Society 359 / 2011

Villaflora23aa

WIRTSCHAFT ■ POLITIK ■ DIPLOMATIE ■ WISSENSCHAFT ■ KULTUR ■ LEUTE

03_04|11

SEIT 1945 | 66. ERSCHEINUNGSJAHR | NR. 359/360_HERBST/WINTER 2011

WWW.SOCIETY.AT

P.B.B. GZ 03Z034905M, ERSCHEINUNGSORT, VERLAGSPOSTAMT 1140,2120, PREIS ¤ 4,–

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RUMÄNIEN


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EDITORIAL

Event- und Netzwerktornado

The Answer Is Blowing

In the Wind...

***

Rumänien – das windreichste Land Europas

Unser Rumänienschwerpunkt hat uns diesmal

aufhorchen lassen, als die rumänische Botschafterin

in Wien, I.E. Silvia Davidoiu, uns über den Windreichtum

ihres Landes berichtete und dass Rumänien

den Wirtschaftsschwerpunkt auf alternative

Energien legt. Das vollständige Interview über die

vielen Wirtschaftsaktivitäten zwischen Österreich

und Rumänien nicht nur auf diesem besonderen

Sektor bringen wir in dieser Ausgabe gemeinsam

mit einem Exklusivinterview des rumänischen

Außenministers, S.E. Teodor Baconschi. So sind wir

nicht nur den Spuren Draculas gefolgt sondern dem

Innovationsgeist des wichtigen, jungen, seit 2007 integrierten, EU-

Landes begegnet, das dabei ist, intensiv „seine Hausaufgaben“ für

den Beitritt zur EU-Währungsunion zu machen.

***

SOCIETY Veranstaltungen

Wir blicken auf ein aktives Veranstaltungsquartal zurück. So

konnten wir unsere Sommerausgabe mit einem fulminanten

Empfang in der österreichischen Nationalbibliothek für mehr als

450 Personen gemeinsam mit dem Botschafter der Mongolei, S.E.

Jargalsaikhan Enkhsaikhan, präsentieren. Gleichzeitig hatten

wir zu dieser Veranstaltung eine Delegation aus Treviso geladen,

die der Direktorin der Nationalbibliothek, Dr. Johanna Rachinger,

ein Gastgeschenk aus dem italienischen Privatmuseum Mario del

Monaco, einen „leone di venezia“, überreichte. Der Anlass dazu

war die Eröffnung des ersten Auslandsbüros des „Istituto lirico

Mario del Monaco di Treviso“ in den Räumlichkeiten von SOCIE-

TY, der Villa Flora, wo wir am gleichen Tag eine Replik der Statue

„Mario del Monaco“ in Anwesenheit des italienischen Botschafters,

S.E. Eugenio d’Auria, und der italienischen Delegation enthüllten.

Die Urstatue in Bronze wurde am 4. Oktober an der Piazza

della Borsa di Treviso in Anwesenheit vieler prominenter

Gäste enthüllt. Wir waren auch dort und haben das italienische

Ambiente sehr genossen. Eine Reise in die Mongolei im nächsten

Jahr für den Aufbau einer Partnerschaft mit unserem SOCIETY

Magazin steht ebenfalls bevor. Wir werden darüber berichten.

Unser neues Format, die Junior Diplomats Reception, konnten

wir an einer neuen, angesagten Location nunmehr zum dritten

Mal erfolgreich realisieren. Der chillige Dachboden

des 25hours Hotels mit seiner Rundumblikkterrasse

bot den gemütlichen Rahmen für diesen

Empfang, wo wir traditionell eine Tombola

mit einem iPad2 als Hauptpreis veranstalteten.

Diesmal war der Hauptpreisgewinner Herbert Daniel

Espinoza Solano aus der Botschaft von Costa

Rica.

Kurz danach konnten wir im imperialen Rahmen

in den Festsaal des Hotels Imperial zum Botschafterempfang

der neu akkreditierten Botschafter

einladen. Mehr als sechzig Botschafter

und insgesamt mehr als 200 Gäste konnten sich

an dem eleganten Rahmen und dem exquisiten

Buffet erfreuen. Dieses Event ist eine Veranstaltung der Superlative

für das Netzwerken von hochkarätiger Diplomatie, Wirtschaft

und Kultur. Die Opernsängerin Elisabeth Wolfbauer mit ihrer musikalischen

Einlage „O don fatale“ aus der Oper „Don Carlo“ von

Giuseppe Verdi gab dem gemütlichen Beisammensein den gewohnt

klassischen Touch.

Nicht zuletzt sei unsere Preview-Veranstaltung der Boteroausstellung

im Bank Austria Kunstforum mit darauf folgendem

Empfang im Palais Daun-Kinsky erwähnt, bei der wir unter dem

Ehrenschutz des kolumbianischen Botschafters S.E. Freddy Padilla

de León den Künstler Fernando Botero persönlich begrüßen

durften. Die Ausstellungen ebendort sind wie immer ein Highlight

in unserem Veranstaltungsreigen.

Mit dieser Ausgabe haben wir uns wieder einmal sehr bemüht,

Ihren Geschmack zu treffen und freuen uns, wenn Sie mit uns die

Brise aus der Welt der Diplomatie, Wirtschaft und Kultur genießen

können.

Viel Freude dabei wünscht Ihnen herzlich Ihre

Gerti Tauchhammer

COVER: (C) FERNANDO BOTERO, „BALLERINA AN DER STANGE“, 2001, ÖL AUF LEINWAND,

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INHALT

HERBST_WINTER | 2011

■ SOCIETY EVENTS

Präsentation der SOCIETY-Sommerausgabe „Mongolei“ ........ 30

Die neuen Botschafter im Hotel Imperial ........ 34

„3rd Junior Diplomats‘ Reception“ ........ 36

Botschafterausflug nach Salzburg ........ 37

Botschafter-Preview: Fernando Botero im BA Kunstforum ........ 110

■ LÄNDERSCHWERPUNKT

Rumänien: Tradition Meets Modern Life ........ 10

I.E. Botschafterin Silvia Davidoiu im Interview ........ 14

Interview mit S.E. Außenminister Teodor Baconschi ........ 20

Interview mit S.E. Justizminister Catalin Marian Predoiu ........ 22

Wirtschaft: Wege aus der Krise ........ 24

WKO-Interview mit Rudolf Lukavsky ........ 25

Kulturüberblick Rumänien ........ 26

Kommentar: Hermine Schreiberhuber ........ 27

■ DIPLOMATIE UND POLITIK

Diplomatenkarussell ........ 40

Interview mit dem deutschen Botschafter in Österreich ........ 44

Europäische Gesellschaft Coudenhove-Kalergi ........ 46

Der Internationale Seegerichtshof ........ 47

Usbekistan: 20 Jahre Unabhängigkeit ........ 50

20 Jahre Kasachstan ........ 54

Events der Diplomatie ........ 56

■ WISSENSCHAFT UND WIRTSCHAFT

Toleranzpreis für Daniel Barenboim ........ 64

Sergey Danilin: Investieren in Russland ........ 68

James Cumes: Nothing Without Labour. ........ 70

Richtiges Zeitmanagement von Sonja Littig-Wengersky ........ 74

„Der Kunstsammler und sein Recht“ ........ 77

European Diversity & Inclusion Congress ........ 79

■ LIFE UND STYLE

Global Family Charity Resort ........ 82

Detox-Kosmetik im Parkhotel Igls ........ 83

Viva Mayr am Wörthersee ........ 84

Karl Kaltenegger: Wow! Krakau ........ 86

Lifestyle mit Jeannine Nujic ........ 88

FitFlops für den Winter ........ 91

Styling: Wenn Frauen Männer anziehen ........ 93

Modestrecke: Susanne Bisovsky ........ 94

■ KUNST UND KULTUR

Life.Sunlight: Chinesische Tanz-Akrobatik ........ 101

Istituto Mario del Monaco di Treviso in der Villa Flora ........102

Roman Bartl: Goldene Ehrenmedaille für José Carreras ........104

Festspielkarussell Salzburg ........106

Coverstory: Fernando Botero ........ 112

Interview mit Direktorin Ingried Brugger ........ 114

IMPRESSUM

WIRTSCHAFT ■ POLITIK ■ DIPLOMATIE

WISSENSCHAFT ■ KULTUR ■ LEUTE

MEDIA EVENTS NETWORKING

ERSCHEINUNGSWEISE: vierteljährlich

PREIS: Jahresabonnement ¤ 16,--, zzgl. ¤ 7,-- Versand

Einzelheft: ¤ 4,--

BESTELLUNG: abo@society.at

MEDIENINHABER, VERLEGER ZU 100%: Tauchhammer KG

HERAUSGEBERIN UND CHEFREDAKTEURIN:

Mag. Gertrud Tauchhammer

LEITUNG REDAKTION:

Mag. Stephan Hofstätter

REDAKTION UND EVENTS: Mag. Tanja Tauchhammer

REDAKTIONELLE MITARBEIT: Stephanie Humm

AUTOREN DIESER AUSGABE:

Mag. Ingrid Chladek, Prof. Gerhard Gutruf, Dr. Adrian

Hollaender, Karl Kaltenegger, Gerhard von Lentner,

Dr. Sonja Littig-Wengersky, Jeannine Nujic, Mag. Eva von

Schilgen, Wolf von Schilgen, Dr. Susanne Scholl, Mag. Hermine

Schreiberhuber, Dr. Monika Türk, Dr. Helmut Türk

NEW YORK AUSLANDSKORRESPONDENZ: Lea Millesi

ANZEIGENVERKAUF: G. Tauchhammer

GESTALTUNG: Hermann Stöckl, www.hermannsgrafik.at

REDAKTIONSADRESSE: Villa Flora, A-1140 Wien,

Hüttelbergstraße 23A,

TELEFON: 01-914 77 44-0, Fax: 01-914 77 44-8

E-MAIL: mail@society.at

www.society.at

FOTOS: Katharina Schiffl, B.Sc., Ekaterina Prokofiefa,

Heeresbild- und Filmstelle, 1070 Wien, Stiftgasse 2a,

Tel.: 01/5200-37240; UNOV, CTBTO, UNIDO Wagramerstraße

5, 1400 Wien

DRUCK: Druckerei Berger, Wienerstraße 80, 3580 Horn,

Tel.: 02982/4161-0 www.berger.at

HERAUSGEBERIN: Kommerzialrat Honorarkonsulin

Mag. Gertrud Tauchhammerin in Kooperation mit der

ÖSTERREICHISCHEN GESELLSCHAFT FÜR AUSSEN-

POLITIK UND DIE VEREINTEN NATIONEN (ÖGAVN)

Seit 1945

VORSTAND (SEIT DEZEMBER 2008)

PRÄSIDENT:

Altbundeskanzler NRAbg. Dr. Wolfgang Schüssel

VIZEPRÄSIDENTEN:

BM a.D. Bot. i.R. Dr. Peter Jankowitsch

Bot. i.R. Dr. Gregor Woschnagg

BM a.D. NRAbg. Herbert Scheibner

NRAbg. Univ.-Prof. Dr. Alexander Van der Bellen

EHRENPRÄSIDENTEN:

BM a.D. Dr. Willibald Pahr

Bot. i.R. Dr. Wolfgang Schallenberg

GENERALSEKRETÄR: Michael F. Pfeifer

VERTRETER DER ZWEIGVEREINE:

Ass.-Prof. DDr. Renate Kicker (Landessektion Steiermark)

Gregor Waldhauser (AFA)

WEITERE VORSTANDSMITGLIEDER:

Bot. i.R. Dr. Alexander Christiani

Bot. Dr. Johannes Kyrle (als Generalsekr. für ausw. Angel.)

Bot. i.R. Dr. Eva Nowotny

Bot. i.R. Dkfm. Dr. Karl Peterlik

BM a.D. NRabg. Dr. Ursula Plassnik

Gen Mag. Raimund Schittenhelm

Mag. Liselotte Waldheim-Natural

Dr. Axel Wüstenhagen

SOCIETY IST OFFIZIELLER MEDIENPARTNER

DER ÖGAVN

BLATTLINIE: SOCIETY berichtet über Top-Ereignisse aus

Wirtschaft, Politik, Diplomatie, Wissenschaft, Kultur und Gesellschaft.

SOCIETY informiert außerdem in Zusammenarbeit

mit der Österreichischen Gesellschaft für Außenpolitik und die

Vereinten Nationen über Einrichtungen der Vereinten Nationen.

Jede Ausgabe ist einem Fokusland gewidmet. Durch die Zusammenarbeit

mit der jeweiligen Botschaft in Österreich trägt

SOCIETY wesentlich zur Kommunikation zwischen Österreich

und dem Fokusland bei und ist dadurch ein medialer Multiplikator

der Spitzenklasse in Österreich und in der ganzen Welt.

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TREASURES OF VIENNA:

EDLE MOMENTE

Bei Schmuck aus Wien gilt: Das Beste ist gerade gut genug.

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Juwelierläden und Schmieden, wo noble Schmuckstücke und handwerkliche Meisterwerke

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Die Verbindung aus Tradition

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Anton Heldwein in zauberhafte

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fertigt wertvolle, einzigartige

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WIEN PRODUCTS ist ein Projekt der Wirtschaftskammer Wien,

welches 1995, mit dem Ziel ausgewählte Wiener Konsumgüterhersteller in ihren Exportaktivitäten

zu unterstützen, gegründet wurde. Die derzeit 53 WIEN PRODUCTS Betriebe

stehen für höchste Produktqualität, exzellenten Service sowie das Bestreben den einzigartigen

Flair und die Ästhetik Wiens in ihre Erzeugnisse einfließen zu lassen.

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Internet unter www.wienproducts.at oder im WIEN PRODUCTS

Service Center unter der Telefonnummer +43 1 514 50 1517.

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GASTAUTOREN

HERBST/WINTERAUSGABE

Partner von SOCIETY

Qualität verbindet

Zahlreiche prominente Gastautoren schreiben in der aktuellen Herbst/Winterausgabe von

SOCIETY zu den unterschiedlichsten Themen aus Wissenschaft, Politik, Kunst und Lifestyle.

Herbert Pietschmann Hermine Schreiberhuber Susanne Scholl Gerhard Gutruf Karl Kaltenegger

***

HERBERT PIETSCHMANN ist Emeritus

am Institut für theoretische Physik der

Universität Wien und Buchautor. Er verbrachte

viele Jahre als Forscher im Ausland.

Seit fünf Jahren schreibt er für

SOCIETY über Themen der Wissenschaft,

Philosophie und Gesellschaft. In dieser

Ausgabe berichtet er über den Streit um

den ersten motorisierten Flug.

***

HERMINE SCHREIBERHUBER war stellvertretende

Ressortleiterin der Außenpolitik

bei der APA. Für die SOCIETY-Länderschwerpunkte

verfasst sie regelmäßig

politische Analysen und Hintergrundberichte.

Dieses Mal geht sie der Frage über

Rumäniens Weg in den Schengen-Raum

nach.

***

SUSANNE SCHOLL ist weithin als ORF-

Korrespondentin in Moskau bekannt, wo

sie ab 2000 das ORF-Büro leitete. In zahlreichen

Publikationen beschäftigt sie sich

mit dem Thema Russland. Die Trägerin des

Österreichischen Ehrenkreuzes für Wissenschaft

und Kunst und ausgezeichnete

Journalistin des Jahres 2009 geht in ihrer

Rezension eines Essays von Anneliese Rohrer

auf die Suche nach „Mutbürgern“.

***

GERHARD GUTRUF ist Maler und Grafiker.

Als Kunsttheoretiker interessieren

ihn besonders Fragen der Wahrnehmung

und Perspektiven. Seine künstlerischen Arbeiten

bewegen sich im Spannungsfeld

zwischen Utopien und der Auseinandersetzung

mit großen Meistern der Malerei.

Für SOCIETY schreibt er über kunsthistorische

sowie kunst- und kulturphilosophische

Phänomene.

***

KARL KALTENEGGER war langjähriger

ORF-Journalist, Manager und Moderator

für Radio Salzburg, Ö3 (u. a. Ö3-Wecker)

und Radio Wien. Mittlerweile ist er als Reisejournalist

aktiv und schreibt für verschiedene

Publikationen. Dieses Mal berichtet

er von der heimlichen Hauptstadt

Polens, Krakau, UNESCO Weltkulturerbe

und Kulturhauptstadt Europas.

***

JEANNINE NUJIC eroberte die Hundelifestyle-Welt

mit „Dogue in the City“. Nun

liefert sie für SOCIETY die neuesten Lifestyle-

und Modetrends der Frauen- und

Männerwelt. Dieses Mal war sie an den

internationalen Modeschauen auf der Suche

nach den zwei L: „Labels and Love“ und

interviewte Martina Müller vom Fashion-

Label CALLISTI.

***

INGRID CHLADEK ist Gesellschafterin der

Dresscode Company und Head von Dressforsuccess.

Sie berät in Fragen Business-Outfit,

Image, Stil und Styling. Ihr Wissen präsentiert

sie u. a. anhand von Prominenten-

Styling- Checks. In dieser Ausgabe spricht sie

über „Frauen, die Männer anziehen“ und

worauf es bei der Kleiderwahl ankommt.

***

SONJA LITTIG-WENGERSKY ist Trainerin

für Kommunikation und Persönlichkeitsentwicklung.

Für SOCIETY schreibt sie

regelmäßig Gastartikel zu den Themen

Selbst-Coaching, Selbstmotivation und Persönlichkeitsentwicklung.

Sie erklärt dem

Leser dieses Mal, wie modernes Zeitmanagement

funktioniert.

***

GERHARD VON LENTNER blickt für

SOCIETY in die Sterne. Der mediale Berater,

Kartenleger, Heiler und Buchautor beschäftigt

sich intensiv mit Lebensberatung

und verrät den SOCIETY-Lesern in jeder

Ausgabe, wohin Österreich und die Welt

steuern und was die Sterne in Beruf, Liebe,

Finanzen und Gesundheit für jeden bereithalten.

***

WOLF und EVA VON SCHILGEN sind

langjährige Stammschreiber für SOCIETY.

Die Unternehmerin, Kulturmanagerin und

Journalistin Eva von Schilgen ist das

SOCIETY-Standbein in Salzburg und berichtet

mit viel Elan über Kultur und Gesellschaft

abseits der österreichischen

Bundeshauptstadt. Der „lachende Satiriker“

und Ehemann Wolf von Schilgen, gefeierter

Buchautor, beschließt jede SOCIETY

Ausgabe mit seinen Satiren und zaubert ein

Lächeln auf die Lippen der SOCIETY-Leser.

Ingrid Chladek Sonja Littig-Wengersky Gerhard von Lentner Wolf und Eva von Schilgen Jeannine Nujic

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In Wien geht was weiter.

Wien ist weltweit als Stadt des Wissens und der Wirtschaft

anerkannt. Gerade darum brauchen wir gut gebil dete

und ausgebildete Menschen, um international bestehen

zu können. Wien fördert daher bei Kindern, Jugendlichen

und Erwachsenen Begabungen, Neigungen und Talente.

Die Palette reicht von den Gratis-Kindergärten über die

Schulen bis hin zu den Universitäten, Fachhochschulen und

Angeboten nach dem Unterricht. Bildung ist für das persönliche

Glück genauso wichtig wie für die gesellschaftliche

und wirtschaftliche Weiterentwicklung unserer Stadt.

Mehr Infos über Aus-, Fort- und Weiterbildung

in Wien, Büchereien, Volkshochschulen und

universitäre Einrichtungen: www.wien.at

Gratis-Abo-Tipp: „Forschen & Entdecken“ – das

Magazin für kluge Köpfe. www.forschen-entdecken.at


RUMÄNIEN

LÄNDERPORTRÄT

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Rumänien – Tradition

meets Modern Life

Denkt man an Rumänien, so fallen einem sofort die Begriffe Transsylvanien und Graf Dracula

ein. Ein mystischer Ort voller geheimnisvoller, dunkler Landschaften beseelt vom Aberglauben.

Doch wird dieses Bild dem modernen Land Rumänien bei weitem nicht gerecht, das nach Ende

der Ceausescu-Diktatur langsam aus seinem Dornröschenschlaf erwacht ist.

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RUMÄNIEN

LÄNDERPORTRÄT

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FOTOS: RUMÄNISCHES TOURISMUSAMT

Der Aufbruch in das neue Zeitalter hat

längst begonnen, dabei werden Traditionen

jedoch nicht außer Acht gelassen.

Der Staat zwischen Schwarzem Meer

und Pannonischer Tiefebene hat sich bereits

auf den Weg in die westliche Welt gemacht.

Erste Schritte in diese Richtung waren

der Beitritt zur NATO 2004 sowie die

Mitgliedschaft in der EU im Jahr 2007. Trotzdem

finden sich immer noch traditionell lebende

Schafhirten in der naturbelassenen

Landschaft. Immer mehr Menschen beginnen

das Land der Karpaten zu erkunden.

Rumänien verfügt über zahlreiche Sehenswürdigkeiten

abseits der ausgetretenen Touristenpfade.

Dabei kommen sowohl Naturliebhaber

als auch Kulturreisende und

Strandurlauber auf ihre Kosten.

***

Bukarest – Das Paris

des Ostens

Durch seine bewegte Geschichte kann

man in dem Land am Schwarzen Meer

zahllose Kulturgüter bestaunen. Die

Hauptstadt Bukarest fasziniert mit ihrer

Mischung aus unterschiedlichen Baustilen.

Durch ihre bewegte Geschichte finden

sich Gebäude aus der Zeit des Kommunismus

neben wunderschönen Klöstern

aus dem 18. Jahrhundert und farbenfrohen

orthodoxen Kirchen. Die alte Stadt bietet

zahlreiche Beispiele an wunderschönen

Baudenkmälern, berühmten Palästen, sehenswerten

Kirchen und Klöstern. Zwei

Baustile sind typisch für das alte Bukarest

und weit verbreitet, und zwar der rumänische

„Brancovenesc-Stil“ und der französische

eklektisch-akademischen Stil. Die

alte Karawanserei-Herberge „Hanul lui Manuc“,

das Bierlokal „Caru cu bere“, die

Hauptplatz von

Brasov/Kronstadt

Stavropoleos Kirche, der Königpalast (heute

Sitz des Kunstmuseums), das Sparkassepalais,

der Sutu-Palast (heute Sitz des Museums

der Stadt Bukarest) oder das

Rumänische Athenee sind nur wenige Beispiele

der vielen Baudenkmäler, die die

Stadt bewundernswert machen. Einmalig

ist auch der heutige Parlaments-Palast, der

als „Haus des Volkes“ als zweitgrößtes Gebäude

der Welt – nach dem Pentagon – von

Ceausescu errichtet wurde.

***

Sibiu – Hermannstadt

Das in Siebenbürgen gelegene Sibiu ist eines

der kulturellen Highlights Rumäniens.

Nicht grundlos wurde die Stadt 2007 zu Europas

Kulturhauptstadt gewählt. Während

der Regentschaft der Habsburger war Hermannstadt

Sitz des österreichischen Gouverneurs

in Transsylvanien. Reste der bewegten

Vergangenheit der Stadt kann man

im historisch gut erhaltenen Zentrum bewundern.

Unbedingt besichtigen sollte man

die Römisch-Katholische Kathedrale aus

dem 18. Jahrhundert, die Catedrala Ortodoxa

(Die rumänisch-orthodoxe Kathedrale)

im byzantinischen Stil, sowie die Casa Müller

(Haus Müller). In diesem wunderschönen

Haus wohnte Ende des 18. Jahrhunderts der

aus Poysdorf (Österreich) stammende Chemiker

Franz Josef Müller, der Entdecker des

chemischen Elements Telur. Des Weiteren

bietet Sibiu ein reiches Angebot an Museen

wie etwa das Muzeul de Etnografie Universala

(Universelles Ethnographisches Museum)

und das Muzeul de Istorie al Farmaciei

(Das Geschichtsmuseum der Apotheke).

Hermannstadt veranstaltet ebenfalls mehrere

Festivals wie das Jazzfestival, das Theaterfestival

und das Mittelalterliche Festival.

FACTS IN BRIEF

■ LÄNDERNAME: Rumänien

(România)

■ FLÄCHE: 238.391 km 2

(Weltrang: 81)

■ EINWOHNERZAHL: 21.482.000 =

90 je km 2 (Weltrang: 53)

■ GEOGRAFIE: Das flächenmäßig

zwölftgrößte Land Europas wird begrenzt

von der Ukraine, Moldau, Bulgarien,

Serbien, Montenegro und Ungarn.

Der geographische Charakter

wird von drei Regionen geprägt: dem

Karpatenbogen, der Donau und ihrem

Delta sowie der Schwarzmeerküste.

Höchster Berg ist die Moldoveanu-Spitze

(2.544 m)

■ KLIMA: Durchschnittstemperaturen

zwischen 11°C im Süden und 8°C

im Norden. Im Winter betragen die

durchschnittlichen Temperaturen 0°C

an der Schwarzmeerküste und -15°C

im Hochgebirge. Im Sommer steigen

die durchschnittlichen Temperaturen

auf mehr als 25°C.

■ HAUPTSTADT: Bukarest (Bucuresti)

1,9 Mio. Einwohner

■ AMTSSPRACHE: Rumänisch

■ BEVÖLKERUNG: 89,5% Rumänen,

6,6% Ungarn, 2,5% Roma, 0,3% Deutsche

u.a.

■ WÄHRUNG: Leu (RON), Kurs 1 EUR

= ca. 4,12 RON

■ RELIGIONEN: 86% rumänisch-orthodox,

6,7% evangelisch

■ NATIONALFEIERTAG: 1.12.

■ LANDESSTRUKTUR: 41 Bezirke

und Hauptstadtbezirk

■ UNABHÄNGIGKEIT: alte staatliche

Tradition, Anerkennung der Unabhängigkeit

am 13.7.1878

■ POLITISCHES SYSTEM: Verfassung

von 1991 - Republik - Parlament (Parlamentul):

Abgeordnetenhaus (Camera

Deputatilor) mit 334 Mitgl.;

Senat (Senatul) mit 137 Mitgl.; Wahl

jeweils alle 4 J. - Direktwahl des

Staatsoberhaupts alle 5 J. (einmalige

Wiederwahl) - Wahlrecht ab 18 J.

■ STAATSOBERHAUPT UND REGIE-

RUNG: Staatspräsident: Traian Basescu,

seit 20.12.2004, wiedergewählt

2009. Regierungschef: Emil

Boc, seit 22.12.2008. Außenminister:

Teodor Baconschi, seit 23.12.2009.

■ MITGLIED IN INTERNAT. ORGANI-

SATIONEN: EU, NATO, UNO, Europarat,

OSZE, WTO, IWF, Weltbank,

SECI, BSEC, PfP, MPFSEE

Erlöserkirche in

St. Petersburg

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Birgitta Gabriela Hannover

RUMÄNIEN

LÄNDERPORTRÄT

BUCHTIPPS

Bukarest bei Nacht

Rumänien entdecken

Rumänienentdecken Brigitta Gabriela Hannover

Kunstschätze und Naturschönheiten

Trescher Verlag

3. aktualisierte Auflage 2007

Rumänien überrascht seine Besucher

mit einem schier unerschöpflichen

Reichtum an Sehenswürdigkeiten.

Dieser Reiseführer macht

Trescher-Reihe Reisen

mit der komplexen Vergangenheit und der spannenden

Gegenwart des Landes bekannt, gibt zahlreiche Hinweise

zu Unterkünften, Restaurants und kulturellen Einrichtungen

und zum Reisen im Land.

Kultur Schock Rumänien

Joscha Remus

Reise Know-How Verlag,

1. Auflage 2006

Wer die Karpatenschönheit Rumänien

bereist, wird sich von den

gängigen Stereotypen schnell verabschieden.

Denn neben Dracula

hat das äußerst vielfältige Land weit mehr zu bieten. Der

KulturSchock Rumänien beleuchtet die spannende Reise eines

Landes, das seinen Weg sucht zwischen Flechtwaren und

Hightech, zwischen Hochzeitsmärkten und Erotik-Messen.

Kloster Voronet

In Rumänien. Auf den Spuren einer

europäischen Verwandtschaft

Markus Bauer

Transit Buchverlag GmbH,

1. Auflage 2005

Markus Bauer, Kulturhistoriker und

Journalist, hat fünf Jahre in Jassy

(dem rumänischen Heidelberg) gelebt

und gearbeitet und ist dabei auf Spuren einer reichen

Kultur gestoßen, die fasziniert durch vielfältige historische

Verbindungen zur römischen und islamischen Welt, gleichzeitig

durch ihre Nähe zur mitteleuropäischen Geschichte,

die Rumänien dann auf eine ganz besondere Art in alle Katastrophen

des 20. Jahrhunderts hineinriss mit Folgen, die

bis heute das Land und die Menschen prägen.

Rumänien. Mehr als Dracula und

Walachei

Hilke Gerdes

Ch. Links Verlag, 1. Auflage 2007

Seit 2007 gehört Rumänien zur

Europäischen Union. Doch das

Land scheint nach wie vor weit

weg vom westlichen Teil des Kontinents,

wo es oft nur als „Armenhaus Europas“ wahrgenommen

wird. Dabei gibt es einen starken wirtschaftlichen

Aufschwung, den man nicht nur in der blühenden Kulturhauptstadt

Sibiu (Hermannstadt) besichtigen kann. Hilke

Gerdes hat für einige Jahre in Bukarest gelebt und das Land

intensiv bereist. Sie schildert den Alltag mit seinen Tücken

behandelt die wechselvolle Geschichte, erzählt von ihren

Begegnungen bei den nationalen Minderheiten und gibt

Einblicke in das vielfältige Kulturleben.

***

Weltkulturerbe Rumänien

Rumänien hat sich mittlerweile als Kulturdestination

weltweit etabliert. Diesen

Ruhm verdankt es teilweise seiner langen

geschichtlichen Existenz und teilweise

unterschiedlichen Volkskulturen, die das

Land über die Jahrhunderte geprägt haben.

Neben den Rumänen haben Ungarn, Juden,

Türken, verschiedene slawische Volksgruppen,

Roma und deutschsprachige Bewohner

(Deutsche, Österreicher, Schweizer,

u.s.w.) zur Entstehung eines starken

kulturellen Lebens beigetragen. Die vielen

Kulturschätze des Landes haben auch die

UNESCO auf sich aufmerksam gemacht. Sie

hat einige der Kulturgüter unter Denkmalschutz

gestellt. Dazu gehören zum Beispiel

die bemalten Moldau Klöster und die

Dörfer und Wehrkirchen in Siebenbürgen.

***

Die Karpaten – die Wirbelsäule

Rumäniens

Nicht nur Kulturliebhaber kommen in

Rumänien auf ihre Kosten, Aktivurlauber

können sich ebenfalls über ein reichhaltiges

Angebot freuen. Weniger bekannt als

die Alpen sind die Karpaten, die sich als deren

Verlängerung von Tschechien über Polen

bis nach Rumänien ziehen. Sie bieten

Donaudelta

mit Höhen von mehr als 2.500 Metern gute

Wintersportmöglichkeiten. Zwischen

2006 und 2007 wurden in den bekanntesten

Skiorten zahlreiche Investitionen

durchgeführt, sowohl in den Bau neuer

Unterkunftsmöglichkeiten als auch in die

Verbesserung der örtlichen Infrastruktur.

Zu den bekanntesten Wintersportgebieten

zählt Poiana Brasov. Es verfügt über mehrere

Lifte, eine Gondelbahn und wunderschöne

Loipen, umgeben von dem Panorama

der bewaldeten Berge.

WUSSTEN SIE, DASS...

■ ... es in Rumänien den weltweit einzigen Lehrstuhl für

Höhlenforschung gibt? An der Babes-Boyai Universität

in Cluj-Napoca untersucht man das Alter von Höhlengletscherschichten

und geht der Frage nach, wieso die

Höhlenbären vor 15.000 Jahren ausgestorben sind.

RUMÄNIEN IM INTERNET

Botschaft von Rumänien in Wien

www.viena.mae.ro

Rumänisches Tourismusamt in Wien

www.rumaenien-info.at/

Rumänisches Kulturinstitut Wien

www.rkiwien.at

14 | SOCIETY 3/4_11


BERÜHMTE PERSÖNLICHKEITEN

■ Vlad III. (* um 1431 † 1476/1477) war Woiwode des Fürstentums

Walachei. Seine historische Bekanntheit erlangte

er zum einen durch seinen Widerstand gegen das

Osmanische Reich und zum anderen wegen seiner Vorliebe

für Pfählungen, weswegen ihm posthum ein weiterer

Beiname – Tepes (deutsch Der Pfähler) – gegeben

wurde. Bei der Schaffung der Romanfigur Dracula soll

Bram Stoker durch Vlad III. inspiriert worden sein.

■ Dimitrie Cantemir (* 1673; † 1723) war Woiwode der Moldau,

Historiker, Musiktheoretiker, Geograph und Universalwissenschaftler

des 18. Jahrhunderts, Humanist und

Enzyklopädist.

■ Carol II. von Hohenzollern-Sigmaringen (* 1893 † 1953)

war von 1930 bis 1940 König von Rumänien. 2003 wurde

er in der orthodoxen Kathedrale der rumänischen Königsfamilie

in Curtea de Arges beigesetzt.

■ Nicolae Paulescu (* 1869 † 1931) Physiologe, Entdecker des

Insulins, das er „Pankrein“ nannte.

■ Ion Victor Antonescu (* 1882 † 1946 durch Hinrichtung)

war Generalstabschef des Heeres und diktatorisch regierender

Ministerpräsident Rumäniens. Er wird bis heute

in weiten Teilen der rumänischen Bevölkerung verehrt.

■ Emil M. Cioran, (*1911 † 1995) war ein rumänischer Philosoph

und einer der bekanntesten Aphoristiker des 20.

Jahrhunderts.

■ Eugène Ionesco (* 1909 † 1994) war ein französisch-rumänischer

Autor. Er gilt als bedeutendster französischer

Dramatiker der Nachkriegsjahrzehnte und als ein führender

Vertreter des absurden Theaters. Ab den 80er Jahren

trat Ionesco auch als Maler hervor.

■ George Emil Palade (* 1912 † 2008) US-amerikanischer

Forscher rumänischer Herkunft. Erwarb 1974 den Nobelpreis

für Medizin. Schwerpunkt seiner Arbeit waren

elektronenmikroskopische Untersuchungen von Zellstrukturen.

Vistea

***

Entspannen an der

Schwarzmeerküste

Wem der Sinn mehr nach Entspannung

steht, der kann sich bei einem Badeurlaub

an der Schwarzmeerküste erholen.

Schon der römische Dichter Ovid residierte

dort, als er ins Exil gehen musste. Rumänien

verfügt über 245 Kilometer Meeresküste,

davon sind 82 Kilometer mit

Badeorten und öffentlichem Strand versehen.

Die Schwarzmeerküste bietet viele

Möglichkeiten für Urlauber, es werden Heliomarine-

und Kuraufenthalte, Bade- und

Erholungsurlaub, Aktiv- und Sporturlaub,

Kultur- und Freizeitaktivitäten angeboten.

Zu den bekanntesten Stränden zählen

Mamaia, Eforie und Mangalia.

***

Esskultur

Ihr Essen lieben die Rumänen deftig,

am Land stammen die meisten Zutaten

wie Gemüse, Fleisch oder Wein aus eigener

Wirtschaft. Ein Nationalgericht, das man

unbedingt probiert haben muss, sind die

sarmale (Krautwickel). Sie bestehen je nach

Region aus einem sauer eingelegten Krautblatt

welches mit unterschiedlichsten Zutaten

gefüllt wird. Es gibt sie mit Schweineund

Hammelfleisch, in der Region des Donaudeltas

aber auch mit gehacktem Fisch.

Die zweite Nationalspeise – mamaliga –,

ein sattgelber Maiskuchen mit Käse und

Obers, darf auf keiner Speisekarte fehlen.

Besonders Mutige können auch ein traditionell

in den Bergen zubereitetes Gericht

fudulii la gratar, gegrillte Schweinehoden,

probieren.

AUS DER GESCHICHTE

Um 100.000 v.u.Z.: älteste Spuren menschlicher Besiedlung

auf dem Gebiet des heutigen Rumänien, Moustier-Kultur

Ab 2000 v.Chr.: Besiedlung durch die Daker sowie der

Geten im heutigen Süd-und Ostrumänien

Um 700-500 v. Chr.: Gründung griechischer Kolonien an der

Schwarzmeerküste

15: Kaiser Augustus gründet die römische Provinz Moesia Inferior

8-17: Verbannung des Ovidius Naso nach Tomis

101-106: Eroberung Dakiens durch Trajan

4.-6. Jh.: Einfälle der Gepiden, Awaren, Hunnen und slawischer

Reitervölker

9. Jh.: Magyaren (Ungarn) siedeln sich in Transsylvanien an

Um 1150: Ansiedelung deutscher Einwanderer in Siebenbürgen

Um 1395: Lehnsherrschaft der Osmanen über die Walachei

1699: Osmanen übergeben Ungarn und Transsylvanien an

die Habsburger (Friede von Karlowitz)

Ab 1718: Ansiedlung deutscher Siedler im Banat; Oltenien

(die kleine Walachei) wird habsburgisch

1775: Österreich erhält die Bukowina

1881: Rumänien wird konstitutionelle Monarchie. Karl von

Hohenzollern Sigmaringen wird König Carol I. von Rumänien

1916: Rumänien tritt an der Seite der Entete in den Ersten

Weltkrieg ein

1930: Carol II. wird König von Rumänien

1938: Carol II. ruft die Königsdiktatur aus

1939: Rumänien verkündet zu Beginn des Zweiten Weltkriegs

seine Neutralität

1941: Rumänien tritt dem Dreimächtepakt bei

1944: König Mihai I. setzt Antonescu ab und erklärt Deutschland

und Ungarn den Krieg

1945-46: In Rumänien entsteht eine kommunistische Ein-

Parteien Herrschaft sowjetischer Prägung

1947: Die Monarchie wird abgeschafft, König Mihai I. geht ins

Exil. Im Dezember wird die Volksrepublik Rumänien nach sowjetischem

Vorbild ausgerufen.

1955: Rumänien tritt in den Warschauer Pakt ein. Nicolae

Ceausescu erscheint auf der politischen Bühne.

1965: Tod von Gheorghiu-Dej. Nicolae Ceausescu wird zu seinem

Nachfolger bestimmt

1968: Rumänien nimmt am sowjetischen Einmarsch in der

Tschechoslowakei nicht teil

1974-1989: Diktatur des Conducators (Führers) Ceausescu

1989: Zusammenbruch des kommunistischen Regimes im

Ostblock. Wiederwahl Ceausescus am 14. Parteitag im November.

Einen Monat später folgen Unruhen in Timisoara,

die auf Bukarest übergreifen. Am 22.12. ruft Ceausescu den

Notzustand aus. Am 25.12. werden die Ceausescus gefangen

genommen und hingerichtet.

1990: Wahlsieg der „Front der nationalen Rettung“ unter

dem Ex-Kommunisten Ion Iliescu.

1991: Selbstauflösung des Warschauer Pakts. Neue Verfassung

Rumäniens

1993: Rumänien wird Vollmitglied im Europarat und assoziierter

Partnerstaat der europäischen Union.

2004: Rumänien wird Mitglied der NATO

2007: EU-Beitritt Rumäniens

2010: Grenzabkommen mit der Republik Moldau

SOCIETY 3/4_11 | 15


RUMÄNIEN

BOTSCHAFT

I.E. Silvia Davidoiu

Rumänien im Aufbruch ins Energiezeitalter

Grüne Energie und Almdudler

SOCIETY sprach mit Botschafterin I.E. Silvia Davidoiu über Rumäniens Stellung zur EU,

den Wachstumsmarkt der erneuerbaren Energien und ihre Vorliebe für Almdudler.

Interview TANJA TAUCHHAMMER

Welche Ziele haben Sie sich mit Ihrem

Amtsantritt 2009 gesetzt?

Als ich mein Amt hier in Wien übernommen

habe, waren die Beziehungen

unserer Länder schon weit vorangeschritten.

Leider kam genau zu diesem Zeitpunkt

die Krise und wir mussten unsere

Ziele etwas verändern. Uns war wichtig,

das Vertrauen unserer österreichischen

Partner zu behalten. Die Banken und Firmen

sollten die Geschäfte weitermachen.

Zu meinem Glück kam der rumänische

Präsident damals zu Besuch nach Österreich.

Das war schon ein besonderes Ereignis

und ein toller Start für mich. Es war ja

eine sehr empfindliche Zeit damals, doch

die österreichischen Partnerfirmen haben

uns nicht verlassen.

In welchen politischen Bereichen arbeiten

Rumänien und Österreich international

eng zusammen?

Rumänien und Österreich haben viele

gemeinsame Interessen, sowohl auf bilateraler

als auch auf multilateraler Ebene. Von

besonderer Bedeutung sind die Themen

Donau, Schwarzes Meer, Energie, Westbalkan

oder unsere gegenseitigen Wirtschaftsbeziehungen.

Einer der wichtigsten gemeinsamen

Erfolge war die seitens der

Europäischen Kommission angenommene

EU-Strategie für den Donauraum, eine vor

zwei Jahren gemeinsam gestartete Initiative.

Weiter entlang der Donau und zum Hafen

Constanta ist das Schwarze Meer ein

sehr wichtiges Thema für Rumänien, wovon

auch Österreich profitieren kann. Rumänien

kann als „Sprungbrett“ für Österreich

in die Südkaukasus-Region gelten, da

das Interesse von Österreich für diese Region

in der letzten Periode gestiegen ist. Es

ist wichtig, dass Rumänien, zusammen

mit Österreich, diese Region in den Vordergrund

der europäischen Debatte bringt

und auf die Notwendigkeit einer EU-Strategie

hindeutet.

16 | SOCIETY 3/4_11


Das Schwarze Meer ist immer wichtiger

auch in Energiefragen – Nabucco, AGRI

oder auch andere Energieprojekte durchqueren

diese Region. Für die Energiesicherheit

Europas ist das Schwarze Meer ein

sehr wichtiger Punkt.

Die Erweiterung der EU mit den Staaten

des Westbalkans gilt als Priorität für unsere

Regierungen, und die Entwicklungen

innerhalb der Östlichen Partnerschaft betrachten

unsere beiden Länder mit großem

Interesse. Der Demokratisierungsprozess

und die Modernisierung der Republik

Moldau werden mit österreichischen und

rumänischen Geldern gefördert. Die Republik

Moldau hat in den letzten Jahren ihren

„Appetit“ für Reformen wieder gefunden

und scheint auf dem richtigen Weg zu

sein.

Rumänien arbeitet eng mit Österreich

auch auf multilateraler Ebene – UNO und

OSZE. Rumänien hat mit großem Interesse

die Aktivität Österreichs als nichtständiges

Mitglied im Sicherheitsrat der Vereinten

Nationen (Periode 2009-2010) verfolgt

und hat alle Initiativen begrüßt. Außerdem

werden oft bilaterale Vereinbarungen

zur gegenseitigen Unterstützung von

Kandidaturen getroffen.

Seit der Wende 1989 kann Rumänien auf

Erfolge zurückblicken, besonders die Beitritte

zur NATO (2004) und der EU (2007). Der

Beitritt zum Schengener Abkommen gestaltet

sich ein wenig schwieriger. Der Beitritt

zum Euro ist erst in einigen Jahren vorgesehen.

Wie beurteilen Sie die derzeitige

Situation Rumäniens in der EU?

Man sollte nicht den Fehler machen,

Rumäniens Mitgliedschaft in der Familie

der EU nur durch den Schengenbeitritt zu

analysieren. Die EU befindet sich zu diesem

Zeitpunkt vor großen Herausforderungen.

Um diese schwierigen Zeiten zu

„überleben“, sollte man sich an einem der

EU Grundwerte sehr fest anhalten. Wie

Sie vielleicht schon erraten haben, meine

ich damit die Solidarität. Die Geschichte

der EU zeigt den klaren Beweis, dass wir

nach jeder Krise zusammen als Mitgliedstaaten

und im ganzen als Union besser

gerüstet wurden. Eigentlich sollte man

nicht populistische Aussagen in nationale,

politische Debatten einführen. Das Resultat

des letzten Rates für Justiz und Inneres

hat leider nicht unsere

Erwartungen erfüllt, trotzdem bleiben

wir optimistisch, dass eine richtige Entscheidung

in der nächsten Periode getroffen

wird. Wie Sie vielleicht wissen, hat

der Bericht der Europäischen Kommission

betont, dass die Bemühungen der rumänischen

Behörden im Kampf gegen

die Korruption in einer großen Anzahl

der Fälle mit entsprechenden gerichtlichen

Urteilen finalisiert werden konnten.

Die positiven Fortschritte, die der Bericht

der Europäischen Kommission hervorhebt,

beweisen eindeutig die Tatsache,

dass die restriktive Position einiger

Mitgliedstaaten zu Rumäniens Schengen-

Beitritt als grund – und gegenstandslos zu

bewerten ist.

Seit unserem EU Beitritt haben wir uns

bemüht, unser Image als vertrauenswürdiger

Partner durch die getroffenen Maßnahmen,

sowohl in Rumänien als auch

auf europäischer Ebene, zu entwickeln.

Die guten Beziehungen zwischen uns

und unseren europäischen Partner spiegeln

dies wider. Deswegen sind wir überzeugt,

dass die EU Präsidentschaft zusammen

mit den „skeptischen

Mitgliedstaaten“ eine europäische Lösung,

betreffend unseres Schengenbeitritts,

treffen werden.

„Um diese schwierigen Zeiten

zu ‚überleben‘, sollte man

sich an einem der EU Grundwerte

– der Solidarität – sehr

fest anhalten.“ in Kasachstan

I.E. SILVIA DAVIDOIU

Mag. Gertrud Tauchhammer, Mag.

Tanja Tauchhammer, Dr. Alexandru

Gradinar und I.E. Silvia Davidoiu

beim Interview in der Botschaft

Die Wirtschaftskrise hat Rumänien ab

Ende 2009 hart getroffen, aber die strengen

Sparmaßnahmen, die unsere Regierung

beschlossen hat, erreichten das Ziel,

neues Wachstum zu ermöglichen. Die

schweren Zeiten sind noch nicht vorbei,

das bedeutet weitere Arbeit, um andere

negative Effekte zu vermeiden. Unser Präsident

hat klar betont, dass der Euro weiter

eine Priorität der rumänischen Regierung

bleibt.

Rumänien hat ein großes Potential für

erneuerbare Energiequellen wie Wind, Wasser

und Sonne. Wie sieht die Zukunft der rumänischen

Energiegewinnung aus? Wie ist

die Situation derzeit?

Rumänien hat sich gegenüber der EU

verpflichtet, im Jahr 2020 24 Prozent seiner

Stromerzeugung aus erneuerbaren

Quellen zu produzieren, aber als Ziel 38

Prozent gesetzt. Schon im Jahr 2010 bezifferte

sich die Stromerzeugung aus erneuerbaren

Quellen bei 35 Prozent oder

20,2 Terrawattstunden – daraus 74 Prozent

Wasserkraft, 22 Prozent Windkraft

und 4 Prozent Biomasse.

Das Potential der Wasserkraft steht

außer Frage – die großen Donauwasserkraftwerke,

Wasserkraftwerke an anderen

Flüssen wie Olt oder Arges, aber

auch das riesige Potential von Klein-Wasserkraftwerken

hat in den letzten Jahren

viele Investoren angezogen. Zum Beispiel

ist Wienstrom GmbH der größte

Käufer von Klein-Wasserkraftwerken (27

SOCIETY 3/4_11 | 17


RUMÄNIEN

BOTSCHAFT

Einheiten) die vom rumänischen Staat

2008 privatisiert wurden.

Außerdem, parallel zur Entwicklung

der Windkraftprojekte und sehr wichtig

für die Speicherung von elektrischer

Energie und Reglung des Stromnetzes,

rückt das schon lang geplante Pumpspeicherkraftwerkprojekt

Tarnita-Lapusesti

immer mehr in den Vordergrund.

Wir reden hier über ein Kraftwerk mit einer

Leistung von 1000 MW bei einer Investition

von über einer Milliarde Euro.

Außer der Wasserkraft hat die Windkraft

in den letzten zwei Jahren sehr große

Projekte nach Rumänien angezogen.

Die Investoren sind an dem riesigen

Windkraftpotential von Rumänien interessiert,

nachdem wichtige Studien die

Dobrudscha-Region als „windgünstigste“

Region in Süd-Ost Europa und zweitgünstigste

europaweit bezeichnet haben.

Wie groß ist das Potential für Windkraft?

Es wird gesagt, dass drei Viertel der Investoren

aus Rumänien sich für energiebezogene

Projekte interessieren, hauptsächlich

Stromerzeugung aus

Windkraft. Es gibt Schätzungen, die das

Gesamtinvestitionsvolumen in Windkraft

auf fünf Milliarden Euro beziffern.

Es gibt Berechnungen, die die installierte

Leistung für Windanlangen am Ende

des Jahres 2011 bei 1000 MW schätzen

und im Jahr 2020 auf 5000 MW. Die Anzahl

aller Windkraftprojekte, über die

man verhandelt (nur wenige haben Bewilligungen

erhalten), würde eine Leistung

von 30000 MW mitbringen.

Wie hoch sind die getätigten Investitionen?

Viele Unternehmen die in der Windkraft

tätig sind, investieren erhebliche

Summen in rumänische Projekte. Einer

der ambitioniertesten Akteure ist die

tschechische CEZ mit einer Gesamtinvestition

von 1,1 Milliarden Euro. In den

Dörfern Cogealac und Fântânele baut

die Firma den bisher größten onshore-

Windpark Europas: laut Plan sollen 240

Anlagen installiert werden, 120 davon

sind bereits ans Netz gegangen. Die Vertreter

von CEZ verkünden, dass sie so viel

Strom produzieren werden, wie ein Reaktor

des Atomkraftwerks in Cernavoda.

Wenn alle Projekte verwirklicht werden,

könnte die Windkraft in zwei bis drei

Jahren die Kernkraft überholen.

Auch der weltweite Marktführer Iberdrola

Renovables kündigte dieses Jahr

den Baustart für seinen ersten Dobrudscha-Windpark

an. Bis 2017 ist der Bau

fünfzig weiterer Projekte vorgesehen.

Mit einer Gesamtkapazität von 1500 MW

soll der Komplex den Energiebedarf von

mehr als einer Million Haushalte decken.

Die portugiesische Firma EDP Renovaveis

und die Enel Green Power, Tochterfirma

des größten italienischen Stromversorgers

Enel, gelten ebenfalls als

wichtige Akteure auf dem rumänischen

Windenergiemarkt. Auch österreichische

Unternehmen wie der Verbund haben

schon Interesse an diesem Sektor gezeigt.

Alle involvierten Unternehmen in erneuerbare

Energie-bezogene Projekte haben

diesen Sommer eine gute Nachricht

erhalten – nachdem die rumänischen Behörden

die endgültige Fassung des Fördersystems

für die Stromerzeugung aus

erneuerbaren Energiequellen nach Brüssel

geschickt haben, wurde diese bewilligt

und in die rumänische Gesetzgebung

aufgenommen, sodass die

Stromerzeuger bereits grüne Zertifikate

erteilt bekommen.

Und wie sieht es bei der Sonnenenergie

aus?

„Wenn alle Projekte verwirklicht

werden, könnte die

Windkraft in zwei bis drei

Jahren die Kernkraft

überholen.“ in Kasachstan

I.E. SILVIA DAVIDOIU

Die Sonnenenergie wird in der nächsten

Zeit für private Haushalte immer

mehr an Bedeutung gewinnen, da diese

Form von erneuerbare Energie auch

durch staatliche Mittel stark gefördert

wird.

Österreich zählt zu den größten Direktinvestoren

in Rumänien. Worauf führen

Sie das zurück? Wie wird die zukünftige

Entwicklung verlaufen?

Auslandsinvestitionen spielen eine

immer wichtigere Rolle in der Zusammenarbeit

zwischen Rumänien und

Österreich. Die österreichischen Direktinvestitionen

in Rumänien betragen insgesamt

zehn Milliarden Euro, 18 Prozent

des Gesamtinvestitionsvolumens (2.

Stelle nach den Niederlanden - gemäß

anderen Statistiken sogar auf dem ersten

Platz). Zurzeit gibt es in Rumänien fast

6.000 Unternehmen (3,5 Prozent der Gesamtzahl)

mit österreichischem Kapital

und über 1.000 aktive Investoren. Fast

100.000 direkte Arbeitnehmer sind bei

österreichischen Unternehmen in Rumänien

beschäftigt. Allein die im mehrheitlichen

Besitz der OMV befindlichen

Petrom beschäftigt über 25.000 Personen.

Rumänien ist in der Region Zentralund

Osteuropa neben Tschechien das

bedeutendste Zielland österreichischer

Investitionen. Österreich ist nicht nur

durch die schon weltweit bekannten Erfolgsgeschichten

von Erste Group und

OMV in Rumänien als Investor tätig, sondern

hat einen führenden Marktanteil

im Finanz- und Versicherungswesen. Die

Raiffeisenbank hat schon 2001 die rumänische

Banca Agricola übernommen und

die VIG hat über 150 Millionen Euro in

Asirom investiert.

Außerdem sind die österreichischen

Unternehmen sehr stark in Sektoren wie

Immobilien, Baumaterialien, Holzverarbeitung,

Zucker, Verpackungen u.a. involviert,

die meisten davon Klein- und

Mittelbetriebe. Namen wie Baumit, Egger,

Kika, Porsche, Baumax oder voestalpine

sagen Ihnen sicher etwas!

Wie wird die zukünftige Entwicklung

verlaufen?

Für österreichische Unternehmen bestehen

derzeit in Rumänien eine Unzahl

von Chancen in nahezu allen Branchen.

Ein wesentliches Argument ist die immer

größere Rolle, die der Dienstleistungssektor

und die Industrie in der

BIP-Entstehung haben werden. Schon

2009 und 2010 war der Anteil dieser

zwei Sektoren ungefähr 85 Prozent.

Außerdem ist das enorme Potenzial von

den Vorteilen in Bereichen wie Marktgröße,

gute Ausbildung, Offenheit für Österreich,

Flattax und die anderen die ich

früher erwähnt habe gegeben.

Zu den Trendbranchen der nächsten

Jahre zählen sicherlich die Umwelttechnologien,

Alternativenergie, Transportinfrastruktur,

Industriezulieferungen,

Landwirtschaft/biologische Landwirtschaft

und IT. Viele dieser Branchen sind

heute hier vertreten, was meine Aussage

noch verstärkt.

Der rumänische Markt für erneuerbare

Energien bietet im Vergleich zu anderen

Ländern der Region ein enormes Potenzial

insbesondere im Wind- und

Sonnenbereich und in der Wasserkraft.

Die Investition vom Verbund im Bereich

18 | SOCIETY 3/4_11


„Für die Energiesicherheit Europas

ist das Schwarze Meer

ein sehr wichtiger Punkt.“ in

I.E. SILVIA DAVIDOIU

I.E.Silvia Davidoiu

Das Botschaftsgebäude in der Prinz-Eugen-Straße

österreichische Staatsbürger, teilnehmen.

Wie verbringen Sie Ihre Freizeit?

Bei schönem Wetter unternehme ich

gerne mit meiner Familie gerne Ausflüge

in die Natur. Letztens waren wir auf

der Riegersburg. Ich wohne in Döbling

und gehe gerne in Neustift am Walde in

kleine, intime Restaurants. Und ich liebe

Almdudler! Ich muss der Zentrale auf

der Döblinger Hauptstraße einen Brief

schreiben, um ihnen zu sagen, dass ich

ein großer Fan bin.

CURRICULUM VITAE

Wind und das große Engagement von

Andritz und Voith Hydro im Wasserkraftsektor

sprechen dafür.

Österreichische Unternehmen sollen

bei ihrem Engagement in Rumänien

auch auf mögliche EU-Förderungen achten,

die nicht genügend ausgeschöpft

werden. Alleine für den Zeitraum 2007

bis 2013 hat die Europäische Union rund

30 Milliarden Euro an Fördergeldern für

Rumänien reserviert, die abgeholt werden

müssen. Auch das neue Gesetz, das

PPP - Projekte fördert, bietet eine wesentliche

Unterstützung für interessierte Investoren.

Wie groß ist die rumänische Gemeinde

in Österreich und wie aktiv ist sie wirtschaftlich

und kulturell?

Laut Integrationsbericht zählt die rumänische

Gemeinde in Österreich 68.000

Personen. Die rumänische Gemeinschaft

in Österreich organisiert häufig kulturelle

Veranstaltungen, bei denen vor allem

Volksmusiksänger aus Rumänien herzlich

eingeladen sind. Besonders zu betonen

sind die kulturellen Veranstaltungen,

die die Botschaft häufig organisiert,

wie Konzerte oder Projektionen rumänischer

Filme, bei denen sowohl Vertreter

der rumänischen Gemeinschaft, als auch

Silvia Davidoiu wurde am 30. März 1967 in Bukarest geboren.

Sie ist verheiratet und hat eine Tochter. Ihre Ausbildung

begann sie an der Wissenschaftsakademie, Fakultät

für Handelsbeziehungen. Danach folgte eine postuniversitäre

Weiterbildung am Institut für Politikwissenschaft

und internationale Beziehungen, ein Masterstudium an der

Universität Limerick sowie ein Fortbildungskurs für Diplomaten

am Außenamt Bonn-Berlin.

Seit 1992 ist sie für das Außenministerium von Rumänien

tätig, unter anderem als Erste Sekretärin in der Botschaft

von Rumänien in Bonn/Berlin von 1997-2001. Von 2002 –

2004 war sie als Botschaftsrätin im Außenministerium von

Rumänien in Bukarest tätig. 2004 – 2008 war sie als

Botschafterin Irland tätig, bevor sie 2009 in die Rumänische

Botschaft in Wien kam.

SOCIETY 3/4_11 | 19


RUMÄNIEN

AUSSENMINISTER

Romania’s Foreign Policy

Romania will continue its constructive

dialogue

In the SOCIETY-Interview, H.E. Teodor Baconschi, Minister of Foreign Affairs of Romania,

talks about the Schengen accession, the importance of the Black Sea Region and the Danube

River for Europe, and Romania’s commitment in Afghanistan.

The negative attitude of some of the EU

member states towards an accession of Romania

to the Schengen Treaty was a heavy

blow for the Romanian efforts of integration

into Europe. How will Romania behave now?

The European Parliament adopted a

new resolution, on 13 October 2011, to support

the Schengen accession of Romania

and Bulgaria. The political message of the

European Parliament should also be read as

a strong signal of support for one of the

most important European projects, which

is the Schengen cooperation.

The majority support for the accession

of Romania and Bulgaria to Schengen in

the September Justice and Home Affairs

Council and, now, the new resolution of

the European Parliament show that there is

an overwhelming positive attitude of our

partners regarding this objective.

We strongly believe that our Dutch and

Finnish partners will pay attention to this

message coming from Brussels and will

show a constructive approach. The fact

that Romania and Bulgaria have fulfilled

all the requirements stated in the Schengen

acquis cannot be doubted.

Romania will continue its constructive

dialogue on Schengen with all partners. At

the end of the day, that’s what the EU is

about: dialogue and sincere cooperation. As

a newer Member of the Union, EU’s values

and rules are still fresh in our mind.

The Black Sea Synergy aims at a new European

policy in the Black Sea region including

all neighbouring states. What has been

achieved so far? What are the biggest

chances for the region?

Romania has a major strategic interest

in building up a stable, peaceful and prosperous

Eastern Neighbourhood. We see the

strengthening of the EU’s relations with its

neighbours and increasing the Union’s role

in its neighbourhood as major priorities of

the EU’s foreign policy in future years.

The Black Sea area carries, in our opinion,

great potential for cooperation, both

„As a newer member of

the Union, EU’s values

and rules are still fresh in

our mind.“

H.E. TEODOR BACONSCHI

between the countries of the region and between

the region and other interested

countries and international organizations.

The approximation to EU standards is

the most appropriate way, not only to stimulate

progress and prosperity for the states

in the region, but also for strengthening relations

and developing a culture of regional

cooperation, the benchmark for creating

a sustainable and secure Black Sea region.

In fact, the positive transformation of the

region is only possible through an inclusive

framework of cooperation.

Romania thus wants to enhance and

deepen its cooperation with all interested

EU partners in the wider Black Sea region,

mainly within the framework of the Black

Sea Synergy and the Eastern Partnership.

Romania’s strategic objectives in the

Black sea region are: the consolidation of

its democratic stability, its access to prosperity

through regional cooperation projects

and along with the EU partners, and

an inclusive approach to all regional stakeholders.

Romania will continue to support an increased

relevance and impact of the EU’s

Black Sea Synergy, as well as the enhancement

of cooperation within the Black Sea

Economic Cooperation Organization.

Whereas the Synergy, launched in 2008,

should continue to take advantage of its already

recognized added-value, inclusiveness

and local ownership (Russia and

Turkey having been included in this open

framework right from the start), we have to

imagine ways to take it further.

We should therefore ponder over how to

relate the Synergy to the existing EU Strategies,

such as the EU Strategy for the

Danube Region, and the one currently suggested

by the European Parliament – the

EU Strategy for the Black Sea region.

Relations with the Republic of Moldova

have become more intense in recent years.

What are the aims of Romania’s foreign policy

concerning Moldova?

Developing the bilateral relations with

the Republic of Moldova is a top priority

for us. The two major pillars of this relation

refer to our support for the European

perspective of the Republic of

20 | SOCIETY 3/4_11


Moldova and to an intensified bilateral

cooperation, primarily based on our common

history, language, traditions and

culture.

The progress achieved by the Government

of the Republic of Moldova since

September 2009 is appreciated by the EU

and was confirmed recently during the

Eastern Partnership Summit (Warsaw,

29-30 September 2011). Clearly, the EU is

the only viable option for the Republic of

Moldova. We will continue to offer our

strong support for its European aspirations,

in order to obtain a clear European

perspective for Chiflin?u, similar to that

offered to the Western Balkans countries.

The bilateral relation is reaching its

best in terms of dynamism. Chisinau has

shown particular interest in promoting

concrete projects, such as energy interconnections

– gas and electricity, as well

as the connection of transport networks.

We support these projects and are working

with our partners in Chisinau to advance

on all of them. Furthermore, we

will organize the first joint Romania – Republic

of Moldova government session, in

Bucharest, in November this year.

Another regional cooperation is the

Danube Strategy. What are Romania’s aims

concerning the utilization of the Danube?

For centuries, the Danube was a border

between states and cultures. Today,

however, the river has become the symbol

of European unity, the backbone of

Central Europe that links the Black Forest

to the Black Sea, communities and

peoples who experience a feeling of belonging

to the same political and cultural

space.

The time has come for us to use

Danube’s huge potential in the spirit of a

green, sustainable strategy based on the

newest elements of human knowledge.

Romania is managing the longest section

of the river and the largest part of the

Danube Delta reserve – the youngest land

of the Danube basin, with an eco-system

that is unique in Europe. Our responsibility

for the sustainable development of

the entire Danube river basin is, therefore,

maximal.

Under these circumstances, Romania,

together with Austria, initiated a

large–scale consultation process aimed at

developing a great European project. It

has proved succesful, since the European

Union Strategy for the Danube Region

was approved by the European Council

on June 24, 2011. We need to maintain

our high political commitment regarding

the Strategy. Therefore, Romania will

be hosting together with Austria, in

Bucharest, on November, 7-8 2011, a conference

of the foreign ministers of riparian

countries which seeks to enhance cooperation

in the Danube region through

concrete actions and projects in the various

priority areas of the Strategy.

As you know, the Danube Strategy is

one of the important regional cooperation

strategies in the EU framework, and

it is essential to mention that it includes

not only the riparian European member

states, but also six non-EU member states.

This means that the adoption of the EU

Strategy for the Danube region and its

implementation contribute to the deepening

of the transboundary, transregional

and transnational cooperation and coordination,

and also integration and

stabilization within the Central and

South East Europe.

Moreover, Danube as an important inland

waterway of Pan-European transport

links, via Rhine-Main-Danube, the

port of Constanta, the industrial centers

of Western Europe and the port of Rotterdam.

Central European countries can

have direct access to the Black Sea and

Suez Canal. Therefore a new trade route

appears: Suez Canal - Central Europe via

Constanta, which compared to the old

crossing (Mediterranean and the Iberian

Peninsula bypasses) shortens the road

march with eight days, including costs.

I would like to underline that our

main priorities are: investments for improving

and upgrading navigation, intermodal

transportation, environmental

protection, tourism and cultural projects,

the transfer of knowledge. Taking into

account that since 1939 Romania has

had the largest number of inland waterway

vessels among all Danube countries,

a strategic priority for Romania is to return

to its traditional significant place in

the Danube navigation system.

I am sure that the Danube can be a

CURRICULUM VITAE

H.E. Teodor Baconschi was born on February 14th, 1963, in

Bucharest, is married and has two children. He is a career

diplomat and was appointed Minister of Foreign Affairs in

December 2009. He graduated from the Bucharest Theological

University Institute in 1985, went for an ABD degree at

Université de Paris IV-Sorbonne (1991), and was awarded a

PhD in Religious Anthropology in 1994. Previously, he was

Ambassador to France, Portugal and to the Holy Sea. He was

Presidential Advisor between 2006 and 2007. He held the offices

of State Secretary and Director General of the MFA.

catalyst for cooperation and prosperity in

Central and Eastern Europe.

As a member of NATO, Romania has deployed

nearly 2,000 troops in Afghanistan.

How long will Romania continue to stay in

Afghanistan? What have been the results of

the military engagement?

Let me start by stressing that

Afghanistan remains on the top of NA-

TO’s agenda and that Romania is part of

the Allied effort to achieve a more stable

Afghanistan, free of terrorism, enjoying

friendly relations with its neighbors, governed

by the rule of law; in a nutshell, a

solid partner for NATO.

From the very beginning, Romania

has had a significant participation in

Afghanistan. Currently there are roughly

1,900 Romanian soldiers on the ground.

The overwhelming majority of our contingent

is performing security missions

in the Zabul Province, within the International

Security Assistance Force (ISAF).

Another part of our contingent provides

the security of the Kabul International

Airport (KAIA).

Our participation to ISAF has brought

valuable results in terms of protecting

the population and neutralizing insurgent

networks. All these could not be

achieved without the professionalism,

dedication and bravery of our soldiers.

Unfortunately, so far 17 of them have lost

their lives, and many others have been injured

during their term of service.

Still, I can safely state that Romania

will stay on the ground with our NATO

allies and partners, alongside the Afghan

Government, until our commitment is

fulfilled.

At this point, there is a general interest

to achieve a successful transition by

the end of 2014, with the Afghan government

gradually taking over an increasing

role across the entire spectrum of activities

currently managed by its international

partners. Of course, the transition

process should continue to be conditionsbased

and not calendar-driven.

Furthermore, experience on the

ground demonstrates that peace and security

in Afghanistan cannot be achieved

by military means alone and that a special

emphasis should be placed on nonmilitary

solutions. Romania understood

the importance of capacity building efforts,

such as training for the military

and police. Currently, we have 59 military

trainers and 66 gendarmes in the NATO

Training Mission – Afghanistan (NTM-A)

and 23 Romanian experts are working for

the EU Mission in Afghanistan (EUPOL).

SOCIETY 3/4_11 | 21


RUMÄNIEN

JUSTIZ

Reform and co-operation

Changing the Mentality in the

Justice System

H.E. Catalin Marian Predoiu, Minister of Justice, talks with SOCIETY about the improvements

in reducing corruption and the strong juridical co-operation with the EU and the

United States. “The key lies in changing the mentality in the Justice System”, he says.

In its last report, the European Commission

stated that Romania has made important

progress in reducing corruption. The

Romanian judges also state that in the

past five years more than ninety percent of

the cases were solved. Still, justice improvements

did not convince some countries

who did not support Romania for Schengen.

What are your plans to change this image

for your country?

Romania’s access in Schengen is blocked

for the moment for political consideration

connected with an internal political agenda

of one of an EU member state. The Accession

Treaty of Romania to EU must be respected

and we required the observation of

the rule of law in our international relation.

Romania’s efforts, mainly the Government’s

efforts, to reform justice and to

stop corruption are stronger than ever.

They deserve to be recognized and we are

glad that they have been positively noted in

the last two European Commission reports.

How does Romania co-work with other European

countries to prevent and stop crime?

We have an excellent international juridical

collaboration with all the EU Member

States. Last year, the European Commission

saluted our Justice for the application

of the European Arrest Warrant programme.

Recently, we have created an Asset

Recovery Office within the Ministry of

Justice that is in contact with all the similar

offices in the EU. It is part of the Stockholm

Programme for Free Security and Justice

Area in Europe. For this new office, we

have the support of the Serious Organized

Crime Agency in the UK, as well as the one

of the US experts in Asset Recovery. Also,

the Directorate for Organized Crime works

with the Police and prosecutors in other

states to stop crime. I would also want to

mention that the SEECI centre in

Bucharest is an important element in

fighting crime. Romania is, in fact, a solid

partner in stopping crime, thanks to its institutions

and visible results.

„The new Civil Law Code is an

institutional success project.“

H.E. CATALIN MARIAN PREDOIU

CURRICULUM VITAE

H.E. Catalin Marian Predoiu was born on August 27, 1968, in

Buzau/Romania. He is married and has two children. He

graduated from the University of Bucharest, Faculty of Law,

in 1991. In 1994, he successfully completed a training programme

in Commercial Law Practice at Caen Bar, France. In

2004, he obtained a Ph.D. degree summa cum laude in

Commercial Law from the University of Bucharest, Faculty of

Law. Between 1994 and 2007 he was a lecturer at Bucharest

University for Commercial Law. Also, he was a founding partner

of Racoti-Predoiu SCA in 1995. As lawyer he has been

member of the Bucharest Bar since 1991, the National Association

of the Romanian Bars, the International Bar Association

since 1999 and the Permanent Commission of the National

Association of the Romanian Bars (since 2007). He

wrote several articles and books about corporate law. Since

2008 he has been Minister of Justice, and he was ad-interim

Minister of Foreign Affairs in 2009.

In a recent interview in France, HE

Claude Gueant, the Ministry of Interns, declared

that Romanians represent a problem

and that the number of crimes committed

by Romanian immigrants has grown. How

is this image affecting your activity? Do you

consider there is a political involvement in

this attitude?

The artificial explanations will not

solve the real problems and will not impress

the French people who were educated

in the spirit of democracy, of truth

and human rights. Romanian Police is

helping its French colleagues in fighting

street crime in France, especially in Paris.

The key solution is the efficiency of the

police in imposing the law.

You have renewed the civil laws. How will

that improve the activity of foreigners living

and investing in Romania? Will it stop corruption?

The new Civil Law Code is an institutional

success project. It is now up to the

participants in the act of Justice – magistrates

and the other legal profession, to

continue this project and to implement it.

The new laws are modern, in line with

the UNIDROIT principles and the laws of

international commercial laws. That is

why it will help businesses and it was

saluted by the Foreign Investors Council

in Romania.

Excellency, how much time do you think

is still needed for the Romanian justice to be

seen as reliable by all means?

The reforms introduced by the Executive

must now be carried further by the

Superior Council of Magistrates, the presidents

of the Appeal Court, the Judicial Inspection.

If these authorities and magistrates

will adopt the correct attitude and

will work to modernize the system, positive

results will be seen in the next

months and years. The key lies in changing

the mentality in the Justice System

and understanding the vocational side of

the magistrate profession.

22 | SOCIETY 3/4_11


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RUMÄNIEN

WIRTSCHAFT

EU-Kommissar für Regionalpolitik Johannes

Hahn (l.) im Gespräch mit Rumäniens

Europaminister Leonard Orban (r.)

Zuerst die Hausaufgaben

Wege aus der Krise

Die Wirtschaftskrise war ein harter Dämpfer für die rumänische

Wirtschaft. Neben der Annahme von internationalen

Hilfspaketen musste ein strenger Sparkurs eingeschlagen

werden. Österreich zählt zu den größten Investoren in Rumänien

und ist Marktführer in vielen Branchen.

arden Euro in Rumänien investiert. Dabei

gingen die zwei größten jemals von österreichischen

Firmen im Ausland getätigten

Investitionen über die Bühne: die Übernahme

der staatlichen Petrom durch die

OMV und die Übernahme der Banca Comerciala

Romana (BCR) durch die Erste

Bank. Österreichische Firmen zählen zu

den Marktführern in den Bereichen Treibstoff,

Banken, Versicherungen und Immobilien.

Die österreichischen Ausfuhren sind im

Jahr 2009 um 33 Prozent eingesunken, im

Jahr 2010 wieder um 5,6 Prozent gestiegen,

und im ersten Halbjahr 2011 deutlich um

13 Prozent gewachsen. Die rumänischen

Ausfuhren nach Österreich sind im Jahr

2009 um 17 Prozent gefallen, im Jahr darauf

wiederum um 47 Prozent gestiegen. Im

ersten Halbjahr 2011 machte die Steigerung

bereits 35 Prozent aus. Weiterhin

gibt es einen österreichischen Exportüberschuss

von elf Prozent.

Für die Zukunft gibt es für österreichische

Firmen Chancen in den Bereichen Infrastruktur,

Energie und Umwelttechnik,

da sich Rumänien vom Billiglohnland zu

einem höher entwickelten EU-Land hinbewegt.

WIRTSCHAFTSDATEN

RUMÄNIEN

Nach Jahren des kräftigen Wirtschaftswachstums

zwischen 2004 und 2008

um jährlich durchschnittlich 6,7 Prozent

des BIP gab es im Zuge der weltweiten

Wirtschaftskrise im Jahr 2009 einen deutlichen

Rückgang der Wirtschaftsleistung

um 7,1 Prozent. Zusätzlich sind die Immobilienpreise

eingebrochen und die ausländischen

Direktinvestitionen um über sechzig

Prozent zurückgegangen. Im Jahr 2010

hat sich der Rückgang Wirtschaftsleistung

mit minus 1,9 Prozent des BIP etwas eingebremst.

Für 2011 wird wieder mit einem

leichten Wirtschaftswachstum von ca. 1,5

Prozent gerechnet.

***

Hilfspaket und Sparkurs

Um die Krise zu bewältigen, hat Rumänien

2009 vom Internationalen Währungsfond,

der EU und der Weltbank insgesamt

zwanzig Milliarden Euro als Hilfspaket erhalten.

Gleichzeitig musste Rumänien sein

Budget streng einhalten, was einen harten

Sparkurs zur Folge hatte. Die Sparmaßnahmen

umfassten eine Reduktion bei den Beamtengehältern,

Postenabbau im öffentlichen

Bereich, Einsparungen im

Sozialbereich und eine deutliche Erhöhung

der Mehrwertsteuer von 19 auf 24

Prozent. Die Maßnahmen haben vorerst

den Protest der Bevölkerung hervorgerufen

und einen Rückgang des privaten Konsums

bewirkt.

***

EU-Strukturfonds nicht ausgeschöpft

Rumänien stehen bis 2013 Förderungen

von EU-Strukturfonds in der Höhe von

knapp zwanzig Milliarden Euro zur Verfügung,

die bis jetzt jedoch nur zu 13,5 Prozent

ausgenutzt wurden. Um die Förderungen

nicht zu verlieren, hat Rumänien

kürzlich ein eigenes Ministerium für Europäische

Angelegenheiten gegründet, mit

Minister Leonard Orban an der Spitze. Er

war bis 2010 Kommissar in Brüssel und

kennt daher die bürokratischen Prozeduren.

Mit seiner Hilfe soll es gelingen, möglichst

die gesamten Fördermittel bis 2013

zu verwenden.

***

Österreich als größter Direktinvestor

Österreich zählte lange Zeit zum ausländischen

Direktinvestor Nummer eins in

Rumänien, wurde aber kürzlich von den

Niederlanden überholt. In den Jahren seit

der Wende 1989 hat Österreich neun Milli-

Bedeutende Wirtschaftssektoren: Maschinenbauindustrie,

KFZ-Industrie, Leichtindustrie, chemische Industrie,

Holzverarbeitung, Öl- und Gasindustrie, Landwirtschaft

Wirtschaftswachstum: - 1,9% (2010)

BIP-pro-Kopf: EUR 5.690,--

BIP real: EUR 116,9 Mrd.

Inflation: 6,1%

Arbeitslosigkeit: 6,9%

Auslandsverschuldung: EUR 75,7 Mrd.

Währung: RON (Rumänischer Leu); 1 EUR = ca. 4,24 RON

Exporte: EUR 37,3 Mrd.

Wichtigste Exportmärkte: Deutschland, Italien, Frankreich,

Türkei, Ungarn

Importe: EUR 43,2 Mrd.

Wichtigste Herkunftsländer: Deutschland, Italien, Ungarn,

Frankreich, China

Außenhandel Rumäniens mit Österreich

Rumänische Exporte nach Österreich: EUR 941,5 Mio.

(2010)

Bedeutendste Exportprodukte: Elektrische Geräte, Möbel,

Bekleidung, Schuhe, Holz

Rumänische Importe aus Österreich: EUR 1,69 Mrd. (2010)

Bedeutendste Importprodukte: Elektrische/mechanische

Maschinen, Kraftfahrzeuge, Kunststoffe, Kautschukmischungen

Quelle: AWO, Sep. 2011

FOTO: EUROPEAN UNION, 2011

24 | SOCIETY 3/4_11


RUMÄNIEN

WIRTSCHAFT

Österreich und Rumänien

Vielfältige Chancen

Österreichs Wirtschaftsdelegierter in Bukarest, Mag. Rudolf

Lukavsky, im SOCIETY-Interview über österreichische Investitionen,

erneuerbare Energie und Tourismus in Rumänien.

„Das Interesse an Umwelttechnik

und erneuerbaren Energien

boomt.“

RUDOLF LUKAVSKY

Weshalb hat sich Rumänien nach der

Wende zu einem so wichtigen Investitionsstandort

für Österreich entwickelt (Erste

Bank, OMV etc.)?

Vieles verbindet die beiden Länder,

nicht zuletzt – neben einer sehr starken historischen

und kulturellen Verflechtung –

beiderseits überaus erfreuliche Wirtschaftsbeziehungen.

Seit vielen Jahren ist Österreich

ein Top-Investor in Rumänien. Über

6.000 Firmen mit österreichischer Kapitalbeteiligung

sind im rumänischen Handelsregister

eingetragen – und beinahe täglich

kommen neue hinzu. Insgesamt haben

österreichische Unternehmen bereits

knapp zehn Mrd. Euro in Rumänien investiert

und sich über die Jahre als verlässliche

Partner etablieren können. Vor allem

die beiden Großinvestitionen der Erste

Bank in die Banca Comerciala Romania

(BCR) sowie der österreichischen OMV in

die ehemals im Staatsbesitz befindliche

Petrom sind im Wirtschaftsleben stark präsent.

Aber auch in anderen Bereichen wie

beispielsweise im Versicherungswesen,

Holzverarbeitung, Transport und Logistik,

der Baustoff- und Industriegüterherstellung

etc. sind österreichische Unternehmen

Markt- bzw. Technologieführer. Aber

nicht nur Großinvestoren, sondern zahlreiche

österreichische Klein- und Mittelbetriebe

sind sehr erfolgreich in Rumänien tätig.

Rumänien entwickelt sich weg vom Billiglohnland

hin zu höherwertiger Industrieproduktion.

Welche Chancen sehen Sie für

die österreichische Exportwirtschaft?

Die Chancen sind vielfältig, Exportmöglichkeiten

gibt es beinahe in allen Bereichen.

Insbesondere in der Industriemodernisierung,

bei Maschinen- und

Apparatelieferungen sowie Exporte landwirtschaftlicher

Maschinen und Kraftfahrzeuge

sehen wir großes Potenzial.

Rumänien wirbt für sich unter dem Titel

„erneuerbare Energie“. Welches Potential

hat Rumänien bei grüner Technologie?

Der Aufholbedarf im Bereich Umwelttechnik

in Rumänien ist groß. Besonderes

Potential liegt in den Bereichen Zuund

Abwasser, Abfallwirtschaft sowie im

Bereich Energie. Hier hat sich Rumänien

große Ziele gesetzt: obzwar die Energieversorgung

heute noch stark von fossilen

Energieträgern geprägt ist, strebt Rumänien

nicht nur die Erhöhung der Energieeffizienz

sondern auch die Entwicklung

des Bereiches erneuerbare Energien an.

Ausgedehnte Gegenden mit Warmwasserquellen,

überdurchschnittlicher

Windkraft oder Sonnenbestrahlung, Potential

für Kleinwasserkraftwerke und

Biomasse ermöglichen die Energiegewinnung

aus erneuerbaren Quellen. Als Anreiz

für Investoren hat die EU Mittel zur

Verfügungen gestellt, weiters werden nationale

Förderungen sowie Grünzertifikate

in Aussicht gestellt – das Interesse an

Umwelttechnik und Erneuerbaren Energien

boomt.

Wie entwickelt sich der rumänische Tourismus?

Was erwartet den Besucher in Rumänien?

Rumänien wird als Tourismusland

häufig unterschätzt, obwohl es landschaftlich

und kulturell sehr viel zu bieten

hat. Leider geht der Ausbau der Tourismusinfrastruktur

weiterhin schleppend

voran, sowohl im Bade- als auch im

Gesundheitstourismus. Einzig im Wintertourismus

gibt es kleinere Erfolge zu verzeichnen,

wozu die österreichische Firma

Doppelmayr beispielsweise mit acht installierten

Anlagen einen wesentlichen

Beitrag geleistet hat. Um den Ausbau der

Tourismusinfrastruktur weitere voranzutreiben

und Chancen für österreichische

Unternehmen auszuloten organisiert die

„Außenwirtschaft Österreich“ mit dem

AußenwirtschaftsCenter Bukarest im November

einen Austria Showcase in diesem

Bereich. Termin 23.-25.11.2011, Anmeldefrist

läuft, Interessenten melden

sich bitte unter bukarest@wko.at .

CURRICULUM VITAE

Mag. Rudolf Lukavsky ist am 22. Dezember 1964 in Wien

geboren. 1989 schloss er sein Studium mit dem Magister der

Handelswissenschaften an der WU ab und begann seine

Laufbahn in der WKO. Auslandserfahrung sammelte er in

Moskau, Singapur, Johannesburg und Kairo. In der Zentrale

in Wien war er stv. Leiter für Human Resources und Finanzen

der AWO. Seit 2009 ist er Wirtschaftsdelegierter in

Bukarest, zuständig für Rumänien und Moldau.

SOCIETY 3/4_11 | 25


RUMÄNIEN

KULTUR

NexT Film Festival

George Enescu Festival

Jury NexT Film Festival: Dana Bunescu, Marian

Masone, Marie Dubas, Christian Guinot, Anne Garber

Kulturelles Rumänien

Festivals and More

Im Land am Schwarzen Meer hat sich inzwischen ein reges

Kulturleben etabliert. Beweis dafür sind unzählige Festivals,

die das ganze Jahr über stattfinden. Für jeden Geschmack ist

etwas vorhanden, für Filmliebhaber genauso wie für Jazz--

oder Rockmusikfans.

***

Lichtspielhighlights

Cineasten treffen sich beim TIFF (Transsylvania

International Film Festival), welches

sowohl in Klausenburg/Cluj als auch

in Hermannstadt/Sibiu stattfindet. Das

größte Spielfilmfestival Rumäniens wurde

2002 ins Leben gerufen und hat es sich zur

Aufgabe gemacht, junge Filmemacher bei

der Bekanntmachung ihrer Werke zu

unterstützen. Ziel ist es, eine Generation

von Cineasten heranzuziehen, die Geschmack

an Qualitätskino hat. In dieselbe

Kerbe schlägt das NexT Film Festival - International

Short Film Festival in Bukarest.

Hier können vor allem junge Filmschaffende

ihre Arbeiten unter den verschiedensten

Kategorien vorstellen. Wem es an Sitzfleisch

für Spielfilme ermangelt, der kann

das ASTRA Dokumentarfilm Festival in

Hermannstadt/Sibiu besuchen. Das Hauptaugenmerk

dieser Veranstaltung liegt auf

nationalen und internationalen Dokumentarfilmproduktionen.

***

Musikalische Vielfalt

Liebhaber der klassischen Musik werden

beim traditionellen George Enescu-Festival

in Bukarest fündig. Diese Veranstaltung

würdigt den berühmten

rumänischen Komponisten George Enescu

mit einem vielfältigen Musikprogramm,

welches in der ganzen Stadt stattfindet. Als

künstlerischer Leiter des Festivals fungiert

der frühere Direktor der Wiener Staatsoper,

Ioan Holender. Garana bietet Jazzmusikfans

mit dem Garana Fazz-Festival die

Möglichkeit, unterschiedlichste Interpreten

des Genres live zu erleben. Rocker treffen

sich bei Rumäniens größtem Musikfestival,

dem Peninsula /Félsziget Festival in

Targu Mures, wo bereits internationale

Größen wie Iggy Pop oder Nine Inch Nails

auf der Bühne standen. Nationale, rumänische

Independent Music Interpreten rokken

auf dem Stufstock Festival in Vama

Veche..

***

Das Leben – ein Theater

Eine Reise in eine vergangene Welt

kann man bei den Burgspielen in Schäßburg

unternehmen. Vor den Kulissen der

Stadt spielt sich Rumäniens größtes Mittelalterfestival

ab. Schausteller, Theaterstücke

und Musikanten transportieren den Besucher

in eine längst vergangene Ära. Hermannstadt/Sibiu

wird ebenfalls jährlich

zum Theaterspielort. Während des Internationalen

Theaterfestivals kann man in der

gesamten Stadt Theaterstücke und Musikperformances

bewundern.

Garana Jazz Festival Direktor

Marius Giura mit Künstler

INFO

TIFF

www.tiff.ro/en

NexT Film Festival

www.nextfilmfestival.ro/en/

George Enescu Festival

www.festivalenescu.ro

Astra Film Festival

www.astrafilm.ro

Garana Jazz-Festival

www.garana-jazz.ro

Peninsula / Félsziget Festival

www.felsziget.ro/en/

Burgspiele in Schäßburg

www.welcometoromania.ro/Sighisoara/

Internationales Theaterfestival in Hermannstadt / Sibiu

www.sibfest.ro

26 | SOCIETY 3/4_11


RUMÄNIEN

KOMMENTAR

Starker Wirtschaftspartner Österreich

Rumäniens dorniger Weg ins

Schengen-Land

Rumänien wird auf seinem Europa-Kurs gegenwärtig viel Geduld und Beharrlichkeit abverlangt.

Vier Jahre nach dem Beitritt zur Europäischen Union ist es den zwei benachbarten EU--

Partnern Rumänien und Bulgarien allerdings noch nicht geglückt, als Mitglieder in den

Schengen-Raum aufgenommen werden. Von HERMINE SCHREIBERHUBER

Groß war die Enttäuschung in den beiden

osteuropäischen Staaten, weil der

Beitritt in diesem Jahr nicht mehr

vollzogen wird, auch nicht in Form einer

Zwei-Phasen-Lösung. Für Rumänien wäre

eine Aufnahme in den Schengen-Raum

vor den für 2012 angesetzten Parlamentsund

Kommunalwahlen als großer außenpolitischer

Erfolg zu verbuchen gewesen.

Der von Deutschland und Frankreich

vorgelegte Kompromissvorschlag – Anfang

Oktober 2011 Öffnung der Häfen und Flughäfen,

Mitte nächsten Jahres Aufhebung

der Festlandgrenzen – gelangte im EU-

Innenministerrat im September nicht

mehr zur Abstimmung. Die Bedenken der

Niederlande und Finnlands waren nicht

auszuräumen. Eine Entscheidung soll nun

auf EU-Gipfelebene fallen.

Begründet wurde die Ablehnung der

Schengen-Reife, auch seitens der EU-Kommission,

mit Defiziten im Kampf gegen die

Korruption. Der technische Acquis gilt als

erfüllt. Vergeblich pochten rumänische

Regierungsvertreter auf die verstärkten

Anti-Korruptions-Maßnahmen Bukarests,

wie die Einrichtung einer eigenen Anti-

Korruptions-Staatsanwaltschaft und die

Schaffung einer Abteilung für Korruptionsbekämpfung

im Innenministerium.

Die polnische EU-Ratspräsidentschaft

warnte angesichts der Verzögerung vor einer

Vertrauenskrise in der Europäischen

Union. Bulgarien sprach von einem ungerechten

Aufschub, Rumänien befürchtet,

dass die Euro-Finanzkrise das Thema

Schengen von der EU-Tagesordnung verdrängen

werde. Österreich hatte seinerseits

der EU-Kommission signalisiert, dass

es mit dem Zwei-Stufen-Kompromiss gut leben

könnte.

***

Bukarest will Europa-Engagement

stärken

Mit oder ohne Schengen – Rumänien

CURRICULUM VITAE

Mag. Hermine Schreiberhuber

absolvierte Studien an

den Universitäten Wien und

Paris (Dolmetsch, Publizistik,

Kunstgeschichte, Politologie).

Danach war sie als Übersetzerin,

Dolmetscherin, Reiseleiterin

sowie freie Journalistin

tätig und arbeitete an

den österreichischen Vertretungsbehörden

in Spanien und Frankreich. Sie war stellvertretende

Ressortleiterin für Außenpolitik bei der Austria

Presse Agentur (APA). Ferner verfasst sie Reportagen für

Wochenzeitungen wie „Die Furche“ und wirkt an politischen

Büchern mit.

hat sich Europa auf die Fahnen geschrieben.

Kürzlich wurde ein neues Ministerium

für Europäische Angelegenheiten geschaffen.

Der ausgewiesene EU-Experte

Leonard Orban soll für eine bessere Nutzung

von EU-Geldern sorgen. Nur knapp 14

Prozent der für Rumänien vorgesehenen

Finanzierungen wurden bisher beansprucht;

über 19 Mrd. Euro stünden bis

2013 zur Verfügung. Die Nutzungsrate soll

nun bis Jahresende auf 25 Prozent angehoben

werden.

Staatspräsident Traian Basescu plädierte

unterdessen dafür, das Ziel des gemeinsamen

und starken Europa nicht aus den

Augen zu verlieren. Gegen die Großmächte

USA und China könne nur eine Art

„Vereinigte Staaten von Europa“ durch

massiven Verzicht auf nationale Souveränität

bestehen, betonte er im Sommer. Gemeinsame

wirtschaftliche Leistungsfähigkeit

und Sicherheit seien hierfür die

Grundpfeiler, so Basescu.

Innenpolitisch will Rumänien an seinem

seit 2010 eingeschlagenen harten Sparkurs

festhalten. Einsparungen im öffentlichen

Dienst bis 2014 sollen jährlich rund

400 Millionen Euro erbringen. Die Ausweitung

der Staatsschulden konnte auf diese

Weise gestoppt werden. Immerhin ist Rumänien

einer der erfolgreichsten Verschuldungsbekämpfer

unter den EU-Partnern.

Als starker Partner präsentierte sich Rumänien

zuletzt gegenüber dem Weltwährungsfonds.

Staatschef Basescu betonte vor

Vertretern von IWF und Weltbank, dass

sein Land weitaus besser dastehe als andere

EU-Staaten. Für das Gesamtjahr 2011

wird ein Wirtschaftswachstum von bis zu

zwei Prozent, für 2012 ein Anstieg von 4,4

Prozent prognostiziert.

***

Österreich ein wichtiger Investor

Zwischen Österreich und Rumänien hat

sich nach dem Fall des Eisernen Vorhangs,

aber vor allem seit dem EU-Beitritt Rumäniens

2007 eine enge bilaterale Wirtschaftspartnerschaft

entwickelt. Nach den

Niederlanden ist Österreich der zweitgrößte

Investor in dem Donau-Staat. Mehr als

zehn Milliarden Euro haben österreichische

Unternehmen dort nach Angaben der

Wirtschaftskammer Österreich investiert.

Der Löwenanteil entfällt auf die OMV –

durch die Übernahme der rumänischen Erdölgesellschaft

Petrom, und die Erste Bank

– durch den Erwerb der Banca Comerciala

Romana BRC. Zuletzt erhielten die österreichischen

Baukonzerne Strabag und Alpine

den Zuschlag für bedeutende Straßenbauprojekte.

Die Europa-Route ist mühsamer geworden,

vor allem seit die EU die Folgen der Finanzkrise

zu bewältigen hat, die den Partnern

ein Maximum an Solidarität

abverlangen. Rumänien hat bewiesen, dass

es sein Europa-Engagement ernst nimmt.

Es wird sich auch durch Verzögerungen

beim Eintritt in den Schengen-Raum nicht

von seinem Weg abbringen lassen.

SOCIETY 3/4_11 | 27


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DIPLOMATIE

SOCIETY EIGENEVENT

S.E. Jargalsaikhan Enkhsaikhan,

Gertrud Tauchhammer

Präsentation der SOCIETY Sommerausgabe

Treffen der Kulturen

Italien und die Mongolei trafen sich bei der Präsentation der SOCIETY Sommerausgabe in

der Österreichischen Nationalbibliothek. Mag. Gertrud Tauchhammer lud zusammen

mit S.E. Jargalsaikhan Enkhsaikhan, Botschafter der Mongolei in Österreich und Italien,

zu einem kulturellen Abend ein. Mehr als vierhundert begeisterte Gäste wohnten dem vielfältigen

Programm bei.

Gleich mehrere Highlights wurden an

diesem Abend dem Publikum geboten:

Ein original Nomadenzelt mit ausgewählten

Ausstellungstücken vermittelte

einen Einblick in die Kultur des zentralasiatischen

Landes, untermalt von den Klängen

mongolischer Künstler wie B. Nadinbolor,

Ch. Otgonbayar und E. Enkhjin. Die

prachtvollen Kostüme der Künstler versetzten

die Gäste in Staunen.

Zu den weiteren Höhepunkten des

Abends gehörte eine Zeremonie in Gedenken

an den berühmten Operntenor Mario

Del Monaco. Vor der Kulisse des Prunksaals

wurde in der Anwesenheit der eigens aus

Italien angereisten Delegation der „Leone di

Venezia“ aus dem Nachlass des Sängers von

Odino Marcon, Präsident des „Istituto Lirico

Mario Del Monaco“ an Nationalbibliotheksdirektorin

Dr. Johanna Rachinger überreicht.

Eine erste Geste des Gedenkens an

den italienischen Opernstar, der in Wien

große Erfolge feierte. Abgerundet wurde die

stimmungsvolle Zeremonie durch den Gesang

des Tenors Agim Hushi, der Arien aus

„Otello“ und „I Pagliacci“ darbot. Selten

gab es ein so stimmungsvolles Treffen

zweier unterschiedlicher Kulturen.

International bekannt:

Tenor Agim Hushi

30 | SOCIETY 3/4_11


Nicoletta Romor,

Davide Perin

Original mongolisches Ger

(Jurte) und original Tracht

Zeremonie zu Ehren von

Mario del Monaco

Mongolisches

Nomadenzelt

BM a.D. Willibald Pahr

S.E. Sergej Netschajew

(Russ. Föd.)

Friederike Koch (Leiner)

Zeremonie für

Mario del Monaco

im Prunksaal

der Nationalbibliothek

Begrüßung durch

Generaldirektorin

Johanna Rachinger

Gertrud Tauchhammer, Odino Marcon,

Generaldirektorin Johanna Rachinger,

S.E. Jargalsaikhan Enkhsaikhan,

Stefano Pimpolari, Vittorio Zanini

Präsident „Istituto

Mario del Monaco“

Odino Marcon

Dr. Zuheir Elwazer

Odino Marcon

übergibt ein

Gastgeschenk an

Johanna

Rachinger

Großes Publikumsinteresse

Mongolische Pferdekopfgeige

gespielt

von B. Nadinbolor

Botschafter Ali El Mansouri

(UN Katar)

SOCIETY 3/4_11 | 31


DIPLOMATIE

SOCIETY EIGENEVENT

Prof. Ernst Fuchs

(Mitte sitzend)

I.E. Lidia Imanalieva (Kirgisistan),

S.E. Nuriddin

Shamsov (Tadschikistan)

Die Gastgeber mit S.E. Eugenio

d’Auria (Italien)

S.E. Gordan Bakota

Präsentation im

Prunksaal

Arnona und

S.E. Aviv Shir-

On (Israel)

Großes Publikumsinteresse

AUSZUG AUS DER GÄSTELISTE

Generaldirektor Suleiman Al-Herbish (OFID) · S.E. Gordan

Bakota (Kroatien) · S.E. Dr. John Barrett (Kanada) · S.E. Andrij

Bereznji (Ukraine) · S.E. Khamkheuang Bounteum (Laos)

· Mario Cerutti · Béatrice Chicanaux (Tunesisches

Fremdenverkehrsamt) · S.E. Hyun Cho (Südkorea) · S.E.

Botschafter Eugenio D’Auria (Italien) · Dino De Poli (Präsident

Fondanzione Cassamarca) · S.E. Alejandro Díaz

(Mexiko) · Chargé d' Affaires Ravshanbek Duschanov (Usbekistan)

· S.E. William Eacho III (USA) · S.E. Dr. Zuheir Elwazer

(Palästina) · Prof. Ernst Fuchs · Dr. Franz Greif

(Österreichisch-Mongolische Gesellschaft) · S.E. Philip

Griffiths (Neuseeland) · Dr. Adrian Hollaender (Künstleragentur

Hollaender-Calix) · S.E. Dr. Ashot Hovakimian (Armenien)

· S.E. Muhammad Ikram Bin Yaakob (Malaysia) ·

S.E. Shigeo Iwatani (Japan) · Botschafterin Blanka Jamnisek

(UN Vertretung Slowenien) · Peder Johansson (CTBTO)

· Brigitte Just (Fashion Design) · Angelika Le Brun (Botschaft

von Frankreich) · S.E. Xolisa Mabhongo (Südafrika)

· Odino Marcon (Präsident des “Istituto Lirico Mario Del Monaco”)

· Carlo Marcon · S.E. Vili Minarolli (Albanien) · Botschafter

Takeshi Nakane (UN Japan) · Sabine Nedwed

(Kunsthaus Wien) · S.E. Sergej Netschajew (Russ. Föd.) ·

S.E. Thiep Nguyen (Vietnam) · Elena Ortica · S.E. Freddy Padilla

de León (Kolumbien) · BM a. D. Dr. Willibald Pahr ·

Dottore Stefano Pimpolari (Assessore alla Cultura Comune

di Treviso) · Mag. Hermine Schreiberhuber · Ezio Scime

· S.E. Nuriddin Shamsov (Tadschikistan) · S.E. Aviv Shir-On

(Israel) · Werner Somweber (WKO) · Dio Ti Salvi Perin · Generalsekretär

Tibor Tóth (CTBTO) · Maria Varga (Verfassungsgerichtshof)

· Botschafter Vladimir Voronkov (UN

Vertretung Russ. Föd.) · Friedrun West (West Studios) ·

Robert Wood (Botschaft von USA) · Dottore Vittorio Zanini

· S.E. I Gusti Agung Wesaka Puja (Indonesien)

32 | SOCIETY 3/4_11


POLITIK

REZENSION

Rezension des Essays „Ende

des Gehorsams“ von Anneliese

Rohrer

Demokratie

in Gefahr?

„Wahrlich, wir leben in finsteren Zeiten“,

so schrieb Bertolt Brecht in den

30er Jahren des vergangenen Jahrhunderts.

Aber sind die Zeiten heute heller?

Von SUSANNE SCHOLL

Das Außenministerium

weltweit für Sie da.

Aktuelle Informationen

und Sicherheitshinweise

jetzt auch als App

Griechenland torkelt unter der Last in Jahrzehnten gewachsener

Korruption, in der Slowakei kann die europäische

Solidarität nur mit dem Versprechen von Neuwahlen

durchgesetzt werden und in Ungarn kann man gar nicht

beschreiben, was dort herrscht. Wir sind in der Überzeugung

groß geworden, eine bessere Art des Zusammenlebens als die

Demokratie gäbe es nicht.

Allerdings haben wir es uns bequem gemacht in unseren

Sicherheiten und Gewohnheiten und darüber vergessen,

dass man die Demokratie jeden Tag aufs Neue verteidigen

muss. Wir wenden uns vielleicht etwas angewidert ab, wenn

unsere demokratischen Werte wieder einmal im Namen anderer

Dinge hintan gestellt werden. Auf die Barrikaden steigen

wir jedoch schon lange nicht mehr.

Tatsächlich aber geschieht in Österreich die schleichende

Aushöhlung unseres demokratischen Rechtstaates.

Anneliese Rohrer appelliert an alle, nicht weg zu sehen. Sie

spricht von „Wut“- noch lieber aber von „Mut-Bürgern“, die

bereit sind zu schützen, was mit so viel Leid errungen wurde.

Eine funktionierende Zivilgesellschaft der Gleichheit

und Humanität. Und sie fordert dazu auf, den all zu bequemen

Gehorsam gegenüber „der Obrigkeit“ aufzugeben. Denn:

„Die Zukunft des Landes hängt vom Verhalten der Mehrheit

seiner Bürger ab. Es ist die Einstellung der Gesamtbevölkerung,

die ein Multiorganversagen

der Demokratie

verhindern kann.“

Dr. Susanne Scholl studierte

Slawistik und war ab 1985 ORF-

Korrespondentin, ab 2000 Leiterin

des ORF-Büros in Moskau

und erhielt das Österreichische

Ehrenkreuz für Wissenschaft

und Kunst. Sie war 2009 Journalist

des Jahres.

Anneliese Rohrer gilt als

eine der besten Kennerinnen

österreichischer

Innenpolitik. Vor kurzem

ist ihr neues Buch erschienen.

Jetzt downloaden:

www.auslandsservice.at

Ich lade Sie ein, sich die Application

des Außen ministeriums kostenlos auf Ihr Smartphone

zu laden. Nutzen Sie unser Informationsservice

vor und während Ihrer Reise. Ich wünsche Ihnen

eine gute und sichere Reise!

Dr. Michael Spindelegger

Vizekanzler und Außenminister


DIPLOMATIE

SOCIETY EIGENEVENT

Die Botschafter aus Vietnam, Tunesien,

Kuba, Kroatien, Nigeria, El Salvador

und Sri Lanka mit Imperial Direktor

Klaus Christandl (2. v. r.) und Gerti

Tauchhammer (Mitte)

New Ambassadors to Austria

Imperiales Willkommen

Das Hotel Imperial, in dem bereits der Dichter Rainer Maria Rilke zu Gast war, bot die

stimmungsvolle Kulisse für die Begrüßung der neuen Botschafter in Wien, zu der Mag.

Gertrud Tauchhammer einlud.

AUSZUG AUS DER GÄSTELISTE

Hans Harrer (Senat der Wirtschaft),

Frau Stowasser und

Begleitung

Als Begrüßungsgeschenk erhielten S.E.

Mario Antonio Rivera Mora (El Salvador),

S.E. Gordan Bakota (Kroatien),

S.E. Juan Carlos Marsán Aguilera (Kuba), I.E.

Maria Oyeyinka Laose (Nigeria), S.E. Aliyar

Lebbe Abdul Azeez (Sri Lanka), S.E. Mohamad

Samir Koubaa (Tunesien) und S.E.

Thiep Nguyen (Vietnam) ein Handtuchset

der Firma Gans mit eigens eingesticktem

SOCIETY Logo und die berühmte Imperial

Torte. Für musikalische Unterhaltung sorgte

die Mezzosopranistin Elisabeth Wolfbauer

mit Klavierbegleitung von Miyuki

Dipl. Ing. Albert Blauensteiner (TU Wien) · Karl-Heinz Fürst

(Kaheba Bauträger) · Hans Harrer (Senat der Wirtschaft)

· S.E. Haris Hrle (Botschaft von Bosnien und Herzegowina)

· S.E. Shigeo Iwatani (Botschaft von Japan) · Ingrid Köhn-

Dursy (BMeiA) · S.E. Jan Koukal (Botschaft von Tschechien)

· Dr. Gabriel Lansky (Lansky, Ganzger und Partner) · David

Latin (OMV) · Franz Moser (Conainex) · Andreas Nothelle

(OSZE) · S.E. Ramon Quinones Rodriguez (Botschaft der

Dominikanischen Republik) · DI Alexander Ristic (Österreichische

Staatsdruckerei) · Torben Roepstorff (Honorarkonsulat

von Samoa) · Dina Schorr (Botschaft der USA) · S.E.

Stefán Skjaldarson (Botschaft von Island) · Prof. Richard

Trappl (Universität Wien) · S.E. Hubert Würth (Botschaft

von Luxemburg)

Schüssler. Sie interpretierte die Arie der

Eboli „O don fatale“ aus der Oper „Don

Carlo“ von Giuseppe Verdi. Für das leibliche

Wohl sorgten die Gaumenfreuden des

Hotels Imperial unter dem neuen Direktor

Klaus Christandl.

S.E. Jan Koukal (Tschechien), Gerti Tauchhammer,

Hans Winkler (Dir. Dipl. Akademie), Dir. Klaus

Christandl

Dr. Walter Wolfsberger

(Innovest),

Dr. Rolf Thaler (CSC

Austria)

34 | SOCIETY 3/4_11

Markus und Hildegard

Habsburg, Dr. Ljubo Brajkovic


S.E. Shigeo

Iwatani (Japan)

S.E. Mario Antonio Rivera

Mora (El Salvador)

S.E. Gordan Bakota (Kroatien), S.E.

Aliyar Abdul Azeez (Sri Lanka)

Elisabeth Wolfbauer sang Verdi

S.E. Nuriddin Shamsov (Tadschikistan),

Dir. Klaus Christandl,

Frau Eipeldauer

S.E. Peter Lizák (Slowakei)

und Ing. Robert Krempel

S.E. Juan Carlos Marsán

Aguilera (Kuba)

Designerin Masha Derler (Mitte)

und Begleitung

I.E. Maria Oyeyinka Laose (Nigeria)

und Geschäftsfreunde

S.E. Hubert Würth (Luxemburg),

S.E. John Bernhard

(OSZE Dänemark)

Nhut La Hong mit Begleitung und

S.E. Thiep Nguyen (Vietnam)

Exquisites Buffet

Klaus Christandl, Geschäftsträger

a.i. Dr. Christoph

Kühn (Apost. Nuntiatur)

S.E. Mohamad Samir

Koubaa mit Gattin

(Tunesien) und Botschafter

Calligaris

S.E. Aliyar Azeez (Sri Lanka),

Hermann Kroiher

Roland Baumgartner,

Klaus Christandl, Christine

Lugner

S.E. Khaled Shamaa

(Ägypten)

Botschafter Jingye

Cheng (UN

China), Gerti

Tauchhammer,

Dir. Klaus

Christandl

SOCIETY 3/4_11 | 35


DIPLOMATIE

SOCIETY EIGENEVENT

Junior Diplomats Reception

Everyone is a Winner

Der Dachboden des neu eröffneten 25 Hour Hotels war der Schauplatz der dritten Junior

Diplomats Reception zu der Mag. Gertrud Tauchhammer einlud. Vor einem grandiosen

Ausblick über die Skyline Wiens wurden die neuen Diplomaten herzlich willkommen geheißen.

Als besonderes Highlight gab es eine Tombola, bei der ein iPad 2 zu gewinnen war.

2. Preis: Sandorbek

Umurzakov mit Demmer

Teesortiment

Gerti Tauchhammer

präsentiert die 3rd Junior

Diplomats Reception

mit iPad 2 als

Hauptgewinn

Diplomatische Akademie

iPad2 Gewinner Herbert

Daniel Espinoza Solan

Steve Lambert mit dem

Bubbletea-Gutschein

Andrea-Viktoria Meyer

mit dem Bubbletea-Gutschein

Mercedes

Hammer mit

dem Bubbletea-Gutschein

4. Preis: Darko

Vidovic

gewann ein

pure distance

Parfum

3. Preis:

Rebecca

Patterson

mit Gans-

Handtuchset

Mehr als vierzig Junior Diplomats kamen,

um an der Verlosung teilzunehmen

und einen Preis mit nachhause

nehmen zu können. Den

Hauptpreis, ein iPad 2 konnte Herbert Daniel

Espinoza Solano aus Costa Rica für

sich in Anspruch nehmen. Sandorbek Umurzakov

aus Uzbekistan nahm den zweiten

Preis, ein Teesortiment der Traditionsfirma

Demmer entgegen. Ein kuscheliges

Handtuchset der Firma Gans ging als dritter

Preis an Rebecca Patterson von der Botschaft

der Vereinigten Staaten. Den duftenden

vierten Preis, das Parfum pure

distance, nahm Darko Vidovic aus Bosnien

und Herzegowina entgegen. Einen Gutschein

über zehn Euro für das neue Trendgetränk

Bubbletea erhielten Steve Lambert

aus Kanada, Andrea-Viktoria Meyer der

Deutschen Botschaft, Ivana Bukovic von

der kroatischen Botschaft sowie Mercedes

Hammer der US Mission. Wir gratulieren

den Gewinnern ganz herzlich!

AUSZUG AUS DER GÄSTELISTE

Dimitry Berdnikov (Botschaft von Russland) · David Hachemi

(Botchaft von Afghanistan) · Mordechai Ish-Shalom

(Botschaft von Israel) · Veikko Kala (Botschaft von Estland)

· Nada Knezevic (Botschaft von Serbien) · Kresmir Kovacicek

(Botschaft von Kroatien) · Ivet Lopez Rodriguez (Botschaft

von Kuba) · Agneta Malmsen Otte (Botschaft von

Schweden) · Anton Marku (Botschaft des Kosovo) · Farzana

Niazi (Botschaft von Afghanistan) · Katja Reichhard

(Botschaft von Deutschland) · James Revell (Botschaft von

Großbritannien) · Sofie Sakvarelidze (Botschaft von Georgien)

· Lía Rosa Salgado (Botschaft von Kolumbien) · Gemma

Sharp (Botschaft von Großbritannien) · Srimal Wickremasinghe

(Botschaft von Sri Lanka)

Bubbletea von tealicious

Hoteldirektorin Fanny

Holzer (25hours Hotels)

36 | SOCIETY 3/4_11


DIPLOMATIE

SOCIETY EIGENEVENT

Botschafterausflug Salzburg

„Es war sehr schön – es hat uns

sehr gefreut“*

Achtundzwanzig Diplomaten aus neunzehn verschiedenen Nationen trafen sich in Österreichs

heimlicher Hauptstadt Salzburg bei strahlendem Sonnenschein – dem sprichwörtlichen

„Kaiserwetter“ .

AUSZUG AUS DER GÄSTELISTE

FOTOS: MIT FREUNDLICHER GENEHMIGUNG WWW.CITYGIUDE.AT, EVA VON SCHILGEN, APA KOLARIK, FOTO NEUMAYR

Anlass war die Sonntagsmatinee des

Mozarteumorchesters. Salzburgs Landeshauptfrau

Gabi Burgstaller begrüßte

die Botschafter und betonte die Wichtigkeit

der persönlichen Begegnung: „Obwohl

ich in Salzburg schon oft Besuch von einzelnen

Botschaftern hatte, so viele auf einmal

zu begrüßen – das ist in der Geschichte

Salzburgs einmalig.“ Anschließend traf

man sich mit Salzburger Gästen aus Wirtschaft,

Wissenschaft und Kunst zum

Lunch in der Stieglbrauerei. Weiter ging es

zum Hangar-7, dem Wahrzeichen von Red

Dr. Bernhard Collini-

Nocker, Dr. Antonia

Gobiet und Dr. Ronald

Gobiet

Hangar-7

Landeshauptfrau Gabi Burgstaller mit Exzellenzen,

Dirigent Marc Minkowski und dem Team SOCIETY

Bull. Der letzte Besuch galt der anerkannten

Paracelsus Medizinische Privatuniversität.

Es war sehr schön und es hat sie wirklich

sehr gefreut – so sehr, dass sie zu den

Salzburger Festspielen wieder kommen

werden!

Unser Dank gilt:

Industriellenvereinigung Salzburg, Hotel

„Goldener Hirsch“, Stiegl-Brauerei, Batliner-Europainstitut,

Salzburg Cityguide Uwe

Brandl, Hangar-7, Paracelsus Medizinische

Privatuniversität, Fürst-Mozartkugeln, Casino

Salzburg, Alumero, Salzburg Tourismus

Mag. Irene Schulte mit Kindern

und RA Dr. Philip Lettowsky

Helma Schröcker, (Marketing

SOCIETY) und Dr.

Roman Moser

Inese Berzins mit Gastgeberin

Gerti Tauchhammer

Dr. Wolfgang Berger RA und Dr. Andrea Berger Landwirtin •

Dr. Bernhard Collini-Nocker (Universität Salzburg) • Herbert

und Anne Groeger (Kuratorium Young Classic Europe) •

Dipl. Ing. Erich Hackl (Geoconsult) • Alfred Graf Hartig (Botschafter

des Souveränen Ritter- und Hospitalordens vom Hl.

Johannes zu Jerusalem von Rhodos und von Malta in Rumänien)

• Dr. Johannes Hörl (Vorstand der Glossglockner Hochalpen

AG) • Generalkonsul Zoran Jeremic (Konsulabteilung

der Botschaft der Republik Serbien) • Prinzessin Leila Kadir-

Schnelle (Urenkelin des letzten Sultans der Türkei) • Mag. Gritlind

Kettel (Sonderbeauftragte des Landes Salzburg für

internationale Angelegenheiten) • Kommerzialrat Dipl. Ing.

Wilhelm Kneps & Gemahlin (Senoplast) • Dr. Ingrid König

(Melitta Austria) • Thomas W. Kramer und Valerie Sophie Kramer

(UNO Wien/Jordanien) • Wilhelm Krings und Gemahlin

(Trans Textil GmbH Freilassing) • Dr. Philipp Lettowsky Anwalt

• Maarten D. und Sirikit Reuchlin (holländischer Generalkonsul)

• Dipl. Hans-Jürgen Miko (Alpine Bau) • Dr. Regina Ovesny-Straka

und Gemahl (Generaldirektorin Salzburger Sparkasse)

• Jianzhen Reiter (China Büro der Stadt Salzburg) • Dr.

Michael Schaffer (Hochalpen AG )• Dr. Wolfgang Schurich

(Vorstandsmitglied Stiftung Mozarteum)

Wolf von Schilgen, Eva Baronin von Schilgen

(SOCIETY Salzburg), S.E. Alejandro Diaz

(Mexiko), S.E. Thiep Nguyen (Vietnam)

S.E. Philip Griffiths

(Neuseeland) mit Hangar-7

Stewardess

* Zitat: Kaiser Franz Josef von Österreich (1830 - 1916)

SOCIETY 3/4_11 | 37


DIPLOMATIE

AKKREDITIERUNGEN

DIPLOMATENKARUSSELL

Die neu akkreditierten Botschafter bei Bundespräsident Dr. Heinz Fischer in der Hofburg.

ASERBAIDSCHAN

H.E. GALIB

ISRAFILOV

Born in Azerbaijan on

May 9th, 1975. Married,

two children.

NIGERIA

H.E. MARIA

OYEYINKA LAOSE

Born in Abeokuta/Nigeria

on October 7th,

1954. Single, two children.

SRI LANKA

H.E. ALIYAR LEBBE

ABDUL AZEEZ

Married. Two children.

Education

■ 1991-1996: International Relations,

Baku State University, Azerbaijan

■ 1997: International Relations, Georgetown

University, Washington D.C.

Professional Career

■ 1995: Internship at the Department

of International Organizations, MFA,

Baku, Azerbaijan

■ 1996-1997: Desk Officer, Department

of International Organizations, MFA,

Baku

■ 1997-1999: Attaché, Department of International

Organizations, MFA, Baku

■ 1999-2002: Third Secretary, Second

Secretary, Embassy of the Republic of

Azerbaijan to Austria, Permanent Mission

of the Republic of Azerbaijan to

the Organization for Security and Cooperation

in Europe, Vienna

■ 2003-2005: Second Secretary, First Secretary,

Permanent Mission of the Republic

of Azerbaijan to the United Nations,

New York

■ 2005-2007: Head of Division, Department

of Security Affairs, Ministry of

Foreign Affairs, Baku

■ 2007-2009: Deputy Director of Department

of Security Affairs, Ministry of

Foreign Affairs, Baku

■ 2009-2011: Counselor for Political Affairs,

Congressional Liaison, Embassy

of the Republic of Azerbaijan to USA,

Washington

Education

■ 1975: B.A (Honours): French. University

of Ile, Ile-Ife, Nigeria

■ 1981: Portuguese Language Certificate.

Instituto Superior de Linguase Administracao.

Lisbon.

■ 1987: United Nations Disarmament Fellowship

Certificate

Professional Career

■ 1978-1980: Third Secretary. Protocol

Department – Language Bureau, Ministry

of Foreign Affairs, Nigeria.

■ 1980-1981: Second Secretary. French

language centre of the MFA

■ 1982-1986: First Secretary. Embassy of

Nigeria, Paris

■ 1986-1992: Ministry of Foreign Affairs

in Abuja. Mulilateral desk.

■ 1992-1998: Counselor at the Nigerian

Permanent Mission to the UN Headquarters

in New York.

■ 1998-2002: Ministry of Foreign Affairs

in Abuja. Deputy Chief of Protocol

and later Assistant Director at the European

Affairs Department.

■ 2002-2006: Minister, then Charge

d´Affaires at the Nigeria Embassy/Permanent

Mission to the UN Offices in

Vienna, Austria.

■ 2006-2007: Director. Foreign Service

Academy, Ministry of Foreign Affairs.

■ 2007-2011: Director at the UN Division

in Charge of the UN Security

Council.

Education

■ Master of Law from Tribhuvan University,

Kathmandu

■ Bachelor of Law from the University of

Colombo

■ Certificate of Diplomatic Studies from

the Graduate Institute of International

Studies, Geneva

Professional Career

■ 1993-1996: Second Secretary, Permanent

Mission in Geneva

■ 1996-1999: Deputy Director, Division

for South Asia and SAARC in Colombo

■ 1999-2002: Director for Treaty, Environment

and Law at the Secretariat

of the South Asian Association for Regional

Cooperation, Kathmandu

■ 2002-2003: Deputy Director of the

Secretariat for Coordinating the

Peace Process, Prime Minister’s Office

■ 2003-2005: Minister Counsellor and

Head of Chancery, Sri Lanka High

Commission in Canberra

■ 2005-2008: Ambassador and Deputy

Permanent Representative, United Nations

New York

■ 2009: Deputy Director General for UN

and Multilateral Affairs

■ 2009-2011: Director General for Middle

East and Africa

FOTOS: WENZEL/HBF

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JULI BIS SEPTEMBER

2011

SCHWEDEN

H.E. NILS DAAG

Geboren am 3. September

1948 in Stockholm,

Schweden.

Verheiratet.

TUNESIEN

H.E. MOHAMED

SAMIR KOUBAA

Born in Sfax/Tunisia

on December 4th ,

1955. Married, two

children.

TURKMENISTAN

H.E. SILAPBERDI

NURBERDIEV

Geb. am 22.11.1977 in

der Region Achal/

Turkmenistan. Verheiratet,

zwei Kinder.

Ausbildung

■ Abschluss Studium Betriebswirtschaftslehre,

Handelshochschule Stockholm

■ Studien in Politikwissenschaft und Geschichte,

Universität Stockholm

■ Gaststipendiat, Deutsche Gesellschaft

für Auswärtige Politik (DGAP)

Berufliche Laufbahn

■ 1972-74: Diplomatisches Traineeprogramm

vom Schwedischen Außenministerium

■ 1975-80: 2. Botschaftssekretär (Politik),

Washington D.C., 1. Botschaftssekretär

(stv. Missionschef), Rabat

■ 1980-81: Assistent des Staatssekretärs,

Entwicklungszusammenarbeit,

Außenministerium

■ 1982-86: Chef der Amerikanischen

Sektion, Politische Abteilung im

Außenministerium; Assistent des Politischen

Direktors

■ 1986-90: Botschaftsrat (Politik), London

■ 1990-92: Botschafter in Zimbabwe

■ 1993-97: Abteilungsleiter für internationale

Angelegenheiten und Sicherheitsfragen,

Verteidigungsministerium

■ 1997-2002: Botschafter/Ständiger Vertreter

Schwedens bei der OSZE, Wien

■ 2002-06: Botschafter in Irland

■ 2006-10: Abteilungsleiter für sicherheitspolitische

Fragen, Außenmin.

Education

■ Ecole Nationale d´Administration: Economics

■ Institut de Défense Nationale

Professional Career

■ 1983-1988: First Secretary. Permanent

Mission of Tunisia to the UN in New

York, Assistant to the Chairman of

the Group of 77.

■ 1989-1991: Head. Division of Cooperation

with United Nations Economic

Institutions, International Conferences,

Ministry of Foreign Affairs.

■ 1991-1997: Counselor. Permanent Mission

of Tunisia to the United Nations

Office and International Organizations

in Geneva.

■ 1997-2000: Deputy Director. Ministry

of Foreign Affairs.

■ 2000-2003: Deputy Permanent Representative.

Permanent Mission of

Tunisia to the UN in Geneva.

■ 2003-2006: Deputy Permanent Representative.

Permanent Mission of

Tunisia to the UN in New York.

■ 2006-2009: Director. International

Economic Organizations, Ministry of

Foreign Affairs.

■ 2009-2010: Deputy Permanent Representative.

Permanent Mission of

Tunisia to the UN in Geneva.

2011: Chargé d’Affaires. Permanent

Mission of Tunisia to the UN in Geneva.

Ausbildung

■ 1998: Studienabschluss an der Staatlichen

Magtymguly Universität, Wirtschaft

und internationale Ökonomie

■ 1998-1999: Wehrdienst

Berufliche Laufbahn

■ 2000-2004: Attache in der Abteilung

für Konsularfragen des Ministeriums

für äußere Angelegenheiten von

Turkmenistan

■ 2004-2008: Dritter Sekretär, Zweiter

Sekretär, später Erster Sekretär der

Abteilung für internationale Organisationen

des Ministeriums für äußere

Angelegenheiten von Turkmenistan

■ 2008-2011: Erster Sekretär (Konsul)

der Botschaft von Turkmenistan im

Königreich Saudi-Arabien (Riad)

2011: Botschaftsrat der Botschaft von

Turkmenistan im Königreich Saudi-

Arabien (Riad)

■ Seit August 2011: Außerordentlicher

und Bevollmächtigter Botschafter von

Turkmenistan in der Republik Österreich;

Leiter der Delegation Turkmenistans

bei der OSZE

SOCIETY 3/4_11 | 41


DIPLOMATIE

UNIDO

Die neu akkreditierten Botschafter überreichten ihre Beglaubigungen an

den Generaldirektor der UNIDO, Kandeh K. Yumkella. Die Überreichungen

fanden im Hauptsitz der UNIDO in Wien statt.

United Nations Industrial Development Organization

INFORMATION

Cristina Stricker, Information Officer

Tel: +43-(0)1-26026-3034

Fax: +43-(0)1-26026-6881

E-Mail: c.stricker@unido.org

CHINA: S.E. CHENG JINGYE

SRI LANKA: S.E. ALIYAR LEBBE ABDUL AZEEZ

überreicht an Vizegeneraldirektor Yoshiteru Uramoto

SCHWEDEN: S.E. NILS DAAG

überreicht an Vizegeneraldirektor Yoshiteru Uramoto

NIGERIA: I.E. MARIA OYEYINKA LAOSE

TUNESIEN: S.E. MOHAMED SAMIR KOUBAA

RUSS. FÖD.: S.E. VLADIMIR I. VORONKOV

UNIDO

Die United Nations Industrial Development Organization

(Organisation der Vereinten Nationen für Industrielle Entwicklung)

ist eine Sonderorganisation der Vereinten Nationen

mit dem Ziel, die industrielle Entwicklung in Entwikklungsländern

und Reformstaaten nachhaltig zu fördern. Zu

ihrer Tätigkeit zählen Industrial Governance und Statistik, Investitions-

und Technologieförderung, Förderung von Handel

und Wettbewerbsfähigkeit, Entwicklung der Privatwirtschaft

und Agro-Industrien, nachhaltige Energiewirtschaft

und Klimawandel, das Montreal-Protokoll und Umweltmanagement.

NICARAGUA: S.E. ÁLVARO JOSÉ ROBELO GONZÁLEZ

ANGOLA: I.E. MARIA DE JESUS DOS REIS FERREIRA

überreicht an Vizegeneraldirektor Yoshiteru Uramoto

Die UNIDO, mit Hauptsitz in der UNO-City in Wien, wurde

1966 als Programm der Vereinten Nationen gegründet

und ist seit 1985 eine selbstständige Sonderorganisation der

VN. Derzeitiger Generaldirektor (seit 2005) ist Kandeh K.

Yumkella (Sierra Leone). Die UNIDO hat 173 Mitgliedsstaaten,

in 53 Ländern Büros und beschäftigt etwa 650 Mitarbeiter.

Darüber hinaus arbeiten über 2100 Experten international

bei UNIDO-Projekten. Das geschätzte Gesamtvolumen aller

Tätigkeiten für 2010/11 beträgt etwa 385 Millionen Euro

(UNIDO ist die einzige UN-Organisation, die in Euro budgetiert).

ÄGYPTEN: S.E. KHALED ABDEL RAHMAN SHAMAA

LUXEMBURG: S.E. HUBERT WÜRTH

GABUN: S.E. BAUDELAIRE NDONG ELLA

SLOWENIEN: I.E. BLANKA JAMNISEK

42 | SOCIETY 3/4_11


DIPLOMATIE

DEUTSCHLAND

S.E. Blomeyer-Bartenstein,

BM Reinhold Mitterlehner,

Staatsminister Martin Zeil

beim Empfang am Tag der

Deutschen Einheit

Deutsch-österreichische Beziehungen

Die Sympathie ist gestiegen

Der deutsche Botschafter S.E. Hans Henning Blomeyer-Bartenstein spricht anlässlich

„Fünfzig Jahre Mauerbau“ im SOCIETY-Interview über die Gedenkfeierlichkeiten in Berlin,

den Aufschwung der Handelsbeziehungen und die deutsch-österreichische Freundschaft.

„Die Wiedervereinigung

Deutschlands in Frieden und

Freiheit wird von meinen

Landsleuten vor allem als

großes Glück empfunden.“

HANS HENNING BLOMEYER-

BARTENSTEIN

Welche Ziele haben Sie sich als deutscher

Botschafter in Österreich gesetzt?

Ich möchte folgende mir am Herzen liegende

Prioritäten nennen: Das besonders

enge Verhältnis unserer beiden Länder

durch möglichst umfassende Präsenz bei

Veranstaltungen aus allen Bereichen des

gesellschaftlichen Lebens in Wien und im

Lande aufmerksam zu begleiten. Der wirtschaftlichen

und kulturellen Zusammenarbeit

dabei mein besonderes Augenmerk

zu widmen. Die intensive Abstimmung

zwischen den Regierungen beider Länder

gerade in europäischen Fragen weiter zu

fördern.

Der Außenhandel zwischen Deutschland

und Österreich hat wieder zugelegt. Worauf

führen Sie das zurück?

Ich begrüße es außerordentlich, dass

der Handel zwischen beiden Ländern im ersten

Halbjahr 2011 weiter kräftig zugelegt

hat, nachdem bereits 2010 eine deutliche

Erholung festzustellen war. Dabei stiegen

vor allem die Exporte aus Österreich nach

Deutschland mit 10,82 Prozent deutlich

an. Aber auch die Importe Österreichs aus

Deutschland legten um 4,32 Prozent zu,

verglichen mit den Werten von 2008, vor

der Finanz- und Wirtschaftskrise.

Betrachtet man die Steigerungen branchenbezogen,

so ist auffällig, dass vor allem

die Lieferungen von Österreich nach

Deutschland in der Sparte „Maschinen,

Apparate und mechanische Geräte“ deutlich

zulegten. Da es sich hierbei größtenteils

um industrielle Zwischenprodukte

handelt, ist Österreich auch ein Profiteur

des deutschen Aufschwungs, speziell in

der Autoindustrie. Verdeutlicht wird dies

durch die guten Produktionszahlen aus

Deutschland. So teilte der „Verband der

deutschen Automobilindustrie“ mit, dass

im August 2011 die Produktion mit

399.000 Einheiten um 19 Prozent im Vorjahresvergleich

gestiegen ist.

Auf Seiten der Importe Österreichs aus

Deutschland ist vor allem die stark erhöhte

Einfuhr mineralischer Brennstoffe hervorstechend.

Dies ist aber in erster Linie

auf den deutlich gestiegenen Preis von Ro-

44 | SOCIETY 3/4_11


höl zurückzuführen.

Durch diese positive Entwicklung werden

die intensiven bilateralen Handelsbeziehungen

weiter gefestigt. Deutschlands

Position als wichtigster Handelspartner

Österreichs bleibt unbestritten. Im ersten

Halbjahr 2011 betrug der Anteil der Importe

aus Deutschland an den Gesamteinfuhren

38,3 Prozent und bei den Exporten lag

der deutsche Anteil bei 31,2 Prozent, laut

Zahlen von Statistik Austria. Darauf können

wir gemeinsam stolz sein.

Deutsche zählen in Österreich zur größten

Gruppe der Touristen, der ausländischen

Studenten und der in Österreich lebenden

Ausländer. Wie beurteilen sie das

Verhältnis zwischen Deutschen und Österreichern?

Das Verhältnis zwischen Österreichern

und Deutschen ist eng und vertraut.

Unsere Länder sind in der Tat

sprachlich, kulturell, wirtschaftlich und

gesellschaftlich so eng miteinander verflochten

wie kaum zwei andere Länder

in Europa. Nicht nur Touristen und Studenten,

sondern auch Vertreter des wirtschaftlichen

Lebens, Künstler, Sportler,

Medientätige und Musiker aus Deutschland

zieht es nach Österreich und umgekehrt.

Gesellschaftliche Diskussionen

werden oft in beiden Ländern geführt

und machen an der Staatsgrenze nicht

halt.

Dennoch gibt es stereotype Vorurteile

in beide Richtungen. So werden Deutsche

hierzulande bisweilen als „steif“,

„arrogant“, aber auch als „tüchtig“ und

„genau“ gesehen. Auch wird den Deutschen

gelegentlich mangelnder Humor

bescheinigt, was der Beliebtheit deutscher

Komiker wie Loriot oder Stermann

in Österreich übrigens keinen Abbruch

tut. Deutsche Touristen hingegen machen

sich zuweilen ein sehr einseitiges

Bild von Österreich, das sie vor allem als

beliebtes Urlaubsland sehen.

Insgesamt sind aber das Verständnis

und die Sympathie füreinander in den

letzten Jahren gestiegen. Hier machen

sich die Wanderungsbewegungen zwischen

den Ländern positiv bemerkbar.

Freundschaften werden gepflegt, Menschen

wachsen zusammen.

Wie verläuft die politische Zusammenarbeit

zwischen Deutschland und Österreich

in internationalen Fragen und Fragen der

EU?

Deutschland und Österreich arbeiten

in allen wichtigen Fragen eng und

freundschaftlich zusammen. Wir verfolgen

im Wesentlichen gleiche Interessen

innerhalb wie außerhalb der EU. Das

„Die Deutschen werden hierzulande

bisweilen als ‚steif‘,

‚arrogant‘, aber auch als

‚tüchtig‘ und ‚genau‘ gesehen.“

HANS HENNING BLOMEYER-

BARTENSTEIN

CURRICULUM VITAE

S.E. Hans Henning Blomeyer-Bartenstein

ist am 28.

Juli 1950 in München geboren.

Nach dem Studium der

Politischen Wissenschaften

und der Rechtswissenschaften

in Paris trat er 1975 in

den Auswärtigen Dienst ein.

Seine Auslandsposten führten

ihn nach Kairo, Washington, Tel Aviv (ständiger Vertreter

des Botschafters) und London (Gesandter). Im Auswärtigen

Amt war er u. a. persönlicher Referent der

Staatsminister Dr. Alois Mertes und Dr. Lutz Stavenhagen,

Leiter des Referats Öffentlichkeitsarbeit und Beauftragter

für die Asien- und Pazifikpolitik (2007-09). Von 1995 bis

2001 war er Leiter des Referats für bilaterale Beziehungen

zu den USA und Kanada, die Vereinten Nationen und Sicherheits-

und Abrüstungspolitik im Bundeskanzleramt.

Seit Juli 2009 ist Hans Henning Blomeyer-Bartenstein

Botschafter in Wien.

hohe Maß an übereinstimmenden EU-

Interessen kommt z.B. im gemeinsamen

Eintreten für die Stabilität des Euro, für

strenge Auflagen beim Euro-Rettungsschirm

oder für eine Finanztransaktionssteuer

zum Ausdruck.

Das traditionell sehr gute und vertrauensvolle

Klima wird durch hochrangige

Besuche auf Bundes- und Länderebene

sowie enge Abstimmung kontinuierlich

gepflegt. Auch auf parteipolitischer

Ebene bestehen insbesondere zwischen

ÖVP und CDU/CSU sowie zwischen SPÖ

und SPD enge Kontakte der jeweiligen

Führungsebenen.

Deutschland gedenkt dieses Jahr des

Mauerbaus vor fünfzig Jahren. Wie wird in

der öffentlichen Debatte mit diesem Kapitel

deutscher Geschichte umgegangen?

Es ist für uns Deutsche ein Grund zur

Freude und Dankbarkeit, dass unser

Land und seine Hauptstadt seit 1990

nicht mehr durch Mauer und Stacheldraht

geteilt sind. Die Wiedervereinigung

Deutschlands in Frieden und Freiheit

wird von meinen Landsleuten vor

allem als großes Glück empfunden.

Die Menschen, die den Bau der Mauer

am 13. August 1961 miterlebt haben,

erinnern sich an einen Tag, der ihr Leben

veränderte, gleich, auf welcher Seite der

Mauer sie fortan gelebt haben. Familien

wurden auseinandergerissen, Freundschaften

zerstört. Für sie ist dieser Tag

ein Tag des schmerzhaften Erinnerns.

Dies kam auch in einer feierlichen Gedenkfeier

in Berlin vor dem Brandenburger

Tor zum Ausdruck Politiker aller Parteien

würdigten die Opfer der Mauer.

Bundespräsident Christian Wulff betonte,

dass das Ende der Geschichte der

Mauer uns heute Mut mache, da die

Menschen die Geschichte dieses Endes

geschrieben hätten: „Die Mauer fiel

nicht, sie wurde umgestürzt“. Bundeskanzlerin

Angela Merkel sagte, der Mauerbau

mahne uns noch heute, für Freiheit,

Demokratie und Bürgerrechte

einzutreten.

SOCIETY 3/4_11 | 45


DIPLOMATIE

GESELLSCHAFT

Europa-Gesellschaft Coudenhove-Kalergi

Für ein Europa der Regionen

Ein Visionär und Vordenker der europäischen Vereinigung war Richard Coudenhove-

Kalergi, dessen Ideen in der Europa-Gesellschaft seines Namens weiterverfolgt werden.

Visionär und Vordenker Richard Coudenhove-Kalergi

Die Europa-Gesellschaft Coudenhove-

Kalergi ist eine unabhängige und gemeinnützige

Europainstitution zur

Förderung des europäischen Einigungsprozesses.

1978 wurde in Erinnerung an

Richard Coudenhove-Kalergi (1894-1972),

dem Visionär und Vordenker für ein gemeinsames

Europa, dem Begründer der

modernen Europa-Idee auf demokratischer

Basis und dem Inspirator für den Europarat

und die Europäische Union, die Coudenhove-Kalergi-Stiftung

in Genf gegründet.

Sie wurde 2008 in die

Europa-Gesellschaft Coudenhove-Kalergi

mit Sitz in Wien umgewandelt. Die Gesellschaft

entwickelt europafördernde Projekte

und gibt die Europäischen Briefe mit

Themen zu Europafragen heraus.

Schon 1922 präsentierte Richard Coudenhove-Kalergi

einen konkreten Vorschlag

zur Einigung Europas. Wien wurde

Hauptsitz der Paneuropa-Union. Hochrangige

Vertreter in den europäischen Parlamenten

unterstützten den „Propheten Europas“.

Er schrieb bereits vor fast hundert

Jahren über eine Europäische Union und

eine gemeinsame Währung. Unsere heutige

Europa-Hymne war seine Idee. Er war familiär

und durch sein Schicksal in fünf europäischen

Ländern persönlich verankert

und somit ein Europäer „par excellence“.

Zitat aus Coudenhove-Kalergis Werken: „Je

phantasieloser ein Politiker ist, desto größer

erscheint ihm das Reich der Utopie

und desto kleiner das Reich des Möglichen.

Solange an Paneuropa Tausende glauben,

ist es Utopie. Wenn erst Millionen daran

glauben, ist es politisches Programm. Sobald

hundert Millionen daran glauben, ist

es verwirklicht.“

Otto von Habsburg, der langjährige

internationale Paneuropa-Präsident, hat

das Lebenswerk Coudenhove-Kalergis fortgeführt.

Der Spross aus der Europa maßgeblich

mitprägenden Habsburg-Dynastie

brachte seine erlebte Geschichte über eine

lange Periode auch in das Europa-Parlament

in Brüssel und Straßburg ein. Er war

Ehrenpräsident der Europa-Gesellschaft

Coudenhove-Kalergi und Impulsgeber für

europapolitische Initiativen. Im Buch „Die

paneuropäische Idee“ schreibt Otto von

Habsburg: „Europa wird nur dann eine

Zukunft haben, wenn man diesen Erdteil

zeitgerecht so vereinigt, wie es seiner Natur

entspricht. Europa ist eine Gemeinschaft

der Völker und der Zivilisationen.“

Alois Mock, früherer österreichischer Vizekanzler

und Außenminister, der Österreich

mit Elan und Begeisterung in die Europäische

Union führte, wird in Österreich

und vielen anderen Ländern für seine europabezogenen

Initiativen hoch geschätzt

und verehrt. Seine kompromissbereite und

verständnisvolle Haltung, vor allem auch

in Bezug auf die oft schwierigen Beitrittsprozesse

der östlichen Nachbarländer sind

historische Verdienste. Alois Mock ist seit

2002 Präsident der Europa-Gesellschaft

Coudenhove-Kalergi. Zitat des österreichischen

„Mister Europe“: „Ein Europa ohne

Österreich ist undenkbar.“

Nikolaus von Liechtenstein ist als Vertreter

des Fürstentums in Brüssel durch

lange Jahre ein intimer Kenner der europäischen

Institutionen geworden. Seine ausgeglichene

und wertbezogene Haltung in

vielen Diskussionsfragen haben ihn zu einem

gesuchten Europa-Gesprächspartner

gemacht. Er residiert seit kurzem als dislozierter

Botschafter seines Landes beim Heiligen

Stuhl wieder in Liechtenstein. Er ist

geschäftsführender Vizepräsident der Europa-Gesellschaft

Coudenhove-Kalergi.

Heinz Wimpissinger war über vier Jahrzehnte

österreichischer Wirtschaftsdiplomat

in europäischen Ländern und in Übersee.

Als Generalsekretär werden von ihm

die operativen Agenden der Europa-Gesellschaft

wahrgenommen. Sein Lieblingszitat

zu Europa: „Gestalten wir ein Europa der

Regionen statt Nationen.“

Die Einigung Europas schreitet fort,

doch immer wieder zeichnen sich neue Bedrohungen

wie die gegenwärtige Finanzkrise,

die Asylanten- und Immigrationswellen,

Minderheitenprobleme am Beispiel

der Roma oder ganz allgemein nationale

Egoismen, fundamentalistische Religionen

oder extreme Ideologiepositionen ab.

Otto von Habsburg war viele Jahre

Ehrenpräsident der Europa-Gesellschaft

Alois Mock, Präsident der Europa-Gesellschaft

Coudenhove-Kalergi

Nikolaus von Liechtenstein, geschäftsführender

Vizepräsident

KONTAKT

Beiträge und Zusammenarbeitsinteresse zur Unterstützung

unserer Ziele sowie für die Erarbeitung von Lösungshilfen

im europäischen Kontext sind gesucht. Kontaktaufnahme

erbeten unter

EUROPA-GESELLSCHAFT COUDENHOVE-KALERGI

Lichtenfelsgasse 7, A-1010 Wien

Tel. +43-(0)1-401361

E-Mail: es-ck@european-society-coudenhove-kalergi.org

www.european-society-coudenhove-kalergi.org

FOTO: MARTHA HERMANN © HOPI-MEDIA (MOCK)

46 | SOCIETY 3/4_11


DIPLOMATIE

SEEGERICHTSHOF

Der Internationale Seegerichtshof

Ein Weltgericht für die Meere

Das Seerechtsübereinkommen der Vereinten Nationen von 1982 stellt ein umfassendes rechtliches

Rahmenwerk zur Regulierung des gesamten Meeresraums sowie seiner Nutzungen

und Ressourcen dar. Es kann zu Recht als eine „Verfassung für die Ozeane“ bezeichnet werden.

Dem Übereinkommen gehören derzeit 161 Staaten darunter Österreich an, sowie auch

die Europäische Union. Von HELMUT TÜRK

ÜBER DEN AUTOR

Dr. Helmut Türk war Leiter des Völkerrechtsbüros im österreichischen

Außenministerium, Botschafter in Washington,

Kabinettsdirektor der Österreichischen Präsidentschaftskanzlei

und Botschafter beim Heiligen Stuhl. Seit dem

Jahr 2005 ist er Richter am Internationalen Seegerichtshof

- von 2008 bis 2011 dessen Vizepräsident.

Das Seerechtübereinkommen enthält

wichtige Regelungen zur Beilegung von

Streitigkeiten, die jedoch erst zum Tragen

kommen, wenn etwaige von den Parteien

selbst gewählte Streitbelegungsmechanismen,

vor allem solche diplomatischer

Art, nicht zu einem Ergebnis geführt haben.

Mit dem Übereinkommen wurde auch der

Internationale Seegerichtshof geschaffen,

der 1996 seine Tätigkeit an seinem Sitz in

Hamburg aufgenommen hat. Die Staaten

haben jedoch die Wahl, ob sie eine Streitigkeit

dem Seegerichtshof, dem Internationalen

Gerichtshof in Den Haag oder einem

Schiedsgericht unterbreiten. Sie haben auch

das Recht, gewisse Kategorien von Streitigkeiten,

wie etwa die Abgrenzung von Meeresgebieten

oder militärische Aktivitäten,

von einer verbindlichen Streitbeilegung auszunehmen.

Die Zuständigkeit des Internationalen

Seegerichtshofs erstreckt sich grundsätzlich

auf alle Seerechtsstreitigkeiten, wie

Streitigkeiten über die Abgrenzung von Meeresgebieten,

Fischerei, Meeresverschmutzung

oder wissenschaftliche Meeresforschung.

Nachdem die Meere beinahe 71

Prozent der Erdoberfläche umfassen, hat

der Seegerichtshof – vom Internationalen

Gerichtshof abgesehen – den weltweit größten

Zuständigkeitsbereich. Wie Hamburgs

Bürgermeister Olaf Scholz unlängst erklärt

hat: „Am Internationalen Seegerichtshof

bündelt sich die weltweite Kompetenz zum

globalen Thema Seerecht.“

***

Österreichs Stimme

Der Seegerichtshof hat in zwei Fällen eine

obligatorische Zuständigkeit, und zwar

hinsichtlich der Verfügung von vorläufigen

Maßnahmen – bis zur Einsetzung eines

Schiedsgerichts – sowie der sofortigen Freigabe

von Schiffen und Besatzung, sofern

diese von einem Küstenstaat wegen behaupteten

illegalen Fischfangs oder angeblicher

Meeresverschmutzung festgehalten werden.

Die Urteile des Seegerichthofs sind endgültig

und die Streitparteien sind verpflichtet

diese zu befolgen – was bisher stets der Fall

gewesen ist. Es besteht auch keine Möglichkeit

der Berufung.

Der Internationale Seegerichthof besteht

aus 21 Richtern, die anerkannte Experten

auf dem Gebiet des Seerechts sein müssen

und von den Vertragsstaaten des Seerechtsübereinkommens

für einen Zeitraum von

neun Jahren gewählt werden. Die Zusammensetzung

des Gerichtshofs muss eine

Vertretung der wesentlichen Rechtssysteme

der Welt sowie eine gerechte

geographische Verteilung gewährleisten.

Der Autor dieser Zeilen gehört dem Seegerichtshof

seit sechs Jahren als einziger aus

einem Binnenstaat stammender Richter an

und hatte die Ehre, während der letzten

drei Jahre als dessen Vizepräsident zu fungieren.

Als erster hochrangiger österreichischer

Politiker hat der Landeshauptmann

von Oberösterreich, Dr. Josef Pühringer, an

der Spitze einer Wirtschafts- und Journalistendelegation

im Mai d. J. im Rahmen eines

offiziellen Aufenthalts in Hamburg

auch den Seegerichtshof besucht.

***

Der bisher wichtigste Fall

In den 15 Jahren seines Bestehens hat

sich der Internationale Seegerichtshof bereits

einen Ruf für eine rasche und effiziente

Behandlung von Fällen erworben

und dabei bedeutende Beiträge zur Entwicklung

des Völkerrechts geleistet. Derzeit

behandelt der Seegerichtshof seinen

bisher wichtigsten Fall, und zwar eine

Streitigkeit zwischen Bangladesch und Myanmar

betreffend die Abgrenzung von

Meeresgebieten im Golf von Bengalen, wobei

auch wichtige wirtschaftliche Interessen

mit im Spiel sind. Mit einem Urteil ist

im März 2012 zu rechnen. Das Potenzial

des Internationalen Seegerichtshofs zur

Beilegung von Seerechtsstreitigkeiten ist

bisher allerdings noch nicht ausgeschöpft.

Eine wichtige Rolle könnte dieser in Zukunft

auch bei internationalen Schadensfällen

aufgrund von Meeresverschmutzung

spielen, und zwar nicht zuletzt

angesichts der Komplexität der diesbezüglichen

innerstaatlichen Verfahren.

Landeshauptmann Josef

Pühringer zu Besuch am

Int. Seegerichtshof

SOCIETY 3/4_11 | 47


DIPLOMATIE

ÖGAVN

Jung und aktuell

Arabischer Herbst auf Schloss

Hernstein

Die schon seit 1967 alljährlich auf Schloss Hernstein in Niederösterreich abgehaltenen

„Außenpolitischen Gespräche“ standen heuer von 21. bis 22. Oktober unter dem Rahmenthema

„Transformations in the Arab World“.

Prof. Ziad Majed (li) mit Bot. Gregor Woschnagg

(Mitte) und Mag. Karl Hartleb (rechts)

Die Idee, den „Arabischen Frühling“ bei

den traditionsreichen Gesprächen zu

beleuchten, hatte Botschafter i.R. Dr.

Alexander Christiani, Vorstandsmitglied

der Österreichischen Gesellschaft für

Außenpolitik und die Vereinten Nationen

(ÖGAVN) und inhaltlicher Betreuer der

Veranstaltung bereits im Mai dieses Jahres.

***

Thema am Puls der Zeit

Aktueller konnte der Zeitpunkt der Abhaltung

der Gespräche nicht sein. Am Tag

eins nach dem Tod von Muammar al-Gaddafi

trafen sich die von der ÖGAVN eingeladenen

Experten und an die 100 Teilnehmer

im Seminarzentrum des ehemaligen

Habsburgerschlösschen, um die Hintergründe

der Revolutionen und die zukünftigen

Chancen für die Region und für die

Welt zu analysieren.

Unter ihnen internationale Experten

wie der per Video-Botschaft zugeschaltete

SKH Prince El-Hassan bin Talaal von Jordanien

sowie „live“ Ziad Majed, Political Researcher

for Middle East Studies at the

American University of Paris und der frühere

Außenminister von Mauretanien und

Professor am renomierten Graduate Institute

of International and Development

Studies in Genf, Dr. Mohammad-Mahmoud

Ould Mohamedou.

Heimische Referenten wie Botschafter

Dr. Ferdinand Trauttmansdorff, Mag. Karl

Hartleb von der Wirtschaftskammer Österreich

und Brigadier Mag. Dr. Walter Feichtinger

von der Landesverteidigungsakademie

ergänzten die Panels.

***

Thema für die Jugend

ÖGAVN-Präsident Altbundeskanzler Dr.

Wolfgang Schüssel und Vizepräsident Botschafter

i.R. Dr. Gregor Woschnagg hoben

in ihren Begrüßungsworten die Bedeutung

der Region für Europa hervor und

motivierten die zum großen Teil aus Studierenden

und Jungakademikern bestehenden

Teilnehmer, sich aktiv in die Diskussion

einzubringen. Dem hohen

Jugendanteil wurde heuer auch dadurch

ÖGAVN-Präsident

Dr. Wolfgang

Schüssel in Hernstein

Rechnung getragen, dass Marc E. Melich,

Vorstandsvorsitzender des Akademischen

Forums für Außenpolitik (AFA) in Wien,

mit der Moderation eines Panels betraut

wurde.

„Der Unterschied zu den sonstigen Vortragsveranstaltungen,

die in der Regel auf

Wien beschränkt sind, besteht, neben dem

Fokus auf die jüngere Generation, bei den

Hernsteiner Gesprächen darin, sich über

eineinhalb Tage zusammenzusetzen, um

sich intensiver mit einer Materie beschäftigen

zu können.“, so ÖGAVN-Generalsekretär

Michael F. Pfeifer, der verantwortliche

Organisator der jährlichen „Außenpolitischen

Gespräche“.

MITGLIEDSCHAFT

Alle Personen, die am internationalen

Geschehen interessiert sind

und zur Stärkung der Vereinten

Nationen beitragen wollen, können

ordentliche Mitglieder der

Seit 1945

Österreichischen Gesellschaft für Außenpolitik und die Vereinten

Nationen (ÖGAVN) werden. Daneben sind Unternehmen

und andere Institutionen eingeladen, als unterstützende

Mitglieder beizutreten. Wenn Sie Interesse an einer

Mitgliedschaft haben, wenden Sie sich bitte an:

ÖSTERREICHISCHE GESELLSCHAFT FÜR AUSSENPOLITIK

UND DIE VEREINTEN NATIONEN (ÖGAVN)

Hofburg/Stallburg, Reitschulgasse 2/2. OG, A-1010 Wien

Tel.: +43-(0)1-535 46 27

E-Mail: office@oegavn.org, www.oegavn.org

MAGAZIN SOCIETY

Mag. Gertrud Tauchhammer hat mit dem Magazin

SOCIETY als offizielles Organ schon seit 1995 fungiert und

übt seitdem mit verschiedensten Aktivitäten den Brückenschlag

zwischen Österreich und den Vereinten Nationen

aus. Auf Vorschlag von Altbundeskanzler Dr. Wolfgang

Schüssel wird die Kooperation zwischen dem Magazin

SOCIETY und der ÖGAVN fortgesetzt. SOCIETY ist zu hundert

Prozent im Eigentum der Tauchhammer KG/Mag. Gertrud

Tauchhammer.

48 | SOCIETY 3/4_11


DIPLOMATIE

WELCOME TO AUSTRIA

INFORMATION

The Board of WA with State

Secretary Wolfgang Waldner

Where Diplomats Feel At Home

A Platform for Ideas

and Culture

“Welcome To Austria” held its 14 th General Assembly Meeting,

followed by a cocktail reception which was graced by the

presence of State Secretary Wolfgang Waldner.

At the 14th General Assembly Meeting

of “Welcome To Austria”, State Secretary

Wolfgang Waldner, on behalf of

WA-President Foreign Minister Michael

Spindelegger, highlighted the importance

of the Association in building bridges between

Austria and the world – between foreign

diplomats posted in Vienna and Austrian

Society.

The main purpose of WA is to introduce

foreign diplomats and international civil servants

to the Austrian way of life and culture.

The emphasis is placed on culture past and

present and the rich heritage of the Austrian

civilisation. WA aims at being a platform

for the exchange of ideas and cultures and

invites all foreign diplomats in Austria to

participate. The Association is grateful for

the patronage of the BMeiA and proud to

have the Foreign Minister as President.

After the General Assembly Meeting,

which took place in the famous Marmorsaal

of the Foreign Ministry, a cocktail reception

was held during which members of WA had

the chance to converse with State Secretary

Dr. Waldner.

WA “Welcome to Austria” was

founded in 1997 by Dr. Benita Ferrero-

Waldner, who was then State Secretary

for Foreign Affairs, with the

overriding objective of introducing

foreign diplomats and international

civil servants assigned to Vienna and

their spouses to the Austrian way of

life. The aims of WA are to promote the awareness and understanding

of Austria’s rich heritage of culture and history

past and present. WA would welcome newly accredited

diplomats and their spouses to join the club.

***

WA invites you to join:

■ You will meet many interesting Austrians in a relaxed

atmosphere and make new friends.

■ You will be offered a wide choice of excellent programmes

and learn a great deal about your host country.

■ You will be invited to private homes and through WA

events you will enjoy many things which you would not

have access to outside our Association.

***

THE BOARD OF “WELCOME TO AUSTRIA”

Dr. Benita Ferrero-Waldner – Founding President

Foreign Minister Dr. Michael Spindelegger – President

Gabrielle Schallenberg – First Vice President - History, Art

Dr. Monika Türk – Second Vice President

Mag. Stephan Hofstätter – Treasurer

Mag. Gertrud Tauchhammer – Public Relations,

“Schriftführerin”

Dr. Elisabeth Wolff – Music

Dr. Heide Almoslechner – German

Anne Thun-Hohenstein – History, Art

Dr. Stefanie Winkelbauer – Applied Arts, Cuisine

Mag. Adelaida Calligaris – Liaison Officer

***

OFFICE HOURS

Mo-Tue-Wed: 2 p.m.–5 p.m.

Thurs-Fri: 9 p.m.–12 p.m.

Gabriela Znidaric, Secretary

Hofburg, Stallburg, Reitschulgasse 2, 1010 Vienna

Phone: +43-(0)1-535 88 36, Fax: +43-(0)1-535 88 37

E-mail: office@welcome-to-austria.org

www.welcome-to-austria.org

FOTOS: SOCIETY/BIBER

View of the plenum

First Vice-President Gabrielle Schallenberg,

Wolfgang Waldner, Second

Vice-President Monika Türk

SOCIETY 3/4_11 | 49


DIPLOMATIE

USBEKISTAN

20 th Anniversary of Independence

Anti-Crisis Program in Uzbekistan

Interview with the Head of the Permanent Mission of the Republic of Uzbekistan to the International

Organizations in Vienna, Dr. Ravshanbek Duschanov, by SOCIETY Editor-in-Chief

Mag. Gertrud Tauchhammer about the economic growth, the Rogun Hydropower Plant,

Afghanistan and the relations with Austria.

Gerti Tauchhammer, Dr.

Ravshanbek Duschanov and

spouse

Mr. Duschanov, thank you for agreeing to

give an interview to our magazine. In recent

years Uzbekistan has demonstrated strong

economic growth despite the global financial

crisis. What do you think is the secret

of the success of your country?

First of all, I would like to point out that

we are on the eve of 20th anniversary of Independence

of Uzbekistan to be celebrated

in September 1. During this short by historical

standards time the huge work in all areas

of Uzbekistan have been done.

Indeed, economic growth in Uzbekistan

in recent years is more than 8% annually.

In particular, last year this figure was 8.5%.

In addition, export growth last year was

10.8%, which contributed to the growth of

international trade balance increase of 1.8

times. And this is despite the global financial

crisis. International experts suggest

that the crisis has affected Uzbekistan

minimally. Together with a statement of

positive indicators, I should note that behind

these significant results is a vast

work of the state to promote economic

growth and development, as well as to

prevent and reduce the impacts of global

crisis on Uzbekistan.

In particular, in Uzbekistan, the President

of our country, Islam Karimov formed

"The concept of the further deepening of

democratic reforms and the development

of

Botschafter

civil society

Gordan Bakota

in the country," which calls

for further reforms in various sectors of society.

Development and implementation of

the "Anti-Crisis Program in Uzbekistan" also

supposes reformation of economy in order

to prevent and reduce the impact of

the crisis. In addition, the Uzbekistan’s

government is paying attention on small

and medium-sized business, which is one

of the main factors of economic development.

Thus, 2011 was declared as the Year

of Small Business and Private Entrepreneurship.

The set of government programs

to promote economic growth and development

and their effectiveness, I think, has

been contributed to these positive changes

in socio-economic environment of our

country.

One of the urgent issues of social discussions

at present is the issue of transboundary

waters, including in Central Asia. What

do you think about the construction of Rogun

Hydropower Plant in Tajikistan?

Under the project, Rogun Hydropower

plant is a type of high-altitude HPP with

335 meters rock dam. If the project is completed,

the dam of hydropower will be the

tallest in the world. Hydropower project

has been criticized because of the location

in a zone of high seismic activity, landslide

and debris flow processes and the availabil-

50 | SOCIETY 3/4_11


ity under the base of the dam Ionakhsh tectonic

fault, filled with rock salt. According

to the estimates of distinguished experts,

the exploitation of Rogun on the Vakhsh

River in Tajikistan will interrelate risks and

threats to existing natural balance, and the

economic situation not only in Uzbekistan

but Turkmenistan and Kazakhstan. Experts

believe that if a cascade of hydropower

plant on the Vakhsh River will actively

generate electricity in the area, the possible

flooding could hit 28 districts and

cities of Uzbekistan. In addition, the threat

of flooding will affect power lines, agricultural

lands and irrigation canals, put into

question the work of railway lines. Total

loss from water quality deterioration, loss

of crops and the area of reservoirs and fish

resources, reduction of the area riparian

forests, reed beds, natural grassland, reduction

and extinction of rare animals and

birds for five years will amount to 18 billion

238 million U.S. dollars or, 36 billion

dollars annually.

I think that what happened in Japan,

the powerful earthquake that caused the

failure of one of the world's largest nuclear

power plant, made the world take a fresh

look at the possible consequences of the

disaster. In this regard, I believe that it is

necessary to take seriously the opinion of

the Honorary Director of Research Institute

of Seismology, Academy of Sciences of

Tajikistan, Sabit Negmatullaev, who concluded

that over the next 10 years in the

Pamir-Hindu Kush mountain range can be

a strong earthquake, similar in strength to

that was in Japan.

A good example - evidence of our irresponsible

attitude to environmental issues

- is the tragedy of the Aral Sea, which is almost

during the lifetime of only one generation,

has evolved from once a unique

and one of the most beautiful seas to the

drying and disappearing basin.

In these circumstances, any attempt to

implement the projects that were developed

30-40 years ago, during the Soviet period,

for the construction in the upper

reaches of these rivers the large-scale hydropower

plants with huge dams, especially

considering that the seismicity of the

upcoming construction zone is 8-9 points

- all of which can cause irreparable environmental

damage and the cause of the

most dangerous man-made disasters.

It would be much more rational, as recommended

by many international environmental

organizations and respected

experts, to construct on these rivers the

same power capacity and safer, more economical

small hydropower plants.

„Trade turnover between

Uzbekistan and Austria has increased

from year to year.“

RAVSHANBEK DUSCHANOV

In connection with the problems that

still exist in Afghanistan, including drug

trafficking and terrorism, is becoming increasingly

popular initiative "6 +3" proposed

by Uzbekistan. Could you tell more

details about it and its benefits?

Questions on stabilization and improvement

of the situation in

Afghanistan continue to be among the

important foreign policy priorities of the

countries bordering Afghanistan. In this

regard, Uzbekistan is interested in promoting

international involvement in

Afghanistan in order to create a stable

foundation for the development of

Afghanistan in the political, socio-economic

and humanitarian spheres in the

long term. In this regard, it is important

to note that there is no military solution

for the existing problems in Afghanistan.

In the current situation it is extremely

important to find alternative ways of

achieving peace and stability in

Afghanistan. Among them, in our opinion,

the significant role could be played

by the establishment under the auspices

of the UN the Contact Group "6 +3" proposed

by Uzbekistan in 2008.

Meaning and essence of the initiative

of the President of Republic of Uzbekistan

Islam Karimov is built on the sense

that Afghanistan’s troubles must be addressed

by the Afghans themselves with

the assistance of those nations who are

inherently interested in seeing the end

to the war and a peaceful future in

Afghanistan. In this case, one should

primarily refer to the United States, NA-

TO, Russia, who are in effect involved in

the peacemaking mission, as well as

Afghanistan’s immediate neighbors.

The central objective of “6+3” contact

group is to propose to the confronting

parties a Program of Secession

of Hostilities in Afghanistan, to seek out

compromise solutions to key issues and

disagreements dividing the country, to

ensure security and provide required

guarantees taking into account the interests

of every party.

At the same time, the first and foremost

emphasis in the Program must be

placed on rendering economic assistance,

implementing socially oriented,

infrastructural and humanitarian projects,

addressing unemployment, tackling

the most pressing tasks in fighting

poverty, misery and lawlessness. It is

necessary to demonstrate a complete respect

for the ages-old traditions, customs

and values of Islamic religion adhered

to by the people of Afghanistan.

I think our readers will be interested to

know your opinion on the trends of development

of bilateral relations between

Uzbekistan and Austria.

I am pleased to note the dynamic development

of Uzbek-Austrian relations in

the economic, political and cultural

spheres. Trade turnover between Uzbekistan

and Austria has increased from year

to year as well as the number of Austrian

tourists wishing to visit our country.

In particular, in cooperation with the

Economic Chamber of Austria in May this

year was organized the Uzbek-Austrian

business forum, which goal was to introduce

to Austrian business circles the economic

and investment potential of Uzbekistan

and the development of possible

ways of cooperation. Also, the work on

preparation of the next session of Intergovernmental

Committee is of particular

importance.

However, it should be noted that the

potential for the development of relations

between our countries does not match the

existing opportunities. Austrian companies

could more intensively use of the opportunities

available in Free Industrial

Economic Zone “Navoi” and more actively

participate in investment projects in

Uzbekistan.

Speaking about investment opportunities

of Austrian economy for Uzbekistan, it

should be noted that Austria is specialized

in the design and manufacture of complex

industrial products, especially capital

goods and innovative industrial technologies.

Key industries include mechanical

engineering, electrical, chemical, food

and other industries. In my view, these areas

could become a good basis for implementing

joint projects in Uzbekistan.

In conclusion let me to wish you and to

your edition all success and prosperity.

SOCIETY 3/4_11 | 51


DIPLOMATIE

INTERNATIONAL

NATIONALFEIERTAGE

der Botschaften mit Amtssitz in Wien. Von Oktober bis Dezember

1.

1.

1.

2.

3.

12.

23.

25.

27.

28.

28.

29.

OKTOBER

China Jahrestag der Gründung der

VR China (1949)

Nigeria Unabhängigkeitstag (1960)

Zypern Unabhängigkeitstag (1960)

Indien Geburtstag Mahatma Ghandis

(1869-1948)

Deutschland Tag der Deutschen

Einheit (1990)

Spanien Gedenktag an die Entdeckung

Amerikas (Día de la Hispanidad)

Ungarn Nationalfeiertag (Gedenken

an den Volksaufstand 1956)

Kasachstan Tag der Republik (Souveränitätserklärung

1990)

Turkmenistan Unabhängigkeitstag

(Proklamation der Unabhängigkeit

von der Sowjetunion 1991)

Griechenland „Ochi-Tag“ (Ablehnung

des italienischen Ultimatums

1940)

Tschechische Republik Unabhängigkeitstag

(1918)

Türkei Tag der Republik (1923)

1.

3.

11.

11.

18.

18.

22.

28.

29.

NOVEMBER

Algerien Jahrestag der algerischen

Revolution (1954)

Panama Unabhängigkeitstag (Loslösung

von Großkolumbien 1903)

Angola Unabhängigkeitstag (1975)

Polen Unabhängigkeitstag (1918)

Lettland Unabhängigkeitstag (1918)

Oman Geburtstag S.M. Sultan

Qabus ibn Said (*1940; Amtsantritt

am 23. Juli 1970)

Libanon Unabhängigkeit (1943)

Albanien Nationalfeiertag (1912)

Albanien Tag der Befreiung (Ende

der italienisch-deutschen Besetzung

1944)

1.

2.

2.

5.

6.

11.

12.

13.

16.

23.

DEZEMBER

Rumänien „Tag der großen Vereinigung“

(1918)

Laos Ausrufung der Volksrepublik

(1975)

Vereinigte Arabische Emirate

Nationalfeiertag (Staatsgründung

1971)

Thailand Geburtstag S.M. König

Bhumibol Adulyadej (Regent seit 9.

Juni 1946)

Finnland Unabhängigkeitstag

(1917)

Burkina Faso Unabhängigkeitstag

(Ausrufung der Republik 1958)

Kenia Unabhängigkeitstag (1963)

Malta „Republic Day“ (1974)

Kasachstan Unabhängigkeitstag

(1991)

Japan Geburtstag S.M. Kaiser Akihito

(Amtsantritt 7. Jänner 1989)

KONFERENZEN DER VEREINTEN NATIONEN IN WIEN

November bis Dezember 2011

NOVEMBER

2. UNODC: Informal Meeting of the Standing Open-ended Intergovernmental Working Group on Im

proving the Governance and Financial Situation of the UNODC

9.-10. UNODC: Conference of the Parties to the United Nations Convention against Transnational Organized

Crime: Intergovernmental Expert Group Meeting on the UNTOC Omnibus Survey Software

11. UNODC: Conference of the Parties to the United Nations Convention against Transnational

Organized Crime: Informal Consultations on the UNTOC Review Mechanisms

14.-16. IAEA: Board of Governors: Technical Assistance and Cooperation Committee

14.-18. UNCITRAL: Working Group III (Online Dispute Resolution), 24 th session

16. UNODC: Informal Meeting of the Standing Open-ended Intergovernmental Working Group on

Improving the Governance and Financial Situation of the UNODC

17.-18. IAEA: Board of Governors

28.-2.12. UNIDO: General Conference, 14 th session

DEZEMBER

12. UNODC: Commission on Narcotic Drugs, reconvened 54 th session

12.-16. UNCITRAL: Working Group VI (Security Interests), 20 th session

13. UNODC: Commission on Crime Prevention and Criminal Justice, reconvened 20 th session

14.-15. UNODC: Conference of the Parties to the United Nations Convention against Transnational

Organized Crime: Informal Consultations on the UNTOC Review Mechanisms

14.-16. UNODC: Open-ended Intergovernmental Expert Group to Conduct a Comprehensive Study on the

Problem of Cybercrime*

* unter Ausschluss der Öffentlichkeit, Quelle: http://www.unvienna.org/documents/calend294.pdf

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DIPLOMATIE

BERICHT

Ein ungewöhnlicher „Besuch“

Zwei Heilige zu Gast bei uns

Es kommt sicher nicht sehr häufig vor, Heilige zu Gast zu haben. Uns wurde diese Ehre zuteil,

als mein Mann Botschafter beim Heiligen Stuhl war. Nur wenigen ist bekannt, dass die

Gebeine des Schutzheiligen von Norikum, des Hl. Severin, in der Pfarrkirche von Frattamaggiore

bei Neapel beigesetzt sind. Von MONIKA TÜRK

Papst Benedikt

XVI. vor den Vitrinen

der Hl. Severin

und Sossio

Während unserer Zeit in Rom fuhren

wir jährlich zwei Mal nach Frattamaggiore.

Einmal am Gedenktag des

Heiligen Severin am 8. Jänner und ein zweites

Mal, wenn die Silberkassetten mit den

Reliquien des Hl. Severin und des Hl. Sossio,

eines lokalen Märtyrers und Heiligen, in

feierlicher Prozession durch die Stadt getragen

wurden. Die Ruhestätte des Hl. Severin

wird nicht nur von den österreichischen

Botschaftern beim Hl. Stuhl regelmäßig besucht,

sondern ist auch wiederholt Anlass

für Besuche seitens hochrangiger österreichischer

Persönlichkeiten. Neue Vitrinen

für die Reliquien der Heiligen Severin und

Sossio sind 2003 von Casinos Austria International

gespendet worden.

Der Hl. Severin war Mönch und Staatsmann

zur Endzeit der Römerherrschaft in

der zweiten Hälfte des 5. Jahrhunderts im

Donauraum und ist als der Apostel Norikums

bekannt. Severin hielt sich hauptsächlich

im Donauland zwischen Carnuntum

im Wiener Becken und der Gegend

von Passau auf. Hier begründete er auch

ein kleines Kloster. Er rief die Bewohner von

Batavis (Passau) zu Umkehr und Buße auf

und sorgte für einen kampflosen Abzug der

Römer. Am 8. Jänner 482 starb er in Favianis

(Mautern bei Krems). 488 – einige Jahre

nach der Abdankung des letzten weströmischen

Kaisers Romulus Augustulus – zog

sich die von Severin gegründete Mönchsgemeinschaft

mit den sterblichen Überresten

des Heiligen nach Misenium nahe Neapel

zurück. Die Reliquien Severins wurden

gemeinsam mit denen Sossios im Jahr 1807

feierlich nach Frattamaggiore übergeführt.

Der Hl. Severin blieb in der Gegend seines

Wirkens unvergessen: Der Stadtteil Sievering

im 19. Wiener Gemeindebezirk führt

seinen Namen auf ihn zurück. Das Wappen

der Gemeinde zeigt ihn, und die Sieveringer

Pfarrkirche ist ihm geweiht.

***

Zuerst beim Papst, dann in der

Botschaft

Wir hatten uns mit dem Pfarrer von

Frattamaggiore, Don Sossio Rossi, angefreundet

und eines Tages rief er meinen

Mann an, dass er mit seiner Pfarrgemeinde

eine Pilgerfahrt nach Rom unternehmen

und die Reliquienschreine des Hl. Severin

und des Hl. Sossio mitnehmen

möchte. Er hatte sich vorgestellt, dass die

beiden Vitrinen bei der Generalaudienz

des Papstes, die jeden Mittwoch vor dem

Petersdom stattfindet, am Vorplatz des Petersdomes

aufgestellt und dem Hl. Vater

präsentiert werden.

An einem Mittwoch im Mai 2006 kam

Don Sossio in einem Sonderzug mit etwa

4.000 Pilgern aus seiner Pfarrgemeinde sowie

den beiden Reliquienschreinen nach

Rom. Alles lief wie geplant. Die Pilger waren

bei der Generalaudienz des Papstes, die

Vitrinen waren aufgestellt und der Hl. Vater

erwies ihnen seine Reverenz. Zu bemerken

ist, dass dem Papst der Hl. Severin als

Schutzheiliger Norikums wohlbekannt

war, es ihn jedoch überraschte, dass dessen

sterbliche Überreste in Süditalien aufbewahrt

werden.

Nach der Generalaudienz wollten die

Pilger zum Mittagessen gehen und anschließend

Rom besichtigen. Deshalb bat

uns Pfarrer Don Sossio, die Schreine mit

den Gebeinen der Heiligen inzwischen mit

uns in die Botschaft zu nehmen. Mein

Mann musste allerdings den Chauffeur

erst dazu bewegen, die Heiligenschreine in

das Auto zu nehmen, da er davor große

Angst hatte. Schließlich willigte er jedoch

ein. Die Heiligenschreine wurden auf die

Rücksitze des Dienstwagens gestellt und in

die Botschaftsresidenz gebracht. Ich stellte

sie im Wohnzimmer auf zwei Tische, daneben

Blumen und Kerzen und sorgte dafür,

dass entweder ich oder jemand anderer

stets bei ihnen war. Man könnte somit sagen,

dass der Hl. Severin damit nach mehr

als 1.500 Jahren auf österreichischen Boden

zurückgekehrt war. Am Abend wurden

die Schreine wieder abgeholt und die Heiligen

reisten mit den Pilgern zurück in die

Kapelle der Pfarrkirche in Frattamaggiore.

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DIPLOMATIE

KASACHSTAN

Kazakhstan’s National Day

20 Years of Independence

2011 is a landmark year for Kazakhstan. Twenty years ago, on December 16, 1991 President

Nursultan Nazarbayev signed the Constitutional Law “On State Independence of the Republic

of Kazakhstan”.

The acclaimed British writer and politician

Jonathan Aitken, the author of

“Nazarbayev and the Making of Kazakhstan”,

describes the young country as a

miracle: “My personal impression is that

Kazakhstan is a miracle. No one knew anything

about your republic just 20 years

ago. But today the whole global community

is talking about your success. Nursultan

Nazarbayev played not a lesser role in the

world history than Churchill in the history

of Britain”.

Is there any other state in the world

that over 20 years, a rather short time period

in terms of historical development,

reached such a level as Kazakhstan did?

The answer is no. The journey this country

made in two decades is tremendous. It

took independent Kazakhstan just 20 years

to achieve international success advocating

inter-ethnic and inter-faith dialogue and

creating a world without nuclear weapons.

The formation of political and economic

systems, the establishment of a unique institution

- Kazakhstan People’s Assembly,

chairmanship in many international organizations

earned the republic significant

political weight and boosted its international

image.

To strengthen its national security, in

the first place, the country focuses on internal

political stability in the society.

“Economy first, politics second” is the basic

principle of Kazakhstani state model’s

development. Its policy centers on mutual

understanding, tolerance and national cohesion,

maintenance of peace and accord

in Kazakhstan, since only this can facilitate

the republic in its successful international

advancement.

***

No! to nuclear weapons

One of the first decisions of the Kazakhstan

President after the republic gained

independence was the closure of the Semipalatinsk

nuclear test site, a move that

was highly appreciated by the entire world

community. The former U.S. Secretary of

State Henry Kissinger said that Kazakhstan

was a country listening to reason and

Celebrating 20 years of

independence in the

capital Astana

called it an example of how people should

live and look to the future with hope.

Heads of state positively view Kazakhstan’s

contribution in the fight for nuclear nonproliferation

and against international terrorism,

religious extremism. The capital of

Kazakhstan - Astana - is the venue for Congresses

of Leaders of World and Traditional

Religions and other events aimed at addressing

present global problems.

“Two decades made of many accomplishments

that earlier could not have

been achieved during centuries” - this is

how Kazakhstan’s leader Nursultan

Nazarbayev describes the 20 year period of

independence. In his last state-of-the-nation

address “Let’s build the future together!”

voiced in January 2011, Nazarbayev said:

“We are coming into the twentieth year of

Independence. In December 1991 we opted

for stability and success and went forward,

creating new development programs for

every new stage. We set ambitious goals

and achieved them”.

***

Trinity of languages

At the same time the country has been

implementing a large-scale cultural project

“Trinity of languages”. Its goal is the

knowledge of Kazakh, Russian and English

by the majority of Kazakhstanis. The development

of the Kazakh language is of paramount

importance as it is the state language,

which is being used more

extensively. The Russian language, which is

the language of interethnic communication,

is used officially along with Kazakh.

English should help Kazakhstanis faster integrate

in the international economic and

educational environment.

Kazakhstan can be proud of the 20-

year-long road of independence. Of the

fifteen Soviet republics that once constituted

a great power, the country has grown

into a regional leader, consistently defending

its own interests, guided by the principles

of tolerance and security. Kazakhstan

has gone down in history as the first Asian,

Muslim and former Soviet country that

was elected chairman of the Organization

for Security and Cooperation in Europe.

The country that broke shackles of communism

has retained special Kazakh properties.

President Nazarbayev has sought

open economy and society, i.e. precisely

those things which his neighbors stubbornly

refused and which helped him earn

sufficient renown for Kazakhstan in international

organizations, wrote the “Iron Lady”

Margaret Thatcher in the foreword to

Nazarbayev’s book “The Kazakhstan Way”.

Today “Kazakhstan’s way” of development

is being sized up by many states. “Celebration

of the 20th anniversary of independence

is not only a formal event”, - the President

of the Republic of Kazakhstan

believes. – “... Independence is the main asset

of the people. This message must be

brought home to every Kazakhstani”.

54 | SOCIETY 3/4_11


Kasachstan an den Schalthebeln

Souveränität durch

Erfahrung

Der Vorsitz Kasachstans in der Organisation für Islamische

Zusammenarbeit (OIC) seit Juni dieses Jahres wird in der

Öffentlichkeit der islamischen Länder mit großem Interesse

wahrgenommen.

Kasachstan ist Vorsitzender der OIC

Der OIC-Vorsitz Kasachstans fällt in eine

schwierige Zeit, in der sich die islamische

Gemeinschaft befindet. Zur Diskussion

stehen hauptsächlich die aktuellen

Probleme der internationalen und

regionalen Sicherheit. Dazu gehören vor allem

das Nahost-Problem, wie der arabischisraelische

Konflikt, interne palästinensische

Probleme, Widersprüche in der

arabischen Welt und Meinungsverschiedenheiten

anderer Mitgliedsstaaten.

Die OIC befasst sich auch mit zahlreichen

Problemen der internationalen Zusammenarbeit,

darunter mit politischen,

sozialen, wirtschaftlichen und wissenschaftlich-technischen

Aspekten der Kooperation.

Das Hauptziel der Organisation

besteht darin, die Voraussetzungen für eine

nachhaltige Entwicklung ihrer Mitgliedsländer

zu schaffen. Kasachstan, das

2010 während seines OSZE-Vorsitzes entsprechende

Erfahrungen sammeln konnte,

hat bereits einige seiner Schwerpunkte in

der internationalen Arena angekündigt

wie etwa die internationale Stabilität und

Sicherheit, die Intensivierung der Wirtschaftsbeziehungen

sowie die Weiterentwicklung

des interkulturellen und des

interkonfessionellen Dialogs.

***

Annäherung von OSZE und OIC

Genauso wie die OSZE, ist die OIC ein

Diskussionsforum, in dem sich Länder aus

verschiedenen geographischen Regionen

und Kontinenten zusammengeschlossen

haben. Der Aufgabenbereich der beiden

Organisationen ist in einigen Kernbereichen

sehr ähnlich, dazu zählen Fragen der

internationalen Sicherheit sowie die Zusammenarbeit

in Handel, Wirtschaft und

in humanitären Angelegenheiten. Den OS-

ZE-Raum bilden jedoch die europäischen

Länder mit denselben Grundwerten und

vergleichbaren sozialen, wirtschaftlichen,

kulturellen und politischen Merkmalen.

Zum Unterschied davon weisen die OIC-Mitgliedsländer

differenziertere Parameter auf

und bilden mehrere Gruppen von Staaten.

Das OIC-Exekutivkomitee, dem die Gastgeberländer

des aktuellen, vorangegangenen

und zukünftigen Gipfels der Organisation

und der Außenministerkonferenz

sowie diejenigen Staaten, in denen sich

der Sitz des OIC-Sekretariats (Saudi-Arabien)

und des Generalsekretärs befinden,

angehören, gewährleistet die Einhaltung

des Kollegialprinzips und die Kontinuität

der Tätigkeit dieser Organisation. In der OS-

ZE ist für diese Zwecke die „Troika“ eingerichtet,

der in diesem Jahr auch Kasachstan

angehört. Die OIC ist eine internationale

Vereinigung mit 57 Mitgliedsstaaten. Kasachstan

gilt als eines der Schlüsselmitglieder

und verfügt auch über das erforderliche

Potenzial, um diese Organisation auf

den Gipfel des Erfolgs zu bringen und die

Annäherung von zwei wichtigen internationalen

Organisationen, nämlich der OIC

und der OSZE, voranzutreiben.

***

Neue Herausforderungen

Eine der Hauptaufgaben der OIC besteht

darin, die islamische Welt an die

Herausforderungen des 21. Jahrhunderts

anzupassen. Es wird erwartet, dass Kasachstan

als neuer Vorsitzender der Organisation

eine Schlüsselposition bei der Stärkung

der Integration in Zentralasien und

im OIC-Raum einnehmen wird. Dies ergibt

sich vor allem dadurch, dass die führenden

Vertreter der Organisation Kasachstan als

wichtiges Bindeglied zur Förderung der

Zusammenarbeit zwischen den Mitgliedsstaaten

einerseits und den in der OIC vertretenen

Regionen andererseits ansehen.

Sämtliche Mitgliedsstaaten der Organisation

hegen in Hinblick auf das enorme politische

und wirtschaftliche Potenzial Kasachstans

die Hoffnung, dass die gesetzten

Ziele auch erreicht werden.

Die OIC ist bestrebt, Geschlossenheit zu

erreichen und dabei die Achtung der Souveränität

ihrer Mitgliedsstaaten nicht außer

Acht zu lassen. Kein einziger Mitgliedsstaat

kann in der Realität alleine

überleben. Die Tendenzen, die gegenwärtig

in der Welt zu beobachten sind, unterscheiden

sich wesentlich von der Entwikklung

in den Jahrzehnten davor. Der

Stellvertretende OIC-Generalsekretär, Abdul

Muis Bukhari, ist der Überzeugung,

dass der OSZE-Gipfel in Astana und die Miteinbeziehung

der OIC-Vertreter in den Verhandlungsprozess

einen herausragenden

Verdienst Kasachstans darstellen. Gerade

deshalb, als auch aus anderen Gründen ist

zu erwarten, dass der OIC-Vorsitz Kasachstans

eine bedeutende Rolle bei der Entwicklung

der Organisation und der Gemeinschaft

aller Muslime spielen wird.

Gleichzeitig muss allerdings eingeräumt

werden, dass die OIC ihr Potential bei Weitem

nicht zur Gänze ausschöpft. Es ist zu

hoffen, dass Kasachstan als neuer OIC-Vorsitzender

wie bereits im Rahmen seines

OSZE-Vorsitzes zur Annäherung von West

und Ost beitragen und dadurch positive Veränderungen

in der OIC bewirken kann.

Boggy Creek Airboat Ride

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DIPLOMATIE

EVENTS

HIGHLIGHTS VERANSTALTUNGEN

DER DIPLOMATIE Von Juli bis Oktober 2011

PAN: BAHNORAMA

Auf Einladung des Projektleiters der ÖBB-Großbaustelle besuchten

Vorstandsmitglieder der Österreichisch-Argentinischen und Österreichisch-Portugiesischen

Gesellschaft die größte Baustelle der ÖBB

in Österreich und nutzten die fantastische Gelegenheit, das rasch

fortschreitende Baugeschehen unter professioneller Führung von

DI Heinz Gschnitzer (4.v.r) vom beinahe siebzig Meter hohen „Bahnorama-Turm“,

dem höchsten begehbaren Holzturm Europas,

und einem herrlichen Rundblick von diesem aus, zu besichtigen.

(v.l.n.r.:) Botschafter Irland, Botschafter Chile, Botschafter Sudan, Botschafter

Indonesien, Hon. Kons. Baurat h.c. Dipl. Ing. Wolfgang Meixner, Bezirksvorsteherin

Wien 17 Dr. Ilse Pfeffer, Botschafter Venezuela, Botschafter Panama

Besichtigung des Bahnorama-Turms

KAP VERDE: NATIONALFEIERTAG

Honorarkonsul der Kap Verdischen Inseln, Baurat h.c. Dipl.-Ing.

Wolfgang Meixner, lud zur alljährlichen Feier zum Kap Verdischen

Nationalfeiertag in sein Haus in Wien-Dornbach. Mehr als

250 geladene Gäste aus Wirtschaft, Kultur und Politik sowie Botschafter

und Konsuln folgten der Einladung und feierten bei ausgezeichnetem

Wetter. Für eine tolle Stimmung sorgte die fünfköpfige

Musikgruppe von den Kap Verden.

Die „eingeflogene“ Musikgruppe von

den Kap Verden, mit HK. Meixner

(v.l.n.r.:) Botschafter von Chile, Botschafterin von Guatemala,

HK Baurat h.c. Dipl. Ing. Wolfgang Meixner, Bezirksvorsteherin

Wien 17 Dr. Ilse Pfeffer, Botschafter Indonesien

Hon. Kons. Baurat h.c. Dipl. Ing. Wolfgang Meixner

mit Gattin, sowie Honorarkonsulin von Paraguay

und Damen von der Spanischen Botschaft

Wien-Dornbach

Honorarkonsulin

von Bolivien

(v. r. n. l.:) Botschafter Ukraine, Botschafter

Sudan, HK. W. Meixner und

Sohn Dipl. Ing. Markus Meixner

Bezirksvorsteherin

Wien 17 Dr. Ilse

Pfeffer mit Stellvertreter

Mag. Erik

Sas und Bezirksrat

Ing. Trinko

Takeshi Kamiyama und Gattin (Japanische

Botsch.), Hon. Kons. Meixner und Sohn Dipl. Ing.

Markus Meixner (Vizepräsident der Österreichisch-

Kap-Verdischen Freundschaftsgesellschaft)

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ÄGYPTEN:

NATIONALFEIERTAG

Der Botschafter und Ständige Vertreter der

Arabischen Republik von Ägypten S.E. Ehab

Fawzy lud anlässlich des Nationalfeiertages

zum Empfang in die ägyptische Botschaft.

S.E. Julio Cezar Zelner Goncalves (Brasilien), I.E. Carla Maria

Rodriguez Mancia (Guatemala), S.E. William Eacho III (USA)

S.E. Kairat Abdrakhmanov

(Kasachstan), S.E. Jargalsaikhan

Enkhsaikhan (Mongolei)

S.E. Ehab Fawzy, Botschaftsrätin

Serenade Gamil, Ahmed El Fadly

FOTOS: SOCIETY/PROKOFIEF, SOCIETY/SCHIFFL, PRIVAT

Madame Marie-Valentine

Carré, S.E. Philippe Carré

FRANKREICH: NATIONALFEIERTAG

S.E. Botschafter Philippe Carré und Gattin Marie-Valentine Carré luden

zur Féte Nationale in die Botschaft, dem Feiertag zur Erinnerung

an das Föderationsfest von 1790.

Neue Botschafterin in Frankreich

Dr. Ursula Plassnik, S.E. Dr. Ashot

Hovakimian (Armenien)

Botschafterin Mag. Melitta Schubert

(BMeiA), S.E. Panagiotis Zografos

(Griechenland)

Fatma Neslihan Tezcan

und S.E. Kadri Ecved

Tezcan (Türkei), S.E.

Alejandro Díaz (Mexiko)

LUXEMBURG: ABSCHIEDSEMPFANG

Die Botschafterin von Luxemburg I.E. Arlette Conzemius und ihr Gatte

Thierry Paccoud luden zum Abschiedsempfang in der Residenz.

I.E. Arlette Conzemius

und Thierry Paccoud

Generalsekretär Dr. Johannes Kyrle

(BMeiA), S.E. I Gusti Agung Wesaka

Puja (Indonesien)

SOCIETY 3/4_11 | 57


DIPLOMATIE

EVENTS

HIGHLIGHTS VERANSTALTUNGEN

DER DIPLOMATIE Von Juli bis Oktober 2011

OMAN: AUSSTELLUNGSERÖFFNUNG

Unter dem Ehrenschutz von S.E.

Dr. Badr M. Al Hinai wurde zum

Eröffnungsevent der Ausstellung

„Sultanate of Oman – Modern Life

with Old Tradition“ in das

VIC geladen. Die Ausstellung

zeigt das kulturelle Erbe und

einzigartige Aspekte des Oman

und beleuchtet die enormen

Fortschritte des Sultanats während

der letzten vierzig Jahre.

S.E. Dr. Badr Al Hinai

S.E. Makram Queisi

(Jordanien) mit Gattin

ARMENIEN: 20. NATIONALFEIERTAG

Den 20. Nationalfeiertag der

Republik Armenien nahmen

sich Botschafter S.E. Dr. Ashot

Hovakamian und Gattin Anahit

Hovakimian als Anlass zu

einem Konzert mit anschließendem

Empfang ins Palais

Ferstel zu laden. Sopranistin

Sona Gahazarian interpretierte

die armenische Nationalhymne

in Klavierbegleitung von Nareh Arghamayan. Des Weiteren

traten Hasmik Papian (Sopran) und Avo Kouyoumdijan

(Klavier) auf. Das Sargsyan Duo unterhielt die Gäste mit Chansonklassikern

von Charles Aznavour bis Consuelo Velazques.

S.E. Philip Griffiths (Neuseeland), S.E. Michael Potts (Australien)

Veranstalter und Gäste der Ausstellung

S.E. Dr. Ashot Hovakimian

SAUDI ARABIEN: NATIONALFEIERTAG

Botschafter S.H. Prinz Mansour

Bin Khalid Al Saud lud

mit Gattin zur Feier des Nationalfeiertages

ins Palais

Liechtenstein.

Botschafsrat Wang Shunqing

(China), Tsutomu Osawa (UN

Japan) mit Gattin

Großoberst GU Gang und Gattin,

S.E. Mingde SHI

CHINA: 84. JAHRESTAG DER

VOLKSBEFREIUNGSARMEE

Anlässlich des 84. Jahrestages der

Gründung der Volksbefreiungsarmee

Chinas luden der Botschafter

der Volksrepublik China

S.E. SHI Mingde, seine Gattin und

der Militär- und Luftattaché Großoberst

GU Gang mit seiner Gattin

zum Empfang in die chinesische

Botschaft.

S.E. Hans Henning Blomeyer-

Bartenstein (Deutschland),

S.H. Prinz Al Saud

Saudischer Empfang im Palais Liechtenstein

FOTOS: SOCIETY/SCHIFFL, SOCIETY/PROKOFIEFF, SOCIETY/BIBER

58 | SOCIETY 3/4_11


S.E. I Gusti Agung Wesaka

Puja und Gattin

INDONESIEN: 66 JAHRE

UNABHÄNGIGKEIT

Zum 66. Jahrestag der Unabhängigkeit

der Republik Indonesien luden Botschafter

I Gusti Agung Wesaka Puja und Gattin

zum Empfang im Garten der Residenz. Dabei

präsentierte der „Poetische Surrealist“

Helmut Kand seine Werke „Heart in Bali -

Head in Vienna“.

S.E. Dinkar Khullar (Indien), S.E. Xolisa

Mfundiso Mabhongo (Südafrika)

Künstler Helmut Kand

Gesandte Botschaftsrätin Ngozi

Ukaeje, Steve Ekpebike Agbana,

Gesandter Foluso Adeshida, I.E.

Maria Oyeyinka Laose

NIGERIA: NATIONALFEIERTAG

Die Republik Nigeria feierte

ihren 51. Nationalfeiertag in

der Residenz in Döbling. Hierzu

empfing die neue Botschafterin

in Wien, I.E. Maria

Oyeyinka Laose, zahlreiche

Gäste zu einer Gartenparty

mit Musikprogramm.

S.E. Ramon Quinones (Dom. Rep.), Ngozi

Ukaeje, S.E. Ali Uzcategui Duque (Venezuela)

S.E. Hans Henning Blomeyer-Bartenstein,

BM Dr. Reinhold Mitterlehner,

Staatsminister Martin Zeil

DEUTSCHLAND: TAG DER EINHEIT

Den Tag der Deutschen

Einheit nahmen

sich Botschafter

Hans Henning Blomeyer-Bartenstein

und der Bayerische

Staatsminister für

Wirtschaft Martin

Zeil zum Anlass, ein

rauschendes Fest mit

Blasmusikkapelle in

der Deutschen Botschaft

zu feiern.

Christiane Hörbiger,

Gerhard Tötschinger

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DIPLOMATIE

EVENTS

HIGHLIGHTS VERANSTALTUNGEN

DER DIPLOMATIE Von Juli bis Oktober 2011

I.E. Lidia Imanalieva (Kirgisistan),

S.E. Alyaksandr Sychov (Belarus)

USBEKISTAN: 20 JAHRE UNABHÄNGIGKEIT

Der Chargé d'Affaires von Usbekistan,

Dr. Ravshanbek Duschanov,

lud zum Empfang in die Botschaft,

um das zwanzigjährige Jubiläum

der Republik Usbekistan zu feiern.

Der zentralasiatische Staat präsentierte

bei diesem Anlass eine Jubiläumsbriefmarke,

die in Zusammenarbeit

zwischen dem

usbekischen Postministerium und

der Österreichischen Staatsdruckerei

herausgegeben wurde.

SPANIEN: NATIONALFEIERTAG

Der Botschafter von Spanien,

S.E. Yago Pico de Coaña de Valicourt,

lud gemeinsam mit OSZE-

Botschafter Fernando Valderrama

Pareja und Botschafterin

Carmen Buján Freire anlässlich

des spanischen Nationalfeiertages

in die Botschaft ein.

S.E. Yago Pico de Coaña

de Valicourt

Dr. Ravshanbek Duschanov, Regierungsvertreter,

Prof. Reinhart Gausterer (Staatsdru-ckerei)

Takeshi Kamiyama (Japan), S.E.

Alfredo Labbé (Chile

BRASILIEN: NATIONALFEIERTAG

Seinen 189. Unabhängigkeitstag feierte Brasilien auf Einladung seiner

Exzellenz Botschafter Julio Cezar Zelner Gonçalves mit einem

großen Fest und der musikalischen Unterstützung durch das Brazil

Music Project unter der Leitung des Dirigenten Luis Guilherme

de Godoy.

FOTOS: SOCIETY/SCHIFFL, SOCIETY/BIBER

Die Receiving Line

S.E. James Brennan (Irland), S.E. Jerzy Marganski

(Polen), S.E. Sabri Kiqmari (Kosovo)

Das Brazil Music Project

60 | SOCIETY 3/4_11


Dr. Zuheir Elwazer

(Palästina) mit Gattin

S.E. Dr. Omar Zniber und Gattin

MAROKKO: FÊTE DU

THRÔNE

Anlässlich der Féte du Trône,

dem Thronfest König

Mohammed VI., lud S.E.

Omar Zniber, Botschafter

des Königreichs Marokko,

zum Empfang.

S.E. Makram Queisi (Jordanien),

Botschafter a.D.

Karl Diem

S.E. Eugenio Curia (Argentinien)

mit Gattin

rechts: S.E. Alejandro Díaz

S.E. Kairat Abdrakhmanov

(Kasachstan), S.E. Andrii

Bereznyi (Ukraine)

MEXIKO: NATIONALFEIERTAG

Am Tag der Unabhängigkeit lud der Botschafter von Mexiko, S.E.

Alejandro Díaz, zum Nationalfeiertagsempfang im Heeresgeschichtlichen

Museum

im Wiener Arsenal.

Traditionell

wurden mexikanisches

Bier und Tequila

serviert und eine

typische Mariachi-Formation,

die „Mariachi

Sin Fronteras“,

ließ mexikanische

Klänge erklingen.

S.E. Mahmoud Elamin

(Sudan), S.E. Ishaya El

Khoury (Libanon), S.E.

Abdulhakim Al-Erayani

(Jemen), S.E. Mohamed

Koubaa (Tunesien)

SRI LANKA: NEUER BOTSCHAFTER

Der neue Botschafter von

Sri Lanka in Österreich, S.E.

Aliyar Lebbe Abdul Azeez,

lud anlässlich seiner Akkreditierung

beim Bundespräsidenten

zum Empfang in

die Residenz.

S.E. Aliyar Lebbe Abdul

Azeez

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DIPLOMATIE

EVENTS

HIGHLIGHTS VERANSTALTUNGEN

DER DIPLOMATIE Von Juli bis Oktober 2011

S.E. Andrii Bereznyi

mit Gattin

UKRAINE: 20 JAHRE UNABHÄNGIGKEIT

Mit einem eindrucksvollen musikalischen

Programm feierte die Ukraine auf Einladung

von S.E. Andrii Bereznyi und dem

Ständigen Vertreter bei den internationalen

Organisationen Ihor Prokopchuk in der Wiener

Börse den 20. Jahrestag der Unabhängigkeit.

Es sangen die aus der Ukraine stammenden

Staatsopernsänger Zoryana Kushpler (Mezzosopran)

und Marian Talaba (Tenor), am Klavier begleitet von Pavlo

Kachnov. Weitere Auftritte hatten die beiden Gewinner zahlreicher

Musikbewerbe, der Geiger Yaromyr Babsky und der Pianist

Volodymyr Borodin, sowie die ukrainischen Gitarrenspieler Dmytro

Sawytskij und Andrii Ivchenko, der Komponist Jewgen Gembik

(Violine) sowie der gemischte Kirchenchor zu St. Barbara in Wien.

MAZEDONIEN: NATIONALFEIERTAG

Zwanzig Jahre Unabhängigkeit

sowie ihren Nationalfeiertag

feierte die Republik Mazedonien

kürzlich. Botschafter S.E. Gjorgji

Filipov und Gattin Liljana Filipova

luden zu einem Empfang

in das Palais Hotel Radisson Blu.

Verteidigungsattaché Oberst

i.G. Zvonko Atanasovski

HK Wilhelm Rieder mit

Gattin Christine

Kirchenchor St.

Barbara

S.E. Dr. Gjorgji Filipov, Liljana

Filipova

CHINA: NATIONALFEIERTAG

Das Hotel Savoyen Vienna bot einen ehrenvollen Rahmen für die

Feier zum 62. Nationalfeiertag der Volksrepublik China. Botschafter

S.E. Mingde Shi und Botschafter Jingye Cheng begrüßten die

zahlreich erschienen Gäste. In seiner Ansprache betonte Botschafter

Mingde Shi das 40. Jubiläum der Aufnahme diplomatischer Beziehungen

zwischen China und Österreich sowie deren zukünftige

Vertiefung.

FOTOS: SOCIETY/SCHIFFL, PRIVAT, SOCIETY/HUTTER

S.E. SHI Mingde bei

der Ansprache

Hongge Zhang (Unternehmerin),

Dr. Georg

Zanger (Rechtsanwalt)

Die Receiving Line

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DIPLOMATIE

BOTSCHAFTER

Botschafterausflug in

der Wachau

Botschaftertreffen mit Landeshauptmann Erwin Pröll

Ausflug in die Wachau

Der niederösterreichische Landeshauptmann Erwin Pröll lud die internationalen Botschafter

in Österreich zu einem spätsommerlichen Ausflug in die Wachau ein.

Nach einer Kaffeejause auf der Terrasse

von Hotel Schloss Dürnstein und einem

Rundgang durch die Altstadt von

Dürnstein ging es per Schiff die Donau entlang

nach Krems. Das Abendessen fand anschließend

im Nikolaihof in Mautern statt.

Unter den Gästen waren S.E. Gordan Bakota

(Kroatien), S.E. Milovan Bozinovic (Serbien),

S.E. Eugenio Mario Curia (Argentinien),

S.E. Eugenio d'Auria (Italien), S.E.

William Eacho III (USA), S.E. Prof. Gjorgji Filipov

(Mazedonien), S.E. Dr. Ashot Hovakimian

(Armenien), S.E. Shigeo Iwatani (Japan),

S.E. Xolisa Mabhongo (Südafrika), S.E.

Dr. Vili Minarolli (Albanien), S.E. Sergej

Netschajew (Russ. Föderation), S.E. Yago

Pico de Coana (Spanien), S.E. Makram Queisi

(Jordanien), S.E. Aviv Shir-On (Israel), S.E.

Dr. Vince Szalay-Bobrovniczky (Ungarn),

S.E. Panayotis Zografos (Griechenland).

S.E. William Eacho III (USA)

Dürnstein in der Wachau

S.E. Sergej Netschajew

(Russ. Föd.), LH Erwin Pröll

S.E. Gjorgji Filipov (Mazedonien),

LH Erwin Pröll

FOTOS: NLK PFEIFFER

Donauschiff in der Wachau

S.E. Aviv und Arnona

Shir-On (Israel), LH

Erwin Pröll

Donna und William Eacho

(USA) mit LH Erwin Pröll

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WISSENSCHAFT

AUSZEICHNUNG

Toleranzpreis 2011 für

Daniel Barenboim

Toleranzpreis der Europäischen Akademie der Wissenschaften und Künste

Ost und West vereint

Eine der vornehmsten Aufgaben der in Salzburg ansässigen Europäischen Akademie der

Wissenschaften und Künste ist die jährliche Verleihung des Toleranzpreises an eine Persönlichkeit

des öffentlichen Lebens, welche ein Beispiel gelebter Toleranz ist. Von EVA VON SCHILGEN

Die Wahl der Akademie fiel dieses Jahr

auf den weltberühmten Pianisten und

Dirigenten Daniel Barenboim, der sich

seit Jahrzehnten um die Annäherung der

verfeindeten Volksgruppen in Nahost einsetzt.

Er gründete mit dem indessen verstorbenen

palästinensischen Literaturwissenschaftler

Edward Said 1999 in Weimar

das „West-Eastern Divan Orchestra“, in

dem junge Musiker aus Israel, Palästina,

Ägypten, Syrien, Jordanien, Iran, dem Libanon

und Andalusien spielen. Durch das gemeinsame

Musizieren soll der Dialog zwischen

den Kulturen gefördert und

politische Barrieren überwunden werden.

Der Name des Orchesters leitet sich ab

von der 1819 erschienenen Gedichtsammlung

„West-östlicher Divan“ von Johann

Wolfgang von Goethe. Goethes Interesse

am Islam war groß und er bewunderte das

Werk des im 14. Jahrhundert lebenden

persischen Dichters Hafis. Drei Stiftungen

unterstützen das Orchester, die Fundación

KONTAKT

DIE EUROPÄISCHE AKADEMIE DER WISSENSCHAFTEN

UND KÜNSTE IN SALZBURG

St. Peter Bezirk 10, 5020 Salzburg

Tel. +43-(0)662-84 13 45

E-Mail: office@euro-acad.eu

www.euro.acad.eu

Barenboim-Said in Spanien, die Daniel Barenboim

Stiftung in Deutschland und die

Barenboim-Said Foundation in den USA.

***

Künstler ohne Berührungsängste

Daniel Barenboim stammt aus einer jüdischen

Familie und wurde 1942 in Buenos

Aires in Argentinien geboren. Bereits im Alter

von acht Jahren gab er sein erstes Konzert.

Er war Chefdirigent des „Orchestre de

Paris“ und des „Chicago Symphony Orchestra“.

Seit 1992 ist er Künstlerischer Leiter

und Generalmusikdirektor der „Staatsoper

Unter den Linden“ in Berlin, sein Vertrag

wurde kürzlich bis 2022 verlängert.

2000 wählte ihn die Staatskapelle Berlin

zum Chefdirigenten auf Lebenszeit. An

der Mailänder Scala ist er seit 2001 Musikdirektor.

2007 dirigierte er bei den Salzburger

Festspielen die Oper „Eugen Onegin“

und trat das erste Mal hier mit dem „West-

Eastern Divan Orchestra“ auf.

Der Künstler kennt keine Berührungsängste.

So war er von 1981 bis 1999 Dirigent

der Bayreuther Festspiele, wo er „Tristan

und Isolde“, „Die Meistersinger von Nürnberg“,

„Parsifal“ und die Tetralogie „Der

Ring des Nibelungen“ dirigierte. 2001 gab er

mit der Berliner Staatskapelle in Israel ein

Gastspiel und spielte als Zugabe einen Orchesterauszug

aus Wagners „Tristan und

Isolde“, ein Tabubruch, galt doch Wagners

Musik wegen der antisemitischen Haltung

des Komponisten und der Vereinnahmung

seiner Werke durch die Nationalsozialisten

als in Israel nicht aufführbar.

FOTOS: © EUROPÄISCHE AKADEMIE DER WISSENSCHAFTEN UND KÜNSTE, AUSTRIA PRESSE SERVICE/ANDREAS KOLARIK

64 | SOCIETY 3/4_11


2005 spielte sein Jugendorchester in der Stadt Ramallah im

Westjordanland. Die 5. Sinfonie von Ludwig van Beethoven mit

dem Cairo Symphonie Orchestra dirigierte er 2009 im Opernhaus

in Kairo, auch diese Aufführung war politisch umstritten.

Den Österreichern ans Herz gewachsen ist der Dirigent unter anderem

durch das Neujahrskonzert der Wiener Philharmoniker

im Jahr 2009.

***

Friedensbotschafter der UNO

Barenboim war in erste Ehe mit der bedeutenden englischen

Cellistin Jacqueline du Pré verheiratet, die im Alter von nur 42

Jahren an multipler Sklerose verstarb. Seit 1988 ist er mit der

russischen Pianistin Jelena Baschkirowa verheiratet, Mitgründerin

des Metropolis Ensemble Berlin und künstlerische Leiterin

des Jerusalemer Kammermusikfestivals (International Jerusalem

Chamber Music Festival).

Daniel Barenboim wurde mit zahlreichen Ehrungen und

Auszeichnungen bedacht, darunter dem deutschen Großen

Bundesverdienstkreuz. Im September 2007 wurde Barenboim

neben dem Schriftsteller Paulo Coelho von UN-Generalsekretär

Ban Ki-moon zum Friedensbotschafter der UNO ernannt. Für seine

Bemühungen um den Frieden in Nahost verlieh man ihm die

palästinensische Ehrenstaatsbürgerschaft. Im Mai 2011 erhielt

er in Wien den Bruno-Kreisky-Preis für Verdienste um die Menschenrechte.

2011 wurde er für den Friedensnobelpreis vorgeschlagen.

***

Toleranzpreis 2011

Nach dem Konzert mit dem „West-Eastern Divan Orchestra“

anlässlich der Salzburger Festspiele 2011 übergab der Präsident

der Europäischen Akademie der Wissenschaften und Künste, Felix

Unger, Daniel Barenboim den Toleranzpreis 2011. Prominenteste

Preisträger der letzten Jahre sind Teddy Kollek, der aus

Österreich stammende Bürgermeister von Jerusalem, das „Internationale

Rote Kreuz“ und der deutsche Außenminister Hans-

Dietrich Genscher.

Die von dem Salzburger Herzchirurgen Felix Unger, dem verstorbenen

Wiener Erzbischof Franz Kardinal König und dem Politikwissenschaftler

und Philosophen Nikolaus Lobkowicz 1990

in Salzburg gegründete Akademie zählt heute mehr als 1400

Mitglieder in 23 Ländern, darunter zahlreiche Nobelpreisträger.

Landes-Protektoren sind unter anderen Jerzy Buzek, H.M. Juan

Carlos de Borbón, Milo Dukanovic, H.R.H. Jean de Luxembourg,

H.R.H. Prince Philippe of Belgium, Bundespräsident Heinz Fischer

sowie in Kürze der russische Ministerpräsident Wladimir

Wladimirowitsch Putin.

Geistige Nahrung

ist der Adel der

Seele. Paracelsus (1493 - 1541)

Die Paracelsus Medizinische Privatuniversität

in Salzburg sieht ihren Auftrag in Lehre und

Forschung im Kernbereich Humanmedizin

und in weiteren Fächern der Gesundheitswissenschaften.

Unsere Mission: nach höchsten

professionellen Standards auszubilden und

dadurch Patienten die bestmögliche Versorgung

in der Medizin, in der Pflege und in anderen

Gesundheitsbereichen zu bieten. Dazu

gehört das Bestreben, stets neues Wissen zu

generieren und weiterzugeben und so zur

nachhaltigen Verbesserung der Patientenversorgung

beizutragen.

Univ. Prof. Dr. Felix

Unger und Wladimir

Putin

Nähere Informationen unter www.pmu.ac.at

SOCIETY 3_11 | 73


WIRTSCHAFT

INDUSTRIELLENVEREINIGUNG

US-Botschafter William C. Eacho III,

Festspielpräsidentin Dr. Helga Rabl-

Stadler, Susanne Czepl-Zrost, IV-Salzburg-Präsident

Mag. Rudolf Zrost

Der Salzburger Festspielempfang 2011

Bildung ist Kultur

Die „Vereinigung der österreichischen Industrie“ bat zum

jährlichen Salzburger Festspielempfang unter dem Motto

„Bildung ist Kultur“ und unterstützt das Bildungsvolksbegehren

von Dr. Hannes Androsch. Von EVA VON SCHILGEN

Die Interessenvertretung der österreichischen

Industrie, die heutige Industriellenvereinigung

oder kurz „IV“,

hat eine lange Tradition. Bereits 1862 wurde

in Österreich eine Vertretung der Großund

Schwerindustrie unter der Bezeichnung

„Verein der Industriellen“ gegründet.

Der „Centralverband der Industriellen

Österreichs“, die Vertretung von Fachverbänden,

entstand 1892 und 1897die Vertretung

der Klein- und Mittelbetriebe, der

„Bund der österreichischen Industriellen“.

Nach dem Ende des Ersten Weltkrieges

schlossen sich die drei Vereine zum

„Reichsverband der österreichischen Industrie“

zusammen, später „Hauptverband

der Industrie Österreichs“ genannt. Während

des Ständestaates wurde der „Bund

der Österreichischen Industriellen“ gegründet,

welcher nach dem Anschluss an

Hitler-Deutschland aufgelassen wurde. Eine

Neugründung erfolgte 1946 unter der

Bezeichnung „Vereinigung österreichischer

Industrieller“, 1996 wurde der Name

geändert auf „Vereinigung der Österreichischen

Industrie“.

Heute profitieren österreichweit etwa

3.500 Mitglieder von der effizienten Arbeit

der Interessensvertretung auf nationaler

und internationaler Ebene. Beheimatet ist

sie im historischen Wiener „Haus der Industrie“,

welches im März hundert Jahre alt

wurde und das nach Kriegsende Sitz des

Alliierten Rates war. So wurden im Kleinen

Festsaal die Verhandlungen zur Vorbereitungen

des Staatsvertrags abgehalten.

Die Industriellenvereinigung ist das

österreichische Mitglied im freiwilligen

Europäischen Industrie- und Arbeitgeberverband

Businesseurope und unterhält als

klar europäisch ausgerichtete Organisation

bereits seit 1988 ein Büro in Brüssel.

Die Vereinigung, die in allen neun

Bundesländern Österreichs vertreten ist,

wird von freiwilligen Mitgliedsbeiträgen

finanziert und versteht sich als dem Industrie-

und Arbeitsstandort verpflichtete parteiunabhängige

Organisation. Ihr Ziel ist es,

die Interessen der Mitglieder in Österreich

und Europa gezielt und nachhaltig zu vertreten.

Dazu tragen nicht zuletzt die intensive

Kommunikation und der Erfahrungsaustausch

mit und unter den Mitgliedern

bei. Neben Expertentreffen bietet auch das

gesellschaftliche Parkett dazu Gelegenheit.

***

Aufruf für mehr Bildung

Beim 9. Festspielempfang der Salzburger

Industriellenvereinigung stellten sich

fast fünfhundert hochkarätige Vertreter

aus Wirtschaft, Politik, Kultur und Gesellschaft

ein. „Bildung ist Kultur“ war das

diesjährige Motto. „Ohne Bildung gibt es

kein Bewusstsein für Kultur“, betonte IV-

Salzburg-Präsident Mag. Rudolf Zrost bei

seiner Begrüßungsrede an die Gäste, darunter

der Initiator des Volksbegehrens „Bildungsinitiative“,

der vormalige Finanzminister

Dr. Hannes Androsch.

Der Präsident der Industriellenvereinigung

Österreich, Dr. Veit Sorger, mahnte

strukturelle Reformen ein, damit Österreichs

Industrie weiterhin zum wirtschaftlichen

Aufschwung Österreichs beitragen

kann. Dass die Geschäftsführerin der Salzburger

Vereinigung, Irene Schulte, ein gutes

Gespür für ihre Gäste hat, zeigten die

angeregten Gespräche beim anschließenden

Networking, bis man zu den diversen

Veranstaltungen eilte, die großen Abendroben

zur Premiere von „Le nozze di Figaro“,

das kleine Abendkleid zum Konzert „Mahler-Szenen“

und die Tracht zum immer aktuellen

„Jedermann“. Es lebe die Kunst!

66 | SOCIETY 3/4_11


IV-Salzburg-GF Mag. Irene

Schulte, Festspielpräsidentin

Dr. Helga Rabl-Stadler,

Benita Ferrerero-Waldner

Carbo-Tech Chef Karl Wagner

mit Ehefrau Sonja

IV-Präsident Veit Sorger

FOTOS: FOTOS MIT FREUNDLICHER GENEHMIGUNG INDUSTRIELLENVEREINIGUNG SALZBURG, FOTO KOLARIK, FRANZ NEUMAYR

Elisabeth Eder

Wilfried Haslauer, Christine

Roesslhuber, Romy Seidl,

David Brenner

Hannes Androsch

mit Tochter Claudia

Katja Burkard

und Hans Mahr

Wolfgang Porsche, Claudia

Huebner, Susanne Czepl-

Zrost, Rudolf Zrost

Wolfgang Schwarzhaupt

und Suzanne Harf

Heinrich Spaengler, Elisabeth

Guertler

Gabriel Barylli und

Frau Sylvia

IV-GF Irene Schulte

Maximiliane Laserer im

Kleid von Jean-Paul

Gaultier

SOCIETY 3/4_11 | 67


WIRTSCHAFT

CONSULTING

Russland – ein Land voller Möglichkeiten

Auf dem Sprung in

einen neuen Markt

Geschäftsbeziehungen mit Russland sind nicht immer eine einfache

Sache. Darum kümmert sich Consultant Sergey Danilin,

MBA. SOCIETY sprach mit ihm über die richtige Vorgehensweise

bei Investitionen im Osten. Interview: TANJA TAUCHHAMMER

Wie sind Sie auf die Idee gekommen,

Danilin Consulting zu gründen?

Ich bin seit zwanzig Jahren in Österreich

und habe durch meine Tätigkeit in

den unterschiedlichsten Bereichen einiges

an Know-how sammeln können. Ich

weiß, wie die Geschäfte erledigt werden

müssen und ich kenne sowohl die österreichische

als auch die russische Seite. Mein

großer Vorteil sind die Kontakte, über die

ich verfüge. In Europa sind diese Dinge wesentlich

einfacher als in Russland. In Russland

muss man schon die richtigen Personen

kennen, um ein Geschäft erfolgreich

abschließen und letztendlich langfristig

führen zu können. Ich unterstütze ein bereits

laufendes Projekt auch gerne durchgehend

und selbstverständlich nur persönlich

und praktisch rund um die Uhr.

Welche Leistungen können Sie Ihren Kunden

anbieten?

Ich mache für meine Kunden (besser gesagt

Partner) alles, wo mein Know-How gebraucht

wird. Meine Arbeit wird auf den

Kunden und seine Bedürfnisse zugeschnitten.

Ich verknüpfe Partner in Russland, die

für ein gewisses Projekt von Interesse sind.

Es kommt manchmal vor, dass jemand in

Österreich eine Idee für ein Geschäft hat,

doch es fehlen ihm die nötigen Connections.

Durch meine Kontakte, die ich in

meiner langjährigen Tätigkeit in den Bereichen

Import und Export sowie im Investitionsbereich

aufbauen konnte, sorge ich

dafür, dass der österreichische Partner die

richtigen Leute kennen lernt und seine

Ideen in Russland umsetzen kann. Ich bin

dann vor Ort und stelle sicher, dass der

österreichische Unternehmer bekommt,

was er benötigt. Bei Fragen und Problemen

in der russischen Geschäftswelt bin ich eine

universelle Anlaufstelle. Denn ohne

Unterstützung vor Ort ist es teilweise recht

schwierig. Da komme ich ins Spiel, unterstütze

und vermittle zwischen den einzelnen

Geschäftspartnern.

Wo liegt, Ihrer Meinung nach, der Unterschied

zwischen der österreichischen und

russischen Geschäftswelt?

Da in den letzten Jahrzehnten Westeuropa

keine großen sozialen Krisen erlebt

hat, sind die Geschäftsmodelle hier

ziemlich traditionell, stabil und durchsichtig.

Die Spielregeln sind gesetzlich

festgelegt, die Leute sind höchst diszipliniert.

Hier bedeutet „ja“ ein Ja und

„nein“ ein Nein. Heutige Geschäftsleute

in Russland sind im Gegensatz zu ihren

Kollegen in Europa durch unglaubliche

politische, soziale und wirtschaftliche

Krisen gegangen. Nur zum Nachdenken:

Stellen Sie sich vor, dass von heute auf

morgen ohne irgendeine Ankündigung

seitens der Regierung die gesamten Geldersparnisse

der 120 Millionen Russen 99

Prozent ihres Wertes verlieren. Gestern

waren Sie noch ziemlich wohlhabend,

konnten sich ein Auto oder ein kleines

Ferienhaus leisten, und heute gehen sich

für dieses Geld nur die notwendigsten

Lebensmittel für einen Monat aus. Wie

werden Sie Ihr Leben organisieren? Wie

schaffen Sie es, Ihre Motivation aufrecht

zu erhalten? Wir alle (ich zähle mich

selbstverständlich auch dazu) haben es

doch geschafft, und Russland zeigt heute

sehr beeindruckende wirtschaftliche

Ergebnisse. Wir schauen sehr optimistisch

in die Zukunft. Wir sind mit den

Lebensumständen gewachsen, die von

uns immer kreative Lösungen verlangt

haben. Wie organisieren Sie ein Projekt,

wenn die Steuern 100 Prozent Ihres Rohgewinns

betragen? Wie starten Sie eine

Produktionslinie innerhalb von drei Monaten,

wo Sie Genehmigung von mehr

als 120 behördlichen Stellen brauchen?

Wie führen Sie Ihr Geschäft auf eine

Straße oder in einem Bezirk, wo auch bestimmte

„inoffizielle“ Regelungen gelten

und entsprechende Führungspersonen

viel mehr als zuständige Behörden zu sagen

haben? Aufgrund von solchen bestandenen

Lebensprüfungen haben die

meisten Landsmänner ihre eigenen Vorstellungen,

wie ein Geschäft abgewickelt

werden muss.

Sie schlagen eine Brücke zur „russischen

Seele“?

Es wurde und wird noch immer viel

über die geheimnisvolle „russische Seele“

gesprochen. Eine Seele wächst durch

Schwierigkeiten und Lebensprüfungen. Sie

werden jetzt viel besser verstehen, warum

erfolgreiche Besprechungen und Vertragsunterzeichnungen

in Russland nicht in

großen Besprechungsräumen nach stundenlangen,

mühsamen Sitzungen, sondern

oft in Saunas nach gemeinsam ausgetrunkenen

zwei bis drei Flaschen Wodka

zustande kommen.

CURRICULUM VITAE

Sergey Danilin ist am 9. Februar 1972 in Moskau geboren.

Er studierte Lasertechnik, Finanzmanagement und Sozialplanung

in Moskau. Zwischen 2003 und 2007 absolvierte

er das „Executive MBA“-Programm an der IMADEC

University in Wien. Er arbeitete bei der NORDEX Group,

war Vorstandsmitglied bei der Bank „Garant-Invest“,

Projektleiter bei ONAKO-Trading, Geschäftsführer bei

SIBUR-Trading, einer Partnerfirma der Gazprom-Gruppe

und ist seit 2007 selbstständiger Investorenberater. Er ist

verheiratet und hat drei Kinder.

KONTAKT

Danilin Consulting

Habsburgergasse 6-8, 1010 Wien

Mobil: +43-(0)660-777 0000

office@danilin-consulting.com

www.danilin-consulting.com

68 | SOCIETY 3/4_11


Aufbau eines neuen internationalen Key Account Managements

S&T AG wird international

WIRTSCHAFT

BERICHT

S&T, der größte IT Systemintegrator in den osteuropäischen Ländern, baut sein Geschäft weiter

aus. Die Neuausrichtung der Vertriebsorganisation übernahm Dorette Dülsner, eine in

der CEE Region erfahrene IT Vertriebsmanagerin. Die Managerin im Gespräch mit SOCIETY.

Mit Ihrer neuen Position sind Sie ja

praktisch wieder in die CEE Region zurükkgekehrt?

Ja, das stimmt. Nach sehr erfolgreichen

Jahren als Geschäftsbereichsleiterin für

Microsoft Dynamics in Österreich wollte

ich wieder in das internationale Geschäft

zurückkehren. Und S&T konnte nach tiefgreifenden

Veränderungen, insbesondere

in der österreichischen Landesorganisation,

wieder in die Gewinnzone zurückkehren,

sodass wir jetzt optimistisch in die Zukunft

blicken können. S&T hat eine

überzeugende langfristige Strategie, die

bis in das Jahr 2020 reicht, aufgesetzt, an

deren Umsetzung ich mit Freude arbeite.

Welche Schwerpunkte setzen Sie in Ihrer

neuen Rolle?

Unsere Kunden profitieren von S&Ts

breiter Präsenz und unserer hohen IT Kompetenz

in nahezu allen osteuropäischen

Ländern, denn das ist praktisch unser

Heimmarkt. Heute machen wir bereits

mehr als sechzig Prozent unseres Umsatzes

mit internationalen Kunden in dieser

Region. In Zukunft möchten wir diese

noch besser, und vor allem aus einer Hand

über alle Länderniederlassungen hinweg

betreuen. Mein Aufgabenschwerpunkt ist

es nun, das hierzu benötigte internationale

Key Account Management aufzubauen.

Das geschieht mit dem Ziel, intensive Kontakte

mit den jeweiligen Headquarters unserer

Kunden, zumeist in Österreich, aber

auch in Europa zu pflegen und unser gesamtes

Leistungsportfolio anzubieten. Dazu

bauen wir im Key Account Management

unsere Industrieorientierung stark

aus. Unter den Kunden, die von unserem

Investment profitieren sollen sind unter

anderem Raiffeisen, Erste Bank, Spar, OMV

und Novomatic. Ein weiterer Schwerpunkt

liegt auf der Akquirierung von Neukunden

in der Region.

CURRICULUM VITAE

Dipl. Kffr. Dorette Dülsner ist

am 12. Juli 1966 in

Saalfeld/Saale, Deutschland

geboren. Ihrem Studium der

Betriebswirtschaftslehre folgte

ein postgradualer Abschluss im

Bereich Logistik und ein Lehrgang

zur Business Process Managerin

im Public Sector. Ihre

Karriere begann sie bei der Deutschen Bahn. 2001 wurde sie

Key Account Managerin für Transportation bei SAP. 2006

wechselte Dülsner zu Microsoft, wo sie bis 2011 als Geschäftsbereichsleiterin

für Microsoft Business Solution in

Österreich und CEE tätig war. Seit September 2011 ist sie Head

of International Sales bei S&T.

Stipendium für den Universitätslehrgang

Executive MBA am IfM

Das Magazin Society vergibt gemeinsam mit dem IfM – Institut

für Management ein MBA-Stipendium in der Höhe

von 10.000 Euro.

Das Executive MBA-Programm in General

Management vermittelt betriebswirtschaftliches

Know-how und persönliche

Fertigkeiten, um Führungspositionen

in Unternehmen zu übernehmen

bzw. zu festigen. Gemeinsam mit einem

erstklassigen Dozententeam aus Praxis

und Wissenschaft erarbeiten die TeilnehmerInnen

in kleinen Gruppen sofort anwendbares

Fachwissen zu den Themen Betriebswirtschaft,

Unternehmensführung, strategisches

Management, Marketing sowie

führungsrelevante Fragen des Personalmanagement

und Personal Skills.

• 11 Pflichtfächer und 3 Wahlpflichtfächer

• Sprachen: Deutsch und Englisch

• 40 Präsenztage

• Berufsbegleitendes postgraduales Stu-

• dium

• Beginn jederzeit möglich

• Modularer Aufbau

• Individuell abgestimmte Prüfungstermine

• Durchschnittliche Studiendauer 18 Mo-

• nate

• Veranstaltungsort Schloss Leopoldskron in

• Salzburg und Design Hotel Roomz in

• Wien

***

Zulassung

Abgeschlossenes Hochschulstudium

(mindestens Bachelor) bzw. postsekundärer

Bildungsabschluss oder gleichwertige Qualifikation

und 5 Jahre Berufserfahrung.

***

Bewerbung

Bitte senden Sie Ihre Bewerbungsunterlagen

(Motivationsschreiben und Lebenslauf)

bis 20.01.2012 an office@ifm.ac

Mehr Infos unter: www.ifm.ac

Das Stipendium wird von einer Jury

vergeben. Der Selbstbehalt der/des Stipendiaten/in

beträgt EUR 14.800,-- zzgl. Reiseund

Aufenthaltskosten. Der Rechtsweg ist

ausgeschlossen. Der/Die Gewinner/in wird

verständigt.

SOCIETY 3/4_11 | 69


WIRTSCHAFT

KOMMENTAR

Dark clouds over the financial

centres in the world.

The Winds of Inflation

Nothing without Labour

In the last thirty years flawed economic and financial policies have driven the United States

into steep self-destructive decline, while the Asian Tigers have flourished. The current

financial and debt crises are heralds of even deeper global disorder and possible catastrophic

economic collapse. By JAMES CUMES

For quite a long time now – I wrote in October

1973 – the world has struggled –

for the most part inelegantly and certainly

ineffectually – against inflation. This

unremitting but unsuccessful struggle has

had its most dramatic episodes – though its

origins lie deeper both in time and causation

– since the United States tried to dampen

a boom in its domestic economy by restrictive

economic measures in July 1969.

Since then, the winds of inflation have

swept everywhere. No one has been able to

control it. In Australia, the more we try to

stop it, the worse it becomes.

What is wrong?

***

The Elusive Answer

Across the world, the academic economists

have no answer. Nor do our bankers

or businessmen. Our economic writers and

journalists are able to tell us what was

wrong with our economic policies (such as

those embodied in the 1971 budget) after

they have shown themselves to be unsound;

but they are quite unable to suggest

the right policies in advance. Finance Ministry

officials, relatively inflexible in their

well-meaning conservatism, apply their

known rules and remedies and, however

many times they fail, return forever hope-

70 | SOCIETY 3/4_11


FOTOS: PRIVAT; PIXELIO/PETER FREITAG

fully to the only springs of their inventiveness.

We in Australia, though unable to cope

with our current economic problems, are

no worse than people in other countries.

Their experts, officials, bankers and others

are quite as helpless as our own. If the Australian

Government struggles to make a selection

of the non-remedies that are offered

to it, so for the most part do the governments

of the advanced economies of Western

Europe, North America and Japan.

The Ministerial Meeting of the Organisation

for Economic Cooperation and Development,

held in Paris last June 1973 recognised

the gravity of the economic situation

and, in particular, acknowledged worldwide

inflation as a problem that had to be

solved. But the Ministers and their impressively

expert delegations were unable to offer

any real solutions. The Committee of

Twenty established by the International

Monetary Fund to try to reform the international

monetary system has, despite the

great competence of its members and of

the IMF staff, made little progress but,

more importantly, it seems not really to

know where it should be going. Dollar and

other currency crises follow in rapid succession.

Central Bankers and Treasurers meet.

Confident assertions of success in stabilising

the currency situation are followed by

frank confessions of failure. The confident

assertions have become noticeably fewer as

the succession of crises has grown.

***

Reflections of the Past

Is there any solution? Must we go on in

this way until the end of time? Most people

must occasionally get a nightmarish feeling

that, in terms of our lack of control of

the situation, we are back in the 1920s and

1930s. Then we had a succession of – or

abortive proposals for – world economic

conferences, world financial conferences,

devaluations, currency manoeuvres; and

everything we did only seemed to make

things worse. The present crises are NOT

the same as those of the 1920s and 1930s.

There are not the millions of unemployed,

the long dole queues and the terrifying

prospect that seemed to confront us in the

early thirties that the modern economy,

deficient in aggregate demand, would slow

to a cataclysmic halt.

But, if there are differences, there are also

similarities and it is at these that we

should look. There is a solution to our present

problems and, just like the solution

that Keynes outlined to us in 1936, it is

very simple. Someone recently said of

Keynes’ theories, “no one supposes that

such inspired simplifications, these

‘jumps’ in thought, are the work of simpletons,

though simpletons may grasp them

once they have been done”. So at the moment,

we are passing the obvious solution

by, not because it is so complex that we

cannot grasp it, but because we have become

conditioned to a particular mode of

economic thinking that we never really

turn our minds to it. Again, the conditioning

of the classical economists in the 1920s

and 1930s is striking.

So we need to do two things.”

“The measures should aim at

full employment through public

enterprise, wise public

banking and direct public investment.”

JAMES CUMES

***

The Decline of a Superpower

The above could have been written today

about today’s global or national financial

and economic problems.

It wasn’t.

I wrote it in October 1973 as part of an

analysis for a senior Australian Cabinet

Minister. At the time, it had little impact

on the national and international policies

to which it related. The United States had

tried to do too much in the 1960s. With

hot and cold wars, moon landings and welfare,

deficits began to appear in budget

and foreign-payment balances. Nixon applied

fiscal and monetary remedies in

1969 and French pressure forced him to

cut the US dollar’s link with gold in 1971.

The International Monetary Fund ceased to

exist as contemplated under its Articles of

Agreement of 1944.

The 1970s were not a good decade for

the United States. From being the greatest

creditor in world history it sank deep into

a process which would make it the world’s

greatest debtor.

However, it persisted with its policies of

fighting inflation with hikes in interest

rates and advocating free markets and a

minimum of government “interference”.

These United States policies were enthusiastically

shared by other major Western

countries. The trade unions were destroyed.

Reagan did it initially through

sacking the air-traffic controllers. Thatcher

did it by beating the striking coal miners.

Containerisation did it by abolishing

union members’ jobs.

The economy is nothing without

labour. Labour makes the stuff; it delivers

the stuff; and it consumes the stuff. Managers

– and the rich – have neglected that

crucial fact in recent years at the cost of

the economy’s best interests and, ultimately,

their own.

Since 1980, the process of reversing the

rise of the working class has been successfully

pursued with the middle class being

included in the humbling of the rest of the

society by the very rich. The tyranny of

both the traditional and newly rich has become

steadily more firmly fixed in place

since the late 1990s. Warren Buffett has

told us there is a class war going on now

and “We are winning.”

He could even have fairly claimed that

we, the rich, have already won.

These trends were not difficult to identify.

The attempt to fight inflation through

hikes in interest rates and fiscal measures

caused persistent “stagflation” which I

predicted in my book “The Indigent Rich”

published in 1971. In “Inflation” published

in 1974, I particularly stressed the need for

“fixed-capital investment, productivity and

production” to resolve problems of both inflation

and unemployment.

But the self-destruction continued.

Not by everyone.

***

The Rise of Asian Tigers

The attempt to curb inflation by monetary

measures provoked inflation which

could not be alleviated by local production.

Supplies had to be imported by the United

States. Those supplies were provided increasingly

by the Asian Tigers who were

later joined by China and India. Some elements

in United States inflation eased as a

result but the job losses in “stagflation” became

embedded ever more in the American

situation.

SOCIETY 3/4_11 | 71


WIRTSCHAFT

KOMMENTAR

Not only did inflation ease and unemployment

increase but the balance of trade

and payments moved ever more markedly

against the United States and in favour of

the Asian Tigers, China and India.

This was not a sudden development. It

matured over about twenty years as I described

in “The Multiple Abyss” (1996) and

“America’s Suicidal Statecraft” (2006).

As the policies matured and Deng’s option

to join “the rich” bore fruit, China

moved from being a relatively backward

economy in the mid-1970s to being the

world’s second largest economy now, with

superpower and space-race ambitions and

promise of becoming the world’s top economy

in the near future. Meantime, the

United States has had its credit rating reduced

by S & P, its approved debt ceiling

raised above the present $14 trillion and its

space enterprise largely suspended.

Is that as far as global rearrangements

are likely to go?

Will stability soon be restored to the

global economy and finance?

Will the dramatic changes of past

decades in the economic, political and

strategic power situation be brought to a

speedy and relatively painless close?

The answer to all three questions seems

to be “no”.

***

A Situation Even More Critical

Since the Lehman collapse of 2008, the

United States has wasted valuable time,

reputation and money turning a disastrous

scenario into a catastrophic reality.

In “America’s Suicidal Statecraft”, I compared

Ben Bernanke’s idea of helicopters

dropping money from the skies to the

1970s practice of the Emperor of the Central

African Republic throwing paper money

to his grateful citizens when he went

walkabout. The gratitude didn’t last. The

Emperor was dethroned, imprisoned and

executed.

The fate of Bernanke and his president

might be more merciful but unpleasant

nevertheless.

Trillions of dollars have been spent for

virtually no result except to make a United

States – and Western recovery – more difficult,

more complex and more long drawn

out than before.

Bearing in mind the “hedonic” features

of American statistics, the United States is

almost certainly in “recession” right now.

The question is not whether the United

States is in a double-dip recession. Rather

it is in continuing recession deriving from

long-lasting, fundamental, uncorrected errors

of policy.

“The economy is nothing without

labour. Labour makes the

stuff; it delivers the stuff; and

it consumes the stuff.”

JAMES CUMES

“It is not possible to construct

a real economic and financial

recovery while this casino philosophy

and practice continue

to rule.”

JAMES CUMES

What is terrifying is that the situation

is even more critical than three years ago.

During those three years, the problems

confronting the United States have become

bigger and more menacing than

ever.

Not only bigger and more menacing but

even less well identified than ever and

more subject to pointing fingers at others

rather than accepting responsibility for

putting their own house in order and helping

others so as to promote global stability

and peaceful change.

The United States has recently tended,

for example, to highlight the sovereign

debt of the Eurozone countries as the central

threat to global stability. That may be

planned to distract attention from its own

massive debt and deficit, and from the

highly unstable speculative financial system

which still operates in the United

States itself.

***

The Economy Is “Toast”

Alessio Rastani’s view that it is not governments

but “Goldman and Sachs [that]

rules the world” is not funny. Not at all, because

it reflects what many see as an everyday

reality.

“The market,” Rastani says, “is toast.” After

all the years spent in adoration of the

market, it might seem a sacrilege to express

such a thought – even think it; but it

too reflects everyday reality. Moreover, it is

not just the little day-trader who characterises

today’s “market”. The whole community

- the bankers, the hedge-fund managers,

the ordinary Joe and Josephine in

the street – swings the levers of the global

poker machines now, not so much in expectation

of becoming rich as in hope of

grabbing at financial survival.

Everyone has been caught up in the addiction

to gambling on the stock markets,

foreign exchange and commodity markets

– wherever a prospect exists of making or

saving a fast buck.

It is not possible to construct a real economic

and financial recovery while this casino

philosophy and practice continue to rule.

But its reform – or more accurately its

replacement - will not be easy to achieve

and cannot be done quickly.

It will take several years at least to return

to rational economic policies for domestic

and global economies. That is if – at

last – we begin right now to do the right

things.

What are the “right things”?

The quote from 1973 said “we need to

do two things?”

What are they?

***

Two Things To Do

The first is to acknowledge that we are

dealing with a new economic and financial

situation. We must make fundamental

changes, not just tinker with details at the

margin. In this context a solution to Greek

debt will not solve the problem of global

debt – sovereign, commercial and personal.

Nor will it correct the range of financial

and economic policies which caused the

perilous and ultimately devastating accumulation

of financial disequilibria.

The second thing we must do is to look

again at our broad macroeconomic policies

so that they deliver full employment

and stable growth within the sort of society

that Keynes and others envisaged. At

BOOKS BY THE AUTHOR

“America’s Suicidal Statecraft” and “The Multiple Abyss”

are available on Amazon in print and kindle editions.

www.authorsden.com/jameswcumes

America’s Suicidal Statecraft

– The self-destruction

of a superpower

James Cumes

Cresscourt Publishing

Always a critic of mainstream

interest-rate and

credit policies, James Cumes

shows in this book how the

United States fecklessly drained away its economic strength

and endangered its political and strategic position as the

world’s single superpower.

72 | SOCIETY 3/4_11


FOTO: PIXELIO/GERD ALTMANN

The US is in continuing

recession

the same time, we must take account of

the many revolutions that have occurred

in production, distribution and exchange

ABOUT THE AUTHOR

Dr. James Cumes has written several books on history, economics,

philosophy and four novels. He graduated in Economics

and Diplomatic Studies at Australian universities

and is a Doctor of Philosophy in Economics from the London

School of Economics and Political Science. After service

as a teenage soldier, ha had diplomatic postings in Paris,

Geneva, London, Bonn and Berlin. He became Ambassador

to the European Union and several individual countries, including

Austria, High Commissioner to Nigeria and visiting

Ambassador to a dozen other West African countries. He

was Permanent Representative to the UN and UNIDO and

Governor on the Board of IAEA in Vienna. He is married to

Austrian Heide Schulte von Bäuminghaus Cumes. With their

daughter, Kim, they move between homes in Australia,

Austria, Monaco and the South of France.

over the last several decades.

To tackle these changes, we must imagine

we are at a point of reflection on policies

similar to that at the end of the 1930s.

We need to consider what should now replace

the ineffectual United Nations and

its Specialised Agencies as well as global financial

institutions. We need to reflect on

urgent practical issues such as what our reserve

currency for international transactions

should be. What should be the role,

if any, of a reserve currency? What should

be the role of gold?

What we do know is that while the market

must be allowed to play a vital part in

our economic and financial life, it cannot

be allowed a completely free run. It may be

funny to declare that “the market is toast”

but we must devise a new “toaster” – not

necessarily through more regulations but

smarter regulations if we are not to continue

to burn our toast to a cinder.

***

What then should we do?

I cannot set out all the detail in this article.

I have done that already in “America’s

Suicidal Statecraft”. However, in broad

terms –

The current United Nations General Assembly

should appoint a small but distinguished

and gifted group (DIGG) charged

with examining data and proposals connected

with the current global financial

situation. It should produce a report of

practical measures before the end of 2011

based on proposals for sustainable growth

through fixed capital investment, productivity

and production instead of policies of

restriction and austerity.

The measures should aim at full employment

through public enterprise, wise public

banking and direct public investment.

The emphasis should be on production of

goods and services for a stable and growing

market and the effective elimination of the

massive current speculation in capital, currencies,

commodities and commerce.

The basic model for stability and for

moderation of the volatility that encourages

speculation should be the domestic

and global economic and financial system

that characterised the quarter century in

the highly developed countries from 1945

to 1970. This basic model will have to be

modified for economic, financial, social,

technical and scientific changes since but,

among other things, it should restore the

rights, privileges and status of the working

and middle classes as well as modify the

“sitting pretty” situation of the rich.

The broad objective should be to

achieve peaceful change based on social

and economic justice within a genuinely

democratic system.

DIGG’s report should recommend immediate

measures to minimize distress

while more basic reconstruction of domestic

and global economies takes place. A

process should be started to construct a

new IMF and IBRD [Int. Bank for Reconstruction

and Development] as well as new

agencies for such key economic and social

sectors as agriculture and trade. We must

look towards a revolution in domestic and

global policies which is likely to require

the UN or other central multilateral authority

to meet in continuous session to

oversee the progress – or further deterioration

– of the global economy.

This would herald a peaceful revolution.

We need to embark on it urgently to avoid

a monumental financial collapse. We need

to embark on it also to avoid revolutionary

violence on an unprecedented scale.

SOCIETY 3/4_11 | 73


WIRTSCHAFT

COACHING

Modernes Zeitmanagement

Das Wichtige im Auge behalten

„Ich habe keine Zeit!“ Dieser Satz ist immer falsch! Richtiges Zeitmanagement hilft, die 24

Stunden, die jeder am Tag zur Verfügung hat, besser zu nützen. Denn wir brauchen nicht

mehr Zeit, sondern die Kraft, sie zu bändigen. Von SONJA LITTIG-WENGERSKY

„Wir alle haben 24 Stunden

am Tag zur Verfügung. Die

Frage ist nur, was wir damit

machen.“

SONJA LITTIG-WENGERSKY

Wer kennt ihn nicht, den Stoßseufzer

„Ich habe keine Zeit!“? Alle Zeitplanungssysteme

und Zeitmanagementmethoden

zielen darauf ab, die Zeit

besser in den Griff zu bekommen. Aber

oberflächliche Korrekturen nützen gar

nichts, wenn wir nicht selbst zum Meister

über unsere Zeit und damit über unsere

Arbeit, ja unser Leben werden. „Ich habe

keine Zeit“ ist oft eine self-fulfilling prophecy,

mit der wir uns programmieren

und in noch mehr Stress und Zeitdruck

versetzen.

Wir ALLE haben 24 Stunden am Tag zur

Verfügung! Die Frage ist nur, was wir damit

machen; wie wir diese Zeit füllen;

wem wir Zeit schenken oder widmen; und

von wem wir uns Zeit stehlen lassen. Da

hilft nur eines: umdenken! Die Zeit ist ein

demokratisches Gut. Wahrscheinlich das

demokratischste überhaupt, denn jeder –

egal ob Bettler oder Milliardär – hat gleich

viel davon zur Verfügung. Die Frage ist:

• Was machen wir aus der uns zur Verfügung

stehenden Zeit?

• Wie gehen wir damit um?

• Wo setzen wir unsere Prioritäten?

• Bestimmen wir unsere Zeit selbst?

***

Zeitmanagement – was ist das?

Zeitmanagement ist das systematische

und disziplinierte Planen Ihrer Zeit. Der

Zweck ist es, mehr Zeit für die wichtigen

Dinge in Ihrem Berufs- und Privatleben zu

haben. Durch eine systematische Zeitplanung

können Sie täglich erstaunlich viel

Zeit gewinnen. Zeitmanagement gibt Ihnen

mehr Zeit für die WIRKLICH WICHTI-

GEN DINGE – und für sich selbst!

Es geht beim Zeitmanagement aber

nicht darum, dass Sie noch mehr Zeit für

noch mehr Arbeit freimachen, sodass Sie

in den zwölf Stunden, die Sie täglich arbeiten,

die Arbeit von fünfzehn Stunden hineinquetschen

können. Vielmehr sollten

Sie sich mit Ihrem Zeitmanagement mehr

Freiraum z.B. für Erholung, für Möglichkeiten

neue Energie zu tanken, für Ihre Familie,

Hobbys, Weiterbildung, oder andere

Vorhaben, die Ihnen wichtig sind, schaffen.

So können Sie insgesamt ein ausgeglicheneres

und damit glücklicheres Leben

führen.

Der Vorteil dabei ist: Wenn es Ihnen gut

geht und Sie sich wohl und ausgeglichen

fühlen, sind Sie leistungsfähiger und verrichten

Ihre Arbeit besser. Dies kommt Ihrem

gesamten persönlichen Umfeld zugute:

Ihrem Arbeitgeber, Ihren Mitarbeitern

und Kollegen, Ihren Kunden, Ihren Freunden

und nicht zuletzt Ihrer Familie. Daraus

ergibt sich ein positiver Kreislauf.

Zeitmanagement hilft Ihnen nicht nur

dabei, Zeit zu gewinnen, die Sie positiv

und effizient nützen können, sondern es

unterstützt Sie vor allem auch dabei, die

wirklich wesentlichen Dinge zu erledigen,

Prioritäten zu setzen. Dadurch können Sie

erfolgreicher und zufriedener werden. Und

Sie haben durch ein systematisches Zeitmanagement

letztlich weniger Arbeit mit

diesen Aufgaben als vorher, weil Sie durch

die konsequente Ausrichtung auf das Wesentliche

immer die wirklich wichtigen

Dinge im Blick behalten und sich nicht mit

Unwichtigem verzetteln. So können Sie

schon im Vorfeld Probleme und mögliche

Krisenherde erkennen. Im Anfangsstadium

lassen sich solche Situationen meist mit

sehr viel weniger Aufwand lösen, als wenn

man bereits mittendrin im Chaos steckt

und den roten Faden verloren hat. Vorteil

des Zeitmanagements: Sie erledigen die

wesentlichen Dinge in weniger Zeit! Zeitmanagement

bedeutet die eigene Zeit zu

beherrschen – statt sich beherrschen zu

lassen. Das Zauberwort heißt: AGIEREN

STATT REAGIEREN!

Das Time-Management-Seminar von Dr. Sonja Littig-

Wengersky

ÜBER DIE AUTORIN

Dr. Sonja Littig-Wengersky ist Dipl. Coach und Trainerin

für Kommunikation und Persönlichkeitsentwicklung sowie

Buchautorin. Vom IIR (Institute for International Research)

wurde sie mehrfach zur „Top Trainerin des Jahres“ gewählt.

Info über das Time-Management-Seminar:

www.littig.at/et-enough-time.php

74 | SOCIETY 3/4_11


Komfort und Sicherheit

Technik für den Menschen

WIRTSCHAFT

PORTRÄT

Moderne Elektrotechnik bedeutet Komfort auf Knopfdruck vom Wohnzimmer aus, Zugriff

auf Geräte von unterwegs, Licht und Klang angepasst nach individuellen Wünschen sowie

flexible und effiziente Komponenten, die nach Belieben aufgerüstet werden können.

Ing. Andreas Schmid

übernahm später die Abteilung Freileitungsarbeiten.

Er leitet seit 2003 gemeinsam

mit seinem Bruder Stefan Schmid die

Firma. Seine Lebensphilosophie im Privaten

wie Beruflichen lautet: Der Mensch steht im

Mittelpunkt – es zählen Ehrlichkeit, Respekt,

Höflichkeit und Handschlagqualität.

Ing. Stefan Schmid ist ebenfalls Absolvent

der HTL TGM in Wien. Neben dem Studium

an der TU arbeitete er bereits im väterlichen

Betrieb. Er widmete sich darauf

mehr der Praxis und machte die Meisterprüfung

sowie Konzessionsprüfung in der

Elektroinnung.

Zwischenzeitlich gründete er die Firma

McTextrion, die im Auftrag der Firmen

Steyr Spezialfahrzeuge und ÖAF Gräf&Stift

mobile Operationssäle und mobile Computer-Tomographie-Container

entwickelte

und baute. Dafür hat man sogar internationale

Preise erhalten. Außerdem entwickelte

McTextrion Spezialleuchten für das

Bundesheer und vertrieb diese in Amerika,

China und den Arabischen Emiraten.

Nach der Schließung der Sonderfahrzeuglinie

bei Steyr wechselte Ing. Stefan

Schmid wieder in den Familienbetrieb, wo

er alle Agenden der Firma McTextrion weiter

bearbeitet. Er ist in der Firma für Installationstechnik,

Alarmanlagen und EDV-

Verkabelungen zuständig.

In der heutigen, schnelllebigen Zeit, in

der nur mehr Fakten zählen und der

Mensch immer mehr in den Hintergrund gedrängt

wird, hat er sich als Ziel gesetzt, die

individuelle Betreuung und Beratung als erste

Priorität anzusehen. Nicht der Mensch

muss sich nach der Technik richten, sondern

die technischen Möglichkeiten sind

den einzelnen Bedürfnissen anzupassen.

KONTAKT

Ing. Leopold Schmid

Beheimgassse 45, 1170 Wien

Tel. +43-(0)1-402 65 68-0

E-Mail: office@elektroschmid.at

www.elektroschmid.at

Notdienst täglich 7 bis 23 Uhr

+43-(0)664-833 60 30

Das Familienunternehmen Ing. Leopold

Schmid zählt seit sechzig Jahren und in

bereits dritter Generation zu den herausragenden

Anbietern von Elektroinstallationen

aller Art und ist immer auf dem neuesten

Stand in Technik und Know-how.

1948 von Ingenieur Leopold Schmid gegründet,

begann die Firma mit zwei Mitarbeitern.

Einer der Schwerpunkte war von

Anfang an der Bau von Freileitungen und

die Errichtung und Instandhaltung der

öffentlichen Beleuchtung in Wien. Im Jahr

1973 übernahm sein Sohn Günther

Schmid die Leitung, der die Firma auf

sechzig Mitarbeiter vergrößerte. Seit 2003

sind dessen Söhne Ing. Andreas und Ing.

Stefan Schmid Firmenleiter.

Ing. Andreas Schmid ist Absolvent der

HTL TGM in Wien und seit seinem Berufseintritt

im väterlichen Betrieb tätig. Zunächst

arbeitete er in der Abteilung für Beleuchtungsanlagen,

organisierte die

Verkabelungsarbeiten bei Wien Energie und

Ing. Stefan Schmid

SOCIETY 3/4_11 | 75


WISSENSCHAFT

KOLUMNE

Kolumne von HERBERT PIETSCHMANN

110 Jahre Motorflug

Um den ersten erfolgreichen motorisierten Flug gibt es einen nicht lösbaren Streit:

Waren es Gustav Whitehead oder die Brüder Wright, denen der erste Flug gelungen ist?

Zweifellos ist, dass alle drei geniale Erfinder waren.

Am 14. August 2011 gab es zwei

Gedenkfeiern aus gleichem

Anlass: eine im Discovery Museum

von Bridgeport, Connecticut,

USA, die andere im Flugpionier-Gustav-Weißkopf-Museum

in

Leutershausen, Deutschland. Gefeiert

wurde der 110. Jahrestag des

ersten erfolgreichen Fluges einer

motorgetriebenen Maschine

„schwerer als Luft“. Eine Video-

Schaltung verband die beiden

Feiern, wegen der Zeitdifferenz

um 11 Uhr in Bridgeport und um

17 Uhr in Leutershausen. Am 14.

August 1901 hatte Gustave Whitehead

mit seinem Fluggerät Nr. 21

diese Pionierleistung in Bridgeport

vollbracht, zwei Jahre vor den

Brüdern Wright. In Leutershausen

bei Ansbach war er als „Gustav

Weißkopf“ im Jahre 1874 geboren

worden.

Leider gibt es für Whiteheads Flug

„nur Zeugenaussagen und keinen fotografischen

Beweis“ (Wikipedia). Zwar

hatte schon am 8. August 1901 die angesehene

Wissenschafts-Zeitschrift

„Scientific American“ einen mit zwei

Fotos illustrierten Artikel gebracht, in

dem es heißt: „Eine neuartige Flugmaschine

wurde soeben von Mr. Gustave

Whitehead aus Bridgeport, Conn., fertig

gestellt und steht nun bereit für die

ersten Flugversuche.“ Und die Zeitung

„Bridgeport Sunday Herald“ brachte

am 18. August 1901 einen ganzseitigen

Artikel über den Erstflug. Der Reporter

dieser Zeitung, Dick Howell, konnte

als Augenzeuge verlässliche Angaben

machen.

Trotzdem gelten die Brüder Wright

als Erfinder des Motorfluges, denn sie

„haben ihre Flüge genauestens fotografisch

und schriftlich dokumentiert,

so dass keine Zweifel an ihrer Darstellung

bestehen. Ihre Absicht zum exklusiven

Verkauf ihrer Flugzeuge veranlasste

sie aber zu weitgehender

Geheimhaltung.“ (Wikipedia)

Herbert Pietschmann in

Leutershausen, dem

Geburtsort von Gustave

Whitehead

***

Das Privileg des Erstfluges

Wegen der Bedeutung des Flugwesens

für unsere Welt handelt es sich bei

dem Streit um den Erstflug längst nicht

mehr um eine historisch-wissenschaftliche

Frage. Als beliebtes Ziel von Touristen

ist Kitty Hawk in North Carolina,

der Ort des Fluges der Brüder Wright,

zu einer beträchtlichen Fremdenverkehrs-Attraktion

geworden. Es geht also

auch um North Carolina gegen Connecticut;

vor allem, weil der Bundesstaat

North Carolina mit Recht so stolz

auf diesen Ort ist, dass er auf die Nummerntafeln

seiner Kraftfahrzeuge unter

„North Carolina“ auch prägen lässt

„First in Flight“. Auf dieses Privileg ist

freilich nicht leicht zu verzichten!

Daher gibt es einen grimmigen

Streit, wer nun tatsächlich den ersten

kontrollierten Flug durchgeführt hat

und ob Whiteheads „Flug“ vielleicht

nur eine Reihe von Sprüngen mit

wiederholten Bodenberührungen war.

Also wurde Whiteheads Flugmaschine

Nr. 21 sowohl in Bridgeport als auch in

Leutershausen getreu dem Original

nachgebaut und zum richtigen

Fliegen gebracht. Bei der gemeinsamen

Feier in Bridgeport

und Leutershausen wurden nicht

nur der Flugpionier Gustave

Whitehead, sondern auch die

zeitgenössischen Piloten, die die

beiden Nachbauten geflogen hatten,

gewürdigt. Sondermarken

mit Sonderstempel wurden auf

Gedenkflügen vom Aeroclub Ansbach

mit einem Motorflugzeug

über Leutershausen und einem

Segelflugzeug während der Bayerischen

Segelflug-Meisterschaften

der Junioren befördert.

Der grimmige Streit geht aber

weiter. Carroll F. Gray aus Kalifornien

hat in einem ausgewogenen

Artikel im Internet („Understanding

Gustave Whiteheads Aerial

Adventures“) den Streit untersucht

und meint darin folgerichtig, selbst

wenn man Gustave Whitehead als Lügner

entlarven könnte, müsste man erst

erklären, wie es zu den notariell beglaubigten

Aussagen vieler Zeugen unabhängig

voneinander kommen konnte.

***

Leistungen genialer Erfinder

Ich bedaure, dass dieser Streit dazu

führt, die unzweifelhaften Leistungen

der einen oder der anderen Seite zu

schmälern oder gar zu verwerfen. Whiteheads

Anstrengungen hatten zum

Bau von beachtlichen Flugzeugmotoren

und Flugmaschinen geführt, die

Brüder Wright hatten die Steuerung

um alle drei Raumachsen erstmals

technisch verwirklicht. Es scheint mir

historisch nicht sinnvoll, eine so wichtige

Erfindung wie die des Flugzeugs

gemäß unseres Entweder-Oder-Denkens

auf einen bestimmten Zeitpunkt

und eine Person festzulegen. Wenn die

Zeit reif für eine Neuerung ist, finden

sich meist mehrere geniale Menschen,

deren Kräfte gebündelt zum Durchbruch

der Erfindung führen.

76 | SOCIETY 3/4_11

Herbert Pietschmann ist Emeritus der Fakultät für Physik der Universität Wien und

Buch-Autor (z.B.: Die Atomisierung der Gesellschaft. Ibera Verlag Wien 2009).


WIRTSCHAFT

RECHT

Ohne Expertise großes Risiko

Der Kunstsammler

und sein Recht

Kunst wird als vermeintlich sichere Anlage angepriesen. Von

falschem Gold hört man relativ selten. Ein millionenteures

Kunstwerk hingegen kann auf einmal nichts mehr wert

sein. Es lohnt, sich als Kunstsammler mit dem Phänomen

der Kunstexpertise auseinanderzusetzen.

Das Kunstwerk umströmt nach wie vor eine

nicht fassbare Aura des Erhabenen,

und damit lässt sich manche Verführung

zur Kunst und zum Kunstkauf erklären.

Die Motivation Kunst zu sammeln wird

meist mit einer Leidenschaft oder einer besonderen

Vorliebe für die Kunst begründet.

Die folgenden Zeilen sind nicht zuletzt der

Vernunft geschuldet, wenn es darum geht,

seine Rechte als Sammler zu kennen und

diese notfalls auch durchzusetzen.

Heute muss der Kauf eines Kunstwerkes

im gehobenen Preissegment beinahe so

wie der Kauf eines Unternehmens behandelt

werden. Man spricht dabei von einer

„Art Due Diligence“. Es muss die Provenienz,

die Echtheit und die Verfügungsberechtigung

des Verkäufers vorab von Experten

untersucht werden, um „sicherer“ –

sprich: gutgläubiger – Eigentümer eines

echten Werkes zu werden.

Das Kunstwerk ist auch ein Investitionsund

Spekulationsobjekt. Dem folgt das

Kunstrecht mit einem Instrumentarium,

welches bisher nur aus dem Bereich des

Wirtschaftsrechts bekannt war.

***

Die Expertise über die Echtheit

Allgemein anerkannt ist mittlerweile,

dass eine Expertise über die Echtheit eines

Kunstwerkes letztlich keine absolute Sicherheit

gegen eine falsche Zuschreibung oder

eine Fälschung geben kann. Trotzdem ist sie

im Auktions- und Kunsthandel eine feste

Größe, um überhaupt gewisse Arbeiten verkaufen

zu können. In manchen Fällen ist

die Macht einzelner Experten so groß, dass

gegen sie nur mit Hilfe des Kartellrechts

oder des Rechts gegen den unlauteren Wettbewerb

vorgegangen werden kann.

Ein berühmt-berüchtigtes Beispiel ist

das Andy-Warhol-Authentication-Board.

Internationale Auktionshäuser holen regelmäßig

deren Expertise ein, welche dann

wie ein Endurteil für den Eigentümer des

vermeintlich echten „Warhols“ wirkt. Faktisch

wurden durch die Zu- oder Abschreibungen

des Boards schon Millionenwerte

vernichtet.

Warhol schafft den Juristen und Experten

nicht zuletzt deswegen Kopfzerbrechen,

weil der Begriff des Originals bei ihm

zu kurz greift. Der Künstler selbst pflegte

den Werkstattgedanken und delegierte oftmals

an Dritte die Ausführung seines

künstlerischen Konzepts.

Klagen wegen Verweigerung einer Expertise

oder Aufnahme in ein Werkverzeichnis

sind aber mit großen Unsicherheiten

belastet. Wie bei jedem Prozess, wo es

um die Echtheit eines Kunstwerkes geht,

zeigt sich das Dilemma des Fehlens einer

objektiv unanfechtbaren letzten Instanz

Der Autor

Mag. Michael Maier

KONTAKT

Rechtsanwaltsanwärter bei LANSKY, GANZGER + Partner

Lansky, Ganzger & Partner Rechtsanwälte GmbH

Rotenturmstrasse 16-18/7, 1010 Wien

Tel.: +43-(0)1-533 33 30-0

www.lansky.at

für Echtheitsfragen. Der Ratschlag für

Sammler kann daher nur lauten, sich mit

der möglichst anerkanntesten Expertise

für sein Kunstwerk auszustatten. Sollte einem

Warhol beispielsweise das Zertifikat

des Andy Warhol-Authentication-Boards

fehlen, wäre ein Ankauf mit großen Unsicherheiten

belastet.

Die Kunstexpertise steht auch im Mittelpunkt

in einem zurzeit in Köln stattfindenden

Prozess gegen eine Kunstfälscherbande,

wobei bemerkenswert ist, dass auch ein

international anerkannter Experte unter

den Getäuschten ist. Werner Spies hat eine

Kaufempfehlung für einen „falschen“ Max

Ernst für die Sammlung Würth abgegeben.

Der Experte für Max Ernst und auch Picasso

hat die viel beachtete Ausstellung in der

Wiener Albertina „Picasso – Malen gegen

die Zeit“ kuratiert und wird im Jahr 2013

die Retrospektive von Max Ernst in der Albertina

ausrichten..

***

Haftung des Sachverständigen?

Sammler müssen sich in vielen Fällen

auf das Urteil von Experten verlassen können.

Echtheits- und Wertgutachten spielen

eine große Rolle auch für die Besteuerung,

Versicherung und Beleihung von Kunstgegenständen

und bei der Vermögensauseinandersetzung

unter Erben oder geschiedenen

Eheleuten.

Nicht nur der Kunstexperte ist Sachverständiger,

sondern auch Kunsthändler, Galeristen

und Antiquitätenhändler. Der

Kunstexperte haftet aber nur, wenn er für

den Rat oder das Gutachten ein Entgelt bekommen

hat. Die Judikatur zieht dabei eine

niedrige Grenze der Entgeltlichkeit.

Wird ein Rat nicht ausschließlich selbstlos

gegeben, sondern erwartet der Ratgeber

für sich wirtschaftliche Vorteile, dann wird

Entgeltlichkeit angenommen. So kann beispielsweise

der Rat eines Kunsthändlers

zum Ankauf von diesem oder jenem Künstler

zu einem „Expertenratschlag“ werden,

wenn durch diesen Kauf auch der Kunsthändler

selbst profitiert.

Dem Sammler ist anzuraten, hier

durchaus seine Marktmacht für sich zu

nutzen. So können in einem Auftragsvertrag

mit einem Experten Haftungsgarantien

zugunsten des Auftragsgebers festgeschrieben

werden.

Ein Unternehmenskauf wird kaum an

einem Tag abgewickelt. So sollte auch ein

Kunstwerk vor dem Ankauf eingehend

untersucht werden und die eigene Leidenschaft

für die Kunst in Zaum gehalten

werden, um das Werk, den Verkäufer und

die Expertise mit der notwendigen Sorgfalt

überprüfen zu können.

SOCIETY 3/4_11 | 77


WISSENSCHAFT

THERAPIE

Ein Blick in die psychotherapeutische Praxis

Tabus, Familiengeheimnisse

und Unaussprechliches

Geheimnisse in der Familie haben oft einen gravierenden Einfluss auf die seelische und körperliche

Gesundheit. Sie in therapeutischer Arbeit aufzudecken bedeutet Versöhnung mit der

eigenen Geschichte und Selbstwerdung. Von SILVIA PROSQUILL-SALZMANN

Der Begriff des Tabus kommt aus dem

Polynesischen, er hat zwei Bedeutungen,

zum einen meint er heilig und geweiht,

zum Anderen verboten und gefährlich.

Ein Tabu benennt Handlungen und

Verhaltensweisen, die im sittlichen Verständnis

geächtet, in vielen Fällen per Gesetz

geahndet werden und eine kulturabhängige

Gültigkeit haben. Ein Tabubruch

ist seit Jahrhunderten Ziel öffentlicher Beurteilung

und Verurteilung und hat die

Menschheit immer berührt.

Gleichsam berührend sind Tabus, die

an Familiengeheimnisse anknüpfen und

durch ganz individuelle Erlebnisse große

Belastungen und seelische Konflikte hervorrufen.

So können „heimliche und unheimliche“

Geschichten, wie sie uns Freud

in einem seiner wichtigsten Aufsätze

hinterlassen hat, die heute oder damals,

auch Generationen davor stattgefunden

haben, unbewusste Spuren hinterlassen

und damit gravierenden Einfluss auf das

heutige Leben nehmen.

Bestimmte Begegnungen, Orte, Gerüche

oder Musikstücke lassen uns oft in eine

unergründliche Stimmung sinken, ohne

dass wir dafür eine Erklärung finden.

Ein Ort, wie in manchen Gesprächen zu erfahren

war, an dem viel über Geheimnisse

gesprochen wird, ist oft der Letzte Platz eines

Menschen – der Friedhof. Hier wird der

positiven und negativen Eigenschaften gedacht

und im Zuge dessen werden Familiengeheimnisse

wach. Kinder erzählen

dann: an einem gewissen Platz, bei einer

gewissen Musik, bei einer gewissen Geschichte

hat die Oma immer geweint, ist

der Opa immer zornig geworden. Kinder

haben feine Sensoren für alles Verheimlichte

und Unausgesprochene.

***

Die Vielfalt der Geheimnisse

Wiederholt erzählen mir Betroffene

nach Aufdeckung eines Geheimnisses: „Geahnt

habe ich es ja schon immer.“ Die Vielfalt

der Geheimnisse ist unbegrenzt und

stellt uns oftmals vor die Frage: Hat es das

„Unaussprechliche“ auch in unserer Familie

gegeben? Um nur einige zu nennen:

Geschwisterkinder, die nicht die gleichen

Eltern haben; verheimlichte Adoptionen,

Abtreibungen, unheilbare und psychische

Erkrankungen; Vernachlässigung ungeliebter

Kinder; Vergewaltigungen; Selbstmorde;

Rätsel im Zusammenhang mit Geld; jüdische

oder nationalsozialistische

Vergangenheiten usw.

Geheimnisse können generationsübergreifende

Gefühle auslösen. Die Verknüpfung

des eigenen Schicksals mit dem der

Ahnen lässt wiederholt Schande, Mitschuld

und Schamgefühle entstehen, die

ÜBER DIE AUTORIN

Silvia Prosquill-Salzmann ist diplomierte Lebens- und Sozialberaterin

in eigener Praxis. Sie ist Absolventin der Sigmund-Freud-Privatuniversität

in Wien, wo sie zur Psychoanalytikerin

ausgebildet wird und einen BA p.th.

erworben hat.

KONTAKT

Silvia Prosquill-Salzmann

Dipl. Lebens- und Sozialberaterin

Psychotherapeutin in Ausbildung und Supervision

Laudongasse 31/5/15, A 1080 Wien

Mobil +43-(0)664-190 32 31

uns über weite Strecken in unserem Leben

beeinträchtigen und Angst vor Ausschluss

und Außenseitertum zur Folge hat. Die

Aufdeckung von familiären Heimlichkeiten

geht mit bedrückender Angst einher

und wird erst durch Gewissheit gemildert.

Die Fantasie ist es, die uns quält z. B. ein

ungeliebtes Kind, oder der Enkel eines NS-

Opfers bzw. Täters, oder ein Ersatzkind,

oder ein Kind aus einem Inzest zu sein.

Diese Vorstellungen sind schlimmer, als

die Wahrheit zu erfahren, das Unaussprechliche

zu formulieren und sich mit

der Auswirkung auf sich selbst zu befassen.

***

Entlastung der inneren Spannung

Im therapeutischen Rahmen erlebe ich

immer wieder die große Erleichterung,

wenn ein Betroffener sich erstmals öffnet

und über sein geheimes Thema spricht.

Die Neutralität und der professionelle Umgang

ermöglichen eine weitgehende Entlastung

der inneren Spannung, die sich

manchmal über Jahre aufgebaut hat. Vielfach

sind Familiengeheimnisse von parallel

auftretenden körperlichen und seelischen

Symptomen wie Schlaflosigkeit,

Melancholie, sexueller Empfindungslosigkeit,

Schmerzen verschiedenster Art begleitet.

Im Zuge einer therapeutischen Aufarbeitung

ist eine Auflösung der

körperlichen Beschwerden regelmäßig zu

beobachten. So können etwa Träume im

therapeutischen Prozess erhellend und

wegweisend für verdrängte Erlebnisse sein.

Eine wichtige Phase tritt ein, wenn ein Betroffener

sich mit Vergangenem konfrontiert,

Unaussprechliches besprechbar wird

und in weiterer Arbeit damit versöhnt.

Ein langer therapeutischer Prozess nähert

sich dem Ende zu.

Im dem Zusammenhang denke ich an

den Satz „Werde der, der du bist“ mit allen

Geheimnissen und daraus resultierenden

Schwierigkeiten, doch im Bewusstsein,

dass sie ein Teil von dir sind und deiner

Selbstwerdung und Selbstheilung dienen.

78 | SOCIETY 3/4_11


WIRTSCHAFT

DIVERSITÄT

EDIC 2012

Diversitätsmanagement für

unternehmerisches Handeln

Der „European Diversity & Inclusion Congress“ versammelt von 1. bis 2. März 2012 wieder

rund 200 Diversity-ExpertInnen aus aller Welt in Wien.

Beatrice Achaleke

Mit einem vielfältigen Angebot bietet

der zweitägige EDIC Kongress eine

ausgezeichnete Lehr- und Lernstätte

für AnfängerInnen und ExpertInnen auf

dem Gebiet des Diversitätsmanagements.

EDIC stellt dabei ein Ressourcenforum für

CEOs, ManagerInnen, PraktikerInnen,

Hochschulen, Forschungseinrichtungen

sowie eine hochrangige Netzwerkplattform

für TeilnehmerInnen, PartnerInnen

und ReferentInnen dar.

Gleich zu Beginn des Kongresses liegt

der Fokus auf den aktuellen Herausforderungen

und Chancen, wie beispielsweise

flexiblen Arbeitszeitregelungen, die für

Unternehmen und deren MitarbeiterInnen

viele Vorteile bringen können, aber guter

Planung bedürfen. Auch die Einrichtung eines

„Frauen- und Minderheiten-Talentepools“

kann dabei unterstützen, Diversität

in die mittlere und Top-Managementebene

zu heben.

***

Diversität als Unternehmensstrategie

Entscheidend für gelebte Vielfalt innerhalb

eines Unternehmens sind in erster Linie

die betrieblichen Diversity-Zielsetzungen

– in einer sich ständig wechselnden

Belegschaft eine besondere Herausforderung,

auf die im EDIC Kongress speziell

eingegangen wird. Der unternehmerische

Erfolg stellt sich dann ein, wenn Diversitätsmanagement

in die gesamte Unternehmensstrategie

eingebunden und von

der Unternehmensführung als besonders

relevant kommuniziert wird.

Welche Rolle soziale Netzwerke innerund

außerhalb eines Betriebes sowie dessen

Dynamiken für die Förderung einer inklusiven

Vielfalt in paneuropäischen und

globalen Unternehmen spielen, ist ebenso

Diskussionsthema des EDIC-Kongresses.

Forschungsergebnisse zeigen darüber

hinaus, welche Rolle die berufliche Entwicklung,

menschliche Netzwerke, Mitarbeiterengagement

und Mitarbeiterzufriedenheit

für positive Geschäftsergebnisse

spielen. Ein besonderer Schwerpunkt ist

auch die Darstellung, wie europäische

Unternehmen und ExpertInnen aktuelle

Herausforderungen und neue Chancen in

Hinsicht auf eine neue und vielfältigere Belegschaft

meistern.

***

Wie profitieren Unternehmen

von EDIC?

Der European Diversity & Inclusion

Congress hilft, das Thema „Vielfalt“ mit all

seinen Facetten besser zu verstehen, sowie

das Vertrauen im Umgang mit Diversitätsmanagement

zu stärken. Organisationen

bekommen die Möglichkeit, sich mit ExpertInnen

auszutauschen und Strategien

für die praktische Umsetzung zu erlernen.

Denn mit erfolgreichem Diversitätsmanagement

können Betriebskosten gesenkt,

die Wettbewerbsfähigkeit deutlich

gesteigert werden.

ÜBER EDIC

Der hochkarätige Diversitätskongress zieht jährlich eine

hohe Anzahl an namhaften Firmen an, u. a. KPMG, IBM,

Rewe, L'Oreal, Telefonica O2, Ernst & Young, American Express,

Hitachi, HP, die Europäische Zentralbank, Microsoft,

Deloitte, London 2012, Walt Disney etc.

Rund 200 internationale und hochrangige D & I-Experten,

Wissenschaftler und andere interessierte TeilnehmerInnen

aus der ganzen Welt werden zum EDIC-Kongress 2012 erwartet.

Der Kongress wird in englischer und deutscher

Sprache gehalten. Gastgeber ist die Wirtschaftskammer

Wien (WKW).

www.diversityleadership.eu

Für nähere Informationen schreiben Sie an:

office@diversityleadership.eu.

KONTAKT

Beatrice Achaleke

EDIC Gründerin & Kongressmanagerin

Mobil +43-(0)699-11 969 115

E-Mail: achaleke@diversityleadership.eu

Im November 2011 erscheint

Beatrice Achalekes erstes Buch

im Verlag Holzhausen mit dem

Titel „Vielfalt statt Einfalt. Wo

ich herkomme“. Darin beschreibt

sie ihr Erfolgsrezept

Vielfalt und dessen Herausforderungen

und führt die Leserinnen

und Leser anhand ihrer

Lebensstationen in Afrika und Europa zu einem erweiterten

wie punktgenauen Vielfalts-Verständnis. Für

Achaleke ist Diversität kein leeres Fremdwort sondern der

Leitgedanke ihres Lebenslaufs.

Die Buchpräsentation in Kooperation mit SOCIETY findet

am 7. November 2011 um 11 Uhr in den Räumlichkeiten der

österreichischen Gesellschaft für Außenpolitik statt.

Nähere Information unter www.beatrice-achaleke.at

Bestellung unter: https://shop.verlagholzhausen.at/

hhshop/Vielfalt-statt-Einfalt-Wo-ich-herkomme.htm

SOCIETY 3/4_11 | 79


WIRTSCHAFT

EVENTS

HIGHLIGHTS VERANSTALTUNGEN

DER WIRTSCHAFT Juli bis Oktober 2011

Networking an der frischen Luft: Doris

Pignitter, Bruno Waldl und Brigitte

Elmecker (alle UniCredit)

FORUM VELDEN: NETZWERKABEND

Auf Einladung des Forums Velden ließen die Teilnehmer des CEE-

Wirtschaftsforums Velden den ersten Kongresstag bei einer Schifffahrt

auf dem Wörthersee ausklingen. In entspannter Atmosphäre

wurde resümiert und diskutiert und wertvolle Kontakte

wurden intensiviert. Die Abendveranstaltung ließ keine Wünsche

offen: Nach einem erfolgreichen Kongresstag versammelte sich die

Wirtschaftselite auf dem Schiff „Santa Lucia“ und legte von Velden

ab nach Pörtschach.

WIRTSCHAFTSMINISTERIUM: HEADQUARTERS DIALOG

Wirtschaftsminister Reinhold

Mitterlehner betonte

beim „Headquarters Dialog“

im Wirtschaftsministerium

die steigende Bedeutung

einer aktiven

Standortpolitik. Dass der

Headquarters-Standort

Österreich im internationalen

Vergleich gut aufge-

BM Reinhold Mitterlehner

stellt ist, zeigte eine neue

Erhebung der renommierten Rechtsanwalt-Sozietät Wolf Theiss.

Positive Ergebnisse präsentierte auch eine Befragung von Kreutzer

Fischer & Partner. Neben der Präsentation der Studienergebnisse

fand auch eine Podiumsdiskussion mit hochkarätigen Unternehmern

statt, in der die Vorzüge des Standorts Österreich und die

wichtigsten Zukunftsaufgaben analysiert wurden.

Netzwerken auf den sanften Wellen des Wörthersees:

Magnus Wallin (Sonnenkraft) und

Klaus Zöttl (UniCredit)

Schiff ahoi: Michael Friedl (Wirtschaftsdelegierter Teheran)

und Meinrad Höfferer (Leiter Außenwirtschaft der

Wirtschaftskammer Kärnten) mit Kapitän Didi

v.l.n.r.: Alleinvorstand Klaus Huttelmaier (Robert Bosch AG), Vorstandsvorsitzender Elmar

Wieland (Schenker & CO AG) , Sektionschef Michael Losch (BMWFJ), StV. Chefredakteur

Franz Schellhorn (Die Presse), Vorstandsvorsitzende Monika Kircher-Kohl (Infineon Technologies

Austria AG), Vizepräsident Mike Borze (BenQ Europe).

GD Dr. Karl Stoss und

seinen Vorstandskollegen

Mag. Bettina

Glatz-Kremsner und

DI Friedrich Stickler

beim Anschnitt der

Geburtstagstorte

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GEBURTSTAG: 25 JAHRE LOTTO

Lottosieger, Sportgrößen, Geschäftspartner sowie Vertreter aus Politik,

Wirtschaft und Medien folgten der Einladung von GD Dr. Karl

Stoss und seinen Vorstandskollegen DI Friedrich Stickler und

Mag. Bettina Glatz-Kremsner ins Studio 44. Gefeiert wurde der 25.

Geburtstag von Lotto „6 aus 45“ und damit auch der Österreichischen

Lotterien. Highlight des Abends war die Jubiläumsziehung,

die erstmals nicht im ORF-Zentrum, sondern im Studio 44 über die

Bühne ging. Für ebenso große Überraschung wie Begeisterung sorgte

die junge Vorarlberger Künstlerin Alexandra Caró („Listen to your

inside“) mit dem eigens komponierten Geburtstagssong L.O.TT.O.

Lotterien-Vorstand mit

den Lotto Moderatoren

Karin Schranz-Klippl und

Thomas May

FOTOS: FORUM VELDEN/WAJAND; HBF/HARTL; ANDREAS TISCHLER


LIFE UND STYLE

BALL

Ein Highlight in der Silvesternacht

- der Kaiserball

in der HOFBURG Vienna

Größter Silvesterball Wiens

„Aspects of Love“

Ein Silvester im Zeichen der Liebe, das ist der 42. Kaiserball

in der HOFBURG Vienna. Ein unvergesslicher Abend unter

dem Motto „Aspects of Love“ mit rhythmischen und romantischen

Melodien großer Musicalkomponisten und tausenden

Rosen in den kaiserlichen Prunksälen: „It’s like a fairy tale!“

flotten Discoklängen. Nach Mitternacht

lädt die beliebte „Publikumsquadrille“

zum Mitmachen ein.

Die Kulinarik darf zu Silvester ebenso

nicht zu kurz kommen: Catering’s Best by

InterContinental verwöhnt die Gäste mit

einem exquisiten viergängigen Galadiner

oder alternativ mit einem reichhaltigen

Buffet. Der Cocktail wird in eigenen Kaiserball-Sektflöten

gereicht, die nach dem Ball

als ideales Souvenir mit nach Hause genommen

werden können.

FOTOS: FOTO FAYER, TANZSCHULE ELMAYER, HOFBURG VIENNA/FISCHERAUER

Am 31. Dezember 2011 feiern 2.500 Gäste

aus aller Welt den größten Silvesterball

Wiens, den 42. Kaiserball in

der HOFBURG Vienna. „Flotte Rhythmen

aus bekannten Musicals und Wiener Balltradition:

dieses Wechselspiel von Historie

und Gegenwart prägt die Silvesternacht

voll Schwung und Eleganz“, so HOFBURG

Vienna Geschäftsführerin Renate Danler.

Unter dem Motto „Aspects of Love“ begleiten

Melodien großer Musicalkomponisten

durch den Abend. Bei der Eröffnung

singt Bühnenstar Maya Hakvoort den bekannten

Song „Ich gehör nur mir“ aus

dem Erfolgsmusical „Elisabeth“, bei der

spektakulären Mitternachtseinlage unterhalten

Sänger und Tänzer der führenden

österreichischen Theater mit Klassikern

wie „I Got Rhythm“ oder „Big Spender“.

Natürlich kommt auch die österreichische

Balltradition nicht zu kurz: Colloredo-

Grenadiere heißen die Gäste nach historisch-militärischem

Zeremoniell in der

Eingangshalle willkommen, das Jungdamen-

und Jungherrenkomitee gestaltet

die Eröffnung mit der traditionellen Fächerpolonaise

und die Klänge des Donauwalzers

geleiten schwungvoll ins Jahr 2012.

Junge und Junggebliebene tanzen nicht

nur zu den zahlreichen Live-Bands, die

sich in den großen Tanzsälen abwechseln,

sondern auch im „Tanzpalast bei Hof“ zu

KAISERBALL 2011

31. Dezember 2011

Einlass für Dinergäste: 19.30 Uhr

Einlass für Ballgäste: 21.00 Uhr

Ballende: 03.30 Uhr

Information und Buchung

HOFBURG Vienna, Heldenplatz

Tel. +43-(0)1-587 36 66-23

E-Mail: kaiserball@hofburg.com, www.kaiserball.com

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LIFE UND STYLE

REISE

Villa Giustinian

Urlaub für sich und andere

Genießen und Gutes tun

Zu zweit genießen, für einen bezahlen! Mit dem „2for1“ Sehr-Gutscheinheft tun Sie sich und

anderen etwas Gutes! Denn mit dem Erlös aus dem Gutscheinheft-Verkauf organisiert Global

Family Charity Resort Urlaube für Menschen, für die Ferien ein Fremdwort ist.

Romantik in Italien, Luxus in Tirol,

Wellness in Salzburg: „2for1“ Urlaub

bedeutet, zu zweit genießen, aber nur

für einen bezahlen! Sie machen die Platzreife

für Golf oder den Pilotenschein für

Paragleiten, ihre Begleitung geht gratis

mit. Auf 24 Gutscheinen warten dutzende

sinn- und wertvolle Hotel- und Freizeitangebote

aus ganz Österreich und den Nachbarländern,

mit denen Sie bis zu 3000 Euro

sparen.

Sie tun sich, Ihrem Partner oder Ihrer

Partnerin etwas Gutes und helfen gleichzeitig

Menschen, für die Urlaub ein Fremdwort

ist. Denn mit dem Kauf des Gutscheinheftes

wird „Global Family Charity

Resort“, eine touristische Hilfsorganisation,

unterstützt. 100 Hoteliers haben bereits

über 400 von Armut, Krankheit, Gewalt

oder Katastrophen betroffenen

Familien Urlaubsaufenthalte ermöglicht.

Viele prominente Persönlichkeiten unterstützen

Global Family. Ihre Beiträge finden

sich auf der Homepage unter www.globalfamily.net

und auf den 2for1-Gutscheinen.

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Jetzt gratis 2for1 testen!

Sie haben jetzt die Möglichkeit, das

2for1 Angebot zu testen. Senden Sie eine

E-Mail an 2for1@global-family.net mit dem

Kennwort: „Leser-Test-Aktion“ und wählen

Sie eines von drei Hotels aus, in dem Sie

zum halben Preis buchen können. Die Hotels

sind: Das 5-Sterne Hotel Klosterbräu in

Seefeld (Tirol), das Romantikhotel Villa

Giustinian in Portobuffolé (nahe Venedig)

und das Wellnesshotel Alpenschlössl in

St. Johann (Salzburger Land). Sie erhalten

den Gratis-2for1-Gutschein mit der Post

zugesandt. Unkostenbeitrag 12 Euro (mit

Zahlschein). Infos: www.global-family.net

***

Villa Giustinian

Das Romantikhotel „Villa Giustinian“ in

der Provinz Treviso im mittelalterlichen

Städtchen Portobuffolé ist eine malerische

Villa aus dem siebzehnten Jahrhundert,

aufwändig restauriert und im typisch venezianischen

Stil erbaut, umgeben von einem

großen Park: eine Oase des Friedens

für die Gäste. Das Hotel verfügt über 35

Zimmer, ausgestattet mit jedem Komfort,

und acht historisch wertvolle Suiten, ein

stimmungsvoller Rahmen für festliche Anlässe.

Ausgezeichnete Köche lassen überdies

die traditionelle lokale Küche wieder

aufleben. Mit einem Wort: ein Ort voll

Poesie und Charme.

KONTAKT

Global Family Charity Resort e.V.

Straubingerstraße 1a

A 5020 Salzburg

Tel. +43-(0)699-172 119 06

E-Mail: office@global-family.net

www.global-family.net

Gründer und Generalsekretär Karl G. Auer

FOTO: VILLA GIUSTINIAN

82 | SOCIETY 3/4_11


LIFE UND STYLE

GESUNDHEIT

Detox-Kosmetik im Parkhotel Igls

Ein Jungbrunnen

der besonderen Art

Schon lange nimmt das Gesundheitszentrum Parkhotel Igls

eine Vorreiterrolle auf dem Gebiet der Modernen Mayr Medizin

ein. Auch in der Detox-Kosmetik – unterstützende Behandlungen

zur Entgiftung der Haut – setzt das Haus neue

Maßstäbe. Das Ergebnis ist eine straffere Haut voll jugendlicher

Leuchtkraft!

Die entspannenden Kosmetikbehandlungen

für Gesicht und Körper im neu gestalteten

Ambiente des Beauty Bereiches

sind nicht nur pflegend, sie

unterstützen die Haut während und bei der

Entgiftung des Körpers. Giftstoffe im Körper

werden während des Entschlackungsprozesses

nicht nur über die Reinigungssysteme

– Darm, Nieren und Lunge – ausgeschieden,

sondern auch über das größte Organ des

Menschen – die Haut.

Sie hat eine bedeutende Funktion im Bereich

des Stoffwechsels und somit bei der

Ausleitung von Giftstoffen. „Dabei kann es

zu Hautunreinheiten, Akne oder Schuppenflechte

kommen“, erklärt Sonja Soyer, erfahrene

Detox Kosmetik Expertin und langjährige

Leiterin der Beauty Abteilung im

Parkhotel Igls. „Diese für die Fastenkur natürliche

Reaktion wird durch unsere Detox

Kosmetik Anwendungen für Körper und Gesicht

sanft aber effizient reduziert“.

Zu Beginn jeder Behandlung steht eine

detaillierte Hautanalyse, die zeigt welche Bedürfnisse

die Haut im jeweiligen Entgiftungsstadium

hat. Erst danach wird für jeden

Gast ein speziell auf ihn abgestimmtes

Pflegekonzept zusammengestellt, das maximale

Resultate für die Haut, Erholung und

Entspannung für den Geist verspricht.

KONTAKT

PARKHOTEL IGLS

Gesundheit im Zentrum

Iglerstraße 51, A-6080 Innsbruck-Igls

Tel. +43-(0)512-377 305

E-Mail: info@parkhotel-igls.at

www.parkhotel-igls.at

***

Detox Anwendungen und Methoden

Produkte für die Detox-Kosmetik im

Parkhotel Igls stammen von der Firma

Akari. Das Unternehmen steht für eine

ganzheitliche Kosmetik-Linie im Einklang

mit der Natur und den Elementen. Akari

arbeitet mit Farbstrahlung, Vakuum-Drainagen,

Farbklang, individuell ausgewählten

Aromen und Blütenessenzen. Gemeinsames

Ziel all dieser Wirkstoffe und

Anwendungen ist es, den Körper bei der

Entgiftung zu unterstützen und die Regeneration

der Haut zu fördern.

Bei kosmetischen Behandlungen wird

vor allem das Farb-Licht-Gerät eingesetzt,

wobei sich besonders das Vakuum-Farblicht

bewährt: Dieses Kombinationsgerät

erzeugt je nach Farbe die gewünschte

Schwingung und gleichzeitig ein Vakuum

auf der Haut. Eine Kombination, die sich

besonders bei Lymphdrainagen bewährt.

Beste Ergebnisse für die Straffheit der

Haut werden durch die Verbindung von

Drainagen und dem Reizstromgerät Atilla

erzielt. Durch die Behandlung geraten die

Oberfläche des Gewebes sowie die tieferen

Schichten der Haut in Vibration und fördern

zusätzlich den Entgiftungsprozess.

Das Gesundheitszentrum Parkhotel Igls

hat sich der Ernährung, Bewegung und

Regeneration auf Basis der Modernen Mayr-

Medizin verschrieben. Dieses Konzept bietet

den Gästen ein umfassendes modernes

Fastenerlebnis inmitten unberührter Natur.

Körper- Geist und Seele werden als Einheit

gesehen und behandelt. Daher gilt nicht

„nur“ der Reinigung des Körpers die Aufmerksamkeit,

auch der Schönheit, dem

Wohlfühlen und der Psyche wird große

Bedeutung geschenkt. Ein Ärzteteam, das

sich Zeit für die großen und kleinen Anliegen

ihrer Gäste nimmt, schonende Kost, ein

individuell abgestimmter Bewegungsplan

sowie die wegweisende Symbiose aus Schulund

Komplementärmedizin garantieren einen

substanziellen Therapieerfolg.

SOCIETY 3/4_11 | 83


LIFE UND STYLE

WELLNESS

VIVA liegt direkt am Wörthersee

VIVA – das Zentrum für Moderne Mayr Medizin

Fasten, Entgiften und

Entspannen

„Nicht das Fasten wollen wir lernen, sondern das richtige Essen“, betonte vor fast hundert

Jahren Dr. Franz Xaver Mayr. Im VIVA Zentrum für Moderne Mayr Medizin wird der Gedanke

mit den Methoden des 21. Jahrhunderts fortgeführt.

Das Team von VIVA

Burnout, Allergien, Über- oder Untergewicht,

Stoffwechselerkrankungen und

unerfüllter Kinderwunsch sind nur einige

der Gesundheitsprobleme, die während

der Modernen Mayr Therapie erfolgreich

behandelt werden können. VIVA

steht für ein ganzheitliches Diagnose- und

Therapiekonzept, basierend auf der Heilkunst

des Arztes F.X. Mayr.

Die Therapie kombiniert die bewährte

Tradition der Mayr-Kur mit modernen naturheilkundlichen

Verfahren wie Applied

Kinesiology, orthomolekularer Medizin

und Hyperthermie. Diese Behandlungen

werden in Kombination mit den neuesten

diagnostischen Verfahren durchgeführt,

um den individuellen Gesundheitszustand

des Gastes zu bestimmen.

Dr. Harald Stossier und sein Team entwickeln

für jeden Gast ein individuelles

Entgiftungsprogramm, das unter anderem

aus medizinischen Bauchbehandlungen,

Entgiftungsmassagen, Kneippanwendungen,

Bewegungstherapie, Entspannungstherapie,

Kochschule u.v.m. bestehen kann.

Ziel ist eine gesündere Ernährungs- und Lebensweise,

um langfristig Gesundheit zu

gewährleisten.

Übrigens: 2011 konnte VIVA in der Kategorie

„Best Luxury Medical/Wellness Spa“

den World Luxury Spa Award gewinnen.

KONTAKT

VIVA – Das Zentrum für MODERNE MAYR MEDIZIN

Seepromenade 11, A-9082 Maria Wörth

Rezeption Tel.: +43 (0) 42 73-311 17 0

office@viva-mayr.com

www.viva-mayr.com

84 | SOCIETY 3/4_11


„Gans to go“

Einfach nur genießen

LIFE UND STYLE

KULINARIK

Das Steigenberger Hotel Herrenhof in der Wiener Innenstadt ist nicht nur ein beliebtes Haus

bei Wien-Besuchern, sondern setzt auch kulinarisch immer wieder neue Akzente. General Manager

Elisabeth Perwanger empfiehlt für kühle Herbst-Tage die Teatime@Herrenhof und ab

November bietet das Hotel auch ein praktisches Service für alle Martini-Gansl-Liebhaber.

Seit Herbstbeginn wird im Steigenberger

Hotel Herrenhof wieder jeden Freitag

und Samstag ab 15:00 Uhr nach klassischer

britischer Tradition der Afternoon Tee

Elisabeth Perwanger

Gans to go

zelebriert. Dabei setzt das beliebte Innenstadt

Hotel auf höchste Professionalität und

Qualität. „Unsere Gäste können erlesene

Teesorten aus dem Frankfurter Teehaus Ronnefeldt

direkt aus einer Geruchkarte auswählen.

Und wir sind das einzige Hotel in

Österreich, in dem gleich fünf ausgebildete

Teamaster die Gäste bei der Auswahl des

Tees beraten“, freut sich General Manager

Elisabeth Perwanger. Die geschulten Tee-

Sommeliers können alle Fragen rund um

den Tee beantworten. Zum Afternoon Tea

im Herrenhof werden klassische Sandwiches,

Scones und Petit Fours gereicht.

***

„Sie haben die Gäste, wir liefern

die Gans.“

In der Vorweihnachtszeit bietet das Steigenberger

Hotel Herrenhof auch ein praktisches

Service für Liebhaber knusprig gebratener

Gänse. Unter dem Motto „Sie

haben die Gäste, wir liefern die Gans“ bereitet

Küchenchef Stefan Schartner in der

Hotelküche eine knusprige Gans für vier

Personen mit Erdäpfelknödel, Apfelrotkraut,

duftenden Maroni und Bratensaft

servierfertig vor. Dazu gibt es eine Flasche

Rotwein. Bei Selbstabholung kostet die

knusprige Gans samt ausreichend portionierter

Beilagen 29.- Euro pro Person. Inklusive

Zustellung „just in time“ mit dem

hoteleigenen Gansl-Express im Stadtgebiet

von Wien liegt der Gesamtpreis für vier

Personen bei 139.- Euro. Jede weitere Portion

„Gansl“ kostet 29.- Euro. Genießer

sollten ihren Braten mindestens 24 Stunden

vor Abholung bestellen.

Geliefert wird an private Haushalte und

Firmen, erhältlich sind auch „Gans to go“

Gutscheine als Geschenk. „Mit unserer

‚Gans to Go‘ können Feinschmecker zwischen

14.11.2011 bis 06.01.2012 die Martinigansl-

und Weihnachtszeit kulinarisch

ganz entspannt genießen und nebenbei

auch noch ihre Gäste mit einem herrlich

knusprigen Gänstebraten beeindrucken“,

ist Elisabeth Perwanger überzeugt.

Teamaster

KONTAKT

Steigenberger Hotel Herrenhof

Herrengasse 20, 1010 Wien

Tel. +43-(0)1-534 04

E-Mail: herrenhof-wien@steigenberger.at

www.steigenberger.com/Wien

SOCIETY 3/4_11 | 85


LIFE UND STYLE

REISE

Der Markplatz Rynek Glowny gehört zu den

größten mittelalterlichen Plätzen Europas.

UNESCO Weltkulturerbe und

Kulturhauptstadt Europas

Wow! Krakau

Wer hätte das gedacht: Krakau ist eine Perle. Eine prächtige

Stadt. Die heimliche Hauptstadt Polens mit ihren Cafés,

Theatern, Ausstellungen, dem wunderbaren Mix aus Gotik

Renaissance und Barock und den vielen jungen Menschen,

die hier studieren. Von KARL KALTENEGGER

Unglaublich ist die Tatsache, dass Krakau

von den Bombardierungen und

großflächigen Verwüstungen der zwei

Weltkriege ziemlich verschont geblieben

ist. Dann die Ära des Kommunismus, in

der nicht genug Geld fürs Niederreißen

und neu Bauen vorhanden war. Jahrzehntelang

blieb die Stadt hinter dem Eisernen

Vorhang verborgen. Es war wie ein Dornröschenschlaf.

Dann die Befreiung vom Kommunismus.

Mittlerweile ist Krakau neu erblüht.

Überall wurde sanft renoviert. Dem

erstaunten Besucher präsentiert sich nun

eine Stadt mit Flair. Eine sehr junge Universitätsstadt.

Eine Million Einwohner verzeichnet

die Statistik. Davon ist die fast unglaubliche

Zahl von 200.000 an Schülern

und Studenten enthalten. Rechnet man

nun nach, kommt man wohl auf einen Anteil

von zwanzig Prozent an Jugendlichen.

Flaniert man durch die Straßen, so

merkt man das überall. Die Straßen Cafés,

Bars und Restaurants sind voll mit jungen

Leuten, die wiederum von jungen Leuten

bedient werden. Krakau ist eine Stadt zum

Wohlfühlen, denke ich, als ich mir einen

Kaffee in der der Florianska 45 im Café

„Jan Michalik“ gönne. Draußen im Straßencafe

natürlich. Um die vorletzte Jahrhundertwende

war dieses Literatencafé

der Treffpunkt der Intellektuellen, Künstler

und Bohemiens. Bis zum Ende des Ersten

Weltkriegs gehörte die Stadt zur österreichisch-ungarischen

Monarchie. Und so

gibt es hier auch die uns so wohlbekannte

österreichische Kaffeehaus-Tradition, wo

Sie Ihren Kaffee vom elegant gekleideten

Ober serviert bekommen. Heute trifft sich

im „Jan Michalik“ ganz Krakau, inklusive

Kabarett im Kellergewölbe. Aber das lassen

wir lieber aus, denn die polnische Sprache

mit ihren vielen Zischlauten ist da ein unüberwindbares

Hindernis.

***

Das Wohnzimmer Krakaus

Für manche ist die drittgrößte Stadt Polens

mit ihren Theatern, Kinos, Konzerten,

Ausstellungen, Kneipen, Kabaretts und

Jazz-Lokalen, mit seinem wunderbaren Mix

aus Gotik, Renaissance und Barock die

heimliche Hauptstadt Polens. Sie zählt zum

UNESCO Weltkulturerbe. Anno 2000 war

sie Kulturhauptstadt Europas. Und so machen

wir uns wieder auf den Weg durch die

kopfsteingepflasterten Gässchen der Krakauer

Altstadt. Zuerst geht es zum riesigen

Marktplatz. Wichtige europäische Handelswege

wie die Bernsteinstraße oder die Salzstraße

verliefen hier. Die Tuchhallen, die

im Mittelalter als Krämerläden genutzt

wurden, sind heute noch in Verwendung,

nun werden in dem Trubel u. a. Souvenirs

86 | SOCIETY 3/4_11


FOTOS: KARL KALTENEGGER, POLNISCHES FREMDENVERKEHRSAMT

angeboten. In der gotischen Marienkirche

sieht man den Altar von Veit Stoß, den

größten Altar Europas, an dem zwölf Jahre

lang gearbeitet wurde.

Der Markplatz Rynek Glowny gehört,

wie der Markusplatz in Venedig, zu den

größten mittelalterlichen Plätzen Europas.

Da ist genug Platz für Musikanten, Straßentheater,

Konzerte oder Shows, gleichermaßen

bestaunt von Touristen und Einheimischen.

Rundum sind mittelalterliche

Bürgerhäuser und Adelspaläste, in denen

sich Restaurants, Cafés, und Galerien befinden.

Der Hauptplatz im Ausmaß von zweihundert

mal zweihundert Metern ist das eigentliche

Wohnzimmer der Stadt.

***

In den Untergrund

Bei Grabungen für eine U-Bahn-Linie

wurden unter dem Platz Objekte aus vielen

Jahrhunderten gefunden. In früheren Zeiten

war es üblich, den Müll ganz einfach

aus dem Fenster zu werfen und in den Straßen

liegen zu lassen, anstatt ihn fort zu

schaffen. Dann kam Sand darauf und so

wurde der Platz langsam immer höher

und höher. Heute sind die Forscher froh

über diese Vorgangsweise, denn in dem

Müll finden sich viele interessante Stücke

des früheren Lebens. Dinge des täglichen

Gebrauchs, Messer, Scheren, aber auch

Würfelspiele, Pfeilspitzen der Tartaren, sowie

Kunstobjekte, wie ein schwarzes Pferd

oder ein byzantinisches Bronzekreuz. Mittlerweile

zeigt ein sehenswertes unterirdisches

Museum die Fundstücke. Das Museum

und die Schau ist auf eine

amerikanische Art spannend gestaltet und

auf jeden Fall einen Besuch wert.

***

Zum Wawel über der Stadt

Wir stapfen weiter auf den Stadtberg.

Südlich der Altstadt liegt der Wawel mit

dem Königsschloss, das ständig verändert

wurde und sich jetzt als eine Mischung aus

Gotik, Renaissance und Barock zeigt. Der

25 Meter hohe an der Weichsel gelegene

Feine Krakauerwurst in der

„Kredens“ in Krakau

Blick hinauf zum

Wawel

Schlossberg prägt die Silhouette der Stadt.

Hier war schon immer das Zentrum weltlicher

und geistlicher Macht. Auch die erste

Kathedrale befindet sich hier.

Kommt man nach Krakau, so ist es unerlässlich,

dass man irgendwann eine Krakauer

Wurst ausprobiert. Wir tun dies in einem

feinen Wurstwarengeschäft. Und

wirklich, die Wurst schmeckt ausgezeichnet.

Sonst fällt mir auf, dass das polnische

Essen ruhig mehr Gewürze vertragen könnte.

Aber über Geschmack lässt es sich bekanntlich

trefflich streiten.

Natürlich sollte man sich der leidvollen

Geschichte Polens während der NS-Besetzung

nicht entziehen, wenn man nach Krakau

kommt. Die Gedenkstätte Auschwitz ist

nahe. Und in der Stadt selber findet man

das Museum „Oskar Schindler“ in der Ulica

Lipowa 4, in der ehemaligen Emailwarenfabrik

des Unternehmers, dessen Geschichte

in Steven Spielbergs Film „Schindlers Liste“

gezeigt wurde. Lohnenswert ist auch ein Besuch

in Kazimierz, dem jüdischen Viertel

der Stadt, das durch viele neue Lokale belebt

wurde. Auch Antiquitätenliebhaber

Die Marienkirche

in

Krakau

werden sich hier beim Stöbern in ihrem Element

fühlen. Noch ein letzter Ausflugstipp:

Das nahe Salzbergwerk Wieliczka mit seinen

außergewöhnlichen Stollen, Katakomben,

einer Kapelle und riesigen Hallen, die

aus den Felsen gehauen wurden. 3,5 Kilometer

lang ist die Strecke, die bis zu 135 Meter

unter Tag verläuft.

ÜBER DEN AUTOR

Karl Kaltenegger war langjähriger

ORF-Journalist, Manager und Moderator

für Radio Salzburg, Ö3 (er moderierte

in den 1980er Jahren den Ö3

Wecker), und Radio Wien (Abendsendung).

Mittlerweile ist er als Reisejournalist aktiv,

schreibt für mehrere Publikationen wie z. B. den „traveller“

und ist auch für SOCIETY unterwegs.

Polnisches Fremdenverkehrsamt

Fleschgasse 34/2a, 1130 Wien

E-Mail: wien@pot.gov.pl

www.polen.travel

Krakau-Info

www.krakow.pl

Hotel Wyspianski

Ulica Westerplatte 15, 31-033 Kraków

wyspianski@janpol.com.pl

www.hotel-wyspianski.pl

Guter Fremdenführer in Krakau:

Krzystof Ciacma, taisatravel@poczta.onet.pl

Salzbergwerk Wieliczka: www.kopalnia.pl

Boggy Creek Airboat Ride

SOCIETY 3/4_11 | 87


LIFE UND STYLE

STYLING

Luxury Couture Collection

Labels and Love

Jahr für Jahr pilgern tausende Frauen in die Modemetropolen dieser Welt zu den heiß begehrten

Fashionweeks, auf der Suche nach den zwei „L“ – Labels & Love. So manche Frau schafft es

mit beidem in ihrem Gepäck wieder zurückzukehren, Labels und Mr. Right. Von JEANNINE NUJIC

Für alle anderen heißt es „shopping for

Labels, shopping for Love.“ So machte

auch ich mich auf und begab mich auf

die Suche…

In New York, Mailand, London und Paris

warteten die begehrten Designer mit den

neuesten Kreationen auf, gesehen und gesehen

werden ist hier das Motto. Wer es

dorthin geschafft hat, hat es geschafft.

Retrochic hieß es in New York, Marc

Jacobs und Ralph Lauren setzen auf schwere

und grobe Stoffe, sowie jede Menge Federn.

Fendi, Prada und Gucci hingegen

präsentierten sich als Paradiesvögel und

zeigten sich Farbenfroh. Paris macht seinem

Namen als Modehauptstadt mit großartigen

Shows alle Ehre. Vor allem Chanel,

Valentino und Alexander McQueen beeindruckten

in der Stadt der Liebe.

Ein atemberaubendes Spektakel und

für mich eines der Highlights war die

Show von Chanel in Paris. Karl Lagerfeld

setzte die aktuelle Kollektion mit einer in

Weiß gehaltenen Unterwasser-Kulisse der

Extraklasse in Szene. Das Fazit: Jede Menge

Labels gab es zu sehen, tolle Shows und

umso bessere Partys. Mr. Right ließ dieses

Jahr auf sich warten, und so brachte ich

nur ein „L“ mit und versuche es nächstes

Jahr wieder, bei meiner Suche nach Labels

and Love.

***

Vienna Fashionweek 2011: Zwei „L“?

Auf meiner Suche nach den zwei „L“

führte mich mein Weg auch zur diesjährigen

Fashionweek in Wien. Weniger glamourös

ging es hier zu, und es machte fast

so den Anschein, als müssten wir noch einiges

aufholen. Wieder saß ich in der ersten

Reihe und war weniger gespannt auf

die Show. Doch dann folgte ein Intro, das

wohl alle im Raum aufblicken ließ.

Die Show von Fashiondesignerin Martina

Müller, Label Callisti, startete mit einem

tollen Videospot, einer grandiosen Musikunterlegung,

und auch die Auswahl ihrer

Models war authentisch und gut getroffen.

So gewann sie auch so manch österreichische

Promidame als Model für ihre

Elastik-Wollkleid

mit Leder Applikationen

„Callisti bedeutet im

Neugriechischen „für

die Schönste“.“

MARTINA MÜLLER

88 | SOCIETY 3/4_11


2009 erweiterte die Designerin ihr Sortiment

um eine Couture Linie, der „Luxury

Couture Collection“, die nun jährlich

zur Ball-Saison neu erscheinen wird. Die

Designerin hatte eine Kollektion vor Augen,

die zeitlose Eleganz und moderne

Sinnlichkeit widerspiegeln sollte. Zu den

Liebhabern des Labels zählen mittlerweile

Hollywood-Größen wie Brooke Shields. Reduzierte

und klare Designs, die die Vorzüge

des weiblichen Körpers hervorheben sowie

höchste Qualität bestimmen ihre

Kollektionen. Ihre Kreationen sind figurbetont,

feminin, sexy, jedoch immer mit einem

edlen, klassischen Touch versehen.

Zeitlose Eleganz und moderne Sinnlichkeit

ist die Handschrift ihrer Kollektionen.

INTERVIEW mit Martina Müller

Fashion-Label CALLISTI

Etui-Kleid mit

Leder-Akzenten

und raffinierter

Schulterpartie

Show. Mit klassischen Kreationen, erdigen

Farben sowie sehr körperbetonten Schnitten

überzeugte sie.

Und so manche Frau, zu der auch ich

gehörte, hätte wohl am liebsten die ganze

Kollektion mit nach Hause genommen.

Mein Fazit: Zumindest fand ich ein „L“

auf der Vienna Fashionweek 2011, und eingehüllt

in die stylishen, figurbetonten,

sexy Kreationen meines Lieblings-Labels,

lässt das zweite „L“ – diesen Winter hoffentlich

– nicht mehr lange auf sich warten.

Und falls es mit Mr. Right doch nicht

klappt, gilt das Motto: „Don‘t cry, buy a

bag, shoes & a dress – go out and then get

over it.“

***

Luxury Couture Collection

Im Jänner 2007 gründete Martina Müller

das erfolgreiche Fashion-Label CALLISTI

und eröffnete noch im selben Jahr ihren

ersten Shop in Wien mit der Spezialisierung

auf Pret-á-porter/Ready to Wear Kollektionen.

Was zeichnet

deine Kreationen,

deinen Stil aus?

Meine Kreationen

sollen nicht

„verkleiden“ sondern

„einkleiden“,

also die

Persönlichkeit

der Trägerin

Martina

Müller

unterstreichen.

Ich lege Wert darauf, die Vorzüge des weiblichen

Körpers hervorzuheben. Die Frau

soll sich in Callisti-Kleidern wohl und

schön fühlen.

Du hast ja genau genommen keine fachspezifische

Ausbildung, wie hast du es

trotzdem geschafft?

Das Modedesignen in Form von Skizzen

war von klein an meine Leidenschaft, ich

habe schon in meiner Jugend Kleider für

mich und Freunde entworfen. Das Nähen

habe ich mir innerhalb von vielen Jahren

selbst beigebracht. Ich habe in meinen intensivsten

„Selbstlern-Phasen“ etwa tausend

Kleidungsstücke pro Jahr genäht!

Übung macht ja bekanntlich den Meister.

Ich bin also Autodidakt.

Was bedeutet Callisti?

Callisti bedeutet im Neugriechischen

„für die Schönste“. Genau das ist es, was

ich mit meiner Mode ausdrücken

möchte.

In welchen zwei Kleidern würdest du die

Ladies auf die Suche nach den zwei „L“

schicken?

Das Elastik-Wollkleid mit Leder-Applikationen

ist das perfekte Shoppinoutfit,

mit dem Etui-Kleid ist man auf der

Suche nach dem Traummann bestens gekleidet.

SOCIETY 3/4_11 | 89


LIFE UND STYLE

WASSER

Prof. Dr. Andrea Zauner-Dungl, Mag.

Gerald Steger, Dr. Sophie Karmasin

Trinken ist wichtig

Auf Knopfdruck: Wasser

Gerald Steger, CEO der café+co International Holding, im SOCIETY-Gespräch über die

gesunde und ökologische Wasserversorgung mit dem „Aquapush“-Wasserspender.

café+co beschäftigte sich bisher vor allem

mit Qualitätskaffee für Büros. Was waren

die Gründe für den Einstieg in die Wasserversorgung

mit „Aquapush“?

In einem guten Wiener Kaffeehaus bekommt

man automatisch zum Kaffee ein

Glas Wasser dazu serviert. Es war also naheliegend,

auch am Arbeitsplatz Wasser

zum Kaffee anzubieten.

Wie viel Wasser sollte man trinken?

Prof. Dr. Andrea Zauner-Dungl empfiehlt

pro Kilogramm Körpergewicht 25 Milliliter

Wasser pro Tag. Generell muss davon ausgegangen

werden, dass rund jede(r) Zweite

tagsüber zu wenig Wasser trinkt. Mediziner

sehen Kopfschmerzen, Müdigkeit usw. häufig

als Folge von Flüssigkeitsmangel.

Wie kann man Mitarbeiter im Büro motivieren

mehr Wasser zu trinken?

Eine Ursache für zu wenig Trinken ist,

dass man ‚einfach nicht daran denkt‘, d.h.

‚aus den Augen aus dem Sinn‘. Es geht also

darum, die Verfügbarkeit von qualitativ

einwandfreiem Wasser zu verbessern.

Ich kann das auch aus eigener Erfahrung

sagen. Seit ich am Weg in mein Büro an

einem „Aquapush“ Wasserspender vorbei

gehe, trinke ich deutlich mehr Wasser.

Neben Hygiene-Sicherheit haben wir bei

„Aquapush“ daher besonders auf eine ansprechende

Optik Wert gelegt.

Wie erfolgt die Qualitätssicherung bei

„Aquapush“?

Über ein an die jeweilige Wasserqualität

vor Ort angepasstes Filtersystem

werden Verunreinigungen, Schwebeteilchen

aus alten Rohrleitungen usw. herausgefiltert.

Die wertvollen Mineralstoffe

Verbleiben jedoch im Wasser.

Anschließend wird das Wasser über UV-

Licht vor Keimen geschützt. Die Wasser-

Spender werden von café+co Vertriebsfirmen

regelmäßig gewartet.

Mit Aquapush kann jeder Mitarbeiter

sein persönliches Wasser ‚produzieren‘ –

mit einer Temperatur je nach Wunsch

zwischen drei Grad und Raumtemperatur,

und CO2 ist stufenlos dosierbar.

Bringt „Aquapush“ auch ökologische

und logistische Vorteile? Wie sieht es mit

den Kosten aus?

Aquapush wird direkt an die Wasserleitung

angeschlossen. D.h. Sämtliche

Verpackungen wie PET-Flaschen oder

Gallonen entfallen. Auch das Schleppen

und Lagern von Wasserflaschen entfällt.

Je nach Verbrauch spart sich ein Betrieb

zwischen fünfzig und 75 Prozent der

Wasserkosten im Vergleich zu Flaschen

bzw. Gallonen.

INFO

Aquapush mit nachgeschalteter zweistufiger Filtration

(UV-Licht und Aktivkohle) bietet jederzeit frisches, sauberes

Wasser für den regelmäßigen Genuss. Aquapush ist in

Österreich über die café+co Partner

- Vendare www.vendare.at und

- Delikomat www.delikomat.at erhältlich.

Weitere Infos unter www.cafeplusco.com

FOTO: LEISUREGROUP.AT/HUTTER

90 | SOCIETY 3/4_11


LIFE UND STYLE

DESIGN

INFO

Händlerverzeichnis unter:

www.fitflop.at

FitFlops machen „süchtig“

Stylisch, ergonomisch,

wetterfest

Die FitFlop-Highlights der Herbst-Winterkollektion

2011/2012 mit stimulierender Zwischensohle, kuscheligem

Schaffell-Futter und isolierender Gummisohle halten die

Füße selbst in klirrender Kälte warm.

wobbleboard“. Diese flexible

Zwischensohle

stimuliert die

Muskulatur zu

permanenten

Mikrobewegungen.

So verteilt sich der Druck

wie beim Barfußlaufen auf

die gesamte Fußsohle und

Fußbeschwerden werden nachweislich

verringert. Dass dabei ganz nebenbei

auch die Muskulatur von Oberschenkeln

und Waden trainiert wird, ist ein angenehmer

Nebeneffekt, den man gerne in Kauf

nimmt.

***

Das wird ein Hype – Hyka!

Die rustikalen Leder-Boots zum Schnüren

mit kuscheligem Schaffell-Futter lassen

den Winter draußen, die kernigen

Gummisohlen trotzen Schneematsch und

jedem Regenguss. Zum Shoppen in die

City oder ab in den Winterwald,

Hyka macht alles

mit. Bei den Farben

kann man sich entscheiden

zwischen Ahornbraun,

Toffee, Bootcamp-

Grün und Schwarz.

***

Schlägt ein wie ein Blizz!

Auffällige Schnürungen

sind ein Must have

im kommenden Winter.

Die neuen Blizz Boots

nehmen diesen Trend auf

und halten außerdem die Füße

selbst im Tiefschnee warm: Das Außenmaterial

ist ausgerüstet mit einer wasserresistenten

Membranschicht, innen gibt es

ein daunenweiches Futter und untenrum

eine dicke, isolierende Gummisohle. Blizz

kommt in den Farben Schwarz, Weiß,

Mondblau und Metallgrau.

Wer es noch eine Klasse luxuriöser mag,

zum Beispiel für den Après-Ski-Zirkus,

trägt Superblizz. Der vereint

alle Vorteile des

Blizz-Modells, ist aber

außen aus feinstem

Schaf-Fell, auf dem die

Schnürungen besonders

extravagant rüberkommen.

Herbst und Winter können kommen, zumindest

wenn man sich die neue Kollektion

von FitFlop anschaut. Dass alle

Modelle ergonomisch auf dem höchsten

Niveau angesiedelt sind, ist inzwischen

gelernt. Und nun beschert

uns die neue

Herbst-Winter-Kollektion

‚lifestylische‘ Schuhe für jeden

Anlass, die man gar nicht mehr

ausziehen mag.

Selbstverständlich haben alle super komfortablen

Modelle das patentierte „Micro-

SOCIETY 3/4_11 | 91


LIFE UND STYLE

SCHÖNHEIT

Moderne Kosmetik

Das AHA-Erlebnis für Ihre Haut

Die Kombination von Fruchtsäure, Hyaluron und Lichtenergie ist die Zauberformel für eine

strahlende, gepflegte und ebenmäßige Gesichtshaut.

Ihre Haut sieht strapaziert und fahl aus?

Vermehrt haben sich nach dem Sommer Pigmentflecken

gebildet?

Ihre Augenfältchen zeichnen sich deutlicher ab?

Unerwünschte Äderchen stören das Hautbild?

Elisabeth Kögler von

Studio Contacto

Diese Zeichen der frühzeitigen Hautalterung

können mit effektiven Produkten

und in Kombination mit speziellen

Lichtwellen deutlich verringert

werden. Das Wichtigste sind die Verbesserung

der Hauternährung sowie deren verstärkte

Durchfeuchtung.

Speziell Fruchtsäure (Alpha-Hydroxy-

Acid, kurz AHA) fördert die Zellregeneration

und erwirkt dadurch ein frisches und

erholtes Hautbild. Ganz wichtig ist die

vermehrte Zufuhr von Feuchtigkeit, damit

die durch Fruchtsäure angeregten Prozesse

in der Haut auch umgesetzt werden

können. Demnach sollte unbedingt die begleitende

Maßnahme immer eine Heimpflege

mit Hyaluronprodukten sein.

Wesentlich zum AHA-Erlebnis trägt die

Lichtbehandlung bei – mit IPL Licht wird

die Haut durch Tiefenwirkung der Lichtstrahlen

stark zur Neubildung und Regeneration

von kollagenen Bindegewebsfasern

angeregt und gleichzeitig werden kleine

Gefäße und Pigmentflecken entfernt.

Schon nach einer Kombinationsbehandlung

sind sichtbare Verbesserungen erkennbar:

Ihre Haut strahlt, wirkt ebenmäßig

und straff. Ebenso wird die

Fältchenreduktion deutlich.

Die erfahrene Kosmetikerin geht, neben

den erwünschten Hautverjüngungsmaßnahmen,

in der Kabinenbehandlung auch

ausführlich auf eventuelle Hautveränderungen

wie verstärkte Gefäßbildung oder

Pigmentierungen durch zusätzliche Anwendung

von unterstützenden Substanzen

wie Vitamin-C-Produkten oder Retinol ein.

Verwöhnen und verbessern Sie Ihr

Hautbild mit dieser modernen, innovativen

medizinisch-kosmetischen Anwendung!

Gerne berät Sie das Team von Mag.

(FH) Elisabeth Kögler ausführlich und unverbindlich

zu den angebotenen Therapien,

den Therapieverlauf und den zu erwartenden

Kosten. Englisch, Spanisch und

Italienisch können als Konversationssprache

angeboten werden.

Mesoeclat – effiziente

Hautstraffungskur in der

exklusiven Kosmetik

INFO

Kosmetisch-medizinische Kombinationsbehandlung zur

Hautverjüngung

Als erster Schritt wird Ihre Gesichtshaut mit dem IPL –

Lichtsystem behandelt, wodurch die Regeneration und

Neubildung von kollagenen Bindegewebsfasern der Haut

intensiv angeregt wird.

Anschließend wird das Gesicht in einer kosmetischen

Behandlung (60 Min. Dauer) mit intensiv durchfeuchtenden

Substanzen (Fruchtsäureampullen und Hyaluron)

und regenerierenden Phytohormonen gepflegt.

Unser Einführungsangebot:

Lichtbehandlung & Kosmetikbehandlung 260 Euro

KONTAKT

CONTACTO

Palais Esterházy

Mag. (FH) Elisabeth Kögler

Naglergasse 9/4, 1010 Wien

Mobil: (0664)-91 69 511

www.contacto.co.at

92 | SOCIETY 3/4_11


LIFE UND STYLE

STYLING

Eine Frage von Geschmack, Bequemlichkeit oder Macht?

Wenn Frauen Männer anziehen

Studien zufolge wird etwa die Hälfte der Kleidungsstücke eines Mannes von seiner Frau oder

Partnerin ausgesucht. Es stellt sich die Frage, woran das liegen mag. Ist es Bequemlichkeit

seitens des Mannes, der Wunsch seiner Frau zu gefallen oder einfach ein Liebesbeweis?

Von INGRID CHLADEK

FOTOS: PIXELIO.DE, GILBERT BRANDL

Haben Frauen tatsächlich ein besseres

Stilempfinden und einen besseren Geschmack

in modischen Belangen? Tragekomfort

und Funktionalität stehen bei

Männern an oberster Stelle. Sie greifen

eher zu praktischer und zeitloser Kleidung,

zu dezenten Farben. Das Bedürfnis,

durch Kleidung aufzufallen, ist weniger

stark ausgeprägt. Viele Männer hängen

auch an ihren Kleidungsstücken und wollen

sie so lange wie nur möglich tragen. So

kann es durchaus sein, dass abgetretene

Schuhe, ausgebeulte Hosen und aus der

Form geratene Shirts in seinem Kleiderschrank

zu finden sind.

Frauen sind hinsichtlich der Kleidung

kritischer, wollen ihre Männer verschönern,

stolz sein – und anderen Frauen damit

andeuten: „Finger weg, er ist vergeben!“

Frauen haben ein gutes Auge für Details

und sehen eher, ob ein Knopf lose ist oder

ob ein Kleidungsstück nicht richtig sitzt. Einem

Mann, der in einem verknitterten

Hemd und nachlässig gekleidet zur Arbeit

kommt, wird schon mal die Frage gestellt:

„Hast Du keine Frau, die auf Dich schaut?“

***

Auf die Funktion achten

Zieht eine Frau ihren Mann an, so sollte

sie sich dabei nicht nur von ihrem eigenen

Geschmack leiten lassen. Eine entscheidende

Rolle spielt die Branche und Funktion

des Mannes. Mit passender und anlassgerechter

Kleidung kann er seine

Persönlichkeit unterstreichen – oder aber

im Gegenteil eine falsche Botschaft senden.

Ein Beispiel dafür ist die Farbwahl: eine

Frau, die ihren Mann, einen bedeutenden

Manager, mit einem rosa Hemd ins Büro

ziehen lässt, tut ihm nichts Gutes. Rosa ist

eine Farbe, die den Träger schwach und

hilflos wirken lässt – und das ist im beinharten

Business sicherlich nicht passend.

Ist der Mann in einer Branche tätig oder

nimmt eine Funktion ein, in der Seriosität,

Macht und Kompetenz eine Rolle spielen,

dann ist der klassische Stil mit Anzug,

Hemd und Krawatte passend. In der Kreativoder

Modebranche können die Outfits hinsichtlich

Schnitt und Farbe durchaus ausgeflippter,

bunter sein. In sportlichen Branchen

passen Jeans, Hemd oder Shirt und ein

lässig darüber getragenes Sakko. Dies sollten

Frauen beim Shopping berücksichtigen.

Je besser sie die Funktion und Branche

ihres Mannes kennen, desto gezielter können

sie seine Wirkung erhöhen. Die Passform

der Kleidung spielt natürlich auch eine

bedeutende Rolle. Schlecht sitzende

Kleidung, zu kurze Hosen, zu enge Kleidung

etc. lassen den Träger schnell nachlässig erscheinen.

Und besonderes Augenmerk sollte

auf die Wahl der Schuhe gelegt werden –

und deren Pflege.

***

Fingerspitzengefühl erforderlich

Man sagt ja auch, dass Menschen, die

einander ähnlich sind, sich sympathisch

finden. Das bedeutet, wenn die Frau die

Kleidung des Mannes auswählt, spiegelt

sich oft darin eigentlich ihr Geschmack wider.

Das sieht man vor allem bei der Wahl

der Farben. Trägt eine Frau gerne leuchtende

Farben, so finden sich auch in der Garderobe

des Mannes diese Farben wieder: Als

Hemd, Shirt, Socken oder Krawatte. Aber

auch hier gilt, der Mann muss sich in seiner

Kleidung wohl fühlen. Männer, die

eher im Hintergrund stehen wollen, werden

sich in leuchtenden Farben, die automatisch

die Aufmerksamkeit auf sich ziehen,

wie ein Papagei vorkommen und das

Stück im Kasten vergraben oder „versehentlich“

entsorgen. Dabei ist wirklich viel

Fingerspitzengefühl erforderlich. Und es

gibt natürlich auch viele Männer, die selbst

Stilempfinden an den Tag legen, und die

Auswahl ihrer Kleidung selbst vornehmen.

KONTAKT

Mag. Ingrid Chladek

Dressforsuccess

Heiligenstädterstraße 115/1

A-1190 Wien

Tel. +43(0)664-122 70 46

ingrid.chladek@dressforsuccess.at

www.dressforsuccess.at

SOCIETY 3/4_11 | 93


LIFE UND STYLE

MODE

Wiener Chic

Sein statt Schein

Eine Wiener Modemacherin interessiert

sich noch während ihres

Studiums bei Vivienne Westwood

und Helmut Lang für

Tracht, als kein Hahn danach

kräht. Heute wird sie scheinbar

von einem Hype überrollt,

mit dessen Inhalt sie

nichts am Hut hat. Überlieferte

Bekleidungsformen,

die dazugehörigen Techniken

und die Reisen zu den

Erzählerinnen sind für

Susanne Bisovsky aber

weiterhin essentiell.

Text: JOSEPH GERGER

Haute

Couture-

Ensemble

aus der

Kollektion

„Innocentia“

94 | SOCIETY 3/4_11


Alexandra Liedtke

in „Frida“

SOCIETY 3/4_11 | 95


LIFE UND STYLE

MODE

Ein neuer Teil in

der „Everlasting

Collection“

100 | SOCIETY 3_11


Prêt-à-porter: Schürzenrock

und T-Shirt

mit „Bscheisserl“

SOCIETY 3/4_11 | 97


LIFE UND STYLE

MODE

„Die Mode ist nur die jüngere,

ausgelassenere, quecksilbrige,

grenzenlos eitle, Stände

und Nationen herrisch

über einen Kamm scherende

und von allen Hunden

der Neuerungssucht gehetzte

Schwester der Tracht.

Dieser nachgeborene Kobold,

die Mode eben, hat

die ältere, gesetztere

Schwester aufs Land

verbannt.“

FRIEDRICH THEODOR

VISCHER, 1789

Deutsche Tracht

aus der Sicht

von Susanne

Bisovsky

98 | SOCIETY 3/4_11


Susanne Bisovsky

Nichts ist unmoderner als der

modische Höhepunkt einer Zeit

Vielleicht können Modedesigner auch ohne die Beeinflussung durch die Geschichte der

Bekleidung auskommen. Damit lassen sie sich aber die Zusammenkünfte und das Erlernen

von Techniken, die von Belang sind, entgehen.

FOTOS: KOLLEKTION FRIDA: WOLFGANG ZAJC, KOLLEKTION INNOCENTIA/MITGIFT3: PETER OLSCHINSKY/VERENA WEISS, KOLLEKTION EVERLASTING COLLECTION3: JOHANNA WOHLRAB

Der Begriff „Tracht“, auf den man Susanne

Bisovsky oft festnageln wollte, wurde

wie viele andere Begriffe als Mittel zur

Instrumentalisierung geschaffen. Reste davon

finden sich noch heute in oft verwendeten

Begriffen wie „Originaldirndl“, „Originaltracht“.

Die Formensprache und Schnitte

dieser „Original-Teile“ gehen aber auf die Arbeit

einer einzigen Person zurück, die im

Auftrag der Machthaber die Vielfalt vereinheitlichte.

Das wird bis heute ohne Widerspruch

übernommen. Eine Fälschung als

zünftige Wiesngaudi, ein Trachten-Dirndl-

Lederhosen-Hype, der einer ernsthaften Beschäftigung

mit der Materie zumindest in

die mediale Quere kommt.

Susanne Bisovsky ist nur insofern an

„Tracht“ und „Design“ interessiert, sofern

sie einerseits aus dem Gebrauch im Alltag

kommen oder andererseits optisch den

Atem rauben (obwohl mitunter gar schwer

zu tragen und somit alltagsuntauglich). Sie

sammelt Geschichten und Berichte aus der

Welt des Kleidertragens, dem Benutzen und

den Benutzern von Gewand und ist damit

folgerichtig auch bei dieser langsamen Gewandform

gelandet. Daraus konstruiert sie

jedoch kein PR-Dekors oder schwimmt auf

den sich ewig wiederholenden Retrobewegungen.

Im Gegenteil. Der mediale Overkill

und die offensichtliche Bedeutungslosigkeit

der unzähligen Events, Awards oder

Charitys hält sie davon ab, sich in eine spezifische

Öffentlichkeit zu integrieren oder

sich auf den angebotenen Präsentationsflächen

zu zeigen. Mit erfrischender Konsequenz

nimmt sie nicht am hysterischen

Modegeschehen oder Trachtengaudium teil.

***

Unbefleckte Empfängnis

Susanne Bisovsky agiert instinktiv (aber

im selben Maße willentlich) nicht hip oder

avantgardig, „damit Modisches nicht auf

sie abfärbe“. Das hat marginalen Wert in

den Augen der Lifestyle-Society, aber gerade

diese „erarbeitete Jungfräulichkeit“

schärft den untrüglichen, unbestechlichen

INFO

Susanne Bisovsky hat für Helmut Lang, J.C.Castelbajac,

Kathleen Madden und Austrian Embroideries designt.

Momentan ist sie unter anderem für Sportalm/Kitzbühel

tätig. Kooperationen wurden mit Herend, Hämmerle,

Lobmeyr, Swarovski, Backhausen, Augarten

u.v.m. realisiert.

Blick. „Befleckung passiert automatisch

dadurch, dass man lebt und atmet…

dadurch werde man ausreichend beeinflusst!“,

sagt die Modemacherin.

Sie kreiert Haute Couture für die immer

umfangreicher werdende, programmatische

„Everlasting Collection“ (zuletzt „Innocentia“,

wo sie auf Spuren des Brauchtums

deutscher Minderheiten, z.B. der Sorben

wandelt, auch das Ergebnis eines längeren

Aufenthalts in Polen). Die unablässige Arbeit

an ihrem Stil hat zudem ein bemerkenswertes

Archiv entstehen lassen: Kleidung

wider die Pest, Backen von Röcken,

Bedeckung wider die Hoffart, Blutrock, gekalkte

Hüte, gepiercte Flügelhauben, Arten

der Trauer und daraus resultierende Regeln

des Kleidens oder ein Leben lang nicht gewaschene

Kleidungsstücke… Diese Geschichten

beinhalten natürlich spezielle

Oberflächen und Technologien und diese

werden von Susanne Bisovsky aufgegriffen

und transponiert.

Stets hat sie das vermeintliche „Unvermögen“

der „Tracht“ inspiriert: Vorhandenes,

aus welchen Gründen auch immer,

weiterzuverwenden, aufzutrennen, zu wenden,

zu stückeln und wieder anzunähen

und daher immer (und zwangsläufig) in

Stil und Material, in Lesbarkeit und innerhalb

der Gemeinschaft stimmig zu bleiben.

In ihren Prêt-à-porter-Kollektionen hat

sie, um im Gegensatz zum unausgegorenen

Rhythmus von Mode genauer vorgehen

zu können, das laufend erweiterbare Bekleidungsmodell

„Mitgift“ (engl. Dowry)

entwickelt: „Mitgift“ bleibt sich in Design,

Musterung und Look über einen langen Zeitraum

treu. Ein erweiterbarer Basisbestand

an Kleidung und Accessoires. Ein gut gefüllter

Mitgiftschrank.

***

Momentan: Ursuppe light

Heute ist man in der Lage, alles kreuz

und quer und sofort zu bekommen und zu

blenden, stellt die Designerin fest. Das Unvermögen,

mit der Übersättigung umzugehen

(man denke zum Beispiel an den vergessenen

Begriff des Schonens!), erzeugt

ein ihrer Meinung nach verwirrtes Gesamtbild.

Susanne Bisovsky ist in diesem Spiel

nicht auffindbar. Aber vielleicht ist die Modemacherin

gerade deswegen erfolgreich.

KONTAKT

SUSANNE BISOVSKY

Salon

Seidengasse 13

Brilliantengrund – Wien 7

Eröffnung im November 2011

Anmeldung und Infos unter:

www.bisovsky.com

SOCIETY 3/4_11 | 99


LIFE UND STYLE

EVENTS

HIGHLIGHTS VERANSTALTUNGEN

DER GESELLSCHAFT Von Juli bis Oktober 2011

Mari und Wilhelm Holzbauer

Helga Rabl-Stadler, Festspielpräsidentin,

Fürstin Manni zu Sayn-

Wittgenstein-Sayn

SALZBURG: ISA GALA

Auf der ISA Gala, die den Einstieg in die

Salzburger Festspielpartysaison darstellt,

wurde traditionell die österreichisch-deutsche

Freundschaft gepflegt,

sei es in Kultur, Wirtschaft oder Gastronomie.

Das „Placement“ bei so einem

wichtigen Dinner ist ein wahres

„Tempelhüpfen im Minenfeld“, so Gastgeber

und ISA Präsident Wilfried Haslauer.

Der Menüplan und die musikalische

Untermalung vom Young Singers

Project konnten sich sehen lassen, die

hochkarätige Gästeliste auch.

MQ VIENNA FASHION

WEEK

Heuer ging bereits die dritte

MQ VIENNA FASHION WEEK

presented by Vöslauer im

MuseumsQuartier Wien erfolgreich

über die Bühne.

Über 55 Shows mit 1.300 verschiedenen

Styles wurden

dem modeinteressierten Publikum

geboten. 261 Models

bevölkerten den Catwalk.

Über 10.000 Besucher zeigten

sich von den Kollektionen

bekannter Designer wie

Tiberius, Pitour, Anelia Peschev,

Callisti und den international

angereisten Modeschaffenden

Wonder

Anatomie, From Dusk Till

Dawn, Dimitri, Maldoror

uvm. mehr als angetan. In

den angrenzenden Ausstellungsräumen

und dem Showroom

wurden die neuesten

Trends fleißig nachgeshoppt.

Lena Hoschek

Ski-Kaiser Franz Klammer

und Kaiser-Double Franz

Soukop buhlten um Sisi

BAD ISCHL: KAISERFEST

Im Lieblings-Kurort der Monarchie wurde der 181. Geburtstag von Kaiser

Franz Josef I. gefeiert. Die „Nacht der Kaiser“ überzeugte durch einen Mix

aus nostalgischem k&k-Flair und Akzenten des 21. Jahrhunderts, der die

gelungene Inszenierung mondäner Monarchie abrundete. Highlight des

Charity-Events der Franz Klammer-Foundation war die Imperiale Fashion

Show, bei der Österreichs Jungadel in die Modelrolle sprang und die edlen

Kollektionen des Wiener Modelabels „Sisi Vienna“ präsentierte. Der Erlös

der hochkarätig besuchten Veranstaltung geht an die Foundation, die Menschen,

die im Zusammenhang mit Sport in eine Notlage geraten sind,

ideell und materiell unterstützt.

Simone Miller Aichholz, Josefine Bulgarini d’Elci Seiler-Tarbuk, Sophie Freiin von

Seiler-Tabuk, Antonie Bauer (Spross aus der ungarischen Adelsfamilie Batthyány),

Anna-Katharina Ritterin Bànò de Tapoly-Lucska e Kükekmezö, Anna von Oswald

und Elisabeth Ferch (Tochter von Freiin Alexandra von Holzhausen)

Brutto-Gesamtsieger der “Kaiser

Golf Trophy” Hubert Neuper wartete

seit 31 Jahren auf diesen Tag!

Nicht nur Michael Hadschieff und

Oliver Stamm scharten sich um

Patricia Kaiser, die als “Sisi” den

Catwalk adelte

FOTOS: TVB BAD ISCHL, WILD+TEAM, JÜRGEN HAMMERSCHMID

100 | SOCIETY 3/4_11


KUNST UND KULTUR

TANZ

„Vier Jahreszeiten“

Chinesische Tanz-Akrobatik in der Wiener Stadthalle

Life.Sunlight: Vier Jahreszeiten

Zum vierzigjährigen Bestehen der diplomatischen Beziehungen zwischen der Republik

Österreich und der Volksrepublik China wurde die chinesische Tanz- und Akrobatikaufführung

„Life.Sunlight: Vier Jahreszeiten“ in der Wiener Stadthalle präsentiert.

Von Dr. ADRIAN HOLLAENDER

FOTOS: ADRIAN HOLLAENDER, (C) BILDAGENTUR ZOLLES, HEY-U

Dr. Adrian Hollaender,

S.E. Shi

Mingde, Dr.

Gerhard Feltl

Das von Herwig Ursin und Li Yaping

produzierte und stimmungsvoll gestaltete

Event spannte einen weiten

Bogen von den chinesischen Künstlern der

Guangdong Acrobatic Troupe bis hin zur

russisch-armenisch-österreichischen Solotänzerin

des Wiener Staatsballetts Karina

Sarkissova, die mit selbst choreographierten

Balletteinlagen beeindruckte.

Die Guangdong Acrobatic Troupe zählt

zu den besten Akrobatik- und Tanzgruppen

der Welt und wurde in den inzwischen

rund sechzig Jahren ihres Bestehens mit

den höchsten nationalen und internationalen

Auszeichnungen geehrt. Über Initiative

von Su Ningxia Mayer, Stadthallen-Geschäftsführer

Dr. Gerhard Feltl und KR

Peter Hanke ist es in Kooperation mit der

HEY-U Mediagroup gelungen, diese besondere

Truppe nach Wien zu verpflichten,

wo sie bereits zuvor mit ihrer Ballett-Show

„Swan Lake“ Triumphe feiern konnte.

Die nunmehrige Weltpremiere der

Tanz- und Akrobatikaufführung „Life.Sunlight:

Vier Jahreszeiten“ in der Wiener

Stadthalle wurde mit Ansprachen des Chinesischen

Ministers Wang Chen, des österreichischen

Staatssekretärs Dr. Wolfgang

Waldner, des Chinesischen Botschafters

Shi Mingde und der Wiener Landtagsabgeordneten

Elisabeth Vitouch eröffnet. Sie

fand in Gegenwart prominenter Gäste wie

Justizministerin Dr. Beatrix Karl, Steffl-

Eigentümer Hans Schmid, WK-Präsidentin

Brigitte Jank u.v.a. statt.

Die Leistungen der auftretenden Künstler

zeichneten sich durch akrobatisch-tänzerisches

Können, höchste Körperbeherrschung,

choreographische Stimmigkeit und

musikalische Harmonie aus. Unter den

zahlreichen exzellenten Tanzakrobaten

sind besonders die bereits aus „Swan Lake“

bekannten Solisten Wei Baohua und Wu

Zhengdan hervorzuheben. Dementsprechend

bejubelte das Publikum von der Premiere

bis zur letzten Aufführung die außergewöhnlichen

akrobatisch-tänzerischen

Leistungen mit frenetischem Applaus!

Wei Baohua und

Wu Zhengdan

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KUNST UND KULTUR

SOCIETY EIGENEVENT

Feierliche Eröffnung des „Istituto Lirico Mario

del Monaco di Treviso“ in der Villa Flora

Eröffnung des „Istituto Lirico Mario Del Monaco di Treviso“ in der Villa Flora

Vin d‘ Honneur für Mario

Del Monaco

Bei spätsommerlichen Temperaturen lud Mag. Gertrud Tauchhammer zu einem Event anlässlich

der Eröffnung der Repräsentanz des „Istituto Lirico Mario Del Monaco di Treviso“

in die Villa Flora ein.

Der Tenor Mario Del Monaco feierte in

Wien große Erfolge, so sang er den

Otello an der Wiener Staatsoper. Das

neue Büro des „Istituto Lirico Mario Del Monaco

di Treviso“ in der Villa Flora setzt sich

für die Förderung der Bekanntheit des

Opernsängers ein. Als erste Geste enthüllte

der Präsident des Instituts, Odino Marcon,

vor der eigens aus Treviso angereisten italienischen

Delegation und unter der Anwesenheit

des italienischen Botschafters in

Österreich, S. E. Eugenio d‘Auria eine Kupferstatue

des Gesangskünstlers. Sichtlich

gerührt waren die Laudatoren, unter ihnen

der Vizebürgermeister der Stadt Treviso,

Stefano Pimpolari.

102 | SOCIETY 3/4_11

Stefano Pimpolari (Treviso),

Dr. Ravshanbek

Duschanov


Stefano Pimpolari, Odino

Marcon, Gerti Tauchhammer,

S.E. Eugenio d’Auria,

Dr. Adrian Hollaender, Vittorio

Zanini

Afra Zaffalon, Lucia Marchetto

Stefano Pimpolari,

Gerti Tauchhammer

Odino Marcon

Delegation aus Treviso

AUSZUG AUS DER GÄSTELISTE

S. E. Eugenio D’Auria (Italien) • Dott. Stefano Pimpolari (Assessore

alla Cultura Comune di Treviso) • Chargé d’Affaires

Ravshanbek Duschanov (Usbekistan) • Odino Marcon (Präsident

des „Istituto Lirico Mario Del Monaco di Treviso“) •

Dino De Poli (Präsident Fondazione Cassamarca) • Dott.

Vittorio Zanini • Davide Perin • Elena Ortica • Ezio Scime •

Carlo Marcon • Mario Cerutti • Dr. Adrian Hollaender

Bild des Mario del

Monaco

Die Statue

Leone d’Oro di

Venezia

Die Laudatoren

Davide Perin Nicoletta

Romor, Afra Zaffalon,

Stefano Pimpolari

SOCIETY 3/4_11 | 103


KUNST UND KULTUR

PORTRÄT

Goldene Ehrenmedaille der Stadt Wien für José Carreras

Mit der Seele singt er von

Liebe und Leidenschaft

„Singen ist meine große Leidenschaft, dem Gesang gehört meine ganze Liebe. Es ist nicht

bloß mein Beruf, es ist meine Berufung“, erzählt Startenor José Carreras im Gespräch mit

Roman Bartl.

José Carreras erhält

die Goldene Ehrenmedaille

der Stadt Wien

Der Stadtsenatssitzungssaal des

Wiener Rathauses an einem

späten Vormittag. Da, wo sonst

das politische Wort regiert, hängt

nun der Himmel voller Geigen. Ein

Streichquartett der Wiener Philharmoniker

spielt walzerseelige Melodien

des virtuosen Komponisten

Fritz Kreisler unter dem Gemälde

des legendären Bürgermeisters Helmut

Zilk. In der Mitte des Raumes,

der ersten Reihe etwas vorgelagert,

sitzt einer der Superstars der internationalen

Opernbühnen der

1970er bis 90er Jahre, der als einer

der „Drei Tenöre“ unsterbliche

Musikgeschichte schrieb, nachdem

er selbst dem nahenden Tod durch

Leukämie auf wunderbare Weise

entkommen und seinen Fans, wie

auch der klassischen Musikszene erhalten

geblieben ist. War Luciano Pavarotti

in dem Triumvirat der

Stimmgewaltige, Placido Domingo

der künstlerisch Vielseitige, so war

und ist José Carreras gewiss der

Seelenvolle, der nicht zuletzt durch

seine schwere Krankheit eine hohe

menschliche Qualität und seine ganze beseelte

Persönlichkeit in seine Stimme, wie

auch sein Wesen zu legen weiß. „Wer an

Musik denkt, denkt auch an José Carreras.

Wie wenige Künstler hat der Tenor die

Opernwelt geprägt“, schrieb einst ein namhafter

Kritiker. Nun ist er nach Wien zurückgekehrt,

in jene Stadt, die für den

künstlerischen Kosmopoliten neben seiner

Heimatstadt Barcelona die wichtigste seiner

Karriere und seines Lebens ist. Er erhält

während einer stilvollen Feier aus den Händen

von Kulturstadtrat Mailath-Pokorny die

Goldene Ehrenmedaille der Stadt Wien. In

den engen Sitzreihen hinter ihm drängt

sich alles, was in der klassischen Musikwelt

Bedeutung hatte, hat oder haben wird. Ich

sitze in der letzten Reihe. Hinter mir zwischen

einigen Cocktailstehtischen die

Claque, wie am Stehplatz bei unvergesslichen

Opernabenden.

***

Der Opernskandal hat in Wien

Tradition

Einer der am längsten dienenden Operndirektoren

der Wiener Musikgeschichte,

Ioan Holender, lauscht einige Reihen vor

mir der Laudatio seines Nachfolgers Dominique

Meyer. Dieser sinniert gerade am

Rednerpult darüber, dass der Tenorissimo,

würde er sich all seine Orden und Ehrenzeichen

an die Brust heften, einem russischen

General aus den Zeiten des Kommunismus

gleichen würde. Und doch bedeutet José

Carreras diese Auszeichnung besonders

viel, wie er mir in einem Gespräch nach seiner

Feierstunde versichert. Er erzählt

mir, dass ein Besuch von Wien

ihm stets das Gefühl vermittelt,

nach Hause zu kommen. „Wien hat

das beste Publikum der Musikwelt“,

gerät er ins Schwärmen: „Aufgrund

des Wissens, aufgrund des Respekts,

den das Wiener Publikum

den Künstlern entgegenbringt und

weil es sich auch nicht davor

scheut, seinen Enthusiasmus zu zeigen.

Wien ist die einzige Stadt der

Welt, in der der Operndirektor in

regelmäßigen Abständen in den

Schlagzeilen der Tageszeitungen

auftaucht. Der ‚Opernskandal‘,

meist ohnehin nur ein Skandälchen,

hat hier Tradition und gehört

zu Wien wie das Salz in die

Suppe. Und dann kann es passieren,

dass sich plötzlich Leute über die

Staatsoper erregen, die in ihrem Leben

noch nie einen Fuß in das

Opernhaus gesetzt haben.“

Er erzählt mir amüsiert über

eine besonders seltene, wie auch

sehr peinliche Panne während einer

Tosca-Vorstellung 1982, von der ich

nichts wusste, da ich damals im Ausland

gelebt habe: Das Erschießungskommando

im 3. Akt erschien einfach nicht auf der

Bühne. Die uniformierten Statisten saßen

gemütlich in der Kantine, statt auf der

Terrasse der Engelsburg aufzumarschieren.

Da daher die tödlichen Schüsse auf Cavaradossi

ausblieben, sah Tenorkollege Nicola

Martinucci nur den Ausweg,

fluchtartig in die Kulissen zu verschwinden

und seine Tosca, Montserrat Caballé, etwas

verstört zurück zu lassen, worauf das Publikum

in schallendes Gelächter ausbrach.

So gab es zum hochdramatischen Finale

der Oper Lach- statt Gewehrsalven, während

Montserrat tapfer aber ziemlich verloren

den Tod ihres nicht mehr anwesenden

Geliebten beklagte.

FOTOS: NORBERT KÖSSLER

104 | SOCIETY 3/4_11


***

Straßenkonzert in Perelada

Während zum würdigen Abschluss der

Ehrung die vier philharmonischen Herren

zur Fiedel griffen, versank ich noch einmal

in Tagträumen und erinnerte mich an unvergessliche

Erlebnisse mit dem tenoralen

Maestro. Seinen zweiten Liederabend nach

seiner schweren Krankheit gab „Don José“

im bezaubernden kleinen Festspielstädtchen

Perelada, in der Nähe von Barcelona.

Hier organisierte sein Manager Carlos Caballé,

der Bruder der großen Diva Montserrat,

ein Festival. Es war Mitte August 1988 und

ich reiste auf Einladung Herrn Caballés mit

einem Kamerateam an die Spanische Mittelmeerküste.

Am Nachmittag vor dem triumphalen

Konzert, das vor der Kulisse eines

wunderschönen Wasserschlosses stattfand,

spazierten die aus aller Welt, vor allem aber

aus Katalonien angereisten Fans, wie auch

die anwesende Spanische Königin Sophia,

die Griechische Ex-Königin Annemarie und

Lady Di durch die Gassen des bezaubernden

kleinen Städtchens. Auch ich war mit meinen

Kollegen auf Motivsuche unterwegs.

Mit einem Mal erklang irgendwoher wundervolle

Musik. Montserrat Caballé hatte einen

Flügel auf einen der Plätze transportieren

lassen und gab ein spontanes

Straßenkonzert. Uns alle, auch die drei königlichen

Damen, zog es zu dieser Plaza, wo

eine mir unvergessliche, einzigartige Stimmung

herrschte. Jubelnde Dorfbewohner

und Touristen, kreischende Babys, lachende

Kinder, bellende Hunde. Die Zuschauer bevölkerten

die Straßen ringsum, saßen auf

Dächern, kletterten aus Fenstern, drängten

sich auf den winzigen Balkonen, um Spaniens

populärster Sängerin zu lauschen.

Wir waren mit einem mal eine große Familie,

geeint durch die geheimnisvollen Bande

der Musik. Diese trugen dann auch den großen

José Carreras durch seinen Liederabend,

der ein unvorstellbarer Triumph mit nicht

enden wollenden Ovationen war und der

vom spanischen Fernsehen live übertragen

wurde. Ich bin heute noch dankbar, dass ich

das miterleben durfte.

***

Unprätentiöser Star

Nun ist der Höhepunkt der Feierstunde

gekommen. Der Liebling der Musen und der

Opernfans nimmt seine goldene Ehrung

entgegen umringt von dutzenden Photographen,

die den Saal in gleisendes Blitzlichtgewitter

tauchen. Ich schließe die Augen

und tauche wieder ins Reich der

Erinnerung ab. Ein Monat nach dem Liederabend

an der Costa Brava fand ein

„Abend mit José Carreras“ an der Wiener

Staatsoper statt. Einen Tag davor gab es im

Hotel Sacher ein Treffen mit dem „José Carreras

Fanclub“, der ein riesiges Transparent

mit der Aufschrift „Willkommen José“ an

der Opernfassade anbringen ließ. Die Clubpräsidentin

hatte ihre Begrüßungsrede auf

Katalanisch einstudiert und José war von der

Herzlichkeit seiner meist weiblichen Fans

sichtlich berührt. Nie zuvor fasste das Haus

am Ring so viele Zuschauer wie bei dem Liederabend

tags darauf. Sogar auf dem abgedeckten

Orchestergraben und der Hinterund

den Seitenbühnen waren Sitzreihen

aufgestellt. Vom Bundespräsidenten abwärts

war alles, was in Politik, Wirtschaft, Kultur

und Gesellschaft Rang und Namen hatte, gekommen.

Sogar die behandelnden Ärzte aus

Barcelona und Seatle waren angereist und

natürlich seine gesamte Familie. Seinen

neun Jahre älteren Bruder Alberto, seine

Schwester und seine beiden Kinder durfte

ich dann später, an seinem 50. Geburtstag,

kennenlernen. Nach einer vielumjubelten

Bajazzo-Vorstellung fand sich die Familie in

einem kleinen italienischen Restaurant bei

der Oper ein. Ich war als einziger Medienvertreter

mit meinem Kamerateam geladen

und lernte an jenem Abend den unprätentiösen

Menschen hinter dem Opernstar kennen

und erlebte eine derart herzliche Atmosphäre

und einen derart starken familiären

Zusammenhalt, wie er wohl nur in mediterranen

Verwandtschaften zu finden ist. Unter

diesen Menschen fühlte ich mich sofort zu

Hause.

***

Mailänder Waterloo

Der offizielle Teil der Veranstaltung ist

nun vorbei, Drinks werden gereicht, José

steht vor einem riesigen Blumenarrangement

und gibt geduldig Fernsehinterviews.

Ich beobachte diesen wahrhaften Gentleman

mit den angenehmen Manieren des

vergangenen Jahrhunderts und bewundere,

wie immer, seine elegante Garderobe. Als ich

mich dann in einer langen Schlange von

Gratulanten ihm entgegen bewege, erinnere

ich mich zu guter Letzt noch an eine Begegnung

in Mailand. José Carreras gab an

der Scala, außerhalb der Staggione, einen

Liederabend mit von Lucian Berio bearbeiteten

Verdi-Liedern. Nach der Probe besuchte

ich ihn in seiner Garderobe und fragte ihn,

wo er wohl seine wunderschönen Krawatten

kaufe. Er empfahl mir die Boutique von

„Etro“ in der Via Monte Napoleone. Am

Nachmittag suchte ich diese auf und deckte

mich mit Krawatten und Stecktüchern ein.

In meiner Euphorie nach Verdis wunderbarem

Liedgut befiel mich ein wahrer Kaufrausch

und ich besuchte in der noblen Einkaufsmeile

zahlreiche Boutiquen von

„Versace“ und „Valentino“ über „Hermes“

bis zu „Gucci“. Nach der Vorstellung nahm

ich dann an einem zu Josés Ehren gegebenen

Abendesse in kleinem Rahmen Teil und

brachte ihn zum Lachen, da ich ihm für seinen

Tipp zu meinen wunderschönen Krawatten

dankte, ihm aber mitteilen musste,

dass die glanzvolle Via Monte Napoleone für

mein Konto ein finanzielles Waterloo war.

***

Zum Singen geboren

Als der schlimmste Trubel vorbei ist,

nimmt sich der Startenor ein wenig Zeit für

ein kleines Gespräch auch mit mir. Er erzählt

mir, dass er kommenden Sommer bei

den Salzburger Festspielen auftreten wird.

Als er 2010 in Zürich ein Benefizkonzert für

seine Stiftung gab, hat ihn Alexander Pereira

für sein erstes Direktionsjahr an die Salzach

eingeladen. Er freut sich schon sehr,

verrät er mir, da, wo er an der Seite Herbert

von Karajans riesige Triumphe feierte, wieder

auf der Bühne stehen zu können. Ich

muss ihm nun gestehen, dass ich die Opernabende

mit ihm vermisse, da er 2004 zum

vorerst letzten Mal Oper gesungen hat. Er

antwortet mir offen, dass er sein Repertoire

der 1970er, 80er und 90er Jahre nicht mehr

wie damals darbringen könnte und den von

ihm erwarteten hohen Standard nur in den

klug ausgewählten Programmen seiner Konzertabende

bieten kann. Er erzählt mir weiter,

dass allerdings eine Oper für ihn in Arbeit

ist, deren musikalische Proben

vielversprechend seien und die 2013 Premiere

haben könnte. So frage ich ihn zum

Schluss, warum er sein vom Orchester der

Wiener Volksoper unter der Leitung von

David Giménez begleitetes Konzert am Tag

darauf „Liebe und Leidenschaft“ betitelt

hat. Er antwortet: „Singen ist meine große

Leidenschaft, dem Gesang gehört meine

ganze Liebe. Es ist nicht bloß mein Beruf, es

ist meine Berufung. Ich weiß seit meinem

elften Lebensjahr, als ich zum ersten Mal auf

einer Bühne stand, dass Singen das ist, wofür

ich geboren wurde.“ Zwinkert mir zu

und eilt zu einem Champagnerempfang anlässlich

der Eröffnung einer neuen Chopard

Boutique, dessen Ehrengast er ist, da

die Besitzerfamilie Scheufele mit ihm befreundet

ist und stets reichlich für seine Leukämiestiftung

spendet. Ich hingegen bin

schon voll Vorfreude auf einen neuen José

Carreras Abend, als ich die Treppen der

Feststiege fröhlich hinab schreite.

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KUNST UND KULTUR

SALZBURG

Die Salzburger Hirtenkinder

musizieren für den Erlöser

Salzburg hat immer Kultursaison

Winter-Festspiel-Karussell

Salzburg hat weit mehr zu bieten als die berühmten Sommerfestspiele. Das ganze Jahr über

lockt die Stadt mit höchst interessanten Festivals sein Publikum an. Denn Salzburgs Kulturszene

kommt nie zur Ruhe. Von EVA VON SCHILGEN

Hagen Quartett

Wenn der nie zu versiegen scheinende

Touristenstrom nur mehr dahin

tröpfelt, wenn die Menge der Fotografen

und Reporter vergeblich Ausschau

hält nach internationalen Stars und solchen,

die es gerne sein möchten, wenn die

letzten TV- und Radioübertragungswagen

die Stadt verlassen haben und die Preise

der Hotellerie sich wieder auf ein erträgliches

Niveau eingependelt haben, dann sind

die Salzburger Sommerfestspiele vorüber.

Wer aber nun meint, dass Salzburgs

Kulturszene zur Ruhe kommt, irrt. Denn

nun beginnen zur Freude der Kultur-Individualisten

und auf Initiative findiger Tourismusmanager

eine ganze Reihe höchst

interessanter feiner kleiner Festivals.

***

FESTIVAL DIALOGE „Positionen“

30.11.-04.12.2011

Neue Hör-und Sehdimensionen verspricht

das 2005 von der Stiftung Mozarteum

Salzburg ins Leben gerufene Festival

„Dialoge“. Zeitgenössische Künstler aus den

Disziplinen Musik, Tanz, Literatur, Bildende

Kunst und Film laden ein Publikum

ein, welches offen für Neues und Experimentelles

ist. Unter den Komponisten nehmen

dieses Jahr George Aperghis, Helmut

Lachenmann und Iannis Xenakis zentrale

Rollen ein. Ihre Werke setzen sich mit traditionellen

wie modernen Klassikern auseinander,

unter anderem mit Mozart, Liszt,

Beethoven, Kurtág, Ligeti, Stockhausen.

***

SALZBURGER ADVENTSINGEN

02.-18.12.2011

Internationale Bekanntheit erreicht hat

auch das seit 1946 stattfindende beliebte

„Salzburger Adventsingen“, das zum großen

Vorbild für unzählige Adventsingen

wurde. Thema der diesjährigen Aufführungen

ist die alttestamentliche Prophezeiung

„Es wird ein Stern aus Jakob ausgehen

106 | SOCIETY 3/4_11


FOTOS: © GERHARD KOLOCKER, JUSTIN PUNFREY, HARALD HOFFMANN, ANDRÉ RIVAL, ADVENTSINGEN SALZBURG

und ein Zepter aus Israel aufkommen“

(4.Mos.24,17). Dem Stern von Bethlehem,

welcher einst den Magiern aus dem Osten

den Weg zum göttlichen Kind wies, werden

auch dieses Jahr mehr als 36.000 Besucher

folgen.

***

DELIRIUM 16.-18.12.2011

Zum vierten Mal findet am letzten Wochenende

vor Weihnachten ein Festival

der besonderen Art statt. Maestro Gustav

Kuhn, das Orchester der Tiroler Festspiele,

der Shootingstar am Sopranhimmel Anett

Fritsch, der Sprecher Sven-Eric Bechtolf,

der Pianist Peter Lang, die Chorakademie,

sowie die junge innovative Osttiroler Musicbanda

Franui werden im weißgoldenen

Jugendstilsaal des Mozarteum Salzburg

den Besuchern das Elementare der Musik

aufzeigen – das, worauf es in der Musik

wirklich ankommt.

So unterschiedliche Werke wie Mozarts

Klavierkonzert Nr. 25 in C-Dur, Mahlers 4.

Symphonie oder die große Romantik von

Tschaikowskys 4. Symphonie, Daniel

Schnyders virtuoses und effektvolles „Konzert

für Sopran- und Tenorsaxophon, Bassposaune

und Orchester“, die Uraufführung

von Angelo di Montegral oder Franz

Schuberts Lieder, in neuer, skelettierter

Form, versprechen aufregende Stunden.

Mit dem – nun schon traditionellen – Höhepunkt,

Beethovens „Neunte“, wird das

Publikum endgültig ins musikalische „Delirium“

versetzt werden.

Verdanken werden sie dies den prominenten

Sponsoren, allen voran die Salzburger

Sparkasse. Aber auch die Österreichischen

Lotterien, die Wiener Städtische,

Deloitte, voestalpine, Hotel Sacher und

Novomatic sowie die Salzburger Unternehmen

Stiegl, Pappas Gruppe und SPAR, als

auch Land und Stadt Salzburg unterstützen

das Delirium.

***

MOZARTWOCHE 27.01-05.02.2012

Ein feines, exklusives Festival, zu der die

Stiftung Mozarteum Salzburg jährlich

rund um Mozarts Geburtstag im Jänner

einlädt, ist die Mozartwoche. Neben Werken

Mozarts – dieses Jahr auch auf Original-Instrumenten

zu hören – stehen die Uraufführung

des choreographischen

Konzerts „gefaltet“ der Choreographin

Gustav Kuhn Mitsuko Uchida Sasha Waltz

Sasha Waltz und des Komponisten Mark

Andre auf dem diesjährigen Programm.

Mitsuko Uchida als „Artist in Residence“,

Mark Andre als „Composer in Residence“

sowie ein eigener Zyklus mit dem Minguet

Quartett, versprechen neue interessante

Musikerlebnisse. Wie in jedem Jahr sind

international führende Mozart-Interpreten

zu Gast. Ergänzt wird das Festival mit

Künstler- und Einführungsgesprächen, einem

Filmprogramm sowie Kinderprojekten.

***

Kultur das ganze Jahr

„Fest gefeiert“ wird kulturell über das

Jahr auch bei der ARGEkultur Salzburg, die

als größtes unabhängiges Kulturzentrum

Salzburgs zeitgenössische, innovative und

gesellschaftskritische Kunst und Kultur in

einzigartiger Weise präsentiert. Unter anderem

auch das im Jänner stattfindende

Kabarett Festival „MotzArt“.

Dass es auch das ganze Jahr an kulturellen

Höhenpunkten in Salzburg nicht fehlt,

dafür sorgen – um nur einige zu nennen –

im März die Osterfestspiele, die Pfingstfestspiele

im Mai, das Salzburger Literaturfest

und das Julifestival „Sommerszene“, bevor

„Jedermann“ wieder zu den Sommerfestspielen

erscheint. Aber das ist eine andere

Geschichte.

Für den Kunst-und Kulturfreund präsentiert

sich Salzburg somit als wahres Kultur-Schlaraffenland,

in dem nie der letzte

Vorhang fällt, bevor der nächste nicht aufgegangen

ist.

Round and round, for ever and ever,

We’re riding on art’s roundabout.

Rich or poor or foolish or clever,

Round we must go, year in, year out...

Also springen auch Sie auf das Festspiel-Karussell

auf, Salzburg wartet!

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KUNST UND KULTUR

SALZBURG

Liebe zur Musik

Constanze Mozart und ihr

Vermächtnis

„Sie ist nicht hässlich, aber auch nichts weniger schön, ihre ganze Schönheit besteht aus

zwei kleinen schwarzen Augen und in einem schönen Wachstum. Sie hat keinen Witz, aber

gesunden Menschenverstand genug um ihre Pflichten als Frau und Mutter erfüllen zu

können“.* Von EVA VON SCHILGEN

giert und verliebt sich – erfolglos – in die

ältere Schwester Aloysia. 1779 übersiedelt

die Familie nach Wien, wo ihre Schwester

ein Engagement am Burgtheater bekommen

hat. Mozart zieht 1781 nach seinem

Hinauswurf aus der Salzburger Hofmusik

als Untermieter bei den Webers ein, muss

jedoch „wegen des Geredes der Leute“ die

Wohnung bald wechseln. Als Mozart

Constanze heiraten will, verweigert sein

Vater ihm lange seine Einwilligung. Die

Ölbild von Hans Hansen, Wien 1802

So schreibt Mozart unter anderem an

seinen Vater über Constanze, seinem

„Stanzerl“, wie er sie liebevoll nannte.

Sie wird für ihn der wichtigste Mensch in

seinem Leben und seine engste musikalische

Beraterin.

Constanze hatte kein leichtes Leben.

1762 in Zell im schwarzwäldischen Wiesenthal

als Tochter des Amtmannes Weber geboren,

verbringt sie ihre ersten Lebensjahre

in Mannheim. Sie erhält, obwohl die Familie

in ärmlichen Verhältnissen lebt,

zusammen mit ihren Schwestern eine ausgezeichnete

musikalische Ausbildung. So

wird auch der junge Mozart vom Oktober

1777 bis März 1778 als Gesangslehrer enga-

„Ich will meine Frau glücklich

machen, und nicht mein

Glück durch sie machen.“**

WOLFGANG AMADEUS MOZART

Schwangerschaften – während der achtjährigen

Ehe bringt Constanze sechs Kinder

zur Welt, von denen nur zwei überleben

–, die anstrengende Reisetätigkeit

mit ihrem Mann und die steten finanziellen

Sorgen zehren an ihrer Gesundheit.

Ihren Menschenverstand beweist Constanze

nach dem überraschenden Tode

Mozarts im Dezember 1791 durch die Bewahrung

seiner musikalischen Arbeit trotz

großer finanzieller Not. Mit Unterstützung

ihres zweiten Ehemannes und glühenden

Mozartverehrers, dem dänischen Diplomaten

Nicolaus Nissen, beginnt sie eine

umfassende Mozartbiographie. Nach Jahren

in Dänemark und Italien lassen sie

sich 1821 in Salzburg nieder. Nicolaus Nissen

stirbt 1826, am 6. März 1842 folgt ihm

Constanze im Alter von achtzig Jahren.

FOTOS: MIT FREUNDLICHER GENEHMIGUNG DER INTERNATIONALEN STIFTUNG MOZARTEUM, SALZBURG

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*Zitat von Wolfgang Amadeus Mozart

**Brief an seinen Vater, 1782, über seine Liebesheirat mit Constanze Weber


Salzburgs Botschafter

Das Mozarteumorchester

KUNST UND KULTUR

SALZBURG

Eines der schönsten Vermächtnisse der Witwe Constanze Mozart ist das heute weltbekannte

Mozarteumorchester. 1841 wird mit ihrer und der Mithilfe von Mozarts Söhnen Franz

Xaver und Karl Thomas in Salzburg der „Dom-Musik-Verein und Mozarteum” gegründet,

aus dem das heutige Orchester hervorging. Von EVA VON SCHILGEN

DIE NÄCHSTEN TERMINE

Donnerstagskonzert 3 am 15.12.2011

Großer Saal Mozarteum

Schubert, Mahler, Brahms

Karen Gomyo Violine, Christian Poltéra Violoncello

Heinrich Schiff Dirigent

Sonntagsmatinee 3 am 15.01.2012

Großes Festspielhaus

Beethoven, Dvofiák

Frank Peter Zimmermann Violine

Michael Schønwandt Dirigent

Sonntagsmatinee 4 am 04.03.2012

Großes Festspielhaus

Mendelssohn Bartholdy

S. Schwartz, B. Fink, M. Schade, T. Quasthoff, Salzburger

Bachchor Gesang

Ivor Bolton Dirigen

Mozarteumorchester Salzburg

Die 91 Musiker aus 26 Nationen, von den

Salzburgern liebevoll „unsere musikalischen

Botschafter in der Welt“ genannt,

können mit einer unglaublichen Bandbreite

musikalischen Könnens aufwarten. So

bieten die Sonntagsmatineen große Symphonik

von der Klassik bis zur Gegenwart,

wogegen in den Donnerstagskonzerten die

Wiener Klassik im Mittelpunkt steht. Heiß

begehrt sind zu den Sommerfestspielen die

Karten zu den Mozart-Matineen und ein

großer Kreis von Mozartkennern trifft sich

im Jänner anlässlich der Mozartwochen.

Wandlungsfähigkeit zeigt das Orchester

auch bei Oper, Operette, Musical oder Ballet

im Salzburger Landestheater und erfreut die

Abonnenten der Salzburger Kulturvereinigung

mit einem großen symphonischen Repertoire.

Seit 2004 ist Ivor Bolton Chefdirigent.

Internationale Stars wie die

Mezzosopranistin Angelika Kirchschlager,

die Sänger Thomas Quasthoff und Michael

Schade, die Dirigenten Marc Minkowski und

Heinrich Schiff sind nur einige der Künstler,

die das Programm 2011/2012 mitgestalten.

Tourneen nach Japan, Spanien, auf die kanarischen

Inseln und Deutschland runden die

Konzertsaison ab.

Ein besonderes Anliegen der geschäftsführenden

Direktorin Vera van Hazebrouck

ist die Arbeit mit Kindern. So veranstaltet

das Orchester vor den Sonntagsmatineen

Musikworkshops, in denen die Kinder spielerisch

auf das Konzert vorbereitet werden.

Eine jährliche Patenschaft für eine Salzburger

Schule beginnt mit einem Herbstkonzert

und bietet den Schülern über das Jahr verteilt

Probenbesuche und den persönlichen

Kontakt mit den Dirigenten und den Musikern.

Dass für Kinder und Jugendliche der

Kontakt mit klassischer Musik bereichernd

und prägend ist, beweist die Zahl der jungen

Musikerinnen und Musiker des Mozarteumorchesters.

KARTEN UND INFORMATIONEN

Tel: +43/662/873154

E-Mail: tickets@mozarteum.at

www.mozarteumorchester.at

BUCHTIPP

Tarte und Quiche für Brahms und Mozart

Anne-Francoise Roelandts

Das Kochen ist die kleine Schwester des Musizierens. Das

eine ernährt den Körper, das andere die Seele, beides

braucht Einsatz und Geduld, Liebe und Können. In diesem

Buch finden Sie Rezepte für die leichten, gesunden

und schmackhaften Köstlichkeiten inspiriert vom

Mozarteumorchester Salzburg. Zu erwerben bei den Konzerten

des Mozarteumorchesters am CD-Stand.

Vom Verkaufspreis von EUR 14,50 gehen EUR 5,-- an ein

Tsunami-Waisenprojekt der Caritas Japan.

Kinder beim Musikworkshop

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KUNST UND KULTUR

SOCIETY EIGENEVENT

(v.l.n.r.) Direktorin Ingried Brugger,

Fernando Botero, Gertrud Tauchhammer

Ambassadors Reception: Botero

Kolumbianische Üppigkeit auf

der Freyung

Ein kulturelles Highlight erwartete die Gäste der Ambassadors Reception unter der Patronage

von H.E. Freddy Padilla de León (Kolumbien), Dr. Ingried Brugger und Mag. Gertrud

Tauchhammer anlässlich der Eröffnung der Botero Ausstellung im Bank Austria Kunstforum.

Der laut eigenen Aussagen „kolumbianischste

unter den kolumbianischen

Künstlern“, Fernando Botero, ist trotz

seiner neunundsiebzig Jahre eigens aus

Paris angereist, um der Präsentation der

größten Schau seiner Werke in Österreich

beizuwohnen. Gespannt folgten die Besucher

aus Diplomatie und Wirtschaft der

Spezialführung durch die Ausstellung. Der

stilvolle Ausklang der Veranstaltung fand

im Barockpalais Daun-Kinsky auf der Freyung

bei einem Cocktail Lunch statt. Bei

Häppchen aus der Küche der Palais Gastronomie

und süßem Genuss der Café Central

Patisserie konnten die Gäste über die üppige

Kunst des kolumbianischen Malers

diskutieren.

AUSZUG AUS DER GÄSTELISTE

S.E. Alfredo Labbé (Botschaft von Chile) · S.E. Juan Carlos

Marsan-Aguilera (Botschaft von Cuba) · S.E. Mario Antonio

Rivera Mora (Botschaft von El Salvador) · S.E. Prof.

Gjorgji Filipov (Botschaft von Mazedonien) · S.E. Sabri Kiqmari

(Botschaft von Kosovo) · S.E. Khamkheuang Bounteum

(Botschaft von Laos) · S.E. Dr. Ashot Hovakimian

(Botschaft von Armenien) · S.E. Hubert Würth (Botschaft

von Luxemburg) · S.E. Mahmoud Hassan Elamin (Botschaft

von Sudan) · I.E. Carla Maria Rodriguez Mancia (Botschaft

von Guatemala) · S.E. Zuheir Elwazer (Botschaft der PLO)

· S.E. Nguyen Thiep (Botschaft von Vietnam) · Galit Ronen

(Botschaft von Israel) · Anzelm Barany (Botschaft von Ungarn)

· S.E. Andrij Viktorowitsch Bereznji (Botschaft der

Ukraine)

S.E. Freddy Padilla, S.E. Ali

Uzcategui Duque (Venezuela),

Dr. Hans Burkard (Ö-Kolumb.

Gesellschaft)

110 | SOCIETY 3/4_11


Zahlreiche

Besucher

Empfang im Palais

Daun-Kinsky

S.E. Vince Szalay Bobrovniczky

(Ungarn) mit Frau und Kind

Fernando Botero,

Tanja Tauchhammer

Dr. Zuheir Elwazer

S.E. Freddy Padilla de León, I.E.

Carla Mancia, S.E. Zuheir Elwazer

S.E. Andrij Bereznji,

Iryna Samchenko

Führung durch die Ausstellung

S.E. Eugenio Curia

S.E. Alejandro Díaz,

I.E. Carla Mancia

S.E. Mahmoud Elamin

(Sudan), Frau Eipeldauer

Begrüßung am Empfang

S.E. Hubert Würth (Luxemburg),

Gerti Tauchhammer

Palais Daun-Kinsky

Kay Fröhlich (Palais

Daun-Kinsky)

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KUNST UND KULTUR

COVERSTORY

„Schneiderei“, 2000, Öl auf Leinwand

BILDER: (C) FERNANDO BOTERO

112 | SOCIETY 3/4_11


Fernando Botero im Bank Austria Kunstforum

Der Reiz des Monströsen

Jeder kennt sie, die monströs verformten Figuren des kolumbianischen Künstlers Fernando

Botero. Nach der Mexikanerin Frida Kahlo bringt Direktorin Ingried Brugger erneut einen

lateinamerikanischen Künstler ins Bank Austria Kunstforum. Mit siebzig Gemälden ist dies

die erste umfassende Präsentation von Boteros Werk in Österreich.

***

Lateinamerikanische Einflüsse

Seine südamerikanische Heimat ist ein

Quell der Inspiration für den Künstler, so

finden sich in seinen Gemälden oftmals

Sujets wie Stierkämpfer oder Priester. Hinter

dieser scheinbaren Heiterkeit verbirgt

sich eine Doppeldeutigkeit, die bei genauerer

Betrachtung zutage tritt. Botero fügt

in seine Bilder Metaphern der Bedrohung

ein – wie ausbrechende Vulkane oder einstürzende

Häuser – welche die vordergründige

Idylle ins Negative verkehren.

***

Die Botschaft der Kunst

Ein Kunstwerk muss Boteros Meinung

nach eine eindeutige Botschaft vermitteln,

sowie den unmissverständlichen Dialog

zwischen Künstler und Betrachter ermöglichen.

Am deutlichsten macht dies sein

Abu-Ghraib-Zyklus, den er nach dem Betrachten

der Folterszenen durch US- amerikanische

Soldaten in schneller Folge anfertigte

und der hier erstmals gezeigt wird.

Zur Eröffnung reiste der inzwischen

79jährige Künstler extra aus Paris an. Prominente

Unterstützung erhielt er durch

den Schauspieler Mario Adorf, der die einleitenden

Worte zur Eröffnung der Ausstellung

sprach.

BOTERO

Bank Austria Kunstforum

1010 Wien, Freyung 8

12. Oktober 2011 bis 15. Jänner 2012

Öffnungszeiten: täglich 10:00 bis 19:00 Uhr

Freitag: 10:00 bis 21:00 Uhr

www.bankaustria-kunstforum.at

„Picknick“, 1989, Öl auf Leinwand

„Melancholie“, 1989, Öl auf Leinwand

„Das Priesterseminar“,

2004, Öl auf Leinwand

SOCIETY 3/4_11 | 113


KUNST UND KULTUR

COVERSTORY

Botero – Ein Ausnahmekünstler

Lateinamerikanische Sinnlichkeit

und Subversivität

Die Bank Austria Kunstforum Direktorin Ingried Brugger im Gespräch mit SOCIETY über

das „Massenphänomen Botero“ und dessen „scheinbare Naivität“. Von TANJA TAUCHHAMMER

Wieso präsentieren Sie

uns den Künstler Fernando

Botero?

Ich habe Botero deswegen

gezeigt, weil er sicher

einer der bekanntesten

Künstler nach 1950 und einer

der bedeutendsten

Künstler Südamerikas dieser

zweiten Jahrhunderthälfte

ist. Südamerika interessiert

mich vor allem im

Zusammenhang mit der Kultur

in der Auseinandersetzung

mit der Frida Kahlo

Ausstellung. Es ist ein Kontinent,

der in seiner Vielfalt

und Widersprüchlichkeit

unglaublich spannend ist

was sich auch in seiner

Kunst spiegelt. Fernando

Botero ist aber auch ein kosmopolitischer

Künstler. Er ist ja nicht in Kolumbien geblieben,

sondern hat auf der ganzen Welt

seine Ateliers. Zusätzlich ist er auch in der

internationalen Kunstszene sehr gut vernetzt.

Natürlich wäre seine Kunst ohne

den europäischen Kontext nicht zu denken

gewesen, es ist aber eine Mischung aus

dieser Tradition, die aus Südamerika

kommt und die er auch immer forciert hat,

und einem internationalen Kunstgeschehen.

Das ist ein eigener Reiz. Er hat allerdings

hier mit diesen wie aufgeblasen wirkenden

Figuren, die etwas seltsam Hilfloses

an sich haben, eine Marke kreiert, die als

solche weltweit bekannt ist. Natürlich setzt

eine Institution wie das Kunstforum auch

auf Marken.

Was erwartet den Besucher der Ausstellung?

Wie werden die Reaktionen sein?

Ich glaube die Leute werden sich sehr

freuen. Es ist ein Fest der Sinne, der Fröhlichkeit

und des Lebens. Es ist eine Kunst,

die unglaublich nachdenklich macht und

niemanden kalt lässt. Wir haben versucht

Botero gerecht zu werden, indem wir auch

Facetten seiner Arbeit zeigen, die nicht so

bekannt oder beliebt sind. Botero hat die

Fernando Botero, „Kartenspieler“,

1991, Öl auf Leinwand

Bilder der Folterszenen von Abu Ghraib gesehen,

welche die Welt schockierten, und

malte daraufhin in rascher Folge einen Zyklus

dazu. Sie sind in einer Art und Weise

drastisch gerade weil sie so manieriert sind.

Gerade weil es ebenfalls diese dicken Figuren

sind. Es geht wirklich an Herz und Nieren.

Diese Bilder waren niemals ausgestellt

oder im Handel. In den USA war dieser Zyklus

ein großer Skandal, woraufhin Fernando

Botero zur Persona non grata avancierte.

Wenn man sich die Fotos ansieht, dann

sind die Bilder noch erschreckender. Weil

sie diese Übersetzungsleistung in ein anderes

Medium haben und das bleibt beim Betrachter

hängen.

ZUR PERSON

Ingried Brugger studierte Kunstgeschichte,

Architektur und Germanistik

in Wien und Berlin. 1988

trat sie als Kuratorin in das

Kunstforum ein, 1993 wurde sie

stellvertretende Direktorin und

im Jahr 2000 avancierte sie

schließlich zur Direktorin.

Was ist Ihrer Meinung

nach das Besondere an

Fernando Botero?

Da gibt es zwei Aspekte:

erstens existieren wenige

Künstler, die so wenig

einer Gruppe

zugeordnet werden können

wie Botero. Er ist

sehr eigenständig und

das ist an und für sich bemerkenswert.

Das zweite

ist, dass er einen visuellen

Nerv trifft. Botero ist

ein Massenphänomen,

und das als wirklich guter

Künstler.

Inwiefern arbeitet Botero

in der Tradition des

südamerikanischen Bereichs?

Es ist diese angebliche Volkstümlichkeit,

diese scheinbare Naivität, welche

auch Frida Kahlo besitzt, die aber in

Wirklichkeit ein großes Raffinement

darstellt. Genauso wie Frida Kahlo ist

auch Fernando Botero natürlich kein

naiver Künstler. Das ist vielmehr der Einsatz

eines Kalküls. Er packt in diese Szenen,

die vermeintlich aus der lateinamerikanischen

Üppigkeit stammen, die

Probleme unserer Welt. Darum zeige ich

diesen Künstler so gerne. Ich denke, man

hat ein falsches Bild von Botero: Das ist

lustig, zynisch, seltsam oder monströs.

Diese Vielschichtigkeit ist etwas Besonderes.

Es sind Szenen, die scheinbar

Leichtigkeit vorgaukeln: Fröhlichkeit,

Feste, der Tanz, Menschen die sich umarmen,

Menschen die zusammen arbeiten,

aber das stimmt aber alles nicht. Es

ist immer gleichzeitig totale Verzweiflung,

unendliche Einsamkeit. Die Menschen

stehen in überhaupt keiner Beziehung

zueinander, genauso wie ihre

Körper uneins sind. Sie wirken vollkommen

nach innen gekehrt. Es sind diese

verschiedenen Schichten die Botero zu

einem großen Künstler machen.

FOTOS: (C) FERNANDO BOTERO (BILD), BA KUNSTFORUM/HELENE WALDNER

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KUNST UND KULTUR

KOMMENTAR

Boteros Erfolgsgeheimnis

Markenzeichen für

den Kunstmarkt

„Die im Raum gesehenen Körper sind alle konvex.“ Paul

Cézanne, 1902. Kannte Fernando Botero diese Behauptung,

als er begann, seine drollig aufgeblasenen Figuren zu

malen? Von GERHARD GUTRUF

Ob Fernando Botero Cézannes

apodiktische Behauptung, dass

alle im Raum gesehenen Körper

konvex seien überhaupt kannte

als er begann, sein von drollig

aufgeblasenen Figuren bevölkertes

Parallel-Universum zu schaffen,

weiß ich nicht. Jedenfalls war das

konsequente, stetige Festhalten an

einer einmal gefundenen Formel

die Voraussetzung für seinen Erfolg.

Zusätzliche Spannung und Irritation

erzielt Botero in seinen Bildern

durch das skurrile

Selbstverständnis seiner von ihrem

Dick-Sein unbeschwerten Protagonisten,

die in einem konventionell

konstruierten zentralperspektivischen

Raum mit in sich gekehrtem Blick eifrig ihren

Beschäftigungen nachgehen.

***

Aufgeblasene Kunstwelt

Neben seinen weltweit bekannten Ölbildern

ist Botero auch als Plastiker tätig: seine

gewaltigen Bronzeskulpturen sind perfekt

ausgeführt, amüsant und

unverkennbar, bringen aber keine zusätzlichen

künstlerischen Aspekte. Sie beweisen

eindringlich, dass nicht jeder Entwurf

beliebig vergrößert werden kann. Das wirklich

große Kunstwerk hat die nur ihm eigene

Dimension – und wenn es bescheidene

24 x 21 cm sind wie bei Vermeers Spitzenklöpplerin:

hier ist mit Recht von innerer

Monumentalität zu sprechen. Das Aufgeblasene

ist ein auffälliges Kennzeichen

zahlreicher zeitgenössischer Werke, deren

äußere Abmessungen die künstlerische

Substanz oft um ein Vielfaches übersteigen.

Aufgrund ihres Unterhaltungswerts

drängt sich eine Verwandtschaft von Boteros

Werken mit Arbeiten des österreichischen

Shootingstars Erwin Wurm auf, dessen

Objekte technisch aufwändige, mit

Hilfe zahlreicher Spezialisten in die Realität

übersetzte Kunstwitze sind und die

Martin Polasek, Ohne Titel, Tuschfeder, 29 x 38 cm, 1969

sich wegen ihres unmittelbar ansprechenden

Scherzcharakters breitester Beliebtheit

erfreuen. So ist es wenig überraschend,

dass sich auch aufgeblasene Autos

und Häuser sowie kugelig verformte Menschen

unter seinen Produkten finden…

***

Kunstmarkt-Mechanismen

Nur Künstlerinnen und Künstler, die

sich permanent „bis zur Kenntlichkeit“

wiederholen, haben eine Chance, am

Kunstmarkt zu reüssieren. Aus 100 Metern

Entfernung erkennbar – das ist eine der

wichtigsten Voraussetzungen für die Aufnahme

in die Liga der vom Kunsthandel

bevorzugten Produzenten zeitgenössischer

ÜBER DEN AUTOR

Gerhard Gutruf, geb. 1944, studierte von 1962 bis 1970

an der Ak.d.b.K. Wien. Er ist Maler, Grafiker und Kunsttheoretiker.

Teilnahmen an den Biennalen von Ibiza,

Florenz, New Delhi, Kairo, Shanghai. Große Einzelausstellungen

u. a. in Rom, Wien, Essen, Ascona, Kairo, Bratislava,

Mexico-City, Guadalajara, Pretoria, Lissabon, Coimbra,

Peking, Istanbul, Madrid, Kiew, Ningbo und Delft.

www.gutruf.at

Kunst. Gegen die medienbedingte Reizüberflutung

haben Bilder „nur noch eine

Chance in unserer Erinnerung haften zu

bleiben, wenn sie zeichenhaft sind: einfach,

klar und wiederholbar“ meint dazu

der bekannte Kunstkritiker Robert Hughes.

Wie funktioniert nun die Bekanntmachung

und Vermarktung von Künstlern

und Kunstwerken?

Basis für den Marktwert sind professionelle,

Preis steigernde Methoden bei Auktionen,

ergänzt durch ein ausgeklügeltes

System von international koordinierten

Ausstellungen in prominenten Galerien

und Museen. Die von Leo Castelli bis Saatchi

perfektionierten Strategien haben die

Mechanismen der Vermarktung innovativ,

dann radikal verändert.

Moderne sowie zeitgenössische

Kunst boomen nach dem Zusammenbruch

des überhitzten

Kunstmarkts in den 90er-Jahren

wieder. Bei Künstlern, Insidern

und auch weiteren Interessentenkreisen

beliebte Szenenereignisse

sind Monsterveranstaltungen wie

Biennalen, die Dokumenta sowie

diverse Kunstmessen, u.a. die

schon betagte Arte Fiera Bologna

und die Art Basel; in Mittel- und

Fernost drängen rasant wachsende

Großveranstaltungen ins Rampenlicht.

Die Auswahl treffen Kuratoren

mit einem Hang für Auffälliges, wenn

möglich noch immer Schockierendes. Der

anvisierte Coup gelingt Hand in Hand mit

Museumsdirektoren, Galeristen, Kunstkritikern

und einflussreichen Sammlern, die

sowohl Printmedien beeinflussen und studieren,

aber sich auch immer öfter über

das Internet austauschen und sich so laufend

Informationen über gängige internationale

Trends besorgen. Freundschaften

mit Managern des Kunstbetriebes sind für

Künstler von Vorteil.

***

Zu entdecken: Martin Polasek

Durch den Rost fallen dabei manchmal

hervorragende – möglicherweise allzu sensible,

introvertierte – Künstler, die sich

vom zeitgeistigen Exhibitionismus fernhalten

und in der Stille des Ateliers allein

mit ihren Arbeiten beschäftigt sind oder

waren: wie z.B. der großartige, vom seinerzeitigen

Albertina-Direktor Otto Benesch

besonders geschätzte Wiener Maler, Grafiker

und langjährige Pauser-Assistent Martin

Polasek (1924 – 2002), der heute nur

mehr wenigen Akademie-Abgängern bekannt

ist und dem in absehbarer Zeit eine

umfassende Museums-Retrospektive gewidmet

werden sollte.

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KUNST UND KULTUR

EVENTS

HIGHLIGHTS VERANSTALTUNGEN

DER KULTUR Juli bis Oktober 2011

DIE SAMMLUNG STEPIC: AFRIKA. AFRIQUE. AFRICA.

Die Ausstellung AFRIKA.AFRIQUE.AFRICA. im Bank Austria Kunstforum

zeigt an die 200 ausgewählte Exponate aus Holz, Metall und

Terrakotta, sowie Webe- und Perlenarbeiten, zusammengetragen

vom Sammler Herbert Stepic auf seinen zahlreichen Reisen nach

Afrika. Die außergewöhnliche Präsentation schwarzafrikanischer

Stammeskunst zeigt neben einigen über 2000 Jahren alten Exponaten

der NOK-Kunst hauptsächlich jüngere Werke aus dem Grasland

des heutigen Kamerun. Anlässlich der Eröffnung besuchten

unter anderem Wirtschaftskammerpräsident Christoph Leitl, Andreas

Mailath-Pokorny, der amtierende Stadtrat für Kunst und Wissenschaft

und Profil-Herausgeber Christian Rainer die Ausstellung.

Herbert Stepic, Andreas

Mailath-Pokorny

Junge und talentierte Chorsänger

Wolfgang Kos, Direktor Wien Museum und Preisträger OscART 2008 Peter

Pakesch, Intendant des Universalmuseums Joanneum, Graz, OscART 2011

für besondere Leistungen in der Kategorie „Museumswesen“

SALZBURG:

HONG KONG CHILDREN’S CHOIR KONZERT

Das Mozarteum in Salzburg war Veranstaltungsort für ein Konzert

der besonderen Art: Der Hong Kong Children’s Choir (HKCC), der

größte und einer der besten Kinderchöre weltweit, leistet einen beträchtlichen

Beitrag zur Kinder-Kunsterziehung in Hong Kong. Die

„kleinen singenden Botschafter des guten Willens“ gaben ein Genre-

Repertoire von Kirchenmusik bis Jazz zum Besten und boten ein abwechslungsreiches

Programm aus westlichen und chinesischen Werken

und Musik aus Hong Kong.

PREIS: OSCART 2011

Seit dem Jahr 2002 vergibt das Gremium

„Der Kunsthandel“ den OscART

als Auszeichnung für besondere Leistungen

an GaleristInnen, KunsthändlerInnen,

MuseumsdirektorInnen,

KunstsammlerInnen, KunstjournalistInnen

und KunsthistorikerInnen.

Gemeinsam mit den diesjährigen

PreisträgerInnen feierten alle

bisher Ausgezeichneten zehn Jahre

OscART. Bei der Preisverleihung im

Atelierhaus der Akademie der bildenden

Künste, dem Semper Depot,

wurden die heurigen Preisträger für ihre außergewöhnlichen Leistungen

mit den OscARTs 2011 gewürdigt.

Foto links: Harald Schweiger, Herbert Giese, Alexander Giese (Kunsthandel Giese & Schweiger),

Renate Kainer und Christian Meyer (Galerie Meyer Kainer), Peter Pakesch (Intendant des Universalmuseums

Joanneum), Heike Maier-Rieper (Koordinatorin, evn sammlung), Werner Rodlauer

(Gremialobmann des Landesgremium Wien Kunst,- Antiquitäten- und Briefmarkenhandel),

Andrea Schurian (Der Standard, Leiterin der Kultur), Peter Layr (EVN Vorstandssprecher),

KR Erwin Pellet (Spartenobmann des Wiener Handels)

FOTOS: SOCIETY/SCHIFFL, KATHARINA SCHIFFL, MANFRED SCHMID, LUDWIG SCHEDL/WK WIEN/DER KUNSTHANDEL

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BIOGRAFIE: WOLFGANG AMBROS

Im Pfarrwirt in Wien Döbling präsentierte

der österreichische Popmusiker Wolfgang

Ambros seine Biografie, die anlässlich

seines vierzigjährigen Bühnenjubiläums

bei Ueberreuter erschienen ist.

Packend geschrieben von Andrea

Fehringer und Thomas Köpf, las Ambros

Ausschnitte aus dem Buch vor, gespickt

mit Livenummern, die er gemeinsam ausschließlich

mit seinem Band-Pianisten Günter

Dzikowski vortrug.

Dr. Nikolaus Bachler, Ioan und

Angelika Holender,

S.E. Blomeyer-Bartenstein

Wolfgang Ambros,

Rudi Dolezal, Joesi

Prokopetz

AUSZEICHNUNG: IOAN HOLENDER

Der ehemalige Direktor der Wiener Staatsoper Ioan Holender wurde

mit dem großen Verdienstkreuz des Verdienstordens der

Bundesrepublik Deutschland ausgezeichnet. Im Rahmen eines

feierlichen Empfanges in der Residenz des deutschen Botschafters

S.E. Hans-Henning Blomeyer-Bartenstein überreichte dieser den Orden.

In seiner Laudatio würdigte der Botschafter die herausragenden

Verdienste Holenders um das Wiener und das internationale

Musikleben. Die Aufführung deutscher Opernkomponisten

und die Einbindung deutscher Künstler waren eine Konstante der

langjährigen Tätigkeit Holenders in der Staatsoper. Auch Dr. Nikolaus

Bachler, Intendant der Staatsoper München, ehrte Ioan Holender

mit einer Laudatio. Adrian Eröd, Solist der Wiener Staatsoper,

und Holenders Kinder, Alina und Liviu Holender an Cello und

Klavier, gestalteten das exquisite musikalische Rahmenprogramm.

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LIFE UND STYLE

SERVICE

VERANSTALTUNGSTIPPS

Herbst 2011

RENÉ MAGRITTE – DAS LUSTPRINZIP

Bis heute faszinieren der intellektuelle Reiz

und die geheimnisvolle Rästelhaftigkeit der

surrealen Bildwelten von René Magritte. Ab

November 2011 widmet die Albertina diesem

so einflussreichen Künstler des 20. Jahrhunderts

eine große Ausstellung. Mehr als

hundert Gemälde und Papierarbeiten stellen

die Vielschichtigkeit seines Schaffens vor.

HENRI CARTIER-BRESSON

Henri Cartier-Bresson hat mit seinem umfangreichen

fotografischen Werk und seinem

1952 erschienenen Buch „Der entscheidende

Augenblick“ Generationen von

Fotografen geprägt. Mit dieser Ausstellung,

die seinen verschiedenen Reisen gewidmet

ist, zeigt das KUNST HAUS WIEN den Künstler

von einer weniger bekannten Seite.

KLEZMORE FESTIVAL 2011

Zum achten Mal findet das KlezMORE-Festival

Vienna statt. 16 Tage lang wird auf diversen

Wiener Bühnen und in zwei Kirchen

die künstlerische Auseinandersetzung mit

Klezmer-Musik, ihren möglichen Interpretationen

und Definitionen gepflegt. 2011 wird

dabei zusätzlich ein kleiner Schwerpunkt in

Richtung sefardischer Musikkultur gesetzt.

KONZERTE

PAUL ANKA

Wiener Stadthalle / Halle F

3. November

www.stadthalle.com

BOB DYLAN UND MIKE KNOPFLER

Olympia Sport- und Veranstaltungszentrum

Innsbruck

8. November

www.olympia-innsbruck.at

GIANNI COSCA & GIANLUIGI TROVESI

Festspielhaus St. Pölten

10. November

www.festspielhaus.at

ANNETT LOUISAN

Wiener Stadthalle

14. November

www.stadthalle.com

GOLDEN VOICES OF GOSPEL

Halle E im Museumsquartier

18. November

www.halleneg.at

LENNY KRAVITZ

Wiener Stadthalle

18. November

www.stadthalle.com

GEORGE MICHAEL SYMPHONICA:

THE ORCHESTRAL TOUR

Stadthalle Wien

21. November

www.stadthalle.com

SADE

Wiener Stadthalle

25. November

www.stadthalle.com

RED HOT CHILI PEPPERS

Wiener Stadthalle

7. Dezember

www.stadthalle.com

STS & BAND – TOUR 2011

Stadthalle Graz

14. Dezember

www.mcg.at/de/stadthalle

DIE FANTASTISCHEN VIER

Wiener Stadthalle

20. Dezember

www.stadthalle.com

BÜHNE

WEINZETTL UND RUDLE

Johann Pölz Halle

3. November

www.avb.amstetten.at

OTTO SCHENK

Die Bühne im Hof

3. und 4. November

www.bih.at

DER EINSAME WEG

Volkstheater Wien

Premiere 18. November

www.volkstheater.at

ROLAND DÜRINGER

Orpheum Graz

12. Dezember

www.spielstaetten.at

DER ROSENKAVALIER

Wiener Staatsoper

Premiere 8. Dezember

www.wiener-staatsoper.at

HAIR – DAS MUSICAL

Wiener Stadthalle

Premiere 13. Dezember

www.stadthalle.com

RUSSISCHES STAATSBALLETT – SCHWANENSEE

Opernhaus, Graz

Gastspiel 6. Jänner 2012

www.theater-graz.com

DIE NACHT DER MUSICALS 2012

Wels Stadttheater

8. Jänner 2012

www.kdschroeder.at

PHANTOM DER OPER

Festspielhaus Bregenz

Premiere 12. Jänner 2012

www.festspielhausbregenz.at

AUSSTELLUNGEN

THE EXITEMENT CONTINUES

Zeitgenössische Kunst aus

der Sammlung Leopold II

Leopold Museum

Von 14.Oktober 2011 bis 30. Jänner 2012

www.leopoldmuseum.org

DIE TRAPP FAMILIE – REALITÄT UND SOUND

OF MUSIC

Panorama Museum

ab 3. November

www.salzburgmuseum.at

DIE ERNST JANDL SHOW

Wien Museum Karlsplatz

ab 4. November

www.wienmuseum.at

RENÉ MAGRITTE – DAS LUSTPRINZIP

Albertina

9. November 2011 bis 26. Februar 2012

www.albertina.at

NO FASHION, PLEASE!

Fotografie zwischen Gender und Lifestyle

KUNSTHALLE wien, halle 2

10. November 2011 bis 22. Jänner 2012

www.kunsthallewien.at

HENRI CARTIER-BRESSON – INDIEN –

AMERIKA – RUSSLAND

Kunsthaus Wien

17. November 2011 bis 26. Februar 2012

www.kunsthauswien.com

METAMART – KUNST & KAPITAL.

DIE AUSSTELLUNG.

Künstlerhaus k/haus

Eröffnung 24. November

www.k-haus.at

MODERNE. SELBSTMORD DER KUNST?

Neue Galerie Graz Joanneumsviertel

Eröffnung: 26. November

www.museum-joanneum.at

2X 100 BESTE PLAKATE

MAK-Museum für angewandte Kunst

Eröffnung 29. November

www.mak.at

FESTIVALS

KLEZMORE FESTIVAL 2011

Theater Akzent

5. bis 20. November 2011

www.klezmore-vienna.at

FOTOS: CHARLY HERSCOVICI BRÜSSEL, JANSEN FOLKERS, MAGNUM PHOTOS/HENRI CARTIER-BRESSON

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LIFE UND STYLE

SERVICE

EX LIBRIS

Empfehlungen der Redaktion

ABSEITS

Gottfried Pfaffenberger

Eigenverlag

Kann der Menschheitstraum von einer friedlichen

Koexistenz aller Völker Wirklichkeit werden?

Es hilft nicht, die politischen Machthaber

zu kritisieren und den bevorstehenden Absturz

des Lebensstandards zu bejammern, ohne

selbst Einfluss auf die Gestaltung des Gesellschaftsprozesses

zu nehmen. Im Gegenteil, dadurch

wird nur die Abseitsstellung jedes Einzelnen

bei der Diskussion zur Bewältigung der

Krise gefestigt. Der Autor fordert individuelles

Engagement und beschreibt, wie mit Hausverstand,

gepaart mit Mut und Kreativität, die

globale Megakrise abgewendet werden kann.

SCHÖNHEIT

Hans Weiss/Ingeborg Lackinger Karger

Deuticke Verlag

Von Anti-Aging über Botox bis zu Schönheitsoperationen:

Einer der umstrittensten Bereiche

der Medizin ist zu einem milliardenschweren

Geschäft geworden. Nicht selten haben derartige

Eingriffe verheerende Folgen. Denn

schließlich darf sich hierzulande jeder Arzt ohne

weitere Qualifikationen mit dem Titel

„Schönheitschirurg“ schmücken. In Zusammenarbeit

mit Medizinern beschreiben die

Autoren die wichtigsten Techniken und Möglichkeiten

der Beauty-Industrie und geben klare

Bewertungen ab: Was ist der Nutzen, und wo

liegen die Risiken der Schönheitsmedizin?

DER WILDBACH TONI

Moses Wolff

Goldmann Verlag

Als in einem kleinen Dorf mitten in den Alpen

eines Tages der Dorffrieden – in Gestalt eines

kleinen Fähnchens – vom Marktplatz gestohlen

wird, kommt es zur alpinen Apokalypse: Die

Harmonie der Bergwelt ist zerstört, das Dorf

dem Untergang geweiht. Die Einheimischen

gehen sich an die Gurgel, und der Bergführer,

der Wildbach Toni, hat bald keine Gäste mehr.

Während er seinen letzten Gästen in einem Seminar

die Bergwelt näherbringt, legt Toni bei

der Suche nach dem Dieb des Dorffriedens

einen Zahn zu. Denn: Das Fähnchen muss wieder

her!

WOLFGANG AMBROS –

DIE BIOGRAFIE

Andrea Fehringer/Thomas Köpf

Ueberreuter

Der legendäre Rockmusiker Wolfgang Ambros

feiert sein 40-jähriges Bühnenjubiläum. Er

schaffte es 1971 mit dem Lied Da Hofa in der Hitparade

von 0 auf Platz 1 und hatte mit Zwickts

mi 1975 einen weiteren Nummer Eins-Hit. Eine

fulminante Musikerkarriere nahm ihren Lauf. In

seinem authentischen Buch spricht er nicht nur

über Höhen und Tiefen seines Lebens als Musiker,

sondern zeigt auch seine private Seite: Er

erzählt über sein Leben als Vater von Zwillingen,

darüber wie er den Krebs besiegte und von seinem

humanitären Engagement in Kenia.

HERZHAFTE HERBSTKÜCHE

Claudia Seifert, Sabine Hans

AT Verlag

Herbstzeit ist Erntezeit üppig, bunt und sinnlich.

Nun beschenken uns Garten, Feld und Wald mit

ihrer ganzen Fülle und Vielfalt, vom Rot der

Beeren bis zum goldenen Wein, vom dunklen

Purpur des Holunders bis zum warmen Braun

von Pilzen und Kastanien. Auf dem Wochenmarkt

bietet sich, was das Herz begehrt, und

vielleicht kommt auch noch der eine oder andere

Fund von einem Spaziergang über Land

hinzu. Aus der herbstlichen Fülle schöpfen die

achtzig Rezepte in diesem Buch. Eine junge,

kreative Küche - abwechslungsreich, frisch, oft

überraschend kombiniert und immer unkompliziert

in der Zubereitung.

ERLEBNISKOCHEN

Andrea Grossmann

Styria Verlag

In diesem Kochbuch geht die Autorin den Zusammenhängen

zwischen Natur und Kultur, Essen

und Tradition nach und lässt sich dabei von

dem Kalendarium der Natur leiten. Entstanden

sind so sechs zauberhafte Kapitel, die nicht nur

zum Nachkochen einladen, sondern auch viel

„altes Wissen“ neu interpretieren und auf charmante

Weise unterhalten - sie zeigen Traditionelles

im neuen Licht und erklären, warum das

Farbenspiel der Jahreszeiten einen so großen

Einfluss auf Körper und Seele hat. Jeder Abschnitt

beinhaltet neben den Rezepten eine

ausführliche Auseinandersetzung mit den dafür

benötigten Zutaten.

DAS FEINE BUCH VOM KEKS

Therese Knittl

Lions Club Wien Ostarrichi

Ein Benefiz-Kekskochbuch der besonderen Art:

Kein Haubenkoch und keine Sterneköchin, sondern

eine schlichte Hobbyköchin zeichnet für die

Rezepte verantwortlich. Für ein professionelles

Layout fanden sich vier junge Damen von der

Höheren Graphischen Bundes-Lehr- und Versuchsanstalt

in Wien. Als Koordinationsstelle

fungierte der Lions Club Wien-Ostarrichi. Eine

karitative Geschenkidee für eine erbetene Spende

von 20 Euro pro Buch. Mit dem Erlös kann der

Lions Club Wien-Ostarrichi seinem karitativen

Auftrag nachkommen und dort helfen, wo sonst

kaum noch Hilfe von anderer Seite zu erwarten

ist. Kontakt: keksbuchlions@aon.at

DAS KLEINE ABC DES

STAATSBESUCHES

Meinhard Rauchensteiner

Czernin

Ein Staatsbesuch ist die höchste Form, die

gegenseitige Wertschätzung zweier Staaten

auszudrücken. Die Choreographie für einen

Staatsbesuch zu schreiben, oder auch nur zu

beschreiben, mag verschroben wirken, und

mancher Beobachter wird den Kopf schütteln

ob der tausend Nebensächlichkeiten, die es zu

bedenken, zu formulieren und zu organisieren

gilt. Warum das alles so wichtig ist und wie ein

Staatsbesuch im Einzelnen aussieht, weiß niemand

besser als Meinhard Rauchensteiner. Er

hat alle seit 1999 in Österreich stattgefundenen

Staatsbesuche mitgestaltet und hautnah erlebt.

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HOROSKOP

OKTOBER – NOVEMBER – DEZEMBER 2011

Herbst 2011

Was uns die

Sterne sagen

Ihr persönliches Herbsthoroskop

von Gerhard

von Lentner.

Weltprognose für 2012

Die Welt wird turbulente Zeiten erleben.

Es wird eine entscheidende Wende

geben. Die großen Wirtschaftsmächte

müssen näher zusammenarbeiten. Die

Börsen in Tokio, Frankfurt und New York

werden ein ewiges Auf und Ab verspüren.

Vieles ist bewusst gesteuert. Man will die

Weltbevölkerung verunsichern. Aber man

kann dennoch ruhig und gelassen bleiben.

Durch Pluto und Mars kann es bis zum

Herbst zu verheerenden Unwettern kommen,

welche große Überschwemmungen

und Verwüstungen nach sich ziehen. Speziell

der asiatische Raum wird davon betroffen

sein. Auch Erdbeben der gravierenderen

Art wird es geben. In den USA zeichnen sich

verheerende Wirbelstürme ab.

Der syrische Diktator, wie auch andere,

werden das Feld räumen müssen. Durch

das Pluto-Saturn-Quadrat kommt es zu erheblichen

politischen Störungen. Auch in

Südamerika, speziell in Venezuela, wird es

einen Umbruch geben. Die politische Lage

wird instabil. Kuba wird sich langsam öffnen

und demokratischer im Sinne der

westlichen Welt.

In Russland bleibt Putin weiterhin am

Ruder. Dimitri Medwedew will wirtschaftliche

Reformen vorantreiben. Das kann

nur unter der Führung Putins gelingen.

In den USA besteht, trotz der Krise, die

Chance für eine Wiederwahl Obamas. Dazu

müsste ihm das Wunder gelingen, die

USA aus der Wirtschaftskrise zu hieven.

Irak, Iran, Israel und das palästinensische

Volk werden im Jahr 2012 noch keinen

Frieden finden. In Asien geht es weiterhin

WIDDER - ARIES

21. 03. – 19. 04.

Planet: Mars und Pluto

Element: Feuer

Sie sind auf dem richtigen Weg. Die Widerstände der vergangen

Zeiten scheinen überwunden zu sein. Man darf aber nicht selbstgefällig

werden. Nicht mit dem Kopf durch die Wand, sondern mit

Feingefühl verfolgt man am ehesten sein Ziel. Saturn und Pluto stehen

noch immer im Quadrat und das prüft den Widder gehörig.

Beruf: Noch ist nicht alles erreicht. Aber mit der nötigen Ausdauer

verhilft einem Jupiter im Gleichgewicht zu bleiben. Liebe: So

manche Liebe bahnt sich an. Man möchte sich binden und doch frei

sein. Eine offene Beziehung bringt Schwung ins Leben. Finanzen:

Für den Mathematiker unter diesem Zeichen eine wahre Fundgrube

von Glück zum Geld. Hoch und Tief zu gleicher Zeit. Gesundheit:

Geben Sie vermehrt auf ihre Füße und den Rücken Acht. Langsam

essen und nur gesunde Kost dem Körper zuführen.

ZWILLINGE – GEMINI

21. 05. – 21. 06.

Planet: Merkur

Element: Luft

Zwillinge haben in den letzten Monaten so einiges durchgemacht.

Nun ist es an der Zeit, Neues zu beginnen. Sie möchten aus

dem Alltag ausbrechen. Sie sollten aber den „guten Pfad“ nicht

verlassen, nur weil Sie ungeduldig sind. Daher: Eile mit Weile! Greifen

Sie Ihrer Zeit nicht vor – ansonsten wird es ein Unglück geben.

Beruf: Es sind Umbrüche und eine Neuorientierung zu erwarten.

Gehen Sie mit der Zeit. Lassen Sie die Umgestaltung zu. Liebe: Sie

hätten es lieber, für immer jung zu bleiben. Aber: Eine Liebelei

kann Ihnen Schaden zufügen! Finanzen: Trotz einem guten Gespür

für Finanzen sollten Sie nun vorsichtig sein. Jemand möchte Ihnen

etwas Verlustbringendes aufschwätzen. Gesundheit: Versuchen Sie

die Zeit etwas ruhiger anzugehen. Gönnen Sie sich gesunde Kost

und Sie werden wieder mehr Freude am Leben haben.

LÖWE – LEO

23. 07. – 23. 08

Planet: Sonne

Element: Feuer

Ihr Weg kommt Ihnen mühsam vor. Doch er hat sich im Jahr 2011 gelohnt.

Im Jahr 2012 werden Sie das bekommen, was Sie schon lange

erwartet haben. Trotz wirtschaftlicher Krisen werden Sie es

schaffen. Sie sind in den letzten Jahren zum Meister Ihrer eigenen Krise

geworden. Ihre Selbstbewältigung bringt Sie zu Ihrem Erfolg.

Beruf: Jetzt nur nicht entmutigen lassen. Sie können auf Ihrem Weg

weiter voranschreiten. Neuer Berufszweig: Krisenmanagement!

Liebe: Auch die Liebe wird Sie nun belohnen. Ihre Beharrlichkeit

zeigt Ihnen, dass Sie auf das richtige Pferd gesetzt haben. Finanzen:

Vergessen Sie bei all Ihrem Erfolg nicht, dass jemand Ihre Hilfe

braucht. Geben Sie und Sie bekommen zurück. Gesundheit: Stellen

Sie sich auf ein spannendes Jahr ein. Schützen Sie Ihre Gesundheit.

Sport und Fitness bringen Ihnen den nötigen Ausgleich.

STIER – TAURUS

21. 04. – 20. 05.

Planet: Venus

Element: Erde

Schon wieder lauert die nächste Wirtschaftskrise, die den Stiergeborenen

unsicher macht. Vertrauen Sie Ihrem Instinkt. Grund und Boden

sind Ihnen sicher. Ihre Spekulation aus den letzten Jahren wird

sich bezahlt machen. Jupiter und Mars geben Ihnen den richtigen

Schwung für Ihren Erfolg.

Beruf: Sie bekommen die Möglichkeit, aus dem scheinbaren Nichts

etwas Großes auf die Beine zu stellen.

Liebe: Vergessen Sie nicht bei all dem Trubel, sich auch für Ihre Familie

Zeit zu nehmen. Hund und Katze freuen sich über die nötigen

Streicheleinheiten. Finanzen: Sie sind nur so stark, wie es Ihr Partner

zulässt. Daher bedenken Sie. Der Erfolg ist nicht alleine auf Ihrem

Mist gewachsen. Gesundheit: Leber, Galle und das Blut sind Ihre

Schwachstellen. Geben Sie darauf Acht, was Sie zu sich nehmen.

KREBS – CANCER

22. 06. – 22. 07.

Planet: Mond

Element: Wasser

Es scheint Ihnen alles zu gelingen. Im Jahr 2012 kann es zu einer

glücklichen Trennung von Altem und gleichzeitig einer neuen Vereinigung

kommen, die Ihr Leben entscheidend verändert. Befreien

Sie sich von altem Schrott. Haus und Wohnung erhalten neuen Glanz.

Für Firmenchefs: trotz Wirtschaftskrise ist eine Erweiterung sinnvoll.

Beruf: Es schaut besser aus als angenommen. Freuen Sie sich auf

den Umbruch. Planen Sie fürs neue Jahr 2012. Liebe: Die Liebe geht

und die Liebe kommt. Lassen Sie sich nicht von ewigem Gezanke

mürbe machen. Gehen Sie neue Wege. Finanzen: Weiterhin können

Sie auf Gold und Silber setzen. Planen Sie eine Investition in

Immobilien. Es zahlt sich aus. Gesundheit: Herz und Lunge machen

Ihnen zeitweise Sorgen. Gehen Sie Schwimmen und meiden Sie

süße und fette Kost.

JUNGFRAU – VIRGO

24. 08. – 23. 09.

Planet: Merkur

Element: Erde

Da Sie Ihre Finanzen in Ordnung gehalten haben, können Sie sich

trotz Wirtschaftskrise einiges leisten. Sogar ein kleines Risiko werden

Sie wagen. Da Mars im Zeichen der Jungfrau steht, wird Sie das

so richtig in Fahrt bringen. Sie sprühen nur so vor lauter Jugendkraft.

Aber Sie wissen, wie weit Sie gehen können.

Beruf: Sie kennen Ihre Ziele und diese verfolgen Sie auch weiterhin.

Sie werden im Jahr 2012 nichts anbrennen lassen. Liebe: In der

Liebe hätten Sie es genauso wie bei den Finanzen. Nur da scheinen

Sie für das Jahr 2012 nicht das richtige Gespür zu haben. Finanzen:

Langsam aber sicher werden Sie Ihr Kapitalpölsterchen

vermehren. Euro um Euro werden Sie es stetig vermehren. Gesundheit:

Vergewissern Sie sich, dass Sie Ihre Augen nicht zu sehr

überanstrengen. Besuchen Sie einen Facharzt. Zucker meiden.

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WAAGE – LIBRA

23. 09. – 23. 10.

Planet: Venus

Element: Luft

Nachdem sich einige Waagen entschlossen haben, Ihren Weg zu ändern,

wird dies nun gelingen. Sie haben in den letzten Jahren genügend

Erfahrung gesammelt und können diese nun auch in die Tat

umsetzen. Es kommen neue Menschen auf Sie zu, die Sie sehr begeistern

werden. Sie ändern Ihre Sichtweise dem Leben gegenüber.

Beruf: Neues im Beruflichen wird sich auftun, wenn Sie es nur zulassen.

Seien Sie für eine positive Abwechslung bereit. Liebe: Jemand

reicht Ihnen die Hand zum Bund des Lebens. Wägen Sie aber

ab, ob bei all Ihrem Glück die Zeit schon reif ist für eine Bindung.

Finanzen: Ihr Gespür für Mineralien ist sehr ausgeprägt. Sie werden

sich vermehrt mit Gold und Silber auseinandersetzen. Gesundheit:

Viel frische Luft gibt ihnen neue Ideen. Diese werden Sie

haben, wenn Sie reichlich Äpfel essen werden.

SCHÜTZE – SAGITTARIUS

23. 11. – 21. 12.

Planet: Jupiter