aaaron Summers. Edinburgh: Justin

Sedgmen, Josh Pickering, Cameron Heeps, William Lawson, Luke Ruddick,

Joel Andersson und Ricky Wells. Scunthorpe: Jake Allen, Jedd List,

Josh Auty, Josh Bailey, Jason Garrity, Stefan Nielsen und Ryan Kinsley.

Sheffield: Zaine Kennedy, Drew Kemp, Kasper Andersen, Daniel King, Tyron

Proctor, Kyle Howarth und Broc Nicol. Somerset: Chris Harris, Nico Covatti,

Rory Schlein, Anders Rowe, Henry Atkins, Dimitri Bergé und Todd

Kurtz. Championship Meister Workington: Mason Campton, Kyle Bickley,

Bradley Wilson-Dean, Steve Worrall, Tero Aarnio, Simon Lambert und Josh

Macdonald. Bei Leicester fehlt noch ein Fahrer. Bislang stehen Scott Nicholls,

Connor Mountain, Josh Bates, Ryan Douglas, Jack Thomas und Richie

Worrall fest. Für Glasgow haben bislang Claus Vissing, Joe Lawlor,

Paul Starke, James Sarjeant und Craig Cook unterschrieben. Newcastle

meldete bislang Matt Wethers, Nike Lunna und Max Clegg. Mit Jordan

Stewart verpflichteten die Redcar Beats bislang nur einen Fahrer.

Fahrerkarussell National League

Stoke kann mit fünf Fahrern die meisten Meldungen vorweisen: Tom Perry,

Connor Coles, Luke Chessell, Joe Alcock und Corban Pavitt. Die Neulinge,

die Leicester Cubs, melden Dan und Joe Thompson. Cradley verpflichtete

bislang Max Clegg und Harry McGurk. Kent: Rob Ledwith, Dan Gilkes

und Anders Rowe. Für Plymouth starten Nathan Stoneman, Adam Sheppard,

Jamie Bursill und Adam Extance. Belle Vue, Isle Of Wight und der

große Verlierer der 2018er Saison Mildenhall haben noch keine Fahrer gemeldet.

• Texte: Andreas Fahldiek; Fotos: Niklas Breu (1), Klaus Goffelmeyer (2),

Jarek Pabijan (1)

Queensland Championship - Ayr

Überraschung

Vorausfavorit Josh Grajczonek schaffte es nicht, sich im Endlauf entsprechend

in Szene zu setzen. Er startete dermaßen schlecht auf dieser glatten

Bahn, dass er anschließend keinen Anschluss an seine Kontrahenten

halten konnte. Überraschungssieger wurde Hugh Skidmore, der damit

seine erste Staatsmeisterschaft gewinnen konnte. Skidmore war der einzige

Fahrer in den Vorläufen, der Ryan Douglas bezwingen konnte. Mason

Campton war mit dem Ergebnis zufrieden. Weil er in der kommenden Saison

in Großbritannien fahren möchte, musste er sich schon unter den ersten

Drei platzieren, denn – wie man hörte – nur die ersten drei einer jeden

Staatsmeisterschaft und der australische Meister qualifizieren sich automatisch

für eine gewünschte UK-Arbeitserlaubnis (sofern sie noch keine

haben).

Ergebnis - Vorläufe: 1. Ryan Douglas, 14 Punkte; 2. Josh Grajczonek, 14; 3. Mason Campton, 13;

4. Zane Kaleher, 11; 5. Hugh Skidmore, 10; 6. Josh Macdonald, 10; 7. Kaye Thomson, 10; 8. Kozza

Smith, 9; 9. Zaine Kennedy, 9; 10. Jacob Hook, 4; 11. Alan Macdonald, 4; 12. Jedd List, 4; 13. Brandon

Coglan, 4; 14. Declan Kennedy, 3; 15. Tyson Snow, 3; 16. Kane Lawrence, 0.

1. Halbfinale: 1. Skidmore; 2. Campton; 3. Douglas; 4. J.Macdonald.

2. Halbfinale: 1. Keleher; 2. Grajczonek; 3. Smith; 4. Thomson.

Finale: 1. Skidmore; 2. Campton; 3. Keleher; 4. Grajczonek.

AUSTRALIEN

Jason Lyons Trophy - Mildura

Erstmals Stewart

Es war das erste wichtige Rennen dieser Saison im Olympic Park. Es endete

mit einem Doppelsieg für die Fahrer aus Mildura. Jordan Stewart gewann

zum ersten Male diese Trophäe. Sedgmen hatte im A-Finale auf der

Innenbahn den besten Start, wurde aber zwei Runden später innen von

Stewart überholt. Pickering hatte einen 3. Platz quasi sicher, stürzte aber

in der letzten Kurve des Finals. Altmeister Jason Crump kann es nicht lassen

und setzte sich einmal mehr in den Sattel und fuhr ein 1-3-3-2-1. Zehn

Punkte hätten für das B-Finale gereicht, aber er verzichtete und ließ Cooper

Riordan den Vortritt. In Lauf 8 stürzte Jaimon Lidsey, zog sich eine

leichte Gehirnerschütterung zu und trat nicht mehr an.

Ergebnis - Vorläufe: 1. Justin Sedgmen, 14 Punkte; 2. Jordan Stewart, 14; 3. Josh Pickering, 11; 4. Jason

Crump, 10; 5. Tom Brennan, 10; 6. Zach Wajtknecht, 10; 7. Josh Mcdonald, 8; 8. Cooper Riordan,

7; 9. Dakota Ballantyne, 6; 10. Kyle Bickley, 6; 11. Robert Medson, 7; 12. Matias Nielsen, DK, 5;

13. Zaine Kennedy, 4; 14. Jaimon Lidsey, 3; 15. Matt Pickering, 3; 16. Kenneth Jürgensen, DK, 1;

17. Jack Morrison (Res.), 1.

B-Finale: 1. Brennan; 2. Wajtknecht; 3. Riordan; 4. Macdonald.

A-Finale: 1. Stewart; 2. Sedgmen; 3. Brennan; 4. Wajtknecht; 5. Pickering S.

Gillman

Saisoneröffnung

Mit diesem Rennen ging der Speedway Club von Gillman in seine 22. Saison.

Ergebnis: Bulls, 50 Punkte (Matias Nielsen/DK 13, Jaimon Lidsey 11, Kenneth Jürgensen/DK 10, Robert

Branford 9, Dakota Ballantyne 5, Cooper Riordan 0, Kyle Bickley 0, Declan Knowles (Res.) 1, Alden

Clare (Res.) 1, Steve Graetz (Res.) 0.

Robins, 45 (Jordan Stewart 15, Robert Medson 8, Jake Turner 6, Brayden McGuinness 6, Zach

Wajtknecht 2, Connor Bailey (Res.) 7, Seth Hickey (Res.) 1, Fraser Bowes (Res.) 0.

24 BAHNSPORT AKTUELL Januar '19


Jack Holder ist New-South-Wales-Meister

New South Wales Championship - Cowra

Masters gescheitert –

Jack Holder Meister

Es war die erste Meisterschaft, die in Cowra ausgetragen wurde. Die Bahn

wurde erst vor eineinhalb Jahren erbaut. Im Finale musste sich Jack Holder

den harten Angriffen von Sam Masters erwehren.

Ergebnis - Vorläufe: 1. Sam Masters, 14 Punkte; 2. Jack Holder, 12; 3. Todd Kurtz, 12; 4. Josh Macdonald,

12; 5. Josh Pickering, 10; 6. Brady Kurtz, 10; 7. Ben Cook, 10; 8. Matthew Gilmore, 10; 9. Zach

Cook, 7; 10. Mason Campton, 4; 11. Isaac Hawes, 4; 12. Matthew Pickering, 4; 13. Kye Thomson, 3;

14. Aden Clare, 2; 15. Alan Macdonald, 2; 16. Kane Lawrence, 0; 17. Jacob Hook, 2.

B-Finale: 1. J.Pickering; 2. B.Cook; 3. B.Kurtz; 4. J.Macdonald A.

A-Finale: 1. Holder; 2. Masters; 3. J.Pickering; 4. T.Kurtz.

Wild West Shootout - Kalgoorlie

Winchester geladen

Seit über zehn Jahren fand in Kalgoorlie (600 km westlich von Perth) ein

Rennen statt. Die Bahn ist ungewöhnliche 460 Meter lang und hat eine

lehmige Oberfläche. Im Endlauf gelang Daniel Winchester (auf Weiß) ein

Start-Ziel-Sieg. Die Punkte wurden nach einem 4-3-2-1-System vergeben.

Ergebnis - Vorläufe: 1. Daniel Winchester, 19 Punkte; 2. Matt Marson, 18; 3. Doug Scoble, 14; 4. Ryan

Pope, 14; 5. Kris Keast, 8; 6. Bryan Miller, 8; 7. Jarryd Ziedas, 5; 8. Brad Gordon, 5; 9. Drew Winchester,

3.

Finale: 1. Daniel Winchester; 2. Scoble; 3. Marson; 4. Miller.

Jack Young Cup - Gillman

Verdient gewonnen

Das Rennen endete mit einer Überraschung. Den erst 18-jährigen Brayden

McGuinness hatten wohl die Wenigsten auf der Rechnung. Er war in den

Vorläufen einer der drei 13-Punkte-Fahrer, die sich direkt fürs Finale qualifizierten.

Der Brite Zach Wajtknecht qualifizierte sich über den äußerst

knapp gewonnenen Hoffnungslauf. Er konnte aber im Endlauf nichts ausrichten.

• Texte: Andreas Fahldiek; Archiv-Fotos: Ron MacNeill, Daniel Sievers (Action)

Ergebnis - Vorläufe: 1. Robert Medson, 13 Punkte; 2. Jedd List, 13; 3. Brayden McGuinness,13;

4. Tom Brennan, 12; 5. Zach Wajtknecht, 11; 6. Kyle Bickley, 10; 7. Dakota Ballantyne, 9; 8. Connor

Bailey, 8; 9. Fraser Bowes, 7; 10. Arlo Bugeja, 6; 11. Jack Morrison, 4; 12. Seth Hickey, 4; 13. Robert

Branford, 3; 14. Steve Graetz, 3; 15. Blake Ridley, 2; 16. Jake Turner, 2.

Halbfinale: 1. Wajtknecht; 2. Brennan; 3. Ballantyne; 4. Bickley.

Finale: 1. McGuinness; 2. Medson; 3. Wajtknecht; 4. List S.

Australien vs. Rest der Welt - Gillman

Ganz klare Sache

Ergebnis: Australien, 57 Punkte (Sam Masters 14, Jaimon Lidsey 12, Justin Sedgmen 9, Jordan

Stewart 7, Zaine Kennedy 6, Robert Medson 5, Josh Macdonald 4); Welt, 35 (Zach Wajtknecht/GB 8,

Robert Branford/GB 7, Tom Brennan/GB 7, Mason Campton/AUS 6, Matias Nielsen/DK 5, Kenneth

Jürgensen/DK 2, Kyle Bickley/GB 0).

+

Auch Sie können mit einer kleinen Spende

auf nachfolgend genanntes Konto helfen.

Bahnsport-aktuell-Unfallkonto“ Raiffeisenbank Rodenbach IBAN DE28 5066 3699 0000 0495 57

Januar '19 BAHNSPORT AKTUELL 25


INTERNATIONAL

Franz Zorn gab sein Debüt

in der russischen Superliga,

hier gegen Igor Kononow

Superliga an den Start

Wie schon vor zwei Jahren werden nur vier Mannschaften in der russischen

Superliga an den Start gehen und um den Meistertitel kämpfen.

Das österreichische SKE-Team (Simon-Kreuzberger-Ebner) ist nicht mehr

dabei und STK Neftekamsk wurde durch Torpedo Schadrinsk ersetzt. Da

Dimitri Koltakow durch das Aussteigen von Neftekamsk arbeitslos wurde,

beschloss der Weltmeister, das Team von Torpedo zu verstärken. Die Entscheidung

fiel dem 28-Jährigen nicht schwer, weil er ja in Schadrinsk seine

sportliche Laufbahn startete. Damit der Verein wenigstens einigermaßen

konkurrenzfähig ist, verpflichteten die Funktionäre zusätzlich keinen

Geringeren als Franz Zorn.

Ende der vergangenen Saison hatte das Team aus Ufa große Probleme mit

Sergej Karatschintsew. Vor der neuen Saison trennte sich der Titelverteidiger

von dem 27-Jährigen und holte Dinar Walejew aus Kamensk-Uralskij

in die Mannschaft. Da Iwan Tschitschkow nach seiner schweren Beinverletzung

sein Comeback wagen wird, hoffen die Baschkiren, wieder um die

Goldmedaille zu kämpfen. Weiterhin an Bord ist Nikolaj Krasnikow, der allerdings

schon seit längerem nur Superligarennen fährt.

Martin Haarahiltunen soll im Team aus Kamensk-Uralskij den Weggang

von Walejew kompensieren. Der Schwede sorgte im Vorjahr in der WM für

Furore und belegte am Ende einen hervorragenden 4. Gesamtplatz. Dimitri

Komisewitsch wird sicherlich wieder Leistungsträger der Mannschaft

sein und die Westsibirier wollen wieder um einen Podiumsrang kämpfen.

Mega-Lada konnte zwar keine Neuzugänge verzeichnen, aber mit Daniil

Iwanow und Igor Kononow kann Togliatti der Mannschaft aus Ufa den Titel

streitig machen.

MANNSCHAFTSAUFSTELLUNGEN

Baschkortostan Ufa: Nikolaj Krasnikow,

Dinar Walejew, Iwan

Tschitschkow, Nikita Schadrin, Nikita

Bogdanow, Artjom Afanasjew,

Nikita Panow.

Mega-Lada Togliatti: Daniil Iwanow,

Igor Kononow, Igor Saidullin,

Nikita Toloknow, Jewgeni Saidullin,

Wadim Swinuchow, Andrej

Stepanow, Saweli Wedjanow.

CTWS-DOSAAF Kamensk-Uralskij:

Dimitri Komisewitsch, Wassili Nesytych,

Jewgeni Scharow, Dimitri

Soljannikow, Iwan Khuzhin, Wladimir

Bobin, Martin Haarahiltunen

(S), Nikita Tarasow, Kyrill Zewakow.

Torpedo-SchAAZ Schadrinsk: Dimitri

Koltakow, Rustam Akumbajew,

Konstantin Kolenkin, Franz

Zorn (A), German Khanmurzin, Dimitri

Borodin, Artjom Burmistrow,

Rostislaw Burmistrow, Artjom

Avdjuschew.

26 BAHNSPORT AKTUELL Januar '19

RUSSLAND

Teammeisterschaft - Superliga - Kamensk-Uralskij - 8.+9.12.2018

Saisonauftakt

Am 8. Dezember wurde die neue Eisspeedwaysaison in Russland offiziell

eröffnet. Im Metallurg-Stadion in Kamensk-Uralskij fand die erste Runde

zur Superliga statt. In der Anfangsphase dominierte die Mannschaft aus

Ufa. Nikolaj Krasnikow gewann den Auftaktlauf und der Titelverteidiger

hatte nach dem ersten Durchgang 10 Punkte auf dem Konto. Nach acht

Heats führte weiterhin Baschkortostan mit 16 Zählern, gefolgt von den

Gastgebern (15) und Togliatti (13). In Rennen 9 stürzte jedoch Schadrin

und im darauffolgenden Lauf ging Dinar Walejew überraschend leer aus.

Die Führung übernahm Mega-Lada, die Baschkiren aber konterten sofort.

Iwan Tschitschkow und Krasnikow holten jeweils 3 Punkte und Ufa setzte

sich wieder an die Spitze. Die Führung des Teams von Baschkortostan war

jedoch diesmal von kurzer Dauer. In Lauf – nomen est omen – 13 riss Krasnikow

einen Strohballen heraus und wurde disqualifiziert. Nikita Toloknow

siegte in der Wiederholung, Togliatti übernahm das Kommando und

gewann letztendlich das Rennen mit insgesamt 37 Zählern deutlich. Igor

Kononow zeigte sich in Kamensk-Uralskij in sehr guter Form. Daniil Iwanow

fuhr als Reserve und kam fünfmal zum Einsatz. In Lauf 19 kam er vor

Martin Haarahiltunen als Dritter ins Ziel, wurde aber wegen Überfahrens

der Innenlinie in der Zielkurve nachträglich disqualifiziert.

Vor dem letzten Rennen waren die Teams aus Kamensk-Uralskij und Ufa

punktgleich. Krasnikow kreuzte zwar in Heat 20 nur als Dritter die Ziellinie,

aber der achtfache Weltmeister konnte immerhin Dimitri Komisewitsch

hinter sich lassen. Baschkortostan erzielte insgesamt 31 Punkte

und belegte letztendlich Gesamtrang 2. Trotz einer Nullfahrt war Walejew

punktbester Fahrer des Teams. Krasnikow hätte wahrscheinlich mehr

Punkte erzielen können, hätte er die äußere Bahnbegrenzung nicht überfahren.

Die Gastgeber mussten sich am Ende mit Platz 3 begnügen. Eine

Dimitri Koltakow vor

Dinar Walejew und Daniil Iwanow


gute Leistung brachte Haarahiltunen, obwohl seine Punkteausbeute dies

nicht ganz widerspiegelt. Unter den Erwartungen fuhr hingegen Komisewitsch,

der insgesamt nur 6 Punkte erzielte.

Die Mannschaft von Torpedo hatte schon am Rennanfang ihre Chancen

begraben müssen. Nach vier Läufen hatte sie noch gar keine Punkte vorzuweisen

und Dimitri Koltakow, der als Reservist fungierte, kam erst in

Heat 5 zum ersten Mal zum Einsatz. Der Weltmeister war im Metallurg-Stadion

eine Klasse für sich. Er erzielte ein lupenreines Punktemaximum und

kein Gegner konnte ihn gefährden. Franz Zorn erkämpfte insgesamt

6 Punkte, konnte jedoch unter anderem Komisewitsch und Krasnikow bezwingen.

Koltakow und der Saalfeldener hatten aber keine Unterstützung.

Von den restlichen drei Fahrern schrieb nur Konstantin Kolenkin einen

Zähler, wobei er von einem Sturz von Iwan Tschitschkow profitierte.

Der zweite Renntag stand unter keinem günstigen Stern. Im ersten Durchgang

gab es drei Stürze und man konnte mit bloßem Auge sehen, dass die

Eisschicht in einem schlechten Zustand ist. Haarahiltunen, Komisewitsch

und Schadrin gingen zu Boden und in Heat 6 folgte ihnen auch Zorn. Nach

dem zweiten Durchgang machten die Teamleiter von Schadrinsk und Ufa

den Schiedsrichter auf den Eiszustand aufmerksam. Der Referee inspizierte

daraufhin die Strecke und ließ sich danach von den Teammanagern

beraten. Kamensk-Uralskij und Togliatti wollten das Rennen bis Lauf 12

fortsetzen und es dann werten, während Ufa und Schadrinsk dafür votierten,

dass das Rennen wegen Verletzungsgefahr unverzüglich abgebrochen

wird. Schiedsrichter Gladtschenko ging auch von der Annahme aus,

dass man die Gesundheit der Fahrer nicht aufs Spiel setzen sollte und

brach das Rennen ab. Zu diesem Zeitpunkt führte Togliatti mit 15 Zählern,

gefolgt von Ufa (12), Schadrinsk (11) und Kamensk-Uralskij (10). Das Rennen

wird nicht nachgeholt.

1. Renntag - 8.12.18 - Ergebnisse: 1. Mega-Lada Togliatti, 37 Punkte (Jewgeni Saidullin 2, Igor Kononow

12, Igor Saidullin 8, Nikita Toloknow 5, Daniil Iwanow 10); 2. Baschkortostan-CTWS Ufa,

31 (Dinar Walejew 10, Nikita Schadrin 5, Nikita Bogdanow 2, Nikolaj Krasnikow 9, Iwan Tschitschkow

5); 3. CTWS-DOSAAF Kamensk-Uralskij, 30 (Jewgeni Scharow 8, Martin Haarahiltunen 7, Wassili

Nesytych 9, Dimitri Komisewitsch 6, Iwan Khuzhin N); 4. Torpedo-SchAAZ Schadrinsk,

22 (Konstantin Kolenkin 1, German Khanmurzin 0, Rustam Akumbajew 0, Franz Zorn 6, Dimitri Koltakow

15).

2. Renntag - 9.12.18 – abgebrochen.

Eisspeedway-Testrennen - Kamensk-Uralskij - 2.12.2018

Eiskampf

Traditionell fand Ende November in Kamensk-Uralskij ein Trainingslager

statt. Außer den heimischen Fahrern nahmen Piloten aus Togliatti sowie

fünf Ausländer daran teil. Am 2. Dezember wurde dann ein inoffizielles

Teamrennen ausgetragen. Am Start waren zwei Teams aus Kamensk-

Uralskij, die Mannschaft von Mega-Lada sowie ein Europa-Team, das Stefan

Pletschacher, Charly Ebner, Jasper Iwema und Martin Haarahiltunen

bildeten. Für das zweite Gastgeberteam ging auch Josef Kreuzberger an

den Start. Von Anfang an lieferten sich die Mannschaften aus Kamensk-

Uralskij und Togliatti ein Kopf-an-Kopf-Rennen. Vor dem letzten Lauf hatten

die Gäste einen Punkt Vorsprung. In Heat 20 bezwang Igor Kononow

Dimitri Komisewitsch und Mega-Lada konnte sich über den Gesamtsieg

freuen.

In Lauf 7 riss Ebner Ende der dritten Runde einen Strohballen heraus und

verursachte damit einen Sturz von Kreuzberger. Glücklicherweise erlitt

der Österreicher keine Verletzungen und konnte die weiteren Rennen bestreiten.

Ergebnis: 1. Mega-Lada Togliatti, 51 Punkte (Daniil Iwanow 13, Igor Kononow 14, Nikita Toloknow

12, Igor Saidullin 12); 2. CTWS Kamensk-Uralskij, 49 (Dimitri Komisewitsch 13, Wassili Nesytych

14, Iwan Khuzhin 11, Jewgeni Scharow 11); 3. Europa-Team, 10 (Jasper Iwema 1, Martin Haarahiltunen

3, Stefan Pletschacher 4, Charly Ebner 2); 4. CTWS Kamensk-Uralskij - Team B, 10 (Josef Kreuzberger

1, Wladimir Bobin 3, Dimitri Soljannikow 2, Nikita Tarasow 4).

Starykh-Memorial - Slobodskoy - 9.12.2018

Weber gewinnt

Hans Weber triumphierte beim Sergej-Starykh-Memorial, das am 9. Dezember

in Slobodskoj stattfand. Der 34-Jährige bezwang im Endlauf den

ehemaligen WM-Teilnehmer Eduard Krysow, Markus Jell und Dimitri Strelkow.

„Eishans“ war auch bester Fahrer der Qualifikation. Er kam viermal

als Erster ins Ziel. Jell holte in dieser Rennphase zwei Siege und schrieb

10 Zähler. Beide Deutschen nahmen in Slobodskoj vorher an einem Trainingslager

teil. • Texte u. Fotos: Georg Dobes

Ergebnisse: 1. Hans Weber, D; 2. Edward Krysow, RUS; 3. Markus Jell, D.

Teamwertung: 1. Deutschland, 22 Punkte (Hans Weber/Markus Jell); 2. CSKA, 17 (Edward Krysow/

Alexander Kozyrew); 3. Belkam Motosport, 13 (Dimitri Strelkow/Daniil Nohrin); 4. Udmurtia,

11 (Konstantin Kolesnikow/Iwan Kosyakow).

TSCHECHIEN

Eisspeedway-Termine 2019

Am ersten Januar-Wochenende wird die tschechische Eisspeedwaysaison

starten. Am 5. Januar soll in Ruzena, einem kleinen Dorf im Süden des Landes,

das erste Rennen zum offenen Teamchampionat stattfinden. Am

nächsten Tag wollen die Funktionäre der Bahnsportkommission in Nepomuk,

unweit von Pilsen, die erste Runde der Einzelmeisterschaft durchführen.

Nach etwas weniger als zwei Monaten, am 24. Februar, wird in

Chrastna die letzte Veranstaltung der Eissaison über die Bühne gehen. In

der Nähe von Liberec wird die Abschlussrunde des Teamwettbewerbs

ausgetragen. Insgesamt sollen acht Rennen in acht verschiedenen Ortschaften

der Tschechischen Republik stattfinden. Vorausgesetzt, die Wetterbedingungen

lassen das zu, denn alle Rennen sollen auf Natureis

durchgeführt werden. In den vergangenen Jahren hatte es wegen der milden

Temperaturen immer große Probleme gegeben, die Eisstrecken zu

präparieren. Viele Rennen mussten aus diesem Grund abgesagt werden.

Einzelmeisterschaft: 6.1. Runde 1 , Nepomuk; 19.1. Runde 2, Koprivnice;

26.1. Runde 3 , Racice; 23.2. Runde 4, Opatovice.

Teammeisterschaft: 5.1. Runde 1, Ruzena; 20.1. Runde 2, Holice; 27.1.

Runde 3 , Melice; 24.2. Runde 4 , Chrastna.

Antonin Klatovsky

will es noch mal wissen

Der ältere der Klabo-Brüder bestritt sein letztes Eisspeedwayrennen am

20. März 2016 in Inzell. Danach betätigte sich der ehemalige Eisspeedwayfahrer

hauptsächlich als Geschäftsmann. Er ist nämlich Besitzer eines

Restaurants und einer Disco. Anfang November heiratete der mittlerweile

39-Jährige seine Lucie und gab danach völlig überraschend bekannt,

dass er sich wieder aufs Eis wagen und sich für die WM-Finalrunde

qualifizieren wolle. Die Bahnsportkommission reagierte mit Freude auf

die Entscheidung von Antonin Klatovsky und der Sportler bekam vom

tschechischen Verband eine Wildcard. Der Eisspeedwayfahrer wird am

12. Januar im schwedischen Örnsköldsvik an den Start gehen.

CZ-WM-Nominierungen

Fünf Startplätze in der Eisspeedway-WM-Qualifikation wurden dem

tschechischen Verband zugesprochen und die Entscheidung, wer und wo

an den Start gehen wird, fiel am 12. November in Pardubice während einer

Sitzung der Bahnsportkommission unter der Leitung von Petr Moravec.

Da in der vergangenen Saison keine Eisspeedwayrennen ausgetragen

werden konnten, beschloss man, die Ergebnisse der Einzelmeisterschaft

von 2017 als Grundlage für die Nominierungen zu verwenden. Damals triumphierte

Jan Klatovsky, gefolgt von Lukas Hutla, Andrej Divis und Lukas

Volejnik. Diese Eisfahrer – ergänzt durch Antonin Klatovsky – werden an

den WM-Qualirunden teilnehmen. Die Klatovsky-Brüder und Divis werden

in Schweden um den Einzug in die Finals kämpfen, während Hutla und Volejnik

in Kauhajoki an den Start gehen.

Am EM-Finale werden diejenigen Fahrer teilnehmen, die in Skandinavien

nicht den Sprung in die WM-Endläufe schaffen. Die Resultate von Örnsköldsvik

und Kauhajoki werden auch bei der Team-WM-Nominierung von

Bedeutung sein. • Texte: Georg Dobes; Fotos: privat

Januar '19 BAHNSPORT AKTUELL 27


CLUBNOTIZEN

Die Clubfahrer der MSV Herxheim,

rechts Clubmeister Max Dilger, links Joachim Ohmer

MSV Herxheim

Edelbert Müller

bleibt der Boss

Bei der Jahreshauptversammlung

konnte der Vorsitzende Edelbert

Müller von einer ganzen Reihe von

Aktivitäten im Vereinsleben berichten.

„Wir hatten in diesem Jahr

drei Großveranstaltungen, die wir

als fast rundum gelungen bezeichnen

dürfen“, so der Vorsitzende.

Beim Speedway-Team-Vergleich

konnte ein erfreulicher Zuschauerzuwachs

verzeichnet werden, der

zwar nicht kostendeckend war,

aber dennoch ermutigend ist. „Unser

traditionelles Himmelfahrtsrennen,

bei dem wir wieder einen

Lauf zur Langbahn-WM austrugen,

war zwar verregnet und riss eine

beträchtliche Summe in die Vereinskasse,

aber dass das Rennen

doch noch so gut durchgeführt werden konnte, war eine tolle Leistung aller

Helfer, besonders der Bahndienst um Manfred Eichenlaub machte einen

prima Job und es war spannender Sandbahnsport zu sehen. Auch gab

es wieder Trainingsveranstaltungen für unsere Clubfahrer und Schnuppertrainings,

aus denen mittlerweile einige 50-ccm- und 125-ccm-Fahrer

und Fahrerinnen gewonnen werden konnten.“ Ein besonderes Anliegen

war es Müller, vor der Versammlung nochmals die Leistungen des in diesem

Jahr verstorbenen Ehrenmitglieds Heinz Gilb zu würdigen, der 28 Jahre

lang 2. Vorsitzender war und in 62 Jahren Immenses für den Club geleistet

hat. Den Sportbereich ließ Rennleiter Joachim Ohmer Revue passieren.

In seiner Vorschau konnte Ohmer die Zusage des Weltverbandes FIM für

einen erneuten WM-Finallauf am 30. Mai 2019 verkünden. Auf dem Programm

steht neben dem Himmelfahrtsrennen voraussichtlich am 14. April

ein Speedwayrennen; wahrscheinlich wiederum ein Länderkampf, der

letztes Jahr sehr gut angenommen wurde. Im September soll der Nachwuchs

wiederum im Vordergrund stehen. Was für ein Rennen dies sein

wird, ist noch nicht geklärt. Bei den Neuwahlen gab es keine Überraschungen.

Edelbert Müller bleibt weitere zwei Jahre der Chef. Rennleiter Joachim

Ohmer, Kassenwart Nikolaus Adam und Schriftführerin Christa Müller

wurden ebenfalls wiedergewählt. Warum auch gut Funktionierendes austauschen?!

Der Vorstand setzt sich somit wie folgt zusammen: Vorsitzender Edelbert

Müller, stellvertretender Vorsitzender Michael Lechner, Kassenwart Nikolaus

Adam, Schriftführerin Christa Müller, Rennleiter Joachim Ohmer,

stellvertretender Rennleiter Sebastian Ehmer, Assistent der Rennleitung

Klaus Dudenhöffer, Werbeleiter Andreas Obermeier, Platzreferent Robert

Lechner, Bahnreferent Manfred Eichenlaub, Beisitzer Organisation/EDV

Marco Hammer, Kassenprüfer Peter Kuntz, Bianca Bauchhenß.

Motorsportparty

Am 24.11.2018 hatte die MSV Herxheim ihre Clubfahrer sowie die zahlreichen

Helfer zur Motorsportparty in die Festhalle Herxheim eingeladen.

Viele Ehrungen gab es an diesem Abend, unter anderem die Ehrung verdienter

Helfer, die der 1. Vorsitzende Edelbert Müller nach seinem Rückblick

auf das Jahr 2018 vornahm. Für 60 Jahre Mitgliedschaft bei der MSVH

wurden Ernst Flick und Erwin Laux geehrt, die leider nicht zugegen sein

konnten. Für 50 Jahre Klaus Lechner, Walter Lanzet, Josef Dumser, Walter

Liebel, Albert Schultz, Paul Stanek und Edelbert Weiller. Mit der goldenen

50 Jahre MSVH-Mitglieder (v.l.):

Klaus Lechner, Walter Lanzet,Walter Kuhn, Paul Stanek;

links 1. Vors. Edelbert Müller, re. 2. Vors. Michael Lechner

Goldene Ehrennadel für Bruno Deutsch und Armin Geyer (Mitte)

28 BAHNSPORT AKTUELL Januar '19


Ehrennadel für besonders langjährige Verdienste wurden Armin Geyer

und Bruno Deutsch, die schon jahrzehntelang eine große Stütze des Kassenbereichs

sind, ausgezeichnet. „Diese Helfer haben sich in besonderer

Form um die MSV Herxheim verdient gemacht“, betonte der 1. Vorsitzende

Edelbert Müller. Als Rennleiter oblag es Joachim Ohmer, die erfolgreichen

Clubfahrer der MSV Herxheim auszuzeichnen. Die Clubfahrerwertung gewann

2018 Max Dilger. Auf den Plätzen folgten Celina Liebmann und Lukas

Fienhage. Abgerundet wurde die MSVH-Party 2018 durch die Tombola,

die von Marco Hammer moderiert wurde. • Texte: MSVH; Fotos: Uwe Ebler

AC Landshut

ACL stellt Weichen

für kommende Saison

Smolinski, Grobauer, Wassermann und Mark Riss verlängern um

zwei Jahre • Katt und Wilke erhalten einen Bundesligavertrag für 2019

Nachdem man sich Anfang Oktober 2018 Titel Nummer 19 in der Deutschen

Speedway-Bundesliga gesichert hatte, steckt der AC Landshut

schon wieder mitten in den Vorbereitungen für die Saison 2019.

Am Grundsatz „Kontinuität“ hat sich nichts geändert und die langfristigen

Personalplanungen bestätigen dies mit einem dicken Ausrufezeichen.

Im Rahmen der offiziellen Meisterschaftsfeier im Beisein von rund

Mark Riss, Valentin Grobauer, Martin Smolinski, Jonas Wilke , Christian Schmid, Gerald Simbeck,

vorne Klaus Zwerschina, Stephan Katt und Sandro Wassermann (v.l.) • Foto: Claudia Patzak

200 geladenen Gästen setzten sowohl Martin Smolinski als auch Mark

Riss, Valentin Grobauer und Sandro Wassermann ihre Unterschrift unter

einen Zweijahresvertrag. Auch Stephan Katt wird für ein weiteres Jahr das

rote Teufelshemd überstreifen, während Nachwuchstalent Jonas Wilke

erstmals einen Bundesligavertrag erhält. „Die gesamte Mannschaft harmoniert

seit Jahren bestens, warum also sollte man da etwas umstellen“,

meint Teamchef Klaus Zwerschina. „Die Kernmannschaft hat für zwei Jahre

verlängert, was die Verbundenheit der Fahrer mit dem ACL, aber auch

unser Vertrauen ins Team unterstreicht. Mit dem Vertrag für Jonas Wilke

setzen wir unser Ziel um, unseren eigenen Nachwuchs an die Bundesliga

heranzuführen. Auch ACL-Vize Gerald Simbeck freut sich, dass so viele

Fahrer dem Verein die Stange halten: „Seit Jahren setzen wir auf Identifikation

und Teamgeist. Wir wollen eine regionale Bindung und so dafür

sorgen, dass sich der Zuschauer mit dem Team besser identifizieren

kann. Außerdem entsteht so auch ein enormer Teamgeist, der in der Vergangenheit

nicht unwesentlich für unsere Erfolge verantwortlich war. Es

freut uns daher natürlich sehr, dass wir durch die Zweijahresverträge diesen

Weg weiter fortsetzen können.“

Verzichten müssen die Devils in der kommenden Saison auf ihren Star-

Ausländer Leon Madsen, der sich in der Vergangenheit als sichere Bank

präsentiert hatte. Nachdem er verdient eine der begehrten Wildcards für

den Grand Prix erhalten hat, darf er laut Reglement nicht mehr in der Bundesliga

starten. Hier verhandeln die Verantwortlichen gerade mit einem

Nachfolger. Ebenfalls nicht mehr im Devils-Kader wird in der neuen Saison

Erik Riss sein, der sich für einen Wechsel innerhalb der Bundesliga

entschieden hat. „Mit Erik verlieren wir einen der Toppiloten in Deutschland,

aber so ist nun mal das Geschäft. Für uns ist es sportlich sicherlich

ein herber Verlust, den der Rest der Mannschaft nun kompensieren muss.

Es sind alle gefordert“, kommentiert Teammanager Klaus Zwerschina.

Neben der 1. Bundesliga hat sich der AC Landshut auch entschieden, wieder

eine Mannschaft für den Speedway Team Cup zu stellen. Diese wird

wiederum komplett auf die Jugend setzen, um, wie jetzt am Beispiel Jonas

Wilke bereits praktiziert, eigenen Nachwuchs für die Bundesligamannschaft

herauszubilden. Verstärkt wird die Mannschaft in der kommenden

Saison mit Mark Riss, der seine Karriereplanungen umgestellt hat und

sich hauptsächlich auf Rennen in Deutschland fokussieren will. Neben

ihm werden, wie schon im letzten Jahr, Sandro Wassermann, Jonas Wilke,

Mario Niedermeier und Maximilian Troidl als Young Devils ans Startband

rollen. „Das gibt sicher auch eine harte interne Konkurrenz“, so Klaus

Zwerschina, der auch die Team-Cup-Mannschaft betreut. „Wir haben jetzt

fünf Fahrer für drei Plätze auf den 500er-Positionen, da heißt es Leistung

zeigen und sich auch mal im Training beweisen. Aber die Jungs kommen

jetzt in ein Alter, wo es auch mal gefragt ist, den Ehrgeiz zu schüren, sich

gegen einen Teamkollegen durchzusetzen und Rennhärte zu zeigen.“ Nur

hinsichtlich der 250-ccm-Position ist man momentan noch unentschlossen

und sichtet das Angebot. Eine erneute Teilnahme an der Nachwuchsliga,

dem Bayerncup, rundet das schlüssige Nachwuchsförderungskonzept

der Devils somit auch 2019 ab.

Tolle Unterstützung

für die Nachwuchsarbeit

Der Fanclub „Bahn- und Speedway-Club Landshut e.V.“ stiftet

ein Jugendmotorrad für den Nachwuchs des ACL

Der Bahn- u. Speedway-Club Landshut 1978 e.V. feierte vor wenigen Tagen

sein 40-jähriges Bestehen im Vereinslokal Ergoldinger Stuben. Im

Rahmen dieser Feierlichkeiten überreichten die Fanclub-Vorstandschaft

sowie Initiator Georg Hack sen. den ACL-Vertretern eine Yamaha PW 50,

ein Geländemotorrad für die ersten Fahrversuche von interessierten

Nachwuchsfahrern beim sogenannten „Schnuppertraining“ des ACL. Damit

können auch die jüngsten Interessierten erste Runden auf abgesperrtem

Terrain und unter Anleitung im Speedway-Stadion Ellermühle, der

OneSolar-Arena, drehen. Am 25.2.1978 wurde der Bahn- und Speedway-

Club Landshut von zehn Fans gegründet und wuchs im Laufe der Zeit auf

zirka 90 Mitglieder an. Die Vereinsmitglieder waren damals fast jedes Wochenende

auf den Rennplätzen zu finden, und zwar nicht nur in der näheren

Umgebung, sondern auch im europäischen Ausland, ja sogar in der

damaligen Sowjetunion und in den USA. Es wurden Rennen besucht, unter

anderem in Berlin, Bremen, Norden, Scheeßel, Prelog, Krsko, Lonigo,

Radgona, Vojens, London, Göteborg, Pardubice, Prag, Marienbad, Chorzow.

Die Fanclubmitglieder waren teilweise zirka 30.000 Kilometer im

Jahr mit Bussen und Autos unterwegs, meist organisiert von Mitgründer

Lothar Pollok. Am 10. Mai 1984 wurde der Verein auch ins Vereinsregister

eingetragen und als Satzungszweck festgelegt, den Nachwuchs im

Speedway zu unterstützen. Aber auch die Geselligkeit kam nicht zu kurz.

Es gab Vereinsausflüge, Osterwanderungen, Kegelabende, Faschingsbälle,

Gartenfeste, Weihnachtsfeiern und vieles mehr. Derzeit fehlt zwar etwas

Nachwuchs, aber es gibt immer noch jede Menge gemeinsame Unternehmungen

und Besuche von Bahnsportrennen. Die großzügige Spende

wird sicher dazu beitragen, dass neue Speedwayfans auf den „Bahn- und

Speedway-Club Landshut e.V.“ aufmerksam werden und dessen Fortbestand

sicherstellen. Der ACL bedankt sich noch einmal ausdrücklich für

dieses tolle Engagement und wünscht dem Verein noch viele weitere und

spannende Jahre. • Texte: Claudia Patzak; Foto: Sybille Hack

V.l.: Karl Schmaderer (stellv. Jugendleiter ACL), Gerald Simbeck (2. Vors. ACL),

Christian Schmid (1. Vors. ACL), Marianne Gallinger (1. Vorsitzende Bahn- und

Speedway-Club Landshut), Christine Bindhammer (2. Vorsitzende Bahn- und

Speedway-Club Landshut), Georg Hack, Johannes Gradl (Jugendleiter ACL)

Januar '19 BAHNSPORT AKTUELL 29


NOTIZEN/IMPRESSUM/BAZAR/TERMINE

Trauer beim AMSC Lüdinghausen

Tom Wurm starb

mit nur 61 Jahren

Tom Wurm ist tot. Der Pressesprecher des AMSC Lüdinghausen

starb im Alter von 61 Jahren. Der Bahnsport war sein Leben.

ADAC Stiftung Sport

stellt Förderpiloten 2019 vor

Die ADAC Stiftung Sport präsentierte ihren Förderkader auf der Essen Motor

Show. Als prominenter Gast schaute FIA Präsident Jean Todt vorbei und sprach

mit einigen der Stiftungsfahrer. In der Saison 2019 gehören 36 Motorsporttalente

zum Kreis der Förderpiloten der ADAC Stiftung Sport. Neu hinzugekommen

sind 16 Piloten aus verschiedenen Motorsportserien, 20 Fahrer aus der vergangenen

Saison bleiben weiterhin im Förderprogramm. Am Messe-Freitag wurden

die Talente aus den neun geförderten Disziplinen Motorrad-Rundstrecke, Motocross,

Kart, GT-Sport, Formelsport, Tourenwagen, Rallye, Trial und Speedway im

Rahmen der Essen Motor Show vorgestellt.

„Als ADAC Stiftung Sport wollen wir die deutschen Motorsporttalente der Zukunft

zielgerichtet fördern und auf eine spätere Profikarriere vorbereiten“, sagte Wolfgang

Dürheimer, der Vorsitzende des Vorstands der ADAC Stiftung Sport, bei der

Präsentation des Förderkaders. In Abstimmung mit dem Stiftungsrat – bestehend

aus ADAC-Sportpräsident Hermann Tomczyk, Industrieberater Dieter Seibert,

der zweifachen Rallye-Weltmeisterin Isolde Holderied, DMSB-Präsident

Hans-Joachim Stuck und dem ehemaligen Formel-1-Piloten Ralf Schumacher – ist

die Wahl auf 36 junge Rennfahrer gefallen. Die Motorsporttalente im Alter zwischen

zwölf und 22 Jahren werden Anfang des Jahres als ADAC-Stiftung-Sport-

Förderpiloten in die Saison starten. Der Speedway-Junioren-Weltmeister 250 ccm

und dmsj-Meister der Juniorenklasse C Ben Ernst (15) wird in Zukunft zum Stiftungskader

gehören. Er stößt damit zum Förderprogramm, dem auch Erik Bachhuber

(15) bereits angehört. Zwischen beiden hatte sich die Deutsche Meisterschaft

im Speedway erst durch ein Stechen entschieden. Mit Jonny Wynant (14)

stellt sich ein weiterer Speedway-Neuzugang vor.

Der AMSC Lüdinghausen trauert um sein langjähriges Vorstandsmitglied

Tom Wurm, der im Alter von 61 Jahren plötzlich

und für alle unfassbar am 22. November 2018 verstorben ist.

Nach einem schweren Herzinfarkt hatte er kürzlich in Dortmund

drei Bypässe bekommen und befand sich danach in der

Reha in Datteln. Eigentlich auf dem Wege der Besserung, wie

Nahestehende vermuteten.

Tom Wurm war seit 1996 Mitglied des AMSC Lüdinghausen und

wurde drei Jahre später als Pressereferent in den Vorstand gewählt.

2010 übernahm er das Amt des Schriftführers. In Anerkennung

der besonderen Verdienste um den Motorsport im

ADAC wurde ihm im gleichen Jahr die „Ewald-Kroth-Medaille“

in Gold verliehen.

Der Westfale war beruflich Inhaber eines Fachgeschäftes für

Elektrogeräte für Haushalt und Küche in Lüdinghausen und in

seiner Freizeit mit Leib und Seele dem Bahnsport verbunden.

Er liebte seine Arbeit als Pressereferent und Schriftführer im

AMSC und unterstützte auch in vielfältiger Weise seine Clubfahrer,

wie Christian Hülshorst oder Jens Benneker.

Mit den „Onzos“, einer rührigen Fangruppe aus Lüdinghausen,

war Tom Wurm bei vielen Rennen im Laufe jeder Saison am

Rande der Bahnen als Zuschauer und leidenschaftlicher Fan

aktiv. Dabei konnte man ihn als immer fröhlichen, freundlichen

und empathischen Menschen erleben, der mit seiner jungenhaften

Art pure Sympathie vermittelte.

Unter großer Beteiligung und Anteilnahme vieler Verwandter,

Freunde und Bekannter fand der Gottesdienst zu Ehren von

Tom Wurm am 30. November in Lüdinghausen statt. Anschließend

erfolgte die Beisetzung.

• Text: Rudi Hagen; Foto: Udo Stiefel

Erik Bachhuber, Jonny Wynant und Ben Ernst (vorne v.l.)

LETZTE MELDUNGEN

Russische Einzelmeisterschaft - Semifinals - 15./16.12.2018

Schadrinsk - Ergebnis - qualifiziert für Finalrunden in Togliatti und Kamensk-Uralskij: 1. Dimitri Koltakow,

30 Punkte; 2. Dinar Walejew, 27; 3. Jewgeni Scharow, 23; 4. Nikita Tarasow, 22; 5. Konstantin Kolenkin, 21+3;

Reserve* 6. Nikita Schadrin, 21+2. Ausgeschieden: 7. Dimitri Borodin, 16; 8. Eduard Krysow, 16; 9. Maxim

Kortschemacha, 15; 10. Artjom Akulow, 12; 11. Rustam Akumbajew, 8; 12. Andrej Zhdanow, 8; 13. Iwan Simikow,

7; 14. Artjom Afanasjew, 4; 15. Daniil Bezmaternych, 4.

Ufa - Ergebnis - qualifiziert für Finalrunden in Togliatti und Kamensk-Uralskij: 1. Daniil Iwanow, 29 Punkte;

2. Nikita Bogdanow, 26; 3. Dimitri Soljannikow, 26; 4. Nikita Toloknow, 22; 5. Iwan Tschitschkow, 22; Reserve*

6. Wladimir Bobin, 21. Ausgeschieden: 7. German Khanmurzin, 18; 8. Wadim Swinuchow, 16; 9. Maxim

Karpuchin, 13; 10. Dimitri Bulankin, 11; 11. Elisej Wydrin, 10; 12. Maxim Maslikow, 8; 13. Danil Luschnikow, 7;

14. Anton Sozykin, 6; 15. Nikita Panow, 2; 16. Michail Filatow, 2; 17. Jewgeni Urakow, 1.

Kamensk-Uralskij - Ergebnis - qualifiziert für Finalrunden in Togliatti und Kamensk-Uralskij: 1. Igor Kononow,

30 Punkte; 2. Jewgeni Saidullin, 24+3; 3. Iwan Khuzhin, 24+2; 4. Dimitri Komisewitsch, 23; 5. Sergej

Makarow, 20+3; Reserve* 6. Igor Saidullin, 20+2. Ausgeschieden: 7. Alexander Kozyrew, 17; 8. Wassili Nesytych,

14; 9. Andrej Stepanow, 14; 10. Alexej Kolganow, 13; 11. Danil Nochrin, 10; 12. Dimitri Strelkow, 10;

13. Konstantin Kolesnikow, 7; 14. Nikolaj Makarow, 7; 15. Wlas Nekrasow, 4; 16. Iwan Kosjakow, 2.

*) Reservisten werden vor dem ersten Finalrennen in Togliatti einen Qualifikationslauf bestreiten. Der Sieger

sichert sich den letzten Startplatz.

30 BAHNSPORT AKTUELL Januar '18


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20.1. WEISSENBACH

SPANNUNG VORPROGRAMMIERT

Nach den Wetterkapriolen im Dezember

hat sich der MSC Weissenbach

entschlossen, sein Rennen

am 20.1.2019 durchzuführen.

Der Renntag beginnt um 10:15 mit

dem Training. Um 11:15 starten die

Qualifikationsläufe. Nach der

Fahrervorstellung um 13:00 dürfen

sich die hoffentlich zahlreichen

Zuschauer auf Teilnehmer

aus verschiedenen Nationen und

auf spannende Rennen freuen.

In den kurzen Pausen erwartet Sie

ein interessantes Rahmenprogramm.

Der MSC Weissenbach freut sich

auf Ihren Besuch und einen abwechslungsreichen

Renntag.

Aktuelle Informationen zur Veranstaltung

finden Sie unter www.

mscweissenbach.at

oder auf www.fa

cebook.com/MSC.Weissenbach

Termin: 20. Januar 2019

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Kupplungen, Hagon-Godden-Jawa-Rahmenteile,

Räder, Norton-

Getriebe. Tel. 0160 97210149

BAZAR

Die Vorjahressieger von

Weissenbach (v.l.): Hans Weber,

Franz Zorn und Jasper Iwema

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gegen B.K.B., Speedway

(auch GP), Langbahn usw. Zustiegsort

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