Gesundheitsheft 2019

blumediengruppe
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SPECIAL

GESUNDHEIT

2019


LIEBE LESER

die Medizin macht weiter große

Fortschritte und nicht zuletzt

durch die PrEP hat sich einiges

zum Guten verändert. Trotzdem

gibt es vieles zu beachten und

zu wissen, wenn man als aktiver

Mensch gesund bleiben will. In

unserem Gesundheits-Special

haben wir für dich alles Neue

und Wissenswerte zusammengetragen,

was Mann/Frau/Queer

jetzt wissen sollte. Wir haben

hier aber nicht nur ernste

Themen recherchiert, auch

Wellness- und Schönheitsangebote

kommen vor ...

Und wir lassen Ärzte und

Experten mit dir ihr Fachwissen

teilen, denn schließlich

wollen wir, dass du umfassend

informiert bist.

Einen guten – saferen –

Rutsch ins neue Jahr und viel

Spaß beim Lesen!

Dein Team von der

blu mediengruppe

blu media network GmbH,

Rosenthaler Str. 36, 10178 Berlin

Telefon: (030) 44 31 98-0

Fax: (030) 44 31 98-77

E-Mail: christian.fischer@blu.fm

www.blu.fm

Projektleitung: Christian Fischer (V.i.S.d.P.)

Anzeigen: Christian Fischer

Redaktion: Felix Just (fj), Michael Rädel (rä),

Christian Knuth (ck), Martin Lewicki

Grafik: Denis Hegel

Namentlich gekennzeichnete Artikel geben nicht unbedingt

die Meinung der Redaktion wieder. Die Abbildung oder

Erwähnung einer Person ist kein Hinweis auf ihre sexuelle

Identität. Für eingesandte Manuskripte und Fotos wird nicht

gehaftet. Redaktionelle Änderungen sind vorbe halten. Der

Nachdruck von Text, Fotos, Grafik oder Anzeigen ist nur mit

schriftlicher Genehmigung des Verlages möglich.

Der Gerichtsstand ist Berlin.

3


MÄNNER

GESUNDHEIT

WAS, WANN, WARUM?

An dieser Stelle wollen wir speziell

den Herren ein wenig Rüstzeug an

die Hand geben, damit sie vielleicht

ein wenig gegenüber den Frauen

aufholen, die immer noch eine sieben

Jahre höhere Lebenserwartung

haben. Auch weil Frauen sich mehr

um ihre Gesundheit sorgen, als das

sogenannte starke Geschlecht,

das erst zum Doktor kriecht,

wenn außer kriechen nicht mehr

viel geht. Für den Überblick über

die Männergesundheit haben wir

uns als fachliche Verstärkung Dr.

Stefan Fenske vom ICH Hamburg

(www.ich-hamburg.de) an Bord

geholt. *ck

Ab wann sollte der Mann beginnen,

sich auf welche Krebsarten

untersuchen zu lassen?

Die gesetzliche Krankenversicherung

zahlt folgende Krebsvorsorgeuntersuchungen:

Ab 35 alle

zwei Jahre kann man, am besten

kombiniert mit der Gesundheitsvorsorgeuntersuchung,

die Haut

auf Krebs bzw. Vorstufen untersuchen

lassen. Diese Untersuchung

macht der Hausarzt. Ab 45 kommt

jährlich die Krebsvorsorgeuntersuchung

primär auf Prostatakrebs

dazu (mittels Abtasten mit dem

Finger). Ab 50 wird der Stuhl auf

Blut untersucht, optimalerweise

4


wird diese Stuhluntersuchung mit

55 durch eine Darmspiegelung

ersetzt. Sie ist eine sehr effektive

Methode, um auch Krebsvorstufen,

sogenannte Polypen, erkennen und

entfernen zu können! Die Untersuchung

findet in Kurznarkose statt,

ist also nicht schmerzhaft. Es gibt

ansonsten viele Angebote, die

vermeintlich zur Krebsvorsorge gut

sein sollen. Diese Untersuchungen

muss man selbst bezahlen. Ich rate

dringend, solche Untersuchungen

zunächst mit dem Arzt seines

Vertrauens zu besprechen, bevor

man gegebenenfalls unnötig Geld

ausgibt!

Was leistet die Gesundheitsvorsorgeuntersuchung

ab 35?

Hier wird zunächst abgefragt, wie

die eigenen Risikofaktoren sind

(beispielsweise Rauchen) und ob

in der Familie bestimmte Krankheiten

gehäuft vorkommen. Dann

gibt es eine körperliche Untersuchung,

eine Blutuntersuchung

auf Zucker und Cholesterin sowie

eine Urinuntersuchung. Diese

Vorsorge dient also hauptsächlich

dazu, häufige Volkskrankheiten

wie Bluthochdruck oder Diabetes

zu erkennen, Erkrankungen, von

denen man ja oft viele Jahre selbst

gar nichts merkt.

5


Welche Impfungen sind empfohlen

und wie oft müssen sie wiederholt

werden?

Vorausgesetzt, dass die sogenannte

Grundimmunisierung im

Kindesalter stattgefunden hat,

sollte sich jeder Mensch alle zehn

Jahre gegen Tetanus, Diphtherie

und Keuchhusten impfen lassen.

Menschen, die ab 1970 geboren

sind, sollten sich gegen Masern

impfen lassen, wenn im Kindesalter

nicht vollständig geimpft wurde.

MSM sollten natürlich auch einen

Impfschutz gegen Hepatitis A und

B haben, hier gibt es keine klaren

Regeln zur Auffrischung. Wichtig ist

mir, dass alle Impfungen Kassenleistungen

sind, dies hat sich bei

den Hepatitisimpfungen für MSM

leider immer noch nicht bei allen

Ärzten herumgesprochen! Allerdings

muss man sich natürlich dem Arzt

gegenüber diesbezüglich outen.

Alle Menschen mit chronischen

Erkrankungen und alle, die über

60 Jahre alt sind, sollten außerdem

an die jährliche Grippeimpfung im

Herbst denken.

Gibt es eine Faustregel, wie oft

sich Mann auch ohne, dass etwas

juckt oder sonst wie auffällt,

auf bestimmte STI testen lassen

sollte?

Nein, feste, anerkannte Regeln

gibt es hier nicht. Ich denke, es

kommt sehr auf das eigene Sexualverhalten

an, sprich: Wie sieht

es mit Kondomgebrauch aus, hat

man viele wechselnde, gegebenenfalls

unbekannte Partner und

so weiter? Wegen der langfristigen

Relevanz für die Gesundheit und

bei entsprechendem Sexualverhalten

würde ich regelmäßig Untersuchungen

auf HIV und Syphilis

empfehlen, was sicher einmal pro

Jahr ausreicht. Wie sinnvoll Abstriche

auf andere STI (Gonokokken,

Chlamydien) bei Menschen

ohne Symptome sind, weiß man

nicht. Diese Untersuchungen sind

wegen der fehlenden Leistungspflicht

der Krankenkassen auch

nur über entsprechende Angebote

von Beratungsstellen möglich, bzw.

müssten privat bezahlt werden.

6


7


8


Infektiologie

Ärzteforum Seestrasse

Medizinisches Versorgungszentrum

Schwerpunktpraxis für HIV/AIDS,

Infektiologie, Hepatologie, Suchtmedizin,

Hausärztliche Versorgung

Tel.: 030 . 455 095 - 0

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Ecke Seestraße

Priv. Doz. Dr. med. Wolfgang Schmidt

Luca Schifignano

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Manfred Stündel

Dr. med. Luca Stein

Dr. med. Christian Träder

www.infektiologie-seestrasse.de

9


BETTER

SMILE

SCHÖNER LÄCHELN MIT TIPPS VOM PROFI

Ist Bleaching schädlich für

den Zahnschmelz? Müssen Wurzelbehandlungen

schmerzhaft

sein? Was ist dran am Mythos

„Zahnseide“? Alles was du einen

Zahnarzt schon immer mal fragen

wolltest, haben wir für dich

Mohammed Alef von The Urban

Dentist gefragt.

Du betreibst mit zwei anderen

Zahnärzten eine Praxis in Berlin,

Friedrichshain, mit Fokus auf Ästhetische

Zahnmedizin. Was würdest

du sagen, ist ein einfacher

Eingriff, der das Erscheinungsbild

der Zähne auf simple und effektive

Weise verbessert?

Der einfachste Ansatz wäre die

Zahnfarbe. Durch eine professionelle

Zahnreinigung lassen sich

effektiv Verfärbungen entfernen.

Mit einem Bleaching lassen sich

mit geringem Aufwand die Zähne

aufhellen. Bei kleinen Zahnfehlstellungen

oder ungünstiger Zahnform

können sogenannte Veneers helfen,

Keramikverblendschalen, die zu

tollen ästhetischen Ergebnissen

führen.

10


Für Patienten mit Zahnfehlstellungen

bietet ihr auch Korrekturen per

Invisalign an. Was ist der Vorteil der

Methode? Und wie lange dauert die

Behandlung in etwa? Sagen wir bei

einer leichten Fehlstellung.

Mit Invisalign haben wir die Möglichkeit

kieferorthopädische

Korrekturen unkompliziert mit

durchsichtigen Kunststoffschienen

durchzuführen. Keine störenden

Metalldrähte, keine optische Beeinträchtigung

beim Tragen im Alltag.

Die Therapie ist nach 12 Wochen

abgeschlossen.

Viele potentielle Patienten sind

skeptisch gegenüber einem Bleaching,

da sie befürchten, dass der

Zahnschmelz angegriffen wird.

Kannst du ihnen diese Angst

nehmen?

In unserer Praxis verwenden wir

mit dem Philips Zoom System ein

hochwirksames und gleichzeitig

schonendes Bleaching-System,

das sich bewährt hat. In der Regel

ist das Bleaching unproblematisch,

eine vorherige Beratung durch den

Zahnarzt aber unabdingbar.

11


Ihr arbeitet auch mit Implantaten. Die

allgemeine Meinung lautet hier: Das

kann nur teuer werden. Stimmt das?

Implantate sind eine sehr hochwertige

Art des Zahnersatzes. Keine andere

Versorgung kommt einem eigenen

Zahn so nahe. Auch wenn die Kosten

höher sein können, so investiert man

hier in eine sehr langlebige Versorgung.

Muss eine Wurzelbehandlung

schmerzhaft sein?

Nein, überhaupt nicht. Mit einer Anästhesie

können wir so gut wie jede

Behandlung schmerzfrei gestalten,

auch eine Wurzelkanalbehandlung.

Mit den heutigen technischen Möglichkeiten,

die wir nutzen, ist selbst eine

angenehme Wurzelkanalbehandlung

mit hohen Erfolgsaussichten möglich.

Unser Zahnfleisch ist mehr oder

weniger nicht reparabel. Was kann

ich bei der täglichen Zahnpflege tun,

um mein Zahnfleisch zu schützen?

Zweimal am Tag Zähne putzen, ruhig

auch das Zahnfleisch mit der Zahnbürste

massieren. Nicht zu viel Druck, und

bitte kein „wildes Schrubben“. Mit der

Zahnbürste von rot nach weiß, also vom

Zahnfleisch wegputzen. Und natürlich

Zahnseide verwenden.

Mythos Zahnseide: Wie wichtig

ist die regelmäßige Anwendung?

Sehr wichtig. In die Zahnzwischenräume

kommt leider keine Zahnbürste.

Werden diese nicht sauber

gehalten kann es zu Karies oder

Zahnfleischentzündungen kommen,

langfristig zu Parodontitis.

Dein Tipp für Angstpatienten?

Das Wichtigste: Einen Zahnarzt

finden, dem man vertraut und

der genügend Zeit und Empathie

aufbringt um einem die Angst zu

nehmen. Wenn alles nicht hilft besteht

die Möglichkeit zahnärztliche

Behandlungen in Sedierung durchzuführen,

zum Beispiel mit Lachgas

oder Dormicum.

www.theurbandentist.de

The Urban Dentist,

Warschauer Str. 32,

10243 Berlin

12


Beratung, Vorsorge (auch PREP),

Untersuchungen (auch HIV-Schnelltest)

und Behandlung aller sexuell übertragbarer Erkrankungen

hausärztliche Versorgung

Kooperation mit Psychotherapeuten vor Ort

Linienstraße 127

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13


Inhaber: Dr. Karsten Krause

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14


POSITIV miteinander leben ...

daran ist nichts negativ!

Denn bei uns steht der

Mensch im Mittelpunkt!

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PSYCHE

AUCH OHNE TWITTER ZWITSCHERT‘S

Mittlerweile dürfte es jeder

wissen: Detoxing mit Drinks

etc. gibt es nicht wirklich. Und

schon gar nicht mit Cremes und

Masken. Aber digitales Detoxing

funktioniert.

Einfach mal offline sein, um zur

Ruhe zu kommen. Nicht viermal pro

Urlaubstag die Geschäfts-E-Mails

bearbeiten, sich das Recht nehmen,

mal das Handy auszulassen und

nicht im Urlaub all die WhatsApp-

Nachrichten, Facebook-Nachfragen

und SMS von Geschäftskontakten

zu beantworten.

Man muss auch mal bei sich, bei der

realen (Wahl-)Familie sein dürfen.

Abschalten auf dem Land oder im

Kloster, zur Ruhe kommen beim

Joggen (ohne Zeitdruck) oder

auch nur beim besten Freund im

Garten. Technik und Internet machen

das Leben leichter, klar, sie

können aber auch Stress verursachen.

Und wenn man gestresst

mit halber Energie unter (selbst

gemachtem) Druck Sachen, Personen

abarbeitet, tut man sich

nichts Gutes. Und dem Kontakt

letztendlich auch nicht. Wer öfters

offline ist, sammelt Energie, um

dann „richtig“, also aufmerksam

online zu sein. Und wer Dinge in

Büchern nachschlägt, der merkt

sie sich besser, als wenn Datenkrake

Google einem alles sagt.

Daher: Digital Detoxing geht

ganz einfach und spart Strom.

Einfach mal ausmachen, die digitalen

Alltagshelfer! *rä

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FOTO: ISTOCKPHOTO.COM/DAMEDEESO

17


Hartmut-Spittler-Fachklinik

in Berlin-Schöneberg

Entwöhnung von Alkohol, illegalen

Drogen und Medikamenten.

Wir sind rund um die Uhr für Sie da.


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Aufnahmekoordination/Beratung

Ariane Hübner, Tel. 030 130 20 8603

werktags 09:00 – 15:00 Uhr

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Kontakttelefon

Tel. 030 130 20 8600

Für Fragen rund um die Entwöhnung

und Vereinbarung von Vorgesprächen

können Sie uns auch schreiben an

entwoehnung@vivantes.de

Ihr Weg zu uns

Hartmut-Spittler-Fachklinik am

Vivantes Auguste-Viktoria-Klinikum

Rubensstraße 125, 12157 Berlin

www.vivantes.de/avk/spittler

Bildnachweis: © Innovated Captures - Fotolia.com


EREKTILE

DYSFUNKTION

WENN EIN MANN WILL,

ABER NICHT KANN

Die Erektion eines Mannes ist

weder ein echter Liebesbeweis

noch ein verlässlicher Indikator

für sexuelle Erregung. Doch kaum

ein Moment ist so enttäuschend

und peinlich, wie die fehlende

„Latte“ beim Liebesspiel. Erst

dann wird deutlich, wie fragil,

komplex und wichtig eine

Erektion ist. Als Single ist eine

sexuelle Störung ein Beziehungshemmnis,

während in festen

Partnerschaften die Impotenz zur

harten Bewährungsprobe wird.

Wir sprachen mit dem Experten

und Gründer der ersten deutschen

Selbsthilfegruppe für Männer mit

sexuellen Störungen, Günther

Steinmetz, über die Ursachen,

die Therapiemöglichkeiten und

das Leiden impotenter Männer.

Interview: Martin Lewicki

In welchem Alter tritt eine ED in den

meisten Fällen ein?

Die Häufigkeit von ED ist stark altersabhängig.

In der Altersgruppe von 30 bis

39 Jahren sind 2,3 Prozent der Männer

betroffen, während es bei den 70- bis

79-jährigen 53,4 Prozent sind.

Ist eine ED gleichzusetzen mit einem

Libidoverlust? Sind die Ursachen hier

die gleichen?

Nein, ED und Libidoverlust sind zunächst

mal zwei verschiedene Baustellen. Aber

bei einer ED kann der Libidoverlust auch

eine Art unbewusster Selbstschutz sein,

der den Mann davor bewahrt, in eine

Situation zu geraten, die er als extrem

peinlich und erniedrigend empfindet.

Was sind die „typischen“ beziehungsweise

häufigsten Ursachen für eine ED?

Häufige Ursachen von ED sind Diabetes

(rund die Hälfte aller Diabetiker leidet

früher oder später unter ED), Herz-

Kreislauf-Erkrankungen sowie Operation

und Bestrahlungen im kleinen Becken bei

Blasen-, Enddarm- und Prostatakrebs.

20


Warum ist die ED heutzutage immer

noch ein Tabuthema?

Das wüsste ich auch gerne! Anscheinend

ist für viele Männer die Vorstellung

von Männlichkeit untrennbar mit

sexueller Potenz verbunden. Dafür

gibt es viele Gründe, angefangen

vom Stellenwert der Sexualität in

unserer Gesellschaft bis hin zu unserer

menschlichen Entwicklungsgeschichte.

Anhaltende Erektionsstörungen lösen

daher bei vielen Männern ein wahres

Gefühlschaos aus: Sie fühlen sich nicht

mehr als „richtiger“ Mann, sondern als

„Versager“ und „Schlappschwanz“ und

trauern der vermeintlich für immer

verlorenen Sexualität nach.

Sind aus Ihrer Erfahrung mit Betroffenen

die Gründe eher psychisch

oder organisch?

Bei jungen Männern liegen oft psychische

Ursachen wie zum Beispiel

Stress und Versagensangst vor, während

bei älteren Männern meistens

körperliche Ursachen der Auslöser sind.

Allerdings führen auch ursprünglich

rein organisch verursachte Erektionsstörungen

fast immer zu psychischen

Problemen wie der Beeinträchtigung

des Selbstwertgefühls, Versagensangst,

Vermeidung von sexuellen Aktivitäten

und Depressionen, die ihrerseits die

Erektionsstörung verstärken und

aufrechterhalten können. Bei körperlichen

Ursachen ist der Verlauf der

ED meistens schleichend, während

bei psychischen Ursachen die ED oft

plötzlich auftritt.

Wie sollte sich ein Mann am besten

verhalten, wenn er merkt, dass er

über einen längeren Zeitraum trotz

sexueller Erregung keine Erektion

bekommt?

Eine ED kann ein erstes auffälliges

Symptom einer gefährlichen Krankheit

wie beispielsweise Bluthochdruck, Arteriosklerose,

koronare Herzkrankheit,

Diabetes und Depressionen sein. Studien

haben gezeigt, dass viele Männer

mit einem Herzinfarkt schon Jahre

vorher Erektionsstörungen hatten!

Deshalb ist der Arztbesuch für jeden

Mann mit ED unbedingt erforderlich.

Wie wird eine ED am besten behandelt,

wie sind die Therapiemöglichkeiten?

Getreu dem Grundsatz „Vor der Therapie

steht die Diagnostik“ sollte bei einer ED

zunächst mittels einer ausführlichen

Anamnese, einer körperlichen Untersuchung

und einer Laboruntersuchung

eine fundierte Diagnose erstellt werden.

Die darauf folgende Behandlung besteht

aus: Behandlung von Begleiterkrankungen,

Beratung und eventuell

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Therapie bei psychischen Problemen,

Austausch von Medikamenten, die eine

ED verursachen können, Änderung von

schädlichen Lebensgewohnheiten, also

mehr körperliche Aktivitäten, mediterrane

Ernährung, abnehmen, mit dem

Rauchen aufhören, Stress abbauen

und schließlich die symptomatische

Behandlung der ED.

Wie sieht eine symptomatische

Behandlung aus?

Hier werden in erster Linie die sogenannten

PDE-5-Hemmer wie Cialis,

Levitra, Spedra und Viagra eingesetzt.

Wenn die nicht wirken, dann stehen

weitere Optionen zur Verfügung:

Schwellkörperautoinjektionstherapie

(SKAT), Vakuumpumpe, MUSE und

Vitaros sowie ein Schwellkörperim-

plantat. Bei all diesen Möglichkeiten

sollte „Mann“ nicht vergessen, dass es

auch befriedigenden Sex ohne Erektion

gibt, denn ein Orgasmus ist auch mit

schlaffem Penis möglich.

Ist Ihnen bekannt, ob es zu einem

Suchtverhalten bei der Einnahme

von Potenzmitteln kommen kann?

Ich kenne keine Veröffentlichungen, die

den PDE-5-Hemmern eine suchterzeugende

Wirkung bescheinigen. Wenn die

PDE-5-Hemmer nur zur Leistungssteigerung

verwendet werden, dann werden

sie oft mit anderen Stimulanzien

kombiniert. Dabei ist äußerste Vorsicht

geboten. Besonders die Kombination

von PDE-5-Hemmern und Poppers

kann zu einem lebensgefährlichen

Blutdruckabfall führen.

GÜNTHER STEINMETZ

Günther Steinmetz ist Gründer der ersten deutschen Selbsthilfegruppe für Männer

mit Erektionsstörungen. 1997 wurde bei ihm Prostatakrebs diagnostiziert. Drei

Wochen später wurde die Prostata entfernt. Bei der Operation wurden die für die

Erektion verantwortlichen Nerven zerstört. Dadurch kann er auf natürlichem Weg

keine Erektion mehr bekommen. Er selbst sagt: „Sex ist die schönste und intensivste

Möglichkeit, sich Nähe, Akzeptanz und Zuneigung zu zeigen. Die Impotenz war für

mich eine Nummer zu groß, um allein damit fertig zu werden. Deshalb wollte ich mich

mit anderen betroffenen Männern austauschen und wissen, wie sie mit dem Problem

umgehen.“ Da es zum damaligen Zeitpunkt keine Foren und Anlaufstellen für impotente

Männer gab, gründete er eine Selbsthilfegruppe, die deutschlandweit Bekanntheit

erlangte. Mittlerweile besuchen tausende von Betroffenen seine Website, die über alle

Formen der Erektionsstörung berichtet und aufklärt: www.impotenz-selbsthilfe.de

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Verabschiede

Dich von Deiner

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PRAXIS FÜR

ORALCHIRURGIE

DR. MED. DENT. MICHAEL PETCHLER

TELEFONISCHE SPRECHZEITEN

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13:00 bis 18:00 Uhr

8:30 bis 11:00 Uhr

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11:30 bis 17:00 Uhr

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Praxis für Oralchirurgie

Dr. med. dent. Michael Petschler

Feurigstraße 52,10827 Berlin (Schöneberg)

E-Mail: anmeldung@oralchirurgen.berlin

Telefon: 030 / 782 15 62

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Ambulanter Spezialpflegedienst

für Menschen mit HIV,

Pflege-WGs und ambulanter

psychiatrischer Pflege

Wiesenstraße 16, 13357 Berlin

Tel: 030 / 6918033

In allen Fragen für sie da:

Stephan Lehmann

25


BERTHOLD

ROTHAS:

„YOGA, KAKAO UND HONIG“

Seit über acht Jahren ist Berthold

Rothas ein erfolgreiches

Model. Nebenbei hat er sich

aber auch ein zweites Standbein

aufgebaut: Er unterrichtet

Yoga. Und studiert hat er auch,

nämlich Schauspiel in New York.

Genug Stoff also für ein Interview!

Hast du dich schon vor dem Modeln

für Yoga interessiert oder

kam das dadurch?

Modeln tue ich schon seit acht Jahren,

Yoga mache ich erst seit drei. Klar

wusste ich auch schon vor meiner

Modelkarriere vom Yoga, hab das

allerdings erst vor vier Jahren über

eine Freundin in New York entdeckt.

Und als ich dann eine lange Reise

startete, nahm ich mir vor, jeden Tag

Yoga zu machen.

Worauf kommt es beim Yoga an?

Yoga ist Spiel mit kosmischer Energie.

Es ist ein Wechselspiel zwischen Kraft

und Hingabe und verleiht dir den

Ritterschlag eines vollkommenen

Freiheitsgefühls. Yoga ist schlussendlich

die Beziehung zwischen deiner

Seele, deinem Geist und deinem

Körper – und am wichtigsten, wie

mit jeder anderen Beziehung auch,

ist es, etwas dafür zu tun.

Du machst eine besondere Art

von Yoga, oder?

Kundalini-Yoga, das auch als „The

Yoga of Awareness“ bezeichnet

wird. Kundalini ist in der Mythologie

die Schlangengöttin, die

an der Wirbelsäule die Chakras

hinauftanzt. Dabei findet eine

Aktivierung statt, die zu Bewusstseinserweiterung

führt.


27


FOTO: PICJUMBO.COM/VIKTOR HANACEK

Du ernährst dich bewusst, verrate

mir, was du so isst ...

Meine Lieblingsessen sind Guacamole

mit Mango, Bananen, Erdbeeren, Kiwis,

Himbeeren, Brombeeren, Walnüsse,

Mandeln, Paranüsse, Cashewnüsse,

frisch gemahlene Kakaobohnen. Oder

einfach nur Avocado-Banane, Erdnüsse

und Kakao mit Honig.

Du hast einen Tribe gegründet,

wie kommt man da rein? Was

sind die Regeln?

Wir nennen uns Cosmic Pirates und

haben unsere Homebase am See

Atitlan in Guatemala. Regeln gibt

es eigentlich keine. Das Ganze fing

damit an, dass ich eine Superfood-

Küche gestartet habe, zu einem

Musikfestival über Neujahr in Guatemala.

Danach haben wir einen

Chicken-Bus gekauft und in San

Marcos am See Atitlan ein Restaurant

eröffnet. Ein Schloss gibt es

auch noch! Ende des Jahres buche

ich ein Ticket zum Neujahrsfestival

in Guatemala, wo wir diesmal

mit dem Chicken-Bus vorfahren

und die üblichen Verdächtigen mit

gehörig geladenen Prana-Bomben

versorgen werden. Shantaram sagt:

„Die Idee ist es, eine Bewegung zu

schaffen, die unsere Generation

zu einem neuen kollektiven Bewusstsein

führt, die lebendig ist,

spielerisch und Schlagkraft hat.“

On board kommt man per Anmeldung

bei Capt. Zenon über unsere

Facebook-Seite.

•Interview: Michael Rädel

Facebook: Cosmic Pirates Inc.

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ICH HAB MIGRÄNE

WENN ES POCHT UND SCHMERZT

Migräne wird einerseits als

Begriff inflationär verwendet,

wenn man nur einen Kater oder

Kopfweh hat. Andererseits ist die

wirkliche Migräne ein äußerst

schmerzhafter Zustand, an dem

rund 10% der Bevölkerung leiden

sollen. Scheinbar gibt ein neues

Mittel dagegen.

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Botox, jenes vor allem in der Schönheitsindustrie

eingesetzte Gift kann

helfen, den lähmende Schmerz auszuschalten.

Das von Bakterien erzeugte

Gift gilt als nebenwirkungsarmes Medikament

zur Behandlung muskulärer

Überaktivität, wirkt gegen Mimikfalten,

soll hyperaktive Blasen beruhigen und

auch bei Depressionen helfen. Und

eben bei Migräne.


Foto: istockphotocom_AleksandarNakic

33


Denn die kann u. a. dadurch entstehen,

dass man sich in der Nackenregion

verkrampft, was zu der Theorie passt,

dass Migräne NACH Stressphasen

auftritt, nicht währenddessen. Ist

man unter Druck und angespannt,

verkrampft man Tag für Tag mehr und

hat irgendwann diese stechenden,

pochenden Kopfschmerz, oft auch

begleitet von Lichtempfindlichkeit,

Geräusch- und Geruchsempfindlichkeit

sowie Übelkeit.

Interessant dabei ist, dass die Migräne

sich langsam ankündigt, Betroffene

und daran Forschende berichten von

vier Phasen: der Vorboten-, Aura-,

Kopfschmerz- und Rückbildungsphase.

In der Vorbotenphase kann es

zu Heißhunger auf bestimmtes Essen

kommen, was mit dem empfundenen

Stress zusammenhängen kann – die

Kopfschmerzen sind nicht eine Reaktion

auf das Essen selbst. Die sogenannte

Auraphase ist durch Kribbeln („Ameisen“)

in den Gliedmaßen und optische Wahrnehmungsstörungen

gekennzeichnet.

Die Kopfschmerzphase ist die Phase,

die dann jedem Patienten als Migräne

auffällt: pochende Schmerzen an

Stirn, Schläfe und Auge, man zieht

sich zurück, will es lieber dunkel und

ruhig haben, hat kaum Appetit – und

das bis zu drei Tagen lang. Dann folgt

die bis zu 24 Stunden andauernde

Rückbildungsphase.

Als Auslöser für Migräne werden

Hormonschwankungen, Stress und

eine plötzliche Änderung der Schlafgewohnheiten

betrachtet, das kann

aber individuell und von Attacke zu

Attacke variieren.

Ziemlich erfolgsversprechend ist ein

relativ neues Verfahren: Botox gegen

Migräne. Hierbei werden die Muskeln im

hinteren Nackenbereich durch Botox

(Botulinumtoxin A) ruhig gestellt, man

kann also nicht mehr verkrampfen.

Das lässt hoffen. *rä

34

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