hinnerk Februar/März 2019

blumediengruppe

FEBRUAR / MÄRZ 2019 | AUSGABE 303 | WWW.HINNERK.DE

BREMEN | HANNOVER

KINO

VIGGO

MORTENSEN

SPECIAL

Diversity und Gesundheit:

Forschung,

Fortschritt,

Forderungen

INTERVIEWS: DJ BERRY E., JOANNE SHAW TAYLOR, ALICE MERTON


INTRO

3

Inhalt

epaper.blu.fm

Alle Magazine online!

PARTY

Dj Berry E. ist jetzt Midnite

Monkey und sprach mit uns

über Body Positivity. Auch

sonst liegt ganz schön viel

Testosteron, aber auch

Weiblichkeit in der Luft

der Klubs zum nahenden

Frühlingsanfang.

VALENTINSTAG

Die Liebe, ein ewiges

Thema. Wir sprachen mit

Designer Kilian Kerner

über das große Thema

und haben eine kunstvolle

Fotostrecke mit viel

wärmenden Sonnenstrahlen.

DIVERSITY

Die Entscheidung des

Supreme Courts, den

Trans*-Bann für das

US-Militär zu bestätigen,

schlug hohe Wellen. Frau

Oberstleutnant Anastasia

Biefang kämpft derweil in

Afghanistan.

Kostenlos

Liebe Leser*innen,

die Zeiten ändern sich. Insgesamt hin zum Guten für

Lesben und Schwule, für Transgender und Transsexuelle

ist der Weg zur rechtlichen und gesellschaftlichen

Gleichstellung noch weiter. Die Bundeswehr ist

in Sachen Diversity ein heute vorbildlicher Arbeitgeber:

Wir sprachen mit Frau Oberstleutnant Anastasia

Biefang, der ersten Kommandeurin mit transexuellem

Hintergrund.

Der benannte Fortschritt führt aber auch dazu,

dass ganz alltägliche Homophobie, die uns früher

vielleicht als Witz oder Überspitzung noch gerade so

durchgegangen wäre, heute zurecht so aufregt, dass

wir sie anprangern und dabei in Kauf nehmen, als

Queeriban bezeichnet zu werden. Gleich auf Seite 4

dieser Ausgabe schildern wir einen solchen Fall, den

interessanterweise auf Facebook aber Heterosexuelle

entdeckten und als erstes gegenüber dem

Verursacher bemängelten. #Straightallys wie wir

sie lieben. Danke! Neben diesen gesellschaftlichen

Themen haben wir in dieser Ausgabe ein besonderes

Augenmerk auf die Kultur gerichtet und viele queere

Perlen für euch entdeckt.

Viel Spaß beim Lesen und Entdecken,

Deine hinnerk Redaktion

www.hinnerk.de

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IMPRESSUM

Herausgeber:

Christian Fischer (cf) &

Michael Rädel (rä)

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Michael Rädel (rä) (V.i.S.d.P.)

Stellv. Chefredakteur:

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80337 München, T: 089 5529716-10,

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Thomas Wassermann, Matthias Rätz

(mr), Steffen Rüth, Ricardo M.,

Jonathan Fink, Christian K. L. Fischer (fis),

Leander Milbrecht (lm), Dagmar Leischow,

Christian Lütjens (cl), Sebastian Ahlefeld (sea)

Lektorat (ausgewählte Texte):

Tomas M. Mielke, www.sprachdesign.de

Art-Direktion: Janis Cimbulis

Cover: Zayn / Sony Music

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unterliegt der IVW-Auflagenkontrolle


4 SZENE

Community

GAYSCHNACK

Ein neues Format für ihren

monatlichen Austausch

haben sich die Jungs von

Hein & Fiete gegeben. Aus

Goldenboys wird Gayschnack,

das Ziel bleibt

gleich: ein lockerer Austausch

zu Community-Themen, die

auf der Seele brennen. Am

15. Februar geht es ab 18

Uhr bei Kaffee und Keksen

um: „Szenesterben – Wohin

kann ich noch gehen?“

Immer mehr Kneipen, Cafés

und Treffpunkte schließen

ihre Tore, weil einfach zu

wenig los ist. Woran liegt

das, möchten wir das, ist das

Internet die Lösung dieses

Problems? *ck

15.2., Gayschnack, Hein &

Fiete, Pulverteich 21, Hamburg,

18 Uhr, S+U Hauptbahnhof,

www.heinfiete.de

SPENDENREKORD

Traditionell sammeln Corny

Littmanns Theater auf der

Reeperbahn während der

Weihnachtszeit Geld für soziale

Projekte. Bei der Winter-

Show „POMPÖS“ kamen so

54.734 Euro für das Hospiz

von Hamburg Leuchtfeuer

zusammen. Seit 25 Jahren

wird die Spendentradition

bereits gepflegt. Konkret

übernimmt das Schmidts

Tivoli in diesem Jahr mit der

Summe eine Patenschaft für

eine Pflegestelle im Hospiz

in St. Pauli. Die Rekordsumme

ersammelten Künstler

wie Wolfgang Trepper, Elke

Winter und Co. nach jeder

Vorstellung im Theaterfoyer.

Auch sonst engagiert sich

die Schmidts Tivoli GmbH

regelmäßig für Hamburg

Leuchtfeuer. So verzichten

etwa das Theater und die

Mitwirkenden zugunsten des

Hospizes auf Honorare und

Tantiemen aus dem Verkauf

verschiedener Musical-CDs.

Insgesamt konnte bereits

über eine halbe Million Euro

an Hamburg Leuchtfeuer

überwiesen werden. *ck

HOMOPHOBIE

#NOHOMO bei Dulf’s Burger

Passend zum Fest der Liebe schenkten

die Burger-Brater von Dulf’s

im Karoviertel der queeren Szene ihre

Aufmerksamkeit.

Ein fröhliches #nohomo posteten sie

Weihnachten 2018 auf ihrer Facebook-Seite

und wärmten sich dann am homophoben Zuspruch

vieler Nutzer. Etwas Abbruch bekam

die lockere homofeindliche Stimmung durch

engagierte Menschen wie Matze Neumann

und Robert Bebić, die es sich erlaubten, mal

nachzufragen, was der Hashtag solle, und ob

man es nicht etwas seltsam fände, sich in

einem Szenebezirk wie St. Pauli mit schwulenfeindlichen

und -abwertenden Ausdrücken

und Kommentaren profilieren zu wollen.

Anfänglich erklärte das Unternehmen, der

Ausdruck „No homo“ hätte nichts mit Homophobie

zu tun, es sei in gewissen Kreisen ein

FOTO: NILS KRAUS

SPORT

Bärenkraulen

Ein Menschenbild wie aus den 1950er-Jahren

entsprungen. Für Queers heißt es in Zukunft in

Sachen Dulf’s wohl eher #togo

gebräuchlicher Slang. Wer sich angegriffen

fühle, solle Google dazu fragen, bevor er mit

Steinen schmeiße. So weit, so abstrus. Es

kommt aber noch besser. Nach Weihnachten

wurden Bewertungen und betreffende

Kommentarverläufe gelöscht und eine

Regenbogenfahne gepostet, in deren Begleittext

die Schuld für die gegen die „DB-Werte“

verstoßenden Postings und Kommentare so

erklärt wird: „Über die Feiertage haben wir die

Administration leider an einen unerfahrenen

Mitarbeiter weitergegeben, der im Social-Media-Umgang

nicht genug vertraut war.“ Man

entschuldige sich. #Mausgerutscht also?

Dem widerspricht gleich der erste Kommentar

unter der Regenbogenfahne: „So weit ist

es also gekommen, man darf nicht mal mehr

#nohomo schreiben, was für eine kaputte

Welt.“ Dulf’s Burger gefällt das wieder. Kein

Scherz. *ck

Awwww! Das klingt nicht nur sweet, das ist

sweet. Die Startschuss-Schwimmer haben sich

für ihren Kraul-Workshop in diesem Jahr eine ganz

spezielle Zielgruppe ausgesucht.

Unter dem Stichwort Body Positivity sind im Februar die

angesprochen, die sich aus Gründen gesellschaftlich vorgegebener

Körperideale bisher nicht ins Wasser getraut haben.

Voraussetzung ist nur, dass ihr ein Seepferdchen habt, eine

Badehose, eine Schwimmbrille und ein Handtuch. Und

Zeit, am 10., 17. und 24. Februar um jeweils 20:30 Uhr in die

Bundeswehrschwimmhalle in Hamburg-Jenfeld im Holstenhofweg

85 zu kommen. Die Schwimmhalle ist exklusiv für

euch reserviert, keine Zuschauer, keine Mitschwimmer. Die

Teilnahme ist kostenlos, um Anmeldung unter

www.startschuss-schwimmen.de/kraulen wird gebeten.

Bären kraulen beim Bärenkraulen. Wer da nicht ins Schwimmen

kommt ... *ck


NACHRUF

Trauer um

Karl-Heinz Wellerdiek

DIE WAHRHEIT KANN NICHT

BEKEHRT WERDEN

Am 15. Januar ist überraschend

Karl-Heinz Wellerdiek, der

Leiter des Hamburger

Engelsaals, nach kurzer

schwerer Krankheit im

Alter von 59 Jahren

verstorben.

Der charismatische

Tausendsassa der „leichten“

Unterhaltungskunst

gründete unter anderem

den „Hamburger Elbsommer“,

war intensiv mit und für das Bühnenprogramm auf den

Kreuzfahrtschiffen von Hapag Lloyd unterwegs und schrieb

als Autor zahllose Bühnenlibretti, Komödien, Drehbücher

und Erzählungen. Seit 2004 bildete der Engelsaal

den Mittelpunkt seines Schaffens – in den Räumen des

ältesten Privattheaters der Hansestadt liefen seitdem

liebevoll inszenierte Perlen der Operette und des Musiktheaters.

Mit der großen Engelsaal-Philharmonie und dem

Engelsaal-Schlagerorchester erfüllte er sich seinen Traum,

die unvergessenen Melodien aus Operette, UFA-Tonfilm

und goldenen Schlagern auch außerhalb Hamburgs einem

begeisterten Publikum zu präsentieren. 2010 wurde er mit

dem Silbernen Portugaleser der Hamburger Bürgervereine

für sein Kultur-Engagement ausgezeichnet. Für die Weiterführung

des Engelsaals in seinem Sinne sorgte Wellerdiek

laut Angaben des Theaters noch zu Lebzeiten vor.

Karl-Heinz Wellerdiek hinterlässt seinen Ehemann Thomas

Wellerdiek. *ck www.engelsaal.de

Vicky Leandros ist Botschafterin der Hamburgischen Regenbogenstiftung und

mit einem Charity-Konzert im Hotel Reichshof am Spendenergebnis beteiligt

CHARITY

38.000 Euro für die

AIDS-Hilfe

Fast verdoppeln konnte die Hamburgische Regenbogenstiftung

ihr Ergebnis zugunsten der AIDS-Hilfe Hamburg,

teilte deren Team auf Facebook mit: „Wir können das Jahr

mit einer Unterstützung unserer Förderstiftung beginnen,

die unfassbare 38.000 Euro beträgt. Wahnsinn! Diese Unterstützung

hilft einer Bürgerbewegung wie der AIDS-Hilfe

Hamburg massiv, die vielfältigen Projekte erfolgreich weiterführen

zu können. Wir danken allen Unterstützer*innen

von Herzen.“ Zu viel des Guten ist wunderbar! *ck

www.hamburgische-regenbogenstiftung.de /

www.aidshilfe-hamburg.de

FOTO: LIQUID PHOTOGRAPHY

OSCAR®-NOMINIERTER

LUCAS HEDGES

OSCAR®-PREISTRÄGERIN

NICOLE KIDMAN

DER VERLORENE SOHN erzählt die ergreifende

und wahre Geschichte des 19-jährigen Jared (Lucas

Hedges), der in einem Baptistenprediger-Haushalt in

den amerikanischen Südstaaten aufwächst.

Als sein strenggläubiger Vater (Russell Crowe) von der

Homosexualität seines Sohnes erfährt, drängt er ihn zur

Teilnahme an einer fragwürdigen Reparativtherapie. Vor

die Wahl gestellt, entweder seine Identität oder seine

Familie zu riskieren, lässt er sich notgedrungen auf die

absurde Behandlung ein. Seine Mutter (Nicole Kidman)

begleitet Jared zu der abgeschotteten Einrichtung, deren

selbst ernannter Therapeut Viktor Sykes (Joel Edgerton)

ein entwürdigendes Umerziehungsprogramm leitet.

Eine zutiefst bewegende und zugleich universelle

Geschichte über den mutigen Kampf eines jungen

Mannes für ein selbstbestimmtes Leben.

UND OSCAR®-PREISTRÄGER

RUSSELL CROWE

DREHBUCH UND REGIE JOEL EDGERTON

AB 21. FEBRUAR IM KINO

/DerVerloreneSohn.DE


6 SZENE

SZENE

ALLE TERMINE UND ÜBER 20.000

WEITERE LOCATIONS WELTWEIT.

KOSTENLOS IN DER SPARTACUS APP!

SA 2.2.

16:00 Hein & Fiete,

Der Männertreff,

Offene Gruppe für

vielseitig Interessierte,

Pulverteich

21

MI 6.2.

15:30 Aids-Seelsorge im

IFZ, PC & Internet

– Fragen und Antworten

mit René

Rehse, Rostocker

Str. 7

DO 7.2.

19:30 Aids-Hilfe Hamburg

e.V., Selbsthilfegruppe

„HIV

& Positiv.leben“,

Lange Reihe 30

SO 10.2.

15:30 mhc - Magnus-

Hirschfeld-

Centrum, Café

Laubfrosch - Treff

schwuler Senioren

bei Kaffee und

Kuchen, Bis 17:30

Uhr, Borgweg 8

20:30 Bundeswehrschwimmhalle,

Big Boy Splash -

#dasgroßekraulen

#bodypositivity

Kraulworkshop,

Anmeldung: www.

startschussschwimmen.de/

kraulen, Holstenhofweg

85

MO 11.2.

MI 20.2.

19:30 M&V, SPDqueer-

Stammtisch, Lange

Reihe 22

DO 21.2.

17:00 JBZ, Mixtapes,

Jugendgruppe,

Barmbeker Str. 71

FR 22.2.

13:00 Dragon Sauna,

Big Bigger Bear, für

Bären und Bärenliebhaber,

bis 24

Uhr, Pulverteich 37

SA 2.3.

16:00 Hein & Fiete,

Der Männertreff,

Offene Gruppe für

vielseitig Interessierte,

Pulverteich

21

MO 4.3.

19:00 Hein & Fiete,

Selbsthilfegruppe:

Schwul & Depressiv,

Vorgespräch

Thomas, Tel:

28050984, Pulverteich

21

MI 6.3.

18:00 Aids-Hilfe Hamburg

e.V., Infoabend

zum Thema

Eherenamt, Lange

Reihe 30

SO 10.3.

15:30 mhc - Magnus-

Hirschfeld-

Centrum, Café

Laubfrosch - Treff

schwuler Senioren

bei Kaffee und

Kuchen, Bis 17:30

Uhr, Borgweg 8

MO 11.3.

19:30 ZEIT-Café, pride

salon – Vorurteile

erklärt, offene,

moderierte

Gesprächsrunde,

Speersort 1

19:00 Hein & Fiete,

Selbsthilfegruppe:

Schwul & Depressiv,

Vorgespräch

Thomas, Tel:

28050984, Pulverteich

21

MI 20.3.

18:30 mhc - Magnus-

Hirschfeld-Centrum,

Queer support

for refugees,

Borgweg 8

19:30 M&V, SPDqueer-

Stammtisch, Lange

Reihe 22

SO 24.3.

15:30 mhc - Magnus-

Hirschfeld-

Centrum, Café

Laubfrosch - Treff

schwuler Senioren

bei Kaffee und

Kuchen, Bis 17:30

Uhr, Borgweg 8

MO 25.3.

13:00 Dragon Sauna,

HHero for a Day, 3

Euro vom Eintritt

an Hein & Fiete,

19-21 Uhr kostenlose

Pasta, Pulverteich

37

Wöchentlich

SONNTAG

14:00 Startschuss,

TransSport, (Kraft-/

Ausdauerübungen,

Spiele)

17:00 Startschuss,

Darts mit Startschuss,

für Ungeübte

und Geübte

in der „Gaybar

Extratour“

MONTAG

19:00 Dragon Sauna,

Dragon goes Italy,

Pasta für alle bis 21

Uhr, Pulverteich 37

DIENSTAG

17:00 Aids-Hilfe

Hamburg e.V., Präventionsberatung

mit Schnelltestangebot,

bis 19 Uhr,

Lange Reihe 30

MITTWOCH

19:00 mhc - Magnus-

Hirschfeld-Centrum,

Kostenlose

Rechtsberatung,

Mit RA Sven-Uwe

Blum, Anmeldung

unter 0402790069,

19:30 ZEIT-Café, Pride

Salon, (Un-)Sichtbarkeit

von Bisexuellen,

Speersort 1

MI 13.2.

18:00 Aids-Hilfe Hamburg

e.V., Workshop:

Der Selbsttest, neu

und für alle, Wie er

funktioniert. Was er

kann. Was er für die

Prävention bedeutet.

Anmeldung:

christian.giebel(at)

aidshilfe-hamburg.

de, Lange Reihe 30

19:00 Brauhaus Joh.

Albrecht, Stammtisch

der LSU-

Hamburg, Adolphsbrücke

7

DO 14.2.

17:00 JBZ, Mixtapes,

Jugendgruppe,

Barmbeker Str. 71

SO 17.2.

20:30 Bundeswehrschwimmhalle,

Big Boy Splash -

#dasgroßekraulen

#bodypositivity

Kraulworkshop,

Anmeldung: www.

startschussschwimmen.de/

kraulen, Holstenhofweg

85

SO 24.2.

13:00 Aids-Hilfe Hamburg

e.V., Café Afrika,

Lange Reihe 30

20:30 Bundeswehrschwimmhalle,

Big Boy Splash -

#dasgroßekraulen

#bodypositivity

Kraulworkshop,

Anmeldung: www.

startschussschwimmen.de/

kraulen, Holstenhofweg

85

MI 13.3.

19:00 Brauhaus Joh.

Albrecht, Stammtisch

der LSU-

Hamburg, Adolphsbrücke

7

SA 16.3.

16:00 Hein & Fiete,

Der Männertreff,

Offene Gruppe für

vielseitig Interessierte,

Pulverteich

21

MO 18.3.

18:30 Startschuss,

Selbstverteidigung

- Prävention,

Abwehrtechniken,-

und griffe,

Selbstbehauptung,

Infos / Trainer: Ghasem

Spili Telefon:

040-386 554 68,

Pulverteich 21

19:00 Hein & Fiete,

Selbsthilfegruppe:

Schwul & Depressiv,

Vorgespräch

Thomas, Tel:

28050984, Pulverteich

21

MI 27.3.

18:00 Aids-Hilfe Hamburg

e.V., Verein

Sociosus: Raum der

Stille, Bis 19 Uhr,

Lange Reihe 30

19:00 Hein & Fiete,

Gaybo, schwule

Selbstbehauptung,

Pulverteich 21

DONNERSTAG

16:00 Hein & Fiete, Test

& Beratung, PrEP

Beratungen, Bis 20

Uhr, Pulverteich 21

FREITAG

13:00 Dragon Sauna,

Partnertag, Alle

Paare zahlen freitags

zusammen

nur 30 EURO für

je einen Schrank.

Es muss keine

wahre Liebe sein,

dieses Angebot gilt

für Dich und eine

Begleitung., Pulverteich

37

SAMSTAG

19:00 Pink Channel,

Magazin auf Tide

96.0, http://www.

pinkchannel.net


fl o a t Bett, 180 × 200 cm, Holzart

Nussbaum, Naturleder tartufo

WER FEIERN KANN,

DARF AUCH HERRLICH

SCHLAFEN!

it´s a tree story.

TEAM 7 Düsseldorf, Stilwerk, Grünstraße 15, 40212 Düsseldorf, www.team7-duesseldorf.de

TEAM 7 München, Herzogspitalstraße 3, 80331 München, www.team7-muenchen.de

TEAM 7 Stuttgart, Friedrichstraße 16, 70174 Stuttgart, www.team7-stuttgart.de

TEAM 7 Hamburg, Stahltwiete 14a (Phoenixhof), 22761 Hamburg-Altona, www.team7-hamburg.de

TEAM 7 Hamburg City, D 10, Domstraße 10, 20095 Hamburg, www.team7-hamburg.de


8 KULTUR

KAMPNAGEL

FOTO: OTTO ZINSOU

BOYS,

BOYS,

BOYS

und Gender-Mainstreaming

Kampnagel entwickelt sich

unter der Intendanz von

Amelie Deuflhard immer weiter

zu einer der politischsten Bühnen

Deutschlands.

Besonders die Vielfalt der angebotenen

Formen künstlerischen Schaffens bietet

die Möglichkeit, sich mit aktuellen gesellschaftlichen

Themen differenziert und kreativ

auseinanderzusetzen. Impulse dieser

Arbeit, wie 2014 ein künstlerisches Camp

für Geflüchtete, strahlen in die Zivilgesellschaft

aus und tragen so zum Diskurs bei

– bis hin zu Schließungsforderungen und

Anzeigen aus der AfD. Deuflhard: „Meine

Strategie ist, dass wir ein positives Bild von

unserer diversen Gesellschaft entwickeln.

Wir machen ein internationales Programm

und versuchen zu verstehen, wie unterschiedliche

Kulturen ticken.“ Ganz selbstverständlich

gehören zu dieser Diversität

auch immer wieder queere Aspekte und

Programme wie „Kick Ass Queereoké“. Im

Februar werden sich 72 Künstler*innen und

30 Kulturaktivist*innen beim „Fokus Tanz

#5 – Boys*Boys*Boys*“ mit Geschlechterrollen

beschäftigen. Einige Performances

werden sich um Männlichkeitsbilder aus

aller Welt drehen, teilweise sogar im wahrsten

Sinne des Wortes, wenn zum Beispiel

Yousef Isakandar am 15. Februar als Derwisch

und Bauchtänzer die Geschlechterbilder

des Orients und die seiner klischeehaften

Abbildungen in unseren Köpfen

ordentlich durcheinanderwirbelt. Einen

Tag davor beschäftigt sich Sorour Darabi in

seinem Programm SAVUŠUN mit Trauerritualen

der Schiiten. Darabi bezeichnet sich

als non-binär und entzieht sich künstlerisch

beim Tanz jeglicher kultureller oder

sexueller Identifikation. Mit dieser Auflösung

geschlechtlicher Zuordnung wird sich

Kampnagel nur knapp drei Wochen später

beim Themenfokus Gender-Mainstreaming

(7. – 9. März) noch intensiver beschäftigen.

Und das ganz Kampnagel-typisch mit

Verve: „Der queer-feministische Diskurs

wird von seinem Nischen-Image befreit

und alltagstauglich gemacht. Dadurch wird

– frei nach Jarvis Cocker – der Mainstream

verbessert und geöffnet für die Stimmen,

die bisher von ihm ausgeschlossen wurden.

Populäre Journalist*innen, empowernde

Aktivist*innen und aktuelle Kunstpositionen

geben Einblick in jungen Feminismus

und queere Praxis für Jederfrau*mann. Kein

Vorwissen erforderlich!“ *ck

www.kampnagel.de

THEATER

Beauty of the father

Nach dem Tod seiner Mutter fährt ein amerikanisches

Mädchen an einen Küstenort im Süden Spaniens, um

ihr Verhältnis zu ihrem Vater zu stärken.

Dieser hatte die Familie zehn Jahre zuvor verlassen. Sie trifft

seine neue Lebensgefährtin, verliebt sich in seinen marokkanischen

Hausangestellten und entdeckt, dass der junge Mann

nicht nur mit einer Frau verheiratet ist, sondern auch ein Liebesverhältnis

mit ihrem Vater hat. Im Zuge dieses emotionalen

Feuerwerks hat Emiliano Kontakt zum Geist des verstorbenen

Dichters Federico García Lorca, der ihn an die Tugenden eines

guten Vaters und an die Tücken der sexuellen Leidenschaft

erinnert. Untermalt von spanischer klassischer Gitarre und

Flamenco gibt

dieses übernatürliche Ereignis dem

Stück eine magisch-poetische Stimmung, die stark an Lorcas

Schreiben erinnert. Nilo Cruz, der südamerikanische Autor des

Werkes, wurde mit einem Pulitzer Preis ausgezeichnet und ist

einer der vielversprechensten neuen amerikanischen Autoren.

14.2., Premiere: Beauty of the father,

The English Theatre of Hamburg, Lerchenfeld 14,

U Mundsburg, 19:30 Uhr,

www.englishtheatre.de


DIE KÜCHENKÖNNER

AUS HAMBURG

Platz 1

www.abendblatt.de/beste

365 Unternehmen

im Test 11/2018

MARKENKÜCHEN

AUF 2 ETAGEN

HANSA-COMPLET-KÜCHEN GmbH, Lübecker Straße 126, 22087 Hamburg, www.hansa-kuechen.de, Mo.–Fr. 10 bis 19 Uhr, Sa. 10 bis 17 Uhr


10 KULTUR

FOTO: GUNDERSVEEN

SCHMIDTCHEN

STRAIGHT.

Oder halt doch nicht.

Vor zwei Jahren begeisterten

Scott Elmegreen und

Drew Fornarola den Off-Broadway

in New York mit einem

queeren Drei-Personen-Stück,

das zwar STRAIGHT heißt, aber

eben so gar nicht straight ist.

Ohne Zeigefinger, dafür mit

unglaublich viel Einfühlungsvermögen,

wird eine Geschichte

erzählt, wie sie tagtäglich überall

auf der Welt vorkommt, aber oft

unter meterweise verstaubten

Traditionen und Konventionen

versteckt wird. Jetzt kommt das

Stück nach Deutschland.

Was passiert, wenn Mann

eigentlich mit seiner Partnerin

glücklich ist, aber dann, ganz

Bier-Hete, plötzlich mit einem

anderen Mann im Bett landet

und danach die Welt nicht mehr

die straighte, sortierte ist, die sie

vorher vorgab zu sein? Bisexualität,

Mehrfachbeziehungen,

Schubladendenken – STRAIGHT

behandelt ganz alltägliche Probleme

queerer Menschen witzig

und spannend und ist damit in

jeder Hinsicht ein Gewinn für die

deutsche Theaterlandschaft. Ab

März in Hamburg im Schmidtchen

und im April in Berlin. *ck

27. – 29.3., STRAIGHT,

Schmidtchen, Spielbudenplatz

21/22, Hamburg, U St. Pauli,

www.tivoli.de

KONZERT

Die Robyn kommt zu uns

Elektro-Pop und auch mal House: Weil

sie es kann.

Melancholische Klopfer wie „Dancing

On My Own“, „With Every Heartbeat“,

„Hang With Me“ und auch „Missing

U“ – alle gehen auf ihr Konto. Und jetzt

kommt Robyn, die auch schon Britneys

„Piece of Me“ schrieb (und den Refrain

sang), nach Deutschland. Musikalisch

Station machen wird die Schwedin, die

bereits seit den 1990ern erfolgreich

ist, in München, Hamburg, Köln und

Berlin. Freuen kann man sich auf

Lieder vom aktuellen Album „Honey“

und auch auf jede Menge ihrer

Hits. Und womöglich auch auf das

ein oder andere Cover ... *rä

8.4., Robyn, Mehr! Theater, Bankstraße

28, Hamburg, S Hammerbrook,

20 Uhr, www.robyn.com

FOTO: MARK PECKMEZIAN

BUCH/LESEREISE

Fettes Buch!

„WAS WOLLEN WISSEN – Radschläge

aus der Wortspielhölle“ heißt ein neuer,

garantiert keinesfalls ernst gemeinter

Ratgeber aus dem Hause rororo.

Alltagsfragen wie „Was kann man gegen

nervige Eltern machen? Wie kann ich

das Nachbarskind davon abhalten,

meine Hühner zu fressen? Und warum

rasieren sich Frauen die Augenbrauen

ab und malen sie dann nach?“ werden

dabei von den norddeutschen Königen

des gepflegten modernen Wortspiels,

also des Hip-Hops, beantwortet.

Dokter Renz, König Boris und Björn

Beton, besser bekannt als Fettes Brot,

wissen zwar nicht alles, haben aber auf

alles eine Antwort. Und die haben sie

aufgeschrieben. Ab dem 19. Februar im

Handel und am 25. März im Hamburger

Knust live! *ck

„WAS WOLLEN WISSEN – Radschläge

aus der Wortspielhölle“, Fettes Brot,

224 Seiten, rororo,

ISBN: 978-3-499-63432-1

LESEREISE

15.3. Wien – WUK

19.3. Zürich – Kosmos

20.3. Köln – Gloria

21.3. München – Nachtwerk Club

22.3. Leipzig – Täubchenthal

24.3. Berlin – Festsaal Kreuzberg

25.3. Hamburg – Knust


KONZERT/CD

FOTO: KARLSSON MEDIA PRESS

KERY FAY

startet durch

Sie war auf der G.A.Y. von DJ Berry E. schon umjubelter

Partymittelpunkt, jetzt legt die quirlige

Sängerin KERY FAY ihr erstes Album vor.

„Lights & Shadows“ ist Elektropop vom Feinsten und

bietet, wie der Name vermuten lässt, eine Achterbahnfahrt

der Gefühle von tiefer Melancholie bis ausgelassener

Freude. „Auch in meinem Leben gibt es natürlich

Licht und Schatten, selbst wenn ich mir das als starker

Mensch nicht immer anmerken lasse. In meinen Songs

habe ich diese absoluten Höhepunkte und schmerzlichen

Tiefpunkte verarbeitet. Ich zeige, was mich bewegt, und

lasse meinen Gefühlen freien Lauf. Offen und ohne Angst.

Jeder einzelne Song erzählt von meinem Leben, meinen

Gefühlen, meinen Erfahrungen – persönlicher geht es

nicht. Ich wünsche mir, dass dieses Album anderen Kraft

und Hoffnung gibt, sie mit meiner Musik diesen einen

besonderen Moment genießen oder auch einfach mal

alles um sich herum vergessen“, so die Künstlerin. Kery

Fay, die sich explizit für die Rechte queerer Menschen

einsetzt, stellt ihr Erstlingswerk selbstverständlich auf der

Reeperbahn der Weltöffentlichkeit vor. *ck

7.2., Release-Konzert „Lights & Shadows“ mit Kery Fay,

Docks, Spielbudenplatz 19, Hamburg, S Reeperbahn,

20 Uhr, www.kery-fay.com


12 KULTUR

INTERVIEW

PRALLE

BILDER

EROTISCHE

PROVOKANTE

Der Künstler mit peruanischen

Wurzeln, Andy Caballero,

weiß, wie man den Betrachter

fasziniert.

„Im Mittelpunkt meiner Arbeit steht die

Persönlichkeit eines Menschen mit all seinen

Widersprüchen, Leidenschaften und

Sehnsüchten. Mit meinen Bildern möchte

ich ihre Geschichten erzählen und dazu

beitragen, ihren Wesenskern mehr zum

Vorschein zu bringen“, verrät der Künstler,

der in Darmstadt studierte. „In meinen

Fotosessions geht es mir nicht darum, die

äußere Hülle eines Menschen zu dokumentieren.

Vielmehr möchte ich in einer

vertrauensvollen und kreativen Atmosphäre

ausdrucksstarke Porträts schaffen.“ Gut

zu wissen: Auch Spiegel Online nahm sich

schon seiner queeren Kunst an.

Wann ging es los mit der Fotografie?

Von 6 bis 18 war ich Eiskunstläufer und

habe täglich mehrere Stunden auf dem Eis

verbracht. Als ich mit dem Leistungssport

aufhörte, musste ich erst mal schauen,

was ich mit meinem Leben abseits der

Eishalle anfangen möchte. Mir war wichtig,

dass ich etwas mache, was wirklich meiner

Leidenschaft entspricht. Ich fing an, die

Kamera für mich zu entdecken und meine

Kreativität zum Ausdruck zu bringen. Als

ich dann zum Designstudium zugelassen

wurde, wusste ich, dass ich die Fotografie

zu meiner Berufung machen möchte.

Worauf freust du dich in Sachen

Fotokunst im Frühling?

Auf wieder wärmeres Wetter und die Möglichkeit,

draußen neue Bildideen umzusetzen,

die ich im Winter entwickelt habe.

Gab es schon einmal ein Shooting, das sich

anders entwickelte als geplant?

Meistens recherchiere und plane ich vor

jedem Shooting, aber besonders wird

es, wenn auf einmal etwas Ungeahntes

hinzukommt. Einmal wollte ich Porträts von

jemandem im Wasser machen. Auf einmal

gab es einen spontanen Wetterumschwung.

Blitze, Donner und prasselnde Regentropfen

auf dem See ließen nicht nur dramatische

Bilder entstehen, sondern machten das

ganze Shooting auch zu einem Abenteuer.

Wen würdest du gerne einmal

fotografieren?

Menschen, die offen und frei im Geist sein

wollen und Spaß daran haben, ihre Tabus,

Verbote und ihre Freude zu erforschen.

Häufig sind das Menschen, die in nicht so

festgefahrenen Strukturen stecken bleiben

wollen. Ein Shooting mit der Performancekünstlerin

Marina Abramović wäre

zum Beispiel genial.

Was inspiriert dich denn ganz

allgemein?

Andere Fotografen wie David LaChapelle

oder Annie Leibovitz begleiten

mich schon länger. Neulich habe ich

den Dokumentarfilm „Female Pleasure“

gesehen und hinterher direkt neue

Bildideen entwickelt. Ich ziehe aber

auch viel Inspiration aus der Erforschung

meiner eigenen Innen- und Gefühlswelt,

bei Meditationen, Ayahuasca-Zeremonien

und anderen spirituellen Praktiken. Die

eigenen Schatten sind häufig ein Spiegel

der Schatten der Gesellschaft, und diese

zu erforschen, bietet viel Futter für neue

Erzählungen und Bildmaterial.

*Interview: Michael Rädel

www.andy-caballero.de


KULTUR 13

KINO

Der verlorene Sohn

Dass falsch verstandene und ausgelebte

Religion Schlimmes anrichtet, sieht man

jeden Tag in den Nachrichten. Weniger

im Fokus steht dabei das, was im Stillen

(meist in den USA) passiert: Konversionstherapien.

FOTOS: UNIVERSAL PICTURES

Hierbei beruft sich das Umfeld junger (fast)

Coming-outler auf wahllos rausgepickte (und

übrigens im Neuen Testament entkräftete)

Bibelstellen, um ihre wenig christliche, aber

christlich gerechtfertigte, Umerziehungsmaßnahme

durchzuführen. Dabei ist ja jeder so perfekt,

wie er eben von Göttin/Gott/Mutter Natur

geschaffen wurde. Der Film „Der verlorene

Sohn (Boy Erased)“ nimmt sich dieses Themas

an. Erzählt wird die wahre Geschichte eines

Jungen (Lucas Hedges), der sich auf Wunsch

seiner konservativen Eltern (Nicole Kidman und

Russell Crowe) in eine Konversionstherapie begibt.

Aus einem Baptistenprediger-Elternhaus

kommend, fügt er sich einem entwürdigenden

und unmenschlichem Umerziehungsprogramm

... Der Film basiert auf dem Buch „Boy Erased“

von Garrard Conley und läuft am 21. Februar in

den Kinos an. *rä

FOTOS: SALZGEBER

QUEERFILMNACHT

JUST FRIENDS

Eine erfrischend rasant erzählte romantische

Komödie startet im Februar in der Queerfilmnacht

im Norden. In „Just Friends“ schmeißt

Yad sein Studium in der Metropole Amsterdam

hin und zieht sich über den Sommer zu seinen

syrischstämmigen Eltern in eine holländische

Kleinstadt zurück, um sich dort über sich selbst

und seine Zukunftspläne klar zu werden. Geld

verdient er sich als Haushaltshelfer bei einer

resoluten alten Dame dazu. Die hat einen Enkel,

der eines Abends mit am Tisch sitzt. Ab da wird

der Sommer turbulent. *ck

11.2., Apollo, Hannover, 20:15 Uhr – 13.2., Die

Pumpe, Kiel, 20:30 Uhr – 15.2. City 46, Bremen

20:30 Uhr – 25.2., Metropolis, Hamburg,

21:15 Uhr. www.queerfilmnacht.de


14

KULTUR

ALLE TERMINE UND ÜBER 20.000

WEITERE LOCATIONS WELTWEIT.

KOSTENLOS IN DER SPARTACUS APP!

SA 2.2.

20:00 Kampnagel, Dennis

Seidel / Meine

Damen und Herren:

Zehn Meter in den

wilden Westen,

Queerer Ponyhof-

Feminismus meets

David Lynch [K1],

Jarrestraße 20

SO 3.2.

18:00 Schauspielhaus,

Lazarus, von David

Bowie und Enda

Walsh, Kirchenallee

39

19:00 Schmidts Tivoli,

Gitte Haenning &

Band, Spielbudenplatz

27

DI 5.2.

19:30 Staatsoper, Nijinsky,

Ballett von John

Neumeier, Große

Theaterstraße 34

MI 6.2.

19:00 Schmidt-Theater,

Fortenbacher singt

Streisand, Spielbudenplatz

24

DO 14.2.

19:30 The English Theatre

of Hamburg,

Premiere: Beauty

of the father, Lerchenfeld

14

FR 15.2.

20:00 Koppheister,

Houffouet: Songs

von Hamburgs

anderem Ufer,

Königstraße 55

SA 16.2.

15:30 Theater an der

Marschnerstraße,

Death in High Heels

- Matinée, The

Hamburg Players

e.V., in Englischer

Sprache. Weitere

Vorstellung um

19:30 Uhr, Marschnerstr.

46

MO 18.2.

21:30 Metropolis Kino,

Queerfilmnacht:

Der verlorene Sohn,

Kl. Theaterstr. 10

MI 20.2.

20:00 Thalia Theater,

Orpheus - Eine

musische Bastardtragödie,

Frei nach

dem Mythos; Regie

Antú Romero

Nunes, Alstertor 1

SO 24.2.

19:00 Schauspielhaus,

Benefiz-Konzert

von Hamburg

Leuchtfeuer. Letzte

Liebeslieder, Kirchenallee

39

20:00 kukuun, Club-

BINGO! mit RICAR-

DO M., Spielbudenplatz

21-22

MO 25.2.

21:15 Metropolis Kino,

Queerfilmnacht:

Just Friends OmU,

Kl. Theaterstr. 10

DI 26.2.

19:30 Schmidtchen, Das

Podcastfestival

Hamburg, Spielbudenplatz

21/22

MI 6.3.

19:30 First Stage

Theater, Grosse

Jubiläums Gala - 3

Jahre FIRST STAGE,

Thedestr. 15

MI 13.3.

19:30 Das Schiff, Kosmalla,

Sprenger &

Loeffler: „Das Ei ist

hart - Szenen einer

Ehe“ Texte nach

Loriot, Holzbrücke

2

SA 16.3.

19:00 mhc - Magnus-

Hirschfeld-Centrum,

Theatergruppe

Kulturbeutel,

(mhc.Cafe), Borgweg

8

FR 22.3.

20:00 Theater Kehrwieder,

WET – the

show, Kehrwieder 6

SA 23.3.

19:00 Alma Hoppes

Lustspielhaus, 25.

Jahre Alma Hoppes

Lustspielhaus!,

Ludolfstr. 53

SO 24.3.

16:00 Kellertheater,

Ihr werdet

Deutschland nicht

wiedererkennen,

Johannes-Brahms-

Platz 1

MO 25.3.

20:00 Imperial Theater,

Scheibe: SEX reloaded,

Reeperbahn 5

DI 26.3.

20:00 Schauspielhaus,

Nina Hagen singt

Brecht und Blues,

Kirchenallee 39

MI 27.3.

20:00 Imperial Theater,

TÖRN-

Festival-Auftakt –

Improslam, Improtheater

Steife Brise,

Reeperbahn 5

FR 29.3.

19:30 Laeiszhalle, Carl-

Philipp-Emanuel-

Bach Chor: Dvo ák,

Hamburg-Mitte

Johannes-Brahms-

Platz

20:00 kukuun, Club-

BINGO! mit RICAR-

DO M., Spielbudenplatz

21-22

SO 31.3.

11:00 Ernst Barlach

Haus, Herzenssache

- Wilhelm

Busch malt, Tägl.

außer Mo., Baron-

Voght-Str. 50a

19:30 Ohnsorg Theater,

De verdüvelte

Glückskeks, Heidi-

Kabel-Platz 1

Kunst &

Literatur

MALEREI

10:00 Hamburger Kunsthalle,

Heinrich

Reinhold:, Philippe

Vandenberg, Lili

Fischer, Tägl. außer

Mo., Glockengießerwall

5

10:00 Museum für

Kunst und Gewerbe,

OTTO - Die

Ausstellung, Bis zu

14.02.3019; Tägl.

außer Mo., Steintorplatz

FOTOGRAFIE

11:00 Deichtorhallen,

Haus der Photografie,

Michael Wolf

− Life In Cities, tägl.

außer Montags

SONSTIGES

10:00 Museum für

Hamburgische

Geschichte,

Revolution! Revolution?

Bis zum

25.02.2019, Tägl.

außer Di., Holstenwall

24

10:00 Altonaer Museum,

Schöner Wohnen in

Altona? Stadtentwicklung

im 20. und

21. Jahrhundert,

tgl. außer Dienstag,

Museumstr. 23

16:00 Die schwule Bibliothek

bei Hein &

Fiete, wöchentäglich

geöffnet bis 21

Uhr, Pulverteich 21

11:00 Deichtorhallen,

Halle der Kunst,

Hyper! A Journey

into Art and Music,

tägl. außer Montags

MICHAEL

§

LEIPOLD

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16 ESSEN & TRINKEN

Ricardo M. im Vu Speak Easy

AFTER-SHOW-

DINNER

Ihr Schleckermäuler! Wenn ihr so richtig gierig seid, wollt

ihr ja auch nicht ewig warten, sondern ganz schnell was

runterschlabbern. Damit ihr auch beim Thema Nahrungsaufnahme

ganz schnell was auf die Gabel – äh, eure

Stäbchen – bekommt, rate ich euch eins: Macht es nicht wie ich und

googelt „Restaurant Vu“, sondern steuert gleich die Karolinenstraße

18 an. Andernfalls landet ihr beim Vu Nummer 1 auf dem Kiez, dem

Großfamilien-Restaurant vom sweeten Bao Vu, und nicht seinem

neuen, ganz eigenen Restaurant mit Bar: dem nigelnagelneuen Vu

Speak Easy. Ein neues, stylishes Stübchen mit vietnamesisch-asiatischer

Küche, von außen unsichtbarer Bar und einer für Hamburg

fast schon außergewöhnlich internationalen und hippen Atmosphäre.

Das Herz bei allem

ist der lächelnde, sweet

gekleidete und gastfreundliche

Lebenskünstler Bao, der sich

allerdings einen Trend bei mir abgeschaut haben muss: Er trägt

Schnäuzer. Mal in Berlin gelebt, mal in Mode gemacht, mal Keyboarder

bei den Blitzkids gewesen. Jetzt Mutti nach Geheimrezepten

aus Saigon gefragt, fix kernsaniert und schick gemacht die Bude

– und schon jetzt versammelt Bao alles um sich, was irgendwie cool

und lässig ist. Ich bin hier also genau richtig!

Vu Speak Easy, Karolinenstraße 18, U Messehallen, Hamburg,

www.facebook.com/vuspeakeasy

FOTO: ROMAN HOLST / INSTAGRAM.COM/ROMAN_HOLST

ESSEN

Chefkoch Lior aus Jerusalem ist der

Einzige, dem Baos Mama aus Saigon das

Rezept ihrer Pho-Suppe verraten hat. Das

schmeckt man und man möchte gerne

Baos Mama kennenlernen und um des

Sohnemanns Hand anhalten. Mein Highlight

neben Bao: sein nach ihm benannter

Burger!

TRINKEN

Die Speak Easy Bar nebenan ist jetzt

schon eine der angesagtesten der Stadt.

Da sie unsichtbar ist von außen, muss man

die Klingel suchen. Werden die Senioren

unter euch hinnerk Lesern noch kennen,

so was. Innen feinste Cocktails für

maximal 13 Gäste. Punktabzug: Es ist eine

Raucher-Bar.

FEIERN

Ideal für alle, die die Zutaten Karolinenviertel,

allerbeste Cocktails,

Tapas und die Möglichkeit, mal wieder

drinnen zu rauchen, plus eine Prise

Berlin-Londoner Hipness lieben.

BEDIENT WERDEN

Die vietnamesische Großfamilie mit eigenem

Restaurant und eine Mama, die seit

sechzig Jahren kocht, kannste auch einem

hippen Bao nicht aus den Genen kriegen.

Bao ist alles in einem: Model, Bar-Star,

Restaurant-Leiter, bester Talk-Partner und

Szene- und Klub-Ratgeber.

SITZEN

Möge es endlich Sommer werden! Denn

dann kommen zu den drei Tischen und

ein paar Fensterplätzen vierzig Außenplätze

hinzu. Optisch alles hübsch

im Art-déco-Stil nach Baos Wunsch

entworfen.

FLIRTEN

Kann man immer mit Bao. Genau

wie alle anderen hippen Jungs,

die da so reintrudeln, gucken die

trendy Boys doch heutzutage gar

nicht mehr so aufs Label. Falls du

dir dennoch die Zähne ausbeißt,

rate ich dir zum Bao Burger!

www.ricardo-m.com

RICARDO M. IM FEBRUAR

24.2., Club-BINGO! mit RICARDO M., kukuun, Spielbudenplatz 22, Hamburg, S Reeperbahn, 20 Uhr


BULLFROG

DESIGN-SHOP

JETZT NEU IN DER WÄSCHEREI


18 HINNERK LIEBT

FOTO: R. KATER

INTERVIEW

KILIAN KERNER

Der 1979 geborene Kilian

Kerner ist einer der umtriebigsten

Modeschaffenden Deutschlands.

Seit 2004 ist er als Designer

öffentlich wahrnehmbar, zu seinen

prominenten Fans gehören unter

anderem Max Riemelt, Kylie Minogue

und Bill Kaulitz. Wir sprachen

mit ihm auch über Privates wie den

Valentinstag.

Guten Morgen, wobei stören wir dich

gerade?

Ich habe gerade meine Sachen fürs Tennis

rausgesucht, ich will gleich spielen. Tennis

ist neben Mode meine größte Leidenschaft.

Wie oft spielst du denn?

So drei- oder viermal die Woche. Meistens

trainiere ich, Matches spiele ich im Winter

weniger.

Du wirst 2019 vierzig Jahre alt.

Worauf freust du dich im neuen

Lebensjahrzehnt?

„Also ich hätte nichts dagegen,

wenn es noch etwas dauert.“

(lacht) Ich freue mich jetzt nicht so wahnsinnig

darauf, ich muss mich noch an den

Gedanken gewöhnen. Also ich hätte nichts

dagegen, wenn es noch etwas dauert. Aber

das ging mir auch so, als ich 30 wurde, dann

fand ich es aber richtig gut – und habe mich

eine Zeit lang, also bis 37, sogar etwas älter

gemacht.

Wie würdest du 2018 für dich

einordnen?

Beruflich lief es super, privat war es ruhig.

Ich bin aber auf jeden Fall zufrieden, die Zusammenarbeit

mit Samsonite macht Spaß,

auch habe ich wieder eine Modekollektion

entworfen, nicht nur Taschen oder Tenniskleidung.

Verliebt habe ich mich leider nicht,

das war mein großer Plan für 2018.

Im Februar ist ja erst Valentinstag ...

Ja, ein Tag vor meinem Vierzigsten.

(grinst)

Dann kannst du zweimal feiern.

Na, wenn ich dann verliebt bin, schon!

Welche Blumen hättest du denn

gerne?

Vom richtigen Mann sollten sie sein, eine

bestimmte Sorte muss nicht sein. Mir reicht

auch eine Blume ... Und weiße Blüten mag

ich besonders.

Zurück zum Design: Worauf achtest

du, wenn du etwas entwirfst?

Bei Samsonite war es zum Beispiel wichtig,

dass es den Anforderungen an Business-

Taschen standhält. Da muss man auch auf

andere Dinge achten als nur auf Schönheit.

Bei Mode ist man etwas freier, nicht

jedes Teil einer Kollektion muss tragbar

sein – aber natürlich habe ich immer Mode

gemacht, die man tragen kann.

*Interview: Michael Rädel

WUNDERBAR

Valentinstag mit der Familie

Gerade erzählte uns Kilian Kerner etwas zum Tag der Liebenden, da platzten

die Jungs von der WunderBar mit ihren Plänen für Febraur in die Redaktion. Der

alljährliche Spendenmarathon „Die Familie tut was“, findet am 15. Februar als

„Valentinstag-Special“ statt. Spendet bttte, was das Zeug hält. Für die Liebe! *ck

15.2., Die Familie tut was – Valentinstag-Special, WunderBar, Talstraße 14,

Hamburg, S Reeperbahn, 22 Uhr, www.wunderbar-hamburg.de


20 PARTY

INTERVIEW


Frieden mit mir

und meinem

Körper “

FOTOS: ENRICO DATU

Seit mehr als zehn Jahren

erfreut uns DJ Berry E. mit

seinen Party- und Blogprojekten.

Kurz nach Weihnachten überraschte

er mit einem neuen Facebook- und

SoundCloud-Profil. Was es mit „The

Midnite Monkey“ auf sich hat und

was das mit Erwachsenwerden,

Mobbing und der Akzeptanz des

eigenen Körpers zu tun hat, erzählte

uns Berry gern.

Zum Jahreswechsel hast du dich auf

Facebook überraschend zum Affen

gemacht. Warum der Monkey im neuen

DJ Namen?

Der Name DJ Berry E. ist so eng mit R ’n’ B

und Pop verbunden, dass ich einfach einen

neuen Namen als Abgrenzung brauchte. Ich

habe mich in meinem Freundeskreis immer

scherzhaft als behaarten Affen bezeichnet

und so kam es dann nach und nach zum

Monkey. Midnite repräsentiert mich als Kind

der 1980er und somit ist der Name, wie

auch das Artwork von „The Midnite Monkey“,

die perfekte Symbiose.

Beeren sind rund, süß, bunt. Der Affe

mit der Banane kommt etwas expliziter,

dunkler und rougher daher. Das

hat vor allem musikalische Gründe,

richtig?

„The Midnite Monkey“ ist musikalisch der

erwachsenere Berry, da hast du völlig recht.

Aber auch privat bin ich keine zwanzig

mehr und das spiegelt sich in „The Midnite

Monkey“ wider. Das Kind in mir wird sich

immer über DJ Berry E. austoben und ich

glaube, dass ein großer Teil von mir auch für

immer Kind bleiben wird. Aber musikalisch

ist es einfach an der Zeit, dem erwachsenen

Mann in Berry auch seinen Raum zu geben.

Die aktuellen Fotos hat Enrico Datu

gemacht. Wie habt ihr das Shooting

geplant und den Look entwickelt?

Enrico ist ein grandioser Künstler und

Mensch. Wir haben uns beim Shooting

das erste Mal getroffen und uns sofort

gut verstanden. Er liest dich komplett als

Menschen und versteht sofort, worum

es geht. Mit ihm zu arbeiten, ist fast wie

eine Therapie. Er erkannte meine Ängste,

Schwächen und sah gleichzeitig die Stärken

und das Potenzial in „Midnite Monkey“. Die

Fotos zeigen mich im Grunde, wie ich bin.

Es ist keine fiktive, verkleidete Person. Er

ist ein Teil von mir, der nun einfach besser

beleuchtet wurde.

„Es ist keine

fiktive Person.“

„The Banana formely known as Berry“

ist so eine Assoziation, die mir beim

Lesen des Textes auf Facebook einfiel.

Ist die Beere denn ganz weg oder ist

„Midnite Monkey“ eine zusätzliche

Persona?

(lacht) Das ist super! Gefällt mir sehr. Nein,

der Berry in mir bleibt und das muss auch

so, denn das ist musikalisch meine Wurzel.

Aber ich werde als DJ Berry E. nur noch

ausgewählte Gigs spielen, damit ich den

Spaß an R ’n’ B und Pop nicht verliere. Vor

allem auf meinen eigenen Partys wie der

G.A.Y. oder Pop The Floor wird das Fall sein,

aber auch deutschlandweit gibt es so einige

Highlights, wo Berry nicht fehlen darf.

So ein Imagewechsel ist riskant.

Allerdings hast du ja auch schon beim

Bloggen erfolgreich die zweite Marke

etabliert. Treibt dich eher die Lust am

Neuen, am Risiko, oder die Angst vor

Stillstand und Wiederholung?

Ich mache Dinge eher intuitiv. Ich habe

Anfang 2018 irgendwann gemerkt, dass

das ganze Pop-Ding für mich irgendwie

ausgelutscht ist. Ich habe früh erkannt,

dass ich das Feuer verlieren werde, wenn

ich so weitermache. Gleichzeitig merkte

ich, dass meine Liebe zur House-Musik

immer stärker raus will und das möglicherweise

mein neuer Weg sein könnte oder

sein muss. Da aber beide Musikrichtungen

unter einem Label nicht funktionieren, weil

der Gast dann nie weiß, was ihn erwartet,

musste dieser neue Name her. Natürlich ist

es ein Risiko, aber mir ist es wichtig, dass

das, was ich mache, authentisch ist. Sowohl

auf meinem Blog „Hollywood Tramp“ als

auch als DJ. Das ist nun mal ein Teil meiner

DJ-Identität, und House hat in meinem

Leben schon als Kind eine große Rolle

gespielt. Warum sollte ich diese Seite also

verbergen? Ich habe mich viel zu lange von

Ängsten und Befürchtungen leiten lassen

und mit den Jahren gelernt, dass man sich

einfach überwinden und machen muss,

wenn es sich richtig anfühlt.

Du schreibst auf Hollywood Tramp

regelmäßig über die Alltäglichkeiten

schwuler Dating- und Sexkultur.


PARTY 21

Gerne auch etwas, sagen wir mal, konservativ. Bei

den Partys oder eben der Schaffung der DJ-Personas

spielst du aber offensiv mit Trigger-Elementen

schwuler Sexualität. Nur „sex sells“ oder drückst du

in den Personas auch eigene Fantasien aus?

Da ist Hollywood Tramp sicherlich ein gutes Ebenbild meiner

selbst. Auf der einen Seite bin ich konservativ, wenn es

um Beziehung, Dating usw. geht. Aber ich bin sexuell kein

konservativer Mensch und sehr offen. Auf Hollywood Tramp

dreht sich eben parallel auch vieles um Sex und Sexyness.

Die Tatsache, dass ich zum Beispiel auf Instagram mit

diesen Elementen spiele, hat eher etwas damit zu tun, dass

ich als Teenager für mein Aussehen lange und sehr extrem

gemobbt wurde. Ich habe dann lange gebraucht, um in

meinen 20ern zu mir zu finden und zu stehen. Erst jetzt in

meinen 30ern habe ich Frieden mit mir und meinem Körper

gefunden und fühle mich wohl in meiner Haut. Wenn ich

also zum Beispiel Oben-ohne-Bilder poste, hole ich mir

einfach auf virtuelle und oberflächliche Weise ein kleines

bisschen Bestätigung und habe dadurch gelernt, dass es

okay ist, dass ich so aussehe, wie ich aussehe, und dass ich

mich zeigen kann. Es ist eine kleine Therapie, um zu seinen

Körper zu stehen. Fast schon eine kleine Feier für den Frieden

in dir selbst.

Wer wird denn bei der G.A.Y. im Februar dabei sein:

Berry oder Monkey?

Ich habe mir ein grandioses Line-up für die Party zusammengebucht

und freue mich sehr auf die vielen DJs, Acts

und Künstler. Bei der G.A.Y. bin ich in erster Linie Berry der

Veranstalter, Berry der DJ und Berry der Performer. Ich werde

den kleinen „Midnite Monkey“ an diesem Abend etwas

an die Hand nehmen und in dieses große Event einführen

müssen. Er wird zur späten Stunde auf dem Electro Floor

ein kleines Set spielen und die Mädels aus Amsterdam unterstützen,

die an diesem Abend ihre TraffaMafia-Party auf

den Electro Floor bringen. Wenn der „Midnite Monkey“ brav

ist, darf er dann vielleicht im Mai noch mal ran. (lacht)

*Interview: Christian Knuth

23.2. G.A.Y. (Glory And Youth), Docks, Spielbudenplatz,

Hamburg, S Reeperbahn, 23 Uhr


22 PARTY

GOLDEN CUT

FLEISCHES-

LUST

„The Beefy House of Camp Carnival“

ist die wohl fleischlastigste der Mottopartys

von Hamburgs erfolgreichster

schwuler Feierreihe.

FOTOS: THORSTEN ZURBRÜGGEN

Hier wird denjenigen, die sich sonst

vielleicht doch eher in zurückhaltender

Beobachterrolle gefallen, durch Masken und

Verkleidungen die Möglichkeit des „Sichfallen-Lassens“

geboten. Und genutzt.

Einmal drin im bunt geschmückten Golden

Cut am Hauptbahnhof, empfängt euch ein

Traumland mit Anleihen vom Mardi Gras

aus Sydney und New Orleans. Mit einer

zauberhaften Vanity Trash als Host, Gogos

und wie immer den maskulinsten DJs, die

Alex und sein Team auf der ganzen Welt

auftreiben konnten. Was braucht man mehr,

um durchzudrehen? LED-Spielzeug und

Stickstoffnebel? Wird erledigt! *ck

2.3., Camp77_Gluecksmodul, Golden Cut,

Holzdamm 61, Hamburg, U + S Hauptbahnhof,

23 Uhr


FOTO: JANA SABETH SCHULTZ

GOLDMARIE

Doris Gay*

Soll noch mal ein schwuler

weißer Cis-Mann sagen,

Lesben seien doch klischeehaft

und auf keinen Fall

lustig. So aus Prinzip und

so ... Ihr kennt den misogynen

Mist. Jedenfalls gibt

es ein neues Partyprojekt

der Mädels vom „The Social

Club“ (nächster Termin am

15. Februar in der Austerbar,

Henriettenweg 1). Und die

bedienten sich bei der Kreation

der Party bei einem DER

schwulen Literaturhelden,

Oscar Wilde. So ist also Dorian

Gray jetzt Doris Gay* und

veranstaltet am 23. März

in der Goldmarie mit DJ

Gina G. und DJ NiNo einen

legendären Mädelsabend

mit Ehefrauen, Freundinnen,

dem Lieblings-Queer oder

der Dragqueen und der

WunderBar ein paar Häuser

weiter. Du bist Doris! *ck

23.3., Doris Gay*, Goldmarie,

Talstr. 20, Hamburg, S

Reeperbahn, 21 Uhr

NACHTASYL

Diamantstandard

Darunter geht es bei DARE! nicht mehr. Keine 1980er-

Party der Stadt bemüht sich mehr, nicht in Kitsch und

Stereotypen des Jahrzehnts von Neonleggings

und Schweißbändern zu verfallen,

sondern jeden Monat eine

feine musikalische Auswahl

der wirklich bleibenden

Erinnerungen wachzuküssen.

Am 2. Februar

erledigt das „Precious

Little Diamond“ DJ

Little L. und am

2. März niemand

anders als DJ Chris

Flyke, der schon

selbst erfolgreiche

Partyprojekte in

der Hansestadt

gestemmt hat.

„Sounds Like a

Melody“ im schönsten

Theaterdachgeschoss

Hamburgs. *ck

2.2. + 2.3., DARE!,

Nachtasyl im Thalia Theater,

Alstertor 1, Hamburg,

S+U Jungfernstieg, 22:30 Uhr

PARTY 23


24 HINNERK LIEBT

PARTY

ALLE TERMINE UND ÜBER 20.000

WEITERE LOCATIONS WELTWEIT.

KOSTENLOS IN DER SPARTACUS APP!

FR 1.2.

23:55 Prinzenbar, Pop

The Floor - FriGay,

Pop, RnB, Club

Sounds, Hits &

Shits mit DJ Berry

E, Kastanienallee

20

SA 2.2.

22:30 Thalia Theater,

DARE! - Precious

Little Diamond, the

80s club for gays +

friends at Nachtasyl,

Alstertor 1

23:55 Docks, G.A.Y. -

Glory And Youth

-Timetravel 2019,

mit Bambi Mercury,

Berry E., Ployceebell,

Nicki Dynamite,

Barbara Fox,

Valery Pearl u.a.,

Spielbudenplatz 19

SO 24.2.

16:00 Die Burg – Theater

am Biedermannplatz,

Tanz[t]

akt- das queere

Tanzvergnügen,

Standard & Lateinmusik,

Salsa,

Discofox, Tango,

Volkmannstr 6

DI 26.2.

20:00 Contact Bar, Penny-Pincher,

Men

only. Der Abend für

alle Pfennigfuchser.

Bis 22 Uhr, Danziger

Str. 51

DO 28.2.

20:00 Contact Bar, Open

House! Barabend,

Men only., Danziger

Str. 51

20:00 Toms Saloon,

Longdrink Night,

Pulverteich 17

23:00 Große Freiheit 36,

Kaiserkeller: Sheroes,

feministische

Frauenparty für alle

Heldinnen, egal ob

lesbisch, bi oder

hetero, ob cis oder

trans, Große Freiheit

36

23:00 Knust, PINK INC

Kopfhörer Party,

Kopfhörer Dancefloor

mit 3 DJs

parallel. Hostet by

Valery Pearl, Neuer

Kamp 30

23:00 Golden Cut,

Camp_77 Gluecksmodul,

Beefy Carnival,

Holzdamm 61

SA 16.3.

23:59 Bahnhof Pauli,

BABYLON, Electro

Clubbing, Men

Only!, Spielbudenplatz

21-22

23:59 PAL / MOIRÉ,

Kann denn Liebe

Synthie sein?, Karolinenstr.

45

SO 17.3.

16:00 Die Burg – Theater

am Biedermannplatz,

Tanz[t]

akt- das queere

Tanzvergnügen,

Volkmannstr 6

Wöchentlich

SONNTAG

16:00 Generation Bar,

Cocktail Happy

Hour, 17 bis 21 Uhr,

Lange Reihe 81

22:00 Wunderbar, Blow

Me Up, Eine Nacht

mit René, Talstraße

14

MONTAG

16:00 Generation Bar,

Cocktail Happy

Hour, 17 bis 21 Uhr,

Lange Reihe 81

20:00 Extratour, Georgs

Stammtisch,

Offener Stammtisch

für schwule

Männer, Zimmerpforte

1

22:00 Wunderbar,

Montags- schwule

Gossipbörse, Talstraße

14

23:00 Große Freiheit

36, Kaiserkeller:

Shakesqueer - lesbischwul.

queer.

we are here.,

Indiepop/-rock,

Alternative, Queerpop

& Electro,

Große Freiheit 36

DO 7.2.

19:00 BASEMENT XXV,

DragQueen Bingo

by Magnifick, Pulverteich

23

SA 9.2.

23:00 Bahnhof Pauli,

BABYLON, Electro

Clubbing, Men

Only!, Spielbudenplatz

21-22

23:00 Fundbureau,

MANHATTAN

- Underground

Sounds, DJs: Rony

Golding, Berkenkamp,

Tee Jay, Fabi

B, DJNK, Stresemannstraße

114

MI 13.2.

20:00 Toms Saloon,

Bergfest, Pulverteich

17

FR 15.2.

19:00 LiZ, FLITtchenkneipe,

für Frauen,

Lesben, Trans und

Inter (FLTI), Karolinenstr.

21(HH)

SA 23.2.

22:00 Wunderbar,

offizielle After-

Geburtstagsparty

der WunderBar,

Talstraße 14

FR 1.3.

20:00 Contact Bar,

NACKT! Naked-

Sexparty, Men only.

ab 23:55 Uhr Bar-

Night., Danziger

Str. 51

20:00 Contact Bar,

NACKT! Naked-

Sexparty, Men only.

ab 23:55 Uhr Bar-

Night., Danziger

Str. 51

23:55 Prinzenbar, Pop

The Floor - FriGay,

Pop, RnB, Club

Sounds, Hits &

Shits mit DJ Berry

E, Kastanienallee

20

SA 2.3.

17:30 SLUTCLUB,

Horse Fair Market

- regulärer Fickstutenmarkt,

Einlass

Stuten: 17:30 -

18:30 Uhr, Einlass

Hengste: 19:00

- 20:00 Uhr, Rostocker

Straße 20

22:30 Thalia Theater,

DARE! - Sounds

Like A Melody, the

80s club for gays +

friends at Nachtasyl,

Alstertor 1

DI 5.3.

20:00 Contact Bar, Penny-Pincher,

Men

only. Der Abend für

alle Pfennigfuchser.

Bis 22 Uhr, Danziger

Str. 51

MI 6.3.

20:00 SLUTCLUB, Cheap

& Sexy Wednesday,

2-4-1 bis 23 Uhr,

danach regulärer

Barbetrieb, Rostocker

Straße 20

DO 7.3.

20:00 Contact Bar, Open

House! Barabend,

Men only., Danziger

Str. 51

DI 12.3.

20:00 Contact Bar, Penny-Pincher,

Men

only. Der Abend für

alle Pfennigfuchser.

Bis 22 Uhr, Danziger

Str. 51

MI 20.3.

20:00 SLUTCLUB, Cheap

& Sexy Wednesday,

2-4-1 bis 23 Uhr,

danach regulärer

Barbetrieb, Rostocker

Straße 20

DO 21.3.

20:00 Contact Bar, Open

House! Barabend,

Men only., Danziger

Str. 51

FR 22.3.

20:00 Contact Bar,

NACKT! Naked-

Sexparty, Men only.

ab 23:55 Uhr Bar-

Night., Danziger

Str. 51

MI 27.3.

20:00 SLUTCLUB, Cheap

& Sexy Wednesday,

Rostocker Straße

20

DO 28.3.

20:00 Contact Bar, Open

House! Barabend,

Men only., Danziger

Str. 51

FR 29.3.

20:00 Contact Bar,

NACKT! Naked-

Sexparty, Men only.

ab 23:55 Uhr Bar-

Night., Danziger

Str. 51

SO 31.3.

18:00 SLUTCLUB, All

You Can Fuck, Ab

23 Uhr: Fuck the

Rest, Rostocker

Straße 20

DIENSTAG

09:00 Erotixx, Bi-Day,

Hamburger Berg 36

16:00 Generation Bar,

Cocktail Happy

Hour, 17 bis 21 Uhr,

Lange Reihe 81

MITTWOCH

16:00 Generation Bar,

Cocktail Happy

Hour, 17 bis 21 Uhr,

Lange Reihe 81

20:00 Contact Bar, Die

Schnapsidee: Shot!,

Men only, Danziger

Str. 51

DONNERSTAG

20:00 Generation Bar,

Blond am Donnerstag,

Stammtisch,

Lange Reihe 81

22:00 Wunderbar, Ein

Kessel Buntes, Talstraße

14

FREITAG

21:00 Generation Bar,

Sounds on the floor,

mit den G-Bar-DJs,

Lange Reihe 81

SAMSTAG

05:00 SLUTCLUB,

Insomnia Frühclub,

kein Dresscode,

Rostocker Straße

20


26 NORDDEUTSCHLAND

Community

#QUEERJOBS

Das Queere Netzwerk

Niedersachsen (QNN) sucht

einen eigenständig arbeitenden,

kommunikativen

Menschen, der das „TiN –

Trans* in Niedersachsen“ als

selbst organisiertes Netzwerk

weiterführt. Zum Aufgabengebiet

gehören die Organisation

von TiN-Veranstaltungen

wie Netzwerktreffen,

Arbeits- oder Fachtagen, die

Netzwerkentwicklung nach

innen und außen sowie die

Zusammenarbeit mit dem

Sozialministerium. Auf der

Internetseite www.q-nn.de

sind die genauen Anforderungen

und Informationen in

einem PDF abrufbar.

#EHRUNG

Nino Dammann wurde für

sein Engagement Stipendiat

der Studienstiftung. Damit

will die Stiftung Aufmerksamkeit

für soziale Projekte

fördern und gleichzeitig jedem

eine Möglichkeit bieten,

sich finanziell zu engagieren.

Dammann werbe „seit fünf

Jahren mit Veranstaltungen

im Landkreis Cloppenburg

und der Region für eine größere

gesellschaftliche Akzeptanz

im ländlichen Raum von

Menschen mit unterschiedlichen

sexuellen Orientierungen

und geschlechtlichen

Identitäten“, so die Stiftung

in der Begründung. *ck

www.studienstiftung.de

PARTY

Frühlingserwachen im Partykalender

Obwohl der Winter doch gerade erst

so richtig losgelegt hat, ist er bald

schon wieder vorbei. Im queeren Partyleben

Norddeutschlands gab es zwar keinen Winterschlaf,

trotzdem heizen die Kreativen der

Feierszene jetzt noch mal mehr ein.

Nach dem 8. Geburtstag im Januar lädt die

GayCandy dich am 16. Februar zur größten

monatlichen Party in den Bremer 2raumclub

ein. Mit voller Fahrt in Richtung Frühling

geht’s um eine Stunde vor Mitternacht

zum queeren Planet in die Mensa Academia

Bremen. DJ Andrew Dunke und DJ David

Marquez vertreiben mit dir zusammen

schwungvoll zu heißen Beats den grauen

und kalten Winter – natürlich wird standesgemäß

regenbogenfarbig dekoriert.

Am 2. März nimmt das Gleis 9 nach zehn

Jahren Abschied von der Bremer Szene. Auf

der von hinnerk präsentierten Abschlussparty

wird ab 23 Uhr zum letzten Mal in dem

Partytempel geschuppt. Zur Begrüßung

bekommen die ersten 333 Gäste einen

Orgasmus. Das wird sogar vom Veranstalter

garantiert und hier nicht näher ausgeführt.

Es lesen ja vielleicht auch Kinder mit. DJ

Marcello Six, DJ Leberwurst, DJ Markus und

DJ Denny D sorgen auf zwei Tanzflächen für

erste frühlingshafte Hitzewallungen.

Zwei Tage schlafen, und dann heißt es am

4. März wieder „Kölle alaaf“. Das Friends und

die König Lounge in Bremen laden ab 19 Uhr

zur großen Rosenmontagsause ein.

Zur größten schwul-lesbischen Party Norddeutschlands,

der Volume XXL, wird am 9.

März ab 23 Uhr in den Funpark Hannover

eingeladen. Auf dich wartet ein Sektempfang,

eine Lasershow mit Special Effects

und eine bunte Musikmischung der angesagtesten

DJs der queeren Szene.

Wer den Abend lieber elektronisch mag, sollte

ab 23 Uhr zur Stroh•feu•er in den Bremer

Magazinkeller: DJ Markus, DJ Hannes und DJ

Jasha Mason bieten das Beste aus Elektro,

Techno und Tech House. *mr/ck

FOTOS: M. RÄTZ

Man(n) sieht gut aus.

Dr. med. Andreas Britz

Haut- und Lasertherapie

Heimhder Straße 38

20148 Hamburg

Telefon 040 - 44 80 98 12

Fadenlifting

Tattoo-Entfernung

Liposuktion (Fettabsaugung)

Peeling

Faltenunterspritzung

Lidstraffung

www.dr-britz.de


STARTIPPS

DJ Francis:

Lieblingslieder

Er gehört zur festen Riege der „Gö/crazy“-DJs,

begeisterte aber auch schon in Magdeburg und

regelmäßig in seiner Heimat Berlin. Hier verrät

DJ Francis uns seine zehn Lieblingslieder – und

diese Liste ist gar nicht so klubbig, wie man erwartet.

Ja, sogar Whitney Houston (Bild rechts) ist mit dabei,

und Ariana Grande gleich zweimal! *rä

1. Ciara – Level Up

2. Ariana Grande – No Tears Left to Cry

3. Fisher – Losing It

4. Cardi B – Bodak Yellow

5. Calvin Harris & Sam Smith (Bild unten rechts) –

Promises

6. Willy William – La La La

7. Whitney Houston – I Will Always Love You

8. Ariana Grande feat. Troye Sivan – Dance to This

9. Eleni Foureira – Fuego

10. Netta – Toy

www.instagram.com/dj__francis

FOTO: M. RÄDEL


28 TERMINE NORD

NORD

ALLE TERMINE UND ÜBER 20.000

WEITERE LOCATIONS WELTWEIT.

KOSTENLOS IN DER SPARTACUS APP!

FR 1.2.

20:00 RAT & TAT, Liquid

Dreams - The

Cocktail Session,

KWEER, Theodor-

Körner-Str. 1,

Bremen

SA 2.2.

22:00 MAchsDOch,

After-Homophilias,

Donnerschweer Str.

50, Oldenburg

23:00 Shagall, GayKiss

- Neon Party III,

Rembertiring 4,

Bremen

DI 5.2.

14:00 Vulkan-Sauna,

Gayromeo Day, Mitglieder

zahlen 10

Eur Eintritt. Bis 23

Uhr, Otto-Brenner-

Str. 15, Hannover

FR 8.2.

20:00 Marlene, Die

Bösen Schwestern:

VERFLIXT und

nachGELACHT,

Prinzenstr. 10, Hannover

SA 9.2.

22:00 Gewandhaus,

MenDance /

WomenDance Altstadtmarkt,

Braunschweig

MO 11.2.

20:15 Apollo Kino,

Queerfilmnacht:

Just Friends, Limmerstr.

50, Hannover

MI 13.2.

20:30 Pumpe, Queerfilmnacht:

Just

Friends, Haßstr.

22, Kiel

DO 14.2.

19:30 Andersraum,

Queere Filmnächte,

Asternstr. 2, Hannover

FR 15.2.

15:00 EGO Erotikfachmarkt

Bockel, Bi

Tag, An der Autobahn

1, Gyhum

(Bockel)

15:00 EGO Markt

Schwarmstedt, Bi-

Time, An der Autobahn

6, Schwarmstedt

20:30 City46, Queerfilmnacht:

Just

Friends, Birkenstraße

1, Bremen

SA 16.2.

22:00 Alhambra, MÄN-

NERfabrik, men

only., Hermannstraße

83, Oldenburg

SO 17.2.

16:00 Vulkan-Sauna,

Wellness Weekend,

Otto-Brenner-Str.

15, Hannover

MI 20.2.

20:00 Forum St. Peter,

Die Bibel über

Homosexualität,

Georgstr. 5, Oldenburg

SA 23.2.

122:00 DORMERO Hotel,

QueerClub, Hildesheimer

Str. 34-38,

Hannover

23:00 Mensa Academia,

Planet Queer! -

Rainbow Special,

Dechanatstr. 13-15,

Bremen

MI 27.2.

19:00 Zone 283, Feierabend

Cruising,

Kornstraße 283,

Bremen

DO 28.2.

18:00 Andersraum,

Queer Migrants,

Asternstr. 2, Hannover

14:00 Vulkan-Sauna,

Partnertag. Bis 23

Uhr, Otto-Brenner-

Str. 15, Hannover

SA 2.3.

23:00 Gleis 9, Queer

Affair Abschlussparty,

Bürgermeister-Smidt-Str.

15,

Bremen

SO 3.3.

19:30 Fritz, Kay Ray:

Wonach sieht‘s

denn aus?!?, Herdentorsteinweg

39,

Bremen

MO 4.3.

19:00 König Lounge,

Rosenmontagsause,

Ostertorswallstraße

68, Bremen

FR 8.3.

20:00 Swiss Life Hall,

Flashdance - Das

Musical, Ferdinand-

Wilhelm-Fricke-

Weg 8, Hannover

SA 9.3.

14:00 K13 Sauna,

Schaumparty +

Youngster-Tag,

Schaum ab 22 Uhr

in der Fun-Area,

Klävemannstr 13,

Oldenburg

23:00 Funpark, VOLUME

XXL, mit DJck & DJ

Territo, Expo Plaza

9, Hannover

SO 10.3.

14:00 Swiss Life Hall,

Flashdance - Das

Musical, Ferdinand-

Wilhelm-Fricke-

Weg 8, Hannover

MI 13.3.

14:00 Vulkan-Sauna,

Youngster Day,

U30 zahlen 10 Eur

Eintritt. Bis 23 Uhr,

Otto-Brenner-Str.

15, Hannover

16:00 PERSEUS Club

Sauna, Youngster

Tag, Eintritt bis

25 Jahre 5 Euro,

Waller Heerstr. 126,

Bremen

19:00 Zone 283, Feierabend

Cruising,

kein Dresscode,

Kornstraße 283,

Bremen

DO 14.3.

19:30 Andersraum,

Queere Filmnächte,

Asternstr. 2, Hannover

SA 16.3.

22:00 Alhambra,

MännerFabrik –

BärenErwachen,

men only., Hermannstraße

83,

Oldenburg

23:00 2RaumClub,

GayCANDY #114,

Rembertiring 7/9,

Bremen

SO 17.3.

15:00 Kantine 5, Rosa

Tanzcafé für Lesben,

Schwule &

Tanzbegeisterte,

Standard-, Latein

u. Tango Argentino

sowie Kaffee &

Kuchen, An der

Weide 50, Bremen

16:00 HuK, Sonntags

– Cafe, bis 18 Uhr,

Schuhstr. 4, Hannover

18:00 Joe‘s Hannover,

S.O.S. – Sex on

Sunday, 1 Freigetränk,

Odeonstr. 5,

Hannover

DI 19.3.

14:00 K13 Sauna,

Single-Tag, Klävemannstr

13,

Oldenburg

20:30 Andersraum,

BDSM Stammtisch,

Asternstr. 2, Hannover

SA 23.3.

21:00 Burgklause,

Schlagerparty, die

Hits der 70er, 80er,

90er, Burgstr. 11,

Hannover

DI 26.3.

14:00 K13 Sauna,

Single-Tag, Klävemannstr

13,

Oldenburg

20:30 Andersraum,

BDSM Stammtisch,

Asternstr. 2, Hannover

MI 27.3.

19:00 Zone 283, Feierabend

Cruising,

kein Dresscode,

Kornstraße 283,

Bremen

18:00 Joe‘s Hannover,

YoungStars, unter

28 Jahren bekommen

jeden Tag

einen GetränkeCoin

und zahlen nur 6

Euro, Odeonstr. 5,

Hannover

DO 28.3.

18:00 Hannöversche

Aids-Hilfe e.V., Fit

& Gesund? - HIV

& STI Check für

schwule & bisexuelle

Männer, Lange

Laube 14, Hannover

FR 29.3.

21:00 Zone 283, Men´s

Night, Kein Dresscode,

Kornstraße

283, Bremen

20:00 Bronx, Barbetrieb,

Bohnenstraße 1B,

Bremen

22:00 Bar Romantis,

Friday Quiz Time,

Lavesstr. 64, Hannover

SA 30.3.

23:00 Alhambra, Rosa

Disco, Dance, Charts,

House und Klassiker,

Hermannstraße

83, Oldenburg

Rainbow Special

23.02.2019

DJ Marquez

PLANET

QUEER

Andrew Druke

Mensa Academia Bremen I Dechanatstr.13-15 28195 Bremen


30

GESUNDHEIT

WELLNESS

Neues in und aus der DRAGON!

Für jemanden, der wie ich

durch beruflichen Hamburg-

Entzug Jahre nicht in DER schwulen

Sauna der Stadt war, ist es fast so,

als wäre hier wirklich alles umgebaut,

erneuert und erweitert worden. Aber

selbst für regelmäßige Dragon-

Gänger gibt es ständig mehr zu

entdecken. Wir sprachen mit den

neuen Geschäftsführern, Habib und

Daniel, die seit rund einem Jahr das

Heft bzw. das Saunatuch in der Hand

haben. *ck

Seit einem Jahr seid ihr „die Neuen“ in der

Dragon. Warum eigentlich? Was macht euch

so einen Spaß an der Arbeit, dass ihr das

ganze Projekt übernommen habt?

Wir sind seit einem Jahr die Neuen, aber wir

sind quasi gar nicht so neu, wir haben als

Geschäftsführer bei dem Inhaber gearbeitet,

der die Sauna 1995 geplant und gebaut hat.

1996, im Juli, wurde die Sauna dann als „Badehaus

Dragon“ eröffnet. Später wurde der

Betrieb in „Dragon Sauna“ umbenannt. Die

Sauna wurde mit 580 qm Fläche eröffnet

und innerhalb der letzten Jahre auf jetzt

1.800 qm vergrößert.

Während unserer gemeinsamen Zeit als

Geschäftsführer haben wir gemerkt, dass die

Sauna für uns mehr als nur ein Arbeitsplatz

ist, wir sind eine Familie, die Sauna ist ein

Familienbetrieb und die Gäste sind eher Familiengäste

– und da war es klar, dass wir es

so weiterführen wollten, als der Inhaber uns

diese einmalige Gelegenheit angeboten hat.

Welche Neuerungen habt ihr denn

schon realisiert?

Wir haben vieles erneuert. Vieles, das die

Gäste sofort sehen, und auch einiges, was

sie gar nicht sehen. Die Lüftungsanlagen,

der Fußboden, komplette Renovierung der

Sauna, Farben, neue Möbel, wöchentlich

wechselnde frische Blumen und neue Produkte

in der Gastronomie.

Und was ist für die Zukunft geplant?

In Planung sind viele Änderungen, die aber

Zeit brauchen, denn im laufenden Betrieb

kann man nicht mehrere Baustellen gleichzeitig

anfangen. Deswegen verraten wir nur

die kommende Baustelle: Das wird ein neuer

Pool sein!

Welches sind eure Highlights, warum

ein schwuler Mann dringend die Dragon

besuchen sollte?

Jeder schwule Mann ist einzigartig und

entsprechend sind auch die Highlights für

jeden andere. Es gibt Gäste, die es lieben,

sich mit uns zu unterhalten und am Tresen

zu scherzen – und da sind wir wirklich ein

gemischtes Team, das versucht, jedem Gast

den Aufenthalt bei uns so angenehm wie

möglich zu gestalten. Wir achten sehr darauf,

dass jeder Gast sich bei uns wohlfühlt. Es

gibt zum Beispiel unsere Motto-Tage: An

jedem Tag versuchen wir, eine Zielgruppe

mit einem speziellen Angebot zu erreichen.

Dazu kommen der Youngsters-Tarif und die

Bärensauna, die monatlich bei uns stattfinden.

Und wir spenden an jedem letzten

Montag im Monat von jedem Eintritt 3 Euro

an Hein & Fiete.

Eure Aufgüsse sind ein wenig anders

als in anderen Saunen. Wollt ihr den

Lesern verraten, inwiefern?


GESUNDHEIT

IN HAMBURG

Die Aufgüsse sind einmalig, und das haben wir unseren Aufgussmeistern

zu verdanken. Deswegen beantworten sie am

besten diese Frage.

Torsten: In den meisten Saunen werden nur klassische Aufgüsse

mit Aufgusskonzentrat, gemischt mit Wasser, gemacht.

Wir wollen unseren Gästen etwas Besonderes und Vielfalt

bieten. Daher machen wir meist ein bis zwei klassische

Aufgüsse und danach dann Aufgüsse mit rein ätherischen

Ölen (auf Eis oder Eiskugeln). Der Duft der ätherischen Öle

ist reiner und intensiver. Zudem spielen wir viel mit Beleuchtung

passend zu den Düften. Da werden kleine LED-Lampen

unter das Eis gesetzt. Und seit kurzem haben wir auch eine

Beleuchtung unter den Sitzbänken. Wir suchen zum Duft

passende Musik und spielen diese über die Dolby-Surround-

Anlage in der Kabine ab. Oder auch einfach nur Naturgeräusche

wie Meeresrauschen, Kaminfeuer oder Waldgeräusche.

Damit das Wedeln mit dem Handtuch nicht nur Standard ist,

haben wir uns für ein Training den ehemaligen Weltmeister

im Aufguss für einen Tag engagiert. Den kennen wir von den

Weltmeisterschaften im erlebten Aufguss und er hat uns so

einiges beigebracht. Alles in allem versuchen wir eben, den

Gästen ein in sich stimmiges Gesamtpaket vorzuführen und

die Seele zu streicheln. (lacht) Und der Resonanz nach gelingt

uns das auch sehr oft. Wir geben uns Mühe, das Leben bunter

und vielfältiger zu machen, und wenn die Gäste mit einem

Lächeln aus der Sauna kommen, dann haben wir unser Ziel

erreicht.

Dragon Sauna, Pulverteich 37, Hamburg,

S+U Hauptbahnhof, www.dragon-sauna-hamburg.com

ÄRZTE

■ Christian Aust,

Urologie,

Eppendorfer Landstr. 44,

& 4603463,

www.uro-eppendorf.de

■ Andreas Britz,

Dr. med.Praxisklinik am Rothenbaum,

Privatpraxis, Haut- und Geschlechtskrankheiten,

Lasertherapie,

Kosm.-ästhet. Behandlungen,

Allergologie,

Heimhuder Str. 38, & 44809812,

www.dr-britz.de

■ Elbpneumologie

Dres. med. Aries & Partner,

Lungenheilkunde, Allergologie,

Struenseehaus, Mörkenstr. 47,

& 3903534,

altona@elbpneumologie.de

■ Dammtorpraxis, Dr. Linnig,

Allgemeinmedizin, Reise-Medizin,

HIV, Hepatitis, STD,

Damnmtorstr. 27, & 35715638,

www.dammtorpraxis.de

■ ICH Grindel,

Dr. med. Thomas Buhk,

Dr. med. Stefan Fenske,

Prof. Dr. med. Hans-Jürgen

Stellbrink,

All gemeine und Innere Medizin,

HIV, Hepatitis, STD,

Grindelallee 35, & 4132 420,

www.ich-hamburg.de

■ ICH Stadtmitte,

Dr. med. Axel Adam,

Stefan Hansen,

PD Dr. med. Christian Hofmann,

Dr. med. Michael Sabranski,

Dr. med. Carl Knud Schewe,

Allgemeine und Innere Medizin,

HIV, Hepatitis, STD,

Glockengießerwall 1,

& 28004200,

www.ich-hamburg.de

■ Medizinisches Versorgungszentrum

Hamburg,

Prof. Andreas Plettenberg,

Dr. Albrecht Stoehr,

Prof. Jörg Petersen,

Dr. Peter Buggisch,

HIV, Hepatitis, STD, Infek tiologie,

Lohmühlenstr. 5, Am AK St. Georg

Haus L, & 28407600,

www.ifi-medizin.de

■ Oliver Neubauer,

Facharzt für Urologie,

Herthastr. 12, & 64224500,

www.urologe-hamburg.com

■ Schwerpunktpraxis

Nerven-Psyche,

Dr. med. Hans Ramm,

Dr. med. Andrea Oster,

Neurologie, Psychiatrie,

Psychotherapie,

Kreuzweg 7, & 245464,

www.nervenarzt-hh.de

■ Dr. med. Martin Eichenlaub,

Facharzt für Neurologie,

Nervenheilkunde, Psychiatrie u.

Psychotherapie,

Elbgaustr. 112., & 841084,

www.nervenarzt-eichenlaub.de

■ Dr. med. Ulrich Reuters,

Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie,

Plastische Operationen,

Rothenbaumchaussee 5, & 4800848

■ Ralf Siemen,

Praktischer Arzt,

Königstr. 1, & 314144

■ Josef Stuch,Dr.

All gemeinmedizin,

Ida-Ehre-Platz 12, & 37510060

■ Ambulanzzentrum des UKE,

Bereich Infektiologie:

Dr. med. Olaf Degen,

Dr. med. Sabine Jordan,

Dr. med. Sandra Hertling,

Dr. med. Stefan Schmiedel,

Dr. med. Anja Hüfner,

Fachärzte für Innere Medizin

/Allgemeinmedizin/Tropenmedizin,

HIV, STD,Infektion- & Tropenkrankheiten,

Hepatitis

Universitätsklinikum Eppendorf,

Martinistr. 52, &741052831,

infektionen@uke.de

■ Dr. med. Welf Prager & Partner,

Dermatologie,

ästhetische Dermatologie,

operative Dermatologie,

Allergologie, Phlebologie,

Lasermedizin,

Hemmingstedter Weg 168,

& 040 81 991 991

www.derma-hamburg.de

COACHING

■ Markus Bundschuh,

Gestalttherapeut-Psychotherapie

(HPG), Müggenkampstr. 29,

& (0179) 5270700,

www.therapie.de/psychotherapie/

bundschuh

■ Kathrin Eßmann,

Berufliches und psychologisches

Coaching, Supervision,

Teamberatung,

Max-Brauer-Allee 54, & 43099379,

www.kathrin-essmann.de

■ Ruthemann Coaching,

Heilpraktiker f. Psychotherapie,

Professor-Brix-Weg 4, & 31171492

www.ruthemann-coaching.de

■ easylife Therapiezentrum,

einfach abnehmen Winterhuder,

Marktplatz 6-7, & 309875130,

www.easylife-hh.de

APOTHEKEN

■ Alexander Apotheke St. Georg,

Steindamm 81, & 28009922,

www.alexapo.de

■ Alexander Apotheke City-Süd,

Beim Strohhause 2, & 97078827,

www.alexapo.de

■ Apotheke am H auptbahnhof,

Steindamm 2, Ecke Adenauerallee,

& 241241

■ Apotheke Zum Ritter St. Georg,

Lange Reihe 39, & 245044

■ Epes Apotheke,

Lange Reihe 58, & 245664

PSYCHOTHERAPIE

■ Markus Bundschuh,

Gestalttherapeut-Psychotherapie

(HPG), Müggenkampstr. 29,

& (0179) 5270700,

www.therapie .de/psychotherapie/

bundschuh

■ Kathrin Eßmann,

Systemische Therapie,

lösungsfokussierte Kurzintervention,

Max-Brauer-Allee 54, & 43099379,

www.kathrin-essmann.de

■ Christian Perro, Dr. med.,

Psychiatrie, Eppendorfer Landstr. 37,

& 464554

■ Kurt Strobeck,

Dr. med. Facharzt Psychiatrie und

Psychotherapie, Ferdinandstr. 35,

& 32527214


32 GESUNDHEIT

Moralistische

Komfortzone verlassen!

SEXUALITÄT

Ich gebe zu, das ist

mir eine Nummer zu

heftig. Immer noch. Mit einem

Kursleiter, der so ziemlich alle

Attribute sexuellen Begehrens

meinerseits dabei hat, und anderen

Menschen, nackt in einem

Workshop die Spiritualität von

Sexualität (neu) zu entdecken.

Wer da weniger gehemmt ist als

ich, dem sei Yousef Iskandars

SEXPERIENCE am 8. Februar auf

Kampnagel ans Herz und an den

Penis gelegt.

„Dort geht es erst mal in die Sphären

der Lust und der spirituellen Kraft

der Sexualität. Während draußen das

Yoga-Business boomt und weitere

fernöstliche Praktiken zum neusten

Shit der Selbstfindung erklärt werden,

lädt Yousef erst mal zum Griff in den

eigenen Schambereich ein. In jeglicher

Hinsicht. Sexualität und Spiritualität

sind laut Yousef Iskandar miteinander

verbunden, aber oft geht uns vor lauter

moralischen Altlasten diese Verbindung

verloren. Er zeigt in SEXPERIENCE,

wie wir sie mit ganz naheliegenden

Methoden wiedererlangen können. Wer

bereit ist, die eigene Komfortzone zu

hinterfragen, herauszufordern und zu

verlassen, ist hier richtig: In kollektiver

Nacktheit führen die Teilnehmer*innen

gemeinsam intime Übungen aus.“

(Queer B-Cademy)

Dass ein gewisses Maß an Hygiene

von den Teilnehmenden erwünscht

ist, sollte klar sein. Auch sollte auf

zu viel Parfüm verzichtet werden,

bequeme Kleidung und ein Bettlaken

dabei sein. *ck

8.2., SEXPERIENCE, Kampnagel, Halle

P1, Jarrestr. 20, Hamburg, U Borgweg,

14 Uhr, Dauer: knapp 4 Stunden,

Sprache: Englisch (Arabisch und

Spanisch nach Bedarf), Spende:

2 – 9 Euro (wird erwürfelt),

Anmeldungen über

ticketing@kampnagel.de

13.02.19

18 Uhr

20.02.19

18 Uhr

Der Selbsttest – Ein neuer

Baustein im persönlichen

Präventionsbaukasten?

Christian Giebel und Mara Wiebe

Cops4Colours – Warum gibt

es sie und was hat das mit

der Community zu tun?

Marco Burmester-Krüger (Polizei Hamburg)

ZahnarztMartinSchuh_83x62_11-2013.indd 1 14.10.13 12:48

14.03.19

18 Uhr

28.03.19

19:30 Uhr

Gamechanger?

Ein Jahr unter PrEP

Christian Giebel (AIDS-Hilfe Hamburg)

Safer Sex 3.0

für Trans*männer

Florian Gastell (AIDS-Hilfe Hamburg)

AIDS-Hilfe Hamburg e.V. | Lange Reihe 30 – 32 | 20099 Hamburg

www.aidshilfe-hamburg.de

Ihre Apotheke im

der Langen Reihe

Öffnungszeiten:

Mo - Fr 8:30 bis 19:00 Uhr

Sa 8:30 bis 15:00 Uhr

Lange Reihe 58 · 20099 Hamburg

info@epes-apotheke24.de

Inh.: Uta Capellen-Antz e.Kfr.

Tel.: (040) 24 56 64

Fax: (040) 24 44 26


BEAUTY

Schönheit ist machbar

GESUNDHEIT 33

Die Klinik Dr. Katrin Müller zählt zu

den modernsten Privatkliniken für

Plastische und Ästhetische Chirurgie in

Niedersachsen.

Zwei hochmoderne Operationssäle

lassen keine Wünsche in Hinblick auf

Patientensicherheit und Hygiene offen.

Im Herzen Hannovers erwarten den

Kunden hochwertig ausgestattete Räume

und eine entspannte Atmosphäre.

Mit innovativen Behandlungsmethoden

und höchsten Sicherheitsstandards.

„Wir begegnen unseren Patienten sehr

persönlich. Wir nehmen uns Zeit für sie

und richten unsere Beratung stets an

den aktuellen medizinisch machbaren

und individuell sinnvollen Lösungen aus.

Wir sind uns der hohen Verantwortung

bewusst, die operative, minimal-invasive

oder nicht-invasive Behandlungen mit

sich bringen,“ so das Team gegenüber

hinnerk. Und weiter: „Geleitet wird unsere

Klinik von einer international ausgebildeten

Fachärztin für Plastische und

Ästhetische Chirurgie, die Sie nicht nur

auf dem Papier kennenlernen. Ganz im

Gegenteil. Frau Dr. Müller ist eine Ärztin

‚zum Anfassen‘. Mit großer Erfahrung.

Und dem Anspruch, das bestmögliche

natürlich aussehende Ergebnis für Sie

zu erreichen. Schließlich möchten wir

Sie bei uns in den besten Händen

wissen.“ Zu den angewandten Behandlungsmethoden

und Techniken

gehören auch: COOLS-

CULPTING® – Fett reduzieren

mit Kälte, ULTHERAPY® – Der

sanfte Weg zur Entfaltung,

THERMI® – Die schonende

Art der Hautstraffung, MIRA-

DRY® – Achselschweiß und

Schweißgeruch reduzieren,

TIXEL® – Effektive Hautverjüngung

durch Wärme, EXO-

KINE® – 100% natürliche

Hauterneuerung.

Klinik Dr. Katrin Müller,

Schiffgraben 35, Hannover,

0511 5156550,

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Öffnungszeiten:

Mo.-Fr. 8.00 - 20.00 Uhr

Sa. 9.00 - 18.00 Uhr


34 GESUNDHEIT

FOTOS: M. RÄDEL

Shinrin Yoku, so bezeichnet man in Japan das „Baden“ im Wald. Hier weiß man schon lange

um die beruhigende und das Immunsystem stärkende Kraft von Waldspaziergängen.

PSYCHE

HALLO Winterblues!

Die besinnliche Advents- und

die fröhliche Weihnachtszeit

sind rum, auch Silvester ist – wenn

dieses Heft erscheint – schon vorbei.

Und dann?

Dann ist es bis April einfach nur noch

dunkel, kalt und feucht in der Welt. Die U-

Bahnen sind voll von Miesepetern, die Klubs

leer, die Absturzkneipen voller Frusttrinker.

Und Dating macht mit klammen Händen

auch weniger Spaß. So richtig zu feiern gibt

es nichts und die meisten igeln sich zu Hause

ein und futtern das, was von der „Festsaison“

übrig und jetzt zum reduzierten Preis in

den Läden zu bekommen ist. Jetzt wird man

also auch noch dick! Als ob man sich nicht

schon sonst genug trübe Gedanken macht,

Body Positivity hin oder her.

Den dunklen Winterblues-Tagen kann man

aber auch ganz anders begegnen. Erfolgs-

und Motivationstrainer Jürgen Höller zum

Beispiel rät, „drei Tage die Woche fest

eine Aktivität einzuplanen“, das schaffe

Verbindlichkeiten. „Es geht hauptsächlich

darum, etwas zu unternehmen, was,

ist dabei zweitrangig und kann drinnen

oder draußen stattfinden. Hier ein paar

Tipps: Spieleabend, in ein Museum gehen,

ein Kabarett besuchen.“ Auch gut seien

Sport und kaltes Duschen – das bringt in

Schwung. Und Sonne! „Zwischen Oktober

und Februar scheint die Sonne selten und

es ist bekannt, dass Vitamin-D-Mangel

zu Müdigkeit, Heißhunger und Nervosität

führt. Hier gilt es folglich jeden Sonnenmoment

einzufangen. Sei es in der Mittagspause

bei einem kleinen Spaziergang, beim

Joggen oder einem heißen Getränk auf der

Winterterrasse“, verrät er.

Und schon schließt sich der Kreis: Warum

sich nicht einfach jeden zweiten Tag

mit einem Kollegen in der Mittagspause

verabreden? Oder mit der besten Freundin

im Park joggen, statt am Telefon über all

das Trübe zu sprechen, was einem in dieser

Jahreszeit widerfährt?

Falsch sei es, sich mit negativen Vergleichen

zu belasten. „Es ist so dunkel

draußen, das deprimiert“ oder „Ich würde

jetzt lieber am Strand liegen“, schaffe ein

negatives Mentalbild, meint Jürgen Höller.

Statt immer wieder Vergleiche zu Dingen

zu ziehen, die diese Jahreszeiten nicht bieten,

würden imaginäre Bilder mit schönen

möglichen Dingen helfen, die Stimmung

und auch die Motivation zu verbessern.

„Wenn ich aus der Kälte komme, gönne

ich mir eine heiße Dusche.“ Oder: „In der

Dunkelheit mache ich mit Freunden einen

Laternenlauf mit anschließendem Kürbisessen.“

Also, lebe achtsam, freu dich über das, was

möglich ist, gib dem Winter eine Chance –

mit oder ohne Schnee und festen Partner.

Das Leben ist schön, keep it hygge! *rä

www.juergenhoeller.com

www.blu.fm/kultur

HIV

PrEP

vom Spezialisten

für Männergesundheit

Den meisten Männern ist die Hormosan Pharma GmbH wegen ihrer günstigen

Präparate zur Behandlung erektiler Dysfunktionen bekannt. Seit einiger Zeit

mischt das Unternehmen aber auch auf dem Markt der HIV-Prä-Expositionsprophylaxe

(PrEP) mit und senkte Mitte Januar die Kosten für seine Version der

Wirkstoffkombination Emtricitabin/Tenofovirdiproxil. Damit will Hormosan „ihren

Beitrag dazu leisten, die Präventionsarbeit im HIV-Bereich zu stärken und die

HIV-Prä-Expositionsprophylaxe (PrEP) für mehr Personen verfügbar machen.“ Der

deutliche Preisunterschied zum Original-Präparat und eine anwenderfreundliche

Packungsgröße, sowie eine besonders originalnahe Konzeption der Tabletten mit

hoher Qualität und Verträglichkeit unterstreichen diesen Anspruch. *ck

www.hormonsan.de

ILLUSTRATION: HORMOSAN


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GESUNDHEIT

FOTO: ALEX BOYD / UNSPLASH

SCHWERPUNKT

DIVERSITY

UND GESUNDHEIT

Die kommenden 15 Seiten bringen euch auf den

neusten Stand in Sachen PrEP und Substanzgebrauch

und machen einen Ausflug in die Arbeitswelt. Wie ist es als

Transsexuelle in der Bundeswehr? Was tut ein Weltkonzern

wie die METRO AG, um queeren Mitarbeitern auch in Russland

eine gleichberechtigte Teilhabe zu ermöglichen?

INTERVIEW

Dr. Darius Chahmoradi Tabatabai hilft gegen die Sucht

Die Nutzung von suchtauslösenden

Substanzen –

besonders bei Männern, die Sex mit

Männern haben – ist ein Thema, das

aufgrund von gleich zwei gesellschaftliche

Tabus oft nur verschämt

und versteckt sozusagen „unter der

Ladentheke“ behandelt wird. Sexualität

und Drogengebrauch sind aber

Alltag – und Hilfsangebote, wenn

besonders Letzterer zum Problem

wird, sind rar. Wir trafen uns mit Dr.

Darius Chahmoradi Tabatabai, Chefarzt

der Entwöhnungstherapie in

der Hartmut-Spittler-Fachklinik im

Vivantes Berlin (www.vivantes.de).

Herr Dr. Chahmoradi Tabatabai, was

machen Sie hier genau?

Die stationäre Behandlung von Suchterkrankungen

ist in Deutschland in zwei

Bereiche aufgeteilt: einmal die Akutbehandlung

von Suchterscheinungen

im Krankenhaus, finanziert durch die

Krankenkassen, und die sogenannte Langzeittherapie,

finanziert durch die Rentenversicherung,

in Rehabilitationskliniken wie

dieser hier. Wir behandeln Alkohol- oder

Medikamentenabhängigkeit über 12 bis 15

Wochen je nach Krankheitsschwere und

die Abhängigkeit von illegalen Substanzen

über bis zu 26 Wochen.

So lange dauert eine Entwöhnung?

Ja. Die Kerntherapie dauert so lange in

stationärer Behandlung. Natürlich gibt es

noch Phasen des Übergangs nach Hause

oder in Nachsorgeeinrichtungen, die

unheimlich wichtige Kooperationspartner

sind.

Wie hoch ist der Anteil an Männern,

die Sex mit Männern haben, und dem

Chemsex-Umfeld?

Ich habe keine konkreten Zahlen. Wir haben

diese Fälle aber. Vor der Zusammenlegung

der beiden Kliniken war ich in Spandau

tätig, dort gab es sehr wenige Männer, die

darüber offen gesprochen haben. Da waren

viele Ängste und Scham im Spiel. Das hat

sich hier am Standort in Berlin-Schöneberg

geändert, was sicherlich auch der Bevölkerungsstruktur

zu verdanken ist. Es löst

allerdings interessanterweise immer noch

Befangenheit aus, über Enhancement, also

die Steigerung der sexuellen Aktivität durch

Substanzen, zu sprechen. Das macht die

Erhebung von Zahlen schwierig.

Wie sind Sie in der Szene vernetzt?

Wir haben eine Kooperation mit der

Schwulenberatung und auch die Möglichkeit,

eine Gruppe „Queer und süchtig“

anzubieten. Wir merken allerdings, dass die

betroffenen Männer doch eher direkt zur

Schwulenberatung gehen, und bekommen

von dort die Rückmeldung, dass es immer

häufiger Fälle aus dem Chemsex-Umfeld

gibt und auch immer häufiger ein Reha-

Potenzial erkannt wird. Dieser Schritt ist

allerdings nach wie vor schwierig, weil sich

die Männer mit dem Thema ein Stück

weit isoliert fühlen. Wir haben 2017 mit

Gesprächen begonnen und planen hier ein

verbessertes Angebot.

Gibt es einen Unterschied zwischen

der Partydrogen- und der Chemsex-

Szene?

Die Berliner Partydrogenszene ist – nicht

zuletzt durch die große Charité-Befragung

– sehr gut beleuchtet. Dieser Substanzgebrauch

findet auch in einem öffentlichen

Umfeld statt, während die Chemsex-Szene

ja häufig privat und etwas versteckt abläuft.

Das macht es schwieriger, Zugang zu finden.

*Interview: Christian Knuth

Das ganze Interview findet ihr auf

www.blu.fm!

FOTO: VIVANTES


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UND HEPATITIS C.

Informieren Sie sich, wie Sie sich vor

einer Infektion schützen können.

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GESUNDHEIT

DROGEN

FOTO: GRETA SCHÖLDERLE MØLLER / UNSPLASH

KRISTALL

„Der Rausch läuft nicht weg“

Für Eilige die Empfehlung

vorweg: „Kristall“ von Alexander

Wendt ist das womöglich beste

Buch über Drogen, das je veröffentlicht

wurde. Es ist unterhaltsam,

spannend, umfassend und dabei

vollkommen nüchtern und unideologisch.

In zahlreichen interviewartigen Erzählungen

und chronologischen Betrachtungen

berichtet Alexander Wendt über den

aktuellen Drogenkonsum, aus Suchtkliniken,

aus der Sicht von Drogenfahndern,

von Dealern. Er erklärt, was Menschen an

leistungssteigernden Mitteln wie Chrystal

Meth so spannend finden und warum

das mit der heutigen, auf Optimierung

bedachten Gesellschaft zu tun hat. Er

geht sogar so weit, einen Blick in die gar

nicht so unreale Zukunft zu werfen, wo

Biohacking und die Mensch-Maschine auf

uns warten und wir auf die chemischen

Hilfssubstanzen der Jetztzeit wahrscheinlich

nur mit müdem Achselzucken zurückblicken

werden. Genauso müde, wie die

Nutzer der chemischen Beschleuniger der

Sex- und Arbeitswelt von heute wohl auf

die psychoaktiven Substanzen LSD oder

Pilze in den 1960ern zurückblicken. Was

nutzt mir ein erweitertes Bewusstsein,

wenn ich doch eh keine Zeit habe, es zu

gebrauchen? Weil ich mit der Befriedigung

der Anforderungen an mich – beruflich,

privat und/oder auch sexueller Natur –

vollkommen ausgelastet, wenn nicht hoffnungslos

überlastet bin? Nein, Wendt hypt

hier gar nichts, glorifiziert nicht – er beschreibt.

Und das so eingängig und kurzweilig,

dass der Horror, der da gelegentlich

beschrieben wird, gar keiner mehr zu sein

scheint. Genau das macht die Qualität

dieses Buches aus: Wir sollten nicht

darüber reden, wie und warum Drogen nun

bitte aus der Gesellschaft zu verschwinden

haben. Das wird nicht funktionieren,

wie Wendt auch aus der Geschichte der

Substanz-Prohibition ableitet. Wir sollten

uns lieber darüber Gedanken machen, in

welcher Art von Gesellschaft wir leben

wollen. Denn gefährlicher Substanzgebrauch

entsteht offenbar fast immer

aus gesellschaftlichen Zwängen heraus.

Fallen diese Zwänge, würde wohl auch ein

entspannterer Umgang mit Substanzen

jedweder Art folgen. Der Umbau einer

Gesellschaft von Dystopia zu Utopia ist

keine Sache für knapp 250 Seiten und

auch gar nicht des Autors Zielsetzung.

Deshalb schließt das Buch wohl auch mit

dem Nachgefragt eines fiktiven „teilbefriedigten

Lesers“ (TBL), dem Alexander

Wendt ganz persönlich antwortet. TBL:

„Wie lautet dein praktischer Rat an einen

17-Jährigen?“ A: „Erst einmal die diversen

Beipackzettel lesen. Am besten abwarten.

Der Rausch läuft nicht weg.“ *ck

Kristall – Eine Reise in die Drogenwelt

des 21. Jahrhunderts, 243 Seiten, ISBN:

978-3-608-50353-1, www.tropen.de


Ich substituiere

jetzt mit Tablette.

Die Tablette in der Substitutionstherapie – ein Schritt zu mehr Normalität

Wieder zurück in ein fast normales Leben zu finden, ist das Ziel vieler Substitutionspatienten. Dies erfordert

hohe Willens kraft und extreme Disziplin. Einfach eine Tablette zu nehmen, wie viele Menschen gegen andere

Krank heiten auch, kann einen großen Fortschritt bedeuten.

Hexal bietet als engagierter Partner im Bereich Suchtmedizin neben Flüssigpräparaten ein breites Produktportfolio

in Tablettenform an, das Patienten auf ihrem Weg begleitet und unterstützt.

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GESUNDHEIT

PrEP:

„Sex wird wieder frei“

Von ursprünglich 800 Euro

monatlichen Kosten sank der

Preis für die PrEP auf aktuell bis zu

rund 40 Euro und die erste gesetzliche

Krankenkasse erklärte Anfang

Dezember 2018 die freiwillige Kostenübernahme.

In 2019 soll PrEP

reguläre Kassenleistung werden.

Großen Anteil an dieser schnellen

Entwicklung haben engagierte

Ärzte und Apotheker, die PrEP über

spezielle Angebote schon vor den

Preissenkungen für die auf Privatrezept

flächendeckend erhältlichen

Generika erschwinglich machten.

Wir sprachen mit Dr. Inka Krude von der

Alten Apotheke in Bochum, die zusammen

mit TAD Pharna und Prof. Dr. Norbert

Brockmeyer vom WIR-Zentrum für sexuelle

Gesundheit in Bochum ein Verblisterungskonzept

zur PrEP anbieten.

Immer noch kaufen viele PrEP-

Nutzer ihre Medikamente über den

Schwarzmarkt bzw. über das Ausland.

Warum?

Prof. Brockmeyer: Das sind zwei wesentliche

Punkte. Zum einen ist es immer noch

nicht bekannt genug, dass man sich die PrEP

auch in Deutschland zu günstigen Preisen

verschreiben lassen kann. Der andere Punkt

ist der, dass es mit Sexualität zu tun hat. Sexualität

ist nach wie vor ein großes Tabuthema.

Viele haben Angst, sich als promiskuitiv zu

outen und stigmatisiert zu werden.

Welche Risiken birgt das?

Prof. Brockmeyer: Ein ganze Vielfalt. Für

das Individuum die Gefahr, dass über das

Internet gekaufte Medikamente nicht

zu 100 Prozent sicher sind. Das Problem

von gefälschten Medikamenten ist höher.

Das zweite große Problem ist, dass die

regelmäßigen Untersuchungen eventuell

ausbleiben. Sind die Nutzer wirklich nicht

mit dem HI-Virus infiziert? Werden die

Nebenwirkungen, insbesondere der Nieren

beobachtet? Was ist mit anderen sexuell

übertragbaren Krankheiten? Auch deshalb

bieten wir im WIR ein Selbsttestset für HIV

und die gängigen STI an.

Was ist das Besondere an „ihrer“

PrEP?

Dr. Krude: Ursprünglich war das vor allem

der Preis. Im Oktober 2017 kostete die

PrEP regulär rund 800 Euro, wir konnten

sie über unser Konzept für 52 Euro

schnell verfügbar und sicher anbieten. Bei

uns kann man die PrEP innerhalb einer

Stunde fertig verblistert bekommen, was

besonders auch für Menschen mit längerer

Anreise praktisch ist.

Was waren Ihre ganz persönlichen

Gründe, sich so zu engagieren? Reich

werden Sie damit ja nicht …

Dr. Krude: Ich hätte nicht Apothekerin

werden sollen, wenn ich nicht auch den

Menschen sehe: Der Bedarf ist einfach

enorm groß. Der Bedarf, sich zu schützen.

Der Bedarf, sich beim Sex freier zu fühlen.

Zum Beispiel in Beziehungen mit einem

HIV-positiven Partner, wo ich nicht erst

fragen muss, ob nun die Virenlast schon

unter der Nachweisgrenze ist. Oder bei

ganz vielen anderen Situationen – die Erfahrungen

aus dem Jahr sind sehr vielfältig

und mit einer großen Dankbarkeit verbunden.

Ein bisschen stelle ich mir das vor, wie

die sexuelle Revolution in den 1960er-

Jahren gerade. Sex wird wieder frei.

Ihr Verblisterungskonzept gibt es

nur regional und verglichen mit dem

Privatrezept nicht anonym. Was

erhoffen Sie sich in Zukunft?

Dr. Krude: Meine Hoffnung ist, dass die

gesetzlichen Krankenkassen die PrEP

übernehmen und wir sind ja wohl so nah

dran, wie nie zuvor. Damit wäre dann die

Verblisterung nicht mehr nötig. (Siehe

Infokasten „How to PrEP“ A.d.R.)


GESUNDHEIT

Wie bewerten Sie die geplante Kassenübernahme

der PrEP?

Prof. Brockmeyer: Wir sehen die großen Erfolge der PrEP

in London, in Australien und einigen Städten der USA, wie

New York. Wir sind sicher mit der PrEP in der Lage die Neuinfektionen

noch weiter nach unten zu drücken. Für mich

ist auch sehr wichtig, dass Menschen, die PrEP wollen, oft

nicht alleine zum Beispiel zu uns ins Zentrum kommen. Sie

bringen Leute mit, erzählen anderen davon. Und zwar nicht

nur von der PrEP, sondern auch über andere STI. Wir stoßen

damit in völlig neue Netzwerke und Communitys vor

und schaffen es so, in diesen wegen der Stigmatisierung

von Sexualität bisher fast unzugänglichen „Black Markets“

vorzudringen. Wichtig ist bei dem Gesetz, dass hoffentlich

die Beratung anständig bezahlt wird. Wir brauchen

mindestens eine halbe Stunde beim ersten Gespräch und

auch beim zweiten Gespräch tauchen immer noch Fragen

auf. Wenn wir das nicht anständig machen, geht die PrEP

nach Hinten los.

Dr. Krude: Ich habe erst kürzlich wieder einen Beitrag

gesehen: Laut Weltgesundheitsorganisation ist Sex ein

Grundbedürfnis. Das muss einfach in die Köpfe und die

Gremien. Alles was medizinisch zu diesem Grundbedürfnis

gehört, sollte ein Gesundheitssystem abdecken. Von der

Verhütung bis zur PrEP.

HIV-Test

Ergebnis

in 10 Minuten

*Interview: Christian Knuth

Ein HIV-Test schafft Klarheit

Erhältlich in Ihrer Apotheke oder unter www.hivtest-exacto.de

FOTO: ANGELINA STRÖBEL / PIXELIO.DE

HOW TO PREP

In Deutschland gibt es zurzeit zwei Wege, die

PrEP zu bekommen. Zunächst den im Interview

beschriebenen Weg über ausgewählte Apotheken

und in Zusammenarbeit mit bestimmten Ärzten,

der eine engmaschigen Betreuung und einen mit

rund 40 Euro sehr günstigen Preis bietet. Der

Nachteil dieser Konstrukte ist die nicht flächendeckende

Verfügbarkeit und für einige vielleicht

auch die enge, nichtanonyme Bindung an Ärzte

und Apotheken – die Verblisterung erfolgt personalisiert,

so dass sogar die achtlos weggeworfene

Verpackung den Nutzer verrät. Wer gut informiert

ist und seine regelmäßigen Untersuchungen auf

HIV und andere sexuell übertragbare Krankheiten,

sowie die Überwachung von Nieren- und

Knochenwerten selbst planen will, für den ist es

möglich, sich einfach ein Privatrezept ausstellen

zu lassen und es in jeder Apotheke einzulösen.

Diese Wahlfreiheit und Anonymität kostet aktuell

monatlich nur rund fünf Euro mehr, als der zeitaufwendigere

Weg über die Verblisterung wenn

man den günstigsten Anbieter wählt (TAD Pharma

58,99 Euro pro 35 Stück). Euer Apotheker des

Vertrauens berät euch diesbezüglich gern.

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GESUNDHEIT

PRÄVENTION

PrEP- Der Stand der Dinge

Häufig wird auf unseren

Social-Media-Kanälen der

Vorwurf gemacht, wir würden die

PrEP zu sehr beachten und ihr einen

zu hohen redaktionellen Stellenwert

einräumen. Dem widersprechen

wir deutlich: Die aktuellen HIV-

Neuinfektionszahlen zeigen, dass

das Kondom alleine nicht ausreicht,

um die HIV-Epidemie zu beenden.

Dass Kondome gegen HIV schützen,

ist Lesern bekannt, wie die gleichen

Kommentare in PrEP-Diskussionen

beweisen, und außerdem ist es Bestandteil

fast jeder Berichterstattung

über PrEP. Aktuelle Umfragen

unter Schwulen zeigen zudem, dass

mehr Informationen gewünscht

sind und der Kenntnisstand eben

lange noch nicht das gewünschte

Niveau erreicht hat, damit die Präexpositionsprophylaxe

ihre Wirkung

voll entfalten kann.

Also: Mehr Infos für alle – los geht’s!

ANLASSBEZOGEN SICHER

Wir waren im Sommer 2018 für euch bei

der „AIDS 2018“ – der größten HIV-Konferenz

der Welt. Zwei sehr beeindruckende

Ergebnisse bezüglich medikamentöser

HIV-Prävention wurden vorgestellt: Beim

Schutz durch Therapie kam es in einer

Studie bei über 77.000 Sexkontakten zwischen

einem HIV-Positiven unter Therapie

und einem HIV-Negativen zur keiner einzigen

HIV-Übertragung. Die Wissenschaft

tat in der Folge etwas, das sie nur sehr

selten tut: Sie verzichtet auf ein Sternchen,

eine Fußnote, eine Relativierung. Sie

sagt: Kondomloser Sex mit einem HIV-

Positiven unter der Nachweisgrenze hat

ein Übertragungsrisiko von null Prozent.

Zero. Nicht vorhanden.

Nicht ganz so beeindruckend, aber nicht

minder wichtig, war die Vorstellung erster

Ergebnisse aus der französischen Studie

Prevenir. Sie untersucht zurzeit die Alltagstauglichkeit

der PrEP, weil es theoretisch

ja doch einen Unterschied machen

kann, ob eine Präventionsmethode nur

unter streng wissenschaftlichen Vorgaben

funktioniert oder auch im täglichen Gebrauch

durch Otto-Normal-Sexler. Prevnir

will bis 2020 insgesamt 3.000 Personen

beobachten, die PrEP so nutzen, wie sie es

persönlich für richtig halten. Über die Hälfte

dieser Zahl ist bereits dabei und davon

nehmen 45,4 Prozent die PrEP täglich ein,

54,6 Prozent bei Bedarf (zwei Pillen am

Tag vor dem Sex, je eine 24 Stunden und

48 Stunden danach). Die Ergebnisse nach

über einem halben Jahr Laufzeit lassen

sich sehen: Keiner brach die PrEP wegen

Nebenwirkungen ab, rund ein Fünftel

nutzte zusätzlich zur PrEP noch Kondome.

Die beste Nachricht: Wenn man die

zugrunde liegenden Fallzahlen ohne die

PrEP sieht, hätte man statistisch 85 Neuinfektionen

mit HIV erwartet. Und wie viele

gab es nun bei Prevenir? Null! Das geht gar

nicht besser.

ROMEO UND BERLIN

Sodom und Gomorrha? Nun, zwei

Erhebungen – beide nicht repräsentativ,

aber durchaus aussagekräftig – räumen

ein bisschen mit Vorurteilen auf. ROMEO

fragte seine User nach ihren Erfahrungen

und Meinungen zu Safer Sex und PrEP, der

Dermatologe Ricardo Niklas Werner und

der Gesundheitswissenschaftler Matthew

Gaskins von der Charité Berlin taten

Ähnliches mit den Kunden und Patienten

Berliner Schwerpunktpraxen und Beratungsstellen.

In Berlin, der Welthauptstadt

des gelebten Homosexes, nehmen der

letzteren der beiden Erhebungen nach 17,2

Prozent der Befragten die PrEP. Das liegt

nur wenig über dem Ergebnis der weltweiten

ROMEO-Befragung, wo 16 Prozent

angaben, die PrEP zu nutzen. Diese Zahlen

könnten massiv steigen, denn der Grund,

die PrEP nicht zu nehmen, ist mangelnde

Information. Bei den Berlinern fühlte sich

nur knapp die Hälfte der Befragten gut

informiert, auch bei ROMEO gaben knapp

vierzig Prozent an, nicht genug über die

Prävention mit Emtricitabin/Tenofovir zu

wissen, aber durchaus an dieser Präventionsart

interessiert zu sein. Wir bleiben

dran! *ck

www.blu.fm/topics/prep


My-MicroMacro.net

DEINE SEITE ZU HIV

UND ZUM SEELISCHEN

GLEICHGEWICHT

HIV und

Psyche

Menschen mit HIV sind

häufiger von depressiven

Gefühlen und psychischen

Erkrankungen betroffen.

Antworten auf viele Fragen

finden Sie hier.

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GESELLSCHAFT

DIVERSITY

FRAU OBERSTLEUTNANT

ANASTASIA BIEFANG

Kommandeurin, Offizier und Trans*


GESELLSCHAFT

Lange Zeit galt die Bundeswehr als reiner

heterosexueller Männerbund, bis 2001

waren Homo- und Transsexualität sogar

ein Hindernis, Zeit- oder Berufssoldat

zu werden. Inzwischen hat sich dies fundamental

geändert: Heute ist die Bundeswehr in

Diversity-Hinsicht einer der fortschrittlichsten

Arbeitgeber Deutschlands. Wir sprachen mit

Frau Oberstleutnant Anastasia Biefang, der

ersten transsexuellen Bataillonskommandeurin

der Bundeswehr, die wir im Auslandseinsatz in

Afghanistan erreichten. *ck/sea

Sie sind zurzeit in Afghanistan im Einsatz.

Wie ist die Stimmung bei Ihnen und in der

Truppe dort?

Ich persönlich empfinde die Stimmung als gut.

Es ist nach sechs Jahren der zweite Einsatz für

mich in Afghanistan. Ich freue mich darüber,

dass sich in den Jahren dazwischen viel Positives

entwickelt hat. Zum Beispiel haben in diesem

Jahr erstmalig eigenständig von Afghanen

organisierte Parlamentswahlen stattgefunden.

Warum sind Sie im Alter von 20 Jahren zur

Bundeswehr gegangen?

Die einfache Antwort: Ich wurde damals als

Wehrpflichtiger eingezogen. Ich kam gerade

mit meinen Eltern aus den USA zurück, wo

wir die letzten fünf Jahre gelebt hatten – mit

Abitur in der Tasche und einem Einberufungsbescheid.

Und daraus wurden dann mal eben

24 Jahre erfülltes Berufsleben. Ich habe mich

bewusst für die Bundeswehr entschieden, weil

mich das Berufsbild des Soldaten und Offiziers

angesprochen hat. Die Herausforderungen, die

dieser Beruf mit sich bringt, die Möglichkeit, früh

Verantwortung übernehmen zu können, und die

vielen Facetten, die der Dienst in den Streitkräften

bietet. Die Bundeswehr war mir auch nicht

unbekannt. Mein Vater war selber Offizier in der

Luftwaffe.

Empfanden Sie damals schon, dass Ihr

Äußeres nicht zu Ihrem Geschlecht passt?

Meine Transsexualität trieb mich schon seit den

späten Teenagerjahren um, auch wenn ich es

damals nicht mit diesem Begriff bezeichnete.

Ich fühlte mich anders, konnte es aber nicht

beschreiben, deuten und auch nicht damit

umgehen. Meine sexuelle Orientierung als bisexueller

Mensch, also die Bestimmung meiner

geschlechtlich-sexuellen Orientierung, war mein

erstes geschlechtliches Thema. Bis ich kapierte,

dass ich Frauen und Männer gleichermaßen

sexuell attraktiv und begehrenswert empfinde,

dauerte es schon einige Zeit. Die Frau in mir

rauszulassen war schwierig. Ich empfand es zunächst

als falsch und schämte mich. Ich konnte

meine Gefühle nicht richtig einordnen und

kannte niemanden, mit dem ich darüber reden

konnte oder auch wollte. In mir sagte alles nur:

verbergen, verstecken, nicht darüber reden.

Wann haben Sie dies endgültig für sich

akzeptiert?

Das ist nicht so einfach zu beantworten. In letzter

Konsequenz erst mit meinem Coming-out in

2015. Der Prozess bis dahin verlief nicht linear.

Aber in den zwei Jahren davor hat mich die

Frage meiner Geschlechtsidentität sehr stark

und hochemotional beschäftigt. Die Akzeptanz

reifte dadurch heran und irgendwann platzte

dann für mich sprichwörtlich die Seifenblase,

in der ich lebte. Dieses „Platzen“ war ein tief

befreiender Moment. Mir wurde schlagartig

vieles klar. Ich glaube, dass ich damit tatsächlich

erstmalig meine seelische Balance gefunden

hatte und mit mir im Reinen war. Ich fühlte mich

frei und richtig glücklich. Es ist einfach schwer

zu beschreiben. Ich fühlte mich erstmalig ganz

als Frau, ohne Scham, Angst, Selbstzweifel und

Hass auf mich. Meine davor gefühlte innere

Zerrissenheit war wie vom Winde verweht, auf

einmal weg.

„Die Frau in mir

rauslassen“

Bis zu diesem Punkt hatte ich aber über

zwanzig Jahre gebraucht. Zuvor führte ich ein

geschlechtliches Doppelleben. Ich versuchte,

mich mit mir zu arrangieren, meine Beziehung

zu meiner ersten Frau nicht zu gefährden,

Freiräume für mich – die Frau in mir – zu finden,

zu halten und zu erweitern. Ständig stieß ich an

Grenzen, erstickte innerlich. Meine Ehe zerbrach

unter anderem, weil ich unfähig war, mit diesem

Thema umzugehen und meiner Frau „mich“ zu

erklären. Über die Jahre hinweg entwickelte ich

aber auch Mut, in Teilen bewusster zu mir – als

Frau – zu stehen oder mich in einer „sicheren

Öffentlichkeit“ zu zeigen. Je mehr ich als Frau

sichtbarer wurde, desto schwerer wurde es

zugleich, in meinem Doppelleben zu verweilen.

Das Ganze kulminierte dann in den Jahren 2013

und 2014, bis ich am Ende nicht mehr konnte.

Ohne Rücksicht auf irgendwelche Konsequenzen

– privat und beruflich – traf ich dann den

Entschluss für mein Coming-out. Ich hatte

und habe eine wunderbare Freundin, die mich

unterstützte und mir half, meine geschlechtliche

Identität zu akzeptieren. Den Weg zu mir zu

finden. Ich war endlich „ich“ – eine Frau.

Wie sind Sie bei ihrem Coming-out im Job

2015 vorgegangen?

Das Coming-out im Berufsleben ging dann total

einfach. Da ich mir persönlich sicher war, konnte

ich mich auch selbstbewusst outen. Gespräche

mit meinen Vorgesetzten verliefen positiv. Sie

zeigten Verständnis für mich und meine Situation

und unterstützten mich. Ich wurde nicht zur

Seite geschoben, verdrängt oder versteckt. Meine

Kameraden haben mich in Teilen auf meinem

Weg begleitet. Aufgeschlossenheit, Offenheit

und unzählig viele positive Reaktionen haben

mich auch stark gemacht. Sofern nötig, wurde

nach Lösungen gesucht und nicht über mögliche

Probleme nachgedacht. Der Rückhalt war wirk-


GESELLSCHAFT

und mich und meine Frau in diese Gemeinschaft

aufgenommen haben. Für mich ist

das Bataillon eine zweite Familie.

Welchen Tipp geben Sie Bundeswehrangehörigen,

die in einer ähnlichen

Situation stecken?

Zu sich zu stehen. Auf ihre Vorgesetzten

und Kameraden zu vertrauen und sich nicht

zu verstecken. Den Mut zu finden, das

persönliche Leiden hinter sich zu lassen und

sich dieser Belastung zu entledigen. Es gehört

unheimlich viel Mut und wahnsinnig viel

Kraft dazu. Transsexualität ist kein einfaches

Thema, und wir werden nicht alle mit Jubel

begrüßt. Diskriminierung, Angst, Unkenntnis

gibt es in allen Bereichen der Gesellschaft.

Nicht jeder versteht uns und unsere Situation.

Das kann sich nur verbessern, wenn

wir sichtbar für unsere Identität und unsere

Rechte eintreten. Gemeinsam sind wir stark.

lich überwältigend. Das Coming-out an sich

erfolgte in einer morgendlichen Besprechung.

Hier habe ich kurz meine persönliche

Situation geschildert. Mein Abteilungsleiter

hat das von mir entgegengebrachte

Vertrauen, sich in dieser Runde zu outen,

sogar positiv herausgestellt. Anschließend

hat er seine persönliche Erwartungshaltung

zur weiteren Unterstützung aus unserer

Abteilung heraus klar kommuniziert. Die

ganze Zeit danach wurde diese Unterstützung

sichtbar vorgelebt. Dafür bin ich heute

noch ehrlich dankbar.

Wie waren die Reaktionen? Was

ist Ihnen besonders im Gedächtnis

geblieben?

Die Reaktionen reichten von Erstaunen bis

Sprachlosigkeit. Einige mussten das Thema

erst googeln, von anderen erfuhr ich, dass

sie mit diesem Thema schon Berührung

im privaten Umfeld hatten. Ein schöner

Moment war der, dass nach meinem

Coming-out mich ein sehr lieber Kamerad

fragte, wie ich denn nun heißen würde? Das

hatte ich total vergessen zu erwähnen. Das

Aussprechen meines Namens und die Frage

von ihm machten die Frau in mir wirklich

real. Machten „Anastasia“ konkret, greifbar,

menschlich. Endlich hatte ich meine innere

Identität, meine Seele.

„Das Bataillon

ist eine zweite

Familie“

Wie läuft es heute?

Im Ganzen einfach nur schön und großartig.

Alle medizinischen Maßnahmen liegen

hinter mir. Ich habe eine wunderbare Frau

gefunden, die mich seit unserem Kennenlernen

in 2016 voll akzeptiert, immer

unterstützt hat und mir jede Minute zur

Seite steht. Kurz vor dem Einsatz haben wir

noch geheiratet. Wir hatten eine wirklich

schöne Feier mit Familie, Freunden und

Kameraden. Für mich ein tief bewegendes

Erlebnis. Die Kameradinnen und Kameraden

aus meinem Bataillon haben uns mit

einer pinken Limousine überrascht. Damit

wurden wir von Berlin zur Trauung auf die

Burg Storkow gefahren. Einige Offiziere und

Unteroffiziere standen Spalier. Insgesamt

bin ich den Menschen, den Soldatinnen und

Soldaten in meinem Bataillon sehr dankbar.

Dafür, dass sie mich akzeptieren, mir offen

begegnet sind, als ich im Oktober 2017

meinen Dienst als Kommandeurin antrat,

Was sollte sich Ihrer Meinung nach

noch verbessern?

Da gibt es einiges. Zu allererst sollte das

Transsexuellengesetz auf moderne, menschenwürdige

und menschenrechtskonforme

Füße gestellt werden. Auch wenn es

in den 1980er-Jahren ein modernes und

wegweisendes Gesetz war, ist es meiner

Meinung nach in dieser Zeit stehen geblieben.

Es verhaftet uns in einem Prozess, der

unwürdig und komplett fremdbestimmt

ist. Gutachterzwang und pathologische

Stigmatisierung durch die Verortung der

Transsexualität als psychisches Krankheitsbild

machen es uns immer noch schwer,

Akzeptanz und Anerkennung zu finden.

Geschlechtliche Identität sollte nicht durch

den Staat oder medizinische Gremien

bestimmt werden. An erster Stelle muss das

Selbstbestimmungsrecht des Individuums

stehen. Auch die zeitaufwendige Prozedur

– rechtlich wie medizinisch – Kosten für

Gutachten sowie Abhängigkeit von Medizinern

und Psychologen sind alles Belastungen,

die ich als diskriminierend empfinde.

Nichtsdestotrotz bin ich dankbar, dass

Deutschland im Vergleich zu anderen europäischen

Ländern schon sehr weit ist. Es

gibt aber auch Beispiele, die zeigen, dass es

noch einfacher und gerechter gehen kann.

Nehmen wir beispielsweise Argentinien oder

Dänemark – hier ist eine unbürokratische

Änderung des Geschlechtereintrags möglich.

Das Individuum und dessen Mündigkeit

sollten im Mittelpunkt stehen und Transgeschlechtliche

positiv begleiten und stützen.

Ich persönlich hatte oft das Gefühl, dass ich

mich dafür erklären und rechtfertigen muss,

wie ich bin und fühle. Unsere politischen

Entscheidungsträger sollten mutig sein und

endlich das Selbstbestimmungsgesetz auf

den Weg bringen. Vielleicht würde ich dann

in Zukunft weniger unreflektierte und diskriminierende

Kommentare wie „Nichts gegen

Transsexuelle, aber ...!“ lesen.


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GESELLSCHAFT

DIVERSITY

FOTO: STRICHPUNKT-DESIGN.DE

WIE QUEER IST METRO?

Die METRO AG ist mit

150.000 Mitarbeitern und

einem Jahresumsatz von rund 36

Milliarden Euro einer der weltweit

größten Player im Großhandel. Welchen

Stellenwert hat Diversity im

Unternehmen und wie wird das in

Ländern wie Russland praktiziert?

Danach fragten wir Personalvorstand

Heiko Hutmacher sowie

Maebh O‘Flaherty und Nikita

Baranov vom queeren Mitarbeiternetzwerk

MPride. *ck/sea

Seit wann ist Diversity bei der Metro

AG allgemein ein Thema, seit wann

speziell LGBTIQ*?

Heiko Hutmacher: Ein offener und

einschließender Führungsstil, idealerweise

mit einem sehr vielfältigen Team, ist nicht

nur die Grundvoraussetzung für gutes

Diversity Management, sondern natürlich

auch für allgemein gutes Management von

allen Mitarbeitern. Daher steht Diversity

bei uns ganz oben auf der Agenda. Ob es

um die vielfältige Belegschaft auf allen

Ebenen des Konzerns geht, um Frauen in

Führungspositionen, das Thema Inklusion

in allen anderen Facetten oder Mitarbeiternetzwerke:

Wir fördern und unterstützen

unsere Mitarbeiter, wo wir können. Denn

wir müssen eine Kultur fördern, in der

jeder Mitarbeiter die besten Bedingungen

vorfindet, um so gut und so engagiert wie

möglich arbeiten zu können.

Das Thema LGBT+ ist in unserem Businesskontext

– und damit meine ich den

deutschen generell – noch etwas unterrepräsentiert,

bekommt aber mehr und mehr

Aufmerksamkeit. Es liegt uns sehr am

Herzen, weil es die LGBT+ Community oft

besonders schwer hat. Die Gründung unseres

METRO-eigenen LGBT+ Netzwerkes

„MPride“ haben wir zusammen mit einem

kleinen Team aus dieser Community angestoßen.

In einem Mitarbeiterseminar 2014

wurde das Thema sexuelle Orientierung

angesprochen und offen gefragt, an wen

sich Mitarbeiter wenden könnten, wenn

sie Fragen zum Thema LGBT+ hätten.

Teilnehmer des Seminars fühlten sich zum

Glück ermutigt und angesprochen und

setzten den Impuls in konkrete Handlung

um. Das Netzwerk MPride entstand. Um

auf das Thema mehr Aufmerksamkeit

zu lenken, entwickelten die Kollegen das

Botschafter-System für MPride. Mit dem

Vorstand als Sponsor, Pate und auch Botschafter

der Community konnte das Team

von MPride das Thema ins Unternehmen

weitertragen. Unser Global Director

Veronika Pountcheva hat mit

ihrem Team hier tolle

Arbeit geleistet und

durch Vernetzungen

mit weiteren externen

Partnern

wie LEAD und

durch die interne

Vernetzung

mit unseren

Führungskräften

für sehr viel Aufmerksamkeit für MPride

gesorgt. Unsere Führungskräfte engagieren

sich stark, denn man muss nicht

zu LGBT+ gehören, um das Netzwerk zu

unterstützen.

Was erhoffen Sie sich aus Sicht der

Unternehmensleitung und welche

speziellen Maßnahmen haben Sie auf

den Weg gebracht?

Heiko Hutmacher: Diversity ist für unseren

wirtschaftlichen Erfolg und unsere

Leistung essenziell. Unser Ziel ist, dass

unsere Mitarbeiter sich einbringen und

ihre unterschiedlichen Erfahrungen und

Blickwinkel in ihre Arbeit und Projekte

einfließen. Denn je vielfältiger ein Team ist,

desto vielfältiger sind auch die Lösungen,

die es hervorbringt. Das wiederum ist entscheidend

für einen nachhaltigen Erfolg.

Neben unserem LGBT+ Netzwerk „MPride“

unterstützen wir auch das Netzwerk

„Women in Trade“ (WiT), das ebenfalls von

unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern

ins Leben gerufen wurde. Unsere Kollegen

sind auch bei PROUT AT WORK aktiv und

im LEAD-Netzwerk, um

Wissen zu teilen, von und

mit anderen zu lernen

und für das Thema

Diversity eine Sichtbarkeit

auch außerhalb

der METRO zu

schaffen. Außerdem

haben wir in

2018 ein „Women

in Leadership“-Pro-

FOTO: JAN VOTH


gramm entwickelt und pilotiert, um unsere

weiblichen Talente noch besser zu fördern.

Einen gewissen internen Druck haben wir

als Vorstand selbst erzeugt, indem wir

uns freiwillig Quoten bis 2022 gegeben

haben. Um diese zu erfüllen, und auch, um

unsere eigene Talentpipeline noch besser

aufzubauen, wird das Programm „Women

in Leadership“ 2019 mehrfach angeboten.

Wir sind immer in Bewegung, entwickeln

neue Programme, wenn wir merken, dass

es keine passenden für unsere Bedürfnisse

gibt, und sind mit unseren Mitarbeitern im

Gespräch. Impulse entstehen immer aus

beiden Richtungen. Und aus den Impulsen

entstehen die besten Ideen.

Gelten die genannten Grundsätze

konzernweit oder sind sie auf „westlich“

orientierte Länder beschränkt?

Heiko Hutmacher: Die Grundsätze gelten

konzernweit, ohne Beschränkung, und

werden von unserem Team im lokalen

Umfeld umgesetzt – insofern kennt unser

Diversity-Ansatz keine Ländergrenzen.

Wie sieht es speziell in Russland aus,

wo öffentliche Sichtbarkeit von

Homosexualität sanktioniert wird?

Maebh O‘Flaherty und Nikita Baranov:

In unserem Netzwerk stellen wir natürlich

fest, dass die Kollegen mit unterschiedlichen

Gegebenheiten zu tun haben. In einigen

Ländern hat es die LGBT+ Community

noch sehr viel schwerer. Wir sind hier als

Netzwerk MPride Sparringspartner für

unsere Kollegen, unterstützen, wo wir können.

Nicht jede Idee ist übertragbar. Aber

ein Austausch hilft ganz oft. So entstehen

gemeinsam im Netzwerk gute Ideen, die

uns als Gemeinschaft weiterbringen.

„Diversity

kennt keine

Ländergrenzen“

Welche konkreten Projekte planen Sie

in Russland in diesem Bereich?

Maebh O‘Flaherty und Nikita Baranov:

Im Oktober 2018 haben verschiedene Unternehmen

zu einem Executive Roundtable

in Russland eingeladen. Teilnehmer sind

neben großen Konzernen wie IBM, Sodexo

oder SAP auch internationale NGOs wie

Workplace Pride, die sich schon seit über

zehn Jahren für die LGBT+ Community

einsetzt, und lokale LGBT+ Organisationen.

GESELLSCHAFT

Unser MPride-Netzwerk steht in Kontakt

zu den Veranstaltern – also war klar, dass

wir bzw. METRO unterstützen. Wir haben

uns mit den Kollegen von METRO Russland

in Verbindung gesetzt und vorgeschlagen,

dass METRO Russland an dieser Initiative

teilnimmt.

Erhoffen Sie sich eine Signalwirkung

auf andere Unternehmen und eventuell

sogar die Gesellschaft?

Maebh O‘Flaherty und Nikita Baranov:

Natürlich! Genau deswegen sind wir so

engagiert dabei! Allein schon eine Aufmerksamkeit

auf das Thema LGBT+ zu

lenken, unsere Kolleginnen und Kollegen

in den Dialog zu bringen, das hat Auswirkung.

Und was im eigenen Unternehmen

anfängt und sich dann über Netzwerke in

weitere Unternehmen trägt, das hat auf

jeden Fall gesellschaftlichen Einfluss. Wir

sind überzeugt, dass ein Zusammenschluss

sehr viel bewirken kann. Partner wie NGOs

stärken uns – und wir stärken sie durch unser

Engagement. Steter Tropfen höhlt den

Stein – wir sind der Meinung, dass wir noch

viel mehr Engagement bündeln sollten, um

noch mehr zu erreichen.

Das ganze Interview lest ihr auf

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GESELLSCHAFT

FOTOS: JAN PATRICK MARGRAF

DIVERSITY

STOLZ UND OUT

AUF ARBEIT

Neben den Mitarbeiternetzwerken

und engagierten

Arbeitgebern sind es auch die

Verbände wie der Völklinger Kreis,

die Wirtschaftsweiber oder PROUT

AT WORK, die dazu beitragen, dass

Queeres im Berufsleben seinen

Stellenwert erhält. Wir fragten

beim PROUT AT WORK-Vorstandsvorsitzendem

Albert Kehrer und

seinem Stellvertreter Dr. Jean-Luc

Vey nach, was es mit der Stiftung

auf sich hat. *ck

Welche Ziele hat PROUT AT WORK?

Albert Kehrer: PROUT AT WORK ist die

gemeinnützige Stiftung in Deutschland,

welche sich für die Chancengleichheit von

LGBT*IQ am Arbeitsplatz einsetzt. Wir

haben es uns zum Ziel gesetzt, uns für ein

offenes Arbeitsumfeld stark zu machen,

in dem Menschen unabhängig von ihrer

sexuellen Orientierung, geschlechtlichen

Identität, ihrem geschlechtlichen

Ausdruck oder geschlechtlicher Eigenschaften

und Merkmale ihr Potenzial voll

entfalten können. Ein weiteres Ziel ist,

durch unser Engagement die Zufriedenheit

am Arbeitsplatz, die Unternehmensattraktivität

sowie Wettbewerbsfähigkeit

nachhaltig zu steigern. Denn von gelebter

Offenheit profitieren alle: Menschen und

Unternehmen, Gesellschaft und Wirtschaft.

Richtet sich der Fokus eher auf den

einzelnen Arbeitenden oder an

Unternehmen im Ganzen?

Jean-Luc Vey: Als erfahrener und zentraler

Ansprechpartner unterstützen wir

sowohl einzelne Arbeitnehmer als auch

Unternehmen und verstehen uns als „Brückenbauer“

zwischen Unternehmen und

Mitarbeitenden. Um das Thema LGBT*IQ

am Arbeitsplatz voranzubringen, benötigt

es die Unterstützung auf allen Unternehmensebenen.

Dabei sind die einzelnen

Arbeitnehmer_innen genauso wichtig wie

das Unternehmen im Ganzen.

Welche Aktivitäten und Maßnahmen

werden zur Erreichung dieser Ziele

vorgenommen?

Jean-Luc Vey: Für LGBT*IQ-Mitarbeiter_

innennetzwerke bieten wir beispielsweise

verschiedene Plattformen, um sich über

Erfahrungen und LGBT*IQ-Themen auszutauschen.

In sechs Städten in Deutschland

organisieren wir dafür quartalsweise

regionale Netzwerktreffen. Darüber hinaus

bieten wir den Netzwerken und deren

Verantwortlichen Coaching & Mentoring-

Programme, um sie bei der Gründung und/

oder Entwicklung zu unterstützen. In Kooperation

mit unseren PROUTEMPLOYER

organisieren wir Workshops (Deep Dives),

in denen sich die Teilnehmer_innen gemeinsam

mit konkreten Themen (Straight

Allies, UN LGBTI Standards, Dritte Option)

beschäftigen und Lösungsvorschläge

erarbeiten.

Wie bewerten Sie aktuell den Stellenwert

von Diversity in deutschen

Unternehmen? Was muss noch

getan werden?

Albert Kehrer: In den letzten Jahren gab

es sehr viele positive Entwicklungen,

wie es die stark steigende Anzahl von

LGBT*IQ-Mitarbeiter_innennetzwerken

in Deutschland zeigt. Eine Vielzahl von

Unternehmen hat die Wichtigkeit von

Diversity als integralen Bestandteil ihrer

Unternehmenskultur verstanden und

engagieren sich dafür.

Trotz dieser positiven Entwicklung ist

jedoch weiterhin noch viel zu tun, um

das Thema Diversity auch tatsächlich in

dem (Arbeits-)Alltag von Menschen zu

etablieren.

www.proutatwork.de

Das ganze Interview findet ihr auf

www.blu.fm!


SERIE

In dieser komischen Drama-Serie

entdecken drei Freunde die

aufregenden und manchmal

überwältigenden Möglichkeiten der

neuen Generation ‚Gay‘ in San

Francisco. Drei Männer an drei

verschiedenen Stationen im Leben,

die ‚Struggles of Life' sind also

vorprogrammiert.


MUSIK

INTERVIEW

JOANNE

SHAW TAYLOR

Vom Leben und Glück in der Nische

Wenn man eine erfolgreiche

Musikerin ist und an jeden Ort

der Welt ziehen könnte, wenn man

sich ein zweites Zuhause herauspicken

dürfte, in dem man neben seiner

Heimatbasis in England wohnt

– warum würde man sich dann

ausgerechnet Detroit aussuchen?

„Es war reiner Zufall“, lacht Joanne Shaw

Taylor. „Ich habe damals auf meiner USA-

Tour eine Band aus der Stadt gebucht,

und wenn wir nicht unterwegs waren,

kehrten wir immer wieder hierher zurück.

Ich war 21, liebte den Blues und ich war

immer von amerikanischen Musikern

beeinflusst. Detroit passte da einfach …“

Ergibt Sinn, denn wenn es eine Region

gibt, die den Blues zu Recht hat, dann

diese ehemaligen Industriezentren der

USA. „Detroit ist schon lange nicht mehr

das, was es gewesen ist, nämlich eine der

mächtigsten Industriestädte der Welt. Als

die Autoindustrie den Bach runterging,

folgte ihr die Stadt.“ Was aber ironischerweise

genau der Grund ist, warum es jetzt

der richtige Ort ist, um sich als Kreativer

anzusiedeln. „Die Stadt kommt langsam

wieder zurück. Es herrscht heute eine

wundervolle Atmosphäre und das hat etwas

damit zu tun, dass so viele Menschen

kommen. Es wurde nämlich wahnsinnig

günstig, hier zu leben. Musiker und

Künstler machen sich von überall her auf,

denn woanders steigen die Mieten nur,

wie in Nashville. Hier aber kann man ganze

leere Lagerhäuser für wenig Geld kaufen!

Überall tauchen Galerien auf, überall neue

Klubs …“ Detroit 2019 ist ein Ort, an denen

neue Szenen gedeihen können und alte

ein Obdach finden. Genau wie Joannes Art

von Blues-Rock.

Die Gitarristin, die mit 16 von Dave Steward

entdeckt und mit auf Tour genommen

wurde, hat sich schon mit ihrem ersten

Album vor zehn Jahren in der Blueswelt

etabliert, was neben ihrem Talent auch an

den speziellen Eigenschaften dieser Szene

liegt. Denn eigentlich ist diese ein in sich

geschlossener Kosmos für die echten Fans.

„In den USA gibt es immer wieder Crossover-Künstler,

John Mayer ist ja zum Beispiel

ein großartiger Botschafter des Blues

im Mainstream. Aber es ist eine Nische

– was ich auch immer geliebt habe. Dadurch

ist es wie in einer großen Familie. Und auch

das Publikum ist treu, sie gehen alle Wege

mit dir für die Musik.“ Denn Blues verbindet

auf eine ganz eigene Art, und Blues ist kein

Wettbewerb. „Ich habe einfach wunderbare

Freunde in der Szene. Wir halten zusammen.“

Was daran liegt, dass der Blues von

seiner Ehrlichkeit und Echtheit lebt. Es

werden keine Spiele gespielt, keine Charaktere

erschaffen. Die Musik und die direkten

Texte sind ein ungefilterter Ausdruck. „Das

kann man genau so sagen! Wir haben uns

wirklich in diese Musik verliebt und wir sind

alle glücklich, dass wir den Blues gefunden

haben. Er erlaubt, dass wir uns ausdrücken

können. Es ist so schön, dass es wirklich

nur um die Musik geht – und wir dürfen sie

spielen!“

Deswegen ist echte, neue Bluesmusik auch

an sich etwas, das eher selten auf Major

Labels stattfindet, da man außerhalb der

Szene selten neue Märkte eröffnen kann.

Doch zu Joannes eigener Überraschung hat

Sony sich ihres neuen Albums angenommen.

„Ich habe schon fünf Alben veröffentlicht,

aber jemand von ihnen tauchte auf

einem meiner Gigs auf – und zwar einer, der

eine enge Verbindung zum Blues hat. Und

er sprach mich an. Ich suche immer nach

Veränderung, da erschien es plötzlich wie

der logische nächste Schritt.“ Sony hat gut

daran getan, Joanne die Tür in die Popwelt

zu öffnen, und man hört, dass sie Vertrauen

in ihre Musik haben, denn nach „major“

im Sinne von „für die Massen zurechtgeformt“

klingt nichts auf „Reckless Heart“.

Hier herrscht ein rauer Sound, die Lieder

klingen fast wie aus einer Jamsession oder

als wären es Liveaufnahmen. „Ja, wir haben

es auch praktisch so aufgenommen, was

mit den großartigen Musikern, die ich habe,

sehr einfach ist. Mit diesen Menschen ist

eine Jamsession eigentlich gar keine! Sie

brauchen nur einmal eine Idee zu hören

und spucken sie wieder aus, als wäre es ein

alter Klassiker, den sie schon seit Jahren im

Repertoire haben.“ Deswegen ist es kein

Album ausschließlich für Puristen, sondern

für alle, die jenseits des Hochglanzpop

wandeln wollen. Oder die dabei sind, nach

Detroit umzuziehen. *fis


CHILL-OUT

Tina Turner: Yoga und Buddhismus

„Chanten ist ein wichtiger Teil meines

Lebens, und die Arbeit mit Regula Curti

gab mir Gelegenheit, meiner Spiritualität

mit meiner Stimme Ausdruck zu

verleihen“, verrät Tina Turner. „Insgesamt

entstanden auf diese Weise vier BEYOND-

CDs. Ich freute mich, eine spirituelle

Botschaft übermitteln zu können.“

„Ich habe durch Yoga Zugang zu meinem

kreativen Potenzial gefunden, zu meiner

inneren Kraft und Ruhe und zu meiner

Lebensaufgabe. Die BEYOND-Musikprojekte

sind das Resultat meiner täglichen

Meditations- und Yogapraxis. Ohne diese

Disziplin würde ich den Anforderungen

meines vielseitigen Lebens nicht genügen.

Das Geschenk des Yogas sind ein ruhiger,

klarer Geist, ein spannkräftiger, beweglicher

Körper und Zugang zu meiner Seele

und ihrem Auftrag“, so ihre Freundin und

Yoga-Lehrerin Regula Curti, die wir im Soho

House Berlin trafen.

BEYOND ist ein Friedensprojekt – 2008

von Tina Turner, Regula Curti und Dechen

Shak-Dagsay gegründet –, um Menschen

verschiedener Kulturen und Glaubensrichtungen

näher zusammenzubringen. Gerade

erst erschien die „BEYOND Collector’s

Box“ und ist auf allen Streaming- und

Downloadportalen zu bekommen. *rä

www.beyond-foundation.org

MUSIK

Seit den 1980ern steht der Musiker

für beste Beats und wilde

Klangspielereien. Egal ob als Produzent,

DJ oder Musikus, Sven Väth liebt das

Ungewöhnliche.

KLUBMUSIK

Sven Väth mischt

meisterhaft

Und daher ist auch sein aktueller Wurf

kein gewöhnliches Mixset. Nein, der Legendäre

mischt bei „The Sound of the

19th Season“ unter anderem Nightmares

on Wax, Adam Port, Patrice

Bäumel, Red Axes, Nicolas Masseyeff,

Fabrice Lig, Robag Wruhme und Radio

Slave mehr als gekonnt und schafft mit

den Tracks etwas vollkommen Neues.

Stichwort NEU: Einen Neuanfang hat er

auch auf seiner Partyinsel Ibiza hingelegt.

Nach 18 Jahren zog er aus dem Amnesia

um ins Pacha. Die Veränderung tat ihm

gut! Fun Fact: Sven Väth war einst auch

Sänger eines von SNAP! („The Power“,

„Rhythm Is a Dancer“, „The First, The

Last, Eternity“, „Exterminate!“ ...) produzierten

Projekts namens OFF – beides

Frankfurter Legenden. *rä

SOUL

Jacob Banks

beeindruckt

Diese Stimme! Einfach wow! Gerade

veröffentlichte Jacob Banks sein

Debütalbum „Village“. Hochwertiger

Soul mit starken Gospeleinflüssen,

etwas Pop, Blues und daher Musik

mit viel Seele, so kann man sein

Debüt beschreiben.

„In Village geht es darum, die Dinge

zu feiern, die uns zu dem Menschen

machen, der wir sind: das Gute, das

Schlechte und das Fragwürdige“,

verrät der 27 Jahre junge Sänger mit

nigerianischen Wurzeln über das

Album. Entstanden ist es zusammen

mit Paul Epworth (produziert

u. a. Adele) und Malay (produziert u.

a. Frank Ocean, Sam Smith, Lorde).

Unsere Anspieltipps sind „Love Ain’t

Enough“, „Prosecco“ und „Be Good

To Me (feat. Seinabo Sey)“. *rä

KLUBMUSIK

Goldie 2019

Der DJ, Produzent, bildende Künstler

und Schauspieler Goldie veröffentlicht

jetzt sein erstes Album bei Sony

Masterworks, „Act One – Music For

Inanimate Objects“. Das Werk, das mit

dem Produzenten James Davidson

entstanden ist, verbindet atmosphärische

Ambient-Klänge mit Weltmusikeinflüssen,

Drum-and-Bass-Beats

und Soul-Melodien. „Es war wirklich

aufregend, dem, was wir geschrieben

haben, keine Grenzen zu setzen;

keinen Gedanken einzuschränken.

Wir gingen einfach überall hin, wo ein

Lächeln war“, so Goldie.

FOTO: UNIVERSAL MUSIC


MUSIK

INTERVIEW

FOTOS: T. BRUENING

ALICE MERTON:

gesundes Selbstbewusstsein

Einst machte die Plattenfirma

Decca einen folgenschweren

Fehler: Sie lehnte die

Beatles mangels Erfolgsaussichten

ab. Ein ähnliches Schicksal ereilte

die Sängerin Alice Merton, nachdem

sie ihr Studium an der Mannheimer

Popakademie beendet hatte. „Keiner

wollte meine Musik“, erinnert

sie sich. Zumindest nicht in der

Originalfassung. Einige Vertreter

der Plattenbranche versuchten ihr

einzureden, ihre Lieder würden nur

als Remixe funktionieren. Andere

rieten ihr, bei ihrem Lied „No Roots“

die Gitarre und die Bridge stärker

in den Vordergrund zu rücken. „Das

war für mich vollkommen indiskutabel“,

sagt die 25-Jährige. „Ich

hatte keine Lust, einen Vertrag

mit jemandem abzuschließen, der

meine Visionen nicht teilt.“

Statt sich von Marketingprofis ein musikalisches

und optisches Image maßschneidern

zu lassen, gründete Alice Merton

in Berlin ihr eigenes Label Paper Plane

Records. In ihrem Büro am Prenzlauer

Berg empfängt sie nun Journalisten zum

Interview. Sie hat es sich mit angezogenen

Knien auf einer Couch gemütlich gemacht.

In einem Raum, der in warmes Licht

getaucht wird. Heimeligkeit weiß sie offensichtlich

zu schätzen. Dabei tut sie sich

mit dem Begriff „Zuhause“ schwer, wie

ihr Hit „No Roots“ unter Beweis stellt. Er

katapultierte sie nicht bloß auf Platz zwei

der deutschen Charts, sondern wurde ein

internationaler Hit, der es an die Spitze der

US-Adult-Alternative-Songs- sowie der

US-Rock-Airplay-Charts schaffte. Mehr als

eine Million Mal verkaufte er sich weltweit.

Was ist das Geheimnis dieses Erfolgs?

Musik, die ebenso eingängig wie eigenwillig

ist. Eine hinreißende Stimme. Ein persönlicher

Text mit Bezug zu Alice

Mertons unsteter Kindheit:

Die Tochter einer Deutschen

und eines Iren wurde

in Frankfurt geboren, sie

wuchs in Kanada, in den

USA, in Deutschland und

England auf. „Auf dieser

Welt gibt es keinen Ort, an

dem ich mich richtig daheim

fühle“, resümiert sie. „Für mich

ist eher meine Musik mein Zuhause.

Oder Menschen, die mir wirklich etwas

bedeuten.“ Zum Beispiel ihr Manager und

bester Freund Paul Grauwinkel

. Wie sich die beiden an einer Bushaltestelle

in Mannheim kennengelernt haben,

beschreibt Alice Merton in dem Stück

„2 Kids“. Diese aufgekratzte Ode an die

Freundschaft lässt keinen Zweifel daran,

dass die Killers zu den musikalischen Vorbildern

der Wahl-Berlinerin zählen.

Auf ihrem Debütalbum „Mint“ gelingt ihr

die Gratwanderung zwischen schlichter

Instrumentierung und Elektro-Beats. Ihre

Songs setzen auf energetischen Pop.

Erfreulicherweise kommen sie völlig ungekünstelt

daher. Genau wie Alice Merton

selbst. Sie macht keinen Hehl daraus, wie

anstrengend es manchmal ist, monatelang

mit neun Männern im Tourbus unterwegs

zu sein. Allerdings sieht sie kaum eine

Chance, daran etwas mit weiblicher Verstärkung

zu ändern: „Frauen in meinem Alter

haben oft einen festen Freund

und denken vielleicht schon

über die Familienplanung

nach. Für sie wäre es

keine Option, ständig

zu reisen.“

Alice Merton selbst

ist da flexibler. Mit

ihrem Vagabundenleben

kommt sie eigentlich

ganz gut zurecht. In dem

Titel „Homesick“ verkündet

sie, sie habe niemals Heimweh, doch

gelegentlich vermisse sie bestimmte

Menschen. Diese Verse singt sie mit der

Stimme einer Frau, die sich einen Panzer

aus Empfindsamkeit zugelegt hat. „Mich

plagen viele Ängste“, gesteht sie. „Wenn

ich die jetzt alle aufzählen würde, würden

wir stundenlang hier sitzen.“ Das bedeutet

aber nicht, dass Alice Merton total verunsichert

ist: „Bei meinen Auftritten habe ich

durchaus ein gesundes Selbstbewusstsein.“

*Interview: Dagmar Leischow


ROCK

Skunk Anansie

„25LIVE@25“

Das Ende Januar erscheinende Livealbum von Skunk

Anansie ist nicht nur die Werkschau einer unvergleichlichen

Karriere, sondern zeigt auch die Wichtigkeit

Skunk Anansies als musikalische und kulturelle Kraft in

der Rockwelt. Ihre Shows sind ein Hurricane aus Energie,

Lautstärke und Persönlichkeit. Sie fordern auf, Teil

von etwas Großem zu werden, dem man unmöglich

widerstehen kann. „All das Gute von Skunk Anansie

entstand nur, weil wir eine Liveband sind.“, sagt Schlagzeuger

Mark

Richardson. „Wir

waren immer

davon überzeugt,

dass uns niemand

besiegen

kann. Ihr könnt

es versuchen,

aber Ihr werdet es

nicht schaffen!“

TIPP

Maggie Rogers

„Heard It in a Past Life“

Ende Januar erscheint das Debütalbum der US-

Sängerin. Ein bisschen nervös ist sie: „Es gab so

viel Veränderung, die so schnell passiert ist, ich

war mir nicht immer sicher, wie ich all das Zeug

wie ich fühlen sollte. Ich war eine Zeit lang wirklich überwältigt

und hatte auch Angst – mein Leben wurde so schnell öffentlich

und es gab Zeiten, in denen ich nicht sicher war, dass dies

alles für mich war.“ Sie ist aber guter Dinge! „Aber ich hatte nie

Zweifel an der Musik. Ich liebe Musik mehr als alles andere auf

der ganzen Welt und das habe ich immer.“ Unser Anspieltipp

ist der Hit „Light On“. *rä

JUNE 2019

NYCPRIDE.ORG/2019

FOTO: UNIVERSAL MUSIC

PRODUCED BY

WORLDPRIDE LICENSOR

HOST PARTNER

HOST PARTNER


MUSIK

FOTO: SONY MUSIC

POP

Die DNA der Backstreet Boys

„Kinder“ der 1990er-Jahre freuen

sich besonders, denn „DNA“ und

Backstreet Boys wecken Erinnerungen

an die Jugend, das Coming-out, das erste

Mal verliebt sein – und wenn es nur in

einen der Jungs aus den immer aufwendig

und sexy produzierten Videos war.

Die Jungs sind jetzt Männer, musikalisch

tut das dem leicht bekömmlichen Pop

aber keinen Abbruch – im Gegenteil: Die

Stimmen von Brian, Howie, Alexander,

Nick und Kevin klingen heute kerliger und

souliger. „DNA“ erscheint am 25. Januar

und ihr könnt schon in die Singles „Don’t

Go Breaking My Heart“ und „Chances“

reinhören.

„I Want It That Way“, „We’ve Got It Goin’

On“ und „Incomplete“, aber auch Perlchen

wie „Get Down (Youre the One for Me)“,

„Straight Through My Heart“ und „Drowning“,

die Liste der Hits der Backstreet

Boys ist lang. In den 1990ern sangen sie

sogar zusammen mit Eurodance-Acts

wie Culture Beat und Mr. President auf

Charity-Singles! Und wer hat nicht schon

zu „Quit Playing Games (with My Heart)“

geschwoft, Pardon, geschmust und geschmachtet?

Eben. Die sind gar nicht so

schlecht. Fun Fact: Die Boys sangen auch

schon ziemlich erfolgreich zusammen mit

NKOTB – Platz 7 in den USA war 2011 drin.

*ck/rä

www.backstreetboys.com

POP

ZAYN

„Icarus Falls“

Er war erfolgreich bei einer Boyband, er landete

einen Hit mit Sia, er sieht super aus: Zayn.

Und jetzt kommt sein neues Album, ein Doppelalbum,

und darauf befinden sich sage und schreibe

27 Lieder! Neben der ersten offiziellen Single-

Veröffentlichung „Let Me“ und dem aktuellen Hit

„No Candle No Light“ (feat. Nicki Minaj) auch das

brandneue Lied „Rainberry“ sowie die vorab veröffentlichten

Songs „Too Much“, „Fingers“, „Entertainer“

und „Sour Diesel“. Der Bedarf an seiner Musik

ist aber auch so groß wie sein Output, immerhin

gelang es ihm, gleichzeitig Platz eins der US- und

UK-Charts einzunehmen – und der Hit „Pillowtalk“

erreichte in 68 Ländern der Erde Platz eins der

Charts. Chapeau, Zayn! *rä


MUSIK

TIPP

Christian Steiffen

„Gott of Schlager“

Schon der erste Titel ist ein tanzbares Juwel, das deutlich

macht, dass die Ferien vom Rock ’n’ Roll endgültig vorbei

sind: „Hier ist Party“ verbindet Elemente der klassischen

Discomusik mit modernem Sprechgesang, den Christian

absolut authentisch exekutiert. Sogar fremdsprachlich

anglistisch. Und im ganzen Lied kein schlimmes Wort.

„Gott of Schlager“ – so der Titel des dritten Ergusses – ist

ein weiterer Höhepunkt im Steiffen-Œuvre.

JOANNE SHAW TAYLOR

RECKLESS HEART

Das neue Album

ab 15.03.2019

„Ein umwerfendes Talent“

Jools Holland

„Ein kommender Superstar“

The Express

„Killer Licks und mitreißende Soli“

Sunday Times

„Sie macht Bluesrock wieder cool“

Sunday Mirror

Tour:

26.02.19 Köln, Yard Club

27.02.19 Aschaffenburg,

Colos-Saal

28.02.19 München, Ampere

02.03.19 Reichenbach, Die Halle

03.03.19 Dortmund, Piano

04.03.19 Berlin, Frannz Club

06.03.19 Bremen Lagerhaus

07.03.19 Osnabrück, Rosenhof

08.03.19 Hamburg, Markthalle

POP

Meghan Trainor 2019

Ihre Hits „All About That Bass“, „No“ oder auch „Lips Are

Moving“ kennt man. Jetzt legt sie nach.

181123 Joanne Shaw Taylor_Anz._Blu_83x128mm_RZ02.indd 1 10.12.18 12:22

A L I C E M E R T O N

Das dritte Album der Sängerin, Songwriterin, Musikerin und

Produzentin trägt den Titel „Treat Myself“ und wird ab Ende

Januar erhältlich sein. Im Tracklisting finden sich unter

anderem die schon vorab veröffentlichten Lieder „Let You

Be Right“, „Can’t Dance“ und „No Excuses“. „Das Album ist

meine beste Arbeit bisher und ich bin so stolz auf das, was

wir da geschaffen haben“, erklärt sie dazu.

DAS ALBUM MIT DEN HITS

NO ROOTS & WHY SO SERIOUS

- AB 18.01. ÜBERALL ERHÄLTLICH -

I T ʻ S G O N N A B E M I N T .

W W W . A L I C E M E R T O N . C O M


FILM

INTERVIEW

FOTOS: UNIVERSAL PICTURES

VIGGO MORTENSEN

Rassismus und Homophobie

Kaum zu glauben, aber der

US-Däne, der durch seine

Rolle des Aragorn in „Herr der Ringe“

einst Weltruhm erlangte, wurde

2018 schon sechzig Jahre alt – und

ist immer noch verdammt sexy. Auch

wenn er für seine neue Rolle ordentlich

zunehmen musste. Ab Ende

Januar ist er in einem der wichtigsten

LGBTIQ*-Filme 2019 zu sehen.

Wir sprachen mit dem Weltstar.

Mr. Mortensen, Sie müssen kurz

erklären, worauf sich der Titel Ihres

neuen Films „Green Book – Eine

besondere Freundschaft“ bezieht.

Die wenigsten deutschen Zuschauer

werden je vom Green Book gehört

haben ...

Viele Amerikaner haben das sicherlich

auch nicht. Selbst manche Afroamerikaner

wissen das nicht mehr, gerade wenn

sie eher jung sind. Von den Dreißigern bis

in die Sechziger hinein war das Büchlein

ein absolut notwendiges Hilfsmittel für

Schwarze in den Südstaaten, denn es listete

Hotels, Restaurants, Tankstellen und

Raststätten auf, die sie betreten durften.

Unerlässlich gerade für jeden Afroamerikaner,

der zum Beispiel zum Familienbesuch

aus dem Norden anreiste. Denn anderswo

wurde man ja rausgeschmissen, beleidigt

und Schlimmeres. Das Green Book ist also

auch ein Symbol dafür, wie institutionalisiert

der Rassismus in den USA war.

So schlimm ist es zum Glück heute

nicht mehr!

Stimmt, aber die Geschichte, die wir im

Film erzählen, ist trotzdem heute noch relevant,

denn wir zeigen – hoffe ich zumindest

– zu welcher Grausamkeit und Ungerechtigkeit

Ignoranz führt. Wenn wir nicht

offen und ehrlich mit unserem Gegenüber

kommunizieren, neigen wir dazu, ihn nicht

als ebenbürtig zu betrachten – und dann

führt das mitunter zu solch schlimmen

Zuständen. Die Gefahr, dass das passiert,

besteht immer, denke ich, das ist so ein

Stammesding. Dadurch, dass es sich hier

um eine Geschichte aus der Vergangenheit

handelt, taugt sie als Warnung, dass solche

Ignoranz immer wieder erwachen kann. Wir

sehen ja aktuell in den USA genauso wie in

Europa, wie das Misstrauen gegen Einwanderer

wächst und bestimmte Politiker die

Angst und das Unwissen der Bürger dann

schamlos ausnutzen.

Aber reicht es schon, wie „Green

Book“ suggeriert, das Andere kennenzulernen,

um es nicht mehr abzulehnen?

Muss ein Rassist nur einen

Schwarzen kennenlernen, um eines

Besseren belehrt zu werden?

Auf jeden Fall hilft es, diesem „Anderen“

zumindest ausgesetzt zu sein. So offen

und ehrlich wie möglich mit Menschen

zu kommunizieren, die anders sind, selbst

wenn die sich sträuben, kann nichts Verkehrtes

sein. Denn: Die meisten Politiker

und wenig wohlmeinende Menschen

wollen den Dialog verhindern und uns

voneinander getrennt halten, schließlich

garantiert die Angst ihre Wiederwahl. Von

daher hoffe ich einfach, dass unser Film zu

einem Austausch untereinander ermutigt.

Selbst wenn damit nicht gleich das ganze,

große Problem Rassismus gelöst wird.

Dass der von Ihnen gespielte Türsteher

und Fahrer Tony anfangs rassistisch

ist, steht außer Frage. Aber

als herauskommt, dass der von ihn

chauffierte Musiker Dr. Don Shirley

obendrein auch schwul ist, hat er

ausgerechnet damit scheinbar kaum

ein Problem. Wie erklären Sie sich

das bei diesem italienischstämmigen

Macho?

Die Szene stellt einen echten Wendepunkt

im Verhältnis dieser beiden Männer dar.

Der Schlüssel dafür liegt übrigens meiner

Meinung nach in Tonys Arbeit in New


FILM

Yorker Klubs wie dem Copacabana. Dort

hat er es immer wieder mit den unterschiedlichsten

Künstlern zu tun, und von

denen sind natürlich viele schwul. Womit

wir wieder dabei sind, wie wichtig es ist,

alle, die anders sind, nicht unbedingt auch

als fremd wahrzunehmen, sondern sie als

Teil der eigenen Welt zu erleben.

Tony und Don haben höchst unterschiedliche

Arten, mit Ungerechtigkeit

und Konflikten

umzugehen: der eine

ziemlich konfrontativ,

der andere duldsam

und zurückhaltend.

Wie ist Ihr eigener

Ansatz?

Man könnte vermutlich

sagen: irgendwo dazwischen.

Wenn es um mich

selbst geht, dann bin ich

meistens einigermaßen besonnen.

Doch wenn jemand, der

mir nahesteht, ungerecht behandelt

wird, womöglich sogar ein Kind, dann

bin ich doch sehr viel aufbrausender. Ich

kann nicht still dabeistehen, wenn ich mit

ansehen muss, dass jemand anderes – aus

welchen Gründen auch immer – nicht für

sich selbst einstehen kann oder darf.

Tony Vallelonga ist nicht die erste

reale Person, die Sie für einen Film

verkörpern. Im Fall von „Green Book“

hat nun aber auch noch sein Sohn am

Drehbuch mitgeschrieben. Übernimmt

man da als Schauspieler eine

ganz besondere Verantwortung?

Anfangs hat das natürlich schon irgendwie

den Druck erhöht, dass ich nicht nur Tonys

Sohn Nick, sondern auch die gesamte

Großfamilie kennengelernt habe, die mit

mir ihre Erinnerungen und Fotoalben

geteilt haben. Nick gab mir sogar eine Kruzifix-Kette

seines Vaters, die ich während

der Dreharbeiten trug. Aber letztlich fand

ich es unglaublich hilfreich, Nick jeden Tag

am Set zu haben, denn wann immer ich

Fragen hatte – und sei es auch nur, was

eine einzelne Geste oder die Aussprache

eines Wortes angeht – konnte ich mich

an ihn wenden. Insgesamt ist es ohnehin

für einen Schauspieler gar keine so große

Sache, eine reale Person zu spielen. Man

muss sich nur bewusst machen, dass man

ihn ohnehin nie ganz exakt darstellen

kann. Den Zahn hat mir David Cronenberg

damals gezogen, als er mir die Rolle

von Sigmund Freud gab, obwohl ich dem

kein bisschen ähnlich sah. Es geht

am Ende immer nur darum,

das Wesen einer Person

einzufangen, also

sozusagen ihren

Geist.

Aber es muss

Ihnen, der bekanntlich

sehr

intellektuell

und belesen ist,

doch schwergefallen

sein, einen

Mann zu verkörpern,

der kulturell so wenig

bewandert und naiv ist, oder?

Tony ist wirklich ganz anders als eigentlich

alle Figuren, die ich je gespielt habe, und

ich war sehr auf der Hut, ihn nicht zur

Karikatur eines tumben Italo-Amerikaners

zu machen. Auf den ersten Blick ist er

nicht der Hellste und ziemlich unbeholfen,

schließlich hat er nicht einmal die

Highschool abgeschlossen. Aber er ist

trotzdem sehr aufmerksam, hört zu und

bekommt ganz vieles mit. Und in Sachen

stolz und Sturheit unterscheidet er sich

kaum von Doc Shirley. Deswegen war es

nicht so, dass ich mich nicht einfühlen

konnte in diese ganz andere Mentalität.

Sie haben sich für die Rolle ordentlich

Gewicht angefuttert ...

Stimmt, und ich habe sogar während der

Dreharbeiten immer noch mehr zugenommen,

denn ich esse ja quasi in jeder Szene

– und Mahersala Ali entpuppte sich als

Kollege, der es mit seinen Dialogen sehr

genau nimmt. Es kam ständig vor, dass er

eine Szene noch mal von vorne anfangen

wollte, was ich aus Schauspieler-Sicht

natürlich unbedingt begrüßt habe. Aber es

bedeutete eben auch, dass ich immer und

immer wieder irgendetwas essen musste.

Heißt es nicht, dass Filmessen selten

wirklich schmeckt?

Da hatte ich zum Glück keinen Grund

zur Beschwerde. Das Fried Chicken zum

Beispiel war richtig gut. Und die Sandwiches

auch. Normalerweise esse ich

deutlich gesünder, aber in den Wochen

vor Drehbeginn hatte ich mich an das

ganze fette Zeug schon gewöhnt und

meinen Magen ganz gut gedehnt. Vielleicht

hätte ich mir auch ein Kissen unters

Hemd stecken können und nach jeder

Szene alles wieder ausspucken können,

aber mir war es wichtig, Tonys Statur

tatsächlich ein bisschen näherzukommen,

denn das Gewicht hat ja auch Einfluss auf

die ganze Körpersprache, die Gesten und

allgemein die Energie. Und wie gesagt: Es

hat durchaus geschmeckt!

Eine letzte Frage noch zu Ihrem 60.

Geburtstag, den Sie gerade gefeiert

haben. War das für Sie eine große

Sache?

Ach, nicht wirklich. Sind runde Geburtstage

für mich eigentlich nie. Meinen 50.

damals hätte ich sogar fast vergessen,

auch weil ich gerade auf Familienbesuch in

Dänemark war. Aber dann hat meine Tante

eine Überraschungsparty in meinem Hotel

organisiert. Ich lasse es normalerweise lieber

etwas ruhiger angehen. Wobei solche

Tage natürlich immer ein netter Anlass

sind, mal ein bisschen zurückzublicken

und über das Leben zu sinnieren. So wie

ich es auch am 1. Januar immer mache.

Und ich kann nicht leugnen, dass 60 sich

doch irgendwie alt anfühlt. Das dachte ich

auch schon, als ich 40 und dann 50 wurde.

So richtig daran gewöhnt, dass ich kein

Jungspund mehr bin, habe ich mich also

wohl noch nicht.

*Interview: Jonathan Fink

„Green Book“ läuft ab dem 31.1.19

im Kino


KUNST

NACHGEFRAGT

ELEN-ART

„An dem Punkt, an dem das Bild

zum Leben erwacht ...“

Als Arthur 1985 in G‘azalkent,

Usbekistan geboren, lebt sie

nun als transsexuelle Künstlerin

Elen-Art am Bodensee. Elen-Art ist

eine Meisterin der Kunst. Mithilfe

von Acrylmalereien, Kollagen,

Ölgemälden und digitalen Bildern

drückt sie aus, was sie beschäftigt.

Wir fragten genauer nach.

Was inspiriert dich?

Zuerst sind da die weiße Leinwand und der

Gedanke, dass alles daraus werden kann,

was ich mir vorstelle – und sogar darüber

hinaus. Eine Fläche nur für mich und meine

Ideen, ohne Zwang und ohne Vorgaben.

Das ist es, was mich zunächst dazu bringt,

den Pinsel in die Hand zu nehmen. Was

aber dann genau auf die Leinwand kommt,

davon habe ich vorher keine exakte

Vorstellung. Wichtiger ist, wie ich mich

dabei fühle, wenn der Pinsel die Leinwand

berührt und wenn die ersten Striche sich

kreuzen. Es ist wie ein Kreislauf, der erst

einmal in Gang gesetzt werden muss.

Zuerst baue ich auf, und dann zerstöre ich

wieder. Ich male eine Fläche und zerteile

sie dann mit Linien. Ich verbinde und

zertrenne, und wenn das Ganze einen

gewissen Flow bekommt, dann merkt man

das dem Bild an. Es fühlt sich lebendig an.

Ähnlich der Rubin’schen Vase lassen sich

viele Elemente mehrfach deuten, wodurch

alles in mehreren Zuständen gleichzeitig

zu sein scheint. An dem Punkt, an dem das

Bild zum Leben erwacht, muss ich nicht

weitermalen, denn alles, was das Bild dann

macht, passiert im Kopf des Betrachters

ganz von alleine. Ich male also meistens

nicht, weil mich irgendwas schon inspiriert

hat, sondern damit ich Inspiration finde. So

wie man Sport macht, nicht weil man sich

gerade fit fühlt, sondern damit man fit wird

und/oder bleibt.

Inwiefern hilft dabei dein Leben in

Konstanz am Bodensee, Kunst zu

verwirklichen?

Wenn es um die Auswahl der passenden

Galerie geht, würde ich sagen: herzlich

wenig. Als ich nach Konstanz kam, sah

ich mein künstlerisches Werk noch als


Hobby und wollte hauptsächlich weg vom Elternhaus, um

eigenständig zu leben. Ich fand Arbeit und hab mich hier

eingelebt. Ich schließe nicht aus, dass ich eines Tages den

Sprung in eine größere Stadt wage, wo meine Chancen,

bekannter zu werden, größer sind. Aber schmerzlos wird

die Trennung von Konstanz nicht sein. Ich hab hier Freunde,

die ich sehr schätze. Ich mag den Geruch der Seeluft, und

nicht zuletzt ist die Stadt an sich auch sehr schön. Ich

wohne da, wo andere Urlaub machen.

Wie nimmst du die Gesellschaft am Bodensee wahr,

ist sie tolerant dir gegenüber?

Im engsten Kreis der Freunde waren die Reaktionen sehr

positiv. Man gab mir das Gefühl von Sicherheit. Ich hab

mich nie ausgeschlossen gefühlt. Was die breitere Öffentlichkeit

angeht, ist das wirklich schwer zu beantworten,

weil ich keinen Vergleich zu anderen Städten ziehen kann.

Ich bin seit acht Monaten geoutet und bin hier in Konstanz

auch zum ersten Mal in die Öffentlichkeit gegangen. Ich

finde es immer noch extrem schwer, rauszugehen und

mich zu zeigen. Das größte Problem dabei ist die eigene

Angst, durch die ich manchmal falsche Eindrücke auf die

Blicke und Reaktionen anderer projiziere. Je selbstbewusster

ich mich gebe, desto geringer ist die Chance, abfällige

Blicke zu kassieren oder den Ausdruck in den Gesichtern

falsch zu deuten, weil ich erhobenen Hauptes alles anders

wahrnehme. Das ist leichter gesagt als getan, aber meiner

Meinung nach die einzig richtige Einstellung. Ich hatte

natürlich auch negative Erlebnisse. Es gab diese Momente,

da wurden auf einmal die Köpfe zusammengesteckt, es

wurde noch mal ein flüchtiger Blick zu mir geworfen oder

das Gesicht wurde verzogen. Auch solche Kleinigkeiten

sind verletzendselbst wenn ich weiß, dass die Menschen es

einfach nicht gewohnt sind und deshalb so reagieren.

Ich hab auch positive Erinnerungen, beispielsweise das

Coming-out bei meinem Hausarzt, der empathisch und

verständnisvoll reagiert hat. Es wird wohl noch eine Weile

dauern, bis ich völlig entspannt rausgehen kann. Ob das

auch an der Region liegt, kann ich nicht genau sagen, dazu

stören meine eigenen Unsicherheiten noch zu sehr meine

Objektivität.

Der Anblick deines Gesichts würde dich unglücklich

machen, hast du gesagt. Warum denn das?

Apropos Unsicherheiten. Ich weiß, wie das klingt, aber ich

kenne meinen Körper besser als jeder andere und somit

auch jedes Detail, das mehr an einen Mann erinnert als an

eine Frau. Diese Details fühlen sich falsch an, seit meiner

Kindheit. Das ist kein gutes Gefühl. Es kann mich in die

Verzweiflung treiben, weil ich es selbst unzählige Male

hinterfrage, und je mehr ich es hinterfrage, desto komplizierter

wird es. Es lässt sich einfach nicht wegargumentieren.

Beim Anblick meines Gesichts ist diese Emotion aus

verschiedenen Gründen besonders stark. Zum einen, weil

es das wichtigste Kommunikationswerkzeug des Menschen

ist. Wir schauen uns ins Gesicht, um einander zu

erkennen. Zum andern bin ich, da ich auch Porträts male,

gut darin geübt, Gesichtsmerkmale zwischen Mann und

Frau zu unterscheiden. Da stechen diese Details für mich

besonders heraus. Egal wie kontrovers dieses Thema auch

sein mag, ich weiß eines ganz genau: Zu denken, dass das

nur Oberflächlichkeiten und die inneren Werte viel wichtiger

sind, hat mir nie geholfen.

*Interview: Michael Rädel

elen-art.de


KUNST

FOTOSTRECKE

#WerLiebtHandeltRichtig

Fotograf Tom Thiele aus Leipzig hat passend

zum nahenden Frühling Philipp Schneider,

Mister Sachsen 2017, und Model Christian Kress

romantisch inszeniert.

„Als freier Fotograf aus Leipzig fotografiere ich sehr oft

Hochzeiten und unterschiedliche Pärchen, die über

beide Ohren ineinander verliebt sind. Ich wollte gerne

aber mal eine kleine ‚Lovestory‘ ins rechte Licht setzen,

die alle typischen Effekte und Emotionen in sich trägt,

die aber eben auf den ersten Blick nicht so typisch ist“,

verrät der Fotograf. „Christian kam mir daher in den

Sinn, weil ich mit ihm schon öfters zusammengearbeitet

habe, und er hatte mir dann Phil vorgestellt. Wir

trafen uns etwas außerhalb von Leipzig bei einem alten

Steinbruch, welcher von einer Landschaft umfasst war,

die einer Steppe sehr ähnlich war. Dieser Ort hat uns

genug Freiraum gegeben, um verschiedene ungezwungene

Momente zu erschaffen, die man eigentlich

bereits so schon kennt und am Ende doch eine neue

Stimmung mit sich bringen.“ *rä

FOTOS: TOM THIELE

www.instagram.com/tomthiele.fotografie_leipzig

www.instagram.com/cncpt_ck

www.instagram.com/philipp_snr

www.tomthiele.com


KUNST


‘RESIDUUM’ COPYRIGHT © 2016 BLASBERG STUDIO

ALL RIGHTS RESERVED. NO PART OF THIS PUBLICATION MAY BE

REPRODUCED, DISTRIBUTED, OR TRANSMITTED IN ANY FORM OR BY

ANY MEANS, INCLUDING PHOTOCOPYING, RECORDING,

OR OTHER ELECTRONIC OR MECHANICAL METHODS, WITHOUT THE PRIOR

WRITTEN PERMISSION. PRINTED IN THE UK.

KUNST

NACHGEFRAGT

RELATIONSHOP + RESIDUUM

L U K A S B L A S B E R G

RESIDUUM

#LUKASBLASBERG #RESIDUUM

BLASBERGSTUDIO.COM

RESIDUUM AN ART SERIES BY LUKAS BLASBERG PRODUCED BY BLASBERG STUDIO

IN ASSOCIATION WITH CABAL COLLECTIVE PHOTOGRAPHY BY THERESA VITINIUS

VIDEO EDITING ALEXANDER DARBY DEPICTED IMAGE STILL 'FEAR' TAKEN IN OCTOBER 2016

MORE INFORMATION AVAILABLE AT BLASBERGSTUDIO.COM IMAGE LICENSING BY CABALCOLLECTIVE.COM

SPECIAL THANKS TO DIGITAL ANTHROPOLOGY LAB, BLACK MAGIC DESIGN AND MICROSOFT KINECT

ADDITIONAL THANKS TO MOUHANNAD AL-SAYEGH, ANNA-LINA BERG, UTE BERG AND MAURICE KARNER

WARNING! THIS INSTALATION HAS BEEN IDENTIFIED TO POTENTIALLY TRIGGER SEIZURES FOR PEOPLE WITH PHOTOSENSITIVE EPILEPSY. VIEWER DISCRETION IS ADVISED.

Richtig gelesen, hier steht

„Relationshop“, nicht

„Relationship“, denn wie der

Künstler Lukas Blasberg ganz

richtig anmerkt, scheint es bei

Grindr und anderen Dating-Apps

ja eher darum zu gehen, sich gut

zu präsentieren und Begegnungen

abzugreifen, und eben nicht

darum, eine Beziehung zu finden.

Wenn der Sex besonders gut ist, versucht

man es halbherzig, bleibt aber natürlich

immer „on“ und schaut (heimlich),

ob es nicht doch einen Bessern gibt.

Lukas aus London hat diese Gedanken

zu Kunst verarbeitet – und die ist sogar

mit echten Chats verknüpft. Hält man

sein Smartphone ans Bild, kann man sie

lesen ...

Schadet (Online-)Cruising immer

einer Beziehung?

Dating war immer schon ein Minenfeld.

Die Leute vergessen oft, dass hinter

dem Rechner ein anderer Mensch ist,

und sagen, verraten Dinge, die sie sonst

nicht so schnell preisgeben würden. Oft

ist all das Online-Kontakten auch mit

Einsamkeit und Depression verbunden ...

Menschen behandeln andere Menschen

online oft wie Objekte.

Stichwörter Body Positivity und

Bodyshaming.

Im Sportstudio entwickelst du nicht

deinen Geist! Nach dem Ende einer

langen Partnerschaft fand ich mich auf

dem Beziehungsmarkt wieder und fand

mich reduziert auf meinen Körper – auf

einzelne Segmente meines Körpers:

Gesicht, Oberkörper, Hintern ... Die Leute

sollten sich wieder bewusst machen,

dass sie anderes brauchen, als einen

Partner mit Sixpack.

Was steht für 2019 an?

Meine neue Serie „Residuum“: Sie nimmt

sich der Generation Y an und deren

Ängsten und psychischen Krankheiten.

Angst, Stress und Panik sind bei diesen

interaktiven und sich bewegenden

Bildern besonders herausgearbeitet. Der

Betrachter wird mithilfe der Xbox Kinect

Sensors mit der Kunst verbunden. Je

näher man dem Objekt kommt, desto

mehr verändert es sich. Wer sich dem

Bild nicht nährt, wird nicht sehen, an was

der Mensch auf dem Bild leidet.

*Interview: Michael Rädel

blasbergstudio.com


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BUCH

PSYCHE

Sei mutig

Ben Brooks hat mit „Stories for Boys Who Dare to

Be Different – Vom Mut, anders zu sein“ ein wirklich

klasse Werk am Start.

FOTO: CARLOTA BIRD

„Dieses Buch kann Leben retten. Dieses Buch kann Leben

verändern. Dieses Buch kann dazu beitragen eine neue

Generation von Jungs hervorzubringen, die es wagen ihren

eigenen Weg zu gehen“, verrät der Autor gleich vorweg.

Und ja, denn wenn man hier sieht, was andere Männer so

alles bewegen konnten, was zu schaffen ist, wenn man

zu sich selbst steht, bekommt man ein gutes Gefühl.

Wenn man diese knackigen Porträts samt ansprechender

Comic-Illustration genießt, weiß man, dass man alles

richtig macht, wenn man zum Beispiel den Kollegen in die

Schranken weißt, den Mobber bloßstellt oder auch einfach

kündigt, um nach dem wohlverdienten Sabbatjahr neu

durchzustarten. Aber keine Bange, „Stories for Boys Who

Dare to Be Different – Vom Mut, anders zu sein“ ist kein

weiteres Buch zum Thema Selbstfindung. Es ist eine fürwahr

inspirierende Geschichtensammlung für Menschen,

die bewusst oder unbewusst Vorbilder brauchen – jenseits

aller heteronormativen Stereotypen. Zum Reinlesen empfehlen

wir die Kapitel Harvey Milk, Oscar Wilde, Roald Dahl

und Konfuzius. *rä

Ben Brooks: „Stories for Boys Who Dare to Be Different –

Vom Mut, anders zu sein“, www.loewe-verlag.de

COMIC

Kult: Flash Gordon

Wenn Comics so richtig alt sind und der Held dann auch noch

ein weißer Blonder, hat man schnell Angst, einem alten Ideal zu

huldigen, gar einem rassistischen Dreck zu folgen.

Und ja, Flash Gordon ist ein muskulöser Weißer mit blonder Tolle,

der die Damen beschützt und Welten rettet. Die Comics von

Zeichner und Autor Alex Raymond (2.10.1909 – 6.9.1956) erschienen

erstmals 1934, sie sind also ein Kind ihrer Zeit. Und trotzdem

kann man sie genießen, denn alles ist dermaßen überzeichnet

und irgendwie auch oll, dass es eine pure Freude für den

aufgeklärten Geist ist. Die Geschichten um den geradezu

omnipotenten Flash Gordon, seine aufgekratzte Geliebte

Dale Arden und den allwissenden Wissenschaftler Dr. Hans

Zarkov wurden ab 1936 mit Schwimmweltmeister Buster

Crabbe als Flash mehrmals verfilmt (jeder Raketenstart ein

Lacher, jede Szene Travestie der Extraklasse). 1980 kam die

recht erfolgreiche Neuverfilmung in die Kinos, auch die Glam-

Rockband Queen war mit von der Partie und sang das Titellied ...

Nach und nach erscheinen die Comics nun beim Hannibal Verlag

gesammelt neu. *rä

Alex Raymond: FLASH GORDON – AUF DEM PLANETEN

MONGO – DIE SONNTAGSSEITEN 1934 – 1937, Übersetzung:

Alan Tepper, Hardcover, 25 x 28 cm, 208 Seiten, durchgehend

farbig bebildert, ISBN 978-3-85445-659-9

FLASH STEUERT MIT EINER VON MING ERBEUTETEN RAKETE

SIE SCHLIESSEN AUF ! UND SIE

AUF DIE WÄLDER SEINES FREUNDES

FORDERN UNS ÜBER FUNK

STRATEGIE

BARIN ZU .

ZUM HALTEN AUF !

IST GEFRAGT !

HALLO, PATROUILLE .

DA WIR NUN AUS DEN MEERESNEBELN RAUS SIND,

WAS WOLLT IHR? WIR SIND AUF

BESTEHT DAS RISIKO, DASS EINE LUFTPATROUILLE MINGS

GEHEIMMISSION FÜR MING .

UNS ENTDECKT .

HIER SPRICHT HAUPTMANN

BEI TAO .

CHIUNG .

DU BIST EIN WAHRER PROPHET !

DA IST

JA

EINE !

FLASH

VERSUCHT

SEINEM FEIND MIT

VOLLEM ENERGIESCHUB ZU

ENTKOMMEN .

LÜGNER! CHIUNG IST TOT ! HALTE DEN

WÄHREND FLASH DER SICHERHEIT ENTGEGEN FLIEGT,

LANDET, ODER WIR

KURS !

WERDEN IN MINGS PATROUILLENHAUPTQUARTIER DÜSTERE

FEUERN ! ICH HABE SIE FAST

PLÄNE GESCHMIEDET !

IM FADENKREUZ

MEINER ATOMKANONE !

WIE IHR WISST,

NEHMEN WIR ALLE

RAKETEN-FUNK-

SPRÜCHE AUF. WEGEN

DIESEM LIESS ICH

EUCH RUFEN .

BEI TAO, DAS IST FLASH

WIR

„FÜR MING .

GORDONS STIMME !

MÜSSEN

HIER

BEFEHLIGT ALLE

KÄMPFEN,

SPRICHT

PATROUILLEN

FLASH !

HAUPTMANN

ZUM

CHIUNG.“

ABFANGEN

DER

RAKETE !

NÄCHSTE

WOCHE:

FLAMMENDES

EIN VOLLTREFFER ZERSTÖRT DIE RAKETE DES FEINDES ! SCHICKSAL!

18. Oktober 1936 177


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