CIRKEL - DER SNEAKER VOM SCHUSTER

anna.staudacher

CIRKEL

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CIRKEL

CIRKEL

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CIRKEL

Der Sneaker vom Schuster

Bachelorarbeit im Fachbereich ID

(Industriedesign)

Betreuung durch Prof. Florian Petri

Hochschule München

FK 12- Fakultät für Design

Wintersemester 2018/19

Anna Benita Staudacher

Matrikelnummer: 06583517

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CIRKEL

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INHALT

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I. THEORIE

01 PROLOG

02 DEFINITION DES HANDWERKBEGRIFFS

02.1 Klärung des Handwerkbegriffs

02.2 Vorteile der handwerklichen Produktion

03 DAS HANDWERK DES SCHUHMACHERS

03.1 Kurzer Einblick in die frühzeitliche Geschichte des Schuhs

03.2 Das Schuhmacherhandwerk

03.3 Das Schuhmacherhandwerk in der Industrialisierung

03.4 Schuhwerk im 20.Jahrhundert

03.5 Die Geschichte des Sneakers

04 SCHUHPRODUKTION HEUTE

04.1Problematiken der heutigen Schuhproduktion

05 GEPLANTE OBSOLESZENZ

05.1 Begriffserklärung

05.2 Kurze Produklebenszyklen

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II.

PRAXIS

01 EINFÜHRUNG IN DEN PROZESS

01.1 Design eines nachhaltigen Produktes

01.2 Auswirkungen auf Businessmodelle

01.3 Erste Ideen

02 EXPLORATION

02.1 Expoloration I: Teardown LAB

02.2 Expoloration II: Experimente zum Laufgedühl

02.3 Expoloration III: Essentielle Komponenten eines Schuhs

02.4 Expoloration IV: Archetypen

03 DAS KONZEPT

03.1 Warum noch ein nachhaltiger Schuh?

03.2 Anforderungen

03.3 Der Vertrieb

04 DIE MATERIALIEN

04.1 Bedeutet die Verwendung von

nachhaltigen Materialien einen Rückschritt?

04.2 Der Bausatz

04.3 Wieso Leder?

05 DER ENTWURF

05.1 Die Sohle

05.2 Der Schaft

06 DAS PRODUKT

07 DAS FAZIT

08 ANHANG

08.1 Literaturquellenverzeichniss

08.2 Bildquellenverzeichniss

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I.

THEORIE

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01 PROLOG

Die Einführung

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Schuhwerk, das neben dem Schutz vor

Witterungseinflüssen, Kälte und unebenen

Untergründen auch dem Schmuckbedürfnis

unterliegt, gibt es, seitdem sich der barfüßige

Mensch ein Stück Leder so geschickt um den

Fuß band, dass er schneller, weiter und sorgloser

laufen konnte. Die Art und Weise, wie er das

Leder band und befestigte, musterte oder färbte,

machte seine Fußbekleidung individuell und hob

ihn von anderen ab. Als schutzloses Geschöpf

mit Intellekt ist der Mensch stehts bemüht, seine

Unzulänglichkeiten durch Erfindungen erträglicher

zu machen. Das technische Wissen einer

jeden Epoche wurde herangezogen, um das

menschliche Bedürfnis nach Schutz und Schmuck

zu befriedigen und zu optimieren. Von jeher beschäftigt

sich der menschliche Erfindergeist daher

auch mit Verbesserungen des Schuhwerks:

innovative Technologien und Kombinationen von

Materialien, spezialisierte Ausrüstungs- und Herstellungsverfahren

eröffnen ihm ungeahnte Möglichkeiten.

Der vorliegenden Bacheorarbeit mit dem Thema„

CIRKEL, der Sneaker vom Schuster“ liegt

die Feststellung zugrunde, dass unser Konsumverhalten

sich dahingegen verändert hat, dass

ein Großteil der Bevölkerung sich immer mehr

Schuhe kauft, diese aber kaum noch zum Schuster

zur Reparatur gebracht werden. Aber Schuhe-

insbesondere Sneaker gehen mit der Mode

und landen auch aufgrund der Tatsache, dass sie

kaum reparierbar sind schnell im Müll.

Das „Fast Fashion“- Modell hat längst auch die

Schuhindustrie erreicht. Die Kadenz der Kollektionen

ist höher als jene der Jahreszeiten. Schuhe

sind kurzlebig und zu Discountpreisen erhältlich.

Dabei belasten sie die Umwelt nicht erst, wenn

sie entsorgt, beziehungsweise verbrannt werden

müssen, sondern schon in der Produktion, etwa

durch den Einsatz von toxischen Klebestoffen

und Reingungsmitteln. Ein Schuh ist ein hochkomplexes

Produkt, das durchschnittlich aus mehr als

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Vorteile der Massenproduktion bleiben dabei

erhalten, doch der Kunde hat das Gefühl, das

Produkt selbst designed zu haben.

Der städtische Konsument ist wieder für das lokal

produzierte, qualitativ hochwertig verarbeitet

Produkt zu haben. Das zeigt nicht zuletzt der

enorme Zuspruch, den Firmen wie Manufaktum

erfahren. Viele Menschen sind bereit mehr Geld

für Gegenstände mit Geschichte, die haltbar und

reparierbar sind auszugeben. Doch noch fehlt es

an moderneren, jüngeren Gestaltungsansätzen.

Traditionelle Handwerkstechniken müssen mit

neuen Techniken kombiniert und auf moderne

Lebensverhältnisse angepasst werden. Mit einem

zeitgemäßen, modernen Design könnte auch

eine breitere Zielgruppe angesprochen werden.

Aktuelle und angepasste Vertriebswege könnten,

ebenso wie ein neuer Gestaltungsansatz, den

Absatz für geschwächte regionale Handwerksbetriebe

wiederbeleben.

In meiner Abschlussarbeit möchte ich untersuchen,

wie man mit gezielt eingesetzten Gestaltungs-

und Konstruktionsaspekten den Konsumenten

den Wert, beziehungsweise den Wunsch

nach regional und handwerklich gefertigten Produkten

näher bringt. Durch eine neue niederkomplexe,

modulare Konstruktionweise, sowie neue

Vertriebswege wird dies beispielhaft aufgezeigt.

Ziel ist es dem KonsumentInnen den Wert, den

handwerklich gefertigte Produkte innehaben zu

vermitteln. Es soll ein Verständins dafür daraus

hervorgehen, dass hinter jedem produzierten

Gut viel Arbeit steckt und damit auch ein besonderer

Wert steckt.

.

Doch es ist zu beobachten, dass die mittlerweile

übersättigte, westliche gesellschaft das Bedürfnis

nach Beständigkeit und bewussterem Konsumieren

verspürt. Das Neuerblühen alter Handwerkstechniken

liegt im Trend. Bestimmte Bevölkerungsgruppen

wollen Produkte mit Geschichte

und Tradition. Man will die Fertigung wieder

greifbarer, deutlicher und transparenter miterleben.

Sei es indem man selbst Hand anlegt, oder

bei der Produktwahl mitbestimmt. Sowie zum Beispiel

bei der „ Mass Costumization“, also der

Verknüpfung von Massenproduktion mit individuellen

Produkten, die nach Anforderungen des

Kunden hergestellt werden.

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17


Captain Paul Watson (* 1950)

Gründer von Sea Shepherd

18


» We have not been here long,

and we will not be here much

longer if we continue to operate in

contempt of the rules of ecology

[...]«

19


02 DEFINITION DES

HANDWERKBEGRIFFS

Zu Beginn dieser Arbeit ist es wichtig ein Verständnis

für den Begriff „Handwerk“ zu entwickeln, da auf diesen

Terminus verschiedenste Betrachtungsweisen existieren.

Diese verändern sich in Abhängigkeit des gesellschaftlichen

Wandels und vorallem dem technologischen Fortschritts

ständig. 1

20


Abbildung 1

21


Wer über das Handwerk nachdenkt, landet

notgedrungen bei der »Industrie«.

Was genau unterscheidet Handwerk

und Industrie? Das Problem liegt in der fehlenden

Trennung der beiden Bereiche. Da Handwerk

und Industrie immer wieder stark ineinander

greifen, ist es nicht leicht klare Grenzen zu

setzen. Einerseits verwenden Handwerker genau

wie die industrialisierten Betriebe verschiedene

Maschinen und Werkzeuge um zu produzieren,

andererseits benötigt auch die Industrie Arbeitskräfte,

die handwerklich fit sind und gekonnt

den Maschinen zuarbeiten oder umgekehrt. Wo

genau Handwerk endet und Industrie beginnt ist

schwer zu urteilen.

Der Duden definiert das Handwerk als „[selbstständige]

berufsmäßig ausgeübte Tätigkeit, die

in einem durch Tradition geprägten Ausbildungsgang

erlernt wird und die in einer manuellen, mit

Handwerkszeug ausgeführten produzierenden

oder reparierenden Arbeit besteht“ 2 Doch angesichts

der Hightech-Werkzeuge, die im Handwerk

inzwischen genutzt werden, hilft das meist

vermutete Technologiegefälle nicht unbedingt

weiter.

Es gibt Ansätze den Unterschied im Bereich der

Standardisierung, oder Arbeitsteilung zu suchen.

Der Art zu denken, zu fühlen und zu arbeiten.

In seinem Essay über den Flexiblen Menschen

(1998) illustrierte der Soziologe Richard Sennett

eine Welt, in der die übergroße Mehrzahl der

Menschen zu bloßen Anhängseln eines kapitalgetriebenen

technologischen Prozesses werden.

Sennett definiert Handwerker als Arbeiter, die

gewillt sind, gute Arbeit zu leisten. Das Resultat

ihrer Arbeit ist ihnen nicht egal, sondern sie wollen

Qualität liefern. Dieser Ansatz eröffnet ihm

die Möglichkeit, sich neben Schreinern und Töpfern

auch Krankenschwestern, Chirurgen, Architekten

und Programmierern zuzuwenden.

In seiner Kulturgeschichte des Handwerks macht

Sennett darauf aufmerksam, dass sich Fertigkeiten

der Hand durch Übung verfeinern lassen, was

er mit Hinweisen auf Tennisspieler und Musiker

belegt. Zugleich aber ist Greifen als Fähigkeit, einen

Gegenstand mit der Hand festzuhalten, eine

wichtige Voraussetzung dafür, ihn bearbeiten zu

können. Der Handwerker gebraucht Hand und

Kopf. Verbindet sich ein Name mit seinen Produkten

und zeichnen sie sich durch Originalität

22


aus, dann betreten wir nach Sennett das Reich

der Kunst.

Welche Bedeutung hingegen für die Qualität

des Produktes die Werkstatt selbstspielt, verdeutlicht

er am Beispiel von Stradivari. Der berühmte

Geigenbauer nahm das Geheimnis seiner

Geigen mit ins Grab. Heute ist es zwar möglich,

alle von Stradivari verwendeten Materialien zu

nutzen und eine Geige nach seinen Plänen nachzubauen,

aber jeder Experte würde den Unterschied

hören. Es ist unmöglich, so Sennett, trotz

aller technischen Möglichkeiten, die Hand und

den Kopf Stradivaris zu simulieren und die Atmosphäre

nachzuahmen, die in seiner Werkstatt

herrschte.

Auch verweist Sennett auf Cellini, um an dessen

weltberühmten goldenen Salzfass zu zeigen, wie

sich ein Gebrauchsgegenstand durch handwerkliche

Fähigkeiten veredeln lässt. Zugleich verwendet

der Soziologe dieses Beispiel, um darauf

aufmerksam zu machen, welche handwerklichen

Fähigkeiten seit dem Maschinenzeitalter verloren

gegangen sind. Das Ethos der Arbeit ist in Gefahr.

Spielt Qualität nur noch eine geringe Rolle

und andere Parameter werden wichtiger, dann

steht vieles auf dem Spiel, was Sennett durch

Beispiele aus der jüngsten Vergangenheit sehr

anschaulich belegt. Sennetts Erzählungen aus

der globalisierten Ökonomie zielen tiefer als die

Sorge um entlohnte Beschäftigung: Ohne erworbene

Fähigkeiten, die sie unverzichtbar machen,

werden Menschen unfrei, ohne den kontinuierlichen

Faden einer Geschichte von Erfahrungen

unsicher und verwirrt; ohne Kenntnis vom Machen

der Dinge sind sie auch als Konsumenten

nicht urteilsfähig.

Abschließend möchte ich zur Definition des

Handwerks ein treffendes Zitat des deutschen

Philosphen Karl Marx anführen, welches meiner

Meinung nach eine gelungene Definition für das

Handwerk darstellt. Es stellt fest, dass sich der

Arbeiter in Manufaktur und Handwerk des Werkzeugs

bedient, in einer Fabrik hingegen, dient

der Arbeiter der Maschine und ist somit nicht

mehr alleiniger Herr über die Produktion. Diese

Aussage ist zutreffend, da ein Handwerker stets

den Überblick über die gesamte Fertigung haben

soll und dadurch bei Bedarf fähig ist, in jedem

23


Bereich einzugreifen und somit auch alle Arbeitsschritte

selbst durchführen kann. Dem steht die

industrielle Fertigung entgegen, in welcher meist

eine Vielzahl von Arbeitern mit unterschiedlichem

Fachwissen für einzelne Arbeitsschritte benötigt

werden. Ein einzelner Arbeiter ist nur für

einen Teilbereich der Produktion zuständig und

fähig diesen auszuführen, aber er besitzt in der

industriellen Fertigung nicht das Fachwissen für

sämtliche Bereiche der Gesamtproduktion.

24


» In Manufaktur und Handwerk

bedient sich der Arbeiter des

Werkzeugs, in der Farbik dient

er der Maschine. «

Karl Marx (1818 - 1883)

Deutscher Philosoph, Sozialökonom

und sozialistischer Theoretiker

25


02.2 VORTEILE DER HANDWERKLICHEN PRODUKTION

Die Erkenntnis, dass ein ständiges Wachstum

nicht möglich ist, dass die Umweltverschmutzung

und der damit einhergehende Klimawandel durch

die Industrie und unsere Konsumgesellschaft versursacht

wird, hat in der Gesellschaft zu einem

umdenken geführt. Der Begriff der „Nachhaltigkeit“

ist allgegenwärtig und hat sich tief in das

Bewusstsein vieler Menschen verankert. Bei der

Wahl der Lebensmittel und Fortbewegungsmittel

wird abgewogen, was besser für die Umwelt ist.

Wie der britische Designer Tom Dixon treffend

sagt: „ Beim Essen ist es übrigens wie bei den

Möbeln: Heute interessieren sich die Leute dafür,

welche Zutaten in einem Gericht sind, wo sie herkommen,

ob sie von lokalen Erzeugern stammen.

Und sie schauen gerne zu, wenn etwas vor ihren

Augen hergestellt wird - in der Küche, aber auch

beim Handwerk. Die Kunden sind stärker involviert.“

Damit trifft Dixon genau das Steckenpferd

der handwerklichen Produktion:

Regionale Märkte zu bedienen und in dezentralen

Werkstätten, individuelle- auf den Kunden angepasste

Produkte zu produzieren. Ausserdem

findet ein direkter Kundenkontakt statt und der

Einblick in die Produktion ist dem Kunden möglich.

zum Universalwerkzeug. Auf Hightech-Niveau

fertigen computergesteuerte Fräsen, 3D-Drucker,

Lasercutter etc. wieder genauso universell. Trotzdem

produzieren die neuen Universalwerkzeuge

fast so ökonomisch wie das Fließband. So verbinden

sich die Vorteile des Universalwerkzeugs mit

denen des Spezialwerkzeugs, kurz gesagt: die

Vorteile des Handwerks mit denen der Industrie.

Damit trifft das Handwerk den seit einiger Zeit

herrschenden Trend nach individuellen Produkten

in der Gesellschaft. Der durch die Globalisierung

und Digitalisierung hervorgerufenen Drang

nach der eigenen kulturellen Identität und der

damit einhergehenden Persönlichkeit ist für viele

ausschlaggebendes Kriterium ihrer Produktwahl.

Denn der größte Unterschied zwischen der industriellen

und der handwerklichen Produktion,

beruht in der Auswahl der Werkzeuge. Das

Handwerk bedient sich soggenanter Universalwerkzeuge,

welche eine flexible Fertigung erlauben.

In der Massenproduktion hingegen wird mit

Spezialwerkzeugen eine starre, gleichförmige

Produktion erzwungen. Mit der neuen Technologie

verbindet sich dagegen eine Trendwende

in allen Bereichen, beginnend mit der Rückkehr

26


27


03 DAS HANDWERK

DES SCHUHMACHERS

Im folgenden Kapitel wird die heutige Schuhproduktion

beschrieben, sowie Problematiken der heutigen Industrie

aufgezeigt

28


Abbildung 2

29


03.1 KURZER EINBLICK IN DIE FRÜHZEITLICHE GESCHICHTE DES SCHUHS

30


Bei Untersuchungen der Taiyuan- Höhle

nähe Pekings kamen Wissenschaftler zu

der Theorie, dass der Mensch bereits vor

40.000 Jahren Schuhe kannte. Als Beweis dient

die Knochenentwicklung - das Tragen von Schuhen

verändert und vermindert beim Träger die

Belastung auf das Fußskelett. Diese Veränderungen

sind bei archäologischen Knochenfunden

sichtbar. Tatsächliche Schuhfunde aus dieser Zeit

existieren jedoch nicht. 3

Die ersten bildlichen Nachweise von Schuhen

fanden sich auf Wandmalereien in der Höhle von

Lascaux. Diese etwa 13.000 bis 15.000 Jahre alten

Zeugnisse zeigen Jäger, die mit Stiefeln aus

Tierhaut und Fell ausgestattet waren. 4

Bemerkenswert ist, dass bereits im Spätmittelalter

erste Schuhe rahmengenäht wurden und

somit die heute noch verwendete Machart entstand.

Angewandt wurde sie unter anderem für

eine neue Schuhmode: Breite Schuhe mit kurzen

Schuhspitzen (sog. Bärenklauenschuhe).

Im 16. Jahrhundert kamen Absätze in Mode. War

der Absatz ursprünglich eine von den Kreuzzügen

im 12. und 13. Jahrhundert aus dem Orient

übernommene, funktionale Einrichtung am männlichen

Reiterstiefel, um das Herausrutschen aus

den Steigbügeln zu verhindern, so wurde er bereits

am Ende des 16. Jahrhundert von der weiblichen

Modewelt adaptiert.

Eine Sensation war der Fund der Gletschermumie

„Ötzi“. Dieser beweist, dass bereits vor

5.000 Jahren die Menschen Schuhe trugen. Dessen

Schuhe waren gefüttert, mit einem Schnürsenkel

verschlossen und mit separater Profilsohle

versehen. Für den Schaft und die Außensohle

wurde unterschiedliches Leder verwendet. 5

Die einfachste Form des Schuhs, die Sandale,

wurde von den Ägyptern als Schutz gegen die

Hitze des Sandes erfunden. Funde bei Ausgrabungen,

die etwa auf 3.000 v. Chr. datiert werden,

belegen dies. 6

31


03.2 DAS SCHUHMACHERHANDWERK

Das Schuhmacherhandwerk war im Gegensatz

zu vielen anderen Handwerken relativ

leicht zu erlernen und erforderte kaum

teures oder qualifiziertes Werkzeug. Die Arbeit

gliederte sich in Fußausmessen, Schnittanpassung,

Ausschneiden von Ober und Futterleder

mit einmem scharfen Messer und Verbinden des

Schaftes durch Handnähte, Zuschneiden der

Brandsohle und Nageln an den Leisten. Anschließend

befestigte der Schuhmacher den Schaft auf

den Leisten und passte ihn durch Zwicken der

Form des Leistens an. Beim Einstechen verband

er dann Schaft und Brandsohle durch eine feste

Handnaht mit einem selbst gedrehten Pechdraht

und zum Schluss befestigte er Brand- und

Laufsohle. Fester und wasserdichter wurde das

Schuhwerk durch den Zusatz des Rahmens, eines

breiten Lederriemens, der rings um den Schuh

genäht wurde, um daran die Sohle mit einer kräftigen

Handnaht zu befestigen. Die rahmengenähte

Machart der Schuhe, war wie bereits erwähnt

schon im späten Mittelalter erfunden worden und

wird bis heute zum Beispiel bei hochwertigen

Herrenschuhen verwendet. Die Form des Schuhwerks

war seit den 1690er-Jahren annährend

gleich geblieben und auch deren Herstellung

erfolgte ohne weitreichende Veränderungen.

Eine Stagnation, die vielerorts bemängelt wurde.

Da die einzelnen Arbeitsgänge der Schuhherstellung

traditionell innerhalb des Handwerkbetriebes

weitergegeben wurden,überarbeitete

man sie nur wenig. 7 Dies hatte neben modischen

Aspekten auch pragmatische. Durch den Absatz

wurden Schuhe haltbarer, der Absatz konnte bei

Abnutzung einfach ausgetauscht beziehungsweise

erneuert werden. Da die verhältnismäßig einfach

und im Prinzip immer ähnliche Arbeit nur

geringe Qualifikationen und nur wenige finanzielle

Auslagen für Leder, Leisten und Werkzeug

voraussetzte, entwickelte sich das Schuhmacherhandwerk

im 18.Jahrhundert zu dem quantitativ

größten Handwerkszweig. Unterstützt wurde

dieser Ausdehnungsprozess während des Merkantilismus

durch den Preußenkönig Friedrich

Wilhelm I., der die heimische Wirtschaft mit dem

32

Ziel förderte, viele selbstständige Kleinbetriebe

hervorzubringen.

In einer Epoche, in der Asymetrisches als unschön

galt und Schönheit mit Symmetrie gleichgesetzt

wuirde, griff man dieses Empfinden in

den Schuhen aus und verlagerte die Schuhspitze

in die Mitte des Schuhs. Diese Symmetrie vereinfachte

auch die Schuhherstellung, denn ein paar

Schuhe wurde noch bis in das 19.Jahrhundert

auf denselben Leisten gezogen. 8


innerhalb des Handwerkbetriebes weitergegeben

wurden,überarbeitete man sie nur wenig. 9

Dies hatte neben modischen Aspekten auch

pragmatische. Durch den Absatz wurden Schuhe

haltbarer, der Absatz konnte bei Abnutzung

einfach ausgetauscht beziehungsweise erneuert

werden. Da die verhältnismäßig einfach und im

Prinzip immer ähnliche Arbeit nur geringe Qualifikationen

und nur wenige finanzielle Auslagen

für Leder, Leisten und Werkzeug voraussetzte,

entwickelte sich das Schuhmacherhandwerk

im 18.Jahrhundert zu dem quantitativ größten

Handwerkszweig. Unterstützt wurde dieser Ausdehnungsprozess

während des Merkantilismus

durch den Preußenkönig Friedrich Wilhelm I.,

der die heimische Wirtschaft mit dem Ziel förderte,

viele selbstständige Kleinbetriebe hervorzubringen.

In einer Epoche, in der Asymetrisches als unschön

galt und Schönheit mit Symmetrie gleichgesetzt

wuirde, griff man dieses Empfinden in

den Schuhen aus und verlagerte die Schuhspitze

in die Mitte des Schuhs. Diese Symmetrie vereinfachte

auch die Schuhherstellung, denn ein paar

Schuhe wurde noch bis in das 19. Jahrhundert

auf denselben Leisten gezogen. 10

Abbildung 3

33


03.3 DAS SCHUHMACHERHANDWERK IN DER INDUSTRIALISIERUNG

Abbildung 4

34


Das 19. Jahrhundert war das der beschleunigten

industriellen Entwicklung. Bereits mit

der Wende zum 19.Jahrhundert wurden

Schuhe fabrikmäßig in Großwerkstätten in Handarbeit

arbeitsteilig hergestellt. Wurden Anfangs

nur die zarten Ballschuhe in den Manufakturen

vorproduziert, so sollte sich das im Laufe des

Jahrhunderts gravierend verändern. Doch noch

war diese erste Fertigware von minderwertiger

Qualität und alles andere als haltbar. Obwohl

erste Schuhmanufakturen und Großwerkstätten

bereits um 1800 Schuhe in arbeitsteiliger Handarbeit

produzierten, setzte die eigentliche Phase

der Industrialisierung hierzulande erst um 1850

ein. Schrittweise wurde die mühsame Handarbeit

durch produktive Maschinen ersetzt. Die Idee,

die einzelnen Etappen beim Aufbau eines Schuhs

als Spezialarbeit auszugliedern und zu verselbstständigen,

bedeutete den entscheidenden Schritt

zur Großfabrikation. Auch wenn Fabriksystem,

Arbeitsteilung und Massenproduktion die Arbeit

in der Schuhproduktion revolutionierten, ist die

Machart der Schuhe dabei relativ gleich geblieben.

Eine Fülle von mehr oder weniger nützlichen

Erfindungen, Inventionen und Innovationen wurde

zum Patent angemeldet, die alle das Ziel hatten,

Teilschritte des Handwerks zu maschinisieren. Zunächst

erwies sich das Herstellen naturgetreuer

Leisten als hilfreich, um wirklich bequeme und angepasste

Fußbekleidung herzustellen. 1848 wurde

dazu ein Patent angemeldet, bei dem ein originaltreuer

Gipsabguss vom Fuß in einem Kasten

abgenommen wurde. Nach einem solchen Abguss

konnte der Schuhmacher nun mühelos einen naturgetreuen

Leisten aus Holz fertigen. Schrittweise

ersetzten innovative Maschinen die Handarbeit.

Das Handnähen wurde so beispielsweise 1854

durch eine Schäftenähmaschine ersetzt, 1857

konnten Holznägel nun maschinell eingetrieben

werden und 1858 wurde die Sohlenfräsmaschine

und andere Hilfsmittel entwickelt. Ab 1880 ersetzte

eine zweifaden- Sohlenmaschine das körperlich

anstrengende Annähen der Sohle. Doch besonders

die Entwicklung der flexiblen, langlebigen

und wasserdichten Gummisohle öffnete das bis

dahin vorwiegend im Haus stattfindende Leben

der Frauen und befreite die Frauenfüße von der

unpraktischen Holzgalosche. Obwohl erster Rohgummi

bereits 1736 zu wasserdichter Kleidung

verarbeitet wurde und erste Rohgummischuhe

das Schuhwerk revolutionierten, sollte es noch

weitere 88 Jahre dauern, bis die bahnbrechende

Erfindung der Kautschuksohle in die Schuhprod

uktion Einzug hielt. Bis 1870 hatte sich das Verfahren

so weit durchgesetzt, dass das Straßenschuhwerk

meist mit einer wasserdichten, flexibel

vulkanisierten Gummisohle versehen wurde. Der

technische Fortschritt führte in der Schuhherstellung

zu hochproduktiven Verfahrensweisen. Das

wiederum beförderte gravierende Veränderungen,

sowohl in der Schuhmode, als auch in der

Produktionsorganisation. Denn das eigentliche

Schuhhandwerk wurde immer mehr vom Fabriksystem

verdrängt. Maschinen und Rationalisierung

machten es möglich, Schuhe in großen

Mengen schneller und billiger anzufertigen und

auf Modeströmungen schnell reagieren zu können.

So reduzierte sich die Zahl der weiterhin

im konventionellen, kleinbetrieblichen Handwerk

arbeitenden und in Innungen organisierten

Schuhmachern deutlich. 11 Dominierte in der Fabrik

die dequalifizierte und zergliederte Arbeitsteilung,

ein Arbeitsplatz fernab vom Wohnort

und Maschinenarbeit das Leben der Fabrikarbeiter,

so wurde das Aufgabenfeld der Handwerker

als Flickschuster auf Reparaturarbeiten und

auch auf orthopädisches Schuhwerk reduziert.

Demnach hatte die Entwicklung der Technik einen

großen Einfluss auch auf die Verdrängung

des Maßschuhs. Der rasante Wandel ist anhand

der Produktionsbetriebe zu erkennen: Wurden

die Schuhe 1875 noch zu 90 Prozent von Handwerksbetrieben

und nur zur 10 Prozent in Fabriken

hergestellt, waren es um 1900 nur noch fünf

Prozent Handwerksbetriebe.

Eine analoge Entwicklung vollzog sich im Verkauf.

Die Einheit von Produktion und Verkauf,

die jahrhundertelang das Handwerk dominierte,

35


hatte sich bereits zu Beginn das neuen Jahrhunderts

aufgelöst. Die im Handwerk auf Maß produzierten

Schuhe wurden dagegen noch direkt an

den Kunden abgegeben. In den sich entwickelnden

Geschäften wurden dagegen keine Schuhe mehr

hergestellt, sondern die dort ausgestellten Schuhe

waren bereits fertig eingekauft oder von hauseigenen

Schuhmachern in einer „Universalfabrik“ vorproduziert

worden. Um 1870 wurden die Fabrikschuhe

dann in angegliederten Schuhgeschäften

von speziell dafür angestelltem Verkaufspersonal

vertrieben. 12

36


Abbildung 5

37


38


03.4 SCHUHWERK IM 20.JAHRHUNDERT

Die stürmische Entwicklung des wissenschaftlich-technischen

Fortschritts nach der

Industrialisierung hat auch in der Schuhindustrie

zur Einführung hochproduktiver Technologien

geführt. Dabei vollzogen sich tiefgreifende

Veränderungen in der Vorbereitung und Durchführung

der Produktionsprozesse. Die Verdrängung

des Schuhhandwerks durch Manufakturen

und Fabriken setzt sich auch im 20.Jahrhundert

fort. Doch hielt sich eine kleine Nische der spezialisierten

Schuhmacher, wie zum beispiel für

Trachten oder Reitstiefel, die allerdings nicht für

die Allgemeinheit produzierten, sondern nur für

eine ausgewählte Klientel. In den Fabriken hingegen

vergrößerten sich die Maschinenparks

immer mehr. Um 1925 gab es kaum noch einen

Arbeitsschritt, der nicht von einer Maschine

übernommen werden konnte. Ab ca. 1940 lösten

Polymersohlen die Kautschuksohlen ab, um

1960 gab es dann Plastik für Sohlen und Gelenkstücke.

Anfang der 1970er-Jahre eroberten Polyurethan

(PUR)- Sohlen den Markt. Die Erfindung

dauerhafter und langlebiger Klebstoffe ab 1925

verdrängte die aufwendig genähten Macharten,

so dass man heute im Schuhhandel fast keine

genähten Schuhe mehr bekommt. Bei verschiedenen

Modellen wurde eine Pseudo-Handnaht

aufgeklebt, um anspruchsvollere Kunden zu täuschen.

39


40

Abbildung 6: Der erste Basketballschuh der Firma Converse All Star ,1917


Abbildung 7: Der erste Basketballschuh der Firma Adidas ,1917

41


03.5 DIE GESCHICHTE DES SNEAKERS

Schon durch den Sportenthusiasmus gegen

Ende des 19. Jahrhunderts wurde das

Schuhwerk an die Bedürfnisse des modernen

Menschen angepasst. In gehobenen Kreisen

wurde Tennis gespielt und geritten, doch

auch das Turnen und Radfahren veränderte das

Schuhwerk enorm. In weichen Schnürschuhen

aus cremefarbenem Leder oder beschichtetem,

festen Leinen- und Baumwollgeweben wurde nun

Sport getrieben. Als Charles Goodyear im Jahr

1839 die Vulkanisation erfand, konnte man das

Naturmaterial Kautschuk zum ersten Mal gut

verarbeiten. Seit der Kautschuk sich auf dem

Markt etablierte, dachte man auch über einen

Einsatz als Schuhmaterial nach. Zunächst fertigte

man Gummi-Überschuhe, dann Gummistiefel.

Goodyear selbst dachte, dass Kautschuk in

naher Zukunft billiger einzukaufen sein würde -

und dass irgendwann alle Menschen Schuhe mit

Gummisohlen tragen würden, weil das Material

wasser- und rutschfest und damit Ledersohlen

weit überlegen sei. Die Schuhe waren elastisch

und flexibel. Schon 1830 wurden von der Liverpool

Rubber Company die sogenannten „Plimsolls“

hergestellt. Diese Schuhe erhielten in den

1870er Jahren den Spitznamen „plimsoll“, von

der farbigen, horizontalen Wasserlinie auf Schiffen.

Genau wie bei der Plimsoll-Linie auf einem

Schiff, würde der Träger nass werden, wenn

Wasser über die Linie der Gummisohle gelangt

wäre. Plimsolls wurden von Urlaubern weit verbreitet

getragen und begannen auch von Sportlern

auf den Tennis- und Krocketplätzen getragen

zu werden. Spezielle Sohlen mit gravierten Mustern

zur Erhöhung der Oberflächenhaftung des

Schuhs wurden entwickelt und für die britische

Armee in großen Mengen bestellt. Sportschuhe

wurden um die Jahrhundertwende zunehmend

für Freizeit- und Outdoor-Aktivitäten eingesetzt

- Plimsolls wurden sogar bei der unglücklichen

Scott Antarktisexpedition von 1911 gefunden.

Gleichzeitig setzte sich in den USA das Wort

„Sneaker“ durch. Dieses wird oft dem Amerikaner

Henry Nelson McKinney zugeschrieben,

der als Werbeagent tätig war. 1917 benutzte

er den Begriff, weil die Gummisohle den Schuh

verstohlen machte. Der Name „Sneakers“ von

engl. „to sneak“ (dt. schleichen) bezog sich also

ursprünglich darauf, wie leise die Gummisohlen

am Boden waren, im Gegensatz zu lauten Standard-Kleiderschuhen

mit harter Ledersohle.

Als Urahne aller Sport- und Joggingschuhe gilt

jedoch der legendäre "Converse All Star". Die

Firma "Converse" in den USA entwickelt 1915

einen knöchelhohen Schnürschuh aus strapazierfähigem,

braunem Segeltuch mit brauner Gummisohle,

der sich besonders als Tennis- und später

als Basketballschuh eignete. In den 1920er

Jahren macht ihn der legendäre Basketballspieler

Chuck Taylor weltberühmt. Seine Unterschrift

ziert noch heute das Abzeichen an der Schaftinnenseite

des meistverkauftesten Schuhs der Welt.

Doch wie kam der „Chuck“ in unseren Alltag?

War dieser Schuh anfangs wegen seiner technischen

Entwicklung, einer dämpfenden Innensohle

und seines erhöhten Schaftes einfach nur

ein für seine Zeit hervorragender Basketballschuh,

so wurde er im Laufe der Zeit Ausdruck

einer rebellischen Generation und Jugendkultur.

Auch die Jugendikone James Dean, der sich

oft in Sneakern fotografieren ließ, trug zum Erfolg

des Sneakers bei. Der Protest der Jugend

richtete sich gegen das herrschende Establishment

und die konservative Elterngeneration, die

glanzpolierte Lederschuhe bevorzugte. Zum Erhalt

und der weiteren Verbreitung trug auch der

wesentlich geringere Pflegeaufwand und die im

vergleich zu hochwertigen Lederschuhen günstigeren

Ladenpreise der durch billige Massenfertigung

hergestellten Sneaker bei. Mit der allgemeinen

Sporteuphorie der 1980er Jahre setzte

sich der Turnschuh dann in weiten Teilen der Bevölkerung

als akzeptiertes Freiteitschuhmodell

durch. Bis heute wird die Bezeichnung „Chucks“

als Synonym für einen lässigen Freizeitschuh gesehen.

Die Sportschuhe hingegen nahmen eine

42


Abbildung 8: Adolf Dassler, Gründer der

43


andere Entwicklung.

Nach und nach entwickelten sich spezielle Schuhe

für verschiedene Sportarten. Um zum Beispiel

den Aufprall nach Sprüngen für die Füße abzufedern,

verwendete die Industrie als Dämpfung

nun die Schaumstoffe Ethylvinylacetat (EVA) und

Polyurethan (PU) in der Zwischensohle der Schuhe.

EVA, das am häufigsten verwendete Material

für Sohlen von Laufschuhen, ist ein unter

Druck aufgeschäumter Kunststoff. Dabei werden

winzige Luftbläschen eingeschlossen, welche die

Dämpfung des Schuhs verbessern sollen. EVA ist

leicht und dämpft gut – deshalb ist es bei Läufern

so beliebt. Dadurch wurden die Sportschuhe voluminöser

und sahen bald aus wie aufgeblasen.

Später kam die Forschung jedoch zum dem Ergebniss,

dass zu viel Dämpfung kontraproduktiv

für den Sportler ist und die Wahrscheinlichkeit

eines Sportunfalls bei zu viel Dämpfung eher

steigt. Die Sportindustrie reagiert sofort und produziert

wieder Sportschuhe mit normaler Dämpfung,

in denen der Träger den Bodenkontakt

nicht verliert. Dies zeigt auf, dass auch die Verwendung

von Materialien Moden und Entwicklungen

unterworfen ist.

44


Abbildung 9: Filmikone James Dean trägt auf vielen Fotos sogenannte „ Chucks“ von Converse

45


04 SCHUHPRODUKTION

HEUTE

Im folgenden Kapitel wird die heutige Schuhproduktion

beschrieben,sowie Porblematiken der Industrie aufgezeigt.

46


Abbildung 10: Schuhfabrik in Vietnam

47


48


Schuhe sind Kulturgt. Das technische Know-

How einer jeden Epoche wurde herangezogen,

um unser Bedürfnis nach Schmuck

und Schutz zu befriedigen. Die stürmische Entwicklung

des wissenschaftlich-technischen Fortschritts

nach der Industrialisierung hat auch in

der Schuhindustrie zur Einführung hochproduktiver

Technologien geführt. 13 Wie in den vorangegangenen

Kapiteln bereits erwähnt, entstand

erst durch die Erfindung der Nähmaschine die

Schuhindustrie. Sie führt also zur heutigen seriellen

Produktion. Ein Großteil der Schuhe wird

nicht mehr genäht, sondern verklebt: Damit ist

nicht nur ihr Preis, sondern in der Regel auch ihre

Qualität gesunken. Heutzutage werden jährlich

insgesamt 23,5 Milliarden Paar Schuhe auf der

Welt produziert. Jeder Europäer kauft sich im

Schnitt 5,5 Paar neue Schuhe pro Jahr. 14 Aktuell

werden 87 Prozent aller Schuhe in Asien produziert,

wobei China mit fast zwei von drei weltweit

verkauften Paar Schuhen der wichtigste Produzent

ist. 15 Die Produktionsart von Schuhen ist

auch heute, obwohl so viele Schritte von Maschinen

übernommen wurden, unglaublich arbeitsintensiv.

Fast 390 Arbeitsschritte sind notwendig,

um einen Schuh zu produzieren. Seit Anfang des

19. Jahrhunderts hat sich die Art, wie Schuhe

hergestellt werden, kaum verändert.

Doch auch das Schuhwerk folgt dem Fast-Fashion-

Model. Alle zwei Wochen kommen neue

Modelle auf den Markt und sind genauso schnell

nicht mehr „in“, beziehungsweise gehen aufgrund

der billigen Verarbeitung kaputt und landen

anschließend meist im Hausmüll. Ein Schuh

setzt also nicht nur durch die Produktionsart und

den Transport, sondern auch bei der Entsorgung

Treibhausgase und andere toxische Chemikalien

frei.

Der Abrieb von Schuhsohlen steht - noch vor

Kosmetika, auf Platz sieben der Liste der größten

Mikroplastik-Quellen. Das Kreislaufwirtschaftsgesetz,

in dem die Abfallentsorgung der Bundesrepublik

geregelt ist, sieht eine andere Priorität:

Produkte sollen lieber – so die Rangfolge – wiederverwendet,

repariert und recycelt werden,

damit die enthaltenen Rohstoffe mehrfach genutzt

werden können. Ziel ist eine Kreislaufwirtschaft,

bei der Produkte oder Stoffe idealerwei-

se erst gar nicht mehr zu Abfall werden. 16

Doch heute sind Sneaker sehr komplex aufgebaut

und fast schon Hightechprodukte. Sie sind

atmungsaktiv durch Superabsorbervliese und je

nach Witterung luftdurchlässig oder absolut wasserdicht.

Ventilationselemente, sowie absorbierene

Polymere versprechen uns immer angenehm

trockene Füße und 3D-Klima-Komfort-Systeme

absorbieren durch Laminate sekundenschnell

jeglichen Wasserdampf im Schuh. Sogenannte

Barfußtechnologien sorgen dafür, dass wir den

Schuh sogar ganz vergessen. Dabei werden

Sneaker of immer aufwendiger- mehr Rohstoffkomponenten,

mehr Klebestellen, mehr Nähte.

Durch limitierte Editionen und aufwendig produzierte

Werbefilme stillen die Sportschuhgiganten

den Konsumhunger der sogenannten „Sneakerheads“

nach dem neuesten Schuhmodell.

Die Frage hinter diesen Marketingstrategien ist,

ob das alles die zuvor genannten Probleme,

welche durch die Schuhproduktion verursacht

werden, rechtfertigen. Es gibt einige Firmen die

fair und nachhaltig produzierte Sneaker herstellen.

Diese ahben aber oft eine Optik, die einem

Großteil der Konsumenten nicht gefällt. Meist ist

dies auch nur sogenanntes „ Greenwashing“ also

PR-Methoden, die darauf zielen, einem Unternehmen

in der Öffentlichkeit ein umweltfreundliches

und verantwortungsbewusstes Image zu

verleihen. Zwar kommen längst auch die großen

Markenhersteller – Adidas, Puma, Nike, Asics

& Co. – zu einem Umdenken, doch von einer

nachhaltigen Produktion sind Sie noch weit entfernt.

Auch wenn hin und wieder einzelne Produktlinien

auf den Markt gebracht werden, die

sauberer produziert sind und mit nachhaltigen

Materialien experimentieren: Es ändert nichts

daran, dass Sie ihr Geschäft damit machen, in

Billiglohnländern in riesigen Mengen Dinge zu

produzieren, von denen viele vollkommen unnötig

und viel zu kurzlebig sind.

49


05 GEPLANTE

OBSOLESZENZ

Die Beschäftigung mit dem Thema Reparatur führt unweigerlich

auch zur sogenannten geplanten Obsoleszenz

(lat. obsolescere: sich abnutzen, alt werden, aus der Mode

kommen, an Ansehen/Wert verlieren) 17 .

50


Die heutige Gesellschaft ist gezeichnet

durch das unersättliche Verlangen nach

Waren und Gütern. Es herrscht eine globale

Sucht nach Reichtum und Wohlstand, meist

ohne Rücksicht auf Konsequenzen. Dies verursacht

eine Rohstoffgewinnung um jeden Preis,

für kurzweilige Bedürfnisse des ferngesteuerten

Konsumenten. Ressourcen, gebunden in unlösbarem

Verbund, werden für die Deponie konstruiert

und sind damit Auslöser für den erneuten Konsum

und die wiederkehrende Linearität.

Das System der Linearwirtschaft hat sich im Laufe

der ökonomischen Geschichte durchgesetzt.

Geläufige Begriffe sind auch Wegwerf- oder

Durchlaufwirtschaft. Ein Industriestandard, der

auf unerschöpflichen Ressourcen basiert, entzieht

den Wirtschaftskreisläufen schlussendlich

Rohstoffe. 18 Gemeint ist damit, die Entwicklung

und Produktion von Gütern, die nach ihrem

Gebrauch bestenfalls zur Energiegewinnnung

eingesetzt werden. Jedoch ist dies in manchen

Fällen unpraktikabel und die Ressourcen werden

ohne weiteren Nutzen verschwendet. Im Jahre

2005 stammten 58 Millionen Tonnen der weltweit

geförderten Rohstoffe (insgesamt 62 Millionen

Tonnen) aus direkter Quelle, lediglich sechs

Prozent der Gesamtmasse gingen aus Recyclingprozessen

hervor.

Die Linearwirtschaft ist also unvermeidlich mit

enormer Verschwendung verbunden und wird

mit Hilfe geplanter Obszolenz auf die Spitze getrieben.

Man spricht hierbei vom Spiel um die

Lebensdauer, mit dem Ziel, möglichst schnell die

aktuellen Produkte künstlich altern zu lassen und

das Bedürfnis zu wecken, sie zu ersetzen, ohne

Gedanken um Entsorgung oder Wiederverwertung.

Meist sind in der Linearwirtschaft Unternehmen

nicht für die Konsequenzen verantwortlich

und nehmen deshalb kaum Rücksicht auf die

direkt damit verbundenen Umweltauswirkungen

oder die Ressourcenverknappung. Im Allgemeinen

können vier Arten der Obsoleszenz unterschieden

werden. 19

Im Falle der werkstofflichen Obsoleszenz wird

den physischen Produkten, ein gezieltes Ablaufdatum

vorgegeben - beispielsweise durch

die Berechnung von Materialermüdungen, Sollbruchstellen

oder Korrosion. Dies tritt meist nach

Verstreichen der gesetzlichen Gewährleistung

ein. Allein in Deutschland „ [..] werden [jährlich]

etwa 4,6 Mio. Tonnen Müll durch geplanten Verschleiß

verursacht“ 20 Das entspricht etwa 52

mal dem Gewicht des größten Containerschiffs

der Welt. 21

Die ökonomische Obsoleszenz beschreibt die

Strategie, Produkte so zu gestalten, dass im

Schadensfall keine Reparatur mehr möglich ist

und das Produkt somit entsorgt werden muss.

Die Hersteller bieten dabei keine Ersatzteile an

oder setzen Spezialwerkzeuge zur Montage ein,

die eine Wiederaufbereitung des Produktes ausschließen.

22

Die funktionale Obsoleszenz basiert auf dem

Fortschritt der Technik, besonders bei Produkten,

die in Interaktion mit mehreren Komponeten stehen.

Setzt ein Produkt neue Maßstäbe, so sind

Verbraucher dazu gezwungen, mitzuziehen und

Neuanschaffungen zu tätigen. 23

Daneben existiert noch die psychologische Obsoleszenz.

Hierbei sind Modeerscheinungen und

technische Trends Grund für die scheinbare Alterung

der Produkte und führen schlussendlich zu

neuen Kaufentscheidungen. 24

51


52


05.2 KURZE PRODUKTLEBENSZYKLEN

In Bereichen der Betriebswirtschaft spricht man

auch oft von Produktlebenszyklenanalysen

nach Vernon. Gemeint ist damit die Zeit, in

der ein Produkt am Markt erhältlich ist, bevor es,

wie in den meisten Fällen, von seinem Nachfolger

abgelöst wird. Im Allgemeinen kann beobachtet

werden, dass Produktlebenszyklen stark

nach Branchen variieren und sich oftmals im

Laufe der Jahrzehnte des Konsums stark verkürzen

25 Beispielsweise halten sich Werkzeuge seit

den 1990er Jahren nur noch drei anstelle der

früheren fünfzehn Jahre am Markt. 26 Dies kann

mit der Verbreitung von Marketingstrategieen

wie geplanter Obsoleszenz 27 in Verbindung gebracht

werden, da durch die Einführung neuer

Produkte mit beispielsweise besserer Technik,

oder wie bei Schuhen neuesten Materialien das

Bedürfnis nach Konsum geweckt wird (psychologische

Obsoleszenz). Möglich ist auch, dass

Unternehmen schlichtweg Aufsehen erregen wollen.

28 Besonders die Sportschuhartikelindustrie

nutzt aktuell diese Methoden. Kurze Produktlebenszyklen,

ausgelöst durch kurzweilige Modeerscheinungen,

bestimmen den heutigen Markt 29

und gewinnen immer mehr an Bedeutung. 30 Leistungsorientierte,

junge und modebewusste Konsumenten

bilden dabei die größte Zielgruppe.

Diese wird neben dem durch Trends ausgelösten

Bedürfnis, auch von scheinbaren Verbesserungen

zum Kauf getrieben, jede Saison aufs Neue.

Der technologische Fortschritt ist oftmals nur

marginal und rein von der Marketingabteilung

künstlich generiert. 31 Die Kunden jedoch werden

indirekt gezwungen, denn Außendarstellung und

Konkurrenzfähigkeit haben sich in der heutigen

Leistungsgesellschaft als wesentlich etabliert.

53


54


II.

Praktische

Auseinandersetzung

55


01 EINFÜHRUNG

IN DEN PROZESS

Die vorangegangene theoretische Auseinandersetzung

mit der Entwicklung des Handwerks zeigt auf, dass der

technologische Wandel und die Digitalisierung längst

Einzug in die handwerkliche Produktion gefunden haben

und sich daraus nicht nur Herausforderungen, sondern

ganz reelle Chancen ergeben könnten. Die Kernkompetenz

und der Zweig, in dem das Handwerk seit Anbeginn

der Industrialisierung seine Vorteile ausspielen konnte,

ist und bleibt kundenindividuelle Produktgestaltung. Der

zuvor beschriebene Wandel der Gesellschaft stärkt das

Bedürfnis nach individueller und regional produzierter

Ware und Produkten, hinter denen eine reale Person

steht.

56


57


01.1 DESIGN EINES NACHHALTIGEN

PRODUKTS

Um die Bedingungen und Ziele eines nachhaltigen

Produktes zu erfüllen, ist eine

Veränderung der Grundansätze des Produktdesigns

zwingend notwendig. Betrachtet

man allein den finanziellen Aufwand des Recyclingprozesses

vieler Produkte, ist die illegale

Auslagerung dieses Urbanminingprozesses in

Entwicklungsländer fast schon nachvollziehbar.

Doch die dabei lebensverachtenden und selbstzerstörerischen

Zustände verlangen nach Handlung

und sind Grund dafür, dass dies umgehend

gestoppt werden muss. 32

Es gilt, durch gezielte Produktgestaltung anfallende

Kosten zu senken und somit die Zirkulation

der Ressourcen zu erleichtern, um auch unter

kontrollierten Bedingungen rentabel zu agieren.

Außerdem ist die Produktgestaltung gefordert,

der Obsoleszenz entgegenzuwirken, indem Nutzungsschleifen,

Umverteilungskreislauf und Wiederinstanzsetzungskreislauf

gefördert werden.

Aus diesem Anspruch heraus ist es zwingend notwendig,

Methoden zu definieren, die eine solche

Kreislaufwirtschaft ermöglichen. 33

58


01.2 AUSWIRKUNGEN AUF

BUSINESSMODELLE

Die Kreislaufwirtschaft fordert neben neuen

Ansätzen im Produktdesign eine Revolution

der heutigen Businessmodelle. 34

Dies bedeutet, dass eine Veränderungen in den

Dimensionen Wer, Was, Wie oder Wo gegenüber

klassischen Unternehmen stattfinden muss.

Im Zuge der Circular Economy wird vorallem

ein Wandel zu Servicizingorientierten Anbietern

(zB. Car2Go, IBM, Bosch) gefordert. Besitz wird

dabei durch Nutzungsrechte ersetzt und regelt

so die Produktrücknahme. Außerdem bietet diese

zudem Chancen für wiederherstellende Unternehmen

( zB. Refurbed, ReBuy, Desso) und plattformbasierte

Dienstleistern (AirBnB, Ebay, Etsy).

Diese Verlängern die Lebensdauer und helfen

bei der Vermittlung zwischen zwei Parteien.

Somit können Kreisläufe einfacher geschlossen

werden. Der schon im vorangegangenen theoretischen

Teil beschriebene Wunsch des modernen

Menschen nach mehr Individualität wird durch

Co-Creation Plattformen wie beispielsweise bei

NIKE-ID erfüllt. Durch diese Öffnung von Unternehmensprozessen

wird die Produkt-Nutzer-Bindung

gestärkt 35

59


01.3 ERSTE IDEEN

Schon während der ersten Recherche und kurzen

Brainstormingphasen hatte ich ein paar

Ideen, den Sneaker kompostierbar, reparierbar

oder in anderer Art und Weise umweltfreundlicher

zu gestalten.

Erste Ideen waren unter anderem:

• Ein „Growing shoe“ aus fermentiertem

Kombucha oder Mycelium

• Kompostierbarer Schuh

• Kompostierbarer Einwegschuh

• IKEA-Schuh zum selber bauen

• Schuh aus Algenbiokomposit

Der Sneaker ist die meistproduzierteste Schuhart.

Mit der Idee im Kopf , ganz nach dem

„Cradle-to-cradle“ Prinzip einen kompostierbaren

Schuh zu entwickeln, den man letzendlich zu

Hause in den Biomüll werfen könnte, startete ich

in die Recherchephase.

60


Abbildung 11: NIKEA

61


02 EXPLORATION

Mit experimentellen und spielerischen Mitteln näherte

ich mich dem Thema Schuh. Auf den folgenden Seiten

sieht man nun die Ergebnisse dieser vier Explorationsphasen.

62


63


02.1 EXPLORATION I: TEARDOWN LAB - DEKONSTRUKTION EINES SCHUHS

Ein „Product Teardown“ nennt man den Akt der Demontage

eines Produkts. Sie soll helfen all seine Einzelteile

zu identifizieren. Um zu verstehen, wie ein moderner

Sneaker verarbeitet ist und aus wie vielen Teilen dieser

besteht, habe ich einen alten Schuh zerlegt. Dass dieser

Sneakerklassiker aus 39 Komponenten und 12 verschiedenen

Materialien besteht, hat mich sehr überrascht und

bestürzt.

64


39 unterschiedliche Komponenten ,12 verschiedene Materialien

65


Ebenfalls beschäftigt haben mich bei meinen

alten Sneakern, die zu findeneden Schwachstellen.

Oft löst sich der Schaft aufgrund von Klebeschwachstellen

von der Laufsohle. Dazu alteret

der Schaft durch mechanische Beanspruchung

schneller als die Sohle. Im Gespräch mit einem

Schuster beim Reparaturservicer Mister Minit

wurde diese Beobachtung bestätigt.

66


67


02.2 EXPLORATION II: EXPERIMENTE ZUM LAUFGEFÜHL

In zwei Tagen nahm ich mir ,in einer Art Designsprint

Zeit, verschiedene Arten des Laufgefühl zu erproben,

sowie erste Ansätze zu wagen, die Konstruktion eines

Schuhs zu überdenken.

68


69


70


71


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02.3 EXPLORATION III: ESSENTIELLE KOMPONENTEN EINES SCHUHS

In der dritten Phase wollte ich untersuchen, wie niederkomplex

ein Schuh aufgebaut sein kann und welche Variationen

sich daraus ergeben.

76


VERBINDUNGSELEMENT

SOHLE

SCHAFT / SOCKE

77


02.4 EXPLORATION IV: ARCHETYPEN

Während meiner Recherche stieß ich auf

das Thema des Archetypen. Um Produkte

an den Menschen und die jeweilige

Zeit anzupassen, ist es bei der Gestaltung

sinnvoll, diese auf ihren Archetypen zu hinterfragen.

Wörtlich bedeutet der Begriff etwa Ur- oder

Grundprägung 36 , ein im kollektiven Unbewussten

bereitliegendes, urtümliches Bild. 37 Doch

der Terminus wird als deckungsgleich mit dem

„Super Normalen“ interpretiert. Diesen Ausdruck

definierten die Designer Jasper Morrison:

„If you went into a shop looking for a dining plate it would

be the most plate-like plate you can find. Even more plate-like

than you could imagine a plate to be. What‘s good

about a more than plate-like plate is that it will do its jb

without messing up the atmosphere in the way that designer

tableware might do.“ 38

Designer und Kulturmanager Christoph Dittmann

erklärt, dass sich der Archetyp als Blaupause

von Formen, die zur Lösung eines Problems erdacht

wurden , abzeichnet 41 und sich somit auch

ständig verändert. Die Frage ist, ob bei jedem

neuen Gestaltungsprozess das zu gestaltende

Objekt auf seinen Archetypen zu hinterfragen

und neuzudenken ist.

Ich stimme dem zu. Design nimmt immer Bezug

auf den Menschen. Wegen des ständigen und

kontinuierlichen Wandels der Gesellschaft ist

es sogar sehr wichtig, dass Produkte auf ihren

Archetypen und dessen Existenzberechtigung

hinterfragt werden.

und Naoto Fukasawa:

„When I‘m true to my feelings, I really get Super Normal.“

39 .

Die Beschäftigung mit diesen designtheoretischen

Ansätzen führte zu dem Entschluss, dass

mein Schuh reduziert auf des Wesentlichste sein

muss. Der Sneaker soll eine blanke, weiße Leinwand

sein, die dem Nutzer überlassen wird. Keine

Marke soll zu sehen sein, kein überflüssiges

Detail soll die Klarheit dieses Schuhs stören. Er

soll auf das Minimalste und die geringste Anzahl

an Komponenten reduziert sein. Dazu passend

die Definition von Silvana Annichiarico:

„The Super Normal Object can be defined by something

that is not present. Or something it doesn‘t have. Style,

identity, originality, remarkableness. Anything that can

be seen as excellence, or as an unmistabably connotative

brand, is incompatible with the status of the Super Normal

object.“ 40

78


»The Super Normal object can be

defined by something that is not

present. Or something it doesn‘t

have. Style, identity, originality,

remarkableness.«

Silvana Annichiarico

Design Kuratorin

La Triennale di Milano

79


»This Item of footwear is made to be worn inside

rubber boots as an insulating sock. But

seen out of their boots they seem to represent

the histtory of all footwear. They are more

like the essence of Super Normalness than an

actual Super Normal object. Given how flat felt

sheet behaves, they seem to defy the possibility

of their own manufacture.« 42

Naoto Fukasawa in „Super normal“


81


03 DAS KONZEPT

Nach dieser Explorationsphase und darauf folgenden

Interviews mit der Maßschuhmacherin Lotte Post und

Sebastien Thies, dem Gründer der nachhaltigen Schuhmarke

Nat-2, wurden erste Ideen und Fragestellungen

generiert.

82


03.1 WARUM NOCH EIN

NACHHALTIGER SCHUH ?

Während meiner Recherche stieß ich auf

viele Konzepte,die sich mit der Nachhaltigkeit

von Schuhen, vorallem dem

Massenprodukt Sneaker, beschäftigen. Diese gehen

die Problematik jedoch über die Frage des

Materials an. Aus Ananas- und Pilzleder, Kau-

Gummiresten und recycelten Neoprenanzügen

werden schon länger Schuhe produziert und auf

dem Markt angeboten. Doch an einer Stelle im

Herstellungsprozess muss oft ein Kompromiss gemacht

werden: „Den toxischen Klebstoff für die

Sohle auf kurzem Transportweg zu ersetzen, ist

ein Problem“, sagt Alexander Nolte, Inhaber

der Schuhmarke Langbrett im Gespräch mit der

Süddeutschen Zeitung. Sebastien Kopp von Veja

stimmt zu und erklärt in einer Diskussionsrunde

auf der Messe Fashion Substain: „In Brasilien

gibt es Bio-Klebstoffe, aber dazu muss man den

langen Transportweg in Kauf nehmen.“ 43 Das

heißt, bis jetzt gibt es kaum Ansätze, des von

Dieter Rahms proklamierten „Reengineerings“,

also einer Überarbeitung des Aufbaus eines

Produktes im Sinne einer Innovation. Bei einem

Archetypen wie dem Sneaker, an den wir gewisse

Erwartungen haben, werden wir beim Kauf

keine Kompromisse eingehen, nur weil er nachhaltig

ist. Der Schuh muss funktionieren und - wie

ich bei Interviews erfahren habe - folgenden Erwartungen

entsprechen:

• bequem

• ästhetisch ansprechend

• haltbar

• wasserfest

Die Nachhaltigkeit, beziehungsweise Reparierbarkeit

des Schuhs wäre für einen Großteil der

Befragten ein positiver Aspekt, aber kein Alleinstellungmerkmal

für den Kauf eines Schuhs.

83


03.2 ANFORDERUNGEN

Als Resultat aus meinen Recherchen und der

Beschäftigung mit den praktischen und theoretischen

Grundlagen der Schuhproduktion, ergab

sich letztendlich folgende Anforderungsliste an

mein Konzept:

• Lange Haltbarkeit

• alltagstauglich

• niederkomplex

• klebefreie Verbindung

• modular aufgebaut und leicht reparierbar

• schnelle produzierbar

• Verwendung von Materialien, die überall

lokal erworben werden können, um lange

Transportwege und damit CO2 zu sparen

• Im Flatpack versendbar

Nach Erstellen dieser Anforderungsliste war relativ

schnell klar, dass ich einen Sneaker entwerfen

wollte, der reduziert und einfacher strukturiert

sein sollte, dabei aber trotzdem haltbarer, als

die heute auf dem Markt erhältlichen Modelle.

Der nächste Schritt war die Entscheidung für die

zu verwendenden Materialien.

84


85


86

CIRKEL


Das Konzept „CIRKEL“ funktioniert als Entwurfsvorgabe,

als qualitativ hochwertiger Bausatz für die eigentlichen

Produzenten. Die bestehende Struktur von Handwerkern

wird genutzt um ein Produkt individuell auf den Konsumenten

anzupassen. Der Käufer wird bei dieser Vertriebsartzum

Designer. Auf einer Website stellt er sich Farbe, Form und

Material des Schuhs zusammen. Anschließend werden die

lokal und nachhaltig produzierten Komponenten zum nächstgelegenen

Schuster geschickt, welcher diese zu einem perfekt

sitzenden, lange haltbaren Alltagsschuh zusammensetzt. Der

Schuh ist so konzipiert, dass er mit den in jeder Schuhwerkstatt

gängigen Maschinen zusammengebaut werden kann.

Dennoch können etwaige Änderungen und Anpassungen

an den Fuß beim Bau der Schuhe einbezogen werden. Also

ein Baukasten, der perfekten Sitz,lokale Produktion, sowie

Reparatur und Austauscharbeiten ermöglicht und noch dazu

das Handwerk des Schusters wieder zeitgemäß erscheinen

lässt. Damit werden wieder regionale Märkte bedient und

in dezentralen Werkstätten individuelle Schuhe produziert.

87


03.3 DER VERTRIEB

Die Kreislaufwirtschaft fordert neben neuen Ansätzen

im Produktdesign eine Revolution der heutigen Businessmodelle.

Dies bedeutet, dass eine Veränderungen in den

Dimensionen Wer, Was, Wie oder Wo gegenüber klassischen

Unternehmen stattfinden muss. Der schon im vorangegangenen

Teil beschriebene Wunsch des modernen

Menschen nach mehr Individualität kann beispielsweise

durch Co-Creation Plattformen erfüllt werden.

Der Kunde stellt sich Form, Farbe und Materialität

der Sohle, sowie des Schafts auf einer Website

zusammen. Anschließend können Details

(Stickereien, Lochmuster, Nähte etc.) hinzugefügt

werden. Die Komponenten können lokal produziert

werden und in einem A4- Briefumschlag

an den zum Kunden nächstgelegenen Schuster

geschickt werden. Dieser passt die Komponenten

perfekt an den Fuß des Kunden an und fügt

nach Wunsch Details hinzu. Der Kunde kann den

Schuh jederzeit zum Schuster zurückbringen und

die Komponenten können jederzeit repariert,

ausgetauscht oder an Trends angepasst werden.

88


DESIGN

REDESIGN

REPARATUR

ÄNDERUNG

SNEAKER

KOMPONENTEN

SCHUHMACHER

89


Aus der Auswahlmöglichkeit resultierend, gibt es

eine Vielzahl an Möglichkeiten sich seinen Schuh

zu personalisieren und den Stil zu ändern, vom

legeren über den sportlichen bis zum auffallenden

Sneaker.

90


91


04 DIE MATERIALIEN

Nachdem das Konzept feststand, befasste ich mich im

Folgenden mit der Suche nach passenden Materialien

und deren Eigenschaften .

92


04.1 BEDEUTET DIE VERWENDUNG VON

NACHHALTIGEN MATERIALIEN

EINEN RÜCKSCHRITT?

Diese Frage stellen sich viele angesichts der Einschränkungen

bei der Materialwahl, wenn ein

Produkt nachhaltig gestaltet werden soll. Doch

nachhaltige Materialwahl bedeutet nicht zwingendermaßen,

Werkstoffe mit der Eigenschaft ,

biologisch abbaubar zu sein, einzusetzen. Die

Circular Economy basiert ebenfalls auf technologischen

Kreisläufen. So sind neben Ressourcen

der Biosphäre auch Metalle, Silikate und der

Großteil aller Kunsstoffe wichtiger Bestandteil

der Materialbibliothek. Man spricht hierbei von

der Technosphäre. Wichtig ist dabei ein sortenreines

Reycling, um Stoffeigenschaften zu erhalten

und somit Sekundärstoffe auch als Basis für

neue Produkte einsetzen zu können. Waren und

Güter bestehen jedoch meist aus verschiedenen

Materialien und müssen deshalb aufwendig zerlegt

und sortiert werden. Ein sehr kostenintensives

Unterfangen, da effiziente Maschinen nicht

existieren. Für viele Produkte ist Recycling somit

unter vertretbaren Bedingungen schlichtweg unwirtschaftlich.

44

93


04.2 DER BAUSATZ

Alle Materialien die verwendet werden, sollen aus fairer

Produktion stammen und recyclebar sein. So könnte beispielsweise

in späteren Stadien die Laufsohle aus einem

Komposit aus den gehäckselten und verpressten Lederresten

der Schaftproduktion gefertigt werden.

94


Schuhschaft:

PIÑATEX

ANANASLEDER

PFLANZLICH

GEGERBTES

LEDER

PFLANZLICH

GEGERBTES

LEDER

Brandsohle:

Schnürsenkel:

Faden:

KORK

HANF

HANF

Laufsohle:

NATURKAUTSCHUK

NATURKAUTSCHUK

KREPP

BIOKOMPOSIT

AUS

LEDERRESTEN

95


04.3 WIESO LEDER?

Ich habe mich für das Material entschieden,

weil es seit jeher für Schuhe verwendet wird

und es kaum von anderen natürlichen Stoffen

übertroffen werden kann. Es schmiegt sich perfekt

an jede Fußform an, ist atmungsaktiv und auf

der ganzen Welt immer und überall erhältlich.

Auch die Tatsache, dass es sich in weniger als

fünfzig Jahren komplett abbaut, ein Abfallprodukt

der Fleischindustrie ist und keine Schadstoffe

hinterlässt macht es zum nachhaltigen Material

schlechthin. Zudem wird Leder mit Langlebigkeit

und guter Verarbeitung assoziiert, das Bedürfnis

des Erhaltens und Pflegens wird angesprochen.

Entsorgung in Gewässer und die Umwelt gelangen.

Diese Substanzen sind in größeren Mengen

nicht nur für die Umwelt, sondern auch für den

Menschen toxisch. Trotzdem werden chemische

Verfahren von den meisten Produzenten bevorzugt.

Das liegt vor allem daran, dass sie schneller

und materialsparender sind. Des Weiteren ist

die Weiterverarbeitung um ein Vielfaches einfacher

und bedarf einem geringeren Know-How. 45

Leder zählt zu den verderblichen Materialien,deshalb

begann man früh damit, geeignete

Methoden zu entwickeln, die rohen Tierhäute

zu stabilisieren und somit haltbarer zu machen.

Dieser Prozess wird als Gerbung bezeichnet. Bei

der vegetabilen Gerbung handelt es sich um eine

rein pflanzliche und natürliche Art und Weise,

die Tierhäute zu bearbeiten. Gegerbt werden

die rohen Tierhäute auch bei diesem Verfahren,

um sie zu stabilisieren und das daraus resultierende

Leder weiterverarbeiten zu können.

Der Gerbstoff ist bei der vegetabilen Gerbung

immer pflanzlich. In dem Verfahren werden die

Häute in der Grube mithilfe von Eichen- und

Fichtenrinde oder aber auch Quebrachoholz,

Tara-Schoten, Olivenblättern, Rhabarberwurzeln

oder Mimosarinde gegerbt. Der eigentliche

Gerbungsprozess dauert mehrere Monate. Die

Lebensdauer von vegetabil gegerbtem Leder ist

durch die schonenderen Prozesse um Einiges höher

als die eines chromgegerbtem Leders. Die

weit verbreitete Gerbung mit Chrom kommt bei

85% der weltweiten Lederproduktion zum Einsatz,

was bedeutet, dass Leder in den meisten

Fällen gar kein Naturstoff mehr ist. Sie kann zum

einen umwelt- und material- und zum anderen sogar

gesundheitsschädlich sein. Bei dieser Form

der Gerbung werden Stoffe wie Schwermetalle

und Salze als Nebenprodukt produziert, die sowohl

bei der Produktion, als auch bei späterer

96


Vorteile von pflanzlich

gegerbtem Leder:

• Restmaterial

• Weltweit lokal produzierbar

• Schöner Alterungsprozess

• Langlebigkeit

• Gute Anpassungsfähigkeit

an den Fuß

• Assoziation mit Qualität

• Recycling/Kompostierbarkeit

97


05 DER ENTWURF

Anschließend begann ich mit dem Entwurf. Diese Phase

war sehr praxisorientiert und fand vor allem in der

Werkstatt, jedoch kaum vor dem CAD-Programm oder

durch Skizzen statt.

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99


05.1 DIE SOHLE - ERSTE SCHRITTE

Da der Sneaker ohne Klebestellen aufgebaut sein sollte,

kam ich auf die Idee, eine Art Stecksystem zu entwerfen.

Beim traditionellen Schuhbau ist bis heute vor allem bei

der Verbindung von Sohle und Schaft die Verwendung

von Kleber unabdingbar.

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CAD-Modelle der Silikonform


Gefräste CAD-Modelle der Silikonform

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Silikonguss: Das Spritzgussverfahren wurde imitiert

um Lufteinschlüsse zu minimieren.


Die beiden ineinandergreifenden Sohlen

wurden aus Silikon gegossen.

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Der Schaft wird auf die „Noppen“ der

Brandsohle aus Kork gestülpt. Anschlißend

wird der obere Teil des Sneakers

in die Laufsohle gesteckt. Die Eigenschaften

des Korks sich auszuweiten erweisen

sich hier als hilfreich. Die beiden Teile

der Sohle verkeilen sich. Anschließend

werden Schaft und Laufsohle an der Seite

vernäht.

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Die Brandsohle wurde im 3D-Druckverfahren hergestellt.

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05.2 DER SCHAFT

Der Schaft des Sneakers sollte aus Leder und möglichst

aus einem Stück gefertigt werden, da gerade hier durch

Verstärkungen und Polsterungen das Schuhwerk dazu

tendiert, sehr komplex zu werden. Da Leder den Fuß jedoch

schon sehr gut stützt, atmungsaktiv ist und sich perfekt

an den Fuß anschmiegt, kann hier reduziert werden.

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Erste Versuche den Schaft aus einem

Stück Leder anzufertigen.


Gearbeitet habe ich viel mit der ZÜND, ein Flachbettcutter.

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Die ersten Prototypen


Die ersten Prototypen

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Erste Versuche Leder zu nähen


Erste Versuche sich der Form und dem Zusammenspiel der Sohle und des Schafts anzunähern.

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Details


Details

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06 DAS PRODUKT

Aus meinen Ausienandersetzungen entwickelte ich

schlussendlich das folgende Produkt.

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07 DAS FAZIT

Das Schlusswort

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Abschließend möchte ich meine Überzeugung

zum Ausdruck bringen, dass die Circular Economy,

nachhaltig gestaltete Produkte und Produktzyklen,

fester Bestandteil der zukünftigen Welt

sein werden. Bis dahin ist ein langer Weg zu

gehen, beziehungsweise nur umsetzbar, wenn

jeder Mensch bewusster lebt, konsumiert und

handelt. Der Beruf des Designers spielt dabei

eine tragende Rolle und gewinnt immer mehr an

Bedeutung.

„[...] the power for change lies in the hands of the consumer

- given he has a choice - and the power to shape this

new consumer mindset lies in the hands of the creative

industries. „ 46

Lag die gesellschaftlich- akzeptierte Aufgabe eines

Designers früher darin, Produkte zu generieren,

die das Leben des Menschen angenehmer

doer auch ästhetisch befriedigender machen

sollten, so liegt sie heute viel mehr darin, das Bewusstsein

der Menschen zu gestalten. Es gilt zu

verstehen, dass der Mensch Teil eines Ganzen ist

und nicht über den Dingen steht. Er muss lernen,

sich in die Umwelt zu integrieren, anstatt diese

zu zerstören. Die Aufgabe des Produktdesigners

ist in meinen Augen nicht immer neue Bedürfnisse

zu wecken, sondern bestehende Produkte und

deren das sie umgebende System zu hinterfragen

und in einen Kreislauf zu integrieren.

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08 ANHANG

Literaturquellenverzeichniss und Bildquellenverzeichniss

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08.1 LITERATURQUELLENVERZEICHNIS

1 Glasl, M./Maiwald,B./ Wolf M.: Handwerk - Bedeutung, Definition, Abgrenzung, in: Deut s

ches Handwerkinstitut- Ludwig Fröhler Institut, Berlin 2013, S.7

2 https://www.duden.de/rechtschreibung/Handwerk (abgerufen 1.11.18)

3 http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/altsteinzeit-schuhtraeger-gab-es-schon-vor-40-000-jah

ren-a-530732.html(abgerufen 1.11.18)

4 Barbe, J./ Kälin, F.: Schuhwerk- Geschichte, Techniken und Projekte, Haupt Verlag, Berlin

2013,S.12

5 https://www.welt.de/lifestyle/gallery109346885/Vom-Oetzi-Sneaker-bis-zum-Spionageschuh.html

(abgerufen 1.11.18)

6 vgl. Lubig, E.: Lexikon der Schuhtechnik, S.22

7 Vgl.Barbe, J./ Kälin, F.: Schuhwerk- Geschichte, Techniken und Projekte, Haupt Verlag, Berlin

2013, S.23ff

8 vgl. Lubig, E.: Lexikon der Schuhtechnik, S.24

9 vgl.Barbe, J./ Kälin, F.: Schuhwerk- Geschichte, Techniken und Projekte, Haupt Verlag, Berlin

2013, S.33

10 Barbe, J./ Kälin, F.: Schuhwerk- Geschichte, Techniken und Projekte, Haupt Verlag, Berlin

2013, S.35

11 Barbe, J./ Kälin, F.: Schuhwerk- Geschichte, Techniken und Projekte, Haupt Verlag, Berlin

2013, S.31

12 Barbe, J./ Kälin, F.: Schuhwerk- Geschichte, Techniken und Projekte, Haupt Verlag, Berlin

2013, S.32

13 vgl.Lubig, E.: Lexikon der Schuhtechnik,S.5

14 https://www.wienerzeitung.at/nachrichten/wirtschaft/unternehmen/828226_Milliar den-Paar-Schuhe-fuerden-Muell.html

15 https://www.worldfootwear.com/news/india-overtakes-the-us/3320.html

(abgerufen am 7.1.19)

16 Arge Regio,Gutachten im Auftrag der Bundesfraktion Bündnis 90 / Die Grünen, Geplante Obsoleszenz,

2017

17 Hillmann,K.: Geplante Obsoleszenz. Bemerkungen zu Burkhardt Röper: »Gibt es geplanten Ver

schleiß?« In: Zeitschrift für Verbraucherpolitik. Band 1, Nr. 1, 1977, S. 48–61.

18 Arge Regio,Gutachten im Auftrag der Bundesfraktion Bündnis 90 / Die Grünen, Geplante Obsoleszenz,

2017

19 vgl. Hofbauer,Günter und Körner, Rene: Marketing von Innovationen,Kohlhammer Verlag 2008

20 vgl. Kreibich, R./ Atmatzidis, E./ Behrendt, S.: Wirtschaften in Kreisläufen- Ökologisches Produktmanagement,

Beltz Verlag,1996, S.20 f

21 vgl. Zingel,H.: Produktlebenszyklus und strategisches Marketing, 2003, S.36

22 vgl. Zingel,H.: Produktlebenszyklus und strategisches Marketing, 2003, S.36

23 vgl. Zingel,H.: Produktlebenszyklus und strategisches Marketing, 2003, S.37

24 vgl. Kreibich, R./ Atmatzidis, E./ Behrendt, S.: Wirtschaften in Kreisläufen- Ökologisches Produktmanagement,

Beltz Verlag,1996, S.22 ff

25 vgl. Kreibich, R./ Atmatzidis, E./ Behrendt, S.: Wirtschaften in Kreisläufen- Ökologisches Produktmanage

ment, Beltz Verlag, 1996, S.22f

26 vgl. Kreibich, R./ Atmatzidis, E./ Behrendt, S.: Wirtschaften in Kreisläufen- Ökologisches Produktmanage

ment, Beltz Verlag, 1996,S.25

27 https://www.noz.de/deutschland-welt/gut-zu-wissen/artikel/1412660/vegan-und-nachhaltig-schuhe-aus-kau

vgl. obsoleszenz von produkten, S.19)

28 vgl. Kreibich, R./ Atmatzidis, E./ Behrendt, S.: Wirtschaften in Kreisläufen- Ökologisches Produktmanage

ment, Beltz Verlag ,1996,S.24

29 vgl. Kreibich, R./ Atmatzidis, E./ Behrendt, S.: Wirtschaften in Kreisläufen- Ökologisches Produktmanage

ment, Beltz Verlag ,1996,S.25f

30 vgl. Zingel,H.: Produktlebenszyklus und strategisches Marketing, 2003

31 Umweltbundesamt: Die Nutzung natürlicher Ressourcen- Bericht für Deutschland, 2016

32 vgl. Verborgene Schattenseite, S.30f

33 vgl. Kreibich, R./ Atmatzidis, E./ Behrendt, S.: Wirtschaften in Kreisläufen- Ökologisches Produktmanage

ment, Beltz Verlag ,1996,S.22f

34 vgl. Kreibich, R./ Atmatzidis, E./ Behrendt, S.: Wirtschaften in Kreisläufen- Ökologisches Produktmanage

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ment, Beltz Verlag,1996,S.35

35 vgl. Walcher/ Leube: Kreislaufwirtschaft durch Co-Creation,2017

36 vgl. Jung, C.: Zur Psychologie und Pathologie sogenannter occulter Phänomene. Eine psychiatrische

S tudie. Mutze Verlag, Leipzig 1902

37 https://de.wikipedia.org/wiki/Archetyp_(Psychologie) (abgerufen 1.1.19)

38 Fukasawa, N./ Morrison, J.: Super Normal. Sensations of the ordinary, Zürich 2014, S.100

39 Fukasawa, N./ Morrison, J.: Super Normal. Sensations of the ordinary, Zürich 2014, S.96

33 Fukasawa, N./ Morrison, J.: Super Normal. Sensations of the ordinary, Zürich 2014, S.96f

41 Vgl. Dittmann, Ch.: Archetypen im Design - Ein Schlüssel zur Nutzbarkeit, S.13f

42 Vgl. Jung, G.: Was ist Kreislaufwirtschaft und wie setzen wir sie um, 2017, S.76

43 Vgl. Jung, G.: Was ist Kreislaufwirtschaft und wie setzen wir sie um, 2017, S.76

44 Vgl. Barbe, J./ Kälin, F.: Schuhwerk- Geschichte, Techniken und Projekte, Haupt Verlag, Berlin

2013, S.45 ff

45 vgl. Bertling, J./ Hiebel, M./ Pflaum, H.: Arten und Entstehungstypen frühzeitiger Produktalterung-

Entwicklung eines Obsoleszenzprotfolios, In: Umwelt Magazin (2014)

46 https://www.parley.tv/fortheoceans (abgerufen am 7.1.19)

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08.2 BILDQUELLENVERZEICHNISS:

Abbildung 1: https://www.flickr.com/photos/12296940@N02/16287205002 (abgerufen 10.12.18)

Abbildung 2: https://www.flickr.com/photos/12296940@N02/15650922454/in/photostream/ (abgerufen 10.12.18)

Abbildung 3: https://www.flickr.com/photos/138996724@N06/27299834490 (abgerufen 10.12.18)

Abbildung 4:

https://www.sueddeutsche.de/karriere/traditionelle-berufe-hat-das-noch-zukunft-1.3623678-5

(abgerufen 1.2.18)

Abbildung 5: http://www.museen-sh.de/museum/DE-MUS-743915 (abgerufen 10.12.18)

Abbildung 6: https://www.lwl.org/marsLWL/de/instance/picture (abgerufen 10.12.18)

Abbildung 7: https://www.google.com/search?q=all+star+converse+james+dean (abgerufen 10.12.18)

Abbildung 8:

Abbildung 9:

Abbildung 10:

https://www.welt.de/lifestyle/gallery109346885/Vom-Oetzi-Sneaker-bis-zum-Spionageschuh.html

(abgerufen 1.11.18)

https://www.welt.de/lifestyle/gallery109346885/Vom-Oetzi-Sneaker-bis-zum-Spionageschuh.html

(abgerufen 1.11.18)

https://www.sueddeutsche.de/karriere/traditionelle-berufe-hat-das-noch-zukunft-1.3623678-5

(abgerufen 1.2.18)

Abbildung 11: https://www.musketon.com/nikea/ (abgerufen 1.2.2019)

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