B_1901_web

onexmagazin

AUSGABE 1 JANUAR 2019

Rivella-

Kind

Alexander Barth

Der Sohn des Rivella-

Gründers plaudert aus

dem Nähkästchen.

EDELKÜCHE

Wie Gefangene

Spitzen-Gastronomie

betreiben.

FLUGPIONIER

Oskar Bider war einer

der berühmtesten

Schweizer seiner Zeit.

SCL TIGERS

Harri Pesonen und

Chris DiDomenico

im Gespräch.


Bahnhofstrasse 34

4950 Huttwil

Tel: 062 959 80 50

info@schaerhuttwil.ch

www.schaerhuttwil.ch

Zeit für einen starken Rücken!

Wir biegen Sie wieder gerade.

Rückentherapiecenter / Rückentraining /

Physiotherapie / Koordination / Beweglichkeit /

Massage

Ihr Fitness-, Gesundheits- und Wellnesscenter in Langenthal

Infos unter www.maxfit.ch

LAGER- BÜRO UND GEWERBERÄUME

AN ZENTRALER LAGE

Zu vermieten Lager- und Büroflächen sowie Gewerberäume. Diverse Räume in verschiedenen Grössen vorhanden. Auch WIR Anteil möglich.

MB Immobilien AG

Bahnhofstrasse 1 I 4914 Roggwil

www.mb-immo.ch

Tel. 079 431 56 42

Infos und

Besichtigung:

079 431 56 42


EDITORIAL / INHALT

Liebe Leserin,

lieber Leser

Was trinken Sie? Zum Beispiel, wenn Sie

Sport machen? Ein Feldschlösschen zum

Fernsehsport? Oder doch lieber ein

Rivella zum oder nach dem richtigen

Sport? Also nichts gegen ein Feldschlösschen.

Aber wirklich sportlich ist

das nicht. Sportler trinken Rivella. Das

wussten wir schon als Kinder. Als ich geboren

wurde, war Rivella schon da. Es

gehörte immer schon dazu. Seit Anbeginn

der Zeiten. In unserer Welt. Also in

der Schweiz. Ausserhalb der Schweiz

kriegen wir es nicht überall. Zum Beispiel

in Italien gibt es Rivella nicht. Noch

nicht vielleicht? Das bringt uns zu der

Überlegung, dass es Rivella vielleicht

doch nicht seit Anbeginn der Zeiten gegeben

haben könnte. Also gingen wir

auf die Suche. Fündig wurden wir in unserem

Verteilgebiet. Genauer gesagt in

Rothrist. Dort ist nämlich Rivella zuhause.

Und dort trafen wir Alexander Barth,

den Sohn des 2007 verstorbenen Rivella-Gründers

Robert Barth. Alexander

Barth gab uns Einblicke in sein Leben als

Rivella-Kind, und wie es dazu kam, dass

der Sport und die Getränkemarke zusammen

kamen.

Das und weitere spannenden Geschichten

finden Sie in dieser Ausgabe. Zum

Beispiel auch jene, wie Oskar Bieder den

Huttwilern vor 105 Jahren eine grossartige

Flugshow bot.

Viel Spass beim Lesen

Ihr Bruno Wüthrich

IMPRESSUM

Herausgeber: s’Positive AG,

St. Urbanstrasse 31, 4914 Roggwil

Tel. 062 929 24 25

info@spositive.ch

Redaktion: Bruno Wüthrich,

Klaus Zaugg

Geschäftsleitung:

Sebastian Wüthrich

Layout: tnt-graphics AG,

www.tnt-graphics.ch

Auflage: 75 000 Exemplare

Erscheinung: monatlich

Druck: Swissprinters AG,

4800 Zofingen

Versand: Die Post

18

4

04 FAMILIENUNTERNEHMEN

Sein Vater gründete Rivella.

Heute führt Alexander

Barth das Unternehmen –

und erzählt von der Firmengeschichte

und von seiner

Zeit als «Rivella-Kind».

14 KOST AUS DEM KNAST

Edelrestaurant hinter

schwedischen Gardinen: In

der Haftanstalt im italienischen

Bollate kochen Häftlinge

für externe Gäste.

18 WUSSTEN SIE

Über nachtragende Mücken,

das Ende des Regenbogens

und kristallklare Eiswürfel.

00 14

32

22

22 DER TOLLKÜHNE

1914 stieg der Schweizer

Flugpionier Oskar Bider in

Huttwil in die Lüfte und begeisterte

über 10 000 Zuschauer.

32 LÄNDLICHES EISHOCKEY

Der Finne Harri Pesonen

und der Kanadier Chris Di-

Domenico sind die Stürmer-

Stars der SCL Tigers. Im Interview

verraten sie, was

ihnen am Schweizer Hockey

gefällt.

38 DIE SEITE DER LESER

Leserbriefe und Veranstaltungshinweise.

s’Positive 1 / 2019 3


ALEXANDER BARTH

Alexander Barth,

Sohn des Rivella-

Gründers Robert

Barth, im Interview.

«Sportler trinken

Rivella»

erfand man am

Küchentisch

Robert Barth interessierte sich

1952 für die Rezeptur eines

Getränks aus Molke und legte den

Grundstein für Rivella. Heute führt

Sohn Alexander das erfolgreiche

Unternehmen.

4 s’Positive 1 / 2019


TEXT: KLAUS ZAUGG, BRUNO WÜTHRICH

Da war doch mal was. «Mit 66

Jahren» lautet der Titel eines

Hits vo n Udo Jürgens. 66 Jahre

alt ist auch Rivella, das Schweizer

Nationalgetränk, das schon vieles

zum Leben in unserem Land bei getragen

hat. 66 Jahre alt ist auch Alexander Barth,

der Sohn des Rivella-Gründers Robert

Barth. s’Positive fragte Alexander Barth,

wie es dazu kam, dass aus einem Molkeprodukt

eine erfolgreiche Getränkemarke

wurde und wie es war, als «Rivella-Kind»

aufzuwachsen.

s’Positive: Dürfen wir Rivella in einem

Atemzug mit Coca-Cola und Red Bull

nennen?

Alexander Barth: Sie sollten nicht übertreiben.

Wir gehören zwar in der Schweiz

zu den 10 beliebtesten Marken. Aber wir

sind ein kleiner Fisch.

Aber ein unabhängiger freier Fisch im

grossen Haifischbecken. Sind die Aktien

noch immer zu hundert Prozent im

Besitz der Familie?

Ja, der Kreis der Aktionäre ist auf sechs

Personen beschränkt. Auf meine Schwester,

mich und die Kinder unseres verstorbenen

Bruders.

Das ist bemerkenswert. Denn hinter

fast jeder bekannten Schweizer Getränkemarke

steckt ein grosser Konzern.

Es gibt durchaus lokale Marken, die ebenfalls

in Familienbesitz sind. Aber Sie haben

recht. Die grossen, nationalen Marken

sind heute Teil von Konzernen.

Gibt es keine Übernahmeangebote?

Hin und wieder. Vor allem damals, als

mein Vater gestorben ist. Da ging es um

die Frage, wie es weitergehen wird. In

dieser Zeit bin ich viel zum Mittagessen

eingeladen worden.

Und heute? Rivella müsste doch auf

dem Wunschzettel von so manchem

Lebensmittel- oder Getränkekonzern

stehen.

Das kann durchaus sein. Hin und wieder

kommen auch heute noch Anfragen.

Klopft Heineken, Ihr Partner für den

niederländischen Markt, nicht fast täglich

mit einem Angebot an Ihre Türe?

Täglich sowieso nicht. Da müsste ich bald

den Riegel schieben. Aber die Vrumona,

eine Tochtergesellschaft von Heineken, ist

Lizenznehmerin für den holländischen

Markt von Rivella. Wir schicken ihnen den

Rohstoff, und sie füllen diesen ab. Das

Marketing machen wir gemeinsam.

s’Positive 1 / 2019 5


ALEXANDER BARTH

Ist der Verkauf überhaupt ein Thema?

Nein.

Wir fragen dies, weil Sie der Handelszeitung

2008 gesagt haben sollen, ein

Verkauf von Rivella sei nicht ausgeschlossen.

Das stimmt. Ich schliesse einen Verkauf

auch heute, elf Jahre nach dieser Aussage,

nicht aus, weil man nie etwas ausschliessen

soll. Aber der Verkauf von

Rivella ist wenig wahrscheinlich.

Wie hoch wäre denn der Verkaufspreis?

Keine Ahnung.

Keine Ahnung?

Richtig. Den Verkaufspreis können wir

zwar aufgrund verschiedener Kennzahlen

eines Unternehmens errechnen. Aber

letztlich wird nicht der Preis bezahlt, den

Sie ausgerechnet haben. Sondern nur der

Preis, den ein Käufer auch bereit ist, zu

zahlen. Bisher kam es nie zu irgendwelchen

Verkaufsverhandlungen. Deshalb

kann ich nicht abschätzen, was ein Käufer

bereit wäre, zu zahlen.

Stimmt es, dass Rivella ursprünglich

als Bier gedacht war?

Nicht ganz, aber die Geschichte hat einen

wahren Kern. Ein Milchbiologe beauftragte

meinen Onkel Jean Barth, in Amerika

den Markt für sein Bier respektive

seine Limonade aus Molke zu sondieren.

Es gibt bei Molke verschiedene Vergärungen,

eine mit und eine ohne Alkohol. Als

dieses Vorhaben floppte, hörte mein Vater

am Mittagstisch von dieser Idee. Er

war fasziniert von der Möglichkeit, auf

der Basis von Milchsäure ein gesundes

Getränk ohne Alkohol herzustellen und

kaufte dem Milchbiologen das Rezept ab.

Wie kommt man überhaupt auf die

Idee, aus Molke ein Getränk herzustellen?

«Sport ist gesund. Man

schwitzt und will den

Durst löschen. Wir gingen

deshalb mit dem

Harassli Rivella auf die

Fussballplätze.»

Ursprünglich ist es eine Idee aus der Not.

In Deutschland gab es während des 2.

Weltkrieges immer weniger Rohstoffe

und kaum mehr Zucker und Zitronensäure

für die Herstellung von Erfrischungsgetränken.

So entstand die Idee, auf der

Basis von Molke ein Erfrischungsgetränk

herzustellen.

Aber Ihr Vater war doch Jurist.

Das stimmt. Er studierte Jura und im Nebenstudium

Psychologie. Er interessierte

sich sehr für Werbepsychologie.

Wohl deshalb erkannte er lange vor der

Konkurrenz die Werbewirksamkeit des

Sports. Rivella ist ja auch ein grandioser

Marketingerfolg.

Rivella war damals schon ein gesundes

Produkt, nicht nur wegen der Molke. Die

Aromen kamen ja von Kräutern. Bei unserer

ersten Werbung ging es um eine

gesunde Verdauung. Die Überlegung war,

wie ein gesundes Produkt ohne Verbindung

mit Ärzten und Medikamenten beworben

werden könnte. Das Getränk ist

Rivella setzte in der Werbung von

Anfang an auf Gesundheit und Sport.

bekömmlich und stösst nicht auf. Und es

enthält Mineralien, die beim Sport, wenn

man ins Schwitzen kommt, verloren gehen.

Somit lag es nahe, den Sport in unsere

Strategie mit einzubeziehen. Sport

ist gesund, man kommt ins Schwitzen

und will den Durst löschen. Wir gingen

deshalb mit dem Harassli Rivella auf die

Fussballplätze.

Sportler trinken Rivella. Nach wie vor

eine der besten Werbeideen überhaupt.

Die Botschaft ist einfach und

klar wie ein paar Akkorde von Status

Quo. Wer hatte eigentlich diesen Werbespruch

erfunden?

Das wissen wir nicht mehr.

Heute müssten Sie für die Kreation eines

solchen Werbespruches wohl viel

Geld ausgeben.

Der Spruch ist wohl tatsächlich am Küchentisch

erfunden worden. Es ist halt

schon so, dass im kleinen Kreis die griffigen

Sprüche gefunden werden. Je mehr

Sie Umfragen berücksichtigen und versuchen,

es möglichst allen recht zu machen,

desto weniger klar wird die Botschaft.

Sie setzen nach wie vor auf Sportwerbung.

Aber nicht auf grosse Namen.

Das ist so. Der Sport ist heute medial sehr

stark internationalisiert. Dort, wo die

Ausstrahlung international ist, sind wir

am falschen Ort.

Also lieber den Schwingerkönig als Roger

Federer?

Richtig, wobei ich Herrn Federer einen tollen

Typen finde. Wir werben aber nicht mit

Einzelsportlern. Wir setzen auf Anlässe.

So sind Sie nicht vom Erfolg eines einzelnen

Stars abhängig?

Es gibt noch einen anderen Grund. Der

Name des Sportlers sollte nicht grösser

sein als Rivella.

Aber es ist schon richtig, dass der Sport

aus Rivella eine Kult-Marke machte?

Das stimmt. Dies zusammen mit einer gewissen

Hartnäckigkeit bei der Weiterverfolgung

einer Markenbotschaft.

Sie warben ja schon sehr früh auch mit

der Ski-Nationalmannschaft.

Ja. Wir sind seit über 40 Jahren Partner

von Swiss-Ski. Zu Beginn der Zusammenarbeit

war Adolf Ogi Präsident des

Schweizer Skiverbandes. Bernhard Russi,

Roland Collombin, Marie-Theres Nadig

und wie sie alle heissen, waren schillernde

Persönlichkeiten. Als noch nicht alle

einen Fernseher hatten, wurden die Rennen

in Restaurants gezeigt. Da war immer

Rivella mit im Spiel, das hat sehr geholfen.

Wie oft ist die Rezeptur des ersten Produktes,

heute Rivella Rot, nach der

Erstentwicklung verändert worden?

6 s’Positive 1 / 2019


Alexander

Barth

lic. iur. Rudolf Alexander

Hans Barth ist seit 1986 im

Dienste der familieneigenen

Unternehmen in verschiedenen

Funktionen tätig.

Heute ist er Präsident des

Verwaltungsrates der Rivella

Gruppe und Mitglied des

Verwaltungsrates verschiedener

weiterer Gesellschaften

im Besitze der Familie

Barth. Er ist 66-jährig und

wohnt in Rothrist.

Die Rezeptur ist weitgehend immer noch

die gleiche wie 1952.

Die Legende besagt ja, dass das Rezept

von Coca-Cola wie ein Staatsgeheimnis

gehütet und in einem Tresor verwahrt

wird. Ist das auch bei Ihnen so?

Das ist auch bei uns so. Das Rezept ist auf

einem Computer gespeichert, der nicht

am Netz angeschlossen ist und in einem

Tresor aufbewahrt wird.

Tatsächlich?

Ja, das ist so.

Wie viele Personen haben Zugriff zu

diesem Rezept?

Sechs Personen.

Es ist erstaunlich, dass es mit der heutigen

Technik nicht möglich ist, Rivella

zu kopieren.

Wenn jemand sehr viel Geld ausgäbe,

könnte man ein Getränk mit einem ähnlichen

Geschmack herstellen. Das Wissen

ist nur eine Seite. Das grössere Problem

ist die Umsetzung. Es wäre ein sehr langer

und kostspieliger Weg, die Technologie

zur Herstellung zu entwickeln, dann das

Produkt im Markt einzuführen und

schliesslich unseren Status zu erreichen.

Der Aufwand, uns zu kopieren, ist wahrscheinlich

zu gross.

Gibt es auf dem Markt noch andere Getränke

auf der Basis von Milchserum?

Nicht, dass ich wüsste, zumindest keine

mit einer so starken Marke wie Rivella.

Wie hoch ist der Anteil an Milchserum

in Rivella?

35 Prozent bei Rivella Rot und Blau und

etwas tiefer bei den andern Sorten.

Rivella gehört zur Schweiz wie das

Matterhorn und ist unser Nationalgetränk

geworden. Warum ist es kein

Exportschlager?

Das haben Sie schön gesagt: unser Nationalgetränk.

Aber würde bei uns ein aus-

AUF EINEN BLICK

Rivella

Zum 1952 von Robert

Barth gegründeten Familienunternehmen

mit

Sitz im aargauischen

Rothrist gehören neben

dem bekannten Erfrischungsgetränk

Rivella

auch die Traditionsfruchtsaftmarke

Michel

sowie der exotische

Durstlöscher Passaia.

Pro Jahr werden rund

100 Mio. Liter Getränke

abgesetzt, davon mehr

als ein Viertel im Ausland.

Dabei stellen die

Niederlande den ältesten

und gleichzeitig bedeutendsten

Exportmarkt

dar. Der Umsatz

der Gruppe beläuft sich

auf rund 140 Millionen

Franken. Das Sortiment

wird laufend an die sich

verändernden Konsumentenbedürfnisse

angepasst.

So wurde 2018

mit Rivella Refresh eine

ländisches Nationalgetränk erfolgreich

sein? Eine Verbindung mit Heidi ist auch

nicht vielversprechend. Zudem passt die

Verbindung Erfrischungsgetränk, Kohlensäure

und Milch für viele Menschen nicht

zusammen. Abgesehen davon ist es ein

sehr langer Weg, ein Produkt in einen ausländischen

Markt einzuführen.

Gibt es trotzdem Länder, in denen

Rivella vertreten ist?

Ja, vor allem in Holland. Dort sind wir seit

Ende der 1950er Jahre mit Rivella Blau

geschmacklich leichte

Varietät mit 40 Prozent

weniger Zucker eingeführt.

Dafür erhielt die

Unternehmung die Auszeichnung

«Star of the

Year» als erfolgreichste

Produktinnovation im

Konsumgüterbereich.

Das für sein Engagement

im Sportbereich

bekannte Unternehmen

beschäftigt 250 Mitarbeitende.

s’Positive 1 / 2019 7


ALEXANDER BARTH

im Markt. Es gibt in Holland sogar noch

mehr Rivella-Varietäten als in der Schweiz,

zum Beispiel Cranberry-Rivella und

Rivella ohne Kohlensäure.

Wie kommt das?

Wir müssen in der Werbung irgendetwas

richtig gemacht haben. Leider wissen wir

nicht genau, was. Rivella wird in Holland

auch friesischer Landwein genannt. Auch

in Luxemburg und in Elsass-Lothringen

sind wir gut im Markt vertreten.

Rivella wird mit Wein in Verbindung

gebracht?

Ja, und das ist nicht verwunderlich. Als

der Geschmack von Rivella entwickelt

wurde, hatte unser Grossvater darum gebeten,

dass der Geschmack den Gaumen

eines Weintrinkers nicht beleidigen darf.

Könnte ein Grund für die starke Verbreitung

von Rivella in den Niederlanden

damit zusammenhängen, dass

dort Milch etwa gleich gut akzeptiert

ist wie in der Schweiz?

Das könnte sehr wohl so sein. Aber unser

Rivella Blau stammt ja eigentlich aus Holland.

Die Rezeptur hierfür entwickelten

wir, weil in den Niederlanden ein Rivella

ohne zugefügten Zucker gewünscht wurde.

Rivella Blau war damals, 1958, das

wohl erste Light-Produkt auf dem Markt.

Haben Sie auch versucht, in anderen

Ländern Fuss zu fassen?

Ja, beispielsweise zwei Jahre lang in England.

Das ging «in die Hose», obwohl uns

die Marktforschung etwas anderes vorausgesagt

hatte. Und in Deutschland lag

Barth, der

Ex-Hippie,

Hauptmann der

Militärjustiz und

Verwaltungsratspräsident

von

Rivella.

«Es bleibt eine vernünftige

Sache, Rivella zu

trinken. Rivella steht für

den positiven Effekt des

Durstlöschens, nicht für

den Adrenalinkick.»

das Problem im tiefen Preisniveau für Erfrischungsgetränke,

das wir schon währungsbedingt

nicht halten können.

Also keine Welteroberungspläne mehr?

Die hatten wir sowieso nie. Wir wollen

dort gut sein, wo wir es sind, und unsere

Position ausbauen. Die Belieferung eines

ausländischen Marktes ist auch ein logistisches

Problem. Es rechnet sich in der Regel

nicht mehr, wenn wir Getränke weiter als

500 Kilometer transportieren müssen.

Sie sind im Gründungsjahr von Rivella

geboren. Wie war es, als Rivella-Kind

in Rothrist aufzuwachsen?

Ich wusste schon als Kind, dass wir eine

Fabrik haben und dass dort mein Vater

arbeitet. Wir waren auch ab und zu dort.

Wenn man das Kind eines Fabrikbesitzers

ist, muss man erst recht anständig sein,

die Leute schauen schon genauer hin. Das

hat zuweilen schon etwas gestört.

Wie waren Ihre Eltern?

Wir hatten sehr gute Eltern. Sie liessen

uns Kindern sehr viele Freiheiten, auch

weil sie oft unterwegs waren. In diesen

Zeiten schaute jeweils unser Onkel zu

uns. Beispielsweise durfte ich die Haare

länger wachsen lassen.

Sie hatten lange Haare?

Ich trug das Haar schulterlang.

Der heutige Patron von Rivella war ein

Rock ’n’ Roller?

Das war halt die Hippie-Generation. Ungefähr

80 Prozent aller jungen Leute waren

damals so.

Haben Sie sich aufgelehnt? War Ché

Guevara Ihr Vorbild?

Nein, ich war kein Rebell. Ich war nie für

die Abschaffung des Kapitals und leistete

ganz normal auch den Militärdienst. Wir

haben uns damals gegen Intoleranz aufgelehnt.

Unsere Väter waren ja eher Militärköpfe.

Es war eine Generation, die

noch den zweiten Weltkrieg erlebt hatte.

Für sie hatten Kampf und Verteidigung

noch eine ganz andere Bedeutung als für

uns.

Und Sie haben im Militär weitergemacht?

8 s’Positive 1 / 2019


Ja, bis zum Oberleutnant der Infanterie.

Dann durfte ich wegen eines Gehörschadens

nicht mehr «an die Front» und bin,

weil ich Jurist bin, zum Hauptmann der

Militärjustiz befördert geworden.

Aber im Militär mussten Ihre Haare jeweils

fallen.

Selbstverständlich. Aber in der Rekrutenschule

hängte ich ein Bild von mir mit

langen Haaren an den Spind. Das war

mein stiller Protest.

Wuchsen die Haare nach dem Militär

wieder?

Ja, sie wurden wieder länger, als ich zur

Uni ging. Aber nicht mehr ganz so lang

wie vorher. Irgendwie fand ich das nicht

mehr ganz so spannend.

Waren Sie – etwas bösartig ausgedückt

– ein Salon-Hippie?

Weshalb meinen Sie?

Einer, der nach aussen wie ein Rebell

aussieht, aber doch ganz gut gezähmt

ist.

Ich übernachtete nicht im Zelt. Da haben

sie recht. Aber insgesamt war ich wie die

meisten jungen Leute damals. Wir lehnten

uns auf gegen allzu starre Formen.

Wir waren weltoffener als die Generationen

vor uns und auch toleranter. Wir verurteilten

keinen, der sich nur mal «es

Chnübi Hasch» reinzog. Aber das sehe ich

nicht als revolutionär, sondern das war

einfach der Wandel der Zeit.

Uns fasziniert der Gedanke, dass der

Verwaltungsratspräsident von Rivella

damals gelegentlich «es Chnübi Hasch»

geraucht haben könnte.

Wie bitte? (zuerst überrascht, dann lachend).

Eehhm – das hatte damals durchaus

zuweilen seinen Platz.

Sie als Hippie – das bringt uns auf eine

Idee.

So?

Hanf wird ja wohl bald legal. Warum

nicht ein Rivella mit Hanf für die Aufmüpfigen?

Ein Rivella trinken, statt

einen Joint rauchen.

Wir hatten mal ein Plakatsujet mit Polo

Hofer, das mir sehr gut gefiel. Er sagte

darin, er habe gerne Rivella Grün, weil er

halt immer schon Freude an «Grünzeug»

gehabt habe. Doch es ist und bleibt eine

vernünftige Sache, Rivella zu trinken,

weil man neben dem Löschen des Durstes

auch noch andere positive Effekte erzielt.

Also kein «Hasch-Rivella»? Rivella

bleibt eine anständige Marke?

Ja, Rivella steht für den positiven Effekt

des Durstlöschens, nicht für den Adrenalinkick.

Wir sind ein wenig bürgerlich

und haben ein Normalo-Image. Damit

fahren wir gut. 80 Prozent von uns sind

Interviewtermin: Alexander Barth im Gespräch mit den Redaktoren.

doch Normalos. Die einen etwas mehr

und die anderen etwas weniger.

Haben Sie eigentlich auch in der Fabrik

gearbeitet?

Ich habe schon auch gearbeitet, aber

nicht in der Fabrik. Ich habe Jura studiert

wie mein Grossvater und mein Vater.

Auch mein Sohn besitzt das Anwaltspatent.

Trotzdem bin ich so etwas wie das

schwarze Schaf der Familie. Anders als

mein Grossvater und Vater habe ich nicht

doktoriert.

Zu welchen Themen haben Ihr Grossvater

und Vater doktoriert?

Mein Grossvater schrieb seine Dissertation

auf Französisch zum Thema des Einflusses

von Währungsschwankungen auf

die Bilanzierung. Er wurde der erste Verwaltungsratspräsident

unseres Unternehmens.

Mein Vater befasste sich mit der

Stellung des beratenden Psychologen in

der Berufswelt. Anders als der Psychiater

Mit einem Lächeln

erinnert sich

Alexander Barth

an seine Jugendund

Militärzeit.

ist die Bezeichnung Psychologe ja nicht

geschützt.

Wie ist eigentlich der Produktname

Rivella entstanden?

Wir haben nach einem Markennamen gesucht,

der in allen Landessprachen gut

ankommt.

Wahrlich, eine schwierige Aufgabe!

Erinnern Sie sich noch an das SBB-Kursbuch?

Ja, das dicke Buch mit allen Bahnverbindungen.

Mein Vater hat mit einer Nadel ins Kursbuch

gestochen und das Buch geöffnet.

Auf der zufällig gefundenen Seite fand er

die Ortsbezeichnung Riva San Vitale. Das

ist ein Städtchen im Tessin. Der Name gefiel

ihm, aber ganz zufrieden war er nicht.

So holte er ein italienisches Wörterbuch

hervor und suchte nach Wörtern, die mit

Riva beginnen und fand «Rivelazione».

Daraus ist dann «Rivella» geworden.

s’Positive 1 / 2019 9


ALEXANDER BARTH

Rivelazione? Heisst das nicht «Offenbarung»?

Ja, genau. Rivella ist übrigens auch ein

Frauenname. Eine Frau mit diesem Namen

ist die Heldin in einem der ersten

Emanzipationsromane aus dem 18. Jahrhundert.

Eine schöne Geschichte. Die Offenbarung

aus dem Italienischen führt zum

Namen einer Heldin der Emanzipation.

Haben Sie nie versucht, den italienischen

Markt zu erobern?

Nein. Aus verschiedenen Gründen. Der

Markt in Italien ist zu fragmentiert und

wir wären auch zu teuer.

Wenn wir gerade von Märkten reden:

Haben die Schweizer Grossverteiler

auch bei Ihnen schon versucht, mit Boykottdrohungen

die Marge zu drücken?

Gehen wir zur nächsten Frage.

Es ist zumindest historisch verbürgt,

dass die anderen Getränkehersteller

Anfang der Fünfzigerjahre versucht

haben, Rivella aus dem Markt zu verdrängen.

Das war so. Es war aber keine Boykottdrohung.

Damals gab es noch viel mehr Getränkehersteller

als heute, und der Verband

dieser Hersteller hat sich gegen

einen weiteren Konkurrenten gewehrt.

Die Margen dürften heute kleiner geworden

sein.

Das ist richtig. Aber wir haben unsere

Produktionskosten gesenkt. Für die Herstellung

eines Liters Rivella waren früher

zwölf Liter Wasser notwendig. Heute

brauchen wir noch drei Liter. Auch die

Energiekosten haben wir gesenkt.

Wo liegen die grossen Herausforderungen?

Es gibt einen weltweiten Trend zur Verteufelung

des Zuckers, dem wir uns stellen

müssen. Obwohl nur rund 10 Prozent

vom Zucker, den wir täglich aufnehmen,

vom Genuss von Softdrinks kommt. Wir

haben inzwischen ein Rivella entwickelt,

das 40 Prozent weniger Zucker enthält

und trotzdem nahe an den Geschmack

des Originals herankommt.

Wie laufen die Geschäfte?

Gut.

Sie publizieren Ihre Geschäftszahlen

seit dem Jahr 2000 nicht mehr. Warum

eigentlich?

Nachdem ich das Präsidium des Verwaltungsrates

übernommen hatte, nahmen

wir diesen Wechsel in der Führung zum

Anlass, auf die Publikation der Geschäftszahlen

zu verzichten.

Weshalb?

Wir nennen die Gesamtlitermenge und

den Umsatz. Mehr nicht. Wir möchten

unserer Konkurrenz die detaillierten Zahlen

nicht bekannt geben. Zahlen sind ja

nicht spannend.

Oh doch, Zahlen sind spannend. Sie

profitieren davon, dass Ihr Unternehmen

nicht börsenkotiert ist. So sind Sie

nicht zur Veröffentlichung detaillierter

«Hängt die Entschädigung

des Managements

nicht vom Börsenkurs

ab, ist es eher möglich,

eine langfristig ausgerichtete

Unternehmenspolitik

zu betreiben.»

Die Bezeichnung

«Rivella» kommt

zwar aus dem Italienischen.

Doch in

Italien sieht Barth

keinen Markt.

Geschäftszahlen verpflichtet. Ist es ein

Vorteil, wenn die Aktien ihres Unternehmens

nicht an der Börse gehandelt

werden?

Ich erachte es als Vorteil. Banken oder

grosse Investoren wie Pensionskassen erwarten

Kurspflege durch kurzfristige Gewinnmaximierung.

Wenn die Entschädigung

des Managements nicht vom

Börsenkurs abhängig ist, dann ist es eher

möglich, eine langfristig ausgerichtete

Unternehmenspolitik zu betreiben, die

das Wohl des Personals und der Standortgemeinde

einschliesst.

Sie würden also nicht aus steuerlichen

Gründen das Unternehmen verlegen

oder aus Rothrist wegziehen?

Nein. Schon mein Vater hat sich in

Rothrist sehr wohl gefühlt. Allerdings

hätte ich einen Umzug erwogen, wenn

die kantonale Abstimmung über die höhere

Besteuerung für Vermögen von mehr

als zwei Millionen durchgekommen wäre.

Dann wäre ich gezwungen worden, mehr

Gewinn aus dem Unternehmen zu ziehen,

um diese Steuern zu bezahlen. Diese

höheren Ausschüttungen hätte ich ebenfalls

noch zusätzlich als Einkommen versteuern

müssen. Wir investieren den Gewinn

lieber wieder in unsere Unter -

nehmung. So haben wir über die letzten

fünf Jahre rund 30 Millionen in neue Produktionsanlagen

am Standort Rothrist

investiert.

10 s’Positive 1 / 2019


Hochzeitsfotos

sind Vertrauenssache


PaulChristen,Fotograf,Farbgasse21,CH-4900Langenthal,www.christenfoto.ch,0629222119


AUTO-NEWS

WAS IST DEIN FOCUS?

WAS IST DEIN FOCUS?

WIR HABEN DEN 4x4.

DU HAST DAS ABENTEUER.

RAV4 HYBRID.

NEUER FOCUS

NEUER FOCUS

JETZT BEI UNS ZUR PROBEFAHRT BEREIT.

JETZT BEI UNS ZUR PROBEFAHRT BEREIT.

100% 4x4. 100% HYBRID.

RAV4 Hybrid Style 4x4 , 2 ,5 HSD , CHF 50’500 .-, 145 kW , Ø Verbr . 5 ,6 l / 100 km , CO₂ 127 g / km , En .-Eff. D . Ø CO₂-Emissionen

aus Treibstoff- und / oder Strombereitstellung 30 g / km . Ø CO₂-Emission aller in der Schweiz immatrikulierten Fahrzeugmodelle

137 g / km . Die Verbrauchswerte beruhen auf einer Schätzung und sind noch nicht homologiert . Stand Januar 2019 . Leasingkonditionen:

Eff . Jahreszins 0 ,90%, Vollkaskoversicherung obligatorisch , Laufzeit 24 Monate und 10’000 km/Jahr . Eine Leasingvergabe

wird nicht gewährt , falls sie zur Überschuldung führt . Alle Preisangaben inkl . MwSt . Ein Angebot der MultiLease AG . Vollgarantie ,

Free Service und Assistance sind gemäss den entsprechenden Toyota Richtlinien und nicht an die Leasinglaufzeit gebunden .

Verkaufsaktionen sind gültig für Vertragsabschlüsse vom 1 . Januar 2019 bis 28 . Februar 2019 oder bis auf Widerruf .

HIER KÖNNTE

IHR INSERAT

STEHEN!

AB CHF 770.–*

*inkl. 12% Rabatt bei Abschluss über 12 Ausgaben, zzgl. Mehrwertsteuer

s’Positive AG | St. Urbanstrasse 31 | 4914 Roggwil | Telefon: 062 929 24 25 | E-Mail: info@spositive.ch | www.spositive.ch


Comfort class

SUV.

Comfort class

SUV.

DER NEUE CITROËN

C5 AIRCROSS SUV

DER NEUE CITROËN

C5 AIRCROSS SUV

Advanced Comfort Federung ® AB

Advanced Comfort Federung ® AB

3 gleich breite Rücksitze

3 gleich breite Rücksitze CHF 209.–

20 Fahrassistenzsysteme

20 Fahrassistenzsysteme PRO MONAT PRO MONAT

CHF 209.–

Angebot gültig für den Kauf zw. dem 01.01. und 28.02.2019. Angebote

gültig für Privatkunden, nur bei den an der Aktion beteiligten Händlern. Angebot Empf. gültig VP für inkl. den MwSt. Kauf Neuer zw. CITROËN dem 01.01. und 28.02.2019. Angebote

C5 Aircross SUV gültig PureTech für Privatkunden, 130 S&S Manuell nur Live, bei Verkaufspreis den an der CHF Aktion 26’400.–, beteiligten Cash-Prämie Händlern. CHF 1‘000.–, Empf. VP inkl. MwSt. Neuer CITROËN

Eintauschprämie C5 CHF Aircross 1‘500.–, SUV CHF PureTech 23’900.–; 130 Verbrauch S&S gesamt Manuell 5,3 l/100 Live, km; Verkaufspreis CO 2 -Emission CHF 121 g/km; 26’400.–, Cash-Prämie CHF 1‘000.–,

CO 2 -Emissionen der Treibstoff und/oder der Strombereitstellung: 28 g/km. Treibstoffverbrauchskategorie

Eintauschprämie CHF 1‘500.–, CHF 23’900.–; Verbrauch gesamt 5,3 l/100 km; CO

D. Leasing 3.9 %, 49 Monate. Leasingrate CHF 209.–/Monat inkl. MwSt., CHF 7‘170.– Sonderzahlung, Rück-

2

-Emission 121 g/km;

nahmewert CHF CO9‘358.–, 2

-Emissionen effektiver aus Jahreszins der Treibstoff 4.02 %. Kilometerleistung und/oder der 10‘000 Strombereitstellung: km/Jahr. Angebot nur 28 in Verbindung

mit dem D. Leasing Abschluss 3.9 einer %, GAP 49 Versicherung. Monate. Leasingrate Obligatorische CHF Vollkaskoversicherung 209.–/Monat inkl. nicht MwSt., inbegriffen. CHF 7‘170.– Sonderzahlung, Rückg/km.

Treibstoffverbrauchskategorie

Leasingkonditionen nahmewert unter Vorbehalt CHF 9‘358.–, der Akzeptanz effektiver durch PSA Jahreszins Finance Suisse 4.02 SA %. Schlieren. Kilometerleistung Der Abschluss eines 10‘000 km/Jahr. Angebot nur in Verbindung

mit dem Abschluss einer GAP Versicherung. Obligatorische Vollkaskoversicherung nicht inbegriffen.

Leasingvertrags ist unzulässig, sofern er zur Überschuldung des Leasingnehmers führt. Abgebildetes Modell mit

Optionen: Neuer CITROËN C5 Aircross SUV PureTech 130 S&S Manuell Shine, Katalogpreis CHF 36’320.–;

Verbrauch gesamt Leasingkonditionen 5,2 l/100 km; CO 2

unter 119 g/km; Vorbehalt Kategorie der D. Akzeptanz CO 2 -Emissionen durch aus PSA der Treibstoff Finance und/oder Suisse SA Schlieren. Der Abschluss eines

der Strombereitstellung: Leasingvertrags 27 g/km. ist Der unzulässig, Durchschnittswert sofern der er COzur 2 -Emissionen Überschuldung aller immatrikulierten des Leasingnehmers Neuwagen führt. Abgebildetes Modell mit

beträgt im 2019 Optionen: 137 g/km. Neuer CITROËN C5 Aircross SUV PureTech 130 S&S Manuell Shine, Katalogpreis CHF 36’320.–;

Verbrauch gesamt 5,2 l/100 km; CO 2

119 g/km; Kategorie D. CO 2

-Emissionen aus der Treibstoff und/oder

der Strombereitstellung: 27 g/km. Der Durchschnittswert der CO 2

-Emissionen aller immatrikulierten Neuwagen

beträgt im 2019 137 g/km.

C5 Aircross SUV

Der neue CITROËN C5

Aircross kommt mit

einer langen, hohen

Motorhaube mit grosszügigen

Rundungen.

Das bringt den robusten

Charakter des SUV zur

Geltung und signalisiert

Abenteuerlust. Die

schützenden Elemente

im unteren Bereich des

vorderen Stossfängers harmonieren perfekt mit der fliessenden

Linienführung frei von jeder Agressivität.

100 % KOMFORT!

Schon beim Einsteigen vermittelt der Innenraum das Gefühl

gehobenen Komforts: Die erhöhte Sitzposition sorgt für

gute Übersicht, der geräumige, schützende Innenraum harmoniert

perfekt mit dem Aussendesign. Wie der Concept Car

Aircross steht der neue CITROËN C5 Aircross für Design,

praktische Eigenschaften und Funktionalität. Der lichtdurchflutete

Innenraum bietet Sofa-Feeling und verspricht Reisen

im Zeichen des Komforts.

Den vollen Komfort des CITROËN C5 Aircross können Sie

live bei einer Probefahrt im Auto-Center H.R. Flückiger AG in

Aarwangen erleben.

Telefon 062 922 67 77 | www.citroen-aarwangen.ch

Ein Kombi mit Geschichte.

Und Zukunft.

DER NEUE VOLVO V60.

JETZT MIT 1,9 % LEASING

INKLUSIVE INTELLISAFE PRO PACK

BESUCHEN SIE UNS ODER INFORMIEREN SIE

SICH AUF VOLVOCARS.CH/V60

INNOVATION MADE BY SWEDEN.

Beispiel: Volvo V60 D3 FWD R-Design MT, 150 PS/110 kW. Katalogpreis CHF 56’820.–, abzüglich Agilitätsbonus 5 %, Verkaufsprämie

CHF 2’000.– und IntelliSafe Pro Pack CHF 2’000.– = CHF 49’979.–. Monatsrate CHF 330.–. Leasing Volvo Car Financial Services (BANKnow

AG): 1. grosse Leasingrate 20 %, Laufzeit 48 Monate, 10 000 km/Jahr. Zins nominal 1,9 %, Zins effektiv 1,92 %. Restwert gemäss Richtlinien

von Volvo Car Financial Services (BANK-now AG). Obligatorische Vollkaskoversicherung nicht inbegriffen. Die Kreditvergabe ist verboten,

falls sie zur Überschuldung des Konsumenten führt (Art. 3 UWG). Volvo Swiss Premium ® Gratis-Service bis 10 Jahre/150 000 Kilometer,

Werksgarantie bis 5 Jahre/150 000 Kilometer und Verschleiss reparaturen bis 3 Jahre/150 000 Kilometer (es gilt das zuerst Erreichte). Angebot

gültig bis auf Widerruf. Treibstoff-Normverbrauch gesamt (nach Richt linie 1999/100/EU): 4,4 l/100 km. Benzinäquivalent: 5,0 l/100 km.

CO 2 -Emissionen: 117 g/km (137 g/km: Durchschnitt aller verkauften Neuwagen-Modelle). CO 2 -Emission aus der Treibstoff-/Stromproduktion:

20 g/km. Energieeffizienz- Kategorie: B. Nur bei teilnehmenden Vertretern. Abgebildetes Modell enthält ggf. Optionen gegen Aufpreis.

Die AutoEXPO Langenthal –

eine wichtige Plattform rund

um die automobile Welt

Das Wichtigste vorne

weg; die weit herum bekannte

und geschätzte

Auto-Ausstellung im

Oberaargau findet auch

2019 statt. Mit einem

starken Organisationskomitee,

bestehend aus

drei bisherigen und drei

neuen Vorstandsmitgliedern

ad interim, findet

nach 35 Jahren in Folge eine weitere, attraktive und informative

Exposition statt. Die Bedürfnisse der Kunden, die Politik,

das Klima und die Wirtschaft haben dazu beigetragen, dass

sich die automobile Welt seit einigen Jahren rasant verändert.

Umso wichtiger ist, dass die Kundschaft für ein neues

Auto auf die kompetente Beratung der Markenvertreter zählen

kann. Die EXPO wird 2019 in einer Kombination von

Haupt- und Nebenschauplätzen stattfinden, eine grosse Marken-

und Produktpräsenz aufweisen und interessante Gastaussteller

beherbergen. Zweifellos ein Termin, den man sich

schon heute in die Agenda eintragen sollte.

AutoEXPO Langenthal 2019

Langenthal und Umgebung

22.–24. März 2019


WISSEN

So schön kann

Gefängnis sein

In der Haftanstalt Bollate zu Mailand

gibts Spitzen-Gastronomie: Das Restaurant

«In Galera» wird von Gefängnis-

Insassen betrieben. Es ist hier längst

nicht das einzige innovative Projekt.

TEXT: BRUNO WÜTHRICH

Von aussen sieht das Gefängnis in

Bollate aus, wie wir uns einen

typischen Knast vorstellen. Zäune,

hohe Mauern, Kameras, Sicherheitsschleuse

als Eingangsbereich.

Doch innen ist das Gefängnis alles andere

als typisch. Hier gibt es eine Anmeldung,

die derjenigen eines Hotels gleicht. Besucher

erhalten hier ihre Besucherausweise.

Einer Rauchverbotstafel mit den Panzerknackern

als Sujet verrät, dass hier auch

der Humor nicht zu kurz kommt. Auffallend

sind auch die farbigen Wände.

Wandgemälde, bunte Gitter, alles gestaltet

von den Gefangenen. Der Sinn dahinter:

Wer beschäftigt ist und sich in seiner

Umgebung wenigstens halbwegs wohl

fühlt, bleibt friedlich. Doch geht das Konzept

wirklich auf?

Der Zugang zum Restaurant ist unkompliziert.

Kunden melden ihren Besuch

telefonisch an und werden dann

vom Eingang des Gefängnisses durch den

Besucherraum der Strafanstalt geleitet.

Eine Ausweiskontrolle findet nicht statt,

und auch die Handys kann man behalten.

«In Galera» kann mit den besten Lokalen

in Mailand konkurrieren: Helles, modernes

Mobiliar und vielsagende Filmposter

von «Die Flucht aus Alcatraz» oder

«Gesprengte Ketten» sorgen für das richtige

Ambiente. Kellner in Weiss empfeh-

len den Gästen die besten Weine aus dem

Keller. Dass die Fenster vergittert sind,

fällt zwar auf, stört aber nicht.

Das Restaurant ist inzwischen in Mailand

so populär geworden, dass die Tische

über Wochen hinweg ausgebucht

sind. Auf der Speisekarte stehen u. a. Tintenfisch

mit Risotto, Pasta mit Speck und

Pistazien sowie Fischgerichte jeder Art.

Initiatorin des Projekts ist Silvia Polleri,

Präsidentin der sozialen Organisation

ABC Catering. Interessierte Häftlinge erhalten

die nötige Zeit, die Arbeit zu erlernen.

Wenn die Sträflinge ihre Haft abgebüsst

haben, finden sie leicht einen Job in

der Gastronomie.

OFFENE WELT HINTER MAUERN

Doch das Restaurant ist nur eines von vielen

Projekten, die den rund 1100 Häftlingen

in Bollate angeboten werden. Stefano

B. ist 60-facher Bankräuber. Insgesamt

gut 30 Jahre hat er bereits hinter Gittern

verbracht. Für ihn ist das Wort Freiheit

unendlich wichtig geworden. Aber wie bei

so vielen Dingen schätze man sie erst,

wenn man sie nicht mehr habe, lässt er

sich zitieren. Oder Franco F., der wegen

internationalen Drogenhandels einsitzt.

Besonders streng bestraft wurde er, weil

er auch mit der italienischen Mafia zu tun

hatte. Er hat noch 15 Jahre vor sich. Er

zahle für seine Verbrechen, sei aber extrem

froh, hier gelandet zu sein. Dieses

Gefängnis sei eine offene Welt mit tausend

Möglichkeiten.

Rund 1100 Männer sitzen in Bollate

ein, darunter Schwerststraftäter, Sexualverbrecher

und sogar Serienmörder. Das

Programm ist für alle. Die Gefangenen

sind nicht in ihren Zellen eingesperrt. Sie

dürfen sich tagsüber in bestimmten Bereichen

frei bewegen. Sie tragen dabei Ausweise

um den Hals, die sie immer mit sich

führen müssen. Erstmaligen Besuchern

kann darob schon mal mulmig werden.

Doch überraschenderweise wirken die

Vollzugsbeamten sehr entspannt. Das Beschäftigungs-

und Resozialisierungsprogramm

ist weltweit einzigartig. Es gibt

eine Theatergruppe. Gespielt werden

Stücke, in denen es um verfeindete Gangs

und Gewalt geht. Ein Problem, wie es sich

FOTOS: ALAMY STOCK PHOTO

14 s’Positive 1 / 2019


Spitzen-

Gastronomie:

Häftlinge kochen im

Edelrestaurant für

externe Gäste.

in allen Gefängnissen stellt. Viele sind

Jahrzehnte eingesperrt, einige kommen

nie mehr raus. Frust und Aggressionen

sind vorprogrammiert. Dank der Offenheit

und der vielen Möglichkeiten ist Gewalt

in Bollate jedoch kein Problem.

Die Gefangenen dürfen

die Zellen selbst gestalten

und sogar Wände

streichen. Die Kosten

bezahlen sie vom selbstverdienten

Geld.»

Es gibt jedoch noch einen zweiten

Grund für das Konzept. Gefängnisdirektor

Massimo Parisi erklärt: «Ein Gefangener,

der immer nur in seiner Zelle sitzt,

kommt aggressiver raus, als er rein gekommen

ist, und begeht weitere Verbrechen.

Das versuchen wir zu ändern.» Die

Statistik gibt ihm recht. Bei normalen

italienischen Gefängnissen liegt die

Rückfallquote bei 60 Prozent. In Bollate

dagegen sind es nur knapp 18 Prozent.

Das spart Geld. Jeder Inhaftierte kostet

den Staat pro Jahr rund 45 000 Euro.

Bei aller Offenheit gibt es aber auch

klare Regeln. Die Zellen sind aus Sicherheitsgründen

für Besucher tabu. Erstaunlich

jedoch, wie wohnlich es darin aussieht.

Bei guter Führung erhalten Insassen

eine Einzelzelle. Doch alle Gefangenen

dürfen die Zellen nach eigenem Geschmack

gestalten und sogar die Wände

streichen. Die dafür anfallenden Kosten

bezahlen sie vom selbst verdienten Geld.

Franco F. hat Gelb gewählt. Für ihn steht

die Farbe für Freiheit, Offenheit und Licht.

In seiner Zelle hat es einen Fernseher, einen

Kühlschrank und ein Laptop. Den

Laptop hat er selbst bezahlt. Über Internet

verfügt er aber nicht. Auch für den Kühlschrank

bezahlt er selbst. Selbst über eine

Kochgelegenheit verfügt Franco, wie auch

über einen abgetrennten Raum mit einfachen,

sanitären Anlagen. Franco hat einen

Sohn und eine Tochter. Zwölf Jahre sei er

auf der Flucht gewesen. Hätte man ihn

früher erwischt, wäre er zwar jetzt bereits

wieder frei. Aber dann gäbe es seine Kinder

nicht, die während seiner Flucht geboren

wurden. Stephano B. zeigt seinen

Zellen-Mitbewohner: die Amsel Gino. Er

hat sie vor einer Krähe im Hof gerettet. Sie

ist am Bein verletzt. Er hat seinem neuen

Kumpanen ein Häuschen gebaut. Keinen

Käfig, denn er will nicht, dass der Vogel

eingesperrt ist. Er behalte Gino nur, wenn

er zahm werde, andernfalls lasse er sie

s’Positive 1 / 2019 15


WISSEN

Gefängnisdirektor

Massimo Parisi.

Die Gefangenen

können in der

Haftanstalt eine

Ausbildung zum

Pferdepfleger

machen.

frei. Kleine Haustiere in den Zellen sind in

Bollate erlaubt. Das gibt es nur hier. Auch

dadurch werden nachweislich Aggressionen

und Gewalt hinter Gittern verhindert.

Anders als in den meisten Gefängnissen

weltweit sind in Bollate alle beschäftigt.

Die Männer arbeiten in der Gärtnerei,

in Werkstätten, Küchen. Es gibt

sogar ein Tonstudio und ein Gefängnisradio,

das landesweit ausgestrahlt wird.

Auch die Radiomacher sind Gefangene.

Die Idee hinter all dem: Wer viel zu tun

hat, kommt nicht auf dumme Gedanken.

Franko F. arbeitet in einem Callcenter,

das ein italienischer Strom- und Gasanbieter

im Gefängnis eingerichtet hat.

Auch das ist weltweit einzigartig. Externe

Mitarbeiter/innen kontrollieren und

helfen bei Bedarf. Rund 25 000 Anrufe

nehmen die Gefangenen pro Monat

entgegen.

OHNE INTERNET UND TELEFON

Die Anrufer von draussen haben keine

Ahnung, dass sie mit einem Gefängnisinsassen

sprechen. Zwölf Gefangene arbeiten

hier. Sie haben einen regulären Arbeitsvertrag

und verdienen 800 Euro pro

Monat. Die Arbeit sei extrem wichtig für

ihn, sagt Franko, vor allem, weil er finanziell

unabhängig sei und seiner Familie

nicht auf der Tasche liege. Er könne sogar

ein wenig Geld nachhause schicken. Sicherheitshalber

können die Telefone nur

angerufen werden. Die Gefangenen können

damit keine Anrufe nach aussen tätigen.

Und die Computer verfügen über

kein Internet. Damit soll verhindert werden,

dass vom Gefängnis aus Straftaten

organisiert werden können. Aber sonst:

keine besondere Bewachung für die

schweren Jungs.

In Bollate wird viel weniger Sicherheitspersonal

benötigt also sonst. Damit wird

viel Geld gespart. Dies könnte theoretisch

jedes Gefängnis so handhaben, erklärt

der Vollzugsbeamte Vito Francini. «Eigentlich

machen wir hier nur, was das

Gesetz für den Umgang mit Gefangenen

vorschreibt. Wir sind die Ersten. Viele andere

wollen jetzt auch unseren Weg gehen

und fragen uns um Rat.» Die Antwort

auf die Frage, weshalb dieses Konzept so

gut aufgeht, liefert Franco F. «Man fühlt

sich hier ein bisschen freier als anderswo.

Das schätzt man. Und will es nicht verlieren.

Darum bemüht man sich, nichts

falsch zu machen.»

Gegessen wird in den

Zellen. Die Gefangenen

werden aber nicht aus

der Erstklassküche von

«In Galera» verpflegt.

Bankräuber Stefano arbeitet im Pferdestall.

Die Pferde werden nicht geritten.

Viele Tiere sind alt und krank. Einige wurden

von ihren Vorbesitzern misshandelt

und wurden deshalb vom Staat beschlagnahmt.

Den Stall haben die Insassen aus

recyceltem Material selbst gebaut. Die

hier beschäftigten Gefangenen machen

eine Ausbildung zum Pferdepfleger. Mit

allem, was dazu gehört: striegeln, ausmisten,

Hufe auskratzen. Auch Sattelpflege

wird geübt, obwohl ja hier nicht geritten

wird. Ausbilder Claudio Villa gibt

auch Kurse für interessierte Gefangene,

die mehr über den Umgang mit Pferden

lernen wollen. Die Insassen werden so auf

Trab gehalten. Ihr Tag erhält Struktur.

«Ein Pferd be- und verurteilt nicht, wie

Menschen dies tun. Ausserdem spiegelt es

immer unser eigenes Verhalten. Das gibt

den Männern die Möglichkeit, sich von

Vorurteilen und Begrenzungen zu befreien

und zu zeigen, was in ihnen steckt»,

erklärt Villa.

KOCHEN IN DER ZELLE

Tierfreund Stefano kümmert sich um die

Vögel und das Kaninchen Pippo in seinem

Stockwerk. Die Tiere hier gehören allen

Gefangenen in diesem Zellentrakt gemeinsam.

Wir haben keine Angst hier

drin», sagt der Vollzugsbeamte Vito Francini.

«Wir leben ganz anders hier. Sowohl

für Externe als auch für uns Interne ist es

sehr sicher. Ich habe draussen manchmal

mehr Angst als hier drin.»

Gegessen wird in Bollate in den Zellen.

Dabei werden die Gefangenen aus der Gefängnisküche

und nicht aus der Erstklassküche

von «In Galera» verpflegt. Das Essen

schmecke mässig, aber im Vergleich

zu anderen Gefängnissen könne man es

essen. Man müsse halt manchmal etwas

nachwürzen, erklärt Franco F. Er macht

zuweilen von der Möglichkeit Gebrauch,

sich von draussen Produkte zu bestellen,

für den Fall, dass ihm das Essen nicht

schmeckt. Schliesslich habe er ja eine

Kochgelegenheit in seiner Zelle. Wöchentlich

kann er sich seine Bestellung an entsprechender

Stelle abholen. Die Kosten

werden vom Lohn abgezogen.

Über Nacht werden die Zellen für zwölf

Stunden abgeschlossen. Zeit, nicht nur

zum Schlafen, sondern auch zum Nachdenken.

Denn nicht alles ist hier anders

als in anderen Gefängnissen.

FOTOS: ALAMY STOCK PHOTO

16 s’Positive 1 / 2019


GASTROTIPPS FÜR GENIESSER

Susanne

Susanne &

Roland

Roland

Moeri

Moeri

Melchnaustrasse

Melchnaustrasse

21

21

4924

4924

Obersteckholz

Obersteckholz

T:

T: +41

+41

62

62

915

915

68

68

26

26

M:

M: info@kreuz-steckholz.ch

info@kreuz-steckholz.ch

Melchnaustrasse 21

4924 Obersteckholz

+41 62 915 68 26

info@kreuz-steckholz.ch www.kreuz-steckholz.ch

4937 Ursenbach, Tel. 062 965 32 56

Wunderschöne Räumlichkeiten für

Hochzeiten, Geburtstage und Weihnachtsessen,

von Oktober 2019 bis Ende Januar

2020 auch im «Kultur im Zelt».

Seniorenlunch

Täglich wechselnder Mittagslunch für Fr. 32.50

inkl. 1 dl Wein, Kaffee und Tafelwasser

(ausgenommen sonntags und Ruhetage)

WIR-Anteil möglich

Landgasthof Hirsernbad

Esther und Roger Duss

hirsernbad@hirsernbad.ch

www.hirsernbad.ch

Durchgehend warme Küche

Dienstag & Mittwoch Ruhetag

Jeden

Tag

durchgehend

geöffnet

Öffnungszeiten

Mo – Do: 08.00–23.00 Uhr

Fr: 08.00–00.00 Uhr

Sa: 09.00–24.00 Uhr

So: 09.00–22.00 Uhr

Kontakt

Lotzwilstrasse 66

4900 Langenthal

Tel. 062 919 01 16

www.elemaent.ch

Italienische

Küche ab

1. Februar

2019

Famile Koch

4922 Thunstetten

062 963 21 11

www.restaurantforst.ch

Wohlfühlen und Geniessen

Bis Ende Februar herrliche

Muschelgerichte aller Art.

Dienstag & Mittwoch Ruhetag


WUSSTEN SIE SCHON

LERNFÄHIGE PARASITEN:

Merken sich Mücken,

wer sie erschlagen will?

1

Stechmücken fliegen ihre Opfer keineswegs

einfach wahllos an. Welche Menschen

sie bevorzugen, entscheidet sich

am Körpergeruch. Dabei merken sich

aber die Tiere auch, wer ihnen Böses will.

Dies haben Forscher der University of

Washington herausgefunden. Um mehr

über das Stechverhalten der Mücken zu

erfahren, setzten die Forscher in einer

Versuchsreihe Gelbfiebermücken den

Geruchsproben von Frauen und Männern

aus, kombinierten diese aber mit

einer für die Stechmücken unangenehmen

Erfahrung: Die Tiere wurden von

einer Vibrationsmaschine durchgeschüttelt.

Die mechanischen Schocks simulierten

das erfolglose Schlagen nach den

Mücken. Einen Tag später wurden die

Mücken in eine Röhre gesetzt, die sich

am unteren Ende gabelte. Sie mussten

sich also zwischen zwei Wegen entscheiden.

Am einen Ende der Röhre lockte ein

für sie neuer Geruch. Im anderen wären

sie auf den Duft zugeflogen, den sie vom

Durchschütteln kannten. Das Ergebnis

war eindeutig: Die Tiere wählten den

neuen Duft und mieden den für sie mit

unangenehmen Erinnerungen verbundenen

Geruch. Der Lerneffekt war noch

tagelang nachweisbar.

WUSSTEN

SIE SCHON?

18 s’Positive 1 / 2019


UM AN DEN GOLDTOPF ZU KOMMEN:

Wie nähern wir uns dem Regenbogen?

2

Die irische Mythologie erzählt, dass am

Fusse des Regenbogens ein Kobold mit

einem Goldtopf wartet. Der Regenbogen

gilt auch als Brücke zwischen den Göttern

und den Menschen. Wir müssen also

nur über diese Brücke, und schon sind

wir bei den Göttern. Doch wie kommen

wir zur Brücke?

Die Antwort ist einfach und wir kennen

sie alle: Gar nicht! Ein Regenbogen

ist kein greifbares Objekt, sondern wie

eine Fata Morgana eine optische Täuschung.

Wir müssen die tief stehende

Sonne im Rücken haben und einen Regenschauer

vor uns, um ihn zu sehen.

Dann bricht das Licht in den Wassertropfen

und reflektiert in den immer gleichen

Farben und in derselben Reihenfolge. Von

aussen nach innen sind dies Rot, Orange,

Gelb, Grün, Hellblau, Indigo und Violett.

Der Regenbogen liegt zwischen dem Regenschauer

und dem Betrachter. Wo genau,

können wir allerdings nicht sagen.

Wollen wir uns dem Regenbogen nähern,

bewegt er sich einfach mit uns mit. Die

Brücke zu den Göttern ist also für uns

Sterbliche unerreichbar.

DAMIT DER DRINK APPETITLICH AUSSIEHT:

Wie werden Eiswürfel kristallklar?

3

FOTOS: SHUTTERSTOCK.COM/ANDREY EREMIN/JEFF STAMER/ VON DIGITAL IMAGES STUDIO

Für den perfekten Drink braucht es kristallklare

Eiswürfel. Wir wollen ja vor den

kritischen Augen unserer Gäste bestehen.

Die Luxus-Gastronomie verwendet deshalb

spezielle Gefriermaschinen. Doch

kristallklare Eiswürfel können wir auch

ohne aufwändige Gerätschaften herstellen.

Aber aufgepasst: Ganz einfach ist es

nicht. Bei konventionellen Gefrierschränken

und ohne Einsatz von Tricks werden

die Eiswürfel milchig trüb. Wir müssen

deshalb dafür sorgen, dass das Wasser

von oben nach unten gefriert. Denn so

entweichen die im Wasser eingeschlossenen

Luftblasen, die den Eiswürfel trüben.

Doch wie macht man das?

Entweder, wir filtrieren das Leitungswasser

vor dem Einfrieren, oder wir kochen

es ab. Den Eiswürfelbehälter stellen

wir in eine ungefähr gleich grosse Gefrierbox

und giessen das Wasser in und

neben den Eiswürfelbehälter, bis dieser

ganz bedeckt ist. Anschliessend kommt

die Box ohne Deckel in den Gefrierschrank,

so dass die Kälte von oben nach

unten in sie eindringen kann. Dann ist

Geduld nötig, denn das Gefrieren kann

bis zu 24 Stunden dauern. Danach müssen

die Eiswürfel – am besten mit einem

gezackten Messer – aus dem Eisblock getrennt

werden.

s’Positive 1 / 2019 19


DIE BAUPROFIS IN IHRER REGION

HIER KÖNNTE IHR INSERAT STEHEN!

AB CHF 193.–*

*inkl. 12% Rabatt bei Abschluss über 12 Ausgaben, zzgl. Mehrwertsteuer

info@spositive.ch | www.spositive.ch

heizung sanitär solar

bernstrasse 60 . 4922 bützberg . 062 958 50 70 . www.roethlisberger-haustechnik.ch

Stöckl + Eggimann Storen GmbH

Beratung, Verkauf, Montage und Reparaturen von,

Lamellenstoren, Jalousieladen, Rolladen,

Plissée-Vorhängen, Flächen-Vorhängen,

Sonnenstoren- / Schirmen, Insektenschutz

Lichtschachtabdeckungen sowie

Falt- und Partyzelten

Stöckl + Eggimann Storen GmbH

Häbernbadstr. 29, Postfach 346, 4950 Huttwil

T 062 968 00 84, F 062 968 00 83

info@storen-insel.ch, www.storen-insel.ch

Bahnhofstrasse 11

4938 Rohrbach

Tel. 062 965 32 66

info@flueckiger-gbt.ch

www.flueckiger-gbt.ch

SOLAR

energie

A.

A. M

EYE

EYE R

Bedachungen

Bedachungen

Fassaden, Isolationen

Dachfenster

Fassaden, Isolationen

Dachfenster

4900 Langenthal, Sängeliweg 27

4900 Langenthal, Telefon Sängeliweg 062 923 27 25 14

Fax Telefon 062 923 26 25 14 75

Fax 062 923 26 75

info@meyer-bedachungen.ch

info@meyer-bedachungen.ch

www.meyer-bedachungen.ch

www.meyer-bedachungen.ch

A.

A.

MEYER

MEYER

FL Baumeisterhaus AG

Bedachungen

Bedachungen

Fassaden

Fassaden

Generalbauunternehmung

4900 Langenthal, Sängeliweg 27

4900 Langenthal, Sängeliweg 27

3360 Herzogenbuchsee Telefon 062 923 25 14

Telefon 062 961 30 82 Telefon Fax 062 923 26 25 14 75

Fax 062 923 26 75

Ihr Spezialist für Wohnungen

www.baumeisterhaus.ch

50 Jahre Lang Heizungen

WIR HEIZEN SCHON

DIE PROFIS FÜR HEIZUNG,

LÜFTUNG UND KÄLTE

• Heizungen (Öl, Gas, Holz)

• Wärmepumpen

• Solaranlagen

• Wärmerückgewinnung

• Free Cooling

• Service-Reparaturen

• Planung

• Beratung

• Kaminbau

Industriestrasse 11

3362 Niederönz

062 961 80 65

Försterstrasse 4a

4900 Langenthal

062 530 44 19

www.langheizungen.ch


Filiale Thörigen

Filiale Rohrbach

Filiale Thörigen

Filiale Rohrbach

Rütistrasse 2 Sonnweg 2

3367 Thörigen

Sonnweg 2

3367 Thörigen 4938 Rohrbach

062 Rütistrasse 961 76 47 2

4938 Rohrbach 062 961 76 47

079 062334 96106 7665 47

062 961079 76 47 334 06 65

079 334 06 65

079 334 06 65

Mitglied des schweizerischen Maler- und Gipserunternehmer- Verbandes

Mail info@fischer-maler.ch | www.fischer-maler.ch

.ch

Mitglied des schweizerischen Maler- und Gipserunternehmer- Verbandes

HANGCHA Dieselstapler

Xinchai Dieselmotor 36.8 KW, Triplex fullfree Mast 450 cm

Seitenschub, Frontscheibe, Dach, Superelastic Pneus,

Operator presence system, Drehmomentwandler,

Federsitz mit Gurt, Beleuchtungspaket,

Gabel 120 cm, Aufpreis 4. Funktion: 500.–

2.5 t CHF 17'400

3.5 t CHF 19'900

exkl. MwSt.

30%

WIR

BÄRTSCHIGER AG

ROGGENSTR. 3, 4665 OFTRINGEN

062 794 36 66

OFFIZIELLER

HANGCHA

IMPORTEUR

3

4628 Wolfwil Kestenholzerstr.18

4628 Wolfwil Kestenholzerstr.18

4628 Wolfwil Kestenholzerstr.18

InduBau AG AG CH-4617 Gunzgen SO SO

Projektierung & Montage & von von Industriebauten

Höllweg7, 7, CH-4617 Gunzgen SO, Tel. 062 216 10 1077, 77, Fax Fax 062 06216 216 48 48 52 52

info@indubau.ch, www.indubau.ch


HISTORY

Dem Flugpionier

Oskar Bider gelang

der erste Überflug

über die Alpen.

10 000 kamen, um

einen Helden zu sehen

Oskar Bider war der berühmteste Schweizer seiner

Zeit. Am 19. April 1914 eilten mehr als 10 000 Menschen

herbei, um ihn beim Flugtag in Huttwil zu sehen. Ein

Rekord im Tal der Langeten – bis heute.

TEXT: KLAUS ZAUGG; FOTOS: BEAT LANZ


Es sind die letzten Jahre der Belle Époque. Die

Menschen sind in den ersten Jahren des letzten

Jahrhunderts von Zuversicht und Optimismus

erfüllt. Der technische Fortschritt

verspricht herrliche Zeiten. Auch im Oberaargau sind

die Bürgerinnen und Bürger stolz darauf, dass sich

ihre Lebensbedingungen stetig verbessern.

Die neuen Wunder der Technik und der Wissenschaft

befeuern den Glauben an einen unaufhaltsamen

Fortschritt und an eine immer bessere Welt. Die

Wirtschaft ist globalisiert, die Reisefreiheit grenzenlos

– erst Ende des 20. Jahrhunderts sollte dieser

Grad der Globalisierung wieder erreicht werden.

Europa beherrscht die Welt, ist mächtig wie nie.

Zwar rüsten die Grossmächte auf und es wird viel

über einen kommenden Krieg geredet und geschrieben.

Aber niemand kann sich vorstellen, dass sich

Europa schon bald in zwei Weltkriegen beinahe

selbst zerstören wird.

So ungefähr ist, in wenigen Worten skizziert, die

«Gemütslage» zu Beginn der 1900er-Jahre. Dies erklärt

die Begeisterung für Oskar Bider. Technik fasziniert

die Menschen wie nie zuvor. Elektrischer

Strom erhellt auf einmal die Nächte und treibt Motoren

an. Aber nichts erregt die Menschen so sehr wie

die Aviatik. Den Gebrüdern Wilbur und Orville

Wright ist am 17. Dezember 1903 in Kitty Hawk

(Nord Carolina) drüben in Amerika der erste bemannte

Motorflug gelungen. Fliegen! Ein uralter

Traum der Menschheit geht in Erfüllung. Der Motorflug

hat die gleiche Faszination wie 60 Jahre später

die Raumfahrt – aber da konnten wir die Astronauten

nicht vor unserer Haustüre bewundern. Wir sassen

vor dem TV-Gerät, lauschten den Ausführungen von

Bruno Stanek und sahen schwarz-weisse Bilder von

startenden Raketen und den ersten Menschen auf

dem Mond.

Die Männer, die mit den surrenden, zerbrechlichen

Apparaten in den Himmel aufsteigen, sind die Helden

der ersten Jahre des 20. Jahrhunderts. Sie werden

bewundert wie Raumfahrer, verehrt wie Rockstars

und sind populär wie später Spitzensportler.

DER KÜHNSTE IST EIN SCHWEIZER

Der kühnste, berühmteste ist Oskar Bider. Als er

1914 nach Huttwil kommt, ist er 25 Jahre alt und

steht im Zenit seines Ruhmes und ist der wohl bekannteste

und populärste Schweizer. Er hat Ungeheuerliches

vollbracht: Im Januar 1913 überfliegt er

als erster Mensch die Pyrenäen von Pau nach Madrid.

Am 23. Juli 1913 gelingt ihm gar der erste Überflug

der Alpen. Von Bern nach Mailand. Um vier Uhr früh

startet er in Bern. Das Jungfraujoch ist das grösste

Hindernis. Über eine halbe Stunde lang ringt der todesmutige

Flieger um die letzten hundert Meter, bis

er schliesslich die erforderliche Höhe von 3600 Metern

erreicht. Um 6.10 Uhr überfliegt er mit etwa

hundert Meter Höhenabstand das Jungfraujoch. Man

stelle sich vor: Er hat das Jungfraujoch, den majestätischen

Schneeberg überflogen! Und nun kommt er

nach Huttwil!

Die heute noch existierende Lokalzeitung «Der

Unter-Emmentaler» kündigt den grossen Tag in seiner

Ausgabe vom 18. April 1914 an. Der Text wird

hier auszugsweise wiedergegeben und bietet einen

einmaligen Einblick in die alte Zeit, in die besonderen

Umstände, die damals mit der Organisation eines

solchen Grossereignisses verbunden sind. In

einer Zeit ohne Internet, ohne Handy, mit nur wenigen

Telefonanschlüssen und ohne motorisierte

Mobilität, wie wir sie heute kennen. Der Bahnverkehr,

heute unter dem Dach der BLS zentralisiert,

ist in dieser Zeit noch ein aufregendes Business mit

mehrere Unternehmen, die den «Hub» Huttwil bedienen.

DER VORBERICHT

«Am Sonntag, den 19. April findet nun in Huttwil der

vom Unteroffiziersverein veranstaltete Flugtag statt,

bei welchem Anlass der bekannteste und herausragendste

Schweizer Flieger Oskar Bider Schau- und

Passagierflüge ausführen wird.

Oskar Biders sichere und elegante Flüge sind bekannt

und werden auch am Sonntag bei den Besuchern

des Flugtages in Huttwil Bewunderung hervorrufen.

Es lohnt sich für Gross und Klein, dem

Flugmeeting beizuwohnen und es wird dies schon

der äusserst niedrigen Eintrittspreise wegen jedermann

möglich sein.

Sollte am Sonntag ganz ungünstige Witterung

(Sturm oder Regen) eintreten, so würde der Flugtag

auf den 26. April verschoben. In diesem Falle würden

Sonntags morgens alle Stationen der Langenthal-

Huttwil-Bahn, der Huttwil-Wolhusen-Bahn und

Die letzte Aufnahme

Biders wenige Tage

vor seinem letzten

Flug, bei dem er ums

Leben kam.

FLUGTAG

HUTTWIL

Auszug aus der

Lokalzeitung «Der

Unter-Emmentaler»,

der am 18.

April 1914 ausführlich

über den

Flugtag in Huttwi

berichtete.

s’Positive 1 / 2019 23


HISTORY

Oskar Bider war

der berühmteste

Schweizer seiner

Zeit.

KURZBIO

Oskar Bider

der Ramsei-Sumiswald-Huttwil-Bahn sowie die

Wirtschaften Bären Eriswil, Meyer in Gondiswil,

Müller in Grossdietwil, Sonne in Luthern, Löwen in

Melchnau und Löwen Ursenbach benachrichtigt. Direkte

telefonische Auskunft ist im Hotel «Mohren»

Huttwil zu verlangen.

Bei auch nur einigermassen günstiger Witterung

findet der Flugtag also am 19. April statt. Der Bevölkerung

der Umgebung von Huttwil wird die Abhaltung

durch Abfeuern von Kanonenschüssen kundgetan.

Wir möchten nochmals den Besuch des unteremmentalischen

Flugtages in Huttwil Gross und Klein

aus nah und fern sehr empfehlen, wird sich doch in

unserer Gegend kaum wieder so günstige Gelegenheit

bieten, den kühnen Evolutionen des hervorragendsten

schweizerischen Fliegers folgen zu können.

Am Donnerstagabend fand im Hotel «Mohren» eine

Versammlung der Mitglieder sämtlicher Komitees

statt, an der etwa 100 Mann teilnahmen. Der Präsident

des Organisationskomitees, Herr Hauptmann

Oskar Marcus Bider war ein Schweizer Flugpionier und Landwirt.

Er wuchs im basel-landschaftlichen Langenbruck als Sohn

des Jakob Bider und der Frieda Maria Glur auf. Er absolvierte

nach der Primarschule die Bezirksschule in Waldenburg.

Geboren: 12. Juli 1891 in Langenbruck

Gestorben: 7. Juli 1919 in Dübendorf

Paul Minder, gab den Anwesenden alle wünschbaren

Aufklärungen betreffend Organisation und Durchführung

des morgen Sonntag stattfindenden Flugtages

und gab der Hoffnung Ausdruck, dass die Veranstaltung

einen in jeder Beziehung günstigen Verlauf

nehmen möge. Wir möchten die Besucher des Flugtages

noch auffordern, den Weisungen der Komitee-

Mitglieder nachzukommen, um Unglücksfälle so weit

möglich zu vermeiden. Ferner sei noch erwähnt, dass

eine definitive Anmeldung für einen Passagierflug

vorliegt.

«DER BEVÖLKERUNG DER UMGEBUNG VON

HUTTWIL WIRD DIE ABHALTUNG DES FLUGTAGS

DURCH ABFEUERN VON KANONENSCHÜSSEN

KUNDGETAN»

Auf dem Flugfeld wird die Stadtmusik konzertieren,

sodass auch in den Zwischenpausen, wenn das Surren

der Propeller verstummt sein wird, für Unterhaltung

gesorgt ist. Man darf also mit Recht erwarten,

dass ein jeder Besucher gerne den Obolus entrichten

wird, der für den Zutritt auf dem Flugplatz und auf

die umliegenden Höhen angesetzt worden ist. Der

Verein, dem es gelungen ist, den kühnsten und bekanntesten

Schweizerflieger herbeizuziehen, hat

mit der Veranstaltung ein grosses Risiko auf sich

genommen, trage deshalb ein jeder der Zuschauer

dankbar ein kleines Scherflein zum Gelingen des

Unternehmens bei. Ein schönes Andenken an den

Flugtag in Huttwil kann sich jeder Besucher mit wenig

Opfern verschaffen durch Kauf von hübschen,

24 s’Positive 1 / 2019


metallenen Flugzeichen und Ansichtskarten des

Fliegers Bider, die auf dem Flugplatz und auch ausserhalb

desselben durch holde Verkäuferinnen angeboten

werden.»

DIE NACHSCHAU

Das Grossereignis auf dem Flugfeld im Rütistalden

wird ein grandioser Erfolg. Hier noch einmal der

«Unter-Emmentaler» vom 21. April 1914 mit der

Würdigung.

«Der vom Unteroffiziersverein veranstaltete unteremmentalische

Flugtag nahm am vergangenen

Sonntag in allen Teilen den günstigsten Verlauf. Das

Wetter liess nichts zu wünschen übrig, der Besuch

aus allen Teilen einer grossen Umgegend ging in die

Massen, wie Huttwil ihn wohl noch nie gesehen hat.

Der berühmten Aviatiker Herr Oskar Bider führte so

gelungene Evolutionen aus, wie sie von den meisten

Zuschauern wohl noch nie gesehen worden sind. Um

8.40 Uhr stieg Herr Bider in Bern auf und wurde hier

bereits um 9.00 Uhr gesichtet. Während dem Einläuten

zum Gottesdienst schwebte der Riesenvogel, von

Kanonenschüssen begrüsst, bereits über dem Städtchen,

um glatt 9.10 Uhr auf dem von einer grossen

Menge Volkes schon belagerten Flugfeld zu landen.

Vormittags stand der Apparat gegen eine kleine Eintrittsgebühr

zu Besichtigung. Genügte schon hier der

Vorrat an Eintrittskarten kaum, war dieses nachmittags

mit den Billetten zum Schaufliegen noch mehr

der Fall. Wenigstens 10 000 Personen verfolgten hier

die gelungenen Schau- und Passagierflüge, welche

trotz des einsetzenden Nordwindes mit einer erstaunenerregenden

Sicherheit ausgeführt worden sind.

flotte, die Organisation auf dem Flugfeld hat sich

trotz des riesigen Menschenandranges bewährt, sodass

man mit Befriedigung auf den Verlauf der Huttwiler

Flugtags zurückblicken darf.»

FRÜHER TOD, EWIGER RUHM

Der Name Oskar Bider war mir schon als Bub ein Begriff.

Er war eine der ersten Heldenfiguren in meinem

Leben. Weil mein Grossvater oft von ihm sprach.

Er kannte ihn offenbar persönlich, möglicherweise

traf er ihn in der landwirtschaftlichen Schule Waldhof

in Langenthal. Bider wollte eigentlich Landwirt

werden und besuchte 1908/09 den Waldhof.

Oskar Bider wollte eigentlich Landwirt

werden und besuchte 1908/09

die landwirtschaftliche Schule

Waldhof in Langenthal.

«ES WAR EINE GLANZLEISTUNG, WIE DER PILOT

SICH BIS ZU 1000 METERN HINAUFSCHRAUBTE

UND SICHER WIEDER AUF DEM PLATZ LANDETE.»

Erstmals stieg Herr Bider kurz vor 2 Uhr zu einem

viertelstündigen Flug auf. Er erreichte 400 Meter und

mit brausendem Jubel wurde der kühne Pilot beim

Abstieg begrüsst. Den zweiten Flug machte Herr Redaktor

Schuppli als Passagier mit und etwas nach 3

Uhr startete Herr Bider zu einem längeren Schauflug.

Es war eine Glanzleistung, wie der kühne und ruhige

Pilot sich bis zu 1000 Metern hinaufschraubte, mehrere

Kreise beschrieb und sicher wieder genau auf

dem Platz landete. Dann folgte noch ein Passagierflug

mit Herrn Emil Minder, Kaufmann, als Mitfahrenden

und um 5 Uhr startete Herr Bider mit seinem

Bruder zum Flug nach der Bundesstadt. Kanonenschüsse

verkündeten den Schluss der Veranstaltung,

die Stadtmusik intonierte einen flotten Abschiedsmarsch,

Hüte und Nastücher wurden geschwenkt und

aus tausenden von Kehlen erschallte dem aufsteigenden

Brüderpaar ein herzliches Lebewohl nach. Langsam

zerstreute sich dann die Zuschauermenge nach

allen Seiten und wohl ein jeder wird mit vollster Befriedigung

nach Hause zurückgekehrt sein, war doch

das den Besuchern des Flugtages Dargebotene der

erhobenen Eintrittspreise gewiss würdig. Die Durchführung

der Veranstaltung war eine in jeder Hinsicht

s’Positive 1 / 2019 25


HISTORY

Oskar Bider wurde

zusammen mit seiner

Schwester Leny zu

Grabe getragen.

Wer also war Oskar Bider? Er kam aus Langenbruck

im Baselbiet, arbeitete nach der Rekrutenschule 1911

ein Jahr als Gaucho auf der Farm eines Schweizers in

Argentinien. Im November 1912 kehrte er zurück und

liess sich in Blériots Fliegerschule in Pau am Nordfuss

der Pyrenäen zum Piloten ausbilden.

DER TÖDLICHE ABSTURZ

Ein früher Tod bringt ewigen Ruhm. Oskar Bider hat

sein Leben am 7. Juli 1919 im Alter von nur 28 Jahren

unter nie ganz geklärten Umständen verloren. Während

des Ersten Weltkriegs wird Oskar Bider Fluglehrer

und Chefpilot der Fliegertruppen. Seine Schwester

Leny lässt sich währenddessen zur Stummfilm-

Schauspielerin ausbilden. Im Schweizer Kinofilm

«Bergführer» von 1917 spielt sie die Hauptrolle und

provoziert mit einer verpönten Kussszene. In Zürich

betreibt Leny zudem ein Modeatelier. Die extravagante

Dame ist drauf und dran, die erste Filmdiva der

Schweiz zu werden.

Ein Fliegerheld, eine berühmte Schwester – die Biders

sind die helvetischen Popstars der 1910er Jahre.

Dann bricht die Katastrophe herein. «Heute, 6 h. 30

M. ist Oberlt. Bider anlässlich einer akrobatischen

Übung mit seinem Jagdflugzeug abgestürzt. Er ist

tot.» Mit dieser trockenen telefonischen Mitteilung

informierten der «Armeestab» sowie «Major Isler,

Flugplatzdirektion», die offiziellen Stellen und die

Öffentlichkeit über den Absturz von Oskar Bider auf

dem Flugplatz Dübendorf am 7. Juli 1919.

Nach dem Ersten Weltkrieg sahen sich viele Piloten

der Fliegertruppen, denen auch Oskar Bider als

Oberleutnant und Kommandant des 1. Militärfluggeschwaders

angehörte, nach einer Beschäftigung in

der Zivilluftfahrt um. Unser Held schloss sich einer

Gruppe Militärpiloten an, die im Begriff waren, eine

Fluggesellschaft zu gründen. Aus dieser Ad Astra

TECHNIK

Holz und Leinen

Oskar Bider pilotierte bei den Flugtagen

meistens zweisitzige Konstruktionen der

beiden Franzosen Louis Blériot und Edouard

de Niéport. Diese Flugzeuge wurden

von Rotations-Motoren mit sieben Zylindern

angetrieben, die rund 70 PS leisteten.

Sie hatten ein Leergewicht von gut 100 Kilo

und erreichten Höchstgeschwindigkeiten

zwischen 80 bis 120 km/h und konnten

auf gut 4000 Meter aufsteigen. Die

Propeller waren aus Mahagoni-Holz. Für

Rumpf und Flügel wurden hauptsächlich

Stahlrohre, Fichten- und Eschenholz und

für die Bespannung wasserdichtes Leinengewebe

verwendet. Die Kabine war noch

offen, der Pilot und sein Passagier waren

auf ähnliche Weise dem Fahrtwind ausgesetzt

wie heute ein Motorradfahrer.

wurde später die Swissair. Mit Wasserflugzeugen,

die an Seen gelegene Städte der Schweiz miteinander

verbinden. Am 7. Juli 1919 sollte Oskar Bider

nach Varese reisen, um das erste Flugzeug zu übernehmen

und nach Zürich zu fliegen, wo die neue

Firma einen Hangar gemietet hatte. Am Abend zuvor

feierte er mit Freunden seinen Abschied aus der Armee

und den Neubeginn seiner zivilen Fliegertätigkeit.

Und zwar offensichtlich mit ziemlich viel Alkohol,

auch wenn das im Nachhinein von «höchster

Stelle» als Verleumdung in Abrede gestellt wurde.

Oskar Bider nahestehende Kreise widersprechen

den offiziellen Stellen indessen klar. «Oskar Bider,

seine Schwester Leny und wir, seine Freunde und

Bekannten, waren beim Nachtessen im Carlton-Restaurant

Bellevue», wurden Oskars letzte Stunden von

der Verfasserin einer Kurzbiografie über Leny Bider

protokolliert. Am 6. Juli, um 23 Uhr, sei Leny zu Bett

gegangen, wogegen eine «kleine Gesellschaft» in der

Bar bis um Mitternacht weitergefeiert habe. Dort

machte Bider der fröhlichen Runde den Vorschlag,

ihn noch nach Dübendorf zu begleiten.

DIE LANGE NACHT VOR DEM ABSTURZ

Unterwegs blieb das Auto wegen Benzinmangels stehen.

«Effektiv langten wir um circa drei Uhr morgens

im Casino Dübendorf an.» Hier habe dann Bider seiner

Begleitung ein kaltes Buffet offeriert. «Daneben

wurden noch einige Flaschen Wein getrunken. Ist ja

selbstverständlich. Die ganze Veranstaltung trug den

Stempel eines wirklich netten, fröhlichen Beisammenseins»,

dokumentiert Leny Biders Biografin.

Gegen das Gerücht, Oskar Bider sei betrunken gewesen,

und auch die üble Nachrede, der Pilot habe

mit dem Absturz einen Selbstmord verschleiert, ging

der Anwalt der Familie Bider vor. In einem Brief an

Oberst de Loriol, Oskar Biders Vorgesetzten, wehrt

sich der Anwalt gegen den Vorwurf, dass «den Ver-

26 s’Positive 1 / 2019


ANGEBOTE OCCASIONEN

In unserem Angebot finden Sie laufend interessante und gepflegte Occasionen. Wir freuen uns auf Ihre Anfrage.

TOP!

Mercedes-Benz C 180

Avantgarde (Limousine)

• Schaltgetriebe Manuell, Benzin,

156 PS, grau mét.

• Inverkehrsetzung: 07.2016

• Kilometer: 47 000

• Preis: 26 800.–

Mercedes ML63 AMG 4Matic

(SUV / Geländewagen)

• Automat sequentiell, Benzin, 510

PS, schwarz mét.

• Inverkehrsetzung: 08.2006

• Kilometer: 181 000

• Preis: 21 490.-

BMW 530d Touring xDrive

Steptronic (Kombi)

• Automat sequentiell, Diesel,

258 PS, grau mét.

• Inverkehrsetzung: 05.2014

• Kilometer: 43 000 km

• Preis: CHF 37 900.– (NP: 113 680.–)

TOP!

Mercedes AMG GT S Edition 1

(Coupé)

• Automatisiertes Schaltgetriebe,

Benzin, 510 PS, grau mét.

• Inverkehrsetzung: 09.2016

• Kilometer: 43 800

• Preis: 119 900.– (NP: 210 875.–)

Audi R8 4.2 Novidem (Coupé)

• Automatisiertes Schaltgetriebe,

Benzin, 540 PS, silber mét.

• Inverkehrsetzung: 05.2007

• Kilometer: 98 000

• Preis: 57 890.–

BMW 530d Touring xDrive

Steptronic (Kombi)

• Automat sequentiell, Diesel,

258 PS, weiss

• Inverkehrsetzung: 08.2014

• Kilometer: 80 000 km

• Preis: CHF 34 900.– (NP: 94370.–)

Pneu Bösiger AG | Lotzwilstrasse 66 | 4900 Langenthal | Tel. 062 919 01 03

Fax 062 919 01 00 | b.leandro@boesiger-langenthal.ch | www.pneuboesiger.ch

Öffnungszeiten: Mo.–Fr. 7.30–12.00, 13.15–17.30; Sa. 7.30–12.00

Pneus sind unser Business

PWs / Offroader / Lieferwagen / Lastwagen / Motorräder.

Wir sorgen dafür, dass Sie sicher und sauber durchs ganze Jahr fahren.

100% WIR

• Radeinlagerung à CHF 10.–

• Montage + Auswuchten à CHF 25.–

• Altpneuentsorgung à CHF 5.–

Verlangen Sie unverbindlich eine Offerte: pneu@boesiger-langenthal.ch | Tel. 062 919 01 01 | Fax 062 919 01 00


HISTORY

Kurz nach sechs Uhr startete Oskar

Bider in seinem Jagdeinsitzer. Wenige

Minuten später bohrte sich der

Doppeldecker auf dem Gelände des

Flugplatzes in den Boden.

unglückten ein Selbstverschulden trifft». Doch der

Advokat ist sich der Sache offenbar nicht so ganz sicher.

«Um über die Ursache vollständige Klarheit zu

schaffen, würde es sich vielleicht empfehlen, wenn

die drei jungen Offiziere M., H. und G. militärisch

noch einmal einvernommen würden», empfahl der

Jurist dem Obersten de Loriol im Brief.

ENDE EINES HELDEN

Was sagten die drei Offiziere? Leny Biders Biografin

hatte Kenntnis von deren Aussagen. «Wenn man den

Bericht von Biders Kumpanen liest, mit denen der

Chefpilot die ganze Nacht seinen Abschied von der

Militärfliegerei feierte und dabei Flasche um Flasche

öffnete, leuchtet es jedem ein, dass er – übermüdet

und nicht mehr nüchtern – ein Opfer von der ihm so

gefürchteten Unvorsichtigkeit wurde.» Am Morgen

hätte es dann scheinbar niemand gewagt, dem «Helden»

das verlangte Flugzeug nicht bereitzustellen.

«Auch wenn jeder sehen musste, in welchem Zustand

er und seine mitgebrachten Bekannten sich befanden.»

Kurz nach sechs Uhr startete Oskar Bider in

seinem Jagdeinsitzer «Nieuport 23». Wenige Minu-

ten später bohrte sich der Doppeldecker auf dem Gelände

des Flugplatzes in den Boden. Dem wohl benommenen

Piloten war es nicht mehr gelungen, sein Flugzeug

aufzufangen. «Durch den furchtbaren Aufprall wurde

der angegurtete Flieger erdrückt», berichteten die damaligen

Medien. «Der unglückliche Bider, der in Uniform

flog, war sofort tot. Sein Anblick muss jedem erspart

bleiben.»

Am 10. Juli 1919 wurde der Flugpionier zusammen

mit seiner Schwester Leny, die ihrem Bruder vom

Schmerz überwältigt in den Tod gefolgt war, in Langenbruck

beigesetzt. «Sie hat ihren Nächsten geschrieben,

sie wolle mit Oski begraben werden und hat Abschied

genommen. Die Waffe hat ihren letzten Dienst nicht versagt»,

schrieb Lenys Verlobter im Nachruf auf seine grosse

Liebe.

Live fast, love hard, die young («Lebe schnell, liebe

heftig, stirb jung») gilt als Lebensmotto der Rock ’n’

Roll- und Hippie-Generation mit Janis Joplin, Jim Morrison

oder Jimi Hendrix. Ein Motto, das auch auf Oskar

Bider und seine Schwester zutrifft. Anders als Janis

Joplin, Jim Morrison oder Jimi Hendrix ist Oskar Bider

im Oberaargau, in Huttwil aufgetreten.

Literatur

• Eugen Dietschi: Schweizer Luftfahrt damals. Die Geschichte

der Schweizer Luftfahrt von den Drahtkommoden bis

zu den ersten Luftriesen.

• Roman Schürmann: Helvetische Jäger. Dramen und Skandale

am Militärhimmel.

• Otto Walter: Bider, der Flieger.

• Zeitungsartikel von Eugen Schwarz

Der Flugtag Huttwil

mit dem berühmten

Piloten Oskar Bider

zog 10 000

Schaulustige an.

28 s’Positive 1 / 2019


..

Das GLuck

der Erde,

..

liegt auf dem Rucken

der Pferde

Geführte Winterausritte

auf Schulpferden für

Kinder und Erwachsene

Übernahme

Tierarztpraxis

Die Tierarztpraxis «Hofmatt» in

Huttwil wird neu geleitet durch

med. vet. Jürg Frigg.

Jürg Frigg ist Ihr Spezialist für Nutztiermedizin

und -chirurgie.

Notfälle zu jeder Tages- und Nachtzeit.

Das Hofmatt-Team freut sich auf Ihre

telefonische Kontaktaufnahme unter

062 962 40 20.

Martin Habegger | 079 333 64 34 | St. Urbanstrasse 37

4914 Roggwil | info@hofambach.ch

Folgen Sie uns auf Facebook!

Tierarztpraxis Hofmatt | Hofmattstrasse 4 |

4950 Huttwil | 062 962 40 20 | info@vet-huttwil.ch

PB Swiss Tools entwickelt und fertigt kompromisslose Schweizer Qualität

seit 1878: präzis, innovativ und zuverlässig. Wer professionell

schraubt, schätzt unsere exzellenten Werkzeuge und Medizinprodukte.

Work with the best.

www.pbswisstools.com

100% Swiss Made Lifetime Guarantee

massivholzschränke

mas

Altholz, Kirschbaum und Nussbaum

Frühlings-Wohnausstellung

Grösse und Ausführung nach Wunsch

Grosse, attraktive Ausstellung mit vielen Neuheiten!

◆ 10% Spezialrabatt ◆ Wettbewerb

Auf 3 Etagen alles zum schöner Wohnen

alles zum schöner Wohnen

Möbel-Tschannen

Freitag, 11. 11. März 2011, 08.00–21.00 Uhr

Samstag, 12. März 2011, 08.00–18.00 Uhr

Sonntag, 13. März 2011, 10.00 –18.00 Uhr

Montag, 14. März 2011, 08.00–21.00 Uhr

Bahnhofstrasse 55

55

3432 Lützelflüh

Telefon 034 461 38 38 48

48

Rücknahme der alten Möbel gratis! www.moebel-tschannen.ch … Qualität, die die überzeugt

Al A

Frü

Grö

Grosse, a

◆ alle

10% S

Auf 3 E


überzeugt

38 48 48 38 461

Rücknahm

g ng

Uhr 8.00

Uhr 1.00 Uhr 1.00

Uhr 8.00 55

55 strasse

lflüh


HORNUSSER-LEXIKON

Das

s’Positive

Hornusser-

Lexikon für

Laien

BEGRIFF

DIE NUMMER

Bei der Zählung der Teamleistung sind zu

allererst die Anzahl der Nummern ausschlaggebend.

Wer weniger Nummern auf dem

Konto hat, gewinnt das Spiel. Eine Nummer

wird geschrieben, wenn ein Hornuss innerhalb

der Riesmark unabgetan zu Boden fällt. Das

Regelwerk umfasst 13 Punkte, die genau definieren,

wann eine Nummer geschrieben wird

und wann nicht. Durch diese Zählweise wird

die Mannschaftsleistung der Abtuer höher

gewichtet als die Leistung der Schläger.

Wälchli Feste AG Aarwangen – Man soll die Feste feiern, wie sie fallen. Rufen Sie uns trotzdem vorher an!

Seit Jahrzehnten ist die Wälchli Feste AG

aus Aarwangen der bewährte und zuverlässige

Festwirt an Eidgenössischen Hornusserfesten,

die alle drei Jahre an wechselnden

Orten stattfinden. So ist denn die

Wälchli Feste AG stolz darauf, auch beim

39. Eidgenössischen Hornusserfest 2021

in Thörigen / Bleienbach den Zuschlag für

die Festzelte und die Verpflegung der Hornusser,

sowie aller Festbesucher/-innen

erhalten zu haben. Herausforderungen und

Aufwand für ein solch grosses Fest sind

mannigfaltig. In enger Zusammenarbeit mit

den Verantwortlichen der einzelnen Ressorts

werden Konzepte für Infrastruktur

und Gastronomie im Detail ausgearbeitet.

Aus Erfahrung weiss die Wälchli Feste AG,

worauf es ankommt, wie die ca. 7000 m²

Zeltfläche erbaut sein muss und womit die

verschiedenen Gastronomie-Betriebe auf

dem Festgelände einzurichten sind. Geplant

sind das Kochen und Servieren von rund

23 000 Mahlzeiten. Mit einer leistungsstarken

Festwirtschaft kann entsprechend gepunktet

werden, was sich positiv auf die

wirtschaftliche Komponente auswirkt. Und

wenn sich auch das Wetter von seiner

schönsten Seite zeigt, wird das Eidgenössische

Hornusserfest 2021 zum unvergesslichen

Erlebnis.

30 s’Positive 1 / 2019


Unsere Partner des 39. Eidg.

Hornusserfests 2021 Bleienbach

| Thörigen:

I n d u B a u A G

Projektierung & Montage

von Industriebauten

CH-4617 Gunzgen

Tel. 062 / 216 10 77

info@indubau.ch

www.indubau.ch

NOE Schalung auch bei

BR Bauhandel erhältlich

FOTO: MARCEL BIERI

TEXT: BEAT FISCHBACH

Die Wälchli Feste AG mit Geschäftssitz in

Aarwangen ist seit 1959 ein renommierter

Caterer, Zeltbauer und Materialverleiher im

Eventbereich. «Alles aus einer Hand» lautet

der Slogan des Unternehmens. Oberste Maxime

ist eine hohe Kundenzufriedenheit.

Die Wälchli Feste AG steht für Professionalität,

Flexibilität und Mobilität und bewirtet

mit qualitativ erstklassigen Dienstleistungen

ab 100 bis über 5000 Gäste.


SPORT

«Der Coach

befiehlt,

wir haben nichts

zu sagen»

Die SCL Tigers rocken die Liga wie nie

zuvor seit dem Wiederaufstieg 2015.

Die Stürmer Harri Pesonen aus Finnland

und Chris DiDomenico aus

Kanada spielen eine zentrale Rolle. Sie

geben Einblick in das Leben eines

Hockeyprofis und die Besonderheiten

einer ländlichen Hockeykultur.

TEXT: KLAUS ZAUGG; FOTOS: MARCEL BIERI

s’Positive: Sie haben beide ähnliche

Karrieren hinter sich: zu wenig gut für

die grosse NHL-Karriere, zu gut für

Farmteamligen …

Chris DiDomenico: Moment! Wer sagt,

dass ich nicht gut genug bin für die NHL?

Nun ja, das ist meine Einschätzung. Sie

sind ja wieder hier in Langnau und

nicht mehr drüben in Ottawa.

Chris DiDomenico: Es war meine Entscheidung,

wieder in die Schweiz zurückzukehren.

Sie hätten Optionen in Nordamerika

gehabt?

Chris DiDomenico: Ja.

Warum diese Entscheidung?

Chris DiDomenico: Die Bezahlung ist

gut, das Hockey hier gefällt mir, ich fühle

mich in Langnau wie zu Hause und ich

werde ja auch älter.

Also ist unsere Liga die perfekte Alternative

zur NHL, zur KHL und zu den

skandinavischen Ligen?

Harri Pesonen: Es ist nicht so einfach.

Du siehst Spieler, die haben viel mehr

NHL-Spiele bestritten und viel bessere

Statistiken als wir beide, aber sie schaffen

es hier doch nicht. Eine gute NHL-Vergangenheit

ist noch lange keine Garantie für

eine schöne Karriere in der National League.

Sagen wir es so: Die National League

ist, wenn du nicht mehr in Nordamerika

spielen willst oder kannst, eine

sehr gute Alternative zu Schweden, Finnland

oder zur KHL. Wie es Chris sagte:

Das Geld ist gut, der Zahltag kommt

pünktlich, die Lebensqualität ist hoch.

Was macht die National League speziell?

Harri Pesonen: Es gibt nur vier Imports

pro Team. Der Unterschied zur NHL liegt

in der höheren Qualität: Die besten Spie-

32 s’Positive 1 / 2019


ler der Welt sind in der NHL, die Mannschaften

sind viel besser besetzt. Du

kannst in einer sehr guten Mannschaft ein

Rollenspieler sein und nicht alle Aufmerksamkeit

ist auf dich gerichtet. Hier aber

musst du Punkte produzieren und in jedem

Spiel gut sein. Wenn du diesen Druck

nicht aushalten kannst, wird es schwierig.

Was bedeutet Druck konkret?

Chris DiDomenico: Der Verstand kontrolliert

deinen Körper. Einige denken, sie

müssten hier ihren Stil ändern. Aber du

bist der Spieler, der du bist, und du kannst

nicht einfach deinen Stil ändern. Wer das

«Ich fühle mich in Langnau

wie zu Hause.»

Chris DiDomenico

versucht, scheitert meistens. Wenn du

wissen willst, ob du dem Druck gewachsen

bist, dann stell dir ein paar Fragen:

Willst du auch im 7. Spiel einer Play-off-

Serie bei jedem Shift den Puck? Willst du

auch zwei Sekunden vor dem Ende des

Spiels unbedingt den Puck? Es kommt

darauf an, welcher Typ du bist. Welches

Leben du geführt hast. Musstest du für

alles, was du erreicht hast, hart kämpfen?

Und bist du dazu in der Lage, dich auf

dein Spiel zu konzentrieren, wenn dir

tausend Dinge durch den Kopf gehen?

Kannst du dich noch auf dein Spiel konzentrieren,

wenn du zehn Spiele lang kein

Tor mehr erzielt hast? Und immer wieder

die Frage: What if? Was wäre, wenn? Ich

habe es auch in der NHL versucht, damit

ich mir nicht die Frage stellen muss,

s’Positive 1 / 2019 33


SPORT

Chris DiDomenico

Geburtsdatum: 20. Februar 1989

in Woodbridge, Ontario

Grösse/Gewicht: 183 cm/83 kg

Stationen: bis 2006 New York Rangers

(Nachwuchs), 2006–2009 Saint

John Sey Dogs (QMJHL), 2009–

2010 Drummondville Voltigeurs

(QMJHL), 2010–2012 Rockford Ice-

Hogs (AHL) und Toledo Walleye

(ECHL), 2012–2014 Assagio (Italien),

2013–2017 SCL Tigers (NLB + NLA),

2017–2018 Ottawa Senators (NHL)

und Belleville Senators/Syracuse

Crunch/Rockford Icehogs (alle AHL)

Vertrag: bis 2020

was wäre, wenn ich es nicht probiert hätte.

Hockey is just a tough, tough world to

live in. Nur wenige ahnen, wie schwierig

dieses Leben sein kann, und manchmal

denkst du, es geht nicht mehr. Wenn du

dich in dieser Welt bewährst, dann wirst

du eine stärkere Persönlichkeit.

Sie haben es in Nordamerika nicht geschafft.

Warum eigentlich?

Harri Pesonen: Ich habe es zwei Jahre

lang versucht. Ich würde mich heute noch

hassen, wenn ich nach einem Jahr schon

aufgegeben hätte. Ich sah ja Spieler eine

grosse NHL-Karriere machen, von denen

ich dachte, die seien sicher nicht besser

als ich. Also blieb ich ein zweites Jahr und

spielte in der AHL. Das war hart und ich

habe grössten Respekt vor den Schweizern,

die auf das leichte Leben zu Hause

verzichten und sich dieser Herausforderung

stellen. Als ich es auch im zweiten

Jahr nicht schaffte, entschied ich mich für

die Rückkehr nach Europa.

Bezahlen die Klubs hier bessere Saläre

als in Finnland und Schweden?

Chris DiDomenico: Ja, und auch in der

KHL zahlen nur die Topteams erheblich

mehr. Aber es geht nicht nur um 100 000

Franken mehr oder weniger. Es geht auch

um die Lebensqualität. Einerseits ist das

Eishockey hier sehr gut und andererseits

ist es angenehmer, wenn in der Regular

Season nur 50 Spiele anstehen und es eigentlich

im Vergleich zu Nordamerika

keine Auswärtsspiele gibt: Nach jeder

Partie komme ich noch am gleichen

Abend wieder nach Hause.

Harri Pesonen: Ein wichtiger Punkt in

der Schweiz ist die Sicherheit. Du bekommst

dein Salär pünktlich. Die Klubs

kümmern sich um alles. Wenn du verletzt

bist, zahlt die Versicherung, die medizinische

Versorgung ist erstklassig. Du kannst

dich voll auf das Eishockey konzentrieren.

Wir werden hier respektvoll behandelt.

Das ist wichtig. Die Eishockeywelt ist

klein. Wenn einer eine Offerte von einem

Schweizer Klub bekommt, dann fragt er

einen Kollegen, der schon hier spielt.

Sie leben in Langnau, in einem Dorf,

sind aber in Toronto aufgewachsen …

Schätzt die Sicherheit in der Schweiz: Harri Pesonen.

Nicht nur im Stadion geht es hart zu und her, auch in den

34 s’Positive 1 / 2019


Harri Pesonen

Geburtsdatum: 6. August 1988

in Jyväskylä (Finnland)

Grösse/Gewicht: 194 cm/88 kg

Stationen: bis 2012 JVP Jyväskylä

(Liiga), 2012–2013 New

Jersey Devils (NHL) und Albany

Devils (AHL), 2013–2014

Albany Devils (AHL), 2014–

2018 HC Lausanne (NLA), seit

2018 SCL Tigers (NLA). Mehrere

Einsätze für die finnische

Nationalmannschaft

Vertrag: bis 2021

Chris DiDomenico: … das ist überhaupt

kein Problem. Nach Bern ist es bloss eine

halbe Stunde, nach Zürich anderthalb

Stunden mit dem Auto. Wir leben hier im

Zentrum, die Busfahrten zu den Auswärtsspielen

sind angenehm kurz. Die

Leute sind sehr freundlich, wir sind hier

fast eine Familie.

Harri Pesonen: Ich bin in Finnland nicht

in einer Grossstadt aufgewachsen und

sehe es ähnlich wie Chris. Ich bin in Langnau

sehr gut aufgenommen worden, die

Leute sind glücklich, wenn wir gewinnen

und immer noch freundlich, wenn wir

verlieren. Dieses Umfeld ist mir wichtig.

Wir spielen ein Spiel, das wir alle lieben,

und wenn wir spüren, dass alle hinter uns

sozialen Medien, sagt Chris DiDomenico.

stehen, dann hilft das der ganzen Mannschaft.

Wir wollen niemanden enttäuschen.

Wir haben vorhin von Druck gesprochen.

Sie beide spielen eine tragende

Rolle, und die Gegner wissen das. Wird

gezielt versucht, Sie zu provozieren?

Chris DiDomenico: Oh ja!

Gibt es also immer noch die Kultur des

«Trash Talks»?

Chris DiDomenico: Oh ja.

Und wie gut kommen Sie damit zurecht?

Chris DiDomenico: An manchen Tagen

ist es leichter zu ertragen als an anderen.

Manchmal geht es einfach zu weit und es

ist verletzend. Vor allem dann, wenn auch

noch die Fans mit ins Spiel kommen.

Wichtig ist in diesem Zusammenhang,

Fehler schnell zu vergessen und sich nicht

frustrieren zu lassen. Play your way!

Was wird eigentlich konkret beim

«Trash Talk» gesagt?

Harri Pesonen: Das bleibt unter uns

Spielern. Aber es wäre gut, einmal alle

mit einem Mikrofon zu verdrahten. Damit

alle mitbekommen, was da abgeht.

Sie sagten, wenn auch noch die Fans

ins Spiel kommen?

Chris DiDomenico: Es geht nicht unbedingt

um die Sprüche im Stadion. Obwohl

wir manchmal schon mitbekommen,

wie wir beschimpft werden. Ich

«Was beim Trash Talk

gesagt wird, bleibt unter

den Spielern.

Harri Pesonen

meine vor allem, was in den sozialen Medien

abgeht. Wenn ich daran denke, welche

Beleidigung sich Maxime Comtois

nach der Junioren-WM gefallen lassen

musste. Nur weil er einen Penalty nicht

verwertet hatte, wurde er wie ein Stück

Dreck hingestellt. Da kommt schon die

Frage auf, ob es das wert ist. Und was

denken Kinder, wenn sie das mitbekommen?

Wollen sie dann einen Sport ausüben,

der sie solchen Situationen aussetzt?

Ist der Trash Talk bei uns schlimmer als

anderswo?

Chris DiDomenico: Nein. Früher war es

in Nordamerika weniger schlimm, weil es

dann Prügel auf dem Eis absetzte.

Harri Pesonen: Das war früher auch in

Finnland so. Da gab es Prügel, wenn einer

einen Star provozierte. Aber das geht mit

den neuen Regeln ja nicht mehr.

Also ein leichteres Leben für Provokateure

auf dem Eis?

s’Positive 1 / 2019 35


SPORT

Im vollen Einsatz für die SCL Tigers: Harri Pesonen.

Harri Pesonen: Es ist eben ein Teil des

Hockeys und es ist ja nicht so gemeint,

wie es gesagt wird. Es passiert immer

wieder, dass schon beim Handshake einer

kommt und sagt: Sorry, und du hast

übrigens gut gespielt. Das geht schnell

vergessen. Ich spreche sowieso nicht

Deutsch, und Englisch weniger gut als

Chris, ich verstehe manchmal gar nicht,

was gesagt wird. Es ist schwieriger, mich

zu provozieren.

Von der Tribüne aus ist zu sehen, wie

Sie sich tatsächlich eher provozieren

lassen als Harri.

Chris DiDomenico: Ich bin ruhiger geworden

und nehme heute vieles gelassener

hin. Mein Job ist ja hier sicherer als in

Nordamerika …

… wenn Sie über eine längere Zeit

nicht gut spielen, gerät Ihr Job aber

auch hier in Gefahr …

Harri Pesonen: … ja, aber die ganze Atmosphäre

ist weniger aggressiv. In Nordamerika

kämpft jeder deiner Gegenspieler

um seinen Job, du kannst nach jedem Spiel

deinen Platz verlieren und ins Farmteam

Chris DiDomenico: «Hockey besteht

nicht nur aus Toren und Assists.»

zurückgeschickt werden, jeder ist der Konkurrent

von jedem. Die meisten Spieler

hier in der Liga haben hingegen ihren Job

auf sicher. In der Schweiz geht es nicht bei

jedem Einsatz um Sein oder Nichtsein.

Wir spielen bei uns mehr Nord-Süd-

Hockey und das Spiel ist weniger strukturiert

als in Skandinavien. Eigentlich

entspricht das eurem Stil.

Harri Pesonen: Ja klar, es macht uns auf

dem Eis mehr Spass, aber manchmal weniger

dem Coach, der lieber eine gute

Organisation hat. Du hast praktisch bei

jedem Shift den Puck, die Einsätze sind

länger und du musst dich nicht so sehr

darauf konzentrieren, nur ja keinen Fehler

zu machen.

Chris DiDomenico: Ich möchte aber anmerken,

dass in dieser Liga die meisten

Teams gut organisiert sind.

Wir haben bereits über Druck gesprochen.

In Langnau spielen die ausländischen

Spieler eine noch wichtigere

Rolle als bei den Topteams. Ihr seid die

Leitwölfe. Wenn ihr nicht produziert,

dann geht gar nichts mehr.

Chris DiDomenico: Das mag sein. Aber

jeder spielt eine wichtige Rolle im Team.

Nicht jeder kann zehn oder zwanzig Tore

erzielen. Wichtig ist, dass jeder in der ihm

zugewiesenen Rolle das Beste herausholt.

Harri Pesonen: Die Differenz machen in

entscheidenden Partien ja oft die dritte

und vierte Linie, weil sich die ersten beiden

Formationen neutralisieren. Da kann

die Energie eines Spieles aus der vierten

Linie, ein Check im richtigen Moment,

sehr viel auslösen. Ich musste in Nordamerika

oft in der dritten oder vierten

Linie spielen, ich kenne das.

Chris DiDomenico: Das sehe ich auch so.

Es macht jeden Spieler besser, wenn er

weiss, dass seine Rolle wichtig ist. Jeder

will auf seine Weise ein Leader sein und

etwas zum Erfolg beitragen. Aber die Verantwortung

der Leader bleibt. Wenn ich

resigniere und nichts mehr unternehme,

dann denken die Mitspieler bald: Ja,

wenn der nichts mehr macht, was soll ich

dann noch machen?

Ist eigentlich die Kabine für die Egos

von Chris DiDomenico und Harri Pesonen

gross genug?

Harri Pesonen: Kein Problem. Wir haben

zwar eine ähnliche Rolle im Team, aber

wir sind verschiedene Spielertypen. Und

wenn Chris zwei Tore macht und ich keines,

dann mag ich ihm das gönnen.

Chris DiDomenico: Ja, so sehe ich das

auch. Alles, was zählt, ist der Sieg der

Mannschaft. Hockey besteht nicht nur

aus Toren und Assists.

Werden die ausländischen Spieler zu

sehr nur auf ihre Skorerpunkte reduziert?

Chris DiDomenico: Nein. Du wirst ja geholt,

um Tore zu erzielen. Wenn du nicht

mehr produzierst, dann gehen alle anderen

Qualitäten vergessen.

Harri Pesonen: Im Team werden die anderen

Qualitäten sehr wohl erkannt und

geschätzt. Aber die Zuschauer sehen das

schon anders und fragen sich, was los ist,

wenn ich keine Tore erziele. Aber ich

weiss ja selbst, ob ich gut gespielt habe,

ob ich alles versucht habe. Manchmal will

der Puck einfach nicht rein. Was mir hilft:

Anders als daheim in Finnland kann ich

hier gar nicht lesen, was über mich geschrieben

wird.

Was ist der Unterschied zwischen Harri

Pesonen und Chris DiDomenico?

Harri Pesonen: Die Position: Chris spielt

am rechten und ich am linken Flügel.

«Wir haben beide etwas

gemeinsam: Wir wollen

jeden Tag die Besten

sein.

Chris DiDomenico

Und darüber hinaus?

Harri Pesonen: Er hat ganz besondere

Qualitäten. Er ist nicht besonders gross,

aber in den Ecken spielt er grösser als er

ist. Er hat eine unheimlich gute Spielübersicht,

es ist, als ob er ständig das ganze

Eis im Auge hat. Und wenn ich losren-

36 s’Positive 1 / 2019


ne, dann weiss ich, dass ich den Puck

genau auf die Stockschaufel bekomme. Er

ist mehr Playmaker als ich und deshalb

spiele ich gerne mit ihm.

Chris DiDomenico: Harri ist mehr Powerstürmer

als ich, er schiesst besser, er ist

sehr schnell und im Abschluss besser als

ich. Wir haben etwas gemeinsam: Wir

wollen jeden Tag die Besten sein.

Es ist offensichtlich, wie gut Sie beide

auf dem Eis harmonieren. Und doch

werden Sie oft nicht in der gleichen Linie

eingesetzt.

Chris DiDomenico: Das ist die Entscheidung

des Coaches

Harri Pesonen: Der Coach befiehlt, wir

haben nichts zu sagen und spielen dort,

wo wir eingesetzt werden.

Nichts zu sagen?

Harri Pesonen: So ist es. Alle werden

vom Coach gleich behandelt.

Na, kommen Sie! Sie haben doch mehr

Freiheiten und der Coach fragt Sie mal

nach Ihrer Meinung!

Chris DiDomenico: In jeder Mannschaft

haben einige mehr Freiheiten als andere.

Sidney Crosby hat mehr Freiheiten als ein

Viertlinienstürmer. Aber das ist eben die

Herausforderung: zeigen, dass man diese

Freiheiten verdient.

Harri Pesonen: Heinz kümmert sich

nicht darum, wer einen Fehler macht. Er

reagiert bei allen gleich. Er kritisiert uns

so hart wie alle anderen. Das ist gut so.

Wäre es besser, wenn die Anzahl der

Ausländer von vier auf sechs bewilligt

worden wäre?

Chris DiDomenico: Nein. Vier sind okay.

Es wären Plätze für die jungen Schweizer

verloren gegangen.

Harri Pesonen: Es wäre für die Schweizer

Spieler schwieriger geworden, sich zu

entwickeln. Wenn sechs ausländische

Feldspieler eingesetzt würden, gäbe es

für die Schweizer nicht mehr viel Eiszeit

im Powerplay.

Sie haben bis 2021 verlängert. Heisst

«Um ehrlich zu sein, an

die NHL habe ich gar

nicht mehr gedacht.»

Harri Pesonen

das, dass das Kapitel NHL für Sie nun

definitiv abgeschlossen ist?

Harri Pesonen: Ja, und um ehrlich zu

sein, an die NHL habe ich gar nicht mehr

gedacht.

Sie sind aus der NHL wieder zurückgekommen.

War es eine schwierige

Heimkehr? Hatten Sie auch andere Offerten?

Chris DiDomenico: Ja, es gab andere

Offerten. Aber die haben mich gar nicht

interessiert. Langnau hat mich aus einem

laufenden Vertrag freigegeben, damit ich

noch einmal versuchen konnte, in der

NHL meinen Traum zu verwirklichen. Ich

habe damals mein Wort gegeben, dass

ich, wenn ich zurückkomme und man

mich wieder will, nur für Langnau spielen

werde. Und ich verdanke Langnau zu einem

grossen Teil auch, dass ich der Spieler

geworden bin, der ich bin. Hier in

Langnau bleibe ich, so lange ich kann.

Für eine Handvoll Dollar mehr hätten

Sie nicht bei der Konkurrenz unterschrieben?

Chris DiDomenico: Auch für mehr als

eine Handvoll Dollar würde ich nicht für

einen anderen Klub spielen. Ich habe hier

eine zweite Heimat gefunden.

Lausanne hat auf diese Saison mit Ville

Peltonen einen finnischen Cheftrainer

engagiert. Wie kann es sein, dass man

Sie nicht mehr wollte?

Harri Pesonen: Lausanne setzte für diese

Saison auf zwei ausländische Center und

zwei ausländische Verteidiger. Da wäre

für mich höchstens noch die Rolle des

fünften Ausländers geblieben. Also suchte

ich einen neuen Klub.

Hatten Sie keine anderen Offerten?

Harri Pesonen. Nein. Erst, als ich in

Langnau unterschrieben hatte, kam hinterher

das Interesse der anderen Klubs.

Harmonieren auf dem Eis und im Interview:

Chris DiDomenico (l.) und Harri Pesonen.

s’Positive 1 / 2019 37


IN EIGENER SACHE

Leserbriefe

Märli

Ihr Beitrag von E. von Däniken ist

nur positiv für ihn selbst, weil er

mit diesen haltlosen und erfundenen

Geschichten sich selbst finanziert.

Leider gibt es immer wieder Menschen

die solche Märli glauben.

Jürg Pfeuti, Brittnau

Bitte nachfragen

s’Positive kommt als Printmedium in

den Zeiten der digitalen Revolution

schon fast etwas mittelalterlich daher.

Allerdings über den Inhalt freue

ich mich jedes Mal und ich lese alles,

was mich interessiert. Auf Seite 25

der neusten Ausgabe schreiben Sie,

dass die Königin von England jeweils

ein Exemplar des Wetterberichts

von Chnebu Hans bekommen habe,

was sich inzwischen nicht mehr

nachprüfen lässt. Ja wieso denn? Die

Königin lebt doch immer noch und

man könnte sie fragen, vielleicht erinnert

sie sich sogar noch an diese

Wetterberichte. Was die seriöse

Wettervorhersage über einen Zeitraum

von mehr als fünf Tagen anbelangt,

habe ich so meine Zweifel.

Meines Erachtens ist das schlichtweg

nicht möglich, weder von Chnebu

Hans, noch von den Muotathaler

Wetterschmöckern oder Innerschwyzer

Meteo rologen, wie sie sich auch

noch nennen. Der Planet Erde mit

dem äusserst komplexen Klimasystem,

den Wind- und Meeresströmungen,

als drehende Kugel mit der

schrägen Erdachse wird sowohl für

die Meteorologen wie für uns alle

immer wieder Überraschungen bereit

halten.

Josef Röösli, Roggwil

Vom Vater gelernt

Sehr gerne lese ich jeweils «z'Bösigerblettli»

(so nenne ich das, und zwar in

keiner Art und Weise despektierlich).

Es freut mich stets festzustellen, dass

auch mit positiven Meldungen guter

Journalismus betrieben werden kann!

Eine Vielzahl Ihrer Artikel beweisen

dies stets wieder aufs Neue. Meine

herzliche Gratulation und vielen Dank

für Ihre Arbeit.

Zum Barometer und weshalb geklopft

wird: Die alten Barometer weisen eine

Quecksilbersäule auf, welche sich je

nach dem Luftdruck nach oben oder unten

bewegt. Beim Ablesen schaut man

zuerst auf den Stand der Säule, dann

erst wird geklopft. Meist verändert sich

dann die Anzeige - wird’s eher schön

(Hochdruck) = nach oben, wird’s eher

strub = nach untern. Deshalb auch der

Ausdruck zur Schlechtwetteransage

«z Barometer fällt». So habe ich das von

meinem Vater gelernt.

Andreas Ryf, Thunstetten

Wetter-Prophet Hans Tanner,

genannt «Chnebu Hans».

Klopfen

Sie schreiben in Ihrem Bericht, dass die

Leute beim Barometer ablesen an die

Wand geklopft hätten. Sie schreiben

auch, dass Sie nicht wissen, warum. Der

Grund ist aber ganz einfach. Barometer

waren früher durchgehend mechanische

Geräte. Diese hatten eine gewisse Laufreibung

der Anzeigeeinheit und

letztendlich des Zeigers. Wenn der

Druck nun stieg oder fiel, dann half

ein kleines Klopfen auf den Barometer

(nicht an die Wand), dass der Zeiger

diese Laufreibung besser überwand

und einen kleinen «Hüpfer» in

diese Richtung machte, in die er hinwollte.

Man konnte dann sehr gut

die Tendenz erkennen, wohin es

ging. Heute sind Barometer meist

digital und haben eine automatische

Tendenzanzeige.

Markus A. Brotschi, Bolken

Vielen Dank

Herzlichen grossen Dank Herr Wüthrich

und Herr Zaugg für die Beiträge

zu Erich von Däniken.

Josef Good, Niederbipp

Ihre Meinung interessiert uns

Sind Sie mit etwas nicht einverstanden?

Haben Sie Fragen, die auch andere Leser

interessieren könnten? Oder haben

Sie eine Ergänzung zu einem Artikel?

Dann schreiben Sie uns. Wir reservieren

Platz für Sie. Oder möchten Sie über ein

Thema, das wir noch nicht gebracht haben,

mehr erfahren? Wir können Ihnen

zwar keinen Artikel darüber garantieren.

Aber prüfen werden wir Ihren Vorschlag

ganz bestimmt.

Wir wissen noch nicht, was auf uns zukommt,

wenn wir die Möglichkeit zu

Leserreaktionen bieten. Möglich, dass

keine einzige kommt. Ebenfalls möglich,

dass wir nicht alle Ihre E-Mails

und Briefe publizieren können, und

deshalb eine Auswahl treffen müssen.

Werden Sie bitte nicht zu lang. Sonst

müssten wir Ihren Beitrag eventuell

kürzen.

Beiträge mit beleidigenden, diffamierenden,

rassistischen und sexistischen

Inhalt werden nicht veröffentlicht.

Wir freuen uns auf Ihr Feedback.

SCHREIBEN

SIE UNS

E-Mail:

redaktor@spositive.ch

Postadresse:

Redaktion «s’Positive»

Feedback

St. Urbanstrasse 31

4914 Roggwil

FOTO: ZVG

38 s’Positive 1 / 2019


BILDERBÖGEN

DIE «JODLERGRUPPE GROTTEFLUEH OCHLENBERG»

PRÄSENTIERT IHRE ERSTE CD

Am vergangenen Samstag präsentierte die Jodlergruppe

Grotteflueh Ochlenberg Lieder aus ihrer im

Oktober getauften ersten CD. Die erfolgreiche Frauenjodlergruppe

begeisterte mit ihren tollen Darbietungen

die zahlreichen Besucher im Bären Madiswil.

NEUJAHRS-APÉRO BEIM REGIERUNGSSTATT-

HALTER IM SCHLOSS WANGEN A.A.

Neun Wechsel in Gemeindepräsidien, viele Baubewilligungen

und ein boomendes Gastgewerbe sind

die wichtigsten Punkte aus dem Jahresrückblick

von Regierungsstatthalter Marc Häusler am traditionellen

Neujahrs-Apéro. Als Gastreferentin berichtete

Regierungsrätin Evi Allemann (SP) über ihren

neuen «Job» als Vorsteherin der Justiz- Gemeindeund

Kirchendirektion.

s’Positive 1 / 2019 39


Hotelcard – die besten Hotels mit bis zu 50% Rabatt

Bei der Bezeichnung «typisch Schwiiz» denkt man

sofort an Käse, Schokolade oder Jodeln. Aber unser

facettenreiches Land hat noch viel mehr zu bieten

als Fondue, Toblerone oder Schwyzerörgeli.

Wandern Sie im Sonnenschein von Kandersteg

über das 2’778 Meter hohe Hohtürli auf die Griesalp

und geniessen Sie unterwegs das Gletschereis

und den spektakulären Oeschinensee. Besteigen

Sie in der Albigna Region im Bergell die bizarre

und legendäre Fiamma und erfreuen Sie sich am

atemberaubenden Ausblick. Oder geniessen Sie

einige unbeschwerte Tage beim Wellness mit Sicht

auf die beeindruckende Schweizer Bergwelt. Die

Schweiz hat in jeder Hinsicht viel zu bieten – dank

Hotelcard finden Sie überall das passende Hotel mit

bis zu 50% Rabatt!

Trifft jeden Geschmack

Ob im Berghotel für Wanderlustige, im Winter-Hotspot

für Sportbegeisterte oder in der Wellness-Oase

für Erholungssuchende: Dank der

Vielfalt an Hotelangeboten sind Ihnen bei Ihrem

nächsten Ausflug keine Grenzen gesetzt. Mit

der Hotelcard residieren Sie in allen Hotels auf

www.hotelcard.ch mit bis zu 50% Rabatt. Den Kaufpreis

der Karte haben Sie oft schon nach der ersten

Übernachtung amortisiert.

Das Konzept funktioniert

Die Idee zur Hotelcard basiert auf der des Halbtax-Abos

der SBB. Die Hotelcard AG hat diese vor zehn Jahren mit

grossem Erfolg auf die Hotellerie übertragen. Das Konzept

überzeugt durch seine einfache Handhabung: Auf

www.hotelcard.ch das passende Hotel finden, die

Buchungsanfrage absenden und beim Check-in im

Hotel die Hotelcard vorweisen – drei Schritte zum

Ferien- glück mit bis zu 50% Rabatt.

Gast und Hotel profitieren

Die Hotels bieten den Mitgliedern von Hotelcard

ihre freien Zimmer mit bis zu 50% Rabatt an, weil

sie auf diese Weise neue Gäste ansprechen und ihre

Zimmerauslastung erhöhen können. Aber auch, weil

für die Hotels – anders als bei anderen Internet-

Buchungsportalen – bei Hotelcard keine Kommissionen

fällig werden. Beim Konzept der Hotelcard

werden diese Vergünstigungen vollumfänglich dem

Gast weitergegeben. So entsteht eine Win-Win-Situation

für die Gäste und die Hotels.

Eine wundervolle Geschenkidee

Schenken Sie Ihren Liebsten Erholung, Zeit für sich

und unvergessliche Momente. Mit der Hotelcard

übernachtet die beschenkte Person ein ganzes Jahr

lang in mehr als 660 Top-Hotels mit bis zu 50% Rabatt

– und zwar wann, wo und so oft sie möchte.

Bestellen Sie einen Geschenkgutschein unter www.

hotelcard.ch: einfach, bequem und schnell und zaubern

Sie Ihren Freunden, Verwandten und Bekannten

ein Lächeln aufs Gesicht.

Beliebig oft einsetzbar

Sie können die Hotelcard während ihrer Gültigkeitsdauer

beliebig oft einsetzen. Als Hotelcard-Mitglied

können Sie Kurzurlaube von einer bis drei Nächten

vergünstigt buchen. Für längere Aufenthalte lohnt

sich eine individuelle Anfrage im Hotel.

Zu zweit profitieren

Ihre Partnerin oder Ihr Partner kann Sie jederzeit

begleiten, denn für die Buchung eines Doppelzimmers

genügt eine einzige Hotelcard. Die auf

www.hotelcard.ch angegebenen Preise gelten dementsprechend

nicht pro Person, sondern pro Zimmer.

Das sind 4 von über 660 Top-Hotels mit bis zu 50% Rabatt:

Grand Hôtel du Golf & Palace Crans-Montana | Wallis

Kurhaus Cademario Hotel & Spa

Cademario | Tessin

Die Vorteile der Hotelcard:

• Bestpreis-Garantie in Hunderten Hotels in der

Schweiz und im angrenzenden Ausland.

• Doppelzimmer mit nur einer Hotelcard buchbar.

• Beliebig oft einsetzbar.

• Die Hotelcard amortisiert sich bei der ersten oder

zweiten Übernachtung.

• Keine Mindestaufenthaltszeit.

Doppelzimmer Nord inkl. Frühstück ab

Exclusive Chic mit Gartensicht inkl. Frühstück ab

• Kein Konsumationszwang.

CHF 250.– statt CHF 500.– (pro Zimmer)

CHF 150.– statt CHF 300.– (pro Zimmer)

Hotel Meierhof

Davos Dorf | Graubünden

Hotel Artos Interlaken

Interlaken | Berner Oberland

Hotelcard

für 1 Jahr

CHF 79.–

statt CHF 99.–

Doppelzimmer Standard inkl. Frühstück ab

CHF 188.– statt CHF 376.– (pro Zimmer)

Doppelzimmer Grandlit 140 cm inkl. Frühstück ab

CHF 118.– statt CHF 236.– (pro Zimmer)

www.hotelcard.ch/spostive

0800 083 083 (Rabattcode spostive-2019)

Weitere Magazine dieses Users