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SOCIETY 354 /2010

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WIRTSCHAFT ■ POLITIK ■ DIPLOMATIE ■ WISSENSCHAFT ■ KULTUR ■ LEUTE<br />

02|10<br />

SEIT 1945 | 65. ERSCHEINUNGSJAHR | NR. <strong>354</strong>_SOMMER <strong>2010</strong><br />

WWW.<strong>SOCIETY</strong>.AT<br />

P.B.B. GZ 03Z034905M, ERSCHEINUNGSORT, VERLAGSPOSTAMT 1140,2120, PREIS ¤ 4,–<br />

9 190001 012445<br />

BANK AUSTRIA KUNSTFORUM<br />

FRIDA KAHLO<br />

LÄNDERSCHWERPUNKT<br />

LATEINAMERIKA


Bringt Sie auf den Boden<br />

der Träume zurück.<br />

Das E-Klasse Coupé. Objekt der Begierde. Bei Ihrem Mercedes-Benz Partner.<br />

Kraftstoffverbrauch 5,1–10,9 l/100 km, CO 2<br />

-Emission 133–254 g /km. www.wiesenthal.at<br />

Autorisierter Mercedes-Benz Vertriebs- und Servicepartner<br />

Diplomatic Sales: Ing. Robert Krempel, 1102 Wien, Troststraße 109–111, Tel. 01/60 1 76-254<br />

Internet: www.wiesenthal.at


wird interaktiv!<br />

Society jetzt mit i-magazine<br />

multimedial animiert erlebbar auf<br />

www.society.at<br />

Society ab Juli <strong>2010</strong> mit<br />

i-magazine auch auf dem iPad!<br />

[ ] i magazineag<br />

i-magazine AG<br />

Moosackerstraße 8<br />

9444 Diepoldsau, SG, Schweiz<br />

www.i-magazine.de


EDITORIAL<br />

FOTO: ANDREAS HOFMANN<br />

FOTO COVER: NICKOLAS MURAY COLLECTION, HARRY RANSOM HUMANITIES RESEARCH CENTER, THE UNIVERSITY OF TEXAS AT AUSTIN, © WERK: BANCO DE MÉXICO, DIEGO RIVERA & FRIDA KAHLO MUSEUMS TRUST, MÉXIKO, D.F./VBK, WIEN, <strong>2010</strong><br />

Innovation durch kulturelle Vielfalt<br />

Society am Ball der Zeit<br />

Am Ball der Zeit sind wir mit dieser Ausgabe vor<br />

allem deswegen, weil wir gleichzeitig mit dem<br />

Ende Juli auf den Markt kommenden Apple<br />

iPad eine Applikation anbieten, die es möglich<br />

macht, unsere gesamte Sommerausgabe, mit Sounds<br />

hinterlegt, downzuloaden. Durch die Vernetzung<br />

mit dem Reisemagazin, das einmal monatlich an<br />

drei Millionen deutschsprachige Haushalte geht,<br />

werden wir ab dann die gesamte Ausgabe durchblätterbar<br />

auf iPads herunterladen können. Dadurch<br />

erhöht sich unser Leserkreis um eine gewaltige Dimension.<br />

Mit diesem Schritt sind wir wieder einmal eine Nasenlänge voraus<br />

und wollen unseren Lesern damit zeigen, dass wir von Innovation<br />

nicht nur schreiben, sondern ständig an der Qualitätsverbesserung<br />

unserer Kommunikationsplattformen arbeiten.<br />

Schon jetzt können Sie uns auf www.society.at, Button rechts<br />

oben „i-magazin“ besuchen und online die beiden neuesten Ausgaben<br />

durchblättern.<br />

***<br />

Eigenveranstaltungen<br />

Mit unserer Veranstaltung in der Wiener Hofburg zum Thema<br />

Ethik im Management haben wir wieder einmal ein Zeichen in Richtung<br />

neuer Denkmuster gesetzt. Gemeinsam mit der Firma Oracle<br />

Austria haben wir Beatrice Achaleke und Topmanager aus der Wirtschaft<br />

dazu gewinnen können, aussagekräftig über gelebte Integration<br />

in Führungsetagen zu diskutieren.<br />

Zu einem Botschafterempfang zu Ehren der Verabschiedung des<br />

italienischen Botschafters Massimo Spinetti und der Begrüßung des<br />

neuen russischen Botschafters Sergej Netschajew luden wir mehr als<br />

hundert Gäste in die traditionsreiche Beletage des Hotels Bristol, in<br />

das SIRK, die „Loge zur Oper“, und rundeten den Reigen unserer Veranstaltungen<br />

im letzen Quartal mit einem Empfang im NH Hotel bei<br />

der UNO ab, um anlässlich des 65. Geburtstages von Karl Diem und<br />

der Verabschiedung von Gottfried Haffner, die Verdienste der beiden<br />

in der Protokollabteilung des BMeiA anzuerkennen.<br />

***<br />

Wirtschaft und Wissenschaft<br />

Wir beginnen mit einem Interview mit dem Generaldirektor<br />

der österreichischen Staatsdruckerei, Reinhart Gausterer, sowie<br />

mit Friedhelm Boschert von Volksbank International. Dietmar<br />

Ecker informiert uns über die österreichische Medienlandschaft<br />

und wir feiern hier auch fünfzig Jahre OPEC.<br />

***<br />

Themenschwerpunkt<br />

200 Jahre Lateinamerika: Besonders freut uns die Grußbotschaft<br />

von Bundespräsident Heinz Fischer, der unsere langjährige<br />

Tätigkeit lobt und den Themenschwerpunkt begrüßt.<br />

Mit spannenden Interviews und Recherchen<br />

in Kooperation mit den Botschaftern dieser Länder<br />

führen wir Sie in den spannenden Kontinent und<br />

seine Geschichte bis in die Gegenwart.<br />

***<br />

Coverstory, Diplomatie , Kunst und Kultur<br />

Passend zum Thema Lateinamerika widmen wir<br />

uns dem Schwerpunkt mit einem Bericht über die<br />

Frida-Kahlo-Ausstellung sowie einem Interview mit<br />

der Direktorin des Bank Austria Kunstforums, Ingried<br />

Brugger. Wunderschöne Bilder führen Sie zu<br />

dieser Ausnahmesammlung, die dort ab September ausgestellt werden<br />

wird und kündigen hier schon eine Botschafterveranstaltung<br />

gemeinsam mit dem BA-Kunstforum und dem Hotel Vienna Hilton<br />

Plaza an, wo wir nach dem Preview zum traditionellen Lunch einladen.<br />

Der bekannte Kunstmaler Gerhard Gutruf und ebenfalls neuer<br />

Kolumnist, befasst sich passend zum Coverthema mit der mexikanischen<br />

Malerei.<br />

Neben unseren üblichen Akkreditierungsfotos der neuen Botschafter,<br />

den Nationalfeiertagsempfängen, haben wir Susanne<br />

Scholl als neue Gastkolumnistin gewonnen, die diesmal über Kirgistan<br />

schreibt. Aserbaidschan und Usbekistan, sowie Israel haben<br />

wir diesmal ebenfalls redaktionell besucht.<br />

***<br />

Lebensart<br />

Unsere engagierte Gastautorin, Baronin von Schilgen, berichtet<br />

aus Salbzburg über den Jedermann, die Norma und diemal auch<br />

über Salzburger Stil, Schmuck und Mode. Die bereits eingeführte<br />

Modestrecke zeigt uns die erfolgreiche und international anerkannte<br />

österreichische Designerin Michaela Mayer. Mit der Seacloud<br />

entführen wir Sie in die Welt der Reisen und die Kaffeefirma<br />

Hornig verzaubert uns mit ihrem kreativen Konzept. Zum<br />

Politikerstyling gibt unsere neue Kolumnistin Ingrid Chladek<br />

Tipps, wie man durch Kleidung erfolgreich punkten kann.<br />

Viel Freude wünsche ich Ihnen beim Durchkosten unserer redaktionellen<br />

Neuigkeiten, und wir hoffen, dass unsere Freude an<br />

diesem schönen Produkt auch Ihnen ein wenig davon vermittelt.<br />

Herzlich<br />

Ihre<br />

Gerti Tauchhammer<br />

COVER: FRIDA KAHLO, „SELBSTBILDNIS MIT DORNENHALSBAND“, 1940, ÖL AUF LEINWAND, 62,6 X 47,9 CM<br />

<strong>SOCIETY</strong> 2_10 | 5


INHALT<br />

SOMMER | <strong>2010</strong><br />

■ <strong>SOCIETY</strong> EVENTS<br />

Ethik im Management: „Innovation durch kulturelle Vielfalt“ ........ 10<br />

Botschafterempfang im SIRK, der „Loge zur Oper“ ........ 52<br />

Diplomatischer Empfang bei der UNO-City ........ 54<br />

■ WISSENSCHAFT UND WIRTSCHAFT<br />

Österreichische Staatsdruckerei:<br />

Reinhart Gausterer im Interview ........ 12<br />

Profi sucht Profi: Treffsicheres Personalconsulting ........ 14<br />

Austria: An Ideal Place to Conduct Business ........ 15<br />

Herbert Pietschmann über Gustav Weißkopf ........ 16<br />

Volksbank International: Friedhelm Boschert im Interview ........ 17<br />

Jubiläum: 50 Jahre OPEC ........ 18<br />

Dietmar Ecker über die österreichische Medienlandschaft ........ 22<br />

■ LATEINAMERIKA<br />

Länderporträt ................ 24<br />

Argentinien: Interview mit Botschafter Eugenio Maria Curia ................ 30<br />

Mexiko: Interview mit Botschafter Alejandro Díaz ................ 34<br />

Österreichs Botschafter in Lateinamerika ................ 38<br />

WKO: Andreas Schmid über<br />

das Wirtschaftswunder Lateinamerika ................ 41<br />

Stimmen aus Lateinamerika: Die Botschafter in Wien ................ 42<br />

Bericht: Raven Cluster in Mexiko ................ 46<br />

Hermine Schreiberhuber über EULAC ................ 48<br />

Hermann Kroiher: Tourismus in Mexiko ................ 50<br />

Gerhard Gutruf: Mexikanische Malerei ................ 51<br />

IMPRESSUM<br />

WIRTSCHAFT ■ POLITIK ■ DIPLOMATIE<br />

WISSENSCHAFT ■ KULTUR ■ LEUTE<br />

MEDIA EVENTS NETWORKING<br />

ERSCHEINUNGSWEISE: vierteljährlich<br />

PREIS: Jahresabonnement ¤ 16,--, zzgl. ¤ 7,-- Versand<br />

Einzelheft: ¤ 4,--<br />

BESTELLUNG: abo@society.at<br />

MEDIENINHABER, VERLEGER ZU 100%: Tauchhammer KG<br />

HERAUSGEBERIN UND CHEFREDAKTEURIN:<br />

Mag. Gertrud Tauchhammer<br />

LEITUNG REDAKTION:<br />

Mag. Stephan Hofstätter<br />

REDAKTIONELLE MITARBEIT: Natascha Grimm,<br />

Anthony Jacobson<br />

AUTOREN DIESER AUSGABE:<br />

Mag. Ingrid Chladek, Prof. Gerhard Gutruf, Hermann Kroiher,<br />

Gerhard von Lentner, Mag. Eva von Schilgen, Wolf von<br />

Schilgen, Dr. Susanne Scholl, Mag. Hermine Schreiberhuber,<br />

Mag. Tanja Tauchhammer<br />

NEW YORK AUSLANDSKORRESPONDENZ: Lea Millesi<br />

ANZEIGENVERKAUF: G. Tauchhammer<br />

GESTALTUNG: Hermann Stöckl, www.hermannsgrafik.at<br />

REDAKTIONSADRESSE: Villa Flora, A-1140 Wien,<br />

Hüttelbergstraße 23A,<br />

TELEFON: 01-914 77 44-0, Fax: 01-914 77 44-8<br />

E-MAIL: mail@society.at<br />

www.society.at<br />

FOTOS: Katharina Schiffl, B.Sc., Katherine Prokofieff,<br />

Heeresbild- und Filmstelle, 1070 Wien, Stiftgasse 2a,<br />

Tel.: 01/5200-37240; UNOV, CTBTO, UNIDO Wagramerstraße<br />

5, 1400 Wien<br />

DRUCK: Druckerei Berger, Wienerstraße 80, 3580 Horn,<br />

Tel.: 02982/4161-0 www.berger.at<br />

HERAUSGEBERIN: Kommerzialrat Honorarkonsulin<br />

Mag. Gertrud Tauchhammer<br />

in Kooperation mit der<br />

ÖSTERREICHISCHEN GESELLSCHAFT FÜR AUSSEN-<br />

POLITIK UND DIE VEREINTEN NATIONEN (ÖGAVN)<br />

■ DIPLOMATIE<br />

Aserbaidschan: Schutz des kulturellen Erbes ................ 58<br />

Susanne Scholl über Kirgistan ................ 61<br />

Usbekistan: Politischer Kommentar zu Zentralasien ................ 62<br />

Interview: Israels Botschafter Aviv Shir-On ................ 65<br />

ÖGAVN: Veranstaltungshighlights ................ 66<br />

■ LIFE UND STYLE<br />

Mercerstudie: Top-Lebensqualität in Wien ........ 76<br />

Hofburg Vienna: Kongresse und Bankette ........ 79<br />

„Strictly High Grown“: J.Hornig ........ 80<br />

Designer in Salzburg ........ 82<br />

Modern Mayr Medicin: Viva Mayr ........ 87<br />

Seacloud setzt die Segel ........ 88<br />

Kleidung macht Wirkung: Politiker-Styling ........ 90<br />

Design Made in Austria: MICHEL MAYER ........ 98<br />

Seit 1945<br />

VORSTAND (SEIT DEZEMBER 2008)<br />

PRÄSIDENT:<br />

Altbundeskanzler NRAbg. Dr. Wolfgang Schüssel<br />

VIZEPRÄSIDENTEN:<br />

BM a.D. Bot. i.R. Dr. Peter Jankowitsch<br />

Bot. i.R. Dr. Gregor Woschnagg<br />

BM a.D. NRAbg. Herbert Scheibner<br />

NRAbg. Univ.-Prof. Dr. Alexander Van der Bellen<br />

EHRENPRÄSIDENTEN:<br />

BM a.D. Dr. Willibald Pahr<br />

Bot. i.R. Dr. Wolfgang Schallenberg<br />

GENERALSEKRETÄR: Michael F. Pfeifer<br />

VERTRETER DER ZWEIGVEREINE:<br />

Ass.-Prof. DDr. Renate Kicker (Landessektion Steiermark)<br />

Gregor Waldhauser (AFA)<br />

WEITERE VORSTANDSMITGLIEDER:<br />

Bot. i.R. Dr. Alexander Christiani<br />

Bot. Dr. Johannes Kyrle (als Generalsekr. für ausw. Angel.)<br />

Bot. i.R. Dr. Eva Nowotny<br />

Bot. i.R. Dkfm. Dr. Karl Peterlik<br />

BM a.D. NRabg. Dr. Ursula Plassnik<br />

Gen Mag. Raimund Schittenhelm<br />

Mag. Liselotte Waldheim-Natural<br />

Dr. Axel Wüstenhagen<br />

<strong>SOCIETY</strong> IST OFFIZIELLER MEDIENPARTNER<br />

DER ÖGAVN<br />

■ KUNST UND KULTUR<br />

Jedermann in Salzburg ........106<br />

Norma ........ 110<br />

Coverstory: Frida Kahlo ........ 112<br />

Belgrad: Ein Tag bei Madlena ........ 117<br />

BLATTLINIE: <strong>SOCIETY</strong> berichtet über Top-Ereignisse aus<br />

Wirtschaft, Politik, Diplomatie, Wissenschaft, Kultur und Gesellschaft.<br />

<strong>SOCIETY</strong> informiert außerdem in Zusammenarbeit<br />

mit der Österreichischen Gesellschaft für Außenpolitik und die<br />

Vereinten Nationen über Einrichtungen der Vereinten Nationen.<br />

Jede Ausgabe ist einem Fokusland gewidmet. Durch die Zusammenarbeit<br />

mit der jeweiligen Botschaft in Österreich trägt<br />

<strong>SOCIETY</strong> wesentlich zur Kommunikation zwischen Österreich<br />

und dem Fokusland bei und ist dadurch ein medialer Multiplikator<br />

der Spitzenklasse in Österreich und in der ganzen Welt.<br />

6 | <strong>SOCIETY</strong> 2_10


GASTAUTOREN<br />

SOMMERAUSGABE<br />

Partner von <strong>SOCIETY</strong><br />

Qualität verbindet<br />

Zahlreiche prominente Gastautoren schreiben für <strong>SOCIETY</strong> zu den unterschiedlichsten<br />

Themen aus Wissenschaft, Politik, Kunst und Lifestyle.<br />

Herbert Pietschmann Hermine Schreiberhuber Hermann Kroiher Gerhard Gutruf Susanne Scholl<br />

***<br />

Prof. HERBERT PIETSCHMANN ist<br />

Emeritus am Institut für theoretische Physik<br />

der Universität Wien und Buchautor. Er<br />

verbrachte viele Jahre als Forscher im Ausland.<br />

Seit fünf Jahren schreibt er für SO-<br />

CIETY über Themen der Wissenschaft,<br />

Philosophie und Gesellschaft. In dieser<br />

Ausgabe geht er dem Mythos des ersten<br />

motorisierten Fluges nach.<br />

***<br />

Mag. HERMINE SCHREIBERHUBER<br />

war stellvertretende Ressortleiterin der<br />

Außenpolitik bei der APA. Für die <strong>SOCIETY</strong>-<br />

Länderschwerpunkte verfasst sie regelmäßig<br />

politische Analysen und Hintergrundberichte<br />

mit den Schwerpunkten<br />

Kaukasus, Zentralasien, Lateinamerika<br />

und EU. In diesem Heft sieht sie sich die<br />

Beziehungen zwischen Lateinamerika und<br />

Europa genauer an.<br />

***<br />

HERMANN KROIHER war den Großteil<br />

seines Berufslebens für die „Österreich<br />

Werbung“ tätig. Er ist Tourismus-Consulter,<br />

Projektentwickler, Verfasser von Medienartikeln<br />

und Vortragender zum Thema<br />

Tourismus. Für den Lateinamerikaschwerpunkt<br />

reflektiert er über<br />

die touristischen Beziehungen zwischen<br />

Österreich und Mexiko unter dem Motto<br />

„gegenseitiges Entdecken und Kennenlernen“.<br />

***<br />

Prof. Gerhard Gutruf studierte an der<br />

Akademie der Bildenden Künste in Wien.<br />

1976 präsentierte er seine „Hommage à<br />

Vermeer“. Bei seinen zahlreichen Studienreisen<br />

lernte er den mexikanischen Maler<br />

Rufino Tamayo kennen, der eine Gutruf-<br />

Ausstellung in Mexiko-Stadt anregte. Sein<br />

Gastartikel dieser Ausgabe ist den drei Malergrößen<br />

Frida Kahlo, Diego Rivera und<br />

Rufino Tamayo gewidmet.<br />

***<br />

Dr. SUSANNE SCHOLL ist weithin als<br />

ORF-Korrespondentin in Moskau bekannt,<br />

wo sie seit 2000 das ORF-Büro leitet. In<br />

zahlreichen Publikationen (u. a. „Russisches<br />

Tagebuch“ u. „Töchter des Krieges“)<br />

beschäftigt sie sich mit dem Thema Russland.<br />

Die Trägerin des Österreichischen<br />

Ehrenkreuzes für Wissenschaft und Kunst<br />

und ausgezeichnete „Journalistin des Jahres<br />

2009“ erklärt für <strong>SOCIETY</strong> die Hintergründe<br />

der gegenwärtigen Krise in Kirgistan.<br />

***<br />

Mag. INGRID CHLADEK ist Gesellschafterin<br />

der Dresscode Company und Head von<br />

Dressforsuccess. Sie berät in Fragen Business-<br />

Outfit, Image, Stil und Styling. Ihr Wissen<br />

präsentiert sie anhand von Prominenten-<br />

Styling-Checks, in dieser Ausgabe über Angela<br />

Merkel und Barack Obama, die enthüllen,<br />

wie Politiker mit Stil Wirkung zeigen.<br />

***<br />

ALOIS MATTERSBERGER verbindet auf<br />

gekonnte Weise Kunst und Kulinarik. Der<br />

bekannte frühere Fernsehkoch frönt seinen<br />

beiden Leidenschaften Malen und Kochen<br />

und gibt passend zur Jahreszeit Empfehlungen<br />

für gutes und gesundes Essen.<br />

Jetzt, zu Sommerbeginn, gibt er praktische<br />

Tipps für ein gelungenes Grillfest.<br />

***<br />

GERHARD VON LENTNER blickt für<br />

<strong>SOCIETY</strong> in die Sterne. Der mediale Berater,<br />

Kartenleger, Heiler und Buchautor beschäftigt<br />

sich intensiv mit Lebensberatung<br />

und verrät den <strong>SOCIETY</strong>-Lesern in jeder<br />

Ausgabe, wohin Österreich und die Welt<br />

steuern und was die Sterne in Beruf, Liebe,<br />

Finanzen und Gesundheit für jeden bereithalten.<br />

***<br />

WOLF und EVA VON SCHILGEN sind<br />

langjährige Stammschreiber für <strong>SOCIETY</strong>.<br />

Die Unternehmerin, Kulturmanagerin und<br />

Journalistin Eva von Schilgen ist das<br />

<strong>SOCIETY</strong>-Standbein in Salzburg und berichtet<br />

mit viel Elan über Kultur und Gesellschaft<br />

abseits der österreichischen<br />

Bundeshauptstadt.<br />

Der „lachende Satiriker“ und Ehemann<br />

Wolf von Schilgen, gefeierter Buchautor,<br />

beschließt jede <strong>SOCIETY</strong>-Ausgabe mit seinen<br />

Satiren und zaubert ein Lächeln auf<br />

die Lippen der <strong>SOCIETY</strong>-Leser.<br />

Ingrid Chladek Alois Mattersberger Gerhard von Lentner Wolf und Eva von Schilgen<br />

<strong>SOCIETY</strong> 2_10 | 7


INTRO<br />

SOMMER<br />

8 | <strong>SOCIETY</strong> 2_10


Ein anderer Blick<br />

Wien im neuen Visier<br />

Mit „Zeit und Wien“ hat der Wiener Fotograf Ronnie<br />

Niedermeyer einen Bildband geschaffen, der allen, die<br />

Wien bereits kennen oder kennenlernen wollen, ein neues<br />

Wien zeigt, ein Wien, wie man es normalerweise nicht<br />

wahrnimmt.<br />

Unter dem Motto „Lass Dir Zeit“ von<br />

Ludwig Wittgenstein suchte der Wiener<br />

Fotograf Ronnie Niedermeyer ein<br />

Jahr lang die verschiedensten Orte und<br />

Örtlichkeiten in ganz Wien auf, die aufzusuchen<br />

im Grunde jedem möglich sind, an<br />

denen man aber oft, ohne einen Gedanken<br />

zu verschwenden, vorbeigeht. Seien es die<br />

Gasometer, der Böhmische Prater, ein Antiquitätengeschäft,<br />

eine Gruft, das pathologisch-anatomische<br />

Museum, die Republik<br />

Kugelmugel, die Abfallbeseitigungsanlage<br />

„Rinterzelt“, ein Tierkrematorium, Gärten,<br />

Gasthöfe und Kaffeehäuser, Bäder,<br />

Krankenhäuser, Parks und öffentliche Verkehrsanlagen,<br />

Friedhöfe, Museen und Ateliers,<br />

Ronnie Niedermeyer bildet das Ungekannte<br />

und Nicht-Wahrgenommene ab. Er<br />

porträtiert aber auch ganz normale Menschen<br />

wie den Gemüsehändler Milovan<br />

Petrovic oder den Taxifahrer Josef Strobl.<br />

Entstanden ist ein handlicher Bildband<br />

mit quadratischen Schwarzweiß-Fotos, die<br />

chronologisch nach Uhrzeit geordnet sind,<br />

mit Texten und Zitaten in deutscher und<br />

englischer Sprache auf über 350 Seiten<br />

und einem informativen Anhang über die<br />

von Ronnie Niedermeyer besuchten Schauplätze.<br />

„Zeit und Wien“ hält für alle, die<br />

Wien kennen oder kennenlernen wollen,<br />

neue und überraschende Einblicke bereit.<br />

Der Bildband „Zeit und Wien – Ein Reiseführer<br />

für Wiener“ ist 2008 im Christian<br />

Brandstätter Verlag erschienen, ISBN 978-<br />

3-85033-137-1<br />

Liegestühle im städtischen Hallen- und Sommerbad<br />

Döbling, Wien XIX., Geweygasse 6<br />

<strong>SOCIETY</strong> 2_10 | 9


WIRTSCHAFT<br />

<strong>SOCIETY</strong> EIGENEVENT<br />

Das Podium mit <strong>SOCIETY</strong> Herausgeberin<br />

Gerti Tauchhammer und Hofburg Vienna<br />

Direktorin Renate Danler<br />

Diskussionsreihe: Ethik im Management<br />

Voneinander lernen – Innovation<br />

durch kulturelle Vielfalt<br />

Die erfolgreiche Diskussionsreihe „Ethik im Management“ von Oracle Austria und <strong>SOCIETY</strong><br />

Magazin war dieses Mal in der Hofburg Vienna zu Gast. Experten aus der Wirtschaft diskutierten<br />

über unterschiedliche Kulturen in Unternehmen.<br />

Oracle Austria Country Manager Martin<br />

Winkler, der krankheitsbedingt von<br />

Helmut Eichert, Oracle EE&CIS, vertreten<br />

wurde, und <strong>SOCIETY</strong>-Herausgeberin<br />

Gertrud Tauchhammer luden zu einer weiteren<br />

Fortsetzung der Diskussionsreihe<br />

„Ethik im Management“ in den Rittersaal<br />

der Hofburg. Auch dieses Mal konnten<br />

wieder namhafte Vertreter der Wirtschaft<br />

als Podiumsgäste gewonnen werden. Hofburg<br />

Vienna Direktorin Renate Danler<br />

freute sich, zahlreiches internationales Publikum<br />

in den imperialen Räumlichkeiten<br />

begrüßen zu dürfen.<br />

Die Wirtschaft kennt schon lange keine<br />

Staatsgrenzen mehr, länderübergreifende<br />

Zusammenarbeit ist zum Alltag geworden.<br />

Über den positiven Nutzen kultureller Vielfalt<br />

in Unternehmen diskutierten Beatrice<br />

Achaleke, Preisträgerin des „World Diversity<br />

Leadership Awards“, USA, Mag. Markus<br />

Beyrer, Generalsekretär der Industriellenvereinigung,<br />

Dr. Friedhelm Boschert, Vorstandsdirektor<br />

Volksbank International<br />

AG, DI Thomas Hintze, Vorsitzender der<br />

Geschäftsführung UPC und Dr. Georg Zanger,<br />

Wirtschaftsanwalt.<br />

***<br />

Vielfalt der Kulturen –<br />

Vielfalt der Meinungen<br />

Beatrice Achaleke öffnete durch ihr brillantes<br />

Eröffnungsstatement viel Raum für<br />

Diskussion und Beiträge. Ihrer Meinung<br />

nach erhöhe Diversität, also Vielfalt, nachweislich<br />

die Produktivität von Unternehmen.<br />

Markus Beyrer wiederum gab zu bedenken,<br />

dass wirtschaftliche Anforderungen<br />

oft an politischen Realitäten scheitern würden<br />

und dadurch schon viel Potenzial für<br />

Österreich verloren gegangen sei.<br />

Friedhelm Boschert meinte, dass Lernen<br />

und Innovation nicht automatisch aus kultureller<br />

Vielfalt erwachsen. Dazu bedürfe<br />

es einer Unternehmenskultur und einer<br />

Führung, die die kulturellen Verschiedenheiten<br />

bewusst pflegt und einsetzt. Thomas<br />

Hintze berichtete, dass unterschiedliche<br />

Kulturen im Unternehmen, aber auch<br />

im Kundenstamm, die unternehmerische<br />

Weiterentwicklung gefördert hätten.<br />

Georg Zanger erinnerte an die ethische<br />

Komponente und warnte, dass in einer<br />

Wirtschaftskrise unternehmerische Ethik<br />

besonders gefährdet und deshalb umso<br />

mehr gefordert sei. Grenzenloser Liberalismus<br />

vernichtet auf Dauer eine Gesellschaft.<br />

10 | <strong>SOCIETY</strong> 2_10


Robert Haider (Vorstand Donauversicherung),<br />

Madeleine Petrovic<br />

(Klubobfrau Die Grünen NÖ), Günter<br />

Hörweg (Vorstand fair finance)<br />

AUSZUG AUS DER GÄSTELISTE<br />

Blick ins Publikum<br />

Dr. Hans Burkard (AUVA), Univ.<br />

Prof. Dr. Günter Haring (Uni Wien)<br />

Jianxin Jia (Chin. Botschaft), Xiao Bichler<br />

Zhou (China Business Contacts)<br />

Dipl.-Ing. Dieter Kittenberger (HP EMEA), DI Damianos Soumelidis<br />

(S&T Austria), Ing. Christian Studeny, MBA (Interxion)<br />

Harald Willenig<br />

(BlueCon)<br />

Generalleutnant Freyo Apfalter<br />

(Sektionschef BMLVS)<br />

Dipl. Ing. Herwig Wandaller<br />

(Oracle), Ing. Winfried Stix<br />

(ÖBB-Infrastruktur AG)<br />

Mag. Otto Andre (Volksbank Int.) · Generalleutnant Freyo<br />

Apfalter (Sektionschef BMLVS) · Ing. Dietmar Appeltauer<br />

(Nokia Siemens Networks) · S.E. Tariq Aqrawi (Irakische<br />

Botschaft) · DI Reinhold Artner (Solitec) · Christine Bernhard<br />

(Bernhard AV GmbH) · DI Walter Bogad (Wien IT EDV<br />

Dienstleistungsgesellschaft mbH) · Dr. Hans Burkard (AU-<br />

VA) · Claudia Daeubner (Success & Career Consulting Int.)<br />

· Direktor Oscar del Campo (Hotel Imperial) · Vizerektor Josef<br />

Ebenbichler (Veterinärmedizinische Universität) · Ufuk<br />

Ekici (Türkische Botschaft) · Dr. Petra Engl-Wurzer (Starwood<br />

Hotels Resorts) · General i. R. Mag. Roland Ertl · Anna<br />

Ganovszky (Webster University) · Senator Walter J. Gerbautz<br />

(Wirtschaftskammer Wien) · Mag. Elisabeth<br />

Graf-Pasecky (Bundeskanzleramt) · Dr. Hans Günter Gruber<br />

(BMLF) · Zalinka Gudojevic (Verein Uptrain) · Mag. Robert<br />

Haider (Vorstand Donauversicherung) · Botschaftsrat Dipl.<br />

Ing. Ivo Hanus (Botschaft der Slowakei) · o.Univ.-Prof. Dr.<br />

Günter Haring (Universität Wien) · Mag. Gunnar Heinrich<br />

(APC Business Services GmbH) · DI Markus Hiebeler (Deuromedia<br />

Technologies GmbH) · Elke Hinterholzer (Leonidas<br />

Pralinen) · Günter Hörweg (fair-finance Holding AG) · Botschaftsrat<br />

Jianxin Jia (Botschaft von China) · Ing. Martin<br />

Katzer, MBA (T-Systems Austria) · Dipl.-Ing. Dieter Kittenberger<br />

(HP EMEA) · Bgdr. Peter Klocko, MSc (BMLVS) · Mag.<br />

Sandra Kolleth (Xerox Austria AG) · Mag. Elisabeth Kolm<br />

(RAG Rohöl-Aufsuchungs Aktiengesellschaft) · Heidrun<br />

Kopp (Raiffeisen Zentralbank Österreich AG) · DI Ingrid<br />

Kriegl (sphinx it consulting) · Mag. Sabine Lehner (Wiener<br />

Stadtwerke Holding) · S.E. Dr. Peter Lizak (Botschaft der<br />

Slowakei) · Mag. Josef Mayerhofer (PKP) · Helmut Meier<br />

(Booz & Company GmbH) · Dr. Wolfram Moritz (WKÖ, AWO-<br />

SÜD) · Dkfm. Christian Müller (Salzgitter Stahlhandel) · Dr.<br />

Michael Pachlatko (smartpoint IT consulting GmbH) · Dipl.<br />

Ing. Olga Pelinka (Konsulent für Ost-Europa) · Dr. Madeleine<br />

Petrovic (Klubobfrau Die Grünen NÖ) · Maria Luise<br />

Pfeifer (Journalistin) · Manfred Prinz (Prinz Consult GmbH)<br />

· Franz Raz (BMEIA) · Richard Schillinger (Cachil) · Mag. Thomas<br />

Schmutzer (HMP Beratungs GmbH) · DI Damianos Soumelidis<br />

(S&T Austria) · S.E. Dr. Massimo Spinetti (Italienische<br />

Botschaft) · Fritz Sporrer (PVA Sozialversicherung) · Vorstand<br />

Ing. Alfred Stadler (Denzel) · Ing. Winfried Stix<br />

(ÖBB-Infrastruktur AG) · Mag. Rudolf Straka (BMLVS) · Heidrun<br />

Strohmeyer (BMUKK) · Ing. Christian Studeny, MBA<br />

(Interxion) · Dr. Udo Szekulics (Volksbank Int.) · Dr. Manfred<br />

Weinschenk (Botschaft der USA) · Mag. Harald Willenig<br />

(BlueCon) · Mag. Cornelia Zinn-Zinnenburg (Kienbaum)<br />

<strong>SOCIETY</strong> 2_10 | 11


WIRTSCHAFT<br />

INTERVIEW<br />

Identity secured by OeSD<br />

Vom Drucker zum High Tech-<br />

Dienstleister<br />

Die Österreichische Staatsdruckerei (OeSD) hat in den vergangenen Jahren einen erstaunlichen<br />

Wandel erfahren. Vom Drucker der Republik Österreich hat sie sich mittlerweile zu einem –<br />

auch international erfolgreichen – hoch spezialisierten Dienstleister für Sicherheits-Identitätsdokumente<br />

und e-government-Lösungen entwickelt.<br />

Der Name Ihres Unternehmens klingt<br />

staatstragend. Ist das im internationalen<br />

Geschäft hinderlich, oder sogar förderlich?<br />

Wir sind sehr stolz darauf, dass wir<br />

„Österreich“ im Firmennamen tragen, das<br />

ist international auch von Vorteil. Der Name<br />

steht für österreichische Qualität und<br />

Zuverlässigkeit. Wir haben in den vergangenen<br />

Jahren auch alles getan, um uns beste<br />

Reputation zu erarbeiten.<br />

Die OeSD ist ein Technologieunternehmen?<br />

Druck ist heute nur mehr ein Bereich<br />

von vielen in unserer komplexen Geschäftstätigkeit.<br />

Mittlerweile haben wir einen<br />

Hochsicherheitsbereich im Technologiesektor<br />

aufgebaut und verstehen uns als<br />

e-government-Dienstleister. Wir sehen uns<br />

daher als marktorientiertes Sicherheits-<br />

Hochtechnologieunternehmen. Dazu<br />

braucht es jede Menge Innovation in den<br />

Produkten und Dienstleistungen sowie das<br />

Ändern des Geistes und des Selbstverständnisses<br />

des Unternehmens. Wir waren früher<br />

ein reines Produktionsunternehmen,<br />

das abgearbeitet hat, womit wir beauftragt<br />

wurden. Wir haben mittlerweile jedoch<br />

äußerst erfolgreich gelernt, ein kundenorientiertes<br />

Unternehmen zu sein, das<br />

maßgeschneiderte Dienstleistungen entwickelt<br />

und State-of-the-art-Produkte anbietet.<br />

Siebzig Prozent unserer Produkte sind<br />

nicht älter als vier Jahre und wir haben in<br />

sechzig Staaten Kunden.<br />

Aber Ihr Stammgeschäft sind nach wie<br />

vor Identitätsdokumente wie Pässe und andere<br />

Sicherheitsdokumente?<br />

Ja, und diese Dokumente haben einen<br />

gewaltigen Technologiesprung vollzogen,<br />

z. B. Führerschein im Scheckkartenformat,<br />

Reisepass mit Chip und Fingerprint.<br />

Früher wurden diese Dokumente<br />

den Behörden blanko als Vorlage zur<br />

Verfügung gestellt. Dort wurden sie personalisiert,<br />

ausgestellt und den Bürgern<br />

„Siebzig Prozent unserer<br />

Produkte sind nicht älter<br />

als vier Jahre.”<br />

REINHART GAUSTERER<br />

übergeben. Heute ist das Personalisieren<br />

der Dokumente ein technologisch<br />

äußerst aufwändiger Vorgang, der<br />

zweckmäßig zentral durchgeführt wird.<br />

Wir haben diesen Technologiesprung geschafft:<br />

Wir produzieren das gesamte<br />

Dokument, personalisieren es und versenden<br />

es an die Bürger – und zwar<br />

innerhalb von maximal fünf Werktagen.<br />

Das ist eine logistische Großleistung,<br />

die wir mittlerweile aber nochmals verbessern<br />

konnten. Inzwischen können<br />

wir für den Expresspass eine Zustellung<br />

innerhalb von drei Werktagen garantie-<br />

12 | <strong>SOCIETY</strong> 2_10


CURRICULUM VITAE<br />

Der 58-jährige Prof. Reinhart Gausterer entscheidet sich<br />

nach Absolvierung des Musisch-Pädagogischen Gymnasiums<br />

in seiner Heimatstadt Krems für ein Chemiestudium<br />

an der Universität Wien. 1985 tritt er in die Donau Chemie<br />

in Zwentendorf ein, 1989 wird der verheiratete Vater<br />

zweier Töchter zum Betriebsleiter für Produktion bei Latex<br />

Rhodopas im Donau-Chemie-Werk Pischelsdorf bestellt.<br />

Nach einem Forschungsaufenthalt in Frankreich und Erfahrung<br />

im Produktmarketing von Latex Rhodopas wird er<br />

1997 Geschäftsführer der Rhone Poulenc Latex GmbH. Im<br />

Jahr 2000 wird er Geschäftsführer der Rhodia Austria<br />

GmbH und führt das Unternehmen in die Latexia Österreich<br />

GmbH. 2001 wechselt er als Direktor für Verkauf und Marketing<br />

in die Österreichische Staatsdruckerei. 2003 wird er<br />

zum Generaldirektor bestellt.<br />

ren. Der seit März <strong>2010</strong> eingeführte Ein-<br />

Tages-Expresspass wird überhaupt am<br />

folgenden Werktag an jede gewünschte<br />

Adresse innerhalb Österreichs zugestellt!<br />

Ein Service, das international für viel Anerkennung<br />

gesorgt hat. Im Zuge dieses<br />

Technologiesprungs haben wir auch<br />

zahlreiche höchstqualifizierte Technologiearbeitsplätze<br />

im Unternehmen geschaffen.<br />

Wie fälschungssicher sind die österreichischen<br />

Reisepässe?<br />

International ist man überzeugt, dass<br />

der österreichische Reisepass zu den fälschungssichersten<br />

der Welt zählt. Bei uns<br />

steht der Sicherheitsaspekt im Vordergrund.<br />

Das bedeutet Sicherheitskonzepte,<br />

beginnend mit den Vorlieferanten der Rohstoffe,<br />

Gebäudesicherung innen und außen,<br />

laufende Sicherheitsüberprüfungen<br />

der Mitarbeiter, bis hin zur Kontrolle der<br />

einzelnen Produktionsschritte durch unsere<br />

Kunden sowie eine jährliche Auditierung<br />

als High Security Printer. Das wird<br />

auch von anderen Ländern, für die wir deren<br />

Reisepässe produzieren dürfen, anerkannt.<br />

Die Sicherheit eines Identitätsdokumentes<br />

spiegelt sich aber auch in der<br />

technischen Konzeption des Dokumentes<br />

wider. Der im März 2009 in Österreich eingeführte<br />

Sicherheitsreisepass, mit auf dem<br />

integrierten Chip gespeicherten Fingerabdruck,<br />

ist hier sicher Maßstab setzend und<br />

ein weiterer wesentlicher Schritt in Richtung<br />

Fälschungssicherheit. Dabei werden<br />

Fingerabdruckbilder von den beiden Zeigefingern<br />

mit einem Fingerabdruckscanner<br />

abgenommen und zusätzlich zu den Personendaten<br />

der Datenseite ausschließlich<br />

elektronisch auf dem fingernagelgroßen<br />

Chip im Sicherheitsreisepass gespeichert.<br />

Anschließend werden sie elektronisch so<br />

gesichert, dass eine nachherige Veränderung<br />

dieser Daten praktisch unmöglich ist,<br />

bzw. als verbotener Eingriff sofort erkannt<br />

werden würde. Durch diese Speicherung<br />

der Fingerabdrücke als personenbezogene<br />

Identitätsmerkmale auf dem Chip des Reisepasses<br />

ist eine eindeutige, einfach und sicher<br />

prüfbare Verbindung von Dokument<br />

und dem Besitzer des Dokumentes hergestellt.<br />

Warum hat OeSD in ein neues Forschungs-<br />

und Qualitätszentrum investiert?<br />

Die Eröffnung des neuen Zentrums<br />

markiert einen Meilenstein in der F&E-Arbeit<br />

der Österreichischen Staatsdruckerei<br />

Mit einer Gesamtinvestitionssumme von<br />

rund einer Million Euro wurden u. a. modernste<br />

High-Tech-Geräte angeschafft, die<br />

normalerweise nur von speziell ausgebildeten<br />

Kriminal-Forensikern bei der Aufspürung<br />

von Dokumentfälschungen eingesetzt<br />

werden. Unser neues Forschungs- und<br />

Qualitätszentrum ist eine Investition, um<br />

die österreichischen Reisepässe sowie unser<br />

gesamtes Portfolio an Hochsicherheitsdokumenten<br />

auch in Zukunft zu den sichersten<br />

der Welt zu machen. Als<br />

High-Security-Printer sichern wir uns damit<br />

auch in den High-Tech-Bereichen der<br />

forensischen Fälschungs- bzw. Identitätssicherheit<br />

eine führende Stellung.<br />

Wie geht die OeSD mit dem Thema Datenschutz<br />

um?<br />

Datenschutz ist für die OeSD ein zentrales<br />

Thema. Für die Personalisierung der<br />

österreichischen Dokumente landen für<br />

die Dokumentenausstellung notwendigen<br />

Daten inkl. Fingerabdruckbilder über eine<br />

eigene, vollständig getrennte verschlüsselte<br />

Leitung in unserem Hochsicherheitsraum.<br />

Hier arbeiten nur vom Verfassungsschutz<br />

speziell überprüfte Mitarbeiter<br />

nach einem strengen „Vieraugenprinzip“.<br />

Sonst darf in diesen Raum niemand hinein,<br />

auch ich selbst nicht. Die Daten werden<br />

innerhalb von zwei Monaten unwiederbringlich<br />

gelöscht. Ein „Degausser“<br />

garantiert die vollständige und endgültige<br />

Löschung aller Daten im Fall des Ausscheidens<br />

eines Datenträgers. Diese endgültige<br />

Vernichtung findet unmittelbar am Standort<br />

der OeSD unter Einhaltung der dafür<br />

vorgegebenen Richtlinien und unter Aufsicht<br />

des Innenministeriums statt.<br />

Ist dieses Know-how auch ein Exportschlager?<br />

Die Internationalisierung ist eine ganz<br />

wesentliche Herausforderung für uns. Mit<br />

den neuen elektronischen Sicherheitspässen<br />

wurde international ein neuer Stand<br />

der Technik definiert, welcher nun weltweit<br />

umgesetzt wird. Das gibt uns gute<br />

Chancen, unser Know-how und unsere Erfahrungen<br />

entsprechend adaptiert auch<br />

anderen Ländern zur Verfügung zu stellen.<br />

Und daran arbeiten wir.<br />

Haben auch schon andere Länder Identitätsdokumente<br />

made by OeSD?<br />

Ja, da sind Länder in Zentraleuropa, im<br />

CEE Raum, ja selbst im pazifischen Raum.<br />

Es ist wesentlicher Teil unsere Unternehmenskultur<br />

und auch Teil unseres Sicherheitskonzeptes,<br />

dass wir nur auf ausdrücklichen<br />

Wunsch unserer Kunden und nach<br />

Erlaubnis hier Nennungen vornehmen.<br />

Schließlich ist ein Reisepass das wichtigste<br />

Identitätsdokument, das ein Staat ausstellen<br />

kann.<br />

In der „alten“ Staatsdruckerei war auch<br />

die Herstellung von Briefmarken ein wichtiges<br />

Geschäftsfeld. Ist das heute in Zeiten<br />

von E-Mail auch noch so?<br />

Die sogenannte Dauerbriefmarke – also<br />

die Marke zum Frankieren eines Poststücks<br />

– wird zwar weniger nachgefragt,<br />

steigend ist jedoch die Nachfrage nach<br />

höchstqualitativen Sondermarken für den<br />

Sammlermarkt. Auf der kleinen Fläche einer<br />

Briefmarke so zu drucken, dass jeder<br />

Punkt erkennbar ist, ist eine Kunst, für die<br />

wir national und international hoch geschätzt<br />

werden und für die wir in den vergangenen<br />

sechs Jahren mit den wesentlichen<br />

internationalen Preisen für<br />

Briefmarkendruckkunst ausgezeichnet<br />

wurden. So haben wir z. B. für die Post in<br />

Hong Kong Swarovski-Kristalle auf Briefmarken<br />

aufgebracht. Für den arabischen<br />

Raum produzieren wir Duftmarken mit einem<br />

speziellen Parfum. Wir haben sogar<br />

Meteoritenstaub auf Briefmarken aufgebracht:<br />

In Zusammenarbeit mit dem Naturhistorischen<br />

Museum haben wir einen<br />

fünf Milliarden Jahre alten Meteoriten von<br />

einem Jupitermond zerstäubt und den<br />

Staub auf die Briefmarke aufgebracht.<br />

Wer entwickelt die Produkte? Die OeSD<br />

selbst?<br />

Man braucht Menschen mit Fantasie,<br />

die sich vorstellen können, was nachgefragt<br />

wird. Diese Leute haben wir zum<br />

Glück.<br />

Ein beachtlicher Wandel für ein einst als<br />

eher schwerfällig wahrgenommenes und<br />

ausschließlich national tätiges Unternehmen…<br />

Ich war vorher lange Jahre Geschäftsführer<br />

eines Chemieunternehmens und<br />

wollte probieren, ob ich in der Lage bin, in<br />

einem mittleren Unternehmen etwas Entscheidendes<br />

zu bewegen. Ich bin überzeugt,<br />

dass man nur dann wirklich etwas<br />

bewegen kann, wenn man die Herzen und<br />

Hirne der Menschen erreichen kann. Sonst<br />

können Sie nichts verändern.<br />

<strong>SOCIETY</strong> 2_10 | 13


WIRTSCHAFT<br />

CONSULTING<br />

Treffsicheres Personalconsulting<br />

Profi sucht Profi<br />

Gunnar Heinrich, Senior Partner der APC Business Services<br />

GmbH, über sein Unternehmen als Personaldienstleister<br />

und Komplettanbieter in den Bereichen Projekt-, Prozessund<br />

Personalmanagement. Interview von Natascha Grimm<br />

Wir kümmern uns sehr persönlich um<br />

unsere Kunden und definieren vorab Unternehmenskultur<br />

und im nächsten Schritt,<br />

welche Mitarbeiter gebraucht werden und<br />

welche Anforderungen gestellt sind. Ein wesentlicher<br />

Vorteil ist es, dass wir das Personal<br />

fachlich besser beurteilen können als eine<br />

Personalabteilung. Wenn wir IT-Personal suchen,<br />

kümmert sich ein Mitarbeiter darum,<br />

der selbst in der IT tätig war. Wir arbeiten<br />

sehr schnell und können den Firmen bereits<br />

innerhalb weniger Tage die besten Kandidaten<br />

präsentieren.<br />

Welche Unternehmen zählen zu Ihren<br />

Kunden?<br />

Wir sind für die Top 100 Unternehmen<br />

in Österreich tätig. Unsere Kunden<br />

sind stark im public und publicnahen<br />

Bereich angesiedelt. Aber auch Banken,<br />

international tätige Konzerne und die<br />

Pharmaindustrie zählen zu unseren Kunden.<br />

Vorwiegend sind es hier ansässige<br />

Firmen und deren Tochtergesellschaften<br />

im Ausland. Für viele österreichische<br />

Unternehmen ist es wichtig zu wissen,<br />

dass sie einen lokalen Partner<br />

haben, der international vernetzt ist.<br />

Deshalb sind wir bei der Anstellungsform<br />

des Personals sehr flexibel; von<br />

der klassischen Vermittlung einer Festanstellung<br />

über Modelle, in denen die<br />

Mitarbeiter bei uns angestellt sind, bis<br />

hin zu „Temp 2 Perm“ und „Freelance<br />

Staffing“ ist alles möglich. Wir geben jedem<br />

Unternehmen die Möglichkeit, die<br />

optimale Lösung für seine Bedürfnisse<br />

zu finden.<br />

INFO<br />

Das Team von APC Business<br />

Services GmbH<br />

Ihr Unternehmen vereint Consulting und<br />

Personaldienstleistung. Wie kann man sich<br />

das vorstellen?<br />

Die Kombination aus beiden beruht<br />

darauf zu erkennen, welches Personal der<br />

Kunde braucht. Wir suchen für das Unternehmen<br />

den bestpassenden Kandidaten<br />

und berücksichtigen natürlich, dass neben<br />

seinen fachlichen Skills auch seine Persönlichkeit<br />

dem Unternehmen entsprechen<br />

soll. Ebenso können wir natürlich auch einem<br />

Kandidaten mehrere Positionen bei<br />

verschiedensten Unternehmen anbieten,<br />

sodass auch er die optimale Position für<br />

sich finden kann. Ich persönlich glaube,<br />

dass es keine schlechten Mitarbeiter gibt,<br />

sondern nur falsch eingesetzte. Für uns<br />

steht der Mensch im Mittelpunkt und das<br />

ist vielleicht einer der Gründe, dass wir<br />

trotz Wirtschaftskrise wachsen konnten.<br />

Neben den reinen Personaldienstleistungen<br />

beraten wir unsere Kunden auch<br />

bei der Optimierung ihrer internen HR-Prozesse<br />

und des externen Employer Brandings.<br />

Welche Vorteile können Sie Ihren Kunden<br />

im Gegensatz zu anderen Unternehmen<br />

in Ihrer Branche bieten?<br />

„Ich persönlich glaube, dass<br />

es keine schlechten Mitarbeiter<br />

gibt, sondern nur falsch<br />

eingesetzte.“<br />

GUNNAR HEINRICH<br />

Gunnar Heinrich wurde 1968 in<br />

Hamburg geboren und studierte<br />

Betriebswirtschaft an<br />

der FU Berlin und der Wirtschaftsuniversität<br />

Wien. Nach<br />

Abschluss seines Studiums<br />

war er vier Jahre im Researchund<br />

Consulting-Bereich tätig.<br />

Seine Karriere setzte er bei der<br />

Deutschen Post AG und Post- und Telekom Austria AG fort,<br />

wo er unter anderem die Leitung der Abteilung IT-Lösungen<br />

und Programme übernahm. Gunnar Heinrich ist Vorstandsmitglied<br />

der FITCE-Austria und Autor zahlreicher<br />

Publikationen. Seit 2009 ist er als Gesellschafter für den<br />

vertrieblichen Aufbau der APC Business Services GmbH<br />

mitverantwortlich.<br />

KONTAKT<br />

APC Business Services GmbH<br />

Münichreiterstraße 53/6<br />

A-1130 Wien<br />

Tel. +43 1 877 55 00<br />

www.apc.co.at<br />

14 | <strong>SOCIETY</strong> 2_10


Establishment of Companies in Austria by Non-EU Citizens<br />

Austria – An Ideal Place to<br />

Conduct Business<br />

WIRTSCHAFT<br />

RECHT<br />

Non-EU citizens can establish companies in Austria in order to do business with the entire<br />

European Union. Corporations, partnerships and private foundations are possible forms of<br />

organization.<br />

Gabriel Lansky, Gerald Ganzger,<br />

Stefan Schermaier<br />

Austria, as a bridgehead between Eastern<br />

and Western Europe, is among<br />

the most attractive locations for non-<br />

EU citizens who intend to do business not<br />

only in Austria, but in the entire European<br />

Union (“EU”). Companies constituted under<br />

Austrian law benefit from the four<br />

European freedoms, so that business<br />

activities can be carried out in a nonbureaucratic<br />

manner in all countries of<br />

the EU.<br />

***<br />

Possible Forms of Organization<br />

Business activities under Austrian law<br />

can be conducted through a corporation –<br />

either as a limited liability company<br />

(“GmbH”) or as a joint stock corporation<br />

(“AG”) – or as a partnership with unlimited<br />

personal liability of the partners such as<br />

the general partnership (“OG”) or the limited<br />

partnership (“KG”).<br />

Apart from this, Austrian law permits<br />

the formation of private foundations,<br />

which are suitable for use as holding companies,<br />

to consolidate family estates and to<br />

avoid conflicts regarding inheritance. In<br />

the case of a private foundation, a grantor<br />

contributes assets to the private foundation<br />

and determines its purpose in the declaration<br />

of establishment. The private<br />

foundation does not have shareholders or<br />

proprietors, but rather beneficiaries, who<br />

are benefited by the foundation.<br />

***<br />

Partnerships with Unlimited<br />

Personal Liability<br />

The OG and the KG have similar structures,<br />

yet there are important differences:<br />

The first is a legal entity with at least two<br />

partners who are jointly and severally liable<br />

for the partnership’s debts, whereas<br />

the latter does not only have a general partner<br />

with full personal liability, but also at<br />

least one other partner, whose liability is<br />

restricted to a specific amount.<br />

Partnerships can be established rapidly<br />

– not even written articles of association<br />

need to be provided – and their establishment<br />

and operation usually are less complex<br />

and costly than those of a corporation.<br />

Yet the OG and KG have the disadvantage<br />

inherent in the unlimited personal liability<br />

of the OG shareholder and the general<br />

partner of a KG. In order to avoid this disadvantage,<br />

a GmbH can be used as the general<br />

partner in a partnership. Moreover, it<br />

should be remembered that the transfer of<br />

shares in partnerships requires the approval<br />

of all partners.<br />

***<br />

Corporations<br />

Both the AG and the GmbH are established<br />

by entering into articles of association<br />

and formed upon the registration of<br />

the company in the commercial register.<br />

The shareholders of both company types<br />

make a capital contribution to the company,<br />

which represents the liability fund for<br />

potential creditors (minimum AG: EUR<br />

70,000.00/GmbH: EUR 35,000.00 of which<br />

only a part must be paid in initially). A<br />

GmbH is best suited for founders that are<br />

interested in having a transparent and<br />

controllable group of shareholders, as well<br />

as in influencing the managing directors.<br />

On the contrary, an AG provides the possibility<br />

of an easy and rapid exchange of shares<br />

as well as anonymity of shareholdings<br />

to the outside, as well as for the managing<br />

board not to be subject to directives of the<br />

shareholders.<br />

***<br />

Immigration<br />

In general, neither the partners of a<br />

partnership, nor the shareholders of a<br />

GmbH or AG, nor the directors, need be<br />

Austrian citizens. However, in case a residence<br />

title or an employment permit in<br />

Austria is sought, the Austrian immigration<br />

law system provides different residence<br />

permits for various residence purposes.<br />

In this regard, for highly qualified<br />

worker status a settlement permit for key<br />

employees and a residence permit for exceptional<br />

cases of non-entrepreneurial occupation<br />

are suitable.<br />

KONTAKT<br />

Dr. Stefan Schermaier<br />

Attorney-at-law<br />

Head of Corporate, M&A and Tax<br />

Partner bei<br />

Lansky, Ganzger & Partner<br />

Rechtsanwälte GmbH<br />

1010 Wien, Rotenturmstraße 29<br />

Tel. +43-(0)1-533 33 30-0<br />

E-mail: office@lansky.at<br />

www.lansky.at<br />

<strong>SOCIETY</strong> 2_10 | 15


WISSENSCHAFT<br />

KOLUMNE<br />

Kolumne von HERBERT PIETSCHMANN<br />

Wer war Gustav Weißkopf?<br />

Alle Welt kennt die Brüder Orville und Wilbur Wright als die ersten Menschen, die es<br />

geschafft haben, sich mit einem motorisierten Flugzeug in die Lüfte zu heben. Doch<br />

dieser Anspruch ist nicht ganz unzweifelhaft…<br />

Die Brüder Orville und Wilbur<br />

Wright hatten 1903<br />

in Kitty Hawk, North Carolina,<br />

USA, das lange ersehnte<br />

Ziel erreicht: Am 17. Dezember<br />

gelang Orville ein Flug<br />

von 37 Metern Länge und bis<br />

zu drei Metern Höhe mit einer<br />

Maschine „schwerer als Luft“;<br />

noch am selben Tag verlängerten<br />

sie ihre Flugdistanz auf<br />

über sechzig Meter.<br />

***<br />

Flugpionier aus Bayern<br />

Im Oktober 2006 kam ich<br />

im bayrischen Altmühltal in<br />

ein kleines Städtchen namens<br />

Leutershausen. Zu meiner<br />

Überraschung zierte die Einfahrt<br />

in das Städtchen ein großes<br />

Denkmal, das dem „Flugpionier<br />

Gustav Weißkopf“<br />

gewidmet war. Da ich niemals von einem Flugpionier Gustav<br />

Weißkopf gehört hatte, begann ich mich dafür zu interessieren<br />

und entdeckte im Zentrum des Städtchens ein Museum.<br />

Dort erfuhr ich, dass Weißkopf schon im Jahre 1901 – also<br />

deutlich vor den Gebrüdern Wright – geflogen war. Das im Museum<br />

ausgestellte Modell – der Nachbau des Fluggerätes von<br />

Weißkopf mit der Nr. 21 – machte einen soliden Eindruck,<br />

mehr konnte ich freilich beim bloßen Betrachten nicht feststellen.<br />

Gustav Weißkopf ist nach seiner Schlosserlehre 1895 im Alter<br />

von 21 Jahren in die USA ausgewandert. Als Gustave Whitehead<br />

kam er über Boston, New York und Pittsburgh schließlich<br />

1900 nach Bridgeport im Staate Connecticut. Dort baute<br />

er sein Fluggerät mit der Nummer 21, dort soll auch sein Erstflug<br />

stattgefunden haben, am 14. August 1901. Immerhin<br />

brachte die Zeitung „Bridgeport Sunday Herald“ am 18. August<br />

1901 einen ganzseitigen Artikel über den Erstflug.<br />

***<br />

Täuschung oder Wahrheit?<br />

Sollte es möglich sein, dass die ganze Welt getäuscht wird<br />

über den ersten gelungenen Motorflug? Aber die Geräte im Museum<br />

zu Leutershausen und die dort aufliegenden Dokumente<br />

konnten wohl nicht allesamt Scherz oder gar Täuschung<br />

sein!<br />

Herbert Pietschmann und Andrew Kosch in Bridgeport<br />

Also beschloss ich, die Stadt Bridgeport zu besuchen und<br />

dort ein wenig nachzuforschen. Der kleine Flughafen trägt den<br />

stolzen Namen „Sikorsky Memorial Airport“, also könnte dort<br />

vielleicht auch Gustave Whitehead<br />

bekannt sein. In einem<br />

Nebengebäude war eine Flugschule<br />

untergebracht. Als ich<br />

eintrat, kam mir ein Fluglehrer<br />

entgegen und fragte mich nach<br />

meinem Begehr. Ich erklärte<br />

ihm, dass mich ein gewisser<br />

Gustave Whitehead interessiere,<br />

der vor den Brüdern Wright<br />

geflogen sei. Er hörte sich alles<br />

wortlos an und sagte einfach:<br />

„Correct!“. Dann nahm er einen<br />

Zettel, schrieb darauf „Andrew<br />

Kosch“ mit einer Adresse<br />

und sagte: „Dieser Mann weiß<br />

alles über ihn.“<br />

***<br />

Der „Deal“ der Wright-Brüder<br />

Ich fuhr also zu der angegebenen<br />

Adresse und traf dort Andrew<br />

Kosch. Als er hörte, was ich<br />

suchte, war er sofort hellauf begeistert. Er war es nämlich, der am<br />

7. Dezember 1986 den Nachbau der „Nr.21“ geflogen und sein Leben<br />

ganz dem Ziel gewidmet hatte, Gustave Whitehead die gebührende<br />

Ehre in der Geschichte des Fliegens zu verschaffen. So<br />

erfuhr ich auch den vermeintlichen Grund, warum die Wright-<br />

Brüder den gesamten Ruhm als Erstflieger zugesprochen bekommen.<br />

Demnach waren die Brüder Wright zwischen 1900 und 1903<br />

mehrmals in Bridgeport bei Gustave Whitehead, haben aber später<br />

diese Kontakte geleugnet. Nach dem Tod von Wilbur Wright<br />

im Jahre 1912 bemühte sich Orville um die öffentliche Anerkennung,<br />

für die in erster Linie das berühmte Smithsonian Institut<br />

in Washington zuständig war. Dieses lehnte aber Ende der<br />

Zwanzigerjahre die gewünschte Anerkennung ab, sodass der so<br />

genannte „Flyer I“, das Erstgerät der Brüder Wright, an das Museum<br />

of Science in London verliehen wurde. Offenbar um dieses<br />

wertvolle Ausstellungsstück zu erhalten, wurde im Jahre 1942 die<br />

Anerkennung seitens des Smithsonian Instituts erteilt und der<br />

„Flyer I“ für den symbolischen Preis von einem Dollar nach Washington<br />

gebracht. Aber das Smithsonian Institut musste einen<br />

Vertrag unterzeichnen, in dem es sich verpflichtete, niemals zuzulassen,<br />

dass ein anderes Gerät vor 1903 als flugtauglich bezeichnet<br />

würde. Andernfalls müsste der „Flyer I“ wieder an die<br />

Wright-Erben zurückfallen. Daher ist nach Meinung von Andy<br />

Kosch und seinen Begleitern einfach zu viel Geld im Spiel, um eine<br />

offizielle Anerkennung zu erreichen; für sie ist aber eindeutig<br />

bewiesen, dass Gustave Whitehead der erste erfolgreiche Motorflieger<br />

war.<br />

16 | <strong>SOCIETY</strong> 2_10<br />

Herbert Pietschmann ist Emeritus der Fakultät für<br />

Physik der Universität Wien und Buch-Autor.


WIRTSCHAFT<br />

INTERVIEW<br />

Erfolgreich unterwegs im „Osten“<br />

Vertrauen und<br />

Zusammenhalt<br />

<strong>SOCIETY</strong> interviewte Dr. Friedhelm Boschert, CEO der<br />

Volksbank International (VBI), über die Bewältigung der Krise<br />

und die nach wie vor intakten Chancen in den CEE-Ländern.<br />

Eine persönliche Frage zuerst: Wie geht<br />

es Ihnen „in Zeiten wie diesen“?<br />

Eigentlich ganz gut! Die solide Basis, die<br />

wir in den letzten Jahren in der VBI-Gruppe<br />

geschaffen haben, hat uns gerade in der<br />

schwierigen Zeit geholfen. Ansonsten versuche<br />

ich gelassen zu sein gegenüber jenen<br />

Dingen, die ich nicht ändern kann;<br />

und mit meinem Team jeden Tag konsequent<br />

und hart daran zu arbeiten, die VBI<br />

an die veränderten Bedingungen erfolgreich<br />

anzupassen.<br />

Die VBI ist seit 19 Jahren im „Osten“ tätig.<br />

Sie sind seit über fünf Jahren Chef der<br />

VBI. Wenn Sie kurz zurückblicken…<br />

Die Jahre 2005 bis 2008 waren geprägt<br />

von großem Wachstum und enormem Ausbau.<br />

Die Bilanzsumme wurde von 3,5 Mrd.<br />

auf 14,7 Mrd. Euro vervierfacht; das EGT im<br />

gleichen Zeitraum auf 90 Mio. Euro fast<br />

versechsfacht. Von einem „Kleinen-feinen“<br />

entwickelten wir uns zu einem Netzwerk<br />

mittlerer Größe. Dann kamen die Krise<br />

und der große Stopp!<br />

Was ist da im Unternehmen passiert?<br />

Das schwierigste war, unsere Einstellung<br />

zu ändern. Um es anhand eines Beispiels<br />

zu sagen: Wir fuhren auf der Autobahn<br />

mit 150 km/h auf der Überholspur<br />

und mussten plötzlich runterbremsen,<br />

um die Ausfahrt auf die Landstraße zu<br />

erwischen; weg von dreißig Prozent und<br />

mehr Wachstum hin zum kreativen Halten<br />

des Bestandes, dem Vertiefen qualitativer<br />

Aspekte und dem Meistern ganz<br />

neuer Herausforderungen: Ich nenne<br />

nur die Stichwörter Liquiditätsmanagement<br />

und Refinanzierung.<br />

Wenn Sie auf das Jahr 2009 zurückblicken.<br />

War die VBI erfolgreich?<br />

Das kann ich mit einem eindeutigen Ja<br />

beantworten. Wir alle haben viel gelernt.<br />

Es hat sich ausgezahlt, dass wir von Beginn<br />

der Krise an eine offene Kommunikation<br />

pflegten. Aufbauend auf dem Vertrauen,<br />

das in der VBI-Gruppe in den Vorjahren erarbeitet<br />

wurde. Für mich waren das Schlüsselqualitäten<br />

des Jahres 2009: Vertrauen<br />

und Zusammenhalt.<br />

Das klingt sehr allgemein. Wie wirkte<br />

sich das auf das Ergebnis 2009 aus?<br />

Wir haben uns auch im abgelaufenen<br />

Geschäftsjahr wacker geschlagen. Die VBI-<br />

Gruppe erwirtschaftete mit 47,5 Mio. Euro<br />

einen respektablen Gewinn, der genau im<br />

Durchschnitt der letzten fünf Jahre liegt.<br />

Da sich das operative Ergebnis sehr gut entwickelt<br />

hat, konnten wir die deutlich gestiegenen<br />

Risikovorsorgen gut verdauen.<br />

Die Bilanzsumme sank leicht.<br />

Worin sehen Sie den Hauptgrund für die<br />

gute Krisenbewältigung?<br />

Unsere Banken in Mittel- und Osteuropa<br />

(CEE) fokussieren sich seit jeher auf das<br />

klassische Kundengeschäft. Der „kleine“<br />

Retailkunde und die Klein- und Mittelbetriebe<br />

sind unsere Kernzielgruppen. Wir<br />

mussten keine Spekulationsgeschäfte oder<br />

große Investmentbankingbestände verdauen.<br />

Diese Geschäfte machten wir nicht.<br />

Haben Sie auch Angebote an österreichische<br />

Firmenkunden, die in CEE Geschäfte<br />

betreiben?<br />

Wir haben vor einigen Jahren unter<br />

dem Schlagwort „CEE Unlimited“ ein ganzes<br />

Servicepaket für die österreichischen<br />

Firmenkunden auf die Beine gestellt und<br />

viele Kunden der österreichischen Volksbanken<br />

nutzten das bereits.<br />

Sind die immer wieder beschworenen<br />

großen Chancen im Osten noch intakt?<br />

Ja, definitiv! Man muss diese nur mit<br />

wachem Hausverstand nutzen. Die Wachstumsraten<br />

in CEE werden mittel- und langfristig<br />

höher sein als in Westeuropa.<br />

FAKTEN-BOX<br />

Volksbank International<br />

10 VBI-Banken in 9 CEE Ländern<br />

580 Vertriebsstellen mit 5.400 Mitarbeitern<br />

www.vbi.at<br />

<strong>SOCIETY</strong> 2_10 | 17


WIRTSCHAFT<br />

OPEC<br />

“Supporting stability, fuelling prosperity”<br />

A golden year for OPEC in <strong>2010</strong><br />

This year the Organization of the Petroleum Exporting Countries will celebrate its golden<br />

anniversary. After fifty years of existence, OPEC has a lot to look back on and look forward to.<br />

OPEC Headquarters<br />

in Vienna<br />

What started in 1960 with only five<br />

member countries and very high expectations<br />

in terms of stabilizing<br />

the oil market, evolved into one of the<br />

most influential and respected institutions<br />

in the world. Looking at its history, this anniversary<br />

is of course a good reason to celebrate<br />

and reminisce about the fascinating<br />

past of this so important organization.<br />

***<br />

Anniversary Events<br />

In September this year, Vienna – being<br />

the seat of the OPEC Secretariat – will be the<br />

venue for a major anniversary symposium<br />

with prominent OPEC officials from past<br />

and present times. Exhibitions about the Organization’s<br />

history and its development<br />

over the last fifty years will also take place<br />

in Austria’s capital and other OPEC member<br />

countries in Africa, the Middle East and<br />

South America. To create an everlasting<br />

souvenir, commemorative stamps have been<br />

designed to mark the anniversary and to<br />

spread the spirit of the festivities from its<br />

twelve member countries all across the<br />

world.<br />

***<br />

Competitions<br />

To involve the public in the celebrations<br />

taking place, different open competitions<br />

have been arranged. A drawing competition<br />

for all pupils in Austrian schools<br />

and a quiz open to high school students in<br />

all member countries and Austria will take<br />

place during this year.<br />

Prior to the celebrations, a logo competition<br />

was already held. Ms. Lourdes (Lula)<br />

Pilay Garcia from Ecuador was announced<br />

Secretary General Abdalla<br />

Salem El-Badri<br />

as the winner and her logo was presented<br />

on the 1st of January this year. The winning<br />

symbol will be used on all official documents<br />

during the year-long celebration, as<br />

well as on all the publications and stationeries<br />

during this period. The commemorative<br />

stamps, released for the anniversary,<br />

will also show the winner’s logo.<br />

***<br />

Achievements<br />

In his official message at the start of this<br />

year, OPEC’s Secretary General - HE Abdalla<br />

Salem El-Badri – mentioned all the organizations’<br />

milestones, but also gives prospects<br />

for the future and announced that<br />

OPEC will continue to “create harmony<br />

and stability in the international oil market<br />

for the benefit of the producers, the consumers,<br />

the investors and the global economy<br />

at large.” As OPEC’s objectives have always<br />

been to coordinate and unify<br />

petroleum policies, it’s especially important<br />

for the organization to work on a stable<br />

energy market and a sustainable development<br />

without neglecting the<br />

environmental matters, also in the times of<br />

global financial difficulties and an economic<br />

recession, said H.E. El-Badri.<br />

HISTORY<br />

The Organization of the Petroleum Exporting Countries<br />

(OPEC) has been founded at the Baghdad Conference in<br />

September 1960 by the five oil-producing countries Iran,<br />

Iraq, Kuwait, Saudi Arabia and Venezuela. Today OPEC consists<br />

of 12 members. Algeria, Angola, Ecuador, Libya, Nigeria,<br />

Qatar and the United Arab Emirates joined the institution<br />

in the course of time. The organization was<br />

established to secure the oil market by guaranteeing fair<br />

and reasonable prices, obtain a regular supply to consuming<br />

nations and provide fair returns to investors, as well<br />

as to support sustainable development and addressing<br />

global environmental concerns.<br />

FOTOS: OPEC<br />

18 | <strong>SOCIETY</strong> 2_10


fi Wien Akademie für (angehende) Führungskräfte<br />

Berufsbegleitend - innovativ - neue Perspektiven<br />

Integrierte Kommunikation<br />

Universitätskurs Kommunikationsassistent/in für Integrierte<br />

Kommunikation in Kooperation mit Uni for Life / Graz<br />

Informationsabend: 16. 06. <strong>2010</strong>, 18.00 Uhr. Lehrgangsstart: 11. 10. <strong>2010</strong><br />

Master of Arts Integrierte Kommunikation<br />

Schwerpunkte: PR/Lobbying & Public Affairs und Angwandtes Marketing & BWL<br />

Informationsabend: 07. 09. <strong>2010</strong>, 18:00 Uhr. Lehrgangsstart: 05. 10. <strong>2010</strong><br />

Diplomlehrgang Management und Führungskompetenz<br />

Organisations- und Strategiemanagement, Mitarbeiterführung, Konfliktmanagement<br />

Informationsabend: 11. 10. <strong>2010</strong>, 18:00 Uhr Lehrgangsstart: 19. 11. <strong>2010</strong><br />

Diplomlehrgang Systemisches Coaching für die Führungskräfte<br />

Techniken und Interventionen des Systemischen Coaching, Bearbeitung konkreter<br />

Situationen aus dem Führungsalltag<br />

Informationsabend: 15. 11. <strong>2010</strong> Lehrgangsstart: 17. 12. <strong>2010</strong><br />

Diplomlehrgang Internationales Produktmanagement<br />

Von der Produktidee bis zur Markteinführung<br />

Informationsabend: 14. 09. <strong>2010</strong>, 18:00 Uhr Lehrgangsstart: 11. 10. <strong>2010</strong><br />

Diplomlehrgang Betriebswirtschaft für Führungskräfte<br />

Unternehmensführung, Rechnungswesen, Marketing, HR Management<br />

Informationsabend: 20. 09. <strong>2010</strong>, 18:00 Uhr Lehrgangsstart: 12. 10. <strong>2010</strong><br />

Diplomlehrgang Controlling<br />

Know-how für strategisches und operatives Finanzmanagement<br />

Informationsabend: 20. 09. <strong>2010</strong>, 19:30 Uhr Lehrgangsstart: 11. 10. <strong>2010</strong><br />

Diplomlehrgang Expert in Logistics<br />

Wesentliches Rüstzeug für eine Führungsposition als LogistikerIn<br />

Informationsabend: 15. 09. <strong>2010</strong>, 18:00 Uhr<br />

Diplomlehrgang Facility Management<br />

Technisches, betriebswirtschaftliches, rechtliches Gebäudemanagement<br />

Informationsabend: 22. 09. <strong>2010</strong>, 18:00 Uhr Lehrgangsstart: 11. 10. <strong>2010</strong><br />

www.bfi-wienakademie.at<br />

bfi Wien Akademie, Alfred-Dallinger-Platz 1, 6.Stock, 1034 Wien<br />

Tel.: +43 1 811 78-10100, E-Mail: akademie@bfi-wien.or.at<br />

Potentiale. Management. Perspektiven.


WIRTSCHAFT<br />

EVENTS<br />

HIGHLIGHTS VERANSTALTUNGEN<br />

DER WIRTSCHAFT April bis Juni <strong>2010</strong><br />

Dr. Franz Wohlfahrt, Dr. Christoph Matznetter,<br />

S.E. Eugenio Curia, Peter Haller<br />

SHANGHAI: ERÖFFNUNG<br />

ÖSTERREICH-PAVILLON EXPO <strong>2010</strong><br />

Der mit zehn Millionen Keramikfliesen verkleidete Österreich-Pavillon<br />

auf der EXPO <strong>2010</strong> in Shanghai wurde feierlich eröffnet. Das<br />

rote Band durchschnitten Außenminister Reinhold Mitterlehner,<br />

Regierungskommissar Hannes Androsch sowie die langjährige<br />

Handelsdelegierte und Projektleiterin des Österreich-Pavillons<br />

Birgit Murr. Der futuristische Pavillon soll zahlreiche Besucher anlocken<br />

und so den Bekanntheitsgrad Österreichs in China steigern.<br />

BUSINESS SEMINAR:<br />

INVESTITIONEN IN LATEINAMERIKA<br />

Der „Grupo Bicentenario“, bestehend aus jenen<br />

sechs Ländern Lateinamerikas, die heuer 200<br />

Jahre Unabhängigkeit feiern (Argentinien, Kolumbien,<br />

Chile, Ecuador, Mexiko und Venezuela),<br />

lud zum Business-Seminar in das Novomatic<br />

Forum. Diskutiert wurden Vorteile und Möglichkeiten<br />

der wirtschaftlichen Zusammenarbeit<br />

zwischen Österreich und den lateinamerikanischen<br />

Ländern. Die Diskussion eröffnete<br />

Dr. Walter Koren<br />

AWO-Chef Walter Koren, am Podium sprachen<br />

Novomatic Geschäftsführer Franz Wohlfahrt, WKO-Vizepräsident<br />

Christoph Matznetter und die Botschafter der sechs Länder<br />

VIENNA BUSINESS SCHOOL:<br />

MERKUR AWARDS<br />

Die „Oscars der kaufmännischen Ausbildung“, die Merkur<br />

Awards des Fonds der Wiener Kaufmannschaft,<br />

wurden heuer zum dreizehnten Mal vergeben. Im Rahmen<br />

der Merkur-Gala wurden herausragende schulische<br />

und persönliche Leistungen von SchülerInnen<br />

und LehrerInnen, sowie beispielgebende AbsolventInnen-Karrieren<br />

ausgezeichnet. Von prominenten LaudatorInnen<br />

und vor zahlreichen Gästen aus Wirtschaft,<br />

Politik und Bildung wurden die Trophäen – entworfen<br />

vom Bildhauer Thomas Kosma und dem Schutzpatron<br />

des Handels und der Kaufleute gewidmet – in acht Kategorien<br />

verliehen. Nominiert waren 24 Projekte, sechs<br />

Lehrerpersönlichkeiten, elf SchülerInnen und sechs<br />

Anwärter auf den Titel „Graduate of the Year“, der heuer<br />

erst zum dritten Mal vergeben wurde.<br />

Die GewinnerInnen des Merkur <strong>2010</strong> „Best Ethic & Social<br />

Project“ mit der vierfachen Paralympics-Medaillengewinnerin<br />

und Laudatorin Claudia Lösch.<br />

v.l.n.r.: Birgit Murr, Reinhold<br />

Mitterlehner, Hannes Androsch<br />

Die GewinnerInnen des Merkur <strong>2010</strong> „Best<br />

International Project“ mit Laudator Dr. Georg<br />

Pölzl, GD Österreichische Post AG.<br />

Die GewinnerInnen des Merkur <strong>2010</strong> „Best Innovative<br />

Project“ mit Laudator Mag. Bernd Kirisits,<br />

Ottakringer Brauerei AG.<br />

FOTOS: <strong>SOCIETY</strong>/ SCHIFFL, FONDS DER WIENER KAUFMANNSCHAFT/GERRY FRANK, WOLFGANG VOGLHUBER, HETZMANNSEDER, HETZMANNSEDER<br />

20 | <strong>SOCIETY</strong> 2_10


WIRTSCHAFTSKAMMER WIEN:<br />

SOMMEREMPFANG<br />

Die Sparten Gewerbe und Handwerk sowie Handel luden<br />

zum diesjährigen Sommerempfang ins Parkschlössl.<br />

Unter dem Motto „Fußball Weltmeisterschaft<br />

in Südafrika“ fand die Abendveranstaltung in Kooperation<br />

mit der RLB NÖ/Wien exklusiv für alle FunktionärInnen,<br />

Gremial- und InnungsgeschäftsführerInnen<br />

der Sparten statt. Mit afrikanischen Köstlichkeiten,<br />

ganz dem Thema des Abends entsprechend, wurden die<br />

Gäste kulinarisch verwöhnt und das lang ersehnte<br />

Sommerwetter lud zum Verweilen ein.<br />

v.l.n.r. / SO KommR Erwin Pellet/Handel, Gen.Dir.- Stv. Dr.<br />

Georg Kraft-Kinz/RLB, SO KommR Ing. Gottfried<br />

Parade/SGH, Stadtdirektor Gaston Giefing/RLB<br />

Sommerabend<br />

im Parkschlössl<br />

v.l.n.r. / Verleihung Goldene Gewerbehand: Michael Weinwurm/Berufsfotografen,<br />

Gerhard Komarek/Denkmal-, Fassaden- und Gebäudereiniger, Alexander<br />

Eppler/ Dachdecker, Glaser, Spengler, Karin Dopplinger/Friseure, SO<br />

KommR Ing. Gottfried Parade/SGH, Stadtdirektor Gaston Giefing/RLB<br />

FRANCHISE AWARD <strong>2010</strong>:<br />

ÖSTERREICHS BESTE FRANCHISE-SYSTEME<br />

Im feierlichen Rahmen der Gala zur Jahrestagung des Österreichischen<br />

Franchise-Verbandes im Wiener Semper Depot wurden<br />

erstmalig die besten Franchise-Geber und -Nehmer ausgezeichnet.<br />

Bewertet wurde nach unternehmerischer Leistung und Geschäftsentwicklung,<br />

Innovationskraft, Mitarbeiter- & Partnerbeziehungen<br />

und die Zukunftsfähigkeit. Als Sieger gingen EFM Versicherungsmakler<br />

AG und UNIMARKT Hagenberg hervor. Neben<br />

der feierlichen Verleihung des Franchise-Awards erwartete die<br />

rund 320 Gäste lukullische Genüsse sowie hervorragende Showacts.<br />

Besonders Highlight war der Auftritt des Kabarettisten Josef<br />

Hader. Unter den Anwesenden fanden sich u.a. Kurt Mann, Bäkkerei<br />

& Konditorei Der Mann, Gabor Rose, Jones, Reinhold Schärf,<br />

Schärf Coffeeshop, Christiane Wenckheim, Ottakringer Brauerei<br />

und Georg Waldstein, Gewinn.<br />

(v.l.n.r) Anna und Hans Neuburger, Unimarkt Hagenbrunn, Carina Dworak, Mrs. Sporty Hietzing, Johannes<br />

Gutmann, Sonnentor, Josef Graf, EFM-Versicherungsmakler AG und Andreas Schwerla, Präsident<br />

Österreichischer Franchise-Verband und Managing Director McDonald's Österreich<br />

Wirtschafts- und Jugendminister<br />

Mitterlehner mit den Preisträger/innen<br />

der Kategorie Klimaschutz<br />

SCHULWETTBEWERB: „JUGEND INNOVATIV“<br />

Beim größten Schulwettbewerb Österreichs unter dem Motto<br />

„Querdenken lohnt sich“ haben sich Jungforscher/Innen zwischen<br />

16 und 19 Jahren in insgesamt 458 innovativen, kreativen<br />

und wissenschaftlichen Projektarbeiten mit neuen Lösungsansätzen<br />

für Zukunftsthemen auseinandergesetzt. Eine Fachjury ermittelte<br />

die besten Projekte des „Jugend Innovativ“ Wettbewerbs<br />

in den Kategorien Engineering, Science, Business, Design, Klimaschutz<br />

sowie Informations- und Kommunikationstechnologie<br />

(IKT). Wirtschafts- und Jugendminister Reinhold Mitterlehner<br />

zeichnete die diesjährigen PreisträgerInnen des Schulwettbewerbs<br />

aus: Sechs Teams aus Oberösterreich, Niederösterreich, Salzburg<br />

und Kärnten konnten sich in ihren Kategorien gegen den Mitbewerb<br />

durchsetzen.<br />

<strong>SOCIETY</strong> 2_10 | 21


WIRTSCHAFT<br />

MEDIEN<br />

Medial genial<br />

Spezialisiert auf Botschaften<br />

Dietmar Ecker ist Eigentümer einer der größten PR-Agenturen Österreichs. Im <strong>SOCIETY</strong>-<br />

Interview erklärt er, wie man das Interesse bei Journalisten weckt und eigene Themen in<br />

die Medien bringt.<br />

„Es ist wichtig,<br />

den Fokus auf<br />

die eigenen Hauptbotschaften<br />

zu<br />

lenken.“<br />

DIETMAR ECKER<br />

Was ist das Besondere an Österreichs Medienlandschaft?<br />

Wir stehen in Österreich einem kleinen<br />

Medienmarkt mit hoher Konzentration<br />

gegenüber. Dieser wird stark von internationalen<br />

Unternehmen beherrscht und dabei<br />

haben nur einige wenige das Sagen. Gleichzeitig<br />

wird die österreichische Medienlandschaft<br />

vom Staat großzügig subventioniert.<br />

Wer sind die wesentlichen Player am Zeitungsmarkt?<br />

Vor allem deutsche Medienunternehmen<br />

beherrschen den österreichischen Markt.<br />

Die WAZ Gruppe besitzt 50 Prozent der<br />

„Kronen Zeitung“ und 49 Prozent des „Kurier“.<br />

Der deutsche Verlag Gruner+Jahr hält<br />

56 Prozent am österreichischen Newsverlag.<br />

Ansonsten wäre da noch die Styria Media<br />

Group mit der „Die Presse“, der „Kleine Zeitung“<br />

und dem „Wirtschaftsblatt“. Im Print-<br />

Qualitätsbereich gibt es auch noch „Der<br />

Standard“ und die „Salzburger Nachrichten“.<br />

Am Boulevardsektor sind mit „Österreich“,<br />

sowie der Gratiszeitung „heute“ weitere<br />

wichtige Medien entstanden. Die<br />

wichtigste Tageszeitung ist die „Kronen Zeitung“,<br />

sie wird von drei Millionen der Bevölkerung<br />

gelesen.<br />

Worauf sollte man im Kontakt mit österreichischen<br />

Medien achten?<br />

Man sollte die Dominanz des Boulevards<br />

berücksichtigen und die relative<br />

Konkurrenzlosigkeit des ORF im elektronischen<br />

Bereich. In Summe sind die<br />

österreichischen Medien nicht stark<br />

außenpolitisch interessiert und haben eine<br />

sehr starke Innensicht.<br />

Aufgabe der Public Diplomacy ist es, das<br />

eigene Land im Gastland der Öffentlichkeit<br />

vorzustellen. Dazu bedarf es der Medien.<br />

Besteht medial Interesse über andere Länder<br />

zu berichten?<br />

Es gibt ja in jedem Land interessante<br />

Großereignisse, die international die<br />

Blicke auf sich ziehen. Seien es nun Konferenzen,<br />

Kongresse, Sport- oder Kulturevents.<br />

Über all das wird in den Medien<br />

berichtet und das bietet immer auch eine<br />

Gelegenheit, das eigene Land in den<br />

Medien vielfältig darzustellen.<br />

Wie kann man bei Journalisten Interesse<br />

wecken?<br />

Führen Sie Journalisten hinter die Kulissen.<br />

Laden Sie sie auf Pressereisen ein<br />

und eröffnen Sie Perspektiven, die neue<br />

Sichtweisen zulassen, die in den Medien<br />

noch nicht bekannt sind. Selbst wenn<br />

ein Land in der Weltöffentlichkeit eher<br />

kritisch gesehen wird, gibt es immer<br />

auch Schauplätze, die ein anderes Gesicht<br />

zeigen. Das interessiert die Medien.<br />

Welche Themen sind für österreichische<br />

Medien interessant?<br />

Auch bei uns gilt als Regel Nr. 1: Themen,<br />

die keinen Newswert haben, sind<br />

für Medien uninteressant. Das heißt, ein<br />

Thema muss eine bestimmte örtliche,<br />

zeitliche oder emotionale Nähe zu einer<br />

Zielgruppe haben, dann ist es auch für<br />

die Medien spannend.<br />

Welche Dos und Don’ts muss ein Diplomat<br />

im Umgang mit österreichischen Medien<br />

beachten?<br />

Wenn man beispielsweise ein Interview<br />

gibt, ist es gut sich zu informieren,<br />

mit welchem Medium man es zu tun<br />

hat, wie die Blattlinie ist. Wo die Interessen<br />

des Journalisten liegen, wie seine<br />

Einstellung zu bestimmten Themen ist.<br />

Dann ist es wichtig, den Fokus immer<br />

wieder auf die eigenen Hauptbotschaften<br />

zu lenken. Der Rest ist in gewisser<br />

Weise auch Diplomatie.<br />

ZUR PERSON<br />

Dietmar Ecker ist Eigentümer einer der größten PR-Agenturen<br />

in Österreich. Er ist persönlicher Berater von Regierungsmitgliedern<br />

und zahlreichen Unternehmensvorständen.<br />

2008 gründete er eine „International Division“<br />

innerhalb der Agentur, die sich auf die Kommunikationsarbeit<br />

im Bereich der internationalen Beziehungen spezialisiert.<br />

Gemeinsam mit <strong>SOCIETY</strong>, der Anwaltskanzlei Lansky,<br />

Ganzger und Partner hat Ecker&Partner nun ein<br />

„Welcome Service Package“ für Diplomaten in Österreich<br />

entwickelt, das kompakt zu Medien, Politik und Rechtslage<br />

in Österreich informiert.<br />

22 | <strong>SOCIETY</strong> 2_10


LATEINAMERIKA<br />

GRUSSBOTSCHAFT<br />

„Gute und vertrauensvolle Beziehungen<br />

zwischen den Nationen<br />

sind immer das Ergebnis<br />

von wechselseitigen<br />

Bemühungen.“<br />

HEINZ FISCHER<br />

Bundespräsident Dr. Heinz Fischer<br />

Grußbotschaft<br />

Seit vielen Jahren trägt das Magazin SO-<br />

CIETY in engagierter Weise zum Brückenschlag<br />

zwischen Österreich und<br />

den in Wien ansässigen Botschaften und<br />

Vertretungen bei.<br />

So ist auch der Themenschwerpunkt<br />

„200 Jahre Lateinamerika“ ein guter Anlass,<br />

um in Kooperation mit den Botschaften<br />

Argentiniens, Chiles, Ecuadors, Kolumbiens,<br />

Mexikos und Venezuelas einen<br />

interessanten Überblick über die Kultur,<br />

Wirtschaft, Geschichte und Politik dieser<br />

sechs Länder zu präsentieren.<br />

Österreich pflegt seit vielen Jahren hervorragende<br />

Kontakte mit den Jubiläums-<br />

Ländern und ich erinnere mich sehr gut<br />

an meine Reisen nach Lateinamerika, wo<br />

ich immer mit ganz besonderer Gastfreundschaft<br />

empfangen worden bin.<br />

Gute und vertrauensvolle Beziehungen<br />

zwischen den Nationen sind immer das Ergebnis<br />

von wechselseitigen Bemühungen.<br />

Ich habe den Eindruck, dass dies zwischen<br />

unseren Ländern mit besonderer Tatkraft<br />

und mit großem Engagement geschieht.<br />

Darüber freue ich mich und wünsche Ihnen<br />

und uns weiterhin eine erfolgreiche<br />

Zusammenarbeit und eine gedeihliche Zukunft.<br />

Der Redaktion von <strong>SOCIETY</strong> gratuliere<br />

ich herzlich zur gelungenen Nummer „200<br />

Jahre Lateinamerika“.<br />

<strong>SOCIETY</strong> 2_10 | 23


LATEINAMERIKA<br />

LÄNDERPORTRÄT<br />

200 Jahre<br />

Unabhängigkeit<br />

Der <strong>SOCIETY</strong>-Schwerpunkt Lateinamerika ist den Feiern zu 200 Jahren Unabhängigkeit<br />

gewidmet. Das Jahr 1810 war ein Wendepunkt für die Länder Argentinien, Chile, Ecuador,<br />

Kolumbien, Mexiko und Venezuela.<br />

Die Charakteristik von kleinen Republiken<br />

ist Stabilität, der Charakter von<br />

großen Republiken ist Wandlungsfähigkeit“,<br />

so Simón Bolívar, der Befreier<br />

Südamerikas, der vor rund 200 Jahren die<br />

Unabhängigkeitsbewegung gegen die spanischen<br />

Kolonialherren im Gebiet der heutigen<br />

Staaten Venezuela, Kolumbien, Panamá,<br />

Ecuador, Peru und Bolivien anführte.<br />

Sein Ziel war es, ein vereinigtes Südamerika<br />

zu etablieren, das wirtschaftlich und<br />

sozialpolitisch unabhängig von Europa<br />

existiert. Dieses Ziel wird bis heute mit<br />

mehr oder weniger großem Erfolg angepeilt.<br />

***<br />

Bicentenario<br />

Das Jahr <strong>2010</strong> ist das Jahr des 200-jährigen<br />

Jubiläums der Unabhängigkeit der<br />

amerikanischen Kolonien von Spanien,<br />

konkret der Länder Argentinien, Chile,<br />

Ecuador, Kolumbien, Mexiko und Venezuela<br />

und wird in diesen Ländern mit<br />

zahlreichen Feierlichkeiten auf politischer<br />

und kultureller Ebene begangen. Das bicentenario,<br />

wie es auf Spanisch genannt<br />

wird, gibt Anlass für dreierlei: einen Rückblick<br />

auf die Geschichte, eine Bestandsaufnahme<br />

des Erreichten – politisch, ökonomisch<br />

und sozial – und eine<br />

Vorausschau auf die Zukunft. War das 19.<br />

Jahrhundert geprägt von Unabhängigkeitsbestrebungen<br />

und Staatenbildung, so<br />

24 | <strong>SOCIETY</strong> 2_10


FACTS IN BRIEF<br />

gibt es seit der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts<br />

erste Ansätze für eine Integration<br />

der lateinamerikanischen Länder. Als eines<br />

der wichtigsten Vorhaben gilt der Vertrag<br />

über die UNASUR, die Union südamerikanischer<br />

Nationen, der 2008 unterzeichnet<br />

wurde und bis 2025 eine der EU ähnliche<br />

Vereinigung bilden soll.<br />

***<br />

Einen Kontinent entdecken<br />

Abgesehen von einem interessanten<br />

wirtschaftlichen Standort und einem sich<br />

im Aufbruch befindlichen Kontinent, sind<br />

die Länder Lateinamerikas auch ein unvergleichliches<br />

Urlaubsziel. Geprägt von<br />

atemberaubender landschaftlicher Schönheit<br />

und Vielfalt ist jedes einzelne Land einen<br />

Besuch wert. Dies spiegelt sich auch in<br />

den verschiedenen Kulturen und den von<br />

ihren hervorgebrachten Bauwerken und<br />

Sehenswürdigkeiten wider. Ob dies nun<br />

die berühmten Städte, Küsten und Strände,<br />

die Wildnis der tropischen Regenwälder,<br />

die faszinierende Lebensart der in den<br />

Hochgebirgen der Anden lebenden Völker<br />

sind, es lässt sich sowohl für Genießer als<br />

für Abenteurer das richtige Urlaubsziel<br />

finden. Und als ob das nicht schon genug<br />

wäre, gilt die lateinamerikanische Küche<br />

mit ihren regionalen kulinarischen Spezialitäten<br />

als hervorragend, wie etwa den<br />

weltberühmten argentinischen Steaks<br />

samt Chimichurri-Marinade oder den in<br />

ganz Lateinamerika verbreiteten Empanadas<br />

(gefüllte Teigtaschen), mit ihren regional<br />

beeinflussten Füllungen.<br />

■ DEFINITION: „Lateinamerika“ (Latinoamérica<br />

oder América Latina)<br />

bezeichnet jene Länder des amerikanischen<br />

Kontinentes, in denen Spanisch<br />

oder Portugiesisch gesprochen<br />

wird. Dazu zählen Mexiko, Guatemala,<br />

Nicaragua, Panama, Costa Rica, El<br />

Salvador, Honduras, die Dominikanische<br />

Republik, Kuba, Puerto Rico,<br />

Ecuador, Kolumbien, Argentinien, Venezuela,<br />

Bolivien, Peru, Brasilien, Chile,<br />

Paraguay und Uruguay.<br />

■ GEOGRAPHIE: Die lateinamerikanischen<br />

Länder erstrecken sich in Nord-<br />

Süd-Richtung von Mexiko bis Feuerland<br />

über die Kontinente Nord- und<br />

Südamerikas.<br />

■ KLIMA: Mit Wüstenklima, tropischem,<br />

subtropischem, gemäßigtem<br />

bis zu subpolarem Klima sind (außer<br />

der polaren Zone) die Hauptklimata<br />

der Erde in den Gebieten Lateinamerikas<br />

vorherrschend. Die Anden<br />

stellen eine Klimascheide dar zwischen<br />

trocken-kühlem und feuchtheißem<br />

Klima.<br />

■ LANDSCHAFT: Vielfältige Landschaften<br />

(Wüsten, Regenwälder,<br />

Hochgebirge, Tiefländer) mit großen<br />

Unterschieden in Vegetation und Klima:<br />

Der Aconcagua (Argentinien) ist<br />

mit 6.962 m der höchste Berg Amerikas.<br />

Das längste Flusssystem der Erde<br />

mit ca. 6.400 km ist der Amazonas.<br />

■ BEVÖLKERUNG: Die Bevölkerung<br />

Lateinamerikas hat sich im 20. Jahrhundert<br />

mehr als verachtfacht und<br />

umfasst ca. 600 Millionen Menschen.<br />

Die Einwohner Lateinamerikas sind<br />

durch eine Vermischung verschiedener<br />

Völker gekennzeichnet, nämlich<br />

der Ureinwohner, der Indios, mit den<br />

zugewanderten Volksgruppen aus der<br />

Kolonialzeit, wie etwa Europäern und<br />

Sklaven des afrikanischen Kontinents.<br />

■ SPRACHEN: Die vorherrschenden<br />

Sprachen sind Spanisch (Castellano)<br />

und Portugiesisch. Doch auch indigene<br />

Sprachen sind verbreitet wie etwa<br />

Quechua, Guaraní, Aymara, Nahuatl,<br />

Mayasprachen, Mapuche u.v.a.<br />

■ RELIGIONEN: 80 Prozent sind Katholiken.<br />

10 Prozent gehören den<br />

Protestanten und Freikirchen an, der<br />

Rest setzt sich aus anderen Glaubensbewegungen<br />

zusammen, wie<br />

Santería, Voodoo oder Mayakulte.<br />

<strong>SOCIETY</strong> 2_10 | 25


LATEINAMERIKA<br />

LÄNDERPORTRÄT<br />

Osterinsel (Chile)<br />

Caracas, Hauptstadt<br />

von Venezuela<br />

San Pedro, Chile<br />

26 | <strong>SOCIETY</strong> 2_10


AUS DER GESCHICHTE<br />

FOTOS: WWW.GODEYES.CN, BOTSCHAFT VON VENEZUELA, BOTSCHAFT VON<br />

ARGENTINIEN, GEO REISEN<br />

Die Wasserfälle von<br />

Iguazú, Argentinien<br />

Mann mit Sombrero, Mexiko<br />

ARGENTINIEN<br />

***<br />

Die Wasserfälle von Iguazú<br />

Die Wasserfälle von Iguazú, die zu den<br />

größten Wasserfällen der Welt zählen, gehören<br />

wohl zu den beeindruckendsten Sehenswürdigkeiten<br />

Argentiniens. Sie liegen<br />

an der Grenze zu Brasilien und wurden<br />

1984 von der UNESCO in das Weltnaturerbe<br />

aufgenommen. Sie sind außerdem Anwärter<br />

für die Liste der sieben Naturwunder<br />

der Erde. Auf einer Länge von etwa drei<br />

Kilometern stürzt das Wasser im Schnitt<br />

sechzig Meter in die Tiefe. Der eindrucksvollste<br />

Wasserfall ist der sog. „Teufelsschlund“<br />

(La Garganta del Diablo), so genannt<br />

wegen seiner U-Form, den man von<br />

einer Aussichtsplattform aus bewundern<br />

kann und wo noch in dreißig Metern über<br />

der Fallkante des Flusses die Gischt zu<br />

fühlen ist. Führt der Fluss Iguazú viel Wasser,<br />

so sind bis zu 300 einzelne Wasserfälle<br />

zu bewundern. Etwa sieben Millionen<br />

Besucher pilgern jährlich zu den Wasserfällen,<br />

die im Übrigen eine ausgezeichnete<br />

touristische Infrastruktur vorweisen.<br />

Beispielsweise hat man die Möglichkeit,<br />

die Wasserfälle per Boot (auch Schnellboot)<br />

oder mit dem Hubschrauber zu erkunden<br />

(ein zehnminütiger Flug kostet in<br />

Die Kupfermine von<br />

Chuquicamata, Chile<br />

Tango Argentino<br />

etwa 250 US-Dollar). Auch zu Fuß bietet<br />

Oase<br />

sich die Möglichkeit die Wasserfälle hervorragend<br />

zu erkunden, da es viele Stege<br />

und Wanderwege gibt, die sehr nahe an<br />

das Wasser heranführen.<br />

CHILE<br />

***<br />

Die Mine von Chuquicamata<br />

Die Mine von Chuquicamata wird auch<br />

als „das größte Loch der Welt“ bezeichnet.<br />

Sie liegt im Norden Chiles in der Atacama-<br />

Wüste nahe der Stadt Calama und ist der<br />

größte Kupfer-Tagebau der Welt – mit einer<br />

Ausdehnung von vier mal drei Kilometern<br />

und einer Tiefe von fast einem Kilometer.<br />

Mittlerweile ist das Städtchen<br />

Chuquicamata eine Geisterstadt geworden,<br />

da man unter der Stadt selbst ein riesiges<br />

Kupfervorkommen entdeckt hat. Die<br />

Bewohner Chuquicamatas wurden deshalb<br />

im Jahr 2004 in einen eigens errichteten<br />

Stadtteil der fünfzehn Kilometer entfernten<br />

Stadt Calama umgesiedelt. Täglich starten<br />

ab zehn Uhr Busse zur Besichtigung<br />

der Mine und bringen die Besucher zur Minenanlage.<br />

Vor Ort kann man einen Rundgang<br />

durch die Minenanlage machen, die<br />

vom Betreiber der Mine organisiert wird<br />

und kostenlos ist, jedoch wird man ersucht<br />

eine kleine Spende für die Non-Profit-Organisation<br />

Chuqui Ayuda a la Infancia<br />

zu geben, die Kinder in und um Calama<br />

unterstützt.<br />

8000 v. Chr.: Paläoindianer, eingewandert aus Eurasien über<br />

die Beringstraße<br />

2000-400 v. Chr.: Entwicklung einer Hieroglyphenschrift<br />

und eines Kalendersystems<br />

450-750 n. Chr.: Teotihuacán (Mexiko) ist mit 200.000 Einwohnern<br />

eine der größten Städte der Welt. Berühmte Sonnen-<br />

und Mondpyramide<br />

600-800: Wari-Kultur im peruanischen Hochland<br />

bis ca. 1500: Hochkulturen der Azteken, Inka, Maya, Tolteken,<br />

Zapoteken, Mixteken, Olmeken, und Chichimeken in Mesoamerika<br />

1325: Gründung der Stadt Tenochtitlán, an der Stelle der heutigen<br />

Mexiko-Stadt<br />

1471-1493: Inka expandieren ihr Reich bis nach Chile<br />

1440- 1487: Azteken verstärken ihre Macht und vergrößern ihr<br />

Reich unter Kaiser Moctezuma I.<br />

1492: Christoph Kolumbus entdeckt Amerika<br />

1494: Der Vertrag von Tordesillas teilt die „Neue Welt“ unter<br />

Spaniern und Portugiesen auf.<br />

1502: Moctezuma II. wird Kaiser der Azteken.<br />

1507: Karte der „Neuen Welt“, zu Ehren Amerigo Vespuccis<br />

„America“ getauft.<br />

1519-1522: Der spanische Eroberer Hernán Cortés erobert<br />

und zerstört die Stadt Tenochtitlán<br />

1532: Francisco Pizarro zerstört das Inkareich.<br />

1535-1550: Antonio de Mendoza ist erster Vizekönig Neuspaniens<br />

1537: Papst Paul III. erklärt, dass Indianer eine Seele haben<br />

1542: Spanien erlässt Las Nuevas Leyes (Die Neuen Gesetze)<br />

zur Protektion der Indianer<br />

1570: Die Inquisition kommt nach Lateinamerika<br />

1610: Erste Jesuitenmission und Gründung eines Jesuitenstaates<br />

(bis 1767) in Paraguay<br />

18. Jh.: Gliederung Lateinamerikas in die spanischen Vizekönigreiche<br />

Neu-Spanien, Neu-Granada, Peru, La Plata und das<br />

portugiesische Kolonialreich<br />

1750: Vertrag von Madrid definiert die Grenzen zwischen den<br />

spanischen und portugiesischen Kolonien neu.<br />

1767: Verbot und Vertreibung der Jesuiten<br />

25.5.1810: Hidalgo de Cisneros, Vizekönig von La Plata, muss<br />

in Buenos Aires zurücktreten<br />

16.9.1810: „Grito de Dolores“, Aufruf zum Aufstand durch Miguel<br />

Hidalgo in Neu-Spanien (heute Mexiko)<br />

1811: Venezuela und Paraguay erklären ihre Unabhängigkeit<br />

1816: Argentinien erklärt seine Unabhängigkeit<br />

1818: Chile erklärt seine Unabhängigkeit<br />

12.10.1822: Ausrufung Pedros I. zum Kaiser von Brasilien<br />

1825: Bolivien erklärt seine Unabhängigkeit<br />

1846-1848: Mexikanisch-Amerikanischer Krieg endet mit der<br />

Niederlage Mexikos<br />

1888: Abschaffung der Sklaverei in Brasilien<br />

1889: Brasilien wird zur Republik<br />

1903: Panama spaltet sich von Kolumbien ab<br />

1948: OAS (Organisation der Amerikanischen Staaten) wird<br />

gegründet<br />

1991: Errichtung des Binnenmarktes Mercado Común del Sur<br />

(Mercosur)<br />

2007: Eines der größten Erdölvorkommen weltweit wird in<br />

Brasilien entdeckt.<br />

Erlöserkirche in<br />

St. Petersburg<br />

<strong>SOCIETY</strong> 2_10 | 27


LATEINAMERIKA<br />

LÄNDERPORTRÄT<br />

BERÜHMTE PERSÖNLICHKEITEN<br />

■ Moctezuma II. (1465-1520): Er war von 1502 bis zu seinem<br />

Tod 1520 Herrscher der Azteken. Zunächst führte er<br />

die rigide Herrschaftspolitik seiner Vorgänger fort, bekannt<br />

wurde er aber im Kampf gegen die Spanier unter<br />

Hernán Cortés und heutzutage seiner Rache wegen.<br />

■ José de San Martín (1778-1850): Geboren in Argentinien,<br />

schlug er eine Offizierslaufbahn ein und unterstützte die<br />

spanischen Kolonialländer in deren Unabhängigkeitskampf,<br />

vor allem Chile. Er kämpfte an der Seite des großen<br />

Befreiers von Südamerika, Simón Bolívar.<br />

■ Simón Bolívar (1783-1830): El Libertador (der Befreier)<br />

genannt, war Bolívar Unabhängigkeitskämpfer Südamerikas<br />

und ist bis heute Nationalheld zahlreicher<br />

südamerikanischer Länder. Er hatte fortschrittliche sozialpolitische<br />

Gedanken wie etwa den Panamerikanismus<br />

oder die Gründung einer Konföderation lateinamerikanischer<br />

Staaten.<br />

■ Gabriela Mistral (1889-1957): Eigtl. Name Lucila Godoy Alcayaga.<br />

Die chilenische Schriftstellerin lebte vor allem im<br />

Ausland und erhielt 1945 den Nobelpreis für Literatur. Sie<br />

verband eine enge Freundschaft mit Stefan Zweig und<br />

dessen Frau, die nach Südamerika emigrieren mussten.<br />

■ Ernesto „Che“ Guevara (1928-1967): Marxistischer Politiker<br />

und Guerillaführer. Er war neben Fidel Castro die<br />

wichtigste Symbolfigur in der kubanischen Revolution. Er<br />

stammte ursprünglich aus Argentinien und hatte Medizin<br />

studiert. Seine Schriften und Reden beeinflussten revolutionäre<br />

Strömungen bis weit über Kuba hinaus und<br />

dies bis zum heutigen Tage.<br />

■ Isabel Allende (*1942): Chilenische Schriftstellerin und<br />

Journalistin. Sie verkaufte über 51 Millionen Exemplare<br />

ihrer Bücher in 27 Sprachen. Durch ihre journalistische Tätigkeit<br />

setzt sie sich vor allem für die Rechte der Frauen<br />

und die Gleichberechtigung ein. Sie ist weiters die Nichte<br />

zweiten Grades des früheren chilenischen Präsidenten<br />

Salvador Allende, der bei dem Militärputsch von Augusto<br />

Pinochet ums Leben kam.<br />

KOLUMBIEN<br />

***<br />

Cartagena<br />

Die Stadt Cartagena liegt an der Karibikküste<br />

Kolumbiens und ist Hauptstadt<br />

des Departementos Bolívar. Sie liegt in einer<br />

weiten Bucht und wird von einer vorgelagerten<br />

Insel, der Isla de Tierrabomba,<br />

geschützt. 1572 wurde die Stadt vom englischen<br />

Freibeuter und Seefahrer Sir Francis<br />

Drake überfallen, was zur Folge hatte,<br />

dass die Wehranlagen der Stadt massiv<br />

ausgebaut wurden, wie zum Beispiel das<br />

Castillo de San Felipe de Barajas. Die Einfahrt<br />

in die Bucht wird von zwei Forts bewacht,<br />

die eine absolute Kontrolle über die<br />

einfahrenden Schiffe hatten. Die Stadt war<br />

nun so stark gesichert, dass sie praktisch<br />

uneinnehmbar war, und sie ist ein Prachtexemplar<br />

für die Militärarchitektur des<br />

16. und 17. Jahrhunderts. In der Altsstadt<br />

sind die Kathedrale besichtigungswert sowie<br />

der im Kolonialstil errichtete Palast der<br />

Inquisition. Die Häuser Cartagenas sind<br />

bunt gestrichen, und die alte Stadtmauer<br />

ist zum Teil noch erhalten und sogar begehbar.<br />

1984 wurde der Hafen, die Befesti-<br />

Hauptstadt Tunis<br />

Avenue Habib Bourguiba<br />

gungen und die Baudenkmäler der Stadt<br />

in die Liste des UNESCO Weltkulturerbes<br />

aufgenommen.<br />

MEXIKO<br />

***<br />

Teotihuacán<br />

Teotihuacán liegt fünfzig Kilometer<br />

nordöstlich der mexikanischen Hauptstadt<br />

Mexiko-Stadt und war einst das bedeutendste<br />

Kulturzentrum und die größte vorkolonialistische<br />

Stadt Amerikas. Der Name<br />

bedeutet auf aztekisch soviel wie „Heimat<br />

der Götter“. Teotihuacán wurde im frühen<br />

20. Jahrhundert wiederentdeckt, danach<br />

ausgegraben und zum Teil rekonstruiert.<br />

Höhepunkte der Besichtigung sind die Straße<br />

der Toten (Calzada de los Muertos) und<br />

die sich darin befindende Sonnenpyramide<br />

(Pirámide del Sol), die mit einer Höhe von<br />

63 Metern die drittgrößte Pyramide der<br />

Welt ist. Ferner kann man in der kleineren<br />

Mondpyramide (Pirámide de la Luna) Grabkammern<br />

mit Skelettresten und Grabbeigaben<br />

bestaunen. Benannt wurden die zwei<br />

Pyramiden nach zwei Göttern, die sich hier<br />

durch Selbstopferung in jene Himmelskörper<br />

verwandelt hatten. Im Norden der<br />

Anlage steht der Quetztal-Schmetterlinge<br />

Palast (Palacio del Quetztalpapálotl), der seinen<br />

Namen von den sich dort befindlichen<br />

Malereien erhalten hat. Auch Teotihuacán<br />

gehört zum UNESCO Weltkulturerbe und<br />

zwar seit 1987. Definitiv ein „must“, wenn<br />

man in Mexiko-Stadt zu Gast ist!<br />

VENEZUELA<br />

***<br />

Nationalpark Canaima<br />

Der Nationalpark Canaima (Parque Nacional<br />

Canaima) befindet sich in der Gran<br />

Sabana im Bundesstaat Bolívar im südöstlichen<br />

Venezuela. Er wurde 1962 gegründet<br />

und ist heute mit einer Fläche von<br />

rund 30.000 km 2 einer der größten Nationalparks<br />

der Welt. 1994 wurde er von der<br />

UNESCO zum Weltnaturerbe ausgerufen.<br />

Charakteristisch für den Canaima Nationalpark<br />

sind seine Tafelberge aus Sandstein,<br />

die Tepuis genannt werden. Auf den<br />

Hochplateaus hat sich eine einzigartige<br />

Flora und Fauna entwickelt, die einen<br />

Großteil an endemischen Arten hervorgebracht<br />

hat. Weiteres sind unzählige Wasserfälle<br />

zu bewundern, wie etwa der Angel<br />

■ Pablo Neruda (1904-1973): Chilenischer Schriftsteller, erhielt<br />

1971 den Nobelpreis für Literatur. Er setzte sich vor<br />

allem gegen den Faschismus ein. Sein „Canto General“<br />

wurde von Mikis Theodorakis vertont.<br />

■ Gabriel García Márquez (*1927): Schriftsteller und Journalist<br />

aus Kolumbien. Er erhielt 1982 den Nobelpreis für<br />

Literatur. Populär wurde er mit dem Stil des so genannten<br />

Magischen Realismus. Sein Roman „Hundert Jahre<br />

Einsamkeit“ verkaufte sich mehr als dreißig Millionen Mal.<br />

■ Octavio Paz (1914-1998): Mexikanischer Diplomat und<br />

Schriftsteller. Literaturnobelpreisträger 1990. Sein berühmtestes<br />

Werk „Das Labyrinth der Einsamkeit“ beschäftigt<br />

sich mit der lateinamerikanischen Identität.<br />

Cainama Nationalpark,<br />

Venezuela<br />

28 | <strong>SOCIETY</strong> 2_10


WUSSTEN SIE, DASS...<br />

■ …die kolumbianische Sportart Tejo zwar mit traditionellen<br />

Wurfringspielen und Hufeisenwerfen verwandt ist,<br />

aber zusätzlich mit hochexplosivem Material operiert? So<br />

gilt es, den Ball oder ähnliches in ein rundes Zielfeld zu<br />

schleudern, das mit einer Reihe von Zündkapseln, genannt<br />

totes, versehen ist. Gewonnen hat, wer die meisten<br />

Explosionen ausgelöst hat.<br />

■ …Hernán Cortés seinem Kaiser Karl V. im Jahre 1528 eine<br />

aztekische Akrobaten- und Ballspielgruppe bringen ließ,<br />

um jenem die Sitten seiner Untertanen aus Übersee vorzuführen?<br />

Demonstriert wurde das altmexikanische Steißball-Spiel,<br />

bei dem es gilt, einen Gummiball mit Stößen<br />

des Steißbeins so lange wie möglich in der Luft zu halten.<br />

■ …die Entdeckung Amerikas eigentlich dem isländischen<br />

Seefahrer Leif Eriksson (975-1025) zuzuschreiben ist,<br />

welcher im Jahre 1000 n. Chr. über Grönland an die amerikanische<br />

Küste gelangte?<br />

■ …die Mexikaner den Día de los Muertos (Tag der Toten)<br />

am 2. November als farbenprächtiges Volksfest feiern?<br />

Künstliche Totenköpfe und Skelette schmücken Straßen<br />

und Geschäfte.<br />

BUCHTIPPS<br />

Mar del Plata, Argentinien<br />

Fall (Salto Angel) der mit einer Fallhöhe<br />

von etwa 980 Metern der höchste freifallende<br />

Wasserfall der Erde ist. Der Canaima<br />

Nationalpark ist nur mit dem Flugzeug zu<br />

erreichen und innerhalb des Parks geht es<br />

zu Fuß und per Boot weiter zu den Wasserfällen<br />

und Lagunen. Es besteht die Möglichkeit,<br />

Dörfer der Eingeborenen Indianer<br />

zu besichtigen, welche ihr Handwerk gerne<br />

zur Schau stellen und es auch zum Verkauf<br />

anbieten, wie zum Beispiel Teppiche<br />

oder auch Blasrohre. Wenn man Venezuela<br />

bereist, dann muss man den Nationalpark<br />

Canaima unbedingt gesehen haben!<br />

ECUADOR<br />

***<br />

Galápagos Inseln<br />

Durch ihre einzigartige Tier- und Pflanzenwelt<br />

gelangten die Galápagos Inseln zu<br />

Berühmtheit und kein geringerer als Charles<br />

Darwin fand hier die ersten Anstöße zu<br />

seiner Evolutionstheorie. Die Inselgruppe<br />

setzt sich aus 14 größeren und über hundert<br />

kleinen bis winzigen Inseln zusammen,<br />

jedoch nur fünf Inseln sind bewohnt.<br />

Auch sie gehören zum UNESCO Weltnaturerben,<br />

stehen jedoch seit 2007 auf der roten<br />

Liste des gefährdeten Welterbes. Die<br />

Galápagos Inseln sind vulkanischen Ursprungs<br />

und aufgrund des aufsteigenden<br />

Tiefenwassers und dem Humboldtstrom<br />

mit einem eher gemäßigten Klima gesegnet.<br />

Die jährliche Durchschnittstemperatur<br />

beträgt rund zwanzig Grad Celsius und<br />

die Regenzeit dauert zirka von Jänner bis Juni,<br />

das übrige Jahr fällt nahezu kein Niederschlag.<br />

Alle zwei bis zehn Jahre jedoch tritt<br />

das Wetterphänomen El Niño auf, was zur<br />

Folge hat, dass die vorherrschenden Südostpassatwinde<br />

durch Westwind ersetzt<br />

werden und somit warmes Wasser aus dem<br />

Westpazifik auf die Inseln zutreibt. Die hat<br />

zur Folge, dass das nährstoffreiche Tiefenwasser<br />

nicht mehr aufsteigt und das warme,<br />

nährstoffarme Wasser die sonst üppige<br />

Nahrungskette unterbricht. Dies bewirkt<br />

ein Massensterben unter Meeresfischen und<br />

Seevögeln. Die Galapagos Inseln sind mit<br />

dem Flugzeug oder per Schiff zu erreichen.<br />

Man sollte US-Dollar mit sich haben, möglichst<br />

nicht zerknüllt oder eingerissen, da<br />

andere Währungen oder Kreditkarten meist<br />

nicht akzeptiert werden.<br />

Stefan Rinke<br />

Stefan Rinke<br />

Revolutionen in<br />

Lateinamerika<br />

Wege in die Unabhängigkeit<br />

1760-1830<br />

C.H.Beck<br />

Neu erschienen <strong>2010</strong><br />

Lateinamerika erkämpfte sich vor rund 200 Jahren seine<br />

Unabhängigkeit von den europäischen Kolonialmächten<br />

Spanien, Portugal und Frankreich. Von der Sklavenrevolution<br />

in Haiti über die langwierigen Unabhängigkeitskriege<br />

im spanischen Amerika bis hin zur unblutigen<br />

Emanzipation Brasiliens erzählt der Band die Geschichte<br />

Lateinamerikas an einem zentralen Wendepunkt in seiner<br />

atlantischen Verflechtung.<br />

Chronologisch aufgebaut beschreibt es politische Umbrüche<br />

und militärische Entscheidungsschlachten des<br />

Kontinents sowie die maßgeblichen Anführer wie Toussaint,<br />

Miranda oder Bolívar mit ihren abenteuerlichen und<br />

ungewöhnlichen Lebensgeschichten. Die Staatsgründungen,<br />

die sich bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts hinzogen,<br />

wurden zwar durch den antikolonialen Widerstand geeint,<br />

aber durch die Ausgrenzung breiter sozialer und ethnischer<br />

Schichten, den Aufstieg des Caudillismus und die<br />

Ausbildung einer „Guerrilla“ zeichnen sich bereits die Probleme<br />

ab, die Lateinamerika immer noch prägen. Vor dem<br />

Hintergrund des wachsenden Einflusses neuer indigener<br />

Bewegungen und der Wiederentdeckung des Bolivarismus<br />

gewinnt diese dramatische Epoche heute wieder<br />

Bedeutung und politische Aufmerksamkeit.<br />

Erlöserkirche in<br />

St. Petersburg<br />

<strong>SOCIETY</strong> 2_10 | 29


30 | <strong>SOCIETY</strong> 2_10<br />

„We believe that Argentina is<br />

a country of the future.“<br />

H.E. EUGENIO MARÍA CURIA


Argentina Not Affected By Crisis<br />

Model Of Integration<br />

LATEINAMERIKA<br />

ARGENTINIEN<br />

<strong>SOCIETY</strong> interviewed the Ambassador of Argentina in Austria, H.E. Eugenio María Curia,<br />

about the integration of Latin America, Argentina’s development after the collapse in 2001<br />

and the 200 year celebrations.<br />

Dear Excellency, Argentina is celebrating<br />

200 years of independence, what does it<br />

mean to the people of your country?<br />

When you celebrate anniversaries you<br />

commemorate a milestone in your history<br />

and at the same time it is an opportunity to<br />

make a broad assessment of the life of a<br />

country. We don’t have to forget that Argentina<br />

started its first patriotic government in<br />

1810 and that it consolidated after several<br />

years of internal strife in 1816 with the formal<br />

Declaration of Independence. Then, in<br />

1853 we approved our Constitution that –<br />

with amendments in 1994 – is still in force.<br />

Between 1880 and 1910 huge immigration<br />

waves from European countries came to Argentina.<br />

In 1916, we had the first elections<br />

with secret and universal ballot and the new<br />

middle classes made their voice heard. With<br />

the election of Perón in 1946, a politicalsocial<br />

movement was created that incorporated<br />

the big masses into the political and<br />

economical life. So, Argentina takes a pride<br />

in that it was one of the first Latin American<br />

countries in which every citizen was included<br />

in the political life of the country.<br />

And the future?<br />

Nowadays, after ups and downs, the<br />

df.ldflkjdfh kdhflkdfh lnk dfh kndh<br />

coup d’état and the tragedy of the military<br />

regime, the dictatorship from 1976 to<br />

fkndfh nkh dfknldfh kn<br />

1983, we live within democratic institutional<br />

rules and we believe that Argentina is<br />

a country of the future. We are members<br />

of the MERCOSUR and we are showing the<br />

ability to assert ourselves in a globalized<br />

and complicated world, working hard to<br />

reach the goal of developing an inclusive<br />

and just society and community.<br />

Do you think there is still a link between<br />

what happened 200 year ago and today? Or<br />

is it just a matter of history?<br />

It is both. From the point view of history,<br />

we celebrate the decision – thanks<br />

to the French invasion of Spain – that<br />

the king should not rule any more, but<br />

from the point of view of the ideas of<br />

1810 we still discuss things like how State<br />

and society should be combined and<br />

what are the best possibilities for growth<br />

and development. Some questions and<br />

answers of May 1810 are still worth of discussion<br />

today.<br />

One of these ideas is the integration of<br />

Latin America into a community similar to<br />

that of the European Union or the United<br />

States. How would you assess this future?<br />

In the very beginning, there was the<br />

idea of joining all Latin American republics<br />

together. It proved that it was very<br />

complicated, but now we are coming back<br />

to that idea. We have decided to create UN-<br />

ASUR, the Union of the South American<br />

Countries, taking into account that if you<br />

want to assert a role in international politics,<br />

you need a certain amount of power.<br />

It is important for South America to have<br />

this voice vis-à-vis the US, China and the<br />

„The huge middle class is<br />

still a distinct feature of<br />

Argentina.“<br />

H.E. EUGENIO MARÍA CURIA<br />

EU. The building of UNASUR is an important<br />

strategic decision.<br />

But there is still a long way to go…<br />

It will take some time. Latin America<br />

has a long history of different models of integration<br />

beginning in the 1960s, with<br />

ALALC, then ALADI as well as several regional<br />

associations like the Andean Community,<br />

the MERCOSUR etc. which are efforts<br />

of bringing together our countries. UNA-<br />

SUR is a decision to place the best strategic<br />

approach in the international arena.<br />

When you talk about the ups and downs<br />

of your country, one of the downs was the<br />

collapse in 2001/02. How can Argentina cope<br />

with the consequences of this collapse in<br />

today’s current financial crisis?<br />

The collapse of 2001/02 really shuttered<br />

the system. It was even almost going to the<br />

bottom. People got hectic and nervous,<br />

but we recovered. In the last eight years the<br />

economy grew at a rate of eight per cent at<br />

an average. Former President Néstor Kirchner<br />

showed excellent leadership in order to<br />

move Argentina out of the crisis, and President<br />

Cristina Fernández de Kirchner is<br />

<strong>SOCIETY</strong> 2_10 | 31


LATEINAMERIKA<br />

ARGENTINIEN<br />

consolidating our model. What is interesting<br />

is that today’s financial crisis has not<br />

affected Argentina too much from the financial<br />

point of view. Of course, it has its<br />

impact on trade like export and import,<br />

but Argentina didn’t suffer a lot due to the<br />

huge international financial crisis.<br />

For <strong>2010</strong> another rise of the economy is<br />

expected…<br />

The economy is running smooth and<br />

with a good rate of growth.<br />

How could the middle class survive<br />

these crises?<br />

Of course, it was a very hard time. The<br />

huge middle class used to be and still is a distinct<br />

element or feature of Argentina compared<br />

to the rest of Latin America, and social<br />

mobility a real factor of progress in our<br />

country, I can offer my case as an example.<br />

But of course, the middle class suffered<br />

most but we are recovering at good speed.<br />

In the last two years there has been a<br />

dispute in the agrarian sector about taxes<br />

and export restrictions. What is the reason<br />

for this dispute?<br />

This is a question which has to do with<br />

politics and economics on the one hand,<br />

and with the normal agonic (struggling)<br />

activities of political parties on the other.<br />

There was a discussion dealing with taxes<br />

and it became a political hot issue. The opposition<br />

got its point in Parliament and<br />

the taxes were not enacted. The second<br />

subject relates with a restriction of meat<br />

exports in order to assure our domestic<br />

consummation of meat, which is one of<br />

the highest in the world. These were typical<br />

situations in the political life within<br />

the democratic institutions and with factors<br />

of power and groups of interest, that<br />

happens all the time in all democratic<br />

systems.<br />

Austria’s Foreign Minister Michael Spindelegger<br />

visited Buenos Aires during the<br />

200-year-celebrations. This must have been<br />

a special honor for Argentina?<br />

The visit was a highlight in our celebrations<br />

and a great honour for us. It had several<br />

distinct features: Firstly, Minister<br />

Spindelegger went to Buenos Aires, secondly,<br />

he supported the publication of a<br />

book compiled by two Argentine ladies<br />

about the Austrian participation in our<br />

Centenary in 1910. The book, for example,<br />

recalls us that the Navy Ship Karl VI harbored<br />

in Buenos Aires, that a brass band<br />

played in the Colon Theatre, that Joseph<br />

Hoffman created an armchair designated<br />

“Buenos Aires”, etc. But of course, the visit<br />

of Minister Spindelegger was a highlight<br />

and he also took advantage of the occasion<br />

to carry out political talks with our<br />

Foreign Minister.<br />

What are the political and economical<br />

relations between Austria and Argentina?<br />

We have perfect relations with bilateral<br />

consultations every year or two years. We<br />

co-operate a lot on the most different issues<br />

on the international level like environment,<br />

human rights etc. and in several<br />

issues in which we share the same values<br />

and objectives. On the economic/commercial<br />

level we enjoy a reasonable exchange<br />

but we have to deepen it. Several Austrian<br />

enterprises are settled in Argentina and we<br />

32 | <strong>SOCIETY</strong> 2_10


egularly organize fairs and visits, which<br />

are also supported by the WKO.<br />

One big investor in Argentina is China.<br />

How is this functioning?<br />

China is not yet a huge investor in Argentina,<br />

but China is one of our most important<br />

trade partners.<br />

The other trade partners are the US and<br />

the EU…<br />

Our most important commercial partners<br />

are Brazil, the MERCOSUR countries,<br />

United States, China and the EU. There was<br />

an interesting research done by CEPAL,<br />

the UN-based Economic Commission for<br />

Latin America, some years ago that showed<br />

that almost all South American countries<br />

had more trade with the rest of the world<br />

than with each other. Through MERCOSUR<br />

we change this at the South Cone area.<br />

What was the result of EULAC in Madrid?<br />

Latin America and the EU, in general<br />

terms, share the same Western values and<br />

it is very important to gather our countries<br />

on regular bases in order to assess the different<br />

challenges that we face and to<br />

decide to work together for results. Still we<br />

have a long way in front of us. But just to<br />

give you one example, the EU and MERCO-<br />

SUR have been negotiating for more than<br />

fifteen years on a trade agreement. Some<br />

kind of idea of a light at the end of the tunnel<br />

is appearing. We know that these are<br />

tough negotiations but we feel that our European<br />

partners do not make enough efforts<br />

to improve the offer. I hope that this<br />

small light will success in the future, and<br />

we shall finally reach an agreement between<br />

MERCOSUR and the EU.<br />

What about the sovereignty over the<br />

Malvinas Islands in the Atlantic?<br />

We are very clear on this point. There is<br />

a dispute on sovereignty and during long<br />

years we had negotiations with the UK on<br />

this issue. In recent years Britain said that<br />

they have no doubts over the sovereignty<br />

and they reject negotiations, and this is a<br />

violation of international law, because we<br />

do not have to forget that there are decisions<br />

and resolutions from the UN stating<br />

that Argentina and the UK have the obligation<br />

to negotiate. In the last years the UK<br />

has mounted some operations either<br />

through fishing or by giving licenses for oil<br />

exploration which complicate the issue. As<br />

our Foreign Minister recently stated, it<br />

looks like that Britain would not comply<br />

with the UN decisions and resolutions in<br />

order to have a meaningful negotiation.<br />

Argentina is a country of culture, especially<br />

in the movies, and then of course in literature,<br />

Tango etc. Why is Argentina so<br />

successful?<br />

Without being stubborn we take pride<br />

that Argentina has always been identified<br />

as a very creative and innovative society, no<br />

matter in which field of culture, from<br />

painters to writers to film-makers, etc.<br />

Film making has always been recognized<br />

as an important cultural product, which in<br />

the last years has even increased because it<br />

has become an industry which is very successful,<br />

with examples of the Oscar-winning<br />

for films like the “The official story”<br />

and “The Secret of Their Eyes”, films that<br />

also received recognition in a lot of different<br />

festivals. I assume that I do not have<br />

to elaborate about tango and its widespread<br />

fame around the world.<br />

You have been in Vienna for four years.<br />

What is your opinion about Vienna?<br />

Vienna is an incredible city. I lived here<br />

between 1994 and 1997 as “Gesandter”<br />

and came back four years ago as Ambassador.<br />

Vienna offers a kind of cosmopolitism<br />

with culture and history, and the famous<br />

CURRICULUM VITAE<br />

H.E. Eugenio María Curia was born on April 21, 1953. He<br />

studied at the Faculty of Law and Social Sciences and specialized<br />

in International Law. From the late 1970ies to the<br />

late 1990ies he occupied several positions at Argentine<br />

Embassies. He was Head of International Affairs of the Ministry<br />

of Justice between 1997 and 2001 and Chief Legal<br />

Adviser at the Ministry of Foreign Affairs, International Trade<br />

and Worship between 2002 and 2005. He was Professor<br />

of Public International Law at the University of<br />

Buenos Aires and at the Di Tella University. He is married<br />

and has two sons.<br />

Austrian “Gemütlichkeit” which is outstanding<br />

and I love it. In Vienna I have all<br />

the possibilities of enjoying an excellent diversified<br />

life, within the few free moments<br />

that allow my duties as Ambassador to<br />

Austria, Slovenia, Slovakia and Permanent<br />

Representative to the UN, IAEA, UNIDO,<br />

CTBTO etc.<br />

Do you live here with your family?<br />

My wife is also a diplomat, and she stayed<br />

here till recently when she returned to<br />

the Diplomatic Service and is now serving<br />

in our Embassy in Bern. My older son is<br />

studying law in Argentina and my younger<br />

son just finished High School in Vienna.<br />

Where have you been during your<br />

career?<br />

In The Hague, in Moscow during the<br />

Gorbachev time, in Roma (during the soccer<br />

world championship of 1990), in Chile,<br />

in Vienna, then in Buenos Aires for several<br />

years and since 2006 in Vienna as Ambassador.<br />

What would you say about your profession:<br />

What is the essence of diplomacy?<br />

This is an important question. In our<br />

present world you get information from all<br />

kinds of sources. The possibilities of IT<br />

and communication are widespread. Still,<br />

diplomats have a special sense of place and<br />

time in order to better defend and promote<br />

the national interest. Furthermore, diplomats<br />

have a long view on how the international<br />

order could be adjust for better<br />

development of our countries and societies,<br />

especially within the multilateral diplomacy.<br />

It’s a challenging profession and<br />

I enjoy it a lot.<br />

<strong>SOCIETY</strong> 2_10 | 33


„Heute ist Mexiko ein moderner Staat,<br />

der für demokratische Prozesse und<br />

Entscheidungen steht, mit einer guten<br />

Wirtschaftsleistung und internationalen<br />

Beziehungen.“<br />

S.E. ALEJANDRO DÍAZ<br />

34 | <strong>SOCIETY</strong> 2_10


LATEINAMERIKA<br />

MEXIKO<br />

Mexiko – moderner Staat mit Verantwortung<br />

Das Beste für die Bevölkerung<br />

S.E. Alejandro Díaz, Botschafter von Mexiko in Österreich, spricht im <strong>SOCIETY</strong>-Interview<br />

anlässlich 200 Jahre Unabhängigkeit über die Revolution in Mexiko, die gemeinsame<br />

Geschichte mit Österreich und die Probleme in seinem Land.<br />

Mexiko feiert heuer zwei Jubiläen: 200<br />

Jahre Unabhängigkeit und hundert Jahre<br />

Revolution. Welche Bedeutung haben diese<br />

Jahrestage für das mexikanische Volk?<br />

Mexiko hat 1810 seine Unabhängigkeit<br />

erklärt, de facto ist Mexiko seit 1821 unabhängig.<br />

Das 200-Jahr-Jubiläum feiern wir gemeinsam<br />

mit fünf anderen Ländern, die<br />

ebenfalls 1810 ihre Unabhängigkeit erklärten,<br />

nämlich Ecuador, Venezuela, Chile, Kolumbien<br />

und Argentinien. Die Unabhängigkeit<br />

ist natürlich sehr wichtig für eine<br />

Nation, weil sie als souveräner Staat eigenständig<br />

und selbstbestimmt handeln kann.<br />

Auch die Revolution von 1910 ist bedeutsam,<br />

weil sie Mexiko tiefgreifend verändert<br />

hat. Im 19. Jahrhundert gab es in Mexiko<br />

nach vielen Umbrüchen eine langdauernde<br />

Diktatur, die 1910 mit der Revolution beendet<br />

wurde und dem Land eine Landreform,<br />

bessere Infrastruktur, die Modernisierung<br />

des Bildungswesens usw. brachte.<br />

Was hat sich seit der Revolution in Mexiko<br />

verändert?<br />

Jedes Land soll mit friedlichen Mitteln<br />

das Beste für seine Bevölkerung leisten.<br />

Manches Mal – wie bei einer Revolution –<br />

df.ldflkjdfh kdhflkdfh lnk dfh kndh<br />

ist Gewalt aber leider die einzige Möglichkeit.<br />

Heute ist Mexiko ein moderner Staat,<br />

fkndfh nkh dfknldfh kn<br />

der für demokratische Prozesse und Entscheidungen<br />

steht, mit einer guten Wirtschaftsleistung<br />

und internationalen Beziehungen.<br />

Welche Veranstaltungen gibt es anlässlich<br />

der Jubiläen?<br />

Hervorheben möchte ich die Ausstellung<br />

im Kunst Haus Wien über Tina Modotti,<br />

einer Italienerin aus Udine, die<br />

nach der Revolution als Fotografin in Mexiko<br />

tätig war und in den 1920er und<br />

30er Jahren sehr interessante Fotos in<br />

Mexiko gemacht hat. Es wird auch eine<br />

Frida Kahlo-Ausstellung im Bank Austria<br />

Kunstforum ab September geben. Dann<br />

sind auch eine Reihe von Vorträgen, Konzerten<br />

und Empfängen geplant. Der Nationalfeiertag<br />

wird am 14. September<br />

im Wiener Rathaus gefeiert, und im November<br />

veranstalten wir einen Mexikoball<br />

zum Jahrestag der Revolution.<br />

Wie feiern die Menschen in Mexiko den<br />

Nationalfeiertag?<br />

Die Menschen feiern am Hauptplatz jeder<br />

Stadt, in Mexiko-Stadt ist es der Platz<br />

der Verfassung, der Zócalo. Wir erinnern<br />

uns an den Revolutionär Miguel Hidalgo,<br />

der die Leute mit Kirchenglocken zum<br />

Aufstand aufgerufen hat, und so lassen wir<br />

an diesem Tag im ganzen Land die Glocken<br />

läuten, es gibt Feuerwerke und mexikanisches<br />

Essen. Das Wetter ist auch viel besser<br />

als hier in Mitteleuropa, also feiern wir<br />

meistens im Freien.<br />

Zwischen Mexiko und Österreich gibt<br />

geschichtlich lange Beziehungen: Man denke<br />

nur an Maximilian und an 1938…<br />

Wir sollten mit Karl V. anfangen! Er war<br />

„Unser Vorteil ist, dass wir sowohl<br />

mit der EU als auch mit<br />

den USA ein Freihandelsabkommen<br />

haben.“<br />

S.E. ALEJANDRO DÍAZ<br />

unser einziger gemeinsamer Kaiser, in dessen<br />

Reich die Sonne nie unterging – wie es<br />

so schön heißt. Vor seinem Tod hat Karl<br />

das Kaisertum in eine spanische und eine<br />

österreichische Linie geteilt. Was Maximilian<br />

betrifft, so hat er viel mehr für Mexiko<br />

getan, als die Menschen bei uns in Mexiko<br />

denken. Und andererseits wurde er<br />

von den Mexikanern auch nicht so<br />

schlecht behandelt, wie viele hier in Österreich<br />

meinen. Er war ein Idealist und Liberaler,<br />

und er wollte die Lage in Mexiko verbessern.<br />

Sein großes Problem war, dass er<br />

von den Konservativen gerufen wurde, die<br />

eine andere Politik verfolgten. Nach seinem<br />

Tod gab es keine Beziehungen zu<br />

Österreich, bis sie 1901 wieder aufgenommen<br />

wurden.<br />

1938, als die deutschen Truppen in<br />

Österreich einmarschierten, hat Mexiko<br />

einen Protest beim Völkerbund eingelegt.<br />

Das war angesichts der politischen Lage<br />

ein romantischer Protest, aber zumindest<br />

wusste Österreich, dass es nicht allein war.<br />

Mexiko hat außerdem viele Flüchtlinge<br />

aufgenommen, nicht nur Juden, sondern<br />

auch Katholiken und sogar rechtsgerichte-<br />

<strong>SOCIETY</strong> 2_10 | 35


LATEINAMERIKA<br />

MEXIKO<br />

„In den 60er und 70er Jahren<br />

war es für einen Mexikaner<br />

ein Abenteuer oder eine Mutprobe,<br />

in die USA einzureisen.“<br />

S.E. ALEJANDRO DÍAZ<br />

te Gegner der nationalsozialistischen Politik.<br />

Einige sind für immer in Mexiko geblieben.<br />

Zum Beispiel der berühmte Historiker<br />

Friedrich Katz, der einer der<br />

profundesten Kenner der mexikanischen<br />

Geschichte ist und später in Chicago gelehrt<br />

hat.<br />

Wie sehen die wirtschaftlichen Beziehungen<br />

zwischen Mexiko und Österreich<br />

aus?<br />

Es gibt etwa neunzig österreichische<br />

Unternehmen in Mexiko. Allerdings gäbe<br />

es noch mehr Raum für österreichische<br />

Unternehmen, wenn man die Zahl der<br />

deutschen Unternehmen heranzieht: Wir<br />

haben 2.000 deutsche Unternehmen in<br />

Mexiko, und im Vergleich 1:10 könnten<br />

demnach 200 österreichischen Unternehmen<br />

in Mexiko sein. Im Außenhandel zwischen<br />

Österreich und Mexiko erzielt Österreich<br />

einen großen Außenhandelsüberschuss.<br />

Wir wollen die wirtschaftliche<br />

Beziehung natürlich verstärken und Österreich<br />

davon überzeugen, in Mexiko zu investieren.<br />

Unser Vorteil ist, dass wir sowohl<br />

mit der EU als auch mit den USA ein Freihandelsabkommen<br />

haben. So gibt es die<br />

Möglichkeit, teilgefertigte Produkte über<br />

Mexiko in die USA einzuführen, um weniger<br />

Zoll zu zahlen. Auch wenn die Krise alles<br />

lahmgelegt, heuer wird es besser werden,<br />

wir können nicht immer in der Krise<br />

leben.<br />

Österreich und Mexiko sind derzeit beide<br />

im UN-Sicherheitsrat vertreten. Gibt es eine<br />

Zusammenarbeit und in welcher Art?<br />

Unser Botschafter bei der UNO in New<br />

York war früher Botschafter in Wien. Es gab<br />

ein Treffen zwischen ihm und dem österreichischen<br />

UNO-Botschafter hier in Wien,<br />

um gemeinsame Themen zu besprechen,<br />

darunter fallen der Schutz von Kindern<br />

und der Zivilbevölkerung in bewaffneten<br />

Konflikten, die Wahrung der Menschenrechte,<br />

Partizipation von Frauen beim<br />

Wiederaufbau nach Konflikten, Kontrolle<br />

des illegalen Waffenhandels, und die Westsahara-Friedensmission.<br />

Beide Länder sind<br />

für den Frieden, für ein Verbot von Atomwaffen.<br />

Die USA haben einen Grenzzaun gebaut,<br />

um Einwanderer aus dem Süden aufzuhalten.<br />

Wie kann das funktionieren?<br />

Die Grenze zwischen den USA und Mexiko<br />

ist über 3.000 Kilometer lang, davon verläuft<br />

mehr als die Hälfte entlang des Grenzflusses<br />

Rio Grande bzw. Rio Bravo. Es gibt<br />

nur einige Kilometer Zaun in Kalifornien<br />

und in den Grenzstädten. Die gesamte Grenze<br />

einzuzäunen ist unmöglich. Das Terrain<br />

ist schwierig wegen der Berge und Wüsten.<br />

Die USA wollen jedoch einen sog. „Virtual<br />

Fence“ aus Sensoren und Kameras bauen,<br />

um den Grenzübertritt zu überwachen, was<br />

aber sehr viel kostet. Das Problem ist, dass<br />

das Immigrationssystem der USA schwach<br />

ist. Es ist leicht, in die USA einzureisen und<br />

dann illegal dort zu bleiben.<br />

Wie groß ist das Problem der illegalen<br />

Einwanderung aus Mexiko?<br />

Natürlich, die meisten Immigranten<br />

ohne Papiere in den USA kommen aus Mexiko.<br />

In den 60er und 70er Jahren war es<br />

für einen Mexikaner ein Abenteuer oder eine<br />

Mutprobe, in die USA einzureisen;<br />

nachdem die Grenzkontrollen verstärkt<br />

wurden, konnten paradoxerweise viele<br />

nicht mehr nach Mexiko zurückkehren. Es<br />

ist sehr attraktiv, in den USA zu arbeiten.<br />

Der Stundenlohn ist viel höher. Damit die<br />

Migration gestoppt wird, müssen wir mehr<br />

Arbeitsplätze in Mexiko anbieten. Das<br />

Durchschnittsalter in Mexiko beträgt 18<br />

Jahre. Die Leute sind sehr jung. Das Bevöl-<br />

36 | <strong>SOCIETY</strong> 2_10


kerungswachstum hat sich aber verlangsamt<br />

und vielleicht wird sich der Arbeitsmarkt<br />

bald ändern.<br />

Wie beurteilen Sie die Migration? Wie<br />

groß ist der gegenseitige Einfluss?<br />

In den USA lebt eine große „hispanic<br />

community“ mit sechzig Millionen Muttersprachlern.<br />

Es gibt einen Gouverneur mit<br />

mexikanischer Herkunft, sowie einige Senatoren<br />

und mehrere Abgeordnete. Die<br />

Kulturen sind vermischt, es gibt Einflüsse<br />

in beide Richtungen. Die ausgewanderten<br />

Mexikaner wollen die Kultur der USA übernehmen,<br />

aber teilweise wollen sie ihre<br />

Kultur auch bewahren. Ich meine, die Leute<br />

sollten sich an die neue Kultur anpassen,<br />

wenn sie dort leben wollen.<br />

Der Unterschied zwischen Stadt und<br />

Land ist in Mexiko sehr groß. Wie kann<br />

man ihn ausgleichen?<br />

Wir haben das Problem der Landflucht.<br />

Achtzig Prozent der Menschen wohnen in<br />

Städten. Nur dort gibt es genug Arbeit<br />

und Ausbildungsmöglichkeiten. Außerhalb<br />

der Städte gibt es nicht viel. Die Arbeit<br />

auf dem Land ist sehr hart. Viele Teile von<br />

Mexiko sind Wüste oder Halbwüste, wo<br />

nicht einmal Landwirtschaft möglich ist.<br />

In den Teilen, wo Landwirtschaft möglich<br />

ist, leben die Menschen gut. Der Unterschied<br />

zwischen armen und reichen Menschen<br />

ist aber sehr groß. Vierzig Prozent<br />

der Bevölkerung sind arm. Wir müssen<br />

daran arbeiten, sie aus der Armut herauszuholen.<br />

Wie bekämpft der Staat die Armut?<br />

Es gibt zum Beispiel „Oportunidades“,<br />

eine interessante Strategie: Wenn die Mütter<br />

ihre Kinder in die Schule und zum Arzt<br />

bringen, bekommen sie eine Karte, mit der<br />

sie Geld von der Regierung bekommen. D.<br />

h. nur wenn sie sich um die Bildung und<br />

Gesundheit ihrer Kinder kümmern, bekommen<br />

sie eine finanzielle Hilfe.<br />

Im November/Dezember <strong>2010</strong> wird ein<br />

Klimagipfel in Cancún stattfinden. Welche<br />

Klimapolitik verfolgt Mexiko?<br />

Vor zehn, fünfzehn Jahren hatten wir<br />

ein großes Problem mit dem Wetterphänomen<br />

El Nino an der Pazifikküste. Deshalb<br />

sind wir an einer aktiven Klimapolitik<br />

interessiert. Die Verringerung von Treibhausgas-Emissionen<br />

ist dringend notwendig.<br />

Im Rahmen des Emissionsrechtehandels<br />

wäre es beispielsweise möglich, Geld<br />

für die Pflege der mexikanischen Wälder<br />

zu bekommen, die dann mehr CO2 aufnehmen<br />

können. Mexiko setzt sich aber nicht<br />

nur bei den Klimagipfeln ein, sondern verfolgt<br />

verschiedene Ziele und Programme.<br />

Kürzlich fand etwa die Conference of the<br />

Parties (COP) der Convention on Biological<br />

„Die USA wollen einen sog.<br />

‚Virtual Fence‘ aus Sensoren<br />

und Kameras bauen, um den<br />

Grenzübertritt zu überwachen.“<br />

S.E. ALEJANDRO DÍAZ<br />

„Vierzig Prozent der Bevölkerung<br />

sind arm. Wir müssen<br />

daran arbeiten, sie aus der Armut<br />

herauszuholen.“<br />

S.E. ALEJANDRO DÍAZ<br />

CURRICULUM VITAE<br />

S.E. Alejandro Díaz Pérez Duarte ist am 17. Juli 1945 in Mexiko-Stadt<br />

geboren. Er schloss 1967 ein Studium der<br />

Elektromechanik an der Universidad Iberoamericana ab.<br />

Danach machte er ein Diplom an der Technischen Universität<br />

München. Zwischen 1970 und 1980 war er in der Privatwirtschaft<br />

tätig, von 1980 bis 1987 war er Geschäftsführer<br />

für Logistik bei Kimberly Clark in Mexiko. Seit 1964 ist<br />

er Mitglied des Partido Acción Nacional (PAN), wo er verschiedene<br />

Positionen im Exekutivkomitee bekleidete. Er<br />

war für zwei Legislaturperioden Nationalratsabgeordneter<br />

und Mitglied in der Kommission für Außenbeziehungen<br />

des Nationalrates. Von 2003 bis 2007 war er Botschafter<br />

in Griechenland und gleichzeitig für Zypern. Seit drei<br />

Jahren ist S.E. Alejandro Díaz Botschafter in Österreich.<br />

Diversity mit Mexikos Teilnahme in Bonn<br />

statt. In Wien sind Verhandlungen mit<br />

OPEC über Umweltschutzthemen vorgesehen.<br />

D. h. wir wollen das ganze Jahr über<br />

Lösungen finden, nicht nur in Cancún.<br />

Welche Ergebnisse hat der Lateinamerikagipfel<br />

in Madrid gebracht?<br />

Selbst wenn man der Meinung wäre,<br />

dass die Ergebnisse des EU-LAK Gipfels<br />

substanzlos oder die gleichen wie in den<br />

vorangegangenen Treffen seien, gab es aus<br />

diesem Anlass folgende konkrete Fortschritte:<br />

Die Erweiterung der Kenntnis des<br />

EU-LAK durch konkrete Schritte; die Sicherung<br />

der ökologischen Nachhaltigkeit,<br />

unter Berücksichtigung sowohl der gemeinsamen<br />

als auch differenzierten Verantwortung;<br />

Förderung der Entwicklung<br />

von Projekten in den Bereichen erneuerbare<br />

Energien und Energieeffizienz; Bereitstellen<br />

der finanziellen Ressourcen zur<br />

Verbesserung und Weiterentwicklung der<br />

Infrastruktur und der nachhaltigen Netzwerke,<br />

um die regionale Integration und<br />

den sozialen Zusammenhalt zu fördern;<br />

die positiven Synergien zwischen Migration<br />

und Entwicklung in Angriff zu nehmen.<br />

Mexiko ist medial wegen der Kriminalität<br />

oft in den Schlagzeilen. Wie ist die Situation<br />

in Mexiko?<br />

Es gibt natürlich Kriminalität in Mexiko,<br />

aber sie wird in den Medien übertrieben dargestellt.<br />

Die meisten Konflikte betreffen verschiedene<br />

Mafiagruppen, die sich gegenseitig<br />

bekämpfen. Das ist kein Problem für<br />

Außenstehende, da nur Kriminelle darin<br />

involviert sind. In Mexiko gibt es weniger Tote<br />

per 100.000 Einwohner als in New Orleans<br />

oder Chicago. Die Medien machen aber aus<br />

jedem Toten eine große Sache. Die Pressefreiheit<br />

ist natürlich wichtig, aber der Sensationsjournalismus<br />

übertreibt das Ganze.<br />

Selbstverständlich müssen wir die Kriminalität<br />

und den Drogenhandel bekämpfen,<br />

das ist auch ein zentrales Thema der Regierung.<br />

Wie sehen die Beziehungen zu den anderen<br />

amerikanischen Staaten aus?<br />

Die mexikanische Außenpolitik ist stark<br />

auf die USA ausgerichtet. Die USA sind unser<br />

Nachbar, und wir wickeln achtzig Prozent<br />

unseres Handels mit den USA ab. Mit<br />

Brasilien versuchen wir ein Freihandelsabkommen<br />

abzuschließen, was sich aber<br />

schwierig gestaltet. Mit 44 Ländern gibt es<br />

bereits Freihandelsabkommen, und in Lateinamerika<br />

bereits mit Chile, Kolumbien,<br />

Peru und den zentralamerikanischen Ländern.<br />

Grundsätzlich setzt sich Mexiko für<br />

die Stärkung der multilateralen Beziehungen<br />

ein, weil so die besten Lösungen für<br />

die Probleme der Welt gefunden werden.<br />

Wir sind in Wien, Genf und New York bei<br />

der UNO sehr tätig.<br />

Wie gefällt Ihnen Wien?<br />

Wien ist wunderschön, das Angebot an<br />

Musik und Kultur ist erstklassig, die Leute<br />

sind gemütlich, nur das Wetter ist nicht so<br />

angenehm oder die ständigen Temperaturwechsel.<br />

Hier weiß man nie, wie das<br />

Wetter wird.<br />

Ihre Vorgängerin in Wien ist Außenministerin<br />

geworden.<br />

Wien ist irgendwie ein besonderer<br />

Platz. Nicht nur meine Vorgängerin hat<br />

Karriere gemacht, sondern auch der ehemalige<br />

Botschafter Südkoreas in Wien,<br />

Ban Ki-Moon, ist – wie wir alle wissen –<br />

jetzt Generalsekretär der Vereinten Nationen.<br />

<strong>SOCIETY</strong> 2_10 | 37


LATEINAMERIKA<br />

DIPLOMATIE<br />

Österreich in Lateinamerika<br />

El Bicentenario<br />

Österreichs Botschafter in den 200-Jahr-Jubiliäumsländern berichten über den aktuellen<br />

Stand der gegenseitigen Beziehungen.<br />

Die Beziehungen zwischen den lateinamerikanischen<br />

Staaten und Österreich<br />

sind erfreulicherweise konfliktfrei,<br />

mit manchen Ländern – etwa Mexiko<br />

– gibt es sogar länger zurückliegende geschichtliche<br />

Gemeinsamkeiten. Anlässlich<br />

des 200-Jahr-Jubiläums, dem Schwerpunktthema<br />

dieser <strong>SOCIETY</strong>-Ausgabe, berichten<br />

die österreichischen Botschafter in Argentinien,<br />

Chile, Kolumbien und Mexiko in<br />

Kurzinterviews über wichtige Aspekte der<br />

zwischenstaatlichen Beziehungen.<br />

***<br />

DR. ROBERT ZISCHG<br />

Botschafter in Buenos Aires<br />

Besuch von BM Spindelegger<br />

„Stärkeres Engagement“<br />

„Die argentinische Wirtschaft<br />

verzeichnete eine spektakuläre<br />

Entwicklung.“<br />

DR. ROBERT ZISCHG<br />

Wie gestalten sich die Feierlichkeiten des<br />

Bicentenario in Argentinien?<br />

Das 200-Jahr-Jubiläum wurde im ganzen<br />

Land mit zahlreichen Events sehr ausgiebig<br />

gefeiert. Den absoluten Höhepunkt<br />

bildeten am 25. Mai, dem Tag der Absetzung<br />

des spanischen Vizekönigs Cisneros<br />

und Einsetzung einer Regierungsjunta im<br />

Jahr 1810, eine spektakuläre Licht- und<br />

Ton-Show sowie ein grandioses Defilee mit<br />

Hunderten von Darstellern in Buenos Aires<br />

von der Casa Rosada bis zur Avenida 9 de<br />

Julio, die von Hunderttausenden begeisterten<br />

Zuschauern gesäumt war. Dabei<br />

wurden wichtige Ereignisse aus der Geschichte<br />

des Landes künstlerisch aufbereitet<br />

und schwungvoll in Erinnerung gerufen.<br />

Welche Themen wurden beim bilateralen<br />

Besuch BM Spindeleggers in Buenos Aires<br />

besprochen?<br />

BM Spindelegger konnte während seines<br />

zweitägigen offiziellen Besuchs in Buenos<br />

Aires mit vielen Spitzenpolitikern zusammentreffen.<br />

Damit konnte er sich bei<br />

seinem ersten Besuch in Argentinien ein<br />

persönliches Bild von den innen- und<br />

außenpolitischen Schwerpunkten Argentiniens<br />

machen. Bilateral ist das Verhältnis<br />

zwischen Österreich und Argentinien erfreulicherweise<br />

konfliktfrei. Im multilateralen<br />

Bereich gibt es zahlreiche Übereinstimmungen,<br />

so etwa im Menschenrechtsbereich.<br />

Sehr interessiert zeigte sich<br />

Außenminister Taiana an der von Österreich<br />

initiierten Errichtung einer Internationalen<br />

Antikorruptions-Akademie in Laxenburg<br />

im Herbst <strong>2010</strong>. Im<br />

Wirtschaftssektor sieht BM Spindelegger<br />

einiges an Potential für ein stärkeres Engagement<br />

österreichischer Firmen in Argentinien.<br />

Er sprach sich für einen raschen Abschluss<br />

der vor kurzem begonnenen Verhandlungen<br />

über ein neues Doppelbesteuerungsabkommen<br />

aus.<br />

Wie geht Argentinien mit der aktuellen<br />

Krise um – sind die Auswirkungen des wirtschaftlichen<br />

Kollapses 2002 schon verarbeitet?<br />

Die ab 2002 steigenden Rohstoffpreise<br />

und der von der Zentralbank gestützte<br />

günstige Wechselkurs des argentinischen<br />

„Die Chilenen haben den Ehrgeiz,<br />

persönlich, aber auch<br />

als Staat, zu reüssieren.“<br />

DR. WOLFGANG ANGERHOLZER<br />

FOTOS: WALTER KRUMBACH (1), BMEIA<br />

38 | <strong>SOCIETY</strong> 2_10


Pesos ermöglichten einen ausgeprägten<br />

Exportboom, der die Wirtschaft sehr rasch<br />

wieder auf die Beine brachte. Ende 2005<br />

war das seit 1998 verlorene Terrain bereits<br />

wieder aufgeholt. In den Jahren 2003<br />

bis 2008 verzeichnete die argentinische<br />

Wirtschaft eine spektakuläre Entwicklung<br />

und ist in diesem Zeitraum real durchschnittlich<br />

um 8,5% gewachsen. Nach einer<br />

Steigerung von 6,8 % im Jahr 2008<br />

brach die Wirtschaft deutlich ein; dabei<br />

spielten neben internen Faktoren auch die<br />

weltwirtschaftsbedingt beträchtlich gefallenen<br />

Preise für die Hauptexportgüter eine<br />

wichtige Rolle. Das Wachstum lag im Jahr<br />

2009 nach offiziellen Angaben bei +0,9%,<br />

gemäß privaten Analysten bei -3 bis -4 %.<br />

Die Talsohle scheint heuer jedoch schon<br />

überwunden zu sein; für das Gesamtjahr<br />

<strong>2010</strong> werden bereits wieder bis zu 6 %<br />

Wachstum prognostiziert.<br />

***<br />

DR. WOLFGANG ANGERHOLZER<br />

Botschafter in Santiago de Chile<br />

Große Zukunft<br />

„Ehrgeiz und Zuversicht sind<br />

beeindruckend“<br />

Wie haben Sie das Erdbeben im Februar<br />

erlebt? In welcher Weise konnte Österreich<br />

helfen?<br />

Das Erdbeben und die nachfolgende<br />

Springflut haben mit einem Schock in Erinnerung<br />

gerufen, wie mächtig und unbändig<br />

die Kräfte der Natur zuschlagen können.<br />

Unsere Aufmerksamkeit galt den<br />

Österreichern, die in der betroffenen Region<br />

leben, sowie den Reisenden, die unfreiwillig<br />

etwas länger in Chile verbleiben<br />

mussten. Glücklicherweise hat sich diese Situation<br />

binnen weniger Tage lösen lassen.<br />

„Österreich ist das einzige<br />

Land, das einen Akzent auf<br />

moderne Kunst gesetzt hat.“<br />

DR. ANDREAS LIEBMANN<br />

Die Bundesregierung sandte Großraumzelte<br />

und Notstromaggregate, Rotes Kreuz<br />

und Caritas richteten Spendenkonten ein<br />

und brachten umfangreiche Hilfsgüter<br />

nach Chile.<br />

Wie sehen die wirtschaftlichen Beziehungen<br />

zwischen Österreich und Chile aus?<br />

Von 2003 bis 2008 haben sich die Importe<br />

aus Chile vervierfacht, die österreichischen<br />

Exporte mehr als verdoppelt. Der leider<br />

sehr massive Einbruch im Jahr 2009 im<br />

Gefolge der internationalen Finanzkrise<br />

sollte uns nicht entmutigen. Ich bin überzeugt,<br />

dass binnen kurzer Zeit Chile für<br />

uns wieder der zweitwichtigste Markt –<br />

nach Brasilien – in Südamerika sein wird.<br />

Die chilenischen und die österreichischen<br />

Exportinteressen sind komplementär: Chile<br />

exportiert Bodenschätze und Grundstoffe,<br />

Österreich Maschinen, Halbfertigwaren<br />

und hochwertige Konsumgüter; nur beim<br />

Wein treten wir als Konkurrenten auf…<br />

Welche Erfahrungen haben Sie in Chile gesammelt?<br />

Wie sehen Sie die Zukunft des<br />

Landes?<br />

Nach mehr als drei Jahren in Santiago ist<br />

mir sehr vieles in Chile vertraut geworden,<br />

und ich bin dankbar für die vielen Freundschaften,<br />

die ich hier schließen konnte.<br />

Wenn mir etwas abgeht, dann eine bessere<br />

Kenntnis der Regionen: Santiago als politisches,<br />

wirtschaftliches und kulturelles Zentrum<br />

nimmt einen ganz in Beschlag. Chile<br />

hat großartige Voraussetzungen für eine erfolgreiche<br />

Entwicklung als Staat und Gesellschaft.<br />

Was mich am meisten beeindruckt,<br />

ist die Zuversicht jedes einzelnen Chilenen,<br />

einer besseren Zukunft entgegenzugehen,<br />

sowie der Ehrgeiz, persönlich, aber<br />

auch als Staat zu reüssieren.<br />

Was können Sie über den universitären<br />

Austausch berichten?<br />

„Mexiko hat eine spezielle Rolle<br />

in der Geschichte Österreichs.“<br />

DR. ALFRED LÄNGLE<br />

Der akademische Austausch der letzten<br />

Jahre ist eine richtige Erfolgsgeschichte.<br />

Zwanzig Universitätspartnerschaften bewirken,<br />

dass ein kontinuierlicher studentischer<br />

Austausch stattfindet. Eine besondere<br />

Stellung nimmt die Architektur ein,<br />

der in den letzten Jahren zahlreiche Ausstellungen<br />

gewidmet waren. Lateinamerika<br />

war und ist ein Zielgebiet für österreichische<br />

Architektur. Eine besondere<br />

Stellung nimmt hier Karl Heinrich Brunner<br />

ein, der Vater der Urbanistik in Lateinamerika,<br />

der vor siebzig Jahren den ersten<br />

Raumordnungsplan für Santiago entwarf.<br />

***<br />

DR. ANDREAS LIEBMANN<br />

Botschafter in Bogotá<br />

Erwin Wurm Ausstellung<br />

Der Blick von Außen<br />

Welche Bedeutung hat das Bicentenario<br />

in Kolumbien?<br />

Jubiläen sind immer eine Gelegenheit<br />

zurückzublicken, so hat Kolumbien die<br />

Feier seines Bicentenarios ganz unter den<br />

Titel „Memoria“ gestellt. Gleichzeitig bieten<br />

Jubiläen die Möglichkeit, Blicke in die Zukunft<br />

zu werfen und auch Blicke von außen<br />

zu gestatten. Österreich hat sich dafür<br />

entschieden, anlässlich dieses wichtigen<br />

Jubiläums einen Akzent auf die zeitgenössische<br />

Kunst zu setzen.<br />

Welchen Beitrag liefert Österreich bei den<br />

Feierlichkeiten?<br />

Österreich feiert das Bicentenario in Kolumbien<br />

mit einer großen Erwin Wurm<br />

Ausstellung mit dem Titel „Memory in an<br />

Age of Globalization – Perspektiven des<br />

Blicks von außen“. Erwin Wurm ist einer<br />

der wichtigsten Gegenwartskünstler Österreichs.<br />

Außenminister Michael Spindelegger<br />

erklärt dies folgendermaßen: „In unserer<br />

Zeit, bestimmt von Globalisierung und<br />

Konsum, die unsere Freiheit einengen und<br />

Abhängigkeiten entstehen lassen, überwindet<br />

Erwin Wurm in seinem Schaffen traditionelle<br />

Formen der Skulptur. Er gewinnt<br />

dadurch auf seine Art neuerlich Freiheit.<br />

Zugleich erinnert er damit auch an den<br />

Freiheitskampf eines Simón Bolívar oder an<br />

die Entdeckungsreisen eines Christoph Kolumbus,<br />

die jeder auf seine Art Zwänge ihrer<br />

Zeit abgeschüttelt haben. So sind auch<br />

wir alle gefordert, Freiheit immer wieder<br />

neu zu entdecken und zu erringen, ist sie<br />

doch untrennbar mit der Würde des Menschen<br />

verbunden. Die Besucher der Ausstellung<br />

haben dabei Gelegenheit, sich durch<br />

die Welt des Künstlers Erwin Wurm inspirieren<br />

zu lassen und aus dieser Erfahrung<br />

zu schöpfen.“<br />

<strong>SOCIETY</strong> 2_10 | 39


LATEINAMERIKA<br />

DIPLOMATIE<br />

Erwin-Wurm-Ausstellung in Bogotá zum<br />

Thema „Memory in an Age of Globalization“<br />

Ist diese Ausstellung ein Erfolg?<br />

Mit dem Ausstellungsbeitrag von Erwin<br />

Wurm ist Österreich das einzige Land in<br />

Kolumbien, das einen Akzent auf die moderne<br />

Kunst gesetzt hat. Größen in der kolumbianischen<br />

Kunstszene, aber auch die<br />

Präsidentin des kolumbianischen Bicentenarios,<br />

die First Lady Lina Moreno-Uribe<br />

zeigten sich von dieser Initiative begeistert.<br />

Die von der Kuratorin Sàrolta Schredl<br />

umsichtig zusammengestellte Ausstellung<br />

lockte bei ihrer Eröffnung am 8. Juni mehr<br />

als 300 Besucher in das Museum für Moderne<br />

Kunst in Bogotá. Nicht nur Kunststudenten<br />

folgten den „Instruction Drawings“<br />

von Erwin Wurm und verwandelten sich<br />

selbst in „One Minute Sculptures“.<br />

***<br />

DR. ALFRED LÄNGLE<br />

Botschafter in Mexiko-Stadt<br />

Gemeinsame Geschichte<br />

Vielfältige Beziehungen<br />

Was hat der Staatsbesuch von Bundespräsident<br />

Fischer im Jahr 2005 in Mexiko<br />

bewirkt?<br />

Es kam zu einer Intensivierung des Besuchsaustausches.<br />

Bei der Amtseinführung<br />

von Präsident Calderón 2006 war Staatssekretär<br />

Winkler zugegen. Ferner sind die<br />

Treffen von Außenministerin Cantellano<br />

mit BM Spindelegger in Prag und New<br />

York im Jahre 2009 hervorzuheben. Unter<br />

der Regierung Calderón findet ein stärkeres<br />

multilaterales Engagement Mexikos<br />

statt, insbesondere im Sicherheitsrat. Dadurch<br />

entstand eine gute und enge Zusammenarbeit<br />

bei gemeinsamen Themenschwerpunkten<br />

wie Menschenrechten,<br />

Schutz von Zivilisten und Rechtsstaatlichkeit.<br />

Die kulturellen Beziehungen gestalten<br />

sich vielfältig. Mexiko ist das einzige<br />

Land Lateinamerikas, in dem ein österreichisches<br />

Kulturforum besteht.<br />

Welche Bedeutung hat der Wirtschaftsstandort<br />

Mexiko für Österreich?<br />

Im Rahmen des EU-Mexiko-Abkommens<br />

intensivierten sich auch die bilateralen Beziehungen<br />

zwischen Österreich und Mexiko.<br />

Österreich ist in Mexiko mit einer<br />

Außenhandelsstelle und annähernd 60<br />

Unternehmen vertreten, von denen die<br />

Hälfte mit einer eigenen Produktion vor Ort<br />

ist. Mexiko ist für Österreich, nach Brasilien,<br />

der bedeutendste Handelspartner in Lateinamerika.<br />

2009 wies Österreich Einfuhren in<br />

der Höhe von 148 Mio. Euro und Ausfuhren<br />

in der Höhe von 277 Mio. Euro aus. Hierbei<br />

kam es zu einer spürbaren Erholung nach<br />

der Finanzkrise. Mexiko ist sich seiner wirtschaftlichen<br />

Dependenz von den USA sehr<br />

wohl bewusst und möchte diese durch strategische<br />

Allianzen zu anderen Regionen<br />

abschwächen. Die Regierung Calderón vertiefte<br />

deshalb die politischen und wirtschaftlichen<br />

Beziehungen zur EU.<br />

Welche Erfahrungen haben Sie in Mexiko<br />

gemacht?<br />

Mexiko ist ein Land mit einer alten und<br />

reichen Kultur. Insbesondere die präkoloniale,<br />

koloniale und moderne Architektur beeindrucken<br />

mich sehr. Die landschaftliche<br />

Vielgestaltigkeit Mexikos ist<br />

einzigartig. Darüber hinaus möchte ich<br />

die großzügige Gastfreundschaft der Mexikaner,<br />

die ausgezeichnete und reichhaltige<br />

mexikanische Küche hervorheben.<br />

Wie groß sind die Gemeinsamkeiten zwischen<br />

Mexiko und Österreich?<br />

Mexiko hat trotz seiner geographischen<br />

Distanz eine spezielle Rolle in der Geschichte<br />

Österreichs. Kaiser Franz Joseph<br />

beschloss die internationale Präsenz Österreichs<br />

zu stärken und das konsularische<br />

Netzwerk weltweit auszubauen. Daraufhin<br />

wurde 1850 in Mexiko erstmals eine diplomatische<br />

Mission eröffnet. Kaiser Maximilian<br />

wurde bei seiner Mission im Jahre<br />

1864 von einigen tausenden Österreichern<br />

begleitet, die sich auch nach seinem Tod in<br />

die mexikanische Gesellschaft integrierten.<br />

Unvergessen bleibt, dass Mexiko als<br />

einziges Land der Welt einen offiziellen<br />

Protest gegen den „Anschluss“ Österreichs<br />

im März 1938 vor dem Völkerbund eingelegt<br />

hat und im 2. Weltkrieg ca. 1.500<br />

österreichische Flüchtlinge aufgenommen<br />

hat.<br />

40 | <strong>SOCIETY</strong> 2_10


LATEINAMERIKA<br />

WIRTSCHAFT<br />

Große Zukunft mit langer Geschichte<br />

Wirtschaftswunder<br />

Lateinamerika<br />

Im <strong>SOCIETY</strong> Interview spricht Dr. Andreas Schmid, Regionalmanager<br />

für Nord- und Lateinamerika der WKO, über<br />

die Besonderheiten Lateinamerikas und die Wirtschaftschancen<br />

Österreichs. Interview von Natascha Grimm<br />

Seit wann beschäftigen Sie sich beruflich<br />

mit der Region Lateinamerika?<br />

In der Wirtschaftskammer bin ich seit<br />

22 Jahren in der Außenwirtschaft tätig<br />

und habe gleich zu Beginn meiner Karriere<br />

drei Jahre in Brasilien verbracht. Zuletzt<br />

war ich Handelsdelegierter in Venezuela<br />

mit der Zuständigkeit für Venezuela, Kolumbien<br />

und die Karibik. Weiters habe ich<br />

zehn Jahre in Lateinamerika gelebt und<br />

bin seit drei Jahren aus dem Inland für die<br />

Koordination der Region Amerika, sowohl<br />

Nord- als auch Südamerika zuständig.<br />

Wie gut funktionieren Handelsbeziehungen<br />

mit einem so großen Gebiet?<br />

Es gibt in dieser Region hoch entwickelte<br />

Industrieländer wie die USA und Kanada,<br />

Schwellenländer wie Brasilien, Mexiko<br />

und Chile, aber auch Entwicklungsländer<br />

wie Bolivien, Venezuela, Ecuador, Kolumbien.<br />

Lateinamerika ist eine sehr inhomogene<br />

Region, sodass jedes Land eine eigene<br />

Strategie benötigt. Wenn man auf dem lateinamerikanischen<br />

Markt tätig sein<br />

df.ldflkjdfh kdhflkdfh lnk dfh kndh<br />

möchte, ist es ganz wichtig, sich als Firma<br />

fkndfh nkh dfknldfh kn<br />

auf den Markt einzustellen und eine interkulturelle<br />

Kompetenz aufzubauen. Wir<br />

möchten den Firmen dahingehend durch<br />

eine Kooperation mit dem Lateinamerikainstitut<br />

weiterhelfen. Es werden Workshops<br />

zum Thema „Interkulturelles Management<br />

Lateinamerika“ abgehalten, um<br />

Mitarbeiter und Manager von österreichischen<br />

Firmen, die nach Lateinamerika gehen<br />

oder diesen Markt von hier aus bearbeiten,<br />

auf dieses Thema vorzubereiten<br />

und die nötigen Softskills für ein erfolgreiches<br />

Lateinamerikageschäft zu vermitteln.<br />

Welche Besonderheiten gibt es bei Geschäftsbeziehungen<br />

mit Lateinamerika?<br />

Für gute Geschäftsbeziehungen ist es<br />

wichtig mit dem Gegenüber eine Beziehung<br />

aufbauen. In Lateinamerika wird<br />

man zuerst Freund und erst danach Geschäftspartner.<br />

Das Pflegen der Beziehungsebene<br />

ist ein wichtiger Teil der lateinamerikanischen<br />

Mentalität. Anders<br />

als in Europa ist es in Lateinamerika ein<br />

Muss das Geschäftliche mit dem Privaten<br />

zu vermischen. Die Gründe dafür sind<br />

unter anderem, dass die Rahmenbedingungen<br />

und die Rechtssicherheit in Lateinamerika<br />

nicht so gegeben sind wie in<br />

Europa. Daher ist es im Vorfeld sehr bedeutsam<br />

zu wissen, mit wem man eine<br />

Geschäftsbeziehung eingeht.<br />

„In Lateinamerika ist es ein<br />

Muss, das Geschäftliche mit<br />

dem Privaten zu vermischen.“<br />

DR. ANDREAS SCHMID<br />

Welche Bedeutung hat der lateinamerikanische<br />

Markt für Österreich?<br />

Insgesamt machen die lateinamerikanischen<br />

Märkte nur 1,5 Prozent des österreichischen<br />

Exports aus. Man muss dabei jedoch<br />

bedenken, dass Österreich mehr als drei<br />

CURRICULUM VITAE<br />

Dr. Andreas Schmid wurde am<br />

23. März 1961 geboren. Nach einem<br />

Studium der Rechtswissenschaften<br />

und der Ausbildung<br />

zum diplomierten Übersetzer für<br />

Englisch, Französisch und Spanisch<br />

an der Universität Innsbruck<br />

folgte der Eintritt in die<br />

Wirtschaftskammer Österreich. Seine akademische Ausbildung<br />

vervollständigte er mit einem Executive MBA der<br />

California State University Hayward. Dr. Schmid war als<br />

stellvertretender Handelsdelegierter in Brasilien, USA und<br />

Deutschland tätig, ehe er zum Handelsdelegierten für Venezuela,<br />

Kolumbien und die Karibik mit Sitz in Caracas berufen<br />

wurde. Seit 2007 bekleidet er das Amt des Regionalmangers<br />

für Nord- und Lateinamerika der WKO.<br />

Viertel aller Exporte im europäischen Raum<br />

tätigt und somit diese eineinhalb Prozent anders<br />

zu bewerten sind. Weltweit ist der österreichische<br />

Außenhandel 2009 um zwanzig<br />

Prozent eingebrochen, die Zahlen auf Lateinamerika<br />

bezogen sehen jedoch weitaus besser<br />

aus. Während der Wirtschaftskrise hat<br />

sich die Region allgemein ganz gut gehalten.<br />

Es war eines der Gebiete mit den geringsten<br />

wirtschaftlichen Einbrüchen und mit den<br />

zweitbesten Resultaten in dieser Zeit.<br />

Wie sieht die wirtschaftliche Zukunft<br />

Lateinamerikas aus?<br />

Heuer wird ein Wachstum von 4,8 Prozent<br />

für die gesamte Region prognostiziert.<br />

Das ist weit über dem, was Europa erwarten<br />

kann. Das ist wieder ein Indiz<br />

dafür, wie dynamisch diese Region ist. Momentan<br />

entdeckt praktisch die ganze Welt<br />

die Bedeutung Lateinamerikas, darum<br />

lohnt es sich auf jeden Fall, hier Fuß zu fassen<br />

und diesen Markt zu bedienen.<br />

Welche Branchen haben in Lateinamerika<br />

eine viel versprechende Zukunft?<br />

Die wachsenden Sektoren sind sicherlich<br />

Umwelttechnik, alternative Energietechniken<br />

und der gesamte Infrastrukturbereich.<br />

Die Chancen für Österreichs Wirtschaft<br />

sind breit gefächert, da wir in sehr vielen Nischenbereichen<br />

Marktführer sind und der<br />

Bedarf in Lateinamerika in diesen Bereichen<br />

besonders besteht. Man muss als<br />

Unternehmen jedoch über ausreichend humane<br />

und finanzielle Ressourcen verfügen,<br />

um auf diesem Markt zu bestehen. Allgemein<br />

gesagt bedarf es eines hohen Grads an<br />

Ausdauer. Im Endeffekt lohnt es sich jedoch<br />

mit dieser Region in Handelsbeziehungen<br />

zu treten, da dort noch Margen möglich<br />

sind, die woanders nicht vorstellbar wären.<br />

Wie viele österreichische Firmen sind in<br />

Lateinamerika vertreten?<br />

Es gibt etwa 300 Niederlassungen, wobei<br />

über die Hälfte in Brasilien zu finden ist. In<br />

ständigen Geschäftsbeziehungen mit Lateinamerika<br />

befinden sich ungefähr 2.000<br />

österreichische Firmen. Die Branchen sind<br />

sehr verschieden. Es geht vom Anlagenbau<br />

bis hin zu Energydrinks. Die österreichische<br />

Wirtschaftslandschaft ist sehr bunt<br />

und verfügt über sehr gute Nieschenplayer,<br />

die auch weltweit Markführer in ihren<br />

Branchen sind. Voraussetzung für eine erfolgreiche<br />

Zusammenarbeit in Lateinamerika<br />

ist jedoch, dass das Produkt für den<br />

Markt stimmt, der Markteintritt gut geplant<br />

ist und auch eine permanente Präsenz<br />

vor Ort gegeben ist. Dafür sind auch<br />

unsere Außenhandelsstellen eingerichtet,<br />

die eine Art Infrastruktur für die Unternehmen<br />

darstellen, um diese bei ihren Geschäftsbeziehungen<br />

zu unterstützen.<br />

<strong>SOCIETY</strong> 2_10 | 41


LATEINAMERIKA<br />

BOTSCHAFTER<br />

Latin American Ambassadors in Vienna<br />

Integration of a Continent<br />

The Bicentenario is a very important occasion for the Latin American countries to reflect<br />

past, present and future of a whole continent. <strong>SOCIETY</strong> asked the Ambassadors of these<br />

countries for their point of view.<br />

What have the Ambassadors accredited<br />

in Vienna of the countries celebrating<br />

the “Bicentenario” to say about<br />

the importance of this jubilee? Where<br />

is Latin America going? What has been<br />

achieved and what are the upcoming challenges?<br />

The Bicentenario gives reason to reflect<br />

the past and the future of a whole continent<br />

which is still struggling for the right<br />

model of integration and co-operation.<br />

***<br />

H.E. DR. DIEGO STACEY<br />

Ambassador of Ecuador<br />

Co-operation and understanding<br />

A Time for Reflection<br />

What is the importance of the Bicentenario<br />

for the people of Ecuador and for you<br />

personally?<br />

The Bicentennial is a celebration honoring<br />

the heroes and people that struggled<br />

for independence and gave us freedom,<br />

unity and self-determination. At the same<br />

time, it is the opportunity to remember<br />

the processes which determined the political,<br />

social and economic transformations<br />

of our countries during that period.<br />

„The Bicentennial is a celebration<br />

honoring the heroes and<br />

people that struggled for independence.“<br />

H.E. DR. DIEGO STACEY<br />

Personally; the Bicentennial is a time<br />

for reflection about the gains and shortcomings<br />

after 200 hundred years of independence,<br />

focused specially on human and<br />

„We hope to strengthen cooperation<br />

with other countries<br />

to finally defeat organized<br />

crime and terrorism.“<br />

H.E. JOSÉ SERRANO CADENA<br />

42 | <strong>SOCIETY</strong> 2_10


cultural achievements, not to repeat the<br />

mistakes of the past.<br />

How would you see the current development<br />

of Ecuador (economically and politically)?<br />

We are witnessing what can be defined<br />

as a change of times, where finally social<br />

and education expenditures are a priority.<br />

At the same time, inclusiveness, equity, justice,<br />

and better wealth distribution mainly<br />

among the poorest of the Country, is becoming<br />

a reality.<br />

How would you assess the future of Latin<br />

America as a unity?<br />

The current dynamic of regional and<br />

sub regional integration, based on a pragmatic<br />

political will, is strengthening the<br />

existing mechanism and opening new spaces<br />

for the construction of cooperation<br />

and understanding in Latin-America. Certainly<br />

a growing common development<br />

and security agenda are key elements to<br />

trigger the welfare of the continent.<br />

***<br />

H.E. JOSÉ SERRANO CADENA<br />

Ambassador of Colombia<br />

Free trade and growth<br />

Seeking Welfare<br />

„This is what anniversaries are<br />

for. To see where we come from<br />

and where we wish to go.“<br />

CHARGÉ D’AFFAIRES FRANCISCO<br />

JAVIER BERGUNO HURTADO<br />

What is the importance of the Bicentenario<br />

for the people of Colombia and for you<br />

personally?<br />

The Bicentenario is a very important<br />

event for all Colombians and, in general, Latin<br />

Americans, because of the celebration<br />

of two centuries of republican life. All this<br />

time we have been seeking the welfare of<br />

our people, as an independent nation, and<br />

we have one of the most stable democracies<br />

in our region.<br />

How would you see the current development<br />

of Colombia? Is further economic<br />

growth possible?<br />

Thanks to the willingness of the Government<br />

of President Uribe and after several<br />

decades of violence, Colombians are<br />

enjoying an era of security that has enabled<br />

us to attract foreign investment. Colombia<br />

is betting on free trade, we hope<br />

that the entry into force of the treaties we<br />

have signed with several countries, particularly<br />

with the United States and the European<br />

Union, enable the access of the Colombian<br />

products to these markets. This<br />

way, we will achieve a sustainable growth<br />

supporting the living conditions of everyone,<br />

especially the most vulnerable sectors<br />

of our society.<br />

What will be done about the problems with<br />

Guerrilla and Crime?<br />

President Uribe’s democratic security<br />

policy has been successful to combat all<br />

forms of crime, particularly to prevent terrorism<br />

and dismantle the armed groups<br />

that have been engaged in trafficking and<br />

production of illicit drugs. This policy will<br />

be maintained. We hope to strengthen cooperation<br />

with other countries to finally defeat<br />

organized crime and terrorism.<br />

How would you assess the future of Latin<br />

America as a unity?<br />

Latin American integration is a priority<br />

of Colombia’s foreign policy, so we strive to<br />

achieve this goal. If the union of Europe<br />

has come this far, and it has been a stunning<br />

achievement despite the differences,<br />

why not us having common interests?<br />

***<br />

CHARGÉ D’AFFAIRES FRANCISCO<br />

JAVIER BERGUNO HURTADO<br />

Embassy of Chile<br />

A Common Destiny<br />

„The world should not simply<br />

be determined by economic<br />

interests and accumulation.“<br />

H.E. ALI DE JESUS UZCATEGUI<br />

DUQUE<br />

Moving in the Right Direction<br />

What is the importance of the Bicentenario<br />

for the people of Chile and for you personally?<br />

The Bicentenary is an important milestone<br />

in our history as an independent nation.<br />

We will be celebrating 200 years,<br />

which have seen both formidable achievements<br />

and also very difficult times. We are<br />

today a modern democracy with an open<br />

economy and where we have tried to build<br />

an inclusive society. The Bicentenary is an<br />

excellent opportunity to reflect upon this;<br />

reviewing not only our successes and our<br />

weaknesses, but also understanding where<br />

we could improve, and what sort of society<br />

we wish to continue building. This is what<br />

anniversaries are for. To see where we come<br />

from and where we wish to go.<br />

There is a very strong sense of belonging<br />

to this nation. My Grandmother used to say<br />

the Andes Mountains cast a spell on people<br />

binding them to the land. This year we were<br />

struck by one of the strongest earthquakes<br />

ever recorded. The reconstruction process<br />

in the wake of the devastation of the<br />

earthquake has shown the capability and<br />

willingness of Chileans to come together in<br />

difficult times and overcome adverse circumstances.<br />

How do people celebrate the Bicentenario?<br />

There are many ways that the Bicentenary<br />

is being celebrated, and this is through<br />

public works, emblematic projects, scholarships,<br />

public and private events such as<br />

concerts and folkloric dances, and much<br />

more. It is a grand event and its celebrations<br />

are many, lasting throughout the year.<br />

The effect has been to create a broader<br />

sense of unity, as well as a moment to reflect.<br />

It is not only being celebrated by Chileans<br />

in Chile, but also abroad. In our past<br />

two events here in Vienna, we celebrated together<br />

with other Latin American countries,<br />

and it was not only our nationals who<br />

came, but many others who were not from<br />

our countries, willing to celebrate with us.<br />

How would you assess the future of Latin<br />

America as a unity?<br />

The 19th Century was characterized by<br />

nation building and yet the concept of a<br />

unified South America was present even<br />

during the process of independence. Integration<br />

processes take time and are of a<br />

complex nature. Nevertheless there is no<br />

doubt that there is a sense of common destiny.<br />

Most of the continent has a common<br />

language, similar values and culture. Today<br />

intraregional commerce and movement of<br />

people is stronger than ever before. At a political<br />

level we have UNASUR which in few<br />

<strong>SOCIETY</strong> 2_10 | 43


LATEINAMERIKA<br />

DIPLOMATIE<br />

years has become an indispensable forum<br />

for the discussion of regional affairs. You<br />

will find different models of development<br />

in our continent. Chile has chosen a certain<br />

path and our becoming full member of the<br />

OECD is quite indicative of the model of development<br />

we have chosen. Yet at the same<br />

time we respect the path others have decided<br />

to follow. I believe we are moving in the<br />

right direction.<br />

***<br />

H.E. ALI DE JESUS<br />

UZCATEGUI DUQUE<br />

Ambassador of the Bolivarian<br />

Republic of Venezuela<br />

New Strategies<br />

Justice for an Exhausted World<br />

What is the importance of the Bicentenario<br />

for the people of Venezuela and for you<br />

personally?<br />

The celebration of the Bicentenario, for<br />

Latin America as well as for Venezuela, is a<br />

moment of jubilation in which we remember<br />

the heroic deed of our patriots who matured<br />

the idea of liberty and achieved the<br />

independence of our rising Republics, the<br />

most ancient ones, from the Spanish<br />

Crown; as well as an invaluable opportunity<br />

to emphasize our democratic and republican<br />

vocation, our politic and economic<br />

sovereignty and our ratification as worthy<br />

peoples, builders of our own destiny.<br />

As well, this celebration has a special<br />

connotation for Venezuela. 200 years after<br />

the achievement of our independence, the<br />

democratic government lead by President<br />

Hugo Chávez Frías made huge steps towards<br />

a new model of administration, and<br />

during the last 10 years, the necessary<br />

structural changes have been reached<br />

through the Bolivarian Revolution supporting<br />

the establishment of the “Socialism of<br />

the 21st Century”, without any doubts a hope<br />

not only for the Venezuelan people as<br />

well as for the whole Latin American society,<br />

for its objectives of the full achievement<br />

of liberty, the sustainable process<br />

and the social justice which are so alarmingly<br />

needed in today’s exhausted world. It is<br />

also important to point out that our Bolivarian<br />

Revolution, above all things, is humanistic<br />

and was realized in peace and democracy,<br />

supported by the majority of the<br />

Venezuelan people.<br />

How would you see the current development<br />

of Venezuela? Oil production is the<br />

biggest income for Venezuela, but it depends<br />

on market prices, which is “both a<br />

blessing and a curse”…<br />

With regards to the oil production in Venezuela,<br />

the country’s principal source of<br />

income, like you said, it’s a blessing and a<br />

curse at the same time. The second one in<br />

virtue of the fact that no Venezuelan government<br />

ever anticipated what we now designate<br />

and develop with the “Oil Sowing<br />

Plan”, converting the Venezuelan economy<br />

in an importer of the principal consumer<br />

goods for our population. Without any<br />

doubt, the policies of the Bolivarian Government<br />

give first priority to the “sowing” of<br />

lots of resources obtained from the oil sale<br />

in the fields of technology, agriculture as<br />

well as manufacture to achieve a domestic<br />

production which satisfies not only the national<br />

consumption, but also because of the<br />

surplus would be suitable for exportation.<br />

It is important to add that our governmental<br />

policies during these last 10 years aimed,<br />

as a blessing for the Venezuelan population,<br />

at guaranteeing fair oil prices at<br />

international level, investing the benefits in<br />

programs of priority social attention, created<br />

by President Chávez parallel to the governmental<br />

organisms.<br />

How would you assess the future of Latin<br />

America as a unity?<br />

In Latin America and the Caribbean,<br />

there is a tremendous willingness to cooperate<br />

and a large amount of other elements<br />

that make it possible for us to work towards<br />

the development of an alternative model of<br />

civilization. In fact, some examples of this<br />

model are now consolidating, in countries<br />

that have established fully democratic social<br />

projects, with an ideology geared towards<br />

using natural resources as a source<br />

of regeneration and conservation.<br />

Latin America and the Caribbean are<br />

still at the vanguard with regards to the<br />

idea that the world should not simply be<br />

determined by economic interests and accumulation.<br />

We have to desperately seek<br />

means of combating this exhaustion. Today,<br />

Latin America and the Caribbean represents<br />

to the humankind a territory open<br />

to the alternative, where we are constantly<br />

implementing new strategies so that the social<br />

justice can reign in relative harmony<br />

with the planet. Therefore, the full integration<br />

of Latin America and the Caribbean is<br />

one of the open hopes of the world.<br />

44 | <strong>SOCIETY</strong> 2_10


DER<br />

LEINER<br />

MOMENT:<br />

WENN SIE<br />

SICH VOR<br />

HERZKLOPFEN<br />

SETZEN<br />

MÜSSEN.


LATEINAMERIKA<br />

WIRTSCHAFT<br />

Erfolgreich starten in Mexiko<br />

Gegenseitig profitieren<br />

Christoph Ravenstein, Direktor der RavenGroup, über das Konzept des RavenCluster, das<br />

die Infrastruktur seines in Mexiko ansässigen Unternehmens Neuankömmlingen zur<br />

Verfügung stellt.<br />

Christoph Ravenstein,<br />

Direktor der RavenGroup<br />

Wie sind Sie auf die Idee gekommen, ausländischen<br />

Firmen zu helfen, die sich in<br />

Mexiko niederlassen wollen?<br />

Die Idee ist per Zufall entstanden. Nachdem<br />

wir unsere Elastomerproduktion in<br />

Monterrey aufgebaut hatten, fragte ich einen<br />

befreundeten mittelständischen<br />

Unternehmer, warum er nicht nach Mexiko<br />

kommt, um seine Kunden auch hier in<br />

Nordamerika zu bedienen und um neue<br />

dazuzugewinnen. Ich bot an, dass sein<br />

Unternehmen unsere vorhandene Organisation<br />

und Produktionshalle anteilsmäßig<br />

nutzen könne. Trotz des anfangs geringen<br />

Umsatzes war das neue mexikanische<br />

Unternehmen schon im ersten Jahr profitabel.<br />

Wir konnten im Gegenzug ebenfalls<br />

unsere Kosten damit optimieren. Nachdem<br />

sich durch Mund-zu-Mund-Propaganda<br />

kurzfristig andere mittelständische<br />

Unternehmen diesem Konzept anschlossen,<br />

war die Idee des Clusters geboren.<br />

Welche Argumente sprechen für eine<br />

Investition in Mexiko? Welche Vorteile bietet<br />

Mexiko?<br />

Mexiko ist ein junges Land in vielerlei<br />

Hinsicht. Die Demokratie ist nicht alt, der<br />

Beginn der Industriealisierung und Privatisierung<br />

liegen noch nicht lange zurück<br />

und die Bevölkerung ist im Durchschnitt<br />

nur 26 Jahre alt. Das verleiht dem Land so<br />

etwas wie eine Aufbruchsstimmung mit<br />

vielen wirtschaftlichen Chancen. Mexiko<br />

ist reich an Ressourcen und gehört zu den<br />

industriell fortschrittlichsten Ländern Lateinamerikas.<br />

Größter Motor dabei ist sicherlich<br />

das Nordamerikanische Freihandelsabkommen.<br />

Immer mehr Großunternehmen<br />

verlagern Teile ihrer Produktion<br />

von den USA, Europa und Asien<br />

nach Mexiko. Entsprechend werden qualifizierte<br />

Zulieferanten benötigt, die nicht<br />

nur produzieren, sondern auch langfristigen<br />

Service in Entwicklung und Prozesstechnik<br />

vor Ort bieten. Mexiko bietet eine<br />

gute Plattform, um die Wachstumsmärkte<br />

USA, Mittel- und Südamerika zu bedienen.<br />

Europäische Technik ist vor allen Dingen<br />

in den Feldern Automobil- und Hausgeräteindustrie<br />

gefragt sowie ganz besonders im<br />

Bereich der erneuerbaren Energien.<br />

Welche Firmen sprechen Sie mit Ihrem<br />

Angebot an?<br />

Bei uns kann sich jede Firma melden,<br />

die interessiert ist, nach Mexiko zu gehen.<br />

Ein Austausch mit Unternehmern<br />

ist früher oder später für alle Beteiligten<br />

immer von Vorteil. Wir arbeiten hier<br />

auch mit einem gewissen Idealismus,<br />

um den interessierten Unternehmen einen<br />

Einstieg in Mexiko zu erleichtern.<br />

Unser Clusterkonzept ist besonders für<br />

kleine und mittelständische Unternehmen<br />

interessant.<br />

Was muss man wissen, wenn man in Mexiko<br />

investiert? Wie können Sie interessierten<br />

Firmen helfen?<br />

Um in Mexiko erfolgreich zu sein, muss<br />

man die Geschichte und den Einfluss der<br />

verschiedenen Kulturen kennen, sonst wird<br />

man das Land und die Leute nur bedingt<br />

verstehen und sein Unternehmen dort<br />

nicht erfolgreich führen können. Gewiss<br />

trifft dies nicht nur auf Mexiko zu. Trotzdem<br />

ist es auch heute noch für mich<br />

manchmal überraschend, welche Auswirkungen<br />

die „kleinen“ Mentalitätsunterschiede<br />

auf den Arbeitsalltag haben. Kommunikation<br />

ist wichtig, jedoch muss man<br />

wissen, dass die Art der Verständigung in<br />

Nuancen zu unserer abweicht und damit<br />

auch das Verständnis der übermittelten<br />

Botschaft durchaus nicht immer gleich<br />

sein muss. Nur wenn man dies berücksichtigt,<br />

kann man den Zugang zum mexikanischen<br />

Geschäfts- und Privatleben finden<br />

und die für uns etwas kompliziert erscheinenden<br />

Rahmenbedingungen überwinden.<br />

Das Cluster ist kein Beratungsunternehmen.<br />

Vielmehr bieten wir interessierten<br />

Unternehmen an, einen möglichen<br />

Start in Mexiko mit unserer Erfahrung zu<br />

begleiten. Das Cluster ist keine Firma, die<br />

Geld verdient, sondern ein Konzept, das allen<br />

Mitgliedern Kosten spart.<br />

46 | <strong>SOCIETY</strong> 2_10


RavenCluster co-operation concept<br />

Efficient and Flexible<br />

For small and mid-size companies willing to establish themselves in Mexico, RavenCluster<br />

was set up in Monterrey/Mexico by Christoph Ravenstein in order to find synergies and share<br />

costs in a multinational environment.<br />

Born out of idealism, RavenCluster is a<br />

new cooperation concept for small and<br />

mid-size companies which are planning<br />

to settle in Mexico and are looking for a way<br />

to reduce the risks the high start-up costs imply.<br />

The RavenCluster is an option to avoid<br />

committing the same mistake twice.<br />

The RavenGroup is the corporation that<br />

owns RavenRubber and created RavenCluster.<br />

RavenRubber’s production plant is located<br />

in Monterrey, México, and produces rubber<br />

molded parts for the automotive and the<br />

household appliances industry. From their<br />

experience settling the production plant in<br />

México, the RavenCluster idea was born.<br />

RavenCluster is located in AMB Agua Fría Industrial<br />

Park in Apodaca and hosts among<br />

other companies RavenRubber.<br />

***<br />

Partnership for Synergies<br />

“At the beginning, the costs and investments<br />

for a company are generally very<br />

high”, says Mr. Ravenstein, Director of Raven-<br />

Group,“for that reason we decided to create<br />

this cluster to share administrative costs, customs<br />

expenses, labor costs and costs of<br />

fringe benefits.” Companies at RavenCluster<br />

can use physical space, human resources<br />

and administrative facilities. Thus, the cluster<br />

is a viable alternative to begin such an<br />

ambitious project as the settlement of a production<br />

plant overseas. Members can reduce<br />

initial investment costs and increase the<br />

time the investment is returned.<br />

But why Mexico? This is an easy question<br />

to be answered by Mr. Ravenstein: “With<br />

high economic growth rates and a strategic<br />

location on the Southern border of the U.S.,<br />

as well as sea access to European, South<br />

American and Asian markets, Mexico is the<br />

perfect location to go global.”<br />

So far, five companies have settled at<br />

AMB with the help of RavenCluster, i. e. two<br />

Austrian, two German and one Turkish company.<br />

By the end of <strong>2010</strong> it is planned to<br />

have ten companies installed at the cluster.<br />

***<br />

Sustainable Project<br />

RavenCluster offers three types of relation<br />

between cluster member and host:<br />

service contract, co-operation and jointventure.<br />

This is decided according to how<br />

independent or committed both parties<br />

decide the relation should be. All three relations<br />

are adapted to the needs of new<br />

members and always modified to fit all parties.<br />

Additionally, co-operation or participation<br />

in other projects of the RavenCluster is<br />

open for members. Among additional services<br />

is the settlement of plants and the participation<br />

in the energy project. Physical<br />

space can go from 1 sqm up to 40,000 sqm<br />

because current established production lines<br />

are movable, and with the inclusion of<br />

any new member, modifications and adaptations<br />

are reviewed. The offer goes in the<br />

form of modules ranking from physical space,<br />

to administrative operations, responsibility<br />

over the human resources department,<br />

legal services, etc.<br />

In close partnership with universities<br />

and State youth Institutions, RavenCluster<br />

is developing a program that offers its<br />

members the opportunity to train in their<br />

mother companies young, highly educated<br />

Mexicans, to bring to their daughter company<br />

in Mexico the know-how and quality<br />

standard each company has.<br />

The energy project is based on the fact<br />

that Mexico is full of unused resources. For<br />

this reason, the next buildings of the industrial<br />

park will be built from the very beginning<br />

based on the consideration of intelligent<br />

energy systems that will make the<br />

most out of renewable energies. This shows<br />

Opening of the AMB Agua Fria Industrial<br />

Park near Monterrey<br />

a strong sense of social and environmental<br />

responsibility envisaging geothermal,<br />

photovoltaic and wind projects to save energy<br />

costs by using natural and sustainable<br />

resources. Likewise, RavenCluster is built<br />

on trust and partnership with the overall<br />

aim of a steady development of its partners.<br />

“Our co-operation uses the efficiency of<br />

major enterprises without losing the flexibility<br />

and strength of small companies”,<br />

says Mr. Ravenstein.<br />

CONTACT<br />

RavenCluster<br />

Carretera a Agua Fria # 499 AF2<br />

AMB Agua Fria Industrial Park<br />

Apodaca, Nuevo León, C.P. 66600, MEXICO<br />

Tel. +52-(81)-8215 3500<br />

More information in Austria:<br />

Maria Fernanda Reyes<br />

Tel. +43-(0)7246-7305 50<br />

E-mail: office@ravencluster.com<br />

<strong>SOCIETY</strong> 2_10 | 47


LATEINAMERIKA<br />

KOMMENTAR<br />

Europa und Lateinamerika rücken näher zusammen – Der EULAC-Prozess<br />

Eine Geschichte voller Höhen<br />

und Tiefen<br />

Vor vier Jahren herrschte in Wien geradezu eine Lateinamerika-Euphorie. Auch die Ziele der<br />

Staats- und Regierungschefs, die sich im Mai 2006 zum vierten EULAC-Gipfeltreffen der Staaten<br />

der Europäischen Union mit den Staaten Lateinamerikas und der Karibik an der Donau<br />

zusammenfanden, waren ambitioniert. Doch ohne Visionen geht es nicht. Nach den ziemlich<br />

unverbindlichen Erklärungen von Lima 2008 wurden jüngst in Madrid beim 6. EULAC-Gipfel<br />

immerhin etliche konkrete Vereinbarungen unterzeichnet. Von HERMINE SCHREIBERHUBER<br />

Die gemeinsame Geschichte Europas<br />

und Lateinamerikas ist eine Geschichte<br />

voller Höhen und Tiefen. Gerade<br />

jetzt, wo einige dieser Staaten den Beginn<br />

ihres Unabhängigkeitskampfes vor 200 Jahren<br />

gegen die damaligen europäischen<br />

Mächte feiern, rufen uns Historiker und<br />

Medien in Erinnerung, wie alles begann. Es<br />

mag kein Zufall sein, dass derzeit Spanien<br />

die Präsidentschaft in der EU innehat.<br />

Denn damals ging es in Hispano-Amerika<br />

um die Unabhängigkeit der Kolonien von<br />

der spanischen Krone.<br />

Heute ist es Spanien, das sich im EU-Vorsitz<br />

die Annäherung der beiden Regionen,<br />

die geografisch weit voneinander entfernt<br />

sind und ihr wirtschaftliches Potenzial<br />

längst nicht ausgeschöpft haben, auf die<br />

Fahnen geschrieben hat. Diese Bemühungen<br />

fallen in eine Zeit, in der die Staaten Lateinamerikas,<br />

allen voran jene, die von Regierungen<br />

des linken Spektrums geführt<br />

werden, große Anstrengungen unternehmen,<br />

sich aus der politischen und ökonomischen<br />

Umklammerung durch die benachbarten<br />

Vereinigten Staaten zu befreien.<br />

Doch werfen wir anlässlich des Jubiläums,<br />

des „bicentenario“, noch einen<br />

Blick zurück. Die Emanzipation von der<br />

Kolonialmacht Spanien erfolgte im Lichte<br />

der europäischen Aufklärung, der Begehrlichkeiten<br />

Napoleons und der Französischen<br />

Revolution. Ein Gemisch aus Ablehnung<br />

der französischen Machthaber in<br />

Spanien sowie regionalen Unruhen in den<br />

Kolonien mündete in Unabhängigkeitskämpfe<br />

vom Mutterland. Unterstützt von<br />

Großbritannien und den USA, die ihrerseits<br />

politischen Einfluss und Handelsvorteile<br />

im Auge hatten. Diese Zeit der Partikulärinteressen<br />

liegt hinter uns.<br />

In der globalen Welt von heute sind Lateinamerika<br />

und Europa gleichermaßen<br />

an engerer Verflechtung interessiert. Argentinien<br />

und Brasilien sind als Mitglieder<br />

der G-20-Gruppe zu wichtigen Marktakteuren<br />

aufgestiegen. Dem trug auch<br />

Außenminister Michael Spindelegger mit<br />

seinen jüngsten Visiten in Rio und Buenos<br />

Aires Rechnung, als er an den argentinischen<br />

Unabhängigkeitsfeiern teilnahm.<br />

Der „bicentenario“ wird heuer groß gefeiert,<br />

doch mit unterschiedlichen Akzenten.<br />

Venezuela eröffnete im April den Jubiläumsreigen.<br />

Im Beisein seiner Freunde<br />

aus Bolivien und Kuba monierte Staatschef<br />

Hugo Chavez die Vollendung der Bolivarischen,<br />

d.h. sozialistischen Revolution. Argentiniens<br />

Präsidentin Cristina Fernandez<br />

de Kirchner hatte im Mai das Gros ihrer<br />

Amtskollegen zu Gast. Sie appellierte an<br />

die Südamerikaner, mehr für die Integration<br />

zu tun. Weitere Feiern folgen, so in<br />

Chile, Kolumbien, Mexiko.<br />

Ende Mai tagte auch die Allianz der Zivilisationen<br />

in Brasilien, die 2004 von den<br />

Ministerpräsidenten Spaniens und der Türkei<br />

ins Leben gerufen worden war. Spaniens<br />

Premier im EU-Vorsitz und der Regierungschef<br />

des EU-„Prätendenten“ Türkei<br />

versammelten fast zeitgleich mit den 200-<br />

Jahr-Feiern in Argentinien den UNO-Generalsekretär<br />

und Spitzenpolitiker aus beiden<br />

Kontinenten am Runden Tisch, um<br />

über eine friedliche Koexistenz zwischen<br />

der westlichen und der muslimischen Welt<br />

zu diskutieren.<br />

Noch aber lässt selbst die Integration<br />

der lateinamerikanischen Nachbarn viel<br />

zu wünschen übrig. Oft mangelt es an<br />

wirtschaftlichen Kompromissen, oder<br />

Grenzdispute behindern den Dialog. Dies<br />

schließt politische Solidarisierung aber<br />

keineswegs aus. Das jüngste Beispiel lieferte<br />

Honduras, als es um die Teilnahme des<br />

auf demokratiepolitisch umstrittene Weise<br />

an die Macht gekommenen Präsidenten<br />

am Madrider EULAC-Gipfel ging. Die Solidarität<br />

der Mittelamerikaner, mit Costa Rica<br />

als Wortführer, setzte Gastgeber Spanien<br />

gehörig unter Druck.<br />

***<br />

Neuausrichtung gegenüber den USA<br />

Im Vorfeld des EULAC-Gipfels erfolgte eine<br />

Kurskorrektur der lateinamerikanischen<br />

Staatengemeinschaft gegenüber den<br />

USA, die zwar keinen direkten Zusammenhang<br />

mit der Annäherung an die EU hat,<br />

aber der transatlantischen Achse Lateinamerika-EU<br />

auch nicht schaden wird. Bei<br />

einem Treffen in Cancun einigten sich die<br />

Staaten Lateinamerikas und der Karibik<br />

auf die Schaffung eines neuen Bündnisses,<br />

das künftig die Rio-Gruppe und den karibischen<br />

Staatenbund Caricom ersetzen soll.<br />

Ein Gegengewicht zur OAS, denn die USA<br />

und Kanada sollen nicht mit dabei sein.<br />

Der künftige Zusammenschluss hat bisher<br />

weder Namen noch Struktur. All dies<br />

soll 2011/12 festgelegt werden. Leicht wird<br />

die Umsetzung des von Mexiko und Brasilien<br />

protegierten Vorhabens nicht werden.<br />

So sind in der Rio-Gruppe Differenzen zwischen<br />

Kolumbien und Venezuela an der Tagesordnung.<br />

Andererseits sitzt seit Dezember<br />

2008 Kuba wieder im Boot: Die auf<br />

Betreiben der USA 1962 aus der OAS ausgeschlossene<br />

Karibik-Insel wurde in die Rio-<br />

Gruppe zurückgeholt. Auch die EU hat ihre<br />

2003 auf Eis gelegten Beziehungen zu<br />

Kuba wieder normalisiert.<br />

***<br />

Eine Politik der kleinen Schritte<br />

Und wie ist es um das Verhältnis zwischen<br />

Europa und Lateinamerika heute<br />

bestellt? Dass es nicht leicht ist, die große<br />

48 | <strong>SOCIETY</strong> 2_10


Vielfalt an Völkern, deren Kultur und Ökonomie,<br />

in Einklang zu bringen, zeigt der<br />

langwierige Prozess der internen Integration<br />

der Blöcke auf beiden Seiten. Umso<br />

höher ist der EULAC-Prozess einzuschätzen,<br />

der die Basis zur Entwicklung zukunftsorientierter<br />

Vereinbarungen zwischen<br />

der EU und den regionalen<br />

Zusammenschlüssen in Lateinamerika bietet.<br />

Auch wenn man sich oft mit einer Politik<br />

der kleinen Schritte begnügen muss.<br />

Lassen wir die Entwicklung seit Wien<br />

2006 Revue passieren. Der EULAC-Gipfel an<br />

der Donau brachte wenig konkrete Ergebnisse,<br />

wie den Start der Verhandlungen für<br />

ein Assoziierungs- und Freihandelsabkommen<br />

mit Mittelamerika. Vier Jahre später<br />

konnte dieses nun in Madrid unterzeichnet<br />

werden, als erstes Übereinkommen,<br />

das die EU mit einer ganzen Staatengruppe<br />

geschlossen hat. Allerdings bleiben eine<br />

Reihe von Zöllen und Exportquoten vor allem<br />

für Agrarprodukte aufrecht.<br />

Die Bemühungen um Fortsetzung der<br />

seit 2004 blockierten Freihandelsgespräche<br />

zwischen Mercosur und EU blieben bei<br />

EULAC 2006 in Wien fruchtlos. Auch auf<br />

dem Gipfel der Lateinamerika- und Karibik-<br />

Staaten im brasilianischen Costa do Sauipe<br />

2008 gab es keine Fortschritte. Die Abschaffung<br />

der doppelten Importzölle ist eine<br />

Kernforderung der EU. In Madrid wurde<br />

nun die Fortführung der Gespräche<br />

zwischen EU und Mercosur vereinbart.<br />

Frankreich und Österreich äußerten aber<br />

Bedenken hinsichtlich einer Öffnung der<br />

EU-Agrarmärkte für billige südamerikanische<br />

Produkte.<br />

EULAC <strong>2010</strong> in Madrid stand angesichts<br />

der globalen Wirtschaftskrise im Zeichen<br />

des Bemühens um mehr Handel und weniger<br />

Protektionismus. Die dem Freihandel<br />

zugeneigten Länder Kolumbien und Peru<br />

unterzeichneten mit der EU eigene Handelsabkommen.<br />

Das Auseinanderdriften der<br />

Anden-Staaten hatte sich schon früher abgezeichnet.<br />

Die links regierten Länder Ecuador<br />

und Bolivien setzen nach dem Vorbild<br />

Venezuela auf Abschottung vom Welthandel,<br />

auf Dirigismus und Umverteilung.<br />

Dazwischen lag 2008 der EULAC-Gipfel<br />

von Lima, wo ganz andere Themen dominierten<br />

und wo es bei unverbindlichen Erklärungen<br />

auf den Gebieten Armutsbekämpfung,<br />

Energieeffizienz und<br />

Umweltschutz blieb. Einen Streitpunkt bildete<br />

hierbei der Biosprit, der ein großes<br />

Geschäft besonders für Brasilien darstellt.<br />

Die gewünschte Abkehr von Öl und Gas<br />

und der vermehrte Anbau von Pflanzen<br />

für Bio-Kraftstoff verschärfe die Nahrungsmittelkrise,<br />

lautete ein Gegenargument.<br />

Österreich sieht den EULAC-Prozess jedenfalls<br />

positiv. Spindelegger betonte<br />

schon vor dem Madrider Gipfel, nach Wien<br />

sei ein entwicklungspolitischer Prozess in<br />

Gang gekommen. In Madrid wurde auch<br />

die Einrichtung einer EU-Lateinamerika-<br />

Stiftung beschlossen, was von Österreich<br />

befürwortet wird. Ein Wunsch dürfte freilich<br />

nicht in Erfüllung gehen – das Handelsvolumen<br />

und die Direktinvestitionen<br />

schon bis 2012 zu verdoppeln. Das hatten<br />

sich Vertreter der österreichischen Wirtschaft<br />

2006 in Wien gewünscht.<br />

<strong>SOCIETY</strong> 2_10 | 49


LATEINAMERIKA<br />

KOMMENTAR<br />

Österreichs Netzwerker im Ausland<br />

Mexiko – Tradition und<br />

Perspektive<br />

Der Tourismus verbindet Mexiko und Österreich – beide Länder sind beliebte Reiseziele.<br />

Die Mexikaner schätzen das sichere und saubere Österreich – die Österreicher die Vielfalt<br />

der Kulturen in Mexiko. Gegenseitiges Entdecken und Kennenlernen ist angesagt.<br />

Gastkommentar von HERMANN KROIHER<br />

Mexiko – Zauberland! Was für ein<br />

Klang! Allein schon beim Hören des<br />

Wortes gehen einem Bilder und Assoziationen<br />

durch den Kopf, für die eben<br />

Mexiko bekannt ist: Eine Landschaft mit<br />

vielen Gesichtern, lange, weiße Strände, eine<br />

einzigartige Kultur, Mariachi-Musiker,<br />

Montezumas Rache, schlechte Luft oder<br />

der Zocalo. Die Liste würde trotzdem nie<br />

komplett; Mexiko bietet alles und hat für<br />

jeden etwas, ein Land voller Gegensätze<br />

und Extreme.<br />

***<br />

Prestige ist gefragt<br />

Lange Zeit war ich für die Österreichwerbung<br />

(die nationale Tourismusorganisation<br />

Österreichs) im Ausland tätig. In den<br />

1980-iger Jahren habe ich Mexiko als ein<br />

Land erlebt, in dem die Aufbruchsstimmung<br />

deutlich spürbar war. Das Problem<br />

war nur: Alle wollten oder sollten davon<br />

profitieren, aber die gesamte Bevölkerung<br />

konnte nicht daran beteiligt werden. Zu<br />

unterschiedlich waren die gesellschaftlichen<br />

Strukturen und die Voraussetzungen,<br />

wie in fast allen Ländern Lateinamerikas<br />

auch. Irgendwie ist es ein<br />

beklemmendes Gefühl, wenn man weiß,<br />

dass siebzig Prozent (oder mehr) der Bevölkerung<br />

nie das Innere eines Flugzeuges sehen<br />

werden, also als Kunde nicht in Frage<br />

kommen und somit als „ansprechbarer<br />

Markt“ nicht existieren. Aber diejenigen,<br />

die es sich leisten konnten, wurden umworben.<br />

Denn schließlich verfügt die soziale<br />

Oberschicht eines Landes wie Mexiko –<br />

heute genauso wie früher – im Vergleich zu<br />

europäischen Durchschnittstouristen über<br />

wesentlich höhere Ausgaben-Budgets. Nur<br />

wegen eines einzigen Landes reiste man<br />

nicht nach Europa, Prestige war gefragt,<br />

und da hatte Österreich viel zu bieten.<br />

***<br />

Gegenseitiges Wohlwollen<br />

Österreich war in Mexiko immer beliebt<br />

(bis auf die Tatsache, dass die Azteken-<br />

Federkrone noch immer in Wien zur<br />

Schau gestellt wird). Es galt seit jeher als<br />

ein Land der Kultur und Tradition, der<br />

Gastfreundschaft, im Vergleich zur eigenen<br />

Heimat überall als sicher, man schätzt<br />

eine intakte Umwelt und die Tatsache,<br />

dass nicht alles so ganz ernst genommen<br />

wird. Menschlich verträglich, könnte man<br />

sagen. Organisation ist zwar notwendig,<br />

Improvisationsvermögen muss man aber<br />

erst beweisen. So eine Mentalität verbindet.<br />

Und so wurde der Umstand, dass der<br />

Habsburger Maximilian I. als angehender<br />

Kaiser von Mexiko einigen Revolutionären<br />

im Wege stand und seine Karriere schon<br />

aus war, bevor sie richtig begonnen hatte,<br />

durch den Protest Mexikos beim damaligen<br />

Völkerbund gegen die Annexion Österreichs<br />

an Nazideutschland wieder kompensiert.<br />

Das ergibt ein Bild des<br />

gegenseitigen Wohlwollens.<br />

***<br />

Friedliches Entdecken<br />

Mittlerweile ist Mexiko selbst ein höchst<br />

erfolgreiches Gastgeberland, und der Tourismus<br />

stellt für das Land einen unverzichtbaren<br />

Wirtschaftsfaktor dar, der auch<br />

in Krisenzeiten Wachstumsraten ausweist<br />

und entsprechend ausgebaut wird. Das<br />

Land bietet auf Grund seiner Vielfältigkeit<br />

jede Form von Tourismus: Kulturtourismus,<br />

Badeaufenthalte, Mythologie, Erlebnistourismus,<br />

Revolutionstourismus. Jeder<br />

Geschmack wird ausreichend bedient.<br />

Jährlich lockt Mexiko rund zwanzig Millionen<br />

Touristen aus aller Welt an. Die Tourismusbranche<br />

allein stellt in Mexiko rund 1,8<br />

Millionen Arbeitsplätze und sichert so den<br />

Lebensunterhalt von Millionen von Menschen.<br />

Tourismus ist schließlich die friedlichste<br />

Form des „Entdeckens und Kennenlernens“,<br />

hier werden Verständnis,<br />

Verständigung, Image- und Sympathiewerte<br />

geschaffen. Und solange diese Begleiterscheinungen<br />

eine positive Dimension haben,<br />

ist es gut. Für alle Beteiligten.<br />

ÜBER DEN AUTOR<br />

Hermann Kroiher, geboren am 8.<br />

Dez. 1953, war einen Großteil seines<br />

Berufslebens im In- und<br />

Ausland für die „Österreich Werbung“<br />

tätig, u. a. in Mexiko, Saudi<br />

Arabien, u. Skandinavien. Er ist<br />

Tourismus-Consulter und Projektentwickler,<br />

sowie Verfasser von Medienartikeln und<br />

Vortragender zum Thema Tourismus.<br />

FOTOS: MEXIKANISCHES FREMDENVERKEHRSBÜRO / WWW.GEO.AT<br />

50 | <strong>SOCIETY</strong> 2_10


Frida Kahlo – Diego Rivera – Rufino Tamayo<br />

Drei Positionen der<br />

mexikanischen Malerei<br />

LATEINAMERIKA<br />

KUNST<br />

Drei herausragende Namen stehen stellvertretend für die moderne bildende Kunst in<br />

Mexiko, die sich sowohl dem Schicksal des mexikanischen Volkes zuwendet als auch persönlichen<br />

surrealistischen Visionen. Von Prof. GERHARD GUTRUF<br />

FOTOS: LIBRARY OF CONGRESS, PRINTS & PHOTOGRAPHS DIVISION, CARL VAN VECHTEN COLLECTION<br />

Heute ist eine Präsentation mexikanischer<br />

Malerei ohne Werke von Frida<br />

Kahlo (1907-54) undenkbar. Es ist allerdings<br />

noch nicht so lange her, seit die faszinierende<br />

Frau mit ihren dunklen Augen<br />

und den entschieden gezeichneten Augenbrauen<br />

als eine der bekanntesten Malerinnen<br />

des 20. Jahrhunderts gefeiert wird.<br />

Frida Kahlo wurde vorerst als Ehefrau<br />

des imposanten Muralisten Diego Rivera<br />

(1886-1957) wahrgenommen. Sowohl erscheinungsmäßig<br />

als auch in künstlerischer<br />

Hinsicht war es ein extremes Gegensatz-Paar:<br />

die zarte, gesundheitlich<br />

beeinträchtigte Frau und der 150 Kilo<br />

schwere, vitale Maler-Koloss.<br />

Diego Rivera war mit David Alfaro Siqueiros<br />

und José Clemente Orozco der populärste<br />

Protagonist einer revolutionären,<br />

engagierten Kunst. Wie die biblia pauperum<br />

viele Jahrhunderte vorher in Europa<br />

berührte sie breite, des Lesens unkundige<br />

Volksschichten unmittelbar und spricht<br />

viele noch immer an.<br />

***<br />

Kunst stiftet Identität und Würde<br />

Die bildende Kunst in Mexiko hat einen<br />

enorm hohen Stellenwert. Sie leistete einen<br />

entscheidenden Beitrag zur Identitätsfindung<br />

dieses schwer geprüften großen<br />

Landes und gab seiner präkolumbianischen<br />

Tradition ihre durch die<br />

Conquistatoren geraubte Würde wieder.<br />

Vor allem in den monumentalen Freskenzyklen<br />

Riveras – mit ihrer strengen Komposition<br />

und Wirkung durchaus florentinischen<br />

Frührenaissance-Fresken vergleichbar<br />

– wird auf hunderten Quadratmetern<br />

der Freiheitskampf des mexikanischen Volkes<br />

gegen Imperialismus, Militär, Großgrundbesitz,<br />

Reaktion und Diktatur gewürdigt.<br />

***<br />

Die menschliche Passion<br />

Frida Kahlo dagegen war, bedingt durch<br />

einen furchtbaren Verkehrsunfall, den sie<br />

mit Siebzehn erlitt und bei dem sie von einer<br />

Eisenstange aufgespießt wurde, ganz<br />

Fresko von Diego<br />

Rivera im Palacio<br />

Nacional in Mexiko City<br />

auf sich selbst, auf ihre körperliche Befindlichkeit<br />

und ihr Innenleben konzentriert.<br />

Ihre Bilder erinnern manchmal an naive,<br />

volkstümliche Exvoto-Tafeln. Sie sind aber<br />

auch voll komplexer tiefenpsychologischer<br />

Anspielungen, überraschen mit surrealistischen<br />

Visionen, Verdoppelungen, zoomorphen<br />

Formen und intimen, fein gemalten<br />

Details. Eine ganz persönliche, farbig intensive<br />

Poesie menschlicher Passion und<br />

von Todesphantasien prägen ihren Stil.<br />

***<br />

Integration indianischer Formen<br />

Noch ohne Frida Kahlo präsentierte sich<br />

Mexiko 1950 sehr erfolgreich auf der Biennale<br />

von Venedig mit Rivera, Siqueiros,<br />

Orozco und dem etwas jüngeren Rufino<br />

Tamayo (1899-1991). Tamayo war kein Muralist,<br />

er malte vor allem Tafelbilder in glühender,<br />

magischer Farbigkeit, die indianische<br />

Formen und europäische Moderne<br />

wie selbstverständlich zu einem eigenen<br />

Kosmos verbinden. In die Farbpaste mischte<br />

er selbstzerstoßenen Marmorsand – wie<br />

er mir anlässlich eines Besuches in seinem<br />

Atelier im Bezirk San Angel von Mexico City<br />

1990 erklärte.<br />

Dieser Besuch in Begleitung des österreichischen<br />

Botschafters Dr. Klas Daublebsky<br />

wird mir ewig in Erinnerung bleiben: der<br />

weltberühmte Maler war von einer liebenswürdigen<br />

Bescheidenheit; er widmete sich<br />

nach der Präsentation zahlreicher eigener<br />

Bilder (ein Tamayo kostete damals etwa eine<br />

Million Dollar) lange meiner zur Information<br />

mitgebrachten Werk-Dokumentation<br />

– und lud mich zur Verblüffung aller<br />

Anwesenden für eine Ausstellung in Mexico<br />

City ein, die 1993 im Museo Nacional de<br />

la Estampa realisiert wurde.<br />

ÜBER DEN AUTOR<br />

Gerhard Gutruf, geb. 1944, studierte von 1962-70 an der<br />

Akademie der bildenden Künste Wien. Zahlreiche Preise<br />

und Auszeichnungen. Teilnahmen an den Biennalen von<br />

Ibiza, Florenz, New Delhi, Kairo, Mirano, Shanghai. Einzelausstellungen<br />

u.a. in Rom, Wien, Essen, Ascona, Kairo,<br />

Bratislava, Mexico City, Guadalajara, Pretoria, Lissabon, Coimbra,<br />

Peking, Istanbul, Madrid, Kiew, Ningbo und Delft.<br />

Frida Kahlo und Diego<br />

Rivera, fotografiert von<br />

Carl van Vechten<br />

<strong>SOCIETY</strong> 2_10 | 51


DIPLOMATIE<br />

<strong>SOCIETY</strong>-EIGENEVENT<br />

Gerti Tauchhammer, Massimo Spinetti, Sergej Netschajew,<br />

Direktor Oscar del Campo (Bristol, Imperial)<br />

Botschafterempfang im SIRK<br />

Die Loge zur Oper<br />

Die neue Event-Location SIRK, die „Loge zur Oper“, war<br />

Schauplatz einer hochrangigen diplomatischen Veranstaltung,<br />

zu der <strong>SOCIETY</strong>-Herausgeberin Gerti Tauchhammer<br />

geladen hatte.<br />

ano Pavarotti, der in Wien große Erfolge<br />

feierte. Die Tenöre Angelo Ferrari und<br />

Agim Hushi, von Myuki Schüssler am Klavier<br />

begleitet, brachten eine Hommage an<br />

Pavarotti und sangen berühmte Arien aus<br />

dessen Repertoire („La Donna è Mobile“<br />

und „Nessun Dorma“). Botschafter und Diplomaten<br />

aus mehr als dreißig Ländern<br />

nahmen an diesem Empfang teil.<br />

***<br />

Weltmetropole der Diplomatie<br />

Nach den wichtigsten Ereignissen seiner<br />

Amtszeit in Wien befragt, gab Botschafter<br />

Spinetti die hochrangigen Staatsbesuche<br />

zwischen Österreich und Italien durch Präsident<br />

Giorgio Napolitano und Außenminister<br />

Franco Frattini in Wien an. Er selbst begleitete<br />

Bundeskanzler Werner Faymann<br />

zu einem Staatsbesuch nach Rom. Sein Fazit:<br />

„Ich habe wunderbare drei Jahre in<br />

Wien gelebt und werde schöne Erinnerungen<br />

mit nach Hause nehmen.“<br />

Russlands neuer Botschafter Sergej Netschajew<br />

fühlt sich in Wien gut aufgenommen<br />

und bestätigt Wien „die Atmosphäre<br />

einer diplomatischen Weltmetropole“, und<br />

er hofft – in Anbetracht der Wetterkapriolen<br />

– auf „gutes Wetter“!<br />

Zwei Botschafter standen im Mittelpunkt<br />

der Aufmerksamkeit beim ersten<br />

diplomatischen Empfang in der<br />

neuen, exklusiven Event-Location SIRK<br />

gegenüber der Staatsoper: Der italienische<br />

Botschafter Massimo Spinetti, der Wien<br />

verlässt, wurde verabschiedet, und der<br />

neue Botschafter der Russischen Föderation,<br />

Sergej Jurjewitsch Netschajew, wurde<br />

in Wien herzlich willkommen geheißen.<br />

Mit Blick auf die Wiener Staatsoper präsentierte<br />

im musikalischen Teil des Empfanges<br />

Adrian Hollaender sein neues Buch<br />

„Addio, Luciano“ zum 75. Geburtstag des<br />

viel zu früh verstorbenen Startenors Luci-<br />

Agim Hushi<br />

52 | <strong>SOCIETY</strong> 2_10


S.E Aviv Shir-On, Alexander Ristic<br />

(Österr. Staatsdruckerei)<br />

Adrian Hollaender, Angelo Ferrari,<br />

Myuki Schüssler, Massimo Spinetti<br />

S.E. Giedrius Puodziunas,<br />

I.E. Silvia Davidoiu<br />

I.E. Vesna Borozan,<br />

S.E. Ashot Hovakimian<br />

Univ. Prof. Mehrdad Baghestanian<br />

(Wiener Privatklinik),<br />

Paige Vickery<br />

Maria Lahr,<br />

Heribert Kasper<br />

S.E. Wesaka Puja, Günther Waldmayer<br />

(Österr. Indon. Gesellschaft)<br />

AUSZUG AUS DER GÄSTELISTE<br />

Dr. Heidelinde Almoslechner (Welcome To Austria) · S.E.<br />

Carlos Barros (Uruguay) · I.E. Dr. Vesna Borozan (Mazedonien)<br />

· S.E. Milovan Bozinovic (Serbien) · Manfred Buchacher<br />

(Communication Manager) · I.E. Silvia Davidoiu (Rumänien)<br />

· Ayman Ghanima (Botsch. v. Ägypten) · S.E.<br />

Christopher Grima (Malta) · Gottfried Haffner (BMeiA) · S.E.<br />

Ashot Hovakimian (Armenien) · Dr. Ernst Huber (WKO) · S.E.<br />

Fuad Ismayilov (Aserbaidschan) · I.E. Eve-Külli Kala (Estland)<br />

· S.E. Yerzhan Kazykhanov (Kasachstan) · Dr. Andrea<br />

Kdolsky (PriceWaterhouseCoopers) · S.E. Sabri Kiqmari (Kosovo)<br />

· Mag. Maria Lahr (Künstlerin) · S.E. Peter Lizak (Slowakei)<br />

· S.E. Wesaka Puja (Indonesien) · S.E. Giedrius Puodziunas<br />

(Litauen) · S.E. Dr. Alessandro Quaroni (Malteser<br />

Ritterorden) · S.E. Aviv Shir-On (Israel) · Maria Varga (Verfassungsgerichtshof)<br />

· Paige Vickery (Botsch. USA) · Staatssekr.<br />

a. D. Univ. Prof. Dr. Reinhart Waneck (Verband der Leitenden<br />

Krankenhausärzte) · Dr. Elisabeth Wolff (Welcome<br />

To Austria) · Dr. Walter Wolfsberger (Innovest) · S.E. Ukur<br />

Yatani Yatani (Kenia) · S.E. Julio Zelner Goncalves (Brasilien)<br />

Dr. Walter Wolfsberger,<br />

Erica Vaal, Christa Troger<br />

S.E. Yerzhan<br />

Kazykhanov<br />

S.E. Fuad<br />

Ismayilov<br />

„Addio, Luciano“ von<br />

Adrian Hollaender<br />

Tenor Angelo Ferrari singt<br />

“La donna è mobile”<br />

<strong>SOCIETY</strong> 2_10 | 53


DIPLOMATIE<br />

<strong>SOCIETY</strong>-EIGENEVENT<br />

Anschnitt der Geburtstagstorte: Gottfried<br />

Haffner, Gerti Tauchhammer, Karl Diem<br />

Diplomatischer Empfang bei der UNO-City<br />

Geburtstag und Verabschiedung<br />

<strong>SOCIETY</strong> veranstaltete im Hotel NH Danube City zu Ehren zweier verdienter österreichischer<br />

Diplomaten einen hochkarätigen Empfang. Zahlreiche Gäste aus aller Welt nahmen<br />

daran teil.<br />

<strong>SOCIETY</strong>-Herausgeberin Gerti Tauchhammer<br />

lud zum Cocktail-Empfang in<br />

das Hotel NH Danube City nahe dem<br />

Vienna International Center, wo zwei verdiente<br />

österreichische Diplomaten standesgemäß<br />

gewürdigt wurden: Regierungsrat<br />

Gottfried Haffner (Protokoll des BMeiA)<br />

verabschiedete sich von langjährigen Wegbegleitern<br />

– er verlässt Österreich und<br />

geht an die Botschaft in Marokko; Botschafter<br />

a. D. Karl Diem feierte simultan<br />

seinen 65. Geburtstag und nutzte die Gelegenheit<br />

für ein Wiedersehen mit Kollegen<br />

aus aller Welt. Höhepunkt war der feierliche<br />

Tortenanschnitt zu Ehren des Geburtstagskindes…<br />

Gottfried Haffner mit<br />

Schwester und Familie<br />

54 | <strong>SOCIETY</strong> 2_10


Linda Boyer, Christa Troger, Werner<br />

Kasztler, Eva Voll, Sabrina Nill<br />

Yolande Dreihann-Holenia<br />

Hoteldirektor Matthias<br />

Daasch<br />

Botschafter Alfred Misson,<br />

Sylvia Dabsch<br />

Wolfgang Maier-Preusker, Friedrun West, Verena<br />

Daubal, Charlotte Negedly, Reinhart Waneck<br />

Hermine Schreiberhuber,<br />

I.E. Norma Goicochea<br />

Estenoz<br />

Josef Höchtl, Helga Thurnher<br />

AUSZUG AUS DER GÄSTELISTE<br />

Dr. Walter Wolfsberger,<br />

Erica<br />

Vaal, Christa Troger<br />

Dr. Dr. Friedl Tisseau<br />

Maria Luise Pfeifer,<br />

Peter Horak,<br />

Heide Cumes,<br />

S.E. Alí Duque<br />

Botschafter<br />

Kurt Hengl<br />

Rolf Thaler,<br />

Alexander Ristic<br />

Manfred<br />

Buchacher<br />

Generalleutnant<br />

Christian Ségur-Cabanac<br />

S.E. Kairat Abdrakhmanov (Kasachstan) · I.E. Vesna Borozan<br />

(Mazedonien) · Dr. Linda Boyer (Int. University) · Mag.<br />

Timna Brauer (Sängerin) · Manfred Buchacher (Communication<br />

Manager) • Sabri Chaabani (Botsch. Tunesien) ·<br />

Yolande Dreihann-Holenia (Honorarkonsulin Haiti) • Anton<br />

F. Gatnar (Malteser Ritterorden) · I.E. Norma Goicochea<br />

Estenoz (Kuba) · Prof. Gerhard Gutruf (Maler) · Stefan Hochmuth<br />

(BMeiA) · Peter Horak (Schauspieler) · S.E. Haris Hrle<br />

(Bosnien-Herzegowina) · S.E. Musthafa Mohamed Jaffeer<br />

(Sri Lanka) · S.E. Prof. Zoran Jasic (Kroatien) • I.E. Eve-Külli<br />

Kala (Estland) · Senator KR Werner Kasztler (Schrack Mediacom)<br />

· Prof. Dr. Raoul Käuffler (Honorarkonsul Litauen)<br />

· S.E. Dr. Sabri Kiqmari (Kosovo) · Dr. Arben Kociu (Honorarkonsul<br />

Albanien) · Sandra Leitner (Bank Gutmann) · Prof.<br />

Dr. Wolfgang Maier-Preusker (Maecenas Privatbank) · S.E.<br />

Mag. Radi Naidenov (Bulgarien) · Javid Nasirli (Botsch.<br />

Aserbaidschan) · Nicolas Neuhold (Regisseur) · I.E. Nongnuth<br />

Phetcharatana (Thailand) · S.E. Michael Potts (Australien)<br />

• S.E. Wesaka Puja (Indonesien) · Franz Raz<br />

(BMeiA) · Christine und Wilhelm Rieder (Malerin, Honorarkonsul<br />

Mazedonien) · DI Alexander Ristic (Österr. Staatsdruckerei)<br />

· Gabriele Brigitte Scheucher (Health + Life) ·<br />

Friedrich und Jeannine Schiller (Mary Kindermoden) · Generalleutnant<br />

Christian Ségur-Cabanac (BMLVS) · Raimund<br />

Solonar (Raiffeisen Centropa Invest) · S.E. Ali Asghar Soltanieh<br />

(Iran) · S.E. Diego Stacey-Moreno (Ecuador) · Carina<br />

Starlinger-Mazelle (Webster University) · Dr. Franz Trubert<br />

(Cosma Europe) · S.E. Alí de Jesús Uzcátegui Duque (Venezuela)<br />

· Vasil Vasilev (Botsch. Bulgarien) · Heidrun West<br />

(Fotografin) ·<br />

<strong>SOCIETY</strong> 2_10 | 55


DIPLOMATIE<br />

UNO/TUNESIEN<br />

Internationales Jahr der Jugend <strong>2010</strong><br />

Für Dialog und Verständnis<br />

Auf Initiative von Tunesiens Präsident Zine El Abidine Ben Ali haben die Vereinten Nationen<br />

das Jahr <strong>2010</strong> zum „Internationalen Jahr der Jugend“ erklärt. Höhepunkt wird ein Weltjugendkongress<br />

sein, der dem Dialog und gegenseitigen Verständnis zwischen den Generationen<br />

und Völkern gewidmet ist.<br />

Die Generalversammlung der Vereinten<br />

Nationen hat einstimmig die bei der<br />

Gruppe 77 plus China (130 Staaten) auf<br />

Veranlassung von Tunesien vorgelegte Resolution<br />

verabschiedet und das Jahr <strong>2010</strong><br />

zum „Internationalen Jahr der Jugend“ erklärt.<br />

Das Jahr wird offiziell am 12. August<br />

beginnen. Dieses „Internationale Jahr der<br />

Jugend“ soll den Dialog und das gegenseitige<br />

Verständnis zwischen den Generationen<br />

fördern und den Beitrag, den die Jugend<br />

für die Gesellschaft leistet,<br />

unterstreichen. Es gilt, die heutigen Herausforderungen<br />

zu meistern.<br />

***<br />

Weltjugendkongress<br />

Bei ihrer 64. Sitzung verabschiedete die<br />

Generalversammlung der Vereinten Nationen<br />

am 18. Dezember 2009 einstimmig die<br />

Resolution zu Gunsten der Initiative des tunesischen<br />

Präsidenten Zine El Abidine Ben<br />

Ali, das Jahr <strong>2010</strong> zum „Internationalen Jahr<br />

der Jugend“ auszurufen und einen Weltjugendkongress<br />

unter Schirmherrschaft der<br />

Vereinten Nationen zu veranstalten.<br />

Die der Gruppe 77 plus China (130 Staaten)<br />

vorgelegte Resolution appelliert an alle<br />

Mitgliedstaaten, Sonderagenturen, Fonds<br />

und Programme der Vereinten Nationen,<br />

das internationale Jahr zu nutzen, die nationalen,<br />

regionalen und internationalen Aktivitäten<br />

aufeinander abzustimmen und<br />

Maßnahmen zu verstärken, die den hehren<br />

Zielen von Frieden, Freiheit, Solidarität gelten,<br />

und diese Ziele auch in den Dienst der<br />

Entwicklung der Jugend, einschließlich der<br />

Millennium-Entwicklungsziele, zu stellen.<br />

Die Generalversammlung der Vereinten<br />

Nationen hat außerdem beschlossen, einen<br />

Weltkongress der Jugend unter der Schirmherrschaft<br />

der UNO zu organisieren, dessen<br />

Titel „Die Jugend: Dialog und gegenseitiges<br />

Verständnis“ sein wird und der den Höhepunkt<br />

des „Internationalen Jahres der Jugend“<br />

darstellen wird.<br />

***<br />

Annäherung der Völker<br />

Diese Initiative strebt an, den Kontakt<br />

und den Dialog zwischen der Jugend in der<br />

Welt zu verstärken und damit einen Beitrag<br />

zur Annäherung der Völker zu leisten.<br />

Die Initiative ist getragen vom Glauben<br />

an die Bedeutung der Rolle der Jugend,<br />

etwa im Bereich der Migration, die<br />

eine Brücke zwischen den Kulturen und Zivilisationen<br />

darstellt. Der Jugend wird<br />

außerdem zugetraut, dass sie die Fähigkeit<br />

hat, die Herausforderungen anzunehmen,<br />

vor denen die internationale Gemeinschaft<br />

heute steht.<br />

Es sollte daran erinnert werden, dass<br />

die Generalversammlung der Vereinten<br />

Nationen in ihrer Resolution 50/81 vom 14.<br />

n.y.family von Tobias<br />

Hermeling (Ausschnitt)<br />

Dezember 1995 das Weltaktionsprogramm<br />

für die Jugend ab dem Jahr 2000 und darüber<br />

hinaus verabschiedet hat. Die Resolution<br />

2007/27 des Sozial- und Wirtschaftsrates<br />

verabschiedete seinerseits einen<br />

Nachtrag zum Weltaktionsprogramm.<br />

Das Jahr <strong>2010</strong> markiert den 25. Jahrestag<br />

des internationalen Jahres der Jugend.<br />

Es gilt daher, die Jugendlichen zu ermutigen,<br />

ihre Energie, ihren Enthusiasmus und<br />

ihre Kreativität in die wirtschaftliche, soziale<br />

und kulturelle Entwicklung und die<br />

Förderung der internationalen Verständigung<br />

zu investieren. (G. Tauchhammer)<br />

56 | <strong>SOCIETY</strong> 2_10


He knows there’s a well out there.<br />

So do we.<br />

www.omv.com<br />

Why are nine out of ten appraisal wells drilled by OMV Exploration<br />

& Production GmbH successful? Just as the camel finds water<br />

where others see only sand, we find oil where others can't. OMV,<br />

the leading energy Group in the European growth belt, announces<br />

the successful drilling and testing of gas condensate in its Ahlem-2<br />

appraisal well in the Nawara Production Concession in southern<br />

Tunisia. This is the sixth successive well to encounter hydrocarbons<br />

in this area in the last four years.<br />

Move & More.


DIPLOMATIE<br />

ASERBAIDSCHAN<br />

Azerbaijan Traditional Costume<br />

Exhibition of Masterpieces of Art<br />

Customs in Custody of the<br />

Cultural Heritage<br />

Aydin Aliyev, Chairman of the State Customs Committee of Azerbaijan, visited Vienna on<br />

occasion of the opening of an exhibition in the VIC showing illicitly transported masterpieces<br />

of art that were confiscated by customs.<br />

What is your main project as the Chairman<br />

of the State Customs Committee of<br />

Azerbaijan?<br />

The organization of the customs service<br />

in Azerbaijan is very old and was established<br />

in 1807 by the Russian imperator. Therefore,<br />

the most important thing is the modernization<br />

of the customs system in<br />

Azerbaijan. From January 2009 onwards<br />

and with support from our President Ilham<br />

Aliyev we have introduced the so-called<br />

Single Window System at the border<br />

which means that we have only two officials,<br />

the border officer and customs officer,<br />

in charge. Before the introduction of this<br />

system, customs clearance took about two<br />

to three hours. Now it is much faster and<br />

takes only twenty to thirty minutes. Another<br />

point is to introduce new information<br />

technologies for the customs services. And<br />

this was particularly reflected in the Customs<br />

Development Program for 2007-2011,<br />

approved by the Decree of the President of<br />

the Republic of Azerbaijan.<br />

In addition, we have opened a new customs<br />

checkpoint at the border to Iran and<br />

four more are about to be opened this year<br />

at the Georgian, Iranian and Russian<br />

borders.<br />

The second important thing is the qualification<br />

of the customs officials. The trainings<br />

and seminars are very important to<br />

us. We have a regional WCO training center<br />

(RTC) – of the World Customs Organization<br />

– in Azerbaijan. The construction of<br />

the Regional Office for Capacity Building<br />

58 | <strong>SOCIETY</strong> 2_10


(ROCB) of WCO will laso be finished this<br />

autumn in Baku.<br />

What are the main routes to and from<br />

Azerbaijan? What can you say about security?<br />

We are in the middle of the Silk Road on<br />

the way between Asia and Europe. This is<br />

the reason why Azerbaijan has always been<br />

on the route for caravans, which means<br />

that customs clearance has always been like<br />

this in Azerbaijan until this day. We have<br />

several border crossings to Turkey, Iran,<br />

Georgia and Russia, also railway border<br />

crossings, and a customs checkpoint at the<br />

seaport of the Caspian Sea where goods<br />

from Kazakhstan arrive.<br />

One of our most important jobs is to prevent<br />

drug trafficking through Azerbaijan.<br />

We have to deal with transnational criminal<br />

groups that come from many different<br />

countries like Iran, Pakistan, Afghanistan,<br />

Lithuania, Cambodia, Uzbekistan, Ukraine,<br />

Mali, Cameroon and Nigeria. Often, they take<br />

the road from Afghanistan or Iran to<br />

Azerbaijan and then move on by air to Italy<br />

or even China. Recently, we confiscated a<br />

huge amount of methamphetamine, a very<br />

expensive raw material for ecstasy, on the<br />

way to the Far East. Since the beginning of<br />

2008 the customs authorities have confiscated<br />

nearly 900 kg of illegal drugs.<br />

In Vienna you attended a session of the<br />

UN Commission on Crime Prevention and<br />

Criminal Justice. What was the main topic?<br />

The commission deals with international<br />

support in fighting transnational<br />

crimes like human trafficking, drug trafficking<br />

and illegal transport of historical<br />

items.<br />

Is it helpful?<br />

Yes, because if anything happens with<br />

transnational groups at the border – as I have<br />

mentioned before – you must have a<br />

good relation with your neighboring country<br />

or with countries which are involved in<br />

these criminal cases. It does not only apply<br />

to smuggling but also to economic crime e.<br />

g. businesses which do not pay customs duty<br />

etc. You need information from the other<br />

side of the border and vice versa. Only then<br />

you can fully investigate criminal cases.<br />

Concerning the protection of cultural<br />

property and the cultural heritage, respectively,<br />

what is the main strategy of customs<br />

to protect these valuable items?<br />

Smuggling of cultural property occurs<br />

from Azerbaijan but also by transit from<br />

other countries. E. g. in 2007, a person<br />

from Russia tried to carry 250 antique<br />

items and large quantity of coins from Afghanistan<br />

through Azerbaijan to Russia.<br />

After confiscating these goods we hand<br />

them over free of charge to regional concessions,<br />

scientific institutes, museums or<br />

the Ministry of Culture. We have opened<br />

three museums in the customs service<br />

where we present the masterpieces to the<br />

public. We organize exhibitions in different<br />

countries like here in Vienna, publish<br />

books and support scientific research.<br />

The purpose is to keep the cultural<br />

heritage of our country and make it<br />

known to the public.<br />

What are the penalties for smuggling<br />

pieces of cultural heritage?<br />

It depends on the decision of the court.<br />

It can be a penalty; it can be a few years<br />

jail.<br />

The exhibition in Vienna shows pieces<br />

that were confiscated?<br />

Yes, we have our own art gallery. We<br />

showed Holy Qurans, icons of the Orthodox<br />

Church, a painting of Jesus Christ, cold<br />

arms and firearms from Afghanistan,<br />

sculptures. To give you some numbers, in<br />

the last few years we confiscated 189 antique<br />

carpets and more than 300 old manuscripts<br />

of the Quran from the 15 th to the 19 th<br />

century. Totally, from 1988 onwards we have<br />

confiscated 1460 pieces of cultural property.<br />

Is there also a way to export these things<br />

legally?<br />

It is possible with the permission of the<br />

Ministry of Culture.<br />

Which customs agreements between<br />

Azerbaijan and other countries do exist?<br />

There are many agreements, some multilateral,<br />

some bilateral with many other<br />

countries. E. g. we signed an agreement<br />

with Austria in 2002. There are agreements<br />

with more than fifty countries; the<br />

latest was signed in Helsinki in May <strong>2010</strong>.<br />

With some CIS countries we have free trade<br />

agreements. Generally, export from<br />

Azerbaijan is free from customs duties. We<br />

collect customs duty only from imported<br />

goods.<br />

How high is the income from customs<br />

duty for the state?<br />

We contribute 1,1 billion Manats to the<br />

budget annually.<br />

CURRICULUM VITAE<br />

Prof. Aydin Aliyev was born in 1957 in Azerbaijan. He studied<br />

law at the State University of Baku (graduated with<br />

distinction) and was working at court and in the judiciary<br />

until 1992. The following three years he was department<br />

head in the State Customs Committee and from 1999 to<br />

2006 First Deputy Chairman of the committee. In 2006 he<br />

was appointed Chairman of the State Customs Committee.<br />

Prof. Aliyev is a deserved jurist and author of several books<br />

and schoolbooks. He is married and has two children.<br />

EXHIBITION IN THE VIENNA<br />

INTERNATIONAL CENTER<br />

l.t.r: John Sandage,<br />

Ambassador Fuad Ismayilov<br />

In the Rotunda of the Vienna International Center, Azerbaijan<br />

presented pieces of art that have been confiscated<br />

by the Azerbaijanian Customs guard in the last few years.<br />

The exhibition was inaugurated on the occasion of a session<br />

of the UN Commission on Crime Prevention and Criminal<br />

Justice. The pieces of art displayed at the exhibition<br />

are part of the cultural heritage of Azerbaijan and other<br />

countries, including antique Qurans, carpets and paintings.<br />

During the opening ceremony Ambassador Fuad Ismayilov,<br />

John Sandage (UNODC) and Aydin Aliyev were<br />

speaking. The ceremony was followed by a reception at<br />

which Azerbaijanian specialties were served.<br />

Prof. Aydin Aliyev<br />

Antique daggers from Afghanistan<br />

<strong>SOCIETY</strong> 2_10 | 59


ASERBAIDSCHAN<br />

EVENTS<br />

VERANSTALTUNGEN IM FRÜHJAHR<br />

ASERBAIDSCHAN<br />

Die Botschaft der Republik Aserbaidschan veranstaltete im Frühjahr ein Konzert mit dem<br />

Wiener Kammerorchester und zwei Empfänge anlässlich des Nationalfeiertags und des<br />

Jahrestags der Streitkräfte.<br />

Leyla Gasimova, S.E. Fuad<br />

Ismayilov mit ihren Kindern<br />

NATIONALFEIERTAGSEMPFANG<br />

Botschafter Fuad Ismayilov und Gattin Leyla Gasimova luden Ende<br />

Mai zum traditionellen Nationalfeiertagsempfang in die Botschaft<br />

der Republik Aserbaidschan, die ehemalige „Villa Moser“ in Wien<br />

Hietzing. Zahlreiche Gäste und Freunde Aserbaidschans kamen zu<br />

dem Empfang.<br />

JAHRESTAG DER STREITKRÄFTE<br />

Anlässlich des 92. Jahrestages der Gründung der Streitkräfte<br />

Aserbaidschans veranstaltete der Militär- und Luftattaché Kamil<br />

Guliyev am 29. Juni einen Empfang in der Botschaft. Hochrangige<br />

VertreterInnen des Bundesministeriums für Landesverteidigung<br />

und Sport und des Parlamentes der Republik Österreich, eine<br />

Reihe von den in Wien akkreditierten BotschafterInnen und<br />

Militärattachés, VertreterInnen der Streitkräfte von OSZE-Mitgliedstaaten,<br />

Medien, aserbaidschanische Landsleute und StudentInnen<br />

nahmen am Empfang teil. Nach der Rede von Obstlt K.<br />

Guliyev wurden Videofilme über die Tätigkeit der Streitkräfte<br />

Aserbaidschans präsentiert.<br />

Dr. Heinz Walter<br />

S.E. Ecved Tezcan (Türkei),<br />

S.E. Marius Calligaris<br />

Militärattache Obstlt.<br />

Kamil Guliyev<br />

FREUNDSCHAFTSKONZERT<br />

Am 30. April <strong>2010</strong> fand im Wiener Konzerthaus – mit<br />

freundlicher Unterstützung der Botschaft der Republik<br />

Aserbaidschan in Österreich und des Musikliebhabers Yusif<br />

Garmroudi – ein gemeinsames Konzert österreichischer<br />

und aserbaidschanischer Musiker unter dem Namen „Aserbaidschan<br />

Freundschaftskonzert“ statt.<br />

Unter der Leitung des jungen Dirigenten Eyyub Guliyev<br />

traten das Ensemble „Odlar Yurdu“ gemeinsam mit dem<br />

Wiener Kammerorchester souverän auf, in dem sie nicht<br />

nur berühmte klassische Werke europäischer und aserbaidschanischer<br />

Komponisten sondern auch einige aserbaidschanische<br />

Volkslieder spielten. Unter anderem waren<br />

an diesem Abend Werke von U. Gadjibeyli („Ashigsayagi“),<br />

F. Amirov („Aria of the Blind Arabian), H. Rzayev („Tchahargah<br />

Rapsody“), F. Schubert („Serenade“), A. Rubinstein<br />

(„Dance of the Andalusian Girl“) und M. Rüdenauer („Der<br />

Walzer in uns“) zu hören. Nach dem gelungenen Abend erklärte<br />

sich das Wiener Kammerorchester bereit, auch in Zukunft<br />

an solchen Projekten teilzunehmen und mit aserbaidschanischen<br />

Musikern zusammenzuarbeiten.<br />

Eyyub Guliyev und das<br />

Ensemble „Odlar Yurdu“<br />

60 | <strong>SOCIETY</strong> 2_10


POLITIK<br />

KOMMENTAR<br />

Gastkommentar von ORF-Journalistin Susanne Scholl<br />

Stalins böses Erbe<br />

Chaos in Kirgistan: Das öffentliche Gedächtnis ist kurz. Schon in den 1990er Jahren kam es<br />

im Fergana-Tal zu blutigen ethnischen Unruhen. Denn dieses sowjetische Zentralasien war<br />

nie so ruhig, wie es uns immer scheinen sollte.<br />

Das "Weiße Haus" - Regierungsgebäude<br />

in Bischkek<br />

Die Machthaber im fernen sowjetischen<br />

Moskau hatten die Grundlagen für alle<br />

Arten von Konflikten gelegt, indem<br />

sie die Grenzen in der Region willkürlich zogen.<br />

Der Konfliktstoff im Dreiländereck<br />

zwischen Kirgistan, Tadschikistan und Usbekistan<br />

ging deshalb nie aus. Solange die Sowjetmacht<br />

alle gleichermaßen unterdrükkte,<br />

blieb es relativ ruhig in der Region.<br />

Kaum aber hatte Gorbatschow Glasnost<br />

und Perestroika ausgerufen gingen Kirgisen,<br />

Usbeken und Tadschiken auf einander<br />

los. Die kleine russische Minderheit löste<br />

das Problem für sich, indem sie die Region<br />

verließ. So wie sie Tadschikistan bald verlassen<br />

sollte, auf der Flucht vor den blutigen<br />

Clankämpfen, die dort ausbrachen.<br />

***<br />

Bakiews Aufstieg und Sturz<br />

Bis vor fünf Jahren herrschte dann wieder<br />

– mehr oder weniger erzwungene – Ruhe.<br />

Bis der Herr des Südens, Kurmanbek<br />

Bakiew, seine Banden nach Bischkek führte,<br />

um den dort durchaus autoritär herrschenden<br />

Askar Akajew zu stürzen. Wieder<br />

einmal gab es eine der viel zitierten „Revolutionen“<br />

gegen einen alteingesessenen<br />

Lokalfürsten – und wieder einmal lobte die<br />

Welt die so genannten Revolutionäre. Bakiew<br />

bekam vor allem Unterstützung, weil<br />

er bereit war, einen amerikanischen Stützpunkt<br />

auf kirgisischem Territorium zu<br />

dulden. Dass er bis ins Mark korrupt war,<br />

das Land schneller in den Ruin trieb, als<br />

das sein Vorgänger Akajew und dessen<br />

Mitstreiter je gekonnt hätten, spielte da<br />

keine Rolle. Nach außen hin jedenfalls<br />

nicht. Intern wuchsen die Wut und die Verzweiflung<br />

– die schließlich vor wenigen<br />

Monaten zu Bakiews Sturz führten.<br />

Die Chefin der Übergangsregierung Rosa<br />

Otunbaewa wurde im Westen sofort als<br />

„russlandfreundlich“ gebrandmarkt – weil<br />

niemand es für nötig fand, sich daran zu erinnern,<br />

dass sie seinerzeit Bakiew gegen<br />

Akaew unterstützt, sich dann aber angesichts<br />

dessen Machtmissbrauch von diesem<br />

ÜBER DIE AUTORIN<br />

Dr. Susanne Scholl ist am<br />

19.9.1949 in Wien geboren. Sie<br />

studierte Slawistik, war ab<br />

den 1970er Jahren bei „Le<br />

Monde“, Radio Österreich<br />

International und in der<br />

Austria Presseagentur (APA)<br />

tätig. Seit 1985 arbeitet sie für<br />

den ORF: Als Redakteurin der Osteuroparedaktion, Korrespondentin<br />

in Bonn und Leiterin des ORF-Europajournals.<br />

Seit 2000 ist Leiterin des ORF-Büros in Moskau. Zahlreiche<br />

Publikation (u. a. „Russisches Tagebuch“ u. „Töchter des<br />

Krieges“) sowie Auszeichnungen (u. a. Österr. Ehrenkreuz<br />

f. Wissenschaft und Kunst 2003, Journalist des Jahres<br />

2009). Susanne Scholl ist Mutter zweier Kinder.<br />

abgewandt hatte. Bakiew – und vor allem<br />

sein im Süden des Landes rund um Jalalabad<br />

und Osch fest verankerter und ziemlich<br />

krimineller Clan – sind aber nicht gewillt,<br />

sich so einfach davonjagen zu lassen.<br />

Sie haben die jüngsten ethnischen Zusammenstöße<br />

im Süden gezielt geschürt<br />

und angeheizt – um das Land zu destabilisieren<br />

und die Übergangsregierung zum<br />

Aufgeben zu zwingen. Die Folge – Hunderte<br />

Tote und Zehntausende Flüchtlinge, die<br />

ethnische Usbeken sind – und im Nachbarland<br />

Usbekistan trotzdem nicht gerade<br />

mit offenen Armen aufgenommen werden,<br />

weil man befürchtet, durch sie den<br />

Konflikt beim Nachbarn direkt ins Haus<br />

geliefert zu bekommen.<br />

***<br />

Fragwürdige Rolle Moskaus<br />

Rosa Otunbaewa, die angeblich so Moskautreue,<br />

hat tatsächlich Russland um<br />

Beistand gebeten, als die Lage außer Kontrolle<br />

geriet. Moskau aber ziert sich. Mag<br />

sein, dass man sich angesichts der heiklen<br />

Gemengelage in der Region nicht exponieren<br />

will. Dass man aber lediglich Soldaten<br />

schickte, um den eigenen russischen Stützpunkt,<br />

den es in Kirgistan auch nach wie<br />

vor gibt, zu schützen stimmt doch etwas<br />

nachdenklich. Denn eigentlich wäre nur<br />

der große russische Nachbar in der Lage,<br />

die Situation militärisch unter Kontrolle<br />

zu bringen. Dass er es nicht tut, dürfte viele<br />

Gründe haben – darunter auch die Notwendigkeit<br />

zunächst zu klären, was die<br />

Nachbarn Usbekistan und Kasachstan von<br />

einer solchen Intervention halten würden.<br />

Vor allem aber scheint man sich in Moskau<br />

noch nicht entschieden zu haben,<br />

wessen Partei man in diesem Konflikt ergreifen<br />

soll– und das dürfte der Hauptgrund<br />

für Moskaus zögern sein. Dass inzwischen<br />

weiter Hunderte sterben oder in<br />

die Flucht getrieben werden, stört offenbar<br />

niemanden – sieht man einmal von der zunehmend<br />

verzweifelten Übergangsregierungschefin<br />

Rosa Otunbaewa ab, die ihrem<br />

Land eigentlich nur etwas Demokratie<br />

und die Befreiung von der alles durchdringenden<br />

Korruption bringen wollte.<br />

<strong>SOCIETY</strong> 2_10 | 61


DIPLOMATIE<br />

USBEKISTAN<br />

The Afghan issue in light of the geopolitical interests of<br />

Uzbekistan<br />

Barack Obama’s decision to send 30,000 more U.S. troops to Afghanistan clearly confirms<br />

the fact that the Afghan dilemma comes to the fore in world politics. By GULNARA KARIMOVA<br />

Its global status is due not only to the fact<br />

that the resurgent activity of Taliban<br />

and Al-Qaeda once again makes the<br />

country become a zone with high destabilizing<br />

potential, but also the fact that the<br />

Afghan conflict directly affects the vital<br />

interests of virtually all major global centers<br />

of power.<br />

This in turn creates a fairly unique situation<br />

where often divergent interests of leading<br />

global and regional factors are beginning<br />

to converge at a common point – the<br />

need for joint action to accelerate the blokkade<br />

of unwanted developments in Afghanistan<br />

and work out new measures of stabilization<br />

and recovery of this country.<br />

In the expert community it has become<br />

a kind of axiomatic assertion that Afghanistan<br />

and Central Asia represent a rivalry<br />

space between the United States in conjunction<br />

with NATO, Russia and China, as<br />

well as regional-level players – Iran, Pakistan,<br />

India. It is difficult to deny that each<br />

of them has its own range of interests. However,<br />

at the same time the strengthening<br />

position of those who believe that the<br />

geopolitical rivalry in the classical notion<br />

as a “Great Game” in contemporary conditions<br />

is counterproductive, because its outcome<br />

can be a loss for all parties involved.<br />

From the view of Eurasian geopolitics in<br />

its traditional understanding of Hartland,<br />

the current situation around Afghanistan<br />

seems to be very unique. If the traditional<br />

view of competition provides at least two<br />

key states involved in control of the Heartland,<br />

then at the present time all the key<br />

players are faced with a force that opposes<br />

all at the same time and has no distinct local<br />

structure. That force acts as a “Network<br />

organism”, consisting of numerous terrorist<br />

and religious groups and movements<br />

united around the Al-Qaeda, the Taliban,<br />

Hizb-i Islami, the Islamic Movement of<br />

Turkestan, and many other groups.<br />

If the network organism copes to establish<br />

control over Afghanistan, then the<br />

spread of its influence in the neighboring<br />

regions can be more probable. The security<br />

and stability of many countries will be<br />

jeopardized.<br />

GULNARA KARIMOVA<br />

Uzbekistan already faced a similar course<br />

of events, when the Taliban was taking<br />

a control over the northern regions of Afghanistan<br />

provoked the invasion of Islamists<br />

in 1999-2000.<br />

It is possible that the return of the Islamists<br />

will threaten China, which has problems<br />

in the western territories inhabited<br />

by Muslims. Furthermore, the increase of<br />

activity of Islamists in the North Caucasian<br />

regions of Russia is quite predictable, as<br />

they will receive a significant inflow of foreign<br />

manpower, material and militarytechnical<br />

assistance. Pakistan will face a direct<br />

threat to its stability, where entire<br />

neighborhoods, such as South Waziristan,<br />

have already turned into a base area for<br />

major groups “Tehrik-e-Taliban Pakistan”,<br />

as well as India, with its troubled Kashmir.<br />

Iran, traditionally having complicated relationship<br />

with the Taliban, who in 1999<br />

murdered several Iranian diplomats in Mazar-e<br />

Sharif, could not avoid problems either.<br />

This issue put the region under the<br />

threat of full-scale conflict between Tehran<br />

and the Taliban.<br />

As for the U.S. and Europe, this problem<br />

once again could outline real prospects of<br />

clashes with acts of terrorism against civilians<br />

and civilian infrastructure. And now<br />

if the West has the ability to deter terrorist<br />

groups due to being in Afghanistan, the<br />

withdrawal from that country would limit<br />

its ability to prevent the transformation of<br />

Afghan territory to the center of planning<br />

and execution of terrorist operations. Here<br />

it is necessary to point out the probability<br />

of further growth of the drug trafficking,<br />

which has already covered many regions of<br />

the world.<br />

Based on the pragmatic thoughts, only<br />

the possibility of such threats should push<br />

all concerned parties to full scale cooperation.<br />

In principle, we have recently observed<br />

positive movement in this direction, as<br />

evidenced by the fairly rapid agreement on<br />

the opening of the Northern Supply Route<br />

of non-military goods for the NATO group<br />

in Afghanistan, through Central Asia (primarily<br />

Uzbekistan).<br />

Meanwhile, the agreement on transit of<br />

cargo may ideally be the starting point also<br />

for kick-off of the closer consideration<br />

process by all concerned parties of prospects<br />

for solving the Afghan problem and<br />

rehabilitation of the country.<br />

Henry Kissinger in his article “Deployments<br />

and Diplomacy” points out to the timeliness<br />

of establishing such a dialogue<br />

(1). However, American expert is still somewhat<br />

pessimistic about the willingness<br />

of the regional countries to take on this dialogue.<br />

According to him “each of mentioned<br />

powers (China, Russia, Iran, India, and<br />

Pakistan) has considerable potential to defend<br />

its interests. Nevertheless all of them<br />

to some degree prefer to take on the Afghan<br />

conflict bystander”.<br />

What is the reason for such passivity?<br />

Judging by the ideas reflected in the article,<br />

a restraining influence, of course, has<br />

logic of “Great Game”. Kissinger, in principle,<br />

admits its existence, pointing out that<br />

in the relations between the countries<br />

62 | <strong>SOCIETY</strong> 2_10


around Afghanistan there is “a problem of<br />

myopic temptation to benefit from the<br />

failures of an opponent”.<br />

However, the overall situation still is<br />

not so hopeless. The regional states and the<br />

world's leading players enjoy positive experience<br />

of dialogue on the Afghan problem,<br />

as evidenced by the successful activity of<br />

the Contact Group “6+2” on Afghanistan in<br />

1999, initiated by Uzbekistan. The group<br />

under the auspices of the UN at the time included<br />

the states bordering with Afghanistan<br />

– Uzbekistan, Turkmenistan, Pakistan,<br />

Iran, Tajikistan, China and Russia-USA.<br />

Today, Uzbekistan again offers under<br />

the auspices of the UN to revive this format<br />

and to include NATO. Thus, the group will<br />

be “6+3”. The idea of establishing a contact<br />

group was announced by the President Islam<br />

Karimov at the NATO summit in Bucharest<br />

in 2008.<br />

There have been lively discussions<br />

around the idea, and it has already got its<br />

supporters. For instance, chairman of the<br />

Central Asia-Caucasus Institute under<br />

Johns Hopkins University professor S. Frederick<br />

Starr within the framework of his<br />

visit to Uzbekistan in November 2009 noted<br />

that “the Contact Group “6+3” is the<br />

most effective mechanism for the rebuilding<br />

process of Afghanistan and a peaceful<br />

political dialogue between all intra-warring<br />

parties”. (2)<br />

Of course, the idea also has its opponents,<br />

but the reality is that the debates<br />

can last forever, while chances of resolving<br />

the Afghan dilemma are desperately being<br />

missed. The fact is that the problem of 2011<br />

as a “sword of Damocles” hangs over all<br />

interested parties of modern Afghan drama.<br />

Just from this year the countdown for<br />

withdrawing U.S. troops from Afghanistan<br />

begins, as stated Barack Obama, and entering<br />

into this 1.5-year period, we find ourselves<br />

in a situation of total uncertainty.<br />

To clarify the situation of uncertainty, it<br />

is right necessary to establish as soon as<br />

possible a mechanism for multilateral dialogue,<br />

in the framework of which there<br />

could be started a movement to achieve at<br />

least three large-scale inter-related goals.<br />

The first goal, as is seen, should be creation<br />

of an atmosphere of trust between all<br />

actors in Eurasian geopolitics, related to Afghanistan.<br />

The second goal is very well formulated<br />

by Henry Kissinger, according to whom<br />

“the aim should be turning Afghanistan –<br />

through the efforts of the international<br />

community – into a terrorists-free zone,<br />

just as during the dominance of Europe in<br />

world politics neutrality of some countries<br />

was provided by international treaties”.<br />

If Afghanistan will not turn into a “terrorists-free<br />

zone”, which is actually impossible<br />

without a full coordination of all<br />

border states on blocking borders and militants-,<br />

weapons-, drugs- and precursors<br />

trafficking channels, even sending of<br />

100,000 additional soldiers to this country<br />

will not solve the problem, since the problem<br />

of preventing restoration of militants’<br />

resource base is not solved.<br />

The third large-scale goal of a multilateral<br />

dialogue could be development of a<br />

conceptual vision for management reform<br />

and economic revival of Afghanistan. Today<br />

it is obvious that without international<br />

aid Kabul is not able to solve the most pressing<br />

problems of the country. Until now<br />

the international community has mainly<br />

acted through large financial injections into<br />

the Afghan economy, army and state apparatus.<br />

However, the effectiveness of this<br />

strategy was not as high as expected, largely<br />

because of corruption and lack of a<br />

well-considered development program.<br />

Meanwhile, it seems more reasonable to<br />

create such conditions in Afghanistan, in<br />

which it could be able to create own sources<br />

of incomes capable of becoming a significant<br />

alternative to international aid.<br />

This is possible only through the gradual<br />

integration of Afghanistan into the regional<br />

economic and transport structures.<br />

Uzbekistan in its cooperation with Afghanistan<br />

acts just in this manner, as is demonstrated<br />

by construction of a railroad<br />

connecting the Uzbek border town Termez<br />

with Mazar-e Sharif, the largest economic<br />

center of northern Afghanistan. State Joint-<br />

Stock Railway Company “Uzbekiston Temir<br />

Yollari” won tender for the construction of<br />

the this railroad.<br />

This railroad will enable the Afghan business<br />

to get the shortest access not only to<br />

the Uzbek market, but also to the markets<br />

of Central Asia, Russia and China, which<br />

will become an incentive for increased<br />

production of export-oriented Afghan<br />

goods.<br />

In principle, the Afghan problem now<br />

reached a point, where an alternative to<br />

the speedy establishment of an open multilateral<br />

dialogue does not virtually exist.<br />

The priority of the military component of<br />

NATO policy in Afghanistan has proven its<br />

effectiveness at the initial stage, but in recent<br />

years it has stalled, a clear indication<br />

of which is the revival of the Taliban.<br />

The Afghan problem is inherently a<br />

much wider issue and its solution should<br />

be found both inside Afghanistan and in<br />

the problems of the region as a whole. Fortunately,<br />

the understanding of this is often<br />

discussed among the international expert<br />

and political circles, and this gives us hope<br />

that a multilateral discussion format,<br />

including the one proposed by Uzbekistan,<br />

will be launched in the foreseeable<br />

future.<br />

Eight years ago thanks to a confidential<br />

multilateral cooperation there was a success<br />

in starting the process of stabilization<br />

and economic reconstruction of Afghanistan.<br />

Why not try to run again this proven<br />

mechanism, while there is still time for it?<br />

Notes:<br />

(1) Henry Kissinger: “Deployments and Diplomacy”<br />

(Newsweek, USA) 03.10.2009<br />

(2) “US experts support initiatives of Uzbekistan<br />

on Afghan resolution”, www.regnum.ru<br />

04.12.2009<br />

ABOUT THE AUTHOR<br />

Gulnara Karimova is a doctor of political science and professor.<br />

She currently serves as Ambassador Extraordinary<br />

and Plenipotentiary of Uzbekistan to Spain and Permanent<br />

Representative of Uzbekistan to the United Nations<br />

Office and other International Organizations in Geneva, as<br />

Director in the Center for Political Studies.<br />

Her research interests cover: international security, regional<br />

economic issues and world economy, geopolitics,<br />

energy and transport issues, soft power.<br />

She is the author of a series of articles: “Application of ‘soft<br />

power’ strategy on Asian civilization spaces” (“Contemporary<br />

International Relations”, China, 2009); “World financial<br />

crisis: analysis of tendencies” (“Russia, Central Asia<br />

and Eastern Europe”, China, 2009), “Cooperation harmony”<br />

(“Oil&Gas Vertical Journal”, Russia, 2007).<br />

Gulnara Karimova took part in several international conferences<br />

with speeches, which had significant resonance,<br />

among them the speech on “Soft power as a tool in realization<br />

of social initiatives of human society in the state”<br />

(World Economic Forum on the Middle East, Jordan,<br />

2009).<br />

She was directly involved in holding several conferences<br />

on subjects relevant to the region of Central Asia and for<br />

international cooperation. These include: The Central Asian<br />

Energy Market: Trends and Prospects (2005); Central<br />

Asia as Transcontinental Transportation Bridge (2007);<br />

Establishing a Modern media Field: the Role of Information<br />

Technologies, Structural Approach and Regional Specifics<br />

in Developing the Information Are. (2006); Business<br />

Forums: series of Uzbekistan-Japan Business Forums in<br />

Tashkent and Tokyo (2007-2009); Investment potential<br />

presentations and round tables in Europe (Geneva, Vienna,<br />

Milan, and Brussels in September-October 2009).<br />

Gulnara Karimova is chief editor of the well-known magazine<br />

“Uzbekistan and Central Asia”, which covers political<br />

and socio-economic issues of the development of<br />

Central Asia.<br />

<strong>SOCIETY</strong> 2_10 | 63


DIPLOMATIE<br />

INTERNATIONAL<br />

NATIONALFEIERTAGE<br />

der Botschaften mit Amtssitz in Wien. Von Juli bis September<br />

1.<br />

3.<br />

4.<br />

5.<br />

5.<br />

11.<br />

14.<br />

20.<br />

21.<br />

23.<br />

28.<br />

30.<br />

JULI<br />

Kanada „Canada Day/Fête du Canada“<br />

zur Feier des ‘British North America<br />

Act’ vom 1. Juli 1867.<br />

Belarus Tag der Unabhängigkeit<br />

Vereinigte Staaten Unabhängigkeitstag<br />

(1776). Staatsgründung der<br />

USA in der ‘Deklaration der 13 Vereinigten<br />

Staaten von Amerika’.<br />

Kap Verde Unabhängigkeitstag<br />

(1975)<br />

Venezuela Unabhängigkeitstag<br />

(1811)<br />

Mongolei Jahrestag des Sieges der<br />

Revolution (1921). Endgültige Erlangung<br />

der Unabhängigkeit von China.<br />

Frankreich Jahrestag der Erstürmung<br />

der Bastille (1789). Der Feiertag<br />

erinnert an das Föderationsfest, das<br />

ein Jahr später (1790) stattfand.<br />

Kolumbien Unabhängigkeitstag<br />

(1810)<br />

Belgien Nationalfeiertag (Amtseid<br />

König Leopold I., 1831). Krönung des<br />

ersten belgischen Königs und Ausrufung<br />

des Königreichs Belgien.<br />

Ägypten Jahrestag der Revolution<br />

(1952). Sturz König Faruks durch die<br />

Bewegung der „Freien Offiziere“.<br />

Peru Unabhängigkeitstag (1821). Unabhängigkeit<br />

von Spanien nach der<br />

Eroberung Limas durch José de San<br />

Martín.<br />

Marokko Thronfest S.M. König Mohammed<br />

VI. (1999)<br />

1.<br />

2.<br />

6.<br />

7.<br />

10.<br />

15.<br />

15.<br />

17.<br />

19.<br />

20.<br />

24.<br />

25.<br />

27.<br />

31.<br />

31.<br />

AUGUST<br />

Schweiz Bundesfeier (1291). Erinnert<br />

an den Bund von Uri, Schwyz<br />

und Unterwalden, beurkundet im<br />

sog. Bundesbrief.<br />

Mazedonien Nationalfeiertag (Ilinden-Aufstand<br />

1903)<br />

Bolivien Unabhängigkeitstag (1825)<br />

Côte d'Ivoire Unabhängigkeitstag<br />

(1960)<br />

Ecuador Unabhängigkeitstag (1809)<br />

Indien Unabhängigkeitstag (1947)<br />

Liechtenstein Staatsfeiertag. Wird<br />

seit 1940 gefeiert, anlässlich des Geburtstags<br />

des damaligen Fürsten<br />

Franz Josef II. (16.8.) und zum Fest<br />

Maria Himmelfahrt.<br />

Indonesien Unabhängigkeitstag<br />

(1945). Proklamation der Unabhängigkeit<br />

von den Niederlanden.<br />

Afghanistan Unabhängigkeitstag<br />

(1919). Unabhängigkeit von Großbritannien.<br />

Ungarn Jahrestag der Staatsgründung<br />

(1000). Der Hl. Stephan I. wurde<br />

zum König von Ungarn gekrönt.<br />

Ukraine Nationalfeiertag (Unabhängigkeit<br />

1991)<br />

Uruguay Unabhängigkeitstag (1825)<br />

Moldau Unabhängigkeitstag (1991)<br />

Loslösung von der Sowjetunion.<br />

Kirgisistan Unabhängigkeitstag<br />

(1991)<br />

Malaysia Unabhängigkeitstag<br />

(1957).<br />

1.<br />

1.<br />

1.<br />

2.<br />

3.<br />

7.<br />

8.<br />

9.<br />

9.<br />

15.<br />

15.<br />

15.<br />

16.<br />

18.<br />

21.<br />

21.<br />

21.<br />

23.<br />

SEPTEMBER<br />

Libyen Jahrestag der Al Fatah Revolution<br />

(1969)<br />

Slowakei Tag der Verfassung<br />

(1992). Erlass der Verfassung durch<br />

den slowakischen Nationalrat.<br />

Usbekistan Unabhängigkeitstag<br />

(1991)<br />

Vietnam Unabhängigkeitstag (1945)<br />

San Marino Nationalfeiertag. Offizielles<br />

Gründungsdatum ist der<br />

3.9.301(!)<br />

Brasilien Unabhängigkeitstag<br />

(1822)<br />

Andorra Unabhängigkeitstag (1278)<br />

Nordkorea Staatsgründung 1948<br />

Tadschikistan Unabhängigkeitstag<br />

(1991)<br />

Costa Rica Unabhängigkeitstag<br />

(1821)<br />

Guatemala Unabhängigkeitstag<br />

(1821)<br />

Nicaragua Unabhängigkeitstag<br />

(1821)<br />

Mexiko Unabhängigkeitstag (1810)<br />

Chile Unabhängigkeitstag (1810)<br />

Armenien Unabhängigkeitstag<br />

(1991)<br />

Belize Unabhängigkeitstag (1981).<br />

Bis 1973 Britisch-Honduras genannt,<br />

1981 Unabhängigkeit von Großbritannien.<br />

Malta Unabhängigkeitstag (1964)<br />

Saudi-Arabien Proklamation des<br />

Königreiches (1932)<br />

KONFERENZEN DER VEREINTEN NATIONEN IN WIEN<br />

Juli bis September <strong>2010</strong><br />

AUGUST<br />

2.-5.8. UNYSA: Vienna International Model United Nations (VIMUN) <strong>2010</strong><br />

16.8.-3.9. CTBTO: Working Group B, 35 th session - (Joint Meeting of Working Groups A and B, 30 August)*<br />

SEPTEMBER<br />

1.-3.9. UNIDO: Committee for the Coordination of Statistical Activities, 15 th session*<br />

6.-9.9. CTBTO: Advisory Group, 35 th session*<br />

7.-8.9. UNIDO: Programme and Budget Committee, 26 th session*<br />

13.-17.9. IAEA: Board of Governors<br />

20.-24.9. IAEA: General Conference, 54 th session<br />

27. IAEA: Board of Governors<br />

* unter Ausschluss der Öffentlichkeit, Quelle: http://www.unvienna.org/documents/calend284.pdf<br />

64 | <strong>SOCIETY</strong>2_10


DIPLOMATIE<br />

INTERVIEW<br />

Israels neuer Botschafter<br />

Der Rahmen braucht<br />

einen Inhalt<br />

Der israelische Botschafter in Wien, S.E. Aviv Shir-On, im<br />

<strong>SOCIETY</strong>-Interview über die „Mavi Marmara“, die Beziehungen<br />

zu Österreich und die Zukunft der Mobilität.<br />

S,E. Aviv Shir-On mit<br />

Gattin Arnona<br />

Was ist Ihr Statement zu den Geschehnissen<br />

auf dem türkischen Schiff „Mavi Marmara“,<br />

das die Gaza-Blockade durchbrechen<br />

wollte?<br />

Die Kontrolle der Güter, die nach Gaza<br />

geliefert werden, soll verhindern, dass die<br />

Hamas Raketen und Waffen bekommt, mit<br />

denen sie israelische Zivilisten täglich angreift.<br />

Sieben Schiffe wurden ohne<br />

Zwischenfälle gestoppt und kontrolliert.<br />

Nur auf der „Mavi Marmara“ wurden Israelis<br />

von den Mitgliedern der radikal-islamischen<br />

Organisation IHH, von der auch die<br />

Hamas unterstützt wird, mit Gewalt attakkiert.<br />

Die Hamas will Israelis ermorden<br />

und die IHH hat genau das auch versucht.<br />

Die Blockade ist nicht gegen die Bevölkerung<br />

von Gaza gerichtet und Israel sucht<br />

Wege, um diese zu lockern, was auch von<br />

der EU letztens begrüßt wurde.<br />

Vizekanzler Josef Pröll hat kürzlich Israel<br />

besucht. Was ist Ihr Eindruck betreffend die<br />

Beziehungen zwischen Israel und Österreich?<br />

Der Umfang und die Vielfalt der Beziehungen<br />

haben mich überrascht. Als Botschafter<br />

freut man sich, wenn der Vizekanzler<br />

oder Außenminister Israel<br />

besucht. Es handelt sich hier um den offiziellen<br />

Rahmen der Beziehungen zwischen<br />

den Ländern. Es ist natürlich wichtig, dass<br />

dieser Rahmen gut gestaltet wird. Aber der<br />

Inhalt der Beziehungen ist etwas anderes –<br />

das ist wie ein Bild: Der Rahmen muss einen<br />

Inhalt haben, das Bild ist der Inhalt<br />

und der Inhalt sollen die menschlichen<br />

Kontakte zwischen den Österreichern und<br />

Israelis sein, zum Beispiel in den Bereichen<br />

Sport, Kultur und Wirtschaft. Hier sehe ich<br />

meine Aufgabe, diese Beziehungen zu erweitern<br />

und zu vertiefen.<br />

Vizekanzler Pröll hat sich auch ein interessantes<br />

Autoprojekt angesehen. Können<br />

Sie etwas darüber berichten?<br />

Das ist ein Projekt mit dem Namen<br />

„Better Place“ des israelischen Unternehmers<br />

Schay Agassi, mit dem er die<br />

Welt etwas besser für uns alle machen<br />

will. Es geht um ein Elektroauto und ein<br />

Netz von Aufladevorrichtungen, das<br />

Interesse auf der ganzen Welt erweckt<br />

hat. Man ist derzeit in der Phase, dieses<br />

Projekt zu konkretisieren und zu einer<br />

praktischen Lösung für die Verkehrsprobleme<br />

zu machen. Auch österreichische<br />

Firmen haben Interesse gezeigt. Aber es<br />

ist nicht nur für Firmen interessant sondern<br />

auch für Regierungen. Es geht darum,<br />

wie wir unsere Mobilität umweltfreundlicher<br />

machen können.<br />

Dieses Auto kommt vollkommen ohne<br />

Erdöl aus?<br />

Ja, die Idee dahinter ist, dass es Tankstellen<br />

geben wird, wo die Batterien entweder<br />

aufgeladen oder ausgewechselt werden<br />

können. Das größte Problem von elektrischen<br />

Autos ist die Reichweite. Wenn man<br />

nur zweihundert Kilometer fahren kann,<br />

muss man oft die Batterie aufladen oder<br />

wechseln.<br />

Ihre Frau hat einen ganz speziellen Vornamen.<br />

Können Sie ihn uns die Herkunft<br />

dieses Namens erklären?<br />

Arnona hat mit dem Fluss Arnon zu<br />

tun, der auch in der Bibel erwähnt wird. Er<br />

fließt von den Bergen Jordaniens herab<br />

und mündet in den berühmten Jordan. Die<br />

Eltern meiner Frau hofften auf einen Sohn<br />

und wollten ihn Arnon nennen, aber da<br />

sie ein Mädchen bekamen, sind sie doch<br />

bei diesem Namen geblieben und haben<br />

sie Arnona genannt.<br />

Mit einem Satz zusammenfassend, wo<br />

trifft Sie Ihre neue Funktion am meisten?<br />

Im Herzen oder im Kopf?<br />

Für einen israelischen Botschafter ist<br />

dies eine schwierige Frage, weil wenn ich<br />

meine jüdischen Wurzeln betrachte, dann<br />

hat das viel mit dem Herzen zu tun. Ich<br />

glaube, dass wir die universellen Werte der<br />

Zivilisation mitgeprägt haben, den Glauben<br />

an einen einzigen Gott, aber das<br />

macht uns nicht zu Engeln, weil wir Fehler<br />

machen wie alle anderen auch – und das<br />

hat mit dem Gehirn zu tun. Zum Beispiel<br />

unsere größte Hoffnung ist noch nicht in<br />

Erfüllung gegangen, nämlich Frieden zu<br />

haben oder zu schaffen, und da müssen<br />

wir noch alle schwer arbeiten, und das<br />

kann man nur schaffen, wenn man das<br />

Herz mit dem Gehirn verbindet, und da sehe<br />

ich auch meine Aufgabe als Botschafter<br />

des Staates Israel.<br />

<strong>SOCIETY</strong> 2_10 | 65


DIPLOMATIE<br />

ÖGAVN<br />

Highlights International<br />

Top-Veranstaltungen<br />

Das Frühjahr stand im Zeichen herausragender Veranstaltungen der Österreichischen Gesellschaft<br />

für Außenpolitik und die Vereinten Nationen (ÖGAVN).<br />

Dr. Erhard Busek, Dr. Franz Vranitzky, Mag. Brigitte Ederer, Nationalratspräsidentin<br />

Mag. Barbara Prammer, Dr. Klaus Kinkel, Dr. Wolfgang Schüssel<br />

Ban Ki-moon im österreichischen<br />

Parlament<br />

Im April kam UNO-Generalsekretär Ban<br />

Ki-moon auf Einladung der ÖGAVN nach<br />

Wien, wo er im historischen Sitzungssaal<br />

des Parlaments einen viel beachteten<br />

Vortrag hielt. Rund 1.000 Gäste bedankten<br />

sich mit stehenden Ovationen für seine<br />

Ausführungen zu den Themen Armutsbekämpfung,<br />

Gleichstellung der Frau, Klimaschutz<br />

und Menschenrechte. Er hob<br />

außerdem die Bedeutung Wiens als UNO-<br />

Standort hervor und bedankte sich für<br />

Österreichs Unterstützung der Arbeit der<br />

Vereinten Nationen.<br />

***<br />

15 Jahre Österreich in der EU<br />

Anlässlich 15 Jahre EU-Mitgliedschaft<br />

Österreichs veranstaltete die ÖGAVN<br />

Workshops und eine Festveranstaltung im<br />

Parlament. Bei den Workshops wurden<br />

Fragen der europäischen Identität, Ökonomie,<br />

Forschung und Regionalpolitik unter<br />

Teilnahme namhafter Vertreter aus Diplomatie,<br />

Wirtschaft, Wissenschaft und der<br />

Medien behandelt. Danach erinnerten in<br />

einem Festakt im Sitzungssaal des Nationalrates<br />

maßgeblich für den EU-Beitritt<br />

Österreichs verantwortliche Politiker an<br />

die Bedeutung dieses Ereignisses. Die Festreden<br />

hielten Dr. Franz Vranitzky, Dr. Erhard<br />

Busek und Dr. Klaus Kinkel.<br />

Shirin Ebadi mit<br />

ÖGAVN-Präsident<br />

Wolfgang Schüssel<br />

***<br />

Shirin Ebadi in Wien<br />

Die iranische Friedensnobelpreisträgerin<br />

2003 Shirin Ebadi war in Wien zu Gast.<br />

Sie nahm für ihren Kampf für die Menschenrechte<br />

den Felix-Ermacora-Menschenrechtspreis<br />

entgegen und hielt auf Einladung<br />

der ÖGAVN in der „Aula der<br />

Wissenschaften“ einen Vortrag. Seit Juni<br />

2009 befindet sie sich im Exil, ihr Mann ist<br />

im Iran inhaftiert. Sie sprach sich gegen<br />

wirtschaftliche Sanktionen gegen den Iran<br />

aus, weil diese die Bevölkerung treffen<br />

würden. Sie sei aber für Sanktionen zur Behinderung<br />

militärischer Aufrüstung.<br />

MITGLIEDSCHAFT<br />

Alle Personen, die am internationalen<br />

Geschehen interessiert sind<br />

und zur Stärkung der Vereinten<br />

Nationen beitragen wollen, können<br />

ordentliche Mitglieder der<br />

Seit 1945<br />

Österreichischen Gesellschaft für Außenpolitik und die Vereinten<br />

Nationen (ÖGAVN) werden. Daneben sind Unternehmen<br />

und andere Institutionen eingeladen, als unterstützende<br />

Mitglieder beizutreten. Wenn Sie Interesse an einer<br />

Mitgliedschaft haben, wenden Sie sich bitte an:<br />

ÖSTERREICHISCHE GESELLSCHAFT FÜR AUSSENPOLITIK<br />

UND DIE VEREINTEN NATIONEN (ÖGAVN)<br />

Hofburg/Stallburg, Reitschulgasse 2/2. OG, A-1010 Wien<br />

Tel.: +43-(0)1-535 46 27<br />

E-Mail: office@oegavn.org, www.una-austria.at<br />

MAGAZIN <strong>SOCIETY</strong><br />

Mag. Gertrud Tauchhammer hat mit dem Magazin <strong>SOCIETY</strong> als<br />

offizielles Organ schon seit 1995, auf Einladung des damaligen<br />

Präsidenten Dr. Kurt Waldheim, fungiert und übt seitdem mit<br />

verschiedensten Aktivitäten einen Brückenschlag zwischen<br />

Österreich und den Vereinten Nationen aus. Auf Vorschlag von<br />

Altbundeskanzler Dr. Wolfgang Schüssel wird die Kooperation<br />

zwischen dem Magazin <strong>SOCIETY</strong> und der Österreichischen Gesellschaft<br />

für Außenpolitik und die Vereinten Nationen<br />

(ÖGAVN) fortgesetzt. <strong>SOCIETY</strong> ist zu 100 Prozent im Eigentum<br />

der Tauchhammer KG/Mag. Gertrud Tauchhammer.<br />

FOTOS: ÖGAVN; CARINA OTT/PARLAMENTSDIREKTION<br />

66 | <strong>SOCIETY</strong> 2_10


DIPLOMATIE<br />

WELCOME TO AUSTRIA<br />

INFORMATION<br />

Club Opening: Gabrielle Schallenberg,<br />

H.E. Anna Maria Spinetti, Elenka Batthyany,<br />

Avogara Pallavicini<br />

New club room and website<br />

Spring Highlights<br />

“Welcome To Austria’s” three spring highlights were a day<br />

excursion to famous castles in Lower Austria, the official<br />

opening of the new club room and the launch of the website.<br />

***<br />

Excursion within Lower Austria<br />

“Welcome To Austria” organized a day<br />

excursion within Lower Austria, visiting<br />

Burg Rastenberg in the Waldviertel, where<br />

Count Giorgio Thurn-Valsassina himself received<br />

his guests and showed them around<br />

the castle (dating back to the Middle Ages),<br />

followed by a brief visit of the impressive<br />

Benedictine Abbey Göttweig, a lunch at the<br />

picturesque Ruine Aggstein perched on top<br />

of a hill, a visit of Castle Artstetten and its<br />

Franz-Ferdinand Museum – including a reception<br />

by H.H. Princess Anita Hohenberg<br />

– and on the way back to Vienna a stopover<br />

at Schloss Stetteldorf, where Georg von<br />

Stradiot received his guests.<br />

***<br />

Club Opening and New Website<br />

For more than a decade, „Welcome To<br />

Austria“ has successfully given foreign diplomats<br />

based in Austria an understanding<br />

of Austria’s way of life and culture. Early<br />

this year, WA has moved into the new office<br />

and club room in Reitschulgasse where<br />

it is possible to hold lectures, coffee mornings<br />

and parties. Recently, the official<br />

opening of the club was celebrated by the<br />

Board and a great many of the association’s<br />

members.<br />

The new website of WA has recently<br />

been publicized – anyone interested in becoming<br />

member of the association should<br />

visit www.welcome-to-austria.org<br />

WA “Welcome to Austria” was founded<br />

in 1997 by Dr. Benita Ferrero-<br />

Waldner, who was then State Secretary<br />

for Foreign Affairs, with the<br />

overriding objective of introducing<br />

foreign diplomats and international<br />

civil servants assigned to Vienna and<br />

their spouses to the Austrian way of<br />

life. The aims of WA are to promote the awareness and understanding<br />

of Austria’s rich heritage of culture and history<br />

past and present. WA would welcome newly accredited diplomats<br />

and their spouses to join the club.<br />

***<br />

WA invites you to join:<br />

■ You will meet many interesting Austrians in a relaxed<br />

atmosphere and make new friends.<br />

■ You will be offered a wide choice of excellent programmes<br />

and learn a great deal about your host country.<br />

■ You will be invited to private homes and through WA<br />

events you will enjoy many things which you would not<br />

have access to outside our Association.<br />

***<br />

THE BOARD OF “WELCOME TO AUSTRIA”<br />

Dr. Benita Ferrero-Waldner – Founding President<br />

Foreign Minister Dr. Michael Spindelegger – President<br />

Gabrielle Schallenberg – First Vice President - History, Art<br />

Dr. Monika Türk – Second Vice President<br />

Mag. Stephan Hofstätter – Treasurer<br />

Mag. Gertrud Tauchhammer – Public Relations,<br />

“Schriftführerin”<br />

Dr. Elisabeth Wolff – Music<br />

Dr. Heide Almoslechner – German<br />

Anne Thun-Hohenstein – History, Art<br />

Dr. Stefanie Winkelbauer – Applied Arts, Cuisine<br />

Mag. Adelaida Calligaris – Liaison Officer<br />

***<br />

OFFICE HOURS<br />

Mo-Tue-Wed: 2 p.m.–5 p.m.<br />

Thurs-Fri: 9 p.m.–12 p.m.<br />

Gabriela Znidaric, Secretary<br />

Hofburg, Stallburg, Reitschulgasse 2, 1010 Vienna<br />

Phone: +43-(0)1-535 88 36, Fax: +43-(0)1-535 88 37<br />

E-mail: office@welcome-to-austria.org<br />

www.welcome-to-austria.org<br />

Count Giorgio Thurn-Valsassina<br />

receives his guests.<br />

Entrance to the medieval<br />

castle Rastenberg.<br />

<strong>SOCIETY</strong> 2_10 | 67


DIPLOMATIE<br />

AKKREDITIERUNGEN<br />

DIPLOMATENKARUSSELL<br />

Die neu akkreditierten Botschafter bei Bundespräsident Dr. Heinz Fischer in der Hofburg.<br />

INDONESIEN<br />

H.E. GUSTI AGUNG<br />

WESAKA PUJA<br />

Born on 11 Jan 1962<br />

in Bali.<br />

Married, two children.<br />

RUSSISCHE<br />

FÖDERATION<br />

S.E. SERGEJ<br />

JURJEWITSCH<br />

NETSCHAJEW<br />

Geboren 1953<br />

in Moskau.<br />

Verheiratet, ein Sohn.<br />

SÜDAFRIKA<br />

H.E. XOLISA<br />

MFUNDISO<br />

MABHONGO<br />

Born on 18 May 1972 in<br />

Mthatha, Eastern Cape<br />

Married, three<br />

children.<br />

Education<br />

■ 1985: Gadjah Mada University, Yogyakarta,<br />

Indonesia.<br />

■ 1991: University of Michigan, Ann Arbor,<br />

USA, The Horace H. Rackham<br />

School of Graduate Studies.<br />

Professional Career<br />

■ <strong>2010</strong>: Ambassador to Austria and Slovenia,<br />

Permanent Representative to<br />

the UN and other int. organizations<br />

in Vienna<br />

■ 2009-<strong>2010</strong>: Senior Official, Ministry of<br />

Foreign Affairs, Jakarta<br />

■ 2006-2009: Ambassador/Deputy Permanent<br />

Representative to the UN,<br />

WTO and other int. organizations in<br />

Geneva<br />

■ 2002-2006: Director for Human Rights<br />

and Humanitarian Affairs, Ministry<br />

of Foreign Affairs, Jakarta<br />

■ 1998-2002: Counselor, Permanent Mission<br />

of Indonesia to the UN, WTO and<br />

other int. organizations, Geneva<br />

■ 1996-1998: Official, Directorate for<br />

Int. Organizations, Ministry of Foreign<br />

Affairs, Jakarta<br />

■ 1992-1996: Second Secretary, Embassy/Permanent<br />

Mission of Indonesia,<br />

Vienna<br />

■ 1988-1990: Official, Directorate for<br />

Asia Pacific Affairs, Ministry of Foreign<br />

Affairs, Jakarta<br />

■ 1986: Joined the Ministry of Foreign<br />

Affairs<br />

Ausbildung<br />

■ Abitur in Moskau, Studium der Germanistik<br />

an der Moskauer Lomonossow<br />

Universität<br />

■ 1988: Abschluss des Studiums an der<br />

Diplomatischen Akademie<br />

Berufliche Karriere<br />

■ Seit April <strong>2010</strong>: Botschafter in der Republik<br />

Österreich<br />

■ August 2007: Direktor des 3. Europäischen<br />

Departments im Außenministerium<br />

■ April 2003: Stv. Direktor des 3. Europäischen<br />

Departments im Außenministerium<br />

■ 2001-2003: Generalkonsul der Russischen<br />

Föderation in Bonn<br />

■ 1999-2001: 1. Botschaftsrat, Leiter der<br />

Politischen Abteilung an der Botschaft<br />

in Deutschland<br />

■ 1996-1999: Leiter des Deutschland-Referates<br />

im 4. Europäischen Department<br />

im Außenministerium<br />

■ 1992-1996: Tätigkeit an der russischen<br />

Botschaft in Deutschland<br />

■ 1982-1986: Tätigkeit im sowjetischen<br />

Generalkonsulat in Erdenet, Mongolei<br />

■ 1977-1980: Tätigkeit an der sowjetischen<br />

Botschaft in Ost-Berlin, DDR<br />

■ 1977: Eintritt in den diplomatischen<br />

Dienst<br />

■ 1975-1977: Armeedienst<br />

Education<br />

■ Currently: Master in Business Leadership,<br />

UNISA School of Business Leadership<br />

■ 2004: Master in Public Administration,<br />

Columbia University, N.Y., USA<br />

■ 1997: Post-graduate Certificate in Diplomatic<br />

Studies, Oxford University,<br />

U.K.<br />

■ 1993: Bachelor of Arts, Rhodes University,<br />

Grahamstown, RSA<br />

Professional Career<br />

■ Present: Ambassador to Austria, Slovenia<br />

and Slovakia; Permanent Representative<br />

to the UNO in Vienna<br />

■ 2006-2009: Chief Director, United Nations<br />

Political, Multilateral Branch,<br />

Dep. of Int. Relations and Coop.<br />

■ 2006: Director: United Nations, Multilateral<br />

Branch, Dep. of Int. Relations<br />

and Coop (DIRCO)<br />

■ 2004-2006: Minister Counselor/Deputy<br />

Permanent Representative, Permanent<br />

Mission of RSA to the UN, NY<br />

■ 2001-2004: Counselor, Permanent Mission<br />

of RSA to UN, NY<br />

■ 1999-2001: First Secretary, Permanent<br />

Mission of RSA to UN, Geneva<br />

■ 1997-1998: Part-time lecturer for<br />

International Relations, Pretoria<br />

Technikon<br />

■ 1997-1998: Senior Foreign Service Officer,<br />

Foreign Service Institute, Dep.<br />

of Int. Relations and Coop.<br />

FOTOS: DRAGAN TATIC/HBF<br />

68 | <strong>SOCIETY</strong> 2_10


APRIL BIS JUNI <strong>2010</strong><br />

SYRIEN<br />

H.E. BASSAM<br />

SABBAGH<br />

TUNESIEN<br />

S.E. ALI CHAOUCH<br />

Born on 1 Jan 1969<br />

in Aleppo.<br />

Geboren in Bouarada/Siliana.<br />

Verheiratet,<br />

drei Kinder.<br />

Education<br />

■ 1990: Bachelor in Political Science,<br />

Higher Institute for Political Sciences,<br />

Damascus<br />

■ 1992: Higher Diploma in International<br />

Affairs, Aleppo University<br />

Professional Career<br />

■ Currently: Ambassador to Austria,<br />

Permanent Representative to IAEA,<br />

UNIDO, UNOV in Vienna<br />

■ 2006-<strong>2010</strong>: Chef de Cabinet of the Ministry<br />

of Foreign Affairs, Damascus<br />

■ 2001-2006: Counselor in the Syrian<br />

Permanent Mission to the UN, NY<br />

■ 2000-2001: Deputy Director, Office of<br />

the Deputy Foreign Minister, Damascus<br />

■ 1995-2000: Second and First Secretary<br />

at the Syrian Embassy, Washington<br />

DC<br />

■ 1994-1995: Attaché Foreign Ministry<br />

■ Participated the Arab Summit in Kartom<br />

(2006), Riadh (2007), Damascus<br />

(2008), Doha (2009)<br />

■ Member of the Syrian Delegation to<br />

the Security Council, 2002-2003<br />

■ Member of the UN Security Council<br />

Mission to Afghanistan, 2003<br />

Ausbildung<br />

■ 1970: Absolvent der Fakultät für Wirtschaftswissenschaften<br />

an der Universität<br />

Tunis<br />

Berufliche Karriere<br />

■ 2005: Minister für Soziales, Solidarität<br />

und Auslandstunesier<br />

■ 2000: Generalsekretär des Rassemblement<br />

Constitutionnel Démocratique<br />

■ 1999: Präsident des Wirtschafts- und<br />

Sozialrates<br />

■ 1997: Innenminister<br />

■ 1994-2004: Mitglied des tunesischen<br />

Nationalrates<br />

■ 1993: Minister für Bau- und Wohnungswesen<br />

■ 1992: Staatssekretär im Ministerium<br />

für Gesundheit<br />

■ 1991: Ständiger Sekretär der Rassemblement<br />

Constitutionnel Démocratique<br />

(RCD)<br />

■ 1988: Geschäftsführer der gemeinnützigen<br />

Bau- und Siedlungsgesellschaft<br />

(AFH)<br />

■ 1987: Statthalter von Médenine<br />

■ 1985-1987: Bürgermeister von Ettadhamen,<br />

Douar Hicher<br />

■ 1982: Geschäftsführer der städtischen<br />

Sanierungs- und Renovierungsagentur<br />

■ 1970-1982: Divisionschef der SNIT Tunis<br />

und stv. Generaldirektor der Société<br />

d’Economie Mixte d’Aménagement<br />

in Tunis<br />

Repräsentation<br />

Eliteverband<br />

Gardemusik<br />

Die Militärmusik des Gardebataillons<br />

in Wien ist Teil der<br />

Ehrenformation des Heeres<br />

und dient der Repräsentation.<br />

Die Garde ist ein Eliteverband des Militärkommandos<br />

Wien, der die Republik<br />

Österreich und das österreichische<br />

Bundesheer nach außen repräsentiert.<br />

Sie hat aber auch Aufgaben eines Verbandes<br />

der Infanteristischen Kampftruppe<br />

wahrzunehmen. Traditionelle Kennzeichen<br />

sind der scharlachrote Aufschlag mit weißem<br />

Vorstoß, das scharlachrote Barett und<br />

die Gardeschnur zur Ausgangsuniform.<br />

Die Gardemusik als Teil des Gardebataillons<br />

ist ein wichtiges Repräsentationsinstrument<br />

bei Staatsbesuchen und Akkreditierungen<br />

von Botschaftern. Ihr<br />

dekoratives Kennzeichen ist die Fangschnur.<br />

Die Gardemusik versteht sich als<br />

Bewahrerin traditionellen Musikgutes und<br />

ist Teil des Wiener Kulturlebens. Neben altösterreichischer<br />

Marschmusik widmet sie<br />

sich auch der zeitgenössischen Musik.<br />

<strong>SOCIETY</strong> 2_10 | 69


DIPLOMATIE<br />

CTBTO<br />

Die neu akkreditierten Botschafter überreichten ihre Beglaubigungen an<br />

den Generalsekretär der CTBTO, Botschafter Tibor Tóth. Die Überreichungen<br />

fanden im Hauptsitz der CTBTO in Wien statt.<br />

Comprehensive Test Ban Treaty Organisation<br />

INFORMATION<br />

Annika Thunborg, Leiterin der Öffentlichkeitsarbeit<br />

Tel. +43-(0)1-26030-6375<br />

Fax +43-(0)1-26030-5823<br />

www.ctbto.org<br />

E-Mail: annika.thunborg@ctbto.org<br />

BELGIEN: S.E. FRANK RECKER<br />

CTBTO<br />

Die CTBTO PrepCom ist die Vorbereitende Kommission für<br />

die Organisation des Vertrages über das umfassende Verbot<br />

von Nuklearversuchen.<br />

Die CTBTO PrepCom wurde am 19.11.1996 gegründet und<br />

ist mit allen notwendigen Vorbereitungen für die Umsetzung<br />

des Vertrages über das umfassende Verbot von Nuklearversuchen<br />

befasst. Alle Staaten, die diesen Vertrag unterzeichnen,<br />

sind automatisch Mitglieder der Kommission.<br />

Ziel des Vertrages ist die Nichtverbreitung von Kernwaffen<br />

sowie die atomare Abrüstung. Mit dem Verbot von Nuklearversuchen<br />

soll die Weiterentwicklung von Atomwaffen<br />

gebremst werden.<br />

Seit 24.9.1996 wurde der Vertrag von 182 Staaten unterzeichnet,<br />

davon haben ihn mittlerweile 153 ratifiziert. Aktuellster<br />

Vertragsunterzeichner ist Trinidad und Tobago. Die<br />

aktuellste Ratifizierung erfolgte durch die Zentralafrikanische<br />

Republik. Der Vertrag tritt erst dann in Kraft, sobald er<br />

von allen 44 im zweiten Anhang des Vertrages (Annex 2)<br />

aufgezählten Staaten unterzeichnet und ratifiziert worden<br />

ist. Das sind jene Staaten, die zum Zeitpunkt der Vertragsverhandlungen<br />

bereits über friedliche oder militärische<br />

Nukleartechnologie verfügt haben. 41 Annex-2-Staaten haben<br />

den Vertrag unterzeichnet, davon haben ihn 35 auch ratifiziert.<br />

Derzeit fehlen noch die Unterzeichnungen von Indien,<br />

Pakistan und Nordkorea, sowie die Ratifizierungen von<br />

Ägypten, dem Iran, USA, China, Indonesien und Israel.<br />

Österreich zählt ebenfalls zu den Annex-2-Staaten und<br />

hat den Vertrag am 24.9.1996 unterzeichnet und am 13.3.1998<br />

ratifiziert. Das Atominstitut der Österreichischen Universitäten<br />

betreibt in Wien einen Forschungsreaktor.<br />

BENIN: S.E. SÉRAPHIN LISSASSI<br />

BOTSWANA: S.E. BOOMETSWE MOKGOTHU<br />

NIGER: S.E. ILLO ADANI<br />

70 | <strong>SOCIETY</strong> 2_10


DIPLOMATIE<br />

UNIDO<br />

Die neu akkreditierten Botschafter überreichten ihre Beglaubigungen an<br />

den Generaldirektor der UNIDO, Kandeh K. Yumkella. Die Überreichungen<br />

fanden im Hauptsitz der UNIDO in Wien statt.<br />

United Nations Industrial Development Organization<br />

INDONESIEN: S.E. I GUSTI AGUNG WESAKA PUJA<br />

BENIN: S.E. SÉRAPHIN LISSASSI ÜBERREICHT AN<br />

VIZEGENERALDIREKTOR YOSHITERU URAMOTO<br />

INFORMATION<br />

Cristina Stricker, Information Officer<br />

Tel: +43-(0)1-26026-3034<br />

Fax: +43-(0)1-26026-6881<br />

E-Mail: c.stricker@unido.org<br />

UNIDO<br />

UGANDA: S.E. FRANCIS K. BUTAGIRA<br />

BELGIEN: S.E. FRANK RECKER<br />

Die United Nations Industrial Development Organization<br />

(Organisation der Vereinten Nationen für Industrielle Entwicklung)<br />

ist eine Sonderorganisation der Vereinten Nationen<br />

mit dem Ziel, die industrielle Entwicklung in Entwikklungsländern<br />

und Reformstaaten nachhaltig zu fördern. Zu<br />

ihrer Tätigkeit zählen Industrial Governance und Statistik, Investitions-<br />

und Technologieförderung, Förderung von Handel<br />

und Wettbewerbsfähigkeit, Entwicklung der Privatwirtschaft<br />

und Agro-Industrien, nachhaltige Energiewirtschaft<br />

und Klimawandel, das Montreal-Protokoll und Umweltmanagement.<br />

PHILIPPINEN: I.E. LOURDES O. YPARRAGUIRRE<br />

AUßENMINISTER VON THAILAND S.E. SÉRAPHIN LISSASSI ÜBER-<br />

REICHT AN VIZEGENERALDIREKTOR YOSHITERU URAMOTO<br />

Die UNIDO, mit Hauptsitz in der UNO-City in Wien, wurde<br />

1966 als Programm der Vereinten Nationen gegründet<br />

und ist seit 1985 eine selbstständige Sonderorganisation der<br />

VN. Derzeitiger Generaldirektor (seit 2005) ist Kandeh K.<br />

Yumkella (Sierra Leone). Die UNIDO hat 173 Mitgliedsstaaten,<br />

in 53 Ländern Büros und beschäftigt etwa 650 Mitarbeiter.<br />

Darüber hinaus arbeiten über 2100 Experten international<br />

bei UNIDO-Projekten. Das geschätzte Gesamtvolumen aller<br />

Tätigkeiten für <strong>2010</strong>/11 beträgt etwa 385 Millionen Euro<br />

(UNIDO ist die einzige UN-Organisation, die in Euro budgetiert).<br />

<strong>SOCIETY</strong> 2_10 | 71


DIPLOMATIE<br />

EVENTS<br />

HIGHLIGHTS VERANSTALTUNGEN<br />

DER DIPLOMATIE April bis Juni <strong>2010</strong><br />

Erzbischof Dr. Christoph<br />

Schönborn, Justizministerin<br />

Mag. Claudia Bandion-Ortner<br />

NUNTIATUR:<br />

5. JAHRESTAG VON PAPST BENEDIKT XVI.<br />

Zur Feier des 5. Jahrestages des Pontifikates von Papst Benedikt XVI.<br />

gab sich der Apostolische Nuntius Erzbischof Dr. Peter Stephan Zurbriggen<br />

die Ehre und lud zu einem Empfang in die Apostolische<br />

Nuntiatur in Wien.<br />

Consul I. Senatus Prof. Alfred R. Tombor-Tintera und<br />

Vice-Consul Landeshauptmann Dr. Michael Häupl<br />

Nuntius Dr. Peter Zurbriggen, Nuntiaturrat<br />

Dr. Christoph Kühn<br />

Mit dem deutschen Botschafter<br />

WEINRITTERSCHAFT: 25. JUBILÄUM<br />

Die Europäische Weinritterschaft feiert heuer ihr 25-jähriges Bestehen.<br />

Aus diesem Anlass fand im Wiener Rathaus ein Ritterfest<br />

mit Domizilschildenthüllung des neuen Rittersitzes statt. Für karitative<br />

Zwecke werden heuer über 10.000 Euro von der Weinritterschaft<br />

eingesetzt. Europaweit haben die Weinritter etwa 4.000<br />

Mitglieder.<br />

S.E. Dr. Hans-Henning Blomeyer-<br />

Bartenstein (Deutschland),<br />

S.E. Dr. John Barrett (Kanada),<br />

S.E. Dinkar Khullar (Indien)<br />

S.E. Aviv Shir-On (Bildmitte)<br />

mit seinen Gästen<br />

ISRAEL: 62. UNABHÄNGIGKEITSTAG<br />

S.E. Botschafter Aviv Shir-On und seine Gattin Frau Arnona Shir-On, sowie<br />

der Ständige Vertreter des Staates Israel bei der IAEO und CTBTO, Botschafter<br />

Ehud Azoulay und seine Gattin Frau Liora Azoulay luden zu einem<br />

Konzert mit anschließendem Empfang in das Liechtenstein Museum in<br />

Wien. Der 1995 geborene Noam Yitzhaky spielte Joseph Haydns Klaviersonate<br />

in F-Dur sowie Fréderic Chopins Scherzo Nr. 1 und Walzer Nr. 7.<br />

72 | <strong>SOCIETY</strong> 2_10<br />

Bezirksvorsteherin Ursula<br />

Stenzel, Ariel Muzicant (Präsident<br />

der Israelitischen Kultusgemeinde<br />

Wien)


FOTOS: <strong>SOCIETY</strong>/PHILIPP HUTTER, SCHIFFL, PROKOFIEFF<br />

DEUTSCHLAND:<br />

VERABSCHIEDUNG<br />

Der Botschafter der Bundesrepublik Deutschland,<br />

Hans-Henning Blomeyer-Bartenstein,<br />

lud in das Hotel Sacher Salzburg zur Verabschiedung<br />

des Honorarkonsuls der Bundesrepublik<br />

Deutschland Alfons Schneider. In<br />

seiner Laudatio würdigte der Botschafter die<br />

Verdienste von Alfons Schneider, der sich<br />

über 15 Jahre bemüht hat, die Beziehungen<br />

zwischen Deutschland und Österreich zu intensivieren.<br />

Nach Dankesworten des Geehrten<br />

frönte dieser einem seiner Lieblingshobbys,<br />

dem Jazzgesang und verabschiedete sich,<br />

begleitet vom Sabina Hank-Trio, mit diversen<br />

populären Swing-Nummern.<br />

KR Alfons Schneider, Sabina Hank,<br />

Philip Kopmajer, Alex Meik<br />

Landeshauptfrau Mag. Gabi Burgstaller, KR Alfons Schneider,<br />

Michaela Schneider, Botschafter Hans-Henning Blomeyer-Bartenstein,<br />

Bürgermeister Dr. Heinz Schaden<br />

Foto_02: Der KR Botschafter Alfons Schneider, (Mitte) mit Michaela Schneider, Botschafter<br />

Gattin Hans-Henning und seinen Blomeyer-Bartenstein<br />

Gästen<br />

Alexander Smejevskij<br />

(UNO) und Anvar Azimov<br />

(OSZE)<br />

Die Receiving Line<br />

S.E. José Irazazábal (Spanien), S.E.<br />

Panayotis Zografos (Griechenland)<br />

PORTUGAL:<br />

NATIONALFEIERTAG<br />

Botschafter Manuel<br />

Marcelo Curto und die<br />

Ständige Vertreterin<br />

Portugals bei der OSZE<br />

Ana Martinho luden<br />

zum Empfang anlässlich<br />

des Nationalfeiertages.<br />

RUSSISCHE FÖDERATION: NATIONALFEIERTAG<br />

Zum „Tag der Annahme<br />

der Erklärung<br />

über die staatliche<br />

Souveränität<br />

der Russischen Föderation“<br />

luden die<br />

Botschafter Sergej<br />

Netschajew (bilateral),<br />

Alexander Smejevskij<br />

(UNO) und<br />

Anvar Azimov (OS-<br />

ZE) zum Empfang in<br />

Dr. Andreas Hopf<br />

S.E. Sergej Netschajew,<br />

die Botschaft.<br />

(Central Danube)<br />

Dr. Gabriel Lansky<br />

<strong>SOCIETY</strong> 2_10 | 73


DIPLOMATIE<br />

EVENTS<br />

HIGHLIGHTS VERANSTALTUNGEN<br />

DER DIPLOMATIE April bis Juni <strong>2010</strong><br />

ARGENTINIEN: KRANZNIEDERLEGUNG ZU<br />

EHREN VON SAN MARTÍN<br />

Zum 200. Jahrestag der Unabhängigkeit von Argentinien pilgerten<br />

S.E. Eugenio Maria Curia, Botschafter von Argentinien in Österreich,<br />

Mag. Christian Koidl, Präsident der Österreich-Argentinischen<br />

Gesellschaft, und zahlreiche weitere Prominenz zur Büste<br />

des argentinischen Freiheitskämpfers José de San Martín im Wiener<br />

Donaupark, um eine Kranzniederlegung vorzunehmen. Die Gedenkstätte<br />

war ein Ex-Skirennläufer Jahr zuvor auf Initiative der ÖAG mit Unterstützung<br />

der Botschaft Karl Schranz errichtet worden. Im Anschluss an die<br />

Kranzniederlegung<br />

fand eine Messe im Stephansdom,<br />

gehalten<br />

von Nuntius Dr. Peter<br />

Zurbriggen und Dompfarrer<br />

Toni Faber, statt.<br />

Gespielt wurde die „Misa<br />

Criolla“ unter Beteiligung<br />

mehrerer Chöre:<br />

VIC Choir, Choro<br />

Pax, Coro Eurolatinoamericano,<br />

Chor der<br />

Wiener Tonkunstvereinigung,<br />

Wiener Urania<br />

Chor.<br />

S.E. Eugenio Maria Curia und<br />

Mag. Christian Koidl vor der<br />

San-Martín-Büste<br />

Ex-ONB-Generaldirektor Klaus<br />

Liebscher, S.E. Wu Ken (China)<br />

Massimo Spinetti mit<br />

Gattin Anna Maria<br />

ITALIEN: NATIONALFEIERTAG<br />

UND VERABSCHIEDUNG<br />

Der italienische Botschafter<br />

Massimo Spinetti, der Ständige<br />

Vertreter Italiens bei den Internationalen<br />

Organisationen Gianni<br />

Ghisi sowie der Ständige<br />

Vertreter Italiens bei der OSZE<br />

Gianfranco Varvesi und Gattinnen<br />

luden zum Nationalfeiertagsempfang<br />

in die Botschaft.<br />

Bei diesem Anlass<br />

verabschiedeten sich Botschafter<br />

und Frau Spinetti, da sie<br />

Wien verlassen werden.<br />

BMEIA:<br />

DIPLOMATENSOMMERAUSFLUG<br />

Das internationale diplomatische Corps in Österreich fand sich zum<br />

traditionellen Diplomatensommerausflug ein, der alljährlich vom<br />

Außenministerium veranstaltet wird. Dieses Jahr ging es nach<br />

Niederösterreich, wo die Burgruine Aggstein, das „Loisium“ Museum,<br />

das Augustiner Chorherrenstift Herzogenburg und Schloss<br />

Grafenegg besichtigt wurden. Ebendort gab BM Michael Spindelegger<br />

gemeinsam mit LH Erwin Pröll ein Abendessen, gefolgt von<br />

einem Konzert der NÖ-Tonkünstler mit Oleg Maisenberg.<br />

FOTOS: <strong>SOCIETY</strong>/SCHIFFL, WPF<br />

Günther Granser (li.) und Max Turnauer mit Gattinnen, mit einer Malteserin in traditioneller Tracht<br />

MALTESER RITTERORDEN: EMPFANG ZUM JOHANNISTAG<br />

Anlässlich des Festtages Johannes des Täufers, des Ordensheiligen<br />

des Souveränen Malteserordens, luden Botschafter Günther Granser<br />

(Ständiger Beobachter bei den Vereinten Nationen) und Botschafter<br />

Max Turnauer (Ständiger Beobachter bei der UNIDO) zu einem<br />

Empfang in das Büro der Ständigen Beobachter.<br />

Das Diplomatische<br />

Corps entdeckt Niederösterreich<br />

74 | <strong>SOCIETY</strong> 2_10


Veteranen des 2. Weltkrieges<br />

Die Receiving Line<br />

65. JAHRESTAG DES SIEGES IM 2. WELTKRIEG<br />

Als „Großer Vaterländischer Krieg“ wird der Krieg Deutschlands<br />

gegen die Sowjetunion zwischen 1941 und 1945 in den<br />

Ländern der ehemaligen Sowjetunion heute noch bezeichnet.<br />

Zum 65. Jahrestag des Sieges der Sowjetunion über das<br />

nationalsozialistische Deutschland luden die Botschafter<br />

und Ständigen Vertreter bei den Internationalen Organisationen<br />

dieser Länder zu einem großen Empfang in die Botschaft<br />

der Russischen Föderation, darunter die Vertreter von<br />

Armenien, Aserbaidschan, Belarus, Kasachstan, Kirgistan,<br />

Moldau, der Russischen Föderation, von Tadschikistan,<br />

Turkmenistan, der Ukraine und von Usbekistan.<br />

S.E. Sergej Netschajew, S.E.<br />

Alexander Zmeyevskij, S.E. Anvar<br />

Azimov (Russische Föderation)<br />

Diskussion „Aus der Geschichte<br />

lernen“<br />

ZWEITER WELTKRIEG: 65. JAHRESTAG<br />

181 Politiker, Historiker und geistige Würdenträger aus 31 Ländern<br />

trafen im Hotel Crowne Plaza in Bratislava unter dem Motto „Aus<br />

der Geschichte lernen“ zusammen, um der 55 Millionen Opfer des<br />

zweiten Weltkrieges zu gedenken und einzumahnen, dass nicht<br />

Vladimir Yakunin, Präsident<br />

des World Public Forums<br />

Konfrontation sondern Dialog<br />

der Schlüssel für anhaltenden<br />

Frieden ist. Die Veranstaltung<br />

stand unter dem<br />

Ehrenschutz der russischen,<br />

spanischen und slowakischen<br />

Staatsoberhäupter, die von<br />

Vladimir Yakunin initiiert<br />

und von der in Wien ansässigen,<br />

weltweit agierenden<br />

NGO „World Public Forum“<br />

organisiert wurde.<br />

Mag. Christian Koidl, Senator Walter<br />

Gerbautz, Irena Gerbautz, Joachim<br />

Chen, S.E. Eugenio Curia, Dr. Oskar<br />

Wawra, DDr. Claus Walter<br />

ÖAG: PAN-EHRUNG UND WM-SPIEL<br />

Die Österreichisch-Argentinische Gesellschaft lud zum Fußball-Weltmeisterschaftsspiel<br />

Argentinien gegen Griechenland in die Lounge<br />

der Wiener Wirtschaftskammer. In der Matchpause wurden führende<br />

Funktionäre der ÖAG mit dem rot-weiß-roten PaN-Ehrenzeichen<br />

ausgezeichnet. Die begehrte Plakette erhielten ÖAG-Präsident<br />

Mag. Christian Koidl, Vizepräsident Senator Walter und Frau Irena<br />

Gerbautz, sowie Schatzmeister Ing. Joachim Chen. Die Veranstaltung<br />

stand unter dem Ehrenschutz der Botschafter Eugenio Maria<br />

Curia (Argentinien), Panayotis Zografos (Griechenland), des Internationalen<br />

Bereichsdirektors von Wien Dr. Oskar Wawra und PaN-<br />

Präsident DDr. Claus Walter.<br />

<strong>SOCIETY</strong> 2_10 | 75


LIFE UND STYLE<br />

WIEN<br />

Das MuseumsQuartier - Sommeroase<br />

mit vielfältigem Kulturprogramm<br />

Strandbar Hermann -<br />

Relaxen am Donaukanal<br />

Viele TouristInnen schätzen<br />

das Flair der Altstadt – Wien<br />

ist ein Top-Tourismusstadt<br />

Der Gratiskindergarten -<br />

Top-Bildungsangebot für die Kids<br />

76 | <strong>SOCIETY</strong> 2_10


Mercerstudie bestätigt Top-Lebensqualität<br />

Wie schön, in Wien zu sein<br />

Internationaler Vergleich bestätigt: Wien ist wieder Weltspitze! Bereits im Vorjahr konnte<br />

Wiens Lebensqualität Platz eins erreichen. Nun wurde gespannt auf das diesjährige Ergebnis<br />

gewartet – und: Wien lässt 220 Städte hinter sich und erreicht neuerlich Platz eins.<br />

FOTOS: LISI GRADNITZER, WIEN TOURISMUS<br />

Moderne Skyline und Küstenambiente<br />

– Lebensqualität pur<br />

Beste Lebensqualität: Unsere Stadt liegt<br />

in der Hitparade der Lebensqualität<br />

weltweit auf dem ersten Platz. Zu diesem<br />

erfreulichen Ergebnis kommt die internationale<br />

Beratungsfirma Mercer. Sie verglich<br />

heuer weltweit 221 Großstädte in<br />

punkto Lebensqualität. Dabei zählen folgende<br />

Kriterien: Umweltsituation, Gesundheitsversorgung,<br />

Sicherheit sowie die wirtschaftliche<br />

und politische Situation.<br />

Mercer hebt besonders die Qualität des<br />

politischen und sozialen Umfeldes Wiens<br />

hervor. Ein weiteres wesentliches Stärkefeld<br />

Wiens liegt im Bereich der Daseinsvorsorge.<br />

Sowohl im Bereich Krankenhäuser, medizinische<br />

Versorgung, Wasserqualität, Abfallbeseitigung<br />

und Abwasserversorgung.<br />

Weitere Top-Noten für Wien:<br />

***<br />

Freizeit & Kultur<br />

Wien ist Freizeitoase! So eine Vielfalt an<br />

Freizeit- und Kultureinrichtungen hat<br />

kaum eine andere Stadt.<br />

***<br />

WienerInnen wohnen besser<br />

Wohnen ist in vielen Metropolen nahezu<br />

unerschwinglich geworden. Das Konzept<br />

der Wiener Wohnbauförderung sichert<br />

nicht nur genügend Wohnraum<br />

sondern macht diesen auch durch günstige<br />

Mieten für alle Einkommensschichten<br />

leistbar.<br />

***<br />

Wiener lieben Öffis und fahren damit<br />

Fünf U-Bahn-, 28 Straßenbahn- und 81<br />

Autobus-Linien verbinden Wohnung und<br />

Arbeitsplatz, Konzertsaal und Sportplatz,<br />

Kindergarten und Schanigarten. In kürzester<br />

Zeit ist man vom Naherholungsgebiet<br />

am Rande der Stadt mitten in der City.<br />

***<br />

Attraktiver Wirtschaftsstandort<br />

Wien investiert in die Wirtschaft, fördert<br />

Aus- und Weiterbildung, investiert in<br />

Wissenschaft und Forschung, unterstützt<br />

Unternehmen und sichert damit Arbeitsplätze.<br />

Bildung, Forschung und Entwicklung<br />

haben in Wien einen zentralen Stellenwert.<br />

***<br />

Sozial-Hauptstadt<br />

Die Stadt bietet Sozialleistungen für<br />

200.000 Wienerinnen und Wiener und hat<br />

für das Jahr <strong>2010</strong> einen Rekordbetrag von<br />

1,14 Milliarden Euro für Soziales vorgesehen.<br />

Im Vergleich zum Vorjahr bedeutet<br />

das eine neuerliche Steigerung um 80 Millionen<br />

Euro.<br />

***<br />

High-Tech Medizin für alle<br />

Wien punktet auch in allen Fragen medizinischer<br />

Behandlung. 73 Prozent aller<br />

Krankenhaus-Aufenthalte und 79 Prozent<br />

aller Krankenhausleistungen übernimmt<br />

der Wiener Krankenanstaltenverbund. In<br />

zwölf Spitälern und elf Geriatriezentren<br />

der Stadt Wien werden jährlich 400.000<br />

Patienten stationär behandelt.<br />

***<br />

Mit Freude lernen von klein auf<br />

Das Wiener Bildungsangebot kann sich<br />

sehen lassen. Der Gratis-Kindergarten,<br />

Ganztagsschule und innovative Ausbildungsmodelle<br />

wie der Campus Monte Laa:<br />

Wien unterstützt Eltern massiv und fördert<br />

Kinder von klein auf. 14 Millionen Euro<br />

werden in den Aus- und Neubau von Kindergartenplätzen<br />

investiert.<br />

***<br />

Die Stadt funktioniert gut<br />

Egal ob Müllabfuhr, Wasser- und Abwasserversorgung,<br />

saubere Straßen, Fernwärme,<br />

die Infrastruktur der Stadt funktioniert<br />

auf hohem Niveau. Das schätzen die<br />

WienerInnen und sind hier gern daheim.<br />

LEBENSQUALITÄT<br />

INTERNATIONALER STÄDTE<br />

Platz 1: Wien<br />

Platz 2: Zürich<br />

Platz 3: Genf<br />

www.wien.at<br />

TOP NOTEN FÜR WIEN<br />

• Gutes Öffinetz<br />

• Spitzen-Medizin<br />

• Beste Wasserqualität<br />

• Top-Abfallbeseitigung<br />

• Hervorragende Abwasserentsorgung<br />

• Vielfalt an kulturellem Angebot<br />

• Wunderbare Naherholungsmöglichkeiten<br />

• Top-Wohnungsangebot durch geförderten Wohnbau<br />

• Gute Bildungsstruktur<br />

<strong>SOCIETY</strong> 2_10 | 77


LIFE UND STYLE<br />

TANZ<br />

Alles Walzer<br />

Mit Stil und Spaß<br />

Der erfolgreiche Jungunternehmer Roman E. Svabek sorgt mit seiner Tanzschule im 1. Bezirk<br />

für das Gelingen des Wiener Opernballs und vieler Veranstaltungen im In- und Ausland.<br />

Österreichische Ball-tradition<br />

beim Opernball<br />

***<br />

Neue Ideen für den Wiener Opernball<br />

Bereits 2008, im zweiten Jahr nach der<br />

Gründung seiner eigenen Tanzschule am<br />

Wiener Judenplatz, wurde Roman Svabek<br />

von Desirée Treichl-Stürgkh in das Organisationsteam<br />

des Opernballs geholt. Er zeichnet<br />

seit 2009 für die Choreographierung des<br />

Einzugs und den perfekten Linkswalzer der<br />

DebütantInnen verantwortlich. Bei der diesjährigen<br />

Eröffnung sorgte er mit neuen<br />

Ideen für Abwechslung und erntete dafür<br />

viel Lob von Opernballorganisatorin Desirée<br />

Treichl-Stürgkh und der Presse.<br />

Svabek konnte bei seinem früheren,<br />

langjährigen Arbeitgeber, der Tanzschule Elmayer<br />

in Wien, Ballerfahrungen sammeln<br />

und war bereits 2005 und 2006 unter seinem<br />

eigenen Namen für die Eröffnungen<br />

der Opernbälle in Zagreb und Dubai verantwortlich.<br />

Im heurigen Jahr brachte er den<br />

Wiener Walzer nach Peking und ein chinesisches<br />

Eröffnungspaar nach Wien. Svabek,<br />

der sich selbst als Kulturbotschafter betrachtet,<br />

erzählt, dass es ihm persönlich viel<br />

Spaß macht, gerade im Ausland Tanzkurse<br />

zu halten, Bälle zu organisieren und Wiener<br />

Traditionen zu vermitteln.<br />

***<br />

Tanzen im kleinen, exklusiven Rahmen<br />

In seiner Tanzschule am Wiener Judenplatz<br />

bietet Roman Svabek Gesellschaftstanzkurse<br />

für jedes Alter an, wobei Stil<br />

und Spaß, sowie individuelle Betreuung<br />

großgeschrieben werden. Zu den vielen<br />

Serviceleistungen, wie z. B. der Möglichkeit,<br />

den Kurstag unkompliziert wöchentlich<br />

zu wechseln, zählen ab dem Schuljahr<br />

<strong>2010</strong>/11 auch rein englischsprachig geführte<br />

Tanzkurse.<br />

Svabek über sein Berufsverständnis:<br />

„Tradition ist schon ein wichtiger Bestandteil<br />

meiner Arbeit. Aber in erster Linie sollen<br />

sich unsere Tänzerinnen und Tänzer<br />

wohl fühlen, das Tanzen genießen und<br />

Spaß haben.“<br />

***<br />

Walzerseeligkeit im Ausland genießen<br />

Österreich und Wien im Speziellen ist<br />

durch seine „Walzerseeligkeit“ ein Markenzeichen<br />

und Synonym für Gemütlichkeit<br />

und Wohlbefinden als auch ein Ausdruck<br />

von Lebensfreude und<br />

Lebensqualität.<br />

Roman Svabek setzt sich in Zusammenarbeit<br />

mit Christoph Herget, openeye Werbeagentur,<br />

seit ein paar Jahren für die Verbreitung<br />

und Bekanntmachung der<br />

österreichischen Balltradition im Ausland<br />

ein. Beiden ist es besonders wichtig, einen<br />

möglichst authentischen Ballabend im klassischen<br />

Wiener Stil zu kommunizieren und<br />

die ausgelassene Stimmung und einzigartige<br />

Atmosphäre einer Wiener Ballveranstaltung<br />

herzustellen. Auch Christoph Herget<br />

zeichnet eine aktive langjährige Mitwirkung<br />

am Wiener Opernball aus, wo er der<br />

Faszination einer großen Ballveranstaltung<br />

erlegen ist. Svabek und Herget sind laufend<br />

auf der Suche nach neuen, aufregenden Citydestinationen,<br />

um die Wiener Tanztradition<br />

in die Welt zu bringen und noch mehr<br />

Personen den Genuss eines beschwingten<br />

Ballabends zu ermöglichen.<br />

KONTAKT<br />

Tanzschule Roman E. Svabek<br />

Judenplatz 5<br />

A-1010 Wien<br />

Tel. +43-(0)1-230 40<br />

E-Mail: tanzen@svabek.at<br />

www.svabek.at<br />

<br />

<br />

<br />

78 | <strong>SOCIETY</strong> 2_10


LIFE UND STYLE<br />

EVENTS<br />

Internationale Kongresse<br />

im Festsaal<br />

FOTOS: HOFBURG VIENNA<br />

Rege Nachfrage nach Kongressen und Banketten<br />

„High Society“ in<br />

der Hofburg Vienna<br />

Die Hofburg Vienna ist Drehscheibe der Weltpolitik bei<br />

internationalen Kongressen, wird aber auch bei Galaveranstaltungen<br />

und Banketten immer beliebter.<br />

Galadiners im<br />

Zeremoniensaal<br />

Starkes Anfrageverhalten zeigt sich dieser<br />

Tage in der Hofburg Vienna. So<br />

konnten kürzlich vier weltweite<br />

Tagungen mit an die 400 bis 800 Teilnehmern<br />

und ein Kongress mit über 1.000 Personen<br />

für 2011 und die Folgejahre fixiert<br />

werden. „Wir steigern damit den Wissensund<br />

Wirtschaftstandort Wien und verschaffen<br />

der Stadt über 13.000 Nächtigungen“,<br />

freut sich Geschäftsführerin<br />

Mag. Renate Danler. „Aber nicht nur Akquisitionen<br />

für die zukünftigen Jahre stimmen<br />

uns optimistisch, auch das Geschäft<br />

für <strong>2010</strong> entwickelt sich positiv“, verrät die<br />

Direktorin. Für Herbst <strong>2010</strong> konnte die<br />

Hofburg Vienna drei renommierte Galaveranstaltungen<br />

gewinnen. So werden nicht<br />

nur Austria’s Leading Companies bei einer<br />

Preisverleihung (4. November <strong>2010</strong>), sondern<br />

auch die besten Rotweine bei der<br />

Falstaff Rotweingala (7. Dezember <strong>2010</strong>) in<br />

den imperialen Festsälen der Hofburg<br />

Vienna gekürt. Die Redoutensäle werden<br />

für die Uhrengala (9. Dezember <strong>2010</strong>) zum<br />

Red Carpet.<br />

***<br />

Erste Adresse bei Banketten<br />

Mehr und mehr zeigt sich die Hofburg<br />

Vienna als erste Adresse Europas für Bankette<br />

und Gala-Veranstaltungen. Wo einst<br />

Monarchen Audienzen abhielten, finden<br />

heute Staatsbankette zu Ehren von Präsidenten<br />

und Königsfamilien, diplomatische<br />

Empfänge, aber auch honorige Preisverleihungen<br />

und edle Charity-Events statt. So<br />

geben Veranstaltungen wie die Preisverleihung<br />

„Trophée Gourmet à la Carte“ im Juni<br />

und die Awardverleihung „Una Notte<br />

Sportiva“ im September Gelegenheit zu<br />

sehen und gesehen zu werden. Unter einem<br />

sozialen Stern steht die Matinee „Initiative<br />

Nein zu Arm und Krank“ im Oktober,<br />

welche die Hofburg Vienna im<br />

Rahmen ihrer CSR-Projekte unterstützt.<br />

***<br />

Hohe Wertschöpfung für Wien<br />

„Mit dem Geschäftsfeld nationale und<br />

internationale Bankette machen wir gut 10<br />

bis 15 Prozent unseres Umsatzes“, meint<br />

Renate Danler. „Der strategische Fokus<br />

bleibt jedoch auch weiterhin mit gut 60<br />

Prozent des Umsatzes auf internationalen<br />

Kongressen und Tagungen.“ Insgesamt sollen<br />

<strong>2010</strong> alle Veranstaltungssegmente –<br />

hierzu zählen auch Bälle und Konzerte,<br />

aber auch Messen und Ausstellungen –<br />

knapp 10 Millionen Euro Umsatz erwirtschaften.<br />

Dem steht eine Wertschöpfung<br />

von an die 190 Millionen Euro gegenüber.<br />

Jedes Jahr sind an die 290.000 bis 300.000<br />

Gäste auf den rund 300 Veranstaltungen<br />

von der Hofburg Vienna fasziniert.<br />

KONTAKT<br />

HOFBURG Vienna<br />

Heldenplatz, 1014 Wien<br />

Tel. +43-(0)1-587 3666, Fax +43-(0)1-535 64 26<br />

vienna@hofburg.com<br />

www.hofburg.com<br />

<strong>SOCIETY</strong> 2_10 | 79


LIFE UND STYLE<br />

GENUSS<br />

Kaffee- und Teekultur seit 1912<br />

Strictly High Grown<br />

Die steirische Kaffee- und Tee-Manufaktur J.Hornig stellt seit jeher an die Qualität der<br />

Rohstoffe und an die Präzision der Herstellung ihrer Kaffee- und Teemischungen allerhöchste<br />

Anforderungen. Der Familienbetrieb mit Sitz in Graz wird heute in dritter Generation<br />

von Konsul KR Johannes Hornig und Konsulin Edith Hornig geführt und versteht sich als<br />

ein am Markt zukunftsorientiertes Unternehmen.<br />

Basierend auf dem Kernsortiment Kaffee<br />

und Tee konzentrieren sich die Anstrengungen<br />

des Familienbetriebs J.<br />

Hornig auf die ständige Innovation der<br />

Produkte und Leistungen. Dabei fließen<br />

aktuelle Markt- und Ernährungstrends der<br />

Konsumenten, sowie neueste wissenschaftliche<br />

Erkenntnisse in die Entwicklung<br />

hoch qualitativer Produktkategorien ein.<br />

Für die Realisierung individueller Systemlösungen<br />

für Gastronomie und Handel<br />

steht ein flexibles, hoch qualifiziertes<br />

Team zur Verfügung. Diese Intention zum<br />

qualitativen Wachstum garantiert höchste<br />

Kaffeequalitäten in einer wettbewerbsfähigen<br />

Kosten/Nutzenrelation. Im Mittelpunkt<br />

stehen der Qualitätsanspruch und die Zufriedenheit<br />

des Kunden. Diese Ganzheitlichkeit<br />

– vom Rohkaffee bis in die Tasse –<br />

ist ein entscheidendes Element der Unternehmensphilosophie.<br />

Mit kreativen Produktideen, innovativem<br />

Angebot und stetig steigender Qualität<br />

werden neue Geschäftsfelder mit Produkten<br />

aus rein österreichischer<br />

Manufaktur erschlossen<br />

***<br />

High-tech Röstanlage<br />

Das steirische Traditionshaus J.HORNIG<br />

röstet Kaffee täglich frisch und ausschließlich<br />

in Österreich. Um grundlegende Ansprüche<br />

an Effizienz und reproduzierbare,<br />

gleich bleibende Röstqualität zu erfüllen,<br />

wurde das Herzstück des Unternehmens,<br />

die Kaffeeröstanlage, technisch auf den<br />

neusten Stand gebracht. In der heutigen<br />

Zeit gewinnt der Anspruch an die Nachhaltigkeit<br />

von Produkten und Lösungen weltweit<br />

immer mehr an Bedeutung. Die dauerpräsenten<br />

Maßvorgaben für<br />

Emissionsreduzierung und ein damit verbundener<br />

schonender Umgang mit der<br />

Natur werden mit dieser neuen, elektronisch<br />

gesteuerten High-tech-Anlage bereits<br />

umgesetzt.<br />

Edith und Johannes Hornig<br />

***<br />

Gourmet-Kaffee für allerhöchste<br />

Ansprüche<br />

Hornig Kaffee besteht zu hundert Prozent<br />

aus Arabica-Bohnen. Die Premium-Mischungen<br />

aus erlesenen Provenienzen bieten<br />

einen ausgewogenen Kaffeegeschmack,<br />

kräftig und wohltuend zugleich. Hornig<br />

Kaffee wird durch das Kofrosta-Verfahren<br />

weitgehend von Reiz- und Bitterstoffen befreit,<br />

sodass der Kaffee sein Aroma komplett<br />

entfalten kann und sehr bekömmlich<br />

ist.<br />

Idealtypisch vereint sind alle Qualitätsmerkmale<br />

im „Caffee Consul“: Der erstklassige<br />

Gourmet-Kaffee stammt aus sortenreinen<br />

Arabica-Anbaugebieten. Die Bohnen<br />

aus echter Höhenlage – „strictly high<br />

grown“ – werden schonend geröstet. Dieser<br />

Blend bringt die Synergie allerfeinster Kaffees<br />

in einem vollendeten Geschmackserlebnis<br />

zum Ausdruck. “Strictly high<br />

grown” bezeichnet die Höhenlage des Kaffees.<br />

Je höher dieser wächst desto edler<br />

und feiner ist sein Geschmack.<br />

„Caffee Consul“ genießt man am besten<br />

in einem speziell dafür entwickelten doppelwandigen<br />

Thermoglas. Innen heiß,<br />

80 | <strong>SOCIETY</strong> 2_10


Der Gourmet-Kaffee: Caffee<br />

Consul<br />

Ice Tea Penguin Gläser<br />

ohne vorzuwärmen, und außen kalt. Die<br />

beste Basis für eine vollkommene Crema<br />

und einen vollendeten Kaffeegenuss. Den<br />

Gourmet Kaffee gibt es aber auch im praktischen<br />

Cialde Espressopad, entsprechend<br />

der E.S.E. Norm – Easy Serving Espresso –<br />

und ermöglicht in wenigen Sekunden einen<br />

qualitativ authentischen Gourmet-<br />

Espresso auf Barista-Niveau. Hornig Cialde<br />

sind mit einer Vielfalt an gängigen Hochdruck-Maschinen<br />

verwendbar. Man ist an<br />

kein geschlossenes System mit Plastik- oder<br />

Alukapseln gebunden.<br />

***<br />

Private Label: Individuell und exklusiv<br />

Die Marke Hornig bietet noch mehr:<br />

Spitzen-Kaffee und Premium-Tee als „Private<br />

Label“. J.Hornig eröffnet Unternehmen<br />

neue Ertragsmöglichkeiten durch die Erweiterung<br />

ihres Produktsortiments mit einer<br />

eigenen Private-Label-Verpackung. Alle<br />

Kaffee- und Teeprodukte sind bereits ab einer<br />

geringen Stückzahl im individuell gestalteten<br />

Verpackungs-Design inkl. eigenem<br />

Firmenlogo und Adresse in<br />

unterschiedlichsten Verpackungsgrößen<br />

erhältlich.<br />

Ob als Give-Away, Firmenpräsent oder<br />

zum Wiederverkauf – die eigene Kaffeeoder<br />

Teemarke ist bereits ab fünfzig Exemplaren<br />

möglich und enthält Rohware von<br />

allerhöchster Güte. Die Abwicklung ist<br />

denkbar einfach: Ihr Logo bzw. ein eigens<br />

für Sie produziertes Layout wird auf Etiketten<br />

bzw. Banderolen gedruckt. Ihr individuelles<br />

Design kombiniert mit vollendetem<br />

Kaffee- und Teegenuss aus rein<br />

österreichischer Manufaktur!<br />

***<br />

So vielfältig kann Eistee sein<br />

Fruchtige Eistees, das Design<br />

Glas-Set und der trendige<br />

Cranberry-Tea im Triangle<br />

Sachet: Das alles bietet<br />

die neue Produktlinie Icetea<br />

Penguin von Hornig.<br />

Das besondere Glas-Set<br />

macht den sommerlichen<br />

Teegenuss komplett: Trinkglas<br />

und Karaffe garantieren<br />

eine optimale Eistee-Zubereitung.<br />

Dabei spielt eine<br />

Isolierschicht die Hauptrolle, die<br />

ähnlich wie beim Pinguin funktioniert.<br />

Doppelwandiges Borosilikat-Glas<br />

hält je nach Wunsch den Tee kalt oder<br />

warm. Passend zum hohen Eistee-Cocktail-<br />

Glas ist die Karaffe in ihrer Form einem<br />

Pinguin nachempfunden. In ihr darf der<br />

Tee drei bis zehn Minuten ziehen. Ins Glas<br />

voller Eiswürfel umgegossen, kühlt der gezogene<br />

Tee dann blitzschnell ab und bleibt<br />

auch an heißesten Tagen lange kalt.<br />

Diese klassische Eisteezubereitung<br />

überzeugt gegenüber Fertigprodukten mit<br />

einem wesentlich höheren Anteil wertvoller<br />

Wirkstoffe, null Kalorien, dem Wegfall<br />

von Farb- und Konservierungsstoffen und<br />

einer breiten Geschmacksvielfalt.<br />

Das schlagartige Abkühlen<br />

über den Eiswürfeln<br />

verhindert<br />

das Austreten von<br />

Bitterstoffen. Der<br />

Konsument bestimmt<br />

selbst, ob und<br />

mit wie viel Zucker<br />

er seinen Eistee süßen<br />

möchte.<br />

Voll im Trend liegen<br />

Cranberries: Die<br />

amerikanischen Powerbeeren<br />

sind als eiskalter Früchtetee<br />

auf ihre herb-fruchtige Art wunderbar erfrischend.<br />

Und gesund ist der Trunk ebenfalls:<br />

Mit sortenreiner Fruchtqualität bietet<br />

er einen hohen Anteil an Vitamin C und ist<br />

sogar antibakteriell wirksam.<br />

Ganz neu am Markt und pünktlich zur<br />

Eistee-Saison erhältlich: Hornig Tee Zitronensorbet<br />

im Triangelbeutel. Eine Bio-<br />

Früchte-Kräuterteemischung aus Zitrusschalen,<br />

Zitronenmyrte und Lemongras -<br />

als Eistee eine absolute Geschmacks-Sensation.<br />

www.hornigshop.at<br />

Für Ihre individuelle Verpackung: Private Label<br />

<strong>SOCIETY</strong> 2_10 | 81


LIFE UND STYLE<br />

DESIGN<br />

e2-fashion von Erika Eibl:<br />

Seidenviskose Jersey mit<br />

transparenten Trägern aus<br />

Seidentüll, darüber schwarze<br />

Corsage und extravagant<br />

geraffter Organzarock<br />

Designer in Salzburg<br />

Spieglein, Spieglein<br />

an der Wand…<br />

Die Salzburger Designer und Juweliere haben viel zu bieten.<br />

Ihr unverwechselbarer Stil ist nicht nur bei der internationalen<br />

Prominenz beliebt. Von EVA VON SCHILGEN<br />

Boucheron, Bulgari, Cardin, Cartier,<br />

Chopard, Dior, Hermes, Lagerfeld, Tiffany,<br />

Versace und noch viele andere<br />

aus der Welt der internationalen Modeund<br />

Schmuckdesigner, sie alle sind mit ihren<br />

Produkten in der Festspielstadt Salzburg<br />

vertreten, die zu Festspielzeiten aus<br />

ihrem Dornröschenschlaf erwacht und zur<br />

strahlenden Prinzessin am internationalem<br />

Modeparkett mutiert. Hier zeigt das<br />

Festspielpublikum noch, was man hat –<br />

oder sich ausgeborgt hat – im schönsten<br />

Pausen-Foyer der Welt, in der Hofstallgasse<br />

vor den Festspielhäusern.<br />

Bestaunt wird es beim Promenieren von<br />

zahlreichen Einheimischen, welche die<br />

Festspielgäste bereits als einen Teil des –<br />

kostenlosen – Festspielprogrammes betrachten.<br />

Aber auch auf den zahlreichen<br />

privaten Festen und Einladungen dreht<br />

sich das Mode-Karussell fröhlich weiter,<br />

das von den anreisenden Damen ein gut<br />

gefülltes Bankkonto und eine große Anzahl<br />

von Koffern erfordert. Doch so manche<br />

könnte ihre Garderobe und ihren<br />

Schmuck zu Hause lassen, denn die Salzburger<br />

Designer haben viel zu bieten.<br />

***<br />

Der berühmte „Madl“-Stil<br />

Feminin-elegant und heiß geliebt von<br />

der internationalen und nationalen Klientel<br />

der „oberen Zehntausend“ ist der sogenannte<br />

„Madl“-Stil. In den stilvollen Altstadt-Geschäftsräumen,<br />

gleich neben Mozarts Geburtshaus,<br />

findet man bei „Madl am<br />

Grünmarkt“ seit mehr als dreißig Jahren<br />

klassische, zeitlose Mode von umwerfendem<br />

Chic in edelster Verarbeitung. Eine<br />

reiche Auswahl an Prêt-à-porters von Tagesund<br />

Abendkleidung sowie Mode im „Salzburger<br />

Stil“ steht für den sofortigen Kauf bereit.<br />

Die Stärke des Unternehmens ist jedoch<br />

die Maßanfertigung. Spontan und<br />

flexibel bietet das geschulte Team des „einzigen<br />

Haute-Couture-Salons Österreichs“,<br />

wie die Presse Madl bezeichnet, den Festspielbesucherinnen<br />

einen ganz persönlichen<br />

„Quick-Service“. Es soll schon vorgekommen<br />

sein, dass manche der großen<br />

Premierenroben innerhalb von nur zwei<br />

Tagen angefertigt wurden. Die Stoffe kommen<br />

aus den großen Modemetropolen und<br />

bestechen durch Aktualität und modische<br />

Extravaganz. Die Schnitte zeichnen sich<br />

durch Ideenvielfalt und eine exzellente<br />

Passform aus. Diese Modelle sind länger als<br />

eine Saison „in“ und werden nie „out“ sein,<br />

aber sie machen süchtig nach weiteren.<br />

***<br />

Salzburger „Avantgarde-Klassik“<br />

Seit nunmehr 25 Jahren ist das Atelier<br />

des leidenschaftlichen Kleidermachers Andreas<br />

Enzenhofer Anziehungspunkt jener<br />

Kunden, die seine elegant-sinnliche „Avantgarde-Klassik“<br />

als eine besondere Ausdrucksform<br />

ihrer Persönlichkeit schätzen.<br />

Im entspannten Ambiente seiner „Werkstätte“,<br />

wie er sein Atelier liebevoll nennt,<br />

entstehen mit den Kunden aus kreativen<br />

Ideen ganz individuelle Kleidungsstücke<br />

82 | <strong>SOCIETY</strong> 2_10


FOTOS: FRANZ BAISCHER, ANDREA EBERLE, ERIKA EIBL, ANDREAS ENZENHOFER, JUWELEN HAASMANN, JUWELIER LÄHRM, JUWELIER KÖCHERT, MADL AM GRÜNMARKT, SIBYLLE MOLDAN, MYSTIQUE ; FOTO WILD<br />

aus hochwertigen Materialien. Enzenhofer<br />

ist sowohl für seine glamouröse Cocktailund<br />

Abendmode bekannt, als auch für elegante<br />

Tageskleidung. Der in Salzburg geborene<br />

Couturier ist Absolvent der Wiener<br />

Modeschule Hetzendorf, bestritt zahlreiche<br />

Wettbewerbe und arbeitete im Entwurfsstudio<br />

von Pierre Cardin in Paris.<br />

Auftritte folgten auf internationalen Messen<br />

wie der „Prêt-à-porter“ in Paris, der<br />

„New York Pret“ oder der „Contemporary<br />

Mailand“. Salzburgs Geschichte und die<br />

Schönheit der Stadt beeinflussen seine Arbeitsweise.<br />

Im Jubiläumsjahr werden anlässlich<br />

„25 Jahre Enzenhofer Gala“ neben<br />

seinen Kleidern auch Edel-Accessoires vorgestellt<br />

werden, so wie die edle Krokodil-Ledertasche<br />

„Maman“, die es nur in einer limitierten<br />

Ausgabe von 25 Stück gibt.<br />

***<br />

Extravagantes bei „Mystique“<br />

Zeitlos elegant, verträumt, unverkennbar<br />

poetisch, feminin, sinnlich akzentuiert<br />

und geheimnisvoll, so bezeichnet Andrea<br />

Tichonow ihr Modelabel „Mystique“. Die gebürtige<br />

Salzburgerin besuchte ebenfalls<br />

die renommierte Modeschule Hetzendorf<br />

in Wien und erwarb ihre Diplome in der<br />

Münchner Modeschule Esmod. Schon während<br />

der Ausbildung gewann sie zahlreiche<br />

Designerwettbewerbe, ihren Meistertitel<br />

ziert die Auszeichnung der Bayerischen<br />

Staatsregierung. 1996 wagt sie, nachdem<br />

sie freiberuflich für namhafte Firmen in<br />

Österreich und Deutschland gearbeitet hatte,<br />

den Schritt in die Selbständigkeit. Tichonows<br />

Entwürfe sind auf jene Trägerin abgestimmt,<br />

die das Außergewöhnliche, das<br />

Einzigartige und Unverwechselbare sucht.<br />

Ihre extravagante Abendmode tragen bei<br />

internationalen Auftritten namhafte Sängerinnen<br />

und Schauspielerinnen, unter ihnen<br />

Diane Damrau, die junge deutsche<br />

Mozart-, Mahler- und Straussinterpretin.<br />

***<br />

Elegantes Understatement<br />

Noch ein Geheimtipp unter den Salzburger<br />

Aristocats jeglichen Alters ist die<br />

anspruchsvolle Klassik von Andrea Eberle.<br />

Seit vielen Jahren wird sie von jenen Traditionalistinnen<br />

getragen, die neben modischem<br />

Chic auch elegantes Understatement<br />

schätzen. Eberle, eine gebürtige<br />

Frankfurterin, die der Liebe wegen nach<br />

Salzburg kam, lebt und arbeitet auf einem<br />

romantisch über Salzburg gelegenen antiken<br />

Gutshof. Das Atelier – fast standesgemäß<br />

– befindet sich in den ehemaligen<br />

Stallungen des Schlosses Aigen in Salzburg.<br />

Die berühmt-bequemen Wickelröcke<br />

aus feiner Seide oder Wolle, viele mit indischen<br />

oder folkloristischen Motiven, sind<br />

Klassisch-zeitloses Design<br />

von Juwelier Hartmann<br />

eine perfekte Ergänzung zu Eberles Blazern<br />

mit bester Passform. Alle Einzelteile<br />

lassen sich, je nach Tageszeit und Anlass,<br />

vom Jagdausflug bis zum Theaterabend,<br />

miteinander verbinden. Die Preise für diese,<br />

aus hochwertigen Materialien gefertigten<br />

und mit vielen raffinierten Details<br />

ausgestatteten Kleidungsstücke, sind<br />

durchaus moderat. Ihr Firmenlabel, ein liegender<br />

Hirsch, ziert nicht nur die eigenen<br />

Stoffe, sondern auch die Accessoires wie<br />

Gürtel, Taschen, Pullover und Shirts.<br />

***<br />

Raffinierter Organza<br />

Puristische, avantgardistisch schlichte<br />

Designerstücke, die in vielen Variationen<br />

untereinander ausgetauscht und kombiniert<br />

werden können, tragbar vom Stadtbummel<br />

bis zum Festspielbesuch, sind die<br />

erschwingliche Mode von E2, der Kollektion<br />

von Erika Eibl. Die Salzburgerin besuchte<br />

die Modeschule Hallein und arbeitete<br />

anschließend für Etienne Aigner und<br />

Sportalm, wo sie viele Jahre für die Herrenkollektionen<br />

zuständig war. Eibls Zielgruppe<br />

ist die moderne, intellektuelle Frau,<br />

die sich ihrer Weiblichkeit bewusst ist.<br />

Verarbeitet werden unkomplizierte und<br />

edle Stoffe, die Schnittführung ist raffiniert<br />

einfach. Weich fließender Jersey, Seide,<br />

Leinen und Baumwolle werden teilweise<br />

mit Organza kombiniert. In all der<br />

Schlichtheit ergibt dies eine sehr feminine,<br />

fast verspielte, Note. Wickelblusen in<br />

durchsichtig beigen, orangen oder giftgrünen<br />

Materialien, verwandeln die strengen<br />

Kleider in schwarz, grau, braun und<br />

beige im Nu in elegante Outfits. Geraffte<br />

Organza-Röcke über schmalen schwarzen<br />

Kleidern garantieren einen unübersehbaren,<br />

extravaganten Festspielauftritt.<br />

***<br />

<strong>SOCIETY</strong> 2_10 | 83


LIFE UND STYLE<br />

DESIGN<br />

Großer Auftritt mit<br />

Madl-Couture<br />

Der „Oskar“ unter den Juwelieren<br />

Nicht wenige Damen drücken sich die<br />

Nasen an den Scheiben von Salzburgs einfallreichstem<br />

Juwelier platt, der nicht nur<br />

umwerfend schöne Schmuckkreationen,<br />

sondern sicherlich die extravagantesten<br />

Schaufensterdekorationen zu bieten hat.<br />

Gerhard Lährm ist zweimaliger Gewinner<br />

des „Diamonds-International Award“ der<br />

Diamantfirma de Beers, der begehrtesten<br />

Auszeichnung der Juweliere, sozusagen<br />

der Oskar in der Branche. Der seit 1977<br />

selbständige Designer, von der Zeitschrift<br />

„Trend“ zum „Unternehmer des Jahres“ gekürt<br />

und mit dem goldenen Verdienstzeichen<br />

des Landes Salzburg ausgezeichnet,<br />

ist gelernter Goldschmied mit einem Faible<br />

für antiken Schmuck, den er meisterlich<br />

auch in manche seine neuen Kreationen<br />

einbaut. Seine Liebe zur Festspielstadt<br />

und auch seine Kritik an ihr ist legendär.<br />

Seine internationale Klientel verwöhnt er<br />

mit außergewöhnlichen Entwürfen. Berühmt<br />

sind seine Ohrgehänge in Überlänge,<br />

die außergewöhnlichen Kolliers und<br />

massiven Armreifen mit großen Edelsteinen.<br />

Es soll Festspielbesucher geben, deren<br />

erster Weg in der Festspielstadt nicht zum<br />

Festspielhaus führt, sondern zur Juwelenanprobe<br />

bei Lährm. Seit einigen Jahren<br />

werden limitierte und nummerierte<br />

höchst elegante Armbanduhren, die ausschließlich<br />

von österreichischen Uhrmachermeistern<br />

angefertigt werden, angeboten.<br />

Diese sind mit dem Einsatz neuester<br />

Technologien konstruiert. Das feine Uhrwerk<br />

lässt jeden Uhrensammler das Herz<br />

höher schlagen, das elegante Design begeistert<br />

Damen und Herren.<br />

***<br />

Der Liebling der Prominenz<br />

„Haasmann vereint in der künstlerischen<br />

Gestaltung seiner Kreationen die<br />

Tradition der Festspielstadt Salzburg mit<br />

der Schönheit wertvoller Edelsteine“, sagte<br />

Curd Jürgens anlässlich seines Besuches<br />

bei dem Salzburger Jet Set-Juwelier. Auch<br />

das schwedische und jordanische Königspaar,<br />

die Begum, Leonhard Bernstein, Liza<br />

Minelli, Frank Sinatra, Rita Hayworth,<br />

Niki Lauda und viele Prominente mehr<br />

zählen zu den Liebhabern des eleganten<br />

Schmucks von Juwelier Haasmann. Das<br />

exklusive Design der Juwelen ist klassischzeitlos<br />

und gleichzeitig verführerisch-modern,<br />

immer mit dem Touch des gewissen<br />

Etwas. Und Claudia Haasmann, die Juniorchefin<br />

meint: „Für mich ist es wichtig, dass<br />

ich für meine Kunden einzigartige<br />

Schmuckstücke kreiere, die den eigenen<br />

Typ perfekt ergänzen und unterstreichen<br />

aber niemals aufdringlich oder zu modisch<br />

wirken. Juwelen sollten vor allem in<br />

der heutigen Zeit eines sein: tragbar. Es ist<br />

durchaus möglich, große Edelsteine so zu<br />

fassen, dass man sie nicht nur zu besonderen<br />

Anlässen tragen kann, worauf ich beim<br />

Entwerfen sehr viel Wert lege. Niemand<br />

möchte heutzutage wertvollen Schmuck<br />

nur im Safe einsperren. Abgesehen davon,<br />

dass in erster Linie die ‚Freude am Tragen‘<br />

im Vordergrund stehen sollte, sind und<br />

bleiben Juwelen gerade in der heutigen<br />

Zeit eine beliebte Wertanlage.“<br />

***<br />

Sisis Sternenbroschen<br />

Florian Köchert, Spross der 1814 gegründeten<br />

Wiener k. u. k. Hof- und Kammerjuweliere,<br />

die durch ihre Sternenbroschen<br />

für die österreichische Kaiserin<br />

Elisabeth berühmt geworden sind und deren<br />

moderne Version als Brosche, Kolliers<br />

und Ohrschmuck bei Köchert wieder zu erwerben<br />

sind, führt die Salzburger Filiale,<br />

und betreut die Festspielausstellungen im<br />

Hotel Goldener Hirsch sowie die Ausstellungen<br />

im Schloss Fuschl. Die Juweliere Köchert<br />

haben sich von dem bunten Treiben<br />

in der Festspielstadt zu reizendem Ohrschmuck<br />

aus geflochtenen Edelsteinkügelchen,<br />

eine spezielle Technik des Jugendstils,<br />

inspirieren lassen. Dieser passt<br />

sowohl zur modischen Kleidung, aber auch<br />

perfekt zu den allseits gerne getragenen<br />

Dirndln. Es gibt ihn in zahlreichen Farbkombinationen,<br />

zu den Oberteilen aus<br />

Gelb- oder Weißgold werden austauschbare<br />

Einhänger kombiniert. Die klassisch-<br />

84 | <strong>SOCIETY</strong> 2_10


FOTOS: FRANZ BAISCHER, ANDREA EBERLE, ERIKA EIBL, ANDREAS ENZENHOFER, JUWELEN HAASMANN, JUWELIER LÄHRM, JUWELIER KÖCHERT, MADL AM GRÜNMARKT, SIBYLLE MOLDAN, MYSTIQUE ; FOTO WILD<br />

elegante Herrenuhr Automatik 1 von Köchert<br />

erinnert an die Zwanzigerjahre, als<br />

das Haus feine Uhren für seine Kunden fertigte.<br />

Auch Liebhaberinnen des Designerschmucks<br />

aus der ersten Hälfte des 20.<br />

Jahrhunderts kommen nicht zu kurz. Aus<br />

dem reichen Fundus des Familienbetriebes<br />

werden hochwertige Juwelen der Belle Époque,<br />

des Art déco und der Retro Moderne<br />

angeboten.<br />

***<br />

„Learning by doing“ bei Moldan<br />

Das kleine, charmante Geschäft von Sibylle<br />

Moldan wird nicht nur zur Festspielzeit<br />

zum Mekka der internationalen Klientel.<br />

Ihre Schmuckkreationen bestechen<br />

durch exklusives modernes Design, der<br />

Verbindung von neuem Stil mit klassischen<br />

Elementen, durch außergewöhnliche<br />

Steine und durch raffinierte Farbwirkung.<br />

„Learning by doing“ ist das Motto<br />

der Designerin, die schon als Kind mehr<br />

von den Schaufenstern der Juweliere als jenen<br />

der Spielzeuggeschäfte fasziniert war.<br />

Nach Abitur und der frühen Familiengründung<br />

arbeitete die Tochter eines Salzburger<br />

Industriellen fast sieben Jahre im<br />

Schmuckdesign, bis sie sich 2002 zur Selbständigkeit<br />

entschloss. Ihre Entwürfe werden<br />

von versierten Goldschmieden in 18<br />

Lässige Eleganz von Andrea Eberle<br />

Karat gearbeitet und sind unverwechselbare<br />

Einzelstücke.<br />

***<br />

Belle Époque und Art déco<br />

In der Galerie Baischer findet die junge<br />

oder jung gebliebene Kundin handgefertigte<br />

Designerstücke aus Platin, Gold und Silber<br />

sowie seltene gefasste Edelsteine, Arbeiten<br />

des ambitionierten Goldschmiedes<br />

Franz Josef Baischer Unmittelbar nach seiner<br />

Meisterprüfung eröffnete er vor zehn<br />

Jahren sein Atelier in Mondsee. Seit zwei<br />

Jahren ist er auch in Salzburgs Altstadt vertreten.<br />

Er drückt mit Schlichtheit, Eleganz<br />

und Geradlinigkeit seine Individualität<br />

aus. Die Schmuckstücke sind von hoher<br />

handwerklicher Qualität und werden zu<br />

akzeptablen Preisen angeboten. Baischer,<br />

der sich auch vom Schmuck der vergangenen<br />

Zeit inspirieren lässt, zeigt in seiner<br />

edlen Galerie, neben eigenen Kreationen,<br />

unter dem Motto „Klassische Juwelen – Moderne<br />

Klassik“ einmalige, originale Juwelen<br />

der Belle Époque und des Art déco.<br />

Also, reisen Sie ruhig einmal ohne Gepäck<br />

nach Salzburg, streifen Sie durch<br />

Salzburgs „modische Welt“ und verwöhnen<br />

Sie sich! Denn wie schon Jean-Paul Belmondo<br />

meinte: „Die Frau ist das einzige<br />

Geschenk, das sich selbst verpackt.“<br />

„Maman“-Taschen von Andreas Enzenhofer<br />

...eine spezielle<br />

Technik des Jugendstils<br />

Ohrschmuck aus geflochtenen<br />

Edelsteinkügelchen<br />

von<br />

Köchert...<br />

Handgefertigter Armreifen<br />

mit Relief-<br />

Figuren in 18 Karat<br />

Weißgold von<br />

Juwelier Lährm<br />

ADRESSEN<br />

Andrea Eberle, Salzburg, Gaisberg 9,<br />

Mobil +43 676 7802749,<br />

www.andrea-eberle.com<br />

Erika Eibl, Salzburg, Münzgasse 2,<br />

Mobil +43 664 512 4105,<br />

www.e2-fashion.at<br />

Andreas Enzenhofer, Salzburg, Bayernstraße 20,<br />

Tel. +43 662 83 34 15,<br />

www.enzenhofer.com<br />

Madl am Grünmarkt, Salzburg, Getreidegasse 13,<br />

Tel. +43 662 845457,<br />

www.madlsalzburg.at<br />

Mystique, Andrea Tichonow, Salzburg, Neutorstraße 46,<br />

Tel. +43 662 821 454,<br />

www.mystique.at<br />

Galerie Baischer, Salzburg, Linzergasse 40,<br />

Tel. +43 662 87 32 28,<br />

www.baischer.com<br />

Juwelier Haasmann, Salzburg, Getreidegasse 45,<br />

Tel. +43 662 841602,<br />

www.haasmann.com<br />

Juwelier Köchert, Salzburg, Alter Markt 15,<br />

Tel. +43 662 843 398,<br />

www.koechert.com<br />

Juwelier Lährm, Salzburg, Universitätsplatz 5 und 16,<br />

Tel. +43 662 843 477,<br />

www.laehrm.com<br />

Sibylle Moldan Fine Jewellery, Salzburg,<br />

Schwarzstraße 20, Tel. +43 662 88 06 82,<br />

www.sibyllemoldan.com<br />

<strong>SOCIETY</strong> 2_10 | 85


LIFE UND STYLE<br />

FRISUREN<br />

Stilvolles Interieur<br />

Stets auf der Suche nach den neuesten Trends<br />

Hair Champion<br />

Welner<br />

Der Salon Welner, bereits 1967 gegründet, setzt trotz Tradition<br />

auf Moderne. Ein junges Team, stilvolles Interieur und<br />

unkomplizierte Terminhandhabung garantieren ein Wohlfühlerlebnis<br />

mit Chic.<br />

hat. Neben Europameisterin ist Rafaela<br />

Welner auch siebenfache Grand-Prix-Siegerin.<br />

Aber nicht nur auf Preise darf das Talent<br />

stolz sein, auch bei diversen Bühnenshows<br />

unter anderem in Rio de Janeiro,<br />

Buenos Aires oder Moskau stellte sie ihr<br />

Können unter Beweis. Durch harte Arbeit<br />

zum Erfolg zu gelangen, ist Welners Tipp<br />

an Jungfriseure. Selbst steht sie täglich<br />

zehn Stunden im Salon und nützt das Wochenende,<br />

um Vorbereitungen für Fotoshootings<br />

und Shows zu treffen.<br />

***<br />

Besondere Services<br />

Als tägliches Erfolgserlebnis empfindet<br />

Rafaela Welner es, Menschen zu verändern<br />

und ihnen dadurch ein Lächeln ins<br />

Gesicht zu zaubern. Bei typgerechter Beratung<br />

werden Schnitt und Farbe individuell<br />

abgestimmt.<br />

Auf Interkulturalität wird besonderer<br />

Wert gelegt, was sich in der Mehrsprachigkeit<br />

des Teams ausdrückt: Deutsch, Englisch,<br />

Französisch, Bosnisch, Türkisch, Albanisch,<br />

Serbisch und Kroatisch stellen keine<br />

Sprachbarrieren dar.<br />

Ein besonderer Pluspunkt ist der unkomplizierte<br />

Ablauf: Eine Terminvereinbarung<br />

ist im Salon Welner im Damenbereich<br />

nicht erforderlich. Das Team arbeitet<br />

flexibel den ganzen Tag und freut sich, seine<br />

Kunden verschönern zu dürfen. Als zusätzliches<br />

Angebot wurde außerdem eine eigene<br />

Produktlinie für Pflege und Styling<br />

geschaffen. Gönnen Sie sich also einen Friseurbesuch<br />

in der Döblinger Hauptstraße!<br />

Fortschritt wird bei Rafaela Welner groß<br />

geschrieben: Ständig bemüht, neue<br />

Trends zu kreieren, stellt sie sich sowohl<br />

nationaler wie auch internationaler<br />

Konkurrenz. Es überrascht daher wenig,<br />

dass der Salon mehrfach Preise eingefahren<br />

KONTAKT<br />

RAFAELA WELNER<br />

Döblinger Hauptstraße 4, A-1190 Wien<br />

www.welner.at<br />

Telefon Damen: +43-(0)1-369 53 00<br />

Telefon Herren & Kinder: +43-(0)1-369 53 01<br />

Öffnungszeiten:<br />

Dienstag bis Freitag<br />

8:30 – 18:00 Uhr<br />

Samstag<br />

8:00 – 14:30 Uhr<br />

Keine Terminvereinbarung erforderlich.<br />

Sie sind jederzeit willkommen!<br />

86 | <strong>SOCIETY</strong> 2_10


Rejuvenation for your mind, body, soul and spirit<br />

Modern Mayr Medicine<br />

LIFE UND STYLE<br />

WELLNESS<br />

VIVA – the Centre for modern Mayr Medicine is beautifully located on a quiet peninsula on<br />

Lake Wörth in Austria’s southernmost province Carinthia.<br />

Located on the peninsula of Maria Wörth:<br />

The VIVA Centre for Modern Mayr Medicine<br />

Wellness!<br />

Especially during late summer and early<br />

autumn, the lake unfolds its true<br />

magic beauty. This transitional season,<br />

in which we move towards shorter days<br />

and longer nights, is the perfect time to reflect<br />

and regenerate – and take charge of<br />

your health, de-stress and prepare for the<br />

darker months.<br />

VIVA Mayr situated on a peninsula on<br />

the southern shore of beautiful Lake Wörth,<br />

which is blessed with a sunny southern Alpine<br />

climate and stunning scenery. Due to<br />

the Mediterranean climate, this is not only<br />

Europe’s largest, but also its warmest Alpine<br />

lake. The lake is close to neighbouring<br />

Italy and Slovenia. The area boasts many<br />

world-class golf courses and many outdoor<br />

activities like rowing, swimming, water-ski<br />

and cycling. Nature walking to explore the<br />

amazing scenery is also a very special treat<br />

at this time of the year.<br />

The prestigious Viva Mayr, Centre for<br />

Modern Mayr Medicine, was set up in 2004<br />

by the Mayr practitioner and physician<br />

Dr. Harald Stossier and quickly established<br />

an international reputation and army of<br />

devotees.<br />

***<br />

Medical Innovation: Laser-Supported<br />

Weight Reduction<br />

Exciting news: The VIVA medical department<br />

has added a revolutionary and<br />

very popular new Laser-Supported Weight<br />

Reduction Programme to get you back on<br />

track!<br />

Optimal weight is just one criterion of<br />

good health. During the diagnostic treatments<br />

of the MAYR cure we can analyse<br />

and assess a range of weight factors. By mobilising<br />

fat, Modern MAYR Therapy promotes<br />

weight loss. Nutrition plays an important<br />

role: eating less, but the ideal personal<br />

diet, during a stay at VIVA promotes detoxification<br />

and excretion. Laser treatment<br />

using specific scientifically well tested frequencies<br />

can mobilise fat tissues more or<br />

less immediately.<br />

***<br />

Exercise & Sport<br />

Exercise is a very important component<br />

of Modern Mayr Therapy at VIVA. This is<br />

why VIVA offers a wide range of sport and<br />

exercise options to be enjoyed either individually<br />

or in a group. Sport physicians<br />

Mag. Jürgen Kahlhammer and Mag. Sara<br />

Schoppitsch offer a wide range of different<br />

sport and exercise therapies. They also<br />

provide successful personal work-out programs.<br />

KONTAKT<br />

VIVA – Das Zentrum für MODERNE MAYR MEDIZIN<br />

Seepromenade 11, A-9082 Maria Wörth<br />

Rezeption Tel.: +43 (0) 42 73-311 17 0<br />

office@viva-mayr.com<br />

www.viva-mayr.com<br />

<strong>SOCIETY</strong> 2_10 | 87


LIFE UND STYLE<br />

REISE<br />

Sea Cloud I<br />

Setzt die Segel!<br />

Stechen Sie stilvoll in See<br />

Schon seit 1979 ist SEA CLOUD CRUISES eine der renommiertesten Adressen in der Welt der<br />

Kreuzfahrt. Ein erstklassiges Team aus Schifffahrts- und Touristikexperten sorgt dafür, dass<br />

Kreuzfahrt-Träume wahr werden.<br />

Mit einem raffinierten Konzept, das<br />

mit der legendären SEA CLOUD begann,<br />

wurde SEA CLOUD CRUISES<br />

zu einem weltweit anerkannten Kreuzfahrtspezialisten<br />

mit mittlerweile zwei imposanten<br />

Windjammern und einem luxuriösen<br />

Kreuzfahrtschiff, die die schönsten<br />

Ziele Europas und der Karibik ansteuern.<br />

***<br />

Philosophie<br />

SEA CLOUD CRUISES bietet seinen Kunden<br />

die Freiheit des individuellen Reisens<br />

auf höchstem Niveau. In einer wunderbar<br />

zwanglosen und legeren Atmosphäre wird<br />

der Kunde dazu eingeladen, seine Seele<br />

baumeln und sich von den Wogen des<br />

Meeres inspirieren zu lassen. Exotische<br />

Strände, malerische Landschaften und historisch<br />

wertvolle Städte bieten zusammen<br />

mit zahlreichen Sehenswürdigkeiten<br />

das ideale Kontrastprogramm zu den herrlich<br />

entspannenden Stunden und Tagen<br />

auf dem Wasser. Obwohl die Schiffe wie eine<br />

kleine Welt für sich wirken, ermöglicht<br />

die großzügige Architektur an Bord genügend<br />

Raum für den privaten Rückzug,<br />

aber auch für Gruppen oder für eine einzige<br />

große Runde. SEA CLOUD CRUISES<br />

nimmt sich Zeit, um mit ihren Kunden eine<br />

individuelle Route zu gestalten, die<br />

sich einem gewünschten Anlass, einem<br />

Motto oder einem bestimmten Thema widmet.<br />

Ein ganzes Schiff stellt sich auf die Bedürfnisse<br />

des Kunden ein. Transparenz ist<br />

für den Kreuzfahrtanbieter sehr wichtig.<br />

Die Leistungen von SEA COUD CRUISES<br />

sind umfangreich und die ausgewiesenen<br />

Charterrates beinhalten – exklusive Leistungen<br />

wie etwa die Nutzung der bordeigenen<br />

Sporteinrichtungen – Softdrinks<br />

während der ganzen Reise und sechs Mahlzeiten<br />

an Bord der Schiffe.<br />

88 | <strong>SOCIETY</strong> 2_10


***<br />

Destinationen<br />

SEA CLOUD CRUISES setzt mit vier<br />

Schiffen auf fünf Routen seinen Kurs auf<br />

die wahrhaft traumhaftesten Destinationen<br />

der Erde. Von der Karibik, mit ihren<br />

exotischen Inseln, deren schneeweißen<br />

Palmenstränden umgeben von kristallblauem<br />

Wasser, bis hin zu Reisen in transatlantische<br />

Gewässer, die mit ihren unvergesslichen<br />

Sonnenauf- und Untergängen, sowie<br />

einem grandiosen nächtlichen Sternenhimmel<br />

ihre Besucher schlichtweg verzaubern.<br />

In Südeuropa, rund um das Mittelmeer,<br />

warten faszinierende Städte mit<br />

großer Geschichte darauf, vielen Kreuzfahrtreisenden<br />

den Atem zu rauben. Die<br />

Lebensfreude der abendländischen Kultur<br />

in diesem Raum lädt dazu ein, das Leben<br />

einfach etwas leichter zu nehmen. Auch<br />

für Reisende die es nicht so weit in die Ferne<br />

zieht, hat SEA CLOUD CRUISES mit seiner<br />

Route durch Nordeuropa eine Antwort<br />

gefunden. An den Küsten Nordeuropas<br />

warten unter anderem große Handelsstädte<br />

und einstigen Plätze der Macht darauf,<br />

entdeckt zu werden. Darüber hinaus zeigen<br />

Flusskreuzfahrten auf europäischen<br />

Wasserstraßen die Schönheit und Vielfalt<br />

vor der eigenen Haustür in einem völlig<br />

neuen Licht. Vom Wasser aus präsentieren<br />

sich landschaftlich traumhaft schöne Regionen<br />

und kulturelle Schätze von einer<br />

ganz neuen Seite.<br />

***<br />

Die Flotte<br />

In der Welt von SEA CLOUD CRUISES<br />

setzen vier Schiffe ihre Segel. Zum einen<br />

ist es die SEA CLOUD, eine wahre Königin<br />

der Meere. Die ursprünglich 1931 erbaute<br />

Privatyacht beeindruckt heute noch mit ihrer<br />

eleganten Erscheinung und ihrer<br />

prunkvollen Innenausstattung.<br />

Ihre moderne Schwester, die SEA<br />

Das prunkvoll ausgestattete Interieur<br />

versetzt den Gast in vergangene Zeiten...<br />

CLOUD II verbindet wie kein zweites Schiff<br />

die zeitlose Eleganz einer alten Windjammer<br />

mit den höchsten Sicherheitsstandards<br />

und dem luxuriösen Komfort moderner<br />

Kreuzfahrtschiffe.<br />

Mit ihren hellen Hölzern und edlen<br />

Stoffen unter Deck verbreitet die RIVER<br />

CLOUD II einen Flair der dreißiger Jahre.<br />

Aber auch an Deck begeistert die Bella<br />

Donna der Kreuzfahrt als Traum in Weiß<br />

und ist mit einem schwimmenden Fünf-<br />

Sterne-Hotel vergleichbar.<br />

Mit großer Spannung wird die SEA<br />

CLOUD HUSSAR erwartet; Das größte Dreimastvollschiff<br />

welches jemals für Passagiere<br />

gebaut wurde. Mit ihrem Einsatz ab<br />

2011 wird sie neue Maßstäbe des anspruchsvollen<br />

Erlebens und luxuriösen<br />

Entspannens setzen.<br />

***<br />

Gaumenfreuden<br />

An Board aller Schiffe bleiben keine<br />

Wünsche offen, denn auch kulinarisch<br />

werden die Kreuzfahrtgäste verwöhnt. In<br />

den Bordküchen treffen regionale Delikatessen<br />

auf Haute Cuisine. Spitzenköche zaubern<br />

für ihre Gäste feine Klassiker mit<br />

überraschenden Geschmacksnuancen. Um<br />

ihrer kulinarische Kompetenz fortwährend<br />

gerecht zu werden, holte sich SEA CLOUD<br />

CRUISES mit den „Jeunes Restaurateur<br />

Deutschland“, einer Organisation junger<br />

Spitzenköche, einen neuen Kooperationspartner<br />

an Bord.<br />

***<br />

Nehmen sie das Ruder selbst<br />

in die Hand<br />

SEA CLOUD CRUISES bietet seinen Kunden<br />

ein ganz spezielles Service: Die Planken<br />

des Schiffes können auf Wunsch als<br />

perfekte Bühne für Firmenveranstaltungen<br />

oder private Feierlichkeiten fungieren,<br />

denn das Team von SEA CLOUD CRU-<br />

ISES gibt seinen Kunden sogar die<br />

Möglichkeit,ein ganzes Schiff zu mieten.<br />

Für welche der zahlreichen Möglichkeiten<br />

sich der Kunde auch entscheiden<br />

mag, es lohnt sich mit SEA CLOUD CRUI-<br />

SES in See zu stechen!<br />

INFO<br />

Sea Cloud Cruises GmbH<br />

An der Alster<br />

20099 Hamburg<br />

Luxuriös ausgestattete Kabinen lassen<br />

dem Passagier keine Wünsche unerfüllt.<br />

Tel: +49 40-30 95 92-50<br />

Fax: +49 40-30 95 92-22<br />

E-Mail: info@seacloud.com<br />

www.seacloud.com<br />

<strong>SOCIETY</strong> 2_10 | 89


LIFE UND STYLE<br />

STYLING<br />

Politiker im Style-Check<br />

Wer erfolgreich sein will, muss<br />

auch so aussehen<br />

Der gelungene Auftritt von Politikern hängt nur zum kleinsten Teil vom gesprochenen Wort<br />

ab: Erscheinungsbild und Kleidung machen die Wirkung aus. Von INGRID CHLADEK<br />

Ein Vorbild in Sachen Mode:<br />

Angela Merkel<br />

Als Politiker wird eine Person bezeichnet,<br />

die ein politisches Amt oder ein<br />

politisches Mandat innehat. Politiker<br />

agieren auf allen Ebenen eines Staates oder<br />

einer Partei. Politiker haben das Ziel, durch<br />

ihr kreatives Denken Probleme der Gesellschaft<br />

zu lösen und durch ihr Handeln Einfluss<br />

auf wichtige politische Entscheidungen<br />

zu nehmen. Doch nicht nur ihr<br />

Handeln, sondern auch ihr Auftreten, ihre<br />

Erscheinung spielen eine wesentliche Rolle.<br />

Je kompetenter und seriöser ein Politiker<br />

wirkt, desto eher kann er die Anliegen seiner<br />

Wähler vertreten und letztendlich<br />

auch durchsetzen.<br />

***<br />

Als Politiker Seriosität ausstrahlen<br />

Je höher das politische Amt, desto seriöser<br />

und formeller sollte die Kleidung sein –<br />

auch aus Respekt vor den Wählern. Kleidungsstil,<br />

Farben in der Kleidung, Kontraste,<br />

Accessoires und die Gesamterscheinung<br />

bestimmen zum Großteil die Wirkung und<br />

Effektivität eines Auftritts, nur sieben Prozent<br />

(!) hängen vom gesprochenen Wort ab.<br />

Das sollte allen in der Politik Tätigen zu<br />

denken geben und zu einem Hinterfragen<br />

der gewählten Kleidung anregen.<br />

Bei formellen Anlässen sollte klassische<br />

Kleidung gewählt werden: Anzüge, Kostüme,<br />

vorzugsweise in Dunkelgrau, Dunkelblau,<br />

Anthrazit oder Schwarz. Diese Farben<br />

flößen Vertrauen ein und lassen den Träger<br />

kompetent und seriös wirken, insbesondere<br />

in Kombination mit einem weißen oder<br />

sehr hellen Hemd oder Bluse. Der Inbegriff<br />

von Korrektheit und Geradlinigkeit – und<br />

auch Macht – ist der Nadelstreif. Will man<br />

jedoch Volksnähe zeigen, dann kann auch<br />

zu Farben gegriffen werden: Farben lassen<br />

den Träger zugänglich und weicher erscheinen.<br />

Weitere Erfolgsfaktoren sind das<br />

glattrasierte Gesicht bei Männern und das<br />

dezente Make-up bei Damen, ein guter<br />

Haarschnitt und dezente Accessoires.<br />

***<br />

Angela Merkel: Der perfekte Auftritt<br />

Angela Merkel, die wohl mächtigste<br />

Frau der Welt, ist das Paradebeispiel für eine<br />

gelungene professionelle Inszenierung:<br />

Ihr Kleidungsstil, ihre Frisur, ihr Make-up<br />

haben sich seit Beginn ihrer politischen<br />

Karriere geändert. Bei formellen Auftritten<br />

trägt sie vorwiegend dunkle Hosenanzüge,<br />

die ihrer Figur schmeicheln, kombiniert<br />

mit einem hellen Oberteil. Eine dezente<br />

Kette und die perfekte Frisur ergänzen den<br />

perfekten Auftritt.<br />

Angela Merkel trägt bei weniger formellen<br />

Anlässen häufig farbige Blazer – und<br />

zeigt so Volksnähe und Verbundenheit mit<br />

ihren Wählern. Alles in allem: Ein Vorbild<br />

für Politikerinnen, die Figur haben.<br />

***<br />

Barack Obama: Optische Kompetenz<br />

US-Präsident Barack Obama ist stets klassisch<br />

gekleidet: Er trägt gut sitzende Anzüge,<br />

die Hemden sind weiß oder sehr hell<br />

und bilden einen Kontrast zum Anzug, die<br />

Ärmellänge ist perfekt, der Krawattenknoten<br />

stimmt, die Farben sind gut gewählt.<br />

Seine klassische Kleidung, die glatten Stoffe<br />

und der weitgehende Verzicht auf Muster<br />

und Farben verleihen ihm auch optisch<br />

Kompetenz. Egal, ob seine Frau, er selbst<br />

oder ein Stylist seine Kleidung auswählt:<br />

Man kann nur sagen: Well done! Für mich<br />

ist Barack Obama einer der bestgekleideten<br />

Politiker!<br />

Fazit: Passende Kleidung und die perfekte<br />

Inszenierung des Auftritts spielen eine<br />

wesentliche Rolle im Leben eines Politikers<br />

und sollten nicht vernachlässigt werden.<br />

ÜBER DIE AUTORIN<br />

Mag. Ingrid Chladek, Gesellschafterin der Dresscode Company<br />

und Head von Dressforsuccess, berät in Fragen Business-Outfit,<br />

Image und Stil und Styling.<br />

www.dressforsuccess.at<br />

www.dresscodecompany.com<br />

FOTOS: WEBSITE OF THE WHITE HOUSE HYPERLINK HTTP://WWW.WHITEHOUSE.GOV/ADMINISTRATION/PRESIDENT-OBAMA, ALEPH<br />

90 | <strong>SOCIETY</strong> 2_10<br />

Mr. Perfect: Barack Obama


LIFE UND STYLE<br />

GESUNDHEIT<br />

Ein Zahnarzt der neuen Generation<br />

Auf den Zahn gefühlt<br />

DDr. Alexander Bogner begrüßt seine Patienten im schönsten<br />

Wartezimmer Wiens.<br />

Mit der Eröffnung<br />

seiner „Wohlfühlordination<br />

mit<br />

Loungecharakter“ im<br />

Herzen des Wiener Gemeindebezirks<br />

Landstraße<br />

bietet DDr. Alexander<br />

Bogner seinen<br />

Patienten eine qualitativ<br />

hochwertige Zahn-<br />

DDr. Alexander Bogner<br />

heilkunde mit besonderer Berücksichtigung<br />

des ästhetischen Aspekts.<br />

Das Behandlungsspektrum ist breit gefächert<br />

und umfasst von Bleaching, Zahnerhaltung,<br />

Zahnersatz, bis hin zur Kieferorthopädie<br />

und -chirurgie alle Bereiche<br />

der modernen Zahnheilkunde. Durch professionelle<br />

Vorsorge und Mundhygiene soll<br />

prophylaktisch eine<br />

langfristige Zahngesundheit<br />

und die Erhaltung<br />

der eigenen Zähne<br />

gewährleistet werden.<br />

Als spezielles Service<br />

bietet das charmante<br />

Team von DDr. Bogner<br />

ein kostenloses Recall-<br />

Service für seine Patienten<br />

an, um an bevorstehende Vorsorgeund<br />

Mundhygienetermine zu erinnern.<br />

Für das Team der Vienna Smile Ordination<br />

steht das Wohl des Patienten im<br />

Vordergrund. Deshalb sind ausführliche<br />

Gespräche über die Wünsche und Erwartungen<br />

des Patienten auch die Grundlage<br />

jeder Behandlung.<br />

Das elegante Ambiente lässt den Patienten<br />

für kurze Zeit sogar vergessen,<br />

dass er sich im Wartezimmer einer Arztpraxis<br />

befindet. Lassen Sie sich einfach<br />

überraschen, wie entspannend ein Zahnarztbesuch<br />

doch sein kann.<br />

* WE CAN SEE THROUGH ANYONE!<br />

‘Diagnostik plus’ is an image-guided diagnostics procedure<br />

which offers top-quality diagnostics and screening.<br />

_DIGITALES RÖNTGEN<br />

_MAMMOGRAPHIE<br />

_ULTRASCHALL<br />

_COMPUTERTOMOGRAPHIE<br />

_MAGNETRESONANZTOMOGRAPHIE<br />

*<br />

Our state-of-the-art medical equipment (fully digitized)<br />

along with our highly-trained, skilled staff guarantee you<br />

accurate diagnostic results. We can guarantee to offer you<br />

an appointment within 24 hours - and we ensure you receive<br />

your results just 24 hours later.<br />

We offer expert advice and/or counselling in several foreign<br />

languages. We also provide free parking and are easily<br />

accessible by public transport (2 minutes walk from the<br />

‘Hütteldorfer Strasse’ underground station).<br />

Your well-being and personal needs are our top priority.<br />

The practice has disabled access and a children’s play-area<br />

is available.<br />

DIAGNOSTIK PLUS,<br />

INSTITUTE FOR IMAGE-GUIDED DIAGNOSTICS LTD.<br />

KUEFSTEINGASSE 15-19, 1140 WIEN,<br />

PHONE: 01/982 55 88,<br />

E-MAIL: OFFICE@DIAGNOSTIKPLUS.AT,<br />

WWW.DIAGNOSTIKPLUS.AT<br />

MON, TUE, WED, FRI 08:00 - 18:00; THU 08:00 - 20:00<br />

Diagnostik plus,<br />

Institut für bildgebende Diagnostik Ges.m.b.H.<br />

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LIFE UND STYLE<br />

MODE<br />

Frischer Wind in den Straßen Berlins<br />

Schlichte Extravaganz<br />

Die Modeschöpfer Niklas Kauffeld und Matthias Jahn verwirklichen mit dem Modelabel<br />

HYPNOSIS-berlin die Vision eines straßen- und zugleich clubtauglichen Designs.<br />

KONTAKT<br />

HYPNOSIS-Berlin<br />

Holteistraße 12, 10245 Berlin<br />

Tel. +49-(0)30-6712 8600<br />

Fax +49-(0)30-6712 8599<br />

info@hypnosis-berlin.de<br />

www.hypnosis-berlin.de<br />

Im Jahr 2006 schlossen sich die Freunde<br />

Niklas Kauffeld, diplomierter Modedesigner,<br />

und Matthias Jahn, studierter<br />

Bekleidungstechniker und Business Administrator,<br />

zusammen und gründeten das<br />

Modelabel HYPNOSIS-berlin. Nach zwei Jahren<br />

des Schaffens konnten sie ihre erste<br />

Kollektion für die Herbst und Wintersaison<br />

2007/08 präsentieren. Mit viel Arbeit, Ehrgeiz<br />

und Leidenschaft etablierten Kauffeld<br />

und Jahn ihr Modelabel und begeistern<br />

seither immer mehr Menschen mit<br />

ihren halbjährlichen Damen- und Herrenkollektionen.<br />

***<br />

Das Konzept<br />

Obwohl sich HYPNOSIS-berlin jede Saison<br />

neu erfindet, ziehen sich die Markenzeichen<br />

des Labels wie ein roter Faden<br />

durch alle Kollektionen: Individuelle Mode<br />

mit geometrischen teils auch asymmetrischen<br />

Formen. Die Modelle halten sich<br />

zwar überwiegend in dezenten, klassischen<br />

Farbtönen, wie etwa schwarz, grau<br />

und weiß, jedoch werden in jeder Kollektion<br />

auch Akzente in Trendfarben der Saison<br />

gesetzt. Mit ihrem jungen authentischen<br />

Stil sprechen sie besonders<br />

Großstadthedonisten, und jene die sich so<br />

fühlen, an und begeistern Persönlichkeiten<br />

aus allen Altersgruppen. HYPNOSIS-berlin<br />

vereint anspruchsvolles Design mit einem<br />

ausgezeichneten Preis-Leistungsverhältnis<br />

und überzeugt ferner mit einem unglaublichen<br />

Tragekomfort. Durch ihren künstlerischen<br />

Freigeist verbinden die beiden Designer<br />

in ihrer avantgardistischen Mode<br />

die Elemente von Streetwear mit Cluboutfits<br />

und erschaffen so raffinierte und vielseitige<br />

Kleidungsstücke.<br />

***<br />

In guter Gesellschaft<br />

Auch nach einem Brand in ihrem alten<br />

Atelier, der fast ihre ganze Kollektion vernichtete,<br />

ließen sich Niklas Kauffeld und<br />

Matthias Jahn von ihrem Traum nicht abhalten<br />

und suchten nach neuen Möglichkeiten.<br />

Im Jänner 2008 bezogen sie ihr derzeitiges<br />

Atelier mit Showroom im Berliner<br />

Szeneviertel Friedrichshain, in dem sich<br />

viele Kreative zuhause fühlen. Doch HYP-<br />

NOSIS-berlin beschreitet nicht nur durch<br />

seinen Stil neue Wege, sondern überschreitet<br />

auch Landesgrenzen und ist heute unter<br />

anderem auf den Straßen der Metropole<br />

Österreichs, Portugals, Hollands und der<br />

Schweiz zu finden.<br />

92 | <strong>SOCIETY</strong> 2_10


LIFE UND STYLE<br />

GESUNDHEIT<br />

Schlafstörungen, Schweißausbrüche,<br />

Kopfschmerzen, Herzrasen – alle diese<br />

Symptome weisen auf eine Überforderung<br />

des Körpers hin. Ursachen dafür mag<br />

es viele geben, sicher ist nur, dass er eine<br />

Entspannung braucht. Wenn der Körper an<br />

seine Grenze stößt, ist es höchste Zeit für<br />

ein Time-out, eine Beruhigung des Erregungsniveaus<br />

und für einen Besuch beim<br />

Arzt. Ein Aufenthalt im Parkhotel Igls kombiniert<br />

alles auf höchstem Niveau.<br />

Parkhotel Igls mit Blick auf<br />

die Tiroler Berge<br />

Burnout & Co<br />

Regeneration in der<br />

Tiroler Bergwelt<br />

Bei einem Burnout-Syndrom, wenn Körper und Geist an ihre<br />

Grenzen stoßen, ist es höchste Zeit für ein Time-out. Ein Aufenthalt<br />

im Parkhotel Igls kombiniert ganzheitliche Diagnostik<br />

und Therapie auf höchstem Niveau.<br />

Regeneration von Körper und Geist<br />

***<br />

Defizite aufspüren<br />

Das Parkhotel Igls bietet eine integrierte<br />

Behandlungsmethode, die ganz individuell<br />

auf die körperlichen Erfordernisse<br />

eingeht. Um einen optimalen Gesundheitszustand<br />

wieder herzustellen, müssen die<br />

Ursachen bekämpft werden, nicht die<br />

Symptome. Daher wird großer Wert auf eine<br />

ganzheitliche Diagnostik gelegt, die in<br />

der Lage ist, auch verdeckte Defizite aufzuspüren.<br />

Handelt es sich tatsächlich um<br />

ein Burnout oder um eine depressive Verstimmung,<br />

eine negative Stimmungslage,<br />

die zu einer psychischen Belastung führt<br />

und andere Ursachen hat? Über die Vermutungsdiagnose<br />

hinaus geben detaillierte<br />

Untersuchungen und Gespräche mit den<br />

Ärzten Aufschluss über das Ausmaß der Belastungen<br />

und ein Gesamtbild, auf das die<br />

Therapie abgestimmt wird.<br />

***<br />

In die Balance zurückkehren<br />

Wird ein körperlicher wie emotionaler<br />

Erschöpfungszustand (Burnout-Syndrom)<br />

festgestellt, so beginnt die Behandlung<br />

mit Beruhigung, mit entspannenden und<br />

milden Massagen und mit leichter Bewegung<br />

in der frischen Luft. Als Grundbestandteil<br />

dieser Behandlung kommt das<br />

Modul Stoffwechsel und Entgiftung zur<br />

Anwendung, das nicht nur zur Darmreinigung<br />

beiträgt, sondern sich auch gegen<br />

Burnout, Energielosigkeit und Schlafstörungen<br />

bewährt. Dazu erfolgt eine psychotherapeutische<br />

Begleitung, die helfen soll,<br />

das Umfeld der Erkrankung zu ergründen.<br />

Sich klar zu werden über die Ursachen<br />

von Antriebslosigkeit oder das Gefühl<br />

der Überforderung, kann zur Lösung von<br />

Stressumständen beitragen. Die regelmäßige<br />

ärztliche Kontrolle ermöglicht die Erfolgsmessung<br />

der Therapie. Nach einigen<br />

Tagen kann zumeist eine spezielle Bewegungstherapie<br />

begonnen werden, flk gdskgksgjhkg die skhjg etwa<br />

auf Muskelaufbau oder Beweglichkeit sdhkg shjksdg hjdgs abgestimmt<br />

dem Körper helfen soll, in eine<br />

Balance zurückzukehren. Dazu ist es aber<br />

erforderlich, weiterhin ausreichend Ruhephasen<br />

einzuhalten.<br />

***<br />

Angepasste Diät<br />

Einen wesentlichen Beitrag im individuellen<br />

Therapieprogramm leistet die angepasste<br />

Diät, die im gesamten Gesundheitsplan<br />

eine zentrale Position einnimmt.<br />

Wobei es bei Diät nicht um Hungern und<br />

Abnehmen, reines Verzichten und Kalorienzählen<br />

geht. Diät ist vielmehr eine<br />

umfassende Lebensform, ein neuer Lebensstil,<br />

nachhaltig gesund zu leben, Schädigendes<br />

wegzulassen und trotzdem auf Genüsse<br />

nicht zu verzichten. Gesund leben<br />

heißt auch richtig essen.<br />

Eine Regeneration von Körper und Psyche<br />

beansprucht etwa zwei bis drei Wochen.<br />

Der Aufenthalt im Parkhotel Igls, inmitten<br />

der Tiroler Bergwelt, kann so zu einer Anleitung<br />

zu einem gesünderen und körperbewussten<br />

Lebensstil werden, zu einem Leben<br />

mit einer anderen Ordnung, bei der das Körpergefühl<br />

und die bewusste Ernährung einen<br />

höheren Stellenwert haben.<br />

KONTAKT<br />

Parkhotel Igls<br />

Gesundheit im Zentrum<br />

Iglerstraße 51<br />

A-6080 Innsbruck-Igls<br />

Tel. +43-(0)512-377 305<br />

E-Mail: info@parkhotel-igls.at<br />

www.parkhotel-igls.at<br />

<strong>SOCIETY</strong> 2_10 | 93


LIFE UND STYLE<br />

HOTEL<br />

Bestes europäisches Spa<br />

Luxus auf Ungarisch<br />

Im Rahmen des zum zweiten Mal in Zell am See vergebenen European Health & Spa Award<br />

konnte sich heuer das ungarische Luxusspa Spirit Hotel den Sieg sichern.<br />

(v.l.n.r.) Dr. Franz Linser, Linser & Partner Consulting GmbH und<br />

Jury-vorsitzender; Alfred Hackl General Manager des Spirit Hotel;<br />

Judit NyirŒ, Resident Manager des Spirit Hotel; Norbert Hintermayer<br />

– Geschäftsführer der Agentur für Gesundheit & Wellness<br />

Das Spirit Hotel im ungarischen Bad<br />

Sárvár wurde heuer mit dem European<br />

Health & SPA Award in der Kategorie<br />

„Best Destination Spa <strong>2010</strong>“ ausgezeichnet.<br />

Dabei setzte es sich in dieser Kategorie<br />

erfolgreich gegen eine Vielzahl renommierte<br />

Mitbewerber aus ganz Europa durch.<br />

Hoteldirektor Alfred Hackl nahm den Preis<br />

im Rahmen der feierlichen Verleihung am<br />

8. Juni <strong>2010</strong> in Zell am See im Salzburger<br />

Land erfreut entgegen. „Wir fühlen uns<br />

durch die Auszeichnung sehr geehrt. Ein<br />

derartiger Award ist eine sensationelle Anerkennung<br />

für Ungarn, das gesamte Team<br />

des Spirit Hotel und für unsere tägliche Arbeit“,<br />

so der Preisträger.<br />

Der European Health & Spa Award wird<br />

bereits zum zweiten Mal von der Agentur<br />

für Gesundheit & Wellness in Zusammenarbeit<br />

mit diversen Fachmedien wie SPA<br />

WORLD Business oder Spa Inside verliehen.<br />

In insgesamt zehn Kategorien werden<br />

die Bereiche Spa, Behandlungen und Produktinnovationen<br />

prämiert. Die Auszeichnung<br />

gilt als eine der strengsten und unabhängigsten<br />

der Branche.<br />

Die gelungene Umsetzung von kreativen<br />

Spa-Konzepten und die Qualität der Wellnessbetriebe<br />

stehen dabei genauso im<br />

Vordergrund, wie die Bereitschaft sich neuen<br />

Trends und Gästewünschen zu stellen.<br />

Das ungarische Luxusrefugium Spirit Hotel<br />

überzeugte hier auf ganzer Linie. In ihrer<br />

Begründung lobte die hochkarätig besetzte<br />

Jury die ausgezeichnete Ausstattung und<br />

das gelungene Design des weitläufigen Spa-<br />

Bereichs, sowie den starken Fokus auf den<br />

Kundennutzen.<br />

***<br />

Was Sie erwartet<br />

Das Fünf-Sterne-Haus Spirit Hotel gilt<br />

als spektakulärste Eröffnung in Ungarn in<br />

den vergangenen zwei Jahren und als Hotspot<br />

für Medical Spa und Wellness. Das<br />

Heilwasser fließt hier direkt aus der hoteleigenen<br />

Quelle in den Spa-Bereich. Alle elf<br />

Becken werden permanent mit dem ungefilterten<br />

„Spirit Heilwasser“ versorgt, täglich<br />

entleert, gereinigt und neu gefüllt und<br />

kommen daher vollkommen ohne chemische<br />

Zusätze aus. Mittelpunkt der Anlage<br />

bildet die Wellness- und Badelandschaft<br />

„Oase“ mit 22 Erlebnis- und Thermalbecken,<br />

einer Sauna-Insel, Heilwasserbecken,<br />

Hamam und Fitness sowie einer eigenen<br />

Heilquelle. In 88 Behandlungsräumen erleben<br />

Gäste eine umfassende Vielfalt von individuellen<br />

Wohlfühlanwendungen bis hin<br />

zu erstklassigen Medical Spa-Programmen.<br />

Das Luxusrefugium beherbergt 273 elegant<br />

ausgestattete Zimmer und Suiten mit Balkon<br />

oder Terrasse in absoluter Ruhelage.<br />

Weitere Informationen finden sich unter<br />

www.spirithotel.eu.<br />

FOTOS: SPIRIT HOTEL<br />

94 | <strong>SOCIETY</strong> 2_10


LIFE UND STYLE<br />

STYLING/FILM<br />

Selbst ist die Frau<br />

Summer-Feeling!<br />

Trend Make-up garantiert heiße Sommertage und macht Sie<br />

zum Highlight der Saison.<br />

Das perfekte Beach-Make-up zaubern<br />

Sie in kürzester Zeit mit leuchtenden,<br />

frischen Farben! Betonen Sie Ihre<br />

Augen und verzichten Sie auf Lippenstift.<br />

Ein leichtes, transparentes Gloss ist der ideale<br />

Begleiter für heiße Sommertage!<br />

KONTAKT<br />

Karin van Vliet –<br />

Make-up Studio<br />

Köllnerhofgasse 2, A-1010 Wien<br />

Tel. +43-(0)1-513 11 55<br />

www.makeup-studio.com<br />

FOTO: PETER KORP, MAKE UP/STYLING: KARIN VAN VLIET<br />

Cut!<br />

Zeitloses Filmvergnügen<br />

Die „Filmschneiderei“ gibt privaten Filmaufnahmen den richtigen<br />

Pepp und digitalisiert, schneidet und vertont altes<br />

Filmmaterial.<br />

Alexandra Schmid erweckt alte<br />

Super-8-Filme zu neuem Leben<br />

Mit der Gründung der „Filmschneiderei“<br />

im Jahr 2008 hat sich die gelernte<br />

Bürokauffrau Alexandra Schmid<br />

nach einer Ausbildung im Bereich Digitalfilm<br />

einen lang gehegten Traum erfüllt.<br />

Sie ist Expertin für Videoschnitt und Aufbereitung<br />

analoger Filme.<br />

***<br />

Kurz und gut, statt lang und fad<br />

Die Filmschneiderei bietet ihren Kunden<br />

Filmschnitt vom Profi und verwandelt verstaubte<br />

Filme zu phantastischen Zeitdokumenten<br />

und beachtenswerten Erinnerungen.<br />

Das Motto des Unternehmens „Kurz<br />

und gut, statt lang und fad“ spricht für sich<br />

und für die unterhaltsamen und individuellen<br />

Filme, die in der „Traumwerkstatt“<br />

von Alexandra Schmid entstehen.<br />

***<br />

Super-8-Filme im digitalen Zeitalter<br />

Das Angebot der Filmschneiderei reicht<br />

vom Kürzen und Aufpeppen privater Filmaufnahmen<br />

von z. B. Hochzeiten, Urlauben,<br />

Geburtstagen und anderen besonderen<br />

Ereignissen bis hin zur Digitalisierung<br />

alter Super-8-Filme, die früher sehr beliebt<br />

waren. „Die moderne Computertechnik<br />

erweckt die alten Filme zu neuem Leben.<br />

Auf DVD gebrannt können sie ganz einfach<br />

am Fernseher wieder erlebt werden“, sagt<br />

Alexandra Schmid.<br />

Ein besonderes Highlight ist die Vertonung<br />

der meist stummen Super-8-Filme<br />

mit dem Lieblingssoundtrack, passend<br />

zum jeweiligen Film. So werden schöne Erinnerungen<br />

wieder hervorgeholt und bleiben<br />

erhalten – ein Geschenktipp für alle,<br />

die Super-8-Sammlungen zu Hause<br />

schlummern haben!<br />

KONTAKT<br />

Filmschneiderei<br />

Alexandra Schmid<br />

Mobil +43-(0)676-35 13 713<br />

www.filmschneiderei.at<br />

office@filmschneiderei.at<br />

<strong>SOCIETY</strong> 2_10 | 95


LIFE UND STYLE<br />

KULINARIK<br />

Kulinarische Höhenflüge über den Dächern Wiens<br />

„Das Turm“<br />

Tagsüber auf Geschäftsleute ausgerichtet, abends zusätzlich<br />

auch auf den privaten Gast von Wien und Umgebung, so<br />

startet „Das Turm“ im Business Park Vienna in seinen zweiten<br />

kulinarischen Frühling – mit neuem Konzept, neuem<br />

Ambiente und neuer Führung. Nur eines ist gleich geblieben:<br />

der spektakuläre Blick über die Dächer Wiens.<br />

Cocktail-Bar mit Terrasse und<br />

herrlichem Blick über Wien<br />

***<br />

Ein riesiges Potenzial<br />

Das neue Restaurant-Ambiente ist luftig<br />

und leicht, die Mitarbeiter sind erfahren<br />

und motiviert, das Umfeld ist vielfältig<br />

und interessant. Mehr als 5.000 Menschen<br />

arbeiten in den Büros des Business Park<br />

Vienna und über 1.000 Besucher frequentieren<br />

ihn zusätzlich täglich. Dazu kommen<br />

tausende Geschäftsleute aus den unmittelbaren<br />

traditionellen und neu entstandenen<br />

Nachbarbürostandorten. „Aus diesem Potenzial<br />

wollen wir tagsüber den anspruchsvollen<br />

Lunch-Kunden ansprechen. Und der<br />

private Gast aus Wien und dem südlichen<br />

Umfeld steht im Fokus für den Abend. Unser<br />

Gesamtangebot ist genau auf diese Zielgruppen<br />

ausgerichtet, denn in Bezug auf<br />

qualitativ hochwertige Kulinarik ist das gesamte<br />

Umfeld für uns fast konkurrenzlos“,<br />

erläutert Gottfried Krasser.<br />

***<br />

Ein feines Angebot<br />

Mit kontinentaleuropäischer und mediterraner<br />

Küche erobern Krasser und sein<br />

Küchenchef die Gaumen der Geschäftsleute<br />

und Privatgourmets. Regional ausgerichtet,<br />

frisch und traditionell lautet das<br />

Motto für Speisen und Zutaten. Auf eine<br />

klare Präsentation am Teller wird viel Wert<br />

gelegt. „Der Gast soll sehen, was er bekommt“,<br />

so Krasser. Klar wie die Speisenpräsentation<br />

ist auch die Angebotsgestaltung.<br />

Es gibt Saisonkarten, Wochenkarten<br />

und ein jeweiliges Tagesangebot. Sechs Köche<br />

sorgen dafür, dass à la carte immer die<br />

höchsten Genussansprüche erfüllt werden.<br />

Und bei speziellen Anlässen werden auch<br />

befreundete Köche aus dem In- und Ausland<br />

ihre Künste unter Beweis stellen.<br />

***<br />

Ein zusätzlicher Anreiz<br />

Gleich unter dem Restaurant befindet<br />

sich die ebenfalls neu adaptierte Cocktail-<br />

Bar mit Terrasse. Genau der richtige Treffpunkt<br />

für einen Cocktail in chilliger After-<br />

Work-Atmosphäre oder einen Drink vor<br />

bzw. nach einem romantischen Dinner.<br />

Der Blick von der Terrasse ist atemberaubend<br />

und die Auswahl an Rum und Gin<br />

groß. Die Bar und das Restaurant erreicht<br />

man übrigens bequem und direkt von der<br />

Parkgarage P2 des Business Park Vienna, in<br />

der man vier Stunden gratis parken kann.<br />

Gefragt nach dem Geheimnis des Erfolgs<br />

im Gastronomiegewerbe, antwortet<br />

Gottfried Krasser: „Man braucht Herz und<br />

Hirn sowie viel Respekt vor den Gästen,<br />

den Mitarbeitern und den Grundstoffen,<br />

die unseren kulinarischen Produkten ihren<br />

ehrlichen Charakter verleihen.“<br />

Geschäftsführer Gottfried Krasser und<br />

Küchenchef Jörg Domansky waren<br />

schon in den beiden Wiener Innenstadtlokalen<br />

„Cantinetta Antinori“ und<br />

„Procacci“ ein höchst erfolgreiches Gespann.<br />

Jetzt führen sie gemeinsam das als<br />

Restaurant-Bar-Lounge konzipierte „Das<br />

Turm“ in jene qualitativen Höhen, die dem<br />

hochgelegenen Standort im 21. und 22.<br />

Stockwerk des Immofinanz-Towers auch<br />

entsprechen. Denn schon seit der Errichtung<br />

des Towers ist ein Restaurant auf hohem<br />

Niveau Bestandteil des Standortkonzeptes.<br />

Der Anspruch „hohe Qualität für die<br />

anspruchsvollen Mieter“ wird im Business<br />

Park Vienna damit weiterhin voll erfüllt.<br />

KONTAKT<br />

Das Turm<br />

Restaurant-Bar-Lounge<br />

Business Park Vienna<br />

Turm D1, 22. Stock, Wienerbergstraße 7, 1100 Wien<br />

Tel. +43-(0)1-607 65 00-0<br />

www.das-turm.at<br />

Restaurant: Mo bis Fr 11:00–23:00 Uhr,<br />

Samstag 16:00–24:00 Uhr<br />

Bar: Mo bis Sa 16:00–24:00 Uhr<br />

96 | <strong>SOCIETY</strong> 2_10


LIFE UND STYLE<br />

GESUNDHEIT<br />

Beste Vorsorge und neueste Technik<br />

Die Dentalklinik lässt Sie strahlen<br />

Die seit 1994 bestehende Dentalklinik Sievering ist eine der führenden Institutionen für<br />

Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde des Landes und besitzt das Vertrauen von mehr als<br />

10.000 zufriedenen Patienten.<br />

FOTOS: LIBRARY OF CONGRESS, PRINTS & PHOTOGRAPHS DIVISION, CARL VAN VECHTEN COLLECTION<br />

Der Leiter, Prim. Dr. Ernst Weinmann,<br />

und sein 20-köpfiges Spezialisten-Team<br />

legen besonderen Wert auf modernste<br />

Methoden der Zahnmedizin und zeitgemäße<br />

Ansätze einer schonenden Zahnkosmetik.<br />

Damit garantieren sie jedem Patienten<br />

eine individuelle Versorgung und ein strahlendes<br />

Lächeln.<br />

***<br />

Kindheitstraum<br />

Bereits früh entdeckte der Leiter der Klinik,<br />

Prim. Dr. Weinmann, seine Passion für<br />

die Zahnheilkunde. Schon im Alter von<br />

fünf Jahren wurde er von seinem Vater, einem<br />

Dentisten, in das eigene Zahntechniklabor<br />

mitgenommen. „Was ich bewundert<br />

habe, war die Liebe und die Sorgfalt, die<br />

mein Vater im Umgang mit seinen Patienten<br />

hatte“ verriet der gelernte Zahntechniker<br />

und Zahnarzt im Gespräch mit SOCIE-<br />

TY.<br />

***<br />

Qualitätsstandards<br />

Im Gegensatz zu herkömmlichen Ordinationen<br />

erfüllt die Dentalklinik Sievering<br />

erhöhte Auflagen hinsichtlich des<br />

Qualitäts-Managements. Eine hausinterne<br />

Ausbildungsstätte und mehrfach ausgezeichnete<br />

Mitarbeiter garantieren, dass jeder<br />

Behandlungsschritt auf höchstem<br />

zahnmedizinischen Niveau ausgeführt<br />

wird – und das zweiundfünfzig Wochen<br />

pro Jahr.<br />

Auch im Punkt Sicherheitsstandards<br />

setzt die Dentalklinik Sievering neue Maßstäbe:<br />

Sicherheitsbeauftragte in den Bereichen<br />

Qualitätsmanagement sorgen für<br />

das Wohl der Patienten.<br />

***<br />

Cultural Diversity<br />

The clinic’s focus is shared between advice,<br />

expert knowledge and the individual<br />

requirements of each and every patient.<br />

Therefore, Dentalklinik Sievering offers<br />

its customers multilingual advice in English,<br />

French, Arabic, Russian, Spanish and<br />

Croatian. The specially trained employees<br />

are also aware of the patients' cultural<br />

preferences and pay distinctive attention<br />

to sensitive, customer-specific patient care.<br />

Das Team der Dentalklinik<br />

For these reasons many national and international<br />

celebrities from the worlds of<br />

commerce, culture and diplomacy trust in<br />

Prim. Dr. Weinmann and his team.<br />

***<br />

The “Smile” program<br />

The “Smile” program is a private, prophylactic<br />

dental care program for healthy,<br />

beautiful teeth. As a “Smile” member<br />

the customer pays a yearly fee of about 1<br />

Euro per day which gives him a 50% discount<br />

on all dental treatment, plus many<br />

additional services which aren’t usually covered<br />

by medical insurance. Many embassies<br />

and respected institutions are part of<br />

the “Smile” program which ensures their<br />

employees receive excellent dental treatment<br />

together with a personalised social<br />

benefit. At Dental Spa Mariahilferstr. 88A<br />

in 1070 Vienna we also offer our dental service<br />

based on healthy insurance company<br />

with e-card system.<br />

DENTALKLINIK SIEVERING<br />

Sieveringerstraße 17<br />

1190 Wien<br />

Tel. +43-(0)-320 97 97<br />

www.dentalklinik.at<br />

dk h gsjdkhjsgdhjgkjhkgsd<br />

kgd shjksgd hjkgjhkgjk<br />

<strong>SOCIETY</strong> 2_10 | 97


LIFE UND STYLE<br />

MODE<br />

Selbstbewusst und kreativ<br />

Flexible Mode: Five In One<br />

Die Designerin Michaela Mayer ist mit ihrem Modelabel MICHEL MAYER nicht zuletzt seit<br />

der Romy Gala ein Begriff, wo Stargast Olivia Wilde ein Kleid von ihr trug. <strong>SOCIETY</strong> traf<br />

die sympathische Modemacherin zum Interview. Von Mag. TANJA TAUCHHAMMER<br />

Wie lange sind Sie schon in der Modebranche<br />

tätig?<br />

Seit 15 Jahren mittlerweile.<br />

Was hat Sie zur Mode gebracht?<br />

Mode war immer schon mein Thema.<br />

Meine erste Nähmaschine habe ich mit<br />

acht Jahren geschenkt bekommen. Meine<br />

Mutter hat sich ebenfalls mit Mode beschäftigt,<br />

wenn auch nicht hauptberuflich.<br />

Sie hat mir gezeigt, wie das Schneidern<br />

funktioniert. Nach der HAK-Matura<br />

habe ich dann das Kolleg in der Herbststraße<br />

absolviert und mich dann relativ<br />

schnell selbständig gemacht.<br />

Wie war Ihr Werdegang von der Designerin<br />

Michaela Mayer zum Label MICHEL<br />

MAYER?<br />

Ich habe sehr einfach in Berndorf im<br />

Haus meiner Eltern begonnen. Die Küche<br />

diente als Atelier und das Wohnzimmer<br />

war der Verkaufsraum. Als Frist habe<br />

ich mir drei Jahre gesetzt. Sollte ich es<br />

in dieser Zeit nicht schaffen, davon leben<br />

zu können, hätte ich nach einer Alternative<br />

gesucht. Über das Schuhhaus Wunderl<br />

konnte ich meine Kollektion verkaufen<br />

und erste Pressekontakte knüpfen.<br />

Ich hatte dadurch von Anfang an die<br />

richtige Zielgruppe. Durch die Übersiedlung<br />

nach Wien im Jahr 1998 wurden<br />

einerseits die Fixkosten durch Miete erhöht,<br />

aber der Kundenkreis wurde ebenfalls<br />

größer. Für die vorwiegend Wiener<br />

Klientel war Berndorf einfach zu weit<br />

weg. Der nächste Schritt war die Eröffnung<br />

des Geschäftslokals 2001 in der<br />

Singerstraße, dieses besteht aus Shop<br />

und einem angrenzenden Atelier, wo<br />

der Großteil der Kollektion nach wie vor<br />

entsteht.<br />

Auf welchen Modeschauen kann man<br />

MICHEL MAYER sehen?<br />

Ich veranstalte öfters kleinere Modeschauen<br />

im intimeren Kreis im Shop, wo<br />

dann z. B. das „Five In One“ Kleid in einer<br />

Limited Edition präsentiert wird. Ich bin<br />

auch auf der Vienna Fashion Week vertreten,<br />

ebenfalls geplant ist eine Trunkshow<br />

in New York für September dieses Jahres.<br />

Bei meiner Mode ist es wichtig, die Teile<br />

auch getragen zu sehen, sprich am Körper<br />

- denn so wurden sie Großteils gefertigt.<br />

Am Kleiderhaken kann man sich oft nicht<br />

so ein gutes Bild machen. Daher gibt es für<br />

jede Kollektion ein Video, das auf der Homepage<br />

gezeigt wird.<br />

Sie arbeiten ja auch vermehrt an der<br />

Internationalisierung Ihres Labels. Wie hat<br />

sich das entwickelt?<br />

Vor zwei, drei Jahren hatte ich das Gefühl,<br />

es wäre soweit, eine Internationalisierung<br />

anzustreben. Ich hatte ausreichend<br />

Erfahrungen bezgl. den Aufbau einer Kol-<br />

98 | <strong>SOCIETY</strong> 2_10


FOTOS: ERNST KAINERSTORFER<br />

„Ich schätze es,<br />

wenn jemand weiß,<br />

was er will.“<br />

MICHAELA MAYER<br />

lektion gesammelt und wollte den Schritt<br />

einfach mal wagen. Bei „departure“ habe<br />

ich ein Konzept für die nächsten Kollektionen<br />

eingereicht und dafür eine Förderung<br />

erhalten. Ich wollte immer schon etwas<br />

machen, das nicht diesen klassischen Couture-Touch<br />

hat sondern etwas weniger „Kitschiges“<br />

und trotzdem Elegantes. Es wurde<br />

die Idee geboren, zusammen mit einer<br />

Vorarlberger Firma Stickereien anzufertigen<br />

und diese zu bedrucken. Dieses Verfahren<br />

war relativ neu und bildete die Basis<br />

der „Semicouture-Kollektion“.<br />

Wo sind Sie jetzt international vertreten?<br />

Ich habe in Paris angefangen bei Messen<br />

auszustellen. Wir haben in weiterer Folge<br />

nach Saudi Arabien, Hongkong und Kairo<br />

verkauft. Im Jahr darauf konnten wir einen<br />

Showroom in New York finden, die unsere<br />

Kollektion seit Februar vertreibt. Die Semicouture-Kollektion<br />

ist eher puristisch mit<br />

Focus auf Detail und durch die Materialien<br />

sowohl tagsüber als auch abends tragbar,<br />

und dies entspricht sehr dem amerikanischen<br />

Way of Life und daher gut angenommen.<br />

MICHEL MAYER ist daher bereits in<br />

New York, Los Angeles und San Francisco<br />

vertreten.<br />

Ihre Mode ist auch bekannt für ihre<br />

Multifunktionalität. Was bedeutet das?<br />

Viele Modelle der Winterkollektion können<br />

auf verschiedene Arten getragen werden.<br />

Da gibt es das „Five In One“, ein Teil,<br />

das sowohl als Kleid als auch als Overall<br />

oder Top zu tragen ist. Man kann die Teile<br />

auch verschieden drapieren und dadurch<br />

zum Beispiel den Ausschnitt oder die Länge<br />

verändern. Die Blusen können auf verschiedene<br />

Weise geschlossen werden. Es gibt da<br />

viele Variationsmöglichkeiten. Den Schwerpunkt<br />

der Kollektion bildet ein Material,<br />

welches sich dem Körper anpasst und seine<br />

Form behält. Es heißt „Memory Crinkle“<br />

und ist ein technisches Stoffmaterial, das atmungsaktiv<br />

und knitterresistent ist.<br />

Was ist für Sie der optimale Frauentyp<br />

als Designerin und für Ihre Mode?<br />

Eine Frau, die weiß, was ihr steht und<br />

was sie als Frau ausmacht und die das durch<br />

ihre Kleidung ausdrücken kann. Für Shootings<br />

sind mir Typen lieber als klassische<br />

Beautys. Die Kleidung muss einfach stimmig<br />

sein. Jemanden, der sich authentisch kleidet,<br />

finde ich immer ansprechend. Dazu<br />

muss man seine Persönlichkeit kennen und<br />

wissen, was einem steht.<br />

Würden Sie sagen, dass Sie lieber Kleidung<br />

für Businessfrauen, die selbstbewusst<br />

sind, machen?<br />

Es gibt da eigentlich kaum noch einen<br />

Unterschied. Es gibt sehr selbstbewusste<br />

Frauen, die genauso Hausfrau und Mutter<br />

sind, sich aber bewusst dafür entschieden<br />

haben. Und es gibt ebenso Karrierefrauen,<br />

die überhaupt nicht selbstbewusst sind.<br />

Ich schätze es, wenn jemand weiß, was er<br />

will. Meine liebsten Kunden sind die, die<br />

wissen, was sie wollen und das auch zu<br />

schätzen wissen und es auch tragen können.<br />

Meine Zielgruppe sind kreative Menschen,<br />

die mit Kleidung experimentieren<br />

und verschiedene Stücke kombinieren. Es<br />

ist jetzt nicht mein Hauptziel, dass sich jemand<br />

komplett in MICHEL MAYER einkleidet.<br />

Zu unserer Mode gehört eine gewisse<br />

Eigenständigkeit und der Mut sie zu<br />

tragen.<br />

Was ist Ihr Lebensmotto?<br />

Das Leben genießen und Freude an der<br />

Arbeit! Ich versuche, mein Arbeitspensum<br />

zu reduzieren aber dafür die Arbeit mit<br />

umso mehr Liebe zu machen.<br />

Was sind Ihre beruflichen Träume?<br />

Da gibt es einige Pläne: Ich will vor allem<br />

auf dem amerikanischen und deutschsprachigen<br />

Markt Fuß fassen. Mein nächstes<br />

Ziel ist der asiatische Raum, sprich<br />

Japan. Auf den Messen in Paris konnte ich<br />

beobachten, dass wir mit unserer klaren Linie<br />

stark den asiatischen Raum ansprechen.<br />

Die japanische Kunst und ihre Farbkombinationen<br />

finde ich sehr<br />

inspirierend.<br />

KONTAKT<br />

MICHEL MAYER<br />

Singerstraße 7<br />

A-1010 Wien<br />

Tel. +43-(0)1-967 40 55<br />

www.michelmayer.at<br />

Tennen<br />

am Fuß<br />

<strong>SOCIETY</strong> 2_10 | 99


LIFE UND STYLE<br />

MODE<br />

Winterkollektion<br />

Design Made by<br />

MICHEL MAYER<br />

Innovatives, starkes und eigenständiges Design<br />

aus Österreich präsentiert das Modelabel MICHEL<br />

MAYER in der kommenden Winterkollektion. Das<br />

Augenmerk liegt auf einem schlichten und prägnanten<br />

Stil - für die kreative Trägerin.<br />

Abendmantel<br />

Seidenorganza mit Pailletenstickerei<br />

an Ärmel und<br />

Seitenteil, Verschluss variabel.<br />

Darunter ein ärmelloses<br />

Jerseykleid mit Drapierung<br />

am Vorderteil.<br />

100 | <strong>SOCIETY</strong> 2_10


Bodenlanges Abendkleid<br />

in weich fließender Microfaser.<br />

Durch die gezogene<br />

Kragenlösung kann<br />

die Ausschnitt-Tiefe variiert<br />

werden, ebenso die<br />

Hüftlinie.<br />

<strong>SOCIETY</strong> 2_10 | 101


LIFE UND STYLE<br />

MODE<br />

Kapuzenteil<br />

aus Memorycrincle,<br />

kann auf verschiedene<br />

Arten drapiert und getragen<br />

werden, dazu<br />

ein Cashmere-Rock -<br />

hier als Kleid.<br />

Ärmellose Bluse<br />

aus Seidenorganza mit<br />

seitlicher Stickerei in<br />

matter Paillette, variable<br />

Verschlussmöglichkeit,<br />

dazu ein Etuirock aus<br />

Microfaser.<br />

Etuikleid<br />

mit variabler Tragemöglichkeit:<br />

Mittels Satinband kann es entweder<br />

an der Hüfte oder an der<br />

Taille getragen werden (dadurch<br />

ändert sich die Länge).<br />

Minikleid<br />

mit Front in Leder, Rückseite<br />

in Memorycrincle.<br />

102 | <strong>SOCIETY</strong> 2_10


Bodenlanges Abendkleid<br />

aus Memorycrincle, Taillenbetonung<br />

durch das<br />

Satinband.<br />

<strong>SOCIETY</strong> 2_10 | 103


LIFE UND STYLE<br />

EVENTS<br />

Aki Nuredini im Kreise<br />

seiner Familie<br />

Gastronomie und Kultur Hand in Hand<br />

O Sole Mio<br />

Mit einem Fest im Magna Auditorium des Musikvereines<br />

ehrte die WKO Wien den bekannten Szenegastronomen<br />

Aki Nuredini für seine Verdienste um den Wiener Tourismus<br />

und die Kultur in Wien.<br />

KR Brigitte Jank übergab die Auszeichnung<br />

Als ein außergewöhnliches Kulturfest<br />

gestaltete sich die Ehrung des prominenten<br />

Wiener Gastronomen Aki Nuredini<br />

durch die Wirtschaftskammer<br />

Wien. Kommerzialrätin Brigitte Jank, die<br />

Wiener Kammerpräsidentin, bat ihre Festgäste<br />

in das Magna Auditorium des Musikvereins,<br />

um Aki Nuredini für seine außerordentlichen<br />

Verdienste um den Wiener<br />

Tourismus und die Kultur in Wien zu ehren.<br />

Seit über einem Vierteljahrhundert<br />

hat Aki Nuredini sein Restaurant „Sole“ in<br />

der Annagasse, ganz nahe der Staatsoper,<br />

mehr und mehr zu einem weltweit bekannten<br />

Treffpunkt einer internationalen<br />

Künstlerschar wie von zahllosen Vertretern<br />

des Diplomatischen Korps gemacht.<br />

Das Lokal ist ein Wohlfühlort, ein Kommunikationszentrum,<br />

wo gepflegte Kulinariik<br />

nicht zu kurz kommt.<br />

***<br />

Laudatoren und Stars<br />

Die eingeladenen Festgäste – von den<br />

Opernstars Neil Shicoff, Ramón Vargas,<br />

Michael Schade, Vladimir Chernov bis zu<br />

den Spitzen der Wiener Gesellschaft – sind<br />

alle Stammgäste des Geehrten. Zu Laudationes<br />

traten die Wirtschaftsgrößen Dr.<br />

Alexander Maculan und Mag. Michael<br />

Ikrath an. Ein kurzweiliges vergnügliches<br />

Konzert durfte dazu nicht fehlen. Neben<br />

anderen trumpfte Akiko Nakajima mit ihrem<br />

klaren Sopran auf, musizierten Mitglieder<br />

der Wiener Philharmoniker Meinhard<br />

Rüdenauers uraufgeführten<br />

stimmungsvollen „Sole“-Konzertwalzer.<br />

Und schließlich fanden die Opernstars mit<br />

mehreren sangesfreudigen Nuredini-<br />

Freunden zur gemeinsam vorgetragenen<br />

„O sole mio“-Hymne zusammen.<br />

Unter den Gästen fanden<br />

sich Stars wie Ramón<br />

Vargas (l.)<br />

KONTAKT<br />

Ristorante Sole<br />

Annagasse 6-8<br />

1010 Wien<br />

Mo bis So 11:00-23:00 Uhr<br />

Tel. +43-(0)1-513 40 77<br />

www.ristorante-sole.at<br />

104 | <strong>SOCIETY</strong> 2_10


LIFE UND STYLE<br />

EVENTS<br />

HIGHLIGHTS VERANSTALTUNGEN<br />

DER GESELLSCHAFT April bis Juni <strong>2010</strong><br />

v.l.n.r.: Hans Peter Giovanelli,<br />

Mi-Ja Friedländer,<br />

Christian Spatzek,<br />

Wolfgang Just, Ernst<br />

Polsterer und Freimut<br />

Dobretsberger<br />

KOCHEVENT: „HÄFERLGUCKER <strong>2010</strong>“<br />

Unter dem Motto „Wir wollen Sie zum Kochen bringen“ luden<br />

Sparkasse Niederösterreich Mitte West AG Generaldirektor Wolfgang<br />

Just, sein kochender Vorstandskollege Helge Haslinger und<br />

Wien-Chef Hans Peter Giovanelli zu einem Kochevent der anderen<br />

Art ins Gasthaus Heidenkummer. Unter den Gästen und Köchen<br />

an diesem stimmungsvollen Abend fand man unter anderen Botschafter<br />

Dr. René Pollitzer, Maria Polsterer-Kattus aus dem Hause<br />

Kattus, Walter Hejl Chef des Fischerbräu, Josef Weiss von der Erzdiözese<br />

Wien, der Wienerliedsänger Ingomar Kmentt, Investor<br />

Karl Wengler, Consent GF Walter Schwarz, Josef Kolarz-Lakenbacher,<br />

Siemens NÖ Vorstand und Neudörfler Chefin Doris Bock.<br />

v.l.n.r.: Elisabeth Tölly, Freimut<br />

Dobretsberger, Helga Seeh<br />

v.l.n.r.: Martin Seeh, Ingomar<br />

Kmentt, Helge Haslinger, Andrea<br />

Fritsch mit Tochter und Jan Rückl<br />

Ernst Polsterer, Frau Pivec und<br />

Maria-Elisabeth Polsterer-Kattus<br />

FOTOS: <strong>SOCIETY</strong>/SCHIFFL<br />

CLUB 4: BUCHPRÄSENTATION<br />

Im Rahmen der Präsentation<br />

des neuen Buches „Wer wirft<br />

den ersten Stein? Unterdrückung<br />

von Frauen durch Religion“<br />

von Christa Chorherr<br />

wurden die Besucher des Club<br />

4 Zeuge einer spannungsgeladenen<br />

Diskussion rund um<br />

die Rolle der Frau in den drei<br />

abrahamitischen Weltregionen.<br />

Am Podium saßen Dr.<br />

Christa Chorherr<br />

Anneliese Rohrer (Moderation), Mag. Schlomo Hofmeister (für<br />

das Judentum), Mag. Dr. Peter Zeillinger (für das Christentum),<br />

Prof. Mouhanad Khorchide (für den Islam) und Mag.a Bernadette<br />

Spitzer (als Vertreterin der jungen Frauen).<br />

Das Podium<br />

Vorstand und Fachbeirat<br />

des MC-Der MedienClub<br />

MEDIENCLUB:<br />

„EXECUTIVES MEET TALENTS“<br />

Ein fulminantes Kick-off Event<br />

im RAINERs Hotel war der Startschuss<br />

für die neue, exklusive<br />

und dynamische Netzwerkplattform<br />

der Branche. Unter dem<br />

Motto „Executives meet Talents“<br />

soll jungen Kreativen die Chance<br />

geboten werden, sich mit Profis<br />

zu vernetzen. Der Einladung zur<br />

Auftaktveranstaltung der Obfrau<br />

Martina Cejka folgten rund<br />

v.l. 1: KR Burkhard W. Ernst,<br />

Vorstand der Rainer-Gruppe<br />

Martina Cejka, Obfrau des MC-Der<br />

MedienClub Markus Leeb,<br />

Ressortleiter Wirtschaft news<br />

Gerald Ganzger, Rechtsanwalt<br />

150 hochkarätige Gäste aus der Medienbranche und Wirtschaft; unter<br />

ihnen auch Oliver Voigt, Geschäftsführer der Verlagsgruppe<br />

News; Markus Breitenecker, Geschäftsführer Puls4, Sat1 und Pro7<br />

Austria; Journalistenlegende Peter Rabl uvm.<br />

<strong>SOCIETY</strong> 2_10 | 105


KUNST UND KULTUR<br />

SALZBURG<br />

90 Jahre Salzburger Festspiele<br />

Auf Jedermanns Spuren<br />

Der „Jedermann“ ist das Herzstück der Salzburger Festspiele. Verkörpert wird er von Schauspielern,<br />

deren Namen das Publikum niemals vergessen kann. Es fing mit Alexander Moissi<br />

an… Von EVA VON SCHILGEN<br />

Was ist dran an dem „Jedermann“,<br />

dem „Herzstück“ der Salzburger<br />

Festspiele, dem Theaterstück mit<br />

dem einfachen, fast simplen Inhalt, in eigenartig<br />

klingenden, altertümlichen Versen<br />

geschrieben, ein Stück, vor dem auch<br />

die innovativsten Regisseure in Ehrfurcht<br />

verharren, die bedeutendsten deutschsprachigen<br />

SchauspielerInnen es als Ehre empfinden,<br />

mitzuwirken, ein Stück, dessen<br />

Kartenkontingent jedes Jahr mehrfach<br />

überbucht ist – und das nicht nur von den<br />

Touristen. Es gibt nicht wenige SalzburgerInnen,<br />

die sich mühelos sämtlicher Regisseure<br />

und Darsteller erinnern, denn fast<br />

gehört es hier schon zum guten Ton, die<br />

Aufführung jedes Jahr zu besuchen.<br />

Am 22. August 1920 erklingen das erste<br />

Mal die schaurigen Rufe nach Jedermann<br />

von den Kirchtürmen und der Festung über<br />

den Domplatz, und ich kenne keinen Zuschauer,<br />

der in diesem Moment nicht an<br />

sein eigenes Schicksal denkt. Das mag die<br />

Faszination sein, die von diesem Theaterstück<br />

ausgeht, denn der Inhalt betrifft ‚jedermann‘<br />

in der einen oder anderen Weise.<br />

***<br />

Hofmannsthals „literarische Bijouterie“<br />

Das Leben und Sterben des reichen<br />

Mannes, der in seiner letzten Stunde von<br />

allen, seinem besten Freund, seinen Dienern,<br />

ja sogar von seiner Geliebten, verlassen<br />

wird, der im Angesicht des Todes sich<br />

seiner Sünden bewusst wird, jedoch zum<br />

Glauben zurückfindet und durch Gottes<br />

Gnade und unendliche Liebe ins Himmelreich<br />

eintreten kann, hat bereits im 16.<br />

Jahrhundert die Londoner fasziniert. Das<br />

englische Mysterienspiel „Everyman – A<br />

Morality Play“ und Elemente aus der Comedi<br />

vom reichen sterbenden Menschen<br />

von Hans Sachs sowie Lieder des mittelalterlichen<br />

Minnegesanges dienten Hugo<br />

von Hofmannsthal als Vorlage. Die Wiederbelebung<br />

des Mysterienspiels, eine seit<br />

dem 14. Jahrhundert gebräuchliche Form<br />

des Dramas, die etwas holprigen Versmaße,<br />

die für die frühhochdeutsche Dich-<br />

1920 Alexander Moissi 1932 Paul Hartmann 1935 Attila Hörbiger<br />

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1946 Ewald Balser 1953 Will Quadflieg 1960 Walter Reyer<br />

tung typisch sind, waren der Versuch Hofmannsthals,<br />

die Gegenwart durch die Vergangenheit<br />

sichtbar zu machen. Erste Entwürfe<br />

entstehen bereits 1904, beendet wird<br />

das Stück 1911 und am 1. Dezember im<br />

Berliner Zirkus Schumann unter der Regie<br />

von Max Reinhardt aufgeführt. Von Gerhard<br />

Hauptmann als „literarische Bijouterie“<br />

beurteilt, hinterlässt es dort keinen<br />

bleibenden Eindruck.<br />

Der österreichische Schriftsteller, Dramatiker,<br />

Lyriker und Librettist Hugo von<br />

Hoffmannsthal, der heute als einer der<br />

wichtigsten Repräsentanten des deutschsprachigen<br />

Fin de Siècle und der Wiener<br />

Moderne gilt, und der geniale Regisseur,<br />

Intendant und Theatergründer Max Reinhardt<br />

waren seit 1903 befreundet, als Max<br />

Reinhardt Hofmannsthals „Elektra“ uraufgeführt<br />

hatte. Schon damals befasst man<br />

sich, auf die Empfehlung des Schriftstellers<br />

Herman Bahr, der in Salzburg ein Schloss<br />

besaß, mit der Idee, Salzburg zur Stätte<br />

von Freilichtspielen zu machen. 1917<br />

reicht Reinhardt einen Entwurf für Festspiele<br />

bei der Stadt ein, 1918 erwirbt er das<br />

Salzburger Schloss Leopoldskron, das fortan<br />

sein Lebensmittelpunkt sein wird.<br />

***<br />

Der Jedermann kommt nach Salzburg<br />

1920 werden die Festspiele in Salzburg<br />

mit dem „Jedermann“ eröffnet. Es war<br />

Reinhardts Idee gewesen, das Theaterstück<br />

vor der prachtvollen Kulisse des Salzburger<br />

Doms aufzuführen, unterstützt von einem<br />

kunstverständigen und aufgeschlossenen<br />

Fürsterzbischof, der auch das von Reinhardt<br />

erbetene Orgelspiel und Glockengeläute<br />

genehmigte. Dafür sollte der Reinerlös<br />

der Aufführungen verschiedenen<br />

wohltätigen Zwecken zugeführt werden,<br />

wobei alle Beteiligten auf Tantiemen und<br />

Gage verzichteten. Die Aufführung begann<br />

bei Sonnenschein, erste Schatten fielen<br />

auf den Domplatz, als der Tod auftrat,<br />

und bei der Grablegung Jedermanns hatte<br />

sich die Abenddämmerung über die Stadt<br />

gesenkt. Hoffmannsthal schreibt 1920:<br />

„Wie ein Selbstverständliches wirkten die<br />

marmornen fünf Meter hohen Heiligen,<br />

zwischen denen die Schauspieler hervortraten<br />

und wieder verschwanden, wie ein<br />

Selbstverständliches die Rufe ‚Jedermann‘<br />

von den Türmen der nahen Kirche, von der<br />

Festung herab, vom Petersfriedhof herüber,<br />

wie ein Selbstverständliches das Dröhnen<br />

der großen Glocken zu Ende des Spiels, das<br />

Hineinschreiten der sechs Engel ins dämmernde<br />

Portal, die Franziskanermönche,<br />

die von ihrem Turm herunter zusahen, die<br />

Kleriker in den hundert Fenstern des Petersstiftes,<br />

wie ein Selbstverständliches das<br />

Sinnbildhafte, das Tragische, das Lustige,<br />

die Musik.“<br />

***<br />

Die entzückende Stimme Moissis<br />

Es scheint eine Ironie des Schicksals zu<br />

sein, dass in dem damals antisemitisch<br />

eingestellten Salzburg drei Künstler jüdischer<br />

Abstammung, Reinhardt, Hofmannsthal<br />

und der erste Salzburger Jedermann,<br />

Alexander Moissi, den jahrzehntelangen<br />

Erfolg des katholischen Mysterienspiels begründeten.<br />

Und bald schon fokussierte sich<br />

das Interesse der Zuschauer auf den jeweiligen<br />

Darsteller des Jedermann. Bereits<br />

1911 hatte Alexander Moissi diesen Part in<br />

Berlin gespielt. Der albanisch-österreichische,<br />

in Triest geborene Moissi wurde von<br />

Joseph Kainz, einem der größten deutschsprachigen<br />

Theaterschauspieler, in einer<br />

Aufführung am Wiener Burgtheater entdeckt<br />

und auf seine Empfehlung nach Prag<br />

ans Deutsche Theater verpflichtet. 1903<br />

1969 Ernst Schröder 1974 Curd Jürgens 1978 Maximilian Schell<br />

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KUNST UND KULTUR<br />

SALZBURG<br />

engagierte ihn Max Reinhardt trotz seines<br />

italienischen Akzents und wegen seines<br />

Sprachduktus: Moissi sang eher, als dass er<br />

sprach. Dies verstörte zwar die ersten Kritiker,<br />

entzückte aber das Publikum. Für den<br />

Dichter Stefan Zweig war seine Stimme<br />

Musik, Franz Werfel nannte ihn einen Zauberer<br />

und Franz Kafka schrieb: „Trotzdem<br />

so viele Melodien zu hören waren, die Stimme<br />

gelenkt schien wie ein leichtes Boot im<br />

Wasser, war die Melodie der Verse eigentlich<br />

nicht zu hören. Manche Worte wurden<br />

von der Stimme aufgelöst, sie waren so zart<br />

angefasst worden, dass sie aufsprangen<br />

und nichts mehr mit der menschlichen<br />

Stimme zu tun hatten…“ Moissi war der berühmteste<br />

und bestbezahlte Bühnenschauspieler<br />

seiner Zeit, war Frauenschwarm<br />

und Abenteurer und führte ein rastloses Leben.<br />

Dass Theatergene vererbbar sind, kann<br />

man an seinem Urenkel, dem Schauspieler<br />

Gedeon Burkhard sehen.<br />

***<br />

Das vorläufige Ende des „Jedermann“<br />

1932 fällt Moissi, dessen dekadent-morbider<br />

Jedermann Legende ist, einer antisemitischen<br />

Kampagne zum Opfer. Mit Erlaubnis<br />

des zuständigen Direktors des<br />

Salzburger St. Johannesspitals hatte er,<br />

zwecks der Recherche für sein Buch, einer<br />

Entbindung beigewohnt, was zum Skandal<br />

hochgespielt wurde. Reinhardt holt als<br />

nächsten Jedermann den „Reichsdeutschen“<br />

Paul Hartmann vom Wiener Burgtheater.<br />

Auch im Film ist Hartmann eine<br />

Größe, unter anderen spielt er neben Hans<br />

Albers in „F.P.1 antwortet nicht“. Sein Jedermann<br />

ist jungenhaft heiter, sich keiner<br />

Schuld bewusst, aber dem Schicksal sich<br />

ergebend. Als Hartmann 1934 nach Berlin<br />

zurück an das Preußische Staatstheater<br />

beordert wird, folgt ihm der Österreicher<br />

Attila Hörbiger, den Reinhardt als seinen<br />

„wahren Jedermann“ – volksnah und<br />

schlicht – feiert. Bis heute ist unklar, ob<br />

Reinhardt wusste, dass Hörbiger illegaler<br />

Nationalsozialist war.<br />

Nach dem Anschluss Österreichs an<br />

Deutschland sollen laut dem deutschen<br />

Reichsminister für Volksaufklärung und<br />

Propaganda und Präsidenten der Reichskulturkammer<br />

Joseph Goebbels, die Festspiele<br />

„ihrer jüdisch-kosmopolitischen<br />

Fratze“ entkleidet werden. Zwar kann man<br />