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Society 366 / 2014/15

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WIRTSCHAFT n POLITIK n DIPLOMATIE n WISSENSCHAFT n KULTUR n LEUTE<br />

Nr. <strong>366</strong> | 12/<strong>2014</strong>-5/20<strong>15</strong> | www.society.at | Preis e 10,-<br />

70<br />

JAHRE<br />

JUBILÄUMS-<br />

AUSGABE<br />

P.B.B. GZ 03Z034905M, Erscheinungsort, Verlagspostamt 1140, 2120<br />

THEMENSERIE<br />

SEIDENSTRASSE<br />

Aserbaidschan ◆<br />

China ◆ Iran ◆<br />

Kasachstan ◆ Türkei<br />

AUSSTELLUNG<br />

VELÁZQUEZ<br />

Hofmaler der<br />

Habsburger im<br />

KHM Wien<br />

LÄNDERPORTRÄT<br />

ITALIEN<br />

EU-Präsidentschaft<br />

Staatsbesuch von<br />

Bundespräsident Fischer


Große Anlässe<br />

SOCIETY<br />

EDITORIAL<br />

Große Anlässe<br />

70 Jahre •<br />

70 Jahre<br />

•<br />

70<br />

70<br />

JAHRE JAHRE<br />

JAHRE<br />

JUBILÄUMS-<br />

JUBILÄUMS-<br />

AUSGABE<br />

AUSGABE<br />

JUBILÄUMS-<br />

AUSGABE<br />

Unser<br />

Unser<br />

70-jähriges 70-jähriges<br />

Bestandsjubilä-<br />

Bestandsjubiläum<br />

lässt<br />

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mit<br />

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Heinz Heinz<br />

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seiner<br />

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zurückblicken.<br />

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1945<br />

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Bundespräsidenten<br />

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Renner<br />

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gegründete,<br />

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UNO-Magazin vormals<br />

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Kurt Waldheim<br />

im Kurt<br />

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Ernennung<br />

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zur<br />

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Eigenevents<br />

EigEnEvEnts<br />

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Jeune<br />

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Länderschwerpunkt Italien<br />

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LändErschwErpunkt<br />

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Die grosse Seidenstrasse<br />

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Interview mit<br />

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Prado<br />

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SOCIETY SOCIETY<br />

2_<strong>2014</strong> 2_<strong>2014</strong><br />

| 3


Inhalt<br />

Heft<br />

Nr. <strong>366</strong><br />

94 Interview mit WKO-Präsident<br />

Christoph Leitl<br />

96 Baku International Humanitarian<br />

Forum<br />

97 Österreichische Botschaft in<br />

Baku<br />

98 Interview mit Philip Nobel<br />

100 ÖGAVN<br />

101 Welcome to Austria<br />

102 Malaysia: Partner in Südostasien<br />

126 Events der Diplomatie<br />

137 BMEIA Botschafterkonferenz<br />

SOCIETY Jubiläum<br />

9 Grußbotschaft Bundespräsident<br />

Heinz Fischer<br />

10 70 Jahre SOCIETY<br />

12 Die Geschichte der Österreichischen<br />

Gesellschaft für Außenpolitik<br />

und die Vereinten Nationen<br />

SOCIETY Eigenevents<br />

14 Gartenparty in der Villa Flora<br />

18 Neue Botschafter in Österreich<br />

22 Kamerunfest<br />

24 Kunst verbindet Kulturen<br />

26 Ambassadors‘ Breakfast<br />

28 Tanzperformance „Balance“<br />

30 Wirtschaftswanderung in Tirol<br />

32 Junior Diplomats‘ „Heuriger“<br />

34 Stiftungsfest der Weinritter<br />

36 Embassy Executives Reception<br />

38 20 Jahre Dentalklinik Sievering<br />

Fokus: Italien<br />

40 Länderporträt Italien<br />

44 Interview mit S.E. Giorgio<br />

Marrapodi<br />

48 Die italienische Residenz in Wien<br />

49 Bundespräsident Fischer in Rom<br />

50 Italienische Nationalkirche<br />

52 Wirtschaftsbericht Italien<br />

53 WKO-Interview Italien<br />

54 Porträt Alcide de Gasperi<br />

56 Zwei Kulturen: Südtirol<br />

Fokus: Iran<br />

58 Länderporträt Iran<br />

62 Grußwort von Außenminister Zarif<br />

64 Die iranische Residenz in Wien<br />

65 Interview mit Außenminister<br />

Sebastian Kurz<br />

66 Interview mit S.E. Hassan Tajik<br />

69 Interview Botschafter Stift<br />

70 Kommentar: Habibollah Malakooti<br />

Far<br />

73 Kommentar Walter Koren<br />

74 OeAD-Delegation im Iran<br />

75 Interview Werner Fasslabend<br />

76 Wirtschaftsbericht Iran<br />

78 Land der Wissenschaft<br />

79 Iranische Kultur in Österreich<br />

80 Vielfältige iranische Kultur<br />

82 Paradies auf Erden<br />

83 Das iranische Kino<br />

84 Höchste Handwerkskunst<br />

86 Kommentar:<br />

Hermine Schreiberhuber<br />

Diplomatie<br />

88 China: Interview S.E. ZHAO Bin<br />

90 Wirtschaftspolitik in Kasachstan<br />

92 Generalkonsulat in Istanbul<br />

9<br />

Grußbotschaft von Bundespräsident Heinz Fischer anlässlich<br />

70 Jahre SOCIETY<br />

65<br />

SOCIETY-Interview mit Außenminister Sebastian Kurz über<br />

die Atomgespräche mit dem Iran<br />

94<br />

WKO-Präsident Christoph Leitl über Österreichs Chancen im<br />

Wachstumsmarkt Türkei<br />

Wirtschaft<br />

138 Georg Zanger: Schadenersatz<br />

wegen Sanktionen?<br />

139 K.D.S.A. Sicherheit<br />

140 Aufenthaltsrecht für Diplomaten<br />

141 Turkish Airlines Interview mit<br />

Yusuf Kurt<br />

142 At Home in Vienna<br />

143 Accor Hotels<br />

Diversität & Green <strong>Society</strong><br />

144 Simon Inou: „fresh“ Magazin<br />

145 Interkulturelles Lernen<br />

146 Luxemburg: Ministerin Corrine<br />

Cahen<br />

148 Food Coops<br />

149 Slow Food<br />

<strong>15</strong>0 Wohnprojekt Wien<br />

<strong>15</strong>1 Elektrorallye in den Dolomiten<br />

Life & Style<br />

<strong>15</strong>2 Interview Prof. Pavel Brychta<br />

<strong>15</strong>3 Augenzentrum Dr. Fous<br />

<strong>15</strong>4 VIVA Mayr Hannes Androsch<br />

<strong>15</strong>6 Hotel & Spa Larimar<br />

<strong>15</strong>7 Parkhotel Igls<br />

<strong>15</strong>9 Lunchbox<br />

160 Hotel Gut Edermann<br />

161 Feuerberg Mountain Resort<br />

162 Ritzenhof Hotel & Spa am See<br />

163 Verwöhnhotel Berghof<br />

164 Villa Giustinian<br />

165 Malerische Türkei<br />

166 Restaurant der Musikstars<br />

167 China Sichuan Restaurant<br />

168 Veni Creatrix<br />

170 Der Schal als Modetrend<br />

172 Atil Kutoglu<br />

176 Lifestyle-Events<br />

Kunst & Kultur<br />

178 Velázquez im KHM<br />

180 Top-Gitarrist Neil Taylor<br />

182 Prix Zepter International<br />

183 Artzept<br />

184 Kultur-Events<br />

Standards<br />

3 Editorial<br />

6 Gastautoren<br />

106 Ambassadors‘ Caleidoscope<br />

112 Neue Botschafter<br />

118 Österreichische Dienststellenleiter<br />

186 Neuheiten & Stylingtipps<br />

188 Ex Libris<br />

190 Veranstaltungstipps<br />

192 Impressum<br />

194 Karikatur<br />

Fotos: Pertramer, BMEIA/Ashraf Mahmoud, Doris Kucera<br />

4 | SOCIETY 2_<strong>2014</strong>


BRUT<br />

CERTAINLY ONE OF THE WORLD‘S BEST SPARKLING WINES<br />

www.schlumberger.at


GASTAUTOREN<br />

SOCIETY<br />

Partner von SOCIETY<br />

SOCIETY präsentiert in jeder Ausgabe Gastautoren, die sich mit<br />

aktuellen Themen aus Politik, Wirtschaft und Lifestyle befassen.<br />

SIMON INOU HERMINE SCHREIBERHUBER INGRID CHLADEK ISA ANDRIC GEORG ZANGER BEATRICE ACHALEKE<br />

HERMINE SCHREIBERHUBER war<br />

stellvertretende Ressortleiterin der Außenpolitik<br />

bei der APA. Für die SOCIETY-Länderschwerpunkte<br />

verfasst sie regelmäßig<br />

politische Analysen und Hintergrundberichte.<br />

In dieser Ausgabe bringt sie eine<br />

Zusammenfassung der Atomgespräche<br />

mit dem Iran.<br />

ISA ANDRIC ist interkulturelle Kommunikationsberaterin.<br />

Als Migrantin der zweiten<br />

Generation kennt sie die Hindernisse<br />

und das Glück einer erfolgreichen kulturellen<br />

Integration. Für den SOCIETY-Diversitäts-Schwerpunkt<br />

berichtet sie über das<br />

von ihr initiierte interkulturelle Lernspiel<br />

SEE IT! DO IT! FEEL IT!<br />

SIMON INOU ist Soziologe und Journalist,<br />

z. B. bei Radio Africa International. Er<br />

engagiert sich außerdem beim Verein M-<br />

Media, der journalistische Talente mit Migrationshintergrund<br />

sucht und fördert.<br />

Für seine Arbeit hat er zahlreiche Auszeichnungen<br />

bekommen, u. a. vom Land<br />

Steiermark und der EU. Gemeinsam mit<br />

anderen gibt er das neue Magazin „fresh“<br />

der schwarzen Bevölkerung Österreichs<br />

heraus, das einen frischen Wind in die<br />

heimische Medienlandschaft bringt.<br />

BEATRICE ACHALEKE ist Inhaberin<br />

und CEO von Diversity Leadership, Gründerin<br />

des European Diversity & Inclusion<br />

Congress, Präsidentin des Black European<br />

Women’s Council und Buchautorin. Sie<br />

engagiert sich in den Bereichen Diversität<br />

und Gleichstellung. SOCIETY bringt in<br />

dieser Ausgabe ein Interview, das Beatrice<br />

Achaleke mit Corrine Cahen, Luxemburgs<br />

Ministerin für Familie und Integration,<br />

geführt hat.<br />

INGRID CHLADEK ist Gesellschafterin<br />

der Dresscode Company und Head von<br />

„Dressforsuccess“. Sie berät in Fragen<br />

Business-Outfits, Image und Styling. Dieses<br />

Mal schreibt sie über den Schal, der<br />

derzeit wieder ein Modetrend ist. Er bietet<br />

außerdem eine kostenfreundliche Möglichkeit,<br />

ein Outfit mit wenigen Handgriffen<br />

zu verändern.<br />

GEORG ZANGER ist als selbstständiger<br />

Rechtsanwalt seit 1975 u. a. auf Wettbewerbs-,<br />

Urheber- und Medienrecht spezialisiert.<br />

Er ist außerdem Präsident der<br />

Austrian Chinese Business Association. In<br />

seiner Kolumne geht er der Frage nach,<br />

ob die Verhängung von Sanktionen gegen<br />

einzelne russische Unternehmen für die<br />

EU zum Bumerang werden könnten, denn<br />

es stehen im Rahmen der WTO-Regeln<br />

Schadenersatzansprüche im Raum.<br />

Fotos: Traub, Nelson, B. V. Ederer Photosandmore<br />

Büro im Stadtpalais<br />

Palais Breuner<br />

1010 Wien<br />

Büroräume mit besonderem Flair<br />

(tw. Kamine und Kasettendecken)<br />

Nutzfläche: 439m²<br />

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Info: Ing. Gerald Türk<br />

www.metternich.at<br />

6 | SOCIETY2_<strong>2014</strong>


SOCIETY<br />

GRUSSBOTSCHAFT<br />

»Gertrud Tauchhammer<br />

trägt durch das geschätzte<br />

Magazin und durch interkulturelle<br />

Veranstaltungen<br />

zur Unterstützung eines<br />

verständnisvollen<br />

Verhältnisses zwischen<br />

den Nationen bei.<br />

«<br />

Heinz Fischer<br />

70<br />

JAHRE<br />

JUBILÄUMS-<br />

AUSGABE<br />

Bundespräsident Dr. Heinz Fischer<br />

Grußbotschaft<br />

Foto: Pertramer<br />

Ich gratuliere dem Magazin SOCIE-<br />

TY sehr herzlich zum 70-jährigen<br />

Bestehen und damit zu einem<br />

schönen Jubiläum!<br />

Meine Gratulation gilt allen an<br />

der Herstellung des SOCIETY Magazins<br />

beteiligten Personen, insbesondere<br />

der langjährigen Herausgeberin, Frau<br />

Mag. Gertrud Tauchhammer. Seit der Fusionierung<br />

des „UNO-Magazins“ mit dem<br />

Magazin „SOCIETY“ im Jahr 1995 betreibt<br />

sie mit viel Engagement einen anerkannten<br />

publizistischen Brückenschlag zwischen<br />

Österreich und den Vereinten Nationen.<br />

Darüber hinaus versteht sie sich im<br />

Rahmen verschiedener Aktivitäten auch<br />

als Vermittlerin zwischen Völkern und<br />

Kulturen.<br />

Mehr denn je ist der Informationsaustausch<br />

ein wichtiger Faktor in einer eng<br />

verflochtenen, aber auch komplizierter<br />

gewordenen Welt. Frau Mag. Gertrud<br />

Tauchhammer trägt durch das informative<br />

und geschätzte Magazin sowie verschiedene<br />

interkulturelle Veranstaltungen zur<br />

Unterstützung eines guten und verständnisvollen<br />

Verhältnisses zwischen den Nationen<br />

bei.<br />

Der Anlass des 70-jährigen Bestandsjubiläums<br />

gibt mir Gelegenheit, Frau KR<br />

Prof. Mag. Gertrud Tauchhammer für ihr<br />

tatkräftiges Engagement zu danken und<br />

für die Zukunft alles Gute zu wünschen!<br />

SOCIETY 2_<strong>2014</strong> | 9


SOCIETY<br />

JUBILÄUM<br />

70 JAHRE<br />

2<br />

3<br />

1 4<br />

5<br />

6<br />

7<br />

8<br />

9<br />

10<br />

11<br />

12<br />

13<br />

14<br />

<strong>15</strong><br />

17 18<br />

16<br />

1 Beim Diplomatenausflug mit Außenminister<br />

Sebastian Kurz 2 Im Gespräch mit Bundespräsident Heinz<br />

Fischer anlässlich „90 Jahre diplomatische Beziehungen<br />

zwischen Russland und Österreich“ in der Diplomatischen<br />

Akademie 3 WKO-Präsident Christoph Leitl 4<br />

Getreidespendenaktion mit EU-Kommissar Franz Fischler<br />

5 Prof. Ernst Fuchs und Bundespräsident Kurt Waldheim<br />

6 Hannes Androsch 7 Königin Rania von Jordanien 8<br />

Montenegros Präsident Milo Djukanovic 9 Zu Gast bei<br />

Aserbaidschans Staatspräsident Ilham Aliyev 10 Christian<br />

Pöttler und Ursula Pöttler-Fellner 11 Karl Schranz,<br />

Petra und Alexander Wrabetz (ORF Generaldirektor) 12<br />

Mazedoniens Ex-Präsident Branko Crvenkovski 13 Senat<br />

der Wirtschaft: Dr. Erhard Busek, Prof. Günter Verheugen<br />

14 „Ethik im Management“ mit Prof. Carl Djerassi, Klaus<br />

Albrecht Schröder (Albertina), Martin Winkler (Oracle) <strong>15</strong><br />

Ambassadors‘ Breakfast mit S.E. William Eacho, Nobelpreisträger<br />

Eric Kandel, Gerald Krischek (Hotel Bristol) 16<br />

Mazedoniens Präsident Gjorge Ivanovj 17 Mit UN-Civic-<br />

Messenger Franz Klammer 18 Widmung von Al Bano Carrisi<br />

anlässlich der UNO-Konferenz gegen Drogen<br />

10 | SOCIETY 2_<strong>2014</strong>


70 JAHRE<br />

SOCIETY<br />

JUBILÄUM<br />

1. Welttag des Mannes:<br />

Michail Gorbatschow,<br />

Christian Barnard<br />

„Tag der<br />

UN-Menschenrechtscharta“<br />

mit UNO-<br />

Generalsekretär<br />

Kofi Annan<br />

Mit Michael Douglas<br />

bei „50 Jahre UN-<br />

Menschenrechtscharta“<br />

Anlässlich der Salzburger<br />

Festspiele: Prinz Charles<br />

SOCIETY Jubiläum:<br />

Ein Rückblick<br />

70<br />

JAHRE<br />

JUBILÄUMS-<br />

AUSGABE<br />

Das 70-jährige Bestehen des Magazins SOCIETY bietet Anlass für<br />

einen Rückblick auf das langjährige Engagement von Herausgeberin<br />

Gertrud Tauchhammer in der Völkerverständigung.<br />

Text: SOCIETY<br />

Fotos: SOCIETY<br />

Otto von Habsburg beim Empfang<br />

in der Apostolischen Nuntiatur<br />

SOCIETY-Herausgeberin<br />

Gertrud Tauchhammer engagiert<br />

sich seit vielen Jahren in<br />

der kulturellen und außenpolitischen<br />

Bildungsarbeit. Vorrangig<br />

zu erwähnen sind die Bestellung zum<br />

„Civic Ambassador of the United Nations<br />

Office Vienna“, die Vorstandstätigkeit in<br />

mehreren österreichisch-ausländischen<br />

Gesellschaften, die Funktion als Honorarkonsulin<br />

der Republik Kamerun und<br />

Honorargeneralkonsulin der Republik<br />

Tunesien.<br />

Durch die Vielzahl der von ihr organisierten<br />

Veranstaltungen leistet sie einen wichtigen<br />

Beitrag zum besseren Verständnis der<br />

in Wien lebenden internationalen Gemeinschaft<br />

mit Österreich und zum Wissen über<br />

entfernte Länder und ihre Gebräuche.<br />

1993 gelang es ihr, gemeinsam mit<br />

EU-Kommissar Franz Fischler die Getreidespendenaktion<br />

„Österreich für Afrika“<br />

auf die Beine zu stellen, bei der zwanzig<br />

Tonnen Getreide nach Mosambik versendet<br />

werden konnten.<br />

Viele ihrer Aktivitäten sind mit bekannten<br />

Persönlichkeiten aus den verschiedensten<br />

Bereichen verbunden: 1998<br />

veranstaltete sie mit Michael Douglas,<br />

Erzbischof Desmond Tutu, Jimmy Carter<br />

und Kofi Annan den 50. Jahrestag der Deklaration<br />

der UN-Menschenrechtscharta.<br />

1999 organisierte sie den „1. UN-Weltwassertag“<br />

in der UNO in Wien. Al Bano<br />

Carrisi und Franz Klammer wurden auf<br />

ihre Initiative zu „UN Messengers Against<br />

Drugs“ nominiert. In einem Kinofilm<br />

über Menschenrechte, der insgesamt acht<br />

internationale Preise gewonnen hat, war<br />

sie 2006 Hauptdarstellerin.<br />

Gertrud Tauchhammers publizistische<br />

Tätigkeit und die Durchführung<br />

von Public-Relations-Projekten ist immer<br />

vom Gedanken der Völkerverständigung<br />

getragen. Für diese besonderen Leistungen<br />

wurde sie mit den Titeln „Kommerzialrätin“<br />

und „Professorin“ ausgezeichnet.<br />

SOCIETY 2_<strong>2014</strong>| 11


SOCIETY<br />

70 JAHRE<br />

70 Jahre für Weltoffenheit<br />

Gründungsversammlung der<br />

Österreichischen Liga für die Vereinten<br />

Nationen im Dezember 1945<br />

70<br />

JAHRE<br />

JUBILÄUMS-<br />

AUSGABE<br />

Der Vorläufer der Österreichischen Gesellschaft<br />

für Außenpolitik und die Vereinten Nationen<br />

(ÖGAVN) trat ab 1945 an, Österreich der UNO<br />

näher zu bringen.<br />

INFO<br />

Im Jahr 2008 wurden<br />

die beiden ältesten und<br />

traditionsreichsten österreichischen<br />

Institutionen,<br />

die als Bindeglied zur UNO<br />

fungierten, die „Österreichische<br />

Liga für die Vereinten<br />

Nationen“ und die 1958 gegründete<br />

„Österreichische<br />

Gesellschaft für Außenpolitik<br />

und Internationale<br />

Beziehungen“, zur Österreichischen<br />

Gesellschaft für<br />

Außenpolitik und die Vereinten<br />

Nationen (ÖGAVN)<br />

zusammengelegt.<br />

Mag. Gertrud Tauchhammer,<br />

die mit dem Magazin<br />

SOCIETY als offizielles Organ<br />

schon seit 1995 auftritt<br />

und seitdem mit verschiedensten<br />

Aktivitäten den<br />

Brückenschlag zwischen<br />

Österreich und den Vereinten<br />

Nationen ausübt, hat<br />

auf Vorschlag von Altbundeskanzler<br />

Dr. Wolfgang<br />

Schüssel die Kooperation<br />

zwischen dem Magazin<br />

SOCIETY und der ÖGAVN<br />

fortgesetzt. SOCIETY ist zu<br />

hundert Prozent im Eigentum<br />

der Tauchhammer KG/<br />

Mag. Gertrud Tauchhammer.<br />

Die Vorgängerorganisation der<br />

ÖGAVN, die „Österreichische Liga<br />

für die Vereinten Nationen“, wurde<br />

im selben Jahr wie die UNO<br />

selbst gegründet, nämlich schon<br />

1945. Beschlossen wurde die Gründung von einem<br />

hochkarätigen Proponentengremium, u.<br />

a. Theodor Körner und Leopold Figl, am 8. Dezember<br />

1945, und als provisorischer Sitz wurde<br />

zunächst ein Büro am Kärntner Ring 14 gewählt.<br />

•<br />

Der Auftrag der Liga<br />

Der Vereinszweck lautete folgendermaßen:<br />

„Zweck des Verbandes ist es, das österreichische Volk<br />

mit den Ideen, den Einrichtungen und der Tätigkeit<br />

der Weltorganisation der Vereinten Nationen<br />

bekannt und vertraut zu machen, das Interesse für<br />

zwischenstaatliche Beziehungen zu wecken, sowie<br />

das Verständnis für die aktuellen Vorgänge in der<br />

Außen- und Weltwirtschaftspolitik zu fördern.“<br />

Weiter hieß es in der Beschreibung des Vereinszwecks:<br />

„Der Verband tritt für die Gleichberechtigung<br />

der Staaten und das Selbstbestimmungsrecht<br />

der Völker ein. Er strebt die Annäherung, Versöhnung<br />

und fortschreitende Festigung gegenseitigen<br />

Vertrauens zwischen den Völkern an, weil er darin<br />

die Vorbedingung für das friedliche Zusammenleben<br />

und den freien Wirtschaftsverkehr erblickt.“ […]<br />

Die Liga erwarb sich innerhalb kurzer Zeit Ansehen<br />

und Anerkennung für eine umfassende Vortrags-<br />

und Werbetätigkeit, die besonders auf Hochschulboden<br />

entfaltet und ausgebaut wurde. Viele<br />

Führungspersonen in unterschiedlichen Fachgebieten<br />

und Berufen bekennen heute gerne, dass sie ihre<br />

ersten Erfahrungen in demokratischem Diskurs und<br />

praktizierter Toleranz als aktive Mitglieder der Liga<br />

gemacht hätten. Zur Toleranz übrigens verpflichtete<br />

ein Grundsatz, der in der ersten Satzung so umschrieben<br />

wurde: „Der Verband [...] ist ein nicht-politischer<br />

Verein.“ Das Wort „politisch“ wurde damals<br />

mit größter Selbstverständlichkeit mit „parteipolitisch“<br />

gleichgesetzt und jede Distanzierung davon<br />

mit dem völlig unzutreffenden Vokabel „unpolitisch“<br />

ausgedrückt (eine Irreführung, die bisweilen<br />

heute noch anzutreffen ist).<br />

•<br />

Magazin<br />

Eine Mitgliederzeitschrift war von Anbeginn<br />

ein wichtiges Kommunikationsorgan. Im 50.<br />

Jahrgang wurde die Zeitschrift „UNO-Magazin“<br />

auf eine neue Basis gestellt und mit dem 1989 gegründeten<br />

Magazin SOCIETY von Gertrud Tauchhammer<br />

fusioniert. Auf Einladung des damaligen<br />

Liga-Präsidenten Kurt Waldheim wurde SOCIETY<br />

das offizielle Organ der „Österreichischen Liga für<br />

die Vereinten Nationen“.<br />

•<br />

12 | SOCIETY 2_<strong>2014</strong>


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SOCIETY EIGENEVENT<br />

VILLA FLORA<br />

Susan Le Jeune<br />

d’Allegeershecque pflanzt<br />

eine englische Rose im<br />

Garten der Villa Flora<br />

Gartenparty auf britisch<br />

Die Gartenparty in der Villa Flora bot gleich zwei Anlässe zum<br />

Feiern: Der Geburtstag der Queen wurde mit der Präsentation<br />

der neuen SOCIETY-Ausgabe gekrönt.<br />

D<br />

en Geburtstag der Queen feierte<br />

SOCIETY-Herausgeberin<br />

Gertrud Tauchhammer mit<br />

einem fulminanten Gartenfest<br />

in der Villa Flora.<br />

Gleichzeitig wurde die neue Ausgabe des<br />

SOCIETY Magazins mit dem Länderschwerpunkt<br />

Großbritannien unter der<br />

Anwesenheit von I.E. Susan Le Jeune<br />

d’Allegeershecque, Botschafterin von Großbritannien<br />

in Österreich, präsentiert.<br />

Britisch ging es weiter, als die Botschafterin<br />

gemeinsam mit Gertrud Tauchhammer<br />

eine englische Rose im Garten der<br />

Villa Flora pflanzte. Musikalisches Highlight<br />

war der Auftritt des Popmusikers Neil<br />

Taylor, einer der Top Ten Elektrogitarristen<br />

der Welt (im Studio und auf Tour mit<br />

Tears for Fears, Peter Gabriel, Tina Turner,<br />

Rod Stewart, Morrissey u.v.a) und jahrelanger<br />

Wegbegleiter von Robbie Williams.<br />

In einer Weltpremiere widmete er seinen<br />

neuen Song „A Tribute to the Queen“ der<br />

britischen Regentin.<br />

Die anwesenden Gäste genossen die<br />

sommerliche Stimmung im weitläufigen<br />

Garten der Villa Flora. Bei britischem<br />

Roastbeef, Blueberry Scones und Guinness<br />

Bier, vorbereitet von Catering LOB, wähnten<br />

sich die über 250 illustren Gäste fast in<br />

Großbritannien, einzig das sommerlichsonnige<br />

Wetter zeigte sich zur Abwechslung<br />

wenig britisch.<br />

Fotos: SOCIETY<br />

14 | SOCIETY 2 _<strong>2014</strong>


Alexa Wesner (USA),<br />

Gertrud Tauchhammer,<br />

Susan Le Jeune<br />

d‘Allegeershecque<br />

Detlev Rünger mit<br />

Gattin, (Mitte)<br />

Susan Le Jeune<br />

d’Allegeershecque<br />

Neil Taylor performt die Weltpremiere<br />

„A Tribute To The Queen“<br />

Ramon Quinones Rodriguez<br />

(Dom. Rep.)<br />

Michael Gleitsmann<br />

(Wolford)<br />

Ayesha Riyaz (Pakistan)<br />

Ismatullo Nasredinov<br />

(Tadschikistan)<br />

Mario Rivera Mora (El<br />

Salvador)<br />

Arman Kirakossian<br />

(Armenien)<br />

Robert Krempel<br />

(Wiesenthal)<br />

Heinz Stiastny<br />

(Zillertaler<br />

Trachtenwelt)<br />

Pedro Moitinho de<br />

Almeida (Portugal)<br />

Michael Habel<br />

(Denzel)<br />

Maria Rauch-Kallat,<br />

Rolf Thaler<br />

Ernst Fuchs<br />

Tanja Tauchhammer<br />

(SOCIETY), Gabriela<br />

Urabl (Dirndlherz) mit<br />

Models<br />

Die britische Botschafterin<br />

und Andrea Kdolsky<br />

SOCIETY 1_<strong>2014</strong> | <strong>15</strong>


SOCIETY EIGENEVENTEVENT<br />

VILLA FLORA<br />

Hund Coco<br />

AUSZUG<br />

AUS DER<br />

GÄSTELISTE<br />

Mag. Dagmar AIGNER<br />

(ORF) • Engin ALKAN<br />

(ilTorso) • S.E. Keith AZ-<br />

ZOPARDI (Malta) • Mag.<br />

David BACHMANN (Außenwirtschaft<br />

Austria) • Mag.<br />

Claudia BANDION-ORTNER<br />

(KAICIID) • Honorargeneralkonsulin<br />

Direktor Maria<br />

BUSTOS CASTELLANOS<br />

(Honorarkonsulat von Paraguay)<br />

• Dr. Alberto DONA<br />

(SMOM) • S.E. Bruno Javier<br />

FARAONE MACHADO (Uruguay)<br />

• S.E. Prof. Dr. Gjorgji<br />

FILIPOV (Mazedonien) • Eh.<br />

Abgeordneter Prof. Mag. Dr.<br />

Josef HÖCHTL (Öst. Ges.<br />

f. Völkerverständigung)<br />

• Amtsdirektor Gerald<br />

HODECEK (TU Wien) •<br />

Bundesministerin a. D. Dr.<br />

Andrea KDOLSKY (PWC<br />

Österreich GmbH) • S.E.<br />

Dr. Arman KIRAKOSSIAN<br />

(Armenien) • S.E. Mohamed<br />

Samir KOUBAA (Tunesien)<br />

• Ing. Robert KREMPEL<br />

(Wiesenthal & Co GmbH) •<br />

MBA Julia MENDE (Presup)<br />

• Andrea-Victoria MEYER<br />

(Botschaft von Deutschland)<br />

• S.E. Ismatullo NAS-<br />

REDINOV (Tadschikistan) •<br />

Bundesministerin a.D. Maria<br />

RAUCH-KALLAT (mrk diversity<br />

management gmbh) •<br />

S.E. Mario Antonio RIVERA<br />

MORA (El Salvador) • I.E.<br />

Ayesha RIYAZ (Pakistan)<br />

• S.E. Detlev RÜNGER<br />

(Deutschland) • Mag. Hermine<br />

SCHREIBERHUBER •<br />

Dr. Heinz Peter SLATIN (Österreichisches<br />

Rotes Kreuz)<br />

• Senator KR Senator<br />

KommRat Heinz STIASTNY<br />

• Chargé d‘Affaires Azam<br />

TOSHPULATOV (Botschaft<br />

von Usbekistan) • I.E. Alexa<br />

WESNER (USA) • S.E. Hubert<br />

WÜRTH (Luxemburg)<br />

· Min.Rat Dr. Elisabeth ZUK-<br />

MAYERHOFER (Bundespressedienst)<br />

Blick in den Garten<br />

Hubert Würth<br />

(Luxemburg)<br />

Neil Taylor lässt sich einen<br />

Wein von Peter Weigl (Weingut<br />

Krainz) schmecken<br />

Dagmar und Christian<br />

Reichel-Felbermayr mit<br />

Tochter (KA International)<br />

mit Diplomatin<br />

Wolfgang Jesch (Zahnambulatorium<br />

Wienerberg),<br />

Peter Stiassny (AOPA)<br />

Diplomat aus<br />

Deutschland<br />

Claudia Bandion-Ortner<br />

Michael Roth und Birgit<br />

Mayerhofer von Catering LOB<br />

16 | SOCIETY 2_<strong>2014</strong>


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SOCIETY EIGENEVENT<br />

NEUE BOTSCHAFTER<br />

Fanfaren für die neuen Bot<br />

Traditionelles Gruppenfoto der<br />

neuen Botschafter<br />

Elf neue Botschafter kamen zum traditionellen SOCIETY-<br />

Willkommensempfang ins Hotel Imperial.<br />

Claudia Bandion-Ortner, Werner Fasslabend,<br />

Camilla Habsburg, Gertrud Tauchhammer<br />

S<br />

OCIETY-Herausgeberin Gertrud<br />

Tauchhammer lud zum traditionellen<br />

Willkommensempfang<br />

für die neu in Österreich akkreditierten<br />

Botschafter in das<br />

Hotel Imperial. Die frisch revitalisierten<br />

Veranstaltungssäle des Hotel Imperial<br />

boten den stilvollen Rahmen für die Veranstaltung.<br />

Generaldirektor Klaus Christandl<br />

begrüßte gemeinsam mit Gertrud<br />

Tauchhammer die zahlreichen Botschafter<br />

und vielen Gäste aus Wirtschaft, Diplomatie<br />

und Politik. Begleitet von Fanfarenklängen<br />

der „Trumpets in Concert“<br />

und mit köstlicher Imperialtorte wurden<br />

die neuen Botschafter feierlich willkommen<br />

geheißen. Beim anschließenden<br />

Buffet genossen die Gäste u.a. gekochte<br />

Kalbsschulter und die ausgezeichneten<br />

Nougatknödel.<br />

Fotos: SOCIETY<br />

18 | SOCIETY 2 _<strong>2014</strong>


schafter<br />

Oskar Wawra, Gerti<br />

Tauchhammer, Carmen<br />

Gallardo (El Salvador), Maria<br />

Rauch-Kallat, Heinz Schinner<br />

(Guinea)<br />

Gerhard Hrebicek Gabriele Herberstein Christoph Sauermann Wendelin Ettmayer<br />

Aloisia Wörgetter<br />

(BMEIA)<br />

Tomaz Zajc (Slowenien)<br />

Andrea Veronese<br />

(Publicitas) in<br />

Begleitung<br />

Tanja Tauchhammer,<br />

Stephan Hofstätter,<br />

Stephanie Humm<br />

DIE NEUEN BOTSCHAFTER<br />

Chile: Mario Adolfo Fernandez Baeza<br />

El Salvador: Carmen Maria Gallardo Hernandez<br />

Indien: Rajiva Misra<br />

Irland: Mary Whelan<br />

Kirgisistan: Ermek Ibraimov<br />

Litauen: Loreta Zakareviciene<br />

Nigeria: Abel Adelakun Ayoko<br />

Sudan: Mohamed Hussein Zaroug<br />

Tunesien: Ghazi Jomaa<br />

Uruguay: Bruno Javier Faraone Machado<br />

Zypern: Marios Ieronymides<br />

Elena<br />

Shekerletova<br />

(Bulgarien),<br />

Elenka Gräfin<br />

Batthyany<br />

Begrüßungsansprache von Generaldirektor<br />

Klaus Christandl<br />

Fanfaren von „Trumpets<br />

in Concert“<br />

SOCIETY 1_<strong>2014</strong> | 27


SOCIETY EIGENEVENTEVENT<br />

NEUE BOTSCHAFTER<br />

AUSZUG<br />

AUS DER<br />

GÄSTELISTE<br />

BOTSCHAFTER<br />

Roland BIMO (Albanien)<br />

• Arman KIRAKOSSIAN<br />

(Armenien) • Valery VORO-<br />

NETSKY (Belarus) • Evandro<br />

DIDONET (Brasilien) •<br />

Elena SHEKERLETOVA (Bulgarien)<br />

• Ali Khalfan A.K.<br />

AL-MANSOURI (Katar) •<br />

Mustafa RAMAZAN (Kurdistan<br />

Regional Government)<br />

• Ali EL MHAMDI (Marokko)<br />

• Ranko VUJACIC (Montenegro<br />

UNIDO) • Deborah<br />

Mary GEELS (Neuseeland)<br />

• Salahaldin ABDALSHAFI<br />

(Palästinensische Gebiete)<br />

• Gesandter Alberto DONA<br />

(SMOM) • Ismatullo NAS-<br />

REDINOV (Tadschikistan)<br />

• Erwin KUBESCH (BMeiA)<br />

• Konstanze MANTSCH<br />

(BMeiA) • Aloisia WÖR-<br />

GETTER (BMeiA)<br />

POLITIK<br />

Ehem. BM Claudia BANDI-<br />

ON-ORTNER (KAICIID King<br />

Abdullah bin Abdulaziz Int<br />

Centre) • Ehem. NR Abg.<br />

Wendelin ETTMAYER •<br />

Ehem. BM Werner FASSL-<br />

ABEND (Politische Akademie<br />

der ÖVP) • Ehem.<br />

NR Abg. Josef HÖCHTL •<br />

Ehem. BM Maria RAUCH-<br />

KALLAT • Ehem. Staatssekretär<br />

Reinhart WANECK<br />

• Ehem. Staatssekretär<br />

Tomaz ZAJC (Slowenien)<br />

LEUTE<br />

Peter HORAK • Dina LAROT<br />

• Edith LEYRER • Christina<br />

LUGNER • Peter PELINKA<br />

(News) • Thomas SCHÄ-<br />

FER-ELMAYER (Tanzschule<br />

Elmayer) • Bruno THOST<br />

WIRTSCHAFT<br />

Gerhard HREBICEK (European<br />

Brand Institute) •<br />

Generaldirektor Anatoly<br />

KACHAN (AEROFLOT -<br />

Int. Airlines) • Secretary<br />

General Mouddar KHOUJA<br />

(Austro-Arab Chamber<br />

of Commerce) • Ramin<br />

MONAJEMI (UNFCU) • CEO<br />

Gerald STEGER (café•co<br />

International Holding<br />

GmbH) • Heinz WIMPIS-<br />

SINGER (European <strong>Society</strong><br />

Coudenhove-Kalergi) •<br />

Walter WOLFSBERGER<br />

(ehem. GD Siemens)<br />

ÖSTERREICHISCH-AUS-<br />

LÄNDISCHE GESELL-<br />

SCHAFTEN<br />

Dr. Ljubo BRAJKOVIC<br />

(Ö-Serbische Gesell.) •<br />

Botschafter i. R. Alexander<br />

CHRISTIANI (Ö-Britische<br />

Gesell.) • Senator Walter<br />

GERBAUTZ (Ö-Vereinigte<br />

Emirate Gesell.) • Dr. Stefaan<br />

MISSINNE (Ö-Belgische<br />

Gesell.) • Oskar WAWRA<br />

Abel Ayoko (Nigeria),<br />

Mohammed Zaroug<br />

(Sudan) , Ghazi Jomaa<br />

(Tunesien), Salahaldin<br />

Abdalshafi (Palästina),<br />

Ali Al Mansouri (Katar)<br />

Gerald Steger (GF<br />

café+co)<br />

Chris Greulich (Amadeus<br />

International School)<br />

Konstantin Habsburg<br />

Christina Lugner Peter Pelinka Thomas Schäfer-Elmayer<br />

(Magistratsdirektion-Auslandsbeziehungen)<br />

HONORARKONSULN<br />

Harald MEIXNER (Botsuana)<br />

• Wilhelm RIEDER<br />

(Mazedonien) • Heinz<br />

SCHINNER (Guinea)<br />

ARISTOKRATIE<br />

Elenka Gräfin BATTHYANY<br />

• Camilla HABSBURG-<br />

LOTHRINGEN • Konstantin<br />

HABSBURG-LOTHRINGEN<br />

• Gabriele HERBERSTEIN •<br />

Marcus PAAR<br />

Michael Habel,<br />

Andrea-Victoria Meyer<br />

Erstklassiges Buffet<br />

Wiesenthal präsentierte<br />

die neue C-Klasse<br />

Walter Gerbautz<br />

(PaN), Erwin Kubesch<br />

(BMEIA)<br />

20 | SOCIETY 2_<strong>2014</strong>


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SOCIETY EIGENEVENT<br />

KAMERUNEMPFANG<br />

Botschafter Jean-Marc Mpay,<br />

Gertrud Tauchhammer, Nuntius<br />

Peter Stephan Zurbriggen,<br />

James Gabche Nche<br />

Kamerunfest in<br />

luftigen Höhen<br />

Ein wunderbares Ambiente bot sich beim Kamerunfest über den<br />

Dächern Wiens, zu dem Gerti Tauchhammer eingeladen hatte.<br />

SOCIETY-Herausgeberin Gerti Tauchhammer<br />

lud zum Kamerunfest in<br />

das Honorarkonsulat von Kamerun<br />

über den Dächern Wiens. Zum<br />

fünfzigjährigen Jubiläum der Republik<br />

Kamerun wurde das Honorarkonsulat von<br />

S.E. Nuntius Erzbischof Dr. Peter Stephan<br />

Zurbriggen und dem kamerunischen<br />

Pater Théodore Mbarga feierlich eingesegnet.<br />

Für die musikalische Untermalung<br />

sorgte ein afrikanischer Chor. Bei traumhaftem<br />

Ausblick und hochsommerlichem<br />

Wetter gab es im Anschluss ein köstliches<br />

Buffet, vorbereitet vom Catering LOB. Besonderer<br />

Ehrengast war S.E. Jean-Marc<br />

Mpay, Botschafter der Republik Kamerun<br />

in Berlin.<br />

Feierliche Zeremonie im<br />

Honorarkonsulat<br />

22 | SOCIETY 2_<strong>2014</strong>


SOCIETY EIGENEVENT<br />

KAMERUNEMPFANG<br />

Feierliche Segnung des<br />

Konsulates und darauf<br />

befindlichen Bildes des<br />

Künstlers Stefan Szczesny in<br />

den Farben Kameruns<br />

Gute Stimmung durch temperamentvolle<br />

afrikanische Gesänge<br />

Makoto Taketoshi<br />

(Japan) mit Gattin<br />

Roland Bimo (Albanien),<br />

Rolf Thaler<br />

Nuntius Peter Stephan Zurbriggen<br />

segnet das Honorarkonsulat<br />

AUSZUG<br />

AUS DER<br />

GÄSTELISTE<br />

Fotos: SOCIETY/Plach<br />

S.E. Roland BIMO (Albanien)<br />

• Honorargeneralkonsul<br />

Mag. Dr. Wolfgang<br />

BREITENTHALER (Honorargeneralkonsulat<br />

von<br />

Sierra Leone) • Mag. Rita<br />

DAVIDSON (Österreichische<br />

Sporthilfe)•Dr. Mickel<br />

EDWARD (IAEA) • Honorarkonsul<br />

Dipl. Ing. Gerhard<br />

EGERMANN (Honorarkonsulat<br />

von Rumänien) •<br />

S.E. Dr. Ali EL MHAMDI (Marokko)<br />

• Chargé d‘Affaires<br />

a.i. Yousif ELKORDOFANI<br />

(Botschaft von Sudan) •<br />

S.E. Mohamed Samir KOU-<br />

BAA (Tunesien) • Hermann<br />

KROIHER (Verband Österreich-Nordische<br />

Länder) •<br />

MMag. Dr. Christoph MAYER<br />

(Vienna Airport)•Präsident<br />

Dr. Stefaan MISSINNE<br />

(Österreichisch-Belgische<br />

Gesellschaft) • S.E. Michael<br />

Adipo OYUGI (Kenia) • I.E.<br />

Ayesha Riyaz (Pakistan) •<br />

Botschafterin a.D. Dr. Angelika<br />

SAUPE-BERCHTOLD<br />

(Welcome to Austria)•S.E.<br />

Makoto TAKETOSHI<br />

(Japan)•Generalsekretär<br />

Lassina ZERBO (CTBTO)<br />

Blick vom Honorarkonsulat auf Wien<br />

Ayesha Riyaz (Pakistan),<br />

Michael Adipo Oyugi,<br />

Gerti Tauchhammer<br />

Catering LOB verwöhnte<br />

die Gäste<br />

Pater Théodore Mbarga,<br />

Gertrud Tauchhammer, Jean-<br />

Marc Mpay (Kamerun), James<br />

Gabche Nche<br />

SOCIETY 2_<strong>2014</strong> | 23


SOCIETY EIGENEVENT<br />

VERNISSAGE<br />

Botschafter Samir Koubaa umringt<br />

vom Organisationsteam und den<br />

Models in tunesischer Tracht<br />

Kunst verbindet Kulturen<br />

Gertrud Tauchhammer und der tunesische Botschafter Samir<br />

Koubaa luden zu einer viel beachteten Ausstellung, die Brücken<br />

zwischen den Kulturen schlagen sollte.<br />

S.E. Botschafter Samir Koubaa der Tunesischen<br />

Republik und SOCIETY-Herausgeberin<br />

Gertrud Tauchhammer luden zur Vernissage<br />

des irakischen Malers Mukheled<br />

Al-Mukhtar in „Paolo‘s World“ in Wien. Unter dem<br />

Motto „Kunst ist eine Brücke zwischen den Kulturen“<br />

wurden den Gästen Al-Mukhtars Werke, die<br />

auf arabischen Kalligrafien und Motiven basieren,<br />

auf ganz besondere Art von Models präsentiert.<br />

Kulinarisch wurden die Gäste nach der Präsentation<br />

mit tunesischen Spezialitäten verköstigt.<br />

Karl Hans Polzhofer<br />

Künstler Mukheled Al-Mukhtar<br />

AUSZUG<br />

AUS DER<br />

GÄSTELISTE<br />

S.E. Abdulhakim Abdulrahman<br />

AL-ERYANI (Jemen)<br />

• Glenn BARRY (Botschaft<br />

von Australien) • Ishaya EL<br />

KHOURY (Libanon) • Godofredo<br />

GEYER (AQUAline)<br />

• Herta HAWELKA • Peter<br />

HORAK • Ingrid KÖHN-<br />

DURSY (BMeiA) • Karl<br />

Hans POLZHOFER (Wiener<br />

Werkstätten) • Christine<br />

Barbara RIEDER • Christa<br />

& Linda ROTH • Friedrun<br />

WEST (P&F West) • Heinz<br />

WIMPISSINGER (European<br />

<strong>Society</strong> Coudenhove-<br />

Kalergi)<br />

24 | SOCIETY 2_<strong>2014</strong><br />

Künstler Mukheled Al-<br />

Mukhtar mit Entourage<br />

Präsentation der Bilder<br />

Abdulhakim Al-Eryani mit<br />

Gattin (Jemen), Ishaya El<br />

Khoury (Libanon)<br />

Christine<br />

Rieder, Glücks-<br />

kleeblatt-<br />

Künstlerin Lili<br />

Fortuna<br />

Fotos: SOCIETY


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SOCIETY EIGENEVENT<br />

AMBASSADORS‘ BREAKFAST<br />

Roland Bimo (Albanien), Reinhart<br />

Waneck, Gerald Krischek,<br />

Ayesha Riyaz (Pakistan),<br />

Morten Kjaerum, Ernst-Peter<br />

Brezovszky, Gertrud Tauchhammer,<br />

Prof. Gjorgji Filipov<br />

(Mazedonien)<br />

Spannende Diskussion<br />

zum Frühstück<br />

Ein Vortrag über Menschenrechte in der EU von Morten Kjaerum war<br />

das Highlight des SOCIETY-Botschafterfrühstücks im Hotel Bristol.<br />

Bristol Generaldirektor<br />

Gerald Krischek und<br />

SOCIETY-Herausgeberin<br />

Gerti Tauchhammer luden<br />

zum traditionellen Ambassador‘s<br />

Breakfast ins Hotel Bristol. Ein ganz<br />

besonderer Ehrengast war Dr. Ernst-<br />

Peter Brezovszky, Österreichischer<br />

Botschafter in Kopenhagen. Auf<br />

seine Anregung hin hielt Morten<br />

Kjaerum, Direktor der EU-Agency for<br />

Fundamental Rights, einen äußerst<br />

spannenden und kompetenten Vortrag<br />

über die grundlegenden Menschenrechte<br />

in der EU. Ein Thema,<br />

bei dem die Gäste, unter ihnen Dr.<br />

Erhard Busek, rege mitdiskutierten.<br />

Erhard Busek am Mikrofon<br />

26 | SOCIETY 2_<strong>2014</strong>


SOCIETY EIGENEVENT<br />

AMBASSADORS‘ BREAKFAST<br />

Künstlerin Michelle Nze<br />

Der Botschaftertisch mit<br />

Morten Kjaerum, Erhard<br />

Busek und den Exzellenzen<br />

von Mazedonien, Pakistan,<br />

Albanien, Palästina und<br />

Kolumbien<br />

Morten Kjaerum, Botschafter<br />

Ernst-Peter Brezovszky mit<br />

Gattin Barbara, Reinhart<br />

Waneck, Gerald Krischek<br />

Fotos: SOCIETY<br />

AUSZUG<br />

AUS DER<br />

GÄSTELISTE<br />

S.E. Abel AYOKO (Nigeria) •<br />

S.E. Roland BIMO (Albanien)<br />

• Botschafter a.D. Dr. Heinrich<br />

BIRNLEITNER • Mag.<br />

Dr. Hans BURKARD (AUVA)<br />

• S.E. Jaime Alberto CABAL<br />

SANCLEMENTE (Kolumbien)<br />

• Rudolf DOPPELBAUER<br />

(Austroducks) • Mohamed<br />

Mahmoud Mohamed<br />

DOWEIDAR (Ägypten) •<br />

Chargé d‘Affaires a.i. Yousif<br />

ELKORDOFANI (Sudan) •<br />

S.E. Prof. Dr. Gjorgji FILIPOV<br />

(Mazedonien) • Senator Walter<br />

GERBAUTZ (AES-Austrian<br />

Emirates <strong>Society</strong>) • o.Univ.-<br />

Prof. Dr. Günter HARING<br />

(Universität Wien Fakultät<br />

für Informatik) • Honorarkonsul<br />

Prof. Dr. Raoul KÄUFFLER<br />

(Honorarkonsulat von Litauen)<br />

• S.E. Mohamed Samir<br />

KOUBAA (Tunesien)•MBA<br />

Julia MENDE (Presup) • I.E.<br />

Ayesha RIYAZ (Pakistan) •<br />

Honorarkonsul Dr. Torben<br />

ROEPSTORFF (Honorarkonsulat<br />

von Samoa) • Honorarkonsul<br />

Prof. Dr.med. Manfred<br />

RÜTZLER (Honorarkonsulat<br />

von Jordanien) • Staatssekretär<br />

a.D. Prim. Univ.-Prof. Dr.<br />

Reinhart WANECK (Verband<br />

der Leitenden Krankenhausärzte<br />

Österreich) • Direktor<br />

Dr. Oskar WAWRA (Magistratsdirektion-Auslandsbeziehungen)<br />

• Primarius Dr. Ernst<br />

WEINMANN (Dentalklinik<br />

Sievering)<br />

Michael Habel, Marika<br />

Lichter, Patricia Staniek,<br />

Godofredo Geyer,<br />

Michaela Frigo<br />

Angeregte Zuhörerschaft im<br />

Salon Schönbrunn<br />

Eröffnung der Diskussion<br />

durch Gertrud Tauchhammer<br />

Abel Ayoko<br />

(Nigeria)<br />

Botschafter Ernst-<br />

Peter Brezovszky<br />

Gertrud Tauchhammer,<br />

Erhard Busek<br />

SOCIETY 2_<strong>2014</strong> | 27


SOCIETY EIGENEVENT<br />

TANZPERFORMANCE<br />

Tosender Applaus für die Regisseurin<br />

Yutong JI, Choreografin und Produzentin<br />

der Performance „Balance“<br />

Tanz der inneren Ruhe<br />

SOCIETY und das Weltmuseum Wien luden zur Weltpremiere<br />

des Tanztheaterstücks „Balance“ der chinesischen Künstlerin<br />

Yutong Yang JI.<br />

Das von der chinesischen<br />

Fünf-Elemente-Lehre des I<br />

Ging, dem „Buch der Wandlung“,<br />

inspirierte Stück verwendet<br />

die Elemente Wasser,<br />

Metall, Feuer, Erde und Holz, um die<br />

Verbundenheit von Körper und Geist und<br />

die Bewegung des Lebens zu beschreiben.<br />

Höchstes Ziel ist es, Ruhe und Stille in der<br />

Bewegung zu finden. Dargestellt wurde<br />

dies durch einen akrobatischen Tanz, bei<br />

dem die Tänzerinnen während der gesamten<br />

Performance Schalen am Körper<br />

balancierten. „Balance“ wurde von der chinesischen<br />

Künstlerin Yutong Yang Ji choreografiert<br />

und produziert. Junge Künstler<br />

aus elf Nationen des Vereins „High FIVE<br />

Dance“ bezauberten das Publikum. Die Musik<br />

stammt von dem Briten Lukas Medlam.<br />

Mitwirkende waren: Tanz – Doro Altenburger,<br />

Anna Schumacher, Nozomi Chinju,<br />

Katharina Illnar, Valerie Igl, Marina Rützler,<br />

Klara Pramesberger, Anna Nussmüller.<br />

Musik – Lukas Medlam, Iris Mana, Pei-San<br />

Hsieh, Ivan Bulbitski, Maida Karisik, Cao<br />

Xin.<br />

Unterstützt wurde die Veranstaltung<br />

von CariCo und Weltmuseum Wien. Für<br />

das leibliche Wohl sorgten die Sektkellerei<br />

Szigeti, All I Need Biotee, das Weingut<br />

Münzenrieder, Catering LOB und das Chinarestaurant<br />

Sichuan mit einem vorzüglichen<br />

Buffet.<br />

Das Weltmuseum Wien in der<br />

Neuen Burg am Heldenplatz<br />

Der prächtige Marmorsaal im<br />

24 | SOCIETY 2 _<strong>2014</strong><br />

Weltmuseum Wien


Tänzerischer<br />

Balance-Akt<br />

mit Schalen<br />

Dina Larot, Gertrud<br />

Tauchhammer, Liselotte<br />

Waldheim-Natural<br />

Werner Fasslabend<br />

mit Gattin<br />

Christine Wallner „Mama<br />

Alama“ mit Tochter und<br />

Gertrud Tauchhammer<br />

Ausdrucksstarkes Tanztheater<br />

Gabriela<br />

Koschatzky-Elias<br />

mit Begleitung<br />

Yutong JI, Gertrud Tauchhammer,<br />

Marcus Paar<br />

AUSZUG<br />

AUS DER<br />

GÄSTELISTE<br />

Fotos: SOCIETY<br />

Dorothea Auer (BMEIA) • Günter<br />

HARING (Universität Wien<br />

Fakultät für Informatik) • Josef<br />

HOFER (Wirtschaftskammer<br />

Österreich) • Hans-Jörg HÖRT-<br />

NAGL (Wirtschaftskammer<br />

Österreich) • Anatoly KACHAN<br />

(Aeroflot) • Lisa KIRCHEBNER<br />

(Botschaft von Australien) •<br />

Karin LIEBL (Verband Österreichischer<br />

Wirtschaftsakademiker)<br />

• Konstanze MANTSCH<br />

(BMEIA) • Karl Müller (BMEIA)<br />

• Christina NIKOLAIDIS-<br />

STROMMER (Präsidentschaftskanzlei)<br />

• Michaela PINK (Fiat<br />

Group Automobiles Austria<br />

GmbH) • Peter POSCH (EUS-<br />

PUG) • Leszek PUDLOWSKI<br />

(IAEA) • S.E. Kairat SARYBAY<br />

(Botschaft von Kasachstan) •<br />

Fritz SPORRER (Pensionsversicherungsanstalt)<br />

• Ingrid VOGT<br />

(Österreichisch-Tunesische<br />

Gesellschaft) • Liselotte WALD-<br />

HEIM-NATURAL • Charilaos<br />

ZIKOS (Zikos Pelze)<br />

Bianca Figl<br />

(Weltmuseum)<br />

Kairat Sarybay<br />

(Kasachstan)<br />

Robin Saban, Patricia Staniek<br />

Musikperformance vom<br />

Briten Lukas Medlam


SOCIETY EIGENEVENT<br />

WIRTSCHAFTSWANDERUNG<br />

Die Botschafter bei der<br />

Wirtschaftswanderung <strong>2014</strong><br />

Gipfelstürmer der<br />

Diplomatie<br />

SOCIETY lud die internationalen Botschafter zur fünften Wirtschaftswanderung<br />

in Tirol, die in den herrlichen Kitzbüheler<br />

Alpen stattfand.<br />

Die mittlerweile fünfte Wirtschaftswanderung<br />

in Tirol<br />

wurde zu einem unvergesslichen<br />

Erlebnis vor der Kulisse<br />

der Kitzbüheler Alpen. Bei strahlendem<br />

Sonnenschein genossen österreichische<br />

und internationale Teilnehmer, rund<br />

zweihundert Wirtschaftsbosse und zwanzig<br />

Diplomaten, die Wanderung durch<br />

die herrliche Natur. Ausgehend vom<br />

Tourismusort Fieberbrunn nach einem<br />

Empfang mit der lokalen Knappenmusikkapelle<br />

führte die Wanderung zu einem<br />

neuen Wahrzeichen der Region, dem<br />

dreißig Meter hohen Jakobskreuz auf der<br />

Buchensteinwand. Dort zelebrierte Pater<br />

Nikolaus eine Gipfelmesse für die Wanderlustigen.<br />

Auf Einladung von SOCIETY-Herausgeberin<br />

Gertrud Tauchhammer, Gerald<br />

Steger (CEO von café+co) und dem Tourismusverband<br />

PillerseeTal nahmen auch<br />

dieses Jahr wieder zahlreiche Botschafter<br />

an der Wirtschaftswanderung teil. Es war<br />

dies eine gute Gelegenheit für die Diplomaten,<br />

die österreichische Kultur näher<br />

kennen zu lernen, Gespräche mit den heimischen<br />

Vertretern aus der Wirtschaft zu<br />

führen und die internationalen Beziehungen<br />

zu pflegen.<br />

30 | SOCIETY 2_<strong>2014</strong>


SOCIETY EIGENEVENT<br />

WIRTSCHAFTSWANDERUNG<br />

Die traumhafte Tiroler Kulisse<br />

Josef Pröll mit Gattin, Christian<br />

Konrad mit Gattin<br />

AUSZUG<br />

AUS DER<br />

GÄSTELISTE<br />

Fotos: café+co/Foto Heinz, Sabine Klimpt<br />

BOTSCHAFTER<br />

Salahaldin ABDALSHAFI (Palästinensische<br />

Gebiete) • Gesandter<br />

Botschaftsrat Lee BRUDVIG (USA) •<br />

Jaime Alberto CABAL SANCLEMEN-<br />

TE (Kolumbien) • Silvia DAVIDOIU<br />

(Rumänien) • Marios IERONYMIDES<br />

(Zypern) • Pero JANKOVIC (Serbien)<br />

• Tanja MILASINOVIC MARTINOVIC<br />

(Bosnien und Herzegowina) • Ismatullo<br />

NASREDINOV (Tadschikistan) • Ramon<br />

Andres QUINONES RODRIGUEZ<br />

(Dominikanische Republik) • Alvaro<br />

Jose ROBELO GONZALES (Nicaragua)<br />

• Edgars SKUJA (Lettland) •<br />

Valery VORONETSKY (Belarus)<br />

POLITIK UND WIRTSCHAFT<br />

Franz CHALUPECKY (ABB) • Andreas<br />

HAIDER (Swarovski) • Fritz KALTEN-<br />

EGGER (AGRANA) • Andrea KDOLS-<br />

KY (PwC) • Franz KLINGLER (Rauch)<br />

• Christian KOHL (Drei) • Christian<br />

KONRAD • Stefan LINDER (Tirol Milch)<br />

• Richard NORZ (Landwirtschaftskammer<br />

Tirol) • Josef PRÖLL (LLI AG)<br />

• Klaus SCHIERHACKL (ASFINAG)<br />

• Reinhard SCHRETTER (IV Tirol) •<br />

Ralph VALLON (Club Cuvée)<br />

Landtagsabgeordneter<br />

und Tourismussprecher<br />

Siegfried Egger begrüßt<br />

die Botschafter<br />

Helikoptervorführung<br />

Diplomatie und Wirtschaft<br />

beim Wandern<br />

Birgit Indra (Gössl) spendete<br />

die Stola, Pater Nikolaus,<br />

Gerald Steger (café+co)<br />

Das neue Wahrzeichen<br />

der Region, das 30 Meter<br />

hohe Jakobskreuz<br />

Narzissenkönigin Theresa<br />

Pliem führt die Knappenmusikkapelle<br />

an<br />

Die Teilnehmer der Wirtschaftswanderung<br />

SOCIETY 2_<strong>2014</strong> | 31


SOCIETY EIGENEVENT<br />

JUNIOR DIPLOMATS<br />

Willkommen im<br />

Diplomatenstüberl<br />

SOCIETY lud zum<br />

„Junior Diplomats‘<br />

Heurigen“ im<br />

traditionsreichen<br />

Heurigenbetrieb<br />

Zimmermann.<br />

Der neue Mercedes CLS<br />

Shooting Brake von<br />

Wiesenthal<br />

SOCIETY Herausgeberin Gertrud<br />

Tauchhammer lud zum ersten<br />

„Junior Diplomats‘ Heurigen“ für<br />

die neu akkreditierten Diplomaten<br />

in Wien. Mehr als zwanzig Nationen wurden<br />

begrüßt und das erste Wiener Diplomatenstüberl<br />

eröffnet. Die internationalen<br />

Gäste entdeckten bei Wein und Heurigenschmankerln<br />

den Flair des traditionsbewussten<br />

und urtypischen Heurigenbetriebes.<br />

Mercedes Wiesenthal präsentierte den<br />

neuen CLS Shooting Brake. Als Zugabe wurden<br />

wertvolle Preise verlost: Juwelier Halder<br />

in Wien stellte einen limitierten, kunstvoll<br />

gestalteten Seidenschal zur Verfügung, der<br />

Traditionsbetrieb Lobmeyr verloste zwei<br />

wertvolle mundgeblasene Gläser aus dem<br />

klassischen Trinkservice „Patrician“, und<br />

als Hauptpreis gab es Übernachtungen im<br />

Vier-Sterne-Superior Spa und Verwöhnhotel<br />

Berghof in St. Johann im Pongau zu gewinnen.<br />

Die Preise gingen an Enrique Freyre<br />

(Botschaft Peru), Adnan Dragaj (Botschaft<br />

Kosovo), Angela de la Torre (Botschaft Kolumbien)<br />

und Bryan Reccord (Botschaft<br />

USA). SOCIETY gratuliert den Gewinnern!<br />

Anita Kirschner, Martin Zimmermann,<br />

Gerti Tauchhammer, Helga Welser-Lagler<br />

32 | SOCIETY 2_<strong>2014</strong><br />

Enrique Augusto Noria Freyre (Peru)<br />

gewann das Buch „Audrey Hepburn“<br />

Adnan Dragaj (Kosovo) erhielt den limitierten<br />

Seidenschal von Juwelier Halder<br />

Angela de la Torre (Kolumbien) gewann<br />

Gläser von Lobmeyr


SOCIETY EIGENEVENT<br />

JUNIOR DIPLOMATS<br />

Künstlerin Michelle Nze<br />

Ibrahim Elghariani (Libyen)<br />

als Hahn im Korb<br />

Lateinamerikanische Diplomaten<br />

Selina Masira (KenIa)<br />

AUSZUG<br />

AUS DER<br />

GÄSTELISTE<br />

Masha Derler (Designerin)<br />

Katharina Kraus (Donau-Finanz), Pater<br />

Mbarga (Kamerun) im Kreis der Diplomaten<br />

Fotos: SOCIETY/Plach<br />

Ana Maricela AVILA<br />

BECERRIL (Costa Rica) ·<br />

Claudia BANDION-ORTNER<br />

(KAICIID) • Juan Carlos<br />

BORROMEO (Philippinen) •<br />

Angela Maria DE LA TORRE<br />

BENITEZ (Kolumbien) •<br />

Adnan DRAGAJ (Kosovo) •<br />

Ibrahim M.B. ELGHARIANI<br />

(Libyen) • Gerhard ELLERT<br />

(Juwelier) • Univ. Prof. Peter<br />

FRIGO • Grzegorz GANCARZ<br />

(Polen) • Renald GREGOIRE<br />

(Kanada) • Major Bekim HA-<br />

LILAJ (Kosovo) • Katharina<br />

KRAUS (Donau-Finanz) •<br />

Edgar Daniel LEAL MATTA<br />

(Guatemala) • Rada Marinova<br />

LESSIDRENSKA (Bulgarien) •<br />

Edith LEYRER • Bruno Jakob<br />

MÄDER (Schweiz) • Selina<br />

Akello MASIRA (Kenia) •<br />

Anadel Venecia MATOS<br />

TEJEDA (Dom. Rep.) • Lise<br />

MERIGAUD (Frankreich) •<br />

Clemens NEUKOMM (Wiesenthal)<br />

• Enrique Augusto<br />

NORIA FREYRE (Peru) •<br />

Svitlana SHEVKO (Ukraine) •<br />

Major Iulian SOARE (Rumänien)<br />

• Milda URBONAITE<br />

(Litauen) • Valentin VALEV<br />

(Bulgarien) • Eva VELJA-<br />

NOVSKA (Mazedonien) • Monika<br />

Dilrukshi WELISARAGE<br />

(Sri Lanka) • Mag. Susanna<br />

WIMMER (Frey Wille) • Maria<br />

YAKOVENKO (Ukraine)<br />

Clemens Neukomm<br />

(Wiesenthal) in Begleitung<br />

Einweihung des Diplomatenstüberls<br />

Renald Gregoire (Kanada),<br />

Ljubo Brajkovic (Serbische<br />

Gesellschaft), Rolf Thaler<br />

Hauptpreis für Bryan<br />

Reccord (USA)<br />

SOCIETY 2_<strong>2014</strong> | 33


SOCIETY EVENTS<br />

WEINRITTER<br />

Beim 1. Ritterpriesterconvent wurden<br />

vom Erzdekan in Anwesenheit<br />

des Magister Generalis die Ritterpriesterstolen<br />

in der Bergkirche zu<br />

ek g hkjeghkj g hjk etw<br />

khwet khj egw hjkegw<br />

Eisenstadt verliehen.<br />

hk egwk<br />

Mehr als 2000 Gäste beim<br />

Stiftungsfest<br />

Das 30. Jubiläums-Stiftungsfest der Europäischen Weinritterschaft<br />

in Eisenstadt hatte viel Feierliches zu bieten.<br />

Fotos: OEVE<br />

Bei den Weinrittern des Ritterordens<br />

„Ordo Equestris Vini<br />

Europae“ (OEVE) wird die<br />

Weinkultur – wichtiger Bestandteil<br />

der europäischen Tradition<br />

– besonders geehrt und bewahrt. Anlässlich<br />

des 30. Jubiläums-Stiftungsfests luden<br />

der Magister Generalis, Consul Prof.<br />

Alfred Rákóczi Tombor Tintera, und der<br />

Praesens Senatus, Consul Hofrat Prof.<br />

Helmut Skala, zu einem feierlichen Festtagsprogramm.<br />

SOCIETY-Herausgeberin<br />

Gerti Tauchhammer hatte zudem namhafte<br />

Botschafter eingeladen, am Stiftungsfest<br />

teilzunehmen. Den Auftakt<br />

machte nach dem Einzug des Festzugs in<br />

den Dom die Ordensmesse, die von den<br />

Ritterpriestern zelebriert wurde, mit anschließendem<br />

ritterlichem Festakt mit<br />

Festreden und Ordenskreuzverleihungen.<br />

Nach dem Europa-Friedens-Festzug<br />

durch Eisenstadt mit Europa-Kundgebung<br />

konnten die angereisten Ritterordensdelegationen<br />

aus ganz Europa beim<br />

Festbankett ritterliche europäische<br />

Weine und ein ansprechendes Kulturprogramm<br />

genießen. Derzeit sind etwa<br />

5.000 Ritter europaweit in 28 Ländermissionen<br />

organisiert.<br />

Europa-Friedens-Parade<br />

der Delegationen<br />

Ordensmesse im Dom<br />

von Eisenstadt<br />

Ordensmesse im<br />

Eisenstädter Dom<br />

Landeshauptmann<br />

von<br />

Burgenland<br />

Hans Niessl<br />

34 | SOCIETY 2_<strong>2014</strong>


WIEN<br />

MEDIEN<br />

Die Leiterin der MA17 im<br />

Gespräch mit Al Jazeera Balkan<br />

Wien von außen betrachtet<br />

Worüber schreiben internationale JournalistInnen,<br />

wenn sie über Wien schreiben? Welchen Stellenwert<br />

haben nicht-österreichische Medien für die Hauptstadt?<br />

Und warum ist es für eine Stadt wie Wien<br />

auch wichtig, über den Tellerrand zu schauen?<br />

Text: SOCIETY<br />

Fotos: Ismail Gökmen / PID<br />

Dass sich Berichte über Wien in den<br />

Reiseteilen und auf den Kulturseiten<br />

internationaler Tageszeitungen und<br />

Hochglanzmagazine finden, überrascht<br />

nicht. Doch es gibt immer<br />

mehr Journalistinnen und Journalisten aus dem<br />

Ausland, die sich auch für das Innenleben der Stadt<br />

interessieren. In ihren Artikeln geht es nicht (nur)<br />

um Lokalempfehlungen, die Beschreibung von Sehenswürdigkeiten<br />

oder Veranstaltungstipps – sie<br />

verorten die Lebensqualität einer Stadt auch an<br />

den Leistungen von Verwaltung und Politik. Anfragen<br />

dieser MedienvertreterInnen koordiniert der<br />

Presse- und Informationsdienst (MA53) der Stadt<br />

Wien.<br />

In diesem Jahr etwa konnte sich eine türkische<br />

Journalistengruppe intensiv mit dem Thema Wasser<br />

– von den Ursprüngen des Trinkwassers bis zur<br />

Kanalisation – beschäftigen. Und kürzlich drehte<br />

CNN einen Beitrag über den neuen Wiener Hauptbahnhof<br />

und das Sonnwendviertel. Für One Square<br />

Meter, das wöchentliche Immobilienmagazin des<br />

Senders, das sich mit zukunftsweisender Architektur,<br />

Stadtplanung und Entwicklungen auf den<br />

Immobilienmärkten weltweit beschäftigt, wurde<br />

u.a. Wiens Vizebürgermeisterin Renate Brauner<br />

zum Image Wiens zwischen Tradition und Moderne,<br />

zwischen Ost und West befragt. Thematisiert<br />

wurde auch, wie sich der neue Bahnhof auf das<br />

Verhältnis Wiens zu seinen Nachbarländern auswirkt<br />

– und wie in der wachsenden Stadt neuer<br />

Wohnraum geschaffen werden kann. Zur selben<br />

Zeit recherchierte ein Team von Al Jazeera Balkan<br />

für eine Reportage über MigrantInnen aus dem<br />

Balkan in Wien. In Interviews mit Zugewanderten<br />

und mit Expertinnen und Experten wie der Wiener<br />

Gemeinderätin Anica Matzka-Dojder (SPÖ) und Leiterin<br />

der Abteilung Integration und Diversität (MA<br />

17), Dr. Ursula Struppe, ging es in erster Linie um<br />

die Fragen, wie MigrantInnen in Wien heimisch<br />

werden können, wo Migration aus dem Balkan in<br />

Wien sichtbar ist und wie sie zum wirtschaftlichen<br />

Wachstum der Stadt beiträgt.<br />

Solche Medienberichte tragen zur internationalen<br />

Positionierung Wiens bei, da sie eine Präsentation<br />

von in Wien entwickelten und praktizierten<br />

Lösungen auf internationaler Ebene ermöglichen.<br />

Denn viele Städte stehen vor der gleichen Herausforderung,<br />

im Zuge großen Wachstums eine möglichst<br />

hohe Lebensqualität aufrecht zu erhalten (bzw. zu<br />

erreichen). Und es gilt auch, Netzwerke zu schaffen,<br />

um von den Erfahrungen anderer Städte lernen zu<br />

können. Denn trotz gemeinsamer Interessen wird<br />

auch der Wettbewerb zwischen den Städten immer<br />

größer – etwa, wenn es um das Rennen um Fachkräfte<br />

oder „die besten Köpfe“ geht. •<br />

Türkische Journalistengruppe beim<br />

Wasserleitungsmuseum Kaiserbrunn<br />

INFORMATION<br />

PRESSE- UND<br />

INFORMATIONSDIENST<br />

DER STADT WIEN MA53<br />

www.wien.gv.at/medien/<br />

service/medienarbeit/<br />

journalistenbetreuung.html<br />

SOCIETY 2_<strong>2014</strong> | 35


SOCIETY EIGENEVENT<br />

EMBASSY EXECUTIVES<br />

Thomas Schatzmann (Accor), GD<br />

Alexander Moj (Sofitel Vienna Stephansdom),<br />

Gertrud Tauchhammer,<br />

Garry Loefgen (Sofitel)<br />

„Your Perfect Minute“<br />

Unter dem Motto „Your Perfect Minute“ luden SOCIETY-Herausgeberin<br />

Gertrud Tauchhammer und die Accor Hotel Gruppe die<br />

Embassy Executives zu einem spielerischen Abend.<br />

Lasset die Spiele beginnen!“ hieß<br />

es im Hotel Am Konzerthaus, als<br />

Gerti Tauchhammer gemeinsam<br />

mit der Accor Hotel Gruppe das<br />

Event „Your Perfect Minute“ veranstaltete.<br />

Die geladenen Embassy Executives<br />

fanden einen Spieleparcours vor, an dem<br />

Apfeltürme bauen, Flohhüpfen und Mikadowerfen<br />

zu ihren Aufgaben gehörten. An<br />

jeder Station, die von je einem Hoteldirektor<br />

der Accor Gruppe betreut wurde, gab<br />

es Gewinne abzuholen.<br />

Das Highlight der Veranstaltung war<br />

die große Preisverleihung unter den Spielteilnehmern.<br />

Hotelgutscheine für zwei<br />

Nächte und zwei Personen gewannen:<br />

Denis A. Popov (Russische Föderation) –<br />

Sofitel Budapest Chain Bridge<br />

Maria Kovalenko (Russische Föderation)<br />

– Novotel Hamburg Alster<br />

Ann Stella Karimi (Kenia) – Mercure<br />

München City<br />

Vera Fraunbaum (Israel) – Ibis Styles<br />

Linz<br />

Sachpreise wie einen praktischen Trolley<br />

gewannen:<br />

Maria Elena Londono (Kolumbien), Gabriela<br />

Figueira-Popp (Portugal), Sissi Tsatsaris<br />

(Korea), Plamena Todorova (Bulgarien),<br />

Margarita Gutierrez (Uruguay), Maria<br />

Jurica-Delacruz (Sudan)<br />

An diesem Abend fühlte sich wohl<br />

mancher in glückliche Kindheitstage zurückversetzt.<br />

Das leibliche Wohl kam mit<br />

ausgezeichneter Kürbissuppe und gefüllten<br />

Kürbisravioli ebenfalls nicht zu kurz.<br />

Geschicklichkeitsspiel<br />

36 | SOCIETY 2_<strong>2014</strong>


SOCIETY EIGENEVENT<br />

EMBASSY EXECUTIVES<br />

Künstlerin Michelle Nze<br />

Die Gewinner der<br />

Tombola: Maria Londono<br />

(Kolumbien), Gabriela<br />

Figueira-Popp (Portugal),<br />

Stella Karimi (Kenia), Denis<br />

Popov (Russland), Maria<br />

Kovalenko (Russland)<br />

Ziehung der Lose<br />

Gemütliches<br />

Beisammensein<br />

Schnappschuss für<br />

SOCIETY<br />

Beste Laune<br />

AUSZUG<br />

AUS DER<br />

GÄSTELISTE<br />

Fotos: SOCIETY<br />

Susanne DELLAGO (Botschaft<br />

von San Marino) •<br />

Malika ELOUARDI (Marokko)<br />

• Sophie GHIBAUDO (Frankreich)<br />

• Christiane GNAHORE<br />

(Côte d‘Ivoire) • Valeriya<br />

GALCHEVA (Bulgarien) •<br />

Bakhodir IRGASHEV (Usbekistan)<br />

• Franck BENOIT-<br />

KADIO (Côte d‘Ivoire) •<br />

Joelle LEDOUX (Frankreich)<br />

• Pamela MEDINA PAEZ<br />

(Argentinien) • Cristina MI-<br />

CHEL (Chile) • Janet Kanaga<br />

MWERA (Kenia ) • Chantal<br />

PRUDHON-HAGER (Frankreich)<br />

• Sibylle STERNATH<br />

(Luxemburg) • Alexandra<br />

STRETTSOVA (Russische<br />

Föderation) • Martina<br />

VAN HOLST (Tunesien) •<br />

Elina VESTERE (Lettland) •<br />

Gabriela WIEGOLF-ORFEI<br />

(Argentinien) • Bamba YA-<br />

COUBA (Côte d‘Ivoire)<br />

Diplomaten aus Kenia<br />

und Côte d‘Ivoire<br />

Die Spiele waren<br />

kurzweilig und<br />

unterhaltsam<br />

Die Geschicklichkeit wurde<br />

auf die Probe gestellt<br />

Zahlreiche Gäste im Hotel<br />

am Konzerthaus<br />

SOCIETY 2_<strong>2014</strong> | 37


DENTALKLINIK SIEVERING<br />

20-JAHRES-JUBILÄUM<br />

Künstlerin Michelle Nze<br />

Die illustre Gästeschar<br />

vor dem opulenten<br />

Büffet des Hotel Bristol<br />

Michael Zimpfer, Maria<br />

Rauch-Kallat, Martin<br />

Gleitsmann (WKO)<br />

Gertrud Tauchhammer, Christian<br />

Pöttler (Wien Live), Ursula<br />

Fellner-Pöttler (Herausgeberin<br />

BundesländerInnen)<br />

Ernst Weinmann,<br />

Ali El Mhamdi<br />

(Marokko)<br />

Roland Bimo (Albanien)<br />

AUSZUG<br />

AUS DER<br />

GÄSTELISTE<br />

Friedrich Bauer (Austrian<br />

Hong Kong <strong>Society</strong>) mit<br />

Begleitung<br />

S.E. Roland BIMO (Albanien)<br />

• S.E. Ali EL MHAMDI<br />

(Marokko) • Ursula FELL-<br />

NER-PÖTTLER (Herausgeberin)<br />

• Martin GASTINGER<br />

(ATV) • Dr. Martin GLEITS-<br />

MANN (WKO) • Mag. Manfred<br />

JURACZKA (Landesparteiobmann<br />

& Stadtrat) •<br />

Marion HAUSER (wienlive<br />

Zeitschriften/Look Magazin)<br />

• Bundesministerin a.D.<br />

Maria RAUCH-KALLAT •<br />

Dagmar KOLLER (Sängerin,<br />

Musicaldarstellerin) •<br />

Dr. Harald NEUMÄRKER •<br />

Günter NEUHOLD (Dirigent)<br />

• Rudolf OELZELT<br />

(Wirt, Gerstner Landhaus)<br />

• Marion PELZEL (Brand<br />

General Manager Estee<br />

Lauder) • Christian PÖTT-<br />

LER (wienLive Geschäftsführer)<br />

• Prof. Dr. Berit<br />

SCHNEIDER-STICKLER<br />

(HNO- Fachärztin) • Karl<br />

SCHRANZ (Ski-Legende)<br />

• Dr. Alexander WRABETZ<br />

(Generaldirektor ORF) • Dr.<br />

Petra WRABETZ (Allgem.<br />

Ärztin) • Univ. Prof. Dr.<br />

Michael ZIMPFER (Gesundheitszentrum<br />

Döbling)<br />

Karl Schranz, Dagmar<br />

Koller, Univ. Prof.<br />

Walter Stackl, Sabine<br />

Baar-Baarenfels<br />

Ernst Weinmann, Wolfgang<br />

Viehauser (Hypo Noe) mit<br />

Begleitung<br />

Petra und Alexander Wrabetz<br />

Martin und Lisa Gaiger<br />

38 | SOCIETY 2_<strong>2014</strong>


DENTALKLINIK SIEVERING<br />

20-JAHRES-JUBILÄUM<br />

Ernst Weinmann mit Gattin Jeanne,<br />

Tochter und Dagmar Koller<br />

20 Jahre Dentalklinik<br />

Sievering<br />

Seit zwanzig Jahren fühlt Primarius Dr. Ernst Weinmann seinen<br />

Patienten in der Dentalklinik Sievering auf den Zahn. Dieses<br />

Jubiläum wurde im Hotel Bristol gebührend gefeiert.<br />

Fotos: SOCIETY<br />

Die Dentalklinik Sievering ist<br />

eine der führenden Institutionen<br />

für Zahn-, Mund- und<br />

Kieferheilkunde. Unter der Leitung<br />

von Prim. Dr. Ernst Weinmann behandelt<br />

ein 14-köpfiges Spezialisten-Team<br />

seine Kunden, zu denen auch bekannte<br />

nationale und internationale Persönlichkeiten<br />

aus Wirtschaft, Kultur und Diplomatie<br />

zählen, mittels modernster Methoden<br />

der Zahnmedizin und zeitgemäßen<br />

Ansätzen einer schonenden Zahnkosmetik.<br />

Bei einem informellen Get-together<br />

mit hoher Promidichte aus den Bereichen<br />

Politik, Diplomatie, Wirtschaft und Kultur<br />

wurden die langjährig zufriedenen<br />

Patienten mit der ausgezeichneten Cuisine<br />

des Hotels Bristol verwöhnt. In einem<br />

Filmbeitrag wurden so prominente Patienten<br />

wie etwa Falco oder Helmut Zilk gezeigt.<br />

Dr. Ernst Weinmann bedankte sich<br />

in seiner Ansprache bei seiner attraktiven<br />

Gattin Jeanne und seinen beiden Kindern<br />

für die langjährige Unterstützung.<br />

Früh übt sich, wer ein<br />

Zahnarzt werden will


ITALIEN<br />

LÄNDERPORTRÄT<br />

Modernes<br />

Bella<br />

Italia<br />

Foto: Fototeca Enit<br />

Italien ist weit mehr als Pizza, Pasta und Paläste. 20<strong>15</strong> ist die<br />

Expo in Mailand das Highlight in einem modernen Land mit<br />

„grünem“ Herzen und weltweit einzigartiger Kulturlandschaft.<br />

Text: SOCIETY<br />

40 | SOCIETY 2_<strong>2014</strong>


ITALIEN<br />

LÄNDERPORTRÄT<br />

Riomaggiore in den malerischen<br />

Cinque Terre, die zum<br />

UNESCO-Welterbe gehören<br />

SOCIETY 2_<strong>2014</strong> | 41


ITALIEN<br />

LÄNDERPORTRÄT<br />

EXPO<br />

MILANO 20<strong>15</strong><br />

Die See-Arena ist eines der Highlights der<br />

Expo 20<strong>15</strong> in Mailand<br />

Die Expo 20<strong>15</strong> findet von 1.<br />

Mai bis 31. Oktober in Mailand,<br />

wo auch schon im Jahr<br />

1906 die Expo ausgerichtet<br />

wurde, statt. 147 Länder<br />

nehmen an der diesjährigen<br />

Weltausstellung unter dem<br />

Motto „Feeding the Planet,<br />

Energy for Life“ mit landesspezifisch<br />

gestalteten Pavillons<br />

teil. Das Expogelände<br />

erstreckt sich über 1,1 km 2<br />

nordwestlich von Mailand<br />

in den Gemeinden Rho und<br />

Pero. Erwartet werden 20<br />

Millionen Besucher, der Anteil<br />

der Italiener wird etwa<br />

75 Prozent betragen.<br />

FACTS IN<br />

BRIEF<br />

Ländername: Italienische<br />

Republik; Repubblica<br />

Italiana<br />

Einwohner: 60,9 Mio.<br />

Fläche: 301.336 km 2<br />

Klima: Subtropischgemäßigt<br />

mit deutlichen<br />

regionalen Unterschieden.<br />

Mediterranes Klima im<br />

Süden, Gebirgsklima in den<br />

Alpen und im Apennin<br />

Lage: In Südeuropa auf der<br />

Apennin-Halbinsel gelegen.<br />

Umgeben vom Adriatischen,<br />

Ionischen und Tyrrhenischen<br />

Meer. Grenzt im Norden an<br />

Frankreich, die Schweiz,<br />

Österreich und Slowenien<br />

Hauptstadt: Roma (Rom)<br />

Bevölkerung: Italiener<br />

– davon 1,6 Mio. Sarden,<br />

750.000 Rätoromanen,<br />

300.000 Deutschsprachige,<br />

200.000 Franco-Provenzalen,<br />

90.000 Albaner, 53.000<br />

Slowenen, <strong>15</strong>.000 Griechen.<br />

Ausländeranteil 7,9%<br />

Sprache: Italienisch,<br />

Deutsch, Französisch,<br />

Slowenisch, Sardisch,<br />

Friaulisch, Albanisch, Frankoprovenzalisch,<br />

Ladinisch,<br />

Okzitanisch, Katalanisch,<br />

Griechisch, Kroatisch<br />

Währung: Euro (früher Lira)<br />

Nationalfeiertag: 2. Juni<br />

(Tag der Republik)<br />

Staatsform: Republik mit<br />

Zweikammernsystem: Abgeordnetenhaus<br />

mit 630 und<br />

Senat mit 3<strong>15</strong> Mitgliedern;<br />

Wahl jeweils alle fünf Jahre.<br />

Wahl des Staatsoberhaupts<br />

durch Wahlmännerkollegium<br />

alle sieben Jahre<br />

Staatsoberhaupt und<br />

Regierung: Giorgio Napolitano<br />

(2006, 2013), Regierungschef<br />

Matteo Renzi<br />

(<strong>2014</strong>), Außenminister Paolo<br />

Gentiloni (<strong>2014</strong>)<br />

Organisationen: UN, EU, G8,<br />

OECD, NATO, OSZE, WEU,<br />

IWF, Weltbank<br />

Italien steht für prachtvolle Monumente<br />

aus der Antike, ein bedeutendes kulturelles<br />

(Welt-)Erbe, traditionsreiche Großfamilien<br />

und „La dolce Vita“. In letzter Zeit hat sich<br />

zum Fokus auf die Vergangenheit jedoch<br />

der Blick auf das moderne, visionäre Italien<br />

gesellt. Nachhaltigkeit und Umweltbewusstsein<br />

gewinnen immer mehr an Bedeutung.<br />

•<br />

„Grüne“ Weltausstellung<br />

in Mailand<br />

Das zeigt nicht zuletzt die Expo 20<strong>15</strong>, die von<br />

1. Mai bis 31. Oktober 20<strong>15</strong> in Mailand stattfinden<br />

wird, mit ihrem Motto „Feeding the Planet, Energy<br />

for Life“. Die Problematik der Ernährung weltweit<br />

ist das Kernthema der Expo, zu dem die 147<br />

teilnehmenden Länder Lösungsvorschläge präsentieren.<br />

Zum ersten Mal in der Geschichte der Expo<br />

geht es über einen bloßen Ausstellungs-Charakter<br />

hinaus: Im Rahmen von Diskussionen und Kooperationen<br />

sollen Nationen, Organisationen und Unternehmen<br />

gemeinsame Strategien entwickeln,<br />

wie die Lebensqualität und Ernährungssicherheit<br />

verbessert und gleichzeitig die Umwelt geschützt<br />

werden kann.<br />

Die Ausstellungsfläche umfasst mehr als eine<br />

Million Quadratmeter, mit dem mediterranen<br />

Hügel, dem Open Air Theater, der See-Arena und<br />

dem Expo Center als den vier Schlüsselelementen.<br />

Während der Bereich des „Cardo“ italienisch<br />

geprägt ist und den italienischen Pavillon mit einem<br />

Fokus auf regionalem Essen, den Pavillon der<br />

italienischen Weinproduktion und den Pavillon<br />

der Europäischen Union – 20<strong>15</strong> das erste Mal mit<br />

einem eigenen Bereich dabei – beherbergt, sind<br />

im Bereich des „Decumanus“ die Ausstellungsflächen<br />

der anderen Länder zu finden. In den Themendörfern<br />

der Länder, die keinen eigenen Pavillon<br />

haben, gibt es neben Ausstellungen auch die<br />

Möglichkeit, zeitlose Lebensmittel wie Reis oder<br />

Früchte selbst zu kosten.<br />

Die Expo ist zudem so konzipiert, dass das Gelände<br />

nach Ende der Ausstellung in eine „Smart<br />

City“ – einen Bezirk, in dem Technologie und<br />

WUSSTEN SIE, DASS...?<br />

… Rossi der häufigste Nachname in Mailand ist? An<br />

zweiter Stelle liegt Hu, weil in Mailands Textilfabriken<br />

viele Chinesen arbeiten.<br />

… Julia aus Verona bei Liebeskummer hilft? Einfach an<br />

„Julia, Verona, Italia“ schreiben oder per Email an<br />

info@julietclub.com.<br />

… eine Bar in der Gemeinde Bagnone im August 2009<br />

mit einem dort abgegebenen 2 Euro teuren Lottoschein<br />

den nationalen Jackpot in Höhe von 147.807.299<br />

Euro geknackt hat?<br />

… der kürzeste Fluss Italiens in der Gemeinde Malcesine<br />

liegt? Der Aril fließt nur 175 Meter und passiert dabei<br />

drei Brücken, bevor er in den nördlichen Gardasee<br />

mündet.<br />

… Silvio Berlusconi mit 3297 Amtstagen den italienischen<br />

Rekord als Regierungschef hält?<br />

Fotos: Fototeca ENIT/De Agostini, Expo Milano 20<strong>15</strong><br />

42 | SOCIETY 2_<strong>2014</strong>


ITALIEN<br />

LÄNDERPORTRÄT<br />

JUBILÄEN BERÜHMTER<br />

PERSÖNLICHKEITEN <strong>2014</strong><br />

Marco Polo (1254-1324) venezianischer Händler, der<br />

die Gebiete Zentralasien und China in Europa bekannt<br />

machte und Entdecker folgender Generationen inspirierte.<br />

Sein Todestag hat sich am 8. Jänner zum 690. Mal<br />

gejährt.<br />

Michelangelo (1475-<strong>15</strong>64) bedeutender Vertreter der<br />

Hochrenaissance, Maler (u.a. Freskenbemalung der Sixtinischen<br />

Kapelle), Bildhauer (u.a. David von Florenz),<br />

Bildhauer und Dichter. Am 18. Februar hat sich sein<br />

Todestag zum 450. Mal gejährt.<br />

Sergio Leone (1929-1989) Filmregisseur von zahlreichen<br />

berühmten Italo-Western, u.a. „Für eine Handvoll<br />

Dollar“ 1964, „Spiel mir das Lied vom Tod“ 1968, „Es<br />

war einmal in Amerika“ 1984. Am 30. April war sein 25.<br />

Todestag.<br />

Cosimo de’ Medici (1389-1464) Begründer der einflussreichen<br />

Dynastie der Medici im Florenz der Renaissance.<br />

Sein Todestag hat sich am 1. August zum 550.<br />

Mal gejährt.<br />

Pius X. (1853-1914) Bürgerlicher Name Giuseppe Melchiorre<br />

Sarto. Geistlicher und 1954 heiliggesprochener<br />

Papst der römisch-katholischen Kirche. Am 20. August<br />

hat sich sein Todestag zum 100. Mal gejährt.<br />

Energie nachhaltig genutzt werden – umgewandelt<br />

wird. Eine weitere Neuerung ist der Nachhaltigkeitsreport,<br />

der 2013 präsentiert wurde und als<br />

Zeichen der Transparenz jährlich alle Aktivitäten<br />

kontrolliert und darüber Bericht erstattet.<br />

•<br />

UNESCO<br />

Die einzigartige Landschaft Italiens beschrieb<br />

das Land, das mit 49 Welterbestätten der UNESCO<br />

international an der Spitze liegt, schon immer.<br />

Fünf davon sind Naturerbestätten wie die Dolomiten<br />

und – seit 2013 – der Vulkan Ätna. Neuzugänge<br />

als Kulturerbestätten 2013 und <strong>2014</strong> sind die<br />

Medici-Villen in der Toscana und die Weintrau-<br />

benlandschaften von Piemont. Ein Beispiel für<br />

eine der zeitlos schönen Kulturstätten ist „Cinque<br />

Terre“ an der Küste Liguriens. Diese „Fünf Länder“<br />

– bestehend aus den Dörfern Monterosso,<br />

Vernazza, Corniglia, Manarola und Riomaggiore<br />

– zeigen eindrucksvoll, wie die italienische Kulturlandschaft<br />

den Städtebau beeinflusst hat und<br />

so die Naturschönheit der Steilküsten bewahrt<br />

werden konnte.<br />

•<br />

Neues aus der Kunstszene<br />

Wer sich eher für die Kunst der Moderne interessiert,<br />

kommt im neuen Hauptsitz der Fondazione<br />

Prada, der im Frühjahr 20<strong>15</strong> in Mailand eröffnet<br />

wird, auf seine Kosten. Der von Rem Koolhaas<br />

designte neue Komplex soll zeitgenössische Architektur<br />

und die historische Restauration einer früheren<br />

Brennerei kombinieren und verfügt über<br />

ein Kunstzentrum, permanente und temporäre<br />

Ausstellungsräume, ein Auditorium und einen<br />

neun Etagen hohen Turm mit einer Auswahl aus<br />

der Sammlung.<br />

In Pisa startet am <strong>15</strong>. Februar 20<strong>15</strong> eine große<br />

Ausstellung über die prägenden Schaffensjahre<br />

von Amadeo Modigliani. Leihwerke aus dem<br />

Pariser Centre Pompidou und aus zahlreichen<br />

Sammlungen geben einen Einblick über seine<br />

Jugend- und Ausbildungsjahre in Livorno bis zu<br />

seinem Umzug nach Paris. Dort traf er mit schillernden<br />

Persönlichkeiten des avantgardistischen<br />

Paris wie Chagall, Braque, Picasso oder Brancusi<br />

zusammen, die seine Kunst nachhaltig beeinflussten.<br />

In der Ausstellung sind zudem neben Skulpturen<br />

von Modigliani und Brancusi auch Werke<br />

von Weggefährten und Zeitgenossen Modiglianis<br />

zu sehen, unter anderem Picasso, Chagall, Léger,<br />

Derain und Gris.<br />

•<br />

BUCHTIPPS<br />

BEPPE SEVERGNINI<br />

Überleben in Italien…<br />

ohne verheiratet, überfahren<br />

oder verhaftet<br />

zu werden<br />

Heyne<br />

Beppe Severgnini nimmt seine<br />

Leser auf eine turbulente<br />

Reise in zehn Tagen durch<br />

Italien mit und erklärt dabei<br />

kurzweilig das Leben in<br />

Italien. Ein Muss für alle, die<br />

Italien besser verstehen und<br />

sich im italienischen Alltag<br />

zurechtfinden wollen. Denn:<br />

Italien kennt keine Komparsen,<br />

nur Hauptdarsteller.<br />

BERNHARD ABEND,<br />

ANJA SCHLIEBITZ,<br />

ROBERT FISCHER<br />

Baedeker Reiseführer<br />

Italien<br />

MairDuMont<br />

Das umfangreiche Werk<br />

bietet einen tollen Überblick<br />

über alles, was es bei<br />

Italien-Reisen zu wissen<br />

gibt: Kulinarische Tipps, geschichtliche<br />

Hintergrundinfos<br />

und Sehenswürdigkeiten<br />

von A bis Z.<br />

ITALIEN<br />

IM INTERNET<br />

Das grüne Val d‘Orcia in der<br />

Toskana<br />

Botschaft der Republik<br />

Italien in Wien<br />

www.ambvienna.esteri.it<br />

Offizielle Internetseite des<br />

italienischen Fremdenverkehrs<br />

www.italia.it<br />

Expo 20<strong>15</strong> in Mailand<br />

www.expo20<strong>15</strong>.org<br />

Fondazione Prada<br />

www.fondazioneprada.org<br />

Ausstellung Modigliani<br />

www.modiglianipisa.it<br />

SOCIETY 2_<strong>2014</strong> | 43


ITALIEN<br />

INTERVIEW<br />

Loriana and Giorgio<br />

Marrapodi amid the<br />

historical interiors of<br />

the residency<br />

“United in Diversity”<br />

H.E. Ambassador Giorgio Marrapodi talks with SOCIETY about<br />

the Italian-Austrian relations, the objectives of the Italian EUpresidency<br />

and the new Italian government.<br />

Interview: Gertrud Tauchhammer<br />

44 | SOCIETY 2_<strong>2014</strong>


ITALIEN<br />

INTERVIEW<br />

Fotos: SOCIETY<br />

How does the logo of the Italian<br />

presidency look like?<br />

The logo was chosen through<br />

a contest among more than 600<br />

Italian schools called “My Europe<br />

is…”. The winner is a stylised<br />

swallow in the colours of Italy and Europe. The<br />

bird is looking upwards, the idea behind is that<br />

we are aiming for the best. The wings represent<br />

the direction, protection and strength of the Europe’s<br />

ideals. The tail is a distinctive feature of the<br />

swallow, not all birds have the tail in this way like<br />

it is giving a direction. This is also symbolising the<br />

diversity of the swallow and the motto of the European<br />

Union: “United in diversity”. The students<br />

thought about the swallow’s long journey, which<br />

is the perfect expression for the ambition of the<br />

European Union.<br />

What are the main objectives of the Italian<br />

presidency of the Council of the European Union?<br />

The Lisbon Treaty institutionalised the trio of<br />

the presidency. So we worked together with Latvia<br />

and Luxemburg to define the main principles<br />

that we want to achieve in the period of eighteen<br />

months, starting now in July <strong>2014</strong> until the end<br />

of 20<strong>15</strong>. The priorities of the trio presidency are<br />

economic growth and job creation. 26 million<br />

people are unemployed in Europe now. We will try<br />

to keep working on the creation of the single market,<br />

which is one of the biggest achievements of<br />

the European Union over the years. Italy will also<br />

work on the digital single market, with all the digital<br />

activities. The financial crisis has demonstrated<br />

that we need more economic and monetary<br />

government in the European Union and not less,<br />

so we will promote the progress in the economic<br />

monetary union. We are living in a system where<br />

the situation of any single country is having an<br />

impact on all the others. That’s why we need more<br />

coordination in Brussels in order for us to grow<br />

together and have a stronger European solidarity.<br />

What does the Italian public expect from the<br />

Renzi government?<br />

The expectations and hopes are very high.<br />

Prime Minister Renzi is representing a change of<br />

attitude for Italy. The message he is transmitting<br />

is the need to leave the next generation a better<br />

country. The government is fighting against resignation<br />

and pessimism. Living in a country where<br />

the economic growth is flat, the public debt high,<br />

and there is a double digit unemployment rate<br />

can, to some extent, make people lose confidence<br />

in the future. The turnout of the last European<br />

Elections, when almost 41 per cent of the Italian<br />

population voted in favour of the Party expressing<br />

the Prime Minister, was a strong demonstration<br />

of confidence in PM Matteo Renzi and his government.<br />

People perceived him as leading on the<br />

right paths, he understands the feeling of the people,<br />

he is interpreting what people want, and he<br />

CURRICULUM<br />

VITAE<br />

H.E. Ambassador Giorgio<br />

Marrapodi was born in<br />

Calabria, and moved to<br />

Florence in the late seventies.<br />

He spent four-year<br />

mandates in Brussels,<br />

Madrid and Rome before he<br />

became the Italian ambassador<br />

in Vienna. With his<br />

wife Loriana, a translator for<br />

German and Russian from<br />

Trieste, he has a nine-yearold<br />

son, who is now happily<br />

attending the Vienna International<br />

School. The couple<br />

met in Brussels. Ambassador<br />

Marrapodi’s first time<br />

in Austria was in summer<br />

1989, when he participated<br />

in an exchange program for<br />

young European diplomats<br />

and attended the “Diplomatische<br />

Akademie” in Vienna<br />

for eight weeks.<br />

is giving hope and enthusiasm. He has conducted<br />

a political electoral campaign in Italy promising<br />

to implement certain measures, for example an<br />

important constitutional reform, increase of the<br />

available income for more than ten million tax<br />

payers, and a reduction of taxation for enterprises.<br />

What are the measures taken to boost the<br />

economy in Italy?<br />

As I have mentioned before, the new government<br />

has granted 80 Euros per month to all people<br />

that had an average income under 26.000 Euros<br />

yearly in 2013 – more than ten million people<br />

– which is intended to increase consumption. This<br />

measure is worth nine billion Euro in 20<strong>15</strong> available<br />

for the income of people. Another measure<br />

was the reduction of the IRAP, which is one of the<br />

taxes burdening the enterprises. Enterprises will<br />

pay 6.5 billion euro less in 20<strong>15</strong>. A further measure<br />

was the reorganization of the administrative<br />

level in the provinces. There are also a 0.5 billion<br />

Euro in favour of the one-income families.<br />

»The priorities of the trio<br />

presidency are economic<br />

growth and job creation. 26<br />

million people are unemployed<br />

in Europe now.<br />

«<br />

Giorgio Marrapodi<br />

Prime Minister Renzi (*1975) and Foreign Minister<br />

Mogherini (*1973) are comparatively young.<br />

What can they achieve in Italian politics and<br />

society?<br />

They are comparatively young, but they both<br />

are very experienced politicians. Prime Minister<br />

Renzi has been in politics for many years, he has<br />

had responsibilities within the political parties,<br />

and he was ruling first the province and then the<br />

city of Florence, which is one of the richest areas<br />

in Italy. Minister Mogherini has been dealing with<br />

foreign policy now for many years. Since 2001<br />

she had responsibilities at Party level and she has<br />

been sitting in the Italian parliament since 2008.<br />

She spent two terms in the committees for foreign<br />

affaires and defence in the parliament. The whole<br />

government is made by a new generation of Ministers,<br />

bringing new feelings among the Italian<br />

people and working on changing Italy into a more<br />

modern country: less bureaucracy, improved education,<br />

increased focus on research and development.**<br />

➢<br />

SOCIETY 2_<strong>2014</strong> | 45


ITALIEN<br />

INTERVIEW<br />

»We are living in<br />

a system where<br />

the situation<br />

of any single<br />

country is<br />

having an<br />

impact on all<br />

the others.<br />

«<br />

Giorgio<br />

Marrapodi<br />

➢<br />

Concerning Renzi’s nickname “rottamatore”<br />

(the scrapper), what does this refer to?<br />

He stated in 2010 in Florence that a “rottamazione”<br />

of the old political management was necessary.<br />

I think he was promoting a generation<br />

change in the management of the Democratic<br />

Party.<br />

Italy is a proponent of the accession of the<br />

Western Balkan countries and Turkey to the EU.<br />

What are the facts that support the accession of<br />

these countries?<br />

Italy is supporting the enlargement of the European<br />

Union because the process is not finished<br />

yet. We have supported the accession of Croatia,<br />

the starting of negotiation with Serbia and Albania<br />

and all the other countries that emerged<br />

from former Yugoslavia. As soon as the countries<br />

of the Western Balkans will meet the prescribed<br />

conditions of accession to the European Union, we<br />

should give them a perspective. Italy is also still in<br />

favour of the accession of Turkey. Turkey is and has<br />

always been a partner of the European countries.<br />

There are important Turkish communities in most<br />

of our countries, in Germany and Austria for example.<br />

The EU opened the negotiations with Turkey<br />

already years ago, asking it to reform several sectors,<br />

like the administration of justice and liberalization<br />

of services. As far as Turkey is responding to<br />

the questions from Brussels, we should go on with<br />

the process. The united European Union should be<br />

a large area of peace and freedom.<br />

What should be done by Europe and Italy to<br />

solve the problem of the flow of refugees across<br />

the Mediterranean?<br />

Italy made an incredible effort in the Mediterranean.<br />

We put together all military and civilian<br />

forces that we have, like navy, army, air force, costal<br />

guard, and civil protection. This permanent<br />

rescue operation is called “Mare Nostrum” and<br />

has saved 120.000 lives so far. Many of these people<br />

are now fleeing from the war crisis in Syria, Libya<br />

and other civil war regions in Africa. But we cannot<br />

keep doing this alone. A larger involvement of<br />

the European Union is absolutely necessary – we<br />

already have requested a bigger effort from FRON-<br />

TEX. We are satisfied that under our Presidency a<br />

new joint maritime borders surveillance operation<br />

“Triton”, under Frontex, was launched, with<br />

large participation of the member states.<br />

How does Italy commemorate the 100th anniversary<br />

of the beginning of World War I?<br />

A very important event of our program of commemoration<br />

was celebrated at the beginning of<br />

July in Redipuglia, when Maestro Riccardo Muti<br />

directed the requiem of Verdi in presence of the<br />

President of the Italian Republic Napolitano,<br />

the highest representatives of Austria, Slovenia<br />

and Croatia. The place of this concert was also<br />

very symbolic. Redipuglia is the most important<br />

military cemetery in Italy, where victims of the<br />

First World War are buried. I don’t want to single<br />

out other specific initiatives. The programme of<br />

commemoration is rich and I would invite those<br />

who are interested in it to consult the web site<br />

www.centenario1914-1918.it<br />

How do the economic relations between Austria<br />

and Italy develop?<br />

The economic relations between Austria and<br />

46 | SOCIETY 2_<strong>2014</strong>


ITALIEN<br />

INTERVIEW<br />

Italy are excellent. With an overall import/export<br />

of more than seventeen billion Euros, the two<br />

economies are very much integrated and well balanced.<br />

Fields of mutual export and import are the<br />

food and wine industry, manufacture, furniture,<br />

fashion, pharmaceutical and chemical products.<br />

Being neighbours is favouring the cooperation, so<br />

there are several hundreds of Austrian enterprises<br />

that have offices in Italy, the same for Italy in Austria.<br />

We have had an economical downside trend<br />

in 2009 and 2010, but now we have completely recovered<br />

the ground lost in those years and now<br />

the import-export is again on a steady path.<br />

How are the bilateral relations between<br />

Austria and Italy in general?<br />

They are very rich and intense. I have been here<br />

in Austria for sixteen months, since then there<br />

have been six bilateral meetings at prime minister<br />

level, two of them in Vienna. The Italian Minister<br />

for Foreign Affairs, Federica Mogherini, was in<br />

Vienna twice and met Minister Kurz.** Italy and<br />

Austria, in order to further strengthen their ties,<br />

have decided to establish a Forum of Dialogue, to<br />

be held alternatively in each country at ministerial<br />

level with the involvement of the civil society<br />

like enterprises, academic institutions and NGOs.<br />

It will focus every year on a topic like, for example,<br />

infrastructure, energy or human rights and will<br />

be chosen in agreement of the two countries. This<br />

dialogue is a concept that Italy has experienced<br />

with several countries and it has always given<br />

fruitful results, like a better knowledge between<br />

the countries and strengthening their cooperation.<br />

In July the Italian Minister of Interior Angelino<br />

Alfano was in Vienna to sign a bilateral agreement<br />

with Austria in the field of cross-border<br />

police cooperation.<br />

I also wish to mention the state visit President<br />

Fischer payed in November in Italy. There was a<br />

very intensive schedule of meetings with President<br />

Giorgio Napolitano, Prime Minister Renzi,<br />

the Presidents of two chambers, Boldrini and<br />

Grasso, the Ministers of Foreign Affairs, Public<br />

Administration, Environment, Labour, Economic<br />

Development, the Mayor of Rome.<br />

The Italian Presidency facilitated the agreement<br />

reached at the European Council on 23-24<br />

October on the new Climate and Energy Framework<br />

for 2030.<br />

We have been paying special attention to the<br />

role of the EU in the Mediterranean, in particular<br />

in managing migration and asylum policies,<br />

where more solidarity is needed. Therefore, Italy<br />

is satisfied that under our Presidency a new<br />

joint maritime borders surveillance operation,<br />

“Triton”, under Frontex was launched, with large<br />

participation of Member States.<br />

Moreover we have been supporting the need for<br />

a higher integration between the internal and external<br />

dimension of migration policies, through<br />

deepening the dialogue with the third countries<br />

of origin and transit migration. Thus we organized<br />

the fourth Euro-African Ministerial Conference on<br />

“Migration and Development” within the “Rabat<br />

Process” which took place in Rome on 26-27 November<br />

(with Western African countries), back to<br />

back with a joint Ministerial Meeting of EU Ministers<br />

of Interior and Ministers of Foreign Affairs<br />

and the launching of the “Khartoum Dialogue”<br />

with Eastern African countries on 28 November.<br />

** SOCIETY met the Ambassador at the end of August<br />

<strong>2014</strong> when he told us about the programme of the Presidency.<br />

We asked him in December to give an assessment<br />

of the results of the Italian Semester. At the time of the interview<br />

Federica Mogherini was still Minister of Foreign<br />

Affairs of Italy. As of November 1st she has become High<br />

Representative of the European Union for Foreign Affairs<br />

and Security policy. From October 31 Paolo Gentiloni was<br />

appointed new Minister of Foreign Affairs of Italy.<br />

INFO<br />

Italian Presidency of<br />

the Council of the<br />

European Union<br />

• www.italia<strong>2014</strong>.eu<br />

Fotos: SOCIETY<br />

What are the results of the Italian EU presidency?**<br />

The Presidency has been focusing on ensuring<br />

a smooth institutional transition, which is now<br />

completed with the new Commission entering<br />

into force on November the 1st.<br />

Growth and employment are crucial priorities<br />

for the Italian Presidency and in this framework,<br />

we organized the High Level Conference<br />

on Employment to discuss new policies to restart<br />

growth and promote employment. In this context,<br />

we have been supporting the plan announced by<br />

President Juncker to mobilize 300 billion Euro for<br />

public and private investment between 20<strong>15</strong>-2017.<br />

SOCIETY 2_<strong>2014</strong> | 47


ITALIEN<br />

BOTSCHAFT<br />

Italienische Residenz in Wien<br />

Das Palais Metternich<br />

der Botschaft<br />

der Italienischen<br />

Republik in Wien<br />

kann auf eine<br />

turbulente<br />

Geschichte zurückblicken.<br />

Die italienische Botschaft<br />

befindet sich im Palais<br />

Metternich im dritten Wiener<br />

Gemeindebezirk. 18<strong>15</strong><br />

ließ Großkanzler Fürst von<br />

Metternich eine Sommerresidenz errichten,<br />

die nach einem Ausbau 1837 auch seine<br />

Kunstsammlung beherbergte. Erst im<br />

hohen Alter und kurz vor seinem Rückzug<br />

aus der Politik entwarfen die Architekten<br />

Johann Romano von Ringe und August<br />

Schwendenwein das heutige Palais im Stil<br />

der Wiener Historismusarchitektur mit<br />

Anklängen an die italienische Renaissance.<br />

1848 war das Palais von Baumeister Franz<br />

Schlierholz fast fertig gestellt, wurde aber<br />

im Lauf der Revolution schwer beschädigt.<br />

Metternich bewohnte das Palais von 1851<br />

bis zu seinem Tod im Jahr 1859. 1908<br />

wurde das Palais von der italienischen<br />

Regierung gekauft und 1910 um einen<br />

modernen Ballsaal erweitert. Während<br />

der beiden Weltkriege war das Gebäude<br />

geschlossen, und es wurde 1946 an Italien<br />

zurückgegeben.<br />

1<br />

2<br />

1 Schlachtensalon<br />

2 Foyer<br />

3 Großer Ballsaal<br />

4 Haupteingang des<br />

Palais Metternich am<br />

Rennweg<br />

Fotos: SOCIETY<br />

3<br />

4<br />

Das Stiegenhaus der Britischen<br />

Residenz<br />

50 | SOCIETY 2_<strong>2014</strong>


ITALIEN<br />

BESUCH<br />

Begrüßung durch Premierminister<br />

Matteo Renzi mit<br />

militärischen Ehren<br />

Stolz auf Entwicklung<br />

der Beziehungen<br />

Staatsbesuch von Bundespräsident Heinz Fischer<br />

in Italien zu Gesprächen mit Präsident Giorgio<br />

Napolitano und Ministerpräsident Matteo Renzi.<br />

Vier-Augen-Gespräche mit<br />

Präsident Giorgio Napolitano<br />

Bundespräsident Heinz Fischer stattete<br />

der Italienischen Republik einen<br />

Staatsbesuch ab. Er traf sich u. a. mit<br />

dem italienischen Präsidenten Giorgio<br />

Napolitano, dem Ministerpräsidenten<br />

Matteo Renzi, Senatspräsident Pietro Grasso,<br />

der Präsidentin der Abgeordnetenkammer Laura<br />

Boldrini und Roms Bürgermeister Ignazio Marino<br />

zu Gesprächen.<br />

Im Mittelpunkt der Gespräche mit Präsident<br />

Napolitano im Quirinal, dem Sitz des italienischen<br />

Präsidenten, standen europäische Fragen<br />

und die internationale Lage, etwa in der Ukraine<br />

und im Nahen Osten. Fischer lobte den Einsatz der<br />

neuen EU-Außenbeauftragten Federica Mogherini<br />

für eine friedliche Lösung in Palästina.<br />

Die guten Beziehungen zwischen Italien und<br />

Österreich wurden bei der gemeinsamen Pressekonferenz<br />

hervorgehoben. Italien ist Österreichs<br />

zweitwichtigster Handelspartner und zweitstärkster<br />

Investor. Trotz Einsparungen wird das Projekt<br />

Brenner Basistunnel fortgesetzt, um Arbeitsplätze<br />

zu schaffen. Beim Treffen mit Regierungschef Matteo<br />

Renzi im Regierungssitz Palazzo Chigi wurde<br />

die akute Flüchtlingsproblematik besprochen. Österreich<br />

werde sich an der EU-Mission Triton zur<br />

Rettung von Flüchtlingen beteiligen, die kürzlich<br />

unter Aufsicht der EU-Grenzschutzagentur Frontex<br />

begonnen hat.<br />

Die Reformpläne von Matteo Renzi waren ebenfalls<br />

Thema der Gespräche. Renzi sucht in Europa<br />

Bündnispartner im Kampf gegen die Arbeitslosigkeit<br />

und mehr Investitionen für Wachstum und<br />

Beschäftigung.<br />

Auch die Südtiroler Frage wurde angeschnitten.<br />

Es ging um die Verhandlungen über das<br />

Südtiroler Finanzabkommen in Rom, bei dessen<br />

Neuregelung die Republik Österreich einbezogen<br />

werden soll.<br />

Bundespräsident Fischer wurde während seines<br />

Romaufenthalts auch von Papst Franziskus zu<br />

einem Vier-Augen-Gespräch empfangen. Besprochen<br />

wurden die Asylsituation, die Lage verfolgter<br />

Christen und der interreligiöse Dialog.<br />

Fotos: Peter Lechner/HBF<br />

Vier-Augen-Gespräch mit<br />

Seiner Heiligkeit Papst<br />

Franziskus<br />

Begrüßung des Bundespräsidenten und Frau Margit<br />

Fischer durch den Präsidenten der Italienischen Republik<br />

Giorgio Napolitano und Frau Clio Napolitano<br />

SOCIETY 2_<strong>2014</strong> | 49


ITALIEN<br />

INTERVIEW<br />

Italien in<br />

Wien<br />

Inmitten der Regierungsgebäude am Wiener Ballhausplatz<br />

steht die Minoritenkirche. Sie ist seit 1784 die Heimat der<br />

Italienischen Kongregation, die dieses Jahr ihr 230-jähriges<br />

Jubiläum feiert.<br />

Interview: SOCIETY<br />

50 | SOCIETY 2_<strong>2014</strong>


ITALIEN<br />

INTERVIEW<br />

Fotos: Italienische Kongregation<br />

Italien ist nicht nur mit den neuen Designershops<br />

im Goldenen Quartier in Wien<br />

präsent, vielmehr gibt es eine lange Geschichte<br />

italienischer Kultur in der Hauptstadt.<br />

Die älteste Vereinigung italienischer<br />

Katholiken in Wien ist die 1625 gegründete<br />

italienische Kongregation „Madonna della Neve“<br />

in der Minoritenkirche. SOCIETY traf die Präfektin<br />

Daniela Panella-Jirout zum Interview.<br />

Was ist die Geschichte der italienischen Kongregation?<br />

Gründervater der „Congregazione Italiana“<br />

war der Jesuit Guglielmo Lamormaini, Professor<br />

an der Universität Wien und Beichtvater von Kaiser<br />

Ferdinand II. Anfänglich hielten sie ihre Versammlungen<br />

in der Kapelle in der Bognergasse ab,<br />

danach übersiedelten sie in die heute nicht mehr<br />

existierende, minoritische Katharinenkapelle am<br />

Ballhausplatz. Dies wurde durch ein Schreiben von<br />

Kaiserin Maria Theresia an den Minoritenorden<br />

ermöglicht. Die Einweihungsmesse 1775 dirigierte<br />

Congregazione-Mitglied Antonio Salieri. 1776<br />

bestimmte die Gemeinschaft in einem Statut den<br />

Apostolischen Nuntius zum Schirmherrn der italienischen<br />

Kongregation. 1784 übertrug Kaiser Joseph<br />

der II. per Dekret die, von den Minoriten frei<br />

geworden Minoritenkirche, an die italienische Kongregation.<br />

Dieses Jahr feiern wir unser 230-jähriges<br />

Bestehen der italienischen Nationalkirche.<br />

Was sind die Hauptaufgaben der Congregazione?<br />

Zu unseren Hauptaufgaben gehören der Erhalt<br />

der Minoritenkirche, die Abhaltung eines italienischen<br />

Gottesdienstes sowie die Pflege der italienischen<br />

Sprache und Kultur. Zu diesem Zweck bieten<br />

wir nachmittags Unterricht für italienischsprachige<br />

Kinder von 6 bis 18 Jahren an. Hier können sie<br />

ihr Wissen über das Land und die Sprache vertiefen.<br />

Jeden Sonntag wird eine Messe in italienischer<br />

Sprache von unserem Rektor abgehalten. Seit 1957<br />

stellt der Minoritenorden unseren Rektor. Eine besondere<br />

Tradition haben unsere Festlichkeiten am<br />

Palmsonntag, zu der der Apostolische Nuntius S.E.<br />

Zurbriggen in seiner Funktion als Beschützer der<br />

Congregazione eine Messe abhält. Die Congregazione<br />

ist ein wichtiger Treffpunkt für die italienische<br />

Gemeinde in Wien, die sich am Sonntag<br />

in der Kirche zahlreich versammelt. Wir pflegen<br />

auch engen Kontakt zu dem italienischen Botschafter<br />

in Österreich, indem wir gemeinsame<br />

Veranstaltungen planen oder auch mit dem italienischen<br />

Kulturinstitut zusammenarbeiten.<br />

Sie sind seit Oktober 2009 Präfektin der Congregazione,<br />

als erste Frau seit deren Entstehung.<br />

Wie sehen Ihre Aufgaben aus?<br />

Die Kongregaten wählen alle fünf Jahre einen<br />

Präfekten, ich wurde im März <strong>2014</strong> bereits zum<br />

zweiten Mal in diese Position gewählt. Ich habe<br />

immer in der Verwaltung gearbeitet, weswegen<br />

ich für diese Position so gut geeignet bin. Ich war<br />

Der Bau der Minoritenkirche wurde im 13. Jahrhundert begonnen. Die heutige Gestalt erhielt das Gotteshaus im späten 14.<br />

Jahrhundert. 1786 fand die feierliche Weihe der Kirche unter dem Namen „Madonna della Neve“ (Maria Schnee) statt.<br />

Daniela Panella-Jirout<br />

INFO<br />

Italienische<br />

Kongregation<br />

bei der Italienischen<br />

Nationalkirche<br />

Maria Schnee - Wiener<br />

Minoritenkirche<br />

Minoritenplatz 2A<br />

A-1010 Wien<br />

Mobil +43-(0)676-626 41 13<br />

office@minoritenkirchewien.info<br />

www.minoritenkirche-wien.<br />

info<br />

zuerst Vize-Präfektin und wurde danach zur Präfektin<br />

gewählt. Wir sind alle ehrenamtlich tätig,<br />

deswegen muss der Präfekt viel Zeit zur Verfügung<br />

haben. Wir haben keine fixen Bürozeiten,<br />

aber es ist schon eine Beschäftigung von mehreren<br />

Stunden. Wobei das auch sehr stark variiert.<br />

Welche Neuerungen haben Sie seit Ihrer Tätigkeit<br />

als Präfektin veranlasst?<br />

Unter meiner Präfektur konnte ich die bereits<br />

unrentable Ölheizung in der Kirche durch eine<br />

Gasheizung ersetzen. Im Sommer 2012 veranlasste<br />

ich eine gründliche und aufwendige Innenrestaurierung<br />

des „Minoritenhauses“.<br />

Wie finanziert sich die italienische Kongregation?<br />

Eine wichtige Einnahmequelle sind Konzerte,<br />

die wir in der Kirche veranstalten. Vor allem um<br />

die Weihnachtszeit sind unsere Veranstaltungen<br />

sehr beliebt und gut besucht. Ein besonderes<br />

Highlight ist die Konzertveranstaltung „Harlem<br />

Christmas Gospel“. Bei „Trumpets in Concert“ von<br />

Leonhard Leeb werden weihnachtliche Klänge von<br />

Trompeten interpretiert. Bei der Langen Nacht der<br />

Kirchen sind wir ebenfalls vertreten. Zusätzlich<br />

organisieren wir Ausstellungen, wie zum Beispiel<br />

hatten wir eine Schau über Leonardo Da Vincis Erfindungen.<br />

•<br />

SOCIETY 2_<strong>2014</strong> | 51


ITALIEN<br />

WIRTSCHAFT<br />

Shopping in der Galleria<br />

Vittorio Emanuele II in<br />

Mailand.<br />

FACTS<br />

WIRTSCHAFTSDATEN<br />

ITALIEN<br />

Bedeutende<br />

Wirtschaftssektoren<br />

Maschinen, Fahrzeuge,<br />

Lebensmittel, chemische<br />

Industrie, Texil- und Möbelindustrie<br />

Wirtschaftswachstum<br />

-1,8% (2013)<br />

BIP pro Kopf<br />

EUR 25.553,8 (2013)<br />

BIP<br />

EUR 1.365,37 Mrd. (2013)<br />

Inflation<br />

1,3 % (2013)<br />

Arbeitslosigkeit<br />

12,2 % (2013)<br />

Auslandsverschuldung<br />

EUR 2.068,9 Mrd. (2013)<br />

Währung<br />

Euro<br />

Exporte<br />

EUR 390 Mrd.<br />

Wichtigste Exportländer<br />

Deutschland, Frankreich,<br />

USA, Spanien<br />

Importe<br />

EUR 359 Mrd.<br />

Wichtigste Importländer<br />

Deutschland, Frankreich,<br />

China, Niederlandea<br />

AUSSENHANDEL<br />

MIT ÖSTERREICH<br />

Importe aus Österreich<br />

EUR 8,18 Mrd.<br />

Importprodukte<br />

Maschinen, Fahrzeuge,<br />

Nahrungsmittel, Getränke,<br />

chemische Erzeugnisse,<br />

Holz, Eisen, Stahl<br />

Exporte nach Österreich<br />

EUR 7,87 Mrd.<br />

Exportprodukte<br />

Maschinen, Fahrzeuge,<br />

Nahrungsmittel, Getränke,<br />

chemische Erzeugnisse,<br />

Eisen, Stahl, Möbel, Bekleidung,<br />

Schuhe<br />

Wichtiger<br />

Handelspartner<br />

Italien kämpft seit drei Jahren mit einer Rezession,<br />

kann bei Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit<br />

aber auf die gewohnten Stärken setzen.<br />

Text: SOCIETY<br />

Die drittgrößte Volkswirtschaft der<br />

Eurozone und neuntgrößte Wirtschaftsmacht<br />

der Welt befindet sich<br />

seit 2011 in einer Rezession. Das aktuelle<br />

BIP ist auf den Stand des Jahres<br />

2000 herabgesunken, die Arbeitslosigkeit ist<br />

hoch – besonders die Jugendarbeitslosigkeit mit<br />

44 Prozent –, im Sommer <strong>2014</strong> gab es erstmals seit<br />

den 1950er Jahren wieder eine Deflation und die<br />

Staatsverschuldung hat mit mehr als 2,1 Billionen<br />

Euro (knapp 128 Prozent des BIP) eine Rekordmarke<br />

erreicht.<br />

Mit einem 1000-Tage-Programm möchte Regierungschef<br />

Matteo Renzi bis zum Frühjahr 2017<br />

Reformen umsetzen, die Italien wieder auf Erfolgskurs<br />

bringen sollen. Besonders wichtig sind<br />

Reformen der schwerfälligen Bürokratie wie der<br />

Steuerverwaltung und des Justizwesens. Steuersenkungen<br />

sollen Firmen und Familien entlasten,<br />

Ausgabenkürzungen den Schuldenberg verkleinern.<br />

•<br />

Italiens Stärken<br />

Wenn die Reformen gelingen und die Wettbewerbsfähigkeit<br />

verbessert wird, kann Italien auf<br />

seine nach wie vor vorhandenen Stärken bauen<br />

wie die riesige Schar an kreativen und fleißigen<br />

Unternehmern, den hohen Industrialisierungsgrad<br />

und das damit einhergehende Know-how,<br />

den bedeutenden Wirtschaftsfaktor Tourismus<br />

(rund zehn Prozent des BIP) und die enorme Kaufkraft<br />

des Binnenmarktes mit mehr als sechzig Millionen<br />

Einwohnern.<br />

•<br />

Handelspartner Österreich<br />

Für Österreich ist Italien der zweitwichtigste<br />

Handelspartner nach Deutschland. Der gegenseitige<br />

Warenaustausch ist zwar ein wenig zurückgegangen,<br />

aber dennoch blieb der Wert auf einem<br />

hohen Niveau noch vor den Ländern Schweiz und<br />

USA. Österreich erwirtschaftet mit Italien einen<br />

Handelsbilanzüberschuss. Im Tourismus gab es<br />

in den vergangenen Jahren sinkende Gästezahlen<br />

aus Italien, die für <strong>2014</strong> aber wieder im Steigen<br />

begriffen sind. Im Gegenzug bleibt Italien immer<br />

noch das beliebteste Sommer-Reiseziel der Österreicher<br />

vor Kroatien und Spanien.<br />

Die Expo von Mai bis Oktober 20<strong>15</strong> in Mailand<br />

widmet sich dem Thema „Feeding the Planet,<br />

Energy for Life“. Österreich wird sich als Partner<br />

für erneuerbare Energie und nachhaltige Entwicklung<br />

präsentieren und kann bei der Weltausstellung<br />

seine ökologische und technische Kompetenz<br />

ins Rampenlicht stellen. Im Umfeld der Expo<br />

sind einige Bauaufträge zu erwarten und zusätzliche<br />

Exportchancen gegeben. Die Region Mailand<br />

gehört für sich gesehen zu einem der wichtigsten<br />

Außenhandelspartner Österreichs. •<br />

Foto: Fototeca ENIT<br />

52 | SOCIETY 2_<strong>2014</strong>


Foto: Claudia Gannon<br />

BREATHE.AUSTRIA<br />

auf der EXPO<br />

Sonja Holocher-Ertl von der Außenwirtschaft<br />

Austria über die Wirtschaftslage in Italien und die<br />

Geschäftschancen bei der EXPO 20<strong>15</strong> in Mailand.<br />

Interview: <strong>Society</strong><br />

Wie steht die italienische<br />

Wirtschaft global gesehen<br />

da?<br />

Italien wird derzeit<br />

vorwiegend über die<br />

Themen Staatsverschuldung<br />

und Wirtschaftsflaute wahrgenommen. Der<br />

Binnenkonsum – die wichtigste Komponente des<br />

italienischen BIP – bietet nun das dritte Jahr in<br />

Folge praktisch keine Wachstumsimpulse,<br />

und die Staatsverschuldung<br />

erreichte heuer<br />

im Juli sagenhafte 2.186 Mrd.<br />

Euro. Italien ist aber auch einer<br />

der größten Erzeuger Europas,<br />

und die großen Firmen<br />

sind meist gut im Export verankert<br />

und können sich trotz<br />

des schwierigen Umfelds behaupten.<br />

Den KMUs, die es bisher<br />

mit viel Einsatz und Kreativität<br />

geschafft haben, der<br />

Krise zu trotzen, geht nun aber<br />

langsam die Luft aus. Viele der<br />

8.000 Pleiten im ersten Halbjahr<br />

<strong>2014</strong> sind auf die Konsumflaute<br />

zurückzuführen. Die<br />

Italiener verfügen zwar über<br />

ein riesiges Nettoprivatvermögen<br />

von ca. 8,5 Billionen Euro<br />

(einem Vielfachen der Staatsverschuldung), gleichzeitig<br />

ist die Zahl der Armen seit 2007 stark angestiegen<br />

und Italien befindet sich auf dem viertletzten<br />

Platz der Armenstatistik der EU.<br />

Welche Erwartungen setzt die Wirtschaft in<br />

Ministerpräsident Matteo Renzi? Welche Reformen<br />

sind dringend notwendig?<br />

Matteo Renzi muss es gelingen, Reformen durchzuziehen,<br />

wachstumsfördernde Maßnahmen zu<br />

setzen und Unternehmen und Haushalte zu entlasten,<br />

um die Binnennachfrage und den Export – die<br />

Grundpfeiler der italienischen Wirtschaft – anzukurbeln.<br />

Sein für die ersten 100 Tage wohl zu ambitioniertes<br />

Programm hat er inzwischen auf 1.000<br />

Tage ausgeweitet und sich damit für die nächsten<br />

drei Jahre in Position gebracht. Dies ist sicherlich<br />

ein realistischerer Zeitraum für die Umsetzung der<br />

Reformen.<br />

Neben der Staatsverschuldung belasten starre<br />

bürokratische Systemen, hohe Steuerbelastung<br />

und schwerfällige Justiz und Verwaltung die Wirtschaft.<br />

Dringend reformiert werden muss auch der<br />

Arbeitsmarkt, denn aktuell sind rund drei Millionen<br />

Italiener arbeitslos. Die Jugendarbeitslosigkeit<br />

von 44 Prozent und der hohe Anteil von Jugendlichen<br />

ohne Ausbildung und<br />

Perspektive bereiten dabei besondere<br />

Kopfschmerzen.<br />

Welche Geschäftschancen<br />

ergeben sich für österreichische<br />

Firmen anlässlich der<br />

Expo 20<strong>15</strong> in Mailand?<br />

Die für die Expo nötigen<br />

Infrastrukturinvestitionen bieten<br />

österreichischen Firmen<br />

auch schon im Vorfeld gute<br />

Geschäftschancen. Der Österreich-Pavillon<br />

BREATHE.AUST-<br />

RIA rückt mit einem lebenden<br />

Wald die Bedeutung von Luft<br />

und Atem für die Entwicklung<br />

allen Lebens in den Mittelpunkt<br />

und thematisiert auf<br />

knapp 2.000 Quadratmetern<br />

die ökologische und technische<br />

Kompetenz Österreichs. Produkte und Knowhow<br />

in den Bereichen Lebensmittel, Technologie,<br />

Holz und Design aus Österreich werden präsentiert<br />

und Firmen können den Österreich-Pavillon auch<br />

für Image-Auftritte, B2B-Meetings und ähnliches<br />

nutzen. Parallel zur Expo organisieren die österreichischen<br />

AußenwirtschaftsCenter Mailand und<br />

Padua auf den Messen TUTTOFOOD, PLAST, IPACKI-<br />

MA, Made in Steel und SANA verschiedene Präsentationsmöglichkeiten<br />

für österreichische Firmen und<br />

stehen unseren Firmen natürlich auch für individuelle<br />

Unterstützung bei der Markterschließung<br />

zur Verfügung. Denn Italien ist auch nach Jahren<br />

der Krise mit Exportrückgängen der zweitwichtigste<br />

Handelspartner Österreichs. Es bleibt also zu<br />

hoffen, dass die Ausfuhren 20<strong>15</strong> durch Renzis Reformen<br />

und die Expo wieder steigen. •<br />

ITALIEN<br />

INTERVIEW<br />

»Die für die<br />

Expo nötigen<br />

Infrastrukturinvestitionen<br />

bieten österreichischen<br />

Firmen<br />

im Vorfeld<br />

gute Geschäftschancen.<br />

«<br />

ZUR PERSON<br />

Mag. Sonja Holocher-Ertl<br />

ist Regionalmanagerin<br />

Westeuropa der Außenwirtschaft<br />

Austria. Sie studierte<br />

Handelswissenschaft an der<br />

WU Wien und schloss einen<br />

CEMS Master ab. Sie war u.<br />

a. in den Außenwirtschaftcentern<br />

Sydney, Zagreb und<br />

London beschäftigt.<br />

www.expoaustria.at<br />

wko.at/aussenwirtschaft/it<br />

SOCIETY 2_<strong>2014</strong> | 53


ITALIEN<br />

PORTRÄT<br />

Ein europäischer<br />

Visionär<br />

Heuer jährt sich zum sechszigsten Mal der Todestag des<br />

italienischen Staatsmannes Alcide de Gasperi. Er zählt<br />

zu den Gründervätern der Europäischen Gemeinschaft.<br />

text: SOCIETY<br />

Alcide de Gasperi zählt<br />

neben Konrad Adenauer,<br />

Winston Churchill,<br />

Robert Schuman, Jean<br />

Monnet und Paul-Henri<br />

Spaak zu den Gründervätern<br />

der Europäischen Gemeinschaft. Er<br />

setzte sich aktiv für den Einigungsprozess<br />

Europas nach der Katastrophe des Zweiten<br />

Weltkriegs ein.<br />

•<br />

Frühes politisches Wirken<br />

De Gasperi wurde 1881 in der italienischen<br />

Region Trentino geboren, die damals<br />

Teil der Habsburgermonarchie war<br />

und zu Tirol gehörte. Für das Studium<br />

der Philologie ging er nach Wien, wo er<br />

sich als Führer der katholischen Studentenbewegung<br />

hervortat und für die Angelegenheiten<br />

der italienischen Studenten<br />

einsetzte. Gemeinsam mit anderen forderte<br />

er die Errichtung einer rechtswissenschaftlichen<br />

Fakultät in italienischer<br />

Sprache.<br />

Nach Abschluss des Studiums kehrte er<br />

in seine Heimat zurück und wurde in Trient<br />

Journalist und später Direktor der Zeitung<br />

„La Voce Cattolica“ – Die katholische<br />

Stimme. Er hatte eine ausgeprägte politische<br />

Begabung und wurde infolgedessen<br />

in öffentliche Ämter gewählt. 1909 wurde<br />

er Stadtrat in Trient und 1911 Reichsratsabgeordneter<br />

in Wien. Dort fungierte er<br />

auch als Vorsitzender der italienischsprachigen<br />

Abgeordneten. 1914 wurde er<br />

Abgeordneter im Tiroler Landtag in Innsbruck.<br />

Während des Ersten Weltkriegs setzte<br />

er sich für die aus dem Trentino stammenden<br />

Kriegsflüchtlinge ein. Politisch<br />

verhielt er sich eher neutral zu der Frage<br />

nach der territorialen Zugehörigkeit<br />

Trentinos. Nach dem Ersten Weltkrieg<br />

– Trentino und Südtirol waren aufgrund<br />

des Vertrages von Saint Germain ein Teil<br />

Italiens geworden – war er Mitbegründer<br />

des katholischen Partito Popolare Italiano<br />

(PPI) und zog 1921 als Abgeordneter ins<br />

italienische Parlament in Rom ein. 1922<br />

heiratete er Francesca Romani.<br />

•<br />

Zeit des Faschismus<br />

Mit der stärker werdenden faschistischen<br />

Bewegung Benito Mussolinis begann<br />

eine schwierige Zeit für Alcide De<br />

Gasperi. Zunächst beteiligte sich der Partito<br />

Popolare noch an der Regierung Mussolinis,<br />

was jedoch den Generalsekretär und<br />

»De Gasperi setzte sich als<br />

Italiens Ministerpräsident<br />

für die europäische<br />

Einigung ein.<br />

«<br />

Gründungsmitglied des PPI Don Luigi<br />

Sturzo im Jahr 1923 zum Rücktritt bewog.<br />

De Gasperi wurde sein Nachfolger als Generalsekretär<br />

des PPI. Vollständig änderte<br />

sich De Gasperis Einstellung mit der<br />

Ermordung des sozialistischen Politikers<br />

Giacomo Matteotti im Jahr 1924 durch die<br />

Faschisten. De Gasperi wurde Teil der so<br />

genannten Aventinianer, jener Abgeordneten,<br />

die sich gegen die Politik Mussolinis<br />

richteten und aus Protest gegen die<br />

Ermordung Matteottis das Parlament verließen.<br />

Viele dieser Abgeordneten gingen<br />

sogar ins Exil.<br />

1927 wurde De Gasperi von den Faschisten<br />

festgenommen und zu einer<br />

vierjähren Haftstrafe verurteilt, die unter<br />

Einflussnahme der Kirche auf zwei Jahre<br />

verkürzt wurde. Nach seiner Freilassung<br />

im Jahr 1929 war es wiederum die Kirche,<br />

die ihn schützte und ihm eine Stelle als Bibliothekar<br />

im Vatikan verschaffte. 14 Jahre<br />

lang dauerte dieser Lebensabschnitt De<br />

Gasparis bis zum Ende der faschistischen<br />

Diktatur Mussolinis im Jahr 1943.<br />

•<br />

Die Ära De Gasperi<br />

Als 1943 mit der Landung alliierter<br />

Truppen auf Sizilien das Ende des faschistischen<br />

Regimes bereits absehbar war,<br />

schrieb De Gasperi das Manifest „Idee ricostruttive“<br />

– Ideen des Wiederaufbaus – ,<br />

welches die Basis für die Gründung der<br />

Democrazia Cristiana (DC) werden sollte.<br />

Bereits 1944 wurde De Gasperi als Vorsitzender<br />

der DC Minister in der ersten antifaschistischen<br />

Regierung unter Ministerpräsident<br />

Ivanoe Bonomi.<br />

Im Dezember 1945 begann die „Ära<br />

De Gasperi“ mit seiner Ernennung zum<br />

Ministerpräsidenten Italiens. Acht Jahre<br />

führte er die Regierungsgeschäfte, obwohl<br />

in dieser kurzen Zeit acht Regierungen<br />

hintereinander folgten. De Gasperi war<br />

der Wegbereiter für die Eingliederung<br />

Italiens in die westlichen Staaten. Er befürwortete<br />

bei der Volksabstimmung am<br />

2. Juni 1946 den Wechsel Italiens von der<br />

Monarchie zur Republik und nahm im<br />

Sommer 1946 an der Pariser Friedenskonferenz<br />

zwischen den Alliierten und den<br />

Verlierern des Zweiten Weltkriegs teil.<br />

In die Zeit von Ministerpräsident De<br />

Gasperi fällt nicht nur die Schaffung einer<br />

neuen Verfassung, die Errichtung<br />

einer republikanischen Demokratie son-<br />

54 | SOCIETY 2_<strong>2014</strong>


De Gasperi war eine treibende Kraft<br />

hinter der Bildung der Europäischen<br />

Wirtschaftsgemeinschaft<br />

dern auch der Aufbau der Wirtschaft. Es<br />

gelang ihm, dass Italien Teil des gigantischen<br />

Wirtschaftsaufbauprojekts der<br />

USA, des Marshallplans, wurde.<br />

Für Österreich wurde De Gasperi im<br />

Zusammenhang mit der Frage nach der<br />

Zukunft Südtirols wichtig. Der österreichische<br />

Außenminister Karl Gruber trat<br />

in Übereinstimmung mit der Südtiroler<br />

Bevölkerung für eine Angliederung Südtirols<br />

an Österreich ein, was De Gasperi<br />

jedoch ablehnte. Im September 1946 erfolgte<br />

eine Einigung im so genannten<br />

Gruber-De-Gasperi-Abkommen, in dem<br />

der kulturelle Schutz der deutschsprachigen<br />

Bevölkerung Südtirols vertraglich garantiert<br />

wurde.<br />

Foto: Europäische Kommission<br />

•<br />

Aufbruch in ein<br />

geeintes Europa<br />

Von Beginn an setzte sich De Gasperi<br />

für den europäischen Einigungsprozess<br />

ein. Er unterstützte die Schaffung des<br />

Europarates (1949 gegründet), machte Italien<br />

zum Gründungsmitglied der NATO<br />

(ebenfalls 1949) und stimmte augenblicklich<br />

dem im Jahr 1950 vorgestellten Plan<br />

des französischen Außenministers Robert<br />

Schuman zur Gründung der Montanunion,<br />

der Europäischen Gemeinschaft für<br />

Kohle und Stahl, zu. De Gasperi fungierte<br />

bei den Verhandlungen als Vermittler zwischen<br />

Deutschland und Frankreich.<br />

De Gasperi war außerdem ein Verfechter<br />

einer gemeinsamen europäischen<br />

Verteidigungspolitik, die jedoch nicht<br />

zustande kam. Die Gründung der Europäischen<br />

Wirtschaftsgemeinschaft (EWG)<br />

im Jahr 1957 erlebte er nicht mehr – er<br />

starb 1954 in Borgo Valsugane im Trentino<br />

–, jedoch war er bis zu seinem Tod eine<br />

treibende Kraft hinter der Bildung dieses<br />

wichtigen Zusammenschlusses, dem Vorläufer<br />

der Europäischen Union.<br />

Im Jahr 1952 wurde ihm für die Verdienste<br />

um Europa und die europäische<br />

Einigung der bedeutende Internationale<br />

Karlspreis der Stadt Aachen verliehen, der<br />

bis heute an – meist politische – Persönlichkeiten<br />

vergeben wird, u. a. an Angela<br />

Merkel, Bill Clinton und auch den österreichischen<br />

Bundeskanzler Franz Vranitzky.<br />

In seiner Rede anlässlich der Verleihung<br />

des Preises sagte Alcide De Gasperi: „Alle<br />

europäischen Völker haben aus einer bewegten<br />

Vergangenheit eine Lehre zu ziehen:<br />

Die Zukunft lässt sich nicht nach<br />

dem Faustrecht aufbauen und auch nicht<br />

im Geiste der Eroberung, sondern mit Geduld<br />

nach demokratischen Methoden, im<br />

konstruktiven Geiste der Verständigung,<br />

unter Achtung der Freiheit.“ •<br />

SOCIETY2_<strong>2014</strong> | 55


ITALIEN<br />

REISE<br />

Die Vajolet-Türme, eine bizarre<br />

Felsformation im Zentrum der<br />

Rosengartengruppe, sind als<br />

Kletterparadies bekannt<br />

Das Beste aus beiden<br />

Kulturwelten<br />

Südtirol hat ein ganz besonderes Flair, das gleichzeitig alpinen<br />

Bergzauber und italienisches „dolce Vita“ bieten kann.<br />

Text: <strong>Society</strong><br />

Zwischen dem Meer und den<br />

Bergen gelegen, verknüpft<br />

Trentino-Südtirol alpine<br />

und mediterrane Lebensart<br />

mit drei verschiedenen Kulturen.<br />

Deutsche, Italiener<br />

und Ladiner leben auf dem 7.400 Kilometer<br />

umfassenden Gebiet, das sich bis heute<br />

seine Traditionen und Brauchtümer bewahrt<br />

hat, dreisprachig zusammen.<br />

•<br />

Zwischen Italien und<br />

Österreich<br />

Südtirol ist heute ein Teil der italienischen<br />

Region Trentino-Südtirol, besitzt<br />

jedoch weitgehende autonome Rechte.<br />

Schon im Pariser Vertrag vom 5. September<br />

1946 wurde Österreichs Schutzfunktion<br />

für Südtirol festgeschrieben. In<br />

der Nachkriegszeit nahm Italien die bis<br />

heute bestehende Zusammenführung<br />

der Provinzen Südtirol und Trentino zu<br />

einer Region vor. 1960 thematisierte der<br />

damalige österreichische Außenminister<br />

Bruno Kreisky die dadurch entstandenen<br />

Minderheitenkonflikte vor der UNO, was<br />

schließlich im Rahmen des Südtirol-Paktes<br />

1969 zur weitgehenden Autonomie der<br />

Region führte.<br />

Eine besondere Bedeutung für Südtirol<br />

hat die 1989 gegründete Europaregion<br />

Tirol-Südtirol-Trentino, die die kulturelle<br />

Identität der Menschen in der Region stärken<br />

und die grenzübergreifende Zusammenarbeit<br />

fördern soll.<br />

•<br />

Berg und Tal<br />

Südtirol ist bekannt für seine malerischen<br />

Täler und Gebirge, die die Besiedelungsmöglichkeiten<br />

auf nur acht Prozent<br />

des gesamten Gebiets beschränken.<br />

Almen und Hochplateaus prägen daher<br />

das typische Gesicht Südtirols. Neben den<br />

zahlreichen Burgen und Naturparks sind<br />

die Dolomiten, die zu einem Drittel in<br />

Südtirol liegen, ein beliebtes Ziel.<br />

Lust auf die Berge macht auch der<br />

Südtiroler Extrembergsteiger Reinhold<br />

Messner, der rund einhundert Erstbesteigungen<br />

auf der ganzen Welt für sich<br />

beanspruchen kann, mit seinem Bergmuseums-Projekt<br />

und zahlreichen Me-<br />

Im Außenpool des Quellenhofs kann<br />

man inmitten der romantischen<br />

Schneelandschaft entspannen<br />

56 | SOCIETY 2_<strong>2014</strong>


ITALIEN<br />

REISE<br />

Außenansicht des Hotels Quellenhof<br />

Eine typische Südtiroler Jause<br />

mit allem, was dazugehört<br />

Fotos: Fototeca Enit,<br />

dienauftritten. Im Archäologiemuseum in Bozen<br />

kann außerdem der „Ötzi“, eine 5300 Jahre alte<br />

Gletschermumie, bewundert werden. Von Schnee<br />

und Eis konserviert, gibt seine Ausrüstung tiefe<br />

Einblicke in die Kupferzeit.<br />

•<br />

Traditionelle Bräuche und<br />

süsse Versuchungen<br />

Gerade zu den kirchlichen Feiertagen sind alte<br />

Bräuche noch immer sehr wichtig, egal ob in der<br />

ganzen Region bekannt oder nur in einzelnen<br />

Dörfern praktiziert. Dazu gehören die berühmten<br />

„Herz-Jesu-Feuer“, die jedes Jahr am zweiten Freitag<br />

nach Fronleichnam in ganz Tirol auf den Bergen<br />

entfacht werden. Den Brauch gibt es seit Ende<br />

des 19. Jahrhunderts, als Tirol zum Schutz vor den<br />

Truppen Napoleons dem „Heiligsten Herzen Jesu“<br />

anvertraut wurde und die Feuer als jährlicher<br />

„lodernder Beweis“ dafür gelten. Im Pustertal gilt<br />

das Motto „Gute Krapfen, gutes Jahr“: Das „Krapfenbetteln“,<br />

bei dem rund um Allerheiligen maskierte<br />

Burschen von Hof zu Hof ziehen und um<br />

Krapfen bitten, soll den Bauern ein ertragreiches<br />

Jahr bescheren.<br />

Die Südtiroler Küche ist – wie auch jene des<br />

Trentino – für süße Versuchungen bekannt. Apfelküchlein,<br />

Krapfen, Kaiserschmarren sind auf<br />

jeder Speisekarte zu finden. Aber auch Knödel<br />

gehören zu den typischen Gerichten Südtirols, in<br />

der deftigen Variante als Tiroler Knödel mit Speck<br />

zu finden und für Naschkatzen als gefüllte Knödel<br />

aller Art, wie zum Beispiel Marillenknödel.<br />

Die Via dei Portici in Bozen lädt zum<br />

Flanieren unter den Laubengängen ein<br />

•<br />

Hotels<br />

Die Südtiroler Hotels sind vor allem für eines<br />

bekannt – ihre herausragende Qualität. <strong>15</strong> Hotels<br />

in Südtirol zählen laut Holiday Check Award<br />

<strong>2014</strong> in den Kategorien „Wellness“, „Familie“ und<br />

„Paare“ zu den beliebtesten Hotels weltweit. Dazu<br />

gehört etwa das Sport- und Wellnessresort „Quellenhof“<br />

in St. Martin im Passeiertal mit 19 verschiedenen<br />

Saunen, getrennten Bereichen für Erwachsene<br />

und Kinder und einer eigenen Salzwelt,<br />

wo man sich wie am Meer fühlen kann. •<br />

INFO<br />

SÜDTIROL TOURISMUS<br />

INFORMATION<br />

Pfarrplatz 11<br />

I-39100 Bozen<br />

info@suedtirol.info<br />

www.suedtirol.info<br />

SOCIETY 2_<strong>2014</strong> | 57


IRAN<br />

LÄNDERPORTRÄT<br />

Regionale<br />

Macht im<br />

Nahen Osten<br />

Der Milad Tower –<br />

„Turm der Geburt“ – in<br />

Teheran, mit 435 Metern<br />

der sechsthöchste<br />

Fernsehturm der Welt<br />

58 | SOCIETY 2_<strong>2014</strong>


IRAN<br />

LÄNDERPORTRÄT<br />

Der Iran gehört mit<br />

seiner über 2500<br />

Jahre dauernden<br />

Staatsgeschichte zu<br />

den historisch<br />

ältesten Ländern der<br />

Welt. Wegen seiner<br />

Bodenschätze und<br />

der strategischen<br />

Lage ist er eine starke<br />

Regionalmacht.<br />

Grab des Hafiz in Schiraz<br />

Fotos: Botschaft der Islamischen Republik Iran in Wien<br />

Der Iran (Bedeutung: Land der Arier)<br />

mit dem offiziellen Namen<br />

„Islamische Republik Iran“ liegt<br />

im Südwesten von Asien und im<br />

Nahen Osten mit einer Fläche von<br />

1.648.195 Quadratkilometern (17.<br />

Rang der Welt). Dem Iranischen Statistikzentrum<br />

zufolge betrug die Bevölkerungszahl bis Ende<br />

2013 etwa 77.400.000 Menschen und wird voraussichtlich<br />

bis Ende <strong>2014</strong> die Zahl 77.856.000 erreichen.<br />

Angesichts der Prognosen wird im Jahr 2016<br />

die Größe der Bevölkerung 80 Millionen betragen.<br />

Die Hauptstadt, größte Stadt und das politische<br />

Zentrum des Iran ist Teheran. Die wichtigsten<br />

Städte des Landes sind Isfahan, Maschhad,<br />

Yazd, Schiras, Täbris, Ahwaz, Bandar Abbas und<br />

Kermanschah. Die Heilige Stadt Qom als eine der<br />

Hauptstützpunkte des Schiitentums liegt in der<br />

Nähe von Teheran und ist von großer Bedeutung.<br />

Laut Verwaltungsgliederung im Juli bzw. August<br />

2011 gibt es im Iran 31 Provinzen, 397 (Groß-)<br />

Städte, 984 Gemeinden, 1<strong>15</strong>4 Städte und 2499 Ortschaften.<br />

•<br />

Geografie des Iran<br />

Der Iran grenzt im Norden an die Republik<br />

Aserbaidschan, Armenien und Turkmenistan,<br />

im Osten an Afghanistan und Pakistan und im<br />

Westen an den Irak und an die Türkei, sowie im<br />

Norden an das Kaspische Meer und im Süden an<br />

den Persischen Golf und den Golf von Oman. Das<br />

Kaspische Meer und der Persische Golf sind in<br />

Bezug auf Erdöl- und Erdgasgewinnung zwei der<br />

wichtigsten Regionen der Welt. Die arabischen<br />

Anrainerländer an dem strategisch wichtigen<br />

➢<br />

WIRTSCHAFT<br />

UND INFRA-<br />

STRUKTUR<br />

• Exporte: Öl, Teppiche,<br />

Früchte, Trockenobst (Pistazien,<br />

Rosinen, Datteln),<br />

Fell und Leder, Kaviar,<br />

Petrochemieprodukte, Textilien,<br />

Kleider, Lebensmittel<br />

• Importe: Maschinen,<br />

Metallwaren, Lebensmittel,<br />

Medikamente, Dienstleistungen,<br />

Chemikalien<br />

• Industrien: Erdöl, Petrochemie,<br />

Textiltechnik,<br />

Zement und andere<br />

Baumaterialien, Lebensmittelprodukte<br />

(besonders<br />

Raffination von Zucker<br />

und Ölgewinnung), Metall<br />

• Ackerbau: Weizen, Reis,<br />

Halmfrüchte, Rüben, Obst,<br />

Ölsaaten (Pistazie, Mandel,<br />

Walnuss), Baumwolle,<br />

Milchprodukte, Wolle,<br />

Kaviar<br />

• Eisenbahnverkehr: 9.796<br />

Kilometer<br />

• Landesstraßen: <strong>15</strong>8.000<br />

Kilometer<br />

• Rohrleitungen: Ölprodukte:<br />

3900 Kilometer, Erdgas<br />

4550 Kilometer<br />

• Häfen: Abadan, Ahwaz,<br />

Bandar Abbas, Bandar<br />

Anzali, Bandar Bouschehr,<br />

Bandar Imam Khomeini,<br />

Bandar Mahschahr, Bandar<br />

Torkman, Khorramschahr,<br />

Nowschahr<br />

STAATS-<br />

SYMBOL<br />

Flagge<br />

Die Flagge der Islamischen<br />

Republik Iran besteht aus<br />

drei gleich großen waagrechten<br />

Streifen. Der obere<br />

Streifen ist grün, der mittlere<br />

weiß und der untere rot.<br />

Das Emblem des Iran (das<br />

Wort Allah) mit roter Farbe<br />

befindet sich in der Mitte<br />

des weißen Teils. Die Worte<br />

„Allah’o akbar“ (Gott ist am<br />

größten) mit weißer Farbe<br />

und in arabischer Schrift<br />

werden elf Mal am Rand<br />

des unteren grünen bzw.<br />

des oberen roten Streifens<br />

entlang wiederholt.<br />

SOCIETY 2_<strong>2014</strong> | 59


IRAN<br />

LÄNDERPORTRÄT<br />

Blick auf das Khomeini-<br />

Mausoleum in Teheran<br />

FACTS IN<br />

BRIEF<br />

Ländername: Islamische<br />

Republik Iran<br />

Internationaler Name:<br />

Islamic Republic of Iran<br />

Fläche: 1.648.195 km 2<br />

Hauptstadt: Teheran<br />

Staatsreligion: Islam mit<br />

mehr als 90 % Schiiten<br />

Staatsform: Islamische<br />

Republik<br />

Nationalfeiertag: 22. Bahman<br />

(11. Februar)<br />

Amtssprache: Farsi<br />

(Persisch)<br />

Währung: 1 Rial = 100 Dinars<br />

➢<br />

Persischen Golf sind Kuwait, Saudi Arabien,<br />

Bahrain, Katar, die Vereinigten Arabischen Emirate<br />

und der Oman. Die Länge der gesamten Landesgrenzen<br />

beträgt 8731 Kilometer, davon 2700<br />

Kilometer Seegrenzen und 6031 Kilometer Landgrenzen.<br />

Über neunzig Prozent der Landesfläche liegen<br />

in der iranischen Hochebene. Das Land Iran ist<br />

allgemein gebirgig mit semiaridem Klima und<br />

liegt durchschnittlich 1200 Meter über dem Meeresspiegel.<br />

Mehr als die Hälfte der Landesfläche<br />

besteht aus Bergen, ein Viertel aus Ebenen und<br />

weniger als ein Viertel aus Feldern zum Ackerbau.<br />

Die tiefste Stelle des Landes mit einer Höhe von<br />

56 Metern liegt in der Lut-Grube und der höchste<br />

Berg ist der Gipfel Damavand mit 5628 Metern<br />

im Elburs-Gebirge. Am südlichen Rand des Kaspischen<br />

Meeres liegt der tiefste Punkt 28 Meter unter<br />

dem Meersspiegel.<br />

Der längste Fluss ist der Karun mit 950 Kilometern<br />

Länge. Er ist der einzige Fluss, der für die<br />

Schifffahrt geeignet ist. Der größte Binnensee ist<br />

der Orumiasee mit 4868 Quadratkilometern Fläche.<br />

Die größte Insel ist die Qeschm-Insel im Persischen<br />

Golf mit 1491 Quadratkilometern Fläche.<br />

•<br />

Alte staatliche Tradition<br />

Die Islamische Republik stürzte das Königtum<br />

im Iran und ersetzte es durch die Islamische Republik.<br />

Die Verfassung der Islamischen Republik<br />

Iran von 1979 wurde im Jahr 1980 überarbeitet.<br />

Der Islam (Schiitentum) ist die offizielle Religion,<br />

und Farsi (Persisch) die Amtssprache des Landes.<br />

Der Iran hat eine uralte Geschichte und zählt zu<br />

den historisch ältesten Ländern der Welt.<br />

•<br />

Strategische Position<br />

Auf Grund der geografischen Lage im Gebiet<br />

mittleres Eurasien hat der Iran eine strategische<br />

Position. Der Iran ist Mitglied bei den Vereinten Nationen,<br />

in der Bewegung der Blockfreien Staaten,<br />

in der Organisation der Islamischen Konferenz,<br />

in der OPEC, der Organisation für wirtschaftliche<br />

Zusammenarbeit und anderen internationalen<br />

Organisationen. Der Iran ist eine Regionalmacht<br />

in Südwestasien. Da der Iran Öl-, Petrochemie-,<br />

Erdgas- und Autoindustrie zur Verfügung hat, besitzt<br />

das Land einen wichtigen Rang in der Weltwirtschaft.<br />

•<br />

Fotos: Botschaft der Islamischen Republik Iran in Wien<br />

60 | SOCIETY 2_<strong>2014</strong>


IRAN<br />

AUSSENMINISTER<br />

Einige Gesprächsrunden hat<br />

es zwischen der Islamischen<br />

Republik Iran mit der Gruppe<br />

5+1 gegeben, die für Atomverhandlungen<br />

bekannt sind.<br />

Meine Delegation und ich<br />

vertreten bei diesen Verhandlungen das<br />

große und edle iranische Volk. Diese Verhandlungen<br />

fanden in der wunderschönen<br />

und historischen Stadt Wien in Österreich<br />

statt. Die Bundesregierung und das<br />

österreichische Volk waren unser Gastgeber<br />

während der Verhandlungen. Das<br />

Prinzip der Höflichkeit erfordert es, dass<br />

ich mich bei der Bundesregierung und<br />

dem kulturreichen österreichischen Volk<br />

bedanke. Mein Dank gilt insbesondere<br />

dem verehrten Bundesminister für Europa,<br />

Integration und Äußeres, und seinem<br />

Stellvertreter, die sich um das erfolgreiche<br />

Zustandekommen dieser Gespräche<br />

sehr bemüht haben.<br />

Eigentlich basiert die Positionierung<br />

der Islamischen Republik Iran und insbesondere<br />

die des Staatspräsidenten, Hassan<br />

Rohani, gegenüber Österreich auf Respekt<br />

und Brüderlichkeit, die lange historische,<br />

kulturelle, wissenschaftliche und<br />

wirtschaftliche Wurzeln haben. Erfreulicherweise<br />

haben die Oberhäupter beider<br />

Länder einen sehr positiven politischen<br />

Willen zur weiteren Expansion von Kooperationen,<br />

auch die vorhandenen Umstände<br />

sprechen dafür. Ich bin zuversichtlich,<br />

dass wir mit der optimalen Wahrnehmung<br />

der Möglichkeiten und Ausschöpfung<br />

der auf beiden Seiten vorhandenen<br />

Kapazitäten auf neue Horizonte bei den<br />

bilateralen Beziehungen blicken können.<br />

Die derzeitige Lage der internationalen<br />

Beziehungen hat einerseits Chancen und<br />

Möglichkeiten angeboten, aber andererseits<br />

fast alle Länder vor verschiedene Herausforderungen<br />

gestellt. Man kann einen<br />

Fall oder ein Problem nicht ausschließlich<br />

als Sache eines einzigen Landes oder einer<br />

bestimmten Region ansehen und dementsprechend<br />

definieren. Obwohl unsere<br />

heutige Welt im Bereich der Technologie,<br />

der Wissenschaft große Errungenschaften<br />

erzielt und in Richtung der Einheit<br />

schreitet, ist sie jedoch mit Problemen<br />

konfrontiert, die ebenfalls global sind<br />

und alle angehen. Man kann diese Probleme<br />

ohne regionale und internationale<br />

Beratungen und Kooperationen nicht aus<br />

dem Weg räumen, und dafür ist die gegenseitige<br />

Vertrauensbildung unabdingbar.<br />

Dialog und Toleranz sind strategische<br />

Notwendigkeit für alle Regierungen und<br />

Staaten, die sich um die sichere Zukunft<br />

der Menschheit und der gewaltlosen Welt<br />

Gedanken machen.<br />

Grußwort<br />

dauerhaften Friedens und Stabilität, basierend<br />

auf den Rechten aller Menschen,<br />

zu bemühen. Ohne Stabilität, ohne Verborgenheit,<br />

ohne Toleranz und ohne dauerhafte<br />

Sicherheit kann man nicht oder<br />

sehr schwer die oben genannten unschönen<br />

Phänomene bekämpfen. Es gibt einen<br />

dialektischen und logischen Zusammenhang<br />

zwischen der steigenden Armut und<br />

dem expandierenden Terrorismus, der zu<br />

Unsicherheit führt.<br />

Einige Regionen der Welt, darunter<br />

die Nahostregion befinden sich in einer<br />

sensiblen und empfindlichen Lage. Die<br />

vernichtenden Drohungen wie Sektenvon<br />

Mohammad Javad Zarif,<br />

Außenminister der Islamischen<br />

Republik Iran<br />

Ohne Stabilität und ohne Sicherheit<br />

wird es keine positive Bewegung unter<br />

den Ländern und innerhalb der Gesellschaften<br />

geben. Stabilität und Sicherheit<br />

sind die Grundpfeiler des wirtschaftlichen<br />

Erfolgs und des Wohles der Nationen<br />

und des Besserwerdens unserer Welt.<br />

Versucht jemand die Armut, die Krankheiten,<br />

den Analphabetismus, den Terrorismus,<br />

die Verletzung der anerkannten<br />

Menschenrechte, den Drogenschmuggel,<br />

die modernen verschleierten Sklavereien<br />

und viele andere Untaten der Menschen<br />

im 20. und 21. Jahrhundert zu beseitigen,<br />

dann hat er sich um die Festigung des<br />

Fotos: Botschaft der islamischen Republik Iran in Wien<br />

62 | SOCIETY 2_<strong>2014</strong>


IRAN<br />

AUSSENMINISTER<br />

»Pflanze den Baum der<br />

Freundschaft,<br />

denn er bringt die<br />

gewünschten Früchte,<br />

reiße den Baum der<br />

Feindseligkeit aus,<br />

denn er bietet nichts<br />

anderes als Schmerz.<br />

«<br />

Hafiz<br />

streitigkeiten, Extremismus, Terrorismus, Bürgerkriege<br />

stehen auf der Tagesordnung. Aber diejenigen,<br />

für die die Blätter der Geschichtsbücher keine<br />

bedeutungslosen, geschriebenen Geschichten der<br />

Vergangenheit sind, wissen sehr wohl, dass solche<br />

Gefahren sich nicht in einem Land oder in einem<br />

bestimmten geografischen Feld werden beschränken<br />

lassen.<br />

Die gefährlichen Einwanderungen Richtung<br />

der westlichen Welt gefährden die Sicherheit und<br />

bringen die Armut mit sich. Man kann heute ganz<br />

deutlich sehen und merken, dass der Terrorismus<br />

und der blinde Extremismus in manchen Ländern<br />

unserer Region allmählich jene Länder erreichen,<br />

die bis gestern zu den sicheren und wünschenswerten<br />

Ecken der Welt gezählt wurden. Die Vielfalt<br />

der sich mit den terroristischen Gruppen solidarisierenden<br />

Nationen ist ein unwiderlegbarer<br />

Zeuge dafür. Allein mit der Kooperation, mit dem<br />

Verständnis, mit ständigen Gesprächen und mit<br />

dem direkten Kontakt unter den Staatsoberhäuptern<br />

kann man solche Gefahren beseitigen.<br />

Wir alle müssen akzeptieren, dass wir nur mit<br />

Dialog, und nicht mit Drohung und Erniedrigung,<br />

und nur mit Fokussierung auf Gemeinsamkeiten<br />

unter den Völkern, mit dem Respekt des Völkerrechtes,<br />

mit der Akzeptanz der Menschenwürde<br />

eine feste und unerschütterliche Basis schaffen<br />

können, wo wir unter der Berücksichtigung der<br />

CURRICULUM<br />

VITAE<br />

.E. Dr. Mohammad<br />

Djavad Zarif ist am 8.<br />

SJänner 1960 in Teheran<br />

in eine religiös-traditionelle<br />

Familie geboren. Er begann<br />

die Volks- und Hauptschule<br />

in der „Alawi-Schule“ und<br />

bevor er seine Schulbildung<br />

absolvierte, ging er für die<br />

weitere Ausbildung wegen<br />

der politischen Lage, aber<br />

auch aus Sicherheitsgründen,<br />

in die USA. Im Jahr 1977<br />

begann er mit dem Studium<br />

an der Universität San Francisco<br />

im Fach „Internationale<br />

Beziehungen“. Dann erwarb<br />

er im Jahr 1988 seinen<br />

Doktortitel in internationalen<br />

Forschungen (Internationale<br />

Beziehungen und Rechte)<br />

an der Universität Denver.<br />

Dr. Zarif bekleidete wichtige<br />

Posten im iranischen Außenministerium.<br />

Er war zehn<br />

Jahre Leiter der Abteilung<br />

für internationale Rechtsangelegenheiten<br />

und fünf<br />

Jahre Botschafter bei der<br />

UNO in New York. Er wurde<br />

national mehrmals als vorbildlicher<br />

Direktor ausgezeichnet.<br />

Dr. Zarif übernahm<br />

auch andere wichtige<br />

internationale Posten, unter<br />

anderem: Leitung des Komitees<br />

für das Rechtsgremium<br />

der UNO, Leitung der Kulturkommission<br />

der UNESCO.<br />

Er war auch Mitglied der<br />

Juristen zur Überprüfung<br />

der Rechte der Charta der<br />

islamischen Konferenz, sowie<br />

Vizepräsident der Vollversammlung<br />

der UNO, Leiter<br />

der Kommssion der UNO für<br />

Abrüstung und Leiter der 12.<br />

Sitzung der Blockfreien in<br />

Dorban. Ebenfalls war er Leiter<br />

eines Stabes, der für die<br />

Gründung der islamischen<br />

interparlamentarischen Konferenz<br />

vorgesehen war. Er<br />

weist etwa zwei Jahrzehnte<br />

Unterrichtstätigkeit auf:<br />

z. B. Gastprofessor an der<br />

Fakultät für internationale<br />

Beziehungen, Mitglied der<br />

wissenschaftlichen Gruppe<br />

(Rechtsgruppe) an der<br />

Fakultät für Rechts- und<br />

Staatswissenschaften an der<br />

Teheraner Universität. Er<br />

ist Autor mehrerer Bücher,<br />

Artikel und Beiträge über die<br />

multilaterale Diplomatie, internationale<br />

Organisationen,<br />

politische und sicherheitspolitische<br />

Fragen, Abrüstung,<br />

u.s.w. sowohl im Persischen<br />

als auch in englischer Sprache.<br />

Seine Beiträge wurden<br />

in nationalen und international<br />

renommierten Zeitschriften<br />

publiziert. Er hat zwei<br />

Kinder, die verheiratet sind<br />

und derzeit im Iran arbeiten.<br />

»Nur der ist Prophet, dessen<br />

Hand die ewige Liebe aussäet,<br />

dessen Seele Flut ist von<br />

großem Erbarmen, dessen<br />

Seele Glut ist von allem<br />

warmen strömenden Blut,<br />

das unschuldig versprengt ist,<br />

und dessen Herz von unendlicher<br />

Liebe versengt ist.<br />

«<br />

Stefan Zweig<br />

Interessen aller Länder die Sicherheit und den internationalen<br />

Frieden sicherstellen können. Wir<br />

sind überzeugt davon, dass die Entwicklung und<br />

das Wohl aller Länder eng miteinander verbunden<br />

sind und deshalb beharren wir, wie in der Vergangenheit,<br />

auf der konstruktiven Zusammenarbeit<br />

und auf gemeinsames Bemühen zur Lösung der<br />

globalen Probleme. Es steht außer Zweifel, dass<br />

die Regierung der Islamischen Republik Iran und<br />

das iranische Volk entschlossen auf ihre legitimen<br />

Rechte im Rahmen der anerkannten internationalen<br />

Normen bestehen und sich niemals von den<br />

schwarzen Reitern der Weltbühne wird beängstigen<br />

lassen. Trotzdem hat das iranische Volk immer<br />

wieder bewiesen, dass es ein friedensliebendes<br />

Volk ist und Verständnis mit allen Völkern<br />

sucht und jede Hand, die mit freundschaftlicher<br />

Absicht zu ihm gestreckt wird, warmherzig schüttelt,<br />

weil man in unserer Kultur eine solche Hand<br />

liebevoll schütteln muss.<br />

Ich habe diesen Beitrag mit ein paar Zeilen von<br />

Stefan Zweig unter dem Motto Liebe und Freundschaftlichkeit<br />

begonnen und beende ihn nun mit<br />

einer Zeile Poesie unseres berühmten Dichters,<br />

Hafiz:<br />

Pflanze den Baum der Freundschaft, denn er<br />

bringt die gewünschten Früchte,<br />

reiße den Baum der Feindseligkeit aus,<br />

denn er bietet nichts anderes als Schmerz. •<br />

SOCIETY 2_<strong>2014</strong> | 63


IRAN<br />

BOTSCHAFT<br />

Iranische Residenz in Wien<br />

Die Residenz des<br />

iranischen Botschafters<br />

in Wien ist mit<br />

der österreichischen<br />

Zeitgeschichte verknüpft.<br />

Die Residenz des iranischen Botschafters wurde im 19. Jahrhundert<br />

im Stil des Wiener Historismus errichtet und hat bis heute<br />

ihr ursprüngliches Aussehen weitgehend erhalten. Am iranischen<br />

Staatswappen erkennt man den heutigen Eigentümer.<br />

Die iranische Residenz befindet<br />

sich in Wien-Hietzing in<br />

einer Villa im Stil des Historismus,<br />

die nach Plänen von<br />

Wilhelm Stiassny von Stadtbaumeister<br />

Josef Wenz ausgeführt wurde.<br />

1900 erwarb der Fabrikant Carl Blaimschein<br />

die Villa und ergänzte sie durch eine<br />

Terrasse. 1938 beschlagnahmten die Nationalsozialisten<br />

das Gebäude. Im April 1945<br />

benützte Karl Renner die Villa als Amtssitz<br />

für Gespräche über die provisorische Staatsregierung.<br />

Im Mai 1945 erhielt die Familie<br />

Blaimschein die Villa zurück und verkaufte<br />

sie 1958 an den iranischen Staat.<br />

Das Stiegenhaus der Britischen<br />

Residenz<br />

Fotos: SOCIETY<br />

64 | SOCIETY 2_<strong>2014</strong>


IRAN<br />

INTERVIEW<br />

Bundesminister Sebastian Kurz<br />

traf im Rahmen der Atomgespräche<br />

mit dem iranischen<br />

Außenminister Mohammad<br />

Javad Zarif zusammen.<br />

Keine Alternative<br />

zum Dialog<br />

Außenminister Sebastian Kurz über die Rolle<br />

Österreichs bei den Atomverhandlungen mit dem<br />

Iran und die Aussichten für einen Dialog in den<br />

kommenden Monaten.<br />

Interview: SOCIETY<br />

Fotos: Dragan Tatic<br />

Sie haben die Atomverhandlungen mit<br />

dem Iran nach Wien geholt. Welche<br />

Rolle spielt Österreich in den Verhandlungen?<br />

Österreich ist der Gastgeber und<br />

erfüllt damit eine der traditionellen österreichischen<br />

Rollen in den internationalen Beziehungen.<br />

Gerade bei heiklen Verhandlungen kann die Wahl<br />

des Verhandlungsortes sehr bedeutend sein. Dass<br />

Österreich ausgewählt wurde, ist eine Bestätigung<br />

und Würdigung Österreichs als Sitzstaat von internationalen<br />

Organisationen und Gastgeber von<br />

Konferenzen. Hier gibt es die nötige Infrastruktur<br />

sowohl für die Verhandlungen wie auch für die<br />

Anreise und Unterkunft der Delegationen. Wien<br />

als Sitz der Internationalen Atomenergieorganisation<br />

hat auch zahlreiche nukleare Experten der<br />

Mitgliedsstaaten in den jeweiligen Ständigen Vertretungen,<br />

weshalb auch die inhaltliche Betreuung<br />

der Nuklearverhandlungen erleichtert wird.<br />

Wie haben sich die Gespräche im Laufe des<br />

Jahres entwickelt? Welche Rolle spielt die problematische<br />

Situation in Irak und Syrien?<br />

Es hat im letzten Jahr Fortschritte in den Gesprächen<br />

mit dem Iran gegeben, man ist aufeinander<br />

zugegangen, und die Chance auf eine Lösung ist näher<br />

gerückt. Es hat aber in der am 24. November zu<br />

Ende gegangenen Verhandlungsrunde in Wien noch<br />

nicht für einen Durchbruch ausgereicht. Nächstes<br />

Jahr gibt es einen neuen Anlauf auf politischer Ebene,<br />

der hoffentlich bis zum Ende der Frist am 30.<br />

Juni erfolgreich sein wird. Es gibt keine Alternative<br />

zum Dialog. Bei den nun fortgesetzten Verhandlungen<br />

wird weiterhin angestrebt, diese nicht mit anderen<br />

Fragen in den Beziehungen des Iran mit der<br />

internationalen Gemeinschaft zu verbinden.<br />

Wie wichtig ist die Normalisierung der Beziehungen<br />

zum Iran?<br />

Mit dem Fokus auf der Nuklearfrage dürfen wir<br />

andere Themen mit dem Iran nicht vergessen, wie<br />

etwa auch seine Rolle in der Region und die Situation<br />

der Menschenrechte. All dies wurde auch<br />

beim Treffen von Bundespräsident Fischer und<br />

mir mit dem iranischen Präsidenten Rohani und<br />

Außenminister Zarif erörtert. Es bleibt zu hoffen,<br />

dass nach einer Regelung der Nuklearfrage auch<br />

in diesen und anderen Bereichen Fortschritte erzielt<br />

werden können, welche normale und gute<br />

Beziehungen des Iran mit der internationalen Gemeinschaft<br />

ermöglichen.<br />

•<br />

Catherine Ashton und Sebastian Kurz<br />

in Wien anlässlich der Atomgespräche<br />

mit dem Iran<br />

CURRICULUM<br />

VITAE<br />

Sebastian Kurz wurde<br />

1986 in Wien geboren. Ab<br />

dem Jahr 2003 engagierte<br />

er sich in der Jungen<br />

ÖVP. 2007 wurde er zum<br />

Landesobmann der Jungen<br />

ÖVP Wien und ein Jahr später<br />

zum Bundesobmann der<br />

Jungen ÖVP gewählt. Er<br />

war auch als Abgeordneter<br />

zum Wiener Landtag und<br />

Gemeinderat tätig. Im April<br />

2011 wurde er zum Staatssekretär<br />

für Integration<br />

bestellt. Am 16. Dezember<br />

2013 wurde er als Bundesminister<br />

für europäische<br />

und internationale Angelegenheiten*<br />

angelobt. *ab 1.<br />

März <strong>2014</strong>: Bundesminister<br />

für Europa, Integration und<br />

Äußeres.<br />

SOCIETY 2_<strong>2014</strong> | 65


IRAN<br />

INTERVIEW<br />

Präsident Rohani hatte in<br />

seinem Wahlkampf versprochen,<br />

den bedingt<br />

durch das Atomprogramm<br />

verhängten internationalen<br />

Sanktionen ein Ende zu<br />

setzen. Wie groß ist die Chance, dieses<br />

Ziel zu erreichen?<br />

Die Strategie S.E. Rohanis im Wahlkampf<br />

und danach basiert auf einer sinnvollen<br />

Kritik und ist logisch und vernünftig.<br />

Er versprach, vieles durch die Reform<br />

in der Außenpolitik im Land zu verbessern.<br />

Die von ihm angesagten Änderungen<br />

zeigen seinen realistischen Blick auf<br />

die internationale Ordnung und die Herausforderungen<br />

von Seiten des Auslands<br />

gegenüber der Islamischen Republik Iran.<br />

Damit will man nicht nur die nationale Sicherheit<br />

bewahren und schützen und dem<br />

Land eine Stelle verleihen, die es verdient<br />

und das Land vorantreibt, sondern man<br />

möchte auch jede Art der Konfrontation<br />

vermeiden und sich mehr dem Dialog und<br />

konstruktiven Gesprächen widmen. Demnach<br />

richtet sich die Außenpolitik der<br />

Islamischen Republik Iran auf mehr Verständnis<br />

auf nationaler Ebene und mehr<br />

konstruktiver Zusammenarbeit mit der<br />

internationalen Gemeinschaft. Aus den erwähnten<br />

Gründen begann Präsident Rohani<br />

unmittelbar nach seinem Wahlsieg im<br />

vorigen Jahr die Verhandlungen mit der<br />

Gruppe 5+1 aufzunehmen, um nicht nur<br />

zu einem Kompromiss zu kommen, sondern<br />

auch die wissenschaftlichen Errungenschaften<br />

des Iran schützen zu können.<br />

Die Rechte des Iran laut NPD müssen aufrecht<br />

bleiben und die ungerechten Sanktionen<br />

der Außenmächte sollen beendet<br />

werden. Man hat in dieser Richtung viel<br />

getan und bis jetzt sehr gute Ergebnisse erzielt.<br />

Ich hoffe, bald in der Zukunft Zeuge<br />

von noch mehr Verwirklichungen seiner<br />

Versprechen zu sein.<br />

Wie schaut die politische Landschaft<br />

des Iran seit der Wahl von Präsident<br />

Rohani aus?<br />

Zweifelsohne hat der pragmatische<br />

Standpunkt S.E. Rohanis bezüglich der<br />

in- und ausländischen Probleme, seine<br />

klare Analyse über die Lage im Inland,<br />

die Klarstellung der wichtigen Herausforderungen,<br />

seine aufrichtige und klare<br />

Meinung über die bestehenden Probleme<br />

und deren Lösungswege, ja all dies hat<br />

den politischen Stellenwert sowohl im<br />

Inland als auch im Ausland vehement gesteigert.<br />

Schutz der individuellen und allgemeinen<br />

Rechte, Förderung der iranischislamischen<br />

Kultur auf Basis der religiösen<br />

Demokratie, Schutz der Meinungsfreiheit<br />

Neue Hoffnung<br />

für den Iran<br />

S.E. Botschafter Hassan Tajik im SOCIETY-<br />

Interview über die Veränderungen im Iran<br />

seit Präsident Rohani, die Atomgespräche<br />

und über die Beziehungen zu Österreich.<br />

Interview: SOCIETY<br />

Fotos: SOCIETY<br />

66 | SOCIET 2_<strong>2014</strong>


IRAN<br />

INTERVIEW<br />

WEB-LINKS<br />

Ayatollah Ali Khamenei<br />

khamenei.ir<br />

Präsident Hassan Rohani<br />

president.ir<br />

Regierung der Islamischen<br />

Republik Iran<br />

dolat.ir<br />

Botschaft der Islamischen<br />

Republik Iran in Wien<br />

vienna.mfa.ir<br />

Österreich hat eine historische Rolle dabei übernommen.<br />

Man soll sich herzlich für die optimale<br />

Planung und Bemühungen der betreffenden österreichischen<br />

Funktionäre und Behörden bei ihnen<br />

bedanken.<br />

Wie sehen Sie die bilateralen Beziehungen<br />

zwischen dem Iran und Österreich?<br />

Die bilateralen Beziehungen zwischen beiden<br />

Ländern sind in allen Bereichen sehr alt und reichen<br />

Jahrhunderte zurück. Diese Beziehungen existierten<br />

immer auf Basis des gegenseitigen Respekts,<br />

der Freundschaft und der Wahrnehmung der gemeinsamen<br />

Interessen. Der Wille beider Völker hat<br />

die Fortführung dieser Beziehungen verlangt und<br />

deshalb ist unsere Beziehung zu Österreich im Vergleich<br />

zu anderen europäischen Ländern beispiellos.<br />

Obwohl die bilateralen Wirtschaftsbeziehungen<br />

in den letzten Jahren bedingt durch die verhängten<br />

Sanktionen etwas gelitten haben, hat sich aber der<br />

politische Wille, bedingt durch die neue politische<br />

Atmosphäre, auf die Stärkung und Vertiefung der<br />

Beziehungen in allen Bereichen konzentriert. Die<br />

»Mit moderatem Vorgehen und<br />

mit dem Erwecken von Hoffnung<br />

hat Rohani jene Impulse<br />

gesetzt, die heute in der Gesellschaft<br />

spürbar sind.<br />

«<br />

Hassan Tajik<br />

und Bürgerrechte sind die Prioritäten seiner Politik.<br />

Mit moderatem Vorgehen und dem Erwecken<br />

von Hoffnung hat er jene Impulse eingesetzt, die<br />

heute in der Gesellschaft spürbar sind.<br />

Was ist die Rolle Österreichs bei den Gesprächen<br />

zwischen dem Iran und der Gruppe 5+1?<br />

Die höchsten Funktionäre Österreichs haben<br />

stets ihre Unterstützung zur Fortsetzung der Atomgespräche<br />

zum Ausdruck gebracht und ihre Bereitschaft<br />

für eine friedliche Lösung bekanntgegeben.<br />

Sie haben stets die getroffenen Vereinbarungen<br />

zwischen dem Iran und der Gruppe 5+1 begrüßt.<br />

Derzeit fungiert Österreich als ein wichtiges Zentrum<br />

der Weltdiplomatie und ist der Standort<br />

vieler internationaler Organisationen und daher<br />

ein würdiger Gastgeber für die Atomgespräche.<br />

CURRICULUM<br />

VITAE<br />

S<br />

.E. Botschafter Hassan<br />

Tajik ist am 29.09.1957<br />

geboren. Er ist verheiratet<br />

und hat zwei Kinder.<br />

Nach dem Abschluss des<br />

Studiums der Politikwissenschaft<br />

an der Teheraner<br />

Universität 1982 und dem<br />

Präsenzdienst begann er<br />

im Jahr 1985 den Dienst im<br />

Außenministerium. Er war<br />

u. a. Gesandter in Belgien,<br />

Botschafter in Portugal,<br />

Leiter der internationalen<br />

Wirtschaftsabteilung<br />

und Generaldirektor der<br />

Abteilung Westeuropa. Seit<br />

2012 ist er Botschafter in<br />

Österreich<br />

Reise des Bundesministers Sebastian Kurz nach Teheran,<br />

um die Vorbereitungen für die zukünftige<br />

Reise des Bundespräsidenten zu treffen, spricht von<br />

den tiefen und guten Beziehungen unserer beiden<br />

Länder. Ich persönlich bin der Meinung, dass die Kapazitäten<br />

für jegliche bilaterale Zusammenarbeit, in<br />

politischen, wirtschaftlichen und kulturellen Bereichen<br />

vorhanden sind. Man kann auch auf regionaler<br />

und internationaler Ebene zusammenarbeiten. Da<br />

die beiden Seiten an der Expansion dieser Beziehungen<br />

interessiert sind, glaube ich, dass eine gute und<br />

vielversprechende Zukunft für unsere Beziehungen<br />

besteht.<br />

Wie war die Wirkung der Sanktionen der USA<br />

und der EU auf die iranische Wirtschaft? Hat sich<br />

seit dem Beginn der Gespräche etwas geändert?<br />

Ich muss zugeben, dass seit Inkrafttreten der<br />

Sanktionen der USA und der EU, insbesondere im<br />

Jahr 2012, ein erheblicher Teil des Handels mit<br />

dem Westen darunter gelitten hat. Finanztransaktionen,<br />

Bankwesen und Handelsgeschäfte sind<br />

➢<br />

SOCIETY 2_<strong>2014</strong> | 67


IRAN<br />

INTERVIEW<br />

»Die wahren<br />

Verlierer der<br />

Sanktionen<br />

sind die Industriellen<br />

und<br />

europäischen<br />

Arbeiter.<br />

«<br />

Hassan Tajik<br />

➢<br />

eingeschränkt worden. Aber trotzdem möchte<br />

ich Sie ersuchen, einen Blick auf das Handelsvolumen<br />

der EU mit dem Iran zu werfen und sich<br />

selbst ein Urteil zu bilden. Sie werden sehen, dass<br />

die Sanktionen direkt das iranische Volk zur Zielscheibe<br />

gesetzt haben. In den letzten Jahren hat<br />

sich das Handelsvolumen von dreißig Milliarden<br />

auf sechs Milliarden reduziert und dies gerade in<br />

der Zeit der Wirtschaftskrise in Europa, wo man<br />

einen achtzig Millionen Menschen umfassenden<br />

Absatzmarkt dringend braucht. Die wahren Verlierer<br />

sind die Industriellen und europäischen Arbeiter,<br />

die in Folge der falschen Entscheidungen<br />

ihrer eigenen Politiker auf einen großen Markt<br />

verzichten müssen. Glücklicherweise formiert<br />

sich die Lage nach der Genfer Vereinbarung besser<br />

als zuvor. Ich hoffe, dass wir mit der Unterzeichnung<br />

des Abschlussabkommens Zeuge der Aufhebung<br />

aller Wirtschaftssanktionen sein können.<br />

Was sind die Aktivitäten der Botschaft im Bereich<br />

Wissenschaft und Kultur?<br />

Im Bereich der Wissenschaft und Kultur können<br />

die bilateralen Beziehungen gute Muster und<br />

Vorbilder für alle anderen Fälle werden. Diese<br />

Beziehungen deuten darauf hin, dass uns mehr<br />

kulturelle und wissenschaftliche belange verbinden.<br />

Während der letzten Jahre und trotz der erwähnten<br />

Probleme und Hindernisse gab es zahlreiche<br />

Kooperationen in diesen beiden Bereichen.<br />

Hochrangige wissenschaftliche Delegationen aus<br />

dem Bereich der Universität und anderer wissenschaftlicher<br />

Institutionen reisten in den Iran. Auch<br />

Gegenbesuche kamen nach Österreich. Man hat<br />

Kulturwochen in Teheran mit Hilfe und unter Mitwirkung<br />

der österreichischen Botschaft in Teheran<br />

veranstaltet, die mit großem Interesse empfangen<br />

wurden. Auch in Österreich hat eine Musikgruppe<br />

ein iranisches Musikkonzert veranstaltet. Im Horizont<br />

der kulturellen, wissenschaftlichen und Forschungskooperationen<br />

haben wir keine Bedenken<br />

und gehen ihnen mit voller Hoffnung entgegen.<br />

Welche sind die aktuellen Kooperationen zwischen<br />

dem Iran und Österreich?<br />

Wie erwähnt, gibt es gute, reibungslose, alte<br />

und traditionelle Beziehungen zwischen der Islamischen<br />

Republik Iran und Österreich. Obwohl<br />

diese wissenschaftlichen und wirtschaftlichen Beziehungen<br />

bedingt durch die herrschende Atmosphäre<br />

zwischen der EU und dem Iran manchmal<br />

Höhen und Tiefen erlebt haben, sind wir jedoch<br />

nach den letzten Präsidentschaftswahlen des Iran<br />

Zeuge der konstruktiven Bewegungen in allen Bereichen,<br />

insbesondere im Bereich der Wirtschaft<br />

und Kultur geworden. Die Reise des Stellvertreters<br />

der Wirtschaftskammer Österreich nach Teheran<br />

und der Gegenbesuch des Vorsitzenden der Wirtschaftskammer<br />

von Teheran in Österreich, die Wiederaufnahme<br />

der Flüge der Austrian Airlines, die<br />

Expansion der Beziehungen und Aktivitäten des<br />

Privatsektors sind einige Beispiele der Bewegungen<br />

im Bereich der Wirtschaft gewesen, die gute Resultate<br />

gebracht haben. Im Bereich der Kultur haben<br />

im letzten Monat die Reise einer universitären Delegation<br />

nach Teheran und die Reise des Vorsitzenden<br />

der Akademie für Wissenschaft Österreichs nach<br />

Teheran stattgefunden. Die bevorstehende Reise<br />

des Vizewissenschaftsministers des Iran nach Österreich<br />

ist in Aussicht, wobei einige Vereinbarungen<br />

und Abkommen unterschrieben werden können.<br />

Das alles deutet auf den unerschütterlichen Willen<br />

beider Länder auf eine enge Zusammenarbeit<br />

hin. Aufgrund der vorhandenen Kapazitäten unserer<br />

beiden Länder im Bereich der Kultur bin ich<br />

der Meinung, dass man viel in dieser Hinsicht tun<br />

kann, um die kulturellen Beziehungen zu bereichern.<br />

Es gibt konstruktive Gespräche über diese<br />

Art der Kooperationen und ich hoffe, dass man bald<br />

die Errungenschaften klar sehen wird. •<br />

68 | SOCIET 2_<strong>2014</strong>


Ein befreundetes Land<br />

Botschafter Friedrich Stift über die Anfänge<br />

der iranisch-österreichischen Beziehungen, die<br />

Bedeutung des Kulturforums in Teheran und die<br />

Erwartungen an Präsident Hassan Rohani.<br />

Interview: Gertrud Tauchhammer<br />

IRAN<br />

INTERVIEW<br />

»Österreich ist<br />

das einzige<br />

Land, dessen<br />

Kulturforum<br />

nach der<br />

Revolution 1979<br />

nicht geschlossen<br />

wurde.<br />

«<br />

Foto: BMEIA<br />

Was sind die Hauptgründe für<br />

die traditionell guten Beziehungen<br />

zwischen Iran und<br />

Österreich?<br />

Österreich und der Iran<br />

pflegen Beziehungen seit 1850, als der damalige<br />

Kadscharen-Herrscher Schah Naser ad-Din Österreich<br />

gebeten hatte, dem Iran Ausbildner<br />

für das Militär zur Verfügung zu<br />

stellen. Dieser Bitte ist Kaiser Franz Joseph<br />

nachgekommen. Weiters hat der<br />

österreichische Arzt Jakob Eduard Polak<br />

die medizinische Fakultät im Iran aufgebaut<br />

und war Leibarzt des Schahs.<br />

1872 hat Österreich eine Gesandtschaft<br />

in Teheran eröffnet. Ungefähr zur gleichen<br />

Zeit hat auch der Iran in Wien<br />

eine Gesandtschaft errichtet. Die Beziehungen<br />

waren eng und gut und es gab<br />

auch mehrere Besuche von Kadscharen-Kaisern in<br />

Wien, so auch zur Weltausstellung 1873.<br />

Welche Rolle spielt die österreichische Medizin<br />

in den Beziehungen?<br />

Der Kadscharen-Herrscher Mozafaredin hat sich<br />

um 1900 in Österreich mehrmals Kuren unterzogen.<br />

Später, unter den Pahlavis, haben viele Iraner<br />

in Österreich Medizin studiert. Es gibt an die zweitausend<br />

iranischstämmige Ärzte in Österreich. Das<br />

österreichische Gesundheitssystem würde leiden,<br />

wenn es diese guten iranischen Ärzte nicht gäbe.<br />

Reza Schah Pahlavi hat sich in Wien häufig medizinisch<br />

bei Professor Karl Fellinger untersuchen<br />

lassen.<br />

Wie ist das Bild des Österreichers im Iran?<br />

Österreich wird als befreundetes Land gesehen.<br />

Was uns zugutekommt, ist der Status der Neutralität.<br />

Man hat das Gefühl, dass sich Österreich wegen<br />

der Neutralitätspolitik nicht in die inneren Angelegenheiten<br />

des Iran eingemischt hat. Österreich<br />

hat in dieser Region auch nie eine Kolonialrolle gespielt<br />

im Gegensatz zu Großbritannien und anderen<br />

Großmächten. Das wird uns hoch angerechnet.<br />

Worin liegt die Bedeutung des österreichischen<br />

Kulturforums in Teheran?<br />

Österreich hat seit 1958 ein Kulturforum in Teheran,<br />

und es ist das einzige Land, dessen Kulturforum<br />

nach der Revolution 1979 nicht geschlossen<br />

wurde. Wir veranstalten Lesungen, Konzerte, es<br />

gibt ein österreichisch-iranisches Symphonieorchester,<br />

einen Chor, einen Kinderchor „Edelweiß“,<br />

eine Bibliothek und vieles mehr. Das Kulturforum<br />

ist ein Refugium und Rückzugsgebiet<br />

für iranische Künstler in den schwierigen<br />

Jahren gewesen, es hat eine unglaubliche<br />

Strahlkraft und wird im Kulturleben<br />

von Teheran hochgeschätzt.<br />

3000 Sprachstudenten pro Jahr lernen<br />

hier die deutsche Sprache.<br />

Welche Erwartungen werden in<br />

Präsident Rohani gesetzt?<br />

Die Erwartungen sind sehr groß im<br />

Land selbst und international. Während<br />

der Präsidentschaft von Mahmud Ahmadinedschad<br />

haben die Beziehungen zu Europa und<br />

den USA stark gelitten. Er hat sich zum Teil einer<br />

Rhetorik bedient, die für Europa nicht akzeptabel<br />

war. Unter seiner Präsidentschaft sind auch die Verhandlungen<br />

im Atomdossier zum Erliegen gekommen.<br />

Seit der Amtsübernahme von Präsident Rohani<br />

im August 2013, haben sich die Beziehungen zur<br />

internationalen Staatengemeinschaft verbessert.<br />

Atmosphärisch hat sich auch im Land selbst einiges<br />

gebessert. Vor allem im Kultur- und Medienbereich<br />

gibt es wieder mehr Freiheiten.<br />

Welche Rolle spielt Österreich in den Atomverhandlungen?<br />

Außenminister Sebastian Kurz hat sich bemüht,<br />

dass die Verhandlungen nach Wien kommen. Wir<br />

hoffen, dass die gute Atmosphäre, die in Wien<br />

herrscht, auch einen positiven Niederschlag in den<br />

Verhandlungen findet.<br />

Ein Staatsbesuch von Bundespräsident Heinz<br />

Fischer ist in Planung?<br />

Der Bundespräsident hat eine Einladung zu<br />

einem offiziellen Besuch bekommen. Er hat diese<br />

Einladung angenommen, hat aber den Termin des<br />

Besuchs offen gelassen und mit einem Durchbruch<br />

im Nukleardossier verknüpft.<br />

•<br />

CURRICULUM<br />

VITAE<br />

Dr. Friedrich Stift ist am 30.<br />

Mai 1961 geboren. Er trat<br />

nach einem Studium der<br />

Rechtswissenschaften in<br />

Wien und einem Postgraduate-Studium<br />

an der<br />

Johns Hopkins Universität<br />

in Bologna und Washington<br />

1989 ins Außenministerium<br />

ein. Neben Posten in<br />

Washington (1992-1995)<br />

und Riyadh (1995-1999) war<br />

er im Außenministerium in<br />

der Presseabteilung und im<br />

Büro des Generalsekretärs<br />

tätig. Von 2002 bis 2004<br />

war er stv. Missionschef<br />

an der Botschaft in Peking<br />

und von 2004 bis 2008<br />

Botschafter im Königreich<br />

Saudi Arabien. Von 2009<br />

bis 2013 war er Leiter der<br />

Abteilung für den Mittleren<br />

und Nahen Osten. Seit<br />

September 2013 ist er Botschafter<br />

in der Islamischen<br />

Republik Iran.<br />

SOCIETY 2_<strong>2014</strong> | 69


IRAN<br />

KOMMENTAR<br />

Der Feind ohne<br />

Grenzen und die Zeit<br />

der Vernunft<br />

Ist die Zeit nicht gekommen, mit einem<br />

ernsten, starken Willen, global gegen den<br />

Extremismus und die Gewalt vorzugehen?<br />

Text: Dr. Habibollah Malakooti Far<br />

Extremismus und Gewaltanwendung<br />

sind Phänomene,<br />

die essentiell gegen die Natur<br />

des Menschen und die<br />

menschliche Vernunft sind,<br />

geschweige grundsätzlicher<br />

Inkongruenz mit der natürlichen Neigung<br />

des Menschen. Im Gegensatz dazu sind auf<br />

Vernunft basierendes Verhalten und eine<br />

gemäßigte Politik, die fern aller Brutalität<br />

und nicht kriegerisch sind, charakteristisch<br />

für einen vernünftigen Menschen<br />

und werden in allen Kulturen respektiert<br />

und geachtet.<br />

Extremismus und die Tendenz zur<br />

Gewaltanwendung können verschiedene<br />

Gründe und Wurzeln haben. Abgesehen<br />

von den Gründen, die man dafür angibt<br />

und wofür man sogar wissenschaftlich<br />

belegbare Rechtfertigungen vorlegt, muss<br />

man die Ursachen des Extremismus und<br />

der Gewalt in der Unwissenheit der Menschen<br />

suchen, und das ist der springende<br />

Punkt, weshalb man in der iranischen Kultur<br />

traditionell zu mehr Toleranz und einer<br />

moderaten Haltung neigt. Je mehr ein<br />

Mensch über sich selbst und über die Phänomene<br />

in seiner Umgebung in Unwissenheit<br />

steckt, umso mehr ist eine Bestärkung<br />

des Dogmas von ihm zu erwarten<br />

und der Exzess und die Strenge in seiner<br />

Haltung zu erleben. Ali Ben Abutaleb (1),<br />

einer der größten religiösen Persönlichkeiten<br />

der islamischen Welt, bezeichnet<br />

den Radikalismus und den Fanatismus als<br />

Merkmale unwissender Menschen: „Der<br />

ignorante Mensch verhält sich stets zweierlei:<br />

entweder er übertreibt die Dinge<br />

oder er vernachlässigt sie gänzlich.“<br />

Der berühmte iranische Dichter Molana<br />

(2) bezeichnet jede Art des Extremismus<br />

und Fanatismus als Zeichen der<br />

Ahnungslosigkeit und der Unwissenheit<br />

des Menschen. Fanatismus, Strenge und<br />

Extremismus sind für das individuelle Leben<br />

aber auch für Familien eine Katastro-<br />

70 | SOCIETY 2_<strong>2014</strong>


IRAN<br />

KOMMENTAR<br />

Foto: Privat<br />

Mein Freund, diese Welt ist wie ein Baum,<br />

wir sind wie unreife Früchte auf diesem Baum.<br />

Die unreifen Früchte kleben hart an den Zweigen,<br />

weil man die Unreifen nicht nach Hause mitnehmen kann.<br />

Sobald die Früchte reif und süß sind,<br />

können sie allmählich die Baumzweige loslassen.<br />

Sobald man zum Glück den stark süßen Geschmack im Mund hat,<br />

hat man keine Lust mehr an dem Weltbesitz.<br />

Strenge und Fanatismus sind Unreife,<br />

solange du Embryo bist, musst du nur Blut saugen.<br />

Quelle: Molana<br />

phe. Aber die Katastrophe zeigt ihr wahres<br />

Gesicht erst dann, wenn sie die Grenzen<br />

der Individualität überschreitet und sich<br />

in gesellschaftlicher, religiöser oder ethnischer<br />

Form gestaltet. Das, was heutzutage<br />

in manchen Ecken der Welt passiert<br />

und deren Folgen sich ab und zu zeigen,<br />

zählt zu dieser Art der Katastrophe. Diese<br />

zügellose Brutalität hat man im Laufe der<br />

menschlichen Geschichte und in allen<br />

Kriegen überall auf der Welt erlebt. Aber<br />

gerade in dieser Zeit, in der unermüdliche<br />

Versuche zum materiellen und geistigen<br />

Fortschritt im Leben der Menschen unternommen<br />

werden, sind solche Phänomene<br />

erstaunlich, ja sogar furchtbar.<br />

Diese Art des Extremismus basierend<br />

auf Unwissenheit hat verschiedene Ursachen:<br />

Komplexe, Versuch der Machtergreifung<br />

u.s.w. Diese einzelnen Gründe oder<br />

die Zusammenkunft all dieser Ursachen<br />

veranlassen die vernünftigen Menschen,<br />

ernsthaft und willig zu handeln und für<br />

die Gefahrenbeseitigung des Extremismus<br />

eine Lösung zu finden. Sollte man dieser<br />

Gefahr kein Ende setzen, droht eine noch<br />

größere Gefahr. Diese Krankheit, der Extremismus,<br />

kann sich in Form einer tödlichen<br />

Epidemie ausbreiten.<br />

Die Statistik über die Zahl der Europäer<br />

und Amerikaner, die am Wettbewerb<br />

des Tötens im Nahen Osten teilgenommen<br />

haben, ist so erschreckend, dass es jeden<br />

zum Nachdenken zwingt. Eine Umfrage<br />

in einem Land in der Region des Nahen<br />

Ostens zeigt, dass mehr als 92 Prozent der<br />

Befragten genau dieselben Ideen vertreten<br />

wie die verbrecherische Gruppe IS. Es mag<br />

sein, dass diese Umfrage übertriebene Werte<br />

ausweist; aber es ist immerhin erschreckend,<br />

wenn wir beobachten, dass die Vorgangsweise<br />

der Führer anderer Gruppen<br />

wie Al-Qaida in den arabischen Ländern<br />

eine ähnliche Tendenz zeigt.<br />

•<br />

WAVE-Vorschlag und eine<br />

neue „Welle“<br />

Mohammad Khatami, der Ex-Staatspräsident<br />

des Iran schlug der UNO im Jahr<br />

2001 einen „Dialog der Zivilisationen“ vor.<br />

Das war gerade zu der Zeit, als der Theoretiker<br />

der internationalen Beziehungen,<br />

Samuel Huntington, seine These „Kampf<br />

»Die Ursache des Extremismus<br />

liegt in der Unwissenheit<br />

der Menschen.<br />

«<br />

Dr. Habibollah<br />

Malakooti Far<br />

der Kulturen“ vorgestellt hatte. Der Vorschlag<br />

des Staatspräsidenten des Iran<br />

wurde damals von vielen Staatsoberhäuptern<br />

der Welt sowie von den universitären<br />

und akademischen Kreisen begrüßt. Das,<br />

was sich beinahe als die Angst vor dem<br />

Konflikt der Zivilisationen zeigen wollte,<br />

wandelte sich zu einer Hoffnung für den<br />

Dialog der Zivilisationen um.<br />

Im vergangenen Jahr, knapp einige Monate<br />

nach der Wahl des moderaten Staatspräsidenten<br />

Dr. Hassan Rohani, hat er einen<br />

Vorschlag unter dem Motto „WAVE“<br />

(The World Against Violence and Extremism)<br />

der UNO überreicht. Rohani warnte<br />

bei seiner ersten Rede in der UNO vor den<br />

Gefahren des Krieges und Extremismus<br />

und fügte hinzu: „Man muss den Menschen<br />

einen neuen Horizont eröffnen, damit<br />

der Frieden gegen den Krieg, die Gerechtigkeit<br />

gegen die Ungerechtigkeit, die<br />

Freiheit gegen die Gewaltherrschaft und<br />

der Fortschritt gegen den Rückstand die<br />

Oberhand gewinnt und erfolgreich wird.“<br />

Um diese wertvollen Ziele erreichen zu<br />

können, schlug er vor, dass die Generalversammlung<br />

der UNO praktische Maßnahmen<br />

gegen Gewalt und Extremismus<br />

ergreifen soll. Dieser Vorschlag wurde in<br />

Form einer Resolution am 20.12.2013 von<br />

der Vollversammlung genehmigt und beschlossen.<br />

Die Welt hat jedoch seitdem nichts<br />

Konkretes unternommen. Die Gewalt hat<br />

sich noch mehr verbreitet. Die syrische<br />

Krise ist ein guter Nährboden für das<br />

Wachstum jener Gruppen, die ihre verbrecherischen<br />

Absichten mit populistischen<br />

Parolen realisieren wollten. Einige Länder<br />

stellten diesen Gruppen alle möglichen<br />

Ausrüstungen und Mittel zur Verfügung,<br />

und einige jubelten ihnen zu und gossen<br />

tagtäglich Öl ins Feuer. Erst dann wurden<br />

die Medien und Politiker aufmerksam, als<br />

sie und die ganze Welt mit diesem gefährlichen<br />

Phänomen konfrontiert wurden;<br />

mit einem Phänomen, das der menschlichen<br />

Würde, dem Leben, dem Hab und<br />

Gut und der Ehre der Menschen keinen<br />

Wert beimisst.<br />

Der Wert der Ideen, wie der Idee von<br />

Rohani, wird erst dann begreiflich, wenn<br />

wir verstehen und herausfinden, wie<br />

schlimm die Folgen der Expansion solcher<br />

gefährlicher Phänomene sein können.<br />

Zurzeit leiden einige Länder in unserer<br />

Region unter dem Extremismus und<br />

der Gewalt internationaler Art. Die begonnene<br />

Welle kann auf die übrige Welt<br />

übergreifen. Auf Grund des beachtlichen<br />

Umfangs und der tiefverwurzelten verbreiteten<br />

Taktiken der verbrecherischen<br />

Gruppen sind alle gezwungen, gemeinsam<br />

durchführbare Lösungen im Kampf<br />

gegen sie zu finden.<br />

In der auf diesem Vorschlag basierenden<br />

UNO-Resolution wurden vier grundlegende<br />

Prinzipien besonders bekräftigt:<br />

1.) Verabscheuen der Aktivitäten, deren<br />

Wurzel im Extremismus, in der Ungerechtigkeit<br />

und in der Diktatur zu suchen sind.<br />

Dabei kann man die Gewaltanwendung<br />

gegen die Souveränität und politische Unabhängigkeit<br />

der Völker, den Angriff auf<br />

Kulturstätten, die Ermordung der Zivilbevölkerung,<br />

von Kindern und Frauen erwähnen.<br />

Man muss jede Art des religiösen<br />

➢<br />

SOCIETY 2_<strong>2014</strong> | 71


IRAN<br />

KOMMENTAR<br />

➢<br />

»Der Kampf gegen den Terrorismus<br />

muss ohne Wenn und Aber<br />

fortgesetzt werden.<br />

«<br />

Dr. Habibollah<br />

Malakooti Far<br />

und ethnischen Hasses, des Rassismus und jede<br />

Feindseligkeit auf das Schärfste verurteilen; terroristische<br />

und gewalttätige Aktivitäten, gleichgültig<br />

unter welchem Vorwand und in welcher Form<br />

auch immer, muss man bekämpfen.<br />

2.) Unterstützung jeder Art von Maßnahmen,<br />

die die Gewalt kontrollieren und die menschliche<br />

Würde beschützen. Begrüßung der Idee des interreligiösen<br />

und interkulturellen Dialogs, Respekt<br />

vor Meinungsfreiheit, Toleranz im kulturellen und<br />

sozialen Leben, gegenseitiger Respekt, Schutz der<br />

Frauenrechte und Kampf gegen jede Art der Diskriminierung<br />

der Frauen, Förderung der Mäßigung<br />

und Reformen im sozialen und politischen Leben,<br />

Festigung der Grundrechte der Menschen in jeder<br />

Art und Form, insbesondere in dem Bereich des<br />

friedlichen Zusammenlebens mit Würde.<br />

3.) Praktische Strategien, die die Resolution<br />

zum Erreichen der genannten Ziele vorschlägt.<br />

Darunter: Gleichstellung der menschlichen Gesellschaften,<br />

eine umfassende und akzeptable<br />

Anschauung über die Kulturen, die Religionen<br />

verschiedener Gesellschaften, Förderung der Dialogkultur<br />

unter den Menschen, Aufklärung der<br />

Menschen über die Folgen der Gewaltanwendung<br />

und des Extremismus, die aus politischen und<br />

wirtschaftlichen Missständen entstehen, Verbreitung<br />

des allgemeinen Wissens über die Vorteile<br />

und die Wichtigkeit der Mäßigung und der Goldenen<br />

Mitte, Aufbringen der Geduld und Schutz<br />

der Menschenrechte im sozialen und politischen<br />

Leben, Bekämpfung und Beseitigung der Art,<br />

Reduzierung der finanziellen Unterschiede und<br />

Widmung dem wirtschaftlichen und sozialen<br />

Wachstum.<br />

4.) Bekräftigung des hohen Wertes und der<br />

wichtigen konstruktiven Rolle der Zivilgesellschaften,<br />

der nichtstaatlichen Organisationen<br />

neben dem Staat und der internationalen Organisationen<br />

beim Kampf gegen den Extremismus<br />

und Gewalt, Hervorrufen der Wichtigkeit der<br />

Massenmedien bei der richtigen Vorstellung der<br />

vielfältigen Kulturen, Völker und Religionen und<br />

Aufzeigen der zerstörerischen Dimensionen des<br />

Extremismus und der Gewaltanwendung.<br />

Dr. Habibollah<br />

Malakooti Far ist<br />

Botschaftsrat der<br />

politischen Abteilung<br />

der Botschaft in Wien.<br />

ÜBER DEN<br />

AUTOR<br />

Dr. Habibollah Malakooti<br />

Far ist am 24. Juli 1968 in<br />

Bebol/Mazadaran geboren,<br />

studierte Internationale<br />

Beziehungen in Teheran und<br />

trat 1998 in das iranische<br />

Außenministerium ein.<br />

Dort gründete er das erste<br />

interne Magazin „Hamkar“<br />

(Kollege) und war zwei Jahre<br />

dessen Redakteur. Von<br />

2002 bis 2006 war er Gesandter<br />

in Bahrain. Danach<br />

war er Leiter der Abteilung<br />

für Planung und Statistik<br />

im Außenministerium. Seit<br />

2012 ist er Botschaftsrat der<br />

politischen Abteilung der<br />

Botschaft der Islamischen<br />

Republik Iran in Wien. Er ist<br />

Autor zahlreicher wissenschaftlicher<br />

Artikel.<br />

Tatsache ist, dass der WAVE-Entwurf den Grundstein<br />

für eine umfassende internationale Zusammenarbeit<br />

sein kann. Der Geist und die Kernaussage<br />

dieses Planes basiert auf einem gemeinsamen<br />

moralischen Grundsatz, den alle zivilisierten Gesellschaften<br />

und Völker der Welt anerkennen. Dieser<br />

Grundsatz besagt, dass die menschliche Würde<br />

Mäßigung und Freundlichkeit befürwortet und<br />

jede Art des Extremismus und der Gewalt ablehnt<br />

und verabscheut. Die Angesprochenen dieses Planes<br />

sind nicht nur die Regierungen und Staaten,<br />

sondern alle Denker, Eliten und politischen und<br />

internationalen Experten, damit sie eine Strategie<br />

für das Erreichen des Friedens und der internationalen<br />

Sicherheit ausarbeiten und eine Welt ohne<br />

Gewalt und Extremismus aufbauen und den Menschen<br />

in allen Gesellschaften anbieten.<br />

Zurzeit sind wir Zeuge der Bemühungen gegen<br />

das gefährliche Phänomen namens Terrorismus,<br />

Gewalt und Extremismus. Man darf jedoch die<br />

Augen vor der Wahrheit und den Tatsachen nicht<br />

verschließen. Man darf nicht die Ursachen, die zu<br />

diesem Phänomen geführt haben, vergessen. Die<br />

Welt soll ihre Augen, neben dem Kampf gegen den<br />

Terrorismus, aufmachen und die Elemente, die<br />

die Gewalt und den Extremismus erzeugt haben,<br />

genau erkennen und sie behandeln. Der Inhalt<br />

und der Sinn des Vorschlages von Rohani ist auch<br />

nichts anderes: Der Kampf gegen den Terrorismus<br />

und die Gewalt muss kontinuierlich und ohne<br />

Wenn und Aber fortgesetzt werden. Dieser Kampf<br />

muss bedingungslos und vielseitig von allen vorangetrieben<br />

werden. Das Ziel dieses Kampfes muss<br />

der Schutz der Rechte aller Menschen sein und<br />

nicht nur der Rechte bestimmter Gruppen. Der<br />

Kampf gegen den Extremismus und die Gewalt<br />

muss langfristig und auf Basis von gemeinsamen<br />

Entscheidungen betrieben werden. Man muss die<br />

Ursachen solcher unheilvollen Phänomene auf internationaler<br />

Ebene untersuchen.<br />

Anmerkungen<br />

(1) Ali ibn Abi Talib (600-661) war Vetter und<br />

Schwiegersohn des Propheten Mohammed. Für<br />

die Schiiten ist er der rechtmäßige Nachfolger Mohammeds.<br />

(2) Dschalal ad-Din Muhammad Rumi (1207-<br />

1273), persischer Mystiker und Dichter, genannt<br />

Maulana („Unser Meister“), Gründer des Mevlevi-<br />

Derwischordens<br />

•<br />

Foto: Botschaft der Islamischen Republik Iran in Wien<br />

72 | SOCIETY 2_<strong>2014</strong>


IRAN<br />

KOMMENTAR<br />

Blick auf Irans Hauptstadt<br />

Teheran<br />

Fotos: Foto Wilke, Botschaft der Islamischen Republik Iran in Wien<br />

Ein bedeutender<br />

Handelspartner<br />

Der Iran ist für Österreich ein wichtiger<br />

Handelspartner. Das AußenwirtschaftsCenter in<br />

Teheran berät österreichische Unternehmen.<br />

Text: Dr. Walter Koren<br />

Der Iran war historisch betrachtet immer<br />

einer der wichtigsten österreichischen<br />

Handelspartner im Nahen- und<br />

Mittleren Osten. Das Land selbst besticht<br />

durch eine unglaubliche Vielschichtigkeit.<br />

Wenn man die Möglichkeit hat, ein<br />

wenig hinter die Fassaden zu blicken, so eröffnet<br />

sich das faszinierende Bild eines Landes mit einer<br />

interessanten Kunst- und Studentenszene, hervorragenden<br />

Restaurants, guten Einkaufsmöglichkeiten<br />

und vor allem mit einer spannenden Kulturgeschichte.<br />

Diese Aspekte gehen leider in der medialen<br />

Berichterstattung seit einigen Jahren unter.<br />

Seit etwa zehn Jahren sind die Handelsbeziehungen<br />

zwischen Österreich und dem Iran auf Grund<br />

der internationalen Sanktionen sowie der dadurch<br />

bestehenden Probleme bei Zahlungsabwicklungen<br />

zurückgegangen. Bei einer Lockerung oder sogar<br />

Aufhebung der Sanktionen könnte sich der Iran wieder<br />

zu dem bedeutenden Handelspartner für Österreich<br />

entwickeln, der er in der Vergangenheit war.<br />

Mit fast achtzig Millionen, überdurchschnittlich<br />

jungen Einwohnern und einer großen finanzstarken<br />

Mittelschicht mit westlichen Konsumgewohnheiten<br />

– vor allem im urbanen Bereich – könnte<br />

etwa der Export von Konsumgütern wieder ein sehr<br />

interessantes Segment für österreichische Unternehmen<br />

werden. Bedeutende Bereiche, in denen<br />

Österreich künftig als Wirtschaftspartner wieder<br />

eine große Rolle spielen kann, sind die Energie-,<br />

Umwelt- und Verkehrsinfrastruktur. Generell gibt<br />

es sowohl einen Industriemodernisierungs- als auch<br />

einen enormen Nachholbedarf nach Innovationen<br />

und neuen Technologien. Auch für Unternehmen<br />

im Medizintechnik- und Pharmabereich ist der Iran<br />

alleine aufgrund sondere Gastfreundschaft aus<br />

und werden als Geschäftspartner sehr geschätzt.<br />

Mit unserem AußenwirtschaftsCenter in Teheran<br />

beraten wir österreichische Unternehmen in allen<br />

Phasen des Exports aber auch bezüglich rechtlicher<br />

Angelegenheiten oder zu Fragen des Investitionsschutzes.<br />

•<br />

CURRICULUM<br />

VITAE<br />

Dr. Walter Koren ist am 14.<br />

August 1955 in Graz geboren.<br />

Nach dem Studium der<br />

Handelswissenschaften und<br />

der Rechtswissenschaften<br />

begann er seine Karriere<br />

bei der Außenwirtschaftsorganisation<br />

der Österreichischen<br />

Wirtschaftskammer.<br />

Er war in Guatemala, Iran,<br />

Korea, Japan und Mexiko<br />

eingesetzt. Von 1992 bis<br />

1996 war er Sekretär und<br />

später Leiter des Büros des<br />

WKO-Präsidenten Leopold<br />

Maderthaner. Seit 2002 ist<br />

Walter Koren Leiter der Außenwirtschaft<br />

Österreich.<br />

»Österreich kann<br />

in den Bereichen<br />

Energie,<br />

Umwelt und<br />

Verkehrsinfrastruktur<br />

als<br />

Wirtschaftspartner<br />

eine<br />

große Rolle<br />

spielen.<br />

«<br />

SOCIETY 2_<strong>2014</strong> | 73


IRAN<br />

BILDUNG<br />

Österreich-Delegation in Persepolis<br />

– Besuch der achämenidischen<br />

Königsbauten,<br />

v.l.n.r.: Univ.-Prof. Dr. Stefan<br />

Hammer, Dr. Afsaneh Gächter,<br />

OeAD-Geschäftsführer Hubert<br />

Dürrstein, A. Jounesi (ICRO),<br />

Univ.-Ass. Dr. Axel Mentler, Dr.<br />

Ingeborg Mentler, Univ.-Prof. Dr.<br />

Claudia Theune-Vogt, Univ.-Prof.<br />

Dr. Markus Ritter, Dr. Brigit<br />

Gusenbauer, Mag. Anna Müller-<br />

Funk und Helmut Olesko<br />

Bildung verbindet<br />

Die österreichisch-iranische Bildungszusammenarbeit<br />

blickt auf eine lange Tradition. Heuer fand<br />

eine OeAD Delegationsreise in den Iran statt.<br />

Text: Afsaneh Gächter<br />

Dr. Hamid Mirzadeh, Präsident der Islamischen<br />

Azad-Universität in Teheran,<br />

überreicht OeAD-Geschäftsführer Hubert<br />

Dürrstein das Zeichen der Universität<br />

ZUR PERSON<br />

fsaneh Gächter ist<br />

Sozialwissenschaftle-<br />

und Beraterin für Arin<br />

interkulturelle Kommunikation.<br />

Geboren in Teheran/Iran<br />

und promoviert im Fach Soziologie<br />

an der Universität<br />

Wien, forscht sie im Bereich<br />

Kultur- und Wissenstransfer<br />

zwischen Österreich und<br />

Iran. Sie ist Autorin mehrerer<br />

Fachbücher und Fachartikel.<br />

Ihr Buch „Briefe aus Persien.<br />

Jacob E. Polaks medizinische<br />

Berichte“ erschien<br />

2013 in Wien.<br />

In den österreichisch-iranischen Beziehungen<br />

nimmt die Bildungszusammenarbeit<br />

eine besondere Rolle ein. Sie war Wegbereiterin<br />

der diplomatischen, wirtschaftlichen<br />

und kulturellen Beziehungen beider<br />

Länder. Die politische Elite Irans wandte<br />

sich im 19. Jahrhundert an Österreich, um für<br />

die Modernisierung des iranischen Bildungswesens<br />

qualifizierte Fachkräfte anzuwerben. In den<br />

letzten beiden Jahrzehnten ist die internationale<br />

Zusammenarbeit zu einem immer wichtigeren<br />

Bestandteil der Wissenschafts- und Technologiepolitik<br />

Österreichs geworden. Die Österreichische<br />

Austauschdienst GmbH (OeAD) unterstützt die<br />

Hochschulen bei der Umsetzung von Kooperationsprogrammen<br />

mit anderen Ländern.<br />

•<br />

OeAD-Delegation in Iran<br />

Im April <strong>2014</strong> reisten unter Leitung des OeAD-<br />

Geschäftsführers Hubert Dürrstein VertreterInnen<br />

der Universität Wien, der BOKU, der TU Wien, der<br />

Ludwig Boltzmann Gesellschaft, der Fachhochschule-Joanneum<br />

Graz und der Akademie für Traditionelle<br />

Europäische Medizin nach Teheran, Schiras<br />

und Isfahan. Die Delegationsreise nach Iran sollte<br />

dazu dienen, neue persönliche und institutionelle<br />

Kontakte anzubahnen und zukünftige Möglichkeiten<br />

der Bildungszusammenarbeit auszuloten.<br />

Themen zukünftiger Kooperationen liegen im Bereich<br />

von Umwelt- und Wassermanagement, Forstwirtschaft,<br />

Medizinal- und Aromapflanzenanbau,<br />

Tourismusmanagement, Rechtswissenschaften,<br />

Kunstgeschichte und Archäologie.<br />

Starke Unterstützung erhielt die Delegation<br />

durch Botschafter Dr. Friedrich Stift und Botschaftsrätin<br />

und Direktorin des Österreichischen<br />

Kulturforums Mag. Gabriele Juen.<br />

Die österreichischen HochschullehrerInnen<br />

führten mit Angehörigen von zwölf Universitäten<br />

Gespräche. Es gab Treffen mit dem Vizepräsidenten<br />

für Internationale Angelegenheiten und<br />

Technologieaustausch, DI Ali Birang, und mit dem<br />

Vizeminister für Internationale Kooperationen im<br />

Ministerium für Wissenschaft, Forschung und<br />

Technologie, Dr. Hossein Salar Amoli.<br />

•<br />

Bildung und Wissenschaft in Iran<br />

Wie aus einem Bericht des österreichischen<br />

AußenwirtschaftsCenters in Teheran hervorgeht,<br />

weist Iran heute „eines der besten Bildungssysteme<br />

der Region“ auf. Ein wichtiger Grund für die<br />

rasante Steigerung der Bildungs- und Wissenschaftsproduktion<br />

ist, dass Länder mit reichen<br />

Energiereserven wie Iran bestrebt sind, zu einer<br />

wissensbasierten Gesellschaft zu wechseln. Daher<br />

fließen jährlich enorme zwanzig Prozent der iranischen<br />

Staatsausgaben ins Bildungswesen.<br />

Iran ist aufgrund seiner gut ausgebildeten AkademikerInnen<br />

für Österreich ein großer Markt mit<br />

hohem Potenzial für Zusammenarbeit im Bereich<br />

von Bildung, Wissenschaft und Technologietransfer.<br />

Zudem verfügen beide Länder über traditionell<br />

gute Wissenschafts- und Wirtschaftsbeziehungen.<br />

Die Lockerungen der EU-Sanktionen gegenüber<br />

Iran seit Dezember 2013 sind erster Ausdruck einer<br />

veränderten Politik. Eine Normalisierung der Beziehungen<br />

zwischen Europa und Iran wird die Tür zu<br />

intensiver Zusammenarbeit öffnen.<br />

•<br />

Iranische Delegation in Wien<br />

Im Juni <strong>2014</strong> gab es an der Universität Wien und<br />

im OeAD-Haus ein Arbeitstreffen mit einer iranischen<br />

Delegation. Der Vizeminister für Internationale<br />

Kooperationen im Wissenschaftsministerium,<br />

Dr. Salar Amoli, reiste mit drei Präsidenten hochrangiger<br />

iranischer Universitäten nach Wien und<br />

setzte die Gespräche über bilaterale Austauschprogramme<br />

fort. Derzeit planen einige österreichische<br />

Hochschulen und Forschungseinrichtungen Delegationsreisen<br />

nach Iran, um weitere Sondierungsgespräche<br />

über Kooperationen zu führen. •<br />

Fotos: OeAD<br />

74 | SOCIETY 2_<strong>2014</strong>


„Starke Beziehungen<br />

historisch bedingt“<br />

Werner Fasslabend, Präsident der österreichischiranischen<br />

Gesellschaft, im SOCIETY-Gespräch<br />

über die Beziehungen zwischen dem Iran und<br />

Österreich.<br />

IRAN<br />

INTERVIEW<br />

»Der Iran bietet<br />

ein hohes<br />

Potential für<br />

die Europäische<br />

Union.<br />

«<br />

Interview: Gertrud Tauchhammer<br />

Foto: <strong>Society</strong><br />

Seit wann sind Sie der Präsident der<br />

österreichisch-iranischen Gesellschaft?<br />

Seit etwa zehn Jahren. Ich reise regelmäßig<br />

in den Iran und war schon<br />

ein Dutzend Mal dort.<br />

Wie würden Sie aufgrund Ihrer persönlichen<br />

Erfahrung die bilateralen Beziehungen zwischen<br />

dem Iran und Österreich beschreiben?<br />

Die Beziehungen zwischen Österreich und dem<br />

Iran reichen sehr weit in die Vergangenheit<br />

hinein. Das hat sich insbesondere<br />

aus der Situation ergeben,<br />

dass zwischen Österreich und dem<br />

Iran früher nur ein einziges Land<br />

dazwischen gelegen ist, nämlich das<br />

Osmanische Reich. Aus der beidseitigen<br />

Nachbarschaft sind parallele<br />

Interessen entstanden, die auch gepflegt<br />

wurden. Es war kein Zufall,<br />

dass bereits in der Orientalischen<br />

Akademie – der Vorgängerin der Diplomatischen<br />

Akademie–, vor 260<br />

Jahren neben Türkisch und Arabisch<br />

auch Persisch gelehrt wurde, um die<br />

Kontakte zu den Nachbarländern zu intensivieren.<br />

Nach dem Zweiten Weltkrieg waren schon sehr viele<br />

Kontakte auf wissenschaftlicher Ebene vorhanden:<br />

Viele Perser sind zum Medizinstudium nach<br />

Österreich gekommen; und auch der „Schah“, der<br />

persische König der Könige, hat sich von prominenten<br />

österreichischen Ärzten behandeln lassen.<br />

Wie sehen die Beziehungen zwischen den<br />

Staatsoberhäuptern aus?<br />

Nach der Revolution hat Österreich einen besonderen<br />

Kontakt entwickelt: Bundespräsident<br />

Waldheim ist in einer der kritischsten Phasen nach<br />

Teheran gefahren, um zu bewirken, dass die amerikanischen<br />

Geiseln freigelassen wurden. Daraus hat<br />

sich ein persönlicher Kontakt ergeben, der in den<br />

Folgejahren weiter gepflegt wurde. Bundespräsident<br />

Klestil hat als einer der wenigen Staatschefs aus der<br />

EU der Regierung Khatami einen Besuch abgestattet,<br />

der von Khatami 2002 erwidert wurde. Er hat außerdem<br />

dazu beigetragen, dass hier in Österreich auf<br />

kirchlicher Seite ein interreligiöser Dialog zwischen<br />

dem Christentum und dem Islam errichtet wurde.<br />

Auch der jetzige Bundespräsident Fischer hat als Nationalratspräsident<br />

ein sehr gutes Verhältnis zu Karroubi,<br />

dem damaligen Parlamentspräsidenten und<br />

jetzigen Oppositionsführer, aufgebaut.<br />

Welches Potential bietet der Iran für die Europäische<br />

Union?<br />

Der Iran ist im internationalen<br />

Forschungsranking die Nummer<br />

vierzehn, in einigen Dimensionen<br />

ist er sogar ganz vorne unter den<br />

ersten fünf Staaten. Durch die geografische<br />

Nähe, die Marktgröße und<br />

den hohen Entwicklungsstand des<br />

Iran ergibt sich ein hohes Potential<br />

für die Europäische Union. Besondere<br />

Bedeutung erlangt der Iran<br />

aufgrund seiner großen Ressourcen<br />

weltweit im Energiesektor, vor<br />

allem im Erdgas- und Erdölbereich.<br />

Das ist auch langfristig für Europa<br />

von großem Interesse und nur<br />

durch die politischen Differenzen in den letzten<br />

Jahren in den Hintergrund gerückt.<br />

Welche wirtschaftlichen Entwicklungen ergeben<br />

sich für Österreich, falls die Sanktionen<br />

fallen oder reduziert werden?<br />

Es kommt immer darauf an, wie weit die Einigung<br />

geht und wie weit die Sanktionen davon betroffen<br />

sind. Auch jetzt gibt es bereits umfangreiche<br />

Möglichkeiten in Sektoren, die von den Sanktionen<br />

nicht betroffen sind. Dazu gehört der Umweltsektor,<br />

der medizinische Bereich, der infrastrukturelle<br />

Bereich oder der Nahrungsmittelsektor. Durch<br />

die Sanktionen am Finanzsektor, was zu einer de<br />

facto Nicht-Funktionsfähigkeit des Bankensystems<br />

geführt hat, ist es jedoch auch in diesen Bereichen<br />

zu einer Einschränkung des Geschäftsfeldes gekommen.<br />

Nur bei einer Normalisierung kann es hier wieder<br />

zu verstärkten Tätigkeiten kommen. •<br />

CURRICULUM<br />

VITAE<br />

Dr. Werner Fasslabend<br />

ist 1944 in Marchegg in<br />

Niederösterreich geboren.<br />

Er studierte Sprachen und<br />

Geschichte in den USA und<br />

schloss 1970 sein Studium<br />

der Rechtswissenschaften<br />

an der Universität Wien<br />

mit der Promotion ab. Von<br />

1987 bis 2007 war er Mitglied<br />

des österreichischen<br />

Nationalrats. Bis zu seiner<br />

Nominierung als Minister für<br />

Landesverteidigung 1990<br />

arbeitete er bei Henkel-Persil<br />

als Produktmanager und<br />

Verkaufsleiter. Von 1990 bis<br />

2000 war er Verteidigungsminister<br />

und von 2000<br />

bis 2002 Dritter Nationalratspräsident.<br />

Außerdem<br />

war er von 1997 bis 2003<br />

Bundesobmann des ÖAAB.<br />

Derzeit ist er als Präsident<br />

des AIES (Austria Institut<br />

für Europa- und Sicherheitspolitik)<br />

und der Politischen<br />

Akademie der ÖVP tätig<br />

sowie Mitglied des ÖVP-<br />

Bundesparteivorstands.<br />

Fasslabend ist verheiratet<br />

und hat zwei Kinder.<br />

SOCIETY 2_<strong>2014</strong> | 75


IRAN<br />

WIRTSCHAFT<br />

Rohstoffgigant<br />

mit Potenzial<br />

Der Iran hat eine strategische Sonderstellung an der Schwelle<br />

zwischen Asien, Afrika und Europa. Für österreichische Unternehmen<br />

gibt es zahlreiche Investitionsmöglichkeiten.<br />

Quelle: Botschaft der Islamischen Republik Iran in Wien<br />

Die Handelsbeziehungen zwischen<br />

der Islamischen Republik<br />

Iran und Österreich haben<br />

bedingt durch die guten<br />

historischen Beziehungen<br />

eine lange Geschichte. Zahlreiche Handelsabkommen<br />

wurden im Laufe der Jahre<br />

unterzeichnet, etwa in den Bereichen<br />

Straßentransport, Luftfahrttransport,<br />

Förderung und Schutz der Investitionen,<br />

Vermeidung der Doppelbesteuerung, Zollkooperationen<br />

usw. Laut Statistik betrug<br />

das Handelsvolumen zwischen den beiden<br />

Ländern im Jahr 2012 etwa 341 Millionen<br />

Euro. Aufgrund der vorhandenen Kapazitäten<br />

und des Interesses der beiden Länder<br />

hofft man auf eine Erweiterung der wirtschaftlichen<br />

Beziehungen. Bedingt durch<br />

die politischen Ereignisse hat der Handel<br />

zwischen beiden Ländern etwas abgenommen,<br />

obwohl unzählige Möglichkeiten für<br />

österreichische Firmen und Investoren in<br />

der Islamischen Republik Iran bestehen.<br />

•<br />

Wirtschaftskraft des Iran<br />

Die Islamische Republik Iran hat eine<br />

strategische Sonderstellung an der Schwelle<br />

zwischen Asien, Europa und Afrika. Wie<br />

andere Länder in der Region des Persischen<br />

Golfes verfügt auch der Iran über ungeheuer<br />

große Öl- und Gasreserven. Indien und<br />

China sind die größten Abnehmer, und sie<br />

werden auch in Zukunft die größten Abnehmer<br />

bleiben. Der Iran verfügt über die<br />

drittgrößten Ölreserven (<strong>15</strong>5 Milliarden<br />

Fass) und die zweitgrößten Gasreserven<br />

(32 Billionen Kubikmeter) der Welt. Europa<br />

hat eine große Industrie und deshalb<br />

ergänzen sich diese zwei Pole: Der Iran<br />

ist bestrebt, seine Industrie und Absatzmärkte<br />

auszubauen, und Europa braucht<br />

Fotos: Botschaft der Islamischen Republik Iran in Wien<br />

76 | SOCIETY 2_<strong>2014</strong>


IRAN<br />

WIRTSCHAFT<br />

Der Iran verfügt über die<br />

drittgrößten Öl- und die<br />

zweitgrößten Gasreserven<br />

der Welt.<br />

FACTS<br />

Iran Khodro ist der größte<br />

Automobilhersteller im<br />

Iran mit Lizenzbauten und<br />

Eigenentwicklungen<br />

Energie und ist ein guter Markt für Rohstoffe wie<br />

Öl und Gas.<br />

•<br />

Tourismusindustrie<br />

Es gibt große Kapazitäten bei der Expansion des<br />

Tourismus. Laut Bericht der Welttourismusorganisation<br />

steht der Iran auf dem zehnten Rang, was<br />

die Attraktivität in diesem Bereich betrifft. Der Iran<br />

hat unzählige historische Sehenswürdigkeiten, ist<br />

eines der sichersten Länder in der Region und auf<br />

der Welt, und die Sicherheit der Touristen ist in jeder<br />

Hinsicht gewährleistet.<br />

•<br />

Landwirtschaft<br />

Die klimatische Vielfalt des Landes ist eine gute<br />

Voraussetzung für die landwirtschaftliche Kapazität<br />

des Landes. Im Iran gibt es ein Vierjahreszeiten-<br />

Klima. Daher ist im Süden des Landes auch im Winter<br />

eine landwirtschaftliche Produktion möglich.<br />

Es gibt 18 Millionen Hektar landwirtschaftlicher<br />

Böden. Jährlich werden 118 Millionen Tonnen verschiedener<br />

landwirtschaftlicher Produkte erzeugt.<br />

Sollte das Wassermanagement verbessert werden,<br />

kann diese Menge noch weiter erhöht werden.<br />

•<br />

Wirtschaftsreformen des Iran<br />

Im Rahmen des fünften Wirtschaftsplanes werden<br />

Investitionen des Privatsektors und von ausländischen<br />

Investoren in der Höhe von zwanzig<br />

Milliarden US Dollar getätigt. Die Verbesserung<br />

des Gesundheitswesens wird vorangetrieben, die<br />

internationalen Beziehungen sollen ausgeweitet<br />

werden und eine Verdoppelung des BIP wird angestrebt.<br />

Achtzig Prozent des Staatsvermögens sollen<br />

privatisiert werden. Vierzig Prozent dieses Transfers<br />

sollen durch Staatsaktien (Edalat-Aktien) geschehen,<br />

vierzig Prozent über die Teheraner Börse.<br />

Zwanzig Prozent werden nach wie vor im Besitz des<br />

Staates bleiben. Das Gesamtvolumen des Staatsvermögens<br />

betrug 120 Milliarden US Dollar. In den vergangenen<br />

fünf Jahren wurden davon 63 Milliarden<br />

US Dollar privatisiert. Mit der Entwicklung des Privatisierungsprozesses<br />

wird der Anteil des Staates<br />

am BNP von achtzig auf vierzig Prozent reduziert.<br />

•<br />

Vorteile für ausländische Investoren<br />

Der Iran hat Bestimmungen für die Attraktivierung<br />

von Investitionen erlassen. Das ausländische<br />

Kapital kann als Devisen, Maschinen, Rohstoffe,<br />

Know-how und in anderen Formen ins Land importiert<br />

werden. Ausländische Investitionen genießen<br />

dieselben Rechte wie inländische, es gibt eine<br />

Garantie für Schadenersatz, falls der betreffende<br />

Zweig verstaatlicht wird, und es gibt bestimmte<br />

Steuerbefreiungen. Bei Streitigkeiten kann ein internationales<br />

Schiedsgericht angerufen werden.<br />

Investoren und Familienangehörige ersten Grades<br />

bekommen Erleichterungen bei der Visumerteilung<br />

und beim dreijährigen Aufenthaltstitel.<br />

Informationen über Investitionsmöglichkeiten<br />

sind bei der Organization for Investment Economic<br />

and Technical Assistance of Iran (OIETAI) unter<br />

www.iio.ir erhältlich. Dort findet man auch das Investitionsgesetz<br />

und entsprechende Verordnungen<br />

zum Nachlesen.<br />

Wichtigste Exportprodukte<br />

des Iran nach<br />

Österreich<br />

Lebensmittel, Agrarprodukte,<br />

Getreide, Obst, Gemüse,<br />

medizinische Pflanzen,<br />

Pflanzenöl, Tabak, Nusswaren<br />

(Rosinen, Pistazien, Maroni),<br />

Teppiche, dekorative<br />

Artikel, Glaswaren, Musikinstrumente,<br />

chemische Produkte<br />

und Rohmaterialien.<br />

Wichtigste Exportprodukte<br />

Österreichs in<br />

den Iran<br />

Industriemaschinen, elektrische<br />

Geräte, Computer,<br />

Haushaltswaren Eisenbahneinrichtungen,<br />

Anlagen für<br />

Kraftwerke, Papiererzeugungsmaschinen,<br />

chemische<br />

Artikel, Medikamente, medizinische<br />

Geräte, Farbstoffe,<br />

Antibiotika, Rohmaterialien<br />

für Industrie, Textilmaschinen,<br />

Plastikwaren, Papier,<br />

Pappe und Baumaterialien<br />

Handelsvolumen des Iran<br />

weltweit<br />

180 Milliarden US Dollar<br />

(2013)<br />

Wichtigste Exportprodukte<br />

Petrochemieprodukte, Teppiche,<br />

Datteln, Trockennüsse,<br />

Safran und Kaviar<br />

Industrielle Kapazitäten<br />

Zementproduktion: 80 Millionen<br />

Tonnen<br />

Stahlproduktion: 24 Millionen<br />

Tonnen<br />

Petrochemie: 60 Millionen<br />

Tonnen<br />

KFZ: 2 Millionen Fahrzeuge<br />

pro Jahr<br />

Stromerzeugung: 62000<br />

Megawatt (16. Rang der<br />

Welt)<br />

Ressourcen<br />

• Größte Industrie im Nahen<br />

Osten und in der Region<br />

Nordafrika<br />

• Viertgrößtes Öl produzierendes<br />

Land der Welt<br />

• Zweitgrößte Gasreserven<br />

der Welt<br />

• Rang 10 beim Tourismus<br />

und 5 beim Ökotourismus<br />

• 4. bis 10. Rang bei der<br />

Produktion von Zink und<br />

Kobalt<br />

• 1. Rang der Aluminium-,<br />

Magnesium- und Kupferreserven<br />

in der Welt<br />

• 4. Rang in der Vielfalt<br />

der landwirtschaftlichen<br />

Produkte<br />

SOCIETY 2_<strong>2014</strong> | 77


IRAN<br />

WISSENSCHAFT<br />

Land der Wissenschaft<br />

Fakten über<br />

den wissenschaftlichen<br />

Fortschritt<br />

des Iran<br />

• Der Iran steht in der<br />

Medizin an der Spitze der<br />

Länder Westasiens.<br />

• Der Iran ist ein Nuklearstaat<br />

geworden und<br />

faktisch Mitglied des<br />

globalen Nuklearklubs.<br />

Trotz der Sanktionen ist es<br />

dem Iran gelungen, Uran<br />

anzureichern und in dieser<br />

Hinsicht die achte Stelle in<br />

der Welt einzunehmen.<br />

• Der Iran ist ein Staat mit<br />

eigener Raumfahrttechnologie,<br />

und damit der einzige<br />

Staat in der Region,<br />

der selbst Satelliten in die<br />

Erdumlaufbahn bringen<br />

kann.<br />

• Der Iran ist weit fortgeschritten<br />

in den Bereichen<br />

Autoindustrie, Stahl- und<br />

Aluminiumproduktion, im<br />

Schiff- und Flugzeugbau,<br />

bei Öl- und Gasbohrungen,<br />

in der Errichtung von<br />

Raffinerien, Dämmen, Silos<br />

und Autobahnen.<br />

• Der Iran ist autark, was die<br />

Rüstungsindustrie betrifft.<br />

Damit wird nicht nur der<br />

Bedarf der iranischen<br />

Armee gedeckt, sondern<br />

der Iran exportiert sogar<br />

militärische Ausrüstung.<br />

Zu den Errungenschaften<br />

zählen die Entwicklung<br />

von Raketen, Kriegsschiffen,<br />

ferngelenkten Flugobjekten,<br />

Radaranlagen und<br />

Know-how in der elektronischen<br />

Kriegführung.<br />

Der Iran unternimmt hohe Kraftanstrengungen,<br />

um die Kluft in der Wissenschaftsproduktion zu<br />

den westlichen Industriestaaten zu beseitigen.<br />

Quelle: Botschaft der Islamischen Republik Iran<br />

In den vergangenen drei Jahrzehnten hat<br />

der Iran in der Wissenschaftsproduktion<br />

gute Fortschritte gemacht. Der Erwerb<br />

neuer Technologien ist sehr rasch gewachsen.<br />

Die Geschwindigkeit des wissenschaftlichen<br />

Fortschritts ist im Iran elfmal<br />

schneller als das durchschnittliche weltweite<br />

Wachstum der Wissenschaft. Der Iran steht derzeit<br />

an der zwölften Stelle bei der Wissenschaftsproduktion<br />

in der Welt.<br />

Laut Schätzungen des Instituts SCImago Journal<br />

Rank könnte der Iran bis zum Jahr 2018 den<br />

vierten Rang in der Veröffentlichung von wissenschaftlichen<br />

Beiträgen in der Welt erreichen.<br />

Zurzeit gibt es 119 staatliche Universitäten und<br />

Hochschulen, 28 Fachhochschulen, 295 nicht auf<br />

Gewinn ausgerichtete Universitäten, 550 Studienzentren<br />

der Payam Noor Universität, 385 Filialen<br />

der islamischen Azad Universität, 739 Zentren für<br />

höhere wissenschaftliche und angewandte Bildung<br />

und Berufsschulen im Iran. An diesen Lerninstitutionen<br />

studieren insgesamt vier Millionen Menschen.<br />

Der Analphabetismus im Land ist fast zur Gänze<br />

beseitigt. Die Bewegung gegen den Analphabetismus,<br />

in Anbetracht des besonders hohen<br />

Stellenwertes der Wissenschaft im Islam, war<br />

eine gute Maßnahme, damit mehr Menschen die<br />

Schwelle der höheren Bildung erreichen und ihre<br />

Lebensweise tiefgreifend verändern konnten.<br />

•<br />

Steigendes Forschungsbudget<br />

Eine wichtige Rolle im wissenschaftlichen Fortschritt<br />

spielt das immer höher werdende Forschungsbudget.<br />

Langfristig will man den Stand einiger europäischer<br />

Länder erreichen. Im Jahr 2000 machte das<br />

Forschungsbudget nur 0,4 Prozent des BNP aus. Das<br />

ist wesentlich weniger als das Forschungsbudget der<br />

fortgeschrittenen Länder, in denen durchschnittlich<br />

1,4 Prozent des BNP dafür vorgesehen werden. Der<br />

Iran hat vor, bis zum Jahr 20<strong>15</strong> dieses Budget auf 2,5<br />

Prozent des BNP zu erhöhen, damit die bestehende<br />

wissenschaftliche Kluft zwischen dem Iran und den<br />

europäischen Ländern schneller beseitigt wird.<br />

Beispielsweise ist die Forschung im Bereich der<br />

Nano-Technologie im Iran weit fortgeschritten. Zwischen<br />

2006 und 2013 verbesserte sich der Iran im internationalen<br />

Vergleich von der 35. auf die siebente<br />

Stelle in der Welt. Unter den islamischen Ländern<br />

und im Nahen Osten steht der Iran in der Nano-Technologie<br />

an vorderster Stelle.<br />

•<br />

Fotos: Botschaft der Islamischen Republik Iran in Wien<br />

78 | SOCIETY 2_<strong>2014</strong>


IRAN<br />

KULTUR<br />

Geschichte einer<br />

Beziehung<br />

Iranische Architektur und Literatur haben einen nicht zu unterschätzenden<br />

Einfluss in Österreich ausgeübt. Wien spielte in der<br />

Geschichte der kulturellen Beziehungen eine besondere Rolle.<br />

Quelle: Botschaft der Islamischen Republik Iran in Wien<br />

Die Karlskirche von Fischer<br />

von Erlach ist von iranischer<br />

Architektur inspiriert.<br />

Isfahan. Im selben Jahr wurde das Wörterbuch<br />

der türkischen, persischen und<br />

arabischen Sprache von Meninski herausgegeben.<br />

Mit Übersetzungen persischer Literatur<br />

haben sich österreichische Gelehrte<br />

besonders hervorgetan. Hervorzuheben<br />

ist hier Joseph von Hammer-Purgstall, der<br />

mit seinen Übersetzungen und Arbeiten<br />

über die Orientalistik einen wertvollen<br />

Beitrag leistete.<br />

Seine Übersetzung des „Diwan“ von<br />

Hafiz ins Deutsche inspirierte Goethe<br />

später zur Verfassung des „West-östlichen<br />

Divan“. Hammer-Purgstall veröffentlichte<br />

außerdem ein Buch, in dem mehr als<br />

zweihundert iranische Dichter vorgestellt<br />

wurden, er gab eine der ersten Orient-<br />

Zeitschriften Europas heraus und schrieb<br />

Lexika zur Orientalistik.<br />

Foto: Privat<br />

Die kulturellen Beziehungen<br />

zwischen Österreich und<br />

dem Iran begannen wie die<br />

wirtschaftlichen und politischen<br />

Beziehungen in der<br />

Zeit der Safawiden-Dynastie. Iranische Architektur<br />

und Literatur übten einen großen<br />

Einfluss in Österreich aus. Die Orientalistik<br />

erreichte in Wien ab Mitte des 18. Jahrhunderts<br />

ein hohes Niveau.<br />

•<br />

Architektur<br />

Die Beschäftigung mit iranischer Architektur<br />

erreichte im Barock einen Höhepunkt.<br />

Der berühmte Barockarchitekt<br />

Johann Bernhard Fischer von Erlach (1656-<br />

1733) widmete Kaiser Karl VI. sein Buch<br />

„Entwurf einer Historischen Architektur“,<br />

in dem er sein großes Wissen über die<br />

iranische Bauart darlegte. Gebäude wie<br />

Schloss Belvedere in Wien, Schloss Kleßheim<br />

in Salzburg oder die Karlskirche in<br />

Wien weisen iranische Einflüsse auf. Allein<br />

im Jahr 1725 wurden in Österreich<br />

mehr als zweihundert Gärten und Bauwerke<br />

nach iranischem Muster errichtet.<br />

Die Karlskirche ist u. a. von iranischen<br />

Bauwerken inspiriert und stellt ein Gegenstück<br />

zur Königsmoschee in Isfahan<br />

dar. Im Schloss Schönbrunn ist das so genannte<br />

Millionenzimmer mit wertvollen<br />

Miniaturen aus dem Iran versehen.<br />

•<br />

Literatur<br />

In den österreichischen Bibliotheken<br />

befinden sich zahlreiche iranische literarische<br />

Werke von hohem Wert. Die Nationalbibliothek<br />

bewahrt das vermutlich<br />

älteste handgeschriebene persische Exemplar<br />

des Buches „Al Abnyeh an Haghaegh<br />

al adwieh“ aus dem Jahr 1068 auf. In der<br />

Bibliothek der Universität Wien findet<br />

man vierzigtausend handgeschriebene<br />

Bücher von persischen Dichtern und Gelehrten.<br />

Wien war lange Zeit eine Drehscheibe<br />

für die Publikation von Werken über<br />

den Orient. 1678 veröffentlichte etwa ein<br />

gewisser P. Bedik eine ausführliche Beschreibung<br />

des Vierzigsäulenpalastes in<br />

•<br />

Irankunde<br />

Die Irankunde erreichte im 19. Jahrhundert<br />

in Österreich ein hohes Niveau.<br />

Bereits 1754 wurde die Kaiserlich-königliche<br />

Akademie für Orientalische Sprachen<br />

in Wien gegründet, wo unter anderem<br />

Farsi unterrichtet wurde. Das später in<br />

Konsular-Akademie umbenannte Institut<br />

widmete sich wissenschaftlichen Studien<br />

über die Länder des Orients und bildete<br />

Diplomaten in orientalischen Sprachen<br />

aus. Sie ist Vorläufer der heutigen Diplomatischen<br />

Akademie und gab u. a. die<br />

„Wiener Zeitschrift für die Kunde des<br />

Morgenlandes“ heraus.<br />

Der Kulturverein Iran-Österreich wurde<br />

nach dem Zweiten Weltkrieg errichtet.<br />

Er schickte Experten zu Studien in den<br />

Iran, etwa aus den Bereichen der Botanik,<br />

Medizin und des Ingenieurswesens. Die<br />

gegenseitigen Reisen vieler Persönlichkeiten<br />

haben eine besondere Wirkung auf<br />

die Festigung der bilateralen Beziehungen<br />

gehabt. Zu erwähnen ist das österreichische<br />

Kulturinstitut in Teheran, das<br />

besonders viele Aktivitäten setzt. •<br />

SOCIETY 2_<strong>2014</strong> | 79


IRAN<br />

KULTUR<br />

Eine vielfältige Kultur<br />

Die Entwicklung der iranischen<br />

Kultur vollzog<br />

sich in verschiedenen<br />

geschichtlichen Phasen.<br />

Die einflussreichsten Abschnitte<br />

waren dabei die<br />

Königreiche der Achämeniden und Sassaniden,<br />

die Herrschaft des Islam, die Angriffe<br />

der Mongolen und die Entwicklung<br />

des Schiitentums.<br />

Elemente der iranischen Kultur verbreiteten<br />

sich über die Landesgrenzen hinaus.<br />

Vor allem die persische Sprache und<br />

andere im Iran geläufige Sprachen, der<br />

Islam und das Schiitentum, die iranische<br />

Kunst wie Literatur, Poesie, Architektur<br />

und Küche.<br />

Die iranische Kultur ist vielfältig geprägt,<br />

besonders aus altpersischer Zeit und vom<br />

Islam, und strahlt über die Grenzen hinweg<br />

auf die Nachbarländer aus.<br />

Quelle: Botschaft der Islamischen Republik Iran in Wien<br />

•<br />

Die persische Sprache<br />

Farsi (Persisch oder Dari) ist die offizielle<br />

Amtssprache im Iran und Tadschikistan<br />

und eine der offiziellen Sprachen in Afghanistan.<br />

Etwa siebzig Millionen Menschen<br />

im Iran, zwanzig Millionen in Afghanistan,<br />

fünf Millionen in Tadschikistan und<br />

sieben Millionen in Usbekistan sprechen<br />

Farsi. In Pakistan und am indischen Subkontinent<br />

gibt es ebenfalls Regionen, in<br />

denen Farsi gesprochen wird. Insgesamt<br />

bedienen sich 110 Millionen Menschen<br />

auf der Welt dieser Sprache. Obwohl derzeit<br />

Farsi nicht die offizielle Sprache in<br />

Pakistan ist, war sie vor der Kolonialzeit<br />

Englands in der Ära des Mogulreiches die<br />

offizielle Sprache des Subkontinents. Die<br />

bevorzugte Sprache unter den Eliten, insbesondere<br />

im Bereich der Kultur und Musik<br />

ist Farsi. Die persische Sprache hat 32<br />

Buchstaben.<br />

•<br />

Der Islam<br />

Die Mehrheit der Iraner konvertierte<br />

nach dem Angriff der Araber zum Islam.<br />

Die Einigkeit Gottes und die Gottesanbetung<br />

sind die Hauptsäulen des islamischen<br />

und schiitischen Glaubens, und die<br />

Iraner halten sich sehr streng daran. 88<br />

Foto: SOCIETY<br />

80 | SOCIETY 2_<strong>2014</strong>


IRAN<br />

KULTUR<br />

Prozent der Iranier sind Schiiten, zwei Prozent bekennen<br />

sich zu anderen Religionen und zehn Prozent<br />

sind Sunniten. Außer den drei Grundpfeilern<br />

des Islam – Einheit Gottes, Prophetentum und<br />

Auferstehungstag – gibt es für die Schiiten noch<br />

zwei weitere Glaubenssätze, nämlich die Gerechtigkeit<br />

Gottes und die Statthalterschaft (genannt<br />

Imamat). Seit dem zweiten Jahrhundert nach der<br />

Hidschra kennt man die Glaubensrichtung Schiitentum,<br />

was wörtlich übersetzt „Anhängerschaft“<br />

bedeutet. In der Lebenszeit des sechsten Imams<br />

der Schiiten entwickelte sich das Schiitentum rapide.<br />

Anhänger dieser Glaubensrichtung gab es<br />

seit den ersten Jahren des Islam im Iran. Jedoch<br />

wurde sie erst in der Safawiden-Ära zur offiziellen<br />

Religion des Staates.<br />

•<br />

Verschiedene Ethnien<br />

Da verschiedene ethnische Gruppen mit unterschiedlichen<br />

Kulturen im Iran ansässig sind,<br />

gibt es neben Farsi auch andere Sprachen. Neben<br />

Moslems leben auch Christen und Juden im Land.<br />

Zu den unterschiedlichen Kulturen innerhalb<br />

des Iran gehören die Aseri-Sprache, die kurdische<br />

Haft Sin, die „Sieben S“,<br />

sind die sieben Zutaten, mit<br />

denen die Festtafel beim<br />

Nouruzfest geschmückt wird.<br />

Sie alle beginnen im Persischen<br />

mit dem Buchstaben<br />

S: Weizensprossen (Sabzeh),<br />

Weizenpudding (Samanou),<br />

Knoblauch (Sir), Essig<br />

(Serkeh), Gewürzsumach<br />

(Somagh), Apfel (Sib),<br />

Mehlbeere (Senjed).<br />

Außerdem wird der Tisch<br />

oft auch noch mit Eiern,<br />

Spiegeln, Büchern, Kerzen<br />

und einem Glas mit Goldfisch<br />

dekoriert.<br />

WISSEN<br />

Die iranische Kultur ist seit<br />

sehr langer Zeit eine der<br />

einflussreichsten Kulturen<br />

im Nahen Osten und in<br />

Zentralasien. Persisch galt<br />

als die Sprache der Wissenschaft<br />

und der Religion. Die<br />

Hochkultur der Sassaniden<br />

setzte sich in die Zeit des<br />

Islam fort. Vieles, das später<br />

als islamische Gelehrsamkeit<br />

bekannt wurde wie<br />

Philologie, Literatur, Rechtsprechung,<br />

Philosophie,<br />

Medizin, Architektur und<br />

Wissenschaft, basierte auf<br />

dem Wissen der Sassaniden<br />

und wurde in die islamische<br />

Welt weitergetragen.<br />

Kultur und Sprache und zum Teil die arabische<br />

Sprache. Die kurdische Musik ist ein Hauptteil der<br />

heutigen iranischen Musikkunst. Viele volkstümlichen<br />

Sänger und Musikgruppen im Iran sind<br />

Kurden.<br />

Christentum, Judentum und Zoroastrier, eine<br />

vorislamische Religion, sind von der Verfassung<br />

der Islamischen Republik Iran die offiziell anerkannten<br />

Religionen im Land und haben auch<br />

ihre jeweiligen Abgeordneten im iranischen Parlament.<br />

•<br />

Bräuche und Traditionen<br />

Die Iraner würdigen ihre Sitten und Bräuche<br />

sehr. Sie haben ihre Wurzeln in nationalen Traditionen<br />

oder basieren auf religiösen Glaubensgrundsätzen.<br />

Kultur, insbesondere Poesie und Musik, ist<br />

mit dem täglichen Leben eines jeden Iraners eng<br />

verflochten. Ohne genaue Kenntnis über die iranische<br />

Literatur, Poesie und Sprichwörter kann man<br />

die wahre iranische Kultur nicht verstehen und somit<br />

ist ein Wissen über die iranische Gesellschaft<br />

ohne sie schwer möglich.<br />

Nouruz, das iranische Neujahr, ist eines der<br />

ursprünglichsten Feste im Iran. Es wird auch in<br />

Afghanistan, Tadschikistan, Turkmenistan, Usbekistan,<br />

Kirgistan, Kasachstan und in den von Kurden<br />

besiedelten Regionen des Irak, der Türkei und<br />

in Syrien am 21. März gefeiert. Auch im heutigen<br />

Sansibar in Ostafrika, wo früher die iranischen<br />

Auswanderer lebten, wird das Nouruz-Fest feierlich<br />

abgehalten. Nach dem Dschalali-Kalender<br />

beginnt das neue iranische Jahr mit dem Beginn<br />

des Frühlings. Vor dem 21. März, also vor Nouruz,<br />

wird traditionell auch ein kleines Fest gefeiert<br />

und zwar am Abend des letzten Dienstags vor dem<br />

Jahreswechsel. Am 13. Farvardin, also dreizehn<br />

Tage nach dem Jahreswechsel, wird hauptsächlich<br />

im Freien und in der Natur ein Fest gefeiert, dessen<br />

Symbol die „Sieben S“ sind.<br />

Die iranischen Feierlichkeiten, wie Nouruz,<br />

Mehrgan und Sadeh, werden von allen ethnischen<br />

Gruppen im Iran gefeiert.<br />

Wie alle anderen Moslems der Welt fasten die<br />

Iraner im Monat Ramadan. Das Fest des Fastenbrechens,<br />

eines der größten islamischen Feste, ist am<br />

Ende dieses Monats. Die Iraner halten auch Trauerfeierlichkeiten<br />

in den ersten zehn Tagen des<br />

arabischen Monats Muharram ab und gedenken<br />

des Märtyrertodes des Enkelkindes des Propheten,<br />

Imam Hussein, des Sohnes von Imam Ali, der mit<br />

seinen wenigen Anhängern samt seiner Familienmitglieder<br />

vom Umayyaden-Kalifen im Jahr 61<br />

nach der Hidschra im heutigen Kerbala im Irak<br />

umgebracht wurde. Alle Frauen der Märtyrer wurden<br />

zu Sklavinnen. Die Liebe der Iraner zur Prophetenfamilie<br />

ist so groß, dass man sie von der iranischen<br />

Kultur nicht trennen kann. Die Merkmale<br />

und Elemente dieser Liebe sind noch heute für das<br />

Verhalten und die Sitten der Iraner im täglichen<br />

Leben bestimmend und gehören zweifelsohne zur<br />

iranischen Kultur.<br />

•<br />

SOCIETY 2_<strong>2014</strong> | 81


IRAN<br />

GÄRTEN<br />

Paradies auf Erden<br />

Das Anlegen von Gärten ist eine alte iranische<br />

Kulturtechnik. Das altpersische Wort für Garten<br />

ist als „Paradies“ in den deutschen Sprachschatz<br />

gekommen.<br />

BERÜHMTE<br />

IRANISCHE<br />

GÄRTEN<br />

• Chahar Bah Abbasi in<br />

Isfahan<br />

• Fingarten in Kaschan<br />

• Ain Al Doleh Garten und<br />

Haus in Teheran<br />

• Safa Garten und Haus in<br />

Teheran<br />

• Schahzadeh Garten in Kerman,<br />

in der Stadt Mahan<br />

• Beiglarbaigi Garten und<br />

Haus in Kerman<br />

• Minoo-Garten und dessen<br />

Gelände in Schiraz<br />

• Afifabad-Garten in Schiraz<br />

• Jahan Nema Garten in<br />

Schiraz<br />

• Eram-Garten in Schiraz<br />

• Schazdeh Mahan.- Garten<br />

und Haus in Mahan, in der<br />

Provinz Kerman<br />

• Chehelsotoon-Garten in<br />

Behschahr in der Provinz<br />

Mazandaran.<br />

Quelle: Botschaft der Islamischen Republik Iran in Wien<br />

Nach der Vorstellung der Iraner<br />

spiegeln die Gärten das versprochene<br />

Paradies wider. Der Grund<br />

liegt wahrscheinlich darin, dass<br />

das Land wasserarm und nicht<br />

sehr grün ist. Schon vor viertausend<br />

Jahren widmeten sich die Menschen auf<br />

den weiten Steppen des Iran der Landwirtschaft.<br />

Sie malten ihre Vorstellungen von einer grünen<br />

Welt mit Teichen und Bäumen auf Gegenstände<br />

aus Ton. Diese Malereien zeigen die Welt in einem<br />

viergeteilten Rechteck mit einem Teich in der Mitte.<br />

Diese Darstellung wurde das Muster zum Anlegen<br />

der iranischen Gärten, die auch als Tschahar<br />

Bagh (viergeteilter Garten) bekannt sind.<br />

Dem fließenden Wasser und den Teichen wird<br />

in den iranischen Gärten ein besonderer Wert beigemessen,<br />

ja sie werden sogar angebetet. Bassins<br />

und große Wasserreservoirs sind für die iranischen<br />

Gärten außerordentlich wichtig. Das Wasser<br />

wird gewöhnlich aus unterirdischen Kanälen<br />

(genannt Ghanat) gewonnen, die während der<br />

Schneeschmelze entstehen.<br />

•<br />

Besondere Merkmale<br />

Die iranischen Gärten waren immer als Viereck<br />

angelegt. Die lange Sichtweite entlang der Hauptachse<br />

sollte die Dimensionen des Gartens um ein<br />

Vielfaches größer erscheinen lassen. Die Gärten<br />

wurden hauptsächlich auf Böden mit einem gewissen<br />

Gefälle angelegt, damit die Bewässerung<br />

erleichtert wurde. Mauern auf allen vier Seiten<br />

schützten die Gärten. Weitere charakteristische<br />

Merkmale sind die Errichtung eines relativ hohen<br />

Gebäudes im Zentrum des Gartens oder auf einer<br />

Anhöhe, der Innenhof für die Familie und die Errichtung<br />

von Torbögen. Die Anpflanzung von Bäumen<br />

mit weiten Zweigen diente dem Schatten auf<br />

den Hauptwegen. Am Rande der Bäche wurden<br />

verschiedene Obstbäume gepflanzt. Außerdem<br />

wurden Blumen und medizinische Pflanzen eingesetzt.<br />

In der Zeit der Achämeniden im 6. Jahrhundert<br />

v. Chr. wurde der Anbau von Rosen in<br />

den königlichen Gärten von Pasargad besonders<br />

gefördert.<br />

Viele Forscher bezeichnen die Safawiden-Ära<br />

als die Blütezeit des Gartenbaus. Die erste Hauptstadt<br />

der Safawiden war Qazvin, in der viele<br />

Gärten angelegt wurden. Heute ist, abgesehen<br />

von einigen verfallenen Gebäuden, nichts mehr<br />

davon übrig. In der Zeit von Schah Abbas wurde<br />

die Hauptstadt nach Isfahan verlegt, wo ebenfalls<br />

zahlreiche Gärten gebaut wurden. Ab der Zeit der<br />

Kadscharen-Dynastie wurde die Kunst des Gartenbaus<br />

durch die europäische Kultur beeinflusst.<br />

•<br />

Teppiche mit Gartenmustern<br />

Der Garten ist im Iran ein geschützter und<br />

sicherer Ort, in dem der Mensch Seele und Geist<br />

entspannen kann. Der Garten ist wie ein Dorf mitten<br />

in der Wüste. Viele Perserteppiche haben ein<br />

Gartenmuster und erfüllen so die Funktion eines<br />

mobilen Gartens, den man sich im Haus auflegen<br />

kann. Auf diese Weise erfährt der Betrachter des<br />

Teppichs Ruhe und Geborgenheit, die er sonst nur<br />

in einem echten Garten findet.<br />

•<br />

Fotos: Botschaft der Islamischen Republik Iran in Wien<br />

82 | SOCIETY 2_<strong>2014</strong>


Asghar Farhadi mit<br />

dem Oscar für den<br />

besten fremdsprachigen<br />

Film 2012<br />

IRAN<br />

FILM<br />

Das iranische Kino<br />

Das iranische Kino hat eine wechselvolle<br />

Geschichte hinter sich und hatte in den vergangenen<br />

Jahren internationalen Erfolg.<br />

Foto: Botschaft der Islamischen<br />

Republik Iran in Wien<br />

Bereits im Jahr 1900, fünf Jahre<br />

nach der Erfindung des Kinematographen<br />

durch die Brüder<br />

Lumière, wurde im Iran das<br />

erste Kino unter dem Namen<br />

„Souli Kino“ in Täbriz gegründet. Bis 1930<br />

wurden jedoch keine eigenen iranischen<br />

Filme produziert. Die wenigen errichteten<br />

Kinos führten hauptsächlich westliche Filme<br />

vor, manche davon mit persischen Untertiteln.<br />

Der erste iranische Langfilm wurde<br />

1930 unter dem Namen „Abi und Rabi“<br />

von Khanbaba Motazedi gedreht.<br />

Der erste iranische Tonfilm mit dem<br />

Namen „Lori-Mädchen“ wurde unter der<br />

Regie von Abdol-Hossein Sepanta im Jahr<br />

1933 in Mumbai gedreht. Die große Besucherzahl<br />

des Films war der Auftakt für<br />

die Produktion weiterer iranischer Filme.<br />

Wegen der Änderung der politischen Lage<br />

im Laufe der Jahre 1936 bis 1948 und der<br />

strengen Zensur im Zweiten Weltkrieg<br />

erlebte das Kino jedoch wieder einen Einbruch.<br />

Ab 1943 wurden im Iran neue Filme<br />

produziert und die Zahl der Kinos nahm<br />

zu. Nach dem Putsch vom 19. August 1953<br />

änderte sich wiederum die politische<br />

Lage, und es wurden in der Mehrzahl billige<br />

Filme für die einfachen Leute gedreht,<br />

die den Investoren hohe Einnahmen und<br />

Gewinne brachten. Glücklicherweise bekam<br />

die kulturelle Bewegung einige Jahre<br />

danach neuen Schwung durch das Engagement<br />

von Filmemachern wie Samuel<br />

Khaktschian, Houschang Kawousi, Daryusch<br />

Mehrjouei, Freeydoon Rahnama und<br />

Ali Hatami.<br />

Das internationale Festival, welches<br />

einmal im Jahr im Februar unter dem<br />

Namen ‚Internationales Fajr-Filmfestival‘<br />

stattfindet, spielte eine große Rolle in der<br />

Etablierung des iranischen Films.<br />

International konnte der iranische<br />

Film ebenfalls Erfolge feiern und einige<br />

Preise wie den Goldenen Leoparden für<br />

„Spiegel“ von Djafar Panahi, die Goldene<br />

Palme des Cannes-Filmfestivals für den<br />

Film „Geschmack der Kirsche“ des Regisseurs<br />

Abbas Kairostami und 2012 den Oscar<br />

für den besten fremdsprachigen Film<br />

für „Nader und Simin – Eine Trennung“<br />

(Asghar Farhadi) einheimsen. •


Höchste<br />

Handwerkskunst<br />

Die Geschichte der<br />

Handwerkskunst des<br />

Iran reicht tausende<br />

Jahre zurück. Die<br />

Bandbreite reicht von<br />

Teppichen, Schmiedekunst,<br />

Emaillearbeiten<br />

bis zu Gravur und<br />

Intarsien.<br />

Quelle: Botschaft der Islamischen Republik Iran in Wien<br />

84 | SOCIETY 2_<strong>2014</strong>


Die Kunst des Teppichknüpfens<br />

hat das höchste<br />

Ansehen<br />

IRAN<br />

KUNST<br />

tet dabei mit gekochten Farben, die seit<br />

<strong>15</strong>00 vor Chr. bekannt sind. Die Übertragung<br />

dieser Kunst auf Metall wurde vom<br />

6. bis 4. Jh. v. Chr. und danach bis 500 n.<br />

Chr. dokumentiert.“ Dieses Handwerk<br />

wurde in Isfahan in der Zeit der Safawiden<br />

gefördert.<br />

Fotos: Botschaft der Islamischen Republik Iran in Wien<br />

Die Größe des Iran hat dazu<br />

geführt, dass jede Provinz<br />

ihre charakteristische Handwerkskunst<br />

besitzt. Zum<br />

Beispiel sind in der Provinz<br />

Isfahan Teppiche, Emaille, Kürschnerei,<br />

Gravuren, Mosaik-, Silber-, Einlegearbeiten,<br />

Goldschmiedearbeiten, Buchbinderei<br />

und Reliefkunst besonders bekannt.<br />

In der Provinz Kerman sind es hauptsächlich<br />

die Teppichkunst, Schalweberei<br />

und Kupferprodukte. In den verschiedenen<br />

Provinzen gibt es unterschiedliche<br />

Arten der Handwerkskunst. Die wichtigsten<br />

darunter sind:<br />

•<br />

Der persische Teppich<br />

Die Kunst des Teppichknüpfens hat<br />

von allen Handwerkskünsten das höchste<br />

Ansehen, da dabei mit Händen voller<br />

Schwielen tausende Knoten in Farsi und<br />

Torki-Form aneinander gereiht werden<br />

müssen. Die Fisch-, Harati-, Butei-, Kerbs-,<br />

Lachaktoranji-, Minakhani-, Sardar Jangal-,<br />

und Schah Abbasi-Muster werden am häufigsten<br />

für Teppiche gewählt.<br />

•<br />

Kelims<br />

Kelimknüpfen ist eine weitere Art des<br />

iranischen Handwerkes. Hierfür kommt<br />

Ziegen- und Schafwolle zur Verwendung.<br />

Früher wurden Kelims zur Abdeckung<br />

des Bodens und der Wand oder als Decke<br />

für das Vieh benützt. Heutzutage werden<br />

sie als eine moderne Bodenbedeckung<br />

in Häusern genutzt. Die verwendete Farbe<br />

wird traditionell aus Pflanzen gewonnen.<br />

Um die Kelims älter und wertvoller<br />

erscheinen zu lassen, wäscht man sie<br />

mit Erdnussschalen. In allen Provinzen<br />

des Landes, insbesondere in Ostaserbaidschan,<br />

Ardebil, Kermanschah, Kurdistan,<br />

Fars, Kerman, Khorassan und Hormozgan<br />

werden diese Teppiche hergestellt. Die Kelims<br />

von Sirjan in Kerman, Anbaran in Ardebil,<br />

Harssin in Kermanschah sind dabei<br />

die beliebtesten.<br />

•<br />

Kupferarbeiten<br />

Kupferarbeit ist ebenfalls eine beliebte<br />

Kunst im Iran. Kupfergeschirr hat hier<br />

eine langjährige Tradition. Man spricht<br />

von 5000 Jahren Kupferkunst im Iran.<br />

Kupfer war mutmaßlich das erste vom<br />

Menschen entdeckte Metall. Die ersten,<br />

die mit diesem Metall umzugehen wussten,<br />

waren die Perser. Diese Kunst floriert<br />

insbesondere in Städten wie Kaschan, Isfahan,<br />

Kerman, Zanjan und Schiraz.<br />

•<br />

Schmiedekunst<br />

Schmiedekunst war in der Ära der<br />

Kadscharen-Dynastie sehr populär. Ineinander<br />

verschlungene Blumenmuster und<br />

stilisierte Buchstaben sind für diese Art<br />

der dekorativen Kunst charakteristisch.<br />

Straßenlaternen wurden ebenfalls mithilfe<br />

dieser Technik hergestellt. Auch heute<br />

fertigen die Künstler dekorative Geschirre,<br />

Stehlampenschirme und Vasen für den<br />

Verkauf an.<br />

•<br />

Emaille-Arbeiten<br />

Prof. Pop bezeichnet in seinem Buch<br />

„Untersuchung der iranischen Kunst“<br />

Emaille-Arbeit als „die bezeichnende<br />

Kunst des Feuers und der Erde. Man arbei-<br />

•<br />

Miniaturmalerei<br />

Es ist schwer, die Ursprünge der Kunst<br />

der Miniaturmalerei zu verfolgen. Jedoch<br />

ist bekannt, dass sie ihren Höhepunkt<br />

hauptsächlich während der Herrschaft<br />

der Mongolen und Timuriden (13. – 16.<br />

Jhd.) erreichte. Mongolische Herrscher<br />

Irans führten die chinesische Malerei ein.<br />

Das Papier erreichte den Iran von China<br />

aus bereits im Jahr 753. Die Miniaturschule<br />

im Iran wurde im 1. Jahrhundert nach<br />

Islam gegründet. Man initiierte Erneuerungen<br />

in der arabischen Schrift. Die besten<br />

und schönsten Exemplare des Korans<br />

wurden von iranischen Miniaturkünstlern<br />

verfasst. Die Miniaturisten des Iran<br />

brachen ihren Kontakt mit Poesie, Kultur<br />

und mit dem einheimischen Gedankengut<br />

und den Vorstellungen nie ab. Viele<br />

Märchen und Legenden, Heldensagen<br />

und die Lebensart des Landes finden sich<br />

in den Miniaturbildern wieder.<br />

•<br />

Gravur<br />

Metalle wie Kupfer, Gold, Silber oder<br />

Messing werden graviert. Dabei werden<br />

kleine Figuren mit einem feinen Hammer<br />

auf das Objekt geklopft. Heutzutage füllt<br />

man den Innenraum des behandelten<br />

Metallobjekts mit Gips, damit durch das<br />

Schlagen und Klopfen nicht so viel Lärm<br />

erzeugt wird. Danach werden verschiedene<br />

Muster mit dem geeigneten Hämmerchen<br />

gezeichnet. Der Künstler schlägt mit<br />

dem Hammer auf das Ende eines eisernen<br />

Stabs um mit seiner sehr scharfen Spitze<br />

diverse Motive einzugravieren.<br />

•<br />

Intarsie<br />

Die Holzintarsie ist eine der feinsten<br />

Arten des Handwerks. Man braucht dafür<br />

viel Geduld und ein ausgezeichnetes<br />

künstlerisches Fingerspitzengefühl.<br />

Mit billigsten Materialien wird hier ein<br />

Kunstwerk erzeugt. Die Künstler verwenden<br />

dafür ihr Gedankengut, Kufi-Schrift,<br />

Blumen und Hühnermotive. Die Intarsie<br />

ist eine Kombination aus Holzgravur und<br />

Schnitzerei. Diese Kunst repräsentiert das<br />

menschliche Gefühl und die Kreativität<br />

der Künstler, die in bester Art und Weise<br />

ihr Können zeigen.<br />

•<br />

SOCIETY 2_<strong>2014</strong> | 85


DIPLOMATIE<br />

KOMMENTAR<br />

Die Auflösung<br />

dieses Polit-<br />

Thrillers um<br />

das iranische<br />

Atomprogramm,<br />

der<br />

sich länger als ein Jahr hinzog,<br />

war für Ende November<br />

geplant. In den voran gegangenen<br />

Wochen lief der Poker<br />

zwischen den Hauptverhandlungspartnern<br />

– den USA, der<br />

Europäischen Union und der<br />

Führung in Teheran - auf Hochtouren.<br />

Nach einer Fristverlängerung<br />

für das angepeilte<br />

Abkommen bis zum 24. November<br />

begann im Herbst ein<br />

regelrechter Countdown. Eine<br />

Verhandlungsrunde jagte die<br />

andere.<br />

Wien als Sitz der Atomenergie-Behörde<br />

IAEA war Schauplatz<br />

der meisten Zusammenkünfte.<br />

Im Zuge des Endspurts<br />

wurde eine Spiel entscheidende<br />

trilaterale Runde im<br />

Sultanat Oman anberaumt.<br />

Der iranische Außenminister<br />

Mohammed Javad Zarif, US-<br />

Außenminister John Kerry<br />

und Catherine Ashton, die EU-<br />

Sonderbeauftragte, stellten in<br />

Maskat die Weichen für die<br />

letzte Etappe eines Marathons,<br />

der Ende November in der Donaumetropole<br />

in Szene gehen<br />

sollte.<br />

•<br />

Deadline<br />

24. November<br />

ein Damokles-<br />

Schwert<br />

Der Terminkalender für die<br />

mit der Causa Iran befassten<br />

Nuklearexperten war im November<br />

voll. Denn die Deadline<br />

24. November hing wie<br />

ein Damokles-Schwert über<br />

den Verhandlungen. Der Ablauf<br />

der Gesprächsrunden ließ<br />

an Dichte nichts zu wünschen<br />

übrig. Am 7. November trafen<br />

in Wien die politischen Direktoren<br />

der fünf UNO-Vetomächte<br />

plus Deutschland (Gruppe<br />

„5+1“) ohne den Iran zusammen,<br />

um sich abzustimmen.<br />

Darauf folgte die trilaterale<br />

Runde der Hauptakteure im<br />

Oman. Technische Gespräche<br />

waren ebenfalls angesetzt.<br />

Remis im Atom-Poker<br />

mit dem Iran<br />

Wie in einem Krimi ging es bei den Atomgesprächen<br />

zwischen den UNO-Veto-Mächten und dem<br />

Iran zu. Als neues Element kam der Kampf gegen<br />

die Nahost-Islamisten ins Spiel. Doch das letzte<br />

Kapitel ist noch immer nicht geschrieben.<br />

Analyse von Hermine Schreiberhuber<br />

All diese Bemühungen waren<br />

auf Lösungen ausgerichtet,<br />

die zwei Probleme aus der Welt<br />

schaffen sollten. Der Westen erwartete<br />

sich transparente und<br />

überprüfbare Garantien für<br />

eine ausschließlich friedliche<br />

Nutzung des iranischen Atomprogramms.<br />

Die Führung in<br />

Teheran konnte im Gegenzug<br />

mit einer schrittweisen Aufhebung<br />

der geltenden Wirtschaftssanktionen<br />

von UNO,<br />

USA und EU rechnen. Mit dem<br />

Sanktionenregime musste der<br />

Iran ein Öl- und Gasembargo<br />

und finanztechnische Hürden<br />

in Kauf nehmen, seine Bürger<br />

hohe Konsumgüter- und Immobilienpreise.<br />

•<br />

Sultanat Oman als<br />

Friedensstifter<br />

Wie kam der Oman am<br />

Ende eines elf Jahre andauernden<br />

Konflikts ins Spiel? Maskat,<br />

die Hauptstadt des Golf-<br />

Sultanats, in der Endphase<br />

der Verhandlungen zum Austragungsort<br />

zu machen, überraschte<br />

auch viele Beobachter<br />

auf den ersten Blick. Auf den<br />

zweiten Blick folgte diese Entscheidung<br />

sehr wohl einer<br />

Logik. Das Sultanat unterhält<br />

gute Beziehungen sowohl zum<br />

Westen als auch zum Iran. Es<br />

war nicht das erste Mal, dass<br />

der Golfstaat als Vermittler<br />

zwischen dem Westen und<br />

dem Iran in Erscheinung trat.<br />

ZUR PERSON<br />

Mag. HERMINE<br />

SCHREIBERHUBER war stellvertretende<br />

Ressortleiterin für Außenpolitik<br />

bei der Austria Presse<br />

Agentur (APA). Ferner verfasst<br />

sie Reportagen für Wochenzeitungen<br />

wie „Die Furche“ und<br />

wirkt an politischen Büchern mit.<br />

Der Westen pochte auf<br />

größtmögliche Sicherheit,<br />

dass der Iran keine Atomwaffen<br />

bauen kann. Der Iran<br />

wollte die lähmenden Sanktionen<br />

so rasch wie möglich<br />

loswerden. Im Falle eines Abkommens<br />

sollten sukzessive<br />

UNO- und bilaterale westliche<br />

Sanktionen fallen. Teheran<br />

bestritt immer, in einem geheimen<br />

Programm Atomwaffen<br />

zu entwickeln. Die USA<br />

peilten eine möglichst lange<br />

Einschränkung der Urananreicherung<br />

an. Bremser von<br />

Kompromissen saßen in beiden<br />

Parlamenten, sowohl im<br />

iranischen Majlis als auch im<br />

US-Kongress.<br />

•<br />

Rechnung ging in<br />

Wien nicht auf<br />

Der 24. November nahte.<br />

In der Endrunde der Mega-<br />

Verhandlungen in Wien richteten<br />

sich alle Augen auf die<br />

Chefverhandler, die teils zuvor<br />

noch Optimismus versprüht<br />

hatten. Von Fortschritten<br />

sprach der iranische Außenminister<br />

Zarif. Ex-Präsident<br />

Ali Akbar Hashemi Rafsanjani<br />

sah schon „eine strahlende<br />

Zukunft“ zwischen dem Iran<br />

und dem Westen voraus. Außenamtschef<br />

Kerry dagegen<br />

hielt sich eher bedeckt. Jedenfalls<br />

kamen die beiden Hauptakteure<br />

des Marathons mit<br />

einem schweren Gepäck an<br />

Vorgaben in die Donau-Stadt.<br />

In Wien wurde hoch gepokert.<br />

Der große Wurf ist nicht<br />

gelungen. Immerhin wurde<br />

eine Verlängerung der Gespräche<br />

bis Mitte 20<strong>15</strong> vereinbart,<br />

zu einem Abbruch kam es<br />

nicht. Experten vertraten die<br />

Ansicht, die letzte Runde der<br />

Atomverhandlungen sei vor<br />

allem an innenpolitischen<br />

Blockaden im Iran und in den<br />

USA gescheitert. Eine wichtige<br />

Rolle hinter den Kulissen spielten<br />

wohl auch die jeweiligen<br />

Fotos: BMEIA, Nelson<br />

86 | SOCIETY 2_<strong>2014</strong>


DIPLOMATIE<br />

KOMMENTAR<br />

Die Hohe Vertreterin der EU für Außen- und Sicherheitspolitik<br />

Catherine Ashton und der iranische Außenminister Javad Zarif im<br />

Rahmen einer Gesprächsrunde zwischen den E3/EU+3 (Frankreich,<br />

Deutschland, Vereinigtes Königreich, China, Russland und USA) und<br />

dem Iran am Mittwoch, 09. April <strong>2014</strong>.<br />

Verbündeten. Härte und Kompromisslosigkeit<br />

gaben zuletzt den Ton an.<br />

Die iranische Führung wertete das vorläufige<br />

Scheitern der Wiener Gespräche<br />

als Ergebnis der konsequenten Haltung<br />

Teherans. Man habe sich nicht vom Westen<br />

in die Knie zwingen lassen, betonte<br />

der Oberste Führer Seyed Ali Khamenei, in<br />

Richtung Hardliner im eigenen Land. Zugleich<br />

sicherte er der Welt Unterstützung<br />

für die Fortsetzung der Atomverhandlungen<br />

zu. Jedenfalls bleiben beim Stand der<br />

Dinge die westlichen Wirtschaftssanktionen<br />

vorerst aufrecht.<br />

Wortkarger reagierte der Westen. Auf<br />

Seiten der USA dürften deren Verbündete<br />

Saudi-Arabien und Israel ihren Einfluss<br />

geltend gemacht haben, hart zu bleiben.<br />

Israel hat immer wieder seinen Argwohn<br />

gegen eine Annäherung an den Iran klar<br />

artikuliert. Die Führung in Riad hat im<br />

Ringen um geopolitischen Einfluss kein<br />

gesteigertes Interesse daran, dem Iran als<br />

einem starken politischen Akteur neue<br />

Handlungsspielräume zu verschaffen.<br />

•<br />

Zweckbündnisse gegen<br />

gemeinsamen Feind IS<br />

A la longue werden dennoch Kompromisse<br />

Voraussetzung für einen tragbaren<br />

Deal sein. In den letzten Monaten bahnte<br />

sich eine Entwicklung an, die den Atomkonflikt<br />

mit den kriegerischen Konflikten<br />

im Nahen Osten verknüpft. Zum Sprengstoff<br />

Atom gesellte sich der Sprengstoff<br />

IS. In der Terrormiliz „Islamischer Staat“<br />

(IS) ist den USA und dem Iran ein gemeinsamer<br />

Feind erwachsen. Es gilt den Vormarsch<br />

der Islamisten zu stoppen, über<br />

ideologische Grenzen und politische<br />

Feindschaften hinaus.<br />

„Amerikaner und Iraner haben einen<br />

gemeinsamen Gegner, aber keine gemeinsame<br />

Strategie“, analysierte die „Neue Zürcher<br />

Zeitung“. Die Kritik, mit der Teheran<br />

anfangs die von den USA geschmiedete Anti-IS-Allianz<br />

bedachte, ist der Suche nach<br />

Mitteln und Wegen gewichen, um eine<br />

Kooperation gegen die Islamisten diskret<br />

abzuwickeln. Erleichtert wird diese Kooperation<br />

der einstigen Erzfeinde dadurch,<br />

dass die USA im Irak militärisch nur aus<br />

der Luft angreifen, während der Iran am<br />

Boden Militärhilfe gegen den IS leistet.<br />

Die alte Faustregel „Der Feind meines<br />

Feindes ist mein Freund“ gilt nicht mehr.<br />

Denn die IS-Jihadisten bedrohen alle.<br />

Neue Zweck-Allianzen bildeten sich heraus.<br />

So standen Katar und die Türkei in<br />

Ägypten hinter der Muslim-Bruderschaft,<br />

Saudi-Arabien und die VAE hingegen hinter<br />

den Militärs. Alle finden sich in der Anti-IS-Allianz<br />

wieder. Doch die kurzfristige<br />

Abstimmung der Interessen ändert nach<br />

Ansicht von Experten nichts an tief sitzenden<br />

Rivalitäten, wie sie zwischen dem<br />

Iran und Saudi-Arabien bestehen.<br />

In einem anderen Fall könnte die Annäherung<br />

nachhaltiger sein. Die IS-Gefahr<br />

führte die einstigen Feinde Iran und Irak<br />

zusammen, die sich 1980-88 einen blutigen<br />

Krieg lieferten. Nun stehen beide<br />

Staaten Seite an Seite im Krieg gegen IS.<br />

Dem irakischen Ministerpräsidenten Haidar<br />

al-Abadi wurde in Teheran volle Unterstützung<br />

zugesichert. Der Iran werde<br />

bis zuletzt gegen IS kämpfen, so Präsident<br />

Hassan Rohani. Der Iran entsandte Militärberater<br />

für die irakischen Streitkräfte<br />

und die kurdischen Peshmerga-Kämpfer.<br />

•<br />

Schade um die grosse Chance<br />

Auch Österreich erhoffte sich von einem<br />

Atom-Deal und der damit verbundenen<br />

Embargo-Lockerung Auftrieb im<br />

Iran-Geschäft. 2013 lag der Wirtschaftsaustausch<br />

über der 200-Millionen-Marke.<br />

Wien hatte auch in schwierigen Zeiten<br />

einen guten Draht zur Islamischen Republik.<br />

Ein Besuch von Bundespräsident<br />

Heinz Fischer war lange im Gespräch; dies<br />

wäre die erste Visite eines Staatschefs aus<br />

den Reihen der EU seit fast zehn Jahren.<br />

Schade um die große Chance in Wien.<br />

Doch hier waren nicht nur Atomkraft<br />

und Atomwaffen im Spiel, sondern auch<br />

Macht und Öl. Die breite Öffentlichkeit<br />

hatte fest auf einen positiven Abschluss<br />

der Gespräche gehofft. Denn ein bedeutsamer<br />

Deal in Sachen Atomenergie hätte<br />

auch zur Annäherung von politischen Akteuren<br />

in einer brisanten Nahost-Region<br />

geführt, deren Konflikte ihre Schatten auf<br />

die ganze Welt werfen. Der Atom-Krimi ist<br />

noch nicht zu Ende. Ein weiteres Kapitel<br />

ist angesagt.<br />

•<br />

SOCIETY 2_<strong>2014</strong> | 87


CHINA<br />

INTERVIEW<br />

Botschafter Zhao Bin und Gerti<br />

Tauchhammer beim Interview in<br />

der chinesischen Botschaft.<br />

„Schlüsselphase der<br />

Reformen“<br />

Interview mit dem chinesischen Botschafter in Wien ZHAO Bin<br />

über die Beziehungen zu Österreich, umfassende Reformen in<br />

China und das Thema Rechtsstaatlichkeit.<br />

Interview: Gertrud Tauchhammer<br />

W<br />

as ist Ihr Eindruck<br />

von<br />

Österreich?<br />

Welche wesentliche<br />

Arbeit<br />

haben Sie als<br />

chinesischer Botschafter geleistet?<br />

Österreich ist ein Land voller Faszination<br />

und Lebendigkeit, gekennzeichnet<br />

durch seine schöne Landschaft, bunte<br />

Kunst und Kultur sowie seine leidenschaftlichen<br />

und aufrichtigen Einwohner.<br />

Das ist das zweite Mal, dass ich in Österreich<br />

arbeite. Im Vergleich zu mehr als<br />

zwanzig Jahren zuvor, als ich zum ersten<br />

Mal in Österreich arbeitete, habe ich ein<br />

deutliches Gefühl, dass Österreich in den<br />

Bereichen Wirtschaft, Gesellschaft und<br />

Kultur neue Entwicklungen erfahren hat,<br />

wobei seine glänzende Geschichte und<br />

Tradition gut erhalten sind. Österreich ist<br />

inzwischen noch lebendiger geworden.<br />

Seit meinem Amtsantritt als chinesischer<br />

Botschafter in Österreich setze<br />

ich mich mit meinen Kolleginnen und<br />

Kollegen gemeinsam dafür ein, die Zusammenarbeit<br />

zwischen China und Österreich<br />

in allen Bereichen zu fördern<br />

und die Freundschaft sowie gegenseitige<br />

Verständigung zwischen beiden Völkern<br />

zu vertiefen. Wir bemühen uns, durch gegenseitige<br />

Besuche von Spitzenpolitikern<br />

aus beiden Ländern das politische Vertrauen<br />

zu stärken und die pragmatische<br />

Zusammenarbeit in den Bereichen Handel,<br />

Wissenschaft und Technologie, Kultur,<br />

Bildung sowie Tourismus zu fördern.<br />

Gleichzeitig haben wir persönliche Kontakte<br />

mit verschiedenen Kreisen der österreichischen<br />

Gesellschaft hergestellt und<br />

gepflegt, um ihnen die Gegebenheiten<br />

und aktuellen Entwicklungen in China<br />

näher zu bringen, was auch einer besseren<br />

Verständigung zwischen beiden Völkern<br />

dient. Ein besonderer Schwerpunkt<br />

meiner Arbeit besteht auch darin, allen<br />

in Österreich lebenden Chinesen mit Rat<br />

und Tat zur Seite zu stehen.<br />

Wie schätzen Sie die aktuellen Beziehungen<br />

zwischen China und Österreich<br />

ein? Welche Erwartungen haben Sie für<br />

die zukünftige Entwicklung der bilateralen<br />

Beziehungen? In welchen Bereichen<br />

können China und Österreich die Zusammenarbeit<br />

noch intensivieren?<br />

Im letzten Jahr betrug das Handelsvolumen<br />

zwischen China und Österreich mehr<br />

als 5,24 Milliarden Euro, etwa 180 mal so<br />

viel wie im Jahr 1971 (29 Millionen Euro),<br />

als diplomatische Beziehungen zwischen<br />

unseren beiden Ländern aufgenommen<br />

wurden. Das Handelsvolumen zwischen<br />

beiden Ländern in den ersten neun Monaten<br />

in diesem Jahr betrug 6,17 Milliarden<br />

US Dollar, was einem Zuwachs von<br />

19,8 Prozent entspricht. Vor kurzem haben<br />

Vizekanzler und Wirtschaftsminister<br />

Mitterlehner, Außenminister Kurz, Land-<br />

Fotos: <strong>Society</strong><br />

88 | SOCIETY 2_<strong>2014</strong>


CHINA<br />

INTERVIEW<br />

wirtschaftsminister Rupprechter und Wirtschaftskammerpräsident<br />

Leitl gemeinsam mit einer Delegation<br />

aus 120 Mitgliedern China besucht und sich<br />

mit dem chinesischen Vizeministerpräsidenten<br />

Wang Yang und mehreren Ministern getroffen,<br />

wobei ein breiter Konsens erreicht und mehrere<br />

Kooperationsabsichten formuliert wurden. Der Besuch<br />

hat sich als sehr erfolgreich erwiesen. Die österreichischen<br />

Medien haben diesen Besuch auch<br />

aufmerksam verfolgt und ihn als Win-Win Situation<br />

bewertet.<br />

Durch gemeinsame Anstrengungen werden die<br />

bilateralen Beziehungen immer intensiver und harmonischer,<br />

und die Entwicklungstendenz ist steigend.<br />

Ich persönlich bin von einer noch besseren<br />

Zukunft der bilateralen Beziehungen überzeugt.<br />

Ich bin sehr stolz darauf, dass ich die Gelegenheit<br />

habe, bei der Entwicklung der Beziehungen zwischen<br />

Österreich und China mitwirken zu können.<br />

Gleichzeitig bin ich mir aber bewusst, dass die bilateralen<br />

Beziehungen ein großes Potenzial und<br />

noch einen langen Weg vor sich haben.<br />

Zur Zeit befindet sich die chinesische Wirtschaft<br />

in einer Phase der Umstrukturierung und<br />

des Upgradings. In Bereichen wie Urbanisierung<br />

neuen Typs und Umwelttechnologie besteht großes<br />

Kooperationspotential. China ist eine große<br />

Kulturnation und auch in Österreich spielt die Kultur<br />

eine wichtige Rolle. Österreichische Musik und<br />

Kunst sind beim chinesischen Volk sehr populär,<br />

und auch China und die chinesische Kultur sind in<br />

Österreich beliebt. Ich bin zuversichtlich, dass die<br />

Zusammenarbeit zwischen beiden Ländern in allen<br />

Bereichen ein höheres Niveau erreichen kann.<br />

Ich bin der Überzeugung, dass China und Österreich<br />

auf Basis gegenseitigen Respekts Differenzen<br />

beiseite legen und nach Konsens streben sollen und<br />

können, um die gegenseitige Verständigung zu verbessern.<br />

Dabei spielen unsere Freunde im Medienbereich<br />

eine wichtige Rolle.<br />

Wie beurteilen Sie die gegenwärtige Entwicklung<br />

Chinas?<br />

Nach der rasanten Entwicklung seit der Einführung<br />

der Reform- und Öffnungspolitik vor mehr als<br />

dreißig Jahren ist Chinas Wirtschaft in eine Phase<br />

der „neuen Normalität“ eingetreten. Im ersten<br />

Halbjahr <strong>2014</strong> war die wirtschaftliche Entwicklung<br />

im Großen und Ganzen stabil und verzeichnete<br />

eine positive Tendenz. Chinas Wirtschaft ist um<br />

7,4 Prozent gewachsen, was angesichts der sich abkühlenden<br />

Weltkonjunktur und des relativ großen<br />

Abwärtsdrucks auf unsere Volkswirtschaft keine<br />

leichte Sache ist. Noch wichtiger ist, dass China<br />

nun mehr Wert auf die Qualität sowie Effizienz des<br />

Wirtschaftswachstums legt und auf die Kontinuität<br />

des Wachstums, die Umstrukturierung des Systems<br />

und die Förderung der Reformen fokussiert.<br />

<strong>2014</strong> fällt der Startschuss einer umfassenden<br />

Vertiefung der Reformen. Unter den sechzig Reformaufgaben<br />

in fünfzehn Bereichen, die auf der<br />

dritten Plenarsitzung des 18. Zentralkomitees der<br />

KP Chinas im November 2013 festgelegt wurden,<br />

»Ich bin von<br />

einer noch besseren<br />

Zukunft<br />

der bilateralen<br />

Beziehungen<br />

überzeugt.<br />

«<br />

ZHAO Bin<br />

CURRICULUM<br />

VITAE<br />

Botschafter ZHAO Bin ist<br />

im Februar 1956 geboren.<br />

Er war bereits in den frühen<br />

1990er Jahren an der Botschaft<br />

in Österreich tätig.<br />

Weitere Posten führten<br />

ihn nach Luxemburg, die<br />

Schweiz und nach Deutschland.<br />

Wiederholt war er<br />

im Außenministerium der<br />

Volksrepublik China in der<br />

Westeuropa-Sektion tätig,<br />

zuletzt als stellvertretender<br />

Referatsleiter. Er war<br />

außerdem stellvertretender<br />

Generaldirektor des Amts<br />

für auswärtige Angelegenheiten<br />

in der Stadt Shanghai.<br />

Seit Herbst 2012 ist er<br />

Botschafter der Volksrepublik<br />

China in Österreich. Er<br />

ist verheiratet und hat einen<br />

Sohn.<br />

sind bis dato schon Reformprogramme in Bereichen<br />

wie Kultur, Gesellschaft, Justiz, Finanz und<br />

Steuern, Verwaltung sowie Disziplin und Inspektion<br />

beschlossen bzw. angenommen worden. Eine<br />

Reihe von wichtigen Reformen wie Urbanisierung<br />

neuen Typs, Reform des Einwohnermeldesystems,<br />

Reform von Behördenfahrzeugen, Pilot-Reform der<br />

von der Zentralregierung verwalteten staatseigenen<br />

Unternehmen und Pilotprivatbanken der ersten<br />

Reihe wurden umgesetzt oder befinden sich im Umsetzungsprozess.<br />

In der nächsten Phase werden wir<br />

die umfassenden Reformen weiter vertiefen und die<br />

Öffnung erweitern, was nicht nur das riesige Entwicklungspotential<br />

Chinas noch weiter freisetzen<br />

und ausschöpfen, sondern auch der Weltentwicklung<br />

neue Impulse verleihen wird. In den kommenden<br />

fünf Jahren wird China Waren im Wert von<br />

mehr als zehn Billionen US Dollar importieren und<br />

gleichzeitig über 500 Milliarden US Dollar im Ausland<br />

investieren. Die Zahl der nach Übersee reisenden<br />

Chinesen wird die 500-Millionen-Marke übertreffen.<br />

Kurzum: China wird noch mehr Chancen<br />

für das Weltwirtschaftswachstum schaffen.<br />

Die vierte Plenartagung des 18. Zentralkomitees<br />

der KP Chinas hat bei den österreichischen<br />

Medien für Aufmerksamkeit gesorgt. Welche<br />

Einflüsse wird die Sitzung auf China ausüben?<br />

Könnten Sie uns die Sitzung kurz vorstellen?<br />

Wie ich schon dargestellt habe, befindet sich<br />

China in einer Schlüsselphase der umfassenden<br />

Vertiefung der Reformen. Generell gesehen weist<br />

das Land in Bezug auf Reformen, Entwicklung und<br />

Stabilität gute Resultate auf. Dennoch fehlt es während<br />

des Entwicklungsprozesses weiterhin an Ausgleich<br />

und Nachhaltigkeit, gesellschaftliche Widersprüche<br />

stechen hervor. Nur mit der umfassenden<br />

Förderung der Rechtsstaatlichkeit können wir das<br />

gesellschaftliche Interesse besser ausgleichen, die<br />

gesellschaftlichen Verhältnisse koordinieren, das<br />

soziale Verhalten regulieren und eine gesunde und<br />

stabile Entwicklung der Gesellschaft garantieren.<br />

Auf der vierten Plenartagung des 18. Zentralkomitees<br />

der KP Chinas vom 20. bis 23. Oktober ist der<br />

“Beschluss über einige Fragen zur Förderung der<br />

Rechtsstaatlichkeit“ genehmigt worden, welcher<br />

der erste spezielle Beschluss über den verstärkten<br />

Aufbau von Rechtsstaatlichkeit in der KP-Geschichte<br />

ist. Die umfassende Förderung der Rechtsstaatlichkeit<br />

ist dafür notwendig, die Regierungsfähigkeit<br />

und das Regierungsniveau der KP zu erhöhen,<br />

die Modernisierung des Verwaltungssystems und<br />

der Verwaltungsfähigkeit anzukurbeln, die rechtsstaatliche<br />

Regierung und Gesellschaft aufzubauen,<br />

die nachhaltige und gesunde Entwicklung der<br />

Wirtschaft voranzutreiben, die Harmonie und Stabilität<br />

der Gesellschaft gewährzuleisten und die<br />

Gleichheit und Gleichberechtigung in der Gesellschaft<br />

zu verwirklichen. Zugleich wirkt sich Chinas<br />

umfassende Förderung der Rechtsstaatlichkeit<br />

positiv auf die weltweite Entwicklung aus. •<br />

Hinweis: Das vollständige Interview können Sie<br />

auf www.society.at lesen!<br />

SOCIETY 2_<strong>2014</strong> | 89


DIPLOMATIE<br />

KASACHSTAN<br />

In seiner Jahresbotschaft<br />

an die Nation<br />

spricht der<br />

kasachische Präsident<br />

Nursultan<br />

Nasarbajew über<br />

eine neue Wirtschaftspolitik.<br />

„Nurly Schol“<br />

– „Der Weg in<br />

die Zukunft“<br />

Text: SOCIETY<br />

Kasachstan wird innerhalb<br />

der kommenden Jahre<br />

massiv in die landesweite<br />

Infrastruktur investieren<br />

und dafür die Reserven aus<br />

seinem durch die Rohstoffeinnahmen<br />

gut gefüllten Nationalfonds<br />

angreifen. Das kündigte Staatspräsident<br />

Nursultan Nasarbajew am 11. November in<br />

Astana bei seiner jährlichen Botschaft an<br />

das Volk von Kasachstan an.<br />

Die Jahresbotschaft erreicht die kasachische<br />

Bevölkerung vergleichsweise<br />

überraschend: Normalerweise richtet<br />

sich Nasarbajew jedes Jahr im Januar oder<br />

Februar, seltener auch schon im Dezember<br />

mit einer Rede an sein Volk. Doch in<br />

Zeiten zahlreicher Krisenherde und der<br />

Sanktionsregime auf der ganzen Welt<br />

sieht Kasachstan sich gezwungen, seine<br />

(Wirtschafts-)Politik zu überdenken. Diese<br />

Kurskorrektur machte der Staatschef zum<br />

Thema seiner Jahresbotschaft, mit der er<br />

sich dieses Jahr schon Anfang November<br />

an sein Volk wandte. „Wir dürfen keine<br />

Zeit verlieren“, mahnte Nasarbajew in seiner<br />

Rede.<br />

Die Weltwirtschaft stehe vor neuen<br />

Herausforderungen und habe sich von<br />

den Folgen der globalen Finanz- und Wirtschaftskrise<br />

noch nicht erholt. „Kasachstan,<br />

als ein Teil der Weltwirtschaft und als<br />

ein Land, das sich unweit des Epizentrums<br />

der geopolitischen Spannungen befindet,<br />

erlebt die negativen Auswirkungen aller<br />

dieser Prozesse“, sagte Präsident Nasarbajew.<br />

Weltbank und IMF haben in ihren aktuellen<br />

Analysen die Wachstumsprognosen<br />

für den zentralasiatischen Staat nach<br />

unten korrigiert, von durchschnittlich<br />

sechs Prozent BIP-Zuwachs bleibt Kasachstan<br />

<strong>2014</strong> und 20<strong>15</strong> nunmehr nur ein Plus<br />

von 4,6 bis 4,7 Prozent. Kasachstan sieht<br />

90 | SOCIETY 2_<strong>2014</strong>


DIPLOMATIE<br />

KASACHSTAN<br />

Foto: Botschaft der republik Ksachstan<br />

sich daher gezwungen, die Pläne seiner Regierung<br />

unmittelbar zu korrigieren. Unter anderem hat<br />

die Regierung ihren Haushaltsentwurf für 20<strong>15</strong><br />

revidiert, da durch den aktuellen Preisverfall auf<br />

den Rohstoffmärkten die Haushaltseinnahmen<br />

des rohstoffreichen Landes schrumpfen.<br />

•<br />

Neue Wirtschaftspolitik „Nurly<br />

Schol“<br />

Die Neue Wirtschaftspolitik unter dem Motto<br />

„Nurly Schol“ („Der helle Weg“) soll bereits zum<br />

1. Januar 20<strong>15</strong> wirksam werden. Um die Konjunktur<br />

anzukurbeln, will Kasachstan die Geldreserven<br />

aus seinem Nationalfonds anzapfen, der ein<br />

Volumen von fast 77 Milliarden US-Dollar hat.<br />

Der Nationalfonds wurde im Jahr 2000 nach dem<br />

Vorbild des norwegischen Ölfonds gegründet. In<br />

den Fonds fließt ein Teil der Rohstoffeinnahmen<br />

des Staates. „Jetzt ist die Zeit gekommen, in der<br />

wir diese Geldreserven nutzen müssen“, sagte<br />

Nasarbajew.<br />

Jährlich kommt ein Betrag von rund acht Milliarden<br />

US-Dollar aus dem Fonds dem Staatshaushalt<br />

zugute. Bereits im Februar <strong>2014</strong> hatte die<br />

kasachische Regierung entschieden, für <strong>2014</strong> und<br />

20<strong>15</strong> zusätzlich insgesamt knapp 5,5 Milliarden<br />

US-Dollar in zwei Tranchen aus dem Nationalfonds<br />

bereitzustellen, um Wirtschaft und Beschäftigung<br />

neuen Schwung zu verleihen.<br />

Das Staatsoberhaupt hat seine Regierung nun<br />

angewiesen, die zweite Tranche in Höhe von etwa<br />

2,75 Milliarden US-Dollar für die Lösung der dringlichsten<br />

Probleme zu nutzen. Konkret sollen 100<br />

Milliarden Kasachische Tenge (552 Millionen US-<br />

Dollar) für Vorzugskredite an kleine und mittlere<br />

Unternehmen (KMU) wie auch große Firmen verwendet<br />

werden. Damit soll die Finanzierung und<br />

Umsetzung laufender Projekte in der Lebensmittel-<br />

und Chemieindustrie sowie im Maschinenbau<br />

und im Dienstleistungssektor abgesichert werden.<br />

Laut Staatschef Nasarbajew seien bereits 23 Milliarden<br />

Kasachische Tenge aus dem Programm abgerufen<br />

worden, weil die Verzinsung in Höhe von<br />

sechs Prozent über zehn Jahre beispiellos günstig<br />

sei.<br />

•<br />

Expo 2017 in Astana<br />

Für die Erholung des Bankensektors und<br />

den Rückkauf „fauler Kredite“ hat Präsident<br />

Nasarbajew eine Kapitalerhöhung des Fonds für<br />

Problemkredite um 250 Milliarden Kasachische<br />

Tenge (1,38 Milliarden US-Dollar) angeordnet. Außerdem<br />

sollen die Bedingungen für ausländische<br />

Investitionen weiter verbessert werden. Mit Blick<br />

auf dieses Ziel sollen 81 Milliarden Kasachische<br />

Tenge (447 Millionen US-Dollar) in den Bau des<br />

ersten Güterverkehrszentrums („Trockenhafen“),<br />

in die Infrastruktur der Sonderwirtschaftszone<br />

„Chorgos – Östliches Tor“ sowie in die Erdöl-Chemie-Industrie-Technoparks<br />

Atyrau und Taraz fließen.<br />

»Wir müssen<br />

die Ärmel hoch<br />

krempeln und<br />

mit der Arbeit<br />

beginnen.<br />

«<br />

Nursultan<br />

Nasarbajew<br />

LINKS<br />

Präsident der Republik<br />

Kasachstan<br />

www.akorda.kz<br />

Außenministerium der<br />

Republik Kasachstan<br />

www.mfa.kz<br />

Regierung in Kasachstan<br />

www.government.kz<br />

Botschaft in Österreich<br />

www.kazakhstan.at<br />

Honorarkonsulat in Graz<br />

www.kasachstan-honorarkonsulat.at<br />

BMEIA: Kasachstan<br />

www.aussenministerium.at/<br />

astana<br />

Für die Weltausstellung Expo, die 2017 in Astana<br />

stattfinden wird, sind vierzig Milliarden Kasachische<br />

Tenge (221 Millionen US-Dollar) eingeplant<br />

– zusätzlich zu den bereits bereitgestellten<br />

25 Milliarden Kasachische Tenge (138 Millionen<br />

US-Dollar). Im Zuge der Expo 2017 soll außerdem<br />

die Transportinfrastruktur der Hauptstadt Astana<br />

ausgebaut werden. Der Hauptstadtflughafen<br />

erreicht bereits jetzt seine maximale Kapazität<br />

von 3,5 Millionen Passagieren jährlich. Für den<br />

Bau eines neuen Terminals und die Rekonstruktion<br />

der Start- und Landebahn will Kasachstan 29<br />

Milliarden Kasachische Tenge (160 Millionen US-<br />

Dollar) investieren. Dadurch soll die Kapazität des<br />

Airports bis 2017 auf 7,1 Millionen Passagiere pro<br />

Jahr erhöht werden.<br />

Neben des 5,5 Milliarden US-Dollar schweren<br />

Konjunkturpakets, das die Regierung bereits im<br />

Februar beschlossen hatte, erläuterte der Präsident<br />

in seiner Botschaft an das Volk einen „Plan der<br />

Infrastrukturentwicklung“ als Herzstück seiner<br />

neuen Wirtschaftspolitik. Diese falle überein mit<br />

dem zweiten Fünfjahresplan innerhalb des Staatsprogramms<br />

für die beschleunigte industrielle und<br />

innovative Entwicklung Kasachstans. Der „Plan der<br />

Infrastrukturentwicklung“ sieht Investitionen in<br />

die Transport- und Logistikinfrastruktur, den Ausbau<br />

der Logistikknotenpunkte, die Entwicklung<br />

der Industrie- und Energieinfrastruktur vor. Außerdem<br />

soll mehr Wohnraum geschaffen und die soziale<br />

Infrastruktur weiterentwickelt werden.<br />

•<br />

Drei Milliarden US-Dollar zusätzlich<br />

aus dem Nationalfonds<br />

Im Zuge der kritischen (welt-)wirtschaftlichen<br />

Situation hat Nasarbajew in seiner Jahresbotschaft<br />

angekündigt, dass im Zeitraum 20<strong>15</strong> bis<br />

2017 aus dem Nationalfonds noch einmal bis zu<br />

drei Milliarden US-Dollar jährlich bereitgestellt<br />

werden sollen. Schon bis zur kommenden Woche<br />

soll die kasachische Regierung „angemessene<br />

Lösungen für die Verwendung der Mittel aus<br />

dem Nationalfonds erarbeiten“ und diese in den<br />

Haushaltsentwurf für 20<strong>15</strong> einfließen lassen. Die<br />

Investitionen aus dem Nationalfonds sollen von<br />

Strukturreformen in den entsprechenden Wirtschaftsbereichen<br />

begleitet werden. Dafür will<br />

Kasachstan mit den internationalen Finanzinstituten<br />

zusammenarbeiten. Laut Nasarbajew seien<br />

die Weltbank, die Asiatische Entwicklungsbank<br />

(ADB), die Islamische Entwicklungsbank sowie die<br />

Europäische Bank für Wiederaufbau und Entwicklung<br />

(EBRD) bereit, bis zu neun Milliarden US-Dollar<br />

für neunzig prioritäre Projekte bereitzustellen,<br />

um so die Investitionstätigkeit anzukurbeln, neue<br />

Arbeitsplätze zu schaffen und zu verhindern, dass<br />

die Einkommen der Bevölkerung sinken.<br />

Der Präsident sieht seine Neue Wirtschaftspolitik<br />

als Motor für Kasachstans Wirtschaftswachstum<br />

in den kommenden Jahren. Dafür sei es lediglich<br />

notwendig, „die Ärmel hochzukrempeln und<br />

mit der Arbeit zu beginnen“.<br />

•<br />

SOCIETY 2_<strong>2014</strong> | 91


TÜRKEI<br />

INTERVIEW<br />

W<br />

as sind Ihre<br />

wichtigsten<br />

Aktivitäten im<br />

ersten Jahr gewesen?<br />

Ich bin seit<br />

Anfang November 2013 in Istanbul. Am<br />

wichtigsten war es, zunächst Kontakte aufzubauen.<br />

Natürlich gab es auch viel Arbeit<br />

im konsularischen und administrativen<br />

Bereich. Außerdem kommen regelmäßig<br />

Delegationen nach Istanbul, zuletzt der<br />

Wiener Stadtrat Dr. Michael Ludwig anlässlich<br />

des „Smart City“-Wirtschaftsforums<br />

und zur Eröffnung der Ausstellung „DAS<br />

WIENER MODELL – Wohnbau für die Stadt<br />

des 21. Jahrhunderts“.<br />

Welchen Schwerpunkt hat die bilaterale<br />

Tätigkeit hier?<br />

Die konsularischen Agenden, wie Visa,<br />

Pässe und Betreuung der Auslandsösterreicher<br />

sind das Kerngeschäft des Generalkonsulats.<br />

Natürlich sind aber auch die<br />

Vertretung Österreichs in Istanbul und die<br />

Kontaktpflege ein wesentlicher Bestandteil<br />

meiner Tätigkeit. So ist es wichtig, die<br />

Wirtschaftskontakte zu pflegen und die<br />

Kontakte mit den türkischen Vertretern<br />

und Behörden aufrechtzuerhalten.<br />

Welche österreichischen Firmen haben<br />

hier schon Fuß gefasst?<br />

Istanbul ist eine Wirtschaftsmetropole.<br />

So haben sich auch sehr viele österreichische<br />

Unternehmen hier niedergelassen.<br />

Österreich war mit der OMV bis vor Kurzem<br />

der Nummer-Eins Investor in der Türkei.<br />

Um nur einige wenige große österreichische<br />

Unternehmen zu nennen: Voestalpine,<br />

Do&Co, Red Bull, Hawle, Swarovski und<br />

Frey Wille. Nach wie vor ist die Türkei ein<br />

blühendes Geschäft für die österreichische<br />

Industrie, auch wenn manche Firmen sich<br />

zurzeit etwas abwartend verhalten.<br />

Es ist auch in Österreich eine öffentliche<br />

Polemik über den IS entstanden.<br />

Ist es sinnvoll, dass man Sympathisanten<br />

des Landes verweist?<br />

Es gibt in Österreich die Diskussion, ob<br />

jenen, die zum Kampf nach Syrien gehen,<br />

die österreichische Staatsbürgerschaft entzogen<br />

werden soll.<br />

Es ist erschreckend, dass es bei uns und<br />

in anderen Ländern viele Fanatiker gibt,<br />

die bereit sind, in den Krieg zu ziehen und<br />

Unschuldige zu ermorden. Das Thema ist<br />

sehr komplex, da geht es nicht nur um einzelne<br />

Personen, sondern um organisierte<br />

Gruppen. Sie nutzen u.a. die neuen Medien,<br />

um sich zusammenzuschließen und<br />

Sympathisanten zu finden. Hier sind auch<br />

„Eine gute<br />

Symbiose für<br />

beide Seiten“<br />

Christine Wendl, Generalkonsulin von<br />

Österreich in Istanbul, spricht im SOCIETY-<br />

Interview über ihre Erfahrungen und<br />

Zukunftspläne in der Türkei.<br />

Interview: Gertrud Tauchhammer<br />

die Medienunternehmen gefordert, gegen<br />

diese Art von Fanatismus vorzugehen.<br />

Der IS ist eine große Gruppierung geworden,<br />

die man wahrscheinlich lange unterschätzt<br />

hat.<br />

Mit welchen Problemen hat Istanbul<br />

zu kämpfen?<br />

Istanbul ist eine ständig wachsende<br />

Millionenmetropole mit derzeit etwa <strong>15</strong><br />

Millionen Einwohnern. Dementsprechend<br />

problematisch ist die Verkehrssituation. Istanbul<br />

investiert in großem Stil in den Ausbau<br />

der Verkehrsinfrastruktur. So wurde<br />

vor einem Jahr der Marmaray-Tunnel für<br />

die S-Bahn eröffnet, der den europäischen<br />

Fotos: Privat, BMEIA<br />

92 | SOCIETY 2_<strong>2014</strong>


TÜRKEI<br />

INTERVIEW<br />

und den asiatischen Teil verbindet. Ein weiterer<br />

Tunnel für den PKW-Verkehr ist geplant. Außerdem<br />

entsteht gerade die dritte Brücke über den Bosporus.<br />

Der weltgrößte Flughafen, für den in diesem<br />

Jahr der Spatenstich erfolgte, soll in Istanbul entstehen.<br />

Um die Bosporus-Meerenge zu entlasten,<br />

plant die Regierung eine alternative Schiffsroute<br />

parallel zum Bosporus, den „Kanal Istanbul“.<br />

Auch der Syrienkonflikt zeigt seine Auswirkungen.<br />

Bis jetzt sind etwa 1,7 Millionen Flüchtlinge<br />

aus Syrien in die Türkei gekommen.<br />

Wie viele Visa werden pro Jahr circa ausgestellt?<br />

Wir schätzen, dass wir heuer auf 13.000 bis<br />

14.000 Visa kommen werden. Der Tourismus<br />

nimmt stetig zu und immer mehr Türken kommen<br />

auch zum Skifahren nach Österreich. Aufgrund der<br />

intensiven Wirtschaftskontakte werden viele Visa<br />

für Geschäftsreisende ausgestellt. Und natürlich<br />

werden auch viele Visa für Familienbesuche von<br />

in Österreich lebenden Türken oder Österreichern<br />

mit türkischer Abstammung erteilt.<br />

Auffallend ist, dass viele Österreicher mit türkischen<br />

Wurzeln wieder nach Istanbul bzw. in die<br />

Türkei zurückkommen.<br />

Es gibt also einen starken Trend zurück?<br />

Die Österreicher mit türkischen Wurzeln haben<br />

hier gute Chancen mit einer guten Schulausbildung<br />

aus Österreich. In Istanbul gibt es auch ein<br />

Das österreichische Generalkonsulat<br />

befindet sich im Palais Yeniköy<br />

direkt am Bosporus<br />

Antrittsbesuch beim Oberbürgermeister<br />

von Istanbul Kadir Topbas<br />

CURRICULUM<br />

VITAE<br />

Christine Wendl wurde<br />

1959 in Sandl geboren und<br />

ist in Vöcklabruck aufgewachsen.<br />

Nach ihrem<br />

Abschluss an der Handelsakademie<br />

1978 arbeitete<br />

sie als Sachbearbeiterin in<br />

der Privatwirtschaft, bis sie<br />

1988 ins Außenministerium<br />

in Wien wechselte. In den<br />

Jahren 1988 bis 2013 war sie<br />

im diplomatischen Dienst<br />

in Moskau, Buenos Aires,<br />

Budapest, Madrid und Nikosia,<br />

sowie für das Außenministerium<br />

in Wien tätig.<br />

Seit November 2013 ist sie<br />

Österreichische Generalkonsulin<br />

in Istanbul.<br />

österreichisches Gymnasium, das St. Georgs-Kolleg,<br />

das einen ausgezeichneten Ruf genießt. Für österreichische<br />

und türkische Firmen ist das sehr wertvoll:<br />

Man hat Mitarbeiter, die in Österreich groß<br />

geworden sind und sowohl die österreichische Kultur<br />

als auch die türkische Kultur kennen. So haben<br />

sie einen viel leichteren Zugang in der Türkei. Ich<br />

glaube, das ist eine gute Symbiose für beide Seiten.<br />

Sie haben gesagt, dass das Konsulatsgebäude<br />

ein Geschenk war?<br />

Das Palais Yeniköy, in dem sich heute das Österreichische<br />

Generalkonsulat und das Österreichische<br />

Kulturforum befinden, wurde 1882 Kaiser<br />

Franz Joseph I. von Sultan Abdulhamid II. als Sommerresidenz<br />

für den Botschafter geschenkt. Damals<br />

war Istanbul die Hauptstadt und Yeniköy ein<br />

Vorort Istanbuls. Das Gebäude im spätklassischen<br />

Stil aus der Mitte des 19. Jahrhunderts gehörte einem<br />

armenischen Bankier. Nach der Übernahme<br />

durch das osmanische Finanzministerium stand<br />

es ab 1860 leer. Das Palais ist im Besitz Österreichs.<br />

Sollte sich Österreich einmal dazu entscheiden, das<br />

Palais nicht mehr zu nutzen, fällt es an den türkischen<br />

Staat zurück.<br />

Welche Aktivitäten haben Sie für die nächsten<br />

drei Jahre geplant?<br />

Es ist mir ein großes Anliegen, neben der wirtschaftlichen<br />

und kulturellen Zusammenarbeit,<br />

den gegenseitigen Austausch und das gegenseitige<br />

Verständnis zu fördern, bestehende Partnerschaften<br />

zu vertiefen und neue Partnerschaften<br />

abzuschließen. Zum Beispiel in Form von Städtepartnerschaften<br />

mit gemeinsamen Programmen<br />

für Kinder, Sport und Kultur. Ein Partnerschaftsabkommen<br />

zwischen Bad Ischl unter Bürgermeister<br />

Hannes Heide und Sariyer ist schon im Entstehen.<br />

Außerdem möchte ich Veranstaltungen zum<br />

Thema „Interreligiöser Dialog“ organisieren. Geplant<br />

sind Zusammentreffen ohne Arbeitsprogramm<br />

zum gegenseitigen Kennenlernen. Ich<br />

habe gute Kontakte mit den Kirchenführern hier<br />

geschlossen und auch Treffen mit den christlichen<br />

Kirchen in Istanbul veranstaltet. Das ist sehr gut angekommen,<br />

und das möchte ich auf alle Glaubensgemeinschaften<br />

ausweiten.<br />

•<br />

SOCIETY 2_<strong>2014</strong> | 93


TÜRKEI<br />

INTERVIEW<br />

Konsequente<br />

Wirtschaftspolitik<br />

Interview mit WKO-Präsident Christoph Leitl über<br />

das Wirtschaftswunder Türkei und die<br />

heimischen Marktchancen.<br />

CURRICULUM<br />

VITAE<br />

Dr. Christoph Leitl ist am 29.<br />

März 1949 in Linz geboren.<br />

Er ist Präsident des Österreichischen<br />

Wirtschaftsbundes,<br />

der Wirtschaftskammer<br />

Österreich und Obmann der<br />

Sozialversicherungsanstalt<br />

der gewerblichen Wirtschaft.<br />

Von 1977 bis 1990<br />

war er Gesellschafter des<br />

familiären Unternehmens<br />

Bauhütte Leitl-Werke. In der<br />

Politik war er u. a. Abgeordneter<br />

zum oberösterreichischen<br />

Landtag (1985-90),<br />

Mitglied der oberösterreichischen<br />

Landesregierung<br />

(1990-2000) und Landeshauptmann-Stellvertreter<br />

in<br />

OÖ (1995-2000). Seit 2000<br />

ist er Mitglied des Bundesparteivorstandes<br />

der ÖVP.<br />

Zu seinen ehrenamtlichen<br />

Aufgaben zählen u. a. Präsident<br />

des WIFO, von OIER,<br />

Mitglied des Nationalen<br />

Olympischen Komitees und<br />

Vizepräsident der Österreichischen<br />

Sporthilfe.<br />

Wie hat es die Türkei geschafft,<br />

ein sog. Emerging Market zu<br />

werden mit durchschnittlich<br />

5,2 Prozent Wachstum<br />

zwischen 2002 und 2012?<br />

Ein Teil des wirtschaftlichen Erfolges der Türkei<br />

liegt in einer sehr konsequenten, konservativen<br />

und mit Zielvorgaben für jeden Türken verständlichen<br />

Wirtschaftspolitik. Dazu kamen reichliche<br />

öffentliche Investitionen sowie<br />

stabile politische Rahmenbedingungen,<br />

die einen enormen<br />

Inlandskonsum ausgelöst<br />

haben. Das ging aber auf Kosten<br />

der Ersparnisse der privaten<br />

Haushalte. Hinzu kommt, dass<br />

die Türkei mehr importiert<br />

als sie exportiert. Das geht so<br />

lange gut, wie genügend ausländische<br />

Investitionen ins<br />

Land fließen und der Tourismus<br />

floriert – und das war in<br />

den vergangenen Jahren der<br />

Fall.<br />

Wie entwickelt sich der<br />

bilaterale Handel zwischen<br />

Österreich und der Türkei?<br />

Der bilaterale Handel, die<br />

österreichischen Exporte betreffend, stagnierte<br />

mehr oder weniger in den letzten beiden Jahren,<br />

jedoch auf hohem Niveau, während die Importe<br />

Österreichs aus der Türkei zunahmen. Dies hängt<br />

auch mit einer verstärkten Investitionstätigkeit<br />

österreichischer Unternehmen in der Türkei sowie<br />

der Funktion einer „verlängerten Werkbank“ des<br />

Marktes zusammen. Importe aus der Türkei werden<br />

dafür umgekehrt zur weiteren Wertschöpfung<br />

bei uns entweder als Halbfabrikate oder generell<br />

als Zulieferungen durchgeführt. Die österreichische<br />

Wirtschaft ist grundsätzlich sehr eng mit der<br />

Türkei vernetzt und österreichische Unternehmen<br />

verfügen über rund 500 Niederlassungen vor Ort.<br />

Was sind die Gründe dafür, dass Österreich zu<br />

den größten Investoren in der Türkei zählt, z. B.<br />

an erster Stelle in den Jahren 2009 und 2011 lag?<br />

Die Türkei zählte in den letzten Jahren aufgrund<br />

der guten Wachstumszahlen sowie der<br />

sicheren Rahmenbedingungen zu einem der<br />

attraktivsten Märkte für unsere Unternehmen –<br />

besonders in den Sparten Energie, Autozulieferung,<br />

Infrastruktur und Umwelttechnologie, wo<br />

auch Österreich mit seinen Betrieben hohe Kompetenz,<br />

hervorragende Qualität, Zuverlässigkeit und<br />

Know-how aufzuweisen hat. Das<br />

ist unseren türkischen Partnern<br />

bewusst und mit ein Grund,<br />

warum Österreich als Investor<br />

immer willkommen war und<br />

auch in Zukunft sein wird.<br />

Welche Bedeutung hat die<br />

Türkei als Markt bzw. Standort<br />

– Stichwort TRIC (Türkei, Russland,<br />

Indien, China)?<br />

Unter den so genannten TRIC-<br />

Ländern punktet die Türkei<br />

durch ihre räumliche Nähe, weiters<br />

durch die Vorteile einer gut<br />

funktionierenden Demokratie,<br />

welche die Rahmenbedingungen<br />

wie Gesetze und Standards<br />

der EU angeglichen hat. Dazu<br />

kommt noch der auch den übrigen TRIC-Staaten<br />

ähnliche Nachholbedarf in vielen Bereichen sowie<br />

ein hohes Bevölkerungswachstum und eine Brückenfunktion<br />

zu anderen von Österreich nicht so<br />

intensiv direkt bearbeiteten Märkten wie etwa dem<br />

Irak, Aserbaidschan, Georgien oder Afghanistan.<br />

Welche Geschäftschancen gibt es für österreichische<br />

Unternehmen in der Türkei?<br />

Außer den bereits oben genannten Punkten<br />

weisen auch und im Speziellen die Maschinenindustrie,<br />

die Landwirtschaft, „intelligentes Bauen“,<br />

Zulieferungen im Winter- und Bergtourismus sowie<br />

Lebensmittel – wenn sie unter die Zollunion<br />

fallen – künftig ebenfalls gute Absatzchancen für<br />

österreichische Unternehmen auf. •<br />

Fotos: Doris Kucera<br />

94 | SOCIETY 2_<strong>2014</strong>


Webster Vienna Private<br />

University goes Downtown<br />

Mit einem Grand Opening wurde die Eröffnung des<br />

neuen Campus der Webster Vienna Private University<br />

im historischen Palais Wenkheim gefeiert.<br />

WISSENSCHAFT<br />

STUDIUM<br />

Fotos: Vienna Press/Andreas Tischler<br />

Seit 33 Jahren bietet die Webster Vienna<br />

Private University als einzige Hochschule<br />

in Österreich Studierenden eine internationale<br />

Ausbildung mit amerikanischer<br />

und österreichischer Akkreditierung.<br />

Unter dem Ehrenschutz von Dr. Heinz Fischer<br />

feierte die Webster Vienna Private University den<br />

Umzug in die Leopoldstadt. Die neue, zentrale<br />

Lage verbindet die Privatuniversität noch enger<br />

mit der Stadt Wien, wie Festredner Wissenschaftsstadtrat<br />

Andreas Mailath-Pokorny bei den Eröffnungsfeierlichkeiten<br />

betonte.<br />

Das neue Quartier im Palais Wenkheim bietet<br />

Platz für 1000 Studierende aus aller Welt.<br />

Es verbindet die traditionellen Merkmale eines<br />

amerikanischen Universitätscampus mit dem<br />

historischen Charme eines Wiener Innenstadtpalais.<br />

Modernstes technisches Equipment, wie ein<br />

eigenes Fernsehstudio in den Media-Labs oder<br />

ein Video-Konferenz Klassenzimmer, bietet den<br />

Studierenden eine internationale Ausbildung auf<br />

höchstem Niveau.<br />

Dr. Arthur Hirsh,<br />

Dr. Elizabeth Stroble,<br />

Dr. Julian Schuster<br />

KONTAKT<br />

Webster Vienna Private<br />

University<br />

Palais Wenkheim<br />

Praterstraße 23<br />

1020 Wien<br />

Tel. +43-(0)1-26992930<br />

info@webster.ac.at<br />

www.webster.ac.at<br />

Who will manage my career?<br />

I will. Starting with a Master’s degree<br />

at Webster University.<br />

Expand your horizons and advance your critical thinking<br />

skills with a first-class Master’s degree from an American and<br />

Austrian accredited university. Webster Vienna offers quality<br />

programs and flexible scheduling with evening classes.<br />

Join inquisitive and multi-cultural students, and connect with<br />

Webster’s truly international campus and alumni networks.<br />

Be prepared. Be valuable.<br />

Be world-ready.<br />

4 Continents, 8 Countries, 60 Cities, 1 University<br />

webster.ac.at


DIPLOMATIE<br />

BAKU<br />

Global humanity<br />

was the focus of the<br />

issues discussed at the<br />

Forum. View of the<br />

Heydar Aliyev Center<br />

Humanitarian Forum<br />

The fourth Baku International Humanitarian<br />

Forum brought together experts from all over the<br />

world including four former Presidents and 14<br />

Nobel Prize Laureates.<br />

The cultural, political and<br />

scientific elite discussed<br />

various global issues.<br />

President Aliyev gave the opening<br />

speech at the Forum.<br />

The annual Baku International Humanitarian<br />

Forum was initiated in 2010 by<br />

the President of Azerbaijan Ilham Aliyev<br />

and the Russian President Dmitriy<br />

Medvedev with the aim of bringing<br />

together representatives of the political, scientific<br />

and cultural elite of the world community to discuss<br />

and exchange views on a wide range of global<br />

issues in the interest of all humanity.<br />

•<br />

More than 500 participants<br />

This year the Forum featured roundtable meetings<br />

on a wide range of topics like multiculturalism,<br />

media, innovation, sustainable development,<br />

ecology, globalization, technology, biology and<br />

humanism. More than five hundred participants<br />

from all over the world including more than sixty<br />

countries discussed these topics in eight major<br />

round table meetings during the two days’ Forum.<br />

Among the participants were four former Presidents<br />

(from Lithuania, Croatia, Estonia and Latvia)<br />

and fourteen Nobel Prize Winners (who were<br />

awarded between 1991 and 2013). There were high<br />

representatives attending from the important international<br />

organizations ISESCO, UNESCO, UNDP<br />

and the Cooperation Council of Turkic Speaking<br />

States.<br />

•<br />

Opening Speech by President Aliyev<br />

In his opening speech, President Ilham Aliyev<br />

emphasized that there is no alternative to multiculturalism<br />

in the modern world. The alternative<br />

would be discrimination, racism, xenophobia,<br />

Islamophobia and anti-Semitism. He warned of<br />

the alarming trend of a growing radicalism, discrimination<br />

and racism both in the Muslim world<br />

and in Europe. As a member of both the Council<br />

of Europe and the Organization of Islamic Cooperation,<br />

Azerbaijan sees its role in improving the<br />

relationships between nations and reinforcing the<br />

dialogue between religions, said President Aliyev.<br />

•<br />

International Centre of<br />

Multiculturalism<br />

The Fourth Baku International Humanitarian<br />

Forum was concluded with a declaration which<br />

welcomes the creation of a Baku International<br />

Centre of Multiculturalism. This declaration takes<br />

into account the growing significance of international<br />

humanitarian cooperation and effective<br />

partnership in this sphere in ensuring harmonious,<br />

sustainable development and the elimination<br />

and prevention of political and military conflicts<br />

proliferating throughout the world. It is guided<br />

by the United Nations Millennium Declaration<br />

and the agenda for the post-20<strong>15</strong> period aimed at<br />

eliminating inequality in the world in regional,<br />

economic, social and gender development.<br />

•<br />

Heydar Aliyev Center<br />

The venue of the Baku International Humanitarian<br />

Forum was the famous Heydar Aliyev Center,<br />

an architectural landmark of modern Baku,<br />

designed by architect Zaha Hadid, a worldwide<br />

recognized architect and the (first female) winner<br />

of the prestigious Pritzker Architecture Prize. The<br />

Heydar Aliyev Center is a building of extraordinary<br />

design: Not a single straight line was used in the<br />

center’s shape. The overall shape of the building<br />

resembles a wave-like ascension from the ground<br />

towards the sky followed by gradual descent down<br />

to the earth: portrayal of the eternal cycle. •<br />

Fotos: Baku International Humanitarian Forum<br />

96 | SOCIETY 2_<strong>2014</strong>


Beste Chancen für<br />

österreichische Firmen<br />

DIPLOMATIE<br />

ASERBAIDSCHAN<br />

Sylvia Meier-Kajbic,<br />

österreichische<br />

Botschafterin in<br />

Aserbaidschan<br />

im SOCIETY-Interview<br />

über neue Potenziale<br />

für österreichische<br />

Firmen.<br />

Interview: Gertrud Tauchhammer<br />

Es gibt einige österreichische Skiresorts in<br />

Aserbaidschan?<br />

Vor vier Jahren gab es noch gar keine Möglichkeit<br />

zum Skifahren. Seit zwei Jahren gibt es die Skiregion<br />

Shahdag – „Königsberg“: Aus dem Nichts heraus<br />

ist eine riesige Wintersportanlage entstanden, mit<br />

Hotels, Liftanlagen und der ganzen Infrastruktur,<br />

die erst geschaffen werden musste. Unter anderem<br />

sind österreichische Firmen wie Doppelmayr und<br />

ILF beteiligt. Ein zweites Gebiet wurde gerade in Gabala<br />

erschlossen. Ich war selbst schon dort Skifahren;<br />

dort werden FIS-Strecken konzipiert, man will<br />

also wirklich international anknüpfen. Im Tourismusbereich<br />

sind wir auch bei der Ausbildung sehr<br />

aktiv. Die Fachhochschule Krems hat eine langjährige<br />

Partnerschaft mit den Ausbildungsstätten in<br />

Aserbaidschan: Man kann einen Tourismus Bachelor<br />

und Master machen, der gleichwertig mit einer<br />

Ausbildung in Österreich ist.<br />

»Aserbaidschan<br />

ist für viele<br />

österreichische<br />

Firmen noch<br />

Neuland.<br />

«<br />

Foto: BMEIA<br />

Was waren die Highlights<br />

ihrer bisherigen Tätigkeit<br />

in Aserbaidschan?<br />

Im Juni 2010 haben<br />

wir die Botschaft<br />

eröffnet und seitdem<br />

kontinuierlich daran gearbeitet, ein Netzwerk<br />

aufzubauen, Beziehungen<br />

zwischen den beiden Ländern<br />

zu institutionalisieren und<br />

damit eine Basis zu schaffen,<br />

auf die langfristig aufgebaut<br />

werden kann.<br />

In welchen Bereichen<br />

sehen Sie Potenzial für österreichische<br />

Firmen?<br />

Das bedeutendste und<br />

wichtigste Projekt war die<br />

Gaspipeline Nabucco. Auch<br />

wenn dieses Projekt nicht in<br />

unserem Sinn realisiert wurde,<br />

haben sich dadurch viele<br />

Seiteneffekte und Initiativen<br />

ergeben. Beispielsweise hat<br />

sich im Bereich Tourismus<br />

eine Zusammenarbeit zwischen den beiden Ländern<br />

entwickelt. Aserbaidschan hat viele vergleichbare<br />

Ansatzpunkte hinsichtlich Landschaft<br />

und Sportmöglichkeiten und birgt dadurch ein<br />

großes Potenzial für österreichische Firmen. Wir<br />

können das österreichische Know-how nach Aserbaidschan<br />

bringen und bei der Entwicklung der<br />

Tourismusszene mithelfen.<br />

Wie viele Österreicher leben in Aserbaidschan?<br />

Es gibt dreißig bis vierzig Österreicher in Aserbaidschan,<br />

die vor allem aus beruflichen Gründen<br />

für eine gewisse Zeit dort leben. In den letzten<br />

Jahren waren österreichische Firmen wie Strabag<br />

und Waagner-Biro und große Architekturbüros<br />

wie Coop Himmelblau und Hoffmann und Janz in<br />

Baku tätig. In der Stadt sind einige<br />

Gebäude zu finden, die von<br />

österreichischen Firmen entworfen<br />

bzw. gebaut wurden, wie<br />

das neue Teppichmuseum oder<br />

das Kongresszentrum. Man wandert<br />

durch die Stadt und findet<br />

deutliche, prägnante Zeichen,<br />

die von Österreichern gesetzt<br />

worden sind.<br />

Wie wünschen Sie sich die<br />

weitere Entwicklung der Beziehungen<br />

zwischen Österreich<br />

und Aserbaidschan?<br />

Aserbaidschan ist für viele österreichische<br />

Firmen noch Neuland,<br />

sie müssen erst konkrete<br />

Möglichkeiten für interessante<br />

Arbeitsmöglichkeiten ausloten. Manche Bereiche<br />

sind bereits erschlossen, aber es gibt in Zukunft<br />

sicher noch mehr Geschäftsfelder – zum Beispiel<br />

Kleinwasserkraftwerke, Industrieanlagen, Maschinenbau<br />

–, in denen österreichische Firmen aktiv<br />

werden können. Meiner Erfahrung nach haben<br />

jene Firmen die besten Chancen, die bereits Erfahrungen<br />

mit Russland oder der Türkei haben. •<br />

CURRICULUM<br />

VITAE<br />

Mag. phil. Sylvia Meier-<br />

Kajbic, Jahrgang 1964, hat<br />

ihre Studien an der Wirtschaftsuniversität<br />

und der<br />

Universität Wien in Handelswissenschaft,<br />

Völkerkunde<br />

und Kunstgeschichte<br />

1990 abgeschlossen. 1992<br />

ist sie in den österreichischen<br />

auswärtigen Dienst<br />

eingetreten und war bis<br />

2006 in Wien, Dublin, Prag<br />

und Rom tätig. Nach vier<br />

Jahren als Botschafterin in<br />

Algier hat sie 2010 ihren<br />

Posten als Botschafterin in<br />

Baku angetreten.<br />

SOCIETY 2_<strong>2014</strong> | 97


DIPLOMATIE<br />

INTERVIEW<br />

You were born with a famous<br />

name. How are you<br />

related to the famous Alfred<br />

Nobel? Do you have<br />

any personal memories of<br />

Alfred or sayings of him?<br />

Yes, I was born with a famous name<br />

but on this note I’d like to quote my father<br />

who said “it doesn’t really matter which<br />

what name that you’re born with… what<br />

really matters is the name that you leave<br />

behind you” i.e. your own actions during<br />

your lifetime must and will define who<br />

you are.<br />

Alfred Nobel was my great grand-uncle,<br />

i.e. my great grand-father was Alfred’s<br />

»I’d like to realize<br />

this conception<br />

of my vision as<br />

to education<br />

available everywhere.<br />

«<br />

Philip Nobel<br />

older brother Ludvig. As the whole Nobel<br />

Family are descendants of Alfred’s two<br />

older brothers Ludvig and Robert, our<br />

memories or sayings are mostly in relation<br />

to them. Alfred died, as you know,<br />

childless. But of course it means that we<br />

have stories about him as to his workingcapacity,<br />

his difficult relationship to woman<br />

as he was very shy, his strife for peace<br />

on a global-scale, his generosity etc.<br />

What are your actual projects with<br />

your organization with the name Nobel?<br />

I preside the Nobel International Fraternity<br />

Academy, where we strive to offer<br />

high-level education, online/distancelearning,<br />

promote research and higher<br />

achievements. By doing this, I feel that I<br />

kind of follow in the footsteps of my greatgrand-father<br />

who created “Branobel” and<br />

encouraged education among the children<br />

of the employees at a time, when<br />

children were supposed to work and not<br />

study if they didn’t belong to a certain<br />

category. We live in a world today where<br />

communication and technology have reduced<br />

the borders and education should<br />

Philip Nobel’s<br />

Great Grand-<br />

Uncle<br />

Philip Nobel from the famous Nobel<br />

family talks in the SOCIET Y interview<br />

about his great grand-uncle Alfred<br />

Nobel, his vision of a fraternity of<br />

students, scholars and policy-makers<br />

and his special relations to Azerbaijan.<br />

Interview: Gertrud Tauchhammer<br />

Fotos: Privat<br />

98 | SOCIETY 2_<strong>2014</strong>


DIPLOMATIE<br />

INTERVIEW<br />

and must be available to everyone. When I grew<br />

up, distance-learning was by mail-correspondence<br />

and if you had questions… well, you had to<br />

make do, with today’s technology and knowledge<br />

distance-learning has become a very useful tool<br />

within education. Of course, online-courses are<br />

not a novelty but what I wanted to create was a<br />

community, a fraternity if you like, of where students,<br />

scholars, Nobel Prize winners and policymakers<br />

could actually interact. That was my vision<br />

and aim when I created this institution. We are<br />

now active in Russia, Azerbaijan and Kazakhstan<br />

and our projects are to expand into Asia and so on.<br />

We wish to bring our concept as far as possible in<br />

partnership with universities, other educational<br />

institutions and governments.<br />

You have special relations to Azerbaijan, why?<br />

You might say that I have a special relationship<br />

to Azerbaijan considering my family’s history<br />

there; we came there in 1873 and stayed up until<br />

the Russian revolution chased us away in 1920,<br />

so it’s pretty safe to say that we stayed there for<br />

almost fifty years. Also, don’t forget that it was<br />

in Azerbaijan that the “Branobel” was headquartered;<br />

that it was mainly thanks to Azerbaijan<br />

that we could develop and expand to this limit.<br />

Philip Nobel during the Climate<br />

Project Forum at the Ural University<br />

in Yekaterineburg<br />

Philip Nobel holding a keynotespeech<br />

was at the Ural Federal<br />

University in Yekaterineburg in<br />

Russia in May <strong>2014</strong> on the influence<br />

of changing climate on economic<br />

and social development<br />

CURRICULUM<br />

VITAE<br />

Philip Nobel was born in<br />

Stockholm/Sweden on 2<br />

March 1970. He studied at<br />

the University of Lausanne/<br />

Switzerland (Economics<br />

and Business studies). From<br />

1995 to 2006 he worked<br />

with Charndon Ltd. as<br />

Marketing Advisor. He is cofounder<br />

and vice-chairman<br />

of the Nobel Sustainability<br />

Trust, founder and CEO of<br />

Nobel Development Holding<br />

and founder and chairman<br />

of the Nobel International<br />

Fraternity. From 2013-14 he<br />

was Advisory board-member<br />

of the Nobel Oil Ltd.<br />

Currently he is President<br />

of the Nobel International<br />

Fraternity Academy and<br />

international representative<br />

of the EECSA (Eurasian<br />

Economic Club of scientists<br />

Association).<br />

At one point in history the “Branobel” was the second<br />

largest oil-company in the world.<br />

The Villa Petrolea is also located in Baku which<br />

further brings me to Azerbaijan, additionally to<br />

that I hand out scholarships to students at the<br />

Azerbaijan State Economic University every year<br />

which furthermore strengthens my ties to this<br />

beautiful country. I am also very lucky to have<br />

the occasion to participate in the Humanitarian<br />

Forum in Baku quite frequently which is very rewarding,<br />

seeing the multicultural factor gaining<br />

in importance worldwide.<br />

What would you like to realize still in your life?<br />

There are so many things that I still want to<br />

realize in my life, and it only adds up every day<br />

that passes by. I’d like to realize this conception<br />

of my vision as to education available everywhere;<br />

I’d like to push forward for a more sustainable aspect<br />

in the oil-business as of today. In this regard<br />

I’m very pleased to see all the efforts in this direction<br />

that SOCAR is making in Azerbaijan and<br />

elsewhere, I’d like to make sure that my daughter<br />

Chloé gets a good education and upbringing, and<br />

I can go on and on…<br />

Life is wonderful because it brings you new<br />

challenges and new goals every day, my conviction<br />

is that if you’re content and feel that you have<br />

nothing more to realize in life, then what’s the<br />

good of living it? I was given this only one life and<br />

I do not intend to waste it on realizing one or two<br />

things only. I want it all. I want to continue to realize<br />

my own dreams but also other people’s dreams<br />

until I can’t go on any more.<br />

Have you ever been to Austria? Do you know<br />

the Bertha von Suttner letters to Alfred Nobel?<br />

Yes, when I was young I had the occasion to<br />

spend some fantastic weeks in Vienna, I loved the<br />

city. Unfortunately I didn’t have the occasion to<br />

visit the country but there you have another thing<br />

that I want to realize. Yes, we in the family are<br />

aware of the letters of Bertha von Suttner and her<br />

correspondence – in fact, I think that it’s rather<br />

safe to say that she and Alfred were soul-mates;<br />

they could not unite on one level so they united<br />

on another more intellectual one. •<br />

SOCIETY 2_<strong>2014</strong> | 99


DIPLOMATIE<br />

ÖGAVN<br />

Joachim Jauer mit<br />

ÖGAVN-Vizepräsidenten<br />

Gregor<br />

Woschnagg und<br />

Peter Jankowitsch<br />

MITGLIED-<br />

SCHAFT<br />

Vergangenheit und<br />

Zukunft im ÖGAVN-<br />

Zentrum Stallburg<br />

Die Clubräumlichkeiten der ÖGAVN in der Stallburg<br />

der Wiener Hofburg sind auch in der Herbst-/<br />

Wintersaison wieder Anziehungspunkt für ein an<br />

internationalen Themen interessiertes Publikum.<br />

Seit 1945<br />

Alle Personen, die am<br />

internationalen Geschehen<br />

interessiert sind und zur<br />

Stärkung der Vereinten<br />

Nationen beitragen wollen,<br />

können ordentliche Mitglieder<br />

der Österreichischen<br />

Gesellschaft für Außenpolitik<br />

und die Vereinten<br />

Nationen (ÖGAVN) werden.<br />

Daneben sind Unternehmen<br />

und andere Institutionen<br />

eingeladen, als unterstützende<br />

Mitglieder beizutreten.<br />

Wenn Sie Interesse an<br />

einer Mitgliedschaft haben,<br />

wenden Sie sich bitte an:<br />

Österreichische Gesellschaft<br />

für Außenpolitik und<br />

die Vereinten Nationen<br />

(ÖGAVN)<br />

Hofburg/Stallburg, Reitschulgasse<br />

2/2. OG, A-1010<br />

Wien<br />

Tel. +43-(0)1-535 46 27<br />

E-Mail: office@oegavn.org,<br />

www.oegavn.org<br />

MAGAZIN SOCIETY<br />

Mag. Gertrud Tauchhammer<br />

hat mit dem Magazin<br />

SOCIETY als offizielles<br />

Organ schon seit 1995<br />

fungiert und übt seitdem<br />

mit verschiedensten Aktivitäten<br />

den Brückenschlag<br />

zwischen Österreich und<br />

den Vereinten Nationen aus.<br />

Auf Vorschlag von Altbundeskanzler<br />

Dr. Wolfgang<br />

Schüssel wird die Kooperation<br />

zwischen dem Magazin<br />

SOCIETY und der ÖGAVN<br />

fortgesetzt.<br />

SOCIETY ist zu hundert<br />

Prozent im Eigentum der<br />

Tauchhammer KG/Mag.<br />

Gertrud Tauchhammer.<br />

Im Mittelpunkt stehen - neben den fast täglichen<br />

Jugendveranstaltungen (Diplomlehrgänge,<br />

Rhetorik- und Verhandlungstrainings)<br />

- die Vorträge des von ÖGAVN-Präsident und<br />

Altbundeskanzler Wolfgang Schüssel initiierten<br />

„Internationalen Clubs (IC)“, der mittwochs<br />

um 12:00 Uhr für rund 80 bis 100 Personen Hintergrundinformationen<br />

bietet, die in dieser Form nicht<br />

so einfach über Internet und Medien verfügbar sind.<br />

Das Herbstprogramm des IC spannt einen Bogen von<br />

der Vergangenheit anlässlich 25 Jahre Fall des Eisernen<br />

Vorhangs in die Zukunft der Welt im Jahr 2050.<br />

•<br />

Zu DDR-Zeiten...<br />

Siegfried Lautsch, ehem. Oberst der Nationalen<br />

Volksarmee der DDR referierte zum Thema: „Die Militärdoktrin<br />

des Warschauer Paktes im Wandel - Die<br />

NVA von der Offensiv- zur Defensivstrategie“ über<br />

die Motive und Hintergründe, die für die politische<br />

und militärische Einstellung der UdSSR im Kalten<br />

Krieg prägend waren. Der Überfall Nazideutschlands<br />

auf Russland und die verheerenden Absichten der<br />

Vernichtung und Ausrottung des russischen Volkes<br />

hinterließen eine deutliche Angst. Nie wieder wolle<br />

Russland Opfer eines solchen Angriffes werden.<br />

•<br />

Fall des Eisernen Vorhangs<br />

Joachim Jauer, über 20 Jahre ZDF-Korrespondent<br />

in der DDR, berichtete über den Fall der<br />

Berliner Mauer. Mit dem Bau der Mauer in Berlin<br />

im Jahre 1961 hatte ja der „Eiserne Vorhang“, der<br />

von der Ostsee bis zur Adria reichte, seine Grenzen<br />

zum Westen endgültig gezogen. Die kommunistischen<br />

Länder waren abgeschottet. Aufgrund<br />

der maroden Wirtschaft, Korruption und der Aufhebung<br />

der Breschnew-Doktrin von Michail Gorbatschow<br />

in der UdSSR, gewannen die Satellitenstaaten<br />

Ende der Achtziger Jahre immer mehr an<br />

Freiheit und Selbstständigkeit. Am 11. September<br />

1989 öffnete sich die Grenze nach Österreich. Bald<br />

darauf strömten die ersten DDR-Bürger nach Ungarn,<br />

warteten auf eine günstige Gelegenheit, in<br />

den Westen zu flüchten, und die Ereignisse bis hin<br />

zum Fall der Berliner Mauer am 6. November 1989<br />

nahmen ihren Lauf. Jauer betonte auch die Rolle<br />

von Papst Johannes Paul II. für die polnische Bevölkerung<br />

und die Rolle der Kirchen in den Städten<br />

der DDR, die in diesen Wochen und Monaten ihre<br />

Kirchen für friedliche Versammlungen öffneten.<br />

•<br />

Die Welt im Jahr 2050<br />

Der Zukunftsforscher Matthias Horx verdeutlichte<br />

durch seine Präsentation, wie negativ und voreingenommen<br />

die Einschätzung vieler Menschen über<br />

die Welt der Zukunft ist. Um die positiven Entwicklungen<br />

der Gesellschaft zu verdeutlichen, ging er<br />

auf wichtige Weltprobleme, wie u.a. Überbevölkerung,<br />

Armut und Abholzung, genauer ein und stellte<br />

die herrschenden eher düsteren Vorurteile den<br />

von seiner Forschung gewonnenen Erkenntnissen<br />

gegenüber. Diese Erkenntnisse wurden durch die<br />

Unterstützung der neuesten Entwicklungen in den<br />

Bereichen Big Data, Long Data und neue Satellitensystemen<br />

gewonnen. Die Konfrontation ergab ein<br />

grundsätzlich anderes Bild als die vorherrschende<br />

Wahrnehmung. Horx verdeutlichte, dass in sämtlichen<br />

Bereichen eine kontinuierliche Besserung der<br />

Fall sei und belegte seine Aussagen mit graphischen<br />

Darstellungen seiner Daten. Demnach seien wir gerade<br />

an einem „Peak Age“ und die Gesellschaft würde<br />

versuchen, neue Wege zu gehen. Diese Wege würden<br />

zwar ebenfalls neue Probleme mit sich bringen,<br />

jedoch seien sie lösbar.<br />

•<br />

100 | SOCIETY 2_204<br />

Zukunftsforscher<br />

Matthias Horx und<br />

Wolfgang Schüssel


Fotos: <strong>Society</strong>, BMEIA<br />

Highlights of WA<br />

This autumn WA offered an amazing list of programmes<br />

and events, from arts to cuisine, history<br />

and music, as well as German conversation.<br />

The Board of “Welcome to<br />

Austria” and Secretary General<br />

Michael Linhart<br />

Welcome to Austria” is an international<br />

platform with<br />

the purpose of introducing<br />

foreign diplomats and international<br />

civil servants to<br />

Austrian history and culture past and present.<br />

•<br />

Castle Tour in Upper Austria<br />

One of the highlights of the past trimester was a<br />

Museum and Castle Tour to Upper Austria with visits<br />

to Linz and castle Clam. This excursion offered<br />

a guided tour through the historical centre of Linz<br />

and a visit of the Lentos Museum opened in 2001<br />

with its interesting permanent exhibition and the<br />

stunning architecture. In the afternoon, “WA” visited<br />

the home of the family Clam-Martinic, castle<br />

Clam, which has been owned by the same family<br />

for the last five hundred years.<br />

•<br />

Special guided tours<br />

“Welcome to Austria” offers its members special<br />

invitations to art seminars and shows normally<br />

not accessible to people outside the Association.<br />

This autumn “WA” had the chance to enjoy a<br />

special tour in the cellars of the Art History<br />

Museum revealing the “Secrets of Egyptian Mummies”.<br />

Another highlight was the visit to an ancient<br />

bell foundry still privately owned by the same<br />

family Pfundner who lives in a lovely old house in<br />

the tenth Viennese district.<br />

Science is another important part of “WA” programmes<br />

and it was accounted for with a visit to<br />

the Technical Museum where curator Dr. Peter<br />

Payer showed WA-members some of the lesserknown<br />

and surprising treasures of the museum.<br />

An excursion to Mayerling introduced “WA”<br />

members to the mystery surrounding the tragedy<br />

of Crown Prince Rudolf. Set in the Vienna Woods,<br />

the former royal hunting lodge is now a Carmelite<br />

convent. “WA” visited the brand new visitors’ centre<br />

and the freshly-restored tea pavilion.<br />

•<br />

General Assembly<br />

The 17th general assembly of “WA” was traditionally<br />

held in the famous “Marmorsaal” of the Austrian<br />

Foreign Ministry. Secretary General of the Foreign<br />

Ministry Dr. Michael Linhart invited all “WA”<br />

members to a reception after the assembly. •<br />

DIPLOMATIE<br />

WELCOME TO AUSTRIA<br />

WELCOME<br />

TO AUSTRIA<br />

General Assembly<br />

WA “Welcome to Austria”<br />

was founded in 1997 by Dr.<br />

Benita Ferrero-Waldner, who<br />

was then State Secretary for<br />

Foreign Affairs,<br />

with the overriding<br />

objective<br />

of introducing<br />

foreign diplomats<br />

and international<br />

civil servants assigned<br />

to Vienna<br />

and their spouses<br />

to the Austrian<br />

way of life. The<br />

aims of WA are to<br />

promote the awareness and<br />

understanding of Austria’s<br />

rich heritage of culture and<br />

history past and present. WA<br />

would welcome newly accredited<br />

diplomats and their<br />

spouses to join the club.<br />

•<br />

WA invites you to join:<br />

■ You will meet many<br />

interesting Austrians in a<br />

relaxed atmosphere and<br />

make new friends.<br />

■ You will be offered a<br />

wide choice of excellent<br />

programmes and learn<br />

a great deal about your<br />

host country.<br />

■ You will be invited to private<br />

homes and through<br />

WA events you will enjoy<br />

many things which you<br />

would not have access to<br />

outside our Association.<br />

•<br />

THE BOARD OF<br />

“WELCOME TO AUSTRIA”<br />

• Dr. Benita Ferrero-Waldner<br />

– Founding President<br />

• Foreign Minister<br />

Sebastian Kurz – President<br />

• Gabrielle Schallenberg –<br />

Honorary Vice President<br />

• Ambassador Dr. Angelika<br />

Saupe – 1 st Vice President<br />

• Mag. Agnes Stillfried – 2 nd<br />

Vice President<br />

• Robert Thum – Treasurer<br />

• Mag. Gertrud<br />

Tauchhammer – Public<br />

Affairs, “Schriftführerin”<br />

• Dr. Elisabeth Wolff – Music<br />

• Dr. Heidelore<br />

Almoslechner – German<br />

• Anne Thun-Hohenstein –<br />

History, Art<br />

• Dr. Stefanie Winkelbauer –<br />

Applied Arts, Cuisine<br />

• Mag. Adelaida Calligaris –<br />

Liaison Officer<br />

• Ellen Spallinger – Liaison<br />

Officer<br />

•<br />

OFFICE HOURS<br />

Mon-Tue: 2 – 5 p.m.<br />

Wed-Thu-Fri: 10 a.m.- 1 p.m.<br />

Elisabeth Jungreithmair,<br />

Secretary<br />

Hofburg, Stallburg, Reitschulgasse<br />

2, 1010 Vienna<br />

Phone: +43-(0)1-535 88 36<br />

Fax: +43-(0)1-535 88 37<br />

office@welcome-to-austria.org<br />

www.welcome-to-austria.org<br />

SOCIETY 2_<strong>2014</strong> | 101


DIPLOMATIE<br />

MALAYSIA<br />

Welche Bedeutung<br />

hat Malaysia<br />

als Wirtschaftspartner<br />

für Österreich?<br />

Aufgrund der führenden Rolle als<br />

Exportland für Zinn, Kautschuk und<br />

Pfeffer war Malaysia schon traditionell<br />

immer ein wichtiger Handelspartner für<br />

Österreich. Auch die österreichischen Exporte<br />

nach Malaysia gewannen im Laufe<br />

der Jahre stetig an Bedeutung, konnten<br />

aber speziell nach der Erholung von der<br />

Wirtschaftskrise von 2009 das Volumen<br />

bis 2013 auf einen Rekordwert von 433<br />

Millionen Euro knapp verdreifachen. Im<br />

Jahr 2010 rangierte Malaysia noch auf Position<br />

fünfzig unter den österreichischen<br />

Exportdestinationen, mit den bisherigen<br />

Ausfuhren im ersten Halbjahr <strong>2014</strong> ist<br />

Malaysia derzeit aber bereits auf Rang 35<br />

vorgerückt. So werden für das Gesamtjahr<br />

<strong>2014</strong> Exporte von Österreich nach Malaysia<br />

von knapp einer halben Milliarde Euro<br />

erwartet, mit einer positiven Handelsbilanz<br />

zugunsten Österreichs.<br />

Österreich hat in den letzten Jahren<br />

Südostasien verstärkt als interessante<br />

Exportregion entdeckt, und hier vor allem<br />

das zahlungskräftige Land Malaysia,<br />

das sich in jüngster Zeit zum größten<br />

Exportmarkt für österreichische Waren<br />

Wichtiger Partner<br />

in Südostasien<br />

Der österreichische Botschafter Christophe<br />

Ceska über Malaysia als wichtigen Handelspartner<br />

Österreichs, die historischen Beziehungen,<br />

den kulturellen Austausch und<br />

die Suche nach dem verschollenen<br />

Malaysia Airline Flug 370.<br />

Interview: SOCIETY<br />

und Dienstleistungen in der gesamten<br />

ASEAN-Region entwickelt hat. Österreich<br />

erwirtschaftet ein größeres Exportvolumen<br />

nach Malaysia als nach Singapur,<br />

Thailand oder Indonesien.<br />

Welchen Charakter haben die bilateralen<br />

Beziehungen zwischen Malaysia<br />

und Österreich?<br />

Österreich ist mit Malaysia durch enge<br />

und freundschaftliche Beziehungen verbunden,<br />

die weit in die Geschichte zurückreichen.<br />

Bereits im 19. Jahrhundert<br />

führte eine Forschungsreise einer Delegation<br />

der Österreichisch-Ungarischen<br />

Monarchie diese bis an die malaysische<br />

Küste. Der berühmteste Österreicher, der<br />

Malaysia damals besuchte, war Erzherzog<br />

Fotos: Botschaft von Malaysia in Wien<br />

102 | SOCIETY 2_<strong>2014</strong>


DIPLOMATIE<br />

MALAYSIA<br />

Franz Ferdinand, der Thronfolger von Österreich-<br />

Ungarn, der während einer Weltreise an Bord des<br />

Österreichisch-Ungarischen Kreuzfahrtschiffes<br />

HMS „Elisabeth“ Johor am 7. April 1893 besuchte.<br />

Franz Ferdinand war ein ausgewiesener Jäger und<br />

hatte damals gehofft, mit dem Sultan von Johor auf<br />

die Jagd zu gehen. Der Sultan hatte allerdings zu<br />

diesem Zeitpunkt Johor für einen Kuraufenthalt<br />

in Karlsbad in Böhmen, damals Teil der Österreichisch-Ungarischen<br />

Monarchie, wo er längere Kurperioden<br />

jährlich pflegte, bereits verlassen.<br />

1962 wurden die diplomatischen Beziehungen<br />

zwischen Österreich und Malaysia aufgenommen,<br />

wobei erst 1973 die Österreichische Botschaft Kuala<br />

Lumpur und die malaysische Botschaft in Wien<br />

eröffnet wurden. Die Österreichische Außenhandelsstelle<br />

in Kuala Lumpur wurde 1976 errichtet.<br />

2011 konnten die engen und freundschaftlichen<br />

bilateralen Beziehungen durch den Staatsbesuch<br />

des Herrn Bundespräsidenten in Malaysia<br />

signifikant intensiviert werden. Trotz der Verschiedenartigkeit<br />

beider Länder – Malaysia eine muslimische,<br />

konstitutionelle Monarchie, Österreich<br />

eine säkulare Republik, beide knapp 10.000 Kilometer<br />

voneinander entfernt – werden eine ganze<br />

Reihe von außenpolitischen Anliegen geteilt: Als<br />

enge Partner bei den Vereinten Nationen streben<br />

beide Länder nach Verantwortung für die internationale<br />

Staatengemeinschaft durch Aufnahme in<br />

den VN-Sicherheitsrat als nicht-ständiges Mitglied<br />

aber auch die militärische Neutralität für Österreich<br />

seit 1955 sowie die Mitgliedschaft bei der<br />

Bewegung der Blockfreien Staaten für Malaysia<br />

verfolgen ähnliche Ziele. Beide Staaten kooperieren<br />

seit Jahren eng zusammen im Bereich der nuklearen<br />

Abrüstung und seit Mitte <strong>2014</strong> sind beide<br />

Länder enge Partner im Kampf gegen die Korruption.<br />

Gemeinsame Anliegen verfolgen Österreich<br />

und Malaysia im Bereich des interkulturellen<br />

und interreligiösen Dialogs – Malaysia mit dem<br />

von Premierminister Najib ins Leben gerufenen<br />

Global Movement of Moderates als Plattform zur<br />

Förderung eines liberalen und toleranten Islams,<br />

Österreich mit dessen außenpolitischen Schwerpunktsetzung<br />

im Bereich des Dialog der Kulturen.<br />

Welche kulturellen Aktivitäten setzt die österreichische<br />

Botschaft in Malaysia?<br />

Die Österreichische Botschaft Kuala Lumpur<br />

organisiert und unterstützt ein breites Spektrum<br />

von Kulturveranstaltungen, um den Dialog und<br />

Erfahrungsaustausch mit österreichischen und<br />

malaysischen Künstlern und Kulturschaffenden<br />

zu fördern, wobei der Schwerpunkt auf zeitgenössische<br />

Kunst, Film und Musik liegt.<br />

So beteiligt sich Österreich regelmäßig am EU-<br />

Filmfestival in Kuala Lumpur, seit 2012 erstmals<br />

auch in Penang und Kota Kinabalu in Nordborneo.<br />

Die österreichische Tanzgruppe Compagnie<br />

Laroque absolvierte Anfang <strong>2014</strong> eine Asien-Tour<br />

in den Städten Kuala Lumpur, Penang und Pnom<br />

Penh. Das Jazz Duo Michaela Rabitsch und Robert<br />

Pawlik trat Mitte Mai <strong>2014</strong> im International Jazz<br />

»Österreich erwirtschaftet<br />

ein<br />

größeres Exportvolumen<br />

nach<br />

Malaysia als<br />

nach Singapur,<br />

Thailand oder<br />

Indonesien.<br />

«<br />

Christophe<br />

Ceska<br />

CURRICULUM<br />

VITAE<br />

Botschafter Christophe<br />

Ceska studierte Rechtswissenschaften<br />

in Salzburg,<br />

Wien und Paris. Seit 1993<br />

ist er im österreichischen<br />

Außenministerium tätig,<br />

u. a. war er in der Rechtsund<br />

Konsularsektion, der<br />

kulturpolitischen Sektion,<br />

an den Botschaften in Paris<br />

und London, der ständigen<br />

Vertretung Österreichs bei<br />

der EU, und am ehemaligen<br />

Generalkonsulat in Krakau<br />

beschäftigt. Er war Leiter<br />

der Abteilung für EU-Politik,<br />

stv. Leiter der ständigen<br />

Vertretung Österreichs bei<br />

der OSZE. Seit 2013 ist er<br />

Botschafter in Malaysia.<br />

and Arts Festival Kuala Lumpur auf und gab ein<br />

Konzert in der Residenz des Missionschefs. Mario<br />

David Fischer, ein aufstrebender Bildhauer und<br />

Künstler aus Wien, absolvierte ein artist in residence<br />

Programm in Kuantan und Kuala Lumpur<br />

und stellte aktuelle Werke im Rahmen einer Solo<br />

Ausstellung in der Annexe Gallery im Central Market<br />

in Kuala Lumpur aus. Dieser Künstler vertrat<br />

auch Österreich im Rahmen der International Art<br />

Expo <strong>2014</strong> Ende September.<br />

Geplant sind ein Vortrag von Univ. Prof. Ednan<br />

Alsan von der Universität Wien über den Umgang<br />

Österreichs mit dessen muslimischen Minderheit<br />

im Rahmen eines Workshops des Global Movement<br />

of the Moderates in Kuala Lumpur. Die Österreichische<br />

Botschaft Kuala Lumpur plant eine<br />

Fotoausstellung des österreichischen Fotografen<br />

Christian Wachter über den Islam in Österreich<br />

Anfang Jänner 2016 im Islamischen Kunstmuseum<br />

Kuala Lumpur. Im Rahmen dieser Ausstellung<br />

sollen auch ausgewählte Leihgaben der islamischen<br />

Kunstsammlung der Österreichischen Nationalbibliothek<br />

und des Kunsthistorischen Museums<br />

gezeigt werden und Workshops zum Thema<br />

Dialog der Kulturen unter Teilnahme österreichischer<br />

Islamexperten stattfinden. Aus diesem<br />

Anlass ist auch die Ausstrahlung eines durch das<br />

malaysische Fernsehen aufgenommenen Dokumentarfilms<br />

über den Islam in Österreich geplant.<br />

Was sind die Auswirkung des Verschwindens<br />

des Fluges 370 der Malaysia Airlines? Hat Österreich<br />

in irgendeiner Weise Hilfe geleistet?<br />

Der seit dem 8. März <strong>2014</strong> verschollene Malaysia<br />

Airline Flug 370 hat die malaysische Nation<br />

zutiefst betroffen und auch geschockt. Monatelang<br />

verfolgte die malaysische Öffentlichkeit die<br />

Entwicklungen der internationalen Suchaktion<br />

mit größtem Interesse. Als Folge dieser Tragödie<br />

aber auch des Absturzes von Malaysia Airline Flug<br />

17 am 17. Juli <strong>2014</strong> wurde die Fluglinie komplett<br />

verstaatlicht.<br />

Die internationale Suchaktion wurde in erster<br />

Linie von jenen Staaten ausgeführt und unterstützt,<br />

die eigene Staatsbürger an Bord hatten. Obwohl<br />

glücklicherweise keine Österreicher unter<br />

den Opfern zu beklagen waren, bot die Republik<br />

dennoch ihre volle Unterstützung an. •<br />

SOCIETY 2_<strong>2014</strong> | 103


AUSSENWIRTSCHAF T AUSTRIA<br />

Rund<br />

um Ihr<br />

Unternehmen<br />

leben<br />

7 Milliarden<br />

Menschen.<br />

--------------------------------------------------------------------<br />

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Unser Markt ist größer<br />

als wir denken.<br />

Die Offensive für mehr Export.<br />

> T 05 90900-60100<br />

> go-international@wko.at<br />

> www.go-international.at


WHO WE ARE<br />

WHO WE SERVE<br />

HOW WE SERVE<br />

UNFCU Advisors GmbH is a wholly owned subsidiary of the United<br />

Nations Federal Credit Union, a non-profit financial organization<br />

serving the UN community since 1947.<br />

We mainly serve the staff of the United Nations, its affiliated agencies,<br />

diplomats and their families.<br />

“Serving the People Who Serve the World © ”<br />

Our services and products include:<br />

Wealth management, personal financial planning, retirement planning,<br />

international and local insurance, mortgages for Austrian properties as<br />

well as investments.<br />

Our Asset Manager:<br />

Investment products<br />

and services:<br />

Multi-currency investment accounts in EUR, USD, GBP and CHF held in<br />

Luxembourg or Austria<br />

Advisory & discretionary accounts with more than 5000 Investment products<br />

Educational seminars on investment topics at the Vienna International Centre<br />

Quarterly asset allocation & market reports<br />

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Are you interested?<br />

Contact us:<br />

www.unfcuadvisors.at | Tel: +43 1 26060-5777 | rmonajemi@unfcuadvisors.at<br />

www.fameinvestments.at | Tel: +43 1 53707-402 | r.moyse@fameinvestments.at<br />

UNFCU Advisors GmbH is authorized to conduct investment advisory activities as a tied agent pursuant to §1 Z 20 iVm § 28 Wertpapieraufsichtsgesetz 2007 ("WAG 2007"). UNFCU Advisors<br />

GmbH is listed in the register of tied agents of the Austrian Financial Market Authority, which can be accessed at www.fma.gv.at. A tied agent may only operate on behalf of a securities firm.<br />

UNFCU Advisors GmbH is a tied agent of Moventum S.C.A., a securities firm in accordance with RL 2004/39/EG, and a distributor of financial instruments in accordance with § 1 Z 6 WAG 2007.<br />

Moventum S.C.A. has many years of international experience in the area of investment advisory services.<br />

© UNFCU and 'serving the people who serve the world' are registered marks of United Nations Federal Credit Union. All rights reserved.


AMBASSADORS<br />

A TO Z<br />

Ambassadors' Caleidoscope<br />

Embassies resident in Vienna<br />

119 bilateral ambassadors are currently<br />

representing their countries in Austria.<br />

SOCIETY presents them with their names,<br />

pictures and day of accreditation alphabetically<br />

arranged according to countries.<br />

AFGHANISTAN<br />

H.E. Ayoob M. Erfani<br />

since 05.04.2013<br />

Mahlerstraße 14/1<br />

1010 Vienna<br />

Tel. +43 1 402 10 06<br />

embassy@afghanistan-vienna.org<br />

www.afghanistan-vienna.org<br />

ARGENTINA<br />

H.E. Rafael Mariano<br />

Grossi<br />

since 17.09.2013<br />

Goldschmiedgasse 2/1<br />

1010 Vienna<br />

Tel. +43 1 533 84 63<br />

embargviena@embargviena.at<br />

BELGIUM<br />

H.E. Willem Van de<br />

Voorde since 02.10.<strong>2014</strong><br />

Prinz-Eugen-Straße 8-10<br />

1040 Vienna<br />

Tel. +43 1 502 07 0<br />

vienna@diplobel.fed.be<br />

www.diplomatie.be/vienna<br />

ALBANIA<br />

H.E. Roland Bimo<br />

since 14.03.<strong>2014</strong><br />

Prinz-Eugen-Straße 18/1/5<br />

1040 Vienna<br />

Tel. +43 1 328 86 56<br />

embassy.vienna@mfa.gov.al<br />

ARMENIA<br />

H.E. Arman<br />

Kirakossian<br />

since 09.11.2011<br />

Hadikgasse 28<br />

1140 Vienna<br />

Tel. +43 1 522 74 79<br />

armenia@armembassy.at<br />

BELIZE<br />

H.E. Alexander Piletsky<br />

since 01.10.1999<br />

Franz-Josefs-Kai 13/5/16<br />

1010 Vienna<br />

Tel. +43 1 533 76 63<br />

belizeembassy@utanet.at<br />

ALGERIA<br />

H.E. Mohamed<br />

Benhocine<br />

since 02.07.2012<br />

Rudolfinergasse 18, 1190 Vienna<br />

Tel. +43 1 369 88 53<br />

office@algerische-botschaft.at<br />

www.algerische-botschaft.at<br />

AUSTRALIA<br />

H.E. David Gordon<br />

Stuart<br />

since 12.09.2012<br />

Mattiellistraße 2, 1040 Vienna<br />

Tel. +43 1 506 74 0<br />

austemb@aon.at<br />

www.austria.embassy.gov.au<br />

BOLIVIA<br />

Chargé d’Affaires a.i.<br />

Ricardo Javier<br />

Martinez Covarrubias<br />

Waaggasse 10/8, 1040 Vienna<br />

Tel. +43 1 587 46 75<br />

embolaustria@of-viena.at<br />

ANDORRA<br />

Chargé d’Affaires a.i.<br />

Gemma Cano Berne<br />

Kärntner Ring 2A/13<br />

1010 Vienna<br />

Tel. +43 1 961 09 09<br />

office@ambaixada-andorra.at<br />

AZERBAIJAN<br />

H.E. Galib Israfilov<br />

since 28.09.2011<br />

Hügelgasse 2<br />

1130 Vienna<br />

Tel. +43 1 403 13 22<br />

vienna@mission.mfa.gov.az<br />

www.azembassy.at<br />

BOSNIA AND HERZEGOVINA<br />

H.E. Tanja Milasinovic<br />

Martinovic<br />

since 19.04.2012<br />

Tivoligasse 54, 1120 Vienna<br />

Tel. +43 1 811 85 55<br />

bhbotschaft@bhbotschaft.at<br />

www.bhbotschaft.at<br />

ANGOLA<br />

H.E. Maria De Jesus<br />

Dos Reis Ferreira<br />

since 09.11.2011<br />

Seilerstätte <strong>15</strong>/10, 1010 Vienna<br />

Tel. +43 1 718 74 88<br />

embangola-viena@embangola.at<br />

www.embangola.at<br />

BELARUS<br />

H.E. Valery<br />

Voronetsky<br />

since 09.11.2011<br />

Hüttelbergstraße 6, 1140 Vienna<br />

Tel. +43 1 419 96 30<br />

mail@byembassy.at<br />

www.austria.belembassy.org<br />

BRAZIL<br />

H.E. Evandro Didonet<br />

since 17.10.2012<br />

Pestalozzigasse 4/2<br />

1010 Vienna<br />

Tel. +43 1 512 06 31<br />

mail@brasilemb.at<br />

Fotos: © YuI - Fotolia.com, HBF<br />

106 | SOCIETY 2_<strong>2014</strong>


AMBASSADORS<br />

A TO Z<br />

BULGARIA<br />

H.E. Elena Radkova<br />

Shekerletova<br />

since 28.03.2012<br />

Schwindgasse 8<br />

1040 Vienna<br />

Tel. +43 1 505 31 13<br />

amboffice@embassybulgaria.at<br />

CÔTE D’IVOIRE<br />

H.E. Largaton<br />

Gilbert Ouattara<br />

since 09.11.2011<br />

Neulinggasse 29/6/20<br />

1030 Vienna<br />

Tel. +43 1 581 00 76<br />

office@ambaciaut.org<br />

ECUADOR<br />

H.E. Wilson Pastor<br />

Morris<br />

since 22.10.2013<br />

Goldschmiedgasse 10/2/205<br />

1010 Vienna<br />

Tel. +43 1 535 32 08<br />

mission@ecuadorvienna.at<br />

BURKINA FASO<br />

Chargé d'Affaires<br />

Solange Eveline Agneketom Bogore<br />

Strohgasse 14c, 1030 Vienna<br />

Tel. +43 1 503 82 64<br />

s.r@abfvienne.at<br />

www.abfvienne.at<br />

CROATIA<br />

H.E. Gordan Bakota<br />

since 09.03.2011<br />

Rennweg 3<br />

1030 Vienna<br />

Tel. +43 1 485 95 24<br />

croemb.bec@mvpei.hr<br />

http://at.mfa.hr<br />

EGYPT<br />

H.E. Khaled Abdelrahman<br />

Abdellatif Shamaa<br />

since 09.11.2011<br />

Hohe Warte 50-54<br />

1190 Vienna, Tel. +43 1 370 81 04<br />

egyptembassyvienna@<br />

egyptembassyvienna.at | www.egyptembassyvienna.at<br />

CANADA<br />

H.E. Mark Bailey<br />

since 11.11.2013<br />

Laurenzerberg 2/III<br />

1010 Vienna<br />

Tel. +43 1 531 38 30<br />

vienn@international.gc.ca<br />

www.kanada.at<br />

CUBA<br />

H.E. Juan Carlos<br />

Marsan Aguilera<br />

since 17.05.2011<br />

Kaiserstraße 84, 1070 Vienna<br />

Tel. +43 1 877 81 98<br />

secembajador@ecuaustria.at<br />

www.cubadiplomatica.cu/austria<br />

EL SALVADOR<br />

H.E. Carmen María<br />

Gallardo de<br />

Hernández<br />

since 02.10.<strong>2014</strong><br />

Prinz-Eugen-Straße 72/2/1<br />

1040 Vienna, Tel. +43 1 505 38 74<br />

elsalvador@embasal.at | www.rree.gob.sv<br />

CHILE<br />

H.E. Mario Adolfo Fernandez<br />

Baeza<br />

since 16.09.<strong>2014</strong><br />

Lugeck 1/III/10<br />

1010 Vienna<br />

Tel. +43 1 512 92 08<br />

echile.austria@minrel.gov.cl<br />

CYPRUS<br />

H.E. Marios<br />

Ieronymides<br />

since 13.05.<strong>2014</strong><br />

Neulinggasse 37/4<br />

1030 Vienna<br />

Tel. +43 1 513 06 30<br />

office@cyprusembassy.at<br />

ESTONIA<br />

H.E. Eve-Külli Kala<br />

since 11.01.2010<br />

Wohllebengasse 9/12<br />

1040 Vienna<br />

Tel. +43 1 503 77 61<br />

embassy@estwien.at<br />

www.estemb.at<br />

CHINA<br />

H.E. Zhao Bin<br />

since 12.09.2012<br />

Metternichgasse 4<br />

1030 Vienna<br />

Tel. +43 1 714 31 49<br />

chinaemb_at@mfa.gov.cn<br />

www.chinaembassy.at<br />

CZECH REPUBLIC<br />

H.E. Jan Sechter<br />

since 11.11.2013<br />

Penzinger Straße 11-13<br />

1140 Vienna<br />

Tel. +43 1 899 580<br />

vienna@embassy.mzv.cz<br />

www.mzv.cz/vienna<br />

FINLAND<br />

H.E. Anu Irene<br />

Laamanen<br />

since 17.10.2013<br />

Gonzagagasse 16, 1010 Vienna<br />

Tel. +43 1 535 03 65<br />

sanomat.wie@formin.fi<br />

www.finnland.at<br />

COLOMBIA<br />

H.E. Jaime Alberto<br />

Cabal Sanclemente<br />

since 13.05.<strong>2014</strong><br />

Stadiongasse 6-8/<strong>15</strong><br />

1010 Vienna<br />

Tel. +43 1 405 42 49<br />

eaustria@cancilleria.gov.co<br />

DENMARK<br />

H.E. Liselotte K.<br />

Plesner<br />

since 17.09.2013<br />

Führichgasse 6, 1010 Vienna<br />

Tel. +43 1 512 79 04<br />

vieamb@um.dk<br />

www.oestrig.um.dk<br />

FRANCE<br />

H.E. Pascal Teixeira da<br />

Silva since 16.09.<strong>2014</strong><br />

Technikerstraße 2, 1040 Vienna<br />

Tel. +43 1 502 75 0<br />

secretariat.vienne-amba@<br />

diplomatie.gouv.fr<br />

www.ambafrance-at.org<br />

COSTA RICA<br />

Chargé d'Affaires<br />

Herbert Daniel Espinoza Solano<br />

Wagramer Straße 23/1/1/2-3<br />

1220 Vienna<br />

Tel. +43 1 263 38 24<br />

embajadaaustria_costa.rica@chello.at<br />

DOMINICAN REPUBLIC<br />

H.E. Ramon Andres<br />

Quinones Rodriguez<br />

since 04.06.2007<br />

Prinz-Eugen-Straße 18<br />

1040 Vienna<br />

Tel. +43 1 505 85 55<br />

mprdoiv@yahoo.com<br />

GEORGIA<br />

H.E. Konstantine<br />

Zaldastanishvili<br />

since 18.06.2013<br />

Doblhoffgasse 5/5<br />

1010 Vienna<br />

Tel. +43 1 403 98 48<br />

vienna@geomission.at<br />

SOCIETY 2_<strong>2014</strong> | 107


AMBASSADORS<br />

A TO Z<br />

GERMANY<br />

H.E. Detlev Rünger<br />

since 12.09.2012<br />

Gauermanngasse 2-4<br />

1010 Vienna<br />

Tel. +43 1 711 54 0<br />

info@wien.diplo.de<br />

www.wien.diplo.de<br />

INDONESIA<br />

H.E. Rachmat Budiman<br />

since 17.10.2012<br />

Gustav-Tschermak-Gasse 5-7<br />

1180 Vienna<br />

Tel. +43 1 476 23 0<br />

unitkom@kbriwina.at<br />

www.kbriwina.at<br />

JORDAN<br />

H.E. Hussam<br />

Al Husseini<br />

since 22.10.2013<br />

Rennweg 17/4, 1030 Vienna<br />

Tel. +43 1 405 10 25<br />

info@jordanembassy.at<br />

www.jordanembassy.at<br />

GREECE<br />

H.E. Chryssoula Aliferi<br />

since 13.05.<strong>2014</strong><br />

Argentinierstraße 14<br />

1040 Vienna<br />

Tel. +43 1 506 <strong>15</strong><br />

gremb@griechischebotschaft.at<br />

www.griechische-botschaft.at<br />

IRAN<br />

H.E. Hassan Tajik<br />

since 02.07.2012<br />

Jauresgasse 9<br />

1030 Vienna<br />

Tel. +43 1 712 26 50<br />

public@iranembassy-wien.at<br />

www.iran.embassy.at<br />

KAZAKHSTAN<br />

H.E. Kairat Sarybay<br />

since 14.03.<strong>2014</strong><br />

Wipplingerstraße 35<br />

1010 Vienna<br />

Tel. +43 1 890 800 810<br />

embassy@kazakhstan.at<br />

www.kazakhstan.at<br />

GUATEMALA<br />

H.E. Antonio Roberto<br />

Castellanos Lopez<br />

since 12.09.2012<br />

Prinz-Eugen-Straße 18/Top7<br />

1040 Vienna, Tel. +43 1 714 35 70<br />

embajada@embaguate.co.at<br />

www.embaguate.co.at<br />

IRAQ<br />

H.E. Dr. Surood R. Najib<br />

Najib<br />

since 09.12.2010<br />

Johannesgasse 26<br />

1010 Vienna<br />

Tel. +43 1 713 81 95<br />

office@iraqembassy.at<br />

*)<br />

KENYA<br />

H.E. Michael Adipo<br />

Okoth Oyugi<br />

since 05.04.2013<br />

Andromeda Tower, Donau-City-Straße 6<br />

1220 Vienna, Tel. +43 1 712 39 19<br />

kenyarep-vienna@aon.at<br />

www.kenyaembassyvienna.at/de/<br />

HOLY SEE<br />

H.E. Archbishop Dr.<br />

Peter Stephan<br />

Zurbriggen<br />

since 17.04.2009<br />

Theresianumgasse 31, 1040 Vienna<br />

Tel. +43 1 505 13 27<br />

nuntius@nuntiatur.at | www.nuntiatur.at<br />

IRELAND<br />

H.E. Mary Whelan<br />

since 02.10.<strong>2014</strong><br />

Rotenturmstraße 16-18<br />

1010 Vienna<br />

Tel. +43 1 7<strong>15</strong> 42 46<br />

vienna@dfa.ie<br />

www.dfa.ie<br />

KOSOVO<br />

Chargé d'Affaires a.i.<br />

Blerim Canaj<br />

Goldeggasse 2/14<br />

1040 Vienna<br />

Tel. +43 1 503 11 77<br />

embassy.austria@ks-gov.net<br />

www.ambasada-ks.net/at/<br />

HUNGARY<br />

Chargé d'Affaires Gabor Hajas<br />

Bankgasse 4-6<br />

1010 Vienna<br />

Tel. +43 1 537 80 300<br />

mission.vie@mfa.gov.hu<br />

ISRAEL<br />

H.E. Zvi Heifetz<br />

since 11.11.2013<br />

Anton-Frank-Gasse 20<br />

1180 Vienna<br />

Tel. +43 1 476 46 0<br />

info-sec@vienna.mfa.gov.il<br />

www.vienna.mfa.gov.il<br />

KUWAIT<br />

H.E. Sadiq M. Marafi<br />

since 17.10.2013<br />

Strassergasse 32<br />

1190 Vienna<br />

Tel. +43 1 405 56 46<br />

kuwait.embassy.vienna@speed.at<br />

ICELAND<br />

H.E. Audunn Atlason<br />

since 17.09.2013<br />

Naglergasse 2/8<br />

1010 Vienna<br />

Tel. +43 1 533 27 71<br />

emb.vienna@mfa.is<br />

www.iceland.is/at<br />

ITALY<br />

H.E. Giorgio Marrapodi<br />

since 17.09.2013<br />

Rennweg 27<br />

1030 Vienna<br />

Tel. +43 1 712 51 21<br />

ambasciata.vienna@esteri.it<br />

www.ambvienna.esteri.it<br />

KYRGYZSTAN<br />

H.E. Ermek Ibraimov<br />

since 13.05.<strong>2014</strong><br />

Invalidenstraße 3/8<br />

1030 Vienna<br />

Tel. +43 1 535 03 79<br />

kyremb@inode.at<br />

www.kyremb.at<br />

INDIA<br />

H.E. Rajiva Misra<br />

since 14.03.<strong>2014</strong><br />

Kärntner Ring 2<br />

10<strong>15</strong> Vienna<br />

Tel. +43 1 505 86 66<br />

indemb@eoivien.vienna.at<br />

www.indianembassy.at<br />

JAPAN<br />

H.E. Makoto Taketoshi<br />

since 17.10.2013<br />

Heßgasse 6<br />

1010 Vienna<br />

Tel. +43 1 531 92 0<br />

info@wi.mofa.go.jp<br />

www.at.emb-japan.go.jp<br />

LAOS<br />

H.E. Phoukhao<br />

Phommavongsa<br />

since 16.09.<strong>2014</strong><br />

Sommerhaidenweg 43<br />

1180 Vienna<br />

Tel. +43 1 890 2319 11<br />

laoembassyvienna@hotmail.com<br />

Fotos: HBF<br />

108 | SOCIETY 2_<strong>2014</strong>


AMBASSADORS<br />

A TO Z<br />

LATVIA<br />

H.E. Edgars Skuja<br />

since 17.10.2013<br />

Stefan-Esders-Platz 4<br />

1190 Vienna<br />

Tel. +43 1 403 31 12<br />

embassy.austria@mfa.gov.lv<br />

MALAYSIA<br />

H.E. Dato' Selwyn<br />

Vijayarajan Das<br />

since 22.10.2013<br />

Floridsdorfer Hauptstraße 1-7,<br />

Florido Tower, 1210 Vienna<br />

Tel. +43 1 505 10 42<br />

embassy@embassymalaysia.at<br />

NAMIBIA<br />

H.E. Simon Madjuma<br />

Maruta<br />

since 11.11.2013<br />

Zuckerkandlgasse 2, 1190 Vienna<br />

Tel. +43 1 402 93 71<br />

nam.emb.vienna@speed.at<br />

www.embnamibia.at<br />

LEBANON<br />

H.E. Ishaya El Khoury<br />

since 10.09.2008<br />

Oppolzergasse 6/3<br />

1010 Vienna<br />

Tel. +43 1 533 88 21<br />

embassy.lebanon@inode.at<br />

MALTA<br />

H.E. Keith Azzopardi<br />

since 17.10.2013<br />

Opernring 5/1<br />

1010 Vienna<br />

Tel. +43 1 586 50 10<br />

maltaembassy.vienna@gov.mt<br />

NETHERLANDS<br />

H.E. Peter Paul van<br />

Wulfften Palthe<br />

since 12.09.2012<br />

Opernring 5, 1010 Vienna<br />

Tel. +43 1 589 39<br />

wen@minbuza.nl<br />

www.mfa.nl/wen<br />

LIBYA<br />

H.E. Dr. Ibrahim Ali<br />

Albesbas<br />

since 11.11.2013<br />

Blaasstraße 33<br />

1190 Vienna<br />

Tel. +43 1 367 76 39<br />

office@libyanembassyvienna.at<br />

MAROCCO<br />

H.E. Dr. Ali El Mhamdi<br />

since 12.01.2012<br />

Hasenauerstraße 57<br />

1180 Vienna<br />

Tel. +43 1 586 66 51<br />

emb-pmissionvienna@morocco.at<br />

NEW ZEALAND<br />

H.E.<br />

Deborah Geels<br />

since 05.04.2013<br />

Mattiellistraße 2-4/3, 1040 Vienna<br />

Tel. +43 1 505 3021<br />

nzemb@aon.at<br />

www.nzembassy.com/austria<br />

LIECHTENSTEIN<br />

H.H. Maria-Pia<br />

Kothbauer Prinzessin<br />

v.u.z. Liechtenstein,<br />

since 11.12.1997<br />

Löwelstraße 8/7, 1010 Vienna<br />

Tel. +43 1 535 92 11<br />

info@vie.llv.li, www.wien.liechtenstein.li<br />

MEXICO<br />

H.E. Luis Alfonso De<br />

Alba<br />

since 17.09.2013<br />

Operngasse 21<br />

1040 Vienna<br />

Tel. +43 1 310 73 83<br />

embaustria@sre.gob.mx<br />

NICARAGUA<br />

H.E. Alvaro José<br />

Robelo Gonzáles<br />

since 11.01.2013<br />

Ebendorferstraße 10/3/12<br />

1010 Vienna<br />

Tel. +43 1 403 18 38<br />

embanicviena@chello.at<br />

LITHUANIA<br />

H.E. Loreta<br />

Zakareviciene<br />

since 16.09.<strong>2014</strong><br />

Löwengasse 47/4, 1030 Vienna<br />

Tel. +43 1 718 54 67<br />

amb.at@urm.lt<br />

http://at.mfa.lt/<br />

MOLDOVA<br />

H.E. Andrei Popov<br />

since 22.10.2013<br />

Löwengasse 47/10<br />

1030 Vienna<br />

Tel. +43 1 961 10 30<br />

vienna@moldmission.at<br />

www.austria.mfa.md<br />

NIGERIA<br />

H.E. Abel Adelakun<br />

Ayoko<br />

since 16.12.2013<br />

Rennweg 25, 1030 Vienna<br />

Tel. +43 1 712 66 86<br />

info@nigeriaembassyvienna.com<br />

www.nigeriaembassyvienna.com<br />

LUXEMBOURG<br />

H.E. Hubert Wurth<br />

since 09.11.2011<br />

Sternwartestraße 81<br />

1180 Vienna<br />

Tel. +43 1 478 21 42<br />

vienne.amb@mae.etat.lu<br />

www.vienne.mae.lu/ge<br />

MONGOLIA<br />

H.E. Gunaajav<br />

Batjargal<br />

since 05.04.2013<br />

Fasangartengasse 45, 1130 Vienna<br />

Tel. +43 1 535 28 07<br />

office@embassymon.at<br />

www.embassymon.at<br />

NORTH KOREA<br />

H.E. Kwang Sop Kim<br />

since 18.03.1993<br />

Beckmanngasse 10-12<br />

1140 Vienna<br />

Tel. +43 1 894 23 13<br />

d.v.r.korea.botschaft@chello.at<br />

MACEDONIA<br />

H.E. Vasilka Poposka-Trenevska<br />

designated<br />

Kinderspitalgasse 5/2<br />

1090 Vienna<br />

Tel. +43 1 524 87 56<br />

botschaft@makedonien.co.at<br />

MONTENEGRO<br />

H.E. Slavica Milacic<br />

since 05.04.2013<br />

Nibelungengasse 13<br />

1010 Vienna<br />

Tel. +43 1 7<strong>15</strong> 31 02<br />

diplomat-mn@me-austria.eu<br />

NORWAY<br />

H.E. Bente Angell-Hansen<br />

designated<br />

Reisnerstraße 55-57<br />

1030 Vienna<br />

Tel. +43 1 71 660<br />

emb.vienna@mfa.no<br />

www.norwegen.or.at<br />

SOCIETY 2_<strong>2014</strong> | 109


AMBASSADORS<br />

A TO Z<br />

OMAN<br />

H.E. Dr. Badr Mohamed<br />

Zaher Al Hinai<br />

since 11.12.2007<br />

Währinger Straße 2/24-25<br />

1090 Vienna<br />

Tel. +43 1 310 86 43<br />

vienna@omanembassy.at<br />

PHILIPPINES<br />

H.E. Lourdes O.<br />

Yparraguirre<br />

since 30.06.2010<br />

Laurenzerberg 2/2/ZWG<br />

1010 Vienna, Tel. +43 1 533 24 01<br />

office@philippine-embassy.at<br />

www.philippine-embassy.at<br />

SAUDI ARABIA<br />

H.E. Mohammed Al<br />

Salloum<br />

since 02.07.2012<br />

Formanekgasse 38<br />

1190 Vienna<br />

Tel. +43 1 367 25 31<br />

saudiembassy@saudiembassy.at<br />

ORDER OF MALTA<br />

H.E. Christof Maria<br />

Fritzen<br />

since 11.01.2013<br />

Kärntner Ring 14, 1010 Vienna<br />

Tel. +43 1 505 35 35<br />

botschaft@malteser.at<br />

www.orderofmalta.int<br />

POLAND<br />

S.E. Artur Lorkowski<br />

since 18.06.2013<br />

Hietzinger Hauptstraße 42c<br />

1130 Vienna<br />

Tel. +43 1 870 <strong>15</strong> 100<br />

wieden.amb.sekretariat@msz.gov.pl<br />

www.wieden.msz.gov.pl<br />

SERBIA<br />