KEM Konstruktion 01-02.2019
Trendthemen: Digitalisierung, Digitaler Zwilling, Systems Engineering; KEM Porträt: Hans van der Velden, Geschäftsführer, Bossard; KEM Perspektiven: Maschineering holt den digitalen Zwilling aus der Cloud
Trendthemen: Digitalisierung, Digitaler Zwilling, Systems Engineering; KEM Porträt: Hans van der Velden, Geschäftsführer, Bossard; KEM Perspektiven: Maschineering holt den digitalen Zwilling aus der Cloud
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Das<br />
Engineering<br />
Magazin<br />
<strong>01</strong>-02 2<strong>01</strong>9<br />
www.kem.de<br />
Digitale und reale Dimensionen innovativer Produkte<br />
Titelstory Seite 32<br />
Ein sicherer Ort für<br />
Elektronik<br />
Digitaler Zwilling<br />
zündet Turbo<br />
<strong>KEM</strong> Perspektiven<br />
Seite 24<br />
Verriegelungen<br />
wählen<br />
Sicherheitstechnik<br />
Seite 48<br />
Stahl und Alu<br />
sicher fügen<br />
Verbindungstechnik<br />
Seite 70<br />
Im Gespräch | „C(ent)-Teile verdienen mehr Beachtung“<br />
Hans van der Velden, Geschäftsführer, Bossard Deutschland GmbH – Seite 12<br />
K|E|M <strong>Konstruktion</strong> <strong>01</strong>-02 2<strong>01</strong>9 1
DIE NEUE PRÄZISIONSKUPPLUNG SCL<br />
FLEXIBILITÄT IN<br />
AKKURATER FORM<br />
Überall, wo erhöhte Flexibilität gefragt ist:<br />
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Hannover Messe, 1.-5.4.2<strong>01</strong>9<br />
Halle 25, Stand C30<br />
2 K|E|M <strong>Konstruktion</strong> <strong>01</strong>-02 2<strong>01</strong>9
EDITORIAL<br />
Bürsten – unterschätzte<br />
High-Tech-Werkzeuge<br />
Wussten Sie, dass Bürsten mehr können, als nur bürsten? Bürsten – genauer<br />
technische Bürsten – lassen sich zum Entgraten, Finishen, Reinigen, Transportieren,<br />
Führen, Bremsen, Stützen, Tragen, Entstauben und Abdichten einsetzen.<br />
Erfahren Sie in unserem Schwerpunkt zum Thema Bürsten (ab Seite 60) mehr über<br />
diese unterschätzten High-Tech-Werkzeuge.<br />
Wussten Sie, dass in vielen Produkten bis zu 50 Prozent C-Teile verbaut sind?<br />
Dabei handelt es sich um Kleinteile, die vermeintlich nichts kosten, aber<br />
nichtsdestotrotz erheblich zu den Prozesskosten beitragen. Im Gespräch mit der<br />
<strong>KEM</strong> <strong>Konstruktion</strong> (ab Seite 12) berichtet Hans van der Velden, Geschäftsführer,<br />
Bossard Deutschland GmbH, wie sich diese Kosten durch eine ganzheitliche<br />
Sichtweise halbieren lassen.<br />
Wussten Sie, dass sich Simulation demokratisieren lässt? Wie das funktioniert<br />
erfahren Sie im Interview mit Comsol-Geschäftsführer Sven Friedel (ab Seite 16).<br />
Wussten Sie, dass ein digitaler Zwilling nicht notwendigerweise in der Cloud<br />
laufen muss? VR-Spezialist Machineering hat eine Software-Lösung entwickelt, die<br />
den digitalen Zwilling in den Schaltschrank bringt (ab Seite 24). Maschinendaten<br />
werden damit inhouse gehostet, verwaltet, bearbeitet und genutzt. Aber egal ob<br />
Cloud oder Schaltschrank: Anwender kommen mit dem digitalen Zwilling dank<br />
virtueller Inbetriebnahme schneller zum Ziel.<br />
NÄHERUNGS-<br />
SENSOREN<br />
Magneto-induktive Abstandssensoren<br />
zur berührungslosen<br />
linearen Wegmessung<br />
Wählbare Messbereiche bis 55 mm<br />
Hohe Grundempfindlichkeit und<br />
Temperaturstabilität<br />
Geeignet zur Drehzahlmessung<br />
Frei definierbare Schaltpunkte<br />
Verschiedene Sonderausführungen:<br />
Edelstahl | Kunststoff | OEM<br />
Das und vieles mehr lesen und erfahren Sie in der vorliegenden Ausgabe der<br />
<strong>KEM</strong> <strong>Konstruktion</strong>. Spannende Lektüre wünscht<br />
Johannes Gillar<br />
Stellvertretender Chefredakteur<br />
<strong>KEM</strong> <strong>Konstruktion</strong><br />
johannes.gillar@konradin.de<br />
Tel. +49 8542 1680<br />
www.micro-epsilon.de/mds
Inhalt <strong>01</strong>-02 2<strong>01</strong>9<br />
55. Jahrgang<br />
TITELSTORY<br />
Ein sicherer<br />
Ort für Elektronik<br />
Elektronikkomponenten müssen wirksam vor äußeren<br />
Einflüssen geschützt werden. In den maßgeschneiderten<br />
Elektronikgehäusen von CTX Thermal Solutions sind Platinen,<br />
Kontakte und Co. vor Schäden sicher dank einer integrierten<br />
Kühllösung für die Ableitung der Verlustleistung.<br />
Bild: Machineering<br />
24<br />
Machineering begleitet mit seiner Simulationssoftware<br />
den gesamten Lebenszyklus einer Maschine und packt<br />
den digitalen Zwilling in den Schaltschrank.<br />
Magazin<br />
Branchennews<br />
Einheitliche Sprache für Industrie-4.0-Komponenten ....................... 6<br />
Fraunhofer IMWS entwickelt Prüfverfahren für Schutzgehäuse ...... 6<br />
Leichterer Einstieg für junge Ingenieure .......................................... 8<br />
IT-Infrastruktur zukunftssicher ausbauen .......................................... 8<br />
<strong>KEM</strong> Porträt<br />
Hans van der Velden, Geschäftsführer, Bossard<br />
„C(ent)-Teile sollten nicht zur Prozesskostenfalle werden“ ........... 12<br />
Bild: Bopla<br />
36<br />
Das italienische Unternehmen Rexa ist ein Hersteller innovativer<br />
Technologien für die Abfallsammlung. Bei den Gehäusen der<br />
On-Board-Controller für Müllfahrzeuge setzt man auf Elektronik -<br />
gehäuse von Bopla.<br />
Trends<br />
Digitalisierung<br />
Sven Friedel, Comsol, zur Demokratisierung der Simulation ......... 16<br />
Produkt-News aus dem Bereich Digitalisierung ............................. 21<br />
Manufacturing Integration Plattform von MPDV ............................ 22<br />
Digitaler Zwilling<br />
Serie Grundlagen der Technik:<br />
Teil 1: Digitale Zwillinge aus virtuellen Baugruppen ....................... 28<br />
Systems Engineering<br />
Mit Pro File einen digitalen Informations-Zwilling realisieren ......... 30<br />
<strong>KEM</strong> Perspektiven<br />
Digitaler Zwilling<br />
Machineering holt den digitalen Zwilling aus der Cloud ................. 24<br />
Bild: Kullen-Koti<br />
60<br />
Bürsten können mehr als nur bürsten. Sie entgraten,<br />
reinigen, transportieren, entstauben und dichten ab.<br />
Kullen-Koti hat die jeweils richtige technische Bürste<br />
und individuelle Sonderlösungen im Programm.<br />
Automatisierung<br />
Titelstory<br />
Gehäuse- und Kühllösungen von CTX bieten optimalen Schutz ... 32<br />
Elektrotechnische Bauelemente<br />
Robuste Elektronikgehäuse für das Abfallmanagement ................ 36<br />
Flexible Hierarchien mit Industrial Data Communications ............. 38<br />
Modulares Elektronikgehäuse für IoT-Geräte ................................ 40<br />
Sensoren & Messtechnik<br />
Winkelmessgeräte erhöhen Präzision von Roboter-Werkzeugen .. 42<br />
Prüfmaschine untersucht Auslösekraft von Pens ........................... 44<br />
Mica-IoT-Einsteiger-Kit für Industrie 4.0 ......................................... 43<br />
Sicherheitssysteme<br />
Praktischer Umgang mit Normen<br />
in der Sicherheitstechnik für Maschinen – Teil 10 ........................... 48<br />
Produkt-News aus dem Bereich Automatisierung ......................... 50<br />
4 K|E|M <strong>Konstruktion</strong> <strong>01</strong>-02 2<strong>01</strong>9
Bernhardiner, vor Matterhorn<br />
Echte Schweizer<br />
32<br />
Bild: CTX<br />
Antriebstechnik<br />
Elektromotoren<br />
Schrittmotoren für Positioniersystem in Seismometer ......... 52<br />
Bürstenlose Motoren ohne Sensoren betreiben .................. 54<br />
Produkt-News aus dem Bereich Antriebstechnik. ................. 56<br />
Maschinenelemente<br />
Schwerpunkt Bürsten<br />
Technische Bürsten in der Oberflächentechnik ..................... 60<br />
Fasertechnologie bringt Sicherheit, Qualität und Effizienz .... 62<br />
Rotierendes Bürstenmodul reinigt Leiterplatten ................... 64<br />
Produkt-News aus dem Bereich Maschinenelemente. ......... 66<br />
Werkstoffe/Verfahren<br />
Verbindungstechnik<br />
Weiterentwicklung in der (Blech-)Verbindungstechnik..........<br />
68<br />
Feste EMPT-geschweißte Aluminium-Stahl-Verbindungen ... 70<br />
Produkt-News aus dem Bereich Werkstoffe/Verfahren ......... 72<br />
Steilgewindespindeln<br />
Gleitspindeltriebe<br />
gerollte Präzision<br />
beliebige Steigungen<br />
geräuscharm<br />
preiswert<br />
100% Swiss made<br />
<strong>KEM</strong> <strong>Konstruktion</strong> Service<br />
Das englische Fachwort<br />
Robotics – Robotik ................................................................ 74<br />
Online-Tipps<br />
3D-Druck und Additive Manufacturing (AM) im Fokus .......... 76<br />
Tipps & Termine<br />
Praxisorientierter Automatisierungstreff in Böblingen ......... 80<br />
Aktuell in der elektro AUTOMATION<br />
Flexibler automatisieren mit 5G ............................................ 81<br />
Rubriken<br />
Editorial ................................................................................... 3<br />
Wir berichten über ................................................................. 11<br />
Inserentenverzeichnis, Vorschau, Impressum ....................... 84<br />
Eichenberger Gewinde AG<br />
5736 Burg · Schweiz<br />
T: +41 62 765 10 10<br />
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K|E|M <strong>Konstruktion</strong> <strong>01</strong>-02 2<strong>01</strong>9 5<br />
Ein Unternehmen der Festo Gruppe
MAGAZIN<br />
BRANCHENNEWS<br />
Bild: VDI<br />
Neue Richtlinienreihe VDI/VDE 2193<br />
Einheitliche Sprache für<br />
Industrie-4.0-Komponenten<br />
Durch die Vernetzung zum Internet der Dinge, Daten und Dienste sowie umfassende<br />
Kooperation von I4.0-Komponenten entstehen dynamische und unternehmensübergreifende<br />
Wertschöpfungsnetzwerke. Basis dafür ist die Verfügbarkeit<br />
der Informationen in den notwendigen Komponenten. Einer dafür benötigten<br />
einheitlichen Sprache widmet sich die neue Richtlinienreihe VDI/VDE 2193.<br />
Neue Richtlinienreihe VDI/VDE<br />
2193: einheitliche Sprache für<br />
Industrie-4.0- Kompo nenten<br />
In Blatt 1 der VDI/VDE 2193 wird eine solche<br />
I4.0-Sprache entworfen. Diese Sprache dient<br />
der Umsetzung der zwischen I4.0-Komponenten<br />
stattfindenden Interaktionen. Sie besteht<br />
aus dem Vokabular der Sprache, der<br />
Struktur der Nachrichten und Interaktionsprotokollen.<br />
Die Richtlinie erläutert das Konzept<br />
des semantischen Austauschs von Informationen<br />
und zeigt, wie die Nachrichten und deren<br />
Abläufe für den Informationsaustausch in<br />
den Anwendungsfällen von Industrie 4.0 zu<br />
gestalten sind. Sie bildet damit die Grundlage<br />
für eine I4.0-konforme Kooperation und Kollaboration.<br />
VDI/VDE 2193 Blatt 2 ermöglicht dem Anwender,<br />
rechtlich verbindliche Wertschöpfungsketten<br />
über Unternehmensgrenzen hinweg<br />
auf direktem Wege zwischen zwei oder<br />
mehreren I4.0-Komponenten zu errichten, in<br />
der jede teilnehmende I4.0-Komponente eigenständig<br />
eine im Ausschreibungsverfahren<br />
vereinbarte Aufgabe übernimmt. Es werden<br />
zwei Interaktionsprotokolle betrachtet, die eine<br />
Kooperation von I4.0-Komponenten in<br />
Form von automatisierten Ausschreibungsverfahren<br />
organisieren.<br />
Beide Richtlinien richten sich an Anwender<br />
und Entwickler von Softwaresystemen für<br />
Automatisierungs- und Produktionstechnik,<br />
die Interaktionen zwischen I4.0-Komponenten<br />
konzipieren, entwerfen, umsetzen, testen<br />
und betreiben.<br />
bt<br />
www.vdi.de/2193<br />
Fraunhofer IMWS entwickelt Prüfverfahren für Elektronik-Schutzgehäuse<br />
Ursachen für Materialdefekte erforschen<br />
Kunststoffgehäuse, wie sie beispielsweise in<br />
Windkraftanlagen eingesetzt werden, sind<br />
oft extremen Witterungsbedingungen sowie<br />
elektrischen Feldern ausgesetzt. Das Fraunhofer-Institut<br />
für Mikrostruktur von Werkstoffen<br />
und Systemen IMWS hat deshalb nun<br />
gemeinsam mit der Präzisions-Plastic-Produkte<br />
GmbH (3P GmbH) mithilfe eines neuartigen<br />
Prüfkonzepts eine Möglichkeit geschaffen,<br />
Ursachen für Materialdefekte unter Einsatzbedingungen<br />
zu erforschen. Isoliermaterialien<br />
können damit unter verschiedenen<br />
Umweltbedingungen über einen längeren<br />
Zeitraum hinweg im elektrischen Feld untersucht<br />
werden. Um das Prüfkonzept zu entwickeln,<br />
haben die Wissenschaftlerinnen und<br />
Wissenschaftler Prüfkörper aus PBT-Kunststoffen<br />
(Polybutylenterephthalat) im Kunst-<br />
stoffspritzgussverfahren gefertigt.<br />
Eine Materialprobe war glaskugelverstärkt,<br />
während die<br />
zwei anderen mit Glasfasern<br />
verstärkt wurden.<br />
Die Prüfkörper bestanden<br />
aus je zwei Elektroden,<br />
die direkt in das Kunststoffmaterial<br />
injiziert wurden,<br />
um auf zusätzliche Isolationen zu<br />
verzichten. Die Untersuchungen ergaben<br />
insbesondere für den Einfluss<br />
von Feuchtigkeit ein besseres<br />
Verständnis von Versagensprozessen.<br />
Darüber hinaus<br />
haben das Fraunhofer<br />
IMWS und 3P Verfahren<br />
entwickelt, um Fehler<br />
Bild: Fraunhofer IMWS<br />
aufzuspüren und langfristige Vorhersagen in<br />
Bezug auf Defektbildungen treffen zu können.<br />
Um des Weiteren exaktere Aussagen<br />
zu Materialdegradation, Lebensdauereigenschaften<br />
sowie Alterungsmechanismen<br />
von Kunststoffen<br />
treffen zu können, sind weitere<br />
Forschungen notwendig. Zukünftige<br />
Studien sollen zudem den Einfluss von Additiven<br />
wie Flammschutzmitteln berücksichtigen,<br />
um die Materialzusammensetzung optimieren<br />
zu können.<br />
ik<br />
www.imws.fraunhofer.de<br />
Die entwickelten Prüfkörper – hier als<br />
computertomographische Darstellung –<br />
helfen beim Erkenntnisgewinn vom Einfluss<br />
von Feuchtigkeit bei Versagensprozessen<br />
6 K|E|M <strong>Konstruktion</strong> <strong>01</strong>-02 2<strong>01</strong>9
REDEN WIR MAL<br />
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oder Zugluft?<br />
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K|E|M <strong>Konstruktion</strong> <strong>01</strong>-02 2<strong>01</strong>9 7
MAGAZIN<br />
BRANCHENNEWS<br />
Gravierende Arbeitsveränderungen durch Industrie 4.0<br />
Leichterer Einstieg für junge Ingenieure<br />
Eine aktuelle Studie des VDMA zeigt, dass<br />
sich vor allem für Ingenieure durch Industrie<br />
4.0 und der zunehmenden Automatisierung<br />
gravierende Arbeitsveränderungen ergeben.<br />
Diese Herausforderungen werden auch von<br />
Unternehmen wie Rockwell Automation gesehen<br />
und es gibt bereits erste Ansätze diesen<br />
zu begegnen. Andreas Hamm, Country<br />
Sales Director Germany von Rockwell Automation,<br />
erläutert hierzu: „Auch wir sehen die<br />
Herausforderungen in der Automatisierung,<br />
jedoch gibt es bereits gute Ansätze, um z. B.<br />
für junge Ingenieure den Einstieg in die Arbeitswelt<br />
so reibungslos wie möglich zu gestalten“,<br />
sagt Andreas Hamm, Country Sales<br />
Director Germany, Rockwell Automation. „Da<br />
sich die Anforderungen an Ingenieure immer<br />
grundlegender verändern und ein ständiges<br />
Aneignen von neuem Fachwissen erforderlich<br />
ist, sehen wir uns in der Pflicht, unseren<br />
Beitrag dazu zu leisten, unseren künftigen<br />
Kunden oder Mitarbeitern die bestmögliche<br />
Unterstützung zukommen zu lassen. Das<br />
Bild: Rockwell Automation<br />
„Mit einem Graduate-<br />
Programm fördern wir<br />
den Nachwuchs<br />
innerhalb der<br />
Automatisierung.“<br />
Andreas Hamm, Country Sales Director<br />
Germany, Rockwell Automation<br />
kann schon während der Studienzeit sein.<br />
Wir kooperieren unter anderem mit der<br />
Hochschule Heilbronn, wo die Studierenden<br />
den Umgang mit den neusten Technologien<br />
erleben. Mit einem Graduate Programm fördern<br />
wir zusätzlich den Nachwuchs innerhalb<br />
der Automatisierung, sowohl im Bereich Vertrieb<br />
als auch in mehr technisch ausgeprägten<br />
Bereichen. Fachkräfte, die Lösungen von<br />
Rockwell Automation nutzen, stehen zwecks<br />
kontinuierlicher Weiterbildung neben den regulären<br />
Schulungsprogrammen zahlreiche<br />
Möglichkeiten in Form von innovativen Technologien<br />
- wie die Factory Talk Team One-App<br />
oder virtueller Realität - zur Verfügung.“ bt<br />
www.rockwellautomation.com<br />
Rittal stellt Trends 2<strong>01</strong>9 vor<br />
IT-Infrastruktur zukunftssicher ausbauen<br />
Mit der Digitalisierung steigt die Nachfrage<br />
nach schnell verfügbaren Daten nahe dem<br />
Entstehungsort. Dafür entwickelte Rittal die<br />
RDCC-basierenden Edge-Rechenzentren<br />
Bild: Rittal<br />
Im Folgenden stellt Rittal fünf Trends rund um<br />
die Cloud- und Rechenzentrumsindustrie für<br />
das Jahr 2<strong>01</strong>9 vor:<br />
• Datacenter erhalten mehr KI-basierte<br />
Überwachungsfunktionen:<br />
Laut IDC sollen bis 2022 bereits 50 % der<br />
Komponenten in großen Rechenzentren über<br />
integrierte KI-Funktionen verfügen und autonom<br />
arbeiten. Deshalb müssen IT-Administratoren<br />
Predictive Analytics und Machine<br />
Learning zur Optimierung des IT-Betriebs einsetzen,<br />
um die Hochverfügbarkeit der IT-Umgebung<br />
abzusichern.<br />
• Mit Edge-Computing Datenflut in Echtzeit<br />
verarbeiten:<br />
Für Deutschland wird in der zweiten Jahreshälfte<br />
2<strong>01</strong>9 mit dem Start des 5G-Mobilfunknetzes<br />
gerechnet. Die Vielzahl der für 5G notwendigen<br />
Sendemasten macht den Ausbau<br />
der Mobilfunkinfrastruktur mit Edge-Datacentern<br />
notwendig. Durch einen dezentralen<br />
Ausbau der IT-Infrastruktur mit Edge-Rechenzentren<br />
lassen sich Daten schon an der Quelle<br />
erstverarbeiten. Für weitergehende Analysen<br />
sind Edge-Rechenzentren mit der Cloud<br />
verbunden. Unternehmen sollten ihre IT-Kapazitäten<br />
in den kommenden Jahren flexibel<br />
ausbauen und Edge-Konzepte evaluieren.<br />
• Cloud-Markt profitiert<br />
von Hyperscale-Rechenzentren:<br />
In Deutschland nimmt die Akzeptanz der<br />
Cloud weiter zu. Vorreiter dieser Entwicklung<br />
ist demnach der Maschinen- und Anlagenbau.<br />
Laut Bitkom greift in dieser Branche bereits<br />
jedes zweite Unternehmen auf die<br />
Cloud zurück. Parallel dazu steigen global die<br />
Investitionen in Hyperscale-Rechenzentren.<br />
Rittal empfiehlt IT-Leitern im Jahr 2<strong>01</strong>9 passend<br />
zu ihrer Unternehmensstrategie die<br />
notwendige Balance zwischen On-Premise<br />
Edge bzw. Core-Rechenzentrum sowie<br />
Cloud-Ressourcen zu ermitteln, um den Anwendungsbetrieb<br />
und die Hochverfügbarkeit<br />
bestmöglich zu unterstützen.<br />
• Optimierte Technologien<br />
steigern Energieeffizienz:<br />
Laut dem Borderstep-Institut hat sich zwar<br />
die Energieeffizienz neuer Rechenzentren in<br />
den letzten zehn Jahren um etwa 60 % verbessert.<br />
Gleichzeitig ist jedoch der Energiebedarf<br />
weiter angestiegen. Während die in<br />
Deutschland betriebenen Server im Jahr<br />
2<strong>01</strong>7 etwa 4,7 Mrd. kWh benötigten, entfielen<br />
auf die Infrastruktursysteme wie Kühlung<br />
und USV rund 5,3 Mrd. kWh.<br />
• Standortvorteil der nordischen Länder<br />
hilft Kosten sparen:<br />
Die Region Nordics ist für Cloud- und Colocation-Provider<br />
zu einem attraktiven Standort<br />
geworden. Diese Länder bieten regenerative<br />
Energiequellen, ein für Rechenzentren günstiges<br />
Klima, eine sehr gute Internet-Anbindung<br />
sowie eine hohe politische und wirtschaftliche<br />
Stabilität. Analysten erwarten für<br />
die Region bis 2023 bei Rechenzentren ein<br />
jährliches Umsatzwachstum von 8 %. ik<br />
www.rittal.de<br />
8 K|E|M <strong>Konstruktion</strong> <strong>01</strong>-02 2<strong>01</strong>9
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K|E|M <strong>Konstruktion</strong> <strong>01</strong>-02 2<strong>01</strong>9 9
MAGAZIN<br />
BRANCHENNEWS<br />
PERSONEN<br />
Dr. Frank Melzer, Festo<br />
F e s t o - Vo r s t a n d D r. F r a n k<br />
Melzer übernimmt die Leitung<br />
des Lenkungskreises<br />
der Plattform Industrie 4.0<br />
für die Digitalisierung der<br />
Wirtschaft in Deutschland.<br />
Er löst damit SAP-Vorstandsmitglied Bernd<br />
Leukert ab. Die Staffelübergabe fand im Dezember<br />
2<strong>01</strong>8 auf dem Digital-Gipfel in Nürnberg<br />
statt. Bereits seit der Gründung der Plattform<br />
engagiert sich Festo im Forschungsbeirat und in<br />
mehreren Arbeitsgruppen.<br />
Arno Reich, Deutsche<br />
Messe<br />
A r n o R e i c h v e r a n t w o r t e t a b<br />
sofort die Industrie-, Energiesowie<br />
Logistikmessen der<br />
Deutschen Messe AG – allen<br />
voran die Hannover Messe.<br />
Als Bereichsleiter gehört die strategische Weiterentwicklung<br />
des Messeportfolios im In- und Ausland<br />
zu seinen Kernaufgaben. Das betrifft neben<br />
dem deutschen Markt diverse Messen in Europa,<br />
Asien sowie Nord- und Mittelamerika.<br />
Maxon Motor übernimmt britisches Unternehmen Parvalux<br />
Wachstumsstrategie wird fortgesetzt<br />
Die Maxon-Motor-Gruppe wird um ein<br />
weiteres Mitglied reicher. Sie übernimmt<br />
den britischen Hersteller von<br />
Getriebemotoren Parvalux Electric Motors<br />
Ltd und erweitert damit das Portfolio<br />
mit kräftigen Antrieben, die unter<br />
anderem in der Medizintechnik und Industrieautomation<br />
zum Einsatz kommen.<br />
Parvalux besitzt mehr als 70 Jahre<br />
Erfahrung in der Entwicklung und<br />
Produktion von bürstenbehafteten DC-<br />
Motoren, AC-Motoren sowie Getrieben.<br />
Das Unternehmen beschäftigt<br />
185 Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen<br />
in drei Produktionsstätten in Bourne-<br />
Maxon Motor übernimmt den britischen<br />
Hersteller von Getriebemotoren Parvalux<br />
Bild: Maxon Motor<br />
mouth und erzielt einen Umsatz von 23<br />
Mio. britischen Pfund, wobei der Exportanteil<br />
40 % ausmacht. Mit der Eingliederung<br />
vergrößert die Gruppe ihr<br />
Portfolio mit DC-Motoren im Leistungsbereich<br />
bis 1,5 kW, AC-Motoren sowie<br />
Schneckengetrieben und macht damit<br />
einen weiteren wichtigen Schritt hin<br />
zum kompletten Systemanbieter. Darüber<br />
hinaus eröffnen sich spannende<br />
Märkte im Bereich der Medizintechnik<br />
(Treppenlifte, elektrische Rollstühle und<br />
mehr) sowie Industrie (Robotik, Transportsysteme).<br />
Parvalux wiederum profitiert<br />
vom globalen Verkaufsnetzwerk<br />
und soll damit weiterwachsen – auch<br />
personell. Das bisherige Management<br />
von Parvalux bleibt bestehen. Über den<br />
Kaufpreis haben die beiden Parteien<br />
Stillschweigen vereinbart. Die nun vollzogene<br />
Eingliederung passt in die<br />
nachhaltige Wachstumsstrategie von<br />
Maxon Motor. „Wir wollen langfristig<br />
die Nummer eins im Antriebsmarkt<br />
sein und unseren Kunden den bestmöglichen<br />
Service anbieten“, so CEO<br />
Eugen Elmiger.<br />
bt<br />
www.maxonmotor.de<br />
Axel Schneider,<br />
Schmersal<br />
Die Schmersal-Gruppe hat<br />
Axel Schneider zum Divisionsleiter<br />
Technik berufen. Er<br />
ist nun verantwortlich für die<br />
weltweite Koordination und<br />
Abstimmung der Entwicklungskapazitäten und<br />
der Innovationsprojekte. Dies beinhaltet den Ausbau<br />
gruppenweiter Standards im Bereich Entwicklung<br />
und des globalen Produktportfolios.<br />
Reto Steinmann,<br />
Schneider Electric<br />
Zum 1. Januar 2<strong>01</strong>9 übernahm<br />
Reto Steinmann als<br />
General Manager die<br />
Geschäftsführung der<br />
Schneider Electric Schweiz<br />
AG. Zusätzlich zu seinen bestehenden Aufgaben<br />
als Geschäftsführer der Feller AG gestaltet<br />
er dann auch die strategischen und operativen<br />
Aufgaben des Energiespezialisten Schneider<br />
Electric in der Schweiz.<br />
Neuausrichtung von ABB<br />
Einfacher und fokussierter<br />
ABB hat fundamentale Maßnahmen<br />
zur Fokussierung und Vereinfachung<br />
des Geschäfts sowie zur Stärkung der<br />
eigenen Position in Bezug auf die digitale<br />
Industrie angekündigt: Zum einen<br />
hat das Unternehmen bekannt gegeben,<br />
dass Hitachi im Zuge der Ausweitung<br />
der bestehenden Partnerschaft<br />
ABBs Stromnetze-Geschäft übernehmen<br />
wird. Um einen nahtlosen Übergang<br />
zu gewährleisten, wird ABB zunächst<br />
19,9 % der Anteile an dem Joint<br />
Venture behalten, das seinen Sitz in der<br />
Schweiz haben wird. Und Hitachi beabsichtigt,<br />
an dem bestehenden Management-Team<br />
festzuhalten, um Kontinuität<br />
zu gewährleisten. Zum anderen<br />
wird ABB mit Wirkung zum 1. April<br />
2<strong>01</strong>9 die eigene Organisationsstruktur<br />
durch die Auflösung der bisherigen Matrixstruktur<br />
vereinfachen und vier kundenorientierte,<br />
unternehmerisch geführte<br />
Geschäftsbereiche schaffen:<br />
Elektrifizierung, Industrieautomation,<br />
Robotik & Fertigungsautomation sowie<br />
Antriebstechnik. Basierend auf ABBs<br />
übergreifender Digital-Plattform ABB<br />
Ability werden die Geschäftsbereiche<br />
maßgeschneiderte digitale Lösungen<br />
anbieten und damit zusätzlichen Wert<br />
für Anwender schaffen. Außerdem werden<br />
durch die Schaffung der vier Geschäftsbereiche<br />
die Verantwortlichkeiten<br />
geschärft und die Effizienz gesteigert,<br />
da das Unternehmen jedem Geschäftsbereich<br />
die volle operative Verantwortung<br />
für Produkte, Funktionen<br />
sowie lokale Geschäftstätigkeiten einräumt.<br />
Darüber hinaus wird auch die<br />
Konzernzentrale weiter verschlankt und<br />
die langfristige Strategie des Konzerns<br />
im Einklang mit ABBs Werten weiterentwickelt.<br />
ik<br />
www.abb.com<br />
10 K|E|M <strong>Konstruktion</strong> <strong>01</strong>-02 2<strong>01</strong>9
BRANCHENNEWS<br />
MAGAZIN<br />
Atlas Copco erwirbt IPV<br />
Pumpengeschäft weiter ausgebaut<br />
Der schwedische Industriekonzern Atlas Copco<br />
hat im Januar die deutsche Industrie-Pumpen<br />
Vertriebs GmbH (IPV) mit Sitz in Dresden<br />
übernommen. Das Unternehmen ist spezialisiert<br />
auf Zahnrad-, Kreisel-, Kolben- und<br />
Schlauchpumpen für industrielle Anwender<br />
und erwirtschaftete 2<strong>01</strong>7 mit etwa 20 Beschäftigten<br />
einen Umsatz von rund 5 Mio.<br />
Euro. Das akquirierte Unternehmen wird in<br />
die Atlas-Copco-Division Power and Flow im<br />
Konzernbereich Energietechnik integriert und<br />
rechtlich eine Tochter der deutschen Atlas<br />
Copco Holding GmbH sein.<br />
bt<br />
www.atlascopco.de<br />
Atlas Copco hat einen Industriepumpen-<br />
Anbieter in Dresden übernommen<br />
Bild: Atlas Copco<br />
Wir berichten über<br />
3d-Prototyp ................................ 12<br />
ABB ........................................... 10<br />
ABB Stotz-Kontakt ..................... 79<br />
Amo ........................................... 42<br />
Aptiv .......................................... 73<br />
Atlas Copco ............................... 11<br />
Barlog Plastics ........................... 73<br />
Beko .......................................... 79<br />
BMW ......................................... 28<br />
Bopla ......................................... 36<br />
Bosch ........................................ 46<br />
Bossard ..................................... 12<br />
Bowman International ............... 73<br />
Covestro .................................... 72<br />
CTX Thermal Solutions .............. 32<br />
Deutsche Messe ....................... 10<br />
DPS Software ............................ 18<br />
Eddyfi Technologies ................... 73<br />
Elkom ........................................ 66<br />
Euchner ............................... 48, 79<br />
Eutect ........................................ 64<br />
Faulhaber ................................... 52<br />
Festo .......................................... 10<br />
Föhrenbach ................................ 59<br />
Forecast 3D ............................... 73<br />
Franke ........................................ 57<br />
Fraunhofer IMWS ........................ 6<br />
Fraunhofer LBF .......................... 70<br />
Freshfiber .................................. 73<br />
Fullmo ........................................ 32<br />
GE Transportation ...................... 73<br />
Granta ........................................ 18<br />
Habasit ...................................... 67<br />
Harting ....................................... 46<br />
Heidrive ..................................... 56<br />
Heitec ........................................ 28<br />
Hitachi ........................................ 10<br />
Homag ....................................... 28<br />
HP ............................................. 73<br />
Igus ........................................... 58<br />
Ilme ........................................... 50<br />
Intel ........................................... 18<br />
IPV ............................................. 11<br />
ISG Industrielle<br />
Steuerungstechnik ..................... 28<br />
Kammerer ................................. 56<br />
Knapp Wälzlagertechnik ............. 57<br />
Kullen-Koti ............................. 4, 60<br />
KVT-Fastening ...................... 12, 14<br />
Lapp .................................... 38, 78<br />
Ledvance ................................... 79<br />
Machineering ............................. 24<br />
Mack Brooks Exhibitions ........... 80<br />
Maxon Motor ....................... 10, 54<br />
Mbo Osswald ............................ 78<br />
Mecsoft Europe ......................... 21<br />
Mink .......................................... 62<br />
Morbidelli .................................. 66<br />
Mouser ...................................... 50<br />
MPDV ........................................ 22<br />
MSC Software ........................... 21<br />
Nasa .......................................... 52<br />
Neff ........................................... 79<br />
New Rock .................................. 73<br />
NSK ........................................... 56<br />
Parvalux ..................................... 10<br />
Phoenix Contact ........................ 40<br />
Pilz ............................................. 51<br />
Präzisions-Plastic-Produkte .......... 6<br />
Procad ....................................... 30<br />
Protolabs ................................... 73<br />
R+W .......................................... 59<br />
Rafi ............................................ 50<br />
RCT Reichelt Chemietechnik ..... 72<br />
RecTech 3D ............................... 73<br />
Rexa ...................................... 4, 36<br />
Rittal ............................................ 8<br />
Rockwell Automation ................... 8<br />
RS Components ........................ 18<br />
Schmalz ..................................... 66<br />
Schmersal .................................. 10<br />
Schneider Electric ...................... 10<br />
SCM .......................................... 66<br />
Seifert Systems ......................... 67<br />
Siemens .................................... 58<br />
Siko ............................................ 51<br />
Simus Systems ......................... 21<br />
SolidCAM .................................. 18<br />
Stauff ......................................... 72<br />
Steinbock ................................... 67<br />
Striko Westofen ......................... 30<br />
Strobl ......................................... 80<br />
TE Connectivity ......................... 50<br />
Technische Akademie<br />
Esslingen .............................. 28,79<br />
Thomson ................................... 58<br />
Tox Pressotechnik ...................... 68<br />
Tünkers ...................................... 77<br />
VDE ........................................... 80<br />
Weidmüller ................................ 76<br />
Yaskawa ..................................... 66<br />
Ypsomed ................................... 44<br />
Zwick Roell ................................ 44<br />
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K|E|M <strong>Konstruktion</strong> <strong>01</strong>-02 2<strong>01</strong>9 11
MAGAZIN<br />
PORTRÄT<br />
Im Gespräch: Hans van der Velden, Geschäftsführer, Bossard Deutschland GmbH<br />
„C(ent)-Teile sollten nicht<br />
zur Prozesskostenfalle werden“<br />
In vielen Produkten sind typischerweise bis zu 50 Prozent Kleinteile verbaut, die vermeintlich ‚nichts‘<br />
kosten, berichtet Bossard-Deutschland-Chef Hans van der Velden. Hier sei eine ganzheitliche<br />
Sichtweise gefragt, die auch die dadurch verursachten Prozesskosten berücksichtigt und reduziert.<br />
Im Gespräch mit der <strong>KEM</strong> <strong>Konstruktion</strong> berichtet van der Velden davon, dass sich diese durchaus<br />
halbieren lassen. Der Kunde profitiert von höherer Produktivität als Wettbewerbsvorteil.<br />
Interview: Michael Corban, Chefredakteur <strong>KEM</strong> <strong>Konstruktion</strong><br />
Bild: Alexander Bernhard/Konradin Mediengruppe<br />
<strong>KEM</strong> <strong>Konstruktion</strong>: Herr van der Velden, Bossard<br />
dürfte den meisten als Spezialist für Verbindungselemente<br />
sowie die B- und C-Teile-Logistik bekannt sein<br />
– an welcher Stelle können und wollen Sie Engineering-Know-how<br />
einbringen?<br />
Hans van der Velden: Am besten möglichst frühzeitig im<br />
Produktentstehungsprozess – denn hier werden die<br />
Randbedingungen insbesondere mit Blick auf die folgenden<br />
Montageprozesse festgelegt, was wiederum einen<br />
großen Einfluss auf die Kosten hat. Ziel ist, einen wettbewerbsfähigen<br />
Preis für das jeweilige Produkt zu realisieren.<br />
Genau an dieser Stelle setzen wir mit unserem Anwendungs-Engineering<br />
an, aufbauend auf der umfangreichen<br />
Erfahrung im Bereich der Verbindungselemente.<br />
C(ent)-Teile sollten nicht zur Prozesskostenfalle werden.<br />
<strong>KEM</strong> <strong>Konstruktion</strong>: Könnten Sie das an einem Beispiel<br />
konkretisieren?<br />
„Ziel ist, einen wettbewerbsfähigen<br />
Preis für<br />
das jeweilige Produkt zu<br />
realisieren. Genau an<br />
dieser Stelle setzen wir<br />
mit unserem Anwendungs-Engineering<br />
an.“<br />
Hans van der Velden,<br />
Geschäftsführer, Bossard<br />
Deutschland GmbH<br />
van der Velden: Gerne – nehmen wir das eines Lampenherstellers,<br />
der eine Dünnblechverbindung realisieren<br />
will. In der Vergangenheit wurde dazu eine Einpressmutter<br />
von der einen Seite gesetzt, von der anderen eine<br />
Schraube mit Sicherungselement montiert. Das hat immer<br />
funktioniert, keine Frage, war aber mit drei Bauteilen<br />
und zwei Montagerichtungen relativ komplex. Unsere<br />
Ingenieure haben sich den Prozess angesehen und dann<br />
vorgeschlagen, den Stanzprozess für die Einpressmutter<br />
durch Fließlochformen zu ersetzen und mit einer gewindefurchenden<br />
Schraube mit Kratznocken unter dem Kopf<br />
den elektrischen Kontakt herzustellen. Im Ergebnis reduzieren<br />
wir damit den Montageprozess auf ein Bauteil und<br />
eine Montagerichtung – was nicht nur die Automatisierung<br />
erleichtert, sondern im vorliegenden Fall bezogen<br />
auf die Material- und Montagezeiteinsparung auch die<br />
Kosten um 60 Prozent senkt.<br />
<strong>KEM</strong> <strong>Konstruktion</strong>: Sind diese 60 Prozent ein repräsentativer<br />
Wert?<br />
van der Velden: Normalerweise halten unsere Kunden<br />
50 Prozent eher für unrealistisch – aber wie das Beispiel<br />
zeigt, lassen sich mit geringen Veränderungen beachtliche<br />
Resultate erzielen. Konkret hängt das natürlich vom<br />
jeweiligen Anwendungsfall ab und wie das Beispiel ebenfalls<br />
zeigt davon, dass bereits in der Designphase entsprechend<br />
vorgedacht wird, gerade mit Blick auf die<br />
Montageprozesse. Nicht zuletzt ist das auch der Grund,<br />
warum wir als Bossard in die 3D-Druck-Technologie eingestiegen<br />
sind. Mit einer Beteiligung von 49 Prozent an<br />
der 3d-prototyp GmbH im schweizerischen Stans festigen<br />
wir unsere Kompetenz in der additiven Fertigung.<br />
<strong>KEM</strong> <strong>Konstruktion</strong>: Wie passen 3D-Druck und Verbindungstechnik<br />
zusammen?<br />
van der Velden: Wollen wir für unsere Kunden bereits in<br />
der Designphase ein Partner sein, braucht man relativ<br />
schnell nicht nur Ideen und Skizzen – Entwickler und Konstrukteure<br />
wollen etwas in der Hand halten. 3D-gedruckte<br />
Prototypen auf Kunststoffbasis sind hier ideal und<br />
12 K|E|M <strong>Konstruktion</strong> <strong>01</strong>-02 2<strong>01</strong>9
Bild: Alexander Bernhard/Konradin Mediengruppe<br />
Hans van der Velden,<br />
Geschäftsführer, Bossard<br />
Deutschland GmbH<br />
K|E|M <strong>Konstruktion</strong> <strong>01</strong>-02 2<strong>01</strong>9 13
MAGAZIN<br />
PORTRÄT<br />
Bild: Alexander Bernhard/Konradin Mediengruppe<br />
MultiMaterial-Welding<br />
Auf der Website der <strong>KEM</strong><br />
<strong>Konstruktion</strong> ist die Aufzeichnung<br />
eines Webinars zum<br />
Thema MultiMaterial-Welding<br />
(MM-W) verfügbar, dem<br />
prozesssicheren Verbinden<br />
verschiedener Leichtbaumaterialien.<br />
Die Bossard-Tochter<br />
KVT-Fastening adressiert<br />
damit dauerhaft kraft- und<br />
„Durch die Reduzierung<br />
auf ein Bauteil<br />
und eine Montagerichtung<br />
bringt die<br />
Zeiteinsparung im<br />
Montageprozess<br />
den entscheidenden<br />
Gewinn.“<br />
Hans van der Velden,<br />
Geschäftsführer, Bossard<br />
Deutschland GmbH<br />
schnell verfügbar. Anhand dieser Modelle wird die Diskussion<br />
verschiedener Befestigungsstrategien sehr erleichtert<br />
und zielführender. Ein weiterer Aspekt ist, dass<br />
wir im Rahmen unserer strategischen Ausrichtung ja<br />
auch in den Verkauf von 3D-Druckern eingestiegen sind;<br />
bereits seit dem Frühjahr 2<strong>01</strong>8 existieren Partnerschaften<br />
mit drei Herstellern von 3D-Druckern und die Bossard<br />
Gruppe hat für die Schweiz Vertretungen und Vertrieb<br />
übernommen. Damit wollen wir unseren Kunden die Gelegenheit<br />
geben, zu erkunden, ob und welche Bauteile<br />
sich zukünftig auch additiv herstellen lassen. Der Fokus<br />
liegt auch hier immer auf der Entwicklungsphase und vor<br />
allem dem technischen Verständnis! Wir denken, dass<br />
der 3D-Druck das Design der Produkte beeinflussen wird<br />
– und wenn die Bauteile dann beispielsweise viel mehr<br />
TIPP<br />
Bild: KVT-Fastening<br />
Sichere Befestigung in Wabenstrukturen<br />
und/oder porösen Bauteilen bietet die<br />
Befestigungs-Variante LiteWWeight<br />
formschlüssige Verbindungen von Leichtbau- oder Sandwichmaterialien.<br />
MM-W ermöglicht ein hohes Maß an Sicherheit sowie Effizienz und ist<br />
gleichzeitig so ausgelegt, dass die besonderen Eigenschaften des Trägermaterials<br />
sowie die Anforderungen der jeweiligen Anwendungen berücksichtigt<br />
werden können. Bei dem Verfahren werden thermoplastische<br />
Verbindungselemente per Ultraschallenergie fest mit dem<br />
Trägermaterial verbunden – Alternativen wie Nieten, Schrauben<br />
oder Kleben können entfallen. Abrufbar unter:<br />
hier.pro/WLRg5<br />
Hohlräume aufweisen, muss sich auch die Verbindungstechnik<br />
anpassen. Schrauben und Nieten wird dann unter<br />
Umständen nicht mehr ausreichen. Auch hier kommt uns<br />
unsere Erfahrung zugute, nicht zuletzt bei der Entwicklung<br />
neuer Fügetechnologien. Ein Beispiel ist etwa das<br />
prozesssichere Verbinden verschiedener Leichtbaumaterialien<br />
per MultiMaterial-Welding unserer Tochter KVT-<br />
Fastening (Anmerkung der Redaktion: siehe Zusatzinformation<br />
im Kasten).<br />
<strong>KEM</strong> <strong>Konstruktion</strong>: Vorteile des 3D-Drucks liegen ja<br />
ebenfalls in der Reduzierung der Zahl der Bauteile<br />
und damit weniger Montagevorgängen. Etwas provokant<br />
gefragt: Entzieht sich Bossard damit nicht selbst<br />
die Geschäftsgrundlage?<br />
van der Velden: Wir kannibalisieren unser Businessmodell<br />
etwas – das machen wir aber schon heute mit der<br />
Beratung zu klassischen Verbindungstechniken; am Ende<br />
landen wir ja meistens bei weniger Teilen. Entscheidend<br />
ist aber der folgende Aspekt: Unseren Kunden verhelfen<br />
wir damit zu wettbewerbsfähigeren Produkten, mit denen<br />
sie Marktanteile gewinnen können. Das führt zu steigenden<br />
Volumina und die Erfahrung zeigt, dass am Ende<br />
sowohl Kunde als auch wir besser damit fahren. Fokussieren<br />
wir uns zu Beginn ausschließlich auf das Produkt<br />
und seine Funktionen, profitieren Kunde und Bossard.<br />
<strong>KEM</strong> <strong>Konstruktion</strong>: Wie sieht die Rechnung für das<br />
oben angesprochene Lampenbeispiel aus?<br />
van der Velden: Das ist recht spannend, denn unser Umsatz<br />
ist kurzfristig um 75 Prozent eingebrochen, weil unter<br />
anderem die Einpressmuttern relativ kostenintensiv<br />
sind und nun entfallen. Das macht auch die im Vergleich<br />
höherpreisigere Sonderschraube nicht wett. Relevant aus<br />
Sicht des Kunden ist aber, dass durch die Reduzierung<br />
auf ein Bauteil und eine Montagerichtung die Zeiteinsparung<br />
im Montageprozess den Gewinn bringt. Anders formuliert:<br />
Er kann jetzt deutlich mehr Lampen in kürzerer<br />
Zeit fertigen und damit seinen Umsatz steigern. Entscheidend<br />
ist der entstehende Wettbewerbsvorteil.<br />
<strong>KEM</strong> <strong>Konstruktion</strong>: Aus Sicht des Kunden verständlich,<br />
aber kann auch Bossard davon profitieren? Wie<br />
bepreisen Sie dann die Engineering-Dienstleistung?<br />
van der Velden: Hier ist ganz wichtig, nicht den klassischen<br />
Bottom-up-Ansatz (Materialpreis + Marge = Verkaufspreis)<br />
zu wählen, sondern ausgehend von der Ist-<br />
Situation detailliert die Gesamtkosten herunterzurechnen.<br />
Für uns gibt es dann unterschiedliche Modelle, mit<br />
unseren Kunden zu einer Übereinkunft zu kommen. Einflussgrößen<br />
sind unter anderem Laufzeit oder Abnahmevolumen<br />
– immer unter Berücksichtigung der Produktivitätsziele<br />
des Kunden. Diese prozessgetriebene Sicht löst<br />
den Druck und stellt das umsetzbare Optimierungspotenzial<br />
in den Vordergrund.<br />
14 K|E|M <strong>Konstruktion</strong> <strong>01</strong>-02 2<strong>01</strong>9
<strong>KEM</strong> <strong>Konstruktion</strong>: Wie groß<br />
ist denn der Erfahrungsschatz,<br />
den die Bossard-Entwickler inzwischen<br />
aufbauen konnten?<br />
van der Velden: Das ist sicherlich<br />
einer unserer größten Vorteile,<br />
welcher weit zurückreicht:<br />
Bossard wurde bereits 1831 in<br />
der Schweiz gegründet und ist<br />
bis heute – mittlerweile in der<br />
siebten Generation – familiengeführt.<br />
Trotz unserer global guten<br />
Vernetzung sind wir dabei immer<br />
ein überschaubares Unternehmen<br />
geblieben. Die fast 200 Entwickler<br />
machen weltweit rund<br />
zehn Prozent der Belegschaft<br />
aus. Alle Projekte werden zudem auf einer eigenen Plattform<br />
nachverfolgt – hilfreich insbesondere für junge Konstrukteure.<br />
Über die Plattform hat jeder Zugriff auf alle<br />
Details, was das schnelle Finden erster Ideen erlaubt basierend<br />
auf Beispielen aus verschiedensten Branchen.<br />
Der Vorteil ist: Auf diese Weise können wir branchenübergreifend<br />
neue Impulse geben und Trends setzen.<br />
<strong>KEM</strong> <strong>Konstruktion</strong>: Entscheidend dürfte das prozessorientierte<br />
Denken sein – wie lautet Ihr Fazit?<br />
van der Velden: Der Mehrwert entsteht immer aus einer<br />
Komplexitätsreduktion – das ist ein ganz wichtiges Thema.<br />
Je weniger Artikel zu bewirtschaften sind, desto besser.<br />
Hinzu kommt das Thema Qualität: Je weniger Teile<br />
verbaut werden müssen, desto weniger kann falsch gemacht<br />
werden. Interessant ist zudem aus unserer Sicht,<br />
dass viele Rückrufe bezogen auf die Verbindungstechnik<br />
auf konstruktiven Fehlern basieren – ein Grund mehr, bereits<br />
in frühen Phasen des Produktentstehungsprozesses<br />
entsprechendes Know-how einzubinden. Nicht minder<br />
wichtig sind folgend Schulungen des Personals, um Anwendungsfehler<br />
zu vermeiden. Umso erstaunlicher finde<br />
ich, in welch kurzer Zeit das Thema Verbindungstechnik in<br />
der Ingenieursausbildung abgehandelt wird. Logischerweise<br />
greift man dann auf bewährte Lösungen zurück<br />
und geht kein Risiko ein. Aus der Kenntnis um dieses<br />
‚Unwissen‘ planen wir aktuell, unsere bislang nur intern<br />
genutzte E-Learning-Plattform auch für Kunden zu öffnen<br />
– mit entsprechend angepassten Inhalten und einem<br />
breiten Themenspektrum. Damit ergänzen wir die bereits<br />
bestehenden lokalen Fachseminarangebote.<br />
<strong>KEM</strong> <strong>Konstruktion</strong>: Will heißen: Insbesondere auch<br />
in der Ausbildung müsste man das ‚fertigungsgerechte<br />
Auslegen‘ weiter stärken?<br />
Im Gespräch mit der <strong>KEM</strong> <strong>Konstruktion</strong> betonte Hans van der Velden, Geschäftsführer, Bossard Deutschland,<br />
die wichtige Rolle der Konstrukteure bei der Festlegung der späteren Fertigungskosten<br />
Zum Unternehmen<br />
INFO<br />
Die Bossard-Gruppe bietet eine umfassende Produktpalette<br />
für mechanische sowie elektrotechnische Verbindungen wie<br />
Schrauben, Muttern, Holzschrauben, Unterlegscheiben und<br />
Dübel. Smart-Factory-Logistics- Lösungen ermöglichen die<br />
automatisierte C-Teile-Bewirtschaftung. Darüber hinaus<br />
werden Engineering- und Consulting-Dienstleistungen angeboten<br />
mit dem Ziel, Produktions- und Fertigungsprozesse zu<br />
optimieren. Das globale Unternehmensnetzwerk beschäftigt<br />
2500 Mitarbeiter an 77 Standorten.<br />
www.bossard.com<br />
höchsten Prozesskosten anfallen. Dieser wirtschaftliche<br />
Aspekt tritt allerdings häufig hinter die technologische<br />
Machbarkeit zurück. Gefragt ist eine ganzheitliche Sichtweise,<br />
die wir in Seminaren und Workshops aufzeigen.<br />
<strong>KEM</strong> <strong>Konstruktion</strong>: Verraten Sie uns abschließend<br />
noch, ob Verbindungstechniken wie etwa das Kleben<br />
künftig eine sehr viel größere Rolle spielen werden?<br />
van der Velden: Ausgangspunkt muss immer sein, in welcher<br />
Weise das Produkt eingesetzt wird. Der Schraubprozess<br />
dauert zwar am längsten, ist aber genau richtig,<br />
wenn ich später eine Verbindung auch wieder lösen will. In<br />
allen anderen Fällen kommen eher Einnieten oder Einpressen<br />
in Frage – hier arbeiten wir ständig an neuen innovativen<br />
Prozessen wie etwa dem schon erwähnten Multi-<br />
Material-Welding.<br />
www.bossard.com<br />
Bild: Alexander Bernhard/Konradin Mediengruppe<br />
van der Velden: Exakt – denn bei Betrachtung der eingangs<br />
erwähnten Lampe zeigt sich, dass typischerweise<br />
zu 50 Prozent Kleinteile verbaut sind, die vermeintlich<br />
‚nichts‘ kosten. Entscheidend ist aber, dass hier die<br />
Ein Überblick über das Engineering-<br />
Angebot findet sich hier:<br />
hier.pro/GB7pP<br />
K|E|M <strong>Konstruktion</strong> <strong>01</strong>-02 2<strong>01</strong>9 15
TRENDS<br />
DIGITALISIERUNG<br />
Comsol-Geschäftsführer Sven Friedel zur Demokratisierung der Simulation<br />
Wichtige Weichen noch früher stellen<br />
Die Simulation öffnet sich für einen breiteren Nutzerkreis und kann immer früher im Entwicklungsprozess bei der<br />
Entscheidungsfindung helfen. Außerdem können inzwischen auch neuartige Composite- und Metamaterialien untersucht<br />
werden. Im Interview hat uns Sven Friedel, Geschäftsführer bei Comsol Zürich, die Details erklärt.<br />
Interview: Tobias Meyer, freier Mitarbeiter der <strong>KEM</strong> <strong>Konstruktion</strong><br />
Bild: Comsol<br />
<strong>KEM</strong> <strong>Konstruktion</strong>: Aktuell wird häufig von der Demokratisierung<br />
der Simulation gesprochen. Was versteht man darunter?<br />
Sven Friedel: Man versteht darunter, weg zu gehen von der alten<br />
Vorstellung, nur der Simulationsingenieur habe Zugriff auf die Simulation.<br />
Heute können Konstrukteure, Manager und selbst Kunden<br />
über Simulationsapps in den Entwicklungsprozess eingebunden<br />
werden und wertvolles Feedback geben.<br />
Durch Multiskalensimulation können fein<br />
aufgelöste Composite-Materialien auch auf große<br />
Modelle wie Windkraftanlagen übertragen werden<br />
gramm exportiert werden, wofür<br />
der jeweilige Nutzer der App keine<br />
Lizenz benötigt. Ermöglicht<br />
wird das durch den Comsol Compiler,<br />
lauffähig sind die Apps auf<br />
Windows, Linux und MacOS.<br />
<strong>KEM</strong> <strong>Konstruktion</strong>: Wen<br />
sprechen Sie damit an?<br />
Friedel: Aktuell sehen wir Firmen,<br />
die begleitend zum Datenblatt<br />
eine App verteilen und damit<br />
die Wirkungsweise Ihres Produkts<br />
eindrücklich visualisieren<br />
können. Außendienstmitarbeiter<br />
können im Gespräch mit Kunden<br />
Auslegungsdaten aufnehmen,<br />
unmittelbar die Performance berechnen<br />
lassen und mit dem<br />
Kunden vor Ort auswerten. Hinter der grafischen Auswertung kann<br />
eine beliebig komplexe Berechnung stehen – hier ist die App der erweiterte<br />
produktspezifische Engineeringtaschenrechner. Nicht geeignet<br />
ist das vielleicht für sehr sensitive Entwicklungsmodelle –<br />
hier nutzen unsere Kunden vornehmlich Comsol Server.<br />
<strong>KEM</strong> <strong>Konstruktion</strong>: Neben der App-Kultur geht es aber sicher<br />
auch mit der Multiphysik weiter, oder?<br />
<strong>KEM</strong> <strong>Konstruktion</strong>: Man könnte also noch früher in der Entwicklung<br />
mit der Simulation beginnen?<br />
Friedel: Genau, eine grobe Projektskizze kann im Prinzip während<br />
eines Meetings vom Tablet oder Notebook aus auf ihre Machbarkeit<br />
geprüft werden. Ingenieure können Konstrukteure früh nach ihrer<br />
Meinung fragen und Manager können kritische Größen identifizieren.<br />
Jeder Stakeholder hat Zugriff auf genau definierte Veränderungen,<br />
etwa in Form von Bedienelementen und kann so autark mit<br />
dem Modell „spielen“. Dabei kann niemand etwas kaputt machen,<br />
denn jeder sieht nur das, was er versteht und braucht.<br />
<strong>KEM</strong> <strong>Konstruktion</strong>: Welches Produkt ermöglicht das?<br />
Friedel: Wir haben den Schritt zur App-Kultur ja bereits mit dem Application<br />
Builder gemacht, verbreitet werden die Apps über den<br />
Comsol Server. Mit Version 5.4 haben wir nun noch eine Schippe<br />
drauf gelegt: Apps können nun auch als autark ausführbares Pro-<br />
Friedel: Natürlich. Es gibt einige generelle industrielle Trends, die<br />
das Multiphysikkonzept geradezu erfordern. Beispielsweise sorgt<br />
die fortschreitende Miniaturisierung für immer engere Kopplung<br />
zwischen einzelnen Komponenten. Gerade sehen wir bei Energiewandlern<br />
und Speichersystemen wie Batterien etwa sehr viel Bewegung,<br />
ebenso bei Sensoren, die sich durch das Internet of Things<br />
gerade rasant entwickeln – all das sind Paradebeispiele für Multiphysikbauteile.<br />
Ingenieure sind täglich gefordert, gewünschte Feldwechselwirkungen<br />
besser auszunutzen oder unerwünschte zu unterdrücken.<br />
Was gestern noch nebensächlich war, ist morgen vielleicht<br />
das Erfolgsgeheimnis.<br />
<strong>KEM</strong> <strong>Konstruktion</strong>: Welche Neuerungen gibt es hier noch?<br />
Friedel: Gerade haben wir unser neues Composite Materials Module<br />
vorgestellt. Damit verfolgen wir einen Multiskalen-Ansatz: Ein<br />
sehr kleinteiliges Verbundmaterial wird zu Beginn auf einer mikroskopischen<br />
Größe definiert und schichtweise in verschiedenen Ori-<br />
16 K|E|M <strong>Konstruktion</strong> <strong>01</strong>-02 2<strong>01</strong>9
„Ingenieure sind täglich<br />
gefordert, gewünschte<br />
Feldwechselwirkungen<br />
besser auszunutzen<br />
oder unerwünschte zu<br />
unterdrücken. Was<br />
gestern noch nebensächlich<br />
war, ist<br />
morgen vielleicht das<br />
Erfolgsgeheimnis.“<br />
Schutz für<br />
Mensch und<br />
Maschine<br />
Individuelle Faltenbälge, Abdeckungen, Unfallschutz:<br />
• Faltenbälge<br />
• Gleitbahnschützer<br />
• Kastenbälge<br />
• Jalousien<br />
• Gummiformteile<br />
• Rollbandabdeckungen<br />
• Spiralfedern<br />
• Schürzen<br />
• Kompensatoren<br />
• Manschetten<br />
Bild: Comsol<br />
Sven Friedel, Geschäftsführer,<br />
Comsol Multiphysics, Zürich<br />
entierungen und mit unterschiedlichen Fasern aufgebaut. Das Modell<br />
kann so die Eigenschaften sehr realistisch abbilden. Anschließend<br />
kann man dieses Material auf eine beliebige Struktur aufbringen,<br />
etwa auf einen Windrad-Flügel. Würde man das feine Material<br />
klassisch mit FEM auf dieser Größe berechnen, bekäme man eine<br />
so viele Freiheitsgrade, dass diese nur mit exorbitanter Rechenleistung<br />
zu bewältigen wären.<br />
<strong>KEM</strong> <strong>Konstruktion</strong>: Daher nutzt man einen Skalenübergang ...<br />
Friedel: Exakt. Die Eigenschaften werden quasi nicht für jedes finite<br />
Element berechnet, sondern man betrachtet das große, makroskopische<br />
Bauteil mit kleineren Bereichen, die ihre Eigenschaften aus<br />
immer dem gleichen mikroskopischen Modell beziehen. So sinkt die<br />
Rechenleistung und die Simulation ist mit herkömmlichen Systemen<br />
zu realisieren. Ähnliche Verfahren nutzten wir auch in der Chemie,<br />
etwa wenn ein Reaktor mit Pellets gefüllt ist. Auf jedem der<br />
Kügelchen müsste eine Diffusionsgleichung laufen, während gleichzeitig<br />
im gesamten Behälter eine Strömungsmechanik rechnet.<br />
Auch hier hilft uns das Upscaling, den Rechenaufwand im Zaum zu<br />
halten, da wir nicht jedes Pellet einzeln rechnen müssen.<br />
<strong>KEM</strong> <strong>Konstruktion</strong>: Wird sich das auch auf andere Felder ausbreiten?<br />
www.faltenbalg.net<br />
info@faltenbalg.net<br />
Tel. +49 (0) 202 / 8 45 82<br />
Fax +49 (0) 202 / 8 28 85<br />
Erste Hilfe.<br />
Friedel: Aktuell haben wir uns hier auf thermische, mechanische<br />
und elektrische Eigenschaften beschränkt. Der verwendete Ansatz<br />
ist aber viel mächtiger. Da kann man also gespannt sein, da auch<br />
Metamaterialien – die sich sehr exotisch verhalten – immer wichtiger<br />
werden. Das sogenannte Cloaking – Unsichtbar machen – ist<br />
hier ein Stichwort. Klingt alles sicher futuristisch, findet aber tatsächlich<br />
immer mehr Eingang in die Produktentwicklung, nicht nur<br />
bei Tarnkappenflugzeugen, die aufgrund ihrer Form und ihres Materials<br />
für Radarstrahlen unsichtbar sind. Heute werden akustische,<br />
optische und thermische Metamaterialien für geniale Produktideen<br />
verwendet.<br />
www.comsol.de<br />
Wie eine Simulationsapp erstellt wird, zeigen wir in<br />
diesem Video:<br />
hier.pro/KFCgV<br />
Selbsthilfe.<br />
Wer sich selbst ernähren kann,<br />
führt ein Leben in Würde.<br />
brot-fuer-die-welt.de/selbsthilfe<br />
K|E|M <strong>Konstruktion</strong> <strong>01</strong>-02 2<strong>01</strong>9 17
TRENDS<br />
NEWS<br />
iMachining mit SolidCAM<br />
Mehr Produktivität in der NC-Programmierung<br />
Die Programmierung und Simulation von<br />
komplexen Dreh-Fräswerkstücken auf Langdrehautomaten<br />
mit SolidCAM vermeidet<br />
Kollisionen und verhindert aufwendige Tests.<br />
SolidCAM hat im aktuellen Release attrak -<br />
tive Verbesserungen, die das IT Systemhaus<br />
DPS Software seinen Kunden empfiehlt. Zu<br />
den Verbesserungen gehören Jobvorlagen<br />
und Vorlagengruppen, die mittels Drag and<br />
Drop das gewünschte Bauteil in wenigen Minuten<br />
bearbeitbar machen. Bei der Zusammenfassung<br />
von aufeinander aufbauenden<br />
Bearbeitungsschritten hilft der neue Tech -<br />
nologie-Typ Multi-Werkzeuge um zunächst<br />
separate Jobs für Schruppen,<br />
Grobschlichten und Schlichten<br />
zusammenzufassen. Zusätzlich<br />
lassen sich nun auch<br />
neueste Entwicklungen aus<br />
der Werkzeugtechnologie wie<br />
Kreissegmentfräser für die<br />
Programmierung nutzen. Daneben<br />
ist nun die Ansteuerung<br />
von Langdrehern für Spezialbauteile<br />
möglich. Die Weiterentwicklungen bestehender<br />
Systeme gehören ebenfalls zur Zukunftsstrategie<br />
der Softwareschmiede. So findet<br />
der Anwender eine neu gestaltete Materialdatenbank<br />
sowie das neue Turbo HSM<br />
für extrem schnelle Werkzeugbahnberech -<br />
nungen.<br />
eve<br />
www.dps-software.de<br />
Bild: DPS Software<br />
Granta MI Version 12<br />
Digitale Werkstoffdaten für den Digitalen Zwilling<br />
Bild: Granta Design<br />
Mit Granta MI Version 12 rückt der Digitale<br />
Zwilling mit präzisen Materialeigenschaften<br />
in greifbare Nähe, denn die Version verfügt<br />
über neue Eigenschaften, um wichtige Werkstoffdaten<br />
zu verwalten, deren Rückver -<br />
folgbarkeit zu gewährleisten und diese in<br />
<strong>Konstruktion</strong> und Simulation<br />
anzuwenden. Dies ist besonders<br />
nützlich für die aufstrebenden<br />
Material- und Prozesstechnologien<br />
wie die additive<br />
Fertigung. Das neueste<br />
Release hilft Anwendern auch<br />
bei der Beurteilung und Einhaltung<br />
von gesetzlichen Bestimmungen<br />
im Rahmen von<br />
Stoffverboten. Die Technologien<br />
zur Integration in bestehende<br />
PLM-, CAD- und CAE-Umgebungen<br />
macht die Lösung zur zentralen Quelle für<br />
die richtigen Werkstoffinformationen, insbesondere<br />
auch für Digitale Zwillinge. Der Anwendungsbereich<br />
wurde neben Teamcenter<br />
und Windchill PLM auf die 3DExperience-<br />
Plattform erweitert. Die Synchronisation zwischen<br />
den verschiedenen Systemen wurde<br />
verbessert, wie z. B. durch die neue Creo-<br />
WindchillI-Interoperabilität für Materialien.<br />
Die Bibliothek an Material-Referenzinformationen<br />
wurde ebenfalls mit den jeweils neuesten<br />
Versionen zuverlässiger Quellangaben<br />
wie Campus Plastics, MMPDS und ASM<br />
Medical Materials aktualisiert. Die aktuellen<br />
Datenmodule können den Installationen hinzugefügt<br />
werden und bieten unter anderem<br />
Zugang zur Senvol Database für Systeme<br />
und Materialien der additiven Fertigung,<br />
Jahm Curve Data für die Unterstützung von<br />
Simulation sowie zum weltweit anerkannten<br />
Qualitätsgarant für Kunststoffe, UL Yellow<br />
Cards.<br />
eve<br />
www.grantadesign.com<br />
RS Components vertreibt Intel Neural Compute Stick 2<br />
Deep-Learning beschleunigen<br />
RS Components liefert den kürzlich vorgestellten<br />
Intel Neural Compute Stick 2 (Intel<br />
NCS 2). Der Distributor nimmt damit einen<br />
erschwinglichen, kleinen und lüfterlosen<br />
Kernbaustein für die schnelle Umsetzung von<br />
Anwendungen zur Bildverarbeitung und<br />
Deep-Neural-Network-Konzepten (DNN) ins<br />
Sortiment auf. Der Neue basiert wie sein Vorgängerprodukt<br />
auf der Movidius Vision Processing<br />
Unit (VPU) des gleichen Herstellers.<br />
Er setzt jedoch auf die jüngste Version: die<br />
Movidius Myriad X-VPU, die über einen dedi-<br />
zierten Hardwarebeschleuniger für DNN-Inferenzen<br />
verfügt. In Kombination mit dem Intel<br />
Distribution of OpenVino-Toolkit, das Deep<br />
Learning und maschinelles Sehen ganz besonders<br />
unterstützt und Hardwarebeschleunigung<br />
bietet, wird der Stick auch zu einem<br />
vielseitigen Prototyping- und Entwicklungstool<br />
für Anwendungen von nahezu menschlichen<br />
Sehfähigkeiten. Die Kombination des<br />
Sticks und des über Intel distribuierten Open-<br />
Vino Toolkits ermöglicht einen schnellen Entwicklungszyklus:<br />
Vom Prototyping geschulter<br />
Bild: RS Components<br />
DNNs auf dem Compute Stick über die einfache<br />
Portierung von DNNs bis hin zu einem<br />
auf Movidius VPU basierenden Embedded-<br />
Gerät oder -System sind lediglich minimale<br />
Codeänderungen erforderlich. Der Compute<br />
Stick unterstützt auch die Open-Source-Softwarebibliotheken<br />
Caffe und TensorFlow<br />
DNN.<br />
eve<br />
www.rs-online.com<br />
18 K|E|M <strong>Konstruktion</strong> <strong>01</strong>-02 2<strong>01</strong>9
NEWS<br />
TRENDS<br />
Mecsoft vertreibt Visual CAD/CAM 2<strong>01</strong>9 und RhinoCAM 2<strong>01</strong>9<br />
Drehen, Fräsen und Schachteln vereinfacht<br />
Bei Mecsoft Europe sind ab sofort Visual-<br />
CAD/CAM 2<strong>01</strong>9 & RhinoCAM 2<strong>01</strong>9 erhältlich.<br />
Die Version 2<strong>01</strong>9 von VisualCAM schafft<br />
durch Leistungssteigerungen in der 2½-, 3–<br />
und 5-Achs-Bearbeitung einen Mehrwert für<br />
den Anwender. Das Turn-Modul ist ohne Aufpreis<br />
in allen Produktkonfigurationen ab der<br />
STD-Version enthalten. In der 2½-Achs-Bearbeitung<br />
wurde die featurebasierte Bearbeitungsfunktion<br />
erweitert und eine Schleppmesser-Schneidemethode<br />
sowie neue Kurvenoptionen<br />
in der Profilbearbeitung hinzugefügt.<br />
Die 3-Achs-Bearbeitung profitiert von<br />
Neuerungen bei der Bearbeitung flacher Bereiche<br />
und trochoiden Einfahrbewegungen<br />
Bild: Mecsoft Europe<br />
für die Hochgeschwindigkeitsbearbeitung.<br />
Bei der 5-Achs-Bearbeitung kann das Werkstück<br />
durch die Unterstützung von Nutatorköpfen<br />
und die lokale Programmierung der<br />
Koordinatenebene jetzt in jedem gewünschten<br />
Winkel bearbeitet werden. Die Kollisionserkennung<br />
des Werkzeugschaftes und eine<br />
frühzeitige Fehlererkennung bei der Simulation<br />
der Bearbeitung erhöhen die Qualität der<br />
generierten NC-Daten. Des Weiteren erlaubt<br />
das Nest-Modul nun die Verschachtelung von<br />
3D-Objekten.<br />
VisualCAM ist eigenständig mit VisualCAD<br />
oder integriert in Rhinoceros, SolidWorks<br />
oder Alibre Design einsetzbar. In den aktuellen<br />
Produktkonfigurationen STD, EXP, PRO<br />
und PREM sind die Module Mill , Turn , Nest<br />
(Schachteln) und Art (Modelliertechniken für<br />
Schmuckdesign und Modellbau) ohne Aufpreis<br />
enthalten.<br />
eve<br />
www.mecsoft-europe.de<br />
Version 2<strong>01</strong>9.0 der Simulationssoftware MSC Nastran<br />
Strukturanalysen in der Statik, Dynamik und Akustik<br />
Bild: MSC Software<br />
Die Version MSC Nastran 2<strong>01</strong>9.0 von MSC<br />
Software ermöglicht mit ihren neuen Pyramidenelementen<br />
jetzt einen nahtlosen Übergang<br />
zwischen verschiedenen Elementtypen<br />
im selben Netz bei der Berechnung nach der<br />
FE-Methode mit Hexaedern oder Tetraedern.<br />
Wenn eine rotierende Struktur mit einer festen<br />
verbunden ist, möchten Anwender Rotationskräfte<br />
nicht auf das ganze Modell, sondern<br />
nur auf die rotierende Struktur aufbringen.<br />
Dies ist jetzt in der neuen Version möglich.<br />
Ebenso können Schwerkraft-Lasten auf<br />
Teile des Modells aufgebracht werden. Zudem<br />
sorgt bei der Kontaktberechnung schon<br />
lange der ‚initial stress free contact‘ bei groben<br />
Netzen für einen Anfangskontakt ohne<br />
künstliche modellbedingte Spannungen. Nun<br />
können Anwender auch im Postprozessing<br />
genau verfolgen, wie die Knoten dabei bewegt<br />
werden. Darüber hinaus gibt es nun eine<br />
neue FastFR-Methode. Diese Methode<br />
macht NVH-Berechnungen bis zu 10-mal<br />
schneller. Die immer größeren Modelle erfordern<br />
zudem eine effiziente Modellverwaltung.<br />
Mit der neuen Module-Technologie lassen<br />
sich Teile auf einfache Weise zu Baugruppen<br />
kombinieren, kopieren und spiegeln. eve<br />
www.mscsoftware.com<br />
Simus Systems launcht Version 9.2 von Simus Classmate<br />
Die Masse an Daten einfach handhaben<br />
Mit der neuen Version 9.2 der Software-Suite<br />
Simus Classmate erweitert Simus Systems<br />
die Möglichkeiten zur Strukturierung, Bereinigung,<br />
Klassifizierung und fortlaufenden Pflege<br />
von technischen Massendaten. Mit dem<br />
Modul Classmate Data werden technische<br />
Massendaten aus ERP-Systemen erfolgreich<br />
optimiert. Ob sie aus unterschiedlichen Systemen<br />
stammen, nach wechselnden Konventionen<br />
eingegeben wurden oder von verschiedenen<br />
Altsystemen auf neue Lösungen<br />
portiert werden – die Bereinigung und Neustrukturierung<br />
gelingt damit schnell und<br />
gründlich. Mit Classmate CAD werden Konstrukteure<br />
von Routinearbeiten entlastet und<br />
erhalten neue Möglichkeiten für das Suchen<br />
und Finden ihrer CAD-Daten. Dies führt zu<br />
höherer Wiederverwendung vorhandener<br />
3D-Modelle und den damit verbunden Kosteneffekten.<br />
Mit Classmate Plan werden Informationen<br />
der 3D CAD-Modelle für eine<br />
automatische Erstellung von Arbeitsplänen<br />
und eine valide Vorkalkulation von Bauteilen<br />
und Baugruppen genutzt. Darauf aufbauend<br />
gewinnt der technische Einkauf wertvolle<br />
Hinweise zu qualifizierten Lieferanten, Makeor-<br />
Buy-Entscheidungen und möglichen Preisspannen.<br />
Der Classmate Finder trägt schließlich<br />
dazu bei, dass die erreichte Datenqualität<br />
erhalten bleibt: Ein schnelles Auffinden gesuchter<br />
Objekte anhand von Text, Geometrie-<br />
Informationen und anderen Eigenschaften<br />
verhindert das Anlegen von Dubletten, erhöht<br />
die Wiederverwendung und gibt effektive<br />
Mittel zur Datenpflege an die Hand. eve<br />
www.simus-systems.com<br />
Bild: Simus Systems<br />
K|E|M <strong>Konstruktion</strong> <strong>01</strong>-02 2<strong>01</strong>9 21
TRENDS<br />
DIGITALISIERUNG<br />
Manufacturing Integration Plattform von MPDV<br />
Ökosystem für Fertigungs-IT<br />
Im Rahmen der Digitalisierung ist es nur konsequent, die Ideen der Plattformökonomie auch auf die Smart<br />
Factory anzuwenden. Der Zerfall monolithischer IT-Strukturen, die Verteilung der Intelligenz auf die Dinge<br />
und deren Einbindung in das Netzwerk sind Kennzeichen einer Entwicklung, für die Industrie 4.0 steht. Die<br />
Manufacturing Integration Platform (MIP) trägt dieser Entwicklung Rechnung – als gestaltbarer Lebensraum<br />
für den Digitalen Zwilling einer individualisierten Fertigung und Fertigungs-IT.<br />
Markus Diesner, Product Marketing Manager, MPDV Mikrolab GmbH, Mosbach<br />
MPDV baut ein Ökosystem rund<br />
um die Manufacturing Integration<br />
Plattform auf<br />
Bild: Rawpixel.com/Fotolia.com<br />
Leistungsfähige MES-Lösungen wie Hydra von MPDV stellen<br />
„out-of-the-box”-Anwendungen bereit, um die Fertigung transparenter<br />
und effizienter zu machen. Im Gegensatz dazu und ganz im<br />
Sinne von „do-it-yourself” bietet die Manufacturing Integration Platform<br />
(MIP) heute schon die Möglichkeit, Fertigungs-IT auf Basis einer<br />
integrativen Plattform zu entwickeln und zukünftig verfügbare<br />
Anwendungen (sogenannten mApps) unterschiedlicher Anbieter flexibel<br />
miteinander zu kombinieren. Mit einem offengelegten semantischen<br />
Informationsmodell und vielen hilfreichen Basisdiensten<br />
bietet die MIP dem „Digitalen Zwilling” der Fertigung einen geeigneten<br />
Lebensraum. In Kombination mit einer Vielzahl an mApps bildet<br />
die Plattform die Grundlage für die Vision einer zukünftigen Fertigungs-IT.<br />
Mittlerweile ist die MIP an einem Punkt angekommen,<br />
dass man nicht mehr nur von einem innovativen Konzept sprechen<br />
kann sondern von einem verfügbaren Produkt. MPDV sieht die MIP<br />
als ersten Vertreter von Fertigungs-IT 4.0 an und erweitert damit<br />
das bestehende MES-Produktportfolio um eine offene Plattform.<br />
Funktionsumfang und Betriebsmodelle<br />
Die MIP kann modular lizenziert und bedarfsgerecht betrieben werden.<br />
Dabei stehen die Anforderungen des Anwenders im Vordergrund.<br />
Beispielsweise wird nur der Zugriff auf diejenigen Objekttypen<br />
freigeschaltet, die für den aktuellen Anwendungsfall benötigt<br />
werden. Falls eine Anbindung von Enterprise-<br />
Systemen (z. B. ERP) benötigt wird, können<br />
beispielsweise die Enterprise Connectivity<br />
Services (ECS) lizenziert werden. Auch das<br />
integrierte Benutzermanagement kann je<br />
nach Bedarf eigenständig oder in Ergänzung<br />
zu einer externen Verwaltung genutzt werden.<br />
Sogenannte MIP Add-Ons bringen standardisierte<br />
Funktionen mit, die das Entwickeln<br />
von Anwendungen vereinfachen.<br />
Beginn der Plattformökonomie<br />
Inzwischen arbeitet der MES-Spezialist daran<br />
Partner für das aufzubauende Ökosystem<br />
rund um die MIP zu finden. Dabei gilt es zu<br />
bedenken, dass die Plattform nicht nur ein<br />
neues Produkt ist, sondern auch, dass sich der Markt für eine solche<br />
Plattform erst noch entwickeln muss. Die ersten Anfragen zeigen<br />
bereits, dass die Fertigungsindustrie eine solche Plattform braucht.<br />
Doch vielen Produktionsbetrieben ist das selbst noch gar nicht bewusst.<br />
Daher müssen die Experten des Anbieters erst darüber aufklären,<br />
was die Plattform leistet und in welchen Bereichen sie Mehrwert<br />
bietet. Auf diesem Weg unterstützen auch die Partner.<br />
Zieldefinition und erste Schritte<br />
Das erklärte Ziel der Partneraktivitäten rund um die MIP ist ein Netzwerk<br />
aus Teilnehmern unterschiedlicher Ausrichtung und Interessensgebieten.<br />
Im ersten Schritt wird MPDV auf Hersteller von Maschinen,<br />
Komponenten und Ausrüstung für den Shopfloor zugehen,<br />
die ihren Kunden einen softwarebasieren Mehrwert bieten wollen<br />
oder müssen, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Indem eine solche<br />
Anwendung als sogenannte mApp (Manufacturing Application) realisiert<br />
wird, verschafft der Anbieter sowohl dem (zukünftigen) Maschinenbetreiber<br />
als auch sich selbst eine Eintrittskarte in das Ökosystem<br />
der MIP. Insbesondere die Hersteller von Anlagen und Komponenten<br />
profitieren bereits im frühen Stadium von den Vorzügen<br />
der Plattform. Die Entwicklung eigener mApps hat in erster Linie<br />
den Vorteil, dass keine Datenstrukturen grundlegend neu entwickelt<br />
werden müssen – diese bringt die Plattform bereits mit und stellt<br />
22 K|E|M <strong>Konstruktion</strong> <strong>01</strong>-02 2<strong>01</strong>9
Bild: MPDV<br />
Um den Einstieg in die<br />
Entwicklung von Anwendungen<br />
(mApps) für<br />
die Plattform zu ermöglichen,<br />
bietet MPDV ein<br />
Software Development<br />
Kit (SDK) an<br />
diese allen Anwendungen offen zur Verfügung. Für die Anwender<br />
der mApps hat diese moderne Art der Software-Implementierung<br />
den Vorteil, dass die Kombination mit weiteren Anwendungen und<br />
die Integration mit anderen Systemen auf Basis der MIP deutlich<br />
komfortabler sind als bei einem proprietären System.<br />
Komfortabler Einstieg in die Welt der MIP<br />
Um den Einstieg in die Entwicklung von Anwendungen (mApps) für<br />
die Plattform zu ermöglichen, bietet MPDV ein Software Development<br />
Kit (SDK) an. Das MIP-SDK beinhaltet neben einer umfangreichen<br />
Dokumentation auch Tutorials mit Beispielanwendungen sowie<br />
einen Service Tester und einen Repository Client. In Kombination<br />
mit der MIP können auf diesem Wege Anwendungen für den eigenen<br />
Bedarf oder als Produkt für andere Unternehmen entwickelt<br />
und implementiert werden. In einem weiteren Schritt wird der Anbieter<br />
auch Fertigungsunternehmen ansprechen, die zwar Bedarf an<br />
Fertigungs-IT haben, die aber mit einem klassischen MES-System<br />
nicht auskommen – sei es aufgrund komplexer und individueller Anforderungen<br />
oder sei es, da sie bereits viele selbstentwickelte Insellösungen<br />
betreiben, die miteinander verbunden werden sollen. Diese<br />
Fertigungsunternehmen, die meist eine hohe Kompetenz für<br />
Softwareentwicklung haben, profitieren von der Plattform im Sinne<br />
der Standardisierung von Schnittstellen, Datenmodellen und Datenhaltung.<br />
Insbesondere die vorhandenen Basisdienste der Plattform<br />
bieten diesen Unternehmen einen Mehrwert. Beispielsweise lässt<br />
sich die MIP als einheitliche Datenbasis nutzen und wodurch sich<br />
die Pflege von Schnittstellen auf ein Minimum reduziert. Durch das<br />
offengelegte semantische Informationsmodell bietet die Plattform<br />
viele Vorteile und erspart den Entwicklern viel Zeit und Aufwand.<br />
Mit größerer Menge und Vielfalt an Anwendungen in Form von<br />
mApps am Markt wird die MIP auch für die dritte große Zielgruppe<br />
immer interessanter – die Systemintegratoren. Deren Nutzen aus<br />
der Plattform ist die Kombinierbarkeit beliebiger mApps auch unterschiedlicher<br />
Hersteller. Daraus resultiert die Möglichkeit, nahezu jede<br />
Anforderung mit standardisierten Anwendungen zu erfüllen. Der<br />
Kunde bekommt zwar eine individuelle Lösung, kann sich aber sicher<br />
sein, dass jeder Baustein dieser Lösung für sich gesehen keine<br />
Sackgasse ist – und falls doch, so muss lediglich der betroffene Baustein<br />
ausgetauscht werden und der Rest der Lösung ist weiterhin<br />
lauffähig. Die offene Plattformarchitektur und das semantische Informationsmodell<br />
der MIP stellen dabei sicher, dass alle mApps miteinander<br />
kommunizieren können und stets das gleiche „Verständnis”<br />
von den Objekten und Daten haben.<br />
jg<br />
www.mpdv.com<br />
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Details zur Manufacturing Integration Plattform (MIP)<br />
von MPDV:<br />
hier.pro/3a4kd<br />
QUALITÄT<br />
Made in Germany<br />
K|E|M <strong>Konstruktion</strong> <strong>01</strong>-02 2<strong>01</strong>9 23<br />
helukabel.com
TRENDS<br />
PERSPEKTIVEN<br />
Die 3D-Simulation hilft auf vielen Feldern –<br />
in der Planung, der Inbetriebnahme, dem<br />
laufenden Betrieb und auch bei der<br />
Weiterentwicklung der Maschine<br />
Bild: Somic<br />
Machineering holt den Digitalen Zwilling aus der Cloud in den Schaltschrank<br />
Der virtuelle Doppelgänger<br />
rückt an die Maschine<br />
Der Digitale Zwilling hilft dabei, die Produktion unter Kontrolle zu halten, und begleitet im Idealfall den gesamten<br />
Lebenszyklus einer Maschine. Doch in der Regel liegen die entsprechenden Daten in der Cloud – was Performance und<br />
Sicherheit beinträchtigen kann. Anbieter Machineering reagiert darauf und stellt den Digital Twin in den Schaltschrank.<br />
Eine weitere Hardware-Lösung gaukelt der Steuerung Feldgeräte vor, um diese einfacher zu testen.<br />
Markus Strehlitz, freier Journalist, Mannheim, für die <strong>KEM</strong> <strong>Konstruktion</strong><br />
Wenn Produktionsanlagen in Betrieb genommen werden, ist<br />
es in der Regel zu spät, um Fehler zu erkennen. Korrekturen,<br />
die dann vorgenommen werden müssen, kosten Zeit und Geld.<br />
Eine Lösung, dem Problem zu entgehen, ist die Abläufe vorher digital<br />
durchzuspielen – Unternehmen setzen daher zunehmend auf die<br />
virtuelle Inbetriebnahme. Anhand eines digitalen Prototypen, der<br />
mithilfe einer Simulationssoftware umgesetzt wird, lässt sich die<br />
Inbetriebnahme virtuell so oft durchführen, bis alles stimmt.<br />
Die digitale Prototyp ist das elektronische Abbild der physikalischen<br />
Anlage. Ist diese in Betrieb genommen, begleitet er die Anlage als<br />
Digitaler Zwilling im Idealfall über deren gesamten Lebenszyklus<br />
hinweg. Mit ihm lassen sich Messungen und die Überwachung im<br />
laufenden Betrieb vornehmen. Auf dieser Basis können dann Modifizierungen<br />
an der Anlage getestet und durchgeführt werden. „Digital<br />
Twins revolutionieren unsere Industrie“, sagt Beate Freyer, Geschäftsführerin<br />
von Machineering. Ihr Unternehmen entwickelt die<br />
3D-Simulations-Software Industrialphysics, mit der sich Digitale<br />
Zwillinge erstellen lassen. „Ziel dabei ist, zu jeder Zeit Statusdaten<br />
24 K|E|M <strong>Konstruktion</strong> <strong>01</strong>-02 2<strong>01</strong>9
Mögliches Praxisbeispiel: Eine Verpackungsanlage mit Roboter kommuniziert mit ihrem elektronischen Doppelgänger<br />
Bild: Machineering<br />
zwischen dem realen und dem Digitalen Zwilling im laufenden Betrieb<br />
auszutauschen, die permanent von Sensoren erfasst werden“,<br />
so Freyer weiter. „So können Unternehmen ihre Produktion ständig<br />
im Auge behalten, nachfolgende Prozessschritte digital vorspulen<br />
wie auch erste Abschätzungen über Materialverschleiß und Maschinenstillstand<br />
vornehmen.“<br />
„Digital Twins<br />
revolutionieren<br />
unsere Industrie.“<br />
Die Cloud braucht zu viel Zeit<br />
Die Daten sollen möglichst in Echtzeit vorliegen und verarbeitet werden.<br />
„In der Regel werden diese aber in der Cloud gesammelt“, ergänzt<br />
Georg Wünsch, der in der Geschäftsführung von Machineering<br />
für Technologie zuständig ist. Das kann zu Performance-Problemen<br />
führen – etwa wenn viele Daten aus einer großen Zahl von Maschinen<br />
ausgewertet werden sollen. „Stellen Sie sich vor, was man<br />
da an zusätzlichen Datenleitungen braucht.“<br />
Machineering packt den Digitalen Zwilling daher in den Schaltschrank<br />
– wie Wünsch es formuliert. Will heißen: Machineering hat<br />
die so genannte Digital Twin Box entwickelt, die fertigungsnah –<br />
also im Schaltschrank – installiert wird und mit der sich die Maschinendaten<br />
hosten, verwalten, bearbeiten und nutzen lassen. Die<br />
Simulationen werden mithilfe von Industrialphysics umgesetzt. Da<br />
sich die Box in der Nähe der Maschine befindet, lässt sich „eine hohe<br />
Bandbreite zur Maschinensteuerung nutzen“, betont Wünsch.<br />
„So kann man auf Veränderungen sehr schnell reagieren.“Laut<br />
einem Datenblatt von Machineering liegt die Echtzeitfähigkeit unter<br />
einer Sekunde.<br />
Rechtssicherheit<br />
INFO<br />
Der Digitale Zwilling kann nicht nur<br />
Prozesse beschleunigen. Auch aus<br />
rechtlicher Sicht bringt er Vorteile, wie<br />
Rechtsanwalt Philipp Reusch auf dem<br />
TecSummit des VDE vor kurzem dar -<br />
gelegt hat. So ist der Digitale Zwilling<br />
laut Reusch in Sachen Produktsicherheit<br />
nützlich, weil mit ihm bereits eine Bild: Reuschlaw<br />
digitale Dokumentation mitgeliefert<br />
wird. Das gleiche gelte für die Produkthaftung.<br />
Zudem liefere der Digital Twin im Falle eines<br />
Produktrückrufs genaue Informationen über den Zustand<br />
eines Produkts an einem bestimmten Punkt seines Ent -<br />
stehungsprozesses. „Unternehmen sollten den Digitalen<br />
Zwilling in ihre Produkthaftungsdenke integrieren“, so<br />
Reusch auf der Veranstaltung.<br />
Bild: Machineering<br />
Beate Freyer,<br />
Geschäftsführerin,<br />
Machineering<br />
K|E|M <strong>Konstruktion</strong> <strong>01</strong>-02 2<strong>01</strong>9 25
TRENDS<br />
PERSPEKTIVEN<br />
Der Abgleich von digitaler und realer Welt deckt Fehler auf<br />
Bild: Machineering/Somic<br />
Im Idealfall sollte der Digital Twin bereits mit<br />
Beginn der Planung geboren werden<br />
Bild: Machineering/Bosch<br />
Einen Einsatzbereich sieht Wünsch auch in der Arbeitsvorbereitung<br />
auf der Maschine. Als Beispiel nennt er eine Verpackungsmaschine<br />
mit Pakettierroboter. Am Eingang der Maschine werden die einlaufenden<br />
Produkte vermessen. „Deren Größe wird an den Digitalen<br />
Zwilling übermittelt“, erklärt der Technik-Chef. „Dieser programmiert<br />
den Roboter entsprechend neu und ermittelt die optimale Stelle, an<br />
der das Produkt im Stapel positioniert wird.“ So biete sich die Möglichkeit,<br />
die Steuerungstechnik mit komplexen Funktionen aufzuwerten.<br />
Und er geht noch weiter: „Die sich selbst programmierende<br />
Maschine ist damit realisierbar.“<br />
Steuerung hält Geräte für real<br />
Der Digitale Zwilling im Schaltschrank hat aber noch einen anderen<br />
Vorteil. Vielen Unternehmen gilt die Cloud nach wie vor als Unsicherheitsfaktor.<br />
Wünsch sieht das genauso. „In der Produktion geht es<br />
immer um sensible Daten – zum Beispiel Informationen, was wie<br />
schnell produziert wird“, so der Technik-Chef.<br />
„Die sich selbst<br />
programmierende<br />
Maschine ist<br />
realisierbar.“<br />
Zumindest für eine Übergangszeit sollte der Digital Twin daher seiner<br />
Meinung nach im Schaltschrank untergebracht werden. Die Daten<br />
landen dann nicht in der Cloud – außerhalb der Firmenmauern –<br />
sondern werden in der inhouse installierten Box verarbeitet.<br />
Um die virtuelle Inbetriebnahme einfacher zu gestalten, hat Machineering<br />
außerdem eine weitere Appliance entwickelt. Die Field Box<br />
1 ermöglicht eine Rest-Bus-Simulation für Profinet und Ethernet IP.<br />
Diese wird mit der Simulationssoftware verknüpft und emuliert<br />
dann Profinet-Feldbus-Teilnehmer oder Ethernet-IP-Geräte, die noch<br />
gar nicht vorhanden sind. „Die Steuerung denkt quasi, dass es sich<br />
um reale Geräte handelt“, erklärt Wünsch. Die Emulation läuft komplett<br />
in der Box. Der Simulationsrechner verbraucht dafür keine eigenen<br />
Ressourcen, ebenso wenig benötigt er mehrere Ethernet-<br />
Steckplätze. Der Test einer Steuerung soll sich damit laut Machineering<br />
relativ einfach und schnell umsetzen lassen.<br />
Austausch mit dem CAD-System<br />
Den laufenden Betrieb zu unterstützen, ist aber nicht das einzige<br />
Aufgabenfeld für den Digitalen Zwilling. Laut Dr. Georg Wünsch sollte<br />
dieser bereits mit Beginn der Planung geboren werden. So könnten<br />
etwa mit der ersten Idee der späteren Maschine alle generierten<br />
CAD-Daten bidirektional mithilfe einer Schnittstelle von dem<br />
CAD-System in die Simulationssoftware übertragen werden und<br />
umgekehrt. Änderungen am simulierten Modell stehen dann auch<br />
im CAD-System zur Verfügung.<br />
Bild: Machineering<br />
Dr. Georg Wünsch,<br />
Gründer und CTO,<br />
Machineering<br />
26 K|E|M <strong>Konstruktion</strong> <strong>01</strong>-02 2<strong>01</strong>9
Die Simulationssoftware sei dabei „viel mehr als ein Werkzeug für<br />
die virtuelle Inbetriebnahme“, sagt Machineering-Chefin Beate Freyer.<br />
Sie fungiere stattdessen als zentrale Plattform, die auch anderen<br />
Fachabteilungen zur Verfügung stehe. So können die Fachbereiche<br />
Mechanik, Elektrik und Software auf dieselben Modelle zurückgreifen,<br />
die sie jeweils in ihrer nativen Entwicklungsumgebung bearbeiten,<br />
gemeinsam weiterentwickeln und mittels der Simulation im<br />
Zusammenspiel testen.<br />
Der Digital Twin bringt nach Ansicht der Machineering-Verantwortlichen<br />
auch im weiteren Lebenszyklus viel Nutzen. Der Digitale Zwilling<br />
unterstützt Unternehmen beziehungsweise die Maschinenhersteller<br />
zum Beispiel auch bei der<br />
Weiterentwicklung der bestehenden<br />
Anlage. Alle geplanten<br />
Anpassungen können vorab<br />
durchgespielt werden. Das verkürzt<br />
Stillstandzeiten und spart<br />
Kosten sowie Zeit. Grundsätzlich<br />
berichten Unternehmen, die mit<br />
Simulationssoftware arbeiten,<br />
über einen Geschwindigkeitsschub.<br />
So konnten zum Beispiel<br />
Maschinenbauer wie Krones<br />
oder Somic die Inbetriebnahme<br />
beschleunigen und die Durchlaufzeiten<br />
reduzieren.<br />
Im Video-Interview auf der Messe SPS IPC Drives 2<strong>01</strong>8<br />
sprach Beate Freyer über die Entwicklungstrends von<br />
Machineering und wo sie die Lösung Industrialphysics<br />
im Unternehmen sieht:<br />
hier.pro/vZd17<br />
<br />
Datenbrillen entführen<br />
in die virtuelle Realität<br />
Künftig könnten die Nutzer von<br />
3D-Simulationen und Digitalem<br />
Zwilling noch tiefer in die virtuelle<br />
Welt eintauchen. Machineering<br />
bietet die Möglichkeiten, Datenbrillen<br />
an die hauseigene Software<br />
anzubinden. So können<br />
sich Anwender zum Beispiel mit<br />
der Virtual-Reality-Brille Oculus<br />
Rift in eine virtuellen Produk -<br />
tionshalle begeben und den laufenden<br />
Betrieb beobachten. Mit<br />
der Hololens von Microsoft ist<br />
auch die Nutzung von Augmented<br />
Reality möglich – also Verknüpfung<br />
von realer und virtueller<br />
Welt. Mit diesen Möglichkeiten<br />
lässt sich der Digitale Zwilling<br />
dann quasi hautnah in seiner<br />
eigenen Welt erleben.<br />
www.machineering.de<br />
<br />
<br />
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<br />
K|E|M <strong>Konstruktion</strong> <strong>01</strong>-02 2<strong>01</strong>9 27
TRENDS<br />
SERIE DIGITALER ZWILLING<br />
Serie Grundlagen der Technik – Teil 1: Digitale Zwillinge aus virtuellen Baugruppen<br />
Simulationslösungen<br />
reduzieren Entwicklungskosten<br />
Mithilfe virtueller Baugruppen werden Digitale Zwillinge realisiert, die nicht vom realen System zu unter -<br />
scheiden sind. Durch die Kombination realer und virtueller Komponenten können Unternehmen eine Anlage<br />
bereits in der Konzeptphase „betreiben“. Sie führen damit reale Inbetriebnahmen an virtuellen Komponenten<br />
durch und nutzen ihre Schattenanlagen parallel zur realen Produktion.<br />
Oliver Riedel, Christian Scheifele, Institut für Steuerungstechnik der Werkzeugmaschinen und Fertigungseinrichtungen<br />
(ISW), Universität Stuttgart; Hanna Kuhn, Christian Daniel, ISG Industrielle Steuerungstechnik GmbH, Stuttgart<br />
Reale Inbetriebnahmen an virtuellen<br />
Komponenten<br />
Bild: ISG Steuerungstechnik<br />
Unternehmen können Maschinen und Anlagen heute nur wirtschaftlich,<br />
in hoher Qualität und mit kurzen Lieferzeiten herstellen,<br />
wenn sie diese weitgehend aus wiederverwendbaren Modulen<br />
(zumeist mechatronischen Baugruppen) konfigurieren. Virtuelle<br />
Baugruppen, die sich hinsichtlich der Schnittstellen, des Verhaltens<br />
in Steuerungsechtzeit und der Parametrierung 1:1 wie reale<br />
Baugruppen verhalten, ermöglichen die Erstellung Digitaler Zwillinge,<br />
die ihren realen Gegenübern zu 100 %entsprechen. Sie dienen<br />
als Grundlage für belastbare Integrations- und Systemtests, mit denen<br />
Unternehmen neue beziehungsweise adaptierte Produktionsanlagen<br />
noch vor dem Produktionshochlauf hinsichtlich Qualität und<br />
Performance absichern können. Die Aufwände solcher Tests können<br />
durch Methoden der Testautomatisierung reduziert und dabei die<br />
Testqualität massiv gesteigert werden. Die Voraussetzung sind<br />
Hardware-in-the-Loop Echtzeitsimulationssysteme<br />
mit virtuellen<br />
Baugruppen, die Anwender oder<br />
Testautomaten durch reale<br />
Steuerungen im Sinne eines Systemtests<br />
steuern. Das Simulationssystem<br />
steht bereits in der<br />
Entwicklungsphase allen Unternehmensbereichen<br />
als Integrationsplattform<br />
zur Verfügung. Es<br />
begleitet die Anlage über ihr gesamtes<br />
Produktleben und ist jederzeit<br />
verfügbar für virtuelle Inbetriebnahmen,<br />
Anlagenoptimierungen<br />
im Betrieb, Fernwartung,<br />
Mitarbeiter- und Kundenschulungen<br />
etc. Simulationsmodelle gestatten<br />
Planungsansätze, die die<br />
reale Welt möglichst ohne Einschränkungen<br />
abbilden, um flexible und rekonfigurierbare Produktionsanlagen<br />
verwirklichen zu können. Die virtuellen Baugruppen sind<br />
in einer Bibliothek abgelegt und unterstützen den schnellen Aufbau<br />
neuer virtueller Anlagen. Mit Ansätzen zur automatischen Modellgenerierung<br />
kann der wirtschaftlichen Einsatz Digitaler Zwillinge im<br />
Entwicklungsprozess neuer Kundenlösungen durch eine massive<br />
Reduzierung der Aufwände bei der Modellerstellung gewährleistet<br />
werden.<br />
Virtueller Zwilling doubelt reale Komponenten<br />
Ein Digitaler Zwilling aus virtuellen Komponenten verhält sich an<br />
den Schnittstellen (in Steuerungsechtzeit) und hinsichtlich der Funktionalität<br />
(Logik, Kinematik, Dynamik und Materialfluss) wie die realen<br />
Komponenten. Somit können Maschinen- und Anlagenbauer Parameter<br />
der realen Komponenten, zum Beispiel der Positionierantriebe,<br />
inklusive der Betriebsarten 1:1 bidirektional austauschen. Digitale<br />
Zwillinge sind in allen Phasen des Lebenszyklus einer Produktionsanlage<br />
wichtig: In der ersten Phase „Design“ geht es um die<br />
28 K|E|M <strong>Konstruktion</strong> <strong>01</strong>-02 2<strong>01</strong>9
Zu dieser Serie<br />
INFO<br />
Die Produktionsanlage an ihrem Digitalen Zwilling erleben und diskutieren<br />
Absicherung komplexer Anforderungen aus der geplanten Produktion,<br />
schnelle Entwicklungszyklen und die Erfüllung strenger, regulatorischer<br />
Anforderungen. Der zweite Schritt ist die „Herstellung“<br />
(manufacturing), in der der Zwilling für mehr Effizienz, Qualität und<br />
eine reibungslose Überführung in die Produktion (inklusive Factory<br />
Acceptance Test (FAT)) sorgt. In der dritten Phase „Nutzung“ (operation)<br />
dient er einer besseren Verfügbarkeit der Maschinen und ermöglicht<br />
die Implementierung neuer Service-Konzepte. Im letzten<br />
Schritt, der „Wiederverwertung“ (recycling) sorgt der Digitale Zwilling<br />
für die Ersatzplanung oder eruiert das Upcycling-Potenzial. Zur<br />
Steigerung der Abbildungsgenauigkeit virtueller Komponenten wird<br />
die Bereitstellung eines Digitalen Zwillings der Komponente direkt<br />
vom Komponentenlieferanten erforderlich. Hierzu werden derzeit<br />
neutrale, einheitliche Datenschnittstellen mit einem einheitlichen<br />
Datenformat zum Austausch von (Teil-)Modellen diskutiert.<br />
Virtuelle Inbetriebnahme im Millisekunden-Takt<br />
Die Inbetriebnahme einer Anlage gehört zu den kritischsten Phasen<br />
bei der Realisierung flexibler Produktionsanlagen. Die Geschwindigkeit<br />
und Qualität des zugehörigen Produktionshochlaufs beeinflusst<br />
die Kosten des Produkts bei kleinen Losgrößen überproportional.<br />
Durch die vorgezogene Inbetriebnahme realer Steuerungen an echtzeitfähigen<br />
virtuellen Komponenten können Anwender diese Phase<br />
signifikant beschleunigen und qualitativ verbessern. Anders als bei<br />
aufwendigen und kostspieligen „Trial-and-Error-Konzepten“ an realen<br />
Anlagen ist es möglich, die Inbetriebnahme vollumfänglich ohne Risiken<br />
bis hin zum FAT durchzuführen. Bei innovativen Echtzeit-Simulationssystemen<br />
lassen sich nicht nur die Steuerungstechnik (PLC,<br />
CNC) einer Maschine, sondern sogar kompletter Anlagen über die<br />
jeweiligen realen Feldbusse an ein Simulationssystem anschließen<br />
(Hardware-in-the-Loop-Simulation). Neue Ansätze im Bereich der<br />
Echtzeit-Co-Simulation ermöglichen eine enorme Leistungssteigerung<br />
und damit eine massive Steigerung der abbildbaren Modelltiefe<br />
durch eine parallelisierte Simulation auf Multi-Core Prozessoren.<br />
Großanlagen beliebig erweitern<br />
In Echtzeit-Co-Simulationsarchitekturen aber auch durch ein Clustering<br />
von mehreren Simulationsrechnern in verteilten Simulationsarchitekturen<br />
können Unternehmen auch Großanlagen simulieren und<br />
beliebig erweitern – Rechenleistung spielt dabei keine Rolle mehr.<br />
Bild: ISG Steuerungstechnik<br />
Das Simulationssystem testet im Detail das Zusammenspiel zwischen<br />
mehreren Steuerungssystemen und der späteren Produktionsanlage<br />
in Bezug auf Qualität, Performance und bestimmte Produktionsabläufe<br />
– und das in Steuerungsechtzeit, im Millisekunden-<br />
Takt. Die Ergebnisse können Anwender dann ohne Einschränkungen<br />
auf die reale Anlage übertragen. Zudem haben sie die Möglichkeit,<br />
mit einer Simulationslösung neue Konzepte zu analysieren und<br />
vorab zu prüfen – ohne kostspielige Prototypen herstellen zu müssen.<br />
Die Fabriksimulation ermöglicht deterministisch exakte Performance-Aussagen<br />
unter Berücksichtigung aller Komponenten und<br />
Baugruppen. Zudem arbeiten verschiedene Unternehmensabteilungen,<br />
etwa mechanische und Elektrokonstruktion, Produktion, IT und<br />
Vertrieb, so enger zusammen: Auf Basis der Simulation können sie<br />
gemeinsam diskutieren, welche Lösung die beste ist, und dies unmittelbar<br />
prüfen.<br />
Virtuelle Produktion – ganz real<br />
Anlässlich der Stuttgarter Innovationstage (12./13. Februar 2<strong>01</strong>9)<br />
wird basierend auf Best-practice-Anwendungen zum Thema „Virtuelle<br />
Produktion“ berichtet. Neben dem Einsatz bestehender Methoden<br />
auf Basis des Digitalen Zwillings zeigen die Vorträge neue Technologien<br />
im zukünftigen Einsatz im Maschinen- und Anlagenbau auf.<br />
Ihre Teilnahme zugesagt haben u.a. Referenten der BMW AG, Homag<br />
Group, Heitec AG sowie der ISG Industrielle Steuerungstechnik<br />
GmbH. Es wird gezeigt, wie die Einführung eines Simulationssystems<br />
in den Engineering-Prozess zu ausgereiften Systemen<br />
führt, die die hohen qualitativen Anforderungen an eine Produk -<br />
tionsanlage erfüllen.<br />
eve<br />
www.isg-stuttgart.de<br />
www.isw.uni-stuttgart.de<br />
Zusammen mit der Technischen Akademie<br />
Esslingen e. V. stellt die <strong>KEM</strong> <strong>Konstruktion</strong><br />
in dieser Grundlagenserie Hintergründe<br />
und praktische Einsatzszenarien in aktu -<br />
ellen Technikfeldern zusammen. Tipps zu passenden<br />
Seminarangeboten erleichtern die Planung einer<br />
praxisorientierten Weiterbildung.<br />
www.tae.de<br />
Details werden in Seminaren der Technischen Akademie<br />
Esslingen (TAE) vorgestellt.<br />
Näheres und Anmeldung unter:<br />
Zertifizierter Projektmanager für sichere Industrie -<br />
roboteranlagen; 25.03.2<strong>01</strong>9 - 29.03.2<strong>01</strong>9: hier.pro/f8nVF<br />
Effiziente Fertigungsplanung und Fertigungsplan erstellung;<br />
02.04.2<strong>01</strong>9 - 03.04.2<strong>01</strong>9: hier.pro/SkL9g<br />
Digital Leadership: Neue Arbeitswelt<br />
braucht neues Führen; Termin in Planung:<br />
hier.pro/vKneg<br />
K|E|M <strong>Konstruktion</strong> <strong>01</strong>-02 2<strong>01</strong>9 29
TRENDS<br />
SYSTEMS ENGINEERING<br />
Mit Pro File einen Digitalen Informations-Zwilling realisieren<br />
Ein Rückgrat für die Lebenslaufakte<br />
Um wiederholt auftretende Störungen an einer Anlage in Bezug auf die Produktqualität einschätzen zu können,<br />
muss klar dokumentiert sein, wie jede einzelne Maschine beim Anwender aussieht. Durch einen Digitalen Informations-Zwilling<br />
stehen wichtige Produktdaten und Informationen zur Verfügung. Er entsteht, wenn man die Daten aller<br />
Komponenten einer Anlage über ihren gesamten Lebenszyklus in einem PDM/PLM-System zusammenfließen lässt.<br />
Frank Zscheile, IT-Journalist, München, i. A. der Procad GmbH & Co. KG, Karlsruhe<br />
Vollständige Digitale Zwillinge sind in der unternehmerischen<br />
Praxis noch nicht über ihr Anfangsstadium hinausgewachsen.<br />
Die technischen Voraussetzungen sind schwierig, weswegen derzeit<br />
vor allem einzelne Teile von Anlagen remote überwacht werden,<br />
um zum Beispiel die vorausschauende Wartung zu gewährleisten.<br />
Einfacher als ein vollständig digitales Abbild realisieren lässt sich indes<br />
ein „Digitaler Informations-Zwilling“ der an den Kunden ausgelieferten<br />
Anlage. Er entsteht, wenn man die Produkt-Informationen<br />
aller Komponenten einer Anlage über ihren gesamten Lebenszyklus<br />
in einem PDM/PLM-System zusammenfließen lässt. Dadurch entsteht<br />
die Lebenslaufakte eines Produktes beziehungsweise einer<br />
Anlage. Sie orientiert sich an der technischen Struktur aller Elemente<br />
der Anlage und vereinigt sämtliche damit in Verbindung stehenden<br />
Informationen, die für die Produktentstehung und das Produktmanagement<br />
relevant sind, an zentraler Stelle. In der Lebenslaufakte<br />
fließen über den gesamten Lebenszyklus der Anlage hinweg Produktdaten<br />
und Dokumente zusammen. Diese Informationen zu einem<br />
Produkt werden kundenbezogen oder projektspezifisch zusammengeführt<br />
und repräsentieren die ausgelieferte Maschine als Digitaler<br />
Informations-Zwilling.<br />
Um beispielsweise wiederholt auftretende Störungen an einer Anlage<br />
in Bezug auf die Produktqualität einschätzen zu können, muss<br />
klar dokumentiert sein, wie jede einzelne Maschine beim Kunden<br />
aussieht. Welche Pumpe und welcher Motor wurden verbaut? Welche<br />
Änderungen hat dieser Motor bereits durchlaufen? Welche Softwareversion<br />
steckt in der Antriebssteuerung? Wo liegt die dazugehörige<br />
Beschreibung? Auf Basis der vollständigen und auf Knopfdruck<br />
abrufbaren digitalen Dokumentation, können die Rückschlüsse<br />
aus Störungen besser beurteilt werden. Der Hersteller kann<br />
ferner Dokumentationen automatisch erstellen, ursprüngliche Anforderungen<br />
zuordnen oder die Auswirkung von Änderungsanträgen<br />
analysieren.<br />
Ein Unternehmen, das mit einem solchen digitalen Informations-<br />
Zwilling seine Auftragsabwicklung exakt dokumentiert und für<br />
schnelle Lieferzeiten sorgt, ist die Striko Westofen Group. Technische<br />
Basis ist das Digital Product Data Backbone Pro File der Procad<br />
GmbH & Co. KG. Striko Westofen ist ein global agierendes Unternehmen<br />
für moderne Ofentechnologie unter Verwendung thermischer<br />
Prozesstechnik für die Leichtmetall-Gussindustrie und liefert<br />
energieeffiziente Lösungen für den Druckguss, Schwerkraftguss,<br />
Sandguss, Niederdruckguss und Strangguss.<br />
30 K|E|M <strong>Konstruktion</strong> <strong>01</strong>-02 2<strong>01</strong>9
SYSTEMS ENGINEERING<br />
TRENDS<br />
Die Digital-Product-Data-Backbone-Lösung<br />
Pro File verbindet PLM mit CAD- und ERP-<br />
Systemen und die in ihnen enthaltenen Daten<br />
aller Komponenten einer Anlage. Es entsteht<br />
eine Lebenslaufakte und mit ihr ein Digitaler<br />
Informations-Zwilling<br />
Bild: Procad<br />
Am Anfang eines jeden Auftrags steht bei Striko Westofen ein „Produktordner“,<br />
der als Master für eine konkrete Anlage dient. Für jedes<br />
Produkt beziehungsweise für jeden Ofen-Typ haben die Konstrukteure<br />
entsprechend der in den Inventor-Baugruppen vorgegebenen<br />
Struktur einen solchen Ordner im PDLM-System angelegt und mit<br />
Zeichnungen und fertigungsbegleitenden Unterlagen gefüllt. Workflows<br />
starten in der Regel mit einem Auftragseingang. Für Aufträge<br />
zuständig sind die Projektleiter, die mit Einkauf und Kunden kommunizieren.<br />
Jeden neuen Auftrag legen sie im ERP-System unter einer<br />
Fabriknummer an, die anschließend an das PDLM-System übertragen<br />
wird. Mit ihr werden die Metadaten des Auftrags (Kunde, Produkttyp<br />
und -nummer) übermittelt. Die Fabriknummer stellt im<br />
PDLM dann einen sogenannten „Auftragsordner“ dar – die erste Inkarnation<br />
des Informations-Zwillings.<br />
Der Auftragskonstrukteur erhält mit Anlegen des Auftragsordners<br />
die Spezifikation zum Auftrag. Er kopiert zunächst die Projektstruktur<br />
aus dem Produktordner und füllt den Auftragsordner anschließend<br />
mit Leben. Im Produktordner sind alle standardisierten technischen<br />
Unterlagen für ein bestimmtes Produkt (z. B. der Striko Melter,<br />
der Westomat usw.) verknüpft, wie Zeichnungen, Stücklisten,<br />
technische Unterlagen, Berechnungen usw. Er dient somit als Kopie-Vorlage<br />
für den Auftragsordner. Daher müssen die Unterlagen<br />
im Produktordner immer auf dem neuesten Stand sein.<br />
Striko Westofen ist Spezialist für moderne Ofentechnologie unter Verwendung<br />
thermischer Prozesstechnik für die Leichtmetall-Gussindustrie. Dem<br />
Anwender hilft der Digitale Informations-Zwilling, Lieferzeiten zu verkürzen<br />
und die Dokumentation der Anlage zu erleichtern<br />
Bild: StrikoWestofen<br />
Auftragsordner vom Produktordner getrennt<br />
Im Produktordner sind somit stets die neuesten Stände der Zeichnungen<br />
dokumentiert. Im Auftragsordner hingegen wird dargestellt,<br />
was tatsächlich gebaut wurde. Fast jeder Kunde hat zum Standardprodukt<br />
Extrawünsche. Diese gilt es dann in Inventor zu konstruieren<br />
und mit dem Auftragsordner zu verknüpfen.<br />
Ist der Auftrag fertig zusammengestellt, werden die Zeichnungen an<br />
die Fertigung übermittelt. Dies hält Striko Westofen terminlich in<br />
dem so genannten „Zeichnungsverzeichnis“ fest, einer Liste, die<br />
die Fertigungsstände eines Produktes dokumentiert. Über das<br />
Zeichnungsverzeichnis lässt sich nachweisen, wann welche Zeichnung<br />
in welcher Version zum Kunden beziehungsweise an die Fertigung<br />
geschickt wurde. Es dient damit der Beweisführung des gesamten<br />
Prozesses vom Auftragseingang über die <strong>Konstruktion</strong> bis<br />
hin zur Fertigung. So hat das Unternehmen in der PLM-Software eine<br />
exakte Dokumentation dessen, wie jeder Auftrag abgewickelt<br />
wurde – eben den digitalen Informations-Zwilling. Er hat sich über<br />
einen ersten Aufstellplan und die Verwendung standardisierter<br />
Stahlbauelemente sowie vorgedachter Komponenten in der PLM-<br />
Software entwickelt. Nur die kundenspezifischen Komponenten<br />
werden neu erdacht. Am Ende ist die Anlage fertig und zu 100% dokumentiert.<br />
Ein stringentes Vorgehen, das bei Striko Westofen dafür<br />
sorgt, dass der Hersteller seine schnellen Lieferzeiten einhalten<br />
kann.<br />
eve<br />
www.procad.de<br />
Details zum Digital Product Data Backbone Pro File:<br />
hier.pro/KtMOx<br />
K|E|M <strong>Konstruktion</strong> <strong>01</strong>-02 2<strong>01</strong>9 31
AUTOMATISIERUNG<br />
TITELSTORY<br />
Gehäuse- und Kühllösungen von CTX bieten optimalen Schutz<br />
Ein sicherer<br />
Ort für Elektronik<br />
Elektronikkomponenten müssen wirksam vor äußeren Einflüssen geschützt<br />
werden, um zuverlässig arbeiten zu können. In den maßgeschneiderten<br />
Elektronikgehäusen von CTX Thermal Solutions sind Platinen, Kontakte und<br />
Co. vor Schäden sicher. Eine integrierte Kühllösung sorgt zudem für eine<br />
effiziente Ableitung der Verlustleistung.<br />
Wilfried Schmitz, Geschäftsführer, CTX Thermal Solutions GmbH, Nettetal<br />
32 K|E|M <strong>Konstruktion</strong> <strong>01</strong>-02 2<strong>01</strong>9
TITELSTORY<br />
AUTOMATISIERUNG<br />
CTX besitzt umfangreiche Erfahrung in der Entwicklung und<br />
Fertigung von Kühlsystemen für unterschiedliche Branchen.<br />
Ein hochspezialisiertes Team berät Anwender hinsichtlich einer<br />
ganzheitlichen sowie wirtschaftlichen Lösung und bezieht dabei<br />
Aspekte wie Wärmemanagement und Gehäuse-Design mit ein. Die<br />
Experten für Kühllösungen bieten zudem auch Elektronikgehäuse in<br />
Stanzbiege- und Profiltechnik sowie maßgeschneiderte Frontplatten<br />
und technische Aluminiumteile an.<br />
Optisch exakt auf die<br />
Anwendung abgestimmte Gehäuse<br />
Die Gehäuse in Stanzbiegetechnik fertigt das Unternehmen aus<br />
Werkstoffen wie Stahlblech, verzinktem Stahlblech, Aluminium oder<br />
Edelstahl in Stanz- oder Nibbeltechnik inklusive Einpressbolzen<br />
oder -buchsen. Gestanzt oder genibbelt und mit Buchsen versehen<br />
werden auch die projektspezifisch ausgeführten technischen Alu -<br />
miniumteile, die der Hersteller bei Bedarf lasert und/oder abkantet<br />
sowie mit integrierten Gewindebolzen ausstattet.<br />
Darüber hinaus sorgt eine professionelle Oberflächenveredelung<br />
dafür, dass sich die Gehäuse optisch ideal in die Kundenanwendung<br />
einfügen. „Nicht nur bei Mode-Accessoires, sondern auch bei<br />
technischen Produkten kauft heute das Auge mit“, sagt Thomas<br />
Windeck, Vertriebsleiter bei CTX Thermal Solutions. „Der Anwender<br />
sieht zwar in erster Linie die technischen Anforderungen, umso<br />
besser ist es jedoch, wenn das Ganze dann auch noch ansprechend<br />
verpackt ist. Es kommt auch immer wieder vor, dass unsere Kunden<br />
sogar Designer einsetzen, die das Gehäuse entwerfen.“ Und<br />
während Kunststoffgehäuse nur Schutz gegen Berührung und<br />
Umwelteinflüsse bieten, sind die Metallgehäuse zusätzlich in der<br />
Lage, die Verlustleistung abzuführen sowie die Elektronik elektromagnetisch<br />
abzuschirmen<br />
Bild: CTX Thermal Solutions/Konradin Mediengruppe<br />
Aluminiumdruckguss in kleinen Stückzahlen<br />
und aufwendige Oberflächenbehandlungen<br />
Neben Gehäusen aus Aluminiumstranggussprofilen liefert CTX<br />
auch Druckgussgehäuse. Wenn ein solches Druckgussgehäuse<br />
sowie das dazugehörige Werkzeug entstehen, befinden sich die<br />
Experten des Herstellers in ständigem Dialog mit dem Anwender,<br />
um auf Änderungs- und Optimierungswünsche einzugehen. Nur so<br />
können die Erwartungen des Auftraggebers präzise erfüllt werden.<br />
Der Einsatz von Druckgussgehäusen rentiert sich dabei nicht nur<br />
bei extrem hohen Stückzahlen; die Produktion kann sich bereits bei<br />
einem Jahresbedarf von lediglich 500 Gehäusen lohnen. „Wenn<br />
bei einem Aluminiumklotz alles, was für das Gehäuse nicht gebraucht<br />
wird, aus- und weggefräst werden müsste, wäre das ein<br />
wahnsinniger Material- und Zeitaufwand“ erklärt Thomas Windeck.<br />
Die Fräsarbeiten würden viel zu lange dauern und der Ausschuss<br />
müsste aufwendig recycelt werden.<br />
CTX liefert Elektronikgehäuse für<br />
verschiedene Branchen und Anwendungen,<br />
inklusive Beratung hinsichtlich Design und<br />
Wärmemanagement<br />
K|E|M <strong>Konstruktion</strong> <strong>01</strong>-02 2<strong>01</strong>9 33
AUTOMATISIERUNG<br />
TITELSTORY<br />
Das CTX-Spektrum an kühlenden Gehäuselösungen umfasst maßge -<br />
schneiderte Frontplatten ebenso wie Gehäuseteile in Druckguss, Profiloder<br />
Stanzbiegetechnik sowie technische Aluminiumteile<br />
Bild: CTX Thermal Solutions<br />
An zahnriemengetriebenen Linearachsen kann der Movingcap<br />
von Fullmo als Stellantrieb für den Motor eingesetzt werden<br />
Bild: CTX Thermal Solutions<br />
CTX unterzieht sowohl extrudierte als auch Druckgussgehäuse auf<br />
Wunsch einer speziellen Oberflächenbehandlung: Sie können wahlweise<br />
eloxiert, lackiert, chromatiert oder pulverbeschichtet werden.<br />
Und auch mit Sand oder Glasperlen gestrahlte Oberflächen sind<br />
lieferbar. Ein abziehbarer Einkomponentenlack schützt die Oberfläche<br />
vor Schäden. Frontplatten für Gehäuse werden dabei nach Kundenwunsch<br />
inklusive Filmerstellung und Beschriftungen in ein- oder<br />
mehrfarbigem Siebdruck oder mit Lasergravur geliefert. Darüber<br />
hinaus bietet das Unternehmen auch fertige Lösungen zum Beispiel<br />
mit EMV-Dichtung an. So bekommt der Nutzer bei CTX alles aus<br />
einer Hand.<br />
Individuelle Gehäuselösung<br />
Das war auch für die Fullmo GmbH aus Markdorf am Bodensee das<br />
ausschlaggebende Argument. Das Unternehmen entwickelt und<br />
vertreibt Steuerungs- und Antriebssysteme für den Maschinenbau.<br />
Für ihr jüngstes Produkt, den sogenannten Movingcap, suchte<br />
Fullmo ein passendes Gehäuse – keine leichte Aufgabe, wie sich<br />
herausstellte. Movingcap ist eine Antriebslösung für kleine Elektromotoren,<br />
die unter anderem in Druck-, Verpackungs- und Sonder -<br />
maschinen zum Einsatz kommt. Durch Movingcap wird aus<br />
einem Standard-Elektronikantrieb ein hocheffizientes und variables<br />
Antriebsaggregat. Der intelligente Elektronikaufsatz verfügt über<br />
eine eigene Ablaufsteuerung, sodass komplette Kundenapplikationen<br />
direkt in den Motor programmiert werden können.<br />
Die ursprünglich geplante Lösung wäre zu teuer geworden: Fullmo<br />
plante zunächst, die Elektronik des besonders kompakten, intelligenten<br />
Stellantriebs in einem mehrteilig gefrästen Gehäuse zu verbauen.<br />
„Eine Machbarkeitsstudie zeigte allerdings, dass aufgrund<br />
der Stückzahlnachfrage ein einteiliges Druckgussgehäuse die wirtschaftlichere<br />
Alternative sei“, erinnert sich Markus Heggelbacher,<br />
geschäftsführender Gesellschafter bei Fullmo. Man überarbeitete<br />
deshalb die ursprüngliche Konzeptidee und wandte sich an CTX<br />
Thermal Solutions. „Wir benötigten den Expertenrat hinsichtlich der<br />
Material- und Oberflächengüte sowie der Verarbeitungs- und Veredelungsmöglichkeiten<br />
von Aluminiumdruckgussgehäusen“, erklärt<br />
Gehäuse in Stanzbiegetechnik bietet CTX aus Stahlblech, verzinktem Stahlblech,<br />
Aluminium oder Edelstahl inklusive Einpressbolzen oder -buchsen an<br />
Heggelbacher. Er und seine Kollegen wollten sicherstellen, dass das<br />
fertige Prozessorgehäuse den Umweltbedingungen und Anforderungen<br />
im Maschinenbau absolut gerecht wird.<br />
Das Ziel war, ein möglichst harmonisches und optisch ansprechendes<br />
Gehäuse zu schaffen, in das die bereits existierende Leiterplatte<br />
problemlos integriert werden konnte. Da das Elektronikgehäuse<br />
gleichzeitig auch als Motorflansch für den Anbau unterschiedlicher<br />
Getriebe beziehungsweise die direkte Installation an die Kundenapplikation<br />
fungieren sollte, stellten die Entwickler von Fullmo<br />
zudem hohe Anforderungen an die Gehäuseoberfläche sowie die<br />
vorzusehenden Bohrungen.<br />
CNC-präzisionsbearbeitete<br />
Aluminiumdruckgussgehäuse<br />
Als Lieferant metallischer Elektronikgehäuse stand CTX bei der Konzeption<br />
des Gehäuses nicht nur beratend zur Seite, sondern konnte<br />
auch mit dem geeigneten Druckgussgehäuse dienen. Neben den<br />
bereits genannten Vorgaben spielten bei der Auswahl auch Material,<br />
Stabilität, Baugröße und Optik eine wichtige Rolle. Das Ergebnis<br />
waren Aluminiumdruckgussgehäuse, die nach dem Guss einer<br />
CNC-Präzisionsbearbeitung unterzogen wurden, um an den Anbauflächen<br />
die erforderliche Oberflächenpräzision zu erreichen. Aus<br />
Bild: CTX Thermal Solutions<br />
34 K|E|M <strong>Konstruktion</strong> <strong>01</strong>-02 2<strong>01</strong>9
Industrie<br />
Wissensvorsprung<br />
für Automatisierer<br />
Der Movingcap-Stellantrieb von Fullmo – im schwarzen Gehäuseaufsatz von CTX<br />
steckt die intelligente Elektronik, mit deren Hilfe Antriebsabläufe direkt in den Motor<br />
programmiert werden können<br />
Bild: CTX Thermal Solutions<br />
optischen Gründen wurden die Gehäuse anschließend pulverbeschichtet.<br />
Der Hersteller stattete die Prozessorgehäuse außerdem<br />
nach Zeichnungsvorgabe mit Bohrungen für die diversen Anschlüsse<br />
aus. „CTX hat uns bestmöglich bei der Entwicklung und Umsetzung<br />
der Movingcap-Gehäuse unterstützt. Das Ergebnis war eine<br />
absolut bedarfsgerechte und gleichzeitig wirtschaftliche Lösung“,<br />
zieht Markus Heggelbacher von Fullmo zufrieden Bilanz.<br />
Breites Portfolio an Gehäuse- und Kühllösungen<br />
Neben Gehäusen, Frontplatten und technischen Aluminiumteilen<br />
entwickelt und vertreibt CTX vor allem kundenspezifische Kühl -<br />
lösungen für elektronische Bauteile. Sie sind ebenso zahlreich und<br />
unterschiedlich wie ihre Applikationen und finden sich in der Automobil-,<br />
Haushalts- und Unterhaltungselektronik genauso wieder wie<br />
in industriellen Netzteilen und Computern sowie im Bereich der<br />
regenerativen Energien und der Haustechnik. Ein relativ junges, sich<br />
stark entwickelndes Segment ist dabei die LED-Kühlung. Die Kühlkörper<br />
reichen von nur wenigen Millimeter großen und einige<br />
Gramm leichten Kühlelementen für SMD-Bauteile bis hin zu 2 m<br />
langen und 200 kg schweren Kühlkörpern für Wechselrichter in der<br />
Eisenbahntechnik. Auch die Kühlungsarten sind so unterschiedlich<br />
wie die Anwendung selbst: von natürlicher Konvektion über Luftkühlung<br />
mit Gebläsen bis hin zum Wärmetransport durch Flüssigkeiten<br />
oder Heatpipes zur Kühlung von Halbleiterelementen. „Bei Elektro -<br />
nikanwendungen gibt es kaum ein thermisches Problem, das wir mit<br />
unserem Produktportfolio nicht lösen könnten“, sagt Thomas Windeck,<br />
Vertriebsleiter bei CTX. Mit diesem breiten Angebot an passiven<br />
und aktiven Kühllösungen für elektronische Bauteile kann CTX aus<br />
dem Vollen schöpfen und sich vom Wettbewerb differenzieren. ik<br />
www.ctx.eu<br />
Kompetent – vielseitig eitig – praxisnah<br />
elektro AUTOMATION<br />
thematisiert lösungsund<br />
zukunftsorientiert elektrische Automatisierungstechnik<br />
– von grundlegenden Architekturen<br />
und Konzepten bis hin zu Komponenten<br />
und Systemlösungen für die tägliche Praxis.<br />
Neben Steuerungs- und elektrischer Antriebstechnik<br />
stehen dabei gleichermaßen die<br />
industrielle Kommunikation, Sensorik sowie<br />
alle Themen rund um den Schaltschrank und<br />
den Aufbau von Automatisierungsanlagen im<br />
Mittelpunkt der Berichterstattung.<br />
Digital:<br />
und Newsletter<br />
Weitere Informationen zu den Gehäusen von CTX:<br />
hier.pro/F7iIV<br />
Messe Embedded World:<br />
Halle 3, Stand 3-4<strong>01</strong><br />
Die passenden Medien<br />
für Sie und Ihre Branche:<br />
konradin.de/industrie<br />
media.industrie.de K|E|M <strong>Konstruktion</strong> <strong>01</strong>-02 2<strong>01</strong>9 35
AUTOMATISIERUNG<br />
ELEKTROTECHNISCHE BAUELEMENTE<br />
Robuste Elektronikgehäuse für das Abfallmanagement<br />
Wetter- und temperaturbeständig<br />
geschützte Umwelttechnologie<br />
Das italienische Unternehmen Rexa ist ein Hersteller innovativer Technologien für die Abfallsammlung.<br />
Bei den Gehäusen der jüngsten Generation von On-Board-Controllern für Müllfahrzeuge setzt das Unter -<br />
nehmen auf robuste Elektronikgehäuse des Spezialisten Bopla.<br />
Rexa liefert Abfallmanagementsysteme für die<br />
intelligente Müllsammlung. Dabei übernehmen<br />
Sensoren, RFID-Technologie und On-Board-<br />
Controller wichtige Funktionen. Beispielsweise<br />
registrieren sie automatisch, welcher Container<br />
bereits geleert wurde und welcher noch geleert<br />
werden muss<br />
Bild: PhotographyByMK/Fotolia.com<br />
Sensoren und RFID-Technologien in Kombination mit On-Board-<br />
Controllern übernehmen inzwischen wichtige Funktionen in<br />
modernen Müllfahrzeugen. Sie kontrollieren beispielsweise die korrekte<br />
Entladung von Abfallcontainern und registrieren automatisch,<br />
welcher Container bereits entleert wurde sowie welcher noch<br />
geleert werden muss. Dazu werden die RFID-Tags an den Containern<br />
von den außen am Müllfahrzeug installierten Controllern ausgelesen.<br />
Die Steuergeräte unterstützen die Arbeiter damit bei ihrer<br />
täglichen Routine. Durch entsprechende Alarmmeldungen wie Hinweise<br />
auf nicht-konforme Sammlungen, doppelte RFID-Auslesungen<br />
oder beschädigte Container sichern sie ein korrektes Abfallmanagement.<br />
Da sie außen am Müllfahrzeug angebracht sind, werden an die On-<br />
Board-Controller hohe Anforderungen gestellt. Ihre Gehäuse müssen<br />
sehr robust, wetter- und temperaturbeständig sowie vibrationsfest<br />
sein, um die empfindliche verbaute Elektronik zuverlässig zu<br />
schützen. Die Rexa Srl aus Udine, Italien, hat daher für ihre Steuergeräte<br />
Symax 200 und Symax 300, die robusten und funktionalen<br />
Elektronikgehäuse der Serien Bocube und Bocube Alu der Bopla<br />
Gehäusesysteme GmbH aus Bünde ausgewählt.<br />
UMTS- und GPRS-<br />
Module sowie Wi-Fi<br />
Bei dem kleineren und einfacheren, intuitiv<br />
zu bedienenden Symax 200 entschied sich<br />
Rexa für ein graphitgraues Bocube-Gehäuse<br />
B 221309 PC-V0 7024 aus schwerentflammbarem<br />
und selbstverlöschendem Polycarbonat<br />
UL 94 V0. Es misst 90 x 231 x 125 mm<br />
und verfügt über die Schutzart IP 66/IP 68 –<br />
1,2 m (2 Std.) DIN EN 60529. Die Technologie<br />
im Gehäuse umfasst UMTS-Module sowie<br />
Wi-Fi für die Kommunikation per WAN oder<br />
LAN und ein GPS-System für die Positions -<br />
bestimmung. Mit seiner externen RFID-Antenne sowie einem tragbaren<br />
RFID-Reader unterstützt das Symax 200 UHF, HF und LF-<br />
RFID-Systeme. Für die Interaktion verfügt das Gerät über drei multifunktionale<br />
Tasten und sechs LED-Statusleuchten. Um es flexibel<br />
von einem Fahrzeug abnehmen und schnell an ein anderes montieren<br />
zu können, wurde das Gehäuse zudem mit stabilen Wand -<br />
laschen ausgestattet.<br />
Das größere Symax 300 verfügt über das gleiche technologische<br />
Innenleben wie das Symax 200, ist allerdings mit einem TFT-Farbdisplay,<br />
sechs Multifunktionstasten und drei LED-Statusleuchten<br />
ausgerüstet. Um bei einem Temperaturwechsel für einen Druckausgleich<br />
zu sorgen und damit Feuchtigkeit im Gerät zu vermeiden,<br />
wurde das Gerät darüber hinaus mit einem Druckausgleichselement<br />
(DAE D11) ausgestattet.<br />
Rexa wählte für das Symax 300 ein graphitgraues Metallgehäuse<br />
mit naturfarben eloxierten Scharnieren aus der Bocube Alu-Baureihe<br />
mit einer Länge von 259 mm, einer Breite von 128 mm und einer<br />
Höhe von 90 mm. Das funktionale Metallgehäuse verfügt serien -<br />
mäßig über geschäumte PU-Dichtungen. Es erreicht damit die<br />
Schutzart IP 66 / IP 68 – 1,2 m (2 Std.) / IP 69 DIN EN 60529 und<br />
bewahrt die empfindliche Elektronik auch unter besonders<br />
anspruchsvollen Umweltbedingungen, denen der On-Board-Controller<br />
auf den Müllfahrzeugen ausgesetzt ist, zuverlässig vor Staub,<br />
Erschütterung und starkem Strahlwasser. Auf Wunsch können die<br />
36 K|E|M <strong>Konstruktion</strong> <strong>01</strong>-02 2<strong>01</strong>9
ELEKTROTECHNISCHE BAUELEMENTE<br />
AUTOMATISIERUNG<br />
Bild: Bopla<br />
Für seinen On-Board-Controller Symax 300 hat Rexa ein grafitgraues<br />
Metallgehäuse aus der Bocube-Alu-Baureihe von Bopla ausgewählt. Es<br />
ist mit einem TFT-Farbdisplay, sechs Multifunktionstasten, drei LED-<br />
Statusleuchten sowie einem Druckausgleichselement ausgerüstet<br />
Bild: Bopla<br />
Das robuste Gehäuse<br />
des intuitiv zu bedienenden<br />
On-Board-Controllers<br />
Symax 200 von<br />
Rexa stammt aus der<br />
Bocube-Gehäuseserie<br />
von Bopla und besteht<br />
aus schwerentflammbarem<br />
und selbstver -<br />
löschendem Poly -<br />
carbonat UL 94 V0<br />
Bocube-Metallgehäuse auch mit Silikondichtungen für höhere Temperaturen,<br />
seewasserfesten Beschichtungen sowie EMV-Dichtungen<br />
ausgerüstet werden.<br />
Mechanische Bearbeitung und Touchintegration<br />
Rexa bezieht von Bopla jedoch nicht nur die Gehäuse für ihre Symax-<br />
Controller, sondern nutzt auch die entsprechenden Dienstleistungen.<br />
So installiert der Gehäusespezialist die mit einer UV-resistenten<br />
glänzenden Frontfolie kaschierte Folientastatur auf Kupferbasis,<br />
die Druckausgleichselemente (DAE D11) sowie die hinterdruckte<br />
Scheibe aus widerstandsfähigem Mineralglas ebenso wie die<br />
gebondete Touch-Displayeinheit und die Dichtung der Folientastatur<br />
zur Erreichung der Schutzart IP69. Zudem übernehmen die Bünder<br />
die individuelle Bearbeitung der Gehäuse nach Zeichnungsvorgabe<br />
von Rexa. Dazu zählen die Ausfräsungen für Stecker, Antenne und<br />
Display der Symax-Geräte sowie der Einbau des Kundendisplays.<br />
Die Integration erfolgt dabei mittels Vergusstechnologie und eines<br />
Halteblechs aus Aluminium. Bei dieser von Bopla entwickelten Technik<br />
gleicht eine schwimmende Lagerung Bearbeitungstoleranzen<br />
sowie thermische Ausdehnungseffekte oder mechanische Belastungen<br />
auf effektive Weise aus. Unterschiedliche Anforderungen lassen<br />
sich durch die Wahl einer geeigneten Vergussmasse realisieren.<br />
Unkomplizierte Montage<br />
Bopla hat die Bocube-Alu-Serie speziell für den Einsatz in anspruchsvollen<br />
Industrieumgebungen und im Außenbereich entwickelt.<br />
Sämtliche Komponenten – auch die Scharniere – sind in Metall<br />
ausgeführt und unverlierbar mit dem Gehäuse verbunden. Dadurch<br />
verfügen die Elektronikgehäuse über eine hohe Stabilität sowie über<br />
eine gute EMV-Abschirmung und Beständigkeit gegenüber Chemikalien.<br />
Da die Aluminiumgehäuse zudem UV- und temperatur -<br />
wechselbeständig sind, bieten sie sich insbesondere für den Außeneinsatz<br />
in der Landwirtschaft, im Verkehr oder im Bereich erneuer -<br />
Bereit für die Montage: die Deckel der Bocube-Alu-Gehäuse<br />
mit bereits montiertem Display<br />
bare Energien an. Insgesamt sind neun verschiedene Grundgrößen<br />
erhältlich. Die Stirnflächen des Gehäuses wurden von Bopla dabei<br />
bewusst zurückgesetzt, um die elektromechanischen Bauteile noch<br />
besser zu sichern.<br />
Beide Bocube-Gehäuseserien setzen sich aus nur wenigen Einzelteilen<br />
zusammen. Der über das Scharnier unverlierbar mit dem Gehäuse<br />
verbundene Deckel lässt sich wahlweise nach rechts oder<br />
nach links öffnen und ist optional mit einer um 2 mm abgesenkten<br />
Fläche für HMI-Lösungen ausgerüstet. Der Einbau des elektronischen<br />
Innenlebens kann sowohl im Ober- als auch im Unterteil der<br />
Gehäuse erfolgen. Hierfür steht Einbauraum für rechteckige Leiterund<br />
Frontplatten zur Verfügung. Freie Flächen bieten darüber hinaus<br />
genügend Platz für die Installation von Kabelverschraubungen,<br />
Steckverbindern und anderen elektromechanischen Schnittstellen.<br />
Umfangreiches Zubehör<br />
Die Bocube- und Bocube Alu-Gehäuse werden durch ein Zubehörprogramm<br />
für ein breites Anwendungsspektrum ergänzt. Dazu zählen<br />
ab Lager verfügbare Komponenten wie fertig konfektionierte<br />
Montage- und Frontplatten ebenso wie verschiedene Tragschienenausführungen<br />
und Laschen für die Wandmontage. Die Kunststoffversion<br />
bietet darüber hinaus die Möglichkeit, mittels farbiger Scharnierverschlüsse<br />
eine farbliche Individualisierung vorzunehmen oder<br />
auf eine komfortable manuelle Betätigung des Verschlusses umzustellen.<br />
Die Scharnierseite ist frei wählbar und kann bei Bedarf mittels<br />
eines Codierpins fest vorgegeben werden. Eine Beschädigung<br />
der Verdrahtung durch unbeabsichtigtes Öffnen der Scharnierseite<br />
wird dadurch zuverlässig verhindert. Bei der Wahl des für den jeweiligen<br />
Anwendungsfall optimalen Elektronikgehäuses bieten die<br />
Spezialisten von Bopla umfassende Beratung und passen das ausgewählte<br />
Gehäuse individuell an die jeweiligen Produktanforderungen<br />
an.<br />
ik<br />
www.bopla.de<br />
Weitere Informationen zur Bocube-Alu-Reihe:<br />
hier.pro/otAYe<br />
Messe Embedded World:<br />
Halle 3, Stand Halle 3-155<br />
Bild: Bopla<br />
K|E|M <strong>Konstruktion</strong> <strong>01</strong>-02 2<strong>01</strong>9 37
AUTOMATISIERUNG<br />
ELEKTROTECHNISCHE BAUELEMENTE<br />
Industrial Data Communications<br />
Flexible Hierarchien statt getrennte Netze<br />
Mit der Industrie 4.0 wächst die Datenkommunikation rasant – Daten sind der Rohstoff des 21. Jahrhunderts.<br />
Damit sie in Bewegung bleiben, benötigen Industrieunternehmen eine leistungsfähige Infrastruktur. Dies hat zur<br />
Folge, dass sich die klassische Automatisierungspyramide auflösen und in eine Infrastruktur ohne Hierarchie<br />
umwandeln wird. Betriebe setzen schon jetzt immer häufiger auf Ethernet-Verbindungslösungen.<br />
Bernd Müller für die U.I. Lapp GmbH, Stuttgart<br />
Aktuelle Maschinen werden bereits<br />
bis zum Aktor oder Sensor über<br />
Ethernet verbunden – der industrielle<br />
Datenkommunikations -<br />
standard setzt sich durch<br />
Datennetze in Fabriken müssen schnell, echtzeitfähig und standardisiert<br />
sein, fordert Oliver Riedel, Professor am Institut für<br />
Steuerungstechnik der Werkzeugmaschinen und Fertigungseinrichtungen<br />
(ISW) der Universität Stuttgart. „Doch bis dahin sind noch<br />
einige Hausaufgaben zu erledigen“, ergänzt er. Denn in vielen Betrieben<br />
dominieren immer noch einzelne voneinander softwaretechnisch<br />
und physikalisch getrennte Netze. Jede Ebene der sogenannten<br />
Automatisierungspyramide – von der Leitebene bis zur Feld -<br />
ebene – arbeitet hier mit einer eigenen Infrastruktur sowie eigenen<br />
Protokollen. „Diese vielen verschiedenen Netze werden verschmelzen<br />
und die Automatisierungspyramide wird sich dadurch Schritt für<br />
Schritt auflösen“, erklärt Oliver Riedel. Statt hierarchischen Kommunikationsstrukturen<br />
in der Automatisierung erwartet er flexible Hierarchien,<br />
in denen Cyber-physische Systeme untereinander, mit der<br />
Unternehmens- IT sowie mit der Cloud über ein engmaschiges Netzwerk<br />
Informationen austauschen. Was diesem Ziel entgegensteht,<br />
ist der aktuelle Wildwuchs der Kommunikationsstandards.<br />
Standardisierungsbestrebungen<br />
Über die Einhaltung der Standards für Ethernet wacht das Institute<br />
of Electrical and Electronics Engineers, kurz IEEE. Diese Über -<br />
wachung funktioniert bei Anwendungen im Büroumfeld sehr gut.<br />
Anders sieht es allerdings in Fabriken<br />
aus. Mittlerweile gibt es mehr<br />
als 20 Industrial-Ethernet-Systeme,<br />
die sich alle mehr oder weniger<br />
in technischen Details unterscheiden<br />
und daher inkompatibel<br />
sind. Dazu kommen mehr als<br />
50 Feldbussysteme wie Profibus<br />
oder CAN Bus, die von Anbietern<br />
von Automatisierungstechnik<br />
favorisiert werden, in der Regel<br />
aber untereinander nicht kompatibel<br />
sind. Dennoch sind diese Systeme<br />
in Industrieunternehmen<br />
weit verbreitet, weil sie als robuster<br />
gelten. Sie übertragen kleinere<br />
Datenpakete als Ethernet, sind dafür aber echtzeitfähig.<br />
Es gibt auch von der IEEE Bestrebungen, die standardisierte Echtzeitfähigkeit<br />
zu implementieren, doch bisher ist dies mit Ethernet nur<br />
bedingt möglich. Dass Ethernet-Systemen die Zukunft gehört, legen<br />
aktuelle Marktdaten nahe. Demnach basieren schon heute mehr als<br />
50 % aller installierten Knoten auf Industrial Ethernet, und die Technologie<br />
verzeichnet ein Wachstum von 22 % pro Jahr, während Feldbussysteme<br />
nur noch um 6 % zulegen. Und laut Professor Riedel ist<br />
es unausweichlich, dass die vielen Vernetzungsstandards zu einem<br />
Standard konvergieren werden.<br />
Bild: U.I. Lapp<br />
Das Problem der Echtzeitfähigkeit<br />
In Zusammenhang mit der Echtzeitfähigkeit stellt das Time Sensitive<br />
Network, kurz TSN, eine vielversprechende Möglichkeit dar. Es handelt<br />
sich dabei um einen Standard, der auf einem Vorschlag des<br />
Ethernet-Gremiums basiert. Ein großer Vorteil von TSN liegt darin,<br />
dass es nicht aus dem Automatisierungsumfeld stammt, sondern<br />
aus dem Audio-/Video-Bereich. Dadurch stößt es eventuell auf weniger<br />
Ablehnung und Konkurrenzdenken innerhalb der Branche. Konzerthallen<br />
nutzen dieses Echtzeit-Ethernet, damit Tonsignale aus<br />
unterschiedlichen Mikrofonen an die zahlreichen Lautsprecher stets<br />
ohne Laufzeitunterschiede gespielt werden. Auf die Automatisierung<br />
übertragen wären alle Teilnehmer eines TSN-Netzwerks zeitsynchronisiert.<br />
Darüber hinaus besitzt TSN sogenannte Verkehrsklassen mit<br />
38 K|E|M <strong>Konstruktion</strong> <strong>01</strong>-02 2<strong>01</strong>9
ELEKTROTECHNISCHE BAUELEMENTE<br />
AUTOMATISIERUNG<br />
unterschiedlichen Zeitfenstern, die eine Priorisierung von Daten nach<br />
Bandbreite und Zeittreue erlauben. Informationen, die wichtig sind<br />
und keine Verzögerung erlauben, können somit eine höhere Priorität<br />
erhalten. TSN sorgt also dafür, dass Daten rechtzeitig dort ankommen<br />
wo sie gebraucht werden. Es enthält aber keine Information,<br />
was diese Daten bedeuten. Dafür sorgt mit OPC UA ein Kommunikationsprotokoll<br />
zum Datenaustausch zwischen cyberphysischen<br />
Systemen, das mittlerweile in der Kommunikation für Industrie 4.0<br />
als Quasi-Standard akzeptiert ist.<br />
Eine Branche im Wandel<br />
Traditionell wird das Portfolio bei Lapp von Produkten für Feldbussystemen<br />
dominiert. Doch mittlerweile finden Anwender dort auch alles,<br />
was sie zur Vernetzung mit Industrial Ethernet benötigen – von den<br />
Kabeln über Stecker bis hin zu einbaufertig konfektionierten Leitungen<br />
aus dem Ölflex-Connect-Programm. Ein Beispiel dafür ist die<br />
Etherline PN Cat.6 A<br />
FC mit 10 Gbit/s bei 500 MHz Bandbreite. Bei ihr<br />
fehlen Paarschirmung, Innenmantel und Trennkreuz wodurch sie fastconnect-fähig<br />
ist, was eine schnelle und sichere Konfektion ermöglicht.<br />
„Unsere Produkte sind außerdem herstellerneutral und immer<br />
auf die Anwendung zugeschnitten. Das heißt, sie können für alle gängigen<br />
Kommunikationssysteme eingesetzt werden“, betont Guido<br />
Ege, Leiter Produktmanagement und -entwicklung bei Lapp. Darüber<br />
hinaus hat das Unternehmen zwei Trends ausgemacht: Zum einen<br />
werden Hybridleitungen, sogenannte Ein-Kabel-Lösungen, künftig<br />
größere Bedeutung im Markt bekommen. Zum anderen zeichnet sich<br />
ein Trend zum Downsizing ab: Waren beim bisherigen Ethernet zwei<br />
oder vier Adernpaare notwendig, kann durch Single Pair Ethernet<br />
über ein Adernpaar bis zu 1 Gbit/s übertragen werden..<br />
Alles aus einer Hand<br />
Die Anforderungen an die Verbindungstechnologien selbst und deren<br />
Vielfalt steigen also stetig. Dadurch wird es für viele Anwender immer<br />
schwieriger, den Überblick zu behalten, welche Produkte und<br />
Kombinationen für ihre speziellen Anforderungen geeignet sind.<br />
Kabel für Single pair Ethernet sind kompakter, leichter, einfacher zu<br />
installieren und billiger als herkömmliche Ethernetkabel mit vier Ader -<br />
paaren – und für viele Anwendungen auf der Feldebene ausreichend<br />
Lapp bietet hier seine Expertise an, da oft ein ganzheitliches Verständnis,<br />
das über das reine Produkt-Know-how hinausgeht, wichtig<br />
ist. „Wir bezeichnen uns als Kundenversteher und Lotse“, sagt Georg<br />
Stawowy, Vorstand der Lapp Holding AG für Technik und Innovation.<br />
Damit ist gemeint, dass das Unternehmen die Herausforderung des<br />
Kunden versteht und für ihn eine Lösung maßschneidert. Diese umfasst<br />
die passenden Produkte aus dem Produkt-Portfolio, wenn nötig<br />
auch Spezialanfertigungen, sowie –immer häufiger nachgefragt – die<br />
einbaufertige Konfektionierung bis hin zum Engineering. „Dazu gehört<br />
auch, die Kunden mit dem aktuellen Wissen zu versorgen, etwa<br />
über Webinare oder Erklärvideos“, ergänzt Stawowy. Diese Schulungsaktivitäten<br />
sollen künftig ausgebaut werden und schon jetzt<br />
kann man unter www.lappgroup.com/elearning Lernmodule zum Thema<br />
Industrial Data Communication abrufen.<br />
ik<br />
www.lappkabel.de<br />
Weitere Informationen zu den Datenübertragungs -<br />
systemen für die Ethernet-Technologie<br />
von Lapp: hier.pro/rPSUg<br />
Bild: U.I. Lapp<br />
NEUGIER AUF NEUES.<br />
Das haben wir uns bei STEGO bis heute bewahrt. Und genau deshalb<br />
gelingt es uns, immer neue Thermal Management Lösungen zu entwickeln,<br />
die nur ein Ziel haben: sensible elektronische Anwendungen<br />
vor Hitze, Kälte und Feuchtigkeit zu schützen.<br />
Ein gutes Beispiel für Anwenderfreundlichkeit im Schaltschrank<br />
bietet unsere extrem langlebige und ökonomische Leuchtenserie<br />
LED 025, die aufgrund ihrer innovativen LED-Technologie für<br />
beste Sichtverhältnisse sorgt. Jetzt mehr erfahren:<br />
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K|E|M <strong>Konstruktion</strong> <strong>01</strong>-02 2<strong>01</strong>9 39
AUTOMATISIERUNG<br />
ELEKTROTECHNISCHE BAUELEMENTE<br />
Modulares Elektronikgehäuse für IoT-Geräte von Phoenix Contact<br />
Eckig war noch nie so vielseitig<br />
Die Anforderungen an zukunftsorientierte Automatisierungsgeräte sind vielfältig – Gerätehersteller suchen<br />
heute hochflexible und multifunktionale Gehäusesysteme. Hier bietet das neue Gehäusesystem ICS von<br />
Phoenix Contact abgestufte Größen, erweiterte Anschlusstechnik und optionale Busverbinder.<br />
Dipl.-Ing. Joachim Gräfer, Produkt-Marketing Electronics Enclosures, Device Connector Solutions,<br />
Phoenix Contact GmbH & Co. KG, Blomberg<br />
onsanschlüsse bestückt werden – wie etwa RJ45 und USB für Industrie<br />
4.0-Anwendungen oder D-Sub- und Antennenanschlüsse.<br />
Über eine neuartige Einschubtechnik wird die bestückte Leiterplatte<br />
einfach und schnell in das Gehäuse eingeschoben und verrastet.<br />
Ausgehend von gängigen Gehäusebreiten mit 22,5 mm bietet das<br />
Gehäuse mit der neuen Breitenabstufung in der Basisbreite mit<br />
25 mm jetzt genügend Platz, um auch Relais, Elektrolyt-Kondensatoren<br />
oder andere hochbauende Komponenten auf der Leiterplatte<br />
anordnen zu können. Die Ausführung mit 20 mm ermöglicht eine<br />
größere Gehäusedichte auf der Tragschiene. In weiteren Varianten<br />
kommen Gehäuse in den Breiten mit 15, 40 und 50 mm hinzu. Die<br />
Höhen und Tiefen des Gehäuses orientieren sich im Bereich von 77<br />
bis 132 mm am Bauraum im Schaltschrank. Auch die Höhen und Tiefen<br />
werden ausgebaut. Das ICS-Gehäuse mit der eingeschobenen<br />
Leiterplatte wird mit einem geschlossenen Gehäusedeckel oder mit<br />
transparentem Klappdeckel über eine wieder lösbare Verrastung verschlossen.<br />
Das modulare und flexible Elektronikgehäuse ICS<br />
wurde für die IoT-Geräte von morgen konzipiert<br />
Erst durch den Einbau der bestückten Leiterplatte im Elektronik-<br />
Leergehäuse wird die elektronische Schaltung zum Gerät. Die<br />
eingebaute Leiterplatte wird durch das Gehäuse geschützt und kann<br />
auf die Tragschiene im Schaltschrank eingebaut werden, wo sie<br />
nach der elektrischen Verdrahtung und der Inbetriebnahme als Gerät<br />
ihre Aufgabe erfüllt. Neben dem Schutz der Elektronik und der einfachen<br />
Befestigung als Gerät auf der Tragschiene spielt die Anschlusstechnik<br />
eine wichtige Rolle.<br />
Die Anforderungen an ein Elektronik-Leergehäuse richten sich auch<br />
nach der jeweiligen Applikation – von der Prozess-, Fabrik- und Gebäudeautomatisierung<br />
über die Steuerungs- und Regelungstechnik<br />
bis hin zu Power Supply- und Safety-Anwendungen. Design und<br />
Farbgebung fließen in eine Entscheidung für ein Gehäuse genauso<br />
mit ein wie technische Anforderungen – etwa die einbaubare Leiterplattenfläche<br />
und die Funktionalität der Anschlusstechnik. Neben<br />
mehrpoligen kodierbaren Steckeranschlüssen kann die Leiterplatte<br />
des Industrial Case Systems, kurz ICS, von Phoenix Contact mit<br />
standardisierten Gehäuseelementen für integrierte Kommunikati-<br />
Bild: Phoenix Contact<br />
Frei positionierbare Kommunikationsanschlüsse<br />
Mit der Möglichkeit, auch zwei Leiterplatten in ein Gehäuse mit einer<br />
Basisbreite von 20 oder 25 mm einsetzten zu können, eröffnet<br />
das Gehäuse neue Perspektiven. Denn damit kann die bestückbare<br />
Leiterplattenfläche von circa 10.000 auf 20.000 mm 2 in einem ICS-<br />
Gehäuse mit Standardabmessungen – 100 mm Höhe und 110 mm<br />
Tiefe – verdoppelt werden. Zur Tragschiene hin kann die Leiterplatte<br />
mit einem Funktionserdkontakt (FE) sowie mit Kontakten zum 8-poligen<br />
Tragschienenbusverbinder T-Bus 8 ausgeführt werden.<br />
Das Anschlusskonzept basiert auf einer neuen Gehäusephilosophie:<br />
Neben mehrpoligen Grundleisten, die über die zugehörigen Stecker<br />
miteinander kodiert werden, können Kommunikationsanschlüsse<br />
wie RJ45-, USB-, D-Sub- oder Antennenanschlüsse mittels Blenden<br />
– sogenannter Filler – mit Funktionsausschnitten frei auf der Leiterplattenseite<br />
positioniert und in jeder beliebigen Position und Gehäuseetage<br />
bestückt in das Gehäuse eingeschoben werden. Aufwendige<br />
Fräsarbeiten oder nachträgliche Bearbeitungen für die Ausschnitte<br />
solcher Anschlusstechniken entfallen dann. Die Kabelabgänge<br />
dieser Anschlüsse befinden sich nicht mehr auf der Gehäusedeckelseite,<br />
sondern sind an der Gehäuseseite angeordnet. Somit befinden<br />
sie sich in unmittelbarer Nähe zum Kabelkanal und zur Tragschiene,<br />
wo auch die übrigen Stecker der Einzeladern zum Gehäuse<br />
geführt werden. Die Kabel gelangen dann ohne aufwendige Kabelschleifen<br />
oder -knicke direkt in den darüber- oder darunterliegenden<br />
Kabelkanal. Der Gehäusedeckel kann auch weiterhin für eine kopfseitige<br />
Parametrier- oder Konfigurationsschnittstelle mit einem USB-<br />
Ausschnitt oder ähnlichem ausgeführt werden.<br />
40 K|E|M <strong>Konstruktion</strong> <strong>01</strong>-02 2<strong>01</strong>9
Bild: Phoenix Contact<br />
Vielfältige Anschlusstechnik: neben<br />
RJ45-, D-Sub-, USB- und Antennenanschluss<br />
erhöhen auch berührungssichere<br />
Steckergrundleisten<br />
und ein 8-poliger Busverbinder die<br />
Einsatzmöglichkeiten<br />
Bild: Phoenix Contact<br />
Gehäusesystem ICS: abgestufte Größen, variable<br />
Anschlusstechnik und optionale achtpolige Busverbinder<br />
bieten viel Flexibilität<br />
8-poliger Tragschienenbus<br />
Auch das Tragschienenbuskonzept wurde erweitert. Durch das Rastermaß<br />
der Kontaktabstände von 2,54 mm kann das neue Tragschienenbus-Element<br />
T-Bus 8 jetzt acht Leiterplattenkontakte aufnehmen:<br />
entweder acht parallele Kontakte oder eine Kombination aus<br />
parallelen und maximal zwei seriellen. Da es sich bei diesem T-Bus<br />
technologisch um das gleiche Prinzip- und Steckgesicht wie beim<br />
Frontanschlussgehäuse ME-IO handelt, können beide Systeme<br />
kombiniert werden. Zudem haben Tests ergeben, dass der Achterbus<br />
für Kommunikationsfrequenzen von bis zu 100 MHz eingesetzt<br />
werden kann.<br />
Industrie 4.0 und Online-Konfiguration<br />
Über einen Online-Selektor und -Konfigurator kann das Elektronikgehäuse<br />
ICS in wenigen Schritten im Internet nach individuellen<br />
Kundenanforderungen zusammengestellt werden. Die nutzerfreundliche<br />
Auswahl und Konfiguration aller Einzelkomponenten mit<br />
Drag-and-Drop ist auch auf mobilen Endgeräten kein Problem. Über<br />
ein Auswahlmenü wird zunächst die Gehäusegröße mit Farbvarianten<br />
und zugehörigen Gehäusedeckel in geschlossener Ausführung<br />
oder mit transparentem Klappdeckel ausgewählt. Dann wird die Anschlusstechnik<br />
gewählt: Steckergrundleiste mit kodierbaren Steckern<br />
mit Push-in- oder Schraubanschluss, T-Bus-8-System mit parallelen<br />
und seriellen Kontakten sowie FE-Kontakt. Zu guter Letzt kommen<br />
die Kommunikationsanschlüsse, die auf einer oder zwei Leiterplatten<br />
je Gehäusebasisbreite positioniert werden. Bei jeder Auswahl<br />
wird das Gehäuse detailliert auf dem Bildschirm dargestellt.<br />
Zum Schluss steht das Leiterplatten-Layout als 3D-Datei in einem<br />
wählbaren Dateiformat zum Download zur Verfügung. Die Konfiguration<br />
kann auch in Zwischenschritten gespeichert und später aufgerufen<br />
und fortgesetzt werden. Abschließend können die Einzelkomponenten<br />
in eine Stückliste exportiert und zur Bestellung in den Warenkorb<br />
übertragen werden.<br />
eve<br />
www.phoenixcontact.de<br />
Details zur Gehäuseserie:<br />
t1p.de/d4rq<br />
Messe Elektrotechnik: Halle 4, Stand C42<br />
Messe Embedded World: Halle 3, Stand 241<br />
Messe All About Automation:<br />
Halle B1, Stand 404
AUTOMATISIERUNG<br />
MESSTECHNIK & SENSOREN<br />
Winkelmessgeräte erhöhen die Präzision von Roboter-Werkzeugen<br />
Präzise Positionieren<br />
Industrieroboter können mittlerweile auch sehr große Bauteile bearbeiten. Für bestimmte Aufgaben<br />
wie zum Beispiel Bohrungen an Flugzeugrümpfen reicht ihre Positioniergenauigkeit allerdings noch<br />
nicht aus. Die hochgenauen Winkelmesssystemen von Amo lösen das Problem.<br />
Engelbert Hager, kaufmännischer Leiter, Amo GmbH, St. Peter am Hart, Österreich<br />
Winkelmessgeräte von Amo<br />
steigern die Positioniergenauigkeit<br />
von Industrie-Robotern<br />
Das Schweißen und Heben schwerer Teile gehört für Roboter<br />
zum Alltag. In der Fahrzeugindustrie sorgen sie beispielsweise<br />
dafür, dass Karosserie-Elemente zum richtigen Zeitpunkt an der<br />
Stelle des Fließbandes liegen, an der sie für die Weiterverarbeitung<br />
benötigt werden. Auch für die Bearbeitung großer Bauteile werden<br />
Industrieroboter eingesetzt, denn Werkzeugmaschinen sind hierfür<br />
nicht flexibel genug oder als Sondermaschinen zu teuer. Die Roboter<br />
können dagegen selbst an überdimensionalen Objekten wie<br />
zum Beispiel Flugzeugrümpfen jede beliebige Stelle erreichen, um<br />
dort Bohrungen zu setzen oder Fräsarbeiten durchzuführen. Diese<br />
Arbeiten müssen aber sehr genau durchgeführt werden, und daran<br />
hapert es bei Industrierobotern zurzeit noch.<br />
Nulllagenfehler sind oft die Ursache<br />
Das Problem ist die mangelnde Positioniergenauigkeit des Tool Center<br />
Points, also des Werkzeugs des Roboters. Sie entsteht vor allem<br />
deshalb, weil für die Arbeit an großen Werkstücken Gelenkarmrobo-<br />
ter mit mehreren Achsen eingesetzt<br />
werden müssen, um alle<br />
Bereiche des Objekts bearbeiten<br />
zu können. Jede dieser Achsen<br />
wird von einem Servomotor angetrieben<br />
und ein Drehgeber liefert<br />
die Position der Achse, um<br />
die Bewegungen entsprechend<br />
anpassen zu können. Oft zeigen<br />
diese Geber aber eine Winkelposition<br />
an, die nicht mit der tatsächlichen<br />
Lage der Roboterachse<br />
übereinstimmt. Diese sogenannten<br />
Nulllagenfehler, sowie<br />
Umkehrspiel und Gelenk -<br />
elastizitäten sind die Hauptverursacher<br />
von Positionierungenauigkeiten.<br />
Hinzu kommen die Krafteinwirkung<br />
und dynamische Effekte während des Bearbeitungsprozesses,<br />
die auf die Steifigkeit der Roboter-Mechanik wirken und so<br />
zu Bewegungsabweichungen führen können. Winkelmessgeräte erhöhen<br />
die Genauigkeit um bis zu 80%. Eine deutliche Verbesserung<br />
der Positioniergenauigkeit können Roboterhersteller mit dem Einsatz<br />
hochgenauer Winkelmessgeräte erreichen. Sie werden zusätzlich<br />
zum Drehgeber als „Secondary Encoder“ hinter dem Getriebe<br />
auf der Achse montiert und erfassen die tatsächliche Position des<br />
Robotergelenks. Zudem messen die Winkelmessgeräte an jeder<br />
Achse des Roboterarms die Kräfte, die durch den Bearbeitungsvorgang<br />
am Werkstück auf den Roboter zurückwirken. Insgesamt lässt<br />
sich die absolute Positioniergenauigkeit am Tool Center Point so um<br />
70 bis 80% steigern.<br />
Bild: Amo<br />
Amosin-Abtastprinzip sorgt für Präzision<br />
Eine Genauigkeitssteigerung in dieser Größenordnung ist allerdings<br />
nur mit dem Einsatz hochgenauer Winkelmessgeräte möglich. Amoaus<br />
dem österreichischen St. Peter am Hart fertigt solche Geräte.<br />
Das Unternehmen produziert seine Längen- und Winkelmesssyste-<br />
42 K|E|M <strong>Konstruktion</strong> <strong>01</strong>-02 2<strong>01</strong>9
MESSTECHNIK & SENSOREN<br />
AUTOMATISIERUNG<br />
Bild: Heidenhain<br />
Für eine qualitativ hochwertige Bearbeitung muss der sogenannte Tool<br />
Center Point des Roboters exakt ausgerichtet werden<br />
Bild: chiradech/fotolia.com<br />
Zu den Aufgaben von Industrierobotern in der Pkw-Fertigung<br />
gehört unter anderem das Schweißen<br />
me auf Basis seines selbstentwickelten induktiven Abtastprinzips<br />
Amosin, für dessen Herstellung Maßverkörperungen (Teilungen)<br />
aus regelmäßigen Strukturen verwendet werden. Als Trägermaterial<br />
dient ein Edelstahlband, auf das man die periodische Teilung in einem<br />
hochgenauen fotolithographischen Verfahren mit anschließendem<br />
Ätzprozess aufträgt. Durch einen speziellen Herstellungsprozess<br />
wird die Maßverkörperung zu einem geschlossenen Messring<br />
geformt, der entweder auf einem Teilungsträger als Winkelmessflansch<br />
oder als dünnwandiger Messring ausgeliefert wird.<br />
Sensoreinheit ist kompatibel zu jedem Messring<br />
Die induktiven Winkelmessgeräte verfügen über eine besonders gestaltete<br />
Sensoreinheit, die im Abtastkopf verbaut ist. Sie ist als planare<br />
Spulenstruktur angelegt, die aus mehreren in Messrichtung aneinandergereihten<br />
Spuleneinheiten besteht, die sich aus übereinander<br />
angeordneten Primär- und Sekundärspulen zusammensetzen.<br />
Da der Hersteller die Sensoreinheit auf einem flexiblen Substrat in<br />
Multi-Layer-Technik herstellt, lässt sie sich an jeden Durchmesser<br />
der Messflansche beziehungsweise Messringe anpassen.<br />
Geräte erreichen hohe Signalgüte<br />
Für die induktive Abtastung der Teilung werden die Primärspulen im<br />
Abtastkopf mit einem hochfrequenten Wechselfeld erregt. Durch<br />
die relative Bewegung zwischen Sensoreinheit und Maßverkörperung<br />
entstehen zwei um 90° phasenverschobene hysteresefreie<br />
Signale. Da Amo mehrere Spulenelemente auf der Sensor einheit<br />
anordnet, können mehrere Teilungsperioden gleichzeitig abgetastet<br />
werden. In Kombination mit der hochgenauen Maßverkörperung erzielen<br />
die Winkelmessgeräte deshalb eine hohe Signalgüte mit Abweichungen<br />
von weniger als 0,1% von der idealen Sinusform.<br />
Verschiedene Messverfahren für verschiedene<br />
Anwendungen<br />
Das Unternehmen fertigt seine Winkelmessgeräte in einer inkrementellen<br />
und einer absoluten Ausführung. Die inkrementellen Systeme<br />
gewinnen die Positionsinformationen durch Zählen der einzelnen<br />
Inkremente der periodischen Teilung. Um die Position ermitteln<br />
zu können, ist allerdings ein absoluter Referenzwert erforderlich, zu<br />
dem die ausgezählten Inkremente in Bezug gesetzt werden. Deshalb<br />
verfügt die Maßverkörperung der inkrementellen Winkelmessgeräte<br />
über eine zusätzliche Spur, die mit einer Referenzmarke ausgestattet<br />
ist. Die absolute Position des Maßstabes, die durch diese<br />
Marke festgelegt ist, ist genau einem Messschritt zugeordnet. Ob<br />
ein inkrementelles Messgerät ausreichend ist, bestimmt die jeweilige<br />
Anwendung.<br />
Verbreitung absoluter Messgeräte nimmt stetig zu<br />
Der Trend im Bereich der Schnittstellen geht eindeutig in Richtung<br />
absoluter Messverfahren mit rein seriellen Schnittstellen. Der Vorteil:<br />
Die Position der Achse ist bei diesen Messgeräten direkt nach<br />
dem Einschalten verfügbar. Eine zeitraubende Referenzfahrt, wie<br />
sie inkrementelle Messsysteme benötigen, entfällt. Besonders<br />
praktisch ist diese Eigenschaft zum Beispiel nach Stromausfällen,<br />
wenn sich das Werkzeug noch im Eingriff befindet. Es kann dann<br />
umgehend freigefahren werden, so dass sich bei verketteten, langen<br />
Transferstraßen viel Zeitaufwand und damit Geld sparen lässt.<br />
Damit das funktioniert, muss das Winkelmessgerät an die verschiedensten<br />
Steuerungstypen angeschlossen werden können. Da diese<br />
mit unterschiedlichen Schnittstellen ausgestattet sind, sollte das<br />
Messgerät diese möglichst umfangreich unterstützen. Die Österreicher<br />
fertigen ihre absoluten Winkelmessgeräte deshalb mit den<br />
gängigsten Interfaces (EnDat.2.2, Fanuc, Mitsubishi, BiSS/C, SSI+1<br />
Vss und Siemens Drive CLiQ).<br />
jg<br />
www.amo.at<br />
Details zu den Winkelmesssystemen von Amo:<br />
hier.pro/PPewU<br />
K|E|M <strong>Konstruktion</strong> <strong>01</strong>-02 2<strong>01</strong>9 43
AUTOMATISIERUNG<br />
MESSTECHNIK & SENSOREN<br />
Untersuchung der Auslösekräfte und Dosiermomente von Pen-Injektoren<br />
Kraftänderungen exakt erfassen<br />
Um die Auslösekraft eines Pens für die Injektion zu optimieren, muss der Einfluss einzelner Bauteile,<br />
ihre Materialien und mögliche Schmiermittel bestimmt und gemessen werden. Dazu setzt das Schweizer<br />
Medizintechnik-Unternehmen Ypsomed eine Prüfmaschine von Zwick Roell ein, die dank hoher Messwertauflösung<br />
auch kleinste Kraftänderungen erkennt und den Bediener von der Vorbereitung der Messung<br />
über deren Durchführung bis hin zur Analyse unterstützt.<br />
Dr. Peter Stipp, Awikom GmbH, Bensheim<br />
Bild: Zwick Roell<br />
Einweg-Pens und wiederverwendbare Pen-Injektoren werden<br />
zur Selbstverabreichung von Medikamenten eingesetzt. Der<br />
große Vorteil für Patienten ist, dass auf Knopfdruck eine genau definierte<br />
Menge des Medikaments abgegeben wird. Ob das Handling<br />
des Pens als angenehm empfunden wird, hängt nicht nur von Größe,<br />
Form und einer einfachen Dosierungseinstellung ab, sondern<br />
auch von der benötigen Auslösekraft. Das Schweizer Medizintechnik-Unternehmen<br />
Ypsomed hat untersucht, welche Komponenten<br />
diese Kräfte verursachen und wie sie am besten gemessen werden<br />
können. Dazu wurde eine Prüfmaschine von Zwick Roell eingesetzt.<br />
Die bei Ypsomed zur Prüfung<br />
von Uno-Pens eingesetzte Prüfmaschine<br />
Zwicki Line Z 2.5 von<br />
Zwick Roell ist für Kräfte bis<br />
2,5 kN ausgelegt<br />
Kraft und Reibungswiderstand<br />
Pens sind aus einer Vielzahl von Einzelteilen aufgebaut. Eine Studie<br />
des Unternehmens hat gezeigt, dass die Kraft, die beim Auslösen<br />
auf die Kartusche übertragen wird, hauptsächlich auf dem Reibungswiderstand<br />
zwischen Gewindehülse und -stange beruht: Dieser Parameter<br />
hängt neben Adhäsion, Rauigkeit sowie lokalen Deformationen<br />
davon ab, aus welcher Werkstoffkombination beide bestehen.<br />
Ein weiterer Einflussfaktor ist die Schmierung dieser Teile. Dies<br />
bezieht sich sowohl auf externe Schmiermittel wie Silikonöl, als<br />
auch auf „interne“, wie den Polymeren zugesetzte Additive. Gemessen<br />
wurde das Drehmoment bei insgesamt 15 Drehungen vor und<br />
zurück über einen Bereich von 450° mit 90° pro Sekunde. Zusätzlich<br />
wurde eine axiale Belastung von 10 N aufgebracht. Die Umwandlung<br />
von Kraft und Drehmoment in den gesuchten Reibungskoeffizienten<br />
erfolgte über ein einfaches physikalisches Modell.<br />
Materialkombination und Schmierung<br />
Die bei Ypsomed zur Messung eingesetzte Prüfmaschine Zwicki Line<br />
Z 2.5 des Ulmer Prüfspezialisten ist für Kräfte bis 2,5 kN ausgelegt.<br />
Um die Zug- oder Druckbelastungen mit einer Torsion zu kombinieren,<br />
steht ein Torsionsantrieb in den Abstufungen 2 oder 20 Nm<br />
zur Verfügung. Ein sehr steifes Lastrahmenprofil der Prüfmaschine<br />
reduziert den Neigungswinkel der Traverse unter Last, so dass eine<br />
präzise Ausrichtung und Krafteinleitung in die Probe möglich ist.<br />
Kombiniert mit einer hohen 24 Bit-Messwertauflösung der Mess-,<br />
Steuer- und Regelungstechnik Test Control II, lassen sich so auch<br />
kleinste Kraftänderungen an den Proben noch exakt erfassen und<br />
darstellen. Zur Prüfung der beiden Kunststoffbauteile wird die Gewindehülse<br />
im oberen rotierenden Teil der Maschine, die Gewindestange<br />
im unteren Teil fixiert. Wie erwartet zeigen sich je nach Werkstoff<br />
sehr unterschiedliche Werte für die berechneten Koeffizienten.<br />
Bei einigen Kombinationen sind beispielsweise typische Einlaufeffekte<br />
(höherer Widerstand am Beginn) zu sehen oder deutlich unterschiedliche<br />
Werte bei einer Wiederholung der Drehbewegung. Darüber<br />
hinaus zeigten die Ergebnisse, dass einige Kombinationen<br />
trotz Schmierung zum Selbstblockieren neigen. Eine Reduzierung<br />
der notwendigen Kraft ist daher nur über ein gezieltes Zusammenspiel<br />
zwischen bestimmten Materialien und Schmierungen zu erreichen.<br />
Die gewonnenen Messdaten wurden dazu genutzt, die idealen<br />
Werkstoffe für die Anwendung im Pen zu identifizieren. Auch<br />
lässt sich mit der beschriebenen Methodik die Krafteffizienz des Gesamtsystems<br />
bestimmen.<br />
44 K|E|M <strong>Konstruktion</strong> <strong>01</strong>-02 2<strong>01</strong>9
Reibungskoeffizienten unterschiedlicher Materialkombinationen<br />
und Schmierungen<br />
Bild: Medical Devices Evidence and Research<br />
Vergleichsmessungen an Pens<br />
Mit welcher Messmethode kann die aufzubringende Kraft für ein<br />
definiertes Injektionsvolumen untersucht werden und unter welchen<br />
Bedingungen lassen sich Pens überhaupt vergleichen? Für die<br />
Untersuchungen wurden an drei Insulin-Pens mit zwei verschiedenen<br />
Nadeldurchmessern (31G und 29G) sowie an 3-ml-Kartuschen<br />
25 Messungen durchgeführt. Die präzisen Messungen der Prüfmaschine<br />
an den unterschiedlichen Pens zeigen, dass die Kraftniveaus<br />
verschieden hoch sind und die Kräfte mit der Flussrate ansteigen –<br />
die Profile jedoch ähnlich verlaufen. Um die jeweilige Auslösekraft<br />
der Pens für eine definierte Injektionsmenge vergleichen zu können,<br />
muss außerdem entweder der Weg in mm/s oder die Volumenrate/s<br />
gemessen werden, da die jeweiligen Messergebnisse nicht übereinstimmen.<br />
Ein weiteres Resultat ist, dass bei gleichen Pens mit<br />
unterschiedlichen Flussraten und Nadeldurchmessern größere<br />
Kraftunterschiede auftreten als bei unterschiedlichen Pens mit gleichen<br />
Flussraten und Nadeldurchmessern.<br />
Prüfsoftware unterstützt bei Auswertung<br />
Unterstützt wird der Anwender bei der Auswertung durch die Prüfsoftware<br />
Testxpert III, die auf eine intuitive und strukturierte Bedienung<br />
ausgelegt ist. Der Workflow orientiert sich streng an den Arbeitsprozessen<br />
im Labor und führt den Bediener von der Vorbereitung<br />
über die Durchführung der Prüfung bis hin zur Ergebnisanalyse.<br />
Zudem überprüft ein Assistent alle Eingaben automatisch auf Plausibilität<br />
und zeigt an, welche Prüfparameter noch zu konfigurieren<br />
sind. Gerade sicherheitskritische Prüfungen stellen besondere Anforderungen<br />
an die Nachvollziehbarkeit und Dokumentation. Mithilfe<br />
der Prüfsoftware kann der Administrator festlegen, was protokolliert<br />
wird und zu welchen Vorgängen und Ereignissen eine Begründung<br />
angegeben werden muss. Zudem ist sichergestellt, dass die Prüfergebnisse<br />
jederzeit vor Manipulationen geschützt sowie Änderungen<br />
und Prüfergebnisse nachvollziehbar sind.<br />
jg<br />
www.zwick.de<br />
Details zur Prüfmaschine Zwicki Line von Zwick Roell:<br />
hier.pro/hpfRI<br />
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K|E|M <strong>Konstruktion</strong> <strong>01</strong>-02 2<strong>01</strong>9 45
AUTOMATISIERUNG<br />
MESSTECHNIK & SENSOREN<br />
Mica-IoT-Einsteiger-Kit für Industrie 4.0<br />
Condition Monitoring einfach gemacht<br />
Mit dem IoT-Einsteiger-Kit bestehend aus einer Mica und einem Ciss-Sensor von Bosch möchte Harting<br />
Endanwendern im Maschinenbau den Einstieg in Industrie 4.0 erleichtern. Mit der Lösung ist es möglich,<br />
auf unkomplizierte Weise ein Condition Monitoring aufzubauen. Eine Erweiterung der Lösung ist jederzeit<br />
realisierbar.<br />
Dr. Jan Regtmeier, Leiter Produktmanagement Mica & RFID, Harting, Espelkamp<br />
Mit dem IoT-Einsteiger-<br />
Kit bestehend aus einer<br />
Mica und einem Ciss-<br />
Sensor von Bosch<br />
möchte Harting End -<br />
anwendern im Maschinenbau<br />
den Einstieg in<br />
Industrie 4.0 erleichtern<br />
Bild: Harting<br />
Das IoT-Einsteiger-Kit besteht aus einer Mica mit USB- und<br />
Ethernet-Schnittstelle sowie einem Sensor von Bosch. Dieser<br />
Ciss-Sensor verfügt ebenfalls über eine USB-Schnittstelle und erfüllt<br />
alle Anforderungen des rauen Industrieumfelds gemäß IP67. Jedem<br />
Sensor liegen zwei Magneten bei, die eine einfache Installation<br />
ermöglichen. Mithilfe der Magneten kann der Sensor an jeder<br />
beliebigen Maschine befestigt werden. Der Ciss-Sensor kommuniziert<br />
Standardwerte wie Temperatur, Luftfeuchtigkeit, Orientierung<br />
und Vibrationen. Damit ist es möglich, auf unkomplizierte Weise ein<br />
Kondition-Monitoring aufzubauen. Auf der Mica ist eine APP installiert,<br />
die die Parameter und die Daten vom Sensor direkt entgegennimmt<br />
und auf einem Dashboard visualisiert.<br />
Für viele Unternehmen ist es aktuell wichtig, erste Erfahrungen mit<br />
der Thematik Industrie 4.0 zu sammeln. Das Einsteiger-Kit wurde<br />
speziell für Endanwender im Maschinenbau konzipiert, für Anwen-<br />
der, die vor dem Einstieg in das Thema stehen und sich einen ersten<br />
Eindruck über den Zustand ihrer Maschinen verschaffen möchten.<br />
Die Lösung ist in etwa 15 Minuten betriebsbereit und liefert dann<br />
Daten. Neben der Visualisierung ist es auch möglich, Daten aus der<br />
App an MES und Cloud zu senden. In kürzester Zeit lässt sich so<br />
Kondition-Monitoring einfach nachrüsten. Die vorinstallierte und vorkonfigurierte<br />
Software muss nur einmal in Betrieb genommen werden.<br />
Zur Visualisierung kann sich der Anwender mit dem Tablett auf<br />
der Mica anmelden und die entsprechende Webseite mit dem<br />
Dashboard aufrufen.<br />
Intuitives Ökosystem<br />
Die intuitiv zu bedienenden Apps eignen sich auch für die Auswertung<br />
weiterer Sensoren. Da im Markt zunehmend mehr USB-Sensorik<br />
verfügbar ist, lassen sich weitere Sensoren am zweiten USB-<br />
Port anschließen. Später kann auf Modbus-Sensorik umgestiegen<br />
werden, sodass sich ein deutlich breiteres Sensorik-Angebot erschließen<br />
lässt. Ziel war es, einen möglichst einfachen Startpunkt<br />
für viele Maschinenbetreiber zu schaffen. Die Mica basiert aktuell<br />
auf einem ARM-Singlecore-1-GHz-Prozessor bzw. einem Dualcore-<br />
Prozessor mit 3-GHz-Takt. Möglich ist die Kommunikation über<br />
Ethernet, über WLAN oder LTE.<br />
46 K|E|M <strong>Konstruktion</strong> <strong>01</strong>-02 2<strong>01</strong>9
MESSTECHNIK & SENSOREN<br />
AUTOMATISIERUNG<br />
Wer mit der Bosch-Ciss-App-gearbeitet hat,<br />
kommt auch mit der Modbus-Sensorik gut<br />
zurecht. Bei der Entwicklung der Lösung wurde<br />
darauf geachtet, dass die Usability einheitlich<br />
ist. Es müssen lediglich die Modbus-spezifischen<br />
Parameter eingestellt werden. Mit<br />
der Mica wurde ein Ökosystem geschaffen,<br />
in das sich der Kunde einfach einarbeiten<br />
kann. Alle Sensoren sind ähnlich zu bedienen.<br />
Wachsen die Aufgaben, lassen sich weitere<br />
Micas hinzufügen. Durch den einfachen<br />
Datenaustausch untereinander ist die Visualisierung<br />
auf einem Gerät möglich.<br />
Daten können auch aus bestehenden SPS-<br />
Systemen gewonnen werden. Bei den Simatic-Steuerungen<br />
beispielsweise ist eine Funktion<br />
verfügbar, um den Inhalt definierter Register<br />
als Funktionsblock über Modbus TCP<br />
auszugeben. Mit Hilfe des Modbus-TCP-<br />
Gateways lassen sich die Daten dann in die<br />
Mica laden. Dass ist der Weg, der von Harting<br />
aktuell empfohlen wird. Das hat sich sowohl<br />
bei Siemens-, Rockwell- und Beckhoff-Steuerungen bewährt.<br />
Die sich zurzeit in der Erprobung befindliche Mica für IO-Link erschließt<br />
darüber hinaus einen weiteren Sensorik-Bereich. Als<br />
Schnittstellen werden aktuell Modbus TCP, Modbus RTU, IO-Link.<br />
Ziel ist es, zukünftig auch drahtlose Sensorik einzubinden.<br />
Stillstände vermeiden und die Qualität verbessern<br />
Den Maschinenanwender geht es in erster Linie darum, Stillstände<br />
zu vermeiden und die Qualität ihrer Produkte zu verbessern. Oft<br />
reicht es zu erkennen, wie sich die Betriebszustände der Maschinen<br />
verändern. Mithilfe des Einsteiger-Kits können ungeplante Stillstände<br />
in zeitlich geplante Stillstände umgewandelt werden. Auf dieser<br />
sehr einfachen Ebene lassen sich bereits erhebliche Verbesserungen<br />
erzielen.<br />
Bei Harting selbst kommt die Mica zur Überwachung von Kunststoffspritzgießmaschinen<br />
zum Einsatz, die dazu permanent überwacht<br />
werden. Dazu wurden die Maschinen mit zusätzlicher Sensorik<br />
ausgestattet, beispielsweise für die Überwachung des Kühlöls.<br />
Dabei fragt die Mica sowohl die Prozessdaten der Maschine ab als<br />
auch die Informationen aus den zusätzlichen Sensoren. So stehen<br />
sowohl die Maschinen- als auch die Umgebungsdaten zur Verfügung.<br />
Die Hersteller von Kunststoffspritzgießmaschinen nutzen das<br />
Euromap-Protokoll, dass auch von der Mica unterstützt wird. Ziel ist<br />
es, zukünftig weitere Anwendungsbereiche zu erschließen. Aktuell<br />
laufen dazu verschiedene Projekte.<br />
Für die Mica sind Standard-Webschnittstellen für ERP oder MES verfügbar.<br />
Die Software unterstützt alle gängigen IT-Standards wie<br />
https, JSON RPC oder MQTT. In jeder App lässt sich das gewünschte<br />
Ausgangsformat einstellen. Harting bietet außerdem Apps, mit<br />
denen die Connectivity zu Microsoft Azure oder Amazon Webservice<br />
sichergestellt ist. Weitere Kunden haben Azure-On-Premise im<br />
Einsatz. Dafür wurde ebenfalls eine APP entwickelt.<br />
Sichere Software-Container<br />
Die Software der Mica basiert auf Linux-Containern und LXC, einem<br />
Verfahren zur Virtualisierung auf Betriebssystemebene, das mehrere<br />
voneinander isoliert laufende Linux-Systeme auf einem einzigen<br />
Mit dem Einsteigerkit kann der Zustand von Maschinen, wie beispielsweise einer Spritzguß -<br />
maschine, überwacht werden<br />
Host ermöglicht. Wird eine neue App benötigt, lässt sich diese einfach<br />
auf das Gerät laden; beispielsweise für Modbus oder IO-Link.<br />
So ist es möglich, jeden Container in einer anderen Programmiersprache<br />
oder mit einem anderen Werkzeug zu programmieren. Jeder<br />
Anwender oder Projektpartner kann eigene Container entwickeln,<br />
die mit den Basis-Apps kommunizieren.<br />
Harting bietet auf einer speziellen Downloadseite alle erforderliche<br />
und verfügbare Software. Während die Open-Source-Container<br />
grundsätzlich frei nutzbar sind, müssen andere Tools lizensiert werden.<br />
Apps wie die RFID-Middleware laufen nur begrenzt und müssen<br />
mittels Code freigeschaltet werden. Alle Kunden haben die<br />
Möglichkeit, benötigte Apps so einfach wie möglich auszuprobieren.<br />
Die Apps sind in drei Qualitätsstufen verfügbar. Mit Mica-Play kann<br />
jeder ausprobieren, was für ihn möglicherweise interessant aber<br />
nicht geprüft ist. Oft handelt es sich um gute Beispiele aus der Praxis.<br />
Unter Mica-Pro verfügbare Software hat einen Qualifizierungsprozess<br />
durchlaufen, ist dokumentiert und auf Zuverlässigkeit geprüft.<br />
Unter Mica Prime sind Tools zusammengefasst, die über Softwareschnittstellen<br />
auch aus der Ferne verwaltet werden können.<br />
Das Mica Device Management ermöglicht es darüber hinaus, bis zu<br />
50 Geräte aus der Ferne zu verwalten. Zu den Prime-Apps gehören<br />
beispielsweise der MQTT-Broker, die OPC-UA-Tools sowie eine<br />
Datenbank.<br />
ge<br />
www.harting.com<br />
Weitere Informationen<br />
und Downloads:<br />
hier.pro/gxqcC<br />
Bild: Harting<br />
K|E|M <strong>Konstruktion</strong> <strong>01</strong>-02 2<strong>01</strong>9 47
AUTOMATISIERUNG<br />
SERIE<br />
Praktischer Umgang mit Normen in der Sicherheitstechnik für Maschinen – Teil 10<br />
Normative Vorgaben und Anforderungen<br />
In diesem 10. Teil unserer Serie kommen wir nun zu den letzten Schritten, die für die Auswahl einer Verriegelung mit<br />
oder ohne Zuhaltung nach EN ISO 14119 notwendig sind. Dabei dreht sich alles um die verschiedenen Bauarten von<br />
Verriegelungseinrichtungen, die möglichen Kodierungsstufen sowie die Auswahl des Sicherheitsschalters.<br />
Jens Rothenburg, Produktmanager sowie Normenexperte bei Euchner, Leinfelden-Echterdingen<br />
Bild: Euchner<br />
Der elektromagnetische Sicherheitsschalter ohne<br />
Zuhaltung links ist ein Beispiel für die Bauart 1<br />
von Verriegelungseinrichtung. In der Mitte steht<br />
der abgebildete elektromagnetische Sicherheitsschalter<br />
mit Zuhaltung für die Bauart 2 und der<br />
transponderkodierte Sicherheitsschalter rechts<br />
steht beispielhaft für die Bauart 4<br />
Im Rahmen der letzten drei Schritte der Auswahl einer Verriegelungseinrichtung<br />
mit oder ohne Zuhaltung wird neben der Bauart<br />
der Verriegelungseinrichtung selbst auch die Kodierungsstufe sowie<br />
der Sicherheitsschalter ausgewählt. Die Norm unterteilt Verriegelungseinrichtungen<br />
in vier verschiedene Bauarten. Diese Unterteilung<br />
wird in der Norm genutzt, um unterschiedliche Anforderungen<br />
an die verschiedenen möglichen Verriegelungsprinzipien zu formulieren:<br />
Sicherheitstechnik<br />
für Maschinen<br />
PLUS<br />
Zusammen mit dem Normenexperten Jens Rothenburg von<br />
Euchner wollen wir Ihnen in jeder zweiten Ausgabe der <strong>KEM</strong><br />
<strong>Konstruktion</strong> im Rahmen der Serie „Praktischer Umgang mit<br />
Normen in der Sicherheitstechnik für Maschinen“ in Form<br />
von kompakten Beiträgen die einzelnen Phasen der Entwicklung<br />
der Sicherheitstechnik einer Maschine näherbringen.<br />
Im ersten Serienteil (siehe <strong>KEM</strong> <strong>Konstruktion</strong> 6/2<strong>01</strong>7) lag der<br />
Fokus auf einem Überblick über die relevanten Normen<br />
sowie einer groben Beschreibung der einzelnen Entwicklungsphasen.<br />
Seither werden diese Phasen sowie die<br />
entsprechenden Normen in den weiteren Serienteilen<br />
näher betrachtet. Alle bisher erschienenen<br />
Teile der Serie finden Sie auch online unter:<br />
hier.pro/2ATbY<br />
• Bauart 1: Unkodierter mechanisch betätigter Positionsschalter<br />
• Bauart 2: Kodierter mechanisch betätigter Positionsschalter<br />
• Bauart 3: Unkodierter berührungslos wirkender Positionsschalter<br />
• Bauart 4: Kodierter berührungslos wirkender Positionsschalter<br />
Diese Bauarten gibt es sowohl bei Verriegelungseinrichtungen als<br />
auch für Zuhaltungen.<br />
Bei einer berührungslos wirkenden Zuhaltung, wie etwa beim CET<br />
oder dem CTP ist damit allerdings nicht das Prinzip für die Zuhaltung<br />
gemeint, sondern das Prinzip für die Verriegelung, die in jeder Zuhaltung<br />
integriert ist. Des Weiteren benötigen unkodierte Bauarten<br />
keinen speziellen Betätiger, sondern reagieren beispielsweise auf<br />
die Annäherung von Metall, während kodierte Positionsschalter<br />
immer einen speziellen Betätiger benötigen. In den Anhängen A bis<br />
D der Norm sind Beispiele für die Anwendungsbereiche sowie Vorund<br />
Nachteile der verschiedenen Bauarten aufgelistet.<br />
Auswahl der Kodierungsstufe<br />
Die Bauart sagt nichts über das Level der Kodierung des Betätigers<br />
aus, die in drei Stufen von niedrig bis hoch reicht:<br />
• niedrig: Es sind bis zu 9 unterschiedliche Betätiger verfügbar.<br />
• mittel: 10 bis 1000 unterschiedliche Betätiger sind verfügbar.<br />
• hoch: Mehr als 1000 unterschiedliche Betätiger sind verfügbar.<br />
In der Norm bezieht sich diese Angabe auf die Anzahl der unterschiedlichen<br />
Betätiger. Beispielsweise entsprechen mechanische<br />
Sicherheitsschalter der Bauart 2 der Kodierungsstufe niedrig. Und<br />
transponderkodierte Sicherheitsschalter von Euchner sind in niedrig<br />
sowie hoch kodierten Ausführungen erhältlich. Niedrig kodiert sind<br />
dabei Geräte in der Ausführung Multicode; alle Unicode-Geräte sind<br />
hoch kodiert.<br />
Maßnahmen gegen Manipulationen<br />
Wichtig ist auch, dass die Kodierung nichts mit der Sicherheitseinstufung<br />
der Geräte zu tun hat. Der erreichbare Performance Level<br />
48 K|E|M <strong>Konstruktion</strong> <strong>01</strong>-02 2<strong>01</strong>9
EINE MESSE.<br />
EIN ZIEL.<br />
ZWEI STÄDTE.<br />
20.– 21. FEBRUAR 2<strong>01</strong>9<br />
AUGSBURG<br />
www.fmb-sued.de<br />
Bild: Euchner<br />
Die letzten drei Schritte der<br />
Auswahl einer Verriegelungseinrichtung<br />
mit oder<br />
ohne Zuhaltung<br />
Code: SUED419<br />
einlösen und<br />
kostenloses<br />
Ticket sichern!<br />
(PL) wird dadurch nicht beeinflusst. Stattdessen hat die Kodierungsstufe<br />
große Bedeutung als Maßnahme gegen die Manipulation von<br />
Sicherheitseinrichtungen. Somit ist bei einem hoch kodierten Sicherheitsschalter<br />
generell weniger Aufwand notwendig, um das System<br />
vor Manipulationen zu schützen, als bei einem niedrig kodierten.<br />
Allerdings stellt sich vor der Auswahl der Kodierungsstufe die Frage,<br />
ob überhaupt ein Anreiz für ein Umgehen der Verriegelungseinrichtung<br />
vorliegt und daher Maßnahmen gegen Manipulationen ergriffen<br />
werden müssen. Diese Bewertung wird in einem der nächsten<br />
Teile erläutert. Grundsätzlich müssen aber alle Systeme gegen<br />
Manipulationen gesichert sein.<br />
Auswahl des Sicherheitsschalters<br />
Neben den normativen Anforderungen, die von allen Verriegelungen<br />
und Zuhaltungen aus dem Euchner-Programm erfüllt werden, kommen<br />
bei der Auswahl des Sicherheitsschalters auch noch sehr viele<br />
praktische Erwägungen zum tragen. Diese werden teilweise ebenfalls<br />
durch die Norm vorgegeben. So wird zum Beispiel die Bedeutung<br />
von Staub und Schmutz für die Bauart 2 beschrieben. Die entsprechenden<br />
Informationen findet man sowohl im normativen Teil in<br />
Abschnitt 6 als auch in den informativen Anhängen.<br />
ik<br />
www.euchner.de<br />
6.– 8. NOVEMBER 2<strong>01</strong>9<br />
BAD SALZUFLEN<br />
www.fmb-messe.de<br />
Details zu elektromechanischen Sicherheits -<br />
schaltern ohne Zuhaltung von Euchner:<br />
hier.pro/eWNUe<br />
Messe All About Automation Friedrichshafen:<br />
Halle B1, Stand 216<br />
Messe FMB-Süd:<br />
Halle 5, Stand B14<br />
ZULIEFERMESSE<br />
FÜR MASCHINENBAU,<br />
AUTOMATISIERUNG<br />
UND PRODUKTION<br />
K|E|M <strong>Konstruktion</strong> <strong>01</strong>-02 2<strong>01</strong>9 49
AUTOMATISIERUNG<br />
NEWS<br />
Anwenderspezifische Heavy-Duty-Joysticks von Rafi<br />
Für anspruchsvolle Outdoor-Anwendungen<br />
Bild: Rafi<br />
Der Hersteller komplettiert seine Joyscape-<br />
Plattform um hoch belastbaren Joysticks<br />
für Outdoor-Anwendungen. Das Plattformprinzip<br />
baut auf einer robusten Standard-<br />
<strong>Konstruktion</strong> auf, die mit kundenspezifisch<br />
gestalteten Griffen kombiniert wird. Je<br />
nach Bedarf integriert der Hersteller Taster,<br />
Wippen, Daumen-Joysticks, Dreh-Encoder<br />
und LEDs in die Multifunktionsgriffe. Durch<br />
die Bewegungserfassung mit verschleißfreier<br />
kontaktloser 3D-Hall-Sensorik erreicht<br />
der Heavy-Duty-Joystick eine hohe<br />
Lebensdauer: Auch bei Temperaturen zwischen<br />
-40 und +85 °C übersteht das Gerät<br />
problemlos 5 Mio. Betätigungszyklen. Die<br />
Anschlagfestigkeit in X- und Y-Richtung beträgt<br />
110 Nm, in Z-Richtung widersteht der<br />
Joystick 1000 N Druck- und 500 N Zugbelastung.<br />
Das Basis-Gehäuse aus ferromagnetischem,<br />
hochlegiertem Stahl sorgt für<br />
die optimale Abschirmung des Sensorsystems<br />
und verleiht dem Joystick zusätzlich<br />
Robustheit.<br />
ge<br />
www.rafi.de<br />
Ilme bietet LWL- und elektrische Kontakte<br />
Ohne weiteren Platzbedarf<br />
Lichtwellenleiter bieten eine höhere Signalvielfalt<br />
und absolute Resistenz gegenüber elektromagnetischen<br />
Störungen. Erforderte die Implementierung<br />
einer LWL-Schnittstelle bislang stets<br />
einen eigenen Steckverbinder oder zumindest<br />
ein spezielles Bauelement innerhalb eines modularen<br />
Steckverbinders, so kann dies nun ohne<br />
zusätzlichen Platzbedarf innerhalb von Standard-<br />
Crimpeinsätzen in unmittelbarer Nachbarschaft<br />
elektrischer Kontakte realisiert werden. Der Hersteller<br />
hat hierfür LWL-Crimpkontakte entwi-<br />
ckelt, die in ihren Abmessungen mit 10A-Crimpkontakten<br />
identisch sind und somit neben diesen<br />
in allen Einsätzen CD, CDD, CQ, CX und MI-<br />
XO (10-A-Module) verwendet werden können.<br />
Ein Federmechanismus im Stiftkontakt sorgt für<br />
eine vibrationsfeste Verbindung und eine störungsfreie<br />
und dämpfungsminimierte Signalübertragung.<br />
Die LWL-Kontakte CL…DD sind für<br />
POF Leitungen mit 1 mm Faser- und 2,2 mm Außendurchmesser<br />
geeignet.<br />
ge<br />
www.ilme.com<br />
Bild: Ilme<br />
AmbiMate-Sensormodul MS4-Serie von TE Connectivity<br />
Mouser bietet einfache Integration von Umgebungssensoren<br />
Bild: Mouser<br />
Mouser Electronics, der branchenführende<br />
New Product Introduction (NPI)-Distributor<br />
mit der größten Auswahl an Halbleitern und<br />
elektronischen Komponenten, führt ab sofort<br />
die AmbiMate-Sensormodul-MS4-Serie von<br />
TE Connectivity (TE), einem weltweit führenden<br />
Anbieter von Konnektivität und Sensoren.<br />
Die AmbiMate-Sensormodule des Her-<br />
stellers beinhalten vier Kernsensoren<br />
auf einer einzigen Leiterplattenbaugruppe<br />
und ermöglichen eine einfache<br />
Integration in eine Vielzahl von Host-<br />
Produkten in der Gebäudeautomation,<br />
Beleuchtung und Smart Home-<br />
Anwendungen. AmbiMate-Sensormo -<br />
dule sind vorkonstruiert und montiert,<br />
sodass Hersteller wertvolle Konstruk -<br />
tionsressourcen für andere wichtige<br />
Aufgaben einsetzen können. Die<br />
AmbiMate-Sensormodul-MS4-Serie<br />
des Herstellers, die beim NPI-Distributor<br />
erhältlich ist, umfasst alle Sensoren für<br />
Bewegung, Licht, Temperatur und Feuchtigkeit,<br />
während optionale Ergänzungen Sensoren<br />
für Schall, CO 2<br />
und flüchtige organische<br />
Verbindungen (VOCs) beinhalten. Die Module<br />
bieten mehrere Befestigungsmöglichkeiten,<br />
um die vorbestückte Leiterplatte einfach in<br />
das Host-Board zu integrieren. Die Sensormodule<br />
der MS4-Serie verfügen über eine gemeinsame<br />
Sieben-Positionen-Verbindung, sodass<br />
eine einzige Platine für jede verfügbare<br />
Sensorkonfiguration zur Verfügung steht. Die<br />
Sensormodule eignen sich für Anwendungen<br />
in der Gebäudeautomation, bei denen Umgebungsdaten<br />
die Produktentscheidung beeinflussen<br />
können. So können Ingenieure beispielsweise<br />
mit einem oder mehreren Modulen<br />
VOC- und CO -Konzentrationen erfassen<br />
2<br />
und die Luftqualität bewerten. Die AmbiMate-<br />
Sensormodule mit integriertem Mikrofon<br />
können die Bewegungserkennung durch Abhören<br />
von Schallereignissen ergänzen. Ein<br />
Netzwerk von Modulen kann Belegung, Luftfeuchtigkeit,<br />
Temperatur und Lichtverhältnisse<br />
erfassen, sodass Gebäudesteuerungen<br />
die Innenbeleuchtung, die HLK-Ausstattung,<br />
das Energiemanagement und andere zonale<br />
Umweltkontrollen anpassen können. jke<br />
www.mouser.com<br />
50 K|E|M <strong>Konstruktion</strong> <strong>01</strong>-02 2<strong>01</strong>9
NEWS<br />
AUTOMATISIERUNG<br />
Steuerungen von Pilz<br />
Mehr Performance<br />
Die aktuelle Generation der Motion-Control-<br />
Steuerungen PMCprimo C2 ist nun mit einem<br />
leistungsfähigen 1,3-GHz-Prozessor<br />
ausgestattet. Anwender können zudem aufgrund<br />
der Programmierung über Soft-SPS<br />
nach IEC 61131 von schneller Inbetriebnahme<br />
profitieren. Durch das Upgrade zu Version<br />
3.5 der SPS stehen alle Vorteile einer objektorientierten<br />
Programmierung zur Verfügung.<br />
PMCprimo C2 ist mit einem Ethercat-Master<br />
ausgestattet. Des Weiteren unterstützt das<br />
System Master- und Slave-Kommunikationsschnittstellen<br />
wie Modbus/TCP, CAN oder<br />
Profibus-DP-S und stellt damit eine flexible<br />
Lösung dar. PMCprimo verfügt über SPS- sowie<br />
Motion-Funktionalität und übernimmt innerhalb<br />
einer Anlage die Automatisierung<br />
und Bewegungsmanagement an Servoachsen.<br />
Bis zu 32 Achsen können flexibel verknüpft<br />
und CNC-Aufgaben gelöst werden. ik<br />
www.pilz.com<br />
All About Automation Friedrichshafen: Halle B1-418<br />
Bild: Pilz<br />
Perfekte Lösung von Siko<br />
Hochauflösender Encoder MSA213CC für Antriebstechnik<br />
Die Anforderungen an Sensorik zur Positionserfassung<br />
in der Automatisierung und<br />
Antriebstechnik steigen mit der Komplexität<br />
und Leistungsfähigkeit der zugehörigen Maschinen<br />
und Anlagen. Eine perfekte Lösung<br />
dafür bietet der neue hochauflösende Absolutsensor<br />
MSA213CC von Siko. Er liefert<br />
nicht nur ohne Referenzieren und Pufferbatterie<br />
zu jedem Zeitpunkt die absolute Position,<br />
sondern kann dank seiner kleinen Bauform<br />
und den zahlreichen Schnittstellen mit<br />
minimalem Aufwand in die Anlage und<br />
Steuerungsumgebung integriert werden.<br />
Der MSA213C eignet sich mit der hohen Signalgüte<br />
und den kleinen Abmessungen ideal<br />
für den Einsatz im Bereich Handling und<br />
Montageautomation, in Bearbeitungssystemen,<br />
Pick-and-Place Anwendungen oder der<br />
PCB-Bearbeitung. Der MSA213C ist auch für<br />
die präzise Positionserfassung und Geschwindigkeitsmessung<br />
in linearen Direktan-<br />
Bild: Siko<br />
trieben prädestiniert. Der magnetische absoluter<br />
Lineargeber überzeugt mit seiner hohen<br />
absoluten Auflösung von 1 μm, wodurch<br />
jederzeit eine präzise Positionserkennung<br />
gewährleistet ist. Die absolute Messung ist<br />
vor allem in sicherheitsrelevanten Anwendungen<br />
unerlässlich, wenn eine Positionsänderung<br />
auch im stromlosen Zustand sicher<br />
erkannt werden muss. Die realisierte Wiederholgenauigkeit<br />
von ±1 μm ermöglicht dabei<br />
eine zuverlässige Nutzung in Mehrachsapplikationen<br />
oder Positioniersystemen, in<br />
denen eine genaue Ansteuerung bzw. Erkennung<br />
von Positionen benötigt wird. Diese<br />
Performance wird dabei über eine Länge von<br />
bis zu 16 Metern erreicht. Damit der<br />
MSA213C möglichst einfach in die Anwendung<br />
auf Kundenseite integriert werden<br />
kann, ist er mit zahlreichen absoluten<br />
Schnittstellen erhältlich. Angefangen bei den<br />
Basis-Varianten mit SSI, RS485 und BiSS-C<br />
steht der Sensor auch mit IO-Link zur Verfügung<br />
und unterstützt Protokolle verschiedener<br />
Steuerungshersteller. Zusätzlich steht<br />
parallel eine inkrementelle Schnittstelle als<br />
digitaler Line Driver oder analoger 1 Vss Signalausgang<br />
zur Verfügung. Mit dieser Kombination<br />
ist zu jeder Zeit eine absolute Weginformation<br />
gegeben sowie eine exakte Kommutierung<br />
auch im dynamischen Betrieb<br />
möglich. Für den Nutzer ist für Einbau und<br />
Betrieb eine Funktions- und Statusanzeige-<br />
LED im Gehäuse untergebracht.<br />
jke<br />
www.siko-global.com<br />
Intelligent Testing<br />
<br />
<br />
www.zwickroell.com AllroundLine bis 250 kN<br />
<br />
<br />
<br />
<br />
<br />
K|E|M <strong>Konstruktion</strong> <strong>01</strong>-02 2<strong>01</strong>9 51
ANTRIEBSTECHNIK<br />
ELEKTROMOTOREN<br />
Gibt es auf dem Mars<br />
Erd beben? Und wie sind seine<br />
inneren Schichten aufgebaut?<br />
Diese Fragen soll das<br />
Seismic Experiment for<br />
Interior Structure (Seis) der<br />
Marssonde InSight klären<br />
Bild: Sodern Ariane Group 2<strong>01</strong>8<br />
Schrittmotoren für Positioniersystem in Seismometer<br />
Messen mit hoher Präzision<br />
Ende November 2<strong>01</strong>8 erreichte ein hochsensibles Seismometer den Mars, um die Frage zu klären,<br />
ob es auf unserem Nachbarplaneten seismische Wellen, also Marsbeben gibt. Mit an Bord des Seis<br />
(Seismic Experiment for Interior Structure) sind sechs kleine Schrittmotoren von Faulhaber, die gleich<br />
zwei wichtige Aufgaben erfüllen: Sie positionieren die Messmechanik und gleichen die als Folge<br />
starker jahreszeitlicher Temperaturschwankungen auftretenden Spannungskräfte aus.<br />
Andreas Seegen, Leiter Marketing bei Faulhaber und Ellen-Christine Reiff, Redaktionsbüro Stutensee<br />
Erdbeben sind ein sicheres Zeichen für Massebewegungen im<br />
Inneren eines Planeten. Diese Erkenntnis ist noch gar nicht so<br />
alt. Erst vor 100 Jahren hat der deutsche Geowissenschaftler Alfred<br />
Wegener die anfangs von Kollegen belächelte Theorie der Kontinentalverschiebung<br />
aufgestellt, die zu einer wesentlichen Grundlage für<br />
das heutige Modell der Plattentektonik geworden ist. Das Wissen<br />
über Kontinentalplatten, die sich auf dem Erdmantel verschieben,<br />
gehört heute zum Schulunterricht. Auf der Erde sind die Folgen der<br />
Plattentektonik bekannt. Sie verändert auf unserem Planeten die<br />
geologischen Formen. Es entstehen tiefe Grabenbrüche und hohe<br />
Bergrücken. Doch wie sieht die Situation auf dem Mars aus?<br />
Das sensibelste Seismometer, das je gebaut wurde<br />
Ein typisches Beispiel dafür, wie die Bewegung der Kontinentalplatten<br />
die Landschaft auf der Erde formt, liefert der knapp 400 km lange<br />
Oberrheingraben. Ähnlich könnte auf dem Mars der Canyon Valles<br />
Marineris entstanden sein, der bei bis zu 7 km Tiefe allerdings<br />
zehnmal so lang wie der Oberrheingraben ist. Gibt es auf unserem<br />
Nachbarplaneten also auch eine Plattentektonik? Ist dieser Prozess<br />
abgeschlossen oder dauert er an? Bebt der Mars? Seismische Messungen<br />
sollen diese Fragen beantworten. Die am 5. Mai 2<strong>01</strong>8 von<br />
der Nasa gestartete Mission „Insight“ wird dazu beitragen. Der<br />
Mars-Lander hat viele wissenschaftliche Instrumente dabei, unter<br />
anderem das Seis. Das Seismometer ist durch eine Vakuumkammer<br />
und eine Isolierhülle vor Umwelteinflüssen abgeschirmt. Konstruktiv<br />
besteht es aus mehreren seismologischen Sensoren, die Bodenbewegungen<br />
in verschiedener Intensität und Frequenz registrieren.<br />
Unterstützt wird die Messung von Geräten, die Windstärke, Luft-<br />
Bild: Sodern Ariane Group 2<strong>01</strong>8<br />
Das Seismometer ist durch eine Vakuumkammer und eine<br />
Isolierhülle vor Umwelteinflüssen abgeschirmt<br />
52 K|E|M <strong>Konstruktion</strong> <strong>01</strong>-02 2<strong>01</strong>9<br />
Bild: Sodern Ariane Group 2<strong>01</strong>8<br />
Die Seis-Sensoren registrieren<br />
noch Verschiebungen<br />
des Untergrunds um<br />
weniger als den Durchmesser<br />
eines einzigen Wasserstoffatoms.<br />
Faulhaber-<br />
Schrittmotoren tragen zu<br />
dieser Genauigkeit bei
ELEKTROMOTOREN<br />
ANTRIEBSTECHNIK<br />
druck, Temperatur und das Magnetfeld aufzeichnen. So lassen sich<br />
Informationen gewinnen, ob detektierte Schwingungen wirklich<br />
seismischen Ursprungs sind oder nur das Resultat von Störfaktoren<br />
auf der Marsoberfläche. In Summe kann das Instrument Erschütterungen<br />
detektieren, die den Boden des Planeten um weniger als die<br />
Dicke eines Wasserstoffatoms auslenken. Die Nasa spricht deshalb<br />
„vom sensibelsten Seismometer, das je gebaut wurde“. Die Präzision<br />
ist nur deshalb möglich, weil das von drei Faulhaber-Schrittmotoren<br />
elektrisch angetriebene Positioniersystem eine ausgeklügelte<br />
Nivellierung vornimmt. Entwickelt wurde das System am Max-<br />
Planck-Institut für Sonnensystemforschung in Göttingen.<br />
Zur hohen Messgenauigkeit trägt zudem ein thermischer Ausgleich<br />
des Federmechanismus des Seismometers bei. Das ist notwendig,<br />
weil die Temperaturen auf dem Mars im Wechsel der Jahreszeiten<br />
stark variieren. Die unterschiedlichen Temperaturen lassen Werkstoffe<br />
schrumpfen, sich ausdehnen und ihre Festigkeit verändern.<br />
Das hat auch auf den Federmechanismus Auswirkungen. Drei weitere<br />
Schrittmotoren des Herstellers (Serie AM0820) haben deshalb<br />
die Aufgabe, diese Veränderungen auszugleichen. Sie messen im<br />
Durchmesser lediglich 8 mm, sind knapp 14 mm lang und liefern ein<br />
Drehmoment von 0,65 mNm. Sie arbeiten mit einer Auflösung von<br />
20 Schritten pro Umdrehung und sind mit Planetengetrieben gleichen<br />
Durchmessers kombiniert. Die Edelstahlgetriebe sind für den<br />
Einsatz auf dem Mars mit einem speziellen Schaft versehen und haben<br />
ein besonders beschichtetes Kugellager.<br />
Bild: Faulhaber<br />
Weltraumtaugliche Schmierung der Kugellager<br />
Der Bau des Seismometers lag in der Hand von Sodern, einer Tochtergesellschaft<br />
der Ariane-Gruppe. Bei der Evaluation der Antriebstechnik<br />
war Sodern auf der Suche nach der besten technischen Ausstattung.<br />
„Das war schon eine aufwendige Recherche“, blickt Pressesprecher<br />
Rémy Lambertin zurück. „Wir waren schließlich in Begriff,<br />
eines der kleinsten Instrumente zu bauen, das wir jemals auf den<br />
Mars geschickt haben.“ Und kleiner bedeutet, dass die <strong>Konstruktion</strong><br />
auch zerbrechlicher ist. Folglich lag die Messlatte hoch bei Aspekten<br />
wie Robustheit, Langlebigkeit und Betriebssicherheit. Eine besondere<br />
Herausforderung beim Einsatz innerhalb des Seismometers bestand<br />
nach Auskunft von Lambertin darin, die Antriebstechnik wirksam<br />
zu schmieren. Ein spezielles Schmiermittel ist deshalb notwendig,<br />
weil auf der Marsoberfläche ein durchschnittlicher Druck von lediglich<br />
6,36 hPa herrscht. Die verlässliche Schmierung der Kugellager<br />
der Motoren sowie der Gleitteile der Getriebe mit einem Produkt<br />
von Dicronite gehört zu den entscheidenden Faktoren, um auf der<br />
Marsoberfläche spielfrei und mit langer Lebensdauer zu arbeiten.<br />
6 Antriebsachsen mit hoher Positioniergenauigkeit<br />
Mindestens 160 Korrekturzyklen soll die mit der französischen Faulhaber-Tochter<br />
konzipierte Schrittmotor-Antriebslösung auf dem<br />
Mars über einen Zeitraum von zwei Jahren durchhalten. Die auf der<br />
Erde unternommenen Lebensdauertests waren sogar auf sechs<br />
Jahre ausgelegt – in einem thermischen Arbeitsbereich von -120 °C<br />
bis +70 °C. Kein Wunder, dass die Motoren die Tests mit Bravour bestanden<br />
haben, Schrittmotoren des Antriebsspezialisten haben sich<br />
schließlich in solch Umgebungsbedingungen bereits in anderen<br />
Mars-Missionen bewährt. Die sechs Antriebsachsen arbeiten im<br />
Seis mit einer Positioniergenauigkeit, deren Toleranz unter 0,1 Grad<br />
liegt. Ihre Spielfreiheit gewährleistet eine hohe Wiederholgenauigkeit<br />
der Verfahrwege. Mit ihrer Präzision und Zuverlässigkeit werden<br />
die kleinen Schrittmotoren jetzt dazu beitragen, die Frage zu klären,<br />
ob der Mars bebt.<br />
jg<br />
www.faulhaber.com<br />
Details zu den Schrittmotoren von Faulhaber:<br />
hier.pro/ZhZj7<br />
Der Precistep-Schrittmotor<br />
mit 8 mm Durchmesser und<br />
13,8 mm Länge liefert ein<br />
Drehmoment von 0,65 mNm<br />
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K|E|M <strong>Konstruktion</strong> <strong>01</strong>-02 2<strong>01</strong>9 53
ANTRIEBSTECHNIK<br />
ELEKTROMOTOREN<br />
Bürstenlose Motoren ohne Sensoren betreiben<br />
Motoren sensorlos ansteuern<br />
In vielen Anwendungen wäre es von Vorteil, wenn man einen bürstenlosen Motor ohne Sensoren<br />
betreiben könnte. Und tatsächlich gibt es hier verschiedene Möglichkeiten. Eine vom Schweizer<br />
Antriebsspezialisten Maxon Motor entwickelte Methode setzt nun Maßstäbe in Sachen Präzision<br />
und Zuverlässigkeit.<br />
Urs Kafader, Leiter technische Ausbildung, Maxon Motor<br />
Die sensorlose Steuerung<br />
50/4 Escon von Maxon<br />
Motor setzt Maßstäbe<br />
in Sachen Präzision und<br />
Zuverlässigkeit<br />
Bild: Maxon Motor<br />
Um einen bürstenlosen Motor anzutreiben, braucht es eine<br />
Steuerelektronik für die präzise Kommutierung. Das funktioniert<br />
aber nur, wenn die Steuerelektronik stets weiß, in welcher Position<br />
sich der Rotor befindet. Klassischerweise liefern im Motor verbaute<br />
Sensoren diese Informationen. Doch es geht auch anders.<br />
Sensorlose Ansteuerungsverfahren verwenden Strom- und Spannungsinformation<br />
aus dem Motor zur Bestimmung der Rotorlage.<br />
Aus der Veränderung der Rotorposition lässt sich die Geschwindigkeit<br />
herleiten, welche sich auch zur Drehzahlregelung verwenden<br />
lässt. Höherentwickelte sensorlose Ansteuerungen können sogar<br />
den Strom und die Position regeln. Durch das Weglassen von Sensoren<br />
ergeben sich Vorteile: niedrigere Kosten und Platzersparnis.<br />
Denn Kabel, Stecker oder elektronische Schaltkreise entfallen. Die<br />
sensorlosen Regler von Maxon Motor nutzen drei Grundprinzipien,<br />
die auf die BLDC-Motoren des Herstellers abgestimmt sind.<br />
Prinzip 1: EMK-Methode mit Nulldurchgang<br />
Die EMK-Methode mit Bestimmung des Nulldurchgangs verwendet<br />
die induzierte Spannung (oder EMK) in der nicht-bestromten Phase<br />
bei Blockkommutierung. Der Nulldurchgang findet in der Mitte des<br />
Kommutierungsintervalls statt. Aus den vorhergehenden Kommutierungsschritten<br />
kann die Zeitverzögerung zum nächsten Kommutierungspunkt<br />
abgeschätzt werden. Die EMK-Methode mit Nulldurchgang<br />
funktioniert nur bei genügend hoher Drehzahl – im Stillstand<br />
verschwindet die EMK. Der Anlauf des Motors benötigt einen<br />
speziellen Anlaufprozess ähnlich einer Schrittmotorsteuerung und<br />
muss separat eingestellt werden. Die eigentliche sensorlose Kommutierung<br />
ist erst ab Motordrehzahlen von 500-1000 UpM möglich.<br />
Zur Drehzahlregelung wird die Frequenz der Kommutierungsschritte<br />
verwendet. Die Dynamik ist aufgrund der beschränkten Feedback -<br />
information limitiert, lässt sich aber durch Integration von Schätzmethoden<br />
im Regelalgorithmus (Beobachter, Kalman-Filter …) verbessern.<br />
Die EMK-Methode mit Nulldurchgang hat aber auch Vorteile.<br />
Grundsätzlich funktioniert sie mit allen bürstenlosen Motorbauarten.<br />
Sie ist robust, kosteneffektiv und wird in vielen Standardprodukten<br />
verwendet, wie im Escon Module 50/4 EC-S des Anbieters.<br />
Prinzip 2: beobachterbasierte EMK-Methode<br />
Beobachter- oder modellbasierte EMK-Methoden nutzen Informa -<br />
tionen aus dem Motorstrom, um die Rotorlage und die Drehzahl<br />
herzuleiten. Der modellbasierte Ansatz ergibt eine höhere Auflösung<br />
der Rotorposition. Damit ist Sinuskommutierung (oder FOC,<br />
möglich mit ihren Vorteilen: höherer Wirkungsgrad, geringere Erwärmung,<br />
weniger Vibrationen und Geräusche. Allerdings benötigt auch<br />
die beobachterbasierte EMK-Methode eine Mindestdrehzahl von<br />
einigen hundert UpM, um gut zu funktionieren.<br />
Prinzip 3: Magnetische Anisotropie-Methoden<br />
Die auf der magnetischen Anisotropie basierenden Methoden leiten<br />
die Rotorlage aus der Motorinduktivität her, welche minimal ist,<br />
wenn die magnetischen Flüsse von Stator und Rotor im Rückschluss<br />
parallel sind. Dazu werden kurze Strompulse verwendet,<br />
die aber keine Motorbewegung verursachen. Verglichen mit den<br />
EMK-basierten Verfahren funktioniert diese Methode auch im Stillstand<br />
oder bei sehr tiefen Drehzahlen und erlaubt Sinuskommutierung.<br />
Die gemessenen Signale sind stark vom Motortyp abhängig.<br />
Der Bestimmung der Rotorlage liegt ein Motormodell zugrunde,<br />
welches für jeden Motor parametriert und angepasst werden muss.<br />
Controller auf Basis von magnetischer Anisotropie sind deshalb<br />
hochspezifische Produkte – einfach «plug-and-play» geht nicht. Der<br />
Rechenaufwand zur Evaluation der Rotorposition beschränkt die<br />
maximal möglichen Drehzahlen.<br />
Warum sensorlose Ansteuerung?<br />
In preissensitiven Anwendungen kann die Verwendung von sensorlosen<br />
Motoren die Kosten senken. Typische Anwendungen in diesem<br />
Bereich sind Lüfter, Pumpen und andere hochdrehende Anwendungen<br />
mit eher tiefer Regelperformance und wo ein kontrollierter<br />
Anlauf nicht kritisch ist. Bei hoher Stückzahl ist eine kundenspezifische<br />
Anpassung des EMK-basierten Reglers sinnvoll. Kostenersparnis<br />
ist nicht der einzige Grund, sich für eine sensorlose An-<br />
54 K|E|M <strong>Konstruktion</strong> <strong>01</strong>-02 2<strong>01</strong>9
steuerung zu entscheiden. Anwendungen wie Tür- oder Bike-Antriebe<br />
benötigen eine hohe Regelqualität. Eine ruckfreie Motoransteuerung<br />
ab Drehzahl null ist wichtig, aber auch eine hohe Dynamik und<br />
Sinuskommutierung zur Geräuschvermeidung. Dies alles soll ohne<br />
die Verwendung eines teuren Encoders realisiert werden. In den<br />
letzten Jahren haben sich dazu hochwertige sensorlose Ansteuerungen<br />
basierend auf der Anisotropie-Methode etabliert. Zum Beispiel<br />
die neue High-Performance-Sensorless-Control-Steuerung<br />
(HPSC) von Maxon. Der Engineering-Aufwand zur Anpassung der<br />
Modellparameter rechtfertigt sich allerdings erst ab Stückzahlen von<br />
einigen hundert. Eine sensorlose Ansteuerung kann auch nötig sein<br />
in Situationen, wo empfindliche Sensorelektronik beim Motor ver-<br />
Schematische Darstellung<br />
der sensorlosen<br />
Kommutierung der<br />
EMK-Methode mit<br />
Nulldurchgang, hier am<br />
Beispiel der Phase 3<br />
gezeigt<br />
Bares Gold<br />
wert<br />
Bild: Maxon Motor<br />
Bild: Maxon Motor<br />
mieden werden muss. Man denke an Anwendungen bei hohen<br />
oder tiefen Umgebungstemperaturen, Reinigungs- und Sterilisationsmethoden<br />
im medizinischen Umfeld, aber auch an ionisierende<br />
Strahlung im Weltraum oder in der Medizin.<br />
Drei Hauptgründe für eine sensorlose Ansteuerung<br />
Drei Hauptgründe sprechen für eine sensorlose Ansteuerung: Kostenersparnis,<br />
Platzersparnis und feindliche Umgebung für Sensoren.<br />
Die EMK-Methode mit Bestimmung des Nulldurchgangs ist<br />
weit verbreitet in kostensensitiven Anwendungen, die bei hohen<br />
Drehzahlen laufen. Sensorlose Ansteuerung ab Stillstand und bei<br />
niedrigen Drehzahlen verlangt nach höher entwickelten Methoden.<br />
Der Aufwand zur Implementierung ist größer und schließt Modellbildung<br />
und Parametrisierung ein. Kostenersparnis ist eher zweitrangig.<br />
Die feldorientierte Regelung ergibt einen höheren Wirkungsgrad<br />
und weniger Erwärmung sowie ein niedrigeres Vibrations- und<br />
Geräuschniveau.<br />
jg<br />
www.maxonmotor.com<br />
www.maxonmotor.de<br />
Details zu Escon-Module-50/4-EC-S-Servokontrollern:<br />
hier.pro/7hr1S<br />
Schematische Darstellung<br />
der Anisotropie<br />
der Induktivität. Sie<br />
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K|E|M <strong>Konstruktion</strong> <strong>01</strong>-02 2<strong>01</strong>9 55
ANTRIEBSTECHNIK<br />
NEWS<br />
Schleifbearbeitung: Wälzlageranalyse von NSK verbessert den Prozess<br />
Condition Monitoring von Wälzlagern in der Praxis<br />
Bild: NSK<br />
Die Zustandsüberwachung von Wälzlagern<br />
gibt nicht nur Hinweise darauf, wann die Lager<br />
ausgetauscht werden müssen. Sie erlaubt<br />
auch Rückschlüsse auf den Zustand der<br />
gesamten Maschine oder Anlage und ermöglicht<br />
eine schnellere Diagnose bei Unregelmäßigkeiten<br />
im Prozess. Im Rahmen seines<br />
Programms AIP+ bietet NSK einen Condi -<br />
tion-Monitoring-Service an: Eine eigens für<br />
diesen Zweck entwickelte Messtechnik erfasst<br />
Schwingung, Temperatur und Drehzahl<br />
von Maschinenkomponenten und analysiert<br />
sie mithilfe anspruchsvoller Software. Die<br />
Daten können u. a. genutzt werden, um die<br />
Ursachen für Unregelmäßigkeiten bei Bearbeitungsprozessen<br />
festzustellen oder zumindest<br />
einzugrenzen. Diese Methode nutzte<br />
NSK in einer britischen Produktionsstätte.<br />
Hier kam es an einer Schleifmaschine, die<br />
Lagerlaufbahnen bearbeitet, zu Formfehlern.<br />
Die Analyse ergab, dass weder die Spindel<br />
noch der Abrichter Ursache für die Formfehler<br />
waren. Damit konnten die Mitarbeiter der<br />
Instandhaltung auf das aufwendige Zerlegen<br />
der Spindel verzichten und fanden die tatsächliche<br />
Ursache innerhalb kurzer Zeit. In<br />
einem zweiten Beispiel erkannte der Anwender<br />
einer spitzenlosen Schleifmaschine<br />
Formabweichungen. Die Techniker der eigenen<br />
Instandhaltung vermuteten Fehler einiger<br />
Wälzlager in der Spindelanordnung. Da in<br />
der Schleifspindel diverse Wälzlager in acht<br />
Größen zum Einsatz kamen, wurde der NSK-<br />
Condition-Monitoring-Service hinzugezogen,<br />
um die fehlerhaften Lager zu identifizieren<br />
und dauerhaft Abhilfe zu schaffen. Nach der<br />
Messung der wartungsrelevanten Daten bei<br />
laufender Maschine zeigte die Analyse, dass<br />
die Spindellager nicht die Ursache für die<br />
Formabweichungen sein konnten. Dadurch<br />
konnten sich die Wartungstechniker schnell<br />
auf andere Bereiche konzentrieren, und der<br />
Anwender sparte zwei Arbeitstage für das<br />
Zerlegen der Spindel.<br />
bec<br />
www.nskeurope.de<br />
Heidrive bietet nutzerfreundlichen Motorenkonfigurator<br />
Motorenauswahl per Klick<br />
Mit dem Heidrive-Motorenkonfigurator können<br />
dem Anwender die Variantenvielfalt und<br />
verschiedene Motoroptionen und Möglichkeiten<br />
intuitiv und benutzerfreundlich präsentiert<br />
werden. Hierzu stellt der Online-Konfigurator<br />
für jeden Interessenten den passenden<br />
Servomotor, und somit über 150 Mio. Varianten,<br />
zur Verfügung. Aus diesem Grund fragt<br />
der Konfigurator zunächst verschiedene<br />
Antriebsdaten (Motorleistung, Stillstands -<br />
moment, Drehzahl usw.) direkt ab und bietet<br />
im Gegenzug alle in die Auswahl fallenden<br />
Motoren in einer Vorschau an. Anschließend<br />
führt er einfach durch die verschiedenen Optionen<br />
wie Bremse, Passfeder, Stecker und<br />
Geber. Zum Schluss sind 2D- oder 3D-Maßbilder<br />
einfach via Downloadknopf abrufbar.<br />
Ob mit wenigen oder detaillierten Produktkenntnissen:<br />
Mithilfe der intelligenten Datenbankverknüpfung<br />
und der zielgerichteten<br />
Navigation durch Auswahlmenüs wird eine<br />
schnelle und effiziente Konfiguration ermöglicht.<br />
jg<br />
www.heidrive.de<br />
Bild: Heidrive<br />
Kugelgewindetriebe von Kammerer für lange Achsen im Werkzeugmaschinenbau<br />
Höhere Dynamik bewirkt Steigerung der Produktivität<br />
Für den Einsatz in Werkzeugmaschinen bietet<br />
Kammerer Kugelgewindetriebe mit angetriebener<br />
Mutter an. Insbesondere für lange Verfahrachsen<br />
wie z. B. in Portalfräsmaschinen<br />
oder Räummaschinen sind Kugelgewindetriebe<br />
mit rotierender Mutter ideal. Dieses<br />
Antriebskonzept ermöglicht hohe Linear -<br />
geschwindigkeiten bei langem Nutzhub der<br />
Kugelgewindetriebe. In Verbindung mit einer<br />
großen Steigung lassen sich mit der angetriebenen<br />
Mutter Geschwindigkeiten von mehr<br />
als 120 m/min erreichen. Unter idealen<br />
Voraussetzungen sind Drehzahlen bis 4000<br />
min -1 möglich. Deshalb können bei langen<br />
Verfahrwegen die Taktzeiten positiv beein-<br />
flusst werden. Die höhere Dynamik bewirkt<br />
eine Steigerung der Produktivität der Werkzeugmaschine.<br />
Das vorgespannte Spindelsystem<br />
sorgt für eine höhere Gesamtsteifigkeit<br />
des Antriebstrangs. Die biegekritische<br />
Drehzahl ist nicht<br />
begrenzt. Beschleunigungen<br />
der Spindeln<br />
von bis zu 30<br />
m/s 2 sind möglich.<br />
Der Einsatz von Hybridlagern<br />
und Keramikkugeln<br />
kann bestehende<br />
Drehzahlgrenzwerte<br />
erhöhen.<br />
Bild: Kammerer<br />
Die Kugelgewindetriebe zeichnen sich durch<br />
geringe Hitze- und Geräuschentwicklung aus:<br />
Das stehende Muttergehäuse lässt sich einfach<br />
kühlen und sorgt so für reduzierte Hitzeentwicklung<br />
im Betrieb. Zu einer nachweislich<br />
verringerten Geräuschbildung beim<br />
Einsatz der Kugelgewindetriebe führt<br />
das von Kammerer entwickelte Hartschälverfahren<br />
bei der Fertigung. Die<br />
Kugelgewindetriebe werden in Bau -<br />
größen von KGT 16 × 5 bis 120 × 20<br />
angeboten.<br />
bec<br />
www.kammerer-gewinde.com<br />
56 K|E|M <strong>Konstruktion</strong> <strong>01</strong>-02 2<strong>01</strong>9
NEWS<br />
ANTRIEBSTECHNIK<br />
Aluminium-Linearsysteme von Franke kommen in Greifer für Kunststofffässer zum Einsatz<br />
Leichter Lauf, sauber und wartungsfrei<br />
Bild: Franke<br />
Die Aufgabe: Mechanische Greifer zur sicheren<br />
Bewegung von Kunststofffässern müssen<br />
horizontal verstellbar sein, um Fässer<br />
unterschiedlicher Durchmesser aufnehmen<br />
zu können. Die Verstellung der Greifer erfolgt<br />
motorisch. Der Motor hält die Kassetten auch<br />
in Position und sichert das System gegen<br />
ungewollte Verschiebung. Die Lösung: Zum<br />
Einsatz kommen Aluminium-Linearsysteme<br />
der Größe 25 von Franke in zweispuriger<br />
Anordnung. Ihr leichter Lauf sorgt für schnelle<br />
Bewegung und erfordert minimale Antriebsleistung.<br />
Dadurch können die Motoren<br />
klein und energiesparend ausgelegt werden.<br />
Die gekapselten Laufrollen sind lebensdauergeschmiert<br />
und somit wartungsfrei über<br />
die gesamte Laufleistung. Das Schmierfett<br />
verbleibt in den Laufrollen und beugt einer<br />
Verschmutzung der Umgebung vor. bec<br />
www.franke-gmbh.de<br />
Knapp Wälzlagertechnik: Rillenkugellager der Reihen 60, 62, 63 und 64 weiterentwickelt<br />
Nun auch mit modifizierten Wälzlagerstählen verfügbar<br />
Knapp Wälzlagertechnik hat seine KBT-Pre -<br />
mium-Rillenkugellager weiterentwickelt, sie<br />
sind nun auch mit modifizierten Wälzlager -<br />
stählen, also korrosionsbeständigen Stählen<br />
mit hoher Überrollfestigkeit und notwen -<br />
digem hohem Reinheitsgrad, verfügbar. Darüber<br />
hinaus wurde die Lagerkinematik und<br />
das Dichtungsdesign (3-fach-Dichtlippen)<br />
überarbeitet und verbessert. Es werden ausschließlich<br />
Wälzlagerstähle mit hohem Widerstand<br />
gegen abrasiven und adhäsiven Verschleiß<br />
(X30 CrMoV15-1) eingesetzt, die auch<br />
als Hybrid-Rillenkugellager und in Vollkeramik<br />
erhältlich sind. Dadurch wird den stetig steigenden<br />
Erwartungen hinsichtlich maximaler<br />
Präzision und hoher Oberflächengüte Rechnung<br />
getragen. Auch die Form- und Rundlauf-<br />
genauigkeit, die einhergeht<br />
mit opti -<br />
maler Geräuschminimierung,<br />
spielen bei<br />
der Lagerauslegung<br />
eine wesentliche<br />
Rolle. Alle KBT-Premiumquality-Rillenkugellager<br />
entsprechen<br />
den hohen europäischen<br />
Qualitätsnormen<br />
und sind im hauseigenen Prüflabor<br />
zu 100 % geprüft in Abmessungen, Form und<br />
Lagetoleranz (n. DIN ISO 11<strong>01</strong>), Oberflächenbeschaffenheit<br />
(n. DIN ISO 1302) und Laufgeräuschen.<br />
Production reports sowie Material-<br />
Testreports nach VDA oder über EMPB wer-<br />
den auf Anforderung ausgestellt. Die Rillenkugellager<br />
kommen in Serienproduktionen<br />
der Automobil- und Maschinenbaubranche<br />
zum Einsatz.<br />
bec<br />
www.knapp-waelzlagertechnik.de<br />
Bild: Knapp Wälzlagertechnik<br />
K|E|M <strong>Konstruktion</strong> <strong>01</strong>-02 2<strong>01</strong>9 57
ANTRIEBSTECHNIK<br />
NEWS<br />
Siemens erweitert Servoantriebssystem<br />
Mehr Leistung<br />
Siemens hat das Einachs-Servoantriebs -<br />
system Sinamics S210 für Midrange-Applika -<br />
tionen um zusätzliche Leistungs- und Anschlussspannungsvarianten<br />
ergänzt. In der<br />
ersten neuen Baugröße ist das System mit<br />
einer Leistung von 0,4 bis 1 kW bei 3 AC<br />
400 V verfügbar. Für den weltweiten Einsatz<br />
verfügen die neuen Gerätevarianten des Systems<br />
über ein optionales Einspeise-Schienensystem<br />
und eine gemeinsame Zwischenkreiskupplung.<br />
Letztere ermöglicht den Energieausgleich<br />
bei dynamischen Reversiervorgängen,<br />
was die beim Bremsen entstehende<br />
thermische Abwärme über den integrierten<br />
Bild: Siemens<br />
Bremswiderstand reduziert und<br />
den Verfahrzyklus der einzelnen<br />
Achsen erhöht. Neben den<br />
Advanced Controllern S7-1500<br />
können bei den neuen Geräten<br />
auch Simatic-ET-200SP-CPUs<br />
(Central Processing Units) und<br />
Open Controller oder Simatic-S7-1500-Software-Controller<br />
als übergeordnete Steuerung<br />
eingesetzt werden, die alle über taktsynchrones<br />
Profinet IRT angebunden sind. Die Projektierung<br />
und Inbetriebnahme des Antriebssystems<br />
ist einfach mit dem integrierten<br />
Webserver möglich. Alternativ kann das Engineering<br />
nun auch mit Startdrive im TIA-Portal<br />
ab Version V15.1 erfolgen. Weitere neue Varianten<br />
werden das Leistungsspektrum der<br />
Geräte von 0,4 bis auf 7 kW und die dazugehörigen<br />
Simotics-S-1FK2-Servomotoren mit<br />
Achshöhen bis 100 mm ergänzen.<br />
jg<br />
www.siemens.com<br />
Dichtungsringe für wartungsfreie Igus-Gleitlager sorgen für Schutz vor Schmutzbelastungen<br />
Dichtungskonzept für höhere Lebensdauer<br />
Bild: Igus<br />
Ist der Konstrukteur auf der Suche nach einem<br />
langlebigen Gleitlager für seine Anwendung,<br />
die Schmutz, Staub, Chemikalien,<br />
Wind und Wetter trotzen muss, so greifen<br />
viele Anwender bereits auf die Iglidur-Gleit -<br />
lager aus Hochleistungskunstoffen zurück.<br />
Denn diese Werkstoffe sind schmiermittelund<br />
damit wartungsfrei. Schmutz haftet im<br />
Vergleich zu metallischen Varianten nicht am<br />
Lager an. Ein weiter Vorteil: Die Polymer-<br />
Gleitlager können nicht rosten. Für Anwendungen<br />
mit extremen Schmutzbelastungen,<br />
beispielsweise in Bau- oder Landmaschinen,<br />
hat Igus jetzt ein zusätzliches Sicherheitskonzept<br />
in Form von Dichtungsringen entwickelt.<br />
Die Dichtungen sind für alle Bundlager des<br />
Herstellers – in sämtlichen Abmessungen<br />
und für mehr als 50 Werkstoffe – erhältlich,<br />
sodass vielfältige anwendungsbezogene<br />
Materialkombinationen möglich sind. Die flexiblen<br />
Dichtungsringe werden einfach auf<br />
den Bund gestülpt und schützen vor dem Eindringen<br />
von Schmutz und Medien in das<br />
Gleitlager und dahinterliegende Bauteile.<br />
Bei Anwendungen mit einer zusätzlichen<br />
Schmierung sorgt der Dichtungsring dafür,<br />
dass sich die Schmierstoffe nicht aus der<br />
Lagerstelle pressen. Der Verschleiß wird so<br />
weiter vermindert, die Welle vor Korrosion<br />
geschützt und die Lebensdauer der Anwendungen<br />
erhöht.<br />
bec<br />
www.igus.de<br />
Thomson: hybrider Schrittmotor/Leitspindel-Aktuator mit eingebauter Verdrehschutzführung<br />
Mühelose Integration<br />
Thomson Industries hat sein Programm der<br />
Schrittmotor-Linearaktuatoren um Modelle<br />
mit eingebauter Führung erweitert, die ein<br />
Verdrehen des Aktuators verhindert. Mit dem<br />
motorisierten Leitspindel-Aktuator (MLA)<br />
sparen Konstrukteure hochpräziser, kurzhu -<br />
biger Systeme den Kosten-, Zeit- und Wartungsaufwand,<br />
der im Zusammenhang mit<br />
der Entwicklung und Fertigung eigener externer<br />
Führungssysteme anfallen würde. Die<br />
Konfiguration des Aktuators erlaubt die mühelose<br />
Integration in die jeweilige Baugruppe<br />
mit derselben Auswahl an Endenbearbeitung<br />
und Anschlussoptionen wie bei den übrigen<br />
motorisierten Leitspindeln. Die Kombination<br />
aus Gewindetrieb und Schrittmotor ist eine<br />
einfache und kosteneffiziente Methode,<br />
um eine präzise Linearbewegung zu erreichen.<br />
Verwendet man jedoch einfache Baugruppen<br />
aus Schrittmotor und Leitspindel,<br />
müssen zumeist kostspielige externe Führungssysteme<br />
mit Verdrehschutz konstruiert<br />
werden. Mit der MLA-Produktlinie können<br />
Anwender, die eine präzise Verstellbewegung<br />
benötigen, ganz einfach die Last, den<br />
Hub und die Art der Endenbearbeitung spezifizieren<br />
– und haben eine einsatzfertige Lösung.<br />
Der MLA ist ideal für lastempfindliche<br />
Bild: Thomson Industries<br />
Anwendungen mit begrenztem Platzangebot<br />
geeignet, die eher kurze Hübe mit hoher<br />
Wiederholgenauigkeit erfordern. Die MLA-<br />
Schrittmotor-Linearaktuatoren sind für die<br />
Motorbaugrößen Nema 8, 11, 14, 17 und 23<br />
erhältlich, 1- oder 2-Stack, mit zahlreichen<br />
Optionen für die Motorwicklung. Die realisierbare<br />
lineare Auflösung reicht von 0,002<br />
bis 0,191 μm Linearhub pro Schritt. bec<br />
www.thomsonlinear.com<br />
58 K|E|M <strong>Konstruktion</strong> <strong>01</strong>-02 2<strong>01</strong>9
NEWS<br />
ANTRIEBSTECHNIK<br />
Raum/Leistungs-Optimum: Föhrenbach stellt motorischen Präzisionsschlitten KBS 075 vor<br />
Passgenaue Achssysteme aus dem Baukasten<br />
Maximale Leistung bei minimiertem Einbauraum<br />
und Gewicht: Mit dem KBS 075 ergänzt<br />
Föhrenbach seine Produktpalette von motorischen<br />
Präzisionsschlitten mit Spindelantrieb<br />
um eine besonders kompakte Lösung. Mit<br />
einer Breite der Führungseinheit von 75 mm<br />
eignet sich dieses Modell insbesondere für<br />
leichte Führungs- und Montageaufgaben. Es<br />
bietet alle bewährten technischen Vorteile<br />
dieser Baureihe und eröffnet durch den baukastenähnlichen<br />
Aufbau hohe Flexibilität bei<br />
der Konfiguration. Charakteristisches <strong>Konstruktion</strong>smerkmal<br />
der Präzisionsschlitten<br />
mit Kugelbüchsenführungen ist die V-Anordnung<br />
der Wellenunterstützung. Durch diese<br />
Anordnung werden die auf die Führungseinheit<br />
wirkenden Kräfte optimal aufgenommen,<br />
woraus eine von der vorliegenden Last -<br />
richtung unabhängige, optimale Momentenund<br />
Zugbelastbarkeit der Führung resultiert.<br />
Diese besonders kompakte <strong>Konstruktion</strong> ermöglicht<br />
es dem Maschinenbauer, ggf. eine<br />
kleinere und damit kostengünstigere Einheit<br />
zu verwenden und damit wertvollen Bauraum<br />
in der Maschine einzusparen. Der KBS<br />
075 ist Teil eines komfortablen Baukasten -<br />
systems, das Präzisionsschlitten unterschiedlicher<br />
Führungsarten, Baugrößen und Schlittenlängen<br />
mit jeweils unterschiedlichen Hüben<br />
umfasst. Die Führungseinheiten können<br />
Bild: Föhrenbach<br />
direkt oder mit Standardwinkeln einfach und<br />
kostengünstig zu vielfältigen 2-, 3- und Mehr -<br />
achssystemen kombiniert werden. Der<br />
Schlitten wird über Präzisions-Kugelgewindetriebe<br />
mit Steigungen von 2 und 5 mm angetrieben.<br />
Lieferbar sind Hübe von 25 bis<br />
300 mm. bec<br />
www.foehrenbach.com<br />
Kompakte Lösungen: R+W-Kupplungen mit elastischen Einsätzen aus Edelstahlgewebe<br />
Für Umgebungen mit hohen Temperaturen<br />
Bild: R+W Antriebselemente<br />
R+W bietet jetzt elastische Kupplungseinsätze<br />
aus Edelstahlgewebe an. Die Temperaturfaktoren<br />
bei der Größenbemessung von Präzisionskupplungen<br />
mit Elastomereinsätzen<br />
werden größtenteils eliminiert, was auch bei<br />
Anwendungen mit hoher Wärmeentwicklung<br />
kompakte Lösungen ermöglicht.<br />
Durch die Herstellung<br />
aus hartgezogenem<br />
AISI-316L-Draht sind<br />
die neuen elastischen Einsätze<br />
korrosionsbeständig<br />
und bieten weitere Vor -<br />
teile. Sie eignen sich für<br />
den Einsatz in einem Temperaturbereich<br />
von -30 bis<br />
+500 °C – für besondere<br />
Anwendungen sogar bis<br />
+600 °C. Das macht sie zu einer idealen Wahl<br />
für Ofen-Förderbänder und andere Heizsys -<br />
teme, kleine Warmwalzanlagen, Erdölfeld-<br />
Bohrausrüstung und vieles mehr. R+W verwendet<br />
diese Kupplungen für die eigenen<br />
Hydraulikprüfstände, um zu vermeiden, dass<br />
die üblicherweise verwendeten Kunststoffmaterialien<br />
durch das heiße Öl spröde werden.<br />
Die Kapazitäten reichen von 2 Nm bis zu<br />
einem maximalen Beschleunigungsmoment<br />
von 1350 Nm und einem maximalen Bohrungsdurchmesser<br />
von 60 mm. Für anwenderspezifische<br />
Projekte sind optional auch<br />
größere Abmessungen möglich, denn die<br />
Einsätze aus Edelstahlgeflecht können auf<br />
verschiedene Weisen vergrößert und angepasst<br />
werden können, je nach Werkzeugausstattung.<br />
Durch Veränderung der Dichte, auf<br />
die der Draht im Umformwerkzeug zusammengepresst<br />
wird, lässt sich auch die Steifigkeit<br />
anpassen, sodass die Kupplungen verschiedenen<br />
Leistungsanforderungen gerecht<br />
werden können.<br />
bec<br />
www.rw-kupplungen.de<br />
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Reichelt Chemietechnik<br />
www.rct-online.de<br />
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Antriebstechnik mit Rollenketten, Kettenrädern,<br />
Zahnriemen<br />
Reichelt<br />
Chemietechnik<br />
GmbH + Co.<br />
Englerstraße 18<br />
D-69126 Heidelberg<br />
Tel. 0 62 21 31 25-0<br />
Fax 0 62 21 31 25-10<br />
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K|E|M <strong>Konstruktion</strong> <strong>01</strong>-02 2<strong>01</strong>9 59
MASCHINENELEMENTE<br />
SCHWERPUNKT BÜRSTEN<br />
Technische Bürsten in der Oberflächentechnik<br />
Unterschätzte High-Tech-Werkzeuge<br />
Bürsten können mehr als nur bürsten. Sie entgraten, finishen, reinigen, transportieren, führen,<br />
bremsen, stützen, tragen, entstauben und dichten ab. Für industrielle Anwendungen in vielen Branchen<br />
bietet der Spezialist Kullen-Koti genau die jeweils richtige technische Bürste – bis hin zu individuellen<br />
Sonderlösungen.<br />
Tanja Kanzy, Marketingleitung, Kullen-Koti GmbH, Reutlingen<br />
Die gegossenen Tellerbürsten sind vielseitig<br />
für das Oberflächen-Finishing einsetzbar<br />
Einsatz in Elektrowerkzeugen bietet Kullen-Koti ein komplettes<br />
Sortiment an Werkzeugbürsten mit Schaftauf -<br />
nahme, Gewinde oder Bohrung.<br />
Oberflächlich gesehen könnte man zu dem Irrglauben gelangen,<br />
Bürsten seien einfache Produkte, die die Bezeichnung Werkzeug<br />
kaum verdienen. Betrachtet man jedoch Bürsten – speziell<br />
technische Bürsten – näher, so ergibt sich ein völlig neues Bild,<br />
nämlich das eines High-Tech-Werkzeugs. Für jede Anwendung<br />
die richtige Bürste bereitstellen zu können, ist das Fachgebiet der<br />
Reutlinger Kullen-Koti GmbH.<br />
Der Bürstenspezialist bietet viele verschiedene Bauformen, wie<br />
z. B. Rund- und Walzenbürsten, Tellerbürsten, Lattenbürsten, Streifen-<br />
und Abdichtbürsten oder Riemenbürsten. Auch Sonderformen<br />
werden nach Anwenderzeichnung angefertigt. Speziell für den<br />
Bürsten zum Bearbeiten von Oberflächen<br />
Die Anpassung der Oberflächenstruktur ist heutzutage<br />
ein besonders wichtiges Thema. Aufrauen, Mattieren,<br />
Polieren oder Glätten sind hier nur einige Beispiele.<br />
Wenn es darum geht, Oberflächen ein spezielles Finish<br />
zu geben, wählen Techniker gerne Bürsten mit Anderlon<br />
als Besatzmaterial. Anderlon, das speziell für Schleifaufgaben<br />
abgestimmte Polyamidfilament, ist mit Aluminiumoxid,<br />
Siliziumcarbid oder Diamantkorn durchsetzt, dadurch<br />
gelingt sekundärgratfreies Entgraten. Die Körnung<br />
variiert je nach Bedarf zwischen K46 und K1000. Gerade<br />
bei vielkantigen Oberflächen wie Ventildeckeln, Zylinderköpfen<br />
oder Schaltschiebergehäusen eignen sich anderlonbesetzte<br />
Tellerbürsten hervorragend. Eingesetzt in<br />
einem Planetenantrieb, erreichen sie zuverlässig jede<br />
Kante. Für Aufgaben wie Reinigen, Stützen, Führen und Dichten<br />
wird je nach Temperatur, eingesetzter Flüssigkeiten oder chemischer<br />
Belastung das richtige Besatzmaterial aus Pflanzenfasern,<br />
Tierhaaren oder -borsten oder verschiedenen synthetischen Fasern<br />
ausgewählt.<br />
Bild: Kullen-Koti<br />
Bürsten, der flexible Partner für Oberflächen<br />
Oberflächenhandling ist ein heikles Thema. Kratzer, Druckstellen<br />
und Abschürfungen sind unangenehme Folgen von unsachge -<br />
mäßem Transport. Hier sind Bürstenplatten als Auflage für empfindliche<br />
Güter oder Lattenbürsten als seitliche Führung bei Transport -<br />
gestellen bzw. Bandförderern und dergleichen die Lösung. Bürsten<br />
können aber auch als eigenständiges Transportmittel genutzt<br />
werden. Hier bieten sich vor allem Riemenbürsten an. Werden<br />
diese als Zahnriemen gebaut, kann die Fördereinheit taktgenau in<br />
den Maschinentransportweg integriert werden.<br />
Je nach gewähltem Besatzmaterial transportieren Bürsten empfindliche<br />
Gegenstände schonend, entstauben Oberflächen vor dem<br />
Lackieren, leiten elektrostatische Ladungen gezielt ab oder wirken<br />
abrasiv. Ganz egal, ob großflächig gereinigt werden muss, oder ob<br />
60 K|E|M <strong>Konstruktion</strong> <strong>01</strong>-02 2<strong>01</strong>9
SCHWERPUNKT BÜRSTEN<br />
MASCHINENELEMENTE<br />
Für Anwendungsfälle in der Metallbearbeitung, bei denen empfindliche<br />
Blechtafeln gehalten, gestützt oder gefördert werden müssen, bietet<br />
Kullen-Koti seine Bürstenplatten an<br />
Bild: Kullen-Koti<br />
Die gezopfte Topfbürste entfernt Korrosionen, Lacke und Zunderschichten<br />
von Stahlrohren und Trägern, Maschinengestellen und Sockeln oder<br />
Stahlgerüsten<br />
Bild: Kullen-Koti<br />
gebaut bei Fräsmaschinen zur Schwermetallbearbeitung. Hier besei -<br />
tigen sie Flitter und tragen Aufwerfungen ab. Wird nach dem Beizen<br />
von Schwermetallbändern ein Oberflächenfinish oder eine definierte<br />
Bandrauhigkeit benötigt: kein Problem für Kullen-Koti-Schleifwalzen.<br />
Walzenbürste beim Strukturieren einer Holzoberfläche<br />
es darum geht, Oberflächen zu entgraten, Bauteile zu entrosten<br />
oder zu entlacken, Oberflächen einzuölen, und, und, und ...: Kullen-<br />
Koti hat für die Anwendung die passende Bürste.<br />
Bei allen Bürstenanwendungen ist es erforderlich exakte Informa -<br />
tionen über den Einsatz zu haben, da für die Bürstenauswahl viele<br />
Faktoren wie z. B. Gewicht, Oberflächenform, Temperatur, eventuell<br />
anhaftende Flüssigkeiten und vieles mehr eine wichtige Rolle<br />
spielen.<br />
Oft ist es erwünscht, einen intensiven Bürsteffekt zu erhalten. Hier<br />
bieten sich besonders Walzenbürsten an. Die Anwendungsgebiete<br />
sind fast unendlich, einige Beispiele sollen dies belegen. Bei<br />
warmgewalzten Edelstahlbändern dienen sie vor und zwischen den<br />
Beizbehältern zur Unterstützung der Entzunderung, sie reduzieren<br />
die Rauhtiefe und helfen den Silberbronzeeffekt zu vermeiden. Bei<br />
elektrolytischen Veredlungslinien kommen sie am Anlagenende als<br />
Polisher zum Einsatz. Ebenfalls am Anlagenende werden sie ein -<br />
Bild: Kullen-Koti<br />
Für Bohrmaschinen, Schleifböcke, Winkelschleifer<br />
An vorderster Front kann man hier die Topfbürsten nennen. Sie sind<br />
kleine Allrounder auf Winkelschleifern und in Bearbeitungszentren.<br />
Sie verwandeln oxidierte oder beschichtete Metalloberflächen in<br />
metallisch glänzende Oberflächen – ideal für Farbgrundierungen oder<br />
andere Beschichtungen. Ebenso können mühelos Betonreste mit<br />
ihnen entfernt werden. In Ecken und Kanten spielen die Kegelscheibenbürsten<br />
ihre Stärke voll aus. Sie sind eine gelungene Komposi -<br />
tion aus Topf- und Rundbürste. Letztere eignen sich besonders für<br />
die Schweißnahtbearbeitung, Entfernen von Härtezunder und Lack,<br />
Entgraten sowie Verputzen von Gussteilen und Gummi-Metallver -<br />
bindungen.<br />
Für schmale oder profilierte Werkstücke werden oft Einzelscheibenbürsten<br />
eingesetzt. Diese sind extra schmale Rundbürsten, die ihre<br />
gesamte Energie auf wenige Millimeter konzentrieren. Für Innen -<br />
bearbeitungen an Rohren, Zylindern oder Ventilbohrungen umfasst<br />
das Angebot verschiedene Innenbürsten. Diese werden sowohl<br />
im Nass- als auch im Trockenbetrieb eingesetzt. Durch oszillierende<br />
Bewegungsabläufe erreicht der Anwender eine spürbare Oberflächenverbesserung.<br />
Mit Alpha-Honbürsten von können sogar Querbohrungen<br />
rundum entgratet werden.<br />
bec<br />
www.kullen.de<br />
www.koti-eu.com<br />
Videos auf dem Youtube-Kanal bieten detaillierte<br />
Informationen zu den technischen Bürsten:<br />
hier.pro/aRIam<br />
K|E|M <strong>Konstruktion</strong> <strong>01</strong>-02 2<strong>01</strong>9 61
MASCHINENELEMENTE<br />
SCHWERPUNKT BÜRSTEN<br />
Technische Bürsten: Fasertechnologie bringt Sicherheit, Qualität und hohe Effizienz<br />
Schonend, leise und kratzerfrei<br />
Eine schnelle, flexible und effiziente Fertigung lässt sich mit verketteten Anlagen realisieren. Den<br />
schonenden Transport empfindlicher Teile übernehmen technische Bürsten, insbesondere in der blechbeund<br />
-verarbeitenden Industrie, die sich mit Forderungen nach perfekten Oberflächen konfrontiert sieht.<br />
Hier hilft Mink durch verschieden gestaltete Plattenbürsten, für den Transport mit dem MBS-System oder<br />
für den Schrägtransport durch entsprechend ausgelegte Leistenbürsten.<br />
Martin Knödler, Leiter Marketing, August Mink KG, Fabrikation technischer Bürsten, Göppingen<br />
Das MBS-System sorgt für ein schonendes<br />
und zuverlässiges Zu- und Abführen von<br />
empfindlichen Blechoberflächen<br />
In der Vergangenheit wurden zur Bearbeitung von Blechteilen<br />
überwiegend Stand-Alone-Maschinen für die einzelnen Fertigungsschritte<br />
eingesetzt. Die sich in den letzten Jahren geänderten<br />
Anforderungen der Endkunden dieser Produzenten – bis hin zu einer<br />
Losgröße-1-Fertigung – macht eine flexiblere Fertigung immer<br />
notwendiger. Dies bedeutet wiederum für die Maschinenbauer<br />
entsprechende Möglichkeiten zur Verfügung zu stellen, die den<br />
Handling-Aufwand zwischen den einzelnen Fertigungsschritten<br />
reduziert und die Prozesse vereinfacht. Die Lösung sind verkettete<br />
Anlagen, die letztendlich eine schnelle, flexible und effiziente Fertigung<br />
bieten.<br />
Um den schonenden Transport der teilweise sehr empfindlichen<br />
Teile bewerkstelligen zu können, sorgen oftmals unscheinbare oder<br />
im Verborgenen eingesetzte Produkte für optimale Abhilfe: tech -<br />
nische Bürsten von Mink. Die Möglichkeit von Bürsten, sich durch<br />
die flexiblen Fasern auf unterschiedliche Oberflächen anzupassen,<br />
sichert nicht nur die Qualität der Blechteile, sondern vermeidet<br />
dabei auch noch Ausschuss.<br />
Beispielsweise nach der automatischen Entnahme aus dem Pufferlager<br />
werden Blechteile durch eine Greifereinheit dem Bearbeitungsprozess<br />
zugeführt. Abgelegt auf einem Bürstengliederband,<br />
dem Mink-MBS-System, sorgt dieses für den zuverlässigen Weiter-<br />
transport in Richtung der Stanz-/Lasermaschine.<br />
Dort angekommen werden die Bleche<br />
von sogenannten Spannzangen übernommen<br />
und dem direkten Bearbeitungs -<br />
prozess übergeben.<br />
Dabei dienen Plattenbürsten beim Stanzen<br />
und Lasern – mit tausenden weichen und<br />
flexiblen Fasern – als Auflage für die oftmals<br />
als Sichtflächen eingesetzten Blechteile. Trotz<br />
der unzähligen Bewegungen der Blechteile<br />
über die Bürstenplatten werden Beschä -<br />
digungen an den Oberflächen gänzlich vermieden.<br />
Im Anschluss an diesen Fertigungsschritt<br />
agiert das MBS-System erneut als<br />
Transportelement und dient als Bindeglied zwischen den einzelnen<br />
Fertigungsstationen. Das Bürstenband befördert das Gutteil zur<br />
Weiterbearbeitung an die nachfolgende Biegemaschine. Hier werden<br />
die Kanten je nach Bedarf des Kunden gebogen. Die Restteile<br />
des Bleches gleiten durch eine Klappe über eine Bürstenrutsche in<br />
einen Restebehälter.<br />
Zur Entnahme aus der Biegestation kommt wiederum ein Bürstenband<br />
zum Einsatz, das das fertige Gutteil über eine Ausgabestation<br />
zur Entnahme bereitlegt. Gebremst werden die Teile durch die am<br />
Ende angebrachten Mink-Bürstenleisten.<br />
Bild: Mink Bürsten<br />
Empfindliche Teile transportieren<br />
Das Mink-MBS-System, entwickelt zum Transportieren von empfindlichen<br />
Teilen aller Art, zeichnet sich als optimales Förderband<br />
zum Zu- und Abführen, aber auch zum Transportieren auf Stau aus.<br />
Hierbei verhindert die punktuelle Auflage auf den Fasern ein Ver -<br />
kleben der teilweise mit Öl verschmutzten Teile mit dem Band. Ein<br />
Problem das bisher zu Maschinenstillstandzeiten führte.<br />
Durch Verwendung von Spritzgussteilen aus Polypropylen bei den<br />
Kettengliedern und hochfestem POM für die Kettenräder werden<br />
günstige Preise und kurzfristige Lieferzeiten erzielt. Das MBS-System<br />
kann Achsabstände bis zu 15 m realisieren, spezielle Unterstützungsprofile<br />
runden das System bei großen Förderstrecken ab. Die<br />
Bandbreite kann im 100-mm-Raster individuell zusammengestellt<br />
werden. Verschiedene Beborstungsmöglichkeiten erschließen wei-<br />
62 K|E|M <strong>Konstruktion</strong> <strong>01</strong>-02 2<strong>01</strong>9
Ressourcen-<br />
NEFFizient!<br />
Schonend, leise und kratzerfrei mit Mink-Fasertechnologie<br />
Bild: Mink Bürsten<br />
Die flexiblen Fasern der Bürsten lassen sich individuell auf Empfindlichkeit,<br />
Gewicht und Größe der Bauteile anpassen<br />
Bild: Mink Bürsten<br />
tere Anwendungsgebiete. So wurden in den vergangenen Jahren<br />
weitere Standardprodukte in das Sortiment aufgenommen, die<br />
durch dichter beborstete Elemente die Tragkraft des Bandes wesentlich<br />
erhöhen.<br />
Ebenso wird das Fasermaterial speziell auf die jeweiligen Anforderungen<br />
des Anwenders angepasst. Die <strong>Konstruktion</strong> einer Förder -<br />
anlage mit Modulbändern ohne Beborstung muss in den meisten<br />
Fällen nicht geändert werden. Ein Tausch der Kettenräder genügt.<br />
Das MBS-System ist in seinen Maßen genau auf bestehende Modulbänder<br />
abgestimmt. Eine perfekte Kraftübertragung ermöglicht<br />
ein punktgenaues Takten der Bänder – auch ein reibungsloser Vorund<br />
Rücklauf ist ohne weiteres möglich.<br />
Plattenbürsten als schonende Auflageflächen<br />
Plattenbürsten eignen sich hervorragend als schonende Auflage -<br />
fläche, um Beschädigungen an empfindlichen Oberflächen zu vermeiden.<br />
Verschmutzungen fallen zwischen die Faserbündel. Somit<br />
werden Schmutzablagerungen auf der Gleitfläche der Fasern vermieden<br />
und eine Übertragung auf nachfolgende Gutteile entfällt.<br />
Der Reibwert gegenüber einem vollflächigen Belag ist durch die<br />
punktförmige Auflage auf den Faserflächen deutlich geringer. Auch<br />
der notwendige Kraftaufwand für das Bewegen der Blechteile minimiert<br />
sich deutlich. Die auf die Anwendung abgestimmte Auswahl<br />
und Anordnung der Fasern bietet unzählige Möglichkeiten. Hinzu<br />
kommt ein interessanter Nebeneffekt: die starke Geräuschredu -<br />
zierung gegenüber vergleichbaren Lösungen.<br />
Bei allen Transport- und Tragesystemen aus dem Hause Mink Bürsten<br />
gilt: Für hohe Betriebstemperaturen können geeignete Kunststofffasern<br />
oder Drahtbesatz gewählt werden sowie größere Faserdurchmesser<br />
für schwere oder kleine Faserquerschnitte für sensible<br />
Produkte. Für die Reinigung einer verschmutzten Bürste genügt<br />
meist Druckluft. Aber auch eine Nassreinigung, z. B. mit einem<br />
Dampfstrahler, stellt kein Problem dar.<br />
bec<br />
www.mink-buersten.com<br />
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K|E|M <strong>Konstruktion</strong> <strong>01</strong>-02 2<strong>01</strong>9 63
MASCHINENELEMENTE<br />
SCHWERPUNKT BÜRSTEN<br />
Rotierendes Bürstenmodul mit überwachter Absaugung zum Reinigen von Leiterplatten<br />
Effizient von Lotperlen befreit<br />
Die Eutect GmbH hat ihr Bürstenmodul zum Reinigen von Leiterplatten weiterentwickelt. Kernstück des<br />
Reinigungsprozesses sind spezifische Rundbürsten, die über einen DC-Motor mit prozessspezifischer<br />
Drehzahl angetrieben werden können. Das Modul wurde im Rahmen eines Weiterentwicklungsprozesses<br />
verbessert sowie leistungsfähiger und kontrolliert ausgerichtet.<br />
Florian Schildein, externer Marketingberater, Butter and Salt GmbH, Berlin, i. A. der Eutect GmbH, Dusslingen<br />
Das Bürstenmodul wird im<br />
Bodenbereich der Produktionszelle<br />
integriert, um die Baugruppen -<br />
unterseite, auf der THT-Bauteile<br />
verlötet werden, zu reinigen<br />
Seitdem Eutect-Geschäftsführer Matthias Fehrenbach das Bürstenmodell<br />
im Rahmen einer öffentlichen Unternehmenspräsentation<br />
erwähnte, nehmen die Anfragen stark zu: „Wir haben uns<br />
selten mit der Reinigung von Leiterplatten befasst, bis einer unserer<br />
Kunden den Wunsch äußerte, ein Bürstenmodul in seine Produk -<br />
tionszelle zu integrieren. Aus diesem Grund entwickelten wir vor<br />
Jahren ein Modul, das wir in unseren Modulbaukasten MBK als<br />
Standardprodukt übernahmen.“ Im Rahmen der Modulweiterentwicklung<br />
wurde auch das Bürstenmodul auf den letzten technischen<br />
Stand gebracht. Fehrenbach selbst erwähnte diese Entwicklung<br />
in seiner Präsentation auf dem mav Innovationsforum 2<strong>01</strong>8 der<br />
Konradin Mediengruppe in Böblingen. „Danach führte ich mehrere<br />
Gespräche an unserem kleinen Messestand, denn scheinbar waren<br />
einige Elektronikhersteller auf der Suche nach genau so einer<br />
Lösung“, erinnert sich der Geschäftsführer.<br />
Schon kleine Schmutzpartikel stören<br />
Aufgrund der Miniaturisierung und der immer höheren Packungsdichte<br />
wird der Leiterplattenreinigung eine wichtige Rolle zugesprochen.<br />
„Bei den heutigen Leiterplattenlayouts können schon kleinste<br />
Schmutzpartikel für Kurzschlüsse oder Funktionsstörungen sorgen,<br />
da Bauteile und deren Kontaktflächen<br />
oftmals sehr eng bei einander<br />
sind“, so Fehrenbach. Besonders<br />
auf die Vermeidung von Lotperlen<br />
und Lotresten muss geachtet<br />
werden. Diese können<br />
beim Wellen-, Selektiv- und Reflow-Löten<br />
entstehen, wobei die<br />
Entstehungsgründe unterschiedlich<br />
sind. So entstehen Lotperlen<br />
beim Wellen- und Selektivlöten<br />
im Moment des Abrisses des<br />
Lotes von den Lötstellen. Diese<br />
Gefahr ist besonders hoch, wenn<br />
im Moment des Abrisses der<br />
Lötstopplack weich ist, sodass<br />
die Perlen an der weichen Oberfläche anhaften. Des Weiteren können<br />
Lotperlen auch an Basismaterialoberflächen, auf Resisten oder<br />
an der Leiteroberfläche anhaften.<br />
Aber auch beim Einsatz von Lotdraht kann es zu Lotperlen kommen.<br />
Durch das plötzliche Erwärmen von Lotdraht mit einer Flussmittelseele,<br />
mittels Laser, Lötkolben oder Induktion, kann das Flussmittel<br />
implodieren und das Lot dabei sprengen. Dabei kann das Lot mit<br />
Bild: Eutect<br />
Eine Detailaufnahme des integrierten Bürstenmoduls, inkl. des<br />
Ionisierungsgerätes auf der linken Seite<br />
Bild: Eutect<br />
64 K|E|M <strong>Konstruktion</strong> <strong>01</strong>-02 2<strong>01</strong>9
SCHWERPUNKT BÜRSTEN<br />
MASCHINENELEMENTE<br />
anderen Kontaktflächen in Berührung kommen und Kurzschlüsse<br />
verursachen. „Im Rahmen unserer Evaluierungen können wir oftmals<br />
schon vorab einschätzen, wie hoch das Risiko von Lotperlen<br />
ist. Während der Evaluierung testen wir die für den Serieneinsatz<br />
vorgesehenen Lotpasten, Drähte und Flussmittel und können im<br />
Anschluss eine Empfehlung über die Integration eines Bürsten -<br />
moduls aussprechen“, führt Fehrenbach weiter aus.<br />
Bild: Eutect<br />
Das Einzel-Bürstenmodul<br />
ohne Ionisierungsgerät<br />
Rundbürste hinsichtlich Festigkeit angepasst<br />
Kernstück des Reinigungsprozesses ist eine dem Produkt hinsichtlich<br />
Festigkeit angepasste Rundbürste, die über einen DC-Motor<br />
angetrieben wird. „Die Drehzahl wird dabei auf die Leiterplatte und<br />
die Konturen abgestimmt“, er -<br />
läutert Fehrenbach. Die Bürste<br />
selbst ist ein Verschleißteil, das<br />
mithilfe eines Gewindes befestigt<br />
wird. Dadurch ist eine lang -<br />
lebige, stabile Bürstenrotation<br />
gewährleistet. Das gesamte<br />
Bürstenmodul kann ablaufspe -<br />
zifisch von oben oder unterhalb<br />
der Leiterplatte in der Produk -<br />
tionszelle montiert werden. Mithilfe<br />
einer Höhenüberwachung<br />
wird die Position der Bürste sowie<br />
der Bürstenverschleiß überwacht.<br />
„Die Bürstenhöhe ist<br />
zur Leiterplatte definiert, sodass<br />
eine Höhenabweichung auf den<br />
Verschleiß der Bürste zurückzuführen<br />
ist. In dem Fall sind die<br />
Bürstenenden abgeknickt oder<br />
verbogen, ähnlich wie bei einer<br />
stark benutzen Zahnbürste. Eine<br />
effiziente Reinigung kann in diesem<br />
Fall nicht mehr garantiert<br />
werden,“ so Fehrenbach.<br />
Die Verunreinigungen werden<br />
durch die Bürste von der Leiterplatte<br />
entfernt und gleichzeitig<br />
kontrolliert abgesaugt. Ein Auffangbehälter<br />
nimmt die Schmutzpartikel<br />
auf. Um das elektrosta -<br />
tische Aufladen der Bürste zu<br />
verhindern, ist das Modul mit<br />
einem Ionisierungsgerät mit Endladekopf<br />
ausgerüstet. Dabei wird<br />
der Ionisierungsluftstrom auf die<br />
Bürste gerichtet. „Je nach Anwenderwunsch<br />
können wir die<br />
Rotationsbürste, die Rotationsdrehung<br />
sowie die Drehzahl anpassen.<br />
So können wir das Bürstenmodul<br />
an die Leiterplattenkonturen<br />
unserer Kunden angleichen“,<br />
erklärt Fehrenbach. bec<br />
www.eutect.de<br />
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K|E|M <strong>Konstruktion</strong> <strong>01</strong>-02 2<strong>01</strong>9 65
MASCHINENELEMENTE<br />
NEWS<br />
Roboterkomponenten von Yaskawa<br />
Hohe Bahntreue und Positioniergenauigkeit<br />
Gerade bei roboterbasierten Anwendungen<br />
wie beim Nahtabdichten, Schäumen, Laseroder<br />
Wasserstrahlschneiden ist eine hohe<br />
Bahntreue ausschlaggebend für das Ergebnis.<br />
Ein Beispiel: Bei einer Demo-Zelle mit<br />
einem Handlingroboter Motoman GP25 erweisen<br />
sich die programmierte und die tatsächliche<br />
Bahn trotz hoher Prozessgeschwindigkeit<br />
als stets annähernd identisch. Die Voraussetzung<br />
dafür schafft die Hochleistungssteuerung<br />
Motoman YRC1000 von Yaskawa.<br />
Die Zeit für Programmierung und Optimierung<br />
der Bahn wird damit verkürzt. Hohe<br />
Positioniergenauigkeit gewährleistet der Hersteller<br />
auch durch die Antriebe des aktuellen<br />
Servosystems Sigma-7. Das Sigma-7-Port -<br />
folio umfasst mit der jüngsten Erweiterung<br />
Verstärker und Motoren für 200 und 400 V in<br />
der Leistungsklasse zwischen 50 und 15 kW.<br />
Verfügbar sind auch Direktantriebe mit hochauflösendem<br />
Geber im Drehmomentbereich<br />
von 1,3 bis 240 Nm. Zudem bietet das Servosystem<br />
erweiterte Sicherheitsfunktionen<br />
und erfüllt die Anforderungen gemäß EN IEC<br />
61508 SIL 3 und PL-e. eve<br />
www.yaskawa.eu.com<br />
Bild: Yaskawa<br />
Mehr Möglichkeiten mit dem Adapter für Blocksauger von Schmalz<br />
Sauger schneller und flexibler wechseln<br />
Mit dem AP-S4-Adapter von Schmalz können<br />
Blocksauger der Reihe VCBL-B nun auch auf<br />
CNC-Bearbeitungsmaschinen mit TVN-System<br />
von SCM/Morbidelli eingesetzt werden.<br />
Mit dieser Erweiterung des Produktpro-<br />
Bild: Schmalz<br />
gramms erhält der Anwender ein deutlich<br />
flexibleres und kostengünstigeres System im<br />
Vergleich zur Erstausrüstung. Der Adapter<br />
bietet nach unten die gleiche Schnittstelle zur<br />
SCM-TVN-Konsole wie die Erstausrüstung<br />
oder die SCM-Saugerreihe des Herstellers.<br />
So können sowohl Sauger der Erstausrüstung<br />
als auch die Schmalz-Saugerreihe<br />
VCBL-S und jetzt auch die Kombination aus<br />
Adapter und VCBL-B eingesetzt werden. Auch<br />
ein Mischbetrieb mit Erstausrüstung und<br />
Schmalz-Produkten ist möglich. Nach oben<br />
hin nimmt der AP-S4 den Blocksauger<br />
VCBL-B formschlüssig auf. Er lässt sich in<br />
15°-Schritten drehen, sodass alle Sauger in<br />
unterschiedlichen Ausrichtungen platziert<br />
werden können. Der Anwender hat dadurch<br />
deutlich mehr Möglichkeiten bei der Gestaltung<br />
des Aufspann-Layouts – und kann die<br />
gesamte Spannfläche seines Werkstücks<br />
nutzen. Zum Wechseln der Blocksauger kann<br />
der Adapter auf der Maschine bleiben: Das<br />
reduziert Rüstzeiten. Mit Magneten und<br />
einer Blechronde im Adapter lässt sich der<br />
Sauger fixieren, bevor das Vakuum aktiviert<br />
wird. Beschädigt der Fräser versehentlich<br />
den Sauger, kann dieser einfach ersetzt werden.<br />
Der Anwender muss nicht – wie beim<br />
Original – den gesamten Aufbau austauschen.<br />
Es reicht aus, die beschädigte Saugplatte<br />
des Blocksaugers zu wechseln. Das<br />
senkt Ersatzteilkosten und minimiert Ausfallzeiten.<br />
bec<br />
www.schmalz.com<br />
Mit Flüssigmedium-Heizplatten von Elkom Energie einsparen<br />
Konstante und präzise Oberflächentemperaturen<br />
Die Flüssigmedium-Heizplatten Ökotherm<br />
überzeugen durch konstante und präzise<br />
Oberflächentemperaturen. Damit ausgerüstete<br />
Pressen sind einfacher zu bedienen – bei<br />
zugleich höherer Pressqualität. Für beson -<br />
dere Anforderungen sind sogar Sondergrößen<br />
bis zu einer Länge von 9 m realisierbar.<br />
Elkom-Heizplatten kommen in erster Linie in<br />
Furnierpressen und Thermoformanlagen für<br />
Mineralwerkstoffe zum Einsatz. Eine Besonderheit<br />
sind Fluidmedium-Heizplatten, die<br />
eine hochwertige Alternative zu herkömmlichen<br />
Elektroheizplatten darstellen. Diese patentierten<br />
Heizplatten sorgen für besonders<br />
präzise Oberflächentemperaturen<br />
(bis zu +250 °C), haben einen<br />
hohen Wirkungsgrad und<br />
bieten aufgrund ihrer großen<br />
statischen Belastbarkeit (bis zu<br />
1200 N/cm 2 ) viele Vorteile beim Einsatz in<br />
Membran-, Vakuum-, Form- oder Stanzpressen.<br />
Sie können mit Wasser oder Öl als Medium<br />
befüllt werden und sind wartungsfrei<br />
und korrosionsfest. Die Flüssigmediumtechnologie<br />
sorgt für hohe Leistung bei niedrigen<br />
Energiekosten. Blindstücke, wie z. B. bei<br />
elektrischen Heizplatten, werden überflüssig.<br />
Die Heizplatten sind in allen Pressengrößen<br />
Bild: Elkom<br />
und für alle Fabrikate lieferbar. Auftrags -<br />
abhängig realisiert der Hersteller flexible<br />
Größen in unterschiedlichen Segmenten,<br />
jeweils inklusive Regelsteuerung und Temperiergeräten.<br />
bec<br />
www.elkom.de<br />
66 K|E|M <strong>Konstruktion</strong> <strong>01</strong>-02 2<strong>01</strong>9
NEWS<br />
MASCHINENELEMENTE<br />
Faltenbälge von Steinbock aus hochflexiblem Thermoplast<br />
Anforderungsspezifische Kunststoffrezeptur<br />
Faltenbälge müssen oft nicht nur flüssigkeitsund<br />
staubdicht sein, sondern sollen auch<br />
noch gute Ozon-, UV-, Alterungsbeständigkeit<br />
sowie gute Benzin-, Laugen- und Seewasserresistenz<br />
aufweisen. Solche Faltenbälge<br />
werden anwenderspezifisch in einem<br />
Tauchverfahren hergestellt. Die Fertigung<br />
erfolgt aus hochflexiblem thermoplastischem<br />
Kunststoff, dessen Rezeptur je nach Anforderung<br />
besonders öl- und fettbeständig oder<br />
flammhemmend gemischt werden kann. Die<br />
Standard-Shorehärte liegt bei 50° oder 70°<br />
und die Wandstärken zwischen 1 und 4 mm.<br />
Die Standardfarbe ist schwarz (glänzend oder<br />
matt). Bei größerer Menge kann auch jede<br />
Farbe nach RAL gewählt werden. Ebenso ist<br />
transparent oder zweifarbig möglich. Für<br />
die Produktion ist ein Werkzeug erforderlich,<br />
das kurzfristig angefertigt werden kann. Bei<br />
etwas Glück kann bei Steinbock auf eines<br />
der mehr als 2000 vorhandenen Werkzeuge<br />
zurückgegriffen werden. Nahezu alle Formen<br />
sind möglich: rund, eckig, oval, konisch. Der<br />
kleinste Innendurchmesser beträgt derzeit<br />
10 mm, der größte 520 mm. Zur vereinfachten<br />
Montage oder Retrofit kann ein Reiß -<br />
verschluss eingenäht werden – ideal für<br />
den nachträglichen Einbau. Bei Bedarf werden<br />
die Falten mit Drahtringen versteift. Alle<br />
Anschlussvarianten sind möglich: Stulpen,<br />
Bild: Steinbock<br />
Flansche, Topfflansche. Auch mit Nuten zum<br />
Einclipsen.<br />
bec<br />
www.steinbock-industrie.de<br />
Habasit präsentiert Zahnriemen mit wartungsfreien Endverbindern<br />
Für Transport- und Positionieraufgaben<br />
In der Montage sowie beim Handling in Produktionsprozessen<br />
spielen exakt synchronisierte<br />
Bewegungen und Linearpositionierungen<br />
eine wichtige Rolle. Zahnriemen fällt die<br />
Aufgabe zu, Güter zum richtigen Zeitpunkt<br />
exakt zur nächsten Station zu transportieren.<br />
Als Allrounder haben sich Habasync-Zahnriemen<br />
in unzähligen Anwendungen seit vielen<br />
Bild: Habasit<br />
Jahren bewährt. Die Bandbreiten reichen von<br />
10 bis zu 600 mm. Diese wohl breitesten am<br />
Markt verfügbaren Zahnriemen haben die Teilung<br />
T10 bzw. H und bestehen aus thermoplastischem<br />
Polyurethan mit einem Zugkörper<br />
aus Aramid. Je nach Einsatzzweck sind<br />
individuelle Konfigurationen möglich. Das<br />
thermoplastische Polyurethan mit einer Härte<br />
von 88 bis 92 Shore A (je nach Art des<br />
Grundmaterials) ist gleichzeitig ein Werkstoff,<br />
der über hervorragende Eigenschaften verfügt:<br />
Er ist einerseits beständig gegen Öl,<br />
Fett oder chemische Mittel, andererseits<br />
hydrolysebeständig. Die mechanische Endverbindung<br />
Habasync Hinge Joint ermöglicht<br />
einen schnellen und unkomplizierten Zahn -<br />
riemenwechsel für Breiten von 25 bis zu<br />
600 mm. Sie reduziert Maschinenstillstandzeiten<br />
von bis zu 8 h auf weniger als 30 min.<br />
Die stabile Scharnierverbindung aus hoch -<br />
festem Kunststoff ist vollständig in den Zahnriemen<br />
integriert und sorgt für einfache<br />
Handhabung beim Riemenwechsel. Im Gegensatz<br />
zu anderen mechanischen Endverbindungen<br />
ist die Hinge Joint quer- und<br />
dehnsteif sowie biegefreudig. Die Geometrie<br />
des Riemens wird nicht verändert. Die Abstände<br />
bleiben gleich, die Taktung wird nicht<br />
beeinträchtigt.<br />
bec<br />
www.habasit.com/de<br />
Chiller von Seifert Systems mit bis zu 160 kW Kühlleistung<br />
Zwei separate Sensoren zur Temperaturkontrolle<br />
Zur Wärmeabfuhr aus Maschinen, Bearbeitungszentren,<br />
Serverschränken und medizintechnischen<br />
Apparaturen entwickelt und fertigt<br />
Seifert Systems anwendungsspezifische<br />
Systeme für die aktive und passive Flüssigkeitskühlung.<br />
Auf Basis verschiedener Kühlmedien<br />
realisiert der Klimatisierungsspezialist<br />
Rückkühlsysteme mit Kühlleistungen bis<br />
zu 160 kW. Zudem bietet der Hersteller mit<br />
seiner Baureihe RC-2000 auch Standardlösungen<br />
mit Kühlkapazitäten von 4,5, 6 und<br />
7,5 kW für den Einsatz bei Umgebungstemperaturen<br />
zwischen +10 und +42 °C an. Die<br />
regelbaren, nach CE und RoHS zertifizierten<br />
Chiller sind mit internen und externen Temperatursensoren<br />
ausgestattet und verfügen<br />
über eine hohe Temperaturgenauigkeit von<br />
±0,1 °C. Das Kühlmedium wird mit einer<br />
Durchflussmenge von 32 l/min durch den<br />
Kühlkreislauf gepumpt. Ein Trockenlaufschutz<br />
und Druckbegrenzungsventile zum Systemund<br />
Pumpenschutz gewährleisten die Funk -<br />
tionssicherheit. Zur Netzwerkanbindung sind<br />
die in vier Gerätevarianten erhältlichen Rückkühlsysteme<br />
der RC-2000-Serie mit RS-485-<br />
und Modbus-Schnittstellen ausgerüstet. bec<br />
www.seifertsystems.com<br />
Bild: Seifert Systems<br />
K|E|M <strong>Konstruktion</strong> <strong>01</strong>-02 2<strong>01</strong>9 67
WERKSTOFFE/VERFAHREN<br />
VERBINDUNGSTECHNIK<br />
Weiterentwicklung in der (Blech-)Verbindungstechnik<br />
Kompetenz im Fügen<br />
Das Weingarter Unternehmen Tox Pressotechnik kann auf der Grundlage von Eigenentwicklungen sowohl<br />
Technologien und Verfahren als auch das Prozess-Know-how aus einer Hand anbieten. Welche Antworten<br />
es auf die verbindungstechnische Herausforderungen in der mechanischen Fügetechnik gibt, darüber gibt<br />
dieser Beitrag Aufschluss.<br />
Wolfgang Laux, Marketing, Tox Pressotechnik GmbH & Co. KG, Weingarten<br />
Geclinchte Tox-Rund-Punkt-Blechverbindung<br />
Bild: Tox Pressotechnik<br />
Mit der Entwicklung des Tox-Rund-Punkt-Blechverbindungsverfahrens<br />
erhielten sämtliche Blechverarbeitenden Industrien –<br />
allen voran die Automobilindustrie und deren Zulieferer – vor ca. 30<br />
Jahren eine rationelle, qualitative und wirtschaftliche Alternative zu<br />
herkömmlichen mechanischen und thermischen Fügeverfahren.<br />
Sukzessive konnte sich das vom Technologie-Unternehmen Tox<br />
Pressotechnik entwickelte Verfahren in verschiedensten Bereichen<br />
durchsetzen und ermöglichte zudem bis dato undenkbare Material-<br />
Kombinationen aus unterschiedlichen Blechwerkstoffen. Heute<br />
zählt das „Tox-Clinchen“ zu den wichtigsten (Druck-)Fügeverfahren<br />
überhaupt, wenn es um das Verbinden von Blechen im Automobilund<br />
Fahrzeugbau, in der Weißwarenindustrie, im Gehäuse- und Apparatebau<br />
sowie im Klima- und Lüftungsbau geht. Dabei entfallen<br />
vorbereitende Bohr-/Stanzbearbeitungen und die Teile dürfen auch<br />
beölt sowie galvanisch beschichtet oder pulverbeschichtet und lackiert<br />
sein. In zahlreichen Versuchen und Testreihen wurde auch die<br />
geforderte Crash-Festigkeit bewiesen, die sich, in Verbindung mit<br />
der Weiterentwicklung des Clinchens und durch die Verwendung<br />
von Zusatzelementen wie Clinchniet, Vollstanzniet VSN und Halbhohlstanzniet<br />
HSN, nochmals signifikant erhöht.<br />
Mechanische Fügetechnik entspricht auch<br />
den Anforderungen der Zukunft<br />
Ein gutes Beispiel dafür ist der automobile Leichtbau, der<br />
sich mittlerweile eines breiten Material-Spektrums bedient<br />
und mittels Materialkombinationen mit außerordentlichen<br />
Zuwächsen an Steifigkeit und Crash-Festigkeit<br />
aufwartet. Die auf dem Grundprinzip Formschluss und<br />
teilweise auch Stoffschluss aufbauenden mechanischen<br />
Fügeverfahren ermöglichen die industrielle Nutzung von<br />
Material-Kombinationen wie konventioneller Stahl/Stahl<br />
verschiedener Qualitäten und Dicken, ultrahochfester<br />
Stahl (warmumgeformt), Aluminium/Stahl, Aluminium-<br />
Blech, Aluminium-Profil, Aluminium-Guss, Magnesium,<br />
Kohlenstofffaserverstärkter Kunststoff (CFK). Die große<br />
fertigungstechnische Herausforderung besteht darin, die<br />
Komponenten und Baugruppen des jeweiligen Materialmix<br />
sowohl hochqualitativ als auch rationell und damit<br />
wirtschaftlich zu verbinden. Dafür kommen, je nach Materialzusammensetzung,<br />
thermische und immer mehr auch mechanische Fügeverfahren<br />
zur Anwendung. Neben dem Tox-Clinchen, das sich zum<br />
Fügen und Verbinden im Dünn- und Dickblechbereich sowie bei Blechen<br />
mit oder ohne galvanisch- bzw. pulver- oder lackbeschichteten<br />
Oberflächen eignet, sind dies bevorzugt die Technologien Clinch-<br />
Niet für Dünnbleche, Vollstanzniet VSN für universellen Einsatz, und<br />
Halbhohlstanzniet HSN für höchste Verbindungsfestigkeiten. In allen<br />
Fällen wird das „Hilfsfügeteil Niet“ in die zu fügenden Teile eingebracht,<br />
wobei der Niet und/oder der Teilewerkstoff umgeformt<br />
werden, und ein Stanzprozess den eigentlichen Umformprozess begleitet.<br />
• Der Clinchniet<br />
Der Clinchniet - ist besonders vorteilhaft beim Fügen von Dünnblechen<br />
und lässt sich auch bei kleinsten Fügeflanschabmessungen<br />
verwenden. Die Clinchniet-Verbindung ist gas- und flüssigkeitsdicht<br />
und bietet, durch Verfüllung der Kavität, Vorteile hinsichtlich Lackierung<br />
und Korrosionsverhalten. Darüber hinaus wird das Material-Recycling<br />
unterstützt, weil mit der Verwendung eines Al-Niets für eine<br />
Al-/Al-Verbindung absolute Sortenreinheit gegeben ist.<br />
• Der Vollstanzniet VSN<br />
Der Vollstanzniet ist universell nutzbar zum Fügen höchstfester sowie<br />
stempelseitig nicht umformbarer Werkstücke und zum mehrlagigen<br />
Fügen. Von Vorteil ist, dass für verschiedene Materialdicken-<br />
Kombinationen lediglich eine Nietlänge verwendet werden kann<br />
68 K|E|M <strong>Konstruktion</strong> <strong>01</strong>-02 2<strong>01</strong>9
VERBINDUNGSTECHNIK<br />
WERKSTOFFE/VERFAHREN<br />
Bild: Tox Pressotechnik<br />
Schliffbild einer Clinchniet-Verbindung<br />
Bild: Tox Pressotechnik<br />
Tox-Zange mit<br />
Clinchstempel und -matrize<br />
Schliffbild einer Vollstanzniet-Verbindung<br />
Bild: Tox Pressotechnik<br />
Bild: Tox Pressotechnik<br />
Komplettes Pressensystem<br />
zum mechanischen Fügen aus<br />
dem Tox-Baukasten<br />
Bild: Tox Pressotechnik<br />
Schliffbild einer Halbhohlstanzniet-Verbindung<br />
bzw. sich durch Verwendung geeigneter Nietlängen eine beidseitig<br />
gute Flächenebenheit ergibt.<br />
• Der Halbhohlstanzniet HSN<br />
Der Halbhohlstanzniet bietet die größten Einsatzmöglichkeiten, ist<br />
ideal zum Fügen höchstfester Werkstoffe, sorgt für höchste Verbindungsfestigkeiten,<br />
und ist matrizenseitig gas- und flüssigkeitsdicht.<br />
Prozesssichere Lösungen zum Qualitäts-Fügen<br />
Mit dem Know-how und den Erfahrungen aus zigtausend angewandten<br />
Tox-Clinch- und komplementären mechanischen Tox-Füge-/<br />
Verbindungslösungen gewappnet, erlaubt der Tox-Standardbaukasten<br />
die termingerechte und wirtschaftliche Realisierung von Subund<br />
Komplettsystemen. Jeweils bestehend z. B. aus einer Tox-Niet-<br />
Zange (wahlweise mit geregeltem pneumohydraulischen Antrieb<br />
Tox-Kraftpaket oder mit elektromechanischem Servoantrieb Tox-<br />
ElectricDrive für den Pressvorgang), dem ein- oder mehrbahnigen<br />
Tox-Nietzuführsystem sowie der Tox-Steuerung und Tox-Prozessüberwachung<br />
samt Software mit intuitiver Bedienerführung, stehen aus<br />
dem Standard-Lieferprogramm industriell praxiserprobte Komponenten<br />
zur Verfügung. Das Nietzuführsystem erlaubt per Förderschlauch<br />
das direkte Zuschießen des Niets; wobei der Förderschlauch<br />
bis zu 20 m lang sein kann und somit die Aufstellung des<br />
Nietzuführsystems außerhalb des Prozessbereichs möglich ist. Die<br />
Übergabe des Niets aus dem Nietmagazin erfolgt über die Dockingstation.<br />
Die Magazinkapazität beträgt 2 x 30 Niete, wodurch im Störfall<br />
ein Produktionspuffer vorhanden ist. Die jeweilige Tox-Niet-Zange<br />
entstammt einem Zangenbaukasten, der die Antriebe (pneumohydraulisch<br />
oder elektromechanisch) für 55 bzw. 80 kN Presskraft,<br />
die Setzköpfe und Matrizen sowie schließlich als Basis die C-Bügel<br />
für alle Niet-Verfahren beinhaltet. So ist man in der Lage, alles aus<br />
einer Hand zu offerieren und ist dabei unabhängig vom Hersteller<br />
des jeweiligen Nietelements.<br />
bt<br />
www.tox-pressotechnik.com<br />
Details zur Fügetechnik im Video:<br />
hier.pro/HqCYY<br />
K|E|M <strong>Konstruktion</strong> <strong>01</strong>-02 2<strong>01</strong>9 69
WERKSTOFFE/VERFAHREN<br />
VERBINDUNGSTECHNIK<br />
Festigkeit von EMPT-geschweißten Aluminium-Stahl-Verbindungen genügt hohen Ansprüchen<br />
Tadellos gefügt<br />
Mit der elektromagnetischen Puls-Technologie (EMPT) steht ein Fügeverfahren bereit, dass Stahl- und Aluminium -<br />
legierungen verbindet. Wissenschaftler des Fraunhofer LBF zeigen, dass auch die Schwingfestigkeit dieser<br />
Verbindungen hohen Ansprüchen genügt. Außerdem entwickelten sie ein Bewertungskonzept, das eine<br />
zuverlässige Auslegung zyklisch beanspruchter EMPT-Verbindungen ermöglicht.<br />
Kai Schnabel, Abt. Werkstoffe und Bauteile, Fraunhofer-Institut für Betriebsfestigkeit und Systemzuverlässigkeit LBF, Darmstadt<br />
Versagen der Aluminium-Stahl-Proben im Grundwerkstoff<br />
ten auf, die auch mit herkömmlichen Schweißverfahren erreicht werden.<br />
Zudem entwickelten die Darmstädter Wissenschaftler ein Bewertungskonzept,<br />
das eine zuverlässige Auslegung zyklisch beanspruchter<br />
EMPT-Verbindungen ermöglicht.<br />
Mischschweißverbindungen sind im Leichtbau für künftige innovative<br />
<strong>Konstruktion</strong>en von großer Bedeutung, da durch sie Komponenten<br />
realisiert werden können, die hohe Festigkeiten und niedriges<br />
Gewicht gezielt vereinen. Ein innovatives Verfahren zur Erzeugung<br />
solcher Verbindungen stellt die elektromagnetische Puls-Technologie<br />
EMPT dar. Dabei werden die zu fügenden Bleche durch ein gepulstes<br />
elektromagnetisches Feld auf hohe Geschwindigkeiten aufeinander<br />
zu beschleunigt und stoffschlüssig verbunden.<br />
Bild: Fraunhofer LBF<br />
Die Suche nach kostengünstigen Leichtbaulösungen beschäftigt<br />
Forscher und Entwickler. Mit der elektromagnetischen Puls-<br />
Technologie (EMPT) steht ein neuartiges Fügeverfahren bereit, um<br />
Stahl- und Aluminiumlegierungen zu verbinden. Anderen Verfahren,<br />
beispielsweise dem Kleben, ist diese Methode insbesondere beim<br />
nötigen Zeitaufwand weit überlegen. In einem Vorhaben der industriellen<br />
Gemeinschaftsforschung konnte das Fraunhofer-Institut für<br />
Betriebsfestigkeit und Systemzuverlässigkeit LBF zeigen, dass auch<br />
die Schwingfestigkeit dieser Verbindungen hohen Ansprüchen genügt.<br />
In den in Darmstadt unternommenen Schwingfestigkeitsversuchen<br />
stellte sich die eigentliche Fügezone als keine besondere<br />
Schwachstelle heraus. Vielmehr weisen die Verbindungen Festigkei-<br />
Wellenartige Verbindungsstruktur in der Fügezone<br />
In Schliffbildern aus metallographischen Untersuchungen des Fraunhofer<br />
LBF zeigt sich bei den artgleichen Aluminiumlegierungen eine<br />
gute Verbindung der gefügten Bleche. Bedingt durch die hohen Relativverschiebungen<br />
der Bleche während des Fügeprozesses bildet<br />
sich eine wellenartige Verbindungsstruktur in der Fügezone. „Bei<br />
den Aluminium-Stahl-Verbindungen lassen sich auf den Schliffbildern<br />
keine signifikanten intermetallischen Phasen im Verbindungsbereich<br />
nachweisen, wie sie bei anderen stoffschlüssigen Mischverbindungen<br />
typischerweise auftreten. Dies dürfte der Grund für die<br />
hohe Festigkeit der Verbindungen sein“, erklärt Dr. Jörg Baumgartner,<br />
der das Forschungsprojekt am Fraunhofer LBF verantwortet.<br />
Zur Qualifizierung der Verbindungen hinsichtlich der Schwingfestigkeit<br />
führten die Wissenschaftler des Fraunhofer LBF Versuche an<br />
Scherzug- und Schälzugproben durch. Hierbei stand die Fragestellung<br />
im Mittelpunkt, ob es möglich ist, EMPT-gefügte Verbindungen<br />
mit den bereits von klassischen Schweißverbindungen bekannten<br />
Konzepten zu bewerten und auszulegen. In den Schwingfestigkeitsversuchen<br />
zeigte sich, dass die eigentliche Fügezone der schwingenden<br />
Beanspruchung standhielt. Bei allen Proben initiierten die<br />
Risse bei zyklischer Beanspruchung immer an den scharfen Wurzelkerben<br />
der Überlappverbindungen. Bei den artgleichen Aluminiumverbindungen<br />
erfolgte der Rissfortschritt immer durch den Grundwerkstoff.<br />
„Dieses Verhalten konnten wir auch bei den Aluminium-<br />
Stahl-Proben unter Schäl-Beanspruchung beobachten. Unter Scher-<br />
Beanspruchung wies die Fügezone dieser Proben eine derart hohe<br />
Festigkeit auf, dass das Versagen im Aluminiumgrundwerkstoff außerhalb<br />
der Fügezone auftrat“, so Baumgartner.<br />
70 K|E|M <strong>Konstruktion</strong> <strong>01</strong>-02 2<strong>01</strong>9
Stahl-Aluminium-Verbindung nach zyklischer Schälbeanspruchung:<br />
Versagen im Aluminium<br />
Bild: Fraunhofer LBF<br />
Festigkeiten wie bei herkömmlichen<br />
Schweißverbindungen<br />
Um eine Schwingfestigkeitsbewertung vorzunehmen, baute das<br />
Forscher-Team Finite-Element-Modelle der Proben auf. Darin wurden<br />
die rissartigen Kerben mit einem standardisierten Referenzradius<br />
von 0,05 mm modelliert. Eine Bewertung erfolgte mit dem Kerbspannungskonzept,<br />
das in vielen Bereichen das Standardverfahren<br />
zur Schwingfestigkeitsbewertung von Schweißverbindungen ist.<br />
Hierbei zeigte sich, dass die lokal ertragbaren Beanspruchungen bei<br />
allen Proben mit Versagen durch den Aluminiumwerkstoff vergleichbar<br />
zu konventionell, beispielweise Laser oder MIG, geschweißten<br />
Aluminiumverbindungen sind. Über die Untersuchungen konnte somit<br />
die hohe zyklische Festigkeit der Verbindung nachgewiesen werden.<br />
Zudem steht nun für den Konstrukteur eine Methode zur Verfügung,<br />
mit der er derartige Verbindungen bereits in der Produktentwicklungsphase<br />
zuverlässig auslegen kann.<br />
bt<br />
www.lbf.fraunhofer.de<br />
Modellierung des Randes der Fügung mit einer speziellen Kerbvernetzung<br />
Bild: Fraunhofer LBF<br />
Projektbeispiel Multiweldtester für Laserschweißverbindungen:<br />
hier.pro/wtCaa<br />
HANNOVER MESSE<br />
HOME OF<br />
INDUSTRIAL<br />
PIONEERS<br />
1. – 5. April 2<strong>01</strong>9<br />
Hannover ▪ Germany<br />
hannovermesse.de<br />
#HM19<br />
Get new technology first<br />
K|E|M <strong>Konstruktion</strong> <strong>01</strong>-02 2<strong>01</strong>9 71
WERKSTOFFE/VERFAHREN<br />
NEWS<br />
Tragschienenmuttern des Typs SM von Stauff<br />
Vereinfachte Montage und gesteigerte Festigkeit<br />
Bild: Stauff<br />
Tragschienenmuttern des Typs SM von<br />
Stauff ermöglichen die Montage von Rohr-,<br />
Schlauch- und Kabelschellen, z.B. in Block-<br />
form entsprechend DIN 3<strong>01</strong>5, auf Tragschienen<br />
des Typs TS, die in mehreren verschiedenen<br />
Bauhöhen erhältlich sind. Im<br />
Gegensatz zum Schweißen oder Schrauben,<br />
den sonst üblichen Varianten, lässt<br />
sich die Positionierung der Schellen entlang<br />
der Tragschiene vor dem endgültigen Verschrauben<br />
einfach anpassen; Schellen können<br />
auch nachträglich problemlos über die<br />
seitlichen Öffnungen der Tragschiene hinzugefügt<br />
oder entnommen werden. Um den<br />
wachsenden Anforderungen nach vereinfachter<br />
Montage, Demontage und gesteigerter<br />
Festigkeit gerecht zu werden, wurden<br />
die Tragschienenmuttern zuletzt einer<br />
weiteren Optimierung unterzogen und deren<br />
Kontur angepasst. Der untere Teil wurde<br />
an beiden Enden leicht angeschrägt, so<br />
dass sich die Tragschienenmutter nun weiter<br />
eindrehen lässt und so zusätzliche Kontaktfläche<br />
mit der Tragschiene entsteht. Die<br />
Rillen auf der Oberseite tragen zu einem<br />
festeren Halt der Tragschienenmuttern in<br />
der Tragschiene bei. Das Zusammenspiel<br />
von Schrägen und Rillen sorgt dafür, dass<br />
die Tragschienenmuttern auch bei der zeitweisen<br />
Demontage von Schellen vorübergehend<br />
in Position bleiben und nicht mehr<br />
so einfach wie bisher aus der Tragschiene<br />
herausfallen oder -rutschen. Die Geometrie<br />
der Tragschienenmutter im oberen Bereich<br />
wurde dahingehend angepasst, dass die<br />
Kunststoffkappe, die für den sicheren Halt<br />
des Schellenkörpers bei der Vertikal- und<br />
Überkopf-Montage sorgt, nun nicht mehr<br />
so einfach vom Stahlteil rutscht und ver -<br />
loren gehen kann.<br />
bt<br />
www.stauff.com<br />
Moosgummifolien und -platten von RCT Reichelt Chemietechnik<br />
Hohe Stoß- und Reißfestigkeit, reversibel verformbar<br />
Vulkanisierter Naturkautschuk (Latex) wird<br />
gemeinhin als Naturgummi (NR) bezeichnet.<br />
RCT Reichelt Chemietechnik hält eine umfangreiche<br />
Palette an Moosgummifolien und<br />
-platten als NR permanent an Lager. Als Halbzeuge<br />
werden sie hauptsächlich zu schallund<br />
schwingungsdämpfenden Profilen und<br />
Formteilen zu Matten und zu Dichtmaterialien<br />
weiterverarbeitet. Das sowohl mit offener<br />
als auch mit geschlossener Struktur und<br />
beidseitig geschlossener Haut verfügbare<br />
Material ist grau eingefärbt und weist eine<br />
Shore-Härte A von nur etwa 15° auf. Die<br />
Moosgummifolien und -platten aus NR sind<br />
bei hoher Stoß- und Reißfestigkeit reversibel<br />
verformbar. Gegenüber Säuren und Laugen<br />
sind sie gut beständig, nicht jedoch gegenüber<br />
Mineralölen, Treibstoffen und Löse -<br />
mitteln. Offenporige Moosgummifolien und<br />
offenporige Moosgummiplatten sind mit<br />
Materialstärken zwischen 2 und 40 mm<br />
und Standardabmessungen von 250 mm ×<br />
250 mm, 500 mm × 500 mm und 1000 mm<br />
× 1000 mm lieferbar. Sie sind in einem<br />
Temperaturbereich zwischen -40 und +70 °C<br />
einsetzbar.<br />
bec<br />
www.rct-online.de<br />
Bild: Reichelt Chemietechnik<br />
Thermoplastisches Polyurethan von Covestro auf Basis der CO 2<br />
-Technologie<br />
Den Kohlenstoff-Fußabdruck verringern<br />
Unter dem Namen Cardyon entwickelt und<br />
vermarktet Covestro Polyethercarbonatpoly -<br />
ole, die mithilfe des Treibhausgases Kohlen -<br />
Bild: Covestro<br />
dioxid (CO ) hergestellt werden. Mit Des -<br />
2<br />
mopan 37385A bietet das Unternehmen<br />
nun den ersten Vertreter einer Reihe von<br />
thermoplastischen Polyurethanen (TPU) an,<br />
die Polyethercarbonatpolyole auf Basis der<br />
CO -Technologie enthalten. Verglichen mit<br />
2<br />
konventionellen TPU-Materialien hinterlassen<br />
die neuen TPU-Werkstoffe einen geringeren<br />
ökologischen Fußabdruck und helfen, den<br />
Kohlenstoffkreislauf zu schließen. Desmopan<br />
37385A hat eine Härte von 85 Shore A. Seine<br />
mechanischen Eigenschaften liegen mindestens<br />
auf dem Niveau von konventionellen<br />
TPU-Typen ähnlicher Härte, übertreffen diese<br />
sogar zum Teil. Beispielsweise hat es eine<br />
Zugfestigkeit von 36 MPa. Die Reißdehnung<br />
erreicht 660 % (DIN 53504). Der Kunststoff<br />
ist für die Extrusion ausgelegt, eignet sich<br />
aber auch für das Spritzgießen. Das Einsatzspektrum<br />
deckt typische Anwendungen von<br />
konventionellen TPU-Typen mit vergleich -<br />
barer Härte ab und reicht von Sohlen und<br />
Komponenten des Oberschuhs über Sportbekleidung,<br />
Griffe und Knäufe bis hin zu Verpackungen<br />
für empfindliche Elektronik. bec<br />
www.covestro.com<br />
72 K|E|M <strong>Konstruktion</strong> <strong>01</strong>-02 2<strong>01</strong>9
NEWS<br />
WERKSTOFFE/VERFAHREN<br />
HP treibt 3D-Druck-Industrie Richtung Stückzahlenproduktion<br />
Neue Kunden, Anwendungen und Partner<br />
HP wartete auf der Formnext mit einer Reihe<br />
neuer Installationen seiner Jet-Fusion-Lösungen<br />
auf, die den rapide wachsenden Bedarf an<br />
3D-gedruckten Bauteilen erfüllen. Dazu gehören<br />
Anwendungen für so unterschiedliche Branchen,<br />
wie Transport und Gesundheitswesen sowie das<br />
industrielle und das Konsumgütersegment. Die<br />
weltweite Expansion beim 3D-Druck für die<br />
Stückzahlenproduktion schreitet weiter voran:<br />
Der Hersteller konnte in den vergangenen Monaten<br />
sowohl im asiatisch-pazifischen als auch<br />
im amerikanischen Raum eine Reihe neuer Kunden<br />
gewinnen, dazu gehören RecTech 3D, ein in<br />
China ansässiger industrieller Lohnhersteller,<br />
der den Multi Jet Fusion dazu einsetzt, sein Additive<br />
Manufacturing Center auszubauen. Das<br />
Unternehmen möchte seinen Kunden und Partner<br />
darüber Design-Expertise und Training anbieten<br />
und implementiert zunächst zehn Jet Fusion<br />
4210 3D-Systeme und plant, diese auf 30 HP<br />
3D-Drucksystem bis Ende 2<strong>01</strong>9 auszubauen. GE<br />
Transportation in Indien setzt die Jet Fusion Lösungen<br />
in seinem John G. Welche Technology<br />
Center in Bangalore ein, um industrielle Teile für<br />
verschiedene Fahrzeuge und Lokomotiven herzustellen,<br />
die das Unternehmen im Bergbau einsetzt.<br />
Im amerikanischen Raum entschied sich<br />
Aptiv für die 3D-Druck-Lösungen in zwei seiner<br />
Produktionsstätten. Darüber hinaus entschied<br />
sich auch Eddyfi Technologies für die 3D-Druck-<br />
Lösungen. Das Unternehmen ist im Bereich zerstörungsfreie<br />
Prüfungstechnologien in Branchen<br />
wie der Energieproduktion, Öl und Gas sowie im<br />
produzierenden Gewerbe tätig. Forecast 3D hingegen<br />
vergrößert seine Multi Jet Fusion Flotte<br />
auf 24 Geräte. Das neue wiederverwendbare<br />
3D PA-11-Material ermöglicht es den Kunden,<br />
starke, formbare und funktionelle Teile mit erhöhter<br />
Bruchdehnung und Schlagresistenz herzustellen.<br />
Einige Kunden, die bereits PA-11-Teile<br />
mit den Multi Jet Fusion Maschinen produzieren,<br />
sind Bowman International, OT4, Freshfiber<br />
und New Rock.<br />
jke<br />
www.hp.com<br />
Bild: HP<br />
Trinkwassertaugliche Polyphenylensulfid-Kunststofftypen von Barlog Plastics<br />
Für Sanitär- und Lebensmittelanwendungen<br />
Bild: Barlog Plastics<br />
Die Hochleistungskunststoffe Kebatron PPS<br />
von Barlog Plastics basieren auf Polyphenylensulfid<br />
(PPS) und verfügen jetzt über Lebensmittel-<br />
und Trinkwasserzulassungen. Sie<br />
lassen sich insbesondere als kostengünstige<br />
Alternative zu Metallen wie Messing, Zinkoder<br />
Aluminiumdruckguss einsetzen. Die<br />
Kunststoffe bieten eine hohe Festigkeit und<br />
Steifigkeit sowie eine sehr geringe Kriechneigung.<br />
Des Weiteren verfügen sie über eine<br />
exzellente Temperaturbeständigkeit, einen inhärenten<br />
Flammschutz und eine hohe<br />
Medien- und Hydrolysebeständigkeit. Die<br />
Werkstoffe sind damit für den Einsatz in<br />
anspruchsvollen Umgebungsbedingungen in<br />
Bereichen wie dem Automobil-Motorraum,<br />
der Luftfahrtindustrie oder der Elektrobranche<br />
geeignet. Die für den Lebensmittel- und Trinkwasserkontakt<br />
zugelassenen Kebatron-FW-<br />
Typen eröffnen darüber hinaus neue Möglichkeiten<br />
für PPS als Metallersatz im Sanitärbereich,<br />
z. B. für Wasserzähler, Heizungen, Rohrverbinder<br />
oder Anschlussstücke. Die Kebatron-FW-Produkte<br />
erfüllen die Anforderungen<br />
der Trinkwasserzulassungen gemäß KTW,<br />
W270, NSF61, WRAS und ACS und sind darüber<br />
hinaus auch geeignet für den Einsatz im<br />
Lebensmittelkontakt gemäß EU-Verordnung<br />
10/2<strong>01</strong>1 und FDA-Richtlinien. bec<br />
www.barlog.de<br />
3D-Druckmaterial MicroFine Green von Protolabs<br />
Speziell für mit Mikro-Auflösung gedruckte Teile<br />
Protolabs hat die Einführung des neuen<br />
3D-Druckmaterials MicroFine Green bekanntgegeben.<br />
Mit der Einführung des proprietären<br />
Kunststoffes, der speziell für 3D-gedruckte Teile<br />
mit ultra-hoher Auflösung entwickelt wurde, bei<br />
denen Genauigkeit und Festigkeit erforderlich<br />
sind, setzt das Unternehmen moderne 3D-Drucktechnologien<br />
ein. MicroFine Green wurde speziell<br />
für den ausschließlichen Einsatz beim Hersteller<br />
in Stereolithographie-Verfahren mit Mikro-<br />
Auflösung hergestellt. Die Einführung des Duroplast-Harzes<br />
liegt im breiteren Qualitätsfokus<br />
Bild: Protolabs<br />
des Herstellers. Für MicroFine Green sind spezielle<br />
Geräte erforderlich, die nur der Hersteller<br />
im Einsatz hat und die Teile in einer Mikroauf -<br />
lösung mit einer äußerst geringen Schichtstärke<br />
von 0,025 mm drucken. Die Teilegenauigkeit<br />
ist hier sehr hoch, da einzelne Merkmale nur<br />
0,07 mm klein sein können. Das Material ist mit<br />
mechanischen Eigenschaften, die dem ABS-<br />
Kunststoff am ähnlichsten sind, recht langlebig<br />
und stabil. Außer MicroFine Green bietet der<br />
Hersteller eine Reihe von Materialoptionen, die<br />
ABS, Polycarbonat und Polypropylen für schnelles<br />
Prototyping und für Stereolithographie-Teile<br />
nachahmen. Mit Durchlaufzeiten von weniger als<br />
einem Tag wird der Prozess in drei Auflösungen<br />
angeboten: normal, hoch und mikro. jke<br />
www.protolabs.de<br />
K|E|M <strong>Konstruktion</strong> <strong>01</strong>-02 2<strong>01</strong>9 73
SERVICE<br />
DAS ENGLISCHE FACHWORT<br />
Technisches Englisch Stück für Stück – Inch by Inch –<br />
Robotics – Robotik<br />
Sie möchten Ihr technisches Englisch verbessern?<br />
Wir möchten es Ihnen so leicht wie möglich machen.<br />
Die <strong>KEM</strong> <strong>Konstruktion</strong> veröffentlicht mit freundlicher<br />
Genehmigung des Autors Matthias Meier Monat für Monat<br />
Fachwörter zu technischen Themen, die Konstrukteure<br />
und Entwickler interessieren. Außerdem gibt es in jeder<br />
Ausgabe ein sogenanntes Pictorial, das auf unterhaltsame<br />
Weise technisches Englisch quasi in kleinen Häppchen.<br />
Bild: Weiss Kunststoffverarbeitung<br />
A<br />
absolute coordinate system<br />
absolute encoder<br />
acceleration<br />
accuracy<br />
actual position<br />
actuator<br />
algorithm<br />
angle encoder<br />
anthropomorphic robot<br />
anti-clockwise<br />
arm<br />
articulated robot<br />
articulation<br />
artificial muscle<br />
assembly<br />
assembly robot<br />
autonomous robot<br />
axis<br />
axis controller<br />
B<br />
backlash<br />
ball joint<br />
base<br />
bellows<br />
bipedal<br />
C<br />
calibration<br />
cam<br />
cantilever<br />
carousel<br />
Cartesian robot<br />
clamp<br />
clockwise<br />
absolutes Koordinatensystem<br />
Absolutwertgeber<br />
Beschleunigung<br />
Genauigkeit<br />
Ist-Position<br />
Stellglied<br />
Algorithmus<br />
Winkelcodierer<br />
anthropomorphen Roboter<br />
linksdrehend<br />
Arm<br />
Knickarm-Roboter<br />
Gelenkverbindung<br />
künstlicher Muskel<br />
Montage<br />
Montageroboter<br />
autonomer Roboter<br />
Achse<br />
Achsensteuerung<br />
Totgang<br />
Kugelgelenk<br />
Sockel<br />
Faltenbalg<br />
zweibeinig<br />
Kalibrierung<br />
Nocken<br />
Kragarm<br />
Umlaufregal<br />
kartesischer Roboter<br />
Klemmvorrichtung<br />
rechtsdrehend<br />
closed-loop control<br />
Regelkreis<br />
cobot<br />
kooperativer Roboter<br />
collaboration<br />
Zusammenarbeit<br />
collision protection<br />
Kollisionsschutz<br />
collision sensor<br />
Kollisionssensor<br />
colum<br />
Säule<br />
computer numerical control (CNC) rechnerunterstützte numerische<br />
Werkzeugmaschinensteuerung<br />
contact sensor<br />
Berührungsfühler<br />
continuous path<br />
Stetigbahn<br />
coordinate<br />
Koordinate<br />
crank-rocker mechanism Kurbelschwinge<br />
cybernetics<br />
Kybernetik<br />
cycle<br />
Zyklus<br />
cycle time<br />
Zykluszeit<br />
cylindrical robot<br />
Roboter mit zylinderförmigen<br />
Arbeitsraum<br />
D<br />
dead man switch<br />
degrees of freedom (DOF)<br />
dexterity<br />
direct-drive<br />
disassembly<br />
double-crank mechanism<br />
drive<br />
dynamics<br />
E<br />
edge detection<br />
elbow<br />
electric motor<br />
emergency stop<br />
encoder<br />
end effector<br />
end-of-arm tooling (EOAT)<br />
endpoint<br />
energy chain<br />
envelope<br />
exoskeleton<br />
Totmannschalter<br />
Freiheitsgrad<br />
Gewandtheit<br />
Drehmomentmotor<br />
Demontage<br />
Doppelkurbelmechanismus<br />
Antrieb<br />
Dynamik<br />
Kantenerkennung<br />
Ellbogen<br />
Elektromotor<br />
Notaus-Taster<br />
Geber<br />
Greiforgan<br />
Roboterwerkzeug<br />
Endpunkt<br />
Energiekette<br />
Hüllkurve<br />
Außenskelett<br />
74 K|E|M <strong>Konstruktion</strong> <strong>01</strong>-02 2<strong>01</strong>9
Industrie<br />
Automobilkonstruktion<br />
Matthias Meier, Karlsruhe, Herausgeber der Zeitschrift<br />
‚Inch | Technical English – Inch by Inch‘<br />
www.inchbyinch.de<br />
F<br />
feedback loop<br />
feeder<br />
fixture<br />
folding arm<br />
force feedback<br />
force sensor<br />
forearm<br />
G<br />
gantry<br />
gantry robot<br />
gear box<br />
gripper<br />
gripper jaw<br />
gripping finger<br />
Rückführungsschleife<br />
Beschicker<br />
Halterung<br />
Gelenkarm<br />
Kraftrückkopplung<br />
Kraftsensor<br />
Unterarm<br />
Portal<br />
Portalkranroboter<br />
Getriebe<br />
Greifer<br />
Greifbacken<br />
Finger (Greifer)<br />
Fachwissen für<br />
Automobilentwickler<br />
Der nächste Teil von Robotics – Robotik erscheint in der<br />
<strong>KEM</strong> <strong>Konstruktion</strong> 3-4/2<strong>01</strong>9 am 25.03.2<strong>01</strong>9<br />
Für das englische Fachwort zeichnet Matthias Meier aus<br />
Karlsruhe verantwortlich, der die Zeitschrift ‚Inch | Technical<br />
English – Inch by Inch‘ herausgibt. Von ihm stammen auch die<br />
sogenannten Pictorials, die auf unterhaltsame Weise<br />
technisches Englisch quasi in kleinen Häppchen anbieten.<br />
Weitere Pictorials und Infos zur Inch finden Sie unter:<br />
inchbyinch.de<br />
PICTORIAL – DELTAROBOTER<br />
<strong>KEM</strong> Automobilkonstruktion ti<br />
Speziell für Ingenieure und Konstrukteure in den Entwicklungsabteilungen<br />
der Automobil- und Zulieferindustrie.<br />
Ob Komponenten, Systeme oder das Auto der Zukunft –<br />
in diesen Sonderausgaben erfahren Sie alles rund um die<br />
konstruktiven Aspekte des Fahrzeugbaus.<br />
Die nächsten Ausgaben erscheinen<br />
am 10. Mai 2<strong>01</strong>9 und<br />
am 5. September 2<strong>01</strong>9!<br />
autokon.de<br />
parallel robot<br />
Deltaroboter<br />
base<br />
Grundplatte<br />
movable platform Arbeitsplatte<br />
hip/proximal link<br />
Oberarm<br />
ankle/distal link<br />
Unterarm<br />
motor<br />
Motor<br />
bracket<br />
Gelenk<br />
effector<br />
Effektor<br />
Weitere Pictorials finden Sie unter:<br />
inchbyinch.de<br />
Digitale Ausgabe<br />
hier anschauen:<br />
http://hier.pro/dneRP<br />
Die passenden Medien<br />
für Ihre Branche:<br />
konradin.de/industrie<br />
media.industrie.de<br />
Zwei<br />
Sonderausgaben<br />
bei <strong>KEM</strong><br />
<strong>Konstruktion</strong>!<br />
Gratis Probeheft<br />
vormerken:<br />
media.industrie<br />
@konradin.de<br />
K|E|M <strong>Konstruktion</strong> <strong>01</strong>-02 2<strong>01</strong>9 75
SERVICE<br />
ONLINE-TIPPS<br />
3D-Druck und Additive Manufacturing (AM) im Fokus<br />
Chancen insbesondere bei der Funktionsintegration<br />
Der 3D-Druck (besser die generative oder additive<br />
Fertigung, im Englischen Additive Manufacturing/AM)<br />
ist ‚nur‘ eine neue Fertigungstechnologie<br />
– aber eine, die völlig neue<br />
Möglichkeiten bietet. Wenn es um komplexe,<br />
extrem leichte, besonders belastbare sowie<br />
kundenindividuelle Teile geht, spielen die additiven<br />
Technologien ihre Vorteile aus. Die vielen<br />
verschiedenen Technologien unter dem<br />
Additive-Dach sind zunächst verwirrend –<br />
Grund genug für die <strong>KEM</strong> <strong>Konstruktion</strong>, die<br />
einzelnen Verfahren einschließlich deren Nutzen<br />
und Anwendungsfällen zu erläutern. Wir<br />
geben Auskunft zu:<br />
• Wie entstand der 3D-Druck und wer<br />
steckt dahinter?<br />
• Wie gliedert sich der Markt für<br />
3D-Drucker?<br />
• Welche 3D-Druck-Verfahren gibt es?<br />
(mit Details zu Stereolithografie,<br />
Filamentdruck, Selective<br />
Laser Sintering<br />
(SLS), Direct Metal Laser<br />
Sintering (DMLS), Binder<br />
Jetting, Jetted Photopolymer<br />
sowie weiteren<br />
3D-Druck-Verfahren)<br />
• Wofür nutzt man den<br />
3D-Druck?<br />
(kleine Serien und individualisierte<br />
Teile, komplexe<br />
Formen und innenliegende<br />
Geometrien, funktional integrierte Teile<br />
sowie Bauteile mit ansonsten großem<br />
Span anteil)<br />
Gerade auch bei der Realisierung konturnaher<br />
Kühlkanäle sowie der Funktionsintegra -<br />
tion mit dem Verzicht auf eine Reihe von<br />
Montagevorgängen lohnt sich der AM-Einsatz<br />
sofort. Mehr zum Thema 3D-Druck und<br />
additive Fertigung finden Sie<br />
auf unserer Themenseite<br />
3D-Druck/Additive Verfahren:<br />
hier.pro/pBjou<br />
Bild: science photo/Fotolia.com<br />
Engineering, Installation und Betrieb von Schaltschränken<br />
Schaltschrank bietet Potenzial zur Effizienzsteigerung<br />
Bild: Weidmüller<br />
Da bis zu 8 % der Kosten einer Maschine<br />
oder Anlage auf die elektrische Ausrüstung<br />
bzw. den Schaltschrank entfallen, lohnt hier<br />
ein genauerer Blick<br />
Maschinen und Anlagen verfügen heute über<br />
eine große Anzahl von Schaltschränken und<br />
mit zunehmender Automatisierung und Vernetzung<br />
wird die Zahl der erforderlichen Betriebsmittel<br />
weiter steigen. Komplexere<br />
Steuerungen kombiniert mit einer Vielzahl<br />
weiterer Komponenten erfordern jedoch einen<br />
höheren Engineering- und Fertigungsaufwand.<br />
Experten gehen heute davon aus,<br />
dass von den Kosten einer Maschine oder<br />
Anlage bis zu 8 % auf die elektrische Ausrüstung<br />
bzw. den Schaltschrank entfallen. Um-<br />
fassend über die gesamte Thematik des<br />
Schaltschrankbaus, über geeignete Komponenten<br />
sowie den sicheren Betrieb informiert<br />
unsere Themenseite Schaltschränke. Erfahren<br />
Sie mehr zum Schaltschrankbau mit seinen<br />
Komponenten, Geräten und deren Verdrahtung<br />
bis hin zur Dokumentation:<br />
hier.pro/Socv9<br />
Grundlagen zu Schraubensicherungen<br />
Dauerhaft sicher verbunden auch unter rauen Bedingungen<br />
Schrauben einfach nur fest anzuziehen<br />
reicht häufig nicht, da sie<br />
sich unter bestimmten, nicht vermeidbaren<br />
Bedingungen von<br />
selbst wieder lösen können. Beispiele<br />
sind etwa Vibration, Materialschwund<br />
der zu verbindenden<br />
Elemente oder weil die nötige<br />
Spannkraft das Bauteil (z.B. ein<br />
Wälzlager) beschädigen würde.<br />
Daher bedarf es zusätzlicher Sicherungsverfahren,<br />
die in verschiedenen<br />
Varianten für die je-<br />
weiligen Einsatzbedingungen<br />
entwickelt wurden. Inzwischen<br />
haben sich allerdings auch lange<br />
als bewährt geltende Methoden<br />
als unzureichend herausgestellt,<br />
weshalb einige Normen zurückgezogen<br />
wurden: Bestimmte Sicherungselemente<br />
sind bei höherfesten<br />
Schraubverbindungen<br />
(ab Festigkeitsklasse 8.8) wirkungslos.<br />
Denn eine sachgerecht<br />
ausgeführte Schraubverbindung<br />
baut wesentlich höhere Spann-<br />
kräfte auf, als ein Federring<br />
oder eine Federscheibe<br />
an Federkraft<br />
aufbauen könnte, sie sind<br />
auch als Setzsicherung<br />
nicht geeignet. Weitere<br />
Details zum Thema bietet unsere<br />
Themenseite zur Schraubensicherung:<br />
hier.pro/uxbDS<br />
Bild: Böllhoff<br />
Die Schraubensicherung Ripp Lock<br />
gibt es inzwischen in Form von<br />
Scheiben, Schrauben und Muttern.<br />
Die Unterseite der Schrauben und<br />
Muttern ist mit Radialrippen versehen,<br />
die Scheiben sind symmetrisch<br />
und auf beiden Seiten gerippt<br />
76 K|E|M <strong>Konstruktion</strong> <strong>01</strong>-02 2<strong>01</strong>9
Time-Sensitive Networking (TSN)<br />
Möglicherweise der Standard für Industrie 4.0<br />
OPC UA TSN ist innerhalb kurzer<br />
Zeit zu einem der meist diskutierten<br />
Themen der industriellen Automatisierung<br />
avanciert. Mit der<br />
mittlerweile breiten Unterstützung<br />
von wichtigen Unternehmen<br />
aus den Bereichen industrielle<br />
Automation und IT sind die<br />
Vorzeichen für diesen gemeinsamen<br />
Standard mehr als positiv.<br />
Ob OPC UA TSN mehr Offenheit<br />
in die Branche bringt oder gar die<br />
vierte industrielle Revolution einläutet,<br />
hängt von einigen Faktoren<br />
ab – aus technischer Perspektive<br />
hat diese Kombination<br />
auf jeden Fall enormes Potenzial.<br />
Welche Rolle das Time-Sensitive<br />
Networking (TSN) für die Echtzeitfunktionalität<br />
spielt und warum<br />
TSN als Bindeglied zu OPC<br />
UA fungieren kann, erläutern wir<br />
auf unserer Themenseite zu TSN.<br />
Ein Fazit lässt sich schon jetzt<br />
ziehen: Leitprinzip von OPC UA ist die Vereinfachung<br />
offener Kommunikation. Offenheit in<br />
eine Welt der geschlossenen Systeme zu<br />
bringen, haben sich auch die Unternehmen<br />
auf die Fahnen geheftet, die OPC UA TSN unterstützten<br />
und vorantreiben. Die Möglichkeit,<br />
Informationen von allen Arten von Ma-<br />
schinen, Geräten und Sensoren in Echtzeit zu<br />
teilen ist tatsächlich revolutionär – eine breite<br />
Akzeptanz des Standards könnte der Grundstein<br />
für Industrie 4.0 werden. Abseits jeglicher<br />
Prognosen über die Marktmechanismen<br />
ist die Kombination aus OPC UA PubSub und<br />
TSN jedenfalls eine geeignete Gesamtlö-<br />
sung, um herstellerübergreifend Industrie-4.0-Konzepte<br />
zu realisieren. Stellungnahmen<br />
aus der Industrie und<br />
weitere Infos finden Sie hier:<br />
hier.pro/lYpEi<br />
Bild: Gorodenkoff/Fotolia.com<br />
Spannvorrichtungen im Fokus<br />
Zeitfresser Vorrichtungsbau im Griff – Automationsbaukasten spart Zeit<br />
Sonderkonstruktionen für die Spann- und<br />
Greiftechnik sind in den meisten Fällen überflüssig<br />
– aus dem passenden Baukastensystem<br />
lassen sich in der Mehrzahl der Fälle Fertigungsanlagen<br />
aus fertigen Bauelementen<br />
zusammensetzen. Der Konstrukteur ‚komponiert‘<br />
dann gewissermaßen die Fertigungsanlage;<br />
typischerweise lassen sich zumindest<br />
80 % der von Anlagenbauern geforderten<br />
Funktionen über einen Automationsbaukasten<br />
abdecken. Damit können übrigens nicht<br />
nur Blechteile gespannt werden, sondern<br />
auch solche aus Kunststoff oder<br />
Holz. Weitere Details dazu liefert unsere<br />
Themenseite zur Spanntechnik:<br />
hier.pro/Ug9wo<br />
Bild: Tünkers<br />
Der überwiegende Teil der<br />
<strong>Konstruktion</strong>sarbeit an Spannvorrichtungen<br />
lässt sich mit einem Baukastensys<br />
tem einsparen – nur Detailan passungen sind<br />
dann noch zu ergänzen<br />
K|E|M <strong>Konstruktion</strong> <strong>01</strong>-02 2<strong>01</strong>9 77
SERVICE<br />
TIPPS & TERMINE<br />
Chancen und Risiken von KI<br />
Künstliche Intelligenz – eine Einführung<br />
Künstliche Intelligenz verändert unsere Welt<br />
in vielen Bereichen: Lebensweise, Arbeit,<br />
Gesellschaft und sogar unser Platz im Universum<br />
werden neu definiert. Jerry Kaplan diskutiert<br />
in diesem Buch die wichtigsten gesellschaftlichen,<br />
rechtlichen und wirtschaftlichen<br />
Aspekte für die gegenwärtige und zukünftige<br />
Bedeutung der Künstlichen Intelligenz. Dabei<br />
behandelt er grundlegende Fragen:<br />
• Werden Maschinen eines Tages klüger<br />
sein als der Mensch?<br />
• Wie wirken sich lernende, flexible Roboter<br />
auf den Arbeitsmarkt aus?<br />
• Kann man eine Maschine für ihre Handlungen<br />
verantwortlich machen?<br />
Der Autor macht deutlich, inwiefern Fort-<br />
schritte im Hinblick auf die intellektuellen und<br />
physischen Fähigkeiten von Maschinen unsere<br />
Gesellschaft grundlegend verändern werden.<br />
Dabei zeigt er auf, dass diese kontinuierliche<br />
Weiterentwicklung von Maschinen eine<br />
immer wichtigere Rolle spielen und mit vielen<br />
Bereichen unseres täglichen Lebens untrennbar<br />
verbunden sein wird.<br />
Dieses Buch ist eine kompakte und leicht zugängliche<br />
Einführung in das Thema. Jerry Kaplan<br />
veranschaulicht mögliche künftige Auswirkungen<br />
dieser bedeutenden Entwicklung<br />
und lässt dabei technologische Details außen<br />
vor. So ist das Buch gut geeignet für die Auseinandersetzung<br />
mit den grundlegenden Fragen<br />
zur Künstlichen Intelligenz.<br />
Bild: mitp<br />
Künstliche Intelligenz - Eine Einführung,<br />
Jerry Kaplan, ISBN: 9783958456327<br />
1. Auflage 2<strong>01</strong>7<br />
208 Seiten ab 21,99 € bt<br />
www.mitp.de<br />
Ölflex-Connect-Chain-Konfigurator von Lapp<br />
Energieketten mit wenigen Mausklicks konfiguriert<br />
Mit dem Konfigurator lassen sich fertig bestückte Energieketten<br />
einfach online zusammenstellen<br />
Die Konfiguration von Energieketten – bislang<br />
eine komplexe Aufgabe – wird mit dem<br />
Ölflex-Connect-Chain-Konfigurator von Lapp<br />
Bild: Lapp<br />
zum Kinderspiel. Anwender<br />
können damit online mit wenigen<br />
Mausklicks das Engineering<br />
einer Energiekette erledigen.<br />
Der Konfigurator schaltet<br />
automatisch alle Fehlerquellen<br />
aus und findet immer die<br />
optimale Lösung. Er führt<br />
Schritt für Schritt durch die<br />
Auswahl der Schleppkette,<br />
der Leitungen und des passenden<br />
Zubehörs. Er achtet in<br />
jedem Auswahlschritt darauf,<br />
dass die Komponenten zusammenpassen,<br />
vor allem<br />
bezüglich des minimalen Biegeradius<br />
der Leitungen. Die<br />
Schleppkette darf keinen kleineren Biege -<br />
radius als die Leitungen haben, sonst können<br />
Funktionsstörungen auftreten und die Le-<br />
benserwartung der Leitungen verkürzt sich.<br />
In diesem Fall gibt der Konfigurator eine<br />
Warnmeldung aus und stellt alternative<br />
Schleppkettentypen zur Wahl. Weitere Kriterien<br />
sind unter anderem Verfahrweg, Beschleunigung,<br />
Temperaturverhalten und<br />
Schirmung. Nicht zur Anwendung passende<br />
Leitungen schließt der Konfigurator automatisch<br />
aus. Auf Wunsch platziert er Trennstege<br />
und Fachböden und achtet darauf, dass das<br />
Gewicht der Leitungen gleichmäßig in der<br />
Energiekette verteilt ist. Nach Abschluss der<br />
Konfiguration erhält der Kunde ein individuelles<br />
Angebot. Dabei kann er entscheiden, ob<br />
er die Energiekette fertig bestückt beziehen<br />
möchte oder in Einzelteilen, wobei die Leitungen<br />
bereits auf die passenden Längen geschnitten<br />
sind.<br />
bt<br />
www.lappkabel.de<br />
Spanische und italienische Website von mbo Osswald<br />
Weltweiter Service permanent ausgebaut<br />
In vollem Umfang steht die Website von mbo<br />
Osswald nun auch in spanisch und italienisch<br />
zur Verfügung. Nach der englischen und französischen<br />
Homepage ist dies ein weiterer<br />
Schritt, um das Leben der Anwender auf internationaler<br />
Ebene einfacher zu machen.<br />
Hilfreiche Online-Konfiguratoren für individuelle<br />
Bauteile, 12.000 Standardteile samt On-<br />
lineshop und umfangreiche Dienstleistungen<br />
sind weltweit nutzbar, werden doch auf der<br />
ganzen Welt die mechanische Verbindungselemente,<br />
wie Gabelköpfe, Gabelgelenke,<br />
Winkelgelenke, Gelenkköpfe, Sonderteile,<br />
Bolzen und Sicherungselemente, in unterschiedlichen<br />
Einsatzbereichen eingesetzt. bt<br />
www.mbo-osswald.de<br />
Bild: mbo Osswald<br />
78 K|E|M <strong>Konstruktion</strong> <strong>01</strong>-02 2<strong>01</strong>9
FMB-Süd 2<strong>01</strong>9 am 20. Februar 2<strong>01</strong>9 in Augsburg<br />
Mix aus namhaften Ausstellern und Newcomern nicht nur aus dem Süden<br />
Auf der dritten FMB-Süd in Augsburg erwarten<br />
den Besucher neben den Marktführern<br />
auch viele Spezialisten der Zulieferindustrie,<br />
die Maschinenbauern und produzierenden<br />
Unternehmen in der Südhälfte Deutschlands<br />
ihre Produkte und Dienstleistungen zeigen<br />
werden. Zu den Bausteinen des Konzeptes<br />
gehören, ganz kurz zusammengefasst: Aussteller<br />
aus allen Bereichen der Zulieferindustrie<br />
für den Maschinenbau, kompakte Messestände,<br />
Betonung des persönlichen Gesprächs,<br />
geringstmöglicher Aufwand für die<br />
Aussteller und kostenloser Eintritt für die Besucher.<br />
Rund 60% der Aussteller kommen<br />
aus der Südhälfte Deutschlands und damit<br />
auch aus dem Einzugsbereich der Besucher.<br />
Teilweise handelt es sich um namhafte<br />
Unternehmen wie z.B. ABB<br />
Stotz-Kontakt, Euchner,<br />
Ledvance und Neff, die<br />
auch auf der FMB-Nord<br />
ausstellen. Für viele Aussteller<br />
bietet die FMB-Süd<br />
aber die besondere Gelegenheit,<br />
sehr gezielt potenzielle<br />
Kunden in der Region<br />
auf sich aufmerksam machen.<br />
Die regionale Zusammenarbeit<br />
von Maschinenbauern<br />
und Zulieferern wird<br />
auch durch den Cluster Mechatronik<br />
& Automation gefördert.<br />
bt<br />
www.fmb-sued.de<br />
Viele langjährige Aussteller der FMB im Norden werden ihre<br />
Produkte und Dienstleistungen auf der FMB-Süd zeigen<br />
Bild: Clarion Events<br />
Seminar am 14./15.03.2<strong>01</strong>9 an der TAE, Ostfildern<br />
Kunststoffe in der <strong>Konstruktion</strong> – Möglichkeiten und Grenzen<br />
Das Seminar richtet sich an Fachleute aus<br />
<strong>Konstruktion</strong> und Entwicklung, auch an diejenigen,<br />
die nur gelegentlich mit Kunststoffen<br />
konstruieren. Es gibt die Gelegenheit, anhand<br />
einfacher PC-Programme das typische<br />
Werkstoffverhalten der Thermoplaste näher<br />
kennen zu lernen sowie einige Berechnungen<br />
selbst durchzuführen. Die Programme<br />
können kostenfrei bezogen werden. <strong>Konstruktion</strong>en<br />
aus thermoplastischen Kunststoffen<br />
sind meist – auch wenn sie nur relativ<br />
gering belastet sind – hoch beanspruchte<br />
Strukturen, weil die Grenze der Beanspruchbarkeit<br />
dieser Werkstoffe vergleichsweise<br />
niedrig liegt. Häufig gilt es, einen Kompromiss<br />
zwischen der optimalen beanspruchungsgerechten<br />
Gestaltung und den fertigungstechnischen<br />
Möglichkeiten und Grenzen<br />
zu finden. Selten sind Kunststoffbauteile<br />
eigenständige <strong>Konstruktion</strong>en; meist müssen<br />
sie mit anderen Bauteilen verbunden<br />
werden. Dabei kommt dem Verbinden mit<br />
gewindeformenden Schrauben und Schnappverbindungen<br />
eine besondere Bedeutung zu.<br />
Die Fügestellen müssen bereits in der Entwurfsphase<br />
Verbindungsgerecht gestaltet<br />
werden, um spätere (unter Umständen aufwendige)<br />
Änderungen zu vermeiden. Im Seminar<br />
werden die wichtigsten mechanischen<br />
Eigenschaften behandelt und Hinweise auf<br />
sinnvolle Dimensionierungskennwerte gegeben.<br />
bt<br />
www.tae.de/32633<br />
Beko mit verbesserten Lernmodulen<br />
Grundlagen der Drucklufttechnik per E-Learning<br />
Beko Technologies hat ihren E-Learning-Kurs<br />
über die Grundlagen der Drucklufttechnik neu<br />
aufgesetzt und stellt diesen u zunächst in der<br />
deutschen und englischen Version online zur<br />
Verfügung. Der Druckluftspezialist entwickelt<br />
Lösungen und Konzepte für eine passende<br />
Aufbereitung und Überwachung des Mediums<br />
Druckluft in verschiedensten industriellen<br />
Prozessen. Über das firmeneigene Education<br />
Center gibt das Unternehmen sein Expertenwissen<br />
aus über 35 Jahren Druckluftaufbereitung<br />
weiter. Im E-Learning-Kurs wird<br />
der Lerninhalt in acht Modulen – angefangen<br />
bei der Drucklufterzeugung im Kompressor<br />
über die Aufbereitung durch Filtration und<br />
Trocknung bis hin zum Thema Kondensatauf-<br />
bereitung und Energieeffizienz<br />
– anhand<br />
zahlreicher Beispiele<br />
anschaulich vermittelt.<br />
Die neue Version<br />
ist auf jedem Endgerät<br />
und in den gängigen<br />
Browsern<br />
nutzbar. Durch individuell<br />
einteilbare<br />
Lernabschnitte und<br />
interaktive Knowhow-Checks<br />
am Ende<br />
eines jeden Moduls wird das Wissen<br />
strukturiert vermittelt. Der etwa 8-stündige<br />
Kurs vermittelt die physikalischen Grundla-<br />
Ein interaktives Lernkonzept vermittelt Komplexität der Drucklufttechnik<br />
gen und allgemeinen Funktionen der Drucklufterzeugung<br />
und -aufbereitung.<br />
bt<br />
www.beko-technologies.com<br />
Bild: Beko<br />
K|E|M <strong>Konstruktion</strong> <strong>01</strong>-02 2<strong>01</strong>9 79
SERVICE<br />
TIPPS & TERMINE<br />
Automatisierungstreff in Böblingen vom 19. bis 21.02.2<strong>01</strong>9<br />
Digitalisierung – Trends,<br />
Lösungen und die Praxis<br />
Besucher des Automatisierungstreffs in Böblingen finden Lösungen für das<br />
gesamte Aufgabenspektrum aus den Bereichen IT und Automation. Die Besonderheit<br />
der Veranstaltung liegt in einer Kombination aus Lösungsforum, Trendsession<br />
und praxisorientierten Anwenderworkshops.<br />
Der Marktplatz Industrie 4.0, ein Highlight des Automatisierungstreffs in Böblingen, legt den<br />
Schwerpunkt auf konkrete Use-Cases für Industrie 4.0 und IIoT<br />
Vom 19. bis 21. Februar 2<strong>01</strong>9 findet der<br />
nächste Automatisierungstreff in der Kongresshalle<br />
in Böblingen statt. Neben den praxisnahen<br />
Workshops bildet das Lösungsforum<br />
Marktplatz Industrie 4.0 das Highlight<br />
der Veranstaltung. Hier werden konkrete,<br />
nachvollziehbare Aufgabenstellungen und Lösungswege<br />
mit I4.0– und IIoT-Funktionalität<br />
präsentiert und diskutiert. „Anwender aus<br />
dem Maschinen- und Anlagenbau finden auf<br />
dem Automatisierungstreff Lösungen für Automatisierungssysteme<br />
und Industrial-IT, die<br />
Bild: Strobl<br />
ändert, mit neuen Technologien und Einsatzmöglichkeiten<br />
sowie verschiedensten Materialien,<br />
die zum Einsatz kommen. Auch hybride<br />
Verbindungselemente sind mittlerweile<br />
recht etabliert. Daher werden Verbindungselemente<br />
immer häufiger als flexible und<br />
hochfunktionale Lösungen eingesetzt, die<br />
auch im Leichtbau und verschiedenen anderen<br />
Bereichen Anwendung finden.“ Im Rahmen<br />
der Messe wird es in Halle 1 erstmals<br />
einen Sonderbereich für Klebstoffe und Klebeverbindungen<br />
geben. Der Fokus der „Bonding<br />
and Adhesive Technology Area“ liegt<br />
speziell auf den Möglichkeiten von Klebetechnologien,<br />
die eine gute Ergänzung zu herzur<br />
Erhöhung der Produktionseffizienz beitragen“,<br />
betont Sybille Strobl, Geschäftsführerin<br />
der Strobl GmbH, des Veranstalters. Den<br />
Schwerpunkt der dreitägigen Veranstaltung<br />
bilden die Anwender-Workshops, in denen<br />
die Besucher die Möglichkeit haben, einzelne<br />
Technologien vor Ort praktisch auszutesten.<br />
Einige Beispiele für Workshop-Themen sind:<br />
die Industrie-4.0-Plattform Codesys, Visualisierungssoftware,<br />
Geschäftsmodellinnovationen<br />
für Industrie 4.0, mehr Informationen<br />
dank RFID, IoT – vom Sensor bis zum Menschen<br />
und zurück, Auswahl und Einführung<br />
von MES, Datenbankanbindung der Steuerung,<br />
Prüfkriterien für Profinet.<br />
Das Trend-Session Programm ist ein weiterer<br />
Baustein der Ideenbörse und trägt den Charakter<br />
eines kleinen, aber praxisnahen Kongresses.<br />
Zum Beispiel wird in der VDE-Trendsession<br />
die Entwicklung der Energiewende<br />
aufgezeigt, bei der die ausgeweitete Nutzung<br />
der Automatisierungstechnik ein wesentlicher<br />
Stützpfeiler ist.<br />
Bereits auf der Veranstaltung im Jahr 2<strong>01</strong>7<br />
wurde der Marktplatz Industrie 4.0 ins Leben<br />
gerufen, der als zentraler Bestandteil den<br />
Schwerpunkt auf konkrete Use-Cases für Industrie<br />
4.0 und IIoT legt. Zu den gezeigten<br />
Use Cases in 2<strong>01</strong>9 gehören unter anderem<br />
Asset Management, IoT Framework, Prozessoptimierung,<br />
Unit Management sowie<br />
Tracking and Traceability. Die Plattform ermöglicht<br />
es, den ganzheitlichen Ansatz von<br />
Industrie 4.0 und IIoT zu verstehen. Sie richtet<br />
sich an Anwender, Praktiker und Macher,<br />
die die digitale Transformation in den Unternehmen<br />
nutzen möchten.<br />
eve<br />
www.automatisierungstreff.com<br />
Fastener Fair Stuttgart 2<strong>01</strong>9 vom 19. bis 21. März 2<strong>01</strong>9<br />
Befestigungsbranche mit Potenzial<br />
Die Fastener Fair Stuttgart 2<strong>01</strong>9, der Treffpunkt<br />
der Verbindungs- und Befestigungsbranche,<br />
findet vom 19. bis 21. März 2<strong>01</strong>9 auf<br />
dem Messegelände in Stuttgart in den Hallen<br />
1, 3 und 5 statt. Rund 900 Unternehmen aus<br />
40 Ländern werden dort mit einem Stand<br />
sein. Deutschland, Italien, Spanien, Großbritannien,<br />
die Niederlande und Frankreich sind<br />
die größten europäischen Ausstellerländer.<br />
Asiatische Aussteller kommen hauptsächlich<br />
aus der Türkei, China, Indien und Taiwan.<br />
Liljana Goszdziewski, Exhibition Director der<br />
Fastener Fair Stuttgart, in Namen des Veranstalters<br />
Mack Brooks Exhibitions: „Der Markt<br />
hat sich in den letzten Jahren dynamisch ver-<br />
Bild: Mack Brooks Exhibitions<br />
Etwa 900 Aussteller aus 40 Ländern präsentieren<br />
in Stuttgart ein umfassendes Angebot an<br />
Verbindungs- und Befestigungstechnologien<br />
kömmlichen Verbindungs- und Befestigungselementen<br />
bieten.<br />
bt<br />
www.fastenerfair.com/stuttgart<br />
80 K|E|M <strong>Konstruktion</strong> <strong>01</strong>-02 2<strong>01</strong>9
AKTUELL IN DER ELEKTRO AUTOMATION<br />
SERVICE<br />
Harting treibt die Standardisierung von Single Pair Ethernet voran<br />
Schlank zu Industrie 4.0<br />
Die einpaarige Ethernet-Verkabelung bzw. Single Pair Ethernet erschließt<br />
neue Anwendungsbereiche und stellt eine sinnvolle Ergänzung zu den<br />
bestehenden vierpaarigen Verkabelungssystemen dar.<br />
Damit unterstützt das einpaarige Ethernet<br />
besonders Trends wie IIoT und Industrie 4.0.<br />
Gerade beim Ausbau des Cloud-Computings<br />
kann einpaariges Ethernet eine wichtige<br />
technologische Basis zur Weiterentwicklung<br />
sein: Single Pair Ethernet ist eine Technologie,<br />
die nur ein Adernpaar zur Übertragung von<br />
Daten und Power benötigt. Diese aus der<br />
Automobilindustrie getriebene Technik<br />
gewinnt zunehmend auch in der Automatisierungstechnik<br />
an Bedeutung und wird dort<br />
gezielt weiterentwickelt. Aufgrund der Reduzierung<br />
von Gewicht, Platzbedarf und Installationsaufwand<br />
wird dieser Technik eine große<br />
Zukunft in der Industrie, in der Automatisierungstechnik<br />
und der Bahnbranche vorausgesagt.<br />
In Bezug auf einen einheitlichen Stecker-<br />
Standard haben sich internationale Standardisierungsgremien<br />
in einem mehrstufigen<br />
Auswahlprozess für ein SPE-Steckgesicht<br />
der Technologiegruppe Harting entschieden.<br />
Dieses bietet auch den Entwicklern neuer<br />
Geräte oder von Sensor/Aktor-Technik Planungssicherheit,<br />
und sie können aktiv mit der<br />
Implementierung von SPE in die Gerätetechnik<br />
beginnen. Das ist der finale Schritt zur IPbasierten<br />
Netzwerkanbindung vom Sensor<br />
bis in die Cloud. Weitere Informationen dazu,<br />
Bild: Harting<br />
Internationale Standardisierungsgremien haben<br />
sich in einem mehrstufigen Auswahlprozess für<br />
ein SPE-Steckgesicht der Technologiegruppe<br />
Harting entschieden<br />
wie es nun mit SPE möglich ist, die Digita -<br />
lisierung bzw. durchgängig IP-basierte Kommunikation<br />
in die Feldebene zu tragen, finden<br />
Sie in der aktuellen elektro AUTOMATION<br />
1-2/2<strong>01</strong>9 ab Seite 58.<br />
Codesys Automation Server ergänzt Laufzeit- und Engineering-Lösungen von Codesys<br />
„Eine echte Industrie-4.0-Plattform für<br />
Hersteller und vor allem Betreiber“<br />
Bild: Kirill/Fotolia.com<br />
Automatisierer können Industrie 4.0 – keine<br />
Frage. Aber mit dem Codesys Automation<br />
Server hat 3S-Smart Software Solutions nun<br />
eine Plattform vorgestellt, mit der sich<br />
gerade in vernetzten Industrie-4.0-Landschaften<br />
die Steuerungswelt noch besser aktuell<br />
Sowohl Hersteller als auch Betreiber von<br />
Maschinen und Anlagen erhalten mit dem<br />
Codesys Automation Server ein Werkzeug, selbst<br />
komplexe verteilte Steuerungslandschaften<br />
effizient zu verwalten<br />
und im Griff behalten lässt. Welche Vorteile<br />
die webbasierte Lösung bieten kann und<br />
welches Feedback die ersten Praxistests<br />
ausgelöst haben, erläutert Roland Wagner,<br />
Head of Product Marketing. Darüber hinaus<br />
erklärt er im Interview ab Seite 20 der aktuellen<br />
elektro AUTOMATION, wie das Thema<br />
Datensicherheit beziehungsweise Security in<br />
Zusammenhang mit dem Codesys Automa -<br />
tion Server gehandhabt wird. Pilotanwender<br />
können sich noch bis April 2<strong>01</strong>9 melden.<br />
Podiumsdiskussion von VDMA und elektro AUTOMATION<br />
Flexibler automatisieren mit 5G<br />
Der neue Mobilfunkstandard 5G wird Unternehmen<br />
den Aufbau eigener lokaler Netze<br />
in der Produktion mit niedrigen Latenzzeiten<br />
und sehr hoher Zuverlässigkeit ermöglichen<br />
– und damit flexiblere Automations -<br />
konzepte. Eine Podiumsdiskussion auf der<br />
SPS IPC Drives 2<strong>01</strong>8, veranstaltet vom<br />
VDMA und moderiert von der Redaktion<br />
elektro AUTOMATION, hat die Chancen und<br />
Herausforderungen beleuchtet. Im entsprechenden<br />
Beitrag in der Ausgabe 1-2/2<strong>01</strong>9 der<br />
elektro AUTOMATION<br />
ab Seite 46 erfahren<br />
Sie unter anderem,<br />
wie die Industrie zu<br />
den Vergaberegeln<br />
für die Versteigerung<br />
der 5G-Lizenzen für<br />
die öffentlichen Mobilfunknetze<br />
steht, die die Bundesnetzagentur<br />
Ende November erlassen hat. Diese Versteigerung<br />
soll im Frühjahr stattfinden. Aller-<br />
5G wird die deutlich flexiblere Automatisierungskonzepte in der<br />
Fabrik ermöglichen<br />
dings werden die zur Verfügung gestellten<br />
Spektren nicht für eine Versorgung der<br />
Fläche ausreichen.<br />
Bild: sdecoret/Fotolia.com<br />
K|E|M <strong>Konstruktion</strong> <strong>01</strong>-02 2<strong>01</strong>9 81
<strong>KEM</strong> <strong>Konstruktion</strong> präsentiert Ihnen Partner für Engineering<br />
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Als international tätiges Unternehmen stehen wir für<br />
die Digitalisierung, Automatisierung und Elektrifizierung<br />
mobiler Maschinen. Mit generischen oder kundenspezifischen<br />
Produkten, Systemen und Lösungen, die in<br />
unserer Zentrale in Deutschland entwickelt und gefertigt<br />
werden, unterstützen wir unsere Kunden auf ihrem<br />
Weg, mit innovativer Technik die Leistung und Effizienz<br />
ihrer Maschinen zu steigern und deren Sicherheit zu<br />
erhöhen, um sie so zu den besten der Welt zu machen.<br />
Zusammen mit unseren Kunden und Partnern beteiligen<br />
wir uns schon heute aktiv an wichtigen Zukunftsthemen:<br />
dem Internet der Dinge (IoT) und der Industrie<br />
4.0, dem (teil-)autonomen Fahren und Arbeiten und der<br />
E-Mobility.<br />
KULLEN-KOTI GmbH<br />
www.kullen.de<br />
Technische Bürsten, die perfekt passen – Kullen-Koti<br />
ist der innovative Lösungspartner weltweit. Seit über<br />
100 Jahren.<br />
Für kundenspezifische industrielle Anwendungen in<br />
jeder Branche bietet Kullen-Koti genau die richtige<br />
Bürste – bis hin zu individuellen Sonderlösungen.<br />
Kullen-Koti macht die Auswahl und Realisierung der<br />
besseren Lösung einfacher, schneller und sicherer –<br />
durch Expertenkompetenz und eines der größten Produktprogramme<br />
der Welt.<br />
Bürstentechnologie von Kullen-Koti – für mehr Produktivität,<br />
Sicherheit und Wirtschaftlichkeit in vielen<br />
Prozessen und für hocheffiziente Anwendungslösungen<br />
der Zukunft.<br />
C-TEILE-MANAGEMENT<br />
C-TEILE-MANAGEMENT<br />
FEDERN<br />
Bossard Deutschland GmbH<br />
www.bossard.com/de<br />
Die Bossard-Gruppe ist ein weltweit führender Anbieter<br />
von Produktlösungen und Dienstleistungen in der<br />
industriellen Verbindungs- und Montagetechnik. Mit<br />
einem über 1.000.000 Artikel umfassenden Produktsortiment,<br />
der technischen Beratung (Engineering) und<br />
der Lagerbewirtschaftung (Smart Factory Logistics)<br />
hat sich Bossard als Komplettanbieter und Partner der<br />
Industrie positioniert.<br />
Gemeinsam mit unseren Kunden vorwärtskommen heißt<br />
für uns, Lösungen zu entwickeln, die besser, schneller,<br />
effizienter und kostengünstiger sind – und somit unseren<br />
Kunden helfen, ihre Konkurrenz zu überflügeln.<br />
Diese ganzheitliche Sicht nennen wir bei Bossard<br />
„Proven Productivity“.<br />
REIFF Technische Produkte GmbH<br />
www.reiff-tp.de, www.reiff-tpshop.de<br />
REIFF Technische Produkte – kompetenter Partner der<br />
Industrie mit Schwerpunkt in der Erstausrüstung. Als<br />
Vollsortimenter verfügt REIFF über mehr als 140 000<br />
Produkte aus den Bereichen Antriebstechnik, Dichtungstechnik,<br />
Klebetechnik, Kunststofftechnik, Profiltechnik,<br />
Schlauchtechnik und Schwingungsdämpfung.<br />
Enge Partnerschaften zu namhaften Herstellern, eigene<br />
Produktionsstätten zur Be- und Verarbeitung und<br />
umfassende E-Business-Lösungen zeichnen REIFF aus.<br />
Ergänzt durch Vertriebstechniker, die beraten und entwickeln,<br />
wird REIFF zum verlässlichen Partner, dessen<br />
Leistungen weit über den Begriff Handel hinausgehen.<br />
Bohnert GmbH<br />
www.bohnert-federn.de<br />
Für zahlreiche Großkonzerne ist die Bohnert GmbH<br />
erste Wahl, wenn es um die Fertigung von technische<br />
Federn und Stanzbiegeteile in Mittel- und Großserien<br />
geht. Das Unternehmen wurde vor 40 Jahren in Hardt<br />
gegründet, ist Mitglied der weltweit agierenden<br />
Firmengruppe KERN-LIEBERS und beschäftigt mittlerweile<br />
über 115 Mitarbeiter.<br />
Das Produktportfolio der Bohnert GmbH umfasst:<br />
– Druckfedern – Drahtbiegeteile<br />
– Schenkelfedern – Induktionsspulen<br />
– Zugfedern – Kontaktfedern<br />
– Rollfedern – Baugruppen<br />
– Stanzbiegeteile<br />
82 K|E|M <strong>Konstruktion</strong> <strong>01</strong>-02 2<strong>01</strong>9
FEDERN<br />
FLUIDTECH<br />
KOMPONENTEN<br />
Schweizer GmbH & Co. KG<br />
www.schweizer-federn.de<br />
Die Schweizer GmbH & Co. KG aus Reutlingen bietet<br />
bereits seit 1986 technische Federn in allen Variationen.<br />
Am Rande der schwäbischen Alb fertigen ca. 90<br />
Mitarbeiter hochwertige Drahtfedern und Stanzbiegeteile<br />
aus allen gängigen Federmaterialien in Klein- und<br />
Großserien.<br />
Das umfangreiche Produktportfolio der Schweizer<br />
GmbH & Co. KG umfasst:<br />
• Druck-, Zug- und Schenkelfedern<br />
• Draht- und Stanzbiegeteile<br />
• Mikrofedern und Laserschneidteile<br />
RCT® Reichelt Chemietechnik GmbH + Co.<br />
www.rct-online.de<br />
Reichelt Chemietechnik steht für das Prinzip<br />
„Angebot und Vertrieb der kleinen Quantität“ gepaart<br />
mit einer viele Bereiche umfassenden Produktvielfalt<br />
und einem hohen technischen Beratungsservice.<br />
Das Angebot von Reichelt Chemietechnik umfasst<br />
ca. 80 000 Artikel, die aus den Bereichen Schlauchtechnik,<br />
Verbindungselemente, Durchflusstechnik,<br />
Labor technik, Halbzeuge, Befestigungselemente,<br />
Filtration und Antriebstechnik stammen.<br />
Reichelt Chemietechnik GmbH + Co.<br />
Englerstraße 18, 69126 Heidelberg<br />
Tel. 0 62 21/3 12 50, info@rct-online.de<br />
Lechler GmbH<br />
www.lechler.de<br />
Die Lechler GmbH ist ein international ausgerichtetes<br />
Familienunternehmen mit einer über 135 jährigen Firmengeschichte.<br />
Das Stammhaus befindet sich im badenwürttembergischen<br />
Metzingen. Das Unternehmen entwickelt<br />
und produziert Präzisionsdüsen und Düsensysteme<br />
für die allgemeine Industrie, Hüttentechnik, Umwelttechnik<br />
und Landwirtschaft. Als Europas größter Düsenanbieter<br />
ist Lechler mit rund 680 Mitarbeitern weltweit vertreten,<br />
mit Produktionsstätten in Ungarn, England, USA,<br />
Indien und China, sowie Vertriebsniederlassungen und<br />
Vertretungen in über 40 Ländern. Überall dort, wo es darum<br />
geht, Flüssigkeiten in definierter Form zu zerstäuben, z.B.<br />
beim Reinigen, Beschichten, Befeuchten oder Kühlen,<br />
kommt die Düsentechnik von Lechler zum Einsatz.<br />
MASCHINENELEMENTE<br />
MASCHINENELEMENTE<br />
TROCKNUNGSANLAGEN<br />
Sitema GmbH & Co. KG<br />
www.sitema.de<br />
Spezialist für Klemmeinheiten und Bremsen im<br />
Maschinenbau<br />
Wenn bei industriellen Anlagen Lasten zu halten sind<br />
darf, eines nicht zu kurz kommen: Sicherheit. Und für<br />
die sorgt die hocheffektive Klemmkopf-Technologie von<br />
SITEMA. Beispielsweise bei hydraulischen Pressen,<br />
Portalen und Werkzeugmaschinen.<br />
Produktgruppen<br />
• Klemmköpfe<br />
• Absturzsicherungen<br />
• Linearbremsen<br />
• Hydraulisch, Pneumatisch, Elektrisch<br />
Smalley Europa<br />
www. smalley.com/de<br />
Das vor mehr als 50 Jahren gegründete Unternehmen<br />
Smalley Steel Ring Company ist zum Weltmarktführer<br />
bei der Fertigung und Entwicklung von Spirolox<br />
Sicherungsringen, Schnappringen mit einheitlichem<br />
Querschnitt und Wellenfedern geworden. Smalley hat<br />
mit der Einführung modernster Produkte die Messlatte<br />
vorgegeben und wird alles dafür tun, dass seine<br />
Innovationen den Weg in die Zukunft auch weiterhin<br />
aufzeigen.<br />
Harter GmbH<br />
www.besser-trocknen.de<br />
Die Kunst des Trocknens<br />
Die von Harter entwickelte Kondensationstrocknung<br />
mit Wärmepumpe vereint scheinbar widersprüchliche<br />
Qualitäten: niedrige Temperaturen, schonende Trocknung,<br />
hochwertige Ergebnisse, kurze Trocknungszeiten,<br />
individuelle Luftführung, integrierte Wärmepumpentechnik,<br />
energetisch geschlossenes System. Trocknungsanlagen<br />
Airgenex®, AIRGENEX®med und<br />
AIRGENEX®food für mehr Innovation.<br />
VERBINDUNGSTECHNIK<br />
WEITERBILDUNG<br />
Weitere Fakten zu Unternehmen, Details<br />
zum Angebots- und Leistungsspektrum<br />
finden Sie im Firmenverzeichnis auf<br />
industrieanzeiger.de.<br />
Unter folgendem Link gelangen Sie zur<br />
Übersicht aller Online-Firmenprofile.<br />
Bookmark!<br />
www.kem.de/firmenverzeichnis<br />
Ferdinand Gross GmbH & Co. KG<br />
www.schrauben-gross.de<br />
Ferdinand Gross ist Spezialist für Verbindungstechnik<br />
und C-Teile-Management und bietet Kunden und<br />
Partnern aus der Industrie maßgeschneiderte Dienstleistungen.<br />
Unser Sortiment reicht von Verbindungselementen<br />
über Werkzeuge bis zu Sonder anfertigungen.<br />
Wir sorgen für schnellste Verfügbarkeit von über<br />
107 000 Artikeln. Im Bereich C-Teile-Management<br />
bietet Ferdinand Gross kunden spezifische Lösungen<br />
zur Senkung Ihrer Beschaffungs kosten um bis zu 70 %.<br />
Technische Akademie Esslingen – TAE<br />
www.tae.de<br />
Die Technische Akademie Esslingen (TAE) mit Sitz in<br />
Ostfildern – nahe der Landeshauptstadt Stuttgart – ist<br />
seit über 60 Jahren für Unternehmen und Privatpersonen<br />
internationaler Partner für effektive Fort- und<br />
Weiterbildung.<br />
Mit rund 1000 Veranstaltungen, einem Kompetenznetzwerk<br />
von mehr als 4000 Referenten und über<br />
10 000 Teilnehmern pro Jahr gehören wir zu den größten<br />
Weiterbildungsanbietern im deutschsprachigen Raum.<br />
Auch in den Bereichen Studium und Ausbildung bietet<br />
die TAE jahrzehntelange Erfahrung. Sie finden bei uns<br />
berufsbegleitende Bachelor-, Master- und Online-<br />
Studiengänge, mit denen Sie Beruf und Studium perfekt<br />
verbinden.<br />
K|E|M <strong>Konstruktion</strong> <strong>01</strong>-02 2<strong>01</strong>9 83
INSERENTENVERZEICHNIS<br />
IMPRESSUM<br />
ACE Stoßdämpfer GmbH,<br />
Langenfeld .............................. 65<br />
Bauer Gear Motor GmbH,<br />
Esslingen ................................ 82<br />
Bohnert GmbH, Hardt ............. 82<br />
Bossard Deutschland GmbH,<br />
Illerrieden ................................ 82<br />
Clarion Events Deutschland<br />
GmbH, Bielefeld ..................... 49<br />
Deutsche Messe AG,<br />
Hannover ................................ 71<br />
Eichenberger Gewinde AG,<br />
CH-BURG AG ............................ 5<br />
Endress+Hauser Messtechnik<br />
GmbH+Co. KG,<br />
Weil am Rhein ................... 19–20<br />
Ferdinand Gross<br />
GmbH & Co KG,<br />
Leinfelden-Echterdingen ......... 83<br />
Harter GmbH, Stiefenhofen .... 83<br />
HELU KABEL GmbH,<br />
Hemmingen ............................ 23<br />
Höhl & Westhoff GmbH,<br />
Wuppertal ............................... 17<br />
BEILAGENHINWEIS<br />
VORSCHAU<br />
Bild: Christoph Landler/Konradin Mediengruppe<br />
Dieser Ausgabe liegt ein Prospekt folgender Firma bei:<br />
Tünkers Maschinenbau GmbH, Ratingen<br />
Wir bitten unsere Leser um freundliche Beachtung.<br />
Gunther Schulz, Geschäftsführender Gesellschafter,<br />
Rodriguez GmbH, Eschweiler<br />
igus GmbH, Köln ..................... 53<br />
Kistler Instrumente AG,<br />
CH-Winterthur ........................ 55<br />
KULLEN-KOTI GmbH,<br />
Reutlingen ......................... 82,85<br />
...................................................<br />
Lechler GmbH & Co.KG,<br />
Metzingen .............................. 83<br />
Karl Limbach & Cie. GmbH &<br />
Co. Metallwarenfabrik,<br />
Solingen .................................. 51<br />
maxon motor GmbH,<br />
München ................................ 86<br />
MICRO-EPSILON-MESS-<br />
TECHNIK GmbH & Co. KG,<br />
Ortenburg ................................. 3<br />
August Mink KG,<br />
Göppingen ................................ 7<br />
...................................................<br />
Neff Gewindetriebe GmbH,<br />
Weil im Schönbuch ................. 63<br />
R + W Antriebselemente<br />
GmbH, Klingenberg .................. 2<br />
RCT Reichelt Chemietechnik<br />
GmbH + Co., Heidelberg ... 59,83<br />
REIFF Technische Produkte<br />
GmbH, Reutlingen .................. 82<br />
Engineering-Know-how regelmäßig?<br />
<strong>KEM</strong>_<strong>Konstruktion</strong> Das Engineering Magazin/02/2<strong>01</strong>9/Druckstruktur_<strong>KEM</strong> - Seite 1<br />
Das<br />
Engineering<br />
Magazin<br />
<strong>01</strong>-02 2<strong>01</strong>9<br />
Digitale und reale Dimensionen innovativer Produkte<br />
Digitaler Zwilling<br />
zündet Turbo<br />
<strong>KEM</strong> Perspektiven<br />
Seite 24<br />
www.kem.de<br />
Titelstory Seite 32<br />
Ein sicherer Ort für<br />
Elektronik<br />
Verriegelungen<br />
wählen<br />
Sicherheitstechnik<br />
Seite 48<br />
Stahl und Alu<br />
sicher fügen<br />
Verbindungstechnik<br />
Seite 70<br />
ä h | C(ent)-Teile verdienen mehr Beachtu<br />
Schweizer GmbH & Co.KG,<br />
Reutlingen .............................. 83<br />
SITEMA GmbH & Co. KG,<br />
Karlsruhe ................................. 83<br />
Smalley Steel Ring Company,<br />
US-Lake Zurich, IL 60047 ....... 83<br />
STEGO – Elektrotechnik GmbH,<br />
Schwäbisch Hall ...................... 39<br />
Stoz Pumpenfabrik GmbH,<br />
Weingarten ............................. 27<br />
Technische Akademie<br />
Esslingen e.V., Ostfildern ........ 83<br />
Tünkers Maschinenbau GmbH,<br />
Ratingen ................................. 45<br />
Joachim Uhing GmbH & Co. KG,<br />
Flintbek ................................... 57<br />
untitled exhibitions GmbH,<br />
Stuttgart .................................. 41<br />
Sensor-Technik Wiedemann<br />
GmbH Steuer- und Regelelek -<br />
tronik, Kaufbeuren .................. 82<br />
WSCAD GmbH, Bergkirchen .. 11<br />
ZwickRoell GmbH & Co. KG,<br />
Ulm ......................................... 51<br />
Online finden Sie uns unter www.<br />
kem.de, auf Twitter unter @<strong>KEM</strong>-<br />
<strong>Konstruktion</strong><br />
Die <strong>KEM</strong> <strong>Konstruktion</strong> liefert monatlich Trend- und Praxiswissen für die<br />
Produktentwicklung. Schwerpunkte liegen auf dem Maschinen- und<br />
Anlagenbau, Sonderausgaben beleuchten detailliert auch angrenzende<br />
Branchen und Fachgebiete sowie Sonderthemen wie das Systems<br />
Engineering und die Automobilkonstruktion. Wenn Sie an einem<br />
Probeexemplar interessiert sind, schicken Sie uns doch ein Mail mit<br />
dem Betreff „Probe <strong>KEM</strong> <strong>Konstruktion</strong>“ an:<br />
kem.redaktion@konradin.de<br />
K|E|M <strong>Konstruktion</strong> <strong>01</strong>-0<br />
t chland GmbH – Seite 12<br />
In fast allen automatisierten Prozessen sorgen<br />
Wälzlager für Bewegung. Und auch Linearführungen<br />
und Linearantriebe sind in vielen unterschiedlichen<br />
industriellen Anwendungen im Einsatz. In beiden<br />
Bereichen ist Rodriguez zu Hause. Im Interview erklärt<br />
Gunther Schulz, Geschäftsführender Gesellschafter<br />
von Rodriguez, wieso die eigentliche Kernkompetenz<br />
seines Unternehmens kundenspezifische<br />
Systemlösungen sind.<br />
<strong>KEM</strong> <strong>Konstruktion</strong> 03-04/2<strong>01</strong>9 erscheint am 25.03.2<strong>01</strong>9<br />
INFO<br />
ISSN 1612–7226<br />
Herausgeberin: Katja Kohlhammer<br />
Verlag:<br />
Konradin-Verlag Robert Kohlhammer GmbH,<br />
Ernst-Mey-Straße 8,<br />
70771 Leinfelden-Echterdingen, Germany<br />
Geschäftsführer: Peter Dilger<br />
Verlagsleiter: Peter Dilger<br />
Redaktion:<br />
Chefredakteur:<br />
Dipl.-Ing. Michael Corban (co), Phone + 49 711 7594–417<br />
Stellvertretende Chefredakteure:<br />
Dipl.-Ing. Andreas Gees (ge), Phone +49 711 7594–293;<br />
Johannes Gillar (jg), Phone + 49 711 7594–431<br />
Korrespondent:<br />
Nico Schröder M.A. (sc), Phone +49 170 64<strong>01</strong>879<br />
Redakteure:<br />
Dr.-Ing. Ralf Beck (bec), Phone +49 711 7594–424;<br />
Evelin Eitelmann (eve), Phone +49 1520 5767159;<br />
Jörn Kehle (jke), Phone +49 711 7594–407;<br />
Irene Knap B.A. (ik), Phone +49 711 7594–446;<br />
Bettina Tomppert (bt), Phone +49 711 7594–286<br />
Redaktionsassistenz:<br />
Carmelina Weber<br />
Phone +49 711 7594–257, Fax: –1257<br />
carmelina.weber@konradin.de<br />
Layout:<br />
Matthias Rösiger, Phone +49 711 7594–273<br />
Gesamtanzeigenleiter:<br />
Andreas Hugel, Phone +49 711 7594–472<br />
Zurzeit gilt Anzeigenpreisliste Nr. 54 vom 1.10.2<strong>01</strong>8<br />
Auftragsmanagement:<br />
Annemarie Olender, Phone +49 711 7594–319<br />
Leserservice:<br />
Ute Krämer,<br />
Phone +49 711 7594–5850<br />
Fax +49 711 7594–15850<br />
E-Mail: ute.kraemer@konradin.de<br />
<strong>KEM</strong> erscheint monatlich und wird kostenlos nur an<br />
qualifizierte Empfänger geliefert.<br />
Bezugspreise: Inland 85,00 € inkl. Versandkosten und<br />
MwSt.; Ausland: 85,00 € inkl. Versandkosten.<br />
Einzelverkaufspreis: 8,60 € inkl. MwSt., zzgl. Versandkosten.<br />
Bezugszeit: Das Abonnement kann erstmals vier<br />
Wochen zum Ende des ersten Bezugsjahres gekündigt<br />
werden. Nach Ablauf des ersten Jahres gilt eine Kündigungsfrist<br />
von jeweils vier Wochen zum Quartalsende.<br />
Auslandsvertretungen:<br />
Großbritannien: Jens Smith Partner ship, The Court, Long<br />
Sutton, GB-Hook, Hampshire RG29 1TA, Phone <strong>01</strong>256<br />
862589, Fax <strong>01</strong>256 862182, E-Mail: media@jens.demon.<br />
co.uk Schweiz: IFF media ag, Frank Stoll, Technoparkstr.3,<br />
CH-8406 Winterthur, Phone +41 52 633 08 88, Fax +41 52<br />
633 08 99, E-Mail: f.stoll@iff-media.ch USA: TD.A. Fox Advertising<br />
Sales, Inc., Detlef Fox, 5 Penn<br />
Plaza, 19th Floor, New York, NY 100<strong>01</strong>, Phone +1 212<br />
8963881, Fax +1 212 6293988, detleffox@comcast.net<br />
Gekennzeichnete Artikel stellen die Meinung des Autors,<br />
nicht unbedingt die der Redaktion dar. Für unverlangt<br />
eingesandte Manuskripte keine Gewähr. Alle in <strong>KEM</strong><br />
erscheinenden Beiträge sind urheberrechtlich geschützt.<br />
Alle Rechte, auch Übersetzungen, vorbehalten. Reproduktionen<br />
gleich welcher Art, nur mit schriftlicher Genehmigung<br />
des Verlages.<br />
Erfüllungsort und Gerichtsstand ist Stuttgart.<br />
Druck: Konradin Druck GmbH, Leinfelden-Echterdingen.<br />
Printed in Germany.<br />
© 2<strong>01</strong>9 by Konradin-Verlag Robert Kohlhammer GmbH,<br />
Leinfelden-Echterdingen.<br />
EDA<br />
84 K|E|M <strong>Konstruktion</strong> <strong>01</strong>-02 2<strong>01</strong>9
Brushed to last forever<br />
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86 K|E|M <strong>Konstruktion</strong> <strong>01</strong>-02 2<strong>01</strong>9