Leseprobe Lilli & Lou

beschottart

Zwei vierzehnjährige Teenager, Lilli & Lou, erleben ganz normale Dinge, an ganz normalen Tagen – so wie DU! In den Alltagsgeschichten spielen die Gefühle wie Angst, Hilflosigkeit, Ausgrenzung, Enttäuschung, Freundschaft und die Liebe eine bedeutende Rolle. Lilli & Lou sind fest entschlossen zu erfahren, wie das so ist mit dem Leben und den Gefühlen! Gemeinsam gehen die beiden Freunde den Dingen auf den Grund. Sie fangen an sich Fragen zu stellen. Nach jedem Kapitel habe ich Gedankenanregungen aufgeschrieben, TO DO`s zum Ausprobieren mit zusätzlichem Bonusmaterial und einem kostenfreien Online Kurs zusammengestellt, damit du noch tiefer in die Themen eintauchen kannst! Wenn DU auf der Suche nach Antworten, Orientierung und Werten bist, dann schenkt dir das Buch Möglichkeiten mit den Themen: Selbstliebe, Selbstbewusstsein, Körperwahrnehmung und Berufungsfindung besser umzugehen. DU BIST HERZLICH EINGELADEN AUF EINER REISE ZU DIR SELBST! Viel Spaß beim Lesen, Entdecken und Fühlen

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BETTINA SCHOTT

LILLI & LOU

Kurzgeschichten über das Leben und die Gefühle

DEIN MITMACHBUCH

Band 1

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Bibliografische Information der Deutschen Nationalbibliothek:

Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation in der

Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im

Internet über http://d-nb.de abrufbar.

ISBN 978-3-9820182-0-1

© 2018 Herz Projekt Verlag, Bad Dürkheim

Alle Rechte vorbehalten. Kein Teil dieser Publikation darf ohne vorherige Zustimmung

durch den Herausgeber in irgendeiner Form oder auf irgendeine Weise - sei

es elektronisch, mechanisich, als Fotokopie, Aufnahme oder andersweitig - reproduziert,

auf einem Datenträger gespeichert oder übertragen werden.

Gestaltung & Satz: Bettina Schott

Illustrationen & Bilder: Bettina Schott

Lektorat & Korrektorat: Sina Schott, Hamburg

Druck: ABT Print und Medien GmbH, Bruchsalerstr. 5, D-69469 Weinheim

Verlag: Herz Projekt Verlag, Freinsheimer Str. 7b, D-67098 Bad Dürkheim

Autoren & Verlagsseite: www.bettina-schott.de

E-Mail: info@bettina-schott.de

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MEIN WOFÜR

Für meine beiden wundervollen Mädels, Sina & Maren,

die mein Leben mit jedem Tag mehr bereichern

und die ich über alles in der Welt

von ganzem Herzen liebe! ALWAYS ♥

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Die Autorin Bettina Schott wurde

1969 in der „goldischen“

Pfalz geboren. Heute lebt sie dort mit

Ihrer Familie, mitten in der Natur,

zwischen den Weinbergen. Schreiben

und Gestalten sind das Lebenselixier

der Autorin. Ihr Erstlingswerk:

Lilli & Lou - Kurzgeschichten über das

Leben und die Gefühle,“ schreibt sie für die

Kinder- und Jugend und die sogenannte

All Age Literatur. Bettina Schott liebt es

die Buchwelt ein bisschen auf den Kopf

zu stellen. Dabei neue Kommunikationswege

finden, Soziale Medien mit einbinden,

die Leser/- innen zum Schreiben zu motivieren und für ein selbstbestimmtes

Leben zu inspirieren, weckt ihre Begeisterung.

ein Anspruch ist es, die Inhalte des Buches nicht zu vermitteln,

„ Msondern erlebbar zu machen!“

DEIN JOURNAL

112 Seiten, liniert

ISBN 978-3-9820182-1-8

© 2018 Herz Projekt Verlag

Bad Dürkheim

9 783982 018218

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LILLI & LOU

Kurzgeschichten über das Leben und die Gefühle!

DEIN MITMACHBUCH

Ein Buch für Kinder, Jugendliche & junge Erwachsene der

Generation Z, die mutig genug sind mehr über sich und ihre

Gefühle herauszufinden.

Ein Buch für Eltern, die ihre Kinder dabei unterstützen, sich

zu entdecken, zu lieben und dabei selbst noch etwas über sich erfahren

wollen!

Ein Buch voller Kurzgeschichten, Gedankenanregungen, inklusive

Bonusmaterial, einem kostenfreien Online-Kurs, To Do`s und

viel Platz für DICH zum Schreiben, über alles was dich bewegt.

Dieses Buch gehört:

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Bitte besuchen Sie auch www.bettina-schott.de und das

Online Magazin unter www.mission-herzensprojekte.de

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INHALT

Summary ..................................................................... 11 - 13

Lilli & Lou ................................................................. 14 - 15

1. Die Sache mit der Prüfungsangst ...................... 16 - 21

Gedankenanregungen & ToDo`s for you 22 - 25

2. Die „Neue“ ............................................................ 26 - 31

Gedankenanregungen & ToDo`s for you 32 - 35

3. Freundschaft meets [Ent]Täuschung ................ 36 - 43

Gedankenanregungen & ToDo`s for you 44 - 55

4. Was ist nur los mit Lou? ...................................... 56 - 61

Gedankenanregungen & ToDo`s for you 62 - 65

5. Denn sie wissen nicht, was sie tun! ................... 66 - 69

Gedankenanregungen & ToDo`s for you 70 - 77

6. 1000 mal berührt .................................................. 78 - 85

Gedankenanregungen & ToDo`s for you 86 - 89

Wortsinn ... kurz erklärt .......................................... 90 - 98

Tools & Taktiks ......................................................... 99 - 101

Filmtipps ..................................................................... 102 - 103

Zum guten Schluss .................................................... 104 - 109

Danksagungen ........................................................... 110

Quellen, Buchtipps & Links .................................. 111

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SUMMARY

s gibt bereits viel Lesestoff über Selbstfindung und Persönlichkeitsentwicklung,

sie richten sich in der Vielzahl an erwachsene

E

Leser. Diese Bücher verändern etwas in uns, sie „rühren“ uns innerlich

an und bringen etwas in Bewegung.

Wie wichtig es ist alles über den Körper, Geist und die Seele zu erfahren

habe ich selbst für mich entdeckt. Es ist einfach erfüllend seinen

eigenen Herzensweg zu beschreiten und dabei die Zusammenhänge des

Lebens zu erfassen.

Der Wunsch, diese Erfahrungen und Werte bereits dir, der jungen

Generation zugängig und somit bewusster zu machen, steckt in den

folgenden Geschichten über Lilli & Lou. Sie erzählen über das Gefühlsleben

der beiden und erleichtern es dir mehr über dich selbst herauszufinden.

Denn das ist es letztendlich was einen Herzensweg ausmacht: Werde

dir deiner Gefühle bewusst und dein Leben gelingt!

Ein Buch – für dich!

Für ein herrliches, selbstbestimmtes, losgelöstes, glückliches und erfülltes

Leben!

Ich richte bewusst das Wort an alle Kinder und Jugendliche, Mädchen

und Jungs, also an DICH, um dich dazu aufzufordern, zu ermutigen,

deinen Herzensweg zu gehen. Bewusst hinzuschauen, sich nicht mit

der Masse mitreißen zu lassen, sondern achtsam deinen eigenen Pfad

zu beschreiten.

Gar nicht so einfach und doch so leicht!

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Unser Körper, der Spiegel der Seele, sendet uns ständig Zeichen, jeden

Tag, jede Sekunde. Deine Aufgabe ist es die Hinweise zu erkennen, sie

anzunehmen und zu verwandeln. Entdecke deine verborgenen Schätze,

deine Perlen.

Fragst du dich öfter einmal: „Wieso passiert mir das ständig? Macht das

alles überhaupt einen Sinn? Warum fühle ich mich so traurig? Wieso

kann ich nicht sagen, was mir nicht gefällt - in einer bestimmten Situation

oder in einer Beziehung bzw. Freundschaft?“

Glaube mir, wir stehen alle einmal, früher oder später, vor diesen

Fragen!

Fange jetzt an die Antworten auf all deine Fragen selbst herauszufinden.

Höre auf deine innere Stimme, auf den Ruf deines Herzens. Es will

dich führen, damit DU, DU sein kannst.

Die Kurzgeschichten zeigen dir Beispiele auf, die du bereits kennst

oder die du schon einmal in ähnlicher Weise erlebt hast. Die Gedankenanregungen

und To Do`s werden dir helfen die Themen bewusst

anzuschauen und noch weiter zu vertiefen. Du hast die Möglichkeit

einen kostenfreien Online Kurs über einen Link bzw. den

QR-Code auszuprobieren. Es stehen dir Meditationen mit Musik

zum Lauschen und Entspannen zur Verfügung. Anschließend hast

du genügend Platz alles was dich gerade bewegt aufzuschreiben.

Du wirst dieses Buch nicht lesen DU wirst es erleben und lieben ♥

Bring deine Gedanken auf Papier und vieles wird dir mit einem Mal

klarer erscheinen.

„Lass dich darauf ein!

Lass die Worte dein Herz berühren!“

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Lausche deinem Herzen,

fühle deine Gefühle

und alles in deinem Leben

wird in Liebe geschehen!“

[Bettina Schott]

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LILLI

Ein vierzehnjähriges Mädchen mit schulterlangen, braunen

Haaren, die sie gerne zu einem Dutt zusammen trudelt. Sie lebt

mit ihrer Familie und dem Kleinhund „Siska“, in einem Vorort

namens „Irgendwo.“ Lilli besucht die Schule, hat ein paar

mehr oder weniger nette Freundinnen und einen lieben Freund,

den Lou! Mit ihm verbringt sie die meiste Zeit. Sie sitzen in der

Schulbank nebeneinander, wenn die Lehrer die beiden nicht gerade,

wegen zu viel Gequatsche auseinandersetzen!

LOU

Die Abkürzung von „Louis“, ist ein ausgeschlafener vierzehneinhalbjähriger

Junge, mit kurzen, meist gegelten, braunen

Haaren und fünf Sommersprossen auf der Nase, die aber nur

im Sommer sichtbar werden. Er lebt mit seinen Eltern im gleichen

Vorort wie Lilli. Wie alle anderen Jungs, tobt er sich gerne

auf dem Sportplatz aus oder zockt an der Spielkonsole. Aber am

liebsten verbringt Lou Zeit mit Lilli!

LILLI & LOU

Die beiden können über vieles miteinander reden. Dann sitzen

sie auf ihrer Lieblingsbank und genießen einfach die Zeit zusammen.

Und wenn es einmal gar nichts zu reden gibt liegen sie

auf einer Wiese, schauen in den Himmel und sehen zu, wie die

Wolkenbilder ziehen!

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DIE SACHE

MIT DER PRÜFUNGSANGST

Lilli wacht auf. Es ist Montagmorgen. Ein neuer Start in die Woche

und in den Schulalltag beginnt! Heute fühlt sie sich schwer, ihre

Beine wollen gar nicht aus dem Bett steigen. Aber nach dem zweiten

Klingeln des Weckers erhebt sie sich.

Ein kurzes: „Guten Morgen Mami“, die bereits in der Küche steht

und Schulbrote mit Frischkäse bestreicht und schon sitzt Lilli, Müslilöffelnd,

am Küchentisch. Die Mischlingshündin Siska steht nun

schwanzwedelnd neben dem Stuhl und wartet darauf ein paar Krümel

abzubekommen. Lilli tätschelt ihren Kopf und der Hund lässt sich das

gern gefallen.

Nach einem kleinen Frühstück und dem Blick auf das Handy, gerät

Lilli mit einem Mal in Eile.

Sie ruft ihrer Mutter zu: „Mist Mom, ich muss schon los zum Bus,

tschau!“

Lilli`s Locken fliegen ihr um die Nase, als sie ihre Schultasche schnappt

und zur Bushaltestelle joggt. Wieder zu spät dran, obwohl sie sich doch

vorgenommen hat, früher aufzustehen. Im Bus sitzt bereits ihr Freund

Lou, der den Platz neben sich für seine Freundin freigehalten hat.

„Hey!“

„Hey!“

Das muss reichen, mehr wird morgens um 7:03 h nicht gequatscht. Lou

streckt Lilli die Ohrhörer vom iPhone entgegen und sie hören zusammen

Musik aus der Playlist.

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In Lilli steigt ein komisches Gefühl in der Nähe des Bauchnabels langsam

nach oben. Der Magen zieht sich zusammen bei dem Gedanken:

Heute, dritte Stunde Mathearbeit!

Klar, hat Lilli sich vorbereitet. Gestern ist sie noch einmal mit ihrem

Papa ein paar Formeln durchgegangen und hat ein, zwei Übungen

dazu gemacht. Das ist auch nicht ihr Problem. Sie kann die Aufgaben

lösen - zu Hause!

Wenn bloß das blöde Gefühl im Bauch und dieser Druck nicht zu spüren

wären, der Lilli wie blockiert, wenn sie vor ihrer Arbeit in der

Schule sitzt. Heute darf sie es nicht vermasseln. Die letzte fünf im Test

hat ihren Notendurchschnitt auch nicht besser gemacht. Der Druck im

Magen wird stärker! Ablenkung! Schnell an etwas anderes denken.

„Jetzt sitze ich erst einmal hier im Bus, noch ist es nicht soweit“,

denkt sich Lilli. Sie hört das Lied: „The flying high“ und summt leise

mit. Warum funktioniert das heute nicht? Lilli schaut zu Lou hinüber.

„He, Lou!“,

„Ja“, entgegnet Lou.

„Bist du auch schon aufgeregt, wegen der Mathearbeit?

„Ne, du?“

Lilli antwortet: „ Ja - mir ist schon ganz übel vor Angst!“ Lou nimmt

Lilli`s Hand und drückt sie sanft.

„Du hast den Stoff doch drauf, oder?“, fragt Lou.

„Ja, aber wenn ich vor der Arbeit sitze, habe ich bestimmt wieder

einen Blackout. Keine Ahnung, wie jedes Mal. Aber eben nur bei Mathe!“,

stößt Lilli hervor.

Lou fragt weiter: „Vor was hast du Angst, wenn du das Thema voll

gut drauf hast?“

„Gute Frage!“, meint Lilli.

Beide lehnen sich zurück in ihre Sitze und lauschen der Musik. Diese

Frage lässt Lilli nicht mehr los.

Auf einmal scheint die Zeit still zu stehen. Lilli schließt ihre Augen,

atmet tief in ihren Bauch, der immer noch schmerzt und sie atmet noch

intensiver hinein. Vor was habe ich Angst? Sie stellt sich der Frage und

in ihrem Kopf blitzen weitere Gedanken auf: „Ich schaffe es wieder

nicht! Ich bin wieder blockiert! Ich habe wieder einen Blackout!

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Ich versage! Ich schaffe es einfach nicht! Ich bin zu blöd! Wow! Was

kommt da in mir hoch? Stopp mal! Nicht alles auf einmal“, denkt sich

Lilli und atmet noch ein bisschen tiefer, aber sanft in ihren Bauch.

Sie spürt, wie sich bei den Wörtern in ihrem Kopf, dieses Gefühl im

Magen verstärkt und Lilli wird mit einem mal klar, dass ist ihre Angst!

Offenbar wirken die Gedanken, wie ein Verstärker in ihrem Körper.

„Meine Gedanken über mich lösen diese Schmerzen im Bauch aus!“

Lilli konzentriert sich intuitiv auf ihren Atem. Beim Einatmen hebt

sich die Bauchdecke nach oben, beim Ausatmen senkt sie sich. Die

Atemübung hat sie schon oft mit ihrer Mama zusammen gemacht.

„Ok“, denkt sich Lilli, „so fühlt sich also meine Angst an! Ziemlich

eng da im Bauch.“

Sie atmet und fühlt die Enge und den Schmerz. Ja, da ist die Angst, die

Angst zu Versagen und die fühlt sich echt mies an.

Atmen – fühlen. Sie darf da sein, denn die Angst ist doch eh schon da.

Ich erlaube ihr jetzt da zu sein! Atmen - fühlen. Langsam entspannt sich

die Bauchdecke. Eine wohlige Wärme macht sich breit und Lilli muss

unweigerlich lächeln.

Sie fragt sich: „Warum denke ich so schlecht über mich? Wie fühle ich

mich ohne diese negativen Gedanken?“

Lilli holt sich ein Blatt Papier aus ihrer Tasche und schreibt sich die

Sätze, die bis eben in ihrem Kopf herumspukten auf. Der Bus stoppt.

Lilli und Lou steigen aus und laufen in die Schule.

„Wie fühlst du dich jetzt, Lilli? Immer noch übel?“, fragt Lou.

Lilli antwortet ihm nicht sofort und entgegnet dann: „Lass uns später

nochmal drüber reden, ok?“

„Klar“, Lou lässt es damit gut sein. Er kennt Lilli mittlerweile und

spürt genau, wenn gerade kein guter Zeitpunkt für weitere Fragen ist.

Schweigend betreten sie ihren Klassensaal und die beiden ersten Schulstunden

vergehen wie im Flug!

3. Stunde: Mathe! Zuvor ist Fünf-Minuten-Pause und Lilli beschließt,

sich noch einmal kurz auf der Toilette zurückzuziehen. Das einzige

„Örtchen“, wo man mal sitzen, die Augen schließen und ungestört sein

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kann. „Wie fühle ich mich jetzt?“, fragt sich Lilli, die mit geschlossenen

Augen auf dem Schulklo sitzt und noch einmal tief in ihren Bauch atmet.

Im Magen kribbelt es noch immer und ihre Hände werden schwitzig.

Aber der Druck und die Übelkeit bleiben verschwunden. Sie spürt

es zwicken in ihrer Hosentasche und als Lilli hineingreift, zieht sie

einen Herzstein hervor, den ihr ihre Mama einmal mitgegeben hat. Sie

nimmt den Stein in die Hand und atmet wieder tief in den Bauch.

“Ich hab die Kraft, die alles schafft!“, säuselt es in Lilli`s Kopf. Lilli spürt,

dass es heute anders ist als sonst. Es hat sich etwas in ihr gewandelt.

Sie steckt den Stein wieder in ihre Hosentasche und sitzt zwei Minuten

später vor ihrer Klassenarbeit.

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“Ich hab die Kraft, die alles schafft!“ Lilli atmet noch einmal tief durch und

beginnt mit der ersten Mathematikaufgabe.

GESCHAFFT! Sie gibt das Papier ihrem Lehrer ab und läuft in die

wohlverdiente Schulpause. Lou wartet bereits am Eingang auf Lilli.

„Und“, fragt Lou, „wie ist es gelaufen?“

Lilli lächelt: „Du, heute war es irgendwie ganz anders als sonst.

Kennst du das Gefühl der Angst? Mir wird zum ersten Mal bewusst,

wie meine Gedanken und meine Gefühle zusammenhängen, also praktisch

lösen meine Gedanken die Gefühle aus!“

Lou fragt weiter: „Und welche Gedanken hattest du?“

„Mein Hauptgedanke war, es nicht zu schaffen, Angst zu versagen!“,

entgegnet Lilli.

Ihr Freund überlegt kurz und stellt fest: „Das kenne ich gut, diese

Gedanken habe ich auch oft!“

„Und wie fühlst du dich dabei, wenn du das über dich denkst?“, will

Lilli jetzt wissen.

„Keine Ahnung, das geht eher unbewusst in mir ab. Ich werde das

nächste Mal einfach darauf achten, wie ich mich dabei fühle!“, antwortet

Lou.

„Ja, tu das!“, fährt Lilli weiter fort. „Ich hab mir die Gedanken aufgeschrieben

und werde da auch nochmal hinfühlen. Es hat mir einfach

geholfen die Angst nicht zu verdrängen, sondern zu fühlen. Ein echt

mieses Gefühl. Aber ich hab geatmet und die Angst nicht verdrängt,

als ich gemerkt habe, dass die Ablenkung nicht die Lösung war!“

Lou stellt fest: „Ja, ich glaube, wir sind Weltmeister im Verdrängen

von unangenehmen Gefühlen!“

„Es nützt ja nichts!“, ergänzt Lilli. „Wo gehen die Gefühle hin, wenn

wir sie wegschieben?

Einfach nicht mehr daran denken, und gut? Nein, so funktioniert das

nicht! Seit ich heute die Angst gefühlt habe, ist mir ganz klar, was sich

meine Angst von mir wünscht.

So von wegen: „He, endlich, du hast mich erkannt und jagst mich

nicht gleich wieder weg!“ Plötzlich stieg Wärme in mir auf und ich

musste lächeln. Ich hab die Energie gespürt, die Kraft, die alles schafft!

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Klar, spürte ich da noch Aufregung, als ich vor der Arbeit saß, aber tief

in mir hab ich gefühlt, dass alles gut ist!“

Lou hört Lilli aufmerksam zu, dann ruft er: „Toll, Lilli!“

Er gibt Lilli ein Stück von seinem Schokoriegel und Lilli beißt genüsslich

ab. Dabei streckt und reckt sie ihre Nase in die Luft und genießt

für einen Moment die klare Brise und die Wärme der Sonnenstrahlen

auf ihrem Gesicht. Die Schwere in ihrem Körper hat sich aufgelöst.

Gerade fühlt sich Lilli leicht und glücklich, als könnte sie die Welt umarmen!

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GEDANKENANREGUNGEN

Lilli hat gespürt, dass heute etwas anders war. Sie ist ihren Gefühlen

begegnet, anstatt sie zu deckeln oder sich wieder einmal abzulenken.

Es läuft fast wie automatisiert in uns ab. Unangenehmes Gefühl im

Anmarsch - Ampel auf Rot - einmal Verdrängung bitte - Ampel auf

Grün - weiter machen! Was heißt das jetzt für uns - für dich? Werde

zum Beobachter!

Beim nächsten Mal erkenne: Ah, da ist dieses komische Gefühl im

Bauch, ein Druck, ein Ziehen im Nacken, Hitze im Kopf! Nimm es

einfach wahr, dann hast du den ersten und wichtigsten Schritt getan!

Dir ist es bewusst und jetzt kannst du das Gefühl fühlen. Benutze den

Atem, er ist dein Instrument. Lass den Atem an die Stelle fließen, wo

der Schmerz, das Unangenehme sitzt. Werde ruhig. Werde eins mit

deinem Gefühl! Es will dich nicht ärgern, dich nicht runterziehen oder

fertig machen. Nein! Es ist da, um dir zu sagen:

„He, hier ist was in dir - schau mal hin - was denkst du gerade über

dich? Überprüfe!“

Stimmt das, ist das die Wahrheit über dich?

Oder haben sich die Gedanken in dir breitgemacht, unbewusst, oder

von anderen übernommen? Gefühle wollen immer gefühlt werden. Sie

rütteln auf und senden dir gleichzeitig ein Geschenk, das du dankend

annehmen darfst.

Mach dir deine Gedanken bewusst! Die nächsten freien Seiten schenken

dir Platz und Raum, damit du die Dinge aufschreiben kannst.

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Welche Ängste haben dich in der letzten Zeit erwischt? Achte auf das

Gefühl, dass es in dir auslöst. Sei achtsam. Schließe dabei deine Augen

und atme ein paar mal durch die Nase, sanft in den Bauch.

Übe! Nichts muss - alles darf da sein!

„Gedanken auf Papier, machen was mit dir!“

Du brauchst noch mehr Platz?

Dann schreibe in „DEIN JOURNAL“

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TO DO #1 KRAFTSYMBOL

Finde einen Gegenstand, ein Symbol, dass du dir als Kraft/- bzw. Mutsymbol

kreierst.

Das kann ein alter Fetzen deines ehemaligen „Schmusetuches“ oder ein

kleines Kuscheltier aus Kindertagen sein, ein Lederband, eine Murmel,

ein Edelstein, eine kleine Spielfigur, oder einfach ein Zettel auf den du

schreibst:

„Ich hab die Kraft, die alles schafft!“

Magst du dich mit dieser Idee ein Kraftsymbol zu finden auf einen

Spaziergang machen? Der kann dich durch die Wohnung, das Haus,

auf dem Weg zur Schule, oder durch die Stadt führen!

Sei einfach achtsam dabei! Schau, was am Rande des Weges liegt!

Du findest dein Kraft/- Mutsymbol. Es wird dich begleiten, dir

Energie schenken und seinen „Zweck“ erfüllen! Trage es in der Hosentasche

oder als Kette um deinen Hals. Probier es gleich aus!

Sei mutig!

Lade dir vorher eine

kostenlose QR-Code

APP herunter

QR-Code mit deinem Handy einscannen

und den Stille-Moment genießen. Übe

täglich deine Achtsamkeit. Wie fühlst du dich

gerade - in diesem Moment?

*Den passenden Link findest du auf der Seite 111 ♥

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DIE „NEUE“

E

in neues Schuljahr beginnt. Lilli und Lou befinden sich gerade auf

dem Schulweg. Die beiden ergattern sich im neuen Klassensaal

direkt zwei Plätze nebeneinander, am Fenster.

Beim zweiten Gong der Schulglocke schwingt die Zimmertür auf

und herein kommt die Klassenlehrerin samt einer neuen Schülerin im

Schlepptau. Das schüchtern wirkende Mädchen hat lange, dunkelblonde

Haare, steht etwas verloren hinter der Lehrerin und schaut, in genau

52 Augenpaare.

Amanda, eine Schülerin und ihre Clique mustern die Neue ausgiebig

von oben nach unten und kichern. Jetzt drängt die Lehrerin zur Ruhe

und fordert das Mädchen auf, sich der Klasse vorzustellen.

„Mein Name ist Esther.“ Wieder klingt ein Raunen und Gelächter

durch die Klasse. „Meine Familie und ich sind vor vier Wochen hierhergezogen

und …“ wollte Esther den Satz noch zu Ende bringen,

da unterbricht die Klassenlehrerin: „Schön, schön, setz dich doch erst

einmal hier neben Sabrina in die erste Reihe … und nochmal von uns

allen ein herzliches Willkommen!“ Ohne ein weiteres Wort setzt sich

das Mädchen auf den zugewiesenen Platz und kramt ihre Schulsachen

hervor.

Wie muss sie sich jetzt fühlen, rauscht es Lilli durch den Kopf und bei

diesem Gedanken sticht es ihr in den Bauch.

Hatten wir nicht alle schon einmal dieses Gefühl der Aufregung vor

einer neuen Situation? Wenn wir nicht wissen, was auf uns zukommt

und wie wir in der Gemeinschaft aufgenommen werden. Lilli muss

daran denken, wie sie sich, vor ungefähr einem halben Jahr, bei einer

Hip-Hop Tanzgruppe „The Jumpers“, angemeldet und ihre erste Tanzstunde

hatte. Alle schauten damals auf sie, mit abschätzenden Blicken

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und tuschelten. Am liebsten wäre Lilli wieder umgedreht und davon

gerannt. Die Tanzlehrerin hatte dabei kaum ein Wort über sie verloren

und gleich mit dem Unterricht angefangen.

Damals empfand Lilli ihre Aufregung fast übermächtig und war froh

darüber, dass sie relativ schnell mit den Mädchen ins Gespräch kam.

Gemeinsam in einer Gruppe zu tanzen, die Choreographien einzustudieren,

auf den Nebenmann zu achten, schafft eine Energie, in der jeder

einzelne ein Teil des großen Ganzen wird. Diese Gemeinsamkeit und der

Spaß dabei lässt die Grenzen schnell schmelzen und schafft Vertrauen.

Aber hier vor einer neuen Klasse zu stehen, mit neuen Mitschülern, neuen

Lehrern in einer neuen Umgebung, scheint keine einfache Sache zu sein!

Als es zur ersten Pause klingelt laufen Lilli und Lou auf den Schulhof

und packen ihre Brote aus. Gerade sieht Lilli, wie Esther auf den

Schulhof gelaufen kommt und ihr Blick, der auf den Boden gerrichtet

ist, verrät Lilli, dass die neue Mitschülerin nicht weiß wohin sie entschwinden

soll.

Lou stupst Lilli an und fragt: „Sollen wir sie fragen ob sie sich zu uns

setzen möchte?“

„Klar“, entgegnet

Lilli und

Lou ruft: „Esther,

komm

doch her, zu

„uns!“

Diese schaut

zuerst etwas

verdutzt, als

fühlte sie sich

gar nicht angesprochen

und

kommt

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dann geradewegs

auf die beiden zu.

„Hey“. „Hey“,

tauschen die drei

sich jetzt aus und

Lilli lächelt Esther

aufmunternd zu.

Sie fängt an zu

erzählen und ihre

Wangen werden

rot dabei. Lilli und

Lou interessiert Esthers

Geschichte.

Dann schauen sie

entsetzt, als Amanda

und ihre Mädels

beim Vorbeilaufen

sich zuerst hin und

her schupsen, und

dann, der verdutzten

Esther, einen Becher

Orangensaft übergießen.

Mit einem

hohlen Gelächter und

einem: „Oh, das tut

uns jetzt aber leid!“,

ziehen sie eilig von

dannen.

Esther schaut erst

auf ihre triefende Jacke

und dann auf Lilli und

Lou und meint: „Ach

so, ihr ward wohl nur

das Ablenkungsmanöver!

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Und ich dachte, ihr … egal, schon gut, ich weiß ja jetzt Bescheid.“

„Halt, Stopp!“,ruft Lilli Esther noch hinterher, aber die läuft, so

schnell sie kann, mit ihrer tropfenden Jacke in Richtung Ausgang des

Schulhofes.

„Was war denn das?“, stößt Lou hervor.

„Keine Ahnung“, entgegnet ihm Lilli, „ich glaube Esther denkt wir

stecken mit Amanda und ihrem „Clan“ unter einer Decke und haben

sie reingelegt.“

„Ja, scheint so!“ Lou steckt den Rest von seinem Pausenbrot in seine

Schultasche und die beiden gehen beim nächsten Gong wieder in den

Schulunterricht. Der Platz neben Sabrina bleibt für den Rest des Schultages

leer.

„Esther muss wohl nach Hause gegangen sein“, stellt Lilli fest und

Lou nickt ihr zu.

Auch am nächsten Schultag gibt es keine Spur von Esther. Amanda ruft

von ihrem Platz aus: „Na, wo ist denn unsere Neue heute abgeblieben?“,

und ihre Anhängerschaft, die Mädchen ihrer Clique, lachen und tuscheln

und Amanda ruft weiter: „Lilli, weißt du nicht wo sie ist? Deine

BFF!“

„Ach Amanda“, entgegnet Lilli ihr, „lass gut sein. Die Aktion von

gestern war doch genug, oder? Warum gibst du nicht einfach Ruhe?“

„Weil ich keine Lust habe!“, hört Lilli Amanda noch rufen und

da kommt auch schon ein Lehrer in den Klassensaal und die nächste

Unterrichtsstunde beginnt.

Lillis Magen krümmt sich schon wieder zusammen. Immer diese Zicke,

mit ihren Spielchen und Attacken. Ich frage mich, warum sie immer

jemanden zum Ärgern braucht. Sie sucht gerne ein Opfer aus und

hat puren Spaß daran die Person zu quälen, zu manipulieren und

herabzusetzen. Deshalb hat Lilli es bisher vorgezogen ihr aus dem Weg

zu gehen und ihr keine Angriffsfläche zu bieten. Am besten gar nicht

reagieren auf die spitzen Bemerkungen. Aber das mit Esther, dass sie

dem Mädchen gleich am ersten Schultag derart zusetzen musste, das

kann und will Lilli Amanda einfach nicht durchgehen lassen!

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In Lillis Kopf schmieden sich Rachepläne zusammen und in ihrem

Bauch stapelt sich immer mehr Wut.

Nach der Schule, auf dem Nachhauseweg, fängt sie an mit Lou über

ihre Pläne und die dabei steigende Wut auf Amanda zu reden.

Er hört sich alles geduldig an, stellt sich dann direkt vor Lilli, nimmt

ihren Kopf in seine Hände und fragt mit sanfter Stimme: „Und was hat

das alles mit dir zu tun?“ Weiter nichts. Nur diese Frage.

Jetzt nimmt Lou Lilli in seine Arme und drückt sie fest an sich und mit

einem Mal weicht bei Lilli die aufsteigende Wut und ein wohliges, warmes

Gefühl macht sich in ihr breit. Sie genießt die Nähe, die Lou ihr

entgegenbringt. Ohne ein weiteres Wort laufen die beiden nach Hause.

Mit Schwung wirft Lilli ihre Schultasche in die Ecke ihres Zimmers,

lässt sich auf ihr Bett plumpsen und steift ihre Turnschuhe von den

Füßen.

„Nein, keinen Hunger!“, ruft sie ihrer Mutter noch zu und dann

schweifen ihre Gedanken auch schon wieder ab, zu Amanda und

Esther und ihrer Wut und der Frage, die Lou ihr auf dem Nachhauseweg

gestellt hat. „Was hat das alles mit mir zu tun?“

Lilli schließt ihre Augen und die Frage kreist immer und immer wieder

in ihrem Kopf. Sie atmet tief in ihren Bauch. Wut! Wut auf Amanda

und Wut auf den Schmerz! In ihrem Magen zieht sich alles zusammen.

Dieses Gefühl, dass Lilli nur zu gut kennt.

Wie oft hat sie schon versucht zu der Clique von Amanda dazu zu gehören,

nur um sich nicht ausgegrenzt zu fühlen. Obwohl Lilli Amanda

und die Mädels in ihrer Clique überhaupt nicht mag, versuchte sie nur

zu oft, ihnen zu gefallen. Dazu zu gehören, ein Teil der Gruppe zu sein,

mitreden können. Wieder nimmt Lilli einen tiefen Atemzug und ärgert

sich, dass sie sich überhaupt darüber ärgert. Sie weiß doch wie Amanda

tickt und hat sich bereits vor längerer Zeit von ihr und ihrer Clique

distanziert. Sie ist, wie sie ist. Dieses Opfer/Täter Spielchen puscht ihr

Ego und Lilli hat beschlossen ihrem Ego nicht auch noch das Futter

vor die Nase zu stellen. Ja, Lilli hat beschlossen – doch als sie Esther

da stehen sah, mit der tropfnassen Jacke und diesem Ausdruck in ihren

Augen, war es wieder da! Lilli kann dabei gut mitfühlen

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Jetzt nimmt sie nochmal einen tiefen Atemzug und innerlich Abstand

von der Situation. Da ist noch ein Schmerz oder nur noch die Erinnerung

daran? Langsam entspannt sich Lillis Magen und sie lässt weiter

den Atem sanft und tief über die Nase in ihren Bauch fließen. Dabei

beschließt sie am nächsten Tag die Klassenlehrerin nach der Telefonnummer

von Esther zu fragen und sie anzurufen, oder besser, einfach

bei ihr vorbei zu schauen.

Lilli wird mit Esther reden, über das Gefühl ausgegrenzt zu sein! Gemeinsam

können wir unsere Grenzen öffnen, die Grenzen, die wir uns

selbst auferlegt haben, die Grenzen, vor denen wir Angst haben sie

zu öffnen, weil wir Angst haben verletzt zu werden oder Angst haben

alleine zu sein. Diese Ängste sind kein schönes Gefühl und deshalb

sind wir oft bereit uns zu verstellen, nur um dazu zu gehören, nur

um diesen Schmerz nicht

zu spüren. Wir sind bereit,

unser Herz zu verraten, um

zu einer Gruppe von Menschen

zu gehören, die wir

nicht einmal mögen.

Gleich morgen, werde ich

mit Esther reden, gleich

morgen, fährt es Lilli durch

den Kopf. Und mit diesem

Gedanken und einem

stillen: „Danke dir, mein

lieber Lou“, schläft sie ein.

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GEDANKENANREGUNGEN

Gehe immer mit offenem Herzen und voller Vertrauen in eine neue Situation.

Begegne fremden Menschen mit Offenheit und einem Lächeln.

Deine Gedanken, deine Gefühle erschaffen deine Realität. Wenn du

bereits mit gesenktem Blick und Angstgefühlen einer neuen Situation

begegnest, wie werden dich dann die anderen wahrnehmen?

Es ist nicht deine Aufgabe, dich so zu geben, damit dich alle mögen!

Das wird dir nicht gelingen, deshalb verschwende erst gar keine Energie

darauf. Zeige dein Wahres Ich. Gebe dich immer so, wie du bist und

du wirst die Menschen anziehen, die auf deiner Wellenlänge sind. Die

Situation mit Esther hat Lilli an ihren eigenen Schmerz erinnert und

die Angst noch einmal hervorgeholt.

Alles was da ist, darf da sein.

Der Schmerz, die Wut und die Angst, die sich meistens dahinter verbirgt.

Jedes einzelne Gefühl will gefühlt und angenommen werden.

Esther ist weggelaufen und auch am nächsten Schultag erst gar nicht

erschienen. Aus einer Situation zu flüchten ist nicht die Lösung. Es

kommt wieder eine Situation, nicht die Gleiche, aber gewiss eine, der

man sich stellen muss, solange, bis wir uns unserer Gefühle bewusst

sind und sie angenommen haben.

Was würdest du Esther raten? Wie würdest du mit solch einer Situation

– vor einer neuen Schulklasse zu stehen – umgehen?

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Versetze dich einmal in die Lage hinein und lasse dir ein paar Minuten

Zeit. Vielleicht magst Du etwas dazu schreiben oder malen? Dabei fällt

dir bestimmt eine Situation ein, in der es dir genauso erging wie Esther

und die du jetzt für dich lösen kannst indem du sie durchfühlst.

Atmen. Fühlen.

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TO DO #2 SCHLÜSSELFRAGE

Hast du Lust dir ein paar Gedanken dazu gleich hier festzuhalten?

Die Frage, die Lou Lilli gestellt hat, ist enorm wichtig! Wenn du möchtest,

schreibe sie dir auf ein Kärtchen und hänge es dir über dein Bett

oder an deine Pinnwand, immer so, dass du die Frage im Blick hast:

„Was hat das mit mir zu tun?“

Und weiter: Was will das Leben mir damit sagen, auf was will es mich

aufmerksam machen? Warum kommt diese Person oder diese Situation

gerade jetzt in mein Leben?

Diese Fragen kannst du erweitern und dir immer wieder stellen, wenn

du zum Beispiel in einen Streit verwickelt wirst, wenn du dich plötzlich

krank oder erschöpft fühlst oder wenn du wütend reagierst, so wie Lilli

in der Geschichte.

Es spielt keine Rolle - immer wenn du spürst, dass gerade jemand oder

eine Situation einen „Schalter in dir umlegt“, ziehe dich kurz zurück und

werde zum stillen Beobachter. Augen zu. Atmen. Fühlen. Spüre deinen

Körper von innen.

Spürst du Druck, Enge, Schmerz, Hitze? Du musst dieses Gefühl nicht

benennen, nur spüren! Somit verschaffst du dir Klarheit und findest

wieder zurück zu deinem Herzen. Achte einmal heute und in der nächsten

Woche darauf.

Schreibe dir die Situationen und Erlebnisse gleich hier in dieses Buch,

bei denen du dir die Frage aller Fragen stellst: „Was hat das jetzt mit mir

zu tun?“

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ZUM GUTEN SCHLUSS

Dein Mitmachbuch ist keine Anleitung für ein erfülltes Leben.

Kein Rezept das du eben mal einlösen kannst.

Dieses Buch ist eine Art Türöffner. Nimm es so leicht und spielerisch

auf, wie du kannst.

Lilli & Lou laden dich ein und schenken dir Möglichkeiten dein Leben

bewusst zu leben, deine Gefühle zu fühlen und wahrzunehmen.

Warum das so wichtig sein soll in deinem Leben,

fragst du dich?

Ganz einfach: Ein Mensch, der sich entscheidet sein Leben bewusst

zu leben, ist vollkommen erwacht. Er wandert nicht, wie schlaftrunken

oder wie ein hypnotisiertes Häschen durch die Welt.

Ein bewusster Mensch ist wach, d. h. er erkennt die Dinge, die ihm gut

tun und handelt danach. Er lebt selbstbestimmt und haftet an nichts

an. Bewusstheit macht FREI! Frei von: ich sollte ..., eigentlich müsste

ich ..., ich kann nicht ..., etc. Frei in seinen Entscheidungen zu sein setzt

Bewusstein voraus! Sonst entscheidest du dich für die Dinge, die andere

gut finden oder meinen zu wissen was gut für dich ist! Ein bewusster

Mensch rennt nicht der Masse aufgescheuchter Hühner hinterher - er

ist sich selbst!

Wer außer dir kann wissen, wirklich wissen und fühlen, was gut

für dich ist? Über diesen Satz darfst du gerne einmal nachsinnen!

Hineinspüren! Wie fühlen sich die Worte an? „Ich alleine weiß wirklich,

was gut für mich ist!“ Spürst du Weite? Eine wohlige Wärme? Ein Kribbeln

im Körper? Verantwortung für sich selbst zu übernehmen, kann

sich so richtig aufregend und stark anfühlen!

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Ob du deinen Herzensweg gehen, du lieber als wacher oder schlaftrunkener

Mensch durch dein Leben wandern willst, wirst DU ganz allein

für dich herausfinden. Es ist deine Entscheidung, die du jeden Tag aufs

Neue treffen kannst!

Und eines ist wichtig dabei: Es gibt kein besser oder schlechter, kein

richtig oder falsch. Du bist sowieso auf dem Weg, ob bewusst oder

unbewusst. Es gibt keine Abrechnung am Ende deines Lebens oder

Schubladen in die du gesteckt wirst. Kein: „Die Guten ins Töpfchen

und die Schlechten ins Kröpfchen.“ Es ist einfach eine Möglichkeit,

dein Leben im Hier und Jetzt zu gestalten.

Was glaubst DU?

„Folge deinem Stern.

Singe dein Lied.

Leuchte in deinen Farben

und du wirst sein, wie das

blühende Leben!“

[Jochen Mariss]

Also gilt es einfach, es auszuprobieren. Zu schauen und vor allem zu

spüren, wie es sich anfühlt, dein Leben! Und wenn du spürst, das eine

Situation unstimmig ist, im Sinne von gefühlter Unruhe, Schmerz, Wut,

dann nimm deine Gefühle an! Augen zu und fühlen! Damit kannst du

viele Mißstände in deinem Leben auflösen, verwandeln und vor allem

du kannst lernen damit umgehen! Deshalb teile ich diese Erkenntnisse

so gerne mit dir in diesem Buch, weil ich es tagtäglich an mir und meinen

Mitmenschen beobachte, selbst lebe und erfahre.

Nein, es wird dadurch nicht einfacher, das Leben! Ich sitze nicht den

ganzen Tag auf meinem Meditationskissen und mache „Ooooom!“

Nein, es ist nicht immer einfach wach und bewusst durch den Tag zu

gehen. Und JA- es fühlt sich so richtig großartig und echt an!

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Ich sehe das so: Jeder Mensch hat einen Seelengarten und der ist wunderschön

angelegt, mit Blumen, Kräutern und Bäumen und Sträuchern

und allem was dir gefällt. In meinem Garten sehe ich eine Hängematte

zwischen zwei Bäumen baumeln.

Dieser Garten braucht Pflege. Und weil es ja ein Seelengarten ist braucht

er gute Gedanken und Taten um zu gedeihen. Sonst wuchert er zu und

eines Tages kommst du zu Besuch und erkennst ihn nicht mehr wieder.

Dein Garten ist mit Unkraut überwuchert und du weißt gar nicht wo

du anfangen sollst, um ihn wieder in Ordnung zu bringen.

Deshalb habe ich es mir zur Aufgabe gemacht, regelmäßig meinem

Seelengarten einen Besuch abzustatten, Unkraut zu zupfen,

Blumen zu gießen und neue Samen zu pflanzen. Im

übertragenden Sinne heißt das: Meine Gedanken

regelmäßig zu überprüfen, indem

ich sie täglich aufschreibe, mir

meiner Gedanken bewusst werde,

täglich Pausen und Achtsamkeitsübungen

einlege und wenn es notwendig

ist, meine Glaubenssätze zu

überprüfen und neue kreieren.

Ich schaue dann zu, liegend in meiner

Hängematte, wie die Vögel und

Schmetterlinge umherfliegen und

eine Biene aus einer Blume ihren

Nektar saugt.

Es freut mich zu sehen, wie die Pflanzen

in meinem Seelengarten wachsen

und gedeihen und wie wunderbar die Farben der Blumen leuchten und

wie alles so herrlich duftet! So ein Seelengarten braucht vor allem deine

Liebe und ganz viel Geduld.

Wie sagte mal jemand? „Das Gras wächst auch nicht schneller, wenn

man daran zieht!“ Probier es gerne einmal aus! Meine Versuche, Dinge

vorantreiben zu wollen, sind kläglich gescheitert. Es geschieht alles zu

seiner Zeit. Wir können nichts verpassen und nichts erzwingen.

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Augen zu und fühlen.

Lass es einfach geschehen. Lass alles

bei dir in Liebe geschehen. Sei sorgsam

und achtsam mit dir und deinen

Mitmenschen. Bleib dran! Und wenn

du denkst: „Mensch, diese Gewohnheit

wollte ich doch ablegen und anders

leben,“ schimpfe nicht mit dir,

gehe liebevoll mit dir um! So what!

Dann eben beim nächsten Mal.

Falls dein Garten einmal überwuchert

ist oder du spürst, das irgendwo ein

Misthaufen stehen muss, denn es stinkt hier gewaltig, du siehst ihn aber

nicht, dann hol dir einen Gärtner! Einen Seelengärtner. Lass dir

helfen, den Misthaufen aufzuspüren. Nicht immer sind wir so umsichtig

und weitsichtig und manchmal sehen wir vor lauter Bäumen den

Wald nicht.

Hilfe annehmen ist echt stark

Wenn wir uns einmal dafür entscheiden, diesen Herzensweg, so wie ich

ihn nenne, zu gehen, gibt es kein zurück mehr.

Wer einmal die Tür zu seinem Seelengarten geöffnet hat und das

Leuchten des Gartens sieht und den Duft in sich einströmen lässt, der

ist verzaubert.

Wenn du bis hier her gelesen und deine Gedanken zu den Geschichten

reflektiert und aufgeschrieben hast, bist du geübt deine Gefühle zu

fühlen und wahrzunehmen. Du bist dir bewusst, dass deine Gedanken,

deine Gefühle und dein Körper miteinander in Verbindung stehen und

lernst immer mehr und mehr damit umzugehen!

Mach dich bereit! Öffne dein Herz und sei achtsam! Dann wirst Du

wunderbare Situationen erleben, wundervollen Menschen begegnen,

Kontakte knüpfen, die dich immer weiter und weiter tragen und dir

immer weitere Türen in ein bewusstes Leben hinein öffnen.

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Freu dich auf ein Leben in Freiheit, Leichtigkeit,

Frieden, Achtsamkeit und Liebe, mit dir und der

Welt! Sei mutig!

Das ist es, was ich dir gerne ZUM GUTEN

SCHLUSS ans Herz legen möchte

Hier ist die Tür!

Es ist jetzt an dir, sie zu öffnen und den magischen,

zauberhaften Teil deines Lebens zu entdecken - auf

der Reise zu dir selbst!

Alles Liebe ♥ Deine Bettina

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u bist ein Wunder!

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Handy einscannen und den

Stille-Moment genießen.

*Den passenden Link findest du auf der Seite 111 ♥

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DANKSAGUNGEN

Mein erster Dank geht an meinen „*Genius“, der mir die Idee

von Lilli & Lou geschenkt hat. Obwohl ich hin und wieder

abgeschweift bin hat er an mich geglaubt und ist bei mir geblieben.

Dieses Buch wollte durch mich geschrieben werden!

Ich danke meiner Familie, meinem Seelenpartner Harald, der mich die

ganze Zeit unterstützt und motiviert hat dranzubleiben. Er hat sich

jede geschriebene Zeile immer und gerne fünf mal angehört und für

gut befunden. Danke mein Liebster für deine unendliche Geduld!

Danke und ein großen Lob an meine beiden Mädels Sina & Maren,

sowie Dennis & Laura, die sich bereiterklärt haben für die Bilder zu

posen und an diesem Buchprojekt mitgewirkt haben. Sie haben mir den

„Stoff“ geliefert und den Input gegeben, ohne den ich dieses Buch nicht

in dieser Art hätte gestalten können.

Das Schreiben war und ist für mich, wie Balsam für die Seele. Vor

allem und für uns alle heilsam. Als Familie konnten wir einiges dabei

reflektieren und verarbeiten und hatten jede Menge Spaß dabei!

DANKE dafür.

DANKE , dass ihr da seid.

DANKE , dass ihr an mich glaubt und mich liebt und ich euch.

*Genius: ein bei den Römern und Keltern zwergenhafter Schutzgeist. Im Lateinischen

bedeutet Genius „schöpferische Kraft“. Für mich - mein Visionsengel.

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QUELLEN, BUCHTIPPS & LINKS

https://www.wertesysteme.de/was-sind-werte/

https://secret-wiki.de/wiki/Hauptseite

https://de.wikipedia.org/wiki/Wikipedia:Hauptseite

https://www.spiritualresearchfoundation.org/de/

• Nichts geschieht umsonst. Die Sprache des Lebens verstehen,

von Kurt Tepperwein

• Willst du normal sein oder glücklich? von Robert Betz

• Gesundheit für Körper und Seele von Louise Hay

• Werde verrückt: Wie du bekommst, was du wirklich - wirklich

willst, von Veit Lindau

• Fucked up: Wie du aus Sch… Kompost machst! von V. Lindau

• Ich habe Angst, aber nicht mehr lange: Wie Jugendliche

Ängste und Leistungsdruck überwinden Audio-CD und Audiobook,

von Robert Theodor Betz

• Jeder Tag ein Neuanfang: Das Glücklichmacher-Tagebuch

Taschenbuch, von Jana Walter

• Big Magic: Nimm dein Leben in die Hand und es wird dir

gelingen Hörbuch – von Elizabeth Gilbert (Autor), Beate Himmelstoß

(Sprecher), Argon Verlag (Verlag)

Links - copy and paste ♥

• Lightness of being - Meditation:

http://bettina-schott.de/wp-content/uploads/2016/01/Lightness-of-Being.mp3

• Vison View - Online Kurs:

http://bettina-schott.de/ideen-shop-vision-view

• Stille Moment - Achtsamkeitsübung:

http://bettina-schott.de/wp-content/uploads/2016/02/StilleMoment-3.mp3

• Stille Moment - Wunder:

http://bettina-schott.de/wp-content/uploads/2016/04/StilleMoment-8.-Folge.mp3

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