2018 DEZEMBER / FESTSCHRIFT ZUM JUBILÄUM 50 JAHRE LEBENSHILFE FREISING

lebenshilfefreising

Die Festschrift zum Jubiläum 50 Jahre Lebenshilfe Freising e.V. für Mitglieder, MitarbeiterInnen, Freunde und Förderer.

Sonderausgabe/Doppelnummer 2018 // 27. Jahrgang

JUBILÄUMS-

TAUSENDFÜßLER

Das Magazin der

Thema: Unser 50. Jubiläumsjahr im Rückblick // Ab Seite 3

Thema: Freisinger Tag des Bieres mit unserem Lebensbräu // Ab Seite 16

Thema: Festliche Jubiläumsgala in der Luitpoldhalle // Ab Seite 6

Thema: Unsere Einrichtungen gestern und heute // Ab Seite 19

Was los war: Aktuelles aus Ihrer Lebenshilfe // Ab Seite 55

Helfen hilft: Über 300 Läufer beim 7. Lebenslauf zum Jubiläum // Ab Seite 75

Festliches Jubiläumsjahr

Gala und mehr – Wir feiern „50 Jahre Lebenshilfe Freising“


2

Vorwort

UNSER JUBILÄUMSJAHR

3 „Die Lebenshilfe fordert und fördert“ –

Grußwort von Landrat Josef Hauner

4 „Interessiert sein, interessiert

bleiben“ – Grußwort des Freisinger

OB Tobias Eschenbacher

5 Heute wurde die Lebenshilfe Freising

gegründet – der 26. Juni 1968

6 Da sein für Menschen mit Behinderung –

unsere Jubiläums-Gala

8 „Die Lebenshilfe Freising macht sich für

eine inklusive Gesellschaft stark“ – Festrede

unserer Bundesvorsitzenden Ulla Schmidt

16 Das „Wir-Bier“ zum Jubiläum – Monika

Haslberger braute den „Lebensbräu 1968“

CHRONIK 1968-2018

19 Unsere Einrichtungen gestern und heute

HELFEN HILFT

75 Einmal Madrid und zurück! Über

300 Läufer beim 7. Lebenslauf

77 Schafkopf für den guten Zweck

78 Texas Instruments-Mitarbeiter

mit dem grünen Daumen

78 Firmen spenden: IKEA Eching, Brauerei

Krombacher und viele andere

84 VERANSTALTUNGS-KALENDER / IMPRESSUM

Das Aktuellste zur Lebenshilfe Freising finden Sie:

AUF UNSERER HOMEPAGE:

www.lebenshilfe-fs.de

IN FACEBOOK:

www.facebook.com/lebenshilfefreising

AUF YOUTUBE:

Lebenshilfe Freising

Liebe Leserinnen

und Leser,

2018 feiern wir unser 50. Jubiläumsjahr.

Schon viele Veranstaltungen

der Lebenshilfe

Freising als Ganzes oder ihrer

vielen Einrichtungen wurden

zu diesem festlichen Anlass

gefeiert. Zentrale Veranstaltung

war unsere Jubiläums-

Gala am 2. Juni 2018 in der

voll besetzten Freisinger

Luitpoldhalle. Wir

unsere

konnten

Bundesvorsitzende

Ulla Schmidt als Gastrednerin begrüßen, dazu viele Ehrengäste

aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft. Viele Freunde

und Förderer, ehemalige und aktive Mitarbeiterinnen und

Mitarbeiter machten die Gala zum kurzweiligen Familienfest.

Familien und Menschen mit Behinderung standen auch im

Mittelpunkt der Feiern zum 20-jährigen Bestehen des InKiMo

in Moosburg, zu 25 Jahren Offene Behindertenarbeit und zur

Eröffnung des Moosburger Juliane-Maier-Hauses vor 30 Jahren.

Zahlreiche Sommerfeste, allen voran das große Fest der

Einrichtungen im BiG, fanden im Zeichen unseres Jubiläumsjahres

statt. Mich selber traf die große Ehre und tolle Erfahrung,

zum diesjährigen Freisinger Tag des Bieres unser Jubiläumsbier

„Lebensbräu 1968 – das Wir-Bier“ in Kooperation mit

der Forschungsbrauerei Weihenstephan der Technischen Universität

München selbst brauen und ausschenken zu dürfen.

Wieder abtrainieren konnte man das gehaltvolle Bier dann im

Herbst beim mittlerweile 7. Lebenslauf unserer Stiftung, der

diesmal über 300 Läuferinnen und Läufer mit und ohne Behinderung

an die Moosachwiesen in Freising lockte.

Zuletzt gilt mein großer Dank Ihnen, werte Leserinnen und

Leser, die Sie zusammen mit vielen anderen Vereinsmitgliedern,

Freunden und Förderern die Lebenshilfe Freising seit

nunmehr 50 Jahren zuverlässig und treu wertschätzen und

unterstützen. Ohne Sie würden wir heute nicht so dastehen,

wie wir es tun: eine Lebenshilfe für alle und mit allen Menschen

in unserer Region. Ich bedanke mich im Namen der

ganzen Lebenshilfe Freising für Ihre Großherzigkeit und Solidarität.

Bleiben Sie uns weiterhin gewogen!

Ihre

Monika Haslberger

1. Vorsitzende


„Die Lebenshilfe fordert und fördert“

Grußwort des Landrats zum 50-jährigen Jubiläum

Wenn es um Menschen mit Behinderung im Landkreis

Freising geht, kommt man an der Lebenshilfe Freising

nicht vorbei. Wenn es sie nicht schon gäbe, müssten

wir die Lebenshilfe sofort erfinden. Tatsächlich existiert

die Organisation bereits seit nunmehr 50 Jahren. Vom

ersten Tag an bis heute setzt sich die Lebenshilfe für

Menschen mit Behinderung, vor allem für Menschen

mit geistiger Behinderung, ein. Seit einem halben

Jahrhundert macht sie sich für das Wohl und die Rechte

von behinderten Menschen im Landkreis Freising

stark, hält sie uns mit ihrem Engagement hinsichtlich

einer guten und fairen Behindertenarbeit vor Ort auf

Trab, fordert und fördert, lässt nicht locker, legt auch

mal den Finger in die Wunde.

Behinderte Menschen wollen vor allem normal sein,

wollen so normal wie möglich behandelt werden. Sie

brauchen kein Mitleid. Sie brauchen vielmehr Solidarität

und Unterstützung. Dass dieses Verständnis in die

Köpfe und in die Herzen der Menschen ohne Behinderungen

dringt, dieses Ziel hat die Lebenshilfe Freising

in den nunmehr fünf Jahrzehnten ihres Bestehens konsequent

verfolgt.

Seit der Gründung im Jahre 1968 hat sich die Lebenshilfe

Freising stetig weiterentwickelt. Inzwischen

reichen die Angebote von der Frühförderung bis zum

Wohnen im Alter. Die Lebenshilfe Freising ist Träger von

sechs Integrativen Kindertageseinrichtungen, dazu

Kinderkrippen und eines Horts im Landkreis Freising.

Bereits seit Entstehung dieser Einrichtungen arbeiten

unser Amt für Jugend und Familie und die Lebenshilfe

eng zusammen. Und sie betreibt sechs Wohn- und Pflegeeinrichtungen

für behinderte Volljährige.

Das 50-jährige Bestehen ist ein guter Anlass, Danke

zu sagen an alle, die sich in der Lebenshilfe – sei es

haupt- oder ehrenamtlich engagieren. Ich wünsche

ihnen weiterhin viel Kraft und Erfolg für ihre wichtige

Arbeit zum Wohle der Menschen mit Behinderung im

Landkreis Freising.

EINFACHE

SPRACHE

Josef Hauner ist Landrat von Freising. Er

schreibt: Gut, dass es die Lebenshilfe Freising

gibt. Wir brauchen sie! Die Lebenshilfe hilft

Menschen mit Behinderung hier bei uns. Die

Lebenshilfe verlangt gleiches Recht für Menschen

mit Behinderung. Sie verlangt, dass

Menschen mit Behinderung überall dabei

sein können. Das ist gut so! Der Landkreis

und die Lebenshilfe haben in den letzten

50 Jahren gut zusammengearbeitet. Danke

dafür! Und viel Glück und Erfolg auch für die

nächsten 50 Jahre!

Josef Hauner

>> Josef Hauner

Landrat des Landkreises Freising

HAUPTSACHE – DAS THEMA // 3


„Interessiert sein, interessiert bleiben“

Grußwort des Freisinger Oberbürgermeisters zum 50-jährigen Jubiläum

„Ein Jahr hallt nach“, titelte noch 2017 ein Nachrichtenmagazin,

„1968 prägt den deutschen Alltag bis heute.“

Gemeint war ein politisch wie gesellschaftlich eindringlich-eindrucksvolles

Jahr des Aufbruchs und der

Proteste – d a s Jahr, in dem sich hier bei uns in Freising

mit der Gründung eines Elternvereins im Rathaussaal

die Lebenshilfe auf den Weg machte, in den folgenden,

nunmehr 50 Jahren als Interessensvertretung für Menschen

mit Behinderung Lebens-Hilfe zu leisten im besten

Sinne des Wortes und Barrieren abzubauen.

EINFACHE

SPRACHE

Tobias Eschenbacher ist Ober-Bürgermeister

von Freising. Er schreibt: 1968 war ein wichtiges

Jahr. Denn in diesem Jahr wurde die Lebenshilfe

Freising gegründet, bei uns im Rathaus-Saal

von Freising. In der Lebenshilfe arbeiten Menschen

mit Behinderung, ihre Eltern, Mitglieder

des Vereins und viele Mitarbeiterinnen und

Mitarbeiter seit 50 Jahren gut zusammen. Die

Lebenshilfe gehört einfach zur Stadt Freising.

Hier gibt es viele Einrichtungen. Viele Kultur-

Gruppen treten in Freising auf. Das ist schön!

Auch nach dem Jubiläums-Jahr wollen wir gut

zusammen arbeiten!

hilfe Freising zu einem renommierten Sozialunternehmen

entwickelt. Ob als Arbeitgeber (denken wir nur an

die Isar Sempt Werkstätten, an Viva Vita oder SerVita!),

als Träger von Bildungs- und Fördereinrichtungen oder

integrativer Wohnprojekte steht die Lebenshilfe Freising

im Jubiläumsjahr 2018 als kraftvoller Wegbereiter

in Sachen Inklusion und Integration. Auch dank einer

beständigen, lebensnahen Informationsarbeit erleben

wir vielfach ein offenes, aufgeschlossenes Miteinander

von Menschen mit und ohne Behinderung. Interessiert

zu sein, interessiert zu bleiben ist wie ein Auftrag jetzt

im Jubiläumsjahr: Wir haben wichtige Etappen gemeinsam

gemeistert, aber wir haben sicher auch noch

viel vor: Menschen mit Einschränkungen steht ein fester

Platz mitten in der Gesellschaft zu – arbeiten wir daran

alle gemeinsam weiter, damit auch 2018 nachhallt

als ein Jahr, in dem das Miteinander noch ein Stück alltäglicher

wurde!

Ihr und Euer

Tobias Eschenbacher

Mit der Achtsamkeit, Umsicht und Leidenschaft ihrer

Mitglieder, der Tatkraft und Erfahrung der Angehörigen

und der heute über 600 professionellen Mitarbeiter/-

innen sind mehr als 30 Einrichtungen entstanden, die

über 1200 Menschen mit und ohne Behinderung begleiten

und unterstützen. Mit eigenen, vielbeachteten

Veranstaltungen, aber auch der aktiven Teilnahme an

Kulturveranstaltungen wie „ZAMMA“ oder „mitanand“

ist die Lebenshilfe Freising nicht nur ein lebendiger,

angesehener Partner, sondern durchaus ein Pfeiler im

gesellschaftlichen Leben unserer Stadt.

Ein Jahr hallt nach – seit der Gründung 1968 als kleiner,

entschlossener Elternverein hat sich die Lebens-

>> Tobias Eschenbacher

Oberbürgermeister von Freising

4 // HAUPTSACHE – DAS THEMA


50 Jahre da sein für Menschen mit

und ohne Behinderung

Lebenshilfe Freising feierte mit 300 Gästen ihr 50-jähriges Bestehen

EINFACHE

SPRACHE

Zu einem runden Geburts-Tag gibt es oft eine besondere Feier. Genau so war es auch, als

die Lebenshilfe Freising vor ein paar Monaten 50 Jahre alt wurde. Als Ehren-Gast kam Frau

Ulla Schmidt. Sie ist eine bekannte Politikerin. In Berlin leitet sie die Bundes-Vereinigung

Lebenshilfe für ganz Deutschland. Dazu kamen über 300 Leute in die Luitpold-Halle in Freising:

Menschen mit Behinderung, Freunde, Förderer, Mitglieder und alte und neue Mit-Arbeiter

der Lebenshilfe. Bei der Feier gab es Reden, viel Musik und ein gutes Essen. Danach

konnte man sogar Tanzen. Das Fest hat allen sehr gut gefallen.

Es war eine besondere Stimmung am späten Samstagnachmittag

des 2. Juni 2018 an und in der Luitpoldhalle

Freising. Wie ein Bienenschwarm summte

es mit Stimmen von prominenten Gästen von Politik,

Wirtschaft und Gesellschaft aus der Region, gesetzten

Senioren und jungen Menschen, dazu auch noch eine

ganze Kindergartengruppe. Grund für das festliche

Stimmengewirr war die Feier zum 50-jährigen Bestehen

der Lebenshilfe Freising, zu der viele aktive und

ehemalige Mitarbeiter, Vereinsmitglieder, Spender

und Förderer und zahlreiche Prominente erschienen

waren. In der Halle wurde es erst festlich offiziell: 1.

Vorsitzende Monika Haslberger und die Selbstvertreterin

der betreuten Menschen mit Behinderung bei

der Lebenshilfe, Manuela Mühlhammer, begrüßten die

Gäste an langen gedeckten Tischen. Diese Feier sei als

Dank an die vielen Förderer und Unterstützer und an

die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter geplant worden.

Nur zusammen habe man in 50 Jahren das erreicht,

was heute dasteht: viele spezielle Einrichtungen für

Menschen mit Behinderung vom Kind bis zum Senioren

hier in unserer Region: Kitas, eine Schule, viele

verschiedene Wohneinrichtungen und Angebote für

eine erfüllte Freizeit.

In seinem Grußwort rief Landrat Josef Hauner aus,

dass man die Lebenshilfe erfinden müsste, gäbe es

sie nicht schon so lange. Freisings Bürgermeister

Hans Hölzl überbrachte den Dank der Stadt und einen

Scheck. Hauptrednerin war aber die Lebenshilfe-Bundesvorsitzende

und frühere Bundesgesundheitsministerin

Ulla Schmidt MdB. Sie dankte allen,

die in 50 Jahren so großes geleistet hätten: den

Eltern für ihr unermüdliches Engagement für noch

bessere Bedingungen für ihre behinderten Kinder,

den Lebenshilfe-Mitarbeitern für ihr Herzblut bei ihrer

Arbeit und den Freunden aus Politik, Wirtschaft

und Gesellschaft, die durch ihre Spenden und Förderung

das Leben von Menschen mit Behinderung

konkret besser machen können.

Was Menschen mit Behinderung können, zeigte

der Abend: das Foyer der Luitpoldhalle war mit

Gemälden der Kreativen Werkstatt der Lebenshilfe

geschmückt, zur Begrüßung sangen Kinder des In-

KiMo Moosburg, mittendrin spielten die nASHville

Cowboys and Cowgirls aus dem Anneliese-Schweinberger-Haus,

und die Profi-Showband Fun Factory

heizte am späteren Abend die Tanzfläche an. Mit Ehrungen,

einer musikalischen Einlage des Vorstands

der Lebenshilfe, einem hervorragenden Menü aus

der Nachtcafé-Küche und Zeit zu vielen Gesprächen

gelang ein rundum begeisternder Abend, der von allen

Anwesenden höchstes Lob erhielt.

HAUPTSACHE – DAS THEMA // 5


Vielen Dank an unserem

Lebenshilfe-Fotografen Benni

Diemer für einige dieser Fotos!

6 // HAUPTSACHE – DAS THEMA


HAUPTSACHE – DAS THEMA // 7


„Die Lebenshilfe Freising macht sich

für eine inklusive Gesellschaft stark“

Festrede von Bundesministerin a.D. Ulla Schmidt MdB, Vorsitzende

der Bundesvereinigung Lebenshilfe e.V.

Sehr geehrte Festgäste! Liebe Monika Haslberger!

Liebe Frau Mühlhammer!

Wir feiern heute den 50. Geburtstag der Lebenshilfe

Freising und weitere runde Geburtstage verschiedener

Lebenshilfe-Einrichtungen. Zu diesen Jubiläen

möchte ich, auch im Namen des Bundesvorstandes,

die herzlichen Glückwünsche der gesamten Lebenshilfe-Familie

überbringen. Und ich möchte Ihnen danken

– für Ihr besonderes Engagement und die großen

Erfolge Ihrer Arbeit!

Ein halbes Jahrhundert – was haben Sie in dieser

Zeit alles für Menschen mit einer sogenannten geistigen

Behinderung auf den Weg gebracht – und das

Spannende daran ist, wie sich die Lebenshilfe dabei

weiterentwickelt hat. Ich möchte heute mit Ihnen eine

kleine Reise durch die Geschichte der Lebenshilfe unternehmen:

von ihren Wurzeln bis zur Gegenwart.

Und dabei auch einen Blick in die Zukunft wagen.

Ich freue mich sehr, dass heute Benno Zierer aus dem

Bayerischen Landtag unter den Jubiläums-Gästen ist.

Herzlich begrüßen möchte ich auch Landrat Josef Hauner,

Hans Hölzl, den 3. Bürgermeister der Stadt Freising,

und Bezirksrat Johannes Becher!

DANK AN MONIKA HASLBERGER

Gestatten Sie mir zu Beginn ein paar persönliche Worte:

Liebe Monika Haslberger,

Du bist seit vielen Jahren Vorsitzende der Lebenshilfe

Freising, Du bist Mitglied im Landesvorstand

der Lebenshilfe Bayern, und Du warst schon im Bundesvorstand

der Lebenshilfe, als ich im Jahr 2012

8 // HAUPTSACHE – DAS THEMA


zum ersten Mal zur Bundesvorsitzenden gewählt

wurde. Als meine Stellvertreterin bist Du seither an

meiner Seite.

Ich schätze Deine Sichtweise sehr: Als Mutter einer

mittlerweile erwachsenen Tochter mit Down-Syndrom

weißt Du, was Menschen mit Behinderung brauchen.

Und als ehrenamtlich Engagierte in der Lebenshilfe

tust Du alles dafür, dass Menschen mit Behinderung

auch bekommen, was sie brauchen!

An Deiner Person, liebe Monika, wird deutlich, was

die Lebenshilfe von Beginn an ausmacht: Das sind

Mütter und Väter wie Du, die sich mit aller Kraft für

ihre Kinder mit Behinderung einsetzen und dabei

das Leben aller Menschen mit Behinderung verbessern

und eine inklusive Gesellschaft gestalten wollen.

Dafür, liebe Monika, danke ich Dir von ganzem

Herzen! Du stehst stellvertretend für alle Lebenshilfe-Eltern

in Freising, Bayern und ganz Deutschland.

Übrigens sind von derzeit dreizehn Mitgliedern des

Bundesvorstandes acht Mutter oder Vater von Menschen

mit Behinderung!

TOM MUTTERS‘ TRAUM

Schon Tom Mutters, der vor 60 Jahren gemeinsam mit

Eltern die Bundesvereinigung Lebenshilfe im hessischen

Marburg gründete und zehn Jahre später auch

Eltern in Freising zu diesem Schritt ermutigte, hatte

den Traum von einer inklusiven Gesellschaft.

Inklusion bedeutet: Jeder Mensch mit Behinderung

soll voll und ganz am Leben teilhaben können. Von

Anfang an! Tom Mutters kannte damals noch nicht den

modernen Begriff „Inklusion“. Für ihn gehörten Menschen

mit geistiger Behinderung eben einfach dazu –

ohne Wenn und Aber.

Die Eltern standen da noch unter dem Schock der

Nazi-Diktatur. Nach dem furchtbaren 2. Weltkrieg, in

dem etwa 300.000 kranke und behinderte Menschen

als lebensunwert verfolgt und ermordet worden waren,

war es Tom Mutters, der die Familien aus der Isolation

holte und sie dazu brachte, ihre geistig behinderten

Kinder nicht mehr zu verstecken.

Ein erstes großes Ziel der Lebenshilfe war erreicht,

als in den 1960er- und 1970-Jahren die Schulpflicht

schrittweise für geistig behinderte und schwer

mehrfach behinderte Kinder eingeführt wurde. Bis

dahin galten sie als bildungsunfähig. Auch als 1989

die Mauer fiel, wurde in Tom Mutters wieder der alte

Pioniergeist wach. Es dauerte kein Jahr, da gab es

schon rund 120 neue örtliche Lebenshilfen im Osten

EINFACHE

SPRACHE

Frau Ulla Schmidt ist eine bekannte Politikerin.

In Berlin leitet sie die Lebenshilfe für ganz

Deutschland. Frau Schmidt hat bei der Jubiläums-Feier

der Lebenshilfe Freising eine Rede

gehalten. Sie sagte: Herzlichen Glückwunsch!

Ihr habt in Freising super gearbeitet! Ihr habt

das gemacht, was für die Lebenshilfe ganz

wichtig ist: Menschen mit Behinderung sollen

überall ganz normal dazu gehören. Das nennt

man heute Inklusion. Zum Beispiel hat die Lebenshilfe

Freising eine Inklusions-Schule. Und

es gibt Arbeits-Plätze im Viva Vita oder SerVita

für Menschen mit Behinderung. Inklusion gib

es auch im Vorstand der Lebenshilfe Freising: Es

gibt einen Rat der Selbst-Vertreter. Frau Manuela

Mühlhammer ist da dabei. In der Politik muss

man immer dafür kämpfen, dass Menschen mit

Behinderung nicht übersehen werden. Es gibt

noch viel zu tun in Politik und Gesellschaft. Das

können wir nur zusammen schaffen, in Freising

und in ganz Deutschland!

Deutschlands: von Annaberg-Buchholz bis Zeulenroda.

Ist das nicht großartig, zu welchen Leistungen

die Lebenshilfe fähig ist!

Tom Mutters‘ Vision von der Inklusion ist heute

in aller Munde. Sie steht im Mittelpunkt der UN-

Behindertenrechtskonvention und des Grundsatzprogramms

der Lebenshilfe, das nach jahrelangen

Diskussionen im ganzen Land auf der Mitgliederversammlung

im Jahr 2011 mit überwältigender Mehrheit

verabschiedet wurde.

INKLUSION IN FREISING

Auch in Freising macht sich die Lebenshilfe für eine

inklusive Gesellschaft stark: In ihren integrativen Kitas

spielen und lernen Kinder mit und ohne Behinderung

gemeinsam. Ihre Förderschule wurde sogar mit dem

Prädikat „Inklusion“ ausgezeichnet.

HAUPTSACHE – DAS THEMA // 9


Verständliche Sprache – eine ganz wichtige Voraussetzung

für gelingende Teilhabe – wird hier großgeschrieben.

Zum Beispiel gibt es die Texte in der

Mitgliederzeitschrift „Tausendfüßler“ auch in Leichter

Sprache. Dazu passt die neueste Einrichtung der Lebenshilfe

Freising: Die Beratungsstelle für Unterstützte

Kommunikation wurde in diesem Jahr eröffnet.

Jede und jeder soll mitreden können und wird dabei

mit geeigneten Hilfsmitteln unterstützt. Das können

SELBSTVERTRETER IN DER LEBENSHILFE FREISING

Wie stark die Inklusion bei der Lebenshilfe Freising

verankert ist, zeigt sich zudem daran, dass sieben

Menschen mit Behinderung im Rat der Selbstvertreter

aktiv am Vereinsgeschehen mitwirken. Zum Beispiel

begrüßen sie im Tandem mit einem nichtbehinderten

Vorstandsmitglied die Gäste bei öffentlichen

Veranstaltungen. So wie wir es heute bei Manuela

Mühlhammer und Monika Haslberger erlebt haben.

Manuela Mühlhammer gehört als Selbstvertreterin

dem Vorstand an. Dort redet und entscheidet sie

gleichberechtigt mit.

Liebe Frau Mühlhammer, ich freue mich schon darauf,

gleich mit Ihnen über die Lebenshilfe sprechen zu

können. Selbstvertreterinnen und Selbstvertreter wie

Manuela Mühlhammer sind sehr wichtig für die Lebenshilfe,

damit der Traum von Inklusion Wirklichkeit

wird. Auf Selbstvertreter hören Politiker ganz besonders.

Das weiß ich aus eigener Erfahrung als langjährige

Abgeordnete des Deutschen Bundestages. Im Bundesvorstand

der Lebenshilfe gibt es mit Ramona Günther

und Peter Stabenow zwei gewählte Selbstvertreter. Die

Zusammenarbeit macht mir große Freude, ist aber vor

allem inhaltlich wichtig: Mit uns, für uns beraten und

entscheiden sie als Menschen mit Behinderung über

die Arbeit der Lebenshilfe.

Gebärden sein, Symbol-Bilder oder elektronische

Sprachausgabe-Geräte.

Neben Werkstätten und Förderstätten bietet die

Lebenshilfe Freising auch inklusive Arbeitsplätze für

Menschen mit Behinderung an. Zum eigenen Inklusionsbetrieb

gehören das Tagungshaus, das Restaurant

und der Catering-Service Viva Vita. Außerdem betreibt

Viva Vita Kantinen in mehreren Schulen im Landkreis.

Und wie könnte es in Bayern anders sein: Zum 50.

Geburtstag gibt es ein Jubiläums-Bier mit Namen:

„Lebensbräu 1968 – das Wir-Bier“. Gebraut von Deiner

Hand, liebe Monika, in der Forschungsbrauerei Weihenstephan

der Technischen Universität München.

Die Brauerei befindet sich nahe der Freisinger Gartenstraße,

gleich bei der Integrativen Wohnanlage der Lebenshilfe.

Solche Nachbarn hätte ich auch gerne!

BUNDESTEILHABEGESETZ

So war es auch bei der Kampagne für ein besseres

Bundesteilhabegesetz, für das wir alle – die örtlichen

Lebenshilfen, die Landesverbände und die Bundesvereinigung

– gemeinsam und erfolgreich gestritten

haben. Unser Gründervater Tom Mutters, der am 2.

Februar 2016 im hohen Alter von 99 Jahre starb, wäre

sicher stolz auf uns gewesen, hätte er unseren leidenschaftlichen

Kampf für die Teilhabe von Menschen mit

Behinderung noch miterleben können.

An dieser Stelle möchte ich Ihnen gerne vom Parlamentarischen

Abend der Bundesvereinigung Lebenshilfe

berichten, der am 13. März in Berlin stattfand.

Wie jedes Jahr hatten wir eine stattliche Anzahl

an Gästen aus der Politik: Rund 100 Bundestagsabgeordnete

waren gekommen, zwei Bundesministerinnen,

die damalige Bundesbehindertenbeauftragte

sowie zehn Staatsminister und Parlamentarische

Staatssekretäre. Dies zeigt das Gewicht der Lebenshilfe

in der Hauptstadt.

10 // HAUPTSACHE – DAS THEMA


KOALITIONSVERTRAG DER NEUEN

BUNDESREGIERUNG

Im Koalitionsvertrag der neuen Bundesregierung finden

sich wichtige Punkte für die Lebenshilfe. Er ist eine

gute Basis für eine gute Politik für Menschen mit Behinderung.

Lassen Sie uns gemeinsam dafür eintreten,

dass dies auch gut umgesetzt wird. Drei Punkte aus der

Vielzahl an behindertenpolitisch wichtigen Akzenten

im Koalitionsvertrag möchte ich besonders betonen:

Erstens: das bereits genannte Bundesteilhabegesetz.

Kurz BTHG. Es war eine schwere Geburt, doch nun

gilt es, die Umsetzung aufmerksam zu begleiten und

das BTHG zu einem Erfolg für Menschen mit Behinderung

und ihre Familien zu machen. Als Bundesvereinigung

Lebenshilfe waren und sind wir davon überzeugt,

dass das BTHG, neben den vielen kurzfristigen Verbesserungen

für Menschen mit Behinderung zum Beispiel

bei der Anrechnung von Einkommen und Vermögen

und bei der neuen unabhängigen Teilhabeberatung,

gerade langfristig die Teilhabe von Menschen mit Behinderung

verbessern wird. Damit hierbei auch nichts

schiefgeht und nicht im Laufe der Umsetzung die Ziele

des Bundesteilhabegesetzes verloren gehen, ist darin

ebenfalls festgeschrieben, dass das Gesetz modellhaft

erprobt und nach der Erprobung noch einmal auf den

Prüfstand gestellt wird. Sollten sich hier Schwächen

zeigen, ist der Gesetzgeber erneut gefragt!

Zweitens freue ich mich sehr über das im Koalitionsvertrag

festgeschriebene „inklusive Wahlrecht für alle“.

Die Lebenshilfe kämpft schon seit vielen Jahren dafür,

dass auch Menschen, die eine Betreuung in allen Angelegenheiten

haben, künftig nicht mehr von der Bundestagswahl

ausgeschlossen sind. Diese Forderung

will die Bundesregierung nun endlich umsetzen.

Und drittens: Es gibt viele Menschen, die haben eine

geistige Behinderung und sind auch pflegebedürftig.

Sie erhalten dann Leistungen zur Teilhabe und Leistungen

zur Pflege. Gerade dieses Zusammenspiel der

beiden Hilfen ermöglicht es ihnen, trotz ihrer schweren

Beeinträchtigung, ein möglichst selbstbestimmtes Leben

in einer eigenen Wohnung oder in einer Wohngemeinschaft

mit Unterstützung zu führen. Wir müssen

unbedingt darauf achten, dass dies auch so bleibt. Im

Koalitionsvertrag steht dazu: „Wir werden sicherstellen,

dass alle auch zukünftig eine gute, flächendeckende

medizinische und pflegerische Versorgung von Beginn

bis zum Ende ihres Lebens erhalten, unabhängig von

ihrem Einkommen und Wohnort.“ Dies muss bedeuten,

dass künftig auch Menschen mit Behinderung egal,

ob Sie in einer eigenen Wohnung, in einer WG oder in

einer gemeinschaftlichen Wohnform leben, Anspruch

auf die vollen Leistungen der Pflegeversicherung haben.

Dem steht bisher noch der Paragraf 43 a Sozialgesetzbuch

XI im Weg – mit seiner viel zu niedrigen pauschalen

Vergütung der Pflege in Wohnstätten.

Im Pflegestärkungsgesetz 3 wurde der Paragraf sogar

noch auf Teile des ambulanten Wohnens ausgeweitet.

Diese Regel muss weg!

WOHNEN IN FREISING

Das Thema Wohnen ist in Freising aus einem weiteren

Grund von Bedeutung: Die Metropole München ist

nicht weit, die Preise für Wohnraum sind auch in Freising

extrem hoch, die Mieten kaum zu bezahlen. Es

herrscht Wohnungsmangel, ebenso sind Fachkräfte

nur schwer zu bekommen.

Umso beachtlicher ist der Neubau des Hermann-Altmann-Hauses,

wo seit Juli 2017 älter werdende Menschen

mit Behinderung bei der Lebenshilfe Freising ein

Zuhause mit fest eingeplanter Tagesstruktur finden.

Hervorheben möchte ich auch die bereits erwähnte Integrative

Wohnanlage in der Gartenstraße, die Jugend-

WG in Marzling und das Betreute Wohnen in Familien.

50 Jahre nach ihrer Gründung bietet die Lebenshilfe

Freising die ganze Vielfalt des Wohnens, ob ambulant

oder stationär. Und bietet so Menschen mit Behinderung

ein gutes Zuhause.

60 JAHRE BUNDESVEREINIGUNG LEBENSHILFE

Liebe Festgäste, in diesem Jahr hat auch die Bundesvereinigung

Lebenshilfe ein Jubiläum: Sie feiert ihren

60. Geburtstag. Heute ist die Lebenshilfe eine starke

und anerkannte Selbsthilfe-Organisation. Sie hat 16

Landesverbände und mehr als 500 örtliche Vereinigungen

in ganz Deutschland mit insgesamt über

125.000 Mitgliedern. Darunter sind auch sehr viele

Menschen, die eine Behinderung haben. Rund 11.000

sind es mittlerweile.

Die Bundesvereinigung Lebenshilfe vertritt die Interessen

der Menschen mit Behinderung und ihrer Familien,

wenn im Bundestag Gesetze verabschiedet werden.

Die Bundesvereinigung ist sozusagen die Brücke

der Lebenshilfe zur Bundespolitik. Und es handelt sich

um eine sehr stabile Brücke! So erlebe ich es als Bundesvorsitzende

und als Abgeordnete des Bundestages.

Als nach dem Mauerfall Berlin Hauptstadt in einem

geeinten Deutschland wurde, war den Verantwortlichen

bei der Lebenshilfe bald klar, dass auch die Bun-

HAUPTSACHE – DAS THEMA // 11


desvereinigung in Berlin vertreten sein muss. Eben

dort, wo die Musik spielt. Seit April 2009 haben wir

nun neben Marburg eine weitere Bundesgeschäftsstelle

in der Hauptstadt. Zu günstigen Konditionen

konnten wir damals noch Büro-Räume am Leipziger

Platz 15 anmieten.

Nun will sich die Bundesvereinigung mit einem

Neubau, für den wir am 14. Mai den Grundstein im

Stadtteil Prenzlauer Berg gelegt haben, von den rasant

steigenden Mietpreisen in Berlin unabhängig

machen. Dies ist eine große Investition in unsere

Zukunft. Wir müssen in Berlin und damit in der Bundespolitik

auf Dauer präsent sein. Nur so können wir

weiter erfolgreich die Interessen von Menschen mit

Behinderung vertreten und wichtige Impulse für

eine inklusive Gesellschaft in Deutschland geben.

In unserem neuen Büro-Gebäude werden unsere

hauptamtlichen Fachleute für alle Fragen rund um

die Themen „Behinderung und Teilhabe“ und auch

unsere ehrenamtlichen Gremienmitglieder ausgezeichnete

Arbeitsbedingungen weiterhin nah an

der Politik vorfinden.

HERAUSFORDERUNG AFD

In Berlin werden wir immer wieder vor neue, ungeahnte

Herausforderungen gestellt: Mit der AfD ist eine

Partei in den Bundestag eingezogen, die Menschen bewusst

ausgrenzt und die Inklusion ablehnt. Bereits im

vergangenen Jahr haben daher Bundesvorstand und

Bundeskammer beschlossen, dass die Lebenshilfe und

die AfD unvereinbar sind.

Geradezu entsetzt waren wir dann über eine Kleine

Anfrage, die kürzlich von der AfD-Fraktion an die Bundesregierung

gestellt wurde. Die AfD diskriminiert

darin Menschen mit Behinderung und zugewanderte

Menschen aus dem Ausland. Daraufhin hat die Bundesvereinigung

Lebenshilfe mit 17 weiteren Verbänden

eine große Anzeige in der Frankfurter Allgemeinen

Sonntagszeitung unterzeichnet. Die Anzeige hat

die Überschrift „Es geht uns alle an: Wachsam sein für

Menschlichkeit“. Auf der Facebook-Seite der Lebenshilfe

erreichte die Anzeige über 318.000 Menschen.

Fast alle, die uns dazu ihre Meinung mitteilten, finden

die Anzeige gut und richtig.

PRÄNATALDIAGNOSTIK

Zum Schluss möchte ich noch ein Thema berühren,

das mir ganz besonders am Herzen liegt: Es geht um

vorgeburtliche Untersuchungen, um die sogenannte

Pränataldiagnostik.

Aktuell macht der Lebenshilfe ein Bluttest auf

Down-Syndrom bei schwangeren Frauen große Sorgen.

Die meisten kennen ihn unter dem Namen Praena-Test.

Die Bundesvereinigung hat dazu ein Positionspapier

beschlossen.

Wenn zukünftig so gut wie alle Frauen in der Schwangerschaft

ihr Blut auf das Down-Syndrom hin untersuchen

lassen, widerspricht das auch der UN-Behindertenrechtskonvention.

Der Praena-Test ist ausschließlich

auf eine frühzeitige Entdeckung des Down-Syndroms

und anderer Störungen der Chromosomenzahl ausgerichtet.

Das hält die Bundesvereinigung Lebenshilfe

für ein verheerendes Signal an Menschen mit Down-

Syndrom und ihre Familien.

Wir wissen heute so viel über das Potential von

Menschen mit Down-Syndrom. Ich denke da beispielsweise

an unsere aktuelle BOBBY-Preisträgerin

Natalie Dedreux, die zu Bundeskanzlerin Angela

>> Der erste Lebenshilfe-Bus Anfang der 1970er Jahre –

und 2018 als Blickfang für die Jubiläumsgala in der Freisinger Luitpoldhalle.

12 // HAUPTSACHE – DAS THEMA


Die Riege der Verantwortlichen der Lebenshilfe Freising aus Vorstand und Geschäftsführung mit der

Bundesvorsitzenden Ulla Schmidt (4.v.r.) bei der Jubiläums-Gala

Merkel live im Fernsehen gesagt hat: „Ich will nicht

abgetrieben werden, sondern auf der Welt bleiben!“

Oder an den Schauspieler Sebastian Urbanski, der im

letzten Jahr in Erinnerung an die Opfer der Nazi-Verbrechen

zum Deutschen Bundestag gesprochen hat.

Oder an Katharina Reichelt, die öffentlich als Cellistin

auftritt und im Krankenhaus als Assistentin einer

Musik-Therapeutin arbeitet.

Alle Drei – Natalie Dedreux, Sebastian Urbanski und

Katharina Reichelt – haben das Down-Syndrom und

sind ganz wunderbare Menschen. So, wie die vielen,

vielen anderen Kinder, Frauen und Männer mit Behinderung,

die ich im Laufe meines Engagements für die

Lebenshilfe kennenlernen durfte.

Meine Damen und Herren, es kann einfach nicht

sein, dass Eltern, die ein Kind mit Down-Syndrom haben

oder erwarten, immer wieder zu hören bekommen,

das müsse doch heute nicht mehr sein. Nein,

diese Haltung dürfen wir nicht zulassen. Ich sage:

Alle Menschen sind gleich viel wert, ganz egal, wie

viel Unterstützung jemand benötigt. Für die Lebenshilfe

gilt der Satz: Es ist normal, verschieden zu sein!

Daher fordert die Lebenshilfe, die Beratung zur Pränataldiagnostik

tatsächlich so durchzuführen, wie

sie schon seit Jahren gesetzlich geregelt ist – damit

Schwangere und ihre Partner sich gut informiert entscheiden

können. Hierbei können wir als Lebenshilfe

sehr hilfreich sein, indem wir aus unserer Erfahrung

berichten, wie es Familien ergeht, in dem ein Kind

mit Down-Syndrom lebt.

GEMEINSAM IN DIE ZUKUNFT

Das zeigt abermals: Die Lebenshilfe wird auch nach

50 und 60 Jahren weiterhin gebraucht. Bis wir unser

Ziel, die gleichberechtigte Teilhabe für alle, erreicht

haben, ist es noch ein langer Weg. Lassen Sie uns

diesen Weg gemeinsam weitergehen und auch in

Zukunft gemeinsam für Menschen mit Behinderung

und ihre Familien eintreten! Lassen Sie uns gleich

gemeinsam anstoßen mit einem schönen kühlen

Freisinger Wir-Bier, dem Lebensbräu 1968. Auf eine

inklusive Zukunft für Freising, für Deutschland und

die ganze Welt!

HAUPTSACHE – DAS THEMA // 13


Harmonischer Dreiklang

Am Jubiläumstag 20. Juni 2018 widmete das Freisinger Tagblatt

der Lebenshilfe Freising eine Sonderseite

EINFACHE

SPRACHE

Die Lebenshilfe Freising hat einen richtigen Geburtstag.

Es ist der 26. Juni 1968. In diesem Jahr

2018 wurde die Lebenshilfe Freising daher 50

Jahre alt. Als Geburtstags-Geschenk berichtete

die Zeitung Freisinger Tagblatt auf einer ganzen

Seite über die Geschichte der Lebenshilfe

Freising und zeigte alte Fotos. Vielen Dank für

das schöne Geschenk!

Am Abend des 26. Juni 1968 wurde es schnell voll

im Großen Rathaussaal in Freising. Über einhundert

Eltern und Freunde von Menschen mit Behinderung,

Fachleute aus der Sozialverwaltung und Prominenz

aus Politik und Gesellschaft wollten etwas ändern: Kinder

und Erwachsene mit Behinderung sollten endlich

mitten in die Gesellschaft gestellt und ihre Förderung

zur Hauptsache gemacht werden. Mit dabei war Tom

Mutters, der Gründungsvater der Lebenshilfe-Idee, der

die Versammlung leitete und den Verein „Lebenshilfe

für geistig Behinderte des Stadt- und Landkreises

Freising e.V.“ aus der Taufe hob. Zum 1. Vorsitzenden

wurde Initiator Hermann Altmann gewählt.

Bis dahin galten geistig behinderte Kinder als nicht förder-

oder lernfähig. Sie wurden notdürftig in der damaligen

Freisinger „Hilfsschule“ untergebracht, deren Rektor

Hermann Altmann war. Jetzt wollte man Ausbildungsstätten

schaffen, in denen geistig behinderte Menschen

von ihrer frühesten Kindheit bis ins hohe Alter gefördert,

geschult, beruflich ausgebildet und betreut werden.

1970 stellte die Lebenshilfe die Weichen in die

Zukunft und bis heute: Es sollte statt der Nutzung

des alten Neustifter Schulhauses eine neue Schule

mit Tagesstätte gebaut werden und eine Werkstatt für

die berufliche Bildung und Beschäftigung. Noch heute

befinden sich diese Einrichtungen an der Freisinger

Gartenstraße: 1972 begann der Bau der heutigen

Isar Sempt Werkstätten, 1974 war die Eröffnung mit

30 Menschen mit Behinderung. 1976 waren es dann

schon 86, nach mehrmaliger Erweiterung heute über

400 Menschen mit Behinderung, die hier eine sinnvolle

und sinnstiftende Beschäftigung erhalten.

Auf dem Nebengrundstück an der Gartenstraße stehen

seit 2012 die roten Gebäude des Bildungszentrums

Gartenstraße, die an die Ziegelbauweise der alten „Fröbelschule“

von 1977 erinnern sollen. Zur Tagesstätte von

damals sind heute ein Heilpädagogischer Kindergarten,

Krippe, Hort und mehrere Außenklassen und -gruppen

in Freising und Eching mit über 400 betreuten Kindern

und Jugendlichen dazugekommen.

Anfang der 1980er Jahre konnten junge Menschen

mit Behinderung in unserer Region eine umfassende

Schul- und Lebensbildung erfahren und selbstbewusst

in die Arbeit gehen. Ab 1981 stand die Schaffung von

verschiedenen Wohneinrichtungen im Fokus. Denn

Gott sei Dank wurden immer mehr Menschen mit Behinderung

älter, was aber das Problem aufwarf: Wo

kann ich wohnen und betreut werden, wenn meine

Eltern einmal nicht mehr sind? Die erste Idee kam noch

vom Gründungsvorsitzenden Hermann Altmann, der

das alte Schulhaus in Sünzhausen zur ersten Wohneinrichtung

der Lebenshilfe umbauen ließ – seit der

Wiedereröffnung 2017 ist das Hermann-Altmann-Haus

das modernste Wohnhaus der Lebenshilfe. In Moosburg

half die Zivilcourage von Juliane Maier, die in Eigeninitiative

seit 1979 an die 500.000 DM an Spenden

sammelte. In dem nach ihr benannten Haus leben seit

30 Jahren 27 Menschen mit Behinderung, daneben

entstanden später das Anneliese-Schweinberger-Haus

und die Förderstätte Moosburg.

Konnten betreute Menschen jetzt mit der Lebenshilfe

Freising geruhsam alt werden, wurden nun auch die Hilfen

für die ganz kleinen Kinder ausgebaut: 1977 wurde

eine Frühförderstelle für Kinder von 0-3 Jahren in Freising

eröffnet, heute gibt es dazu weitere Stellen in Moosburg

und Neufahrn. Ab 1991 kamen die heute sechs

Integrativen Kindertageseinrichtungen in Attaching,

Freising (2x), Eching, Moosburg und Neufahrn dazu.

Die Trias an Angeboten im Bildungs-, Berufs- und

Wohnbereich bestimmt noch heute das Bild der Lebenshilfe

Freising. Sie ist mit 1200 betreuten Menschen

und 600 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern die größte

Sachwalterin von Menschen mit Behinderung bei uns

14 // HAUPTSACHE – DAS THEMA


Dienstag, 26. Juni 2018 | Nr. 144 Stadt Freising 3

.

50 JAHRE LEBENSHILFE FREISING .....................................................................................................................................................................................................................................................................................................

Harmonischer Dreiklang

VON MARTIN WEINDL

Freising – Am Abend des 26.

Juni 1968 wurde es schnell

voll im Großen Rathaussaal

in Freising. Über einhundert

Eltern und Freunde von Menschen

mit Behinderung,

Fachleute aus der Sozialverwaltung

und Prominenz aus

Politik und Gesellschaft wollten

etwas ändern: Kinder und

Erwachsene mit Behinderung

sollten endlich mitten in die

Gesellschaft gestellt und ihre

Förderung zur Hauptsache

gemacht werden. Mit dabei

war Tom Mutters, der Gründungsvater

der Lebenshilfe-

Idee, der die Versammlung

leitete und den Verein „Lebenshilfe

für geistig Behinderte

des Stadt- und Landkreises

Freising e.V.“ aus der Taufe

hob. Zum 1. Vorsitzenden

wurde Initiator Hermann Altmann

gewählt.

Bis dahin galten geistig behinderte

Kinder als nicht förder-

oder lernfähig. Sie wurden

notdürftig in der damaligen

Freisinger „Hilfsschule“

untergebracht, deren Rektor

Hermann Altmann war. Jetzt

wollte man Ausbildungsstätten

schaffen, in denen geistig

behinderte Menschen von ihrer

frühesten Kindheit bis ins

hohe Alter gefördert, geschult,

beruflich ausgebildet

und betreut werden.

1970 stellte die Lebenshilfe

die Weichen in die Zukunft

und bis heute: Es sollte statt

der Nutzung des alten Neustifter

Schulhauses eine neue

Schule mit Tagesstätte gebaut

werden und eine Werkstatt

für die berufliche Bildung und

Beschäftigung. Noch heute

befinden sich diese Einrichtungen

an der Freisinger Gartenstraße:

1972 begann der

Bau der heutigen Isar Sempt

Werkstätten, 1974 war die Eröffnung

mit 30 Menschen mit

Behinderung. 1976 waren es

dann schon 86, nach mehrmaliger

Erweiterung heute

über 400 Menschen mit Behinderung,

die hier eine sinnvolle

und sinnstiftende Beschäftigung

erhalten.

Auf dem Nebengrundstück

an der Gartenstraße stehen

seit 2012 die roten Gebäude

des Bildungszentrums Gartenstraße,

die an die Ziegelbauweise

der alten „Fröbelschule“

von 1977 erinnern

sollen. Zur Tagesstätte von

damals sind heute ein Heilpädagogischer

Kindergarten,

Krippe, Hort und mehrere

Außenklassen und -gruppen

in Freising und Eching mit

über 400 betreuten Kindern

und Jugendlichen dazugekommen.

Anfang der 1980er Jahre

konnten junge Menschen mit

Behinderung in unserer Region

eine umfassende Schulund

Lebensbildung erfahren

und selbstbewusst in die Arbeit

gehen. Ab 1981 stand die

Schaffung von verschiedenen

Wohneinrichtungen im Fo-

Die jüngste Integrative Kita der Lebenshilfe ist der „Zauberwald“ in Neufahrn.

Hau den Lukas bei einem Werkstattfest in den Achtziger-Jahren.

Die Lebenshilfe-Führung im Jubiläumsjahr 2018: Die erste Vorsitzende Monika Haslberger (r.), die Vorstände sowie der

Geschäftsführer Michael Schwaiger (hinten l.).

daheim. Die Lebenshilfe Freising hat sich zu einem

harmonischen Dreiklang entwickelt aus engagierten

Eltern, kompetenten Fachleuten und selbstbewussten

Menschen gangenen Samstagabend mit Behinderung. Stephan Eisenhofer, Die bleibt Eigeninitiative in-

und

Tatkraft gegen Schweden der vorm Angehörigen Fern-

wegen des braucht Spiels nicht das mei-Fachwissen der

kommenden Mittwoch genau er. „Die spielen doch auch,

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Lebenshilfe Frei-

nicht. Denn das Spiel Ein Hoffnungsschimmer für

sing. Im Mittelpunkt stehen aber die Bedürfnisse und

Wünsche Arbeitnehmer imder Landkreis Menschen sie das Spiel mit zumindest Behinderung hören in unserer

da unseren Mitarbeitern, dass

sie ihre Arbeit für das Spiel

unterbrechen und dann zum

Beispiel länger bleiben.“

In der Freisinger Stadtverwaltung

müssen sich die über

800 Mitarbeiter absprechen

und auf Nicht-Fußballfans in

ihrer Abteilung hoffen. Die

FOTOS: LEBENSHILFE FREISING

Hermann Altmann war

der Gründungsvorsitzende

der Lebenshilfe.

Region. Sie sollen ermutigt werden, ihr Leben selbst zu

gestalten und die dazu nötigen Hilfen selbstbewusst

einzufordern. Behinderte Menschen wollen vor allem

normal sen alle sein bleiben, und aber Presse-

so normal rang.“ behandelt werden wie

möglich. sagt: „Große Sie wollen Fußballfans keine amt sieht’s Extrawurst ähnlich aus: aber Die auch keine

den.“ Doch am Mittwoch sei Außerdem schließen die Kfz-

Bevormundung. Sie wollen einfach dazugehören. Die

zentrale Information mitt-

Beim

Lebenshilfe Freising bietet dafür auch in Zukunft ihre

wochs generell bereits um 14

Uhr. Nur das Gesundheitsamt

hat mittwochs bis 16 Uhr

geöffnet: „Zwar kann es sein,

dass am Mittwoch nicht alle

Abteilungen im Gesundheitsamt

bis 16 Uhr besetzt

sein werden“, teilt die Pressesprecherin

des Landratsamts

Unterstützung und Begleitung an.

Problem, denn da ist kein

Parteiverkehr am Nachmittag,

so wie etwa am Donnerstag:

„Es ist nur wichtig, dass

die Abteilungen noch telefonisch

erreichbar sind.“ Konkret

heißt das: Nicht alle Rathausmitarbeiter

dürfen zum

Deutschlandspiel Dienst-

Weichen in die

Zukunft gestellt

kus. Denn Gott sei Dank wurden

immer mehr Menschen

mit Behinderung älter, was

aber das Problem aufwarf:

Wo kann ich wohnen und betreut

werden, wenn meine Eltern

einmal nicht mehr sind?

Die erste Idee kam noch

vom Gründungsvorsitzenden

Hermann Altmann, der das

alte Schulhaus in Sünzhausen

zur ersten Wohneinrichtung

der Lebenshilfe umbauen

ließ – seit der Wiedereröffnung

2017 ist das Hermann-

Altmann-Haus das modernste

Wohnhaus der Lebenshilfe.

In Moosburg half die Zivilcourage

von Juliane Maier,

die in Eigeninitiative seit 1979

an die 500 000 Mark an Spenden

sammelte. In dem nach

ihr benannten Haus leben seit

30 Jahren 27 Menschen mit

Behinderung, daneben entstanden

später das Anneliese-

Schweinberger-Haus und die

Förderstätte Moosburg.

Konnten betreute Menschen

jetzt mit der Lebenshilfe

Freising geruhsam alt werden,

wurden nun auch die

Hilfen für die ganz kleinen

Kinder ausgebaut: 1977 wurde

eine Frühförderstelle für

Kinder von Null bis drei Jahren

in Freising eröffnet, heute

gibt es dazu weitere Stellen in

Moosburg und Neufahrn. Ab

1991 kamen die heute sechs

Integrativen Kindertageseinrichtungen

in Attaching, Freising,

Eching, Moosburg und

Neufahrn dazu.

Die Trias an Angeboten im

Bildungs-, Berufs- und

Wohnbereich bestimmt noch

heute das Bild der Lebenshilfe

Freising. Sie ist mit 1200

betreuten Menschen und 600

Mitarbeitern die größte Sachwalterin

von Menschen mit

Behinderung in der Region.

Die Lebenshilfe Freising hat

sich zu einem harmonischen

Dreiklang entwickelt aus engagierten

Eltern, kompetenten

Fachleuten und selbstbewussten

Menschen mit Behinderung.

Die Eigeninitiative und

Tatkraft der Angehörigen

braucht das Fachwissen der

Mitarbeiter der Lebenshilfe

Freising. Im Mittelpunkt stehen

aber die Bedürfnisse und

Wünsche der Menschen mit

Behinderung. Sie sollen ermutigt

werden, ihr Leben

selbst zu gestalten und die dazu

nötigen Hilfen selbstbewusst

einzufordern. Behinderte

Menschen wollen vor

allem normal sein und so normal

behandelt werden wie

möglich. Sie wollen keine Extrawurst

aber auch kein Bevormundung.

Sie wollen einfach

dazugehören. Die Lebenshilfe

Freising bietet dafür

auch in Zukunft ihre Unterstützung

und Begleitung an.

NACHGEFRAGT .........................................................................................................................................................................................................................................................................................................................................................

Landkreis – 27 Millionen Der Filialleiter vom BMW- fleisch: „Da sind die Mitarbeiter

Rathausmitarbeiter haben schluss machen , sagt Stein-

Fußball-Fans haben am ver-

Autohaus Spaett in Freising,

nicht freigestellt“, aber: Gleitzeit, bis um 15 Uhr müshart:

„Die Arbeit hat Vor-

„Alle WM-Spiele werden in

beim WM-Spiel Deutschland des eisern: „Ich kann doch der Kantine live übertragen.“ sprecherin Christl Steinhart Im Freisinger Landrats-

Bei 1200 Mitarbeitern aus 60

sehen mitgefiebert – ob es am nen Betrieb schließen“ sagt verschiedenen Nationalitäten können sich dann verabschie-

Mitarbeiter haben Gleitzeit.

sei die Leinwand quasi in

so viele sein werden? Wohl wenn wir nicht zuschauen.“ Dauerbetrieb: „Wir vertrauen das Deutschland-Spiel kein Zulassungsbehörde und die

Deutschland gegen Südkorea die Mitarbeiter: „Wir suchen

beginnt schon um 16 Uhr. Die nach einer Möglichkeit, dass

stellt das vor ein Problem:

Kann ich früher gehen? Oder

verpasse ich das Spiel, weil

ich in der Arbeit noch etwas

erledigen muss? Das FT hat

sich umgehört, ob in den Firmen

die Schlusssirene früher

erklingt, damit die Mitarbeiter

beim Anpfiff daheim vorm

Fernseher sitzen können.

und vielleicht auch sehen

können.“

Beim Chiphersteller Texas

Instruments in Freising ist

die Leinwand in der Kantine

schon aufgebaut. Wer dort arbeitet,

darf das Spiel zwar

nicht mit seinen Lieben daheim

schauen, sagt Pressesprecherin

Andrea Haupt-

Gibt’s in Freising fußballfrei?

Bei 1200 Mitarbeitern aus 60 Nationen ist

die WM-Leinwand bei TI in Dauerbetrieb

lungszeitraums abgeholt

werden (Abholschein

nicht vergessen).

vorgebracht werden können.

Die Gesundheitsamt-Mitarbeiter,

die danach noch zum

Deutschlandspiel wollen,

müssen wohl aufs Gas drücken

– um zumindest bei der

zweiten Halbzeit mit dabei

zu sein.

Gabelstapler-Produzenten

Jungheinrich in

Moosburg müssen die etwa

1000 Mitarbeiter auf ihren

Abteilungschef hoffen, sagt

Frank Riedel, Konzernsprecher

aus Hamburg: „Bei uns

gibt es keine pauschale Regelung

für das Deutschlandspiel“,

sagt er. Kernarbeitszeit

Eva Zimmerhof mit: Doch es sei bis 15 Uhr: „Wer danach

HAUPTSACHE werde genügend Personal – DAS gehenTHEMA will, muss das mit // dem 15

anwesend bleiben, damit

auch bis 16 Uhr Anliegen

Chef der Abteilung absprechen.“

ANNA SCHWARZ

AKTUELLES

IN KÜRZE

Hitlergruß im MAC

Danebenbenommen hat

sich am Samstag nach der

Länderspiel-Übetragung

Deutschland-Schweden

ein 22-Jähriger aus dem

Landkreis Freising am

Flughafen. Polizisten beobachteten

den Mann auf

der Tribüne des Public

Viewing im Munich Airport

Center, wie er anderen

Zuschauern den Hitlergruß

zeigte. Der Freisinger

bekam einen Platzverweis

und es wurde Anzeige

erstattet.

Autos angefahren

Ein schwarzer Audi A3,

der zwischen 17. und 23.

Juni im Parkhaus Am

Wörth stand, wurde am

rechten hinteren Kotflügel

und an der Beifahrertür

angefahren. Schaden:

1500 Euro. Ein am Sonntag

am Staudengarten geparkter

roter Volvo wurde

ebenfalls beschädigt. Die

Reparatur wird auf 2500

Euro geschätzt. Auch hier

flüchtete der Unfallverursacher.

Hinweise erbittet

die Polizei unter Tel.

(0 81 61) 53050.

Golf „geschnitten“

Kurz vor der Einmündung

der FS 44 in die Ismaninger

Straße wurde eine

53-jährige Freisingerin am

Sonntag in ihrem Golf gegen

18.30 Uhr von einem

silberfarbenen Sportwagen

überholt und „geschnitten“.

Gegen den unbekannten

Fahrer wird

nun wegen Straßenverkehrsgefährdung

ermittelt.

Tagwerk wählt

Die Generalversammlung

der Tagwerk eG findet am

Donnerstag, 28. Juni, ab

18 Uhr, im Viva Vita statt.

Neben den Berichten aus

dem Aufsichtsrat und der

Tagwerk-Biometzgerei sowie

der Vorstellung der Bilanz

2017, wird der Aufsichtsrat

neu gewählt.

Musik vor dem Spiel

Vor dem WM-Public-Viewing,

veranstaltet vom Abseits-Verein

und dem SC

Freising am morgigen

Mittwoch um 18.30 Uhr

auf dem SC-Gelände, spielen

ab 18.30 Uhr die Abseits-Ramblers

New Orleans-Sound

pur. Am

Donnerstag, 28. Juni, 18

Uhr spielt die Weihenstephaner

Bigband.

Fest-Aufbau

Zum Aufbau der Stände

für das Lerchenfelder

Stadtteilfest treffen sich

die Mitglieder des Vereins

Frohsinn am Samstag, 30.

Juni. Los geht’s um 7 Uhr

am Grünen Hof.

Altpapier-Sammlung

Unter dem Motto „Papier

für Perspektiven“ sammelt

das Pfarrer-Nikolaus-

Reichl-Werk am Samstag,

30. Juni, in Freising, Palzing

und Haindlfing Altpapier.

Die Traktoren mit

Anhänger sind ab 8 Uhr

unterwegs. Ehrenamtliche

Helfer sammeln die am

Bürgersteig ausgelegten

Papierbündel auf. Im

Stadtgebiet Freising können

auch Fahrräder gespendet

werden.

Getöpfertes abholen

Auch heuer konnten die

Besucher des Uferlos-Festivals

auf einer Scheibe

töpfern oder mit Ton modellieren

(wir berichteten).

Die fertigen Werkstücke

werden nun ab heute bis

Samstag, 21. Juli, in der

Stadtbibliothek ausgestellt.

Sie können dort bewundert

werden und von

ihren Schöpfern ab sofort

innerhalb des Ausstel-


DER GANZE TEXT IST IN EINFACHER SPRACHE:

Ein Wir-Bier zum Jubiläum

Monika Haslberger durfte zum Tag des Bieres ein eigenes Lebenshilfe-Bier brauen

In Bayern gehört zu einem großen Fest oft ein Fest-

Bier. Das ist ein besonderes Bier. Manchmal schmeckt

es besonders. Manchmal ist es besonders stark. Einfach

ein besonderes Bier zum besonderen Fest.

Gemacht wurde das Jubiläums-Bier am 24. März

2018. An diesem Samstag war Frau Haslberger den

ganzen Tag bei der Forschungs-Brauerei Weihenstephan

in Freising. Beim so genannten Brau-Erlebnis-

Tag konnte man zuschauen, wie das Bier gebraut

wurde. Herr Doktor Tippmann und Herr Ebner haben

alles genau erklärt. Und Frau Haslberger wurde

unterstützt von drei jungen angehenden Brau-

Meistern: Maximilian Dierig, Dominik Goldbach

und Lukas Scharf. Das Brauen war harte Arbeit. Das

Ergebnis: zwei Mal 60 Liter Fest-Bier mit 14 Prozent

Stamm-Würze. Der gute aromatische Duft kommt

vom Hallertauer Comet-Hopfen und Ariana-Hopfen.

Das Bier hat auch einen besonderen Namen: „Lebens-Bräu

1968 – das Wir-Bier“. Viele Menschen

mit Behinderung, Mitglieder und Mitarbeiter haben

einen Namen vorgeschlagen. Über 50 Vorschläge

gab es! Der Name setzt sich daher aus mehreren

Teilen zusammen. Maren Holzmann und die Gruppe

Lila aus der Förderstätte Moosburg und Frau Charlotte

Weiß haben „Lebens-Bräu“ vorgeschlagen. Von

16 // HAUPTSACHE – DAS THEMA


Herrn Hubert Brandl aus der Finanz-Abteilung kam

die Jahres-Zahl 1968. Das ist das Gründungs-Jahr der

Lebenshilfe Freising. Und Frau Sabine Fischer in der

Geschäfts-Stelle wollte mit dem Namen „Wir-Bier“

sagen: Wir bei der Lebenshilfe sollen alle zusammen

Freude am neuen Bier haben.

Zum ersten Mal trinken konnte man das Bier beim

Freisinger Tag des Bieres am 26. März 2018 auf dem

Freisinger Marien-Platz. Es gibt Bier von den Freisinger

Brauereien und jedes Jahr ein besonders Bier. In diesem

Jahr 2018 hat das besondere Bier Frau Monika

Haslberger gemacht, weil sie Chefin von der Lebenshilfe

Freising ist. Und weil die Lebenshilfe heuer 50 Jahre

alt wird. Bei dem Fest haben der Ober-Bürgermeister

Tobias Eschenbacher und Frau Haslberger eine Rede

gehalten. Die Stadt-Kapelle Freising spielte Blas-Musik.

Dann wurde von Frau Haslberger das Bier-Fass angezapft.

Sie brauchte nur drei Schläge, wie ein Profi! Das

erste Bier bekamen viele wichtige Leute aus Politik,

Wirtschaft und Wissenschaft der Stadt. Dann durfte

Jeder mittrinken. Am Lebenshilfe-Stand gab es das

Jubiläums-Bier in Flaschen zu kaufen. Und das Beste

ist: 6000 Euro aus dem Fest gingen auch noch an die

Lebenshilfe. Vielen Dank an die Stadt Freising und die

Brauereien Weihenstephan und Hofbrauhaus.

HAUPTSACHE – DAS THEMA // 17


Das sind die Gewinner bei der Suche nach dem Namen des Jubiläums-Biers: Charlotte Weiß vom Fachdienst im BiG, die Verwaltungsangestellten

Hubert Brandl und Sabine Fischer mit Geschäftsführer Michael Schwaiger, Gabriele Schadt aus dem

Juliane-Maier-Haus und die Gruppe Lila aus der Förderstätte Moosburg mit der Betreuerin Maren Holzmann (Mitte hinten).

„Ich unterstütze die Lebenshilfe Freising, weil sie die Menschen aus den

Licht- und Schattenseiten des Lebens zusammenführt und damit beispielgebend

für eine loyale Bürgergesellschaft ist.“

>> Prof. Wolfgang A. Herrmann,

Präsident der Technischen Universität München

18 // HAUPTSACHE – DAS THEMA


Übergabe des Geschäftsführeramts von Franz Burger (M.) an

Michael Schwaiger (l.) mit Chefsekretärin Maria Oberprieler.

Unsere

Einrichtungen

gestern

und heute

Die ersten 50 Jahre

der Lebenshilfe Freising

VEREINSVORSITZENDE

1968 – 1979 Hermann Altmann

1979 – 1990 Josef Pettinger

1990 – 1991 Helmut Uffermann (kommissarisch)

1991 – 1999 Werner Groth

1999 – Monika Haslberger

GESCHÄFTSFÜHRER

1991 – 2014 Franz Burger

2014 – Michael Schwaiger

EINFACHE

SPRACHE

Seit dem Jahr 1968 kümmert sich die Lebenshilfe

Freising um Menschen mit und ohne

Behinderung in unserer Heimat. 50 Jahre lang

gab es neue Angebote und Einrichtungen. Am

Anfang gab es nur eine Schule für 30 Kinder.

Heute kümmern wir uns um über tausend

Menschen vom Baby bis zu Senioren. Hier gibt

es einen Überblick und Fotos aus 50 Jahren

Lebenshilfe Freising.

EINRICHTUNGEN

1968

26. Juni Gründung der Lebenshilfe Freising e.V.

Eröffnung Fröbelschule und Tagesstätte im alten Schulhaus in Freising-Neustift

1971 Eröffnung Werkstatt für Behinderte im alten Polizeihaus in Freising-Neustift

1972 Umzug Fröbelschule mit Tagesstätte ins alte Medizinische Krankenhaus Freising

CHRONIK 1968-2018 // 19


„Es stellte sich heraus, dass wir uns damit in ein Abenteuer gestürzt hatten,

das uns bis heute in Atem hält.“

>> Lebenshilfe-Vorsitzender Hermann Altmann, 1978.

1974 Eröffnung Neubau Werkstatt für Behinderte in der Gartenstraße 40 in Freising

1977

Eröffnung Neubau Fröbelschule und Heilpädagogische Tagesstätte in der Gartenstraße 42 in Freising

Eröffnung Frühförderung Freising in der Fröbelschule

1980 Eröffnung Zweigstelle Erding der Werkstatt für Behinderte

1981

Eröffnung Hermann-Altmann-Haus in Freising-Sünzhausen

Umzug Frühförderung Freising in die Unteren Domberggasse Freising

1983 Eröffnung Außenwohngruppen Betreutes Wohnen in Freising

1987 Eröffnung Gärtnerei der Werkstatt für Behinderte in Burgharting (Gde. Kirchberg)

1988 Eröffnung Juliane-Maier-Haus in Moosburg

1992

Gründung einer GmbH für die Werkstätten für behinderte Menschen

Eröffnung Integrative Kindergartengruppe in Freising-Attaching

Eröffnung Integrative Kindertagesstätte „Am Veitshof“ in Freising

Eröffnung Frühförderung Neufahrn

1993 Gründung Offene Behindertenarbeit

1994 Eröffnung Frühförderung Moosburg

1995 Eröffnung Wohnheim „Gute Änger“ in Freising (bis 2006)

1996 Eröffnung Integrative Kindertagesstätte „Bunte Arche“ in Eching

1997

Eröffnung Anneliese-Schweinberger-Haus und Förderstätte in Moosburg

Eröffnung Heilpädagogischer Kindergarten Freising

20 // CHRONIK 1968-2018


1998 Eröffnung Integrative Kindertagesstätte Moosburg „InKiMo“

1999

Übernahme Integrative Kindertagesstätte „Moosschifferl“ in Freising-Attaching

Annahme Leitbild der Lebenshilfe Freising

2001

Eröffnung Integrationsklassen an der Grundschule St. Korbinian in Freising

Um-/Neubau Frühförderung Neufahrn

2002

Gründung Stiftung Lebenshilfe Freising

Gründung Integrationsprojekt Freising gGmbH (Betriebsteile Viva Vita und SerVita)

2003

Eröffnung Integrative Wohnanlage (IWA) und VivaVita (Tagungshaus/Restaurant)

in der Gartenstraße 57 in Freising

2005

Eröffnung Integrationsklasse an der Montessori-Hauptschule in Freising

Eröffnung Ambulant Unterstütztes Wohnen in Freising

Eröffnung Lern im Puls in Freising

2006 Eröffnung Neubau Wohnhaus Johannisstraße in Freising

2009

Übernahme Kantine der Berufsschule Freising durch VivaVita

Eröffnung Frühförderung Freising, SerVita und Beratungsstelle in der Kesselschmiedstraße 10 in Freising

Eröffnung Integrative Kindertagesstätte/Krippe „Am Veitshof II“ in Freising

2010

Übernahme Mensa des Josef-Hofmiller-Gymnasiums Freising durch VivaVita

Eröffnung Betreutes Wohnen in Familien

2011

Annahme eines neuen Leitbilds der Lebenshilfe Freising

Übernahme Integrative Kindertagesstätte „Zauberwald“ in Neufahrn

Eröffnung Projekt Naturgarten Schönegge in Meilenhofen (Markt Nandlstadt)

2012

Eröffnung Neubau Bildungszentrum Gartenstraße in Freising (Integrative Krippe, Integrativer Hort,

Schule, Heilpädagogischer Kindergarten, Heilpädagogische Tagesstätte, Heilpädagogische

Tagesstätte der Berufsschulstufe, Zentraler Fachdienst)

erstmals Einrichtung eines Rats der Selbstvertreter

Selbstvertreter erstmals Mitglied des Vorstands

2013 Eröffnung des Familienzentrums im Steinpark Freising

2015 Förderschule im Bildungszentrum Gartenstraße in Freising wird Inklusionsschule

2017

Eröffnung Neubau Hermann-Altmann-Haus in Freising-Sünzhausen

Eröffnung Jugend-Wohngemeinschaft in Marzling

2018 Eröffnung Beratungsstelle Unterstützte Kommunikation in Freising

CHRONIK 1968-2018 // 21


Was geschah von 1968 bis 2018?

Unsere Chronik

1968

Das Abenteuer Lebenshilfe Freising begann am Mittwoch, 26. Juni 1968. Am Abend

dieses Tags wurde unter der Leitung von Tom Mutters, dem damaligen Geschäftsführer

der Bundesvereinigung Lebenshilfe, der Verein „Lebenshilfe für geistig Behinderte,

Ortsvereinigung Freising“ im Großen Rathaussaal der Stadt Freising gegründet.

Über einhundert Gründungsmitglieder – Fachleute aus der Sozialverwaltung, Eltern

und Freunde – wählten auch einstimmig den ersten Vereinsvorstand: 1. Vorstand wurde

Sonderschulrektor Hermann Altmann, sein Stellvertreter Dr. Alfons Streit, Kassier wurde

Sonderschullehrer Josef Pettinger, Schriftführerin die Sonderschullehrerin Renate Friese.

Beisitzer wurden die Amtmänner Hans Peißl und Georg Thalhammer von den Sozialund

Jugendämtern der Stadt bzw. des Landkreises. Stadtrat Josef Riedl und Frau Anny

Wiesenberger wurden als Elternvertreter gewählt.

Ziel war die Förderung, Ausbildung und Betreuung von geistig behinderten Menschen

von ihrer frühesten Kindheit bis ins hohe Alter. Bis dahin galten geistig behinderte Kinder

als nicht förder- oder lernfähig, und wurden notdürftig in zwei Klassen der damaligen

Freisinger Hilfsschule im Schulhaus St. Georg unter Rektor Hermann Altmann untergebracht.

Im Schuljahr 1967/68 stand den insgesamt 25 Kindern mit Josef Pettinger

nur ein Lehrer zur Verfügung. So hatte jede Klasse nur jeden zweiten Tag Unterricht.

Einige Mütter halfen daher bei der Betreuung – quasi die ersten „Schulbegleiterinnen“.

Mit dem Umzug ins alte, leer stehende Neustifter Schulhaus 1968 erhielt die Schule

auch für die nächsten 44 Jahre den Namen „Fröbelschule“, nach dem Vater der deutschen

Kindergartenidee Friedrich Fröbel (1782-1852). Dazu kamen eine provisorische

Tagesbetreuung und eine Werkstatt im alten Neustifter Polizeihaus.

22 // CHRONIK 1968-2018


1970

Dass das Provisorium nicht lange Bestand haben könne, wusste der Vorstand genau. Er

beschloss daher am 19. November 1970 eine neue Schule mit Tagesstätte zu bauen.

Zugleich wurde auch die Errichtung einer Werkstatt beschlossen

1972

Als weitere Übergangsstätte konnte mit Genehmigung der Stadt Freising die Schule

1972 vorübergehend ins alte Medizinische Krankenhaus umziehen, einem schönen

Haus mit Park in der Kölblstraße. Noch im gleichen Jahr begann man mit dem Bau einer

Werkstatt und einer Schule auf einem Grundstück an der Gartenstraße, das ursprünglich

als Krautgarten genutzt worden war.

1974

1974 war es dann schließlich soweit: Für insgesamt 30 Menschen mit Behinderung begann

das Arbeitsleben in der neu erbauten Werkstatt in der Gartenstraße. Die Werkstatt

bot nun für insgesamt 100 meist geistige und mehrfach behinderte Menschen aus

dem ganzen Landkreis einen – wie man damals sagte – „beschützenden“ Arbeitsplatz.

Schon 1976 waren bereits 86 dieser einhundert Plätze belegt.

CHRONIK 1968-2018 // 23


1977

Rektor Herrmann Altmann konnte im Dezember 1977 die Fröbelschule im Beisein vieler

Ehrengäste feierlich eröffnen: „Wir haben nicht nur eine Schule, sondern auch ein

Paradies,“ freute er sich. Mit 120 Kindern in Schule und schulvorbereitender Einrichtung

wurde die Zahl der Plätze bald auf 200 erweitert.

1979

Am 7. Mai 1979 verstarb der Gründungsvorsitzende Hermann Altmann im Alter von

69 Jahren. Mit enormer Tatkraft hatte er zusammen mit Eltern und Hauptamtlichen ein

wirksames und stabiles Netzwerk für Menschen mit Behinderung im Landkreis aufgebaut.

Zum Nachfolger wurde der damalige 2. Vorsitzende Josef Pettinger gewählt, er

blieb bis 1990 im Amt.

24 // CHRONIK 1968-2018


1980

1981

Noch in die Ära Altmann fielen der Bau der Zweigwerkstatt Erding in der Siglfinger

Straße (1980 eingeweiht) sowie der Ankauf des ehemaligen Schulgebäudes im

Freisinger Ortsteil Sünzhausen, das nach Umbau als erste Wohnstätte der Lebenshilfe

Freising diente.

Seit 1981 wohnen dort 20 erwachsene Menschen mit Behinderung. 1984 wurde

dieses Haus im Gedenken an den Gründungsvorsitzenden in Hermann-Altmann-

Haus benannt.

1979

In Moosburg setzte man auf Privatinitiative: Juliane Maier, die Mutter einer behinderten

Tochter, sammelte für ein Wohnheim für Menschen mit Behinderungen. Mit unermüdlicher

Kraft gelang es ihr, mit über 450.000 Mark so viel Geld zusammenzutragen,

dass die Lebenshilfe ihr Vorhaben umsetzen konnte, auch Dank einer großzügigen Hilfe

der Stadt Moosburg.

1988

1988 wurde das Haus eröffnet, 1992 nach der Initiatorin in Juliane-Maier-Haus benannt.

CHRONIK 1968-2018 // 25


1981

Bereits 1977 war eine Frühförderstelle unter dem Dach der Fröbelschule gegründet

worden. Den bescheidenen Anfängen mit einer Teilzeitkraft folgte bald verstärkte Nachfrage,

so dass die Lebenshilfe 1981 in der sogenannten Tischlermühle am Freisinger

Domberg eigene Räume für die Frühförderung erwarb. Die Frühförderung entwickelte

sich zur interdisziplinären Einrichtung, zu pädagogischen Angeboten kamen psychologische

und medizinische Hilfen.

1987

1989

Aufgrund der stark wachsenden Nachfrage nach Arbeitsplätzen für Menschen mit

Behinderung erwarb die Lebenshilfe Freising 1987 ein Anwesen mit zehn Tagwerk

Grund in Burgharting im Landkreis Erding. Es wurde zu einer Gärtnerei mit 20 Plätzen

für WfbM-MitarbeiterInnen umgebaut.

Im selben Jahr beschloss der Vorstand auch einen Erweiterungsbau der Werkstätte

Freising, der 1989 fertig gestellt wurde. Zusammen mit den beiden Zweigbetrieben

im Landkreis Erding konnte damit eine Platzkapazität für 320 behinderte Menschen

angeboten werden.

1990

1991

Am 7. November 1990 trat der bisherige Vorsitzende Josef Pettinger vom Amt zurück,

den Vorsitz übernahm der bis dahin als zweiter Vorsitzender wirkende Helmut

Uffermann kommissarisch.

Am 6. März 1991 wählten die Mitglieder Werner Groth als neuen Vorsitzenden, der

bis 27. Oktober 1999 im Amt blieb. Groth zeichnete sich als betroffener Vater und Diplom-Kaufmann

in idealer Weise für den Vorsitz aus. Neu war, dass für die Führung der

Lebenshilfe-Einrichtungen (mit Ausnahme der Werkstätten) ab 1. April 1991 ein hauptamtlicher

Geschäftsführer per Satzungsänderung eingeführt wurde. Franz Burger

führte dieses Amt bis 2014.

26 // CHRONIK 1968-2018


1992

Seit 1992 werden die Werkstätten für Menschen mit Behinderung als GmbH unter Einbezug

der Lebenshilfe Erding geführt. Seit 1976 hatte die Lebenshilfe Freising im Landkreis

Erding eine Zweigwerkstatt, jetzt wurde die Lebenshilfe Erding, die bis dahin ohne

Einrichtung war, gleichberechtigter Partner im Werkstätten-Verbund. Bis heute arbeiten

die beiden Lebenshilfen erfolgreich im Arbeitsbereich zusammen.

1991

Integration beginnt von klein auf: Noch 1991 beschloss der Vorstand die Errichtung

eines Integrativen Kindergartens. Bereits im Herbst 1992 stellte die Stadt Freising

der Lebenshilfe im neu errichteten Kindergarten Attaching einen Gruppenraum zur

Verfügung, in dem fünf behinderte Kinder zusammen mit zehn weiteren Kindern

betreut wurden.

1992

1992 übernahm die Lebenshilfe dann den neu gebauten Kindergarten „Am Veitshof“

mit drei Gruppen, davon zwei integrativen. 1996 erfolgte dann der Integrative Kindergarten

„Bunte Arche“ in Eching, 1998 der Integrative Kindergarten InKiMo in Moosburg

und 1999 die Übernahme des Integrativen Kindergartens „Moosschifferl“ in Attaching,

in dem die Lebenshilfe mit ihren integrativen Angeboten begonnen hatte. Ergänzt wurde

der Reigen der Kitas 2011 mit dem „Zauberwald“ in Neufahrn und 2013 mit dem

Familienzentrum im Steinpark in Freising-Neustift.

CHRONIK 1968-2018 // 27


1993

Ins Jahr 1993 fällt die Gründung der Offenen Behindertenarbeit. Der Bedarf an unterstützten

Freizeitbeschäftigungen und familienentlastenden Angeboten war groß. Vor

allem soll die soziale Integration auch im Erwachsenenalter verstärkt werden. Den Freizeit-

und Entlastungsangeboten folgte 1996 die Einführung von Angeboten für die Erwachsenenbildung

behinderter Menschen. Mit der großen OBA-Reform 2010 entsteht

die Regionale OBA mit erweiterten Aufgaben hinsichtlich der Inklusion im Sozialraum.

1992

Aufgrund der verstärkten Nachfrage und dem Ziel, Angebote möglichst wohnortnah

einzurichten, wurden die Frühförderstellen regional gegliedert. 1992 wurden eine

Frühförderstelle in Neufahrn und 1994 in Moosburg errichtet, die zum Gründungszeitpunkt

über jeweils bescheidene Räumlichkeiten verfügten. Im Laufe der Zeit wurden in

Neufahrn (1995, erweitert 2001) und Mooburg (Umzug 1998) den umfassenden Aufgaben

entsprechende Frühförderräume bereitgestellt.

1993

Im Wohnbereich entwickelte sich zunehmender Bedarf an Plätzen. Gewissermaßen aus

dem Nichts wurde 1995 in einem Bürogebäude in Freising-Lerchenfeld das Wohnheim

„Gute Änger“ geschaffen. Erst 2006 konnte dieses als zunächst zweijähriges Interim

geplante Heim durch das neue Wohnhaus Johannisstraße ersetzt werden.

28 // CHRONIK 1968-2018


1997

Drängend wurde in den 1990er Jahren die Versorgung schwerst- und mehrfach behinderter

Menschen. Die Überlegungen gingen deshalb dahin, in Moosburg ein Wohnheim

für Schwerstbehinderte und eine Förderstätte neben dem Juliane-Maier-Haus zu

errichten. Konzeptionell und architektonisch wurde ein Miteinander der drei Einrichtungen

geschaffen, das dennoch jeder einzelnen Einrichtung Freiraum gibt. 1997 wurden

das Anneliese-Schweinberger-Haus, benannt nach der Moosburger Bürgerin, die uns

testamentarisch bedachte, und die Förderstätte in Betrieb genommen.

1997

Ins Jahr 1997 fällt die Gründung des Heilpädagogischen Kindergartens, dessen Erfolg

noch 1999 die Gründung einer Außengruppe im Gemeindekindergarten Hohenkammer

nötig machte. Dem Ruf nach wohnortnaher sozialer Integration im Kindheits- und

Jugendalter folgten in den nächsten Jahren viele Außengruppen und Außenklassen

von Kitas, Tagesstätte und Förderschule.

1999

Am 27. Oktober 1999 übernahm die Schatzmeisterin der Lebenshilfe Freising,

Monika Haslberger, den Vorsitz des Vereins von ihrem Vorgänger Werner Groth.

Zeitgleich mit dieser Wahl wurde das erste Leitbild der Lebenshilfe Freising verabschiedet.

Die Innovations- und Integrationspolitik und der Anspruch auf Versorgung

wo immer möglich, waren wesentliche Bestandteile dieses Leitbilds, das bis

2011 gültig blieb.

CHRONIK 1968-2018 // 29


2002

Eine längere Vorlaufzeit hatte das 2002 fertig gestellte Haus in der Freisinger Gartenstraße

57. Hier sind heute die Geschäftsstelle, die Offene Behindertenarbeit, die Integrative

Wohnanlage und die Integrationsfirma IPF gGmbh mit Tagungshaus und

Restaurant „Viva Vita“ und Dienstleiter SerVita untergebracht. Auf 1993 datieren die

innovativen Pläne: selbständige Wohnformen unter einem Dach mit Studenten, offene

Formen der Begegnung zwischen Menschen mit und ohne Behinderung, integratives

Arbeiten. Erst 2000 gelang der Durchbruch und das Haus konnte mit erheblicher Unterstützung

der Bayerischen Landesstiftung gebaut werden.

2001

2006

Aufgrund der immer schwieriger werdenden Finanzierung der Einrichtungen entschied

die Mitgliederversammlung im Oktober 2001, eine gemeinnützige Stiftung Lebenshilfe

zu gründen. Mit einem Stiftungskapital von 76.694 € setzt sich Körperschaft seitdem für

alle Belange behinderter Menschen ein und trägt dazu bei, dass die Angebote für sie weiter

finanziert werden können.

Bedeutendste Aktivität der Stiftung war das 2006 fertig gestellte Wohnhaus

Johannisstraße. Es wurde durch die Stiftung mit Eigen- und Fremdmitteln errichtet

und an den Verein Lebenshilfe vermietet. Diese neue Form der Finanzierung ermöglichte

den dringend notwendigen Wohnheimbau in einer Zeit, in der Zuschüsse des Freistaats

eingefroren waren.

30 // CHRONIK 1968-2018


2007

Im August 2007 fällte der Vorstand die Entscheidung, das Fröbelschulgebäude an der

Freisinger Gartenstraße, aus Kostengründen nicht zu sanieren sondern neu zu bauen.

Damit wurden nicht nur räumliche, sondern auch konzeptionelle Verbesserungen verwirklicht.

Unausweichlich wurde mit Abriss und Neubau an alter Stelle die Auslagerung

von fünf Einrichtungen in ein Containerdorf an der Erdinger Straße im Freisinger Stadtsüden

von 2010 bis 2012.

Auszug, Abriss, Neubau und Einzug liefen problemlos, so dass Kinder- und Jugendliche,

LehrerInnen, BetreuerInnen und Verwaltungspersonal fristgerecht zum September

2012 die neuen Gebäude in Besitz nehmen konnten, das BiG, kurz und prägnant

für Bildungszentrum Gartenstraße erblickte das Licht der Welt.

2011

2012

2014

Im Mai 2011 wurde das neue Leitbild der Lebenshilfe Freising von der Mitgliederversammlung

verabschiedet. Es schreibt das erste Leitbild von 1999 fort, modernisiert

die dort entwickelten Gedanken und setzt die Inklusion von Menschen mit Behinderung,

die selbstständige und selbstbestimmte Teilhabe auf allen Gebieten der Gesellschaft

in allen Bereichen der Lebenshilfe Freising um. Zeitgleich wurde auch ein neuer

Lebenshilfe-Slogan angenommen: „Lebenshilfe Freising – damit Teilhabe gelingt“.

Direkter Ausfluss des Teilhabe-Gedankens war auch mit Stefan Weinzierl die Wahl

des ersten Menschen mit Behinderung als Selbstvertreter und voll berechtigtes Vorstandsmitglied

im Oktober 2012.

Auch die Einrichtung eines Rats der Selbstvertreter als Beratungsorgan und Beirat

des Vorstands im Oktober 2014 geht darauf zurück.

CHRONIK 1968-2018 // 31


2013

Im September 2013 erhielt die Riege der Lebenshilfe-Kitas einen bedeutenden Zuwachs:

das Familienzentrum im Steinpark Freising nahm seine Arbeit auf: Bis zu 130

Kinder können in drei Krippengruppen, drei Kindergartengruppen und zwei Hortgruppen

betreut werden. Die Architektur unterstreicht die Struktur: wie in einem Dorf hat

jede Gruppe ihr eigenes Haus und alle treffen sich in der Piazza im Zentrum der Kita.

2014

Eine Ära ging am 20. November 2014 zu Ende: Franz Burger, erster Lebenshilfe-Geschäftsführer

(seit 1991) ging in den Ruhestand und wurde vom früheren Freisinger

Landrat Michael Schwaiger abgelöst.

2015

Nach langjährigen Bemühungen wurden endlich die Konzeptarbeit und die vielfältigen

Aktivitäten für mehr Teilhabe von Kindern und Jugedlichen mit Behinderung belohnt:

Am 12. Oktober 2015 wurde dem Förderzentrum im Bildungszentrum Gartenstraße in

Freising das Prädikat „Inklusionsschule“ verliehen.

32 // CHRONIK 1968-2018


2014

2017

Mit dem Umzug der BewohnerInnen in ein Übergangsquartier in Freising begannen

die Arbeiten zum Neubau der ältesten Wohneinrichtung der Lebenshilfe Freising: das

Hermann-Altmann-Haus in Sünzhausen entstand neu.

Und man blieb sogar unter Zeit- und Kostenplan und konnte im Juli/August 2017

das neue moderne und zukunftsweisende Haus einweihen und beziehen. Aber auch

andere Wohnformen werden von der Lebenshilfe aktiv vorangetrieben: Menschen

mit Behinderungen werden im Betreuten Wohnen in Familien unterstützt. Es wird

ein Wohntraining angeboten und seit Sommer 2017 gibt es eine Jugend-WG in

Marzling für vier junge Erwachsene.

2018

Und damit auch alle von den vielfältigen Angeboten und dem Engagement der Lebenshilfe,

ihrer betreuten Menschen und haupt-, neben- und ehrenamtlichen MitarbeiterInnen

erfahren, ging man mit einem neuen Imagefilm, Festlogo und Internetauftritt

ins 50. Jubiläumsjahr 2018.

CHRONIK 1968-2018 // 33


Die Lebenshilfe Freising im Jahr 2018

VORSTAND

(Wahl in der Mitgliederversammlung vom 18. Oktober 2017)

• Monika Haslberger, 1. Vorsitzende

• Robert Wäger, 2. Vorsitzender

• Oliver Klingeberger, Schatzmeister

• Beate Irmler, Schriftführerin

• Manuela Mühlhammer, Selbstvertreterin

• Gerd Beubl, Beirat

• Andreas König, Beirat

• Angela von Müffling-Tietscher, Beirätin

• Kathrin Tamm, Beirätin

RAT DER SELBSTVERTRETER

• Martin Hübner

• Stephan Kraus

• Anja Lackner

• Peter Mojses

• Manuela Mühlhammer

• Michaela Schwallach

• Thomas Sturde

GESCHÄFTSFÜHRUNG UND BEREICHSLEITUNGEN

• Michael Schwaiger, Geschäftsführer

• Johannes Reicheneder, Bereichsleitung I Verwaltung/Zentrale Aufgaben

• Hildegard Waldinger, Bereichsleitung II Kinder und Jugendliche

• Thomas Winter, Bereichsleitung III Erwachsene

34 // CHRONIK 1968-2018


Bereich I Verwaltung/Zentrale Aufgaben

>> Führungs- und Verwaltungskräfte 2008 (oben) und 1992 (unten)

CHRONIK 1968-2018 // 35


Organisationsplan d

Mitgliederver

467 Mitglieder (Sta

Vorsta

1. Vorsitzende: Monika Haslberger

Schatzmeister: Oliver Klingeberge

Beisitzer: Gerd Beubl, Andreas Kön

Manuela Mühlhamm

Rat der

Selbstvertreter

Bewohnervertretungen

Elternbeiräte

Betriebsrat

Datenschutzbeauftragter

Dr. Martin Weindl

08161 / 4830-124

Rechtliche Betreuungen

Christian Then 08161 / 4830-158

Kerstin Haimerl-Kunze 08751 / 8459788

Daniela Kratzer 08764 / 3539968

Öffentlichkeitsarbeit

Dr. Martin Weindl

08161 / 4830-124

Geschäfts

Michael Sc

08161 / 4830-110 (Vorzimme

Fundra

Petra Wegener /

08161 / 48

Bereich I Verwaltung / Zentrale Aufgaben

Johannes Reicheneder

08161 / 4830-146

Bereich II Kinder u

Hildegard W

08161 / 48

Zentrale Aufgaben

EDV

Angela Hettrich / Martin Fritsch

08161 / 4830-123 / -143

Liegenschaften

Sabine Fischer

08161 / 4830-145

Personalgewinnung, Betriebl.

Eingliederungsmanagement

Dr. Antje Strasser

08161 / 4830-141

Versicherungen

Sabine Hauck

08161 / 4830-137

Koordination Arbeitssicherheit,

Brandschutz

Johannes Reicheneder

08161 / 4830-146

Finanzabteilung

Matthias Röttinger

08161 / 4830-112

Personalabteilung

Andrea Leyerer

08161 / 4830-120

Interdisziplinäre

Frühförderstelle Freising

Silvia Jonker

08161 / 3824

Interdisziplinäre

Frühförderstelle Moosburg

Alexandra Mozelewski

08761 / 63999

Interdisziplinäre

Frühförderstelle Neufahrn

Pia Rumrich

08165 / 65818

Stiftung Lebenshilfe Freising

Stiftungsrat

Andreas Huber (Vorsitzender)

Simon Schindlmayr (Stv. Vors.)

Heinz Geiger

Monika Haslberger

Johann Maier

Felicitas Schmieder

Thomas Sturde

Robert Wäger

Stiftungsvorstand

Michael Schwaiger

Matthias Röttinger

Johannes Reicheneder

Int. Kindertageseinrichtung

am Veitshof Freising

Ulrike Hinz-Buchwald

08161 / 43413

Familienzentrum

im Steinpark Freising

Gertraud Aigner

08161 / 9366456

Int. Kindertageseinrichtung

Moosschifferl FS-Attaching

Gabriele Völkel

08161 / 861484

Int. Kindertageseinrichtung

Bunte Arche Eching

Chantal Gmeineder

089 / 3196101

Int. Kindertageseinrichtung

InKiMo Moosburg

Ines Milde

08761 / 752455

Int. Kindertageseinrichtung

Zauberwald Neufahrn

Lisa Verena Finger

08165 / 909133

36 // CHRONIK 1968-2018


er Lebenshilfe Freising Stand: Oktober 2018

sammlung

nd: 01.01.2017)

nd

– 2. Vorsitzender: Robert Wäger

r – Schriftführerin: Beate Irmler

ig, Angela von Müffling-Tietscher,

er, Kathrin Tamm

führung

hwaiger

r Maria Oberprieler -111)

ising

Gabriele Erbe

30-159

Controlling

Elke Christ / Ulrike Gesell

08161 / 4830-122 / -178

Integrationsprojekt Freising gGmbH

Gesellschafterversammlung

Viva Vita

Tagung – Restaurant –

Schulmensen/-kantinen

Christian Burger

08161 / 4830-169

Geschäftsführung Michael Schwaiger

08161 / 4830-110

Servita

Garten- und Landschaftsbau –

Unterhaltsreinigung – Dienste

Barbara Pressel

08161 / 4830-131

Isar Sempt Werkstätten

Einrichtungen der Lebenshilfen Erding und Freising GmbH

Geschäftsführung: Albert Wittmann (08161/53810) – Verwaltungsrat:

Lebenshilfe Erding: M. Bayerstorfer, H. Damaschke, R. Gänger, Dr. H. Walther

Lebenshilfe Freising: M. Haslberger, A. Klingeberger. A. Mayer, B. Mayer-Stanzel

Standorte: Werkstätten: Freising, Erding, Burgharting, Förderstätten: Kleinbachern, Erding

nd Jugendliche

aldinger

41-79

Bereich III Erwachsene

Thomas Winter

08161 / 4830-152

Bildungszentrum Gartenstraße

Freising

Leitung übergreifende Dienste:

Kristin Renner 08161 / 4841-40

Integrative Krippe

Heilpädagog. Kindergarten

Mandy Eschke

08161 / 4841-28

Hermann-Altmann-Haus

Freising-Sünzhausen

Günther Schwab

08161 / 7355

Wohnhaus Johannisstraße

Freising

Lisa Hinrainer

08161 / 538590

Juliane-Maier-Haus

Moosburg

Christina Neumaier

08761 / 1099

Anneliese-Schweinberger-Haus

Moosburg

Evi Hübl

08761 / 726220

Integrativer Hort

Kristin Renner

08161 / 4841-40

Schule mit Profil Inklusion

Schwerpunkt geist. Entwickl.

Björn Zaddach

08161 / 4841-21

Partnerklassen:

Montessori-Schule Freising,

GS Eching, RS Eching

Mobiler Sonderpäd. Dienst/Hilfen

Heilpädagog. Tagesstätte

Annette Martin

08161 / 4841-31

Außengruppen:

GS Eching, RS Eching,

Naturgarten Schönegge

Integrative Wohnanlage

Freising

Monika Vieregg

08161 / 4830-172

Betreutes Wohnen

Franz Kratzer

08161 / 81803

Wohnhaus Drosselweg Freising

Wohngruppen Freising, Marzling

Ambulant Unterstütztes Wohnen

Betreutes Wohnen in Familien

Förderstätte

Moosburg

Rafael Wachs

08761 / 726230

Offene

Behindertenarbeit

Saskia Hobmeier

08161 / 4830-154

Beratungsstelle

Unterstützte Kommunikation

Sintje Reicheneder

08161 / 8836936

Lebenshilfe Freising e.V.

Gartenstraße 57 Tel.: 08161 / 4830-0

85354 Freising Fax: 08161 / 4830-140

info@lebenshilfe-fs.de www.lebenshilfe-fs.de

CHRONIK 1968-2018 // 37


Bereich II Kinder und Jugendliche

INTERDISZIPLINÄRE FRÜHFÖRDERSTELLEN

Die Lebenshilfe Freising unterstützt Kinder von Anfang

an und hilft ihnen, sich optimal zu entwickeln und dabei

ihre eigene Persönlichkeit zu finden. Unsere Interdisziplinären

Frühförderstellen in Freising, Moosburg

und Neufahrn sind Ansprechpartner für alle, die sich

um die Entwicklung eines Kindes Sorgen machen. Wir

begleiten und unterstützen Familien mit Kindern von

Geburt an bis zum Schuleintritt.

Wir betreuen Kinder, die in den Entwicklungsbereichen

Sprache, Wahrnehmung, Spielentwicklung und

Motorik Schwierigkeiten haben. Besondere Aufmerksamkeit

richten wir auf Säuglinge und Frühgeborene

mit Entwicklungsrisiken.

Wichtig ist uns die Zusammenarbeit mit den Eltern.

Wir geben ihnen Anregungen, wie sie die Förderung

in den Familienalltag integrieren können. Unser Team

besteht aus PsychologInnen, HeilpädagogInnen, ErgotherapeutInnen,

PhysiotherapeutInnen und LogopädInnen.

Die Betreuung des Kindes findet in der Frühförderstelle,

im vertrauten häuslichen Umfeld oder im

Kindergarten statt.

FRÜHFÖRDERSTELLE FREISING

Standort: Eröffnung 1977 in der neuen Fröbelschule (Gartenstraße 42),

seit 1981 in der Unteren Domberggasse 2, seit 2009 in der Kesselschmiedstraße 10

Zahlen 2018:

Angebot 2018:

Zukunft:

Leitung Silvia Jonker, 20 MitarbeiterInnen, 7 in Kooperation, 1 auf Honorarbasis

Elternsprechstunde für Kinder mit Schlaf-, Fütter-, Schrei- und Regulationsprobleme

Entwicklung zur Unterstützung der Kinder nicht mehr nur interdisziplinär,

sondern auch interinstitutionell und inklusiv

38 // CHRONIK 1968-2018


FRÜHFÖRDERSTELLE NEUFAHRN

Standort: Eröffnung 1992 am Grünlandweg 7

Zahlen 2018:

Zukunft:

Leitung Pia Rumrich,

15 MitarbeiterInnen

Planung eines Heilpädagogisches

Zentrum der Gemeinde Neufahrn

mit Frühförderstelle

und Kita Zauberwald

FRÜHFÖRDERSTELLE MOOSBURG

Standort:

Zahlen 2018:

Angebot 2018:

Eröffnung 1994 an

der Sudetenlandstraße 14

Leitung Alexandra Mozelewski,

15 MitarbeiterInnen

Frühförderstelle und Kita InKiMo

im selben Gebäude

CHRONIK 1968-2018 // 39


KITAS, KRIPPEN, HORT

In unseren Kindertageseinrichtungen in Freising, Neufahrn,

Eching und Moosburg spielen, lernen und leben

Kinder über und unter drei Jahren mit und ohne Behinderung

oder Migrationshintergrund. Ziel unserer

Arbeit ist, in einer vertrauensvollen Atmosphäre jedes

Kind so anzunehmen, wie es ist und in einem stetigen

Prozess, gemeinsam mit den Erwachsenen am gesellschaftlichen

Leben teilhaben zu lassen und die Unterstützung

zu erhalten, die nötig ist.

Mit den Integrativen Krippen leisten wir einen Betrag

in Richtung Inklusion. Sie ermöglichen auch Eltern von

nicht behinderten Kindern die tägliche Begegnung mit

der Verschiedenheit von Kindern und gibt ihnen somit

die Gelegenheit, das eigene Kind in seiner Einzigartigkeit

zu sehen und zu akzeptieren.

Der Integrative Hort unterstützt und ergänzt die Familie

bei der Betreuung, Bildung und Erziehung von Kindern,

egal ob behindert oder nicht. Die Kinder werden in

ihrer Gesamtpersönlichkeit gesehen, angenommen und

gefördert. Sie sollen im Hort wichtige Kompetenzen erwerben,

dazu gibt es eine Hausaufgabenbetreuung und

pädagogisch gestaltete Freizeitgestaltung.

INTEGRATIVE KITA MOOSSCHIFFERL

FREISING-ATTACHING

Standort:

Zahlen 2018:

Angebot 2018:

Zukunft:

St.-Erhard-Straße 15 in Attaching,

1992 ersten Inklusionsgruppe in

einem städtischen Kindergarten,

1999 Trägerschaft

der Lebenshilfe Freising

Leitung Gabriele Völkel,

15 MitarbeiterInnen

kleine, familiäre Einrichtung

auf dem Dorf mit großer

Turnhalle und Garten

Weiterentwicklung stark

abhängig von den Planungen

für eine 3. Startbahn des

Flughafens München

„Wir wollen als Flughafen dazu beitragen,

dass immer mehr Menschen mit

Behinderung in der Mitte unserer Gesellschaft

arbeiten können. Unser Partner

dazu ist die Lebenshilfe Freising, zu deren

Jubiläum wir herzlich gratulieren.“

>> Dr. Michael Kerkloh,

Vorsitzender der Geschäftsführung

Flughafen München GmbH

40 // CHRONIK 1968-2018


INTEGRATIVE KITA AM VEITSHOF FREISING

Standort: Eröffnung 1992 an der Johannisstraße 8a

Zahlen 2018: Leitung Ulrike Hinz-Buchwald, 20 MitarbeiterInnen

Angebot 2018: 3 Kindergartengruppen zu je 17 Kinder, Spielgruppe mit 12 Kindern

FAMILIENZENTRUM IM STEINPARK FREISING

Standort:

Zahlen 2018:

Angebot 2018:

Zukunft:

Eröffnung 2013 an der Asamstraße 19 im Neubaugebiet Steinpark

Leitung Gertraud Aigner, 43 MitarbeiterInnen

3 Krippengruppen, 3 Kindergartengruppen, 1 offene Hortgruppe.

Inklusive Spielgruppe für 1,5 bis 3-Jährige. Hühnerstall mit 5 glücklichen Hühnern und 1 Hahn.

Förderung durch die Frühförderstelle Freising. Musikalische Frühförderung

durch 3klang Freising.

Weitere Flexibilisierung und Individualisierung der Betreuungsangebote

CHRONIK 1968-2018 // 41


INTEGRATIVE KITA BUNTE ARCHE ECHING

Standort: seit 1996 an der Lilienstraße 2

in Eching

Zahlen

Angebot 2018:

Zukunft:

2018: Leitung Chantal Gmeineder,

23 MitarbeiterInnen

Schwerpunkt Sprache,

Zusammenarbeit mit der

Frühförderstelle Neufahrn,

Großküche im Haus

intensivere Zusammenarbeit mit

Kliniken, Schulen, Therapeuten,

Eltern und anderen integrativen

Einrichtungen

INTEGRATIVE KITA ZAUBERWALD NEUFAHRN

Standort:

Zahlen 2018:

Angebot 2018:

Zukunft:

Eröffnung 1970 als Gemeindekindergarten

an der Dietersheimer

Straße 8a, seit 2011 Trägerschaft

der Lebenshilfe Freising

Leitung Lisa Verena Finger,

19 MitarbeiterInnen

seit 2014 Integrationskindergarten

mit 51 Kindern in 3 Integrationsgruppen,

viele Programmgruppen

Planung eines Heilpädagogisches

Zentrum der Gemeinde Neufahrn

mit Frühförderstelle und

Kita Zauberwald

42 // CHRONIK 1968-2018


INTEGRATIVE KITA INKIMO MOOSBURG

Standort:

Zahlen 2018:

Angebot 2018:

Zukunft:

seit 1998 im „Teehaus“ an der

Sudetenlandstraße 14 in Moosburg

Leitung Ines Milde,

14 MitarbeiterInnen

Musik gibt den Ton an und zieht sich

durch den Alltag der Kita:

Chorspatzen, Klangwerkstatt

bestehende räumliche Nähe zur

Frühförderstelle könnte zu einem

Familienzentrum wie in Freising

ausgebaut werden

HEILPÄDAGOGISCHER KINDERGARTEN

Standort:

Zahlen 2018:

Angebot 2018:

Zukunft:

seit 1997 in der Fröbelschule und

ab 2012 im Bildungszentrum

Gartenstraße in Freising

Leitung Mandy Eschke,

25 MitarbeiterInnen

Kinderhaus als Kombination aus

heilpädagogischem Kindergarten

(4 Gruppen zu je 8-10 Kindern) und

integrativer Kinderkrippe

(2 Gruppen zu je 12 Kindern)

Bedarf nach Kombination aus

pädagogischem und

therapeu tischem Personal wird

erhalten bleiben

CHRONIK 1968-2018 // 43


INTEGRATIVER HORT

Standort:

Zahlen 2018:

Angebot 2018:

Zukunft:

ab 2012 im Bildungszentrum

Gartenstraße in Freising

Leitung Kristin Renner,

18 MitarbeiterInnen

2 Gruppen mit je 18 Kindern/

Jugendlichen, Kooperation mit

allen Einrichtungen im BiG,

MINT-Werkstatt

inklusiver Hort als Bindeglied

zwischen den verschiedenen

Schul- und Betreuungsangeboten

BIG: FÖRDERSCHULE UND HPT

FÖRDERSCHULE

Standort:

ab 1968 „Fröbelschule“

im alten Schulhaus in

Freising-Neustift, ab 1977 im

ersten Schulbau an der

Gartenstraße 42, seit 2012 im

Bildungszentrum Gartenstraße,

seit 2015 Inklusionsschule

44 // CHRONIK 1968-2018


Zahlen 2018:

Angebot 2018:

Zukunft:

Leitung Björn Zaddach,

48 MitarbeiterInnen

Schwimmbad, Schulküchen und

Werkräume, Außenklasse der

Regel-Grundschule St. Lantbert

Freising im BiG, Partnerklassen in

der Montessori-Schule Freising,

Grundschule und Realschule Eching,

Berufsschulstufen-Projekt mit dem

Naturgarten Schönegge in

Meilenhofen, Mobiler Sonderpädagogischer

Dienst und

-Hilfen, MINT-Werkstatt

immer mehr Inklusion durch

Regelklassen in der Förderschule

HEILPÄDAGOGISCHE TAGESSTÄTTE

Standort:

Zahlen 2018:

Angebot 2018:

Zukunft:

ab 1968 zusammen mit der „Fröbelschule“ im alten Schulhaus in Freising-Neustift,

ab 1977 im ersten Bau an der Gartenstraße 42, seit 2012 im Bildungszentrum Gartenstraße

Leitung Annette Martin, 70 MitarbeiterInnen

Außengruppen in der Grundschule und Realschule Eching und im

Naturgarten Schönegge in Meilenhofen

immer mehr Inklusion durch Regelklassen in der Förderschule

CHRONIK 1968-2018 // 45


BERATUNGSSTELLE UNTERSTÜTZTE

KOMMUNIKATION

Standort: ab 2018 in der Finkenstraße 31

in Freising-Lerchenfeld

Zahlen 2018:

Angebot 2018:

Zukunft:

Leitung Sintje Reicheneder

und Frank Aumann

Kommunikation ohne Sprache:

von Gebärden bis zu elektronischen

Hilfsmitteln.

Therapeutische Begleitung

durch die angeschlossene

Logopädie-Praxis

Inklusion durch selbstverständliche

Nutzung von non verbaler

Kommunikation im Alltag

Bereich III Erwachsene

WOHNEINRICHTUNGEN

Zuhause sein, eine eigene Bleibe und ein vertrautes

Umfeld haben – Menschen mit Behinderung möchten,

wie alle, in den eigenen vier Wänden leben. In unseren

Wohnhäusern, dem Hermann-Altmann-Haus in Freising-

Sünzhausen, der Integrativen Wohnanlage und dem

Wohnhaus Johannisstraße in Freising und dem Juliane-

Maier-Haus und Anneliese-Schweinberger-Haus in Moosburg

werden Menschen mit Behinderung bei der persönlichen

Lebensplanung individuell unterstützt. Unsere

Angebote reichen vom ambulant unterstützten Wohnen

bis hin zur intensiven vollstationären Betreuung.

Ziel ist es, den Bewohnerinnen und Bewohnern ein Leben

in größtmöglicher Selbstverantwortung und Wege zur

Selbstverwirklichung zu ermöglichen. Im Alltag, in der Pflege

und in der Freizeit geben die Betreuerinnen und Betreuer

individuelle Unterstützung. Auch Senioren haben bei

uns einen festen Platz, denn Menschen mit Behinderung

dürfen ein Leben lang bei uns wohnen. Ziel ist es, einen aktiven

und sinnerfüllten Lebensabend zu ermöglichen.

46 // CHRONIK 1968-2018


HERMANN-ALTMANN-HAUS FREISING-SÜNZHAUSEN

Standort:

Zahlen 2018:

Angebot 2018:

Zukunft:

seit 1981 erste Wohneinrichtung der Lebenshilfe Freising, in Sünzhausen

Leitung Günther Schwab mit 31 MitarbeiterInnen, 24 Wohnplätze in 3 Gruppen

2016/17 Abbruch und völliger Neubau und Erweiterung für die neuen Tagesstruktur-Angebote

Bedeutung der ambulanten Angebote der Tagesstruktur auch für Senioren, die nicht im Haus

leben, wird zunehmen

Neubau des Hermann-Altmann-Hauses.

Heimat und Gemeinschaft im Dorf

Strahlende Sonne, weißblaue Schäfchenwolken,

saftiges Grün, der Kirchturm grüßt herüber: 24

Menschen mit Behinderung haben es seit August

2017 wieder gut, nach eineinhalb Jahren wieder

ihre Wohneinrichtung im Dorf zurückzuerhalten.

Nach Abbruch des Altbaus im Frühjahr 2016 wurde

in eineinhalb Jahren nicht nur ein völlig barrierefreies

Haus für 24 Menschen mit geistiger Behinderung

gebaut sondern auch ein Gebäude für die

Zukunft. Ganz neu sind Räume, die für eine Tagesstruktur-Betreuung

von Menschen mit Behinderung

im Rentenalter genutzt werden. Ein zukunftsweisender

Ansatz, da immer mehr Menschen mit

geistiger Behinderung aus dem Arbeitsleben ausscheiden.

Besonderheit des Baus ist die völlige

Barrierefreiheit von Gebäude und Außenanlagen

nach den neuesten Anforderungen. Der Baukörper

wurde dem kleinteiligen Umfeld der Nachbarbebauung

und die großzügigen Außenanlagen

der anspruchsvollen Hanglage angepasst. Helle

und freundliche Bewohnerzimmer, ergonomische

Funktionsräume für die Pflege und eine zeitgemäße

Gastro-Küchentechnik versprechen eine gute

Wohnqualität auf Jahre hinaus. Das gute nachbarliche

Einvernehmen garantierte die geordnete Bauabwicklung

nach Zeitplan. Auf 4,83 Millionen Euro

war der Neubau veranschlagt. 3,3 Millionen Euro

davon kamen aus Fördermitteln aus dem Bayerischen

Landesbehindertenplan, vom Bezirk Oberbayern,

von der eigenen Stiftung Lebenshilfe Freising

und der Aktion Mensch. Der Eigenmittelanteil

der Lebenshilfe Freising e.V. von rund 1,5 Millionen

Euro wird durch ein Kapitalmarktdarlehen gedeckt.

Darüber hinaus soll den Menschen im Hermann-

Altmann-Haus nicht nur die Grundausstattung

sondern ein wirkliches Zuhause geboten werden.

Sie sollen in ihrer jeweiligen Entwicklung begleitet

und gefördert werden. Die dazu nötige zusätzliche

Ausstattung wurde durch Spenden von vielen Privatpersonen

und Unternehmen finanziert.

CHRONIK 1968-2018 // 47


JULIANE-MAIER-HAUS

Standort:

Zahlen 2018:

Angebot 2018:

1988 gegründet aus den Spenden

Moosburger Bürger, gesammelt von

Juliane Maier und ihrer Familie

Leitung Christina Neumaier

mit 32 Mitarbeiterinnen,

27 Wohnplätze

Kurzzeitunterbringungsplatz

für volljährige Menschen mit

Behinderung, mehrere Musikund

Theatergruppen

ANNELIESE-SCHWEINBERGER-HAUS

Standort:

Zahlen 2018:

Angebot 2018:

gegründet 1997 in der Schlesierstraße

13 in Moosburg,

benannt nach Anneliese

Schweinberger, aus deren Erbe das

Haus finanziert wurde

Leitung Evi Hübl

mit 64 Mitarbeiterinnen,

27 Wohnplätze

Wohnhaus für Menschen mit

Schwerstmehrfachbehinderung,

Kurzzeitunterbringungsplatz,

mehrere Kunstgruppen zur

Gestaltung von Holz, Ton, Filz…

48 // CHRONIK 1968-2018


WOHNHAUS JOHANNISSTRASSE FREISING

Standort:

Zahlen 2018:

Angebot 2018:

Zukunft:

gegründet 1996 als Wohnheim

Gute Änger in Freising-Lerchenfeld,

ab 2006 in der Johannisstraße 8b

in Freising

Leitung Lisa Hinrainer

mit 39 Mitarbeiterinnen,

26 Wohnplätze in 3 Gruppen

größte Tagbetreuung (3 Gruppen)

mit eigenem Konzept, da

Wohnhaus mit den meisten

SeniorInnen. großes Netzwerk

mit anderen Trägern der Sozialhilfe

wohl Entwicklung zur

Senioren-Wohneinrichtung

INTEGRATIVE WOHNANLAGE IWA FREISING

Standort: seit 2002 in der Gartenstraße 57

in Freising

Zahlen 2018:

Angebot 2018:

Zukunft:

Leitung Monika Vieregg

mit 21 MitarbeiterInnen,

23 Wohnplätze in 10 Wohnungen

Wohnform an sich, Angebot

Wohntraining, Projekte mit den im

Haus wohnenden Studenten

Änderungen durch Bundesteilhabegesetz,

aber durch hohen Qualität

im professionellen Arbeiten zu

meistern

CHRONIK 1968-2018 // 49


BEWOHNERSTIMMEN:

>> MARTINA BODE,

VON ANFANG AN IN DER IWA:

„Ich bin mit der Lilly eingezogen, dann hat es bissi Probleme

gegeben, die Vieregg Monika, sie war damals

noch Betreuerin, heute ist sie Chefin, ich mag sie trotzdem;

also sie hat mit mir dann eine andere Wohnung

ausgesucht im Dachgeschoß. Einmal bin ich von der

Arbeit heimgekommen, dann war alles nass in der Geschäftsstelle,

weil ein Rohr im Dach gebrochen ist. Im

Dachgeschoß war ich zu alleine, dann konnte ich zu

den anderen Bewohnern ziehn, damit ich mich wohlfühl.

Es hat sich viel geändert: neue Betreuer-Gesichter,

alte Betreuer-Gesichter, wenn neue Betreuer kommen,

dann fällt mir das schwer.“

>> ANJA LACKNER,

SEIT 15 JAHREN IN DER IWA:

„Es stimmt was Martina sagt, wegen der Betreuer,

dass sich viel geändert hat. Ich habe in den 15 Jahren

viel dazugelernt. Johanna und Oskar, meine Mitbewohner,

kenn ich seit 1998. Wenn ich meine Aufgaben

noch selbständiger mach, hätt ich gerne ein Einzelappartement

in der IWA.“

>> JOHANNA SCHLÜTER UND OSKAR SCHNITZLER,

SEIT 14 JAHREN IN DER IWA. OSKAR BERICHTET:

„Wir sind seit 14 Jahren verheiratet, wir haben eine

Paarwohnung, jetzt ist es besser als anfangs, weil ich

jetzt kochen, waschen und einkaufen kann mit meiner

Frau.“ Johanna: „Aufräumen und putzen kann ich jetzt,

wir sind seit 13. Mai 2005 verheiratet, wir haben eine

schöne Wohnung, zu uns kommen in der früh Gäste

zum Kaffee trinken und zum frühstücken.“

>> TATJANA MOJSES,

VON ANFANG AN IN DER IWA:

„Seit 2003 bin ich, Peter und Markus als erste in die IWA

eingezogen, das war im Winter am 15. Januar. Die erste

Blamage war, dass die Haustür nicht zuging, es war sehr

kalt. Wir hatten am Anfang oft Fehlalarm. Einen Rasen

gab es noch nicht, wenn ich was einpflanzen wollte, kamen

Glasscherben und Ziegel aus der Erde. Nach und

nach kamen weitere Bewohner und Betreuer hinzu,

das Wohnhaus füllte sich. Jetzt haben wir die reinste

Gaudi, hin und wieder wechseln Bewohner und Betreuer.

Es sind Bäume gepflanzt worden und es wuchs

alles zu. Irgendwann kam ein großer Glaskasten in die

Aula, mein Vater fragte, ob das ein Aquarium wird, es ist

der Empfang. Die Betreuer hatten damals nur eine kleine

Couch, ich bot ihnen meinen Ofen an. Am Anfang

wohnte ich mit meinem Mann zusammen, das hat sich

geändert, ich wohne jetzt mit Maria zusammen in eine

Damen-WG. Ich fühle mich sehr wohl mit ihr.“

>> SILVIA PUSCHECK,

VON ANFANG AN IN DER IWA:

„Meine Eltern haben mir geholfen, dass ich in der IWA

wohnen kann. Seitdem wohn ich mit der Anja in einer

WG. Mein Freund wohnte auch in der IWA, er war

dann Wohntrainer und jetzt wohnt er in Marzling,

manchmal besuche ich ihn und in der Werkstatt sehn

wir uns auch. Ich hatte schon mehrere Bezugsbetreuer,

es gefällt mir gut hier. Mit Betreuern gehe ich zu

einem UNO-Turnier, ich habe schon zweimal den Pokal

gewonnen, beim dritten Mal darf ich ihn behalten.

Ich übe mit Betreuern und Bewohnern UNO, damit ich

nicht aus dem Rhythmus komme.“

>> MATHIAS MUSIAL,

VON ANFANG AN IN DER IWA:

Ich wohne gerne in Freising, meine Eltern wohnen in

Landshut. Als ich hier eingezogen bin, kam das Bayerische

Fernsehen. Ich wohne in einer 4er-Männer-WG. Es

wohnen Studenten mit ihm Haus, das gibt’s nicht in jedem

Wohnhaus, mit den Studenten komm ich gut aus,

die treff ich oben auf der Dachterrasse, den Studenten

Jonas besuch ich oft. Ich war schon zweimal Bewohnervertreter,

das hieß damals noch Heimbeirat. Einige

Betreuer sind weggegangen, dafür sind neue gekommen.

Mir gefällt es, dass die OBA das Büro im Haus hat.

Am Wochenende fahr ich manchmal heim zu meinen

Eltern, wenn ich Zeit habe, geh ich dort zum Reiten.

50 // CHRONIK 1968-2018


BETREUTES UND AMBULANT UNTERSTÜTZTES WOHNEN / BETREUTES WOHNEN IN FAMILIEN

Standort:

Zahlen 2018:

Angebot 2018:

Zukunft:

seit 2005 Büro im Drosselweg 9 in Freising, betreute Menschen im ganzen Landkreis und

darüber hinaus

Leitung Franz Kratzer

mit 17 MitarbeiterInnen für 54 Klienten

Vielzahl an Wohnmöglichkeiten (betreutes und ambulant unterstütztes Wohnen, betreutes

Wohnen in Familien, Wohntraining)

Es wir v.a. individuell entwickelte, an die Situation des Einzelnen angepasste Wohnmodelle

geben. Die Lebenshilfe wird insgesamt multiplural und multiprofessionell.

FÖRDERSTÄTTE MOOSBURG

Standort:

Zahlen 2018:

Angebot 2018:

Zukunft:

seit 1997 an der Schlesierstraße 13 in Moosburg

Leitung Rafael Wachs mit 17 MitarbeiterInnen

Arbeitsbereiche Recycling, Kerzenwerkstatt, Filzwerkstatt, Mosaikwerkstatt, Kartenwerkstatt,

Garten und Natur. Bildungsbereiche: 2 Frauengruppen, Bibliothek und Mediathek, offenes

Musikangebot. Ab Juli 2018 wird die methodische Konzeption schrittweise mit dem

TEACCH Konzept verbunden. Kooperation mit dem Naturgarten Schönegge in Meilenhofen,

Praktika für Berufsschulstufen-Schüler der Lebenshilfe, Therapiehund.

MitarbeiterInnen auf dem Weg vom Betreuer zum Begleiter und zum unterstützenden

Lebenswegentwickler (Personenzentrierung). Letztendlich Auflösung der Förderstätte,

da Inklusion in die normale Gesellschaft bzw. Entwicklung zum Kompetenzzentrum

CHRONIK 1968-2018 // 51


„Seit meinen Studentinnenzeiten

bin ich Mitglied

der Lebenshilfe. Mich hat

schon als junge Frau begeistert,

was die Lebenshilfe tut

– und heute ist mir das noch

viel deutlicher. Jeder Mensch

steht in einem Beziehungsgeflecht.

Sozialität hat unser

Miteinander zu prägen: Fürsorge,

Zuwendung, Unterstützung

des Wunsches, die

eigene Biographie würdevoll

gestalten zu dürfen und können. Weil uns Würde von

Gott her zukommt, ist sie unverlierbar, auch wenn uns sonst

im Leben vieles abhanden kommt und verloren geht. Das

muss Maßstab für Inklusion, für eine wahrhaft menschliche

Gesellschaft sein.“

OFFENE BEHINDERTENARBEIT

Standort: seit 1993 an der Gartenstraße 57

in Freising, seit 2010 Regionale OBA

Zahlen 2018:

Angebot 2018:

Zukunft:

Leitung Saskia Hobmeier

mit 17 MitarbeiterInnen,

3 Bufdis und ca. 80 Ehrenamtliche

Schwerpunkt Inklusion und

Sozialraumorientierung, Kooperation

mit Agenda-Gruppen

und Vereinen, Teilnahme an

inklusiven Festivals (ZAMMA

und mitanand in Freising)

verstärktes Angebot für Kinder

Jugendliche und Senioren

noch inklusivere Angebote,

Vermittlung zwischen betreuten

Menschen und Vereinen,

größere Selbstbestimmung

>> Ev.-luth. Regionalbischöfin Susanne Breit-Keßler

52 // CHRONIK 1968-2018


RECHTLICHE BETREUUNG

Standort:

Zahlen 2018:

Angebot 2018:

Zukunft:

1993 Errichtung eines Betreuungsvereins,

Büro an der Gartenstraße 57

in Freising

Leitung Christian Then,

Kerstin Haimerl-Kunze

und Daniela Kratzer nehmen

Einzelbetreuungen wahr für etwa 40

Personen von 18 bis 80 Jahren aus

allen Teilen des Landkreises

gesetzliche Vertretung von

Menschen, die aufgrund von

Krankheit oder Behinderung ihre

Angelegenheiten vorübergehend

oder dauerhaft nicht selbst

regeln können

höhere Anforderungen durch

herausforderndere Betreuungen

(psychisch oder Suchtkranke),

Betreuung mit dem Ziel von

mehr Selbständigkeit

>> Die Rechtlichen Betreuer bei der Lebenshilfe Freising:

Christian Then, Daniela Kratzer und Kerstin Haimerl-Kunze

INTEGRATIONSPROJEKT FREISING GGMBH

Standort:

Zahlen 2018:

Angebot 2018:

Zukunft:

seit 2002 an der Gartenstraße 57 in Freising

Geschäftsführer Michael Schwaiger mit Christian Burger, Viva Vita und Barbara Pressel, SerVita

Tochterunternehmen der Lebenshilfe Freising als Inklusionsbetrieb zur Beschäftigung

von mindestens 40% Menschen mit Behinderung auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt.

Betriebsteile Viva Vita – Tagungshaus/Restaurant/Catering und SerVita – Dienste in

Haus und Garten. Möglichkeit für Praktika für Berufsanfänger.

Kunden heute überwiegend extern

Feste Verankerung unter den anderen Betrieben. eigene Betriebsräume mit mehr Platz für SerVita

CHRONIK 1968-2018 // 53


STIFTUNG LEBENSHILFE FREISING

Mit der Gründung der Stiftung Lebenshilfe Freising

am 23. Januar 2002 verfolgte die Lebenshilfe Freising

mehrere Ziele:

• Die Arbeit der Lebenshilfe Freising e.V. zugunsten

von Menschen mit und ohne Behinderung absichern.

• Neue Entwicklungen für eine bessere Zukunft von

Menschen mit und ohne Behinderungen möglich

machen.

• Menschen bei uns daheim, im Landkreis Freising, unterstützen

und fördern.

Mit der Errichtung des Wohnhauses Johannisstraße in

Freising 2005/06 schuf die Stiftung einen modernen

und zeitgemäßen Ersatzbau für das Wohnheim Gute

Änger. 2,8 Millionen Euro kostete der Bau, der nach Vermietung

an die Lebenshilfe Freising e.V. 26 Menschen

mit Behinderung ein stadtnahes und doch ruhiges Zuhause

bietet. 2017 konnte der Neubau des Hermann-

Altmann-Hauses in Sünzhausen nur mit einem Zuschuss

von 250.000 Euro so schnell und gut vollendet

werden. Weitere kleinere und größere Zuschüsse an

den Verein Lebenshilfe Freising ermöglichen diesem

neue und zukunftsweisende Projekte zugunsten von

Menschen mit Behinderung in unserer Heimat in Angriff

zu nehmen.

Die Stiftung führte in den Jahren seit der Gründung

auch vielfältige Benefiz-Veranstaltungen durch, um

auf sich aufmerksam zu machen und vor allem Spenden

zu sammeln:

• Von 2005 bis 2018 gab es bislang 14 Benefiz-Schafkopfturniere

mit je über 100 Teilnehmern.

• Seit 2011 gibt es den Benefiz-Lebenslauf um die

Moosach-Wiesen an der Gartenstraße 57 in Freising.

Mehrere hundert Hobby- und Firmenläufer und viele

sportliche Menschen mit Behinderung erlaufen dabei

regelmäßig fast um die 30.000 Euro an Spenden

für die Stiftung Lebenshilfe.

• Zum 10. Gründungsjubiläum der Stiftung 2012 fand ein

großes klassisches Freiluftkonzert mit Carl Orffs „Carmina

Burana“ mit mehreren tausend Zuhörern unter dem

Zeltdach des MAC-Forum am Flughafen statt.

>> Stabwechsel bei der Jubiläumsgala am 2. Juni 2018

auch bei der Stiftung Lebenshilfe Freising: Alt-Bezirkstagspräsident

Franz Jungwirth (2.v.l.) übergab den Vorsitz

im Stiftungsrat an Andreas Huber (2.v.r.) und seinen

Stellvertreter Bezirksrat Simon Schindlmayr (r.).

54 // CHRONIK 1968-2018


DER GANZE TEXT IST IN EINFACHER SPRACHE:

Alles Kräuter! – Frauen-Ausflug des

Anneliese-Schweinberger-Hauses

Am 13. Juni 2018 stand der Frauen-Ausflug des Anneliese-Schweinberger-Hauses

an. Wir starteten gemeinsam

um 9 Uhr los in Richtung Himmelblauer See – bei

leichtem Regen. Dabei war auch die Kräuter-Pädagogin

Gudrun. Sie kennt sich besonders gut bei Kräutern aus.

Auf dem Weg sammelten wir gemeinsam mit Gudrun

viele verschiedene Kräuter in ihren Korb ein. Dabei

erklärte sie uns, wie man die Kräuter nutzen kann. Und

für was die Kräuter Hilfs-Mittel sein können. Außerdem

lernten wir dabei auch, dass die einen oder anderen

Kräuter sich auch sehr gut als Schmuck eignen. Als wir

dann genügend Kräuter beisammen hatten, traten wir

den Rück-Weg an zu unserem Haus. Das Wetter ist auch

besser geworden. Wir mussten den Nachhause-Weg

nicht im Regen antreten.

Zurück am Haus haben wir uns dann in einem

Gruppen-Zimmer versammelt, und die Kräuter wurden

gemeinsam verarbeitet. Wir haben Kräuter-Butter,

Kräuter-Frischkäse, Brennessel-Chips und Kräuter-Tee

zubereitet. Natürlich durfte auch die passende Tisch-

Dekoration nicht fehlen. Außerdem wurde noch unterschiedliches

Brot und verschiedenes Gemüse vorbereitet.

Nachdem alles fertig war, hat es sich jeder am Tisch

gemütlich gemacht und konnte die verschiedenen

Kräuter-Varianten probieren, die er gerne mochte.

Anschließend an das gemeinsame Mittag-Essen gab

es dann eine Mittags-Ruhe für die Bewohnerinnen.

Den Ausflug ließen wir dann alle gemeinsam bei einer

Tasse Kaffee und einem Stück Kuchen ausklingen.

Für mich als Praktikantin war dies eine tolle neue Erfahrung.

Ich konnte außerdem auch mein Wissen über

Kräuter aufbessern. Dieser Ausflug hat mir auch sehr

viel Freude bereitet und es war schön mit-anzusehen,

wie begeistert auch die Bewohnerinnen waren.

>> Sabrina Kleeberger

Praktikantin der Fachakademie für Sozialpädagogik

Seligenthal in Landshut

VOLL DABEI – DIE SEITE VON MENSCHEN MIT BEHINDERUNG // 55


Danken und Abschied nehmen

Vier Menschen aus unseren Wohneinrichtungen und ein Förderer sind verstorben

EINFACHE

SPRACHE

Viele Menschen bei der Lebenshilfe sind traurig.

4 betreute Menschen sind gestorben. Herr

Hermann Altmann hat zuletzt im Wohn-Haus

Johannis-Straße gewohnt. Er war überall dabei.

Viele haben ihn gern gehabt. Frau Anna Spörer

hat gern Musik gemacht mit ihrer Harfe. Und

Mandalas hat sie auch gern ausgemalt. Frau Iris

Süß war ein Sonnen-Kind. Das heißt: Sie war

immer fröhlich. Frau Karin Schrödl ist im Anneliese-Schweinberger-Haus

in Moosburg gestorben.

Sie hat Tiere sehr gern gehabt. Viel Spaß

hat ihr das Schwimmen gemacht. Aber auch

ein guter Freund der Lebenshilfe ist gestorben:

Simon Kurz aus Eching. Er hat viel geholfen

und Geld gespendet. Vielen Dank! Wir denken

an alle Verstorbenen. Hoffentlich geht es ihnen

gut, wo sie jetzt sind!

HERMANN ALTMANN,

WOHNHAUS JOHANNISSTRASSE FREISING

Wir erinnern uns heute an Hermann Altmann, vielen bekannt

aus den Isar Sempt Werkstätten, oder zuletzt aus

dem Wohnhaus Johannisstraße in Freising. Hermann

verbrachte dort seine letzten fünf Lebensjahre. Es war

eine sehr bewegende Zeit für ihn und er hat dort viele

alte Bekannte und auch neue Freunde gefunden. Miteinander

wurde viel gelacht und er war immer wieder zu

kleinen lustigen Streichen und Späßen aufgelegt.

So erinnern wir uns an schöne gemeinsame Ausflüge

und Unternehmungen mit ihm. Wir waren zum Beispiel

zusammen öfters im Bavaria Filmstudio, beim Reiten

und in der Motorradfreizeit. Gerne ist er auch zum

Flughafen gefahren und er hatte dort großen Spaß,

Leute zu treffen und mit ihnen zu reden. Am liebsten

mochte er dort den FC Bayern Shop.

Im Wohnhaus hat er gerne Musik gehört und getanzt.

Er freute sich auch immer auf sein Lieblingsessen

und nahm gerne an den gemeinsamen Runden und

Geschichten teil.

Auch die Malgruppe und die Töpfergruppe hat er

mit großem Spaß besucht. Er war zwar manchmal zunächst

zögerlich, hatte dann aber meistens umso größeren

Eifer an der Sache.

Wichtig und stets für ihn da war seine Schwester Ingrid

Altmann. Bei ihr hatte er seine Jahre vor dem Einzug

in das Wohnhaus verbracht. Sie mochten sich beide

sehr gerne und er wusste meist ganz genau, wenn

sie spätestens an den Wochenenden zu Besuch kam.

Hermann konnte sich immer auf seine Familie verlassen,

und so wurde im Laufe der Jahre Herr Pollich,

der Sohn seiner Schwester zusätzlich sein gesetzlicher

Betreuer.

Wir alle haben Hermann geschätzt und hatten Freude,

ihn die letzten fünf Jahre zu begleiten. Hermann

Altmann hat am 20. September 2017 diese Welt verlassen.

Er war zu diesem Zeitpunkt 55 Jahre alt und er

blickte auf ein sehr erfülltes Leben zurück.

56 // SO WAR’S – DIE CHRONIK DER LEBENSHILFE FREISING


ANNA SPÖRER,

WOHNHAUS JOHANNISSTRASSE FREISING

IRIS SÜSS,

WOHNHAUS JOHANNISSTRASSE FREISING

• Heute ist Sonntag… Märchentag. Die hast Du so gerne

angesehen! Das Ende kanntest Du schon, bevor

der Film begann, aber Du konntest immer wieder tief

in den Geschichten versinken.

• Heute ist Montag… Musik bei Andi Hörhammer. Lieber

zu früh, als zu spät! Die Veehharfe fest im Griff!

Du hattest Deinen letzten Auftritt beim Sommerfest

2017, alle haben applaudiert!

• Heute ist Dienstag… Dusch- und Waschtag! Die

30-Grad-Wäsche auf den Trockenständer ins Bad und

die 60-Grad-Wäsche in den Trockner und dann gleich

ins Zimmer räumen… ob die Betreuer es heute richtig

machen?

• Heute ist Mittwoch… Einkaufstag mit der Seniorenbetreuung.

Was fehlt? Fernsehzeitung? Flips? Sekt?

Ist er im Angebot? Aber nur Rotkäppchen soll es sein!

Dein abendliches Ritual: ein Glas Sekt und ein paar

Flips, aber nicht zu viel! Schön sparsam!

• Heute ist Donnerstag… heute hast Du Mandalas gemalt.

Du liebtest Mandala malen! Ganze Bücher hast

Du ausgemalt!

• Heute ist Freitag… ein Ausflug nach Eching zu Adler

ist das Highlight des Jahres für Dich! Es gab da

wunderschöne rote Pullis und glitzernde Ketten zu

kaufen und nicht zu vergessen: der leckere Schweinebraten

im Adler-Restaurant…

• Heute ist Samstag… die Sonne scheint warm und Du

freust Dich auf einen Ausflug in die Stadt… ein kühles

dunkles Weißbier im Huber Bräu oder ein leckeres

Eis im Garda…egal, Du hast Dein Leben so gerne genossen!

• Anna Spörer wurde 1938 geboren und starb am 1.

September 2017.

Wir denken gerne an Iris

Heute saßen wir wieder beisammen und haben überlegt,

an welche Begebenheiten und Erlebnisse mit Iris

Süß sich Betreute und BetreuerInnen erinnern können.

Es wurde in alten Fotos gekramt und vieles fiel

uns wieder ein: Maria Schweiger und Frau Schinzel

erinnern sich, dass Iris gerne gelacht hat. Irene Kornke

weiß, dass sie gerne gegessen und getrunken hat und

später, als sie nicht mehr gehen und stehen konnte,

lag sie im Bett und wurde dort versorgt. Wenn dann

aber die Bewohnerinnen zur ihr zu Besuch kamen,

oder sie mit dem Bett in den Gruppenraum geschoben

wurde, hat sie oft herzhaft gelacht. Frau Reinhardt

erinnert sich daran, dass Iris viel geschlafen

hat und früher gerne gemalt hat. Die Betreuerinnen

wissen noch, dass Iris immer zu einem Späßchen aufgelegt

war, manchmal Dinge versteckt hat und sich

riesig darüber freute, wenn alle gesucht haben. Ein

Sonnenkind eben!

Zum Schluss der Runde wünschen wir Iris Süß dort,

wo ihre Seele ist, Frieden und einen schönen Schweinebraten

(Frau Kornke), und die ewige Ruhe (Frau

Reinhardt), dass sie nun ein Engel ist (Frau Schinzel).

Sie hat Gesundheit im Himmel (Frau Schweiger),

ewigen Frieden (Frau Siebler), ein kleines Tascherl

(Frau Gschlößl).

Frau Süß verstarb am 3.12.2017 im Kreise ihrer Wohngruppe.

Sie wurde 59 Jahre alt.

>> BewohnerInnen und BetreuerInnen

Wohnhaus Johannisstraße

SO WAR’S – DIE CHRONIK DER LEBENSHILFE FREISING // 57


KARIN SCHRÖDL,

ANNELIESE-SCHWEINBERGER-HAUS MOOSBURG

Liebe Karin,

Du hast uns ja zu Lebzeiten schon das ein oder andere

Mal überrascht mit dem, was Du manchmal recht

plötzlich und unerwartet gemacht oder gesagt hast.

Aber, dass Du schon so früh von uns gehst, damit hat

nun wirklich keiner gerechnet.

Es kam schon hin und wieder vor, dass wir nicht

gleich beim ersten Mal verstanden haben, was Du

gesagt hast. Da hieß es dann „Pech gehabt“, denn ein

zweites Mal hast du selten das Gleiche gesagt. Und

manchmal, wenn wir Dich einfach ein bisschen ins Gespräch

einbinden wollten und nachgefragt haben, warum

Du in dem Moment nicht mit uns sprechen wolltest,

hast Du zum Beispiel gesagt: „Hoid a!“ oder „Weil i

ned mog!“ Klare Ansage, warum auch sonst ? ;-)

In Deiner Freizeit im Anneliese-Schweinberger-Haus

warst Du gerne mit mir in Ergolding beim Schwimmen.

Da hast Du oft übers ganze Gesicht gestrahlt und man

hat immer richtig gemerkt was für einen Spaß Dir das

gemacht hat. Und natürlich trug die anschließende

Portion Pommes und manchmal sogar eine Currywurst

ihr Übriges dazu bei. Hin und wieder bekamst du Hundebesuch

von Spikey oder seit kurzem auch von Ayla.

Das hat Dir meistens auch sehr gut gefallen und die

beiden haben sich sehr wohl bei Dir gefühlt. Auch in

Deiner Vergangenheit hast Du viel mit Tieren zu tun

gehabt. Da waren der Fritzi, der Oscar, Mausi und noch

viele weitere Tiere, die Du mit Nachdruck immer wieder

alle aufgezählt hast. Seitdem Du nicht mehr auf der

Gruppe bist, ist es diesbezüglich sehr still geworden.

So, als wäre das der goldene Abschluss für Dich gewesen,

hast Du die letzte Ferienfreizeit im Mai sehr genossen.

Freudestrahlend bist Du in der Pferdekutsche

gesessen, hast noch viele weitere Ausflüge im Bayerischen

Wald mitgemacht, das gute Essen genossen und

Dir, wie schon so oft, das Zimmer mit Albert geteilt.

Nur wenige Tage vor Deinem plötzlichen Tod habe ich

mit Dir auf dem iPad eine kleine Entscheidungshilfe für

Dein Bettgehritual erarbeitet. Dabei konntest Du selbstständig

auswählen, ob Du ein Gebet oder lieber Musik

hören, mit Deiner Puppe kuscheln oder einfach nur Deine

Ruhe haben möchtest. Leider sind wir nur ein einziges

Mal dazu gekommen, das zu testen. Dabei hast Du

zuerst am Bettrand angetippt, dass Du Deine Ruhe haben

möchtest und als ich Dich im Liegen gebeten habe,

mir das nochmal zu bestätigen, wolltest Du dann Deine

Puppe zum Kuscheln. Da habe ich noch nicht einmal im

Traum daran gedacht, dass du bald darauf Deine Augen

für immer zumachen würdest. Aber Dein Püppchen, das

Du erst zum Geburtstag bekommen hattest, haben wir

Dir auf Deine Reise mitgegeben. Und damit Du recht

fesch im Himmel ankommst, hat Deine Mama Dir zum

Anziehen das Dirndl ausgesucht.

Liebe Karin, es war schön, so viel Zeit mit Dir verbringen

zu dürfen. Leider war sie meiner Meinung nach

trotzdem viel zu kurz und wir vermissen Dich alle. Wir

wünschen Dir, dass Du jetzt an einem schönen Ort bist,

wo es Dir gut geht und Du keine Schmerzen mehr hast.

Bei unserem Geburtstagsbaum hast Du nun ein besonderes

Plätzchen in einer Wolke bekommen. Von dort

aus schaust Du jetzt jeden Tag auf uns herunter und

wir erinnern uns immer gern an Dich.

>> In bester Erinnerung,

Deine Patricia Sperka in Zusammenarbeit

mit Albert Zrenner und Dietmar Krause

im Namen aller BewohnerInnen und

MitarbeiterInnen des Anneliese-Schweinberger-Hauses

„ES GEHT MIR JA NUR UM DIE KINDER!“ –

ERINNERUNG AN UNSEREN FÖRDERER SIMON KURZ

Ein Fischwirt aus Eching war regelmäßig Gast bei Lebenshilfe-Veranstaltungen

vom Frühjahrsempfang bis

zu Einrichtungsfesten: Simon Kurz. Ohne Scheu ging er

58 // SO WAR’S – DIE CHRONIK DER LEBENSHILFE FREISING


auf alle Personen zu – sei es ein Lebenshilfe-Mitarbeiter,

sei es eine Ministerin – und brachte sein Anliegen

dar. Ihm ging es immer um die Schwächeren, um die

Kleinen im Leben. „Es geht mir ja vor allem um die Kinder“

war sein vielfach vorgetragenes Credo bei seinen

Wortmeldungen. Seine Überzeugung setzte er aber

auch in die Tat um: Oftmals spendete er kleinere und

größere Summen an Lebenshilfe-Einrichtungen oder

unsere Stiftung.

Zuletzt tat Simon Kurz noch Gutes über seinen

plötzlichen Tod am 22. Juni 2018 hinaus: Er stiftete auf

sein Ableben 10.000 Euro für die Lebenshilfe Freising.

In der Urkunde dazu schreibt er: „Diese Unterstützung

möge auch noch nach meinem Tode ein Beitrag von

dauerndem Wert und Bestand sein, der helfen soll Gutes

zu tun und die Erinnerung an mich wach zu halten.

Ich würde mir wünschen, dass auch andere Sponsoren

meinem Beispiel folgen und den Grundstock von 10.000

€ durch ihre Spenden noch dauerhaft erhöhen. Von jeher

habe ich mich für soziale Belange und das Wohlergehen

insbesondere derjenigen eingesetzt, die schwach

oder benachteiligt sind. So fördere ich schon seit vielen

Jahren die Einrichtung „Lebenshilfe“, weil ich tief beeindruckt

bin von der großartigen Arbeit, die in ihr geleistet

wird. Der gesamten Geschäftsleitung mit allen Mitarbeitern

und Mitarbeiterinnen möchte ich an dieser Stelle

aufrichtig danken für die tägliche Hilfe für Menschen,

>> Immer Mahner für die Unterstützung von Bedürftigen:

Simon Kurz (r.) beim Frühjahrsempfang der Lebenshilfe

Freising am 27. Februar 2015 mit Staatsministerin Emilia

Müller, Landtagsabgeordneten Dr. Florian Herrmann und

Landrat Josef Hauner

die auf Unterstützung jeglicher Art angewiesen sind. Aus

meinem christlichen Glaubensverständnis heraus ist es

mir ein großes Anliegen, hiermit ein immerwährender

Helfer für die „Lebenshilfe“ zu sein.“

Inklusion wird im InKiMo zum Kinderspiel

Integrativer Kindergarten Moosburg der Lebenshilfe feierte 20-jähriges Bestehen

Mit 20 Jahren noch gar nicht erwachsen ist der InKiMo

in Moosburg: Unzählige Kinder vom Baby bis zum Vorschulkind

wuselten am Sonntag, 29. April 2018 durch

den Sparkassensaal über der Integrativen Kindertageseinrichtung

der Lebenshilfe Freising. Gefeiert wurde

die Eröffnung von Moosburgs erstem integrativen

Kindergarten am 16. November 1998. Die damalige

Bereichsleiterin für Kinder und Jugendliche Hildegard

Waldinger ist auch noch heute zuständig und plädierte

in ihrer Rede für die weitere Vertiefung der Inklusion,

dem selbstverständlichen Miteinander von Kindern

mit und ohne Behinderung. Damals sei man Pionier

gewesen, aber auch heute noch sei man erst auf dem

Weg. Inklusion müsse immer wieder neu eingeübt, verwirklicht

und verbessert werden.

EINFACHE

SPRACHE

Schon seit 20 Jahren gibt es den InKiMo. Das

heißt: Integrativer Kinder-Garten Moosburg.

Hier spielen und lernen Kinder mit und ohne

Behinderung gemeinsam. Das heißt mit einem

Fremdwort: Inklusion. Damals gab es das zum

ersten Mal in Moosburg. Jetzt hat man schon

Erfahrung mit der Inklusion in Moosburg. Aber

man muss immer weiter offen sein dafür. Nach

den Reden gab es eine lustige Feier im Garten

mit viel Sonnen-Schein.

SO WAR’S – DIE CHRONIK DER LEBENSHILFE FREISING // 59


Moosburgs Bürgermeisterin Anita Meinelt gratulierte

in ihrem Grußwort der Einrichtung für ihre hervoragende

Arbeit zum Wohl aller Kinder, versicherte die

weitere Unterstützung der Stadt und erinnerte an die

nicht unumstrittenen Anfänge: Damals sei die Skepsis

noch groß gewesen, „ob des was is für unsere Kinder“.

Aber der Erfolg seither bestätige die gute Arbeit aller

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Lebenshilfe

Freising. Aktuell kümmern sich 13 Fachkräfte (8 Vollzeitstellen)

um 32 Kinder in zwei Gruppen. Durch den

kleinen Festakt im Saal führte die InKiMo-Leiterin Ines

Milde und präsentierte mit ihren Kolleginnen einen

bunten Reigen an Musik- und Wortbeiträgen der Kinder:

Da wurde ein Bilderbuch vertont oder im Lied

erklärt, warum das Lesen so wichtig sei. Ein Inklusionstanz

zeigte, dass in einem Kindergarten alle Arten

von Menschen wichtig sind: auch rot gescheckte und

blau karierte! Schallendes Gelächter rief das Dingsda-

Spiel der InKiMo-Kinder aus, in dem ein Mädchen den

Begriff „Erzieherin“ umschrieb mit: „die, die immer

schimpft“. Der zweite Teil des Fests fand im Garten des

InKiMo statt mit Spiel und Spaß für Kinder und einer

reichhaltigen Tombola des Elternbeirats. Fingerfood

aus dem Lebenshilfe-Restaurant Viva Vita, unzählige

Kuchen der Eltern und eine spezielle Geburtstagstorte

in der Form des Inkimo-Gebäudes ließen keine kulinarischen

Wünsche mehr übrig bei den zahlreichen

Besuchern des Fests.

60 // SO WAR’S – DIE CHRONIK DER LEBENSHILFE FREISING


Kinder sprechen ohne Sprache

Unterstützte Kommunikation begeisterte Freisings OB und viele Kinder im BiG

INKLUSIVE LESUNG MIT OB ESCHENBACHER

IN DER STADTBIBLIOTHEK FREISING

Wie still zwanzig Kinder von vier bis acht Jahren sein

können, wenn es was Spannendes zu hören gibt! Diese

Ausnahmesituation herrschte am Mittwochnachmittag

am 16. Mai 2018 in der Stadtbibliothek Freising bei der

Lesung des Kinderbuches „Planet Willi“ von Birte Müller

durch Oberbürgermeister Tobias Eschenbacher und

Kathrin und Paul, zwei Kinder der Piratengruppe an der

Heilpädagogischen Tagesstätte der Lebenshilfe Freising.

Willi ist ein besonderer Bub. Er mag Musik und

Kühe, kuschelt gern und spielt mit seiner Schwester

Olivia. Nur sprechen kann er nicht richtig und redet

daher mit seinen Händen! Willis Geschichte wurde

nicht nur von Tobias Eschenbacher vorgelesen. Seine

beiden jungen Kollegen Kathrin und Paul erzählten

auch: aber mit einem iPad! Sie drückten auf die Knöpfe

des Computers und die Stimme des Geräts sprach

die Sätze. Die beiden Kinder stellten eine Möglichkeit

der Unterstützten Kommunikation vor. Hierbei geht

es um technische Hilfsmittel für Menschen mit Behinderung,

die sich nicht über normale Sprache verständigen

können. Eine andere Möglichkeit sind Gebärden,

die von OB Eschenbacher und allen Kindern

sogleich ausprobiert wurden. Gezeigt wurden die

Gebärden am Computer und von Sintje Reicheneder,

der Leiterin der neuen Beratungsstelle Unterstützte

Kommunikation der Lebenshilfe Freising. „Wir geben

Informationen und Hilfen über die vielfältigen Kom

EINFACHE

SPRACHE

Manche Kinder und Erwachsene können nicht

richtig sprechen oder gar nicht sprechen. Aber

es gibt Hilfe! Zum Beispiel die Unterstützte

Kommunikation. Der schwere Begriff heißt: Hilfe

beim Reden! So eine Hilfe kann zum Beispiel

ein kleiner Computer sein. Auf dem Bild-Schirm

kann man verschiedene Bilder mit dem Finger

antippen. Dann sagt die Computer-Stimme das

Wort, zum Beispiel: Apfel, Limo oder Ich will!

oder Gib mir bitte! Man kann sogar ganze Sätze

machen: Gib mir bitte einen Apfel! So ein Computer

muss aber gut eingestellt werden. Das

macht Frau Sintje Reicheneder. Sie gibt Hilfe

bei der Unterstützten Kommunikation. / Bei

zwei Veranstaltungen wurden diese Computer

verwendet. Kathrin und Paul und der Freisinger

Ober-Bürger-Meister Tobias Eschenbacher

haben zusammen ein Bilder-Buch vorgelesen.

Und im BiG haben sich viele Kinder getroffen.

Sie haben erzählt: Das mache ich mit meinem

Computer. Vielleicht kann ich dir dabei helfen.

SO WAR’S – DIE CHRONIK DER LEBENSHILFE FREISING // 61


munikationsmöglichkeiten von Menschen mit Behinderung,

ganz idividuell auf den einzelnen Menschen

zugeschnitten! Und die Beratung ist zudem

kostenlos!“, erläuterte Frau Reicheneder.

Von dieser neuen Beratungsmöglichkeit zeigte sich

auch OB Eschenbacher beeindruckt. Das Motto seiner

Lesung sei daher ideal: „Bücher kennen keine Grenzen –

Lesen macht allen Spaß“. Großen Spaß hatten auch die

vielen Kinder, die sich nach der Lesung um den Vorlesecomputer

drängten und selbst drücken wollten. Dabei

gab es keinerlei Berührungsängste zwischen Kindern

mit und ohne Behinderung – ein wunderbares Zeichen!

OBERBAYERISCHES TALKER-TREFFEN

IM BILDUNGSZENTRUM IN FREISING

Ein Treffen von Kindern aus sechs Schulen des nördlichen

Oberbayerns, die sich nicht durch normale Sprache

verständigen können? Wie soll das gehen? Sehr

gut und mit viel Spaß! Das zeigte das 3. Talker-Treffen

der Region Oberbayern Nord am 20. Juni im Freisinger

Bildungszentrum Gartenstraße.

Organisiert wurde die Begegnung vom Arbeitskreis

Unterstützte Kommunikation im BiG. Er kümmert sich

seit einigen Jahren um Kinder und Erwachsene, die

nur mit Hilfsmitteln kommunizieren können. Bekannt

ist die Gebärdensprache, aber es gibt auch technische

Hilfen, wie sogenannte Talker. „So können Menschen,

die aufgrund einer Behinderung nicht oder nur sehr

schwer sprechen können, ausdrücken, was sie fühlen

oder was sie wollen“, erklärt Frau Reicheneder,

Arbeitskreismitglied und Logopädin. Und so tönten

bei der Eröffnung des Freisinger Talker-Treffens in der

Schulturnhalle viele etwas blecherne Stimmen durcheinander:

„Hallo!“, „Wie geht es dir?“, „Ich heiße Pia.“,

„Was ist deine Lieblingsfarbe?“.

21 Kinder und ihre Lehrerinnen und Betreuerinnen

von Freising bis Ingolstadt, von Dachau bis Pfaffenhofen

waren gekommen, um sich kennenzulernen.

„Das ist auch der Hauptzweck so eines Treffens. Dass

die Kinder mitbekommen: Ich bin nicht allein. Viele

andere Kinder können auch nicht sprechen“, sagt

Frank Aumann, der zusammen mit der Lehrerin Margarete

Autry, Susanne Heinrich und der Gebärdendolmetscherin

Gloria Dorsch das Treffen organisiert

hat. Vertieft wurden dann die Bekanntschaften in vier

Workshops, in denen getanzt und die Lieblingsspiele

vorgestellt, gemalt und gekocht wurde. Der Tag wurde

zum großen Erlebnis für die Kinder und zum Austauschforum

für die Betreuerinnen und Betreuer für

unterstützte Kommunikation.

62 // SO WAR’S – DIE CHRONIK DER LEBENSHILFE FREISING


Bunte Arche im WM-Fieber

Fröhliches Sommerfest unserer Kita in Eching

Schon seit Wochen beschäftigten sich die Kinder der

Bunten Arche mit der Fußballweltmeisterschaft in

Russland. Um die deutsche Mannschaft auf besondere

Weise zu unterstützen, feierte die Kindertagesstätte

in Eching am 23. Juni 2018 ein buntes WM-Fest.

Beginnend mit dem Einzug der Kinder zur Fußballhymne

vergangener Zeiten „Fußball ist unser Leben“

über den Flaggeneröffnungstanz zu „Wavin‘ Flag“

von K’naan, brachten die Kinder und Pädagogen der

Einrichtung die Stimmung der WM nach Eching. In

einer Rede erzählte die Leiterin der Kindertagesstätte

Chantal Gmeineder von den Vorbereitungen zum

Fest und ließ die Elternarbeit des vergangenen Jahres

Revue passieren. Mit einem kleinen Dankeschön

wurden die Eltern der Elternteams für ihre tatkräftige

Unterstützung geehrt. Nach dem selbstgesungenen

Lied „Schwarz und Weis“ starteten alle Gäste und Akteure

in das Festgeschehen. Ein liebevoll gestaltetes

Brunch-Buffet und eine bunte Getränke-Bar, warteten

schon auf alle Hungrigen und Durstigen. Nach

dem reichlichen Essen, gab es Sport und Spiel für

EINFACHE

SPRACHE

Das Sommer-Fest der Kita Bunte Arche in

Eching hatte heuer ein besonderes Thema:

die Fußball-Weltmeisterschaft. Es gab Fußball-

Lieder und Übungen mit einem richtigen Fußballer.

Die Erzieherinnen und Eltern hatten viel

vorbereitet. Für die Kinder gab es viel zu spielen.

Es war ein lustiges Fest für alle!

alle. Als Gast hatte die Bunte Arche sich den Fußballtrainer

Patrick Mücke vom TSV Eching eingeladen,

der mit allen Kindern ein altersgerechtes Training in

mehreren Gruppen durchführte. Leider war das Fest

viel zu schnell vorbei. Die Bunte Arche bedankt sich

bei allen Gästen und Helfenden für ein gelungenes

und harmonisches Fest.

SO WAR’S – DIE CHRONIK DER LEBENSHILFE FREISING // 63


Großes Jubiläums-Sommerfest

der Lebenshilfe

Zum 50. Geburtstag der Lebenshilfe Freising feierten viele im Bildungszentrum

EINFACHE

SPRACHE

Das Sommer-Fest im Bildungs-Zentrum Garten-

Straße in Freising war etwas größer als normal.

Denn es wurde zugleich das 50. Jubiläum der

Lebenshilfe Freising gefeiert. Viele Kinder,

Eltern und Freunde kamen vorbei. Es gab viele

Spiele, Musik und leckeres Essen. Spannend

war: Der Sportler Lukas Irmler ging hoch in der

Luft auf einem Seil von einem Ende das Hauses

zum anderen. Wahnsinn!

Sommer, Sonne, Spaß und viele Besucher – ideale Bedingungen

für ein rauschendes Geburtstagsfest. Jubilare

waren diesmal ganz viele Menschen mit und ohne

Behinderung, denn das Sommerfest im Bildungszentrum

Gartenstraße in Freising am 16. Juni 2018 stand

unter dem Motto „50 Jahre Lebenshilfe Freising“ und

fiel deshalb etwas größer aus als sonst. Musik machte

das Duo von „Apollon’s Smile“. Die Judoka des Judo-

Clubs Freising führten ihre beeindruckende Sportart

vor und gab auch gleich einen Workshop. Kreativ

konnte man in einem andern Workshop werden: gemeinsam

entwarf man das zukünftige Sommerfest-

Plakat, das am Ende von den Besuchern ausgewählt

und prämiert wurde. Eine Überraschung und absoluter

Höhepunkt war der spannende Auftritt von Lukas Irmler.

Der junge Freisinger ist Weltmeister auf der Slackline

und balancierte auch im Bildungszentrum hoch auf

einem Seil über dem Innenhof zwischen zwei Gebäudeteilen.

Spannende Action, die Nerven kostete aber

weltmeisterlich souverän absolviert wurde. (Bild: www.

lukas-irmler.de) Entspannung und Spaß gabs dann in

der großen Hüpfburg, am Spielestand der Offenen Behindertenarbeit

und am Glücksrad oder Beautystand,

in der Cocktail-Bar und im Sinnesparcours, beim Torwandschießen,

Entenfischen, Dosenwerfen und bei

noch vielen weiteren Attraktionen. Voll im Einsatz für

Kinder, Jugendliche und ihre Eltern waren auch die

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der fünf Einrichtungen

im Bildungszentrum, die Mitglieder der Elternbeiräte

und des Fördervereins der Schule. Neben Deftigem

vom Grill gab es alles vom Kuchen bis zum Eis und

Popcorn – hungrig ging keiner nachhause von diesem

Jubiläums-Sommerfest.

64 // SO WAR’S – DIE CHRONIK DER LEBENSHILFE FREISING


Willkommen in der Schule!

Am 1. Schultag, dem 11. September

2018, konnten 36 Buben und Mädchen

mit und ohne Behinderung erstmals in

unserer Inklusionsschule im Freisinger

Bildungszentrum Gartenstraße begrüßt

werden. Mit Eltern, Lehrerinnen und

Lehrern und Musik wurden die ersten

Schritte in einen neuen Lebensabschnitt

bravurös gemeistert.

„Unbeschreiblich Weiblich“ beim Uferlos-Festival

Styling und Fotoshooting in Freising

Jeden Freitag früh treffen sich die Mädels der Berufsschulstufe

im Kurs „Unbeschreiblich Weiblich“ mit

ihrer Lehrerin Birgit Ames, um über alle Themen zu

sprechen, die für sie interessant sind. Natürlich geht

es dabei auch darum, was es bedeutet, eine junge

Frau zu sein, oder um Jungs und um das eigene Aussehen.

Dabei werden auch praktische Tipps ausgetauscht

und so entstand die Idee, sich einmal ein paar

Stylingtipps von einem Profi zu holen.

An dieser Stelle kam der Frisörmeister Andreas Krickel

vom Versus-Frisör in Freising ins Spiel. Zur Lebenshilfe

hatte er schon lange gute Kontakte, hat er doch selbst

vor über 20 Jahren in der Schule seinen Zivildienst geleistet.

Sofort erklärte er sich dazu bereit, den Mädels

mit Rat und Tat zur Seite zu stehen. Aus ersten Gedanken

entstand schnell die Idee zu einem echten Styling

im mobilen Frisörsalon, den Andreas jedes Jahr auf dem

Uferlos-Festival betreibt. Als sich dann auch noch der

Profifotograf Alexander Bernhard aus Landshut dazu

bereit erklärte, ein Fotoshooting für die Mädels zu organisieren,

kannte die Vorfreude keine Grenzen mehr.

Am 8. Mai 2018 war es dann endlich soweit: Begleitet

von Birgit Ames, Schulbegleitung Brigitte Metzger und

FSJ-Praktikantin Johanna Kolmeder machten sich die

acht aufgeregten Mädels auf den Weg zum Festivalgelände

des Uferlos. Am Eingang erwartete sie gleich die

erste Überraschung: Alle bekamen echte Backstage-Pässe

und durften schon eine Stunde vor allen Besuchern

auf das Gelände. Angekommen im Nachhaltigkeitszelt

EINFACHE

SPRACHE

In der Berufs-Schul-Stufe im BiG gibt es eine

Gruppe von Mädchen. Die Gruppe heißt „Unbeschreiblich

weiblich“. Es geht darum: Was ist

für Mädchen interessant? Gibt es Tipps, wie ich

besser aussehen kann? Der Frisör Andreas Krickel

in Freising wollte helfen. Er hat die Mädchen

eingeladen, zum Uferlos-Fest in Freising zu gehen.

Dort wurden sie geschminkt oder die Haare

besonders gemacht. Alle waren begeistert. Der

Fotograf Alexander Bernhard hat dann auch

noch Fotos gemacht. Alle Mädchen haben sich

super gefühlt und waren ganz stolz auf sich.

wartete bereits das Versus-Team mit drei Mitarbeiterinnen

und Andreas Krickel, die auch sofort loslegten und

die Mädels nach ihren Wünschen stylten und schminkten.

Es wurde gewaschen, geföhnt, frisiert, geflochten

und geschminkt, ganz nach den eigenen Ideen und

Wünschen – von elegant bis ausgeflippt. Anschließend

wurden die Mädels von Fotograf Alexander Bernhard in

verschiedenen Posen abgelichtet, die Bilder erhielten sie

anschließend sogar noch als Geschenk.

SO WAR’S – DIE CHRONIK DER LEBENSHILFE FREISING // 65


Ein unvergesslicher Nachmittag, bei dem sich die

Mädels „unbeschreiblich weiblich“ fühlten und neben

vielen praktischen Tipps auch noch jede Menge Spaß

hatten. Die anwesenden Eltern und Großeltern sowie

Freunde und Bekannte waren ebenfalls begeistert.

Alle hoffen nun auf eine Wiederholung im nächsten

Jahr! Vielen Dank an dieser Stelle an Andreas Krickel

und sein Team vom Versus-Frisör in Freising sowie an

den Fotografen Alexander Bernhard, die Ihr Wissen,

ihr Equipment und ihre Zeit kostenlos den Mädels zur

Verfügung gestellt haben!

>> Philip Schoeller

Lehrer der Berufsschulstufe im BiG

Von der privaten Initiative zur Inklusion für alle

Moosburger Juliane-Maier-Haus feierte 30-jähriges Bestehen

EINFACHE

SPRACHE

Das Sommer-Fest der Wohn-Häuser in Moosburg

war heuer ganz besonders. Das Juliane-

Maier-Haus wurde 30 Jahre alt. Deshalb kamen

besonders viele Gäste. Das Haus heißt nach Frau

Juliane Maier. Sie hat mit ihrer Familie in Moosburg

ganz viel Geld gesammelt. Deshalb konnte

vor 30 Jahren das Wohn-Haus gebaut werden.

Jetzt hat das Haus auch eine neue Leiterin. Sie

heißt Christine Neumaier. Sie wurde von allen

mit Blumen und Musik herzlich begrüßt. Dann

gab es viel zu Essen, Musik und Tanz. Es war ein

schönes Fest mit viel Sonnen-Schein.

Ein Maifest feierten am 5. Mai 2018 die Wohn- und

Fördereinrichtungen der Lebenshilfe Freising in der

Moosburger Neustadt. Eine Besonderheit war dabei

das 30-jährige Jubiläum des Juliane-Maier-Hauses.

Am 30. April 1988 war das Wohnhaus für Menschen

mit Behinderungen eingeweiht worden. Damit wurden

damals die jahrelangen Bemühungen einer tatkräftigen

Frau und Mutter gekrönt, die in Moosburg

auch als „Mutter der Behinderten“ bekannt ist: Juliane

Maier und ihre ganze Familie sammelten über

450.000 DM für eine sichere Heimstatt für Menschen

mit Behinderung.

Seither leben im Juliane-Maier-Haus 27 Bewohner

im Alter von 28 bis 57 Jahren in vier Wohngruppen.

Seit Mai haben sie eine neue Hausleitung: Christine

Neumaier aus Moosburg wurde von allen Gästen des

Maifestes herzlich beklatscht und erhielt von jeder

Bewohnerin und jedem Bewohner eine Rose mit einen

ganz persönlichen Wunsch für die Wohngemein-

66 // SO WAR’S – DIE CHRONIK DER LEBENSHILFE FREISING


schaft: guter Zusammenhalt, lange Leitungstätigkeit,

schöne Ausflüge und viel Musik miteinander! Letzeren

Wunsch setzte gleich der Juliane-Maier-Haus-

Chor um, der auch von Hausleiterin Neumaier angeführt

wird: Sie sangen flott und mitreissend: „Der

Löwe schläft heut Nacht“.

Zuvor hatte Lebenshilfe-Vorsitzende Monika Haslberger

die Eigeninitiative von Juliane Maier gewürdigt:

„Aus der engagierten Privatinitiative ist in 30 Jahren

eine tolle Institution unter der Leitung von Fachleuten

der Lebenshilfe geworden. Heute aber müssen wir alle

zusammen die Inklusion von Menschen mit Behinderung

schaffen. Damit es einfach selbstverständlich ist,

dass in unserer Gesellschaft beeinträchtigte Menschen

dazugehören.“ Für Moosburg habe sie dabei keinen

Zweifel, sagte Haslberger, da hier schon in beispielhafter

Weise das Miteinander gelebt werde, was nicht

hoch genug zu loben sei. Auch Bürgermeisterin Anita

Meinelt unterstrich dies in ihrem Grußwort: „Bei uns ist

Anderssein ganz normal. Menschen mit Behinderung

gehören einfach zum Stadtbild.“ Ganz besonders dankte

Meinelt den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der

Lebenshilfe, die nicht nur hier in den Wohnhäusern einfach

arbeiteten sondern auch Seele und Einfühlungsvermögen

voll einbrächten.

Auch beim diesjährigen Maifest von Juliane-Maier-Haus,

Anneliese-Schweinberger-Haus und Förderstätte

Moosburg waren die Mitarbeiterinnen der

Lebenshilfe voll im Einsatz. Sie hatten ein fröhliches

Fest mit Musik und kulinarischen Köstlichkeiten organisiert,

das bei Bewohnern, Eltern und Gästen sehr

gut ankam. Zu den Ensembles der Häuser selbst, wie

der Countryband „nASHville Cowboys and Cowgirls“

gesellten sich auch fesche Gäste: In Festtracht plattelten

die sechs Männer der Hallertauer Haxntratzer

aus Hörgertshausen. Sie bekamen von den Festbesuchern

besonders viel Applaus.

SO WAR’S – DIE CHRONIK DER LEBENSHILFE FREISING // 67


Drei Jubiläen beim ersten Haus-Fest

in der Gartenstraße 57

Sommerfest mit Musik, Tanz, Schmankerl und vielen Gästen

EINFACHE

SPRACHE

Viele Gäste kamen dieses Jahr zum Sommer-Fest

im Haus Garten-Straße 57 in Freising. IWA, OBA,

Viva Vita, SerVita und die Lebenshilfe-Geschäftsstelle

feierten zum ersten Mal gemeinsam.

Grund dafür war: Vor 15 Jahren wurde das Haus

eröffnet, die OBA gibt es seit 25 Jahren und die

Lebenshilfe gibt es schon seit 50 Jahren. Beim

Fest gab es viel Musik und auch Volks-Tanz. Allen

hat der schöne Sommer-Abend gefallen!

Im Lebenshilfe-Jubiläumsjahr, am 13. Juli 2018, fand

das traditionelle Sommerfest von Integrativer Wohnanlage

(IWA) und Offener Behindertenarbeit (OBA) in

einem größeren Rahmen statt. Es wurde als Hausfest

aller Einrichtungen der Gartenstraße 57 gefeiert, also

zusammen mit Viva Vita, SerVita und Geschäftsstelle.

Man hatte auch allen Grund dafür, denn drei Jubiläen

trafen 2018 zusammen: 15 Jahre Eröffnung des Hauses

in der Gartenstraße 57, 25 Jahre OBA und 50 Jahre Lebenshilfe

Freising. Es wurde ein fröhliches Sommerfest

mit gutem Essen, viel Musik und Tanz, Ausstellungen

und einer guten Stimmung der zahlreichen Besucher

aus BewohnerInnen, Freunden und Familien. Plakatwände

und Fotos ließen auf die Entstehung des Hauses

und den Werdegang von IWA und OBA zurückblicken.

Der neue Imagefilm der Lebenshilfe wurde gezeigt. Auf

der Bühne umrahmte der IWA-Chor unter der Leitung

von Erika Indorf die Begrüßung durch Lebenshilfe-Vorsitzende

Monika Haslberger und die Einrichtungsleiter

Christian Burger (Viva Vita), Saskia Hobmeier (OBA) und

Monika Vieregg (IWA). Begeisterten Applaus erhielt die

Volkstanzgruppe der OBA und Überraschungsgast Lukas

Bach aus Marzling mit seiner Holzlöffel-Percussion.

Loungiger wurde es später mit den Sommerliedern des

Duos Apollon‘s Smile die die Gäste in eine federleichte

Stimmung versetzte.

68 // SO WAR’S – DIE CHRONIK DER LEBENSHILFE FREISING


Groß was los im neuen

Hermann-Altmann-Haus

Bayern, 1860er und die Kolping-Familie bereicherten das Leben der Bewohner

EINFACHE

SPRACHE

BRUMMI-FAHRERIN MIT HERZ – GEBURTSTAGS-

ÜBERRASCHUNG FÜR JOACHIM GRUND

Joachim Grund feierte am 2. Juni 2018 seinen 60. Geburtstag.

Er ist ein großer FC-Bayern-Fan und in seinem

Zimmer schaut es aus wie in einem FC-Bayern-Fanshop.

Da er seine Lieblingsmannschaft noch nie im Stadion

live gesehen hat, wollte ihn seine Bezugsbetreuerin

zu seinem runden Geburtstag mit Eintrittskarten

überraschen. Eine Umfrage im Bekanntenkreis blieb erfolglos,

selbst direkt beim FC Bayern konnte man ihren

Wunsch für Joachim nicht erfüllen. Doch manchmal

liegt oder rollt das Glück einfach auf der Straße. Durch

einen glücklichen Zufall lernte sie Cindy Schneppe, die

1. Vorsitzende der Brummifahrer mit Herz e.V. kennen.

Cindy erklärte sich sofort bereit, der Bezugsbetreuerin

zu helfen. Am 26. Juli war es dann soweit: An diesem

Viel los war im Hermann-Altmann-Haus in

Sünzhausen. Herr Joachim Grund wohnt dort

und wurde 60 Jahre alt. Zum Geburtstag bekam

er ein besonderes Geschenk: Eintritts-Karten

für ein Spiel seines Lieblings-Fußball-Vereins

FC Bayern. Das Geschenk brachte Frau Cindy

Schneppe vom Verein Brummi-Fahrer mit Herz.

Das sind Fahrer von Last-Wagen, die immer

wieder Gutes tun für Kinder oder Menschen in

Not. / Herr Robert Steinle wohnt auch im Hermann-Altmann-Haus.

Er besuchte ein Spiel des

Fußball-Vereins 1860 München im Grünwalder

Stadium. Das war ein super Erlebnis. / Schon

seit vielen Jahren besuchen die Menschen von

der Kolping-Familie in Freising das Hermann-

Altmann-Haus. 2 Jahre lang hat man sich nicht

getroffen, weil das Wohn-Haus neu gebaut

wurde. Jetzt kamen die Kolping-Leute wieder

zum Grillen. Es gab ein frohes Wieder-Sehen!

schönen Sommertag saß die Gruppe mit Joachim beim

Eiskaffee im Vorgarten des Hermann-Altmann-Hauses.

Plötzlich kam ein Auto, an dem viele Teddybären ringsherum

befestigt waren. Cindy Schneppe stieg aus und

gesellte sich zu uns an den Tisch. Sie begrüßte alle

Bewohner freundlich und richtete sich dann direkt an

Joachim: Ihm erklärte sie, warum sie hier sei und erreichte

ihm zwei Eintrittskarten für das nächste Spiel

FC Bayern gegen Manchester United am 5. September

2018. Joachim konnte sein Glück kaum fassen, noch

bis in den späten Abend hinein erzählte er freudestrahlend

den Bewohnern und Betreuern immer wieder, das

er demnächst in die Allianz-Arena zu einem Fußball

SO WAR’S – DIE CHRONIK DER LEBENSHILFE FREISING // 69


spiel gehen werde. Seine Bezugsbetreuerin hatte ihm

diesen Tag ganz groß im Kalender eingezeichnet. Noch

zehn Mal müsse er schlafen, dann sei es endlich soweit.

Aber das ist noch nicht alles, was Cindy Schneppe im

Gepäck hatte. Sie brachte noch zehn Kinder-Eintrittskarten

für den Wildpark Poing mit. Diese sollen Kindern

der Lebenshilfe eine Freude bereiten. Vielen herzlichen

Dank an Cindy Schneppe und den Brummifahrern mit

Herz e.V. aus Nandlstadt!

LIVE DABEI – BEI DEN SECHZGERN IM STADION

Robert Steinle aus dem Hermann-Altmann-Haus ist

ein begeisterter Fußballfan. Er schaut sich alle Spiele

im Fernsehen an. Deswegen freute er sich sehr, einmal

live dabei zu sein. Am 22. September machte

sich Robert mit einer Betreuerin auf den langen Weg

ins Grünwalder Stadion in München. Die zwei fuhren

mit der U-Bahn ab Garching los und stiegen am Wettersteinplatz

aus. Einmal mussten sie dazu umsteigen.

Die Löwen spielten gegen den SV Wehen-Wiesbaden.

In der ersten Halbzeit lagen die Sechzger mit

1:0 vorne, die Stimmung im Stadion war super. Leider

kassierten sie in der zweiten Halbzeit zwei Tore,

so dass sie letztendlich 2:1 verloren. Das machte Robert

aber nichts aus, denn es war trotzdem ein sehr

schöner Fußballtag.

MITEINANDER MIT DER KOLPING-FAMILIE – WIE-

DER GEMEINSAMES GRILLEN IM NEUBAU

Eine schöne alte Tradition konnte im neuen Hermann-

Altmann-Haus wieder aufgenommen werden. Nachdem

wir zwei Sommer lang wegen unseres Haus-

Neubaus keine Gelegenheit hatten, gemeinsam mit

der Freisinger Kolping-Familie bei uns im Garten zu

grillen, fand das Ereignis heuer endlich wieder statt.

Seit 1982 gibt es den Kontakt zwischen der Kolping-

Familie und dem Hermann-Altmann-Haus und diesen

sehr netten Brauch, uns einen Abend lang mit Gegrilltem

und Getränken zu versorgen. Am 3. August

2018, genau ein Jahr nach unserem Einzug hier ins

neue Hermann-Altmann-Haus, kamen viele Leute der

Kolping-Familie und brachten Brezen, Salate, Grillsaucen,

Grillkohle und viele kühle Getränke mit. Den Preis

für das Fleisch, das wir besorgt hatten, erstatteten sie

uns sogar auch noch. Ein eifriger Kolpingbruder heizte

an und begrillte das ganze Haus. Um 17 Uhr zeigten

wir allen Gästen das neue Haus. Zuletzt bekamen wir

von den Freisinger Kolpingleuten noch eine offizielle

Spende über 100 Euro überreicht. Vielen herzlichen

Dank und auf Wiedersehen!

70 // SO WAR’S – DIE CHRONIK DER LEBENSHILFE FREISING


Mit Handicap auf großer Fahrt

Im 50. Jubiläumsjahr verstärkten zwei OBA-Boote die Friedensflotte auf der Adria

Im Jahr des 50. Gründungsjubiläums der Lebenshilfe

Freising gingen zwölf Menschen mit Behinderungen

aus dem Landkreis Freising auf große Fahrt. Mit zwei

Schiffen segelten sie im Rahmen ihrer Urlaubsreise mit

der Offenen Behindertenarbeit der Lebenshilfe bei der

„mirno more Friedensflotte“ vom 16. bis 23. Juni vor

der Küste Kroatiens mit.

„Mirno more“ ist der Gruß der Seefahrer in Dalmatien

und bedeutet so viel wie „friedliches Meer“. Nach dem

Balkankrieg luden Segler traumatisierte Kinder und Jugendliche

aus dem Kriegsgebiet auf ihre Schiffe. Dort

konnten sie für einige Zeit den Krieg hinter sich lassen.

Heute setzt „mirno more“ ein Zeichen für Inklusion und

Solidarität: Es ist das größte Segelprojekt für benachteiligte

Menschen in Europa. Bei der großen Friedensflotte

beteiligen sich etwa hundert Schiffe mit fast tausend

Teilnehmern aus mehr als 20 Nationen. Kleinere,

individuellere Törns organisiert der bayerische Ableger:

friedensflotte-bayern.de.

Ziel ist, eine friedliche, gemeinschaftliche und schöne

Woche mit allen Rechten und Pflichten auf einem

Segelschiff mitzuerleben. Arbeit im Team stärkt das

Zusammengehörigkeits- und Verantwortungsgefühl

und bringt enormes Selbstvertrauen vor allem für

Menschen mit Behinderungen. Saskia Hobmeier, Leiterin

der Offenen Behindertenarbeit erklärt: „Teilhabe

bedeutet, am Leben so normal wie möglich teilzunehmen

und selbst zu bestimmen, was man machen will.

EINFACHE

SPRACHE

Die Offene Behindertenarbeit bietet Urlaubsreisen

für Menschen mit Behinderung an. Diesmal

war etwas Besonders dabei: Eine Fahrt mit

dem Segel-Boot auf dem Meer Adria. Mehrere

Boote bildeten eine Friedens-Flotte. Sie wollten

zeigen: Die Menschen sollen überall in Frieden

leben können. Es ist egal, wenn Menschen Behinderungen

haben oder nicht.

Deshalb freuen wir uns, dass zwölf unserer betreuten

Menschen bei diesem Projekt mitmachen konnten.“

Zwei hauptamtliche Betreuerinnen und Betreuer sowie

je ein besonders erfahrener Skipper und Co-Skipper

begleiteten jeweils sechs Teilnehmer auf einem Schiff.

Das Betreuungspersonal kam dabei von der Offene

Behindertenarbeit und den Isar Sempt Werkstätten. Finanzielle

Unterstützung leisteten IT-Firma Fischer Systempartner

aus Freising, der Lions Club Neufahrn und

die Aktion „gemeinsam leben – gemeinsam lernen“.

„Wir danken unseren Förderern für das Geschenk einer

wunderbaren Woche bei bestem Sonnensegelwetter“,

fasste Organisator Heinz Geiger zusammen.

SO WAR’S – DIE CHRONIK DER LEBENSHILFE FREISING // 71


„PZP macht Sinn und es sollte sich jeder trauen, der seine Zukunft

selbst gestalten will.“ >> Bewohner einer Lebenshilfe-Einrichtung

Und wie willst du Leben?

Unsere Fortbildung zur persönlichen Zukunftsplanung

EINFACHE

SPRACHE

Jeder soll so leben, wie er will. Da gibt es erst

viele Fragen: Wie will ich leben? Was sind meine

Wünsche? Wo gibt es Hilfe dazu? Wie plane ich

meine Zukunft? Wie das geht und wie sie dabei

betreuten Menschen helfen können, haben jetzt

einige Mitarbeiter der Lebenshilfe gelernt.

Videotipp:

Persönliche Zukunftsplanung in Leichter Sprache

www.youtube.com/watch?v=EHgQzEaZzYE

Buchtipp:

Stefan Doose: I want my dream: Persönliche Zukunftsplanung

Neue Perspektiven und Methoden einer

personenzentrierten Planung mit Menschen mit und

ohne Beeinträchtigungen, 2015, 201 Seiten, 24,90€

Wir vom Bereich Erwachsene hatten das große Glück

Frau Carolin Emrich – eine absolute Fachfrau für persönliche

Zukunftsplanung – bei uns begrüßen zu dürfen.

Zwei Tage nahm sie uns auf eine Reise mit, die

nicht nur unser Wissen erweitert hat, sondern am Ende

auch unsere Haltung beeinflusst hat. Selbstbestimmung

wird in der Lebenshilfe Freising ja schon lange

groß geschrieben. Personenzentrierung geht aber

noch einen Schritt weiter: Jeder soll nach seinen Wünschen

und Zukunftsvorstellungen leben und ernst genommen

werden. Das gilt für Menschen mit und ohne

Behinderung! Persönliche Zukunftsplanung (PZP) ist

ein langer Prozess, wir stellen uns die Fragen: Was will

ich vom Leben? Was sind meine Wünsche? Wie kann

ich diese verwirklichen und wer kann mir dabei helfen?

Dazu haben wir viel Material erhalten, um Stärken und

Ressourcen eines jeden zu erkennen und zu nutzen,

um Träume und Ziele so weit wie möglich zu erreichen.

Für unsere Arbeit bedeutet das konkret: Alle sind gefragt!

Nicht nur unsere MitarbeiterInnen, sondern auch

das soziale Umfeld. Letztendlich entscheidet aber jede

Person für sich, wen er auf seinen Weg zur Zukunftsplanung

dabei haben will. Die Lebenshilfe hat die Segel

gesetzt und holt alle Wohnhäuser mit ins Boot. Die

erste Umsetzung hat begonnen, wir sind gespannt wie

es weiter geht.

72 // SO WAR’S – DIE CHRONIK DER LEBENSHILFE FREISING


#

Jetzt Mitglied werden bei der

Warum soll ich Mitglied beim Verein Lebenshilfe Freising werden?

1. Starke Lebenshilfe – starke Menschen mit Behinderung

2. Viele in der Lebenshilfe – Viele für Menschen mit Behinderung

3. Ich in der Lebenshilfe – jetzt kann ich mit-reden

4. Ich in der Lebenshilfe – ich kriege mehr

ICH WERDE MITGLIED (IN LEICHTER SPRACHE)

Ja, ich will Mitglied der Lebenshilfe Freising e.V. werden.

Mein Familien-Name ist __________________________________

Mein Vor-Name ist_______________________________________

Meine Straße heißt: _____________________________________

Ich bin geboren am___________________

Haus-Nummer:_______________________

Ich wohne in diesem Ort (mit Post-Leit-Zahl): _________________________________________________________

Meine Telefon-Nummer:________________________

Meine E-Mail-Adresse:_______________________________

Ich habe eine Behinderung. Ich zahle den Mitglieds-Beitrag von 12 Euro im Jahr.

Ich habe keine Behinderung. Ich zahle den Mitglieds-Beitrag von 31 Euro im Jahr.

als Förderer als Angehöriger der/des Betreuten___________________ Einrichtung________________

Ich bin Angehöriger von einem Mitglied des Vereins Lebenshilfe.

Das Mitglied heißt:_____________________________________

Deshalb zahle ich den Familien-Beitrag von 19 Euro im Jahr.

Ich will die Lebenshilfe noch mehr unterstützen. Ich zahle_____________Euro im Jahr.

Ich bin MitarbeiterIn der Lebenshilfe in der Einrichtung_______________________________

Ich schreibe einen Brief, wenn ich nicht mehr Mitglied sein will.

Ich will Mitglied werden. Deshalb unterschreibe ich hier:

Ort und Datum_________________________

Unterschrift_________________________

Wenn ich einen gesetzlichen Vertreter habe, muss der hier unterschreiben:

Ort und Datum_________________________

Unterschrift_________________________

Ich weiß: Meine Daten werden verarbeitet solange ich Mitglied bin.

Infos stehen auf der Internet-Seite der Lebenshilfe Freising: www.lebenshilfe-fs.de/mitglied-werden.html

Ort und Datum_________________________

Unterschrift_________________________


Mitglied werden bei der

#

ICH ZAHLE MEINEN MITGLIEDS-BEITRAG

Hinweis: Diese Seite ist nicht leicht zu verstehen. Leider dürfen wir den Text nicht verändern. Deshalb

bitten wir Sie: Lassen Sie sich helfen, wenn Sie diese Seite ausfüllen und unterschreiben.

Erteilung einer Einzugsermächtigung und eines SEPA-Lastschriftmandats

Lebenshilfe Freising e.V., Gartenstr. 57, 85354 Freising

Gläubiger-Identifikationsnummer DE60ZZZ00000321511

Die Lebenshilfe Freising e.V. darf einen Mitglieds-Beitrag von

Euro von meinem Konto abbuchen.

Nachname und Vorname des Kontoinhabers

Straße und Hausnummer

Postleitzahl und Ort

Ort und Datum

Unterschrift des Kontoinhabers

1. Einzugsermächtigung

Ich ermächtige die Lebenshilfe Freising e.V. widerruflich, die von mir zu entrichtenden Zahlungen bei Fälligkeit durch Lastschrift von

meinem Konto einzuziehen. Nach schriftlicher Benachrichtigung durch die Lebenshilfe Freising e.V. über die Umstellung auf die

SEPA-Lastschrift gilt das folgende SEPA-Lastschriftmandat. Die Einzugsermächtigung erlischt dann.

2. SEPA-Lastschriftmandat

Ich ermächtige die Lebenshilfe Freising e.V., Zahlungen von meinem Konto mittels Lastschrift einzuziehen. Zugleich weise ich mein

Kreditinstitut an, die von der Lebenshilfe Freising e.V. auf mein Konto gezogenen Lastschriften einzulösen.

Hinweis: Ich kann innerhalb von acht Wochen, beginnend mit dem Belastungsdatum, die Erstattung des belasteten Betrages verlangen.

Es gelten dabei die mit meinem Kreditinstitut vereinbarten Bedingungen.

Kreditinstitut

IBAN

BIC

Ort und Datum

Unterschrift des Kontoinhabers

Unterschrift des gesetzlichen Vertreters:

Ort und Datum

Unterschrift

Wenn ich alles ausgefüllt und unterschrieben habe, schicke ich das Blatt an:

Lebenshilfe Freising e.V., Gartenstraße 57, 85354 Freising


Nach Madrid und zurück für

Menschen mit Behinderung

Über 300 Freizeit-Sportler erliefen 3100 Kilometer beim Lebenslauf der Lebenshilfe

Ein strahlender Herbsttag vergoldete den 7. Lebenslauf

der Stiftung Lebenshilfe Freising für Menschen mit

Behinderung in unserer Region. Bei der dritten Großveranstaltung

im 50. Gründungsjahr der Lebenshilfe

Freising liefen am vergangenen Sonntag, 21. Oktober

2018, über 300 Kinder und Jugendliche, Frauen und

Männer mit und ohne Behinderung um die Freisinger

Moosach-Wiesen zwischen Veitshof und Vötting. In der

Gartenstraße gab es dazu ein buntes Straßenfest. Die

Läufer und Läuferinnen drehten 2367 Runden, erliefen

also über 3100 Kilometer – die Entfernung von Freising

nach Madrid und zurück! Die Spenden daraus summieren

sich auf über 30.000 Euro. Die Stiftung Lebenshilfe

Freising kann mit dem erlaufenen Geld die Angebote

der Lebenshilfe Freising e.V. für die Zukunft sichern,

etwa die Ausstattung der Kinder- und Jugendeinrichtungen

oder die Finanzierung der Interdisziplinären

Frühförderstellen.

EINFACHE

SPRACHE

Schon zum 7. Mal gab es den Lebens-Lauf der

Stiftung Lebenshilfe Freising vor dem Viva Vita

in Freising. Alle konnten mit-laufen: mit und

ohne Behinderung, im Rolli, schnell, langsam,

kurz oder lang. Egal! Es soll nur Spaß machen!

Dazu gab es ein Fest mit Spielen, Musik und Essen.

Über 300 Läufer haben mit-gemacht. Alle

zusammen sind 3100 Kilo-Meter gelaufen. Das

ist super viel! Über 30 Tausend Euro Spenden

wurden gesammelt. Damit kann man vielen

Menschen mit Behinderung helfen!

HELFEN HILFT // 75


Zur Eröffnung begrüßte Andreas Huber, Vorsitzender

des Lebenshilfe-Stiftungsrats, die vielen Sportler und

ihre Familien und Freunde. Stephan Kraus vom Rat der

Selbstvertreter der Lebenshilfe Freising verglich die Situation

von Menschen mit Behinderung gestern und heute:

„Früher gab es nur Wohnheime. Heute kann man leben,

wie man will“. Selbstvertreterin Anja Lackner bedankte

sich bei den Haupt-Spendern Texas Instruments, Denso

Automotive Eching, Flughafen München GmbH, Sparda-

Bank, Sparkasse Freising, NR Neue Raumpflege und Hawe

Hydraulik. Die Logistik übernahm in bewährter Weise der

Paketdienst UPS aus Allershausen. Chef-Organisatorin

Petra Wegener, Fundraiserin der Lebenshilfe, sagte: „Ganz

besonders freuen wir uns über die Firmenteams. Die

Freisinger Stadtwerke liefen zum Beispiel zusammen mit

Oberbürgermeister Tobias Eschenbacher.“ Mit 65 Frauen

und Männern stellte Texins e.V., die Betriebssportgemeinschaft

von Texas Instruments, wieder die größte Laufgruppe,

angeführt von Geschäftsführer Andreas Schwaiger.

Das Startsignal gaben in diesem Jahr Martin Hübner,

Selbstvertreter bei der Lebenshilfe, und Schirmherr

Landrat Josef Hauner. Er verwies auf die Großveranstaltungen

der Lebenshilfe in ihrem Jubiläumsjahr und

bedankte sich bei den Teilnehmern für ihr großes soziales

Engagement. Während und nach dem Lauf gab

es im Biergarten des Restaurants Viva Vita ein Spanferkel,

Kirtanudeln und andere bayerische Köstlichkeiten.

Viel Musik gab es auch: neben DJ Fabi von der

Lebenshilfe machte die Freisinger Sambatruppe Safado

den Läufern Dampf. Gechilltere Klänge gab es vom

Duo Apollon’s Smile. Mit Premium Bavaricum erklang

Blasmusik zum Abschluss. Sportler und Fans waren begeistert

vom inklusiven Charakter der Veranstaltung:

Menschen mit Behinderung wirkten unter den knapp

50 ehrenamtlichen Helfern selbstverständlich mit. Es

gab keine Unterschiede, alle waren dabei!

76 // HELFEN HILFT


Schafkopf-Sonntag für den guten Zweck

104 Kartler beim 14. Benefiz-Schafkopfturnier der Stiftung Lebenshilfe Freising

Alle Jahre wieder im Frühjahr lädt die Stiftung Lebenshilfe

Freising zum Benefiz-Schafkopfturnier. Heuer

kamen trotz erneutem Wintereinbruch 104 Kartler

– darunter auch einige Kartlerinnen – am 18.03. zum

Schafkopf-Sonntag-Nachmittag ins Freisinger Tagungshaus

und Restaurant Viva Vita, um ihr Können

unter Beweis zu stellen. In diesem Jahr begrüßte sie

Stiftungsrat und Turnierleiter Andreas Huber: „Schön,

dass trotz des Schnees so viele gekommen sind. Mit Ihrer

Startgebühr von 15 Euro unterstützen sie Menschen

mit Behinderung konkret bei uns daheim. Vielen Dank

dafür!“ Die Stiftung Lebenshilfe Freising setzt sich für

Menschen mit Beeinträchtigungen in unserer Region

ein und ermöglicht ihnen ein selbstbestimmtes Leben

in unserer Gesellschaft. Für den Verein Lebenshilfe Freising

bedankte sich die 1. Vorsitzende Monika Haslberger

und wies darauf hin, das heuer auch das 50-jährige

Vereinsjubiläum der Lebenshilfe gefeiert wird.

Beim Turnier gab es keine Geldpreise zu gewinnen

sondern attraktive Sachpreise, die Firmen aus der Region

zur Verfügung stellten: Elektrogeräte, Präsentkörbe,

Gutscheine und vieles mehr standen für die Gewinnerinnen

und Gewinner bereit. Die Bestplatzierten 2018

waren als 1. Sieger Rudolf Glasl aus Oberhummel, der

sich einen Staubsauger aussuchte, der Zweite Michael

Weger aus Neufahrn, freute sich über einen Rucksack

gefüllt mit einem Sixpack Weihenstephaner Bier, einer

Fliesdecke und zwei Karten für das 4-Tage Brass Wiesn

EINFACHE

SPRACHE

Schaf-Kopfen ist ein Karten-Spiel. Viele haben

großen Spaß dabei. Über 100 Karten-Spieler

sind zum Spiel-Nachmittag ins Viva Vita gekommen.

Das Eintritts-Geld wird für Menschen mit

Behinderung gesammelt.

Festival in Eching, und als Dritter ging Hardy Kratzl mit

einem Gutschein von The Beef Masters und einer guten

Flasche Wein heim.

Turnierleiter Andreas Huber bedankte sich bei allen

Kartlerinnen und Kartlern für die Teilnahmegebühren

und Spenden sowie bei den Firmen für die gestifteten

Preise, so unter anderem bei Texas Instruments, Wonnemar

Ingolstadt, der Flughafen München GmbH, Lotto

Bayern, Brauerei Weihenstephan, Monta Music GmbH,

Schrödl’s Restaurant, Metzgerei Hack, Culinaria und

Werkmarkt Meyer in Freising, The Beef Masters, Elektrofirma

Matthäus Hölzl in Hetzenhausen und Feinkost

Kurz in Eching, Viva Vita, Bücher Pustet, Fischer Business

Technology, Christl & Schowalter Freising, Grimm

GmbH Freising, Bayerische Staatsoper München und

vielen anderen.

HELFEN HILFT // 77


Texas Instruments-Mitarbeiter

mit dem grünen Daumen

Corporate Volunteering des IT-Unternehmens in den Kitas Freising und Neufahrn

EINFACHE

SPRACHE

Viele Mit-Arbeiter von Firmen in und um Freising

wollen Menschen helfen. Das macht Spaß und

man lernt die Arbeits-Kollegen richtig kennen.

Die Leute der Firma Texas Instruments helfen

ganz oft und immer wieder: Diesmal haben zwei

Gruppen Garten-Arbeiten gemacht. In den Kindergärten

Zauber-Wald in Neufahrn und Steinpark

in Freising. Vielen Dank für die große Hilfe!

Beim Corporate-Volunteering spenden Mitarbeiterinnen

und Mitarbeiter von Unternehmen Zeit und Muskelkraft

für soziale Projekte. „Die Leute von Texas Instruments in

Freising und wir von der Lebenshilfe arbeiten schon seit

vielen Jahren sehr erfolgreich zusammen“, erläutert Petra

Wegener, die Referentin für das Fundraising bei der

Lebenshilfe Freising. Im Sommer unterstützten an die 20

Frauen und Männer von Texas Instruments zwei Kindertageseinrichtungen

bei verschiedenen Gartenarbeiten:

den Zauberwald in Neufahrn und das Familienzentrum

im Steinpark in Freising.

Am 5. Juli wurde schon ab 9 Uhr früh in der Kita

Zauberwald der Weidentunnel gestutzt und die langen

Weiden fachmännisch eingeflochten. So ist wieder

ein richtig toller Weidentunnel entstanden. Der

Barfußfühlepfad wurde gereinigt, liebevoll Instand

gesetzt und kreativ mit verschiedensten Materialien

gefüllt (weißer Kies, schwarzer und heller Sand, große

weiße Steine, Mulch). Die Kita-Kinder waren sehr

neugierig auf die Gäste und durften fleißig mithelfen:

sie schaufelten, putzen und haben mit dem Rechen

die Materialien verteilt. Anschließend gab es im

strahlenden Sonnenschein eine leckere Brotzeit für

die fleißigen Helfer. „Ein tolles Projekt und eine super

Unterstützung“, freute sich Kita-Leitung Vroni Lucas-

Günther. „Vielen Dank an Texas Instruments! Hoffentlich

sehen wir uns bald wieder, wünschen sich unser

Zauberhexen, Waldwichtel und Wurzelzwerge aus

dem Kindergarten Zauberwald!“.

Trotz Kälte und Regen ging es im Steinpark Freising

den Hecken und übergroßen Sträuchern an den Kragen.

Zwei Teams von Texas Instruments waren fleißig

am Werk, brachen ein neues Gemüsebeet um, renovierten

die Gartenmöbel und die Tischtennisplatte,

und drinnen wurden Bücher repariert und neu verzeichnet.

Eine gute Brotzeit war der Lohn für die freiwilligen

Arbeitsstunden für die Kinder im Familienzentrum

im Steinpark. Vielen Dank!

„Die Lebenshilfe ist seit vielen Jahren ein wichtiger

Partner und wir gratulieren herzlich zum Jubiläum!

Für unsere Mitarbeiter ist es sehr wichtig, dass wir uns

als Unternehmen sozial engagieren, aber auch, dass

sie sich im lokalen Umfeld selbst mit einbringen können.

Zusammen mit der Lebenshilfe haben wir viele

schöne Projekte realisiert und freuen uns auf weiterhin

tolle Zusammenarbeit.“

>> Andreas Schwaiger, Geschäftsführer

der Texas Instruments GmbH, Freising

78 // CHRONIK 1968-2018


Reports from our english speaking helpers

and friends at Texas Instruments Freising:

• TIers and kindergarteners volunteer together for

reparation work

On July 5, the Freising CMCU leadership team joined

forces in order to repair the “Barfuss Fühlepfad” and

the meadow tunnel at the “Zauberwald” day care

center in Neufahrn in order to lead by example for

TIers who would like to volunteer within their team.

Teamwork was key: one group started removing the

old materials such as stones, sand and bark mulch

to prepare the compartments for the new materials

bought at a local hardware store; at the same time

another group renewed the meadow tunnel by braiding

the meadow branches back into a tunnel shape.

The children at the kindergarten were very excited

and actively helping. After 27 collective hours of

volunteer work, the kindergarten team provided a

fantastic Brotzeit for the TIers. “Unser Team hatte viel

Spaß mit anzupacken. Besonders gefreut hat uns,

dass auch die Kinder dabei waren. Gemeinsam hat

die anschließende Brotzeit noch besser geschmeckt!”

• BSR-LPDC and BMC-LBS leadership teams braving

the weather at a hands-on outdoor job for Lebenshilfe

Despite rain and cold, the BSR-LPDC and BMC-LBS

leadership teams were joining forces to support

a variety of outdoor jobs at the Lebenshilfe family

centre “Steinpark” in Freising. Braving the challenging

weather conditions, the team cleaned and cut

the hedges, built a new patch for home grown vegetables,

grinded and painted the garden furniture, repaired

and catalogized books and repaired the table

tennis table. “We got a nice introduction to the facilities

from the leader of the location and they ensured

that we won‘t leave hungry,” said Carsten Oppitz,

BSR-LPDC Product Line Manager. “It was fun, helped

to get the two teams closer and provided some benefits

to the Lebenshilfe since their facility manager

only works on a part time contract.”

IKEA unterstützt Schutz und Therapie von Kindern

5706 Euro gehen an Kitas der Lebenshilfe Freising

„Das Wohlergehen unserer Kinder hat bei der Lebenshilfe

oberste Priorität! Danke, dass IKEA uns dabei so

super unterstützt!“ Groß war die Freude von Kristin

Renner, der Leitung übergreifende Dienste im Bildungszentrum

Gartenstraße (BiG) der Lebenshilfe in

Freising. Ein großer Spendenscheck in Höhe von 5706

Euro konnte am 9. April 2018 im Heilpädagogischen

Kindergarten des BiG in Freising übergeben werden.

Aus Eching angereist waren dazu Michael Lenski, Leiter

des dortigen IKEA-Einrichtungshauses, und seinen Mitarbeiterinnen

Liane Urban (Lokales Marketing), Teresa

Schütz und Elina Stephan. Von der Spendensumme

gehen 5000 Euro an den Heilpädagogischen Kindergarten

für neue Auto-Kindersitze. Kita-Leiterin Mandy

Eschke: „Gut, dass wird damit in puncto Sicherheit auf

dem neuesten Stand sind“. Der Restbetrag von 706

Euro geht an die Kita „Bunte Arche“ in Eching. Leiterin

Chantal Gmeineder will davon Therapiewesten und

-decken für die Kitakinder anschaffen.

EINFACHE

SPRACHE

Bei IKEA kann man viele schöne Möbel kaufen.

IKEA spendet aber auch Geld für Kinder. Deshalb

können sich jetzt die Kinder vom Heilpädagogischen

Kinder-Garten in Freising über

neue Kinder-Sitze fürs Auto freuen. Und neue

Westen bekommt das Kinder-Garten Bunte

Arche in Eching. Vielen Dank!

Schon seit vielen Jahren denkt das Einrichtungshaus

IKEA in Eching an die Kinder und Erwachsenen mit und

ohne Behinderung bei der Lebenshilfe Freising. Die

aktuelle Spende stammt aus der Aktion Weihnachtsbaumverkauf

im Dezember 2017. Mit jedem verkauf-

HELFEN HILFT // 79


ten Baum unterstützte IKEA Eching die Lebenshilfe

Freising mit drei Euro. 1902 verkaufte Bäume ergaben

daher exakt 5706 Euro an Spenden. Hausleiter Lenski

über das Engagement von IKEA: „Wir unterstützen die

Lebenshilfe Freising immer gern, weil wir wissen, dass

wir damit etwas Gutes bewirken können“.

>> Freude auf dem BiG-Spielplatz (v.l.n.r.): IKEA-Mitarbeiterinnen

Elina Stephan und Teresa Schütz, Kita-

Leiterin Mandy Eschke, IKEA-Leiter Michael Lenski, Lebenshilfe-Fundraiserin

Petra Wegener, BiG-Hausleiterin

Kristin Renner und Liane Urban vom IKEA-Marketing.

Rotary Club München Flughafen spendete 3000 Euro

Unterstützung für OBA-Fahrdienst und Beratungsstelle Unterstütze Kommunikation

EINFACHE

SPRACHE

Der Rotary Club München Flughafen hilft der Lebenshilfe

Freising schon viele Jahre. Diesmal gab

es 3000 Euro. Das Geld geht an den Fahr-Dienst

der OBA und an die neue Beratungs-Stelle Unterstützte

Kommunikation. Jetzt kann man dort

Menschen mit Behinderung viel besser helfen.

Dankeschön!

Ganz herzlichen Dank an die Damen und Herren vom

Rotary Club München Flughafen, die am 23. Oktober

2018 die stolze Summe von 3000 Euro an die Lebenshilfe

Freising übergaben. „Die Summe werden wir zu

gleichen Teilen für den Fahrdienst der Offenen Behindertenarbeit

und unsere neue Beratungsstelle für Unterstützte

Kommunikation (BUK) einsetzen“, erläuterte

Petra Wegener, Fundraiserin der Lebenshilfe Freising.

Der Ort der Übergabe war das Lebenshilfe-Tagungshaus

und Restaurant Viva Vita in der Freisinger Gartenstraße.

Nach der Begrüßung durch den Hausherrn

Christian Burger gab es einen Kurzvortrag über die

neue Beratungsstelle BUK. Die Leiterin Sintje Reicheneder

zeigte die Möglichkeiten der Kommunikation

ohne Sprache auf: von Gebärden bis zu elektronischen

Hilfsmitteln. Talker sind zum Beispiel Tablet-Computer,

die mit einer Vielzahl von Piktogrammen geladen sind,

aus denen man Sätze formen kann, die dann von der

Computerstimme gesprochen werden. Menschen mit

einer Sprechbehinderung können sich damit selbständig

mitteilen, ihr Selbstbewusstsein wird gestärkt.

Die Rotarier zeigten sich beeindruckt davon, dass die

Spende so gut eingesetzt werde.

>> Der Stellvertretende Präsident Prof. Dr. med.

Hjalmar Kurzen überreichte den symbolischen

Scheck an Fundraiserin Petra Wegener (l.) und

BUK-Leiterin Sintje Reicheneder (2.v.r.).

80 // HELFEN HILFT


Frohe Gesichter gab es bei der Spendenübergabe vor dem Kunsthäusl des Anneliese-Schweinberger-Hauses in

Moosburg bei Krombacher-Repräsentant Frederik Fäth (hinten) und einigen Bewohnern mit Leiterin Evi Hübl (4.v.l.)

2500 Euro von Krombacher für Menschen mit Behinderung

Brauerei spendete für das Anneliese-Schweinberger-Haus in Moosburg

Der 22. August 2018 war ein heißer Spätsommertag,

besonders vor dem Kunsthäusl des Anneliese-

Schweinberger-Hauses. Indirekt für Erfrischung sorgte

die Brauerei Krombacher, deren Repräsentant Frederik

Fäth aus Ingolstadt nicht Getränke aber einen großen

Spendenscheck über 2500 Euro an die Bewohner mit

Behinderung in der Lebenshilfe-Einrichtung überreichen

konnte. Die Spende war Teil der jährlich stattfindenden

Spendenaktion der Krombacher Brauerei, bei

der bis zu 250.000 Euro an hundert ausgewählte Vereine

und Einrichtungen ausgeschüttet werden.

In diesem Jahr war das Anneliese-Schweinberger-

Haus der Lebenshilfe Freising ein Spendenempfänger.

In dem Wohnhaus leben 27 Menschen in Wohngruppen

und werden wegen meist schweren und mehrfachen

Behinderungen intensiv betreut, auch in mehreren

Kunstgruppen vom kreativen Gestalten mit Holz, Ton

oder Filz bis zum gemeinsamen Musik machen. „In unseren

Kunstgruppen werden die unterschiedlichen Begabungen

unserer Bewohnerinnen und Bewohner individuell

gefördert“, erklärte Leiterin Evi Hübl. Sie fänden

darin Bestätigung und Selbstvertrauen. „Mit der großen

Spendensumme können unsere Künstler weiterhin tolle

und anspruchsvollere Kunstwerke schaffen. Das ist wunderbar!

Vielen Dank an Krombacher!“, so Hübl.

EINFACHE

SPRACHE

Die Brauerei Krombacher macht gutes Bier. Und

sie hilft Menschen mit Behinderung und anderen

Vereinen in ganz Deutschland. Jetzt hat

Krombacher dem Anneliese-Schweinberger-

Haus in Moosburg ganz viel Geld gespendet:

2500 Euro. Von dem Geld werden neue Sachen

zum Basteln eingekauft. Super!

Brauerei-Repräsentant Fäth erläutert die Spende:

„Die Krombacher Brauerei ist sich ihrer gesellschaftlichen

Verantwortung bewusst. So wurde 2003 die

Spendenaktion gestartet: Die inhabergeführte Privatbrauerei

verzichtet seitdem auf teure Kundengeschenke

zu Weihnachten und spendet das eingesparte Geld

an Vereine und Einrichtungen, die von Kunden vorgeschlagen

wurden. Über drei Millionen Euro wurden seit

2003 gespendet. Infos dazu unter www.krombacher.

de/Engagement/Spendenaktion/Aktion.

HELFEN HILFT // 81


Die Präsentation des neuen Ford EcoSport wurde

im Autohaus Ford Ewald mit einem Weißwurstfrühstück

gefeiert. Die dabei gesammelten 500 Euro

übergaben (v.l.n.r.) Thomas Brandl, Verkaufsberater,

Hannelore Ewald-Schiebener, Geschäftsführerin

und Sebastian Liß, Verkaufsberater an Christine

Gediga von der Lebenshilfe Freising (2.v.r.)

>> Die beiden Vorstände Richard Pflügler und Thomas Hoffmann

vom Haager Komödienbrettl übergaben 1500 Euro an

ihre Kolleginnen und Kollegen der OBA-Theatergruppe! Die

Mitglieder des „Theaterspiels Bunte Blume“ der Lebenshilfe

waren begeistert von der großen Spende.

>> Fast 1500 Euro kamen bei einem Spendenkonzert von Schülern des Karl-Ritter-von-Frisch-Gymnasiums in Moosburg

zusammen. Bei der Spendenübergabe strahlten: (v.l.) Christina Neumaier, die neue Leitung von Juliane-Maier-Haus und

Chor, Karolina Hellgartner, Rektorin sowie (hinten, 4. v.r.) Musiklehrer Tobias Rottmann mit Schülerinnen des Gymnasiums

sowie Bewohner des Lebenshilfe-Hauses.

82 // HELFEN HILFT


Herzlichen Dank an…

…die Flughafen München GmbH für jeweils 2500 €

an den Heilpädagogischen Kindergarten und

an die Heilpädagogische Tagesstätte. Mit dieser

Spende und mit der Spende der Town & Country

Stiftung, die Herr Bertram Rawe übergab, ist die

Ferienfreizeit gesichert.

>> Freizeit für Kinder des Heilpädagogischen Kindergartens gesichert!

Geschäftsführer Michael Schwaiger (l.) und Fundraiserin Petra Wegener

(r.) freuten sich über 1000 Euro, die Bertram Rawe, Botschafter

der Town & Country Stiftung und Geschäftsführer der Rawe Projektbau

GmbH in Freising, zusammen mit seiner Gattin Judith übergab.

…Texas Instruments und ihren Mitarbeitern, die

das MINT Projekt im Bildungszentrum Gartenstraße

Freising finanziell und mit Know How unterstützen

und somit den Kindern einen Zugang zu

spannenden Themen aus Naturwissenschaft und

Technik ermöglichen.

...Herrn Anton Linseisen von NR Neue Raumpflege,

die mit ihrer Spende von 1000 € das Herrmann-

Altmann-Haus unterstützen.

…den FC Moosburg für 1500 € an das Juliane-

Maier-Haus.

>> 1700 Euro aus seinem 90. Geburtstag übergab der Marzlinger

Rudolf Schindler, Senior der Firma Schindler Haustechnik und ehemaliger

Kreisbrandinspektor, an den Lebenshilfe-Geschäftsführer

Michael Schwaiger und die Spendenreferentin Petra Wegener.

…die Kieferorthopädische Gemeinschaftspraxis

Dr. Tischer & Odintov, die anlässlich des jährlichen

B2Run München der Stiftung Lebenshilfe

770 € spendeten.

…an zwei Spenden von lustige Kalt-Wasser-Grillgruppen:

die Georg Steiger GmbH und ihre Mitarbeiter

für 500 € an die Stiftung Lebenshilfe Freising,

und die Freiwillige Feuerwehr Pulling für 350 € an

das Hermann-Altmann-Haus.

…an Familie Keppeler für 1000 € an das Familienzentrum

im Steinpark, Theresa Huber für 2000 € an

das Anneliese-Schweinberger-Haus, Sabine Bauer

mit Mann für 1000 € an das Ambulante Wohnen.

>> Für die wichtige Arbeit der Beratungsstelle Unterstützte Kommunikation

spendete der Hafen Rotterdam 700 Euro aus der jährlichen

Golf Trophy. Ingrid Rossmeier (M.), Repräsentantin des Hafens

für Süddeutschland, übergab die Spende an den 2. Lebenshilfe-

Vorsitzenden Robert Wäger und die Fundraising-Referentin Petra

Wegener und legte privat noch 180 Euro drauf. Vielen Dank!

…und natürlich auch wieder ein herzliches Dankeschön

an all jene, die hier zwar nicht genannt

sind, uns aber trotzdem mit ihrer Zeit und/oder

ihrem Geld helfen, unsere Arbeit für Menschen mit

Behinderung immer besser zu machen. …damit

Teilhabe gelingt!

>> Petra Wegener

Referentin Fundraising

HELFEN HILFT // 83


Bei Unzustellbarkeit Anschriftenberichtigungskarte! Bei Umzug Anschriftenberichtigungskarte!

Lebenshilfe Freising e.V.

Gartenstraße 57

85354 Freising

Tel.: 08161- 4830-0

Fax: 08161- 4830-130

www.lebenshilfe-fs.de

info@lebenshilfe-fs.de

Veranstaltungskalender

TERMIN VERANSTALTUNG VERANSTALTER / ORT

Sa, 01.12.

10-16 Uhr

So, 03.12.

So, 09.12.

Christkindlmarkt von ISW und BiG

Aktion zum Internationalen Tag der

Menschen mit Behinderung

Weihnachtsmarkt Attenkirchen

mit einem Info- und Verkaufsstand

der Förderstätte Moosburg

Isar Sempt Werkstätten GmbH und

Bildungszentrum Gartenstraße, Gartenstr.

40/42, 85354 Freising

Presse

Förderstätte, Schlesierstr. 13, 85368 Moosburg

Sa/So, 08./09.12. Moosburger Christkindlmarkt mit dem ASH Anneliese-Schweinberger-Haus, Schlesierstr.

13, 85368 Moosburg

So, 16.12.

15 Uhr

Gemeinsame Weihnachtsfeier

Anneliese-Schweinberger-Haus und Förderstätte,

Schlesierstr. 13, 85368 Moosburg

Die Lebenshilfe Freising wünscht ihren Migliedern, Freunden und Förderern

ein friedvolles Weihnachtsfest und alles Gute im neuen Jahr 2019!

Umfrage: Wie hätten Sie es denn gern? Tausendfüßler weiterhin lesen wie gedruckt oder ganz aktuell online?

Liebe Leserinnen und Leser,

Wenn Sie uns helfen wollen, Druck- und Portokosten zu sparen, weil Sie

wissen Sie schon, dass seit einiger Zeit der „Tausendfüßler“ der Lebenshilfe

Freising neben der Papierausgabe auch jederzeit abrufbar im In-

bitte Ihre E-Mail-Adresse mit. Wir senden Ihnen dann an diese Adresse den

Ihren „Tausendfüßler“ nur noch online abrufen wollen, dann teilen Sie uns

ternet steht? Schauen Sie einmal nach: http://www.yumpu.com/de/ Link zum jeweils neusten „Tausendfüßler“. Wenn wir nichts von Ihnen hören,

bleibt es bei der bewährten Postzustellung des aktuellen Hefts.

browse/user/lebenshilfefreising

Dort finden Sie schon vor dem Postversand die aktuelle Ausgabe

des Magazins, aber auch ältere Hefte, jederzeit abrufbar zum Durchblättern

und Nachlesen.

Immer Ihr direkter Draht zum Tausendfüßler:

martin.weindl@lebenshilfe-fs.de

>> IMPRESSUM

Möchten Sie etwas schreiben, haben Sie einen

Themenvorschlag oder können Sie als Interviewpartner

zur Verfügung stehen? Rufen Sie uns in

der Geschäftsstelle der Lebenshilfe Freising an,

Tel.: 08161 / 4830 - 124. Über Ihre Mitarbeit würden

wir uns sehr freuen.

HERAUSGEBER:

Lebenshilfe Freising e.V.

Gartenstraße 57

85354 Freising

Tel.: 08161 / 4830 - 0

Fax: 08161 / 4830 - 130

VERANTWORTLICH:

Michael Schwaiger, Geschäftsführer

REDAKTION:

Dr. Martin Weindl,

Stabsstelle für Kommunikation

und Öffentlichkeitsarbeit

GESTALTUNG:

Christoph Galle, Martin Hansen

ERSCHEINUNGSWEISE:

Vierteljährlich an alle Mitglieder und MitarbeiterInnen der

Lebenshilfe Freising sowie für Förderer und Freunde.

Redaktionsschluss der nächsten Ausgabe:

28. Januar 2019

www.lebenshilfe-fs.de

info@lebenshilfe-fs.de

DRUCK:

www.flyeralarm.de

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