stahlmarkt 11.2018 (November)

stahlmarkt.magazin

Steel International, Rohre, Profile, Flansche, Sägen, Strahlen, Trennen

Maenken Kommunikation GmbH

Von-der-Wettern-Straße 25, 51149 Köln

PVSt, Deutsche Post AG

Entgelt bezahlt, 3018 , ISSN 0178-6571

Informationen aus Stahlindustrie,

Stahlhandel und Stahlverarbeitung

11

November 2018

Trump feiert Wiederbelebung der US-Stahlindustrie (Seite 10)

Risiko Fachkräftemangel (Seite 6)

Schmiedeindustrie freut sich über volle Auftragsbücher (Seite 18)

www.amco-united.de

www.eisenkontor.com


14. 15. 16. MAI 2019 MAILAND ITALIEN

DIE WICHTIGSTE MESSE IN SÜDEUROPA FÜR DIE STAHLINDUSTRIE

AUSSTELLER WERDEN

www.madeinsteel.it


Editorial 3

passend zum Monat November sind die Aussichten für

die europäische Stahlindustrie eher trübe: Infolge der

von US-Präsident Donald Trump verhängten Strafzölle sind

die Stahllieferungen in die EU – vor allem aus der Türkei

und Russland – in die Höhe geschnellt (S. 31). Dieser

Begleiteffekt der Zollpolitik Trumps war genauso vorhersehbar

und gleichzeitig ebenso wenig abzuwenden wie das

Herannahen der dunklen Jahreszeit. Der zunehmende Einfuhrdruck

macht das Geschäft mit dem metallischen Werkstoff

einmal mehr zu einem stahlharten Business. Das alles

verdeutlicht die Notwendigkeit der eingeführten EU-Schutzmaßnahmen,

die einer Überschwemmung des europäischen

Stahlmarktes mit importiertem Billigstahl vorbeugen sollen.

Über die aktuelle Auftragslage der Schmiedeindustrie

freut sich auch Phillipp Isenbart.

Deshalb bleibt zu hoffen, dass die sogenannten »Safeguards« nicht nur vorläufig gültig sind, sondern zur

Not auch auf Dauer vor Handelsumlenkungen schützen können. Auch aufgrund dieser Entwicklungen haben

wir dem Thema Stahlhandel einen entsprechenden Platz in dieser Ausgabe (S. 22-33) eingeräumt.

Wesentlich besser läuft es für die Schmiedeindustrie (S. 18). Doch bei aller Freude über die aktuelle Auftragslage

blicken die Betriebe der Massivumformung mit einer gewissen Skepsis in die Zukunft.

Einen anderen Schwerpunkt bildet das Thema Additive Fertigung/3-D-Druck (S.44). Dort wird die revolutionäre

Erfolgsgeschichte der Additiven Fertigung vor Augen geführt. Es wird deutlich, dass der 3-D-Druck

weitaus mehr ist, als »nur« eine Sammelbezeichnung für bestimmte Fertigungsverfahren: nämlich eine

völlig neue Art des Denkens für die Konstrukteure – mit all ihren Chancen und Herausforderungen.

Schließlich gibt es noch etwas zu feiern: das 25. Jubiläum des Eurotunnels. Das nehmen wir zum Anlass,

um zu zeigen, welche Rolle der Werkstoff Edelstahl im längsten Unterwassertunnel der Welt spielt.

Ich wünsche Ihnen eine interessante Lektüre

Philipp Isenbart

Chefredakteur

+49 2203 3584-121

stahlmarkt@maenken.com

stahlmarkt 11.2018


4

INHALT 11.2018

SEITENBLICK

6 Risiko Fachkräftemangel

KURZ & KNAPP

8 Benteler: Basis für Investitionen

STEEL INTERNATIONAL

10 Trump feiert Wiederbelebung der US-Stahlindustrie

15 Weiterhin sehr positive Entwicklung in der Prozessautomation

BRANCHENBERICHT

18 Schmiedeindustrie freut sich über gut gefüllte Auftragsbücher

STAHLHANDEL UND STAHL-SERVICE-CENTER

22 Stahlmärkte im Wandel

33 Knauf Interfer stärkt Positionierung als Spezialist für Flachstahl

und Anarbeitung

EDELSTAHL

34 Auf sicherer Fahrt – 25 Jahre Eurotunnel

37 Nachfrage nach Edelstahl-IBC wird weiter zunehmen

ADDITIVE FERTIGUNG/3-D-DRUCK

44 Hauchdünne Schichten, große Zukunft

53 Emag beteiligt sich an Pionier im Metall-3-D-Druck

ÖSTERREICH/SCHWEIZ

56 Hightech-Standort in Österreich

57 Axalta erhält Tell Award für Investitionen

AUS DEN UNTERNEHMEN

59 Kasto präsentiert neue Hochleistungs-Hartmetallmaschine

60 Bayerische Metallwerke: Erfolg bei TOP 100

RUBRIKEN

62 StahlTermine

63 Veranstaltungen/Inserentenverzeichnis

64 Personalien

65 Firmenschriften

66 Vorschau/Impressum

stahlmarkt 11.2018


5

Weltrohstahlproduktion 1) im September 2018

STEEL INTERNATIONAL

Für Amerikas Stahlunternehmen

hat sich Donald Trumps Protektionspolitik

schneller als erwartet

ausgezahlt – unter anderem in

Form von höheren Stahlpreisen.

Was der US-Präsident jedoch als

neue Blüte der Stahlindustrie feiert,

bedroht gleichzeitig den langen

Arbeitsfrieden in der Branche.

10

18

BRANCHENBERICHT

Die Konjunktur läuft für die Massivumformung

weiter rund. Die Hersteller

von Schmiedeteilen, vornehmlich

Zulieferer der Fahrzeugindustrie,

erwarten für 2018 ein Wachstum von

Umsatz und Produktion zwischen 3

und 4 %. Allerdings müssen sie sich in

den nächsten Jahren erheblichen

Herausforderungen stellen.

34

EDELSTAHL

Mehr als 200 Jahre dauerte es, bis

der längste Unterwassertunnel der

Welt seinen Dienst antrat: Im Eurostar

durchqueren 25 Jahre nach der

Eröffnung des Eurotunnels jährlich

über 10 Mill. Fahrgäste den Ärmelkanal.

Bei der baulichen Infrastruktur

und den Schienenfahrzeugen ist

Edelstahl unverzichtbarer Werkstoff.

50

ADDITIVE FERTIGUNG /

3-D-DRUCK

Bei Gesenkschmiedepressen

besitzt der Sprühkopf mit seiner

Kühl- und Schmieraufgabe eine

Schlüsselfunktion. Die SMS group

hat ein neues Verfahren entwickelt,

um Sprühköpfe im 3-D-Druck

beziehungsweise Additive Manufacturing

herzustellen.

Fotos: pixabay, Shutterstock.com, WZV / Eurotunnel, SMS group

September

2018

September

2017

% Veränd.

Sept. 18/17

8 Monate

2018 2017

Veränderung

in %

Belgien 715 e 615 16,2 6.188 5.817 6,4

Bulgarien 49 52 -4,3 502 493 2,0

Deutschland 3.775 e 3.510 7,5 34.030 32.876 3,5

Finnland 331 348 -4,8 3.140 3.105 1,1

Frankreich 1.341 1.322 1,4 11.598 11.736 -1,2

Griechenland 145 e 135 7,4 1.110 995 11,6

Großbritannien 630 e 629 0,1 5.797 5.611 3,3

Italien 2.176 2.195 -0,8 18.313 17.799 2,9

Kroatien 10 e 0 … 81 0 …

Luxemburg 190 e 191 -0,4 1.694 1.635 3,6

Niederlande 446 439 1,5 5.083 5.051 0,6

Österreich 348 638 -45,5 4.845 6.077 -20,3

Polen 770 e 865 -11 7.554 7.751 -2,5

Schweden 260 422 -38,3 3.362 3.455 -2,7

Slowakei 440 e 430 2,4 3.876 3.693 5,0

Slowenien 59 59 -1,2 510 481 6,0

Spanien 1.267 1.205 5,1 10.822 10.719 1,0

Tschechien 374 235 59,2 3.768 3.446 9,3

Ungarn 154 169 -8,9 1.484 1.403 5,8

Weitere EU-Länder (28) (e) 465 e 457 1,8 4.269 4.179 2,1

Europäische Union (28) 13.945 13.915 0,2 128.025 126.321 1,3

Bosnien-Herzegowina 75 e 68 11 458 565 -18,9

Mazedonien 40 e 33 19,6 241 194 24,4

Norwegen 50 51 -1,8 418 442 -5,4

Serbien 123 99 24,3 1.457 1.089 33,7

Türkei 2.823 3.001 -5,9 27.982 27.742 0,9

Europa außer EU 3.112 3.252 -4,3 30.557 30.033 1,7

Kasachstan 365 e 362 0,8 3.433 3.420 0,4

Moldawien 50 e 56 -10,7 418 298 40,3

Russland 5.910 e 5.986 -1,3 54.288 53.349 1,8

Ukraine 1.787 1.934 -7,6 15.779 15.653 0,8

Usbekistan 60 e 59 1,7 501 497 0,8

Weißrussland 215 e 214 0,5 1.802 1.688 6,8

C.I.S. (6) 8.387 8.611 -2,6 76.221 74.905 1,8

El Salvador 10 e 9 11,1 76 71 6,5

Guatemala 25 e 26 -3,8 220 218 1,1

Kanada 1.120 e 1.143 -2 9.639 9 944 -3,1

Kuba 20 e 20 0 161 159 1,5

Mexiko 1.600 e 1.593 0,5 15.438 15.001 2,9

USA 7.251 6.651 9 64.170 61.388 4,5

Nordamerika 10.026 9.442 6,2 89 704 86 782 3,4

Argentinien 435 423 2,8 3 903 3.361 16,1

Brasilien 3.032 2.959 2,5 26.094 25.460 2,5

Chile 90 e 81 11,2 815 856 -4,8

Ecuador 50 e 48 4,2 441 425 3,8

Kolumbien 90 e 89 1 828 949 -12,8

Paraguay 2 e 3 -23,1 14 15 -8,1

Peru 100 e 98 1,8 909 887 2,5

Uruguay 5 e 5 0 43 41 2,9

Venezuela 10 e 69 -85,6 122 354 -65,5

Südamerika 3.814 3.775 1 33.168 32.348 2,5

Ägypten 590 e 571 3,3 5 654 5 015 12,7

Libyen 13 25 -49,6 266 282 -5,6

Südafrika 573 e 556 3,1 4 833 4.682 3,2

Afrika 1.176 1.152 2 10.753 9.979 7,8

Iran 2.000 e 1 918 4,3 18 520 15.431 20

Katar 226 234 -3,4 1.992 1.999 -0,4

Saudi-Arabien 2) 470 e 456 3,1 4.001 3.820 4,7

Vereinigte Arabische Emirate 233 239 -2,3 2.358 2.452 -3,9

Mittlerer Osten 2.929 2.846 2,9 26.870 23.702 13,4

China 80.845 75.199 7,5 699.424 659.425 6,1

Indien 8.520 8.345 2,1 79.660 75.048 6,1

Japan 8.418 8.626 -2,4 78.615 78.266 0,4

Pakistan 420 e 441 -4,8 3.800 3.671 3,5

Südkorea 5.853 6.058 -3,4 54.187 53.119 2,0

Taiwan, China 1.925 e 1.807 6,5 17.322 17.020 1,8

Thailand 400 e 393 1,7 3.415 3.327 2,6

Vietnam 3) 1.460 e 945 54,5 10.397 7.719 34,7

Asien 107.841 101.813 5,9 946.820 897.595 5,5

Australien 434 427 1,5 4.378 3.898 12,3

Neuseeland 48 45 5 490 485 1,0

Ozeanien 481 473 1,8 4.868 4.383 11,1

Gesamt (64 Länder) 151.711 145.280 4,4 1.346.987 1.286.048 4,7

1)

Die an worldsteel berichtenden Länder repräsentieren etwa 99 % der Weltrohstahlproduktion 2017 in 1.000 t.

2)

nur HADEED

3)

Teildaten, 75 % des Gesamtbetrages e – geschätzt

stahlmarkt 11.2018


6

SEITENBLICK

Risiko Fachkräftemangel

Von Stefan Weber

Was bereitet Mittelständlern die größten Sorgen? Wer jetzt an den Brexit, die US-Handelspolitik oder eine mögliche

Zinswende denkt, liegt falsch – die Unternehmen sorgen sich vor allem, dass ihnen die Fachkräfte ausgehen. Aber

noch ist der Aufschwung intakt und viele Betriebe haben ihn genutzt, um sich finanzielle Polster zu schaffen.

Der eine lockt mit Tankgutscheinen, ein

anderer verspricht, die Betreuungskosten für

die Kinder zu übernehmen und ein Dritter

bietet eine betriebliche Altersvorsorge sowie

flexible Arbeitszeiten: Der deutsche Mittelstand

wird erfinderisch, wenn es darum geht,

Fachkräfte anzuwerben und Stammpersonal

weiter an sich zu binden. Kein Wunder,

schließlich geht es um viel. Der Deutsche

Industrie- und Handelskammertag (DIHK) hat

herausgefunden, dass der Mangel an Fachkräften

für 56 % der Unternehmen das größte

Geschäftsrisiko darstellt. Gegenüber 2011

hat sich dieser Wert verdreifacht.

Fehlendes qualifiziertes Personal droht zu

einem Bremsklotz für die Konjunktur zu werden.

In einer Umfrage des Instituts der deutschen

Wirtschaft Köln (IW) unter knapp 2.900

Unternehmen gaben 44 % an, dass es bei

ihnen wegen hoher Kapazitätsauslastung zu

Verzögerungen bei der Produktion und bei

der Auslieferung kommt. Ein wenig Entlastung

verspricht eine Verbesserung der Rahmenbedingungen

– etwa in Form eines Ausbaus

der Ganztagsbetreuung für Kinder, um

»

vor allem mehr Frauen eine Berufstätigkeit zu

ermöglichen. Oder in Form einer Änderung

des Arbeitszeitgesetzes (Wochenarbeitszeit

statt Tagesarbeitszeit), mit dem Ziel, mehr

Menschen in Beschäftigung zu bringen.

Fehlendes qualifiziertes Personal droht zu einem Bremsklotz für die Konjunktur zu werden.

Nachhaltig lässt sich das Problem damit nicht

lösen. Dafür sorgt schon die Demografie.

Wenn in den nächsten zehn Jahren die

Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag hat herausgefunden, dass der

Fachkräftemangel für 56 % der Unternehmen das größte Geschäftsrisiko darstellt.

Angehörigen der geburtenstarken Jahrgänge

aus dem Erwerbsleben ausscheiden, werden

sich weitere erhebliche Lücken auftun.

Bei anhaltend guter Konjunktur klaffen

Angebot und Nachfrage nach Fachkräften

immer weiter auseinander. In der traditionellen

Herbst-Umfrage der Wirtschaftsauskunftei

Creditreform zur »Wirtschaftslage und

Finanzierung im Mittelstand« kündigten 30

% der befragten Unternehmen des verarbeitenden

Gewerbes an, ihre Belegschaft aufstocken

zu wollen – und treffen damit auf

einen leergefegten Arbeitsmarkt. Können

zusätzliche Investitionen, etwa in neue Technologien,

das Problem lösen? »Vereinzelt ja,

meistens nein« – so das Fazit der Creditreform-Studie.

Sicherlich gibt es Betriebe und

Branchen, in denen zusätzliche Investitionen

Personalengpässe mildern können. In den

Foto: Shutterstock.com

stahlmarkt 11.2018


7

meisten Fällen wird dies jedoch nicht funktionieren,

weil sich viele Tätigkeiten von Fachkräften

nun einmal nicht automatisieren

lassen.

Kann aber vielleicht der Wandel der Wirtschaft

hin zu digitalen Technologien dem

»

Fachkräftemangel entgegenwirken? Zum

Beispiel, weil der Einkauf (etwa für Vormaterial)

zunehmend über das Internet abgewickelt

wird und auch der Verkauf immer häufiger

online erfolgt? Auch an dieser Stelle

lässt die Studie der Wirtschaftsauskunftei

wenig Raum für Hoffnungen. Lediglich jeder

zehnte Befragte erwartet, dass die Digitalisierung

von Geschäftsprozessen das Fachkräfteproblem

lösen kann. Am ehesten stimmen

dieser These noch Unternehmen aus

dem Dienstleistungsgewerbe und dem verarbeitenden

Gewerbe zu. Fazit der Studienautoren:

»Aus Sicht der mittelständischen

Unternehmen werden wohl auch künftig

viele Tätigkeiten von qualifiziertem Personal

ausgeführt werden müssen. Und genau das

ist immer schwieriger zu finden.«

Noch hinterlässt der Fachkräftemangel keine

tieferen Bremsspuren in den Bilanzen der

mittelständischen Unternehmen. Die Mehrheit

der von Creditreform befragten Mittelständler

rechnet in den nächsten Monaten

mit stabilen (54,2 %) oder sogar höheren

Auffällig ist, dass sich das Stimmungsbild vor allem im verarbeitenden Gewerbe verschlechtert

hat. Dort rechnet nur noch jeder dritte Befragte mit steigenden Umsätzen.

Umsätzen (37,7 %). Auffällig ist jedoch, dass

sich das Stimmungsbild vor allem im verarbeitenden

Gewerbe verschlechtert hat. Dort

rechnet nur noch jeder dritte Befragte mit

steigenden Umsätzen – ein Jahr zuvor war

es noch knapp jeder zweite Befragte gewesen.

Gleichzeitig schnellte der Anteil der pessimistischen

Stimmen von 4,6 % auf 12,5 %

in die Höhe. Auch ihre Ertragslage bezeichnet

die Branche nicht mehr so positiv wie

zwölf Monate zuvor: 18,5 % (im Vorjahr

10,1 %) der Unternehmen berichten von

Ertragseinbußen. Und 14,5 % (Vorjahr

3,7 %) der Unternehmen aus dem Verarbeitenden

Gewerbe erwarten, dass sich dieser

Trend in den nächsten Monaten fortsetzen

wird. Dort spiegelt sich allerdings wohl weniger

die Sorge um fehlende Fachkräfte als die

Furcht vor allgemeinen Konjunkturrisiken,

beispielsweise dem unklaren Ausgang des

Brexit, der irritierenden US-Handelspolitik

oder einer möglichen Verschärfung der

Finanzierungsbedingungen. Eine konjunkturelle

Trendumkehr lässt sich daraus nicht

ableiten, da sind sich Experten einig. Aber

selbst wenn der bisher verlässlich auf Hochtouren

laufende Motor ein wenig ins Stottern

geraten sollte, wird das die meisten

Unternehmen nicht erschüttern. Viele Mittelständler

haben die nun schon lange anhaltende

Boom-Phase genutzt, um ihre Finanzpolster

aufzubessern. Jedes dritte (33,2 %)

von Creditreform befragte Unternehmen

meldet eine Eigenkapitalquote von mehr als

30 %. Zehn Jahre zuvor wies nur jedes Vierte

(24,5 %) eine solche Quote auf. Zugleich

hat sich auch der Anteil der Unternehmen

mit einer bedrohlich niedrigen Eigenkapitalausstattung

(weniger als 10 % an der Bilanzsumme)

zuletzt weiter auf 29,4 % verringert.

Besonders solide ist das verarbeitende

Gewerbe finanziert: 44 % der Betriebe verfügen

über eine Eigenkapitalquote von mindestens

30 %.

Kurzum: Die Anzeichen mehren sich, dass der

Weg künftig ein wenig steiniger wird. Eine Stolperfalle

könnte der Fachkräftemangel werden.

Doch noch muss sich niemand sorgen, die

Wirtschaft könnte aus dem Tritt geraten.

FLEXIBEL. LEISTUNGSSTARK. NACHHALTIG.

Die Seppeler Gruppe.

Ihr starker Partner für Korrosionsschutz.

www.seppeler.de

SEPPELER – BEI UNS KLAPPT’S.

stahlmarkt 11.2018


8 Kurz & knapp

KURZMELDUNGEN

LASERMODUL ZUR BLECHBEARBEITUNG IN KMU

Aachen. Die Automobilindustrie setzt mittlerweile

oft auf Leichtbauteile aus hochfesten

Stahlblechen, um bei ihren Produkten Gewicht

und Ressourcen einzusparen. Doch durch die neuen

Materialien kommen herkömmliche Schneidund

Umformprozesse an ihre Grenzen. Ein integriertes

Lasersystem im Werkzeug kann das

Blechmaterial vorübergehend entfestigen und die

Bearbeitung erleichtern. Zu diesem Zweck entwickelt

das Fraunhofer-Institut für Produktionstechnologie

IPT aus Aachen gemeinsam mit der Franz

Pauli GmbH & Co. KG aus Ense und Monocrom S.L.

aus Barcelona im Forschungsprojekt »CaliBend«

ein kompaktes Lasermodul für das lasergestützte

Biegen. Das Projekt »CaliBend« wird im »Zentralen

Innovationsprogramm Mittelstand Deutschland

– Katalonien« des Bundesministeriums für

Wirtschaft und Energie (BMWi) für zwei Jahre

gefördert.

Vor allem kleine und mittlere Unternehmen

(KMU) in der blechbearbeitenden Industrie können

nach Informationen des Fraunhofer IPT von

dem neuen Lasermodul profitieren: So soll sich der

Mindestbiegeradius bei geraden Biegungen an

hochfesten Blechen halbieren. Außerdem lasse

sich die Biegegenauigkeit gegenüber dem konventionellen

Verfahren ohne Laserunterstützung erhöhen.

In aktuellen Projekten setzt das Fraunhofer

IPT mit dem hy-PRESS-System ein nach eigenen

Angaben hochflexibles Lasermodul für die Blechbearbeitung

ein, das durch eine 2-D-Bestrahlung

des Werkstücks sehr flexible Erwärmungsgeometrien

ermögliche. Die Lasersystemtechnik mit

Laserscanner, Schwingungsentkopplung und

externer Laserquelle lasse sich besonders für komplexe

Bearbeitungsgeometrien wirtschaftlich einsetzen.

Bei der geraden Biegung von hochfesten

Werkstoffen könne die notwendige Systemtechnik

hingegen deutlich reduziert werden, teilt das

Fraunhofer IPT mit.

www.ipt.fraunhofer.de

BENTELER: BASIS FÜR INVESTITIONEN

Salzburg. 2017 war für das Unternehmen Benteler

nach eigenen Informationen das umsatzstärkste

Jahr der rund 140-jährigen Unternehmensgeschichte:

Die Benteler-Gruppe erwirtschaftete

demzufolge einen Umsatz von 7,856 Mrd. €. Das

ist nach Unternehmensangaben eine Steigerung

um 433 Mill. € oder 5,8 % verglichen mit dem

Geschäftsjahr 2016. Das EBIT, also das Ergebnis

aus der operativen Geschäftstätigkeit, übertreffe

mit 206,8 Mill. € ebenfalls den Vorjahreswert

(191,2 Mill. €) – und zwar um 8,2 %, heißt es. Das

Konzernergebnis liege mit 100,8 Mill. € leicht unter

jenem von 2016 (110,9 Mill. €). Dies sei vor allem

auf die höhere Steuerquote, Sonder effekte im Vorjahr

und höhere Zinszahlungen in 2017 zurückzuführen.

Die Division Automotive, mit 78,4 % die

umsatzstärkste Division der Gruppe, steigerte ihren

Umsatz im Vergleich zum Vorjahr um 7,1 % auf

6,296 Mrd. €. Sie erreichte dies insbesondere durch

das Engagement in den Wachstumsmärkten Asien,

Osteuropa und Brasilien.

Der Umsatz der Division Steel/Tube erhöhte sich

im Vergleich zu 2016 deutlich – um 24 % auf

1,023 Mrd. €. Dies ist laut Benteler einerseits auf

die gestiegene Nachfrage an Ölfeldrohren (OCTG,

Oil Country Tubular Goods) zurückzuführen. Andererseits

hätten die effizienzsteigernden Maßnahmen

in der Operating Unit Welded (geschweißte

Rohre) positive Auswirklungengezeigt. Auch das

Ergebnis sei erfreulich: Trotz der geplanten Hochlaufkosten

des Wamrohrwerks Shreveport in den

USA liegt das EBIT auf Vorjahresniveau – und

damit höher als erwartet. Der Anteil der Division

am Gruppenumsatz betrug im vergangenen

Geschäftsjahr 12,7 %.

Die Division Distribution, ihr Anteil am Gruppenumsatz

beläuft sich auf 8,9 %, hat Benteler

zufolge von der verbesserten Marktsituation und

dem gestiegenen Preisniveau profitiert: Der

Umsatz im klassischen Rohrhandel erhöhte sich

auf 716 Mill. €. Der Ausbau der Vertriebskompetenz

sowie die Optimierung der Logistik – etwa

durch das Zentrallager in Duisburg – wirkten sich

positiv auf das operative Ergebnis vor Steuern und

Zinsen aus: Es konnte im Vergleich zum Vorjahr

leicht gesteigert werden.

www.benteler.com/de

KOOPERATION MIT BELGISCHEM LASERHERSTELLER VEREINBART

Darmstadt. Das Softwareunternehmen Lantek

kooperiert mit Balliu, einem belgischen Hersteller

von Laserschneidanlagen für Bleche und Rohre,

um seinen Kunden Lösungen für die Managementund

Prozessdigitalisierung (Industrie 4.0) anzubieten.

Ziel ist es demnach, die Kunden bei der digitalen

Transformation zu begleiten und sie technologisch

in Richtung fortschrittliche Fertigung zu

entwickeln.

Die von Lantek entwickelten spezifischen und fortschrittlichen

Fertigungslösungen sind exklusiv für

die Metallbranche konzipiert worden. »Die digitale

Transformation unserer Kunden ist die zentrale

Herausforderung, der wir uns hier bei Lantek in

den kommenden Jahren stellen werden. Wir stehen

am Anfang der Vierten Industriellen Revolution,

die die Art und Weise verändern wird, wie wir

produzieren. Unser En gagement für das Wachstum

und die Unterstützung unserer Kunden im

Digitalisierungsprozess hat uns dazu veranlasst,

im Jahr 2017 zusätzlich 1,6 Mill. € in FuE sowie in

unsere Implementierungs- und Projektentwicklungsteams

zu investieren«, erklärt Alberto Martínez,

CEO von Lantek.

www.lanteksms.com

stahlmarkt 11.2018


Europäischer

Stahldistributeur

gegründet 1969

Warmgewalzte Grobbleche

aus Walzung von Evraz Palini e Bertoli

Werksvertretung Deutschland:

Abmessungen: Güten:

Tests: Optional:

- Stärken 8 - 200 mm

- Breiten 1500 - 3020 mm

- Längen bis 18 m

(max. 24 to pro Blech)

- Baustähle (nicht-legierte

und wetterfest)

- Kesselbleche

- Schiffbau

- Kohlenstoffstähle (C45)

- Z15, Z25, Z35

- US-Test S1/E1 – S3/E3

- SEP 1390

- AD2000W1

- gestrahlt

- Auslieferung per LKW

oder Waggon

- geschnittene Kanten

Wir freuen uns auf Ihre Anfragen:

Christopher Roskosch

E-Mail: c.roskosch@bepro.de

Telefon: +49 (0) 2 09/9 82 51-58

Manuel Völmeke

E-Mail: m.voelmeke@bepro.de

Telefon: +49 (0) 2 09/9 82 51-22

Bepro Blech und Profilstahl GmbH & Co. KG . Consolstraße 11 . D-45889 Gelsenkirchen

Telefon +49 (0)2 09/9 82 51-10 . Fax +49 (0)2 09/9 82 51-31 . info@bepro.de . www.bepro.de


10 Steel International

Trump feiert Wiederbelebung

der US-Stahlindustrie

Folgen der US-Protektionspolitik bedrohen Arbeitsfrieden im Stahlsektor

Von Brigitte Lebens-Nacos, Korrespondentin in New York

New York. Für Amerikas Stahlunternehmen hat sich Donald Trumps Protektionspolitik schneller als erwartet

ausgezahlt – in Form von besserer Kapazitätsnutzung, höheren Stahlpreisen und attraktiven Quartalsgewinnen.

Was der US-Präsident als neue Blüte der Stahlindustrie feiert, bedroht gleichzeitig den langen Arbeitsfrieden in der

Branche: In den Tarifverhandlungen mit den größten integrierten Stahlunternehmen forderten die Vertreter der

Stahlarbeiter einen weitaus größeren Anteil an den neuen Profiten als U.S. Steel und ArcelorMittal anboten.

Am Rand der UNO-Vollversammlung

erklärte US-Präsident Donald Trump mit

sichtlichem Stolz: »Die ganze Welt spricht

über unsere Stahlindustrie. Sie hat ein neues

Leben und blüht!« Nirgends war die Zustimmung

größer als in den Managementetagen

der US-Stahlhersteller, wo die im Frühjahr

verhängten Zölle auf Importstahl als Ursache

für den raschen Aufschwung des Stahlsektors

gefeiert wurden. Viele integrierte Hüttenwerke

und Mini-Stahlwerke meldeten

Quartalsgewinne, die Rekordhöhen erreichten

oder ihnen nahekamen.

Messbarer Aufschwung

Die Stahlarbeiter dagegen waren weniger

begeistert und dankbar. Stattdessen ärgerten

sie sich zunehmend, weil sich für sie der

Aufwind in ihrer Branche nicht auszahlte.

Verantwortlich machten sie in erster Linie die

Unternehmensleitungen. Der Konsens zwischen

Arbeitgebern und Arbeitnehmern in

den vergangenen Jahren war im Stahlsektor

in Gefahr, als sich in den Verhandlungen

über neue Tarifverträge bei U.S. Steel und

ArcelorMittal wochenlang nach dem Auslaufen

des alten Tarifvertrags Anfang September

dieses Jahres keine Einigung abzeichnete

stahlmarkt« berichtete).

Aber auch Trump wurde zunehmend zur

Zielscheibe enttäuschter Stahlarbeiter.

Schließlich hatte er ihnen als Kandidat und

Präsident mehr Jobs, höhere Einkommen

und den Wiederaufstieg in die Mittelklasse

versprochen. Die massiven Zölle gegen Stahlimporte,

für die Stahlmanager und die

Gewerkschaft United Steelworkers (USW)

jahrelang Schulter an Schulter in Washington

kämpften, haben rascher als erwartet die

finanzielle Situation einschlägiger Unterneh-

Foto: pixabay

US-Präsident Donald Trump: »Die ganze Welt spricht über unsere Stahlindustrie. Sie hat ein neues Leben und blüht!«

stahlmarkt 11.2018


Steel International 11

men verbessert. Beide Seiten betrachteten

es als beispiellosen Erfolg, dass Trump seit

seinem Amtsantritt den Stahlsektor in den

Mittelpunkt seiner wirtschaftlichen Protektionskampagne

»America First« stellte. Und

beide Lager waren sichtlich zufrieden mit

den ersten Folgen der Trumpschen Handelspolitik

in Sachen Stahl.

Im Herbst, nur wenige Monate nach dem

Verhängen der Stahlzölle, war der Aufschwung

in der US-amerikanischen Stahlindustrie

messbar, insbesondere in Bezug auf

das Importvolumen. Mit Zöllen von 25 % auf

Importe der führenden, ausländischen Stahllieferanten

gingen die Einfuhren um circa 15

% zurück. Für die nächsten Monate erwarteten

Experten ein weiteres Sinken der Stahlimporte,

weil ein großer Teil der ausgelieferten

Produkte vor dem Inkrafttreten der neuen

Zollmaßnahmen bestellt wurde. US-amerikanische

Stahlimporteure betrachten

Bestellungen bei ausländischen Herstellern

als riskant, auch weil sich Stahlzölle unter

Trump spontan erhöhen können, wie die

Verdoppelung der Zölle gegen türkische

Importe auf 50 % zeigte.

Solide Nachfrage

In den ersten Monaten dieses Jahres betrug

die Kapazitätsnutzung in der US-amerikanischen

Stahlindustrie um die 72 % und

näherte sich ein paar Monate später, im

Herbst, dem Ziel von 80 %, das der einstige

Stahlmanager und derzeitige Handelsminister

Wilbur Ross als Mindestmarke für eine

profitable Industrie betrachtete. Allerdings

stieg in diesem Zeitraum auch die Gesamtkapazität

mit dem Wiederanblasen von zwei

Hochöfen des Konzerns U.S. Steel im Stahlwerk

in Granite City (Illinois). Der US-Regierung

zufolge nahm die Zahl neuer Jobs für

Stahlarbeiter seit der Einführung der Importzölle

um circa 1.000 zu, einige Hundert

davon kehrten an ihre Arbeitsplätze im Granite-City-Werk

zurück, die sie als Folge der

früheren Produktionsdrosselung in diesem

Betrieb verloren hatten.

Deutliche Zurückhaltung

Die Stahlnachfrage war solide, obwohl die

Autoindustrie, traditionell der größte Stahlkunde,

weniger Fahrzeuge produzierte als in

den Vorjahren. Der CEO der Ford Motor Company,

Jim Hackett, prognostizierte, dass die

Stahl- und Aluminumzölle den Gewinn seines

Unternehmens bereits für 2018 um eine Mrd.

USD verminderten. Hingegen stiegen die

Bestellungen aus der Erdöl- und Erdgasindustrie

an, weil höhere Benzin- und Gaspreise zu

verstärkten Förderungsaktivitäten führten.

Nichts jedoch beeinflusste die eindrucksvollen

finanziellen Gewinne der US-Stahlunternehmen

mehr als der Anstieg der Stahlpreise,

die im Herbst um 50 % höher lagen

als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Dennoch

hielten sich die einschlägigen Unternehmen

mit Plänen für Investitionen in neue

Betriebe zurück. Schließlich besteht Unsicherheit

über die Dauer des Trumpschen

Handelskriegs und insbesondere über das

Schicksal der Stahlimportzölle gegen mexikanische

und kanadische Hersteller. So mancher

Stahlmanager und USW-Gewerkschaftsfunktionär

erinnert sich, dass Präsident

George W. Bush seine Stahlzölle nach

zweijähriger Laufzeit widerrief, weil die

negativen Wirtschaftsfolgen größer waren

als die positiven Auswirkungen auf den

Stahlsektor.

Was die Stahlarbeiter betrifft, enthüllte

das Buch des berühmten Watergate-Reporters

Bob Woodward über das Chaos im Weißen

Haus ein interessantes Gespräch zwischen

Präsident Trump und seinen Beratern

in einer Diskussion über das Pro und Contra

von Stahlzöllen. Dem Buch zufolge argumentierte

im Januar dieses Jahres der Handelsberater

im Weißen Haus, Peter Navarro,

für Zölle zum Wohl der Businesswelt, aber

auch als gutes Mittel, die Unterstützung der

Gewerkschaft bei den Kongresswahlen 2018

zu versichern.

Zehn Monate später war längst nicht klar,

ob Navarros Wahlkampf-Kalkulationen in

Bezug auf die USW und ihre Mitglieder aufgingen.

Sicherlich votierten 2016 viele,

wahrscheinlich die meisten Stahlarbeiter für

den Kandidaten Trump, der im Fall seines

Wahlsiegs die rasche Genesung der kränkelnden

Stahlindustrie mit einer Fülle neuer

Jobs und höheren Einkommen prophezeite.

Zwei Jahre später waren die gleichen Stahlarbeiter

bitter enttäuscht, weil sich ihre wirtschaftliche

Lage nicht verbessert hatte. Sie

verlangten ihren Anteil an der neuen Blütezeit,

von der ihr Präsident nach wie vor in

seinen Reden und Tweets sprach.

Sie lehnten Unternehmensvorschläge für

attraktive Lohnerhöhungen und Bonuszahlungen

über die Laufdauer neuer Tarifverträge

ab, weil die Unternehmen gleichzeitig

höhere Selbstleistungen für Krankenversicherung

und andere Kompromisse forderten.

Kein Zweifel, dass Trumps Versprechen

die Erwartungen der Stahlarbeiter beeinflussten.

Als es in den Tarifverhandlungen

zwischen der USW und den großen integrierten

Unternehmen U.S. Steel und Arcelor-

Mittal keine Einigung gab, votierte die überwältigende

Mehrheit der 16.000 Stahlarbeiter

bei U.S. Steel und der 15.000 ihrer Kollegen

bei ArcelorMittal für Streiks, um ihre

Forderungen durchzusetzen.

KURZMELDUNGEN

FLEXIBLERE FERTIGUNGSZELLE MIT BIEGENDEN ROBOTERN UND KODIERUNG

Schmallenberg. Die Transfluid Maschinenbau GmbH hat nach eigenen Angaben ein effizientes Biegesystem für kurze und lange Rohre entwickelt. Das

Automa tionssystem biegt demnach 6 m lange Rohre mit kleinem Durchmesser bei konstant hoher Geschwindigkeit. Gleichzeitig sei die transfluid-Fertigungszelle

in der Lage, kürzere Rohrleitungen von 500 mm mit vielfältiger Bogengeometrie in großen Stückzahlen zu fertigen, heißt es. Damit die Fertigung

sicher, schnell und sorgfältig umgesetzt werden kann, hat transfluid zwei Roboter, die als Biegemaschinen im Einsatz sind, mit jeweils unterschiedlichen

Magazinen ausgestattet. Die Biegeroboter können über ein Datenfile direkt aus dem CAD-System die notwendigen Daten laden und in eine Biegegeometrie

umwandeln.

www.transfluid.net/de

stahlmarkt 11.2018


12 Steel International

voestalpine forciert Asien-Expansion

Neue Werke für Bahninfrastruktur und Automotive, Ausbau Services

und Additive Manufacturing

Linz/Österreich. Über eine Mrd. € erwirtschaftete die voestalpine im abgelaufenen Geschäftsjahr im

Zukunftsmarkt Asien. Bis 2020 soll der Umsatz allein in China von aktuell über 550 Mill. € auf 800 Mill. €

angehoben werden. Nun setzt der Konzern zwei weitere Meilensteine zur Erreichung dieses Wachstums.

Im Bereich Bahninfrastruktur gelang

nach Unternehmensangaben mit der Gründung

eines weiteren Joint Ventures für die

Weichenproduktion ein wichtiger Expansionsschritt

im boomenden Nahverkehrssektor

der Volksrepublik. Zudem wurden jüngst die

Automotive-Aktivitäten mit der Inbetriebnahme

des bereits zweiten Komponentenwerkes

in China wesentlich erweitert.

Der voestalpine-Konzern ist in Asien an 80

Standorten mit knapp 5.000 Mitarbeitern –

rund 3.000 davon in China – vertreten. Zu

den zentralen Kundensegmenten zählen die

Automobil-, Bahninfrastruktur-, Haushaltsgeräte-

und Energieindustrie. Vergangene

Woche widmete sich der Aufsichtsrat der

voestalpine AG im Rahmen einer erstmals in

China abgehaltenen Sitzung den laufenden

Expansionsplänen und zukünftigen Potenzialen

in dieser Region. Auf dem Programm

des obersten Kontrollgremiums des Konzerns

standen auch Besuche der lokalen Produktionsstandorte

in Schanghai (High Performance

Metals Division) und Suzhou

(Metal Forming und Metal Engineering Division).

»Als führender Anbieter für die Mobilitätslösungen

von morgen profitiert die

voestalpine am asiatischen Markt sowohl

Weichenstellung in Richtung Erfolg: Im Bereich Bahninfrastruktur gelang dem Technologie- und

Industriegüterkonzern voestalpine mit der Gründung eines weiteren Joint Ventures für die

Weichenproduktion ein wichtiger Expansionsschritt im boomenden Nahverkehrssektor der

Volksrepublik. Straßenbahn in Shenyang (c)Getty Images

Foto: Getty Images

vom Ausbau des öffentlichen Verkehrs als

auch vom steigenden Privatkonsum. Mit der

aktuellen Erweiterung unserer Fertigungskapazitäten

im Bahn- und Automotive-Bereich

tragen wir der wachsenden Nachfrage nach

technologisch führenden Produktlösungen

im größten Wachstumsmarkt der Welt einmal

mehr Rechnung«, so Wolfgang Eder,

Vorstandsvorsitzender der voestalpine AG.

Zweites Joint Venture für

Weichensysteme

Über ihr 2007 gegründetes Joint Venture Chinese

New Turnout Technologies Co., Ltd.

(CNTT) hat sich die voestalpine eigenen Informationen

zufolge in den vergangenen Jahren

eine führende Position im chinesischen Bahninfrastruktursektor

erarbeitet: Die Metal

Engineering Division des Konzerns hält demnach

über dieses unter ihrer Führung stehende

Joint Venture rund ein Viertel der Marktanteile

bei Hochgeschwindigkeitsweichen –

der Jahresumsatz in diesem Segment beträgt

rund 100 Mill. €. Mit dem Erwerb der Mehrheitsanteile

am nunmehr zweiten Weichenwerk

in China etabliert sich voestalpine Railway

Systems, weltweit größter Komplettanbieter

für volldigitalisierte Bahnstrecken, auch

als Technologielieferant für den stark wachsenden

Nahverkehrssektor des Landes. Das

neue Unternehmen am Standort Ruzhou in

der zentralchinesischen Provinz Henan

beschäftigt derzeit 120 Mitarbeiter. Als lokale

Joint-Venture-Partner fungieren der Bahninfrastrukturbetreiber

Zhengzhou Railway

Bureau, eine Tochtergesellschaft der Chinesischen

Staatsbahn, sowie die China Railway

Material Group (CRM), der größte nationale

Händler von Gleisbaukomponenten. Alleine

in den kommenden Jahren sind landesweit

über 100 neue U-Bahn- und Straßenbahnprojekte

geplant.

stahlmarkt 11.2018


Steel International 13

Automotive-Werk in Tianjin

in Betrieb gegangen

Auch die Metal Forming Division des Konzerns

setzt ihre Globalisierungsstrategie mit

dem Hochlauf der zweiten Automotive-Produktion

in China – die erste wurde 2015 in

Shenyang eröffnet – fort. Die voestalpine

Automotive Components Tianjin Co., Ltd. ist

auf die Fertigung komplexer Karosseriebauteile

für den Automobilmarkt spezialisiert.

Die Investition belaufe sich in mehreren Ausbaustufen

auf einen zweistelligen Millionen-Euro-Betrag,

der Personalstand werde

sich von aktuell 30 bis 2020 auf rund 80

Mitarbeiter erhöhen, so die voestalpine.

3-D-Druck: Know-how auch

in Asien gefragt

Durch den Aufbau eines Netzwerkes von

über 60 Service- und Bearbeitungsstandorten

konnte die auf Hochleistungsstähle spezialisierte

High Performance Metals Division

ihren jährlichen Umsatz in Asien in den letzten

zehn Jahren auf annähernd 400 Mill. €

mehr als verdoppeln. Aktuelle Investitionen

umfassen den Mitte 2017 am Standort

Schanghai in Betrieb genommenen weltgrößten

Vakuum-Wärmebehandlungsofen

und die Errichtung von Kompetenzzentren

für den 3-D-Metall-Druck in Taiwan und Singapur.

In Singapur ist die voestalpine seit

dem vergangenen Jahr auch Mitglied des

Spitzenforschungszentrums ARTC (Advanced

Remanufacturing and Technology Centre),

in dem gemeinsam mit internationalen

Technologieunternehmen wie Rolls Royce

oder Siemens unter anderem Innovationen

auf dem Gebiet der additiven Fertigung

(3-D-Druck) vorangetrieben werden.

KONTAKT

voestalpine AG

voestalpine-Straße 1

4020 Linz, Österreich

Tel. +43 50304 150

www.voestalpine.com

CEO Wolfgang Eder: »Die voestalpine profitiert

am asiatischen Markt sowohl vom Ausbau des

öffentlichen Verkehrs als auch vom steigenden

Privatkonsum.«

Foto: voestalpine

60 Jahre Universal – die Adresse für Stahl.

Wir danken unseren Partnern für 60 Jahre vertrauensvolle Zusammenarbeit.

UNIVERSAL Eisen und Stahl GmbH

Hauptsitz Neuss

Duisburger Straße 26, 41460 Neuss

Tel.: +49 2131 185-0

Fax: +49 2131 185-444

info@universal-stahl.com

Hannover Tel.: +49 511 21996-0

Nürnberg Tel.: +49 911 37751-0

Stuttgart Tel.: +49 711 34215-0

Zwickau Tel.: +49 375 35380-0


14 Steel International

LME will sich an OECD-Leitsätzen orientieren

London. Die London Metal Exchange (LME) will künftig nur noch den Handel mit Metallen zulassen, die aus

verantwortungsvollen Lieferketten stammen. Das teilte das Finazinstitut mit.

Der internationale Metallhandelsplatz

hat entsprechende Anforderungen formuliert

und alle Beteiligten aufgefordert, bis zum 30.

November 2018 ihre Kritik zu äußern.

Risikofaktoren bestimmen

und offenlegen

Die Erzeuger der an der LME gehandelten

Metalle sollen künftig ihre Risikofaktoren

bestimmen und offenlegen. Außerdem müssen

sie ihre Verbundenheit zu den OECD-Leitlinien

kundtun. Die internationale Organisation

will alle im Bergbausektor tätigen Unternehmen

verpflichten, beim Abbau und beim

Handel von Mineralen die Menschenrechte

einzuhalten und keinerlei Konflikte auszulösen.

Außerdem sollen die betroffenen Länder

von ihren Bodenschätzen profitieren.

Einbettung wichtiger Prinzipien

und Standards

»Wir verpflichten uns, mit unseren börsennotierten

Marken zusammenzuarbeiten, um

diese wichtigen Prinzipien und Standards in

globale Lieferketten einzubetten«, sagte der

LME-CEO Matthew Chamberlain. Immer

mehr Kunden würden verlangen, dass die

gelisteten Metallmarken kein Konfliktmaterial

enthalten.

Höhere Sorgfalt bei der

Beschaffung von Metallen

Außerdem schlägt die LME weitere Veränderungen

vor. Sie will, dass die gehandelten

Metalle künftig den Umweltmanagementstandard

ISO 14001 und den Gesundheitsschutzstandard

OHSAS 18001 einhalten.

www.lme.com

Weichenstellung in Richtung Erfolg: Die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) will alle Unternehmen im Bergbausektor

verpflichten, beim Abbau und Handel von Mineralen die Menschenrechte einzuhalten.

Foto: Shutterstock.com

stahlmarkt 11.2018


Steel International 15

Weiterhin sehr positive Entwicklung in der Prozessautomation

Frankfurt/Main. Der weltweite Markt der elektrischen Prozessautomation wächst 2018 nach Angaben des

Zentralverbands Elektrotechnik- und Elektronikindustrie (ZVEI) deutlich.

»Unsere Prognose aus dem März 2018

scheint sich zu erfüllen: 2018 ist ein starkes

und außerordentlich stabiles Jahr«, sagt

Nikolaus Krüger, Vorsitzender des Fachbereichs

Messtechnik und Prozessautomatisierung

im ZVEI-Fachverband Automation. Das

prozentuale Wachstum der globalen Auftragseingänge

liegt weiterhin im hohen einstelligen

Bereich. »Auch der Ausblick für

2019 bleibt weiter positiv, wenn auch leicht

abgeschwächt. Voraussetzung dafür ist, dass

es zu keinen weiteren geopolitischen Verwerfungen

kommt.«

Wachstumstreiber China

Das Wachstum wird von Nordamerika und

Asien, besonders China, getrieben; zudem

von exportstarken europäischen Ländern,

wie zum Beispiel Deutschland, Italien und

Spanien.

Alle Segmente entwickeln sich laut ZVEI

gut bis sehr gut. Auffällig positiv sind dabei

Geschäfte mit den Bereichen Öl und Gas

(besonders der Gassektor), Chemie sowie

Mineralien und Bergbau. Die Umsätze mit

Metso beliefert weißrussische Kali-Industrie

Helsinki. Der Technologiekonzern Metso versorgt die Kali-Industrie in Weißrussland mit Entwässerungsanlagen.

Die Aufträge stammen nach Angaben der Finnen von einem

nicht genannten Kunden, der sowohl neue Projekte plant als auch

bestehende Anlagen modernisiert. Er orderte Teile des Lamellenklärers

beziehungsweise Eindickers IPS.

Dieses modular aufgebaute System nutzt nach weiteren Angaben

des Unternehmens mehrere parallel geneigte Platten. So könnte die

Sedimentationsfläche für das zur Verfügung stehende Grundareal

maximiert werden. Dank der eingesetzten Lamellen sinke auch die

Umweltbelastung, da weniger Chemikalien für die Eindickung benötigt

würden. Im Vergleich zu herkömmlichen Verdickern seien zudem

die Verarbeitungskapazität höher und die Installationskosten geringer.

konsumnahen Branchen wie Nahrungsmittel

und Getränke, Life Science und Wasser zeigen

sich ausgesprochen stabil.

Besondere Herausforderungen ergeben

sich aus den Währungsveränderungen,

durch Materialverknappung und bei der

Beschaffung von geeignetem Fachpersonal.

»Aber auch die Folgen der Handelskonflikte

insbesondere zwischen den USA und China

sind nur schwer einzuschätzen«, so Krüger.

Digitalisierung trägt spürbar zum

Wachstum bei

Einigkeit unter den Automatisierern besteht

darin, dass die Digitalisierung schon spürbar

zum Wachstum beiträgt und die allgemeine

Entwicklung beschleunigt.

Deutschland ist dem ZVEI zufolge bei der

Prozessautomation gut positioniert. Die

Unternehmen haben demnach in Deutschland

127.000 Beschäftigte und erwirtschafteten

2017 einen Umsatz von 21,1 Mrd. €.

Das seien circa 12 % des Umsatzes der deutschen

Elektroindustrie, heißt es. Die Auftragseingänge

der Prozessautomation in

Nikolaus Krüger: »2018 ist ein starkes und

außerordentlich stabiles Jahr«.

Deutschland stiegen im ersten Halbjahr 2018

um knapp 4 %. Die Exporte lagen in diesem

Zeitraum mit 8,5 Mrd. € mehr als doppelt so

hoch wie die Importe mit 3,9 Mrd. €.

www.zvei.org

Foto: Shutterstock.com Foto: Endress+Hauser

www.metso.com

Metso versorgt die Kali-Industrie mit Entwässerungsanlagen.

stahlmarkt 11.2018


16 Steel International

Tata Steel feiert 100-jähriges Jubiläum

seines Geschäfts in den Niederlanden

König Willem-Alexander eröffnete die Zeremonie

Ijmuiden/Niederlande. Tata Steel feiert das 100-jährige Bestehen seiner Geschäftseinheiten in den

Niederlanden und hat deshalb das 100. Jahr mit einer feierlichen Zeremonie in seinem integrierten Stahlwerk in

IJmuiden eingeleitet. Der niederländische König Willem-Alexander hat hierbei die Jubiläumsfeierlichkeiten zum

100-Jährigen gemeinsam mit Vertretern von Tata Steel offiziell eröffnet.

men wie Beschäftigung, dem Allgemeinwohl

und Handelspolitik auseinandergesetzt«,

erklärte T.V. Narendran, CEO und

Managing Director von Tata Steel.

»Es wird auch für die nächsten 100 Jahren

unser Anspruch sein, uns für die Gemeinschaft

einzusetzen und innovative Stahlprodukte

zu entwickeln, die dabei helfen, wichtige

Herausforderungen unserer Gesellschaft

wie den Übergang zu nachhaltiger

Energie und Mobilität zu meistern«, so

Narendran weiter. »Unsere niederländischen

Geschäftseinheiten werden dabei auch weiterhin

eine wichtige Rolle für unsere europäische

Stahlproduktion spielen. Sie sind

eine tragende Säule dafür, ein noch stärkeres

und langfristig nachhaltiges europäisches

Stahlgeschäft durch das geplante Joint

Venture mit thyssenkrupp zu schaffen«,

fügte Narendran hinzu.

Seine Majestät feiert mit: Der niederländische König Willem-Alexander in Tata Steels Innovationszentrum in IJmuiden anlässlich des 100. Bestehens

von Tata Steel in den Niederlanden.

Foto: Tata Steel

Das Werk wurde 1918 gegründet,

beschäftigt derzeit 9.000 Mitarbeiter und

produziert jährlich 7 Mill. t Stahl. Die Stähle

aus IJmuiden werden auf der ganzen Welt

in Produkten wie Batterien, Autos, Verpackungen

und Industriemaschinen verarbeitet.

»In seiner langen und erfolgreichen

Geschichte hat sich IJmuiden bewiesen und

bewährt und dabei unsere Kunden auf der

ganzen Welt mit Stählen von höchster Qualität

versorgt. Gleichzeitig hat sich das Werk

aber auch stets mit gesellschaftlichen The-

Hans Fischer, CEO von Tata Steel in Europa,

ergänzte: »Unsere aufregende Reise hat

schon vor 100 Jahren begonnen. Und auch

heute noch ist Stahl Teil eines fundamentalen

Wandels in unserer Gesellschaft. Der

Wandel hin zu einer nachhaltigen Kreislaufwirtschaft,

in der Rohmaterial zu keiner Zeit

verschwendet, sondern vielmehr immer und

immer wiederverwendet wird, ist auf einem

guten Weg. Unser zukunftsweisendes HIsarna-Projekt

wird hierbei ein wichtiger Schritt

hin zu einer ebensolchen Kreislaufwirtschaft

und einer kohlenstoffarmen Stahlproduktion

sein. Nur durch die Menschen, die heute

jeden Tag hier arbeiten, und diejenigen, die

es vor ihnen getan haben, können wir diesen

großen und wichtigen Moment heute

gemeinsam feiern«, so Fischer weiter.

Das Stahlwerk in IJmuiden ist ein wichtiger

Teil von Tata Steels europäischen Geschäftseinheiten.

Das Unternehmen wird auch weiterhin

in den Niederlanden und in Großbritannien

investieren, um neuen Bedürfnissen

seiner weltweiten Kunden aus verschiedensten

Industriezweigen nachzukommen.

www.tatasteeleurope.com

stahlmarkt 11.2018


Steel International 17

DXC verlängert Vertrag mit IMDS-Verbund

Böblingen. DXC Technology (NYSE: DXC) hat den Vertrag für das Internationale Material Daten System (IMDS) mit

dem IMDS-Verbund fünf Jahre verlängert.

Weltweit nehmen 40 führende Automobilhersteller

an dem Verbund teil. Das

IMDS wurde geschaffen, um die Industrie

bei der Einhaltung der europäischen

ELV-Richtlinie (End of Life Vehicle) und anderer

internationaler und nationaler Normen,

Vorschriften und Gesetze zu unterstützen.

Inzwischen ist es DXC zufolge zu einem festen

Bestandteil der Qualitätsprozesse der

Branche geworden.

Die Vertragsverlängerung sieht vor, dass

DXC als IT-Partner zusätzliche IMDS-Funktionen

implementiert, cloudbasierte Dienste

anbietet und den IMDS-Service weiter verbessert.

Die erste Version des Systems hatte

DXC im Jahr 2000 auf den Markt gebracht

und betreibt IMDS im Auftrag des Konsortiums

40 führender Automobilhersteller. Die

Gruppe repräsentiert mehr als 60 Fahrzeugmarken

weltweit.

Das IMDS-Datensystem sammelt, pflegt,

analysiert und archiviert Informationen über

alle Materialien, die von der Automobilindustrie

weltweit verwendet werden. Mehr als

150.000 Lieferanten nutzen IMDS, um die

chemische Zusammensetzung ihrer Teile

Das IMDS-Datensystem sammelt, pflegt, analysiert und archiviert Informationen über alle

Materialien, die von der Automobilindustrie weltweit verwendet werden.

entlang der automobilen Lieferkette zu

deklarieren und zu melden. Das IMDS-IT-System

hebt gefährliche und indizierte Stoffe

hervor, indem es die eingegebenen Daten

mit gesetzlich vorgeschriebenen Listen verbotener

Stoffe vergleicht, beispielsweise der

Global Automotive Declarable Substance

List (GADSL).

www.dxc.technology

Foto:DXC

STEEL TICKER

METSO ERHÄLT AUFTRÄGE AUS

AUSTRALIEN UND SÜDAMERIKA

Helsinki. Drei geplante Eisenerz- und Kupferprojekte

in Australien und Südamerika

setzen auf Zerkleinerungsmaschinen und

Materialtransportlösungen des finnischen

Unternehmens Metso. Der Technologiekonzern

liefert nach eigenen Informationen

Maschinen zur Primär-, Sekundär- und

Tertiär zerkleinerung, Mahlmaschinen sowie

Anlagen für den Umschlag und den Transport

von Schüttgut. Zu den Kunden und den

Lieferterminen machten die Finnen keine

Angaben.

stahlmarkt 11.2018


18 Branchenbericht

Schmiedeindustrie freut sich über gut

gefüllte Auftragsbücher

E-Mobilität: Zulieferer blicken entspannter nach vorn

Von Karlheinz Voß

Düsseldorf. Die Konjunktur läuft für die Massivumformung weiter rund.

Die Hersteller von Schmiedeteilen, vornehmlich Zulieferer der

Fahrzeugindustrie, erwarten für 2018 ein Wachstum von Umsatz und

Produktion zwischen 3 und 4 %. Allerdings müssen sie sich in den nächsten

Jahren erheblichen Herausforderungen stellen.

Die Betriebe der Massivumformung sind

derzeit überwiegend voll ausgelastet. Und

die Nachrichten, die von den Kunden zu

hören sind, lassen – zumindest zunächst –

auch weiter auf recht gute Geschäfte hoffen:

Wichtige Pkw-Märkte expandieren, der

Absatz von Nutzfahrzeugen zieht an, und

der deutsche Maschinen- und Anlagenbau

erwartet ein Produktionsplus von 5 % für

2018 und von 2 % im kommenden Jahr. Im

Einzelnen gehen vom Fertigungsvolumen

rund 42 % an Systemlieferanten wie etwa

»

Hier ist höchste Präzision gefragt: Mittels Warmumformung entstehen Teile für die Automobilindustrie.

Hersteller von Getrieben und Antriebssystemen

sowie 31 % an Pkw-, 15 % an Lkw-Produzenten

und 9 % an den Maschinenbau.

Tobias Hain, Geschäftsführer des Industrieverbands

Massivumformung (IMU) in Hagen,

verweist auf die jüngste Umfrage bei den

Mitgliedern, die bestätigt, dass die überwiegend

mittelständische Branche gut aufgestellt

ist. Nach der »Konjunktur-Befragung

III. Quartal 2018« des IMU beurteilen fast

genau zwei Drittel der Unternehmen ihre

gegenwärtige Lage und Entwicklung als gut

und 31 % als befriedigend. Lediglich 3 %

halten sie für schlecht. In den nächsten sechs

Monaten rechnen noch 10 % der Firmen mit

Die Erfahrungen mit der Trump-Regierung lassen zweifeln, ob die Autozölle

endgültig vom Tisch sind. Man traut dem Frieden nicht.

Christian Vietmeyer, Hauptgeschäftsführer des Wirtschaftsverbands Stahl- und

Metallverarbeitung (WSM)

Foto: shutterstock.com

einer besseren, 79 % mit einer gleichbleibenden

und 11 % mit einer schlechteren

Entwicklung als bisher.

Allerdings könnte die Herbstprognose der

führenden Wirtschaftsforschungsinstitute

die vorsichtigeren Äußerungen bestätigen.

Demnach schwächt sich die Konjunktur ab

und das Bruttoinlandsprodukt 2018 steigt

nur noch um 1,7 % (Frühjahresschätzung

2,2 %) und bleibt in den Folgejahren mit 1,9

und 1,8 % unter der Zwei-Prozent-Marke.

Ansonsten spricht aus der Befragung deutlich

die Zufriedenheit der Betriebe. Ihren

Auftragsbestand beurteilen 86 % als gut,

11 % als befriedigend und 3 % als schlecht

– zusammen ein Beleg für die ganz überwiegend

volle Auslastung der Produktion. Sie ist

bei 62 % der Betriebe bereits für die nächsten

sechs Monate gewährleistet. Dazu passt,

dass Kurzarbeit derzeit weder praktiziert

noch geplant wird. Vielmehr wird die regelmäßige

Arbeitszeit bei mehr als zwei Drittel

der Betriebe sogar überschritten. Gegenüber

dem Vorjahreszeitraum ist die Beschäftigtenzahl

bei 45 % der Unternehmen gestiegen

stahlmarkt 11.2018


Branchenbericht 19

und bei fast 40 % gleichgeblieben. Insgesamt

beschäftigt die Branche rund 30.000

Arbeiter und Angestellte.

»Massivumformteile kommen immer

dann zur Anwendung, wenn raum- und

gewichtssparende Konstruktionen mit

hohen Anforderungen an die statische und/

oder dynamische Belastbarkeit bei gleichzeitig

hoher Sicherheit und Zuverlässigkeit

gefordert sind. Das ist bei bewegten Massen

wie etwa Fahrzeugen die Regel«, erläutert

Holger Ade, Leiter Betriebswirtschaft im IMU

und Leiter Industrie- und Energiepolitik beim

Oberverband WSM Wirtschaftsverband

Stahl- und Metallverarbeitung in Düsseldorf.

»

Nachdem die Produktion bereits 2017 um

gut 6 % auf 6,75 Mrd. € angezogen hat,

rechnet Ade im laufenden Jahr mit einem

Zuwachs von 3 bis 4 %. Der Umsatz wird zu

einem Drittel direkt im Ausland erzielt. Allerdings

ist die Exportorientierung deutlich

höher. Immerhin exportieren die wichtigsten

Kundenbranchen rund drei Viertel ihrer Fertigung

und produzieren auch in nicht geringem

Maße im Ausland. International ist

Deutschland nach China der größte Produktionsstandort

massiv umgeformter Teile

weltweit. Auf Tonnenbasis liegt China mit

einem Produktionsanteil von 39 % mit weitem

Abstand an der Spitze. Es folgen die im

Verband Euroforge angesiedelten europäischen

Länder mit 23 %. Indien (9 %), Japan

(8 %) und das Nordamerikanische Freihandelsabkommen

Nafta (8 %) schließen sich in

der Rangliste an. Innerhalb von Euroforge

liegt Deutschland mit 48 % Anteil deutlich

vorn. Italien (18 %), Frankreich (8 %) und

Spanien bilden in Europa die Hauptkonkurrenz.

Deutsche Branche weltweit die

Nummer zwei nach China

Für das Gesamtjahr 2019 wagt Ade keine

zahlenmäßige Prognose. Zu unsicher sei die

Weltwirtschaftssituation. Eine Eskalation der

Handelskonflikte mit höheren Schutzzöllen,

Aussagen von Einbrüchen massivumgeformter Volumen bis zu 50 % infolge der

Elektrifizierung der Mobilität führten zu großer Verunsicherung in der Branche.

Tobias Hain, Geschäftsführer des Industrieverbands Massivumformung (IMU)

verschärften Einfuhrbeschränkungen und

anderen Behinderungen könnte eine präzise

Vorhersage schnell Makulatur werden lassen.

WSM-Hauptgeschäftsführer Christian

Vietmeyer: »Die Ungewissheiten beim Welthandel

und der zunehmende Protektionismus

sind nun keine böse Ahnung mehr. Die

konkreten Auswirkungen, zum Beispiel beim

Stahl, sind bei uns angekommen. Und das

Gefühl einer echten Erleichterung aufgrund

der von Kommissionspräsident Juncker in

Washington abgewendeten Autozölle mag

sich nicht einstellen. Die Erfahrungen mit der

Trump-Regierung lassen zweifeln, ob die

Autozölle endgültig vom Tisch sind. Man

traut dem Frieden nicht. Viele unserer Unternehmen

beliefern die Automobilindustrie.

Sowohl eine Drosselung als auch eine Verlagerung

der Produktion von Fahrzeugen aus

Europa heraus beeinträchtigen die europäischen

Zulieferbetriebe.«

Bedrohung durch E-Mobilität?

Abgesehen von diesen Problemen,

brennt vielen Mittelständlern seit einigen

Jahren die Frage auf den Nägeln, welche

Folgerungen und Konsequenzen aus der

fortschreitenden E-Mobilität zu erwarten

sind. IMU-Geschäftsführer Tobias Hain

kennt die Besorgnisse natürlich bis in alle

Details: »Aussagen von Einbrüchen massivumgeformter

Volumen bis zu 50 %

infolge der Elektrifizierung der Mobilität

führten tatsächlich zu großer Verunsicherung

in der Branche und zu kritischen

Fragen von Gesellschaftern und Finanzierungspartnern.

Noch nie wurden aber

die genauen Effekte der E-Mobilität auf

das Teilespektrum und Volumen der Massivumformung

wirklich im Detail untersucht.«

In zwei unabhängigen Studien

(Unternehmensberatung Schlegel und

Partner sowie RWTH Aachen) gehe der

IMU deshalb der Frage nach den konkreten

Auswirkungen der Elektromobilität

auf die Massivumformung nach. Dabei

seien zum einen die konkreten Veränderungen

auf Bauteilebene und zum anderen

die realistische zeitliche Entwicklung

und der zu erwartende Umfang der Elektrifizierung

von Antriebssystemen analysiert

worden.

Der IMU verweist darauf, dass es in den

letzten Jahren eine Vielzahl an Veröffentli-

sicheres,

platzsparendes

und produktives

Handling

0800 000 5764 combilift.com

stahlmarkt 11.2018


20 Branchenbericht

Foto: shutterstock.com

Enge Verzahnung: Die intensive Zusammenarbeit zwischen den Zulieferern der verschiedenen Wertschöpfungsstufen und den Herstellern der

Endprodukte ist ein deutsches Erfolgsmodell.

chungen und Prognosen zum erwarteten

Anstieg der Elektromobilität mit zum Teil

euphorischen Zuwachsszenarien gegeben

habe. Keine dieser – zum Teil von renommierten

Beratungsinstituten und Instituten

durchgeführten – Prognosen habe allerdings

alle für die Entwicklung der E-Mobilität relevanten

Faktoren berücksichtigt. In der durch

Schlegel und Partner erstellten Studie sei

daher ein besonderer Fokus auf die detaillierte

Berücksichtigung aller wichtigen qualitativen

und vor allem quantitativen Einflussfaktoren

analysiert und mit der Entwicklung

verglichen worden, die notwendig wäre, um

die aktuellen (europäischen und globalen)

politischen Ziele zu Reduzierung der

CO 2

-Emmission bis 2030 zu erreichen.

Verbrennungsmotoren werden

länger eingesetzt als erwartet

Die meisten der untersuchten Faktoren wie

Energieverfügbarkeit, Reichweiten und

Ladezeiten wurden von der Studie nicht als

einschränkend für die Verbreitung elektrischer

Antriebe in dem politisch erhofften

Maße bewertet, heißt es. Aber: »Klare physikalische

Wachstumsgrenzen für die zukünftige

Entwicklung der E-Mobilität wurden

allerdings für den Ausbau an Kobalt-Förderanlagen,

den Bau von Produktionskapazitäten

für Batteriezellen und den Ausbau der

öffentlichen Ladeinfrastruktur identifiziert.

Während zur Erreichung politischer Zielvorgaben

elektrifizierte Antriebe (Batterie- und

»

Hybridfahrzeuge) in 2030 einen globalen

Marktanteil von insgesamt 39 % ausmachen

müssten, ist aufgrund der genannten Restriktionen

maximal ein Wachstum auf 29 %

möglich. Realistischer ist aufgrund wahrscheinlicher

Verzögerungen und temporärer

Engpässe ein Zuwachs der E-Mobilität auf

23 % (davon nur 10 % rein batteriegetrieben)«,

heißt es in einer Mitteilung des IMU.

Ausgehend von der Erwartung eines weltweit

weiter wachsenden Automobilmarktes

werde die Anzahl der Pkw mit Verbrennungsmotor

(einschließlich Hybridtechnologie)

daher bis 2030 sogar weiter zunehmen.

Auch bis 2050 sei aufgrund des zu erwartenden

Mix aus Batterie- und Hybridantrieben

Die Zulieferketten im Automobilbau und in anderen Industrien verzahnen sich immer

weiter. Die voranschreitende Digitalisierung wird diese Symbiosen noch vertiefen.

Christian Vietmeyer, Hauptgeschäftsführer des WSM

in der Elektrifizierung und bei realistischem

Wachstumstempo mit keinem globalen Einbruch

der durch Verbrenner angetriebenen

Fahrzeuge zu rechnen.

In der Studie »Auswirkungen der Elektromobilität

auf die Massivumformung« untersuchte

die RWTH Aachen drei Referenzfahrzeuge

– einen Pkw mit Verbrennungsmotor,

einen Plug-in-Hybrid und ein rein batteriebetriebenes

Fahrzeug. »Diese Fahrzeuge wurden

bis auf die letzte Schraube auseinandergenommen,

um dann alle Bauteile nach

Herstellverfahren und nach Bauteilgruppen

zu kategorisieren. Anhand von so gebildeten

Teilebäumen wurden die Veränderungen der

Bauteile mit der Entwicklung der Antriebskonzepte

nachvollzogen. Um die Ergebnisse

aus den drei Referenzfahrzeugen vergleichbar

zu machen und übergreifend gültige

Aussagen für den Einfluss auf die massivumgeformten

Volumen ableiten zu können,

wurden sie sowohl hinsichtlich der unter-

stahlmarkt 11.2018


Branchenbericht 21

schiedlichen Fahrzeugklassen als auch bezüglich jeweils alternativer

Antriebskonzepte generalisiert«, erläutert der IMU.

Im Ergebnis nehme der Gewichtsanteil massivumgeformter Bauteile

im Fahrzeug beim Hybridfahrzeug um circa 15 % zu. Das reine

Batteriefahrzeug weise dagegen 20 % weniger Gewichtsanteil

an Massivumformung gegenüber dem Verbrenner auf. Damit sei

der Einfluss der E-Mobilität auf die Volumina an massivumgeformten

Bauteilen im Fahrzeug deutlich geringer als erwartet. Die

Anzahl der Bauteile und das Teilespektrum würden sich allerdings

beim Übergang zum reinen Elektrofahrzeug ändern. Dennoch gelte

trotz der Entwarnung: Unternehmen der Massivumformung und

der angeschlossenen Verarbeitungsprozesse müssten sich rechtzeitig

mit den genauen Auswirkungen auf ihr jeweiliges Geschäftsmodell

beschäftigen. Sie könnten aber durchaus positiv in die

Zukunft blicken, meint der IMU.

AUS EDELSTAHL

Preisdruck der Autoindustrie

Vietmeyer spricht ein aus Sicht der Zulieferer latentes Ärgernis an,

das anders als die aktuellen Handelskonflikte und die E-Mobilität

den mittelständischen Zulieferern seit Jahrzehnten zu schaffen

macht: den Preisdruck, den die Autokonzerne als die sich stärker

fühlenden Marktteilnehmer ausüben. Er nimmt offensichtlich derzeit

wieder zu. Zwar betont der Verband der Automobilindustrie

(VDA): »Für den gemeinsamen Erfolg von OEM und Zulieferern

spielt die enge Zusammenarbeit in der Wertschöpfungskette eine

entscheidende Rolle. Der größte Teil der Wertschöpfung des Endprodukts

– etwa 75 % – wird in vor- und zwischengeschalteten

Stufen erbracht.« Gleichzeitig ist es kein Geheimnis, dass die Autobauer

für ihre Großinvestitionen in E-Mobilität und Digitalisierung

mit Autonomem Fahren und vernetzten Autos viel Geld brauchen

und deshalb dort sparen, wo sie es am besten zu schaffen scheinen.

Auf der Einkaufsseite ist das Gemeinsame oftmals nur Nebensache.

Vietmeyer, der auch Sprecher der Arbeitsgemeinschaft Zulieferindustrie

(ArGeZ) ist, einer Interessengemeinschaft von 9.000

Zulieferern mit einer Million Beschäftigten und einem Umsatz von

rund 218 Mrd. €, meint dazu: »Die Zulieferketten im Automobilbau

und in anderen Industrien verzahnen sich immer weiter. Die enge

Zusammenarbeit zwischen den Zulieferern der verschiedenen Wertschöpfungsstufen

und den Herstellern der Endprodukte ist ein

deutsches Erfolgsmodell. In kaum einem anderen Land der Welt

sind die Prozesse so effizient organisiert wie hierzulande. Die voranschreitende

Digitalisierung wird diese Symbiosen noch weiter

vertiefen. Damit diese Wertschöpfungsketten zum Wohle aller

reibungslos funktionieren, ist ein fairer und partnerschaftlicher

Umgang miteinander erforderlich. Störungen in den Abläufen, wie

zum Beispiel Bandstillstände, gilt es zu vermeiden, denn das bringt

Nachteile für alle Beteiligten.« Solche Schwierigkeiten machten

deutlich, wie wichtig ein auf nachhaltige Geschäftsbeziehungen

und Fairness angelegter Dialog zwischen den Partnern der Wertschöpfungskette

Automobil ist. Für faire Zulieferbeziehungen

müssten die Interessen beider Seiten angemessen berücksichtigt

werden. »Marktmächtige Kunden, hauptsächlich aus der Automobilindustrie,

diktieren zunehmend die Bedingungen und verlagern

Risiken und Haftungen der Geschäftsbeziehungen in bedenklichem

Maße auf ihre Zulieferer«, betont Vietmeyer.

stahlmarkt 11.2018

NAHTLOSE

ROHRE

– ab Lager verfügbar

Neben einem

umfangreichen Lieferprogramm

für Langprodukte aus Edelstahl,

Aluminium und Buntmetallen, führen

wir nun auch nahtlose Edelstahlrohre!

Wir haben, was Sie brauchen

– in allen gängigen Abmessungen und

Ausführungen direkt ab Lager.

Effizient und herrlich einfach – die Online Tool Box!

Voß Edelstahlhandel GmbH & Co. KG

Telefon: +49 0 40 700165-0

www.voss-edelstahl.com

V o ß

NUR FÜR DEN FACHHANDEL


22 Stahlhandel und Stahl-Service-Center

Stahlmärkte im Wandel

Im Spannungsfeld zwischen Überkapazitäten, Protektionismus und Handelsstreit

Von Lothar Grebe

Die Situation auf den Welt-Stahlmärkten ist vor allem durch drei Probleme gekennzeichnet, die deren Entwicklung noch

lange Zeit prägen dürften: den verstärkten Strukturwandel, Überkapazitäten und den Protektionismus im

Stahlaußenhandel. Es ist davon auszugehen, dass sich der Strukturwandel in vielen Volkswirtschaften weiter eher zu

Lasten stahlintensiver Sektoren vollzieht.

Maßstab ist die sogenannte Stahlintensität

als makroökonomischer Parameter, die

das Verhältnis des sichtbaren Stahlverbrauchs

(in kg) zum Bruttosozialprodukt

einer Volkswirtschaft misst. Die Entwicklung

des Weltstahlverbrauchs anhand der

Stahlintensität lässt eine deutlich fallende

Tendenz erkennen, die in den westlichen

Industrieländern besonders ausgeprägt ist.

Überkapazitäten

In der Stahlindustrie bestehen weltweit gravierende

Überkapazitäten, wobei deutlich

ist, dass China beim Abbau der Überkapazitäten

eine Schlüsselrolle zukommt, da das

Land im Rahmen seiner beispiellosen Industrialisierung

knapp die Hälfte der weltweiten

Stahlkapazitäten in 2016 (1,63 Mrd. t)

aufgebaut hat.

Als sich der »Stahlhunger« in China in den

vergangenen Jahren abschwächte, wurden

erhebliche Teile dieser Überkapazitäten zu

Dumpingpreisen auf den Weltmärkten verkauft,

wobei die globale Stahlindustrie an

den Folgen dieser unfairen Handelspraktiken

Chinas (und anderer Staaten) teilweise

noch immer leidet – mit der Folge, dass

Protektionismus als kurzsichtige Reaktion

die Fairness im weltweiten Handel mehr

und mehr zur Ausnahme werden lässt.

oder die Bevorzugung inländischer Produzenten

bei der Auftragsvergabe.

Protektioniusmus

Vor diesem Hintergrund haben die G20-Regierungschefs

im September 2016 in Hangzhou

beschlossen, ein »Globales Forum zu

Überkapazitäten in der Stahlindustrie« einzurichten.

Damit haben sie sich verpflichtet,

bei der Lösung der Stahlfrage international

zu kooperieren, das heißt, Informationen

Protektionismus im Stahlaußenhandel – Beispiele für tarifäre und nicht-tarifäre Handelshemmnisse

Quelle: OECD, WTO, EUROFER, EU-Kommission, DG Trade

Stahlkapazitäten 2016: Anteile in %

Das entscheidende Problem: Auf den internationalen

Stahlmärkten verstärken viele

Drittländer ihre Anstrengungen, mit wachsendem

Wettbewerbsdruck ihrer heimischen

Stahlindustrie künstliche Wettbewerbsvorteile

zu verschaffen. Das geschieht

etwa durch Importzölle, Importlizenzen

auszutauschen und gemeinsam nach

Lösungen zu suchen.

Auf dem G20-Gipfel in Hamburg am 30.

November 2017 haben die Regierungschefs

diesen Auftrag noch einmal bekräftigt und

einen substanziellen Fortschrittsbericht

erbeten, der konkrete politische Lösungen

zum Abbau der Überkapazitäten enthalten

stahlmarkt 11.2018


Stahlhandel und Stahl-Service-Center 23

Entwicklung der Stahlkapazitäten

soll. Dies erfolgte am 30. November 2017 im

Rahmen des »Berliner Gipfels« zum Thema

»Stahl-Überkapazitäten«, auf dem politische

Handlungsempfehlungen zum Abbau der

weltweiten Stahl-Überkapazitäten und der

Aufbau eines Monitoring-Systems zur Überprüfung

der Fortschritte vereinbart wurden.

Unter dem Begriff »Dumping« wird die

»Ausfuhr zu Schleuderpreisen« verstanden.

Dumping liegt vor, wenn Handelswaren

eines Landes unter ihrem normalen Wert auf

den Markt eines anderen Landes gebracht

werden. Das ist dann der Fall, wenn der Preis

einer Ware, die aus einem Land ausgeführt

wird, billiger ist als der Verkaufspreis der gleichen

Ware im selben Land. Die EU erhebt

auf die gedumpten (oder unzulässigerweise

subventionierten) Produkte zusätzlich zum

Regelzollsatz einen Antidumpingzoll beziehungsweise

einen Ausgleichszoll, sodass ein

ungerechtfertigter Preisvorteil im Vergleich

zu Waren des Marktes der EU ausgeglichen

wird. Die EU leitet unter folgenden Voraussetzungen

Antidumpingmaßnahmen (beziehungsweise

Antisubventionsverfahren) ein:

• Die Wareneinfuhren in die Europäische

Union sind gedumpt (oder unzulässig

subventioniert),

• es wird eine bedeutende Schädigung der

Industrie der EU festgestellt,

• zwischen dem Dumping (beziehungsweise

der unzulässigen Subvention) und der

wert

Ausfuhrland

Dumping/

unzulässige

Subvention

Normal-

Ausfuhrpreis

Umsetzung der Antidumpingmaßnahmen

Export

Schädigung besteht ein ursächlicher

Zusammenhang und

• ein Eingreifen liegt im Interesse der Europäischen

Union.

Rechtsgrundlagen für die Einführung eines

Antidumping- und/ oder Ausgleichszoll sind

die sog. Grundverordnungen, in denen die

jeweiligen grundsätzlichen Regelungen zur

Einführung, Berechnung und Erhebung der

Zölle festgelegt sind, die Antidumping-Grundverordnung

VO (EU) 2016/1036

und Antisubventions-Grundverordnung VO

(EU) 2016/1037.

Zu Beginn des Jahres veröffentlichte das

US-Handelsministerium ein Statement mit

der Absicht, die Stahl- und Aluminiumimporte

in die Vereinigten Staaten zu reduzieren,

um die heimische Wirtschaft gegen Einfuhren

zu Dumpingpreisen zu schützen. Zur

Begründung hieß es unter anderem, dass die

weltweiten Überkapazitäten im Stahlbereich

700 Mill. t betragen und das Siebenfache

des jährlichen US-Stahlverbrauchs ausmachen,

wobei die USA der weltweit größte

Stahlimporteur ist und die Importe nahezu

das Vierfache der Exporte umfassen.

Fast 80 % der US-Stahlimporte von 2017

sind von den Maßnahmen betroffen. Es drohen

massive Umleitungseffekt in den

EU-Markt (WV Stahl), da die Abnehmerstrukturen

vom Stahlverbrauch her in den

USA und in der EU ähnlich sind.

Europäische Gemeinschaft

Antidumping/

Ausgleichzoll

Regelzoll

Zollwert

üblicher

Handelspreis

(Einstandspreis)

Quelle: Zoll

stahlmarkt 11.2018


24 Stahlhandel und Stahl-Service-Center

Anteil der Sektoren am Stahlbedarf in den

USA, 2017

Anteil der Sektoren am Stahlbedarf der EU,

2017

Die USA sind für die Stahlindustrie in

Deutschland der wichtigste Markt außerhalb

der EU: Rund 1,3 Mill. t Stahl werden

jährlich dorthin geliefert, was 4 % der

Exporte Deutschlands beziehungsweise

22 % der deutschen Stahlexporte (Walzstahl,

Stahlrohre, geschmiedetes Material)

ausmacht.

Seit dem 19. Juli dieses Jahres sind die

sogenannten Schutzmaßnahmen der EU

gegen Stahleinfuhren aus Drittländern in

Kraft (maximal gültig für 200 Tage). Die

Auswirkungen der Maßnahmen auf die

Stahlpreise in der EU sind schwer abzuschätzen.

So bleibt abzuwarten, wie die

Marktteilnehmer auf die vorläufigen Maßnahmen

reagieren werden.

Im Handelskonflikt zwischen den USA

und China droht eine weitere Eskalation.

Die Führung in Peking gab am 3. August

bekannt, dass auf angedrohte Zölle seitens

der USA Gegenmaßnahmen folgen würden.

Das Finanzministerium veröffentlichte

eine Liste mit rund 5.200 US-Gütern im

Gesamtwert von ungefähr 60 Mrd. USD

(umgerechnet knapp 52 Mrd. €). Diese sollen

mit Zöllen zwischen 5 und 25 % belegt

werden.

Quelle: Eurofer, WV Stahl

Quelle: Eurofer, WV Stahl

Die Maßnahme greift, falls die USA ihrerseits

Zusatzgebühren auf chinesische Waren

im Wert von 200 Mrd. USD (gut 172 Mrd.

€) verhängen. Die USA erheben bereits Zölle

auf chinesische Güter von 34 Mrd. USD

(rund 30 Mrd. €). Weitere Zölle auf Güter

im Wert von 16 Mrd. USD (circa 14 Mrd. €)

sind im Gespräch.

Gleichzeitig ergreift die chinesische

Notenbank Maßnahmen gegen die andauernde

Schwäche der Landeswährung Yuan.

Künftig müssen die Banken eine Einlage

von 20 % auf bestimmte Devisentermingeschäfte

leisten. Als Begründung wurden

wirtschaftliche Risiken infolge erhöhter

Schwankungen auf dem Devisenmarkt

genannt. Hintergrund des Schritts dürfte

die Abwertung des Yuan in den vergangenen

Wochen sein, der auf den tiefsten

Stand seit Mitte 2017 gefallen ist. Seit Jahresbeginn

2018 betragen die Verluste

knapp 5 %, wobei der Kurs des Yuan sich

nicht frei bewegt, sondern von der Chinesischen

Notenbank unter Berücksichtigung

aktueller Marktentwicklungen in Grenzen

kontrolliert wird. Für China ist ein schwacher

Yuan angesichts der Risiken des Handelsstreits

mit den USA von Vorteil, weil er

chinesische Exporte begünstigt, was den

wirtschaftlichen Schaden des Handelsdisputs

begrenzen kann. Auf der anderen Seite

kann China kein Interesse an einem zu

stark abwertenden Yuan haben, weil dann

die Gefahr einer Kapitalflucht besteht. Dies

könnte Kapitalverkehrskontrollen und wirtschaftlichen

Schaden nach sich ziehen.

Offen ist, ob Importzölle auf ausländische

Fahrzeuge, die die USA angekündigt hat,

Realität werden. China hat hierauf bereits

reagiert und eine Anhebung der Zollsätze

für Autos aus den USA auf 40 % angekündigt,

gleichzeitig zum 1. Juli die Autoabgaben

für »den Rest der Welt« von 25 auf

15 % gesenkt.

Mitte August hat die US-Regierung

beschlossen, die Zollsätze auf Stahl- und

Aluminiumimporte aus der Türkei auf 50

% beziehungsweise 20 % gegenüber vorher

zu verdoppeln, sodass die türkische

Lira, die an den Finanzmärkten ohnehin

unter starkem Druck steht, auf neue

Rekordtiefstände gegenüber dem USD und

dem € fiel. Die weitere Entwicklung bleibt

abzuwarten.

EU-Rohstahlproduktion 2017

Mill. t Anteil

EU 28 169,0 100,0%

darunter:

Deutschland 43,9 26,0%

Italien 24,1 14,3%

Frankreich 15,5 9,2%

Spanien 14,4 8,5%

Polen 10,3 6,1%

Österreich 8,1 4,8%

Belgien 7,8 4,6%

Großbritannien 7,5 4,4%

Niederlande 6,8 4,0%

Slowakei 5,0 2,9%

Schweden 4,7 2,8%

Tschechische

Republik 4,7 2,8%

Finnland 4,0 2,4%

Rumänien 3,4 2,0%

Luxemburg 2,2 1,3%

Ungarn 1,9 1,1%

Griechenland 1,4 0,8%

Slowenien 0,7 0,4%

Bulgarien 0,7 0,4%

Übrige 2,1 1,2%

Verteilung der effektiven

Rohstahlproduktion in der EU

Quelle: Eurofer

EZB zwischen pro und contra

Die Europäische Zentralbank (EZB) hat auf

ihrer Sitzung am 25. Januar 2018 an ihrer

ultralockeren Geldpolitik festgehalten. Der

Leitzins wurde weiterhin auf dem Rekordtief

von 0,00 % belassen; der Strafzins, den

Banken zahlen müssen, wenn sie Geld über

Nacht bei der EZB parken, bleibt bei minus

0,4 %. Das Wertpapierprogramm, das

inzwischen auf 2,3 Billionen € angewachsen

ist, wird durch Käufe von Staats- und

Unternehmensanleihen noch bis September

dieses Jahres fortgesetzt und dürfte ein

Niveau von rund 2,55 Billionen € erreichen.

Nach wie vor versucht die EZB mit Blick

auf die Krisenländer in Südeuropa, die

expansive Geldpolitik fortzusetzen. Mit

dem vor allem in Deutschland umstrittenen

ultralockeren Verhalten versucht die Notenbank

seit Jahren, Konjunktur und Inflation

europaweit anzuschieben. Eine Verlängerung

des Ankaufprogramms im Notfall

bleibt sogar denkbar, falls sich die Inflation

dem Zielwert der EZB von knapp 2 % nicht

nachhaltig annähert.

stahlmarkt 11.2018


Stahlhandel und Stahl-Service-Center 25

Die Stimmung im Rat der EZB hat sich

jedoch in jüngster Zeit zuungunsten der

Befürworter einer weiterhin expansiven

Geldpolitik gewandelt; es wird damit

gerechnet, dass die Gegner mehr und mehr

die Oberhand gewinnen, zumal sich die EZB

schon länger schwer tut, überhaupt ausreichend

Anleihen zu erwerben, um die eigenen

Kaufregeln zu erfüllen. Insofern deutet

manches darauf hin, dass die EZB nicht

umhinkommen wird, die Geldpolitik zu

straffen.

EU-Herstellung von Stahlfertigerzeugnissen

(2017, in Mill. t)

Warmgewalzter Stahl 153,9

darunter:

Flacherzeugnisse 94,8

darunter:

Quartoblech 10,9

Warmbreitband 82,1

Sonstige 1,8

darunter:

Langprodukte 59,0

darunter:

Walzdraht 21,2

Betonstahl 12,5

Stabstahl 12,9

Schwere Profile 9,6

Sonstige 2,8

Quelle: Eurofer

Perspektiven für den EU-Stahlmarkt

Was die Einschätzung des EU-Stahlbedarfs

betrifft, so ist zunächst festzustellen, dass

laut Eurofer die EU-Stahlindustrie im Jahr

2017 eine um 1,9 % höhere Stahlnachfrage

verbucht hat als im Jahr davor. Dies sei vor

allem auf einen deutlicheren Anstieg bei

den Investitionen in der Verarbeitenden

Industrie sowie im Bausektor zurückzuführen.

Für 2018 prognostiziert der europäische

Verband ein sichtbares Wachstum

(ohne Berücksichtigung von Lagereffekten)

von 1,9 %. Dies werde 2019 voraussichtlich

auf 1,4 % zurückgehen. Die Aussichten für

eine anhaltende Erholung der Stahlnachfrage

in der EU werden verhalten positiv gesehen.

Rangfolge der stahlverarbeitenden

Sektoren in der EU

Sektor Anteil

Baugewerbe35%

Automobilindustrie19%

Maschinenbau15%

Stahl- und Metallverarbeitung 14%

Rohre11%

Haushaltsgeräteindustrie2%

Transport 2%

Sonstige2%

Quelle: Eurofer

Rohstahl

davon Edelstahl

Walzstahl gesamt

(einschl. Halbzeug zu direkter Verwendung)

davon Langstahl

davon Flachstahl

Quelle: Fakten zur Stahlindustrie 2017, WV Stahl

EU-Rohstahlproduktion verzeichnet

Zuwachs

Im Jahr 2017 betrug die EU-Rohstahlproduktion

insgesamt 169 Mill. t, ein Zuwachs

von 4,1 % gegenüber dem Jahr davor. Die

Zunahme ist sowohl auf die relativ gute

Konjunktur als auch auf die verstärkte

Nachfrage nach Stahlerzeugnissen aus

Drittländern zurückzuführen.

EU-Rohstahlproduktion nach

Qualitäten (2017)

Mill. t Anteil

EU-Produktion 169,0 100,0%

darunter:

Unlegierte Stähle 132,6 78,4%

Legierte Stähle 29,0 17,2%

Rostfreie Stähle 7,4 4,4%

Quelle: Eurofer

Stahlmarkt in Deutschland

Deutschland ist mit einer jährlichen Produktion

von knapp 44 Mill. t Rohstahl

(2017) der siebtgrößte Stahlhersteller

weltweit sowie der größte in der Europäischen

Union. Auf Deutschland entfallen

rund 2,6 % der Weltstahlerzeugung

beziehungsweise mehr als ein Viertel der

Rohstahlerzeugung in der EU, wobei 70

% des Stahls in sogenannten integrierten

Hüttenwerken (Hochofen, Stahl- und

Walzwerk) erschmolzen, die verbleibenden

30 % über die Elektrostahlroute hergestellt

werden.

Die deutsche Metallproduktion (Halbzeug,

Nichteisen-Metalle, Nichteisen-Legierungen

und Guss) erreichte 2017 insgesamt

8,129 Mill. t.

Im Hinblick auf die jeweiligen Stahlprodukte

zeigt die Stahlerzeugung in

Deutschland im Jahr 2017 folgendes Bild:

Stahlerzeugung nach Kategorien in

Deutschland 2017 (in Mill. t)

Die Wettbewerbsfähigkeit des Werkstoffs

Stahl wird nicht nur von der Qualität und

Effizienz der Produktion der Stahlwerke

bestimmt, sondern auch von der Wettbewerbsfähigkeit

der Stahldistribution.

Mit knapp 30 % Lieferanteil bedienen die

Stahlwerke im sogenannten Direktgeschäft

die stahlverarbeitenden Sektoren mit Walzstahlerzeugnissen.

Für die Stahlwerke

kommt es in Zukunft mehr denn je darauf

an, ihre Prozesse sowie die eigene Supply

Chain bezüglich des Produktportfolios zu

optimieren und sich weiter zu spezialisieren.

Die Stahldistribution ist entsprechend zu

mehr als 2/3 in die Belieferung des deutschen

Marktes mit Walzstahlerzeugnissen

eingebunden. Auf diese Weise fungiert sie

als Bindeglied zwischen Stahlindustrie und

Stahlverarbeitung und entspricht dem

stahlmarkt 11.2018


26 Stahlhandel und Stahl-Service-Center

Wunsch der Stahlwerke nach großvolumigen

Bestelleinheiten und dem ihrer Kunden

nach bedarfsgerechter Belieferung von

unbehandelten und bearbeiteten Stahlerzeugnissen

für maßgeschneiderte Einsatzzwecke.

Marktbedeutung der

Stahldistribution in Deutschland


Lieferanteil

Stahl- und Werkstoffhandel 40%

Stahl-Service-Center (SSC) 33%

Quelle: BDS, Stahlhandels-Institut

Die nachfolgenden Thesen gehen auf die

zukünftigen Marktentwicklungen ein, von

denen anzunehmen ist, dass sie die weitere

Entwicklung der Branche entscheidend prägen

werden:

These 1

Die Ergebnisvolatilität in der Stahldistribution

dürfte auch zukünftig durch Überkapazitäten

in der Stahlindustrie, durch den

Stahlpreis als Konjunkturseismograph, weitere

Handelskonflikte und durch eine mittelfristig

eher mäßige Zunahme des Stahlverbrauchs

in Deutschland geprägt sein.

Vorteilhaft könnten Größenvorteile sein, die

aus der zunehmenden Kapitalintensität der

Stahldistributionsunternehmen resultieren,

sodass das Betriebsergebnis durch den

weitgehend remanenten Fixkostenblock

eher weniger belastet wird.

These 2

Die sich weiter verändernden Marktgegebenheiten

führen zu mehr Komplexität in

der Unternehmenssteuerung. Dies gilt

einerseits für die Weiterentwicklung im Sinne

einer nachhaltig erfolgreichen Marktpositionierung

durch den Auf- und Ausbau

von Kernkompetenzen und verstärkte Kundenbindung,

die zu einer notwendigen Verbesserung

der Kapitalrendite führen.

These 3

Der Stahl- und Werkstoffhandel muss noch

stärker als bisher einen signifikanten Mehrwert

auf der Kundenseite generieren, was

komplexe Marktkenntnisse, ein verstärktes

Hineinversetzen in die Denkweise der Kunden,

Anteile am Stahlbedarf in Deutschland, 2016

aber auch die Umsetzung digitaler Prozesse

(extern und intern) erforderlich macht.

Die wichtigsten Absatzmärkte des Stahlund

Werkstoffhandels umfassen die Bauwirtschaft,

den Stahl- und Maschinenbau,

die Metallverarbeitung, Zulieferbetriebe des

Fahrzeugbaus sowie das Handwerk, wobei

innerhalb des Stahl- und Werkstoffhandels

selbst ein wesentlicher Teil des Lagergeschäftes

im sogenannten Händler-Händler-Geschäft

abgewickelt wird.

Über die traditionellen Stahlanarbeitungsleistungen

hinaus konzentrieren die

Unternehmen des Stahl- und Werkstoffhandels

ihre Aktivitäten mehr und mehr auf die

Kompetenz einer verlängerten Werkbank

für ihre Kunden. Dies umfasst zum Beispiel

Stanz-, Biege- und Tiefziehteile bis hin zur

mechanischen Bearbeitung.

Die Stahl-Service-Center bearbeiten Stahl

(Warmbreitband) und liefern Breitband,

Spaltband, rechtwinklige Tafeln, Zuschnitte,

Trapezplatinen und Ronden in unterschiedlichen

Materialausführungen (zum Beispiel

warm-, kaltgewalzt, oberflächenveredelt)

an ihre Kunden. Die Materialbearbeitung

erfolgt mittels eines kapitalintensiven

Maschinenparks, der unter anderem Spaltanlagen

(Längsteilanlagen) und Querteilanlagen

umfasst.

Die Optimierung der Geschäftsprozesse

in den Stahl-Service-Betrieben sollte intern

auf eine Reduzierung der Variantenvielfalt

und Finish-to-Order-Prozesse gerichtet sein.

Sie umfasst extern die Optimierung des Produkt-Portfolios,

Value-Added-Prozesse und

die Netzwerkoptimierung (Supply-Chain).

Strukturen auf der Nachfrageseite

Die Bedeutung einer Branche lässt sich

unter anderem an dem sogenannten Produktionswert

messen, der den Wert der von

inländischen Wirtschaftseinheiten in einer

Berichtsperiode produzierten Güter und

Dienstleistungen beinhaltet. Der Produktionswert

enthält auch die von anderen Wirtschaftseinheiten

bezogenen Vorleistungen.

Bereinigt man den Produktionswert um die

Vorleistungen, ergibt sich die sogenannte

Bruttowertschöpfung.

Die Stahlindustrie in Deutschland ist Teil

eines erfolgreichen Clusters von Industrien,

die sich im internationalen wie nationalen

Wettbewerb gut behaupten. Zu diesem

Cluster gehören insbesondere der Maschinenbau

und der Straßenfahrzeugbau. Dies

hat unter anderem zur Konsequenz, dass

die Stahlindustrie ihren Anteil an der Wertschöpfung

im Vergleich zu anderen Grundstoffindustrien

gut behaupten konnte.

Allerdings resultiert die Stärke eines Clusters

nicht allein aus dem Potenzial der einzelnen

Unternehmen, sondern daraus, wie

diese interagieren.

Daher lässt sich die Bedeutung einer

Branche nur unzureichend an deren Anteilen

an gesamtwirtschaftlichen Größen messen,

seien es der Produktionswert oder die

Bruttowertschöpfung. Die technische

Bedeutung eines Produkts korreliert nämlich

in der Regel nicht mit der eingesetzten

Menge, sondern ergibt sich aus den Verflechtungen

mit vor- und nachgelagerten

Sektoren.

Quelle: Fakten zur Stahlindustrie 2017, WV Stahl

stahlmarkt 11.2018


Stahlhandel und Stahl-Service-Center 27

Die Wirkungen einer Erhöhung der Stahlnachfrage

auf die Lieferanten von Vorleistungen

der Stahlindustrie lassen sich mit

Hilfe von Input-Output-Tabellen analysieren.

Für Deutschland zeigt sich, dass der

Produktionsmultiplikator in der Stahlindustrie

mit 3,1 vergleichsweise hoch ist; das

heißt, eine um 1 € höhere Nachfrage nach

Stahl führt – so die These – in der Gesamtwirtschaft

etwa zu einem um 3,1 € höheren

Produktionswert.

Dass dieser Multiplikator so hoch ist, liegt

zum einen an der hohen Vorleistungsquote

des Bereichs. Zum anderen spielt auch die

hohe intrasektorale Arbeitsteilung entlang

der Route von der Roheisenerzeugung bis

hin zum gewalzten Stahl eine Rolle. Aufgrund

dieser intensiven intrasektoralen

Arbeitsteilung ist es auch sinnvoll, bei der

Beurteilung der Verflechtungen auf der Verwendungsseite

sich nicht allein auf die

Stahlerzeugung zu konzentrieren, sondern

die nachgelagerten Verarbeitungsstufen

einzubeziehen. Stahl geht nämlich in den

seltensten Fällen unverarbeitet in Endprodukte

ein.

Hinsichtlich der Bedeutung der einzelnen

Kundengruppen zeigt sich für die Stahlindustrie,

die NE-Metall-Industrie und die

Gießereien folgendes Bild (2016):

Hier wird viel Stahl eingesetzt: Fertigung eines Automobils

in ihrem Marktumfeld einstellen können.

Die eher traditionellen Markt- und Wettbewerbsstrategien

der Stahlhersteller in der

Vergangenheit waren überwiegend auf die

Parameter Globalisierung, Wachstum und

Restrukturierung (Kostensenkung) gerichtet,

wobei die Restrukturierungsbemühungen

noch keineswegs abgeschlossen sind.

Die zukünftige Erfolgsstrategie lautet

weiterhin, sich durch konsequente Markt-

und Kundenorientierung vom reinen Produktanbieter

zum kompetenten strategischen

Partner der Stahlkunden zu entwickeln,

wobei der Fokus auf die Diversifizierung

wie auf die Spezialisierung gerichtet

sein kann. Dabei sorgt die Digitalisierung

der Industrieprozesse, wie Cloud-Lösungen

und On-Demand-Produktion, zu einer Verkürzung

der Marktzyklen. In Zukunft wird

es wichtig sein, die richtige Balance zwischen

Produktportfolio, Bearbeitungskompetenz

und Reaktionsfähigkeit innerhalb

der Lieferkette unter besonderer Berücksichtigung

der Digitalisierungsmöglichkeiten

zu erreichen. Die nachfolgenden Ausführungen

beleuchten die Stärken (Strength),

Schwächen (Weaknesses), Chancen (Opportunities)

und Risiken (Threats) der Stahlbranche:

Quelle: WV Stahl

Foto: Shutterstock.com

SWOT-Analyse

Die Stahlbranche ist wie kaum eine andere

Branche von den globalen Umwälzungen

und Trends betroffen: Zunehmende Rohstoffknappheit,

die Umverteilung der Gewichte

in der Weltwirtschaft, Klimawandel, demografische

Veränderungen und Technologiewechsel

haben unmittelbare und schwerwiegende

Auswirkungen auf die Entwicklung

der Branche. Die Stahlunternehmen

stehen deshalb unter Druck, ihre Strukturen

und Prozesse so aufzustellen, dass sie sich

flexibel und adaptiv auf die Veränderungen

Stärken

• Deutsche Stahlunternehmen sind häufig

auf technische anspruchsvolle Produkte

spezialisiert. Solche Nischenprodukte

stehen zumeist in geringerem

preislichen Wettbewerb als Serienlösungen.

• Es bilden sich immer mehr Stahl- und

Metallunternehmen heraus, die eine

Vorreiterrolle bei der Implementierung

von Industrie-4.0-Lösungen übernehmen.

Diese ermöglichen eine effizientere

Prozessgestaltung sowie eine Stärkung

der Beziehung zu den Kunden,

• Möglichkeiten der digitalen Transformation

(EDI, Web-Shops, Digitale Plattfor-

stahlmarkt 11.2018


28 Stahlhandel und Stahl-Service-Center

men, Smart Data Apps, 3-D-Druck) werden

zunehmend genutzt.

• Bedeutsame Abnehmerbranchen, wie

der Fahrzeug- und Maschinenbau,

haben hierzulande eine hohe Fertigungsdichte.

Schwächen:

• Die Branche ist in hohem Maße abhängig

von der Entwicklung der Weltkonjunktur.

Zyklische Schwankungen haben

signifikante Auswirkungen auf die

Nachfrage. Massive Überkapazitäten,

allen voran in China, gefährden die

Wettbewerbsposition und belasten die

Ertragslage.

• In Deutschland sind kaum natürliche

Rohstoffe vorhanden, sodass die Unternehmen

nahezu vollständig auf Importe

angewiesen sind. Die Metallerzeuger

befinden sich in einer Sandwichposition

zwischen oligopolistisch strukturierten

Rohstofflieferanten und Abnehmern mit

hoher Marktmacht.

• Es besteht eine zum Teil große Interdependenz

zwischen den spezifischen Entwicklungen

in den Abnehmerbranchen

und der Geschäftsausrichtung auf der

Lieferantenseite. Dies erhöht die Anfälligkeit

gegenüber zyklischen Nachfrageschwankungen.

• Bei Standardprodukten besteht ein

latenter Preisdruck, der ein rentables

Geschäft erschwert.

• Umwelt- und energiepolitische Maßnahmen,

wie das Erneuerbare Energien-

Gesetz (oder kurz EEG) und der Emissionszertifikatehandel,

führen zu einseitigen

Belastungen der Stahl- und Metallbranche

im internationalen Wettbewerb.

Chancen:

• Durch eine gezielte Internationalisierungsstrategie

und den Aufbau von Produktionskapazitäten

vor Ort können

deutsche Unternehmen von der zunehmenden

weltweiten Nachfrage profitieren.

• Für die wichtigsten Abnehmerbranchen

(Bau, Fahrzeugbau, Maschinenbau,

EBM-Industrie) bestehen mittelfristig

positive Konjunkturerwartungen.

• Langfristig wegweisende Trends auf Seiten

der Abnehmerbranchen erhöhen

die Nachfrage nach Stählen und Metallen,

zum Beispiel im Sektor Leichtbau

und in der Elektromobilität.

• Unternehmen müssen ihre Produktion

flexibel anpassen können, um auch

keinlosige Aufträge rentabel bearbeiten

zu können, wozu die Digitalisierung

hinreichende Möglichkeiten verschafft.

Risiken:

• Die zu erwartende verstärkte Konsolidierung

innerhalb des chinesischen

Marktes wird große Unternehmenseinheiten

hervorbringen, die sich mittelfristig

als Weltmarktführer in verschiedenen

Marktsegmenten etablieren werden.

• Die Konkurrenz durch Wettbewerber

aus den »Emerging Markets« dürfte

zunehmen, weil sie kostengünstig meist

unter geringen Auflagen produzieren

können, sofern sie die Qualität ihrer

Produkte verbessern.

• Die Neugestaltung des europäischen

Emissionshandels führt zu Belastungen

der Unternehmen des Metallerzeugung

und -bearbeitung und forciert Produktionsverlagerungen

ins außereuropäische

Ausland (Carbon Leakage).

• Kürzere Produktions- und Innovationszyklen

führen zu Nachteilen hinsichtlich

der Gestaltung langfristig technisch ausgereifter

Produkte, wobei Substitutionseffekte

zwischen einzelnen Metallen

oder mit anderen Werkstoffen zu vermehrter

Konkurrenz führen.

• Hohe Arbeitskosten und der sich verschärfende

Fachkräftemangel gefährden

auf Dauer die Wettbewerbsfähigkeit

des deutschen Industriestandortes.

Dieser Beitrag besteht aus Auszügen der

neuen Branchenstudie »Aktuelle Entwicklungen

auf den Stahlmärkten und wirtschaftliche

Perspektiven für 2018/ 2019«. Der Autor,

Professor Lothar Grebe, ist Direktor des

Stahlhandels-Instituts im nordrhein-westfälischen

Meerbusch. Neben einer noch

umfassenderen Betrachtung der Entwicklungen

auf den Stahlmärkten widmet sich der

zweite Teil der Studie den wirtschaftlichen

Perspektiven.

KONTAKT

Stahlhandels-Institut

Prof. Dr. Lothar Grebe

Dörperweg 31

40670 Meerbusch

Tel. +49 2159 911473

Mobil +49 15114977420

E-Mail: lothargrebe@me.com

®

Schöllinger Feld 13

58300 Wetter-Volmarstein

An- und Verkauf von 1. und 2. Wahl Sonderposten

Tel.: 02335 / 84 715- 0

Fax: 02335 / 84 715- 33

Bleche | Designbleche | Lochbleche

Blechzuschnitte | Coils | Spaltbänder | Rohre

Winkel | Stab- und Blankstähle | Flachstähle

info@petig-edelstahl.de

Stets ca. 1500 t eigener Lagervorrat.

www.petig-edelstahl.de Bitte fordern Sie unsere Sonderpostenliste an.

stahlmarkt 11.2018


stahlmarkt 11.2018

Stahlhandel und Stahl-Service-Center 29


30 Stahlhandel und Stahl-Service-Center

STEEL TICKER

PROFILE FÜR DEN US-MARKT

Düsseldorf. Nucor Steel Kankakee, Inc. aus

Illinois in den USA hat die SMS group als

Haupttechnologielieferanten für eine neue

Feinstahlstraße ausgewählt. Das teilte die

SMS group mit. Die neue Anlage mit einer

Jahreskapazität von 500.000 t wird im

bestehenden Stabstahlwerk in Bourbonnais,

Illinois, errichtet. Die Produktion

soll 2019 aufgenommen werden. Als

Ergänzung zu der bestehenden Walzstraße

wird die neue Anlage nach Unternehmensangaben

für ein breiteres Spektrum an Feinstahlprodukten

aus gelegt, darunter gleichund

ungleichschenkelige Winkel zwischen

76 und 178 mm, U-Profile zwischen 76 und

254 mm, Flachstahl bis 308,4 mm, Rundprofile

bis 92 mm und Betonstahl Nr. 14 bis

Nr. 18 (43 bis 57,3 mm Durchmesser). Die

von der SMS group entwickelte Kalibrierung

ermöglicht den Einsatz sehr unterschiedlicher

Knüppel – von 158 mm quadratisch

bis zu Rechteckquerschnitten von

139,7 mm x 292,1 mm.

KOOPERATION ZWISCHEN

PRIMETALS UND ITR

London. Primetals Technologies und

Industrial Technology Research (ITR) führen

ihre bisher getrennten Kundenkreise

zusammen. Die exklusive Partnerschaft soll

nach Angaben des international tätigen

Anlagenbauers Primetals Technologies die

über 50 Kunden aus stahlverwandten

Industrien noch intensiver mit Lösungen

zur vorausschauenden Instandhaltung versorgen.

Primetals Industries und das

US-Unternehmen ITR arbeiten bereits seit

über zehn Jahren zusammen im Bereich

der Zustands überwachung. ITR liefere hierfür

alle wichtigen Technogien, wie beispielsweise

Thermografie, Luftultraschallund

Flüssigkeitsanalysen.

Die Partner bezeichnen die meisten

Maschinenstörungen als vorhersehbar,

sofern die richtigen Daten zum richtigen

Zeitpunkt erfasst und analysiert würden.

Ungeplante Ausfälle ließen sich vermeiden,

wenn die Informationen effektiv weitergegeben

würden und Fachkräfte rechtzeitig

tätig werden könnten, so Primetals

Technologies.

Foto: Shutterstock.com

Im Verarbeiten von Datenmengen ist künstliche Intelligenz wesentlich schneller als der Mensch.

SSAB: KÜNSTLICHE INTELLIGENZ

ERHÖHT SICHERHEIT

Stockholm. Der schwedische Stahlerzeuger

SSAB nutzt künftig Künstliche Intelligenz

(KI), um Arbeitsunfälle zu vermeiden.

Das teilte das Unternehmen mit. Bislang

setzte SSAB auf herkömmliche Mittel zum

Arbeitsschutz, wie Helme und Anweisungen

für ungefährliches Arbeiten. Diese Vorkehrungen

haben dem Stahlerzeuger

jedoch nicht mehr ausgereicht. Eine Kooperation

mit dem finnischen Softwareunternehmen

Sofor Oy soll SSAB nach eigenen

Angaben zum sichersten Stahl erzeuger der

Welt machen.

Die Finnen kombinieren alle

sicherheitsrele vanten Daten des Stahlerzeugers

mit Künstlicher Intelligenz. In der

ersten Phase beziehen sich diese computergestützten

Prozesse auf die Werke in Finnland

und in Polen. Alle anderen Standorte

sollen folgen. »Künstliche Intelligenz kann

wesentlich schneller als Menschen riesige

Datenmengen verarbeiten und aus vergangenen

Unfällen Schlüsse zu künftigen Vermeidung

ziehen«, heißt es seitens SSAB.

stahlmarkt 11.2018


Stahlhandel und Stahl-Service-Center 31

US-Strafzölle: Befürchtete

Handelsumlenkungen sind eingetroffen

Düsseldorf. Infolge der amerikanischen Strafzölle lagen die Stahlimporte in den USA Ende Juli 10 % oder

umgerechnet 1,6 Mill. t niedriger als im Vorjahr.

Gleichzeitig seien rund 1,7 Mill. t Stahl mehr nach Europa geliefert

worden. Das berichtete das Portal »stahl-online.de« der Wirtschaftsvereinigung

Stahl unter Bezugnahme auf zwei Berichte der

Tageszeitungen »Welt« und »Frankfurter Allgemeine Zeitung«. Die

befürchteten Handelsumlenkungen seien nicht zu übersehen, so Martin

Theuringer, Geschäftsführer der Wirtschaftsvereinigung Stahl. Vor

allem die Türkei und Russland würden große zusätzliche Kontingente

in die EU-Länder liefern. Aber auch aus der Ukraine und aus Taiwan

gebe es spürbare Zuwächse. Da es sich bei den bestehenden Safeguard-Maßnahmen

um ein vorläufiges Instrument handele, werde

man sich bei der Bundesregierung und der EU-Kommission intensiv

dafür einsetzen, dass daraus endgültige Maßnahmen werden, so

Theuringer. Dieser Markteingriff sei mit den Regeln der WTO vereinbar.

»Wir brauchen und wollen eine starke Stahlindustrie in Deutschland.

Ihre Innovationen strahlen in die gesamte Wertschöpfungskette

Weltweite Überkapazitäten drohen den EU-Markt zu überfluten.

aus – vom Maschinenbau über die Autoindustrie bis zur Baubranche«,

wird Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) von der »Welt«

und der »Frankfurter Allgemeinen Zeitung« zitiert.

www.stahl-online.de

Foto: Shutterstock.com

Blankstahl ist unsere DNA.

Seit 115 Jahren zeichnen sich unsere Blankstahl-Erzeugnisse

durch ihre hohe Qualität in

über 9.000 Abmessungen aus. Mit unseren

innovativen Fertigungsverfahren – wie z.B.

der weltweit einzigartigen GFS-Glühe –

produzieren und perfektionieren wir Formen,

die allerhöchsten Ansprüchen genügen.

Andernach & Bleck Gmbh & Co. KG . Lennestraße 92 . 58093 Hagen . Tel.: +49 (0) 23 31 / 3 53-0 . Fax: +49 (0) 23 31 / 3 53-2 69 . info@blankstahl.biz . www.brightsteel.biz

stahlmarkt 11.2018


32 Stahlhandel und Stahl-Service-Center

Neues Logistikcenter im niedersächsischen

Rotenburg

thyssenkrupp Materials Services investiert 60 Millionen €

Rotenburg/Wümme. Kürzlich unterzeichneten thyssenkrupp Schulte, ein Unternehmen von thyssenkrupp Materials

Services, und die niedersächsische Stadt Rotenburg/Wümme einen Kaufvertrag für ein mehr als 100.000 Quadratmeter

großes Gewerbegrundstück. Im Sommer 2019 soll dort der Spatenstich für den Bau eines neuen Logistikcenters

erfolgen, dessen Lagerfläche von 50.000 Quadratmetern der Größe von sieben Fußballfeldern entspricht. Rund 60

Millionen Euro investiert thyssenkrupp Materials Services nach eigenen Informationen in den hochmodernen Standort,

der im Jahr 2021 in Betrieb gehen soll und über 18.000 t an Materialien und Werkstoffen wie Aluminium, Edelstahl und

Stahl vorrätig halten kann.

»Wir wollen nah an unseren Kunden

sein, sie kompetent beraten und ihnen

maßgeschneiderte Werkstoff- und Supply-Chain-Lösungen

anbieten«, so Ilse Henne,

CEO von thyssenkrupp Schulte. »Die

strategisch günstige Lage Rotenburgs im

Dreieck zwischen Bremen, Hannover und

Hamburg bietet beste Voraussetzungen für

unser Vorhaben.« Bestehende Lagerstandorte

in Hamburg und Bremen werden im

Zuge des Neubaus in Rotenburg zusammengeführt.

Durch die Lagerung aller Artikel

an einem Standort kann thyssenkrupp

Schulte eigenen Angaben zufolge künftig

größtmögliche Materialverfügbarkeit ge -

währleisten und die Leistungsfähigkeit ge genüber

den eigenen Kunden weiter verbessern.

Modernste Anarbeitungsanlagen sowie die

digitale Integration des Standorts versprechen

flexible und optimal abgestimmte

Logistikabläufe und Dienstleistungen.

»Der neue Standort ist ein weiteres wichtiges

Element der Wachstumsstrategie von

thyssenkrupp Materials Services«, sagt Joachim

Limberg, Vorstandsvorsitzender von

thyssenkrupp Materials Services. »Mit dem

neuen Logistikcenter unterstreichen wir

unseren Anspruch, der beste Partner für

unsere Kunden zu sein: Wir garantieren die

Zuverlässigkeit und die schnelle Verfügbarkeit

unseres Produktportfolios, damit sich

unsere Kunden auf ihr Kerngeschäft konzentrieren

können.«

Wichtiges Element

in der Wachstumsstrategie

Auch die Stadt Rotenburg/Wümme unterstützt

das Unternehmen in seinem Vorhaben.

»Wir freuen uns, dass die Verhandlungen

mit thyssenkrupp Schulte, den Grundstückseigentümern,

der EVB und der Bundeswehrverwaltung

zum Erfolg geführt werden

konnten«, so Rotenburgs Bürgermeister

Andreas Weber. »Auch diese vielleicht

doch etwas außergewöhnliche Ansiedelung

eines solchen Unternehmens bringt Rotenburg

als leistungsfähiges Mittelzentrum

weiter voran. Ich danke allen Beteiligten.«

Die thyssenkrupp Schulte GmbH ist ein

Werkstoffhändler für Stahl, Edelstahl und

NE-Metalle. »Damit leistet das Unternehmen

Maßarbeit für mehr als 70.000 Kunden

aus Industrie, Handwerk und Bauwirtschaft«,

heißt es in einer Mitteilung des

Unternehmens. Mit über 40 Standorten

könne thyssenkrupp Schulte zudem schnell

und zuverlässig überall in Deutschland liefern.

Das neue Logistikcenter soll mit einer Lagerfläche von 50.000 m 2 der Größe von sieben

Fußballfeldern entsprechen.

Foto: Shutterstock.com

KONTAKT

thyssenkrupp Schulte GmbH

thyssenkrupp Allee 1

45143 Essen

Tel: +49 201 8440

stahlmarkt 11.2018


Stahlhandel und Stahl-Service-Center 33

Knauf Interfer stärkt Positionierung als

Spezialist für Flachstahl und Anarbeitung

Verkauf der Geschäftsaktivitäten der Roll- und Stahlformgebung am Standort Nürtingen

Essen. Knauf Interfer hat die Geschäftsaktivitäten der Roll- und Stahlformgebung am Standort Nürtingen mit Wirkung

zum 1.10.2018 an die Meform Unternehmensgruppe verkauft. Damit stärkt Knauf Interfer nach eigenen Informationen

seine Positionierung als Spezialist für Flachstahl und Anarbeitung.

»Die Meform Components GmbH und

die Meform Profiles GmbH werden alle Mitarbeiterinnen

und Mitarbeiter sowie das

operative Geschäft der Roll- und Stahlformgebung

am Standort Nürtingen im Rahmen

eines Asset Deals übernehmen und zukünftig

weiterentwickeln«, heißt es in einer Mitteilung

von Knauf Interfer. Mitarbeiter des

Werksteils der Stahl-Service-Center sind

demnach nicht betroffen und sollen auch

weiterhin für die Knauf Interfer Stahl Service

Center GmbH im Werk Nürtingen tätig sein.

Mit der Akquisition verstärke die Meform

ihre Metallverarbeitungskompetenz nachhaltig,

heißt es. Unter der Leitung von Matthias

Zaiser, dem geschäftsführenden

Gesellschafter der Meform Components

GmbH und Meform Profiles GmbH, soll

künftig in neue Technologien investiert und

das Unternehmen gezielt weiterentwickelt

werden.

Auf einen Blick –Knauf Interfer

1922 als Eisenlager GmbH gegründet, verfügt die Knauf Interfer Unterneh mens gruppe

heute über ein flächendeckendes Distributionsnetzwerk spezialisierter Standorte und

Vertriebsbüros in Deutschland und im europäischen Ausland. Der Hauptsitz ist in Essen.

Das Distributions-, Bearbeitungs- und Serviceunternehmen für Stahl und Aluminium

erwirtschaftet nach eigenen Angaben mit 1.550 Mitarbeitern einen Jahresumsatz von

über 830 Mill. €.

Knauf Interfer betont, dass die Desinvestition

eine strategische Entscheidung sei, um

Knauf Interfer noch klarer als Spezialist für

Flachstahl, Aluminium und Anarbeitung zu

positionieren und alle Geschäftsfelder in

ihren Aktivitäten stärken zu können. »Der

Verkauf ist ein wichtiger Schritt im Zuge

unserer Strategie, die Knauf Interfer noch

konsequenter auf zukunftsweisende Märkte

zu konzentrieren, die vor allem von den

Megatrends Leichtbau und Mobilität getrieben

werden«, so Matthias Kessel-Knauf,

Vorsitzender des Vorstands der Knauf Interfer

SE. »Für die Roll- und Stahlformgebung

am Standort Nürtingen bietet ihre Integration

in die Meform ausgezeichnete Perspektiven.«

KONTAKT

Knauf Interfer SE

Graf-Beust-Allee 37

45141 Essen

Tel. +49 201 83170

www.knauf-interfer.de

STEEL TICKER

OVAKO: INVESTITIONEN

IM WERK IMATRA

Helsinki. Der skandinavische Stahlerzeuger

Ovako hat mitgeteilt, in seinem Werk Imatra

die Entgasungsanlage auszutauschen. Das

Ziel: die Verbesserung des Erzeugungsprozesses

und zum anderen eine Wasserersparnis

von rund 20 % sowie eine Reduzierung

des CO 2

-Ausstoßes. Die Vakuumentgasung

spielt in der modernen Stahlerzeugung eine

wichtige Rolle. Sie entzieht dem Flüssigstahl

die Gase, die anderenfalls einen ungünstigen

Einfluss auf die mechanischen und physikalischen

Eigenschaften sowie die Qualität des

Stahls hätten. Ovaka erzeugt im Werk Imatra

niedriglegierte Rundstäbe für anspruchsvolle

Anwendungen in der Automobil- und

Maschinenindustrie.

LATEINAMERIKANISCHE

STUDENTEN ENTWERFEN

GEWÄCHSHÄUSER AUS STAHL

Santiago. Der lateinamerikanische

Stahlverband Alacero hat Architekturstudenten

der Region erneut zu einem Wettbewerb

aufgerufen. Wie der Verband

mitteilte, sollen die Teilnehmer in diesem

Jahr einen Pavillon für einen botanischen

Garten kreieren und wichtige Probleme

aufzeigen. Dazu gehören beispielsweise

der Schutz der Wälder, der Kampf gegen

die Verwüstung, die Devastierung (Zerstörung

von Landschaften oder Ortschaften)

und der Verlust der Biodiversität

(biologische Vielfalt). Dem Gewinner des

elften Alacero Steel Design Contest winken

10.000 USD (rund 8.771 €). Hiervon

sollen die Studenten 6.000 USD (rund

5.263 €) und die Universität den Rest

erhalten.

stahlmarkt 11.2018


34 Edelstahl

Auf sicherer Fahrt

25 Jahre Eurotunnel: Edelstahl ist immer dabei

Mehr als 200 Jahre dauerte es, bis der längste Unterwassertunnel der Welt seinen Dienst antrat:

Vor 25 Jahren rollte der erste Zug durch den Ärmelkanal. Nach 27 vergeblichen Anläufen war

damit die nur 32 km große Distanz zwischen dem europäischen Kontinent und Großbritannien

endlich überwunden und ein jahrhundertealter Traum in Erfüllung gegangen.

Um das bei Tunneln besonders gefürchtete

Brandrisiko zu minimieren, legten die

Betreiber des Eurotunnels von Beginn an

größte Sorgfalt auf maximale Sicherheit.

Schlüsselrollen bei Planung und Ausführung

hatten deshalb Brandschutzmaßnahmen

sowie feuerfeste Materialien. Sowohl bei

der baulichen Infrastruktur als auch bei den

Schienenfahrzeugen erwies sich Edelstahl

Rostfrei mit Qualitätssiegel als unverzichtbarer

Werkstoff im Eurotunnel.

Eine ebenso schnelle wie sichere unterirdische

Verbindung zwischen England und

Frankreich am Ärmelkanal stand angeblich

schon bei Caesar auf der Agenda. Die damit

verbundenen Herausforderungen und

Erwartungen waren jedoch enorm: Bis heute

ist der Eurotunnel der längste Unterwassertunnel

weltweit und extrem stark frequentiert.

25 Jahre nach seiner Inbetriebnahme

möchte ihn niemand mehr missen.

50 km lang, davon 38 unter Wasser, wurde

er zur wichtigsten Verkehrsader zwischen

Kontinentaleuropa und Großbritannien.

Drei getrennte Röhren – zwei jeweils 7,6 m

breite Fahrtunnel für die Züge, die ein 4,8

m breiter Service- und Rettungstunnel verbindet

– gewährleisten eine reibungslose

Fahrt. Im Abstand von 375 m sind die Röhren

durch Quergänge miteinander verbunden.

Zudem können die Züge im Notfall an

zwei Kreuzungspunkten von einer auf die

andere Tunnelseite wechseln. So dauert die

Fahrt durch den Eurotunnel von Coquelles

bei Calais nach Folkestone bei Dover nur 35

Minuten, in gut zwei Stunden ist man von

London in Paris und umgekehrt. Entsprechend

groß ist der Andrang auf diesem

komfortablen Reiseweg: Im Jahr 2017

unterquerten 10,3 Mill. Fahrgäste mit dem

Eurostar den Ärmelkanal. Hinzu kamen im

gleichen Jahr 2,6 Mill. Pkw, 1,6 Mill. LKW

sowie über 2.000 Güterzüge mit 1,22 Mill.

t Fracht an Bord.

Eigens konstruierte Spezialwaggons

Mit fast 400 Zügen pro Tag ist der Eurotunnel

auch eins der meistgenutzten Schienensysteme

weltweit – in 50 m Wassertiefe.

Auf seinem geschlossenen Schienensystem

verkehren vier verschiedene Zugarten mit

eigens konstruierten Zügen. An Kopf und

Ende aller Reisezüge befindet sich jeweils

eine Lokomotive, sodass beim Ausfall einer

Foto: WZV / Eurotunnel

Bei der baulichen Infrastruktur und den Schienenfahrzeugen ist Edelstahl Rostfrei mit Qualitätssiegel im Eurotunnel unverzichtbarer Werkstoff.

stahlmarkt 11.2018


Edelstahl 35

Lokomotive sofort die andere zum Einsatz

kommen kann. Hauptsächlich nachts fahren

die im Frachtverkehr eingesetzten Güterzüge.

Den Passagierverkehr übernimmt der

Eurostar, ein 394 m langer Hochgeschwindigkeitszug

auf Basis des französischen TGV.

Mit bis zu 160 km/h rast er durch den Tunnel.

Seine ganze Stärke kann er jedoch nur

auf der Hochgeschwindigkeitsstrecke in

Frankreich mit bis zu 300 km/h ausspielen.

Der »Eurotunnel-Shuttle« genannte Autoreisezug

hat die Länge von acht Fußballfeldern.

In feuerdicht verschlossenen Wagen transportiert

er pro Zug bis zu 120 Pkw und zwölf

Busse unter dem Ärmelkanal entlang. Während

dieser Fahrt bleiben die Passagiere in

ihrem Auto oder im Bus sitzen. Speziell für

den Lkw-Transport wurden die Eurotunnel-Freight-Shuttles

entwickelt. Jeder Zug ist

800 m lang und 140 km/h schnell. Pro Zug

werden bis zu 32 Lkw auf die pritschenwagenähnlichen

Waggons verladen. Aus

Sicherheitsgründen halten sich die Lkw-Fahrer

während der Tunneldurchfahrt in einem

speziellen Clubwagen am Zuganfang auf.

Sicherer Transport für Lkw

Ob bei den Unterwagen, in Metalltrennwänden,

Gestellen für Brandmeldeanlagen, Ecksäulen,

beim Bremssystem oder an den

Wagenkästen: Beim Bau der Spezialwaggons

wurden hochfeste Edelstähle sehr variantenreich

eingesetzt. Als Antwort auf die

enorme Nachfrage im Lkw-Verkehr wurde

die Flotte der Huckepack-Züge in den letzten

Jahren um drei weitere komplette Shuttle-Züge

ergänzt. Mit jeweils 32 Transportund

drei Ladewagen sowie einem Aufenthaltswagen

für die Trucker tragen sie zu

einer deutlichen Kapazitätserweiterung im

LKW-Transport durch den Ärmelkanal bei.

Für die Konstruktion der Auffahrt- und

Transportwagen setzte der deutsche Hersteller

im großen Umfang auf hochfeste

nichtrostende Stähle. Neben Crash- und Feuerfestigkeit

sprach für diese Wahl insbesondere

die hohe Korrosionsbeständigkeit des

Werkstoffs. Zudem erlaubte die für Edelstahl

typische hohe Festigkeit geringere Materialstärken

der Bleche, was sich positiv auf Fahrzeuggewicht

und Energieverbrauch auswirkt.

So wurden an den seitlichen Überfahrklappen

am Ende und in der Mitte der Ladewagen

pro Waggon 2,2 t des Edelstahlwerk-

Foto: WZV / Eurotunnel

Im Eurostar durchqueren 25 Jahre nach der Eröffnung des Eurotunnels jährlich über 10 Mill. Fahrgäste den Ärmelkanal.

stahlmarkt 11.201x


36 Edelstahl

stoffs 1.4571 in 10 mm Blechdicke eingesetzt.

Außerdem kamen hier diverse Bleche

in anderen Dicken sowie Rohre und Verschraubungen

– in Summe nochmals 2 t –

der Werkstoffe 1.4401, 1.4404 und 1.4571

zum Einsatz. Allein für das Gestell der

Brandmeldeanlagen am Ende dieser Wagen

wurden 400 kg Edelstahlblech verarbeitet.

Für die Seitengänge der Transportwagen

wählte der Hersteller 2,5 mm dicke Bleche

der Güte 1.4571. Auch die Bleche, Rohre

und Verschraubungen des Drainagesystems

der Transportwaggons wurden aus diesem

Edelstahl gefertigt. Neben der guten

Umformbarkeit waren zudem die außergewöhnlich

hohe Verschleißfestigkeit für diesen

großflächigen Einsatz ausschlaggebend.

Die 580 im Abstand von 3 m im Deckenbereich installierten Spezialdüsen aus Edelstahl

ermöglichen die Löschleistung der Wassernebelanlage.

Foto: WZV / Fogtec

Volles Rohr für die Sicherheit

In den komplexen Anlagen und Rohrsystemen

für Belüftung, Kühlung und Brandschutz-

sowie Brandbekämpfungsanlagen

waren die Summe der Eigenschaften der

auch als V4A bekannten Edelstähle ebenfalls

gefragt. So wurde auf jeder Fahrspur

für die Belüftung ein großes Rohr mit einer

Kapazität von bis zu 300 m³/s montiert. Diese

Rohre sind so ausgelegt, dass sie bei

einem Brand durch Blasen auf der einen

und Saugen auf der anderen Seite den entstehenden

Rauch schnellstmöglich abtransportieren.

Zwei weitere, kleinere Rohre im

Servicetunnel gewährleisten mit bis zu 70

m³/s Luft, dass im Notfall ausreichend

Atemluft für 20.000 Menschen vorhanden

ist. Unter jedem Fahrtunnel verlaufen

zudem zwei Kühlrohre, die im Tunnel eine

Der Blick auf die Ladefläche eines Transportwaggons des Eurotunnel-Freight-Shuttles zeigt in

der Mitte den Drainagekanal mit Abflüssen zum Drainagetank aus Edelstahl.

Foto: WZV / Waggonbau Niesky

konstante Temperatur von 25 Grad Celsius

gewährleisten. Eine besonders umfangreiche

und leistungsstarke Verrohrung aus

unterschiedlichen Edelstahlsorten erforderte

die ultramoderne Hochdruck-Wassernebelanlage

(HDWN). An vier »Safe-Stations«

genannten Nothaltebuchten geben diese

fest installierten Brandschutzanlagen die

Gewissheit, dass ein Brand sofort nach seinem

Entstehen bekämpft und seine Ausbreitung

verhindert wird. Jede dieser Anlagen

ist 870 m lang und in 29 Sektionen –

jeweils 30 m lange, unabhängig voneinander

ansteuerbare Löschbereiche – unterteilt.

Hier sorgen 580 im Abstand von 3 m im

Deckenbereich installierte Spezialdüsen aus

nichtrostendem Stahl 1.4305 für eine hocheffiziente

Löschleistung. Im Falle eines Brandes

wird in der betroffenen sowie den beiden

angrenzenden Sektionen Wasser mit

100 Bar durch diese Düsen gedrückt und

zerstäubt. Durch seine große Oberfläche

kühlt der so entstandene Wassernebel das

brennende Gut schlagartig ab und entzieht

dem Feuer neben Energie auch Sauerstoff,

sodass der Brand erstickt. Dabei wird gleichzeitig

ein Großteil des Rauches niedergeschlagen.

Die Wasserversorgung dieser

Anlage erfolgt über das zentrale Pumpensystem

und die Hauptleitung im Servicetunnel.

Für diese ständig mit Wasser befüllte

Leitung wurden 4.000 Rohrmeter aus hochfestem

Duplex-Stahl per Längsnaht verschweißt.

Die Leitungen in den Fahrtunneln

sind im Regelfall trocken und folglich drucklos.

Hier kamen deshalb 12.000 m Rohr aus

dem Werkstoff 1.4571 zum Einsatz. Sie

gewährleisten – auch dank der geschweißten

Verbindungen – lange Lebensdauer und

Wartungsfreiheit. Insbesondere für die

Hochdruckdüsen der Wasservernebelungsanlage

war Edelstahl Rostfrei mit Qualitätssiegel

ebenfalls unverzichtbar: Unempfindlich

gegen die im Tunnel vorherrschenden

sturmähnlichen Windgeschwindigkeiten,

einfach zu verarbeiten sowie resistent

gegen Korrosion, Vibration, Schmutz und

hohe Temperaturen, bietet er die Gewissheit

ihrer über Jahrzehnte zuverlässigen

Funktion. So gibt das Zusammenspiel hochmoderner

Technik und extrem leistungsfähiger

Werkstoffe Betreibern und Nutzern die

Gewissheit, dass der Eurotunnel auch künftig

eine schnelle und besonders sichere Fahrt

durch den Ärmelkanal gewährleistet.

stahlmarkt 11.2018


Edelstahl 37

Hat EU-Plastik-Verbot Auswirkung

auf Großpackmittel?

Nachfrage nach Edelstahl-IBC wird weiter zunehmen

Neunkirchen. Die Nachfrage nach Mehrweg-IBC (»Intermediate Bulk Container« oder Großpackmittel)

wird weltweit kurz- und mittelfristig noch weiter steigen. Das sagt Christof Ermert, Bereichsleiter

Vertrieb bei Schäfer Container Systems, IBC. Der Fachmann für Behältersysteme aus Edelstahl beruft

sich dabei nicht nur auf die Auftragslage des Unternehmens.

Nach Ermerts Angaben ist auch das

aktuell von der EU diskutierte Verbot für Einweg-Plastik-Produkte

nur ein zusätzlicher

Grund. Hauptsächlich verantwortlich seien

die hohen Sicherheitsanforderungen für

Transport und Lagerung sowie der allgemeine

Trend zur Nachhaltigkeit.

»Obwohl Einweg-IBC aus Kunststoff ihren

Nutzen haben, wird ihr Einsatz im Laufe der

nächsten Jahre deutlich reduziert werden«,

sagt Ermert. So könnten Mehrweg-IBC aus

Edelstahl einfach und rückstandslos gereinigt

und wiederverwendet werden. Zudem

ermöglicht der verwendete Edelstahl ein

100-prozentiges Recycling. Allgemein könnten

Edelstahl-IBC in fast allen Industriezweigen

für die unterschiedlichsten Stoffe verwendet

werden: von Chemikalien über

Kosmetik bis zu Lebensmitteln, von Flüssigkeiten

bis zu Granulaten. Durch regelmäßige

Inspektionen betrage die Lebensdauer dabei

über 20 Jahre und amortisiere damit die

höheren Anschaffungs- und Instandhaltungskosten

im Vergleich zu Kunststoff-IBC

deutlich, heißt es seitens der Schäfer Werke.

Ermert: »Nachhaltigkeit wird glücklicherweise

zu einem Trend, der sich auch im

Transport und in der Lagerung immer mehr

durchsetzt. Ein wünschenswertes und

ethisch sehr sinnvolles Umdenken in der

Gesamtproblematik, weil Kunststoff der

Umwelt schadet. Da gleicher auch zu Einweg-IBC

verarbeitet wird, könnte das Verbot

für Einweg-Plastik-Produkte, das die EU anregt,

nicht nur Kaffeebecher oder Plastikgabeln

betreffen. Am Ende trägt jedoch auch

Auf einen Blick –Schäfer Container Systems

SCHÄFER Container Systems, ein Hersteller von Behältersystemen (KEGs) für

Getränke sowie von IBC und Sonderbehältern aus Edelstahl für flüssige Medien,

Feststoffe und Granulate, ist Teil der Schäfer Werke. Die inhabergeführte

Unternehmensgruppe mit Hauptsitz in Neunkirchen im Siegerland ist mit

diversifizierten Geschäftsbereichen weltweit tätig: EMW Stahl-Service-Center,

Lochbleche, Standard- und Sonderbehälter aus Edelstahl, Einrichtung für

Rechenzentrum, Werkstatt und Betrieb. Alle Bereiche arbeiten auf der gemeinsamen

Grundlage von Stahlfeinblech, dessen Verarbeitung zu den Kernkompetenzen des

Unternehmens gehört.

Foto: SCHÄFER Werke GmbH

Hohe Schutzanforderungen hinsichtlich

Explosion, Druck, Brand und Elektrostatik:

sogenannte »Intermediate Bulk Container«

(Großpackmittel) aus Edelstahl

die höhere Sicherheit zur Nachfrage von

Edelstahl-IBC bei. Beispielsweise ist die

Gefahr nicht gegeben, dass im IBC gelagerte

Stoffe mit dem Edelstahlbehälter reagieren

oder umgekehrt. Gleichzeitig erfüllen sie

höhere Schutzanforderungen hinsichtlich

Explosion, Druck, Brand und Elektrostatik.«

KONTAKT

Schäfer Werke GmbH

Pfannenbergstraße 1

57290 Neunkirchen

Tel: +49 2735 787 481

www.schaefer-container-systems.de

stahlmarkt 11.2018


38 Edelstahl

Auf die Schiene gesetzt

Wasserstoff als Energieträger

Die über 2.700 bundesweit eingesetzten Dieseltriebzüge blasen pro Jahr rund eine Million Tonnen

CO 2

und andere schädliche Treibhausgase in die Luft. Eine vielversprechende Alternative kommt mit

dem weltweit ersten – Hydrail oder H-Zug genannten – wasserstoffbetriebenen Personenzug in

Niedersachsen ins Rollen. Unverzichtbarer Werkstoff für die Speicherbehälter, Leitungs- und

Tanksysteme des ersten Wasserstoffzugs ist Edelstahl.

Beim »Coradia iLint«, dem weltweit ersten Niederflur-Personenzug, der mit einer Wasserstoff-Brennstoffzelle betrieben wird, sind Speicherbehälter,

Leitungs- und Tanksysteme aus Edelstahl.

Foto: WZV / Alstom

Vor 150 Jahren träumte der französische

Science-Fiction-Autor Jules Verne

bereits von Wasser als »Kohle der Zukunft«.

Heute laufen die Forschungen auf Hochtouren,

um nicht Kohle, sondern Diesel durch

Wasserstoff zu ersetzen. Gut ein Jahrhundert

nach der Erfindung des Autos wird

Mobilität dadurch neu definiert: Brennstoffzelle

und Wasserstoff werden zu den Hoffnungsträgern

der »Green Mobility«. Nach

einer Schätzung des Deutschen Instituts für

Wirtschaftsforschung (DIW) könnten im

Jahr 2050 rund 113 Mill. Brennstoffzellen-Pkw

bis zu 68 Mill. t Ottokraftstoff

sowie fast 200 Mill. t CO2-Emissionen einsparen.

Voraussetzung dafür ist, dass bis

dahin rund 80 % der Stromversorgung in

Deutschland aus erneuerbaren Energien

kommen. So könnte Wasserstoff 2050 bis

zu 70 % der Pkw und leichten Nutzfahrzeuge

(LNF) versorgen.

Anspruchsvoller Energieträger

Die Vielzahl seiner ungewöhnlichen Eigenschaften

macht Wasserstoff für die verschiedensten

Mobilitätsanwendungen

unverzichtbar: So ist er das Leichteste aller

Elemente, hat mit -253 °C einen extrem

tiefen Siedepunkt, ein hohes Diffusionsvermögen

und eine hohe Wärmekapazität. Im

Universum mit 90 % das häufigste chemische

Element, existiert Wasserstoff auf der

Erde jedoch hauptsächlich als Bestandteil

von Verbindungen wie Wasser, Erdgas oder

Erdöl. Dort tritt er aufgrund seiner physikalischen

Eigenschaften aber meist gasförmig

auf. Größter Erzeuger zur Deckung des

enormen Bedarfs ist die chemische Industrie,

wo Wasserstoff als Neben- oder Kop-

stahlmarkt 11.2018


Edelstahl 39

Foto: WZV / Alstom

Der Wasserstoffzug ist zunächst im Nahverkehr in Niedersachsen eingesetzt worden.

pelprodukt anfällt. Da Windräder und

Solarpaneele regional jedoch immer öfter

Stromüberschuss produzieren, soll Wasserstoff

zukünftig auch aus Ökostrom hergestellt

werden. Die umweltschonendste

Gewinnungsmöglichkeit von Wasserstoff ist

die Elektrolyse, bei der die molekulare Verbindung

des Wassers mithilfe von elektrischem

Strom getrennt wird. Bis 2050 sollen

Elektrolysesysteme mit einer Leistung von

insgesamt 268.000 MW installiert werden.

Da Wasserstoff jedoch leichter als Luft ist,

entweicht er unwiederbringlich über kleinste

Öffnungen und Poren in die Atmosphäre.

Entsprechend hohe Anforderungen stellen

Gewinnung und Speicherung von Wasserstoff

an die Dichtigkeit der Systeme. So

lagert gasförmiger Wasserstoff sicher in

nahtlosen Edelstahl-Druckbehältern, die

weitestgehend unempfindlich gegenüber

der aggressiven Wasserstoffversprödung

sind. Hersteller und Anwender profitieren

dadurch von niedrigen Wartungs- und

Betriebskosten der Edelstahlbehälter. Bei

mobilen Transport- oder Speichertanks stellen

Erschütterungen und Schwingungen bei

der Fahrt zusätzlich hohe Anforderungen

an den Werkstoff. Die Speichertanks von

Wasserstofffahrzeugen müssen die Energie

mit möglichst hoher Dichte speichern und

hohen Temperaturunterschieden standhalten,

bevor der Wasserstoff über ein gasdichtes

Rohrleitungssystem in die Brennstoffzelle

geführt wird. Gasdicht und

robust: Unverzichtbar für Speicherung,

Lagerung und Transport des Energieträgers

der Zukunft ist hochkorrosionsbeständiger

Edelstahl.

Treibende Kraft für saubere

Mobilität

Ob als Treibstoff für Raumschiffe, Auftrieb

für Zeppeline oder Antrieb für Verkehrsmittel:

Wo es auf direktem Weg Richtung

Zukunft geht, setzen Ingenieure auf den

reaktionsfreudigen Wasserstoff. Im Unterschied

zu den immer knapper werdenden,

fossilen Brennstoffen ist Wasserstoff ein

erneuerbarer Sekundärenergieträger, aber

keine eigenständige Energiequelle und gilt

dadurch als ebenso saubere wie effiziente

Alternative. Während sich Wasserstoff bisher

jedoch vor allem in der Raumfahrt als

Treibstoff für die Raketentriebwerke richtig

durchsetzen konnte, rückt er im Kontext

von Nachhaltigkeit, Klima- und Umweltschutz

durch emissionsfreie Fahrzeuge

erneut in den Fokus. In der Praxis angekommen

ist die Wasserstoff-Technologie bereits

bei der Bus-, Nutzfahrzeug- und Automobilindustrie.

So verzichten beispielsweise

11.000 Brennstoffzellenfahrzeuge als

Flurförderzeuge in Nordamerika auf Diesel.

Eine Vielzahl öffentlicher Förderprojekte gilt

Bussen, die intensiv mit Wasserstoff und

Brennstoffzellen in Fahrzeugflotten erprobt

werden. Alleine in Deutschland fahren über

750.000 dieser umweltschonenden Alternativen

zu Modellen mit konventionellen

Dieselmotoren. Heute als Effizienz-Technologie

der Zukunft gehandelt, ist die Idee

hinter der Brennstoffzelle jedoch schon

rund 180 Jahre alt. So erzeugen Wasserstoff

und Sauerstoff an einer Membran innerhalb

einer Brennstoffzelle – auch „kalte Verbrennung“

genannt – Elektrizität, wodurch ein

Elektromotor angetrieben werden kann.

Die in diesem elektrochemischen Prozess

stahlmarkt 11.2018


40 Edelstahl

Auch bei der Innenausstattung setzen die Konstrukteure des „Coradia iLint“ auf Edelstahl. So sorgen Handläufe, Griffe und horizontal unter der

Decke verlaufende Stangen für allzeit sicheren Stand der Reisenden.

Foto: WZV / Alstom

umgewandelte Energie ergibt bei einem

Kilogramm Wasserstoff rund 33 Kilowattstunden

saubere Energie – und damit etwa

dreimal so viel wie bei einem Kilogramm

Erdöl.

Durch die direkte Nutzung des Wasserstoffs

als Energiequelle wird der Motor

ebenso wie all die anderen Verbraucher,

etwa die Fahrzeugelektronik, angetrieben.

Auch die Energieintensität von mit Wasserstoff

betriebenen Elektroschienenfahrzeugen

ist nur rund halb so hoch wie von Dieselschienenfahrzeugen.

Brennstoffzellenfahrzeuge

sind in drei Minuten vollgetankt

und verfügen derzeit über eine Reichweite

von mehr als 300 km. Bis 2023 sollen rund

400 Wasserstofftankstellen deutschlandweit

installiert werden, deren Speichertanks

aus nichtrostendem Stahl bis zu 350 kg

gasförmigen Wasserstoff lagern können.

Ob in Pkw, Nutzfahrzeugen oder Zügen:

Brennstoffzellen mit Wasserstoff arbeiten

deutlich effizienter als herkömmliche Verbrennungsmotoren

oder batteriegetriebene

Fahr zeuge.

Grüne Welle auf Schienen

Paradebeispiel für die sorgenfreie Fahrt in

eine umweltfreundliche Zukunft ist der

weltweit erste wasserstoffbetriebene Niederflur-Personenzug

mit Brennstoffzelle.

Absolut emissionsfrei, nahezu geräuschlos

und langfristig wirtschaftlich soll er die herkömmlichen

Dieselantriebe – dieselelektrisch

oder dieselhydraulisch – nun aufs

Abstellgleis schieben. Seit rund 15 Jahren

arbeitet die Zugindustrie an einer umweltschonenden

Alternative für Schienenfahrzeuge,

die Wasserstoff als Energiespeicher

und -quelle nutzt. Vereinzelte Alternativen

von brennstoffzellenbetriebenen Zügen

gibt es bereits: Sonderanfertigungen umgerüsteter

Rangierloks untertage im Bergbau

oder Lokomotiven im Güterverkehr werden

bereits mit Wasserstoff angetrieben. Mit

dem vom Nationalen Innovationsprogramm

(NIP) unterstützten »Coradia iLint« ist künftig

auf der Strecke Buxtehude–Bremervörde–Bremerhaven–Cuxhaven

der erste Zug

in Serienfertigung unterwegs. Angetrieben

mit einer Brennstoffzelle kann er längere

Strecken zurücklegen und in größeren

Stückzahlen hergestellt werden. Von der

Stromgewinnung bis zum Betrieb des Wasserstoffzugs

fallen nur Restprodukte wie

Wasserdampf und Kondenswasser an, während

er sich lediglich mit leisen Abrollgeräuschen

seinen Weg durch den Regionalverkehr

bahnt. Auf seinem Dach befindet sich

ein Tank mit gasförmigem Wasserstoff, der

über ein gasdichtes Leitungssystem aus

nahtlos verschweißtem Edelstahl zu der im

Boden des Zuges liegenden Brennstoffzelle

geleitet wird. Rund 30 kg orbitalgeschweißte

Rohre, 2 kg Rohrverschraubungen und

60 kg Ventilgehäuse aus Edelstahl der Güte

1.4571 werden hierzu pro Fahrzeug verbaut,

um die erforderlichen Sicherheits- und

Effizienzstandards der Systeme zu gewährleisten.

Die durch die Reaktion von Wasserstoff

und Sauerstoff in der Brennstoffzelle

erzeugte elektrische Energie treibt den Zug

an, während Lithium-Ionen-Batterien sie

zusätzlich speichern. Die Kombination von

Antriebskraft und verfügbarer Energie prä-

stahlmarkt 11.2018


Edelstahl 41

Foto: WZV / Linde Gas GmbH

Zeitgemäßer Einsatz von Edelstahl Rostfrei beim Linde Hydrogen Center, der modernsten Wasserstofftankstelle in Deutschland.

destiniert den Hydrail deshalb besonders für den Einsatz auf

nicht-elektrifizierten Strecken. Eine eigens für die Tests gebaute

mobile Tankstelle in Salzgitter versorgt den Druckspeicher des Prototypen

mit Wasserstoff, der bisher als Nebenprodukt eines industriellen

Prozesses häufig einfach verbrannt wurde. Langfristig soll er

jedoch aus Windkraft gewonnen werden und mithilfe von spezifischen

Tankstellen direkt an der Strecke die unmittelbare Versorgung

der Züge decken.

Die Betankung mit Hochdruckwasserstoff erfolgt über eine gasdichte

Kryopumpe aus verschleiß- und korrosionsbeständigem Edelstahl

Rostfrei. Da beim Ablassen des gasförmigen Wasserstoffs

enorme mechanische Belastungen auf die Rückschlagventile wirken,

bestehen sie in der Regel ebenfalls aus extrem widerstandsfähigem

Edelstahl. Sie ermöglichen das bedarfsgerechte Betanken des Zuges

und sind ebenso robust wie langlebig im direkten Kontakt mit Wasserstoff.

Eine Hochdruck-Betankungskupplung und Tanknippel aus Edelstahl

der Güte 1.4404 und 1.4571 sorgen bei einem Einsatz von bis

zu 875 bar für ebenso geräuscharmes Tanken wie maximalen Durchfluss.

Vollgetankt kommt der Hydrail so zwischen 600 und 800 km

weit und erreicht eine Höchstgeschwindigkeit von bis zu 140 km/h.

Deshalb wird er insbesondere im Regionalverkehr mit bis zu 300

Passagieren pro Zug eingesetzt. »Bahn frei«, heißt es innerhalb der

nächsten Jahre für 60 weitere dieser emissionsfreien Elektrozüge in

Niedersachen, Nordrhein-Westfalen, Hessen sowie Baden-Württemberg.

Auch die Niederlande, Dänemark und Norwegen haben

bereits Interesse am Hydrail angemeldet.

Ob in Speicher-, Leitungs- oder Tanksystemen der innovativen

Wasserstoffzüge: Auf der Fahrt in eine emissionsfreie Zukunft ist

Edelstahl Rostfrei immer mit an Bord.

rz_anz-rsk-stahlmarkt-2018.qxp_Layout 1 20.06.18 13:15 Seite 3

Rohre und mehr…

Rohr-(Kolbenstangen), Zylinderrohre,

Maschinenteile und Spezialkolbenstangen

gehärtet · geschliffen · vernickelt · verchromt · auch in Edelstahl

Einzel- oder Serienfertigung, Fix- oder Herstellungslängen,

Abnahme durch GL, TÜV, Norske Veritas etc.

einbaufertig – nach Zeichnung oder Muster

RSK Stahl- und Fertigteile Produktions- und Vertriebs GmbH

Hasenkamp 1 · 25482 Appen · Tel. 04101-54 52 0 · www.rsk-stahl.de

stahlmarkt 11.2018


42 Edelstahl

Investition für Generationen

Balkonverkleidungen aus Edelstahl

Wie kaum ein anderes Bauelement prägen Balkone den Charakter eines Hauses. Von außen

Visitenkarte, für die Bewohner i-Tüpfelchen zur Lebensqualität, gehören sie zu den Must-Haves

zeitgemäßer Immobilien. Eine entscheidende Rolle bei ihrer Gestaltung spielt die Balkonbrüstung.

Sie ist nicht nur gesetzlich vorgeschriebene

Absturzsicherung, sondern ein optisch wie

funktional prägendes Gestaltungselement.

Zu den beliebtesten Füllungen von Balkongeländern

gehören Glas und Edelstahl. Mit

der bevorstehenden Verabschiedung der

novellierten DIN 18008 für Glas im Bauwesen

steigen jedoch die Anforderungen an

Glas und damit auch die Kosten. Hierdurch

gewinnt die bislang etwas teurere Lösung

aus Edelstahl Rostfrei verstärkt an Aufmerksamkeit

bei Hausbesitzern.

Zentrale Aufgabe jeder Balkonbrüstung

– ganz gleich, ob im öffentlichen oder privaten

Bereich – ist die Absturzsicherung.

Seit jeher ist sie aber auch Ausdruck vom

Selbstverständnis der Bauherren und Nutzer.

Formgebung und Wahl der Füllung

betonen den individuellen Charakter der

Architektur. Außerdem können Balkone

großformatige Fassaden wahlweise beleben,

strukturieren oder harmonisieren. Als

attraktiver Sicht- und Windschutz sind Füllungen

aus Glas oder Edelstahl Rostfrei

besonders verbreitet. Beide wirken optisch

leicht und elegant, bieten vielfältige Gestaltungsmöglichkeiten

und überzeugen durch

Witterungsbeständigkeit. Die novellierte

Glas-Norm DIN 18008 schreibt jedoch vor,

dass preiswertes Floatglas durch deutlich

teureres Einscheibensicherheitsglas (ESG)

oder Verbundsicherheitsglas (VSG) ersetzt

werden muss. Beide Glastypen gelten

gemäß einschlägiger Vorschriften als Glas

mit sicherem Bruchverhalten. Mit Inkrafttreten

der neuen DIN 18008 ist für »frei und

ohne Hilfsmittel zugängliche Vertikalverglasungen

bis 0,80 Meter über Verkehrsfläche«

solches Sicherheitsglas vorgeschrieben.

Mit den so verschärften Richtlinien

werden die deutschen Baunormen an

EU-Standards angepasst. Diese sind unter

anderem bereits in Italien, Österreich, Belgien

oder den Niederlanden Pflicht. Ihr Ziel

Pfosten aus Flachstahl, Vierkant- oder Rundrohr mit Seilfüllung aus Edelstahl überzeugen

durch optische Leichtigkeit.

Besonders hochwertig sind filigrane Rahmensysteme mit flächenbündig in dünnen U-Profilen

verklebtem Gewebe aus Edelstahl.

Foto: WZV / Geländersysteme Weber e.K

Foto: WZV / GKD

stahlmarkt 11.2018


Edelstahl 43

Gekantete Kassetten aus Edelstahl, die per Laser zugeschnitten werden, fügen sich harmonisch

in die Fassadengestaltung ein.

ist es, das Verletzungsrisiko durch große,

scharfkantige Glasbruchstücke zu verhindern.

So zersplittert ESG in kleine Teile ohne

scharfe Kanten. Beim alternativ einsetzbaren

VSG hält eine eingefügte Folie die

Bruchstücke zusammen.

Glänzende Investition

Eine Alternative sind Füllungen aus Edelstahl.

Ob als Systemlösung oder individuelle

Konstruktion: Mit dem international

geschützten Markenzeichen bieten sie

Sicherheit auf ganzer Linie. Neben robuster

Witterungs- und Korrosionsbeständigkeit

punkten sie mit guten Verarbeitungseigenschaften,

hoher Belastbarkeit und minimalem

Pflegeaufwand. Bei der Montage sollte

allerdings darauf geachtet werden, dass

auch die verwendeten Verbindungselemente

wie Schrauben und Unterlegscheiben aus

rostfreiem Edelstahl sind. Höher legierte,

elektropolierte Edelstähle erfüllen auch bei

aggressiven Umgebungsbedingungen die

in sie gesetzten Erwartungen mit dauerhafter

Korrosionsbeständigkeit. Dann treten

auch in Meeresnähe, verkehrsbelasteten

Stadtzentren oder im Umkreis von Chemieindustrie

keine bleibenden Schäden durch

korrosive Ablagerungen an Balkonfüllungen

auf.

Wartungsfreie Visitenkarte

In Art und Oberflächengestaltung folgen

Balkonverkleidungen aus nichtrostendem

Stahl jedem Baustil. Die Bandbreite der Verarbeitungsformen

lässt dabei keinen

Wunsch offen. So verbindet Lochblech aus

nichtrostendem Stahl nahezu unbegrenzte

Mustervielfalt mit Sicherheit. Edelstahlpfosten

aus Flachstahl, Vierkant- oder Rundrohr

mit Seilfüllung oder Netzen aus Edelstahl

überzeugen durch besondere optische

Leichtigkeit. Auch Bleche mit gebürsteten,

matten oder hochglänzenden Oberflächen,

wahlweise glatt oder als gekantete Kassette

gearbeitet, fügen sich harmonisch in jede

Fassadengestaltung ein.

Zunehmender Beliebtheit erfreuen sich

Edelstahlbleche mit per Laser geschnittenen

Motiven. Filigrane Rahmensysteme mit

nahezu flächenbündig in dünnen U-Profilen

verklebtem Edelstahlgewebe sind besonders

hochwertig und erlauben frei wählbare

Transparenzgrade. Puristisch wirkende

Füllstäbe – horizontal oder vertikal montiert

– sind vor allem bei schönem Ausblick

beliebte Konstruktionen. Ihre Auslegung ist

allerdings so zu wählen, dass die Stäbe von

Kindern nicht als Kletterhilfe genutzt werden

können und das lichte Maß der Stababstände

unter zwölf Zentimetern liegt,

damit ein Kinderkopf nicht durchpasst.

Fachbetriebe, die das international

geschützte Markenzeichen (Edelstahl Rostfrei

mit Qualitätssiegel) tragen, gewährleisten

sachgerechte Materialwahl und fachgerechte

Verarbeitung. Allen Füllungen aus

Edelstahl gemeinsam ist die über Jahrzehnte

ohne Wartung gleichbleibend attraktive

Optik. Sie macht eine Balkonbrüstung aus

dem nichtrostenden Stahl zu einer wahrhaft

glänzenden Investition.

Typische Verbindungselemente von Balkonbrüstungen und -verkleidungen aus Edelstahl

Foto: WZV / STALMACH GROUP

Foto: WZV / Brugg Lifting, Schweiz

stahlmarkt 11.2018


44 Additive Fertigung/3-D-Druck

Hauchdünne Schichten, große Zukunft

Additive Manufacturing bei der SMS group

Mönchengladbach. Der 2010 prognostizierte Siegeszug des 3-D-Drucks für die breite Masse der

Home-Anwender bleibt bis heute aus. Doch die Revolution findet statt, nur woanders: in der

industriellen Anwendung. Und das geschieht in einem atemberaubenden Entwicklungstempo – immer

mehr Industriezweige erkennen und nutzen die Vorteile, so auch im Anlagen- und Maschinenbau.

Foto: SMS group

Revolution in der industriellen

Anwendung: Diese Düsen sind

per 3-D-Druck emtstanden.

Die SMS group beschäftigt sich bereits

seit Jahren intensiv mit dem Thema der

Additiven Fertigung. Ein junges, engagiertes

Forschungs- und Entwicklungsteam

treibt innerhalb des Unternehmens die

innovative Technologie voran. Dabei geht

es nicht allein darum, welche neuen und

optimierten Bauteile mit dem sogenannten

Additive Manufacturing (AM) möglich sind,

sondern ebenso darum, wie man ein neues

Denken in die Konstruktionsabteilungen

bringt.

Agiles Projektteam für Additive

Manufacturing

Norbert Gober, Initiator des AM-Teams der

SMS group: »Wir haben das Projektteam

mit großen Freiheiten und schlanken Strukturen

ausgestattet, um Raum für neue Herangehensweisen

zu schaffen, um herkömmliche

Methoden zu hinterfragen und

um schnell und agil zu handeln. Wir verfügen

seit Kurzem über einen eigenen

3-D-Drucker für Metalldruck im Pulverbettverfahren

unseres Kooperationspartners

Additive Industries, mit dem wir künftig

neue Ideen direkt inhouse umsetzen können.«

Weniger Einzelteile, verlängerte Standzeiten: Einbau der Düse bei BIRLA COPPER.

Foto: SMS group

stahlmarkt 11.2018


Additive Fertigung/3-D-Druck 45

Foto: SMS group

Neue Gestaltungsmöglichkeiten: Konventionelles (li.) und additiv gefertigtes Walzenkühlrohr im Vergleich

Alle AM-Technologien im Blick

Als Anlagen- und Maschinenbauer für die

Stahl- und NE-Metalle-Industrie liegt das

Augenmerk der SMS group auf Bauteilen

aus metallischen Werkstoffen, da sie hohen

Belastungen standhalten müssen. Die Einsatzmöglichkeiten

werden unter Praxisbedingungen

untersucht und getestet. Neben

den metallischen Werkstoffen werden auch

Alternativen wie Kunststoffe und Keramiken

betrachtet. Additive Manufacturing ist ein

Prozess, bei dem auf Basis von digitalen

3-D-Konstruktionsdaten durch den schichtweisen

Materialaufbau ein Bauteil erzeugt

wird.

Viele Verfahren stehen zur Verfügung,

wobei für den Anlagen- und Schwermaschinenbau

derzeit zwei der AM-Verfahren für

Metall verstärkt zum Einsatz kommen: das

Laser-Strahlschmelzen im Pulverbett (Selektive

Laser Melting) und das Laser-Düse-Verfahren

(Laser Metal Deposition). Beim

Laser-Strahlschmelzen wird Schicht um

Schicht ein hochreines und homogenes

Metallpulver durch einen Laser an bestimmten

Stellen geschmolzen. So entsteht nach

und nach das Bauteil. Dieses Pulverbett-Verfahren

erlaubt Bauteile mit komplexen und

neuartigen Strukturen, die in herkömmlichen

Verfahren nicht hergestellt werden

können.

Beim Laser-Düse-Verfahren wird ein Metallpulver

oder ein Draht über Düsen zugeführt

und mittels Laser örtlich aufgeschmolzen.

Die Positionierung der Laser-Düseneinheit

kann zum Beispiel mittels Roboter erfolgen.

Laser Metal Deposition hat eine hohe Auftragsrate,

allerdings ist die Feingliedrigkeit

dieses Verfahrens eingeschränkt. Ein weiteres

Verfahren für die Herstellung von kunststoffbasierten

Bauteilen ist das Laser-Sintern

(SLS). Dieses Verfahren ist dem Pulverbett-Verfahren

mit Metall ähnlich. Einsatzmaterial

ist hier ein spezielles Kunststoffpulver,

das mittels Laser verschmolzen wird.

Neues Denken erforderlich

Robert Banse aus dem F&E-Projektteam

Additive Manufacturing der SMS group:

»Unsere Herangehensweise für neue Bauteile

ist eine komplett andere. Wir sind frei von

fertigungsbedingten Restriktionen, die durch

ein geometrisches Grundteil, beispielsweise

einen Metallblock oder durch die Herstellungsverfahren

wie Fräsen und Bohren, vor-

Das Ziel ist die beste Form für die jeweilige Funktion: montiertes Walzenkühlrohr aus Alumide.

Foto: SMS group

stahlmarkt 11.2018


46 Additive Fertigung/3-D-Druck

Foto: SMS group

SIS-Injektor im Schnitt

gegeben sind. Wir gehen in einem technologisch-kreativen

Prozess von der Funktion

aus, die das Bauteil erfüllen soll. Danach

richtet sich die Konstruktion. Kurz gesagt:

Wir entwickeln die beste Form für die Funktion

und können sie dann im Pulverbettverfahren

herstellen. Wir denken beispielsweise

schon gar nicht mehr in rechtwinklig

aufeinandertreffende Bohrungen. Für uns

sind strömungsoptimierte Kanäle mittlerweile

völlig normal.«

Innovative Sprühköpfe für

Schmiedeanlagen

Ein anschauliches Beispiel für ein Bauteil,

das im Additive-Manufacturing-Verfahren

hergestellt wurde, ist ein Sprühkopf zur

Kühlung der Gesenke einer Schmiedepresse.

Sarah Hornickel aus dem Projektteam:

»Der ursprüngliche Sprühkopf war ein massives

und schweres Teil. Wir haben in enger

Abstimmung mit der zuständigen Fachabteilung

und unseren Experten für Simulationen

das Teil neu designt. Durch Additive

Manufacturing können wir die Kanäle strömungsoptimiert

auslegen, überflüssiges

und schweres Material weglassen und die

Sprühdüsen so anordnen, dass die höchste

Kühlleistung präzise an den Temperaturspots

im Gesenk erbracht wird. Das leichtere

und individualisierte Bauteil ermöglicht

eine schnellere und bessere Kühlung der

Gesenke, was letztlich die Produktivität

unserer Kunden steigert.«

Vernetzte Entwicklungsarbeit

Sarah Hornickel gehört neben Nina Uppenkamp

und Robert Banse zum Kern des Projektteams

Additive Manufacturing, das

durch weitere AM-Befürworter und Bereiche

der SMS group unterstützt wird. Banse:

»Ich habe eine Ausbildung beziehungsweise

ein duales Studium bei der SMS group

absolviert und mich im Studium auf Additive

Manufacturing spezialisiert. Auch privat

begeistert mich das Thema. Wir sind innerhalb

der gesamten SMS group sehr gut

vernetzt und haben weiterhin ein Dienstleister-Netzwerk

aufgebaut. Beides ist

neben dem technologischen Know-how

ebenso wichtig, um neue Projekte zu initiieren.«

Mission: Mitarbeiter informieren

und begeistern

Aber auch das Wissen, die Möglichkeiten

und Chancen der neuen Konstruktionsund

Fertigungstechnologie in das Unternehmen

zu tragen, gehört zu den Aufgaben

des Projektteams. Hornickel: »Wir

führen Konstruktions-Workshops zum Teil

mit externen Unternehmen durch, stehen

im persönlichen Kontakt mit den Konstruktionsabteilungen

und nutzen jede Möglichkeit,

um unsere Kollegen über die

Technologie zu informieren

und sie dafür zu

begeistern. Denn

nur überzeugte

Kollegen setzen

die Chancen und

Möglichkeiten

der Additiven Fertigung

in ihrer täglichen

Arbeit konsequent

um und

gehen auch ungewöhnliche

Wege – wie

mit unseren Informationsrunden

für Mitarbeiter.

Wir haben Infostände vor

den Kantinen an den verschiedenen

SMS group-Standorten in

Deutschland aufgebaut und die Kollegen

über Additive Manufacturing informiert.

Es haben sich Trauben vor unserem

Stand gebildet und es war ein großer

Erfolg.« Nina Uppenkamp ergänzt: »Wir

müssen intern und extern zeigen, dass die

SMS group diese Zukunftstechnologie aktiv

nutzt und damit ein Mehrwert für den Kunden

generiert wird. Aus diesem Grund

arbeiten wir sowohl mit den Konstruktionsabteilungen

als auch mit den Kunden partnerschaftlich

zusammen. Die Anlagenbetreiber

haben ein hohes Interesse an additiv

hergestellten Bauteilen, um damit ihre Produktionsprozesse

zu verbessern.«

Leichter, schneller und mit

integrierten Funktionen

Das Projektteam hat bereits zahlreiche neue

Lösungen realisiert, die eindrucksvoll die

Vorteile des AM-Verfahrens belegen. Zu

Hybrides Design

für den Schmierring

Foto: SMS group

stahlmarkt 11.2018


Additive Fertigung/3-D-Druck 47

den wichtigsten Nutzenargumenten zählen:

signifikante Gewichtsreduktion für

dynamisch bewegte Bauteile, Integration

von Funktionalitäten direkt bei der Herstellung,

Steigerung der Energieeffizienz durch

Strömungs- und Gewichtsoptimierungen

sowie extrem verkürzte Lieferzeiten und

standortunabhängige Produktion.

Uppenkamp beschreibt ein Projekt, bei

dem nahezu alle Vorteile zum Tragen kommen:

»In einem Kupferdrahtwalzwerk werden

Ringspaltdüsen eingesetzt, um den

Draht zu kühlen und Wasser abzustreifen.

Das konventionelle Bauteil bestand aus

einer Baugruppe mit mehreren Komponenten

und die Spalteinstellung für den Luftstrom

erfolgte über eine Beilage. Die richtige

Einstellung des Bauteils war für die Kunden

sehr komplex. Für uns bestanden die

Herausforderungen darin, nicht nur das

Bauteil zu optimieren, sondern auch die

Einstellung über die Beilage zu beseitigen.

Unsere mittels AM gefertigte Düse benötigt

nur 35 mm Bauraum gegenüber den bisherigen

65 mm, sie wiegt 0,85 kg statt 2,5 kg

und ist eine monolithische Konstruktion.

Die Düse besteht jetzt nicht mehr aus sechs

Teilen, sondern nur aus einem Teil, sodass

die Vormontage und Justierung der Düse

vor Einbringung in die Anlage entfällt. Im

Kupferdrahtwalzwerk von BIRLA COPPER in

Indien werden die Düsen bereits erfolgreich

eingesetzt. Sie sind zudem leiser und erfüllen

oder übertreffen sämtliche Leistungsanforderungen.

Hinzu kommt, dass wir die

Düsen aus einem hochfesten, verschleißarmen

Material hergestellt haben, wodurch

sich die Standzeiten verlängern.«

Anwendungsspektrum vom

Stahlwerk bis zum Walzwerk

Die Ergebnisse der weiteren Projekte sind

ebenso vielversprechend: Ein neues Walzenkühlrohr

für Drahtwalzwerke überzeugt

durch ein konturangepasstes Design mit

integrierten Düsen. Durch den Einsatz von

Alumide, einer Werkstoffkombination von

Aluminium- und Kunststoffpulver, ist die

Konstruktion leichter und kostengünstiger

als das herkömmliche Bauteil. Im Bereich

Stahl-Konverter konnten die für die Stahlschmelzen

eingesetzten SIS-Injektoren um

60 % verkleinert und aus einem anstatt aus

acht Teilen hergestellt werden. Rohrschweißanlagen

der SMS group können

dank AM-Teilen zukünftig auch 14 Zoll und

kleinere Rohrdurchmesser herstellen, da in

einer hybriden Bauweise aus Additive

Manufacturing und konventioneller Fertigung

jetzt kleinere, aber leistungsstarke

Schmierringe für die Expanderwerkzeuge

möglich sind. Und der Technische Service

der SMS group profitiert von leichteren und

deutlich schneller lieferbaren Anschlussböcken

für Beschickungsbänder von Strangpressen.

Enorme Dynamik in der Entwicklung

Die Projekte zeigen, wohin die Reise mit

Additive Manufacturing geht. Norbert

Gober ist überzeugt davon, dass sich der

Trend hin zur Additiven Fertigung massiv

verstärken wird: »Es sind mehrere Treiber,

die die Entwicklung voranbringen. In Universitäten

haben die angehenden Konstruktionsingenieure

heute Drucker zur Verfügung,

um ihre Konstruktionsergebnisse

direkt zu drucken und sie direkt als reales

Bauteil zu begutachten. Der zunehmende

Bedarf treibt wiederum auch die Druckertechnologien

voran. Heute entstehen mehrere

neue Druckertechnologien pro Jahr,

vielleicht kommen bald neben dem Laser

weitere Energiequellen zum Einsatz. Hinzu

kommt, dass die jungen Leute ihre neuen

Denkweisen und Methoden in die Unternehmen

einbringen und für Veränderungen

sorgen. Nichts ist rückwärtsgerichtet, alles

geht mit einer enormen Dynamik vorwärts.

Ich gehe davon aus, dass auch die konventionellen

Fertigungstechnologien ebenfalls

nachziehen werden und es viel mehr Verbindungen

und Berührungspunkte als bisher

gibt. Erste Hybridmaschinen als Kombination

von LMD und Fräsen sind bereits am

Markt. Ich freue mich darüber, dass die SMS

group für diese Herausforderungen und auf

diesem Weg bereits hervorragende Arbeit

leistet und für die Zukunft gut aufgestellt

ist.«

KONTAKT

SMS group GmbH

Ohlerkirchweg 66

41069 Mönchengladbach

Tel. 02161 3500

www.sms-group.com/de

10 mm

Fokussierte Energie –

überzeugende Qualität

Hochleistungs-WIG

Schweißen mit InFocus

0,15 mm

Behälter- und Rohrleitung, Turbinen

oder Automobil-Karossen, InFocus

macht weiter, wo Standard-WIG

an seine Grenzen stößt. Kraftvoll

oder sensibel, Ihre Schweißaufgabe

bestimmt die Parameter.

15 m /

min

www.kjellberg.de


48 Additive Fertigung/3-D-Druck

Forum Additive Fertigung:

So gelingt der Einstieg in den 3-D-Druck

Der Austausch über Forschungsthemen und Geschäftsmodelle stand im Fokus

Hannover. Der Austausch über Best-Practice-Beispiele, Forschungsthemen und Geschäftsmodelle

stand beim Forum Additive Fertigung im September 2018 in Hannover im Mittelpunkt. Eingeladen

von Niedersachen ADDITIV – Zentrum für Additive Fertigung fanden 90 Teilnehmer aus Wirtschaft,

Wissenschaft und Politik Antworten auf Fragen wie »Wann lohnt sich 3-D-Druck?« und »Was sollten

kleine und mittlere Unternehmen (KMU) beim Einstieg beachten?«.

»Niedersachsen ADDITIV will die Additive

Fertigung in die KMU bringen, Unternehmen

vernetzen und mit der Forschung

zusammenbringen«, brachte Dr.-Ing. Stefan

Kaierle, geschäftsführender Vorstand des

Laser Zentrums Hannover (LZH) und Leiter

des Projekts Niedersachsen ADDITIV, die

Ziele des Zentrums auf den Punkt. Dr. Niels

Kämpny, Abteilungsleiter im Niedersächsischen

Ministerium für Wirtschaft, Arbeit,

Verkehr und Digitalisierung, betonte in seinem

Grußwort, dass Niedersachsen ADDI-

TIV ein wesentlicher Bestandteil der Digitalisierungsstrategie

des Landes sei.

»Additive Verfahren ermöglichen nicht

nur ressourcen-schonendere Fertigungsprozesse,

sondern auch neue und verbesserte

Funktionen für verschiedenste Produkte, die

auf der Erde und sogar im Weltraum zum

Einsatz kommen«, teilt das Laser Zentrum

Hannover mit. Bei Grabungen auf dem

Mars verhindere beispielsweise eine

gedruckte Verschleißschutzschicht aus

Titan-Nitrit, dass abgeplatztes Material vom

Bohrer die Analyse verfälscht.

Additive Fertigung hält Züge

am Fahren

Irdische Anwendungen mit klaren Vorzügen

gegenüber konventionellen Verfahren sind

unter anderem pünktlichere Züge. »Dank

Additiver Fertigung standen 100 E-Loks

nicht still, da die Ersatzteile schnell geliefert

werden konnten«, berichtete Dr.-Ing. Tina

Schlingmann, Senior Referent Technik

Gesamtsystem Bahn bei der Deutsche Bahn

AG.

Aus Sicht der Anwender bilden die Automatisierung,

die Qualitätssicherung und die

Dr. Niels Kämpny (Mitte) vom Niedersächsischen Ministerium für Wirtschaft, Arbeit, Verkehr

und Digitalisierung, Projektleiter Dr.-Ing. Stefan Kaierle (rechts) vom Laser Zentrum Hannover

(LZH) und Dr.-Ing. Malte Stonis vom Institut für Integrierte Produktion Hannover gGmbH im

Showroom von Niedersachsen ADDITIV.

Foto: LZH

stahlmarkt 11.2018


Additive Fertigung/3-D-Druck 49

Auf einen Blick – Niedersachsen ADDITIV und das LZH

Das Zentrum für Additive Fertigung hat das Ziel, Additive Fertigungsverfahren zu erforschen, für den flächendeckenden Einsatz

in der Industrie weiterzuentwickeln sowie kleine und mittlere Unternehmen (KMU) in Niedersachsen dabei zu unterstützen, die

neuen Technologien in ihre Produktionsprozesse zu integrieren. Dazu haben sich in Niedersachsen ADDITIV vier Partner

zusammengeschlossen: das Laser Zentrum Hannover e. V. (LZH), das Institut für Integrierte Produktion Hannover gGmbH (IPH),

die Deutsche Messe Technology Academy GmbH sowie die LZH Laser Akademie GmbH. Gefördert wird das Zentrum vom

Niedersächsischen Ministerium für Wirtschaft, Arbeit, Verkehr und Digitalisierung. Mehr Informationen unter www.niedersachsenadditiv.de.

Als unabhängiges gemeinnütziges Forschungsinstitut steht das Laser Zentrum Hannover (LZH) für innovative Forschung, Entwicklung

und Beratung. Das durch das Niedersächsische Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr geförderte LZH widmet sich der

selbstlosen Förderung der angewandten Forschung auf dem Gebiet der Photonik und Lasertechnologie. 1986 gegründet, arbeiten

inzwischen über 170 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter am LZH. Der Fokus des LZH liegt auf den Bereichen Optische Komponenten

und Systeme, Optische Produktionstechnologien und Biomedizinische Photonik. Die interdisziplinäre Zusammenarbeit von

Naturwissenschaftlern und Maschinenbauern ermöglicht innovative Ansätze für Herausforderungen verschiedenster Bereiche:

von der Komponentenentwicklung für spezifische Lasersysteme bis hin zu Prozessentwicklungen für die unterschiedlichsten

Laseranwendungen, zum Beispiel für die Medizintechnik oder den Leichtbau im Automobilsektor. 19 Ausgründungen sind bis

heute aus dem LZH hervorgegangen. Das LZH schafft so einen starken Transfer zwischen grundlagenorientierter Wissenschaft,

anwendungsnaher Forschung und Industrie.

»Die Additive Fertigung ist eine Schlüsseltechnologie im Bereich der Industrie 4.0«, betont Dr.-Ing. Stefan Kaierle die große Bedeutung der

Technologie für den Standort Niedersachsen.

Foto: LZH

Reproduzierbarkeit zurzeit noch die größten

Hürden auf dem Weg zur Additiven

Serienfertigung. Hier sind die Forscher und

die Hersteller gefragt, Lösungen zu entwickeln.

Neue druckbare Materialien und vor

allem mehr Nachwuchskräfte sind für die

Hersteller von 3-D-Druckanlagen wünschenswert.

»KMU sagen mir oft, sie hätten keine Zeit,

sich mit der Zukunft zu beschäftigen. Das ist

ein gefährlicher Ansatz. Die Unternehmen

sollten ermitteln, was die Technologie für sie

bedeutet und sich darauf vorbereiten«, rät

Wolfgang Bülow von der Bionic Production

AG. Zum Einstieg ist es sinnvoll, den

3-D-Druck über Dienstleister zu testen. Sind

die Ergebnisse überzeugend, kann in eigene

Anlagen investiert werden. Damit am Ende

die Qualität der gedruckten Teile stimmt,

braucht es gut geschultes Personal. Doch

erfahrene Fachkräfte für die 3-D-Druck-gerechte

Konstruktion, Fertigung und Produktion

sind rar. Eine Alternative können Nachwuchskräfte

von der Hochschule oder

bestehende Mitarbeiter sein, die das Unternehmen

durch geeignete Weiterbildungsmaßnahmen

gezielt für die Additive Fertigung

qualifiziert.

KONTAKT

Laser Zentrum Hannover e. V.

Hollerithallee 8

30419 Hannover

Tel. +49 511 27880

www.lzh.de

stahlmarkt 11.2018


50 Additive Fertigung/3-D-Druck

Entwicklung neuartiger Sprühköpfe

für die Gesenkschmiede-Industrie

Leichter, mobiler, kostengünstiger und sicherer durch Additive Fertigung

Laden, pressen, ausstoßen, kühlen, laden,... alles ist bei Gesenkschmiedepressen auf hohe Taktraten im

Sekundenbereich optimiert, aber gleichzeitig auch auf lange Standzeiten der Gesenke. Damit die

Gesenke diesen permanent hohen Belastungen standhalten können, besitzt der Sprühkopf mit seiner

Kühl- und Schmieraufgabe eine Schlüsselfunktion. Die SMS group hat ein neues Verfahren entwickelt,

um diese Sprühköpfe im 3-D-Druck beziehungsweise Additive Manufacturing aus Kunststoff oder

Metall herzustellen.

Foto: SMS group

Zweistufige Schmiedeoperation

Diese Lösung soll laut SMS group nicht

nur deutlich kostengünstiger für die Anlagenbetreiber

sein, sondern ermögliche eine

völlig neuartige, individuell optimierte

Gestaltung der Köpfe. Sie reduziere das

Gewicht auf ein Zehntel bisheriger Sprühköpfe

und senke damit den Verschleiß der

Tragarme signifikant. Darüber hinaus soll

die neue Technologie die Herstellung individueller

Sprühköpfe »on demand« ermöglichen,

wodurch eine entsprechend hohe

Verfügbarkeit der Teile gewährleistet sei.

Nach jedem Schmiedevorgang öffnet sich

die Schmiedepresse. Die Berührzeiten mit

den Gesenken sollten sehr kurz sein, um die

thermische Belastung so gering wie möglich

zu halten und schnellen Materialtransport

der Schmiedeteile zu gewährleisten. In

diesem kleinen Zeitfenster muss die

Gesenkpflege stattfinden. Der Sprühkopf

muss dann möglichst schnell an seine Position

gebracht werden. Der Tragarm, an dem

sich die Sprühköpfe befinden, wird zwischen

den Schmiedungen in den Gesenkraum

eingefahren.

Der Tragarm muss so mobilisiert sein,

dass die Funktion der Kühlung schnell zwischen

den einzelnen Schmiedungen erfolgt.

Auch darf das Schmiedeteil nicht an Temperatur

verlieren. Darüber hinaus müssen

die Tragarme robust ausgelegt und gut

erreichbar sein, um die Sprühköpfe bei

Bedarf wechseln zu können. Dieses System

stellte in der Vergangenheit große Herausforderungen

an den Kühl- und Schmierprozess

dar, was insbesondere auf die Sprühköpfe

und ihre bisherigen Eigenschaften

zurückzuführen war. Um dies zu optimieren,

beschäftigten sich die Experten der

SMS group daher frühzeitig mit den Möglichkeiten

des Additive Manufacturing und

des 3-D-Drucks. Das Resultat dieser Forschungs-

und Entwicklungsarbeit ist der

SMS group zufolge »bahnbrechend«, da

man mittels der Additiven Fertigung neue

Sprühköpfe entwickelt habe, die viele Vorteile

vereinten.

Nur ein Zehntel des Gewichts

Gesenkschmiedeteile können die unterschiedlichsten

Formen haben. Die Kühlung

stahlmarkt 11.2018


Additive Fertigung/3-D-Druck 51

Auf einen Blick – Verfahren zur Einbringung der Sprühköpfe

• Roboter (Automation): Ein Roboter trägt einen oder

mehrere Sprühköpfe an seinem Arm. In einigen Fällen

transportiert derselbe Roboter auch die Teile.

• Linearführung (Automation): Ein Ausleger fährt linear in

den Pressenraum und auch wieder zurück. Diese

Linearführungen stehen oft neben der Presse und können

auch leicht nachgerüstet werden.

• Hebelführung (Steuerung): Ein Gelenkarm wird durch die

Bewegung des Stößels zwangsgeführt in und aus dem

Pressenraum bewegt. Diese Bedienungen sind sehr schnell

und extremen Belastungen an den Gelenken ausgesetzt.

Automation

Die Automation kann die leichten Sprühköpfe in extrem kurzer

Zeit in Position bringen. Dies wird mit einer Linearbewegung

realisiert. Alle Sprühköpfe werden in Zukunft über eine

standardisierte Anschlussplatte an das Kühlsystem

angeschlossen. Der Wechsel erfolgt so laut SMS group schnell

und einfach.

Sprühtechnik

Die Sprühtechnik beinhaltet den Tank, die Ventile und die

Zuführung aller notwendigen Medien. Mit ihr werden die

Schaltungen realisiert und dabei alle Potenziale (Schalten von

einzelnen Düsen in kurzen Zeitabständen) ausgeschöpft. »Zu

den herausragenden Eigenschaften der neuen Sprühköpfe zählt

das einzelne Schalten der Düsen, was bisher nicht möglich war.

Damit lässt sich dann auch Kehrbewegung erzeugen, indem die

Sprühdüsen in kürzesten Abständen hintereinander geschaltet

werden«, teilt die SMS group mit. Schnell schaltende Ventile

sollen gewährleisten, dass die entsprechenden

Steuerungssignale zur Ventilschaltung

umgesetzt werden. Die Sensorik gibt

Rückmeldungen über den Zustand im

Pressenraum und kann darüber hinaus

zur Steuerungsoptimierung eingesetzt

werden. Das Ziel ist es, die Gesenke

nicht nur optimal zu kühlen, sondern

auch Sprühmittel zu sparen.

Steuerung

»Die einfache visuelle Steuerung passt sich dem aktuellen

Produkt an und kann das Sprühbild beziehungsweise die

Sprühsituation in Sekundenbruchteilen während des Betriebs

optimieren«, so die SMS group. Dabei könne der Kunde sich

für einen Sprühkopf aus Kunststoff oder einen aus Metall

entscheiden. Der Kunststoffkopf benötige idealerweise eine

Schutzschaltung für Störfälle, die bereits im SMS-System im

Standard eingeplant sei. »Der Kunde kennt am besten die

Schmiedeteile und die Prozesse«, betont die SMS group. Daher

gebe er in der Regel die Ventilpositionen vor. Die SMS group

besitze dank der Additiven Fertigung alle Freiheiten, um jede

Position zu realisieren, auch durch das Anstellen der Düsen im

Winkel, hebt das Unternehmen hervor.

Fit für Industrie 4.0

Ein 3-D-Sprühkopf aus Kunststoff wiegt nach Angaben der SMS

group gerade einmal ein Zehntel eines konventionellen

Sprühkopfes. Bei Metall sei der 3-D-Sprühkopf bis zu 70 %

leichter. Die beschleunigte Masse sei also deutlich geringer und

ermögliche im Endeffekt kürzere Taktzeiten der meist

automatisierten Prozesse. Darüber hinaus sei die Herstellung

mit der Additiven Technologie in Kombination mit dem

neuartigen Design der Sprühköpfe auch energieeffizient, da nur

genau so viel Material eingesetzt werde wie nötig. Zukünftig

sollen auch stromleitende Elemente und Sensoren eingedruckt

werden, die das elektrische Schalten der Ventile und

Zustandsmeldungen der Systeme ermöglichen. »Mit dieser Fülle

an neuartigen Mehrwerten und Prozessoptimierungen wird das

3-D-Sprühsystem für Gesenkschmieden fit für Industrie 4.0«,

heißt es seitens der SMS group. Die Einbringung von Thermo-

Sensoren biete die Möglichkeit, ein genaues Bild der

Schmiedeteile im Prozess zu dokumentieren. So

könne ein nachvollziehbares Bild der

Produktion aufgezeigt werden. Prinzipiell

könne damit auch in Echtzeit auf

veränderte Situationen reagiert

werden.

Einsatzort von Gesenk-

Sprühsystemen

Foto: SMS group

stahlmarkt 11.2018


52 Additive Fertigung/3-D-Druck

und Schmierung muss sich daher an die

Form der Gesenke anpassen. Die Sprühdüsen

müssen die richtige Position haben und

die Winkel sowie die Sprühintensität muss

an die Bedürfnisse der Gesenkform angepasst

sein. Da der Sprühkopf diesen Formen

folgt, sehen auch diese Teile immer unterschiedlich

aus. Mit ihrem hohen Grad an

Komplexität sind diese Teile nach Angaben

der SMS group prädestiniert für Additive

Fertigungsverfahren. Ursprünglich sind die

Experten der SMS group davon ausgegangen,

die in einer Gesenkschmiede zum Einsatz

kommenden Teile in Metall zu drucken.

Doch im Laufe der Entwicklung und Zusammenarbeit

mit den Kunden und unter Praxisbedingungen

zeigte sich, dass Lösungen

aus Kunststoff sämtliche Anforderungen

erfüllen. Das Ergebnis sind Sprühköpfe, die

nur noch ein Zehntel der herkömmlichen

Gewichtsbelastung für die Sprühautomation

bedeutet. Dadurch könne der Verschleiß

der Gelenkteile im Tragarm extrem vermindert

werden. Das Design der neuen Sprühköpfe

biete einen großen Vorteil für die

Flexibilität in der Materialauswahl, so die

SMS group. Ohne eine Änderung in der

Geometrie könnten sie in Kunststoff oder

Metall (Aluminium oder Edelstahl) hergestellt

werden, wobei die im additiven Verfahren

hergestellte Metallvariante eine

wesentlich Gewichtsersparnis gegenüber

einem herkömmlichen Sprühkopf erziele.

Die Konstruktion der Sprühköpfe erfolgt

mit einer intelligenten Software, die aufgrund

der Düsenposition automatisch die

optimale Geometrie des Sprühkopfes für

den 3-D-Druck berechnen soll.

Erfolgreich im Praxiseinsatz

»Die Sprühköpfe konnten inzwischen

erfolgreich getestet und eingesetzt werden.

Dabei konnten meist die vorhandenen

Anschlüsse genutzt werden«, teilt die SMS

group mit. Das Sprühbild sei demzufolge

Neue Sprühkopfe aus den Materialien Kunststoff und Metall

wesentlich homogener. Die Gesenke seien

sauberer und der Sprühmittelverbrauch

dementsprechend geringer. Das Handling

sei den konventionell gefertigten Teilen

überlegen gewesen. Ablagerungen im

Inneren, die bei konventionellen Sprühköpfen

oft anfielen, seien nicht festgestellt worden.

Der Grund dafür liege in einer strömungsoptimierten

Leitungsführung zu den

Düsen.

Um den Sprühköpfen aus Kunststoff eine

möglichst lange Lebensdauer zu verleihen,

sei es aufgrund mancher Umgebungsbedingungen

erforderlich, Schutzmaßnahmen in

die Steuerung einzuprogrammieren, die

aber nur bei Störfällen relevant seien, so die

SMS group. Wenn Teile in den Gesenken

liegen blieben, kühle ein Luftvorhang

(Schutzluft bei Störung) etwa 60 Sekunden

die Umgebung, ohne dabei die Gesenke

auszukühlen. Im Fall von sogenannten Klebern

(dem »Hängenbleiben« von Schmiedeteilen

in Obergesenken) würden die

Sprühköpfe schnell aus dem Pressenraum

gezogen, um den Kontakt mit den Schmiedeteilen

zu verhindern.

Zukünftige integrative Entwicklungen

Sprühköpfe sind Teil eines Gesamtsystems

zur Kühlung und Schmierung in Gesenkschmieden.

Entsprechend muss die Technik

integriert, also als Einheit, betrachtet werden,

um möglichst effiziente Ergebnisse zu

erzielen. Die weitere Entwicklung der SMS

group besteht aus drei übergeordneten,

jedoch ineinandergreifenden Faktoren (siehe

Infobox »Auf einen Blick – Verfahren zur

Einbringung der Sprühköpfe«).

KONTAKT

SMS group GmbH

Ohlerkirchweg 66

41069 Mönchengladbach

Tel. 02161 3500

www.sms-group.com/de

Foto: SMS group

WALZSTAHLHANDEL ESSEN GmbH

– Import Walzstahlprodukte –

Stabstahl – Sonderabmessungen – Spezialprofile

Wie beliefern den lagerhaltenden Stahlhandel in Deutschland, Österreich

und in den Niederlanden

Sommerburgstr. 53 D- 45149 Essen

Tel. +49 (0)201 74956032 Fax +49 (0)201 74956033

info@walzstahlhandel-essen.de www.walzstahlhandel-essen.de

stahlmarkt 11.2018


Additive Fertigung/3-D-Druck 53

Additive Fertigung im Fokus

Emag beteiligt sich an Pionier im Metall-3-D-Druck

Die Additive Fertigung mit Metallwerkstoffen gehört ab sofort zum Angebotsportfolio der Emag-

Gruppe: Der Hersteller vertikaler Pick-up-Drehmaschinen und Anbieter von modularen Turn-Key-

Fertigungslösungen hat eine Minderheitsbeteiligung am Berliner Unternehmen Gefertec erworben, das

seit seiner Gründung im Jahr 2015 die Entwicklung des Verfahrens 3DMP ® (3D Metal Print) vorantreibt.

Gemeinsames Ziel der beiden Unternehmen

ist die weltweite Vermarktung dieser

laut Emag besonders effektiven

3-D-Technologie auf Basis von Schweißdraht.

Außerdem steht die Entwicklung von

neuen 3DMP-Maschinen und -Anwendungen

im Zentrum der strategischen Partnerschaft.

Der Ausgangswerkstoff beim 3DMP-Verfahren

ist feiner Draht – per Lichtbogen

wird er Lage für Lage zu einem kompletten

Bauteil verschweißt. So entstehen beliebige

geometrische Formen. Der Gesamtprozess

sei deutlich schneller als bei anderen

3-D-Druckverfahren, die auf Metallpulver

als Ausgangswerkstoff setzen, teilt Emag

mit. Außerdem seien die Werkstoffkosten

deutlich niedriger, und das eingesetzte

Material werde komplett ausgenutzt. »Das

Verfahren ist ausgereift, prozesssicher und

effektiv – das sind Kriterien, die für unsere

Investitionsentscheidung wichtig waren«,

erklärt Markus Heßbrüggen, CEO der

Emag-Gruppe. »Zudem passt die Kooperation

mit Gefertec perfekt zu unserer Strategie,

Lösungen für die Komplettbearbeitung

sehr vieler Bauteile bereitzustellen. Neben

der Großserienfertigung rücken dabei

zunehmend auch Kleinstserien in den

Fokus. Und genau in diesem Feld eröffnet

die 3DMP-Technologie herausragende

Möglichkeiten.«

Markus Heßbrüggen, CEO der Emag-Gruppe

Foto: Emag

zurückgreifen könne, so Emag. Das breite

Anwendungsportfolio von Emag stelle

dabei eine ideale Vertriebsbasis dar, weil die

per 3-D-Druck hergestellten Bauteile spanend

nachbearbeitet würden – hier könnten

Gefertec und Emag zukünftig ganzheitliche

Lösungen anbieten. »Der internationale

‚Footprint‘ unseres Partners und sein

breites Portfolio ist ein ideales Umfeld für

unsere Applikationen und Technologien«,

bestätigt Tobias Röhrich, einer der Gründer

und Geschäftsführer von Gefertec.

Nicht zuletzt steht die Entwicklung von

neuen 3DMP-Maschinen im Fokus der

Kooperation, wobei die Weiterentwicklung

der Kerntechnologie komplett bei den Berliner

Spezialisten für Additive Fertigung

verbleiben soll. Darüber hinaus wollen beide

Unternehmen aber diverse Synergien im

Bereich der Prozessentwicklung, Programmierung

und Datenaufbereitung ausschöpfen.

KONTAKT

EMAG GmbH & Co.KG

Austraße 24

73084 Salach

Tel. +49 7162 170

www.emag.com

Die Vermarktung weltweit vorantreiben

Der Zeitpunkt für die Kooperation ist Emag

zufolge ideal. Demnach befinden sich die

ersten 3DMP-Maschinen bereits im industriellen

Einsatz. Jetzt gelte es, die weltweite

Vermarktung der Technologie voranzutreiben.

Dabei agiere Gefertec auch zukünftig

als eigenständiges Unternehmen, das allerdings

auf die weltweiten Vertriebs- und

Service-Ressourcen der Emag-Gruppe

Beim 3DMP ® -Verfahren wird ein feiner Draht per Lichtbogen zu kompletten Bauteilen verschweißt.

Foto: Gefertec/Emag

stahlmarkt 11.2018


54 Österreich

Weiterer Schritt zur Erhöhung

der Energie- und Ressourceneffizienz

voestalpine schließt Reparatur des Großhochofens am Standort Linz erfolgreich ab

Linz. Mit dem Abschluss der Generalsanierung des Großhochofens A hat die voestalpine Steel Division nach

eigenen Informationen einen weiteren Schritt zur Erhöhung der Energie- und Ressourceneffizienz an ihrem

Stahlstandort Linz gesetzt. Nach einer Reparaturphase von 111 Tagen hat das Aggregat, in dem zwei Drittel der

gesamten Roheisenmenge von jährlich 5 Mill. t in Linz produziert werden, seinen Betrieb erfolgreich

wiederaufgenommen.

Im Zuge der sogenannten Zustellung

– die Gesamtkosten beliefen sich laut

voestalpine auf rund 180 Mill. € – kam es

zu einer umfassenden Erneuerung des extrem

verschleißfesten »Innenlebens«, gleichzeitig

wurden auch sämtliche weitere

Betriebsanlagen, die dem Hochofen zuzuordnen

sind, auf den neuesten Stand der

Technik gebracht. Weitgehend zeitgleich

erfolgte die Zwischenreparatur an einem

der beiden Hochöfen in Leoben-Donawitz.

Die von Juni bis September 2018 dauernde

Zustellung des Großhochofens, der 1977

erbaut und zuletzt 2004 einem tiefgreifenden

Upgrading unterzogen wurde, umfasste

neben der Erneuerung des Feuerfestmaterials

auch die Modernisierung sämtlicher

peripherer Anlagen wie Winderhitzer, Gasversorgung

und Entstaubungssysteme. Der

Fokus lag darüber hinaus auf der Installation

neuer digitaler Mess- und Steuerungsinstrumente.

»Durch die frühzeitige Einbindung

der Kunden und den konsequenten

Aufbau eines entsprechenden Vormateriallagers

konnte auch in der Reparaturphase

die gewohnte Lieferperformance aufrechterhalten

werden«, teilte die voestalpine mit.

Der generalsanierte Großhochofen A am Standort Linz

Digitalisierung für höhere

Ressourceneffizienz

Zu den implementierten Technologien zählen

etwa der 3-D-Radar zur Ermittlung der

optimalen Rohstoffverteilung oder die automatisierte

Temperaturmessung im Inneren

des Hochofens. An der Vorbereitung und

Umsetzung dieses Großprojektes arbeiteten

nach Unternehmensangaben rund 160 Mitarbeiter

im Kernteam der voestalpine, während

gleichzeitig über ein Jahr lang insgesamt

1.000 Personen auf der Baustelle

beschäftigt waren. Für die Planung der

Zustellung wurde eine spezielle Simulationssoftware

eingesetzt, die den gesamten

Anlagenbereich sowie Prozessszenarien

digital abbildete. Dieses Tool werde künftig

auch im laufenden Betrieb des Hochofens

zur Anwendung kommen, kündigte die

voestalpine an.

Hochofen-Zwischenreparatur in

Leoben-Donawitz

Parallel zum Großprojekt in Linz wurde

auch einer der beiden Hochöfen der Metal

Engineering Division in Leoben-Donawitz

einer Zwischenreparatur unterzogen. Nach

64 Arbeitstagen ging das Aggregat, das für

rund die Hälfte der Roheisenproduktion von

rund 1,5 Mill. t am steirischen Standort verantwortlich

zeichnet, wieder in den Normalbetrieb

über. Die Kosten für die Reparatur,

die dort routinemäßig alle vier Jahre an

jedem der beiden Öfen durchgeführt werde,

hätten sich »auf vergleichsweise niedrige

14 Mill. €« belaufen, so die voestalpine.

»Das umfassende Upgrading des Hochofens

A ist eine wichtige Absicherung des

Standortes Linz mit seinen rund 11.000

Mitarbeitern für das kommende Jahrzehnt.

Gleichzeitig stellt der hohe technische Standard

dieses Aggregats auch die Basis für die

Belieferung unserer weiterverarbeitenden

Werke mit hochqualitativen Stahlgüten

dar«, betonte Wolfgang Eder, Vorstandsvorsitzender

der voestalpine AG.

KONTAKT

voestalpine AG

voestalpine-Straße 1

4020 Linz/Österreich

Tel. +43 50304 150

www.voestalpine.com

Foto: voestalpine

stahlmarkt 11.2018


Österreich 55

Technologiewechsel:

Eine Erfolgsgeschichte

mit Wasserstrahl

Wieselburg-Land/Österreich. Die österreichische Gröbner GmbH stieg

2016 in die Wasserstrahl-Technologie ein, zwei Jahre später ist die Anlage

mit Schneidaufträgen nahezu durchgehend ausgelastet.

In den 60 Jahren ihres Bestehens hat

sich die Gröbner GmbH vom klassischen

Steinmetz-Betrieb zum Spezialisten für

Maßanfertigungen im Bereich Küche und

Bad entwickelt. Heute produziert Inhaber

Rainer Gröbner zusammen mit seinen Mitarbeitern

ausschließlich Maßzuschnitte für

Arbeitsplatten, Waschtische und Fliesen.

Geschnitten wird mit einer CNC-Säge und

einem CNC-Bearbeitungszentrum, und

zwar hauptsächlich Platten aus Naturstein,

Keramik und Komposit.

Nachfragebedingt entwickelt sich Gröbners

Kernmarkt verstärkt hin zu Keramik. In

der Verarbeitung erweisen sich die großen

Keramikplatten jedoch als Problem. Beim

Trennen mit der Säge schmelzen Gröbner

zufolge die Diamanten in den Sägeblättern,

sodass mit gedrosselter Geschwindigkeit

geschnitten werden müsse, um eine stabile

Schneidqualität zu gewährleisten. Demnach

brechen immer wieder Platten beim

Zuschnitt, sodass es zu Lieferverzögerungen

und teurem Materialverlust komme. Bei seiner

Suche nach einer Fertigungsalternative

für die traditionelle Säge entdeckt Gröbner

die Wasserstrahl-Technologie – und damit

auch das Unternehmen STM. Der Anbieter

von Wasserstrahl-Schneidsystemen mit Sitz

im österreichischen Eben entwickelt seit

über 25 Jahren Produktionslösungen, unter

anderem für die Stahl-, Aluminium-, und

Metallindustrie. Im Jahr 2016 investiert

Gröbner in eine MasterCut-Anlage mit

einem 3,5 m x 2,5 m großen Schneidtisch

und einem Schneidkopf. »Bruchschäden

bei Keramikplatten sind auf einmal eine

Seltenheit und eine Kontur, für die die Säge

2,5 Stunden braucht, wird innerhalb von

15–20 Minuten geschnitten. Das Resultat

sind gerade Schnitte und entsprechend bessere

Passgenauigkeit bei kürzeren Produktions-

und Lieferzeiten sowie minimalem

Materialverschleiß«, heißt es in einer Mitteilung

des Unternehmens STM. Heute,

zwei Jahre später, ist die Anlage laut Gröbner

mit Schneidaufträgen für Keramik

nahezu durchgehend ausgelastet.

KONTAKT

STM Stein-Moser GmbH

Gewerbegebiet Gasthof Süd 178

5531 Eben/Österreich

Tel. +43 6458 200140

www.stm.at

Freund der Wasserstrahl-Technologie: Unternehmensinhaber Rainer Gröbner ist sichtlich

zufrieden mit seiner Investition in die Zukunftstechnologie.

Foto: STM

AUGUST KIRBERG

STAHLSERVICE

Unser Unternehmen ist die Handelsgesellschaft

einer mittelständischen

Firmengruppe mit Sitz in

NRW. Eine gute Marktposition, angeschlossene

Produktstätten mit

hoher Flexibilität und Produktionsqualität

sowie ein hochmotiviertes

Team bilden gute Vorraussetzungen

für eine weiterhin positive

Geschäftsentwicklung.

Für unser Unternehmen suchen

wir zum frühmöglichsten Termin

jeweils eine/n

Spaltbandverkäufer/in

mit fundierten Marktkenntnissen

für den

Außendienst BeNeLux

und für den Innen- und

Außendienst in NRW

Die Positionen erfordern gute

Markt- und Produktkenntnisse

im Flachstahlbereich,

Schwerpunkt Bandstahl, kaufmännische

Kompentenz sowie

engagiertes, zielgerichtetes

Handeln und sicheres Auftreten.

Wir bieten eine interessante und

verantwortungsvolle Tätigkeit mit

großem Handlungsspielraum und

ein attraktives, leistungsgerechtes

Einkommen.

Wenn Sie sich angesprochen

fühlen und Ihre berufliche Zukunft

in einem dynamischen

Unternehmen aktiv gestalten

wollen, dann senden Sie bitte Ihre

Bewerbungsunterlagen an:

August Kirberg Stahlservice GmbH

Arrenberger Str. 59-65

42117 Wuppertal

oder per E-Mail:

bewerbung@kirberg.de

stahlmarkt 11.2018


56 Österreich

Hightech-Standort in Österreich

Zentrum für Schweißtechnik eröffnet

Eberstalzell. Die EWM AG hat im österreichischen Eberstalzell ein rund 2.000 m² großes Kompetenzzentrum für

alle Fragen rund um das Lichtbogen-Schweißen eröffnet. Mit dem Umzug in den direkt an der Autobahn A 1

gelegenen Neubau schafft der seit mehr als 30 Jahren in der Alpenrepublik tätige Schweißtechnik-Hersteller die

Basis für weiteres nachhaltiges Wachstum.

Bereits 2006 eröffnete EWM einen

eigenen Standort in Österreich, um noch

näher am Kunden zu sein und eine schnelle

sowie zuverlässige Betreuung zu sichern.

»Der komplette Neubau unseres Standorts

im verkehrsgünstig gelegenen Eberstalzell

war für uns die einmalige Gelegenheit,

unsere Räumlichkeiten bedarfsgerecht einund

auszurichten«, erklärt Heinz Stephan,

Geschäftsführer von EWM Österreich.

»Dabei haben wir großen Wert auf einen

höchstmöglichen Ausstattungsstandard

und die Nachhaltigkeit des Gebäudes

gelegt. So erfüllen wir sowohl die aktuellen

als auch die in den kommenden Jahren zu

erwartenden Anforderungen unserer Kunden.«

Rund 3,5 Mill. € hat EWM eigenen

Informationen zufolge in den Neubau auf

der grünen Wiese investiert. Nun stehen

dem weltweit agierenden Schweißtechnik-Hersteller

in Eberstalzell 400 m² Bürofläche,

eine voll ausgestattete Lagerhalle

sowie jeweils eigene, rund 250 m² große

Bereiche für Service- und Anwendungstechnik

zur Verfügung.

Bernd Szczesny (Bildmitte), Vorstandsvorsitzender der EWM AG, freute sich bei der Eröffnung

des neuen Standorts Eberstalzell mit dem österreichischen EWM-Team.

Hightechstandort in Österreich

Der neue Standort dient als Technologieund

Wissenszentrum sowie als Anlaufstelle

für alle schweißtechnischen Anforderungen

in Österreich. In dem nach Unternehmensangaben

hochmodern ausgestatteten

Bereich für die Anwendungstechnik stehen

neben den neuesten EWM-Schweißgeräten

auch Schweißroboter und Automatisierungskomponenten

für Praxisanwendungen

bereit. Die Experten von EWM entwickeln

gemeinsam mit den Kunden individuelle

Schweißparameter und Anwendungslösungen,

mit denen sich auch komplexe

schweißtechnische Fertigungsprozesse und

-systeme optimieren lassen. Im über 1.000

m² großen Lagerbereich bevorratet der Hersteller

sein gesamtes Produktportfolio für

manuelle und automatisierte Anwendungen.

Dazu zählen neben Schweißgeräten

und -brennern auch Schweißzusatzwerkstoffe

und alle weiteren für das Schweißen

erforderlichen Komponenten wie Ersatzund

Verschleißteile sowie schweißtechnisches

Zubehör für die Arbeitssicherheit.

Insgesamt hat EWM seine Lagerfläche mit

dem Neubau verdoppelt und damit seine

Verfügbarkeit und Lieferfähigkeit noch weiter

gesteigert. Standardartikel liefert der

Schweißtechnik-Hersteller beispielsweise

innerhalb von maximal zwei Tagen.

Wachstumskurs fortgesetzt

In den Neubau hat EWM auch einen Bereich

für Service und Reparatur integriert. Dort

stehen unter anderem Brennerprüfgeräte

der neuesten Generation, Scherenhubtische

sowie eine Werkbank für die Reparatur von

langen Schlauchpaketen zur Verfügung. Ein

besonderes Augenmerk hat das Unternehmen

beim Bau der neuen Räumlichkeiten

auf eine hohe Energieeffizienz gelegt. So

sorgen beispielsweise zwei an der Hallendecke

montierte Gas-Dunkelstrahler für

eine wirtschaftliche und punktgenaue Temperatursteuerung

im Lagerbereich. Im Bürogebäude

erfolgt die Klimatisierung mittels

Luft-Luft-Wärmepumpe und Heiz-/Kühldecken.

Darüber hinaus setzt EWM mit dem

Neubau auch seinen eigenen Wachstumskurs

in Österreich fort: Bis 2020 plant das

familiengeführte Unternehmen, das Team

in Eberstalzell von derzeit 16 auf 20 Mitarbeiter

aufzustocken. Ab 2025 sollen bis zu

30 Schweißtechnik-Experten die Kunden

von EWM in Österreich betreuen. »Der

neue Standort bietet uns ausreichend Platz,

um weiter zu wachsen und unsere Kunden

auch langfristig optimal mit unserer hochmodernen

Schweißtechnik zu versorgen«,

sagt Geschäftsführer Heinz Stephan.

KONTAKT

EWM AG

Dr. Günter-Henle-Straße 8

56271 Mündersbach

Tel. +49 26 80 1810

www.ewm-group.com

Foto: EWM AG

stahlmarkt 11.2018


Schweiz 57

Axalta erhält Tell Award für Investitionen

Basel. Axalta, ein Anbieter von Flüssig- und Pulverlacken, wurde mit dem

14. Tell Award für seine Investitionen ins schweizerische Basel geehrt.

Schweizer Konzern

investiert in Produktionsanlage

in China

CHANGZHOU/China. Kürzlich

führte der Werkzeugbauer GF

Machining Solutions den ersten

Spatenstich für sein neues Phase-II-

Projekt im Changzhou National

Hi-Tech District aus.

Axalta erhält Tell Award 2018: (v.l.) Daniel Bangser, Director Nordamerika, SGE; Astrid Oyo

Hoffmann, Chief Representative Nordamerika für BaselArea.swiss; Robert Ferris, Axaltas Vizepräsident

für Corporate Affairs; Gabriela Güntherodt, Mitglied der Geschäftsleitung, Leiterin

Internationale Märkte & Promotion für Basel Area.swiss; Patrik Wermelinger, Head Investment

Promotion, SGE.

Der Award wurde am 11. Oktober

2018 von Giorgio Pompilio, dem Generalkonsul

für die Schweiz in New York, in der

Swiss Residence in New York, USA, an

Robert Ferris, Axaltas Vice President für den

Bereich Corporate Affairs, übergeben.

Am 1. Juli 2016 eröffnete Axalta seinen

Hauptsitz für die Region Europa, den Nahen

Osten und Afrika (EMEA) in Basel mit dem

Ziel, den EMEA-Hauptsitz an einem zentralen

Ort anzusiedeln, der die vom Unternehmen

verfolgte regionale sowie internationale

Ausrichtung widerspiegelt. Robert

Ferris erklärt: »Unser Sitz im Zentrum von

Basel ermöglicht uns den direkten Kontakt

zu einem ausgezeichneten regionalen

Talentpool für unsere Branche und macht

uns gleichzeitig attraktiv für internationale

Experten unserer Geschäftsbereiche. Axalta

entwickelt sein Führungskräfte- und Unternehmensmanagement

ständig weiter, und

der Hauptsitz in Basel nimmt dabei eine

zentrale Rolle ein.«

Der Namensgeber des Tell Awards ist der

Schweizer Nationalheld Wilhelm Tell.

www.axaltacs.com

Foto: Axalta

Die 48 Mill. USD (knapp 42 Mill. €) teure,

32.000 m 2 umfassende Anlage, die auf

einem Areal von 5,14 ha erbaut wird, soll

nach Unternehmensangaben mit einem

Fertigungsbetrieb und Büros ausgestattet

werden. »Der hauptsächliche Schwerpunkt

wird auf Forschung, Entwicklung und Produktion

von hochklassigen Werkzeugmaschinen

liegen, mit der Zielsetzung, GF

Machining Solutions als Fertigungsbasis

und F&E-Zentrum der Weltklasse für solche

Geräte zu etablieren«, teilt der Werkzeugbauer

mit. Changzhou GF Machining Solutions

ist eine Tochtergesellschaft des in der

Schweiz beheimateten Unternehmens

Georg Fischer. Die Gruppe beschäftigt mehr

als 15.800 Mitarbeiter auf der ganzen Welt

und konnte im Jahr 2017 Umsätze von 4,2

Mrd. Schweizer Franken (circa 3,68 Mrd. €)

verzeichnen. Der Changzhou National

Hi-Tech District liegt im Herzen des Jangtse-Deltas.

Dort befinden sich mehr als

1.600 Unternehmen mit ausländischer

Beteiligung.

www.gfms.com

Perfektion im Auge des Coils

Vielen Dank –

für Ihren Besuch auf

der EuroBLECH 2018

Mehr Informationen zu PFEIFER-

Coilzangen finden Sie unter

www.pfeifer.info/coilzangen

PFEIFER

Seil- und Hebetechnik GmbH

www.pfeifer.info

stahlmarkt 11.2018


58 Aus den Unternehmen

The Coatinc Company wartet

mit neuer Webseite auf

Siegen. Im Rahmen der Weiterentwicklung ihrer

Unternehmenskommunikation hat The Coatinc Company (TCC)

ihre Website einem Relaunch unterzogen.

Der digitale Auftritt wurde anhand des

Themas »Wahre Werte« neu durchdacht

und gestaltet, sodass er nach Unternehmensangaben

neue Standards im Gesamtbild

setzt.

»Wahre Werte« sollen inhaltlich für die

Vielschichtigkeit der gesamten Unternehmenskultur

stehen – und für »die Überzeugung,

sich stetig weiterzuentwickeln und

dabei Innovationen voranzutreiben. Gleichzeitig

liegt der Fokus kontinuierlich auf der

Wahrung der Tradition und bewährter Prozesse,

die The Coatinc Company seit über

130 Jahren als Familienunternehmen am

Markt betreibt«, teilt der Oberflächenveredler

mit.

»‘Wahre Werte‘ sind für uns die Basis und

der Hintergrund dessen, was wir bieten,

was wir tun und wofür wir stehen – sie sind

gleichermaßen Verpflichtung und Versprechen

unseres Unternehmens. Dies zeigt sich

nun verstärkt auch auf unserer neuen Website«,

so Paul Niederstein, geschäftsführender

Gesellschafter des Unternehmens.

Regional verwurzelt,

international ausgerichtet

The Coatinc Company (TCC)

verbindet Oberflächentechnik

mit einer großen Bandbreite

angeschlossener Dienstleistungen.

Der im südwestfälischen

Mittelstand verwurzelte Betrieb ist zu

einer Unternehmensgruppe mit 22 Tochtergesellschaften

und elf Beteiligungen

gewachsen.

Aus Marketingsicht war es dem Unternehmen

wichtig, ein nachhaltiges Konzept

zu entwickeln. Die Ausrichtung auf Werte

wie Innovation, Nachhaltigkeit sowie Vielfalt,

aber auch Partnerschaft und Kultur waren

eine logische Konsequenz der gesamten

Neuausrichtung. Für die neue Website wurden

vielschichtige Referenzprojekte in ganz

Europa besucht und für eine bildhafte Darstellung

professionell in Szene gesetzt.

Umrahmt wird der neue Auftritt mit einem

Image-Film, welcher die gesamte Coatinc-Welt

emotional präsentieren soll.

Die Menschen suchen sie, die Welt braucht

sie: wahre Werte. Ausschnitt aus der

relaunchten Webseite des Unternehmens

»The Coatinc Company«

KONTAKT

The Coatinc Company Holding

GmbH

Steinstraße 5

57072 Siegen

Tel. +49 234 52905 25

www.coatinc.com

Quelle: The Coatinc Company

Vielseitigkeit ist unsere Spezialität.

Als Ihr Stahl-Service-Center finden wir für jede

Anwendung die richtige Stahlvariante.

• Individuell

• Umfangreich

• Unabhängig

Möglichkeiten

SPALTBAND ZUSCHNITTE STANDARDFORMATE

stahlmarkt 11.2018


Aus den Unternehmen 59

Kasto präsentiert neue

Hochleistungs-Hartmetallmaschine

Kasto hat seine tec-Bandsägeautomaten umfassend überarbeitet.

Foto: KASTO Maschinenbau GmbH & Co. KG

Der optimale Einsatz von Hartmetall-Sägebändern

lag dabei im Fokus der

Entwickler, wie der Säge-und Lagertechnikspezialist

mitteilt. Weitere Neuerungen

betreffen den Sägevorschub, den Hauptantrieb

sowie ein System zur automatischen

Anpassung der Vorschubgeschwindigkeit.

Die Kastotec stand nach Unternehmensangaben

schon immer für hohe Zerspanungsleistung

und geringe Nebenzeiten.

Möglich sind die kürzeren Schnittzeiten

und höheren Sägebandstandzeiten demnach

durch einen Stahlmineralguss-Verbund,

der auch bei schwer zerspanbaren

Werkstoffen ein hohes Maß an Dämpfung

und Laufruhe garantieren soll.

Neu ist der stufenlos einstellbare elektromechanische

Sägevorschub mit zwei

Servomotoren und Kugelrollspindeln, welcher

Kasto zufolge »die besten Voraussetzungen

für ein effizientes, feinfühliges und

werkzeugschonendes Arbeiten bildet. Die

sensorikarme Sägevorschubsteuerung

ermöglicht nicht nur während des An- und

Ausschnitts, sondern auch während des

gesamten Sägevorgangs eine kontinuierliche

Anpassung der Schnittparameter. Der

Anwender erhält damit eine maximale

Leistung und Werkzeugschonung.« Der

Standzeit des Werkzeugs komme auch

eine neue Doppel-Sägebandreinigung

zugute, bei der die Bürsten über ihre

gesamte Lebensdauer automatisch nachgestellt

und optimal zum Sägeband positioniert

würden, so Kasto.

Neben den technischen Optimierungen

hat auch der Bediener zusätzlichen Einfluss

auf die Werkzeugkosten und die Schnittzeiten.

Kasto: »Indem er über die intuitive

Steuerung sämtliche Parameter optimal an

den eingesetzten Sägebandtyp anpassen

Die neue KASTOtec AC 5 sägt

Rundmaterial von bis zu 530

mm Durchmesser.

kann, reduziert sich je nach Sägeband die

Schnittzeit um bis zu 50 %.«

Neu ist auch der frequenzgeregelte

Kegelstirnrad-Sägeantrieb, der laut Kasto

über eine Antriebsleistung von 15 kW und

eine stufenlos einstellbare Schnittgeschwindigkeit

von 30 bis 300 m pro min

verfügt.Die neue Generation enthält

zudem das Feature Kastorespond. Das System

soll für die ideale Einstellung der

Maschine beim Sägen von Vollmaterial,

Rohren und Profilen sorgen und für jede

Baugröße zur Verfügung stehen.

www.kasto.com

FORMZUSCHNITTE

KONTUREN

www.stahlo.de

stahlmarkt 11.2018


60 Aus den Unternehmen

Erfolg bei TOP 100:

Die Bayerische Metallwerke GmbH gehört

zu den Innovationsführern 2018

Ludwigsburg. Zum 25. Mal kürt der Wettbewerb TOP 100 die innovativsten Firmen des deutschen Mittelstands.

In diesem Jahr zählt auch die Bayerische

Metallwerke GmbH zu den Gewinnern.

Als Mentor des Wettbewerbs verlieh

Rangar Yogeshwar dem Unternehmen aus

Dachau den begehrten Preis im Rahmen des

fünften Deutschen Mittelstands-Summits in

Ludwigsburg. »Der oberbayerische Betrieb

überzeugte in einem unabhängigen Auswahlverfahren

dank seiner durchdachten

und effizienten Prozesse die Juroren des

jährlichen Unternehmensvergleichs. Das

familiengeführte Unternehmen setzt bei

seiner täglichen Arbeit auf eine besondere

Kundennähe und stellt in diesem Rahmen

maßgeschneiderte Erzeugnisse aus Wolfram

sowie Molybdän her«, heißt es in einer Mitteilung

der Bayerischen Metallwerke.

»Unsere Stärke ist es, die Produkte

ge mein sam mit den Anwendern zu entwickeln

und sie exakt auf deren Bedürfnisse

zuzuschneiden«, erklärt Sebastian Freiherr

von Cetto, Mitgesellschafter und Produktionsleiter

der Bayerischen Metallwerke.

»Seit 1926 gehören wir damit zu den wenigen

Herstellern weltweit, die eigene Forschung

und Entwicklung im Bereich der

Schwermetallerzeugnisse vorweisen können.

So entstanden in unserem Werk beispielsweise

die ersten Elektroden der Welt

für das Schweißen von Aluminium und

hochlegiertem Edelstahl.« Auf diese Weise

hebt sich das Unternehmen nach eigenen

Angaben deutlich von reinen Händlern und

Bearbeitern dieser besonderen Rohstoffe

ab. Dank seiner Herangehensweise kann es

sich demnach ganz auf Kundenwünsche

und Sonderanfertigungen einstellen. Der

Schwerpunkt der Produktion liegt dabei auf

individuell gefertigten Elektroden, Halbzeugen

und Konstruktionsteilen für höchst

spezielle Einsatzgebiete, die in insgesamt

58 Länder der Welt geliefert werden.

Im Jahr 1911 ursprünglich als Wolfram

Drahtfabrik GmbH zur Herstellung und Verarbeitung

von Wolfram und Molybdän vom

Urgroßvater der heutigen geschäftsführenden

Gesellschafterin, Marion Freifrau von

Auf einen Blick: Der Wettbewerb TOP 100

Seit 1993 vergibt die compamedia GmbH das »TOP 100«-Siegel für besondere

Innovationskraft und überdurchschnittliche Innovationserfolge an mittelständische

Unternehmen. Die wissenschaftliche Leitung liegt seit 2002 in den Händen von

Professor Nikolaus Franke, dem Gründer und Vorstand des Instituts für

Entrepreneurship und Innovation der Wirtschaftsuniversität Wien. Mentor von TOP

100 ist der Wissenschaftsjournalist Ranga Yogeshwar. Als Projektpartner sind

außerdem die Fraunhofer-Gesellschaft zur Förderung der angewandten Forschung

und der Bundesverband mittelständische Wirtschaft (BVMW) involviert.

Strahlende Gewinner: (v.l.) Sebastian Freiherr von Cetto (Produktionsleiter), Angelika Freifrau

von Cetto (Marketingleiterin), Eckhard Koll (Beiratsvorsitzender), Rangar Yogeshwar (Mentor

TOP 100), Marion Freifrau von Cetto (Geschäftsführende Gesellschafterin) und Karin Koll

(Beiratsmitglied).

Cetto, in Berlin gegründet, firmierte das

Unternehmen 1928 in die Gesellschaft für

Wolfram Industrie mbH um. 1943 wurde

der Firmensitz nach Traunstein verlagert, wo

Mitte der 1950er-Jahre weitere Produktionsgebäude

errichtet wurden. Nach dem Tod

der Gesellschafterin Helga Freifrau von Cetto

übernahm 1974 ihre Tochter Marion

Freifrau von Cetto als Eigentümerin die Leitung

des Unternehmens. 1991 kaufte die

Gesellschaft für Wolfram Industrie den Konkurrenten

Bayerische Metallwerke in Dachau

auf, der bereits seit 1926 auf dem Markt

aktiv war, und erweiterte so seine Produktpalette.

Beide Unternehmen produzieren

ausschließlich in Deutschland. Am Standort

Dachau sind aktuell 57, in Traunstein derzeit

63 Mitarbeiter beschäftigt.

KONTAKT

BayerischeMetallwerke GmbH

Leitenweg 5

85221 Dachau

Tel. +49 8131 7030

www.wolfram-industrie.de

Foto: compamedia GmbH

stahlmarkt 11.2018


Aus den Unternehmen 61

Mapal komplettiert Portfolio seiner

Standardfräswerkzeuge

Mit einem Fräsprogramm aus gepressten,

radialen ISO-Wendeschneidplatten

komplettiert das Unternehmen »Mapal Präzisionswerkzeuge

Dr. Kress KG« das Portfolio

seiner Standardfräswerkzeuge. Bisher

Mapal präsentiert sein Fräsprogramm mit

gepressten, radialen ISO-Wendeschneidplatten

und komplettiert damit das Portfolio der

Standardfräswerkzeuge.

Foto: Mapal

lag der Fokus des Unternehmens hauptsächlich

auf einem Fräsprogramm mit

geschliffenen tangentialen ISO-Wendeschneidplatten.

Diese kommen insbesondere

bei Sonderanwendungen, sehr großem

Aufmaß, instabilen Bedingungen oder bei

Scheibenfräsern zum Einsatz.

»Das bei diesen Sonderanwendungen

gesammelte, umfassende Know-how hat

Mapal in die neue Serie an Fräsern mit radialen

ISO-Wendeschneidplatten einfließen

lassen«, teilt das Unternehmen mit. Demzufolge

sind die neuen, leistungsstarken

Plan-, Eck-, Nut- und Walzenstirnfräser zum

Schruppen sowie zur mittleren Bearbeitung

von Guss, Stahl und rostfreiem Stahl ausgelegt.

Sie verfügen nach Unternehmensangaben

über passend ausgestaltete Grundkörper

mit der richtigen Zähnezahl für die

jeweilige Anwendung. Für die Fräser sind

positive und negative Wendeschneidplatten

aus vier verschiedenen PVD-Schneidstoffen,

basierend auf neu entwickelten Hartmetallsubstraten

und Beschichtungen, verfügbar.

Je nach Anforderung komme die wirtschaftlich

effizienteste Variante zum Einsatz.

So könne beispielsweise beim Planfräsen

zwischen acht und 16 Schneidkanten

pro radialer ISO-Wendeschneidplatte, beim

Eckfräsen zwischen zwei, vier und acht

Schneidkanten gewählt werden.

KONTAKT

MAPAL Präzisionswerkzeuge Dr.

Kress KG

Obere Bahnstraße

73431 Aalen

Tel. +49 73 61 5 850

www.mapal.com

Lagerung und

Sonderverarbeitung von

Coils, Rohlingen und

Blechen aus Edelstahl

www.stainlessband.co.uk

T: +44 (0) 1274 566 831

E: sales@stainlessband.co.uk

Stainless Band ist ein

kundenorientierter, führender

Hersteller von Erzeugnissen

aus Edelstahl-Coils für viele

Fertigungsbetriebe in Europa.

Wir sind Multi-lingual

• Zuschnitte • Kantenversäuberung • Rundkanten • Ablängen

• Aufgewickelte Spulen • Packengewickelte Ringe • Bleche • Rohlinge

• Bandschlösser und Bänder • Polieren

@stainlessband1


62 Stahl Termine

Termin / Ort Thema Veranstalter Info / Kontakt

5.11.2018

Stuttgart

International Vision Night European Machine Vision Association +34 931 80 70 60

www.emva.org

5.-7.11.2018

Cartagena de Indias

Alacero-59 Latin American Steel

Conference

Alacero - Latin American Steel

Association

+56 2 2233 0545 14

www.alacero.org

5.-9.11.2018

Krefeld

7.11.2018

Stuttgart

38. Aufbaustudium für Führungskräfte,

3. Woche

Methodenplanung im Großwerkzeugbau

Stahl-Akademie +49 2 11 6707 454

www.stahl-online.de

Forschungsgesellschaft Umformtechnik

+49 711 2263873

www.fgu-mbh.de

7.-8.11.2018

Dortmund

15.11.2018

Stuttgart

SOLIDS Dortmund 2018 Easyfairs Deutschland GmbH +49 89 127 165 117

www.easyfairs.com/de/schuettgut-recycling-technik-2018

Anwendertag Stahl- und Metallhandel

Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik

und Automatisierung IPA

+49 711 970-1549

www.ipa.fraunhofer.de

19.-20.11.2018

Düsseldorf

Strategische Stahl- und Rohstoffbeschaffung

Bundesverband Materialwirtschaft,

Einkauf und Logistik e.V. (BME)

Akademie

+49 69 30838-0

www.bme.de/stahl_

rohstoffbeschaffung

21.-23.11.2018

Wien

3rd Metal Additive Manufacturing

Conference

ASMET Austrian Society for Metallurgy

and Materials

+43 3842 402 2290

www.mamc2018.org

22.11.2018

Zwingenberg

27.-29.11.2018

Mumbai

29.11.2018

Leipzig

29.-30.11.2018

Bergamo

4.-5.12.2018

Duisburg

16.-17.1.2019

Hamburg

22.-24.1.2019

Mumbai

5.-8.2.2019

Leipzig

13. Bauteilreinigungstag SurTec Deutschland GmbH +49-6251-171-711

www.SurTec.com

Wire India, Tube India und

Metallurgy India 2018

Messe Düsseldorf GmbH

www.wire-india.com

www.tube-india.com

www.metallurgy-india.com

Zukunft Bauen in Europa WV Stahl, IFBS +49 02116707-834

www.stahl-online.de

Clean Tech 4 – The 4th European

Conference on Clean Technologies

in the Steel Industry

Stahlkauf kompakt

Associazione Italiana di Metallurgia +39 02 76021132

www.aimnet.it/cleantech4.htm

Bundesverband Materialwirtschaft,

Einkauf und Logistik e.V. (BME)

Akademie Bundesverband

Deutscher Stahlhandel (BDS AG)

+49 69 30838-0

www.bme.de/stahleinkauf

aaa – all about automation hamburg untitled exhibitions GmbH +49 711 217267 10

info@untitledexhibitions.com

India Steel FICCI www.indiasteelexpo.in

Intec und Z 201 Leipziger Messe www.messe-intec.de

www.zuliefermesse.de

12.-13.2.2019

Nürtingen

12.-13.3.2019

Friedrichshafen

28.-29.3.2019

Aachen

8. Fachtagung Entgrattechnologien

und Präzisionsoberflächen

aaa – all about automation

friedrichshafen

33. Aachener Stahlkolloquium –

Umformtechnik

fairXperts GmbH & Co. KG +49 7025 84340

www.wissenstransfer.events

untitled exhibitions GmbH +49 711 217267 10

www.automation-friedrichshafen.com

Institut für Bildsame Formgebung - IBF +49 241 80 95922

www.ibf.rwth-aachen.de

28.-29.3.2019

Wien

ASMET Werkstofftechniktagung

2019 & 31. Härtereitagung

ASMET

Wirtschaftskammer Österreich

+43 3842 402 2290

asmet.org

1.-5.4.2019

Hannover

Hannover Messe 2019 Deutsche Messe AG +49 511 890

www.hannovermesse.de

4.-5.4.2019

Ulm

28. Fachtagung Industrielle Bauteilreinigung

Fachverband industrielle Teilereinigung

e.V. (FiT)

+49 7025 8434-11

www.wissenstransfer.events

10.-12.4.2019

Villingen-Schwenningen

Dreh- und Spantage Südwest (DST)

SMA Südwest Messe- und Ausstellung-GmbH

+49 7720 9742-0

www.südwest.de

7.-9.5.2019

Beijing

12.-16.5.2019

Aachen

ACHEMASIA International Exhibition,

Congress on Chemical Engineering

and Biotechnology

11th Tooling 2019 – Conference &

Exhibition

DECHEMA Ausstellungs-GmbH

www.achemasia.de

Steel Institute VDEh +49-241-88970-300

https://tooling2019.com

14.-16.5.2019

Mailand

Made in Steel 2019 Made in Steel srl +39 030 2548 520

www.madeinsteel.it

stahlmarkt 11.2018


Veranstaltungen/Inserentenverzeichnis 63

VERANSTALTUNGEN

13. BAUTEILREINIGUNGSTAG

Zwingenberg. Am 22. November veranstaltet Sur-

Tec in Zwingenberg den 13. Bauteilreinigungstag rund

um das Thema Recycling und Medienaufbereitung.

Interessenten wie Planer, Beschaffer neuer Reinigungsanlagen

und Anlagenbetreiber sind dazu eingeladen,

sich auszutauschen und Kontakte zu knüpfen.

Ein Firmenrundgang bietet die Gelegenheit, interessante

Einblicke in das Unternehmen zu gewinnen.

Wie erreiche ich möglichst lange Badstandzeiten?

Was bedeutet optimale Aufbereitung? Das sind

Fragen, die an diesem Tag beantwortet werden.

INTERNATIONAL VISION NIGHT

Stuttgart. Die 12. International Vision Night

2018 findet am 5. November wieder im Restaurant

»Plenum« statt, das in den Landtagsbau im Herzen

Stuttgarts integriert ist. Mit seinen Glaswänden

haben die Gäste im „Plenum“ eine einzigartige

Aussicht auf das Stuttgarter Schloss und seine Gärten

sowie auf die Oper und den Eckensee. Als Einstimmung

auf die Messetage bietet die International

Vision Night 2018 am Vorabend der VISI-

ON-Eröffnung die perfekte Mischung aus Networking

und Partyatmosphäre in relaxter Umgebung.

METHODENPLANUNG IM

GROSSWERKZEUGBAU

Stuttgart.Die am 7. November stattfindende

Schulung wendet sich an Ingenieure, aus Planung

und Konstruktion im Bereich »Großwerkzeuge«

sowie Meister und Techniker aus dem Produktbereich

»Blechumformung« mit langjähriger Erfahrung.

Beginnend mit einer theoretischen Einführung

in die Methodenplanung ist es das Ziel, den

Teilnehmern weiterführendes verfahrensspezifisches

Fachwissen für die Methodenplanung im

Großwerkzeugbau zu vermitteln.

www.SurTec.com

www.vision-night-emva.org

www.fgu-mbh.de

Inserentenverzeichnis »stahlmarkt« Heft 11.2018

AMCO Metall-Service GmbH

Titel Nissen & Velten Software GmbH 65

Andernach & Bleck GmbH & Co. KG Titel, 31 nokra Optische Prüftechnik und Automation GmbH Titel

August Kirberg Stahlservice GmbH 55 Nordwest Handel AG

Titel

BANDTEC Stahlband GmbH

Titel PETIG Edelstahlhandel GmbH 28

Becker Stahl-Service GmbH & Co. KG

Titel PFEIFER Holding GmbH & Co. KG 57

BEPRO Blech- und Profilstahl Handels-GmbH & Co. KG 9 RADU Stahl GmbH

Titel

BOBE Industrie-Elektronik

Titel R+R Eisenkontor GmbH & Co. KG

Titel

BSH Bandstahl-Service-Hagen GmbH

Titel RSK Stahl- und Fertigteile

Burghardt+Schmidt GmbH

Titel Produktions- und Vertriebs GmbH 41

Business Control Software GmbH 37 SAZ Stahlanarbeitungszentrum Dortmund

Combilift Ltd 19 GmbH & Co. KG

Titel

Coiltec Maschinenvertriebs GmbH 64 SCHÄFER Werke GmbH

Titel

DELTA Qualitätsstahl GmbH

Titel Seppeler Holding & Verwaltungs GmbH & Co. KG 7

DM-Stahl GmbH

Titel SSB Schienensysteme Brandt GmbH 52

Egon Evertz GmbH & Co. KG

Titel Stahlo Stahlservice GmbH & Co. KG Titel, 58, 59

Fritz Himmelmann Elektromotoren GbR 63 Stainless Band Ltd 61

Gima E.k. 17 Universal Eisen und Stahl GmbH 13

HFS Hagener Feinblech Service GmbH

Titel Voß Edelstahlhandel GmbH & Co. KG 21

IMS Messsysteme GmbH

Titel Walzstahlhandel Essen GmbH 52

Karl Diederichs KG

Titel Walzwerke Einsal GmbH

Titel

Kjellberg Finsterwalde Dienstleistungs GmbH 47 Westfälische Metall-Locherei Franz Fahl GmbH

Titel

Klöckner & Co. Deutschland GmbH 67 WILBERS LIFTING GmbH

Titel

KOHLHAGE Fasteners GmbH & Co. KG

Titel

Made In Steel srl 2 Beilagen

Himmelmann_Magnete_180x30 markmann+müller datensysteme 09.07.2004 gmbh18:07 Uhr Seite 68 1 Mac 9 Stahlrohr Opas1:opasdata:d020005:04000027:Anzeigen_Quelldateien_STE_6

GmbH

Messer Cutting Sytems GmbH

Titel Verlag Focus Rostfrei GmbH

Spezial-

Reparaturwerkstatt

Service:

Kostenlose Abholung und

Anlieferung

Garantie:

24 Monate

D-45478 Mülheim/Ruhr, Ruhrorter Straße 112, D-45408 Mülheim/Ruhr, Postfach 10 08 37, Telefon: (0208)423020, Fax: (0208)423780

www.himmelmann-magnete.de

stahlmarkt 11.2018


64 Personalien

VIP-Seite

Arnaud Darmont gestorben

Barcelona. Der EMVA-Standards-Manager

Arnaud Darmont ist am 12. September 2018

infolge eines Unfalls im White Sands National

Monument im US-Bundesstaat New

Mexico gestorben. Das teilte die European

Machine Vision Association (EMVA) mit. Der

39 Jahre alte Belgier war CEO des Unternehmens

Aphesa und seit Anfang 2018 Standards

Manager beim europäischen Bildverarbeitungsverband

EMVA. »Mit dem Tod

von Arnaud verliert die gesamte Imaging

Industrie eine intelligente und engagierte

Person, die wesentlich zur Ausbildung und

Weiterentwicklung der Branche beitrug«,

Arnaud Darmont

Foto: EMVA

sagte EMVA-Präsident Jochem Herrmann.

Darmont habe sein gesamtes Berufsleben

der Computer Vision Industrie gewidmet.

Nach dem Studium der Elektrotechnik an der

Universität Lüttich arbeitete er im Bereich der

CMOS-Bildsensoren und High Dynamic Range

Imaging und gründete 2008 das Unternehmen

Aphesa.

Darmont war viele Jahre aktives Mitglied der

EMVA-1288-Standardisierungsgruppe. Als

Norm-Manager leitete er die Entwicklung

der EMVA-Standards und förderte die

Zusammenarbeit mit anderen bildgebenden

Verbänden bei der Kreation und der Verbreitung

von Vision-Standards.

Peter Schwarze ist neuer

Geschäftsführer der RCG Asia

Pfäffikon/Singapur. Die Managementberatung

Research & Consulting Group AG

(RCG) mit Hauptsitz im schweizerischen Pfäffikon

hat ihre globale Präsenz weiter verstärkt.

Vor ein paar Monaten wurde eine Tochtergesellschaft

in Singapur eröffnet. Mit der

RCG Research & Consulting Asia PTE. Ltd.

Peter Schwarze

Foto: RCG

hat das Unternehmen seine Position im asiatisch-pazifischen

Markt weiter ausgebaut.

Peter Schwarze, neuer Geschäftsführer der

RCG Asia, verfügt über mehr als 20 Jahre

Erfahrung in der Metall- und Miningindustrie

und im Beratungsgeschäft. Er war unter

anderem als CEO Asia / Pacific bei der

Schmolz + Bickenbach Gruppe tätig und

arbeitete in verschiedenen leitenden Positionen

bei der Klöckner & Co Gruppe.

Schmolz + Bickenbach: Eichler stellt

sich nicht zur Wiederwahl

Luzern. Der Verwaltungsratspräsident von

Schmolz + Bickenbach, Edwin Eichler, wird

sich nach mehr als fünf Jahren Zugehörigkeit

nicht mehr zur Wiederwahl in den Verwaltungsrat

stellen. Das teilte der Langstahl-Spezialist

Schmolz + Bickenbach mit.

»Edwin Eichler hat sich entschieden, nicht

mehr für die nächste Amtsperiode zu kandidieren

und wird den Verwaltungsrat des

weltweit führenden Unternehmens für Speziallangstahl

mit Sitz in Luzern zur nächsten

ordentlichen Generalversammlung, geplant

am 30. April 2019, verlassen. Herr Eichler

war seit 2013 Verwaltungsratspräsident der

Gesellschaft und möchte sich nun anderen

Projekten zuwenden«, heißt es in einer Mitteilung.

Den Zeitpunkt habe Eichler damit

begründet, dass er der Gesellschaft Zeit und

Gelegenheit geben wolle, eine geeignete

Persönlichkeit für seine Nachfolge zu finden.

»Herr Eichler zieht eine positive persönliche

Bilanz seiner Zeit im Verwaltungsrat und

sieht die anhaltend gute Ergebnisentwicklung

der letzten Jahre sowie die solide,

zukunftsgerichtete strategische Aufstellung

der Gesellschaft als richtigen Moment für

den persönlichen Abschied«, so Schmolz +

Bickenbach. Bis zu seinem Ausscheiden werde

Eichler seine Aufgaben im Verwaltungsrat

weiterhin vollumfänglich erfüllen und den

Nachfolgeprozess begleiten.

Ihr Anzeigenkontakt:

Wolfgang Locker

Tel. 02203 3584 182

stahlmarkt 11.2018


Firmenschriften 65

nokra

alpha.ti 4.0 – Dickenmessung

8 Seiten, deutsch/englisch

Leistungsfähige, laserbasierte Dickenmessung

ist ein Schlüssel für die

Wettbewerbsfähigkeit vieler Herstellungsprozesse.

Im Zeitalter von Industrie

4.0 steigen die Anforderungen an die

Digitalisierung der Produktionsdaten.

Höhere Datendichten können zu immer

besserem Prozessverständnis, effizienterer

Produktion und höherer, dokumentierter

Qualität führen. In Kürze erfährt

der Leser Wissenswertes über die Vorteile, Labortauglichkeit und

Präzision laserbasierter Dickenmessung.

nokra Optische Prüftechnik und Automation GmbH

Max-Planck-Straße 12, 52499 Baesweiler

Tel. +49 2401 6077 0, Fax +49 2401 6077 11

E-Mail: info@nokra.de, www.nokra.de

Padelttherm

Anlagenbau für elektrisch- und

gasbeheizte Öfen 8 Seiten, deutsch

Im Oktober 1902 unter dem Namen »H.T.

Padelt KG – Spezialgeschäft für die ge samte

keramische Industrie für Brenn- und

Muffelöfen« gegründet, beschäftigte sich

das Unternehmen von Anfang an mit der

Entwicklung und Produktion von

Industrie ofenanlagen. Heute werden dort

modernste Wärmebehandlungsanlagen für

Handwerk und Industrie gefertigt. Das

Unternehmen und seine Leistungen sind

ebenso Gegenstand der Broschüre wie das

Projektmanagement und die erworbenen Zer ti fizierungen. Auch wird der

Bereich »Service und Dienstleistungen« eingehender vorgestellt.

PADELTTHERM ® GmbH

Gewerbeviertel 1, 04420 Markranstädt

Tel. +49 342 057 75 0, Fax +49 342 057 75 27

E-Mail: info@padelttherm.de, www.padelttherm.de

Reinhold Mendritzki Kaltwalzwerk

Passion – Stahl in voller Bandbreite

8 Seiten, deutsch/englisch

Seit fast 50 Jahren produziert das

Reinhold Mendritzki Kaltwalzwerk in

Plettenberg kaltgewalzten Bandstahl.

Das Unternehmen ist die Kernzelle und

die größte Gesellschaft der Mendritzki

Gruppe, die heute an sechs Standorten

über 700 Mitarbeiter beschäftigt und

mehr als 200 Mill. € Umsatz generiert.

Die Broschüre gibt Einblicke in die

Unternehmensgruppe, das Kaltwalzwerk

und einzelne Verarbeitungsschritte. Sie informiert über den daraus

resultierenden Bandstahl, seine Eigenschaften und Anwendungen.

Reinhold Mendritzki Kaltwalzwerk GmbH & Co. KG

Herscheider Straße 102, 58840 Plettenberg

Tel. +49 2391 812 1, Fax +49 2391 812 200

E-Mail: info@mendritzki.de, www.mendritzki.de

Mannesmann Line Pipe

Lieferprogramm

4 Seiten, deutsch

Die Mannesmann Line Pipe GmbH mit

Standorten in Hamm und Siegen ist ein

renommierter Hersteller von HFI

(hochfrequenz-induktiv)-längsnahtgeschweißten

Stahlrohren. Mit einem

Durchmesser zwischen 4,5 und 24 Zoll

werden Stahlrohre von Mannesmann

Line Pipe beim Transport und der

Verteilung von Gasen, Öl, Wasser und

anderen Medien eingesetzt, aber auch

als Konstruktionselement im Stahlbau sowie im Maschinen- und

Anlagenbau. Die Broschüre präsentiert das umfangreiche Lieferprogramm

der Gesellschaft auf einen Blick.

Mannesmann Line Pipe GmbH

In der Steinwiese 31, 57074 Siegen

Tel. +49 271 691 0, Fax: +49 271 691299

E-Mail: info.mlp@mannesmann.com, www.mannesmann-linepipe.com

Im Wettbewerb die Nase vorn

Business-Software

für erfolgreiche Unternehmen

www.nissen-velten.de

stahlmarkt 11.2018


66 Vorschau / Impressum

VORSCHAU 12.2018

Steel International

• Stahlmarkt USA

Branchenbericht

• Baumaschinenindustrie setzt

auf internationale Märkte

Markieren &

Kennzeichnen (Teil 1)

• Industrie 4.0 erzwingt eindeutige

Identifikation

Bauen mit Stahl

• Feuerverzinken verlängert die

Feuerwiderstandsdauer von Stahl

• Starke Unterstützung für anspruchsvolle

Stahlkonstruktionen

• Nachhaltig währt am längsten:

Wegweisendes Parkhaus veredelt

Steel Art

• Ganz großes Kino: Europas größtes

Unterwasser-Filmstudio erhält

Korrosionsschutz

• RWTH Aachen: Metallgewebe

umhüllt Tor zur Zukunft

Stahlstandort Deutschland

• Branche hat genug Verschrottungskapazitäten

für alte Diesel

Personalien

• Unternehmer aus Leidenschaft:

Bundesverdienstkreuz für Stephan

Kufferath

Boomende Branche: Die Märkte verlangen

nach Baumaschinen.

Brandversuche: Forscher der TU München

haben die Verbesserung des Feuerwiderstands

durch Feuerverzinken untersucht.

Zusammenspiel von Kultur und Natur: Auch in

diesem außergewöhnlichen Parkhaus spielt

Stahl eine entscheidende Rolle.

Foto: Shutterstock.com

Foto: TU München

Foto: Janosch Gruschczyk

Impressum

Verlag:

Maenken Kommunikation GmbH

Von-der-Wettern-Str. 25, 51149 Köln

Tel. +49 2203/35 84-0, Fax: +49 2203/3584-185

info@maenken.com, www.maenken.com

Herausgeber:

Dr. Wieland Mänken

Objekt-/Anzeigenleitung:

Wolfgang Locker

Tel.: +49 2203/3584-182, Fax: +49 2203/3584-185

E-Mail: wolfgang.locker@maenken.com

Redaktion:

Philipp Isenbart (V.i.S.d.P.)

Tel. +49 2203/3584-121, Fax: +49 2203/3584-185

E-Mail: philipp.isenbart@maenken.com

Ständige Mitarbeiter in Berlin, Warschau, New York

Redaktionsanschrift:

»stahlmarkt«

Maenken Kommunikation GmbH

Von-der-Wettern-Str. 25, 51149 Köln

E-Mail: stahlmarkt@maenken.com

Druck: Griebsch & Rochol Druck GmbH

Gabelsbergerstraße 1

59069 Hamm

Erscheinungsweise: jeweils zum Monatsanfang.

Bezugspreise: Einzelheft 15,– €, im Jahresabonnement

(12 Ausgaben) 112,– € einschl. Zustellgebühr und

Mehrwertsteuer. Ausland 126,– € einschl. Porto.

Kündigungsfrist bis zum 15. November zum 31. Dezember

des jeweiligen Jahres. Zurzeit gültige Anzeigenpreisliste

Nr. 67.

Copyright: Die Zeitschrift und alle in ihr enthaltenen

Beiträge und Abbildungen sind urheberrechtlich

geschützt. Jede Verwertung außerhalb der durch das

Urheberrechtsgesetz festgelegten Grenzen ist ohne

Zustimmung des Verlags unzulässig. Das gilt insbesondere

für Vervielfältigungen, Übersetzungen, Mikroverfilmungen

und die Einspeicherung und Verarbeitung in elektronischen

Systemen.

Haftung: Für Leistungsminderungen durch höhere Gewalt

und andere vom Verlag nicht verschuldete Umstände

(z. B. Streik) können keine Entschädigungsansprüche von

Abonnenten und/oder Inserenten geltend gemacht werden.

Für unverlangt eingesandte Manuskripte keine Gewähr.

Warenzeichen: Die Wiedergabe von Warenbe zeichnungen,

Handelsnamen oder sonstigen Kenn zeichnungen

in dieser Zeitschrift berechtigt nicht zu der Annahme, dass

diese von jedermann frei benutzt werden dürfen. Vielmehr

handelt es sich häufig um eingetragene Warenzeichen

oder gesetzlich geschützte Kennzeichen, auch wenn sie als

solche nicht eigens gekennzeichnet sind.

IHK-Präsident Wolfgang Mainz (re.)

gratulierte Dr. Stephan Kufferath zum

Erhalt des Bundesverdienstkreuz.

Foto: GKD

Urheberrecht für Autoren: Mit Annahme des Manus

kripts gehen das Recht zur Veröffentlichung sowie die

Rechte zur Übersetzung, zur Vergabe von Nach druckrechten,

zur elektronischen Speicherung in Datenbanken,

zur Herstellung von Sonderdrucken, Fotokopien und

Mikro kopien an den Verlag über. In der unaufgeforderten

Zusendung von Beiträgen und Informationen an den

Verlag liegt das jederzeit widerrufliche Einverständnis, die

zugesandten Beiträge bzw. Informationen in Datenbanken

einzustellen, die vom Verlag oder von mit diesem kooperierenden

Dritten geführt werden.

Erfüllungsort Köln

© 2018 Maenken Kommunikation GmbH, Köln

Printed in Germany

ISSN 0178-6571

stahlmarkt 11.2018


WIR verkaufen Stahl

rund um die Uhr.

Isabel Rose, Kundenberaterin

„Dank des Klöckner Onlineshops haben Kunden tageszeitunabhängig

Zugriff auf unsere Produkte und Services. Stahlbestellung

über Nacht? Kein Problem. Denn wir bei Klöckner

wissen: Wichtige Projekte leben von flexiblen Prozessen. Ein

effizienter Bestellvorgang inklusive höherwertiger Anarbeitung

ist dabei für uns auch online selbstverständlich.“

shop.kloeckner.de

WIR machen den Mehrwert.


ALLE MÖGLICHKEITEN – EINE LÖSUNG.

Stahlhandel · Stahlbearbeitung · Stahlservice

Mögliche Module unserer Lösung

m+m StahlPLUS

Microsoft

Dynamics NAV

Standards

· Einkauf

· Verkauf

· Lager/Logistik

· Produktion

· Finanzmanagement

· Marketing

· Personalwesen

. Projekte

. Service

• Materialpass / flexible Materialeigenschaften

• Anarbeitung

• Verlängerte Werkbank/Lohnarbeit

• Restmengenverwaltung

• Materialverfolgung

• Vormaterialorientierte Fertigung (VOF)

• Werkszeugnisse

• Kalkulation

• Ladungsträgermanagement

• Wissensbasierte Stammdatengenerierung

• Direktgeschäft, Konsignationslager und

Zukauf

• Mobile Scannerlösungen

• Betriebsdatenerfassung (BDE)

• Maschinendatenerfassung (MDE)

• Prüfdatenverwaltung

• Workflow

• Versandplanung

• Avisierung

• Materialdisposition

m+m StahlPLUS im Überblick




Gesamtlösung für Stahlhandel,

-bearbeitung und Service auf Basis

von Microsoft Dynamics NAV

Update-fähig & investitionssicher

Komfortable Unterstützung aller

Geschäftsprozesse



Beliebige Mandantenzahl

Abdeckung aller Leistungs- und

Angebotsbereiche, einschließlich

Anarbeitung – sowohl intern als

auch in Lohnfertigung

Haben Sie noch Fragen?

Wir beraten Sie gern!

Info-Line: 02330 801-0

markmann + müller

Das Software-Haus für die Stahlbranche

→ Gahlenfeldstraße 45 ⋅ 58313 Herdecke ⋅ www.mumdat.de ⋅ +49 (0)2330 / 8 01 - 0

Weitere Magazine dieses Users