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NATURPARK

Wettbewerb

2005

Sehenswerte Parks & Grünanlagen

Naturpark Harz: Wälder, Wildbäche, Felsen,

Bergwiesen, Talsperren und Teiche bestimmen

unsere Vorstellung. Öffentliche Grünflächen und

Parks werden dagegen mit dem Naturpark kaum

in Verbindung gebracht, obwohl sie in großer

Zahl und mit hervorragenden Beispielen aus

verschiedenen Jahrhunderten die Natur- und

Kulturlandschaft im und am Harz bereichern.

Der im vergangenen Jahr zum siebten Male

ausgelobte Naturpark-Wettbewerb des Regionalverbandes

Harz widmet sich diesen Paradiesen

aus Menschenhand. Mit dem ideellen Preis,

einem Eisenkunstguss der Fürst Stolberg Hütte

in Ilsenburg, werden Leistungen ausgezeichnet,

die zur Erhaltung, Pflege und Entwicklung der

Natur- und Kulturlandschaft beitragen. Der Preis

wurde anlässlich des Walpurgisempfangs des

Regionalverbandes Harz übergeben – im Jahr

2005 an den Förderverein zur Erhaltung des

Landschaftsparkes Degenershausen e. V., der

mit seinen Leistungen die fünfköpfige Jury am

stärksten überzeugte.


Henneberg-Park Wasserleben

5

Die Reize des Harzvorlandes zeigen sich meist erst

auf den zweiten Blick. Die Überraschung ist um so

größer: ehemalige Domänen und deren Parks zählen

hierzu– wie der 1852 im englischen Landschaftsstil

angelegte, 2,5 ha große Henneberg-Park in der Gemeinde

Wasserleben. Der damalige Pächter der über

700 Jahre alten Domäne Wasserleben, EDUARD SIL-

VESTER HENNEBERG, nutzte das an der Ilse gelegene „Unland“

zur Anlage eines grünen Juwels, entworfen vom

Obergärtner des botanischen Gartens in Braunschweig,

OHM. Blickachsen öffnen sich über Wiesenund

Wasserflächen, gefasst durch beeindruckende,

knorrige Bäume, in deren ausladenden Kronen und

Astlöchern zahlreiche Vögel Nahrung und Nistmöglichkeiten

finden. Schneeglöckchen und Märzenbecher

leuchten in der Frühlingssonne, bald abgelöst

von Lerchensporn, Goldstern und Scharbockskraut.

Zu allen Jahreszeiten bietet der Park Ruhe und Entspannung,

als Oase im Zentrum des Ortes, aber auch

Betätigungsmöglichkeiten für Jung und Alt. Gepflegt

wird der Park durch die Gemeinde Wasserleben, die

dabei tatkräftig durch Privatpersonen und Vereine

unterstützt wird. Bürgerschaftliches Mittun wirkt sich

aus: Wasserleben belegte beim Wettbewerb „Unser

Dorf soll schöner werden – Unser Dorf hat Zukunft“

den 1. Platz im Landkreis Wernigerode. Dorf und

Domäne, Ilse und Landschaftspark – Kostbarkeiten,

die es zu entdecken lohnt.

Informationen:

www.wasserleben.de Foto: Dr. Helga Stelzner


Barockgärten Blankenburg

6

Der Braunschweiger Löwe versinnbildlicht die Bezüge:

Herzog ANTON ULRICH VON BRAUNSCHWEIG-WOLFENBÜTTEL

vermacht 1690 Schloss und Stadt Blankenburg seinem

Sohn LUDWIG RUDOLPH, der seine Residenz zeit- und

standesgemäß mit einem neuen Schloss und einem

Lustgarten ausbaut. In der 1707 zum Fürstentum

erhobenen Stadt entfaltet sich barocke Hofhaltung. Ein

Muss dieser Zeit: Gärten im französischem Stil. 1718

wird daher im nordöstlichen Teil des Schlossparks der

sich über mehrere Ebenen erstreckende Terrassengarten

angelegt, dessen Mittelachse an Springbrunnen,

Vasen und Sandsteinputten vorbei auf die 1725

errichtete Sommerresidenz zuführt.

Angrenzend und in Kontrast zur formalen Strenge des

Terrassengartens: der erst vor wenigen Jahren rekonstruierte

Berggarten, im 18. Jahrhundert durch den

Leibarzt des Herzogs, DR. RECK, angelegt. Seine Hanglage

ermöglicht nicht nur vom begehbaren Wehrturm

aus reizvolle Ausblicke auf Stadt und Harzvorland.

Ein modernes Parkbild vermittelt der erst jüngst

wiedererstandene Fasanengarten: Stahleinfassungen,

farbige Glassplitter und geschwungene Staudenbeete

nehmen Bezug auf die Geschichte und interpretieren

sie mit Gestaltungsmitteln der Gegenwart.

Mit 107 Hektar gehören die barocken Schlossgärten

und Parks in Blankenburg zu den herausragendsten

gartenarchitektonischen Kleinoden des Harzes.

Blankenburg – ein „Gartentraum“.

Informationen:

www.blankenburg.de Foto: Stadt Blankenburg


Osterode a. H.

4 5

Goslar

3

2

NATURPARK

Wettbewerb

2005

Wernigerode

Nordhausen

Halberstadt

6

1

Naturpark Harz /

Sachsen Anhalt

Naturpark Harz /

Niedersachsen

Text: Günter Piegsa

Redaktion: Dr. K. George, Ch. Linke

Weiterführende Literatur:

ANTZ, C. (2003, Hrsg.): Gartenträume: Historische Parks in Sachsen-Anhalt.Halle.

JURANEK, C. (2002, Hrsg.): Fülle des Schönen: Gartenlandschaft Harz. Halle.

Herausgeber:

Regionalverband Harz e. V., Hohe Straße 6, 06484 Quedlinburg

( 03946-96410, Fax: 03946-964142, Internet: www.harzregion.de,

Email: rvh@harzregion.de)

© Regionalverband Harz e. V., Quedlinburg 2005

Alle Rechte vorbehalten

Konzeption & Gestaltung: Design Office Werbeagentur, Wernigerode

Druckerei: Koch-Druck, Halberstadt

Mit freundlicher Unterstützung von:


Quedlinburg


Sangerhausen

Aschersleben

Verbandsgebiet des

Regionalverbandes

Harz


NATURPARK

Wettbewerb

2005

Sehenswerte Parks

& Grünanlagen

im Naturpark Harz


NATURPARK

Wettbewerb

2005

Der Sieger des Wettbewerbs 2005:

Landschaftspark Degenershausen

„Parks und Gärten sind große, begehbare Träume.

Verwirklichte Visionen von einer glücklichen und

schönen Welt. Gärten sind Lebenszeichen.“

Dieter Wieland


Preisgekrönt ·

Landschaftspark Degenershausen 1

Inmitten der Wälder des Unterharzes liegt der

Landschaftspark Degenershausen. Seine Geschichte

beginnt 1834, als der braunschweigische Amtsrat

JOHANN CHRISTIAN DEGENER das Gelände nahe der

heutigen Stadt Falkenstein/Harz im Landkreis

Aschersleben-Staßfurt seiner Tochter AMALIE zum

Hochzeitsgeschenk machte und ein Jahr später den

Park anlegen ließ. Zu seinem Gedächtnis wurde ihm

ein gusseiserner Obelisk errichtet, der im Zuge einer

umfassenden Parksanierung 1993 wieder erbaut

wurde.

Der Park erhielt seine jetzige Form 1924 als HANS-

WILKE VON BODENHAUSEN-DEGENER den Chefarchitekten

der englischen Parkanlage „Kew gardens" mit der

Umgestaltung beauftragte. Viele der zwischen den

Weltkriegen angepflanzten raren fremdländischen

Gehölze brachte HANS WILKE von seinen Reisen aus

Afrika, Nord- und Südamerika mit. Der zwölf Hektar

große Park ist unter gartenarchitektonischen und

dendrologischen Gesichtspunkten ein noch viel zu

wenig bekanntes Kleinod, das den Besuchern Weite,

Ruhe und Entspannung bietet.

Der Förderverein zur Erhaltung des Landschaftsparkes

Degenershausen e. V. unterstützt die Stadt

Falkenstein/Harz mit großem Engagement bei ihren

Bemühungen zum Erhalt und zur Weiterentwicklung

dieser einzigartigen Kostbarkeit in der Gartenlandschaft

Harz.

Informationen: Förderverein zur Erhaltung des

Landschaftsparkes Degenershausen e. V., Anger 24,

06543 Stadt Falkenstein/Harz, OT Wieserode;

Tel.: (034742) 95077. Foto: Dr.Klaus George


Stadtpark Bad Sachsa

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Historische Gärten und Parks sind unverzichtbare

Bestandteile unseres Kulturgutes. In Bad Sachsa ist es

der Stadtpark, der vor mehr als 100 Jahren auf Initiative

des 1856 in Gelsenkirchen geborenen Holzindustriellen

LOUIS DEIBEL entstand. Um die Jahrhundertwende kam er

nach Sachsa, wo er für seine Familie ein neuerworbenes

Haus im damals modernen Jugendstil durch die

hannoverschen Architekten FASTJE und SCHAUMANN

umbauen ließ und einen großzügigen Garten anlegte.

In der beispielhaft renovierten Villa ist heute das

Rathaus untergebracht. Der Garten, ein jedermann zugänglicher

Stadtpark, wird derzeit in Anlehnung an die

ursprüngliche Gestaltung unter Einsatz moderner

Elemente mit viel Fingerspitzengefühl durch das

Architekturbüro PROBST zu neuem Leben erweckt. Die

beiden Teiche des Parks wurden renaturiert, der durch

Blitzeinschläge und Unwetter beeinträchtigte hundertjährige

Baumbestand durch die Nachpflanzung exotischer

Gehölze ergänzt, zeitgemäße Leuchten und

Poller aufgestellt und eine attraktive kleine Bogenbrücke

für Fußgänger entworfen. Teehaus, Treppenanlagen

und historisches Mühlrad stehen als nächstes

zur Neugestaltung an.

Die Stadt Bad Sachsa hat den Wert des einzigartigen

Ensembles aus Jugendstilvilla und Park erkannt und

diesem Kleinod durch behutsame Eingriffe Zukunft

gegeben – zum ästhetischen Genuss für Gäste und

Einheimische.

Informationen:

www.bad-sachsa.de Foto: Günter Piegsa


Kurpark Sankt Andreasberg

3

Geschichte, Tradition und Erscheinungsbild der

höchstgelegenen Stadt im Harz, der Bergstadt Sankt

Andreasberg, werden durch den Bergbau bestimmt,

der nach beinahe 400 Jahren 1910 eingestellt wurde.

1965 als heilklimatischer Kurort staatlich anerkannt,

verfügt die derzeit knapp über 2000 Einwohner zählende

Stadt neben ihrer einzigartigen Naturraumausstattung

über einen Kurpark, der weniger durch seine

Gestaltung als durch seine vielfältige Nutzung beeindruckt.

Aus dem am Rande des historischen Stadtkerns

gelegenen alten Kurpark entwickelte sich ein

Ortsmittelpunkt mit Kurhaus in zentraler Lage.

St. Andreaskirche, Bergwerks- und Kanarienvogelmuseum

grenzen an den Kurpark, der neben bewährten

Einrichtungen wie Minigolf- und Kinderspielplatz,

Baumlehrpfad und Freiluftbühne auch über angrenzende

Attraktionen verfügt, die jüngere Kreise ansprechen:

ein Hochseilgarten, der einen Rundgang in

Baumwipfelhöhe gestattet und eine Snow-Tubing-

Anlage, die das „Rodeln“ mittels Reifen auf einer präparierten

Piste – im Sommer eine Bergwiese –

ermöglicht.

Sängerwettstreite und Theateraufführungen,

Konzerte, Gottesdienste und Walpurgisfeiern mit

dem „Einfliegen“ des Oberteufels an einem Drahtseil,

die jährliche Kunstausstellung „Natur – Mensch“ und

im Jahr 2003 das Harzfest: der Kurpark ist quirliger

Mittelpunkt der Bergstadt – und doch auch naturnahe

Ruhezone.

Informationen:

www.sankt-andreasberg.de Foto: Rüdiger Metzger


Landschaftspark Ohlhof Süd (Goslar)

4

Die Nachfrage nach Grundstücken vor allem zum Bau

von Einfamilienhäusern führte Ende der Siebziger

Jahre zur Erschließung des neuen Wohngebietes Ohlhof

im Nordosten Goslars. In den folgenden beiden

Jahrzehnten entstand ein durchgrünter Stadtteil mit

rund 4000 Einwohnern.

An die bebauten Bereiche grenzt im Süden der

zwischen 1994 und 2000 angelegte, ca. 8 Hektar

große Landschaftspark. Er dient der „Feierabenderholung“:

dem Spazieren, Joggen und Radfahren auf

Wegen mit wassergebundenen Decken, dem Lagern

und Spielen auf Rasenflächen und Wiesen und dem

Ausruhen auf stillen Sitzplätzen mit Blick auf Harzpanorama

und Regenrückhaltesee. Gleichzeitig verfolgt

der Landschaftspark ökologische Ziele. Die stadtteilfernen

Bereiche im unteren Hangbereich sind extensiv

gestaltet und gepflegt. Sie schaffen Distanz zur

unmittelbar hinter einem begrünten Lärmschutzwall

liegenden Bundesstraße 6. Hier liegt der ca. 2,4 Hektar

umfassende See mit seinen Schilf- und Flachwasserbereichen,

hier haben Wildkräuter und die natürliche

Sukzession Vorrang.

Die Stadt Goslar hat ihr grünes Kapital aus Wallanlagen,

altstädtischen Bürgergärten, Westentaschenparks,

Grünzügen, Bergwiesen und Wäldern mit dem

vom städtischen Landschaftsplaner BERNHARD KLEBE entworfenen

Landschaftspark zum Wohle ihrer Neubürger

aufgestockt: mit Lebensqualität vor der Haustür.

Informationen:

www.goslar.de Foto: Günter Piegsa

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