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SOCIETY 357 / 2011

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WIRTSCHAFT ■ POLITIK ■ DIPLOMATIE ■ WISSENSCHAFT ■ KULTUR ■ LEUTE<br />

01|11<br />

SEIT 1945 | 66. ERSCHEINUNGSJAHR | NR. <strong>357</strong>_FRÜHLING <strong>2011</strong><br />

WWW.<strong>SOCIETY</strong>.AT<br />

P.B.B. GZ 03Z034905M, ERSCHEINUNGSORT, VERLAGSPOSTAMT 1140,2120, PREIS ¤ 4,–<br />

COVERSTORY<br />

GIOVANNI PULZE<br />

LÄNDERPORTRÄT<br />

20 JAHRE KROATIEN - MAZEDONIEN - SLOWENIEN


www.missdior.com


LEINER<br />

MOMENTE<br />

IM FREIEN.<br />

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sie unsere neue<br />

GaRTENMöbELaussTELLuNG!


EDITORIAL<br />

Interkulturelle Kommunikation<br />

Aufbruch und Wende<br />

Im Schatten der jüngsten Ereignisse, wo Nordafrika<br />

und viele andere arabische Länder den<br />

Weg zu einer jungen Demokratie beschreiten,<br />

haben wir uns entschieden, 20 Jahre Unabhängigkeit<br />

der Länder Kroatien, Slowenien und Mazedonien<br />

zu unserem Leitthema zu machen.<br />

Ganz im Zeichen des Umbruchs war es vor<br />

zwanzig Jahren auch für uns alle, dass der Kommunismus<br />

sein Ende fand, und nun sind es schon<br />

zwanzig Jahre her, dass diese jungen Demokratien<br />

gelernt haben, sich zu behaupten und in der EU eine<br />

immer wichtigere Rolle spielen wollen. Darauf<br />

gehen wir in dieser Ausgabe besonders ein.<br />

***<br />

Societyveranstaltungen des letzten Quartals<br />

Einen fulminanten Erfolg konnten wir mit unseren jüngsten<br />

Events verzeichnen. So durften wir gemeinsam mit dem chinesischen<br />

Botschafter in seine Residenz einladen und dort unsere Chinaausgabe<br />

vorstellen – eine einmalige Veranstaltung, die sogar in<br />

den chinesischen TV-Nachrichten gezeigt wurde – der Anlass war 40<br />

Jahre diplomatische Beziehungen China-Österreich.<br />

Danach luden wir in die Albertina zum Preview der Roy-Lichtenstein-Ausstellung<br />

mit anschließendem Lunch im Hotel Astoria.<br />

Kurz darauf gaben wir unseren traditionellen Botschafterempfang<br />

im Hotel Imperial, bei dem die russische Künstlerin Elena Mezhinskaya<br />

durch ihre hochkarätige Gesangsdarbietung das neue Botschafterjahr<br />

einleitete. Nicht zuletzt sei die seit vielen Jahren gelungene<br />

Veranstaltung im Bank Austria Kunstforum erwähnt mit<br />

Voreröffnung durch die Botschafter Russlands und der Ukraine zur<br />

Aiwasowski-Ausstellung gefolgt von einem Champagnerempfang im<br />

Hotel Hilton Vienna Plaza. So konnten wir in drei Monaten vier<br />

Events durchführen dank der großartigen Kooperationspartner<br />

und Gäste, die uns rege unterstützen.<br />

***<br />

Tunesien<br />

Eine Reise nach Tunesien konnte mich von der bereits wiederhergestellten<br />

Stabilität im Land überzeugen. Dem Wunsch der Tunesier,<br />

dass möglichst viele Touristen ihren Weg der Demokratisierung<br />

durch ihren Urlaub im Land unterstützen, möchte ich<br />

hier nachkommen und unsere Leser durch einen kurzen Reisebericht<br />

auf diese Möglichkeit hinweisen.<br />

***<br />

Giovanni Pulze<br />

Unser Titelblattkünstler. Dem Künstler bin ich auf einem Venedigbesuch<br />

begegnet – seine Bilder sind so faszinierend, dass ich<br />

ihn für unser Cover auswählen musste. Einfach<br />

großartig – machen sie sich ein Bild davon in unserer<br />

Reportage über ihn.<br />

Weiters konnte ich den in den USA lebenden<br />

japanischen Maler Hikaru entdecken, der der<br />

phantastischen Malerei nahe steht – ein Grund<br />

mehr, ihn in unserem Magazin zu zeigen.<br />

**<br />

Vorschau<br />

Viele neue Veranstaltungen planen wir im<br />

nächsten Quartal. Wir beginnen mit einem Event<br />

aus der Veranstaltungsreihe „Ethik im Management“<br />

– diesmal mit Carl Djerassi als Gastredner<br />

im Musensaal der Albertina, danach laden wir die Botschafter zu<br />

einem Tagesausflug in die Steiermark. Zu einer ganz besonderen<br />

Modenschau unter dem Motto „dogue and the city“ laden wir Promis<br />

mit Hund ein – lassen sie sich überraschen. Unsere Gastautorin<br />

Jeannine Nujic macht mit ihrem Artikel sicher neugierig<br />

darauf.<br />

**<br />

Toleranz und Multikulturalismus- „THE 99“<br />

Dieses besondere Comic-Projekt, dem sich sogar Präsident Obama<br />

in einer Ansprache widmete, zeigt, wie man sich mit animierten<br />

Geschichten für mehr Toleranz zwischen den Kulturen<br />

einsetzen kann.<br />

Viele andere Gastartikel von namhaften Autoren wie z. B. von<br />

Simon Inou, Susanne Scholl u. v. a. unterstützen uns bei der redaktionellen<br />

Tätigkeit und Netzwerkarbeit im Sinne einer besseren<br />

interkulturellen Kommunikation.<br />

Danke an alle, die uns auf diesem Weg unterstützen.<br />

Besuchen Sie uns mit dem iPad, blättern Sie durch unser i-Magazin<br />

auf www.society.at, befrienden Sie sich mit uns auf Facebook<br />

und posten Sie Seiten, die Ihnen gefallen!<br />

Herzlich Ihre<br />

Gerti Tauchhammer<br />

COVER: GIOVANNI PULZE, „VENICE ANGEL“, ACRYL AUF LEINWAND, 150 X 120 CM, 2010<br />

<strong>SOCIETY</strong> 1_11 | 5


INHALT<br />

FRÜHLING | <strong>2011</strong><br />

■ <strong>SOCIETY</strong> EVENTS<br />

Präsentation der <strong>SOCIETY</strong>-Chinaausgabe ........ 30<br />

„Black & White“ in der Albertina ........ 32<br />

Neue Botschafter im Hotel Imperial ........ 40<br />

Iwan Aiwasowski im Bank Austria Kunstforum ........102<br />

■ LÄNDERSCHWERPUNKT<br />

Kroatien: S.E. Gordan Bakota über den EU-Beitritt ................ 12<br />

Kroatien Wirtschaft: Stärkung der Exporte ................ 14<br />

Makedonien: S.E. Gjorgji Filipov zieht Bilanz ................ 18<br />

Makedonien Wirtschaft: Aufschwung mit Hindernissen ................ 20<br />

Slowenien: S.E. Aleksander Gerzina<br />

„Wir waren tüchtige Schüler“ ................ 24<br />

Slowenien Wirtschaft: Kleiner Exportriese ................ 26<br />

Kommentar: Hermine Schreiberhuber ................ 28<br />

Wirtschaftskammerpräsident Christoph Leitl im Interview ................ 29<br />

■ DIPLOMATIE UND POLITIK<br />

Diplomatenkarussell ................ 34<br />

Simon Inou: 100 Jahre Weltfrauentag ................ 42<br />

Russland zwanzig Jahre nach der<br />

Wende von Susanne Scholl ................ 43<br />

Monika Türk: Eine Reise nach Alaska ................ 47<br />

OSZE: Tunesischer Vorsitzender Sabri Chaabani<br />

zur Lage der Nation ................ 48<br />

Reise ins neue Tunesien ................ 49<br />

IMPRESSUM<br />

WIRTSCHAFT ■ POLITIK ■ DIPLOMATIE<br />

WISSENSCHAFT ■ KULTUR ■ LEUTE<br />

MEDIA EVENTS NETWORKING<br />

ERSCHEINUNGSWEISE: vierteljährlich<br />

PREIS: Jahresabonnement ¤ 16,--, zzgl. ¤ 7,-- Versand<br />

Einzelheft: ¤ 4,--<br />

BESTELLUNG: abo@society.at<br />

MEDIENINHABER, VERLEGER ZU 100%: Tauchhammer KG<br />

HERAUSGEBERIN UND CHEFREDAKTEURIN:<br />

Mag. Gertrud Tauchhammer<br />

LEITUNG REDAKTION:<br />

Mag. Stephan Hofstätter<br />

REDAKTIONELLE MITARBEIT:<br />

Iris Bonavida, Lilian Borek, Alexandra Ortíz, Sandra Ulrich<br />

AUTOREN DIESER AUSGABE:<br />

Mag. Ingrid Chladek, Prof. Gerhard Gutruf, Simon Inou, Karl<br />

Kaltenegger, Gerhard von Lentner, Mag. Eva von Schilgen,<br />

Wolf von Schilgen, Dr. Susanne Scholl, Mag. Hermine<br />

Schreiberhuber, Mag. Tanja Tauchhammer, Dr. Monika Türk<br />

NEW YORK AUSLANDSKORRESPONDENZ: Lea Millesi<br />

ANZEIGENVERKAUF: G. Tauchhammer<br />

GESTALTUNG: Hermann Stöckl, www.hermannsgrafik.at<br />

REDAKTIONSADRESSE: Villa Flora, A-1140 Wien,<br />

Hüttelbergstraße 23A,<br />

TELEFON: 01-914 77 44-0, Fax: 01-914 77 44-8<br />

E-MAIL: mail@society.at<br />

www.society.at<br />

FOTOS: Katharina Schiffl, B.Sc., Ekaterina Prokofieffa,<br />

Heeresbild- und Filmstelle, 1070 Wien, Stiftgasse 2a,<br />

Tel.: 01/5200-37240; UNOV, CTBTO, UNIDO Wagramerstraße<br />

5, 1400 Wien<br />

DRUCK: Druckerei Berger, Wienerstraße 80, 3580 Horn,<br />

Tel.: 02982/4161-0 www.berger.at<br />

HERAUSGEBERIN: Kommerzialrat Honorarkonsulin<br />

Mag. Gertrud Tauchhammerin Kooperation mit der<br />

ÖSTERREICHISCHEN GESELLSCHAFT FÜR AUSSEN-<br />

POLITIK UND DIE VEREINTEN NATIONEN (ÖGAVN)<br />

■ WISSENSCHAFT UND WIRTSCHAFT<br />

Die „ePioniere“ von Opel: Interview mit Alexander Struckl ........ 56<br />

Sicherheit im Druck: AKD ........ 58<br />

Hotel-Neuvorstellung: Sofitel Vienna Stephansdom ........ 60<br />

Herbert Pietschmann: Ganzheit und Widerspruch ........ 62<br />

Stephen Wong, Direktor Hong Kong Economic<br />

and Trade Office Berlin ........ 65<br />

■ LIFE UND STYLE<br />

Eva von Schilgen: Salzburg zum Angedenken ........ 68<br />

Karl Kaltenegger: Destination Orlando ........ 74<br />

Jeannine Nujic und der Lifestyle von Mensch und Hund ........ 80<br />

Anleitung zum Glücklich-Sein ........ 82<br />

Wie Farben wirken ........ 83<br />

Korsetterie von Amand Ricardo Castilla Pérez ........ 86<br />

■ KUNST UND KULTUR<br />

Alesandrion und die Kraft der Kunst ........ 96<br />

Coverstory: Giovanni Pulze ........ 98<br />

Iwan Aiwasowski im Bank Austria Kunstforum ........ 101<br />

Universalkünstler Hikaru ........106<br />

„THE 99“: Naif Al-Mutawas Comics aus<br />

der islamischen Welt ........ 110<br />

Seit 1945<br />

VORSTAND (SEIT DEZEMBER 2008)<br />

PRÄSIDENT:<br />

Altbundeskanzler NRAbg. Dr. Wolfgang Schüssel<br />

VIZEPRÄSIDENTEN:<br />

BM a.D. Bot. i.R. Dr. Peter Jankowitsch<br />

Bot. i.R. Dr. Gregor Woschnagg<br />

BM a.D. NRAbg. Herbert Scheibner<br />

NRAbg. Univ.-Prof. Dr. Alexander Van der Bellen<br />

EHRENPRÄSIDENTEN:<br />

BM a.D. Dr. Willibald Pahr<br />

Bot. i.R. Dr. Wolfgang Schallenberg<br />

GENERALSEKRETÄR: Michael F. Pfeifer<br />

VERTRETER DER ZWEIGVEREINE:<br />

Ass.-Prof. DDr. Renate Kicker (Landessektion Steiermark)<br />

Gregor Waldhauser (AFA)<br />

WEITERE VORSTANDSMITGLIEDER:<br />

Bot. i.R. Dr. Alexander Christiani<br />

Bot. Dr. Johannes Kyrle (als Generalsekr. für ausw. Angel.)<br />

Bot. i.R. Dr. Eva Nowotny<br />

Bot. i.R. Dkfm. Dr. Karl Peterlik<br />

BM a.D. NRabg. Dr. Ursula Plassnik<br />

Gen Mag. Raimund Schittenhelm<br />

Mag. Liselotte Waldheim-Natural<br />

Dr. Axel Wüstenhagen<br />

<strong>SOCIETY</strong> IST OFFIZIELLER MEDIENPARTNER<br />

DER ÖGAVN<br />

BLATTLINIE: <strong>SOCIETY</strong> berichtet über Top-Ereignisse aus<br />

Wirtschaft, Politik, Diplomatie, Wissenschaft, Kultur und Gesellschaft.<br />

<strong>SOCIETY</strong> informiert außerdem in Zusammenarbeit<br />

mit der Österreichischen Gesellschaft für Außenpolitik und die<br />

Vereinten Nationen über Einrichtungen der Vereinten Nationen.<br />

Jede Ausgabe ist einem Fokusland gewidmet. Durch die Zusammenarbeit<br />

mit der jeweiligen Botschaft in Österreich trägt<br />

<strong>SOCIETY</strong> wesentlich zur Kommunikation zwischen Österreich<br />

und dem Fokusland bei und ist dadurch ein medialer Multiplikator<br />

der Spitzenklasse in Österreich und in der ganzen Welt.<br />

6 | <strong>SOCIETY</strong> 1_11


WegWeisend in jedem detail.<br />

Ihr Erfolg beruht darauf, anderen voraus zu sein, Grenzen zu verschieben und neue Maßstäbe zu setzen.<br />

Sie stellen vorgefertigte Meinungen in Frage und treffen Ihre eigenen Entscheidungen. Warum sollten Sie<br />

bei Ihrem Fahrzeug auf diese Prinzipien verzichten?<br />

Erleben Sie leistungsstarke und effiziente Diesel- und Benzinmotoren in einer leichten Aluminium-<br />

Monocoque-Karosserie – für ein aufregendes Fahrgefühl mit vielen Emotionen und wenig Emissionen.<br />

Erleben Sie ein Automobil, das mit erlesenem Interieur und intuitiven Technologien neue Maßstäbe<br />

für Luxus setzt.<br />

Erleben Sie ein zu 85 % recycelbares Automobil, dessen nachhaltige Technik besonders schonend im<br />

Umgang mit Ressourcen ist.<br />

Kurzum: Erleben Sie eine bahnbrechende Limousine, die faszinierendes Design, Luxus und Effizienz<br />

stilvoll vereint.<br />

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Gesamtverbrauch: 7,0–12,1 l / 100 km, CO 2 -Emission: 184–289 g / km (3.0 V6 Diesel, 275 PS bis 5.0 V8 Supercharged, 510 PS). Symbolfoto.


GASTAUTOREN<br />

FRÜHLINGSAUSGABE<br />

Partner von <strong>SOCIETY</strong><br />

Qualität verbindet<br />

Zahlreiche prominente Gastautoren schreiben in der aktuellen Frühlingsausgabe von<br />

<strong>SOCIETY</strong> zu den unterschiedlichsten Themen aus Wissenschaft, Politik, Kunst und Lifestyle.<br />

Herbert Pietschmann Hermine Schreiberhuber Simon Inou Gerhard Gutruf Susanne Scholl<br />

***<br />

HERBERT PIETSCHMANN ist Emeritus<br />

am Institut für theoretische Physik der<br />

Universität Wien und Buchautor. Er verbrachte<br />

viele Jahre als Forscher im Ausland.<br />

Seit fünf Jahren schreibt er für<br />

<strong>SOCIETY</strong> über Themen der Wissenschaft,<br />

Philosophie und Gesellschaft. In dieser<br />

Ausgabe philosophiert er über „Ganzheit<br />

und Widerspruch“ im Menschen.<br />

***<br />

HERMINE SCHREIBERHUBER war stellvertretende<br />

Ressortleiterin der Außenpolitik<br />

bei der APA. Für die <strong>SOCIETY</strong>-Länderschwerpunkte<br />

verfasst sie regelmäßig<br />

politische Analysen und Hintergrundberichte.<br />

Dieses Mal betrachtet sie zwanzig<br />

Jahre Unabhängigkeit von Kroatien, Mazedonien<br />

und Slowenien.<br />

***<br />

SIMON INOU stammt aus Kamerun, studierte<br />

Soziologie und ist Journalist (z. B. Radio<br />

Afrika International) mit dem Schwerpunkt<br />

interkultureller Medienarbeit. Er<br />

ist Mitbegründer von www.afrikanet.info<br />

und Projektleiter von M-Media. Für seine<br />

Arbeit hat er zahlreiche Auszeichnungen<br />

bekommen, u. a. vom Land Steiermark<br />

und der EU. Im <strong>SOCIETY</strong>-Kommentar widmet<br />

er sich dem Weltfrauentag.<br />

***<br />

GERHARD GUTRUF Prof. MMag., ist Maler<br />

und Grafiker. Von 1973-76 malte Gutruf<br />

seine „Hommage à Vermeer“, ein Jahr da-<br />

von direkt vor Vermeers „Malkunst“ im<br />

Kunsthistorischen Museum. Sein aktueller<br />

Gastartikel in <strong>SOCIETY</strong> philosophiert über<br />

die Bedeutung dieses einzigartigen Kunstwerks<br />

und erörtert Provenienz-Probleme<br />

bzw. die aktuelle Restitutionsforderung.<br />

***<br />

SUSANNE SCHOLL ist weithin als ORF-<br />

Korrespondentin in Moskau bekannt, wo<br />

sie ab 2000 das ORF-Büro leitete. In zahlreichen<br />

Publikationen (u. a. „Russisches<br />

Tagebuch“ und „Töchter des Krieges“) beschäftigt<br />

sie sich mit dem Thema Russland.<br />

Die Trägerin des Österreichischen Ehrenkreuzes<br />

für Wissenschaft und Kunst und<br />

ausgezeichnete Journalistin des Jahres 2009<br />

beschäftigt sich in ihrer Kolumne mit Russland<br />

zwanzig Jahre nach der Wende.<br />

***<br />

JEANNINE NUJIC ist die neue Carrie<br />

Bradshaw der Hundewelt. Sie holt die neuesten<br />

Trends der Hundemodewelt aus den<br />

Modemetropolen New York, Mailand, Paris<br />

und vieles mehr nach Österreich. Ihre<br />

noch nie dagewesene Kolumne ist voll von<br />

Trends, Tipps und Talk für die österreichische<br />

Lifestyle Dog-Community.<br />

***<br />

INGRID CHLADEK ist Gesellschafterin der<br />

Dresscode Company und Head von Dressforsuccess.<br />

Sie berät in Fragen Business- Outfit,<br />

Image, Stil und Styling. Ihr Wissen präsentiert<br />

sie anhand von<br />

Prominenten-Styling- Checks. In dieser Ausgabe<br />

verrät sie uns, wie man Farben in der<br />

Kleidung richtig einsetzt.<br />

***<br />

SONJA LITTIG-WENGERSKY ist Trainerin<br />

für Kommunikation und Persönlichkeitsentwicklung.<br />

Für <strong>SOCIETY</strong><br />

schreibt sie ab sofort regelmäßig Gastartikel<br />

zu den Themen Selbst-Coaching, Selbstmotivation<br />

und Persönlichkeitsentwikklung.<br />

In dieser Ausgabe gibt sie eine<br />

„Anleitung zum Glücklich-Sein“.<br />

***<br />

GERHARD VON LENTNER blickt für<br />

<strong>SOCIETY</strong> in die Sterne. Der mediale Berater,<br />

Kartenleger, Heiler und Buchautor beschäftigt<br />

sich intensiv mit Lebensberatung<br />

und verrät den <strong>SOCIETY</strong>-Lesern in jeder<br />

Ausgabe, wohin Österreich und die Welt<br />

steuern und was die Sterne in Beruf, Liebe,<br />

Finanzen und Gesundheit für jeden bereithalten.<br />

***<br />

WOLF und EVA VON SCHILGEN sind<br />

langjährige Stammschreiber für <strong>SOCIETY</strong>.<br />

Die Unternehmerin, Kulturmanagerin und<br />

Journalistin Eva von Schilgen ist das<br />

<strong>SOCIETY</strong>-Standbein in Salzburg und berichtet<br />

mit viel Elan über Kultur und Gesellschaft<br />

abseits der österreichischen<br />

Bundeshauptstadt. Der „lachende Satiriker“<br />

und Ehemann Wolf von Schilgen, gefeierter<br />

Buchautor, beschließt jede <strong>SOCIETY</strong><br />

Ausgabe mit seinen Satiren und zaubert ein<br />

Lächeln auf die Lippen der <strong>SOCIETY</strong>-Leser.<br />

Ingrid Chladek Sonja Littig-Wengersky Gerhard von Lentner Wolf und Eva von Schilgen Jeannine Nujic<br />

8 | <strong>SOCIETY</strong> 1_11


Vienna´s<br />

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Foto: Sepp Gallauer | Konzept & Design: dagnerpartner.at<br />

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KROATIEN<br />

LÄNDERPORTRÄT<br />

Dubrovnik<br />

Auf Spurensuche in Kroatien<br />

Kaum ein Land wurde von den mächtigen Nachbarstaaten so stark beeinflusst wie Kroatien.<br />

Trotz der verschiedenen Einflüsse und der unterschiedlichen Geschichte der einzelnen<br />

Landesteile blickt die Republik seit nun zwanzig Jahren in eine gemeinsame Zukunft.<br />

Zwanzig Jahre Unabhängigkeit feiert<br />

Kroatien in diesem Jahr. Doch die junge<br />

Republik kann trotz ihres kurzen<br />

Bestehens auf eine lange Geschichte zurückblicken.<br />

Der erste Versuch eines Nationalstaates<br />

als frühkroatisches Königtum<br />

im Jahre 952 mündete in eine Aufteilung<br />

des Landes, die heute sowohl kulturell<br />

als auch geografisch noch zu spüren<br />

ist. Ungarn und Österreich, das Osmanische<br />

Reich und die Republik Venedig haben<br />

ihre Spuren hinterlassen. Doch diese<br />

Vielfalt zeichnet das Land letztendlich aus<br />

und gestaltet einen Besuch umso spannender.<br />

***<br />

Was man erlebt haben muss<br />

Je nach Jahreszeit finden landesweit<br />

verschiedene Festspiele statt. In Istrien findet<br />

im Juli und August der Istrische Musiksommer<br />

mit Konzerten, Theatern und<br />

Folklore-Rhythmen statt.<br />

Die größte Veranstaltung zur traditionellen<br />

Klapa-Musik wird in der mitteldal-<br />

BUCHTIPPS<br />

Kroatien<br />

Dietrich Höllhuber<br />

DuMont Verlag<br />

Dieser Reiseführer bietet eine<br />

Entdeckungsreise zwischen Donau<br />

und Mittelmeer. Von den<br />

unverwechselbaren Landschaften<br />

und Städten dieses Landes<br />

über Zagreb zu den Barockschlössern<br />

Slawoniens, den Karstbergen über der Adria<br />

und den tausend Inseln zwischen Istrien und Dubrovnik.<br />

Dietrich Höllhuber präsentiert die besten Touren und gibt<br />

eine Fülle von Tipps für Aktivitäten und besondere Erlebnisse<br />

und fasst zahlreiche Hintergrundinformationen<br />

kompakt zusammen.<br />

FOTOS: KROATISCHE ZENTRALE FÜR TOURISMUS, <strong>2011</strong><br />

10 | <strong>SOCIETY</strong> 1_11


matischen Stadt Omis zelebriert. Außerdem<br />

sollte kein Besucher eine Aufführung<br />

der alten Schwerttänze verpassen.<br />

Die gesamte Altstadt von Dubrovnik<br />

wurde im Jahr 1979 von der UNESCO in die<br />

Liste des Weltkulturerbes aufgenommen.<br />

Dort findet jedes Jahr im August das Dubrovniker<br />

Sommerfestival statt.<br />

***<br />

Was man gesehen<br />

haben muss<br />

Die Hauptstadt Zagreb bildet das kulturelle<br />

Highlight des Landes. Durch ihre<br />

zentrale Lage verbindet sie die unterschiedlichsten<br />

Einflüsse. So zeigen die beiden<br />

Altstadtviertel Kaptol und Gornji Grad<br />

auf zwei Hügeln die barocke und mittelalterliche<br />

Vergangenheit der Stadt. Zu ihren<br />

Füßen befindet sich Donji Grad, die Neustadt<br />

und das eigentliche Zentrum des<br />

Landes. Den kroatischen Nationalhelden<br />

kann man auf dem Jelacic-Platz auf einem<br />

Bronzepferd bewundern, ebenso ist der<br />

Kaptol Platz vor der gotischen Kathedrale<br />

Mariä Himmelfahrt einen Besuch wert.<br />

925-1102: Kroatisches Königreich<br />

1527: Kroatien als Teil der Habsburger Monarchie<br />

1918: Kroatien tritt in das Königreich der Serben, Kroaten<br />

und Slowenen ein.<br />

1929: Umbenennung in „Königreich Jugoslawien“<br />

1945: Föderative Volksrepublik Jugoslawien (unter Josip Broz<br />

Tito).<br />

1991: Kroatien erklärt seine Unabhängigkeit. Krieg in Ex-Jugoslawien<br />

2005: Die EU nimmt Beitrittsverhandlungen mit Kroatien auf.<br />

2009: Kroatien wird NATO-Mitglied.<br />

Pula<br />

AUS DER GESCHICHTE<br />

Für Naturliebhaber, und nicht nur diese,<br />

ist ein Rundgang durch den Nationalpark<br />

Plitvicer Seen empfehlenswert. Seit<br />

1979 darf sich der Nationalpark zu den UN-<br />

ESCO-Welterbe-Standorten zählen. Durch<br />

das Bergland der Mama Kapela fließen<br />

zahlreiche Bäche, die durch den hohen<br />

Kalkanteil im Gestein in natürliche Dämme<br />

münden. Dahinter erstrecken sich ruhige<br />

Seen in blau-grünen Tönen.<br />

***<br />

Was man probiert<br />

haben muss<br />

Auch im kulinarischen Bereich lässt sich<br />

das Land in drei Bereiche gliedern. An der<br />

Adriaküste orientiert man sich an der mediterranen<br />

Küche und bietet vor allem Fisch<br />

und Schalentiere in Kombination mit Brot,<br />

Polenta oder Reis an.<br />

Die istrische Küche richtet sich eher an<br />

die Fleischliebhaber, vor allem das Nudelgericht<br />

mit Wildsoße, fuzi, sollte jeder Besucher<br />

probiert haben.<br />

In der dinarischen Region lassen sich balkanische<br />

Einflüsse beobachten. Vor allem<br />

Ziegen- und Schafskäse, aber auch Kraut<br />

werden in der Küche eingesetzt. In der peka,<br />

einem traditionellen Schmortopf, werden<br />

Fleisch, Kartoffeln und Gemüse zubereitet.<br />

Für die Nachspeisen sollte man reichlich<br />

Platz lassen: Fettgebackenes wie krostule,<br />

aber auch das in Honig getauchte Blätterteiggebäck<br />

baklava sind einige Highlights<br />

der kroatischen Küche.<br />

Ein exzellenter Begleiter zum Essen ist<br />

der Weißwein Malvazija aus Istrien oder der<br />

Rotwein Dingac von der Halbinsel Peljesac.<br />

Wer lieber Bier trinken möchte, kann sich<br />

auf die traditionellen Brauereien aus Karlovac,<br />

Zagreb oder Buzet freuen.<br />

FACTS IN BRIEF<br />

Zagreb<br />

■ LÄNDERNAME: Republik Kroatien<br />

■ FLÄCHE: 56.542 km 2<br />

Zu Kroatien gehören insgesamt 1185<br />

Inseln, von denen 47 dauerhaft bewohnt<br />

sind.<br />

■ EINWOHNERZAHL: 4,4 Mio.<br />

■ KLIMA: Im Landesinneren und<br />

Nordosten Kroatiens herrscht kontinentales<br />

Klima, an der adriatischen<br />

Küste hingegen mediterranes Klima.<br />

In den Küstenregionen findet man<br />

auch die Fallwinde Bora, welche zu<br />

den stärksten der Welt zählen.<br />

■ LAGE: Kroatien liegt im geografischen<br />

Grenzraum zwischen Mittelund<br />

Südosteuropa.<br />

Kroatiens Nachbarstaaten sind: Slowenien,<br />

Ungarn, Serbien, Bosnien<br />

und Herzegowina und Montenegro.<br />

■ HAUPTSTADT: Zagreb, knapp<br />

800.000 Einwohner<br />

■ BEVÖLKERUNG: 89,63 % Kroaten,<br />

4,54 % Serben, 0,47 % Bosniaken,<br />

0,44 % Italiener<br />

■ SPRACHEN: 96,1% Kroatisch; teilweise<br />

Italienisch, Albanisch, Ungarisch,<br />

Slowenisch<br />

■ WÄHRUNG: Kuna (HRK), 1 Euro =<br />

ca. 7,4 Kuna<br />

■ RELIGIONEN: 87,8% Katholiken;<br />

4,4% orthodoxe Christen; 1,28% Muslime<br />

■ NATIONALFEIERTAG: 25. Juni (Unabhängigkeitstag)<br />

■ STAATSFORM: Republik<br />

■ STAATSOBERHAUPT UND REGIE-<br />

RUNG: Staatspräsident Ivo Josipovic<br />

(seit 2010), Regierungschefin Jadranka<br />

Kosor (seit 2009)<br />

■ UNABHÄNGIGKEIT: 25. Juni 1991<br />

■ VERWALTUNG: Kroatien ist in 20<br />

Gespanschaften (zupanije) sowie die<br />

eigenständige Hauptstadt Zagreb<br />

gegliedert.<br />

■ MITGLIED IN INTERNATIONALEN<br />

ORGANISATIONEN: UNO, OSZE,<br />

UNESCO, UNIDO, ILO, NATO, WHO,<br />

FAO, Weltbank, Beitrittsverhandlungen<br />

mit der EU<br />

<strong>SOCIETY</strong> 1_11 | 11


KROATIEN<br />

BOTSCHAFTER<br />

Ein wichtiges Jahr<br />

Vor dem EU-Beitritt<br />

Im <strong>SOCIETY</strong>-Interview spricht Botschafter Gordan Bakota über die letzten Kapitel bei den<br />

EU-Beitrittsverhandlungen, die Justiz als Kernpunkt der Reformen und die Donaustrategie<br />

in Mitteleuropa.<br />

Botschafter Gordan Bakota<br />

Kroatien feiert in diesem Jahr die ersten<br />

zwei Jahrzehnte Unabhängigkeit. Wie blicken<br />

Sie auf diese zwanzig Jahre zurück,<br />

und wie wird das Jubiläum gefeiert werden?<br />

Für uns handelt es sich hierbei um ein<br />

sehr großes Jubiläum, und ich blicke sehr<br />

stolz auf die letzten beiden Jahrzehnte zurück.<br />

1991 begann unsere Unabhängigkeit,<br />

aber auch die Idee einer Zukunft in<br />

der Europäischen Union. Deshalb wird<br />

<strong>2011</strong> ein wichtiges Jahr. Wir feiern ein<br />

wichtiges Jubiläum und blicken Richtung<br />

Zukunft, um uns der großen europäischen<br />

Familie anzuschließen.<br />

Gemeinsam mit den kroatischen und<br />

österreichischen Behörden habe ich einige<br />

Veranstaltungen geplant, um diesen Meilenstein<br />

der kroatischen Geschichte zu<br />

feiern. Ich werde den Bürgermeister von<br />

Wien und einige Minister besuchen und<br />

im Juni in Zusammenarbeit mit den kroatischen<br />

Gesellschaften in Österreich eine<br />

große Veranstaltung organisieren.<br />

Ein großes Ziel für Kroatien ist der EU-<br />

Beitritt. Wie sehen die Vorbereitungen dazu<br />

aus?<br />

Die Idee eines EU-Beitritts ist als Friedensprozess<br />

gereift. Heute stellt die Europäische<br />

Union auch eine wichtige Wertgesellschaft<br />

für Kroatien dar. Der Weg zum<br />

Beitritt ist allerdings kein einfacher. 2005<br />

haben die Verhandlungen angefangen,<br />

jetzt sind also schon sechs Jahre verstrichen.<br />

Kroatien hat insgesamt 35 Kapitel,<br />

die erfüllt werden müssen. Bis auf sieben<br />

dieser Kapitel haben wir alle erledigt, im<br />

Sommer sollten die restlichen auch abgeschlossen<br />

sein. Das Wichtigste ist dabei,<br />

die Gesetze und Neuerungen nicht nur zu<br />

erlassen, sondern tatsächlich auch durchzuführen.<br />

Die wichtigsten Kriterien sind<br />

dabei der Privatisierungsprozess und vor<br />

allem die Justiz. Auch hier geht es lange<br />

nicht mehr darum, Gesetze zu erlassen,<br />

sondern ihre Durchführung zu kontrollieren.<br />

Kroatien muss gezielt Maßnahmen<br />

zur Unabhängigkeit von Richtern und<br />

Staatsanwälte und gegen Korruption ergreifen.<br />

Wieso stellt die Justiz das wichtigste Kriterium<br />

für den EU-Beitritt dar? Was wird gegen<br />

die Korruption getan?<br />

Die Justiz ist der Kernpunkt, auf dem<br />

alle weiteren Bereiche aufbauen. Wenn<br />

die Justiz funktioniert, können alle anderen<br />

Richtlinien in Kroatien harmonisieren.<br />

Der Kampf gegen die Korruption<br />

spielt dabei auch eine wichtige Rolle.<br />

Diesen können wir allerdings nur gewinnen,<br />

wenn die Justiz unabhängig und effektiv<br />

funktioniert. Im Fall Ivo Sanader<br />

sehen wir die Wichtigkeit eines unabhängigen<br />

Gerichts, aber auch der Zusammenarbeit<br />

von Österreich und Kroa-<br />

12 | <strong>SOCIETY</strong> 1_11


„Die Justiz ist der Kernpunkt,<br />

auf dem alle weiteren Bereiche<br />

aufbauen.“<br />

GORDAN BAKOTA<br />

tien. Kroatien ist auf jeden Fall bereit,<br />

kompromisslos gegen solche Korruptionsfälle<br />

zu kämpfen.<br />

Präsident Josipovic hat voriges Jahr sein<br />

Bedauern über die Rolle Kroatiens im Bosnienkrieg<br />

geäußert. Es gab aber auch<br />

scharfe Proteste gegen seine Rede. Wie denken<br />

die Menschen über dieses Thema?<br />

Die Frage nach der Unabhängigkeit<br />

von Bosnien und Herzegowina ist für Kroatien<br />

bereits geklärt. Das Land unterstützt<br />

den Weg in die Eigenständigkeit voll und<br />

ganz, wenn sowohl die Bosnier, Serben<br />

und Kroaten gleichgestellt sind. Dies stellt<br />

meiner Meinung nach die Basis für die Zukunft<br />

des Landes dar. Wichtig ist zudem<br />

auch, dass Kriegsverbrechern zur Verantwortung<br />

gezogen werden und diese auch<br />

bestraft werden. Dann wird Kroatien auch<br />

den Beitritt zur EU und NATO von Bosnien<br />

und Herzegowina unterstützen.<br />

Ein weiterer Beitrittskandidat für die<br />

Europäische Union ist Türkei. Sie waren zuvor<br />

Botschafter in Ankara. Welche Erfahrungen<br />

haben Sie von der Türkei nach<br />

Österreich mitgenommen, und welche Aufgaben<br />

warten auf Sie in Wien?<br />

In den fünf Jahren, in denen ich in der<br />

Türkei gelebt habe, konnte ich einen raschen<br />

Wandlungsprozess beobachten. Im<br />

internationalen Bereich spielt die Türkei<br />

heute eine große Rolle und die Beziehungen<br />

zu Kroatien sind sehr gut. Doch<br />

mit Österreich verbindet mein Heimatland<br />

eine ganz andere Vergangenheit, eine<br />

gemeinsame Geschichte, Partnerschaft<br />

und Freundschaft. Die kroatische Gesellschaft<br />

in Österreich ist sehr groß. Es befinden<br />

sich in etwa 100.000 Leute kroatischer<br />

Herkunft in Österreich. Auch die<br />

kroatische Minderheit im Burgenland ist<br />

mit einer Zahl von ca. 50.000 stark vertreten.<br />

Es gilt also für mich, die ausgezeichneten<br />

Beziehungen zwischen den Ländern<br />

weiter zu pflegen. Dies ist eine<br />

Aufgabe, um die ich mich mit Stolz kümmern<br />

werde.<br />

Welche Wirtschaftsprojekte führt Österreich<br />

in Kroatien und umgekehrt Kroatien<br />

in Österreich?<br />

Österreich befindet sich auf dem<br />

höchsten Rang unserer Investoren in<br />

Kroatien. Vor allem im Finanzsektor spielen<br />

österreichische Unternehmen eine<br />

große Rolle, vor allem Banken wie die<br />

Raiffeisenbank, Volksbank, Erste &<br />

Steiermärkische, Bank Austria, BKS Bank<br />

oder HYPO Alpe Adria. Auch im Tourismus<br />

sind die Österreicher stark beteiligt.<br />

Mein Plan ist es, auch die Zusammenarbeit<br />

im Industriesektor zu<br />

stärken. <strong>2011</strong> möchte ich zu diesem Anlass<br />

eine große wirtschaftliche Konferenz<br />

mit Kroatien und Österreich organisieren.<br />

Zusätzlich wird an der Botschaft der<br />

Posten eines Handelsattachés geschaffen,<br />

um eine größere Kompetenz zur<br />

Unterstützung kroatischer Unternehmen<br />

in Österreich zu erreichen. Ich<br />

möchte die Wirtschaft des Landes stärken<br />

und wir werden auch bereit sein, einige<br />

Projekte zu beschleunigen und<br />

neue Projekte mit österreichischen Partnern<br />

zu eröffnen.<br />

Welche Wirtschaftsprojekte aus Österreich<br />

in Kroatien und umgekehrt sind besonders<br />

erfolgreich?<br />

Hier ist wieder der Finanzsektor mit<br />

den großen österreichischen Banken zu<br />

CURRICULUM VITAE<br />

Botschafter Gordan Bakota ist am 16. Jänner 1967 in Zagreb<br />

geboren. Nach dem rechtswissenschaftlichen Studium<br />

besuchte er die Diplomatische Akademie in Zagreb. 1992<br />

trat er in den Diplomatischen Dienst ein. Stationen seiner<br />

Karriere waren u. a. Vizekonsul am Generalkonsulat in Zürich,<br />

2. Botschaftssekretär an der Botschaft in Bern, Leiter<br />

der Konsularabteilung in Belgrad, Botschaftsrat in Washington,<br />

Staatssekretär im Außenministerium und Botschafter<br />

von Kroatien in der Türkei. Er ist verheiratet und<br />

hat zwei Kinder.<br />

nennen. Außerdem besteht eine stark<br />

ausgeprägte überregionale Zusammenarbeit<br />

zwischen Österreich und Kroatien,<br />

besonders bei erneuerbaren Energien.<br />

Die Donau soll als Transport- und Verbindungsmittel<br />

stärker genutzt werden. Die<br />

so genannte Donaustrategie, die Österreich<br />

bereits übernommen hat, ist also<br />

besonders wichtig.<br />

Im Wirtschaftsgebiet sind zusätzlich<br />

europäische Fonds sehr wichtig, außerdem<br />

darf man die Wichtigkeit der österreichischen<br />

Touristen in Kroatien als<br />

wirtschaftliche Unterstützung nicht vergessen.<br />

Gute Vernetzungen und Verkehrsbedingungen<br />

sind wichtig, dafür<br />

haben wir vor fünf, sechs Jahren eine<br />

neue Autobahn errichten lassen.<br />

Was unternehmen Sie, wenn Sie nicht<br />

als Botschafter in Wien unterwegs sind?<br />

Ich spaziere sehr gern durch die Wiener<br />

Innenstadt und schau mir die verschiedensten<br />

kulturellen Bauten an.<br />

Letztens war ich in der Albertina. Ich liebe<br />

Kultur, lese gern und spiele Tennis.<br />

Momentan lese ich gerade das Buch<br />

„Mein Österreich“ von Paul Lendvai.<br />

Außerdem genieße ich die traditionelle<br />

Wiener Küche, ganz typisch mit Sachertorte<br />

und Wiener Schnitzel. Dazu bestelle<br />

ich am liebsten einen guten Rotwein,<br />

auch wenn die Österreicher das<br />

Schnitzel eher mit Bier kombinieren.<br />

Haben Sie Ihre Familie nach Österreich<br />

mitgenommen?<br />

Meine Frau arbeitet in Zagreb, meine<br />

beiden Kinder sind zurzeit auch in Kroatien<br />

und besuchen dort die Schule. Im<br />

Sommer werden sie mich dann länger<br />

besuchen können und mit mir diese<br />

wunderbare Stadt genießen.<br />

<strong>SOCIETY</strong> 1_11 | 13


KROATIEN<br />

WIRTSCHAFT<br />

Investitionen<br />

Stärkung der Exporte<br />

Kroatien, der nächste Mitgliedsstaat der EU, ist für die daraus entstehenden Chancen zur weiteren<br />

gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Entwicklung bereit. Als größter ausländischer<br />

Investor in Kroatien hat sich Österreich als einer der wichtigsten Wirtschaftspartner Kroatiens<br />

etabliert. Der Wirtschaftsstandort Kroatien gewinnt immer mehr an Bedeutung.<br />

Der Fremdenverkehr ist ein wichtiges<br />

Standbein in der Kroatischen Wirtschaft.<br />

Das zwanzigjährige Jubiläum der kroatischen<br />

Unabhängigkeit ist auch ein<br />

willkommener Anlass zur Evaluation<br />

der kroatischen Wirtschaftslage. Der<br />

Wiederaufbau der kriegsgeschüttelten und<br />

zerstörten Wirtschaft war für Kroatien ein<br />

nicht einfacher Weg – Kroatiens Startplatz<br />

beim „Transitionsmarathonlauf“ war<br />

wegen der Kriegsnachwirkungen ungünstig.<br />

Der NATO-Beitritt 2009 und der bevorstehende<br />

EU-Beitritt sind besonders für<br />

die Entwicklung der kroatischen Wirtschaft<br />

Impulse von größter Bedeutung.<br />

Die kroatische Regierung hat im April<br />

2010 ein weitreichendes Reformprogramm<br />

vorgestellt, das als strategische Plattform<br />

für das weitere wirtschaftliche Wachstum<br />

und die Förderung der Wettbewerbsfähigkeit<br />

der kroatischen Wirtschaft dient. Folglich<br />

hat die Regierung im September 2010<br />

insgesamt dreißig Investitionsprojekte im<br />

Wert von 14 Mrd. Euro vorgestellt, und<br />

zum Jahresende 2010 wurde der angesehene<br />

Unternehmer Domagoj Ivan Milosevic<br />

zum Vizepräsidenten der kroatischen Regierung<br />

für Investitionen ernannt. Besonders<br />

in den Bereichen Energie, Transport,<br />

Tourismus und Wasserwirtschaft<br />

sieht die kroatische Regierung die wichtigsten<br />

Investitionsprojekte.<br />

***<br />

Allgemeine Wirtschaftslage<br />

Die kleine offene Wirtschaft Kroatiens<br />

zählt zu den meistentwickelten in Südosteuropa<br />

und ist stark von den Entwicklungen<br />

der internationalen Märkte beeinflusst. Der<br />

Dienstleistungssektor ist der bedeutendste<br />

in der Wirtschaftsstruktur, besonders aufgrund<br />

des hohen Anteils des Tourismus in<br />

der gesamten Wirtschaftsleistung des Landes.<br />

Als eines der beliebtesten Reiseziele im<br />

Mittelmehrraum wurde Kroatien im Jahr<br />

2010 von 10,6 Millionen Touristen besucht,<br />

was ein Anstieg von 3,2 Prozent gegenüber<br />

dem Vorjahr 2009 bedeutet.<br />

Die größten Herausforderungen für die<br />

Industrie sind die weitere Stärkung der exportorientierten<br />

Produktion, sowie der Ausbau<br />

der Konkurrenzfähigkeit der für den Export<br />

produzierten Waren. Im Rahmen umfangreicher<br />

Maßnahmen zur weiteren Modernisierung<br />

der kroatischen Wirtschaft<br />

wird auch eine Umstrukturierung der Werften<br />

vorgenommen. Die günstige und wichtige<br />

geographische Lage an den transeuropäischen<br />

Korridoren, die weitere Entwicklung<br />

der Wirtschaftszonen, das über tausend Kilometer<br />

lange hochmodern ausgebaute<br />

Autobahnnetz sowie die baldige EU-Mitgliedschaft<br />

zählen als wichtigste Faktoren, die<br />

den weiteren Ausbau der industriellen Produktion<br />

begünstigen.<br />

***<br />

Europäische Union – neue Impulse<br />

Die Beitrittsverhandlungen Kroatiens<br />

mit der Europäischen Union nähern sich<br />

dem Ende und dadurch werden auch neue<br />

Möglichkeiten für die kroatische Wirtschaft<br />

geschaffen, die mit dem bevorstehenden<br />

Beitritt noch wesentlich erweitert<br />

werden. Besonders wichtig werden die optimale<br />

Verwaltung und Nutzung der EU-Finanzmittel<br />

– bis zum Beitritt bezieht Kroatien<br />

Mittel aus dem IPA-Programm<br />

(Instrument for Pre-Accession Assistance)<br />

und vom Zeitpunkt der vollen Mitgliedschaft<br />

an werden Mittel aus den Finanzinstrumenten<br />

der europäischen Regionalpolitik,<br />

sowie der Gemeinsamen Agrarpolitik<br />

in Anspruch genommen.<br />

***<br />

Österreich und Kroatien –<br />

wichtige Partner<br />

Die kroatisch-österreichischen bilateralen<br />

Beziehungen sind freundlich und sehr<br />

intensiv, besonders in den Bereichen der<br />

Politik und Wirtschaft. Die kroatischen<br />

Exporte nach Österreich betrugen im Jahr<br />

FOTO: KROATISCHE ZENTRALE FÜR TOURISMUS, <strong>2011</strong><br />

14 | <strong>SOCIETY</strong> 1_11


2010 471 Mil. Euro, während sich österreichische<br />

Exporte nach Kroatien auf 721<br />

Mil. Euro beliefen. Österreich liegt somit<br />

auf Platz Sechs aller Außenhandelspartner<br />

Kroatiens.<br />

Österreich ist der weitaus größte ausländische<br />

Investor in Kroatien und dadurch<br />

als einer der wichtigsten Wirtschaftspartner<br />

Kroatiens etabliert.<br />

Österreichische Investitionen beliefen sich<br />

von 1993 bis 2010 auf insgesamt 6,5 Mrd.<br />

Euro, was mehr als 25 Prozent aller ausländischen<br />

Investitionen in Kroatien ausmacht.<br />

Die wichtigsten Branchen dieser Investitionen<br />

sind Tourismus, Immobilien,<br />

Bauwesen, Finanzdienstleistungen, Umwelt,<br />

Medien und Telekommunikation, sowie<br />

Großhandel und Lebensmittel. Die<br />

Wirtschaftskrise hat in den letzten zwei<br />

Jahren den Umfang der ausländischen Direktinvestitionen<br />

weltweit stark beeinflusst,<br />

und somit auch die Investitionen in<br />

Kroatien. Der Wirtschaftsstandort Kroatien<br />

gewinnt jedoch immer mehr an Anziehungskraft<br />

und ist für Österreich besonders<br />

in den Bereichen erneubare<br />

Energie, Tourismus und exportintensive<br />

Branchen ein willkommener Partner. Ein<br />

sehr wichtiger Bereich für österreichischkroatische<br />

wirtschaftliche Beziehungen<br />

ist die Zusammenarbeit auf der lokalen<br />

und regionalen Ebene, die auch in der gemeinsamen<br />

Zukunft in der Europäischen<br />

Union zusätzliche Impulse für neue zukunftsorientierte<br />

Projekte setzen wird.<br />

Außenhandel Kroatiens mit Österreich<br />

Kroatische Exporte: 478 Mio. Euro (2009)<br />

Kroatische Importe: 1,128 Mrd. Euro (2009)<br />

Wirtschaftswachstum: -1,0% (2010)<br />

BIP pro Kopf: 10.282 Euro (2010)<br />

BIP laufend: 45,5 Mrd. Euro (2010)<br />

Inflationsrate: 1,5%<br />

Arbeitslosenquote: 18,4%<br />

Auslandsverschuldung: 47,5 Mrd. Euro<br />

Währung: Kuna (HRK), 1 Euro = ca. 7,4 Kuna<br />

Gesamte Exporte: 7,5 Mrd. Euro<br />

Gesamte Importe: 15,2 Mrd. Euro<br />

Wichtige Exportmärkte: Italien, Bosnien und Herzegowina,<br />

Deutschland, Slowenien, Österreich<br />

Bedeutende Warengruppen/Export: Elektrische Maschinen<br />

und Apparate, Textil- Leder- und Bekleidungsprodukte,<br />

chemische Produkte inkl. Erdölderivate, Holz, Lebensmittel<br />

Bedeutende Warengruppen/Import: Elektrische Maschinen,<br />

Eisen- und Stahlerzeugnisse, Fahrzeuge, Erdölderivate,<br />

Kunststoffe, Papier<br />

Quelle: AWO<br />

WIRTSCHAFTSDATEN<br />

<strong>SOCIETY</strong> 1_11 | 15


MAKEDONIEN<br />

LÄNDERPORTRÄT<br />

Der Ohridsee mit der St. Johannis-Kirche<br />

Makedonien – Kultur, Natur und<br />

der Reiz des Abenteuers<br />

Trotz ihrer turbulenten Vergangenheit kann sich die Balkanrepublik heute als sicheres<br />

Tourismusgebiet bezeichnen. Zwanzig Jahre Unabhängigkeit haben das Land nach und nach<br />

zusammengeschweißt und laden zu einer Entdeckungsreise in osmanische Altstädte und<br />

artenreiche Nationalparks ein.<br />

***<br />

Was man erlebt haben muss<br />

Die urbanen Gegenden von Makedonien<br />

sind von Musik erfüllt. In beinahe jedem<br />

Café und Restaurant wird man die Gelegenheit<br />

haben, traditioneller Folklore,<br />

aber auch Poprhythmen des Landes zu<br />

lauschen. Vor allem die Einflüsse der Roma<br />

sind in der Musikkultur bemerkbar. In<br />

Skopje kann man sich in der Konzerthalle<br />

„Univerzalna Sala“ mazedonischen Jazz,<br />

Pop oder Rock live anhören. Anfang Juli<br />

findet in Ohrid das berühmte „Balkan Festival<br />

of Folk Dances and Songs“ statt,<br />

während im Herbst die Hauptstadt zum<br />

Internationalen Film Festival und zum<br />

Skopja Jazzfestival einlädt.<br />

***<br />

Was man gesehen<br />

haben muss<br />

Eine Besonderheit Makedoniens sind<br />

die heißen Quellen, die durch das Zusammentreffen<br />

dreier tektonischen Platten<br />

im Land zu Stande kommen. Mit Temperaturen<br />

bis zu über 70 Grad Celsius<br />

sprudeln sie aus der Erde und wurden<br />

meist als medizinische Thermalbäder umgebaut.<br />

Zu finden sind diese Bäder vor allem<br />

in der Nähe von Strumica, Debar, Gevgelija<br />

oder Skopje.<br />

Die Hauptstadt Makedoniens wird<br />

16 | <strong>SOCIETY</strong> 1_11<br />

Weinanbau. Eine typische Sorte<br />

ist der Vranec


AUS DER GESCHICHTE<br />

1893: Gründung der IMRO (Interne Makedonische Revolutionäre<br />

Organisation), Beginn nationaler Strömungen (Regierung<br />

durch Osmanisches Reich).<br />

1912: Erster Balkankrieg, Makedonien fällt unter bulgarische<br />

Kontrolle.<br />

1913: Zweiter Balkankrieg, Aufteilung des Landes zwischen<br />

Griechenland, Serbien und Bulgarien.<br />

1945: Republik Makedonien wird Teilstaat Jugoslawiens.<br />

1991: Selbstständigkeitserklärung Makedoniens, gleichzeitig<br />

Namens- und Symbolstreit mit Griechenland.<br />

1998: Kooperationsabkommen zwischen EU und MK<br />

2000/01: Rahmenabkommen von Ohrid<br />

2001: Das Stabilisierungs- und Assoziierungsabkommen<br />

mit EU unterzeichnet.<br />

2005: Makedonien erhält den Status eines EU Kandidaten<br />

Traditionelles Orchester<br />

durch den Fluss Vardar zweigeteilt und<br />

zeigt im Süden ihre moderne Seite, während<br />

sich die Altstadt Carsija am anderen<br />

Ufer befindet. Der moderne Teil der Stadt<br />

bildet das administrative Zentrum, in der<br />

Altstadt hingegen lässt sich der Einfluss des<br />

Osmanischen Reiches atmosphärisch nachempfinden.<br />

Die türkische Steinbrücke „Kameni<br />

Most“ verbindet die zwei Gebiete zu einer<br />

Stadt.<br />

Historisch wichtiger war lange Zeit die<br />

Stadt Ohrid. Von einer herrlichen Naturlandschaft<br />

umgeben wurde sie zusammen<br />

mit dem gleichnamigen Ohridsee 1980<br />

zum UNESCO Weltkulturerbe erklärt. Für<br />

viele ist dies der schönste Ort des Landes.<br />

Im Westen des Landes befinden sich<br />

drei Nationalparks, von denen der älteste<br />

und kleinste, Pelister, besonders einen Besuch<br />

wert ist. Am über 2600 Meter hohen<br />

gleichnamigen Berg gelegen bietet er neben<br />

einer atemberaubenden Flora und Fauna<br />

auch zahlreiche Wanderwege.<br />

***<br />

Was man probiert<br />

haben muss<br />

Die makedonische Küche ist einfach und<br />

bodenständig, legt aber auf frische Zutaten<br />

besonders viel Wert. Ein klassisches Frühstück<br />

sucht man vergeblich, ausreichend gegessen<br />

wird mittags und abends. Wem<br />

trotzdem schon am Vormittag der Magen<br />

knurrt, kann in einem Café verschiedenstes<br />

Gebäck oder ganz klassisch einen Burek bestellen.<br />

Eine beliebte Vorspeise sind eingelegte,<br />

sehr scharfe Spitzpaprika, der Hauptgang<br />

wird von Grillfleisch oder Fisch<br />

dominiert. Das Nationalgericht ist allerdings<br />

der Bohnentopf „Tavce Gravce“, meist<br />

gefolgt von einem sehr süßen Dessert und<br />

einem kräftigen türkischen Kaffee. Neben<br />

den exquisiten mazedonischen Weinen, wie<br />

der Vranec, werden auch gern die traditionellen<br />

Biersorten „Skopsko“ oder „Dab“ getrunken.<br />

BUCHTIPPS<br />

Makedonien<br />

Philine von Oppeln<br />

Trescher Verlag<br />

Dieser Reiseführer verspricht eine<br />

gute Einführung in das noch<br />

unentdeckte Paradies der belebten<br />

Städte und der imposanten<br />

Naturlandschaft. Unterwegs<br />

auf dem südlichen Balkan beschreibt die Autorin alle<br />

Städte und Regionen und gibt zahlreiche praktische Tips<br />

zu Reisewegen, Unterkünften, Restaurants, Sehenswürdigkeiten<br />

und Ausflügen.<br />

■ LÄNDERNAME: Republik Makedonien<br />

FACTS IN BRIEF<br />

Unterwasserhöhle Vrelo bei Skopje<br />

■ FLÄCHE: 25.713 km 2<br />

■ EINWOHNERZAHL: 2,06 Mio.<br />

■ KLIMA: Kontinental - Im Winter<br />

meist niederschlagsreich und kalt,<br />

im Sommer niederschlagsarm und<br />

warm.<br />

■ LAGE: Makedonien ist ein multiethnischer<br />

Binnenstaat, mitten auf der<br />

Balkanhalbinsel gelegen und grenzt<br />

an Kosovo, Serbien, Bulgarien, Griechenland<br />

und Albanien. Der höchste<br />

Berg ist der Golem Korab mit 2.753 m<br />

Höhe.<br />

■ HAUPTSTADT: Skopje, knapp<br />

507.000 Einwohner<br />

■ BEVÖLKERUNG: 64,18% Makedonier;<br />

25,17% Albaner; 3,85% Türken;<br />

2,66% Roma; 1,78% Serben; 0,84%<br />

Bosniaken; 0,48% Walachen (2002)<br />

■ SPRACHEN: Makedonisch (66,5%),<br />

sowie Albanisch (25,1%), daneben<br />

wird regional auch Türkisch (3,5%),<br />

Romani (2%) und Serbisch (1,2%) gesprochen.<br />

(2002)<br />

■ WÄHRUNG: Makedonischer Denar ,<br />

1 Euro = ca. 61,7 Denar<br />

■ RELIGIONEN: 67,4% Makedonisch<br />

orthodoxe Christen, 30% Muslime,<br />

5,3% gehören anderen Religionsgemeinschaften<br />

an, unter anderem der<br />

der katholischen und protestantischen<br />

Kirche<br />

■ NATIONALFEIERTAG: 8. September<br />

(Selbstständigkeitag), 2. August<br />

■ STAATSFORM: Parlamentarische<br />

Demokratie<br />

■ STAATSOBERHAUPT UND REGIE-<br />

RUNG: Staatspräsident Dr. Gjorge<br />

Ivanov (seit 2009), Ministerpräsident<br />

Nikola Gruevski<br />

■ SELBSTSTÄNDIGKEIT: 8. September<br />

1991<br />

■ VERWALTUNG: Makedonien ist ein<br />

Zentralstaat mit 85 Gemeinden<br />

■ MITGLIED IN INTERN. ORGANI-<br />

SATIONEN: VN, IWF, Weltbank, UN-<br />

ESCO, UNICEF, CEFTA, WTO, OSZE<br />

<strong>SOCIETY</strong> 1_11 | 17


MAKEDONIEN<br />

BOTSCHAFTER<br />

Den Herausforderungen gewachsen<br />

Positives Beispiel für Europa<br />

Der makedonische Botschafter Prof. Dr. Gjorgji Filipov über den EU-Fahrplan, den<br />

Namensstreit mit Griechenland, die multiethnische Regierung und den Aufbau der<br />

Wirtschaftsbeziehungen.<br />

Zwanzig Jahre Unabhängigkeit: Welche<br />

politische und wirtschaftliche Bilanz kann<br />

Makedonien ziehen? Sind die Erwartungen<br />

erfüllt worden?<br />

Makedonien hat seit der Selbständigkeit<br />

im Jahre 1990 große Fortschritte beim Aufbau<br />

des Staats, der Institutionen und der<br />

demokratischen Strukturen gemacht. Das<br />

Land ist ein anerkanntes völkerrechtliches<br />

Subjekt, hat diplomatische Beziehungen<br />

mit 167 Ländern der Welt (Januar <strong>2011</strong>)<br />

und ist Mitglied in den wichtigsten internationalen<br />

Organisationen. Makedonien<br />

hatte von Mai bis November 2010 den Vorsitz<br />

im Ministerkomitee des Europarates<br />

inne, all das ist ein Beweis, dass das Land<br />

von der internationalen Gemeinschaft als<br />

ein glaubwürdiger Partner behandelt wird.<br />

Wir sind besonders aktiv bei der regionalen<br />

Zusammenarbeit in SOE und bemühen<br />

uns, gute Beziehungen zu unseren Nachbarn<br />

aufzubauen, trotz einiger historischer<br />

Lasten. Auf innenpolitischer Ebene<br />

möchte ich besonders die funktionierende<br />

multiethnische Demokratie in Makedonien<br />

betonen, als Beweis, dass das friedliche<br />

Zusammenleben verschiedener ethnischer<br />

Gruppen und Religionen durchaus<br />

möglich ist und als Beispiel für andere<br />

multiethnische Länder dienen kann.<br />

Andererseits kommen wir leider nicht<br />

so gut voran bei unseren strategischen Zielen,<br />

der NATO- und der EU-Mitgliedschaft.<br />

Für die NATO-Mitgliedschaft haben wir<br />

schon alle notwendigen Kriterien erfüllt,<br />

aber bekommen keine Einladung, und in<br />

Bezug auf die EU können wir die Beitrittsverhandlungen<br />

nicht beginnen, weil uns<br />

ein anderes, nicht prinzipielles Kriterium<br />

aufgedrängt wird, die Änderung des Namens<br />

unseres Landes…<br />

Es galt natürlich auch Hürden zu überbrücken<br />

während dieser zwanzig Jahre,<br />

wie z. B. 1993 das UN-Embargo gegen Serbien<br />

und der Boykott Griechenlands, die<br />

zu einer Isolation von Makedonien und zu<br />

hohen Verlusten geführt haben, dann die<br />

Kosovokrise im Jahr 1999 und die Krise in<br />

Makedonien 2001, aber alles in allem ist<br />

die politische Bilanz positiv.<br />

In Makedonien wurden auch wichtige<br />

wirtschaftliche Schritte getan, die EU ist<br />

mit 42 Prozent Anteil am Gesamthandelsvolumen<br />

wichtigster Handelspartner. Das<br />

bereits im Juni 2001 in Kraft gesetzte Interimsabkommen<br />

sieht die schrittweise Errichtung<br />

einer Freihandelszone innerhalb<br />

von höchstens zehn Jahren nach Inkrafttreten<br />

des Abkommens – also spätestens bis<br />

Juni dieses Jahres vor.<br />

Ab 2006 leitete die Republik eine millionenschwere<br />

Offensive ein, um neue Investoren<br />

anzulocken. Heute ist Makedonien<br />

ein stabiles Land mit stabiler Wirtschaft,<br />

eigener<br />

j wfkj ew<br />

stabiler<br />

jke wjkehjw<br />

Währung<br />

khje<br />

(die an den Euro<br />

gekoppelt ist), mit stabilem wirtschaftlichem<br />

Wachstum, mit geringen Schulden<br />

im Vergleich zu anderen Ländern aus der<br />

Region, ein Land mit altem kulturellem Erbe<br />

und wunderschöner Natur.<br />

Vor zwanzig Jahren hat Jugoslawien aufgehört<br />

zu existieren. In absehbarer Zeit<br />

werden die meisten Nachfolgestaaten als<br />

EU-Staaten wieder vereint sein. Was lehrt<br />

„Wir sind überzeugt, dass<br />

die Republik Makedonien<br />

bald auch Mitglied der<br />

EU sein wird.“<br />

GJORGJI FILIPOV<br />

die Europäer dieses Beispiel?<br />

Wir sind überzeugt, dass die Republik<br />

Makedonien bald auch Mitglied der EU<br />

sein wird, genau wie die anderen Länder<br />

von Ex-Jugoslawien. Es gibt keine Frage<br />

über den Prozess des Lernens, aber man<br />

könnte eher über einen Prozess von Erfahrungen<br />

nachdenken. Die Europäer in West<br />

und Ost, sowie jene im Südosten haben<br />

endlich gelernt, dass es besser und sicherer<br />

ist, zusammen zu leben und zu kooperieren,<br />

als geteilt zu sein.<br />

2005 wollte Makedonien bereits 2010<br />

EU-Mitglied sein. Noch ist es nicht so weit.<br />

Was sind die Gründe für die Verzögerung?<br />

Wie beurteilen Sie die Fortschritte in Richtung<br />

Beitrittsverhandlungen?<br />

Makedonien hat die EU-Mitgliedschaft<br />

im März 2004 beantragt. Seit Dezember<br />

2005 hat Makedonien den Status eines<br />

EU-Beitrittskandidaten. Ich möchte Sie<br />

daran erinnern, dass der Europäische Rat<br />

1993 in Kopenhagen die so genannten<br />

„Kopenhagener Kriterien“ für die Bei-<br />

18 | <strong>SOCIETY</strong> 1_11


trittsländer konkretisiert und verabschiedet<br />

hat. Es gibt vier Punkte, deren Erfüllung<br />

verlangt wird: politische und wirtschaftliche<br />

Kriterien, Implementierung<br />

des gemeinschaftlichen Regelwerks<br />

(AQUIS) in das nationale Recht und die Fähigkeit<br />

der EU, neue Mitglieder aufzunehmen.<br />

Dabei legte die EU fest, dass die Einhaltung<br />

der politischen Kriterien von<br />

Kopenhagen schon für die Aufnahme von<br />

Verhandlungen Voraussetzung ist. Die Erfüllung<br />

der wirtschaftlichen Kriterien ist<br />

dagegen „aus einer zukunftsorientierten,<br />

dynamischen Sicht heraus“ zu beurteilen.<br />

Im Oktober 2009 empfahl die Kommission<br />

die Aufnahme von Beitrittsverhandlungen<br />

Makedonien/EU. Im Dezember<br />

2009 trat die Visa-Liberalisierung in<br />

Kraft. Im November 2010 folgte eine weitere<br />

Empfehlung für die Aufnahme der<br />

Verhandlungen. Das bedeutet, dass Makedonien<br />

seine Verpflichtungen für den<br />

Anfang der Verhandlungen erfüllt hat.<br />

Das Land ist bereit, in jedem Moment mit<br />

Verhandlungen zu beginnen. Jeder, der<br />

die politischen Fragen Europas ein bisschen<br />

besser kennt, muss die Fortschritte<br />

Makedoniens anerkennen.<br />

Makedonien konnte mit dem Ohrid-Abkommen<br />

2001 einen bewaffneten Konflikt<br />

zwischen den Bevölkerungsgruppen verhindern.<br />

Wie stabil ist der Zustand zehn<br />

Jahre danach? Vor welchen Herausforderungen<br />

steht die Politik bezüglich der Zusammenlebenden<br />

Bevölkerungsgruppen?<br />

Die Minderheitenrechte sind umfassend<br />

durch die Verfassung gewährleistet.<br />

Schon immer und besonders seit 1991<br />

nehmen die Albaner und die Vertreter<br />

der anderen ethnischen Gruppen an der<br />

Regierung teil. Aufgrund bewaffneter<br />

Überfälle albanischer Extremisten, der so<br />

genannten „Nationalen Befreiungsarmee“,<br />

zunächst Mitte Februar 2001 in<br />

den Bergen nördlich von Skopje, ab<br />

14.03.2001 dann auch im Gebiet um Tetovo,<br />

sanken diese auf einen historischen<br />

Tiefpunkt und brachten das Land an den<br />

Rand eines Bürgerkriegs. Auf Drängen<br />

der internationalen Gemeinschaft unter<br />

Führung der EU haben die politischen<br />

Parteien einen neuen, intensivierten, inter-ethnischen<br />

Dialog begonnen. Die<br />

Mehrzahl der ehemaligen albanischen<br />

Aufständischen hat sich in einer neu gegründeten<br />

politischen Partei (DUI) zusammengefunden.<br />

Diese war von 2002<br />

bis 2006 und von 2008 bis zum heutigen<br />

Tage an der Regierung beteiligt. Das Ohrider<br />

Rahmenabkommen, das Grundlage<br />

für die friedliche Gestaltung der politischen<br />

Verhältnisse nach den Ereignissen<br />

von 2001 ist, ist weitgehend umgesetzt,<br />

soweit es die Gesetzgebung betrifft.<br />

In Bezug auf die augenblickliche Lage<br />

der interethnischen Verhältnisse zwischen<br />

den verschiedenen Gruppen in Mazedonien<br />

hat die Regierung der Republik<br />

Makedonien die Internationale Gemeinschaft<br />

kontinuierlich informiert. Die Lage<br />

ist stabil, die größten politischen Parteien<br />

von Makedoniern und Albanern,<br />

regieren zusammen mit Unterstützung<br />

der anderen kleineren Parteien mit verschiedenen<br />

ethnischen Vorzeichen.<br />

Was ist der Status quo im Namensstreit<br />

mit Griechenland? Wann wird diese Frage<br />

endlich für alle Seiten zufriedenstellend gelöst<br />

sein?<br />

Es gibt keine besonderen neuen Entwicklungen<br />

zur Lösung der Meinungsverschiedenheiten<br />

bezüglich der Frage<br />

CURRICULUM VITAE<br />

Botschafter Prof. Dr. Gjorgji Filipov ist am 26. Oktober 1956<br />

in Kavadarci/Makedonien geboren. Er ist Doktor der Technischen<br />

Wissenschaften der Universität „St. Kyrill und<br />

Method“ in Skopje und hat zahlreiche wissenschaftliche<br />

Bücher und Artikel verfasst. Von 1981 bis 1992 war er als Ingenieur<br />

und Direktor bei der Firma Koncar beschäftigt. Danach<br />

war er bis 1999 CEO von Berin Marketing. Seit 1998 hat<br />

er einen Lehrstuhl an der Universität Skopje inne. Er war<br />

Konsulent bei der luxemburgischen Regierung, Chefredakteur<br />

eines technischen Magazins und Präsident des Verbandes<br />

der Erfinder. 2005-10 war er Botschafter Makedoniens<br />

in Berlin. Er ist verheiratet und hat drei Kinder.<br />

unseres Staatennamens. Die Republik<br />

Makedonien – wie schon im Fall von<br />

Staatsflagge und Verfassung – hat viele<br />

Male ihre größtmögliche Bereitschaft<br />

zur Lösung des langjährigen Problems<br />

gezeigt, immer mit dem Leitgedanken<br />

im Sinne eines Weges zur Stabilisierung<br />

und Prosperität der Region in Kooperation<br />

mit allen Nachbarländern. Es haben<br />

sich vor einigen Tagen in Brüssel zum<br />

neunten Mal die Premierminister von<br />

Makedonien und Griechenland, Nikola<br />

Gruevski und George Papandreou getroffen.<br />

Nach der Erklärung des makedonischen<br />

Außenministers Antonio Milososki<br />

war das Treffen konstruktiv, und es sollte<br />

der Vertrauensbildung und Annäherung<br />

der Positionen über die offene bilaterale<br />

Frage dienen. Makedonien ist der<br />

Meinung, dass es der beste Weg ist,<br />

durch Dialog das Vertrauen zu steigern<br />

und gleichzeitig zu überlegen, wie die<br />

Positionen näher gebracht werden können,<br />

mit dem Ziel, Bedingungen zur Lösung<br />

dieser einzigen offenen bilateralen<br />

Frage zu schaffen. Wenn Griechenland<br />

jedoch auf der eigenen Position beharrt,<br />

kann man eine baldige Möglichkeit zu<br />

einer einvernehmlichen Lösung nicht<br />

sehen. Da wir bekanntermaßen an einer<br />

solchen Lösung vital interessiert sind,<br />

werden wir für jeden hilfreichen Vorschlag<br />

anderer europäischen Staaten<br />

stets ein offenes Ohr haben. Die Namensproblematik<br />

ist weder Teil unserer europäischen<br />

Agenda, noch ist sie Bestandteil<br />

der Kopenhagener Kriterien. Die Gespräche<br />

gehören in den Zuständigkeitsbereich<br />

der Vereinten Nationen unter<br />

Schirmherrschaft des Generalsekretärs<br />

und müssen auch dort gelöst werden.<br />

Nichtsdestotrotz sind sie aber auch Teil<br />

einer inneren Auseinandersetzung der<br />

europäischen Staaten.<br />

Was sind die Strategien zur Belebung<br />

der Wirtschaft des relativ kleinen Landes<br />

mit hoher Abhängigkeit von Importen?<br />

Wenn wir über die Strategien in der<br />

Wirtschaft sprechen, können wir sagen,<br />

dass sie eine breite Palette von Maßnahmen<br />

zur Verbesserung des Geschäftsklimas,<br />

Vereinfachung der Bedingungen<br />

zum Start von Wirtschaftsaktivitäten<br />

und eine intensive Kampagne zum Anziehen<br />

von Auslandsinvestitionen und<br />

damit der Steigerung der Zahl der Arbeitsplätze<br />

und der Verbesserung des<br />

Lebensstandards umfassen. Am 1. Januar<br />

2007 wurde die Einheitssteuer eingeführt,<br />

was eine wesentliche Senkung der<br />

Körperschafts- und Einkommensteuersätze<br />

bedeutete. Damit zählt die Republik<br />

Makedonien zu den Ländern mit<br />

den niedrigsten Steuersätzen. Zum Beispiel<br />

gibt es in Makedonien die niedrigste<br />

einheitliche Gewinn- und Einkommensteuer<br />

von nur zehn Prozent<br />

Gleichzeitig ist die Steuer auf reinvestierten<br />

Gewinn null Prozent.<br />

Die Regierung der Republik Makedonien<br />

hat eine Reduktion der bürokratischen<br />

Prozeduren in allen Tätigkeitsbereichen<br />

der juristischen Personen<br />

eingeführt. Dieses Projekt ist ein starkes<br />

Instrument im Kampf gegen die Korruption<br />

geworden. Die Aktivitäten und die<br />

Maßnahmen, die wir im Bereich der<br />

Wirtschaft unternommen haben, haben<br />

die ausländischen Investoren ermutigt,<br />

ihr Kapital in Makedonien anzulegen.<br />

Obwohl wir zu einem bestimmten Maß<br />

von Importen abhängig sind, hat die Reformstrategie<br />

der Regierung schon Ergebnisse<br />

gezeigt, trotz der finanziellen<br />

und wirtschaftlichen Krise in der ganzen<br />

Welt.<br />

<strong>SOCIETY</strong> 1_11 | 19


MAKEDONIEN<br />

WIRTSCHAFT<br />

Nachholbedarf<br />

Aufschwung mit Hindernissen<br />

Immer wieder wurde der wirtschaftliche Aufschwung Makedoniens von Krisen zurückgeschlagen.<br />

Im letzten Jahr konnte das Land bereits einen kleinen Trend zur Besserung verzeichnen.<br />

Dies stellt den ersten Schritt in einem langen Weg aus dem Konjunkturtal dar.<br />

Struga<br />

Trotz ihrer Erklärung zur Selbständigkeit<br />

im Jahre 1991 hat die Republik Makedonien<br />

noch einen weiten Weg vor<br />

sich. Ein wichtiges Ziel ist die Aufnahme in<br />

die EU, das Land hat einen Kandidatenstatus<br />

bereits seit 2005. Der Nachholbedarf<br />

Makedoniens auf wirtschaftlicher Ebene<br />

ist dabei noch groß. Heute bemüht sich<br />

Makedonien, einen Aufwärtstrend einzuleiten<br />

und die Wirtschaftslage zu stärken.<br />

***<br />

Makedonien und die Finanzkrise<br />

Befand sich die wirtschaftliche Lage<br />

des Landes vor einigen Jahren noch in einer<br />

Aufschwungphase, wurde dieser Wandel<br />

von der Wirtschaftskrise abgewürgt.<br />

Ende 2008 kam es zu einer Verschlechterung<br />

der Exportleistungen, ein Jahr später<br />

ging die industrielle Leistung um acht Prozent<br />

zurück. Die Staatsverschuldung weist<br />

eine steigende Tendenz auf und erreicht in<br />

diesem Jahr 3,7 Mrd. Euro. Doch das Land<br />

kann auf einige Stabilitätsanker bauen:<br />

Die strikte Bindung der Währung an den<br />

Euro stärkt das Vertrauen ausländischer Investoren,<br />

auch der private Konsum kurbelt<br />

die Wirtschaft an. Die Einkommenssituation<br />

der Haushalte und die Geldüberweisungen<br />

von Makedoniern aus dem Ausland<br />

sind konstant geblieben. Trotz allem muss<br />

die Regierung ihren angestrebten Sparkurs<br />

aufgeben, um Makedonien aus der<br />

Krise zu holen.<br />

***<br />

Außenwirtschaft<br />

Als kleine offene Volkswirtschaft ist Makedonien<br />

an eine hohe Importrate gebunden.<br />

Den Bedarf an Grundlebensmitteln<br />

kann die Republik selbst decken. Öl, Gas<br />

und ein Großteil der modernen Technik<br />

stammen aus anderen Ländern. Die Industrie<br />

Makedoniens beschränkt sich auf die<br />

Bereiche Stahl, Nahrungsmittelverarbeitung,<br />

Chemie und vor allem Textilien. Jeder<br />

zehnte makedonische Beschäftigte ist in<br />

der Textilbranche tätig, die die wichtigsten<br />

Exportgüter des Landes produziert. Die fünf<br />

größten Außenhandelspartner sind dabei<br />

Deutschland, Serbien, Griechenland, Russland<br />

und Großbritannien. Auch in diesem<br />

Bereich hat die Weltwirtschaftskrise ihre<br />

Spuren hinterlassen und den internationalen<br />

Handel stark schrumpfen lassen. Mit Investitionen<br />

von über 400 Mio. Euro gehören<br />

österreichische Unternehmen zu den größten<br />

Investoren im Land.<br />

***<br />

Geschichte und Ausblick<br />

Dem kleinen Land wurden in seiner<br />

Entwicklung zahlreiche Hürden in den<br />

Weg gelegt. Mit der Selbständigkeit Makedoniens<br />

und der Trennung von Jugoslawien<br />

ging Jugoslawien als wichtigster Absatzmarkt<br />

verloren. Das UN-Embargo gegen<br />

Serbien und der Boykott Griechenlands<br />

führten zu weiteren hohen Verlusten. Erst<br />

1996 begann sich das Land zu erholen,<br />

wurde aber durch die Kosovokrise und die<br />

Auseinandersetzungen zwischen der Regierung<br />

der Republik Makedonien und der<br />

s.g. ONA, der Volksbefreiungsarmee, die<br />

hauptsächlich aus Albanern zusammengesetzt<br />

war, in seinem Aufschwung unterbrochen.<br />

Ab 2006 leitete die Republik eine<br />

millionenschwere Offensive ein, um neue<br />

Investoren anzulocken. Nach der Wirtschaftskrise<br />

hofft das Land auf einen Weg<br />

aus der Konjunkturkrise, mehr Arbeitsplätze<br />

und auf Beitrittsverhandlungen mit<br />

der EU.<br />

WIRTSCHAFTSDATEN<br />

Außenhandel Makedoniens mit Österreich<br />

Makedonische Exporte: 30,58 Mio.Euro (2009) +18,25%<br />

Makedonische Importe: 89,25 Mio. Euro (2009) -12,7%<br />

Bedeutende Wirtschaftssektoren: Dienstleistungen<br />

(69,2%), Industriewaren (22,1%), Landwirtschaft (8,7%)<br />

Wirtschaftswachstum: +1,3% (2010)<br />

BIP pro Kopf: 9.400 US Dollar (PPP) (2010)<br />

BIP laufend: 6,4 Mrd. Euro (2010)<br />

Inflationsrate: 1,6% (2010)<br />

Arbeitslosenquote: 31,7% (2010)<br />

Auslandsverschuldung: 3,7 Mrd. Euro<br />

Währung: Denar (MKD), 1 Euro = ca. 61,7 Denar<br />

Gesamte Exporte: 2 Mrd. Euro<br />

Gesamte Importe: 3,5 Mrd. Euro<br />

Wichtige Exportmärkte: Deutschland, Serbien, Griechenland,<br />

Italien<br />

Bedeutende Warengruppen/Export: Eisen- und Stahlprodukte,<br />

Bekleidung, Ferronickel, Tabak und Zigaretten,<br />

Ferrosilizium<br />

Bedeutende Warengruppen/Import: Erdöl und Derivate,<br />

Verkehrsmittel, Stahlprodukte, Strom<br />

Quelle: AWO<br />

20 | <strong>SOCIETY</strong> 1_11


SLOWENIEN<br />

LÄNDERPORTRÄT<br />

Dorf Dreznica in Westslowenien<br />

Kleines Land mit großer Vielfalt<br />

Slowenien, das geografisch das Herz Europas bildet, ist trotz seiner Größe ein überraschend<br />

vielfältiges und spannendes Gebiet für Besucher - für Natur- und Kulturliebhaber.<br />

Nicht nur Flora und Fauna verfügen<br />

über eine unglaubliche Artenvielfalt,<br />

auch Kultur und Tradition sind je<br />

nach Region unterschiedlich. Zwanzig Jahre<br />

Unabhängigkeit haben Slowenien geprägt<br />

und versprechen unvergessliche Erlebnisse<br />

für jeden Besucher.<br />

***<br />

Was man erlebt haben muss<br />

Besucht man Slowenien in den Herbstmonaten,<br />

befindet man sich in dem Festhöhepunkt<br />

des Landes. Nach der Weinlese<br />

und der Schlachtung auf den Bauernhöfen<br />

wird jedes Jahr feucht-fröhlich in den Gaststuben<br />

gefeiert. Festivals klassischer und<br />

moderner Musik werden in den Küstenstädtchen<br />

in den Sommermonaten veranstaltet.<br />

In Kostanjeviac werden jährlich Bildhauer<br />

des Landes und der Umgebung eingeladen,<br />

um aus Marmor oder Stahlbeton<br />

Werke zu kreieren. Diese werden dann in<br />

der freien Natur zur Schau gestellt und bieten<br />

ein kulturell spannendes Erlebnis.<br />

***<br />

Was man gesehen<br />

haben muss<br />

Die weitgestreckten Höhlensysteme des<br />

Landes verbergen zahlreiche Tropfsteingebilde,<br />

die bereits zum Weltnaturerbe erklärt<br />

wurden. Einen Besuch dieser Höhlen,<br />

wie zum Beispiel Postojna oder Skocjan<br />

sollte sich also kein Besucher entgehen lassen.<br />

Wer sich eher für die Fauna des Landes<br />

begeistern lässt, kann in der Karstregion<br />

die größten Säugetiere Sloweniens bewundern.<br />

Die Braunbären „Ursus arctor“<br />

Triglav<br />

schätzen die breiten Waldgebiete und versprechen<br />

ein imposantes Erlebnis in einem<br />

naturbelassenen Ambiente.<br />

Die Hauptstadt Ljubljana stellt ein einzigartiges<br />

Portrait der Arbeiten des heimischen<br />

Künstlers Joze Plecnik dar. Die<br />

22 | <strong>SOCIETY</strong> 1_11


FOTOS: WWW.SLOVENIA.INFO/PAOLO PETRIGNANI, J.SKOK, P. HIENG, UBALD TRNKOCZY<br />

Markthallen, die Brücke Tromstovje und<br />

mehrere Kirchen wurden nach seinen Vorstellungen<br />

erbaut. Der zentrale Platz der<br />

Hauptstadt „Presernov trg“ bildet den<br />

Schnittpunkt der alten Landstraßen. Um<br />

einen Panoramablick über Ljubljana zu<br />

erhalten lohnt es sich, mit der Bahn das<br />

Schloss der Hauptstadt zu besuchen.<br />

Piran<br />

Luftaufnahme von Ljubljana<br />

AUS DER GESCHICHTE<br />

1918: Gründung des unabhängigen Staates der Slowenen,<br />

Kroaten und Serben, dem das Königreich SHS folgt (Slovencev,<br />

Hrvatov in Srbov).<br />

1929: König Aleksander Karadjordevic verwandelt das SHS<br />

zum Königreich Jugoslawien.<br />

1945: Slowenien wird Volksrepublik der Föderativen Republik<br />

Jugoslawien<br />

1991: Unabhängigkeitserklärung<br />

2004: Slowenien wird Mitglied der EU und der NATO<br />

2007: Beitritt zum Schengen-Raum. Einführung des Euro.<br />

2008: EU-Präsidentschaft<br />

2010: OECD-Mitglied<br />

***<br />

Was man probiert<br />

haben muss<br />

Die slowenische Küche ist sehr vielfälgiut.<br />

Als Vorspeise – aber nicht nur – wird in<br />

Slowenien gern eine üppige Suppe gegessen.<br />

Ganz exklusiv werden diese in einer<br />

Schale aus Brotteig serviert, wie beispielsweise<br />

die Pilzsuppe „gobova juha“. An der<br />

Küste orientiert man sich eher an Langusten,<br />

Muscheln und Kalamari, diese sind oft<br />

mit Schinken oder Käse gefüllt. Wem eher<br />

Fleischgerichte zusagen, der kann sich auf<br />

ein Schnitzel mit Pilzsauce freuen oder auf<br />

die etwas außergewöhnlichere Hauptspeise<br />

„zrebickov steak“ aus Fohlenfleisch.<br />

Eine typische Nachspeise sind die Palatschinken,<br />

die von Schokolade, Eis oder Nüssen<br />

begleitet werden. Als alternative kann<br />

man einen mit Nüssen, Topfen und Früchten<br />

gefüllten Strudel, „gibanica“ genießen<br />

oder zu den zahlreichen Torten und Schnitten<br />

mit viel Buttercreme greifen.<br />

Als Begleitung zum üppigen Essen kann<br />

man den trockenen, aber keinesfalls herben<br />

Roséwein Cvicek probieren, oder eine der typischen<br />

slowenischen Biersorten „Union“,<br />

„Zlatorog“ oder „Lasko“ wählen.<br />

BUCHTIPPS<br />

Slowenien<br />

Lore Marr-Bieger<br />

Michael Müller Verlag<br />

Slowenien vereint mitteleuropäischen<br />

Flair und Atmosphäre<br />

des Balkans sowie der Alpenund<br />

Adria-Anrainer. Ein Land<br />

voller Architektur und Musik,<br />

Kirchen und Museen, welches aber auch zum Wandern,<br />

Klettern und Kajakfahren einlädt. Einen umfassenden<br />

Überblick über dieses spannende Land bietet der Reiseführer<br />

aus dem Michael Müller Verlag.<br />

FACTS IN BRIEF<br />

■ LÄNDERNAME: Republik Slowenien<br />

■ FLÄCHE: 20.273 km 2<br />

■ EINWOHNERZAHL: 2,2 Mio.<br />

■ KLIMA: Mediterranes Klima im Südwesten<br />

mit warmen Sommern und<br />

milden, feuchten Wintern. Im Landesinneren<br />

ist das Klima kontinentaler<br />

geprägt, der Nordwesten von typischem<br />

Südalpenklima (Südföhn,<br />

Winterregen). Der Winter und das<br />

Frühjahr bringen an der Küste häufig<br />

kalte Fallwinde, die gefürchtete Bora<br />

mit Schnee in Höhenlagen.<br />

■ LAGE: Slowenien liegt im südlichen<br />

Teil Mitteleuropas. Im Norden des<br />

Landes verlaufen die Alpen, in der<br />

Mitte und im Süden finden sich vor allem<br />

Karstlandschaften. Ein knapp 50<br />

Kilometer langer Küstenabschnitt zur<br />

Adria besteht ebenfalls. Nachbarstaaten:<br />

Italien, Österreich, Ungarn<br />

und Kroatien. Die Hälfte der Staatsfläche<br />

ist mit Wald bedeckt. Den<br />

Nordwesten des Landes prägen die<br />

Alpen mit dem höchsten Berg Sloweniens,<br />

dem Triglav (2864 m).<br />

■ HAUPTSTADT: Ljubljana, 270.000<br />

Einwohner<br />

■ BEVÖLKERUNG: 83,06 % Slowenen,<br />

1,98 % Serben, 1,81 % Kroaten, 1,1 % Bosniaken,<br />

0,32% Magyaren , 0,11% Italiener<br />

■ SPRACHEN: Slowenisch, regional:<br />

Ungarisch, Italienisch<br />

■ WÄHRUNG: Euro, seit 2007<br />

■ RELIGIONEN: 57,8 Katholiken, 2,5%<br />

Muslime, 2,3% orthodoxe Christen,<br />

0,9% Protestanten<br />

■ NATIONALFEIERTAG: 26. Dezember<br />

(Tag der Unabhängigkeit und<br />

Einigkeit), 25. Juni<br />

■ STAATSFORM: Volksrepublik<br />

■ STAATSOBERHAUPT UND REGIE-<br />

RUNG: Staatspräsident Danilo Türk<br />

(seit 2007), Ministerpräsident Borut<br />

Pahor (seit 2008)<br />

■ UNABHÄNGIGKEIT: 25. Juni 1991<br />

■ VERWALTUNG: Slowenien ist in<br />

210 Gemeinden (slowenisch obcine),<br />

darunter elf Stadtgemeinden,<br />

gegliedert. Zwischen der Gemeindeebene<br />

und dem Gesamtstaat ist<br />

keine weitere administrative Ebene<br />

zwischengeschaltet.<br />

■ MITGLIED IN INTERN.ORAGANI-<br />

SATIONEN: EU, NATO, UNESCO,<br />

UNICEF, WHO, WTO, Weltbank, OS-<br />

ZE, OECD<br />

<strong>SOCIETY</strong> 1_11 | 23


SLOWENIEN<br />

BOTSCHAFTER<br />

Zwanzig Jahre Slowenien<br />

„Wir waren tüchtige Schüler“<br />

Sloweniens Botschafter Aleksander Gerzina spricht im <strong>SOCIETY</strong>-Interview anlässlich<br />

zwanzig Jahre Unabhängigkeit über Erfolge, den Grenzstreit mit Kroatien, die Kärntner<br />

Ortstafelfrage und die wirtschaftliche Entwicklung im Exportland Slowenien.<br />

Slowenien hat 1991 früh seine Unabhängigkeit<br />

erklärt. Die Wirtschaft ging rasch<br />

steil nach oben. Slowenien ist seit 2004 EUund<br />

NATO-Mitglied, hat 2007 den Euro eingeführt<br />

und ist dem Schengener Abkommen<br />

beigetreten. Seit 2010 ist Slowenien<br />

OECD-Mitglied. Was für ein besseres Ergebnis<br />

hätte man sich nach 20 Jahren Unabhängigkeit<br />

erwarten können?<br />

Tatsächlich hat Slowenien in den letzten<br />

zwanzig Jahren viel erreicht, vor allem,<br />

wenn man bedenkt, dass wir nur eine relativ<br />

kleine Teilrepublik eines größeren Staatengebildes<br />

waren. Wir haben nach kurzer<br />

Zeit mit den EU-Verhandlungen sowie mit<br />

dem NATO-Beitrittsprozess begonnen. Wir<br />

waren tüchtige Schüler – aber es war zum<br />

Teil auch schmerzhaft, weil wir natürlich<br />

auch Konzessionen machen mussten. Wir<br />

hatten jedoch eine glückliche Hand, was<br />

die damaligen Politiker betraf und eine gut<br />

ausgebildete Beamtenschaft.<br />

Wir waren auch als erstes neues Mitglied<br />

mit der EU-Präsidentschaft betraut.<br />

Das war eine ganz wichtige Phase, weil wir<br />

durch die Vorbereitungen darauf viel über<br />

die EU gelernt haben.<br />

Sicherlich hätten wir manches auch<br />

besser<br />

j wfkj ew<br />

machen<br />

jke wjkehjw<br />

können.<br />

khje<br />

Man ist nie perfekt.<br />

Die Verbindung mit dem Westbalkan<br />

haben wir erst relativ spät wieder aufgenommen.<br />

Einige energiepolitische Fragen<br />

hätten wir besser entscheiden können. Die<br />

Frage ist auch, ob wir genug für unsere<br />

Bürger getan haben, also für den sozialen<br />

und materiellen Zustand. Da hätten wir sicher<br />

mehr machen können und Slowenien<br />

muss noch einiges nachholen.<br />

In der Sache der Grenzstreitigkeiten mit<br />

Kroatien in der Bucht von Piran wurde die<br />

Einigung erzielt, dass ein internationales<br />

Schiedsgericht eine Lösung finden soll, die<br />

automatisch akzeptiert wird. Damit hat<br />

Slowenien aber keinen Einfluss mehr auf<br />

das Ergebnis: Wieso ist es so schwierig, sich<br />

in dieser Frage bilateral zu einigen?<br />

Diese Frage ist vergleichsweise nicht<br />

allzu schwierig: Es gibt beispielsweise offene<br />

Grenzfragen zwischen Frankreich und<br />

Spanien, oder zwischen Deutschland und<br />

Dänemark, da dauert der Fall schon mehr<br />

als hundert Jahre. Die Schwierigkeit in<br />

unserem Fall kommt aus der gemeinsamen<br />

Geschichte. Kroatien und Slowenien<br />

haben immer hervorragende Beziehungen<br />

gehabt. Das Problem ist, dass die Grenze<br />

nicht festgelegt war. An Land haben wir die<br />

24 | <strong>SOCIETY</strong> 1_11


„Wir brauchen eine tiefgreifende<br />

Diskussion darüber, wohin<br />

die EU gehen soll.“<br />

ALEKSANDER GERZINA<br />

bestehende Grenze zwischen den beiden<br />

Teilrepubliken von Ex-Jugoslawien genommen,<br />

aber auf See gab es nur eine jugoslawisch-italienische<br />

Grenze. Durch die Unabhängigkeit<br />

ist eine neue Situation<br />

entstanden. 2001 sind wir zu einer bilateralen<br />

Lösung gekommen. Der Vertrag wurde<br />

von beiden Seiten paraphiert, ist aber<br />

im kroatischen Parlament stecken geblieben.<br />

Das hat sich dann hingezogen, und<br />

vor zwei Jahren ist eine neue slowenische<br />

Regierung angetreten. Dadurch hat sich<br />

die Situation wieder geändert.<br />

Inwiefern betrifft die Ortstafelfrage in<br />

Kärnten die Beziehungen zwischen Österreich<br />

und Slowenien?<br />

Die Kärntner Ortstafelfrage ist vor allem<br />

ein Thema für Politiker und Diplomaten.<br />

Die Menschen in Slowenien fühlen<br />

sich davon nicht täglich in ihrem<br />

Leben betroffen. Es ist aber ein wichtiges<br />

Thema. Die Rechte der slowenischen<br />

Minderheit sind nie zur Gänze vollzogen<br />

worden, obwohl der österreichische<br />

Staatsvertrag das ganz klar sagt. Das hätte<br />

schon damals, sofort danach, gemacht<br />

werden müssen. Mehr als 55 Jahre danach<br />

ist der Vertrag noch immer nicht<br />

umgesetzt, und das wundert uns, weil<br />

zweisprachige Ortstafeln an sich kein<br />

großes Problem sind. Man kann es auch<br />

als Zugewinn bzw. Bereicherung betrachten.<br />

Alle Parteien in Kärnten sind schuld<br />

daran, dass diese Frage noch immer<br />

nicht gelöst ist. Es freut uns, dass wir mit<br />

Landeshauptmann Gerhard Dörfler nun<br />

einen engagierten Gesprächspartner gefunden<br />

haben, der diese Frage wirklich<br />

in schnellstmöglicher Zeit lösen will.<br />

Dem EU-Beitritt von Kroatien steht von<br />

slowenischer Seite nichts mehr entgegen.<br />

Was wird sich nach dem Beitritt für die Region<br />

ändern?<br />

Ein Beitritt Kroatiens wird die ganz<br />

wichtige Botschaft bringen. Und zwar dass<br />

man mit Reformbemühungen und konstruktiver<br />

Politik in die EU finden kann.<br />

Das wird politisch und psychologisch<br />

wichtig sein. Die Völker am Westbalkan<br />

brauchen so eine Botschaft, denn momentan<br />

steht alles still. Es wird auch wirtschaftliche<br />

Impulse geben. Für Slowenien<br />

wird sich auch einiges ändern, speziell im<br />

wirtschaftlichen Bereich. Was ganz wichtig<br />

sein wird, ist die Schengengrenze. Mit<br />

dem kroatischen EU-Beitritt wird diese<br />

weiter nach Süden verlegt.<br />

Wie stark ist die wirtschaftliche Verflechtung?<br />

Die Beziehungen sind sehr stark. Wir<br />

haben viele bilaterale Abkommen, die<br />

dann natürlich durch EU-Regelungen ersetzt<br />

werden. Kleine und mittlere Betriebe<br />

werden sich anfangs vielleicht ein bisschen<br />

schwerer tun, weil die EU-Rechte<br />

über nationalem Recht stehen – da wird<br />

es Umstellungsschwierigkeiten geben. Insgesamt<br />

wird der Handel natürlich erleichtert.<br />

Serbien und Mazedonien stehen auch<br />

auf der Liste. Wie lange wird das noch dauern?<br />

Das wird alles ein bisschen länger<br />

dauern, als wir gehofft haben. Die EU<br />

braucht auch viel mehr Zeit, mit ihren<br />

eigenen offenen Fragen fertig zu werden.<br />

Wir brauchen eine tiefgreifende Diskussion<br />

darüber, wohin die EU gehen soll,<br />

und wo die Grenzen der EU sein sollen.<br />

Ist das die Türkei, ist das Israel, Ukraine,<br />

Moldau usw.? Bevor man diese Fragen<br />

nicht klar beantwortet hat, ist es sehr<br />

CURRICULUM VITAE<br />

Botschafter Aleksander Gerzina ist am 19. Juli 1966 in Maribor,<br />

Slowenien, geboren. Er studierte Geschichte in Ljubljana<br />

und trat 1992 in den Diplomatischen Dienst ein. Stationen<br />

seiner Karriere waren u. a. bei der Ständigen<br />

Vertretung bei der UNO in New York, parlamentarischer Sekretär<br />

des Außenministers, Kabinettschef des Außenministers,<br />

1. Sekretär an der Ständigen Vertretung bei der EU in<br />

Brüssel, stv. Botschafter bei der NATO und WEU, Leiter für<br />

GASP, Botschafter beim PSK in Brüssel, Leiter der Projektgruppen<br />

für den OSZE-Vorsitz und die EU-Ratspräsidentschaft.<br />

Er ist verheiratet und hat einen Sohn.<br />

Botschafter Aleksander<br />

Gerzina<br />

schwer, eine glaubwürdige Politik der<br />

EU-Erweiterung zu machen.<br />

Gibt es eine offizielle Position Sloweniens<br />

die EU-Erweiterung betreffend?<br />

Die offizielle Position von Slowenien<br />

ist, dass es die Türkei und die Westbalkan-Staaten<br />

in ihren Bemühungen, EU-<br />

Mitglieder zu werden, unterstützt. Wir<br />

müssen diese Länder danach messen,<br />

wie sehr diese Staaten auf einen Beitritt<br />

vorbereitet sind und tiefgreifende Reformen<br />

stattgefunden haben.<br />

Wie stark war bzw. ist Slowenien als exportorientiertes<br />

Land von der Finanzkrise<br />

betroffen?<br />

Die Krise hat uns stark getroffen, weil<br />

wir vor allem auf den deutschen Markt<br />

angewiesen sind. Zum Glück haben wir<br />

relativ früh den Euro eingeführt, was<br />

sich als positiv herausgestellt hat. Die<br />

Krise war nicht so stark, wie sie ohne den<br />

Euro hätte sein können. Wir sind dabei,<br />

die Pensionsreform abzuschließen. Das<br />

ist auch ein Resultat der Krise. Die Zahlen<br />

deuten bereits auf eine Erholung<br />

der Wirtschaft hin. Im Herbst werden<br />

wir mehr wissen.<br />

Sie kennen Wien bereits aus Ihrer Studentenzeit?<br />

Sind Sie nach dem Studium<br />

gleich in den Auswärtigen Dienst eingetreten?<br />

Ich habe in Wien studiert. Das war damals<br />

ein Austauschprogramm zwischen<br />

Österreich und Jugoslawien. Außerdem<br />

habe ich Geschichte und Internationale<br />

Beziehungen in Ljubljana und London<br />

studiert. Sofort nach der Universität bin<br />

ich in den Auswärtigen Dienst eingetreten,<br />

das war kurz nach der Unabhängigkeit<br />

von Slowenien – ich feiere nächstes<br />

Jahr also auch ein persönliches 20-jähriges<br />

Jubiläum.<br />

<strong>SOCIETY</strong> 1_11 | 25


SLOWENIEN<br />

WIRTSCHAFT<br />

FOTO: WWW.SLOVENIA.INFO/ UBALD TRNKOCZY<br />

Öffnung des Marktes<br />

Kleiner Exportriese<br />

Als junger Mitgliedsstaat der EU setzt Slowenien auf seine<br />

neuen Partner. Die größten Exporte des Landes finden in<br />

Kreisen der EU statt, in einigen Bereichen entwickelte sich<br />

der Staat zu einer konkurrenzfähigen Wirtschaftsmacht.<br />

Zwanzig Jahre lang besteht nun die junge<br />

Republik Sloweniens. Mit ihrer Unabhängigkeit<br />

vom damaligen Jugoslawien<br />

erfolgte Anfang der neunziger Jahre<br />

ein wirtschaftlicher Aufschwung und eine<br />

Umorientierung auf Dienstleistung und<br />

Export. Eine ökonomische Talfahrt fand in<br />

den Jahren der globalen Finanzkrise statt,<br />

von der sich das Land langsam wieder erholt.<br />

2004 wurde Slowenien Mitglied der<br />

EU, führte im Jahre 2007 den Euro ein und<br />

kann sich ein Jahr später zu den Schengen-<br />

Staaten zählen.<br />

***<br />

Wirtschaftliche Entwicklung<br />

Ein wichtiges Jahrzehnt für die ökonomische<br />

Lage Sloweniens bilden die Jahre<br />

1997 bis 2007. Ein Realwachstum von 4,4<br />

Prozent, begleitet von einem Rückgang<br />

der Arbeitslosigkeit auf unter fünf Prozent<br />

waren Anzeichen eines starken wirtschaftlichen<br />

Aufschwungs. Auch die globale<br />

Finanzkrise schien zu Beginn keine allzu<br />

großen Auswirkungen auf das Land zu haben.<br />

Ende 2008 zeigten sich allerdings<br />

auch die Folgen für die kleine offene Volkswirtschaft.<br />

Sinkende Importnachfrage der<br />

Handelspartner und Bruttoinlandsinvestitionen<br />

schwächten die ansonsten so stabile<br />

und moderne Wirtschaftsstruktur. Insgesamt<br />

verringerte sich das Bruttoinlandsprodukt<br />

von 2009 gegenüber dem<br />

Vorjahr um 8,6 Prozent. Ein neuer, wenn<br />

auch nur geringer, Wachstumsimpuls des<br />

BIP fand letztendlich wieder im vergangenen<br />

Jahr statt. Das Land kämpft allerdings<br />

mit einer Arbeitslosenrate von zehn Prozent.<br />

***<br />

Wenig Privatisierung<br />

Kaum ein anderes Land der EU hat bisher<br />

so wenig privatisiert wie Slowenien.<br />

Der Staat verfügt über direkte Beteiligungen<br />

an privaten Unternehmen des Landes. Entwickelt<br />

hat sich diese Struktur in den ersten<br />

Jahren der Unabhängigkeit, als die von Jugoslawien<br />

übernommenen Staatsbetriebe teilprivatisiert<br />

wurden. Dabei setzte man auf<br />

die eigenen Landesleute – Staatsbetriebe<br />

wurden nur an nationale Unternehmen<br />

verkauft, ausländische Käufer wurden gemieden.<br />

Heute findet eine allmähliche Öffnung<br />

des Marktes und der Investitionsmaßnahmen<br />

statt, doch der Bereich der<br />

Infrastruktur und der Finanzsektor befinden<br />

sich noch in öffentlicher Hand.<br />

***<br />

Außenhandel<br />

Vor allem im Bereich der chemischen Industrie,<br />

der Automobilindustrie, des Maschinenbaus<br />

und der Elektroindustrie stellen<br />

Italien, Kroatien und Deutschland<br />

wichtige Exportpartner dar. Fast 70 Prozent<br />

der Exporte bleiben in den EU-Partnerländern.<br />

2009 erschwerten die internationalen<br />

Rahmenbedingungen den Außenhandel.<br />

Eine konjunkturelle Talfahrt führte zu einem<br />

Rückgang des Warenimports um 26,3<br />

Prozent, eine Entspannung dieser Wirtschaftlage<br />

hat 2010 eingesetzt.<br />

WIRTSCHAFTSDATEN<br />

Außenhandel Sloweniens mit Österreich<br />

Slowenische Exporte: 1,2 Mrd. Euro<br />

Slowenische Importe: 2,2 Mrd. Euro<br />

Bedeutende Wirtschaftssektoren: Maschinen, chemische<br />

Erzeugnisse, Straßenfahrzeuge<br />

Wirtschaftswachstum: +1,1% (2010)<br />

BIP pro Kopf: 17.600 Euro (2010)<br />

BIP laufend: 35,8 Mrd. Euro (2010)<br />

Inflationsrate: 2,1%<br />

Arbeitslosenquote: 10%<br />

Auslandsverschuldung: 42,5 Mrd. Euro<br />

Währung: Euro (seit 2007)<br />

Gesamte Exporte: 18,2 Mrd. Euro<br />

Gesamte Importe: 19,1 Mrd. Euro<br />

Wichtige Exportmärkte: Deutschland, Italien, Kroatien<br />

Bedeutende Warengruppen/Export: Veredelte Produkte,<br />

Rohstoffe wie Eisen und Stahl<br />

Bedeutende Warengruppen/Import: Maschinen und<br />

Ausrüstung, chemische Erzeugnisse, bearbeitete Waren,<br />

Fertigwaren<br />

Quelle: AWO<br />

26 | <strong>SOCIETY</strong> 1_11


LÄNDERSCHWERPUNKT<br />

KOMMENTAR<br />

20 Jahre Unabhängigkeit<br />

Ein Platz in Europa<br />

Slowenien meisterte 2008 den EU-Vorsitz – Kroatien ist in der Zielgeraden nach Brüssel – Mazedonien<br />

ist immer noch durch den Namensstreit blockiert. Von HERMINE SCHREIBERHUBER<br />

Seit Jahren ist die Entwicklung am<br />

Westbalkan ein Herzensanliegen der<br />

österreichischen Außenpolitik. Ihrem<br />

Ziel einer Mitgliedschaft bei der Europäischen<br />

Union sind Slowenien, Kroatien und<br />

Mazedonien nach 20-jähriger Unabhängigkeit<br />

in unterschiedlichem Maße näher gerückt.<br />

Slowenien trat 2004 der EU bei und<br />

hatte 2008 Premiere im EU-Vorsitz. Kroatien<br />

wird voraussichtlich zur Jahresmitte<br />

die Beitrittsverhandlungen mit Brüssel abschließen.<br />

Mazedonien muss den Stillstand<br />

aufgrund des Namensstreits mit<br />

Griechenland überwinden.<br />

Für dieses Jahr haben alle Staaten Südosteuropas<br />

gute Vorsätze gefasst. Serbien<br />

erhofft sich eine Entscheidung über den<br />

Kandidatenstatus. Montenegro hat das<br />

Etappenziel eines EU-Beitrittskandidaten<br />

Ende 2010 erreicht. Bosnier und Albaner<br />

können immerhin seit Dezember ohne Visum<br />

in die EU einreisen. Das jüngste Land<br />

Europas, der Kosovo, wird es weiter schwer<br />

haben, da ihm Belgrad die Anerkennung<br />

als Staat versagt.<br />

In Summe haben die post-jugoslawischen<br />

Staaten nach schmerzhaften Kriegen<br />

eine Erfolgsgeschichte vorzuweisen. Auf<br />

der Westbalkan-Konferenz in Sarajevo im<br />

Juni 2010 bekannte sich die EU zur Perspektive<br />

der Erweiterung für alle Staaten<br />

der Region. Brüssel pocht auf Reformen in<br />

Justizwesen und Verwaltung, Korruptionsbekämpfung<br />

und Beilegung bilateraler<br />

Konflikte.<br />

***<br />

Slowenien meisterte 2008<br />

den EU-Vorsitz<br />

Slowenien hat von Anfang an eine Vorreiterrolle<br />

gespielt. Der Rückblick auf die<br />

vergangenen 20 Jahre ist beeindruckend.<br />

Am 23. Dezember 1990 votierte eine überwältigende<br />

Mehrheit der Slowenen für die<br />

Unabhängigkeit, die ein halbes Jahr später<br />

proklamiert wurde. 1996 erfolgte das Assoziierungsabkommen<br />

mit der EU, 1998 starteten<br />

die Beitrittsverhandlungen mit Brüssel,<br />

2002 wurden sie abgeschlossen. Beim<br />

EU-Referendum 2003 stimmen 90 Prozent<br />

der Slowenen für die EU-Mitgliedschaft.<br />

Seitdem stellte der Zwei-Millionen-Staat<br />

Rekorde auf. Slowenien war im Mai 2004<br />

Drei Brücken in Ljubljana<br />

der erste ex-jugoslawische Staat, der den<br />

Eintritt in Brüssel schaffte. 2007 trat Slowenien<br />

als erstes unter den zehn Neumitgliedern<br />

von 2004 der Euro-Zone bei. Am 1.<br />

Jänner 2008, nur 17 Jahre nach der Staatswerdung,<br />

saß Slowenien als erster der EU-<br />

Neulinge im Chefsessel der Union. Mit<br />

dem EU-Vorsitz bestand die kleine Republik<br />

im Süden Österreichs die Nagelprobe.<br />

Ungarn ist erst jetzt an der Reihe.<br />

Als größtes Projekt seit der Staatsgründung<br />

bezeichnete der damalige slowenische<br />

Premier Janez Jansa den EU-Vorsitz.<br />

Beim selbst gewählten Westbalkan-Schwerpunkt<br />

fiel die Bilanz gemischt aus. Mit der<br />

EU-Integration Mazedoniens kam man<br />

wegen des Namensstreits nicht voran, in<br />

der Kosovo-Frage hatte das Vorsitzland<br />

kaum Spielraum. Fortschritte wurden bei<br />

der Visa-Liberalisierung in der Region erzielt.<br />

In der Europa-Politik musste Ljubljana<br />

einen Tiefschlag einstecken: das irische<br />

Nein beim Referendum über den Lissabon-<br />

Reformvertrag.<br />

***<br />

Kroatien auf dem Weg in die EU<br />

Bald dürfte auch Sloweniens Nachbar<br />

Kroatien ein EU-Partner sein. Alles weist<br />

darauf hin, dass die Beitrittsverhandlungen<br />

mit Zagreb Ende Juni abgeschlossen<br />

werden können. Die EU-Kommission würdigte<br />

jüngst die Fortschritte im Justizbereich<br />

und bei den Grundrechten, forderte<br />

aber Taten in Sachen Korruptionsbekämpfung,<br />

Kriegsverbrechen und Flüchtlingsfragen.<br />

Ähnlich äußerte sich der ungarische<br />

Ratsvorsitz, der einen baldigen Abschluss<br />

erwartet. Auch das Europa-Parlament gab<br />

dafür grünes Licht.<br />

Bei der Unabhängigkeit der Justiz und<br />

der Korruptionsbekämpfung muss Kroatien<br />

nachbessern. Der frühere Ministerpräsident<br />

Ivo Sanader sitzt wegen Verdachts<br />

auf Korruption und Geldwäsche in<br />

österreichischer Untersuchungshaft. Positiv<br />

auf die Verhandlungen mit Brüssel<br />

wirkte sich im Vorjahr die Entspannung<br />

im slowenisch-kroatischen Grenzstreit aus.<br />

Die beiden Regierungschefs hatten sich<br />

auf ein Schiedsabkommen geeinigt.<br />

***<br />

Mazedonien durch Namensstreit<br />

blockiert<br />

Mazedonien hofft indessen auf neue<br />

Dynamik im 20-jährigen Namensstreit. Bereits<br />

seit 2005 ist das Land, das in der<br />

UNO unter der Bezeichnung „Ehemalige<br />

Jugoslawische Republik Mazedonien“ (FY-<br />

ROM) firmiert, EU-Beitrittskandidat. Doch<br />

wegen der Namensfrage hat Brüssel nie<br />

Beitrittsverhandlungen mit Skopje eröffnet.<br />

2008 blockierte Athen eine Aufnahme<br />

Mazedoniens in die NATO; Griechenland<br />

bekräftigte vor dem NATO-Gipfel 2010 die<br />

Vorbehalte. Ende März soll vor dem Internationalen<br />

Gerichtshof in Den Haag ein<br />

neuer Anlauf zur Lösung des Namensstreits<br />

genommen werden.<br />

FOTO: WWW.SLOVENIA.INFO/DUNJA WEDAM<br />

28 | <strong>SOCIETY</strong> 1_11


LÄNDERSCHWERPUNKT<br />

INTERVIEW<br />

Dr. Christoph Leitl und<br />

Botschafter Gordan Bakota<br />

Top-Exportzielmarkt<br />

„Größter ausländischer Investor“<br />

WKÖ-Präsident Dr. Christoph Leitl im <strong>SOCIETY</strong>-Interview über die herausragenden Wirtschaftsbeziehungen<br />

zu Kroatien, die EU-Kofinanzierung für Projekte und die Erholung des BIP.<br />

Österreich spielt in Kroatien besonders<br />

im Finanzsektor und im Tourismus eine<br />

große Rolle. Wie sieht es in den Bereichen<br />

Technologien und Industrie aus? Gibt es<br />

hier Möglichkeiten für Investitionen?<br />

Vorab möchte ich kurz auf die hervorragend<br />

laufenden bilateralen Wirtschaftsbeziehungen<br />

zwischen Österreich und Kroatien<br />

eingehen. Kroatien gehört zu den<br />

Top-20 Exportzielmärkten Österreichs und<br />

im Vorjahr machte das Exportvolumen<br />

nach Kroatien 1,1 Milliarden Euro aus.<br />

Wie mir der neue kroatische Botschafter<br />

Gordan Bakota dieser Tage wieder einmal<br />

bestätigte, genießen österreichische Unternehmen<br />

in Kroatien einen ausgezeichneten<br />

Ruf und zeichnen für ein Drittel aller<br />

Auslandsinvestitionen verantwortlich – damit<br />

ist Österreich der bei weitem größte<br />

ausländische Investor in Kroatien.<br />

Der Wichtigkeit Kroatiens für Österreichs<br />

Wirtschaft tragen wir auch heuer<br />

wieder mit einem eigenen „Kroatientag“ in<br />

der WKÖ Rechnung, bei dem wir Top-Entscheidungsträger<br />

aus Kroatiens Politik und<br />

Wirtschaft erwarten. Die österreichische<br />

Präsenz in Kroatien erstreckt sich auf beinahe<br />

alle Sektoren, was grundsätzlich den<br />

Neueinstieg österreichischer Unternehmen<br />

erleichtert. Zusätzliche Chancen für Investitionen<br />

österreichischer Unternehmen<br />

im Industriebereich sehe ich dann, wenn<br />

die kroatische Regierung weiteren Privatisierungen<br />

zustimmt.<br />

Was kann die österreichische Wirtschaft<br />

vom EU-Beitritt Kroatiens erwarten?<br />

Kroatien profitiert finanziell wie kaum<br />

ein anderes Beitrittsland von EU-Beihilfen.<br />

Schon vor dem Beitritt, der frühestens<br />

2013 erfolgen wird, stehen über die<br />

„Instruments for Pre-Accession IPA-Fonds“<br />

jährlich 160 Millionen Euro öffentlichen<br />

Stellen sowie Gemeinden zur Verfügung<br />

und bieten für viele Projekte eine EU-Kofinanzierung<br />

von bis zu 85 Prozent. In den<br />

ersten beiden Jahren nach dem EU-Beitritt<br />

wird Kroatien 3,6 Mrd. Euro, die dann<br />

auch in Form von Direktförderungen an<br />

Firmen ausgezahlt werden. Diese Fördergelder<br />

werden auch in Kroatien tätigen<br />

österreichischen Firmen zu Gute kommen,<br />

die damit ihr Engagement vor Ort noch<br />

verstärken können. Die besten Chancen für<br />

österreichische Firmen bestehen in den<br />

Bereichen Umwelttechnologie für Abfallentsorgung,<br />

im Wasser- und Abwasserbereich,<br />

bei Energieeffizienz, dem Ausbau<br />

der Verkehrsinfrastruktur, im Aus- und<br />

Weiterbildungssektor oder bei der Verbesserung<br />

der Geschäfts- und Tourismusinfrastruktur.<br />

Kroatien steckt in wirtschaftlichen<br />

Schwierigkeiten, die den Außenhandel trüben.<br />

Für wann ist eine Erholung zu erwarten?<br />

Für heuer erwarten Experten wieder<br />

ein moderates BIP-Wachstum nach den<br />

beiden vergangenen Rezessionsjahren<br />

und 2012 wieder eine stärkeres BIP-Plus<br />

von rund zwei Prozent. Wachstumsbremsen<br />

ergaben sich bisher auch zum Teil<br />

aus noch nicht intensiv genug angegangen<br />

Strukturreformen, etwa in den Bereichen<br />

Administration, Wettbewerb, Justizwesen<br />

oder durch die relativ hohe<br />

Abgabenbelastung. Im Zuge der EU-Beitrittsverhandlungen<br />

sehe ich Kroatien<br />

aber auf einem guten Weg auf dem die<br />

österreichischen Unternehmen eines unserer<br />

beliebtesten Urlaubszielländer gerne<br />

und auch aktiv begleiten werden.<br />

<strong>SOCIETY</strong> 1_11 | 29


DIPLOMATIE<br />

<strong>SOCIETY</strong> EIGENEVENT<br />

Ying Xie, Yutong Ji, Gerti Tauchhammer,<br />

Botschafter Shi Mingde, Mag. Peiru Cai<br />

Präsentation der <strong>SOCIETY</strong>-Ausgabe China<br />

„Jedem Anfang wohnt<br />

ein Zauber inne“<br />

Vor vierzig Jahren haben die gegenseitigen diplomatischen<br />

Beziehungen Chinas und Österreichs ihren Anfang gefunden.<br />

<strong>SOCIETY</strong> lud zur Präsentation der Jubiläums-China-Ausgabe<br />

in die chinesische Botschaft.<br />

Großes Publikumsinteresse bei<br />

der künstlerischen Darbietung<br />

<strong>SOCIETY</strong>-Herausgeberin Gerti Tauchhammer<br />

lud anlässlich des Jubiläumsjahres<br />

China-Österreich in Kooperation mit<br />

dem chinesischen Botschafter Shi Mingde<br />

zu einem Empfang in die chinesische Botschaft.<br />

In freundlicher und angenehmer<br />

Atmosphäre trafen sich zahlreiche Gäste<br />

zur Präsentation der China-Ausgabe. Unter<br />

den Gästen war unter anderem die Malerin<br />

Liu Xiuming, von der das Titelbild stammt.<br />

***<br />

Chinesische Kostproben<br />

Mit Hermann Hesses Worten „Jedem<br />

Anfang wohnt ein Zauber inne“ eröffnete<br />

der Botschafter seine Rede. „Nach viermonatigem<br />

Diskutieren, Recherchieren, Korrigieren<br />

haben wir jetzt diese Nummer mit<br />

einem schönen Titelbild von einer chinesischen<br />

Malerin, die über zwanzig Jahre in<br />

Wien lebt und arbeitet, in der Hand. Ich betrachte<br />

sie als ein wunderbares Geschenk<br />

für das Jubiläumsjahr China-Österreich.<br />

Nochmals herzlichen Dank, Society!“<br />

Highlight der Veranstaltung war das<br />

von der chinesischen Tänzerin Yutong Ji<br />

zusammengestellte künstlerische Programm.<br />

Neben liebevoll zum Thema ausgewählter,<br />

auf chinesischen Instrumenten<br />

gespielter, Musik bot Yutong Ji dem Publikum<br />

außerdem einen eigens für die Veranstaltung<br />

choreographierten Tanz. Danach<br />

bat der Botschafter persönlich zu einem<br />

chinesischen Buffet.<br />

INFO<br />

Weitere Fotos auf www.society.at<br />

Kurzfilm auf www.society.at/society-tv.html<br />

30 | <strong>SOCIETY</strong> 1_11


Dr. Melitta Schubert (Bmeia)<br />

Künstlerin Liu Xiuming,<br />

Botschafter Shi Mingde<br />

Dr. Rolf Thaler (CSC), Botschafter<br />

Dr. Wolfgang Wollte<br />

S.E. Freddy Padilla de Léon,<br />

S.E. Alfredo Labbé, Hermann<br />

Kroiher, S.E. Valeriu Chiveri<br />

Helmut und Monika Türk,<br />

Shi Mingde, Andrea Kdolsky<br />

S.E. Yerzhan Kazykhanov,<br />

S.E. I Gusti Agung Wesaka Puja<br />

S.E. Shi Mingde, Dr. Georg<br />

Zanger, S.E. Aviv Shir-On<br />

Prof. Ariane Hollaender-Calix, Dr. Adrian<br />

Hollaender, Sängerin Maria Bisso<br />

Mag. Hermine<br />

Schreiberhuber, Liu Xiuming<br />

AUSZUG AUS DER GÄSTELISTE<br />

S.E. Valeriu Chiveri (Botschaft Moldau) · Michael Ebel<br />

(Botschaft Deutschland) · S.E. Mahmoud Elamin (Botschaft<br />

Sudan) · S.E. Dr. Gjorgji Filipov (Botschaft Mazedonien) ·<br />

Robert Gautney (Botschaft USA) · Damien Geyer (Botschaft<br />

Frankreich) · S.E. Dr. Ashot Hovakimian (Botschaft Armenien)<br />

· S.E. Yerzhan Kazykhanov (Botschaft Kasachstan) ·<br />

BM a.d. Dr. Andrea Kdolsky (PWC) · S.E. Alfredo Labbé<br />

(Botschaft Chile) · Prof. Mag. Liu Xiuming (Malerin) · S.E.<br />

Sergey Netschaew (Botschaft Russische Föderation) · S.E.<br />

Freddy Padilla de Léon (Botschaft Kolumbien) · Oberst i.G.<br />

Dr. Christine Poussineau (Botschaft Frankreich) · S.E. I Gusti<br />

Agung Wesaka Puja (Botschaft Indonesien) · Botschafterin<br />

Dr. Melitta Schubert (Bmeia) · S.E. Aviv Shir-On<br />

(Botschaft Israel) · Kristina Steltzer (Botschaft Deutschland)<br />

· Oberst LT i.G. Jan Timmering (Botschaft Deutschland)<br />

· Dr. Richard Trappl (Konfuziusinstitut Uni Wien) ·<br />

Mag. Alexander Unkart (Bmvit) · Botschafter Dr. Wolfgang<br />

Wolte (Österreichische Gesellschaft für Europapolitik) ·<br />

Ming Xia (HNA Group) · Dr. Georg Zanger (Rechtsanwalt)<br />

Yutong Ji tanzt<br />

zu chinesischer Musik<br />

<strong>SOCIETY</strong> 1_11 | 31


DIPLOMATIE<br />

<strong>SOCIETY</strong> EIGENEVENT<br />

Gerti Tauchhammer und Albertina-<br />

Direktor Klaus Albrecht Schröder<br />

Roy Lichtenstein in der Albertina<br />

Black & White<br />

<strong>SOCIETY</strong>-Herausgeberin Gertrud Tauchhammer lud das Diplomatische<br />

Corps zur Preview der Roy-Lichtenstein-Ausstellung<br />

„Black & White“ in der Albertina. Anschließend fand ein<br />

Empfang im Hotel „Astoria“ statt.<br />

INFO<br />

Weitere Fotos auf www.society.at<br />

Kurzfilm auf www.society.at/society-tv.html<br />

Der amerikanische Pop-Art-Künstler<br />

und Maler Roy Lichtenstein lebte von<br />

1923 bis 1997 und wird als Symbolfigur<br />

der zeitgenössischen Kunst klassifiziert.<br />

Durch seinen einzigartigen künstlerischen<br />

Stil schaffte er es, gewöhnlichen<br />

Cartoons einen „Sense of High-Art“ zu geben.<br />

Bis zu seinem 38. Lebensjahr malte er<br />

in der Tradition des Kubismus und Abstrakten<br />

Expressionismus, wendete sich<br />

1961 jedoch radikal davon ab und wurde<br />

zu einer Schlüsselfigur in der Entwicklung<br />

der Pop-Art. In den Jahren der Pop-Art-Ära<br />

1961-68 schuf er über siebzig Schwarzweißzeichnungen,<br />

die von Comic Strips inspiriert<br />

waren, und derzeit in der Albertina<br />

zu bewundern sind.<br />

***<br />

„Ästhetik der Untiefe“<br />

Zur Begrüßung hielt Albertina-Direktor<br />

Klaus Albrecht Schröder eine Ansprache<br />

und würdigte die „Ästhetik der Untiefe“<br />

im Schaffen des Künstlers. Er sei mit der<br />

Darstellung der Oberflächlichkeit eine<br />

Symbolfigur schlechthin für die Gegenwart.<br />

Hatte es in den 60er Jahren Diskussionen<br />

über den künstlerischen Wert der<br />

Werke gegeben, so sei Lichtenstein mittlerweile<br />

längst in der „High-Art“ angekommen.<br />

Auch preislich spielt er in der oberen<br />

Liga mit – seine Werke kosten zwischen<br />

zwanzig und vierzig Millionen Euro. Anschließend<br />

fanden zwei Führungen in<br />

deutscher, sowie in englischer Sprache<br />

statt. Die diplomatischen Vertreter aus<br />

über vierzig Ländern zeigten sich begeistert<br />

von der Ausstellung und dem anschließenden<br />

Empfang im Hotel Astoria,<br />

das gemeinsam mit <strong>SOCIETY</strong> und der Albertina<br />

dieses Event möglich gemacht hat.<br />

Die Ausstellung „Black & White“ mit 60<br />

Zeichnungen und 17 Gemälden von Roy<br />

Lichtenstein ist noch bis 15. Mai <strong>2011</strong> in<br />

der Albertina zu sehen. Mehr Infos auf<br />

www.albertina.at.<br />

AUSZUG AUS DER GÄSTELISTE<br />

Chargé d'Affaires Nilda Acosta (Botschaft Paraguay) · S.E.<br />

Dr. Abdulhakim Al-Erayani (Botschaft Jemen) · Brian Balough<br />

(Botschaft USA) · S.E. Dr. Hans-Henning Blomeyer-<br />

Bartenstein (Botschaft Deutschland) · S.E. Torben Brylle<br />

(Botschaft Dänemark) · S.E. Valeriu Chiveri (Botschaft Moldau)<br />

· S.E. Eugenio Curia (Botschaft Argentinien) · S.E. Dr.<br />

Zuheir Elwazer (Botschaft Palästina) · S.E. Prof. Dr. Gjorgji<br />

Filipov (Botschaft Mazedonien) · Robert Gautney (Botschaft<br />

USA) · S.E. Aleksander Gerzina (Botschaft Slowenien)<br />

· Irma Kantola (Botschaft Finnland) · Gesandter<br />

Hartmut Krausser (Botschaft Deutschland) · Hermann<br />

Kroiher (Verband Österreich-Nordische Länder) · Steve Labensky<br />

(Botschaft USA) · S.E. Dr. Peter Lizák (Botschaft Slowakei)<br />

· Botschafter Guttorm Vik (OSZE Norwegen) ·<br />

Ständiger Vertreter Robert Wood (USA Vereinte Nationen)<br />

32 | <strong>SOCIETY</strong> 1_11


S.E. Eugenio Curia<br />

(Argentinien)<br />

Gerti Tauchhammer und Hoteldirektor<br />

Johannes Mauthe<br />

S.E. Aleksander Gerzina<br />

(Slowenien)<br />

Exquisite Häppchen<br />

für die Gäste<br />

Reinhart Waneck, Michaele<br />

Mondl (Hotel Astoria)<br />

S.E. Dr. Peter Lizák<br />

im Interview<br />

S.E. Prof. Dr. Gjorgji<br />

Filipov (Botschaft Mazedonien)<br />

mit Gattin<br />

Liljana Filipova<br />

Führung durch<br />

die Ausstellung<br />

S.E. Dr. Zuheir Elwazer (Palästina),<br />

S.E. Dr. Abdulhakim<br />

Al-Eryani (Jemen)<br />

Hartmut Krausser, S.E. Hans-<br />

Henning Blomeyer-Bartenstein<br />

mit den Gastgebern<br />

<strong>SOCIETY</strong> 1_11 | 33


DIPLOMATIE<br />

AKKREDITIERUNGEN<br />

DIPLOMATENKARUSSELL<br />

Die neu akkreditierten Botschafter bei Bundespräsident Dr. Heinz Fischer in der Hofburg.<br />

EL SALVADOR<br />

H.E. MARIO<br />

ANTONIO RIVERA<br />

MORA<br />

Born in Madrid, on<br />

April 10th, 1952. Married,<br />

two children.<br />

IRAK<br />

H.E. SUROOD R.<br />

NAJIB<br />

IRLAND<br />

H.E. JAMES<br />

BRENNAN<br />

Born in 1949. Married,<br />

four children.<br />

Education<br />

■ Bachelor’s Degree in International<br />

Relations from the University of El<br />

Salvador.<br />

Professional Career<br />

■ Director of Multilateral Political organizations<br />

and forums<br />

■ Director of Europe, Director of Overseas<br />

Affairs and Director of Affairs of<br />

Asia, Africa and Oceania at the Ministry<br />

of Foreign Affairs<br />

■ Member of the Electoral Observation<br />

Mission of the Organization of American<br />

States<br />

■ Representative of El Salvador at various<br />

summits such as the Climate<br />

Change Summit, the Security Council<br />

Summit on Non-Proliferation and Nuclear<br />

Disarmament and other related<br />

to the Treaty on the Non-Proliferation<br />

of Nuclear Weapons, the Comprehensive<br />

Nuclear Test-Ban Treaty, Nuclear<br />

Weapons Free Zones and other issues<br />

related to the disarmament of conventional<br />

weapons<br />

■ Ambassador and Deputy Permanent<br />

Representative of El Salvador to the<br />

United Nations.<br />

Education<br />

■ Bs, political science<br />

■ Ma, International relations<br />

■ PhD, international relations<br />

Professional Career<br />

■ Joined the MFA in the 1970ies<br />

■ Left the MFA in the 1980ies and became<br />

a human rights activist, and<br />

founder of an educational illiteracy<br />

programme in Iraq<br />

■ Since 2003: Ambassador<br />

■ 2003-2004: Head of Human rights department<br />

■ 2004-2007: Head of International organization<br />

and multilateral cooperation<br />

■ 2007-2008: Head of North and South<br />

American department<br />

■ 2008-present: Chief of Staff of the<br />

ministry of foreign affairs<br />

Education<br />

■ Educated at the University College<br />

Dublin and at the Institute of Public<br />

Administration<br />

Professional Career<br />

■ 1971: Joined the Department of Foreign<br />

Affairs, Dublin<br />

■ 1975-1978: First Secretary, Embassy of<br />

Ireland, Lagos<br />

■ 1979-1982: First Secretary, Embassy of<br />

Ireland, Lisbon<br />

■ 1984-1990: Head of Organization of<br />

the Department of Foreign Affairs<br />

■ 1990-1994: Counsellor, Irish Permanent<br />

Representation, Brussels<br />

■ 1994-1996: Director, External Economic<br />

Relations<br />

■ 1997-1998: Director of General EU Affairs<br />

■ 1998-2002: Deputy Permanent Representative,<br />

Brussels<br />

■ 2002-2006: Ambassador to Denmark<br />

■ 2006-2010: Ambassador to Portugal<br />

■ 2010: Ambassador to Austria and Ireland’s<br />

Permanent Representative to<br />

the UN Office in Vienna, IAEA,<br />

UNIDO, UNODC and CTBTO<br />

FOTOS: WENZEL/HBF<br />

34 | <strong>SOCIETY</strong> 1_11


JÄNNER BIS MÄRZ <strong>2011</strong><br />

KROATIEN<br />

NAMIBIA<br />

SPANIEN<br />

S.E. GORDAN<br />

BAKOTA<br />

Geboren am 16.01.1967<br />

in Zagreb, Kroatien.<br />

Verheiratet, zwei Kinder.<br />

H.E. RAPHAEL<br />

NAKARE<br />

DINYANDO<br />

Born in Divundu, Namibia,<br />

on 2 August<br />

1960. Married, five<br />

children.<br />

S.E. YAGO PICO DE<br />

COANA Y DE<br />

VALICOURT<br />

Geboren am 15. April<br />

1943 in Madrid,<br />

Spanien.<br />

Ausbildung<br />

■ Studium der Rechtswissenschaften in<br />

Zagreb, Abschluss zum Dipl. iur.<br />

■ Postdiplomstudium “International Trade,<br />

Facing and Understanding Current<br />

Terrorism Threat in International<br />

Community, Conflict Resolution in<br />

International Environment”<br />

Berufliche Laufbahn<br />

■ 1991: Praktikant, Staatsanwaltschaft<br />

der Republik Kroatien Zagreb<br />

■ 1993-1994: Vizekonsul, Generalkonsulat<br />

der Republik Kroatien Zürich<br />

■ 1994-1997: Zweiter Botschaftssekretär,<br />

Leiter der Konsularabteilung der Botschaft<br />

der Republik Kroatien in Bern<br />

■ 1997-1998: Erster Botschaftssekretär,<br />

Abteilung für internationale Angelegenheiten,<br />

Außenministerium<br />

■ 1998-1999: Leiter der Konsularabteilung<br />

der Botschaft der Republik Kroatien<br />

in Belgrad<br />

■ 1999-2003: Botschaftsrat, Leiter der<br />

Konsularabteilung der Botschaft der<br />

Republik Kroatien in Washington<br />

■ 2003-2005: Staatssekretär, Außenministerium<br />

■ 2005-<strong>2011</strong>: Botschafter der Republik<br />

Kroatien in der Republik Türkei, akkreditiert<br />

für Afghanistan Aserbaidschan,<br />

Kasachstan, Turkmenistan<br />

und Usbekistan.<br />

■ Seit <strong>2011</strong>: Botschafter der Republik Kroatien<br />

in der Republik Österreich<br />

Education<br />

■ University of Zululand, Diploma in<br />

Local Government and Administration<br />

Professional Career<br />

■ 1986-1988: Secretary Rundu Branch<br />

■ 1987-1989: Chairperson SWAPO Youth<br />

League<br />

■ 1989-1990: Deputy Head: Rundu<br />

Regional Office<br />

■ 1990-1996: Ministry of Lands, Resettlement<br />

and Rehabilitation<br />

■ 1997-1999: Chief Control Officer and<br />

Acting Regional Officer<br />

■ 1993-1999: Member of Rundu Town<br />

Council<br />

■ 1993-1999: Mayor of Rundu Town<br />

■ 2000-2010: Member of Parliament<br />

■ 2001-2005: Member of the Security<br />

Commission of the Republic of<br />

Namibia<br />

■ 2005-2010: Deputy Minister of<br />

Information and Communication<br />

Technology<br />

■ 2007-present: Member of SWAPO<br />

Party Central Committee since 2007<br />

■ 2010-present: Ambassador to the Republic<br />

of Austria<br />

Ausbildung<br />

■ Studium der Rechtswissenschaften<br />

■ Diplom der Internationalen Studien<br />

der Diplomatischen Akademie in<br />

Spanien.<br />

Berufliche Laufbahn<br />

■ 1971: Botschaftssekretär der spanischen<br />

Botschaft in Guatemala<br />

■ 1977: Botschaftssekretär in der Ständigen<br />

Vertretung Spaniens vor der<br />

UNO in New York<br />

■ 1980: Referatsleiter für Zentralamerika<br />

und Karibik im Außenministerium<br />

■ 1982: Abteilungsleiter für Politische<br />

Angelegenheiten für Mexiko, Zentralamerika<br />

und Karibik<br />

■ 1984: Stv. Ständiger Beobachter in der<br />

Ständigen Vertretung Spaniens vor<br />

der Organisation der Amerikanischen<br />

Staaten in Washington<br />

■ 1986: Botschafter in Nicaragua<br />

■ 1987: Sektionsleiter für Außenpolitik<br />

für Lateinamerika<br />

■ 1996: Botschafter in Kolumbien<br />

■ 2002: Berater im Kabinett des Generalsekretärs<br />

des Außenministeriums<br />

■ 2003: Ständiger Vertreter Spaniens<br />

bei der UNESCO in Paris<br />

■ 2004: Sonderbeauftragter für Lateinamerika<br />

Gipfel und multilaterale Angelegenheiten<br />

■ 2005-2010: Präsident des “Patrimonio<br />

Nacional”<br />

<strong>SOCIETY</strong> 1_11 | 35


DIPLOMATIE<br />

AKKREDITIERUNGEN<br />

DIPLOMATENKARUSSELL<br />

Die neu akkreditierten Botschafter bei Bundespräsident Dr. Heinz Fischer in der Hofburg.<br />

UNGARN<br />

S.E. VINCE<br />

SZALAY-<br />

BOBROVNICZKY<br />

Geboren am 3. Jänner<br />

1972 in Budapest. Verheiratet,<br />

vier Kinder.<br />

NEUSEELAND<br />

S.E. PHILIP<br />

WALLACE<br />

GRIFFITHS<br />

Born in Wellington,<br />

New Zealand, on January<br />

16th, 1952.<br />

MAURETANIEN<br />

S.E. CHEIKH<br />

AHMED OULD<br />

ZAHAF<br />

(residiert in Genf)<br />

Ausbildung<br />

■ 1996: Universitätsdiplom im Fach Geschichte<br />

an der Universität Eötvös Lóránd,<br />

Budapest<br />

■ 1998: Vordiplomsprüfung an der<br />

Hochschule für Politik, München<br />

Berufliche Laufbahn<br />

■ 1999-2002: Referent für Deutschland<br />

und Skandinavien im Außenministerium,<br />

Budapest<br />

■ 2002-2006: Konsul in München, Generalkonsulat<br />

der Republik Ungarn<br />

■ 2006-2007: Referent für Deutschland<br />

im Außenministerium, Budapest<br />

■ 2007-2008: Berater für bilaterale Beziehungen<br />

mit den mittel- und osteuropäischen<br />

sowie südosteuropäischen<br />

Staaten, Parlament - Außenamt, Budapest<br />

■ 2008-2010: Abteilungsleiter für bilaterale<br />

Beziehungen im Außenministerium,<br />

Budapest<br />

■ 2010: Hauptabteilungsleiter für bilaterale<br />

Beziehungen im Außenministerium,<br />

Budapest<br />

■ Seit 2010: Außerordentlicher und Bevollmächtigter<br />

Botschafter der Republik<br />

Ungarn in Österreich, Wien.<br />

Education<br />

■ Master of Arts (Hons)<br />

Professional Career<br />

■ 1975: Joined Ministry of Foreign Affairs<br />

■ 1975-1976: Economic Division<br />

■ 1976: Attachment, Canberra<br />

■ 1976-1977: Americas Division<br />

■ 1977-1980: Third/ Second Secretary,<br />

Bonn<br />

■ 1980-1982: Section Head, Information<br />

Division<br />

■ 1982-1984: Second Secretary, Teheran<br />

■ 1984-1990: First Secretary/ Charge d’<br />

Affaires, Vienna<br />

■ 1990-1992: Deputy Director, Management<br />

Services Division<br />

■ 1993-1995: Deputy Director, Middle<br />

East & Africa Division<br />

■ 1995-2000: Deputy Head of Mission,<br />

Tokyo<br />

■ 2000-2003: Director, Audit Review Division,<br />

MFAT<br />

■ 2003-2004: Director, Disarmament Division,<br />

MFAT<br />

■ 2004-2008: Ambassador, Warsaw<br />

■ 2008-2010: Director, Chief Executive's<br />

Office, Ministry of Foreign Affairs<br />

and Trade (MFAT), Wellington<br />

NEPAL<br />

S.E. SURESH<br />

PRASAD<br />

PRADHAN<br />

(residiert in Berlin)<br />

SAMBIA<br />

S.E. JOHNSTON<br />

FANWELL<br />

CHIZINGA<br />

(residiert in Berlin)<br />

FOTOS: WENZEL/HBF<br />

36 | <strong>SOCIETY</strong> 1_11


DIPLOMATIE<br />

UN WIEN<br />

Die neu akkreditierten Botschafter überreichten ihre Beglaubigungen an<br />

Generaldirektor Yury Fedotov im Hauptsitz der UNOV/UNODC in<br />

Wien.<br />

United Nations Office At Vienna –<br />

United Nations Office On Drugs and Crime<br />

INFORMATION<br />

Nyron Sequeira, Protocol Assistant<br />

Tel. +43-(0)1- 26060 – 4499<br />

Fax +43-(0)1- 26060 – 5929<br />

E-Mail: Nyron.Sequeira@unvienna.org<br />

NEUSEELAND: S.E. PHILIP GRIFFITHS<br />

ALBANIEN: S.E. SPIRO KOCI<br />

HONDURA: S.E. ROBERTO FLORES BERMUDEZ<br />

IRAK: S.E. DR. SURROD NAJIB<br />

ORGANIZATION OF THE ISLAMIC CONFERENCE: S.E. SLIMANE CHIKH<br />

ÄTHIOPIEN: S.E. MINELIK ALEMU GETAHUN<br />

UN – UNITED NATIONS/<br />

VEREINTE NATIONEN<br />

Am 26.6.1945 wurde in San Francisco die Charta der Vereinten<br />

Nationen beschlossen. Sie trat am 24.10.1945 in Kraft.<br />

Mitglieder sind alle Staaten der Welt mit Ausnahme der<br />

Demokratischen Arabischen Republik Sahara (DARS), der<br />

Republik China (Taiwan) und Vatikanstaat.<br />

Die Grundsätze und Ziele der UN sind: Wahrung des<br />

Weltfriedens, internationale Sicherheit, Achtung der Menschenrechte,<br />

internationale Zusammenarbeit auf wirtschaftlichem,<br />

kulturellem, sozialem und humanitärem<br />

Gebiet, Umweltschutz.<br />

Diese Ziele sollen gemäß den Grundsätzen des allgemeinen<br />

Gewaltverbots und der Verpflichtung zur friedlichen<br />

Beilegung von Streitigkeiten verwirklicht werden.<br />

Die Ausnahme davon bilden vom Sicherheitsrat beschlossene<br />

legitime Zwangsmaßnahmen.<br />

Die Hauptorgane der UN sind die Generalversammlung,<br />

der Sicherheitsrat, die UN-Friedenstruppen und das Sekretariat.<br />

Die UNOV – das Büro der Vereinten Nationen in Wien –<br />

ist eine von vier Hauptsitzen der UN auf der Welt und besteht<br />

seit 26 Jahren. Folgende Organisationen sind u. a. in<br />

Wien untergebracht: UNODC (Drogen- und Verbrechensbekämpfung),<br />

IAEO (Internationale Atomenergie-Organisation),<br />

UNIDO (Industrielle Entwicklung), CTBTO (Comprehensive<br />

Test Ban Treaty Organisation).<br />

<strong>SOCIETY</strong> 1_11 | 37


DIPLOMATIE<br />

CTBTO<br />

Die neu akkreditierten Botschafter überreichten ihre Beglaubigungen an<br />

den Generalsekretär der CTBTO, Botschafter Tibor Tóth. Die Überreichungen<br />

fanden im Hauptsitz der CTBTO in Wien statt.<br />

Comprehensive Test Ban Treaty Organisation<br />

INFORMATION<br />

Annika Thunborg, Leiterin der Öffentlichkeitsarbeit<br />

Tel. +43-(0)1-26030-6375<br />

Fax +43-(0)1-26030-5823<br />

www.ctbto.org<br />

E-Mail: annika.thunborg@ctbto.org<br />

HONDURAS: S.E. ROBERTO FLORES BERMUDEZ<br />

NAMIBIA: S.E. RAPHAEL NAKARE DINYANDO<br />

CTBTO<br />

Die CTBTO PrepCom ist die Vorbereitende Kommission für<br />

die Organisation des Vertrages über das umfassende Verbot<br />

von Nuklearversuchen.<br />

Die CTBTO PrepCom wurde am 19.11.1996 gegründet und<br />

ist mit allen notwendigen Vorbereitungen für die Umsetzung<br />

des Vertrages über das umfassende Verbot von Nuklearversuchen<br />

befasst. Alle Staaten, die diesen Vertrag unterzeichnen,<br />

sind automatisch Mitglieder der Kommission.<br />

Ziel des Vertrages ist die Nichtverbreitung von Kernwaffen<br />

sowie die atomare Abrüstung. Mit dem Verbot von Nuklearversuchen<br />

soll die Weiterentwicklung von Atomwaffen<br />

gebremst werden.<br />

Seit 24.9.1996 wurde der Vertrag von 182 Staaten unterzeichnet,<br />

davon haben ihn mittlerweile 153 ratifiziert. Aktuellster<br />

Vertragsunterzeichner ist Trinidad und Tobago. Die<br />

aktuellste Ratifizierung erfolgte durch die Zentralafrikanische<br />

Republik. Der Vertrag tritt erst dann in Kraft, sobald er<br />

von allen 44 im zweiten Anhang des Vertrages (Annex 2)<br />

aufgezählten Staaten unterzeichnet und ratifiziert worden<br />

ist. Das sind jene Staaten, die zum Zeitpunkt der Vertragsverhandlungen<br />

bereits über friedliche oder militärische<br />

Nukleartechnologie verfügt haben. 41 Annex-2-Staaten haben<br />

den Vertrag unterzeichnet, davon haben ihn 35 auch ratifiziert.<br />

Derzeit fehlen noch die Unterzeichnungen von Indien,<br />

Pakistan und Nordkorea, sowie die Ratifizierungen von<br />

Ägypten, dem Iran, USA, China, Indonesien und Israel.<br />

Österreich zählt ebenfalls zu den Annex-2-Staaten und<br />

hat den Vertrag am 24.9.1996 unterzeichnet und am 13.3.1998<br />

ratifiziert. Das Atominstitut der Österreichischen Universitäten<br />

betreibt in Wien einen Forschungsreaktor.<br />

NEUSEELAND: S.E. PHILIP WALLACE GRIFFITHS<br />

IRLAND: S.E. JAMES BRENNAN<br />

GABUN: S.E. GUY BLAISE NAMBO WEZET<br />

LAOS: S.E. KHAMKHEUANG BOUNTEUM<br />

IRAK: S.E. DR. SUROOD NAJIB<br />

ÄTHIOPIEN: S.E. MINELIK ALEMU GETAHUN<br />

ALBANIEN: S.E. SPIRO KOCI<br />

BESUCH VON STAATSSEKRETÄR JOÂO GOMES CAVINHO, PORTUGAL<br />

38 | <strong>SOCIETY</strong>1_11


DIPLOMATIE<br />

UNIDO<br />

Die neu akkreditierten Botschafter überreichten ihre Beglaubigungen an<br />

den Generaldirektor der UNIDO, Kandeh K. Yumkella. Die Überreichungen<br />

fanden im Hauptsitz der UNIDO in Wien statt.<br />

United Nations Industrial Development Organization<br />

INFORMATION<br />

Cristina Stricker, Information Officer<br />

Tel: +43-(0)1-26026-3034<br />

Fax: +43-(0)1-26026-6881<br />

E-Mail: c.stricker@unido.org<br />

NAMIBIA: S.E. RAPHAEL DINYANDO<br />

NEUSEELAND: S.E. PHILIP WALLACE GRIFFITHS<br />

UNIDO<br />

HONDURAS: S.E. ROBERTO FLORES BERMÚDEZ<br />

ALBANIEN: S.E. SPIRO KOÇI<br />

Die United Nations Industrial Development Organization<br />

(Organisation der Vereinten Nationen für Industrielle Entwicklung)<br />

ist eine Sonderorganisation der Vereinten Nationen<br />

mit dem Ziel, die industrielle Entwicklung in Entwikklungsländern<br />

und Reformstaaten nachhaltig zu fördern. Zu<br />

ihrer Tätigkeit zählen Industrial Governance und Statistik, Investitions-<br />

und Technologieförderung, Förderung von Handel<br />

und Wettbewerbsfähigkeit, Entwicklung der Privatwirtschaft<br />

und Agro-Industrien, nachhaltige Energiewirtschaft<br />

und Klimawandel, das Montreal-Protokoll und Umweltmanagement.<br />

ÄTHIOPIEN: S.E. MINELIK ALEMU GETAHUN<br />

Die UNIDO, mit Hauptsitz in der UNO-City in Wien, wurde<br />

1966 als Programm der Vereinten Nationen gegründet und<br />

ist seit 1985 eine selbstständige Sonderorganisation der VN.<br />

Derzeitiger Generaldirektor (seit 2005) ist Kandeh K. Yumkella<br />

(Sierra Leone). Die UNIDO hat 173 Mitgliedsstaaten, in 53 Ländern<br />

Büros und beschäftigt etwa 650 Mitarbeiter. Darüber<br />

hinaus arbeiten über 2100 Experten international bei UNIDO-<br />

Projekten. Das geschätzte Gesamtvolumen aller Tätigkeiten<br />

für 2010/11 beträgt etwa 385 Millionen Euro (UNIDO ist die einzige<br />

UN-Organisation, die in Euro budgetiert).<br />

<strong>SOCIETY</strong> 1_11 | 39


DIPLOMATIE<br />

<strong>SOCIETY</strong> EIGENEVENT<br />

oben v.l.n.r.: Direktor Oscar del<br />

Campo, S.E. Yago Pico de Coana,<br />

Gerti Tauchhammer, S.E.<br />

Khamkheuang Bounteum<br />

unten v.l.n.r.: S.E. Surood Rashid<br />

Najib, S.E. Freddy Padilla de<br />

León, S.E. Raphael Dinyando<br />

Die neuen Botschafter in Österreich<br />

Imperiales<br />

Willkommen<br />

Die neuen Botschafter in Österreich willkommen hieß <strong>SOCIETY</strong>-<br />

Herausgeberin Gerti Tauchhammer, die zum bereits traditionellen<br />

Botschafterempfang ins mondäne Ambiente des Hotel<br />

Imperial lud.<br />

Hoteldirektor Oscar del Campo freute<br />

sich über die Gäste aus Diplomatie<br />

und einem Crossover aus allen Gesellschaftsschichten<br />

der Wiener Society. Dies<br />

war zugleich das letzte große Event für ihn,<br />

da er Wien in Richtung London verlässt.<br />

***<br />

„Besame Mucho“ für die<br />

neuen Botschafter<br />

Mit einem Ständchen der russischen<br />

Sängerin Elena Mezhinskaya – sie sang<br />

„Otschi Tschornia“, „Besame Mucho“ und<br />

„Wien Wien nur du allein“, eine Hommage<br />

an ihre Heimat Russland, an die zahlreichen<br />

Gäste aus der Spanisch sprechenden<br />

Welt, und an ihre Wahlheimat Wien – begrüßte<br />

man die kürzlich von Bundespräsident<br />

Heinz Fischer akkreditierten Botschafter<br />

aus Spanien (Yago Pico de Coana),<br />

Kolumbien (Freddy Padilla de León), dem<br />

Irak (Surood Rashid Najib), aus Laos (Khamkheuang<br />

Bounteum), und Namibia (Raphael<br />

Dinyando).<br />

Unter den Gästen waren u. a. die Botschafter<br />

aus über dreißig Ländern, darunter<br />

aus Israel, Tunesien, Brasilien, Saudi<br />

Arabien und Argentinien, sowie Gesellschaftsguru<br />

Thomas Schäfer-Elmayer, Sänger<br />

Georges Dimou, Fernsehpromi Christine<br />

Lugner, Malerin Maria Lahr,<br />

Society-Lady Friedl Tisseau, Rechtsanwalt<br />

Georg Zanger u.v.m.<br />

AUSZUG AUS DER GÄSTELISTE<br />

S.H. Mansour Al Saud (Botschafter Saudi Arabien) · S.E. Dr.<br />

Abdulhakim Al-Erayani (Botschaft Jemen) · S.E. Esen Aydogdyev<br />

(Botschaft Turkmenistan) · S.E. Indulis Berzins<br />

(Botschaft Lettland) · Alexander Bychkov (IAEA) · S.E. Ali<br />

Chaouch (Botschaft Tunesien) · S.E. Valeriu Chiveri (Botschaft<br />

Moldau) · S.E. Eugenio Curia (Argentinien) · I.E. Silvia<br />

Davidoiu (Botschaft Rumänien) · Georges Dimou (Europacultur)<br />

· S.E. Mahmoud Elamin (Botschaft Sudan) · S.E.<br />

Dr. Jargalsaikhan Enkhsaikhan (Botschaft Mongolei) · S.E.<br />

Julio Goncalves (Botschaft Brasilien) · S.E. Philip Griffiths<br />

(Botschaft Neuseeland) · S.E. Christopher Grima (Botschaft<br />

Malta) · I.E. Eve-Külli Kala (Botschaft Estland) · S.E. Ukur<br />

Yatani Kanacho (Botschaft Kenia) · Heribert Kasper (Ferrari)<br />

· S.E. Sabri Kiqmari (Botschaft Kosovo) · Gesandter<br />

Hartmut Krausser (Botschaft Deutschland) · S.E. Alfredo<br />

Labbé (Botschaft Chile) · Maria Lahr (Malerin) · Christina<br />

Lugner (Fernsehmoderatorin) · S.E. Dr. Vili Minarolli (Botschaft<br />

Albanien) · S.E. I Gusti W. Puja (Botschaft Indonesien)<br />

· S.E. Ramon Quinones (Botschaft Dom. Rep.) · Gesandte<br />

Galit Ronen (Botschaft Israel) · Thomas<br />

Schäfer-Elmayer (Tanzschule Elmayer) · S.E. Aviv Shir-On<br />

(Botschaft Israel) · S.E. Dr. Ali Soltanieh (UN Vertretung<br />

Iran) · S.E. Diego Stacey Moreno (Botschaft Ecuador) · Ranko<br />

Vujacic (UNIDO) · Dr. Georg Zanger (Rechtsanwalt) · S.E.<br />

Horacio Zubizarreta (Botschaft Paraguay)<br />

INFO<br />

Weitere Fotos auf www.society.at<br />

Kurzfilm auf www.society.at/society-tv.html<br />

40 | <strong>SOCIETY</strong> 1_11


S.E. Aviv Shir-On<br />

(Israel) mit der<br />

neuen E-Klasse von<br />

Mercedes Wiesenthal.<br />

Elena Mezhinskaya<br />

sang ein Ständchen<br />

Paige Vickery (US<br />

Botschaft) und Luis<br />

E. Martínez Cruz<br />

(Panama)<br />

DDr. Friedl Tisseau<br />

und Maria Lahr<br />

Dagmar Reichel von<br />

KA International<br />

mit ihrem Gatten<br />

Gesandter Hartmut<br />

Krausser<br />

S.E. Philip<br />

Griffiths<br />

(Neuseeland)<br />

Dr. Adrian Hollaender präsentierte<br />

die Musikeinlage<br />

S.E. Andrii Bereznyi<br />

(Ukraine)<br />

Thomas<br />

Schäfer-Elmayer<br />

S.E. Alí de Jesus Uzcategui<br />

Duque (Venezuela)<br />

Original Wiener<br />

Punschkrapfen von<br />

Brigitte Bergbauer-<br />

Sauer für Iraks Botschafter<br />

Rashid Najib<br />

Gerti Tauchhammer,<br />

Direktor Oscar del Campo<br />

„Besame Mucho“ für<br />

die neuen Botschafter<br />

Dr. Ernst Huber (WKO), Gerti Tauchhammer,<br />

Patricia Helletzgruber<br />

(Amerikanische Handelskammer),<br />

Robert Gautney (US Boschaft)<br />

<strong>SOCIETY</strong> 1_11 | 41


POLITIK<br />

FRAUENTAG<br />

Katalysatoren der Revolution<br />

100 Jahre Frauentag – 100<br />

Jahre Weltveränderung<br />

Was die Revolutionen in der arabischen Welt, das Ende der Apartheid in Südafrika, die<br />

mexikanische Stadt Ciudad Juárez und Bluetooth mit dem Weltfrauentag zu tun haben,<br />

erklärt Simon Inou in dieser Kolumne.<br />

In der arabischen Welt gibt es zurzeit einen<br />

grundlegenden gesellschaftlichen<br />

Prozess der Veränderung. Nach vielen<br />

Jahren der Diktatur, autokratischen Machtführung<br />

und Unterdrückung der Bevölkerungen<br />

ist es für die Regierenden nun an<br />

der Zeit, mehr Respekt zu demonstrieren.<br />

Dieser arabische Frühling hat in Tunesien<br />

mit der Selbstverbrennung von Mohammed<br />

Bouazizi begonnen.<br />

Der 26jährige wurde Opfer einer Diktatur,<br />

die es auf die junge und gebildete Generation<br />

abgesehen hatte. Laut einem Bericht<br />

der plastischen Chirurgischen<br />

Abteilung (Schwerbrandverletzte) des in<br />

Tunis ansässigen Krankenhauses Aziza Othmana<br />

sind seit 1998 15,1 Prozent der Abteilungsaufnahmen<br />

auf Selbstverbrennungen<br />

zurückzuführen. Es bedeutet, dass die Geste<br />

von Mohammed Bouazizi keine Einzeltat<br />

bzw. isolierte Tat war. Die Tat war Teil einer<br />

langen Reihe von Verzweiflungstaten.<br />

Warum war diese Geste diejenige, die das<br />

Land zum Kochen gebracht hat? Weil Mohamed<br />

Bouazizi von einer jungen Frau geohrfeigt<br />

wurde. Ein Verhalten, dass in der<br />

ethnischen Gruppe der Hamama in Tunesien<br />

als Verletzung gegen den Stolz bzw. als<br />

Schande für den ganzen Stamm gilt.<br />

***<br />

Kampf gegen Rassismus<br />

Nicht nur in Tunesien sondern auch in<br />

Südafrika haben Frauen gegen unmenschliche<br />

und undemokratische Regime gekämpft.<br />

Doch in der gegenwärtigen Geschichte<br />

werden nur Männer als<br />

Vorkämpfer gezeigt und gewürdigt. Im<br />

Kampf gegen die Apartheid wird nur eine<br />

Frau, nämlich Winnie Mandela, erwähnt.<br />

Haben Sie von Florence Matomela, Mama<br />

Beshenga, Elizabeth Mafikeng, Bertha Gxowa<br />

Mashaba, Jetta Barenblatt gehört? Das<br />

sind nur ein Handvoll Frauen, die gegen<br />

die Terrormacht in Südafrika gekämpft<br />

haben. Diese Kämpfe haben zur Zerschlagung<br />

des Rassismus in Südafrika geführt.<br />

Erst im Jahr 2010 – zwanzig Jahre nach der<br />

Befreiung Nelson Mandelas – wurden sie<br />

sowie ihre Taten von der südafrikanischen<br />

Regierung anerkannt.<br />

***<br />

Eine technische Revolution<br />

Eine andere Revolution, die mich auch<br />

geprägt hat, ist Hedy Lamarr geb. Hedwig<br />

Eva Maria Kiesler zu verdanken. Diese Filmschauspielerin<br />

begleitet uns jeden Tag in<br />

unserer Kommunikation. Eine Erfindung<br />

dieser engagierten Dame, die gegen den<br />

Nationalsozialismus kämpfte, benutzen<br />

wir täglich: Diese Schauspielerin aus Wien<br />

erfand zusammen mit dem Komponisten<br />

George Anteil das Frequenzsprungverfahren,<br />

das heute in der Mobilfunktechnik eine<br />

wesentliche Rolle spielt. Beim Frequenzsprungverfahren<br />

wird die zu übertragende<br />

Information nacheinander auf viele Kanäle<br />

verteilt. Bluetooth ist die praktischste<br />

Anwendung des Verfahrens.<br />

***<br />

Gerechtigkeit für Frauen<br />

Rigoberta Menchu aus Guatemala bleibt<br />

„Tradition ist die Bewahrung<br />

des Feuers und nicht die Anbetung<br />

der Asche.“<br />

GUSTAV MAHLER (STARB VOR<br />

GENAU 100 JAHREN)<br />

eine Ikone – sowohl in Lateinamerika, als<br />

auch weltweit. Die aus Guatemala stammende<br />

Menschenrechtsaktivistin ist Preisträgerin<br />

des Friedensnobelpreises. Sie erhielt<br />

ihn1992. Lateinamerika erinnert uns<br />

nicht nur an schöne Tänze und Karnevale.<br />

Dort wird nicht immer gefeiert, wie wir es<br />

wahrnehmen. Der Kontinent wird von massiven<br />

Frauenrechtsverletzungen erschüttert,<br />

die kaum wahrgenommen werden.<br />

In der mexikanischen Stadt Ciudad Juárez<br />

– auch als „Welthauptstadt der Frauenmorde“<br />

bekannt – wo mehrere global<br />

agierende Konzerne wie Siemens, Bosch,<br />

Nike, Mitsubishi, Sony aktiv sind, wurden<br />

zwischen 1993 und 2008 600 Frauen ermordet<br />

und 3000 Frauen sind verschwunden.<br />

Mehr als 200.000 Frauen arbeiten dort<br />

unter prekärsten Bedingungen, damit wir<br />

in Europa das Leben genießen können.<br />

Wie attac in einem Bericht bemerkt: „Mehr<br />

als die Hälfte der jungen Frauen, die etwa<br />

65 Prozent der Arbeitskräfte in Ciudad Juárez<br />

stellen, sind ledige Mütter. Viele gingen<br />

alleine von zuhause weg, um mit einem<br />

Teil ihres Einkommens ihre Familien<br />

zu unterstützen. Sie arbeiten in den Billiglohnfabriken,<br />

in Bars und Restaurants, als<br />

Prostituierte. Und viele, die auf der Suche<br />

nach Arbeit dorthin kamen, kehren nicht<br />

mehr zurück.“<br />

Sie fragen sich, wo die Behörden sind?<br />

Seit fast zwanzig Jahren haben sie nichts<br />

aufklären können, trotz kostspieliger<br />

Untersuchungen. Eine Frau riskiert täglich<br />

ihr Leben und fordert die Behörden<br />

heraus. Marisela Ortiz Rivera, Lehrerin,<br />

Journalistin und Mitarbeiterin der Organisation<br />

Nuestras Hijas de Regreso a Casa berichtet<br />

ständig über diese Morde und mobilisiert<br />

Menschen weltweit, um gegen die<br />

Straflosigkeit etwas zu unternehmen. Was<br />

tun wir als Konsumenten?<br />

In den letzten hundert Jahren haben<br />

Frauen viele Revolutionen begleitet und<br />

sind auch Katalysatoren gegenwärtiger Revolutionen,<br />

die oft im kleinen Kreis beginnen.<br />

42 | <strong>SOCIETY</strong> 1_11


POLITIK<br />

KOMMENTAR<br />

GRAFIK: GERD ALTMANN/PIXELIO.DE<br />

Russland zwanzig Jahre nach der Wende<br />

Die Mühen der Ebene<br />

Das Ende der Sowjetunion bedeutete nicht das Ende ihrer<br />

Probleme. Das Pendel der Euphorie schlug zurück und heute<br />

leidet Russland immer noch an den alten Strukturen.<br />

Von SUSANNE SCHOLL<br />

Damals, im Jahr der Wende, herrschte<br />

nur bei wenigen wirkliche Euphorie.<br />

Anders als heute in den Ländern des<br />

nördlichen Afrikas, ging die Veränderung<br />

von der politischen Elite aus. Oder besser<br />

gesagt, von einem Teil der politischen Elite.<br />

Von jenen, die begriffen hatten, dass die<br />

Sowjetunion so nicht weiter leben konnte.<br />

Aber selbst unter ihnen gab es viele, die<br />

nicht sehen wollten, dass es die Sowjetunion<br />

selbst war, die sich als unreformierbar<br />

erwiesen hatte und deshalb ihre Existenz<br />

aufgeben musste.<br />

Einer, der das ziemlich frühzeitig erkannt<br />

hatte, war Boris Jelzin. Der nicht zufällig<br />

schon 1990 demonstrativ die Kommunistische<br />

Partei verlassen hatte. Als die<br />

zitternden alten Männer, die sich ein Leben<br />

in einem anderen, neuen Russland, nicht<br />

vorstellen konnten, im August 1991 versuchten,<br />

den Lauf der Dinge aufzuhalten,<br />

war er es, der ihnen Paroli bot. Jelzin mobilisierte<br />

die Massen – die Massen in Moskau.<br />

Denn auch in diesem für die ganze Welt so<br />

entscheidenden Moment bewahrheitete<br />

sich jenes alte russische Sprichwort, das besagt:<br />

Über den Wipfeln der Taiga mag der<br />

wildeste Orkan toben – unten, am Waldboden,<br />

spürt man nichts davon.<br />

***<br />

Russland erbt die Probleme der<br />

Sowjetunion<br />

In Moskau also stellte sich tatsächlich<br />

das Volk den Putschisten des August 1991<br />

entgegen. Baute Barrikaden rund um das<br />

Weiße Haus, den Sitz des russischen Parlamentes<br />

– und die Armee stellte sich auf seine,<br />

des Volkes Seite. Als der Spuk vorbei<br />

war, verbot Jelzin die kommunistische Partei<br />

– sehr zum Unmut Michail Gorbatschows,<br />

der noch für wenige Monate sowjetischer<br />

Präsident bleiben sollte. Danach<br />

gab es die Sowjetunion nicht mehr. Das<br />

neue Russland aber erbte von diesem so<br />

plötzlich untergegangenen Imperium<br />

nicht nur die Hauptstadt und die Atomwaffen,<br />

sondern auch all zu viele seiner<br />

Probleme. Vor allem eine Bevölkerung, die<br />

ÜBER DIE AUTORIN<br />

Dr. Susanne Scholl ist am<br />

19.9.1949 in Wien geboren.<br />

Sie studierte Slawistik, war<br />

ab den 1970er Jahren bei<br />

„Le Monde“, Radio Österreich<br />

International und in<br />

der Austria Presseagentur<br />

(APA) tätig. Ab 1985 arbeitete<br />

sie für den ORF: Als<br />

Redakteurin der Osteuroparedaktion, Korrespondentin in<br />

Bonn und Leiterin des ORF-Europajournals, und ab 2000<br />

als Leiterin des ORF-Büros in Moskau. Zahlreiche Publikation<br />

(u. a. „Russisches Tagebuch“ u. „Töchter des Krieges“)<br />

sowie Auszeichnungen (u. a. Österr. Ehrenkreuz f. Wissenschaft<br />

und Kunst 2003, Journalist des Jahres 2009).<br />

nie gelernt hatte, dass Demokratie auch<br />

bedeutet, selbst Verantwortung zu übernehmen.<br />

Sehr bald schon war die Euphorie verflogen<br />

und manch einer begann, sich nach<br />

den ärmlichen, bedrängten, aber wenigstens<br />

irgendwie ziemlich sicheren Sowjetzeiten<br />

zurück zu sehnen.<br />

***<br />

Das Demokratie-Pflänzchen<br />

Die Jahre, in denen das neue Russland<br />

seinen Weg sucht, seine neue Identität, diese<br />

Jahre sind allerdings immer noch nicht<br />

zu Ende. Die Tatsache, dass ein Mann des<br />

Geheimdienstes zurzeit die fast absolute<br />

Macht im Land besitzt, bedeutet nur, dass<br />

der Aufbruchsstimmung nach dem sowjetischen<br />

Niedergang ein schwerer Pendel-<br />

Rückschlag folgte. Vielleicht sogar folgen<br />

musste. Etwas, was möglicher Weise auch<br />

den aufrechten Reformern im arabischen<br />

Raum heute noch bevorstehen könnte. Möglicher<br />

Weise war dieser Pendel-Rückschlag<br />

gar nicht zu verhindern. Die Strukturen, die<br />

das Land jahrzehntelang beherrscht hatten,<br />

hatten sich ja nicht in Luft aufgelöst, die<br />

Menschen, deren Leben diese Strukturen<br />

waren, waren ja noch da. Lebten in diesem<br />

Land. Und waren unzufrieden mit der neuen<br />

Entwicklung. Und im Gegensatz zu den<br />

braven Reformern wollten sie nicht nur die<br />

Macht, sie wussten auch sehr genau, was sie<br />

zu tun hatten, um sie wieder zu erlangen<br />

und abzusichern.<br />

Und trotzdem blüht das kleine Pflänzchen<br />

einer tatsächlichen demokratischen<br />

Entwicklung immer noch. Es ist klein und<br />

dünn und sieht momentan nicht sehr lebendig<br />

aus, aber es ist nicht ganz tot. Früher<br />

oder später wird es zu wachsen beginnen<br />

und die derzeitigen Machthaber einfach<br />

mit seinen Blüten und Blättern aus dem<br />

Amt treiben.<br />

ALLEIN ZU HAUSE<br />

Susanne Scholl<br />

Ecowin Verlag<br />

BUCHTIPP<br />

Sie fliehen vor Mord und Totschlag, Folter und Sklaverei,<br />

Blutrache und Zwangsehe – und vor dem ganz alltäglichen<br />

Elend. In Österreich aber werden sie mit Misstrauen empfangen.<br />

Ihre Anträge auf Asyl werden oft viele Jahre lang<br />

nicht bearbeitet. Ihre Kinder wachsen als Österreicher auf<br />

– und sollen dann trotzdem eines Tages plötzlich das Land<br />

verlassen, weil sie angeblich eine Gefahr für Österreich<br />

sind. Sie heißen Tahira oder Fahim, Nabim oder Leila. Sie<br />

kommen aus Tschetschenien oder Nepal, Afghanistan<br />

oder Nigeria. Gemeinsam ist ihnen, dass sie auf der Flucht<br />

sind und Hilfe brauchen. Susanne Scholl ihrerseits hat einen<br />

guten Teil ihres Lebens außerhalb Österreichs verbracht.<br />

Vor einem Jahr kam sie zurück in ein Land, das sich<br />

ihr gegenüber sehr freundlich zeigte und sich doch als unverständlich<br />

kalt gegenüber Menschen in Not präsentierte.<br />

Davon handelt dieses Buch – und von den Lebensgeschichten<br />

der Menschen, die in Österreich Zuflucht suchen<br />

und so oft dafür bestraft werden.<br />

<strong>SOCIETY</strong> 1_11 | 43


DIPLOMATIE<br />

ÖGAVN<br />

Erfolgreicher Auftakt<br />

„Historische“ Besuche in Wien<br />

Mit zwei herausragenden Besuchen hat das Veranstaltungsjahr <strong>2011</strong> für die ÖGAVN erfolgreich<br />

und vielversprechend begonnen: Stuart Eizenstat und Jewgeni Primakow waren in<br />

Wien zu Gast.<br />

Hans Winkler (Dipl. Akademie), Wolfgang Schüssel (ÖGAVN),<br />

Lilly Sucharipa, Maria Schaumayer, Stuart Eizenstat, Nationalratspräsidentin<br />

Barbara Prammer<br />

***<br />

Vortrag von Stuart E. Eizenstat<br />

Im Jänner 2001 unterzeichneten Österreich<br />

und die USA das so genannte „Washingtoner<br />

Abkommen“, in dem sich Österreich<br />

zu Entschädigungszahlungen an<br />

Opfer des Nationalsozialismus verpflichtete.<br />

Zum 10. Jahrestag des Abkommens lud<br />

Altbundeskanzler Schüssel den damaligen<br />

Chefverhandler Stuart E. Eizenstat zu einem<br />

Vortrag nach Wien ein.<br />

Der Vortrag von Stuart E. Eizenstat, der<br />

gemeinsam mit Nationalratspräsidentin<br />

Mag.a. Barbara Prammer am 19. Jänner im<br />

Österreichischen Parlament abgehalten<br />

wurde, war Auftaktveranstaltung des Programms<br />

der Österreichischen Gesellschaft<br />

für Außenpolitik und die Vereinten Nationen<br />

(ÖGAVN) im Jahr <strong>2011</strong>.<br />

Auf Basis des „Washingtoner Abkommens“<br />

wurde seinerzeit durch einen Beschluss<br />

aller Parlamentsparteien der Allgemeine<br />

Entschädigungsfonds für Opfer des<br />

Nationalsozialismus eingerichtet.<br />

„Österreich habe damit Pionierarbeit<br />

geleistet und sei zum Vorbild für viele andere<br />

Staaten geworden“, sagte Eizenstat in<br />

Richtung Dr. Wolfgang Schüssel, dem er<br />

für seine Bemühungen während dessen<br />

Amtszeit als Bundeskanzler dankte. Schüssel<br />

ist es in Zusammenarbeit mit der damaligen<br />

Präsidentin der Oesterreichischen<br />

Nationalbank, Dkfm. Maria Schaumayer,<br />

auch gelungen, für die Entschädigungszahlungen<br />

die Wirtschaft zur freiwilligen<br />

Dotierung des Fonds zu gewinnen.<br />

Der Fonds ist mit 210 Millionen US-Dollar<br />

dotiert und entschied in den letzten<br />

zehn Jahren knapp 20.700 Anträge mit<br />

rund 120.000 einzelnen Forderungen. Darüber<br />

hinaus wurde Ende 2010 die Errichtung<br />

eines Fonds zur Instandsetzung jüdischer<br />

Friedhöfe in Österreich beschlossen,<br />

dessen Verwaltung dem Nationalfonds<br />

übertragen wurde.<br />

Durch das Abkommen von Washington<br />

konnten nachhaltige Resultate gezeitigt<br />

werden, bei denen aber manchmal die<br />

Geldleistungen vielleicht weniger wichtig<br />

gewesen sind als das Zeichen der – wenn<br />

auch viel zu späten – Anerkennung und<br />

die Ehrung der Opfer.<br />

***<br />

Ehemaliger russischer Ministerpräsident<br />

Primakow in Wien<br />

Am 23. März <strong>2011</strong> gab der frühere russische<br />

Außenminister und Ministerpräsident<br />

Russlands Jewgeni M. Primakow für<br />

die ÖGAVN einen Überblick zu seinen Ansichten<br />

über die neuen Tendenzen in den<br />

Internationalen Beziehungen.<br />

Eingangs erinnerte er in seinen Ausführungen<br />

im Österreichischen Parlament an<br />

die Zeiten des Kalten Krieges, als jede Seite<br />

eine klare Vorstellung von den eigenen<br />

Zielen und jenen des jeweiligen Gegenübers<br />

hatte. Heute seien aber nur noch die<br />

USA als alleiniger Faktor übergeblieben, sodass<br />

nicht wenige meinten, das Weltgeschehen<br />

gestalte sich nun sehr einseitig. Eine<br />

monopolare Welt sei jedoch nicht<br />

möglich, denn die internationalen Verhältnisse<br />

seien derart mannigfach und<br />

vielfältig miteinander verwoben, dass eine<br />

Macht allein diesen Beziehungen unmöglich<br />

allein ihren Stempel aufdrücken könne.<br />

Dies zeige sich auch daran, dass die VR<br />

China, Indien und auch einige Staaten in<br />

Lateinamerika Global Player geworden seien,<br />

sodass die USA der Welt ihre Ordnung<br />

nicht mehr aufzwingen könnten.<br />

Auf die hypothetische Frage: „Kann<br />

denn Russland nicht Mitglied der EU werden?“<br />

meinte Primakow, dass die Antwort<br />

auf diese Frage nicht in erster Linie von<br />

Russland abhängt. Er bezweifle, dass Russland<br />

es ablehnen würde, Mitglied der Europäischen<br />

Union zu werden, wenn man es<br />

fragte. Bedeutend wahrscheinlicher sei<br />

wohl die allmähliche Entwicklung in Richtung<br />

zur Bildung eines gemeinsamen Wirtschaftsraums<br />

Russlands mit der EU.<br />

Abschließend betonte Primakov die Bedeutung<br />

der Wirtschaftsbeziehungen Österreichs<br />

mit Russland. Unter den Investoren<br />

nimmt Österreich in Russland Rang 12<br />

auf der Liste der Investorenländer ein. Auf<br />

dem russischen Markt sind mehr als 1200<br />

österreichische Firmen tätig.<br />

Ex-Ministerpräsident Jewgeni<br />

Primakow im Parlament<br />

MITGLIEDSCHAFT<br />

Alle Personen, die am internationalen<br />

Geschehen interessiert sind<br />

und zur Stärkung der Vereinten<br />

Nationen beitragen wollen, können<br />

ordentliche Mitglieder der<br />

Seit 1945<br />

Österreichischen Gesellschaft für Außenpolitik und die Vereinten<br />

Nationen (ÖGAVN) werden. Daneben sind Unternehmen<br />

und andere Institutionen eingeladen, als unterstützende<br />

Mitglieder beizutreten. Wenn Sie Interesse an einer<br />

Mitgliedschaft haben, wenden Sie sich bitte an:<br />

ÖSTERREICHISCHE GESELLSCHAFT FÜR AUSSENPOLITIK<br />

UND DIE VEREINTEN NATIONEN (ÖGAVN)<br />

Hofburg/Stallburg, Reitschulgasse 2/2. OG, A-1010 Wien<br />

Tel.: +43-(0)1-535 46 27<br />

E-Mail: office@oegavn.org, www.oegavn.org<br />

MAGAZIN <strong>SOCIETY</strong><br />

Mag. Gertrud Tauchhammer hat mit dem Magazin SOCIE-<br />

TY als offizielles Organ schon seit 1995 fungiert und übt<br />

seitdem mit verschiedensten Aktivitäten den Brückenschlag<br />

zwischen Österreich und den Vereinten Nationen<br />

aus. Auf Vorschlag von Altbundeskanzler Dr. Wolfgang<br />

Schüssel wird die Kooperation zwischen dem Magazin SO-<br />

CIETY und der ÖGAVN fortgesetzt. <strong>SOCIETY</strong> ist zu hundert<br />

Prozent im Eigentum der Tauchhammer KG/Mag. Gertrud<br />

Tauchhammer.<br />

44 | <strong>SOCIETY</strong> 1_11


DIPLOMATIE<br />

WELCOME TO AUSTRIA<br />

INFORMATION<br />

„Women in the Bible“<br />

Cross-cultural Events<br />

Highlights of “Welcome<br />

To Austria”<br />

“WA” began the new year with some cross-cultural events<br />

intended to build bridges between Austria and its foreign<br />

diplomatic guests.<br />

Event in the Turkish Embassy<br />

***<br />

Women In The Bible<br />

H.E. Mrs. Arnona Shir-On, spouse of the<br />

Israeli Ambassador, invited “WA“ to a series<br />

of lectures at the Israeli Ambassador’s<br />

residence. Chief Rabbi of Vienna, Chaim<br />

Eisenberg, read from the Old Testament,<br />

interpreting the role and social position of<br />

women – Eve, Sara, Esther etc. – according<br />

to the archaic text which,<br />

closely read, reveals surprisingly<br />

modern aspects.<br />

***<br />

Jewish Museum Visit<br />

In March “WA” enjoyed a<br />

guided tour of the Jewish Museum<br />

at the Judenplatz with<br />

its interesting excavations<br />

and medieval exhibits, which<br />

transported the visitors back<br />

to the 13th c. Vienna.<br />

Matthias Pfaffenbichler<br />

***<br />

Austria and Turkey<br />

Another focus in February was on Austria<br />

and Turkey, beginning with a lecture<br />

by Dr. Matthias Pfaffenbichler, historian<br />

and curator of the “Hof-Jagd-und-Rüstkammer”<br />

= Imperial Armoury, on “Sultan &<br />

Emperor”. He gave a splendid talk about<br />

the historic relations between the two Empires<br />

throughout the ages.<br />

This was followed by an event at the<br />

Turkish Ambassador’s residence: H.E. Mrs.<br />

Neslihan Tezcan had invited “WA” to a<br />

cross-cultural event with a concert by Burcu<br />

Kurt, who sang Mozart and Strauss arias as<br />

well as two Turkish folk songs. She was accompanied<br />

on the piano by Cagdas Dönmezer.<br />

There was a demonstration of a typical<br />

Anatolian wedding ceremony complete<br />

with bride, female relatives and henna<br />

painting. Afterwards the numerous guests<br />

enjoyed a luncheon with excellent Turkish<br />

dishes. The special art of Ebru painting was<br />

shown by Roswitha Kottek, and as a finale<br />

there was a distribution of the Tombola<br />

prizes: altogether a wonderfully<br />

organised programme.<br />

***<br />

Islamic Art<br />

Islamic carpets were studied<br />

at the Museum of Applied<br />

Arts; and “WA” enjoyed<br />

a first view of a special exhibition<br />

“A 1000 Years of Islamic<br />

Art” from the Kuwait<br />

Al-Sabah private collection<br />

at the KHM.<br />

WA “Welcome to Austria” was founded<br />

in 1997 by Dr. Benita Ferrero-<br />

Waldner, who was then State Secretary<br />

for Foreign Affairs, with the<br />

overriding objective of introducing<br />

foreign diplomats and international<br />

civil servants assigned to Vienna and<br />

their spouses to the Austrian way of<br />

life. The aims of WA are to promote the awareness and understanding<br />

of Austria’s rich heritage of culture and history<br />

past and present. WA would welcome newly accredited diplomats<br />

and their spouses to join the club.<br />

***<br />

WA invites you to join:<br />

■ You will meet many interesting Austrians in a relaxed<br />

atmosphere and make new friends.<br />

■ You will be offered a wide choice of excellent programmes<br />

and learn a great deal about your host country.<br />

■ You will be invited to private homes and through WA<br />

events you will enjoy many things which you would not<br />

have access to outside our Association.<br />

***<br />

THE BOARD OF “WELCOME TO AUSTRIA”<br />

Dr. Benita Ferrero-Waldner – Founding President<br />

Foreign Minister Dr. Michael Spindelegger – President<br />

Gabrielle Schallenberg – First Vice President - History, Art<br />

Dr. Monika Türk – Second Vice President<br />

Mag. Stephan Hofstätter – Treasurer<br />

Mag. Gertrud Tauchhammer – Public Relations,<br />

“Schriftführerin”<br />

Dr. Elisabeth Wolff – Music<br />

Dr. Heide Almoslechner – German<br />

Anne Thun-Hohenstein – History, Art<br />

Dr. Stefanie Winkelbauer – Applied Arts, Cuisine<br />

Mag. Adelaida Calligaris – Liaison Officer<br />

***<br />

OFFICE HOURS<br />

Mo-Tue-Wed: 2 p.m.–5 p.m.<br />

Thurs-Fri: 9 p.m.–12 p.m.<br />

Gabriela Znidaric, Secretary<br />

Hofburg, Stallburg, Reitschulgasse 2, 1010 Vienna<br />

Phone: +43-(0)1-535 88 36, Fax: +43-(0)1-535 88 37<br />

E-mail: office@welcome-to-austria.org<br />

www.welcome-to-austria.org<br />

Chaim Eisenberg<br />

<strong>SOCIETY</strong> 1_11 | 45


DIPLOMATIE<br />

INTERNATIONAL<br />

NATIONALFEIERTAGE<br />

der Botschaften mit Amtssitz in Wien. Von April bis Juni<br />

16.<br />

17.<br />

18.<br />

19.<br />

27.<br />

30.<br />

APRIL<br />

Dänemark Geburtstag I. M. Königin<br />

Margarethe II.<br />

Arabische Republik Syrien Ausrufung<br />

der Republik im Jahr 1946.<br />

Simbabwe Unabhängigkeit von<br />

Großbritannien im Jahr 1980.<br />

Vatikan Wahl von Papst Benedikt<br />

XVI.<br />

Südafrika „Tag der Freiheit“: Jahrestag<br />

der ersten demokratischen Wahlen<br />

1994 nach dem Ende der Apartheid.<br />

Niederlande Offizielle Feier des Geburtstages<br />

I. M. Königin Beatrix.<br />

3.<br />

10.<br />

15.<br />

17.<br />

22.<br />

25.<br />

25.<br />

26.<br />

28.<br />

28.<br />

MAI<br />

Polen „Tag der Verfassung vom 3.<br />

Mai 1791“<br />

Israel Unabhängigkeitstag, nach<br />

dem jüdischen Kalender am 5. Ijjar.<br />

Paraguay Unabhängigkeit 1811.<br />

Norwegen Verfassung (1814).<br />

Jemen Wiedervereinigung von<br />

Nord- und Südjemen im Jahr 1990.<br />

Argentinien Unabhängigkeit 1810.<br />

Jordanien Unabhängigkeit von<br />

Großbritannien im Jahr 1946.<br />

Georgien Unabhängigkeitserklärung<br />

vom Zarenreich im Jahr 1918.<br />

Aserbaidschan Gründung der Demokratischen<br />

Republik 1918.<br />

Äthiopien Tag der Niederlage des<br />

Mengistu-Regimes 1991.<br />

2.<br />

6.<br />

10.<br />

12.<br />

12.<br />

17.<br />

18.<br />

23.<br />

25.<br />

25.<br />

JUNI<br />

Italien „Fest der Republik“<br />

Schweden „Tag der schwedischen<br />

Fahne“<br />

Portugal Todestag des port. Nationaldichters<br />

Luís Vaz de Camões.<br />

Philippinen Unabhängigkeit 1898.<br />

Russische Föderation Staatliche<br />

Souveränität 1990.<br />

Island Jahrestag der Ausrufung der<br />

Republik (1944).<br />

Vereinigtes Königreich Offizielle<br />

Feier des Geburtstages I.M. Königin<br />

Elisabeth II.<br />

Luxemburg Offizielle Feier des Geburtstages<br />

von Großherzog Henri.<br />

Kroatien Unabhängigkeit 1991.<br />

Slowenien Unabhängigkeit 1991.<br />

KONFERENZEN DER VEREINTEN NATIONEN IN WIEN<br />

April bis Juni <strong>2011</strong><br />

APRIL<br />

8. UNODC: Commission on Crime Prevention and Criminal Justice, 20 th session: Informal Pre-session<br />

Consultations*<br />

11.-15. UNODC: Commission on Crime Prevention and Criminal Justice, 20 th session<br />

18. NGO: Vienna NGO Committee on Ageing<br />

18.-21. CTBTO: Advisory Group Meeting, 36 th session (part 1)*<br />

MAI<br />

2.-6. IAEA: Board of Governors: Programme and Budget Committee<br />

2.-6. UNNY/DESA: United Nations Group of Experts on Geographical Names, 26th session<br />

2.-13. INCB: International Narcotics Control Board, 101 st session*<br />

9.-13. CTBTO: Advisory Group Meeting, 36 th session (part II)*<br />

11.-13. UNIDO: Programme and Budget Committee, 27 th session*<br />

13. OOSA: Briefing to Permanent Missions on the 54th session of the Committee on the Peaceful Uses<br />

of Outer Space (p.m.)<br />

16.-17. NGO: Vienna NGO Committee on the Family<br />

23.-25. CTBTO: Working Group A, 39 th session*<br />

23.-27. UNSCEAR: United Nations Scientific Committee on the Effects of Atomic Radiation, 58 th session*<br />

30.5.-3.6. UNODC: Conference of the States Parties to the United Nations Convention against Corruption:<br />

Meeting of the Implementation Review Group*<br />

JUNI<br />

1.-10. OOSA: Committee on the Peaceful Uses of Outer Space: 54 th session<br />

2.-3. Austrian Government: The Hague Code of Conduct against Ballistic Missile Proliferation,<br />

10 th Regular Meeting<br />

6.-10. IAEA: Board of Governors<br />

9. NGO: Vienna NGO Committee on the Status of Women (p.m.)<br />

14.-15. CTBTO: Preparatory Commission, 36 th session*<br />

14.-17. UNDOC: Commission on Narcotic Drugs: Heads of National Drug Law Enforcement Agencies<br />

(HONLEA), Europe, 9th session*<br />

22.-24. UNIDO: Industrial Development Board, 39 th session<br />

27.6.-15.7. UNCITRAL: United Nations Commission on International Trade Law, 44 th session<br />

* unter Ausschluss der Öffentlichkeit, Quelle: http://www.unvienna.org/documents/calend294.pdf<br />

46 | <strong>SOCIETY</strong>1_11


DIPLOMATIE<br />

BERICHT<br />

Helmut und Monika Türk mit Bürgermeister<br />

Rocky Gutierrez und Generalkonsul<br />

Christian Prosl in Sitka<br />

Reise nach Alaska<br />

„The Last Frontier“<br />

In der Zeit, als mein Mann österreichischer Botschafter in<br />

den USA war, unternahmen wir zwei Reisen nach Alaska,<br />

eine offizielle und eine private. Diesmal möchte ich von der<br />

offiziellen Reise im August 1994 erzählen. Von MONIKA TÜRK<br />

Vor dem Mendenhall<br />

Gletscher bei Juneau<br />

Im Jahr 1867 erwarben die USA das<br />

Gebiet von Alaska vom Russischen<br />

Reich um 7,2 Millionen US-Dollar (heute<br />

113 Millionen US-Dollar). Der Bundesstaat<br />

Alaska hat rund 700.000 Einwohner, sein<br />

Beiname ist “The Last Frontier”, sein Motto<br />

“North to the Future”. Es ist zu einem<br />

guten Teil Walter Hickel zu verdanken,<br />

dass Alaska am 3. Jänner 1959 der 49.<br />

Bundesstaat der USA wurde, nachdem es<br />

zuvor als Territorium verwaltet worden<br />

war. Hickel war sodann der zweite und, als<br />

wir ihn kennen lernten, auch der achte<br />

Gouverneur Alaskas. Mein Mann erreichte<br />

die Zulassung eines österreichischen Konsulats<br />

in Anchorage, dem wirtschaftlichen<br />

Zentrum des Bundesstaates mit rund<br />

280.000 Einwohnern. Für diese Funktion<br />

gewann er den Sohn des Gouverneurs,<br />

Walter Hickel junior, die dieser bis heute<br />

ausübt.<br />

Bei unseren offiziellen Reisen in den<br />

USA wurden wir jeweils von dem für den<br />

betreffenden Staat zuständigen österreichischen<br />

Generalkonsul sowie vom zuständigen<br />

Handelsdelegierten begleitet. Im Fall<br />

von Alaska waren dies Generalkonsul<br />

Dr. Christian Prosl – derzeit österreichischer<br />

Botschafter in den USA – und der<br />

Handelsdelegierte Dr. Hans Kausl.<br />

***<br />

Dinner ohne Schuhe und Krawatte<br />

Es gab zunächst eine Reihe von Terminen<br />

in Anchorage, unter anderem sprach<br />

mein Mann vor dem „Alaska World Affairs<br />

Council“. Anschließend reisten wir nach Juneau,<br />

der Hauptstadt Alaskas, der einzigen<br />

Hauptstadt eines US-Bundesstaates, die nur<br />

auf dem Luft- oder Seeweg, nicht aber über<br />

Land zu erreichen ist. Anfangs war es nicht<br />

möglich, einen Termin mit Gouverneur<br />

Hickel zu vereinbaren, da dieser verreist<br />

war. Schließlich ergab sich dann eine Gelegenheit<br />

im Haus des katholischen Bischofs<br />

von Alaska, Michael Kenny.<br />

Bischof Kenny lud uns nämlich gemeinsam<br />

mit Gouverneur Hickel zu einem<br />

Abendessen in seine Residenz ein. Als wir<br />

dort ankamen, begrüßte uns der Bischof an<br />

der Tür, stellte sich als Michael vor und bat<br />

uns, die Schuhe auszuziehen und die Herren,<br />

die Krawatten abzunehmen. Er kochte<br />

selbst und hatte als Küchenassistenten einen<br />

österreichischen Priester – Pater Helmut<br />

– engagiert, der auf einem Kreuzfahrtschiff<br />

nach Juneau gekommen war. Ich<br />

half den beiden Priestern gegen deren<br />

Widerstreben in der Küche und ich denke,<br />

es wurde schließlich ein ausgezeichnetes<br />

Mahl. Ein wenig nach uns trafen Gouverneur<br />

Hickel und seine Frau Ermalee ein.<br />

Auch sie wurden gebeten, sich der Schuhe<br />

und der Krawatte zu entledigen.<br />

***<br />

Alaskas „Vier im Jeep“<br />

Bischof Kenny sprach kein Tischgebet,<br />

sondern sang dieses zu Ehren der österreichischen<br />

Gäste nach der Melodie “Edelweiß”<br />

aus dem Musical “Sound of Music”.<br />

Wir verbrachten einen außerordentlich<br />

schönen Abend und erfuhren sehr viel<br />

über die Geschichte Alaskas, das Leben<br />

der Menschen und die Situation der Katholischen<br />

Kirche. Bischof Kenny erläuterte,<br />

die meisten Menschen in Alaska hätten keine<br />

Bindung an eine kirchliche Gemeinschaft,<br />

sie seien “unchurched”. Wir hatten<br />

einen wunderbaren Blick auf den Hafen<br />

von Juneau, die dort verankerten Kreuzfahrtschiffe<br />

und die Bergketten dahinter,<br />

während es langsam dunkel wurde und<br />

die Lichter angingen. Bischof Kenny erwähnte<br />

mit Begeisterung, dass er im Frühjahr<br />

1995 eine Reise ins Heilige Land plane.<br />

Leider sollte er dort, offenbar an Überanstrengung,<br />

im Alter von 48 Jahren versterben.<br />

Die Reise führte uns weiter nach Sitka,<br />

früher Hauptstadt von “Russisch Amerika”.<br />

In Sitka erinnert noch heute vieles an<br />

Russland, insbesondere die Holzkirchen.<br />

Wir waren ein wenig überrascht, als uns<br />

Bürgermeister Rocky Gutierrez bei der Ankunft<br />

in Sitka persönlich empfing. Er bestand<br />

darauf, uns selbst die Sehenswürdigkeiten<br />

der Stadt zu zeigen. Es stellte sich<br />

heraus, dass er nach dem 2. Weltkrieg einer<br />

der “Vier im Jeep” gewesen war, ein<br />

Vertreter der vier Besatzungsmächte, die<br />

abwechselnd den 1. Wiener Gemeindebezirk<br />

kontrollierten. Er bedauerte sehr, dass<br />

er nachher nie wieder Gelegenheit hatte<br />

nach Wien zu kommen. Der Flughafen<br />

von Sitka ist heute nach diesem verdienten<br />

Bürgermeister benannt.<br />

<strong>SOCIETY</strong> 1_11 | 47


DIPLOMATIE<br />

TUNESIEN<br />

Vertretung der Republik Tunesien bei der OSZE<br />

Rede zur Lage der Nation<br />

Stellungnahme zum Tagesordnungspunkt in Bezug auf den Tätigkeitsbericht des amtierenden<br />

Vorsitzenden, vorgetragen von Sabri Chaabani, Geschäftsträger, am 10. März <strong>2011</strong> in<br />

Wien, vor dem ständigen Rat.<br />

Sehr geehrter Herr Vorsitzender,<br />

Eingangs möchte ich zum<br />

Ausdruck bringen, wie sehr<br />

ich die sorgvolle Aufmerksamkeit<br />

schätze, die diese Instanz<br />

und die Organisation<br />

unter ihrem wertvollen Vorsitz<br />

angesichts der Entwicklung<br />

der Lage in der Region,<br />

einschließlich meines Landes,<br />

entgegengebracht haben.<br />

Diese Delegation ist<br />

empfänglich für die verschiedenen<br />

Willensbekundungen,<br />

den Übergangsprozess in<br />

Tunesien zu unterstützen.<br />

Sehr geehrter Herr Vorsitzender,<br />

Der Sicherheits- und<br />

Vertrauensbildungsprozess<br />

schreitet weiter fort in Tunesien.<br />

Die Übergangsregierung<br />

hat verschiedene Maßnahmen<br />

gesetzt, um den Forderungen<br />

der Tunesier gerecht zu werden.<br />

Der neue Übergangsministerpräsident<br />

hat bis jetzt die so dringend nötigen<br />

Führungsqualitäten und Charisma bewiesen,<br />

während er die Herzen und die<br />

Gedanken dank seiner langjährigen Erfahrung<br />

als Staatsmann und talentierter<br />

Sprecher für sich gewann. Er hat die neue<br />

Übergangsregierung gebeten, auf ein Gentleman<br />

Agreement einzugehen, und die<br />

politische Bühne zu verlassen, sobald sie<br />

ihre Aufgabe erfüllt hat, welche darin<br />

besteht, den Übergang zum Erfolg zu<br />

führen, indem sie die Vorbereitungen der<br />

Wahlen am 24. Juli zur Bildung einer verfassungsgebenden<br />

Versammlung vornimmt,<br />

die unter anderem mit der Ausarbeitung<br />

einer neuen Verfassung für das<br />

Land betraut ist.<br />

Sehr geehrter Herr Vorsitzender,<br />

Die Übergangsregierung hat die<br />

wirtschaftliche Lage des Landes nie aus<br />

den Augen verloren. Dank der vorgenannten<br />

vertrauensbildenden Maßnahmen<br />

bessert sich die Sicherheitslage weiter und<br />

die Tunesier rufen einander auf, die Arbeit<br />

wieder aufzunehmen und sich auf die Erhaltung<br />

und Verbesserung der Wirtschaftsleistung<br />

der Landes, zu fokussieren.<br />

In diesem Zusammenhang möchte ich<br />

betonen, wie sehr wir die Unterstützung<br />

und Solidarität schätzen, welche uns<br />

zahlreiche befreundete Länder einschließlich<br />

des Gastlandes entgegengebracht<br />

haben, als sie die Einreisebeschränkungen<br />

für die Hauptstadt<br />

Tunis und die Tourismusregionen an den<br />

tunesischen Küsten, einschließlich der Insel<br />

Djerba, aufgehoben haben, und damit<br />

unsere Bemühungen, die Urlaubssaison<br />

in Tunesien zu retten, unterstützt hat.<br />

Sehr geehrter Herr Vorsitzender,<br />

Diese positive Beschreibung der Situation<br />

in Tunesien bedeutet<br />

nicht, dass manche Herausforderungen<br />

völlig weggefallen<br />

sind. Der Dank gebührt<br />

vor allem dem tunesischen<br />

Heer, das sich als Hüter der<br />

Republik und seiner Werte<br />

erwiesen hat, indem es<br />

sowohl die Kontinuität der<br />

staatlichen Einrichtungen,<br />

die Bürger und die Grenzen<br />

geschützt hat, als auch das<br />

Problem der Flüchtlinge<br />

unter Kontrolle gebracht hat.<br />

Die gute Nachricht ist, dass<br />

es zu einem Rückgang des<br />

Flüchtlingsstroms gekommen<br />

ist, dank der Rolle des<br />

tunesischen Heeres und der<br />

Unterstützung seitens der internationalen<br />

Gemeinschaft.<br />

Nichtsdestotrotz stellen die<br />

ökologischen und Gesundheitsrisiken<br />

im Zusammenhang<br />

mit dem Lager in Ras<br />

Jedir weiterhin einen Grund<br />

zur Sorge dar. Das tunesische<br />

Heer und die Freiwilligen<br />

legen gewaltige Anstrengungen an den<br />

Tag, um der Schwierigkeiten Herr zu werden<br />

und die Risiken unter Kontrolle zu halten.<br />

Wir hoffen weiterhin auf mehr Unterstützung<br />

seitens der internationalen<br />

Gemeinschaft und der befreundeten Länder,<br />

um die Ausbreitung dieser Risiken<br />

einzudämmen und ihre Ausartung in<br />

sozialen Spannungen im Land oder<br />

Gesundheitsrisiken und Seuchen zu verhindern.<br />

Bevor ich abschließe, möchte ich erwähnen,<br />

dass ich diese Anregungen sehr<br />

begrüße, um einen fruchtbaren Dialog<br />

mit dieser Organisation einzuleiten, insbesondere<br />

im Rahmen der Kontaktgruppe<br />

zur Zusammenarbeit mit mediterranen<br />

Partnern willkommen heißen, damit der<br />

demokratische Übergang in meinem Land<br />

eine Erfolgsgeschichte wird.<br />

Danke<br />

48 | <strong>SOCIETY</strong> 1_11


DIPLOMATIE<br />

TUNESIEN<br />

FOTOS: HERIBERT PURTSCHER<br />

Strahlende Gesichter auf der Avenue Habib<br />

Bourguiba, der zentralen Verkehrsader<br />

von Tunis, bekunden das Parfum<br />

de la Liberté, das durch das neue Tunesien<br />

weht. Die Einheimischen sind unter sich,<br />

von Touristen weit und breit keine Spur.<br />

Hotelpools und Strände, die berühmten<br />

Ausgrabungen von Karthago und die Medina<br />

von Tunis sind menschenleer. Drei Monate<br />

nach dem Sturz des Präsidenten geht<br />

das Leben wie gewohnt weiter, die Lage hat<br />

sich beruhigt, doch Tunesien wartet auf<br />

die Rückkehr seiner Gäste. Eigentlich die<br />

historische Chance, die kulturellen Sehenswürdigkeiten<br />

einmal ohne Gedränge<br />

zu genießen. Habib Ammar, Direktor des<br />

staatlichen Touristenamtes, hofft, dass der<br />

Tourismus mithelfen wird, die politische<br />

Situation zu stabilisieren. Fast 400.000<br />

Menschen leben direkt oder indirekt vom<br />

Tourismus. Diese Jobs möchte Tunesien<br />

nicht verlieren.<br />

In Wien sprach <strong>SOCIETY</strong> mit dem Direktor<br />

des Tunesischen Fremdenverkehrsamtes,<br />

Riadh Dhkili, über<br />

den Stand der Dinge in<br />

seinem Land:<br />

Wie wollen Sie das<br />

Riadh Dhkili und Habib<br />

Ammar bei der Pressekonferenz<br />

in Tunis<br />

Vertrauen der Touristen<br />

in Tunesien wieder herstellen?<br />

Welche Maßnahmen<br />

gibt es, damit man<br />

wieder an das Land glaubt?<br />

Es wird einige Zeit dauern, um das Vertrauen<br />

der europäischen Touristen wieder<br />

zu gewinnen. Aber wir wissen auch, dass jede<br />

Krise seine Vorteile birgt. Tunesien ist<br />

durch die Revolution in aller Welt bekannt<br />

geworden. Als erstes Land Nordafrikas auf<br />

dem Weg zur Demokratie zu sein, macht<br />

die Tunesier sehr stolz und zuversichtlich.<br />

Eine entsprechende Werbekampagne für<br />

Europa soll die Botschaft des „neuen Tunesien“<br />

über die Grenzen tragen. Eine umfangreiche<br />

Plakatwerbung in ganz Österreich,<br />

sowie Tramway,- und Busbranding in<br />

den österreichischen Hauptstädten, Printwerbung<br />

in den wichtigsten Tageszeitungen<br />

und Magazinen sind geplant. Möglicherweise<br />

wird es auch einen TV-Spot<br />

geben, der diese Kampagne unterstreicht.<br />

Die Schönheit des Landes bleibt dieselbe,<br />

die Art des Reisens bekommt einen zusätzlichen<br />

Reiz durch die neu erlangte Freiheit<br />

der Bevölkerung.<br />

Was erwartet einen Touristen, wenn er<br />

im Frühling oder Frühsommer nach Tunesien<br />

reist?<br />

Neben den angenehmen Frühlingstemperaturen,<br />

die in Djerba schon bei 29°C liegen,<br />

können Gäste aus dem Ausland gerade<br />

jetzt in aller Ruhe Tunesien genießen.<br />

Der Place du 7 Novembre<br />

wurde in Place 14 Janvier<br />

umbenannt.<br />

Erster Besuch in Tunesien nach der Revolution<br />

Tunesien – tu es jetzt!<br />

<strong>SOCIETY</strong> besuchte Tunesien im Aufwind der neuen Demokratie<br />

und konnte sich auf der beeindruckenden Reise von der<br />

Euphorie des tunesischen Volkes über die neu gewonnene<br />

Freiheit und Menschenwürde überzeugen.<br />

Im Zuge eines Städtetrips nach Tunis, mit<br />

seiner UNESCO-geschützten Medina und<br />

der Avenue Bourghiba mit seinen Prachtbauten<br />

der Kolonialzeit. Bei einem Ausflug<br />

nach Karthago oder Sidi Bou Said, besonders<br />

jetzt ohne den Massentourismus,<br />

kommt man voll auf seine Kosten. Apropos<br />

Kosten, Tunesien war schon immer ein<br />

günstiges Reiseland, aber im Moment bieten<br />

alle Veranstalter sehr attraktive Preise<br />

für Tunesienaufenthalte an. Die Badesaison<br />

beginnt erst Ende Mai, bis dahin ist<br />

Golf und Thalasso angesagt und natürlich<br />

INFO<br />

www.tunesien.info<br />

der Besuch der antiken Stätten wie Douggha,<br />

Sbeitla und El Jem. Auch einem Ausflug<br />

in die Wüstenstädte Tozeur und Douz<br />

steht nichts mehr im Wege.<br />

Das menschenleere Nationalmuseum<br />

in Karthago.<br />

<strong>SOCIETY</strong> 1_11 | 49


LIFE UND STYLE<br />

REISE<br />

Blick über die<br />

Bucht von Neapel<br />

Neapel<br />

Grand Hotel Vesuvio<br />

Das 5-Sterne Grand Hotel Vesuvio ist direkt am Meer gelegen<br />

und bietet einen prachtvollen Blick auf das Kastell dell' Ovo<br />

und den Golf von Neapel.<br />

Das Grand Hotel Vesuvio liegt direkt am<br />

Meeresufer an der Küstenstraße Via<br />

Partenope mit einem herrlichen Panoramablick<br />

auf den kleinen Yachthafen Santa<br />

Lucia und den Golf von Neapel. Santa Lucia<br />

ist eines der ältesten Stadtviertel von<br />

Neapel und es liegt auf einer kleinen Anhöhe,<br />

die bis zu dem kleinen Fischerei- und<br />

Yachthafen hinab reicht. Malerisch liegt<br />

der Hafen Santa Lucia vor dem Castello<br />

dell' Ovo auf einer kleinen mit der Stadt<br />

verbundenen Felseninsel. In der näheren<br />

Umgebung können verschiedene Sehenswürdigkeiten<br />

wie der Palazzo Reale, die Piazza<br />

del Plebiscito und das San Carlo Theater<br />

besichtigt werden.<br />

Erbaut wurde das Grand Hotel Vesuvio<br />

im Jahre 1882. Das neue Hotel war der Höhepunkt<br />

an Luxus und Eleganz, und seit<br />

seiner Eröffnung hat das Hotel viele bekannte<br />

Persönlichkeiten aus Politik, Wirtschaft<br />

und Kunst zu Gast gehabt, wie zum<br />

Beispiel König Gustav von Schweden, Königin<br />

Beatrix der Niederlande, Bill und Hillary<br />

Clinton und Enrico Caruso. Das traditionsreiche<br />

Haus vereint einen tadellosen<br />

und persönlichen Service mit Luxus und<br />

modernem Komfort.<br />

INFO<br />

Das Grand Hotel Vesuvio verfügt insgesamt über 160<br />

Räume, davon sind 45 mit Meeresblick, 17 Suiten, 3 Top<br />

Class Suiten und eine Präsidentensuite. www.vesuvio.it<br />

Italienische Zentrale für Tourismus ENIT Wien<br />

www.enit.at<br />

Zweimal täglich gibt es mit Alitalia eine Flugverbindung<br />

von Wien nach Rom und von dort aus täglich Anschlussverbindungen<br />

nach Neapel. www.alitalia.de<br />

50 | <strong>SOCIETY</strong> 1_11


DIPLOMATIE<br />

ASERBAIDSCHAN<br />

Prof. Aydin Aliyev (Staatliches<br />

Zollkomitee von Aserbaidschan)<br />

Siegerplakat<br />

Ausstellung im VIC<br />

Say No! to Drugs<br />

Das Staatliche Zollkomitee der Republik Aserbaidschan präsentierte<br />

im Vienna International Center eine Ausstellung<br />

mit Kunstwerken zum Thema „Say No! to Drugs“.<br />

Agali Ibrahimov (Aserb. Kunstverband), Prof. Aydin Aliyev<br />

(Zollkomitee), Francis Maertens (Stv. Direktor UNODC)<br />

Die Aktion „Say No! to Drugs“ ist Teil<br />

der gesamtstaatlichen Maßnahmen<br />

Aserbaidschans zur Suchtprävention.<br />

Die in Wien ausgestellten Kunstwerke entstanden<br />

in Zusammenarbeit mit der Aserbaidschanischen<br />

Künstlervereinigung. Es<br />

wurde ein Wettbewerb zum Thema angeregt,<br />

bei dem die aserbaidschanische Bevölkerung<br />

teilnehmen konnte. Die Präsentation<br />

im VIC wurde von der UNODC<br />

unterstützt.<br />

***<br />

Transitland für Drogen<br />

In den vergangenen zwei Jahrzehnten<br />

ist der Drogenhandel im zentralasiatischen<br />

Raum dramatisch angestiegen. Aufgrund<br />

der zentralen Lage entlang der Seidenstraße<br />

ist Aserbaidschan zu einem<br />

Transitland für Drogenhändler zwischen<br />

Asien und Europa geworden. Allein in den<br />

Jahren 2007 bis 2010 konnten aserbaidschanische<br />

Zollbeamte eine Tonne an illegalen<br />

Drogen konfiszieren.<br />

Im Kampf gegen Drogen geht es jedoch<br />

nicht nur um die Strafverfolgung sondern<br />

auch um präventive Maßnahmen. Aus diesem<br />

Grund arbeiten mehrere Ministerien<br />

in Aserbaidschan zusammen (Kultur, Tourismus,<br />

Sport, Jugend, Unterricht etc.), um<br />

die Menschen über die Gefahren des Drogenmissbrauchs<br />

aufzuklären. Der Plakatund<br />

Fotowettbewerb ist Teil der Kampagne.<br />

Kunstobjekt<br />

Ausstellung in der Rotunde des VIC<br />

<strong>SOCIETY</strong> 1_11 | 51


DIPLOMATIE<br />

EVENTS<br />

HIGHLIGHTS VERANSTALTUNGEN<br />

DER DIPLOMATIE Von Jänner bis März <strong>2011</strong><br />

Botschafter a.D. Tariq Aqrawi und<br />

S.E. Surood Rashid Najib (Irak)<br />

IRAN:<br />

NATIONALFEIERTAG<br />

Zum Empfang in die Residenz<br />

anlässlich des iranischen<br />

Nationalfeiertages<br />

luden Botschafter<br />

Ebrahim Sheibany und<br />

der Ständige Vertreter bei<br />

den Vereinten Nationen<br />

Ali Asghar Soltanieh.<br />

Jörg Steiner und Botschafter Kiqmari<br />

Botschafter Ali Asghar Soltanieh<br />

und Ebrahim Sheibany<br />

KOSOVO: UNABHÄNGIGKEITSTAG<br />

Anlässlich der dreijährigen Unabhängigkeitserklärung<br />

des Kosovo<br />

lud Botschafter Dr. Sabri<br />

Kiqmari zu einem Empfang im<br />

Palais Auersperg. In einem kleinen<br />

Festakt zeichnete Generalsekretär<br />

Jörg Steiner von der<br />

Österreichischen Albert<br />

S.E. Sabri Kiqmari mit<br />

Gattin und Albert Rohan<br />

Schweitzer Gesellschaft Botschafter<br />

Kiqmari mit der „Albert<br />

Schweitzer Medaille für humanitäre<br />

Verdienste“ aus. Sie wird an Personen verliehen, die sich<br />

im humanitären Bereich besondere Verdienste erworben haben.<br />

Kubanische Rhythmen<br />

I.E. Norma<br />

Goicochea Estenoz<br />

KUBA: VERABSCHIEDUNG<br />

Zum letzten Mal vor ihrer Rückkehr nach Kuba lud die kubanische Botschafterin<br />

I.E. Norma Goicochea Estenoz zum Fest in die Residenz. Natürlich<br />

gab es mit Zigarren, Rum, Tänzern und Musikern jede Menge kubanischen<br />

Lifestyle zu erleben.<br />

52 | <strong>SOCIETY</strong> 1_11


TUNESIEN:<br />

BOTSCHAFTSEMPFANG<br />

Zum 55-jährigen Jahrestag der unabhängigen<br />

tunesischen<br />

Dr. Georg Zanger und<br />

Republik<br />

Staatssekretär<br />

Andreas Schieder<br />

lud Geschäftsträger<br />

Sabri Chaabani zum Botschaftsempfang in<br />

der Tunesischen Botschaft. Im sonnigen<br />

Innenhof konnten die Gäste tunesische Köstlichkeiten<br />

des Landes genießen.<br />

I.E. Taous Feroukhi (Algerien), S.E. Julio Goncalves<br />

(Brasilien), Mikhail Wehbe (Arabische Liga)<br />

Thomas Resch (Magistrat<br />

Wien Auslandsbeziehungen)<br />

S.H. Prinz Al Saud (Saudi), S.E.<br />

Mohammad Al-Sallal (Kuwait)<br />

Sabri Chaabani, Kais Hachani<br />

KUWAIT: NATIONALFEIERTAG<br />

Rundes Jubiläum in Kuwait:<br />

Zum 50. Jahrestag der Unabhängigkeit<br />

und 20. Jahrestag<br />

der Befreiung luden<br />

Botschafter Mohammad<br />

Saed Al-Sallal und Gattin<br />

zum Empfang im Grand Hotel<br />

in Wien.<br />

S.E. Mohammad Saed Al-Sallal<br />

FOTOS: <strong>SOCIETY</strong>/SCHIFFL, ULRICH<br />

Kassym-Zhomart Tokayev und<br />

das Botschafterehepaar<br />

Die Receiving Line<br />

KASACHSTAN: VERABSCHIEDUNG<br />

Zum 19. Jahrestag der Aufnahme<br />

diplomatischer Beziehungen mit<br />

Österreich fand ein Empfang in<br />

der Residenz unter Anwesenheit<br />

des kasachischen Parlamentspräsidenten<br />

Kassym-Zhomart Tokay-<br />

OSZE-Botschafter Kairat<br />

Abdrakhmanov und<br />

I.E. Lidia Imanalieva<br />

ev statt. Er ist auch Vizepräsident<br />

(Kirgistan)<br />

der Parlamentarischen Versammlung<br />

der OSZE. Gleichzeitig war<br />

dies Gelegenheit für Botschafter Yerzhan Kazykhanov und seine<br />

Gattin Danara Kazykhanova, Abschied von Österreich zu feiern.<br />

Sie gehen zurück nach Kasachstan.<br />

S.E. Blomeyer-Bartenstein (Deutschland),<br />

Dr. S.E. Andreas Alejandro Hopf Díaz (Mexiko), I.E. Eve-Külli<br />

(Central Kala (Estland), Danube) Nuntius Peter Zurbriggen<br />

Botschafter mit<br />

Gattin<br />

<strong>SOCIETY</strong> 1_11 | 53


DIPLOMATIE<br />

EVENTS<br />

HIGHLIGHTS VERANSTALTUNGEN<br />

DER DIPLOMATIE Von Jänner bis März <strong>2011</strong><br />

S.E. Alejandro Díaz (Mexiko),<br />

S.E. William Eacho III (USA)<br />

S.E. Bassam Sabbagh (Syrien),<br />

S.E. Ali Al-Mansouri (UN Katar)<br />

Botschafter James Brennan<br />

und Gattin Jean Brennan<br />

S.E. Frank Recker (Belgien), S.E.<br />

Philippe Carré (Frankreich), S.E.<br />

Jan Koukal (Tschechien)<br />

IRLAND: SAINT PATRICK'S DAY<br />

In der Residenz des irischen Botschafters feierte man traditionsgemäß den Saint Patrick'<br />

Day. Der neue Botschafter S.E. James Brennan und seine Gattin Jean Brennan begrüßten<br />

die zahlreich erschienenen Landsleute und Vertreter des Diplomatischen Corps.<br />

INDONESIEN: MEETING<br />

Zu einem Meeting im Hotel Marietta in Obertauern trafen sich der<br />

indonesische Botschafter S.E. G.A. Wesaka Puja, der Honorarkonsul<br />

von Indonesien für Kärnten Christian Bradach, Honorarkonsul von<br />

Indonesien in Slowenien Arne Mislej und Spitzendiplomaten der<br />

indonesischen Botschaft.<br />

FOTOS: <strong>SOCIETY</strong>/SCHIFFL, BRADACH<br />

S.E. Johnston F. Chizinga, Wirtschaftsrat<br />

Lubasi Mungandi, Johann Kinast (Finanzministerium),<br />

Heinz Messinger<br />

S.E. Mahmoud Elamin (Sudan), S.E. Xolisa<br />

Mfundiso Mabhongo (Südafrika)<br />

SAMBIA: NEUER<br />

BOTSCHAFTER<br />

Honorarkonsul Heinz Messinger<br />

lud die diplomatische Community<br />

zu einem Empfang, um den neuen<br />

Botschafter von Sambia, S.E.<br />

Johnston F. Chizinga, willkommen<br />

zu heißen. Botschafter Chizinga residiert<br />

in Berlin und war anlässlich<br />

der Überreichung seines Beglaubigungsschreiben<br />

an Bundespräsident<br />

Heinz Fischer in Wien zu Gast.<br />

HK Christian Bradach, Wolfgang<br />

Mackh (Marietta<br />

Obertauern), S.E. Wesaka<br />

Puja, HK Arne Mislej<br />

54 | <strong>SOCIETY</strong> 1_11


LIFE UND STYLE<br />

EINKAUFEN<br />

Twin City Liner in Bratislava: Auch der<br />

Schnellkatamaran Twin City Liner ist im<br />

Programm von mycentrope.com<br />

fasst die stattliche Einwohnerzahl von 15<br />

Millionen Menschen.<br />

***<br />

Gemeinsamer Lebensraum<br />

Was vor rund zehn Jahren zunächst<br />

nur in den Köpfen visionärer Politiker als<br />

völkerverbindendes Kerngebiet Mitteleuropas<br />

existierte, wird von den Bewohnern<br />

von Centrope inzwischen als faktisch existierender<br />

gemeinsamer Lebensraum genutzt.<br />

So realisieren in den Einkaufszentren<br />

Wiens Ungarn ihre Wohnträume, Bratislava<br />

ist nicht zuletzt dank der<br />

Schnellschiff-Verbindung Twin City Liner<br />

zu einem der beliebtesten Ausflugsziele<br />

der Wienerinnen und Wiener geworden,<br />

und am Semmering carven seit einigen<br />

Jahren Tschechen und Slowaken in trauter<br />

Vielsamkeit mit den Österreichern und<br />

natürlich auch weiteren Mitgliedern der<br />

mitteleuropäischen Völkerfamilie.<br />

***<br />

Informations- und Buchungsplattform<br />

im World-Wide-Web<br />

Die Homepage mycentrope.com möchte<br />

das „Erlebnis ohne Grenzen“ vermitteln.<br />

Auf der Website finden sich alle relevanten<br />

Infos und Buchungs-Möglichkeiten für die<br />

Gestaltung der Freizeit in der Vierländer-Region<br />

Centrope. Mittels eines innovativen Filtersystems<br />

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persönlichen Freizeit-Interessen des Users<br />

eingestellt werden. Zusätzlich gibt es auf mycentrope.com<br />

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und exklusive touristische Angebote, die<br />

nur über mycentrope.com gebucht werden<br />

können. Mycentrope.com ist somit auch eine<br />

Gelegenheit für Wirtschaftstreibende in<br />

den Ländern Slowakei, Tschechien, Ungarn<br />

und Österreich, sich attraktiv in einem neuen<br />

Medium einer bisher noch nicht ausreichend<br />

gewürdigten Fokus-Gruppe, dem Centrope-Bewohner,<br />

zu präsentieren.<br />

Neue Web-Plattform mycentrope.com<br />

Grenzenlose Freiheit<br />

Ein Erlebnis ohne Grenzen vermittelt die innovative Website<br />

mycentrope.com mit exklusiven touristischen Angeboten,<br />

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über die 4-Länder-Region in Mitteleuropa.<br />

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Österreicher haben gemeinsam, dass<br />

sie alle Bewohner einer der wirtschafts-<br />

und kulturstärksten Regionen Europas<br />

namens Centrope sind. Diese geopolitische<br />

Region Europas besteht im Kern<br />

aus dem mährischen Raum, dem Umland<br />

von Bratislava, dem westlichen Teil Ungarns<br />

sowie aus Ostösterreich und um-<br />

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der 4-Länder- und 4-Völker-Region. Unter allen <strong>SOCIETY</strong>-<br />

Lesern, die sich im Zeitraum Mai bis August <strong>2011</strong> registrieren,<br />

wird eine Fahrt mit dem Twin City Liner für zwei Personen<br />

verlost.<br />

<strong>SOCIETY</strong> 1_11 | 55


WIRTSCHAFT<br />

MOBILITÄT<br />

Der neue Opel Ampera<br />

Neue Mobilität<br />

Die „ePioniere“<br />

Alexander Struckl, Geschäftsführer von Opel Österreich,<br />

spricht im <strong>SOCIETY</strong>-Interview über das Ende der Krise,<br />

emissionsfreie Mobilität, Erdgasantrieb als Ladenhüter und<br />

den Opel Ampera als richtungsweisendes Elektrofahrzeug.<br />

Die weltweite Finanzkrise hat die Automobilhersteller<br />

hart getroffen. Wie ist die<br />

Situation jetzt? Ist die Krise überstanden?<br />

Wir haben bei Opel sehr loyale und gute<br />

Kunden, die unsere Produkte schätzen.<br />

D. h. es gab unter unseren Kunden weniger<br />

Diskussionen über den Fortbestand von<br />

Opel als bei den Wirtschaftsinvestoren.<br />

Heute sind wir auf einem sicheren Weg<br />

nach vorne. Für Produktinvestitionen wurden<br />

11,5 Milliarden Euro zur Verfügung gestellt.<br />

Das beweist, dass es ein Commitment<br />

für die Marke Opel gibt. Wir können<br />

heute sagen, dass die große Restrukturierung<br />

vorbei ist und wir in eine gesicherte<br />

Zukunft gehen können.<br />

Während der Krise hat Opel neue Modelle<br />

auf den Markt gebracht und war mit dem<br />

Opel Insignia auch „Auto des Jahres“. Wie<br />

passt das zusammen?<br />

Opel ist auf dem Produktsektor so stark<br />

wie noch nie. In dieser Zeit haben wir einen<br />

neuen Insignia, Meriva und Astra auf<br />

den Markt gebracht. Bis 2015 wird jedes<br />

Modell bei Opel vollständig erneuert sein.<br />

In den vergangenen drei Jahren hatten<br />

wir jedes Jahr ein Fahrzeug auf den ersten<br />

drei Plätzen. Das ist nicht einmal VW gelungen.<br />

Insignia war Nummer eins, Astra<br />

Platz zwei, und jetzt Platz drei für den Meriva.<br />

Das zeigt, was für ein Potential hinter<br />

diesen Produkten steht. Die Fachjury ist ja<br />

noch kritischer als der Kunde. Wenn die<br />

Fachjury diese Fahrzeuge zu den Top Drei<br />

Autos in Europa wählt, dann ermutigt das<br />

uns in unserem täglichen Tun und motiviert<br />

uns.<br />

Wie sieht es beim Thema emissionsfreie<br />

Mobilität aus? Kann Opel hier mitziehen?<br />

Wir haben hier mit dem Opel Ampera,<br />

der <strong>2011</strong> auf dem Markt kommt,<br />

ein ehrgeiziges Projekt vor uns. Es zeigt<br />

sich, dass die Krise vorbei ist, denn selbst<br />

in so einer kritischen Technologie wie<br />

dem Elektrofahrzeug sind wir sehr weit<br />

vorne. Wir sind ziemlich sicher, dass wir<br />

nahezu führend sind in der Batterie-<br />

56 | <strong>SOCIETY</strong> 1_11<br />

Energie aus der Steckdose


Ein Elektroauto mit Alltagstauglichkeit<br />

technologie.<br />

Was ist das Besondere am Opel Ampera?<br />

Der Ampera ist ein Elektrofahrzeug<br />

mit Range Extender, d.h. es gibt einen<br />

eingebauten Verbrennungsmotor zum<br />

Nachladen der Batterien. Das Fahrzeug<br />

hat achtzig Kilometer reine elektrische<br />

Reichweite, und mit einer Tankfüllung<br />

kommen Sie noch fünfhundert Kilometer<br />

weiter.<br />

Elektroautos sind momentan noch sehr<br />

teuer. Wie sieht es mit der Kundenakzeptanz<br />

aus, so viel Geld auszugeben?<br />

Der Opel Ampera ist derzeit das einzige<br />

alltagstaugliche Elektrofahrzeug mit<br />

einem richtigen Kofferraum und fünf Sitzen.<br />

Der Preis ist relativ zu sehen. Der<br />

Opel Ampera wird mit 42.900 Euro angeboten.<br />

Es gibt eine Masse, die durchaus bereit<br />

ist, so einen Preis zu bezahlen. Bei diesem<br />

Fahrzeug gibt es auch andere<br />

Haltekosten, weil Sie das Fahrzeug über<br />

den Strompreis billiger betreiben können.<br />

Gegenrechnungen von Professoren<br />

in Deutschland besagen, dass die Kosten<br />

von Elektrofahrzeugen in Summe über<br />

die gesamte Laufzeit ungefähr gleich<br />

groß sind wie bei konventionellen Fahrzeugen.<br />

Der größte Wert ist nach wie vor<br />

die Batterie. Wir möchten hier ein sehr<br />

ehrgeiziges Projekt verfolgen, bei dem<br />

die Batterie, wenn sie nicht mehr für den<br />

Fahrzeugbetrieb geeignet ist, für Notstromaggregate<br />

weiterverwendet werden<br />

kann.<br />

Wie schätzen Sie die Zukunft des Elektroautos<br />

generell ein?<br />

Wir sind hier am Beginn einer Entwicklung.<br />

Eines ist sicher: Das Elektrofahrzeug<br />

wird die Zukunft sein. Die langfristige<br />

Aufgabe ist es aber nicht, ein<br />

Elektrofahrzeug zu bauen, sondern eine<br />

emissionsfreie Mobilität zu gewährleisten.<br />

Das ist der springende Punkt: Es<br />

gibt ja auch noch andere Modelle wie die<br />

Wasserstofffahrzeuge bzw. die Brennstoffzellenfahrzeuge.<br />

Derzeit sehen wir<br />

aber bei einem Elektrofahrzeug mit Range<br />

Extender die sinnvollste Variante für<br />

unsere Kunden, hier individuelle Mobilität<br />

so abgasarm wie möglich abzubilden.<br />

Derzeit können wir gar nicht so viele<br />

Elektrofahrzeuge bauen, wie wir<br />

Nachfrage haben.<br />

Wie viele Elektrofahrzeuge werden verkauft?<br />

Rund 300 Fahrzeuge pro Jahr. Das<br />

sind „Early Adopters“ – wir haben eine<br />

Internetseite, wo sich Personen oder Firmen<br />

registrieren können, die sich besonders<br />

für den Ampera interessieren.<br />

Wir nennen sie die „ePioniere“. Wir haben<br />

ungefähr fünfzig Prozent Firmen<br />

und fünfzig Prozent Privatkunden. Die<br />

Privatkunden setzen sich aus den unterschiedlichsten<br />

Milieus und Hintergründen<br />

zusammen. Das sind Vordenker,<br />

Techniker, Ärzte, und viele andere… ein<br />

CURRICULUM VITAE<br />

Mag. Alexander Struckl<br />

ist am 12. Mai 1970 in<br />

Bruck/Mur geboren.<br />

Nach dem Studium der<br />

Betriebswirtschaft an<br />

der Karl Franzens Universität<br />

Graz stieg er als<br />

Controller bei Opel<br />

Österreich ein. Weitere<br />

Karrierestationen waren<br />

Interner Revisor bei Opel Österreich, Financial Analyst bei<br />

GM Europe in Zürich, Leiter des Produktmanagements, Distriktleiter<br />

im Verkauf, Business Unit Manager bei Saab<br />

Österreich und Verkaufsdirektor. Seit 2010 ist er Geschäftsführer<br />

von Opel Österreich in Wien. Alexander Struckl lebt<br />

in einer Beziehung und hat eine Tochter.<br />

großes Spektrum an Leuten. Das hat uns<br />

überrascht.<br />

Autos haben immer mehr computerunterstützte<br />

Steuerungen. Welche Innovationen<br />

gibt es da? Was kommt Neues?<br />

Die Unterstützungen sind vielfältig.<br />

Neben Parksensoren gibt es schon den<br />

Spurhalteassistent, der darauf achtet,<br />

dass man in der Spur bleibt, oder die Verkehrsschilderkennung<br />

„Opel Eye“. Es<br />

wird Warner geben für zu knappen Abstand<br />

zum Vorfahrer. Die Entwicklung<br />

wird weitergehen bis zur Infraroterkennung<br />

von Personen in der Nacht. Es sind<br />

oft nur kleine Innovationen, die den<br />

großen Unterschied ausmachen, z. B.<br />

beim „AFL+“, wo es ein zusätzliches Licht<br />

zur besseren Ausleuchtung in Kreuzungssituationen<br />

gibt und fünfzehn verschiedene<br />

Situationsmodelle, wie das<br />

Licht reagiert. Der Trend zu Fahrerunterstützungssystemen<br />

ist unaufhaltbar.<br />

Wie sieht es mit erdgasbetriebenen<br />

Autos aus? Die sind ja in Österreich nicht<br />

sehr weit verbreitet.<br />

Interessanterweise hat sich das nicht<br />

durchgesetzt. Wir haben um das Jahr<br />

2000 sehr viel in dieses Thema investiert,<br />

waren einer der ersten auf diesem<br />

Gebiet, und haben nach wie vor Autos<br />

im Angebot mit Combo und Zafira. Erdgas<br />

ist eine attraktive und vernünftige<br />

Form der Antriebsart. Es gibt mittlerweile<br />

165 Tankstellen in Österreich. Aber es<br />

wurde nur wenig von den Kunden angenommen<br />

– obwohl die Gaswirtschaft,<br />

die Industrie und die Tankstellenwirtschaft<br />

dies unterstützt. Wir werden<br />

weiterhin Erdgasfahrzeuge anbieten und<br />

hoffen, dass das Interesse steigt.<br />

Konventionelle Motoren werden auch<br />

immer schlanker mit weniger Verbrauch<br />

und Schadstoffausstoß. Wie schätzen Sie<br />

die Entwicklung ein? Werden die Verbrennungsmotoren<br />

plötzlich vom Elektromotor<br />

verdrängt werden?<br />

Wir werden noch lange mit diesen<br />

Motoren leben, denn da gibt es nach wie<br />

vor Potential. Diese Motoren werden kleiner<br />

werden, noch kompakter und effizienter,<br />

aber auch eine geringere Leistung<br />

bringen. Wir machen alles, um die<br />

Effizienz so hoch wie möglich zu halten<br />

und die Energie so wenig wie möglich in<br />

Wärme und so viel wie möglich in Kraft<br />

umzusetzen.<br />

<strong>SOCIETY</strong> 1_11 | 57


WIRTSCHAFT<br />

SICHERHEIT<br />

Commercial Services Agency Ltd<br />

Brands for the future:<br />

AKDdocuments – AKDcard –<br />

AKDsecurity printing<br />

In order to accomplish the best achievements possible in safety and security that comply with<br />

international regulations, AKD (Commercial Services Agency Ltd) created the preconditions<br />

for product and service development offering a complete range of solutions based on<br />

technological progress and specific market requests.<br />

Agencija za komercijalnu djelatnost<br />

d.o.o. (Commercial Services Agency<br />

Ltd), or AKD, from Zagreb is a company<br />

with high-tech equipment specialising<br />

in manufacturing documents, smart cards<br />

and high-security printed matter. All business<br />

processes take place under strictly<br />

controlled and supervised conditions, so<br />

the possibility of abuse is reduced to an absolute<br />

minimum. This is confirmed by<br />

many international certifications and standards<br />

which the company holds and complies<br />

with - MasterCard, ISO 27001, ISO<br />

14001, ISO 9001, digital tachograph – but<br />

also by the new Visa certificate for the personalization<br />

of banking cards. AKD is the<br />

only company in the Republic of Croatia<br />

(outside the banking sector) that owns<br />

both certificates and can offer its production<br />

capacity for the personalization of all<br />

types of banking cards on the market.<br />

***<br />

AKDdocuments<br />

On the Government market, the company<br />

produces – under the AKDdocuments<br />

brand – personal ID and public documents<br />

with the highest degree of security whose<br />

authenticity must be beyond any doubt.<br />

AKD, as a specialised company, has guaranteed<br />

the maximum security of documents<br />

produced since 1991, when the company<br />

was founded by the Croatian Government<br />

with the purpose of producing the first<br />

passport and ID card for Croatian citizens.<br />

In 2009, within a short six-month project,<br />

AKD managed to create a brand new biometric<br />

2nd generation e-passport for Croatian<br />

citizens with regard to design, technology<br />

and security in accordance with<br />

58 | <strong>SOCIETY</strong> 1_11


international rules and regulations in the<br />

field of identification documents. A biometric<br />

passport is a public travel document<br />

that contains an electronic data<br />

medium – a contactless chip, incorporated<br />

within a passport that is used for storage of<br />

the holder’s biometric data –, a face image<br />

and 2 fingerprints, which provides higher<br />

security against fraudulent abuse and<br />

unauthorised modifications and improves<br />

the security of national borders while allowing<br />

for a fast check of passport holders<br />

entering the country. To all states that engage<br />

in the modernisation of their national<br />

system of electronic records with an emphasis<br />

on e-travel documents, AKD can<br />

offer, thanks to the experience gained during<br />

the e-passport project, consulting services<br />

in the process of introducing biometric<br />

passports, the design and integration of<br />

the optimal solution for data collection,<br />

the latest equipment to produce biometric<br />

passports with a chip in the cover page or<br />

polycarbonate page as well as developed<br />

LDS structure and its own software for the<br />

integrated management of production<br />

(squID). As part of its brand, AKD integrates<br />

a full range of security devices of the<br />

highest degree and brings together<br />

renowned suppliers. AKD also has a very<br />

successful collaboration with Austrian<br />

State Printing House (OeSD) in Vienna.<br />

This cross-border collaboration with OeSD<br />

is in the field of the new biometric e-passport<br />

and visa for Croatia.<br />

In addition to the e-passport, AKD can<br />

offer an electronic ID card and establish a<br />

AKD: THE FACTS<br />

1898 foundation of the "RoÏankowsky i drug" print<br />

shop<br />

1947 company name changed to "Ognjen Prica" –develops<br />

into one of the largest printing houses in<br />

this part of Europe by the end of the 60s<br />

1991 AKD takes up business related to the first passports<br />

for Croatian citizens<br />

2000 ID card for Croatian citizens – beginning of the<br />

thermoplastic card program<br />

2009 digital tachograph in Croatia, participation in the<br />

implementation of an e-health system in Macedonia,<br />

biometric 2 nd generation e-passports for<br />

Croatian citizens<br />

system for its issuance, as well as other documents<br />

and systems such as: e-visa, e-drivers<br />

or e-driving licenses, digital tachograph,<br />

e-health cards, e-student cards and<br />

others. In addition to the complete dominance<br />

in this segment on the domestic<br />

market, AKD, through its own company Indicium<br />

doel, is participating in the implementation<br />

of e-health system in Macedonia<br />

and notes a breakthrough in the regional<br />

markets with its solution of e-tachograph.<br />

The use of digital tachograph is mandatory<br />

for all EU members and has been accepted<br />

by the Republic of Croatia as a signatory<br />

to the International Convention on road<br />

traffic (AETR). The basis of the digital<br />

tachograph system is software used by all<br />

members of the digital tachograph system<br />

in the EU and personalised smart<br />

cards with all relevant data necessary to<br />

record working time and attendance for<br />

each card holder individually, whose main<br />

purpose is the prevention of data manipulation<br />

and counterfeiting. The data inside<br />

the chip are encrypted in order to secure<br />

and maintain the integrity of records on a<br />

smart card as well as on a digital tachograph.<br />

All countries that have implemented<br />

a system of digital tachographs are<br />

linked together in a unique information<br />

network for faster verification of issued<br />

cards and submitted card applications. In<br />

addition to personalised cards for drivers,<br />

AKD produces three other types of cards: a<br />

transport company card, an inspection authority<br />

card and a workshop card.<br />

***<br />

AKDcard<br />

The portfolio of products under the AKDcard<br />

brand includes a wide range of card<br />

products. The technological line for card<br />

production and individualisation is very<br />

extensive, and most of it deals with the production<br />

of smart cards with integrated solutions<br />

for the needs of different sectors such<br />

as the already mentioned public sector, financial<br />

and banking, healthcare, telecommunications,<br />

energy, sports, social, commercial<br />

and other areas where quality and<br />

improving business involves the use of such<br />

card. In its Smartcard facility, AKD creates<br />

and personalises Scratch Offs, SIM, polycarbonate<br />

and PC cards with applied contact or<br />

contactless chip, magnetic strips, control<br />

numbers, bar codes or any other kind of security<br />

features and document protection<br />

the client requires, Such a solution is either<br />

based on certain standards or proposed by<br />

an assessment team of AKD.<br />

***<br />

AKDsecurity<br />

In addition, the AKDsecurity brand focuses<br />

on security printing products intended<br />

for a wider market with the primary<br />

purpose of combating the growing<br />

phenomenon of counterfeiting. Recognized<br />

due to its offer of exceptional highsecurity<br />

& technological design solutions,<br />

AKD stands out in the market as a company<br />

that seeks to protect the brand. “AKD is<br />

a brand – a brand means security”- with<br />

this slogan, AKD represents itself to companies<br />

which want to protect their products.<br />

New biometric 2nd generation<br />

e-passport for<br />

Croatian citizens<br />

INFO<br />

AGENCIJA ZA KOMERCIJALNU DJELATNOST<br />

Savska cesta 31<br />

10000 Zagreb, Hrvatska<br />

www.akd.hr<br />

<strong>SOCIETY</strong> 1_11 | 59


WIRTSCHAFT<br />

INTERVIEW<br />

Neues Hotel in Wien<br />

„Ein Geschenk an die Stadt“<br />

William Haandrikman ist Hoteldirektor des neu eröffneten Sofitel Vienna Stephansdom. Im<br />

<strong>SOCIETY</strong>-Interview spricht er über moderne Architektur, die Erwartungen der Gäste und warum<br />

er seine Mitarbeiter „Ambassadors“ nennt.<br />

Sie sind Direktor des neuen Sofitel Vienna<br />

Stephansdom. Wie ist es dazu gekommen?<br />

Ich arbeite seit 18 Jahren beim Hotelkonzern<br />

Accor, habe in Brüssel angefangen<br />

und war danach in New York, Moskau, Amsterdam,<br />

Den Haag und zuletzt in Paris. Accor<br />

hat mich gefragt, ob ich in Wien das<br />

neue Flagship von Sofitel eröffnen möchte<br />

– das war natürlich ein verlockendes Angebot.<br />

Deshalb bin ich nach Wien umgezogen,<br />

um dieses Hotel zu führen. Es ist<br />

auch das erste Mal, dass ich in Wien bin.<br />

Was fasziniert Sie am Hotelgewerbe?<br />

Dass jeder Kunde verschieden ist und<br />

ein anderes Service haben möchte. Mein<br />

Ziel ist es, die Erwartungen jedes Kunden<br />

zu übertreffen.<br />

Welche Kunden haben Sie hier in Wien?<br />

Der Kundenkreis besteht fünfzig zu<br />

fünfzig aus Businessgästen und Freizeittouristen.<br />

Wien ist für beide eine sehr attraktive<br />

Stadt, auch die Verbindung von<br />

Business und Freizeit ist möglich, z. B.<br />

mit einer Verlängerung ins Wochenende.<br />

Wir sind ein modernes Haus und haben<br />

deshalb ein anderes Publikum als traditionelle<br />

Hotels.<br />

Die Architektur von Jean Nouvel spielt<br />

hier eine große Rolle. Was bietet sie den Gästen?<br />

Unsere Gäste lieben Architektur und<br />

Kunst und wollen in einem unvergleichlichen<br />

Hotel wohnen, in einem so genannten<br />

„Destination Hotel“, d. h. sie<br />

kommen schon allein wegen des Hotels<br />

und seiner Architektur zu uns. Hier findet<br />

man Dinge, die es sonst nicht gibt: Alle unsere<br />

Zimmer haben handgemalte Kunstwerke<br />

an den Wänden; es gibt drei jeweils<br />

2.000 Quadratmeter große so genannte<br />

Lichtdecken in verschiedenen Stockwerken;<br />

wir haben eine grüne, fünf Stockwerke<br />

hohe Wand mit 2.000 Pflanzen; die<br />

Zimmer sind durchgestylt und in<br />

Schwarz, Grau oder Weiß gehalten, alles,<br />

was man hier anfasst, ist Kunst. Unser Motto<br />

ist daher auch „living in an artwork“.<br />

Wie gefällt Ihnen persönlich das Gebäude?<br />

Atemberaubende Aussicht - das Restaurant<br />

im 18. Stockwerk<br />

„Mein Ziel ist es, die Erwartungen<br />

jedes Kunden zu übertreffen.“<br />

WILLIAM HAANDRIKMAN<br />

Mir gefällt es sehr gut, weil Wien jetzt<br />

eine Metropole geworden ist – das sagen<br />

auch viele unserer Gäste. Das Gebäude<br />

bringt eine andere Atmosphäre, es ist ein<br />

Geschenk an die Stadt. Das ist uns sehr<br />

wichtig. Jean Nouvel hat ein Gebäude<br />

kreiert, in dem es Anknüpfungspunkte<br />

zum Stephansdom gibt: Das Dach des<br />

Stephansdoms ist schwarz-grau-weiß, unsere<br />

Fassade ist ebenfalls schwarz-grauweiß,<br />

die Zimmer sind entweder schwarz,<br />

grau oder weiß. Viele kleine Details sind<br />

Zitate zur Architektur des Stephansdoms.<br />

Entlang des Donaukanals sind in den<br />

vergangenen Jahren verschiedene markante<br />

Gebäude entstanden. Wie fügt sich das in<br />

das Bild?<br />

60 | <strong>SOCIETY</strong> 1_11


Der zweite Bezirk von Wien verändert<br />

sich, wird moderner. Die Stadt Wien bemüht<br />

sich sehr, auch zeitgemäß zu werden.<br />

„Sisi“ und das Traditionelle ist für<br />

Wien natürlich sehr wichtig, aber die<br />

moderne Schiene, moderne Architektur,<br />

gewinnt an Bedeutung.<br />

Welchen Eindruck haben Sie von Wien<br />

gewonnen?<br />

Wien ist eine sehr schöne Stadt mit<br />

gemütlichen Menschen. Was ich hier liebe,<br />

ist die gute Ess- und Trinkkultur. Das<br />

finde ich ganz toll. Die Lebensqualität ist<br />

gut, der öffentliche Verkehr ist fantastisch.<br />

Ich würde sagen: Der Wiener liebt<br />

es zu leben.<br />

Was bietet das Hotel außer Architektur<br />

sonst noch?<br />

Im Mezzanin gibt es einen Businesscorner.<br />

Für Konferenzen haben wir neun<br />

Medienräume zur Verfügung. Wir bieten<br />

ein Spa mit 800 Quadratmetern, das<br />

größte Hotelspa in Wien, mit verschiedenen<br />

Behandlungen zum Relaxen.<br />

Das Restaurant und die Bar im 18. Stock<br />

mit der atemberaubenden Aussicht auf die<br />

Stadt sind für Wien etwas Besonderes. Kann<br />

hier jeder auf einen Drink kommen?<br />

Ich möchte, dass möglichst viele Wiener<br />

diese Aussicht genießen können.<br />

Das ist ein Blick auf Wien, den es vorher<br />

so noch nicht gegeben hat. Jeder kann<br />

kommen, um einen Kaffee zu trinken –<br />

wir sind zwar kein traditionelles Kaffeehaus,<br />

aber wir haben eine eigene Kaffeemischung<br />

kreiert mit dem Café Altwien,<br />

einem traditionellen Wiener Kaffeehaus,<br />

um eine Verbindung mit der Kaffeehauskultur<br />

herzustellen. Wer ins Restaurant<br />

kommt, kann unser Valet Parking Service<br />

benutzen, also einfach vorfahren,<br />

Schlüssel abgeben und genießen. Das<br />

Spa wird ab April auch für Tagesgäste offen<br />

sein.<br />

Was wird im Restaurant serviert?<br />

Im Restaurant haben wir eine sehr<br />

leichte französische Küche. Früher war<br />

die französische Küche sehr opulent,<br />

mit acht Gängen – das ist zu viel. Unser<br />

Chefkoch Raphael Dworak hat etwas<br />

Leichtes kreiert, z. B. Seebarsch mit<br />

Austern, Froschschenkel etc., Produkte,<br />

die sehr hochwertig sind. Wir kaufen<br />

auch regionale Produkte, z. B. aus dem<br />

Burgenland und der Steiermark, wo wir<br />

kleine Bauern gefunden haben, die<br />

phantastische Waren anbieten. Auch<br />

hier wollen wir den ‚Link‘ mit dem Land<br />

und der Region finden. Wir sind hier mit<br />

dem Hotel in Österreich zu Gast, und die<br />

Leute sollen das genießen.<br />

Und die Weine?<br />

„Living in an artwork“ - gestylte<br />

Zimmer ganz in Weiß<br />

Wir haben 75 Prozent österreichische<br />

Weine. Im Weinkühlschrank im Restaurant<br />

Le Loft lagern 800 Flaschen. Unser<br />

Sommelier hat eine gute Karte zusammengestellt.<br />

Der Haus-Champagner<br />

– wir haben Gosset ausgewählt – ist aber<br />

natürlich französisch, weil wir ein französisches<br />

Unternehmen sind.<br />

Was findet der Besucher hier noch im<br />

Gebäude?<br />

Wir haben in einem Teil des Hauses<br />

auf drei Stockwerken 37 Shops für Wohnen<br />

und Design.<br />

CURRICULUM VITAE<br />

William Haandrikman<br />

hat 1992 bei Accor in<br />

Brüssel seine Hotellaufbahn<br />

begonnen. Er stieg<br />

– nach Stationen in Berlin<br />

und Moskau – 1999<br />

zum Hoteldirektor im<br />

Ibis Amsterdam Airport<br />

auf. Von da an hat er das<br />

Novotel New York, das<br />

Sofitel Den Haag und das Sofitel La Defense Paris gemanagt.<br />

Seit Mai 2010 ist er für das neue Sofitel Wien<br />

Stephansdom mit 182 Zimmern verantwortlich. Das Hotel<br />

wurde Mitte Dezember 2010 eröffnet.<br />

Welches Ziel haben Sie sich für das Sofitel<br />

Stephansdom gesetzt?<br />

Unser Ziel ist es, eine Referenz im<br />

Luxusbereich in Wien zu werden, aber<br />

einen anderen Weg zu gehen als traditionelle<br />

Hotels, und auf diese Weise der<br />

Stadt etwas zu geben, was es noch nicht<br />

gibt. Die Mitarbeiter des Hotels, d. h.<br />

unsere Ambassadors, sollen stolz sein<br />

können auf das Produkt, damit sie dem<br />

Kunden gerade in die Augen sehen können.<br />

Wie führen Sie als Manager Ihr Team?<br />

Halten Sie sich an bestimmte Prinzipien?<br />

Ich sage zu den Ambassadors immer,<br />

wir arbeiten zusammen, sind im selben<br />

Boot und müssen alle in dieselbe Richtung<br />

gehen. Ich bin auch nicht der „Herr<br />

Direktor Haandrikman“ sondern mein<br />

Name ist William. Miteinander sprechen<br />

ist wichtig: Ich bin sehr aufgeschlossen<br />

und möchte immer erfahren, was unsere<br />

Ambassadors besser machen würden.<br />

Denn ich weiß auch nicht alles. Wir<br />

müssen zusammenarbeiten, um die richtigen<br />

Schritte zu setzen, damit der Kunde<br />

sich wohl fühlt. Es geht darum, dass<br />

wir die Erwartungen des Kunden nicht<br />

nur erfüllen sondern übertreffen.<br />

Was ist Ihr Erfolgsrezept?<br />

Mein Erfolg ist, dass ich immer versuche,<br />

mit den Ambassadors gemeinsam<br />

Ziele zu setzen und zu erreichen – das<br />

kann man niemals allein. Sehr wichtig<br />

ist, dass das ganze Team dahinter steht.<br />

Von Oben kommt die große Linie, aber<br />

im Detail müssen die Ambassadors die<br />

Arbeit machen. Jeder ist auf den anderen<br />

angewiesen. Und wir sind alle nur Menschen.<br />

Tauchen ist Ihre große Leidenschaft.<br />

Was reizt Sie daran?<br />

Das Faszinierende beim Tauchen ist,<br />

dass man viel reisen kann, wenn man<br />

schöne Tauchplätze besuchen will. Es<br />

ist eine Leidenschaft von meiner Frau<br />

und mir. Wir lieben die kleinen Details,<br />

zum Beispiel die kleinen Fische finde ich<br />

schöner als die großen.<br />

<strong>SOCIETY</strong> 1_11 | 61


WISSENSCHAFT<br />

KOLUMNE<br />

Kolumne von HERBERT PIETSCHMANN<br />

Ganzheit und Widerspruch<br />

Experiment, Analyse und logisches Denken haben die Naturwissenschaft erfolgreich<br />

gemacht. Doch will der Mensch ‚ganz‘ und glücklich sein, muss er Widersprüche<br />

zulassen, sonst ist er ein „totes Objekt“.<br />

Durch die Entwicklung der Naturwissenschaft<br />

im 17. Jahrhundert<br />

hat das Abendland in wissenschaftlich-technischer,<br />

aber auch wirtschaftlicher<br />

Entwicklung die Führungsrolle<br />

übernommen. Erstaunlich<br />

und kaum fassbar sind die Erfolge, die<br />

uns unvorhersehbare Möglichkeiten gebracht<br />

haben. Dabei ist aber übersehen<br />

worden, dass diese Entwicklungen einen<br />

Preis gehabt haben; der Mensch<br />

mit seinen eigenen Sehnsüchten und<br />

Problemen ist dabei immer mehr in<br />

den Hintergrund geschoben worden.<br />

Schon Albert Einstein schrieb – im höheren<br />

Alter – an Hermann Broch, dessen<br />

Buch über Vergil er gelesen hatte:<br />

„Es zeigt mir das Buch deutlich, vor<br />

was ich geflohen bin, als ich mich mit<br />

Haut und Haar der Wissenschaft verschrieb:<br />

Flucht vom Ich und Wir in<br />

das Es.“<br />

***<br />

Galilei, Descartes und Aristoteles<br />

Heute scheint sich eine Ernüchterung<br />

durchzusetzen, die wieder auf<br />

spezifisch menschliche Bedürfnisse<br />

Rücksicht nehmen will. Um diese<br />

hintergründigen Prozesse zu verstehen,<br />

müssen wir uns ansehen, auf welche<br />

Art die Naturwissenschaft und ihre<br />

Tochter, die Technik, ihre Erfolge eingefahren<br />

haben. Zwei Säulen sind es,<br />

auf denen naturwissenschaftliches<br />

Denken und Handeln aufbaut: Das Experiment<br />

von Galilei und das zerlegende<br />

Analysieren von Descartes. Zusammen<br />

mit der dritten Säule, der<br />

Logik des Aristoteles, die immer Entweder-Oder<br />

fordert, bilden sie unseren<br />

Denkrahmen, der all unseren Entscheidungen<br />

vorausgesetzt ist.<br />

Im Geiste des Galileischen Experimentes<br />

verlangen wir, alles was messbar<br />

ist zu messen! Im Geiste der Descarteschen<br />

Analyse zerlegen wir jedes<br />

Problem immer weiter, bis die Teile so<br />

einfach sind, dass wir sie beschreiben<br />

und für alle Vorgänge einfache Ursachen<br />

finden können. Und im Geiste der<br />

Phänomenologie der Naturwissenschaft.<br />

Ibera Verlag Wien 2007).<br />

Die Atomisierung der Gesellschaft.<br />

Ibera Verlag Wien 2009).<br />

CURRICULUM VITAE<br />

HERBERT PIETSCHMANN ist<br />

Emeritus am Institut für theoretische<br />

Physik der Universität<br />

Wien und Buchautor. Er studierte<br />

an der Universität Wien Mathematik<br />

und Physik. 1966<br />

schrieb er seine Habilitation in<br />

theoretischer Physik an der Universität<br />

Wien und Göteborg. Danach<br />

verbrachte er Forschungsjahre in Genf (CERN), Virginia<br />

(USA), Göteborg (Schweden) und Bonn (Deutschland).<br />

Pietschmann unternahm Vortragsreisen in Europa, USA, im<br />

Nahen Osten, Japan und China. Er ist korrespondierendes<br />

Mitglied der Österreichischen Akademie der Wissenschaften<br />

und der Wiener Internationalen Akademie für Ganzheitsmedizin<br />

sowie Mitglied der New York Academy of Science<br />

und Fellow der World Innovation Foundation.<br />

Weitere Informationen finden Sie unter<br />

http://homepage.univie.ac.at/herbert.pietschmann/<br />

Logik sehen wir jeden Widerspruch als<br />

Fehler an, der zu eliminieren ist.<br />

Zusammengefasst stellt sich unser<br />

Denkrahmen also so dar:<br />

Alles was messbar ist messen!<br />

Alles in seine kleinsten Teile zerlegen<br />

und Ursachen finden!<br />

Alle Widersprüche eliminieren!<br />

***<br />

Die wesentlichen Widersprüche<br />

Einer der wichtigsten dieser wesentlichen<br />

Widersprüche ist wohl der<br />

zwischen Individuum und Gemeinschaft.<br />

Übergewicht der einen Seite<br />

führt zum Egoismus, Übergewicht der<br />

anderen zum Altruismus. Nur eine ausgewogene<br />

Balance, eine Gratwanderung<br />

zwischen den beiden Extremen<br />

kann ein Menschenleben glücken lassen.<br />

Ein weiterer ist der Widerspruch<br />

zwischen Sein und Werden (oder Bewahren<br />

und Erneuern). Übergewicht<br />

der einen Seite führt in die Erstarrung,<br />

der anderen Seite in den Identitätsverlust.<br />

Auch hier ist eine Balance Ziel des<br />

Lebensweges.<br />

Nur wer versucht, diese und viele<br />

andere Widersprüche in sich zu vereinen,<br />

wird jene Ganzheit erlangen, die<br />

Ziel jedes reifen Menschen sein sollte.<br />

Aber nicht nur individuell, auch in der<br />

Gemeinschaft gibt es viele solche<br />

Widersprüche. Der Widerspruch zwischen<br />

Ökonomie und Ökologie ist einer<br />

der offensichtlichsten, die zur Balance<br />

zu bringen sind.<br />

Die Entfremdung des Menschen von<br />

der Natur, der er entstammt und deren<br />

Teil er ist, macht uns zunehmend Sorgen.<br />

Der Mensch ist sowohl Kind der<br />

Natur, als auch ihr Meister, weil er sie<br />

verändern, ja auch zerstören kann. So<br />

müssen wir die erwähnten, aber auch<br />

noch manche andere Widersprüche<br />

ernst nehmen und uns der Herausforderung<br />

stellen, sie zur Balance zu bringen.<br />

Damit nähern wir uns auch jener<br />

angesprochenen Ganzheit, die erst ein<br />

menschliches Leben glücken lässt.<br />

62 | <strong>SOCIETY</strong> 1_11


WIRTSCHAFT<br />

RECHT<br />

Neue Rahmenbedingungen für Investoren<br />

Kroatiens langer<br />

Weg zum Erfolg<br />

Kurz vor der Jubiläumsfeier zur Unabhängigkeitserklärung<br />

der Republika Hrvatska vor 20 Jahren wird die Freude im<br />

Land überschattet von den täglichen Berichten über Demonstrationen.<br />

Ivan Cuk<br />

Dzevad Mujezinovic<br />

Die Demonstranten fordern den Rücktritt<br />

der Regierung. Bei vielen spielt<br />

Enttäuschung mit. Nun ist es wichtig<br />

sich zu erinnern, wie steinig der bisherige<br />

Weg war und wie viele Erfolge gerade in<br />

den letzten Jahren erzielt wurden.<br />

Kroatien ist heute Mitglied der NATO<br />

und des Mitteleuropäischen Freihandelsabkommens<br />

CEFTA. Kroatien ist nach Slowenien<br />

eines der wenigen Länder des ehemaligen<br />

Jugoslawiens, welches sich der<br />

Mitgliedschaft der Europäischen Union<br />

zunehmend annähert, sodass hochrangige<br />

EU-Diplomaten den EU-Beitritt Kroatiens<br />

in den nächsten zwei Jahren für sehr wahrscheinlich<br />

halten. Staatspräsident Prof. Ivo<br />

Josipovic gilt als moralische Autorität des<br />

Landes.<br />

Die Präsidentschaft des mächtigen<br />

Staatsgründers Franjo Tudjman war in<br />

den 90-er Jahren geprägt von den Wirren<br />

des Krieges und des darauf folgenden<br />

Wechsels in das kapitalistische Wirtschaftssystem.<br />

Viele Probleme von heute<br />

stammen aus jener Zeit.<br />

***<br />

Politischer Wandel<br />

Erst nach dem Jahr 2000 vollzog die sozial-liberale<br />

Koalition einen vollständigen<br />

Wandel zur parlamentarischen Demokratie.<br />

Erste ausländische Investitionen, insbesondere<br />

Privatisierungen im Banken-, Energie-,<br />

Pharma- und Telekommunikationssektor<br />

kurbelten zunächst das Wirtschaftswachstum<br />

an. Doch die weltweite<br />

Finanz- und Wirtschaftskrise hat auch Kroatien<br />

nicht verschont. Sie offenbarte die<br />

Schwächen der kroatischen Wirtschaft:<br />

Sozialer Frieden auf Staatskosten, ein zu<br />

hohes Staatsdefizit, Wirtschaftskorruption<br />

und Vetternwirtschaft. Die mangelnde<br />

Rechtssicherheit ist der entscheidende<br />

DIE AUTOREN<br />

Ivan Cuk<br />

Rechtsanwalt bei<br />

Vukmir & Associates Law Firm (Zagreb)<br />

Mitglied der von LANSKY, GANZGER + Partner<br />

initiierten Anwaltsallianz “LGP Legal Solutions”<br />

office@lgp-legalsolutions.com<br />

www.vukmir.net<br />

Dzevad Mujezinovic<br />

Juristischer Mitarbeiter bei<br />

LANSKY, GANZGER + Partner Rechtsanwälte (Wien)<br />

Geschäftsführer der Anwaltsallianz „LGP Legal Solutions“<br />

office@lgp-legalsolutions.com<br />

www.lansky.at<br />

Schwachpunkt für Investitionen. Das kroatische<br />

Rechtssystem ist mittlerweile weitgehend<br />

an die EU-Normen angeglichen,<br />

doch der gewünschte Standard ist noch<br />

nicht erreicht. Der letzte Bericht der Europäischen<br />

Kommission bestätigt zwar signifikante<br />

Fortschritte in den Verhandlungen,<br />

er zeigt allerdings auch, dass im<br />

Bereich der Justizreform noch Aufholbedarf<br />

besteht. Anschauliche Beispiele hierfür<br />

sind das Gerichtswesen und die große<br />

Zahl der unabgeschlossenen Gerichtsverfahren<br />

(785.561 offene Gerichtsverfahren).<br />

***<br />

Investitionen & Anreize<br />

Der Regierung gelang bislang nicht,<br />

das Land auch wirtschaftlich auf Kurs zu<br />

bringen. Das Land benötigt dringend ausländische<br />

Investitionen, da fast ein Fünftel<br />

der Kroaten arbeitslos ist. Kroatien hat<br />

deshalb günstige Rahmenbedingungen zur<br />

Förderung und Schaffung zahlreicher Anreize<br />

für neue Investoren geschaffen. In<br />

verschiedenen Bereichen soll unternehmerisches<br />

Handeln privilegiert werden,<br />

insbesondere in den neu geschaffenen<br />

Technologie- und Biotechnologieparks. Es<br />

soll Steuervergünstigungen, allgemeine<br />

steuerliche Anreize in Form von Reduzierung<br />

oder gänzliche Befreiung von Steuerzahlungen<br />

und andere Anreize in Gebieten,<br />

die wirtschaftlich unterentwickelt<br />

sind oder durch den Krieg zerstört wurden,<br />

geben. Zum anderen zahlt der Staat<br />

Zuschüsse für Schulungen von Mitarbeitern<br />

und für wissenschaftliche Forschung<br />

und experimentelle Entwicklung.<br />

Das Land verfügt über eine gute geographische<br />

Lage, sowie Infrastruktur. Aktuell<br />

bestehen zahlreiche neue Infrastrukturprojekte,<br />

wie z. B. die Errichtung eines neuen<br />

Terminals am Flughafen Zagreb. Die Regierung<br />

arbeitet an neuen Energieprojekten,<br />

die mit Beteiligungen von ausländischen Investoren<br />

umgesetzt werden sollen und der<br />

Schiffsbausektor wird privatisiert. In der<br />

Metallindustrie ist die Privatisierung der<br />

Stahlwerke in Split hervorzuheben, sowie<br />

das Leichtmetall-Werk (TLM) in Sibenik.<br />

Außerdem bieten Tourismus (Bau neuer<br />

Hotels, Resorts und Golfplätze), Landwirtschaft,<br />

Holz-, Chemie- und Lebensmittelindustrie<br />

weitere interessante Möglichkeiten.<br />

Die EU besteht nach einem Lernprozess<br />

auf der Erfüllung sämtlicher Auflagen,<br />

bevor ein Termin für das Ende der Aufnahmegespräche<br />

bekanntgegeben wird.<br />

Unabhängig von den anstehenden Parlamentswahlen<br />

im November wird der EU-<br />

Beitritt Kroatiens voraussichtlich 2013<br />

stattfinden. Darauf dürfen sich dann alle<br />

freuen: Kroatien und die Investoren.<br />

<strong>SOCIETY</strong> 1_11 | 63


WIRTSCHAFT<br />

SOFTWARE<br />

Gebrauchte Software<br />

Sparen leicht gemacht<br />

Immer mehr Unternehmen setzen auf den An- und Verkauf gebrauchter Software. Mag.<br />

Stefan Tauchhammer, Inhaber von Tauchhammer Trade, spricht mit <strong>SOCIETY</strong> über<br />

diesen neuen Trend.<br />

Was genau bedeutet der Handel mit „gebrauchter<br />

Software“?<br />

Es gibt zunehmend die Entwicklung,<br />

dass Unternehmen aus Kostengründen gebrauchte<br />

Software kaufen oder ihre Software,<br />

die sie nicht mehr benötigen, verkaufen.<br />

Dabei können sie ihre alte Software<br />

auch in Zahlung für den Kauf der neuen<br />

nehmen. Eine absolute Win-win-Situation.<br />

Die offizielle Bezeichnung dafür ist „Software<br />

Remarketing“. Diese Entwicklung<br />

gibt es schon mehrere Jahre in den USA<br />

und Deutschland, in Österreich ist sie erst<br />

im Kommen. Zum Beispiel hat der Flughafen<br />

München gebrauchte Software in einem<br />

sechsstelligen Bereich gekauft und damit<br />

Millionen Euro gespart. Doch auch<br />

wesentlich kleinere Firmen können davon<br />

profitieren, wenn sie auf gebrauchte Software<br />

setzen.<br />

Warum sollten Unternehmen ihre gebrauchte<br />

Software verkaufen?<br />

Den meisten Unternehmen ist nicht bewusst,<br />

dass sie ihre nicht mehr verwendete<br />

Software wieder verkaufen und damit<br />

stille Reserven erschließen können. Bei<br />

größeren Mengen Software können da<br />

durchaus hohe Beträge anfallen. Ich schätze,<br />

dass jedes Jahr alleine in Österreich<br />

Software im Wert von mehreren Millionen<br />

Euro durch Nichtwissen entsorgt wird.<br />

Das ist sehr schade, da die gebrauchte<br />

Software in vielen Fällen auch für den Ankauf<br />

neuer Software in Zahlung genommen<br />

werden kann. Dies ist aber natürlich<br />

keine Bedingung.<br />

Warum ist es sinnvoll, gebrauchte Software<br />

kaufen?<br />

Der wesentliche und wichtigste<br />

Grund ist, dass hier massiv Kosten eingespart<br />

werden können. Gebrauchte Software<br />

kostet bis zu fünfzig Prozent weniger<br />

als neue, manchmal sogar noch<br />

weniger. Jeder, der selbst ein Unternehmen<br />

betreibt, weiß, welch hohe IT-Kosten<br />

anfallen können.<br />

Ein weiterer positiver Effekt ist, dass<br />

auch ältere Softwarepakete gekauft werden<br />

können. Dies ist von Vorteil, wenn<br />

die Firmen ältere PCs im Einsatz haben<br />

„In jedem Unternehmen<br />

schlummert ungenütztes Softwarekapital.“<br />

STEFAN TAUCHHAMMER<br />

und nicht mehr mit aktueller Software<br />

betrieben werden können. Häufig wird<br />

auch nicht der volle Funktionsumfang<br />

der neuen und viel teureren Office-Suiten<br />

benötigt.<br />

Welche Software kann verkauft bzw. gekauft<br />

werden?<br />

Es besteht ein Markt für die Software der<br />

größeren Hersteller wie z. B. Microsoft, Adobe,<br />

SAP, Citrix und einige andere.<br />

Welche Firmen können gebrauchte Software<br />

einsetzen?<br />

Prinzipiell alle, die Kosten sparen möchten,<br />

egal ob klein oder groß. Der An- und<br />

Verkauf gebrauchter Software zahlt sich<br />

schon bei geringen Mengen aus. Firmen aller<br />

Branchen können bei einem breiten<br />

Spektrum an Software fündig werden.<br />

Das klingt ja schon fast zu gut, um wahr<br />

zu sein. Wo ist der Haken?<br />

Bei so genannten Volumenlizenzen ist<br />

es wichtig, die Verträge mit den Herstellern<br />

genau zu überprüfen. Dies wird von<br />

uns selbstverständlich durchgeführt.<br />

Ist es legal, gebrauchte Software zu kaufen<br />

bzw. zu verkaufen?<br />

Dies hängt ganz von den Softwarebestimmungen<br />

der Hersteller ab. Generell<br />

führe ich nur An- und Verkäufe durch, wo<br />

dies durch den Hersteller auch offiziell<br />

unterstützt wird.<br />

Was empfehlen Sie unseren Lesern, die<br />

nun gerne ihre Software verkaufen bzw. gebrauchte<br />

anschaffen möchten?<br />

Am besten wäre es hier, in Zusammenarbeit<br />

mit der IT-Abteilung eine Liste von<br />

der zu verkaufenden bzw. gefragten Software<br />

zu erstellen und uns zu schicken. Sie<br />

können uns aber auch unverbindlich anrufen<br />

und über die Einsparpotentiale und<br />

den Ablauf sprechen.<br />

<strong>SOCIETY</strong>-TIPP<br />

Überprüfen Sie Ihre Softwarebestände auf nicht mehr benötigte<br />

Software, es könnte sich auszahlen diese zu verkaufen.<br />

Wenn Sie den Kauf neuer Software erwägen, lassen<br />

Sie sich beraten, ob Sie diese nicht gebraucht<br />

günstiger bekommen.<br />

Beispiel 1: Firma X hatte 40 Rechner mit Office 2003 ausgestattet.<br />

Nun ist die Firma auf Office 2010 umgestiegen<br />

und benötigt die 2003-er Lizenzen nicht mehr. Sie kann<br />

diese nun verkaufen und bekommt Geld für Software, die<br />

schon längst abgeschrieben ist.<br />

Beispiel 2: Firma Y kauft 30 Lizenzen von Microsoft Office<br />

2007, das vom Leistungsumfang kaum gegenüber Office<br />

2010 eingeschränkt ist. Außerdem kauft sie noch 30<br />

Windows 7 Lizenzen sowie eine Windows 2008 Server<br />

Standard R2 Volumenlizenz. Sie spart ca. 50% gegenüber<br />

dem Neukauf.<br />

KONTAKT UND ANFRAGEN<br />

Mag. Stefan Tauchhammer, MBA<br />

Tauchhammer Trade e.U.<br />

Schlösselgasse 2/14<br />

E-Mail: kontakt@tauchhammer-trade.eu<br />

www.softwareankauf.at<br />

FOTO: ANDREAS HOFMANN<br />

64 | <strong>SOCIETY</strong> 1_11


Trade In Hong Kong<br />

One Country, Two Systems<br />

WIRTSCHAFT<br />

HONG KONG<br />

Stephen Wong, Director Hong Kong Economic and Trade Office, Berlin, talks with <strong>SOCIETY</strong><br />

about the reasons for setting up the office in Berlin, the simple and low tax system in Hong<br />

Kong and the 240 Austrians living in the city.<br />

Stephen Wong, Director<br />

Hong Kong Economic and<br />

Trade Office<br />

Mr. Wong, what are the goals for the<br />

HKETO, Berlin, and how have they developed<br />

since the office was set up in March<br />

2009?<br />

Our office is the first overseas Hong<br />

Kong Economic and Trade Office of the<br />

Hong Kong Special Administrative Region<br />

set up since the handover in 1997. The<br />

main responsibilities and aims for our office<br />

include promoting Hong Kong’s trade<br />

interests and overall image, explaining<br />

our policies to counterparts in the region<br />

including governments, parliaments and<br />

the business sector, as well as enhancing<br />

mutual understanding among opinion-formers,<br />

politicians, academia and the media.<br />

The progress for our office has been encouraging<br />

since we moved to Berlin in<br />

March 2009. Since its establishment, the<br />

office has hosted the visit of a number of<br />

senior officials from Hong Kong and organized<br />

receptions and seminars of various<br />

topics and themes in which clients are interested.<br />

What were the reasons for setting up the<br />

ETO in Berlin?<br />

Being the capital of Germany, Berlin is<br />

a natural choice. It is the city where the<br />

federal government offices and embassies<br />

are situated. They are our direct counterparts<br />

because HKETO, Berlin is the official<br />

representative office for Hong Kong. With<br />

the fast development of Berlin over the last<br />

decade, we believe that new ideas for cooperation<br />

between the two places could be<br />

easily bred here. Berlin and Hong Kong are<br />

vibrant global cities sharing a multicultural<br />

spirit with people from all kinds of ethnic<br />

backgrounds and nationalities.<br />

What are Hong Kong’s main selling points<br />

as an Asia trade partner?<br />

Hong Kong is the best place for doing<br />

business with the mainland of China. English<br />

and Chinese are both official languages.<br />

Under the “One Country, Two Systems”<br />

principle, the HKSAR continues to<br />

enjoy a high degree of autonomy. Hong<br />

Kong offers legal protection for contracts<br />

and intellectual property, and has a simple<br />

and low tax system which is attractive for<br />

investors, with salary tax rate at 15% and<br />

profit tax at 16.5%. There is no value added<br />

tax, sales tax, capital gains tax or inheritance<br />

tax.<br />

How is Hong Kong’s trade relationship with<br />

industries in Central and Eastern Europe<br />

(CEE) and how much growth potential is<br />

there?<br />

Hong Kong has a long and successful<br />

trading relationship with Europe. Today,<br />

more than 1600 European companies, with<br />

400 being regional headquarters, have a<br />

presence in Hong Kong. In particular, Germany<br />

is Hong Kong's largest trading partner<br />

in Europe. In 2010, it ranked 8th among<br />

Hong Kong's trading partners in the world.<br />

We also see great growth potential between<br />

Hong Kong and other countries in CEE, e.g.<br />

Switzerland ranked 12th among Hong<br />

Kong’s trading partners in the world.<br />

Given the rapid growth in bilateral<br />

trade between Hong Kong and many of the<br />

CEE countries, e. g. the Slovak Republic<br />

and Poland, we see much potential in further<br />

developing our trade relations.<br />

How is Hong Kong’s trade relationship with<br />

Austria?<br />

Austria and Hong Kong are important<br />

trade partners, and in 2010 total bilateral<br />

trade amounted to EUR 820 million. In the<br />

same year about EUR 550 million worth of<br />

goods, or 10 per cent of Austria’s trade<br />

with the mainland of China, was routed<br />

through Hong Kong.<br />

As at end 2010, around 240 Austrians<br />

live in the city. The active Austrian business<br />

community led to the establishment<br />

of the Austrian Association in 1990, which<br />

was renamed the Austrian Chamber of<br />

Commerce in 2005.<br />

<strong>SOCIETY</strong> 1_11 | 65


WISSENSCHAFT<br />

MEDIZIN<br />

By Duschanov Sh. B.<br />

Value and Role Lipidimic of the Spectrum at<br />

Patients with the Ischemic Stroke in the<br />

Therapeutic Window<br />

The problem of acute ischemic stroke is one of the global<br />

problems of modern neurology. The problem became topical<br />

due to the high prevalence among the population. The numof<br />

cases worldwide reaches 6 million a year, causing 18-30 %<br />

mortality during the first year of disease.<br />

The number of ischemic stroke in Uzbekistan<br />

appears as 40 000 incidents a<br />

year. The main peculiarity of this disease<br />

is its dominance among the rural<br />

population. Supposedly it is the result of<br />

the low medical literacy, peculiarity of the<br />

national cuisine and absence of preventive<br />

measures on ischemic stroke and artery<br />

thrombosis.<br />

One of the major etiological factors of<br />

ischemic stroke is atherosclerotic affection<br />

of extracranial arteries. Therefore the<br />

purpose of our research is studying of peculiarities<br />

of cerebral hemodynamic arising<br />

under the acute ischemic strokes<br />

caused by atherosclerosis and its dynamic<br />

during the treatment with Atorvastatine<br />

hypolipidemic medicine.<br />

***<br />

Research Results<br />

Under the clinical and neurological examination<br />

of patients suffering from<br />

chronic cerebral ishemia the syndromes of<br />

pyramidal insufficiency with pathological<br />

reflexes and sydrome of extrapyramidal<br />

insufficiency have been found. Cranial<br />

nerves malfunction in different combinations<br />

presented at all examined patients.<br />

This last factor, as it is well known, influences<br />

the degree of the focal symptom evidence<br />

and reversibility of neurologic defect.<br />

Modern literature presents a great number<br />

of reports describing the condition of<br />

cerebral hemodinamics examined by<br />

means of different tests. In this regards we<br />

compared the characteristic of the background<br />

blood flow of two groups of ischemic<br />

stroke patients who had cerebral<br />

malfunction against the background of<br />

different ethyological factors.<br />

Our observations estimated the effectiveness<br />

of Atorvastatin as 85%. Cholesterol<br />

level in the 2nd group of patients decreased<br />

by 18% and triglyceride by 19%,<br />

concentration of high density lipoprotein<br />

cholesterol increased by 7%, and level of<br />

low-density lipoprotein cholesterol decreased<br />

by 21% as compared with the 1st<br />

group.<br />

As the matter of the above mentioned<br />

the presented results allowed clarifying<br />

the relations between the clinical signs<br />

ABOUT THE AUTHOR<br />

Dr. Sherzod Duschanov is born in 1975 in Urgench/Uzbekistan.<br />

In 1992-1998, he entered and graduated from<br />

First Tashkent State Medical Institute. In 1998-2000, he<br />

entered and graduated from (Master degree) clinical<br />

studies of the Department of Nervous Diseases Tashkent<br />

Medical Institute. In 2000-2004, he entered and<br />

graduated from graduate school at the Department of<br />

Nervous Diseases of the Tashkent Medical Institute...<br />

(Doctor degree). In 2004, he defended his research on<br />

Clinical-pathophysiological substantiation of the effectiveness<br />

of neuroprotective therapy in patients with<br />

ischemic stroke. Since 2007 works as a assistant professor<br />

of nervous diseases of Tashkent Medical Academy.<br />

Currently working on a doctoral thesis on the complex<br />

clinical-pathogenetic approach to secondary prevention<br />

of ischemic stroke. He is married, and has three<br />

children.<br />

and conditions of cerebral hemodynamics.<br />

As a result of this treatment biochemical<br />

blood characteristic was improved thus<br />

the level of cholesterol and low density<br />

lipoprotein was decreased, although the<br />

improved cerebral circulation was not<br />

long-termed. The above mentioned factors<br />

allow to recommend Atorvastatin as an appropriate<br />

medicine in treatment of ischemic<br />

stroke of arterial thrombotic genesis.<br />

Our observations estimated the effectiveness<br />

of Atorvastatin as 85%. Cholesterol<br />

level in the 2nd group of patients decreased<br />

by 18% and triglyceride by 19%,<br />

concentration of high density lipoprotein<br />

cholesterol increased by 7%, and level of<br />

low-density lipoprotein cholesterol decreased<br />

by 21% as compared with the 1st<br />

group.<br />

List of literature:<br />

1. Vereschagin N.V., Morgunov V.A.,<br />

Gulevskaya T.S. The pathology of cerebrum.–<br />

_.: Medcine, 1997.<br />

2. Vibers D.O., Feigin V.L., Braun R.D.//<br />

Cerebral and vascular disease handbook.<br />

M.,1999.<br />

3. Vilenskiy B.S. Stroke: prophylaxis, diagnostics<br />

and treatment St. Petersburg,<br />

2002.<br />

4. Vorlou Ch.P., M.S. Dennis and others//<br />

Stroke. Patients care handbook. St.Petersburg,<br />

1998.<br />

5. Djilbadze D.N. Pathology of carotid<br />

arteries and ischemic stroke problems,<br />

Moscow, 2002.<br />

6. Odinak M.M., Voznuyk I.A., Yashevskiy<br />

S.N. Stroke. Etiology, pathogenesis, diagnostics<br />

and therapy methods. Saint Petersburg,<br />

2005.<br />

7. Skvotsova V., Neiroprotective therapy<br />

of ischemic stroke, “Vrach” magazine,<br />

2004, 6.<br />

8. Skvortsova V.I., Evzelman M.A., Ischemic<br />

stroke, Oryol, 2006.<br />

9. Barnett HJM, Mohr JP et al. Stroke.<br />

Pathophysiology, diagnosis and management.<br />

New York, 1992.<br />

10. Hallet M. Brain Res. Rev. 2001.<br />

11. Sarti C., Rastenyte D., Tuomilehto J.<br />

International trends in mortality from<br />

stroke, Stroke 2000.<br />

12. Thomm T.J. Stroke mortality trends:<br />

an international perspective. Ann<br />

Epedemiol, 1993.<br />

66 | <strong>SOCIETY</strong> 1_11


HIGHLIGHTS VERANSTALTUNGEN<br />

DER WIRTSCHAFT Jänner bis März <strong>2011</strong><br />

WIRTSCHAFT<br />

EVENTS<br />

FOTOS: ICNM - INTERNATIONAL CENTER FOR NEW MEDIA/APA-FOTOSERVICE/PREISS,<br />

<strong>SOCIETY</strong>/SCHIFFL<br />

Vertreter von ENIT und der Region<br />

Friaul Julisch-Venetien<br />

WIENER FERIENMESSE <strong>2011</strong>:<br />

FESTA ITALIANA<br />

Im Palais Niederösterreich fand die „Festa Italiana“ der italienischen<br />

Region Friaul Julisch Venetien statt. ENIT-Direktor Gaetano<br />

Manzo begrüßte nach einem Willkommensaperitif den Landesrat<br />

für Kultur der Region, Dr. Elio De Anna, sowie Dr. Andrea Di Giovanni,<br />

Direktor der regionalen Tourismusagentur Turismo FVG.<br />

Im Anschluss konnten sich die Gäste von den kulinarischen<br />

Highlights aus der Region Friaul Julisch Venetien, die extra für die<br />

Veranstaltung mitgebracht wurden, überzeugen. Bei italienischer<br />

Tanzmusik und geselligem Beisammensein klang der gelungene<br />

Abend aus.<br />

NEUJAHRESFEST: EMPFANG ZUM JAHR DES HASEN<br />

Vor kurzem begann das Jahr des Hasen<br />

in China, was das Hong Kong<br />

Economic and Trade Office Berlin<br />

(HKETO) zum Anlass nahm, in den<br />

Börsesälen in Wien zum Chinesischen<br />

Neujahresfest einzuladen. Es<br />

sprachen Stephen Wong, Direktor<br />

HKETO, Winchell Cheung, Direktor<br />

Hong Kong Trade Development<br />

Council, sowie Bundesrat Christoph<br />

Kainz. Ein Konzert gaben anschließend<br />

der Cellist Trey Lee in Begleitung<br />

von Pianist Oliver Triendl mit<br />

Stücken von Beethoven, Rachmaninoff,<br />

Mao Yuen und Schumann. Als<br />

Überraschung spielte der junge Pianist Erwin Geng ein Werk von<br />

Chopin. Das Programm endete mit einer spektakulären Taijiquan-<br />

Vorführung, bei der fünf Gäste aus dem Publikum es nicht schafften,<br />

einen Taijiquan-Meister umzuwerfen.<br />

Winchell Cheung, Stephen<br />

Wong, Shi Mingde, Christoph<br />

Kainz<br />

PREISVERLEIHUNG: E-DAY<br />

Die Produzenten, Agenturchefs, Entscheidungsträger aus Wirtschaft<br />

und Politik kamen mit Erstproduzenten, Kreativen und jungen<br />

Talenten in der Wirtschaftskammer Österreich zusammen,<br />

um die herausragendsten Produkte des Jahres zu begutachten.<br />

Beim e-Day wurden die Firmen und Branchen österreichweit vorgestellt.<br />

Die Wirtschaftskammer präsentierte sich hierbei als<br />

starker Partner der österreichischen Multimedia-Produzenten<br />

und e-Business-Developer.<br />

Es gab eine nicht-kommerzielle,<br />

aber umso marktwirksamere<br />

Plattform des<br />

Austausches. Für die ausgezeichneten<br />

Projekte gab<br />

es dieses Jahr eine eigene<br />

„Straße der Sieger“, wo alle<br />

Produzenten ihre Projekte<br />

präsentierten.<br />

Moderatorin Anitra Eggler, Herbert Preglau<br />

(BMWFJ), Jörg Sadrozinski (Tagesschau),<br />

Joachim Burger (T-Mobile)<br />

Dr. Peter Drössler, Oliver Irschitz und<br />

Emanuel Andel von peyote cross design<br />

mit Staatssekretärin Verena Remler und<br />

Peter A. Bruck<br />

Dr. Franz Sattlecker von<br />

Schloss Schönbrunn mit<br />

Herbert Preglau und<br />

Anitra Eggler


LIFE UND STYLE<br />

SALZBURG<br />

Das Reise-Souvenir – Kunst, Kitsch und Kommerz<br />

Salzburg zum Angedenken<br />

Souvenirs, wohin man schaut und für jeden Geschmack: Ob „Wolferl“, Salz in all seinen Formen<br />

oder ausgefallene Kreationen aus Schokolade und Porzellan: Erinnerungsstücke stillen<br />

die Sehnsucht nach einer Reise ins schöne Salzburg. Von EVA VON SCHILGEN<br />

Wenn einer eine Reise tut, dann hat<br />

er nicht nur viel zu erzählen, sondern<br />

er bringt meist auch ein Souvenir<br />

mit zurück nach Hause. Das war<br />

schon in der Antike üblich. Später besorgten<br />

sich die Kreuzfahrer Reliquien aus der<br />

Heiligen Stadt Jerusalem und vom Mittelalter<br />

bis heute kaufen Pilger in Wallfahrtsorten<br />

Devotionalien wie Kreuze, geweihte<br />

Münzen, Andachtsbilder, Rosenkränze,<br />

Heiligenfiguren und Ikonen. Die Blütezeit<br />

der Souvenire beginnt jedoch erst im ausgehenden<br />

18. Jahrhundert, als es für gebildete<br />

Personen von Stand schicklich war,<br />

Reisen in ferne Länder zu unternehmen.<br />

Heute, im Zeitalter der allgemeinen Mobilität,<br />

ist die Andenken-Industrie auf gigantische<br />

Maße angewachsen. Egal, welch<br />

fernes, exotisches Land man auch aufsucht,<br />

Souvenirverkäufer warten schon<br />

auf den Touristen.<br />

***<br />

Mozart, wohin man schaut<br />

Und da bekanntlich die Geschmäcker<br />

verschieden sind, ist das Angebot reichhaltig.<br />

Auch in Salzburg. Kunst und Kitsch liegen<br />

oft nahe beisammen. So gibt es zum<br />

Beispiel Salzburgs berühmtesten musikalischen<br />

Sohn Wolfgang Amadeus Mozart als<br />

Bärchen, Bleistift, Hampelmann, als Kinderpuppe<br />

oder als Räuchermännchen, aus<br />

Wachs, Plastik, Holz, Zinn oder Porzellan.<br />

Mozartporträts zieren Anstecknadeln,<br />

Aschenbecher, Bierkrüge, Bleistifte, Brieföffner,<br />

Fächer, Fingerhüte, Glocken, Pillendosen,<br />

Tassen, Teller, T-Shirts, Salz- und<br />

Pfefferstreuer, Schlüsselanhänger, Schuhlöffel,<br />

Spieldosen, Tragetaschen und Uhren<br />

und manches mehr.<br />

68 | <strong>SOCIETY</strong> 1_11


FOTOS: FOTOS MIT FREUNDLICHER GENEHMIGUNG VON EVA VON SCHILGEN, MICHEAL SPORER, SPRINGER-VERLAG WIEN, LICHTBLICK VERLAG SALZBURG, KONDITOREI FÜRST<br />

***<br />

Salz für alle Fälle<br />

Aber es gibt auch noch andere Dinge,<br />

um sich seines Salzburgaufenthaltes im<br />

trauten Heim wieder zu erinnern. Bleiben<br />

wir gleich beim Salz, dem Salzburg seinen<br />

Reichtum verdankt. Um 600 v. Chr. begannen<br />

die Kelten im Salzburgerland mit dem<br />

Untertageabbau. Dass der Salzhandel<br />

schon damals sehr lukrativ war, bezeugen<br />

deren exquisite Grabbeigaben, die im Halleiner<br />

Museum zu besichtigen sind. Als das<br />

keltische Königreich Norikum um 15 v.<br />

Chr. dem Römischen Reich einverleibt wurde,<br />

kam die Salzgewinnung zum Stillstand<br />

und wurde erst im 12. Jahrhundert von<br />

den Salzburger Fürsterzbischöfen wieder<br />

aufgenommen. Die Einkünfte aus dem<br />

Salzhandel investierten diese in die prachtvollen<br />

Bauten der Mozartstadt und förderten<br />

Kunst und Wissenschaft. Dass auch<br />

heute mit Salz gute Geschäfte zu machen<br />

sind, zeigen die zahlreichen Produkte in<br />

dem Salzladen in der Philharmonikergasse.<br />

Diverse Speisesalze, Natur-Salzkosmetikprodukte<br />

für eine wunderbar zarte<br />

Haut, Solelösungen für Bäder, Inhalationen,<br />

Umschläge und Aufgüsse, Salzessig<br />

zur Wundheilung oder Salzlösungen für<br />

Trinkkuren werden auch Ihre Erinnerung<br />

an Salzburg lange aufrecht erhalten.<br />

***<br />

Die original Mozartkugel<br />

Eines der wohl bekanntesten Souvenirs<br />

ist die „Original Salzburger Mozartkugel“,<br />

1890 vom Salzburger Konditor Paul Fürst<br />

erfunden und bei der Pariser Gewerbeausstellung<br />

1905 mit einer Goldmedaille ausgezeichnet.<br />

In Handarbeit wird diese süße<br />

Verführung, ein mit feinem Nougat umhüllter<br />

und in dunkle Kuvertüre getunkter<br />

Pistazien-Marzipankern, hergestellt, in<br />

Erzeugung der originalen<br />

Mo-zartkugeln Anfang<br />

des 20. Jahrhunderts<br />

SALZBURGER SOUVENIRS<br />

SALZBURG SALZ, Wiener Philharmonikergasse 3,<br />

www.salzburg-salz.at<br />

ZOTTERS SCHOKO-LADEN, Herbert-von-Karajan-Platz 4,<br />

www.zotter.at<br />

SCHATZ KONDITOREI, Schatz-Durchhaus, Getreidegasse<br />

3a, www.schatz-konditorei.at<br />

SPIRITUOSEN SPORER, Getreidegasse 39,<br />

www.sporer.at<br />

NEUE WIENER PORZELLANMANUFAKTUR AUGARTEN,<br />

Filiale Salzburg, Alter Markt 11,<br />

www.augarten.at<br />

blaues Silberstaniolpapier gewickelt und<br />

exklusiv in den sich noch in Familienbesitz<br />

befindlichen vier Konditoreien verkauft.<br />

Aber auch die später auf Grund des großen<br />

Erfolges von der Industrie nachgefertigten<br />

„Mozartkugeln“ in rotgoldener Verpackung<br />

erfreuen sich großer Beliebtheit.<br />

***<br />

„Choc me Amadeus“…<br />

Josef Zotter, Österreichs innovativster<br />

Schokoladenschöpfer, hat sich ebenfalls<br />

des Themas Salzburg angenommen. Seine<br />

„Salzburger Nockerln“ bestehen aus Marzipan,<br />

Preiselbeeren und Mandelnougat. Zotters<br />

Chefdesigner Andreas H. Gratze hat<br />

die rockig-poppigen Pralinenschachteln „I<br />

Love Salzburg“ und „Choc me Amadeus“<br />

entworfen, die dem Salzburger Wolferl sicher<br />

gefallen hätten. Diese werden nach<br />

Kundenwünschen mit einer Auswahl aus<br />

64 verschiedenen Sorten Pralinen, den so<br />

genannten BIOfekt, der neuen Konfektlinie<br />

von Zotter, gefüllt. Auch „Jedermanns Liebling“,<br />

die neue handgeschöpfte Schokolade<br />

mit einer Pistazienfüllung, ist bereits ein<br />

durchschlagender Erfolg. Alle Produkte<br />

Zotters sind aus biologisch kontrollierten<br />

und fair gehandelten Rohstoffen und die<br />

Verpackung lässt ebenfalls das Herz eines<br />

Umweltschützers höher schlagen.<br />

***<br />

…und „Nannerl-Herzen“<br />

Konditormeister Erich Winkler, der<br />

Naschkatzen wie Anna Netrebko, Ricardo<br />

Muti, José Carreras und viele andere Stars<br />

der Festspiele schon verwöhnte, hat sich etwas<br />

Besonderes für Souvenirjäger einfallen<br />

lassen. Ein originales Rezept aus dem 18.<br />

Jahrhundert steckt in seinen „Nannerl-<br />

Herzen“. Sie bekommt man in der Schatz-<br />

Konditorei im romantischen Innenhof eines<br />

mittelalterlichen Hauses in der<br />

Getreidegasse, im Paradies für Kuchenliebhaber<br />

aus aller Welt mit Hang zur Nostalgie.<br />

Die mit einem großen Schokolade-„N“<br />

verzierten Marzipanherzen, gefüllt mit<br />

feinsten, in Rum getränkten Früchten haben<br />

wahrscheinlich schon Mozarts Schwester<br />

schwach werden lassen.<br />

***<br />

Schnaps aus dem Holzfass<br />

Wenn nach so viel Süßem vielleicht<br />

der Magen rebelliert, dann hilft ein<br />

Schnapserl der Firma Sporer. Seit drei Generationen<br />

und seit mehr als hundert Jahren<br />

werden in dem Familienunternehmen<br />

nach wohlgehüteten Rezepten feinste<br />

Schnäpse produziert. In dem Altstadtgewölbe<br />

des aus dem Jahr 1407 stammenden<br />

Hauses in der Getreidegasse werden sie aus<br />

großen Holzfässern abgefüllt. Der herbe<br />

Enzian, aus den kräftigen Wurzeln der<br />

Enzianblume oder der zarte und fruchtige<br />

Heidelbeergeist, der besonders von den<br />

Damen geliebte Himbeergeist, der Holler-<br />

Die Schnaps-Holzfässer<br />

der Firma Sporer<br />

<strong>SOCIETY</strong> 1_11 | 69


LIFE UND STYLE<br />

SALZBURG<br />

brand oder der Kirschbrand mit seiner<br />

interessanten Duftnote, der Kornschnaps<br />

aus Roggen und der Marillenschnaps, der<br />

Nussschnaps aus grünen Walnüssen, der<br />

feinherbe Vogelbeerschnaps, der kräftige<br />

Wacholderschnaps, die fruchtige Williamsbirne,<br />

ein Pflaumenschnaps oder die alte<br />

Spezialität aus den Salzburger Gebirgstälern,<br />

der Zirbenschnaps, der zweifach gebrannte<br />

Obstler, ein Gemisch aus Apfelund<br />

Birnenbrand, sie machen dem Kunden<br />

die Wahl nicht leicht.<br />

***<br />

Das „weiße Gold“<br />

Am Alten Markt befindet sich die Salzburger<br />

Filiale der Wiener Porzellanmanufaktur<br />

Augarten, die edle Andenken aus<br />

dem „weißen Gold“ anbietet. Die Erzeugnisse<br />

der Manufaktur, die 1718 gegründet<br />

wurde und die zweitälteste Porzellanmanufaktur<br />

Europas ist, werden nach dem<br />

Firmencredo „manu factum est“ tatsächlich<br />

auch heute noch von Hand gearbeitet<br />

und von hochrangigen Designern gestaltet.<br />

So hat die Art-Direktorin Claudia Stuhlhof<br />

Mayr, die auch für Hermes Paris arbeitet,<br />

eine reizende Kollektion „Mozart“-bezogener<br />

Teile gestaltet. Mozart hatte einen besonderen<br />

Bezug zu dem Park „Augarten“<br />

in Wien und dem darin gelegenen Saalgebäude,<br />

Sitz der heutigen Manufaktur. Hier<br />

leitete er am 26. Mai 1782 das erste der so<br />

genannten „Morgenkonzerte“, die eine besondere<br />

Attraktion in der damaligen Zeit<br />

darstellten, und trat mehrmals als Dirigent<br />

und Pianist bei diesen Konzerten auf. Der<br />

Eipeldauer, der Wiener Journalist Joseph<br />

Richter (1749-1813), dessen Kulturberichte<br />

eine damalige bedeutende Einrichtung waren,<br />

berichtet 1796: „Da bin ich also gestern<br />

in aller früh in Augarten gangen. Da<br />

ist in Saal eine schöne Musik gwesen, und<br />

da hat ein Herr aufn forte pani gschlagen.<br />

Das ist ein völliger Hexenmaster (das wird<br />

der berühmte Wölfl gwesen sein, der auch<br />

aus der Mozartschen Schule ist) und da hat<br />

man vor lauter Geschwindigkeit keine Finger<br />

gsehn, und da hat eine hübsche Mamsell<br />

dazu gsungen, und da ists schreklich<br />

applodiert worden.“<br />

***<br />

Neue Bücher über Salzburg<br />

Auf eine spirituelle Wanderschaft<br />

durch Salzburg führt Sie das Buch „Geheimes<br />

Salzburg. Ein genussvoller Roman“<br />

von Edith Kneifl. Offenbar konnte die Autorin<br />

sich nicht so recht entscheiden, ob<br />

sie nun einen Reise-, Hotel- oder Restaurantführer,<br />

ein Kochbuch oder einen Kriminalroman,<br />

der in der Festspielzeit spielt,<br />

verfassen sollte. Herausgekommen ist eine<br />

bunte Mischung für ein etwas anderes<br />

BUCHTIPPS<br />

SALZBURG – GEMÄLDE UND<br />

GRAFIKEN<br />

von Hans Wolfsbauer-<br />

Schönau<br />

Springer Verlag Wien /<br />

New York<br />

ISBN 978-3-211-98121-4<br />

GEHEIMES SALZBURG.<br />

EIN GENUSSVOLLER ROMAN<br />

von Edith Kneifl<br />

Lichtblick Verlag<br />

ISBN 978-3-9502307 3-4<br />

Buch, das Sie an alle liebgewordenen Stätten<br />

in der Stadt und deren Umgebung erinnern<br />

wird und dessen über sechzig originelle<br />

Rezepte zum Nachkochen verführen.<br />

Um die Erinnerung an die Stadt visuell<br />

hochzuhalten, bietet sich der von Salzburgs<br />

größtem Mäzen Donald Khan gesponserte<br />

Kunstband „Salzburg – Gemälde<br />

und Grafiken“ des Salzburg-Liebhabers<br />

Hans Wolfsbauer-Schönau an. Der 1925 in<br />

Niederösterreich geborene Maler und<br />

außerordentlich erfolgreiche Architekt –<br />

unter anderen baute er in der Schweiz die<br />

Ferienvilla von Herbert von Karajan um –<br />

war der Stadt Salzburg künstlerisch „verfallen“<br />

und, Zitat von Heinz Nußbaumer,<br />

Herausgeber der „Furche“, Wien: „ …hat –<br />

fern von allen gewohnten Ansichten, Veduten<br />

und Panoramen – offenbar genau jenen<br />

magischen Punkt zwischen Außenund<br />

Innenschau gefunden, der den hohen<br />

Ansprüchen dieser so schwierigen,<br />

einmaligen Stadt gerecht wird“.<br />

***<br />

Salzburger „Festspieldokumente“<br />

Akustisch und visuell wird Ihnen Salzburg<br />

in Erinnerung bleiben, wenn Sie den<br />

Festspielshop im Haus für Mozart besucht<br />

haben. Die Auswahl der so genannten „Festspieldokumente“,<br />

CDs und DVDs mit den<br />

Aufnahmen wichtiger Aufführungen, von<br />

den dreißiger Jahren bis zum letzten Festspieljahr,<br />

ist enorm. So können Sie alle versäumten<br />

Festspielproduktionen in Ihren eigenen<br />

vier Wänden nachholen, was<br />

besonders dann Freude macht, wenn Sie<br />

sich dazu ein Gläschen des ebenfalls hier erhältlichen<br />

Festspielweines gönnen.<br />

Wenn Sie nun zu Hause Salzburger Konfekt<br />

aus Porzellanschalen knabbern, die<br />

Salzburg-Bände durchblättern, im Gesicht<br />

eine Salzpeeling-Maske, die Füße in Salzsocken<br />

geparkt und die Schnapsflasche in<br />

Reichweite haben, wenn im Hintergrund<br />

von einer Klassik-CD die „Kleine Nachtmusik“<br />

von Mozart erklingt, während in der<br />

Küche im Backofen ein Bauernbratl<br />

schmort, wird Sie die Sehnsucht nach dem<br />

schönen Salzburg überkommen und den<br />

Wunsch wach werden lassen, wieder dorthin<br />

zu reisen. Dann haben die Souvenirs ihren<br />

wahren Zweck erfüllt. Die Salzburger<br />

wird es freuen. Also dann, auf Wiedersehen!<br />

70 | <strong>SOCIETY</strong> 1_11


Beste Vorsorge und neueste Technik in der Dentalklinik Sievering<br />

Gesunde Zähne mit „Smile“<br />

LIFE UND STYLE<br />

GESUNDHEIT<br />

Die seit 1994 bestehende Dentalklinik Sievering ist eine der führenden Institutionen für<br />

Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde Österreichs.<br />

Unter der Leitung von Prim. Dr. Ernst<br />

Weinmann behandelt ein 20-köpfiges<br />

Spezialisten-Team seine Kunden<br />

mittels modernster Methoden der Zahnmedizin<br />

und zeitgemäßen Ansätzen einer<br />

schonenden Zahnkosmetik. Patienten aller<br />

Generationen und Nationalitäten vertrauen<br />

hier den Experten für ein strahlendes und<br />

gesundes Lächeln.<br />

***<br />

Höchste Qualitätsstandards<br />

Die seit 1994 erfolgreich bestehende<br />

Privatklinik betreut heute rund 10.000 Patienten<br />

und ist eine der drei einzigen privaten<br />

Zahn-Ordinationen in Wien, die im<br />

Gegensatz zu herkömmlichen Ordinationen<br />

erhöhte Auflagen hinsichtlich des<br />

Qualitäts-Managements erfüllt. Serviceorientierung<br />

und Kundenzufriedenheit<br />

sind die Leitgedanken des Mitarbeiter-<br />

Teams, das den Patienten täglich zwischen<br />

8:30 Uhr und 19:30 Uhr zur Verfügung<br />

steht. Die professionelle Organisation und<br />

exaktes Zeitmanagement gewährleisten<br />

zudem äußerst geringe Wartezeiten unter<br />

zwanzig Minuten. Das breite Behandlungsspektrum<br />

der Klinik umfasst dabei ästhetische<br />

Zahnheilkunde, Implantologie, Laserbehandlungen,<br />

Parodontologie und<br />

Prophylaxe. „Unsere hausinterne Ausbildungsstätte<br />

und mehrfach ausgezeichnete<br />

Mitarbeiter garantieren, dass jeder Behandlungsschritt<br />

auf höchstem Niveau ausgeführt<br />

wird – das ist für uns selbstverständlich!“,<br />

so Dr. Weinmann im<br />

<strong>SOCIETY</strong>-Interview.<br />

***<br />

Internationale Ausrichtung und individuelle<br />

Betreuung<br />

Das kompetente Team der Klinik im 19.<br />

Bezirk deckt nicht nur alle Bereiche moderner<br />

Zahnmedizin ab, mittlerweile setzen<br />

auch viele bekannte nationale und<br />

internationale Persönlichkeiten aus Wirtschaft,<br />

Kultur und Diplomatie ihr Vertrauen<br />

in die erfolgreiche Privatklinik. Die Klinik<br />

konzentriert sich bei der Beratung<br />

jeweils auf die individuellen Bedürfnisse<br />

ihrer Patienten und bietet internationalen<br />

Kunden auch einen weiteren Service der<br />

mehrsprachigen Betreuung an. Englisch,<br />

Französisch, Arabisch, Russisch, Spanisch<br />

Das Team der Dentalklinik<br />

oder Kroatisch ist für die speziell geschulten<br />

Mitarbeiter kein Problem. Neben dem<br />

Fokus auf Beratung und Fachkenntnis stehen<br />

somit auch die individuellen Bedürfnisse<br />

eines jeden Patienten im Vordergrund,<br />

denn die Dentalklinik Sievering<br />

legt besonderes Augenmerk auf kundenspezifische<br />

und einfühlsame Betreuung.<br />

***<br />

Gepflegte Zähne um nur 1 Euro pro Tag<br />

Strahlend weiße, gesunde Zähne sind<br />

wahrscheinlich der mit Abstand schönste<br />

Schmuck – nicht nur privat, sondern auch<br />

beruflich. Der Grundgedanke des „Smile“-<br />

Programmes ist, durch regelmäßige Kontroll-<br />

und Vorsorgeuntersuchungen sowie<br />

professionelle Pflege unangenehme Überraschungen<br />

erst gar nicht aufkommen zu<br />

lassen. „Smile“ ist das private Vorsorgeprogramm<br />

der Dentalklinik Sievering für<br />

gesunde und schöne Zähne. Als „Smile“-<br />

Member bezahlen Kunden einen Jahresbeitrag<br />

von umgerechnet nur einen Euro<br />

pro Tag. Damit haben sie Anspruch auf<br />

fünfzig Prozent Preisreduktion bei Zahnbehandlungen<br />

sowie viele Inklusiv-Leistungen.<br />

„Ein schönes Gebiss hat seinen Preis<br />

und aufwändige Zahnbehandlungen werden<br />

oft auf die lange Bank geschoben – oft<br />

aber so lange, bis kostspielige Eingriffe<br />

notwendig werden. Deshalb möchten wir<br />

unseren Kunden mit dem Smile-Programm<br />

Privatbehandlung zum halben Preis bieten!“,<br />

erklärt Dr. Weinmann.<br />

DENTALKLINIK SIEVERING<br />

Sieveringerstraße 17<br />

1190 Wien<br />

Tel. +43-(0)-320 97 97<br />

www.dentalklinik.at<br />

dk h gsjdkhjsgdhjgkjhkgsd<br />

kgd shjksgd hjkgjhkgjk<br />

<strong>SOCIETY</strong> 1_11 | 71


LIFE UND STYLE<br />

ERHOLUNG<br />

Gesund mit Welltain ®<br />

Urlaub für die Seele<br />

Der wahre Luxus ist Zeit für sich selbst! Behagliche Zimmer,<br />

perfekter Fünf-Sterne-Service, herausragende Küche und vielfältige<br />

Aktivangebote machen das Hotel Arlberg in Lech zum<br />

Mekka für Erholungssuchende mit gehobenem Anspruch.<br />

Wer denkt, dass Lech im Winter ein<br />

Traum ist, hat es im Sommer noch<br />

nicht gesehen. Die einmalige Natur<br />

und das unglaubliche Bergpanorama laden<br />

Gäste ein, im schönsten Dorf Europas<br />

den Sommer in den Bergen zu entdecken.<br />

Ganz egal ob Wandern, Mountainbiken,<br />

Joggen, Nordic Walking oder Spazieren: Bewegung<br />

in frischer Luft ist gesund und<br />

hält Körper und Geist fit.<br />

***<br />

Lust auf Sommer<br />

In Zusammenarbeit mit Experten hat<br />

das Hotel Arlberg den „Welltain® Urlaub“<br />

entwickelt. Wanderurlaub mit Erholungseffekt<br />

– durch Nordic Walking, Wandern<br />

und Relax-Training, begleitet von Fachleuten,<br />

gewinnen die Teilnehmer neue Lebensfreude<br />

und Wohlbefinden und stärken<br />

Kreislauf und Immunsystem. Gesund<br />

leben ist im Hotel Arlberg ein großes Thema.<br />

Deshalb bietet das Haus die F.X. Mayr-<br />

Kur – eine ganzheitliche umfangreiche Regeneration<br />

auf der Basis des Heilfastens<br />

nach Mayr. Unter ärztlicher Leitung haben<br />

Gäste die Möglichkeit, eine individuell abgestimmte<br />

Kur für ein völlig neues Lebensgefühl<br />

zu machen. Wenn das Wetter einmal<br />

nicht so mitspielt wie man es gerne<br />

hätte, bietet auch das hauseigene Gym<br />

mit modernsten Geräten ideale Möglichkeiten<br />

für effektives Training.<br />

***<br />

Ein Hauch von Luxus<br />

Warme Steine auf der Haut oder die<br />

Kühle des Wassers spüren, eingehüllt in<br />

den Duft von warmem Öl und würzigen<br />

Kräutern – eine Behandlung im neuen<br />

„Senses Spa & Beauty“ des Hauses ist Balsam<br />

für die Seele. Die harmonische Synthese<br />

aus natürlichen Materialien wie Holz,<br />

Stein und Glas schafft mit dem einfallenden<br />

Licht eine Atmosphäre des Wohlbehagens<br />

und der Erholung. Ob finnische Sauna,<br />

Bio-Sauna, Infrarotkabine, Aromamassage<br />

oder klassisch-schwedische Massage<br />

– im „Senses Spa & Beauty“ findet man<br />

alles, was das Herz begehrt!<br />

Im sechsundzwanzig Grad warmen<br />

Außenwhirlpool bleibt viel Zeit zum<br />

Durchatmen und Entspannen. Strahlende<br />

Schönheit bringen Gewürz- oder Entschlackungsbehandlungen.<br />

Wer das<br />

Außergewöhnliche liebt, wird in der exklusiven<br />

Spa-Suite mit eigener Sauna und<br />

Dampfbad, privaten Massagen und Bädern<br />

seine Träume verwirklichen können. Ein<br />

Sprung ins kühle Nass ist Sommers wie<br />

Winters möglich: im Hallenbad mit Blick<br />

in den Garten und im Freibad umgeben<br />

von den Lecher Bergen ist es eine Wohltat<br />

seine Runden zu drehen.<br />

KONTAKT<br />

Hotel Arlberg<br />

Tannberg 187<br />

6764 Lech am Arlberg<br />

Österreich<br />

Tel. +43-(0)5583-2134<br />

E-Mail: info@arlberghotel.at<br />

www.arlberghotel.at<br />

72 | <strong>SOCIETY</strong> 1_11


LIFE UND STYLE<br />

GESUNDHEIT<br />

Gourmetfasten<br />

Königsweg zu dauerhaftem<br />

Körperglück<br />

Gourmetfasten in den Bergen Tirols – ein kleiner Verzicht auf zu viel Genuss steigert Wohlbefinden<br />

und verbessert die Gesundheit.<br />

Die vierzig Tage der Fastenzeit stehen<br />

für die meisten für eine freudlose Periode<br />

des Quälens und des Hungerns.<br />

Auch für den Körper bedeutet dies eine erhebliche<br />

Belastung. Der völlige Nahrungsverzicht<br />

führt zu einem Hungerstoffwechsel<br />

und nach Beendigung des Fastens kann<br />

das Gewicht oft nicht gehalten werden.<br />

Steht also nicht ein spirituelles Ziel im<br />

Vordergrund, bietet die neue FX Mayr Medizin<br />

im Parkhotel Igls einen schonenderen<br />

und heilenden Weg des Fastens, die<br />

„Gourmet-Entschlackung“.<br />

***<br />

Sanfter Verzicht durch Fastenperioden<br />

Für Dr. Richard Kogelnig, den stellvertretenden<br />

medizinischen Leiter des Parkhotels<br />

Igls, hängen medizinisches und spirituelles<br />

Fasten eng zusammen. „Es geht<br />

um die Einstellung, den freiwilligen Verzicht.<br />

Spirituelles Fasten ist gewissermaßen<br />

die höchste Form, weil es uns Geist,<br />

Seele und Leib als Einheit erleben lässt.<br />

Durch Alkoholfasten, Fett- und Kalorienrestriktion<br />

entsteht ein enormer Benefit für<br />

die Gesundheit und auch das kann spirituelle<br />

Konsequenzen haben und eine gesunde<br />

Energiebilanz herstellen.“<br />

Die Gourmetdiät umfasst abwechslungsreiche,<br />

fein gewürzte und schmackhafte<br />

Küche. Dabei muss man auch nicht<br />

auf die eigene Leibspeise verzichten: Das<br />

Wiener Schnitzel wird halbiert, dafür<br />

kommt mehr Salat auf den Teller. Auch ein<br />

Glas Wein ist gestattet. Es wird versucht,<br />

die gefährliche Stoffe um 50 Prozent reduzieren.<br />

***<br />

Fasten am Abend<br />

Abendfasten gilt als das gesündeste Fasten,<br />

auch wenn es nur ein Mal pro Woche<br />

praktiziert wird. „Ein letztes Essen um 15,<br />

KONTAKT<br />

PARKHOTEL IGLS<br />

Gesundheit im Zentrum<br />

Iglerstraße 51, A-6080 Innsbruck-Igls<br />

Tel. +43-(0)512-377 305<br />

E-Mail: info@parkhotel-igls.at<br />

www.parkhotel-igls.at<br />

16 Uhr wäre optimal, weil so eine lange Ruhepause<br />

für den Darm entsteht und der<br />

Körper Zeit hat, Fett zu verbrennen. Sämtliche<br />

entzündliche Magen-Darm-Erkrankungen<br />

sind damit gut behandelbar“,<br />

meint Dr. Richard Kogelnig.<br />

***<br />

Lieben Sie Ihr Gehirn mehr<br />

als Ihren Bauch!<br />

Das Gourmet-Fasten bietet eine wunderbare<br />

Möglichkeit, seine ästhetische und<br />

geistige Form positiv zu beeinflussen. Entgiftung<br />

und Entschlackung ist eine Prophylaxe<br />

fürs Gedächtnis und gut für die<br />

Gehirnfunktion, die Gedächtnisleistung<br />

kann gesteigert werden. Zudem verringern<br />

sich die Chancen auf klassische Risikofaktoren<br />

für Erkrankungen, wie Herz-Kreislaufschäden,<br />

Stoffwechselstörungen ebenso<br />

wie erhöhtes Cholesterin oder zu viel<br />

Harnsäure.<br />

Mit der Entlastung des Magen-Darm<br />

Traktes durch Detoxifikation kann ein<br />

Krankheitsherd definitiv ausgeschaltet<br />

werden. Für ein harmonisches Bewusstseins<br />

des Geistes und des Körpers.<br />

<strong>SOCIETY</strong> 1_11 | 73


LIFE UND STYLE<br />

REISE<br />

SeaWorld in Orlando<br />

Urlaub der Superlative<br />

Trend-Destination Orlando<br />

Wenn jemand den Wunsch hat in die USA zu reisen, ist Orlando in Florida mit Sicherheit<br />

eines der Traumziele, das man unbedingt besuchen sollte. Bemerkenswert ist die Tatsache,<br />

dass es für viele mittlerweile die perfekte Familiendestination ist. Von KARL KALTENEGGER<br />

Mehr als 48 Millionen Besucher zieht<br />

die Stadt mit dem atemberaubend<br />

milden Klima in Central Florida jährlich<br />

in ihren Bann. Ein paar Superlative gefällig:<br />

Sieben der weltweit zwanzig beliebtesten<br />

Themenparks warten dort auf Sie,<br />

etwa das Universal Resort oder SeaWorld.<br />

Außerdem: über hundert weitere Attraktionen<br />

und Shows wie der Cirque du Soleil<br />

mit „La Nouba“, 300 Seen, 150 Golfplätze,<br />

800 Tennisplätze, 114.000 Zimmer in Luxusresorts,<br />

Themenhotels und preiswerten<br />

Motels, sowie 4.500 Restaurants. Auch<br />

für Leute, die gern ausgiebig und preiswert<br />

Shoppen ist Orlando eine Trend-Destination.<br />

Die Stadt in Central Florida gehört<br />

mit mehr als 4,8 Quadratkilometern Einkaufsfläche<br />

zu den Top Fünf der beliebtesten<br />

US-Einkaufsziele, mit zwölf Shopping<br />

Malls und Outlet Centern im Umkreis von<br />

25 km, und einer riesigen Auswahl weltweit<br />

bekannter Modelabels.<br />

***<br />

Meeresfreuden<br />

Killerwale ziehen mit großer Power ihre<br />

Kreise im Wasser und schießen dann<br />

plötzlich aus dem Wasser. Mit einem großen<br />

Platsch tauchen sie wieder ein, mit<br />

dem Effekt, dass viele in den ersten Sitzreihen<br />

des Shamu Theaters nass gespritzt<br />

sind. Aber davor wurde man ja im Vorfeld<br />

gewarnt! Und außerdem ist es angenehm<br />

warm, wie meist in Orlando. SeaWorld<br />

holt die Vielfalt des Meeres in seine Exhibitions<br />

und Shows, wie in Shamu Rocks<br />

oder Believe. Unterstützt werden die Shows<br />

mit ausgeklügelten Sound- und Light-Effekten.<br />

Ein paar Meter weiter zeigt man eine<br />

Delphin Show mit Broadway Charakter.<br />

Delfine sind die anmutigsten und coolsten<br />

Meeressäugetiere. Es ist faszinierend, wie<br />

sie ihre Bahnen ziehen, um dann mit Effet<br />

aus dem Wasser zu drängen und ihre Saltos<br />

zu zeigen. Kindergerecht gestaltet sind<br />

Shows wie „Clyde and Seamore take Pirate<br />

Island“, da übernehmen die Seelöwen das<br />

Kommando und Papageien flattern aufgeregt<br />

über die Bühne. Auch die Clowns sind<br />

Spitze, und so quietschen die Kids vor<br />

Freude.<br />

Wenn man Mantas bestaunen will,<br />

dann kann man diese in einem riesigen<br />

Aquarium sehen, darunter Exemplare, die<br />

ganz wunderliche Namen tragen, wie:<br />

Rundkopfgeigenrochen, Gefleckte Adlerrochen<br />

oder Stechrochen. Es gibt aber auch<br />

einen von Menschen gestalteten Manta,<br />

der vor allem die Teenager fasziniert: eine<br />

Achterbahn, bei der die Wagemutigen aus<br />

der Luft fast ins Wasser stürzen. Aus großer<br />

Höhe jagt man mit fast hundert km/h<br />

mit dem Gesicht nach unten und taucht<br />

so, bis auf wenige Zentimeter, beinahe ins<br />

Wasser mit den Mantas ein. Wem das nicht<br />

genug ist: Es gibt einen zweiten Rollercoaster,<br />

der noch anspruchsvoller gestaltet<br />

74 | <strong>SOCIETY</strong> 1_11


ist. Der Kraken ist die längste, höchste und<br />

schnellste Achterbahn Orlandos, die als Besonderheit<br />

über keinen Boden verfügt. Genau<br />

das Richtige für Wagemutige!<br />

Unser Spaziergang führt uns weiter zur<br />

Waterfront, das ist ein Dorf direkt am<br />

Wasser gebaut, in dem richtig schöne Meeresfeste<br />

gefeiert werden. Einen großzügigen<br />

Überblick über die achtzig Hektar des<br />

Wasserparks kann man sich von oben,<br />

vom Skytower, verschaffen. Überhaupt ist<br />

die Vielfalt der gezeigten Meerestiere groß:<br />

mit Eisbären, Schwert- und Belugawalen,<br />

Seekühen, Seelöwen, Pinguinen, Delphinen<br />

und Tümmlern. Aber es sind auch<br />

winzige, anmutige Seepferdchen zu bewundern.<br />

SeaWorld ist kinderfreundlich<br />

und behindertengerecht gestaltet, sowie<br />

perfekt auf den Besuch älterer Semester<br />

vorbereitet.<br />

***<br />

Faszinierende Wasserspiele<br />

Einen absolut relaxten Tag können Sie<br />

im exklusiven Discovery Cove verbringen.<br />

Das ist eine paradiesische Parklandschaft,<br />

ein kleiner karibischer Traum mitten in Orlando.<br />

Dort finden Sie tropische Pflanzen<br />

und Bäume, feine Sand-Strände, oder harmonische<br />

Lagunen mit türkisblauem Wasser<br />

zum Baden und Schnorcheln. Sie<br />

schwimmen ganz entspannt zwischen farbenfrohen<br />

Fischen. Mantas und Rochen<br />

ziehen geruhsam vorbei. Gleich daneben<br />

sind die Barrakudas und Haie. Diese sind<br />

allerdings hinter einer Glasscheibe gut verwahrt.<br />

Wenn Sie möchten, können Sie<br />

auch eine Begegnung der sanften Art haben<br />

und mit Delfinen schwimmen. Wie<br />

sagte doch die Betreuerin so weise: „Delfine<br />

sind Säugetiere, wie wir Menschen. Nur<br />

viel cooler designt!“<br />

Wenn Sie es lieber ruhig angehen, so<br />

können sie es sich auch auf einer der Liegen<br />

bequem machen, die Kinder spielen im<br />

Sand, und so zieht der Tag ganz geruhsam<br />

an Ihnen vorbei. Zur Sicherheit sind in Discovery<br />

Cove überall Rettungsschwimmer<br />

postiert. Riesenvorteil dieses All Inklusive<br />

Ressorts ist, dass pro Tag nur eine bestimmte<br />

Anzahl an Besuchern eingelassen wird.<br />

Sie bekommen Badetücher und einen<br />

Schnorchel, den Sie mitnehmen können, –<br />

und die Taucherbrillen sind für Brillenträger<br />

sogar mit den passenden Dioptrien<br />

ausgestattet. Auch das Essen und Trinken<br />

in diesem Garten Eden ist inkludiert.<br />

***<br />

Cirque Fantastique<br />

Jeder, der eine spektakuläre moderne<br />

Zirkus Show zu schätzen weiß, sollte sich<br />

die Show „La Nouba“ des Cirque du Soleil<br />

nicht entgehen lassen. Es erwartet Sie eine<br />

Discovery Cove<br />

INFO<br />

SeaWorld Orlando, 7007 SeaWorld Drive, FL 32821, Tel:<br />

888-800-5447, www.seaworld.com/orlando<br />

Discovery Cove, 6000 Discovery Cove Way, FL 32821, Tel:<br />

877-557-7404, www.discoverycove.com<br />

Cirque du Soleil - La Nouba, 1478 East Buena Vista<br />

Drive, Lake Buena Vista, FL 32830,<br />

www.cirquedusoleil.com/en/shows/lanouba/default.aspx<br />

riesige Bühne voll faszinierender Bühnenkulissen<br />

mit Lichtspielen, Musik-Kaskaden<br />

und Special Effects in einem eigenen, festen<br />

Theater Gebäude im Stil eines Zirkuszelts<br />

in Lake Buena Vista. „Faire la nouba“<br />

ist französischen Ursprungs und bedeutet<br />

sich voll austoben. Diese Mischung aus<br />

Show, Zirkus, Musical, Akrobatik, Jonglieren,<br />

Trampolin, mit Clown Burlesken provoziert<br />

die Sinne und erzeugt Emotionen.<br />

So wie es der Cirque Philosophie entspricht.<br />

Da fliegen Trampolinkünstler durch die<br />

Luft, springen durch Fenster oder landen<br />

auf einem stilisierten Hochhaus. Zwischendurch<br />

wütet heftiger Rock oder man hört<br />

sanfte Rhythmen der Live Band, – je nachdem,<br />

wie es die Situation verlangt.<br />

***<br />

Die Mädels sind Spitzenklasse<br />

Die Kleinen sind die größten Stars,<br />

nämlich die vier 12 bis 14 Jahre alten chinesischen<br />

Mädchen, die bravourös ihre Diabolos<br />

oder chinesischen Jo-Jos beherrschen.<br />

Überhaupt passiert auf der Bühne<br />

so viel gleichzeitig, dass man manchmal<br />

Mühe hat, sich auf eine Aktion zu konzentrieren.<br />

Die Hochseilkünstler üben sich in<br />

waghalsigen Performances, ihre UV Dressen<br />

leuchten dabei in einem gespenstischen<br />

Blau. Spitzenklasse sind die zwei<br />

BMX Radfahrer mit Balancieren und tollkühnen<br />

Twists. Über Stufen geht’s hinauf,<br />

oder hinunter und am Schluss folgt noch<br />

ein waghalsiger Sprung über Menschen<br />

hinweg. Die Jongleure werfen und fangen<br />

ihre Ringe und Bälle schneller, als das Auge<br />

mitkommt. Die hundert Minuten „La<br />

Nouba“ vergehen wie im Flug, und man<br />

verlässt mit neuen, farbenfrohen Eindrükken,<br />

die man nicht missen möchte, das Zirkus<br />

Theater.<br />

Karl Kaltenegger war langjähriger ORF Journalist,<br />

Manager und Moderator für Radio Salzburg,<br />

Ö3 (moderierte in den 1980er Jahren den<br />

Ö3 Wecker), und Radio Wien (Abendsendung).<br />

Mittlerweile ist er als Reisejournalist aktiv,<br />

schreibt für mehrere Publikationen, wie z. B. den<br />

„traveller“ und ist nunmehr auch für <strong>SOCIETY</strong><br />

unterwegs.<br />

DER <strong>SOCIETY</strong> TOP TIPP<br />

Ein idealer Platz für einen Aufenthalt in Florida sind die<br />

Florida Paradise Villas in Windsor Hills, nur 2 km von Disney<br />

World entfernt. Diese Villen für jeweils 14 Personen<br />

mit Klimaanlage, beheizbarem Swimming Pool und Doppelgarage<br />

befinden sich in einer bewachten Wohnhaus<br />

Anlage. Sie verfügen über einen großen offenen Wohnraum<br />

mit integrierter Küche, 5 Schlafzimmer, 3 Bäder, 5<br />

TVs. Die Kinderzimmer sind im Mickey-Mouse-Stil gestaltet.<br />

Außerdem gibt es einen Billardtisch, Tischfußball und<br />

Tischtennis. Achtung: Der Haus-Schlüssel ist beim Eingang<br />

durch ein mechanisches Zahlenschloss mit einem Code<br />

gesichert. Genau erklären lassen, sonst wird es schwierig<br />

hinein zu kommen! Paradise Villas, 32 Woodhaven Drive<br />

Burlington, CT 06013, Tel: 866 939 7376 reservations@floridaparadisevillas.com,<br />

www.floridaparadisevillas.com<br />

Ein Traum für jeden Golfspieler ist Arnold Palmer’s Bay Hill<br />

Club & Lodge. Hier finden Sie ein gediegenes Ambiente<br />

zum Golfspielen, Dinieren und Wohnen vor. Bei den „Golf<br />

Magazine's 2010 Top 100 You Can Play“ liegt es auf Platz<br />

51. Highlight ist das jeden März stattfindende Arnold Palmer<br />

Invitational Golfturnier. 9000 Bay Hill Boulevard, Fl<br />

32819, Tel: 407 876 2429, www.bayhill.com<br />

Alle Infos zu Visit Orlando finden Sie unter:<br />

www.orlandoinfo.com<br />

Flüge: Air Berlin fliegt täglich von Wien via Düsseldorf<br />

oder Berlin nach Miami. Los geht’s ab 279,99 Euro One<br />

Way inklusive Steuern, Gebühren und Meilen.<br />

www.airberlin.com<br />

<strong>SOCIETY</strong> 1_11 | 75


LIFE UND STYLE<br />

ERHOLUNG<br />

Spirit Oase<br />

Spirit Hotel<br />

Quell reiner Kraft<br />

Die hauseigene Heilquelle speist hundert Prozent reines Heilwasser<br />

in den Spa-Bereich des Spirit Hotels im ungarischen<br />

Bad Sárvár, das 2010 mit dem European Health & Spa Award<br />

ausgezeichnet wurde.<br />

KONTAKT<br />

Spirit Hotel<br />

H-9600 Sárvár, Vadkert krt. 5.<br />

Tel: +36-95-889-500<br />

reservation@spirithotel.hu<br />

www.spirithotel.eu<br />

Im Spirit Hotel***** fließt das Heilwasser<br />

der hoteleigenen Quelle ganz pur, frisch<br />

und unverfälscht in den Spa-Bereich.<br />

Alle elf Heilwasserbecken werden permanent<br />

mit dem ungefilterten „Spirit Heilwasser“<br />

versorgt, täglich entleert, gereinigt<br />

und neu gefüllt und kommen daher vollkommen<br />

ohne chemische Zusätze aus. In<br />

den Innen- und Außenbecken, Whirlpools<br />

oder den Regenerationsbecken erleben die<br />

Gäste so die heilende Wirkung aus der<br />

Natur.<br />

***<br />

100 Prozent pure Heilkraft<br />

In über 1.000 Metern Tiefe schlägt das<br />

Herz des Spirit Hotels: Dort entspringt das<br />

berühmte „Spirit Heilwasser“, das den legendären<br />

Ruf des ausgezeichneten Spa-<br />

Hotels in Ungarn begründet. Jahrhundertelang<br />

bahnte sich das Wasser durch das 250<br />

Millionen Jahre alte Gestein Bad Sárvárs<br />

seinen Weg, wurde dabei gereinigt und<br />

mit wertvollen Mineralstoffen wie Hydrogenkarbonat,<br />

Natriumchlorid und Spurenelementen<br />

angereichert. Durch die tägliche<br />

Reinigung und Neufüllung der Becken<br />

besticht das Heilwasser durch eine einzigartige<br />

Reinheit, die man in den üblichen<br />

Spa- und Kur-Hotels vergeblich sucht. Das<br />

Wasser ist angenehm weich, geruchlos<br />

und von seidiger Konsistenz – optimal geeignet<br />

für traditionelle balneotherapeutische,<br />

genauso wie für modernste physiotherapeutische<br />

Behandlungen. Das 46<br />

Grad Celsius warme Wasser ergießt sich<br />

nicht nur in die elf Heilwasserbecken des<br />

Hotels, es entfaltet auch in zahlreichen Anwendungen<br />

und medizinischen Therapien<br />

seine gesundheitsfördernde Wirkung.<br />

***<br />

Wiederbelebung für Körper und Geist<br />

Auf großzügigen 10.000 Quadratmetern<br />

erstreckt sich die Spa-Oase, die selbst im<br />

für seine Badekultur berühmten Ungarn<br />

seinesgleichen sucht. Das medizinische<br />

Therapie- und Medical Spa-Zentrum des<br />

Hotels gehört zu den führenden Europas:<br />

Unter ärztlicher Leitung bietet es unterschiedliche<br />

Präventions- und Heilangebote,<br />

individuelle Anti-Burn-Out-Programme sowie<br />

fachärztliche Untersuchungen. Ein<br />

Electro Interstitial Scan (E.I.S.) dient als<br />

Grundlage für einen individuellen Therapieplan.<br />

Es ermöglicht, innerhalb von dreißig<br />

Minuten den Zustand der Organsysteme<br />

abzubilden und einen umfassenden<br />

Überblick über den Gesundheitszustand<br />

zu gewinnen.<br />

***<br />

European Health & Spa Award<br />

2010 wurde das Fünf-Sterne Spirit Hotel<br />

mit dem European Health & Spa Award in<br />

der Kategorie „Best Destination Spa” ausgezeichnet.<br />

Dieser Preis wird von der Agentur<br />

für Gesundheit und Wellness in Zusammenarbeit<br />

mit diversen Fachmedien<br />

wie Spa World Business oder Spa Inside<br />

verliehen. In insgesamt zehn Kategorien<br />

werden die Bereiche Spa, Behandlungen<br />

und Produktinnovationen prämiert. Die<br />

Auszeichnung gilt als eine der strengsten<br />

und unabhängigsten der Branche. Spirit<br />

Hotel überzeugte hier auf ganzer Linie. Die<br />

Jury lobte die hervorragende Ausstattung<br />

und das gelungene Design des weitläufigen<br />

Spa-Bereichs sowie den starken Fokus<br />

auf den Kundennutzen.<br />

76 | <strong>SOCIETY</strong> 1_11


LIFE UND STYLE<br />

WELLNESS<br />

Das ganzheitliche Diagnose- und Therapie-Konzept<br />

von VIVA Mayr basiert<br />

auf der Heilkunst des berühmten Arztes<br />

Franz Xaver Mayr. Dr. Harald Stossier,<br />

medizinischer Leiter der VIVA Mayr Klink,<br />

und sein Team entwickeln für jeden Gast<br />

ein individuelles Detox/Entgiftungs-Behandlungsprogram<br />

– einen persönlichen<br />

Therapieplan, der unter anderem aus verschiedenen<br />

Massagen, Lymphdrainagen,<br />

Mayr Bauchbehandlungen, Kneipen, Stressmanagement,<br />

Bewegung, Kautraining und<br />

Kochschule bestehen kann. Während der<br />

VIVA Mayr Entgiftungskur wird eine<br />

grundlegende, gesundheitliche Verbesserung<br />

erreicht.<br />

Die Therapie kombiniert die bewährte<br />

Tradition der Mayr-Kur (einer revolutionären<br />

Heilbehandlung auf Grundlage der<br />

Darmreinigung) mit modernen naturheilkundlichen<br />

Verfahren wie Applied Kinesiology<br />

(ganzheitliche Diagnose mittels Muskeltests),<br />

orthomolekulare Medizin und<br />

Hyperthermie. Diese Behandlungen werden<br />

in Kombination mit den neuesten diagnostischen<br />

Verfahren durchgeführt, um<br />

den individuellen Gesundheitszustand jedes<br />

Gastes umfassend und verlässlich zu<br />

bestimmen. Stressbedingte Erkrankungen,<br />

Stoffwechselerkrankungen, Burn Out,<br />

Allergien bis zu Diabetes und Fruchtbarkeitsstörungen<br />

sind einige der Gesundheitsprobleme,<br />

die während der Mayr Kur<br />

erfolgreich behandelt werden..<br />

***<br />

VIVA Cuisine<br />

Im VIVA-Restaurant mit direktem Seeblick<br />

und großzügiger Terrasse serviert<br />

Küchenchef Florian Klinger mit seinem<br />

Team eine schonende Fastenküche. Die VI-<br />

VA Mayr Diät – jedes Gericht wird individuell<br />

frisch je nach persönlichem Behandlungsprogramm<br />

des Gastes zubereitet. Dipl<br />

Diätkoch & Ernährungsberater Florian<br />

Klinger, der in Vergangenheit mit Hauben<br />

von Gault Milleau und Grüne Hauben von<br />

Styria Vitalis ausgezeichnet wurde, hat<br />

die legendäre Semmel-Milch-Diät des berühmten<br />

Kurarztes F. X. Mayr mit neuesten<br />

Erkenntnissen der Ernährungswissenschaft<br />

und seiner leidenschaftlichen Passion<br />

für gesunde Ernährung erneuert.<br />

VIVA Mayr in Maria Wörth<br />

VIVA – das Zentrum für Moderne Mayr Medizin<br />

Fasten, Entgiften<br />

und Entspannen<br />

VIVA Mayr liegt auf der bezaubernden Halbinsel Maria<br />

Wörth am südlichen Ufer des Wörther Sees und steht für<br />

eine neue Generation der Modernen Mayr Medizin.<br />

***<br />

Beauty & Spa<br />

Zahlreiche Saunen, eine herrliche Gartensauna,<br />

verschiedene Dampfbäder, Infrarotlichtkammern,<br />

Indoor-Pool, modernes<br />

Gym, und herrliche Ruheräume mit<br />

weitem Blick über den Wörther See unterstützen<br />

den Entgiftungsprozess. Outdoor<br />

Sportaktivitäten wie Nordic Walking, Rudern,<br />

oder Schwimmen im See unterstützen<br />

zusätzlich die ausgewogenen Detoxbehandlungen.<br />

Aufgrund des mediterranen Klimas ist<br />

der Wörther See nicht nur der größte, sondern<br />

auch der wärmste Alpensee Europas.<br />

Er liegt unweit der Grenze zu den Nachbarländern<br />

Italien und Slowenien. Die Region<br />

bietet viele 18 Loch Golfplätze der Spitzenklasse<br />

und zahlreiche andere Sportmöglichkeiten<br />

wie Rudern, Schwimmen, Wasser-Ski,<br />

Nordic Walking, Radfahren u.v.m.<br />

KONTAKT<br />

VIVA – Das Zentrum für MODERNE MAYR MEDIZIN<br />

Seepromenade 11, A-9082 Maria Wörth<br />

Rezeption Tel.: +43 (0) 42 73-311 17 0<br />

office@viva-mayr.com<br />

www.viva-mayr.com<br />

Beauty und Gesundheit am<br />

wärmsten See der Alpen<br />

<strong>SOCIETY</strong> 1_11 | 77


LIFE UND STYLE<br />

SERVICE<br />

Filmriss ausgeschlossen<br />

Kurz und gut – statt lang und fad<br />

„Kurz und gut – statt lang und fad“ ist das Motto der Filmschneiderei von Alexandra<br />

Schmid, die mit professionellem Filmschnitt individuelle und emotionale Filme mit dem<br />

gewissen Etwas zaubert.<br />

Wer eigene Events in bewegten Bildern<br />

festhalten will – wie Empfänge, Konferenzen<br />

oder Feiern – kann bei der<br />

Filmschneiderei ein komplettes Filmteam<br />

bestellen oder auch nur einen Kameramann.<br />

Das richtet sich ganz nach den Kundenwünschen.<br />

Auch Image- oder Produktfilme „schneidert“<br />

die Filmschneiderei nach Maß. Das<br />

Filmteam der Filmschneiderei erarbeitet<br />

gemeinsam mit den Kunden ein stimmiges<br />

Konzept und kümmert sich vor Ort um<br />

einen reibungslosen Ablauf.<br />

Die fertigen Filme können auf Youtube,<br />

Facebook oder der eigenen Homepage<br />

präsentiert werden. Kurze Filme eignen<br />

sich auch als Kundengeschenk z. B. auf<br />

einem USB-Stick als Beilage in Presse- oder<br />

Produktmappen. Der Phantasie sind praktisch<br />

keine Grenzen gesetzt.<br />

KONTAKT<br />

Filmschneiderei<br />

Alexandra Schmid<br />

Tel. +43-(0)676-35 13 713<br />

www.filmschneiderei.at<br />

Individuell studieren<br />

Akademisch – flexibel – praxisnah<br />

Der Universitätslehrgang Executive MBA in General Management am IfM – Institut für<br />

Management bereitet TeilnehmerInnen in hoher Qualität auf Führungs- und Managementherausforderungen<br />

vor.<br />

In effektiven Kleingruppen wird im Laufe<br />

des modular aufgebauten MBA-Programms<br />

mit FIBAA-Akkreditierung akademisches<br />

Fachwissen auf höchstem<br />

Niveau vermittelt. Und das in exklusiver<br />

Lernatmosphäre in den Räumlichkeiten<br />

des Schlosses Leopoldskron in Salzburg –<br />

ein Umfeld, das Studierende sowie Lehrende<br />

gleichermaßen inspiriert und motiviert.<br />

Was AbsolventInnen am IfM besonders<br />

schätzen ist die Flexibilität des Universitätslehrgangs:<br />

„Unsere StudentInnen können<br />

jederzeit starten, Prüfungen zu einem<br />

Zeitpunkt ihrer Wahl absolvieren und<br />

haben die Möglichkeit Themen zu wählen,<br />

die für ihren beruflichen Alltag relevant<br />

sind“, erläutert Dr. Wolfgang Reiger, IfM-<br />

Geschäftsführer, einen der Vorteile des<br />

Programms. TeilnehmerInnen legen sich<br />

für ihr berufsbegleitendes Studium am<br />

IfM mit anerkanntem akademischem Abschluss<br />

der Alpen-Adria-Universität Klagenfurt<br />

einen individuellen Zeitplan zurecht,<br />

der ihren persönlichen und beruflichen<br />

Bedürfnissen entspricht.<br />

MBA-AbsolventInnen bestätigen, dass neben<br />

der außergewöhnlichen Flexibilität<br />

die praxisorientierten Lerninhalte, welche<br />

durch renommierte Experten vermittelt<br />

werden, diesen Universitätslehrgang am<br />

IfM auszeichnen.<br />

KONTAKT<br />

IfM<br />

Institut für Management<br />

www.ifm.ac • office@ifm.ac<br />

0662 – 66 86 280<br />

IfM-Geschäftsführer<br />

Dr. Wolfgang Reiger<br />

78 | <strong>SOCIETY</strong> 1_11


LIFE UND STYLE<br />

WOHNEN<br />

Innovation Bio-Ethanolkamine<br />

Feuer OHNE Rauch<br />

Eine neue Kamingeneration garantiert maximale Mobilität<br />

ohne Kaminanschluss und tolle Wärmeleistung bei wunderschönem<br />

Flammenbild. Bio-Ethanolkamine rauchen nicht,<br />

riechen nicht und rußen nicht!<br />

Ein Kamin im Wohn- oder Wellnessbereich<br />

ist nun für jedermann ohne großen<br />

Aufwand realisierbar. Die neuen<br />

Bio-Ethanolkamine können überall aufgestellt<br />

werden, sie sind für alle Wohnbereiche<br />

geeignet und die Montage ist einfach<br />

und unkompliziert. Nach dem Aufstellen<br />

ist nur noch das Einfüllen des Brennstoffes<br />

nötig und man kann den Kamin sofort in<br />

Betrieb nehmen. Optisch begeistert die Serie<br />

„Design für modernes Wohnen“ mit ihren<br />

Flammenbildern und einer Vielfalt an<br />

Formen und Farben. Zusätzlich kann<br />

durch die integrierte Aromatheraphie und<br />

die Luftbefeuchtung ein angenehmes<br />

Raumklima geschaffen werden.<br />

***<br />

Sicherheit & Komfort<br />

Die neuen Bio-Ethanolkamine verfügen<br />

über eine einfache Zündung und lassen<br />

sich ebensoleicht wieder löschen. Die<br />

Brennboxen sind hydromechanisch tiefgezogen<br />

aus 2,5 mm Edelstahl und lassen<br />

sich problemlos regulieren. Standsicherheit,<br />

Sicherheitswanne, Berührungsschutzgläser<br />

sowie doppelwandige Brennkammern<br />

sorgen für Sicherheit und Qualität.<br />

Die Design-Kamine werden in Österreich<br />

gefertigt und sind somit ein Qualitätsprodukt<br />

„Made in Austria“!<br />

Holzhacken, gefährlicher Funkenflug<br />

sowie Ruß und Asche gehören der Vergangenheit<br />

an, der flüssige Brennstoff auf Alkoholbasis<br />

ist lebensmittelecht, verbrennt<br />

rauchfrei und rückstandslos zu heißer Luft.<br />

***<br />

Design & Individualität<br />

Indoor, Outdoor, Retro oder als edles<br />

Wohnraum-Design, der Vielfältigkeit werden<br />

keine Grenzen gesetzt. Zudem bietet<br />

haas design die Möglichkeit der Gestaltung<br />

von Kamin-Unikaten. So genießen Sie romantische<br />

Stunden in den eigenen vier<br />

Wänden mit behaglicher Wärme.<br />

KONTAKT<br />

HAAS DESIGN<br />

Froschweg 6 - Kerschdorf<br />

9220 Velden am Wörthersee<br />

Mobil: +43-(0)664-750 312 95<br />

office@haas-design.at<br />

www.haas-design.at<br />

<strong>SOCIETY</strong> 1_11 | 79


LIFE UND STYLE<br />

DOGFASHION<br />

Dogue In The City<br />

All Dressed Up In Love?!<br />

Sie ist die neue Carrie Bradshaw der Hundewelt. Klischees kennt sie nicht, aber dafür weiß<br />

sie umso mehr, was IN ist. Jeannine Nujic versteht es auf humorvolle Art, den Lifestyle<br />

von Mensch und Hund in der heutigen Zeit zu verknüpfen.<br />

Das Kleid sitzt, die Haare<br />

glänzen in der Sonne,<br />

Frühlingsstrahlen im<br />

Gesicht, die neuen Nude<br />

Heels an und die Sonnenbrillen<br />

auf. Ringsum<br />

grünt und<br />

blüht es, Frühlingsduft<br />

liegt in<br />

der Luft. Vögel<br />

zwitschern im<br />

Park, in den<br />

Straßencafés<br />

turteln verliebte<br />

Pärchen.<br />

Gemeinsam<br />

spazieren Coco<br />

und ich durch die Innenstadt.<br />

Die Winterkleidung eingemottet<br />

und mit großer Aufregung auf dem Weg,<br />

Schuhe der heurigen Kollektion zu shoppen.<br />

Schließlich gilt: „Single sein ist zwar<br />

schlecht fürs Herz aber gut für die<br />

Wirtschaft“. Gesagt, getan.<br />

Einige Shops später stehe ich in meiner<br />

Boutique, da sehe ich es endlich vor mir,<br />

die neue Spring/Summer Kollektion ist<br />

frisch aus den Showrooms eingetroffen.<br />

Coco freut sich ebenso, denn wie kann es<br />

auch anders sein, liegt auch für sie<br />

einiges parat. Beiger Trenchcoat,<br />

Jeans mit weißer Rüschenbluse,<br />

Coco sieht aus wie eine echte Dogfashionista.<br />

So machen wir uns dressed<br />

up in den zwei „Ls“ Labels &<br />

Love – ich in meinem neuen<br />

luftigen Kleid, das im Schrittrhythmus<br />

mitschwingt<br />

Jeannine Nujic und ihr Chihuahua<br />

Coco Chanel sind „Doggylicious“<br />

und viel zu hohen High<br />

Heels – auf den Weg zu unserem<br />

morgendlichen Besorgungsrundgang.<br />

Nach einem Abstecher<br />

bei Cocos Fleischer des Vertrauens<br />

geht es weiter<br />

Richtung Graben. Plötzlich<br />

erstarrt Coco und ich folge<br />

ihrer Blickrichtung. Da stehen<br />

sie, ein Duo welches perfekter nicht<br />

sein könnte: Das Herrchen eine Mischung<br />

aus italienischem Geschäftsmann<br />

und Geheimagenten, smart und<br />

sexy. Das Chihuahua-Männchen, ein<br />

Abbild seines Herrchens, schwarzes<br />

glänzendes Haarkleid und sehr gut<br />

erzogen.<br />

Während zwischen mir und<br />

dem attraktiven Chihuahua-<br />

Besitzer, der übrigens<br />

Geschmack beweist, denn<br />

sein Hündchen trägt ein<br />

extravagantes<br />

Halsband<br />

aus<br />

meiner<br />

Boutique,<br />

lediglich ein<br />

verleg-<br />

enes Lächeln zustande kommt, gehen die<br />

beiden augenscheinlich von Frühlingsgefühlen<br />

geplagten Hunde gleich aufs Ganze.<br />

Sie stürmen aufeinander zu, als wäre es<br />

ein lang ersehntes Wiedersehen.<br />

Kurzes beschnuppern und das Eis ist gebrochen.<br />

Ein paar Spielminuten später schaffen<br />

es die Hunde auch unser Ice breaker zu<br />

sein, und so kommt man über den Hundesmalltalk<br />

ins Gespräch. Die Spazierverabredung<br />

– natürlich rein zum Wohle der<br />

Hunde – steht. Glücklich, mit unserem<br />

strahlendsten Lächeln machen wir uns auf<br />

den Weg zurück ins Geschäft. The End<br />

Hat Amor nicht nur bei mir sondern<br />

auch bei Coco zugeschlagen oder was ist in<br />

ihr vorgegangen?! Hatte auch sie<br />

einen Anfall von Frühlingsgefühlen?!<br />

Es ist alt bekannt, die ersten<br />

warmen Sonnenstrahlen versetzen<br />

Mensch und Tier jedes Jahr von<br />

Neuem in einen körperlichen Ausnahmezustand.<br />

Sogar die Financial<br />

Times schreibt von Frühlingsgefühlen an<br />

der Börse. Dieses Thema zieht sich wie<br />

ein roter Faden durch unsere<br />

Gesellschaft. Auch mich beschäftigt<br />

dieses Thema und so stelle ich die<br />

Frage…ist es die Liebe oder sind es die<br />

Triebe?<br />

In einem Interview mit Tierverhaltensforscher<br />

und DogLifestyle-<br />

Coach Laurent Amman, was es<br />

denn mit dem Frühlingszauber<br />

auf sich hat, fand ich<br />

Antworten auf einige meiner<br />

Fragen und konnte auch<br />

den einen oder anderen<br />

Tipp zur Erleichterung<br />

ergattern.<br />

Jeannine: Sie haben<br />

Tierverhalten und<br />

Tierpsychologie studiert<br />

und erforscht.<br />

Empfinden Hunde generell<br />

Liebe zu einem<br />

anderen Hund bzw.<br />

FOTO: CHRISTIAN POSTL<br />

80 | <strong>SOCIETY</strong> 1_11


können Hunde so etwas wie<br />

Frühlingsgefühle empfinden?<br />

Laurent Amann: Die Wissenschaft ist<br />

zurzeit eher rational. Gefühle und Stimmungen<br />

werden durch rein chemische Reaktionen<br />

erklärt. So auch die Frühlingsgefühle,<br />

die als Folge von<br />

Hormonausschüttungen gelten. Zusammen<br />

mit gesellschaftlichen und moralischen<br />

Eindrücken wird das entstehende<br />

Gefühl beim Menschen als Liebe bezeichnet.<br />

Hunde produzieren die gleichen Hormone.<br />

Doch wissen wir noch nicht, inwiefern<br />

Hunde auf moralische oder<br />

gesellschaftliche Einflüsse reagieren. Daher<br />

spricht man bei Tieren vorsichtigerweise<br />

eher von Instinkten und Trieben als<br />

von Liebe.<br />

Jeannine: Meine Hündin Coco Chanel erwacht<br />

regelrecht aus ihrer Winterruhe, sie<br />

läuft aufgeregt durch Gräser, Wiesen und<br />

die Straßen. Geschirr und Kleidung anziehen<br />

ist hier eine wahre Herausforderung,<br />

aufgeregt und Schwänzchen wedelnd läuft<br />

sie hin und her. Ich habe das Gefühl, sie ist<br />

glücklicher. Ist dem denn so?<br />

Laurent Amann: Auf jeden Fall, ja.<br />

Jeannine: Gibt es wissenschaftliche Studien<br />

diesbezüglich?<br />

Laurent Amann: Was die Wissenschaft<br />

bereits beweisen konnte ist, dass Tiere und<br />

Menschen „Liebeshormone“ produzieren:<br />

Oxytocin. Die Ausschüttung dieser Hormone<br />

bringt Tiere dazu, auf Partnersuche<br />

zu gehen und sich an einen passenden<br />

Partner zu binden. Oxytocin scheint also<br />

der Baustein für Liebesgefühle zu sein. Zusätzlich<br />

werden Sexualhormone im Frühling<br />

in größerem Maße produziert und tragen<br />

zum gesamten Gemütszustand bei.<br />

Jeannine: Welche Methoden gibt es, um die<br />

Frühlingszeit für den Hund angenehmer<br />

SOMMER MUST-HAVES <strong>2011</strong><br />

Die Fashionweeks haben sie vorgegeben, die Trends für<br />

<strong>2011</strong>, auch in der Hundemodewelt darf es diesen Sommer<br />

verspielt, farbenfroh und verträumt sein. Applikationen,<br />

florale Muster, Rüschen, Streifen, Jeansstoffe, Pastellfarben…<br />

es wird bunt und verspielt. Dieser Trend macht so<br />

richtig gute Laune. Absolut richtig liegen Sie auch mit den<br />

Farben Gold, Braun, Beige, Marineblau, Rosa, Terrakotta<br />

und Koralle. Damit Sie und Ihr Hund absolut „doggylicious“<br />

und top gestylt durch die Saison gehen, hier die<br />

neuesten Trends zum Nachshoppen auf<br />

www.doggylicious.at<br />

und stressfreier zu gestalten, bzw. was<br />

kann man dagegen tun?<br />

Laurent Amann: Die richtige Frage wäre,<br />

wann soll man etwas dagegen tun. Solange<br />

der Hund nicht unter den Frühlingsgefühlen<br />

leidet, soll man ihn sie ausleben<br />

lassen. Doch wenn der Hund ständig an<br />

der Leine steht oder sogar einige Tage lang<br />

das Essen verweigert, weil er vor kurzem eine<br />

schicke Hundedame gesehen hat, empfinde<br />

ich es als Pflicht<br />

des Besitzers, den<br />

Hund von diesem<br />

Stress zu entlasten.<br />

Die effizienteste Methode<br />

ist die Kastration.<br />

So wird der Einfluss<br />

der Sexualhormone,<br />

der bei vielen<br />

Hunden als<br />

Hauptstressfaktor<br />

zählt, endgültig entfernt.<br />

Jeannine: Gibt es einen<br />

Unterschied<br />

zu Männchen und<br />

Weibchen?<br />

Laurent Amann: Männchen leiden viel<br />

mehr unter ihren Sexualhormonen als<br />

Weibchen. Das Testosteron befiehlt ihnen<br />

eine Hündin zu finden, zu erobern und sie<br />

vor anderen Rüden zu verteidigen. Dies bedeutet<br />

für viele Rüden einen enormen<br />

Stress. Weibchen hingegen können sich gestresst<br />

fühlen, wenn sie z. B. ununterbrochen<br />

von Rüden verfolgt werden und keine<br />

Ruhe haben.<br />

Jeannine: Gibt wirkungsvolle alternativen<br />

zur Kastration?<br />

Laurent Amann: Ich sehe die Kastration<br />

als einzige nachhaltige Lösung, wenn der<br />

Hund wirklich wegen der Sexualhormone<br />

leidet. Möglich ist es auch, in der Frühjahrszeit<br />

gerade beim Spaziergang anderen Hunden<br />

weit auszuweichen und sich nur dem<br />

Erwachen der Natur zu widmen.<br />

Jeannine: Hand aufs Herz: Neben Ihren<br />

ganzen Studien und Berichten, was ist Ihre<br />

persönliche Meinung, Liebe oder Triebe?<br />

Laurent Amann: Ich denke, es ist eine<br />

Mischung aus beidem. Meiner Meinung<br />

nach bringen die Triebe unsere Hunde zusammen.<br />

Danach bestimmt die<br />

Liebe über die Entwicklung der<br />

Beziehung.<br />

Einige logische Argumente<br />

gegen die Liebe und für die<br />

Triebe, jedoch wenn man das<br />

Wissenschaftliche und Theoretische<br />

weglässt, ich meinen Hund so<br />

beobachte, muss ich feststellen: Es<br />

gibt sie doch, die Liebe. Und jetzt<br />

mal ehrlich auch bei Unsereins<br />

gibt es die Liebe trotz der Triebe.<br />

Liebe ist eben das beste Label,<br />

das man tragen kann, immer<br />

im Trend und top angesagt.<br />

Eben „all dressed up in Love…“<br />

<strong>SOCIETY</strong> 1_11 | 81


LIFE UND STYLE<br />

COACHING<br />

Selbst-Coaching<br />

Anleitung zum Glücklich-Sein<br />

Gibt es eine Art „Gebrauchsanweisung“ zum Glücklich-Sein oder können wir „lernen“ glücklich<br />

zu sein? Es zeigt sich, dass Glück mit der richtigen Einstellung zum Leben zu tun hat.<br />

Paul Watzlawik hat sich in seinem berühmten<br />

Buch „Anleitung zum Unglücklich-Sein“<br />

mit der Gebrauchsanweisung<br />

beschäftigt, was wir tun müssen,<br />

um NICHT glücklich sein zu können. Dabei<br />

stellt sich die Frage, ob wir wenn wir<br />

„nicht unglücklich“ sind schon glücklich<br />

sind, was meiner Meinung nach mit Nein<br />

zu beantworten ist. Damit verhält es sich<br />

so wie mit dem Begriff Gesundheit. Gesundheit<br />

ist ja noch lange nicht nur die Abwesenheit<br />

von Krankheit.<br />

Was bedeutet nun aber „Glücklich-<br />

Sein“? Bereits seit den alten Griechen beschäftigen<br />

sich Philosophen und Dichter<br />

damit. Zweifellos für jeden von uns ist<br />

Glücklich-Sein etwas anderes! Glück ist etwas<br />

ganz Persönliches und Individuelles. Jeder<br />

von uns empfindet Glück anders und<br />

kann über verschiedene Dinge glücklich<br />

sein. Und Glücklich-Sein bedeutet auch etwas<br />

anderes als Glück haben, denn das<br />

Verb Sein beschreibt bereits eine Kontinuität,<br />

ein Andauern der Glücksempfindung.<br />

Ich habe Glück, wenn ich im Lotto gewinne<br />

– das heißt aber noch nicht, dass ich nun<br />

für den Rest meines Lebens glücklich bin!<br />

***<br />

Bedingungen des Glücks<br />

Viele Menschen erleben den kontinuierlichen<br />

Zustand des Glücklich-Seins,<br />

•wenn sie den subjektiven Eindruck haben<br />

ein sinnvolles und erfülltes Leben zu<br />

führen – was auch immer das für den<br />

einzelnen bedeutet. Persönliche Erfolge<br />

machen uns oft glücklich. Das Gefühl etwas<br />

erreicht und etwas geleistet zu haben,<br />

erfüllt uns mit Stolz und gibt uns<br />

Kraft für neue Projekte.<br />

•wenn sie das tun können und dürfen,<br />

was sie gut können und gerne machen,<br />

Stichwort Kreativität und Selbstverwirklichung,<br />

•wenn sie ihre wichtigsten persönlichen<br />

Werte frei leben können, z. B. Freiheit,<br />

Harmonie, Ehrlichkeit, Freundschaft, etc.<br />

•wenn sie die Gabe haben, auch im Alltag<br />

Glück zu empfinden, wenn sie das wertschätzen,<br />

was sie haben anstatt es als<br />

selbstverständlich zu nehmen und nur<br />

das zu suchen, was sie nicht haben,<br />

•wenn sie heute leben im Hier und Jetzt,<br />

ÜBER DIE AUTORIN<br />

Dr. Sonja Littig-Wengersky ist Dipl. Coach und Trainerin<br />

für Kommunikation und Persönlichkeitsentwicklung und<br />

Buchautorin („Das Selbst-Coaching-Buch“). Sie ist seit<br />

mehr als dreißig Jahren in der Erwachsenenbildung tätig,<br />

und seit ca. 15 Jahren im Bereich Coaching und Seminaren<br />

zur Persönlichkeitsentwicklung. Sie wurde von IIR<br />

(Institute for International Research) in den letzten Jahren<br />

mehrfach zur „Top Trainerin des Jahres“ gewählt.<br />

BUCHTIPP: „Das Selbst-Coaching-Buch - Anleitung zum<br />

Glücklich-Sein“<br />

Bestellung auf www.littig.at<br />

nicht immer alles auf morgen verschieben,<br />

sondern das Heute genießen –<br />

Glück ist etwas, was nur im Jetzt funktioniert.<br />

Sehr viele Menschen warten auf einen<br />

großen und bedeutungsvollen Moment in<br />

der Zukunft, an dem sie dann endlich<br />

glücklich und zufrieden sein werden,<br />

wenn endlich alle Bedingungen erfüllt<br />

sind… „Ich werde glücklich sein, wenn ich<br />

den richtigen Partner habe, wenn ich eine<br />

größere Wohnung habe, einen besseren<br />

Job habe...“ Aber so läuft das nicht! Glück<br />

hat viel mit unserer persönlichen Art des<br />

Denkens zu tun, denn Glück ist vor allem<br />

auch eine Frage der Einstellung. Das zeigt<br />

auch die folgende Metapher:<br />

Zwei Schüler stritten erbost. Der Meister kam<br />

hinzu und fragte:<br />

„Was ist der Grund für Euren Streit?“<br />

„Ach Herr, wir können uns nicht einigen. Ich sage,<br />

dass das Leben schwer ist und er behauptet,<br />

es sei einfach. Wer von uns hat recht?“<br />

Der weise alte Mann lächelte sanft und sagte:<br />

„Oh, das ist eine leichte Frage – Ihr habt beide<br />

recht!“<br />

Und während die Schüler ihn verständnislos anblickten,<br />

fügte er noch hinzu:<br />

„Das Leben ist immer genau so, wie Ihr glaubt,<br />

dass es ist.“ (1)<br />

***<br />

Glück beginnt im Kopf<br />

Tatsächlich können wir uns dazu entscheiden,<br />

glücklich zu sein. Glücklich sein<br />

beginnt im Kopf, also mit unserem Denken<br />

– denn ob wir glücklich sind, entscheiden<br />

wir selbst und nicht die Umstände. Eine<br />

Grundannahme des NLP (2) geht davon aus,<br />

dass „jeder Mensch alle Ressourcen hat, die<br />

er braucht, um ein persönlich erfülltes und<br />

sinnvolles Leben zu führen“. Wir müssen<br />

nur bewusst darauf zugreifen, und das haben<br />

wir oft verlernt.<br />

Für unsere eigenen Gefühle, unser Denken<br />

und unser Verhalten sind wir stets<br />

selbst verantwortlich. Niemand anderer ist<br />

schuld, wenn es uns nicht gut geht oder wir<br />

uns schlecht fühlen! Weder der Chef, noch<br />

die Kollegin, die Schwiegermutter oder der<br />

Partner... Die wichtigste Voraussetzung ist,<br />

dass wir selbst wollen, dass es uns gut geht<br />

und bereit sind aktiv etwas dafür zu tun!<br />

Und genau das ist der springende<br />

Punkt: Wir müssen auch für unser seelisches<br />

Wohlbefinden aktiv sorgen. Dazu<br />

gibt es viele Möglichkeiten, die von Mensch<br />

zu Mensch ganz unterschiedlich sein können.<br />

Der eine sucht Frieden und Entspannung<br />

in der Natur, ein anderer durch Entspannungsübungen,<br />

Yoga, Mentaltraining,<br />

oder, oder, oder… Wichtig ist, DASS Sie etwas<br />

tun, nicht nur für Ihre körperliche Gesundheit,<br />

sondern vor allem auch für Ihr<br />

seelisches Wohlbefinden. Denn das Glück<br />

kommt nicht von allein!<br />

82 | <strong>SOCIETY</strong> 1_11<br />

(1) Unbekannte Quellen<br />

(2) NLP = Neuro-Linguistisches Programmieren


LIFE UND STYLE<br />

STYLING<br />

Jede Farbe hat ihre eigene Wirkung<br />

Rot ist ein Hingucker<br />

FOTOS: PIXELIO.DE, GILBERT BRANDL<br />

Was Farben uns erzählen<br />

Es grünt so grün<br />

Der Winter ist vorbei und mit dem Frühling wird das Leben<br />

wieder farbenfroh. Wie Sie Farben in der Kleidung richtig<br />

einsetzen, lesen Sie hier! Von INGRID CHLADEK<br />

Mit den ersten Sonnenstrahlen wollen<br />

wir die dunkle Winterkleidung ablegen<br />

und zu Farben greifen, die Licht,<br />

Optimismus und Lebensfreude ausstrahlen.<br />

Wir sehnen uns nach Farben, die unser<br />

Wohlbefinden steigern, die uns Energie<br />

geben, die uns das triste Grau des Winters<br />

vergessen lassen. Nach Farben, die unsere<br />

Lieblingsfarben sind, oder aber solche, die<br />

gerade „in“ sind und die von der Modeindustrie<br />

vorgegeben werden.<br />

Doch unabhängig von modischen<br />

Trends stärken Farben in der Kleidung unser<br />

Wohlbefinden, beeinflussen unsere<br />

Emotionen, gestalten unser Image und<br />

können sogar unser Aussehen und unser<br />

Auftreten verändern. Trägt man z.B. Blau<br />

oder Blau/Weiß, so strahlt man Vertrauen<br />

und Kompetenz aus, in roter Kleidung<br />

wirkt man kraftvoll und dynamisch, hingegen<br />

in einem rosa Outfit eher schwach<br />

und hilflos.<br />

Farben wirken dabei auf drei Ebenen:<br />

auf der sinnlich-optischen Ebene – Farben<br />

beeinflussen Emotionen; auf der psychischen<br />

Ebene – als Ausdruck unserer Stimmung;<br />

auf der intellektuell-symbolischen<br />

Ebene – um gezielt bestimmte Zwecke zu<br />

erreichen, z.B. unser Image zu verstärken<br />

oder unser zu Aussehen verbessern.<br />

Mit Farben verbinden wir Eigenschaften:<br />

So wirkt ein silbernes Auto schneller<br />

als ein gelbes, ein roter Pfefferoni schärfer<br />

als ein grüner, und ein schwarzes Kleid eleganter<br />

als ein gelbes.<br />

***<br />

Farben für jeden Anlass<br />

Setzen Sie Farben in der Kleidung ein, so<br />

sollten Sie eher weniger als mehr verwenden,<br />

um nicht als „bunter Vogel“ zu gelten.<br />

Die Verwendung von zwei harmonischen<br />

Farben wirkt elegant und zurückhaltend,<br />

wie die Kombination von Braun und Beige.<br />

Wollen Sie jedoch kompetent und professionell<br />

wirken, so greifen Sie zu einer Dunkel-<br />

Hell-Kombination, z.B. einem dunkelblauen<br />

Kostüm oder Anzug und tragen Sie darunter<br />

ein helles Oberteil.<br />

Pastellfarben in der Kleidung sind<br />

„Weichmacher“ und lassen Sie eher sympathisch<br />

als kompetent wirken. Die Farben Rot<br />

und Orange sind wirkliche „Hingucker“ –<br />

und wirken dynamisch, kraftvoll, aber auch<br />

aggressiv. Gelbtöne sind wahre Kommunikationsverstärker,<br />

allerdings nur dann, wenn<br />

sie sparsam eingesetzt werden. Schwarz ist<br />

eine sogenannte „Anlassfarbe“, die bei festlichen<br />

Ereignissen eingesetzt werden sollte,<br />

oder aber um Distanz und Macht – und<br />

auch Kreativität – auszustrahlen.<br />

Mit dem gekonnten Einsatz von Farben<br />

können Sie eine bestimmte Wirkung erzielen,<br />

eine innere Einstellung zum Ausdruck<br />

bringen, Aufmerksamkeit erregen oder aber<br />

ein bestimmtes Image vermitteln. Spielen<br />

Sie damit!<br />

WIE FARBEN WIRKEN<br />

Blau strahlt Seriosität aus, wirkt aber brav.<br />

Gute Basisfarbe für Anzüge.<br />

Grau steht für Kompetenz, ist aber nüchtern.<br />

Optimal fürs Business-Outfit.<br />

Schwarz bedeutet Macht, aber auch Angst und Trauer.<br />

Perfekt für feierliche Anlässe. Basisfarbe für<br />

Kreative.<br />

Weiß strahlt Unschuld und Perfektion aus, ist aber<br />

hart und unauffällig. Optimal für Oberteile.<br />

Rosa steht für Weichheit, wirkt immer schwach und<br />

hilflos. Diese Farbe vermeiden!<br />

Rot ist Energie und Selbstvertrauen, aber auch Aggressivität.<br />

Diesen Hingucker sparsam einsetzen!<br />

Orange bedeutet Kommunikation, wirkt aber billig und<br />

laut. Nur dezent einsetzen!<br />

Gelb steht für Licht und Freundlichkeit, aber auch<br />

Neid und Betrug. Optimal für Veranstaltungen.<br />

Grün ist die Hoffnung, Wachstum, aber auch Unreife.<br />

Beruhigt das Gegenüber!<br />

Violett ist Extravaganz und Mystik, aber auch Esoterik<br />

und Zauberei. Perfekt, wenn Sie distanziert<br />

wirken wollen.<br />

KONTAKT<br />

Mag. Ingrid Chladek<br />

Dressforsuccess<br />

Heiligenstädterstraße 115/1<br />

A-1190 Wien<br />

Tel. +43(0)664-122 70 46<br />

ingrid.chladek@dressforsuccess.at<br />

www.dressforsuccess.at<br />

<strong>SOCIETY</strong> 1_11 | 83


LIFE UND STYLE<br />

BUCHTIPP<br />

Mut statt Angepasstheit<br />

Gegen ein Leben in der<br />

„Harmonieblase“<br />

Bedienen Weicheier die Schalthebel der Macht? Ein neues Buch von Unternehmer und Manager<br />

Werner Becher stellt unangenehme Fragen und rechnet ab mit lahmer Mittelmäßigkeit<br />

und angepasstem Mainstream-Verhalten.<br />

Unsere ängstliche Sehnsucht nach absoluter<br />

Sicherheit zeigt sich bereits bei<br />

der Erziehung der Kleinsten: Eine<br />

Mutter erklärt der Kindergärtnerin, dass<br />

sie ihren Sohn vollkommen gewaltfrei erzieht<br />

und er daher niemals in Konflikte<br />

verwickelt werden darf. Als sie erfährt,<br />

dass ihr kleiner Sascha von einem Kind gestoßen<br />

wurde, klagt sie den Kindergarten<br />

auf unterlassene Aufsichtspflicht – obwohl<br />

ihm nichts passiert ist. Krankt unsere Gesellschaft<br />

an einer verweichlichten Lebenseinstellung?<br />

***<br />

Weicheier machen nicht satt<br />

Wir haben verlernt, auch gegen den<br />

Widerstand anderer für unsere Überzeugungen<br />

einzutreten, aufzubegehren, wenn<br />

offensichtlich Unrecht geschieht und uns<br />

verantwortungsvoll auf eigene Ziele zu<br />

konzentrieren. Diese gesellschaftliche Entwicklung<br />

zeigt sich in der Politik, Wirtschaft<br />

und in den Medien: Sie wollen einander<br />

gefallen und fassen sich daher mit<br />

Samthandschuhen an. Die Medien zitieren<br />

immer wieder die gleichen bezahlten Experten<br />

und bedienen ihre Konsumenten<br />

mit gefälliger Berichterstattung. „An den<br />

Schlüsselpositionen der Macht sitzen nur<br />

mehr Weicheier und Ja-Sager“, ist Werner<br />

Becher, Unternehmer, Manager, ehemaliger<br />

Bundesparteichef des Liberalen Forums<br />

in Österreich und Autor des neuen Sachbuchs<br />

„Weicheier machen nicht satt – Eine<br />

Abrechnung mit Feiglingen, Mitläufern<br />

und Ja-Sagern“ überzeugt. „Wir sollten<br />

endlich wieder beginnen unseren Hausverstand<br />

zu benutzen, statt wie Lemminge<br />

blind dem Zeitgeist zu folgen.“<br />

***<br />

Die Mentalität der Weicheier<br />

Weicheier leben in einer Harmonieblase:<br />

Alles soll perfekt, friedlich und sicher sein,<br />

sie wollen nicht scheitern, nicht verlieren,<br />

nichts falsch machen. Technische Innovationen<br />

wie GPS oder Online-Singlebörsen unterstützen<br />

sie in ihrer Ängstlichkeit; mit<br />

Werner Becher<br />

dem Navi verfahren sie sich nicht mehr und<br />

durch die sozialen Netzwerke entgehen sie<br />

der Gefahr, im direkten Kontakt einen Korb<br />

zu bekommen. Weicheier schimpfen scheinbar<br />

ohnmächtig auf „die da oben“ und stellen<br />

Forderungen an „die anderen“, doch<br />

endlich etwas zu unternehmen. Entlarvt<br />

werden sie am besten über ihre Sprache,<br />

denn sie sprechen bevorzugt im Konjunktiv,<br />

in „man“ statt „ich“ und lieben Worthülsen:<br />

„Eigentlich sollte man nicht mehr mit dem<br />

Flugzeug fliegen“, „Irgendjemand müsste<br />

mal endlich den Klimawandel stoppen“.<br />

Ihr Hauptmerkmal ist es, dass sie Eigenverantwortung<br />

ablehnen, lieber Feindbilder<br />

als Schuldige für Probleme anklagen, keine<br />

Entscheidungen treffen, sondern sich winden<br />

und den Weg des geringsten Widerstandes<br />

suchen. „Weicheier würden sich am<br />

liebsten in Watte packen – die kann den<br />

harten Aufprall auf den Boden der Realität<br />

allerdings nicht dämpfen“, so der Autor<br />

Werner Becher.<br />

***<br />

Ein Buch gegen die Ausreden der Weicheier<br />

Werner Becher hinterfragt in seinem<br />

Buch „Weicheier machen nicht satt“, was<br />

uns schon gar nicht mehr auffällt oder wir<br />

kaum zu denken wagen: Warum dürfen<br />

NGOs kapitalistischer als Privatunternehmen<br />

sein? Wo bleibt eigentlich der angekündigte<br />

saure Regen? Ist der absurde Genderwahnsinn<br />

tatsächlich notwendig?<br />

Müssen die Kinder der 68er wirklich den<br />

eingerauchten Traum ihrer Eltern ausbaden<br />

und Schulen ohne Leistungsdruck besuchen?<br />

Sind die derzeitigen Gesundheitsund<br />

Pensionssysteme nicht reine Augenauswischerei?<br />

Machen sich nicht ein paar<br />

Mächtige ein schönes Leben auf Kosten anderer?<br />

Das Buch soll Visionen und Lösungsmodelle<br />

für alle jene liefern, die mehr Anspruch<br />

an sich selbst haben als nur<br />

verstaubten Ideologien irgendwelcher Parteien,<br />

NGOs, Großkonzerne und anderer<br />

gesellschaftlicher Lobbyisten nachzuplappern.<br />

Becher schlägt innovative Ansätze,<br />

klare Ziele und mutige Schritte vor. „Wir<br />

brauchen Leute, die den Mut haben, die<br />

Dinge beim Namen zu nennen und sich<br />

wirklich über große Reformen trauen. Und<br />

es ist Zeit für ein offenes Bekenntnis zur<br />

Selbstverantwortung jedes Einzelnen.“<br />

BUCHTIPP<br />

„Weicheier machen<br />

nicht satt“<br />

Werner Becher<br />

Goldegg Verlag, <strong>2011</strong><br />

84 | <strong>SOCIETY</strong> 1_11


Kiddy Ribbon Charity Gala<br />

Künstler helfen Kindern<br />

LIFE UND STYLE<br />

BERICHT<br />

Zahlreiche prominente Künstler verzichteten zugunsten der Österreichischen Kinder-Krebshilfe<br />

bei der Kiddy Ribbon Charity Gala im Hotel Marriot auf ihre Gage.<br />

Waterloo und Mahmoud Badr<br />

Die VIP-Charity Gala im Hotel Marriot erwies<br />

sich als voller Erfolg. Vizepräsident<br />

Dr. Mahmoud Badr zeigte sich erfreut<br />

über den tollen Spendenbetrag. Viele<br />

Künstler zeigten großes Engagement. So<br />

konnten Kunstwerke versteigert werden,<br />

die unter anderem von den Malern Hermann<br />

Angeli, Anita Windhager, Helga Geiler<br />

sowie von Künstler Wolf Träger, kostenlos<br />

zur Verfügung gestellt wurden.<br />

***<br />

Spende<br />

Der Reinerlös von 10.240 Euro wird für<br />

die „Nachsorge“der Kinder eingesetzt.<br />

Nach der Chemotherapie fahren die Kinder<br />

mit einem Elternteil in ein Camp, wo<br />

sie psychologisch betreut und aufgebaut<br />

werden.<br />

***<br />

Promis für den guten Zweck<br />

Moderiert wurde der gelungene Abend<br />

von Wolf Frank. Mit dabei waren unter anderem<br />

Entertainer Mat Schuh, Magieweltmeister<br />

Tony Rei, Tony Wegas und Christian<br />

Wobornik, der Elvis-Imitator Gerry King<br />

Louie Austen, sowie Sopranistin Iva Ionova,<br />

Tenor Hristofor Yonov und Richard Lugner.<br />

Prominente Gäste<br />

Zehn Jahre Club Diplomatie und Wirtschaft<br />

Kooperation auf dem Golf-Rasen<br />

Der Club Diplomatie und Wirtschaft feiert in diesem Jahr sein zehnjähriges Jubiläum. Im Mai<br />

findet aus diesem Anlass ein diplomatisches Turnier statt.<br />

Seit bereits einem Jahrzehnt finden sich<br />

Mitglieder der Botschaften und Vertreter<br />

der Wirtschaft rund um Präsident<br />

KommR. Josef Vuzem zusammen, um in<br />

freundschaftlicher Atmosphäre den Golfsport<br />

aktiv auszuüben und zu unterstützen.<br />

Ehrenpräsidenten sind S.E. Botschafter<br />

Dr. Jan Koukal aus Tschechien, S.E.<br />

Botschafter Alejandro Díaz aus Mexiko<br />

und S.E. Botschafter Shahrul Ikram aus Malaysien.<br />

Von einem ähnlichen Club in Genf inspiriert<br />

bietet der Club Diplomatie und Wirtschaft<br />

Golfreisen, einen monatlichen<br />

Lunch Jour Fixe und mehrere Golfturniere<br />

jährlich an. Einen eigenen Golfplatz besitzt<br />

der Club nicht, allerdings gibt es Kontakte<br />

zu mehreren Golfclubs. Im Mai wird ein diplomatisches<br />

Turnier zur Jubiläums-Feier<br />

organisiert.<br />

Treffen des CDW in Wien<br />

KONTAKT<br />

Club Diplomatie & Wirtschaft (CDW)<br />

E-Mail: cdw@vuzem.at<br />

www.cdw.or.at<br />

<strong>SOCIETY</strong> 1_11 | 85


LIFE UND STYLE<br />

DESIGN<br />

Adrian Aderyn,<br />

Dr. Eva Aderyn<br />

(Imperial<br />

Moments)<br />

Harald Hanisch (Musikproduzent),<br />

Eva K. Anderson<br />

mit Robe von Amand Pérez<br />

Mordechai Ish-Shalom in<br />

Begleitung seiner Frau<br />

Amand Pérez im Gespräch<br />

mit Mag. Hildegard Habsburg-Lothringen<br />

„Das Schneiderhandwerk ist<br />

Gefühlssache.“<br />

AMAND PÉREZ<br />

Mit Penny McLean<br />

Christine Kaufmann<br />

zu Besuch im Atelier<br />

Dreharbeiten im Atelier<br />

zu „Vera exklusiv“<br />

Im Interview mit<br />

Vera Russwurm<br />

FOTOS: MIT FREUNDLICHER GENEHMIGUNG VON VERA EXKLUSIV (3)<br />

86 | <strong>SOCIETY</strong> 1_11


Vera Russwurm bei Dreharbeiten<br />

zu „Vera exklusiv“<br />

Traditionshandwerk<br />

Sternenkleid und Korsetterie<br />

vom Gewandmeister<br />

Amand Ricardo Castilla Pérez ist ein Meister seines Faches. Mit traditionellem Handwerk<br />

erneuert er die Lust an edler Kleidung mit historischem Touch.<br />

Der in Wien lebende Spanier Amand Ricardo<br />

Castilla Pérez hat sich dem<br />

Wiederaufleben des Korsetts für die<br />

elegante Abendkleidung gewidmet. Inspiriert<br />

durch das Schönheitsideal der Kaiserin<br />

Sisi knüpft Amand an die Tradition des<br />

engen Mieders an. In seiner „Korsetterie“<br />

findet man das von Franz Xaver Winterhalter<br />

gemalte und berühmte Sternenkleid<br />

der Monarchin und das so genannte Pink-<br />

Kleid von Marylin Monroe wieder.<br />

In liebevoller, feinster Maßarbeit schafft<br />

Amand Haute Couture auf Bestellung für<br />

Damen aus den höchsten Kreisen. Stationen<br />

wie München, die Salzburger Festspiele und<br />

viele andere prominente Plätze haben ihn<br />

geprägt. Hier in Wien kommt ganz Europa<br />

in sein Atelier, um sich von ihm einkleiden<br />

zu lassen. So findet man Modelle von ihm<br />

bei den Salzburger Festspielen, bei der Ausstattung<br />

der Operette „Die Fledermaus“,<br />

der Oper „Carmen“ in München, bei den<br />

Festspielen in Bayreuth usw.<br />

***<br />

Dirndln, Brautkleider und Bustiers<br />

In München hatte er am Viktualienmarkt<br />

sein Atelier, wo Toute Munich einund<br />

ausging. Seine Starkunden finden<br />

Wien als idealen Ort, um sich bei ihm<br />

weiterhin einkleiden zu lassen. Besonders<br />

bemerkenswert sind die minutiösen Details<br />

seiner Arbeit, die altes, bereits ausgestorbenes<br />

Traditionshandwerk umsetzt.<br />

Bemerkenswert auch seine Traumdirndln<br />

nach Maß, Brautkleider sowie Bustiers für<br />

den Alltag. Der kreative Schneidermeister<br />

„Handwerk ist der noble<br />

Widerstand gegen die Hektik<br />

unserer Zeit.“<br />

AMAND PÉREZ<br />

näht zum Beispiel nach alter Tradition literarische<br />

Glückwünsche in den Saum von<br />

Brautkleidern ein.<br />

Die Liebe zum Beruf hat er von seiner<br />

Großmutter erworben, die in einer Mangelei<br />

für das Festspielhaus Bayreuth gearbeitet<br />

hatte. Seine nächsten Pläne sind gewagte<br />

und tragbare Modelle für den Lifeball in<br />

Wien. Galliano und Gaultier sind seine Lieblingsdesigner,<br />

die ebenso wie er die Kunst des<br />

Handwerks in tragbare Mode umsetzen.<br />

CURRICULUM VITAE<br />

Amand Ricardo Castilla Pérez ist am 20. Juni 1978 in München<br />

geboren. Der Spanier absolvierte im Jahr 2001 die<br />

Meisterprüfung zum Damen- und Herrenschneider bei<br />

Müller & Sohn in München und ist seit damals als Schneidermeister<br />

und Kostümbildner mit eigenem Atelier tätig.<br />

Bei unzähligen Theater- und Opernproduktionen hat er in<br />

den vergangenen zehn Jahren als Kostümbildner mitgewirkt,<br />

u. a. „Land of Make Believe“ (2002), „Die drei jungen<br />

Tenöre“ (2004), „Tanz der Münchner Marktweiber“<br />

(2005-09), Musical „Die Schöne und das Biest“ (2006),<br />

Oper „Carmen“ (2008) und Marionettenoper „Schwanensee“.<br />

Er war bei den Bayreuther Festspielen in der Kostümanfertigung<br />

und bei den Salzburger Festspielen in der<br />

Weißnäherei beschäftigt und gestaltete das Bühnenoutfit<br />

für die Sängerin Penny McLean. 2010 übersiedelte er nach<br />

Wien, wo er sein neues Unternehmen gegründet hat.<br />

KONTAKT<br />

Pérez Castilla Fashion Design<br />

Franzensgasse 3 / Hof, A-1050 Wien<br />

Mobil +43-(0)650-5615022<br />

E-Mail: office@perez-castilla.at<br />

www.perez-castilla.at<br />

<strong>SOCIETY</strong> 1_11 | 87


LIFE UND STYLE<br />

DESIGN<br />

Tüll und Seide<br />

Edles Traditionshandwerk<br />

Der Kostüm- und Korsettschneider Amand Ricardo Castilla Pérez schafft in liebevoller,<br />

feinster Maßarbeit Traumdirndln, Brautkleider und Korsagen nach alter Tradition.<br />

Hier spürt man seine Liebe zum Beruf.<br />

88 | <strong>SOCIETY</strong> 1_11


Das berühmte Sternenkleid<br />

von Sisi lässt handwerkliche<br />

Tradition wieder<br />

aufleben.<br />

<strong>SOCIETY</strong> 1_11 | 89


LIFE UND STYLE<br />

DESIGN<br />

Edelkreation<br />

von Amand Pérez:<br />

Dirndl in Rot und<br />

Mieder<br />

90 | <strong>SOCIETY</strong> 1_11


Hochwertige Ausführung:<br />

Schwarzes Traumdirndl<br />

nach Maß.<br />

<strong>SOCIETY</strong> 1_11 | 91


LIFE UND STYLE<br />

SERVICE<br />

Neues Premium-Angebot für Kinder-Betreuung<br />

Service4Kids<br />

Aktive Freizeitbetreuung für Kinder und Begleitung in verschiedenen Sprachen mit fachlich<br />

kompetenten Pädagoginnen bietet die neue Serviceeinrichtung Service4Kids an, die Eltern<br />

unterstützt und entlastet.<br />

Wer professionelle Betreuung und Exklusivität<br />

für seine Kinder sucht, z.<br />

B. bei schulautonomen Tagen, während<br />

Dienstreisen oder beim Golfturnier<br />

am Wochenende, kann auf ein neues Serviceangebot<br />

zurückgreifen, das die passende<br />

Lösung anbietet: Service4Kids ist ein<br />

junges Unternehmen in Wien, das sich<br />

auf die individuelle Betreuung von Kindern<br />

und Jugendlichen durch geschulte Pädagoginnen<br />

spezialisiert hat.<br />

Gründerin des Unternehmens ist Christine<br />

Popovits-Schwarz. „Als Mutter von<br />

fünf Kindern weiß ich, wie schwierig es ist,<br />

Beruf und Familie unter einen Hut zu<br />

bringen“, sagt sie, „und ich kenne den hohen<br />

Anspruch an qualifizierte Kinderbetreuung<br />

– dabei wollen wir Eltern mit unseren<br />

unterschiedlichen Serviceangeboten<br />

unterstützen.“<br />

Betreuung statt Aufbewahrung, Spaß<br />

statt Langeweile, Kreativität statt Inaktivität,<br />

Exklusivität statt Standard – so lauten die<br />

Grundsätze von Christine Popovits-Schwarz<br />

für ihre Dienstleistung, für die sie eine deutliche<br />

Marktlücke sieht. „Bisher gab es bei der<br />

Kinderbetreuung nur Babysitting. Wir bieten<br />

dagegen, abgestimmt auf die Wünsche<br />

der Eltern und die Interessen der Kinder, individuelle<br />

Konzepte für jede Betreuung. Das<br />

reicht von gemeinsamem aktivem Sport bis<br />

hin zum gemeinsamen Museumsbesuchen<br />

und anderen Aktivitäten.“<br />

***<br />

Fachliche kompetente Betreuerinnen<br />

Servive4Kids bietet neben individueller<br />

Planung und Organisation von Aktivitäten<br />

SERVICE4KIDS<br />

Christine Popovits-Schwarz<br />

Geschäftsführerin Service4kids e.U.<br />

Biraghigasse 57a<br />

1130 Wien<br />

Mobil: +43-(0)664-885 10 470<br />

Telefon: +43-(0)1-803 95 46<br />

E-Mail: office@service4kids.at<br />

www.service4kids.at<br />

auch Betreuung im familiären Umfeld zu<br />

Hause sowie die Begleitung bei ausgesuchten<br />

Indoor- und Outdoor-Aktivitäten,<br />

selbstverständlich in verschiedenen Sprachen.<br />

Entscheidend für jedes Angebot: Die<br />

fachliche Kompetenz der Pädagoginnen,<br />

die Förderung und Aktivität in den Mittelpunkt<br />

der Betreuung stellen.<br />

„Wir arbeiten auch mit Hotels zusammen“,<br />

sagt Christine Popovits-Schwarz, „unser<br />

Städteservice erlaubt es deren Gästen,<br />

ihre geschäftlichen oder privaten Termine<br />

wahr zu nehmen und ihre Kinder perfekt<br />

betreut zu wissen.“ Ein Beispiel dafür ist<br />

das Wien-Programm von Service4kids, bei<br />

dem unter dem Motto „Die Habsburger<br />

und ihre Tiere“ Spezialführungen durch<br />

den Tierpark Schönbrunn angeboten werden<br />

– während die Eltern an Konferenzen<br />

teilnehmen, in Ruhe ein Museum anschauen<br />

oder ausgiebig shoppen.<br />

***<br />

13 ausgebildete Pädagoginnen<br />

Das Team von Christine Popovits-<br />

Schwarz umfasst mittlerweile 13 ausgebildete<br />

Pädagoginnen, die verschiedene<br />

Schwerpunkte und Aktivitäten anbieten.<br />

Und bei den bereits übernommenen Aufträgen<br />

hat sich eines deutlich gezeigt: „Bei uns<br />

sind die Kinder enttäuscht, wenn die Betreuung<br />

zu Ende ist. Das unterscheidet uns<br />

von herkömmlichen Kinderbeaufsichtigungen“,<br />

sagt Christine Popovits-Schwarz. Detaillierte<br />

Informationen finden Sie im Internet<br />

unter www.service4kids.at<br />

92 | <strong>SOCIETY</strong> 1_11


LIFE UND STYLE<br />

BENEFIZ<br />

Stephanie zu Guttenberg,<br />

Schirmherrin mehrerer deutscher<br />

Initiativen zum Kinderschutz<br />

Rotary Club Salzburg-Nord<br />

Salzburg schützt Kinder<br />

Am 14. Mai ab 19 Uhr findet im Salzburger Landestheater eine Benefizveranstaltung zu<br />

Gunsten des Kinderschutzzentrums Salzburg mit Stephanie zu Guttenberg, Karl Merkatz<br />

und der Camerata Salzburg statt.<br />

Jährlich werden<br />

in Österreich ca.<br />

10.000 Kinder<br />

und Jugendliche sexuell<br />

missbraucht,<br />

im Bundesland Salzburg<br />

sind es 600 bis<br />

700 Opfer pro Jahr.<br />

Bei schwerer physischer<br />

und/oder psychischer<br />

Gewalt gegen<br />

Kinder gehen<br />

Karl Merkatz<br />

seriöse Schätzungen<br />

von noch wesentlich<br />

höheren Zahlen aus.<br />

***<br />

Das Kinderschutzzentrum<br />

schützt und hilft<br />

Schnell, anonym und kostenlos dient<br />

das Kinderschutzzentrum als erste Anlaufstelle<br />

für Opfer von Missbrauch und Gewalt.<br />

Die Einrichtung bietet psychologische Hilfe,<br />

Gespräche mit Vertrauenspersonen, klinische<br />

und therapeutische Behandlung,<br />

psychosoziale und juristische Prozessbegleitung<br />

und vieles mehr. Heute betreut das<br />

Benefiz-Gala mit der Camerata Salzburg<br />

Kinderschutzzentrum Salzburg jährlich<br />

über 1.300 Klienten, ca. 800 davon ambulant.<br />

***<br />

Rotary Club Salzburg-Nord<br />

Seit 2010 unterstützt der Rotary Club<br />

Salzburg-Nord das Kinderschutzzentrum<br />

Salzburg. Mit der Benefiz-Gala „Salzburg<br />

schützt Kinder“ will der Rotary Club Salzburg-Nord<br />

gleich mehrere Zeichen setzen.<br />

Zum einen mehr Aufmerksamkeit für das<br />

Thema Kinderschutz im Rahmen einer<br />

prominent besetzten Veranstaltung. Zum<br />

anderen unterstützt der Rotary Club Salzburg-Nord<br />

mit den Einnahmen rund um<br />

die Benefiz-Gala das Kinderschutzzentrum<br />

Salzburg mit 15.000 Euro.<br />

www.salzburgschuetztkinder.at<br />

<strong>SOCIETY</strong> 1_11 | 93


LIFE UND STYLE<br />

EVENTS<br />

HIGHLIGHTS VERANSTALTUNGEN<br />

DER GESELLSCHAFT Jänner bis März <strong>2011</strong><br />

WIENER GRUFT: KOCHEN FÜR BEDÜRFTIGE<br />

Unter dem Motto „Kennen und lieben lernen“ kochten in Wien lebende<br />

indonesische Frauen gemeinsam mit der Gattin des indonesischen<br />

Botschafters, Rusdijana Puja, ein kräftiges Mittagessen<br />

für die Bedürftigen in der Wiener Gruft. Sie wollten mit ihrer Initiative<br />

beweisen, dass ausländische Mitbürger auch Solidarität im<br />

täglichen Leben zeigen können. „Das persönliche Engagement einer<br />

Botschafterin aus dem südostasiatischen Raum ist mehr als nur als<br />

humanitärer Ausdruck zu bewerten. Nächstenliebe kann die Grenzen<br />

zu fremden Menschen mit Problemen tatsächlich überwinden,<br />

unabhängig von Nationalität und Religion“, lautete ein Statement<br />

der Botschaft.<br />

Schulgründung Soc Tran, Vietnam<br />

Gemeinsam kochen in der Gruft<br />

LA HONG UND CARITAS: KARI-<br />

TATIVE ZUSAMMENARBEIT<br />

Der Designer La Hong beteiligt sich dieses<br />

Jahr erneut an einer Aktion der Caritas<br />

Österreich. Vor einigen Jahren finanzierte<br />

er den Bau einer Schule im<br />

Süden Vietnams und engagiert sich seit<br />

dem immer für karitative Projekten. Details<br />

über die neuste Zusammenarbeit<br />

sind im Moment noch ein streng gehütetes<br />

Geheimnis. Nur so viel wurde verraten:<br />

„It‘s all about love.“<br />

La Hong mit Dr. Agnes<br />

Husslein und Stadträtin<br />

Sonja Wehsely<br />

Dr. Adriano Teso, Giordana<br />

Mill, Frau Dr. Laura Teso<br />

I LOVE ZEPTER – VALENTINSTAG <strong>2011</strong>: EINE GESTE DER LIEBE<br />

Zepter Lifestyle lud am Valentinstag zu einem Galaabend in Mailand, wo<br />

die „Freunde der Lyrik“ wohltätig unterstützt wurden. Anlässlich des Tages,<br />

der den Verliebten und Liebenden gewidmet ist, lud Zepter Lifestyle<br />

zu einem Galaabend in das Hotel „Principe di Savoia“ in Mailand, wo bekanntgegeben<br />

wurde, dass die gemeinnützige Organisation „Freunde der<br />

Lyrik“ mit einer neuen Initiative von Zepter ab sofort unterstützt wird.<br />

Zwanzig Prozent des Gewinns aus dem Verkauf wertvoller Kelche aus Kristall<br />

und Gold der Linie „Magic Harmony“ werden für diesen wohltätigen<br />

Zweck gespendet.<br />

Giordana Mill, Senior Vizepräsidentin von Zepter International, empfing<br />

anlässlich ihres Geburtstages fünfzig VIP-Gäste bei sich zu Hause und eröffnete<br />

somit eine neue Saison ihrer mondänen Abende.<br />

Maria Helene Polidoro , Stadträtin Mailand<br />

Dott. Andrea Mascaretti,<br />

Giordana Mill, Mag. Mariana Mill<br />

Dr. Anna Repellini (Zeitschrift „Shopping<br />

Milano”), H. General Mauro Del<br />

Vecchio, Giordana Mill<br />

Rechtsanwalt Daria Pesce, Giordana Mill<br />

94 | <strong>SOCIETY</strong> 1_11


FOTOS:HPR/HEROLD, <strong>SOCIETY</strong>/PROKOFIEFF, LA HONG, BOTSCHAFT VON INDONESIEN, MILL<br />

RAUSCHENDES BALLFEST:<br />

WIENER POLIZEIBALL <strong>2011</strong><br />

Im Wiener Rathaus veranstaltete<br />

die Bundespolizeidirektion<br />

Wien und das Landespolizeikommando<br />

Wien heuer bereits<br />

zum zwanzigsten Mal den Polizeiball.<br />

Das Kuratorium Polizeimusik<br />

Wien trat abermals<br />

als Veranstalter dieses beliebten<br />

Festes auf. Mit dabei waren<br />

Bürgermeister Michael Häupl,<br />

Landespolizeikommandant General<br />

Karl Mahrer, Generaldirektor<br />

für öffentliche Sicherheit<br />

Dr. Herbert Anderl,<br />

Sozialminister Rudolf Hundstorfer,<br />

Polizeipräsident Dr. Gerhard<br />

Pürstl u.v.m. Beim Ball<br />

wurde an den Verein „Wider<br />

die Gewalt“ eine Spende von<br />

4.000 Euro überreicht, der von<br />

Vereinsleiterin Marika Lichter<br />

entgegengenommen wurde.<br />

Ein berauschendes Fest<br />

General Karl Mahrer<br />

Übergabe der Spende<br />

Frauen-Power<br />

ZIKOS PELZE<br />

Siegerehrung<br />

KITZBÜHEL: SCHNEE-POLO<br />

Polo zwei gegen zwei auf einem Kleinfeld, Pferde und Spieler sprichwörtlich<br />

zum Greifen nah, begeisternder Pferdesport auf höchstem<br />

Niveau – das war der 9. Valartis Bank Snow Arena Polo World Cup.<br />

Über 5.000 Zuschauer verfolgten das spannende Snowpolo hautnah.<br />

Das mit acht Teams weltgrößte Poloturnier auf Schnee entschied<br />

schließlich das Team Wintertechnik mit Steffi von Pock, Eva Brühl<br />

und Ignacio Tillous in einem denkbar knappen Finale mit 3:2 gegen<br />

das Team A-Rosa/VIP Traveller mit Teamkapitän Heino Ferch. Der<br />

deutsche Film-Star hatte es erstmals bis ins Finale geschafft. Ein Highlight<br />

neben dem Sportereignis war die Charity-Tombola. Zugunsten<br />

der Entwicklungsorganisation ICEP wurde der Erlös von insgesamt<br />

30.000 Euro als Spendenscheck überreicht.<br />

MEXA FURS<br />

Collection<br />

Kunst & Design<br />

Graben 27 & 28 1010 Wien 1 st Floor<br />

bei der Pestsäule<br />

Dr. Andreas Hopf<br />

(Central Danube)<br />

MALA MATI<br />

Marconi Italy<br />

Tel +43 1 533 99 41<br />

www.zikos.at<br />

Öffnungszeiten<br />

Botschafter Mo-Fr mit 9:00 - 18:00<br />

Gattin Sa 10:00 - 16:00<br />

<strong>SOCIETY</strong> 1_11 | 95


KUNST UND KULTUR<br />

PORTRÄT<br />

UN-Sonderbotschafterin<br />

Waris Dirie mit Alesandrion<br />

vor dem Bild „Mission“<br />

Ein Künstler abseits des Mainstreams<br />

Naturalistisch-Figurativ<br />

Der Maler Alesandrion lässt sich in keine Schublade stecken und entwickelt mit seiner Kunst<br />

ein eigenes Genre. Dabei will er die Kraft der Kunst nutzen, um eine harmonisierende und<br />

heilende Wirkung auf den Menschen auszuüben.<br />

Kunst berührt die Menschen und wirkt<br />

auf sie ein – sowohl positiv als auch<br />

negativ. Die praktische Psychologie<br />

beschäftigt sich seit geraumer Zeit mit<br />

diesen Einflüssen und so tut es auch Alexander<br />

Wallner, die herausragende Persönlichkeit<br />

hinter dem Pseudonym Alesandrion.<br />

Er nutzt die Erkenntnisse im<br />

medizinischen Bereich für die praktische<br />

Umsetzung seiner Werke zur Harmonisierung,<br />

Stärkung, Entwicklung und Heilung<br />

der menschlichen Seele und des Körpers.<br />

Zu diesem Thema entwickelte der<br />

Künstler eine eigenen Lehrgang zu den<br />

Themen „Farbe – Form - Symbol, Kunst und<br />

Heilung“ und hielt ab1998 Vorlesung am<br />

Institut für Farbenchemie und Farbenlehre<br />

an der Universität der bildenden Künste<br />

in Wien. Seine Theorien realisiert er in großen<br />

Wandmalereien in Krankenhäusern.<br />

So ist beispielsweise das illusionistische<br />

Alesandrion und Waris Dirie<br />

Wandgemälde „Wasserspiel“ in einer Entbindungsstation<br />

entstanden.<br />

***<br />

Die Entwicklung eines Künstlers<br />

Alexander Wallner studierte Restaurierung<br />

an der Akademie der Bildenden Künste<br />

in Wien und war daraufhin dort fünf<br />

Jahre lang Lehrbeauftragter in der Meisterschule<br />

für Naturstudien. Doch erst als er<br />

ab 1993 als freischaffender Künstler im Inund<br />

Ausland tätig war und Bilder in Tempera-,<br />

Öl- und Acryltechniken schuf, wurde<br />

er zu Alesandrion. Sein eigener Stil entwikkelte<br />

sich abseits der jeweils aktuellen<br />

Kunsttendenzen. Charakteristisch dafür<br />

sind naturalistisch-figurative Bildwelten<br />

in Kombination mit kräftigen Farben. Die<br />

Verknüpfungen des Menschen zum Metaphysischen<br />

stehen im Vordergrund seiner<br />

Werke, in den Porträts sollen die Emotionen<br />

und seelische Potentiale seiner Modelle<br />

offenbart werden.<br />

Im Phantastenmuseum Wien konnte<br />

man sich von der Kraft Alesandrions Bilder<br />

selbst überzeugen: Nicht nur das Sphinx-<br />

Bild „Schwarze Schutzgöttin“ von Waris Dirie,<br />

die vom somalischen Nomadenkid zur<br />

UN-Sonderbotschafterin und Menschenrechtskämpferin<br />

wurde, begeisterte selbst<br />

Prof. Ernst Fuchs, der urteilte, dass hier ein<br />

Schüler den Meister übertroffen habe.<br />

www.alesandrion.com<br />

FOTOS: THOMAS SCHAUER<br />

96 | <strong>SOCIETY</strong> 1_11


KUNST UND KULTUR<br />

KULINARIK<br />

US-Schauspieler John Malkovich<br />

mit Aki Nuredini<br />

Der Promitreff beim Aki<br />

Sonnenkönig der Annagasse<br />

Aki Nuredini hat mit dem „Il Sole“ eine Wiener Institution gegründet. Dabei verleugnet er<br />

nicht seine mazedonischen Wurzeln.<br />

Aki Nuredini mit Gjorge Ivanov,<br />

Staatspräsident Mazedoniens<br />

Akio Tanaka mit<br />

Gattin, William Eacho<br />

III mit Gattin<br />

(Mitte)<br />

Ferrucio Furlanetto und Kammersänger<br />

Neil Shicoff<br />

Im Barockgewölbe des ,,Il Sole“ gehen<br />

Promis aus Wirtschaft, Politik und Kultur<br />

ein und aus. Längst gilt das italienische<br />

Restaurant in der Annagasse für viele<br />

als ,,Wohnzimmer“, in das sie regelmäßig<br />

einkehren. Die Küchenchefs Enrico Passerini<br />

und Giuseppe Macharone aus Palermo<br />

haben schon so einige mit ihren kulinarischen<br />

Fertigkeiten begeistert. Für viele ist<br />

das Restaurant „zur Sonne“ aus Wien nicht<br />

mehr wegzudenken.<br />

***<br />

Zurück zu den Wurzeln<br />

Geschäftsführer Aki Nuredini fühlt sich<br />

nicht nur der Stadt Wien besonders verbunden.<br />

Er kommt ursprünglich aus Mazedonien<br />

und schwärmt für sein Land und deren<br />

Künstler. Der wirtschaftliche Aufschwung<br />

Mazedoniens lässt ihn gerade besonders<br />

stolz auf sein Land blicken. Stolz sind die Mazedonier<br />

auf die Frühlingswochen in Skopje<br />

und die Ohrider Festspiele, wo regelmäßig<br />

internationale Stars auftreten.<br />

Der ,,Sonnenkönig“ der Annagasse fühlt<br />

sich eng mit seinem Heimatland Mazedonien<br />

verwurzelt und pflegt dort viele<br />

Freundschaften. Zu seinen engen Freunden<br />

zählen zum Beispiel Präsident Giorgi Ivanovic<br />

und der Künstler Tome Serafimovski.<br />

KONTAKT<br />

Ristorante Sole<br />

Annagasse 6-8<br />

1010 Wien<br />

Mo bis So 11:00-23.00 Uhr<br />

Tel. +43-(0)1-513 40 77<br />

www.ristorante-sole.at<br />

Papst Benedikt XVI mit<br />

Tome Serafimovski vor<br />

seiner Skulptur der<br />

Mutter Teresa<br />

<strong>SOCIETY</strong> 1_11 | 97


KUNST UND KULTUR<br />

COVERSTORY<br />

„City Angel“ 2009<br />

98 | <strong>SOCIETY</strong> 1_11


Presenting the Painter of Metropolitan Angels<br />

Between Angels and Men<br />

A grey anonymous crowd in the street: It seems like an ordinary place in a big city, where<br />

everything flows but nothing happens. The Italian artist Giovanni Pulze transforms this grayness<br />

into a picture full of lights and colors. This is where he finds his Metropolitan Angels.<br />

How did you start being a painter?<br />

I was already drawing and painting as a<br />

child and I preferred pencils and colored<br />

crayons to toys. I was happy when I was<br />

painting something, anything because colors<br />

were my friends. I could talk to them,<br />

play with them and have fun. I've never felt<br />

like an artist, you know, when you talk to<br />

yourself you don't need to improve your<br />

language, it is just a continuous conversation<br />

inside.<br />

Consequently I didn't go to any artistical<br />

schools or fine arts academies, I just<br />

went on painting to keep myself company,<br />

to fight my timidity and my difficult hate<br />

and love relationship with my father, discovering<br />

and loving art in museums and<br />

through books which I actually don't find<br />

artistical. In 1978 I exhibited for the first<br />

time my work. It consisted of engravings<br />

on wood using the pyrography technic.<br />

Weren’t you a designer at first which experience<br />

helped you, motivated you and<br />

supported you in this long and difficult<br />

path?<br />

Even if it may sound strange I remember<br />

I've always improved my toys, personalized<br />

my old bike and then my clothes as a<br />

teenager. I did it also because my family<br />

couldn't buy certain things so I made a<br />

virtue of necessity. The old tailor of my village<br />

went crazy with my drawings for jackets<br />

and pants.<br />

I do remember the numerous vain<br />

changes to turn my father's old coat into<br />

an Armani one. Later this continuous<br />

transformation of things took me into the<br />

nineties, among a thousand misfortunes,<br />

to design and produce my own line of<br />

fashion for young people: the Jeans Latino<br />

brand and my glasses collection, the Tangenti<br />

brand. Like different adventures,<br />

risky and short ones due to the lack of financing.<br />

Anyway, I worked as freelance<br />

glasses designer for ten years for the most<br />

successful Italian firms, creating exclusive<br />

models which then became part of the<br />

most famous international brands’ collections.<br />

Who supports you at the moment?<br />

Today, compared to ten years ago, creating<br />

and producing something in Italy is<br />

much more difficult and expensive. I still<br />

have many projects that are on my waiting<br />

list. Last year I created the Towers Collection:<br />

Ten one meter high polychrome<br />

baked clay totems, adaptable as lamps and<br />

then Sam prototype of a small traffic-light<br />

also in polychrome baked clay, changing<br />

into two tea cups and a sugar-bowl. But it's<br />

always very difficult to make it happen<br />

without the help of any trustable partners<br />

to finance those projects.<br />

The angels theme is recurring in your<br />

work; why do you paint angels?<br />

For the same reason someone paints<br />

landscapes, shapes or states of mind.<br />

They've been always existing and not just<br />

in Heaven, usually when you least expect<br />

„City Angel“ 2009 „City Angel“ 2010<br />

<strong>SOCIETY</strong> 1_11 | 99


KUNST UND KULTUR<br />

AUSSTELLUNG<br />

„City Angel“ 2009<br />

it, when events overwhelm you and you<br />

feel completely lost and desperate and<br />

pain gets a hold of you, someone or something<br />

comes to help. If we call it Providence,<br />

Fortune, Destiny or simply Angel, it<br />

doesn't matter. The Angel can be anybody<br />

you meet in the street, unknown to you<br />

who might make your day with a smile or<br />

your life with a sign.<br />

But haven't we got our Heaven here, have<br />

we?<br />

Sure. In fact my Angel doesn’t have the<br />

high religious value of the tradition neither<br />

the pictorial transposition of the various<br />

movie embodiments from Wim Wenders<br />

and others after him. The wings of my<br />

figures are a metaphor of power: something<br />

we all have and that we can use to<br />

help, everyday in our daily heaven.<br />

Why do you live in Badoere, this small<br />

village in the countryside of Treviso? Why<br />

don't you move to Berlin?<br />

I still have here my roots, somewhere<br />

hidden under the bare ground.<br />

How do you spend your day?<br />

I wake up early and go to bed late. I always<br />

have too many things to do and not<br />

enough time to think of doing something<br />

else because if you're a painter you don't<br />

have the time to live as an artist.<br />

Do you have any projects for the future?<br />

I'm not a little boy anymore and I learnt<br />

not to have any of those or to have as less<br />

as possible. I think it's important to live at<br />

most the day to get into the evening with<br />

serenity convinced we did our best. Taking<br />

everything into account I feel very lucky<br />

and regarding the future, I easily let Someone<br />

Else decide for it.<br />

Interview by R. Vidali<br />

www.giovannipulze.com<br />

BIOGRAPHY<br />

„London Angel“ 2010<br />

1960: Born in Piove di Sacco, province of Padua, Italy.<br />

1981: First solo exhibitions<br />

1991: Giovanni Pulze starts to develop works of modern<br />

art, temporarily he designs a line of sport wear labeled<br />

“Jeans Latino” and a line of fashion eyewear.<br />

1999: the dominate theme of his paintings is the presence<br />

of the “Metropolitan Angel”.<br />

100 | <strong>SOCIETY</strong> 1_11


Yoek<br />

Marina Rinaldi<br />

Marina Sport<br />

Sulu<br />

Airfield<br />

Wille<br />

ppep.<br />

Chalou<br />

Ischiko<br />

Sallie Sahne<br />

Samoon<br />

Hopsack<br />

Persona<br />

Annette Görtz<br />

Gabi Lauton<br />

Eileen Fisher<br />

Absolut<br />

Yoek<br />

Marina Rinaldi<br />

5020 Salzburg • Schallmooser Hauptstraße 14a+b<br />

T: 0662/882508 • T: 0662/878340<br />

Herbert von Karajan-Platz 5<br />

T: 0662/841900<br />

1010 Wien • Tuchlauben 13 • T: 01/5327970<br />

4020 Linz • Schillerstraße 5 • T: 0732/655758<br />

6020 Innsbruck • Anichstraße 20 • T: 0512/570972<br />

8010 Graz • Girardigasse 1 • T: 0316/820010<br />

9020 Klagenfurt • Burggasse 2 • T: 0463/500311<br />

www.piaantonia.at


KUNST UND KULTUR<br />

<strong>SOCIETY</strong> EIGENEVENT<br />

S.E. Sergej Netschajew, Claudia Wittmann<br />

(Hilton), Gerti Tauchhammer, Dr. Ingried<br />

Brugger, S.E. Andrij Beresnyj<br />

„Aiwasowski“ im BA Kunstforum<br />

„Der russische Turner“<br />

Die Botschafter und Diplomaten in Wien konnten sich von der gewaltigen Kraft der Bilder<br />

Iwan Aiwasowskis bei der Voreröffnung im Bank Austria Kunstforum überzeugen.<br />

Zum ersten Mal wird im Bank Austria<br />

Kunstforum der Marinemaler Iwan Aiwasowski<br />

in einer großen Retrospektive<br />

außerhalb Russlands gezeigt. <strong>SOCIETY</strong><br />

lud gemeinsam mit dem Bank Austria<br />

Kunstforum und Hilton Vienna Plaza zu einer<br />

Voreröffnung der Ausstellung für die<br />

Botschafter in Wien. Den Ehrenschutz<br />

übernahmen die Botschafter Sergej Netschajew<br />

(Russische Föderation) und Andrij<br />

Beresnyj (Ukraine). Nach der Ausstellung<br />

gab es einen Lunch im Hilton Vienna Plaza.<br />

***<br />

Einmaliges Erlebnis<br />

In mehrjähriger Vorbereitungszeit haben<br />

Direktorin Ingried Brugger und ihr<br />

Team es geschafft, die Hauptwerke von<br />

Iwan Aiwasowski in Wien zu präsentieren.<br />

Es ist dies das erste Mal, dass eine Retrospektive<br />

dieser Ausmaße außerhalb von<br />

Russland zu sehen ist. Der auch als „russischer<br />

Turner“ bezeichnete Aiwasowski ist<br />

in der Ukraine und in Russland jedem<br />

Kind bekannt – in Westeuropa aber in Vergessenheit<br />

geraten. Der Künstler armenischer<br />

Abstammung lebte den größten Teil<br />

seines Lebens auf der Halbinsel Krim. Er<br />

war von der Natur inspiriert, und seine lebhafte<br />

Darstellung des Meeres ist wohl einzigartig<br />

in der Kunstgeschichte.<br />

INFO<br />

Weitere Fotos auf www.society.at<br />

Kurzfilm auf www.society.at/society-tv.html<br />

S.E. Hans-Henning Blomeyer-<br />

Bartenstein, S.E. Andrij Beresnyj,<br />

S.E. Panayotis Zografos<br />

Henry Gerlinger,<br />

S.E. Peter Lizák<br />

Claudia Wittmann (Hilton),<br />

Wolfgang Lamprecht (leisure<br />

group communication)<br />

102 | <strong>SOCIETY</strong> 1_11


S.E. Dr. Jargalsaikhan Enkhsaikhan,<br />

S.E. I Gusti Puja<br />

Eröffnung der Ausstellung<br />

durch Ingried Brugger<br />

Dr. Ingried Brugger<br />

S.E. Sabri Kiqmari, S.E.<br />

Gjorgji und Liljana Filipov<br />

S.E. Sergej Netschajew<br />

S.E. Andrij Beresnyj<br />

S.E. Sergej Netschajew,<br />

S.E. Philippe Carré<br />

S.E. Philip Griffiths, Gesandter<br />

Said Khelifi (Algerien)<br />

Ali Almansouri (Katar)<br />

Dr. Gabriel Lansky,<br />

Dr. Anna Zeitlinger<br />

S.E. Kadri Ecved Tezcan, S.E.<br />

Naci Saribas (OSZE Türkei)<br />

AUSZUG AUS DER GÄSTELISTE<br />

S.E. Kairat Abdrakhmanov (OSZE Kasachstan) · Eduard<br />

Aberham (Hotel Panhans) · Gesandter Mohammed Alarwy<br />

(Jemen) · S.E. Hans-Henning Blomeyer-Bartenstein<br />

(Deutschland) · S.E. Khamkheuang Bounteum (Laos) ·<br />

S.E. Milovan Bozinovic (Serbien) · S.E. Philippe Carré (Frankreich)<br />

· Chargé d'Affaires Sabri Chaabani (Tunesien) · S.E.<br />

Zoran Dabik (Perm. Miss. Mazedonien) · S.E. Eugenio d'Auria<br />

(Italien) · S.E. Dr. Jargalsaikhan Enkhsaikhan (Mongolei)<br />

· S.E. Dr. Gjorgji Filipov (Mazedonien) · Henry Gerlinger<br />

(Countryhouse) · S.E. Philip Griffiths (Neuseeland) · S.E.<br />

Dato' Shahrul Ikram Yaakob (Malaysia) · I.E. Eve-Külli Kala<br />

(Estland) · S.E. Dr. Sabri Kiqmari (Kosovo) · Dr. Gabriel Lansky<br />

(Rechtsanwalt) · S.E. Dr. Peter Lizák (Slowakei) · S.E. Shi<br />

Mingde (China) · S.E. Triin Parts (OSZE Estland) · S.E. I Gusti<br />

Puja (Indonesien) · S.E. Kadri Ecved Tezcan (Türkei) ·<br />

Franz Witt-Dörring (UBS) · S.E. Panayotis Zografos<br />

(Griechenland)<br />

Ansprachen vor<br />

dem Bild „Die Woge“<br />

<strong>SOCIETY</strong> 1_11 | 103


KUNST UND KULTUR<br />

AUSSTELLUNG<br />

Die Brigg Merkur begegnet nach dem<br />

Sieg über zwei türkische Schiffe dem<br />

russischen Geschwader, 1848<br />

Bildgewaltig und atemberaubend<br />

Aiwasowski – Maler des Meeres<br />

Die Urgewalt des Meeres in all seinen Formen war die Passion des russisch-ukrainischen<br />

Marinemalers Iwan Konstantinowitsch Aiwasowski. Eine Leidenschaft, die Bank Austria<br />

Kunstforumsdirektorin Ingried Brugger nun erstmals einem westlichen Publikum näher<br />

bringen will. Von TANJA TAUCHHAMMER<br />

Unter dem Titel Aiwasowski<br />

– Maler des Meeres zeigt<br />

das Bank Austria Kunstforum<br />

von 17. März bis 10. Juli <strong>2011</strong><br />

die Werke eines zu unrecht im<br />

Westen unbekannten Künstlers.<br />

Es ist dies die erste große Schau<br />

Aiwasowkis in einem mitteleuropäischen<br />

Ausstellungshaus. Im<br />

Interview erläutert Ingried Brugger<br />

die Bedeutung dieses Malergenies.<br />

Aiwasowski ist ja bei uns ein recht unbekannter<br />

Name. Wie sind Sie zu diesem<br />

Künstler gekommen?<br />

Was die Leute hier nicht wissen, und das<br />

wird diese Ausstellung korrigieren, ist dass<br />

Aiwasowski der berühmteste russische<br />

Künstler des ausgehenden 19. Jahrhunderts<br />

ist. Nicht nur in Russland, sondern in ganz<br />

Osteuropa kennt ihn jedes Kind. Ich habe<br />

ihn das erste Mal im russischen Museum in<br />

Sankt Petersburg kennen gelernt und ich<br />

war sofort total beeindruckt. Die Schau ist<br />

auch nur zustande gekommen, weil wir so<br />

gute Beziehungen zu Russland haben.<br />

Warum ist Ihrer Meinung nach dieser<br />

Künstler bei uns in Vergessenheit geraten?<br />

Dies ist die erste große Schau außerhalb<br />

Russlands. Es ist schon so, dass Aiwasowski<br />

am Kunstmarkt in den letzten Jahren<br />

sehr im Wert gestiegen ist. Vor allem die<br />

russischen Oligarchen haben vermehrt begonnen,<br />

seine Kunst zu sammeln. Doch im<br />

Westen war er immer nur einem Insiderpublikum<br />

bekannt. Das möchte ich mit<br />

dieser Ausstellung ändern. Es hat sicher<br />

auch viel mit der Abgrenzung durch den<br />

eisernen Vorhang zu tun, der auch auf die<br />

Kunst und Kultur seine Auswirkungen hatte.<br />

Ich finde es wichtig, diese Grenzen aufzureißen,<br />

denn Aiwasowski ist genauso<br />

bedeutend wie William Turner.<br />

Was erwartet den Besucher, wenn er die<br />

Ausstellung betritt?<br />

104 | <strong>SOCIETY</strong> 1_11


KURZBIOGRAFIE<br />

FOTOS: STAATLICHES RUSSISCHES MUSEUM, ST. PETERSBURG; AIWASOWSKI-GALERIE, FEODOSSIJA<br />

Oben: Eisberge in der Antarktis, 1870 Unten: Alt Feodossija, 1839 Unten rechts: Nordseesturm, 1865<br />

Ich finde, es handelt sich um eine unglaubliche<br />

Kunst, die wir hier vor uns haben.<br />

Es ist als Museumsleiterin und Kuratorin<br />

sehr spannend, etwas Neues zu<br />

machen und nicht zum wiederholten Male<br />

Munch oder Picasso zu zeigen. Ich denke,<br />

es wird die Leute faszinieren, dass wir<br />

etwas von so hoher Qualität in den Westen<br />

bringen. Die Mundpropaganda wird hier<br />

einiges bewirken, und wer einmal in der<br />

Ausstellung war, wird es weitersagen.<br />

Thematisch steht das Meer im Mittelpunkt<br />

des künstlerischen Schaffens von<br />

Aiwasowski. Das Meer wird hier auch eine<br />

Symbolfigur für das ganze Leben. Was ich<br />

daran besonders faszinierend finde, ist diese<br />

Verselbständigung der Malerei. Es ist<br />

nicht nur modern, sondern man wird auch<br />

von den Bildern überwältigt, man ertrinkt<br />

förmlich in dieser Malerei. Wir zeigen vor<br />

allem die Hauptwerke Aiwasowskis.<br />

Sie nennen Aiwasowski auch den „russischen<br />

Turner“. Was verbindet die beiden<br />

Künstler?<br />

Aiwasowski und William Turner lebten<br />

zur selben Zeit. Aiwasowski war eine<br />

halbe Generation jünger als Turner und<br />

die Maler kannten einander. Sie sind beide,<br />

vor allem in ihrem Spätwerk, zwar der Romantik<br />

verpflichtet, aber sie entwickeln eine<br />

auf das 20. Jahrhundert vorausschauende<br />

Kunst. Das geht schon in die Richtung<br />

Spätimpressionismus und Symbolismus.<br />

Ich finde es einfach atemberaubend! Bei Aiwasowski,<br />

genauso wie bei Tuner, beginnt<br />

sich im Spätwerk alles aufzulösen. Man<br />

sieht riesige Wasserberge, in denen man<br />

erst nach genauerer Betrachtung ein Motiv<br />

ausmachen kann. Es handelt sich hier um<br />

eine Malerei, die wahnsinnig modern ist.<br />

Iwan Konstantinowitsch<br />

Aiwasowski wurde am<br />

7. Juli 1817 in Feodossija<br />

in der heutigen Ukraine<br />

geboren. Er entstammte<br />

einer armenischen Familie.<br />

1833 wurde er an<br />

der Akademie von Sankt<br />

Petersburg aufgenommen. 1839 reiste er über Berlin,<br />

Dresden, Wien, Triest, Venedig und Florenz nach Rom, um<br />

dort die antiken Meister zu studieren. 1840 Teilnahme an<br />

einer Ausstellung des Pariser Salons. 1844 Rückkehr nach<br />

Sankt Petersburg über Amsterdam nach St. Petersburg. In<br />

Amsterdam konnte Aiwasowski in einer ersten großen<br />

Einzel-Ausstellung seine Werke zeigen und wurde dafür<br />

auch von der Kunstakademie Amsterdam mit einer Goldmedaille<br />

ausgezeichnet. Anlässlich Aiwasowskis erster Audienz<br />

bei Zar Nikolaus I. nach seiner Rückkehr wurde er<br />

von diesem zum Maler des Marinestabes ernannt, mit der<br />

Erlaubnis, die Uniform der zaristischen Kriegsmarine zu<br />

tragen. Noch im selben Jahr nahm die Kunstakademie von<br />

St. Petersburg Aiwasowski als ordentliches Mitglied auf.<br />

1847 Ehrung mit dem Titel Professor. In diesem Jahr ließ<br />

er sich auch in seiner Heimatstadt Fedosija nieder. 1873<br />

große Einzel-Ausstellung von Aiwasowskis Werken in der<br />

Kunstakademie in Sankt Petersburg; eine fast identische<br />

Ausstellung fand 1875 in Nizza statt. Er starb am 5. Mai<br />

1900 im Alter von nahezu 83 Jahren in Feodossija.<br />

INFO<br />

AIWASOWSKI – Maler des Meeres<br />

Dauer: 17. März bis 10. Juli <strong>2011</strong><br />

Ort: Bank Austria Kunstforum<br />

Adresse: 1010 Wien, Freyung 8<br />

Öffnung: täglich 10.00 bis 19.00 Uhr<br />

Freitag: 10.00 bis 21.00 Uhr<br />

www.bankaustria-kunstforum.at<br />

D<br />

S<br />

r<br />

<strong>SOCIETY</strong> 1_11 | 105


KUNST UND KULTUR<br />

PORTRÄT<br />

106 | <strong>SOCIETY</strong> 1_11 Khloros-Pomum Mystica


Universal Artist Hikaru Hirata-Miyakawa<br />

Without Boundaries<br />

In his paintings Hikaru explores the hidden treasures of the dark. A Mannerist in the arts<br />

meets a realist in life. <strong>SOCIETY</strong> asked him about his true master Leonardo da Vinci and his<br />

dream art project of painting the counterpart to Michelangelo's "Creation" fresco.<br />

There is no singular definition of the extraordinary<br />

personality of Hikaru Hirata-Miyakawa.<br />

The individual painter<br />

is born in Japan, but describes himself as a<br />

citizen of the archetypal world without<br />

boundaries. That is what his art is like, not<br />

only as a painter, but also as a musician,<br />

writer and actor.<br />

How would you describe your art?<br />

As an artist, I am inspired by the original<br />

Mannerist movement. To me, this is<br />

the revival of Hellenism. Hellenistic culture<br />

and the arts reflected the anxiety of<br />

losing the brilliant King Alexander the<br />

Great. It was the first time in ancient<br />

Greek arts that showing the expression of<br />

emotion like fear and anger, the old age, female<br />

nudity and ugliness was allowed.<br />

Mannerism also reflects the uncertainty of<br />

the future of the Catholic Rome and the<br />

rise of the Protestantism in the North<br />

through the Reformation.<br />

Which goals do you want to achieve<br />

with your paintings?<br />

I like to explore the hidden treasures of<br />

the dark, as an unconscious archetypal aspect<br />

of the universal collective psyche. Just<br />

as Carl Jung describes, the unacknowledged<br />

part of the unconscious psyche becomes<br />

more and more primitive and destructive.<br />

With my art I want to show<br />

Angelos<br />

something beyond physical existence. My<br />

works are visionary, fantastic, surrealistic<br />

and include themes of mythology. I also actively<br />

use images from the past as 'maniera'<br />

and inspiration for my works.<br />

In this way I combine already existing<br />

images from the past and impose them to<br />

each other.<br />

I want to express who I am, and hopefully<br />

during that process connect to others<br />

who can share that experience. My art is<br />

mostly self-taught, but heavily influenced<br />

by Leonardo da Vinci, Salvador Dalí and<br />

western literature and philosophy.<br />

What led you to become an artist?<br />

When I was just a baby, my mother<br />

gave me a sketchbook and a pencil while<br />

she was shopping and I was left to draw. I<br />

grew up listening to numerous fairly tales<br />

especially from Japan and Europe and listened<br />

to all kinds of songs as lullaby. But<br />

my first formal training began when I was<br />

<strong>SOCIETY</strong> 1_11 | 107


KUNST UND KULTUR<br />

PORTRÄT<br />

Labyrinth<br />

"Madonna Litta" (after Leonardo da Vinci),<br />

four years old. My mother taught me how<br />

to write, draw and sing. I was also interested<br />

in conducting and dancing.<br />

Then, when I was almost six years old,<br />

I was brought to San Francisco. We lived<br />

there between 1967 and 1969, during the<br />

big 60s. It was very liberating for me and<br />

I was drawing a lot. The walls in my<br />

room were full of paintings. My mother<br />

by then taught me how to paint with the<br />

sumi-ink as well.<br />

BIOGRAPHY<br />

1961: Born in Japan<br />

1981-83: Marymount College, California<br />

1985: Solo Exhibition at the Broadway Gallery, Tokyo<br />

1985-87: Waldorf/ Steiner School Teacher Training<br />

1995-99: Studio Arts/ Art and Music History/ Music Appreciation-Teacher<br />

at the Shining Mountain Waldorf High<br />

School, Colorado<br />

1998-99: Guest Art Instructor for Waldorf Teachers<br />

2000-2002: Teacher at Tara Performing Arts High School<br />

2003-2005: Touring exhibition “Fantastic and Visionary<br />

Art”<br />

2004: Touring exhibition: “Art of Imagination Open Exhibition”<br />

2006-08: Studio Art Instructor/ Art History Instructor at the<br />

Colorado Academy of Art, Colorado<br />

2007: Solo Exhibition at the Colorado Academy of Art<br />

2010: Group Exhibitions in Portugal and Japan<br />

<strong>2011</strong>: Group show in Tokyo<br />

So the idea of becoming a painter was<br />

raised by your mother?<br />

My mother also introduced me to the<br />

works of the Surrealists, especially Dalí<br />

and Max Ernst. I was copying master pieces<br />

of the Renaissance and the modern ones. I<br />

was also fascinated with the mystery of<br />

Christianity through those artists' images.<br />

I remember that I was drawing crucifixes<br />

over and over after being inspired by Matisse's<br />

"Stations of Cross" drawings. I also<br />

experimented with surrealistic drawing. I<br />

was so inspired by the European Art that I<br />

kept asking for the art books for my birthday<br />

and for Christmas.<br />

But the major artistic turning point<br />

came when I was ten. I was introduced to<br />

the biography of Leonardo da Vinci and to<br />

the Greek Mythology through astronomy.<br />

Since then, Leonardo's motto, "The painter<br />

is not praise worthy unless he is universal",<br />

and the Delphic maxim, "Know thyself", became<br />

my motto as well. Leonardo to me is<br />

like a father I never had and I consider him<br />

as my true master.<br />

Do you have any dream art projects?<br />

I would love to do large murals with different<br />

themes. Raphael was frustrated because<br />

many of the commissions he was receiving<br />

were rather small in scale. He<br />

wanted to do the large commissions. I, too,<br />

would love to paint for example the walls<br />

of the churches. The impact those large images<br />

give to the viewers are tremendous. I<br />

would love to use some students as my assistants<br />

to paint the images. After all, I am<br />

still a teacher, and I would like to include<br />

the younger generations.<br />

I would also love to paint the scenes<br />

from "Revelation" of the New Testament.<br />

This project I conceive as the counterpart<br />

to Michelangelo's "Creation" fresco where<br />

the major themes were chosen. While the<br />

"Last Judgment" fresco exists, it is not the<br />

selection per se from revelation. I would<br />

love to choose the major themes and perhaps<br />

paint them on the ceiling. I would also<br />

like to paint the images which represent<br />

hope in them and not just the horror.<br />

And then of course, one of my dreams is<br />

to paint the portrait of the Pope and all the<br />

important people in the world like the<br />

Dalai Lama.<br />

http://hikalux.weebly.com<br />

108 | <strong>SOCIETY</strong> 1_11<br />

Cecilia's Heart


KUNST UND KULTUR<br />

SALZBURG<br />

Festspielstadt Salzburg<br />

„Pfingsten, das liebliche Fest…“<br />

Mit einem neapolitanischen Programmschwerpunkt geht Dirigent Ricardo Muti dieses Jahr<br />

in die fünfte Saison der Salzburger Pfingstfestspiele. Von EVA VON SCHILGEN<br />

FOTOS: BETTINA SALOMON, SILVIA LELLI<br />

Dass Salzburgs wohl bedeutendster<br />

Dirigent, Herbert<br />

von Karajan, auch eine<br />

große kaufmännische Begabung<br />

hatte, beweisen unter anderen<br />

alljährlich die von ihm<br />

1967 ins Leben gerufenen elitären<br />

Osterfestspiele. Doch<br />

schon der Gründervater der<br />

Sommerfestspiele Hugo von<br />

Hofmannsthal schrieb im Jahr<br />

1919, dass Festspiele in Salzburg<br />

„alljährlich im Sommer,<br />

dann und wann aber auch zu<br />

anderen Zeiten, etwa um<br />

Weihnachten, oder sonst im<br />

Winter, auch zu Ostern und<br />

Pfingsten“ stattfinden sollten.<br />

Und so gründete Karajan, angeregt<br />

vom überaus großen Erfolg<br />

„seiner“ Osterfestspiele<br />

und um die unbefriedigten<br />

Kartenwünsche der Osterfestspiel-Abonnenten<br />

zu erfüllen,<br />

1973 die Pfingstkonzerte, aus<br />

denen 1998 die Salzburger<br />

Pfingstfestspiele hervorgingen.<br />

„…war gekommen; es grünten<br />

und blühten Feld und<br />

Wald;<br />

auf Hügeln und Höhn, in Büschen<br />

und Hecken<br />

Übten ein fröhliches Lied die<br />

neuermunterten Vögel;“<br />

Leiter der<br />

Pfingstfestspiele<br />

Ricardo Muti<br />

Seit 2007 ist in Salzburg zu<br />

Pfingsten südländisches Flair<br />

spürbar und das nicht nur,<br />

weil zu dieser Zeit auffallend<br />

viele italienischen Touristen<br />

die Stadt bevölkern. Der künstlerische<br />

Leiter der Pfingstfestspiele,<br />

der Ausnahmedirigent<br />

Riccardo Muti, verweist seit<br />

drei Jahren unter dem Motto<br />

„Salzburg goes Napoli“ auf die<br />

lange und traditionsreiche Verbindung<br />

der österreichischen<br />

und neapolitanischen Kultur.<br />

Unter dem Titel „Scuola Neapoletana.<br />

Musik zwischen<br />

Wien und Neapel“ stellt er<br />

<strong>2011</strong> eine Oper an den Anfang<br />

der Festspiele, gefolgt von drei<br />

Konzerten und als Abschluss<br />

ein Oratorium.<br />

„Jede Wiese sprosste von Blumen<br />

in duftenden Gründen,<br />

Festlich heiter glänzte der<br />

Himmel und farbig die Erde.“<br />

(aus: Reineke Fuchs, Johann Wolfgang<br />

von Goethe)<br />

Und die Musikbegeisterten<br />

aus aller Welt werden auch<br />

dieses Jahr mit besonderer<br />

Freude nach Salzburg kommen.<br />

Denn hier genießt man<br />

Kultur mit allen Sinnen. In<br />

kaum einer anderen Stadt ist<br />

die Dichte der luxuriösen und<br />

charmanten Hotels, der exzellenten<br />

Restaurants, der ausgezeichneten<br />

Galerien und Museen,<br />

der feinen Boutiquen<br />

und hochkarätigen Juweliere<br />

so hoch wie hier. Den Geschmack<br />

der Salzburger Klientel<br />

trifft auch der neue exklusive<br />

Juwelier Akay perfekt.<br />

Seine Preziosen und Diamenten-Kolliers,<br />

teilweise Einzelstücke<br />

aus dem Orient, begeistern<br />

auch Gäste aus dem<br />

Ausland. Salzburg hat also immer<br />

Saison. Freuen wir uns also<br />

auf die nächste Perle im<br />

Festspielreigen.<br />

SALZBURGER<br />

PFINGSTFESTSPIELE<br />

<strong>2011</strong><br />

Von 10. bis 13. Juni <strong>2011</strong><br />

Mit Werken von Saverio Mercadante,<br />

Sarri, Pergolesi, Durante, Valentini,<br />

Vivaldi, Fiorenza, Porpora u.v.a.<br />

E-Mail: info@salzburgfestival.at<br />

www.salzburgerfestspiele.at/-<br />

pfingsten<br />

Edles Design zu den Festspielen – Diamantenkollier von Top-Juwelier Akay,<br />

Schwarzstraße vis-a-vis Hotel Sacher<br />

<strong>SOCIETY</strong> 1_11 | 109


KUNST UND KULTUR<br />

COMICS<br />

Naif Al-Mutawa, creator of “THE 99”<br />

A Message To The World<br />

The Legend of “THE 99”<br />

Naif Al-Mutawa from Kuwait is the creator of “THE 99”, a comic and television series that<br />

draws on Islamic ideas of tolerance and multiculturalism and sends an alternative and<br />

positive message of Islam to the world.<br />

„THE 99“ is becoming more and more<br />

well-known in the world. What was your intention<br />

of creating a comic like this?<br />

I am the father of five boys and increasingly<br />

I didn’t like the messages being sent<br />

out from my part of the world. Too many<br />

people have justified their violence by using<br />

religion. So I wanted to create<br />

positive role models for my children<br />

and for the children of the world, i.e.<br />

I wanted to create alternative messages<br />

of tolerance, multiculturalism<br />

and respect for others.<br />

What is the storyline of “THE 99”?<br />

The overriding theme is that the<br />

99 superhero characters of the<br />

comic get their power from 99<br />

stones. Those stones have within<br />

them the ancient knowledge of all civilization.<br />

History tells us that there<br />

was an invasion of Bagdad in 1258 by<br />

the Mongols who threw the ancient<br />

books into the Tigris River and the river<br />

changed color with ink. In my storylines I<br />

use that as a pivot: Librarians save that<br />

knowledge of the books by submerging 99<br />

gemstones in the river which absorb all that<br />

information. Those stones become<br />

scattered all over the world,<br />

and you have 99 characters<br />

from 99 different<br />

countries who find<br />

these stones, become<br />

superheroes and<br />

work together.<br />

The main bad guy in the storyline wants<br />

to control the 99 and so get control of the<br />

whole world. He convinces some of the 99<br />

that he is the good guy and makes them<br />

work for him.<br />

“THE 99” is described as being based on Islamic<br />

culture. What is typical of it?<br />

It is not based on Islamic culture but on<br />

Islamic archetypes. E. g. Batman and Superman<br />

are based on Biblical archetypes but<br />

there is no religion in the storylines. These<br />

comics take values that the Bible shares<br />

with the rest of humanity. It doesn’t matter<br />

if you are Christian or Jewish or Muslim<br />

or Buddhist, or Atheist, you can still like<br />

Batman or Superman, because it’s based<br />

on universal values. So what I did, I<br />

took global values that Muslims share<br />

with the rest of the world and created<br />

the story of “THE 99”.<br />

Could you name some of the values that are<br />

represented in “THE 99”?<br />

110 | <strong>SOCIETY</strong> 1_11<br />

Noora, the Light, can see the good<br />

and evil inside of people


As I said, tolerance,<br />

multiculturalism, also<br />

diversity within the<br />

characters: There are<br />

both strong women characters<br />

and more feminine<br />

characters. The idea is to be inclusive<br />

which means that there<br />

is not only one way which is correct<br />

and the rest is wrong. The<br />

whole is always more than the sum<br />

of its parts…<br />

What is the underlying message of your<br />

stories?<br />

It doesn’t matter where you are from,<br />

whether you are a boy or a girl, it doesn’t<br />

matter who your father is, all that matters<br />

is what you bring to the table in terms of<br />

the value that you can help solve the problem<br />

with – what power you have. E. g. one<br />

guy wants to solve his problems with his<br />

fists because he’s strong. Another character<br />

solves the same problem with his love<br />

etc. Because you’re strong doesn’t mean<br />

you can solve all problems. Talking about<br />

tolerance, I don’t attack it in the usual way<br />

of what color your skin is or what religion<br />

you are, it’s not about racism, politics, or<br />

religion, it’s about a situation with a problem,<br />

and that you can work best in teams<br />

of three. So the characters have to be tolerant<br />

of the various ways in which others<br />

want to solve the same problem that they<br />

think they are destined to solve.<br />

Do you write the stories yourself or is there<br />

a team of writers/creators?<br />

Originally, the first few I wrote by myself,<br />

but now I just manage the company. It<br />

grew from an idea in a taxi cab to almost a<br />

thousand jobs now working on “THE 99”.<br />

My co-writers for the comic book series include<br />

Fabian Nicieza, who is a writer for X-<br />

Men, or Stuart Moore who writes Iron Man<br />

and others. For the TV series the writers are<br />

all in Hollywood. It’s an amazing and<br />

strong group of writers.<br />

Could you say “THE 99” is a cross-cultural<br />

project?<br />

It definitely has cross-cultural implications.<br />

There is also a new series in which<br />

my characters are working with Batman<br />

and Superman, which is pretty cool. But also<br />

within “THE 99” they are from 99 different<br />

countries.<br />

You received recognition from President<br />

Barack Obama who commended you and<br />

your work in one of his speeches. What<br />

does this mean to you?<br />

It means a lot. When the leader of the<br />

free world recognizes your efforts, it’s a<br />

pretty amazing feeling. I’m one of those<br />

people who work very hard, everything in<br />

Jabbar, the Powerful, is incredibly<br />

strong and tough<br />

ABOUT THE 99<br />

“THE 99” is a comic<br />

series about 99<br />

superheroes who<br />

receive their power<br />

from 99 gemstones<br />

in which<br />

the knowledge of<br />

all mankind is<br />

stored. The series<br />

draws on Islamic<br />

archetypes and intends<br />

to send out<br />

a positive message of Islam and to build a bridge between<br />

East and West. Apart from the comic book series, there is<br />

also a television series shown in many countries of the<br />

world and a fun theme park of the same name in Kuwait.<br />

www.the99.org<br />

INFO<br />

Dr. Naif Al-Mutawa is the creator of “THE 99” for which he<br />

has received positive attention from the international media<br />

with Forbes calling THE 99 “One of the Top 20 Trends<br />

Sweeping the Globe.”<br />

Dr. Al-Mutawa has earned a PhD in Clinical Psychology<br />

from Long Island University. He holds a Masters in Business<br />

Administration from Columbia University and a Masters in<br />

Organizational Psychology from Teacher’s College, Columbia<br />

University. He earned his undergraduate degree from<br />

Tufts University.<br />

my life is planned from when I’m going to<br />

sleep, to when I have breakfast and meetings,<br />

everything is planned… That was unplanned.<br />

I had no idea what was going to<br />

happen, it was an amazing thing, a) because<br />

of what he said, and b) because I had<br />

no idea of what was coming. It was a nice<br />

surprise unmatched in my life.<br />

In the media you have been called “one of<br />

the most influential Muslims in the<br />

world”. What is meant by that?<br />

That’s a recognition I got from The<br />

Royal Islamic Strategic Studies Center<br />

(in Jordan) in concert with Georgetown’s<br />

Prince Alwaleed Bin Talal Center for Muslim-Christian<br />

Understanding. They have a<br />

list of 500 most influential Muslims in the<br />

world. With 1.7 billion Muslims living in<br />

the world, I guess to be in that list must<br />

mean something.<br />

From a psychological point of view, what<br />

would you say is the West and what is the<br />

Islamic world suffering from?<br />

I am not happy with the way Muslims<br />

are reviewing Islam themselves.<br />

As a psychologist my work has always<br />

been working with perception – how you<br />

see yourself, how others see you and how<br />

you think others see you. Nowadays the behavior<br />

of extreme religious people tends to<br />

be called “Talibanisation”. The problem is<br />

that Muslims themselves have begun to<br />

self-identify Islam as extreme. I believe in<br />

order to be able to have friends, i.e. Islam<br />

becoming friends with the West, you have<br />

to be comfortable with yourself. But if you<br />

are at war with yourself, you’re not going to<br />

make a good friend for anybody.<br />

In terms of the West we have the saying<br />

in the Arab world which translates into<br />

English as “When you are bitten by a snake,<br />

you become afraid of rope”. Whenever<br />

something in Islam comes up, people become<br />

scared. I don’t blame people, because<br />

a lot of terrible things have happened in<br />

the name of Islam, but with co-operation<br />

we can take Islam back from militancy. But<br />

first we have to win the fight at home, i. e.<br />

reposition Islam to Muslims themselves.<br />

What are your aims for the near future?<br />

My aim is for “THE 99” to be on global<br />

television. We already sold it in the US, in<br />

Turkey, in Ireland, in the Middle East,<br />

North Africa, soon announcing Asia, and<br />

hopefully Western Europe will pick up<br />

soon. Endemol UK is our partner and coproducer.<br />

It’s an amazing series, it’s in 3D<br />

CGI, in HD-format, it’s going to raise the<br />

bar on TV animation globally through this<br />

East-West collaboration. I hope to see it on<br />

TV where you are and in the neighboring<br />

countries soon.<br />

<strong>SOCIETY</strong> 1_11 | 111


KUNST UND KULTUR<br />

KOLUMNE<br />

„Die Malkunst“ von Vermeer<br />

Ein einzigartiges Kunstwerk<br />

Das wertvollste Gemälde Österreichs war neuerlich Restitutionsforderungen ausgesetzt.<br />

Zweifellos zählt „Die Malkunst“ von Johannes Vermeer (Delft, 1632-1675) zu den bedeutendsten<br />

Werken abendländischer Kunst. Von GERHARD GUTRUF<br />

Johannes Vermeer, „Die Malkunst“, 1666/68<br />

Gerhard Gutruf, „Hommage à Vermeer“, 1973-76<br />

ÜBER DEN AUTOR<br />

Gerhard Gutruf, geb. 1944, studierte von 1962 bis 1970<br />

an der Ak.d.b.K. Wien. Er ist Maler, Grafiker und Vermeer-Kenner.<br />

Teilnahmen an den Biennalen von Ibiza,<br />

Florenz, New Delhi, Kairo, Shanghai. Einzelausstellungen<br />

u. a. in Rom, Wien, Essen, Ascona, Kairo, Bratislava, Mexiko-City,<br />

Guadalajara, Pretoria, Lissabon, Coimbra, Peking,<br />

Istanbul, Madrid, Kiew, Ningbo und Delft.<br />

www.gutruf.at<br />

Das Gemälde ist eine der Hauptattraktionen<br />

des Kunsthistorischen Museums<br />

Wien und wird in nächster Zeit außergewöhnliche<br />

Publizität erfahren: Die Familie<br />

der Vor-Vorbesitzer, die Nachfahren der<br />

Grafen Czernin, forderten von der Republik<br />

Österreich zum wiederholten Male die Restitution<br />

dieses überaus wertvollen Bildes.<br />

Seit 18. März liegen die Erkenntnisse der<br />

monatelangen peniblen Recherchen der<br />

Provenienzforschung sowie die vom Kunstrückgabebeirat<br />

zusammengefasste Empfehlung<br />

an Ministerin Dr. Claudia Schmied<br />

vor. Der Beirat empfahl einstimmig, das<br />

Bild nicht zu restituieren. Das Ergebnis<br />

wird auf jeden Fall Aufsehen erregen.<br />

***<br />

Geschichte eines Bildes<br />

Kurz zur Provenienz-Problematik: Nach<br />

diversen Besitzwechseln befand sich das<br />

Bild Ende des 18. Jahrhunderts im Haus Baron<br />

Gottfried van Swietens in Wien, dessen<br />

Nachlass im Rahmen einer Versteigerung<br />

1804 veräußert wurde. Der bekannte Vermeer-Forscher<br />

A.B. de Vries behauptet, dass<br />

Johann Rudolf Graf Czernin dann 1813 für<br />

nur fl. 50,-- von einem Sattler das Gemälde<br />

kaufte, welches als Werk des damals bekannteren<br />

und demnach teureren Pieter de<br />

Hooch galt. Zur Orientierung: beispielsweise<br />

wurde Vermeers kleinformatiger „Astronom“<br />

(50 x 45 cm) im Juni 1800 bereits um<br />

fl. 340,-- gehandelt. Es stellt sich daher die<br />

Frage, ob dem unbekannten Sattler das Bild<br />

vom ebenso reichen wie mächtigen Grafen<br />

Czernin zu einem allzu niedrigen Preis abgepresst<br />

wurde… Kam also das umstrittene<br />

Bild – das erst nach 1860 Vermeer zugeschrieben<br />

wurde – auf fragwürdige Weise in<br />

die Sammlung Czernin? Schließlich verkaufte<br />

Jaromir Graf Czernin 1940 die „Malkunst“<br />

um 1,65 Millionen Reichsmark an<br />

Adolf Hitler. Der Preis ist angemessen gewesen;<br />

inwieweit Angst vor befürchteten Repressalien<br />

im Falle des Nicht-Verkaufs oder<br />

doch nur familienstrategisch-pekuniäre<br />

Überlegungen den Verkauf an Hitler bestimmt<br />

haben, war ausschlaggebend für die<br />

Ablehung des Anspruchs auf Restitution.<br />

Nach Kriegsende wurde Hitlers Privatvermögen<br />

dem österreichischen Staat zuerkannt,<br />

der das Gemälde 1946 dem Kunsthistorischen<br />

Museum übergab.<br />

***<br />

Magie des Mal-Akts<br />

Zurück zum Bild „Die Malkunst“ (120 x<br />

100 cm, ölreiche Tempera auf Leinwand,<br />

1666/1668) von Johannes Vermeer. Was ist<br />

das Besondere, Einzigartige an diesem<br />

Kunstwerk?<br />

Vermeers lichtdurchflutete Kompositionen<br />

haben mit der „Malkunst“ ihren geplanten<br />

Höhepunkt erreicht. Thematisch<br />

ist es eine gemalte Selbstreflexion über die<br />

Kunst der Malerei und ihre Vielschichtigkeit.<br />

Der unvergleichliche Schmelz der<br />

Oberfläche dieses Gemäldes scheint weniger<br />

Produkt eines langwierigen handwerklichen<br />

Prozesses als vielmehr Ergebnis eines<br />

magischen Aktes zu sein. Malen wird<br />

im Atelierbild nicht als hoch spezialisierte<br />

manuelle Tätigkeit, sondern als eine geheimnisvolle<br />

schöpferische Handlung vorgestellt.<br />

Vergleichsweise banale Materie –<br />

Farbpigmente, Bindemittel usw. – wird in<br />

die vergeistigte Sphäre einer vollkommenen,<br />

utopisch anmutenden Ordnung gehoben.<br />

Diese Harmonie wird nicht zuletzt<br />

von einer inneren Struktur getragen, die<br />

sich erst nach langem Betrachten, nach intensivem<br />

Studium erschließt.<br />

„The Hidden Geometry in Vermeer’s<br />

The Art of Painting“ ist deshalb auch der<br />

Titel einer wissenschaftlichen Untersuchung,<br />

die ich in Zusammenarbeit mit<br />

Prof. Dr. Hellmuth Stachel von der TU<br />

Wien im Vorjahr erarbeitete. Sie analysiert<br />

zentralperspektivische Feinheiten<br />

bzw. den Primat der Flächenkonstruktion<br />

in der „Malkunst“ Vermeers: sie beweist<br />

auf überraschende Art, warum Vermeer<br />

für die Komposition des Bildes keine Camera<br />

obscura verwendet haben kann und<br />

weshalb der Künstler eine Realität nach eigenen<br />

Gesetzmäßigkeiten suggeriert und<br />

diese nicht nur banal imitiert.<br />

Es ist zu begrüßen, dass „Die Malkunst“<br />

von Vermeer auch in Zukunft der Öffentlichkeit<br />

zugänglich im Kunsthistorischen<br />

Museum in Wien verbleiben wird.<br />

112 | <strong>SOCIETY</strong> 1_11


KUNST UND KULTUR<br />

EHRUNG<br />

Madlena Zepter erhält von Kulturminister<br />

Nebojsa Bradic den „Goldenen Kranz“<br />

Madlena Zepter und<br />

Philip Zepter mit dem<br />

„Goldenen Kranz“<br />

Würdigung der größten Mäzenin Serbiens<br />

Wo ein Wille, da ein Weg<br />

Für ihr unermüdliches Engagement für Serbien und die Erhaltung seiner Kultur in schweren<br />

Zeiten wurde Madlena Zepter der „Goldenen Kranz“ verliehen, die erste staatliche<br />

Auszeichnung dieser Art.<br />

Im Rahmen eines Festaktes in der Belgrader<br />

Stiftung „Ilija M. Kolarac“ nahm die<br />

erfolgreiche Geschäftsfrau, Wohltäterin,<br />

Kunst- und Kulturkennerin und Förderin<br />

Madlena Zepter aus den Händen des Kulturministers<br />

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