Comic Gemeinsam gehts

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Natur- und Klimaschutzthemen für Jugendliche als Comic-App

Ein Bündnis von Naturschutz- und Natursportverbänden hat Comic-App „Gemeinsam geht’s“ zum Thema Klimawandel und Naturschutz herausgegeben. Mit den Medien sollen jugendliche Natursportler für Naturphänomene sensibilisiert werden.

In der Geschichte erfahren fünf Jugendliche während eines Ferien-Outdoorcamps, wie sich der Klimawandel auf ihre Umgebung auswirkt: Tier- und Pflanzenarten verbreiten sind in neuen Gebieten, Starkregen, Überflutungen und Sturm nehmen zu. Die Folgen von Trockenheit und verstärkten Hitzephasen zeigen sich als zum Teil bedrohliche Phänomene. Gerade bei Outdoor-Sportarten wie Reiten, Schwimmen, Tauchen, Klettern, Kanufahren, Wandern oder Mountainbiken sind diese Naturphänomene sichtbar.

Die Comic-App „Gemeinsam geht´s“ soll gerade bei jugendlichen, digital-affinen Natursportler die Neugier und das Interesse an der Natur und dem Klimawandel wecken und gleichzeitig die Notwendigkeit des eigenen Handelns stärken. Dabei helfen die illustrierten praktischen Tipps.

Die Comic-App wurde vom Umweltdachverband Deutscher Naturschutzring (DNR) in Zusammenarbeit mit seinen Natursportverbänden wie dem Deutscher Alpenverein (DAV), dem Deutschen Wanderverband (DWV), dem Deutschen Kanuverband (DKV), der Deutschen Reiterlichen Vereinigung (FN), den NaturFreunden Deutschlands (NF) und dem Verband Deutscher Sporttaucher (VDST) entwickelt.

Eine Geschichte von Julia Mrazek, Ulrich Clausing,

Helga Inden-Heinrich, Gerlinde Hoffmann, Ute Dicks,

Maritta Strasser & Ralph Schill

mit Illustrationen von Harald Wolf


Lara, Marie, Samira, Max und Tom sind auf dem Weg

ins Outdoorcamp am See.


Aha!

Schon bei der An- und Abreise kann man vieles

richtig machen. Am besten reist man per Bus,

Bahn oder Fahrrad. Lässt sich eine Autofahrt nicht

vermeiden, kann man zusammen in Fahrgemeinschaften

reisen. Das macht sowieso mehr Spaß.


Schnell freunden sich die Fünf an. Sie möchten reiten,

schwimmen, tauchen, klettern, kanufahren, wandern,

mountainbiken, und jeder von ihnen will alles mal

ausprobieren.


Am freien Nachmittag wandern sie zum Hochseilgarten.

„Schaut euch mal diese geraden Reihen von Bäumen an“,

sagt Samira. Sie zeigt auf die Fichten neben dem Weg.

Den fünf Freunden fällt auf, dass viele Nadeln braun sind.


Aha!

Durch den Klimawandel wird es immer wärmer

und trockener. Das schwächt besonders die

Fichte. Häufig wird sie immer noch auf großen Flächen

angepflanzt, obwohl Mischwälder aus Laub- und Nadelbäumen

besser damit klarkommen, dass sich das Klima

ändert, und mehr biologische Vielfalt ermöglichen.


An einem Bach machen sie eine Pause. Es ist heiß.

„Hier, nehmt mal einen Schluck“, sagt Marie und reicht

den anderen ihre Trinkflasche. „Wir hätten alle etwas zu

trinken mitnehmen sollen“, bemerkt Tom.


Aha!

Für die fünf Freunde ist die Hitze nur anstrengend,

für ältere und kranke Menschen kann sie gefährlich

sein. Nachts stört die Hitze den Schlaf und behindert

die Erholung, tagsüber überhitzt der Körper, weil viele zu

wenig Wasser trinken.


Sie kommen an einer Lichtung vorbei. „Wollen wir ein

Lagerfeuer machen?“, schlägt Tom vor. Er wird von allen

fragend angeschaut. „Spinnst du?“, ruft Lara. „Es ist so

heiß und trocken, dass schon beim kleinsten Funkenflug

ein Waldbrand entstehen kann.“


Aha!

Lange, heiße Sommer trocknen den Wald und

das herumliegende Laub und Holz aus. Schon

ein Funke reicht aus, um einen Waldbrand zu entfachen.

Besonders leicht entstehen Brände in reinen Fichten- oder

Kieferwäldern.


„Lasst uns weitergehen, wir wollen doch klettern“, sagt

Marie. Plötzlich ziehen riesige Gewitterwolken auf. Ein

kräftiger Wind weht. Erste Blitze erhellen den dunklen

Himmel. Bedrohliches Donnergrollen naht, und es beginnt

heftig zu regnen.


Aha!

Unwetter treten überwiegend lokal auf und lassen

sich schlecht vorhersagen. Hinweise liefern Haufenwolken

(Cumuli), die in die Höhe wachsen und wie ein

„Blumenkohl“ aussehen. Je höher sich die Wolken ausbilden,

desto eher entstehen Gewitter.


Der Regen wird immer heftiger. Max entdeckt eine Schutzhütte,

in der sich alle unterstellen können. „So ein Mist“,

schimpft Lara, „alles ist nass.“ Nur Max ist gut gelaunt.

„Was für ein Abenteuer“, freut er sich.


Aha!

Extreme Wetterereignisse treten immer häufiger

auf. Je heißer es ist, desto mehr Feuchtigkeit wird

von der Luft aufgenommen. Die Wolkenberge können bis

über 10 km Höhe erreichen und bis zu 100 Millionen Tonnen

Wasser enthalten. Das ist so viel Wasser wie in 666 Millionen

Badewannen passt. Während eines starken Unwetters gibt

es bis zu 2.000 Blitze pro Stunde am Himmel.


Nach einer gefühlten Ewigkeit wird der Regen schwächer

und hört schließlich ganz auf. Tom schaut sich als erster

um. Der Sturm hat einige Bäume umgerissen und damit

den Rückweg versperrt. Der gegenüberliegende Hang

ist sogar abgerutscht.


Aha!

Starkregen und Schneeschmelze können einen

Hang verändern, so dass er nicht mehr stabil ist.

Wenn es wenig Pflanzen gibt, die mit ihren Wurzeln Halt

geben, kann ein Hang einfach abrutschen.


„Wie finden wir jetzt den Weg zurück?“, fragt Samira

ängstlich. Max schaut sich die Bäume genau an.

Dann zeigt er mit dem Finger in eine Richtung und sagt:

„Hier ist Norden.“ Die anderen schauen Max erstaunt an.


Aha!

Moose und Flechten findet man vor allem an

der Nordseite der Bäume. Hier ist es schattiger

und feuchter, wodurch Moose und Flechten besser

wachsen können.


Da klingelt ein Handy in Toms Hosentasche. Es ist Campleiter

Peter, der sich erkundigt, ob ihnen etwas passiert ist.

Er erklärt der Gruppe einen sicheren Rückweg.


Plötzlich sieht Lara einen kleinen schwarzen Punkt, der

über ihren Arm krabbelt. „Da ist eine Zecke“, schreit Lara.

„Gut, dass sie sich noch nicht festgesaugt hat“, sagt Max

und schnippt sie einfach von Laras Arm.


Aha!

Zecken gehören zu den Spinnentieren.

Durch milde Winter und warmes Wetter breiten

sich Zecken immer stärker aus. Sie können gefährliche

Krankheiten übertragen, wenn sie Blut saugen.


Die Gruppe macht sich auf den Rückweg. Schon bald

sehen sie das Camp, und Peter kommt ihnen entgegen.

„Zum Glück seid ihr wieder da.“ Aufgeregt erzählen die

fünf Freunde von ihrem Abenteuer.


Am Abend sitzen alle am Feuerplatz zusammen. „Da haben

wir mal erlebt, wie schnell sich das Wetter ändern kann“,

sagt Max. „Hat das etwa mit dem Klimawandel zu tun?“,

möchte Lara wissen. Die Fünf werden nachdenklich. „Hm“,

meint Peter, „Sommergewitter hat es schon immer gegeben,


aber Unwetter sind häufiger und stärker als früher. In der

Natur finden sich viele Anzeichen für den Klimawandel,

man muss nur genau hinsehen.“ „Und was können wir dagegen

tun?“, möchte Samira wissen. „Lasst uns doch mal

überlegen, was wir machen können“, schlägt Marie vor.


1.

Was können

wir tun?

4.

2.

5.

3.


6.

9.

7. –

8.

10.


1. Aha!

Bereits mit der Auswahl der Sportart

kann man vieles richtig machen.

Ideal ist es, den Natursport auszuwählen,

der ohne lange Anfahrt ausgeübt werden

kann, am besten also regelmäßig

in der nahen Region möglich ist.

So spart man die lange Anreise

und hat mehr Zeit, Sport zu treiben.


2. Aha!

Manche Natursportarten können nur dann

ausgeübt werden, wenn die Jahreszeit

dafür geeignet ist.

Also achte darauf, ob zum Beispiel

bei Wintersportarten Schnee oder

bei Wassersportarten Wasser ausreichend

vorhanden ist.


3. Aha!

Schon mit der An- und Abreise – am besten

per Bahn, Bus oder Fahrrad – kann man das

Klima schützen. Zwar lässt sich eine Autofahrt

nicht immer vermeiden, doch kann man zusammen

in Fahrgemeinschaften reisen.

Das macht sowieso mehr Spaß.


4. Aha!

Informiere dich rechtzeitig vor einer Fahrt

in deine Sportregion,ob dort deren Ausübung

möglich ist. Lawinen- oder Waldbrandgefahr

können ebenso wie Naturschutzregelungen

dafür sorgen, dass du nicht aktiv werden

darfst.

Wenn du rechtzeitig eine Alternative planst,

kannst du überflüssige Fahrten und

Enttäuschungen vermeiden.


5. Aha!

Jede Natursportart benötigt Ausrüstung –

mal mehr, mal weniger.

Immer gilt: Achte darauf, dass deine Ausrüstung

natur-, sozial- und klimafreundlich

hergestellt wurden (also zum Beispiel geringer

Wasser- und Energieverbrauch, Abfallvermeidung,

keine Kinderarbeit, etc.).

Naturschutzverbände oder Natursportorganisationen

können dir hier wertvolle

Tipps geben.


6. Aha!

Gerade Outdoorkleidung, Schuhe, Zelte, etc.

müssen nicht immer modisch, sondern

vor allem sicher und praktisch sein.

Besonders nachhaltig ist die Ausrüstung,

die repariert werden kann.

So spart man Geld und schützt das Klima,

weil nicht so viele Produkte produziert

werden müssen.


7. – Aha!

Kaufe möglichst viele saisonale, regionale und

ökologische Nahrungsmittel. Die schmecken

nicht nur prima, sondern geben dir ein Gefühl

für die Region, die du besuchst. Außerdem

müssen sie nicht so weit transportiert werden

und sind daher klimafreundlich. Gleichzeitig

unterstützt du damit die Geschäfte vor Ort in

den Gemeinden und die dort beheimateten

Natursportvereine. Sie ermöglichen überhaupt

erst deinen Natursport, zum Beispiel durch

Absprachen und die Ausweisung von Wegen

und Rastplätzen.


8. Aha!

Es gibt Sachen, die du unbedingt von

Zuhause mitbringen solltest. Eine eigene,

wiederverwendbare Trinkflasche gehört

ebenso dazu, wie eine Brotdose, in die du

deine Verpflegung immer wieder einpacken

kannst. Beide sind sehr praktisch und helfen,

den vielen Verpackungsmüll von kleinen

Snacks zu vermeiden und zu reduzieren.

So sparst du Müll und zugleich Geld.


9. Aha!

Achte auf deinen Müll!

Je weniger Müll du produzierst, desto mehr

hilfst du der Natur. Wenn doch Müll anfällt,

nimm ihn mit und entsorge ihn dort, wo es

vorgesehen ist – so wird die Natur nicht

verschandelt, und es muss weniger

Verpackung produziert werden.


10. Aha!

Klimaschutz fängt schon mit kleinen Schritten

an. Werde aktiv, alleine oder mit anderen,

zum Beispiel durch deine Mitgliedschaft in

einer Naturschutz- und Natursportorganisation.

Gemeinsam geht's


Impressum

Gemeinschaftsproduktion des

Deutschen Naturschutzrings, Dachverband der deutschen Natur-, Tier- und

Umweltschutzorganisationen e.V. (DNR)

Marienstraße 19-20 in 10117 Berlin I www.dnr.de

Ideen & Konzept

Julia Mrazek, Deutscher Alpenverein e.V. (DAV), Ulrich Clausing, Deutscher

Kanuverband e.V. (DKV), Helga Inden-Heinrich, Deutscher Naturschutzring,

Dachverband der deutschen Natur-, Tier- und Umweltschutzorganisationen

e.V. (DNR), Gerlinde Hoffmann, Deutsche Reiterliche Vereinigung e.V. (FN),

Ute Dicks, Deutscher Wanderverband (DWV), Maritta Strasser, NaturFreunde

Deutschlands e.V. (NF), Ralph Schill, Verband Deutscher Sporttaucher e.V.

(VDST)

Illustrationen & Layout

Harald Wolf, envirocom I www.envirocom.de

Alle Rechte vorbehalten. Kein Teil des Werks darf in irgendeiner Form (durch

Fotografie, Mikrofilm, oder andere Verfahren) ohne schriftliche Genehmigung

des DNR e.V. reproduziert oder unter Verwendung elektronischer Systeme

verarbeitet, vervielfältigt oder verbreitet werden,auch auszugsweise.

Druck & Bindung

stritzingerprint - eine Marke der bonitasprint gmbh

Das für dieses Buch verwendete

FSC ® -zertifizierte Papier stammt aus

verantwortungsvollen Quellen und ist

klimaneutral gedruckt.

Printed in Germany.

ISBN 3-923458-78-9

klimaneutral

natureOffice.com | DE-204-537403

gedruckt


Gemeinsam geht´s“ gibt es auch als Comic-App

im App Store von iTunes oder in Google Play.

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Lara, Marie, Max, Samira und Tom

sind in einem Outdoorcamp am See.

An einem freien Nachmittag wandern sie

zum Hochseilgarten durch den Wald

und dann beginnt das Abenteuer...

Gemeinsam geht´s“ gibt es auch als Comic-App

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