SOCIETY 357 / 2011

Villaflora23aa

WIRTSCHAFT ■ POLITIK ■ DIPLOMATIE ■ WISSENSCHAFT ■ KULTUR ■ LEUTE

01|11

SEIT 1945 | 66. ERSCHEINUNGSJAHR | NR. 357_FRÜHLING 2011

WWW.SOCIETY.AT

P.B.B. GZ 03Z034905M, ERSCHEINUNGSORT, VERLAGSPOSTAMT 1140,2120, PREIS ¤ 4,–

COVERSTORY

GIOVANNI PULZE

LÄNDERPORTRÄT

20 JAHRE KROATIEN - MAZEDONIEN - SLOWENIEN


www.missdior.com


LEINER

MOMENTE

IM FREIEN.

Besuchen

sie unsere neue

GaRTENMöbELaussTELLuNG!


EDITORIAL

Interkulturelle Kommunikation

Aufbruch und Wende

Im Schatten der jüngsten Ereignisse, wo Nordafrika

und viele andere arabische Länder den

Weg zu einer jungen Demokratie beschreiten,

haben wir uns entschieden, 20 Jahre Unabhängigkeit

der Länder Kroatien, Slowenien und Mazedonien

zu unserem Leitthema zu machen.

Ganz im Zeichen des Umbruchs war es vor

zwanzig Jahren auch für uns alle, dass der Kommunismus

sein Ende fand, und nun sind es schon

zwanzig Jahre her, dass diese jungen Demokratien

gelernt haben, sich zu behaupten und in der EU eine

immer wichtigere Rolle spielen wollen. Darauf

gehen wir in dieser Ausgabe besonders ein.

***

Societyveranstaltungen des letzten Quartals

Einen fulminanten Erfolg konnten wir mit unseren jüngsten

Events verzeichnen. So durften wir gemeinsam mit dem chinesischen

Botschafter in seine Residenz einladen und dort unsere Chinaausgabe

vorstellen – eine einmalige Veranstaltung, die sogar in

den chinesischen TV-Nachrichten gezeigt wurde – der Anlass war 40

Jahre diplomatische Beziehungen China-Österreich.

Danach luden wir in die Albertina zum Preview der Roy-Lichtenstein-Ausstellung

mit anschließendem Lunch im Hotel Astoria.

Kurz darauf gaben wir unseren traditionellen Botschafterempfang

im Hotel Imperial, bei dem die russische Künstlerin Elena Mezhinskaya

durch ihre hochkarätige Gesangsdarbietung das neue Botschafterjahr

einleitete. Nicht zuletzt sei die seit vielen Jahren gelungene

Veranstaltung im Bank Austria Kunstforum erwähnt mit

Voreröffnung durch die Botschafter Russlands und der Ukraine zur

Aiwasowski-Ausstellung gefolgt von einem Champagnerempfang im

Hotel Hilton Vienna Plaza. So konnten wir in drei Monaten vier

Events durchführen dank der großartigen Kooperationspartner

und Gäste, die uns rege unterstützen.

***

Tunesien

Eine Reise nach Tunesien konnte mich von der bereits wiederhergestellten

Stabilität im Land überzeugen. Dem Wunsch der Tunesier,

dass möglichst viele Touristen ihren Weg der Demokratisierung

durch ihren Urlaub im Land unterstützen, möchte ich

hier nachkommen und unsere Leser durch einen kurzen Reisebericht

auf diese Möglichkeit hinweisen.

***

Giovanni Pulze

Unser Titelblattkünstler. Dem Künstler bin ich auf einem Venedigbesuch

begegnet – seine Bilder sind so faszinierend, dass ich

ihn für unser Cover auswählen musste. Einfach

großartig – machen sie sich ein Bild davon in unserer

Reportage über ihn.

Weiters konnte ich den in den USA lebenden

japanischen Maler Hikaru entdecken, der der

phantastischen Malerei nahe steht – ein Grund

mehr, ihn in unserem Magazin zu zeigen.

**

Vorschau

Viele neue Veranstaltungen planen wir im

nächsten Quartal. Wir beginnen mit einem Event

aus der Veranstaltungsreihe „Ethik im Management“

– diesmal mit Carl Djerassi als Gastredner

im Musensaal der Albertina, danach laden wir die Botschafter zu

einem Tagesausflug in die Steiermark. Zu einer ganz besonderen

Modenschau unter dem Motto „dogue and the city“ laden wir Promis

mit Hund ein – lassen sie sich überraschen. Unsere Gastautorin

Jeannine Nujic macht mit ihrem Artikel sicher neugierig

darauf.

**

Toleranz und Multikulturalismus- „THE 99“

Dieses besondere Comic-Projekt, dem sich sogar Präsident Obama

in einer Ansprache widmete, zeigt, wie man sich mit animierten

Geschichten für mehr Toleranz zwischen den Kulturen

einsetzen kann.

Viele andere Gastartikel von namhaften Autoren wie z. B. von

Simon Inou, Susanne Scholl u. v. a. unterstützen uns bei der redaktionellen

Tätigkeit und Netzwerkarbeit im Sinne einer besseren

interkulturellen Kommunikation.

Danke an alle, die uns auf diesem Weg unterstützen.

Besuchen Sie uns mit dem iPad, blättern Sie durch unser i-Magazin

auf www.society.at, befrienden Sie sich mit uns auf Facebook

und posten Sie Seiten, die Ihnen gefallen!

Herzlich Ihre

Gerti Tauchhammer

COVER: GIOVANNI PULZE, „VENICE ANGEL“, ACRYL AUF LEINWAND, 150 X 120 CM, 2010

SOCIETY 1_11 | 5


INHALT

FRÜHLING | 2011

SOCIETY EVENTS

Präsentation der SOCIETY-Chinaausgabe ........ 30

„Black & White“ in der Albertina ........ 32

Neue Botschafter im Hotel Imperial ........ 40

Iwan Aiwasowski im Bank Austria Kunstforum ........102

■ LÄNDERSCHWERPUNKT

Kroatien: S.E. Gordan Bakota über den EU-Beitritt ................ 12

Kroatien Wirtschaft: Stärkung der Exporte ................ 14

Makedonien: S.E. Gjorgji Filipov zieht Bilanz ................ 18

Makedonien Wirtschaft: Aufschwung mit Hindernissen ................ 20

Slowenien: S.E. Aleksander Gerzina

„Wir waren tüchtige Schüler“ ................ 24

Slowenien Wirtschaft: Kleiner Exportriese ................ 26

Kommentar: Hermine Schreiberhuber ................ 28

Wirtschaftskammerpräsident Christoph Leitl im Interview ................ 29

■ DIPLOMATIE UND POLITIK

Diplomatenkarussell ................ 34

Simon Inou: 100 Jahre Weltfrauentag ................ 42

Russland zwanzig Jahre nach der

Wende von Susanne Scholl ................ 43

Monika Türk: Eine Reise nach Alaska ................ 47

OSZE: Tunesischer Vorsitzender Sabri Chaabani

zur Lage der Nation ................ 48

Reise ins neue Tunesien ................ 49

IMPRESSUM

WIRTSCHAFT ■ POLITIK ■ DIPLOMATIE

WISSENSCHAFT ■ KULTUR ■ LEUTE

MEDIA EVENTS NETWORKING

ERSCHEINUNGSWEISE: vierteljährlich

PREIS: Jahresabonnement ¤ 16,--, zzgl. ¤ 7,-- Versand

Einzelheft: ¤ 4,--

BESTELLUNG: abo@society.at

MEDIENINHABER, VERLEGER ZU 100%: Tauchhammer KG

HERAUSGEBERIN UND CHEFREDAKTEURIN:

Mag. Gertrud Tauchhammer

LEITUNG REDAKTION:

Mag. Stephan Hofstätter

REDAKTIONELLE MITARBEIT:

Iris Bonavida, Lilian Borek, Alexandra Ortíz, Sandra Ulrich

AUTOREN DIESER AUSGABE:

Mag. Ingrid Chladek, Prof. Gerhard Gutruf, Simon Inou, Karl

Kaltenegger, Gerhard von Lentner, Mag. Eva von Schilgen,

Wolf von Schilgen, Dr. Susanne Scholl, Mag. Hermine

Schreiberhuber, Mag. Tanja Tauchhammer, Dr. Monika Türk

NEW YORK AUSLANDSKORRESPONDENZ: Lea Millesi

ANZEIGENVERKAUF: G. Tauchhammer

GESTALTUNG: Hermann Stöckl, www.hermannsgrafik.at

REDAKTIONSADRESSE: Villa Flora, A-1140 Wien,

Hüttelbergstraße 23A,

TELEFON: 01-914 77 44-0, Fax: 01-914 77 44-8

E-MAIL: mail@society.at

www.society.at

FOTOS: Katharina Schiffl, B.Sc., Ekaterina Prokofieffa,

Heeresbild- und Filmstelle, 1070 Wien, Stiftgasse 2a,

Tel.: 01/5200-37240; UNOV, CTBTO, UNIDO Wagramerstraße

5, 1400 Wien

DRUCK: Druckerei Berger, Wienerstraße 80, 3580 Horn,

Tel.: 02982/4161-0 www.berger.at

HERAUSGEBERIN: Kommerzialrat Honorarkonsulin

Mag. Gertrud Tauchhammerin Kooperation mit der

ÖSTERREICHISCHEN GESELLSCHAFT FÜR AUSSEN-

POLITIK UND DIE VEREINTEN NATIONEN (ÖGAVN)

■ WISSENSCHAFT UND WIRTSCHAFT

Die „ePioniere“ von Opel: Interview mit Alexander Struckl ........ 56

Sicherheit im Druck: AKD ........ 58

Hotel-Neuvorstellung: Sofitel Vienna Stephansdom ........ 60

Herbert Pietschmann: Ganzheit und Widerspruch ........ 62

Stephen Wong, Direktor Hong Kong Economic

and Trade Office Berlin ........ 65

■ LIFE UND STYLE

Eva von Schilgen: Salzburg zum Angedenken ........ 68

Karl Kaltenegger: Destination Orlando ........ 74

Jeannine Nujic und der Lifestyle von Mensch und Hund ........ 80

Anleitung zum Glücklich-Sein ........ 82

Wie Farben wirken ........ 83

Korsetterie von Amand Ricardo Castilla Pérez ........ 86

■ KUNST UND KULTUR

Alesandrion und die Kraft der Kunst ........ 96

Coverstory: Giovanni Pulze ........ 98

Iwan Aiwasowski im Bank Austria Kunstforum ........ 101

Universalkünstler Hikaru ........106

„THE 99“: Naif Al-Mutawas Comics aus

der islamischen Welt ........ 110

Seit 1945

VORSTAND (SEIT DEZEMBER 2008)

PRÄSIDENT:

Altbundeskanzler NRAbg. Dr. Wolfgang Schüssel

VIZEPRÄSIDENTEN:

BM a.D. Bot. i.R. Dr. Peter Jankowitsch

Bot. i.R. Dr. Gregor Woschnagg

BM a.D. NRAbg. Herbert Scheibner

NRAbg. Univ.-Prof. Dr. Alexander Van der Bellen

EHRENPRÄSIDENTEN:

BM a.D. Dr. Willibald Pahr

Bot. i.R. Dr. Wolfgang Schallenberg

GENERALSEKRETÄR: Michael F. Pfeifer

VERTRETER DER ZWEIGVEREINE:

Ass.-Prof. DDr. Renate Kicker (Landessektion Steiermark)

Gregor Waldhauser (AFA)

WEITERE VORSTANDSMITGLIEDER:

Bot. i.R. Dr. Alexander Christiani

Bot. Dr. Johannes Kyrle (als Generalsekr. für ausw. Angel.)

Bot. i.R. Dr. Eva Nowotny

Bot. i.R. Dkfm. Dr. Karl Peterlik

BM a.D. NRabg. Dr. Ursula Plassnik

Gen Mag. Raimund Schittenhelm

Mag. Liselotte Waldheim-Natural

Dr. Axel Wüstenhagen

SOCIETY IST OFFIZIELLER MEDIENPARTNER

DER ÖGAVN

BLATTLINIE: SOCIETY berichtet über Top-Ereignisse aus

Wirtschaft, Politik, Diplomatie, Wissenschaft, Kultur und Gesellschaft.

SOCIETY informiert außerdem in Zusammenarbeit

mit der Österreichischen Gesellschaft für Außenpolitik und die

Vereinten Nationen über Einrichtungen der Vereinten Nationen.

Jede Ausgabe ist einem Fokusland gewidmet. Durch die Zusammenarbeit

mit der jeweiligen Botschaft in Österreich trägt

SOCIETY wesentlich zur Kommunikation zwischen Österreich

und dem Fokusland bei und ist dadurch ein medialer Multiplikator

der Spitzenklasse in Österreich und in der ganzen Welt.

6 | SOCIETY 1_11


WegWeisend in jedem detail.

Ihr Erfolg beruht darauf, anderen voraus zu sein, Grenzen zu verschieben und neue Maßstäbe zu setzen.

Sie stellen vorgefertigte Meinungen in Frage und treffen Ihre eigenen Entscheidungen. Warum sollten Sie

bei Ihrem Fahrzeug auf diese Prinzipien verzichten?

Erleben Sie leistungsstarke und effiziente Diesel- und Benzinmotoren in einer leichten Aluminium-

Monocoque-Karosserie – für ein aufregendes Fahrgefühl mit vielen Emotionen und wenig Emissionen.

Erleben Sie ein Automobil, das mit erlesenem Interieur und intuitiven Technologien neue Maßstäbe

für Luxus setzt.

Erleben Sie ein zu 85 % recycelbares Automobil, dessen nachhaltige Technik besonders schonend im

Umgang mit Ressourcen ist.

Kurzum: Erleben Sie eine bahnbrechende Limousine, die faszinierendes Design, Luxus und Effizienz

stilvoll vereint.

» ErlEbEn siE dEn nEuEn jaguar Xj - ab € 89.130,-

jaguar.at

Gesamtverbrauch: 7,0–12,1 l / 100 km, CO 2 -Emission: 184–289 g / km (3.0 V6 Diesel, 275 PS bis 5.0 V8 Supercharged, 510 PS). Symbolfoto.


GASTAUTOREN

FRÜHLINGSAUSGABE

Partner von SOCIETY

Qualität verbindet

Zahlreiche prominente Gastautoren schreiben in der aktuellen Frühlingsausgabe von

SOCIETY zu den unterschiedlichsten Themen aus Wissenschaft, Politik, Kunst und Lifestyle.

Herbert Pietschmann Hermine Schreiberhuber Simon Inou Gerhard Gutruf Susanne Scholl

***

HERBERT PIETSCHMANN ist Emeritus

am Institut für theoretische Physik der

Universität Wien und Buchautor. Er verbrachte

viele Jahre als Forscher im Ausland.

Seit fünf Jahren schreibt er für

SOCIETY über Themen der Wissenschaft,

Philosophie und Gesellschaft. In dieser

Ausgabe philosophiert er über „Ganzheit

und Widerspruch“ im Menschen.

***

HERMINE SCHREIBERHUBER war stellvertretende

Ressortleiterin der Außenpolitik

bei der APA. Für die SOCIETY-Länderschwerpunkte

verfasst sie regelmäßig

politische Analysen und Hintergrundberichte.

Dieses Mal betrachtet sie zwanzig

Jahre Unabhängigkeit von Kroatien, Mazedonien

und Slowenien.

***

SIMON INOU stammt aus Kamerun, studierte

Soziologie und ist Journalist (z. B. Radio

Afrika International) mit dem Schwerpunkt

interkultureller Medienarbeit. Er

ist Mitbegründer von www.afrikanet.info

und Projektleiter von M-Media. Für seine

Arbeit hat er zahlreiche Auszeichnungen

bekommen, u. a. vom Land Steiermark

und der EU. Im SOCIETY-Kommentar widmet

er sich dem Weltfrauentag.

***

GERHARD GUTRUF Prof. MMag., ist Maler

und Grafiker. Von 1973-76 malte Gutruf

seine „Hommage à Vermeer“, ein Jahr da-

von direkt vor Vermeers „Malkunst“ im

Kunsthistorischen Museum. Sein aktueller

Gastartikel in SOCIETY philosophiert über

die Bedeutung dieses einzigartigen Kunstwerks

und erörtert Provenienz-Probleme

bzw. die aktuelle Restitutionsforderung.

***

SUSANNE SCHOLL ist weithin als ORF-

Korrespondentin in Moskau bekannt, wo

sie ab 2000 das ORF-Büro leitete. In zahlreichen

Publikationen (u. a. „Russisches

Tagebuch“ und „Töchter des Krieges“) beschäftigt

sie sich mit dem Thema Russland.

Die Trägerin des Österreichischen Ehrenkreuzes

für Wissenschaft und Kunst und

ausgezeichnete Journalistin des Jahres 2009

beschäftigt sich in ihrer Kolumne mit Russland

zwanzig Jahre nach der Wende.

***

JEANNINE NUJIC ist die neue Carrie

Bradshaw der Hundewelt. Sie holt die neuesten

Trends der Hundemodewelt aus den

Modemetropolen New York, Mailand, Paris

und vieles mehr nach Österreich. Ihre

noch nie dagewesene Kolumne ist voll von

Trends, Tipps und Talk für die österreichische

Lifestyle Dog-Community.

***

INGRID CHLADEK ist Gesellschafterin der

Dresscode Company und Head von Dressforsuccess.

Sie berät in Fragen Business- Outfit,

Image, Stil und Styling. Ihr Wissen präsentiert

sie anhand von

Prominenten-Styling- Checks. In dieser Ausgabe

verrät sie uns, wie man Farben in der

Kleidung richtig einsetzt.

***

SONJA LITTIG-WENGERSKY ist Trainerin

für Kommunikation und Persönlichkeitsentwicklung.

Für SOCIETY

schreibt sie ab sofort regelmäßig Gastartikel

zu den Themen Selbst-Coaching, Selbstmotivation

und Persönlichkeitsentwikklung.

In dieser Ausgabe gibt sie eine

„Anleitung zum Glücklich-Sein“.

***

GERHARD VON LENTNER blickt für

SOCIETY in die Sterne. Der mediale Berater,

Kartenleger, Heiler und Buchautor beschäftigt

sich intensiv mit Lebensberatung

und verrät den SOCIETY-Lesern in jeder

Ausgabe, wohin Österreich und die Welt

steuern und was die Sterne in Beruf, Liebe,

Finanzen und Gesundheit für jeden bereithalten.

***

WOLF und EVA VON SCHILGEN sind

langjährige Stammschreiber für SOCIETY.

Die Unternehmerin, Kulturmanagerin und

Journalistin Eva von Schilgen ist das

SOCIETY-Standbein in Salzburg und berichtet

mit viel Elan über Kultur und Gesellschaft

abseits der österreichischen

Bundeshauptstadt. Der „lachende Satiriker“

und Ehemann Wolf von Schilgen, gefeierter

Buchautor, beschließt jede SOCIETY

Ausgabe mit seinen Satiren und zaubert ein

Lächeln auf die Lippen der SOCIETY-Leser.

Ingrid Chladek Sonja Littig-Wengersky Gerhard von Lentner Wolf und Eva von Schilgen Jeannine Nujic

8 | SOCIETY 1_11


Vienna´s

best Style

www.grandits.at

Foto: Sepp Gallauer | Konzept & Design: dagnerpartner.at

GRANDITS. THE STORE FOR INDIVIDUALISTS

WIEN: 1., ROTENTURMSTRASSE 10 | 9., ALSER STRASSE 12 | 9., NUSSDORFER STRASSE 12


KROATIEN

LÄNDERPORTRÄT

Dubrovnik

Auf Spurensuche in Kroatien

Kaum ein Land wurde von den mächtigen Nachbarstaaten so stark beeinflusst wie Kroatien.

Trotz der verschiedenen Einflüsse und der unterschiedlichen Geschichte der einzelnen

Landesteile blickt die Republik seit nun zwanzig Jahren in eine gemeinsame Zukunft.

Zwanzig Jahre Unabhängigkeit feiert

Kroatien in diesem Jahr. Doch die junge

Republik kann trotz ihres kurzen

Bestehens auf eine lange Geschichte zurückblicken.

Der erste Versuch eines Nationalstaates

als frühkroatisches Königtum

im Jahre 952 mündete in eine Aufteilung

des Landes, die heute sowohl kulturell

als auch geografisch noch zu spüren

ist. Ungarn und Österreich, das Osmanische

Reich und die Republik Venedig haben

ihre Spuren hinterlassen. Doch diese

Vielfalt zeichnet das Land letztendlich aus

und gestaltet einen Besuch umso spannender.

***

Was man erlebt haben muss

Je nach Jahreszeit finden landesweit

verschiedene Festspiele statt. In Istrien findet

im Juli und August der Istrische Musiksommer

mit Konzerten, Theatern und

Folklore-Rhythmen statt.

Die größte Veranstaltung zur traditionellen

Klapa-Musik wird in der mitteldal-

BUCHTIPPS

Kroatien

Dietrich Höllhuber

DuMont Verlag

Dieser Reiseführer bietet eine

Entdeckungsreise zwischen Donau

und Mittelmeer. Von den

unverwechselbaren Landschaften

und Städten dieses Landes

über Zagreb zu den Barockschlössern

Slawoniens, den Karstbergen über der Adria

und den tausend Inseln zwischen Istrien und Dubrovnik.

Dietrich Höllhuber präsentiert die besten Touren und gibt

eine Fülle von Tipps für Aktivitäten und besondere Erlebnisse

und fasst zahlreiche Hintergrundinformationen

kompakt zusammen.

FOTOS: KROATISCHE ZENTRALE FÜR TOURISMUS, 2011

10 | SOCIETY 1_11


matischen Stadt Omis zelebriert. Außerdem

sollte kein Besucher eine Aufführung

der alten Schwerttänze verpassen.

Die gesamte Altstadt von Dubrovnik

wurde im Jahr 1979 von der UNESCO in die

Liste des Weltkulturerbes aufgenommen.

Dort findet jedes Jahr im August das Dubrovniker

Sommerfestival statt.

***

Was man gesehen

haben muss

Die Hauptstadt Zagreb bildet das kulturelle

Highlight des Landes. Durch ihre

zentrale Lage verbindet sie die unterschiedlichsten

Einflüsse. So zeigen die beiden

Altstadtviertel Kaptol und Gornji Grad

auf zwei Hügeln die barocke und mittelalterliche

Vergangenheit der Stadt. Zu ihren

Füßen befindet sich Donji Grad, die Neustadt

und das eigentliche Zentrum des

Landes. Den kroatischen Nationalhelden

kann man auf dem Jelacic-Platz auf einem

Bronzepferd bewundern, ebenso ist der

Kaptol Platz vor der gotischen Kathedrale

Mariä Himmelfahrt einen Besuch wert.

925-1102: Kroatisches Königreich

1527: Kroatien als Teil der Habsburger Monarchie

1918: Kroatien tritt in das Königreich der Serben, Kroaten

und Slowenen ein.

1929: Umbenennung in „Königreich Jugoslawien“

1945: Föderative Volksrepublik Jugoslawien (unter Josip Broz

Tito).

1991: Kroatien erklärt seine Unabhängigkeit. Krieg in Ex-Jugoslawien

2005: Die EU nimmt Beitrittsverhandlungen mit Kroatien auf.

2009: Kroatien wird NATO-Mitglied.

Pula

AUS DER GESCHICHTE

Für Naturliebhaber, und nicht nur diese,

ist ein Rundgang durch den Nationalpark

Plitvicer Seen empfehlenswert. Seit

1979 darf sich der Nationalpark zu den UN-

ESCO-Welterbe-Standorten zählen. Durch

das Bergland der Mama Kapela fließen

zahlreiche Bäche, die durch den hohen

Kalkanteil im Gestein in natürliche Dämme

münden. Dahinter erstrecken sich ruhige

Seen in blau-grünen Tönen.

***

Was man probiert

haben muss

Auch im kulinarischen Bereich lässt sich

das Land in drei Bereiche gliedern. An der

Adriaküste orientiert man sich an der mediterranen

Küche und bietet vor allem Fisch

und Schalentiere in Kombination mit Brot,

Polenta oder Reis an.

Die istrische Küche richtet sich eher an

die Fleischliebhaber, vor allem das Nudelgericht

mit Wildsoße, fuzi, sollte jeder Besucher

probiert haben.

In der dinarischen Region lassen sich balkanische

Einflüsse beobachten. Vor allem

Ziegen- und Schafskäse, aber auch Kraut

werden in der Küche eingesetzt. In der peka,

einem traditionellen Schmortopf, werden

Fleisch, Kartoffeln und Gemüse zubereitet.

Für die Nachspeisen sollte man reichlich

Platz lassen: Fettgebackenes wie krostule,

aber auch das in Honig getauchte Blätterteiggebäck

baklava sind einige Highlights

der kroatischen Küche.

Ein exzellenter Begleiter zum Essen ist

der Weißwein Malvazija aus Istrien oder der

Rotwein Dingac von der Halbinsel Peljesac.

Wer lieber Bier trinken möchte, kann sich

auf die traditionellen Brauereien aus Karlovac,

Zagreb oder Buzet freuen.

FACTS IN BRIEF

Zagreb

■ LÄNDERNAME: Republik Kroatien

■ FLÄCHE: 56.542 km 2

Zu Kroatien gehören insgesamt 1185

Inseln, von denen 47 dauerhaft bewohnt

sind.

■ EINWOHNERZAHL: 4,4 Mio.

■ KLIMA: Im Landesinneren und

Nordosten Kroatiens herrscht kontinentales

Klima, an der adriatischen

Küste hingegen mediterranes Klima.

In den Küstenregionen findet man

auch die Fallwinde Bora, welche zu

den stärksten der Welt zählen.

■ LAGE: Kroatien liegt im geografischen

Grenzraum zwischen Mittelund

Südosteuropa.

Kroatiens Nachbarstaaten sind: Slowenien,

Ungarn, Serbien, Bosnien

und Herzegowina und Montenegro.

■ HAUPTSTADT: Zagreb, knapp

800.000 Einwohner

■ BEVÖLKERUNG: 89,63 % Kroaten,

4,54 % Serben, 0,47 % Bosniaken,

0,44 % Italiener

■ SPRACHEN: 96,1% Kroatisch; teilweise

Italienisch, Albanisch, Ungarisch,

Slowenisch

■ WÄHRUNG: Kuna (HRK), 1 Euro =

ca. 7,4 Kuna

■ RELIGIONEN: 87,8% Katholiken;

4,4% orthodoxe Christen; 1,28% Muslime

■ NATIONALFEIERTAG: 25. Juni (Unabhängigkeitstag)

■ STAATSFORM: Republik

■ STAATSOBERHAUPT UND REGIE-

RUNG: Staatspräsident Ivo Josipovic

(seit 2010), Regierungschefin Jadranka

Kosor (seit 2009)

■ UNABHÄNGIGKEIT: 25. Juni 1991

■ VERWALTUNG: Kroatien ist in 20

Gespanschaften (zupanije) sowie die

eigenständige Hauptstadt Zagreb

gegliedert.

■ MITGLIED IN INTERNATIONALEN

ORGANISATIONEN: UNO, OSZE,

UNESCO, UNIDO, ILO, NATO, WHO,

FAO, Weltbank, Beitrittsverhandlungen

mit der EU

SOCIETY 1_11 | 11


KROATIEN

BOTSCHAFTER

Ein wichtiges Jahr

Vor dem EU-Beitritt

Im SOCIETY-Interview spricht Botschafter Gordan Bakota über die letzten Kapitel bei den

EU-Beitrittsverhandlungen, die Justiz als Kernpunkt der Reformen und die Donaustrategie

in Mitteleuropa.

Botschafter Gordan Bakota

Kroatien feiert in diesem Jahr die ersten

zwei Jahrzehnte Unabhängigkeit. Wie blicken

Sie auf diese zwanzig Jahre zurück,

und wie wird das Jubiläum gefeiert werden?

Für uns handelt es sich hierbei um ein

sehr großes Jubiläum, und ich blicke sehr

stolz auf die letzten beiden Jahrzehnte zurück.

1991 begann unsere Unabhängigkeit,

aber auch die Idee einer Zukunft in

der Europäischen Union. Deshalb wird

2011 ein wichtiges Jahr. Wir feiern ein

wichtiges Jubiläum und blicken Richtung

Zukunft, um uns der großen europäischen

Familie anzuschließen.

Gemeinsam mit den kroatischen und

österreichischen Behörden habe ich einige

Veranstaltungen geplant, um diesen Meilenstein

der kroatischen Geschichte zu

feiern. Ich werde den Bürgermeister von

Wien und einige Minister besuchen und

im Juni in Zusammenarbeit mit den kroatischen

Gesellschaften in Österreich eine

große Veranstaltung organisieren.

Ein großes Ziel für Kroatien ist der EU-

Beitritt. Wie sehen die Vorbereitungen dazu

aus?

Die Idee eines EU-Beitritts ist als Friedensprozess

gereift. Heute stellt die Europäische

Union auch eine wichtige Wertgesellschaft

für Kroatien dar. Der Weg zum

Beitritt ist allerdings kein einfacher. 2005

haben die Verhandlungen angefangen,

jetzt sind also schon sechs Jahre verstrichen.

Kroatien hat insgesamt 35 Kapitel,

die erfüllt werden müssen. Bis auf sieben

dieser Kapitel haben wir alle erledigt, im

Sommer sollten die restlichen auch abgeschlossen

sein. Das Wichtigste ist dabei,

die Gesetze und Neuerungen nicht nur zu

erlassen, sondern tatsächlich auch durchzuführen.

Die wichtigsten Kriterien sind

dabei der Privatisierungsprozess und vor

allem die Justiz. Auch hier geht es lange

nicht mehr darum, Gesetze zu erlassen,

sondern ihre Durchführung zu kontrollieren.

Kroatien muss gezielt Maßnahmen

zur Unabhängigkeit von Richtern und

Staatsanwälte und gegen Korruption ergreifen.

Wieso stellt die Justiz das wichtigste Kriterium

für den EU-Beitritt dar? Was wird gegen

die Korruption getan?

Die Justiz ist der Kernpunkt, auf dem

alle weiteren Bereiche aufbauen. Wenn

die Justiz funktioniert, können alle anderen

Richtlinien in Kroatien harmonisieren.

Der Kampf gegen die Korruption

spielt dabei auch eine wichtige Rolle.

Diesen können wir allerdings nur gewinnen,

wenn die Justiz unabhängig und effektiv

funktioniert. Im Fall Ivo Sanader

sehen wir die Wichtigkeit eines unabhängigen

Gerichts, aber auch der Zusammenarbeit

von Österreich und Kroa-

12 | SOCIETY 1_11


„Die Justiz ist der Kernpunkt,

auf dem alle weiteren Bereiche

aufbauen.“

GORDAN BAKOTA

tien. Kroatien ist auf jeden Fall bereit,

kompromisslos gegen solche Korruptionsfälle

zu kämpfen.

Präsident Josipovic hat voriges Jahr sein

Bedauern über die Rolle Kroatiens im Bosnienkrieg

geäußert. Es gab aber auch

scharfe Proteste gegen seine Rede. Wie denken

die Menschen über dieses Thema?

Die Frage nach der Unabhängigkeit

von Bosnien und Herzegowina ist für Kroatien

bereits geklärt. Das Land unterstützt

den Weg in die Eigenständigkeit voll und

ganz, wenn sowohl die Bosnier, Serben

und Kroaten gleichgestellt sind. Dies stellt

meiner Meinung nach die Basis für die Zukunft

des Landes dar. Wichtig ist zudem

auch, dass Kriegsverbrechern zur Verantwortung

gezogen werden und diese auch

bestraft werden. Dann wird Kroatien auch

den Beitritt zur EU und NATO von Bosnien

und Herzegowina unterstützen.

Ein weiterer Beitrittskandidat für die

Europäische Union ist Türkei. Sie waren zuvor

Botschafter in Ankara. Welche Erfahrungen

haben Sie von der Türkei nach

Österreich mitgenommen, und welche Aufgaben

warten auf Sie in Wien?

In den fünf Jahren, in denen ich in der

Türkei gelebt habe, konnte ich einen raschen

Wandlungsprozess beobachten. Im

internationalen Bereich spielt die Türkei

heute eine große Rolle und die Beziehungen

zu Kroatien sind sehr gut. Doch

mit Österreich verbindet mein Heimatland

eine ganz andere Vergangenheit, eine

gemeinsame Geschichte, Partnerschaft

und Freundschaft. Die kroatische Gesellschaft

in Österreich ist sehr groß. Es befinden

sich in etwa 100.000 Leute kroatischer

Herkunft in Österreich. Auch die

kroatische Minderheit im Burgenland ist

mit einer Zahl von ca. 50.000 stark vertreten.

Es gilt also für mich, die ausgezeichneten

Beziehungen zwischen den Ländern

weiter zu pflegen. Dies ist eine

Aufgabe, um die ich mich mit Stolz kümmern

werde.

Welche Wirtschaftsprojekte führt Österreich

in Kroatien und umgekehrt Kroatien

in Österreich?

Österreich befindet sich auf dem

höchsten Rang unserer Investoren in

Kroatien. Vor allem im Finanzsektor spielen

österreichische Unternehmen eine

große Rolle, vor allem Banken wie die

Raiffeisenbank, Volksbank, Erste &

Steiermärkische, Bank Austria, BKS Bank

oder HYPO Alpe Adria. Auch im Tourismus

sind die Österreicher stark beteiligt.

Mein Plan ist es, auch die Zusammenarbeit

im Industriesektor zu

stärken. 2011 möchte ich zu diesem Anlass

eine große wirtschaftliche Konferenz

mit Kroatien und Österreich organisieren.

Zusätzlich wird an der Botschaft der

Posten eines Handelsattachés geschaffen,

um eine größere Kompetenz zur

Unterstützung kroatischer Unternehmen

in Österreich zu erreichen. Ich

möchte die Wirtschaft des Landes stärken

und wir werden auch bereit sein, einige

Projekte zu beschleunigen und

neue Projekte mit österreichischen Partnern

zu eröffnen.

Welche Wirtschaftsprojekte aus Österreich

in Kroatien und umgekehrt sind besonders

erfolgreich?

Hier ist wieder der Finanzsektor mit

den großen österreichischen Banken zu

CURRICULUM VITAE

Botschafter Gordan Bakota ist am 16. Jänner 1967 in Zagreb

geboren. Nach dem rechtswissenschaftlichen Studium

besuchte er die Diplomatische Akademie in Zagreb. 1992

trat er in den Diplomatischen Dienst ein. Stationen seiner

Karriere waren u. a. Vizekonsul am Generalkonsulat in Zürich,

2. Botschaftssekretär an der Botschaft in Bern, Leiter

der Konsularabteilung in Belgrad, Botschaftsrat in Washington,

Staatssekretär im Außenministerium und Botschafter

von Kroatien in der Türkei. Er ist verheiratet und

hat zwei Kinder.

nennen. Außerdem besteht eine stark

ausgeprägte überregionale Zusammenarbeit

zwischen Österreich und Kroatien,

besonders bei erneuerbaren Energien.

Die Donau soll als Transport- und Verbindungsmittel

stärker genutzt werden. Die

so genannte Donaustrategie, die Österreich

bereits übernommen hat, ist also

besonders wichtig.

Im Wirtschaftsgebiet sind zusätzlich

europäische Fonds sehr wichtig, außerdem

darf man die Wichtigkeit der österreichischen

Touristen in Kroatien als

wirtschaftliche Unterstützung nicht vergessen.

Gute Vernetzungen und Verkehrsbedingungen

sind wichtig, dafür

haben wir vor fünf, sechs Jahren eine

neue Autobahn errichten lassen.

Was unternehmen Sie, wenn Sie nicht

als Botschafter in Wien unterwegs sind?

Ich spaziere sehr gern durch die Wiener

Innenstadt und schau mir die verschiedensten

kulturellen Bauten an.

Letztens war ich in der Albertina. Ich liebe

Kultur, lese gern und spiele Tennis.

Momentan lese ich gerade das Buch

„Mein Österreich“ von Paul Lendvai.

Außerdem genieße ich die traditionelle

Wiener Küche, ganz typisch mit Sachertorte

und Wiener Schnitzel. Dazu bestelle

ich am liebsten einen guten Rotwein,

auch wenn die Österreicher das

Schnitzel eher mit Bier kombinieren.

Haben Sie Ihre Familie nach Österreich

mitgenommen?

Meine Frau arbeitet in Zagreb, meine

beiden Kinder sind zurzeit auch in Kroatien

und besuchen dort die Schule. Im

Sommer werden sie mich dann länger

besuchen können und mit mir diese

wunderbare Stadt genießen.

SOCIETY 1_11 | 13


KROATIEN

WIRTSCHAFT

Investitionen

Stärkung der Exporte

Kroatien, der nächste Mitgliedsstaat der EU, ist für die daraus entstehenden Chancen zur weiteren

gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Entwicklung bereit. Als größter ausländischer

Investor in Kroatien hat sich Österreich als einer der wichtigsten Wirtschaftspartner Kroatiens

etabliert. Der Wirtschaftsstandort Kroatien gewinnt immer mehr an Bedeutung.

Der Fremdenverkehr ist ein wichtiges

Standbein in der Kroatischen Wirtschaft.

Das zwanzigjährige Jubiläum der kroatischen

Unabhängigkeit ist auch ein

willkommener Anlass zur Evaluation

der kroatischen Wirtschaftslage. Der

Wiederaufbau der kriegsgeschüttelten und

zerstörten Wirtschaft war für Kroatien ein

nicht einfacher Weg – Kroatiens Startplatz

beim „Transitionsmarathonlauf“ war

wegen der Kriegsnachwirkungen ungünstig.

Der NATO-Beitritt 2009 und der bevorstehende

EU-Beitritt sind besonders für

die Entwicklung der kroatischen Wirtschaft

Impulse von größter Bedeutung.

Die kroatische Regierung hat im April

2010 ein weitreichendes Reformprogramm

vorgestellt, das als strategische Plattform

für das weitere wirtschaftliche Wachstum

und die Förderung der Wettbewerbsfähigkeit

der kroatischen Wirtschaft dient. Folglich

hat die Regierung im September 2010

insgesamt dreißig Investitionsprojekte im

Wert von 14 Mrd. Euro vorgestellt, und

zum Jahresende 2010 wurde der angesehene

Unternehmer Domagoj Ivan Milosevic

zum Vizepräsidenten der kroatischen Regierung

für Investitionen ernannt. Besonders

in den Bereichen Energie, Transport,

Tourismus und Wasserwirtschaft

sieht die kroatische Regierung die wichtigsten

Investitionsprojekte.

***

Allgemeine Wirtschaftslage

Die kleine offene Wirtschaft Kroatiens

zählt zu den meistentwickelten in Südosteuropa

und ist stark von den Entwicklungen

der internationalen Märkte beeinflusst. Der

Dienstleistungssektor ist der bedeutendste

in der Wirtschaftsstruktur, besonders aufgrund

des hohen Anteils des Tourismus in

der gesamten Wirtschaftsleistung des Landes.

Als eines der beliebtesten Reiseziele im

Mittelmehrraum wurde Kroatien im Jahr

2010 von 10,6 Millionen Touristen besucht,

was ein Anstieg von 3,2 Prozent gegenüber

dem Vorjahr 2009 bedeutet.

Die größten Herausforderungen für die

Industrie sind die weitere Stärkung der exportorientierten

Produktion, sowie der Ausbau

der Konkurrenzfähigkeit der für den Export

produzierten Waren. Im Rahmen umfangreicher

Maßnahmen zur weiteren Modernisierung

der kroatischen Wirtschaft

wird auch eine Umstrukturierung der Werften

vorgenommen. Die günstige und wichtige

geographische Lage an den transeuropäischen

Korridoren, die weitere Entwicklung

der Wirtschaftszonen, das über tausend Kilometer

lange hochmodern ausgebaute

Autobahnnetz sowie die baldige EU-Mitgliedschaft

zählen als wichtigste Faktoren, die

den weiteren Ausbau der industriellen Produktion

begünstigen.

***

Europäische Union – neue Impulse

Die Beitrittsverhandlungen Kroatiens

mit der Europäischen Union nähern sich

dem Ende und dadurch werden auch neue

Möglichkeiten für die kroatische Wirtschaft

geschaffen, die mit dem bevorstehenden

Beitritt noch wesentlich erweitert

werden. Besonders wichtig werden die optimale

Verwaltung und Nutzung der EU-Finanzmittel

– bis zum Beitritt bezieht Kroatien

Mittel aus dem IPA-Programm

(Instrument for Pre-Accession Assistance)

und vom Zeitpunkt der vollen Mitgliedschaft

an werden Mittel aus den Finanzinstrumenten

der europäischen Regionalpolitik,

sowie der Gemeinsamen Agrarpolitik

in Anspruch genommen.

***

Österreich und Kroatien –

wichtige Partner

Die kroatisch-österreichischen bilateralen

Beziehungen sind freundlich und sehr

intensiv, besonders in den Bereichen der

Politik und Wirtschaft. Die kroatischen

Exporte nach Österreich betrugen im Jahr

FOTO: KROATISCHE ZENTRALE FÜR TOURISMUS, 2011

14 | SOCIETY 1_11


2010 471 Mil. Euro, während sich österreichische

Exporte nach Kroatien auf 721

Mil. Euro beliefen. Österreich liegt somit

auf Platz Sechs aller Außenhandelspartner

Kroatiens.

Österreich ist der weitaus größte ausländische

Investor in Kroatien und dadurch

als einer der wichtigsten Wirtschaftspartner

Kroatiens etabliert.

Österreichische Investitionen beliefen sich

von 1993 bis 2010 auf insgesamt 6,5 Mrd.

Euro, was mehr als 25 Prozent aller ausländischen

Investitionen in Kroatien ausmacht.

Die wichtigsten Branchen dieser Investitionen

sind Tourismus, Immobilien,

Bauwesen, Finanzdienstleistungen, Umwelt,

Medien und Telekommunikation, sowie

Großhandel und Lebensmittel. Die

Wirtschaftskrise hat in den letzten zwei

Jahren den Umfang der ausländischen Direktinvestitionen

weltweit stark beeinflusst,

und somit auch die Investitionen in

Kroatien. Der Wirtschaftsstandort Kroatien

gewinnt jedoch immer mehr an Anziehungskraft

und ist für Österreich besonders

in den Bereichen erneubare

Energie, Tourismus und exportintensive

Branchen ein willkommener Partner. Ein

sehr wichtiger Bereich für österreichischkroatische

wirtschaftliche Beziehungen

ist die Zusammenarbeit auf der lokalen

und regionalen Ebene, die auch in der gemeinsamen

Zukunft in der Europäischen

Union zusätzliche Impulse für neue zukunftsorientierte

Projekte setzen wird.

Außenhandel Kroatiens mit Österreich

Kroatische Exporte: 478 Mio. Euro (2009)

Kroatische Importe: 1,128 Mrd. Euro (2009)

Wirtschaftswachstum: -1,0% (2010)

BIP pro Kopf: 10.282 Euro (2010)

BIP laufend: 45,5 Mrd. Euro (2010)

Inflationsrate: 1,5%

Arbeitslosenquote: 18,4%

Auslandsverschuldung: 47,5 Mrd. Euro

Währung: Kuna (HRK), 1 Euro = ca. 7,4 Kuna

Gesamte Exporte: 7,5 Mrd. Euro

Gesamte Importe: 15,2 Mrd. Euro

Wichtige Exportmärkte: Italien, Bosnien und Herzegowina,

Deutschland, Slowenien, Österreich

Bedeutende Warengruppen/Export: Elektrische Maschinen

und Apparate, Textil- Leder- und Bekleidungsprodukte,

chemische Produkte inkl. Erdölderivate, Holz, Lebensmittel

Bedeutende Warengruppen/Import: Elektrische Maschinen,

Eisen- und Stahlerzeugnisse, Fahrzeuge, Erdölderivate,

Kunststoffe, Papier

Quelle: AWO

WIRTSCHAFTSDATEN

SOCIETY 1_11 | 15


MAKEDONIEN

LÄNDERPORTRÄT

Der Ohridsee mit der St. Johannis-Kirche

Makedonien – Kultur, Natur und

der Reiz des Abenteuers

Trotz ihrer turbulenten Vergangenheit kann sich die Balkanrepublik heute als sicheres

Tourismusgebiet bezeichnen. Zwanzig Jahre Unabhängigkeit haben das Land nach und nach

zusammengeschweißt und laden zu einer Entdeckungsreise in osmanische Altstädte und

artenreiche Nationalparks ein.

***

Was man erlebt haben muss

Die urbanen Gegenden von Makedonien

sind von Musik erfüllt. In beinahe jedem

Café und Restaurant wird man die Gelegenheit

haben, traditioneller Folklore,

aber auch Poprhythmen des Landes zu

lauschen. Vor allem die Einflüsse der Roma

sind in der Musikkultur bemerkbar. In

Skopje kann man sich in der Konzerthalle

„Univerzalna Sala“ mazedonischen Jazz,

Pop oder Rock live anhören. Anfang Juli

findet in Ohrid das berühmte „Balkan Festival

of Folk Dances and Songs“ statt,

während im Herbst die Hauptstadt zum

Internationalen Film Festival und zum

Skopja Jazzfestival einlädt.

***

Was man gesehen

haben muss

Eine Besonderheit Makedoniens sind

die heißen Quellen, die durch das Zusammentreffen

dreier tektonischen Platten

im Land zu Stande kommen. Mit Temperaturen

bis zu über 70 Grad Celsius

sprudeln sie aus der Erde und wurden

meist als medizinische Thermalbäder umgebaut.

Zu finden sind diese Bäder vor allem

in der Nähe von Strumica, Debar, Gevgelija

oder Skopje.

Die Hauptstadt Makedoniens wird

16 | SOCIETY 1_11

Weinanbau. Eine typische Sorte

ist der Vranec


AUS DER GESCHICHTE

1893: Gründung der IMRO (Interne Makedonische Revolutionäre

Organisation), Beginn nationaler Strömungen (Regierung

durch Osmanisches Reich).

1912: Erster Balkankrieg, Makedonien fällt unter bulgarische

Kontrolle.

1913: Zweiter Balkankrieg, Aufteilung des Landes zwischen

Griechenland, Serbien und Bulgarien.

1945: Republik Makedonien wird Teilstaat Jugoslawiens.

1991: Selbstständigkeitserklärung Makedoniens, gleichzeitig

Namens- und Symbolstreit mit Griechenland.

1998: Kooperationsabkommen zwischen EU und MK

2000/01: Rahmenabkommen von Ohrid

2001: Das Stabilisierungs- und Assoziierungsabkommen

mit EU unterzeichnet.

2005: Makedonien erhält den Status eines EU Kandidaten

Traditionelles Orchester

durch den Fluss Vardar zweigeteilt und

zeigt im Süden ihre moderne Seite, während

sich die Altstadt Carsija am anderen

Ufer befindet. Der moderne Teil der Stadt

bildet das administrative Zentrum, in der

Altstadt hingegen lässt sich der Einfluss des

Osmanischen Reiches atmosphärisch nachempfinden.

Die türkische Steinbrücke „Kameni

Most“ verbindet die zwei Gebiete zu einer

Stadt.

Historisch wichtiger war lange Zeit die

Stadt Ohrid. Von einer herrlichen Naturlandschaft

umgeben wurde sie zusammen

mit dem gleichnamigen Ohridsee 1980

zum UNESCO Weltkulturerbe erklärt. Für

viele ist dies der schönste Ort des Landes.

Im Westen des Landes befinden sich

drei Nationalparks, von denen der älteste

und kleinste, Pelister, besonders einen Besuch

wert ist. Am über 2600 Meter hohen

gleichnamigen Berg gelegen bietet er neben

einer atemberaubenden Flora und Fauna

auch zahlreiche Wanderwege.

***

Was man probiert

haben muss

Die makedonische Küche ist einfach und

bodenständig, legt aber auf frische Zutaten

besonders viel Wert. Ein klassisches Frühstück

sucht man vergeblich, ausreichend gegessen

wird mittags und abends. Wem

trotzdem schon am Vormittag der Magen

knurrt, kann in einem Café verschiedenstes

Gebäck oder ganz klassisch einen Burek bestellen.

Eine beliebte Vorspeise sind eingelegte,

sehr scharfe Spitzpaprika, der Hauptgang

wird von Grillfleisch oder Fisch

dominiert. Das Nationalgericht ist allerdings

der Bohnentopf „Tavce Gravce“, meist

gefolgt von einem sehr süßen Dessert und

einem kräftigen türkischen Kaffee. Neben

den exquisiten mazedonischen Weinen, wie

der Vranec, werden auch gern die traditionellen

Biersorten „Skopsko“ oder „Dab“ getrunken.

BUCHTIPPS

Makedonien

Philine von Oppeln

Trescher Verlag

Dieser Reiseführer verspricht eine

gute Einführung in das noch

unentdeckte Paradies der belebten

Städte und der imposanten

Naturlandschaft. Unterwegs

auf dem südlichen Balkan beschreibt die Autorin alle

Städte und Regionen und gibt zahlreiche praktische Tips

zu Reisewegen, Unterkünften, Restaurants, Sehenswürdigkeiten

und Ausflügen.

■ LÄNDERNAME: Republik Makedonien

FACTS IN BRIEF

Unterwasserhöhle Vrelo bei Skopje

■ FLÄCHE: 25.713 km 2

■ EINWOHNERZAHL: 2,06 Mio.

■ KLIMA: Kontinental - Im Winter

meist niederschlagsreich und kalt,

im Sommer niederschlagsarm und

warm.

■ LAGE: Makedonien ist ein multiethnischer

Binnenstaat, mitten auf der

Balkanhalbinsel gelegen und grenzt

an Kosovo, Serbien, Bulgarien, Griechenland

und Albanien. Der höchste

Berg ist der Golem Korab mit 2.753 m

Höhe.

■ HAUPTSTADT: Skopje, knapp

507.000 Einwohner

■ BEVÖLKERUNG: 64,18% Makedonier;

25,17% Albaner; 3,85% Türken;

2,66% Roma; 1,78% Serben; 0,84%

Bosniaken; 0,48% Walachen (2002)

■ SPRACHEN: Makedonisch (66,5%),

sowie Albanisch (25,1%), daneben

wird regional auch Türkisch (3,5%),

Romani (2%) und Serbisch (1,2%) gesprochen.

(2002)

■ WÄHRUNG: Makedonischer Denar ,

1 Euro = ca. 61,7 Denar

■ RELIGIONEN: 67,4% Makedonisch

orthodoxe Christen, 30% Muslime,

5,3% gehören anderen Religionsgemeinschaften

an, unter anderem der

der katholischen und protestantischen

Kirche

■ NATIONALFEIERTAG: 8. September

(Selbstständigkeitag), 2. August

■ STAATSFORM: Parlamentarische

Demokratie

■ STAATSOBERHAUPT UND REGIE-

RUNG: Staatspräsident Dr. Gjorge

Ivanov (seit 2009), Ministerpräsident

Nikola Gruevski

■ SELBSTSTÄNDIGKEIT: 8. September

1991

■ VERWALTUNG: Makedonien ist ein

Zentralstaat mit 85 Gemeinden

■ MITGLIED IN INTERN. ORGANI-

SATIONEN: VN, IWF, Weltbank, UN-

ESCO, UNICEF, CEFTA, WTO, OSZE

SOCIETY 1_11 | 17


MAKEDONIEN

BOTSCHAFTER

Den Herausforderungen gewachsen

Positives Beispiel für Europa

Der makedonische Botschafter Prof. Dr. Gjorgji Filipov über den EU-Fahrplan, den

Namensstreit mit Griechenland, die multiethnische Regierung und den Aufbau der

Wirtschaftsbeziehungen.

Zwanzig Jahre Unabhängigkeit: Welche

politische und wirtschaftliche Bilanz kann

Makedonien ziehen? Sind die Erwartungen

erfüllt worden?

Makedonien hat seit der Selbständigkeit

im Jahre 1990 große Fortschritte beim Aufbau

des Staats, der Institutionen und der

demokratischen Strukturen gemacht. Das

Land ist ein anerkanntes völkerrechtliches

Subjekt, hat diplomatische Beziehungen

mit 167 Ländern der Welt (Januar 2011)

und ist Mitglied in den wichtigsten internationalen

Organisationen. Makedonien

hatte von Mai bis November 2010 den Vorsitz

im Ministerkomitee des Europarates

inne, all das ist ein Beweis, dass das Land

von der internationalen Gemeinschaft als

ein glaubwürdiger Partner behandelt wird.

Wir sind besonders aktiv bei der regionalen

Zusammenarbeit in SOE und bemühen

uns, gute Beziehungen zu unseren Nachbarn

aufzubauen, trotz einiger historischer

Lasten. Auf innenpolitischer Ebene

möchte ich besonders die funktionierende

multiethnische Demokratie in Makedonien

betonen, als Beweis, dass das friedliche

Zusammenleben verschiedener ethnischer

Gruppen und Religionen durchaus

möglich ist und als Beispiel für andere

multiethnische Länder dienen kann.

Andererseits kommen wir leider nicht

so gut voran bei unseren strategischen Zielen,

der NATO- und der EU-Mitgliedschaft.

Für die NATO-Mitgliedschaft haben wir

schon alle notwendigen Kriterien erfüllt,

aber bekommen keine Einladung, und in

Bezug auf die EU können wir die Beitrittsverhandlungen

nicht beginnen, weil uns

ein anderes, nicht prinzipielles Kriterium

aufgedrängt wird, die Änderung des Namens

unseres Landes…

Es galt natürlich auch Hürden zu überbrücken

während dieser zwanzig Jahre,

wie z. B. 1993 das UN-Embargo gegen Serbien

und der Boykott Griechenlands, die

zu einer Isolation von Makedonien und zu

hohen Verlusten geführt haben, dann die

Kosovokrise im Jahr 1999 und die Krise in

Makedonien 2001, aber alles in allem ist

die politische Bilanz positiv.

In Makedonien wurden auch wichtige

wirtschaftliche Schritte getan, die EU ist

mit 42 Prozent Anteil am Gesamthandelsvolumen

wichtigster Handelspartner. Das

bereits im Juni 2001 in Kraft gesetzte Interimsabkommen

sieht die schrittweise Errichtung

einer Freihandelszone innerhalb

von höchstens zehn Jahren nach Inkrafttreten

des Abkommens – also spätestens bis

Juni dieses Jahres vor.

Ab 2006 leitete die Republik eine millionenschwere

Offensive ein, um neue Investoren

anzulocken. Heute ist Makedonien

ein stabiles Land mit stabiler Wirtschaft,

eigener

j wfkj ew

stabiler

jke wjkehjw

Währung

khje

(die an den Euro

gekoppelt ist), mit stabilem wirtschaftlichem

Wachstum, mit geringen Schulden

im Vergleich zu anderen Ländern aus der

Region, ein Land mit altem kulturellem Erbe

und wunderschöner Natur.

Vor zwanzig Jahren hat Jugoslawien aufgehört

zu existieren. In absehbarer Zeit

werden die meisten Nachfolgestaaten als

EU-Staaten wieder vereint sein. Was lehrt

„Wir sind überzeugt, dass

die Republik Makedonien

bald auch Mitglied der

EU sein wird.“

GJORGJI FILIPOV

die Europäer dieses Beispiel?

Wir sind überzeugt, dass die Republik

Makedonien bald auch Mitglied der EU

sein wird, genau wie die anderen Länder

von Ex-Jugoslawien. Es gibt keine Frage

über den Prozess des Lernens, aber man

könnte eher über einen Prozess von Erfahrungen

nachdenken. Die Europäer in West

und Ost, sowie jene im Südosten haben

endlich gelernt, dass es besser und sicherer

ist, zusammen zu leben und zu kooperieren,

als geteilt zu sein.

2005 wollte Makedonien bereits 2010

EU-Mitglied sein. Noch ist es nicht so weit.

Was sind die Gründe für die Verzögerung?

Wie beurteilen Sie die Fortschritte in Richtung

Beitrittsverhandlungen?

Makedonien hat die EU-Mitgliedschaft

im März 2004 beantragt. Seit Dezember

2005 hat Makedonien den Status eines

EU-Beitrittskandidaten. Ich möchte Sie

daran erinnern, dass der Europäische Rat

1993 in Kopenhagen die so genannten

„Kopenhagener Kriterien“ für die Bei-

18 | SOCIETY 1_11


trittsländer konkretisiert und verabschiedet

hat. Es gibt vier Punkte, deren Erfüllung

verlangt wird: politische und wirtschaftliche

Kriterien, Implementierung

des gemeinschaftlichen Regelwerks

(AQUIS) in das nationale Recht und die Fähigkeit

der EU, neue Mitglieder aufzunehmen.

Dabei legte die EU fest, dass die Einhaltung

der politischen Kriterien von

Kopenhagen schon für die Aufnahme von

Verhandlungen Voraussetzung ist. Die Erfüllung

der wirtschaftlichen Kriterien ist

dagegen „aus einer zukunftsorientierten,

dynamischen Sicht heraus“ zu beurteilen.

Im Oktober 2009 empfahl die Kommission

die Aufnahme von Beitrittsverhandlungen

Makedonien/EU. Im Dezember

2009 trat die Visa-Liberalisierung in

Kraft. Im November 2010 folgte eine weitere

Empfehlung für die Aufnahme der

Verhandlungen. Das bedeutet, dass Makedonien

seine Verpflichtungen für den

Anfang der Verhandlungen erfüllt hat.

Das Land ist bereit, in jedem Moment mit

Verhandlungen zu beginnen. Jeder, der

die politischen Fragen Europas ein bisschen

besser kennt, muss die Fortschritte

Makedoniens anerkennen.

Makedonien konnte mit dem Ohrid-Abkommen

2001 einen bewaffneten Konflikt

zwischen den Bevölkerungsgruppen verhindern.

Wie stabil ist der Zustand zehn

Jahre danach? Vor welchen Herausforderungen

steht die Politik bezüglich der Zusammenlebenden

Bevölkerungsgruppen?

Die Minderheitenrechte sind umfassend

durch die Verfassung gewährleistet.

Schon immer und besonders seit 1991

nehmen die Albaner und die Vertreter

der anderen ethnischen Gruppen an der

Regierung teil. Aufgrund bewaffneter

Überfälle albanischer Extremisten, der so

genannten „Nationalen Befreiungsarmee“,

zunächst Mitte Februar 2001 in

den Bergen nördlich von Skopje, ab

14.03.2001 dann auch im Gebiet um Tetovo,

sanken diese auf einen historischen

Tiefpunkt und brachten das Land an den

Rand eines Bürgerkriegs. Auf Drängen

der internationalen Gemeinschaft unter

Führung der EU haben die politischen

Parteien einen neuen, intensivierten, inter-ethnischen

Dialog begonnen. Die

Mehrzahl der ehemaligen albanischen

Aufständischen hat sich in einer neu gegründeten

politischen Partei (DUI) zusammengefunden.

Diese war von 2002

bis 2006 und von 2008 bis zum heutigen

Tage an der Regierung beteiligt. Das Ohrider

Rahmenabkommen, das Grundlage

für die friedliche Gestaltung der politischen

Verhältnisse nach den Ereignissen

von 2001 ist, ist weitgehend umgesetzt,

soweit es die Gesetzgebung betrifft.

In Bezug auf die augenblickliche Lage

der interethnischen Verhältnisse zwischen

den verschiedenen Gruppen in Mazedonien

hat die Regierung der Republik

Makedonien die Internationale Gemeinschaft

kontinuierlich informiert. Die Lage

ist stabil, die größten politischen Parteien

von Makedoniern und Albanern,

regieren zusammen mit Unterstützung

der anderen kleineren Parteien mit verschiedenen

ethnischen Vorzeichen.

Was ist der Status quo im Namensstreit

mit Griechenland? Wann wird diese Frage

endlich für alle Seiten zufriedenstellend gelöst

sein?

Es gibt keine besonderen neuen Entwicklungen

zur Lösung der Meinungsverschiedenheiten

bezüglich der Frage

CURRICULUM VITAE

Botschafter Prof. Dr. Gjorgji Filipov ist am 26. Oktober 1956

in Kavadarci/Makedonien geboren. Er ist Doktor der Technischen

Wissenschaften der Universität „St. Kyrill und

Method“ in Skopje und hat zahlreiche wissenschaftliche

Bücher und Artikel verfasst. Von 1981 bis 1992 war er als Ingenieur

und Direktor bei der Firma Koncar beschäftigt. Danach

war er bis 1999 CEO von Berin Marketing. Seit 1998 hat

er einen Lehrstuhl an der Universität Skopje inne. Er war

Konsulent bei der luxemburgischen Regierung, Chefredakteur

eines technischen Magazins und Präsident des Verbandes

der Erfinder. 2005-10 war er Botschafter Makedoniens

in Berlin. Er ist verheiratet und hat drei Kinder.

unseres Staatennamens. Die Republik

Makedonien – wie schon im Fall von

Staatsflagge und Verfassung – hat viele

Male ihre größtmögliche Bereitschaft

zur Lösung des langjährigen Problems

gezeigt, immer mit dem Leitgedanken

im Sinne eines Weges zur Stabilisierung

und Prosperität der Region in Kooperation

mit allen Nachbarländern. Es haben

sich vor einigen Tagen in Brüssel zum

neunten Mal die Premierminister von

Makedonien und Griechenland, Nikola

Gruevski und George Papandreou getroffen.

Nach der Erklärung des makedonischen

Außenministers Antonio Milososki

war das Treffen konstruktiv, und es sollte

der Vertrauensbildung und Annäherung

der Positionen über die offene bilaterale

Frage dienen. Makedonien ist der

Meinung, dass es der beste Weg ist,

durch Dialog das Vertrauen zu steigern

und gleichzeitig zu überlegen, wie die

Positionen näher gebracht werden können,

mit dem Ziel, Bedingungen zur Lösung

dieser einzigen offenen bilateralen

Frage zu schaffen. Wenn Griechenland

jedoch auf der eigenen Position beharrt,

kann man eine baldige Möglichkeit zu

einer einvernehmlichen Lösung nicht

sehen. Da wir bekanntermaßen an einer

solchen Lösung vital interessiert sind,

werden wir für jeden hilfreichen Vorschlag

anderer europäischen Staaten

stets ein offenes Ohr haben. Die Namensproblematik

ist weder Teil unserer europäischen

Agenda, noch ist sie Bestandteil

der Kopenhagener Kriterien. Die Gespräche

gehören in den Zuständigkeitsbereich

der Vereinten Nationen unter

Schirmherrschaft des Generalsekretärs

und müssen auch dort gelöst werden.

Nichtsdestotrotz sind sie aber auch Teil

einer inneren Auseinandersetzung der

europäischen Staaten.

Was sind die Strategien zur Belebung

der Wirtschaft des relativ kleinen Landes

mit hoher Abhängigkeit von Importen?

Wenn wir über die Strategien in der

Wirtschaft sprechen, können wir sagen,

dass sie eine breite Palette von Maßnahmen

zur Verbesserung des Geschäftsklimas,

Vereinfachung der Bedingungen

zum Start von Wirtschaftsaktivitäten

und eine intensive Kampagne zum Anziehen

von Auslandsinvestitionen und

damit der Steigerung der Zahl der Arbeitsplätze

und der Verbesserung des

Lebensstandards umfassen. Am 1. Januar

2007 wurde die Einheitssteuer eingeführt,

was eine wesentliche Senkung der

Körperschafts- und Einkommensteuersätze

bedeutete. Damit zählt die Republik

Makedonien zu den Ländern mit

den niedrigsten Steuersätzen. Zum Beispiel

gibt es in Makedonien die niedrigste

einheitliche Gewinn- und Einkommensteuer

von nur zehn Prozent

Gleichzeitig ist die Steuer auf reinvestierten

Gewinn null Prozent.

Die Regierung der Republik Makedonien

hat eine Reduktion der bürokratischen

Prozeduren in allen Tätigkeitsbereichen

der juristischen Personen

eingeführt. Dieses Projekt ist ein starkes

Instrument im Kampf gegen die Korruption

geworden. Die Aktivitäten und die

Maßnahmen, die wir im Bereich der

Wirtschaft unternommen haben, haben

die ausländischen Investoren ermutigt,

ihr Kapital in Makedonien anzulegen.

Obwohl wir zu einem bestimmten Maß

von Importen abhängig sind, hat die Reformstrategie

der Regierung schon Ergebnisse

gezeigt, trotz der finanziellen

und wirtschaftlichen Krise in der ganzen

Welt.

SOCIETY 1_11 | 19


MAKEDONIEN

WIRTSCHAFT

Nachholbedarf

Aufschwung mit Hindernissen

Immer wieder wurde der wirtschaftliche Aufschwung Makedoniens von Krisen zurückgeschlagen.

Im letzten Jahr konnte das Land bereits einen kleinen Trend zur Besserung verzeichnen.

Dies stellt den ersten Schritt in einem langen Weg aus dem Konjunkturtal dar.

Struga

Trotz ihrer Erklärung zur Selbständigkeit

im Jahre 1991 hat die Republik Makedonien

noch einen weiten Weg vor

sich. Ein wichtiges Ziel ist die Aufnahme in

die EU, das Land hat einen Kandidatenstatus

bereits seit 2005. Der Nachholbedarf

Makedoniens auf wirtschaftlicher Ebene

ist dabei noch groß. Heute bemüht sich

Makedonien, einen Aufwärtstrend einzuleiten

und die Wirtschaftslage zu stärken.

***

Makedonien und die Finanzkrise

Befand sich die wirtschaftliche Lage

des Landes vor einigen Jahren noch in einer

Aufschwungphase, wurde dieser Wandel

von der Wirtschaftskrise abgewürgt.

Ende 2008 kam es zu einer Verschlechterung

der Exportleistungen, ein Jahr später

ging die industrielle Leistung um acht Prozent

zurück. Die Staatsverschuldung weist

eine steigende Tendenz auf und erreicht in

diesem Jahr 3,7 Mrd. Euro. Doch das Land

kann auf einige Stabilitätsanker bauen:

Die strikte Bindung der Währung an den

Euro stärkt das Vertrauen ausländischer Investoren,

auch der private Konsum kurbelt

die Wirtschaft an. Die Einkommenssituation

der Haushalte und die Geldüberweisungen

von Makedoniern aus dem Ausland

sind konstant geblieben. Trotz allem muss

die Regierung ihren angestrebten Sparkurs

aufgeben, um Makedonien aus der

Krise zu holen.

***

Außenwirtschaft

Als kleine offene Volkswirtschaft ist Makedonien

an eine hohe Importrate gebunden.

Den Bedarf an Grundlebensmitteln

kann die Republik selbst decken. Öl, Gas

und ein Großteil der modernen Technik

stammen aus anderen Ländern. Die Industrie

Makedoniens beschränkt sich auf die

Bereiche Stahl, Nahrungsmittelverarbeitung,

Chemie und vor allem Textilien. Jeder

zehnte makedonische Beschäftigte ist in

der Textilbranche tätig, die die wichtigsten

Exportgüter des Landes produziert. Die fünf

größten Außenhandelspartner sind dabei

Deutschland, Serbien, Griechenland, Russland

und Großbritannien. Auch in diesem

Bereich hat die Weltwirtschaftskrise ihre

Spuren hinterlassen und den internationalen

Handel stark schrumpfen lassen. Mit Investitionen

von über 400 Mio. Euro gehören

österreichische Unternehmen zu den größten

Investoren im Land.

***

Geschichte und Ausblick

Dem kleinen Land wurden in seiner

Entwicklung zahlreiche Hürden in den

Weg gelegt. Mit der Selbständigkeit Makedoniens

und der Trennung von Jugoslawien

ging Jugoslawien als wichtigster Absatzmarkt

verloren. Das UN-Embargo gegen

Serbien und der Boykott Griechenlands

führten zu weiteren hohen Verlusten. Erst

1996 begann sich das Land zu erholen,

wurde aber durch die Kosovokrise und die

Auseinandersetzungen zwischen der Regierung

der Republik Makedonien und der

s.g. ONA, der Volksbefreiungsarmee, die

hauptsächlich aus Albanern zusammengesetzt

war, in seinem Aufschwung unterbrochen.

Ab 2006 leitete die Republik eine

millionenschwere Offensive ein, um neue

Investoren anzulocken. Nach der Wirtschaftskrise

hofft das Land auf einen Weg

aus der Konjunkturkrise, mehr Arbeitsplätze

und auf Beitrittsverhandlungen mit

der EU.

WIRTSCHAFTSDATEN

Außenhandel Makedoniens mit Österreich

Makedonische Exporte: 30,58 Mio.Euro (2009) +18,25%

Makedonische Importe: 89,25 Mio. Euro (2009) -12,7%

Bedeutende Wirtschaftssektoren: Dienstleistungen

(69,2%), Industriewaren (22,1%), Landwirtschaft (8,7%)

Wirtschaftswachstum: +1,3% (2010)

BIP pro Kopf: 9.400 US Dollar (PPP) (2010)

BIP laufend: 6,4 Mrd. Euro (2010)

Inflationsrate: 1,6% (2010)

Arbeitslosenquote: 31,7% (2010)

Auslandsverschuldung: 3,7 Mrd. Euro

Währung: Denar (MKD), 1 Euro = ca. 61,7 Denar

Gesamte Exporte: 2 Mrd. Euro

Gesamte Importe: 3,5 Mrd. Euro

Wichtige Exportmärkte: Deutschland, Serbien, Griechenland,

Italien

Bedeutende Warengruppen/Export: Eisen- und Stahlprodukte,

Bekleidung, Ferronickel, Tabak und Zigaretten,

Ferrosilizium

Bedeutende Warengruppen/Import: Erdöl und Derivate,

Verkehrsmittel, Stahlprodukte, Strom

Quelle: AWO

20 | SOCIETY 1_11


SLOWENIEN

LÄNDERPORTRÄT

Dorf Dreznica in Westslowenien

Kleines Land mit großer Vielfalt

Slowenien, das geografisch das Herz Europas bildet, ist trotz seiner Größe ein überraschend

vielfältiges und spannendes Gebiet für Besucher - für Natur- und Kulturliebhaber.

Nicht nur Flora und Fauna verfügen

über eine unglaubliche Artenvielfalt,

auch Kultur und Tradition sind je

nach Region unterschiedlich. Zwanzig Jahre

Unabhängigkeit haben Slowenien geprägt

und versprechen unvergessliche Erlebnisse

für jeden Besucher.

***

Was man erlebt haben muss

Besucht man Slowenien in den Herbstmonaten,

befindet man sich in dem Festhöhepunkt

des Landes. Nach der Weinlese

und der Schlachtung auf den Bauernhöfen

wird jedes Jahr feucht-fröhlich in den Gaststuben

gefeiert. Festivals klassischer und

moderner Musik werden in den Küstenstädtchen

in den Sommermonaten veranstaltet.

In Kostanjeviac werden jährlich Bildhauer

des Landes und der Umgebung eingeladen,

um aus Marmor oder Stahlbeton

Werke zu kreieren. Diese werden dann in

der freien Natur zur Schau gestellt und bieten

ein kulturell spannendes Erlebnis.

***

Was man gesehen

haben muss

Die weitgestreckten Höhlensysteme des

Landes verbergen zahlreiche Tropfsteingebilde,

die bereits zum Weltnaturerbe erklärt

wurden. Einen Besuch dieser Höhlen,

wie zum Beispiel Postojna oder Skocjan

sollte sich also kein Besucher entgehen lassen.

Wer sich eher für die Fauna des Landes

begeistern lässt, kann in der Karstregion

die größten Säugetiere Sloweniens bewundern.

Die Braunbären „Ursus arctor“

Triglav

schätzen die breiten Waldgebiete und versprechen

ein imposantes Erlebnis in einem

naturbelassenen Ambiente.

Die Hauptstadt Ljubljana stellt ein einzigartiges

Portrait der Arbeiten des heimischen

Künstlers Joze Plecnik dar. Die

22 | SOCIETY 1_11


FOTOS: WWW.SLOVENIA.INFO/PAOLO PETRIGNANI, J.SKOK, P. HIENG, UBALD TRNKOCZY

Markthallen, die Brücke Tromstovje und

mehrere Kirchen wurden nach seinen Vorstellungen

erbaut. Der zentrale Platz der

Hauptstadt „Presernov trg“ bildet den

Schnittpunkt der alten Landstraßen. Um

einen Panoramablick über Ljubljana zu

erhalten lohnt es sich, mit der Bahn das

Schloss der Hauptstadt zu besuchen.

Piran

Luftaufnahme von Ljubljana

AUS DER GESCHICHTE

1918: Gründung des unabhängigen Staates der Slowenen,

Kroaten und Serben, dem das Königreich SHS folgt (Slovencev,

Hrvatov in Srbov).

1929: König Aleksander Karadjordevic verwandelt das SHS

zum Königreich Jugoslawien.

1945: Slowenien wird Volksrepublik der Föderativen Republik

Jugoslawien

1991: Unabhängigkeitserklärung

2004: Slowenien wird Mitglied der EU und der NATO

2007: Beitritt zum Schengen-Raum. Einführung des Euro.

2008: EU-Präsidentschaft

2010: OECD-Mitglied

***

Was man probiert

haben muss

Die slowenische Küche ist sehr vielfälgiut.

Als Vorspeise – aber nicht nur – wird in

Slowenien gern eine üppige Suppe gegessen.

Ganz exklusiv werden diese in einer

Schale aus Brotteig serviert, wie beispielsweise

die Pilzsuppe „gobova juha“. An der

Küste orientiert man sich eher an Langusten,

Muscheln und Kalamari, diese sind oft

mit Schinken oder Käse gefüllt. Wem eher

Fleischgerichte zusagen, der kann sich auf

ein Schnitzel mit Pilzsauce freuen oder auf

die etwas außergewöhnlichere Hauptspeise

„zrebickov steak“ aus Fohlenfleisch.

Eine typische Nachspeise sind die Palatschinken,

die von Schokolade, Eis oder Nüssen

begleitet werden. Als alternative kann

man einen mit Nüssen, Topfen und Früchten

gefüllten Strudel, „gibanica“ genießen

oder zu den zahlreichen Torten und Schnitten

mit viel Buttercreme greifen.

Als Begleitung zum üppigen Essen kann

man den trockenen, aber keinesfalls herben

Roséwein Cvicek probieren, oder eine der typischen

slowenischen Biersorten „Union“,

„Zlatorog“ oder „Lasko“ wählen.

BUCHTIPPS

Slowenien

Lore Marr-Bieger

Michael Müller Verlag

Slowenien vereint mitteleuropäischen

Flair und Atmosphäre

des Balkans sowie der Alpenund

Adria-Anrainer. Ein Land

voller Architektur und Musik,

Kirchen und Museen, welches aber auch zum Wandern,

Klettern und Kajakfahren einlädt. Einen umfassenden

Überblick über dieses spannende Land bietet der Reiseführer

aus dem Michael Müller Verlag.

FACTS IN BRIEF

■ LÄNDERNAME: Republik Slowenien

■ FLÄCHE: 20.273 km 2

■ EINWOHNERZAHL: 2,2 Mio.

■ KLIMA: Mediterranes Klima im Südwesten

mit warmen Sommern und

milden, feuchten Wintern. Im Landesinneren

ist das Klima kontinentaler

geprägt, der Nordwesten von typischem

Südalpenklima (Südföhn,

Winterregen). Der Winter und das

Frühjahr bringen an der Küste häufig

kalte Fallwinde, die gefürchtete Bora

mit Schnee in Höhenlagen.

■ LAGE: Slowenien liegt im südlichen

Teil Mitteleuropas. Im Norden des

Landes verlaufen die Alpen, in der

Mitte und im Süden finden sich vor allem

Karstlandschaften. Ein knapp 50

Kilometer langer Küstenabschnitt zur

Adria besteht ebenfalls. Nachbarstaaten:

Italien, Österreich, Ungarn

und Kroatien. Die Hälfte der Staatsfläche

ist mit Wald bedeckt. Den

Nordwesten des Landes prägen die

Alpen mit dem höchsten Berg Sloweniens,

dem Triglav (2864 m).

■ HAUPTSTADT: Ljubljana, 270.000

Einwohner

■ BEVÖLKERUNG: 83,06 % Slowenen,

1,98 % Serben, 1,81 % Kroaten, 1,1 % Bosniaken,

0,32% Magyaren , 0,11% Italiener

■ SPRACHEN: Slowenisch, regional:

Ungarisch, Italienisch

■ WÄHRUNG: Euro, seit 2007

■ RELIGIONEN: 57,8 Katholiken, 2,5%

Muslime, 2,3% orthodoxe Christen,

0,9% Protestanten

■ NATIONALFEIERTAG: 26. Dezember

(Tag der Unabhängigkeit und

Einigkeit), 25. Juni

■ STAATSFORM: Volksrepublik

■ STAATSOBERHAUPT UND REGIE-

RUNG: Staatspräsident Danilo Türk

(seit 2007), Ministerpräsident Borut

Pahor (seit 2008)

■ UNABHÄNGIGKEIT: 25. Juni 1991

■ VERWALTUNG: Slowenien ist in

210 Gemeinden (slowenisch obcine),

darunter elf Stadtgemeinden,

gegliedert. Zwischen der Gemeindeebene

und dem Gesamtstaat ist

keine weitere administrative Ebene

zwischengeschaltet.

■ MITGLIED IN INTERN.ORAGANI-

SATIONEN: EU, NATO, UNESCO,

UNICEF, WHO, WTO, Weltbank, OS-

ZE, OECD

SOCIETY 1_11 | 23


SLOWENIEN

BOTSCHAFTER

Zwanzig Jahre Slowenien

„Wir waren tüchtige Schüler“

Sloweniens Botschafter Aleksander Gerzina spricht im SOCIETY-Interview anlässlich

zwanzig Jahre Unabhängigkeit über Erfolge, den Grenzstreit mit Kroatien, die Kärntner

Ortstafelfrage und die wirtschaftliche Entwicklung im Exportland Slowenien.

Slowenien hat 1991 früh seine Unabhängigkeit

erklärt. Die Wirtschaft ging rasch

steil nach oben. Slowenien ist seit 2004 EUund

NATO-Mitglied, hat 2007 den Euro eingeführt

und ist dem Schengener Abkommen

beigetreten. Seit 2010 ist Slowenien

OECD-Mitglied. Was für ein besseres Ergebnis

hätte man sich nach 20 Jahren Unabhängigkeit

erwarten können?

Tatsächlich hat Slowenien in den letzten

zwanzig Jahren viel erreicht, vor allem,

wenn man bedenkt, dass wir nur eine relativ

kleine Teilrepublik eines größeren Staatengebildes

waren. Wir haben nach kurzer

Zeit mit den EU-Verhandlungen sowie mit

dem NATO-Beitrittsprozess begonnen. Wir

waren tüchtige Schüler – aber es war zum

Teil auch schmerzhaft, weil wir natürlich

auch Konzessionen machen mussten. Wir

hatten jedoch eine glückliche Hand, was

die damaligen Politiker betraf und eine gut

ausgebildete Beamtenschaft.

Wir waren auch als erstes neues Mitglied

mit der EU-Präsidentschaft betraut.

Das war eine ganz wichtige Phase, weil wir

durch die Vorbereitungen darauf viel über

die EU gelernt haben.

Sicherlich hätten wir manches auch

besser

j wfkj ew

machen

jke wjkehjw

können.

khje

Man ist nie perfekt.

Die Verbindung mit dem Westbalkan

haben wir erst relativ spät wieder aufgenommen.

Einige energiepolitische Fragen

hätten wir besser entscheiden können. Die

Frage ist auch, ob wir genug für unsere

Bürger getan haben, also für den sozialen

und materiellen Zustand. Da hätten wir sicher

mehr machen können und Slowenien

muss noch einiges nachholen.

In der Sache der Grenzstreitigkeiten mit

Kroatien in der Bucht von Piran wurde die

Einigung erzielt, dass ein internationales

Schiedsgericht eine Lösung finden soll, die

automatisch akzeptiert wird. Damit hat

Slowenien aber keinen Einfluss mehr auf

das Ergebnis: Wieso ist es so schwierig, sich

in dieser Frage bilateral zu einigen?

Diese Frage ist vergleichsweise nicht

allzu schwierig: Es gibt beispielsweise offene

Grenzfragen zwischen Frankreich und

Spanien, oder zwischen Deutschland und

Dänemark, da dauert der Fall schon mehr

als hundert Jahre. Die Schwierigkeit in

unserem Fall kommt aus der gemeinsamen

Geschichte. Kroatien und Slowenien

haben immer hervorragende Beziehungen

gehabt. Das Problem ist, dass die Grenze

nicht festgelegt war. An Land haben wir die

24 | SOCIETY 1_11


„Wir brauchen eine tiefgreifende

Diskussion darüber, wohin

die EU gehen soll.“

ALEKSANDER GERZINA

bestehende Grenze zwischen den beiden

Teilrepubliken von Ex-Jugoslawien genommen,

aber auf See gab es nur eine jugoslawisch-italienische

Grenze. Durch die Unabhängigkeit

ist eine neue Situation

entstanden. 2001 sind wir zu einer bilateralen

Lösung gekommen. Der Vertrag wurde

von beiden Seiten paraphiert, ist aber

im kroatischen Parlament stecken geblieben.

Das hat sich dann hingezogen, und

vor zwei Jahren ist eine neue slowenische

Regierung angetreten. Dadurch hat sich

die Situation wieder geändert.

Inwiefern betrifft die Ortstafelfrage in

Kärnten die Beziehungen zwischen Österreich

und Slowenien?

Die Kärntner Ortstafelfrage ist vor allem

ein Thema für Politiker und Diplomaten.

Die Menschen in Slowenien fühlen

sich davon nicht täglich in ihrem

Leben betroffen. Es ist aber ein wichtiges

Thema. Die Rechte der slowenischen

Minderheit sind nie zur Gänze vollzogen

worden, obwohl der österreichische

Staatsvertrag das ganz klar sagt. Das hätte

schon damals, sofort danach, gemacht

werden müssen. Mehr als 55 Jahre danach

ist der Vertrag noch immer nicht

umgesetzt, und das wundert uns, weil

zweisprachige Ortstafeln an sich kein

großes Problem sind. Man kann es auch

als Zugewinn bzw. Bereicherung betrachten.

Alle Parteien in Kärnten sind schuld

daran, dass diese Frage noch immer

nicht gelöst ist. Es freut uns, dass wir mit

Landeshauptmann Gerhard Dörfler nun

einen engagierten Gesprächspartner gefunden

haben, der diese Frage wirklich

in schnellstmöglicher Zeit lösen will.

Dem EU-Beitritt von Kroatien steht von

slowenischer Seite nichts mehr entgegen.

Was wird sich nach dem Beitritt für die Region

ändern?

Ein Beitritt Kroatiens wird die ganz

wichtige Botschaft bringen. Und zwar dass

man mit Reformbemühungen und konstruktiver

Politik in die EU finden kann.

Das wird politisch und psychologisch

wichtig sein. Die Völker am Westbalkan

brauchen so eine Botschaft, denn momentan

steht alles still. Es wird auch wirtschaftliche

Impulse geben. Für Slowenien

wird sich auch einiges ändern, speziell im

wirtschaftlichen Bereich. Was ganz wichtig

sein wird, ist die Schengengrenze. Mit

dem kroatischen EU-Beitritt wird diese

weiter nach Süden verlegt.

Wie stark ist die wirtschaftliche Verflechtung?

Die Beziehungen sind sehr stark. Wir

haben viele bilaterale Abkommen, die

dann natürlich durch EU-Regelungen ersetzt

werden. Kleine und mittlere Betriebe

werden sich anfangs vielleicht ein bisschen

schwerer tun, weil die EU-Rechte

über nationalem Recht stehen – da wird

es Umstellungsschwierigkeiten geben. Insgesamt

wird der Handel natürlich erleichtert.

Serbien und Mazedonien stehen auch

auf der Liste. Wie lange wird das noch dauern?

Das wird alles ein bisschen länger

dauern, als wir gehofft haben. Die EU

braucht auch viel mehr Zeit, mit ihren

eigenen offenen Fragen fertig zu werden.

Wir brauchen eine tiefgreifende Diskussion

darüber, wohin die EU gehen soll,

und wo die Grenzen der EU sein sollen.

Ist das die Türkei, ist das Israel, Ukraine,

Moldau usw.? Bevor man diese Fragen

nicht klar beantwortet hat, ist es sehr

CURRICULUM VITAE

Botschafter Aleksander Gerzina ist am 19. Juli 1966 in Maribor,

Slowenien, geboren. Er studierte Geschichte in Ljubljana

und trat 1992 in den Diplomatischen Dienst ein. Stationen

seiner Karriere waren u. a. bei der Ständigen

Vertretung bei der UNO in New York, parlamentarischer Sekretär

des Außenministers, Kabinettschef des Außenministers,

1. Sekretär an der Ständigen Vertretung bei der EU in

Brüssel, stv. Botschafter bei der NATO und WEU, Leiter für

GASP, Botschafter beim PSK in Brüssel, Leiter der Projektgruppen

für den OSZE-Vorsitz und die EU-Ratspräsidentschaft.

Er ist verheiratet und hat einen Sohn.

Botschafter Aleksander

Gerzina

schwer, eine glaubwürdige Politik der

EU-Erweiterung zu machen.

Gibt es eine offizielle Position Sloweniens

die EU-Erweiterung betreffend?

Die offizielle Position von Slowenien

ist, dass es die Türkei und die Westbalkan-Staaten

in ihren Bemühungen, EU-

Mitglieder zu werden, unterstützt. Wir

müssen diese Länder danach messen,

wie sehr diese Staaten auf einen Beitritt

vorbereitet sind und tiefgreifende Reformen

stattgefunden haben.

Wie stark war bzw. ist Slowenien als exportorientiertes

Land von der Finanzkrise

betroffen?

Die Krise hat uns stark getroffen, weil

wir vor allem auf den deutschen Markt

angewiesen sind. Zum Glück haben wir

relativ früh den Euro eingeführt, was

sich als positiv herausgestellt hat. Die

Krise war nicht so stark, wie sie ohne den

Euro hätte sein können. Wir sind dabei,

die Pensionsreform abzuschließen. Das

ist auch ein Resultat der Krise. Die Zahlen

deuten bereits auf eine Erholung

der Wirtschaft hin. Im Herbst werden

wir mehr wissen.

Sie kennen Wien bereits aus Ihrer Studentenzeit?

Sind Sie nach dem Studium

gleich in den Auswärtigen Dienst eingetreten?

Ich habe in Wien studiert. Das war damals

ein Austauschprogramm zwischen

Österreich und Jugoslawien. Außerdem

habe ich Geschichte und Internationale

Beziehungen in Ljubljana und London

studiert. Sofort nach der Universität bin

ich in den Auswärtigen Dienst eingetreten,

das war kurz nach der Unabhängigkeit

von Slowenien – ich feiere nächstes

Jahr also auch ein persönliches 20-jähriges

Jubiläum.

SOCIETY 1_11 | 25


SLOWENIEN

WIRTSCHAFT

FOTO: WWW.SLOVENIA.INFO/ UBALD TRNKOCZY

Öffnung des Marktes

Kleiner Exportriese

Als junger Mitgliedsstaat der EU setzt Slowenien auf seine

neuen Partner. Die größten Exporte des Landes finden in

Kreisen der EU statt, in einigen Bereichen entwickelte sich

der Staat zu einer konkurrenzfähigen Wirtschaftsmacht.

Zwanzig Jahre lang besteht nun die junge

Republik Sloweniens. Mit ihrer Unabhängigkeit

vom damaligen Jugoslawien

erfolgte Anfang der neunziger Jahre

ein wirtschaftlicher Aufschwung und eine

Umorientierung auf Dienstleistung und

Export. Eine ökonomische Talfahrt fand in

den Jahren der globalen Finanzkrise statt,

von der sich das Land langsam wieder erholt.

2004 wurde Slowenien Mitglied der

EU, führte im Jahre 2007 den Euro ein und

kann sich ein Jahr später zu den Schengen-

Staaten zählen.

***

Wirtschaftliche Entwicklung

Ein wichtiges Jahrzehnt für die ökonomische

Lage Sloweniens bilden die Jahre

1997 bis 2007. Ein Realwachstum von 4,4

Prozent, begleitet von einem Rückgang

der Arbeitslosigkeit auf unter fünf Prozent

waren Anzeichen eines starken wirtschaftlichen

Aufschwungs. Auch die globale

Finanzkrise schien zu Beginn keine allzu

großen Auswirkungen auf das Land zu haben.

Ende 2008 zeigten sich allerdings

auch die Folgen für die kleine offene Volkswirtschaft.

Sinkende Importnachfrage der

Handelspartner und Bruttoinlandsinvestitionen

schwächten die ansonsten so stabile

und moderne Wirtschaftsstruktur. Insgesamt

verringerte sich das Bruttoinlandsprodukt

von 2009 gegenüber dem

Vorjahr um 8,6 Prozent. Ein neuer, wenn

auch nur geringer, Wachstumsimpuls des

BIP fand letztendlich wieder im vergangenen

Jahr statt. Das Land kämpft allerdings

mit einer Arbeitslosenrate von zehn Prozent.

***

Wenig Privatisierung

Kaum ein anderes Land der EU hat bisher

so wenig privatisiert wie Slowenien.

Der Staat verfügt über direkte Beteiligungen

an privaten Unternehmen des Landes. Entwickelt

hat sich diese Struktur in den ersten

Jahren der Unabhängigkeit, als die von Jugoslawien

übernommenen Staatsbetriebe teilprivatisiert

wurden. Dabei setzte man auf

die eigenen Landesleute – Staatsbetriebe

wurden nur an nationale Unternehmen

verkauft, ausländische Käufer wurden gemieden.

Heute findet eine allmähliche Öffnung

des Marktes und der Investitionsmaßnahmen

statt, doch der Bereich der

Infrastruktur und der Finanzsektor befinden

sich noch in öffentlicher Hand.

***

Außenhandel

Vor allem im Bereich der chemischen Industrie,

der Automobilindustrie, des Maschinenbaus

und der Elektroindustrie stellen

Italien, Kroatien und Deutschland

wichtige Exportpartner dar. Fast 70 Prozent

der Exporte bleiben in den EU-Partnerländern.

2009 erschwerten die internationalen

Rahmenbedingungen den Außenhandel.

Eine konjunkturelle Talfahrt führte zu einem

Rückgang des Warenimports um 26,3

Prozent, eine Entspannung dieser Wirtschaftlage

hat 2010 eingesetzt.

WIRTSCHAFTSDATEN

Außenhandel Sloweniens mit Österreich

Slowenische Exporte: 1,2 Mrd. Euro

Slowenische Importe: 2,2 Mrd. Euro

Bedeutende Wirtschaftssektoren: Maschinen, chemische

Erzeugnisse, Straßenfahrzeuge

Wirtschaftswachstum: +1,1% (2010)

BIP pro Kopf: 17.600 Euro (2010)

BIP laufend: 35,8 Mrd. Euro (2010)

Inflationsrate: 2,1%

Arbeitslosenquote: 10%

Auslandsverschuldung: 42,5 Mrd. Euro

Währung: Euro (seit 2007)

Gesamte Exporte: 18,2 Mrd. Euro

Gesamte Importe: 19,1 Mrd. Euro

Wichtige Exportmärkte: Deutschland, Italien, Kroatien

Bedeutende Warengruppen/Export: Veredelte Produkte,

Rohstoffe wie Eisen und Stahl

Bedeutende Warengruppen/Import: Maschinen und

Ausrüstung, chemische Erzeugnisse, bearbeitete Waren,

Fertigwaren

Quelle: AWO

26 | SOCIETY 1_11


LÄNDERSCHWERPUNKT

KOMMENTAR

20 Jahre Unabhängigkeit

Ein Platz in Europa

Slowenien meisterte 2008 den EU-Vorsitz – Kroatien ist in der Zielgeraden nach Brüssel – Mazedonien

ist immer noch durch den Namensstreit blockiert. Von HERMINE SCHREIBERHUBER

Seit Jahren ist die Entwicklung am

Westbalkan ein Herzensanliegen der

österreichischen Außenpolitik. Ihrem

Ziel einer Mitgliedschaft bei der Europäischen

Union sind Slowenien, Kroatien und

Mazedonien nach 20-jähriger Unabhängigkeit

in unterschiedlichem Maße näher gerückt.

Slowenien trat 2004 der EU bei und

hatte 2008 Premiere im EU-Vorsitz. Kroatien

wird voraussichtlich zur Jahresmitte

die Beitrittsverhandlungen mit Brüssel abschließen.

Mazedonien muss den Stillstand

aufgrund des Namensstreits mit

Griechenland überwinden.

Für dieses Jahr haben alle Staaten Südosteuropas

gute Vorsätze gefasst. Serbien

erhofft sich eine Entscheidung über den

Kandidatenstatus. Montenegro hat das

Etappenziel eines EU-Beitrittskandidaten

Ende 2010 erreicht. Bosnier und Albaner

können immerhin seit Dezember ohne Visum

in die EU einreisen. Das jüngste Land

Europas, der Kosovo, wird es weiter schwer

haben, da ihm Belgrad die Anerkennung

als Staat versagt.

In Summe haben die post-jugoslawischen

Staaten nach schmerzhaften Kriegen

eine Erfolgsgeschichte vorzuweisen. Auf

der Westbalkan-Konferenz in Sarajevo im

Juni 2010 bekannte sich die EU zur Perspektive

der Erweiterung für alle Staaten

der Region. Brüssel pocht auf Reformen in

Justizwesen und Verwaltung, Korruptionsbekämpfung

und Beilegung bilateraler

Konflikte.

***

Slowenien meisterte 2008

den EU-Vorsitz

Slowenien hat von Anfang an eine Vorreiterrolle

gespielt. Der Rückblick auf die

vergangenen 20 Jahre ist beeindruckend.

Am 23. Dezember 1990 votierte eine überwältigende

Mehrheit der Slowenen für die

Unabhängigkeit, die ein halbes Jahr später

proklamiert wurde. 1996 erfolgte das Assoziierungsabkommen

mit der EU, 1998 starteten

die Beitrittsverhandlungen mit Brüssel,

2002 wurden sie abgeschlossen. Beim

EU-Referendum 2003 stimmen 90 Prozent

der Slowenen für die EU-Mitgliedschaft.

Seitdem stellte der Zwei-Millionen-Staat

Rekorde auf. Slowenien war im Mai 2004

Drei Brücken in Ljubljana

der erste ex-jugoslawische Staat, der den

Eintritt in Brüssel schaffte. 2007 trat Slowenien

als erstes unter den zehn Neumitgliedern

von 2004 der Euro-Zone bei. Am 1.

Jänner 2008, nur 17 Jahre nach der Staatswerdung,

saß Slowenien als erster der EU-

Neulinge im Chefsessel der Union. Mit

dem EU-Vorsitz bestand die kleine Republik

im Süden Österreichs die Nagelprobe.

Ungarn ist erst jetzt an der Reihe.

Als größtes Projekt seit der Staatsgründung

bezeichnete der damalige slowenische

Premier Janez Jansa den EU-Vorsitz.

Beim selbst gewählten Westbalkan-Schwerpunkt

fiel die Bilanz gemischt aus. Mit der

EU-Integration Mazedoniens kam man

wegen des Namensstreits nicht voran, in

der Kosovo-Frage hatte das Vorsitzland

kaum Spielraum. Fortschritte wurden bei

der Visa-Liberalisierung in der Region erzielt.

In der Europa-Politik musste Ljubljana

einen Tiefschlag einstecken: das irische

Nein beim Referendum über den Lissabon-

Reformvertrag.

***

Kroatien auf dem Weg in die EU

Bald dürfte auch Sloweniens Nachbar

Kroatien ein EU-Partner sein. Alles weist

darauf hin, dass die Beitrittsverhandlungen

mit Zagreb Ende Juni abgeschlossen

werden können. Die EU-Kommission würdigte

jüngst die Fortschritte im Justizbereich

und bei den Grundrechten, forderte

aber Taten in Sachen Korruptionsbekämpfung,

Kriegsverbrechen und Flüchtlingsfragen.

Ähnlich äußerte sich der ungarische

Ratsvorsitz, der einen baldigen Abschluss

erwartet. Auch das Europa-Parlament gab

dafür grünes Licht.

Bei der Unabhängigkeit der Justiz und

der Korruptionsbekämpfung muss Kroatien

nachbessern. Der frühere Ministerpräsident

Ivo Sanader sitzt wegen Verdachts

auf Korruption und Geldwäsche in

österreichischer Untersuchungshaft. Positiv

auf die Verhandlungen mit Brüssel

wirkte sich im Vorjahr die Entspannung

im slowenisch-kroatischen Grenzstreit aus.

Die beiden Regierungschefs hatten sich

auf ein Schiedsabkommen geeinigt.

***

Mazedonien durch Namensstreit

blockiert

Mazedonien hofft indessen auf neue

Dynamik im 20-jährigen Namensstreit. Bereits

seit 2005 ist das Land, das in der

UNO unter der Bezeichnung „Ehemalige

Jugoslawische Republik Mazedonien“ (FY-

ROM) firmiert, EU-Beitrittskandidat. Doch

wegen der Namensfrage hat Brüssel nie

Beitrittsverhandlungen mit Skopje eröffnet.

2008 blockierte Athen eine Aufnahme

Mazedoniens in die NATO; Griechenland

bekräftigte vor dem NATO-Gipfel 2010 die

Vorbehalte. Ende März soll vor dem Internationalen

Gerichtshof in Den Haag ein

neuer Anlauf zur Lösung des Namensstreits

genommen werden.

FOTO: WWW.SLOVENIA.INFO/DUNJA WEDAM

28 | SOCIETY 1_11


LÄNDERSCHWERPUNKT

INTERVIEW

Dr. Christoph Leitl und

Botschafter Gordan Bakota

Top-Exportzielmarkt

„Größter ausländischer Investor“

WKÖ-Präsident Dr. Christoph Leitl im SOCIETY-Interview über die herausragenden Wirtschaftsbeziehungen

zu Kroatien, die EU-Kofinanzierung für Projekte und die Erholung des BIP.

Österreich spielt in Kroatien besonders

im Finanzsektor und im Tourismus eine

große Rolle. Wie sieht es in den Bereichen

Technologien und Industrie aus? Gibt es

hier Möglichkeiten für Investitionen?

Vorab möchte ich kurz auf die hervorragend

laufenden bilateralen Wirtschaftsbeziehungen

zwischen Österreich und Kroatien

eingehen. Kroatien gehört zu den

Top-20 Exportzielmärkten Österreichs und

im Vorjahr machte das Exportvolumen

nach Kroatien 1,1 Milliarden Euro aus.

Wie mir der neue kroatische Botschafter

Gordan Bakota dieser Tage wieder einmal

bestätigte, genießen österreichische Unternehmen

in Kroatien einen ausgezeichneten

Ruf und zeichnen für ein Drittel aller

Auslandsinvestitionen verantwortlich – damit

ist Österreich der bei weitem größte

ausländische Investor in Kroatien.

Der Wichtigkeit Kroatiens für Österreichs

Wirtschaft tragen wir auch heuer

wieder mit einem eigenen „Kroatientag“ in

der WKÖ Rechnung, bei dem wir Top-Entscheidungsträger

aus Kroatiens Politik und

Wirtschaft erwarten. Die österreichische

Präsenz in Kroatien erstreckt sich auf beinahe

alle Sektoren, was grundsätzlich den

Neueinstieg österreichischer Unternehmen

erleichtert. Zusätzliche Chancen für Investitionen

österreichischer Unternehmen

im Industriebereich sehe ich dann, wenn

die kroatische Regierung weiteren Privatisierungen

zustimmt.

Was kann die österreichische Wirtschaft

vom EU-Beitritt Kroatiens erwarten?

Kroatien profitiert finanziell wie kaum

ein anderes Beitrittsland von EU-Beihilfen.

Schon vor dem Beitritt, der frühestens

2013 erfolgen wird, stehen über die

„Instruments for Pre-Accession IPA-Fonds“

jährlich 160 Millionen Euro öffentlichen

Stellen sowie Gemeinden zur Verfügung

und bieten für viele Projekte eine EU-Kofinanzierung

von bis zu 85 Prozent. In den

ersten beiden Jahren nach dem EU-Beitritt

wird Kroatien 3,6 Mrd. Euro, die dann

auch in Form von Direktförderungen an

Firmen ausgezahlt werden. Diese Fördergelder

werden auch in Kroatien tätigen

österreichischen Firmen zu Gute kommen,

die damit ihr Engagement vor Ort noch

verstärken können. Die besten Chancen für

österreichische Firmen bestehen in den

Bereichen Umwelttechnologie für Abfallentsorgung,

im Wasser- und Abwasserbereich,

bei Energieeffizienz, dem Ausbau

der Verkehrsinfrastruktur, im Aus- und

Weiterbildungssektor oder bei der Verbesserung

der Geschäfts- und Tourismusinfrastruktur.

Kroatien steckt in wirtschaftlichen

Schwierigkeiten, die den Außenhandel trüben.

Für wann ist eine Erholung zu erwarten?

Für heuer erwarten Experten wieder

ein moderates BIP-Wachstum nach den

beiden vergangenen Rezessionsjahren

und 2012 wieder eine stärkeres BIP-Plus

von rund zwei Prozent. Wachstumsbremsen

ergaben sich bisher auch zum Teil

aus noch nicht intensiv genug angegangen

Strukturreformen, etwa in den Bereichen

Administration, Wettbewerb, Justizwesen

oder durch die relativ hohe

Abgabenbelastung. Im Zuge der EU-Beitrittsverhandlungen

sehe ich Kroatien

aber auf einem guten Weg auf dem die

österreichischen Unternehmen eines unserer

beliebtesten Urlaubszielländer gerne

und auch aktiv begleiten werden.

SOCIETY 1_11 | 29


DIPLOMATIE

SOCIETY EIGENEVENT

Ying Xie, Yutong Ji, Gerti Tauchhammer,

Botschafter Shi Mingde, Mag. Peiru Cai

Präsentation der SOCIETY-Ausgabe China

„Jedem Anfang wohnt

ein Zauber inne“

Vor vierzig Jahren haben die gegenseitigen diplomatischen

Beziehungen Chinas und Österreichs ihren Anfang gefunden.

SOCIETY lud zur Präsentation der Jubiläums-China-Ausgabe

in die chinesische Botschaft.

Großes Publikumsinteresse bei

der künstlerischen Darbietung

SOCIETY-Herausgeberin Gerti Tauchhammer

lud anlässlich des Jubiläumsjahres

China-Österreich in Kooperation mit

dem chinesischen Botschafter Shi Mingde

zu einem Empfang in die chinesische Botschaft.

In freundlicher und angenehmer

Atmosphäre trafen sich zahlreiche Gäste

zur Präsentation der China-Ausgabe. Unter

den Gästen war unter anderem die Malerin

Liu Xiuming, von der das Titelbild stammt.

***

Chinesische Kostproben

Mit Hermann Hesses Worten „Jedem

Anfang wohnt ein Zauber inne“ eröffnete

der Botschafter seine Rede. „Nach viermonatigem

Diskutieren, Recherchieren, Korrigieren

haben wir jetzt diese Nummer mit

einem schönen Titelbild von einer chinesischen

Malerin, die über zwanzig Jahre in

Wien lebt und arbeitet, in der Hand. Ich betrachte

sie als ein wunderbares Geschenk

für das Jubiläumsjahr China-Österreich.

Nochmals herzlichen Dank, Society!“

Highlight der Veranstaltung war das

von der chinesischen Tänzerin Yutong Ji

zusammengestellte künstlerische Programm.

Neben liebevoll zum Thema ausgewählter,

auf chinesischen Instrumenten

gespielter, Musik bot Yutong Ji dem Publikum

außerdem einen eigens für die Veranstaltung

choreographierten Tanz. Danach

bat der Botschafter persönlich zu einem

chinesischen Buffet.

INFO

Weitere Fotos auf www.society.at

Kurzfilm auf www.society.at/society-tv.html

30 | SOCIETY 1_11


Dr. Melitta Schubert (Bmeia)

Künstlerin Liu Xiuming,

Botschafter Shi Mingde

Dr. Rolf Thaler (CSC), Botschafter

Dr. Wolfgang Wollte

S.E. Freddy Padilla de Léon,

S.E. Alfredo Labbé, Hermann

Kroiher, S.E. Valeriu Chiveri

Helmut und Monika Türk,

Shi Mingde, Andrea Kdolsky

S.E. Yerzhan Kazykhanov,

S.E. I Gusti Agung Wesaka Puja

S.E. Shi Mingde, Dr. Georg

Zanger, S.E. Aviv Shir-On

Prof. Ariane Hollaender-Calix, Dr. Adrian

Hollaender, Sängerin Maria Bisso

Mag. Hermine

Schreiberhuber, Liu Xiuming

AUSZUG AUS DER GÄSTELISTE

S.E. Valeriu Chiveri (Botschaft Moldau) · Michael Ebel

(Botschaft Deutschland) · S.E. Mahmoud Elamin (Botschaft

Sudan) · S.E. Dr. Gjorgji Filipov (Botschaft Mazedonien) ·

Robert Gautney (Botschaft USA) · Damien Geyer (Botschaft

Frankreich) · S.E. Dr. Ashot Hovakimian (Botschaft Armenien)

· S.E. Yerzhan Kazykhanov (Botschaft Kasachstan) ·

BM a.d. Dr. Andrea Kdolsky (PWC) · S.E. Alfredo Labbé

(Botschaft Chile) · Prof. Mag. Liu Xiuming (Malerin) · S.E.

Sergey Netschaew (Botschaft Russische Föderation) · S.E.

Freddy Padilla de Léon (Botschaft Kolumbien) · Oberst i.G.

Dr. Christine Poussineau (Botschaft Frankreich) · S.E. I Gusti

Agung Wesaka Puja (Botschaft Indonesien) · Botschafterin

Dr. Melitta Schubert (Bmeia) · S.E. Aviv Shir-On

(Botschaft Israel) · Kristina Steltzer (Botschaft Deutschland)

· Oberst LT i.G. Jan Timmering (Botschaft Deutschland)

· Dr. Richard Trappl (Konfuziusinstitut Uni Wien) ·

Mag. Alexander Unkart (Bmvit) · Botschafter Dr. Wolfgang

Wolte (Österreichische Gesellschaft für Europapolitik) ·

Ming Xia (HNA Group) · Dr. Georg Zanger (Rechtsanwalt)

Yutong Ji tanzt

zu chinesischer Musik

SOCIETY 1_11 | 31


DIPLOMATIE

SOCIETY EIGENEVENT

Gerti Tauchhammer und Albertina-

Direktor Klaus Albrecht Schröder

Roy Lichtenstein in der Albertina

Black & White

SOCIETY-Herausgeberin Gertrud Tauchhammer lud das Diplomatische

Corps zur Preview der Roy-Lichtenstein-Ausstellung

„Black & White“ in der Albertina. Anschließend fand ein

Empfang im Hotel „Astoria“ statt.

INFO

Weitere Fotos auf www.society.at

Kurzfilm auf www.society.at/society-tv.html

Der amerikanische Pop-Art-Künstler

und Maler Roy Lichtenstein lebte von

1923 bis 1997 und wird als Symbolfigur

der zeitgenössischen Kunst klassifiziert.

Durch seinen einzigartigen künstlerischen

Stil schaffte er es, gewöhnlichen

Cartoons einen „Sense of High-Art“ zu geben.

Bis zu seinem 38. Lebensjahr malte er

in der Tradition des Kubismus und Abstrakten

Expressionismus, wendete sich

1961 jedoch radikal davon ab und wurde

zu einer Schlüsselfigur in der Entwicklung

der Pop-Art. In den Jahren der Pop-Art-Ära

1961-68 schuf er über siebzig Schwarzweißzeichnungen,

die von Comic Strips inspiriert

waren, und derzeit in der Albertina

zu bewundern sind.

***

„Ästhetik der Untiefe“

Zur Begrüßung hielt Albertina-Direktor

Klaus Albrecht Schröder eine Ansprache

und würdigte die „Ästhetik der Untiefe“

im Schaffen des Künstlers. Er sei mit der

Darstellung der Oberflächlichkeit eine

Symbolfigur schlechthin für die Gegenwart.

Hatte es in den 60er Jahren Diskussionen

über den künstlerischen Wert der

Werke gegeben, so sei Lichtenstein mittlerweile

längst in der „High-Art“ angekommen.

Auch preislich spielt er in der oberen

Liga mit – seine Werke kosten zwischen

zwanzig und vierzig Millionen Euro. Anschließend

fanden zwei Führungen in

deutscher, sowie in englischer Sprache

statt. Die diplomatischen Vertreter aus

über vierzig Ländern zeigten sich begeistert

von der Ausstellung und dem anschließenden

Empfang im Hotel Astoria,

das gemeinsam mit SOCIETY und der Albertina

dieses Event möglich gemacht hat.

Die Ausstellung „Black & White“ mit 60

Zeichnungen und 17 Gemälden von Roy

Lichtenstein ist noch bis 15. Mai 2011 in

der Albertina zu sehen. Mehr Infos auf

www.albertina.at.

AUSZUG AUS DER GÄSTELISTE

Chargé d'Affaires Nilda Acosta (Botschaft Paraguay) · S.E.

Dr. Abdulhakim Al-Erayani (Botschaft Jemen) · Brian Balough

(Botschaft USA) · S.E. Dr. Hans-Henning Blomeyer-

Bartenstein (Botschaft Deutschland) · S.E. Torben Brylle

(Botschaft Dänemark) · S.E. Valeriu Chiveri (Botschaft Moldau)

· S.E. Eugenio Curia (Botschaft Argentinien) · S.E. Dr.

Zuheir Elwazer (Botschaft Palästina) · S.E. Prof. Dr. Gjorgji

Filipov (Botschaft Mazedonien) · Robert Gautney (Botschaft

USA) · S.E. Aleksander Gerzina (Botschaft Slowenien)

· Irma Kantola (Botschaft Finnland) · Gesandter

Hartmut Krausser (Botschaft Deutschland) · Hermann

Kroiher (Verband Österreich-Nordische Länder) · Steve Labensky

(Botschaft USA) · S.E. Dr. Peter Lizák (Botschaft Slowakei)

· Botschafter Guttorm Vik (OSZE Norwegen) ·

Ständiger Vertreter Robert Wood (USA Vereinte Nationen)

32 | SOCIETY 1_11


S.E. Eugenio Curia

(Argentinien)

Gerti Tauchhammer und Hoteldirektor

Johannes Mauthe

S.E. Aleksander Gerzina

(Slowenien)

Exquisite Häppchen

für die Gäste

Reinhart Waneck, Michaele

Mondl (Hotel Astoria)

S.E. Dr. Peter Lizák

im Interview

S.E. Prof. Dr. Gjorgji

Filipov (Botschaft Mazedonien)

mit Gattin

Liljana Filipova

Führung durch

die Ausstellung

S.E. Dr. Zuheir Elwazer (Palästina),

S.E. Dr. Abdulhakim

Al-Eryani (Jemen)

Hartmut Krausser, S.E. Hans-

Henning Blomeyer-Bartenstein

mit den Gastgebern

SOCIETY 1_11 | 33


DIPLOMATIE

AKKREDITIERUNGEN

DIPLOMATENKARUSSELL

Die neu akkreditierten Botschafter bei Bundespräsident Dr. Heinz Fischer in der Hofburg.

EL SALVADOR

H.E. MARIO

ANTONIO RIVERA

MORA

Born in Madrid, on

April 10th, 1952. Married,

two children.

IRAK

H.E. SUROOD R.

NAJIB

IRLAND

H.E. JAMES

BRENNAN

Born in 1949. Married,

four children.

Education

■ Bachelor’s Degree in International

Relations from the University of El

Salvador.

Professional Career

■ Director of Multilateral Political organizations

and forums

■ Director of Europe, Director of Overseas

Affairs and Director of Affairs of

Asia, Africa and Oceania at the Ministry

of Foreign Affairs

■ Member of the Electoral Observation

Mission of the Organization of American

States

■ Representative of El Salvador at various

summits such as the Climate

Change Summit, the Security Council

Summit on Non-Proliferation and Nuclear

Disarmament and other related

to the Treaty on the Non-Proliferation

of Nuclear Weapons, the Comprehensive

Nuclear Test-Ban Treaty, Nuclear

Weapons Free Zones and other issues

related to the disarmament of conventional

weapons

■ Ambassador and Deputy Permanent

Representative of El Salvador to the

United Nations.

Education

■ Bs, political science

■ Ma, International relations

■ PhD, international relations

Professional Career

■ Joined the MFA in the 1970ies

■ Left the MFA in the 1980ies and became

a human rights activist, and

founder of an educational illiteracy

programme in Iraq

■ Since 2003: Ambassador

■ 2003-2004: Head of Human rights department

■ 2004-2007: Head of International organization

and multilateral cooperation

■ 2007-2008: Head of North and South

American department

■ 2008-present: Chief of Staff of the

ministry of foreign affairs

Education

■ Educated at the University College

Dublin and at the Institute of Public

Administration

Professional Career

■ 1971: Joined the Department of Foreign

Affairs, Dublin

■ 1975-1978: First Secretary, Embassy of

Ireland, Lagos

■ 1979-1982: First Secretary, Embassy of

Ireland, Lisbon

■ 1984-1990: Head of Organization of

the Department of Foreign Affairs

■ 1990-1994: Counsellor, Irish Permanent

Representation, Brussels

■ 1994-1996: Director, External Economic

Relations

■ 1997-1998: Director of General EU Affairs

■ 1998-2002: Deputy Permanent Representative,

Brussels

■ 2002-2006: Ambassador to Denmark

■ 2006-2010: Ambassador to Portugal

■ 2010: Ambassador to Austria and Ireland’s

Permanent Representative to

the UN Office in Vienna, IAEA,

UNIDO, UNODC and CTBTO

FOTOS: WENZEL/HBF

34 | SOCIETY 1_11


JÄNNER BIS MÄRZ 2011

KROATIEN

NAMIBIA

SPANIEN

S.E. GORDAN

BAKOTA

Geboren am 16.01.1967

in Zagreb, Kroatien.

Verheiratet, zwei Kinder.

H.E. RAPHAEL

NAKARE

DINYANDO

Born in Divundu, Namibia,

on 2 August

1960. Married, five

children.

S.E. YAGO PICO DE

COANA Y DE

VALICOURT

Geboren am 15. April

1943 in Madrid,

Spanien.

Ausbildung

■ Studium der Rechtswissenschaften in

Zagreb, Abschluss zum Dipl. iur.

■ Postdiplomstudium “International Trade,

Facing and Understanding Current

Terrorism Threat in International

Community, Conflict Resolution in

International Environment”

Berufliche Laufbahn

■ 1991: Praktikant, Staatsanwaltschaft

der Republik Kroatien Zagreb

■ 1993-1994: Vizekonsul, Generalkonsulat

der Republik Kroatien Zürich

■ 1994-1997: Zweiter Botschaftssekretär,

Leiter der Konsularabteilung der Botschaft

der Republik Kroatien in Bern

■ 1997-1998: Erster Botschaftssekretär,

Abteilung für internationale Angelegenheiten,

Außenministerium

■ 1998-1999: Leiter der Konsularabteilung

der Botschaft der Republik Kroatien

in Belgrad

■ 1999-2003: Botschaftsrat, Leiter der

Konsularabteilung der Botschaft der

Republik Kroatien in Washington

■ 2003-2005: Staatssekretär, Außenministerium

■ 2005-2011: Botschafter der Republik

Kroatien in der Republik Türkei, akkreditiert

für Afghanistan Aserbaidschan,

Kasachstan, Turkmenistan

und Usbekistan.

■ Seit 2011: Botschafter der Republik Kroatien

in der Republik Österreich

Education

■ University of Zululand, Diploma in

Local Government and Administration

Professional Career

■ 1986-1988: Secretary Rundu Branch

■ 1987-1989: Chairperson SWAPO Youth

League

■ 1989-1990: Deputy Head: Rundu

Regional Office

■ 1990-1996: Ministry of Lands, Resettlement

and Rehabilitation

■ 1997-1999: Chief Control Officer and

Acting Regional Officer

■ 1993-1999: Member of Rundu Town

Council

■ 1993-1999: Mayor of Rundu Town

■ 2000-2010: Member of Parliament

■ 2001-2005: Member of the Security

Commission of the Republic of

Namibia

■ 2005-2010: Deputy Minister of

Information and Communication

Technology

■ 2007-present: Member of SWAPO

Party Central Committee since 2007

■ 2010-present: Ambassador to the Republic

of Austria

Ausbildung

■ Studium der Rechtswissenschaften

■ Diplom der Internationalen Studien

der Diplomatischen Akademie in

Spanien.

Berufliche Laufbahn

■ 1971: Botschaftssekretär der spanischen

Botschaft in Guatemala

■ 1977: Botschaftssekretär in der Ständigen

Vertretung Spaniens vor der

UNO in New York

■ 1980: Referatsleiter für Zentralamerika

und Karibik im Außenministerium

■ 1982: Abteilungsleiter für Politische

Angelegenheiten für Mexiko, Zentralamerika

und Karibik

■ 1984: Stv. Ständiger Beobachter in der

Ständigen Vertretung Spaniens vor

der Organisation der Amerikanischen

Staaten in Washington

■ 1986: Botschafter in Nicaragua

■ 1987: Sektionsleiter für Außenpolitik

für Lateinamerika

■ 1996: Botschafter in Kolumbien

■ 2002: Berater im Kabinett des Generalsekretärs

des Außenministeriums

■ 2003: Ständiger Vertreter Spaniens

bei der UNESCO in Paris

■ 2004: Sonderbeauftragter für Lateinamerika

Gipfel und multilaterale Angelegenheiten

■ 2005-2010: Präsident des “Patrimonio

Nacional”

SOCIETY 1_11 | 35


DIPLOMATIE

AKKREDITIERUNGEN

DIPLOMATENKARUSSELL

Die neu akkreditierten Botschafter bei Bundespräsident Dr. Heinz Fischer in der Hofburg.

UNGARN

S.E. VINCE

SZALAY-

BOBROVNICZKY

Geboren am 3. Jänner

1972 in Budapest. Verheiratet,

vier Kinder.

NEUSEELAND

S.E. PHILIP

WALLACE

GRIFFITHS

Born in Wellington,

New Zealand, on January

16th, 1952.

MAURETANIEN

S.E. CHEIKH

AHMED OULD

ZAHAF

(residiert in Genf)

Ausbildung

■ 1996: Universitätsdiplom im Fach Geschichte

an der Universität Eötvös Lóránd,

Budapest

■ 1998: Vordiplomsprüfung an der

Hochschule für Politik, München

Berufliche Laufbahn

■ 1999-2002: Referent für Deutschland

und Skandinavien im Außenministerium,

Budapest

■ 2002-2006: Konsul in München, Generalkonsulat

der Republik Ungarn

■ 2006-2007: Referent für Deutschland

im Außenministerium, Budapest

■ 2007-2008: Berater für bilaterale Beziehungen

mit den mittel- und osteuropäischen

sowie südosteuropäischen

Staaten, Parlament - Außenamt, Budapest

■ 2008-2010: Abteilungsleiter für bilaterale

Beziehungen im Außenministerium,

Budapest

■ 2010: Hauptabteilungsleiter für bilaterale

Beziehungen im Außenministerium,

Budapest

■ Seit 2010: Außerordentlicher und Bevollmächtigter

Botschafter der Republik

Ungarn in Österreich, Wien.

Education

■ Master of Arts (Hons)

Professional Career

■ 1975: Joined Ministry of Foreign Affairs

■ 1975-1976: Economic Division

■ 1976: Attachment, Canberra

■ 1976-1977: Americas Division

■ 1977-1980: Third/ Second Secretary,

Bonn

■ 1980-1982: Section Head, Information

Division

■ 1982-1984: Second Secretary, Teheran

■ 1984-1990: First Secretary/ Charge d’

Affaires, Vienna

■ 1990-1992: Deputy Director, Management

Services Division

■ 1993-1995: Deputy Director, Middle

East & Africa Division

■ 1995-2000: Deputy Head of Mission,

Tokyo

■ 2000-2003: Director, Audit Review Division,

MFAT

■ 2003-2004: Director, Disarmament Division,

MFAT

■ 2004-2008: Ambassador, Warsaw

■ 2008-2010: Director, Chief Executive's

Office, Ministry of Foreign Affairs

and Trade (MFAT), Wellington

NEPAL

S.E. SURESH

PRASAD

PRADHAN

(residiert in Berlin)

SAMBIA

S.E. JOHNSTON

FANWELL

CHIZINGA

(residiert in Berlin)

FOTOS: WENZEL/HBF

36 | SOCIETY 1_11


DIPLOMATIE

UN WIEN

Die neu akkreditierten Botschafter überreichten ihre Beglaubigungen an

Generaldirektor Yury Fedotov im Hauptsitz der UNOV/UNODC in

Wien.

United Nations Office At Vienna –

United Nations Office On Drugs and Crime

INFORMATION

Nyron Sequeira, Protocol Assistant

Tel. +43-(0)1- 26060 – 4499

Fax +43-(0)1- 26060 – 5929

E-Mail: Nyron.Sequeira@unvienna.org

NEUSEELAND: S.E. PHILIP GRIFFITHS

ALBANIEN: S.E. SPIRO KOCI

HONDURA: S.E. ROBERTO FLORES BERMUDEZ

IRAK: S.E. DR. SURROD NAJIB

ORGANIZATION OF THE ISLAMIC CONFERENCE: S.E. SLIMANE CHIKH

ÄTHIOPIEN: S.E. MINELIK ALEMU GETAHUN

UN – UNITED NATIONS/

VEREINTE NATIONEN

Am 26.6.1945 wurde in San Francisco die Charta der Vereinten

Nationen beschlossen. Sie trat am 24.10.1945 in Kraft.

Mitglieder sind alle Staaten der Welt mit Ausnahme der

Demokratischen Arabischen Republik Sahara (DARS), der

Republik China (Taiwan) und Vatikanstaat.

Die Grundsätze und Ziele der UN sind: Wahrung des

Weltfriedens, internationale Sicherheit, Achtung der Menschenrechte,

internationale Zusammenarbeit auf wirtschaftlichem,

kulturellem, sozialem und humanitärem

Gebiet, Umweltschutz.

Diese Ziele sollen gemäß den Grundsätzen des allgemeinen

Gewaltverbots und der Verpflichtung zur friedlichen

Beilegung von Streitigkeiten verwirklicht werden.

Die Ausnahme davon bilden vom Sicherheitsrat beschlossene

legitime Zwangsmaßnahmen.

Die Hauptorgane der UN sind die Generalversammlung,

der Sicherheitsrat, die UN-Friedenstruppen und das Sekretariat.

Die UNOV – das Büro der Vereinten Nationen in Wien –

ist eine von vier Hauptsitzen der UN auf der Welt und besteht

seit 26 Jahren. Folgende Organisationen sind u. a. in

Wien untergebracht: UNODC (Drogen- und Verbrechensbekämpfung),

IAEO (Internationale Atomenergie-Organisation),

UNIDO (Industrielle Entwicklung), CTBTO (Comprehensive

Test Ban Treaty Organisation).

SOCIETY 1_11 | 37


DIPLOMATIE

CTBTO

Die neu akkreditierten Botschafter überreichten ihre Beglaubigungen an

den Generalsekretär der CTBTO, Botschafter Tibor Tóth. Die Überreichungen

fanden im Hauptsitz der CTBTO in Wien statt.

Comprehensive Test Ban Treaty Organisation

INFORMATION

Annika Thunborg, Leiterin der Öffentlichkeitsarbeit

Tel. +43-(0)1-26030-6375

Fax +43-(0)1-26030-5823

www.ctbto.org

E-Mail: annika.thunborg@ctbto.org

HONDURAS: S.E. ROBERTO FLORES BERMUDEZ

NAMIBIA: S.E. RAPHAEL NAKARE DINYANDO

CTBTO

Die CTBTO PrepCom ist die Vorbereitende Kommission für

die Organisation des Vertrages über das umfassende Verbot

von Nuklearversuchen.

Die CTBTO PrepCom wurde am 19.11.1996 gegründet und

ist mit allen notwendigen Vorbereitungen für die Umsetzung

des Vertrages über das umfassende Verbot von Nuklearversuchen

befasst. Alle Staaten, die diesen Vertrag unterzeichnen,

sind automatisch Mitglieder der Kommission.

Ziel des Vertrages ist die Nichtverbreitung von Kernwaffen

sowie die atomare Abrüstung. Mit dem Verbot von Nuklearversuchen

soll die Weiterentwicklung von Atomwaffen

gebremst werden.

Seit 24.9.1996 wurde der Vertrag von 182 Staaten unterzeichnet,

davon haben ihn mittlerweile 153 ratifiziert. Aktuellster

Vertragsunterzeichner ist Trinidad und Tobago. Die

aktuellste Ratifizierung erfolgte durch die Zentralafrikanische

Republik. Der Vertrag tritt erst dann in Kraft, sobald er

von allen 44 im zweiten Anhang des Vertrages (Annex 2)

aufgezählten Staaten unterzeichnet und ratifiziert worden

ist. Das sind jene Staaten, die zum Zeitpunkt der Vertragsverhandlungen

bereits über friedliche oder militärische

Nukleartechnologie verfügt haben. 41 Annex-2-Staaten haben

den Vertrag unterzeichnet, davon haben ihn 35 auch ratifiziert.

Derzeit fehlen noch die Unterzeichnungen von Indien,

Pakistan und Nordkorea, sowie die Ratifizierungen von

Ägypten, dem Iran, USA, China, Indonesien und Israel.

Österreich zählt ebenfalls zu den Annex-2-Staaten und

hat den Vertrag am 24.9.1996 unterzeichnet und am 13.3.1998

ratifiziert. Das Atominstitut der Österreichischen Universitäten

betreibt in Wien einen Forschungsreaktor.

NEUSEELAND: S.E. PHILIP WALLACE GRIFFITHS

IRLAND: S.E. JAMES BRENNAN

GABUN: S.E. GUY BLAISE NAMBO WEZET

LAOS: S.E. KHAMKHEUANG BOUNTEUM

IRAK: S.E. DR. SUROOD NAJIB

ÄTHIOPIEN: S.E. MINELIK ALEMU GETAHUN

ALBANIEN: S.E. SPIRO KOCI

BESUCH VON STAATSSEKRETÄR JOÂO GOMES CAVINHO, PORTUGAL

38 | SOCIETY1_11


DIPLOMATIE

UNIDO

Die neu akkreditierten Botschafter überreichten ihre Beglaubigungen an

den Generaldirektor der UNIDO, Kandeh K. Yumkella. Die Überreichungen

fanden im Hauptsitz der UNIDO in Wien statt.

United Nations Industrial Development Organization

INFORMATION

Cristina Stricker, Information Officer

Tel: +43-(0)1-26026-3034

Fax: +43-(0)1-26026-6881

E-Mail: c.stricker@unido.org

NAMIBIA: S.E. RAPHAEL DINYANDO

NEUSEELAND: S.E. PHILIP WALLACE GRIFFITHS

UNIDO

HONDURAS: S.E. ROBERTO FLORES BERMÚDEZ

ALBANIEN: S.E. SPIRO KOÇI

Die United Nations Industrial Development Organization

(Organisation der Vereinten Nationen für Industrielle Entwicklung)

ist eine Sonderorganisation der Vereinten Nationen

mit dem Ziel, die industrielle Entwicklung in Entwikklungsländern

und Reformstaaten nachhaltig zu fördern. Zu

ihrer Tätigkeit zählen Industrial Governance und Statistik, Investitions-

und Technologieförderung, Förderung von Handel

und Wettbewerbsfähigkeit, Entwicklung der Privatwirtschaft

und Agro-Industrien, nachhaltige Energiewirtschaft

und Klimawandel, das Montreal-Protokoll und Umweltmanagement.

ÄTHIOPIEN: S.E. MINELIK ALEMU GETAHUN

Die UNIDO, mit Hauptsitz in der UNO-City in Wien, wurde

1966 als Programm der Vereinten Nationen gegründet und

ist seit 1985 eine selbstständige Sonderorganisation der VN.

Derzeitiger Generaldirektor (seit 2005) ist Kandeh K. Yumkella

(Sierra Leone). Die UNIDO hat 173 Mitgliedsstaaten, in 53 Ländern

Büros und beschäftigt etwa 650 Mitarbeiter. Darüber

hinaus arbeiten über 2100 Experten international bei UNIDO-

Projekten. Das geschätzte Gesamtvolumen aller Tätigkeiten

für 2010/11 beträgt etwa 385 Millionen Euro (UNIDO ist die einzige

UN-Organisation, die in Euro budgetiert).

SOCIETY 1_11 | 39


DIPLOMATIE

SOCIETY EIGENEVENT

oben v.l.n.r.: Direktor Oscar del

Campo, S.E. Yago Pico de Coana,

Gerti Tauchhammer, S.E.

Khamkheuang Bounteum

unten v.l.n.r.: S.E. Surood Rashid

Najib, S.E. Freddy Padilla de

León, S.E. Raphael Dinyando

Die neuen Botschafter in Österreich

Imperiales

Willkommen

Die neuen Botschafter in Österreich willkommen hieß SOCIETY-

Herausgeberin Gerti Tauchhammer, die zum bereits traditionellen

Botschafterempfang ins mondäne Ambiente des Hotel

Imperial lud.

Hoteldirektor Oscar del Campo freute

sich über die Gäste aus Diplomatie

und einem Crossover aus allen Gesellschaftsschichten

der Wiener Society. Dies

war zugleich das letzte große Event für ihn,

da er Wien in Richtung London verlässt.

***

„Besame Mucho“ für die

neuen Botschafter

Mit einem Ständchen der russischen

Sängerin Elena Mezhinskaya – sie sang

„Otschi Tschornia“, „Besame Mucho“ und

„Wien Wien nur du allein“, eine Hommage

an ihre Heimat Russland, an die zahlreichen

Gäste aus der Spanisch sprechenden

Welt, und an ihre Wahlheimat Wien – begrüßte

man die kürzlich von Bundespräsident

Heinz Fischer akkreditierten Botschafter

aus Spanien (Yago Pico de Coana),

Kolumbien (Freddy Padilla de León), dem

Irak (Surood Rashid Najib), aus Laos (Khamkheuang

Bounteum), und Namibia (Raphael

Dinyando).

Unter den Gästen waren u. a. die Botschafter

aus über dreißig Ländern, darunter

aus Israel, Tunesien, Brasilien, Saudi

Arabien und Argentinien, sowie Gesellschaftsguru

Thomas Schäfer-Elmayer, Sänger

Georges Dimou, Fernsehpromi Christine

Lugner, Malerin Maria Lahr,

Society-Lady Friedl Tisseau, Rechtsanwalt

Georg Zanger u.v.m.

AUSZUG AUS DER GÄSTELISTE

S.H. Mansour Al Saud (Botschafter Saudi Arabien) · S.E. Dr.

Abdulhakim Al-Erayani (Botschaft Jemen) · S.E. Esen Aydogdyev

(Botschaft Turkmenistan) · S.E. Indulis Berzins

(Botschaft Lettland) · Alexander Bychkov (IAEA) · S.E. Ali

Chaouch (Botschaft Tunesien) · S.E. Valeriu Chiveri (Botschaft

Moldau) · S.E. Eugenio Curia (Argentinien) · I.E. Silvia

Davidoiu (Botschaft Rumänien) · Georges Dimou (Europacultur)

· S.E. Mahmoud Elamin (Botschaft Sudan) · S.E.

Dr. Jargalsaikhan Enkhsaikhan (Botschaft Mongolei) · S.E.

Julio Goncalves (Botschaft Brasilien) · S.E. Philip Griffiths

(Botschaft Neuseeland) · S.E. Christopher Grima (Botschaft

Malta) · I.E. Eve-Külli Kala (Botschaft Estland) · S.E. Ukur

Yatani Kanacho (Botschaft Kenia) · Heribert Kasper (Ferrari)

· S.E. Sabri Kiqmari (Botschaft Kosovo) · Gesandter

Hartmut Krausser (Botschaft Deutschland) · S.E. Alfredo

Labbé (Botschaft Chile) · Maria Lahr (Malerin) · Christina

Lugner (Fernsehmoderatorin) · S.E. Dr. Vili Minarolli (Botschaft

Albanien) · S.E. I Gusti W. Puja (Botschaft Indonesien)

· S.E. Ramon Quinones (Botschaft Dom. Rep.) · Gesandte

Galit Ronen (Botschaft Israel) · Thomas

Schäfer-Elmayer (Tanzschule Elmayer) · S.E. Aviv Shir-On

(Botschaft Israel) · S.E. Dr. Ali Soltanieh (UN Vertretung

Iran) · S.E. Diego Stacey Moreno (Botschaft Ecuador) · Ranko

Vujacic (UNIDO) · Dr. Georg Zanger (Rechtsanwalt) · S.E.

Horacio Zubizarreta (Botschaft Paraguay)

INFO

Weitere Fotos auf www.society.at

Kurzfilm auf www.society.at/society-tv.html

40 | SOCIETY 1_11


S.E. Aviv Shir-On

(Israel) mit der

neuen E-Klasse von

Mercedes Wiesenthal.

Elena Mezhinskaya

sang ein Ständchen

Paige Vickery (US

Botschaft) und Luis

E. Martínez Cruz

(Panama)

DDr. Friedl Tisseau

und Maria Lahr

Dagmar Reichel von

KA International

mit ihrem Gatten

Gesandter Hartmut

Krausser

S.E. Philip

Griffiths

(Neuseeland)

Dr. Adrian Hollaender präsentierte

die Musikeinlage

S.E. Andrii Bereznyi

(Ukraine)

Thomas

Schäfer-Elmayer

S.E. Alí de Jesus Uzcategui

Duque (Venezuela)

Original Wiener

Punschkrapfen von

Brigitte Bergbauer-

Sauer für Iraks Botschafter

Rashid Najib

Gerti Tauchhammer,

Direktor Oscar del Campo

„Besame Mucho“ für

die neuen Botschafter

Dr. Ernst Huber (WKO), Gerti Tauchhammer,

Patricia Helletzgruber

(Amerikanische Handelskammer),

Robert Gautney (US Boschaft)

SOCIETY 1_11 | 41


POLITIK

FRAUENTAG

Katalysatoren der Revolution

100 Jahre Frauentag – 100

Jahre Weltveränderung

Was die Revolutionen in der arabischen Welt, das Ende der Apartheid in Südafrika, die

mexikanische Stadt Ciudad Juárez und Bluetooth mit dem Weltfrauentag zu tun haben,

erklärt Simon Inou in dieser Kolumne.

In der arabischen Welt gibt es zurzeit einen

grundlegenden gesellschaftlichen

Prozess der Veränderung. Nach vielen

Jahren der Diktatur, autokratischen Machtführung

und Unterdrückung der Bevölkerungen

ist es für die Regierenden nun an

der Zeit, mehr Respekt zu demonstrieren.

Dieser arabische Frühling hat in Tunesien

mit der Selbstverbrennung von Mohammed

Bouazizi begonnen.

Der 26jährige wurde Opfer einer Diktatur,

die es auf die junge und gebildete Generation

abgesehen hatte. Laut einem Bericht

der plastischen Chirurgischen

Abteilung (Schwerbrandverletzte) des in

Tunis ansässigen Krankenhauses Aziza Othmana

sind seit 1998 15,1 Prozent der Abteilungsaufnahmen

auf Selbstverbrennungen

zurückzuführen. Es bedeutet, dass die Geste

von Mohammed Bouazizi keine Einzeltat

bzw. isolierte Tat war. Die Tat war Teil einer

langen Reihe von Verzweiflungstaten.

Warum war diese Geste diejenige, die das

Land zum Kochen gebracht hat? Weil Mohamed

Bouazizi von einer jungen Frau geohrfeigt

wurde. Ein Verhalten, dass in der

ethnischen Gruppe der Hamama in Tunesien

als Verletzung gegen den Stolz bzw. als

Schande für den ganzen Stamm gilt.

***

Kampf gegen Rassismus

Nicht nur in Tunesien sondern auch in

Südafrika haben Frauen gegen unmenschliche

und undemokratische Regime gekämpft.

Doch in der gegenwärtigen Geschichte

werden nur Männer als

Vorkämpfer gezeigt und gewürdigt. Im

Kampf gegen die Apartheid wird nur eine

Frau, nämlich Winnie Mandela, erwähnt.

Haben Sie von Florence Matomela, Mama

Beshenga, Elizabeth Mafikeng, Bertha Gxowa

Mashaba, Jetta Barenblatt gehört? Das

sind nur ein Handvoll Frauen, die gegen

die Terrormacht in Südafrika gekämpft

haben. Diese Kämpfe haben zur Zerschlagung

des Rassismus in Südafrika geführt.

Erst im Jahr 2010 – zwanzig Jahre nach der

Befreiung Nelson Mandelas – wurden sie

sowie ihre Taten von der südafrikanischen

Regierung anerkannt.

***

Eine technische Revolution

Eine andere Revolution, die mich auch

geprägt hat, ist Hedy Lamarr geb. Hedwig

Eva Maria Kiesler zu verdanken. Diese Filmschauspielerin

begleitet uns jeden Tag in

unserer Kommunikation. Eine Erfindung

dieser engagierten Dame, die gegen den

Nationalsozialismus kämpfte, benutzen

wir täglich: Diese Schauspielerin aus Wien

erfand zusammen mit dem Komponisten

George Anteil das Frequenzsprungverfahren,

das heute in der Mobilfunktechnik eine

wesentliche Rolle spielt. Beim Frequenzsprungverfahren

wird die zu übertragende

Information nacheinander auf viele Kanäle

verteilt. Bluetooth ist die praktischste

Anwendung des Verfahrens.

***

Gerechtigkeit für Frauen

Rigoberta Menchu aus Guatemala bleibt

„Tradition ist die Bewahrung

des Feuers und nicht die Anbetung

der Asche.“

GUSTAV MAHLER (STARB VOR

GENAU 100 JAHREN)

eine Ikone – sowohl in Lateinamerika, als

auch weltweit. Die aus Guatemala stammende

Menschenrechtsaktivistin ist Preisträgerin

des Friedensnobelpreises. Sie erhielt

ihn1992. Lateinamerika erinnert uns

nicht nur an schöne Tänze und Karnevale.

Dort wird nicht immer gefeiert, wie wir es

wahrnehmen. Der Kontinent wird von massiven

Frauenrechtsverletzungen erschüttert,

die kaum wahrgenommen werden.

In der mexikanischen Stadt Ciudad Juárez

– auch als „Welthauptstadt der Frauenmorde“

bekannt – wo mehrere global

agierende Konzerne wie Siemens, Bosch,

Nike, Mitsubishi, Sony aktiv sind, wurden

zwischen 1993 und 2008 600 Frauen ermordet

und 3000 Frauen sind verschwunden.

Mehr als 200.000 Frauen arbeiten dort

unter prekärsten Bedingungen, damit wir

in Europa das Leben genießen können.

Wie attac in einem Bericht bemerkt: „Mehr

als die Hälfte der jungen Frauen, die etwa

65 Prozent der Arbeitskräfte in Ciudad Juárez

stellen, sind ledige Mütter. Viele gingen

alleine von zuhause weg, um mit einem

Teil ihres Einkommens ihre Familien

zu unterstützen. Sie arbeiten in den Billiglohnfabriken,

in Bars und Restaurants, als

Prostituierte. Und viele, die auf der Suche

nach Arbeit dorthin kamen, kehren nicht

mehr zurück.“

Sie fragen sich, wo die Behörden sind?

Seit fast zwanzig Jahren haben sie nichts

aufklären können, trotz kostspieliger

Untersuchungen. Eine Frau riskiert täglich

ihr Leben und fordert die Behörden

heraus. Marisela Ortiz Rivera, Lehrerin,

Journalistin und Mitarbeiterin der Organisation

Nuestras Hijas de Regreso a Casa berichtet

ständig über diese Morde und mobilisiert

Menschen weltweit, um gegen die

Straflosigkeit etwas zu unternehmen. Was

tun wir als Konsumenten?

In den letzten hundert Jahren haben

Frauen viele Revolutionen begleitet und

sind auch Katalysatoren gegenwärtiger Revolutionen,

die oft im kleinen Kreis beginnen.

42 | SOCIETY 1_11


POLITIK

KOMMENTAR

GRAFIK: GERD ALTMANN/PIXELIO.DE

Russland zwanzig Jahre nach der Wende

Die Mühen der Ebene

Das Ende der Sowjetunion bedeutete nicht das Ende ihrer

Probleme. Das Pendel der Euphorie schlug zurück und heute

leidet Russland immer noch an den alten Strukturen.

Von SUSANNE SCHOLL

Damals, im Jahr der Wende, herrschte

nur bei wenigen wirkliche Euphorie.

Anders als heute in den Ländern des

nördlichen Afrikas, ging die Veränderung

von der politischen Elite aus. Oder besser

gesagt, von einem Teil der politischen Elite.

Von jenen, die begriffen hatten, dass die

Sowjetunion so nicht weiter leben konnte.

Aber selbst unter ihnen gab es viele, die

nicht sehen wollten, dass es die Sowjetunion

selbst war, die sich als unreformierbar

erwiesen hatte und deshalb ihre Existenz

aufgeben musste.

Einer, der das ziemlich frühzeitig erkannt

hatte, war Boris Jelzin. Der nicht zufällig

schon 1990 demonstrativ die Kommunistische

Partei verlassen hatte. Als die

zitternden alten Männer, die sich ein Leben

in einem anderen, neuen Russland, nicht

vorstellen konnten, im August 1991 versuchten,

den Lauf der Dinge aufzuhalten,

war er es, der ihnen Paroli bot. Jelzin mobilisierte

die Massen – die Massen in Moskau.

Denn auch in diesem für die ganze Welt so

entscheidenden Moment bewahrheitete

sich jenes alte russische Sprichwort, das besagt:

Über den Wipfeln der Taiga mag der

wildeste Orkan toben – unten, am Waldboden,

spürt man nichts davon.

***

Russland erbt die Probleme der

Sowjetunion

In Moskau also stellte sich tatsächlich

das Volk den Putschisten des August 1991

entgegen. Baute Barrikaden rund um das

Weiße Haus, den Sitz des russischen Parlamentes

– und die Armee stellte sich auf seine,

des Volkes Seite. Als der Spuk vorbei

war, verbot Jelzin die kommunistische Partei

– sehr zum Unmut Michail Gorbatschows,

der noch für wenige Monate sowjetischer

Präsident bleiben sollte. Danach

gab es die Sowjetunion nicht mehr. Das

neue Russland aber erbte von diesem so

plötzlich untergegangenen Imperium

nicht nur die Hauptstadt und die Atomwaffen,

sondern auch all zu viele seiner

Probleme. Vor allem eine Bevölkerung, die

ÜBER DIE AUTORIN

Dr. Susanne Scholl ist am

19.9.1949 in Wien geboren.

Sie studierte Slawistik, war

ab den 1970er Jahren bei

„Le Monde“, Radio Österreich

International und in

der Austria Presseagentur

(APA) tätig. Ab 1985 arbeitete

sie für den ORF: Als

Redakteurin der Osteuroparedaktion, Korrespondentin in

Bonn und Leiterin des ORF-Europajournals, und ab 2000

als Leiterin des ORF-Büros in Moskau. Zahlreiche Publikation

(u. a. „Russisches Tagebuch“ u. „Töchter des Krieges“)

sowie Auszeichnungen (u. a. Österr. Ehrenkreuz f. Wissenschaft

und Kunst 2003, Journalist des Jahres 2009).

nie gelernt hatte, dass Demokratie auch

bedeutet, selbst Verantwortung zu übernehmen.

Sehr bald schon war die Euphorie verflogen

und manch einer begann, sich nach

den ärmlichen, bedrängten, aber wenigstens

irgendwie ziemlich sicheren Sowjetzeiten

zurück zu sehnen.

***

Das Demokratie-Pflänzchen

Die Jahre, in denen das neue Russland

seinen Weg sucht, seine neue Identität, diese

Jahre sind allerdings immer noch nicht

zu Ende. Die Tatsache, dass ein Mann des

Geheimdienstes zurzeit die fast absolute

Macht im Land besitzt, bedeutet nur, dass

der Aufbruchsstimmung nach dem sowjetischen

Niedergang ein schwerer Pendel-

Rückschlag folgte. Vielleicht sogar folgen

musste. Etwas, was möglicher Weise auch

den aufrechten Reformern im arabischen

Raum heute noch bevorstehen könnte. Möglicher

Weise war dieser Pendel-Rückschlag

gar nicht zu verhindern. Die Strukturen, die

das Land jahrzehntelang beherrscht hatten,

hatten sich ja nicht in Luft aufgelöst, die

Menschen, deren Leben diese Strukturen

waren, waren ja noch da. Lebten in diesem

Land. Und waren unzufrieden mit der neuen

Entwicklung. Und im Gegensatz zu den

braven Reformern wollten sie nicht nur die

Macht, sie wussten auch sehr genau, was sie

zu tun hatten, um sie wieder zu erlangen

und abzusichern.

Und trotzdem blüht das kleine Pflänzchen

einer tatsächlichen demokratischen

Entwicklung immer noch. Es ist klein und

dünn und sieht momentan nicht sehr lebendig

aus, aber es ist nicht ganz tot. Früher

oder später wird es zu wachsen beginnen

und die derzeitigen Machthaber einfach

mit seinen Blüten und Blättern aus dem

Amt treiben.

ALLEIN ZU HAUSE

Susanne Scholl

Ecowin Verlag

BUCHTIPP

Sie fliehen vor Mord und Totschlag, Folter und Sklaverei,

Blutrache und Zwangsehe – und vor dem ganz alltäglichen

Elend. In Österreich aber werden sie mit Misstrauen empfangen.

Ihre Anträge auf Asyl werden oft viele Jahre lang

nicht bearbeitet. Ihre Kinder wachsen als Österreicher auf

– und sollen dann trotzdem eines Tages plötzlich das Land

verlassen, weil sie angeblich eine Gefahr für Österreich

sind. Sie heißen Tahira oder Fahim, Nabim oder Leila. Sie

kommen aus Tschetschenien oder Nepal, Afghanistan

oder Nigeria. Gemeinsam ist ihnen, dass sie auf der Flucht

sind und Hilfe brauchen. Susanne Scholl ihrerseits hat einen

guten Teil ihres Lebens außerhalb Österreichs verbracht.

Vor einem Jahr kam sie zurück in ein Land, das sich

ihr gegenüber sehr freundlich zeigte und sich doch als unverständlich

kalt gegenüber Menschen in Not präsentierte.

Davon handelt dieses Buch – und von den Lebensgeschichten

der Menschen, die in Österreich Zuflucht suchen

und so oft dafür bestraft werden.

SOCIETY 1_11 | 43


DIPLOMATIE

ÖGAVN

Erfolgreicher Auftakt

„Historische“ Besuche in Wien

Mit zwei herausragenden Besuchen hat das Veranstaltungsjahr 2011 für die ÖGAVN erfolgreich

und vielversprechend begonnen: Stuart Eizenstat und Jewgeni Primakow waren in

Wien zu Gast.

Hans Winkler (Dipl. Akademie), Wolfgang Schüssel (ÖGAVN),

Lilly Sucharipa, Maria Schaumayer, Stuart Eizenstat, Nationalratspräsidentin

Barbara Prammer

***

Vortrag von Stuart E. Eizenstat

Im Jänner 2001 unterzeichneten Österreich

und die USA das so genannte „Washingtoner

Abkommen“, in dem sich Österreich

zu Entschädigungszahlungen an

Opfer des Nationalsozialismus verpflichtete.

Zum 10. Jahrestag des Abkommens lud

Altbundeskanzler Schüssel den damaligen

Chefverhandler Stuart E. Eizenstat zu einem

Vortrag nach Wien ein.

Der Vortrag von Stuart E. Eizenstat, der

gemeinsam mit Nationalratspräsidentin

Mag.a. Barbara Prammer am 19. Jänner im

Österreichischen Parlament abgehalten

wurde, war Auftaktveranstaltung des Programms

der Österreichischen Gesellschaft

für Außenpolitik und die Vereinten Nationen

(ÖGAVN) im Jahr 2011.

Auf Basis des „Washingtoner Abkommens“

wurde seinerzeit durch einen Beschluss

aller Parlamentsparteien der Allgemeine

Entschädigungsfonds für Opfer des

Nationalsozialismus eingerichtet.

„Österreich habe damit Pionierarbeit

geleistet und sei zum Vorbild für viele andere

Staaten geworden“, sagte Eizenstat in

Richtung Dr. Wolfgang Schüssel, dem er

für seine Bemühungen während dessen

Amtszeit als Bundeskanzler dankte. Schüssel

ist es in Zusammenarbeit mit der damaligen

Präsidentin der Oesterreichischen

Nationalbank, Dkfm. Maria Schaumayer,

auch gelungen, für die Entschädigungszahlungen

die Wirtschaft zur freiwilligen

Dotierung des Fonds zu gewinnen.

Der Fonds ist mit 210 Millionen US-Dollar

dotiert und entschied in den letzten

zehn Jahren knapp 20.700 Anträge mit

rund 120.000 einzelnen Forderungen. Darüber

hinaus wurde Ende 2010 die Errichtung

eines Fonds zur Instandsetzung jüdischer

Friedhöfe in Österreich beschlossen,

dessen Verwaltung dem Nationalfonds

übertragen wurde.

Durch das Abkommen von Washington

konnten nachhaltige Resultate gezeitigt

werden, bei denen aber manchmal die

Geldleistungen vielleicht weniger wichtig

gewesen sind als das Zeichen der – wenn

auch viel zu späten – Anerkennung und

die Ehrung der Opfer.

***

Ehemaliger russischer Ministerpräsident

Primakow in Wien

Am 23. März 2011 gab der frühere russische

Außenminister und Ministerpräsident

Russlands Jewgeni M. Primakow für

die ÖGAVN einen Überblick zu seinen Ansichten

über die neuen Tendenzen in den

Internationalen Beziehungen.

Eingangs erinnerte er in seinen Ausführungen

im Österreichischen Parlament an

die Zeiten des Kalten Krieges, als jede Seite

eine klare Vorstellung von den eigenen

Zielen und jenen des jeweiligen Gegenübers

hatte. Heute seien aber nur noch die

USA als alleiniger Faktor übergeblieben, sodass

nicht wenige meinten, das Weltgeschehen

gestalte sich nun sehr einseitig. Eine

monopolare Welt sei jedoch nicht

möglich, denn die internationalen Verhältnisse

seien derart mannigfach und

vielfältig miteinander verwoben, dass eine

Macht allein diesen Beziehungen unmöglich

allein ihren Stempel aufdrücken könne.

Dies zeige sich auch daran, dass die VR

China, Indien und auch einige Staaten in

Lateinamerika Global Player geworden seien,

sodass die USA der Welt ihre Ordnung

nicht mehr aufzwingen könnten.

Auf die hypothetische Frage: „Kann

denn Russland nicht Mitglied der EU werden?“

meinte Primakow, dass die Antwort

auf diese Frage nicht in erster Linie von

Russland abhängt. Er bezweifle, dass Russland

es ablehnen würde, Mitglied der Europäischen

Union zu werden, wenn man es

fragte. Bedeutend wahrscheinlicher sei

wohl die allmähliche Entwicklung in Richtung

zur Bildung eines gemeinsamen Wirtschaftsraums

Russlands mit der EU.

Abschließend betonte Primakov die Bedeutung

der Wirtschaftsbeziehungen Österreichs

mit Russland. Unter den Investoren

nimmt Österreich in Russland Rang 12

auf der Liste der Investorenländer ein. Auf

dem russischen Markt sind mehr als 1200

österreichische Firmen tätig.

Ex-Ministerpräsident Jewgeni

Primakow im Parlament

MITGLIEDSCHAFT

Alle Personen, die am internationalen

Geschehen interessiert sind

und zur Stärkung der Vereinten

Nationen beitragen wollen, können

ordentliche Mitglieder der

Seit 1945

Österreichischen Gesellschaft für Außenpolitik und die Vereinten

Nationen (ÖGAVN) werden. Daneben sind Unternehmen

und andere Institutionen eingeladen, als unterstützende

Mitglieder beizutreten. Wenn Sie Interesse an einer

Mitgliedschaft haben, wenden Sie sich bitte an:

ÖSTERREICHISCHE GESELLSCHAFT FÜR AUSSENPOLITIK

UND DIE VEREINTEN NATIONEN (ÖGAVN)

Hofburg/Stallburg, Reitschulgasse 2/2. OG, A-1010 Wien

Tel.: +43-(0)1-535 46 27

E-Mail: office@oegavn.org, www.oegavn.org

MAGAZIN SOCIETY

Mag. Gertrud Tauchhammer hat mit dem Magazin SOCIE-

TY als offizielles Organ schon seit 1995 fungiert und übt

seitdem mit verschiedensten Aktivitäten den Brückenschlag

zwischen Österreich und den Vereinten Nationen

aus. Auf Vorschlag von Altbundeskanzler Dr. Wolfgang

Schüssel wird die Kooperation zwischen dem Magazin SO-

CIETY und der ÖGAVN fortgesetzt. SOCIETY ist zu hundert

Prozent im Eigentum der Tauchhammer KG/Mag. Gertrud

Tauchhammer.

44 | SOCIETY 1_11


DIPLOMATIE

WELCOME TO AUSTRIA

INFORMATION

„Women in the Bible“

Cross-cultural Events

Highlights of “Welcome

To Austria”

“WA” began the new year with some cross-cultural events

intended to build bridges between Austria and its foreign

diplomatic guests.

Event in the Turkish Embassy

***

Women In The Bible

H.E. Mrs. Arnona Shir-On, spouse of the

Israeli Ambassador, invited “WA“ to a series

of lectures at the Israeli Ambassador’s

residence. Chief Rabbi of Vienna, Chaim

Eisenberg, read from the Old Testament,

interpreting the role and social position of

women – Eve, Sara, Esther etc. – according

to the archaic text which,

closely read, reveals surprisingly

modern aspects.

***

Jewish Museum Visit

In March “WA” enjoyed a

guided tour of the Jewish Museum

at the Judenplatz with

its interesting excavations

and medieval exhibits, which

transported the visitors back

to the 13th c. Vienna.

Matthias Pfaffenbichler

***

Austria and Turkey

Another focus in February was on Austria

and Turkey, beginning with a lecture

by Dr. Matthias Pfaffenbichler, historian

and curator of the “Hof-Jagd-und-Rüstkammer”

= Imperial Armoury, on “Sultan &

Emperor”. He gave a splendid talk about

the historic relations between the two Empires

throughout the ages.

This was followed by an event at the

Turkish Ambassador’s residence: H.E. Mrs.

Neslihan Tezcan had invited “WA” to a

cross-cultural event with a concert by Burcu

Kurt, who sang Mozart and Strauss arias as

well as two Turkish folk songs. She was accompanied

on the piano by Cagdas Dönmezer.

There was a demonstration of a typical

Anatolian wedding ceremony complete

with bride, female relatives and henna

painting. Afterwards the numerous guests

enjoyed a luncheon with excellent Turkish

dishes. The special art of Ebru painting was

shown by Roswitha Kottek, and as a finale

there was a distribution of the Tombola

prizes: altogether a wonderfully

organised programme.

***

Islamic Art

Islamic carpets were studied

at the Museum of Applied

Arts; and “WA” enjoyed

a first view of a special exhibition

“A 1000 Years of Islamic

Art” from the Kuwait

Al-Sabah private collection

at the KHM.

WA “Welcome to Austria” was founded

in 1997 by Dr. Benita Ferrero-

Waldner, who was then State Secretary

for Foreign Affairs, with the

overriding objective of introducing

foreign diplomats and international

civil servants assigned to Vienna and

their spouses to the Austrian way of

life. The aims of WA are to promote the awareness and understanding

of Austria’s rich heritage of culture and history

past and present. WA would welcome newly accredited diplomats

and their spouses to join the club.

***

WA invites you to join:

■ You will meet many interesting Austrians in a relaxed

atmosphere and make new friends.

■ You will be offered a wide choice of excellent programmes

and learn a great deal about your host country.

■ You will be invited to private homes and through WA

events you will enjoy many things which you would not

have access to outside our Association.

***

THE BOARD OF “WELCOME TO AUSTRIA”

Dr. Benita Ferrero-Waldner – Founding President

Foreign Minister Dr. Michael Spindelegger – President

Gabrielle Schallenberg – First Vice President - History, Art

Dr. Monika Türk – Second Vice President

Mag. Stephan Hofstätter – Treasurer

Mag. Gertrud Tauchhammer – Public Relations,

“Schriftführerin”

Dr. Elisabeth Wolff – Music

Dr. Heide Almoslechner – German

Anne Thun-Hohenstein – History, Art

Dr. Stefanie Winkelbauer – Applied Arts, Cuisine

Mag. Adelaida Calligaris – Liaison Officer

***

OFFICE HOURS

Mo-Tue-Wed: 2 p.m.–5 p.m.

Thurs-Fri: 9 p.m.–12 p.m.

Gabriela Znidaric, Secretary

Hofburg, Stallburg, Reitschulgasse 2, 1010 Vienna

Phone: +43-(0)1-535 88 36, Fax: +43-(0)1-535 88 37

E-mail: office@welcome-to-austria.org

www.welcome-to-austria.org

Chaim Eisenberg

SOCIETY 1_11 | 45


DIPLOMATIE

INTERNATIONAL

NATIONALFEIERTAGE

der Botschaften mit Amtssitz in Wien. Von April bis Juni

16.

17.

18.

19.

27.

30.

APRIL

Dänemark Geburtstag I. M. Königin

Margarethe II.

Arabische Republik Syrien Ausrufung

der Republik im Jahr 1946.

Simbabwe Unabhängigkeit von

Großbritannien im Jahr 1980.

Vatikan Wahl von Papst Benedikt

XVI.

Südafrika „Tag der Freiheit“: Jahrestag

der ersten demokratischen Wahlen

1994 nach dem Ende der Apartheid.

Niederlande Offizielle Feier des Geburtstages

I. M. Königin Beatrix.

3.

10.

15.

17.

22.

25.

25.

26.

28.

28.

MAI

Polen „Tag der Verfassung vom 3.

Mai 1791“

Israel Unabhängigkeitstag, nach

dem jüdischen Kalender am 5. Ijjar.

Paraguay Unabhängigkeit 1811.

Norwegen Verfassung (1814).

Jemen Wiedervereinigung von

Nord- und Südjemen im Jahr 1990.

Argentinien Unabhängigkeit 1810.

Jordanien Unabhängigkeit von

Großbritannien im Jahr 1946.

Georgien Unabhängigkeitserklärung

vom Zarenreich im Jahr 1918.

Aserbaidschan Gründung der Demokratischen

Republik 1918.

Äthiopien Tag der Niederlage des

Mengistu-Regimes 1991.

2.

6.

10.

12.

12.

17.

18.

23.

25.

25.

JUNI

Italien „Fest der Republik“

Schweden „Tag der schwedischen

Fahne“

Portugal Todestag des port. Nationaldichters

Luís Vaz de Camões.

Philippinen Unabhängigkeit 1898.

Russische Föderation Staatliche

Souveränität 1990.

Island Jahrestag der Ausrufung der

Republik (1944).

Vereinigtes Königreich Offizielle

Feier des Geburtstages I.M. Königin

Elisabeth II.

Luxemburg Offizielle Feier des Geburtstages

von Großherzog Henri.

Kroatien Unabhängigkeit 1991.

Slowenien Unabhängigkeit 1991.

KONFERENZEN DER VEREINTEN NATIONEN IN WIEN

April bis Juni 2011

APRIL

8. UNODC: Commission on Crime Prevention and Criminal Justice, 20 th session: Informal Pre-session

Consultations*

11.-15. UNODC: Commission on Crime Prevention and Criminal Justice, 20 th session

18. NGO: Vienna NGO Committee on Ageing

18.-21. CTBTO: Advisory Group Meeting, 36 th session (part 1)*

MAI

2.-6. IAEA: Board of Governors: Programme and Budget Committee

2.-6. UNNY/DESA: United Nations Group of Experts on Geographical Names, 26th session

2.-13. INCB: International Narcotics Control Board, 101 st session*

9.-13. CTBTO: Advisory Group Meeting, 36 th session (part II)*

11.-13. UNIDO: Programme and Budget Committee, 27 th session*

13. OOSA: Briefing to Permanent Missions on the 54th session of the Committee on the Peaceful Uses

of Outer Space (p.m.)

16.-17. NGO: Vienna NGO Committee on the Family

23.-25. CTBTO: Working Group A, 39 th session*

23.-27. UNSCEAR: United Nations Scientific Committee on the Effects of Atomic Radiation, 58 th session*

30.5.-3.6. UNODC: Conference of the States Parties to the United Nations Convention against Corruption:

Meeting of the Implementation Review Group*

JUNI

1.-10. OOSA: Committee on the Peaceful Uses of Outer Space: 54 th session

2.-3. Austrian Government: The Hague Code of Conduct against Ballistic Missile Proliferation,

10 th Regular Meeting

6.-10. IAEA: Board of Governors

9. NGO: Vienna NGO Committee on the Status of Women (p.m.)

14.-15. CTBTO: Preparatory Commission, 36 th session*

14.-17. UNDOC: Commission on Narcotic Drugs: Heads of National Drug Law Enforcement Agencies

(HONLEA), Europe, 9th session*

22.-24. UNIDO: Industrial Development Board, 39 th session

27.6.-15.7. UNCITRAL: United Nations Commission on International Trade Law, 44 th session

* unter Ausschluss der Öffentlichkeit, Quelle: http://www.unvienna.org/documents/calend294.pdf

46 | SOCIETY1_11


DIPLOMATIE

BERICHT

Helmut und Monika Türk mit Bürgermeister

Rocky Gutierrez und Generalkonsul

Christian Prosl in Sitka

Reise nach Alaska

„The Last Frontier“

In der Zeit, als mein Mann österreichischer Botschafter in

den USA war, unternahmen wir zwei Reisen nach Alaska,

eine offizielle und eine private. Diesmal möchte ich von der

offiziellen Reise im August 1994 erzählen. Von MONIKA TÜRK

Vor dem Mendenhall

Gletscher bei Juneau

Im Jahr 1867 erwarben die USA das

Gebiet von Alaska vom Russischen

Reich um 7,2 Millionen US-Dollar (heute

113 Millionen US-Dollar). Der Bundesstaat

Alaska hat rund 700.000 Einwohner, sein

Beiname ist “The Last Frontier”, sein Motto

“North to the Future”. Es ist zu einem

guten Teil Walter Hickel zu verdanken,

dass Alaska am 3. Jänner 1959 der 49.

Bundesstaat der USA wurde, nachdem es

zuvor als Territorium verwaltet worden

war. Hickel war sodann der zweite und, als

wir ihn kennen lernten, auch der achte

Gouverneur Alaskas. Mein Mann erreichte

die Zulassung eines österreichischen Konsulats

in Anchorage, dem wirtschaftlichen

Zentrum des Bundesstaates mit rund

280.000 Einwohnern. Für diese Funktion

gewann er den Sohn des Gouverneurs,

Walter Hickel junior, die dieser bis heute

ausübt.

Bei unseren offiziellen Reisen in den

USA wurden wir jeweils von dem für den

betreffenden Staat zuständigen österreichischen

Generalkonsul sowie vom zuständigen

Handelsdelegierten begleitet. Im Fall

von Alaska waren dies Generalkonsul

Dr. Christian Prosl – derzeit österreichischer

Botschafter in den USA – und der

Handelsdelegierte Dr. Hans Kausl.

***

Dinner ohne Schuhe und Krawatte

Es gab zunächst eine Reihe von Terminen

in Anchorage, unter anderem sprach

mein Mann vor dem „Alaska World Affairs

Council“. Anschließend reisten wir nach Juneau,

der Hauptstadt Alaskas, der einzigen

Hauptstadt eines US-Bundesstaates, die nur

auf dem Luft- oder Seeweg, nicht aber über

Land zu erreichen ist. Anfangs war es nicht

möglich, einen Termin mit Gouverneur

Hickel zu vereinbaren, da dieser verreist

war. Schließlich ergab sich dann eine Gelegenheit

im Haus des katholischen Bischofs

von Alaska, Michael Kenny.

Bischof Kenny lud uns nämlich gemeinsam

mit Gouverneur Hickel zu einem

Abendessen in seine Residenz ein. Als wir

dort ankamen, begrüßte uns der Bischof an

der Tür, stellte sich als Michael vor und bat

uns, die Schuhe auszuziehen und die Herren,

die Krawatten abzunehmen. Er kochte

selbst und hatte als Küchenassistenten einen

österreichischen Priester – Pater Helmut

– engagiert, der auf einem Kreuzfahrtschiff

nach Juneau gekommen war. Ich

half den beiden Priestern gegen deren

Widerstreben in der Küche und ich denke,

es wurde schließlich ein ausgezeichnetes

Mahl. Ein wenig nach uns trafen Gouverneur

Hickel und seine Frau Ermalee ein.

Auch sie wurden gebeten, sich der Schuhe

und der Krawatte zu entledigen.

***

Alaskas „Vier im Jeep“

Bischof Kenny sprach kein Tischgebet,

sondern sang dieses zu Ehren der österreichischen

Gäste nach der Melodie “Edelweiß”

aus dem Musical “Sound of Music”.

Wir verbrachten einen außerordentlich

schönen Abend und erfuhren sehr viel

über die Geschichte Alaskas, das Leben

der Menschen und die Situation der Katholischen

Kirche. Bischof Kenny erläuterte,

die meisten Menschen in Alaska hätten keine

Bindung an eine kirchliche Gemeinschaft,

sie seien “unchurched”. Wir hatten

einen wunderbaren Blick auf den Hafen

von Juneau, die dort verankerten Kreuzfahrtschiffe

und die Bergketten dahinter,

während es langsam dunkel wurde und

die Lichter angingen. Bischof Kenny erwähnte

mit Begeisterung, dass er im Frühjahr

1995 eine Reise ins Heilige Land plane.

Leider sollte er dort, offenbar an Überanstrengung,

im Alter von 48 Jahren versterben.

Die Reise führte uns weiter nach Sitka,

früher Hauptstadt von “Russisch Amerika”.

In Sitka erinnert noch heute vieles an

Russland, insbesondere die Holzkirchen.

Wir waren ein wenig überrascht, als uns

Bürgermeister Rocky Gutierrez bei der Ankunft

in Sitka persönlich empfing. Er bestand

darauf, uns selbst die Sehenswürdigkeiten

der Stadt zu zeigen. Es stellte sich

heraus, dass er nach dem 2. Weltkrieg einer

der “Vier im Jeep” gewesen war, ein

Vertreter der vier Besatzungsmächte, die

abwechselnd den 1. Wiener Gemeindebezirk

kontrollierten. Er bedauerte sehr, dass

er nachher nie wieder Gelegenheit hatte

nach Wien zu kommen. Der Flughafen

von Sitka ist heute nach diesem verdienten

Bürgermeister benannt.

SOCIETY 1_11 | 47


DIPLOMATIE

TUNESIEN

Vertretung der Republik Tunesien bei der OSZE

Rede zur Lage der Nation

Stellungnahme zum Tagesordnungspunkt in Bezug auf den Tätigkeitsbericht des amtierenden

Vorsitzenden, vorgetragen von Sabri Chaabani, Geschäftsträger, am 10. März 2011 in

Wien, vor dem ständigen Rat.

Sehr geehrter Herr Vorsitzender,

Eingangs möchte ich zum

Ausdruck bringen, wie sehr

ich die sorgvolle Aufmerksamkeit

schätze, die diese Instanz

und die Organisation

unter ihrem wertvollen Vorsitz

angesichts der Entwicklung

der Lage in der Region,

einschließlich meines Landes,

entgegengebracht haben.

Diese Delegation ist

empfänglich für die verschiedenen

Willensbekundungen,

den Übergangsprozess in

Tunesien zu unterstützen.

Sehr geehrter Herr Vorsitzender,

Der Sicherheits- und

Vertrauensbildungsprozess

schreitet weiter fort in Tunesien.

Die Übergangsregierung

hat verschiedene Maßnahmen

gesetzt, um den Forderungen

der Tunesier gerecht zu werden.

Der neue Übergangsministerpräsident

hat bis jetzt die so dringend nötigen

Führungsqualitäten und Charisma bewiesen,

während er die Herzen und die

Gedanken dank seiner langjährigen Erfahrung

als Staatsmann und talentierter

Sprecher für sich gewann. Er hat die neue

Übergangsregierung gebeten, auf ein Gentleman

Agreement einzugehen, und die

politische Bühne zu verlassen, sobald sie

ihre Aufgabe erfüllt hat, welche darin

besteht, den Übergang zum Erfolg zu

führen, indem sie die Vorbereitungen der

Wahlen am 24. Juli zur Bildung einer verfassungsgebenden

Versammlung vornimmt,

die unter anderem mit der Ausarbeitung

einer neuen Verfassung für das

Land betraut ist.

Sehr geehrter Herr Vorsitzender,

Die Übergangsregierung hat die

wirtschaftliche Lage des Landes nie aus

den Augen verloren. Dank der vorgenannten

vertrauensbildenden Maßnahmen

bessert sich die Sicherheitslage weiter und

die Tunesier rufen einander auf, die Arbeit

wieder aufzunehmen und sich auf die Erhaltung

und Verbesserung der Wirtschaftsleistung

der Landes, zu fokussieren.

In diesem Zusammenhang möchte ich

betonen, wie sehr wir die Unterstützung

und Solidarität schätzen, welche uns

zahlreiche befreundete Länder einschließlich

des Gastlandes entgegengebracht

haben, als sie die Einreisebeschränkungen

für die Hauptstadt

Tunis und die Tourismusregionen an den

tunesischen Küsten, einschließlich der Insel

Djerba, aufgehoben haben, und damit

unsere Bemühungen, die Urlaubssaison

in Tunesien zu retten, unterstützt hat.

Sehr geehrter Herr Vorsitzender,

Diese positive Beschreibung der Situation

in Tunesien bedeutet

nicht, dass manche Herausforderungen

völlig weggefallen

sind. Der Dank gebührt

vor allem dem tunesischen

Heer, das sich als Hüter der

Republik und seiner Werte

erwiesen hat, indem es

sowohl die Kontinuität der

staatlichen Einrichtungen,

die Bürger und die Grenzen

geschützt hat, als auch das

Problem der Flüchtlinge

unter Kontrolle gebracht hat.

Die gute Nachricht ist, dass

es zu einem Rückgang des

Flüchtlingsstroms gekommen

ist, dank der Rolle des

tunesischen Heeres und der

Unterstützung seitens der internationalen

Gemeinschaft.

Nichtsdestotrotz stellen die

ökologischen und Gesundheitsrisiken

im Zusammenhang

mit dem Lager in Ras

Jedir weiterhin einen Grund

zur Sorge dar. Das tunesische

Heer und die Freiwilligen

legen gewaltige Anstrengungen an den

Tag, um der Schwierigkeiten Herr zu werden

und die Risiken unter Kontrolle zu halten.

Wir hoffen weiterhin auf mehr Unterstützung

seitens der internationalen

Gemeinschaft und der befreundeten Länder,

um die Ausbreitung dieser Risiken

einzudämmen und ihre Ausartung in

sozialen Spannungen im Land oder

Gesundheitsrisiken und Seuchen zu verhindern.

Bevor ich abschließe, möchte ich erwähnen,

dass ich diese Anregungen sehr

begrüße, um einen fruchtbaren Dialog

mit dieser Organisation einzuleiten, insbesondere

im Rahmen der Kontaktgruppe

zur Zusammenarbeit mit mediterranen

Partnern willkommen heißen, damit der

demokratische Übergang in meinem Land

eine Erfolgsgeschichte wird.

Danke

48 | SOCIETY 1_11


DIPLOMATIE

TUNESIEN

FOTOS: HERIBERT PURTSCHER

Strahlende Gesichter auf der Avenue Habib

Bourguiba, der zentralen Verkehrsader

von Tunis, bekunden das Parfum

de la Liberté, das durch das neue Tunesien

weht. Die Einheimischen sind unter sich,

von Touristen weit und breit keine Spur.

Hotelpools und Strände, die berühmten

Ausgrabungen von Karthago und die Medina

von Tunis sind menschenleer. Drei Monate

nach dem Sturz des Präsidenten geht

das Leben wie gewohnt weiter, die Lage hat

sich beruhigt, doch Tunesien wartet auf

die Rückkehr seiner Gäste. Eigentlich die

historische Chance, die kulturellen Sehenswürdigkeiten

einmal ohne Gedränge

zu genießen. Habib Ammar, Direktor des

staatlichen Touristenamtes, hofft, dass der

Tourismus mithelfen wird, die politische

Situation zu stabilisieren. Fast 400.000

Menschen leben direkt oder indirekt vom

Tourismus. Diese Jobs möchte Tunesien

nicht verlieren.

In Wien sprach SOCIETY mit dem Direktor

des Tunesischen Fremdenverkehrsamtes,

Riadh Dhkili, über

den Stand der Dinge in

seinem Land:

Wie wollen Sie das

Riadh Dhkili und Habib

Ammar bei der Pressekonferenz

in Tunis

Vertrauen der Touristen

in Tunesien wieder herstellen?

Welche Maßnahmen

gibt es, damit man

wieder an das Land glaubt?

Es wird einige Zeit dauern, um das Vertrauen

der europäischen Touristen wieder

zu gewinnen. Aber wir wissen auch, dass jede

Krise seine Vorteile birgt. Tunesien ist

durch die Revolution in aller Welt bekannt

geworden. Als erstes Land Nordafrikas auf

dem Weg zur Demokratie zu sein, macht

die Tunesier sehr stolz und zuversichtlich.

Eine entsprechende Werbekampagne für

Europa soll die Botschaft des „neuen Tunesien“

über die Grenzen tragen. Eine umfangreiche

Plakatwerbung in ganz Österreich,

sowie Tramway,- und Busbranding in

den österreichischen Hauptstädten, Printwerbung

in den wichtigsten Tageszeitungen

und Magazinen sind geplant. Möglicherweise

wird es auch einen TV-Spot

geben, der diese Kampagne unterstreicht.

Die Schönheit des Landes bleibt dieselbe,

die Art des Reisens bekommt einen zusätzlichen

Reiz durch die neu erlangte Freiheit

der Bevölkerung.

Was erwartet einen Touristen, wenn er

im Frühling oder Frühsommer nach Tunesien

reist?

Neben den angenehmen Frühlingstemperaturen,

die in Djerba schon bei 29°C liegen,

können Gäste aus dem Ausland gerade

jetzt in aller Ruhe Tunesien genießen.

Der Place du 7 Novembre

wurde in Place 14 Janvier

umbenannt.

Erster Besuch in Tunesien nach der Revolution

Tunesien – tu es jetzt!

SOCIETY besuchte Tunesien im Aufwind der neuen Demokratie

und konnte sich auf der beeindruckenden Reise von der

Euphorie des tunesischen Volkes über die neu gewonnene

Freiheit und Menschenwürde überzeugen.

Im Zuge eines Städtetrips nach Tunis, mit

seiner UNESCO-geschützten Medina und

der Avenue Bourghiba mit seinen Prachtbauten

der Kolonialzeit. Bei einem Ausflug

nach Karthago oder Sidi Bou Said, besonders

jetzt ohne den Massentourismus,

kommt man voll auf seine Kosten. Apropos

Kosten, Tunesien war schon immer ein

günstiges Reiseland, aber im Moment bieten

alle Veranstalter sehr attraktive Preise

für Tunesienaufenthalte an. Die Badesaison

beginnt erst Ende Mai, bis dahin ist

Golf und Thalasso angesagt und natürlich

INFO

www.tunesien.info

der Besuch der antiken Stätten wie Douggha,

Sbeitla und El Jem. Auch einem Ausflug

in die Wüstenstädte Tozeur und Douz

steht nichts mehr im Wege.

Das menschenleere Nationalmuseum

in Karthago.

SOCIETY 1_11 | 49


LIFE UND STYLE

REISE

Blick über die

Bucht von Neapel

Neapel

Grand Hotel Vesuvio

Das 5-Sterne Grand Hotel Vesuvio ist direkt am Meer gelegen

und bietet einen prachtvollen Blick auf das Kastell dell' Ovo

und den Golf von Neapel.

Das Grand Hotel Vesuvio liegt direkt am

Meeresufer an der Küstenstraße Via

Partenope mit einem herrlichen Panoramablick

auf den kleinen Yachthafen Santa

Lucia und den Golf von Neapel. Santa Lucia

ist eines der ältesten Stadtviertel von

Neapel und es liegt auf einer kleinen Anhöhe,

die bis zu dem kleinen Fischerei- und

Yachthafen hinab reicht. Malerisch liegt

der Hafen Santa Lucia vor dem Castello

dell' Ovo auf einer kleinen mit der Stadt

verbundenen Felseninsel. In der näheren

Umgebung können verschiedene Sehenswürdigkeiten

wie der Palazzo Reale, die Piazza

del Plebiscito und das San Carlo Theater

besichtigt werden.

Erbaut wurde das Grand Hotel Vesuvio

im Jahre 1882. Das neue Hotel war der Höhepunkt

an Luxus und Eleganz, und seit

seiner Eröffnung hat das Hotel viele bekannte

Persönlichkeiten aus Politik, Wirtschaft

und Kunst zu Gast gehabt, wie zum

Beispiel König Gustav von Schweden, Königin

Beatrix der Niederlande, Bill und Hillary

Clinton und Enrico Caruso. Das traditionsreiche

Haus vereint einen tadellosen

und persönlichen Service mit Luxus und

modernem Komfort.

INFO

Das Grand Hotel Vesuvio verfügt insgesamt über 160

Räume, davon sind 45 mit Meeresblick, 17 Suiten, 3 Top

Class Suiten und eine Präsidentensuite. www.vesuvio.it

Italienische Zentrale für Tourismus ENIT Wien

www.enit.at

Zweimal täglich gibt es mit Alitalia eine Flugverbindung

von Wien nach Rom und von dort aus täglich Anschlussverbindungen

nach Neapel. www.alitalia.de

50 | SOCIETY 1_11


DIPLOMATIE

ASERBAIDSCHAN

Prof. Aydin Aliyev (Staatliches

Zollkomitee von Aserbaidschan)

Siegerplakat

Ausstellung im VIC

Say No! to Drugs

Das Staatliche Zollkomitee der Republik Aserbaidschan präsentierte

im Vienna International Center eine Ausstellung

mit Kunstwerken zum Thema „Say No! to Drugs“.

Agali Ibrahimov (Aserb. Kunstverband), Prof. Aydin Aliyev

(Zollkomitee), Francis Maertens (Stv. Direktor UNODC)

Die Aktion „Say No! to Drugs“ ist Teil

der gesamtstaatlichen Maßnahmen

Aserbaidschans zur Suchtprävention.

Die in Wien ausgestellten Kunstwerke entstanden

in Zusammenarbeit mit der Aserbaidschanischen

Künstlervereinigung. Es

wurde ein Wettbewerb zum Thema angeregt,

bei dem die aserbaidschanische Bevölkerung

teilnehmen konnte. Die Präsentation

im VIC wurde von der UNODC

unterstützt.

***

Transitland für Drogen

In den vergangenen zwei Jahrzehnten

ist der Drogenhandel im zentralasiatischen

Raum dramatisch angestiegen. Aufgrund

der zentralen Lage entlang der Seidenstraße

ist Aserbaidschan zu einem

Transitland für Drogenhändler zwischen

Asien und Europa geworden. Allein in den

Jahren 2007 bis 2010 konnten aserbaidschanische

Zollbeamte eine Tonne an illegalen

Drogen konfiszieren.

Im Kampf gegen Drogen geht es jedoch

nicht nur um die Strafverfolgung sondern

auch um präventive Maßnahmen. Aus diesem

Grund arbeiten mehrere Ministerien

in Aserbaidschan zusammen (Kultur, Tourismus,

Sport, Jugend, Unterricht etc.), um

die Menschen über die Gefahren des Drogenmissbrauchs

aufzuklären. Der Plakatund

Fotowettbewerb ist Teil der Kampagne.

Kunstobjekt

Ausstellung in der Rotunde des VIC

SOCIETY 1_11 | 51


DIPLOMATIE

EVENTS

HIGHLIGHTS VERANSTALTUNGEN

DER DIPLOMATIE Von Jänner bis März 2011

Botschafter a.D. Tariq Aqrawi und

S.E. Surood Rashid Najib (Irak)

IRAN:

NATIONALFEIERTAG

Zum Empfang in die Residenz

anlässlich des iranischen

Nationalfeiertages

luden Botschafter

Ebrahim Sheibany und

der Ständige Vertreter bei

den Vereinten Nationen

Ali Asghar Soltanieh.

Jörg Steiner und Botschafter Kiqmari

Botschafter Ali Asghar Soltanieh

und Ebrahim Sheibany

KOSOVO: UNABHÄNGIGKEITSTAG

Anlässlich der dreijährigen Unabhängigkeitserklärung

des Kosovo

lud Botschafter Dr. Sabri

Kiqmari zu einem Empfang im

Palais Auersperg. In einem kleinen

Festakt zeichnete Generalsekretär

Jörg Steiner von der

Österreichischen Albert

S.E. Sabri Kiqmari mit

Gattin und Albert Rohan

Schweitzer Gesellschaft Botschafter

Kiqmari mit der „Albert

Schweitzer Medaille für humanitäre

Verdienste“ aus. Sie wird an Personen verliehen, die sich

im humanitären Bereich besondere Verdienste erworben haben.

Kubanische Rhythmen

I.E. Norma

Goicochea Estenoz

KUBA: VERABSCHIEDUNG

Zum letzten Mal vor ihrer Rückkehr nach Kuba lud die kubanische Botschafterin

I.E. Norma Goicochea Estenoz zum Fest in die Residenz. Natürlich

gab es mit Zigarren, Rum, Tänzern und Musikern jede Menge kubanischen

Lifestyle zu erleben.

52 | SOCIETY 1_11


TUNESIEN:

BOTSCHAFTSEMPFANG

Zum 55-jährigen Jahrestag der unabhängigen

tunesischen

Dr. Georg Zanger und

Republik

Staatssekretär

Andreas Schieder

lud Geschäftsträger

Sabri Chaabani zum Botschaftsempfang in

der Tunesischen Botschaft. Im sonnigen

Innenhof konnten die Gäste tunesische Köstlichkeiten

des Landes genießen.

I.E. Taous Feroukhi (Algerien), S.E. Julio Goncalves

(Brasilien), Mikhail Wehbe (Arabische Liga)

Thomas Resch (Magistrat

Wien Auslandsbeziehungen)

S.H. Prinz Al Saud (Saudi), S.E.

Mohammad Al-Sallal (Kuwait)

Sabri Chaabani, Kais Hachani

KUWAIT: NATIONALFEIERTAG

Rundes Jubiläum in Kuwait:

Zum 50. Jahrestag der Unabhängigkeit

und 20. Jahrestag

der Befreiung luden

Botschafter Mohammad

Saed Al-Sallal und Gattin

zum Empfang im Grand Hotel

in Wien.

S.E. Mohammad Saed Al-Sallal

FOTOS: SOCIETY/SCHIFFL, ULRICH

Kassym-Zhomart Tokayev und

das Botschafterehepaar

Die Receiving Line

KASACHSTAN: VERABSCHIEDUNG

Zum 19. Jahrestag der Aufnahme

diplomatischer Beziehungen mit

Österreich fand ein Empfang in

der Residenz unter Anwesenheit

des kasachischen Parlamentspräsidenten

Kassym-Zhomart Tokay-

OSZE-Botschafter Kairat

Abdrakhmanov und

I.E. Lidia Imanalieva

ev statt. Er ist auch Vizepräsident

(Kirgistan)

der Parlamentarischen Versammlung

der OSZE. Gleichzeitig war

dies Gelegenheit für Botschafter Yerzhan Kazykhanov und seine

Gattin Danara Kazykhanova, Abschied von Österreich zu feiern.

Sie gehen zurück nach Kasachstan.

S.E. Blomeyer-Bartenstein (Deutschland),

Dr. S.E. Andreas Alejandro Hopf Díaz (Mexiko), I.E. Eve-Külli

(Central Kala (Estland), Danube) Nuntius Peter Zurbriggen

Botschafter mit

Gattin

SOCIETY 1_11 | 53


DIPLOMATIE

EVENTS

HIGHLIGHTS VERANSTALTUNGEN

DER DIPLOMATIE Von Jänner bis März 2011

S.E. Alejandro Díaz (Mexiko),

S.E. William Eacho III (USA)

S.E. Bassam Sabbagh (Syrien),

S.E. Ali Al-Mansouri (UN Katar)

Botschafter James Brennan

und Gattin Jean Brennan

S.E. Frank Recker (Belgien), S.E.

Philippe Carré (Frankreich), S.E.

Jan Koukal (Tschechien)

IRLAND: SAINT PATRICK'S DAY

In der Residenz des irischen Botschafters feierte man traditionsgemäß den Saint Patrick'

Day. Der neue Botschafter S.E. James Brennan und seine Gattin Jean Brennan begrüßten

die zahlreich erschienenen Landsleute und Vertreter des Diplomatischen Corps.

INDONESIEN: MEETING

Zu einem Meeting im Hotel Marietta in Obertauern trafen sich der

indonesische Botschafter S.E. G.A. Wesaka Puja, der Honorarkonsul

von Indonesien für Kärnten Christian Bradach, Honorarkonsul von

Indonesien in Slowenien Arne Mislej und Spitzendiplomaten der

indonesischen Botschaft.

FOTOS: SOCIETY/SCHIFFL, BRADACH

S.E. Johnston F. Chizinga, Wirtschaftsrat

Lubasi Mungandi, Johann Kinast (Finanzministerium),

Heinz Messinger

S.E. Mahmoud Elamin (Sudan), S.E. Xolisa

Mfundiso Mabhongo (Südafrika)

SAMBIA: NEUER

BOTSCHAFTER

Honorarkonsul Heinz Messinger

lud die diplomatische Community

zu einem Empfang, um den neuen

Botschafter von Sambia, S.E.

Johnston F. Chizinga, willkommen

zu heißen. Botschafter Chizinga residiert

in Berlin und war anlässlich

der Überreichung seines Beglaubigungsschreiben

an Bundespräsident

Heinz Fischer in Wien zu Gast.

HK Christian Bradach, Wolfgang

Mackh (Marietta

Obertauern), S.E. Wesaka

Puja, HK Arne Mislej

54 | SOCIETY 1_11


LIFE UND STYLE

EINKAUFEN

Twin City Liner in Bratislava: Auch der

Schnellkatamaran Twin City Liner ist im

Programm von mycentrope.com

fasst die stattliche Einwohnerzahl von 15

Millionen Menschen.

***

Gemeinsamer Lebensraum

Was vor rund zehn Jahren zunächst

nur in den Köpfen visionärer Politiker als

völkerverbindendes Kerngebiet Mitteleuropas

existierte, wird von den Bewohnern

von Centrope inzwischen als faktisch existierender

gemeinsamer Lebensraum genutzt.

So realisieren in den Einkaufszentren

Wiens Ungarn ihre Wohnträume, Bratislava

ist nicht zuletzt dank der

Schnellschiff-Verbindung Twin City Liner

zu einem der beliebtesten Ausflugsziele

der Wienerinnen und Wiener geworden,

und am Semmering carven seit einigen

Jahren Tschechen und Slowaken in trauter

Vielsamkeit mit den Österreichern und

natürlich auch weiteren Mitgliedern der

mitteleuropäischen Völkerfamilie.

***

Informations- und Buchungsplattform

im World-Wide-Web

Die Homepage mycentrope.com möchte

das „Erlebnis ohne Grenzen“ vermitteln.

Auf der Website finden sich alle relevanten

Infos und Buchungs-Möglichkeiten für die

Gestaltung der Freizeit in der Vierländer-Region

Centrope. Mittels eines innovativen Filtersystems

kann jede Suche effizient auf die

persönlichen Freizeit-Interessen des Users

eingestellt werden. Zusätzlich gibt es auf mycentrope.com

stets spannende Gewinnspiele

und exklusive touristische Angebote, die

nur über mycentrope.com gebucht werden

können. Mycentrope.com ist somit auch eine

Gelegenheit für Wirtschaftstreibende in

den Ländern Slowakei, Tschechien, Ungarn

und Österreich, sich attraktiv in einem neuen

Medium einer bisher noch nicht ausreichend

gewürdigten Fokus-Gruppe, dem Centrope-Bewohner,

zu präsentieren.

Neue Web-Plattform mycentrope.com

Grenzenlose Freiheit

Ein Erlebnis ohne Grenzen vermittelt die innovative Website

mycentrope.com mit exklusiven touristischen Angeboten,

attraktiven Shopping-Tipps, tollen Gewinnspielen und Infos

über die 4-Länder-Region in Mitteleuropa.

GEWINNSPIEL

Jetzt registrieren und Twin-City-

Liner-Reise gewinnen!

Ungarn, Tschechen, Slowaken und

Österreicher haben gemeinsam, dass

sie alle Bewohner einer der wirtschafts-

und kulturstärksten Regionen Europas

namens Centrope sind. Diese geopolitische

Region Europas besteht im Kern

aus dem mährischen Raum, dem Umland

von Bratislava, dem westlichen Teil Ungarns

sowie aus Ostösterreich und um-

Entdecken Sie auf www.mycentrope.com die Vielfältigkeit

der 4-Länder- und 4-Völker-Region. Unter allen SOCIETY-

Lesern, die sich im Zeitraum Mai bis August 2011 registrieren,

wird eine Fahrt mit dem Twin City Liner für zwei Personen

verlost.

SOCIETY 1_11 | 55


WIRTSCHAFT

MOBILITÄT

Der neue Opel Ampera

Neue Mobilität

Die „ePioniere“

Alexander Struckl, Geschäftsführer von Opel Österreich,

spricht im SOCIETY-Interview über das Ende der Krise,

emissionsfreie Mobilität, Erdgasantrieb als Ladenhüter und

den Opel Ampera als richtungsweisendes Elektrofahrzeug.

Die weltweite Finanzkrise hat die Automobilhersteller

hart getroffen. Wie ist die

Situation jetzt? Ist die Krise überstanden?

Wir haben bei Opel sehr loyale und gute

Kunden, die unsere Produkte schätzen.

D. h. es gab unter unseren Kunden weniger

Diskussionen über den Fortbestand von

Opel als bei den Wirtschaftsinvestoren.

Heute sind wir auf einem sicheren Weg

nach vorne. Für Produktinvestitionen wurden

11,5 Milliarden Euro zur Verfügung gestellt.

Das beweist, dass es ein Commitment

für die Marke Opel gibt. Wir können

heute sagen, dass die große Restrukturierung

vorbei ist und wir in eine gesicherte

Zukunft gehen können.

Während der Krise hat Opel neue Modelle

auf den Markt gebracht und war mit dem

Opel Insignia auch „Auto des Jahres“. Wie

passt das zusammen?

Opel ist auf dem Produktsektor so stark

wie noch nie. In dieser Zeit haben wir einen

neuen Insignia, Meriva und Astra auf

den Markt gebracht. Bis 2015 wird jedes

Modell bei Opel vollständig erneuert sein.

In den vergangenen drei Jahren hatten

wir jedes Jahr ein Fahrzeug auf den ersten

drei Plätzen. Das ist nicht einmal VW gelungen.

Insignia war Nummer eins, Astra

Platz zwei, und jetzt Platz drei für den Meriva.

Das zeigt, was für ein Potential hinter

diesen Produkten steht. Die Fachjury ist ja

noch kritischer als der Kunde. Wenn die

Fachjury diese Fahrzeuge zu den Top Drei

Autos in Europa wählt, dann ermutigt das

uns in unserem täglichen Tun und motiviert

uns.

Wie sieht es beim Thema emissionsfreie

Mobilität aus? Kann Opel hier mitziehen?

Wir haben hier mit dem Opel Ampera,

der 2011 auf dem Markt kommt,

ein ehrgeiziges Projekt vor uns. Es zeigt

sich, dass die Krise vorbei ist, denn selbst

in so einer kritischen Technologie wie

dem Elektrofahrzeug sind wir sehr weit

vorne. Wir sind ziemlich sicher, dass wir

nahezu führend sind in der Batterie-

56 | SOCIETY 1_11

Energie aus der Steckdose


Ein Elektroauto mit Alltagstauglichkeit

technologie.

Was ist das Besondere am Opel Ampera?

Der Ampera ist ein Elektrofahrzeug

mit Range Extender, d.h. es gibt einen

eingebauten Verbrennungsmotor zum

Nachladen der Batterien. Das Fahrzeug

hat achtzig Kilometer reine elektrische

Reichweite, und mit einer Tankfüllung

kommen Sie noch fünfhundert Kilometer

weiter.

Elektroautos sind momentan noch sehr

teuer. Wie sieht es mit der Kundenakzeptanz

aus, so viel Geld auszugeben?

Der Opel Ampera ist derzeit das einzige

alltagstaugliche Elektrofahrzeug mit

einem richtigen Kofferraum und fünf Sitzen.

Der Preis ist relativ zu sehen. Der

Opel Ampera wird mit 42.900 Euro angeboten.

Es gibt eine Masse, die durchaus bereit

ist, so einen Preis zu bezahlen. Bei diesem

Fahrzeug gibt es auch andere

Haltekosten, weil Sie das Fahrzeug über

den Strompreis billiger betreiben können.

Gegenrechnungen von Professoren

in Deutschland besagen, dass die Kosten

von Elektrofahrzeugen in Summe über

die gesamte Laufzeit ungefähr gleich

groß sind wie bei konventionellen Fahrzeugen.

Der größte Wert ist nach wie vor

die Batterie. Wir möchten hier ein sehr

ehrgeiziges Projekt verfolgen, bei dem

die Batterie, wenn sie nicht mehr für den

Fahrzeugbetrieb geeignet ist, für Notstromaggregate

weiterverwendet werden

kann.

Wie schätzen Sie die Zukunft des Elektroautos

generell ein?

Wir sind hier am Beginn einer Entwicklung.

Eines ist sicher: Das Elektrofahrzeug

wird die Zukunft sein. Die langfristige

Aufgabe ist es aber nicht, ein

Elektrofahrzeug zu bauen, sondern eine

emissionsfreie Mobilität zu gewährleisten.

Das ist der springende Punkt: Es

gibt ja auch noch andere Modelle wie die

Wasserstofffahrzeuge bzw. die Brennstoffzellenfahrzeuge.

Derzeit sehen wir

aber bei einem Elektrofahrzeug mit Range

Extender die sinnvollste Variante für

unsere Kunden, hier individuelle Mobilität

so abgasarm wie möglich abzubilden.

Derzeit können wir gar nicht so viele

Elektrofahrzeuge bauen, wie wir

Nachfrage haben.

Wie viele Elektrofahrzeuge werden verkauft?

Rund 300 Fahrzeuge pro Jahr. Das

sind „Early Adopters“ – wir haben eine

Internetseite, wo sich Personen oder Firmen

registrieren können, die sich besonders

für den Ampera interessieren.

Wir nennen sie die „ePioniere“. Wir haben

ungefähr fünfzig Prozent Firmen

und fünfzig Prozent Privatkunden. Die

Privatkunden setzen sich aus den unterschiedlichsten

Milieus und Hintergründen

zusammen. Das sind Vordenker,

Techniker, Ärzte, und viele andere… ein

CURRICULUM VITAE

Mag. Alexander Struckl

ist am 12. Mai 1970 in

Bruck/Mur geboren.

Nach dem Studium der

Betriebswirtschaft an

der Karl Franzens Universität

Graz stieg er als

Controller bei Opel

Österreich ein. Weitere

Karrierestationen waren

Interner Revisor bei Opel Österreich, Financial Analyst bei

GM Europe in Zürich, Leiter des Produktmanagements, Distriktleiter

im Verkauf, Business Unit Manager bei Saab

Österreich und Verkaufsdirektor. Seit 2010 ist er Geschäftsführer

von Opel Österreich in Wien. Alexander Struckl lebt

in einer Beziehung und hat eine Tochter.

großes Spektrum an Leuten. Das hat uns

überrascht.

Autos haben immer mehr computerunterstützte

Steuerungen. Welche Innovationen

gibt es da? Was kommt Neues?

Die Unterstützungen sind vielfältig.

Neben Parksensoren gibt es schon den

Spurhalteassistent, der darauf achtet,

dass man in der Spur bleibt, oder die Verkehrsschilderkennung

„Opel Eye“. Es

wird Warner geben für zu knappen Abstand

zum Vorfahrer. Die Entwicklung

wird weitergehen bis zur Infraroterkennung

von Personen in der Nacht. Es sind

oft nur kleine Innovationen, die den

großen Unterschied ausmachen, z. B.

beim „AFL+“, wo es ein zusätzliches Licht

zur besseren Ausleuchtung in Kreuzungssituationen

gibt und fünfzehn verschiedene

Situationsmodelle, wie das

Licht reagiert. Der Trend zu Fahrerunterstützungssystemen

ist unaufhaltbar.

Wie sieht es mit erdgasbetriebenen

Autos aus? Die sind ja in Österreich nicht

sehr weit verbreitet.

Interessanterweise hat sich das nicht

durchgesetzt. Wir haben um das Jahr

2000 sehr viel in dieses Thema investiert,

waren einer der ersten auf diesem

Gebiet, und haben nach wie vor Autos

im Angebot mit Combo und Zafira. Erdgas

ist eine attraktive und vernünftige

Form der Antriebsart. Es gibt mittlerweile

165 Tankstellen in Österreich. Aber es

wurde nur wenig von den Kunden angenommen

– obwohl die Gaswirtschaft,

die Industrie und die Tankstellenwirtschaft

dies unterstützt. Wir werden

weiterhin Erdgasfahrzeuge anbieten und

hoffen, dass das Interesse steigt.

Konventionelle Motoren werden auch

immer schlanker mit weniger Verbrauch

und Schadstoffausstoß. Wie schätzen Sie

die Entwicklung ein? Werden die Verbrennungsmotoren

plötzlich vom Elektromotor

verdrängt werden?

Wir werden noch lange mit diesen

Motoren leben, denn da gibt es nach wie

vor Potential. Diese Motoren werden kleiner

werden, noch kompakter und effizienter,

aber auch eine geringere Leistung

bringen. Wir machen alles, um die

Effizienz so hoch wie möglich zu halten

und die Energie so wenig wie möglich in

Wärme und so viel wie möglich in Kraft

umzusetzen.

SOCIETY 1_11 | 57


WIRTSCHAFT

SICHERHEIT

Commercial Services Agency Ltd

Brands for the future:

AKDdocuments – AKDcard –

AKDsecurity printing

In order to accomplish the best achievements possible in safety and security that comply with

international regulations, AKD (Commercial Services Agency Ltd) created the preconditions

for product and service development offering a complete range of solutions based on

technological progress and specific market requests.

Agencija za komercijalnu djelatnost

d.o.o. (Commercial Services Agency

Ltd), or AKD, from Zagreb is a company

with high-tech equipment specialising

in manufacturing documents, smart cards

and high-security printed matter. All business

processes take place under strictly

controlled and supervised conditions, so

the possibility of abuse is reduced to an absolute

minimum. This is confirmed by

many international certifications and standards

which the company holds and complies

with - MasterCard, ISO 27001, ISO

14001, ISO 9001, digital tachograph – but

also by the new Visa certificate for the personalization

of banking cards. AKD is the

only company in the Republic of Croatia

(outside the banking sector) that owns

both certificates and can offer its production

capacity for the personalization of all

types of banking cards on the market.

***

AKDdocuments

On the Government market, the company

produces – under the AKDdocuments

brand – personal ID and public documents

with the highest degree of security whose

authenticity must be beyond any doubt.

AKD, as a specialised company, has guaranteed

the maximum security of documents

produced since 1991, when the company

was founded by the Croatian Government

with the purpose of producing the first

passport and ID card for Croatian citizens.

In 2009, within a short six-month project,

AKD managed to create a brand new biometric

2nd generation e-passport for Croatian

citizens with regard to design, technology

and security in accordance with

58 | SOCIETY 1_11


international rules and regulations in the

field of identification documents. A biometric

passport is a public travel document

that contains an electronic data

medium – a contactless chip, incorporated

within a passport that is used for storage of

the holder’s biometric data –, a face image

and 2 fingerprints, which provides higher

security against fraudulent abuse and

unauthorised modifications and improves

the security of national borders while allowing

for a fast check of passport holders

entering the country. To all states that engage

in the modernisation of their national

system of electronic records with an emphasis

on e-travel documents, AKD can

offer, thanks to the experience gained during

the e-passport project, consulting services

in the process of introducing biometric

passports, the design and integration of

the optimal solution for data collection,

the latest equipment to produce biometric

passports with a chip in the cover page or

polycarbonate page as well as developed

LDS structure and its own software for the

integrated management of production

(squID). As part of its brand, AKD integrates

a full range of security devices of the

highest degree and brings together

renowned suppliers. AKD also has a very

successful collaboration with Austrian

State Printing House (OeSD) in Vienna.

This cross-border collaboration with OeSD

is in the field of the new biometric e-passport

and visa for Croatia.

In addition to the e-passport, AKD can

offer an electronic ID card and establish a

AKD: THE FACTS

1898 foundation of the "RoÏankowsky i drug" print

shop

1947 company name changed to "Ognjen Prica" –develops

into one of the largest printing houses in

this part of Europe by the end of the 60s

1991 AKD takes up business related to the first passports

for Croatian citizens

2000 ID card for Croatian citizens – beginning of the

thermoplastic card program

2009 digital tachograph in Croatia, participation in the

implementation of an e-health system in Macedonia,

biometric 2 nd generation e-passports for

Croatian citizens

system for its issuance, as well as other documents

and systems such as: e-visa, e-drivers

or e-driving licenses, digital tachograph,

e-health cards, e-student cards and

others. In addition to the complete dominance

in this segment on the domestic

market, AKD, through its own company Indicium

doel, is participating in the implementation

of e-health system in Macedonia

and notes a breakthrough in the regional

markets with its solution of e-tachograph.

The use of digital tachograph is mandatory

for all EU members and has been accepted

by the Republic of Croatia as a signatory

to the International Convention on road

traffic (AETR). The basis of the digital

tachograph system is software used by all

members of the digital tachograph system

in the EU and personalised smart

cards with all relevant data necessary to

record working time and attendance for

each card holder individually, whose main

purpose is the prevention of data manipulation

and counterfeiting. The data inside

the chip are encrypted in order to secure

and maintain the integrity of records on a

smart card as well as on a digital tachograph.

All countries that have implemented

a system of digital tachographs are

linked together in a unique information

network for faster verification of issued

cards and submitted card applications. In

addition to personalised cards for drivers,

AKD produces three other types of cards: a

transport company card, an inspection authority

card and a workshop card.

***

AKDcard

The portfolio of products under the AKDcard

brand includes a wide range of card

products. The technological line for card

production and individualisation is very

extensive, and most of it deals with the production

of smart cards with integrated solutions

for the needs of different sectors such

as the already mentioned public sector, financial

and banking, healthcare, telecommunications,

energy, sports, social, commercial

and other areas where quality and

improving business involves the use of such

card. In its Smartcard facility, AKD creates

and personalises Scratch Offs, SIM, polycarbonate

and PC cards with applied contact or

contactless chip, magnetic strips, control

numbers, bar codes or any other kind of security

features and document protection

the client requires, Such a solution is either

based on certain standards or proposed by

an assessment team of AKD.

***

AKDsecurity

In addition, the AKDsecurity brand focuses

on security printing products intended

for a wider market with the primary

purpose of combating the growing

phenomenon of counterfeiting. Recognized

due to its offer of exceptional highsecurity

& technological design solutions,

AKD stands out in the market as a company

that seeks to protect the brand. “AKD is

a brand – a brand means security”- with

this slogan, AKD represents itself to companies

which want to protect their products.

New biometric 2nd generation

e-passport for

Croatian citizens

INFO

AGENCIJA ZA KOMERCIJALNU DJELATNOST

Savska cesta 31

10000 Zagreb, Hrvatska

www.akd.hr

SOCIETY 1_11 | 59


WIRTSCHAFT

INTERVIEW

Neues Hotel in Wien

„Ein Geschenk an die Stadt“

William Haandrikman ist Hoteldirektor des neu eröffneten Sofitel Vienna Stephansdom. Im

SOCIETY-Interview spricht er über moderne Architektur, die Erwartungen der Gäste und warum

er seine Mitarbeiter „Ambassadors“ nennt.

Sie sind Direktor des neuen Sofitel Vienna

Stephansdom. Wie ist es dazu gekommen?

Ich arbeite seit 18 Jahren beim Hotelkonzern

Accor, habe in Brüssel angefangen

und war danach in New York, Moskau, Amsterdam,

Den Haag und zuletzt in Paris. Accor

hat mich gefragt, ob ich in Wien das

neue Flagship von Sofitel eröffnen möchte

– das war natürlich ein verlockendes Angebot.

Deshalb bin ich nach Wien umgezogen,

um dieses Hotel zu führen. Es ist

auch das erste Mal, dass ich in Wien bin.

Was fasziniert Sie am Hotelgewerbe?

Dass jeder Kunde verschieden ist und

ein anderes Service haben möchte. Mein

Ziel ist es, die Erwartungen jedes Kunden

zu übertreffen.

Welche Kunden haben Sie hier in Wien?

Der Kundenkreis besteht fünfzig zu

fünfzig aus Businessgästen und Freizeittouristen.

Wien ist für beide eine sehr attraktive

Stadt, auch die Verbindung von

Business und Freizeit ist möglich, z. B.

mit einer Verlängerung ins Wochenende.

Wir sind ein modernes Haus und haben

deshalb ein anderes Publikum als traditionelle

Hotels.

Die Architektur von Jean Nouvel spielt

hier eine große Rolle. Was bietet sie den Gästen?

Unsere Gäste lieben Architektur und

Kunst und wollen in einem unvergleichlichen

Hotel wohnen, in einem so genannten

„Destination Hotel“, d. h. sie

kommen schon allein wegen des Hotels

und seiner Architektur zu uns. Hier findet

man Dinge, die es sonst nicht gibt: Alle unsere

Zimmer haben handgemalte Kunstwerke

an den Wänden; es gibt drei jeweils

2.000 Quadratmeter große so genannte

Lichtdecken in verschiedenen Stockwerken;

wir haben eine grüne, fünf Stockwerke

hohe Wand mit 2.000 Pflanzen; die

Zimmer sind durchgestylt und in

Schwarz, Grau oder Weiß gehalten, alles,

was man hier anfasst, ist Kunst. Unser Motto

ist daher auch „living in an artwork“.

Wie gefällt Ihnen persönlich das Gebäude?

Atemberaubende Aussicht - das Restaurant

im 18. Stockwerk

„Mein Ziel ist es, die Erwartungen

jedes Kunden zu übertreffen.“

WILLIAM HAANDRIKMAN

Mir gefällt es sehr gut, weil Wien jetzt

eine Metropole geworden ist – das sagen

auch viele unserer Gäste. Das Gebäude

bringt eine andere Atmosphäre, es ist ein

Geschenk an die Stadt. Das ist uns sehr

wichtig. Jean Nouvel hat ein Gebäude

kreiert, in dem es Anknüpfungspunkte

zum Stephansdom gibt: Das Dach des

Stephansdoms ist schwarz-grau-weiß, unsere

Fassade ist ebenfalls schwarz-grauweiß,

die Zimmer sind entweder schwarz,

grau oder weiß. Viele kleine Details sind

Zitate zur Architektur des Stephansdoms.

Entlang des Donaukanals sind in den

vergangenen Jahren verschiedene markante

Gebäude entstanden. Wie fügt sich das in

das Bild?

60 | SOCIETY 1_11


Der zweite Bezirk von Wien verändert

sich, wird moderner. Die Stadt Wien bemüht

sich sehr, auch zeitgemäß zu werden.

„Sisi“ und das Traditionelle ist für

Wien natürlich sehr wichtig, aber die

moderne Schiene, moderne Architektur,

gewinnt an Bedeutung.

Welchen Eindruck haben Sie von Wien

gewonnen?

Wien ist eine sehr schöne Stadt mit

gemütlichen Menschen. Was ich hier liebe,

ist die gute Ess- und Trinkkultur. Das

finde ich ganz toll. Die Lebensqualität ist

gut, der öffentliche Verkehr ist fantastisch.

Ich würde sagen: Der Wiener liebt

es zu leben.

Was bietet das Hotel außer Architektur

sonst noch?

Im Mezzanin gibt es einen Businesscorner.

Für Konferenzen haben wir neun

Medienräume zur Verfügung. Wir bieten

ein Spa mit 800 Quadratmetern, das

größte Hotelspa in Wien, mit verschiedenen

Behandlungen zum Relaxen.

Das Restaurant und die Bar im 18. Stock

mit der atemberaubenden Aussicht auf die

Stadt sind für Wien etwas Besonderes. Kann

hier jeder auf einen Drink kommen?

Ich möchte, dass möglichst viele Wiener

diese Aussicht genießen können.

Das ist ein Blick auf Wien, den es vorher

so noch nicht gegeben hat. Jeder kann

kommen, um einen Kaffee zu trinken –

wir sind zwar kein traditionelles Kaffeehaus,

aber wir haben eine eigene Kaffeemischung

kreiert mit dem Café Altwien,

einem traditionellen Wiener Kaffeehaus,

um eine Verbindung mit der Kaffeehauskultur

herzustellen. Wer ins Restaurant

kommt, kann unser Valet Parking Service

benutzen, also einfach vorfahren,

Schlüssel abgeben und genießen. Das

Spa wird ab April auch für Tagesgäste offen

sein.

Was wird im Restaurant serviert?

Im Restaurant haben wir eine sehr

leichte französische Küche. Früher war

die französische Küche sehr opulent,

mit acht Gängen – das ist zu viel. Unser

Chefkoch Raphael Dworak hat etwas

Leichtes kreiert, z. B. Seebarsch mit

Austern, Froschschenkel etc., Produkte,

die sehr hochwertig sind. Wir kaufen

auch regionale Produkte, z. B. aus dem

Burgenland und der Steiermark, wo wir

kleine Bauern gefunden haben, die

phantastische Waren anbieten. Auch

hier wollen wir den ‚Link‘ mit dem Land

und der Region finden. Wir sind hier mit

dem Hotel in Österreich zu Gast, und die

Leute sollen das genießen.

Und die Weine?

„Living in an artwork“ - gestylte

Zimmer ganz in Weiß

Wir haben 75 Prozent österreichische

Weine. Im Weinkühlschrank im Restaurant

Le Loft lagern 800 Flaschen. Unser

Sommelier hat eine gute Karte zusammengestellt.

Der Haus-Champagner

– wir haben Gosset ausgewählt – ist aber

natürlich französisch, weil wir ein französisches

Unternehmen sind.

Was findet der Besucher hier noch im

Gebäude?

Wir haben in einem Teil des Hauses

auf drei Stockwerken 37 Shops für Wohnen

und Design.

CURRICULUM VITAE

William Haandrikman

hat 1992 bei Accor in

Brüssel seine Hotellaufbahn

begonnen. Er stieg

– nach Stationen in Berlin

und Moskau – 1999

zum Hoteldirektor im

Ibis Amsterdam Airport

auf. Von da an hat er das

Novotel New York, das

Sofitel Den Haag und das Sofitel La Defense Paris gemanagt.

Seit Mai 2010 ist er für das neue Sofitel Wien

Stephansdom mit 182 Zimmern verantwortlich. Das Hotel

wurde Mitte Dezember 2010 eröffnet.

Welches Ziel haben Sie sich für das Sofitel

Stephansdom gesetzt?

Unser Ziel ist es, eine Referenz im

Luxusbereich in Wien zu werden, aber

einen anderen Weg zu gehen als traditionelle

Hotels, und auf diese Weise der

Stadt etwas zu geben, was es noch nicht

gibt. Die Mitarbeiter des Hotels, d. h.

unsere Ambassadors, sollen stolz sein

können auf das Produkt, damit sie dem

Kunden gerade in die Augen sehen können.

Wie führen Sie als Manager Ihr Team?

Halten Sie sich an bestimmte Prinzipien?

Ich sage zu den Ambassadors immer,

wir arbeiten zusammen, sind im selben

Boot und müssen alle in dieselbe Richtung

gehen. Ich bin auch nicht der „Herr

Direktor Haandrikman“ sondern mein

Name ist William. Miteinander sprechen

ist wichtig: Ich bin sehr aufgeschlossen

und möchte immer erfahren, was unsere

Ambassadors besser machen würden.

Denn ich weiß auch nicht alles. Wir

müssen zusammenarbeiten, um die richtigen

Schritte zu setzen, damit der Kunde

sich wohl fühlt. Es geht darum, dass

wir die Erwartungen des Kunden nicht

nur erfüllen sondern übertreffen.

Was ist Ihr Erfolgsrezept?

Mein Erfolg ist, dass ich immer versuche,

mit den Ambassadors gemeinsam

Ziele zu setzen und zu erreichen – das

kann man niemals allein. Sehr wichtig

ist, dass das ganze Team dahinter steht.

Von Oben kommt die große Linie, aber

im Detail müssen die Ambassadors die

Arbeit machen. Jeder ist auf den anderen

angewiesen. Und wir sind alle nur Menschen.

Tauchen ist Ihre große Leidenschaft.

Was reizt Sie daran?

Das Faszinierende beim Tauchen ist,

dass man viel reisen kann, wenn man

schöne Tauchplätze besuchen will. Es

ist eine Leidenschaft von meiner Frau

und mir. Wir lieben die kleinen Details,

zum Beispiel die kleinen Fische finde ich

schöner als die großen.

SOCIETY 1_11 | 61


WISSENSCHAFT

KOLUMNE

Kolumne von HERBERT PIETSCHMANN

Ganzheit und Widerspruch

Experiment, Analyse und logisches Denken haben die Naturwissenschaft erfolgreich

gemacht. Doch will der Mensch ‚ganz‘ und glücklich sein, muss er Widersprüche

zulassen, sonst ist er ein „totes Objekt“.

Durch die Entwicklung der Naturwissenschaft

im 17. Jahrhundert

hat das Abendland in wissenschaftlich-technischer,

aber auch wirtschaftlicher

Entwicklung die Führungsrolle

übernommen. Erstaunlich

und kaum fassbar sind die Erfolge, die

uns unvorhersehbare Möglichkeiten gebracht

haben. Dabei ist aber übersehen

worden, dass diese Entwicklungen einen

Preis gehabt haben; der Mensch

mit seinen eigenen Sehnsüchten und

Problemen ist dabei immer mehr in

den Hintergrund geschoben worden.

Schon Albert Einstein schrieb – im höheren

Alter – an Hermann Broch, dessen

Buch über Vergil er gelesen hatte:

„Es zeigt mir das Buch deutlich, vor

was ich geflohen bin, als ich mich mit

Haut und Haar der Wissenschaft verschrieb:

Flucht vom Ich und Wir in

das Es.“

***

Galilei, Descartes und Aristoteles

Heute scheint sich eine Ernüchterung

durchzusetzen, die wieder auf

spezifisch menschliche Bedürfnisse

Rücksicht nehmen will. Um diese

hintergründigen Prozesse zu verstehen,

müssen wir uns ansehen, auf welche

Art die Naturwissenschaft und ihre

Tochter, die Technik, ihre Erfolge eingefahren

haben. Zwei Säulen sind es,

auf denen naturwissenschaftliches

Denken und Handeln aufbaut: Das Experiment

von Galilei und das zerlegende

Analysieren von Descartes. Zusammen

mit der dritten Säule, der

Logik des Aristoteles, die immer Entweder-Oder

fordert, bilden sie unseren

Denkrahmen, der all unseren Entscheidungen

vorausgesetzt ist.

Im Geiste des Galileischen Experimentes

verlangen wir, alles was messbar

ist zu messen! Im Geiste der Descarteschen

Analyse zerlegen wir jedes

Problem immer weiter, bis die Teile so

einfach sind, dass wir sie beschreiben

und für alle Vorgänge einfache Ursachen

finden können. Und im Geiste der

Phänomenologie der Naturwissenschaft.

Ibera Verlag Wien 2007).

Die Atomisierung der Gesellschaft.

Ibera Verlag Wien 2009).

CURRICULUM VITAE

HERBERT PIETSCHMANN ist

Emeritus am Institut für theoretische

Physik der Universität

Wien und Buchautor. Er studierte

an der Universität Wien Mathematik

und Physik. 1966

schrieb er seine Habilitation in

theoretischer Physik an der Universität

Wien und Göteborg. Danach

verbrachte er Forschungsjahre in Genf (CERN), Virginia

(USA), Göteborg (Schweden) und Bonn (Deutschland).

Pietschmann unternahm Vortragsreisen in Europa, USA, im

Nahen Osten, Japan und China. Er ist korrespondierendes

Mitglied der Österreichischen Akademie der Wissenschaften

und der Wiener Internationalen Akademie für Ganzheitsmedizin

sowie Mitglied der New York Academy of Science

und Fellow der World Innovation Foundation.

Weitere Informationen finden Sie unter

http://homepage.univie.ac.at/herbert.pietschmann/

Logik sehen wir jeden Widerspruch als

Fehler an, der zu eliminieren ist.

Zusammengefasst stellt sich unser

Denkrahmen also so dar:

Alles was messbar ist messen!

Alles in seine kleinsten Teile zerlegen

und Ursachen finden!

Alle Widersprüche eliminieren!

***

Die wesentlichen Widersprüche

Einer der wichtigsten dieser wesentlichen

Widersprüche ist wohl der

zwischen Individuum und Gemeinschaft.

Übergewicht der einen Seite

führt zum Egoismus, Übergewicht der

anderen zum Altruismus. Nur eine ausgewogene

Balance, eine Gratwanderung

zwischen den beiden Extremen

kann ein Menschenleben glücken lassen.

Ein weiterer ist der Widerspruch

zwischen Sein und Werden (oder Bewahren

und Erneuern). Übergewicht

der einen Seite führt in die Erstarrung,

der anderen Seite in den Identitätsverlust.

Auch hier ist eine Balance Ziel des

Lebensweges.

Nur wer versucht, diese und viele

andere Widersprüche in sich zu vereinen,

wird jene Ganzheit erlangen, die

Ziel jedes reifen Menschen sein sollte.

Aber nicht nur individuell, auch in der

Gemeinschaft gibt es viele solche

Widersprüche. Der Widerspruch zwischen

Ökonomie und Ökologie ist einer

der offensichtlichsten, die zur Balance

zu bringen sind.

Die Entfremdung des Menschen von

der Natur, der er entstammt und deren

Teil er ist, macht uns zunehmend Sorgen.

Der Mensch ist sowohl Kind der

Natur, als auch ihr Meister, weil er sie

verändern, ja auch zerstören kann. So

müssen wir die erwähnten, aber auch

noch manche andere Widersprüche

ernst nehmen und uns der Herausforderung

stellen, sie zur Balance zu bringen.

Damit nähern wir uns auch jener

angesprochenen Ganzheit, die erst ein

menschliches Leben glücken lässt.

62 | SOCIETY 1_11


WIRTSCHAFT

RECHT

Neue Rahmenbedingungen für Investoren

Kroatiens langer

Weg zum Erfolg

Kurz vor der Jubiläumsfeier zur Unabhängigkeitserklärung

der Republika Hrvatska vor 20 Jahren wird die Freude im

Land überschattet von den täglichen Berichten über Demonstrationen.

Ivan Cuk

Dzevad Mujezinovic

Die Demonstranten fordern den Rücktritt

der Regierung. Bei vielen spielt

Enttäuschung mit. Nun ist es wichtig

sich zu erinnern, wie steinig der bisherige

Weg war und wie viele Erfolge gerade in

den letzten Jahren erzielt wurden.

Kroatien ist heute Mitglied der NATO

und des Mitteleuropäischen Freihandelsabkommens

CEFTA. Kroatien ist nach Slowenien

eines der wenigen Länder des ehemaligen

Jugoslawiens, welches sich der

Mitgliedschaft der Europäischen Union

zunehmend annähert, sodass hochrangige

EU-Diplomaten den EU-Beitritt Kroatiens

in den nächsten zwei Jahren für sehr wahrscheinlich

halten. Staatspräsident Prof. Ivo

Josipovic gilt als moralische Autorität des

Landes.

Die Präsidentschaft des mächtigen

Staatsgründers Franjo Tudjman war in

den 90-er Jahren geprägt von den Wirren

des Krieges und des darauf folgenden

Wechsels in das kapitalistische Wirtschaftssystem.

Viele Probleme von heute

stammen aus jener Zeit.

***

Politischer Wandel

Erst nach dem Jahr 2000 vollzog die sozial-liberale

Koalition einen vollständigen

Wandel zur parlamentarischen Demokratie.

Erste ausländische Investitionen, insbesondere

Privatisierungen im Banken-, Energie-,

Pharma- und Telekommunikationssektor

kurbelten zunächst das Wirtschaftswachstum

an. Doch die weltweite

Finanz- und Wirtschaftskrise hat auch Kroatien

nicht verschont. Sie offenbarte die

Schwächen der kroatischen Wirtschaft:

Sozialer Frieden auf Staatskosten, ein zu

hohes Staatsdefizit, Wirtschaftskorruption

und Vetternwirtschaft. Die mangelnde

Rechtssicherheit ist der entscheidende

DIE AUTOREN

Ivan Cuk

Rechtsanwalt bei

Vukmir & Associates Law Firm (Zagreb)

Mitglied der von LANSKY, GANZGER + Partner

initiierten Anwaltsallianz “LGP Legal Solutions”

office@lgp-legalsolutions.com

www.vukmir.net

Dzevad Mujezinovic

Juristischer Mitarbeiter bei

LANSKY, GANZGER + Partner Rechtsanwälte (Wien)

Geschäftsführer der Anwaltsallianz „LGP Legal Solutions“

office@lgp-legalsolutions.com

www.lansky.at

Schwachpunkt für Investitionen. Das kroatische

Rechtssystem ist mittlerweile weitgehend

an die EU-Normen angeglichen,

doch der gewünschte Standard ist noch

nicht erreicht. Der letzte Bericht der Europäischen

Kommission bestätigt zwar signifikante

Fortschritte in den Verhandlungen,

er zeigt allerdings auch, dass im

Bereich der Justizreform noch Aufholbedarf

besteht. Anschauliche Beispiele hierfür

sind das Gerichtswesen und die große

Zahl der unabgeschlossenen Gerichtsverfahren

(785.561 offene Gerichtsverfahren).

***

Investitionen & Anreize

Der Regierung gelang bislang nicht,

das Land auch wirtschaftlich auf Kurs zu

bringen. Das Land benötigt dringend ausländische

Investitionen, da fast ein Fünftel

der Kroaten arbeitslos ist. Kroatien hat

deshalb günstige Rahmenbedingungen zur

Förderung und Schaffung zahlreicher Anreize

für neue Investoren geschaffen. In

verschiedenen Bereichen soll unternehmerisches

Handeln privilegiert werden,

insbesondere in den neu geschaffenen

Technologie- und Biotechnologieparks. Es

soll Steuervergünstigungen, allgemeine

steuerliche Anreize in Form von Reduzierung

oder gänzliche Befreiung von Steuerzahlungen

und andere Anreize in Gebieten,

die wirtschaftlich unterentwickelt

sind oder durch den Krieg zerstört wurden,

geben. Zum anderen zahlt der Staat

Zuschüsse für Schulungen von Mitarbeitern

und für wissenschaftliche Forschung

und experimentelle Entwicklung.

Das Land verfügt über eine gute geographische

Lage, sowie Infrastruktur. Aktuell

bestehen zahlreiche neue Infrastrukturprojekte,

wie z. B. die Errichtung eines neuen

Terminals am Flughafen Zagreb. Die Regierung

arbeitet an neuen Energieprojekten,

die mit Beteiligungen von ausländischen Investoren

umgesetzt werden sollen und der

Schiffsbausektor wird privatisiert. In der

Metallindustrie ist die Privatisierung der

Stahlwerke in Split hervorzuheben, sowie

das Leichtmetall-Werk (TLM) in Sibenik.

Außerdem bieten Tourismus (Bau neuer

Hotels, Resorts und Golfplätze), Landwirtschaft,

Holz-, Chemie- und Lebensmittelindustrie

weitere interessante Möglichkeiten.

Die EU besteht nach einem Lernprozess

auf der Erfüllung sämtlicher Auflagen,

bevor ein Termin für das Ende der Aufnahmegespräche

bekanntgegeben wird.

Unabhängig von den anstehenden Parlamentswahlen

im November wird der EU-

Beitritt Kroatiens voraussichtlich 2013

stattfinden. Darauf dürfen sich dann alle

freuen: Kroatien und die Investoren.

SOCIETY 1_11 | 63


WIRTSCHAFT

SOFTWARE

Gebrauchte Software

Sparen leicht gemacht

Immer mehr Unternehmen setzen auf den An- und Verkauf gebrauchter Software. Mag.

Stefan Tauchhammer, Inhaber von Tauchhammer Trade, spricht mit SOCIETY über

diesen neuen Trend.

Was genau bedeutet der Handel mit „gebrauchter

Software“?

Es gibt zunehmend die Entwicklung,

dass Unternehmen aus Kostengründen gebrauchte

Software kaufen oder ihre Software,

die sie nicht mehr benötigen, verkaufen.

Dabei können sie ihre alte Software

auch in Zahlung für den Kauf der neuen

nehmen. Eine absolute Win-win-Situation.

Die offizielle Bezeichnung dafür ist „Software

Remarketing“. Diese Entwicklung

gibt es schon mehrere Jahre in den USA

und Deutschland, in Österreich ist sie erst

im Kommen. Zum Beispiel hat der Flughafen

München gebrauchte Software in einem

sechsstelligen Bereich gekauft und damit

Millionen Euro gespart. Doch auch

wesentlich kleinere Firmen können davon

profitieren, wenn sie auf gebrauchte Software

setzen.

Warum sollten Unternehmen ihre gebrauchte

Software verkaufen?

Den meisten Unternehmen ist nicht bewusst,

dass sie ihre nicht mehr verwendete

Software wieder verkaufen und damit

stille Reserven erschließen können. Bei

größeren Mengen Software können da

durchaus hohe Beträge anfallen. Ich schätze,

dass jedes Jahr alleine in Österreich

Software im Wert von mehreren Millionen

Euro durch Nichtwissen entsorgt wird.

Das ist sehr schade, da die gebrauchte

Software in vielen Fällen auch für den Ankauf

neuer Software in Zahlung genommen

werden kann. Dies ist aber natürlich

keine Bedingung.

Warum ist es sinnvoll, gebrauchte Software

kaufen?

Der wesentliche und wichtigste

Grund ist, dass hier massiv Kosten eingespart

werden können. Gebrauchte Software

kostet bis zu fünfzig Prozent weniger

als neue, manchmal sogar noch

weniger. Jeder, der selbst ein Unternehmen

betreibt, weiß, welch hohe IT-Kosten

anfallen können.

Ein weiterer positiver Effekt ist, dass

auch ältere Softwarepakete gekauft werden

können. Dies ist von Vorteil, wenn

die Firmen ältere PCs im Einsatz haben

„In jedem Unternehmen

schlummert ungenütztes Softwarekapital.“

STEFAN TAUCHHAMMER

und nicht mehr mit aktueller Software

betrieben werden können. Häufig wird

auch nicht der volle Funktionsumfang

der neuen und viel teureren Office-Suiten

benötigt.

Welche Software kann verkauft bzw. gekauft

werden?

Es besteht ein Markt für die Software der

größeren Hersteller wie z. B. Microsoft, Adobe,

SAP, Citrix und einige andere.

Welche Firmen können gebrauchte Software

einsetzen?

Prinzipiell alle, die Kosten sparen möchten,

egal ob klein oder groß. Der An- und

Verkauf gebrauchter Software zahlt sich

schon bei geringen Mengen aus. Firmen aller

Branchen können bei einem breiten

Spektrum an Software fündig werden.

Das klingt ja schon fast zu gut, um wahr

zu sein. Wo ist der Haken?

Bei so genannten Volumenlizenzen ist

es wichtig, die Verträge mit den Herstellern

genau zu überprüfen. Dies wird von

uns selbstverständlich durchgeführt.

Ist es legal, gebrauchte Software zu kaufen

bzw. zu verkaufen?

Dies hängt ganz von den Softwarebestimmungen

der Hersteller ab. Generell

führe ich nur An- und Verkäufe durch, wo

dies durch den Hersteller auch offiziell

unterstützt wird.

Was empfehlen Sie unseren Lesern, die

nun gerne ihre Software verkaufen bzw. gebrauchte

anschaffen möchten?

Am besten wäre es hier, in Zusammenarbeit

mit der IT-Abteilung eine Liste von

der zu verkaufenden bzw. gefragten Software

zu erstellen und uns zu schicken. Sie

können uns aber auch unverbindlich anrufen

und über die Einsparpotentiale und

den Ablauf sprechen.

SOCIETY-TIPP

Überprüfen Sie Ihre Softwarebestände auf nicht mehr benötigte

Software, es könnte sich auszahlen diese zu verkaufen.

Wenn Sie den Kauf neuer Software erwägen, lassen

Sie sich beraten, ob Sie diese nicht gebraucht

günstiger bekommen.

Beispiel 1: Firma X hatte 40 Rechner mit Office 2003 ausgestattet.

Nun ist die Firma auf Office 2010 umgestiegen

und benötigt die 2003-er Lizenzen nicht mehr. Sie kann

diese nun verkaufen und bekommt Geld für Software, die

schon längst abgeschrieben ist.

Beispiel 2: Firma Y kauft 30 Lizenzen von Microsoft Office

2007, das vom Leistungsumfang kaum gegenüber Office

2010 eingeschränkt ist. Außerdem kauft sie noch 30

Windows 7 Lizenzen sowie eine Windows 2008 Server

Standard R2 Volumenlizenz. Sie spart ca. 50% gegenüber

dem Neukauf.

KONTAKT UND ANFRAGEN

Mag. Stefan Tauchhammer, MBA

Tauchhammer Trade e.U.

Schlösselgasse 2/14

E-Mail: kontakt@tauchhammer-trade.eu

www.softwareankauf.at

FOTO: ANDREAS HOFMANN

64 | SOCIETY 1_11


Trade In Hong Kong

One Country, Two Systems

WIRTSCHAFT

HONG KONG

Stephen Wong, Director Hong Kong Economic and Trade Office, Berlin, talks with SOCIETY

about the reasons for setting up the office in Berlin, the simple and low tax system in Hong

Kong and the 240 Austrians living in the city.

Stephen Wong, Director

Hong Kong Economic and

Trade Office

Mr. Wong, what are the goals for the

HKETO, Berlin, and how have they developed

since the office was set up in March

2009?

Our office is the first overseas Hong

Kong Economic and Trade Office of the

Hong Kong Special Administrative Region

set up since the handover in 1997. The

main responsibilities and aims for our office

include promoting Hong Kong’s trade

interests and overall image, explaining

our policies to counterparts in the region

including governments, parliaments and

the business sector, as well as enhancing

mutual understanding among opinion-formers,

politicians, academia and the media.

The progress for our office has been encouraging

since we moved to Berlin in

March 2009. Since its establishment, the

office has hosted the visit of a number of

senior officials from Hong Kong and organized

receptions and seminars of various

topics and themes in which clients are interested.

What were the reasons for setting up the

ETO in Berlin?

Being the capital of Germany, Berlin is

a natural choice. It is the city where the

federal government offices and embassies

are situated. They are our direct counterparts

because HKETO, Berlin is the official

representative office for Hong Kong. With

the fast development of Berlin over the last

decade, we believe that new ideas for cooperation

between the two places could be

easily bred here. Berlin and Hong Kong are

vibrant global cities sharing a multicultural

spirit with people from all kinds of ethnic

backgrounds and nationalities.

What are Hong Kong’s main selling points

as an Asia trade partner?

Hong Kong is the best place for doing

business with the mainland of China. English

and Chinese are both official languages.

Under the “One Country, Two Systems”

principle, the HKSAR continues to

enjoy a high degree of autonomy. Hong

Kong offers legal protection for contracts

and intellectual property, and has a simple

and low tax system which is attractive for

investors, with salary tax rate at 15% and

profit tax at 16.5%. There is no value added

tax, sales tax, capital gains tax or inheritance

tax.

How is Hong Kong’s trade relationship with

industries in Central and Eastern Europe

(CEE) and how much growth potential is

there?

Hong Kong has a long and successful

trading relationship with Europe. Today,

more than 1600 European companies, with

400 being regional headquarters, have a

presence in Hong Kong. In particular, Germany

is Hong Kong's largest trading partner

in Europe. In 2010, it ranked 8th among

Hong Kong's trading partners in the world.

We also see great growth potential between

Hong Kong and other countries in CEE, e.g.

Switzerland ranked 12th among Hong

Kong’s trading partners in the world.

Given the rapid growth in bilateral

trade between Hong Kong and many of the

CEE countries, e. g. the Slovak Republic

and Poland, we see much potential in further

developing our trade relations.

How is Hong Kong’s trade relationship with

Austria?

Austria and Hong Kong are important

trade partners, and in 2010 total bilateral

trade amounted to EUR 820 million. In the

same year about EUR 550 million worth of

goods, or 10 per cent of Austria’s trade

with the mainland of China, was routed

through Hong Kong.

As at end 2010, around 240 Austrians

live in the city. The active Austrian business

community led to the establishment

of the Austrian Association in 1990, which

was renamed the Austrian Chamber of

Commerce in 2005.

SOCIETY 1_11 | 65


WISSENSCHAFT

MEDIZIN

By Duschanov Sh. B.

Value and Role Lipidimic of the Spectrum at

Patients with the Ischemic Stroke in the

Therapeutic Window

The problem of acute ischemic stroke is one of the global

problems of modern neurology. The problem became topical

due to the high prevalence among the population. The numof

cases worldwide reaches 6 million a year, causing 18-30 %

mortality during the first year of disease.

The number of ischemic stroke in Uzbekistan

appears as 40 000 incidents a

year. The main peculiarity of this disease

is its dominance among the rural

population. Supposedly it is the result of

the low medical literacy, peculiarity of the

national cuisine and absence of preventive

measures on ischemic stroke and artery

thrombosis.

One of the major etiological factors of

ischemic stroke is atherosclerotic affection

of extracranial arteries. Therefore the

purpose of our research is studying of peculiarities

of cerebral hemodynamic arising

under the acute ischemic strokes

caused by atherosclerosis and its dynamic

during the treatment with Atorvastatine

hypolipidemic medicine.

***

Research Results

Under the clinical and neurological examination

of patients suffering from

chronic cerebral ishemia the syndromes of

pyramidal insufficiency with pathological

reflexes and sydrome of extrapyramidal

insufficiency have been found. Cranial

nerves malfunction in different combinations

presented at all examined patients.

This last factor, as it is well known, influences

the degree of the focal symptom evidence

and reversibility of neurologic defect.

Modern literature presents a great number

of reports describing the condition of

cerebral hemodinamics examined by

means of different tests. In this regards we

compared the characteristic of the background

blood flow of two groups of ischemic

stroke patients who had cerebral

malfunction against the background of

different ethyological factors.

Our observations estimated the effectiveness

of Atorvastatin as 85%. Cholesterol

level in the 2nd group of patients decreased

by 18% and triglyceride by 19%,

concentration of high density lipoprotein

cholesterol increased by 7%, and level of

low-density lipoprotein cholesterol decreased

by 21% as compared with the 1st

group.

As the matter of the above mentioned

the presented results allowed clarifying

the relations between the clinical signs

ABOUT THE AUTHOR

Dr. Sherzod Duschanov is born in 1975 in Urgench/Uzbekistan.

In 1992-1998, he entered and graduated from

First Tashkent State Medical Institute. In 1998-2000, he

entered and graduated from (Master degree) clinical

studies of the Department of Nervous Diseases Tashkent

Medical Institute. In 2000-2004, he entered and

graduated from graduate school at the Department of

Nervous Diseases of the Tashkent Medical Institute...

(Doctor degree). In 2004, he defended his research on

Clinical-pathophysiological substantiation of the effectiveness

of neuroprotective therapy in patients with

ischemic stroke. Since 2007 works as a assistant professor

of nervous diseases of Tashkent Medical Academy.

Currently working on a doctoral thesis on the complex

clinical-pathogenetic approach to secondary prevention

of ischemic stroke. He is married, and has three

children.

and conditions of cerebral hemodynamics.

As a result of this treatment biochemical

blood characteristic was improved thus

the level of cholesterol and low density

lipoprotein was decreased, although the

improved cerebral circulation was not

long-termed. The above mentioned factors

allow to recommend Atorvastatin as an appropriate

medicine in treatment of ischemic

stroke of arterial thrombotic genesis.

Our observations estimated the effectiveness

of Atorvastatin as 85%. Cholesterol

level in the 2nd group of patients decreased

by 18% and triglyceride by 19%,

concentration of high density lipoprotein

cholesterol increased by 7%, and level of

low-density lipoprotein cholesterol decreased

by 21% as compared with the 1st

group.

List of literature:

1. Vereschagin N.V., Morgunov V.A.,

Gulevskaya T.S. The pathology of cerebrum.–

_.: Medcine, 1997.

2. Vibers D.O., Feigin V.L., Braun R.D.//

Cerebral and vascular disease handbook.

M.,1999.

3. Vilenskiy B.S. Stroke: prophylaxis, diagnostics

and treatment St. Petersburg,

2002.

4. Vorlou Ch.P., M.S. Dennis and others//

Stroke. Patients care handbook. St.Petersburg,

1998.

5. Djilbadze D.N. Pathology of carotid

arteries and ischemic stroke problems,

Moscow, 2002.

6. Odinak M.M., Voznuyk I.A., Yashevskiy

S.N. Stroke. Etiology, pathogenesis, diagnostics

and therapy methods. Saint Petersburg,

2005.

7. Skvotsova V., Neiroprotective therapy

of ischemic stroke, “Vrach” magazine,

2004, 6.

8. Skvortsova V.I., Evzelman M.A., Ischemic

stroke, Oryol, 2006.

9. Barnett HJM, Mohr JP et al. Stroke.

Pathophysiology, diagnosis and management.

New York, 1992.

10. Hallet M. Brain Res. Rev. 2001.

11. Sarti C., Rastenyte D., Tuomilehto J.

International trends in mortality from

stroke, Stroke 2000.

12. Thomm T.J. Stroke mortality trends:

an international perspective. Ann

Epedemiol, 1993.

66 | SOCIETY 1_11


HIGHLIGHTS VERANSTALTUNGEN

DER WIRTSCHAFT Jänner bis März 2011

WIRTSCHAFT

EVENTS

FOTOS: ICNM - INTERNATIONAL CENTER FOR NEW MEDIA/APA-FOTOSERVICE/PREISS,

SOCIETY/SCHIFFL

Vertreter von ENIT und der Region

Friaul Julisch-Venetien

WIENER FERIENMESSE 2011:

FESTA ITALIANA

Im Palais Niederösterreich fand die „Festa Italiana“ der italienischen

Region Friaul Julisch Venetien statt. ENIT-Direktor Gaetano

Manzo begrüßte nach einem Willkommensaperitif den Landesrat

für Kultur der Region, Dr. Elio De Anna, sowie Dr. Andrea Di Giovanni,

Direktor der regionalen Tourismusagentur Turismo FVG.

Im Anschluss konnten sich die Gäste von den kulinarischen

Highlights aus der Region Friaul Julisch Venetien, die extra für die

Veranstaltung mitgebracht wurden, überzeugen. Bei italienischer

Tanzmusik und geselligem Beisammensein klang der gelungene

Abend aus.

NEUJAHRESFEST: EMPFANG ZUM JAHR DES HASEN

Vor kurzem begann das Jahr des Hasen

in China, was das Hong Kong

Economic and Trade Office Berlin

(HKETO) zum Anlass nahm, in den

Börsesälen in Wien zum Chinesischen

Neujahresfest einzuladen. Es

sprachen Stephen Wong, Direktor

HKETO, Winchell Cheung, Direktor

Hong Kong Trade Development

Council, sowie Bundesrat Christoph

Kainz. Ein Konzert gaben anschließend

der Cellist Trey Lee in Begleitung

von Pianist Oliver Triendl mit

Stücken von Beethoven, Rachmaninoff,

Mao Yuen und Schumann. Als

Überraschung spielte der junge Pianist Erwin Geng ein Werk von

Chopin. Das Programm endete mit einer spektakulären Taijiquan-

Vorführung, bei der fünf Gäste aus dem Publikum es nicht schafften,

einen Taijiquan-Meister umzuwerfen.

Winchell Cheung, Stephen

Wong, Shi Mingde, Christoph

Kainz

PREISVERLEIHUNG: E-DAY

Die Produzenten, Agenturchefs, Entscheidungsträger aus Wirtschaft

und Politik kamen mit Erstproduzenten, Kreativen und jungen

Talenten in der Wirtschaftskammer Österreich zusammen,

um die herausragendsten Produkte des Jahres zu begutachten.

Beim e-Day wurden die Firmen und Branchen österreichweit vorgestellt.

Die Wirtschaftskammer präsentierte sich hierbei als

starker Partner der österreichischen Multimedia-Produzenten

und e-Business-Developer.

Es gab eine nicht-kommerzielle,

aber umso marktwirksamere

Plattform des

Austausches. Für die ausgezeichneten

Projekte gab

es dieses Jahr eine eigene

„Straße der Sieger“, wo alle

Produzenten ihre Projekte

präsentierten.

Moderatorin Anitra Eggler, Herbert Preglau

(BMWFJ), Jörg Sadrozinski (Tagesschau),

Joachim Burger (T-Mobile)

Dr. Peter Drössler, Oliver Irschitz und

Emanuel Andel von peyote cross design

mit Staatssekretärin Verena Remler und

Peter A. Bruck

Dr. Franz Sattlecker von

Schloss Schönbrunn mit

Herbert Preglau und

Anitra Eggler


LIFE UND STYLE

SALZBURG

Das Reise-Souvenir – Kunst, Kitsch und Kommerz

Salzburg zum Angedenken

Souvenirs, wohin man schaut und für jeden Geschmack: Ob „Wolferl“, Salz in all seinen Formen

oder ausgefallene Kreationen aus Schokolade und Porzellan: Erinnerungsstücke stillen

die Sehnsucht nach einer Reise ins schöne Salzburg. Von EVA VON SCHILGEN

Wenn einer eine Reise tut, dann hat

er nicht nur viel zu erzählen, sondern

er bringt meist auch ein Souvenir

mit zurück nach Hause. Das war

schon in der Antike üblich. Später besorgten

sich die Kreuzfahrer Reliquien aus der

Heiligen Stadt Jerusalem und vom Mittelalter

bis heute kaufen Pilger in Wallfahrtsorten

Devotionalien wie Kreuze, geweihte

Münzen, Andachtsbilder, Rosenkränze,

Heiligenfiguren und Ikonen. Die Blütezeit

der Souvenire beginnt jedoch erst im ausgehenden

18. Jahrhundert, als es für gebildete

Personen von Stand schicklich war,

Reisen in ferne Länder zu unternehmen.

Heute, im Zeitalter der allgemeinen Mobilität,

ist die Andenken-Industrie auf gigantische

Maße angewachsen. Egal, welch

fernes, exotisches Land man auch aufsucht,

Souvenirverkäufer warten schon

auf den Touristen.

***

Mozart, wohin man schaut

Und da bekanntlich die Geschmäcker

verschieden sind, ist das Angebot reichhaltig.

Auch in Salzburg. Kunst und Kitsch liegen

oft nahe beisammen. So gibt es zum

Beispiel Salzburgs berühmtesten musikalischen

Sohn Wolfgang Amadeus Mozart als

Bärchen, Bleistift, Hampelmann, als Kinderpuppe

oder als Räuchermännchen, aus

Wachs, Plastik, Holz, Zinn oder Porzellan.

Mozartporträts zieren Anstecknadeln,

Aschenbecher, Bierkrüge, Bleistifte, Brieföffner,

Fächer, Fingerhüte, Glocken, Pillendosen,

Tassen, Teller, T-Shirts, Salz- und

Pfefferstreuer, Schlüsselanhänger, Schuhlöffel,

Spieldosen, Tragetaschen und Uhren

und manches mehr.

68 | SOCIETY 1_11


FOTOS: FOTOS MIT FREUNDLICHER GENEHMIGUNG VON EVA VON SCHILGEN, MICHEAL SPORER, SPRINGER-VERLAG WIEN, LICHTBLICK VERLAG SALZBURG, KONDITOREI FÜRST

***

Salz für alle Fälle

Aber es gibt auch noch andere Dinge,

um sich seines Salzburgaufenthaltes im

trauten Heim wieder zu erinnern. Bleiben

wir gleich beim Salz, dem Salzburg seinen

Reichtum verdankt. Um 600 v. Chr. begannen

die Kelten im Salzburgerland mit dem

Untertageabbau. Dass der Salzhandel

schon damals sehr lukrativ war, bezeugen

deren exquisite Grabbeigaben, die im Halleiner

Museum zu besichtigen sind. Als das

keltische Königreich Norikum um 15 v.

Chr. dem Römischen Reich einverleibt wurde,

kam die Salzgewinnung zum Stillstand

und wurde erst im 12. Jahrhundert von

den Salzburger Fürsterzbischöfen wieder

aufgenommen. Die Einkünfte aus dem

Salzhandel investierten diese in die prachtvollen

Bauten der Mozartstadt und förderten

Kunst und Wissenschaft. Dass auch

heute mit Salz gute Geschäfte zu machen

sind, zeigen die zahlreichen Produkte in

dem Salzladen in der Philharmonikergasse.

Diverse Speisesalze, Natur-Salzkosmetikprodukte

für eine wunderbar zarte

Haut, Solelösungen für Bäder, Inhalationen,

Umschläge und Aufgüsse, Salzessig

zur Wundheilung oder Salzlösungen für

Trinkkuren werden auch Ihre Erinnerung

an Salzburg lange aufrecht erhalten.

***

Die original Mozartkugel

Eines der wohl bekanntesten Souvenirs

ist die „Original Salzburger Mozartkugel“,

1890 vom Salzburger Konditor Paul Fürst

erfunden und bei der Pariser Gewerbeausstellung

1905 mit einer Goldmedaille ausgezeichnet.

In Handarbeit wird diese süße

Verführung, ein mit feinem Nougat umhüllter

und in dunkle Kuvertüre getunkter

Pistazien-Marzipankern, hergestellt, in

Erzeugung der originalen

Mo-zartkugeln Anfang

des 20. Jahrhunderts

SALZBURGER SOUVENIRS

SALZBURG SALZ, Wiener Philharmonikergasse 3,

www.salzburg-salz.at

ZOTTERS SCHOKO-LADEN, Herbert-von-Karajan-Platz 4,

www.zotter.at

SCHATZ KONDITOREI, Schatz-Durchhaus, Getreidegasse

3a, www.schatz-konditorei.at

SPIRITUOSEN SPORER, Getreidegasse 39,

www.sporer.at

NEUE WIENER PORZELLANMANUFAKTUR AUGARTEN,

Filiale Salzburg, Alter Markt 11,

www.augarten.at

blaues Silberstaniolpapier gewickelt und

exklusiv in den sich noch in Familienbesitz

befindlichen vier Konditoreien verkauft.

Aber auch die später auf Grund des großen

Erfolges von der Industrie nachgefertigten

„Mozartkugeln“ in rotgoldener Verpackung

erfreuen sich großer Beliebtheit.

***

„Choc me Amadeus“…

Josef Zotter, Österreichs innovativster

Schokoladenschöpfer, hat sich ebenfalls

des Themas Salzburg angenommen. Seine

„Salzburger Nockerln“ bestehen aus Marzipan,

Preiselbeeren und Mandelnougat. Zotters

Chefdesigner Andreas H. Gratze hat

die rockig-poppigen Pralinenschachteln „I

Love Salzburg“ und „Choc me Amadeus“

entworfen, die dem Salzburger Wolferl sicher

gefallen hätten. Diese werden nach

Kundenwünschen mit einer Auswahl aus

64 verschiedenen Sorten Pralinen, den so

genannten BIOfekt, der neuen Konfektlinie

von Zotter, gefüllt. Auch „Jedermanns Liebling“,

die neue handgeschöpfte Schokolade

mit einer Pistazienfüllung, ist bereits ein

durchschlagender Erfolg. Alle Produkte

Zotters sind aus biologisch kontrollierten

und fair gehandelten Rohstoffen und die

Verpackung lässt ebenfalls das Herz eines

Umweltschützers höher schlagen.

***

…und „Nannerl-Herzen“

Konditormeister Erich Winkler, der

Naschkatzen wie Anna Netrebko, Ricardo

Muti, José Carreras und viele andere Stars

der Festspiele schon verwöhnte, hat sich etwas

Besonderes für Souvenirjäger einfallen

lassen. Ein originales Rezept aus dem 18.

Jahrhundert steckt in seinen „Nannerl-

Herzen“. Sie bekommt man in der Schatz-

Konditorei im romantischen Innenhof eines

mittelalterlichen Hauses in der

Getreidegasse, im Paradies für Kuchenliebhaber

aus aller Welt mit Hang zur Nostalgie.

Die mit einem großen Schokolade-„N“

verzierten Marzipanherzen, gefüllt mit

feinsten, in Rum getränkten Früchten haben

wahrscheinlich schon Mozarts Schwester

schwach werden lassen.

***

Schnaps aus dem Holzfass

Wenn nach so viel Süßem vielleicht

der Magen rebelliert, dann hilft ein

Schnapserl der Firma Sporer. Seit drei Generationen

und seit mehr als hundert Jahren

werden in dem Familienunternehmen

nach wohlgehüteten Rezepten feinste

Schnäpse produziert. In dem Altstadtgewölbe

des aus dem Jahr 1407 stammenden

Hauses in der Getreidegasse werden sie aus

großen Holzfässern abgefüllt. Der herbe

Enzian, aus den kräftigen Wurzeln der

Enzianblume oder der zarte und fruchtige

Heidelbeergeist, der besonders von den

Damen geliebte Himbeergeist, der Holler-

Die Schnaps-Holzfässer

der Firma Sporer

SOCIETY 1_11 | 69


LIFE UND STYLE

SALZBURG

brand oder der Kirschbrand mit seiner

interessanten Duftnote, der Kornschnaps

aus Roggen und der Marillenschnaps, der

Nussschnaps aus grünen Walnüssen, der

feinherbe Vogelbeerschnaps, der kräftige

Wacholderschnaps, die fruchtige Williamsbirne,

ein Pflaumenschnaps oder die alte

Spezialität aus den Salzburger Gebirgstälern,

der Zirbenschnaps, der zweifach gebrannte

Obstler, ein Gemisch aus Apfelund

Birnenbrand, sie machen dem Kunden

die Wahl nicht leicht.

***

Das „weiße Gold“

Am Alten Markt befindet sich die Salzburger

Filiale der Wiener Porzellanmanufaktur

Augarten, die edle Andenken aus

dem „weißen Gold“ anbietet. Die Erzeugnisse

der Manufaktur, die 1718 gegründet

wurde und die zweitälteste Porzellanmanufaktur

Europas ist, werden nach dem

Firmencredo „manu factum est“ tatsächlich

auch heute noch von Hand gearbeitet

und von hochrangigen Designern gestaltet.

So hat die Art-Direktorin Claudia Stuhlhof

Mayr, die auch für Hermes Paris arbeitet,

eine reizende Kollektion „Mozart“-bezogener

Teile gestaltet. Mozart hatte einen besonderen

Bezug zu dem Park „Augarten“

in Wien und dem darin gelegenen Saalgebäude,

Sitz der heutigen Manufaktur. Hier

leitete er am 26. Mai 1782 das erste der so

genannten „Morgenkonzerte“, die eine besondere

Attraktion in der damaligen Zeit

darstellten, und trat mehrmals als Dirigent

und Pianist bei diesen Konzerten auf. Der

Eipeldauer, der Wiener Journalist Joseph

Richter (1749-1813), dessen Kulturberichte

eine damalige bedeutende Einrichtung waren,

berichtet 1796: „Da bin ich also gestern

in aller früh in Augarten gangen. Da

ist in Saal eine schöne Musik gwesen, und

da hat ein Herr aufn forte pani gschlagen.

Das ist ein völliger Hexenmaster (das wird

der berühmte Wölfl gwesen sein, der auch

aus der Mozartschen Schule ist) und da hat

man vor lauter Geschwindigkeit keine Finger

gsehn, und da hat eine hübsche Mamsell

dazu gsungen, und da ists schreklich

applodiert worden.“

***

Neue Bücher über Salzburg

Auf eine spirituelle Wanderschaft

durch Salzburg führt Sie das Buch „Geheimes

Salzburg. Ein genussvoller Roman“

von Edith Kneifl. Offenbar konnte die Autorin

sich nicht so recht entscheiden, ob

sie nun einen Reise-, Hotel- oder Restaurantführer,

ein Kochbuch oder einen Kriminalroman,

der in der Festspielzeit spielt,

verfassen sollte. Herausgekommen ist eine

bunte Mischung für ein etwas anderes

BUCHTIPPS

SALZBURG – GEMÄLDE UND

GRAFIKEN

von Hans Wolfsbauer-

Schönau

Springer Verlag Wien /

New York

ISBN 978-3-211-98121-4

GEHEIMES SALZBURG.

EIN GENUSSVOLLER ROMAN

von Edith Kneifl

Lichtblick Verlag

ISBN 978-3-9502307 3-4

Buch, das Sie an alle liebgewordenen Stätten

in der Stadt und deren Umgebung erinnern

wird und dessen über sechzig originelle

Rezepte zum Nachkochen verführen.

Um die Erinnerung an die Stadt visuell

hochzuhalten, bietet sich der von Salzburgs

größtem Mäzen Donald Khan gesponserte

Kunstband „Salzburg – Gemälde

und Grafiken“ des Salzburg-Liebhabers

Hans Wolfsbauer-Schönau an. Der 1925 in

Niederösterreich geborene Maler und

außerordentlich erfolgreiche Architekt –

unter anderen baute er in der Schweiz die

Ferienvilla von Herbert von Karajan um –

war der Stadt Salzburg künstlerisch „verfallen“

und, Zitat von Heinz Nußbaumer,

Herausgeber der „Furche“, Wien: „ …hat –

fern von allen gewohnten Ansichten, Veduten

und Panoramen – offenbar genau jenen

magischen Punkt zwischen Außenund

Innenschau gefunden, der den hohen

Ansprüchen dieser so schwierigen,

einmaligen Stadt gerecht wird“.

***

Salzburger „Festspieldokumente“

Akustisch und visuell wird Ihnen Salzburg

in Erinnerung bleiben, wenn Sie den

Festspielshop im Haus für Mozart besucht

haben. Die Auswahl der so genannten „Festspieldokumente“,

CDs und DVDs mit den

Aufnahmen wichtiger Aufführungen, von

den dreißiger Jahren bis zum letzten Festspieljahr,

ist enorm. So können Sie alle versäumten

Festspielproduktionen in Ihren eigenen

vier Wänden nachholen, was

besonders dann Freude macht, wenn Sie

sich dazu ein Gläschen des ebenfalls hier erhältlichen

Festspielweines gönnen.

Wenn Sie nun zu Hause Salzburger Konfekt

aus Porzellanschalen knabbern, die

Salzburg-Bände durchblättern, im Gesicht

eine Salzpeeling-Maske, die Füße in Salzsocken

geparkt und die Schnapsflasche in

Reichweite haben, wenn im Hintergrund

von einer Klassik-CD die „Kleine Nachtmusik“

von Mozart erklingt, während in der

Küche im Backofen ein Bauernbratl

schmort, wird Sie die Sehnsucht nach dem

schönen Salzburg überkommen und den

Wunsch wach werden lassen, wieder dorthin

zu reisen. Dann haben die Souvenirs ihren

wahren Zweck erfüllt. Die Salzburger

wird es freuen. Also dann, auf Wiedersehen!

70 | SOCIETY 1_11


Beste Vorsorge und neueste Technik in der Dentalklinik Sievering

Gesunde Zähne mit „Smile“

LIFE UND STYLE

GESUNDHEIT

Die seit 1994 bestehende Dentalklinik Sievering ist eine der führenden Institutionen für

Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde Österreichs.

Unter der Leitung von Prim. Dr. Ernst

Weinmann behandelt ein 20-köpfiges

Spezialisten-Team seine Kunden

mittels modernster Methoden der Zahnmedizin

und zeitgemäßen Ansätzen einer

schonenden Zahnkosmetik. Patienten aller

Generationen und Nationalitäten vertrauen

hier den Experten für ein strahlendes und

gesundes Lächeln.

***

Höchste Qualitätsstandards

Die seit 1994 erfolgreich bestehende

Privatklinik betreut heute rund 10.000 Patienten

und ist eine der drei einzigen privaten

Zahn-Ordinationen in Wien, die im

Gegensatz zu herkömmlichen Ordinationen

erhöhte Auflagen hinsichtlich des

Qualitäts-Managements erfüllt. Serviceorientierung

und Kundenzufriedenheit

sind die Leitgedanken des Mitarbeiter-

Teams, das den Patienten täglich zwischen

8:30 Uhr und 19:30 Uhr zur Verfügung

steht. Die professionelle Organisation und

exaktes Zeitmanagement gewährleisten

zudem äußerst geringe Wartezeiten unter

zwanzig Minuten. Das breite Behandlungsspektrum

der Klinik umfasst dabei ästhetische

Zahnheilkunde, Implantologie, Laserbehandlungen,

Parodontologie und

Prophylaxe. „Unsere hausinterne Ausbildungsstätte

und mehrfach ausgezeichnete

Mitarbeiter garantieren, dass jeder Behandlungsschritt

auf höchstem Niveau ausgeführt

wird – das ist für uns selbstverständlich!“,

so Dr. Weinmann im

SOCIETY-Interview.

***

Internationale Ausrichtung und individuelle

Betreuung

Das kompetente Team der Klinik im 19.

Bezirk deckt nicht nur alle Bereiche moderner

Zahnmedizin ab, mittlerweile setzen

auch viele bekannte nationale und

internationale Persönlichkeiten aus Wirtschaft,

Kultur und Diplomatie ihr Vertrauen

in die erfolgreiche Privatklinik. Die Klinik

konzentriert sich bei der Beratung

jeweils auf die individuellen Bedürfnisse

ihrer Patienten und bietet internationalen

Kunden auch einen weiteren Service der

mehrsprachigen Betreuung an. Englisch,

Französisch, Arabisch, Russisch, Spanisch

Das Team der Dentalklinik

oder Kroatisch ist für die speziell geschulten

Mitarbeiter kein Problem. Neben dem

Fokus auf Beratung und Fachkenntnis stehen

somit auch die individuellen Bedürfnisse

eines jeden Patienten im Vordergrund,

denn die Dentalklinik Sievering

legt besonderes Augenmerk auf kundenspezifische

und einfühlsame Betreuung.

***

Gepflegte Zähne um nur 1 Euro pro Tag

Strahlend weiße, gesunde Zähne sind

wahrscheinlich der mit Abstand schönste

Schmuck – nicht nur privat, sondern auch

beruflich. Der Grundgedanke des „Smile“-

Programmes ist, durch regelmäßige Kontroll-

und Vorsorgeuntersuchungen sowie

professionelle Pflege unangenehme Überraschungen

erst gar nicht aufkommen zu

lassen. „Smile“ ist das private Vorsorgeprogramm

der Dentalklinik Sievering für

gesunde und schöne Zähne. Als „Smile“-

Member bezahlen Kunden einen Jahresbeitrag

von umgerechnet nur einen Euro

pro Tag. Damit haben sie Anspruch auf

fünfzig Prozent Preisreduktion bei Zahnbehandlungen

sowie viele Inklusiv-Leistungen.

„Ein schönes Gebiss hat seinen Preis

und aufwändige Zahnbehandlungen werden

oft auf die lange Bank geschoben – oft

aber so lange, bis kostspielige Eingriffe

notwendig werden. Deshalb möchten wir

unseren Kunden mit dem Smile-Programm

Privatbehandlung zum halben Preis bieten!“,

erklärt Dr. Weinmann.

DENTALKLINIK SIEVERING

Sieveringerstraße 17

1190 Wien

Tel. +43-(0)-320 97 97

www.dentalklinik.at

dk h gsjdkhjsgdhjgkjhkgsd

kgd shjksgd hjkgjhkgjk

SOCIETY 1_11 | 71


LIFE UND STYLE

ERHOLUNG

Gesund mit Welltain ®

Urlaub für die Seele

Der wahre Luxus ist Zeit für sich selbst! Behagliche Zimmer,

perfekter Fünf-Sterne-Service, herausragende Küche und vielfältige

Aktivangebote machen das Hotel Arlberg in Lech zum

Mekka für Erholungssuchende mit gehobenem Anspruch.

Wer denkt, dass Lech im Winter ein

Traum ist, hat es im Sommer noch

nicht gesehen. Die einmalige Natur

und das unglaubliche Bergpanorama laden

Gäste ein, im schönsten Dorf Europas

den Sommer in den Bergen zu entdecken.

Ganz egal ob Wandern, Mountainbiken,

Joggen, Nordic Walking oder Spazieren: Bewegung

in frischer Luft ist gesund und

hält Körper und Geist fit.

***

Lust auf Sommer

In Zusammenarbeit mit Experten hat

das Hotel Arlberg den „Welltain® Urlaub“

entwickelt. Wanderurlaub mit Erholungseffekt

– durch Nordic Walking, Wandern

und Relax-Training, begleitet von Fachleuten,

gewinnen die Teilnehmer neue Lebensfreude

und Wohlbefinden und stärken

Kreislauf und Immunsystem. Gesund

leben ist im Hotel Arlberg ein großes Thema.

Deshalb bietet das Haus die F.X. Mayr-

Kur – eine ganzheitliche umfangreiche Regeneration

auf der Basis des Heilfastens

nach Mayr. Unter ärztlicher Leitung haben

Gäste die Möglichkeit, eine individuell abgestimmte

Kur für ein völlig neues Lebensgefühl

zu machen. Wenn das Wetter einmal

nicht so mitspielt wie man es gerne

hätte, bietet auch das hauseigene Gym

mit modernsten Geräten ideale Möglichkeiten

für effektives Training.

***

Ein Hauch von Luxus

Warme Steine auf der Haut oder die

Kühle des Wassers spüren, eingehüllt in

den Duft von warmem Öl und würzigen

Kräutern – eine Behandlung im neuen

„Senses Spa & Beauty“ des Hauses ist Balsam

für die Seele. Die harmonische Synthese

aus natürlichen Materialien wie Holz,

Stein und Glas schafft mit dem einfallenden

Licht eine Atmosphäre des Wohlbehagens

und der Erholung. Ob finnische Sauna,

Bio-Sauna, Infrarotkabine, Aromamassage

oder klassisch-schwedische Massage

– im „Senses Spa & Beauty“ findet man

alles, was das Herz begehrt!

Im sechsundzwanzig Grad warmen

Außenwhirlpool bleibt viel Zeit zum

Durchatmen und Entspannen. Strahlende

Schönheit bringen Gewürz- oder Entschlackungsbehandlungen.

Wer das

Außergewöhnliche liebt, wird in der exklusiven

Spa-Suite mit eigener Sauna und

Dampfbad, privaten Massagen und Bädern

seine Träume verwirklichen können. Ein

Sprung ins kühle Nass ist Sommers wie

Winters möglich: im Hallenbad mit Blick

in den Garten und im Freibad umgeben

von den Lecher Bergen ist es eine Wohltat

seine Runden zu drehen.

KONTAKT

Hotel Arlberg

Tannberg 187

6764 Lech am Arlberg

Österreich

Tel. +43-(0)5583-2134

E-Mail: info@arlberghotel.at

www.arlberghotel.at

72 | SOCIETY 1_11


LIFE UND STYLE

GESUNDHEIT

Gourmetfasten

Königsweg zu dauerhaftem

Körperglück

Gourmetfasten in den Bergen Tirols – ein kleiner Verzicht auf zu viel Genuss steigert Wohlbefinden

und verbessert die Gesundheit.

Die vierzig Tage der Fastenzeit stehen

für die meisten für eine freudlose Periode

des Quälens und des Hungerns.

Auch für den Körper bedeutet dies eine erhebliche

Belastung. Der völlige Nahrungsverzicht

führt zu einem Hungerstoffwechsel

und nach Beendigung des Fastens kann

das Gewicht oft nicht gehalten werden.

Steht also nicht ein spirituelles Ziel im

Vordergrund, bietet die neue FX Mayr Medizin

im Parkhotel Igls einen schonenderen

und heilenden Weg des Fastens, die

„Gourmet-Entschlackung“.

***

Sanfter Verzicht durch Fastenperioden

Für Dr. Richard Kogelnig, den stellvertretenden

medizinischen Leiter des Parkhotels

Igls, hängen medizinisches und spirituelles

Fasten eng zusammen. „Es geht

um die Einstellung, den freiwilligen Verzicht.

Spirituelles Fasten ist gewissermaßen

die höchste Form, weil es uns Geist,

Seele und Leib als Einheit erleben lässt.

Durch Alkoholfasten, Fett- und Kalorienrestriktion

entsteht ein enormer Benefit für

die Gesundheit und auch das kann spirituelle

Konsequenzen haben und eine gesunde

Energiebilanz herstellen.“

Die Gourmetdiät umfasst abwechslungsreiche,

fein gewürzte und schmackhafte

Küche. Dabei muss man auch nicht

auf die eigene Leibspeise verzichten: Das

Wiener Schnitzel wird halbiert, dafür

kommt mehr Salat auf den Teller. Auch ein

Glas Wein ist gestattet. Es wird versucht,

die gefährliche Stoffe um 50 Prozent reduzieren.

***

Fasten am Abend

Abendfasten gilt als das gesündeste Fasten,

auch wenn es nur ein Mal pro Woche

praktiziert wird. „Ein letztes Essen um 15,

KONTAKT

PARKHOTEL IGLS

Gesundheit im Zentrum

Iglerstraße 51, A-6080 Innsbruck-Igls

Tel. +43-(0)512-377 305

E-Mail: info@parkhotel-igls.at

www.parkhotel-igls.at

16 Uhr wäre optimal, weil so eine lange Ruhepause

für den Darm entsteht und der

Körper Zeit hat, Fett zu verbrennen. Sämtliche

entzündliche Magen-Darm-Erkrankungen

sind damit gut behandelbar“,

meint Dr. Richard Kogelnig.

***

Lieben Sie Ihr Gehirn mehr

als Ihren Bauch!

Das Gourmet-Fasten bietet eine wunderbare

Möglichkeit, seine ästhetische und

geistige Form positiv zu beeinflussen. Entgiftung

und Entschlackung ist eine Prophylaxe

fürs Gedächtnis und gut für die

Gehirnfunktion, die Gedächtnisleistung

kann gesteigert werden. Zudem verringern

sich die Chancen auf klassische Risikofaktoren

für Erkrankungen, wie Herz-Kreislaufschäden,

Stoffwechselstörungen ebenso

wie erhöhtes Cholesterin oder zu viel

Harnsäure.

Mit der Entlastung des Magen-Darm

Traktes durch Detoxifikation kann ein

Krankheitsherd definitiv ausgeschaltet

werden. Für ein harmonisches Bewusstseins

des Geistes und des Körpers.

SOCIETY 1_11 | 73


LIFE UND STYLE

REISE

SeaWorld in Orlando

Urlaub der Superlative

Trend-Destination Orlando

Wenn jemand den Wunsch hat in die USA zu reisen, ist Orlando in Florida mit Sicherheit

eines der Traumziele, das man unbedingt besuchen sollte. Bemerkenswert ist die Tatsache,

dass es für viele mittlerweile die perfekte Familiendestination ist. Von KARL KALTENEGGER

Mehr als 48 Millionen Besucher zieht

die Stadt mit dem atemberaubend

milden Klima in Central Florida jährlich

in ihren Bann. Ein paar Superlative gefällig:

Sieben der weltweit zwanzig beliebtesten

Themenparks warten dort auf Sie,

etwa das Universal Resort oder SeaWorld.

Außerdem: über hundert weitere Attraktionen

und Shows wie der Cirque du Soleil

mit „La Nouba“, 300 Seen, 150 Golfplätze,

800 Tennisplätze, 114.000 Zimmer in Luxusresorts,

Themenhotels und preiswerten

Motels, sowie 4.500 Restaurants. Auch

für Leute, die gern ausgiebig und preiswert

Shoppen ist Orlando eine Trend-Destination.

Die Stadt in Central Florida gehört

mit mehr als 4,8 Quadratkilometern Einkaufsfläche

zu den Top Fünf der beliebtesten

US-Einkaufsziele, mit zwölf Shopping

Malls und Outlet Centern im Umkreis von

25 km, und einer riesigen Auswahl weltweit

bekannter Modelabels.

***

Meeresfreuden

Killerwale ziehen mit großer Power ihre

Kreise im Wasser und schießen dann

plötzlich aus dem Wasser. Mit einem großen

Platsch tauchen sie wieder ein, mit

dem Effekt, dass viele in den ersten Sitzreihen

des Shamu Theaters nass gespritzt

sind. Aber davor wurde man ja im Vorfeld

gewarnt! Und außerdem ist es angenehm

warm, wie meist in Orlando. SeaWorld

holt die Vielfalt des Meeres in seine Exhibitions

und Shows, wie in Shamu Rocks

oder Believe. Unterstützt werden die Shows

mit ausgeklügelten Sound- und Light-Effekten.

Ein paar Meter weiter zeigt man eine

Delphin Show mit Broadway Charakter.

Delfine sind die anmutigsten und coolsten

Meeressäugetiere. Es ist faszinierend, wie

sie ihre Bahnen ziehen, um dann mit Effet

aus dem Wasser zu drängen und ihre Saltos

zu zeigen. Kindergerecht gestaltet sind

Shows wie „Clyde and Seamore take Pirate

Island“, da übernehmen die Seelöwen das

Kommando und Papageien flattern aufgeregt

über die Bühne. Auch die Clowns sind

Spitze, und so quietschen die Kids vor

Freude.

Wenn man Mantas bestaunen will,

dann kann man diese in einem riesigen

Aquarium sehen, darunter Exemplare, die

ganz wunderliche Namen tragen, wie:

Rundkopfgeigenrochen, Gefleckte Adlerrochen

oder Stechrochen. Es gibt aber auch

einen von Menschen gestalteten Manta,

der vor allem die Teenager fasziniert: eine

Achterbahn, bei der die Wagemutigen aus

der Luft fast ins Wasser stürzen. Aus großer

Höhe jagt man mit fast hundert km/h

mit dem Gesicht nach unten und taucht

so, bis auf wenige Zentimeter, beinahe ins

Wasser mit den Mantas ein. Wem das nicht

genug ist: Es gibt einen zweiten Rollercoaster,

der noch anspruchsvoller gestaltet

74 | SOCIETY 1_11


ist. Der Kraken ist die längste, höchste und

schnellste Achterbahn Orlandos, die als Besonderheit

über keinen Boden verfügt. Genau

das Richtige für Wagemutige!

Unser Spaziergang führt uns weiter zur

Waterfront, das ist ein Dorf direkt am

Wasser gebaut, in dem richtig schöne Meeresfeste

gefeiert werden. Einen großzügigen

Überblick über die achtzig Hektar des

Wasserparks kann man sich von oben,

vom Skytower, verschaffen. Überhaupt ist

die Vielfalt der gezeigten Meerestiere groß:

mit Eisbären, Schwert- und Belugawalen,

Seekühen, Seelöwen, Pinguinen, Delphinen

und Tümmlern. Aber es sind auch

winzige, anmutige Seepferdchen zu bewundern.

SeaWorld ist kinderfreundlich

und behindertengerecht gestaltet, sowie

perfekt auf den Besuch älterer Semester

vorbereitet.

***

Faszinierende Wasserspiele

Einen absolut relaxten Tag können Sie

im exklusiven Discovery Cove verbringen.

Das ist eine paradiesische Parklandschaft,

ein kleiner karibischer Traum mitten in Orlando.

Dort finden Sie tropische Pflanzen

und Bäume, feine Sand-Strände, oder harmonische

Lagunen mit türkisblauem Wasser

zum Baden und Schnorcheln. Sie

schwimmen ganz entspannt zwischen farbenfrohen

Fischen. Mantas und Rochen

ziehen geruhsam vorbei. Gleich daneben

sind die Barrakudas und Haie. Diese sind

allerdings hinter einer Glasscheibe gut verwahrt.

Wenn Sie möchten, können Sie

auch eine Begegnung der sanften Art haben

und mit Delfinen schwimmen. Wie

sagte doch die Betreuerin so weise: „Delfine

sind Säugetiere, wie wir Menschen. Nur

viel cooler designt!“

Wenn Sie es lieber ruhig angehen, so

können sie es sich auch auf einer der Liegen

bequem machen, die Kinder spielen im

Sand, und so zieht der Tag ganz geruhsam

an Ihnen vorbei. Zur Sicherheit sind in Discovery

Cove überall Rettungsschwimmer

postiert. Riesenvorteil dieses All Inklusive

Ressorts ist, dass pro Tag nur eine bestimmte

Anzahl an Besuchern eingelassen wird.

Sie bekommen Badetücher und einen

Schnorchel, den Sie mitnehmen können, –

und die Taucherbrillen sind für Brillenträger

sogar mit den passenden Dioptrien

ausgestattet. Auch das Essen und Trinken

in diesem Garten Eden ist inkludiert.

***

Cirque Fantastique

Jeder, der eine spektakuläre moderne

Zirkus Show zu schätzen weiß, sollte sich

die Show „La Nouba“ des Cirque du Soleil

nicht entgehen lassen. Es erwartet Sie eine

Discovery Cove

INFO

SeaWorld Orlando, 7007 SeaWorld Drive, FL 32821, Tel:

888-800-5447, www.seaworld.com/orlando

Discovery Cove, 6000 Discovery Cove Way, FL 32821, Tel:

877-557-7404, www.discoverycove.com

Cirque du Soleil - La Nouba, 1478 East Buena Vista

Drive, Lake Buena Vista, FL 32830,

www.cirquedusoleil.com/en/shows/lanouba/default.aspx

riesige Bühne voll faszinierender Bühnenkulissen

mit Lichtspielen, Musik-Kaskaden

und Special Effects in einem eigenen, festen

Theater Gebäude im Stil eines Zirkuszelts

in Lake Buena Vista. „Faire la nouba“

ist französischen Ursprungs und bedeutet

sich voll austoben. Diese Mischung aus

Show, Zirkus, Musical, Akrobatik, Jonglieren,

Trampolin, mit Clown Burlesken provoziert

die Sinne und erzeugt Emotionen.

So wie es der Cirque Philosophie entspricht.

Da fliegen Trampolinkünstler durch die

Luft, springen durch Fenster oder landen

auf einem stilisierten Hochhaus. Zwischendurch

wütet heftiger Rock oder man hört

sanfte Rhythmen der Live Band, – je nachdem,

wie es die Situation verlangt.

***

Die Mädels sind Spitzenklasse

Die Kleinen sind die größten Stars,

nämlich die vier 12 bis 14 Jahre alten chinesischen

Mädchen, die bravourös ihre Diabolos

oder chinesischen Jo-Jos beherrschen.

Überhaupt passiert auf der Bühne

so viel gleichzeitig, dass man manchmal

Mühe hat, sich auf eine Aktion zu konzentrieren.

Die Hochseilkünstler üben sich in

waghalsigen Performances, ihre UV Dressen

leuchten dabei in einem gespenstischen

Blau. Spitzenklasse sind die zwei

BMX Radfahrer mit Balancieren und tollkühnen

Twists. Über Stufen geht’s hinauf,

oder hinunter und am Schluss folgt noch

ein waghalsiger Sprung über Menschen

hinweg. Die Jongleure werfen und fangen

ihre Ringe und Bälle schneller, als das Auge

mitkommt. Die hundert Minuten „La

Nouba“ vergehen wie im Flug, und man

verlässt mit neuen, farbenfrohen Eindrükken,

die man nicht missen möchte, das Zirkus

Theater.

Karl Kaltenegger war langjähriger ORF Journalist,

Manager und Moderator für Radio Salzburg,

Ö3 (moderierte in den 1980er Jahren den

Ö3 Wecker), und Radio Wien (Abendsendung).

Mittlerweile ist er als Reisejournalist aktiv,

schreibt für mehrere Publikationen, wie z. B. den

„traveller“ und ist nunmehr auch für SOCIETY

unterwegs.

DER SOCIETY TOP TIPP

Ein idealer Platz für einen Aufenthalt in Florida sind die

Florida Paradise Villas in Windsor Hills, nur 2 km von Disney

World entfernt. Diese Villen für jeweils 14 Personen

mit Klimaanlage, beheizbarem Swimming Pool und Doppelgarage

befinden sich in einer bewachten Wohnhaus

Anlage. Sie verfügen über einen großen offenen Wohnraum

mit integrierter Küche, 5 Schlafzimmer, 3 Bäder, 5

TVs. Die Kinderzimmer sind im Mickey-Mouse-Stil gestaltet.

Außerdem gibt es einen Billardtisch, Tischfußball und

Tischtennis. Achtung: Der Haus-Schlüssel ist beim Eingang

durch ein mechanisches Zahlenschloss mit einem Code

gesichert. Genau erklären lassen, sonst wird es schwierig

hinein zu kommen! Paradise Villas, 32 Woodhaven Drive

Burlington, CT 06013, Tel: 866 939 7376 reservations@floridaparadisevillas.com,

www.floridaparadisevillas.com

Ein Traum für jeden Golfspieler ist Arnold Palmer’s Bay Hill

Club & Lodge. Hier finden Sie ein gediegenes Ambiente

zum Golfspielen, Dinieren und Wohnen vor. Bei den „Golf

Magazine's 2010 Top 100 You Can Play“ liegt es auf Platz

51. Highlight ist das jeden März stattfindende Arnold Palmer

Invitational Golfturnier. 9000 Bay Hill Boulevard, Fl

32819, Tel: 407 876 2429, www.bayhill.com

Alle Infos zu Visit Orlando finden Sie unter:

www.orlandoinfo.com

Flüge: Air Berlin fliegt täglich von Wien via Düsseldorf

oder Berlin nach Miami. Los geht’s ab 279,99 Euro One

Way inklusive Steuern, Gebühren und Meilen.

www.airberlin.com

SOCIETY 1_11 | 75


LIFE UND STYLE

ERHOLUNG

Spirit Oase

Spirit Hotel

Quell reiner Kraft

Die hauseigene Heilquelle speist hundert Prozent reines Heilwasser

in den Spa-Bereich des Spirit Hotels im ungarischen

Bad Sárvár, das 2010 mit dem European Health & Spa Award

ausgezeichnet wurde.

KONTAKT

Spirit Hotel

H-9600 Sárvár, Vadkert krt. 5.

Tel: +36-95-889-500

reservation@spirithotel.hu

www.spirithotel.eu

Im Spirit Hotel***** fließt das Heilwasser

der hoteleigenen Quelle ganz pur, frisch

und unverfälscht in den Spa-Bereich.

Alle elf Heilwasserbecken werden permanent

mit dem ungefilterten „Spirit Heilwasser“

versorgt, täglich entleert, gereinigt

und neu gefüllt und kommen daher vollkommen

ohne chemische Zusätze aus. In

den Innen- und Außenbecken, Whirlpools

oder den Regenerationsbecken erleben die

Gäste so die heilende Wirkung aus der

Natur.

***

100 Prozent pure Heilkraft

In über 1.000 Metern Tiefe schlägt das

Herz des Spirit Hotels: Dort entspringt das

berühmte „Spirit Heilwasser“, das den legendären

Ruf des ausgezeichneten Spa-

Hotels in Ungarn begründet. Jahrhundertelang

bahnte sich das Wasser durch das 250

Millionen Jahre alte Gestein Bad Sárvárs

seinen Weg, wurde dabei gereinigt und

mit wertvollen Mineralstoffen wie Hydrogenkarbonat,

Natriumchlorid und Spurenelementen

angereichert. Durch die tägliche

Reinigung und Neufüllung der Becken

besticht das Heilwasser durch eine einzigartige

Reinheit, die man in den üblichen

Spa- und Kur-Hotels vergeblich sucht. Das

Wasser ist angenehm weich, geruchlos

und von seidiger Konsistenz – optimal geeignet

für traditionelle balneotherapeutische,

genauso wie für modernste physiotherapeutische

Behandlungen. Das 46

Grad Celsius warme Wasser ergießt sich

nicht nur in die elf Heilwasserbecken des

Hotels, es entfaltet auch in zahlreichen Anwendungen

und medizinischen Therapien

seine gesundheitsfördernde Wirkung.

***

Wiederbelebung für Körper und Geist

Auf großzügigen 10.000 Quadratmetern

erstreckt sich die Spa-Oase, die selbst im

für seine Badekultur berühmten Ungarn

seinesgleichen sucht. Das medizinische

Therapie- und Medical Spa-Zentrum des

Hotels gehört zu den führenden Europas:

Unter ärztlicher Leitung bietet es unterschiedliche

Präventions- und Heilangebote,

individuelle Anti-Burn-Out-Programme sowie

fachärztliche Untersuchungen. Ein

Electro Interstitial Scan (E.I.S.) dient als

Grundlage für einen individuellen Therapieplan.

Es ermöglicht, innerhalb von dreißig

Minuten den Zustand der Organsysteme

abzubilden und einen umfassenden

Überblick über den Gesundheitszustand

zu gewinnen.

***

European Health & Spa Award

2010 wurde das Fünf-Sterne Spirit Hotel

mit dem European Health & Spa Award in

der Kategorie „Best Destination Spa” ausgezeichnet.

Dieser Preis wird von der Agentur

für Gesundheit und Wellness in Zusammenarbeit

mit diversen Fachmedien

wie Spa World Business oder Spa Inside

verliehen. In insgesamt zehn Kategorien

werden die Bereiche Spa, Behandlungen

und Produktinnovationen prämiert. Die

Auszeichnung gilt als eine der strengsten

und unabhängigsten der Branche. Spirit

Hotel überzeugte hier auf ganzer Linie. Die

Jury lobte die hervorragende Ausstattung

und das gelungene Design des weitläufigen

Spa-Bereichs sowie den starken Fokus

auf den Kundennutzen.

76 | SOCIETY 1_11


LIFE UND STYLE

WELLNESS

Das ganzheitliche Diagnose- und Therapie-Konzept

von VIVA Mayr basiert

auf der Heilkunst des berühmten Arztes

Franz Xaver Mayr. Dr. Harald Stossier,

medizinischer Leiter der VIVA Mayr Klink,

und sein Team entwickeln für jeden Gast

ein individuelles Detox/Entgiftungs-Behandlungsprogram

– einen persönlichen

Therapieplan, der unter anderem aus verschiedenen

Massagen, Lymphdrainagen,

Mayr Bauchbehandlungen, Kneipen, Stressmanagement,

Bewegung, Kautraining und

Kochschule bestehen kann. Während der

VIVA Mayr Entgiftungskur wird eine

grundlegende, gesundheitliche Verbesserung

erreicht.

Die Therapie kombiniert die bewährte

Tradition der Mayr-Kur (einer revolutionären

Heilbehandlung auf Grundlage der

Darmreinigung) mit modernen naturheilkundlichen

Verfahren wie Applied Kinesiology

(ganzheitliche Diagnose mittels Muskeltests),

orthomolekulare Medizin und

Hyperthermie. Diese Behandlungen werden

in Kombination mit den neuesten diagnostischen

Verfahren durchgeführt, um

den individuellen Gesundheitszustand jedes

Gastes umfassend und verlässlich zu

bestimmen. Stressbedingte Erkrankungen,

Stoffwechselerkrankungen, Burn Out,

Allergien bis zu Diabetes und Fruchtbarkeitsstörungen

sind einige der Gesundheitsprobleme,

die während der Mayr Kur

erfolgreich behandelt werden..

***

VIVA Cuisine

Im VIVA-Restaurant mit direktem Seeblick

und großzügiger Terrasse serviert

Küchenchef Florian Klinger mit seinem

Team eine schonende Fastenküche. Die VI-

VA Mayr Diät – jedes Gericht wird individuell

frisch je nach persönlichem Behandlungsprogramm

des Gastes zubereitet. Dipl

Diätkoch & Ernährungsberater Florian

Klinger, der in Vergangenheit mit Hauben

von Gault Milleau und Grüne Hauben von

Styria Vitalis ausgezeichnet wurde, hat

die legendäre Semmel-Milch-Diät des berühmten

Kurarztes F. X. Mayr mit neuesten

Erkenntnissen der Ernährungswissenschaft

und seiner leidenschaftlichen Passion

für gesunde Ernährung erneuert.

VIVA Mayr in Maria Wörth

VIVA – das Zentrum für Moderne Mayr Medizin

Fasten, Entgiften

und Entspannen

VIVA Mayr liegt auf der bezaubernden Halbinsel Maria

Wörth am südlichen Ufer des Wörther Sees und steht für

eine neue Generation der Modernen Mayr Medizin.

***

Beauty & Spa

Zahlreiche Saunen, eine herrliche Gartensauna,

verschiedene Dampfbäder, Infrarotlichtkammern,

Indoor-Pool, modernes

Gym, und herrliche Ruheräume mit

weitem Blick über den Wörther See unterstützen

den Entgiftungsprozess. Outdoor

Sportaktivitäten wie Nordic Walking, Rudern,

oder Schwimmen im See unterstützen

zusätzlich die ausgewogenen Detoxbehandlungen.

Aufgrund des mediterranen Klimas ist

der Wörther See nicht nur der größte, sondern

auch der wärmste Alpensee Europas.

Er liegt unweit der Grenze zu den Nachbarländern

Italien und Slowenien. Die Region

bietet viele 18 Loch Golfplätze der Spitzenklasse

und zahlreiche andere Sportmöglichkeiten

wie Rudern, Schwimmen, Wasser-Ski,

Nordic Walking, Radfahren u.v.m.

KONTAKT

VIVA – Das Zentrum für MODERNE MAYR MEDIZIN

Seepromenade 11, A-9082 Maria Wörth

Rezeption Tel.: +43 (0) 42 73-311 17 0

office@viva-mayr.com

www.viva-mayr.com

Beauty und Gesundheit am

wärmsten See der Alpen

SOCIETY 1_11 | 77


LIFE UND STYLE

SERVICE

Filmriss ausgeschlossen

Kurz und gut – statt lang und fad

„Kurz und gut – statt lang und fad“ ist das Motto der Filmschneiderei von Alexandra

Schmid, die mit professionellem Filmschnitt individuelle und emotionale Filme mit dem

gewissen Etwas zaubert.

Wer eigene Events in bewegten Bildern

festhalten will – wie Empfänge, Konferenzen

oder Feiern – kann bei der

Filmschneiderei ein komplettes Filmteam

bestellen oder auch nur einen Kameramann.

Das richtet sich ganz nach den Kundenwünschen.

Auch Image- oder Produktfilme „schneidert“

die Filmschneiderei nach Maß. Das

Filmteam der Filmschneiderei erarbeitet

gemeinsam mit den Kunden ein stimmiges

Konzept und kümmert sich vor Ort um

einen reibungslosen Ablauf.

Die fertigen Filme können auf Youtube,

Facebook oder der eigenen Homepage

präsentiert werden. Kurze Filme eignen

sich auch als Kundengeschenk z. B. auf

einem USB-Stick als Beilage in Presse- oder

Produktmappen. Der Phantasie sind praktisch

keine Grenzen gesetzt.

KONTAKT

Filmschneiderei

Alexandra Schmid

Tel. +43-(0)676-35 13 713

www.filmschneiderei.at

Individuell studieren

Akademisch – flexibel – praxisnah

Der Universitätslehrgang Executive MBA in General Management am IfM – Institut für

Management bereitet TeilnehmerInnen in hoher Qualität auf Führungs- und Managementherausforderungen

vor.

In effektiven Kleingruppen wird im Laufe

des modular aufgebauten MBA-Programms

mit FIBAA-Akkreditierung akademisches

Fachwissen auf höchstem

Niveau vermittelt. Und das in exklusiver

Lernatmosphäre in den Räumlichkeiten

des Schlosses Leopoldskron in Salzburg –

ein Umfeld, das Studierende sowie Lehrende

gleichermaßen inspiriert und motiviert.

Was AbsolventInnen am IfM besonders

schätzen ist die Flexibilität des Universitätslehrgangs:

„Unsere StudentInnen können

jederzeit starten, Prüfungen zu einem

Zeitpunkt ihrer Wahl absolvieren und

haben die Möglichkeit Themen zu wählen,

die für ihren beruflichen Alltag relevant

sind“, erläutert Dr. Wolfgang Reiger, IfM-

Geschäftsführer, einen der Vorteile des

Programms. TeilnehmerInnen legen sich

für ihr berufsbegleitendes Studium am

IfM mit anerkanntem akademischem Abschluss

der Alpen-Adria-Universität Klagenfurt

einen individuellen Zeitplan zurecht,

der ihren persönlichen und beruflichen

Bedürfnissen entspricht.

MBA-AbsolventInnen bestätigen, dass neben

der außergewöhnlichen Flexibilität

die praxisorientierten Lerninhalte, welche

durch renommierte Experten vermittelt

werden, diesen Universitätslehrgang am

IfM auszeichnen.

KONTAKT

IfM

Institut für Management

www.ifm.ac • office@ifm.ac

0662 – 66 86 280

IfM-Geschäftsführer

Dr. Wolfgang Reiger

78 | SOCIETY 1_11


LIFE UND STYLE

WOHNEN

Innovation Bio-Ethanolkamine

Feuer OHNE Rauch

Eine neue Kamingeneration garantiert maximale Mobilität

ohne Kaminanschluss und tolle Wärmeleistung bei wunderschönem

Flammenbild. Bio-Ethanolkamine rauchen nicht,

riechen nicht und rußen nicht!

Ein Kamin im Wohn- oder Wellnessbereich

ist nun für jedermann ohne großen

Aufwand realisierbar. Die neuen

Bio-Ethanolkamine können überall aufgestellt

werden, sie sind für alle Wohnbereiche

geeignet und die Montage ist einfach

und unkompliziert. Nach dem Aufstellen

ist nur noch das Einfüllen des Brennstoffes

nötig und man kann den Kamin sofort in

Betrieb nehmen. Optisch begeistert die Serie

„Design für modernes Wohnen“ mit ihren

Flammenbildern und einer Vielfalt an

Formen und Farben. Zusätzlich kann

durch die integrierte Aromatheraphie und

die Luftbefeuchtung ein angenehmes

Raumklima geschaffen werden.

***

Sicherheit & Komfort

Die neuen Bio-Ethanolkamine verfügen

über eine einfache Zündung und lassen

sich ebensoleicht wieder löschen. Die

Brennboxen sind hydromechanisch tiefgezogen

aus 2,5 mm Edelstahl und lassen

sich problemlos regulieren. Standsicherheit,

Sicherheitswanne, Berührungsschutzgläser

sowie doppelwandige Brennkammern

sorgen für Sicherheit und Qualität.

Die Design-Kamine werden in Österreich

gefertigt und sind somit ein Qualitätsprodukt

„Made in Austria“!

Holzhacken, gefährlicher Funkenflug

sowie Ruß und Asche gehören der Vergangenheit

an, der flüssige Brennstoff auf Alkoholbasis

ist lebensmittelecht, verbrennt

rauchfrei und rückstandslos zu heißer Luft.

***

Design & Individualität

Indoor, Outdoor, Retro oder als edles

Wohnraum-Design, der Vielfältigkeit werden

keine Grenzen gesetzt. Zudem bietet

haas design die Möglichkeit der Gestaltung

von Kamin-Unikaten. So genießen Sie romantische

Stunden in den eigenen vier

Wänden mit behaglicher Wärme.

KONTAKT

HAAS DESIGN

Froschweg 6 - Kerschdorf

9220 Velden am Wörthersee

Mobil: +43-(0)664-750 312 95

office@haas-design.at

www.haas-design.at

SOCIETY 1_11 | 79


LIFE UND STYLE

DOGFASHION

Dogue In The City

All Dressed Up In Love?!

Sie ist die neue Carrie Bradshaw der Hundewelt. Klischees kennt sie nicht, aber dafür weiß

sie umso mehr, was IN ist. Jeannine Nujic versteht es auf humorvolle Art, den Lifestyle

von Mensch und Hund in der heutigen Zeit zu verknüpfen.

Das Kleid sitzt, die Haare

glänzen in der Sonne,

Frühlingsstrahlen im

Gesicht, die neuen Nude

Heels an und die Sonnenbrillen

auf. Ringsum

grünt und

blüht es, Frühlingsduft

liegt in

der Luft. Vögel

zwitschern im

Park, in den

Straßencafés

turteln verliebte

Pärchen.

Gemeinsam

spazieren Coco

und ich durch die Innenstadt.

Die Winterkleidung eingemottet

und mit großer Aufregung auf dem Weg,

Schuhe der heurigen Kollektion zu shoppen.

Schließlich gilt: „Single sein ist zwar

schlecht fürs Herz aber gut für die

Wirtschaft“. Gesagt, getan.

Einige Shops später stehe ich in meiner

Boutique, da sehe ich es endlich vor mir,

die neue Spring/Summer Kollektion ist

frisch aus den Showrooms eingetroffen.

Coco freut sich ebenso, denn wie kann es

auch anders sein, liegt auch für sie

einiges parat. Beiger Trenchcoat,

Jeans mit weißer Rüschenbluse,

Coco sieht aus wie eine echte Dogfashionista.

So machen wir uns dressed

up in den zwei „Ls“ Labels &

Love – ich in meinem neuen

luftigen Kleid, das im Schrittrhythmus

mitschwingt

Jeannine Nujic und ihr Chihuahua

Coco Chanel sind „Doggylicious“

und viel zu hohen High

Heels – auf den Weg zu unserem

morgendlichen Besorgungsrundgang.

Nach einem Abstecher

bei Cocos Fleischer des Vertrauens

geht es weiter

Richtung Graben. Plötzlich

erstarrt Coco und ich folge

ihrer Blickrichtung. Da stehen

sie, ein Duo welches perfekter nicht

sein könnte: Das Herrchen eine Mischung

aus italienischem Geschäftsmann

und Geheimagenten, smart und

sexy. Das Chihuahua-Männchen, ein

Abbild seines Herrchens, schwarzes

glänzendes Haarkleid und sehr gut

erzogen.

Während zwischen mir und

dem attraktiven Chihuahua-

Besitzer, der übrigens

Geschmack beweist, denn

sein Hündchen trägt ein

extravagantes

Halsband

aus

meiner

Boutique,

lediglich ein

verleg-

enes Lächeln zustande kommt, gehen die

beiden augenscheinlich von Frühlingsgefühlen

geplagten Hunde gleich aufs Ganze.

Sie stürmen aufeinander zu, als wäre es

ein lang ersehntes Wiedersehen.

Kurzes beschnuppern und das Eis ist gebrochen.

Ein paar Spielminuten später schaffen

es die Hunde auch unser Ice breaker zu

sein, und so kommt man über den Hundesmalltalk

ins Gespräch. Die Spazierverabredung

– natürlich rein zum Wohle der

Hunde – steht. Glücklich, mit unserem

strahlendsten Lächeln machen wir uns auf

den Weg zurück ins Geschäft. The End

Hat Amor nicht nur bei mir sondern

auch bei Coco zugeschlagen oder was ist in

ihr vorgegangen?! Hatte auch sie

einen Anfall von Frühlingsgefühlen?!

Es ist alt bekannt, die ersten

warmen Sonnenstrahlen versetzen

Mensch und Tier jedes Jahr von

Neuem in einen körperlichen Ausnahmezustand.

Sogar die Financial

Times schreibt von Frühlingsgefühlen an

der Börse. Dieses Thema zieht sich wie

ein roter Faden durch unsere

Gesellschaft. Auch mich beschäftigt

dieses Thema und so stelle ich die

Frage…ist es die Liebe oder sind es die

Triebe?

In einem Interview mit Tierverhaltensforscher

und DogLifestyle-

Coach Laurent Amman, was es

denn mit dem Frühlingszauber

auf sich hat, fand ich

Antworten auf einige meiner

Fragen und konnte auch

den einen oder anderen

Tipp zur Erleichterung

ergattern.

Jeannine: Sie haben

Tierverhalten und

Tierpsychologie studiert

und erforscht.

Empfinden Hunde generell

Liebe zu einem

anderen Hund bzw.

FOTO: CHRISTIAN POSTL

80 | SOCIETY 1_11


können Hunde so etwas wie

Frühlingsgefühle empfinden?

Laurent Amann: Die Wissenschaft ist

zurzeit eher rational. Gefühle und Stimmungen

werden durch rein chemische Reaktionen

erklärt. So auch die Frühlingsgefühle,

die als Folge von

Hormonausschüttungen gelten. Zusammen

mit gesellschaftlichen und moralischen

Eindrücken wird das entstehende

Gefühl beim Menschen als Liebe bezeichnet.

Hunde produzieren die gleichen Hormone.

Doch wissen wir noch nicht, inwiefern

Hunde auf moralische oder

gesellschaftliche Einflüsse reagieren. Daher

spricht man bei Tieren vorsichtigerweise

eher von Instinkten und Trieben als

von Liebe.

Jeannine: Meine Hündin Coco Chanel erwacht

regelrecht aus ihrer Winterruhe, sie

läuft aufgeregt durch Gräser, Wiesen und

die Straßen. Geschirr und Kleidung anziehen

ist hier eine wahre Herausforderung,

aufgeregt und Schwänzchen wedelnd läuft

sie hin und her. Ich habe das Gefühl, sie ist

glücklicher. Ist dem denn so?

Laurent Amann: Auf jeden Fall, ja.

Jeannine: Gibt es wissenschaftliche Studien

diesbezüglich?

Laurent Amann: Was die Wissenschaft

bereits beweisen konnte ist, dass Tiere und

Menschen „Liebeshormone“ produzieren:

Oxytocin. Die Ausschüttung dieser Hormone

bringt Tiere dazu, auf Partnersuche

zu gehen und sich an einen passenden

Partner zu binden. Oxytocin scheint also

der Baustein für Liebesgefühle zu sein. Zusätzlich

werden Sexualhormone im Frühling

in größerem Maße produziert und tragen

zum gesamten Gemütszustand bei.

Jeannine: Welche Methoden gibt es, um die

Frühlingszeit für den Hund angenehmer

SOMMER MUST-HAVES 2011

Die Fashionweeks haben sie vorgegeben, die Trends für

2011, auch in der Hundemodewelt darf es diesen Sommer

verspielt, farbenfroh und verträumt sein. Applikationen,

florale Muster, Rüschen, Streifen, Jeansstoffe, Pastellfarben…

es wird bunt und verspielt. Dieser Trend macht so

richtig gute Laune. Absolut richtig liegen Sie auch mit den

Farben Gold, Braun, Beige, Marineblau, Rosa, Terrakotta

und Koralle. Damit Sie und Ihr Hund absolut „doggylicious“

und top gestylt durch die Saison gehen, hier die

neuesten Trends zum Nachshoppen auf

www.doggylicious.at

und stressfreier zu gestalten, bzw. was

kann man dagegen tun?

Laurent Amann: Die richtige Frage wäre,

wann soll man etwas dagegen tun. Solange

der Hund nicht unter den Frühlingsgefühlen

leidet, soll man ihn sie ausleben

lassen. Doch wenn der Hund ständig an

der Leine steht oder sogar einige Tage lang

das Essen verweigert, weil er vor kurzem eine

schicke Hundedame gesehen hat, empfinde

ich es als Pflicht

des Besitzers, den

Hund von diesem

Stress zu entlasten.

Die effizienteste Methode

ist die Kastration.

So wird der Einfluss

der Sexualhormone,

der bei vielen

Hunden als

Hauptstressfaktor

zählt, endgültig entfernt.

Jeannine: Gibt es einen

Unterschied

zu Männchen und

Weibchen?

Laurent Amann: Männchen leiden viel

mehr unter ihren Sexualhormonen als

Weibchen. Das Testosteron befiehlt ihnen

eine Hündin zu finden, zu erobern und sie

vor anderen Rüden zu verteidigen. Dies bedeutet

für viele Rüden einen enormen

Stress. Weibchen hingegen können sich gestresst

fühlen, wenn sie z. B. ununterbrochen

von Rüden verfolgt werden und keine

Ruhe haben.

Jeannine: Gibt wirkungsvolle alternativen

zur Kastration?

Laurent Amann: Ich sehe die Kastration

als einzige nachhaltige Lösung, wenn der

Hund wirklich wegen der Sexualhormone

leidet. Möglich ist es auch, in der Frühjahrszeit

gerade beim Spaziergang anderen Hunden

weit auszuweichen und sich nur dem

Erwachen der Natur zu widmen.

Jeannine: Hand aufs Herz: Neben Ihren

ganzen Studien und Berichten, was ist Ihre

persönliche Meinung, Liebe oder Triebe?

Laurent Amann: Ich denke, es ist eine

Mischung aus beidem. Meiner Meinung

nach bringen die Triebe unsere Hunde zusammen.

Danach bestimmt die

Liebe über die Entwicklung der

Beziehung.

Einige logische Argumente

gegen die Liebe und für die

Triebe, jedoch wenn man das

Wissenschaftliche und Theoretische

weglässt, ich meinen Hund so

beobachte, muss ich feststellen: Es

gibt sie doch, die Liebe. Und jetzt

mal ehrlich auch bei Unsereins

gibt es die Liebe trotz der Triebe.

Liebe ist eben das beste Label,

das man tragen kann, immer

im Trend und top angesagt.

Eben „all dressed up in Love…“

SOCIETY 1_11 | 81


LIFE UND STYLE

COACHING

Selbst-Coaching

Anleitung zum Glücklich-Sein

Gibt es eine Art „Gebrauchsanweisung“ zum Glücklich-Sein oder können wir „lernen“ glücklich

zu sein? Es zeigt sich, dass Glück mit der richtigen Einstellung zum Leben zu tun hat.

Paul Watzlawik hat sich in seinem berühmten

Buch „Anleitung zum Unglücklich-Sein“

mit der Gebrauchsanweisung

beschäftigt, was wir tun müssen,

um NICHT glücklich sein zu können. Dabei

stellt sich die Frage, ob wir wenn wir

„nicht unglücklich“ sind schon glücklich

sind, was meiner Meinung nach mit Nein

zu beantworten ist. Damit verhält es sich

so wie mit dem Begriff Gesundheit. Gesundheit

ist ja noch lange nicht nur die Abwesenheit

von Krankheit.

Was bedeutet nun aber „Glücklich-

Sein“? Bereits seit den alten Griechen beschäftigen

sich Philosophen und Dichter

damit. Zweifellos für jeden von uns ist

Glücklich-Sein etwas anderes! Glück ist etwas

ganz Persönliches und Individuelles. Jeder

von uns empfindet Glück anders und

kann über verschiedene Dinge glücklich

sein. Und Glücklich-Sein bedeutet auch etwas

anderes als Glück haben, denn das

Verb Sein beschreibt bereits eine Kontinuität,

ein Andauern der Glücksempfindung.

Ich habe Glück, wenn ich im Lotto gewinne

– das heißt aber noch nicht, dass ich nun

für den Rest meines Lebens glücklich bin!

***

Bedingungen des Glücks

Viele Menschen erleben den kontinuierlichen

Zustand des Glücklich-Seins,

•wenn sie den subjektiven Eindruck haben

ein sinnvolles und erfülltes Leben zu

führen – was auch immer das für den

einzelnen bedeutet. Persönliche Erfolge

machen uns oft glücklich. Das Gefühl etwas

erreicht und etwas geleistet zu haben,

erfüllt uns mit Stolz und gibt uns

Kraft für neue Projekte.

•wenn sie das tun können und dürfen,

was sie gut können und gerne machen,

Stichwort Kreativität und Selbstverwirklichung,

•wenn sie ihre wichtigsten persönlichen

Werte frei leben können, z. B. Freiheit,

Harmonie, Ehrlichkeit, Freundschaft, etc.

•wenn sie die Gabe haben, auch im Alltag

Glück zu empfinden, wenn sie das wertschätzen,

was sie haben anstatt es als

selbstverständlich zu nehmen und nur

das zu suchen, was sie nicht haben,

•wenn sie heute leben im Hier und Jetzt,

ÜBER DIE AUTORIN

Dr. Sonja Littig-Wengersky ist Dipl. Coach und Trainerin

für Kommunikation und Persönlichkeitsentwicklung und

Buchautorin („Das Selbst-Coaching-Buch“). Sie ist seit

mehr als dreißig Jahren in der Erwachsenenbildung tätig,

und seit ca. 15 Jahren im Bereich Coaching und Seminaren

zur Persönlichkeitsentwicklung. Sie wurde von IIR

(Institute for International Research) in den letzten Jahren

mehrfach zur „Top Trainerin des Jahres“ gewählt.

BUCHTIPP: „Das Selbst-Coaching-Buch - Anleitung zum

Glücklich-Sein“

Bestellung auf www.littig.at

nicht immer alles auf morgen verschieben,

sondern das Heute genießen –

Glück ist etwas, was nur im Jetzt funktioniert.

Sehr viele Menschen warten auf einen

großen und bedeutungsvollen Moment in

der Zukunft, an dem sie dann endlich

glücklich und zufrieden sein werden,

wenn endlich alle Bedingungen erfüllt

sind… „Ich werde glücklich sein, wenn ich

den richtigen Partner habe, wenn ich eine

größere Wohnung habe, einen besseren

Job habe...“ Aber so läuft das nicht! Glück

hat viel mit unserer persönlichen Art des

Denkens zu tun, denn Glück ist vor allem

auch eine Frage der Einstellung. Das zeigt

auch die folgende Metapher:

Zwei Schüler stritten erbost. Der Meister kam

hinzu und fragte:

„Was ist der Grund für Euren Streit?“

„Ach Herr, wir können uns nicht einigen. Ich sage,

dass das Leben schwer ist und er behauptet,

es sei einfach. Wer von uns hat recht?“

Der weise alte Mann lächelte sanft und sagte:

„Oh, das ist eine leichte Frage – Ihr habt beide

recht!“

Und während die Schüler ihn verständnislos anblickten,

fügte er noch hinzu:

„Das Leben ist immer genau so, wie Ihr glaubt,

dass es ist.“ (1)

***

Glück beginnt im Kopf

Tatsächlich können wir uns dazu entscheiden,

glücklich zu sein. Glücklich sein

beginnt im Kopf, also mit unserem Denken

– denn ob wir glücklich sind, entscheiden

wir selbst und nicht die Umstände. Eine

Grundannahme des NLP (2) geht davon aus,

dass „jeder Mensch alle Ressourcen hat, die

er braucht, um ein persönlich erfülltes und

sinnvolles Leben zu führen“. Wir müssen

nur bewusst darauf zugreifen, und das haben

wir oft verlernt.

Für unsere eigenen Gefühle, unser Denken

und unser Verhalten sind wir stets

selbst verantwortlich. Niemand anderer ist

schuld, wenn es uns nicht gut geht oder wir

uns schlecht fühlen! Weder der Chef, noch

die Kollegin, die Schwiegermutter oder der

Partner... Die wichtigste Voraussetzung ist,

dass wir selbst wollen, dass es uns gut geht

und bereit sind aktiv etwas dafür zu tun!

Und genau das ist der springende

Punkt: Wir müssen auch für unser seelisches

Wohlbefinden aktiv sorgen. Dazu

gibt es viele Möglichkeiten, die von Mensch

zu Mensch ganz unterschiedlich sein können.

Der eine sucht Frieden und Entspannung

in der Natur, ein anderer durch Entspannungsübungen,

Yoga, Mentaltraining,

oder, oder, oder… Wichtig ist, DASS Sie etwas

tun, nicht nur für Ihre körperliche Gesundheit,

sondern vor allem auch für Ihr

seelisches Wohlbefinden. Denn das Glück

kommt nicht von allein!

82 | SOCIETY 1_11

(1) Unbekannte Quellen

(2) NLP = Neuro-Linguistisches Programmieren


LIFE UND STYLE

STYLING

Jede Farbe hat ihre eigene Wirkung

Rot ist ein Hingucker

FOTOS: PIXELIO.DE, GILBERT BRANDL

Was Farben uns erzählen

Es grünt so grün

Der Winter ist vorbei und mit dem Frühling wird das Leben

wieder farbenfroh. Wie Sie Farben in der Kleidung richtig

einsetzen, lesen Sie hier! Von INGRID CHLADEK

Mit den ersten Sonnenstrahlen wollen

wir die dunkle Winterkleidung ablegen

und zu Farben greifen, die Licht,

Optimismus und Lebensfreude ausstrahlen.

Wir sehnen uns nach Farben, die unser

Wohlbefinden steigern, die uns Energie

geben, die uns das triste Grau des Winters

vergessen lassen. Nach Farben, die unsere

Lieblingsfarben sind, oder aber solche, die

gerade „in“ sind und die von der Modeindustrie

vorgegeben werden.

Doch unabhängig von modischen

Trends stärken Farben in der Kleidung unser

Wohlbefinden, beeinflussen unsere

Emotionen, gestalten unser Image und

können sogar unser Aussehen und unser

Auftreten verändern. Trägt man z.B. Blau

oder Blau/Weiß, so strahlt man Vertrauen

und Kompetenz aus, in roter Kleidung

wirkt man kraftvoll und dynamisch, hingegen

in einem rosa Outfit eher schwach

und hilflos.

Farben wirken dabei auf drei Ebenen:

auf der sinnlich-optischen Ebene – Farben

beeinflussen Emotionen; auf der psychischen

Ebene – als Ausdruck unserer Stimmung;

auf der intellektuell-symbolischen

Ebene – um gezielt bestimmte Zwecke zu

erreichen, z.B. unser Image zu verstärken

oder unser zu Aussehen verbessern.

Mit Farben verbinden wir Eigenschaften:

So wirkt ein silbernes Auto schneller

als ein gelbes, ein roter Pfefferoni schärfer

als ein grüner, und ein schwarzes Kleid eleganter

als ein gelbes.

***

Farben für jeden Anlass

Setzen Sie Farben in der Kleidung ein, so

sollten Sie eher weniger als mehr verwenden,

um nicht als „bunter Vogel“ zu gelten.

Die Verwendung von zwei harmonischen

Farben wirkt elegant und zurückhaltend,

wie die Kombination von Braun und Beige.

Wollen Sie jedoch kompetent und professionell

wirken, so greifen Sie zu einer Dunkel-

Hell-Kombination, z.B. einem dunkelblauen

Kostüm oder Anzug und tragen Sie darunter

ein helles Oberteil.

Pastellfarben in der Kleidung sind

„Weichmacher“ und lassen Sie eher sympathisch

als kompetent wirken. Die Farben Rot

und Orange sind wirkliche „Hingucker“ –

und wirken dynamisch, kraftvoll, aber auch

aggressiv. Gelbtöne sind wahre Kommunikationsverstärker,

allerdings nur dann, wenn

sie sparsam eingesetzt werden. Schwarz ist

eine sogenannte „Anlassfarbe“, die bei festlichen

Ereignissen eingesetzt werden sollte,

oder aber um Distanz und Macht – und

auch Kreativität – auszustrahlen.

Mit dem gekonnten Einsatz von Farben

können Sie eine bestimmte Wirkung erzielen,

eine innere Einstellung zum Ausdruck

bringen, Aufmerksamkeit erregen oder aber

ein bestimmtes Image vermitteln. Spielen

Sie damit!

WIE FARBEN WIRKEN

Blau strahlt Seriosität aus, wirkt aber brav.

Gute Basisfarbe für Anzüge.

Grau steht für Kompetenz, ist aber nüchtern.

Optimal fürs Business-Outfit.

Schwarz bedeutet Macht, aber auch Angst und Trauer.

Perfekt für feierliche Anlässe. Basisfarbe für

Kreative.

Weiß strahlt Unschuld und Perfektion aus, ist aber

hart und unauffällig. Optimal für Oberteile.

Rosa steht für Weichheit, wirkt immer schwach und

hilflos. Diese Farbe vermeiden!

Rot ist Energie und Selbstvertrauen, aber auch Aggressivität.

Diesen Hingucker sparsam einsetzen!

Orange bedeutet Kommunikation, wirkt aber billig und

laut. Nur dezent einsetzen!

Gelb steht für Licht und Freundlichkeit, aber auch

Neid und Betrug. Optimal für Veranstaltungen.

Grün ist die Hoffnung, Wachstum, aber auch Unreife.

Beruhigt das Gegenüber!

Violett ist Extravaganz und Mystik, aber auch Esoterik

und Zauberei. Perfekt, wenn Sie distanziert

wirken wollen.

KONTAKT

Mag. Ingrid Chladek

Dressforsuccess

Heiligenstädterstraße 115/1

A-1190 Wien

Tel. +43(0)664-122 70 46

ingrid.chladek@dressforsuccess.at

www.dressforsuccess.at

SOCIETY 1_11 | 83


LIFE UND STYLE

BUCHTIPP

Mut statt Angepasstheit

Gegen ein Leben in der

„Harmonieblase“

Bedienen Weicheier die Schalthebel der Macht? Ein neues Buch von Unternehmer und Manager

Werner Becher stellt unangenehme Fragen und rechnet ab mit lahmer Mittelmäßigkeit

und angepasstem Mainstream-Verhalten.

Unsere ängstliche Sehnsucht nach absoluter

Sicherheit zeigt sich bereits bei

der Erziehung der Kleinsten: Eine

Mutter erklärt der Kindergärtnerin, dass

sie ihren Sohn vollkommen gewaltfrei erzieht

und er daher niemals in Konflikte

verwickelt werden darf. Als sie erfährt,

dass ihr kleiner Sascha von einem Kind gestoßen

wurde, klagt sie den Kindergarten

auf unterlassene Aufsichtspflicht – obwohl

ihm nichts passiert ist. Krankt unsere Gesellschaft

an einer verweichlichten Lebenseinstellung?

***

Weicheier machen nicht satt

Wir haben verlernt, auch gegen den

Widerstand anderer für unsere Überzeugungen

einzutreten, aufzubegehren, wenn

offensichtlich Unrecht geschieht und uns

verantwortungsvoll auf eigene Ziele zu

konzentrieren. Diese gesellschaftliche Entwicklung

zeigt sich in der Politik, Wirtschaft

und in den Medien: Sie wollen einander

gefallen und fassen sich daher mit

Samthandschuhen an. Die Medien zitieren

immer wieder die gleichen bezahlten Experten

und bedienen ihre Konsumenten

mit gefälliger Berichterstattung. „An den

Schlüsselpositionen der Macht sitzen nur

mehr Weicheier und Ja-Sager“, ist Werner

Becher, Unternehmer, Manager, ehemaliger

Bundesparteichef des Liberalen Forums

in Österreich und Autor des neuen Sachbuchs

„Weicheier machen nicht satt – Eine

Abrechnung mit Feiglingen, Mitläufern

und Ja-Sagern“ überzeugt. „Wir sollten

endlich wieder beginnen unseren Hausverstand

zu benutzen, statt wie Lemminge

blind dem Zeitgeist zu folgen.“

***

Die Mentalität der Weicheier

Weicheier leben in einer Harmonieblase:

Alles soll perfekt, friedlich und sicher sein,

sie wollen nicht scheitern, nicht verlieren,

nichts falsch machen. Technische Innovationen

wie GPS oder Online-Singlebörsen unterstützen

sie in ihrer Ängstlichkeit; mit

Werner Becher

dem Navi verfahren sie sich nicht mehr und

durch die sozialen Netzwerke entgehen sie

der Gefahr, im direkten Kontakt einen Korb

zu bekommen. Weicheier schimpfen scheinbar

ohnmächtig auf „die da oben“ und stellen

Forderungen an „die anderen“, doch

endlich etwas zu unternehmen. Entlarvt

werden sie am besten über ihre Sprache,

denn sie sprechen bevorzugt im Konjunktiv,

in „man“ statt „ich“ und lieben Worthülsen:

„Eigentlich sollte man nicht mehr mit dem

Flugzeug fliegen“, „Irgendjemand müsste

mal endlich den Klimawandel stoppen“.

Ihr Hauptmerkmal ist es, dass sie Eigenverantwortung

ablehnen, lieber Feindbilder

als Schuldige für Probleme anklagen, keine

Entscheidungen treffen, sondern sich winden

und den Weg des geringsten Widerstandes

suchen. „Weicheier würden sich am

liebsten in Watte packen – die kann den

harten Aufprall auf den Boden der Realität

allerdings nicht dämpfen“, so der Autor

Werner Becher.

***

Ein Buch gegen die Ausreden der Weicheier

Werner Becher hinterfragt in seinem

Buch „Weicheier machen nicht satt“, was

uns schon gar nicht mehr auffällt oder wir

kaum zu denken wagen: Warum dürfen

NGOs kapitalistischer als Privatunternehmen

sein? Wo bleibt eigentlich der angekündigte

saure Regen? Ist der absurde Genderwahnsinn

tatsächlich notwendig?

Müssen die Kinder der 68er wirklich den

eingerauchten Traum ihrer Eltern ausbaden

und Schulen ohne Leistungsdruck besuchen?

Sind die derzeitigen Gesundheitsund

Pensionssysteme nicht reine Augenauswischerei?

Machen sich nicht ein paar

Mächtige ein schönes Leben auf Kosten anderer?

Das Buch soll Visionen und Lösungsmodelle

für alle jene liefern, die mehr Anspruch

an sich selbst haben als nur

verstaubten Ideologien irgendwelcher Parteien,

NGOs, Großkonzerne und anderer

gesellschaftlicher Lobbyisten nachzuplappern.

Becher schlägt innovative Ansätze,

klare Ziele und mutige Schritte vor. „Wir

brauchen Leute, die den Mut haben, die

Dinge beim Namen zu nennen und sich

wirklich über große Reformen trauen. Und

es ist Zeit für ein offenes Bekenntnis zur

Selbstverantwortung jedes Einzelnen.“

BUCHTIPP

„Weicheier machen

nicht satt“

Werner Becher

Goldegg Verlag, 2011

84 | SOCIETY 1_11


Kiddy Ribbon Charity Gala

Künstler helfen Kindern

LIFE UND STYLE

BERICHT

Zahlreiche prominente Künstler verzichteten zugunsten der Österreichischen Kinder-Krebshilfe

bei der Kiddy Ribbon Charity Gala im Hotel Marriot auf ihre Gage.

Waterloo und Mahmoud Badr

Die VIP-Charity Gala im Hotel Marriot erwies

sich als voller Erfolg. Vizepräsident

Dr. Mahmoud Badr zeigte sich erfreut

über den tollen Spendenbetrag. Viele

Künstler zeigten großes Engagement. So

konnten Kunstwerke versteigert werden,

die unter anderem von den Malern Hermann

Angeli, Anita Windhager, Helga Geiler

sowie von Künstler Wolf Träger, kostenlos

zur Verfügung gestellt wurden.

***

Spende

Der Reinerlös von 10.240 Euro wird für

die „Nachsorge“der Kinder eingesetzt.

Nach der Chemotherapie fahren die Kinder

mit einem Elternteil in ein Camp, wo

sie psychologisch betreut und aufgebaut

werden.

***

Promis für den guten Zweck

Moderiert wurde der gelungene Abend

von Wolf Frank. Mit dabei waren unter anderem

Entertainer Mat Schuh, Magieweltmeister

Tony Rei, Tony Wegas und Christian

Wobornik, der Elvis-Imitator Gerry King

Louie Austen, sowie Sopranistin Iva Ionova,

Tenor Hristofor Yonov und Richard Lugner.

Prominente Gäste

Zehn Jahre Club Diplomatie und Wirtschaft

Kooperation auf dem Golf-Rasen

Der Club Diplomatie und Wirtschaft feiert in diesem Jahr sein zehnjähriges Jubiläum. Im Mai

findet aus diesem Anlass ein diplomatisches Turnier statt.

Seit bereits einem Jahrzehnt finden sich

Mitglieder der Botschaften und Vertreter

der Wirtschaft rund um Präsident

KommR. Josef Vuzem zusammen, um in

freundschaftlicher Atmosphäre den Golfsport

aktiv auszuüben und zu unterstützen.

Ehrenpräsidenten sind S.E. Botschafter

Dr. Jan Koukal aus Tschechien, S.E.

Botschafter Alejandro Díaz aus Mexiko

und S.E. Botschafter Shahrul Ikram aus Malaysien.

Von einem ähnlichen Club in Genf inspiriert

bietet der Club Diplomatie und Wirtschaft

Golfreisen, einen monatlichen

Lunch Jour Fixe und mehrere Golfturniere

jährlich an. Einen eigenen Golfplatz besitzt

der Club nicht, allerdings gibt es Kontakte

zu mehreren Golfclubs. Im Mai wird ein diplomatisches

Turnier zur Jubiläums-Feier

organisiert.

Treffen des CDW in Wien

KONTAKT

Club Diplomatie & Wirtschaft (CDW)

E-Mail: cdw@vuzem.at

www.cdw.or.at

SOCIETY 1_11 | 85


LIFE UND STYLE

DESIGN

Adrian Aderyn,

Dr. Eva Aderyn

(Imperial

Moments)

Harald Hanisch (Musikproduzent),

Eva K. Anderson

mit Robe von Amand Pérez

Mordechai Ish-Shalom in

Begleitung seiner Frau

Amand Pérez im Gespräch

mit Mag. Hildegard Habsburg-Lothringen

„Das Schneiderhandwerk ist

Gefühlssache.“

AMAND PÉREZ

Mit Penny McLean

Christine Kaufmann

zu Besuch im Atelier

Dreharbeiten im Atelier

zu „Vera exklusiv“

Im Interview mit

Vera Russwurm

FOTOS: MIT FREUNDLICHER GENEHMIGUNG VON VERA EXKLUSIV (3)

86 | SOCIETY 1_11


Vera Russwurm bei Dreharbeiten

zu „Vera exklusiv“

Traditionshandwerk

Sternenkleid und Korsetterie

vom Gewandmeister

Amand Ricardo Castilla Pérez ist ein Meister seines Faches. Mit traditionellem Handwerk

erneuert er die Lust an edler Kleidung mit historischem Touch.

Der in Wien lebende Spanier Amand Ricardo

Castilla Pérez hat sich dem

Wiederaufleben des Korsetts für die

elegante Abendkleidung gewidmet. Inspiriert

durch das Schönheitsideal der Kaiserin

Sisi knüpft Amand an die Tradition des

engen Mieders an. In seiner „Korsetterie“

findet man das von Franz Xaver Winterhalter

gemalte und berühmte Sternenkleid

der Monarchin und das so genannte Pink-

Kleid von Marylin Monroe wieder.

In liebevoller, feinster Maßarbeit schafft

Amand Haute Couture auf Bestellung für

Damen aus den höchsten Kreisen. Stationen

wie München, die Salzburger Festspiele und

viele andere prominente Plätze haben ihn

geprägt. Hier in Wien kommt ganz Europa

in sein Atelier, um sich von ihm einkleiden

zu lassen. So findet man Modelle von ihm

bei den Salzburger Festspielen, bei der Ausstattung

der Operette „Die Fledermaus“,

der Oper „Carmen“ in München, bei den

Festspielen in Bayreuth usw.

***

Dirndln, Brautkleider und Bustiers

In München hatte er am Viktualienmarkt

sein Atelier, wo Toute Munich einund

ausging. Seine Starkunden finden

Wien als idealen Ort, um sich bei ihm

weiterhin einkleiden zu lassen. Besonders

bemerkenswert sind die minutiösen Details

seiner Arbeit, die altes, bereits ausgestorbenes

Traditionshandwerk umsetzt.

Bemerkenswert auch seine Traumdirndln

nach Maß, Brautkleider sowie Bustiers für

den Alltag. Der kreative Schneidermeister

„Handwerk ist der noble

Widerstand gegen die Hektik

unserer Zeit.“

AMAND PÉREZ

näht zum Beispiel nach alter Tradition literarische

Glückwünsche in den Saum von

Brautkleidern ein.

Die Liebe zum Beruf hat er von seiner

Großmutter erworben, die in einer Mangelei

für das Festspielhaus Bayreuth gearbeitet

hatte. Seine nächsten Pläne sind gewagte

und tragbare Modelle für den Lifeball in

Wien. Galliano und Gaultier sind seine Lieblingsdesigner,

die ebenso wie er die Kunst des

Handwerks in tragbare Mode umsetzen.

CURRICULUM VITAE

Amand Ricardo Castilla Pérez ist am 20. Juni 1978 in München

geboren. Der Spanier absolvierte im Jahr 2001 die

Meisterprüfung zum Damen- und Herrenschneider bei

Müller & Sohn in München und ist seit damals als Schneidermeister

und Kostümbildner mit eigenem Atelier tätig.

Bei unzähligen Theater- und Opernproduktionen hat er in

den vergangenen zehn Jahren als Kostümbildner mitgewirkt,

u. a. „Land of Make Believe“ (2002), „Die drei jungen

Tenöre“ (2004), „Tanz der Münchner Marktweiber“

(2005-09), Musical „Die Schöne und das Biest“ (2006),

Oper „Carmen“ (2008) und Marionettenoper „Schwanensee“.

Er war bei den Bayreuther Festspielen in der Kostümanfertigung

und bei den Salzburger Festspielen in der

Weißnäherei beschäftigt und gestaltete das Bühnenoutfit

für die Sängerin Penny McLean. 2010 übersiedelte er nach

Wien, wo er sein neues Unternehmen gegründet hat.

KONTAKT

Pérez Castilla Fashion Design

Franzensgasse 3 / Hof, A-1050 Wien

Mobil +43-(0)650-5615022

E-Mail: office@perez-castilla.at

www.perez-castilla.at

SOCIETY 1_11 | 87


LIFE UND STYLE

DESIGN

Tüll und Seide

Edles Traditionshandwerk

Der Kostüm- und Korsettschneider Amand Ricardo Castilla Pérez schafft in liebevoller,

feinster Maßarbeit Traumdirndln, Brautkleider und Korsagen nach alter Tradition.

Hier spürt man seine Liebe zum Beruf.

88 | SOCIETY 1_11


Das berühmte Sternenkleid

von Sisi lässt handwerkliche

Tradition wieder

aufleben.

SOCIETY 1_11 | 89


LIFE UND STYLE

DESIGN

Edelkreation

von Amand Pérez:

Dirndl in Rot und

Mieder

90 | SOCIETY 1_11


Hochwertige Ausführung:

Schwarzes Traumdirndl

nach Maß.

SOCIETY 1_11 | 91


LIFE UND STYLE

SERVICE

Neues Premium-Angebot für Kinder-Betreuung

Service4Kids

Aktive Freizeitbetreuung für Kinder und Begleitung in verschiedenen Sprachen mit fachlich

kompetenten Pädagoginnen bietet die neue Serviceeinrichtung Service4Kids an, die Eltern

unterstützt und entlastet.

Wer professionelle Betreuung und Exklusivität

für seine Kinder sucht, z.

B. bei schulautonomen Tagen, während

Dienstreisen oder beim Golfturnier

am Wochenende, kann auf ein neues Serviceangebot

zurückgreifen, das die passende

Lösung anbietet: Service4Kids ist ein

junges Unternehmen in Wien, das sich

auf die individuelle Betreuung von Kindern

und Jugendlichen durch geschulte Pädagoginnen

spezialisiert hat.

Gründerin des Unternehmens ist Christine

Popovits-Schwarz. „Als Mutter von

fünf Kindern weiß ich, wie schwierig es ist,

Beruf und Familie unter einen Hut zu

bringen“, sagt sie, „und ich kenne den hohen

Anspruch an qualifizierte Kinderbetreuung

– dabei wollen wir Eltern mit unseren

unterschiedlichen Serviceangeboten

unterstützen.“

Betreuung statt Aufbewahrung, Spaß

statt Langeweile, Kreativität statt Inaktivität,

Exklusivität statt Standard – so lauten die

Grundsätze von Christine Popovits-Schwarz

für ihre Dienstleistung, für die sie eine deutliche

Marktlücke sieht. „Bisher gab es bei der

Kinderbetreuung nur Babysitting. Wir bieten

dagegen, abgestimmt auf die Wünsche

der Eltern und die Interessen der Kinder, individuelle

Konzepte für jede Betreuung. Das

reicht von gemeinsamem aktivem Sport bis

hin zum gemeinsamen Museumsbesuchen

und anderen Aktivitäten.“

***

Fachliche kompetente Betreuerinnen

Servive4Kids bietet neben individueller

Planung und Organisation von Aktivitäten

SERVICE4KIDS

Christine Popovits-Schwarz

Geschäftsführerin Service4kids e.U.

Biraghigasse 57a

1130 Wien

Mobil: +43-(0)664-885 10 470

Telefon: +43-(0)1-803 95 46

E-Mail: office@service4kids.at

www.service4kids.at

auch Betreuung im familiären Umfeld zu

Hause sowie die Begleitung bei ausgesuchten

Indoor- und Outdoor-Aktivitäten,

selbstverständlich in verschiedenen Sprachen.

Entscheidend für jedes Angebot: Die

fachliche Kompetenz der Pädagoginnen,

die Förderung und Aktivität in den Mittelpunkt

der Betreuung stellen.

„Wir arbeiten auch mit Hotels zusammen“,

sagt Christine Popovits-Schwarz, „unser

Städteservice erlaubt es deren Gästen,

ihre geschäftlichen oder privaten Termine

wahr zu nehmen und ihre Kinder perfekt

betreut zu wissen.“ Ein Beispiel dafür ist

das Wien-Programm von Service4kids, bei

dem unter dem Motto „Die Habsburger

und ihre Tiere“ Spezialführungen durch

den Tierpark Schönbrunn angeboten werden

– während die Eltern an Konferenzen

teilnehmen, in Ruhe ein Museum anschauen

oder ausgiebig shoppen.

***

13 ausgebildete Pädagoginnen

Das Team von Christine Popovits-

Schwarz umfasst mittlerweile 13 ausgebildete

Pädagoginnen, die verschiedene

Schwerpunkte und Aktivitäten anbieten.

Und bei den bereits übernommenen Aufträgen

hat sich eines deutlich gezeigt: „Bei uns

sind die Kinder enttäuscht, wenn die Betreuung

zu Ende ist. Das unterscheidet uns

von herkömmlichen Kinderbeaufsichtigungen“,

sagt Christine Popovits-Schwarz. Detaillierte

Informationen finden Sie im Internet

unter www.service4kids.at

92 | SOCIETY 1_11


LIFE UND STYLE

BENEFIZ

Stephanie zu Guttenberg,

Schirmherrin mehrerer deutscher

Initiativen zum Kinderschutz

Rotary Club Salzburg-Nord

Salzburg schützt Kinder

Am 14. Mai ab 19 Uhr findet im Salzburger Landestheater eine Benefizveranstaltung zu

Gunsten des Kinderschutzzentrums Salzburg mit Stephanie zu Guttenberg, Karl Merkatz

und der Camerata Salzburg statt.

Jährlich werden

in Österreich ca.

10.000 Kinder

und Jugendliche sexuell

missbraucht,

im Bundesland Salzburg

sind es 600 bis

700 Opfer pro Jahr.

Bei schwerer physischer

und/oder psychischer

Gewalt gegen

Kinder gehen

Karl Merkatz

seriöse Schätzungen

von noch wesentlich

höheren Zahlen aus.

***

Das Kinderschutzzentrum

schützt und hilft

Schnell, anonym und kostenlos dient

das Kinderschutzzentrum als erste Anlaufstelle

für Opfer von Missbrauch und Gewalt.

Die Einrichtung bietet psychologische Hilfe,

Gespräche mit Vertrauenspersonen, klinische

und therapeutische Behandlung,

psychosoziale und juristische Prozessbegleitung

und vieles mehr. Heute betreut das

Benefiz-Gala mit der Camerata Salzburg

Kinderschutzzentrum Salzburg jährlich

über 1.300 Klienten, ca. 800 davon ambulant.

***

Rotary Club Salzburg-Nord

Seit 2010 unterstützt der Rotary Club

Salzburg-Nord das Kinderschutzzentrum

Salzburg. Mit der Benefiz-Gala „Salzburg

schützt Kinder“ will der Rotary Club Salzburg-Nord

gleich mehrere Zeichen setzen.

Zum einen mehr Aufmerksamkeit für das

Thema Kinderschutz im Rahmen einer

prominent besetzten Veranstaltung. Zum

anderen unterstützt der Rotary Club Salzburg-Nord

mit den Einnahmen rund um

die Benefiz-Gala das Kinderschutzzentrum

Salzburg mit 15.000 Euro.

www.salzburgschuetztkinder.at

SOCIETY 1_11 | 93


LIFE UND STYLE

EVENTS

HIGHLIGHTS VERANSTALTUNGEN

DER GESELLSCHAFT Jänner bis März 2011

WIENER GRUFT: KOCHEN FÜR BEDÜRFTIGE

Unter dem Motto „Kennen und lieben lernen“ kochten in Wien lebende

indonesische Frauen gemeinsam mit der Gattin des indonesischen

Botschafters, Rusdijana Puja, ein kräftiges Mittagessen

für die Bedürftigen in der Wiener Gruft. Sie wollten mit ihrer Initiative

beweisen, dass ausländische Mitbürger auch Solidarität im

täglichen Leben zeigen können. „Das persönliche Engagement einer

Botschafterin aus dem südostasiatischen Raum ist mehr als nur als

humanitärer Ausdruck zu bewerten. Nächstenliebe kann die Grenzen

zu fremden Menschen mit Problemen tatsächlich überwinden,

unabhängig von Nationalität und Religion“, lautete ein Statement

der Botschaft.

Schulgründung Soc Tran, Vietnam

Gemeinsam kochen in der Gruft

LA HONG UND CARITAS: KARI-

TATIVE ZUSAMMENARBEIT

Der Designer La Hong beteiligt sich dieses

Jahr erneut an einer Aktion der Caritas

Österreich. Vor einigen Jahren finanzierte

er den Bau einer Schule im

Süden Vietnams und engagiert sich seit

dem immer für karitative Projekten. Details

über die neuste Zusammenarbeit

sind im Moment noch ein streng gehütetes

Geheimnis. Nur so viel wurde verraten:

„It‘s all about love.“

La Hong mit Dr. Agnes

Husslein und Stadträtin

Sonja Wehsely

Dr. Adriano Teso, Giordana

Mill, Frau Dr. Laura Teso

I LOVE ZEPTER – VALENTINSTAG 2011: EINE GESTE DER LIEBE

Zepter Lifestyle lud am Valentinstag zu einem Galaabend in Mailand, wo

die „Freunde der Lyrik“ wohltätig unterstützt wurden. Anlässlich des Tages,

der den Verliebten und Liebenden gewidmet ist, lud Zepter Lifestyle

zu einem Galaabend in das Hotel „Principe di Savoia“ in Mailand, wo bekanntgegeben

wurde, dass die gemeinnützige Organisation „Freunde der

Lyrik“ mit einer neuen Initiative von Zepter ab sofort unterstützt wird.

Zwanzig Prozent des Gewinns aus dem Verkauf wertvoller Kelche aus Kristall

und Gold der Linie „Magic Harmony“ werden für diesen wohltätigen

Zweck gespendet.

Giordana Mill, Senior Vizepräsidentin von Zepter International, empfing

anlässlich ihres Geburtstages fünfzig VIP-Gäste bei sich zu Hause und eröffnete

somit eine neue Saison ihrer mondänen Abende.

Maria Helene Polidoro , Stadträtin Mailand

Dott. Andrea Mascaretti,

Giordana Mill, Mag. Mariana Mill

Dr. Anna Repellini (Zeitschrift „Shopping

Milano”), H. General Mauro Del

Vecchio, Giordana Mill

Rechtsanwalt Daria Pesce, Giordana Mill

94 | SOCIETY 1_11


FOTOS:HPR/HEROLD, SOCIETY/PROKOFIEFF, LA HONG, BOTSCHAFT VON INDONESIEN, MILL

RAUSCHENDES BALLFEST:

WIENER POLIZEIBALL 2011

Im Wiener Rathaus veranstaltete

die Bundespolizeidirektion

Wien und das Landespolizeikommando

Wien heuer bereits

zum zwanzigsten Mal den Polizeiball.

Das Kuratorium Polizeimusik

Wien trat abermals

als Veranstalter dieses beliebten

Festes auf. Mit dabei waren

Bürgermeister Michael Häupl,

Landespolizeikommandant General

Karl Mahrer, Generaldirektor

für öffentliche Sicherheit

Dr. Herbert Anderl,

Sozialminister Rudolf Hundstorfer,

Polizeipräsident Dr. Gerhard

Pürstl u.v.m. Beim Ball

wurde an den Verein „Wider

die Gewalt“ eine Spende von

4.000 Euro überreicht, der von

Vereinsleiterin Marika Lichter

entgegengenommen wurde.

Ein berauschendes Fest

General Karl Mahrer

Übergabe der Spende

Frauen-Power

ZIKOS PELZE

Siegerehrung

KITZBÜHEL: SCHNEE-POLO

Polo zwei gegen zwei auf einem Kleinfeld, Pferde und Spieler sprichwörtlich

zum Greifen nah, begeisternder Pferdesport auf höchstem

Niveau – das war der 9. Valartis Bank Snow Arena Polo World Cup.

Über 5.000 Zuschauer verfolgten das spannende Snowpolo hautnah.

Das mit acht Teams weltgrößte Poloturnier auf Schnee entschied

schließlich das Team Wintertechnik mit Steffi von Pock, Eva Brühl

und Ignacio Tillous in einem denkbar knappen Finale mit 3:2 gegen

das Team A-Rosa/VIP Traveller mit Teamkapitän Heino Ferch. Der

deutsche Film-Star hatte es erstmals bis ins Finale geschafft. Ein Highlight

neben dem Sportereignis war die Charity-Tombola. Zugunsten

der Entwicklungsorganisation ICEP wurde der Erlös von insgesamt

30.000 Euro als Spendenscheck überreicht.

MEXA FURS

Collection

Kunst & Design

Graben 27 & 28 1010 Wien 1 st Floor

bei der Pestsäule

Dr. Andreas Hopf

(Central Danube)

MALA MATI

Marconi Italy

Tel +43 1 533 99 41

www.zikos.at

Öffnungszeiten

Botschafter Mo-Fr mit 9:00 - 18:00

Gattin Sa 10:00 - 16:00

SOCIETY 1_11 | 95


KUNST UND KULTUR

PORTRÄT

UN-Sonderbotschafterin

Waris Dirie mit Alesandrion

vor dem Bild „Mission“

Ein Künstler abseits des Mainstreams

Naturalistisch-Figurativ

Der Maler Alesandrion lässt sich in keine Schublade stecken und entwickelt mit seiner Kunst

ein eigenes Genre. Dabei will er die Kraft der Kunst nutzen, um eine harmonisierende und

heilende Wirkung auf den Menschen auszuüben.

Kunst berührt die Menschen und wirkt

auf sie ein – sowohl positiv als auch

negativ. Die praktische Psychologie

beschäftigt sich seit geraumer Zeit mit

diesen Einflüssen und so tut es auch Alexander

Wallner, die herausragende Persönlichkeit

hinter dem Pseudonym Alesandrion.

Er nutzt die Erkenntnisse im

medizinischen Bereich für die praktische

Umsetzung seiner Werke zur Harmonisierung,

Stärkung, Entwicklung und Heilung

der menschlichen Seele und des Körpers.

Zu diesem Thema entwickelte der

Künstler eine eigenen Lehrgang zu den

Themen „Farbe – Form - Symbol, Kunst und

Heilung“ und hielt ab1998 Vorlesung am

Institut für Farbenchemie und Farbenlehre

an der Universität der bildenden Künste

in Wien. Seine Theorien realisiert er in großen

Wandmalereien in Krankenhäusern.

So ist beispielsweise das illusionistische

Alesandrion und Waris Dirie

Wandgemälde „Wasserspiel“ in einer Entbindungsstation

entstanden.

***

Die Entwicklung eines Künstlers

Alexander Wallner studierte Restaurierung

an der Akademie der Bildenden Künste

in Wien und war daraufhin dort fünf

Jahre lang Lehrbeauftragter in der Meisterschule

für Naturstudien. Doch erst als er

ab 1993 als freischaffender Künstler im Inund

Ausland tätig war und Bilder in Tempera-,

Öl- und Acryltechniken schuf, wurde

er zu Alesandrion. Sein eigener Stil entwikkelte

sich abseits der jeweils aktuellen

Kunsttendenzen. Charakteristisch dafür

sind naturalistisch-figurative Bildwelten

in Kombination mit kräftigen Farben. Die

Verknüpfungen des Menschen zum Metaphysischen

stehen im Vordergrund seiner

Werke, in den Porträts sollen die Emotionen

und seelische Potentiale seiner Modelle

offenbart werden.

Im Phantastenmuseum Wien konnte

man sich von der Kraft Alesandrions Bilder

selbst überzeugen: Nicht nur das Sphinx-

Bild „Schwarze Schutzgöttin“ von Waris Dirie,

die vom somalischen Nomadenkid zur

UN-Sonderbotschafterin und Menschenrechtskämpferin

wurde, begeisterte selbst

Prof. Ernst Fuchs, der urteilte, dass hier ein

Schüler den Meister übertroffen habe.

www.alesandrion.com

FOTOS: THOMAS SCHAUER

96 | SOCIETY 1_11


KUNST UND KULTUR

KULINARIK

US-Schauspieler John Malkovich

mit Aki Nuredini

Der Promitreff beim Aki

Sonnenkönig der Annagasse

Aki Nuredini hat mit dem „Il Sole“ eine Wiener Institution gegründet. Dabei verleugnet er

nicht seine mazedonischen Wurzeln.

Aki Nuredini mit Gjorge Ivanov,

Staatspräsident Mazedoniens

Akio Tanaka mit

Gattin, William Eacho

III mit Gattin

(Mitte)

Ferrucio Furlanetto und Kammersänger

Neil Shicoff

Im Barockgewölbe des ,,Il Sole“ gehen

Promis aus Wirtschaft, Politik und Kultur

ein und aus. Längst gilt das italienische

Restaurant in der Annagasse für viele

als ,,Wohnzimmer“, in das sie regelmäßig

einkehren. Die Küchenchefs Enrico Passerini

und Giuseppe Macharone aus Palermo

haben schon so einige mit ihren kulinarischen

Fertigkeiten begeistert. Für viele ist

das Restaurant „zur Sonne“ aus Wien nicht

mehr wegzudenken.

***

Zurück zu den Wurzeln

Geschäftsführer Aki Nuredini fühlt sich

nicht nur der Stadt Wien besonders verbunden.

Er kommt ursprünglich aus Mazedonien

und schwärmt für sein Land und deren

Künstler. Der wirtschaftliche Aufschwung

Mazedoniens lässt ihn gerade besonders

stolz auf sein Land blicken. Stolz sind die Mazedonier

auf die Frühlingswochen in Skopje

und die Ohrider Festspiele, wo regelmäßig

internationale Stars auftreten.

Der ,,Sonnenkönig“ der Annagasse fühlt

sich eng mit seinem Heimatland Mazedonien

verwurzelt und pflegt dort viele

Freundschaften. Zu seinen engen Freunden

zählen zum Beispiel Präsident Giorgi Ivanovic

und der Künstler Tome Serafimovski.

KONTAKT

Ristorante Sole

Annagasse 6-8

1010 Wien

Mo bis So 11:00-23.00 Uhr

Tel. +43-(0)1-513 40 77

www.ristorante-sole.at

Papst Benedikt XVI mit

Tome Serafimovski vor

seiner Skulptur der

Mutter Teresa

SOCIETY 1_11 | 97


KUNST UND KULTUR

COVERSTORY

„City Angel“ 2009

98 | SOCIETY 1_11


Presenting the Painter of Metropolitan Angels

Between Angels and Men

A grey anonymous crowd in the street: It seems like an ordinary place in a big city, where

everything flows but nothing happens. The Italian artist Giovanni Pulze transforms this grayness

into a picture full of lights and colors. This is where he finds his Metropolitan Angels.

How did you start being a painter?

I was already drawing and painting as a

child and I preferred pencils and colored

crayons to toys. I was happy when I was

painting something, anything because colors

were my friends. I could talk to them,

play with them and have fun. I've never felt

like an artist, you know, when you talk to

yourself you don't need to improve your

language, it is just a continuous conversation

inside.

Consequently I didn't go to any artistical

schools or fine arts academies, I just

went on painting to keep myself company,

to fight my timidity and my difficult hate

and love relationship with my father, discovering

and loving art in museums and

through books which I actually don't find

artistical. In 1978 I exhibited for the first

time my work. It consisted of engravings

on wood using the pyrography technic.

Weren’t you a designer at first which experience

helped you, motivated you and

supported you in this long and difficult

path?

Even if it may sound strange I remember

I've always improved my toys, personalized

my old bike and then my clothes as a

teenager. I did it also because my family

couldn't buy certain things so I made a

virtue of necessity. The old tailor of my village

went crazy with my drawings for jackets

and pants.

I do remember the numerous vain

changes to turn my father's old coat into

an Armani one. Later this continuous

transformation of things took me into the

nineties, among a thousand misfortunes,

to design and produce my own line of

fashion for young people: the Jeans Latino

brand and my glasses collection, the Tangenti

brand. Like different adventures,

risky and short ones due to the lack of financing.

Anyway, I worked as freelance

glasses designer for ten years for the most

successful Italian firms, creating exclusive

models which then became part of the

most famous international brands’ collections.

Who supports you at the moment?

Today, compared to ten years ago, creating

and producing something in Italy is

much more difficult and expensive. I still

have many projects that are on my waiting

list. Last year I created the Towers Collection:

Ten one meter high polychrome

baked clay totems, adaptable as lamps and

then Sam prototype of a small traffic-light

also in polychrome baked clay, changing

into two tea cups and a sugar-bowl. But it's

always very difficult to make it happen

without the help of any trustable partners

to finance those projects.

The angels theme is recurring in your

work; why do you paint angels?

For the same reason someone paints

landscapes, shapes or states of mind.

They've been always existing and not just

in Heaven, usually when you least expect

„City Angel“ 2009 „City Angel“ 2010

SOCIETY 1_11 | 99


KUNST UND KULTUR

AUSSTELLUNG

„City Angel“ 2009

it, when events overwhelm you and you

feel completely lost and desperate and

pain gets a hold of you, someone or something

comes to help. If we call it Providence,

Fortune, Destiny or simply Angel, it

doesn't matter. The Angel can be anybody

you meet in the street, unknown to you

who might make your day with a smile or

your life with a sign.

But haven't we got our Heaven here, have

we?

Sure. In fact my Angel doesn’t have the

high religious value of the tradition neither

the pictorial transposition of the various

movie embodiments from Wim Wenders

and others after him. The wings of my

figures are a metaphor of power: something

we all have and that we can use to

help, everyday in our daily heaven.

Why do you live in Badoere, this small

village in the countryside of Treviso? Why

don't you move to Berlin?

I still have here my roots, somewhere

hidden under the bare ground.

How do you spend your day?

I wake up early and go to bed late. I always

have too many things to do and not

enough time to think of doing something

else because if you're a painter you don't

have the time to live as an artist.

Do you have any projects for the future?

I'm not a little boy anymore and I learnt

not to have any of those or to have as less

as possible. I think it's important to live at

most the day to get into the evening with

serenity convinced we did our best. Taking

everything into account I feel very lucky

and regarding the future, I easily let Someone

Else decide for it.

Interview by R. Vidali

www.giovannipulze.com

BIOGRAPHY

„London Angel“ 2010

1960: Born in Piove di Sacco, province of Padua, Italy.

1981: First solo exhibitions

1991: Giovanni Pulze starts to develop works of modern

art, temporarily he designs a line of sport wear labeled

“Jeans Latino” and a line of fashion eyewear.

1999: the dominate theme of his paintings is the presence

of the “Metropolitan Angel”.

100 | SOCIETY 1_11


Yoek

Marina Rinaldi

Marina Sport

Sulu

Airfield

Wille

ppep.

Chalou

Ischiko

Sallie Sahne

Samoon

Hopsack

Persona

Annette Görtz

Gabi Lauton

Eileen Fisher

Absolut

Yoek

Marina Rinaldi

5020 Salzburg • Schallmooser Hauptstraße 14a+b

T: 0662/882508 • T: 0662/878340

Herbert von Karajan-Platz 5

T: 0662/841900

1010 Wien • Tuchlauben 13 • T: 01/5327970

4020 Linz • Schillerstraße 5 • T: 0732/655758

6020 Innsbruck • Anichstraße 20 • T: 0512/570972

8010 Graz • Girardigasse 1 • T: 0316/820010

9020 Klagenfurt • Burggasse 2 • T: 0463/500311

www.piaantonia.at


KUNST UND KULTUR

SOCIETY EIGENEVENT

S.E. Sergej Netschajew, Claudia Wittmann

(Hilton), Gerti Tauchhammer, Dr. Ingried

Brugger, S.E. Andrij Beresnyj

„Aiwasowski“ im BA Kunstforum

„Der russische Turner“

Die Botschafter und Diplomaten in Wien konnten sich von der gewaltigen Kraft der Bilder

Iwan Aiwasowskis bei der Voreröffnung im Bank Austria Kunstforum überzeugen.

Zum ersten Mal wird im Bank Austria

Kunstforum der Marinemaler Iwan Aiwasowski

in einer großen Retrospektive

außerhalb Russlands gezeigt. SOCIETY

lud gemeinsam mit dem Bank Austria

Kunstforum und Hilton Vienna Plaza zu einer

Voreröffnung der Ausstellung für die

Botschafter in Wien. Den Ehrenschutz

übernahmen die Botschafter Sergej Netschajew

(Russische Föderation) und Andrij

Beresnyj (Ukraine). Nach der Ausstellung

gab es einen Lunch im Hilton Vienna Plaza.

***

Einmaliges Erlebnis

In mehrjähriger Vorbereitungszeit haben

Direktorin Ingried Brugger und ihr

Team es geschafft, die Hauptwerke von

Iwan Aiwasowski in Wien zu präsentieren.

Es ist dies das erste Mal, dass eine Retrospektive

dieser Ausmaße außerhalb von

Russland zu sehen ist. Der auch als „russischer

Turner“ bezeichnete Aiwasowski ist

in der Ukraine und in Russland jedem

Kind bekannt – in Westeuropa aber in Vergessenheit

geraten. Der Künstler armenischer

Abstammung lebte den größten Teil

seines Lebens auf der Halbinsel Krim. Er

war von der Natur inspiriert, und seine lebhafte

Darstellung des Meeres ist wohl einzigartig

in der Kunstgeschichte.

INFO

Weitere Fotos auf www.society.at

Kurzfilm auf www.society.at/society-tv.html

S.E. Hans-Henning Blomeyer-

Bartenstein, S.E. Andrij Beresnyj,

S.E. Panayotis Zografos

Henry Gerlinger,

S.E. Peter Lizák

Claudia Wittmann (Hilton),

Wolfgang Lamprecht (leisure

group communication)

102 | SOCIETY 1_11


S.E. Dr. Jargalsaikhan Enkhsaikhan,

S.E. I Gusti Puja

Eröffnung der Ausstellung

durch Ingried Brugger

Dr. Ingried Brugger

S.E. Sabri Kiqmari, S.E.

Gjorgji und Liljana Filipov

S.E. Sergej Netschajew

S.E. Andrij Beresnyj

S.E. Sergej Netschajew,

S.E. Philippe Carré

S.E. Philip Griffiths, Gesandter

Said Khelifi (Algerien)

Ali Almansouri (Katar)

Dr. Gabriel Lansky,

Dr. Anna Zeitlinger

S.E. Kadri Ecved Tezcan, S.E.

Naci Saribas (OSZE Türkei)

AUSZUG AUS DER GÄSTELISTE

S.E. Kairat Abdrakhmanov (OSZE Kasachstan) · Eduard

Aberham (Hotel Panhans) · Gesandter Mohammed Alarwy

(Jemen) · S.E. Hans-Henning Blomeyer-Bartenstein

(Deutschland) · S.E. Khamkheuang Bounteum (Laos) ·

S.E. Milovan Bozinovic (Serbien) · S.E. Philippe Carré (Frankreich)

· Chargé d'Affaires Sabri Chaabani (Tunesien) · S.E.

Zoran Dabik (Perm. Miss. Mazedonien) · S.E. Eugenio d'Auria

(Italien) · S.E. Dr. Jargalsaikhan Enkhsaikhan (Mongolei)

· S.E. Dr. Gjorgji Filipov (Mazedonien) · Henry Gerlinger

(Countryhouse) · S.E. Philip Griffiths (Neuseeland) · S.E.

Dato' Shahrul Ikram Yaakob (Malaysia) · I.E. Eve-Külli Kala

(Estland) · S.E. Dr. Sabri Kiqmari (Kosovo) · Dr. Gabriel Lansky

(Rechtsanwalt) · S.E. Dr. Peter Lizák (Slowakei) · S.E. Shi

Mingde (China) · S.E. Triin Parts (OSZE Estland) · S.E. I Gusti

Puja (Indonesien) · S.E. Kadri Ecved Tezcan (Türkei) ·

Franz Witt-Dörring (UBS) · S.E. Panayotis Zografos

(Griechenland)

Ansprachen vor

dem Bild „Die Woge“

SOCIETY 1_11 | 103


KUNST UND KULTUR

AUSSTELLUNG

Die Brigg Merkur begegnet nach dem

Sieg über zwei türkische Schiffe dem

russischen Geschwader, 1848

Bildgewaltig und atemberaubend

Aiwasowski – Maler des Meeres

Die Urgewalt des Meeres in all seinen Formen war die Passion des russisch-ukrainischen

Marinemalers Iwan Konstantinowitsch Aiwasowski. Eine Leidenschaft, die Bank Austria

Kunstforumsdirektorin Ingried Brugger nun erstmals einem westlichen Publikum näher

bringen will. Von TANJA TAUCHHAMMER

Unter dem Titel Aiwasowski

– Maler des Meeres zeigt

das Bank Austria Kunstforum

von 17. März bis 10. Juli 2011

die Werke eines zu unrecht im

Westen unbekannten Künstlers.

Es ist dies die erste große Schau

Aiwasowkis in einem mitteleuropäischen

Ausstellungshaus. Im

Interview erläutert Ingried Brugger

die Bedeutung dieses Malergenies.

Aiwasowski ist ja bei uns ein recht unbekannter

Name. Wie sind Sie zu diesem

Künstler gekommen?

Was die Leute hier nicht wissen, und das

wird diese Ausstellung korrigieren, ist dass

Aiwasowski der berühmteste russische

Künstler des ausgehenden 19. Jahrhunderts

ist. Nicht nur in Russland, sondern in ganz

Osteuropa kennt ihn jedes Kind. Ich habe

ihn das erste Mal im russischen Museum in

Sankt Petersburg kennen gelernt und ich

war sofort total beeindruckt. Die Schau ist

auch nur zustande gekommen, weil wir so

gute Beziehungen zu Russland haben.

Warum ist Ihrer Meinung nach dieser

Künstler bei uns in Vergessenheit geraten?

Dies ist die erste große Schau außerhalb

Russlands. Es ist schon so, dass Aiwasowski

am Kunstmarkt in den letzten Jahren

sehr im Wert gestiegen ist. Vor allem die

russischen Oligarchen haben vermehrt begonnen,

seine Kunst zu sammeln. Doch im

Westen war er immer nur einem Insiderpublikum

bekannt. Das möchte ich mit

dieser Ausstellung ändern. Es hat sicher

auch viel mit der Abgrenzung durch den

eisernen Vorhang zu tun, der auch auf die

Kunst und Kultur seine Auswirkungen hatte.

Ich finde es wichtig, diese Grenzen aufzureißen,

denn Aiwasowski ist genauso

bedeutend wie William Turner.

Was erwartet den Besucher, wenn er die

Ausstellung betritt?

104 | SOCIETY 1_11


KURZBIOGRAFIE

FOTOS: STAATLICHES RUSSISCHES MUSEUM, ST. PETERSBURG; AIWASOWSKI-GALERIE, FEODOSSIJA

Oben: Eisberge in der Antarktis, 1870 Unten: Alt Feodossija, 1839 Unten rechts: Nordseesturm, 1865

Ich finde, es handelt sich um eine unglaubliche

Kunst, die wir hier vor uns haben.

Es ist als Museumsleiterin und Kuratorin

sehr spannend, etwas Neues zu

machen und nicht zum wiederholten Male

Munch oder Picasso zu zeigen. Ich denke,

es wird die Leute faszinieren, dass wir

etwas von so hoher Qualität in den Westen

bringen. Die Mundpropaganda wird hier

einiges bewirken, und wer einmal in der

Ausstellung war, wird es weitersagen.

Thematisch steht das Meer im Mittelpunkt

des künstlerischen Schaffens von

Aiwasowski. Das Meer wird hier auch eine

Symbolfigur für das ganze Leben. Was ich

daran besonders faszinierend finde, ist diese

Verselbständigung der Malerei. Es ist

nicht nur modern, sondern man wird auch

von den Bildern überwältigt, man ertrinkt

förmlich in dieser Malerei. Wir zeigen vor

allem die Hauptwerke Aiwasowskis.

Sie nennen Aiwasowski auch den „russischen

Turner“. Was verbindet die beiden

Künstler?

Aiwasowski und William Turner lebten

zur selben Zeit. Aiwasowski war eine

halbe Generation jünger als Turner und

die Maler kannten einander. Sie sind beide,

vor allem in ihrem Spätwerk, zwar der Romantik

verpflichtet, aber sie entwickeln eine

auf das 20. Jahrhundert vorausschauende

Kunst. Das geht schon in die Richtung

Spätimpressionismus und Symbolismus.

Ich finde es einfach atemberaubend! Bei Aiwasowski,

genauso wie bei Tuner, beginnt

sich im Spätwerk alles aufzulösen. Man

sieht riesige Wasserberge, in denen man

erst nach genauerer Betrachtung ein Motiv

ausmachen kann. Es handelt sich hier um

eine Malerei, die wahnsinnig modern ist.

Iwan Konstantinowitsch

Aiwasowski wurde am

7. Juli 1817 in Feodossija

in der heutigen Ukraine

geboren. Er entstammte

einer armenischen Familie.

1833 wurde er an

der Akademie von Sankt

Petersburg aufgenommen. 1839 reiste er über Berlin,

Dresden, Wien, Triest, Venedig und Florenz nach Rom, um

dort die antiken Meister zu studieren. 1840 Teilnahme an

einer Ausstellung des Pariser Salons. 1844 Rückkehr nach

Sankt Petersburg über Amsterdam nach St. Petersburg. In

Amsterdam konnte Aiwasowski in einer ersten großen

Einzel-Ausstellung seine Werke zeigen und wurde dafür

auch von der Kunstakademie Amsterdam mit einer Goldmedaille

ausgezeichnet. Anlässlich Aiwasowskis erster Audienz

bei Zar Nikolaus I. nach seiner Rückkehr wurde er

von diesem zum Maler des Marinestabes ernannt, mit der

Erlaubnis, die Uniform der zaristischen Kriegsmarine zu

tragen. Noch im selben Jahr nahm die Kunstakademie von

St. Petersburg Aiwasowski als ordentliches Mitglied auf.

1847 Ehrung mit dem Titel Professor. In diesem Jahr ließ

er sich auch in seiner Heimatstadt Fedosija nieder. 1873

große Einzel-Ausstellung von Aiwasowskis Werken in der

Kunstakademie in Sankt Petersburg; eine fast identische

Ausstellung fand 1875 in Nizza statt. Er starb am 5. Mai

1900 im Alter von nahezu 83 Jahren in Feodossija.

INFO

AIWASOWSKI – Maler des Meeres

Dauer: 17. März bis 10. Juli 2011

Ort: Bank Austria Kunstforum

Adresse: 1010 Wien, Freyung 8

Öffnung: täglich 10.00 bis 19.00 Uhr

Freitag: 10.00 bis 21.00 Uhr

www.bankaustria-kunstforum.at

D

S

r

SOCIETY 1_11 | 105


KUNST UND KULTUR

PORTRÄT

106 | SOCIETY 1_11 Khloros-Pomum Mystica


Universal Artist Hikaru Hirata-Miyakawa

Without Boundaries

In his paintings Hikaru explores the hidden treasures of the dark. A Mannerist in the arts

meets a realist in life. SOCIETY asked him about his true master Leonardo da Vinci and his

dream art project of painting the counterpart to Michelangelo's "Creation" fresco.

There is no singular definition of the extraordinary

personality of Hikaru Hirata-Miyakawa.

The individual painter

is born in Japan, but describes himself as a

citizen of the archetypal world without

boundaries. That is what his art is like, not

only as a painter, but also as a musician,

writer and actor.

How would you describe your art?

As an artist, I am inspired by the original

Mannerist movement. To me, this is

the revival of Hellenism. Hellenistic culture

and the arts reflected the anxiety of

losing the brilliant King Alexander the

Great. It was the first time in ancient

Greek arts that showing the expression of

emotion like fear and anger, the old age, female

nudity and ugliness was allowed.

Mannerism also reflects the uncertainty of

the future of the Catholic Rome and the

rise of the Protestantism in the North

through the Reformation.

Which goals do you want to achieve

with your paintings?

I like to explore the hidden treasures of

the dark, as an unconscious archetypal aspect

of the universal collective psyche. Just

as Carl Jung describes, the unacknowledged

part of the unconscious psyche becomes

more and more primitive and destructive.

With my art I want to show

Angelos

something beyond physical existence. My

works are visionary, fantastic, surrealistic

and include themes of mythology. I also actively

use images from the past as 'maniera'

and inspiration for my works.

In this way I combine already existing

images from the past and impose them to

each other.

I want to express who I am, and hopefully

during that process connect to others

who can share that experience. My art is

mostly self-taught, but heavily influenced

by Leonardo da Vinci, Salvador Dalí and

western literature and philosophy.

What led you to become an artist?

When I was just a baby, my mother

gave me a sketchbook and a pencil while

she was shopping and I was left to draw. I

grew up listening to numerous fairly tales

especially from Japan and Europe and listened

to all kinds of songs as lullaby. But

my first formal training began when I was

SOCIETY 1_11 | 107


KUNST UND KULTUR

PORTRÄT

Labyrinth

"Madonna Litta" (after Leonardo da Vinci),

four years old. My mother taught me how

to write, draw and sing. I was also interested

in conducting and dancing.

Then, when I was almost six years old,

I was brought to San Francisco. We lived

there between 1967 and 1969, during the

big 60s. It was very liberating for me and

I was drawing a lot. The walls in my

room were full of paintings. My mother

by then taught me how to paint with the

sumi-ink as well.

BIOGRAPHY

1961: Born in Japan

1981-83: Marymount College, California

1985: Solo Exhibition at the Broadway Gallery, Tokyo

1985-87: Waldorf/ Steiner School Teacher Training

1995-99: Studio Arts/ Art and Music History/ Music Appreciation-Teacher

at the Shining Mountain Waldorf High

School, Colorado

1998-99: Guest Art Instructor for Waldorf Teachers

2000-2002: Teacher at Tara Performing Arts High School

2003-2005: Touring exhibition “Fantastic and Visionary

Art”

2004: Touring exhibition: “Art of Imagination Open Exhibition”

2006-08: Studio Art Instructor/ Art History Instructor at the

Colorado Academy of Art, Colorado

2007: Solo Exhibition at the Colorado Academy of Art

2010: Group Exhibitions in Portugal and Japan

2011: Group show in Tokyo

So the idea of becoming a painter was

raised by your mother?

My mother also introduced me to the

works of the Surrealists, especially Dalí

and Max Ernst. I was copying master pieces

of the Renaissance and the modern ones. I

was also fascinated with the mystery of

Christianity through those artists' images.

I remember that I was drawing crucifixes

over and over after being inspired by Matisse's

"Stations of Cross" drawings. I also

experimented with surrealistic drawing. I

was so inspired by the European Art that I

kept asking for the art books for my birthday

and for Christmas.

But the major artistic turning point

came when I was ten. I was introduced to

the biography of Leonardo da Vinci and to

the Greek Mythology through astronomy.

Since then, Leonardo's motto, "The painter

is not praise worthy unless he is universal",

and the Delphic maxim, "Know thyself", became

my motto as well. Leonardo to me is

like a father I never had and I consider him

as my true master.

Do you have any dream art projects?

I would love to do large murals with different

themes. Raphael was frustrated because

many of the commissions he was receiving

were rather small in scale. He

wanted to do the large commissions. I, too,

would love to paint for example the walls

of the churches. The impact those large images

give to the viewers are tremendous. I

would love to use some students as my assistants

to paint the images. After all, I am

still a teacher, and I would like to include

the younger generations.

I would also love to paint the scenes

from "Revelation" of the New Testament.

This project I conceive as the counterpart

to Michelangelo's "Creation" fresco where

the major themes were chosen. While the

"Last Judgment" fresco exists, it is not the

selection per se from revelation. I would

love to choose the major themes and perhaps

paint them on the ceiling. I would also

like to paint the images which represent

hope in them and not just the horror.

And then of course, one of my dreams is

to paint the portrait of the Pope and all the

important people in the world like the

Dalai Lama.

http://hikalux.weebly.com

108 | SOCIETY 1_11

Cecilia's Heart


KUNST UND KULTUR

SALZBURG

Festspielstadt Salzburg

„Pfingsten, das liebliche Fest…“

Mit einem neapolitanischen Programmschwerpunkt geht Dirigent Ricardo Muti dieses Jahr

in die fünfte Saison der Salzburger Pfingstfestspiele. Von EVA VON SCHILGEN

FOTOS: BETTINA SALOMON, SILVIA LELLI

Dass Salzburgs wohl bedeutendster

Dirigent, Herbert

von Karajan, auch eine

große kaufmännische Begabung

hatte, beweisen unter anderen

alljährlich die von ihm

1967 ins Leben gerufenen elitären

Osterfestspiele. Doch

schon der Gründervater der

Sommerfestspiele Hugo von

Hofmannsthal schrieb im Jahr

1919, dass Festspiele in Salzburg

„alljährlich im Sommer,

dann und wann aber auch zu

anderen Zeiten, etwa um

Weihnachten, oder sonst im

Winter, auch zu Ostern und

Pfingsten“ stattfinden sollten.

Und so gründete Karajan, angeregt

vom überaus großen Erfolg

„seiner“ Osterfestspiele

und um die unbefriedigten

Kartenwünsche der Osterfestspiel-Abonnenten

zu erfüllen,

1973 die Pfingstkonzerte, aus

denen 1998 die Salzburger

Pfingstfestspiele hervorgingen.

„…war gekommen; es grünten

und blühten Feld und

Wald;

auf Hügeln und Höhn, in Büschen

und Hecken

Übten ein fröhliches Lied die

neuermunterten Vögel;“

Leiter der

Pfingstfestspiele

Ricardo Muti

Seit 2007 ist in Salzburg zu

Pfingsten südländisches Flair

spürbar und das nicht nur,

weil zu dieser Zeit auffallend

viele italienischen Touristen

die Stadt bevölkern. Der künstlerische

Leiter der Pfingstfestspiele,

der Ausnahmedirigent

Riccardo Muti, verweist seit

drei Jahren unter dem Motto

„Salzburg goes Napoli“ auf die

lange und traditionsreiche Verbindung

der österreichischen

und neapolitanischen Kultur.

Unter dem Titel „Scuola Neapoletana.

Musik zwischen

Wien und Neapel“ stellt er

2011 eine Oper an den Anfang

der Festspiele, gefolgt von drei

Konzerten und als Abschluss

ein Oratorium.

„Jede Wiese sprosste von Blumen

in duftenden Gründen,

Festlich heiter glänzte der

Himmel und farbig die Erde.“

(aus: Reineke Fuchs, Johann Wolfgang

von Goethe)

Und die Musikbegeisterten

aus aller Welt werden auch

dieses Jahr mit besonderer

Freude nach Salzburg kommen.

Denn hier genießt man

Kultur mit allen Sinnen. In

kaum einer anderen Stadt ist

die Dichte der luxuriösen und

charmanten Hotels, der exzellenten

Restaurants, der ausgezeichneten

Galerien und Museen,

der feinen Boutiquen

und hochkarätigen Juweliere

so hoch wie hier. Den Geschmack

der Salzburger Klientel

trifft auch der neue exklusive

Juwelier Akay perfekt.

Seine Preziosen und Diamenten-Kolliers,

teilweise Einzelstücke

aus dem Orient, begeistern

auch Gäste aus dem

Ausland. Salzburg hat also immer

Saison. Freuen wir uns also

auf die nächste Perle im

Festspielreigen.

SALZBURGER

PFINGSTFESTSPIELE

2011

Von 10. bis 13. Juni 2011

Mit Werken von Saverio Mercadante,

Sarri, Pergolesi, Durante, Valentini,

Vivaldi, Fiorenza, Porpora u.v.a.

E-Mail: info@salzburgfestival.at

www.salzburgerfestspiele.at/-

pfingsten

Edles Design zu den Festspielen – Diamantenkollier von Top-Juwelier Akay,

Schwarzstraße vis-a-vis Hotel Sacher

SOCIETY 1_11 | 109


KUNST UND KULTUR

COMICS

Naif Al-Mutawa, creator of “THE 99”

A Message To The World

The Legend of “THE 99”

Naif Al-Mutawa from Kuwait is the creator of “THE 99”, a comic and television series that

draws on Islamic ideas of tolerance and multiculturalism and sends an alternative and

positive message of Islam to the world.

„THE 99“ is becoming more and more

well-known in the world. What was your intention

of creating a comic like this?

I am the father of five boys and increasingly

I didn’t like the messages being sent

out from my part of the world. Too many

people have justified their violence by using

religion. So I wanted to create

positive role models for my children

and for the children of the world, i.e.

I wanted to create alternative messages

of tolerance, multiculturalism

and respect for others.

What is the storyline of “THE 99”?

The overriding theme is that the

99 superhero characters of the

comic get their power from 99

stones. Those stones have within

them the ancient knowledge of all civilization.

History tells us that there

was an invasion of Bagdad in 1258 by

the Mongols who threw the ancient

books into the Tigris River and the river

changed color with ink. In my storylines I

use that as a pivot: Librarians save that

knowledge of the books by submerging 99

gemstones in the river which absorb all that

information. Those stones become

scattered all over the world,

and you have 99 characters

from 99 different

countries who find

these stones, become

superheroes and

work together.

The main bad guy in the storyline wants

to control the 99 and so get control of the

whole world. He convinces some of the 99

that he is the good guy and makes them

work for him.

“THE 99” is described as being based on Islamic

culture. What is typical of it?

It is not based on Islamic culture but on

Islamic archetypes. E. g. Batman and Superman

are based on Biblical archetypes but

there is no religion in the storylines. These

comics take values that the Bible shares

with the rest of humanity. It doesn’t matter

if you are Christian or Jewish or Muslim

or Buddhist, or Atheist, you can still like

Batman or Superman, because it’s based

on universal values. So what I did, I

took global values that Muslims share

with the rest of the world and created

the story of “THE 99”.

Could you name some of the values that are

represented in “THE 99”?

110 | SOCIETY 1_11

Noora, the Light, can see the good

and evil inside of people


As I said, tolerance,

multiculturalism, also

diversity within the

characters: There are

both strong women characters

and more feminine

characters. The idea is to be inclusive

which means that there

is not only one way which is correct

and the rest is wrong. The

whole is always more than the sum

of its parts…

What is the underlying message of your

stories?

It doesn’t matter where you are from,

whether you are a boy or a girl, it doesn’t

matter who your father is, all that matters

is what you bring to the table in terms of

the value that you can help solve the problem

with – what power you have. E. g. one

guy wants to solve his problems with his

fists because he’s strong. Another character

solves the same problem with his love

etc. Because you’re strong doesn’t mean

you can solve all problems. Talking about

tolerance, I don’t attack it in the usual way

of what color your skin is or what religion

you are, it’s not about racism, politics, or

religion, it’s about a situation with a problem,

and that you can work best in teams

of three. So the characters have to be tolerant

of the various ways in which others

want to solve the same problem that they

think they are destined to solve.

Do you write the stories yourself or is there

a team of writers/creators?

Originally, the first few I wrote by myself,

but now I just manage the company. It

grew from an idea in a taxi cab to almost a

thousand jobs now working on “THE 99”.

My co-writers for the comic book series include

Fabian Nicieza, who is a writer for X-

Men, or Stuart Moore who writes Iron Man

and others. For the TV series the writers are

all in Hollywood. It’s an amazing and

strong group of writers.

Could you say “THE 99” is a cross-cultural

project?

It definitely has cross-cultural implications.

There is also a new series in which

my characters are working with Batman

and Superman, which is pretty cool. But also

within “THE 99” they are from 99 different

countries.

You received recognition from President

Barack Obama who commended you and

your work in one of his speeches. What

does this mean to you?

It means a lot. When the leader of the

free world recognizes your efforts, it’s a

pretty amazing feeling. I’m one of those

people who work very hard, everything in

Jabbar, the Powerful, is incredibly

strong and tough

ABOUT THE 99

“THE 99” is a comic

series about 99

superheroes who

receive their power

from 99 gemstones

in which

the knowledge of

all mankind is

stored. The series

draws on Islamic

archetypes and intends

to send out

a positive message of Islam and to build a bridge between

East and West. Apart from the comic book series, there is

also a television series shown in many countries of the

world and a fun theme park of the same name in Kuwait.

www.the99.org

INFO

Dr. Naif Al-Mutawa is the creator of “THE 99” for which he

has received positive attention from the international media

with Forbes calling THE 99 “One of the Top 20 Trends

Sweeping the Globe.”

Dr. Al-Mutawa has earned a PhD in Clinical Psychology

from Long Island University. He holds a Masters in Business

Administration from Columbia University and a Masters in

Organizational Psychology from Teacher’s College, Columbia

University. He earned his undergraduate degree from

Tufts University.

my life is planned from when I’m going to

sleep, to when I have breakfast and meetings,

everything is planned… That was unplanned.

I had no idea what was going to

happen, it was an amazing thing, a) because

of what he said, and b) because I had

no idea of what was coming. It was a nice

surprise unmatched in my life.

In the media you have been called “one of

the most influential Muslims in the

world”. What is meant by that?

That’s a recognition I got from The

Royal Islamic Strategic Studies Center

(in Jordan) in concert with Georgetown’s

Prince Alwaleed Bin Talal Center for Muslim-Christian

Understanding. They have a

list of 500 most influential Muslims in the

world. With 1.7 billion Muslims living in

the world, I guess to be in that list must

mean something.

From a psychological point of view, what

would you say is the West and what is the

Islamic world suffering from?

I am not happy with the way Muslims

are reviewing Islam themselves.

As a psychologist my work has always

been working with perception – how you

see yourself, how others see you and how

you think others see you. Nowadays the behavior

of extreme religious people tends to

be called “Talibanisation”. The problem is

that Muslims themselves have begun to

self-identify Islam as extreme. I believe in

order to be able to have friends, i.e. Islam

becoming friends with the West, you have

to be comfortable with yourself. But if you

are at war with yourself, you’re not going to

make a good friend for anybody.

In terms of the West we have the saying

in the Arab world which translates into

English as “When you are bitten by a snake,

you become afraid of rope”. Whenever

something in Islam comes up, people become

scared. I don’t blame people, because

a lot of terrible things have happened in

the name of Islam, but with co-operation

we can take Islam back from militancy. But

first we have to win the fight at home, i. e.

reposition Islam to Muslims themselves.

What are your aims for the near future?

My aim is for “THE 99” to be on global

television. We already sold it in the US, in

Turkey, in Ireland, in the Middle East,

North Africa, soon announcing Asia, and

hopefully Western Europe will pick up

soon. Endemol UK is our partner and coproducer.

It’s an amazing series, it’s in 3D

CGI, in HD-format, it’s going to raise the

bar on TV animation globally through this

East-West collaboration. I hope to see it on

TV where you are and in the neighboring

countries soon.

SOCIETY 1_11 | 111


KUNST UND KULTUR

KOLUMNE

„Die Malkunst“ von Vermeer

Ein einzigartiges Kunstwerk

Das wertvollste Gemälde Österreichs war neuerlich Restitutionsforderungen ausgesetzt.

Zweifellos zählt „Die Malkunst“ von Johannes Vermeer (Delft, 1632-1675) zu den bedeutendsten

Werken abendländischer Kunst. Von GERHARD GUTRUF

Johannes Vermeer, „Die Malkunst“, 1666/68

Gerhard Gutruf, „Hommage à Vermeer“, 1973-76

ÜBER DEN AUTOR

Gerhard Gutruf, geb. 1944, studierte von 1962 bis 1970

an der Ak.d.b.K. Wien. Er ist Maler, Grafiker und Vermeer-Kenner.

Teilnahmen an den Biennalen von Ibiza,

Florenz, New Delhi, Kairo, Shanghai. Einzelausstellungen

u. a. in Rom, Wien, Essen, Ascona, Kairo, Bratislava, Mexiko-City,

Guadalajara, Pretoria, Lissabon, Coimbra, Peking,

Istanbul, Madrid, Kiew, Ningbo und Delft.

www.gutruf.at

Das Gemälde ist eine der Hauptattraktionen

des Kunsthistorischen Museums

Wien und wird in nächster Zeit außergewöhnliche

Publizität erfahren: Die Familie

der Vor-Vorbesitzer, die Nachfahren der

Grafen Czernin, forderten von der Republik

Österreich zum wiederholten Male die Restitution

dieses überaus wertvollen Bildes.

Seit 18. März liegen die Erkenntnisse der

monatelangen peniblen Recherchen der

Provenienzforschung sowie die vom Kunstrückgabebeirat

zusammengefasste Empfehlung

an Ministerin Dr. Claudia Schmied

vor. Der Beirat empfahl einstimmig, das

Bild nicht zu restituieren. Das Ergebnis

wird auf jeden Fall Aufsehen erregen.

***

Geschichte eines Bildes

Kurz zur Provenienz-Problematik: Nach

diversen Besitzwechseln befand sich das

Bild Ende des 18. Jahrhunderts im Haus Baron

Gottfried van Swietens in Wien, dessen

Nachlass im Rahmen einer Versteigerung

1804 veräußert wurde. Der bekannte Vermeer-Forscher

A.B. de Vries behauptet, dass

Johann Rudolf Graf Czernin dann 1813 für

nur fl. 50,-- von einem Sattler das Gemälde

kaufte, welches als Werk des damals bekannteren

und demnach teureren Pieter de

Hooch galt. Zur Orientierung: beispielsweise

wurde Vermeers kleinformatiger „Astronom“

(50 x 45 cm) im Juni 1800 bereits um

fl. 340,-- gehandelt. Es stellt sich daher die

Frage, ob dem unbekannten Sattler das Bild

vom ebenso reichen wie mächtigen Grafen

Czernin zu einem allzu niedrigen Preis abgepresst

wurde… Kam also das umstrittene

Bild – das erst nach 1860 Vermeer zugeschrieben

wurde – auf fragwürdige Weise in

die Sammlung Czernin? Schließlich verkaufte

Jaromir Graf Czernin 1940 die „Malkunst“

um 1,65 Millionen Reichsmark an

Adolf Hitler. Der Preis ist angemessen gewesen;

inwieweit Angst vor befürchteten Repressalien

im Falle des Nicht-Verkaufs oder

doch nur familienstrategisch-pekuniäre

Überlegungen den Verkauf an Hitler bestimmt

haben, war ausschlaggebend für die

Ablehung des Anspruchs auf Restitution.

Nach Kriegsende wurde Hitlers Privatvermögen

dem österreichischen Staat zuerkannt,

der das Gemälde 1946 dem Kunsthistorischen

Museum übergab.

***

Magie des Mal-Akts

Zurück zum Bild „Die Malkunst“ (120 x

100 cm, ölreiche Tempera auf Leinwand,

1666/1668) von Johannes Vermeer. Was ist

das Besondere, Einzigartige an diesem

Kunstwerk?

Vermeers lichtdurchflutete Kompositionen

haben mit der „Malkunst“ ihren geplanten

Höhepunkt erreicht. Thematisch

ist es eine gemalte Selbstreflexion über die

Kunst der Malerei und ihre Vielschichtigkeit.

Der unvergleichliche Schmelz der

Oberfläche dieses Gemäldes scheint weniger

Produkt eines langwierigen handwerklichen

Prozesses als vielmehr Ergebnis eines

magischen Aktes zu sein. Malen wird

im Atelierbild nicht als hoch spezialisierte

manuelle Tätigkeit, sondern als eine geheimnisvolle

schöpferische Handlung vorgestellt.

Vergleichsweise banale Materie –

Farbpigmente, Bindemittel usw. – wird in

die vergeistigte Sphäre einer vollkommenen,

utopisch anmutenden Ordnung gehoben.

Diese Harmonie wird nicht zuletzt

von einer inneren Struktur getragen, die

sich erst nach langem Betrachten, nach intensivem

Studium erschließt.

„The Hidden Geometry in Vermeer’s

The Art of Painting“ ist deshalb auch der

Titel einer wissenschaftlichen Untersuchung,

die ich in Zusammenarbeit mit

Prof. Dr. Hellmuth Stachel von der TU

Wien im Vorjahr erarbeitete. Sie analysiert

zentralperspektivische Feinheiten

bzw. den Primat der Flächenkonstruktion

in der „Malkunst“ Vermeers: sie beweist

auf überraschende Art, warum Vermeer

für die Komposition des Bildes keine Camera

obscura verwendet haben kann und

weshalb der Künstler eine Realität nach eigenen

Gesetzmäßigkeiten suggeriert und

diese nicht nur banal imitiert.

Es ist zu begrüßen, dass „Die Malkunst“

von Vermeer auch in Zukunft der Öffentlichkeit

zugänglich im Kunsthistorischen

Museum in Wien verbleiben wird.

112 | SOCIETY 1_11


KUNST UND KULTUR

EHRUNG

Madlena Zepter erhält von Kulturminister

Nebojsa Bradic den „Goldenen Kranz“

Madlena Zepter und

Philip Zepter mit dem

„Goldenen Kranz“

Würdigung der größten Mäzenin Serbiens

Wo ein Wille, da ein Weg

Für ihr unermüdliches Engagement für Serbien und die Erhaltung seiner Kultur in schweren

Zeiten wurde Madlena Zepter der „Goldenen Kranz“ verliehen, die erste staatliche

Auszeichnung dieser Art.

Im Rahmen eines Festaktes in der Belgrader

Stiftung „Ilija M. Kolarac“ nahm die

erfolgreiche Geschäftsfrau, Wohltäterin,

Kunst- und Kulturkennerin und Förderin

Madlena Zepter aus den Händen des Kulturministers

Serbiens, Nebojsa Bradic, den

„Goldenen Kranz“ mit folgenden Worten

entgegen: „Wer etwas wirklich machen

will, der findet auch einen Weg dazu, wer

aber nichts tun will, der findet eine Ausrede

dafür.“

Die prominent besetzte Jury der vor

kurzer Zeit von der Regierung eingeführten

„Auszeichnung für besondere Verdienste

zur Förderung der Kultur durch Mäzenatentum

und Spenden“ hatte eine leichte

Aufgabe: Madlena Zepter war und ist der

erste Name in diesem Bereich seit den

Neunzigerjahren des vergangenen Jahrhunderts.

***

Mäzenin aller Kunstformen

Es ist nicht einfach, all das auch nur aufzuzählen,

was diese Visionärin und Verehrerin

der Kunst und des freien Geistes für die

Kultur und Förderung junger Talente in ihrer

ehemaligen Heimat geleistet hat. Schon

seit drei Jahrzehnten lebt die Grande Dame

slowenisch-serbischer Herkunft mit ihrem

Ehegatten, dem erfolgreichen Geschäftsmann

Philip Zepter, zwischen Paris, Monaco

und Belgrad. Seit einem Vierteljahrhundert

führen die beiden das Firmenimperium

„Zepter International“, das weltweit

Zweigstellen und über 100.000 MitarbeiterInnen

hat. Die Summe von dreißig

Millionen Euro, die Madlena Zepter in den

letzten zwanzig Jahren in Kultur und Kunst

Serbiens investiert hat, ist wirklich imposant.

Zuerst ließ sie auf den alten Fundamenten

im Belgrader Stadtteil Zemun das

neue Gebäude des in europäischen Verhältnissen

einzigartigen „privaten“ Opern- und

Theaterhauses „Madlenianum“ erbauen,

das zu den schönsten und prächtigsten

Bauwerken auf dem Balkan und in Mitteleuropa

zählt und in welchem bis heute SpitzenkünstlerInnen

aus dem In- und Ausland

gastieren. Im Bereich der Förderung des

künstlerischen Schaffens in Serbien machte

sich Madlena Zepter verdient – nicht zuletzt

durch den von ihr initiierten Preis

„Frauenfeder“ für die Frauenliteratur sowie

durch die Übernahme der Kosten für den

traditionellen „Dobrica-Ring“-Preis, der jährlich

an einen serbischen Schauspieler oder

eine Schauspielerin für sein/ihr Lebenswerk

vergeben wird.

***

Das Zepter-Museum:

Ein Geschenk an Serbien

Aus dem „Fonds Madlena Zepter“ wurden

an über 500 junge Menschen (Musiker-

Innen, MalerInnen und SportlerInnen)

Stipendien vergeben. Ohne diese Hilfe wären

sie schwer in der Lage gewesen, auf die

internationale Bühne zu treten und große

Karrieren zu machen. Außerdem sponserte

Frau Zepter zahlreiche kulturelle und

künstlerische Einrichtungen und Veranstaltungen

und verschiedene Kunstfestivals,

gründete ein besonders erfolgreiches

Verlagshaus und das erste Auktionshaus

Serbiens.

Den vorläufigen Höhepunkt ihrer bisherigen

Investitionen in die serbische Kultur

bildet die Eröffnung des „Zepter-Museums“

in der Belgrader Knez-Mihailova-

Straße Nr. 42. Dieses aus dem Jahr 1922

stammende und unter Kulturschutz stehende

Gebäude ließ Madlena Zepter renovieren,

um in seinen drei Etagen ihr Geschenk

an das serbische Volk

unterzubringen – insgesamt rund 350, jahrelang

gesammelte Gemälde und Skulpturen

mit Signaturen der 132 bedeutendsten

KünstlerInnen des Landes.

SOCIETY 1_11 | 113


KUNST UND KULTUR

EVENTS

HIGHLIGHTS VERANSTALTUNGEN

DER KULTUR Jänner bis März 2011

SRI LANKA: KONZERT IM MUSIKVEREIN

Der Botschafter von

Sri Lanka, Musthafa

Jaffeer und seine

Gattin Razeeya luden

zu einem Empfang

im Steinernen

Saal im Musikverein

nach der Darbietung

eines Konzerts traditioneller

Musik aus

S.E. Musthafa Jaffeer, Musiker Pradeepanjalee,

Razeeya Jaffeer

Sri Lanka von Pradeepanjalee.

Marie-Valentine Carré, Stéphane Degout,

Hélène Lucas, Philippe Carré

Die Band von Prandeepanjalee

LIEDERABEND: GESANG VON STÉPHANE DEGOUT

Der französische Botschafter Philippe Carré bat zum Liederabend

mit anschließendem Empfang in der französischen Botschaft. Der

Bariton Stéphane Degout, der nach seinem Debüt als Papageno in

Aix-en-Provence in Paris unter anderem an der Staatsoper in Berlin,

am Théâtre Royal de La Monnaie, an der Metropolitan Opera,

am Royal Opera House Convent Garden zu Hause war ,sang an diesem

Abend Franz Schubert, Reynaldo Hahn, Maurice Ravel und

Claude Debussy. Begleitet wurde er von der Pianistin Hélène Lucas,

die bei Liederabenden in Frankreich und im Ausland die Partnerin

für Sänger, wie unter anderem Karine Deshayes, Laurent Alvaro

und Pierre Evreux, ist.

BUCHVORSTELLUNG: PILGERN MIT PECORINO

„Ich bin dann mal Hund“ – ein kurzweiliger Pilgerbericht der besonderen

Art wurde im Franziskanerkloster in Wien vorgestellt.

Toni Anzenberger, der für Magazine wie The New York Times,

Stern, Die Zeit, People Magazin oder den Spiegel fotografierte, legte

in zwölf Tagesetappen mit dem Hund Pecorino und dem Autor

Claudio Honsal den Franziskanerweg zurück. Sie pilgerten auf den

Spuren des heiligen Franziskus, des Schutzheiligen der Tiere, nach

Assisi. Das Highlight des Abends war Mischlingsrüde Pecorino, der

als Fotomodell international Karriere machte.

Star des Abends: der Hund Pecorino

Dagmar Koller mit Begleitung

im voll besetzten Saal

in der Franz-iskanerkirche

FOTOS: SOCIETY/SCHIFFL, NIT

114 | SOCIETY 1_11

Barbara Wussow, Claudio Honsal

(Autor) und Dr. Marco Montini (ENIT-

Frankfurt - Direktor für die deutschsprachigen

Länder)


SCHLOSSTHEATER SCHÖNBRUNN:

„IL PARNASO CONFUSO“

Die Universität für Musik und darstellende Kunst Wien präsentierte

gemeinsam mit dem Junior Ballett du Conservatoire de Paris

und der Hochschule für Musik und Theater Leipzig Christoph

Willibald Glucks Oper „Il Parnaso confuso“. Die Premiere wurde

mit elektronischen Musikeinlagen und Ballett begleitet und

fand im Schlosstheater Schönbrunn statt. Im Anschluss gab es einen

Empfang mit dem deutschen Botschafter Hans Henning Blomeyer-Bartenstein

und dem französischen Botschafter Philippe

Carré. Bundespräsident Dr. Heinz Fischer war Ehrengast.

Schlussszene

WIENER MUSIKVEREIN: RUSSLANDS OPERNSTAR BASKOV

Am 27. April lädt die „goldene Stimme Russlands“ zu einem besonderen

musikalischen Abend in den Wiener Musikverein ein.

Philippe Carré und das Ensemble

Der russische Opernsänger Nikolay Baskov feiert im Goldenen Saal

des Wiener Musikvereins die Premiere seines neuen Programmes,

mit dem er den Gästen einen sagenumwobenen Einblick in die

russische Seele bieten möchte. Unterstützt wird er dabei von den

beiden Sängerinnen Agripina Rossi und Maria Maksakova. Ein garantiert

interessanter Abend für alle, die in die russische Tradition

auf musikalische Art und Weise eintauchen möchten.

Hans-Henning Blomeyer-

Bartenstein, Ildiko Raimondi,

Kathleen Kelly,

Prof. Dr. Herbert Zeman

„100 JAHRE ROSENKAVALIER“:

VON STRAUSS BIS GOETHE

Auf Einladung des deutschen Botschafters Hans-Henning Blomeyer-Bartenstein

fand in Wien ein musikalisch-literarischer

Abend mit dem Thema „Goethe und kein Ende -Richard Strauss

und das literarische Deutschland“ statt. Ildiko Raimondi sang, begleitet

von der Pianistin Kathleen Kelly, Kompositionen von Richard

Strauss und Goethevertonungen. Umrahmt wurde das musikalische

Programm von Anekdoten, Erläuterungen und

Lesestücken zu dem Werk von Richard Strauss, dargeboten von

Prof. Dr. Herbert Zeman.

Hans-Henning Blomeyer-Bartenstein,

Monika

Rohan, Gouverneur

Ewald Nowotny

SOCIETY 1_11 | 115


LIFE UND STYLE

SERVICE

EX LIBRIS

Empfehlungen der Redaktion

x

HHHH

Österreich

32. Ausgabe

656 Restaurants

36 Landgasthöfe

421 Hotelempfehlungen

138 Café-Konditoreien

neu getestet und bewertet

Plus: Südtirol, Kroatien,

Prag, Bratislava

und Budapest

www.gaultmillau.at

TAPFER LIEBEN

Marilyn Monroe, Stanley F. Buchthal,

und Uda Strätling

Fischer

Ein sensationeller Zufallsfund brachte einmalige

Aufzeichnungen ans Licht: die Notizhefte,

Briefe und Gedichte, die Marilyn Monroe von

1943 bis zu ihrem Tod 1962 verfasste. Sie zeigen

uns das Bild einer klugen und sehr witzigen

Frau, die vor allem eines wollte: geliebt werden.

Marilyn schreibt leidenschaftlich und verzweifelt,

erstaunlich offen und schonungslos, immer

eigener Schwierigkeiten und Fähigkeiten bewusst.

In diesem Buch kommt der Mensch hinter

dem Ruhm zum Vorschein, die innere Biographie

der Norma Jeane Mortenson.

INVESTMENT PUNK

Hörhan Gerald

Edition a

Ein sicherer Angestelltenjob, ein Eigenheim auf

Pump, ein Leasingauto und ein bisschen an der

Börse spekulieren: Wer in diesem Hamsterrad

strampelt, wird immer nur abgezockt. Investmentbanker

Gerald Hörhan zeigt den Weg in

die wirtschaftliche Unabhängigkeit: Wahre Aufsteiger

müssen die ökonomischen Konventionen

hinter sich lassen. Mit einem kritischen

Blick analysiert er den Teufelskreis, in dem wir

strampeln, und zeigt Auswege. Provokant im

Ton legt der 33-jährige jene grundlegend andere

Philosophie dar, die ihm Wohlstand und

wirtschaftliche Unabhängigkeit beschert hat.

GAULT MILLAU ÖSTERREICH 2011

Henri Gault, Christian Millau, Karl Hohenlohe

Verlag Christian

Der Klassiker unter den Genießer-Guides vereint

in seiner Österreich-Ausgabe über tausend

Adressen in fachkundigen Artikeln und Bewertungen.

Ob typische Regionalküche, die unverzichtbaren

Kaffeehäuser, ob Luxusrestaurants

oder die schönsten Hotels: Genießer auf Österreich-Reise

finden mit diesem Begleiter immer

zum Ziel. Der Gault Millau setzt seine kulinarischen

Grenzen wieder weiter denn je: Neben

Südtirol und Kroatien findet der Genießer diesmal

auch Empfehlungen, Informationen und

Adressen in drei äußerst interessanten Städten

– Prag, Budapest und Bratislava.

DER GNADENBROTBÄCKER

Herbert Rosendorfer

Folio Verlag

In 27 Prosaminiaturen entfaltet Herbert Rosendorfer

sein phantastisch-ironisches Panorama

seltsamer Berufe. Da finden sich so entlegene

Berufe wie der Gnadenbrotbäcker, der Gauseppl,

der Unsittenstrolch, der Kalauer, der Freiluftist,

der Holzbischof, der Wortbeugel oder der

Kippenberger. Ähnlich wie in historischen Gildebüchern

verankert der Autor seine Figuren in

phantastischen Chroniken. Kay Voigtmanns

meisterliche wie wunderliche Figuren geben

den Unberufen ihr phantastisches Antlitz, hineingestellt

in sonderbare Welten und historische

Szenarien.

SCHEISSKERLE

Roman Maria Koidl

Hoffmann und Campe

Auch Küsse helfen nicht. Aus ihm wird kein

Prinz. Mr. Right ist immer der Falsche. Lügner,

Betrüger, Serientäter und Sadisten. Sie alle finden

sich ein im ganz normalen Alltag von Frauen,

die eigentlich nur eines suchen: Mr. Right.

Keiner versteht, warum sie ihn nicht finden: Sie

sind attraktiv, klug, offen, aber geraten immer

an den Falschen. Man soll sich ja eigentlich nicht

über Namen lustig machen. Doch bei Roman

Maria Koidl wirken sie fast wie ein PR-Gag. Zumindest

seit er den Frauenversteher gibt, indem

er aus Anekdoten der Gegenseite aus der Warte

des Insiders schöpft. Ein ebenso desillusionierendes

wie unterhaltsames Buch.

GESUNDHEITSFAKTOR

STERNZEICHEN

Adelinde Rumpler, Christian Temml

Ueberreuter Verlag

Astro-Medizin für den Alltag. Astrologin Adeline

Rumpler und Mediziner Temml zeigen, was die

Sterne über unsere Gesundheit sagen. 140.000

Vorsorgeuntersuchungen können nicht täuschen:

Dr. Christian Temml und die bekannte

Astrologin Adelinde Rumpler haben diese gewaltige

Zahl an Patientendaten in Zusammenhang

mit den Sternzeichen gebracht und die Anfälligkeit

für bestimmte Krankheiten berechenbar

gemacht. Das Ergebnis ist ein umfassender

Ratgeber zur Selbstvorsorge, um den persönlichen

Lebensstil zu überdenken und mit Blick

auf die Sterne zu ändern.

MEINE LETZTE STUNDE

Andreas Salcher

ecowin Verlag

In „Meine letzte Stunde“ wagt Andreas Salcher

die Begegnung mit dem letzten Kapitel des Lebens

und unternahm dennoch zu Beginn seiner

Recherchen alles, um seine eigene letzte Stunde

zu verdrängen. Doch irgendwann musste er

sich eingestehen, dass seine persönliche Angst,

an diesem Thema zu scheitern, im Grunde nur

die Angst vor der eigenen letzten Stunde verhüllte.

Das ist kein Buch über den Tod, das ist ein

Buch über das Leben. Über jeden einzelnen der

Tage, die noch vor uns liegen. Über unsere Liebe

zu anderen, die wir vielfach nicht auszusprechen

wagen. Über die Liebe zu uns selbst,

die in unserem Leben häufig nicht existiert.

MEIN LEBEN ALS SOHN

Philip Roth

Deutscher Taschenbuch Verlag

Der Autor hat hier ein sehr persönliches Dokument

über eine Vater-Sohn-Beziehung geschaffen.

Er berichtet über das Familiennetzwerk

in den Vierzigern und über seine oft sehr

despotische Art, mit der er seine Frau nach seiner

Pensionierung verrückt gemacht hatte.

Herman Roth ist ein Mann, der sich um die Seinen

kümmert – auch wenn das bei den Betroffenen

nicht immer auf Gegenliebe stößt. Es ist

ein Buch, in dem auf sehr zärtliche Weise Abschied

genommen wird. Auch die Momente,

wenn die körperliche Hinfälligkeit so groß ist,

dass intime Handreichungen nötig sind, werden

nicht kleingeredet, aber auch nicht dramatisiert.

116 | SOCIETY 1_11


GLÜCKSNAHRUNG FÜR ALLE

SINNE UND JEDE JAHRESZEIT

Karin Neumann

Ueberreuter

Nahrungsmittel beeinflussen maßgeblich unsere

Psyche. Die richtige Ernährung steuert die

jeweiligen Botenstoffe im Gehirn. Dadurch werden

Sie glücklicher, gesünder, leistungsfähiger,

schlafen besser und erhöhen Ihre Konzentrationsfähigkeit.

Welche Nahrungsmittel

benötigen Sie für Glück, gute Laune & Co? Saisonkalender

für Obst, Gemüse und Kräuter: Ihr

idealer Ernährungsplan für jeden Tag. Die richtige

Zusammenstellung Ihrer Speisen führt auf

natürlichem Weg zu mehr Glück, Gelassenheit

und Lebensfreude.

JAMIES 30 MINUTEN MENÜS

Jamie Oliver

Dorling Kindersley Verlag

„Keine Zeit.“ „Ist mir zu teuer.“ „Kann ich

nicht.“ Ab sofort gibt es keine Ausreden mehr,

nicht zu Hause zu kochen. Denn in seinem neuen

Kochbuch Jamies 30-Minuten-Menüs zeigt

Jamie Oliver, dass schmackhafte Menüs nicht

zwangsläufig zeitintensiv und teuer sein müssen.

Keines seiner 50 Menüs benötigt mithilfe

des passenden Küchengeräts, guter Organisation

und Jamies Tipps mehr als 30 Minuten Aufmerksamkeit.

Außerdem gibt der Koch auf

www.jamieoliver.com in eigens für dieses Buch

erstellten Videos spezielle Tipps und Tricks, die

das Kochen vereinfachen.

DIE MUTTER DES ERFOLGS

Amy Chua

Carl Hanser Verlag

Amy Chua ist Juraprofessorin in Yale und zweifache

Mutter. Ihre Kinder will sie zum Erfolg erziehen

– mit allen Mitteln. Gemäß den Regeln

ihrer Wurzeln in China ist Erfolg nur mit härtester

Arbeit zu erreichen. Sie beschließt, dass ihre

Töchter als Musikerinnen Karriere machen

sollen. Nun wird deren Kindheit zur Tortur. Wo

eine Eins minus als schlechte Note gilt, muss

Lernen anders vermittelt werden als in unserer

westlichen Pädagogik. In ihrem Erlebnisbericht

erzählt die Autorin fesselnd, witzig und mit kluger

Offenheit von einem gnadenlosen Kampf,

der ihr und ihren Töchtern alles abverlangte.

HANDBUCH BIO-GEMÜSE

Andrea Heistinger, Arche Noah

Verlag Eugen Ulmer

Ob Paradeiser, Paprika oder Gartenbohne: Dieses

Buch beschreibt über 100 Kulturarten in ihrer

ganzen Sorten-, Farben- und Formenvielfalt.

Neben Anbau, Aufzucht und den Sortentypen

der einzelnen Gemüsearten werden Kulturtechniken

des biologischen Gärtnerns erklärt.

Außerdem finden Sie alle wichtigen Informationen

zu Pflanzengesundheit, Mischkultur und

Fruchtfolge, Balkon- und Hausgärten, Ernte,

Lagerung und Nutzung. Spielerisch und profund,

lustvoll und leicht nachvollziehbar zeigt

dieses Buch Gartenanfänger und -profis, wie

sich Gemüsevielfalt erfolgreich kultivieren lässt.

SIZILIEN

Peter Amann

Michael Müller Verlag

Die größte Insel des Mittelmeers ist bei Kulturreisenden

seit Jahrhunderten ein Klassiker, als

Wandergebiet jedoch vergleichsweise jung.

Kompetent führt Sie der Reiseautor Peter

Amann auf 35 Touren durch die schönsten Ecke

Siziliens. Zu Fuß erreicht man den über 3.300 m

hohen Kraterbereich des aktiven Vulkans Ätna

und durchschreitet dabei mehrere Klima- und

Vegetationszonen. In den waldreichen Gebirgen

an der Nordküste erheben sich aussichtsreiche

Gipfel bis knapp 2.000 m über dem Tyrrhenischen

Meer. Kontrastprogramm mit beinahe

tropischer Pflanzenwelt bieten die Karstschluchten

im Südosten der Insel.

KALABRIEN & BASILIKATA

Annette Krus-Bonazza

Michael Müller Verlag

Kalabrien und die Basilikata, die zwei Regionen

im südlichsten Zipfel des italienischen Stiefels,

verfügen über insgesamt 900 Küstenkilometer.

Das Inland wartet mit faszinierenden Gebirgslandschaften

und abwechslungsreicher Vegetation

auf, und vielerorts finden sich eindrucksvolle

bauliche Zeugnisse einer jahrtausendealten

Geschichte. Dennoch zählen weder Kalabrien

noch die Basilikata zu den touristischen Hochburgen

des „Bel Paese“. Das jedoch dürfte ihren

Reiz kaum schmälern, im Gegenteil: Wer ein

Stück authentisches Italien kennen lernen und

ursprüngliche Gastfreundschaft erleben will, ist

hier genau richtig.

PROMINENTE PROMIS ADABEIS

Thomas Chorherr

Moldenverlag

Von allen Ressorts der Zeitung gehören die

Gesellschaftsspalten zu den meist gelesenen.

Die Society-Reporter schreiben, was das Leserpublikum

interessiert. Dieses Buch schildert

nicht zuletzt ihre Arbeit und auch ihre Meinung.

Denn der Zeitgeist hat das Österreichische Wörterbuch

umfangreicher gemacht. Es enthält

nun auch den Begriff „Seitenblickegesellschaft“,

nicht zu verwechseln mit der „Bussi-Bussi-Gesellschaft“.

Einst gab es den Adel und das Großbürgertum.

Heute gibt es die VIPs. Thomas

Chorherr zeigt nicht nur den Unterschied, sondern

auch den Wandel der Gesellschaft – von

Richard Löwenherz bis Richard Lugner.

MEINE SCHELLS

Marie Theres Kroetz Relin

Langen - Mueller Verlag

Mit Laptop und Kamera sowie einem Zelt für

Spontanübernachtungen ausgerüstet begab

sich Marie Theres Kroetz Relin auf die Suche

nach ihren Vorfahren. Sie schildert in der literarischen

Familienaufstellung „Meine Schells“

ihre spannende und anrührende Reise durch die

Geschichte ihrer Familie und zeichnet mit viel

Humor und Selbstironie das Leben des berühmten

Schauspieler-, Künstler- und Intellektuellenclans

nach. Das Ergebnis: Die Familienbiografie

muss teilweise neu geschrieben

werden. Das Buch ist eine unterhaltsame Reise

in die Vergangenheit und das Dokument einer

Selbstfindung.

SOCIETY 1_11 | 117


LIFE UND STYLE

SERVICE

VERANSTALTUNGSTIPPS

Frühling 2011

CARMEN VON GEORGES BIZET

Mit Karel Drgacs Neuinszenierung von Georges

Bizets Carmen steht vom 15. Juli bis 7.

August 2011 eine der weltweit erfolgreichsten

Opern auf dem Programm der 22.

OpernAir Festspiele Gars am Kamp. Auf der

Grundlage der gleichnamigen Novelle von

Prosper Mérimée entstand ein realistisches

Spiel um Leidenschaft, Pflicht und Freiheit.

KÜNSTLER IM FOKUS

Im Mittelpunkt der MAK-Ausstellung Erwin

Wurms, der durch performative Interventionen

Utopien des Alltäglichen entwirft,

stehen Objekte mit Gebrauchswert: Das Möbel

als Instrument des Kollektivs ist ein

Gegenstand, an dem sich modellhaft Lebenshaltungen

manifestieren. Wurm greift

gekonnt in das Medium „Design“ ein.

JAZZ FEST WIEN

Ein Abend der ausdrucksstarken Stimmen:

die britische Pop-Ikone Marianne Faithfull

und der vitale kanadische Jazzcrooner Matt

Dusk werden das Publikum subtil verführen.

Die Faithfull gastiert mit aktueller Songsammlung

„Horses And High Heels“, Dusk

mit Liedgut und Standards aus dem Great

American Songbook.

KONZERTE

CLARA LUZIA

Am 20. April

WUK, Saal

www.wuk.at

WIENER SÄNGERKNABEN

Am 28. April

Wiener Volksoper

www.volksoper.at

WIENER MOZART ORCHESTER

Am 23. April

Wiener Konzerthaus, Großer Saal

www.konzerthaus.at

KLAVIERABEND PANOS KARAN

Am 6. Mai

Wiener Konzerthaus, Schubert-Saal

www.konzerthaus.at

MICHEAL SEIDA & SESSIONS BAND

Am 14. Mai

Wiener Stadthalle–Halle F

www.stadthalle.com

HERBERT GRÖNEMEYER TOUR 2011

Am 18. Juni

Ernst Happel Stadion

www.stadthalle.com

WIR SIND HELDEN

Am 30. Juni

Arena

www.arena.co.at

BÜHNE

AMADEUS Regie: Peter Shaffer

Am 5. Mai

Theater in der Josefstadt

www.josefstadt.org

PUNK ROCK

Von Simon Stephens

Premiere am 6. Mai

Volkstheater

www.volkstheater.at

LULU

Von Frank Wedekind

Ab Mai 2011

Burgtheater

www.burgtheater.at

PLATONOV

Von Anton Tschechow

Ab Mai 2011

Akademietheater

www.burgtheater.at

DIE LUSTIGE WITWE

Operette von Franz Lehár

Ab 21.Mai

Wiener Volksoper

www.volksoper.at

SIMON BOCCANEGRA

Von Giuseppe Verdi

Ab 24. Mai

Wiener Staatsoper

www.wiener-staatsoper.at

CARMEN VON GEORGES BIZET

OpernAir Festspiele Gars

15. Juli bis 7. August 2011

Burgruine Gars am Kamp

www.opernair.at

AUSSTELLUNGEN

RODRIGO MOYA-CUBA MIA

Bis 25. April

Instituto Cervantes

http://vienna.cervantes.es

SCHAURIG SCHÖN – UNGEHEUERLICHES

IN DER KUNST

Intermezzo

Bis 1. Mai

Kunsthistorisches Museum Wien

www.khm.at

JAN FARBE – DIE JAHRE DER BLAUEN STUNDE

Ab 4. Mai

Kunsthistorisches Museum Wien

www.khm.at

ART AUSTRIA

Ab 3.Mai

Kunstmesse im Leopold Museum

www.leopoldmuseum.org

ANDRO WEKUA

Never Sleep with a Strawberry in your Mouth

Bis 5. Juni

Kunsthalle Wien

www.kunsthalle.at

JOSEPH HOFFMANN

Inspirations

Ab 16. Juni

Österreichisches Museum für angewandte

Kunst/ Gegenwartskunst

www.mak.at

GLANZ EINER EPOCHE

Jugendstilschmuck aus Europa

Bis 20. Juni

Leopold Museum

www.leopoldmuseum.at

KÜNSTLER IM FOKUS

#10 Erwin Wurm

Bis 4. September

www.mak.at

FESTIVALS

VIENNA BLUES SPRING

Bis 30.April

www.viennabluesspring.org

WIENER FESTWOCHEN

Vom 13. Mai bis 19. Juni

www.festwochen.at

JAZZ FEST WIEN

u. a mit Marianne Faithfull (15.6.)

Vom 15. Juni bis 15. Juli

www.viennajazz.org

NOVA ROCK FESTIVAL

Vom 11. bis 13. Juni

Nickelsdorf

www.novarock.at

DONAUINSELFEST

Ab 24 Juni

Donauinsel

www.donauinselfest.at

YBBSIADE 2011

Kabarett- und Kleinkunstfestival

Vom 1. bis 17. April

Stadthalle Ybbs

www.ybbs.at

FESTIVAL DU FILM FRANCOPHONE 2011

Vom 6. bis 14. April

Votivkino, Wien

www.votivkino.at

FOTOS: CHRISTIAN WIND, JAZZ FEST WIEN

118 | SOCIETY 1_11


WWW.SCHNEIDERS.COM


HOROSKOP

APRIL – MAI – JUNI 2011

Frühling 2011

Was uns die

Sterne sagen

Ihr persönliches Frühlingshoroskop

von Gerhard

von Lentner.

Weltprognose für 2011

Das Saturn-Pluto-Quadrat für Japan hat

nun seine Folgen gezeigt. Die langsam

laufenden Pluto und Uranus werden sich

weiter auf das Land auswirken, und es

kommen noch schlimmere Katastrophen

auf Japan zu. China als großer Nachbar

könnte dem Land wirtschaftlich und finanziell

hilfreich beistehen. China wiederum

– wie viele andere diktatorisch geführte

Länder dieser Welt – wird in den

kommenden Jahren mit enormen politischen

Umbrüchen zu rechnen haben.

Viele Erdbeben sowie Überschwemmungen

wird es noch in diesem Jahr geben.

Der Einfluss der Sonne – die Sonnenwinde

– zeigt auch hier ihre Stärke und

Auswirkungen. Das Umdenken ist in der

gesamten Welt angesagt. Die „atomare

Energie“ ist nicht so sicher, wie es der

Welt vorgegaukelt wird. Deutschland,

Österreich und die Vereinigten Staaten

werden von der zu entstehenden Krise in

Japan in Zukunft wirtschaftlich durch die

Aufbauhilfe profitieren können.

In den nord-, mittel- und südafrikanischen

Ländern kommt es weiterhin zu

Unruhen. Bürgerkriegsähnliche Zustände

werden nicht ausbleiben. Gaddafi wird

von selbst nicht gehen wollen. Dazu wurde

er zu sehr von der westlichen Welt hofiert.

Es sind auch noch viele Rechnungen

offen. Dennoch wird er seinen Thron verlassen

müssen. Seine Zeit ist abgelaufen.

Die Demokratisierung schreitet in den

arabischen Ländern langsam voran und

wird auch dann Defizite aufweisen. Umbrüche:

Indien ist weiterhin im Vormarsch

– wirtschaftlich wird das Land sehr zu be-

WIDDER - ARIES

21. 03. – 19. 04.

Planet: Mars und Pluto

Element: Feuer

Saturn zeigt Ihnen den Weg, sodass Sie nicht über das Ziel hinausschießen.

Sie bekommen durch Jupitereinfluss und die Bekanntschaft

einer einflussreichen Persönlichkeit die Chance Ihres Lebens.

Lassen Sie sich nicht durch falsche Einsager den Lebensweg vermiesen.

Sie werden in Zukunft mit mehr Neidern zu rechnen haben.

Beruf: Noch müssen Sie an sich arbeiten, aber das macht sich bezahlt.

Sie wissen, was Sie wollen. Sie kennen Ihr Ziel. Liebe: Geben

Sie nicht das Zepter aus der Hand. Der Partner meint es nicht

gut mit Ihnen. Sie sollten auf Ihr Liebesglück noch warten. Finanzen:

Viele werden Ihnen und Ihrem finanziellen Geschick vertrauen.

Bleiben Sie weiterhin auf Ihrem ehrlichen Weg.

Gesundheit: Sie sollten Ihre Füße verwöhnen. Gönnen Sie sich

mehrere Fußreflexmassagen. Sanftes Muskeltraining für Sie.

ZWILLINGE – GEMINI

21. 05. – 21. 06.

Planet: Merkur

Element: Luft

Geduld ist nicht Ihre Stärke. Dennoch gelingt Ihnen so einiges. Sie

haben das richtige Gespür für neue Investitionen. Sie können sogar

aus Mist Gold gewinnen. Nur weiter so. Sie bekommen dazu

die Unterstützung von geeigneten Leuten. Auch die Regierung

steht hinter Ihnen. Viel Neues wartet auf Sie.

Beruf: Sorgen Sie für das richtige Betriebsklima. Seien Sie fair zu

Ihren Untergebenen. Alleine wären Sie eher in der schwächeren

Position. Liebe: Privat sollen Sie mehr auf Ihre innere Stimme hören.

Eine kurze Affäre kann ins Auge gehen. Risiko meiden. Finanzen:

Das Gespür für Aktien hätten Sie. Dennoch sollten Sie aber bei

risikoreichen Spekulationen die Finger davon lassen.

Gesundheit: Zeitweise neigen Sie zu Übertreibungen. Sie brauchen

niemandem etwas zu beweisen, außer Ihrer Gesundheit.

LÖWE – LEO

23. 07. – 23. 08

Planet: Sonne

Element: Feuer

Nach langem Warten werden Sie zu Ihrem Glück erkennen, wer der

richtige Partner für Sie ist. Vergleichen Sie ruhig Ihre Interessen mit

denen des Partners, stimmen sie überein? Erst wenn Sie alle Ihre Fragen

mit Ja beantworten können, sind Sie auf dem richtigen Weg. Bedenken

Sie aber: Kleine Abstriche werden Sie machen müssen.

Beruf: Sie werden mehr erreichen können, als Sie erwartet haben.

Sie bekommen von einem Menschen die nötige Kraft hierfür. Liebe:

Die Liebe scheint Ihren Weg gekreuzt zu haben. Bleiben Sie am

Ball und verbringen Sie eine schöne Zeit mit Ihrem/Ihrer Liebsten!

Finanzen: Bald schon werden Sie Gelder in Immobilien investieren.

Der Weg ist nun frei für Sie. Geldvermehrung steht am Plan… Gesundheit:

Auf ihre Bronchien sollten Sie weiterhin achtgeben. Vitamin

C –sowie Magnesium stärken Ihr Herz und den Kreislauf!

STIER – TAURUS

21. 04. – 20. 05.

Planet: Venus

Element: Erde

Vorsicht ist für die Stiergeborenen in den kommenden Monaten geboten.

Zwar ist die Wirtschaftskrise überwunden, aber da lauert

schon wieder die Gefahr von Verlusten. Doch wenn man Reserven

aufgebaut hat, wird man diese jetzt vernünftig einsetzen