Infomagazin der Freiwilligen Feuerwehr Mittersill

goran.brcina
  • Keine Tags gefunden...

Jahresüberblick 2018

Nicht immer hatten die Schuhmacher eine gute

wirtschaftliche Basis, auch nicht in Mittersill.

Viele Menschen konnten sich keinen guten

Schuh für Arbeit oder die damals karge Freizeit

leisten. Die Schuster überlebten meist nur,

wenn sie auf die „Stör“ zu den Bauern gingen,

da die Landbevölkerung für die harte Arbeit im

Gebirge gutes Schuhwerk benötigte.

Bild : Alte Schusterwerkstatt in Mittersill

Die Berufsgruppe der Schuster, oft verbunden

mit anderen Leder verarbeitenden Berufen wie

Sattler oder Riemer, wussten sich jedoch zu

helfen und erstellten in früheren Jahrhunderten

ihre strengen „Zunftordnungen“, sozusagen

Berufsvereinigungen. Ein solcher Antrag liegt

für Mittersill aus dem Jahr 1541 vor, als die

„Schuechmacher in der Herrschaft Mittersill,

als zutiefst im gebürg an die fremden granitzen

[Grenzen] stoßend, … durch die geverlich und

würr zeit von tag zue tag in merer armuet

und verderben wachsen“, den Landesherren

um Hilfe und Genehmigung ihrer neuen

Zunftordnung ersuchten.

Bild: Auszug aus dem Antrag zur Zunftordnung

23 Jahre Ortsfeuerwehrkommandant

Herbert Sinnhuber hlights

Fest zur Weihe des ersten

Tanklöschfahrzeuges der

Freiwilligen Feuerwehr

Mittersill 1979

1986 wurde ein modernes

Drehleiterfahrzeug in

den Dienst gestellt. Im

Bild Herbert Sinnhuber

mit dem damaligen

Landesfeuerwehrkommandanten

Harald Ribitsch und

Bürgermeister Walter

Reifmüller.

Schlüsselübergabe für

das neue Feuerwehrhaus.

Im Rahmen des Jubiläums

110 Jahre Freiwillige

Feuerwehr Mittersill

1991 fand auch die

Schlüsselübergabe für das

heutige Feuerwehrhaus

statt.

Genaue Regeln wurden für die Ausbildung und

für das Meisterstück aufgestellt, von fünf Paar

Schuhen sollte “das virt ain hoch par frauen

schuech mit selbs gewachsten aufsätzn und

khnoiffeln, das fünfft par schuech dartzue

das leder Rott nutzlich und wol geschmirt und

gearbait, und erst darnach geschwartzt“ sein.

Selbstverständlich war dem „Herbergsvater“

in die „Zunftpuechsen“ ein jährliches Entgelt

zu leisten oder von einem neuen Meister allen

in der Zunft Vereinigten „ein wein mahl“ zu

verabreichen. Die Meister und Gesellen durften

während der Versammlung „khain verpotten

worte geben“ oder mussten „ire waffen in der zeit

beim Ofen lassen“. Ein gegenseitiges Abwerben

von Gesellen durch besseres Lohnangebot, die

Aufnahme von „ausländigen“ Meistern oder

ledigen Gesellen im Gericht war verboten. Kranken

oder arbeitslosen Meistern und Gesellen wurde

durch die Zunftlade jedwede Unterstützung für

gewisse Zeit zugesagt, „ging er aber Todts ab,

so soll man Ihme darzue aus der Bruderschaft

zue der Erden bestatten und mit ainem Seelambt

besingen lassen.“

So wie sich die Zunftmitglieder – auch anderer

Berufe – seit Jahrhunderten gegenseitige Hilfe

zusagten, sind heute und wohl auch in Zukunft

die Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr

jederzeit zur Hilfestellung bei Katastrophen und

in Nöten der Bevölkerung bereit. Besonderer

Dank jedem Einzelnen!

7

Ähnliche Magazine