SOCIETY 354 /2010

Villaflora23aa

WIRTSCHAFT ■ POLITIK ■ DIPLOMATIE ■ WISSENSCHAFT ■ KULTUR ■ LEUTE

02|10

SEIT 1945 | 65. ERSCHEINUNGSJAHR | NR. 354_SOMMER 2010

WWW.SOCIETY.AT

P.B.B. GZ 03Z034905M, ERSCHEINUNGSORT, VERLAGSPOSTAMT 1140,2120, PREIS ¤ 4,–

9 190001 012445

BANK AUSTRIA KUNSTFORUM

FRIDA KAHLO

LÄNDERSCHWERPUNKT

LATEINAMERIKA


Bringt Sie auf den Boden

der Träume zurück.

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Diplomatic Sales: Ing. Robert Krempel, 1102 Wien, Troststraße 109–111, Tel. 01/60 1 76-254

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wird interaktiv!

Society jetzt mit i-magazine

multimedial animiert erlebbar auf

www.society.at

Society ab Juli 2010 mit

i-magazine auch auf dem iPad!

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i-magazine AG

Moosackerstraße 8

9444 Diepoldsau, SG, Schweiz

www.i-magazine.de


EDITORIAL

FOTO: ANDREAS HOFMANN

FOTO COVER: NICKOLAS MURAY COLLECTION, HARRY RANSOM HUMANITIES RESEARCH CENTER, THE UNIVERSITY OF TEXAS AT AUSTIN, © WERK: BANCO DE MÉXICO, DIEGO RIVERA & FRIDA KAHLO MUSEUMS TRUST, MÉXIKO, D.F./VBK, WIEN, 2010

Innovation durch kulturelle Vielfalt

Society am Ball der Zeit

Am Ball der Zeit sind wir mit dieser Ausgabe vor

allem deswegen, weil wir gleichzeitig mit dem

Ende Juli auf den Markt kommenden Apple

iPad eine Applikation anbieten, die es möglich

macht, unsere gesamte Sommerausgabe, mit Sounds

hinterlegt, downzuloaden. Durch die Vernetzung

mit dem Reisemagazin, das einmal monatlich an

drei Millionen deutschsprachige Haushalte geht,

werden wir ab dann die gesamte Ausgabe durchblätterbar

auf iPads herunterladen können. Dadurch

erhöht sich unser Leserkreis um eine gewaltige Dimension.

Mit diesem Schritt sind wir wieder einmal eine Nasenlänge voraus

und wollen unseren Lesern damit zeigen, dass wir von Innovation

nicht nur schreiben, sondern ständig an der Qualitätsverbesserung

unserer Kommunikationsplattformen arbeiten.

Schon jetzt können Sie uns auf www.society.at, Button rechts

oben „i-magazin“ besuchen und online die beiden neuesten Ausgaben

durchblättern.

***

Eigenveranstaltungen

Mit unserer Veranstaltung in der Wiener Hofburg zum Thema

Ethik im Management haben wir wieder einmal ein Zeichen in Richtung

neuer Denkmuster gesetzt. Gemeinsam mit der Firma Oracle

Austria haben wir Beatrice Achaleke und Topmanager aus der Wirtschaft

dazu gewinnen können, aussagekräftig über gelebte Integration

in Führungsetagen zu diskutieren.

Zu einem Botschafterempfang zu Ehren der Verabschiedung des

italienischen Botschafters Massimo Spinetti und der Begrüßung des

neuen russischen Botschafters Sergej Netschajew luden wir mehr als

hundert Gäste in die traditionsreiche Beletage des Hotels Bristol, in

das SIRK, die „Loge zur Oper“, und rundeten den Reigen unserer Veranstaltungen

im letzen Quartal mit einem Empfang im NH Hotel bei

der UNO ab, um anlässlich des 65. Geburtstages von Karl Diem und

der Verabschiedung von Gottfried Haffner, die Verdienste der beiden

in der Protokollabteilung des BMeiA anzuerkennen.

***

Wirtschaft und Wissenschaft

Wir beginnen mit einem Interview mit dem Generaldirektor

der österreichischen Staatsdruckerei, Reinhart Gausterer, sowie

mit Friedhelm Boschert von Volksbank International. Dietmar

Ecker informiert uns über die österreichische Medienlandschaft

und wir feiern hier auch fünfzig Jahre OPEC.

***

Themenschwerpunkt

200 Jahre Lateinamerika: Besonders freut uns die Grußbotschaft

von Bundespräsident Heinz Fischer, der unsere langjährige

Tätigkeit lobt und den Themenschwerpunkt begrüßt.

Mit spannenden Interviews und Recherchen

in Kooperation mit den Botschaftern dieser Länder

führen wir Sie in den spannenden Kontinent und

seine Geschichte bis in die Gegenwart.

***

Coverstory, Diplomatie , Kunst und Kultur

Passend zum Thema Lateinamerika widmen wir

uns dem Schwerpunkt mit einem Bericht über die

Frida-Kahlo-Ausstellung sowie einem Interview mit

der Direktorin des Bank Austria Kunstforums, Ingried

Brugger. Wunderschöne Bilder führen Sie zu

dieser Ausnahmesammlung, die dort ab September ausgestellt werden

wird und kündigen hier schon eine Botschafterveranstaltung

gemeinsam mit dem BA-Kunstforum und dem Hotel Vienna Hilton

Plaza an, wo wir nach dem Preview zum traditionellen Lunch einladen.

Der bekannte Kunstmaler Gerhard Gutruf und ebenfalls neuer

Kolumnist, befasst sich passend zum Coverthema mit der mexikanischen

Malerei.

Neben unseren üblichen Akkreditierungsfotos der neuen Botschafter,

den Nationalfeiertagsempfängen, haben wir Susanne

Scholl als neue Gastkolumnistin gewonnen, die diesmal über Kirgistan

schreibt. Aserbaidschan und Usbekistan, sowie Israel haben

wir diesmal ebenfalls redaktionell besucht.

***

Lebensart

Unsere engagierte Gastautorin, Baronin von Schilgen, berichtet

aus Salbzburg über den Jedermann, die Norma und diemal auch

über Salzburger Stil, Schmuck und Mode. Die bereits eingeführte

Modestrecke zeigt uns die erfolgreiche und international anerkannte

österreichische Designerin Michaela Mayer. Mit der Seacloud

entführen wir Sie in die Welt der Reisen und die Kaffeefirma

Hornig verzaubert uns mit ihrem kreativen Konzept. Zum

Politikerstyling gibt unsere neue Kolumnistin Ingrid Chladek

Tipps, wie man durch Kleidung erfolgreich punkten kann.

Viel Freude wünsche ich Ihnen beim Durchkosten unserer redaktionellen

Neuigkeiten, und wir hoffen, dass unsere Freude an

diesem schönen Produkt auch Ihnen ein wenig davon vermittelt.

Herzlich

Ihre

Gerti Tauchhammer

COVER: FRIDA KAHLO, „SELBSTBILDNIS MIT DORNENHALSBAND“, 1940, ÖL AUF LEINWAND, 62,6 X 47,9 CM

SOCIETY 2_10 | 5


INHALT

SOMMER | 2010

SOCIETY EVENTS

Ethik im Management: „Innovation durch kulturelle Vielfalt“ ........ 10

Botschafterempfang im SIRK, der „Loge zur Oper“ ........ 52

Diplomatischer Empfang bei der UNO-City ........ 54

■ WISSENSCHAFT UND WIRTSCHAFT

Österreichische Staatsdruckerei:

Reinhart Gausterer im Interview ........ 12

Profi sucht Profi: Treffsicheres Personalconsulting ........ 14

Austria: An Ideal Place to Conduct Business ........ 15

Herbert Pietschmann über Gustav Weißkopf ........ 16

Volksbank International: Friedhelm Boschert im Interview ........ 17

Jubiläum: 50 Jahre OPEC ........ 18

Dietmar Ecker über die österreichische Medienlandschaft ........ 22

■ LATEINAMERIKA

Länderporträt ................ 24

Argentinien: Interview mit Botschafter Eugenio Maria Curia ................ 30

Mexiko: Interview mit Botschafter Alejandro Díaz ................ 34

Österreichs Botschafter in Lateinamerika ................ 38

WKO: Andreas Schmid über

das Wirtschaftswunder Lateinamerika ................ 41

Stimmen aus Lateinamerika: Die Botschafter in Wien ................ 42

Bericht: Raven Cluster in Mexiko ................ 46

Hermine Schreiberhuber über EULAC ................ 48

Hermann Kroiher: Tourismus in Mexiko ................ 50

Gerhard Gutruf: Mexikanische Malerei ................ 51

IMPRESSUM

WIRTSCHAFT ■ POLITIK ■ DIPLOMATIE

WISSENSCHAFT ■ KULTUR ■ LEUTE

MEDIA EVENTS NETWORKING

ERSCHEINUNGSWEISE: vierteljährlich

PREIS: Jahresabonnement ¤ 16,--, zzgl. ¤ 7,-- Versand

Einzelheft: ¤ 4,--

BESTELLUNG: abo@society.at

MEDIENINHABER, VERLEGER ZU 100%: Tauchhammer KG

HERAUSGEBERIN UND CHEFREDAKTEURIN:

Mag. Gertrud Tauchhammer

LEITUNG REDAKTION:

Mag. Stephan Hofstätter

REDAKTIONELLE MITARBEIT: Natascha Grimm,

Anthony Jacobson

AUTOREN DIESER AUSGABE:

Mag. Ingrid Chladek, Prof. Gerhard Gutruf, Hermann Kroiher,

Gerhard von Lentner, Mag. Eva von Schilgen, Wolf von

Schilgen, Dr. Susanne Scholl, Mag. Hermine Schreiberhuber,

Mag. Tanja Tauchhammer

NEW YORK AUSLANDSKORRESPONDENZ: Lea Millesi

ANZEIGENVERKAUF: G. Tauchhammer

GESTALTUNG: Hermann Stöckl, www.hermannsgrafik.at

REDAKTIONSADRESSE: Villa Flora, A-1140 Wien,

Hüttelbergstraße 23A,

TELEFON: 01-914 77 44-0, Fax: 01-914 77 44-8

E-MAIL: mail@society.at

www.society.at

FOTOS: Katharina Schiffl, B.Sc., Katherine Prokofieff,

Heeresbild- und Filmstelle, 1070 Wien, Stiftgasse 2a,

Tel.: 01/5200-37240; UNOV, CTBTO, UNIDO Wagramerstraße

5, 1400 Wien

DRUCK: Druckerei Berger, Wienerstraße 80, 3580 Horn,

Tel.: 02982/4161-0 www.berger.at

HERAUSGEBERIN: Kommerzialrat Honorarkonsulin

Mag. Gertrud Tauchhammer

in Kooperation mit der

ÖSTERREICHISCHEN GESELLSCHAFT FÜR AUSSEN-

POLITIK UND DIE VEREINTEN NATIONEN (ÖGAVN)

■ DIPLOMATIE

Aserbaidschan: Schutz des kulturellen Erbes ................ 58

Susanne Scholl über Kirgistan ................ 61

Usbekistan: Politischer Kommentar zu Zentralasien ................ 62

Interview: Israels Botschafter Aviv Shir-On ................ 65

ÖGAVN: Veranstaltungshighlights ................ 66

■ LIFE UND STYLE

Mercerstudie: Top-Lebensqualität in Wien ........ 76

Hofburg Vienna: Kongresse und Bankette ........ 79

„Strictly High Grown“: J.Hornig ........ 80

Designer in Salzburg ........ 82

Modern Mayr Medicin: Viva Mayr ........ 87

Seacloud setzt die Segel ........ 88

Kleidung macht Wirkung: Politiker-Styling ........ 90

Design Made in Austria: MICHEL MAYER ........ 98

Seit 1945

VORSTAND (SEIT DEZEMBER 2008)

PRÄSIDENT:

Altbundeskanzler NRAbg. Dr. Wolfgang Schüssel

VIZEPRÄSIDENTEN:

BM a.D. Bot. i.R. Dr. Peter Jankowitsch

Bot. i.R. Dr. Gregor Woschnagg

BM a.D. NRAbg. Herbert Scheibner

NRAbg. Univ.-Prof. Dr. Alexander Van der Bellen

EHRENPRÄSIDENTEN:

BM a.D. Dr. Willibald Pahr

Bot. i.R. Dr. Wolfgang Schallenberg

GENERALSEKRETÄR: Michael F. Pfeifer

VERTRETER DER ZWEIGVEREINE:

Ass.-Prof. DDr. Renate Kicker (Landessektion Steiermark)

Gregor Waldhauser (AFA)

WEITERE VORSTANDSMITGLIEDER:

Bot. i.R. Dr. Alexander Christiani

Bot. Dr. Johannes Kyrle (als Generalsekr. für ausw. Angel.)

Bot. i.R. Dr. Eva Nowotny

Bot. i.R. Dkfm. Dr. Karl Peterlik

BM a.D. NRabg. Dr. Ursula Plassnik

Gen Mag. Raimund Schittenhelm

Mag. Liselotte Waldheim-Natural

Dr. Axel Wüstenhagen

SOCIETY IST OFFIZIELLER MEDIENPARTNER

DER ÖGAVN

■ KUNST UND KULTUR

Jedermann in Salzburg ........106

Norma ........ 110

Coverstory: Frida Kahlo ........ 112

Belgrad: Ein Tag bei Madlena ........ 117

BLATTLINIE: SOCIETY berichtet über Top-Ereignisse aus

Wirtschaft, Politik, Diplomatie, Wissenschaft, Kultur und Gesellschaft.

SOCIETY informiert außerdem in Zusammenarbeit

mit der Österreichischen Gesellschaft für Außenpolitik und die

Vereinten Nationen über Einrichtungen der Vereinten Nationen.

Jede Ausgabe ist einem Fokusland gewidmet. Durch die Zusammenarbeit

mit der jeweiligen Botschaft in Österreich trägt

SOCIETY wesentlich zur Kommunikation zwischen Österreich

und dem Fokusland bei und ist dadurch ein medialer Multiplikator

der Spitzenklasse in Österreich und in der ganzen Welt.

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GASTAUTOREN

SOMMERAUSGABE

Partner von SOCIETY

Qualität verbindet

Zahlreiche prominente Gastautoren schreiben für SOCIETY zu den unterschiedlichsten

Themen aus Wissenschaft, Politik, Kunst und Lifestyle.

Herbert Pietschmann Hermine Schreiberhuber Hermann Kroiher Gerhard Gutruf Susanne Scholl

***

Prof. HERBERT PIETSCHMANN ist

Emeritus am Institut für theoretische Physik

der Universität Wien und Buchautor. Er

verbrachte viele Jahre als Forscher im Ausland.

Seit fünf Jahren schreibt er für SO-

CIETY über Themen der Wissenschaft,

Philosophie und Gesellschaft. In dieser

Ausgabe geht er dem Mythos des ersten

motorisierten Fluges nach.

***

Mag. HERMINE SCHREIBERHUBER

war stellvertretende Ressortleiterin der

Außenpolitik bei der APA. Für die SOCIETY-

Länderschwerpunkte verfasst sie regelmäßig

politische Analysen und Hintergrundberichte

mit den Schwerpunkten

Kaukasus, Zentralasien, Lateinamerika

und EU. In diesem Heft sieht sie sich die

Beziehungen zwischen Lateinamerika und

Europa genauer an.

***

HERMANN KROIHER war den Großteil

seines Berufslebens für die „Österreich

Werbung“ tätig. Er ist Tourismus-Consulter,

Projektentwickler, Verfasser von Medienartikeln

und Vortragender zum Thema

Tourismus. Für den Lateinamerikaschwerpunkt

reflektiert er über

die touristischen Beziehungen zwischen

Österreich und Mexiko unter dem Motto

„gegenseitiges Entdecken und Kennenlernen“.

***

Prof. Gerhard Gutruf studierte an der

Akademie der Bildenden Künste in Wien.

1976 präsentierte er seine „Hommage à

Vermeer“. Bei seinen zahlreichen Studienreisen

lernte er den mexikanischen Maler

Rufino Tamayo kennen, der eine Gutruf-

Ausstellung in Mexiko-Stadt anregte. Sein

Gastartikel dieser Ausgabe ist den drei Malergrößen

Frida Kahlo, Diego Rivera und

Rufino Tamayo gewidmet.

***

Dr. SUSANNE SCHOLL ist weithin als

ORF-Korrespondentin in Moskau bekannt,

wo sie seit 2000 das ORF-Büro leitet. In

zahlreichen Publikationen (u. a. „Russisches

Tagebuch“ u. „Töchter des Krieges“)

beschäftigt sie sich mit dem Thema Russland.

Die Trägerin des Österreichischen

Ehrenkreuzes für Wissenschaft und Kunst

und ausgezeichnete „Journalistin des Jahres

2009“ erklärt für SOCIETY die Hintergründe

der gegenwärtigen Krise in Kirgistan.

***

Mag. INGRID CHLADEK ist Gesellschafterin

der Dresscode Company und Head von

Dressforsuccess. Sie berät in Fragen Business-

Outfit, Image, Stil und Styling. Ihr Wissen

präsentiert sie anhand von Prominenten-

Styling-Checks, in dieser Ausgabe über Angela

Merkel und Barack Obama, die enthüllen,

wie Politiker mit Stil Wirkung zeigen.

***

ALOIS MATTERSBERGER verbindet auf

gekonnte Weise Kunst und Kulinarik. Der

bekannte frühere Fernsehkoch frönt seinen

beiden Leidenschaften Malen und Kochen

und gibt passend zur Jahreszeit Empfehlungen

für gutes und gesundes Essen.

Jetzt, zu Sommerbeginn, gibt er praktische

Tipps für ein gelungenes Grillfest.

***

GERHARD VON LENTNER blickt für

SOCIETY in die Sterne. Der mediale Berater,

Kartenleger, Heiler und Buchautor beschäftigt

sich intensiv mit Lebensberatung

und verrät den SOCIETY-Lesern in jeder

Ausgabe, wohin Österreich und die Welt

steuern und was die Sterne in Beruf, Liebe,

Finanzen und Gesundheit für jeden bereithalten.

***

WOLF und EVA VON SCHILGEN sind

langjährige Stammschreiber für SOCIETY.

Die Unternehmerin, Kulturmanagerin und

Journalistin Eva von Schilgen ist das

SOCIETY-Standbein in Salzburg und berichtet

mit viel Elan über Kultur und Gesellschaft

abseits der österreichischen

Bundeshauptstadt.

Der „lachende Satiriker“ und Ehemann

Wolf von Schilgen, gefeierter Buchautor,

beschließt jede SOCIETY-Ausgabe mit seinen

Satiren und zaubert ein Lächeln auf

die Lippen der SOCIETY-Leser.

Ingrid Chladek Alois Mattersberger Gerhard von Lentner Wolf und Eva von Schilgen

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INTRO

SOMMER

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Ein anderer Blick

Wien im neuen Visier

Mit „Zeit und Wien“ hat der Wiener Fotograf Ronnie

Niedermeyer einen Bildband geschaffen, der allen, die

Wien bereits kennen oder kennenlernen wollen, ein neues

Wien zeigt, ein Wien, wie man es normalerweise nicht

wahrnimmt.

Unter dem Motto „Lass Dir Zeit“ von

Ludwig Wittgenstein suchte der Wiener

Fotograf Ronnie Niedermeyer ein

Jahr lang die verschiedensten Orte und

Örtlichkeiten in ganz Wien auf, die aufzusuchen

im Grunde jedem möglich sind, an

denen man aber oft, ohne einen Gedanken

zu verschwenden, vorbeigeht. Seien es die

Gasometer, der Böhmische Prater, ein Antiquitätengeschäft,

eine Gruft, das pathologisch-anatomische

Museum, die Republik

Kugelmugel, die Abfallbeseitigungsanlage

„Rinterzelt“, ein Tierkrematorium, Gärten,

Gasthöfe und Kaffeehäuser, Bäder,

Krankenhäuser, Parks und öffentliche Verkehrsanlagen,

Friedhöfe, Museen und Ateliers,

Ronnie Niedermeyer bildet das Ungekannte

und Nicht-Wahrgenommene ab. Er

porträtiert aber auch ganz normale Menschen

wie den Gemüsehändler Milovan

Petrovic oder den Taxifahrer Josef Strobl.

Entstanden ist ein handlicher Bildband

mit quadratischen Schwarzweiß-Fotos, die

chronologisch nach Uhrzeit geordnet sind,

mit Texten und Zitaten in deutscher und

englischer Sprache auf über 350 Seiten

und einem informativen Anhang über die

von Ronnie Niedermeyer besuchten Schauplätze.

„Zeit und Wien“ hält für alle, die

Wien kennen oder kennenlernen wollen,

neue und überraschende Einblicke bereit.

Der Bildband „Zeit und Wien – Ein Reiseführer

für Wiener“ ist 2008 im Christian

Brandstätter Verlag erschienen, ISBN 978-

3-85033-137-1

Liegestühle im städtischen Hallen- und Sommerbad

Döbling, Wien XIX., Geweygasse 6

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WIRTSCHAFT

SOCIETY EIGENEVENT

Das Podium mit SOCIETY Herausgeberin

Gerti Tauchhammer und Hofburg Vienna

Direktorin Renate Danler

Diskussionsreihe: Ethik im Management

Voneinander lernen – Innovation

durch kulturelle Vielfalt

Die erfolgreiche Diskussionsreihe „Ethik im Management“ von Oracle Austria und SOCIETY

Magazin war dieses Mal in der Hofburg Vienna zu Gast. Experten aus der Wirtschaft diskutierten

über unterschiedliche Kulturen in Unternehmen.

Oracle Austria Country Manager Martin

Winkler, der krankheitsbedingt von

Helmut Eichert, Oracle EE&CIS, vertreten

wurde, und SOCIETY-Herausgeberin

Gertrud Tauchhammer luden zu einer weiteren

Fortsetzung der Diskussionsreihe

„Ethik im Management“ in den Rittersaal

der Hofburg. Auch dieses Mal konnten

wieder namhafte Vertreter der Wirtschaft

als Podiumsgäste gewonnen werden. Hofburg

Vienna Direktorin Renate Danler

freute sich, zahlreiches internationales Publikum

in den imperialen Räumlichkeiten

begrüßen zu dürfen.

Die Wirtschaft kennt schon lange keine

Staatsgrenzen mehr, länderübergreifende

Zusammenarbeit ist zum Alltag geworden.

Über den positiven Nutzen kultureller Vielfalt

in Unternehmen diskutierten Beatrice

Achaleke, Preisträgerin des „World Diversity

Leadership Awards“, USA, Mag. Markus

Beyrer, Generalsekretär der Industriellenvereinigung,

Dr. Friedhelm Boschert, Vorstandsdirektor

Volksbank International

AG, DI Thomas Hintze, Vorsitzender der

Geschäftsführung UPC und Dr. Georg Zanger,

Wirtschaftsanwalt.

***

Vielfalt der Kulturen –

Vielfalt der Meinungen

Beatrice Achaleke öffnete durch ihr brillantes

Eröffnungsstatement viel Raum für

Diskussion und Beiträge. Ihrer Meinung

nach erhöhe Diversität, also Vielfalt, nachweislich

die Produktivität von Unternehmen.

Markus Beyrer wiederum gab zu bedenken,

dass wirtschaftliche Anforderungen

oft an politischen Realitäten scheitern würden

und dadurch schon viel Potenzial für

Österreich verloren gegangen sei.

Friedhelm Boschert meinte, dass Lernen

und Innovation nicht automatisch aus kultureller

Vielfalt erwachsen. Dazu bedürfe

es einer Unternehmenskultur und einer

Führung, die die kulturellen Verschiedenheiten

bewusst pflegt und einsetzt. Thomas

Hintze berichtete, dass unterschiedliche

Kulturen im Unternehmen, aber auch

im Kundenstamm, die unternehmerische

Weiterentwicklung gefördert hätten.

Georg Zanger erinnerte an die ethische

Komponente und warnte, dass in einer

Wirtschaftskrise unternehmerische Ethik

besonders gefährdet und deshalb umso

mehr gefordert sei. Grenzenloser Liberalismus

vernichtet auf Dauer eine Gesellschaft.

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Robert Haider (Vorstand Donauversicherung),

Madeleine Petrovic

(Klubobfrau Die Grünen NÖ), Günter

Hörweg (Vorstand fair finance)

AUSZUG AUS DER GÄSTELISTE

Blick ins Publikum

Dr. Hans Burkard (AUVA), Univ.

Prof. Dr. Günter Haring (Uni Wien)

Jianxin Jia (Chin. Botschaft), Xiao Bichler

Zhou (China Business Contacts)

Dipl.-Ing. Dieter Kittenberger (HP EMEA), DI Damianos Soumelidis

(S&T Austria), Ing. Christian Studeny, MBA (Interxion)

Harald Willenig

(BlueCon)

Generalleutnant Freyo Apfalter

(Sektionschef BMLVS)

Dipl. Ing. Herwig Wandaller

(Oracle), Ing. Winfried Stix

(ÖBB-Infrastruktur AG)

Mag. Otto Andre (Volksbank Int.) · Generalleutnant Freyo

Apfalter (Sektionschef BMLVS) · Ing. Dietmar Appeltauer

(Nokia Siemens Networks) · S.E. Tariq Aqrawi (Irakische

Botschaft) · DI Reinhold Artner (Solitec) · Christine Bernhard

(Bernhard AV GmbH) · DI Walter Bogad (Wien IT EDV

Dienstleistungsgesellschaft mbH) · Dr. Hans Burkard (AU-

VA) · Claudia Daeubner (Success & Career Consulting Int.)

· Direktor Oscar del Campo (Hotel Imperial) · Vizerektor Josef

Ebenbichler (Veterinärmedizinische Universität) · Ufuk

Ekici (Türkische Botschaft) · Dr. Petra Engl-Wurzer (Starwood

Hotels Resorts) · General i. R. Mag. Roland Ertl · Anna

Ganovszky (Webster University) · Senator Walter J. Gerbautz

(Wirtschaftskammer Wien) · Mag. Elisabeth

Graf-Pasecky (Bundeskanzleramt) · Dr. Hans Günter Gruber

(BMLF) · Zalinka Gudojevic (Verein Uptrain) · Mag. Robert

Haider (Vorstand Donauversicherung) · Botschaftsrat Dipl.

Ing. Ivo Hanus (Botschaft der Slowakei) · o.Univ.-Prof. Dr.

Günter Haring (Universität Wien) · Mag. Gunnar Heinrich

(APC Business Services GmbH) · DI Markus Hiebeler (Deuromedia

Technologies GmbH) · Elke Hinterholzer (Leonidas

Pralinen) · Günter Hörweg (fair-finance Holding AG) · Botschaftsrat

Jianxin Jia (Botschaft von China) · Ing. Martin

Katzer, MBA (T-Systems Austria) · Dipl.-Ing. Dieter Kittenberger

(HP EMEA) · Bgdr. Peter Klocko, MSc (BMLVS) · Mag.

Sandra Kolleth (Xerox Austria AG) · Mag. Elisabeth Kolm

(RAG Rohöl-Aufsuchungs Aktiengesellschaft) · Heidrun

Kopp (Raiffeisen Zentralbank Österreich AG) · DI Ingrid

Kriegl (sphinx it consulting) · Mag. Sabine Lehner (Wiener

Stadtwerke Holding) · S.E. Dr. Peter Lizak (Botschaft der

Slowakei) · Mag. Josef Mayerhofer (PKP) · Helmut Meier

(Booz & Company GmbH) · Dr. Wolfram Moritz (WKÖ, AWO-

SÜD) · Dkfm. Christian Müller (Salzgitter Stahlhandel) · Dr.

Michael Pachlatko (smartpoint IT consulting GmbH) · Dipl.

Ing. Olga Pelinka (Konsulent für Ost-Europa) · Dr. Madeleine

Petrovic (Klubobfrau Die Grünen NÖ) · Maria Luise

Pfeifer (Journalistin) · Manfred Prinz (Prinz Consult GmbH)

· Franz Raz (BMEIA) · Richard Schillinger (Cachil) · Mag. Thomas

Schmutzer (HMP Beratungs GmbH) · DI Damianos Soumelidis

(S&T Austria) · S.E. Dr. Massimo Spinetti (Italienische

Botschaft) · Fritz Sporrer (PVA Sozialversicherung) · Vorstand

Ing. Alfred Stadler (Denzel) · Ing. Winfried Stix

(ÖBB-Infrastruktur AG) · Mag. Rudolf Straka (BMLVS) · Heidrun

Strohmeyer (BMUKK) · Ing. Christian Studeny, MBA

(Interxion) · Dr. Udo Szekulics (Volksbank Int.) · Dr. Manfred

Weinschenk (Botschaft der USA) · Mag. Harald Willenig

(BlueCon) · Mag. Cornelia Zinn-Zinnenburg (Kienbaum)

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WIRTSCHAFT

INTERVIEW

Identity secured by OeSD

Vom Drucker zum High Tech-

Dienstleister

Die Österreichische Staatsdruckerei (OeSD) hat in den vergangenen Jahren einen erstaunlichen

Wandel erfahren. Vom Drucker der Republik Österreich hat sie sich mittlerweile zu einem –

auch international erfolgreichen – hoch spezialisierten Dienstleister für Sicherheits-Identitätsdokumente

und e-government-Lösungen entwickelt.

Der Name Ihres Unternehmens klingt

staatstragend. Ist das im internationalen

Geschäft hinderlich, oder sogar förderlich?

Wir sind sehr stolz darauf, dass wir

„Österreich“ im Firmennamen tragen, das

ist international auch von Vorteil. Der Name

steht für österreichische Qualität und

Zuverlässigkeit. Wir haben in den vergangenen

Jahren auch alles getan, um uns beste

Reputation zu erarbeiten.

Die OeSD ist ein Technologieunternehmen?

Druck ist heute nur mehr ein Bereich

von vielen in unserer komplexen Geschäftstätigkeit.

Mittlerweile haben wir einen

Hochsicherheitsbereich im Technologiesektor

aufgebaut und verstehen uns als

e-government-Dienstleister. Wir sehen uns

daher als marktorientiertes Sicherheits-

Hochtechnologieunternehmen. Dazu

braucht es jede Menge Innovation in den

Produkten und Dienstleistungen sowie das

Ändern des Geistes und des Selbstverständnisses

des Unternehmens. Wir waren früher

ein reines Produktionsunternehmen,

das abgearbeitet hat, womit wir beauftragt

wurden. Wir haben mittlerweile jedoch

äußerst erfolgreich gelernt, ein kundenorientiertes

Unternehmen zu sein, das

maßgeschneiderte Dienstleistungen entwickelt

und State-of-the-art-Produkte anbietet.

Siebzig Prozent unserer Produkte sind

nicht älter als vier Jahre und wir haben in

sechzig Staaten Kunden.

Aber Ihr Stammgeschäft sind nach wie

vor Identitätsdokumente wie Pässe und andere

Sicherheitsdokumente?

Ja, und diese Dokumente haben einen

gewaltigen Technologiesprung vollzogen,

z. B. Führerschein im Scheckkartenformat,

Reisepass mit Chip und Fingerprint.

Früher wurden diese Dokumente

den Behörden blanko als Vorlage zur

Verfügung gestellt. Dort wurden sie personalisiert,

ausgestellt und den Bürgern

„Siebzig Prozent unserer

Produkte sind nicht älter

als vier Jahre.”

REINHART GAUSTERER

übergeben. Heute ist das Personalisieren

der Dokumente ein technologisch

äußerst aufwändiger Vorgang, der

zweckmäßig zentral durchgeführt wird.

Wir haben diesen Technologiesprung geschafft:

Wir produzieren das gesamte

Dokument, personalisieren es und versenden

es an die Bürger – und zwar

innerhalb von maximal fünf Werktagen.

Das ist eine logistische Großleistung,

die wir mittlerweile aber nochmals verbessern

konnten. Inzwischen können

wir für den Expresspass eine Zustellung

innerhalb von drei Werktagen garantie-

12 | SOCIETY 2_10


CURRICULUM VITAE

Der 58-jährige Prof. Reinhart Gausterer entscheidet sich

nach Absolvierung des Musisch-Pädagogischen Gymnasiums

in seiner Heimatstadt Krems für ein Chemiestudium

an der Universität Wien. 1985 tritt er in die Donau Chemie

in Zwentendorf ein, 1989 wird der verheiratete Vater

zweier Töchter zum Betriebsleiter für Produktion bei Latex

Rhodopas im Donau-Chemie-Werk Pischelsdorf bestellt.

Nach einem Forschungsaufenthalt in Frankreich und Erfahrung

im Produktmarketing von Latex Rhodopas wird er

1997 Geschäftsführer der Rhone Poulenc Latex GmbH. Im

Jahr 2000 wird er Geschäftsführer der Rhodia Austria

GmbH und führt das Unternehmen in die Latexia Österreich

GmbH. 2001 wechselt er als Direktor für Verkauf und Marketing

in die Österreichische Staatsdruckerei. 2003 wird er

zum Generaldirektor bestellt.

ren. Der seit März 2010 eingeführte Ein-

Tages-Expresspass wird überhaupt am

folgenden Werktag an jede gewünschte

Adresse innerhalb Österreichs zugestellt!

Ein Service, das international für viel Anerkennung

gesorgt hat. Im Zuge dieses

Technologiesprungs haben wir auch

zahlreiche höchstqualifizierte Technologiearbeitsplätze

im Unternehmen geschaffen.

Wie fälschungssicher sind die österreichischen

Reisepässe?

International ist man überzeugt, dass

der österreichische Reisepass zu den fälschungssichersten

der Welt zählt. Bei uns

steht der Sicherheitsaspekt im Vordergrund.

Das bedeutet Sicherheitskonzepte,

beginnend mit den Vorlieferanten der Rohstoffe,

Gebäudesicherung innen und außen,

laufende Sicherheitsüberprüfungen

der Mitarbeiter, bis hin zur Kontrolle der

einzelnen Produktionsschritte durch unsere

Kunden sowie eine jährliche Auditierung

als High Security Printer. Das wird

auch von anderen Ländern, für die wir deren

Reisepässe produzieren dürfen, anerkannt.

Die Sicherheit eines Identitätsdokumentes

spiegelt sich aber auch in der

technischen Konzeption des Dokumentes

wider. Der im März 2009 in Österreich eingeführte

Sicherheitsreisepass, mit auf dem

integrierten Chip gespeicherten Fingerabdruck,

ist hier sicher Maßstab setzend und

ein weiterer wesentlicher Schritt in Richtung

Fälschungssicherheit. Dabei werden

Fingerabdruckbilder von den beiden Zeigefingern

mit einem Fingerabdruckscanner

abgenommen und zusätzlich zu den Personendaten

der Datenseite ausschließlich

elektronisch auf dem fingernagelgroßen

Chip im Sicherheitsreisepass gespeichert.

Anschließend werden sie elektronisch so

gesichert, dass eine nachherige Veränderung

dieser Daten praktisch unmöglich ist,

bzw. als verbotener Eingriff sofort erkannt

werden würde. Durch diese Speicherung

der Fingerabdrücke als personenbezogene

Identitätsmerkmale auf dem Chip des Reisepasses

ist eine eindeutige, einfach und sicher

prüfbare Verbindung von Dokument

und dem Besitzer des Dokumentes hergestellt.

Warum hat OeSD in ein neues Forschungs-

und Qualitätszentrum investiert?

Die Eröffnung des neuen Zentrums

markiert einen Meilenstein in der F&E-Arbeit

der Österreichischen Staatsdruckerei

Mit einer Gesamtinvestitionssumme von

rund einer Million Euro wurden u. a. modernste

High-Tech-Geräte angeschafft, die

normalerweise nur von speziell ausgebildeten

Kriminal-Forensikern bei der Aufspürung

von Dokumentfälschungen eingesetzt

werden. Unser neues Forschungs- und

Qualitätszentrum ist eine Investition, um

die österreichischen Reisepässe sowie unser

gesamtes Portfolio an Hochsicherheitsdokumenten

auch in Zukunft zu den sichersten

der Welt zu machen. Als

High-Security-Printer sichern wir uns damit

auch in den High-Tech-Bereichen der

forensischen Fälschungs- bzw. Identitätssicherheit

eine führende Stellung.

Wie geht die OeSD mit dem Thema Datenschutz

um?

Datenschutz ist für die OeSD ein zentrales

Thema. Für die Personalisierung der

österreichischen Dokumente landen für

die Dokumentenausstellung notwendigen

Daten inkl. Fingerabdruckbilder über eine

eigene, vollständig getrennte verschlüsselte

Leitung in unserem Hochsicherheitsraum.

Hier arbeiten nur vom Verfassungsschutz

speziell überprüfte Mitarbeiter

nach einem strengen „Vieraugenprinzip“.

Sonst darf in diesen Raum niemand hinein,

auch ich selbst nicht. Die Daten werden

innerhalb von zwei Monaten unwiederbringlich

gelöscht. Ein „Degausser“

garantiert die vollständige und endgültige

Löschung aller Daten im Fall des Ausscheidens

eines Datenträgers. Diese endgültige

Vernichtung findet unmittelbar am Standort

der OeSD unter Einhaltung der dafür

vorgegebenen Richtlinien und unter Aufsicht

des Innenministeriums statt.

Ist dieses Know-how auch ein Exportschlager?

Die Internationalisierung ist eine ganz

wesentliche Herausforderung für uns. Mit

den neuen elektronischen Sicherheitspässen

wurde international ein neuer Stand

der Technik definiert, welcher nun weltweit

umgesetzt wird. Das gibt uns gute

Chancen, unser Know-how und unsere Erfahrungen

entsprechend adaptiert auch

anderen Ländern zur Verfügung zu stellen.

Und daran arbeiten wir.

Haben auch schon andere Länder Identitätsdokumente

made by OeSD?

Ja, da sind Länder in Zentraleuropa, im

CEE Raum, ja selbst im pazifischen Raum.

Es ist wesentlicher Teil unsere Unternehmenskultur

und auch Teil unseres Sicherheitskonzeptes,

dass wir nur auf ausdrücklichen

Wunsch unserer Kunden und nach

Erlaubnis hier Nennungen vornehmen.

Schließlich ist ein Reisepass das wichtigste

Identitätsdokument, das ein Staat ausstellen

kann.

In der „alten“ Staatsdruckerei war auch

die Herstellung von Briefmarken ein wichtiges

Geschäftsfeld. Ist das heute in Zeiten

von E-Mail auch noch so?

Die sogenannte Dauerbriefmarke – also

die Marke zum Frankieren eines Poststücks

– wird zwar weniger nachgefragt,

steigend ist jedoch die Nachfrage nach

höchstqualitativen Sondermarken für den

Sammlermarkt. Auf der kleinen Fläche einer

Briefmarke so zu drucken, dass jeder

Punkt erkennbar ist, ist eine Kunst, für die

wir national und international hoch geschätzt

werden und für die wir in den vergangenen

sechs Jahren mit den wesentlichen

internationalen Preisen für

Briefmarkendruckkunst ausgezeichnet

wurden. So haben wir z. B. für die Post in

Hong Kong Swarovski-Kristalle auf Briefmarken

aufgebracht. Für den arabischen

Raum produzieren wir Duftmarken mit einem

speziellen Parfum. Wir haben sogar

Meteoritenstaub auf Briefmarken aufgebracht:

In Zusammenarbeit mit dem Naturhistorischen

Museum haben wir einen

fünf Milliarden Jahre alten Meteoriten von

einem Jupitermond zerstäubt und den

Staub auf die Briefmarke aufgebracht.

Wer entwickelt die Produkte? Die OeSD

selbst?

Man braucht Menschen mit Fantasie,

die sich vorstellen können, was nachgefragt

wird. Diese Leute haben wir zum

Glück.

Ein beachtlicher Wandel für ein einst als

eher schwerfällig wahrgenommenes und

ausschließlich national tätiges Unternehmen…

Ich war vorher lange Jahre Geschäftsführer

eines Chemieunternehmens und

wollte probieren, ob ich in der Lage bin, in

einem mittleren Unternehmen etwas Entscheidendes

zu bewegen. Ich bin überzeugt,

dass man nur dann wirklich etwas

bewegen kann, wenn man die Herzen und

Hirne der Menschen erreichen kann. Sonst

können Sie nichts verändern.

SOCIETY 2_10 | 13


WIRTSCHAFT

CONSULTING

Treffsicheres Personalconsulting

Profi sucht Profi

Gunnar Heinrich, Senior Partner der APC Business Services

GmbH, über sein Unternehmen als Personaldienstleister

und Komplettanbieter in den Bereichen Projekt-, Prozessund

Personalmanagement. Interview von Natascha Grimm

Wir kümmern uns sehr persönlich um

unsere Kunden und definieren vorab Unternehmenskultur

und im nächsten Schritt,

welche Mitarbeiter gebraucht werden und

welche Anforderungen gestellt sind. Ein wesentlicher

Vorteil ist es, dass wir das Personal

fachlich besser beurteilen können als eine

Personalabteilung. Wenn wir IT-Personal suchen,

kümmert sich ein Mitarbeiter darum,

der selbst in der IT tätig war. Wir arbeiten

sehr schnell und können den Firmen bereits

innerhalb weniger Tage die besten Kandidaten

präsentieren.

Welche Unternehmen zählen zu Ihren

Kunden?

Wir sind für die Top 100 Unternehmen

in Österreich tätig. Unsere Kunden

sind stark im public und publicnahen

Bereich angesiedelt. Aber auch Banken,

international tätige Konzerne und die

Pharmaindustrie zählen zu unseren Kunden.

Vorwiegend sind es hier ansässige

Firmen und deren Tochtergesellschaften

im Ausland. Für viele österreichische

Unternehmen ist es wichtig zu wissen,

dass sie einen lokalen Partner

haben, der international vernetzt ist.

Deshalb sind wir bei der Anstellungsform

des Personals sehr flexibel; von

der klassischen Vermittlung einer Festanstellung

über Modelle, in denen die

Mitarbeiter bei uns angestellt sind, bis

hin zu „Temp 2 Perm“ und „Freelance

Staffing“ ist alles möglich. Wir geben jedem

Unternehmen die Möglichkeit, die

optimale Lösung für seine Bedürfnisse

zu finden.

INFO

Das Team von APC Business

Services GmbH

Ihr Unternehmen vereint Consulting und

Personaldienstleistung. Wie kann man sich

das vorstellen?

Die Kombination aus beiden beruht

darauf zu erkennen, welches Personal der

Kunde braucht. Wir suchen für das Unternehmen

den bestpassenden Kandidaten

und berücksichtigen natürlich, dass neben

seinen fachlichen Skills auch seine Persönlichkeit

dem Unternehmen entsprechen

soll. Ebenso können wir natürlich auch einem

Kandidaten mehrere Positionen bei

verschiedensten Unternehmen anbieten,

sodass auch er die optimale Position für

sich finden kann. Ich persönlich glaube,

dass es keine schlechten Mitarbeiter gibt,

sondern nur falsch eingesetzte. Für uns

steht der Mensch im Mittelpunkt und das

ist vielleicht einer der Gründe, dass wir

trotz Wirtschaftskrise wachsen konnten.

Neben den reinen Personaldienstleistungen

beraten wir unsere Kunden auch

bei der Optimierung ihrer internen HR-Prozesse

und des externen Employer Brandings.

Welche Vorteile können Sie Ihren Kunden

im Gegensatz zu anderen Unternehmen

in Ihrer Branche bieten?

„Ich persönlich glaube, dass

es keine schlechten Mitarbeiter

gibt, sondern nur falsch

eingesetzte.“

GUNNAR HEINRICH

Gunnar Heinrich wurde 1968 in

Hamburg geboren und studierte

Betriebswirtschaft an

der FU Berlin und der Wirtschaftsuniversität

Wien. Nach

Abschluss seines Studiums

war er vier Jahre im Researchund

Consulting-Bereich tätig.

Seine Karriere setzte er bei der

Deutschen Post AG und Post- und Telekom Austria AG fort,

wo er unter anderem die Leitung der Abteilung IT-Lösungen

und Programme übernahm. Gunnar Heinrich ist Vorstandsmitglied

der FITCE-Austria und Autor zahlreicher

Publikationen. Seit 2009 ist er als Gesellschafter für den

vertrieblichen Aufbau der APC Business Services GmbH

mitverantwortlich.

KONTAKT

APC Business Services GmbH

Münichreiterstraße 53/6

A-1130 Wien

Tel. +43 1 877 55 00

www.apc.co.at

14 | SOCIETY 2_10


Establishment of Companies in Austria by Non-EU Citizens

Austria – An Ideal Place to

Conduct Business

WIRTSCHAFT

RECHT

Non-EU citizens can establish companies in Austria in order to do business with the entire

European Union. Corporations, partnerships and private foundations are possible forms of

organization.

Gabriel Lansky, Gerald Ganzger,

Stefan Schermaier

Austria, as a bridgehead between Eastern

and Western Europe, is among

the most attractive locations for non-

EU citizens who intend to do business not

only in Austria, but in the entire European

Union (“EU”). Companies constituted under

Austrian law benefit from the four

European freedoms, so that business

activities can be carried out in a nonbureaucratic

manner in all countries of

the EU.

***

Possible Forms of Organization

Business activities under Austrian law

can be conducted through a corporation –

either as a limited liability company

(“GmbH”) or as a joint stock corporation

(“AG”) – or as a partnership with unlimited

personal liability of the partners such as

the general partnership (“OG”) or the limited

partnership (“KG”).

Apart from this, Austrian law permits

the formation of private foundations,

which are suitable for use as holding companies,

to consolidate family estates and to

avoid conflicts regarding inheritance. In

the case of a private foundation, a grantor

contributes assets to the private foundation

and determines its purpose in the declaration

of establishment. The private

foundation does not have shareholders or

proprietors, but rather beneficiaries, who

are benefited by the foundation.

***

Partnerships with Unlimited

Personal Liability

The OG and the KG have similar structures,

yet there are important differences:

The first is a legal entity with at least two

partners who are jointly and severally liable

for the partnership’s debts, whereas

the latter does not only have a general partner

with full personal liability, but also at

least one other partner, whose liability is

restricted to a specific amount.

Partnerships can be established rapidly

– not even written articles of association

need to be provided – and their establishment

and operation usually are less complex

and costly than those of a corporation.

Yet the OG and KG have the disadvantage

inherent in the unlimited personal liability

of the OG shareholder and the general

partner of a KG. In order to avoid this disadvantage,

a GmbH can be used as the general

partner in a partnership. Moreover, it

should be remembered that the transfer of

shares in partnerships requires the approval

of all partners.

***

Corporations

Both the AG and the GmbH are established

by entering into articles of association

and formed upon the registration of

the company in the commercial register.

The shareholders of both company types

make a capital contribution to the company,

which represents the liability fund for

potential creditors (minimum AG: EUR

70,000.00/GmbH: EUR 35,000.00 of which

only a part must be paid in initially). A

GmbH is best suited for founders that are

interested in having a transparent and

controllable group of shareholders, as well

as in influencing the managing directors.

On the contrary, an AG provides the possibility

of an easy and rapid exchange of shares

as well as anonymity of shareholdings

to the outside, as well as for the managing

board not to be subject to directives of the

shareholders.

***

Immigration

In general, neither the partners of a

partnership, nor the shareholders of a

GmbH or AG, nor the directors, need be

Austrian citizens. However, in case a residence

title or an employment permit in

Austria is sought, the Austrian immigration

law system provides different residence

permits for various residence purposes.

In this regard, for highly qualified

worker status a settlement permit for key

employees and a residence permit for exceptional

cases of non-entrepreneurial occupation

are suitable.

KONTAKT

Dr. Stefan Schermaier

Attorney-at-law

Head of Corporate, M&A and Tax

Partner bei

Lansky, Ganzger & Partner

Rechtsanwälte GmbH

1010 Wien, Rotenturmstraße 29

Tel. +43-(0)1-533 33 30-0

E-mail: office@lansky.at

www.lansky.at

SOCIETY 2_10 | 15


WISSENSCHAFT

KOLUMNE

Kolumne von HERBERT PIETSCHMANN

Wer war Gustav Weißkopf?

Alle Welt kennt die Brüder Orville und Wilbur Wright als die ersten Menschen, die es

geschafft haben, sich mit einem motorisierten Flugzeug in die Lüfte zu heben. Doch

dieser Anspruch ist nicht ganz unzweifelhaft…

Die Brüder Orville und Wilbur

Wright hatten 1903

in Kitty Hawk, North Carolina,

USA, das lange ersehnte

Ziel erreicht: Am 17. Dezember

gelang Orville ein Flug

von 37 Metern Länge und bis

zu drei Metern Höhe mit einer

Maschine „schwerer als Luft“;

noch am selben Tag verlängerten

sie ihre Flugdistanz auf

über sechzig Meter.

***

Flugpionier aus Bayern

Im Oktober 2006 kam ich

im bayrischen Altmühltal in

ein kleines Städtchen namens

Leutershausen. Zu meiner

Überraschung zierte die Einfahrt

in das Städtchen ein großes

Denkmal, das dem „Flugpionier

Gustav Weißkopf“

gewidmet war. Da ich niemals von einem Flugpionier Gustav

Weißkopf gehört hatte, begann ich mich dafür zu interessieren

und entdeckte im Zentrum des Städtchens ein Museum.

Dort erfuhr ich, dass Weißkopf schon im Jahre 1901 – also

deutlich vor den Gebrüdern Wright – geflogen war. Das im Museum

ausgestellte Modell – der Nachbau des Fluggerätes von

Weißkopf mit der Nr. 21 – machte einen soliden Eindruck,

mehr konnte ich freilich beim bloßen Betrachten nicht feststellen.

Gustav Weißkopf ist nach seiner Schlosserlehre 1895 im Alter

von 21 Jahren in die USA ausgewandert. Als Gustave Whitehead

kam er über Boston, New York und Pittsburgh schließlich

1900 nach Bridgeport im Staate Connecticut. Dort baute

er sein Fluggerät mit der Nummer 21, dort soll auch sein Erstflug

stattgefunden haben, am 14. August 1901. Immerhin

brachte die Zeitung „Bridgeport Sunday Herald“ am 18. August

1901 einen ganzseitigen Artikel über den Erstflug.

***

Täuschung oder Wahrheit?

Sollte es möglich sein, dass die ganze Welt getäuscht wird

über den ersten gelungenen Motorflug? Aber die Geräte im Museum

zu Leutershausen und die dort aufliegenden Dokumente

konnten wohl nicht allesamt Scherz oder gar Täuschung

sein!

Herbert Pietschmann und Andrew Kosch in Bridgeport

Also beschloss ich, die Stadt Bridgeport zu besuchen und

dort ein wenig nachzuforschen. Der kleine Flughafen trägt den

stolzen Namen „Sikorsky Memorial Airport“, also könnte dort

vielleicht auch Gustave Whitehead

bekannt sein. In einem

Nebengebäude war eine Flugschule

untergebracht. Als ich

eintrat, kam mir ein Fluglehrer

entgegen und fragte mich nach

meinem Begehr. Ich erklärte

ihm, dass mich ein gewisser

Gustave Whitehead interessiere,

der vor den Brüdern Wright

geflogen sei. Er hörte sich alles

wortlos an und sagte einfach:

„Correct!“. Dann nahm er einen

Zettel, schrieb darauf „Andrew

Kosch“ mit einer Adresse

und sagte: „Dieser Mann weiß

alles über ihn.“

***

Der „Deal“ der Wright-Brüder

Ich fuhr also zu der angegebenen

Adresse und traf dort Andrew

Kosch. Als er hörte, was ich

suchte, war er sofort hellauf begeistert. Er war es nämlich, der am

7. Dezember 1986 den Nachbau der „Nr.21“ geflogen und sein Leben

ganz dem Ziel gewidmet hatte, Gustave Whitehead die gebührende

Ehre in der Geschichte des Fliegens zu verschaffen. So

erfuhr ich auch den vermeintlichen Grund, warum die Wright-

Brüder den gesamten Ruhm als Erstflieger zugesprochen bekommen.

Demnach waren die Brüder Wright zwischen 1900 und 1903

mehrmals in Bridgeport bei Gustave Whitehead, haben aber später

diese Kontakte geleugnet. Nach dem Tod von Wilbur Wright

im Jahre 1912 bemühte sich Orville um die öffentliche Anerkennung,

für die in erster Linie das berühmte Smithsonian Institut

in Washington zuständig war. Dieses lehnte aber Ende der

Zwanzigerjahre die gewünschte Anerkennung ab, sodass der so

genannte „Flyer I“, das Erstgerät der Brüder Wright, an das Museum

of Science in London verliehen wurde. Offenbar um dieses

wertvolle Ausstellungsstück zu erhalten, wurde im Jahre 1942 die

Anerkennung seitens des Smithsonian Instituts erteilt und der

„Flyer I“ für den symbolischen Preis von einem Dollar nach Washington

gebracht. Aber das Smithsonian Institut musste einen

Vertrag unterzeichnen, in dem es sich verpflichtete, niemals zuzulassen,

dass ein anderes Gerät vor 1903 als flugtauglich bezeichnet

würde. Andernfalls müsste der „Flyer I“ wieder an die

Wright-Erben zurückfallen. Daher ist nach Meinung von Andy

Kosch und seinen Begleitern einfach zu viel Geld im Spiel, um eine

offizielle Anerkennung zu erreichen; für sie ist aber eindeutig

bewiesen, dass Gustave Whitehead der erste erfolgreiche Motorflieger

war.

16 | SOCIETY 2_10

Herbert Pietschmann ist Emeritus der Fakultät für

Physik der Universität Wien und Buch-Autor.


WIRTSCHAFT

INTERVIEW

Erfolgreich unterwegs im „Osten“

Vertrauen und

Zusammenhalt

SOCIETY interviewte Dr. Friedhelm Boschert, CEO der

Volksbank International (VBI), über die Bewältigung der Krise

und die nach wie vor intakten Chancen in den CEE-Ländern.

Eine persönliche Frage zuerst: Wie geht

es Ihnen „in Zeiten wie diesen“?

Eigentlich ganz gut! Die solide Basis, die

wir in den letzten Jahren in der VBI-Gruppe

geschaffen haben, hat uns gerade in der

schwierigen Zeit geholfen. Ansonsten versuche

ich gelassen zu sein gegenüber jenen

Dingen, die ich nicht ändern kann;

und mit meinem Team jeden Tag konsequent

und hart daran zu arbeiten, die VBI

an die veränderten Bedingungen erfolgreich

anzupassen.

Die VBI ist seit 19 Jahren im „Osten“ tätig.

Sie sind seit über fünf Jahren Chef der

VBI. Wenn Sie kurz zurückblicken…

Die Jahre 2005 bis 2008 waren geprägt

von großem Wachstum und enormem Ausbau.

Die Bilanzsumme wurde von 3,5 Mrd.

auf 14,7 Mrd. Euro vervierfacht; das EGT im

gleichen Zeitraum auf 90 Mio. Euro fast

versechsfacht. Von einem „Kleinen-feinen“

entwickelten wir uns zu einem Netzwerk

mittlerer Größe. Dann kamen die Krise

und der große Stopp!

Was ist da im Unternehmen passiert?

Das schwierigste war, unsere Einstellung

zu ändern. Um es anhand eines Beispiels

zu sagen: Wir fuhren auf der Autobahn

mit 150 km/h auf der Überholspur

und mussten plötzlich runterbremsen,

um die Ausfahrt auf die Landstraße zu

erwischen; weg von dreißig Prozent und

mehr Wachstum hin zum kreativen Halten

des Bestandes, dem Vertiefen qualitativer

Aspekte und dem Meistern ganz

neuer Herausforderungen: Ich nenne

nur die Stichwörter Liquiditätsmanagement

und Refinanzierung.

Wenn Sie auf das Jahr 2009 zurückblicken.

War die VBI erfolgreich?

Das kann ich mit einem eindeutigen Ja

beantworten. Wir alle haben viel gelernt.

Es hat sich ausgezahlt, dass wir von Beginn

der Krise an eine offene Kommunikation

pflegten. Aufbauend auf dem Vertrauen,

das in der VBI-Gruppe in den Vorjahren erarbeitet

wurde. Für mich waren das Schlüsselqualitäten

des Jahres 2009: Vertrauen

und Zusammenhalt.

Das klingt sehr allgemein. Wie wirkte

sich das auf das Ergebnis 2009 aus?

Wir haben uns auch im abgelaufenen

Geschäftsjahr wacker geschlagen. Die VBI-

Gruppe erwirtschaftete mit 47,5 Mio. Euro

einen respektablen Gewinn, der genau im

Durchschnitt der letzten fünf Jahre liegt.

Da sich das operative Ergebnis sehr gut entwickelt

hat, konnten wir die deutlich gestiegenen

Risikovorsorgen gut verdauen.

Die Bilanzsumme sank leicht.

Worin sehen Sie den Hauptgrund für die

gute Krisenbewältigung?

Unsere Banken in Mittel- und Osteuropa

(CEE) fokussieren sich seit jeher auf das

klassische Kundengeschäft. Der „kleine“

Retailkunde und die Klein- und Mittelbetriebe

sind unsere Kernzielgruppen. Wir

mussten keine Spekulationsgeschäfte oder

große Investmentbankingbestände verdauen.

Diese Geschäfte machten wir nicht.

Haben Sie auch Angebote an österreichische

Firmenkunden, die in CEE Geschäfte

betreiben?

Wir haben vor einigen Jahren unter

dem Schlagwort „CEE Unlimited“ ein ganzes

Servicepaket für die österreichischen

Firmenkunden auf die Beine gestellt und

viele Kunden der österreichischen Volksbanken

nutzten das bereits.

Sind die immer wieder beschworenen

großen Chancen im Osten noch intakt?

Ja, definitiv! Man muss diese nur mit

wachem Hausverstand nutzen. Die Wachstumsraten

in CEE werden mittel- und langfristig

höher sein als in Westeuropa.

FAKTEN-BOX

Volksbank International

10 VBI-Banken in 9 CEE Ländern

580 Vertriebsstellen mit 5.400 Mitarbeitern

www.vbi.at

SOCIETY 2_10 | 17


WIRTSCHAFT

OPEC

“Supporting stability, fuelling prosperity”

A golden year for OPEC in 2010

This year the Organization of the Petroleum Exporting Countries will celebrate its golden

anniversary. After fifty years of existence, OPEC has a lot to look back on and look forward to.

OPEC Headquarters

in Vienna

What started in 1960 with only five

member countries and very high expectations

in terms of stabilizing

the oil market, evolved into one of the

most influential and respected institutions

in the world. Looking at its history, this anniversary

is of course a good reason to celebrate

and reminisce about the fascinating

past of this so important organization.

***

Anniversary Events

In September this year, Vienna – being

the seat of the OPEC Secretariat – will be the

venue for a major anniversary symposium

with prominent OPEC officials from past

and present times. Exhibitions about the Organization’s

history and its development

over the last fifty years will also take place

in Austria’s capital and other OPEC member

countries in Africa, the Middle East and

South America. To create an everlasting

souvenir, commemorative stamps have been

designed to mark the anniversary and to

spread the spirit of the festivities from its

twelve member countries all across the

world.

***

Competitions

To involve the public in the celebrations

taking place, different open competitions

have been arranged. A drawing competition

for all pupils in Austrian schools

and a quiz open to high school students in

all member countries and Austria will take

place during this year.

Prior to the celebrations, a logo competition

was already held. Ms. Lourdes (Lula)

Pilay Garcia from Ecuador was announced

Secretary General Abdalla

Salem El-Badri

as the winner and her logo was presented

on the 1st of January this year. The winning

symbol will be used on all official documents

during the year-long celebration, as

well as on all the publications and stationeries

during this period. The commemorative

stamps, released for the anniversary,

will also show the winner’s logo.

***

Achievements

In his official message at the start of this

year, OPEC’s Secretary General - HE Abdalla

Salem El-Badri – mentioned all the organizations’

milestones, but also gives prospects

for the future and announced that

OPEC will continue to “create harmony

and stability in the international oil market

for the benefit of the producers, the consumers,

the investors and the global economy

at large.” As OPEC’s objectives have always

been to coordinate and unify

petroleum policies, it’s especially important

for the organization to work on a stable

energy market and a sustainable development

without neglecting the

environmental matters, also in the times of

global financial difficulties and an economic

recession, said H.E. El-Badri.

HISTORY

The Organization of the Petroleum Exporting Countries

(OPEC) has been founded at the Baghdad Conference in

September 1960 by the five oil-producing countries Iran,

Iraq, Kuwait, Saudi Arabia and Venezuela. Today OPEC consists

of 12 members. Algeria, Angola, Ecuador, Libya, Nigeria,

Qatar and the United Arab Emirates joined the institution

in the course of time. The organization was

established to secure the oil market by guaranteeing fair

and reasonable prices, obtain a regular supply to consuming

nations and provide fair returns to investors, as well

as to support sustainable development and addressing

global environmental concerns.

FOTOS: OPEC

18 | SOCIETY 2_10


fi Wien Akademie für (angehende) Führungskräfte

Berufsbegleitend - innovativ - neue Perspektiven

Integrierte Kommunikation

Universitätskurs Kommunikationsassistent/in für Integrierte

Kommunikation in Kooperation mit Uni for Life / Graz

Informationsabend: 16. 06. 2010, 18.00 Uhr. Lehrgangsstart: 11. 10. 2010

Master of Arts Integrierte Kommunikation

Schwerpunkte: PR/Lobbying & Public Affairs und Angwandtes Marketing & BWL

Informationsabend: 07. 09. 2010, 18:00 Uhr. Lehrgangsstart: 05. 10. 2010

Diplomlehrgang Management und Führungskompetenz

Organisations- und Strategiemanagement, Mitarbeiterführung, Konfliktmanagement

Informationsabend: 11. 10. 2010, 18:00 Uhr Lehrgangsstart: 19. 11. 2010

Diplomlehrgang Systemisches Coaching für die Führungskräfte

Techniken und Interventionen des Systemischen Coaching, Bearbeitung konkreter

Situationen aus dem Führungsalltag

Informationsabend: 15. 11. 2010 Lehrgangsstart: 17. 12. 2010

Diplomlehrgang Internationales Produktmanagement

Von der Produktidee bis zur Markteinführung

Informationsabend: 14. 09. 2010, 18:00 Uhr Lehrgangsstart: 11. 10. 2010

Diplomlehrgang Betriebswirtschaft für Führungskräfte

Unternehmensführung, Rechnungswesen, Marketing, HR Management

Informationsabend: 20. 09. 2010, 18:00 Uhr Lehrgangsstart: 12. 10. 2010

Diplomlehrgang Controlling

Know-how für strategisches und operatives Finanzmanagement

Informationsabend: 20. 09. 2010, 19:30 Uhr Lehrgangsstart: 11. 10. 2010

Diplomlehrgang Expert in Logistics

Wesentliches Rüstzeug für eine Führungsposition als LogistikerIn

Informationsabend: 15. 09. 2010, 18:00 Uhr

Diplomlehrgang Facility Management

Technisches, betriebswirtschaftliches, rechtliches Gebäudemanagement

Informationsabend: 22. 09. 2010, 18:00 Uhr Lehrgangsstart: 11. 10. 2010

www.bfi-wienakademie.at

bfi Wien Akademie, Alfred-Dallinger-Platz 1, 6.Stock, 1034 Wien

Tel.: +43 1 811 78-10100, E-Mail: akademie@bfi-wien.or.at

Potentiale. Management. Perspektiven.


WIRTSCHAFT

EVENTS

HIGHLIGHTS VERANSTALTUNGEN

DER WIRTSCHAFT April bis Juni 2010

Dr. Franz Wohlfahrt, Dr. Christoph Matznetter,

S.E. Eugenio Curia, Peter Haller

SHANGHAI: ERÖFFNUNG

ÖSTERREICH-PAVILLON EXPO 2010

Der mit zehn Millionen Keramikfliesen verkleidete Österreich-Pavillon

auf der EXPO 2010 in Shanghai wurde feierlich eröffnet. Das

rote Band durchschnitten Außenminister Reinhold Mitterlehner,

Regierungskommissar Hannes Androsch sowie die langjährige

Handelsdelegierte und Projektleiterin des Österreich-Pavillons

Birgit Murr. Der futuristische Pavillon soll zahlreiche Besucher anlocken

und so den Bekanntheitsgrad Österreichs in China steigern.

BUSINESS SEMINAR:

INVESTITIONEN IN LATEINAMERIKA

Der „Grupo Bicentenario“, bestehend aus jenen

sechs Ländern Lateinamerikas, die heuer 200

Jahre Unabhängigkeit feiern (Argentinien, Kolumbien,

Chile, Ecuador, Mexiko und Venezuela),

lud zum Business-Seminar in das Novomatic

Forum. Diskutiert wurden Vorteile und Möglichkeiten

der wirtschaftlichen Zusammenarbeit

zwischen Österreich und den lateinamerikanischen

Ländern. Die Diskussion eröffnete

Dr. Walter Koren

AWO-Chef Walter Koren, am Podium sprachen

Novomatic Geschäftsführer Franz Wohlfahrt, WKO-Vizepräsident

Christoph Matznetter und die Botschafter der sechs Länder

VIENNA BUSINESS SCHOOL:

MERKUR AWARDS

Die „Oscars der kaufmännischen Ausbildung“, die Merkur

Awards des Fonds der Wiener Kaufmannschaft,

wurden heuer zum dreizehnten Mal vergeben. Im Rahmen

der Merkur-Gala wurden herausragende schulische

und persönliche Leistungen von SchülerInnen

und LehrerInnen, sowie beispielgebende AbsolventInnen-Karrieren

ausgezeichnet. Von prominenten LaudatorInnen

und vor zahlreichen Gästen aus Wirtschaft,

Politik und Bildung wurden die Trophäen – entworfen

vom Bildhauer Thomas Kosma und dem Schutzpatron

des Handels und der Kaufleute gewidmet – in acht Kategorien

verliehen. Nominiert waren 24 Projekte, sechs

Lehrerpersönlichkeiten, elf SchülerInnen und sechs

Anwärter auf den Titel „Graduate of the Year“, der heuer

erst zum dritten Mal vergeben wurde.

Die GewinnerInnen des Merkur 2010 „Best Ethic & Social

Project“ mit der vierfachen Paralympics-Medaillengewinnerin

und Laudatorin Claudia Lösch.

v.l.n.r.: Birgit Murr, Reinhold

Mitterlehner, Hannes Androsch

Die GewinnerInnen des Merkur 2010 „Best

International Project“ mit Laudator Dr. Georg

Pölzl, GD Österreichische Post AG.

Die GewinnerInnen des Merkur 2010 „Best Innovative

Project“ mit Laudator Mag. Bernd Kirisits,

Ottakringer Brauerei AG.

FOTOS: SOCIETY/ SCHIFFL, FONDS DER WIENER KAUFMANNSCHAFT/GERRY FRANK, WOLFGANG VOGLHUBER, HETZMANNSEDER, HETZMANNSEDER

20 | SOCIETY 2_10


WIRTSCHAFTSKAMMER WIEN:

SOMMEREMPFANG

Die Sparten Gewerbe und Handwerk sowie Handel luden

zum diesjährigen Sommerempfang ins Parkschlössl.

Unter dem Motto „Fußball Weltmeisterschaft

in Südafrika“ fand die Abendveranstaltung in Kooperation

mit der RLB NÖ/Wien exklusiv für alle FunktionärInnen,

Gremial- und InnungsgeschäftsführerInnen

der Sparten statt. Mit afrikanischen Köstlichkeiten,

ganz dem Thema des Abends entsprechend, wurden die

Gäste kulinarisch verwöhnt und das lang ersehnte

Sommerwetter lud zum Verweilen ein.

v.l.n.r. / SO KommR Erwin Pellet/Handel, Gen.Dir.- Stv. Dr.

Georg Kraft-Kinz/RLB, SO KommR Ing. Gottfried

Parade/SGH, Stadtdirektor Gaston Giefing/RLB

Sommerabend

im Parkschlössl

v.l.n.r. / Verleihung Goldene Gewerbehand: Michael Weinwurm/Berufsfotografen,

Gerhard Komarek/Denkmal-, Fassaden- und Gebäudereiniger, Alexander

Eppler/ Dachdecker, Glaser, Spengler, Karin Dopplinger/Friseure, SO

KommR Ing. Gottfried Parade/SGH, Stadtdirektor Gaston Giefing/RLB

FRANCHISE AWARD 2010:

ÖSTERREICHS BESTE FRANCHISE-SYSTEME

Im feierlichen Rahmen der Gala zur Jahrestagung des Österreichischen

Franchise-Verbandes im Wiener Semper Depot wurden

erstmalig die besten Franchise-Geber und -Nehmer ausgezeichnet.

Bewertet wurde nach unternehmerischer Leistung und Geschäftsentwicklung,

Innovationskraft, Mitarbeiter- & Partnerbeziehungen

und die Zukunftsfähigkeit. Als Sieger gingen EFM Versicherungsmakler

AG und UNIMARKT Hagenberg hervor. Neben

der feierlichen Verleihung des Franchise-Awards erwartete die

rund 320 Gäste lukullische Genüsse sowie hervorragende Showacts.

Besonders Highlight war der Auftritt des Kabarettisten Josef

Hader. Unter den Anwesenden fanden sich u.a. Kurt Mann, Bäkkerei

& Konditorei Der Mann, Gabor Rose, Jones, Reinhold Schärf,

Schärf Coffeeshop, Christiane Wenckheim, Ottakringer Brauerei

und Georg Waldstein, Gewinn.

(v.l.n.r) Anna und Hans Neuburger, Unimarkt Hagenbrunn, Carina Dworak, Mrs. Sporty Hietzing, Johannes

Gutmann, Sonnentor, Josef Graf, EFM-Versicherungsmakler AG und Andreas Schwerla, Präsident

Österreichischer Franchise-Verband und Managing Director McDonald's Österreich

Wirtschafts- und Jugendminister

Mitterlehner mit den Preisträger/innen

der Kategorie Klimaschutz

SCHULWETTBEWERB: „JUGEND INNOVATIV“

Beim größten Schulwettbewerb Österreichs unter dem Motto

„Querdenken lohnt sich“ haben sich Jungforscher/Innen zwischen

16 und 19 Jahren in insgesamt 458 innovativen, kreativen

und wissenschaftlichen Projektarbeiten mit neuen Lösungsansätzen

für Zukunftsthemen auseinandergesetzt. Eine Fachjury ermittelte

die besten Projekte des „Jugend Innovativ“ Wettbewerbs

in den Kategorien Engineering, Science, Business, Design, Klimaschutz

sowie Informations- und Kommunikationstechnologie

(IKT). Wirtschafts- und Jugendminister Reinhold Mitterlehner

zeichnete die diesjährigen PreisträgerInnen des Schulwettbewerbs

aus: Sechs Teams aus Oberösterreich, Niederösterreich, Salzburg

und Kärnten konnten sich in ihren Kategorien gegen den Mitbewerb

durchsetzen.

SOCIETY 2_10 | 21


WIRTSCHAFT

MEDIEN

Medial genial

Spezialisiert auf Botschaften

Dietmar Ecker ist Eigentümer einer der größten PR-Agenturen Österreichs. Im SOCIETY-

Interview erklärt er, wie man das Interesse bei Journalisten weckt und eigene Themen in

die Medien bringt.

„Es ist wichtig,

den Fokus auf

die eigenen Hauptbotschaften

zu

lenken.“

DIETMAR ECKER

Was ist das Besondere an Österreichs Medienlandschaft?

Wir stehen in Österreich einem kleinen

Medienmarkt mit hoher Konzentration

gegenüber. Dieser wird stark von internationalen

Unternehmen beherrscht und dabei

haben nur einige wenige das Sagen. Gleichzeitig

wird die österreichische Medienlandschaft

vom Staat großzügig subventioniert.

Wer sind die wesentlichen Player am Zeitungsmarkt?

Vor allem deutsche Medienunternehmen

beherrschen den österreichischen Markt.

Die WAZ Gruppe besitzt 50 Prozent der

„Kronen Zeitung“ und 49 Prozent des „Kurier“.

Der deutsche Verlag Gruner+Jahr hält

56 Prozent am österreichischen Newsverlag.

Ansonsten wäre da noch die Styria Media

Group mit der „Die Presse“, der „Kleine Zeitung“

und dem „Wirtschaftsblatt“. Im Print-

Qualitätsbereich gibt es auch noch „Der

Standard“ und die „Salzburger Nachrichten“.

Am Boulevardsektor sind mit „Österreich“,

sowie der Gratiszeitung „heute“ weitere

wichtige Medien entstanden. Die

wichtigste Tageszeitung ist die „Kronen Zeitung“,

sie wird von drei Millionen der Bevölkerung

gelesen.

Worauf sollte man im Kontakt mit österreichischen

Medien achten?

Man sollte die Dominanz des Boulevards

berücksichtigen und die relative

Konkurrenzlosigkeit des ORF im elektronischen

Bereich. In Summe sind die

österreichischen Medien nicht stark

außenpolitisch interessiert und haben eine

sehr starke Innensicht.

Aufgabe der Public Diplomacy ist es, das

eigene Land im Gastland der Öffentlichkeit

vorzustellen. Dazu bedarf es der Medien.

Besteht medial Interesse über andere Länder

zu berichten?

Es gibt ja in jedem Land interessante

Großereignisse, die international die

Blicke auf sich ziehen. Seien es nun Konferenzen,

Kongresse, Sport- oder Kulturevents.

Über all das wird in den Medien

berichtet und das bietet immer auch eine

Gelegenheit, das eigene Land in den

Medien vielfältig darzustellen.

Wie kann man bei Journalisten Interesse

wecken?

Führen Sie Journalisten hinter die Kulissen.

Laden Sie sie auf Pressereisen ein

und eröffnen Sie Perspektiven, die neue

Sichtweisen zulassen, die in den Medien

noch nicht bekannt sind. Selbst wenn

ein Land in der Weltöffentlichkeit eher

kritisch gesehen wird, gibt es immer

auch Schauplätze, die ein anderes Gesicht

zeigen. Das interessiert die Medien.

Welche Themen sind für österreichische

Medien interessant?

Auch bei uns gilt als Regel Nr. 1: Themen,

die keinen Newswert haben, sind

für Medien uninteressant. Das heißt, ein

Thema muss eine bestimmte örtliche,

zeitliche oder emotionale Nähe zu einer

Zielgruppe haben, dann ist es auch für

die Medien spannend.

Welche Dos und Don’ts muss ein Diplomat

im Umgang mit österreichischen Medien

beachten?

Wenn man beispielsweise ein Interview

gibt, ist es gut sich zu informieren,

mit welchem Medium man es zu tun

hat, wie die Blattlinie ist. Wo die Interessen

des Journalisten liegen, wie seine

Einstellung zu bestimmten Themen ist.

Dann ist es wichtig, den Fokus immer

wieder auf die eigenen Hauptbotschaften

zu lenken. Der Rest ist in gewisser

Weise auch Diplomatie.

ZUR PERSON

Dietmar Ecker ist Eigentümer einer der größten PR-Agenturen

in Österreich. Er ist persönlicher Berater von Regierungsmitgliedern

und zahlreichen Unternehmensvorständen.

2008 gründete er eine „International Division“

innerhalb der Agentur, die sich auf die Kommunikationsarbeit

im Bereich der internationalen Beziehungen spezialisiert.

Gemeinsam mit SOCIETY, der Anwaltskanzlei Lansky,

Ganzger und Partner hat Ecker&Partner nun ein

„Welcome Service Package“ für Diplomaten in Österreich

entwickelt, das kompakt zu Medien, Politik und Rechtslage

in Österreich informiert.

22 | SOCIETY 2_10


LATEINAMERIKA

GRUSSBOTSCHAFT

„Gute und vertrauensvolle Beziehungen

zwischen den Nationen

sind immer das Ergebnis

von wechselseitigen

Bemühungen.“

HEINZ FISCHER

Bundespräsident Dr. Heinz Fischer

Grußbotschaft

Seit vielen Jahren trägt das Magazin SO-

CIETY in engagierter Weise zum Brückenschlag

zwischen Österreich und

den in Wien ansässigen Botschaften und

Vertretungen bei.

So ist auch der Themenschwerpunkt

„200 Jahre Lateinamerika“ ein guter Anlass,

um in Kooperation mit den Botschaften

Argentiniens, Chiles, Ecuadors, Kolumbiens,

Mexikos und Venezuelas einen

interessanten Überblick über die Kultur,

Wirtschaft, Geschichte und Politik dieser

sechs Länder zu präsentieren.

Österreich pflegt seit vielen Jahren hervorragende

Kontakte mit den Jubiläums-

Ländern und ich erinnere mich sehr gut

an meine Reisen nach Lateinamerika, wo

ich immer mit ganz besonderer Gastfreundschaft

empfangen worden bin.

Gute und vertrauensvolle Beziehungen

zwischen den Nationen sind immer das Ergebnis

von wechselseitigen Bemühungen.

Ich habe den Eindruck, dass dies zwischen

unseren Ländern mit besonderer Tatkraft

und mit großem Engagement geschieht.

Darüber freue ich mich und wünsche Ihnen

und uns weiterhin eine erfolgreiche

Zusammenarbeit und eine gedeihliche Zukunft.

Der Redaktion von SOCIETY gratuliere

ich herzlich zur gelungenen Nummer „200

Jahre Lateinamerika“.

SOCIETY 2_10 | 23


LATEINAMERIKA

LÄNDERPORTRÄT

200 Jahre

Unabhängigkeit

Der SOCIETY-Schwerpunkt Lateinamerika ist den Feiern zu 200 Jahren Unabhängigkeit

gewidmet. Das Jahr 1810 war ein Wendepunkt für die Länder Argentinien, Chile, Ecuador,

Kolumbien, Mexiko und Venezuela.

Die Charakteristik von kleinen Republiken

ist Stabilität, der Charakter von

großen Republiken ist Wandlungsfähigkeit“,

so Simón Bolívar, der Befreier

Südamerikas, der vor rund 200 Jahren die

Unabhängigkeitsbewegung gegen die spanischen

Kolonialherren im Gebiet der heutigen

Staaten Venezuela, Kolumbien, Panamá,

Ecuador, Peru und Bolivien anführte.

Sein Ziel war es, ein vereinigtes Südamerika

zu etablieren, das wirtschaftlich und

sozialpolitisch unabhängig von Europa

existiert. Dieses Ziel wird bis heute mit

mehr oder weniger großem Erfolg angepeilt.

***

Bicentenario

Das Jahr 2010 ist das Jahr des 200-jährigen

Jubiläums der Unabhängigkeit der

amerikanischen Kolonien von Spanien,

konkret der Länder Argentinien, Chile,

Ecuador, Kolumbien, Mexiko und Venezuela

und wird in diesen Ländern mit

zahlreichen Feierlichkeiten auf politischer

und kultureller Ebene begangen. Das bicentenario,

wie es auf Spanisch genannt

wird, gibt Anlass für dreierlei: einen Rückblick

auf die Geschichte, eine Bestandsaufnahme

des Erreichten – politisch, ökonomisch

und sozial – und eine

Vorausschau auf die Zukunft. War das 19.

Jahrhundert geprägt von Unabhängigkeitsbestrebungen

und Staatenbildung, so

24 | SOCIETY 2_10


FACTS IN BRIEF

gibt es seit der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts

erste Ansätze für eine Integration

der lateinamerikanischen Länder. Als eines

der wichtigsten Vorhaben gilt der Vertrag

über die UNASUR, die Union südamerikanischer

Nationen, der 2008 unterzeichnet

wurde und bis 2025 eine der EU ähnliche

Vereinigung bilden soll.

***

Einen Kontinent entdecken

Abgesehen von einem interessanten

wirtschaftlichen Standort und einem sich

im Aufbruch befindlichen Kontinent, sind

die Länder Lateinamerikas auch ein unvergleichliches

Urlaubsziel. Geprägt von

atemberaubender landschaftlicher Schönheit

und Vielfalt ist jedes einzelne Land einen

Besuch wert. Dies spiegelt sich auch in

den verschiedenen Kulturen und den von

ihren hervorgebrachten Bauwerken und

Sehenswürdigkeiten wider. Ob dies nun

die berühmten Städte, Küsten und Strände,

die Wildnis der tropischen Regenwälder,

die faszinierende Lebensart der in den

Hochgebirgen der Anden lebenden Völker

sind, es lässt sich sowohl für Genießer als

für Abenteurer das richtige Urlaubsziel

finden. Und als ob das nicht schon genug

wäre, gilt die lateinamerikanische Küche

mit ihren regionalen kulinarischen Spezialitäten

als hervorragend, wie etwa den

weltberühmten argentinischen Steaks

samt Chimichurri-Marinade oder den in

ganz Lateinamerika verbreiteten Empanadas

(gefüllte Teigtaschen), mit ihren regional

beeinflussten Füllungen.

■ DEFINITION: „Lateinamerika“ (Latinoamérica

oder América Latina)

bezeichnet jene Länder des amerikanischen

Kontinentes, in denen Spanisch

oder Portugiesisch gesprochen

wird. Dazu zählen Mexiko, Guatemala,

Nicaragua, Panama, Costa Rica, El

Salvador, Honduras, die Dominikanische

Republik, Kuba, Puerto Rico,

Ecuador, Kolumbien, Argentinien, Venezuela,

Bolivien, Peru, Brasilien, Chile,

Paraguay und Uruguay.

■ GEOGRAPHIE: Die lateinamerikanischen

Länder erstrecken sich in Nord-

Süd-Richtung von Mexiko bis Feuerland

über die Kontinente Nord- und

Südamerikas.

■ KLIMA: Mit Wüstenklima, tropischem,

subtropischem, gemäßigtem

bis zu subpolarem Klima sind (außer

der polaren Zone) die Hauptklimata

der Erde in den Gebieten Lateinamerikas

vorherrschend. Die Anden

stellen eine Klimascheide dar zwischen

trocken-kühlem und feuchtheißem

Klima.

■ LANDSCHAFT: Vielfältige Landschaften

(Wüsten, Regenwälder,

Hochgebirge, Tiefländer) mit großen

Unterschieden in Vegetation und Klima:

Der Aconcagua (Argentinien) ist

mit 6.962 m der höchste Berg Amerikas.

Das längste Flusssystem der Erde

mit ca. 6.400 km ist der Amazonas.

■ BEVÖLKERUNG: Die Bevölkerung

Lateinamerikas hat sich im 20. Jahrhundert

mehr als verachtfacht und

umfasst ca. 600 Millionen Menschen.

Die Einwohner Lateinamerikas sind

durch eine Vermischung verschiedener

Völker gekennzeichnet, nämlich

der Ureinwohner, der Indios, mit den

zugewanderten Volksgruppen aus der

Kolonialzeit, wie etwa Europäern und

Sklaven des afrikanischen Kontinents.

■ SPRACHEN: Die vorherrschenden

Sprachen sind Spanisch (Castellano)

und Portugiesisch. Doch auch indigene

Sprachen sind verbreitet wie etwa

Quechua, Guaraní, Aymara, Nahuatl,

Mayasprachen, Mapuche u.v.a.

■ RELIGIONEN: 80 Prozent sind Katholiken.

10 Prozent gehören den

Protestanten und Freikirchen an, der

Rest setzt sich aus anderen Glaubensbewegungen

zusammen, wie

Santería, Voodoo oder Mayakulte.

SOCIETY 2_10 | 25


LATEINAMERIKA

LÄNDERPORTRÄT

Osterinsel (Chile)

Caracas, Hauptstadt

von Venezuela

San Pedro, Chile

26 | SOCIETY 2_10


AUS DER GESCHICHTE

FOTOS: WWW.GODEYES.CN, BOTSCHAFT VON VENEZUELA, BOTSCHAFT VON

ARGENTINIEN, GEO REISEN

Die Wasserfälle von

Iguazú, Argentinien

Mann mit Sombrero, Mexiko

ARGENTINIEN

***

Die Wasserfälle von Iguazú

Die Wasserfälle von Iguazú, die zu den

größten Wasserfällen der Welt zählen, gehören

wohl zu den beeindruckendsten Sehenswürdigkeiten

Argentiniens. Sie liegen

an der Grenze zu Brasilien und wurden

1984 von der UNESCO in das Weltnaturerbe

aufgenommen. Sie sind außerdem Anwärter

für die Liste der sieben Naturwunder

der Erde. Auf einer Länge von etwa drei

Kilometern stürzt das Wasser im Schnitt

sechzig Meter in die Tiefe. Der eindrucksvollste

Wasserfall ist der sog. „Teufelsschlund“

(La Garganta del Diablo), so genannt

wegen seiner U-Form, den man von

einer Aussichtsplattform aus bewundern

kann und wo noch in dreißig Metern über

der Fallkante des Flusses die Gischt zu

fühlen ist. Führt der Fluss Iguazú viel Wasser,

so sind bis zu 300 einzelne Wasserfälle

zu bewundern. Etwa sieben Millionen

Besucher pilgern jährlich zu den Wasserfällen,

die im Übrigen eine ausgezeichnete

touristische Infrastruktur vorweisen.

Beispielsweise hat man die Möglichkeit,

die Wasserfälle per Boot (auch Schnellboot)

oder mit dem Hubschrauber zu erkunden

(ein zehnminütiger Flug kostet in

Die Kupfermine von

Chuquicamata, Chile

Tango Argentino

etwa 250 US-Dollar). Auch zu Fuß bietet

Oase

sich die Möglichkeit die Wasserfälle hervorragend

zu erkunden, da es viele Stege

und Wanderwege gibt, die sehr nahe an

das Wasser heranführen.

CHILE

***

Die Mine von Chuquicamata

Die Mine von Chuquicamata wird auch

als „das größte Loch der Welt“ bezeichnet.

Sie liegt im Norden Chiles in der Atacama-

Wüste nahe der Stadt Calama und ist der

größte Kupfer-Tagebau der Welt – mit einer

Ausdehnung von vier mal drei Kilometern

und einer Tiefe von fast einem Kilometer.

Mittlerweile ist das Städtchen

Chuquicamata eine Geisterstadt geworden,

da man unter der Stadt selbst ein riesiges

Kupfervorkommen entdeckt hat. Die

Bewohner Chuquicamatas wurden deshalb

im Jahr 2004 in einen eigens errichteten

Stadtteil der fünfzehn Kilometer entfernten

Stadt Calama umgesiedelt. Täglich starten

ab zehn Uhr Busse zur Besichtigung

der Mine und bringen die Besucher zur Minenanlage.

Vor Ort kann man einen Rundgang

durch die Minenanlage machen, die

vom Betreiber der Mine organisiert wird

und kostenlos ist, jedoch wird man ersucht

eine kleine Spende für die Non-Profit-Organisation

Chuqui Ayuda a la Infancia

zu geben, die Kinder in und um Calama

unterstützt.

8000 v. Chr.: Paläoindianer, eingewandert aus Eurasien über

die Beringstraße

2000-400 v. Chr.: Entwicklung einer Hieroglyphenschrift

und eines Kalendersystems

450-750 n. Chr.: Teotihuacán (Mexiko) ist mit 200.000 Einwohnern

eine der größten Städte der Welt. Berühmte Sonnen-

und Mondpyramide

600-800: Wari-Kultur im peruanischen Hochland

bis ca. 1500: Hochkulturen der Azteken, Inka, Maya, Tolteken,

Zapoteken, Mixteken, Olmeken, und Chichimeken in Mesoamerika

1325: Gründung der Stadt Tenochtitlán, an der Stelle der heutigen

Mexiko-Stadt

1471-1493: Inka expandieren ihr Reich bis nach Chile

1440- 1487: Azteken verstärken ihre Macht und vergrößern ihr

Reich unter Kaiser Moctezuma I.

1492: Christoph Kolumbus entdeckt Amerika

1494: Der Vertrag von Tordesillas teilt die „Neue Welt“ unter

Spaniern und Portugiesen auf.

1502: Moctezuma II. wird Kaiser der Azteken.

1507: Karte der „Neuen Welt“, zu Ehren Amerigo Vespuccis

„America“ getauft.

1519-1522: Der spanische Eroberer Hernán Cortés erobert

und zerstört die Stadt Tenochtitlán

1532: Francisco Pizarro zerstört das Inkareich.

1535-1550: Antonio de Mendoza ist erster Vizekönig Neuspaniens

1537: Papst Paul III. erklärt, dass Indianer eine Seele haben

1542: Spanien erlässt Las Nuevas Leyes (Die Neuen Gesetze)

zur Protektion der Indianer

1570: Die Inquisition kommt nach Lateinamerika

1610: Erste Jesuitenmission und Gründung eines Jesuitenstaates

(bis 1767) in Paraguay

18. Jh.: Gliederung Lateinamerikas in die spanischen Vizekönigreiche

Neu-Spanien, Neu-Granada, Peru, La Plata und das

portugiesische Kolonialreich

1750: Vertrag von Madrid definiert die Grenzen zwischen den

spanischen und portugiesischen Kolonien neu.

1767: Verbot und Vertreibung der Jesuiten

25.5.1810: Hidalgo de Cisneros, Vizekönig von La Plata, muss

in Buenos Aires zurücktreten

16.9.1810: „Grito de Dolores“, Aufruf zum Aufstand durch Miguel

Hidalgo in Neu-Spanien (heute Mexiko)

1811: Venezuela und Paraguay erklären ihre Unabhängigkeit

1816: Argentinien erklärt seine Unabhängigkeit

1818: Chile erklärt seine Unabhängigkeit

12.10.1822: Ausrufung Pedros I. zum Kaiser von Brasilien

1825: Bolivien erklärt seine Unabhängigkeit

1846-1848: Mexikanisch-Amerikanischer Krieg endet mit der

Niederlage Mexikos

1888: Abschaffung der Sklaverei in Brasilien

1889: Brasilien wird zur Republik

1903: Panama spaltet sich von Kolumbien ab

1948: OAS (Organisation der Amerikanischen Staaten) wird

gegründet

1991: Errichtung des Binnenmarktes Mercado Común del Sur

(Mercosur)

2007: Eines der größten Erdölvorkommen weltweit wird in

Brasilien entdeckt.

Erlöserkirche in

St. Petersburg

SOCIETY 2_10 | 27


LATEINAMERIKA

LÄNDERPORTRÄT

BERÜHMTE PERSÖNLICHKEITEN

■ Moctezuma II. (1465-1520): Er war von 1502 bis zu seinem

Tod 1520 Herrscher der Azteken. Zunächst führte er

die rigide Herrschaftspolitik seiner Vorgänger fort, bekannt

wurde er aber im Kampf gegen die Spanier unter

Hernán Cortés und heutzutage seiner Rache wegen.

■ José de San Martín (1778-1850): Geboren in Argentinien,

schlug er eine Offizierslaufbahn ein und unterstützte die

spanischen Kolonialländer in deren Unabhängigkeitskampf,

vor allem Chile. Er kämpfte an der Seite des großen

Befreiers von Südamerika, Simón Bolívar.

■ Simón Bolívar (1783-1830): El Libertador (der Befreier)

genannt, war Bolívar Unabhängigkeitskämpfer Südamerikas

und ist bis heute Nationalheld zahlreicher

südamerikanischer Länder. Er hatte fortschrittliche sozialpolitische

Gedanken wie etwa den Panamerikanismus

oder die Gründung einer Konföderation lateinamerikanischer

Staaten.

■ Gabriela Mistral (1889-1957): Eigtl. Name Lucila Godoy Alcayaga.

Die chilenische Schriftstellerin lebte vor allem im

Ausland und erhielt 1945 den Nobelpreis für Literatur. Sie

verband eine enge Freundschaft mit Stefan Zweig und

dessen Frau, die nach Südamerika emigrieren mussten.

■ Ernesto „Che“ Guevara (1928-1967): Marxistischer Politiker

und Guerillaführer. Er war neben Fidel Castro die

wichtigste Symbolfigur in der kubanischen Revolution. Er

stammte ursprünglich aus Argentinien und hatte Medizin

studiert. Seine Schriften und Reden beeinflussten revolutionäre

Strömungen bis weit über Kuba hinaus und

dies bis zum heutigen Tage.

■ Isabel Allende (*1942): Chilenische Schriftstellerin und

Journalistin. Sie verkaufte über 51 Millionen Exemplare

ihrer Bücher in 27 Sprachen. Durch ihre journalistische Tätigkeit

setzt sie sich vor allem für die Rechte der Frauen

und die Gleichberechtigung ein. Sie ist weiters die Nichte

zweiten Grades des früheren chilenischen Präsidenten

Salvador Allende, der bei dem Militärputsch von Augusto

Pinochet ums Leben kam.

KOLUMBIEN

***

Cartagena

Die Stadt Cartagena liegt an der Karibikküste

Kolumbiens und ist Hauptstadt

des Departementos Bolívar. Sie liegt in einer

weiten Bucht und wird von einer vorgelagerten

Insel, der Isla de Tierrabomba,

geschützt. 1572 wurde die Stadt vom englischen

Freibeuter und Seefahrer Sir Francis

Drake überfallen, was zur Folge hatte,

dass die Wehranlagen der Stadt massiv

ausgebaut wurden, wie zum Beispiel das

Castillo de San Felipe de Barajas. Die Einfahrt

in die Bucht wird von zwei Forts bewacht,

die eine absolute Kontrolle über die

einfahrenden Schiffe hatten. Die Stadt war

nun so stark gesichert, dass sie praktisch

uneinnehmbar war, und sie ist ein Prachtexemplar

für die Militärarchitektur des

16. und 17. Jahrhunderts. In der Altsstadt

sind die Kathedrale besichtigungswert sowie

der im Kolonialstil errichtete Palast der

Inquisition. Die Häuser Cartagenas sind

bunt gestrichen, und die alte Stadtmauer

ist zum Teil noch erhalten und sogar begehbar.

1984 wurde der Hafen, die Befesti-

Hauptstadt Tunis

Avenue Habib Bourguiba

gungen und die Baudenkmäler der Stadt

in die Liste des UNESCO Weltkulturerbes

aufgenommen.

MEXIKO

***

Teotihuacán

Teotihuacán liegt fünfzig Kilometer

nordöstlich der mexikanischen Hauptstadt

Mexiko-Stadt und war einst das bedeutendste

Kulturzentrum und die größte vorkolonialistische

Stadt Amerikas. Der Name

bedeutet auf aztekisch soviel wie „Heimat

der Götter“. Teotihuacán wurde im frühen

20. Jahrhundert wiederentdeckt, danach

ausgegraben und zum Teil rekonstruiert.

Höhepunkte der Besichtigung sind die Straße

der Toten (Calzada de los Muertos) und

die sich darin befindende Sonnenpyramide

(Pirámide del Sol), die mit einer Höhe von

63 Metern die drittgrößte Pyramide der

Welt ist. Ferner kann man in der kleineren

Mondpyramide (Pirámide de la Luna) Grabkammern

mit Skelettresten und Grabbeigaben

bestaunen. Benannt wurden die zwei

Pyramiden nach zwei Göttern, die sich hier

durch Selbstopferung in jene Himmelskörper

verwandelt hatten. Im Norden der

Anlage steht der Quetztal-Schmetterlinge

Palast (Palacio del Quetztalpapálotl), der seinen

Namen von den sich dort befindlichen

Malereien erhalten hat. Auch Teotihuacán

gehört zum UNESCO Weltkulturerbe und

zwar seit 1987. Definitiv ein „must“, wenn

man in Mexiko-Stadt zu Gast ist!

VENEZUELA

***

Nationalpark Canaima

Der Nationalpark Canaima (Parque Nacional

Canaima) befindet sich in der Gran

Sabana im Bundesstaat Bolívar im südöstlichen

Venezuela. Er wurde 1962 gegründet

und ist heute mit einer Fläche von

rund 30.000 km 2 einer der größten Nationalparks

der Welt. 1994 wurde er von der

UNESCO zum Weltnaturerbe ausgerufen.

Charakteristisch für den Canaima Nationalpark

sind seine Tafelberge aus Sandstein,

die Tepuis genannt werden. Auf den

Hochplateaus hat sich eine einzigartige

Flora und Fauna entwickelt, die einen

Großteil an endemischen Arten hervorgebracht

hat. Weiteres sind unzählige Wasserfälle

zu bewundern, wie etwa der Angel

■ Pablo Neruda (1904-1973): Chilenischer Schriftsteller, erhielt

1971 den Nobelpreis für Literatur. Er setzte sich vor

allem gegen den Faschismus ein. Sein „Canto General“

wurde von Mikis Theodorakis vertont.

■ Gabriel García Márquez (*1927): Schriftsteller und Journalist

aus Kolumbien. Er erhielt 1982 den Nobelpreis für

Literatur. Populär wurde er mit dem Stil des so genannten

Magischen Realismus. Sein Roman „Hundert Jahre

Einsamkeit“ verkaufte sich mehr als dreißig Millionen Mal.

■ Octavio Paz (1914-1998): Mexikanischer Diplomat und

Schriftsteller. Literaturnobelpreisträger 1990. Sein berühmtestes

Werk „Das Labyrinth der Einsamkeit“ beschäftigt

sich mit der lateinamerikanischen Identität.

Cainama Nationalpark,

Venezuela

28 | SOCIETY 2_10


WUSSTEN SIE, DASS...

■ …die kolumbianische Sportart Tejo zwar mit traditionellen

Wurfringspielen und Hufeisenwerfen verwandt ist,

aber zusätzlich mit hochexplosivem Material operiert? So

gilt es, den Ball oder ähnliches in ein rundes Zielfeld zu

schleudern, das mit einer Reihe von Zündkapseln, genannt

totes, versehen ist. Gewonnen hat, wer die meisten

Explosionen ausgelöst hat.

■ …Hernán Cortés seinem Kaiser Karl V. im Jahre 1528 eine

aztekische Akrobaten- und Ballspielgruppe bringen ließ,

um jenem die Sitten seiner Untertanen aus Übersee vorzuführen?

Demonstriert wurde das altmexikanische Steißball-Spiel,

bei dem es gilt, einen Gummiball mit Stößen

des Steißbeins so lange wie möglich in der Luft zu halten.

■ …die Entdeckung Amerikas eigentlich dem isländischen

Seefahrer Leif Eriksson (975-1025) zuzuschreiben ist,

welcher im Jahre 1000 n. Chr. über Grönland an die amerikanische

Küste gelangte?

■ …die Mexikaner den Día de los Muertos (Tag der Toten)

am 2. November als farbenprächtiges Volksfest feiern?

Künstliche Totenköpfe und Skelette schmücken Straßen

und Geschäfte.

BUCHTIPPS

Mar del Plata, Argentinien

Fall (Salto Angel) der mit einer Fallhöhe

von etwa 980 Metern der höchste freifallende

Wasserfall der Erde ist. Der Canaima

Nationalpark ist nur mit dem Flugzeug zu

erreichen und innerhalb des Parks geht es

zu Fuß und per Boot weiter zu den Wasserfällen

und Lagunen. Es besteht die Möglichkeit,

Dörfer der Eingeborenen Indianer

zu besichtigen, welche ihr Handwerk gerne

zur Schau stellen und es auch zum Verkauf

anbieten, wie zum Beispiel Teppiche

oder auch Blasrohre. Wenn man Venezuela

bereist, dann muss man den Nationalpark

Canaima unbedingt gesehen haben!

ECUADOR

***

Galápagos Inseln

Durch ihre einzigartige Tier- und Pflanzenwelt

gelangten die Galápagos Inseln zu

Berühmtheit und kein geringerer als Charles

Darwin fand hier die ersten Anstöße zu

seiner Evolutionstheorie. Die Inselgruppe

setzt sich aus 14 größeren und über hundert

kleinen bis winzigen Inseln zusammen,

jedoch nur fünf Inseln sind bewohnt.

Auch sie gehören zum UNESCO Weltnaturerben,

stehen jedoch seit 2007 auf der roten

Liste des gefährdeten Welterbes. Die

Galápagos Inseln sind vulkanischen Ursprungs

und aufgrund des aufsteigenden

Tiefenwassers und dem Humboldtstrom

mit einem eher gemäßigten Klima gesegnet.

Die jährliche Durchschnittstemperatur

beträgt rund zwanzig Grad Celsius und

die Regenzeit dauert zirka von Jänner bis Juni,

das übrige Jahr fällt nahezu kein Niederschlag.

Alle zwei bis zehn Jahre jedoch tritt

das Wetterphänomen El Niño auf, was zur

Folge hat, dass die vorherrschenden Südostpassatwinde

durch Westwind ersetzt

werden und somit warmes Wasser aus dem

Westpazifik auf die Inseln zutreibt. Die hat

zur Folge, dass das nährstoffreiche Tiefenwasser

nicht mehr aufsteigt und das warme,

nährstoffarme Wasser die sonst üppige

Nahrungskette unterbricht. Dies bewirkt

ein Massensterben unter Meeresfischen und

Seevögeln. Die Galapagos Inseln sind mit

dem Flugzeug oder per Schiff zu erreichen.

Man sollte US-Dollar mit sich haben, möglichst

nicht zerknüllt oder eingerissen, da

andere Währungen oder Kreditkarten meist

nicht akzeptiert werden.

Stefan Rinke

Stefan Rinke

Revolutionen in

Lateinamerika

Wege in die Unabhängigkeit

1760-1830

C.H.Beck

Neu erschienen 2010

Lateinamerika erkämpfte sich vor rund 200 Jahren seine

Unabhängigkeit von den europäischen Kolonialmächten

Spanien, Portugal und Frankreich. Von der Sklavenrevolution

in Haiti über die langwierigen Unabhängigkeitskriege

im spanischen Amerika bis hin zur unblutigen

Emanzipation Brasiliens erzählt der Band die Geschichte

Lateinamerikas an einem zentralen Wendepunkt in seiner

atlantischen Verflechtung.

Chronologisch aufgebaut beschreibt es politische Umbrüche

und militärische Entscheidungsschlachten des

Kontinents sowie die maßgeblichen Anführer wie Toussaint,

Miranda oder Bolívar mit ihren abenteuerlichen und

ungewöhnlichen Lebensgeschichten. Die Staatsgründungen,

die sich bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts hinzogen,

wurden zwar durch den antikolonialen Widerstand geeint,

aber durch die Ausgrenzung breiter sozialer und ethnischer

Schichten, den Aufstieg des Caudillismus und die

Ausbildung einer „Guerrilla“ zeichnen sich bereits die Probleme

ab, die Lateinamerika immer noch prägen. Vor dem

Hintergrund des wachsenden Einflusses neuer indigener

Bewegungen und der Wiederentdeckung des Bolivarismus

gewinnt diese dramatische Epoche heute wieder

Bedeutung und politische Aufmerksamkeit.

Erlöserkirche in

St. Petersburg

SOCIETY 2_10 | 29


30 | SOCIETY 2_10

„We believe that Argentina is

a country of the future.“

H.E. EUGENIO MARÍA CURIA


Argentina Not Affected By Crisis

Model Of Integration

LATEINAMERIKA

ARGENTINIEN

SOCIETY interviewed the Ambassador of Argentina in Austria, H.E. Eugenio María Curia,

about the integration of Latin America, Argentina’s development after the collapse in 2001

and the 200 year celebrations.

Dear Excellency, Argentina is celebrating

200 years of independence, what does it

mean to the people of your country?

When you celebrate anniversaries you

commemorate a milestone in your history

and at the same time it is an opportunity to

make a broad assessment of the life of a

country. We don’t have to forget that Argentina

started its first patriotic government in

1810 and that it consolidated after several

years of internal strife in 1816 with the formal

Declaration of Independence. Then, in

1853 we approved our Constitution that –

with amendments in 1994 – is still in force.

Between 1880 and 1910 huge immigration

waves from European countries came to Argentina.

In 1916, we had the first elections

with secret and universal ballot and the new

middle classes made their voice heard. With

the election of Perón in 1946, a politicalsocial

movement was created that incorporated

the big masses into the political and

economical life. So, Argentina takes a pride

in that it was one of the first Latin American

countries in which every citizen was included

in the political life of the country.

And the future?

Nowadays, after ups and downs, the

df.ldflkjdfh kdhflkdfh lnk dfh kndh

coup d’état and the tragedy of the military

regime, the dictatorship from 1976 to

fkndfh nkh dfknldfh kn

1983, we live within democratic institutional

rules and we believe that Argentina is

a country of the future. We are members

of the MERCOSUR and we are showing the

ability to assert ourselves in a globalized

and complicated world, working hard to

reach the goal of developing an inclusive

and just society and community.

Do you think there is still a link between

what happened 200 year ago and today? Or

is it just a matter of history?

It is both. From the point view of history,

we celebrate the decision – thanks

to the French invasion of Spain – that

the king should not rule any more, but

from the point of view of the ideas of

1810 we still discuss things like how State

and society should be combined and

what are the best possibilities for growth

and development. Some questions and

answers of May 1810 are still worth of discussion

today.

One of these ideas is the integration of

Latin America into a community similar to

that of the European Union or the United

States. How would you assess this future?

In the very beginning, there was the

idea of joining all Latin American republics

together. It proved that it was very

complicated, but now we are coming back

to that idea. We have decided to create UN-

ASUR, the Union of the South American

Countries, taking into account that if you

want to assert a role in international politics,

you need a certain amount of power.

It is important for South America to have

this voice vis-à-vis the US, China and the

„The huge middle class is

still a distinct feature of

Argentina.“

H.E. EUGENIO MARÍA CURIA

EU. The building of UNASUR is an important

strategic decision.

But there is still a long way to go…

It will take some time. Latin America

has a long history of different models of integration

beginning in the 1960s, with

ALALC, then ALADI as well as several regional

associations like the Andean Community,

the MERCOSUR etc. which are efforts

of bringing together our countries. UNA-

SUR is a decision to place the best strategic

approach in the international arena.

When you talk about the ups and downs

of your country, one of the downs was the

collapse in 2001/02. How can Argentina cope

with the consequences of this collapse in

today’s current financial crisis?

The collapse of 2001/02 really shuttered

the system. It was even almost going to the

bottom. People got hectic and nervous,

but we recovered. In the last eight years the

economy grew at a rate of eight per cent at

an average. Former President Néstor Kirchner

showed excellent leadership in order to

move Argentina out of the crisis, and President

Cristina Fernández de Kirchner is

SOCIETY 2_10 | 31


LATEINAMERIKA

ARGENTINIEN

consolidating our model. What is interesting

is that today’s financial crisis has not

affected Argentina too much from the financial

point of view. Of course, it has its

impact on trade like export and import,

but Argentina didn’t suffer a lot due to the

huge international financial crisis.

For 2010 another rise of the economy is

expected…

The economy is running smooth and

with a good rate of growth.

How could the middle class survive

these crises?

Of course, it was a very hard time. The

huge middle class used to be and still is a distinct

element or feature of Argentina compared

to the rest of Latin America, and social

mobility a real factor of progress in our

country, I can offer my case as an example.

But of course, the middle class suffered

most but we are recovering at good speed.

In the last two years there has been a

dispute in the agrarian sector about taxes

and export restrictions. What is the reason

for this dispute?

This is a question which has to do with

politics and economics on the one hand,

and with the normal agonic (struggling)

activities of political parties on the other.

There was a discussion dealing with taxes

and it became a political hot issue. The opposition

got its point in Parliament and

the taxes were not enacted. The second

subject relates with a restriction of meat

exports in order to assure our domestic

consummation of meat, which is one of

the highest in the world. These were typical

situations in the political life within

the democratic institutions and with factors

of power and groups of interest, that

happens all the time in all democratic

systems.

Austria’s Foreign Minister Michael Spindelegger

visited Buenos Aires during the

200-year-celebrations. This must have been

a special honor for Argentina?

The visit was a highlight in our celebrations

and a great honour for us. It had several

distinct features: Firstly, Minister

Spindelegger went to Buenos Aires, secondly,

he supported the publication of a

book compiled by two Argentine ladies

about the Austrian participation in our

Centenary in 1910. The book, for example,

recalls us that the Navy Ship Karl VI harbored

in Buenos Aires, that a brass band

played in the Colon Theatre, that Joseph

Hoffman created an armchair designated

“Buenos Aires”, etc. But of course, the visit

of Minister Spindelegger was a highlight

and he also took advantage of the occasion

to carry out political talks with our

Foreign Minister.

What are the political and economical

relations between Austria and Argentina?

We have perfect relations with bilateral

consultations every year or two years. We

co-operate a lot on the most different issues

on the international level like environment,

human rights etc. and in several

issues in which we share the same values

and objectives. On the economic/commercial

level we enjoy a reasonable exchange

but we have to deepen it. Several Austrian

enterprises are settled in Argentina and we

32 | SOCIETY 2_10


egularly organize fairs and visits, which

are also supported by the WKO.

One big investor in Argentina is China.

How is this functioning?

China is not yet a huge investor in Argentina,

but China is one of our most important

trade partners.

The other trade partners are the US and

the EU…

Our most important commercial partners

are Brazil, the MERCOSUR countries,

United States, China and the EU. There was

an interesting research done by CEPAL,

the UN-based Economic Commission for

Latin America, some years ago that showed

that almost all South American countries

had more trade with the rest of the world

than with each other. Through MERCOSUR

we change this at the South Cone area.

What was the result of EULAC in Madrid?

Latin America and the EU, in general

terms, share the same Western values and

it is very important to gather our countries

on regular bases in order to assess the different

challenges that we face and to

decide to work together for results. Still we

have a long way in front of us. But just to

give you one example, the EU and MERCO-

SUR have been negotiating for more than

fifteen years on a trade agreement. Some

kind of idea of a light at the end of the tunnel

is appearing. We know that these are

tough negotiations but we feel that our European

partners do not make enough efforts

to improve the offer. I hope that this

small light will success in the future, and

we shall finally reach an agreement between

MERCOSUR and the EU.

What about the sovereignty over the

Malvinas Islands in the Atlantic?

We are very clear on this point. There is

a dispute on sovereignty and during long

years we had negotiations with the UK on

this issue. In recent years Britain said that

they have no doubts over the sovereignty

and they reject negotiations, and this is a

violation of international law, because we

do not have to forget that there are decisions

and resolutions from the UN stating

that Argentina and the UK have the obligation

to negotiate. In the last years the UK

has mounted some operations either

through fishing or by giving licenses for oil

exploration which complicate the issue. As

our Foreign Minister recently stated, it

looks like that Britain would not comply

with the UN decisions and resolutions in

order to have a meaningful negotiation.

Argentina is a country of culture, especially

in the movies, and then of course in literature,

Tango etc. Why is Argentina so

successful?

Without being stubborn we take pride

that Argentina has always been identified

as a very creative and innovative society, no

matter in which field of culture, from

painters to writers to film-makers, etc.

Film making has always been recognized

as an important cultural product, which in

the last years has even increased because it

has become an industry which is very successful,

with examples of the Oscar-winning

for films like the “The official story”

and “The Secret of Their Eyes”, films that

also received recognition in a lot of different

festivals. I assume that I do not have

to elaborate about tango and its widespread

fame around the world.

You have been in Vienna for four years.

What is your opinion about Vienna?

Vienna is an incredible city. I lived here

between 1994 and 1997 as “Gesandter”

and came back four years ago as Ambassador.

Vienna offers a kind of cosmopolitism

with culture and history, and the famous

CURRICULUM VITAE

H.E. Eugenio María Curia was born on April 21, 1953. He

studied at the Faculty of Law and Social Sciences and specialized

in International Law. From the late 1970ies to the

late 1990ies he occupied several positions at Argentine

Embassies. He was Head of International Affairs of the Ministry

of Justice between 1997 and 2001 and Chief Legal

Adviser at the Ministry of Foreign Affairs, International Trade

and Worship between 2002 and 2005. He was Professor

of Public International Law at the University of

Buenos Aires and at the Di Tella University. He is married

and has two sons.

Austrian “Gemütlichkeit” which is outstanding

and I love it. In Vienna I have all

the possibilities of enjoying an excellent diversified

life, within the few free moments

that allow my duties as Ambassador to

Austria, Slovenia, Slovakia and Permanent

Representative to the UN, IAEA, UNIDO,

CTBTO etc.

Do you live here with your family?

My wife is also a diplomat, and she stayed

here till recently when she returned to

the Diplomatic Service and is now serving

in our Embassy in Bern. My older son is

studying law in Argentina and my younger

son just finished High School in Vienna.

Where have you been during your

career?

In The Hague, in Moscow during the

Gorbachev time, in Roma (during the soccer

world championship of 1990), in Chile,

in Vienna, then in Buenos Aires for several

years and since 2006 in Vienna as Ambassador.

What would you say about your profession:

What is the essence of diplomacy?

This is an important question. In our

present world you get information from all

kinds of sources. The possibilities of IT

and communication are widespread. Still,

diplomats have a special sense of place and

time in order to better defend and promote

the national interest. Furthermore, diplomats

have a long view on how the international

order could be adjust for better

development of our countries and societies,

especially within the multilateral diplomacy.

It’s a challenging profession and

I enjoy it a lot.

SOCIETY 2_10 | 33


„Heute ist Mexiko ein moderner Staat,

der für demokratische Prozesse und

Entscheidungen steht, mit einer guten

Wirtschaftsleistung und internationalen

Beziehungen.“

S.E. ALEJANDRO DÍAZ

34 | SOCIETY 2_10


LATEINAMERIKA

MEXIKO

Mexiko – moderner Staat mit Verantwortung

Das Beste für die Bevölkerung

S.E. Alejandro Díaz, Botschafter von Mexiko in Österreich, spricht im SOCIETY-Interview

anlässlich 200 Jahre Unabhängigkeit über die Revolution in Mexiko, die gemeinsame

Geschichte mit Österreich und die Probleme in seinem Land.

Mexiko feiert heuer zwei Jubiläen: 200

Jahre Unabhängigkeit und hundert Jahre

Revolution. Welche Bedeutung haben diese

Jahrestage für das mexikanische Volk?

Mexiko hat 1810 seine Unabhängigkeit

erklärt, de facto ist Mexiko seit 1821 unabhängig.

Das 200-Jahr-Jubiläum feiern wir gemeinsam

mit fünf anderen Ländern, die

ebenfalls 1810 ihre Unabhängigkeit erklärten,

nämlich Ecuador, Venezuela, Chile, Kolumbien

und Argentinien. Die Unabhängigkeit

ist natürlich sehr wichtig für eine

Nation, weil sie als souveräner Staat eigenständig

und selbstbestimmt handeln kann.

Auch die Revolution von 1910 ist bedeutsam,

weil sie Mexiko tiefgreifend verändert

hat. Im 19. Jahrhundert gab es in Mexiko

nach vielen Umbrüchen eine langdauernde

Diktatur, die 1910 mit der Revolution beendet

wurde und dem Land eine Landreform,

bessere Infrastruktur, die Modernisierung

des Bildungswesens usw. brachte.

Was hat sich seit der Revolution in Mexiko

verändert?

Jedes Land soll mit friedlichen Mitteln

das Beste für seine Bevölkerung leisten.

Manches Mal – wie bei einer Revolution –

df.ldflkjdfh kdhflkdfh lnk dfh kndh

ist Gewalt aber leider die einzige Möglichkeit.

Heute ist Mexiko ein moderner Staat,

fkndfh nkh dfknldfh kn

der für demokratische Prozesse und Entscheidungen

steht, mit einer guten Wirtschaftsleistung

und internationalen Beziehungen.

Welche Veranstaltungen gibt es anlässlich

der Jubiläen?

Hervorheben möchte ich die Ausstellung

im Kunst Haus Wien über Tina Modotti,

einer Italienerin aus Udine, die

nach der Revolution als Fotografin in Mexiko

tätig war und in den 1920er und

30er Jahren sehr interessante Fotos in

Mexiko gemacht hat. Es wird auch eine

Frida Kahlo-Ausstellung im Bank Austria

Kunstforum ab September geben. Dann

sind auch eine Reihe von Vorträgen, Konzerten

und Empfängen geplant. Der Nationalfeiertag

wird am 14. September

im Wiener Rathaus gefeiert, und im November

veranstalten wir einen Mexikoball

zum Jahrestag der Revolution.

Wie feiern die Menschen in Mexiko den

Nationalfeiertag?

Die Menschen feiern am Hauptplatz jeder

Stadt, in Mexiko-Stadt ist es der Platz

der Verfassung, der Zócalo. Wir erinnern

uns an den Revolutionär Miguel Hidalgo,

der die Leute mit Kirchenglocken zum

Aufstand aufgerufen hat, und so lassen wir

an diesem Tag im ganzen Land die Glocken

läuten, es gibt Feuerwerke und mexikanisches

Essen. Das Wetter ist auch viel besser

als hier in Mitteleuropa, also feiern wir

meistens im Freien.

Zwischen Mexiko und Österreich gibt

geschichtlich lange Beziehungen: Man denke

nur an Maximilian und an 1938…

Wir sollten mit Karl V. anfangen! Er war

„Unser Vorteil ist, dass wir sowohl

mit der EU als auch mit

den USA ein Freihandelsabkommen

haben.“

S.E. ALEJANDRO DÍAZ

unser einziger gemeinsamer Kaiser, in dessen

Reich die Sonne nie unterging – wie es

so schön heißt. Vor seinem Tod hat Karl

das Kaisertum in eine spanische und eine

österreichische Linie geteilt. Was Maximilian

betrifft, so hat er viel mehr für Mexiko

getan, als die Menschen bei uns in Mexiko

denken. Und andererseits wurde er

von den Mexikanern auch nicht so

schlecht behandelt, wie viele hier in Österreich

meinen. Er war ein Idealist und Liberaler,

und er wollte die Lage in Mexiko verbessern.

Sein großes Problem war, dass er

von den Konservativen gerufen wurde, die

eine andere Politik verfolgten. Nach seinem

Tod gab es keine Beziehungen zu

Österreich, bis sie 1901 wieder aufgenommen

wurden.

1938, als die deutschen Truppen in

Österreich einmarschierten, hat Mexiko

einen Protest beim Völkerbund eingelegt.

Das war angesichts der politischen Lage

ein romantischer Protest, aber zumindest

wusste Österreich, dass es nicht allein war.

Mexiko hat außerdem viele Flüchtlinge

aufgenommen, nicht nur Juden, sondern

auch Katholiken und sogar rechtsgerichte-

SOCIETY 2_10 | 35


LATEINAMERIKA

MEXIKO

„In den 60er und 70er Jahren

war es für einen Mexikaner

ein Abenteuer oder eine Mutprobe,

in die USA einzureisen.“

S.E. ALEJANDRO DÍAZ

te Gegner der nationalsozialistischen Politik.

Einige sind für immer in Mexiko geblieben.

Zum Beispiel der berühmte Historiker

Friedrich Katz, der einer der

profundesten Kenner der mexikanischen

Geschichte ist und später in Chicago gelehrt

hat.

Wie sehen die wirtschaftlichen Beziehungen

zwischen Mexiko und Österreich

aus?

Es gibt etwa neunzig österreichische

Unternehmen in Mexiko. Allerdings gäbe

es noch mehr Raum für österreichische

Unternehmen, wenn man die Zahl der

deutschen Unternehmen heranzieht: Wir

haben 2.000 deutsche Unternehmen in

Mexiko, und im Vergleich 1:10 könnten

demnach 200 österreichischen Unternehmen

in Mexiko sein. Im Außenhandel zwischen

Österreich und Mexiko erzielt Österreich

einen großen Außenhandelsüberschuss.

Wir wollen die wirtschaftliche

Beziehung natürlich verstärken und Österreich

davon überzeugen, in Mexiko zu investieren.

Unser Vorteil ist, dass wir sowohl

mit der EU als auch mit den USA ein Freihandelsabkommen

haben. So gibt es die

Möglichkeit, teilgefertigte Produkte über

Mexiko in die USA einzuführen, um weniger

Zoll zu zahlen. Auch wenn die Krise alles

lahmgelegt, heuer wird es besser werden,

wir können nicht immer in der Krise

leben.

Österreich und Mexiko sind derzeit beide

im UN-Sicherheitsrat vertreten. Gibt es eine

Zusammenarbeit und in welcher Art?

Unser Botschafter bei der UNO in New

York war früher Botschafter in Wien. Es gab

ein Treffen zwischen ihm und dem österreichischen

UNO-Botschafter hier in Wien,

um gemeinsame Themen zu besprechen,

darunter fallen der Schutz von Kindern

und der Zivilbevölkerung in bewaffneten

Konflikten, die Wahrung der Menschenrechte,

Partizipation von Frauen beim

Wiederaufbau nach Konflikten, Kontrolle

des illegalen Waffenhandels, und die Westsahara-Friedensmission.

Beide Länder sind

für den Frieden, für ein Verbot von Atomwaffen.

Die USA haben einen Grenzzaun gebaut,

um Einwanderer aus dem Süden aufzuhalten.

Wie kann das funktionieren?

Die Grenze zwischen den USA und Mexiko

ist über 3.000 Kilometer lang, davon verläuft

mehr als die Hälfte entlang des Grenzflusses

Rio Grande bzw. Rio Bravo. Es gibt

nur einige Kilometer Zaun in Kalifornien

und in den Grenzstädten. Die gesamte Grenze

einzuzäunen ist unmöglich. Das Terrain

ist schwierig wegen der Berge und Wüsten.

Die USA wollen jedoch einen sog. „Virtual

Fence“ aus Sensoren und Kameras bauen,

um den Grenzübertritt zu überwachen, was

aber sehr viel kostet. Das Problem ist, dass

das Immigrationssystem der USA schwach

ist. Es ist leicht, in die USA einzureisen und

dann illegal dort zu bleiben.

Wie groß ist das Problem der illegalen

Einwanderung aus Mexiko?

Natürlich, die meisten Immigranten

ohne Papiere in den USA kommen aus Mexiko.

In den 60er und 70er Jahren war es

für einen Mexikaner ein Abenteuer oder eine

Mutprobe, in die USA einzureisen;

nachdem die Grenzkontrollen verstärkt

wurden, konnten paradoxerweise viele

nicht mehr nach Mexiko zurückkehren. Es

ist sehr attraktiv, in den USA zu arbeiten.

Der Stundenlohn ist viel höher. Damit die

Migration gestoppt wird, müssen wir mehr

Arbeitsplätze in Mexiko anbieten. Das

Durchschnittsalter in Mexiko beträgt 18

Jahre. Die Leute sind sehr jung. Das Bevöl-

36 | SOCIETY 2_10


kerungswachstum hat sich aber verlangsamt

und vielleicht wird sich der Arbeitsmarkt

bald ändern.

Wie beurteilen Sie die Migration? Wie

groß ist der gegenseitige Einfluss?

In den USA lebt eine große „hispanic

community“ mit sechzig Millionen Muttersprachlern.

Es gibt einen Gouverneur mit

mexikanischer Herkunft, sowie einige Senatoren

und mehrere Abgeordnete. Die

Kulturen sind vermischt, es gibt Einflüsse

in beide Richtungen. Die ausgewanderten

Mexikaner wollen die Kultur der USA übernehmen,

aber teilweise wollen sie ihre

Kultur auch bewahren. Ich meine, die Leute

sollten sich an die neue Kultur anpassen,

wenn sie dort leben wollen.

Der Unterschied zwischen Stadt und

Land ist in Mexiko sehr groß. Wie kann

man ihn ausgleichen?

Wir haben das Problem der Landflucht.

Achtzig Prozent der Menschen wohnen in

Städten. Nur dort gibt es genug Arbeit

und Ausbildungsmöglichkeiten. Außerhalb

der Städte gibt es nicht viel. Die Arbeit

auf dem Land ist sehr hart. Viele Teile von

Mexiko sind Wüste oder Halbwüste, wo

nicht einmal Landwirtschaft möglich ist.

In den Teilen, wo Landwirtschaft möglich

ist, leben die Menschen gut. Der Unterschied

zwischen armen und reichen Menschen

ist aber sehr groß. Vierzig Prozent

der Bevölkerung sind arm. Wir müssen

daran arbeiten, sie aus der Armut herauszuholen.

Wie bekämpft der Staat die Armut?

Es gibt zum Beispiel „Oportunidades“,

eine interessante Strategie: Wenn die Mütter

ihre Kinder in die Schule und zum Arzt

bringen, bekommen sie eine Karte, mit der

sie Geld von der Regierung bekommen. D.

h. nur wenn sie sich um die Bildung und

Gesundheit ihrer Kinder kümmern, bekommen

sie eine finanzielle Hilfe.

Im November/Dezember 2010 wird ein

Klimagipfel in Cancún stattfinden. Welche

Klimapolitik verfolgt Mexiko?

Vor zehn, fünfzehn Jahren hatten wir

ein großes Problem mit dem Wetterphänomen

El Nino an der Pazifikküste. Deshalb

sind wir an einer aktiven Klimapolitik

interessiert. Die Verringerung von Treibhausgas-Emissionen

ist dringend notwendig.

Im Rahmen des Emissionsrechtehandels

wäre es beispielsweise möglich, Geld

für die Pflege der mexikanischen Wälder

zu bekommen, die dann mehr CO2 aufnehmen

können. Mexiko setzt sich aber nicht

nur bei den Klimagipfeln ein, sondern verfolgt

verschiedene Ziele und Programme.

Kürzlich fand etwa die Conference of the

Parties (COP) der Convention on Biological

„Die USA wollen einen sog.

‚Virtual Fence‘ aus Sensoren

und Kameras bauen, um den

Grenzübertritt zu überwachen.“

S.E. ALEJANDRO DÍAZ

„Vierzig Prozent der Bevölkerung

sind arm. Wir müssen

daran arbeiten, sie aus der Armut

herauszuholen.“

S.E. ALEJANDRO DÍAZ

CURRICULUM VITAE

S.E. Alejandro Díaz Pérez Duarte ist am 17. Juli 1945 in Mexiko-Stadt

geboren. Er schloss 1967 ein Studium der

Elektromechanik an der Universidad Iberoamericana ab.

Danach machte er ein Diplom an der Technischen Universität

München. Zwischen 1970 und 1980 war er in der Privatwirtschaft

tätig, von 1980 bis 1987 war er Geschäftsführer

für Logistik bei Kimberly Clark in Mexiko. Seit 1964 ist

er Mitglied des Partido Acción Nacional (PAN), wo er verschiedene

Positionen im Exekutivkomitee bekleidete. Er

war für zwei Legislaturperioden Nationalratsabgeordneter

und Mitglied in der Kommission für Außenbeziehungen

des Nationalrates. Von 2003 bis 2007 war er Botschafter

in Griechenland und gleichzeitig für Zypern. Seit drei

Jahren ist S.E. Alejandro Díaz Botschafter in Österreich.

Diversity mit Mexikos Teilnahme in Bonn

statt. In Wien sind Verhandlungen mit

OPEC über Umweltschutzthemen vorgesehen.

D. h. wir wollen das ganze Jahr über

Lösungen finden, nicht nur in Cancún.

Welche Ergebnisse hat der Lateinamerikagipfel

in Madrid gebracht?

Selbst wenn man der Meinung wäre,

dass die Ergebnisse des EU-LAK Gipfels

substanzlos oder die gleichen wie in den

vorangegangenen Treffen seien, gab es aus

diesem Anlass folgende konkrete Fortschritte:

Die Erweiterung der Kenntnis des

EU-LAK durch konkrete Schritte; die Sicherung

der ökologischen Nachhaltigkeit,

unter Berücksichtigung sowohl der gemeinsamen

als auch differenzierten Verantwortung;

Förderung der Entwicklung

von Projekten in den Bereichen erneuerbare

Energien und Energieeffizienz; Bereitstellen

der finanziellen Ressourcen zur

Verbesserung und Weiterentwicklung der

Infrastruktur und der nachhaltigen Netzwerke,

um die regionale Integration und

den sozialen Zusammenhalt zu fördern;

die positiven Synergien zwischen Migration

und Entwicklung in Angriff zu nehmen.

Mexiko ist medial wegen der Kriminalität

oft in den Schlagzeilen. Wie ist die Situation

in Mexiko?

Es gibt natürlich Kriminalität in Mexiko,

aber sie wird in den Medien übertrieben dargestellt.

Die meisten Konflikte betreffen verschiedene

Mafiagruppen, die sich gegenseitig

bekämpfen. Das ist kein Problem für

Außenstehende, da nur Kriminelle darin

involviert sind. In Mexiko gibt es weniger Tote

per 100.000 Einwohner als in New Orleans

oder Chicago. Die Medien machen aber aus

jedem Toten eine große Sache. Die Pressefreiheit

ist natürlich wichtig, aber der Sensationsjournalismus

übertreibt das Ganze.

Selbstverständlich müssen wir die Kriminalität

und den Drogenhandel bekämpfen,

das ist auch ein zentrales Thema der Regierung.

Wie sehen die Beziehungen zu den anderen

amerikanischen Staaten aus?

Die mexikanische Außenpolitik ist stark

auf die USA ausgerichtet. Die USA sind unser

Nachbar, und wir wickeln achtzig Prozent

unseres Handels mit den USA ab. Mit

Brasilien versuchen wir ein Freihandelsabkommen

abzuschließen, was sich aber

schwierig gestaltet. Mit 44 Ländern gibt es

bereits Freihandelsabkommen, und in Lateinamerika

bereits mit Chile, Kolumbien,

Peru und den zentralamerikanischen Ländern.

Grundsätzlich setzt sich Mexiko für

die Stärkung der multilateralen Beziehungen

ein, weil so die besten Lösungen für

die Probleme der Welt gefunden werden.

Wir sind in Wien, Genf und New York bei

der UNO sehr tätig.

Wie gefällt Ihnen Wien?

Wien ist wunderschön, das Angebot an

Musik und Kultur ist erstklassig, die Leute

sind gemütlich, nur das Wetter ist nicht so

angenehm oder die ständigen Temperaturwechsel.

Hier weiß man nie, wie das

Wetter wird.

Ihre Vorgängerin in Wien ist Außenministerin

geworden.

Wien ist irgendwie ein besonderer

Platz. Nicht nur meine Vorgängerin hat

Karriere gemacht, sondern auch der ehemalige

Botschafter Südkoreas in Wien,

Ban Ki-Moon, ist – wie wir alle wissen –

jetzt Generalsekretär der Vereinten Nationen.

SOCIETY 2_10 | 37


LATEINAMERIKA

DIPLOMATIE

Österreich in Lateinamerika

El Bicentenario

Österreichs Botschafter in den 200-Jahr-Jubiliäumsländern berichten über den aktuellen

Stand der gegenseitigen Beziehungen.

Die Beziehungen zwischen den lateinamerikanischen

Staaten und Österreich

sind erfreulicherweise konfliktfrei,

mit manchen Ländern – etwa Mexiko

– gibt es sogar länger zurückliegende geschichtliche

Gemeinsamkeiten. Anlässlich

des 200-Jahr-Jubiläums, dem Schwerpunktthema

dieser SOCIETY-Ausgabe, berichten

die österreichischen Botschafter in Argentinien,

Chile, Kolumbien und Mexiko in

Kurzinterviews über wichtige Aspekte der

zwischenstaatlichen Beziehungen.

***

DR. ROBERT ZISCHG

Botschafter in Buenos Aires

Besuch von BM Spindelegger

„Stärkeres Engagement“

„Die argentinische Wirtschaft

verzeichnete eine spektakuläre

Entwicklung.“

DR. ROBERT ZISCHG

Wie gestalten sich die Feierlichkeiten des

Bicentenario in Argentinien?

Das 200-Jahr-Jubiläum wurde im ganzen

Land mit zahlreichen Events sehr ausgiebig

gefeiert. Den absoluten Höhepunkt

bildeten am 25. Mai, dem Tag der Absetzung

des spanischen Vizekönigs Cisneros

und Einsetzung einer Regierungsjunta im

Jahr 1810, eine spektakuläre Licht- und

Ton-Show sowie ein grandioses Defilee mit

Hunderten von Darstellern in Buenos Aires

von der Casa Rosada bis zur Avenida 9 de

Julio, die von Hunderttausenden begeisterten

Zuschauern gesäumt war. Dabei

wurden wichtige Ereignisse aus der Geschichte

des Landes künstlerisch aufbereitet

und schwungvoll in Erinnerung gerufen.

Welche Themen wurden beim bilateralen

Besuch BM Spindeleggers in Buenos Aires

besprochen?

BM Spindelegger konnte während seines

zweitägigen offiziellen Besuchs in Buenos

Aires mit vielen Spitzenpolitikern zusammentreffen.

Damit konnte er sich bei

seinem ersten Besuch in Argentinien ein

persönliches Bild von den innen- und

außenpolitischen Schwerpunkten Argentiniens

machen. Bilateral ist das Verhältnis

zwischen Österreich und Argentinien erfreulicherweise

konfliktfrei. Im multilateralen

Bereich gibt es zahlreiche Übereinstimmungen,

so etwa im Menschenrechtsbereich.

Sehr interessiert zeigte sich

Außenminister Taiana an der von Österreich

initiierten Errichtung einer Internationalen

Antikorruptions-Akademie in Laxenburg

im Herbst 2010. Im

Wirtschaftssektor sieht BM Spindelegger

einiges an Potential für ein stärkeres Engagement

österreichischer Firmen in Argentinien.

Er sprach sich für einen raschen Abschluss

der vor kurzem begonnenen Verhandlungen

über ein neues Doppelbesteuerungsabkommen

aus.

Wie geht Argentinien mit der aktuellen

Krise um – sind die Auswirkungen des wirtschaftlichen

Kollapses 2002 schon verarbeitet?

Die ab 2002 steigenden Rohstoffpreise

und der von der Zentralbank gestützte

günstige Wechselkurs des argentinischen

„Die Chilenen haben den Ehrgeiz,

persönlich, aber auch

als Staat, zu reüssieren.“

DR. WOLFGANG ANGERHOLZER

FOTOS: WALTER KRUMBACH (1), BMEIA

38 | SOCIETY 2_10


Pesos ermöglichten einen ausgeprägten

Exportboom, der die Wirtschaft sehr rasch

wieder auf die Beine brachte. Ende 2005

war das seit 1998 verlorene Terrain bereits

wieder aufgeholt. In den Jahren 2003

bis 2008 verzeichnete die argentinische

Wirtschaft eine spektakuläre Entwicklung

und ist in diesem Zeitraum real durchschnittlich

um 8,5% gewachsen. Nach einer

Steigerung von 6,8 % im Jahr 2008

brach die Wirtschaft deutlich ein; dabei

spielten neben internen Faktoren auch die

weltwirtschaftsbedingt beträchtlich gefallenen

Preise für die Hauptexportgüter eine

wichtige Rolle. Das Wachstum lag im Jahr

2009 nach offiziellen Angaben bei +0,9%,

gemäß privaten Analysten bei -3 bis -4 %.

Die Talsohle scheint heuer jedoch schon

überwunden zu sein; für das Gesamtjahr

2010 werden bereits wieder bis zu 6 %

Wachstum prognostiziert.

***

DR. WOLFGANG ANGERHOLZER

Botschafter in Santiago de Chile

Große Zukunft

„Ehrgeiz und Zuversicht sind

beeindruckend“

Wie haben Sie das Erdbeben im Februar

erlebt? In welcher Weise konnte Österreich

helfen?

Das Erdbeben und die nachfolgende

Springflut haben mit einem Schock in Erinnerung

gerufen, wie mächtig und unbändig

die Kräfte der Natur zuschlagen können.

Unsere Aufmerksamkeit galt den

Österreichern, die in der betroffenen Region

leben, sowie den Reisenden, die unfreiwillig

etwas länger in Chile verbleiben

mussten. Glücklicherweise hat sich diese Situation

binnen weniger Tage lösen lassen.

„Österreich ist das einzige

Land, das einen Akzent auf

moderne Kunst gesetzt hat.“

DR. ANDREAS LIEBMANN

Die Bundesregierung sandte Großraumzelte

und Notstromaggregate, Rotes Kreuz

und Caritas richteten Spendenkonten ein

und brachten umfangreiche Hilfsgüter

nach Chile.

Wie sehen die wirtschaftlichen Beziehungen

zwischen Österreich und Chile aus?

Von 2003 bis 2008 haben sich die Importe

aus Chile vervierfacht, die österreichischen

Exporte mehr als verdoppelt. Der leider

sehr massive Einbruch im Jahr 2009 im

Gefolge der internationalen Finanzkrise

sollte uns nicht entmutigen. Ich bin überzeugt,

dass binnen kurzer Zeit Chile für

uns wieder der zweitwichtigste Markt –

nach Brasilien – in Südamerika sein wird.

Die chilenischen und die österreichischen

Exportinteressen sind komplementär: Chile

exportiert Bodenschätze und Grundstoffe,

Österreich Maschinen, Halbfertigwaren

und hochwertige Konsumgüter; nur beim

Wein treten wir als Konkurrenten auf…

Welche Erfahrungen haben Sie in Chile gesammelt?

Wie sehen Sie die Zukunft des

Landes?

Nach mehr als drei Jahren in Santiago ist

mir sehr vieles in Chile vertraut geworden,

und ich bin dankbar für die vielen Freundschaften,

die ich hier schließen konnte.

Wenn mir etwas abgeht, dann eine bessere

Kenntnis der Regionen: Santiago als politisches,

wirtschaftliches und kulturelles Zentrum

nimmt einen ganz in Beschlag. Chile

hat großartige Voraussetzungen für eine erfolgreiche

Entwicklung als Staat und Gesellschaft.

Was mich am meisten beeindruckt,

ist die Zuversicht jedes einzelnen Chilenen,

einer besseren Zukunft entgegenzugehen,

sowie der Ehrgeiz, persönlich, aber

auch als Staat zu reüssieren.

Was können Sie über den universitären

Austausch berichten?

„Mexiko hat eine spezielle Rolle

in der Geschichte Österreichs.“

DR. ALFRED LÄNGLE

Der akademische Austausch der letzten

Jahre ist eine richtige Erfolgsgeschichte.

Zwanzig Universitätspartnerschaften bewirken,

dass ein kontinuierlicher studentischer

Austausch stattfindet. Eine besondere

Stellung nimmt die Architektur ein,

der in den letzten Jahren zahlreiche Ausstellungen

gewidmet waren. Lateinamerika

war und ist ein Zielgebiet für österreichische

Architektur. Eine besondere

Stellung nimmt hier Karl Heinrich Brunner

ein, der Vater der Urbanistik in Lateinamerika,

der vor siebzig Jahren den ersten

Raumordnungsplan für Santiago entwarf.

***

DR. ANDREAS LIEBMANN

Botschafter in Bogotá

Erwin Wurm Ausstellung

Der Blick von Außen

Welche Bedeutung hat das Bicentenario

in Kolumbien?

Jubiläen sind immer eine Gelegenheit

zurückzublicken, so hat Kolumbien die

Feier seines Bicentenarios ganz unter den

Titel „Memoria“ gestellt. Gleichzeitig bieten

Jubiläen die Möglichkeit, Blicke in die Zukunft

zu werfen und auch Blicke von außen

zu gestatten. Österreich hat sich dafür

entschieden, anlässlich dieses wichtigen

Jubiläums einen Akzent auf die zeitgenössische

Kunst zu setzen.

Welchen Beitrag liefert Österreich bei den

Feierlichkeiten?

Österreich feiert das Bicentenario in Kolumbien

mit einer großen Erwin Wurm

Ausstellung mit dem Titel „Memory in an

Age of Globalization – Perspektiven des

Blicks von außen“. Erwin Wurm ist einer

der wichtigsten Gegenwartskünstler Österreichs.

Außenminister Michael Spindelegger

erklärt dies folgendermaßen: „In unserer

Zeit, bestimmt von Globalisierung und

Konsum, die unsere Freiheit einengen und

Abhängigkeiten entstehen lassen, überwindet

Erwin Wurm in seinem Schaffen traditionelle

Formen der Skulptur. Er gewinnt

dadurch auf seine Art neuerlich Freiheit.

Zugleich erinnert er damit auch an den

Freiheitskampf eines Simón Bolívar oder an

die Entdeckungsreisen eines Christoph Kolumbus,

die jeder auf seine Art Zwänge ihrer

Zeit abgeschüttelt haben. So sind auch

wir alle gefordert, Freiheit immer wieder

neu zu entdecken und zu erringen, ist sie

doch untrennbar mit der Würde des Menschen

verbunden. Die Besucher der Ausstellung

haben dabei Gelegenheit, sich durch

die Welt des Künstlers Erwin Wurm inspirieren

zu lassen und aus dieser Erfahrung

zu schöpfen.“

SOCIETY 2_10 | 39


LATEINAMERIKA

DIPLOMATIE

Erwin-Wurm-Ausstellung in Bogotá zum

Thema „Memory in an Age of Globalization“

Ist diese Ausstellung ein Erfolg?

Mit dem Ausstellungsbeitrag von Erwin

Wurm ist Österreich das einzige Land in

Kolumbien, das einen Akzent auf die moderne

Kunst gesetzt hat. Größen in der kolumbianischen

Kunstszene, aber auch die

Präsidentin des kolumbianischen Bicentenarios,

die First Lady Lina Moreno-Uribe

zeigten sich von dieser Initiative begeistert.

Die von der Kuratorin Sàrolta Schredl

umsichtig zusammengestellte Ausstellung

lockte bei ihrer Eröffnung am 8. Juni mehr

als 300 Besucher in das Museum für Moderne

Kunst in Bogotá. Nicht nur Kunststudenten

folgten den „Instruction Drawings“

von Erwin Wurm und verwandelten sich

selbst in „One Minute Sculptures“.

***

DR. ALFRED LÄNGLE

Botschafter in Mexiko-Stadt

Gemeinsame Geschichte

Vielfältige Beziehungen

Was hat der Staatsbesuch von Bundespräsident

Fischer im Jahr 2005 in Mexiko

bewirkt?

Es kam zu einer Intensivierung des Besuchsaustausches.

Bei der Amtseinführung

von Präsident Calderón 2006 war Staatssekretär

Winkler zugegen. Ferner sind die

Treffen von Außenministerin Cantellano

mit BM Spindelegger in Prag und New

York im Jahre 2009 hervorzuheben. Unter

der Regierung Calderón findet ein stärkeres

multilaterales Engagement Mexikos

statt, insbesondere im Sicherheitsrat. Dadurch

entstand eine gute und enge Zusammenarbeit

bei gemeinsamen Themenschwerpunkten

wie Menschenrechten,

Schutz von Zivilisten und Rechtsstaatlichkeit.

Die kulturellen Beziehungen gestalten

sich vielfältig. Mexiko ist das einzige

Land Lateinamerikas, in dem ein österreichisches

Kulturforum besteht.

Welche Bedeutung hat der Wirtschaftsstandort

Mexiko für Österreich?

Im Rahmen des EU-Mexiko-Abkommens

intensivierten sich auch die bilateralen Beziehungen

zwischen Österreich und Mexiko.

Österreich ist in Mexiko mit einer

Außenhandelsstelle und annähernd 60

Unternehmen vertreten, von denen die

Hälfte mit einer eigenen Produktion vor Ort

ist. Mexiko ist für Österreich, nach Brasilien,

der bedeutendste Handelspartner in Lateinamerika.

2009 wies Österreich Einfuhren in

der Höhe von 148 Mio. Euro und Ausfuhren

in der Höhe von 277 Mio. Euro aus. Hierbei

kam es zu einer spürbaren Erholung nach

der Finanzkrise. Mexiko ist sich seiner wirtschaftlichen

Dependenz von den USA sehr

wohl bewusst und möchte diese durch strategische

Allianzen zu anderen Regionen

abschwächen. Die Regierung Calderón vertiefte

deshalb die politischen und wirtschaftlichen

Beziehungen zur EU.

Welche Erfahrungen haben Sie in Mexiko

gemacht?

Mexiko ist ein Land mit einer alten und

reichen Kultur. Insbesondere die präkoloniale,

koloniale und moderne Architektur beeindrucken

mich sehr. Die landschaftliche

Vielgestaltigkeit Mexikos ist

einzigartig. Darüber hinaus möchte ich

die großzügige Gastfreundschaft der Mexikaner,

die ausgezeichnete und reichhaltige

mexikanische Küche hervorheben.

Wie groß sind die Gemeinsamkeiten zwischen

Mexiko und Österreich?

Mexiko hat trotz seiner geographischen

Distanz eine spezielle Rolle in der Geschichte

Österreichs. Kaiser Franz Joseph

beschloss die internationale Präsenz Österreichs

zu stärken und das konsularische

Netzwerk weltweit auszubauen. Daraufhin

wurde 1850 in Mexiko erstmals eine diplomatische

Mission eröffnet. Kaiser Maximilian

wurde bei seiner Mission im Jahre

1864 von einigen tausenden Österreichern

begleitet, die sich auch nach seinem Tod in

die mexikanische Gesellschaft integrierten.

Unvergessen bleibt, dass Mexiko als

einziges Land der Welt einen offiziellen

Protest gegen den „Anschluss“ Österreichs

im März 1938 vor dem Völkerbund eingelegt

hat und im 2. Weltkrieg ca. 1.500

österreichische Flüchtlinge aufgenommen

hat.

40 | SOCIETY 2_10


LATEINAMERIKA

WIRTSCHAFT

Große Zukunft mit langer Geschichte

Wirtschaftswunder

Lateinamerika

Im SOCIETY Interview spricht Dr. Andreas Schmid, Regionalmanager

für Nord- und Lateinamerika der WKO, über

die Besonderheiten Lateinamerikas und die Wirtschaftschancen

Österreichs. Interview von Natascha Grimm

Seit wann beschäftigen Sie sich beruflich

mit der Region Lateinamerika?

In der Wirtschaftskammer bin ich seit

22 Jahren in der Außenwirtschaft tätig

und habe gleich zu Beginn meiner Karriere

drei Jahre in Brasilien verbracht. Zuletzt

war ich Handelsdelegierter in Venezuela

mit der Zuständigkeit für Venezuela, Kolumbien

und die Karibik. Weiters habe ich

zehn Jahre in Lateinamerika gelebt und

bin seit drei Jahren aus dem Inland für die

Koordination der Region Amerika, sowohl

Nord- als auch Südamerika zuständig.

Wie gut funktionieren Handelsbeziehungen

mit einem so großen Gebiet?

Es gibt in dieser Region hoch entwickelte

Industrieländer wie die USA und Kanada,

Schwellenländer wie Brasilien, Mexiko

und Chile, aber auch Entwicklungsländer

wie Bolivien, Venezuela, Ecuador, Kolumbien.

Lateinamerika ist eine sehr inhomogene

Region, sodass jedes Land eine eigene

Strategie benötigt. Wenn man auf dem lateinamerikanischen

Markt tätig sein

df.ldflkjdfh kdhflkdfh lnk dfh kndh

möchte, ist es ganz wichtig, sich als Firma

fkndfh nkh dfknldfh kn

auf den Markt einzustellen und eine interkulturelle

Kompetenz aufzubauen. Wir

möchten den Firmen dahingehend durch

eine Kooperation mit dem Lateinamerikainstitut

weiterhelfen. Es werden Workshops

zum Thema „Interkulturelles Management

Lateinamerika“ abgehalten, um

Mitarbeiter und Manager von österreichischen

Firmen, die nach Lateinamerika gehen

oder diesen Markt von hier aus bearbeiten,

auf dieses Thema vorzubereiten

und die nötigen Softskills für ein erfolgreiches

Lateinamerikageschäft zu vermitteln.

Welche Besonderheiten gibt es bei Geschäftsbeziehungen

mit Lateinamerika?

Für gute Geschäftsbeziehungen ist es

wichtig mit dem Gegenüber eine Beziehung

aufbauen. In Lateinamerika wird

man zuerst Freund und erst danach Geschäftspartner.

Das Pflegen der Beziehungsebene

ist ein wichtiger Teil der lateinamerikanischen

Mentalität. Anders

als in Europa ist es in Lateinamerika ein

Muss das Geschäftliche mit dem Privaten

zu vermischen. Die Gründe dafür sind

unter anderem, dass die Rahmenbedingungen

und die Rechtssicherheit in Lateinamerika

nicht so gegeben sind wie in

Europa. Daher ist es im Vorfeld sehr bedeutsam

zu wissen, mit wem man eine

Geschäftsbeziehung eingeht.

„In Lateinamerika ist es ein

Muss, das Geschäftliche mit

dem Privaten zu vermischen.“

DR. ANDREAS SCHMID

Welche Bedeutung hat der lateinamerikanische

Markt für Österreich?

Insgesamt machen die lateinamerikanischen

Märkte nur 1,5 Prozent des österreichischen

Exports aus. Man muss dabei jedoch

bedenken, dass Österreich mehr als drei

CURRICULUM VITAE

Dr. Andreas Schmid wurde am

23. März 1961 geboren. Nach einem

Studium der Rechtswissenschaften

und der Ausbildung

zum diplomierten Übersetzer für

Englisch, Französisch und Spanisch

an der Universität Innsbruck

folgte der Eintritt in die

Wirtschaftskammer Österreich. Seine akademische Ausbildung

vervollständigte er mit einem Executive MBA der

California State University Hayward. Dr. Schmid war als

stellvertretender Handelsdelegierter in Brasilien, USA und

Deutschland tätig, ehe er zum Handelsdelegierten für Venezuela,

Kolumbien und die Karibik mit Sitz in Caracas berufen

wurde. Seit 2007 bekleidet er das Amt des Regionalmangers

für Nord- und Lateinamerika der WKO.

Viertel aller Exporte im europäischen Raum

tätigt und somit diese eineinhalb Prozent anders

zu bewerten sind. Weltweit ist der österreichische

Außenhandel 2009 um zwanzig

Prozent eingebrochen, die Zahlen auf Lateinamerika

bezogen sehen jedoch weitaus besser

aus. Während der Wirtschaftskrise hat

sich die Region allgemein ganz gut gehalten.

Es war eines der Gebiete mit den geringsten

wirtschaftlichen Einbrüchen und mit den

zweitbesten Resultaten in dieser Zeit.

Wie sieht die wirtschaftliche Zukunft

Lateinamerikas aus?

Heuer wird ein Wachstum von 4,8 Prozent

für die gesamte Region prognostiziert.

Das ist weit über dem, was Europa erwarten

kann. Das ist wieder ein Indiz

dafür, wie dynamisch diese Region ist. Momentan

entdeckt praktisch die ganze Welt

die Bedeutung Lateinamerikas, darum

lohnt es sich auf jeden Fall, hier Fuß zu fassen

und diesen Markt zu bedienen.

Welche Branchen haben in Lateinamerika

eine viel versprechende Zukunft?

Die wachsenden Sektoren sind sicherlich

Umwelttechnik, alternative Energietechniken

und der gesamte Infrastrukturbereich.

Die Chancen für Österreichs Wirtschaft

sind breit gefächert, da wir in sehr vielen Nischenbereichen

Marktführer sind und der

Bedarf in Lateinamerika in diesen Bereichen

besonders besteht. Man muss als

Unternehmen jedoch über ausreichend humane

und finanzielle Ressourcen verfügen,

um auf diesem Markt zu bestehen. Allgemein

gesagt bedarf es eines hohen Grads an

Ausdauer. Im Endeffekt lohnt es sich jedoch

mit dieser Region in Handelsbeziehungen

zu treten, da dort noch Margen möglich

sind, die woanders nicht vorstellbar wären.

Wie viele österreichische Firmen sind in

Lateinamerika vertreten?

Es gibt etwa 300 Niederlassungen, wobei

über die Hälfte in Brasilien zu finden ist. In

ständigen Geschäftsbeziehungen mit Lateinamerika

befinden sich ungefähr 2.000

österreichische Firmen. Die Branchen sind

sehr verschieden. Es geht vom Anlagenbau

bis hin zu Energydrinks. Die österreichische

Wirtschaftslandschaft ist sehr bunt

und verfügt über sehr gute Nieschenplayer,

die auch weltweit Markführer in ihren

Branchen sind. Voraussetzung für eine erfolgreiche

Zusammenarbeit in Lateinamerika

ist jedoch, dass das Produkt für den

Markt stimmt, der Markteintritt gut geplant

ist und auch eine permanente Präsenz

vor Ort gegeben ist. Dafür sind auch

unsere Außenhandelsstellen eingerichtet,

die eine Art Infrastruktur für die Unternehmen

darstellen, um diese bei ihren Geschäftsbeziehungen

zu unterstützen.

SOCIETY 2_10 | 41


LATEINAMERIKA

BOTSCHAFTER

Latin American Ambassadors in Vienna

Integration of a Continent

The Bicentenario is a very important occasion for the Latin American countries to reflect

past, present and future of a whole continent. SOCIETY asked the Ambassadors of these

countries for their point of view.

What have the Ambassadors accredited

in Vienna of the countries celebrating

the “Bicentenario” to say about

the importance of this jubilee? Where

is Latin America going? What has been

achieved and what are the upcoming challenges?

The Bicentenario gives reason to reflect

the past and the future of a whole continent

which is still struggling for the right

model of integration and co-operation.

***

H.E. DR. DIEGO STACEY

Ambassador of Ecuador

Co-operation and understanding

A Time for Reflection

What is the importance of the Bicentenario

for the people of Ecuador and for you

personally?

The Bicentennial is a celebration honoring

the heroes and people that struggled

for independence and gave us freedom,

unity and self-determination. At the same

time, it is the opportunity to remember

the processes which determined the political,

social and economic transformations

of our countries during that period.

„The Bicentennial is a celebration

honoring the heroes and

people that struggled for independence.“

H.E. DR. DIEGO STACEY

Personally; the Bicentennial is a time

for reflection about the gains and shortcomings

after 200 hundred years of independence,

focused specially on human and

„We hope to strengthen cooperation

with other countries

to finally defeat organized

crime and terrorism.“

H.E. JOSÉ SERRANO CADENA

42 | SOCIETY 2_10


cultural achievements, not to repeat the

mistakes of the past.

How would you see the current development

of Ecuador (economically and politically)?

We are witnessing what can be defined

as a change of times, where finally social

and education expenditures are a priority.

At the same time, inclusiveness, equity, justice,

and better wealth distribution mainly

among the poorest of the Country, is becoming

a reality.

How would you assess the future of Latin

America as a unity?

The current dynamic of regional and

sub regional integration, based on a pragmatic

political will, is strengthening the

existing mechanism and opening new spaces

for the construction of cooperation

and understanding in Latin-America. Certainly

a growing common development

and security agenda are key elements to

trigger the welfare of the continent.

***

H.E. JOSÉ SERRANO CADENA

Ambassador of Colombia

Free trade and growth

Seeking Welfare

„This is what anniversaries are

for. To see where we come from

and where we wish to go.“

CHARGÉ D’AFFAIRES FRANCISCO

JAVIER BERGUNO HURTADO

What is the importance of the Bicentenario

for the people of Colombia and for you

personally?

The Bicentenario is a very important

event for all Colombians and, in general, Latin

Americans, because of the celebration

of two centuries of republican life. All this

time we have been seeking the welfare of

our people, as an independent nation, and

we have one of the most stable democracies

in our region.

How would you see the current development

of Colombia? Is further economic

growth possible?

Thanks to the willingness of the Government

of President Uribe and after several

decades of violence, Colombians are

enjoying an era of security that has enabled

us to attract foreign investment. Colombia

is betting on free trade, we hope

that the entry into force of the treaties we

have signed with several countries, particularly

with the United States and the European

Union, enable the access of the Colombian

products to these markets. This

way, we will achieve a sustainable growth

supporting the living conditions of everyone,

especially the most vulnerable sectors

of our society.

What will be done about the problems with

Guerrilla and Crime?

President Uribe’s democratic security

policy has been successful to combat all

forms of crime, particularly to prevent terrorism

and dismantle the armed groups

that have been engaged in trafficking and

production of illicit drugs. This policy will

be maintained. We hope to strengthen cooperation

with other countries to finally defeat

organized crime and terrorism.

How would you assess the future of Latin

America as a unity?

Latin American integration is a priority

of Colombia’s foreign policy, so we strive to

achieve this goal. If the union of Europe

has come this far, and it has been a stunning

achievement despite the differences,

why not us having common interests?

***

CHARGÉ D’AFFAIRES FRANCISCO

JAVIER BERGUNO HURTADO

Embassy of Chile

A Common Destiny

„The world should not simply

be determined by economic

interests and accumulation.“

H.E. ALI DE JESUS UZCATEGUI

DUQUE

Moving in the Right Direction

What is the importance of the Bicentenario

for the people of Chile and for you personally?

The Bicentenary is an important milestone

in our history as an independent nation.

We will be celebrating 200 years,

which have seen both formidable achievements

and also very difficult times. We are

today a modern democracy with an open

economy and where we have tried to build

an inclusive society. The Bicentenary is an

excellent opportunity to reflect upon this;

reviewing not only our successes and our

weaknesses, but also understanding where

we could improve, and what sort of society

we wish to continue building. This is what

anniversaries are for. To see where we come

from and where we wish to go.

There is a very strong sense of belonging

to this nation. My Grandmother used to say

the Andes Mountains cast a spell on people

binding them to the land. This year we were

struck by one of the strongest earthquakes

ever recorded. The reconstruction process

in the wake of the devastation of the

earthquake has shown the capability and

willingness of Chileans to come together in

difficult times and overcome adverse circumstances.

How do people celebrate the Bicentenario?

There are many ways that the Bicentenary

is being celebrated, and this is through

public works, emblematic projects, scholarships,

public and private events such as

concerts and folkloric dances, and much

more. It is a grand event and its celebrations

are many, lasting throughout the year.

The effect has been to create a broader

sense of unity, as well as a moment to reflect.

It is not only being celebrated by Chileans

in Chile, but also abroad. In our past

two events here in Vienna, we celebrated together

with other Latin American countries,

and it was not only our nationals who

came, but many others who were not from

our countries, willing to celebrate with us.

How would you assess the future of Latin

America as a unity?

The 19th Century was characterized by

nation building and yet the concept of a

unified South America was present even

during the process of independence. Integration

processes take time and are of a

complex nature. Nevertheless there is no

doubt that there is a sense of common destiny.

Most of the continent has a common

language, similar values and culture. Today

intraregional commerce and movement of

people is stronger than ever before. At a political

level we have UNASUR which in few

SOCIETY 2_10 | 43


LATEINAMERIKA

DIPLOMATIE

years has become an indispensable forum

for the discussion of regional affairs. You

will find different models of development

in our continent. Chile has chosen a certain

path and our becoming full member of the

OECD is quite indicative of the model of development

we have chosen. Yet at the same

time we respect the path others have decided

to follow. I believe we are moving in the

right direction.

***

H.E. ALI DE JESUS

UZCATEGUI DUQUE

Ambassador of the Bolivarian

Republic of Venezuela

New Strategies

Justice for an Exhausted World

What is the importance of the Bicentenario

for the people of Venezuela and for you

personally?

The celebration of the Bicentenario, for

Latin America as well as for Venezuela, is a

moment of jubilation in which we remember

the heroic deed of our patriots who matured

the idea of liberty and achieved the

independence of our rising Republics, the

most ancient ones, from the Spanish

Crown; as well as an invaluable opportunity

to emphasize our democratic and republican

vocation, our politic and economic

sovereignty and our ratification as worthy

peoples, builders of our own destiny.

As well, this celebration has a special

connotation for Venezuela. 200 years after

the achievement of our independence, the

democratic government lead by President

Hugo Chávez Frías made huge steps towards

a new model of administration, and

during the last 10 years, the necessary

structural changes have been reached

through the Bolivarian Revolution supporting

the establishment of the “Socialism of

the 21st Century”, without any doubts a hope

not only for the Venezuelan people as

well as for the whole Latin American society,

for its objectives of the full achievement

of liberty, the sustainable process

and the social justice which are so alarmingly

needed in today’s exhausted world. It is

also important to point out that our Bolivarian

Revolution, above all things, is humanistic

and was realized in peace and democracy,

supported by the majority of the

Venezuelan people.

How would you see the current development

of Venezuela? Oil production is the

biggest income for Venezuela, but it depends

on market prices, which is “both a

blessing and a curse”…

With regards to the oil production in Venezuela,

the country’s principal source of

income, like you said, it’s a blessing and a

curse at the same time. The second one in

virtue of the fact that no Venezuelan government

ever anticipated what we now designate

and develop with the “Oil Sowing

Plan”, converting the Venezuelan economy

in an importer of the principal consumer

goods for our population. Without any

doubt, the policies of the Bolivarian Government

give first priority to the “sowing” of

lots of resources obtained from the oil sale

in the fields of technology, agriculture as

well as manufacture to achieve a domestic

production which satisfies not only the national

consumption, but also because of the

surplus would be suitable for exportation.

It is important to add that our governmental

policies during these last 10 years aimed,

as a blessing for the Venezuelan population,

at guaranteeing fair oil prices at

international level, investing the benefits in

programs of priority social attention, created

by President Chávez parallel to the governmental

organisms.

How would you assess the future of Latin

America as a unity?

In Latin America and the Caribbean,

there is a tremendous willingness to cooperate

and a large amount of other elements

that make it possible for us to work towards

the development of an alternative model of

civilization. In fact, some examples of this

model are now consolidating, in countries

that have established fully democratic social

projects, with an ideology geared towards

using natural resources as a source

of regeneration and conservation.

Latin America and the Caribbean are

still at the vanguard with regards to the

idea that the world should not simply be

determined by economic interests and accumulation.

We have to desperately seek

means of combating this exhaustion. Today,

Latin America and the Caribbean represents

to the humankind a territory open

to the alternative, where we are constantly

implementing new strategies so that the social

justice can reign in relative harmony

with the planet. Therefore, the full integration

of Latin America and the Caribbean is

one of the open hopes of the world.

44 | SOCIETY 2_10


DER

LEINER

MOMENT:

WENN SIE

SICH VOR

HERZKLOPFEN

SETZEN

MÜSSEN.


LATEINAMERIKA

WIRTSCHAFT

Erfolgreich starten in Mexiko

Gegenseitig profitieren

Christoph Ravenstein, Direktor der RavenGroup, über das Konzept des RavenCluster, das

die Infrastruktur seines in Mexiko ansässigen Unternehmens Neuankömmlingen zur

Verfügung stellt.

Christoph Ravenstein,

Direktor der RavenGroup

Wie sind Sie auf die Idee gekommen, ausländischen

Firmen zu helfen, die sich in

Mexiko niederlassen wollen?

Die Idee ist per Zufall entstanden. Nachdem

wir unsere Elastomerproduktion in

Monterrey aufgebaut hatten, fragte ich einen

befreundeten mittelständischen

Unternehmer, warum er nicht nach Mexiko

kommt, um seine Kunden auch hier in

Nordamerika zu bedienen und um neue

dazuzugewinnen. Ich bot an, dass sein

Unternehmen unsere vorhandene Organisation

und Produktionshalle anteilsmäßig

nutzen könne. Trotz des anfangs geringen

Umsatzes war das neue mexikanische

Unternehmen schon im ersten Jahr profitabel.

Wir konnten im Gegenzug ebenfalls

unsere Kosten damit optimieren. Nachdem

sich durch Mund-zu-Mund-Propaganda

kurzfristig andere mittelständische

Unternehmen diesem Konzept anschlossen,

war die Idee des Clusters geboren.

Welche Argumente sprechen für eine

Investition in Mexiko? Welche Vorteile bietet

Mexiko?

Mexiko ist ein junges Land in vielerlei

Hinsicht. Die Demokratie ist nicht alt, der

Beginn der Industriealisierung und Privatisierung

liegen noch nicht lange zurück

und die Bevölkerung ist im Durchschnitt

nur 26 Jahre alt. Das verleiht dem Land so

etwas wie eine Aufbruchsstimmung mit

vielen wirtschaftlichen Chancen. Mexiko

ist reich an Ressourcen und gehört zu den

industriell fortschrittlichsten Ländern Lateinamerikas.

Größter Motor dabei ist sicherlich

das Nordamerikanische Freihandelsabkommen.

Immer mehr Großunternehmen

verlagern Teile ihrer Produktion

von den USA, Europa und Asien

nach Mexiko. Entsprechend werden qualifizierte

Zulieferanten benötigt, die nicht

nur produzieren, sondern auch langfristigen

Service in Entwicklung und Prozesstechnik

vor Ort bieten. Mexiko bietet eine

gute Plattform, um die Wachstumsmärkte

USA, Mittel- und Südamerika zu bedienen.

Europäische Technik ist vor allen Dingen

in den Feldern Automobil- und Hausgeräteindustrie

gefragt sowie ganz besonders im

Bereich der erneuerbaren Energien.

Welche Firmen sprechen Sie mit Ihrem

Angebot an?

Bei uns kann sich jede Firma melden,

die interessiert ist, nach Mexiko zu gehen.

Ein Austausch mit Unternehmern

ist früher oder später für alle Beteiligten

immer von Vorteil. Wir arbeiten hier

auch mit einem gewissen Idealismus,

um den interessierten Unternehmen einen

Einstieg in Mexiko zu erleichtern.

Unser Clusterkonzept ist besonders für

kleine und mittelständische Unternehmen

interessant.

Was muss man wissen, wenn man in Mexiko

investiert? Wie können Sie interessierten

Firmen helfen?

Um in Mexiko erfolgreich zu sein, muss

man die Geschichte und den Einfluss der

verschiedenen Kulturen kennen, sonst wird

man das Land und die Leute nur bedingt

verstehen und sein Unternehmen dort

nicht erfolgreich führen können. Gewiss

trifft dies nicht nur auf Mexiko zu. Trotzdem

ist es auch heute noch für mich

manchmal überraschend, welche Auswirkungen

die „kleinen“ Mentalitätsunterschiede

auf den Arbeitsalltag haben. Kommunikation

ist wichtig, jedoch muss man

wissen, dass die Art der Verständigung in

Nuancen zu unserer abweicht und damit

auch das Verständnis der übermittelten

Botschaft durchaus nicht immer gleich

sein muss. Nur wenn man dies berücksichtigt,

kann man den Zugang zum mexikanischen

Geschäfts- und Privatleben finden

und die für uns etwas kompliziert erscheinenden

Rahmenbedingungen überwinden.

Das Cluster ist kein Beratungsunternehmen.

Vielmehr bieten wir interessierten

Unternehmen an, einen möglichen

Start in Mexiko mit unserer Erfahrung zu

begleiten. Das Cluster ist keine Firma, die

Geld verdient, sondern ein Konzept, das allen

Mitgliedern Kosten spart.

46 | SOCIETY 2_10


RavenCluster co-operation concept

Efficient and Flexible

For small and mid-size companies willing to establish themselves in Mexico, RavenCluster

was set up in Monterrey/Mexico by Christoph Ravenstein in order to find synergies and share

costs in a multinational environment.

Born out of idealism, RavenCluster is a

new cooperation concept for small and

mid-size companies which are planning

to settle in Mexico and are looking for a way

to reduce the risks the high start-up costs imply.

The RavenCluster is an option to avoid

committing the same mistake twice.

The RavenGroup is the corporation that

owns RavenRubber and created RavenCluster.

RavenRubber’s production plant is located

in Monterrey, México, and produces rubber

molded parts for the automotive and the

household appliances industry. From their

experience settling the production plant in

México, the RavenCluster idea was born.

RavenCluster is located in AMB Agua Fría Industrial

Park in Apodaca and hosts among

other companies RavenRubber.

***

Partnership for Synergies

“At the beginning, the costs and investments

for a company are generally very

high”, says Mr. Ravenstein, Director of Raven-

Group,“for that reason we decided to create

this cluster to share administrative costs, customs

expenses, labor costs and costs of

fringe benefits.” Companies at RavenCluster

can use physical space, human resources

and administrative facilities. Thus, the cluster

is a viable alternative to begin such an

ambitious project as the settlement of a production

plant overseas. Members can reduce

initial investment costs and increase the

time the investment is returned.

But why Mexico? This is an easy question

to be answered by Mr. Ravenstein: “With

high economic growth rates and a strategic

location on the Southern border of the U.S.,

as well as sea access to European, South

American and Asian markets, Mexico is the

perfect location to go global.”

So far, five companies have settled at

AMB with the help of RavenCluster, i. e. two

Austrian, two German and one Turkish company.

By the end of 2010 it is planned to

have ten companies installed at the cluster.

***

Sustainable Project

RavenCluster offers three types of relation

between cluster member and host:

service contract, co-operation and jointventure.

This is decided according to how

independent or committed both parties

decide the relation should be. All three relations

are adapted to the needs of new

members and always modified to fit all parties.

Additionally, co-operation or participation

in other projects of the RavenCluster is

open for members. Among additional services

is the settlement of plants and the participation

in the energy project. Physical

space can go from 1 sqm up to 40,000 sqm

because current established production lines

are movable, and with the inclusion of

any new member, modifications and adaptations

are reviewed. The offer goes in the

form of modules ranking from physical space,

to administrative operations, responsibility

over the human resources department,

legal services, etc.

In close partnership with universities

and State youth Institutions, RavenCluster

is developing a program that offers its

members the opportunity to train in their

mother companies young, highly educated

Mexicans, to bring to their daughter company

in Mexico the know-how and quality

standard each company has.

The energy project is based on the fact

that Mexico is full of unused resources. For

this reason, the next buildings of the industrial

park will be built from the very beginning

based on the consideration of intelligent

energy systems that will make the

most out of renewable energies. This shows

Opening of the AMB Agua Fria Industrial

Park near Monterrey

a strong sense of social and environmental

responsibility envisaging geothermal,

photovoltaic and wind projects to save energy

costs by using natural and sustainable

resources. Likewise, RavenCluster is built

on trust and partnership with the overall

aim of a steady development of its partners.

“Our co-operation uses the efficiency of

major enterprises without losing the flexibility

and strength of small companies”,

says Mr. Ravenstein.

CONTACT

RavenCluster

Carretera a Agua Fria # 499 AF2

AMB Agua Fria Industrial Park

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Maria Fernanda Reyes

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SOCIETY 2_10 | 47


LATEINAMERIKA

KOMMENTAR

Europa und Lateinamerika rücken näher zusammen – Der EULAC-Prozess

Eine Geschichte voller Höhen

und Tiefen

Vor vier Jahren herrschte in Wien geradezu eine Lateinamerika-Euphorie. Auch die Ziele der

Staats- und Regierungschefs, die sich im Mai 2006 zum vierten EULAC-Gipfeltreffen der Staaten

der Europäischen Union mit den Staaten Lateinamerikas und der Karibik an der Donau

zusammenfanden, waren ambitioniert. Doch ohne Visionen geht es nicht. Nach den ziemlich

unverbindlichen Erklärungen von Lima 2008 wurden jüngst in Madrid beim 6. EULAC-Gipfel

immerhin etliche konkrete Vereinbarungen unterzeichnet. Von HERMINE SCHREIBERHUBER

Die gemeinsame Geschichte Europas

und Lateinamerikas ist eine Geschichte

voller Höhen und Tiefen. Gerade

jetzt, wo einige dieser Staaten den Beginn

ihres Unabhängigkeitskampfes vor 200 Jahren

gegen die damaligen europäischen

Mächte feiern, rufen uns Historiker und

Medien in Erinnerung, wie alles begann. Es

mag kein Zufall sein, dass derzeit Spanien

die Präsidentschaft in der EU innehat.

Denn damals ging es in Hispano-Amerika

um die Unabhängigkeit der Kolonien von

der spanischen Krone.

Heute ist es Spanien, das sich im EU-Vorsitz

die Annäherung der beiden Regionen,

die geografisch weit voneinander entfernt

sind und ihr wirtschaftliches Potenzial

längst nicht ausgeschöpft haben, auf die

Fahnen geschrieben hat. Diese Bemühungen

fallen in eine Zeit, in der die Staaten Lateinamerikas,

allen voran jene, die von Regierungen

des linken Spektrums geführt

werden, große Anstrengungen unternehmen,

sich aus der politischen und ökonomischen

Umklammerung durch die benachbarten

Vereinigten Staaten zu befreien.

Doch werfen wir anlässlich des Jubiläums,

des „bicentenario“, noch einen

Blick zurück. Die Emanzipation von der

Kolonialmacht Spanien erfolgte im Lichte

der europäischen Aufklärung, der Begehrlichkeiten

Napoleons und der Französischen

Revolution. Ein Gemisch aus Ablehnung

der französischen Machthaber in

Spanien sowie regionalen Unruhen in den

Kolonien mündete in Unabhängigkeitskämpfe

vom Mutterland. Unterstützt von

Großbritannien und den USA, die ihrerseits

politischen Einfluss und Handelsvorteile

im Auge hatten. Diese Zeit der Partikulärinteressen

liegt hinter uns.

In der globalen Welt von heute sind Lateinamerika

und Europa gleichermaßen

an engerer Verflechtung interessiert. Argentinien

und Brasilien sind als Mitglieder

der G-20-Gruppe zu wichtigen Marktakteuren

aufgestiegen. Dem trug auch

Außenminister Michael Spindelegger mit

seinen jüngsten Visiten in Rio und Buenos

Aires Rechnung, als er an den argentinischen

Unabhängigkeitsfeiern teilnahm.

Der „bicentenario“ wird heuer groß gefeiert,

doch mit unterschiedlichen Akzenten.

Venezuela eröffnete im April den Jubiläumsreigen.

Im Beisein seiner Freunde

aus Bolivien und Kuba monierte Staatschef

Hugo Chavez die Vollendung der Bolivarischen,

d.h. sozialistischen Revolution. Argentiniens

Präsidentin Cristina Fernandez

de Kirchner hatte im Mai das Gros ihrer

Amtskollegen zu Gast. Sie appellierte an

die Südamerikaner, mehr für die Integration

zu tun. Weitere Feiern folgen, so in

Chile, Kolumbien, Mexiko.

Ende Mai tagte auch die Allianz der Zivilisationen

in Brasilien, die 2004 von den

Ministerpräsidenten Spaniens und der Türkei

ins Leben gerufen worden war. Spaniens

Premier im EU-Vorsitz und der Regierungschef

des EU-„Prätendenten“ Türkei

versammelten fast zeitgleich mit den 200-

Jahr-Feiern in Argentinien den UNO-Generalsekretär

und Spitzenpolitiker aus beiden

Kontinenten am Runden Tisch, um

über eine friedliche Koexistenz zwischen

der westlichen und der muslimischen Welt

zu diskutieren.

Noch aber lässt selbst die Integration

der lateinamerikanischen Nachbarn viel

zu wünschen übrig. Oft mangelt es an

wirtschaftlichen Kompromissen, oder

Grenzdispute behindern den Dialog. Dies

schließt politische Solidarisierung aber

keineswegs aus. Das jüngste Beispiel lieferte

Honduras, als es um die Teilnahme des

auf demokratiepolitisch umstrittene Weise

an die Macht gekommenen Präsidenten

am Madrider EULAC-Gipfel ging. Die Solidarität

der Mittelamerikaner, mit Costa Rica

als Wortführer, setzte Gastgeber Spanien

gehörig unter Druck.

***

Neuausrichtung gegenüber den USA

Im Vorfeld des EULAC-Gipfels erfolgte eine

Kurskorrektur der lateinamerikanischen

Staatengemeinschaft gegenüber den

USA, die zwar keinen direkten Zusammenhang

mit der Annäherung an die EU hat,

aber der transatlantischen Achse Lateinamerika-EU

auch nicht schaden wird. Bei

einem Treffen in Cancun einigten sich die

Staaten Lateinamerikas und der Karibik

auf die Schaffung eines neuen Bündnisses,

das künftig die Rio-Gruppe und den karibischen

Staatenbund Caricom ersetzen soll.

Ein Gegengewicht zur OAS, denn die USA

und Kanada sollen nicht mit dabei sein.

Der künftige Zusammenschluss hat bisher

weder Namen noch Struktur. All dies

soll 2011/12 festgelegt werden. Leicht wird

die Umsetzung des von Mexiko und Brasilien

protegierten Vorhabens nicht werden.

So sind in der Rio-Gruppe Differenzen zwischen

Kolumbien und Venezuela an der Tagesordnung.

Andererseits sitzt seit Dezember

2008 Kuba wieder im Boot: Die auf

Betreiben der USA 1962 aus der OAS ausgeschlossene

Karibik-Insel wurde in die Rio-

Gruppe zurückgeholt. Auch die EU hat ihre

2003 auf Eis gelegten Beziehungen zu

Kuba wieder normalisiert.

***

Eine Politik der kleinen Schritte

Und wie ist es um das Verhältnis zwischen

Europa und Lateinamerika heute

bestellt? Dass es nicht leicht ist, die große

48 | SOCIETY 2_10


Vielfalt an Völkern, deren Kultur und Ökonomie,

in Einklang zu bringen, zeigt der

langwierige Prozess der internen Integration

der Blöcke auf beiden Seiten. Umso

höher ist der EULAC-Prozess einzuschätzen,

der die Basis zur Entwicklung zukunftsorientierter

Vereinbarungen zwischen

der EU und den regionalen

Zusammenschlüssen in Lateinamerika bietet.

Auch wenn man sich oft mit einer Politik

der kleinen Schritte begnügen muss.

Lassen wir die Entwicklung seit Wien

2006 Revue passieren. Der EULAC-Gipfel an

der Donau brachte wenig konkrete Ergebnisse,

wie den Start der Verhandlungen für

ein Assoziierungs- und Freihandelsabkommen

mit Mittelamerika. Vier Jahre später

konnte dieses nun in Madrid unterzeichnet

werden, als erstes Übereinkommen,

das die EU mit einer ganzen Staatengruppe

geschlossen hat. Allerdings bleiben eine

Reihe von Zöllen und Exportquoten vor allem

für Agrarprodukte aufrecht.

Die Bemühungen um Fortsetzung der

seit 2004 blockierten Freihandelsgespräche

zwischen Mercosur und EU blieben bei

EULAC 2006 in Wien fruchtlos. Auch auf

dem Gipfel der Lateinamerika- und Karibik-

Staaten im brasilianischen Costa do Sauipe

2008 gab es keine Fortschritte. Die Abschaffung

der doppelten Importzölle ist eine

Kernforderung der EU. In Madrid wurde

nun die Fortführung der Gespräche

zwischen EU und Mercosur vereinbart.

Frankreich und Österreich äußerten aber

Bedenken hinsichtlich einer Öffnung der

EU-Agrarmärkte für billige südamerikanische

Produkte.

EULAC 2010 in Madrid stand angesichts

der globalen Wirtschaftskrise im Zeichen

des Bemühens um mehr Handel und weniger

Protektionismus. Die dem Freihandel

zugeneigten Länder Kolumbien und Peru

unterzeichneten mit der EU eigene Handelsabkommen.

Das Auseinanderdriften der

Anden-Staaten hatte sich schon früher abgezeichnet.

Die links regierten Länder Ecuador

und Bolivien setzen nach dem Vorbild

Venezuela auf Abschottung vom Welthandel,

auf Dirigismus und Umverteilung.

Dazwischen lag 2008 der EULAC-Gipfel

von Lima, wo ganz andere Themen dominierten

und wo es bei unverbindlichen Erklärungen

auf den Gebieten Armutsbekämpfung,

Energieeffizienz und

Umweltschutz blieb. Einen Streitpunkt bildete

hierbei der Biosprit, der ein großes

Geschäft besonders für Brasilien darstellt.

Die gewünschte Abkehr von Öl und Gas

und der vermehrte Anbau von Pflanzen

für Bio-Kraftstoff verschärfe die Nahrungsmittelkrise,

lautete ein Gegenargument.

Österreich sieht den EULAC-Prozess jedenfalls

positiv. Spindelegger betonte

schon vor dem Madrider Gipfel, nach Wien

sei ein entwicklungspolitischer Prozess in

Gang gekommen. In Madrid wurde auch

die Einrichtung einer EU-Lateinamerika-

Stiftung beschlossen, was von Österreich

befürwortet wird. Ein Wunsch dürfte freilich

nicht in Erfüllung gehen – das Handelsvolumen

und die Direktinvestitionen

schon bis 2012 zu verdoppeln. Das hatten

sich Vertreter der österreichischen Wirtschaft

2006 in Wien gewünscht.

SOCIETY 2_10 | 49


LATEINAMERIKA

KOMMENTAR

Österreichs Netzwerker im Ausland

Mexiko – Tradition und

Perspektive

Der Tourismus verbindet Mexiko und Österreich – beide Länder sind beliebte Reiseziele.

Die Mexikaner schätzen das sichere und saubere Österreich – die Österreicher die Vielfalt

der Kulturen in Mexiko. Gegenseitiges Entdecken und Kennenlernen ist angesagt.

Gastkommentar von HERMANN KROIHER

Mexiko – Zauberland! Was für ein

Klang! Allein schon beim Hören des

Wortes gehen einem Bilder und Assoziationen

durch den Kopf, für die eben

Mexiko bekannt ist: Eine Landschaft mit

vielen Gesichtern, lange, weiße Strände, eine

einzigartige Kultur, Mariachi-Musiker,

Montezumas Rache, schlechte Luft oder

der Zocalo. Die Liste würde trotzdem nie

komplett; Mexiko bietet alles und hat für

jeden etwas, ein Land voller Gegensätze

und Extreme.

***

Prestige ist gefragt

Lange Zeit war ich für die Österreichwerbung

(die nationale Tourismusorganisation

Österreichs) im Ausland tätig. In den

1980-iger Jahren habe ich Mexiko als ein

Land erlebt, in dem die Aufbruchsstimmung

deutlich spürbar war. Das Problem

war nur: Alle wollten oder sollten davon

profitieren, aber die gesamte Bevölkerung

konnte nicht daran beteiligt werden. Zu

unterschiedlich waren die gesellschaftlichen

Strukturen und die Voraussetzungen,

wie in fast allen Ländern Lateinamerikas

auch. Irgendwie ist es ein

beklemmendes Gefühl, wenn man weiß,

dass siebzig Prozent (oder mehr) der Bevölkerung

nie das Innere eines Flugzeuges sehen

werden, also als Kunde nicht in Frage

kommen und somit als „ansprechbarer

Markt“ nicht existieren. Aber diejenigen,

die es sich leisten konnten, wurden umworben.

Denn schließlich verfügt die soziale

Oberschicht eines Landes wie Mexiko –

heute genauso wie früher – im Vergleich zu

europäischen Durchschnittstouristen über

wesentlich höhere Ausgaben-Budgets. Nur

wegen eines einzigen Landes reiste man

nicht nach Europa, Prestige war gefragt,

und da hatte Österreich viel zu bieten.

***

Gegenseitiges Wohlwollen

Österreich war in Mexiko immer beliebt

(bis auf die Tatsache, dass die Azteken-

Federkrone noch immer in Wien zur

Schau gestellt wird). Es galt seit jeher als

ein Land der Kultur und Tradition, der

Gastfreundschaft, im Vergleich zur eigenen

Heimat überall als sicher, man schätzt

eine intakte Umwelt und die Tatsache,

dass nicht alles so ganz ernst genommen

wird. Menschlich verträglich, könnte man

sagen. Organisation ist zwar notwendig,

Improvisationsvermögen muss man aber

erst beweisen. So eine Mentalität verbindet.

Und so wurde der Umstand, dass der

Habsburger Maximilian I. als angehender

Kaiser von Mexiko einigen Revolutionären

im Wege stand und seine Karriere schon

aus war, bevor sie richtig begonnen hatte,

durch den Protest Mexikos beim damaligen

Völkerbund gegen die Annexion Österreichs

an Nazideutschland wieder kompensiert.

Das ergibt ein Bild des

gegenseitigen Wohlwollens.

***

Friedliches Entdecken

Mittlerweile ist Mexiko selbst ein höchst

erfolgreiches Gastgeberland, und der Tourismus

stellt für das Land einen unverzichtbaren

Wirtschaftsfaktor dar, der auch

in Krisenzeiten Wachstumsraten ausweist

und entsprechend ausgebaut wird. Das

Land bietet auf Grund seiner Vielfältigkeit

jede Form von Tourismus: Kulturtourismus,

Badeaufenthalte, Mythologie, Erlebnistourismus,

Revolutionstourismus. Jeder

Geschmack wird ausreichend bedient.

Jährlich lockt Mexiko rund zwanzig Millionen

Touristen aus aller Welt an. Die Tourismusbranche

allein stellt in Mexiko rund 1,8

Millionen Arbeitsplätze und sichert so den

Lebensunterhalt von Millionen von Menschen.

Tourismus ist schließlich die friedlichste

Form des „Entdeckens und Kennenlernens“,

hier werden Verständnis,

Verständigung, Image- und Sympathiewerte

geschaffen. Und solange diese Begleiterscheinungen

eine positive Dimension haben,

ist es gut. Für alle Beteiligten.

ÜBER DEN AUTOR

Hermann Kroiher, geboren am 8.

Dez. 1953, war einen Großteil seines

Berufslebens im In- und

Ausland für die „Österreich Werbung“

tätig, u. a. in Mexiko, Saudi

Arabien, u. Skandinavien. Er ist

Tourismus-Consulter und Projektentwickler,

sowie Verfasser von Medienartikeln und

Vortragender zum Thema Tourismus.

FOTOS: MEXIKANISCHES FREMDENVERKEHRSBÜRO / WWW.GEO.AT

50 | SOCIETY 2_10


Frida Kahlo – Diego Rivera – Rufino Tamayo

Drei Positionen der

mexikanischen Malerei

LATEINAMERIKA

KUNST

Drei herausragende Namen stehen stellvertretend für die moderne bildende Kunst in

Mexiko, die sich sowohl dem Schicksal des mexikanischen Volkes zuwendet als auch persönlichen

surrealistischen Visionen. Von Prof. GERHARD GUTRUF

FOTOS: LIBRARY OF CONGRESS, PRINTS & PHOTOGRAPHS DIVISION, CARL VAN VECHTEN COLLECTION

Heute ist eine Präsentation mexikanischer

Malerei ohne Werke von Frida

Kahlo (1907-54) undenkbar. Es ist allerdings

noch nicht so lange her, seit die faszinierende

Frau mit ihren dunklen Augen

und den entschieden gezeichneten Augenbrauen

als eine der bekanntesten Malerinnen

des 20. Jahrhunderts gefeiert wird.

Frida Kahlo wurde vorerst als Ehefrau

des imposanten Muralisten Diego Rivera

(1886-1957) wahrgenommen. Sowohl erscheinungsmäßig

als auch in künstlerischer

Hinsicht war es ein extremes Gegensatz-Paar:

die zarte, gesundheitlich

beeinträchtigte Frau und der 150 Kilo

schwere, vitale Maler-Koloss.

Diego Rivera war mit David Alfaro Siqueiros

und José Clemente Orozco der populärste

Protagonist einer revolutionären,

engagierten Kunst. Wie die biblia pauperum

viele Jahrhunderte vorher in Europa

berührte sie breite, des Lesens unkundige

Volksschichten unmittelbar und spricht

viele noch immer an.

***

Kunst stiftet Identität und Würde

Die bildende Kunst in Mexiko hat einen

enorm hohen Stellenwert. Sie leistete einen

entscheidenden Beitrag zur Identitätsfindung

dieses schwer geprüften großen

Landes und gab seiner präkolumbianischen

Tradition ihre durch die

Conquistatoren geraubte Würde wieder.

Vor allem in den monumentalen Freskenzyklen

Riveras – mit ihrer strengen Komposition

und Wirkung durchaus florentinischen

Frührenaissance-Fresken vergleichbar

– wird auf hunderten Quadratmetern

der Freiheitskampf des mexikanischen Volkes

gegen Imperialismus, Militär, Großgrundbesitz,

Reaktion und Diktatur gewürdigt.

***

Die menschliche Passion

Frida Kahlo dagegen war, bedingt durch

einen furchtbaren Verkehrsunfall, den sie

mit Siebzehn erlitt und bei dem sie von einer

Eisenstange aufgespießt wurde, ganz

Fresko von Diego

Rivera im Palacio

Nacional in Mexiko City

auf sich selbst, auf ihre körperliche Befindlichkeit

und ihr Innenleben konzentriert.

Ihre Bilder erinnern manchmal an naive,

volkstümliche Exvoto-Tafeln. Sie sind aber

auch voll komplexer tiefenpsychologischer

Anspielungen, überraschen mit surrealistischen

Visionen, Verdoppelungen, zoomorphen

Formen und intimen, fein gemalten

Details. Eine ganz persönliche, farbig intensive

Poesie menschlicher Passion und

von Todesphantasien prägen ihren Stil.

***

Integration indianischer Formen

Noch ohne Frida Kahlo präsentierte sich

Mexiko 1950 sehr erfolgreich auf der Biennale

von Venedig mit Rivera, Siqueiros,

Orozco und dem etwas jüngeren Rufino

Tamayo (1899-1991). Tamayo war kein Muralist,

er malte vor allem Tafelbilder in glühender,

magischer Farbigkeit, die indianische

Formen und europäische Moderne

wie selbstverständlich zu einem eigenen

Kosmos verbinden. In die Farbpaste mischte

er selbstzerstoßenen Marmorsand – wie

er mir anlässlich eines Besuches in seinem

Atelier im Bezirk San Angel von Mexico City

1990 erklärte.

Dieser Besuch in Begleitung des österreichischen

Botschafters Dr. Klas Daublebsky

wird mir ewig in Erinnerung bleiben: der

weltberühmte Maler war von einer liebenswürdigen

Bescheidenheit; er widmete sich

nach der Präsentation zahlreicher eigener

Bilder (ein Tamayo kostete damals etwa eine

Million Dollar) lange meiner zur Information

mitgebrachten Werk-Dokumentation

– und lud mich zur Verblüffung aller

Anwesenden für eine Ausstellung in Mexico

City ein, die 1993 im Museo Nacional de

la Estampa realisiert wurde.

ÜBER DEN AUTOR

Gerhard Gutruf, geb. 1944, studierte von 1962-70 an der

Akademie der bildenden Künste Wien. Zahlreiche Preise

und Auszeichnungen. Teilnahmen an den Biennalen von

Ibiza, Florenz, New Delhi, Kairo, Mirano, Shanghai. Einzelausstellungen

u.a. in Rom, Wien, Essen, Ascona, Kairo,

Bratislava, Mexico City, Guadalajara, Pretoria, Lissabon, Coimbra,

Peking, Istanbul, Madrid, Kiew, Ningbo und Delft.

Frida Kahlo und Diego

Rivera, fotografiert von

Carl van Vechten

SOCIETY 2_10 | 51


DIPLOMATIE

SOCIETY-EIGENEVENT

Gerti Tauchhammer, Massimo Spinetti, Sergej Netschajew,

Direktor Oscar del Campo (Bristol, Imperial)

Botschafterempfang im SIRK

Die Loge zur Oper

Die neue Event-Location SIRK, die „Loge zur Oper“, war

Schauplatz einer hochrangigen diplomatischen Veranstaltung,

zu der SOCIETY-Herausgeberin Gerti Tauchhammer

geladen hatte.

ano Pavarotti, der in Wien große Erfolge

feierte. Die Tenöre Angelo Ferrari und

Agim Hushi, von Myuki Schüssler am Klavier

begleitet, brachten eine Hommage an

Pavarotti und sangen berühmte Arien aus

dessen Repertoire („La Donna è Mobile“

und „Nessun Dorma“). Botschafter und Diplomaten

aus mehr als dreißig Ländern

nahmen an diesem Empfang teil.

***

Weltmetropole der Diplomatie

Nach den wichtigsten Ereignissen seiner

Amtszeit in Wien befragt, gab Botschafter

Spinetti die hochrangigen Staatsbesuche

zwischen Österreich und Italien durch Präsident

Giorgio Napolitano und Außenminister

Franco Frattini in Wien an. Er selbst begleitete

Bundeskanzler Werner Faymann

zu einem Staatsbesuch nach Rom. Sein Fazit:

„Ich habe wunderbare drei Jahre in

Wien gelebt und werde schöne Erinnerungen

mit nach Hause nehmen.“

Russlands neuer Botschafter Sergej Netschajew

fühlt sich in Wien gut aufgenommen

und bestätigt Wien „die Atmosphäre

einer diplomatischen Weltmetropole“, und

er hofft – in Anbetracht der Wetterkapriolen

– auf „gutes Wetter“!

Zwei Botschafter standen im Mittelpunkt

der Aufmerksamkeit beim ersten

diplomatischen Empfang in der

neuen, exklusiven Event-Location SIRK

gegenüber der Staatsoper: Der italienische

Botschafter Massimo Spinetti, der Wien

verlässt, wurde verabschiedet, und der

neue Botschafter der Russischen Föderation,

Sergej Jurjewitsch Netschajew, wurde

in Wien herzlich willkommen geheißen.

Mit Blick auf die Wiener Staatsoper präsentierte

im musikalischen Teil des Empfanges

Adrian Hollaender sein neues Buch

„Addio, Luciano“ zum 75. Geburtstag des

viel zu früh verstorbenen Startenors Luci-

Agim Hushi

52 | SOCIETY 2_10


S.E Aviv Shir-On, Alexander Ristic

(Österr. Staatsdruckerei)

Adrian Hollaender, Angelo Ferrari,

Myuki Schüssler, Massimo Spinetti

S.E. Giedrius Puodziunas,

I.E. Silvia Davidoiu

I.E. Vesna Borozan,

S.E. Ashot Hovakimian

Univ. Prof. Mehrdad Baghestanian

(Wiener Privatklinik),

Paige Vickery

Maria Lahr,

Heribert Kasper

S.E. Wesaka Puja, Günther Waldmayer

(Österr. Indon. Gesellschaft)

AUSZUG AUS DER GÄSTELISTE

Dr. Heidelinde Almoslechner (Welcome To Austria) · S.E.

Carlos Barros (Uruguay) · I.E. Dr. Vesna Borozan (Mazedonien)

· S.E. Milovan Bozinovic (Serbien) · Manfred Buchacher

(Communication Manager) · I.E. Silvia Davidoiu (Rumänien)

· Ayman Ghanima (Botsch. v. Ägypten) · S.E.

Christopher Grima (Malta) · Gottfried Haffner (BMeiA) · S.E.

Ashot Hovakimian (Armenien) · Dr. Ernst Huber (WKO) · S.E.

Fuad Ismayilov (Aserbaidschan) · I.E. Eve-Külli Kala (Estland)

· S.E. Yerzhan Kazykhanov (Kasachstan) · Dr. Andrea

Kdolsky (PriceWaterhouseCoopers) · S.E. Sabri Kiqmari (Kosovo)

· Mag. Maria Lahr (Künstlerin) · S.E. Peter Lizak (Slowakei)

· S.E. Wesaka Puja (Indonesien) · S.E. Giedrius Puodziunas

(Litauen) · S.E. Dr. Alessandro Quaroni (Malteser

Ritterorden) · S.E. Aviv Shir-On (Israel) · Maria Varga (Verfassungsgerichtshof)

· Paige Vickery (Botsch. USA) · Staatssekr.

a. D. Univ. Prof. Dr. Reinhart Waneck (Verband der Leitenden

Krankenhausärzte) · Dr. Elisabeth Wolff (Welcome

To Austria) · Dr. Walter Wolfsberger (Innovest) · S.E. Ukur

Yatani Yatani (Kenia) · S.E. Julio Zelner Goncalves (Brasilien)

Dr. Walter Wolfsberger,

Erica Vaal, Christa Troger

S.E. Yerzhan

Kazykhanov

S.E. Fuad

Ismayilov

„Addio, Luciano“ von

Adrian Hollaender

Tenor Angelo Ferrari singt

“La donna è mobile”

SOCIETY 2_10 | 53


DIPLOMATIE

SOCIETY-EIGENEVENT

Anschnitt der Geburtstagstorte: Gottfried

Haffner, Gerti Tauchhammer, Karl Diem

Diplomatischer Empfang bei der UNO-City

Geburtstag und Verabschiedung

SOCIETY veranstaltete im Hotel NH Danube City zu Ehren zweier verdienter österreichischer

Diplomaten einen hochkarätigen Empfang. Zahlreiche Gäste aus aller Welt nahmen

daran teil.

SOCIETY-Herausgeberin Gerti Tauchhammer

lud zum Cocktail-Empfang in

das Hotel NH Danube City nahe dem

Vienna International Center, wo zwei verdiente

österreichische Diplomaten standesgemäß

gewürdigt wurden: Regierungsrat

Gottfried Haffner (Protokoll des BMeiA)

verabschiedete sich von langjährigen Wegbegleitern

– er verlässt Österreich und

geht an die Botschaft in Marokko; Botschafter

a. D. Karl Diem feierte simultan

seinen 65. Geburtstag und nutzte die Gelegenheit

für ein Wiedersehen mit Kollegen

aus aller Welt. Höhepunkt war der feierliche

Tortenanschnitt zu Ehren des Geburtstagskindes…

Gottfried Haffner mit

Schwester und Familie

54 | SOCIETY 2_10


Linda Boyer, Christa Troger, Werner

Kasztler, Eva Voll, Sabrina Nill

Yolande Dreihann-Holenia

Hoteldirektor Matthias

Daasch

Botschafter Alfred Misson,

Sylvia Dabsch

Wolfgang Maier-Preusker, Friedrun West, Verena

Daubal, Charlotte Negedly, Reinhart Waneck

Hermine Schreiberhuber,

I.E. Norma Goicochea

Estenoz

Josef Höchtl, Helga Thurnher

AUSZUG AUS DER GÄSTELISTE

Dr. Walter Wolfsberger,

Erica

Vaal, Christa Troger

Dr. Dr. Friedl Tisseau

Maria Luise Pfeifer,

Peter Horak,

Heide Cumes,

S.E. Alí Duque

Botschafter

Kurt Hengl

Rolf Thaler,

Alexander Ristic

Manfred

Buchacher

Generalleutnant

Christian Ségur-Cabanac

S.E. Kairat Abdrakhmanov (Kasachstan) · I.E. Vesna Borozan

(Mazedonien) · Dr. Linda Boyer (Int. University) · Mag.

Timna Brauer (Sängerin) · Manfred Buchacher (Communication

Manager) • Sabri Chaabani (Botsch. Tunesien) ·

Yolande Dreihann-Holenia (Honorarkonsulin Haiti) • Anton

F. Gatnar (Malteser Ritterorden) · I.E. Norma Goicochea

Estenoz (Kuba) · Prof. Gerhard Gutruf (Maler) · Stefan Hochmuth

(BMeiA) · Peter Horak (Schauspieler) · S.E. Haris Hrle

(Bosnien-Herzegowina) · S.E. Musthafa Mohamed Jaffeer

(Sri Lanka) · S.E. Prof. Zoran Jasic (Kroatien) • I.E. Eve-Külli

Kala (Estland) · Senator KR Werner Kasztler (Schrack Mediacom)

· Prof. Dr. Raoul Käuffler (Honorarkonsul Litauen)

· S.E. Dr. Sabri Kiqmari (Kosovo) · Dr. Arben Kociu (Honorarkonsul

Albanien) · Sandra Leitner (Bank Gutmann) · Prof.

Dr. Wolfgang Maier-Preusker (Maecenas Privatbank) · S.E.

Mag. Radi Naidenov (Bulgarien) · Javid Nasirli (Botsch.

Aserbaidschan) · Nicolas Neuhold (Regisseur) · I.E. Nongnuth

Phetcharatana (Thailand) · S.E. Michael Potts (Australien)

• S.E. Wesaka Puja (Indonesien) · Franz Raz

(BMeiA) · Christine und Wilhelm Rieder (Malerin, Honorarkonsul

Mazedonien) · DI Alexander Ristic (Österr. Staatsdruckerei)

· Gabriele Brigitte Scheucher (Health + Life) ·

Friedrich und Jeannine Schiller (Mary Kindermoden) · Generalleutnant

Christian Ségur-Cabanac (BMLVS) · Raimund

Solonar (Raiffeisen Centropa Invest) · S.E. Ali Asghar Soltanieh

(Iran) · S.E. Diego Stacey-Moreno (Ecuador) · Carina

Starlinger-Mazelle (Webster University) · Dr. Franz Trubert

(Cosma Europe) · S.E. Alí de Jesús Uzcátegui Duque (Venezuela)

· Vasil Vasilev (Botsch. Bulgarien) · Heidrun West

(Fotografin) ·

SOCIETY 2_10 | 55


DIPLOMATIE

UNO/TUNESIEN

Internationales Jahr der Jugend 2010

Für Dialog und Verständnis

Auf Initiative von Tunesiens Präsident Zine El Abidine Ben Ali haben die Vereinten Nationen

das Jahr 2010 zum „Internationalen Jahr der Jugend“ erklärt. Höhepunkt wird ein Weltjugendkongress

sein, der dem Dialog und gegenseitigen Verständnis zwischen den Generationen

und Völkern gewidmet ist.

Die Generalversammlung der Vereinten

Nationen hat einstimmig die bei der

Gruppe 77 plus China (130 Staaten) auf

Veranlassung von Tunesien vorgelegte Resolution

verabschiedet und das Jahr 2010

zum „Internationalen Jahr der Jugend“ erklärt.

Das Jahr wird offiziell am 12. August

beginnen. Dieses „Internationale Jahr der

Jugend“ soll den Dialog und das gegenseitige

Verständnis zwischen den Generationen

fördern und den Beitrag, den die Jugend

für die Gesellschaft leistet,

unterstreichen. Es gilt, die heutigen Herausforderungen

zu meistern.

***

Weltjugendkongress

Bei ihrer 64. Sitzung verabschiedete die

Generalversammlung der Vereinten Nationen

am 18. Dezember 2009 einstimmig die

Resolution zu Gunsten der Initiative des tunesischen

Präsidenten Zine El Abidine Ben

Ali, das Jahr 2010 zum „Internationalen Jahr

der Jugend“ auszurufen und einen Weltjugendkongress

unter Schirmherrschaft der

Vereinten Nationen zu veranstalten.

Die der Gruppe 77 plus China (130 Staaten)

vorgelegte Resolution appelliert an alle

Mitgliedstaaten, Sonderagenturen, Fonds

und Programme der Vereinten Nationen,

das internationale Jahr zu nutzen, die nationalen,

regionalen und internationalen Aktivitäten

aufeinander abzustimmen und

Maßnahmen zu verstärken, die den hehren

Zielen von Frieden, Freiheit, Solidarität gelten,

und diese Ziele auch in den Dienst der

Entwicklung der Jugend, einschließlich der

Millennium-Entwicklungsziele, zu stellen.

Die Generalversammlung der Vereinten

Nationen hat außerdem beschlossen, einen

Weltkongress der Jugend unter der Schirmherrschaft

der UNO zu organisieren, dessen

Titel „Die Jugend: Dialog und gegenseitiges

Verständnis“ sein wird und der den Höhepunkt

des „Internationalen Jahres der Jugend“

darstellen wird.

***

Annäherung der Völker

Diese Initiative strebt an, den Kontakt

und den Dialog zwischen der Jugend in der

Welt zu verstärken und damit einen Beitrag

zur Annäherung der Völker zu leisten.

Die Initiative ist getragen vom Glauben

an die Bedeutung der Rolle der Jugend,

etwa im Bereich der Migration, die

eine Brücke zwischen den Kulturen und Zivilisationen

darstellt. Der Jugend wird

außerdem zugetraut, dass sie die Fähigkeit

hat, die Herausforderungen anzunehmen,

vor denen die internationale Gemeinschaft

heute steht.

Es sollte daran erinnert werden, dass

die Generalversammlung der Vereinten

Nationen in ihrer Resolution 50/81 vom 14.

n.y.family von Tobias

Hermeling (Ausschnitt)

Dezember 1995 das Weltaktionsprogramm

für die Jugend ab dem Jahr 2000 und darüber

hinaus verabschiedet hat. Die Resolution

2007/27 des Sozial- und Wirtschaftsrates

verabschiedete seinerseits einen

Nachtrag zum Weltaktionsprogramm.

Das Jahr 2010 markiert den 25. Jahrestag

des internationalen Jahres der Jugend.

Es gilt daher, die Jugendlichen zu ermutigen,

ihre Energie, ihren Enthusiasmus und

ihre Kreativität in die wirtschaftliche, soziale

und kulturelle Entwicklung und die

Förderung der internationalen Verständigung

zu investieren. (G. Tauchhammer)

56 | SOCIETY 2_10


He knows there’s a well out there.

So do we.

www.omv.com

Why are nine out of ten appraisal wells drilled by OMV Exploration

& Production GmbH successful? Just as the camel finds water

where others see only sand, we find oil where others can't. OMV,

the leading energy Group in the European growth belt, announces

the successful drilling and testing of gas condensate in its Ahlem-2

appraisal well in the Nawara Production Concession in southern

Tunisia. This is the sixth successive well to encounter hydrocarbons

in this area in the last four years.

Move & More.


DIPLOMATIE

ASERBAIDSCHAN

Azerbaijan Traditional Costume

Exhibition of Masterpieces of Art

Customs in Custody of the

Cultural Heritage

Aydin Aliyev, Chairman of the State Customs Committee of Azerbaijan, visited Vienna on

occasion of the opening of an exhibition in the VIC showing illicitly transported masterpieces

of art that were confiscated by customs.

What is your main project as the Chairman

of the State Customs Committee of

Azerbaijan?

The organization of the customs service

in Azerbaijan is very old and was established

in 1807 by the Russian imperator. Therefore,

the most important thing is the modernization

of the customs system in

Azerbaijan. From January 2009 onwards

and with support from our President Ilham

Aliyev we have introduced the so-called

Single Window System at the border

which means that we have only two officials,

the border officer and customs officer,

in charge. Before the introduction of this

system, customs clearance took about two

to three hours. Now it is much faster and

takes only twenty to thirty minutes. Another

point is to introduce new information

technologies for the customs services. And

this was particularly reflected in the Customs

Development Program for 2007-2011,

approved by the Decree of the President of

the Republic of Azerbaijan.

In addition, we have opened a new customs

checkpoint at the border to Iran and

four more are about to be opened this year

at the Georgian, Iranian and Russian

borders.

The second important thing is the qualification

of the customs officials. The trainings

and seminars are very important to

us. We have a regional WCO training center

(RTC) – of the World Customs Organization

– in Azerbaijan. The construction of

the Regional Office for Capacity Building

58 | SOCIETY 2_10


(ROCB) of WCO will laso be finished this

autumn in Baku.

What are the main routes to and from

Azerbaijan? What can you say about security?

We are in the middle of the Silk Road on

the way between Asia and Europe. This is

the reason why Azerbaijan has always been

on the route for caravans, which means

that customs clearance has always been like

this in Azerbaijan until this day. We have

several border crossings to Turkey, Iran,

Georgia and Russia, also railway border

crossings, and a customs checkpoint at the

seaport of the Caspian Sea where goods

from Kazakhstan arrive.

One of our most important jobs is to prevent

drug trafficking through Azerbaijan.

We have to deal with transnational criminal

groups that come from many different

countries like Iran, Pakistan, Afghanistan,

Lithuania, Cambodia, Uzbekistan, Ukraine,

Mali, Cameroon and Nigeria. Often, they take

the road from Afghanistan or Iran to

Azerbaijan and then move on by air to Italy

or even China. Recently, we confiscated a

huge amount of methamphetamine, a very

expensive raw material for ecstasy, on the

way to the Far East. Since the beginning of

2008 the customs authorities have confiscated

nearly 900 kg of illegal drugs.

In Vienna you attended a session of the

UN Commission on Crime Prevention and

Criminal Justice. What was the main topic?

The commission deals with international

support in fighting transnational

crimes like human trafficking, drug trafficking

and illegal transport of historical

items.

Is it helpful?

Yes, because if anything happens with

transnational groups at the border – as I have

mentioned before – you must have a

good relation with your neighboring country

or with countries which are involved in

these criminal cases. It does not only apply

to smuggling but also to economic crime e.

g. businesses which do not pay customs duty

etc. You need information from the other

side of the border and vice versa. Only then

you can fully investigate criminal cases.

Concerning the protection of cultural

property and the cultural heritage, respectively,

what is the main strategy of customs

to protect these valuable items?

Smuggling of cultural property occurs

from Azerbaijan but also by transit from

other countries. E. g. in 2007, a person

from Russia tried to carry 250 antique

items and large quantity of coins from Afghanistan

through Azerbaijan to Russia.

After confiscating these goods we hand

them over free of charge to regional concessions,

scientific institutes, museums or

the Ministry of Culture. We have opened

three museums in the customs service

where we present the masterpieces to the

public. We organize exhibitions in different

countries like here in Vienna, publish

books and support scientific research.

The purpose is to keep the cultural

heritage of our country and make it

known to the public.

What are the penalties for smuggling

pieces of cultural heritage?

It depends on the decision of the court.

It can be a penalty; it can be a few years

jail.

The exhibition in Vienna shows pieces

that were confiscated?

Yes, we have our own art gallery. We

showed Holy Qurans, icons of the Orthodox

Church, a painting of Jesus Christ, cold

arms and firearms from Afghanistan,

sculptures. To give you some numbers, in

the last few years we confiscated 189 antique

carpets and more than 300 old manuscripts

of the Quran from the 15 th to the 19 th

century. Totally, from 1988 onwards we have

confiscated 1460 pieces of cultural property.

Is there also a way to export these things

legally?

It is possible with the permission of the

Ministry of Culture.

Which customs agreements between

Azerbaijan and other countries do exist?

There are many agreements, some multilateral,

some bilateral with many other

countries. E. g. we signed an agreement

with Austria in 2002. There are agreements

with more than fifty countries; the

latest was signed in Helsinki in May 2010.

With some CIS countries we have free trade

agreements. Generally, export from

Azerbaijan is free from customs duties. We

collect customs duty only from imported

goods.

How high is the income from customs

duty for the state?

We contribute 1,1 billion Manats to the

budget annually.

CURRICULUM VITAE

Prof. Aydin Aliyev was born in 1957 in Azerbaijan. He studied

law at the State University of Baku (graduated with

distinction) and was working at court and in the judiciary

until 1992. The following three years he was department

head in the State Customs Committee and from 1999 to

2006 First Deputy Chairman of the committee. In 2006 he

was appointed Chairman of the State Customs Committee.

Prof. Aliyev is a deserved jurist and author of several books

and schoolbooks. He is married and has two children.

EXHIBITION IN THE VIENNA

INTERNATIONAL CENTER

l.t.r: John Sandage,

Ambassador Fuad Ismayilov

In the Rotunda of the Vienna International Center, Azerbaijan

presented pieces of art that have been confiscated

by the Azerbaijanian Customs guard in the last few years.

The exhibition was inaugurated on the occasion of a session

of the UN Commission on Crime Prevention and Criminal

Justice. The pieces of art displayed at the exhibition

are part of the cultural heritage of Azerbaijan and other

countries, including antique Qurans, carpets and paintings.

During the opening ceremony Ambassador Fuad Ismayilov,

John Sandage (UNODC) and Aydin Aliyev were

speaking. The ceremony was followed by a reception at

which Azerbaijanian specialties were served.

Prof. Aydin Aliyev

Antique daggers from Afghanistan

SOCIETY 2_10 | 59


ASERBAIDSCHAN

EVENTS

VERANSTALTUNGEN IM FRÜHJAHR

ASERBAIDSCHAN

Die Botschaft der Republik Aserbaidschan veranstaltete im Frühjahr ein Konzert mit dem

Wiener Kammerorchester und zwei Empfänge anlässlich des Nationalfeiertags und des

Jahrestags der Streitkräfte.

Leyla Gasimova, S.E. Fuad

Ismayilov mit ihren Kindern

NATIONALFEIERTAGSEMPFANG

Botschafter Fuad Ismayilov und Gattin Leyla Gasimova luden Ende

Mai zum traditionellen Nationalfeiertagsempfang in die Botschaft

der Republik Aserbaidschan, die ehemalige „Villa Moser“ in Wien

Hietzing. Zahlreiche Gäste und Freunde Aserbaidschans kamen zu

dem Empfang.

JAHRESTAG DER STREITKRÄFTE

Anlässlich des 92. Jahrestages der Gründung der Streitkräfte

Aserbaidschans veranstaltete der Militär- und Luftattaché Kamil

Guliyev am 29. Juni einen Empfang in der Botschaft. Hochrangige

VertreterInnen des Bundesministeriums für Landesverteidigung

und Sport und des Parlamentes der Republik Österreich, eine

Reihe von den in Wien akkreditierten BotschafterInnen und

Militärattachés, VertreterInnen der Streitkräfte von OSZE-Mitgliedstaaten,

Medien, aserbaidschanische Landsleute und StudentInnen

nahmen am Empfang teil. Nach der Rede von Obstlt K.

Guliyev wurden Videofilme über die Tätigkeit der Streitkräfte

Aserbaidschans präsentiert.

Dr. Heinz Walter

S.E. Ecved Tezcan (Türkei),

S.E. Marius Calligaris

Militärattache Obstlt.

Kamil Guliyev

FREUNDSCHAFTSKONZERT

Am 30. April 2010 fand im Wiener Konzerthaus – mit

freundlicher Unterstützung der Botschaft der Republik

Aserbaidschan in Österreich und des Musikliebhabers Yusif

Garmroudi – ein gemeinsames Konzert österreichischer

und aserbaidschanischer Musiker unter dem Namen „Aserbaidschan

Freundschaftskonzert“ statt.

Unter der Leitung des jungen Dirigenten Eyyub Guliyev

traten das Ensemble „Odlar Yurdu“ gemeinsam mit dem

Wiener Kammerorchester souverän auf, in dem sie nicht

nur berühmte klassische Werke europäischer und aserbaidschanischer

Komponisten sondern auch einige aserbaidschanische

Volkslieder spielten. Unter anderem waren

an diesem Abend Werke von U. Gadjibeyli („Ashigsayagi“),

F. Amirov („Aria of the Blind Arabian), H. Rzayev („Tchahargah

Rapsody“), F. Schubert („Serenade“), A. Rubinstein

(„Dance of the Andalusian Girl“) und M. Rüdenauer („Der

Walzer in uns“) zu hören. Nach dem gelungenen Abend erklärte

sich das Wiener Kammerorchester bereit, auch in Zukunft

an solchen Projekten teilzunehmen und mit aserbaidschanischen

Musikern zusammenzuarbeiten.

Eyyub Guliyev und das

Ensemble „Odlar Yurdu“

60 | SOCIETY 2_10


POLITIK

KOMMENTAR

Gastkommentar von ORF-Journalistin Susanne Scholl

Stalins böses Erbe

Chaos in Kirgistan: Das öffentliche Gedächtnis ist kurz. Schon in den 1990er Jahren kam es

im Fergana-Tal zu blutigen ethnischen Unruhen. Denn dieses sowjetische Zentralasien war

nie so ruhig, wie es uns immer scheinen sollte.

Das "Weiße Haus" - Regierungsgebäude

in Bischkek

Die Machthaber im fernen sowjetischen

Moskau hatten die Grundlagen für alle

Arten von Konflikten gelegt, indem

sie die Grenzen in der Region willkürlich zogen.

Der Konfliktstoff im Dreiländereck

zwischen Kirgistan, Tadschikistan und Usbekistan

ging deshalb nie aus. Solange die Sowjetmacht

alle gleichermaßen unterdrükkte,

blieb es relativ ruhig in der Region.

Kaum aber hatte Gorbatschow Glasnost

und Perestroika ausgerufen gingen Kirgisen,

Usbeken und Tadschiken auf einander

los. Die kleine russische Minderheit löste

das Problem für sich, indem sie die Region

verließ. So wie sie Tadschikistan bald verlassen

sollte, auf der Flucht vor den blutigen

Clankämpfen, die dort ausbrachen.

***

Bakiews Aufstieg und Sturz

Bis vor fünf Jahren herrschte dann wieder

– mehr oder weniger erzwungene – Ruhe.

Bis der Herr des Südens, Kurmanbek

Bakiew, seine Banden nach Bischkek führte,

um den dort durchaus autoritär herrschenden

Askar Akajew zu stürzen. Wieder

einmal gab es eine der viel zitierten „Revolutionen“

gegen einen alteingesessenen

Lokalfürsten – und wieder einmal lobte die

Welt die so genannten Revolutionäre. Bakiew

bekam vor allem Unterstützung, weil

er bereit war, einen amerikanischen Stützpunkt

auf kirgisischem Territorium zu

dulden. Dass er bis ins Mark korrupt war,

das Land schneller in den Ruin trieb, als

das sein Vorgänger Akajew und dessen

Mitstreiter je gekonnt hätten, spielte da

keine Rolle. Nach außen hin jedenfalls

nicht. Intern wuchsen die Wut und die Verzweiflung

– die schließlich vor wenigen

Monaten zu Bakiews Sturz führten.

Die Chefin der Übergangsregierung Rosa

Otunbaewa wurde im Westen sofort als

„russlandfreundlich“ gebrandmarkt – weil

niemand es für nötig fand, sich daran zu erinnern,

dass sie seinerzeit Bakiew gegen

Akaew unterstützt, sich dann aber angesichts

dessen Machtmissbrauch von diesem

ÜBER DIE AUTORIN

Dr. Susanne Scholl ist am

19.9.1949 in Wien geboren. Sie

studierte Slawistik, war ab

den 1970er Jahren bei „Le

Monde“, Radio Österreich

International und in der

Austria Presseagentur (APA)

tätig. Seit 1985 arbeitet sie für

den ORF: Als Redakteurin der Osteuroparedaktion, Korrespondentin

in Bonn und Leiterin des ORF-Europajournals.

Seit 2000 ist Leiterin des ORF-Büros in Moskau. Zahlreiche

Publikation (u. a. „Russisches Tagebuch“ u. „Töchter des

Krieges“) sowie Auszeichnungen (u. a. Österr. Ehrenkreuz

f. Wissenschaft und Kunst 2003, Journalist des Jahres

2009). Susanne Scholl ist Mutter zweier Kinder.

abgewandt hatte. Bakiew – und vor allem

sein im Süden des Landes rund um Jalalabad

und Osch fest verankerter und ziemlich

krimineller Clan – sind aber nicht gewillt,

sich so einfach davonjagen zu lassen.

Sie haben die jüngsten ethnischen Zusammenstöße

im Süden gezielt geschürt

und angeheizt – um das Land zu destabilisieren

und die Übergangsregierung zum

Aufgeben zu zwingen. Die Folge – Hunderte

Tote und Zehntausende Flüchtlinge, die

ethnische Usbeken sind – und im Nachbarland

Usbekistan trotzdem nicht gerade

mit offenen Armen aufgenommen werden,

weil man befürchtet, durch sie den

Konflikt beim Nachbarn direkt ins Haus

geliefert zu bekommen.

***

Fragwürdige Rolle Moskaus

Rosa Otunbaewa, die angeblich so Moskautreue,

hat tatsächlich Russland um

Beistand gebeten, als die Lage außer Kontrolle

geriet. Moskau aber ziert sich. Mag

sein, dass man sich angesichts der heiklen

Gemengelage in der Region nicht exponieren

will. Dass man aber lediglich Soldaten

schickte, um den eigenen russischen Stützpunkt,

den es in Kirgistan auch nach wie

vor gibt, zu schützen stimmt doch etwas

nachdenklich. Denn eigentlich wäre nur

der große russische Nachbar in der Lage,

die Situation militärisch unter Kontrolle

zu bringen. Dass er es nicht tut, dürfte viele

Gründe haben – darunter auch die Notwendigkeit

zunächst zu klären, was die

Nachbarn Usbekistan und Kasachstan von

einer solchen Intervention halten würden.

Vor allem aber scheint man sich in Moskau

noch nicht entschieden zu haben,

wessen Partei man in diesem Konflikt ergreifen

soll– und das dürfte der Hauptgrund

für Moskaus zögern sein. Dass inzwischen

weiter Hunderte sterben oder in

die Flucht getrieben werden, stört offenbar

niemanden – sieht man einmal von der zunehmend

verzweifelten Übergangsregierungschefin

Rosa Otunbaewa ab, die ihrem

Land eigentlich nur etwas Demokratie

und die Befreiung von der alles durchdringenden

Korruption bringen wollte.

SOCIETY 2_10 | 61


DIPLOMATIE

USBEKISTAN

The Afghan issue in light of the geopolitical interests of

Uzbekistan

Barack Obama’s decision to send 30,000 more U.S. troops to Afghanistan clearly confirms

the fact that the Afghan dilemma comes to the fore in world politics. By GULNARA KARIMOVA

Its global status is due not only to the fact

that the resurgent activity of Taliban

and Al-Qaeda once again makes the

country become a zone with high destabilizing

potential, but also the fact that the

Afghan conflict directly affects the vital

interests of virtually all major global centers

of power.

This in turn creates a fairly unique situation

where often divergent interests of leading

global and regional factors are beginning

to converge at a common point – the

need for joint action to accelerate the blokkade

of unwanted developments in Afghanistan

and work out new measures of stabilization

and recovery of this country.

In the expert community it has become

a kind of axiomatic assertion that Afghanistan

and Central Asia represent a rivalry

space between the United States in conjunction

with NATO, Russia and China, as

well as regional-level players – Iran, Pakistan,

India. It is difficult to deny that each

of them has its own range of interests. However,

at the same time the strengthening

position of those who believe that the

geopolitical rivalry in the classical notion

as a “Great Game” in contemporary conditions

is counterproductive, because its outcome

can be a loss for all parties involved.

From the view of Eurasian geopolitics in

its traditional understanding of Hartland,

the current situation around Afghanistan

seems to be very unique. If the traditional

view of competition provides at least two

key states involved in control of the Heartland,

then at the present time all the key

players are faced with a force that opposes

all at the same time and has no distinct local

structure. That force acts as a “Network

organism”, consisting of numerous terrorist

and religious groups and movements

united around the Al-Qaeda, the Taliban,

Hizb-i Islami, the Islamic Movement of

Turkestan, and many other groups.

If the network organism copes to establish

control over Afghanistan, then the

spread of its influence in the neighboring

regions can be more probable. The security

and stability of many countries will be

jeopardized.

GULNARA KARIMOVA

Uzbekistan already faced a similar course

of events, when the Taliban was taking

a control over the northern regions of Afghanistan

provoked the invasion of Islamists

in 1999-2000.

It is possible that the return of the Islamists

will threaten China, which has problems

in the western territories inhabited

by Muslims. Furthermore, the increase of

activity of Islamists in the North Caucasian

regions of Russia is quite predictable, as

they will receive a significant inflow of foreign

manpower, material and militarytechnical

assistance. Pakistan will face a direct

threat to its stability, where entire

neighborhoods, such as South Waziristan,

have already turned into a base area for

major groups “Tehrik-e-Taliban Pakistan”,

as well as India, with its troubled Kashmir.

Iran, traditionally having complicated relationship

with the Taliban, who in 1999

murdered several Iranian diplomats in Mazar-e

Sharif, could not avoid problems either.

This issue put the region under the

threat of full-scale conflict between Tehran

and the Taliban.

As for the U.S. and Europe, this problem

once again could outline real prospects of

clashes with acts of terrorism against civilians

and civilian infrastructure. And now

if the West has the ability to deter terrorist

groups due to being in Afghanistan, the

withdrawal from that country would limit

its ability to prevent the transformation of

Afghan territory to the center of planning

and execution of terrorist operations. Here

it is necessary to point out the probability

of further growth of the drug trafficking,

which has already covered many regions of

the world.

Based on the pragmatic thoughts, only

the possibility of such threats should push

all concerned parties to full scale cooperation.

In principle, we have recently observed

positive movement in this direction, as

evidenced by the fairly rapid agreement on

the opening of the Northern Supply Route

of non-military goods for the NATO group

in Afghanistan, through Central Asia (primarily

Uzbekistan).

Meanwhile, the agreement on transit of

cargo may ideally be the starting point also

for kick-off of the closer consideration

process by all concerned parties of prospects

for solving the Afghan problem and

rehabilitation of the country.

Henry Kissinger in his article “Deployments

and Diplomacy” points out to the timeliness

of establishing such a dialogue

(1). However, American expert is still somewhat

pessimistic about the willingness

of the regional countries to take on this dialogue.

According to him “each of mentioned

powers (China, Russia, Iran, India, and

Pakistan) has considerable potential to defend

its interests. Nevertheless all of them

to some degree prefer to take on the Afghan

conflict bystander”.

What is the reason for such passivity?

Judging by the ideas reflected in the article,

a restraining influence, of course, has

logic of “Great Game”. Kissinger, in principle,

admits its existence, pointing out that

in the relations between the countries

62 | SOCIETY 2_10


around Afghanistan there is “a problem of

myopic temptation to benefit from the

failures of an opponent”.

However, the overall situation still is

not so hopeless. The regional states and the

world's leading players enjoy positive experience

of dialogue on the Afghan problem,

as evidenced by the successful activity of

the Contact Group “6+2” on Afghanistan in

1999, initiated by Uzbekistan. The group

under the auspices of the UN at the time included

the states bordering with Afghanistan

– Uzbekistan, Turkmenistan, Pakistan,

Iran, Tajikistan, China and Russia-USA.

Today, Uzbekistan again offers under

the auspices of the UN to revive this format

and to include NATO. Thus, the group will

be “6+3”. The idea of establishing a contact

group was announced by the President Islam

Karimov at the NATO summit in Bucharest

in 2008.

There have been lively discussions

around the idea, and it has already got its

supporters. For instance, chairman of the

Central Asia-Caucasus Institute under

Johns Hopkins University professor S. Frederick

Starr within the framework of his

visit to Uzbekistan in November 2009 noted

that “the Contact Group “6+3” is the

most effective mechanism for the rebuilding

process of Afghanistan and a peaceful

political dialogue between all intra-warring

parties”. (2)

Of course, the idea also has its opponents,

but the reality is that the debates

can last forever, while chances of resolving

the Afghan dilemma are desperately being

missed. The fact is that the problem of 2011

as a “sword of Damocles” hangs over all

interested parties of modern Afghan drama.

Just from this year the countdown for

withdrawing U.S. troops from Afghanistan

begins, as stated Barack Obama, and entering

into this 1.5-year period, we find ourselves

in a situation of total uncertainty.

To clarify the situation of uncertainty, it

is right necessary to establish as soon as

possible a mechanism for multilateral dialogue,

in the framework of which there

could be started a movement to achieve at

least three large-scale inter-related goals.

The first goal, as is seen, should be creation

of an atmosphere of trust between all

actors in Eurasian geopolitics, related to Afghanistan.

The second goal is very well formulated

by Henry Kissinger, according to whom

“the aim should be turning Afghanistan –

through the efforts of the international

community – into a terrorists-free zone,

just as during the dominance of Europe in

world politics neutrality of some countries

was provided by international treaties”.

If Afghanistan will not turn into a “terrorists-free

zone”, which is actually impossible

without a full coordination of all

border states on blocking borders and militants-,

weapons-, drugs- and precursors

trafficking channels, even sending of

100,000 additional soldiers to this country

will not solve the problem, since the problem

of preventing restoration of militants’

resource base is not solved.

The third large-scale goal of a multilateral

dialogue could be development of a

conceptual vision for management reform

and economic revival of Afghanistan. Today

it is obvious that without international

aid Kabul is not able to solve the most pressing

problems of the country. Until now

the international community has mainly

acted through large financial injections into

the Afghan economy, army and state apparatus.

However, the effectiveness of this

strategy was not as high as expected, largely

because of corruption and lack of a

well-considered development program.

Meanwhile, it seems more reasonable to

create such conditions in Afghanistan, in

which it could be able to create own sources

of incomes capable of becoming a significant

alternative to international aid.

This is possible only through the gradual

integration of Afghanistan into the regional

economic and transport structures.

Uzbekistan in its cooperation with Afghanistan

acts just in this manner, as is demonstrated

by construction of a railroad

connecting the Uzbek border town Termez

with Mazar-e Sharif, the largest economic

center of northern Afghanistan. State Joint-

Stock Railway Company “Uzbekiston Temir

Yollari” won tender for the construction of

the this railroad.

This railroad will enable the Afghan business

to get the shortest access not only to

the Uzbek market, but also to the markets

of Central Asia, Russia and China, which

will become an incentive for increased

production of export-oriented Afghan

goods.

In principle, the Afghan problem now

reached a point, where an alternative to

the speedy establishment of an open multilateral

dialogue does not virtually exist.

The priority of the military component of

NATO policy in Afghanistan has proven its

effectiveness at the initial stage, but in recent

years it has stalled, a clear indication

of which is the revival of the Taliban.

The Afghan problem is inherently a

much wider issue and its solution should

be found both inside Afghanistan and in

the problems of the region as a whole. Fortunately,

the understanding of this is often

discussed among the international expert

and political circles, and this gives us hope

that a multilateral discussion format,

including the one proposed by Uzbekistan,

will be launched in the foreseeable

future.

Eight years ago thanks to a confidential

multilateral cooperation there was a success

in starting the process of stabilization

and economic reconstruction of Afghanistan.

Why not try to run again this proven

mechanism, while there is still time for it?

Notes:

(1) Henry Kissinger: “Deployments and Diplomacy”

(Newsweek, USA) 03.10.2009

(2) “US experts support initiatives of Uzbekistan

on Afghan resolution”, www.regnum.ru

04.12.2009

ABOUT THE AUTHOR

Gulnara Karimova is a doctor of political science and professor.

She currently serves as Ambassador Extraordinary

and Plenipotentiary of Uzbekistan to Spain and Permanent

Representative of Uzbekistan to the United Nations

Office and other International Organizations in Geneva, as

Director in the Center for Political Studies.

Her research interests cover: international security, regional

economic issues and world economy, geopolitics,

energy and transport issues, soft power.

She is the author of a series of articles: “Application of ‘soft

power’ strategy on Asian civilization spaces” (“Contemporary

International Relations”, China, 2009); “World financial

crisis: analysis of tendencies” (“Russia, Central Asia

and Eastern Europe”, China, 2009), “Cooperation harmony”

(“Oil&Gas Vertical Journal”, Russia, 2007).

Gulnara Karimova took part in several international conferences

with speeches, which had significant resonance,

among them the speech on “Soft power as a tool in realization

of social initiatives of human society in the state”

(World Economic Forum on the Middle East, Jordan,

2009).

She was directly involved in holding several conferences

on subjects relevant to the region of Central Asia and for

international cooperation. These include: The Central Asian

Energy Market: Trends and Prospects (2005); Central

Asia as Transcontinental Transportation Bridge (2007);

Establishing a Modern media Field: the Role of Information

Technologies, Structural Approach and Regional Specifics

in Developing the Information Are. (2006); Business

Forums: series of Uzbekistan-Japan Business Forums in

Tashkent and Tokyo (2007-2009); Investment potential

presentations and round tables in Europe (Geneva, Vienna,

Milan, and Brussels in September-October 2009).

Gulnara Karimova is chief editor of the well-known magazine

“Uzbekistan and Central Asia”, which covers political

and socio-economic issues of the development of

Central Asia.

SOCIETY 2_10 | 63


DIPLOMATIE

INTERNATIONAL

NATIONALFEIERTAGE

der Botschaften mit Amtssitz in Wien. Von Juli bis September

1.

3.

4.

5.

5.

11.

14.

20.

21.

23.

28.

30.

JULI

Kanada „Canada Day/Fête du Canada“

zur Feier des ‘British North America

Act’ vom 1. Juli 1867.

Belarus Tag der Unabhängigkeit

Vereinigte Staaten Unabhängigkeitstag

(1776). Staatsgründung der

USA in der ‘Deklaration der 13 Vereinigten

Staaten von Amerika’.

Kap Verde Unabhängigkeitstag

(1975)

Venezuela Unabhängigkeitstag

(1811)

Mongolei Jahrestag des Sieges der

Revolution (1921). Endgültige Erlangung

der Unabhängigkeit von China.

Frankreich Jahrestag der Erstürmung

der Bastille (1789). Der Feiertag

erinnert an das Föderationsfest, das

ein Jahr später (1790) stattfand.

Kolumbien Unabhängigkeitstag

(1810)

Belgien Nationalfeiertag (Amtseid

König Leopold I., 1831). Krönung des

ersten belgischen Königs und Ausrufung

des Königreichs Belgien.

Ägypten Jahrestag der Revolution

(1952). Sturz König Faruks durch die

Bewegung der „Freien Offiziere“.

Peru Unabhängigkeitstag (1821). Unabhängigkeit

von Spanien nach der

Eroberung Limas durch José de San

Martín.

Marokko Thronfest S.M. König Mohammed

VI. (1999)

1.

2.

6.

7.

10.

15.

15.

17.

19.

20.

24.

25.

27.

31.

31.

AUGUST

Schweiz Bundesfeier (1291). Erinnert

an den Bund von Uri, Schwyz

und Unterwalden, beurkundet im

sog. Bundesbrief.

Mazedonien Nationalfeiertag (Ilinden-Aufstand

1903)

Bolivien Unabhängigkeitstag (1825)

Côte d'Ivoire Unabhängigkeitstag

(1960)

Ecuador Unabhängigkeitstag (1809)

Indien Unabhängigkeitstag (1947)

Liechtenstein Staatsfeiertag. Wird

seit 1940 gefeiert, anlässlich des Geburtstags

des damaligen Fürsten

Franz Josef II. (16.8.) und zum Fest

Maria Himmelfahrt.

Indonesien Unabhängigkeitstag

(1945). Proklamation der Unabhängigkeit

von den Niederlanden.

Afghanistan Unabhängigkeitstag

(1919). Unabhängigkeit von Großbritannien.

Ungarn Jahrestag der Staatsgründung

(1000). Der Hl. Stephan I. wurde

zum König von Ungarn gekrönt.

Ukraine Nationalfeiertag (Unabhängigkeit

1991)

Uruguay Unabhängigkeitstag (1825)

Moldau Unabhängigkeitstag (1991)

Loslösung von der Sowjetunion.

Kirgisistan Unabhängigkeitstag

(1991)

Malaysia Unabhängigkeitstag

(1957).

1.

1.

1.

2.

3.

7.

8.

9.

9.

15.

15.

15.

16.

18.

21.

21.

21.

23.

SEPTEMBER

Libyen Jahrestag der Al Fatah Revolution

(1969)

Slowakei Tag der Verfassung

(1992). Erlass der Verfassung durch

den slowakischen Nationalrat.

Usbekistan Unabhängigkeitstag

(1991)

Vietnam Unabhängigkeitstag (1945)

San Marino Nationalfeiertag. Offizielles

Gründungsdatum ist der

3.9.301(!)

Brasilien Unabhängigkeitstag

(1822)

Andorra Unabhängigkeitstag (1278)

Nordkorea Staatsgründung 1948

Tadschikistan Unabhängigkeitstag

(1991)

Costa Rica Unabhängigkeitstag

(1821)

Guatemala Unabhängigkeitstag

(1821)

Nicaragua Unabhängigkeitstag

(1821)

Mexiko Unabhängigkeitstag (1810)

Chile Unabhängigkeitstag (1810)

Armenien Unabhängigkeitstag

(1991)

Belize Unabhängigkeitstag (1981).

Bis 1973 Britisch-Honduras genannt,

1981 Unabhängigkeit von Großbritannien.

Malta Unabhängigkeitstag (1964)

Saudi-Arabien Proklamation des

Königreiches (1932)

KONFERENZEN DER VEREINTEN NATIONEN IN WIEN

Juli bis September 2010

AUGUST

2.-5.8. UNYSA: Vienna International Model United Nations (VIMUN) 2010

16.8.-3.9. CTBTO: Working Group B, 35 th session - (Joint Meeting of Working Groups A and B, 30 August)*

SEPTEMBER

1.-3.9. UNIDO: Committee for the Coordination of Statistical Activities, 15 th session*

6.-9.9. CTBTO: Advisory Group, 35 th session*

7.-8.9. UNIDO: Programme and Budget Committee, 26 th session*

13.-17.9. IAEA: Board of Governors

20.-24.9. IAEA: General Conference, 54 th session

27. IAEA: Board of Governors

* unter Ausschluss der Öffentlichkeit, Quelle: http://www.unvienna.org/documents/calend284.pdf

64 | SOCIETY2_10


DIPLOMATIE

INTERVIEW

Israels neuer Botschafter

Der Rahmen braucht

einen Inhalt

Der israelische Botschafter in Wien, S.E. Aviv Shir-On, im

SOCIETY-Interview über die „Mavi Marmara“, die Beziehungen

zu Österreich und die Zukunft der Mobilität.

S,E. Aviv Shir-On mit

Gattin Arnona

Was ist Ihr Statement zu den Geschehnissen

auf dem türkischen Schiff „Mavi Marmara“,

das die Gaza-Blockade durchbrechen

wollte?

Die Kontrolle der Güter, die nach Gaza

geliefert werden, soll verhindern, dass die

Hamas Raketen und Waffen bekommt, mit

denen sie israelische Zivilisten täglich angreift.

Sieben Schiffe wurden ohne

Zwischenfälle gestoppt und kontrolliert.

Nur auf der „Mavi Marmara“ wurden Israelis

von den Mitgliedern der radikal-islamischen

Organisation IHH, von der auch die

Hamas unterstützt wird, mit Gewalt attakkiert.

Die Hamas will Israelis ermorden

und die IHH hat genau das auch versucht.

Die Blockade ist nicht gegen die Bevölkerung

von Gaza gerichtet und Israel sucht

Wege, um diese zu lockern, was auch von

der EU letztens begrüßt wurde.

Vizekanzler Josef Pröll hat kürzlich Israel

besucht. Was ist Ihr Eindruck betreffend die

Beziehungen zwischen Israel und Österreich?

Der Umfang und die Vielfalt der Beziehungen

haben mich überrascht. Als Botschafter

freut man sich, wenn der Vizekanzler

oder Außenminister Israel

besucht. Es handelt sich hier um den offiziellen

Rahmen der Beziehungen zwischen

den Ländern. Es ist natürlich wichtig, dass

dieser Rahmen gut gestaltet wird. Aber der

Inhalt der Beziehungen ist etwas anderes –

das ist wie ein Bild: Der Rahmen muss einen

Inhalt haben, das Bild ist der Inhalt

und der Inhalt sollen die menschlichen

Kontakte zwischen den Österreichern und

Israelis sein, zum Beispiel in den Bereichen

Sport, Kultur und Wirtschaft. Hier sehe ich

meine Aufgabe, diese Beziehungen zu erweitern

und zu vertiefen.

Vizekanzler Pröll hat sich auch ein interessantes

Autoprojekt angesehen. Können

Sie etwas darüber berichten?

Das ist ein Projekt mit dem Namen

„Better Place“ des israelischen Unternehmers

Schay Agassi, mit dem er die

Welt etwas besser für uns alle machen

will. Es geht um ein Elektroauto und ein

Netz von Aufladevorrichtungen, das

Interesse auf der ganzen Welt erweckt

hat. Man ist derzeit in der Phase, dieses

Projekt zu konkretisieren und zu einer

praktischen Lösung für die Verkehrsprobleme

zu machen. Auch österreichische

Firmen haben Interesse gezeigt. Aber es

ist nicht nur für Firmen interessant sondern

auch für Regierungen. Es geht darum,

wie wir unsere Mobilität umweltfreundlicher

machen können.

Dieses Auto kommt vollkommen ohne

Erdöl aus?

Ja, die Idee dahinter ist, dass es Tankstellen

geben wird, wo die Batterien entweder

aufgeladen oder ausgewechselt werden

können. Das größte Problem von elektrischen

Autos ist die Reichweite. Wenn man

nur zweihundert Kilometer fahren kann,

muss man oft die Batterie aufladen oder

wechseln.

Ihre Frau hat einen ganz speziellen Vornamen.

Können Sie ihn uns die Herkunft

dieses Namens erklären?

Arnona hat mit dem Fluss Arnon zu

tun, der auch in der Bibel erwähnt wird. Er

fließt von den Bergen Jordaniens herab

und mündet in den berühmten Jordan. Die

Eltern meiner Frau hofften auf einen Sohn

und wollten ihn Arnon nennen, aber da

sie ein Mädchen bekamen, sind sie doch

bei diesem Namen geblieben und haben

sie Arnona genannt.

Mit einem Satz zusammenfassend, wo

trifft Sie Ihre neue Funktion am meisten?

Im Herzen oder im Kopf?

Für einen israelischen Botschafter ist

dies eine schwierige Frage, weil wenn ich

meine jüdischen Wurzeln betrachte, dann

hat das viel mit dem Herzen zu tun. Ich

glaube, dass wir die universellen Werte der

Zivilisation mitgeprägt haben, den Glauben

an einen einzigen Gott, aber das

macht uns nicht zu Engeln, weil wir Fehler

machen wie alle anderen auch – und das

hat mit dem Gehirn zu tun. Zum Beispiel

unsere größte Hoffnung ist noch nicht in

Erfüllung gegangen, nämlich Frieden zu

haben oder zu schaffen, und da müssen

wir noch alle schwer arbeiten, und das

kann man nur schaffen, wenn man das

Herz mit dem Gehirn verbindet, und da sehe

ich auch meine Aufgabe als Botschafter

des Staates Israel.

SOCIETY 2_10 | 65


DIPLOMATIE

ÖGAVN

Highlights International

Top-Veranstaltungen

Das Frühjahr stand im Zeichen herausragender Veranstaltungen der Österreichischen Gesellschaft

für Außenpolitik und die Vereinten Nationen (ÖGAVN).

Dr. Erhard Busek, Dr. Franz Vranitzky, Mag. Brigitte Ederer, Nationalratspräsidentin

Mag. Barbara Prammer, Dr. Klaus Kinkel, Dr. Wolfgang Schüssel

Ban Ki-moon im österreichischen

Parlament

Im April kam UNO-Generalsekretär Ban

Ki-moon auf Einladung der ÖGAVN nach

Wien, wo er im historischen Sitzungssaal

des Parlaments einen viel beachteten

Vortrag hielt. Rund 1.000 Gäste bedankten

sich mit stehenden Ovationen für seine

Ausführungen zu den Themen Armutsbekämpfung,

Gleichstellung der Frau, Klimaschutz

und Menschenrechte. Er hob

außerdem die Bedeutung Wiens als UNO-

Standort hervor und bedankte sich für

Österreichs Unterstützung der Arbeit der

Vereinten Nationen.

***

15 Jahre Österreich in der EU

Anlässlich 15 Jahre EU-Mitgliedschaft

Österreichs veranstaltete die ÖGAVN

Workshops und eine Festveranstaltung im

Parlament. Bei den Workshops wurden

Fragen der europäischen Identität, Ökonomie,

Forschung und Regionalpolitik unter

Teilnahme namhafter Vertreter aus Diplomatie,

Wirtschaft, Wissenschaft und der

Medien behandelt. Danach erinnerten in

einem Festakt im Sitzungssaal des Nationalrates

maßgeblich für den EU-Beitritt

Österreichs verantwortliche Politiker an

die Bedeutung dieses Ereignisses. Die Festreden

hielten Dr. Franz Vranitzky, Dr. Erhard

Busek und Dr. Klaus Kinkel.

Shirin Ebadi mit

ÖGAVN-Präsident

Wolfgang Schüssel

***

Shirin Ebadi in Wien

Die iranische Friedensnobelpreisträgerin

2003 Shirin Ebadi war in Wien zu Gast.

Sie nahm für ihren Kampf für die Menschenrechte

den Felix-Ermacora-Menschenrechtspreis

entgegen und hielt auf Einladung

der ÖGAVN in der „Aula der

Wissenschaften“ einen Vortrag. Seit Juni

2009 befindet sie sich im Exil, ihr Mann ist

im Iran inhaftiert. Sie sprach sich gegen

wirtschaftliche Sanktionen gegen den Iran

aus, weil diese die Bevölkerung treffen

würden. Sie sei aber für Sanktionen zur Behinderung

militärischer Aufrüstung.

MITGLIEDSCHAFT

Alle Personen, die am internationalen

Geschehen interessiert sind

und zur Stärkung der Vereinten

Nationen beitragen wollen, können

ordentliche Mitglieder der

Seit 1945

Österreichischen Gesellschaft für Außenpolitik und die Vereinten

Nationen (ÖGAVN) werden. Daneben sind Unternehmen

und andere Institutionen eingeladen, als unterstützende

Mitglieder beizutreten. Wenn Sie Interesse an einer

Mitgliedschaft haben, wenden Sie sich bitte an:

ÖSTERREICHISCHE GESELLSCHAFT FÜR AUSSENPOLITIK

UND DIE VEREINTEN NATIONEN (ÖGAVN)

Hofburg/Stallburg, Reitschulgasse 2/2. OG, A-1010 Wien

Tel.: +43-(0)1-535 46 27

E-Mail: office@oegavn.org, www.una-austria.at

MAGAZIN SOCIETY

Mag. Gertrud Tauchhammer hat mit dem Magazin SOCIETY als

offizielles Organ schon seit 1995, auf Einladung des damaligen

Präsidenten Dr. Kurt Waldheim, fungiert und übt seitdem mit

verschiedensten Aktivitäten einen Brückenschlag zwischen

Österreich und den Vereinten Nationen aus. Auf Vorschlag von

Altbundeskanzler Dr. Wolfgang Schüssel wird die Kooperation

zwischen dem Magazin SOCIETY und der Österreichischen Gesellschaft

für Außenpolitik und die Vereinten Nationen

(ÖGAVN) fortgesetzt. SOCIETY ist zu 100 Prozent im Eigentum

der Tauchhammer KG/Mag. Gertrud Tauchhammer.

FOTOS: ÖGAVN; CARINA OTT/PARLAMENTSDIREKTION

66 | SOCIETY 2_10


DIPLOMATIE

WELCOME TO AUSTRIA

INFORMATION

Club Opening: Gabrielle Schallenberg,

H.E. Anna Maria Spinetti, Elenka Batthyany,

Avogara Pallavicini

New club room and website

Spring Highlights

“Welcome To Austria’s” three spring highlights were a day

excursion to famous castles in Lower Austria, the official

opening of the new club room and the launch of the website.

***

Excursion within Lower Austria

“Welcome To Austria” organized a day

excursion within Lower Austria, visiting

Burg Rastenberg in the Waldviertel, where

Count Giorgio Thurn-Valsassina himself received

his guests and showed them around

the castle (dating back to the Middle Ages),

followed by a brief visit of the impressive

Benedictine Abbey Göttweig, a lunch at the

picturesque Ruine Aggstein perched on top

of a hill, a visit of Castle Artstetten and its

Franz-Ferdinand Museum – including a reception

by H.H. Princess Anita Hohenberg

– and on the way back to Vienna a stopover

at Schloss Stetteldorf, where Georg von

Stradiot received his guests.

***

Club Opening and New Website

For more than a decade, „Welcome To

Austria“ has successfully given foreign diplomats

based in Austria an understanding

of Austria’s way of life and culture. Early

this year, WA has moved into the new office

and club room in Reitschulgasse where

it is possible to hold lectures, coffee mornings

and parties. Recently, the official

opening of the club was celebrated by the

Board and a great many of the association’s

members.

The new website of WA has recently

been publicized – anyone interested in becoming

member of the association should

visit www.welcome-to-austria.org

WA “Welcome to Austria” was founded

in 1997 by Dr. Benita Ferrero-

Waldner, who was then State Secretary

for Foreign Affairs, with the

overriding objective of introducing

foreign diplomats and international

civil servants assigned to Vienna and

their spouses to the Austrian way of

life. The aims of WA are to promote the awareness and understanding

of Austria’s rich heritage of culture and history

past and present. WA would welcome newly accredited diplomats

and their spouses to join the club.

***

WA invites you to join:

■ You will meet many interesting Austrians in a relaxed

atmosphere and make new friends.

■ You will be offered a wide choice of excellent programmes

and learn a great deal about your host country.

■ You will be invited to private homes and through WA

events you will enjoy many things which you would not

have access to outside our Association.

***

THE BOARD OF “WELCOME TO AUSTRIA”

Dr. Benita Ferrero-Waldner – Founding President

Foreign Minister Dr. Michael Spindelegger – President

Gabrielle Schallenberg – First Vice President - History, Art

Dr. Monika Türk – Second Vice President

Mag. Stephan Hofstätter – Treasurer

Mag. Gertrud Tauchhammer – Public Relations,

“Schriftführerin”

Dr. Elisabeth Wolff – Music

Dr. Heide Almoslechner – German

Anne Thun-Hohenstein – History, Art

Dr. Stefanie Winkelbauer – Applied Arts, Cuisine

Mag. Adelaida Calligaris – Liaison Officer

***

OFFICE HOURS

Mo-Tue-Wed: 2 p.m.–5 p.m.

Thurs-Fri: 9 p.m.–12 p.m.

Gabriela Znidaric, Secretary

Hofburg, Stallburg, Reitschulgasse 2, 1010 Vienna

Phone: +43-(0)1-535 88 36, Fax: +43-(0)1-535 88 37

E-mail: office@welcome-to-austria.org

www.welcome-to-austria.org

Count Giorgio Thurn-Valsassina

receives his guests.

Entrance to the medieval

castle Rastenberg.

SOCIETY 2_10 | 67


DIPLOMATIE

AKKREDITIERUNGEN

DIPLOMATENKARUSSELL

Die neu akkreditierten Botschafter bei Bundespräsident Dr. Heinz Fischer in der Hofburg.

INDONESIEN

H.E. GUSTI AGUNG

WESAKA PUJA

Born on 11 Jan 1962

in Bali.

Married, two children.

RUSSISCHE

FÖDERATION

S.E. SERGEJ

JURJEWITSCH

NETSCHAJEW

Geboren 1953

in Moskau.

Verheiratet, ein Sohn.

SÜDAFRIKA

H.E. XOLISA

MFUNDISO

MABHONGO

Born on 18 May 1972 in

Mthatha, Eastern Cape

Married, three

children.

Education

■ 1985: Gadjah Mada University, Yogyakarta,

Indonesia.

■ 1991: University of Michigan, Ann Arbor,

USA, The Horace H. Rackham

School of Graduate Studies.

Professional Career

2010: Ambassador to Austria and Slovenia,

Permanent Representative to

the UN and other int. organizations

in Vienna

■ 2009-2010: Senior Official, Ministry of

Foreign Affairs, Jakarta

■ 2006-2009: Ambassador/Deputy Permanent

Representative to the UN,

WTO and other int. organizations in

Geneva

■ 2002-2006: Director for Human Rights

and Humanitarian Affairs, Ministry

of Foreign Affairs, Jakarta

■ 1998-2002: Counselor, Permanent Mission

of Indonesia to the UN, WTO and

other int. organizations, Geneva

■ 1996-1998: Official, Directorate for

Int. Organizations, Ministry of Foreign

Affairs, Jakarta

■ 1992-1996: Second Secretary, Embassy/Permanent

Mission of Indonesia,

Vienna

■ 1988-1990: Official, Directorate for

Asia Pacific Affairs, Ministry of Foreign

Affairs, Jakarta

■ 1986: Joined the Ministry of Foreign

Affairs

Ausbildung

■ Abitur in Moskau, Studium der Germanistik

an der Moskauer Lomonossow

Universität

■ 1988: Abschluss des Studiums an der

Diplomatischen Akademie

Berufliche Karriere

■ Seit April 2010: Botschafter in der Republik

Österreich

■ August 2007: Direktor des 3. Europäischen

Departments im Außenministerium

■ April 2003: Stv. Direktor des 3. Europäischen

Departments im Außenministerium

■ 2001-2003: Generalkonsul der Russischen

Föderation in Bonn

■ 1999-2001: 1. Botschaftsrat, Leiter der

Politischen Abteilung an der Botschaft

in Deutschland

■ 1996-1999: Leiter des Deutschland-Referates

im 4. Europäischen Department

im Außenministerium

■ 1992-1996: Tätigkeit an der russischen

Botschaft in Deutschland

■ 1982-1986: Tätigkeit im sowjetischen

Generalkonsulat in Erdenet, Mongolei

■ 1977-1980: Tätigkeit an der sowjetischen

Botschaft in Ost-Berlin, DDR

■ 1977: Eintritt in den diplomatischen

Dienst

■ 1975-1977: Armeedienst

Education

■ Currently: Master in Business Leadership,

UNISA School of Business Leadership

■ 2004: Master in Public Administration,

Columbia University, N.Y., USA

■ 1997: Post-graduate Certificate in Diplomatic

Studies, Oxford University,

U.K.

■ 1993: Bachelor of Arts, Rhodes University,

Grahamstown, RSA

Professional Career

■ Present: Ambassador to Austria, Slovenia

and Slovakia; Permanent Representative

to the UNO in Vienna

■ 2006-2009: Chief Director, United Nations

Political, Multilateral Branch,

Dep. of Int. Relations and Coop.

■ 2006: Director: United Nations, Multilateral

Branch, Dep. of Int. Relations

and Coop (DIRCO)

■ 2004-2006: Minister Counselor/Deputy

Permanent Representative, Permanent

Mission of RSA to the UN, NY

■ 2001-2004: Counselor, Permanent Mission

of RSA to UN, NY

■ 1999-2001: First Secretary, Permanent

Mission of RSA to UN, Geneva

■ 1997-1998: Part-time lecturer for

International Relations, Pretoria

Technikon

■ 1997-1998: Senior Foreign Service Officer,

Foreign Service Institute, Dep.

of Int. Relations and Coop.

FOTOS: DRAGAN TATIC/HBF

68 | SOCIETY 2_10


APRIL BIS JUNI 2010

SYRIEN

H.E. BASSAM

SABBAGH

TUNESIEN

S.E. ALI CHAOUCH

Born on 1 Jan 1969

in Aleppo.

Geboren in Bouarada/Siliana.

Verheiratet,

drei Kinder.

Education

■ 1990: Bachelor in Political Science,

Higher Institute for Political Sciences,

Damascus

■ 1992: Higher Diploma in International

Affairs, Aleppo University

Professional Career

■ Currently: Ambassador to Austria,

Permanent Representative to IAEA,

UNIDO, UNOV in Vienna

■ 2006-2010: Chef de Cabinet of the Ministry

of Foreign Affairs, Damascus

■ 2001-2006: Counselor in the Syrian

Permanent Mission to the UN, NY

■ 2000-2001: Deputy Director, Office of

the Deputy Foreign Minister, Damascus

■ 1995-2000: Second and First Secretary

at the Syrian Embassy, Washington

DC

■ 1994-1995: Attaché Foreign Ministry

■ Participated the Arab Summit in Kartom

(2006), Riadh (2007), Damascus

(2008), Doha (2009)

■ Member of the Syrian Delegation to

the Security Council, 2002-2003

■ Member of the UN Security Council

Mission to Afghanistan, 2003

Ausbildung

■ 1970: Absolvent der Fakultät für Wirtschaftswissenschaften

an der Universität

Tunis

Berufliche Karriere

■ 2005: Minister für Soziales, Solidarität

und Auslandstunesier

■ 2000: Generalsekretär des Rassemblement

Constitutionnel Démocratique

■ 1999: Präsident des Wirtschafts- und

Sozialrates

■ 1997: Innenminister

■ 1994-2004: Mitglied des tunesischen

Nationalrates

■ 1993: Minister für Bau- und Wohnungswesen

■ 1992: Staatssekretär im Ministerium

für Gesundheit

■ 1991: Ständiger Sekretär der Rassemblement

Constitutionnel Démocratique

(RCD)

■ 1988: Geschäftsführer der gemeinnützigen

Bau- und Siedlungsgesellschaft

(AFH)

■ 1987: Statthalter von Médenine

■ 1985-1987: Bürgermeister von Ettadhamen,

Douar Hicher

■ 1982: Geschäftsführer der städtischen

Sanierungs- und Renovierungsagentur

■ 1970-1982: Divisionschef der SNIT Tunis

und stv. Generaldirektor der Société

d’Economie Mixte d’Aménagement

in Tunis

Repräsentation

Eliteverband

Gardemusik

Die Militärmusik des Gardebataillons

in Wien ist Teil der

Ehrenformation des Heeres

und dient der Repräsentation.

Die Garde ist ein Eliteverband des Militärkommandos

Wien, der die Republik

Österreich und das österreichische

Bundesheer nach außen repräsentiert.

Sie hat aber auch Aufgaben eines Verbandes

der Infanteristischen Kampftruppe

wahrzunehmen. Traditionelle Kennzeichen

sind der scharlachrote Aufschlag mit weißem

Vorstoß, das scharlachrote Barett und

die Gardeschnur zur Ausgangsuniform.

Die Gardemusik als Teil des Gardebataillons

ist ein wichtiges Repräsentationsinstrument

bei Staatsbesuchen und Akkreditierungen

von Botschaftern. Ihr

dekoratives Kennzeichen ist die Fangschnur.

Die Gardemusik versteht sich als

Bewahrerin traditionellen Musikgutes und

ist Teil des Wiener Kulturlebens. Neben altösterreichischer

Marschmusik widmet sie

sich auch der zeitgenössischen Musik.

SOCIETY 2_10 | 69


DIPLOMATIE

CTBTO

Die neu akkreditierten Botschafter überreichten ihre Beglaubigungen an

den Generalsekretär der CTBTO, Botschafter Tibor Tóth. Die Überreichungen

fanden im Hauptsitz der CTBTO in Wien statt.

Comprehensive Test Ban Treaty Organisation

INFORMATION

Annika Thunborg, Leiterin der Öffentlichkeitsarbeit

Tel. +43-(0)1-26030-6375

Fax +43-(0)1-26030-5823

www.ctbto.org

E-Mail: annika.thunborg@ctbto.org

BELGIEN: S.E. FRANK RECKER

CTBTO

Die CTBTO PrepCom ist die Vorbereitende Kommission für

die Organisation des Vertrages über das umfassende Verbot

von Nuklearversuchen.

Die CTBTO PrepCom wurde am 19.11.1996 gegründet und

ist mit allen notwendigen Vorbereitungen für die Umsetzung

des Vertrages über das umfassende Verbot von Nuklearversuchen

befasst. Alle Staaten, die diesen Vertrag unterzeichnen,

sind automatisch Mitglieder der Kommission.

Ziel des Vertrages ist die Nichtverbreitung von Kernwaffen

sowie die atomare Abrüstung. Mit dem Verbot von Nuklearversuchen

soll die Weiterentwicklung von Atomwaffen

gebremst werden.

Seit 24.9.1996 wurde der Vertrag von 182 Staaten unterzeichnet,

davon haben ihn mittlerweile 153 ratifiziert. Aktuellster

Vertragsunterzeichner ist Trinidad und Tobago. Die

aktuellste Ratifizierung erfolgte durch die Zentralafrikanische

Republik. Der Vertrag tritt erst dann in Kraft, sobald er

von allen 44 im zweiten Anhang des Vertrages (Annex 2)

aufgezählten Staaten unterzeichnet und ratifiziert worden

ist. Das sind jene Staaten, die zum Zeitpunkt der Vertragsverhandlungen

bereits über friedliche oder militärische

Nukleartechnologie verfügt haben. 41 Annex-2-Staaten haben

den Vertrag unterzeichnet, davon haben ihn 35 auch ratifiziert.

Derzeit fehlen noch die Unterzeichnungen von Indien,

Pakistan und Nordkorea, sowie die Ratifizierungen von

Ägypten, dem Iran, USA, China, Indonesien und Israel.

Österreich zählt ebenfalls zu den Annex-2-Staaten und

hat den Vertrag am 24.9.1996 unterzeichnet und am 13.3.1998

ratifiziert. Das Atominstitut der Österreichischen Universitäten

betreibt in Wien einen Forschungsreaktor.

BENIN: S.E. SÉRAPHIN LISSASSI

BOTSWANA: S.E. BOOMETSWE MOKGOTHU

NIGER: S.E. ILLO ADANI

70 | SOCIETY 2_10


DIPLOMATIE

UNIDO

Die neu akkreditierten Botschafter überreichten ihre Beglaubigungen an

den Generaldirektor der UNIDO, Kandeh K. Yumkella. Die Überreichungen

fanden im Hauptsitz der UNIDO in Wien statt.

United Nations Industrial Development Organization

INDONESIEN: S.E. I GUSTI AGUNG WESAKA PUJA

BENIN: S.E. SÉRAPHIN LISSASSI ÜBERREICHT AN

VIZEGENERALDIREKTOR YOSHITERU URAMOTO

INFORMATION

Cristina Stricker, Information Officer

Tel: +43-(0)1-26026-3034

Fax: +43-(0)1-26026-6881

E-Mail: c.stricker@unido.org

UNIDO

UGANDA: S.E. FRANCIS K. BUTAGIRA

BELGIEN: S.E. FRANK RECKER

Die United Nations Industrial Development Organization

(Organisation der Vereinten Nationen für Industrielle Entwicklung)

ist eine Sonderorganisation der Vereinten Nationen

mit dem Ziel, die industrielle Entwicklung in Entwikklungsländern

und Reformstaaten nachhaltig zu fördern. Zu

ihrer Tätigkeit zählen Industrial Governance und Statistik, Investitions-

und Technologieförderung, Förderung von Handel

und Wettbewerbsfähigkeit, Entwicklung der Privatwirtschaft

und Agro-Industrien, nachhaltige Energiewirtschaft

und Klimawandel, das Montreal-Protokoll und Umweltmanagement.

PHILIPPINEN: I.E. LOURDES O. YPARRAGUIRRE

AUßENMINISTER VON THAILAND S.E. SÉRAPHIN LISSASSI ÜBER-

REICHT AN VIZEGENERALDIREKTOR YOSHITERU URAMOTO

Die UNIDO, mit Hauptsitz in der UNO-City in Wien, wurde

1966 als Programm der Vereinten Nationen gegründet

und ist seit 1985 eine selbstständige Sonderorganisation der

VN. Derzeitiger Generaldirektor (seit 2005) ist Kandeh K.

Yumkella (Sierra Leone). Die UNIDO hat 173 Mitgliedsstaaten,

in 53 Ländern Büros und beschäftigt etwa 650 Mitarbeiter.

Darüber hinaus arbeiten über 2100 Experten international

bei UNIDO-Projekten. Das geschätzte Gesamtvolumen aller

Tätigkeiten für 2010/11 beträgt etwa 385 Millionen Euro

(UNIDO ist die einzige UN-Organisation, die in Euro budgetiert).

SOCIETY 2_10 | 71


DIPLOMATIE

EVENTS

HIGHLIGHTS VERANSTALTUNGEN

DER DIPLOMATIE April bis Juni 2010

Erzbischof Dr. Christoph

Schönborn, Justizministerin

Mag. Claudia Bandion-Ortner

NUNTIATUR:

5. JAHRESTAG VON PAPST BENEDIKT XVI.

Zur Feier des 5. Jahrestages des Pontifikates von Papst Benedikt XVI.

gab sich der Apostolische Nuntius Erzbischof Dr. Peter Stephan Zurbriggen

die Ehre und lud zu einem Empfang in die Apostolische

Nuntiatur in Wien.

Consul I. Senatus Prof. Alfred R. Tombor-Tintera und

Vice-Consul Landeshauptmann Dr. Michael Häupl

Nuntius Dr. Peter Zurbriggen, Nuntiaturrat

Dr. Christoph Kühn

Mit dem deutschen Botschafter

WEINRITTERSCHAFT: 25. JUBILÄUM

Die Europäische Weinritterschaft feiert heuer ihr 25-jähriges Bestehen.

Aus diesem Anlass fand im Wiener Rathaus ein Ritterfest

mit Domizilschildenthüllung des neuen Rittersitzes statt. Für karitative

Zwecke werden heuer über 10.000 Euro von der Weinritterschaft

eingesetzt. Europaweit haben die Weinritter etwa 4.000

Mitglieder.

S.E. Dr. Hans-Henning Blomeyer-

Bartenstein (Deutschland),

S.E. Dr. John Barrett (Kanada),

S.E. Dinkar Khullar (Indien)

S.E. Aviv Shir-On (Bildmitte)

mit seinen Gästen

ISRAEL: 62. UNABHÄNGIGKEITSTAG

S.E. Botschafter Aviv Shir-On und seine Gattin Frau Arnona Shir-On, sowie

der Ständige Vertreter des Staates Israel bei der IAEO und CTBTO, Botschafter

Ehud Azoulay und seine Gattin Frau Liora Azoulay luden zu einem

Konzert mit anschließendem Empfang in das Liechtenstein Museum in

Wien. Der 1995 geborene Noam Yitzhaky spielte Joseph Haydns Klaviersonate

in F-Dur sowie Fréderic Chopins Scherzo Nr. 1 und Walzer Nr. 7.

72 | SOCIETY 2_10

Bezirksvorsteherin Ursula

Stenzel, Ariel Muzicant (Präsident

der Israelitischen Kultusgemeinde

Wien)


FOTOS: SOCIETY/PHILIPP HUTTER, SCHIFFL, PROKOFIEFF

DEUTSCHLAND:

VERABSCHIEDUNG

Der Botschafter der Bundesrepublik Deutschland,

Hans-Henning Blomeyer-Bartenstein,

lud in das Hotel Sacher Salzburg zur Verabschiedung

des Honorarkonsuls der Bundesrepublik

Deutschland Alfons Schneider. In

seiner Laudatio würdigte der Botschafter die

Verdienste von Alfons Schneider, der sich

über 15 Jahre bemüht hat, die Beziehungen

zwischen Deutschland und Österreich zu intensivieren.

Nach Dankesworten des Geehrten

frönte dieser einem seiner Lieblingshobbys,

dem Jazzgesang und verabschiedete sich,

begleitet vom Sabina Hank-Trio, mit diversen

populären Swing-Nummern.

KR Alfons Schneider, Sabina Hank,

Philip Kopmajer, Alex Meik

Landeshauptfrau Mag. Gabi Burgstaller, KR Alfons Schneider,

Michaela Schneider, Botschafter Hans-Henning Blomeyer-Bartenstein,

Bürgermeister Dr. Heinz Schaden

Foto_02: Der KR Botschafter Alfons Schneider, (Mitte) mit Michaela Schneider, Botschafter

Gattin Hans-Henning und seinen Blomeyer-Bartenstein

Gästen

Alexander Smejevskij

(UNO) und Anvar Azimov

(OSZE)

Die Receiving Line

S.E. José Irazazábal (Spanien), S.E.

Panayotis Zografos (Griechenland)

PORTUGAL:

NATIONALFEIERTAG

Botschafter Manuel

Marcelo Curto und die

Ständige Vertreterin

Portugals bei der OSZE

Ana Martinho luden

zum Empfang anlässlich

des Nationalfeiertages.

RUSSISCHE FÖDERATION: NATIONALFEIERTAG

Zum „Tag der Annahme

der Erklärung

über die staatliche

Souveränität

der Russischen Föderation“

luden die

Botschafter Sergej

Netschajew (bilateral),

Alexander Smejevskij

(UNO) und

Anvar Azimov (OS-

ZE) zum Empfang in

Dr. Andreas Hopf

S.E. Sergej Netschajew,

die Botschaft.

(Central Danube)

Dr. Gabriel Lansky

SOCIETY 2_10 | 73


DIPLOMATIE

EVENTS

HIGHLIGHTS VERANSTALTUNGEN

DER DIPLOMATIE April bis Juni 2010

ARGENTINIEN: KRANZNIEDERLEGUNG ZU

EHREN VON SAN MARTÍN

Zum 200. Jahrestag der Unabhängigkeit von Argentinien pilgerten

S.E. Eugenio Maria Curia, Botschafter von Argentinien in Österreich,

Mag. Christian Koidl, Präsident der Österreich-Argentinischen

Gesellschaft, und zahlreiche weitere Prominenz zur Büste

des argentinischen Freiheitskämpfers José de San Martín im Wiener

Donaupark, um eine Kranzniederlegung vorzunehmen. Die Gedenkstätte

war ein Ex-Skirennläufer Jahr zuvor auf Initiative der ÖAG mit Unterstützung

der Botschaft Karl Schranz errichtet worden. Im Anschluss an die

Kranzniederlegung

fand eine Messe im Stephansdom,

gehalten

von Nuntius Dr. Peter

Zurbriggen und Dompfarrer

Toni Faber, statt.

Gespielt wurde die „Misa

Criolla“ unter Beteiligung

mehrerer Chöre:

VIC Choir, Choro

Pax, Coro Eurolatinoamericano,

Chor der

Wiener Tonkunstvereinigung,

Wiener Urania

Chor.

S.E. Eugenio Maria Curia und

Mag. Christian Koidl vor der

San-Martín-Büste

Ex-ONB-Generaldirektor Klaus

Liebscher, S.E. Wu Ken (China)

Massimo Spinetti mit

Gattin Anna Maria

ITALIEN: NATIONALFEIERTAG

UND VERABSCHIEDUNG

Der italienische Botschafter

Massimo Spinetti, der Ständige

Vertreter Italiens bei den Internationalen

Organisationen Gianni

Ghisi sowie der Ständige

Vertreter Italiens bei der OSZE

Gianfranco Varvesi und Gattinnen

luden zum Nationalfeiertagsempfang

in die Botschaft.

Bei diesem Anlass

verabschiedeten sich Botschafter

und Frau Spinetti, da sie

Wien verlassen werden.

BMEIA:

DIPLOMATENSOMMERAUSFLUG

Das internationale diplomatische Corps in Österreich fand sich zum

traditionellen Diplomatensommerausflug ein, der alljährlich vom

Außenministerium veranstaltet wird. Dieses Jahr ging es nach

Niederösterreich, wo die Burgruine Aggstein, das „Loisium“ Museum,

das Augustiner Chorherrenstift Herzogenburg und Schloss

Grafenegg besichtigt wurden. Ebendort gab BM Michael Spindelegger

gemeinsam mit LH Erwin Pröll ein Abendessen, gefolgt von

einem Konzert der NÖ-Tonkünstler mit Oleg Maisenberg.

FOTOS: SOCIETY/SCHIFFL, WPF

Günther Granser (li.) und Max Turnauer mit Gattinnen, mit einer Malteserin in traditioneller Tracht

MALTESER RITTERORDEN: EMPFANG ZUM JOHANNISTAG

Anlässlich des Festtages Johannes des Täufers, des Ordensheiligen

des Souveränen Malteserordens, luden Botschafter Günther Granser

(Ständiger Beobachter bei den Vereinten Nationen) und Botschafter

Max Turnauer (Ständiger Beobachter bei der UNIDO) zu einem

Empfang in das Büro der Ständigen Beobachter.

Das Diplomatische

Corps entdeckt Niederösterreich

74 | SOCIETY 2_10


Veteranen des 2. Weltkrieges

Die Receiving Line

65. JAHRESTAG DES SIEGES IM 2. WELTKRIEG

Als „Großer Vaterländischer Krieg“ wird der Krieg Deutschlands

gegen die Sowjetunion zwischen 1941 und 1945 in den

Ländern der ehemaligen Sowjetunion heute noch bezeichnet.

Zum 65. Jahrestag des Sieges der Sowjetunion über das

nationalsozialistische Deutschland luden die Botschafter

und Ständigen Vertreter bei den Internationalen Organisationen

dieser Länder zu einem großen Empfang in die Botschaft

der Russischen Föderation, darunter die Vertreter von

Armenien, Aserbaidschan, Belarus, Kasachstan, Kirgistan,

Moldau, der Russischen Föderation, von Tadschikistan,

Turkmenistan, der Ukraine und von Usbekistan.

S.E. Sergej Netschajew, S.E.

Alexander Zmeyevskij, S.E. Anvar

Azimov (Russische Föderation)

Diskussion „Aus der Geschichte

lernen“

ZWEITER WELTKRIEG: 65. JAHRESTAG

181 Politiker, Historiker und geistige Würdenträger aus 31 Ländern

trafen im Hotel Crowne Plaza in Bratislava unter dem Motto „Aus

der Geschichte lernen“ zusammen, um der 55 Millionen Opfer des

zweiten Weltkrieges zu gedenken und einzumahnen, dass nicht

Vladimir Yakunin, Präsident

des World Public Forums

Konfrontation sondern Dialog

der Schlüssel für anhaltenden

Frieden ist. Die Veranstaltung

stand unter dem

Ehrenschutz der russischen,

spanischen und slowakischen

Staatsoberhäupter, die von

Vladimir Yakunin initiiert

und von der in Wien ansässigen,

weltweit agierenden

NGO „World Public Forum“

organisiert wurde.

Mag. Christian Koidl, Senator Walter

Gerbautz, Irena Gerbautz, Joachim

Chen, S.E. Eugenio Curia, Dr. Oskar

Wawra, DDr. Claus Walter

ÖAG: PAN-EHRUNG UND WM-SPIEL

Die Österreichisch-Argentinische Gesellschaft lud zum Fußball-Weltmeisterschaftsspiel

Argentinien gegen Griechenland in die Lounge

der Wiener Wirtschaftskammer. In der Matchpause wurden führende

Funktionäre der ÖAG mit dem rot-weiß-roten PaN-Ehrenzeichen

ausgezeichnet. Die begehrte Plakette erhielten ÖAG-Präsident

Mag. Christian Koidl, Vizepräsident Senator Walter und Frau Irena

Gerbautz, sowie Schatzmeister Ing. Joachim Chen. Die Veranstaltung

stand unter dem Ehrenschutz der Botschafter Eugenio Maria

Curia (Argentinien), Panayotis Zografos (Griechenland), des Internationalen

Bereichsdirektors von Wien Dr. Oskar Wawra und PaN-

Präsident DDr. Claus Walter.

SOCIETY 2_10 | 75


LIFE UND STYLE

WIEN

Das MuseumsQuartier - Sommeroase

mit vielfältigem Kulturprogramm

Strandbar Hermann -

Relaxen am Donaukanal

Viele TouristInnen schätzen

das Flair der Altstadt – Wien

ist ein Top-Tourismusstadt

Der Gratiskindergarten -

Top-Bildungsangebot für die Kids

76 | SOCIETY 2_10


Mercerstudie bestätigt Top-Lebensqualität

Wie schön, in Wien zu sein

Internationaler Vergleich bestätigt: Wien ist wieder Weltspitze! Bereits im Vorjahr konnte

Wiens Lebensqualität Platz eins erreichen. Nun wurde gespannt auf das diesjährige Ergebnis

gewartet – und: Wien lässt 220 Städte hinter sich und erreicht neuerlich Platz eins.

FOTOS: LISI GRADNITZER, WIEN TOURISMUS

Moderne Skyline und Küstenambiente

– Lebensqualität pur

Beste Lebensqualität: Unsere Stadt liegt

in der Hitparade der Lebensqualität

weltweit auf dem ersten Platz. Zu diesem

erfreulichen Ergebnis kommt die internationale

Beratungsfirma Mercer. Sie verglich

heuer weltweit 221 Großstädte in

punkto Lebensqualität. Dabei zählen folgende

Kriterien: Umweltsituation, Gesundheitsversorgung,

Sicherheit sowie die wirtschaftliche

und politische Situation.

Mercer hebt besonders die Qualität des

politischen und sozialen Umfeldes Wiens

hervor. Ein weiteres wesentliches Stärkefeld

Wiens liegt im Bereich der Daseinsvorsorge.

Sowohl im Bereich Krankenhäuser, medizinische

Versorgung, Wasserqualität, Abfallbeseitigung

und Abwasserversorgung.

Weitere Top-Noten für Wien:

***

Freizeit & Kultur

Wien ist Freizeitoase! So eine Vielfalt an

Freizeit- und Kultureinrichtungen hat

kaum eine andere Stadt.

***

WienerInnen wohnen besser

Wohnen ist in vielen Metropolen nahezu

unerschwinglich geworden. Das Konzept

der Wiener Wohnbauförderung sichert

nicht nur genügend Wohnraum

sondern macht diesen auch durch günstige

Mieten für alle Einkommensschichten

leistbar.

***

Wiener lieben Öffis und fahren damit

Fünf U-Bahn-, 28 Straßenbahn- und 81

Autobus-Linien verbinden Wohnung und

Arbeitsplatz, Konzertsaal und Sportplatz,

Kindergarten und Schanigarten. In kürzester

Zeit ist man vom Naherholungsgebiet

am Rande der Stadt mitten in der City.

***

Attraktiver Wirtschaftsstandort

Wien investiert in die Wirtschaft, fördert

Aus- und Weiterbildung, investiert in

Wissenschaft und Forschung, unterstützt

Unternehmen und sichert damit Arbeitsplätze.

Bildung, Forschung und Entwicklung

haben in Wien einen zentralen Stellenwert.

***

Sozial-Hauptstadt

Die Stadt bietet Sozialleistungen für

200.000 Wienerinnen und Wiener und hat

für das Jahr 2010 einen Rekordbetrag von

1,14 Milliarden Euro für Soziales vorgesehen.

Im Vergleich zum Vorjahr bedeutet

das eine neuerliche Steigerung um 80 Millionen

Euro.

***

High-Tech Medizin für alle

Wien punktet auch in allen Fragen medizinischer

Behandlung. 73 Prozent aller

Krankenhaus-Aufenthalte und 79 Prozent

aller Krankenhausleistungen übernimmt

der Wiener Krankenanstaltenverbund. In

zwölf Spitälern und elf Geriatriezentren

der Stadt Wien werden jährlich 400.000

Patienten stationär behandelt.

***

Mit Freude lernen von klein auf

Das Wiener Bildungsangebot kann sich

sehen lassen. Der Gratis-Kindergarten,

Ganztagsschule und innovative Ausbildungsmodelle

wie der Campus Monte Laa:

Wien unterstützt Eltern massiv und fördert

Kinder von klein auf. 14 Millionen Euro

werden in den Aus- und Neubau von Kindergartenplätzen

investiert.

***

Die Stadt funktioniert gut

Egal ob Müllabfuhr, Wasser- und Abwasserversorgung,

saubere Straßen, Fernwärme,

die Infrastruktur der Stadt funktioniert

auf hohem Niveau. Das schätzen die

WienerInnen und sind hier gern daheim.

LEBENSQUALITÄT

INTERNATIONALER STÄDTE

Platz 1: Wien

Platz 2: Zürich

Platz 3: Genf

www.wien.at

TOP NOTEN FÜR WIEN

• Gutes Öffinetz

• Spitzen-Medizin

• Beste Wasserqualität

• Top-Abfallbeseitigung

• Hervorragende Abwasserentsorgung

• Vielfalt an kulturellem Angebot

• Wunderbare Naherholungsmöglichkeiten

• Top-Wohnungsangebot durch geförderten Wohnbau

• Gute Bildungsstruktur

SOCIETY 2_10 | 77


LIFE UND STYLE

TANZ

Alles Walzer

Mit Stil und Spaß

Der erfolgreiche Jungunternehmer Roman E. Svabek sorgt mit seiner Tanzschule im 1. Bezirk

für das Gelingen des Wiener Opernballs und vieler Veranstaltungen im In- und Ausland.

Österreichische Ball-tradition

beim Opernball

***

Neue Ideen für den Wiener Opernball

Bereits 2008, im zweiten Jahr nach der

Gründung seiner eigenen Tanzschule am

Wiener Judenplatz, wurde Roman Svabek

von Desirée Treichl-Stürgkh in das Organisationsteam

des Opernballs geholt. Er zeichnet

seit 2009 für die Choreographierung des

Einzugs und den perfekten Linkswalzer der

DebütantInnen verantwortlich. Bei der diesjährigen

Eröffnung sorgte er mit neuen

Ideen für Abwechslung und erntete dafür

viel Lob von Opernballorganisatorin Desirée

Treichl-Stürgkh und der Presse.

Svabek konnte bei seinem früheren,

langjährigen Arbeitgeber, der Tanzschule Elmayer

in Wien, Ballerfahrungen sammeln

und war bereits 2005 und 2006 unter seinem

eigenen Namen für die Eröffnungen

der Opernbälle in Zagreb und Dubai verantwortlich.

Im heurigen Jahr brachte er den

Wiener Walzer nach Peking und ein chinesisches

Eröffnungspaar nach Wien. Svabek,

der sich selbst als Kulturbotschafter betrachtet,

erzählt, dass es ihm persönlich viel

Spaß macht, gerade im Ausland Tanzkurse

zu halten, Bälle zu organisieren und Wiener

Traditionen zu vermitteln.

***

Tanzen im kleinen, exklusiven Rahmen

In seiner Tanzschule am Wiener Judenplatz

bietet Roman Svabek Gesellschaftstanzkurse

für jedes Alter an, wobei Stil

und Spaß, sowie individuelle Betreuung

großgeschrieben werden. Zu den vielen

Serviceleistungen, wie z. B. der Möglichkeit,

den Kurstag unkompliziert wöchentlich

zu wechseln, zählen ab dem Schuljahr

2010/11 auch rein englischsprachig geführte

Tanzkurse.

Svabek über sein Berufsverständnis:

„Tradition ist schon ein wichtiger Bestandteil

meiner Arbeit. Aber in erster Linie sollen

sich unsere Tänzerinnen und Tänzer

wohl fühlen, das Tanzen genießen und

Spaß haben.“

***

Walzerseeligkeit im Ausland genießen

Österreich und Wien im Speziellen ist

durch seine „Walzerseeligkeit“ ein Markenzeichen

und Synonym für Gemütlichkeit

und Wohlbefinden als auch ein Ausdruck

von Lebensfreude und

Lebensqualität.

Roman Svabek setzt sich in Zusammenarbeit

mit Christoph Herget, openeye Werbeagentur,

seit ein paar Jahren für die Verbreitung

und Bekanntmachung der

österreichischen Balltradition im Ausland

ein. Beiden ist es besonders wichtig, einen

möglichst authentischen Ballabend im klassischen

Wiener Stil zu kommunizieren und

die ausgelassene Stimmung und einzigartige

Atmosphäre einer Wiener Ballveranstaltung

herzustellen. Auch Christoph Herget

zeichnet eine aktive langjährige Mitwirkung

am Wiener Opernball aus, wo er der

Faszination einer großen Ballveranstaltung

erlegen ist. Svabek und Herget sind laufend

auf der Suche nach neuen, aufregenden Citydestinationen,

um die Wiener Tanztradition

in die Welt zu bringen und noch mehr

Personen den Genuss eines beschwingten

Ballabends zu ermöglichen.

KONTAKT

Tanzschule Roman E. Svabek

Judenplatz 5

A-1010 Wien

Tel. +43-(0)1-230 40

E-Mail: tanzen@svabek.at

www.svabek.at




78 | SOCIETY 2_10


LIFE UND STYLE

EVENTS

Internationale Kongresse

im Festsaal

FOTOS: HOFBURG VIENNA

Rege Nachfrage nach Kongressen und Banketten

„High Society“ in

der Hofburg Vienna

Die Hofburg Vienna ist Drehscheibe der Weltpolitik bei

internationalen Kongressen, wird aber auch bei Galaveranstaltungen

und Banketten immer beliebter.

Galadiners im

Zeremoniensaal

Starkes Anfrageverhalten zeigt sich dieser

Tage in der Hofburg Vienna. So

konnten kürzlich vier weltweite

Tagungen mit an die 400 bis 800 Teilnehmern

und ein Kongress mit über 1.000 Personen

für 2011 und die Folgejahre fixiert

werden. „Wir steigern damit den Wissensund

Wirtschaftstandort Wien und verschaffen

der Stadt über 13.000 Nächtigungen“,

freut sich Geschäftsführerin

Mag. Renate Danler. „Aber nicht nur Akquisitionen

für die zukünftigen Jahre stimmen

uns optimistisch, auch das Geschäft

für 2010 entwickelt sich positiv“, verrät die

Direktorin. Für Herbst 2010 konnte die

Hofburg Vienna drei renommierte Galaveranstaltungen

gewinnen. So werden nicht

nur Austria’s Leading Companies bei einer

Preisverleihung (4. November 2010), sondern

auch die besten Rotweine bei der

Falstaff Rotweingala (7. Dezember 2010) in

den imperialen Festsälen der Hofburg

Vienna gekürt. Die Redoutensäle werden

für die Uhrengala (9. Dezember 2010) zum

Red Carpet.

***

Erste Adresse bei Banketten

Mehr und mehr zeigt sich die Hofburg

Vienna als erste Adresse Europas für Bankette

und Gala-Veranstaltungen. Wo einst

Monarchen Audienzen abhielten, finden

heute Staatsbankette zu Ehren von Präsidenten

und Königsfamilien, diplomatische

Empfänge, aber auch honorige Preisverleihungen

und edle Charity-Events statt. So

geben Veranstaltungen wie die Preisverleihung

„Trophée Gourmet à la Carte“ im Juni

und die Awardverleihung „Una Notte

Sportiva“ im September Gelegenheit zu

sehen und gesehen zu werden. Unter einem

sozialen Stern steht die Matinee „Initiative

Nein zu Arm und Krank“ im Oktober,

welche die Hofburg Vienna im

Rahmen ihrer CSR-Projekte unterstützt.

***

Hohe Wertschöpfung für Wien

„Mit dem Geschäftsfeld nationale und

internationale Bankette machen wir gut 10

bis 15 Prozent unseres Umsatzes“, meint

Renate Danler. „Der strategische Fokus

bleibt jedoch auch weiterhin mit gut 60

Prozent des Umsatzes auf internationalen

Kongressen und Tagungen.“ Insgesamt sollen

2010 alle Veranstaltungssegmente –

hierzu zählen auch Bälle und Konzerte,

aber auch Messen und Ausstellungen –

knapp 10 Millionen Euro Umsatz erwirtschaften.

Dem steht eine Wertschöpfung

von an die 190 Millionen Euro gegenüber.

Jedes Jahr sind an die 290.000 bis 300.000

Gäste auf den rund 300 Veranstaltungen

von der Hofburg Vienna fasziniert.

KONTAKT

HOFBURG Vienna

Heldenplatz, 1014 Wien

Tel. +43-(0)1-587 3666, Fax +43-(0)1-535 64 26

vienna@hofburg.com

www.hofburg.com

SOCIETY 2_10 | 79


LIFE UND STYLE

GENUSS

Kaffee- und Teekultur seit 1912

Strictly High Grown

Die steirische Kaffee- und Tee-Manufaktur J.Hornig stellt seit jeher an die Qualität der

Rohstoffe und an die Präzision der Herstellung ihrer Kaffee- und Teemischungen allerhöchste

Anforderungen. Der Familienbetrieb mit Sitz in Graz wird heute in dritter Generation

von Konsul KR Johannes Hornig und Konsulin Edith Hornig geführt und versteht sich als

ein am Markt zukunftsorientiertes Unternehmen.

Basierend auf dem Kernsortiment Kaffee

und Tee konzentrieren sich die Anstrengungen

des Familienbetriebs J.

Hornig auf die ständige Innovation der

Produkte und Leistungen. Dabei fließen

aktuelle Markt- und Ernährungstrends der

Konsumenten, sowie neueste wissenschaftliche

Erkenntnisse in die Entwicklung

hoch qualitativer Produktkategorien ein.

Für die Realisierung individueller Systemlösungen

für Gastronomie und Handel

steht ein flexibles, hoch qualifiziertes

Team zur Verfügung. Diese Intention zum

qualitativen Wachstum garantiert höchste

Kaffeequalitäten in einer wettbewerbsfähigen

Kosten/Nutzenrelation. Im Mittelpunkt

stehen der Qualitätsanspruch und die Zufriedenheit

des Kunden. Diese Ganzheitlichkeit

– vom Rohkaffee bis in die Tasse –

ist ein entscheidendes Element der Unternehmensphilosophie.

Mit kreativen Produktideen, innovativem

Angebot und stetig steigender Qualität

werden neue Geschäftsfelder mit Produkten

aus rein österreichischer

Manufaktur erschlossen

***

High-tech Röstanlage

Das steirische Traditionshaus J.HORNIG

röstet Kaffee täglich frisch und ausschließlich

in Österreich. Um grundlegende Ansprüche

an Effizienz und reproduzierbare,

gleich bleibende Röstqualität zu erfüllen,

wurde das Herzstück des Unternehmens,

die Kaffeeröstanlage, technisch auf den

neusten Stand gebracht. In der heutigen

Zeit gewinnt der Anspruch an die Nachhaltigkeit

von Produkten und Lösungen weltweit

immer mehr an Bedeutung. Die dauerpräsenten

Maßvorgaben für

Emissionsreduzierung und ein damit verbundener

schonender Umgang mit der

Natur werden mit dieser neuen, elektronisch

gesteuerten High-tech-Anlage bereits

umgesetzt.

Edith und Johannes Hornig

***

Gourmet-Kaffee für allerhöchste

Ansprüche

Hornig Kaffee besteht zu hundert Prozent

aus Arabica-Bohnen. Die Premium-Mischungen

aus erlesenen Provenienzen bieten

einen ausgewogenen Kaffeegeschmack,

kräftig und wohltuend zugleich. Hornig

Kaffee wird durch das Kofrosta-Verfahren

weitgehend von Reiz- und Bitterstoffen befreit,

sodass der Kaffee sein Aroma komplett

entfalten kann und sehr bekömmlich

ist.

Idealtypisch vereint sind alle Qualitätsmerkmale

im „Caffee Consul“: Der erstklassige

Gourmet-Kaffee stammt aus sortenreinen

Arabica-Anbaugebieten. Die Bohnen

aus echter Höhenlage – „strictly high

grown“ – werden schonend geröstet. Dieser

Blend bringt die Synergie allerfeinster Kaffees

in einem vollendeten Geschmackserlebnis

zum Ausdruck. “Strictly high

grown” bezeichnet die Höhenlage des Kaffees.

Je höher dieser wächst desto edler

und feiner ist sein Geschmack.

„Caffee Consul“ genießt man am besten

in einem speziell dafür entwickelten doppelwandigen

Thermoglas. Innen heiß,

80 | SOCIETY 2_10


Der Gourmet-Kaffee: Caffee

Consul

Ice Tea Penguin Gläser

ohne vorzuwärmen, und außen kalt. Die

beste Basis für eine vollkommene Crema

und einen vollendeten Kaffeegenuss. Den

Gourmet Kaffee gibt es aber auch im praktischen

Cialde Espressopad, entsprechend

der E.S.E. Norm – Easy Serving Espresso –

und ermöglicht in wenigen Sekunden einen

qualitativ authentischen Gourmet-

Espresso auf Barista-Niveau. Hornig Cialde

sind mit einer Vielfalt an gängigen Hochdruck-Maschinen

verwendbar. Man ist an

kein geschlossenes System mit Plastik- oder

Alukapseln gebunden.

***

Private Label: Individuell und exklusiv

Die Marke Hornig bietet noch mehr:

Spitzen-Kaffee und Premium-Tee als „Private

Label“. J.Hornig eröffnet Unternehmen

neue Ertragsmöglichkeiten durch die Erweiterung

ihres Produktsortiments mit einer

eigenen Private-Label-Verpackung. Alle

Kaffee- und Teeprodukte sind bereits ab einer

geringen Stückzahl im individuell gestalteten

Verpackungs-Design inkl. eigenem

Firmenlogo und Adresse in

unterschiedlichsten Verpackungsgrößen

erhältlich.

Ob als Give-Away, Firmenpräsent oder

zum Wiederverkauf – die eigene Kaffeeoder

Teemarke ist bereits ab fünfzig Exemplaren

möglich und enthält Rohware von

allerhöchster Güte. Die Abwicklung ist

denkbar einfach: Ihr Logo bzw. ein eigens

für Sie produziertes Layout wird auf Etiketten

bzw. Banderolen gedruckt. Ihr individuelles

Design kombiniert mit vollendetem

Kaffee- und Teegenuss aus rein

österreichischer Manufaktur!

***

So vielfältig kann Eistee sein

Fruchtige Eistees, das Design

Glas-Set und der trendige

Cranberry-Tea im Triangle

Sachet: Das alles bietet

die neue Produktlinie Icetea

Penguin von Hornig.

Das besondere Glas-Set

macht den sommerlichen

Teegenuss komplett: Trinkglas

und Karaffe garantieren

eine optimale Eistee-Zubereitung.

Dabei spielt eine

Isolierschicht die Hauptrolle, die

ähnlich wie beim Pinguin funktioniert.

Doppelwandiges Borosilikat-Glas

hält je nach Wunsch den Tee kalt oder

warm. Passend zum hohen Eistee-Cocktail-

Glas ist die Karaffe in ihrer Form einem

Pinguin nachempfunden. In ihr darf der

Tee drei bis zehn Minuten ziehen. Ins Glas

voller Eiswürfel umgegossen, kühlt der gezogene

Tee dann blitzschnell ab und bleibt

auch an heißesten Tagen lange kalt.

Diese klassische Eisteezubereitung

überzeugt gegenüber Fertigprodukten mit

einem wesentlich höheren Anteil wertvoller

Wirkstoffe, null Kalorien, dem Wegfall

von Farb- und Konservierungsstoffen und

einer breiten Geschmacksvielfalt.

Das schlagartige Abkühlen

über den Eiswürfeln

verhindert

das Austreten von

Bitterstoffen. Der

Konsument bestimmt

selbst, ob und

mit wie viel Zucker

er seinen Eistee süßen

möchte.

Voll im Trend liegen

Cranberries: Die

amerikanischen Powerbeeren

sind als eiskalter Früchtetee

auf ihre herb-fruchtige Art wunderbar erfrischend.

Und gesund ist der Trunk ebenfalls:

Mit sortenreiner Fruchtqualität bietet

er einen hohen Anteil an Vitamin C und ist

sogar antibakteriell wirksam.

Ganz neu am Markt und pünktlich zur

Eistee-Saison erhältlich: Hornig Tee Zitronensorbet

im Triangelbeutel. Eine Bio-

Früchte-Kräuterteemischung aus Zitrusschalen,

Zitronenmyrte und Lemongras -

als Eistee eine absolute Geschmacks-Sensation.

www.hornigshop.at

Für Ihre individuelle Verpackung: Private Label

SOCIETY 2_10 | 81


LIFE UND STYLE

DESIGN

e2-fashion von Erika Eibl:

Seidenviskose Jersey mit

transparenten Trägern aus

Seidentüll, darüber schwarze

Corsage und extravagant

geraffter Organzarock

Designer in Salzburg

Spieglein, Spieglein

an der Wand…

Die Salzburger Designer und Juweliere haben viel zu bieten.

Ihr unverwechselbarer Stil ist nicht nur bei der internationalen

Prominenz beliebt. Von EVA VON SCHILGEN

Boucheron, Bulgari, Cardin, Cartier,

Chopard, Dior, Hermes, Lagerfeld, Tiffany,

Versace und noch viele andere

aus der Welt der internationalen Modeund

Schmuckdesigner, sie alle sind mit ihren

Produkten in der Festspielstadt Salzburg

vertreten, die zu Festspielzeiten aus

ihrem Dornröschenschlaf erwacht und zur

strahlenden Prinzessin am internationalem

Modeparkett mutiert. Hier zeigt das

Festspielpublikum noch, was man hat –

oder sich ausgeborgt hat – im schönsten

Pausen-Foyer der Welt, in der Hofstallgasse

vor den Festspielhäusern.

Bestaunt wird es beim Promenieren von

zahlreichen Einheimischen, welche die

Festspielgäste bereits als einen Teil des –

kostenlosen – Festspielprogrammes betrachten.

Aber auch auf den zahlreichen

privaten Festen und Einladungen dreht

sich das Mode-Karussell fröhlich weiter,

das von den anreisenden Damen ein gut

gefülltes Bankkonto und eine große Anzahl

von Koffern erfordert. Doch so manche

könnte ihre Garderobe und ihren

Schmuck zu Hause lassen, denn die Salzburger

Designer haben viel zu bieten.

***

Der berühmte „Madl“-Stil

Feminin-elegant und heiß geliebt von

der internationalen und nationalen Klientel

der „oberen Zehntausend“ ist der sogenannte

„Madl“-Stil. In den stilvollen Altstadt-Geschäftsräumen,

gleich neben Mozarts Geburtshaus,

findet man bei „Madl am

Grünmarkt“ seit mehr als dreißig Jahren

klassische, zeitlose Mode von umwerfendem

Chic in edelster Verarbeitung. Eine

reiche Auswahl an Prêt-à-porters von Tagesund

Abendkleidung sowie Mode im „Salzburger

Stil“ steht für den sofortigen Kauf bereit.

Die Stärke des Unternehmens ist jedoch

die Maßanfertigung. Spontan und

flexibel bietet das geschulte Team des „einzigen

Haute-Couture-Salons Österreichs“,

wie die Presse Madl bezeichnet, den Festspielbesucherinnen

einen ganz persönlichen

„Quick-Service“. Es soll schon vorgekommen

sein, dass manche der großen

Premierenroben innerhalb von nur zwei

Tagen angefertigt wurden. Die Stoffe kommen

aus den großen Modemetropolen und

bestechen durch Aktualität und modische

Extravaganz. Die Schnitte zeichnen sich

durch Ideenvielfalt und eine exzellente

Passform aus. Diese Modelle sind länger als

eine Saison „in“ und werden nie „out“ sein,

aber sie machen süchtig nach weiteren.

***

Salzburger „Avantgarde-Klassik“

Seit nunmehr 25 Jahren ist das Atelier

des leidenschaftlichen Kleidermachers Andreas

Enzenhofer Anziehungspunkt jener

Kunden, die seine elegant-sinnliche „Avantgarde-Klassik“

als eine besondere Ausdrucksform

ihrer Persönlichkeit schätzen.

Im entspannten Ambiente seiner „Werkstätte“,

wie er sein Atelier liebevoll nennt,

entstehen mit den Kunden aus kreativen

Ideen ganz individuelle Kleidungsstücke

82 | SOCIETY 2_10


FOTOS: FRANZ BAISCHER, ANDREA EBERLE, ERIKA EIBL, ANDREAS ENZENHOFER, JUWELEN HAASMANN, JUWELIER LÄHRM, JUWELIER KÖCHERT, MADL AM GRÜNMARKT, SIBYLLE MOLDAN, MYSTIQUE ; FOTO WILD

aus hochwertigen Materialien. Enzenhofer

ist sowohl für seine glamouröse Cocktailund

Abendmode bekannt, als auch für elegante

Tageskleidung. Der in Salzburg geborene

Couturier ist Absolvent der Wiener

Modeschule Hetzendorf, bestritt zahlreiche

Wettbewerbe und arbeitete im Entwurfsstudio

von Pierre Cardin in Paris.

Auftritte folgten auf internationalen Messen

wie der „Prêt-à-porter“ in Paris, der

„New York Pret“ oder der „Contemporary

Mailand“. Salzburgs Geschichte und die

Schönheit der Stadt beeinflussen seine Arbeitsweise.

Im Jubiläumsjahr werden anlässlich

„25 Jahre Enzenhofer Gala“ neben

seinen Kleidern auch Edel-Accessoires vorgestellt

werden, so wie die edle Krokodil-Ledertasche

„Maman“, die es nur in einer limitierten

Ausgabe von 25 Stück gibt.

***

Extravagantes bei „Mystique“

Zeitlos elegant, verträumt, unverkennbar

poetisch, feminin, sinnlich akzentuiert

und geheimnisvoll, so bezeichnet Andrea

Tichonow ihr Modelabel „Mystique“. Die gebürtige

Salzburgerin besuchte ebenfalls

die renommierte Modeschule Hetzendorf

in Wien und erwarb ihre Diplome in der

Münchner Modeschule Esmod. Schon während

der Ausbildung gewann sie zahlreiche

Designerwettbewerbe, ihren Meistertitel

ziert die Auszeichnung der Bayerischen

Staatsregierung. 1996 wagt sie, nachdem

sie freiberuflich für namhafte Firmen in

Österreich und Deutschland gearbeitet hatte,

den Schritt in die Selbständigkeit. Tichonows

Entwürfe sind auf jene Trägerin abgestimmt,

die das Außergewöhnliche, das

Einzigartige und Unverwechselbare sucht.

Ihre extravagante Abendmode tragen bei

internationalen Auftritten namhafte Sängerinnen

und Schauspielerinnen, unter ihnen

Diane Damrau, die junge deutsche

Mozart-, Mahler- und Straussinterpretin.

***

Elegantes Understatement

Noch ein Geheimtipp unter den Salzburger

Aristocats jeglichen Alters ist die

anspruchsvolle Klassik von Andrea Eberle.

Seit vielen Jahren wird sie von jenen Traditionalistinnen

getragen, die neben modischem

Chic auch elegantes Understatement

schätzen. Eberle, eine gebürtige

Frankfurterin, die der Liebe wegen nach

Salzburg kam, lebt und arbeitet auf einem

romantisch über Salzburg gelegenen antiken

Gutshof. Das Atelier – fast standesgemäß

– befindet sich in den ehemaligen

Stallungen des Schlosses Aigen in Salzburg.

Die berühmt-bequemen Wickelröcke

aus feiner Seide oder Wolle, viele mit indischen

oder folkloristischen Motiven, sind

Klassisch-zeitloses Design

von Juwelier Hartmann

eine perfekte Ergänzung zu Eberles Blazern

mit bester Passform. Alle Einzelteile

lassen sich, je nach Tageszeit und Anlass,

vom Jagdausflug bis zum Theaterabend,

miteinander verbinden. Die Preise für diese,

aus hochwertigen Materialien gefertigten

und mit vielen raffinierten Details

ausgestatteten Kleidungsstücke, sind

durchaus moderat. Ihr Firmenlabel, ein liegender

Hirsch, ziert nicht nur die eigenen

Stoffe, sondern auch die Accessoires wie

Gürtel, Taschen, Pullover und Shirts.

***

Raffinierter Organza

Puristische, avantgardistisch schlichte

Designerstücke, die in vielen Variationen

untereinander ausgetauscht und kombiniert

werden können, tragbar vom Stadtbummel

bis zum Festspielbesuch, sind die

erschwingliche Mode von E2, der Kollektion

von Erika Eibl. Die Salzburgerin besuchte

die Modeschule Hallein und arbeitete

anschließend für Etienne Aigner und

Sportalm, wo sie viele Jahre für die Herrenkollektionen

zuständig war. Eibls Zielgruppe

ist die moderne, intellektuelle Frau,

die sich ihrer Weiblichkeit bewusst ist.

Verarbeitet werden unkomplizierte und

edle Stoffe, die Schnittführung ist raffiniert

einfach. Weich fließender Jersey, Seide,

Leinen und Baumwolle werden teilweise

mit Organza kombiniert. In all der

Schlichtheit ergibt dies eine sehr feminine,

fast verspielte, Note. Wickelblusen in

durchsichtig beigen, orangen oder giftgrünen

Materialien, verwandeln die strengen

Kleider in schwarz, grau, braun und

beige im Nu in elegante Outfits. Geraffte

Organza-Röcke über schmalen schwarzen

Kleidern garantieren einen unübersehbaren,

extravaganten Festspielauftritt.

***

SOCIETY 2_10 | 83


LIFE UND STYLE

DESIGN

Großer Auftritt mit

Madl-Couture

Der „Oskar“ unter den Juwelieren

Nicht wenige Damen drücken sich die

Nasen an den Scheiben von Salzburgs einfallreichstem

Juwelier platt, der nicht nur

umwerfend schöne Schmuckkreationen,

sondern sicherlich die extravagantesten

Schaufensterdekorationen zu bieten hat.

Gerhard Lährm ist zweimaliger Gewinner

des „Diamonds-International Award“ der

Diamantfirma de Beers, der begehrtesten

Auszeichnung der Juweliere, sozusagen

der Oskar in der Branche. Der seit 1977

selbständige Designer, von der Zeitschrift

„Trend“ zum „Unternehmer des Jahres“ gekürt

und mit dem goldenen Verdienstzeichen

des Landes Salzburg ausgezeichnet,

ist gelernter Goldschmied mit einem Faible

für antiken Schmuck, den er meisterlich

auch in manche seine neuen Kreationen

einbaut. Seine Liebe zur Festspielstadt

und auch seine Kritik an ihr ist legendär.

Seine internationale Klientel verwöhnt er

mit außergewöhnlichen Entwürfen. Berühmt

sind seine Ohrgehänge in Überlänge,

die außergewöhnlichen Kolliers und

massiven Armreifen mit großen Edelsteinen.

Es soll Festspielbesucher geben, deren

erster Weg in der Festspielstadt nicht zum

Festspielhaus führt, sondern zur Juwelenanprobe

bei Lährm. Seit einigen Jahren

werden limitierte und nummerierte

höchst elegante Armbanduhren, die ausschließlich

von österreichischen Uhrmachermeistern

angefertigt werden, angeboten.

Diese sind mit dem Einsatz neuester

Technologien konstruiert. Das feine Uhrwerk

lässt jeden Uhrensammler das Herz

höher schlagen, das elegante Design begeistert

Damen und Herren.

***

Der Liebling der Prominenz

„Haasmann vereint in der künstlerischen

Gestaltung seiner Kreationen die

Tradition der Festspielstadt Salzburg mit

der Schönheit wertvoller Edelsteine“, sagte

Curd Jürgens anlässlich seines Besuches

bei dem Salzburger Jet Set-Juwelier. Auch

das schwedische und jordanische Königspaar,

die Begum, Leonhard Bernstein, Liza

Minelli, Frank Sinatra, Rita Hayworth,

Niki Lauda und viele Prominente mehr

zählen zu den Liebhabern des eleganten

Schmucks von Juwelier Haasmann. Das

exklusive Design der Juwelen ist klassischzeitlos

und gleichzeitig verführerisch-modern,

immer mit dem Touch des gewissen

Etwas. Und Claudia Haasmann, die Juniorchefin

meint: „Für mich ist es wichtig, dass

ich für meine Kunden einzigartige

Schmuckstücke kreiere, die den eigenen

Typ perfekt ergänzen und unterstreichen

aber niemals aufdringlich oder zu modisch

wirken. Juwelen sollten vor allem in

der heutigen Zeit eines sein: tragbar. Es ist

durchaus möglich, große Edelsteine so zu

fassen, dass man sie nicht nur zu besonderen

Anlässen tragen kann, worauf ich beim

Entwerfen sehr viel Wert lege. Niemand

möchte heutzutage wertvollen Schmuck

nur im Safe einsperren. Abgesehen davon,

dass in erster Linie die ‚Freude am Tragen‘

im Vordergrund stehen sollte, sind und

bleiben Juwelen gerade in der heutigen

Zeit eine beliebte Wertanlage.“

***

Sisis Sternenbroschen

Florian Köchert, Spross der 1814 gegründeten

Wiener k. u. k. Hof- und Kammerjuweliere,

die durch ihre Sternenbroschen

für die österreichische Kaiserin

Elisabeth berühmt geworden sind und deren

moderne Version als Brosche, Kolliers

und Ohrschmuck bei Köchert wieder zu erwerben

sind, führt die Salzburger Filiale,

und betreut die Festspielausstellungen im

Hotel Goldener Hirsch sowie die Ausstellungen

im Schloss Fuschl. Die Juweliere Köchert

haben sich von dem bunten Treiben

in der Festspielstadt zu reizendem Ohrschmuck

aus geflochtenen Edelsteinkügelchen,

eine spezielle Technik des Jugendstils,

inspirieren lassen. Dieser passt

sowohl zur modischen Kleidung, aber auch

perfekt zu den allseits gerne getragenen

Dirndln. Es gibt ihn in zahlreichen Farbkombinationen,

zu den Oberteilen aus

Gelb- oder Weißgold werden austauschbare

Einhänger kombiniert. Die klassisch-

84 | SOCIETY 2_10


FOTOS: FRANZ BAISCHER, ANDREA EBERLE, ERIKA EIBL, ANDREAS ENZENHOFER, JUWELEN HAASMANN, JUWELIER LÄHRM, JUWELIER KÖCHERT, MADL AM GRÜNMARKT, SIBYLLE MOLDAN, MYSTIQUE ; FOTO WILD

elegante Herrenuhr Automatik 1 von Köchert

erinnert an die Zwanzigerjahre, als

das Haus feine Uhren für seine Kunden fertigte.

Auch Liebhaberinnen des Designerschmucks

aus der ersten Hälfte des 20.

Jahrhunderts kommen nicht zu kurz. Aus

dem reichen Fundus des Familienbetriebes

werden hochwertige Juwelen der Belle Époque,

des Art déco und der Retro Moderne

angeboten.

***

„Learning by doing“ bei Moldan

Das kleine, charmante Geschäft von Sibylle

Moldan wird nicht nur zur Festspielzeit

zum Mekka der internationalen Klientel.

Ihre Schmuckkreationen bestechen

durch exklusives modernes Design, der

Verbindung von neuem Stil mit klassischen

Elementen, durch außergewöhnliche

Steine und durch raffinierte Farbwirkung.

„Learning by doing“ ist das Motto

der Designerin, die schon als Kind mehr

von den Schaufenstern der Juweliere als jenen

der Spielzeuggeschäfte fasziniert war.

Nach Abitur und der frühen Familiengründung

arbeitete die Tochter eines Salzburger

Industriellen fast sieben Jahre im

Schmuckdesign, bis sie sich 2002 zur Selbständigkeit

entschloss. Ihre Entwürfe werden

von versierten Goldschmieden in 18

Lässige Eleganz von Andrea Eberle

Karat gearbeitet und sind unverwechselbare

Einzelstücke.

***

Belle Époque und Art déco

In der Galerie Baischer findet die junge

oder jung gebliebene Kundin handgefertigte

Designerstücke aus Platin, Gold und Silber

sowie seltene gefasste Edelsteine, Arbeiten

des ambitionierten Goldschmiedes

Franz Josef Baischer Unmittelbar nach seiner

Meisterprüfung eröffnete er vor zehn

Jahren sein Atelier in Mondsee. Seit zwei

Jahren ist er auch in Salzburgs Altstadt vertreten.

Er drückt mit Schlichtheit, Eleganz

und Geradlinigkeit seine Individualität

aus. Die Schmuckstücke sind von hoher

handwerklicher Qualität und werden zu

akzeptablen Preisen angeboten. Baischer,

der sich auch vom Schmuck der vergangenen

Zeit inspirieren lässt, zeigt in seiner

edlen Galerie, neben eigenen Kreationen,

unter dem Motto „Klassische Juwelen – Moderne

Klassik“ einmalige, originale Juwelen

der Belle Époque und des Art déco.

Also, reisen Sie ruhig einmal ohne Gepäck

nach Salzburg, streifen Sie durch

Salzburgs „modische Welt“ und verwöhnen

Sie sich! Denn wie schon Jean-Paul Belmondo

meinte: „Die Frau ist das einzige

Geschenk, das sich selbst verpackt.“

„Maman“-Taschen von Andreas Enzenhofer

...eine spezielle

Technik des Jugendstils

Ohrschmuck aus geflochtenen

Edelsteinkügelchen

von

Köchert...

Handgefertigter Armreifen

mit Relief-

Figuren in 18 Karat

Weißgold von

Juwelier Lährm

ADRESSEN

Andrea Eberle, Salzburg, Gaisberg 9,

Mobil +43 676 7802749,

www.andrea-eberle.com

Erika Eibl, Salzburg, Münzgasse 2,

Mobil +43 664 512 4105,

www.e2-fashion.at

Andreas Enzenhofer, Salzburg, Bayernstraße 20,

Tel. +43 662 83 34 15,

www.enzenhofer.com

Madl am Grünmarkt, Salzburg, Getreidegasse 13,

Tel. +43 662 845457,

www.madlsalzburg.at

Mystique, Andrea Tichonow, Salzburg, Neutorstraße 46,

Tel. +43 662 821 454,

www.mystique.at

Galerie Baischer, Salzburg, Linzergasse 40,

Tel. +43 662 87 32 28,

www.baischer.com

Juwelier Haasmann, Salzburg, Getreidegasse 45,

Tel. +43 662 841602,

www.haasmann.com

Juwelier Köchert, Salzburg, Alter Markt 15,

Tel. +43 662 843 398,

www.koechert.com

Juwelier Lährm, Salzburg, Universitätsplatz 5 und 16,

Tel. +43 662 843 477,

www.laehrm.com

Sibylle Moldan Fine Jewellery, Salzburg,

Schwarzstraße 20, Tel. +43 662 88 06 82,

www.sibyllemoldan.com

SOCIETY 2_10 | 85


LIFE UND STYLE

FRISUREN

Stilvolles Interieur

Stets auf der Suche nach den neuesten Trends

Hair Champion

Welner

Der Salon Welner, bereits 1967 gegründet, setzt trotz Tradition

auf Moderne. Ein junges Team, stilvolles Interieur und

unkomplizierte Terminhandhabung garantieren ein Wohlfühlerlebnis

mit Chic.

hat. Neben Europameisterin ist Rafaela

Welner auch siebenfache Grand-Prix-Siegerin.

Aber nicht nur auf Preise darf das Talent

stolz sein, auch bei diversen Bühnenshows

unter anderem in Rio de Janeiro,

Buenos Aires oder Moskau stellte sie ihr

Können unter Beweis. Durch harte Arbeit

zum Erfolg zu gelangen, ist Welners Tipp

an Jungfriseure. Selbst steht sie täglich

zehn Stunden im Salon und nützt das Wochenende,

um Vorbereitungen für Fotoshootings

und Shows zu treffen.

***

Besondere Services

Als tägliches Erfolgserlebnis empfindet

Rafaela Welner es, Menschen zu verändern

und ihnen dadurch ein Lächeln ins

Gesicht zu zaubern. Bei typgerechter Beratung

werden Schnitt und Farbe individuell

abgestimmt.

Auf Interkulturalität wird besonderer

Wert gelegt, was sich in der Mehrsprachigkeit

des Teams ausdrückt: Deutsch, Englisch,

Französisch, Bosnisch, Türkisch, Albanisch,

Serbisch und Kroatisch stellen keine

Sprachbarrieren dar.

Ein besonderer Pluspunkt ist der unkomplizierte

Ablauf: Eine Terminvereinbarung

ist im Salon Welner im Damenbereich

nicht erforderlich. Das Team arbeitet

flexibel den ganzen Tag und freut sich, seine

Kunden verschönern zu dürfen. Als zusätzliches

Angebot wurde außerdem eine eigene

Produktlinie für Pflege und Styling

geschaffen. Gönnen Sie sich also einen Friseurbesuch

in der Döblinger Hauptstraße!

Fortschritt wird bei Rafaela Welner groß

geschrieben: Ständig bemüht, neue

Trends zu kreieren, stellt sie sich sowohl

nationaler wie auch internationaler

Konkurrenz. Es überrascht daher wenig,

dass der Salon mehrfach Preise eingefahren

KONTAKT

RAFAELA WELNER

Döblinger Hauptstraße 4, A-1190 Wien

www.welner.at

Telefon Damen: +43-(0)1-369 53 00

Telefon Herren & Kinder: +43-(0)1-369 53 01

Öffnungszeiten:

Dienstag bis Freitag

8:30 – 18:00 Uhr

Samstag

8:00 – 14:30 Uhr

Keine Terminvereinbarung erforderlich.

Sie sind jederzeit willkommen!

86 | SOCIETY 2_10


Rejuvenation for your mind, body, soul and spirit

Modern Mayr Medicine

LIFE UND STYLE

WELLNESS

VIVA – the Centre for modern Mayr Medicine is beautifully located on a quiet peninsula on

Lake Wörth in Austria’s southernmost province Carinthia.

Located on the peninsula of Maria Wörth:

The VIVA Centre for Modern Mayr Medicine

Wellness!

Especially during late summer and early

autumn, the lake unfolds its true

magic beauty. This transitional season,

in which we move towards shorter days

and longer nights, is the perfect time to reflect

and regenerate – and take charge of

your health, de-stress and prepare for the

darker months.

VIVA Mayr situated on a peninsula on

the southern shore of beautiful Lake Wörth,

which is blessed with a sunny southern Alpine

climate and stunning scenery. Due to

the Mediterranean climate, this is not only

Europe’s largest, but also its warmest Alpine

lake. The lake is close to neighbouring

Italy and Slovenia. The area boasts many

world-class golf courses and many outdoor

activities like rowing, swimming, water-ski

and cycling. Nature walking to explore the

amazing scenery is also a very special treat

at this time of the year.

The prestigious Viva Mayr, Centre for

Modern Mayr Medicine, was set up in 2004

by the Mayr practitioner and physician

Dr. Harald Stossier and quickly established

an international reputation and army of

devotees.

***

Medical Innovation: Laser-Supported

Weight Reduction

Exciting news: The VIVA medical department

has added a revolutionary and

very popular new Laser-Supported Weight

Reduction Programme to get you back on

track!

Optimal weight is just one criterion of

good health. During the diagnostic treatments

of the MAYR cure we can analyse

and assess a range of weight factors. By mobilising

fat, Modern MAYR Therapy promotes

weight loss. Nutrition plays an important

role: eating less, but the ideal personal

diet, during a stay at VIVA promotes detoxification

and excretion. Laser treatment

using specific scientifically well tested frequencies

can mobilise fat tissues more or

less immediately.

***

Exercise & Sport

Exercise is a very important component

of Modern Mayr Therapy at VIVA. This is

why VIVA offers a wide range of sport and

exercise options to be enjoyed either individually

or in a group. Sport physicians

Mag. Jürgen Kahlhammer and Mag. Sara

Schoppitsch offer a wide range of different

sport and exercise therapies. They also

provide successful personal work-out programs.

KONTAKT

VIVA – Das Zentrum für MODERNE MAYR MEDIZIN

Seepromenade 11, A-9082 Maria Wörth

Rezeption Tel.: +43 (0) 42 73-311 17 0

office@viva-mayr.com

www.viva-mayr.com

SOCIETY 2_10 | 87


LIFE UND STYLE

REISE

Sea Cloud I

Setzt die Segel!

Stechen Sie stilvoll in See

Schon seit 1979 ist SEA CLOUD CRUISES eine der renommiertesten Adressen in der Welt der

Kreuzfahrt. Ein erstklassiges Team aus Schifffahrts- und Touristikexperten sorgt dafür, dass

Kreuzfahrt-Träume wahr werden.

Mit einem raffinierten Konzept, das

mit der legendären SEA CLOUD begann,

wurde SEA CLOUD CRUISES

zu einem weltweit anerkannten Kreuzfahrtspezialisten

mit mittlerweile zwei imposanten

Windjammern und einem luxuriösen

Kreuzfahrtschiff, die die schönsten

Ziele Europas und der Karibik ansteuern.

***

Philosophie

SEA CLOUD CRUISES bietet seinen Kunden

die Freiheit des individuellen Reisens

auf höchstem Niveau. In einer wunderbar

zwanglosen und legeren Atmosphäre wird

der Kunde dazu eingeladen, seine Seele

baumeln und sich von den Wogen des

Meeres inspirieren zu lassen. Exotische

Strände, malerische Landschaften und historisch

wertvolle Städte bieten zusammen

mit zahlreichen Sehenswürdigkeiten

das ideale Kontrastprogramm zu den herrlich

entspannenden Stunden und Tagen

auf dem Wasser. Obwohl die Schiffe wie eine

kleine Welt für sich wirken, ermöglicht

die großzügige Architektur an Bord genügend

Raum für den privaten Rückzug,

aber auch für Gruppen oder für eine einzige

große Runde. SEA CLOUD CRUISES

nimmt sich Zeit, um mit ihren Kunden eine

individuelle Route zu gestalten, die

sich einem gewünschten Anlass, einem

Motto oder einem bestimmten Thema widmet.

Ein ganzes Schiff stellt sich auf die Bedürfnisse

des Kunden ein. Transparenz ist

für den Kreuzfahrtanbieter sehr wichtig.

Die Leistungen von SEA COUD CRUISES

sind umfangreich und die ausgewiesenen

Charterrates beinhalten – exklusive Leistungen

wie etwa die Nutzung der bordeigenen

Sporteinrichtungen – Softdrinks

während der ganzen Reise und sechs Mahlzeiten

an Bord der Schiffe.

88 | SOCIETY 2_10


***

Destinationen

SEA CLOUD CRUISES setzt mit vier

Schiffen auf fünf Routen seinen Kurs auf

die wahrhaft traumhaftesten Destinationen

der Erde. Von der Karibik, mit ihren

exotischen Inseln, deren schneeweißen

Palmenstränden umgeben von kristallblauem

Wasser, bis hin zu Reisen in transatlantische

Gewässer, die mit ihren unvergesslichen

Sonnenauf- und Untergängen, sowie

einem grandiosen nächtlichen Sternenhimmel

ihre Besucher schlichtweg verzaubern.

In Südeuropa, rund um das Mittelmeer,

warten faszinierende Städte mit

großer Geschichte darauf, vielen Kreuzfahrtreisenden

den Atem zu rauben. Die

Lebensfreude der abendländischen Kultur

in diesem Raum lädt dazu ein, das Leben

einfach etwas leichter zu nehmen. Auch

für Reisende die es nicht so weit in die Ferne

zieht, hat SEA CLOUD CRUISES mit seiner

Route durch Nordeuropa eine Antwort

gefunden. An den Küsten Nordeuropas

warten unter anderem große Handelsstädte

und einstigen Plätze der Macht darauf,

entdeckt zu werden. Darüber hinaus zeigen

Flusskreuzfahrten auf europäischen

Wasserstraßen die Schönheit und Vielfalt

vor der eigenen Haustür in einem völlig

neuen Licht. Vom Wasser aus präsentieren

sich landschaftlich traumhaft schöne Regionen

und kulturelle Schätze von einer

ganz neuen Seite.

***

Die Flotte

In der Welt von SEA CLOUD CRUISES

setzen vier Schiffe ihre Segel. Zum einen

ist es die SEA CLOUD, eine wahre Königin

der Meere. Die ursprünglich 1931 erbaute

Privatyacht beeindruckt heute noch mit ihrer

eleganten Erscheinung und ihrer

prunkvollen Innenausstattung.

Ihre moderne Schwester, die SEA

Das prunkvoll ausgestattete Interieur

versetzt den Gast in vergangene Zeiten...

CLOUD II verbindet wie kein zweites Schiff

die zeitlose Eleganz einer alten Windjammer

mit den höchsten Sicherheitsstandards

und dem luxuriösen Komfort moderner

Kreuzfahrtschiffe.

Mit ihren hellen Hölzern und edlen

Stoffen unter Deck verbreitet die RIVER

CLOUD II einen Flair der dreißiger Jahre.

Aber auch an Deck begeistert die Bella

Donna der Kreuzfahrt als Traum in Weiß

und ist mit einem schwimmenden Fünf-

Sterne-Hotel vergleichbar.

Mit großer Spannung wird die SEA

CLOUD HUSSAR erwartet; Das größte Dreimastvollschiff

welches jemals für Passagiere

gebaut wurde. Mit ihrem Einsatz ab

2011 wird sie neue Maßstäbe des anspruchsvollen

Erlebens und luxuriösen

Entspannens setzen.

***

Gaumenfreuden

An Board aller Schiffe bleiben keine

Wünsche offen, denn auch kulinarisch

werden die Kreuzfahrtgäste verwöhnt. In

den Bordküchen treffen regionale Delikatessen

auf Haute Cuisine. Spitzenköche zaubern

für ihre Gäste feine Klassiker mit

überraschenden Geschmacksnuancen. Um

ihrer kulinarische Kompetenz fortwährend

gerecht zu werden, holte sich SEA CLOUD

CRUISES mit den „Jeunes Restaurateur

Deutschland“, einer Organisation junger

Spitzenköche, einen neuen Kooperationspartner

an Bord.

***

Nehmen sie das Ruder selbst

in die Hand

SEA CLOUD CRUISES bietet seinen Kunden

ein ganz spezielles Service: Die Planken

des Schiffes können auf Wunsch als

perfekte Bühne für Firmenveranstaltungen

oder private Feierlichkeiten fungieren,

denn das Team von SEA CLOUD CRU-

ISES gibt seinen Kunden sogar die

Möglichkeit,ein ganzes Schiff zu mieten.

Für welche der zahlreichen Möglichkeiten

sich der Kunde auch entscheiden

mag, es lohnt sich mit SEA CLOUD CRUI-

SES in See zu stechen!

INFO

Sea Cloud Cruises GmbH

An der Alster

20099 Hamburg

Luxuriös ausgestattete Kabinen lassen

dem Passagier keine Wünsche unerfüllt.

Tel: +49 40-30 95 92-50

Fax: +49 40-30 95 92-22

E-Mail: info@seacloud.com

www.seacloud.com

SOCIETY 2_10 | 89


LIFE UND STYLE

STYLING

Politiker im Style-Check

Wer erfolgreich sein will, muss

auch so aussehen

Der gelungene Auftritt von Politikern hängt nur zum kleinsten Teil vom gesprochenen Wort

ab: Erscheinungsbild und Kleidung machen die Wirkung aus. Von INGRID CHLADEK

Ein Vorbild in Sachen Mode:

Angela Merkel

Als Politiker wird eine Person bezeichnet,

die ein politisches Amt oder ein

politisches Mandat innehat. Politiker

agieren auf allen Ebenen eines Staates oder

einer Partei. Politiker haben das Ziel, durch

ihr kreatives Denken Probleme der Gesellschaft

zu lösen und durch ihr Handeln Einfluss

auf wichtige politische Entscheidungen

zu nehmen. Doch nicht nur ihr

Handeln, sondern auch ihr Auftreten, ihre

Erscheinung spielen eine wesentliche Rolle.

Je kompetenter und seriöser ein Politiker

wirkt, desto eher kann er die Anliegen seiner

Wähler vertreten und letztendlich

auch durchsetzen.

***

Als Politiker Seriosität ausstrahlen

Je höher das politische Amt, desto seriöser

und formeller sollte die Kleidung sein –

auch aus Respekt vor den Wählern. Kleidungsstil,

Farben in der Kleidung, Kontraste,

Accessoires und die Gesamterscheinung

bestimmen zum Großteil die Wirkung und

Effektivität eines Auftritts, nur sieben Prozent

(!) hängen vom gesprochenen Wort ab.

Das sollte allen in der Politik Tätigen zu

denken geben und zu einem Hinterfragen

der gewählten Kleidung anregen.

Bei formellen Anlässen sollte klassische

Kleidung gewählt werden: Anzüge, Kostüme,

vorzugsweise in Dunkelgrau, Dunkelblau,

Anthrazit oder Schwarz. Diese Farben

flößen Vertrauen ein und lassen den Träger

kompetent und seriös wirken, insbesondere

in Kombination mit einem weißen oder

sehr hellen Hemd oder Bluse. Der Inbegriff

von Korrektheit und Geradlinigkeit – und

auch Macht – ist der Nadelstreif. Will man

jedoch Volksnähe zeigen, dann kann auch

zu Farben gegriffen werden: Farben lassen

den Träger zugänglich und weicher erscheinen.

Weitere Erfolgsfaktoren sind das

glattrasierte Gesicht bei Männern und das

dezente Make-up bei Damen, ein guter

Haarschnitt und dezente Accessoires.

***

Angela Merkel: Der perfekte Auftritt

Angela Merkel, die wohl mächtigste

Frau der Welt, ist das Paradebeispiel für eine

gelungene professionelle Inszenierung:

Ihr Kleidungsstil, ihre Frisur, ihr Make-up

haben sich seit Beginn ihrer politischen

Karriere geändert. Bei formellen Auftritten

trägt sie vorwiegend dunkle Hosenanzüge,

die ihrer Figur schmeicheln, kombiniert

mit einem hellen Oberteil. Eine dezente

Kette und die perfekte Frisur ergänzen den

perfekten Auftritt.

Angela Merkel trägt bei weniger formellen

Anlässen häufig farbige Blazer – und

zeigt so Volksnähe und Verbundenheit mit

ihren Wählern. Alles in allem: Ein Vorbild

für Politikerinnen, die Figur haben.

***

Barack Obama: Optische Kompetenz

US-Präsident Barack Obama ist stets klassisch

gekleidet: Er trägt gut sitzende Anzüge,

die Hemden sind weiß oder sehr hell

und bilden einen Kontrast zum Anzug, die

Ärmellänge ist perfekt, der Krawattenknoten

stimmt, die Farben sind gut gewählt.

Seine klassische Kleidung, die glatten Stoffe

und der weitgehende Verzicht auf Muster

und Farben verleihen ihm auch optisch

Kompetenz. Egal, ob seine Frau, er selbst

oder ein Stylist seine Kleidung auswählt:

Man kann nur sagen: Well done! Für mich

ist Barack Obama einer der bestgekleideten

Politiker!

Fazit: Passende Kleidung und die perfekte

Inszenierung des Auftritts spielen eine

wesentliche Rolle im Leben eines Politikers

und sollten nicht vernachlässigt werden.

ÜBER DIE AUTORIN

Mag. Ingrid Chladek, Gesellschafterin der Dresscode Company

und Head von Dressforsuccess, berät in Fragen Business-Outfit,

Image und Stil und Styling.

www.dressforsuccess.at

www.dresscodecompany.com

FOTOS: WEBSITE OF THE WHITE HOUSE HYPERLINK HTTP://WWW.WHITEHOUSE.GOV/ADMINISTRATION/PRESIDENT-OBAMA, ALEPH

90 | SOCIETY 2_10

Mr. Perfect: Barack Obama


LIFE UND STYLE

GESUNDHEIT

Ein Zahnarzt der neuen Generation

Auf den Zahn gefühlt

DDr. Alexander Bogner begrüßt seine Patienten im schönsten

Wartezimmer Wiens.

Mit der Eröffnung

seiner „Wohlfühlordination

mit

Loungecharakter“ im

Herzen des Wiener Gemeindebezirks

Landstraße

bietet DDr. Alexander

Bogner seinen

Patienten eine qualitativ

hochwertige Zahn-

DDr. Alexander Bogner

heilkunde mit besonderer Berücksichtigung

des ästhetischen Aspekts.

Das Behandlungsspektrum ist breit gefächert

und umfasst von Bleaching, Zahnerhaltung,

Zahnersatz, bis hin zur Kieferorthopädie

und -chirurgie alle Bereiche

der modernen Zahnheilkunde. Durch professionelle

Vorsorge und Mundhygiene soll

prophylaktisch eine

langfristige Zahngesundheit

und die Erhaltung

der eigenen Zähne

gewährleistet werden.

Als spezielles Service

bietet das charmante

Team von DDr. Bogner

ein kostenloses Recall-

Service für seine Patienten

an, um an bevorstehende Vorsorgeund

Mundhygienetermine zu erinnern.

Für das Team der Vienna Smile Ordination

steht das Wohl des Patienten im

Vordergrund. Deshalb sind ausführliche

Gespräche über die Wünsche und Erwartungen

des Patienten auch die Grundlage

jeder Behandlung.

Das elegante Ambiente lässt den Patienten

für kurze Zeit sogar vergessen,

dass er sich im Wartezimmer einer Arztpraxis

befindet. Lassen Sie sich einfach

überraschen, wie entspannend ein Zahnarztbesuch

doch sein kann.

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‘Diagnostik plus’ is an image-guided diagnostics procedure

which offers top-quality diagnostics and screening.

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languages. We also provide free parking and are easily

accessible by public transport (2 minutes walk from the

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is available.

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LIFE UND STYLE

MODE

Frischer Wind in den Straßen Berlins

Schlichte Extravaganz

Die Modeschöpfer Niklas Kauffeld und Matthias Jahn verwirklichen mit dem Modelabel

HYPNOSIS-berlin die Vision eines straßen- und zugleich clubtauglichen Designs.

KONTAKT

HYPNOSIS-Berlin

Holteistraße 12, 10245 Berlin

Tel. +49-(0)30-6712 8600

Fax +49-(0)30-6712 8599

info@hypnosis-berlin.de

www.hypnosis-berlin.de

Im Jahr 2006 schlossen sich die Freunde

Niklas Kauffeld, diplomierter Modedesigner,

und Matthias Jahn, studierter

Bekleidungstechniker und Business Administrator,

zusammen und gründeten das

Modelabel HYPNOSIS-berlin. Nach zwei Jahren

des Schaffens konnten sie ihre erste

Kollektion für die Herbst und Wintersaison

2007/08 präsentieren. Mit viel Arbeit, Ehrgeiz

und Leidenschaft etablierten Kauffeld

und Jahn ihr Modelabel und begeistern

seither immer mehr Menschen mit

ihren halbjährlichen Damen- und Herrenkollektionen.

***

Das Konzept

Obwohl sich HYPNOSIS-berlin jede Saison

neu erfindet, ziehen sich die Markenzeichen

des Labels wie ein roter Faden

durch alle Kollektionen: Individuelle Mode

mit geometrischen teils auch asymmetrischen

Formen. Die Modelle halten sich

zwar überwiegend in dezenten, klassischen

Farbtönen, wie etwa schwarz, grau

und weiß, jedoch werden in jeder Kollektion

auch Akzente in Trendfarben der Saison

gesetzt. Mit ihrem jungen authentischen

Stil sprechen sie besonders

Großstadthedonisten, und jene die sich so

fühlen, an und begeistern Persönlichkeiten

aus allen Altersgruppen. HYPNOSIS-berlin

vereint anspruchsvolles Design mit einem

ausgezeichneten Preis-Leistungsverhältnis

und überzeugt ferner mit einem unglaublichen

Tragekomfort. Durch ihren künstlerischen

Freigeist verbinden die beiden Designer

in ihrer avantgardistischen Mode

die Elemente von Streetwear mit Cluboutfits

und erschaffen so raffinierte und vielseitige

Kleidungsstücke.

***

In guter Gesellschaft

Auch nach einem Brand in ihrem alten

Atelier, der fast ihre ganze Kollektion vernichtete,

ließen sich Niklas Kauffeld und

Matthias Jahn von ihrem Traum nicht abhalten

und suchten nach neuen Möglichkeiten.

Im Jänner 2008 bezogen sie ihr derzeitiges

Atelier mit Showroom im Berliner

Szeneviertel Friedrichshain, in dem sich

viele Kreative zuhause fühlen. Doch HYP-

NOSIS-berlin beschreitet nicht nur durch

seinen Stil neue Wege, sondern überschreitet

auch Landesgrenzen und ist heute unter

anderem auf den Straßen der Metropole

Österreichs, Portugals, Hollands und der

Schweiz zu finden.

92 | SOCIETY 2_10


LIFE UND STYLE

GESUNDHEIT

Schlafstörungen, Schweißausbrüche,

Kopfschmerzen, Herzrasen – alle diese

Symptome weisen auf eine Überforderung

des Körpers hin. Ursachen dafür mag

es viele geben, sicher ist nur, dass er eine

Entspannung braucht. Wenn der Körper an

seine Grenze stößt, ist es höchste Zeit für

ein Time-out, eine Beruhigung des Erregungsniveaus

und für einen Besuch beim

Arzt. Ein Aufenthalt im Parkhotel Igls kombiniert

alles auf höchstem Niveau.

Parkhotel Igls mit Blick auf

die Tiroler Berge

Burnout & Co

Regeneration in der

Tiroler Bergwelt

Bei einem Burnout-Syndrom, wenn Körper und Geist an ihre

Grenzen stoßen, ist es höchste Zeit für ein Time-out. Ein Aufenthalt

im Parkhotel Igls kombiniert ganzheitliche Diagnostik

und Therapie auf höchstem Niveau.

Regeneration von Körper und Geist

***

Defizite aufspüren

Das Parkhotel Igls bietet eine integrierte

Behandlungsmethode, die ganz individuell

auf die körperlichen Erfordernisse

eingeht. Um einen optimalen Gesundheitszustand

wieder herzustellen, müssen die

Ursachen bekämpft werden, nicht die

Symptome. Daher wird großer Wert auf eine

ganzheitliche Diagnostik gelegt, die in

der Lage ist, auch verdeckte Defizite aufzuspüren.

Handelt es sich tatsächlich um

ein Burnout oder um eine depressive Verstimmung,

eine negative Stimmungslage,

die zu einer psychischen Belastung führt

und andere Ursachen hat? Über die Vermutungsdiagnose

hinaus geben detaillierte

Untersuchungen und Gespräche mit den

Ärzten Aufschluss über das Ausmaß der Belastungen

und ein Gesamtbild, auf das die

Therapie abgestimmt wird.

***

In die Balance zurückkehren

Wird ein körperlicher wie emotionaler

Erschöpfungszustand (Burnout-Syndrom)

festgestellt, so beginnt die Behandlung

mit Beruhigung, mit entspannenden und

milden Massagen und mit leichter Bewegung

in der frischen Luft. Als Grundbestandteil

dieser Behandlung kommt das

Modul Stoffwechsel und Entgiftung zur

Anwendung, das nicht nur zur Darmreinigung

beiträgt, sondern sich auch gegen

Burnout, Energielosigkeit und Schlafstörungen

bewährt. Dazu erfolgt eine psychotherapeutische

Begleitung, die helfen soll,

das Umfeld der Erkrankung zu ergründen.

Sich klar zu werden über die Ursachen

von Antriebslosigkeit oder das Gefühl

der Überforderung, kann zur Lösung von

Stressumständen beitragen. Die regelmäßige

ärztliche Kontrolle ermöglicht die Erfolgsmessung

der Therapie. Nach einigen

Tagen kann zumeist eine spezielle Bewegungstherapie

begonnen werden, flk gdskgksgjhkg die skhjg etwa

auf Muskelaufbau oder Beweglichkeit sdhkg shjksdg hjdgs abgestimmt

dem Körper helfen soll, in eine

Balance zurückzukehren. Dazu ist es aber

erforderlich, weiterhin ausreichend Ruhephasen

einzuhalten.

***

Angepasste Diät

Einen wesentlichen Beitrag im individuellen

Therapieprogramm leistet die angepasste

Diät, die im gesamten Gesundheitsplan

eine zentrale Position einnimmt.

Wobei es bei Diät nicht um Hungern und

Abnehmen, reines Verzichten und Kalorienzählen

geht. Diät ist vielmehr eine

umfassende Lebensform, ein neuer Lebensstil,

nachhaltig gesund zu leben, Schädigendes

wegzulassen und trotzdem auf Genüsse

nicht zu verzichten. Gesund leben

heißt auch richtig essen.

Eine Regeneration von Körper und Psyche

beansprucht etwa zwei bis drei Wochen.

Der Aufenthalt im Parkhotel Igls, inmitten

der Tiroler Bergwelt, kann so zu einer Anleitung

zu einem gesünderen und körperbewussten

Lebensstil werden, zu einem Leben

mit einer anderen Ordnung, bei der das Körpergefühl

und die bewusste Ernährung einen

höheren Stellenwert haben.

KONTAKT

Parkhotel Igls

Gesundheit im Zentrum

Iglerstraße 51

A-6080 Innsbruck-Igls

Tel. +43-(0)512-377 305

E-Mail: info@parkhotel-igls.at

www.parkhotel-igls.at

SOCIETY 2_10 | 93


LIFE UND STYLE

HOTEL

Bestes europäisches Spa

Luxus auf Ungarisch

Im Rahmen des zum zweiten Mal in Zell am See vergebenen European Health & Spa Award

konnte sich heuer das ungarische Luxusspa Spirit Hotel den Sieg sichern.

(v.l.n.r.) Dr. Franz Linser, Linser & Partner Consulting GmbH und

Jury-vorsitzender; Alfred Hackl General Manager des Spirit Hotel;

Judit NyirŒ, Resident Manager des Spirit Hotel; Norbert Hintermayer

– Geschäftsführer der Agentur für Gesundheit & Wellness

Das Spirit Hotel im ungarischen Bad

Sárvár wurde heuer mit dem European

Health & SPA Award in der Kategorie

„Best Destination Spa 2010“ ausgezeichnet.

Dabei setzte es sich in dieser Kategorie

erfolgreich gegen eine Vielzahl renommierte

Mitbewerber aus ganz Europa durch.

Hoteldirektor Alfred Hackl nahm den Preis

im Rahmen der feierlichen Verleihung am

8. Juni 2010 in Zell am See im Salzburger

Land erfreut entgegen. „Wir fühlen uns

durch die Auszeichnung sehr geehrt. Ein

derartiger Award ist eine sensationelle Anerkennung

für Ungarn, das gesamte Team

des Spirit Hotel und für unsere tägliche Arbeit“,

so der Preisträger.

Der European Health & Spa Award wird

bereits zum zweiten Mal von der Agentur

für Gesundheit & Wellness in Zusammenarbeit

mit diversen Fachmedien wie SPA

WORLD Business oder Spa Inside verliehen.

In insgesamt zehn Kategorien werden

die Bereiche Spa, Behandlungen und Produktinnovationen

prämiert. Die Auszeichnung

gilt als eine der strengsten und unabhängigsten

der Branche.

Die gelungene Umsetzung von kreativen

Spa-Konzepten und die Qualität der Wellnessbetriebe

stehen dabei genauso im

Vordergrund, wie die Bereitschaft sich neuen

Trends und Gästewünschen zu stellen.

Das ungarische Luxusrefugium Spirit Hotel

überzeugte hier auf ganzer Linie. In ihrer

Begründung lobte die hochkarätig besetzte

Jury die ausgezeichnete Ausstattung und

das gelungene Design des weitläufigen Spa-

Bereichs, sowie den starken Fokus auf den

Kundennutzen.

***

Was Sie erwartet

Das Fünf-Sterne-Haus Spirit Hotel gilt

als spektakulärste Eröffnung in Ungarn in

den vergangenen zwei Jahren und als Hotspot

für Medical Spa und Wellness. Das

Heilwasser fließt hier direkt aus der hoteleigenen

Quelle in den Spa-Bereich. Alle elf

Becken werden permanent mit dem ungefilterten

„Spirit Heilwasser“ versorgt, täglich

entleert, gereinigt und neu gefüllt und

kommen daher vollkommen ohne chemische

Zusätze aus. Mittelpunkt der Anlage

bildet die Wellness- und Badelandschaft

„Oase“ mit 22 Erlebnis- und Thermalbecken,

einer Sauna-Insel, Heilwasserbecken,

Hamam und Fitness sowie einer eigenen

Heilquelle. In 88 Behandlungsräumen erleben

Gäste eine umfassende Vielfalt von individuellen

Wohlfühlanwendungen bis hin

zu erstklassigen Medical Spa-Programmen.

Das Luxusrefugium beherbergt 273 elegant

ausgestattete Zimmer und Suiten mit Balkon

oder Terrasse in absoluter Ruhelage.

Weitere Informationen finden sich unter

www.spirithotel.eu.

FOTOS: SPIRIT HOTEL

94 | SOCIETY 2_10


LIFE UND STYLE

STYLING/FILM

Selbst ist die Frau

Summer-Feeling!

Trend Make-up garantiert heiße Sommertage und macht Sie

zum Highlight der Saison.

Das perfekte Beach-Make-up zaubern

Sie in kürzester Zeit mit leuchtenden,

frischen Farben! Betonen Sie Ihre

Augen und verzichten Sie auf Lippenstift.

Ein leichtes, transparentes Gloss ist der ideale

Begleiter für heiße Sommertage!

KONTAKT

Karin van Vliet –

Make-up Studio

Köllnerhofgasse 2, A-1010 Wien

Tel. +43-(0)1-513 11 55

www.makeup-studio.com

FOTO: PETER KORP, MAKE UP/STYLING: KARIN VAN VLIET

Cut!

Zeitloses Filmvergnügen

Die „Filmschneiderei“ gibt privaten Filmaufnahmen den richtigen

Pepp und digitalisiert, schneidet und vertont altes

Filmmaterial.

Alexandra Schmid erweckt alte

Super-8-Filme zu neuem Leben

Mit der Gründung der „Filmschneiderei“

im Jahr 2008 hat sich die gelernte

Bürokauffrau Alexandra Schmid

nach einer Ausbildung im Bereich Digitalfilm

einen lang gehegten Traum erfüllt.

Sie ist Expertin für Videoschnitt und Aufbereitung

analoger Filme.

***

Kurz und gut, statt lang und fad

Die Filmschneiderei bietet ihren Kunden

Filmschnitt vom Profi und verwandelt verstaubte

Filme zu phantastischen Zeitdokumenten

und beachtenswerten Erinnerungen.

Das Motto des Unternehmens „Kurz

und gut, statt lang und fad“ spricht für sich

und für die unterhaltsamen und individuellen

Filme, die in der „Traumwerkstatt“

von Alexandra Schmid entstehen.

***

Super-8-Filme im digitalen Zeitalter

Das Angebot der Filmschneiderei reicht

vom Kürzen und Aufpeppen privater Filmaufnahmen

von z. B. Hochzeiten, Urlauben,

Geburtstagen und anderen besonderen

Ereignissen bis hin zur Digitalisierung

alter Super-8-Filme, die früher sehr beliebt

waren. „Die moderne Computertechnik

erweckt die alten Filme zu neuem Leben.

Auf DVD gebrannt können sie ganz einfach

am Fernseher wieder erlebt werden“, sagt

Alexandra Schmid.

Ein besonderes Highlight ist die Vertonung

der meist stummen Super-8-Filme

mit dem Lieblingssoundtrack, passend

zum jeweiligen Film. So werden schöne Erinnerungen

wieder hervorgeholt und bleiben

erhalten – ein Geschenktipp für alle,

die Super-8-Sammlungen zu Hause

schlummern haben!

KONTAKT

Filmschneiderei

Alexandra Schmid

Mobil +43-(0)676-35 13 713

www.filmschneiderei.at

office@filmschneiderei.at

SOCIETY 2_10 | 95


LIFE UND STYLE

KULINARIK

Kulinarische Höhenflüge über den Dächern Wiens

„Das Turm“

Tagsüber auf Geschäftsleute ausgerichtet, abends zusätzlich

auch auf den privaten Gast von Wien und Umgebung, so

startet „Das Turm“ im Business Park Vienna in seinen zweiten

kulinarischen Frühling – mit neuem Konzept, neuem

Ambiente und neuer Führung. Nur eines ist gleich geblieben:

der spektakuläre Blick über die Dächer Wiens.

Cocktail-Bar mit Terrasse und

herrlichem Blick über Wien

***

Ein riesiges Potenzial

Das neue Restaurant-Ambiente ist luftig

und leicht, die Mitarbeiter sind erfahren

und motiviert, das Umfeld ist vielfältig

und interessant. Mehr als 5.000 Menschen

arbeiten in den Büros des Business Park

Vienna und über 1.000 Besucher frequentieren

ihn zusätzlich täglich. Dazu kommen

tausende Geschäftsleute aus den unmittelbaren

traditionellen und neu entstandenen

Nachbarbürostandorten. „Aus diesem Potenzial

wollen wir tagsüber den anspruchsvollen

Lunch-Kunden ansprechen. Und der

private Gast aus Wien und dem südlichen

Umfeld steht im Fokus für den Abend. Unser

Gesamtangebot ist genau auf diese Zielgruppen

ausgerichtet, denn in Bezug auf

qualitativ hochwertige Kulinarik ist das gesamte

Umfeld für uns fast konkurrenzlos“,

erläutert Gottfried Krasser.

***

Ein feines Angebot

Mit kontinentaleuropäischer und mediterraner

Küche erobern Krasser und sein

Küchenchef die Gaumen der Geschäftsleute

und Privatgourmets. Regional ausgerichtet,

frisch und traditionell lautet das

Motto für Speisen und Zutaten. Auf eine

klare Präsentation am Teller wird viel Wert

gelegt. „Der Gast soll sehen, was er bekommt“,

so Krasser. Klar wie die Speisenpräsentation

ist auch die Angebotsgestaltung.

Es gibt Saisonkarten, Wochenkarten

und ein jeweiliges Tagesangebot. Sechs Köche

sorgen dafür, dass à la carte immer die

höchsten Genussansprüche erfüllt werden.

Und bei speziellen Anlässen werden auch

befreundete Köche aus dem In- und Ausland

ihre Künste unter Beweis stellen.

***

Ein zusätzlicher Anreiz

Gleich unter dem Restaurant befindet

sich die ebenfalls neu adaptierte Cocktail-

Bar mit Terrasse. Genau der richtige Treffpunkt

für einen Cocktail in chilliger After-

Work-Atmosphäre oder einen Drink vor

bzw. nach einem romantischen Dinner.

Der Blick von der Terrasse ist atemberaubend

und die Auswahl an Rum und Gin

groß. Die Bar und das Restaurant erreicht

man übrigens bequem und direkt von der

Parkgarage P2 des Business Park Vienna, in

der man vier Stunden gratis parken kann.

Gefragt nach dem Geheimnis des Erfolgs

im Gastronomiegewerbe, antwortet

Gottfried Krasser: „Man braucht Herz und

Hirn sowie viel Respekt vor den Gästen,

den Mitarbeitern und den Grundstoffen,

die unseren kulinarischen Produkten ihren

ehrlichen Charakter verleihen.“

Geschäftsführer Gottfried Krasser und

Küchenchef Jörg Domansky waren

schon in den beiden Wiener Innenstadtlokalen

„Cantinetta Antinori“ und

„Procacci“ ein höchst erfolgreiches Gespann.

Jetzt führen sie gemeinsam das als

Restaurant-Bar-Lounge konzipierte „Das

Turm“ in jene qualitativen Höhen, die dem

hochgelegenen Standort im 21. und 22.

Stockwerk des Immofinanz-Towers auch

entsprechen. Denn schon seit der Errichtung

des Towers ist ein Restaurant auf hohem

Niveau Bestandteil des Standortkonzeptes.

Der Anspruch „hohe Qualität für die

anspruchsvollen Mieter“ wird im Business

Park Vienna damit weiterhin voll erfüllt.

KONTAKT

Das Turm

Restaurant-Bar-Lounge

Business Park Vienna

Turm D1, 22. Stock, Wienerbergstraße 7, 1100 Wien

Tel. +43-(0)1-607 65 00-0

www.das-turm.at

Restaurant: Mo bis Fr 11:00–23:00 Uhr,

Samstag 16:00–24:00 Uhr

Bar: Mo bis Sa 16:00–24:00 Uhr

96 | SOCIETY 2_10


LIFE UND STYLE

GESUNDHEIT

Beste Vorsorge und neueste Technik

Die Dentalklinik lässt Sie strahlen

Die seit 1994 bestehende Dentalklinik Sievering ist eine der führenden Institutionen für

Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde des Landes und besitzt das Vertrauen von mehr als

10.000 zufriedenen Patienten.

FOTOS: LIBRARY OF CONGRESS, PRINTS & PHOTOGRAPHS DIVISION, CARL VAN VECHTEN COLLECTION

Der Leiter, Prim. Dr. Ernst Weinmann,

und sein 20-köpfiges Spezialisten-Team

legen besonderen Wert auf modernste

Methoden der Zahnmedizin und zeitgemäße

Ansätze einer schonenden Zahnkosmetik.

Damit garantieren sie jedem Patienten

eine individuelle Versorgung und ein strahlendes

Lächeln.

***

Kindheitstraum

Bereits früh entdeckte der Leiter der Klinik,

Prim. Dr. Weinmann, seine Passion für

die Zahnheilkunde. Schon im Alter von

fünf Jahren wurde er von seinem Vater, einem

Dentisten, in das eigene Zahntechniklabor

mitgenommen. „Was ich bewundert

habe, war die Liebe und die Sorgfalt, die

mein Vater im Umgang mit seinen Patienten

hatte“ verriet der gelernte Zahntechniker

und Zahnarzt im Gespräch mit SOCIE-

TY.

***

Qualitätsstandards

Im Gegensatz zu herkömmlichen Ordinationen

erfüllt die Dentalklinik Sievering

erhöhte Auflagen hinsichtlich des

Qualitäts-Managements. Eine hausinterne

Ausbildungsstätte und mehrfach ausgezeichnete

Mitarbeiter garantieren, dass jeder

Behandlungsschritt auf höchstem

zahnmedizinischen Niveau ausgeführt

wird – und das zweiundfünfzig Wochen

pro Jahr.

Auch im Punkt Sicherheitsstandards

setzt die Dentalklinik Sievering neue Maßstäbe:

Sicherheitsbeauftragte in den Bereichen

Qualitätsmanagement sorgen für

das Wohl der Patienten.

***

Cultural Diversity

The clinic’s focus is shared between advice,

expert knowledge and the individual

requirements of each and every patient.

Therefore, Dentalklinik Sievering offers

its customers multilingual advice in English,

French, Arabic, Russian, Spanish and

Croatian. The specially trained employees

are also aware of the patients' cultural

preferences and pay distinctive attention

to sensitive, customer-specific patient care.

Das Team der Dentalklinik

For these reasons many national and international

celebrities from the worlds of

commerce, culture and diplomacy trust in

Prim. Dr. Weinmann and his team.

***

The “Smile” program

The “Smile” program is a private, prophylactic

dental care program for healthy,

beautiful teeth. As a “Smile” member

the customer pays a yearly fee of about 1

Euro per day which gives him a 50% discount

on all dental treatment, plus many

additional services which aren’t usually covered

by medical insurance. Many embassies

and respected institutions are part of

the “Smile” program which ensures their

employees receive excellent dental treatment

together with a personalised social

benefit. At Dental Spa Mariahilferstr. 88A

in 1070 Vienna we also offer our dental service

based on healthy insurance company

with e-card system.

DENTALKLINIK SIEVERING

Sieveringerstraße 17

1190 Wien

Tel. +43-(0)-320 97 97

www.dentalklinik.at

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SOCIETY 2_10 | 97


LIFE UND STYLE

MODE

Selbstbewusst und kreativ

Flexible Mode: Five In One

Die Designerin Michaela Mayer ist mit ihrem Modelabel MICHEL MAYER nicht zuletzt seit

der Romy Gala ein Begriff, wo Stargast Olivia Wilde ein Kleid von ihr trug. SOCIETY traf

die sympathische Modemacherin zum Interview. Von Mag. TANJA TAUCHHAMMER

Wie lange sind Sie schon in der Modebranche

tätig?

Seit 15 Jahren mittlerweile.

Was hat Sie zur Mode gebracht?

Mode war immer schon mein Thema.

Meine erste Nähmaschine habe ich mit

acht Jahren geschenkt bekommen. Meine

Mutter hat sich ebenfalls mit Mode beschäftigt,

wenn auch nicht hauptberuflich.

Sie hat mir gezeigt, wie das Schneidern

funktioniert. Nach der HAK-Matura

habe ich dann das Kolleg in der Herbststraße

absolviert und mich dann relativ

schnell selbständig gemacht.

Wie war Ihr Werdegang von der Designerin

Michaela Mayer zum Label MICHEL

MAYER?

Ich habe sehr einfach in Berndorf im

Haus meiner Eltern begonnen. Die Küche

diente als Atelier und das Wohnzimmer

war der Verkaufsraum. Als Frist habe

ich mir drei Jahre gesetzt. Sollte ich es

in dieser Zeit nicht schaffen, davon leben

zu können, hätte ich nach einer Alternative

gesucht. Über das Schuhhaus Wunderl

konnte ich meine Kollektion verkaufen

und erste Pressekontakte knüpfen.

Ich hatte dadurch von Anfang an die

richtige Zielgruppe. Durch die Übersiedlung

nach Wien im Jahr 1998 wurden

einerseits die Fixkosten durch Miete erhöht,

aber der Kundenkreis wurde ebenfalls

größer. Für die vorwiegend Wiener

Klientel war Berndorf einfach zu weit

weg. Der nächste Schritt war die Eröffnung

des Geschäftslokals 2001 in der

Singerstraße, dieses besteht aus Shop

und einem angrenzenden Atelier, wo

der Großteil der Kollektion nach wie vor

entsteht.

Auf welchen Modeschauen kann man

MICHEL MAYER sehen?

Ich veranstalte öfters kleinere Modeschauen

im intimeren Kreis im Shop, wo

dann z. B. das „Five In One“ Kleid in einer

Limited Edition präsentiert wird. Ich bin

auch auf der Vienna Fashion Week vertreten,

ebenfalls geplant ist eine Trunkshow

in New York für September dieses Jahres.

Bei meiner Mode ist es wichtig, die Teile

auch getragen zu sehen, sprich am Körper

- denn so wurden sie Großteils gefertigt.

Am Kleiderhaken kann man sich oft nicht

so ein gutes Bild machen. Daher gibt es für

jede Kollektion ein Video, das auf der Homepage

gezeigt wird.

Sie arbeiten ja auch vermehrt an der

Internationalisierung Ihres Labels. Wie hat

sich das entwickelt?

Vor zwei, drei Jahren hatte ich das Gefühl,

es wäre soweit, eine Internationalisierung

anzustreben. Ich hatte ausreichend

Erfahrungen bezgl. den Aufbau einer Kol-

98 | SOCIETY 2_10


FOTOS: ERNST KAINERSTORFER

„Ich schätze es,

wenn jemand weiß,

was er will.“

MICHAELA MAYER

lektion gesammelt und wollte den Schritt

einfach mal wagen. Bei „departure“ habe

ich ein Konzept für die nächsten Kollektionen

eingereicht und dafür eine Förderung

erhalten. Ich wollte immer schon etwas

machen, das nicht diesen klassischen Couture-Touch

hat sondern etwas weniger „Kitschiges“

und trotzdem Elegantes. Es wurde

die Idee geboren, zusammen mit einer

Vorarlberger Firma Stickereien anzufertigen

und diese zu bedrucken. Dieses Verfahren

war relativ neu und bildete die Basis

der „Semicouture-Kollektion“.

Wo sind Sie jetzt international vertreten?

Ich habe in Paris angefangen bei Messen

auszustellen. Wir haben in weiterer Folge

nach Saudi Arabien, Hongkong und Kairo

verkauft. Im Jahr darauf konnten wir einen

Showroom in New York finden, die unsere

Kollektion seit Februar vertreibt. Die Semicouture-Kollektion

ist eher puristisch mit

Focus auf Detail und durch die Materialien

sowohl tagsüber als auch abends tragbar,

und dies entspricht sehr dem amerikanischen

Way of Life und daher gut angenommen.

MICHEL MAYER ist daher bereits in

New York, Los Angeles und San Francisco

vertreten.

Ihre Mode ist auch bekannt für ihre

Multifunktionalität. Was bedeutet das?

Viele Modelle der Winterkollektion können

auf verschiedene Arten getragen werden.

Da gibt es das „Five In One“, ein Teil,

das sowohl als Kleid als auch als Overall

oder Top zu tragen ist. Man kann die Teile

auch verschieden drapieren und dadurch

zum Beispiel den Ausschnitt oder die Länge

verändern. Die Blusen können auf verschiedene

Weise geschlossen werden. Es gibt da

viele Variationsmöglichkeiten. Den Schwerpunkt

der Kollektion bildet ein Material,

welches sich dem Körper anpasst und seine

Form behält. Es heißt „Memory Crinkle“

und ist ein technisches Stoffmaterial, das atmungsaktiv

und knitterresistent ist.

Was ist für Sie der optimale Frauentyp

als Designerin und für Ihre Mode?

Eine Frau, die weiß, was ihr steht und

was sie als Frau ausmacht und die das durch

ihre Kleidung ausdrücken kann. Für Shootings

sind mir Typen lieber als klassische

Beautys. Die Kleidung muss einfach stimmig

sein. Jemanden, der sich authentisch kleidet,

finde ich immer ansprechend. Dazu

muss man seine Persönlichkeit kennen und

wissen, was einem steht.

Würden Sie sagen, dass Sie lieber Kleidung

für Businessfrauen, die selbstbewusst

sind, machen?

Es gibt da eigentlich kaum noch einen

Unterschied. Es gibt sehr selbstbewusste

Frauen, die genauso Hausfrau und Mutter

sind, sich aber bewusst dafür entschieden

haben. Und es gibt ebenso Karrierefrauen,

die überhaupt nicht selbstbewusst sind.

Ich schätze es, wenn jemand weiß, was er

will. Meine liebsten Kunden sind die, die

wissen, was sie wollen und das auch zu

schätzen wissen und es auch tragen können.

Meine Zielgruppe sind kreative Menschen,

die mit Kleidung experimentieren

und verschiedene Stücke kombinieren. Es

ist jetzt nicht mein Hauptziel, dass sich jemand

komplett in MICHEL MAYER einkleidet.

Zu unserer Mode gehört eine gewisse

Eigenständigkeit und der Mut sie zu

tragen.

Was ist Ihr Lebensmotto?

Das Leben genießen und Freude an der

Arbeit! Ich versuche, mein Arbeitspensum

zu reduzieren aber dafür die Arbeit mit

umso mehr Liebe zu machen.

Was sind Ihre beruflichen Träume?

Da gibt es einige Pläne: Ich will vor allem

auf dem amerikanischen und deutschsprachigen

Markt Fuß fassen. Mein nächstes

Ziel ist der asiatische Raum, sprich

Japan. Auf den Messen in Paris konnte ich

beobachten, dass wir mit unserer klaren Linie

stark den asiatischen Raum ansprechen.

Die japanische Kunst und ihre Farbkombinationen

finde ich sehr

inspirierend.

KONTAKT

MICHEL MAYER

Singerstraße 7

A-1010 Wien

Tel. +43-(0)1-967 40 55

www.michelmayer.at

Tennen

am Fuß

SOCIETY 2_10 | 99


LIFE UND STYLE

MODE

Winterkollektion

Design Made by

MICHEL MAYER

Innovatives, starkes und eigenständiges Design

aus Österreich präsentiert das Modelabel MICHEL

MAYER in der kommenden Winterkollektion. Das

Augenmerk liegt auf einem schlichten und prägnanten

Stil - für die kreative Trägerin.

Abendmantel

Seidenorganza mit Pailletenstickerei

an Ärmel und

Seitenteil, Verschluss variabel.

Darunter ein ärmelloses

Jerseykleid mit Drapierung

am Vorderteil.

100 | SOCIETY 2_10


Bodenlanges Abendkleid

in weich fließender Microfaser.

Durch die gezogene

Kragenlösung kann

die Ausschnitt-Tiefe variiert

werden, ebenso die

Hüftlinie.

SOCIETY 2_10 | 101


LIFE UND STYLE

MODE

Kapuzenteil

aus Memorycrincle,

kann auf verschiedene

Arten drapiert und getragen

werden, dazu

ein Cashmere-Rock -

hier als Kleid.

Ärmellose Bluse

aus Seidenorganza mit

seitlicher Stickerei in

matter Paillette, variable

Verschlussmöglichkeit,

dazu ein Etuirock aus

Microfaser.

Etuikleid

mit variabler Tragemöglichkeit:

Mittels Satinband kann es entweder

an der Hüfte oder an der

Taille getragen werden (dadurch

ändert sich die Länge).

Minikleid

mit Front in Leder, Rückseite

in Memorycrincle.

102 | SOCIETY 2_10


Bodenlanges Abendkleid

aus Memorycrincle, Taillenbetonung

durch das

Satinband.

SOCIETY 2_10 | 103


LIFE UND STYLE

EVENTS

Aki Nuredini im Kreise

seiner Familie

Gastronomie und Kultur Hand in Hand

O Sole Mio

Mit einem Fest im Magna Auditorium des Musikvereines

ehrte die WKO Wien den bekannten Szenegastronomen

Aki Nuredini für seine Verdienste um den Wiener Tourismus

und die Kultur in Wien.

KR Brigitte Jank übergab die Auszeichnung

Als ein außergewöhnliches Kulturfest

gestaltete sich die Ehrung des prominenten

Wiener Gastronomen Aki Nuredini

durch die Wirtschaftskammer

Wien. Kommerzialrätin Brigitte Jank, die

Wiener Kammerpräsidentin, bat ihre Festgäste

in das Magna Auditorium des Musikvereins,

um Aki Nuredini für seine außerordentlichen

Verdienste um den Wiener

Tourismus und die Kultur in Wien zu ehren.

Seit über einem Vierteljahrhundert

hat Aki Nuredini sein Restaurant „Sole“ in

der Annagasse, ganz nahe der Staatsoper,

mehr und mehr zu einem weltweit bekannten

Treffpunkt einer internationalen

Künstlerschar wie von zahllosen Vertretern

des Diplomatischen Korps gemacht.

Das Lokal ist ein Wohlfühlort, ein Kommunikationszentrum,

wo gepflegte Kulinariik

nicht zu kurz kommt.

***

Laudatoren und Stars

Die eingeladenen Festgäste – von den

Opernstars Neil Shicoff, Ramón Vargas,

Michael Schade, Vladimir Chernov bis zu

den Spitzen der Wiener Gesellschaft – sind

alle Stammgäste des Geehrten. Zu Laudationes

traten die Wirtschaftsgrößen Dr.

Alexander Maculan und Mag. Michael

Ikrath an. Ein kurzweiliges vergnügliches

Konzert durfte dazu nicht fehlen. Neben

anderen trumpfte Akiko Nakajima mit ihrem

klaren Sopran auf, musizierten Mitglieder

der Wiener Philharmoniker Meinhard

Rüdenauers uraufgeführten

stimmungsvollen „Sole“-Konzertwalzer.

Und schließlich fanden die Opernstars mit

mehreren sangesfreudigen Nuredini-

Freunden zur gemeinsam vorgetragenen

„O sole mio“-Hymne zusammen.

Unter den Gästen fanden

sich Stars wie Ramón

Vargas (l.)

KONTAKT

Ristorante Sole

Annagasse 6-8

1010 Wien

Mo bis So 11:00-23:00 Uhr

Tel. +43-(0)1-513 40 77

www.ristorante-sole.at

104 | SOCIETY 2_10


LIFE UND STYLE

EVENTS

HIGHLIGHTS VERANSTALTUNGEN

DER GESELLSCHAFT April bis Juni 2010

v.l.n.r.: Hans Peter Giovanelli,

Mi-Ja Friedländer,

Christian Spatzek,

Wolfgang Just, Ernst

Polsterer und Freimut

Dobretsberger

KOCHEVENT: „HÄFERLGUCKER 2010

Unter dem Motto „Wir wollen Sie zum Kochen bringen“ luden

Sparkasse Niederösterreich Mitte West AG Generaldirektor Wolfgang

Just, sein kochender Vorstandskollege Helge Haslinger und

Wien-Chef Hans Peter Giovanelli zu einem Kochevent der anderen

Art ins Gasthaus Heidenkummer. Unter den Gästen und Köchen

an diesem stimmungsvollen Abend fand man unter anderen Botschafter

Dr. René Pollitzer, Maria Polsterer-Kattus aus dem Hause

Kattus, Walter Hejl Chef des Fischerbräu, Josef Weiss von der Erzdiözese

Wien, der Wienerliedsänger Ingomar Kmentt, Investor

Karl Wengler, Consent GF Walter Schwarz, Josef Kolarz-Lakenbacher,

Siemens NÖ Vorstand und Neudörfler Chefin Doris Bock.

v.l.n.r.: Elisabeth Tölly, Freimut

Dobretsberger, Helga Seeh

v.l.n.r.: Martin Seeh, Ingomar

Kmentt, Helge Haslinger, Andrea

Fritsch mit Tochter und Jan Rückl

Ernst Polsterer, Frau Pivec und

Maria-Elisabeth Polsterer-Kattus

FOTOS: SOCIETY/SCHIFFL

CLUB 4: BUCHPRÄSENTATION

Im Rahmen der Präsentation

des neuen Buches „Wer wirft

den ersten Stein? Unterdrückung

von Frauen durch Religion“

von Christa Chorherr

wurden die Besucher des Club

4 Zeuge einer spannungsgeladenen

Diskussion rund um

die Rolle der Frau in den drei

abrahamitischen Weltregionen.

Am Podium saßen Dr.

Christa Chorherr

Anneliese Rohrer (Moderation), Mag. Schlomo Hofmeister (für

das Judentum), Mag. Dr. Peter Zeillinger (für das Christentum),

Prof. Mouhanad Khorchide (für den Islam) und Mag.a Bernadette

Spitzer (als Vertreterin der jungen Frauen).

Das Podium

Vorstand und Fachbeirat

des MC-Der MedienClub

MEDIENCLUB:

„EXECUTIVES MEET TALENTS“

Ein fulminantes Kick-off Event

im RAINERs Hotel war der Startschuss

für die neue, exklusive

und dynamische Netzwerkplattform

der Branche. Unter dem

Motto „Executives meet Talents“

soll jungen Kreativen die Chance

geboten werden, sich mit Profis

zu vernetzen. Der Einladung zur

Auftaktveranstaltung der Obfrau

Martina Cejka folgten rund

v.l. 1: KR Burkhard W. Ernst,

Vorstand der Rainer-Gruppe

Martina Cejka, Obfrau des MC-Der

MedienClub Markus Leeb,

Ressortleiter Wirtschaft news

Gerald Ganzger, Rechtsanwalt

150 hochkarätige Gäste aus der Medienbranche und Wirtschaft; unter

ihnen auch Oliver Voigt, Geschäftsführer der Verlagsgruppe

News; Markus Breitenecker, Geschäftsführer Puls4, Sat1 und Pro7

Austria; Journalistenlegende Peter Rabl uvm.

SOCIETY 2_10 | 105


KUNST UND KULTUR

SALZBURG

90 Jahre Salzburger Festspiele

Auf Jedermanns Spuren

Der „Jedermann“ ist das Herzstück der Salzburger Festspiele. Verkörpert wird er von Schauspielern,

deren Namen das Publikum niemals vergessen kann. Es fing mit Alexander Moissi

an… Von EVA VON SCHILGEN

Was ist dran an dem „Jedermann“,

dem „Herzstück“ der Salzburger

Festspiele, dem Theaterstück mit

dem einfachen, fast simplen Inhalt, in eigenartig

klingenden, altertümlichen Versen

geschrieben, ein Stück, vor dem auch

die innovativsten Regisseure in Ehrfurcht

verharren, die bedeutendsten deutschsprachigen

SchauspielerInnen es als Ehre empfinden,

mitzuwirken, ein Stück, dessen

Kartenkontingent jedes Jahr mehrfach

überbucht ist – und das nicht nur von den

Touristen. Es gibt nicht wenige SalzburgerInnen,

die sich mühelos sämtlicher Regisseure

und Darsteller erinnern, denn fast

gehört es hier schon zum guten Ton, die

Aufführung jedes Jahr zu besuchen.

Am 22. August 1920 erklingen das erste

Mal die schaurigen Rufe nach Jedermann

von den Kirchtürmen und der Festung über

den Domplatz, und ich kenne keinen Zuschauer,

der in diesem Moment nicht an

sein eigenes Schicksal denkt. Das mag die

Faszination sein, die von diesem Theaterstück

ausgeht, denn der Inhalt betrifft ‚jedermann‘

in der einen oder anderen Weise.

***

Hofmannsthals „literarische Bijouterie“

Das Leben und Sterben des reichen

Mannes, der in seiner letzten Stunde von

allen, seinem besten Freund, seinen Dienern,

ja sogar von seiner Geliebten, verlassen

wird, der im Angesicht des Todes sich

seiner Sünden bewusst wird, jedoch zum

Glauben zurückfindet und durch Gottes

Gnade und unendliche Liebe ins Himmelreich

eintreten kann, hat bereits im 16.

Jahrhundert die Londoner fasziniert. Das

englische Mysterienspiel „Everyman – A

Morality Play“ und Elemente aus der Comedi

vom reichen sterbenden Menschen

von Hans Sachs sowie Lieder des mittelalterlichen

Minnegesanges dienten Hugo

von Hofmannsthal als Vorlage. Die Wiederbelebung

des Mysterienspiels, eine seit

dem 14. Jahrhundert gebräuchliche Form

des Dramas, die etwas holprigen Versmaße,

die für die frühhochdeutsche Dich-

1920 Alexander Moissi 1932 Paul Hartmann 1935 Attila Hörbiger

106 | SOCIETY 2_10


1946 Ewald Balser 1953 Will Quadflieg 1960 Walter Reyer

tung typisch sind, waren der Versuch Hofmannsthals,

die Gegenwart durch die Vergangenheit

sichtbar zu machen. Erste Entwürfe

entstehen bereits 1904, beendet wird

das Stück 1911 und am 1. Dezember im

Berliner Zirkus Schumann unter der Regie

von Max Reinhardt aufgeführt. Von Gerhard

Hauptmann als „literarische Bijouterie“

beurteilt, hinterlässt es dort keinen

bleibenden Eindruck.

Der österreichische Schriftsteller, Dramatiker,

Lyriker und Librettist Hugo von

Hoffmannsthal, der heute als einer der

wichtigsten Repräsentanten des deutschsprachigen

Fin de Siècle und der Wiener

Moderne gilt, und der geniale Regisseur,

Intendant und Theatergründer Max Reinhardt

waren seit 1903 befreundet, als Max

Reinhardt Hofmannsthals „Elektra“ uraufgeführt

hatte. Schon damals befasst man

sich, auf die Empfehlung des Schriftstellers

Herman Bahr, der in Salzburg ein Schloss

besaß, mit der Idee, Salzburg zur Stätte

von Freilichtspielen zu machen. 1917

reicht Reinhardt einen Entwurf für Festspiele

bei der Stadt ein, 1918 erwirbt er das

Salzburger Schloss Leopoldskron, das fortan

sein Lebensmittelpunkt sein wird.

***

Der Jedermann kommt nach Salzburg

1920 werden die Festspiele in Salzburg

mit dem „Jedermann“ eröffnet. Es war

Reinhardts Idee gewesen, das Theaterstück

vor der prachtvollen Kulisse des Salzburger

Doms aufzuführen, unterstützt von einem

kunstverständigen und aufgeschlossenen

Fürsterzbischof, der auch das von Reinhardt

erbetene Orgelspiel und Glockengeläute

genehmigte. Dafür sollte der Reinerlös

der Aufführungen verschiedenen

wohltätigen Zwecken zugeführt werden,

wobei alle Beteiligten auf Tantiemen und

Gage verzichteten. Die Aufführung begann

bei Sonnenschein, erste Schatten fielen

auf den Domplatz, als der Tod auftrat,

und bei der Grablegung Jedermanns hatte

sich die Abenddämmerung über die Stadt

gesenkt. Hoffmannsthal schreibt 1920:

„Wie ein Selbstverständliches wirkten die

marmornen fünf Meter hohen Heiligen,

zwischen denen die Schauspieler hervortraten

und wieder verschwanden, wie ein

Selbstverständliches die Rufe ‚Jedermann‘

von den Türmen der nahen Kirche, von der

Festung herab, vom Petersfriedhof herüber,

wie ein Selbstverständliches das Dröhnen

der großen Glocken zu Ende des Spiels, das

Hineinschreiten der sechs Engel ins dämmernde

Portal, die Franziskanermönche,

die von ihrem Turm herunter zusahen, die

Kleriker in den hundert Fenstern des Petersstiftes,

wie ein Selbstverständliches das

Sinnbildhafte, das Tragische, das Lustige,

die Musik.“

***

Die entzückende Stimme Moissis

Es scheint eine Ironie des Schicksals zu

sein, dass in dem damals antisemitisch

eingestellten Salzburg drei Künstler jüdischer

Abstammung, Reinhardt, Hofmannsthal

und der erste Salzburger Jedermann,

Alexander Moissi, den jahrzehntelangen

Erfolg des katholischen Mysterienspiels begründeten.

Und bald schon fokussierte sich

das Interesse der Zuschauer auf den jeweiligen

Darsteller des Jedermann. Bereits

1911 hatte Alexander Moissi diesen Part in

Berlin gespielt. Der albanisch-österreichische,

in Triest geborene Moissi wurde von

Joseph Kainz, einem der größten deutschsprachigen

Theaterschauspieler, in einer

Aufführung am Wiener Burgtheater entdeckt

und auf seine Empfehlung nach Prag

ans Deutsche Theater verpflichtet. 1903

1969 Ernst Schröder 1974 Curd Jürgens 1978 Maximilian Schell

SOCIETY 2_10 | 107


KUNST UND KULTUR

SALZBURG

engagierte ihn Max Reinhardt trotz seines

italienischen Akzents und wegen seines

Sprachduktus: Moissi sang eher, als dass er

sprach. Dies verstörte zwar die ersten Kritiker,

entzückte aber das Publikum. Für den

Dichter Stefan Zweig war seine Stimme

Musik, Franz Werfel nannte ihn einen Zauberer

und Franz Kafka schrieb: „Trotzdem

so viele Melodien zu hören waren, die Stimme

gelenkt schien wie ein leichtes Boot im

Wasser, war die Melodie der Verse eigentlich

nicht zu hören. Manche Worte wurden

von der Stimme aufgelöst, sie waren so zart

angefasst worden, dass sie aufsprangen

und nichts mehr mit der menschlichen

Stimme zu tun hatten…“ Moissi war der berühmteste

und bestbezahlte Bühnenschauspieler

seiner Zeit, war Frauenschwarm

und Abenteurer und führte ein rastloses Leben.

Dass Theatergene vererbbar sind, kann

man an seinem Urenkel, dem Schauspieler

Gedeon Burkhard sehen.

***

Das vorläufige Ende des „Jedermann“

1932 fällt Moissi, dessen dekadent-morbider

Jedermann Legende ist, einer antisemitischen

Kampagne zum Opfer. Mit Erlaubnis

des zuständigen Direktors des

Salzburger St. Johannesspitals hatte er,

zwecks der Recherche für sein Buch, einer

Entbindung beigewohnt, was zum Skandal

hochgespielt wurde. Reinhardt holt als

nächsten Jedermann den „Reichsdeutschen“

Paul Hartmann vom Wiener Burgtheater.

Auch im Film ist Hartmann eine

Größe, unter anderen spielt er neben Hans

Albers in „F.P.1 antwortet nicht“. Sein Jedermann

ist jungenhaft heiter, sich keiner

Schuld bewusst, aber dem Schicksal sich

ergebend. Als Hartmann 1934 nach Berlin

zurück an das Preußische Staatstheater

beordert wird, folgt ihm der Österreicher

Attila Hörbiger, den Reinhardt als seinen

„wahren Jedermann“ – volksnah und

schlicht – feiert. Bis heute ist unklar, ob

Reinhardt wusste, dass Hörbiger illegaler

Nationalsozialist war.

Nach dem Anschluss Österreichs an

Deutschland sollen laut dem deutschen

Reichsminister für Volksaufklärung und

Propaganda und Präsidenten der Reichskulturkammer

Joseph Goebbels, die Festspiele

„ihrer jüdisch-kosmopolitischen

Fratze“ entkleidet werden. Zwar kann man

in dem katholischen Mysterienspiel „Jedermann“

kaum etwas „typisch jüdisches“

finden, dennoch bleibt der Domplatz von

1938 bis 1945 unbespielt und dient den Nazis

lediglich zur Vereidigung der NS-Funktionäre.

***

Berühmte „Jedermänner“

Nur wenige Monate nach Kriegsende beginnen

in Salzburg wieder die Sommeraktivitäten.

1946 spielt der Wiener Burgschauspieler

und gebürtige Deutsche

Ewald Balser den Jedermann, vital und

voll Lebenslust. Das Jahr darauf kehrt Attila

Hörbiger zurück. Ihm folgt Will Quadflieg,

einer von wenigen Künstlern, die

sich nach dem Krieg mit dem Nationalsozialismus

selbstkritisch auseinandersetzen

und um Aufklärung bemüht sind.

Heute noch schwärmen manche Salzburger

von Quadfliegs wohlmodulierter und

ausdrucksvoller Sprechweise. Sein moderner

und sehr persönlicher Jedermann ist

ein Entfesselnder voll Sinneslust, später

ein von Angst Getriebener.

Der durch die Filmtrilogie „Sissi“ in

der Rolle als ungarischer Graf Andrassy

oder als „Der Arzt von Stalingrad“ einer

breiten Masse bekannte Schauspieler Walter

Reyer, ein geborener Tiroler, der bereits

1956 als „Guter Gesell“ bei den Salzburger

Festspielen zu sehen war, ist von 1960 bis

1968 der unbekümmerte Genießer Jedermann,

der es auf vier Buhlschaften bringt,

gefolgt von Ernst Schröder, der ab 1969 das

Salzburger Publikum als emotionslosen,

klaren und harten Jedermann beindruckt.

Er galt als einer der größten Charakterköpfe

des deutschen Theaters und liebte vor allem

kraftvolle Rollen, die er durch Statur

und Stimme völlig ausfüllte.

***

Authentisch: Curd Jürgens

Unvergessen sind der Auftritt und die

markante Stimme des Münchners und

Wahlösterreichers Curd Jürgens, der wegen

seiner Kühle und Statur von der französischen

Filmschauspielerin Brigitte Bardot

den Beinamen „der normannische

Schrank“ erhielt. Er verkörpert die Rolle

des Jedermann auf der Bühne wie auch im

Leben geradezu authentisch. Jürgens hatte

zahlreiche Geliebte, war fünfmal verheiratet,

unterhielt mehrere luxuriöse Wohnsitze,

unter anderen in Wien, im südfranzösischen

Saint-Paul de Vence, im

schweizerischen Gstaad und auf den Bahamas,

war Gastgeber und Gast unzähliger

Partys, erregte mit seinen Rolls-Royce-Limousinen

Aufsehen und blieb seinem aufwändigen

Lebensstil trotz zahlreicher Herzoperationen

bis zuletzt treu. 27 Jahre

nach seinem Tod, 2005, wurde er von der

Bild-Zeitung auf Platz 2 der Liste der „Männer

mit dem meisten Sexappeal“ gereiht.

Bis heute verkaufen sich sein Buch „Sechzig

Jahre und kein bisschen weise“ sowie

das gleichlautende Chanson bestens.

***

Grübler, Leichtsinniger, Neurotiker

Sein Erbe tritt 1978 Maximilian Schell

an, Sohn des Schweizer Schriftstellers Hermann

Ferdinand Schell und der Wiener

Schauspielerin Noé von Nordberg sowie

jüngerer Bruder des Filmstars Maria Schell.

Auch Maximilian Schell hatte bereits Filmgeschichte

geschrieben und galt als einer

der bekanntesten und erfolgreichsten

Schauspieler weltweit. In Hollywood spielte

er neben Marlon Brando im Film „The

Young Lions“, für seine Rolle des Nazi-Ver-

1983 Klaus Maria Brandauer 1990 Helmut Lohner

1995 Gerd Voss

108 | SOCIETY 2_10


FOTOS: FOTOS MIT FREUNDLICHER GENEHMIGUNG VOM ARCHIV DER SALZBURGER FESTSPIELE, 1920 FOTO ELLINGER, 1932 FOTO ELLINGER, 1935 FOTO ELLINGER, 1946 FOTO MADNER, 1953 FOTO UNBEKANNT, 1960 FOTO UNBEKANNT,

1969 FOTO STEINMETZ, 1974 FOTO STEINMETZ, 1978 FOTO RABANUS, 1983 FOTO WEBER, 1990 FOTO WEBER,1995 FOTO ANRATHER, 1999 FOTO RABANUS, 2002 FOTO BAUS, FOTO OFCZAREK VON TOM KAMLAH FÜR DIE SALZBURGER FESTSPIELE,

2010 FOTO INGO PERTRAMER

teidigers in Stanley Kramers Film „Das Urteil

von Nürnberg“ erhielt er 1961 den

Oscar als bester Hauptdarsteller. Ende der

Sechzigerjahre war er als erfolgreicher

Produzent und Regisseur tätig. Für ihn ist

der Jedermann ein introvertierter Grübler,

ein verzweifelt Einsamer.

Auch der Bad Ausseer Klaus Maria Brandauer

hat bereits eine große Karriere hinter

sich, als er 1983 nach Salzburg verpflichtet

wird und einen vom Glück verwöhnten

und leichtsinnigen Jedermann darstellt.

Seit 1972 ist Brandauer Ensemblemitglied

und Regisseur am Wiener Burgtheater und

Professor am Max-Reinhardt-Seminar in

Wien. 1981 wird er in Deutschland bekannt

durch den Film „Mephisto“, der nach einem

Buch von Klaus Mann, dem Sohn von Thomas

Mann, entsteht. Darin ist Brandauer in

der Rolle des Hendrik Höfgen zu sehen, die

Bezug nimmt auf die reale Person des umstrittenen

deutschen Schauspielers, Regisseurs

und Intendanten im Dritten Reich Gustaf

Gründgens. Auch in Hollywood kann

sich Brandauer einen Namen machen. Für

die Rolle des Barons Bror Blixen-Finecke in

„Jenseits von Afrika“ erhält er eine Oscar-Nominierung.

Nach all diesen vor Kraft strotzenden

„Jedermännern“ übernimmt der feingliedrige

Helmut Lohner von 1990 bis 1994 diesen

Part, nachdem er zuvor schon als Tod

sowie als Teufel in dem Stück mitgewirkt

hatte. Sein moderner, neurotisch-intellektueller

Karrieremensch der Gegenwart, im

weißen Anzug und Trenchcoat, ist eine völlig

neue Interpretation.

***

Voss „spielt um sein Leben“

Der in Shanghai als Sohn deutscher

Flüchtlinge geborene Bühnenschauspieler

Gert Voss, der seit 1986 am Wiener Burgtheater

unter Claus Peymann Triumphe

feiert, wird 1995 in Salzburg wieder als

kraftvoller, fröhlich-verspielter Jedermann

vielbejubelt. In diesem Jahr kürt ihn die

englische Zeitung „The Times“ zum besten

Schauspieler. Peter Zadek vergleicht ihn

mit dem großen Laurence Olivier und Herman

Beil urteilt über ihn: „Voss verwandelt

die Bühne, indem er um sein Leben spielt.

Er geht aufs Ganze, und weil er stets aufs

Ganze geht, bringt er immer etwas anderes

mit auf die Bühne.“ Und von Georg Tabori

stammt der Ausspruch: „Er ist ein gefährlicher,

nackter Schauspieler, ein unheimlicher

Clown, ein wilder Stier, aus dem Käfig

ausgebrochen.“

Der vielseitige Ulrich Tukur ist in Salzburg

ab 1999 als ein clownesker Yuppie-Jedermann

zu sehen. Der Westfale studierte

Germanistik, Anglistik und Geschichte

und arbeitete als Musiker, bevor er als

Schauspieler entdeckt wird. In dem Film

„Die weiße Rose“, der sich mit der Geschichte

des Geschwisterpaars Scholl im

Dritten Reich beschäftigt, spielt er unter

dem Regisseur Michael Verhoeven. Peter

Zadek wird in München auf ihn aufmerksam.

1986 wird er von den deutschen Theaterkritikern

zum Schauspieler des Jahres

gewählt. 1995 gründet er eine Tanzkapelle,

die unter der Bezeichnung „Die älteste

Boygruppe der Welt“ firmiert und Eigenkompositionen

und Evergreens spielt.

***

Der Längstdienende

Der am längsten dienende Jedermann

ist der Grazer Peter Simonischek. Nach

dem Studium in Graz und Engagements in

St. Gallen, Bern und Düsseldorf wird er Ensemblemitglied

der Berliner Schaubühne

unter der Leitung von Peter Stein und Andrea

Breth, seit 1999 gehörte er dem Ensemble

des Wiener Burgtheaters an. Salzburg

ist ihm seit 1982 bekannt, er spielt

diverse Hauptrollen in den Festspielproduktionen,

bis er 2002 die große Bühne vor

dem Dom als Jedermann betritt und das

Salzburger Publikum im Sturm erobert. Er

interpretiert den Jedermann als einen brutalen

Kapitalisten und scheiternden Machtmenschen.

Den Rekord für den am kürzesten aufgetretenen

Jedermann hält Raul Lange. Er

spielte diese Rolle nur ein einziges Mal am

28. August 1932. Lange zählte zu Reinhardts

Theatergruppe, er hatte im „Jedermann“

bereits 1920 die Stimme des Herrn

gesprochen und war als Mammon 1921 auf

der Bühne vor dem Dom gestanden.

***

Der jüngste Jedermann

Als jüngster Jedermann wird der Schauspieler

und Regisseur Nicholas Ofczarek in

die Geschichte eingehen. Von Claus Peymann

entdeckt, war er in zahlreichen Produktionen

im Wiener Burgtheater zu sehen.

1999 erhielt er die Kainz-Medaille, 2002 den

Wiener Schauspielerring. In Salzburg glänzte

er 2005 in der Rolle des Zawisch in der

Martin Kusej-Inszenierung von „König Ottokars

Glück und Ende“. Im gleichen Jahr

und im Folgejahr erhielt er den Nestroy-Theaterpreis

in der Kategorie „Bester Schauspieler“.

Ofczarek ist auch durch Film und

Fernsehen bekannt geworden, in dem Film

„Falco – Verdammt wir leben noch“ spielte

er die Rolle des Falco-Entdeckers.

Der neue Jedermann Nicholas Ofczarek

wird das Thema des Festspielsommers 2010

werden, und die Salzburger werden ihn

mit seinen Vorgängern vergleichen, kritisieren

und lieben, so wie sie es mit allen

vor ihm getan haben. Und sie werden sich

auch diesen Namen merken, dessen bin

ich mir sicher.

Quellennachweis:

Hans-Klaus Jungheinrich, Andres Müry, Jürg

Stenzl, Barbara Zuber: „Kleine Salzburger Festspielgeschichte“,

Verlag Pustet

Gisela Prossnitz: „Jedermann – Von Moissi bis Simonischek“,

Salzburger Museum Carolino Augusteum

1999 Ulrich Tukur 2002 Peter Simonischek 2010 Nicholas Ofczarek

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KUNST UND KULTUR

OPER

Eine gutgelaunte

Camerata Salzburg

Die Oper - die Sänger - das Orchester

Norma

Ein Höhepunkt der diesjährigen Festspiele in Salzburg ist

die konzertante und in originaler Stimmlage aufgeführte

Oper „Norma“ von Vincenzo Bellini. Die Spitzenbesetzung

garantiert höchsten Musikgenuss. Von EVA VON SCHILGEN

Würden Sie es glauben?...Fiasko!...Fiasko!...Ernsthaftes

Fiasko!“ So urteilte

Vincenzo Bellini über die Uraufführung

seiner Oper „Norma“ an der Mailänder

Scala im Jahr 1831. Ein Fiasko? Ja, denn

diesen Sommer können sich nur jene Musikliebhaber

auf einen ganz besonderen

Genuss bei den Sommerfestspielen in Salzburg

freuen, die bereits Karten haben. Seit

Anfang dieses Jahres sind die zwei Vorstellungen

der tragischen Oper „Norma“ bereits

ausverkauft: Ein Novum, auch für das

an Erfolg gewöhnte Kartenbüro der Festspiele.

Kein Fiasko! Denn kein bizarres Bühnenbild,

keine eigenwilligen Kostüme, keine

skurrilen Regieeinfälle werden das Auge

ablenken. Bellinis Meisterwerk und die

wahrscheinlich schönste Belcanto-Oper

wird konzertant – und wie es bei den Salzburger

Festspielen zu erwarten ist – in einer

Spitzenbesetzung aufgeführt.

***

Das „vollkommene Trauerspiel“

von Bellini

Der 1801 in Catania geborene Vincenzo

Bellini gilt als der Schöpfer der romantischen

italienischen Oper, des „Melodramma

tragico“. Mit seinem Hauptlibrettisten Felice

Romani gelang ihm im Alter von nur

dreißig Jahren mit „Norma“ eine völlig

neuartige Einheit von Wort und Ton. Seiner

Vorstellung nach sollte die Oper „durch ihren

Gesang weinen, schaudern, sterben machen“.

Der junge Richard Wagner, bekanntermaßen

kein Freund italienischer Opern,

sagte, Bellinis Melodien seien „schöner als

Träume“ und der Philosoph Arthur Schopenhauer

bezeichnete „Norma“ als „Beispiel

eines höchst vollkommenen Trauerspiels“.

Doch die erste Vorstellung war alles

andere als ein Erfolg. Aber bereits nach der

dritten Aufführung wurde die Oper als Meisterwerk

gefeiert, denn sie beinhaltet alles,

was ein gutes Stück ausmacht: Große Emotionen,

soziale und kulturelle Konflikte, eine

Dreiecksbeziehung in der Liebe, Hass

und Rache die aufeinanderprallen und eine

überwältigend schöne Musik.

***

Edita Gruberová als Norma

Ein Meisterwerk gelang auch den Festspielen

mit der Besetzungsliste. Edita Gruberová,

die „Königin des Belcanto“, von der

Marcel Prawy, ehemaliger Wiener „Opernführer“,

sagte, sie gehöre zu den größten

Phänomenen in der Weltgeschichte des

Operngesanges, singt die Titelrolle der

Norma, der Druidenpriesterin und heimlichen

Geliebten des römischen Prokonsuls

in Gallien, Pollione. Die Karriere der in Bratislava

geborenen Sängerin begann bereits

1968 in ihrer Heimatstadt, wo sie sowohl

als Eliza in „My Fair Lady“, als Violetta in

Verdis „La Traviata“ als auch in den vier

Frauenrollen in „Hoffmanns Erzählungen“

erste Erfolge feierte. Schon 1970 gibt sie ihr

Debüt an der Wiener Staatsoper, zunächst

in kleineren Rollen. 1976 feiert sie ihren

Durchbruch mit der Rolle der Königin der

Nacht in Mozarts „Zauberflöte“ und mit

der Zerbinetta in „Adriane auf Naxos“, die

sie bis zu ihrem letzten Auftritt an der

Staatsoper in Wien im Dezember 2009 einhundert

Mal singt. Bis auf den heutigen

Tag scheint der gesuchten Koloratursängerin

mit dem Spitznamen „slowakische

Nachtigall“ keine Höhe zu hoch und keine

Koloratur zu schwierig zu sein. So wird sie

in Salzburg die Partie der Norma wieder in

der ursprünglichen Höhe singen. Diese

Rolle wurde jahrzehntelang von Mezzosopranistinnen

besetzt, unter anderen war

sie eine der Glanzpartien von Maria Callas.

110 | SOCIETY 2_10


FOTOS: CAMERATA SALZBURG, SALZBURGER FESTSPIELE

***

Meisterhafte Besetzungsliste

Die 1969 geborene amerikanische Mezzosopranistin

Joyce DiDonato, die für die

Rolle der Adalgisia, Normas Rivalin um

die Liebe Polliones, verpflichtet wurde,

träumte als junges Mädchen davon, ein

Broadwaystar zu werden. Heute ist die

preisgekrönte Sängerin auf den internationalen

Opernbühnen ein gesuchter und

gefeierter Star und wird für ihre Interpretationen

der Werke von Händel, Mozart und

Rossini bewundert.

Die Partie des Pollione, Normas untreuem

Geliebten, der sich jedoch letztendlich

für die Liebe entscheidet und Norma in den

Tod folgt, hat der Tenor Marcello Giordani

übernommen. Er zählt zu den bedeutendsten

Tenören unserer Zeit. So schrieb die

New York Times 2002: „Marcello Giordani

sings as a god“. Der 1963 in Sizilien geborene

Sänger verfügt durch seine außergewöhnliche

Vielseitigkeit über ein unglaublich

umfangreiches Repertoire.

Ferruccio Furlanetto, der italienische

Bass von Weltformat, wurde für die Rolle

des Oroveso, des obersten Druiden, verpflichtet.

Seit seinem Debüt 1979 hat er alle

bedeutenden Bass-Partien international

gesungen. Auch als Konzertsänger hat er

sich einen Namen gemacht und trat unter

anderen im Vatikan in Anwesenheit Papst

Johannes Paul II. auf.

Die junge, bildschöne türkische Sängerin

Ezgi Kutlu ist vielen Salzburgern noch

aus dem Jahr 2008 in Erinnerung, als sie

am Young Singers Project teilnahm. Sie ist

derzeit Ensemblemitglied an der Staatsoper

Nürnberg, wo sie unter anderen als

Cherubino in Mozarts „Le Nozze di Figaro“

und als Sinaide in „Moses und Pharao“ zu

hören ist. Für Salzburg wurde sie für die

Rolle der Clotilde, der Vertrauten von Norma,

engagiert.

Aus Brasilien stammt einer der derzeit

aufregendsten jungen Tenöre, Luciano Botelho,

der als Flavio, Freund von Pollione,

auf der Salzburger Bühne stehen wird.

2001 gab er als Tamino in „Die Zauberflöte“

sein Debüt und wird von Kritikern als „eines

der besten Talente Brasiliens“ gefeiert.

2009/10 debütierte er am Royal Opera House,

Covent Garden, London. Die Partie des

Flavio sang er bereits im letzten Jahr unter

der Leitung von Jean-Christoph Spinosi am

Théâtre du Châtelet in Paris. Wie bei vielen

Salzburger Produktionen wird die „Konzertvereinigung

Wiener Staatsopernchor“

auch bei „Norma“ auftreten.

***

Ein inspirierender Dirigent

Die musikalische Leitung hat man dem

österreichischen Dirigenten und Liedbegleiter

mit italienischen Vorfahren Friedrich

Haider, anvertraut. Der ehemalige

Schüler von Nikolaus Harnoncourt, der

ihn musikalisch stark prägte, begann seine

Karriere 1984 und hat sich bis heute ein

umfassendes Repertoire erarbeitet. Unter

anderen gilt er als souveräner Kenner der

Werke von Richard Strauss. Von 1991 bis

1994 war er Chefdirigent der Opéra National

in Straßburg, 2002 debütierte er an der

Wiener Staatsoper und begeisterte sowohl

Publikum wie auch Orchester so sehr, dass

selbst Musiker demonstrativ applaudierten.

Er trat mit den bedeutendsten europäischen

Symphonieorchestern weltweit auf.

2004 wurde er Musikdirektor der nordspanischen

Oviedo Filarmonia und gastierte

mit ihnen 2007 erstmals in Japan. Anlässlich

seines Debüts an der New York

Metropolitan Opera meinte Maestro James

Levine: „The orchestra likes you, because

you are inspiring!”

***

Kammerorchester von Weltformat

Auch das Salzburger Orchester der „Norma“,

die „Camerata“, wird ihn lieben. Das

Kammerorchester von Weltformat, welches

1952 von Bernhard Paumgartner gegründet

wurde und in den Achtzigerjahren

durch seinen Chefdirigenten, den

bekannten Geiger Sándor Végh zum sogenannten

„Camerata-Klang“ fand, garantiert

höchste Qualität. Publikum, Dirigenten

und Musiker schätzen den ganz

besonderen Musiziergeist, der die 36 Individualisten

des Stammorchesters verbindet.

Die Vitalität, die spürbare Freude am

Musizieren, die Phantasie der Musiker und

deren Bereitschaft zur künstlerischen Neubestimmung

haben das Orchester zu einem

der meistbeschäftigten Kammerorchester

der Welt werden lassen. Neben

etwa zwanzig Konzerten in Salzburg finden

bis zu siebzig Auftritte pro Jahr im

Ausland statt.

Die türkische Sängerin Ezgi Kutlu

singt die Partie der Clotilde

***

„Camerata“ geht neue Wege

Um „frischen Wind“ in die klassischen

Konzertsäle zu bringen und um junges Publikum

anzuziehen, geht man unter dem

seit einem Jahr tätigen Geschäftsführer und

General Manager Lutz Hochstraate, ehemaliger

Intendant des Salzburger Landestheaters,

auch unkonventionelle Wege. So ist

man mit dem Salzburger Perkussionisten

Martin Grubinger eine exklusive Partnerschaft

eingegangen und hat mit ihm einige

Doppelkonzerte geplant. Auch die Jugendarbeit

soll intensiviert werden. Dazu konnte

der Salzburger Stargeiger Benjamin Schmid

als Musiker und Moderator für Jugendkonzerte

im Land Salzburg gewonnen werden.

Mit der Reihe „Camerata Salzburg – Off Stage“

soll ein neues Publikum gewonnen werden,

indem man in einem Salzburger Kellertheater

zusammen mit hochkarätigen

Gästen Konzerte veranstaltet. Erster Künstler

war der Akkordeon-Virtuose James Crabb,

der mit Improvisation und Virtuosität Lust

auf Musik machte. Der Cellist Shane Woodborne,

seit zwanzig Jahren Mitglied des Orchesters,

wurde für den diesjährigen Diabelli

Sommer in Mattsee bei Salzburg

beauftragt, ein Violinkonzert zu schreiben,

das mit der „Camerata“ unter der Leitung

von Lukas Hagen aufgeführt wird.

Auch die Namen der Gastdirigenten des

Orchesters lassen aufhorchen. 2011/12 wird

der israelische Dirigent und Flötist Ariel

Zuckermann eingeladen, ihm folgt der

junge polnische Maestro Krzysztof Urbanski,

eines der bedeutendsten europäischen

Nachwuchstalente seiner Generation, bekannt

für sein Höchstmaß an Kreativität

und musikalischer Kompetenz. Bei den

Salzburger Festspielen 2010 wird die „Camerata“

unter dem belgischen Dirigenten

Philippe Herreweghe, seit 1999 erster Dirigent

der „Königlichen Philharmonie von

Flandern“, zusammen mit dem aus Kroatien

stammenden Pianisten Ivo Pogorelich

zwei Mal mit Werken von Schumann und

Chopin zu hören sein. Eine Gelegenheit,

die man sich nicht entgehen lassen sollte.

Also, bevor es zu dem Fiasko kommt,

dass Sie keine Karten zu den Konzerten bekommen,

besorgen Sie sich diese rechtzeitig.

Das Haus für Mozart hat zwar eine

Menge Plätze, aber die „Camerata“ viele

Fans. Und sollten Sie zu spät kommen,

auch kein Fiasko! Gehen Sie dann ganz einfach

mit der „Camerata“ auf Tour nach

Prag, Wien, Florenz, zu der EXPO nach

Shanghai, nach Paris mit Thomas Quasthoff,

auf eine Kreuzfahrt durch das Arabische

Meer und vielleicht schon bald nach

Neuseeland, Australien und Asien!

SOCIETY 2_10 | 111


KUNST UND KULTUR

COVERSTORY

112 | SOCIETY 2_10

FRIDA KAHLO, Selbstbildnis als Tehuana oder Diego in meinen Gedanken, 1943


Aus dem Schmerz geboren

Malerin und Ikone

Verstörend und doch schön. Kommenden Herbst werden erstmals in Österreich die Werke

der mexikanischen Malerin Frida Kahlo gezeigt. Eine umfassende Retrospektive des Bank

Austria Kunstforums bringt mehr als hundert Exponate der mexikanischen Nationalheiligen

nach Wien.

Von Mag. TANJA TAUCHHAMMER

FOTO: GERARD SUTER, © THE JACQUES AND NATASHA GELMAN COLLECTION OF 20TH CENTURY, MEXICAN ART AND THE VERGEL

FOUNDATION, © BANCO DE MÉXICO, DIEGO RIVERA & FRIDA KAHLO MUSEUMS TRUST, MÉXICO

Die Retrospektive wird von Mexiko gefördert,

das dieses Jahr den 100. Jahrestag

der Revolution und den 200.

Jahrestag seiner Unabhängigkeit feiert.

Erstmals werden die beiden einzigen größeren

Kahlo-Sammlungen zusammen gezeigt,

die es überhaupt gibt – die so genannte

Olmedo- und die Gelman-

Sammlung. Letztere konnte wegen eines

erbitterten Rechtsstreits seit Jahren nicht

ausgestellt werden. Kahlos Arbeiten sind in

europäischen Sammlungen kaum vertreten,

für Fans der exzentrischen Künstlerin

bietet sich also erstmals die Gelegenheit

deren Werke hautnah zu bewundern.

***

Gelebter Mythos

Sie war ein feministisches Vorbild und

politisch engagiert. „Frida Kahlo spielt mit

ihrer Biographie, welche durch ihre Bilder

lebendig wird. Es ist ein gemaltes Leben in

den Bildern“, so die Kuratorin der Ausstellung,

Ingried Brugger. Wie bei kaum einer

anderen Künstlerin sind das Leben und das

Werk Frida Kahlos stark miteinander verknüpft.

Durch einen Busunfall in ihrer Jugend

wurde die Malerin an der Wirbelsäule

verletzt, wodurch sie monatelang ein

Gipskorsett tragen musste und fürchterliche

Schmerzen litt. Die Folgen dieser Verletzung

beeinträchtigten sie ihr Leben

lang, was auch ein wiederkehrendes Thema

ihrer Bilder wurde, ebenso wie die

schwierige Beziehung zu ihrem untreuen

Ehemann Diego Rivera. „Kahlo wurde wie

kaum eine andere Künstlerin zu einem

Popstar“, so Brugger. In ihren Bildern stilisierte

sie sich zur Ikone, wodurch sie auch

zur Vorlage eines Hollywood-Films mit Salma

Hayek wurde.

***

Ein besonderes Highlight

Als Herzstück der Schau sieht Ingried

Brugger die Selbstportraits. Sie zeigen „eine

Mischung aus Verletzlichkeit und Versehrtheit“

und haben viel zur Mythenbildung

um die mexikanische Malerin

beigetragen. Als besonderes Highlight der

Ausstellung werden zwei verschollen geglaubte

Werke zu sehen sein: ein Bild ihres

ersten Verlobten, das nach dessen Tod in

Zeitungspapier eingeschlagen in seinem

Kleiderschrank gefunden wurde. Und ihr

letztes Selbstbildnis vor dem Tod 1954, das

sie weggeworfen hatte. Ein Angestellter

fischte das Porträt aus der Mülltonne und

legte es erst Jahrzehnte später einem Spezialisten

vor.

***

Private Einblicke

Die Retrospektive zeigt neben den großen

Gemälden auch fotografisches Dokumentationsmaterial,

das von Fridas Großnichte

Cristina Kahlo kuratiert wurde.

Darunter befinden sich unter anderem Fotoikonen,

die Nickolas Muray von ihr aufgenommen

hatte: Eindrückliche Beispiele der

Selbstinszenierung, die zur Mythenbildung

FRIDA KAHLO, Das Küken, 1945

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KUNST UND KULTUR

COVERSTORY

entschieden beigetragen haben. Das Gipskorsett,

welches Kahlo nach ihrem Unfall

tragen musste sowie Kleider der Künstlerin

gewähren sehr intime Einblicke in das bewegte

Leben der Malerin. Die Retrospektive

„Frida Kahlo“ entführt den Betrachter in die

facettenreiche Welt der mexikanischen

Künstlerin und Kultikone des zwanzigsten

Jahrhunderts.

Die Ausstellung ist eine Kooperation mit

dem Martin-Gropius-Bau, Berlin. Die Ausstellung

wird in Wien von Ingried Brugger

und Florian Steininger kuratiert.

INFO

Frida Kahlo – Retrospektive

1. September bis 5. Dezember 2010

Bank Austria Kunstforum

1010 Wien, Freyung 8

Öffnungszeiten: täglich 10.00 bis 19.00 Uhr

Freitag: 10.00 bis 21.00 Uhr

www.bankaustria-kunstforum.at

Oben: FRIDA KAHLO, Ein paar kleine Dolchstiche, 1935

Links: FRIDA KAHLO, Die zerbrochene Säule, 1944

Unten: Nickolas Muray, Frida auf einer weißen Bank,

Nickolas Murays Studio, New York 1939

FOTO: GERARD SUTER, © THE JACQUES AND NATASHA GELMAN COLLECTION OF 20TH CENTURY, MEXICAN ART AND THE VERGEL

FOUNDATION, © BANCO DE MÉXICO, DIEGO RIVERA & FRIDA KAHLO MUSEUMS TRUST, MÉXICO, NICKOLAS MURAY PHOTO ARCHIVES

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KUNST UND KULTUR

EVENTS

HIGHLIGHTS VERANSTALTUNGEN

DER KULTUR April bis Juni 2010

VIERTELFESTIVAL- NÖ: RESPEKT

Auf der Burgruine Dobra wurde auch heuer wieder das alljährlich

stattfindende „Viertelfestival- NÖ“ durch Landeshauptmann Dr. Erwin

Pröll eröffnet, das heuer unter dem Motto „Respekt“ steht.

Zahlreiche Vertreter aus Wirtschaft, Politik und Kultur ließen sich

diese Gelegenheit nicht entgehen, wie zum Beispiel NR Dr. Günter

Stummvoll oder LAbg. Ing. Johann Hofbauer. Geboten wurden

Kostproben aus dem Festivalprogramm, welches musikalisch von

der Formation „Grenzgeigen“ mit Jazzsound begleitet wurde. Einen

stimmungsvollen Ausklang fand der Abend bei einem Glas

Wein und Köstlichkeiten vom Waldviertler Schmankerlbuffet.

Das Eröffnungskommitee

v.l.n.r.: Mag. Stephan Gartner (GF Viertelfestival

NÖ), Ing. Franticek Stangl

(Kulturlandesrat Südböhmen), Wilhelm

Lehner (Viertelsmanager Waldviertel),

LH Dr. Erwin Pröll

Die Band

RIEGERSBURG: „DIE MACHT

DER PHANTASIE“

Bei der diesjährigen grenzüberschreitenden

Sonderausstellung im

Barockschloss Riegersburg unter

dem Motto „Die Macht der Phantasie“

erfährt man Näheres über die

Künstler und deren Werke aus dem

phantastischen Genre. Der Kurator

Hanno Karlhuber sorgt mit interessanten

Künstlern dies- und jenseits

der verschiedenen Grenzen, für eine

abwechslungsreiche Ausstellung

„Das Chellomädchen“ von Kurt Regschek

STEYR: SCHUBERT IM ALTEN THEATER

Das Schubert art Ensemble Vienna unter der musikalischen Leitung

von Niels Muus und der MGV Sängerlust standen gemeinsam

mit der Sängerin Mamie Matsuda auf der Bühne des Alten Theater

Steyr. Gegeben wurde Schuberts Männergesang – feinste Vokalmusik

und Chorgesang. Ein Höhepunkt nach dem Konzert war

der traditionelle Schubert-Bier-Anstich im Schwechaterhof. Zugleich

fand ein „Meet and Greet“ zwischen Mitwirkenden und

Konzertbesuchern statt.

Dr. Jutta Seifert, Mag. Koidl, Samuel

Pérez, Irena und Walter

Gerbautz, Elisabeth Augustin,

DDr. Claus Walter

FOTOS: NLK REINBERGER

Ing. Dietmar Spanring, VBGM

a.D. / Biersommelier Harald

Wachta / Tourismusdirektorin

Steyr Eva Pötzl

KULTURINITIATIVE: „MUSICA ANIMA MUNDI“

Zu einem Konzert mit Lesung lud die „Europäische Kulturinitiative

für die junge Generation“ (EKI) anlässlich 200 Jahre Unabhängigkeit

von Argentinien und des runden Geburtstages von Senator

Walter Gerbautz, Vizepräsident der Österreich-Argentinischen Gesellschaft.

EKI-Vorstand Dr. Jutta Unkart-Seifert begrüßte als ausführende

Künstler die Burgschauspielerin Elisabeth Augustin, die

Texte der argentinischen Literatin Luisa Valenzuela las, und Gitarrist

Samuel Toro Pérez, der Werke südamerikanischer Komponisten

spielte.

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DIPLOMATIE

EVENT

INDEPENDENCE DAY OF THE USA

Rauschendes Gartenfest mit Hamburgern

Der 4. Juli wurde traditionell im Garten der Residenz des amerikanischen Botschafters

rauschend gefeiert – bei Bier, Hamburgern und Edelschmankerln traf sich die Welt der

Diplomatie, Wirtschaft und Gesellschaft. Bis Mitternacht dauerte das Fest einschließlich

Militärparade und einem knallenden Feuerwerk als krönendem Abschluss. Prädikat:

Prominent und zwanglos.

Militärparade

Botschafter William Carlton

Eacho III in der Receiving

Line

Johannes Kunz, Maria

Rauch-Kallat, Werner Fasslabend

mit Gattin Martina

Sänger Fred Greene

und sein Hamburger

Mag. Waltraud

Lenzhofer mit Gatte

Damenrunde mit

Danielle Spera (Mitte)

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KUNST UND KULTUR

MADLENIANUM

Ein Tag bei Madlena

Der Schutzengel von Belgrad

Anlässlich eines Kurzbesuches von Gerti Tauchhammer bei Madlena Zepter in deren Imperium

in Belgrad hatte sie Gelegenheit, die große karitative Seele und Dynamik einer besonders

beeindruckenden Frau zu treffen.

Dr. Branka Radovic, Gerti

Tauchhammer und Madlena

Zepter im Zepter-Museum

Opernhaus Madlenianum

Den finanziellen Erfolg ihres Mannes,

Philip Zepter, den er durch den Aufbau

seiner Firma Zepter erreichte, teilt

Madlena Zepter mit zahlreichen Projekten

zugunsten von Künstlern ihres Landes und