architektur119_eMag

architekturonline.com

FACHMAGAZIN

WISSEN, BILDUNG, INFORMATION FÜR DIE BAUWIRTSCHAFT

Erscheinungsort Perchtoldsdorf, Verlagspostamt 2380 Perchtoldsdorf. P.b.b. 02Z033056; ISSN: 1606-4550

01

www.architektur-online.com

Alt & Neu

architektur FACHMAGAZIN

01 2019

Februar 2019

Alt & Neu


NEU

Please

take a seat.

Showroom Wien Gumpendorfer Straße 15 / 9 1060 Wien

se:flex

Selbsteinstellender Drehstuhl

für Wechselarbeitsplätze.

sedus.com


www.architektur-online.com

Editorial

Für unsere Zukunft

Zukunft hängt immer mit Vergangenheit zusammen. Deshalb

sollte man das Oeuvre von Architekten danach beurteilen,

ob sie durch ihre Architekturen für unsere Kinder

und Kindeskinder eine bessere, lebenswerte Umwelt produzieren

und zurücklassen. Es macht keinen Sinn (mehr),

Selbstdarstellungen und Eigenwerbung zu betreiben, zu

sehr ist die Geschichte der Architektur bereits verfahren

– sie bedarf einer dringenden Korrektur.

Der Beruf des Architekten, wie er seit Jahrhunderten üblich

war, ist an seinem Ende angelangt. Der Architekt muss sich

– im Hinblick auf Klimawandel, soziale und ökologische Probleme

– neu definieren und sich klar werden, ob er verlängerter

Arm der Industrie und des Kapitalmarktes ist und bleibt, oder

ob er der Bedeutung des Wortes wieder entsprechen und ein

„architékton“ sein will.

Egal, ob man einer Architektur gegenüber positiv oder negativ

eingestellt ist, Kritik (von krínein, [unter-]scheiden) im Sinne

des „sich Auseinandersetzens“ ist wichtig. Und die Antonyme

„alt und neu“ sind in der Architektur immer anregend und gut

für Diskussionen. Das lässt sich auch an den in dieser Ausgabe

präsentierten Projekten ablesen. Eine kleine Gegenüberstellung

von Beispielen von alten und neuen Architekturen aus

dem arabischen Raum mag zum Nachdenken anregen. Hotels

in den Alpen werden ständig und überall gebaut – worauf man

dabei achten kann oder sollte, ergibt sich aus einer ausführlichen

Buchbesprechung. Ein Kunstzentrum im Dschungel von

Mexiko demonstriert einen anderen Weg der Architektur, einen,

der im völligen Einklang mit der Natur steht. Auch aus

dem Fernen Osten bringt ein Projekt einen unkonventionellen

Zugang zum Thema „Alt und Neu“ im Hinblick auf Nachhaltigkeit.

Ein anderes Projekt zeigt die fast ausschließliche

(Wieder)Verwendung von Ziegel zur Integration in einen

räumlichen und historischen Kontext. In Irland hat ein Architekturbüro

eine alte Kirche in ein Museum verwandelt, ohne

jedoch den geistigen Boden des Ortes zu zerstören. Und ein

Beispiel samt Architekteninterview aus Österreich zeigt, wie

sensibel man auch hier mit alter Substanz umgehen kann.

Natürlich finden Sie auch in der ersten Ausgabe des heurigen

Jahres wieder internationale Magazinbeiträge, die Kolumnen

und die Produkt News, Messevor- und Nachberichte und auch

der Start des Heftes befasst sich bereits mit einem interessanten

Weg, in einer Architektur en miniature mit Vergangenem

umzugehen.

Viel Lesevergnügen wünscht Ihnen

Peter Reischer

Coverbild:

Medieval Mile Museum

© Christian Richters

Gute Ideen

für Dämmung

Information

jetzt anfordern

Liapor ® Ground

Die Dämmung unter der

Fundamentplatte und seitliche

Arbeitsgraben Verfüllung

Liapor Ground eignet sich aufgrund seiner einzigartigen

physikalischen Eigenschaften hervorragend

zur hochbelastbaren Fundamentplattendämmung

und zur seitlichen Arbeitsgrabenverfüllung.

Die luftporen-durchsetzten, keramischen Tonkugeln

vermindern den Erddruck dank seiner geringen

Trockenschüttdichte deutlich. Die Schüttung

ist formstabil und nahezu selbstverdichtend. Der

Eintrag kann auch in schmalste Spalten erfolgen,

zusätzliche Rüttler oder Verdichter sind nicht erforderlich.

Liapor Ground ist nicht brennbar (A1), reduziert

Wärmeverluste, kann gleichzeitig Wärme

speichern und wirkt schalldämmend

Lias Österreich GesmbH. - 8350 Fehring - Fabrikstraße 11

Tel. +43 (0)3155 - 2368 - Email: info@liapor.at

Liapor

Naturrein und circa 11,5

Millionen Jahre alt –

Illit-Ton bildet den hochwertigen

Grundstoff für

Liapor. Im Liapor-Werk wird

das natürliche Rohmaterial

gemischt und bei circa

1.200 °C gebrannt.

Dabei verbrennen die organischen

Anteile und der Ton

bläht sich auf. Gewicht,

Größe und Festigkeit des

luftporendurchsetzten

Materials lassen sich im

technisch ausgereiften Produktionsverfahren

exakt

steuern.

So entsteht ein natürlicher

Hochleistungsbaustoff mit

besten Eigenschaften bei

sehr geringem Gewicht.


architektur FACHMAGAZIN

Editorial 03

Start 06

Architektur en miniature

Magazin 12

Bau & Recht 42

Architekturszene 44

Das Rote Wien –

eine Ideologie der Architektur

Alt und Neu 46

im arabischen Raum

Wunderland im Urwald 54

AZULIK Uh May / Mexiko

Eduardo Neira (Roth),

Fernando Artigas und Jorge Berea

Plugin Houses 60

Shangwei Plugin Houses / China

People‘s Architecture Office

Die Zeit – im Ziegel 66

eingefangen

Tower of Bricks / Hengshui

Interval Architects

Archäologie 72

als Entwurfskonzept

Medieval Mile Museum / Kilkenny

McCullough Mulvin Architects

Ein legendäres Haus 80

Adaptierung Gemeindeamt St. Gallen

KREINERarchitektur ZT GmbH

Alpenhotels – 86

Lernen aus der Geschichte

Licht 90

Nationalmuseum in neuem Licht

Produkt News 92

edv 128

BAU-IT 2019

54 60

66

56

72

84

MEDIENINHABER UND HERAUSGEBER Laser Verlag GmbH; Hochstraße 103, A-2380 Perchtoldsdorf, Österreich

CHEFREDAKTION Ing. Walter Laser (walter.laser@laserverlag.at), Silvia Laser (silvia.laser@laserverlag.at)

REDAKTIONSLEITUNG mag. arch. Peter Reischer n MITARBEITER Mag. Heidrun Schwinger, DI Marian Behaneck, Walter Riemenschneider, Dolores Stuttner, Mag. Matthias Nödl

GESCHÄFTSLEITUNG Silvia Laser (silvia.laser@laserverlag.at) n LTG. PRODUKTREDAKTION Nicolas Paga (nicolas.paga@laserverlag.at) Tel.: +43-1-869 5829-14

MEDIASERVICE RETAILARCHITEKTUR Marion Allinger (marion.allinger@laserverlag.at)

GRAFISCHE GESTALTUNG Andreas Laser n WEB Michaela Strutzenberger n LEKTORAT Helena Prinz n DRUCK Bauer Medien & Handels GmbH

ABONNEMENTS Abonnement (jeweils 8 Ausgaben/Jahr): € 86,- / Ausland: € 106,-, bei Vorauszahlung direkt ab Verlag n Studentenabonnement (geg. Vorlage einer gültigen Inskriptionsbestätigung):

€ 56,- / Ausland: € 83,- (Das Abonnement verlängert sich automatisch, sofern nicht mind. 6 Wochen vor Erscheinen der letzten Ausgabe eine schriftliche Kündigung bei uns einlangt.)

EINZELHEFTPREIS € 12,- / Ausland € 13,50

BANKVERBINDUNG BAWAG Mödling, Konto Nr. 22610710917, BLZ 14000, IBAN AT 87 1400022610710917, BIC BAWAATWW n Bank Austria, Konto Nr. 51524477801, BLZ 12000

IBAN AT 231200051524477801, BIC BKAUTWW; UID-Nr. ATU52668304; DVR 0947 270; FN 199813 v; n ISSN: 1606-4550

Mit ++ gekennzeichnete Beiträge und Fotos sind entgeltliche Einschaltungen. Die Redaktion haftet nicht für unaufgefordert eingesandte Manuskripte und Fotos. Berichte, die nicht von einem Mitglied der

Redaktion gekennzeichnet sind, geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion wieder. Das Magazin und alle in ihm enthaltenen Beiträge sind urheberrechtlich geschützt.

www.architektur-online.com

OFFENLEGUNG GEMÄSS § 25 MEDIENGESETZ:

Geschäftsführer: Silvia Laser Gegenstand des Unternehmens: Der Verlag und die Herausgabe von periodischen Druckschriften aller Art, insbesondere von Zeitungen und Zeitschriften;

Gesellschafter: Silvia Laser mit einer Beteiligung von 50%. Ing. Walter Laser mit einer Beteiligung von 50%; Richtung der Zeitschrift: Architektur Fachmagazin mit aktuellen Informationen über die Architekturszene

in Österreich und international, sowohl den Hochbau als auch die Innenarchitektur, das Design und die Haus- und Bautechnik betreffend.


ISH

Halle 3.1, Stand B51

Energiesparmesse Wels

Halle 21, Stand A370


architektur FACHMAGAZIN

6

Start

Architektur

en miniature

Schon um 1800 fertigte der Hofkonditormeister und Baurat Carl May (1747 -

1822) Korkmodelle antiker römischer Bauten für seinen vornehmen Herrn, den

Fürstbischof Karl Theodor von Dalberg, als Tafelaufsätze und Lehrmodelle

an. In den 1980er Jahren verschob sich die Diskussion um Architektur in der

modellhaften Darstellung von einer theoretischen, konzeptuellen Ebene in eine

ikonische Ebene. Modelle fingen an, von Bildern abgelöst zu werden. In der

Postmoderne gelangte das Bild (Image) dann zu einer Bedeutung, die bis heute

ungebrochen, wenn auch längst nicht mehr der eigentlichen Absicht entspricht.

Das Bild oder Abbild zwingt jedoch durch seine besonderen Eigenschaften den

Raum in die Zweidimensionalität, wodurch der eigentliche Raumsinn und -eindruck

verloren geht.

Text: Peter Reischer Fotos: Matt Simmonds

Matt Simmonds scheint nun durch seine

Architekturminiaturen einen Weg gefunden

zu haben – oder versucht zumindest ihn

zu finden – Architektur abseits der bildhaften

Verkleinerung wieder dreidimensional

entstehen zu lassen. Von Kindheit an

entwickelte er ein großes Interesse für alte

Steinarchitektur und studierte auch Kunstgeschichte

an der Universität, spezialisiert

auf mittelalterliche Kunst. 1989 besuchte

er in der Chichester Cathedral in England

eine fotografische Ausstellung über die Arbeiten

der dortigen Steinmetze und wusste

augenblicklich, dass das seine Zukunft sein

würde. Ursprünglich wollte er sich dann bei

Restaurierungen und der Konservierung

historischer Dokumente einbringen und arbeitete

auch an mehreren, historischen Kirchenbauten

in England. 1996 ging er nach

Italien, nach Pietrasanta (eine kleine Stadt

bei Carrara mit einer langen Tradition in der

Bearbeitung von Marmor) und spezialisier-

te sich auf klassisches Ornament aus Marmor.

Er bekam Kontakt zu diversen Künstlern

und versuchte von da an seine eigene

künstlerische Art und Ausdrucksweise zu

finden. 1999 gewann er den 1. Preis beim

Verona International Sculpture Symposium

mit seiner Arbeit „Hidden Landscape“. Hier

verwirklichte er zum ersten Mal das Thema

der Innenräume in der Architektur, etwas

das ihn schon lange beschäftigt hatte. u


www.architektur-online.com

7

FÜR KURVEN ERSCHAFFEN

DANK INTELLIGENTEM ALLRADSYSTEM

Start

EURO 6D-TEMP MOTOREN • DYNAMISCHE STABILITÄTSKONTROLLE • MAXIMALER GRIP

ALFA ROMEO STELVIO BUSINESS

um € 325,– im Monat *

INKL. 4 JAHRE GARANTIE ** UND WARTUNGSPAKET ***

Verbrauch gesamt: 5,3 l/100 km; CO 2 – Emission gesamt: 139 g/km. *Abbildung zeigt Sondermodell

Stelvio Business 2.2 190PS AWD; Freibleibendes Angebot der FCA Leasing GmbH für Firmenkunden

im Sinne des UGB, Listenpreis € 54.850,–, Kaufpreis € 45.600,–, Anzahlung € 13.680,–, Restwert

€ 23.861,–. Restwertleasing, Laufzeit 36 Monate, Fahrleistung pro Jahr 20.000 km. Voraussetzung:

Bankübliche Bonitätskriterien, Firmensitz in Österreich. Kaufpreis, Anzahlung, Rate und Restwert in

EUR inkl. MwSt. u. NoVA. Stand 01/2019. **2 Jahre Neuwagengarantie und 2 Jahre Alfa Romeo Care

mit einer Fahrleistung von 120.000 km. ***Wartungspaket EasyCare: 36 Monate oder 45.000 km

gemäß den EasyCare Bedingungen, nur in Verbindung mit FCA Leasing Finanzierung.


architektur FACHMAGAZIN

8

Start

Seine Arbeiten sind von Gebäuden, die das Erbe und

den Wert einer Vergangenheit ausdrücken, inspiriert.

Teilweise befasst er sich mit religiöser Architektur und

deren Gebrauch des Lichtes, um eine symbolische

Spiritualität und Offenbarung zu symbolisieren. Zeitweise

arbeitet er mit bestimmten historischen Orten

und Gebäuden, dann bewegt er sich auch von idiosynkratischen

zu eskapistischen, zu mehr abstrakten

Auffassungen über die Verwendung von Raum und

Licht in der Architektur und im Allgemeinen hin. Eines

seiner Hauptkriterien ist aber, den Prozess des Hinwegnehmens,

des Entfernens von Material aus dem

Stein sichtbar zu machen. Niemals wird bei seinen

Skulpturen ein Teil nachträglich hinzugefügt. Sie sind

alle aus dem Soliden herausgemeißelt. Auch diese

handwerkliche Fähigkeit ist schon eine Kunst. Inspirieren

lässt er sich schon von der ursprünglichen rohen

Form eines gefundene Steinbrocken.

Wenn man seine Skulpturen betrachtet, sind es eigentlich

die Negativräume, die Volumina, die vom

architektonischen Innenraum einer Kirche zum Beispiel

in das Irgendwo (Unendliche) reichen, die so

faszinieren. Die Frage nach den Grenzen eines Raumes

drängt ins Bewusstsein. Wo hört Raum auf, wo

beginnt er? Die Differenz zwischen der Rhetorik der

bekannten, realen Architekturen und diesen dreidimensionalen

Negativskulpturen regt auch einen Prozess

des Nachdenkens über die Erfahrung von Raum

und Baukultur an. Es reizt ihn, in den Stein eine innere

Welt oder ein Fragment davon, einzukerben, zu meißeln.

Diese sind in ihrer Essenz durchaus von der Außenwelt

verschieden. Aber das Monumentale in der

Verkleinerung bleibt. So gesehen sind seine Skulpturen

Erinnerungen und Mahnmale für das unausweichliche

Vergehen von Architekturen und Zivilisationen.

Simmonds bringt den umbauten Leerraum (fast) bis

zum Angreifen in die Sichtbarkeit. Denn ein Modell

derselben Kirche mit Außenwand ist nie so räumlich,

wie deren Innenraum als negative Skulptur. Er

macht den Leerraum zum eigentlichen Körper, zum

eigentlich Wichtigen einer Architektur, die sonst nur

immer von der Hülle, also vom Abbild charakterisiert

wird. Es sind manchmal mystische, fast unheimliche

Räume und dieser Eindruck entsteht auch durch das

für uns völlig ungewohnte Wahrnehmen des eigentlichen

Raumes, losgelöst von der Hülle, abseits der

ikonografischen Wirkung der Landmark. Wir sehen

einen Raum, den wir niemals betreten können und

das trägt zur Imagination des Raumgefühls bei. Es

sind stille Architekturen, in die der Betrachter eintauchen

kann, sich verlieren kann. Trotz der teilweisen

Mystik und Düsterheit bleibt aber der spielerische

Charakter dieses Konzeptes erhalten.


Weltneuheit ONE by Josko.

Kompromisslos symmetrisch und nur halb so breit wie gewöhnliche Fenster und Türen.

www.josko.one

Die neue Avantgarde-Familie von


Der neue Audi Q3 ist ein Allround-Talent für jeden Moment. Er verspricht nicht nur

Geräumigkeit sondern auch zahlreiche Infotainment-Highlights, wie beispielsweise

einem serienmäßigen, digitalen Cockpit. Während der Fahrt unterstützen clevere

Assistenzsysteme den Fahrer und sorgen für noch mehr Komfort.

JETZT BEI IHREM AUDI PARTNER.

Kraftstoffverbrauch kombiniert in l/100 km: 4,7 – 7,6.

CO₂-Emission kombiniert in g/km: 123 – 173. Stand 12/2018. Symbolfoto.


SOVIEL JETZT ODER NIE

GAB ES NOCH NIE.

DER NEUE AUDI Q3.

Audi Vorsprung durch Technik


architektur FACHMAGAZIN

12

Magazin

Fotos. ISH Messe Frankfurt, Pietro Sutera

Ein Bad zum Leben

Die endgültige Verwandlung des Bads in ein Lifestyle-Zimmer ist in diesem Jahr der

stärkste Trend auf der ISH. Das von der Messe Frankfurt und der Vereinigung Deutscher

Sanitärwirtschaft e.V. (VDS) veranstaltete Trendforum Pop up my Bathroom

zeigt mit der Inszenierung „Colour Selection“, welche Möglichkeiten sich mit aktuellen

Farbtrends im Interiordesign für den Sanitärbereich eröffnen.

Farbe ist im gesamten Interiorbereich ein

zentrales Thema – das Spektrum der Farbvariationen

reicht dabei von Einfarbigkeit

hin zu dominanten Mustern. Das Bad ist

zu einem Zimmer geworden, das wohnlich

und persönlich gestaltet werden möchte.

Der aktuelle Bestand hat immer noch einen

sehr hohen Anteil an der Farbe Weiß.

Im Zweifel entscheidet sich der Bauherr für

eine neutrale Farbgebung, weil die Gefahr

besteht, sich an einer Farbe schnell sattzusehen.

Hinzu kommt, dass das Badezimmer

sicherlich der letzte Raum ist, der häufiger

umdekoriert oder renoviert wird. Doch heute

lebt die Vielfalt, das Mix and Match. Die

Kunst wird nun sein, eine Balance zwischen

der Aktualität und der Langlebigkeit von

Farbmilieus zu finden. Diese Vielfalt zeigt

sich außerdem in den verfügbaren Dekoren,

Oberflächen und Materialien. Badplaner,

Architekten, Interiordesigner oder auch

Handwerker können aus dieser Vielfalt ein

stimmiges Gesamtkonzept für die Kunden

erstellen. Mit dieser Zielsetzung kommt automatisch

Farbe ins Bad.

Neben der Küche verlangt das Badezimmer

wohl die komplexeste Planungs- und

Umsetzungsleistung in der Wohnung. Es

müssen verschiedene Handwerker koordiniert

und wasserführende Produkte fest

eingebaut werden. Der Badplaner muss

sich zunehmend mit dem Lifestyle-Aspekt

beschäftigen, also mit Farben, Materialien,

Design und natürlich auch mit Lichtplanung.

Denn das Licht spielt im Alltag eine große

Rolle – vor allem für das Wohlbefinden. Für

die unterschiedlichen Nutzungsphasen –

am Morgen soll es schnell gehen, der Abend

gestaltet sich vielleicht zeitintensiver im

Bad und in der Nacht sucht man lediglich

die Toilette auf – wird jeweils eine andere

Beleuchtungssituation benötigt.

Der Badbau steht sicherlich vor enormen

Veränderungen, sei es durch zunehmend

komplexere Produkte und Systeme vor und

hinter der Wand, die Digitalisierung oder

durch den kreativen Aspekt. Ein Handwerker,

der sowohl eine Lifestyle-orientierte

Badplanung als auch ihre Umsetzung

anbietet, ist ein Held. Er muss sich stetig

weiterbilden, um auf dem aktuellen Wissensstand

zu bleiben. Die ISH – und damit

Pop up my Bathroom − bietet komprimiert

die Möglichkeit, sich über zukunftweisende,

individuelle Badgestaltung und aktuelle

Trends zu informieren und sich dieses Wissen

zunutze zu machen.

Die Veranstalter haben zwölf aktuelle Farbtrends

identifiziert, die in der Pop up my

Bathroom-Trendausstellung thematisiert

und beschrieben werden. Die wichtigste

Erkenntnis: Wenn Farbe als Gestaltungselement

in einem Lifestyle-Badezimmer

eine wichtige Rolle spielt, muss ein Grundton

oder eine Farbkombination die Führung

übernehmen. Es entsteht eine Farbcollage

– und alle anderen Materialien und Oberflächen

müssen auf dieses Grundthema einzahlen

und miteinander harmonieren.

ISH Frankfurt: Mo. 11. – Fr. 15. März 2019


www.architektur-online.com

NEU

13

Magazin

SCHÖN CLEVER

GEBERIT AQUACLEAN. DAS DUSCH-WC.

Mit Geberit AquaClean Sela erleben Sie ein völlig neues Gefühl von Frische und Sauberkeit:

Das WC mit Duschfunktion reinigt den Po auf Knopfdruck mit einem warmen Wasserstrahl.

Weitere Informationen zu den vielfältigen Dusch-WC Modellen auf www.geberit-aquaclean.at.

WHIRLSPRAY-

DUSCH-

TECHNOLOGIE

SPÜLRANDLOSE

KERAMIK MIT

TURBOFLUSH

ORIENTIERUNGS-

LICHT

FERNBEDIENUNG


architektur FACHMAGAZIN

Zeit sich zu informieren

Klassische Lebensstile werden bunter, individueller,

mobiler und vernetzter. Wohnbereiche

haben sich erweitert: Die Küche

ist vollwertiger Lebensraum geworden, das

Bad längst mehr als eine Nasszelle, während

wir zunehmend auch mit öffentlichen

Orten wie Büros Wohnlichkeit verbinden.

Gleichzeitig gewinnt das Wohnen auf kleinem

Raum angesichts weltweit wachsender

Megastädte an Bedeutung. Digitale Technologien

fließen immer mehr in den Alltag

ein und verändern die Wohn- und Arbeitsweisen.

Mit dem Wandel unserer Wohn- und

Arbeitswelten ändert sich auch die Einrichtung.

Wer sich über Trends und Neuheiten

für zukünftige Lebensräume informieren

möchte, dem bietet die kommende interzum

vielfältige Impulse. Vom 21. bis zum 24. Mai

2019 zeigt die internationale Leitmesse in

Köln neue Möglichkeiten für die Gestaltung

von Möbeln und Innenräumen. Zukunftsweisende

Materialien und innovative Werkstoffe

stehen dabei ebenso im Fokus der Aussteller

wie neue Technologien. Mit diversen

Sonderschauen blickt die Messe außerdem

auf globale Megatrends wie Individualisie-

Digitale Gebäudeplanung mit

„intelligenten“ Baustoffen

Die Zukunft des Bauens heißt BIM

(Building Information Modeling). BIM

braucht man nicht mehr zu erklären,

jeder kennt den digitalen Zwilling

bereits. Er bietet große Vorteile hinsichtlich

Nachhaltigkeit, Effizienz und

Transparenz bei Baumaterialien. Denn

die Menschen wollen heute zunehmend

wissen, womit ihr Haus gebaut wurde

bzw. wo sie genau leben und arbeiten.

Als neues Planungstool wurde deshalb

vor Kurzem eine intelligente Baumaterial-Datenbank

ins Leben gerufen.

14

rung, Wohnen auf kleinem Raum, Mobilität

oder Digitalisierung. Damit ist die führende

Branchenplattform zugleich eine wichtige

Inspirationsquelle für Designer, Architekten,

Produktentwickler und andere Planer.

interzum 2019: 21.–24.05.2019

www.koelnmesse.de

Magazin

© Koelnmesse GmbH

Um mehr Transparenz um die Beschaffenheit

von Baustoffen zu schaffen, hat Drees

& Sommer gemeinsam mit der ÖGNI für

die zukünftige BIM-Gebäude-Planung den

sogenannten „Building Material Scout“ ins

Leben gerufen: Eine Datenbank mit mehr

als 10.500 erfassten Baumaterialien, die

künftig BIM-Planern, Bauherren, Architekten

und Investoren zur Verfügung steht. Es

ist ein digitales Baumaterial-Buch für Nachhaltigkeit,

Planung und Zertifizierungen,

in dem alle relevanten Informationen von

Baustoffen über deren gesamten Lebens-

Sie präsentierten neue Erkenntnisse rund um die digitale Gebäudeplanung: Marc Guido Höhne

(Associate Partner Drees & Sommer Österreich), Peter Engert (ÖGNI-Geschäftsführer), Nadja

Pröwer (Mitglied der Geschäftsführung Drees & Sommer Österreich), Michal Rontsinsky

(BIM-Manager Drees & Sommer Österreich)

© Drees & Sommer

zyklus enthalten sind. Das System soll es

Anwendern ermöglichen, bei der aktuellen

Vielzahl an Produktmarken, Gebäudezertifikaten

und Materialdeklarationen den

Durchblick zu bewahren. Auf diese Weise

können Anwender gezielter nach geeigneten

Materialien suchen: zum Beispiel für

eine sogenannte „Green Building Zertifizierung“,

also einen ausgewiesen nachhaltigen

Baustandard. So kann Architektur schon

im Planungsstadium mit nachhaltigen Baustoffen

erfolgen und simuliert werden.


www.architektur-online.com

15

Magazin

EINFACH HEISS!

Die 3-in-1 Elektro-Flächenheizung

3 in 1: Flächenheizung, Verbundentkopplung

und Abdichtung für Nassräume

Schnelle Verarbeitung: optimale

Planlage und Ausspachteln der Matte

"mit einem Wisch"

Für alle Bodenbeläge geeignet

www.gutjahr.com/Therm-E

Einheitlicher Heizkabel-Querschnitt

in jeder Länge – erleichtert die Montage


architektur FACHMAGAZIN

16

Magazin

Strom für Indien

Das Architekturbüro Spark hat auf den ersten Blick immer lustige, interessante Ideen,

innovative Projekte und setzt diese auch um. Die in Singapur, Shanghai und London

arbeitenden Forscher, Stadtplaner, Architekten und Designer denken ökologisch,

sozial, umweltbewusst und versuchen gar nicht, durch Landmarks aufzufallen. Sie haben

nun ein Konzept für eine leicht transportierbare, im 3D-Druck produzierte Toilette

erdacht, mit der menschlicher Abfall in elektrische Energie verwandelt werden kann.

Visualisierungen: Spark*

Das Modul ist speziell für Indien entwickelt, weil hier

die UN versuchen, die großen Sanitär- und Gesundheitsprobleme,

welche durch fehlende Toilettenanlagen

und die Kotabscheidung in der freien Natur

entstehen, zu bekämpfen. Dieser Sanitätsmangel ist

einer der Hauptgründe für immer wieder auftretende

Epidemien. Die Toiletten sollen in den entlegenen

Gebieten Indiens zum Einsatz kommen.

Der Produktname lautet sinnigerweise „Big Arse“

und die Einheiten sollen direkt im Land aus den fast

überall vorhandenen Bambusfasern gemischt mit

Polymerharzen gedruckt werden. Im Prinzip handelt

es sich um eine Neuinterpretation einer Biogasanlage,

welche in der Erde vergraben wird. Die Kuppel

mit einer Größe/Fassungsvermögen für zehn Jahre

dient zur Lagerung und der daraus entstehenden

Gasproduktion menschlicher und auch tierischer

Ausscheidungen. Das entstehende Biogas wird über

eine kleine CHP-Einheit (Combined Heat Power =

Kraft-Wärme-Kopplung) in elektrische Energie verwandelt.

So wird aus menschlichem Abfall „freie“

Energie zum Verbrauchen. Das Gas kann aber auch

direkt zum Kochen oder Heizen verwendet werden.

Die vorfabrizierte, gedruckte Hülle soll leicht genug

sein, um auch mittels Drohnen an den Aufstellungsort

transportiert zu werden. Sie besteht aus einem

Stück und wird komplett mit WC-Sitz produziert. Ihre

Außenseite kann beliebig und der Umgebung entsprechend

dekoriert oder gestaltet werden.


www.architektur-online.com

17

Magazin


architektur FACHMAGAZIN

18

Magazin

Keine Angst

vor alten Mauern

Muttenz in der Schweiz beauftragte OAD Europe mit dem Entwurf einer neuen

Trinkwasseraufbereitungsanlage am Rhein. Sie liegt zwischen einem geschützten

Waldgebiet und dem nahen Industriepark an einer sehr sensiblen Stelle. Es

ist nicht nur ein Modell für Nachhaltigkeit, sondern enthält auch einen pädagogischen

Bereich mit Erklärungen über die Vorgänge der Wasserreinigung und die

Wichtigkeit dieses Elements. Die Architektur stellt eine neue Landmark in der

Umgebung von Basel dar und drückt in ihrem Erscheinungsbild auch die Wichtigkeit

und Bedeutung des Aufbereitungsvorganges aus.

Fotos. Börje Müller

Der kontrastierende Kontext, Natur und Industrie, ist

Ausdruck der architektonischen Gestaltung. Das maschinengetriebene

Innenleben definiert die Form und

Hülle der Architektur. Die Hülle schmiegt sich stark an

das Innere an und dadurch sind die Rohre, Leitungen,

Pumpen und Maschinen sozusagen abstrakt durch

die Fassade lesbar. Das Resultat ist eine expressive

Erscheinung, ein „objet trouvé“ in seinem natürlichen

Umraum, reduziert auf Materialität und Form. Innen

sorgt eine dreistufige, State-of-the-Art-Aufbereitung

für das hoch qualitative Wasser der Gemeinde Muttenz.

Im öffentlichen Bereich können Besucher den

komplexen Prozess transparent miterleben und verfolgen.

Das Wasser ist hier mit allen Sinnen erlebbar.

Die Fassade ist mit einem Spritzbeton mit Beimengungen

eines örtlichen Tons bedeckt. Es entstand eine

poröse, raue Oberfläche, an der das Wasser vom Dach

herunterrinnen kann, Moos und Flechten werden sich

ansiedeln und im Lauf der Jahre wird der Körper komplett

mit der Natur verschmelzen. Erhaltungsmaßnahmen

sind kaum notwendig. Das Gebäude ist ein Dialog

mit der Landschaft, gebaut mit der Natur.


www.architektur-online.com

19

Magazin

© WIEN MITTE The Mall

„Urban Jungle“ in Wien

Endlich passiert das, was in anderen

Großstädten bereits Usus ist, auch in

Wien: Aus singulären Infrastrukturobjekten,

wie aus dem Asphalt ragenden

Lüftungstürmen, werden Kunstwerke

des öffentlichen Raumes. Der Wiener

Künstler Emanuel Jesse, Absolvent der

Universität für angewandte Kunst in

Wien, gestaltete die Lüftungstürme von

WIEN MITTE The Mall.

Florale Motive, Vögel, fließende Muster – das

alles in feinen Details mit zarten Strichen

ausgeführt macht auf den gemeinsam genutzten

Lebensraum von Mensch und Tier

in einer urbanen Landschaft aufmerksam.

Zu sehen sind tierische Stadtbewohner, die

in unmittelbarer Nähe ihren Lebensraum

haben. Etwa Fische aus dem Wienfluss, die

den Zufluss in den Donaukanal als Laichplatz

nutzen. Oder Tauben, die aus dem

Stadtbild ohnedies nicht mehr wegzudenken

sind. Aber auch Tiere, die eher im Verborgenen

leben, wie Igel aus dem Stadtpark

oder Fledermäuse, die dort nachts ihre Kreise

ziehen, finden auf den Kühltürmen ihren

Platz. Die überdimensionale Darstellung

der Tiere lenkt die Aufmerksamkeit nicht

nur auf den gemeinsamen Lebensraum,

sondern auch auf die städtische Natur, die

es zu entdecken gilt. Die floralen Elemente,

die die Tiere umgeben, sind an Büropflanzen

angelehnt und dienen durch ihre organische

Form einerseits als Kontrast zum

harten Beton, andererseits verbinden sie

die einzelnen Tierillustrationen zu einem

zusammenhängenden Werk.

Norea

Dome

Eine

Norea

klare Linienführung, ein filigraner Rahmen und dazwischen die gleichmäßig

Dome

leuchtende Fläche und ein leichter Indirektanteil, der die Norea an der Wand oder

Design trifft Licht

Design trifft Licht

Decke schwebend erscheinen lässt, zeichnen die Leuchtenfamilie aus.

Der hochwertige Materialmix aus satiniertem Kunstglas und eloxiertem Aluminiumprofil,

filigraner das die Rahmen Scheibe und ohne dazwischen sichtbaren die Übergang gleichmäßig einfasst, ermöglicht den Einsatz in

Eine klare Linienführung, ein

leuchtende Fläche und ein leichter den verschiedensten Indirektanteil, Räumen der die Norea mit unterschiedlichen an der Wand oder Nutzungen.

Decke schwebend erscheinen Als lässt, Einzelleuchte zeichnen die in runder Leuchtenfamilie oder quadratischer aus. Bauform für Verkehrsflächen und

Der hochwertige Materialmix Aufenthaltsräume aus satiniertem Kunstglas oder als Lichtdecke und eloxiertem mit feiner Aluminiumprofil,

das die Scheibe ohne stellungshallen sichtbaren Übergang besticht einfasst, sie durch ermöglicht das unverwechselbare den Einsatz in und klare Erscheinungsbild

Gliederung in Empfangs- oder Aus-

den verschiedensten Räumen mit unterschiedlichen Nutzungen.

Als Einzelleuchte in runder oder quadratischer Bauform für Verkehrsflächen und

Aufenthaltsräume oder als Lichtdecke mit feiner Gliederung in Empfangs- oder Ausstellungshallen

besticht sie durch das unverwechselbare und klare Erscheinungsbild

Besuchen Sie uns auf den

MESSE SALZBURG

13. - 15. März 2019

Stand 0123

Part of the RIDI Group

Besuchen Sie uns auf den

MESSE SALZBURG

13. - 15. März 2019

Stand 0123

RIDI Leuchten GmbH, Industriepark Nord, Rudolf-Hausner-Gasse 16, 1220 Wien

Tel.: 01/73 44 210, Fax: 01/73 44 210 5; E-Mail: office@ridi.at, www.ridi.at

RIDI Leuchten GmbH, Industriepark Nord, Rudolf-Hausner-Gasse 16, 1220 Wien


architektur FACHMAGAZIN

20

Magazin

Die Scheune

bei Verona

Einen sowohl räumlichen wie auch materiellen Dialog zwischen Geschichte und Modernität

haben die Planer vom studio wok bei einem Wohngebäude in der Nähe des Flusses

Adige bei Verona erzielt. Es ging um den Ausbau einer Scheune eines landwirtschaftlichen

Guts für Wohnzwecke, unter Beachtung größtmöglicher Nachhaltigkeit. Deshalb ist das

Projekt auch von einer großen Sorgfalt und Liebe in Bezug auf seine Einfügung in den

Umraum charakterisiert. Trotzdem muss der Auftraggeber nicht auf Energieeffizienz und

eine zeitgemäße technische und auch moderne Ausstattung verzichten.

Fotos: Simone Bossi


www.architektur-online.com

21

Magazin

Auf den Außenwänden wurde der Putz abgeschlagen,

um die Flusskiesel, welche der Hauptbestandteil der

Struktur der lastabtragenden Mauern sind, wieder

sichtbar zu machen. Alle Fassaden sind traditionell

unverputzt gehalten, nur die Fensterumrahmungen

bestehen aus Biancone, einem Stein der Gegend und

sie umrahmen die Fenster aus Lärchenholz. An der

Gartenseite wurde ein großer Torbogen geöffnet und

sichtbar gemacht, sozusagen als Reminiszenz an die

landwirtschaftliche Vergangenheit des Hauses. Der

Wohnraum dahinter, mit einem Boden aus Vicenzamarmor,

wird zum Angelpunkt und Ausgangspunkt

der inneren Erschließung der Räume. Die in der Bogenöffnung

versetzte, rechteckige Türe und Verglasung

stellen wiederum ein Element des Dialoges zwischen

Innenraum und Garten dar. Die Anordnung der

Kämpfer und Steher in der Glaswand ist auch eine

Zitation der typischen Konstruktion solcher landwirtschaftlicher

Scheunen und Höfe. Alle weiteren

Räume der drei Ebenen des Hauses stehen mit dem

Luftraum über dem Wohnraum in Verbindung, wobei

die Schlafzimmer als hölzerne Volumina von der Decke

abgehängt sind. Naturbelassene Sperrholzverkleidungen

geben den Innenräumen in diesem historischen

Bau einen modernen Touch.

Im Zusammenhang mit dem Gebäude wurde auch

der umliegende Garten neu gestaltet und ist nun ein

integraler Bestandteil der Anlage. Ein zentrales Element

des Gartens ist ein Magnolienbaum, den die

Besitzer erhalten wollten. Er steht in einem schwarz

umrandeten, quadratischen Blumenbeet auf einem

weißen Rechteck aus Stein vor der Hauptfassade,

neben dem rechteckigen Pool und ist DER Protagonist

des Außenraumes. Sein Schatten fällt bei Sonnenaufgang

auf die Fassade aus Stein und er ist von

allen Innenräumen aus sichtbar.


architektur FACHMAGAZIN

22

Magazin

Die Ewige Stadt

und der Fluss der Zeit

Passend zu dem Eindruck Roms als großes Museum, als ein Ort des Aufeinandertreffens

von Geschichte und Leben, hat Architekt Jean Nouvel 24 Appartements

im Palazzo Rhinoceros eingerichtet.

Fotos: Fondazione Alda Fendi - Esperimenti, Roland Halbe

Sie sind alle möbliert und in den unterschiedlichsten

Größen (vom Studio bis zum Superior Appartement)

und Ausführungen buchbar. Dieses „Rooms of Rome“-Projekt

stellt ein neues Hotelkonzept im Herzen

der italienischen Hauptstadt dar. Die Räume in dem

historischen Palast bieten eine stark personalisier-

te Umgebung für Nutzer, die ein Faible für Design

und eine gewisse morbide Romantik haben. Gäste

können beim Buchen alles, vom Duft in den Räumen

über die Polsterqualität bis zu allfälligen Wellnessbehandlungen,

auswählen.


www.architektur-online.com

23

Magazin

Der Architekt hat die Räume als Stahlboxen geplant,

die in die historische Architektur eingebaut wurden.

Im starken Kontrast zur Umgebung enthalten diese

öffenbaren Boxen Küche, Bad, WC und Abstellraum.

Nouvel hat die Inneneinrichtungen mit einer

ausgesuchten Selektion von polierten Möbeln ausgestattet,

diese harmonieren mit den besonderen

Oberflächen. Spezielle Materialien sind in die Wände

eingelassen und kontrastieren in ihrer Glätte mit den

abgeschabten, freskoähnlichen alten Wänden. Die

Bäder werden jeweils durch Stahlplatten abgeschlossen.

In jedem Zimmer agiert ein wandhoher Spiegel

als Trompe l’oeil, er imaginiert den Blick in einen

Raum, der gar nicht existiert. Ein holistisches Architekturexperiment.

Über vier Geschosse verteilt, bietet jedes Appartement

einen besonderen Ausblick auf die Ewige Stadt.

Das fünfte und sechste Geschoss und die Dachterrasse

beinhalten ein russisch inspiriertes Restaurant

mit dem Namen „Caviar Kaspia Roma“ (was sonst!).

Die Location bietet drei Panoramaterrassen mit Ausblick

auf den historischen Kern der Stadt.


architektur FACHMAGAZIN

24

Magazin

Theater in

alten Mauern

Das Bristol Old Vic ist das älteste, ununterbrochen in Betrieb stehende Theater im

angloamerikanischen Raum. 1972 wurde es vom bekannten britischen Architekten

Peter Moro mit einem neuen Foyer versehen. Sein Konzept verband es mit der benachbarten

Coopers´ Hall und benutzte diese als Haupteingang und Erschließungsfläche.

Das Auditorium und die Bereiche im hinteren Teil des Hauses wurden dann

2012 von Architekt Andrzej Blonski renoviert. Also gab es bereits eine Menge von

Eingriffen in der 252 Jahre dauernden Geschichte des Hauses.

Fotos: Philip Vile, Fred Howarth

Dieses Denkmal wurde nun von Architekt Haworth

Tompkins renoviert und mit einem neuen, öffentlichen

Foyer samt Studiotheater ausgestattet. Als Resultat

einer fünf Jahre andauernden, intensiven Studie

für das Design und die Konstruktion öffnet sich

nun die Front des Hauses zu einem breiteren und

mehr diversen Publikum und bringt Theater in das

Herz der Stadt Bristol. Das neue Foyer präsentiert

sich als eine zwanglose Erweiterung des Straßenraumes,

als gedeckter öffentlicher Bereich und auch als

ein diskretes Bauwerk. Sein Bereich ist gerahmt und

auch gedeckt durch eine Holzkonstruktion und Glas,

um das Tageslicht eindringen zu lassen.


www.architektur-online.com

25

Magazin

Das Herzstück ist die vielfach veränderte Fassade

des gregorianischen Auditoriums, die nun zum ersten

Mal von der Straße aus sichtbar wird. Sie wird durch

große Oberlichten belichtet und ihre historischen

Veränderungen von mehreren neuen Durchbrüchen

überschrieben. Zwischenebenen, hölzerne Verbindungsstiegen

und Aussichtsplattformen ermöglichen

ihre Begehung als gesellschaftliche Ebene vor und

nach Aufführungen. Für die Öffentlichkeit bietet sich

das Foyer untertags als Café, Bar und Treffpunkt an.

Die Südfassade wurde als öffentliches Kunstwerk konzipiert,

sie besteht aus beweglichen Sonnenblenden

und Jalousien, diese werden von Hand bewegt und

tragen Texte des Grußwortes, welches bei der Eröffnung

1766 vom ehemaligen Stadtdichter Miles Chambers

geschrieben worden war. Dieser Text betont die

lange Historie des Theaters und spielt auch auf das

Leben der heutigen und der zukünftigen Stadt an.

Im Anschluss an das Foyer besetzt ein neues Studiotheater

den Raum des ehemaligen Fasshandels der

Coopers´ Hall im Erdgeschoss und Keller. Es schreibt

sich in die alten Mauerflächen ein und bekommt sein

Licht von den eisernen Fenstern auf der Straßenseite.

Der ursprüngliche erste Stock der Coopers´ Hall

wurde in einen großen Veranstaltungsraum rückgebaut

und dient als Erweiterung des Foyers.


architektur FACHMAGAZIN

26

Magazin

Janus House

aus Gummi

Der aus der römischen Mythologie stammende, doppelgesichtige Gott Janus

gab den Namen für den Zubau eines kleinen, gerade 20 Quadratmeter umfassenden

Baukörpers an ein aus dem späten 18. Jahrhundert stammendes Eigenheim

in London. Die Hausbesitzer beauftragten das Office S&M mit dem Zubau und

verlangten eine Architektur, die sowohl ganz verschieden vom Ziegelbau, als auch

in den Proportionen doch an diesen angepasst sein sollte. Eine Küche und ein Bad

waren darin unterzubringen, beide sollten den Garten überblicken.

Fotos: FRENCH+TYE

Die Architekten machten das Beste aus den

beengten Platzvorgaben und teilten den Zubau

diagonal mit einer Lager/Schrankwand

im Grundriss auf: Die Wand vermeidet den

Platz für eigene Verkehrswege, verbirgt die

gesamte Badezimmereinrichtung und rahmt

gleichzeitig den Ausblick in den Garten. In

der Küche ergibt sich ein fantastischer, von

Tageslicht beleuchteter Raum und im Bad

ein Ausblick durch ein Bullauge. Die Zweigesichtigkeit

des Entwurfes drückt sich auch

in den Öffnungen nach außen aus. Das Bad

mit dem erwähnten Bullauge steht im Kontrast

zur Küche mit einer rechteckigen Öffnung.

Diese Motive wiederholen sich in den

Beschlägen und Einrichtungsgegenständen

für die beiden Räume. Auch Tür- und Kastengriffe

spiegeln den Gedanken wider. Die

Küche hat außerdem ein rechteckiges und

das Bad ein rundes Oberlicht.


www.architektur-online.com

27

Magazin

Der Zubau vor der alten Ziegelfassade ist mit

einer Beschichtung aus Polyurea (Hotspraycoating)

in einen monolithischen, schwarzen

Körper verwandelt worden. Dieses gummiähnliche

Beschichtungsmaterial wird normalerweise

auf Ölförderplattformen verwendet

und ist wasserdicht, verwitterungssicher

und mit einer Lebenszeit von ca. 60 Jahren

ausgezeichnet. Komplementär zur Gummischicht

sind auch die im Inneren verwendeten,

industriellen Materialien: ein polierter

Betonboden, Zinkoberflächen, enkaustische

Fliesen. Um den stolzen Preis von 120.000

Euro wurde dieses Schmuckstück der Materialkunde

im Mai 2018 fertiggestellt.


architektur FACHMAGAZIN

28

Magazin

Ein Haus zum

Wegwerfen

Kork ist nachhaltig und ökologisch – darum hat das Studio Bark ein Haus daraus

errichtet, das komplett biologisch abbaubar und rezyklierbar ist. Die Architekten

sind der Meinung, dass der größte Fehler der Architekturindustrie in der ungesunden,

nur einmaligen Verwendung von Materialien liegt. Also demonstrierten sie,

wie ein umweltfreundliches Material für eine komplette Gebäudehülle verwendet

werden kann und entwickelten mit dem Kork-Studio ein Gartenhaus, das zu 100 %

kompostier- oder auch weiterverwendbar ist.

Fotos: Lenny Codd

Das Gebäude wurde aus ausgeschiedenen Teilen einer

Korkstoppelproduktion für Weinflaschen errichtet.

Die Teile wurden unter Hitze (dadurch dehnen sie

sich aus und die natürlichen Harze entweichen) zu

großen Blöcken gepresst. Dann schnitt man die benötigten

Teile und Platten aus und setzte sie vor Ort

zusammen. Es gibt keine Verkleidung, Fundamentierung,

Grundplatten und dergleichen – nur eine einzige

Korkstärke, welche die Funktion der Wasserdichtheit,

Akustik, Feuerschutz, Luftdichte, Ästhetik und

alle strukturellen, statischen Anforderungen erfüllt.

Aufgrund seiner thermischen Eigenschaften liegt am

Boden ein eher leichter, poröser Kork. Man ersparte

sich alle Dampfsperren und Dichtungsmaßnahmen.

Derselbe Kork bildet ein Flachdach zusammen mit ein

paar Holzträgern, welche die Statik und die Steifigkeit

unterstützen. Gegen die seitlichen Windlasten hat

man höher verdichteten Kork für die Wände benutzt,

verbunden mit rezyklierbaren Isolierschrauben.


www.architektur-online.com

29

Magazin

Jede Oberfläche des Studios ist natürlich, ohne toxische

Beschichtungen oder Lacke. Ein bereits an Ort

und Stelle gewachsener Baum ist in die Architektur

ohne Beschädigung integriert worden. Am Dach hat

er eine Gummimanschette, sodass Regenwasser den

Stamm hinabrinnen kann und für die Bewässerung

sorgt. Das Kork-Studio besitzt eine Sperrholztüre,

rezyklierbare Polykarbonatfenster mit inneren Fensterläden

zur besseren Isolierung und Kontrolle des

Tageslichtes. Der Preis für die Hülle liegt unter 500

Euro/m 2 , innerhalb von zwei Tagen war es aufgebaut

und nach sieben Tagen bewohnbar.

Das Besondere

realisieren.

Mit WAREMA Sonnenschutzlösungen

ÖAMTC Zentrale Wien, Pichler & Traupmann

Architekten ZT GmbH

– Individuelle Verschattungslösungen

– Umfassende Planungshilfen

– Zielgerichtete Beratung

Der SonnenLicht Manager

Mehr erfahren:

www.warema.at/architekten


architektur FACHMAGAZIN

30

Magazin

Indisches

Lagerhaus

In der Okhla Industrial Area von New Delhi hat das Studio Bipolar eine 550 m 2

große Bürofläche in einem alten pharmazeutischen Lagerhaus für ein Filmstudio

und eine Kreativagentur mit dem Namen „WhiteBalance“ errichtet. Die

existierende Struktur hatte mit ihren offen liegenden Stahlträgern und den Ziegelwänden

bereits ihre Schönheit. Mit der Absicht, einen einzigen Raum ohne

Sichtbehinderungen zu erzeugen, wurden einige Zwischenwände und Ebenen

entfernt. Seitlich liegende Hallen wurden durch bogenförmige Öffnungen mit

dem Hauptraum verbunden, um einen Arbeitsraum für das Schneideteam zu

schaffen. Eine kleine Schlafinsel entstand für diejenigen, die bis spät in die

Nacht arbeiten wollten.

Fotos: Suryan//Dang


www.architektur-online.com

31

Magazin

Der Besprechungsbereich folgt ebenfalls dem Einraumprinzip

und duckt sich unter eine Zwischenebene.

Seine Türen sind aus Glas und lassen sich

beiseite schieben, um den Raum größer zu machen

und doch auch – wenn nötig – Privatheit zu bieten.

Die Mezzaninebene setzt sich durch bogenförmige

Öffnungen in die Nachbarhalle fort, bietet hier eine

Galerie oder zusätzlichen Arbeitsbereich. 4,5 Meter

hohe, von Ziegel umrahmte Fenster bringen jede

Menge Tageslicht ins Innere. Die Tische aus Holz

sind bis ins kleinste Detail genau überlegt und entworfen,

um zusammen mit den gepolsterten Aluminiumarmstühlen

dem industriellen Design und Touch

zu entsprechen.

Interessant ist die Beleuchtung der Räume: Überall

erscheint sie improvisiert zu sein, entspricht aber

der indischen Handfertigkeit, aus einem Nichts

kreative Beleuchtungsobjekte zu erzeugen. Pendelleuchten,

Neonröhren, Hängeleuchter und Spots

ergeben ein stimmiges Ganzes. Und überall die typischen,

aus der Kolonialzeit stammenden Ventilatoren.

So soll dieses Projekt auch eine Anregung für

die vielen weiteren Architekturen sein, die im Dornröschenschlaf

dahindämmern.


architektur FACHMAGAZIN

32

Magazin

Parasite

architecture

Wie Parasiten auf einem fremden Körper logieren alte Schiffscontainer auf einer

verwahrlosten Architektur. Ausgangspunkt dafür war eine Initiative vom Architekturteam

des Pico Colectivo, eine während der Straßenproteste verwüstete bauliche

Struktur in Guácara, Venezuela, zu einem Zentrum der urbanen Erneuerung und

experimenteller Wirtschaftsversuche zu transformieren.

Fotos: José Alberto Bastidas

Dieses Containerzentrum mit den insgesamt 550

Quadratmetern nutzbarer Fläche wurde 2016 errichtet.

Eine Serie von Initiativen von Künstlern und

lokalen Gemeinschaften hat dazu geführt, dass dieser

dringend notwendige Ort für Gemeinschaft und

Erneuerung geschaffen werden konnte. Das Projekt

erhielt sogar einen staatlichen Zuschuss für sein

Vorhaben und konnte damit die notwendigen technischen

Ausrüstungen und die paar alten, ausgedienten

Schiffcontainer erwerben. Die angewandte

Strategie ist, die kaputte Substanz mit diesen Interventionen

zu einer multiplen Struktur aufzuwerten,

ein komplexeres System zu schaffen, wie eben

Parasiten es benutzen, wenn sie einen Fremdkörper

bewohnen. Durch den Aufbau der Container auf die

(noch) bestehende Substruktur entstand eine ganze

Serie von Räumen und Funktionen, welche als hybride

Metastruktur die Stadt und die Gemeinschaft

bereichert: Stadtgarten, Kaffeehaus, Studios für Musik

und Video, Galerie und eine Sendestation für die

Telefonversorgung der Stadt.


www.architektur-online.com

Magazin

kneer-suedfenster.de

Komfort und Sicherheit

Innovative Fenstertechnik:

• Fenster mit RC 3-Widerstandsklasse für ausgezeichneten Einbruchschutz

• Elektromotorisches Bedienen von Hebe-Schiebe-Türen

• Elektrisch steuerbare Raffstores und Oberlichter

Haustür-Zugangsvarianten mit höchster Sicherheit:

•Türöffner – mit motorischer Entriegelung

•Fingerprint – öffnen mit dem Finger

SÜD-FENSTERWERK GmbH & Co. Betriebs-KG · Rothenburger Str. 39 · D-91625 Schnelldorf

Tel. +49 (0)79 50/81-0 · info@suedfenster.de


architektur FACHMAGAZIN

34

Magazin

Kühlende Gehsteige

in Nizza

Schon die Römer verwendeten im Straßenbau Steine und Marmor. Kunstvoll

behauen verliefen römische, mit Steinen gepflasterte Wege über die Alpen nach

Mittel- und Nordeuropa. Aber andere Zeiten verlangen andere Techniken. So hat

das Büro Josep Lluís Mateo – mateoarquitectura 2018 in Nizza einen multimodalen

Verkehrsknotenpunkt für Straßenbahnen, Busse, Fahrradfahrer und Fußgänger

mit einer Größe von 21.200 m 2 fertiggestellt.

Fotos: Aldo Amoretti und Adrià Goula


www.architektur-online.com

35

Magazin

WARMDACH

SMART GEDACHT:

STEINODUR ® WDO-E!

Die feuchtigkeitsunempfindliche,

formgeschäumte Dämmplatte beugt

Feuchteschäden vor und reduziert

Sanierungskosten im Schadensfall

auf ein Minimum.

Er bietet eine Besonderheit: Zum ersten Mal in Europa

wurde hier eine größere Anstrengung für die Kühlung

der Erdoberfläche an heißen Tagen unternommen. In

den Bereichen der größten Akkumulation von Fußgängerbewegungen

(Bushaltestellen und Gehsteige)

versuchte man, durch im Boden integriert liegende

Kühleinrichtungen den klimatischen Hotspot in den

Sommermonaten zu entschärfen. Hier liegt ein unterirdisches

Bewässerungssystem, kontrolliert und

gesteuert durch Sensoren, welches spezielle „atmende“

Pflastersteine kühlt. Diese sind experimentell aus

Muschelschalen gefertigt worden. Auch die Vegetation

soll zur Kühlung beitragen – große Bäume auf den

Gehsteigen, Kletterpflanzen an den Seitenwänden

und ein kleiner Park am Ende der Strecke.

EIGENSCHAFTEN & VORTEILE:

• Geringste Feuchtigkeitsaufnahme

• Optimierter Arbeitsablauf –

Verlegung auch bei Regen möglich

• Schnelle technische Trocknung im

Schadensfall

• Geringere Auswirkungen bei

Feuchte schäden

• Optimierte Nutzung in Verbindung

mit Feuchtemonitoring

• Auch für genutzte Warmdächer

geeignet

www.steinbacher.at/wdo-e

FÜR

WEITER-

DENKER

Natürlich sind an besonders exponierten Stellen

(zwischen den Tramgleisen zum Beispiel) Beton- und

Granitsteine verlegt. Aber alles zusammen formt einen

eher uniformen Teppich mit leichten Höhenunterschieden

um die Fußgängerströme zu leiten und

ihnen Sicherheit zu bieten. Dieser Überzug mit Linien

und Einkerbungen aus künstlichen und natürlichen

Steinen bietet trotzdem den Grund für die Vegetation

und stellt durch seine mineralische Basis einen

dialektischen Zusammenhang mit den menschlichen

Bewegungen dar.

Und unter all dem liegt das Meer ...


architektur FACHMAGAZIN

36

Magazin

Autarke Grüninsel

in der Stadt

Alle reden über Klimaschutz und in Brno in der Tschechischen Republik hat die

Forschungsplattform NEXT Institute eine kleine Intervention, den City Cell Prototyp

(CCP), für die Verbesserung des Mikroklimas im urbanen Raum entwickelt.

Fotos: Jakub Skokan and Martin Tůma

Er ist speziell für Brno entworfen und soll die Nachfrage

der Stadt nach einer Erweiterung ihrer grün-blauen

Struktur und dem Regenwassermanagement exemplarisch

befriedigen. Dieser Prototyp stammt vom

Architekturbüro KOOGA, ist begrünt und sammelt

Daten über das Regenwasser und den Einfluss von

Grünbereichen in der Stadt. Er ist mit Sitzgelegenheiten,

einer Nachtbeleuchtung und Schattenzonen für

untertags ausgerüstet und fügt sich als Stadtmöblierung

in den öffentlichen Raum ein. Von zwei Seiten

ist er offen und zugänglich, sammelt mit seinen Dach-

flächen Wasser, speichert es in kleinen Tanks und

pumpt es zur Bewässerung der an ihm angebrachten

Pflanzen in einen Kreislauf. Der notwendige Strom

kommt von zwei Solarpaneelen am Dach und somit

ist er auch energieeffizient. Durch seine vertikale Begrünung

ermöglicht er eine Verdunstung und damit

eine Kühlung des umgebenden Mikroklimas. Die Konstruktion

ist aus vorgetrocknetem Fichtenholz, ohne

jegliche Oberflächenbehandlung und sie kann jederzeit

wieder abgebaut werden.


www.architektur-online.com

37

Magazin

Fotos: Filippo Poli

VIELSEITIGE

DACH-

ABDICHTUNG.

MAXIMALE

PLANUNGS-

SICHERHEIT.

Eleganter Seiteneingang

Die Kirche San Francesco d´Assis im historischen Zentrum

von Comiso, Italien hatte ein Problem: Man betrat

sie seitlich über drei Steinstufen, die einen barrierefreien

Zugang zur Kirche verhinderten.

Also erdachten die Architekten Nunzio Gabriele Sciveres und

Giuseppe Gurrieri einen Vorschlag, der einerseits diese Barriere

überwinden sollte und andererseits ein neues architektonisches

Element in den historischen Kontext einführte. Eine

Rampe gleicht das Gefälle des Kirchenplatzes aus, sodass man

eben in die Kirche gelangen kann und an deren Ende kann man

über vier Stufen wieder den Erdboden betreten. Diese Rampe

besteht aus Cortenstahl, die Gehfläche wurde aus soliden

Stahlplatten erzeugt, während die Geländer aus perforierten

Stahlblechen bestehen. Diese Materialwahl resultiert aus zweierlei

Gründen: Erstens stellt sie einen sichtbaren Kontrast zur

bestehenden Architektur dar, während die Rampe aber auch

die historische Materialität respektiert und nur „davor“ steht.

Zweitens ist die gesamte Konstruktion so errichtet, dass sie jederzeit

– entsprechend den musealen Vorgaben – wieder entfernt

werden kann. Dann kommen die alten drei Steinstufen, die

jetzt nur überdeckt sind, wieder zum Vorschein.

Unsere Dachabdichtungssysteme

basieren auf Flüssigkunststoff.

Sie eignen sich für einfache, detailreiche oder komplizierte

Dachkonstruktionen, sind flexibel einsetzbar, dichten

die Bausubstanz dauerhaft ab und bieten vielfältige

Gestaltungsmöglichkeiten. Und sie erfüllen dabei alle

Anforderungen der Flachdachrichtlinie. Vor allem aber

lösen wir Projekte immer gemeinsam.

www.triflex.com


architektur FACHMAGAZIN

38

Magazin

Naturmaterial und

modernes Design

Bambus ist ein absolut faszinierendes Material für den Bau und dazu nachhaltig,

weil schnell nachwachsend. Die Chiangmai Life Architects haben für die Panyaden

International School eine Sporthalle aus Bambus errichtet, dabei ein modernes,

organisches Design und die Technik des 21. Jahrhunderts verwendet.

Fotos: Markus Roselieb, Alberto Cosi

Die Schule steht in Thailand und deshalb ist auch die

Lotusblüte der Ausgangspunkt des Entwurfes gewesen.

Die Aufgabe bestand darin, eine Halle mit einem

Fassungsvermögen von 300 Personen zu konstruieren,

aber sie sollte auch mit den bereits bestehenden,

aus Erde/Lehm errichteten Schulgebäuden harmonieren

und auch mit der hügeligen Landschaft der

Umgebung verschmelzen. Weiters sollte ausschließlich

Bambus verwendet werden, um der Mission dieser

„grünen Schule“ gerecht zu werden.


www.architektur-online.com

Magazin

Die Halle bedeckt 782 Quadratmeter und enthält

Hallenfußball-, Basketball-, Volleyball- und Badmintonfelder

sowie eine erhöhte Bühnenplattform. Deren

Rückwand verbirgt einen Lagerraum für diverse

Sportgeräte, an den beiden Längsseiten sind Balkone

für Zuschauer. Der Entwurf und das Material sichern

durch die natürliche Belüftung und Zirkulation über

das ganze Jahr eine kühle und angenehme Atmosphäre.

Gleichzeitig sind das Material Bambus und

dessen Verarbeitung ein Fest für die Augen und auch

Beweis einer ausgezeichneten Handwerkskunst. Die

Halle ist so konstruiert, dass sie den Stürmen der Region

widerstehen kann, sie ist erdbebensicher und

entspricht allen, modernen Sicherheitsvorschriften.

Es wurden vorfabrizierte Bambusträger ohne Stahl

oder sonstige Verstärkungen verwendet, ihre Spannweite

beträgt 17 Meter. Sie wurden vor Ort hergestellt

und mittels Kran an ihre Position gebracht.

Der CO 2 -Fußabdruck dieser Halle ist null. Bambus

absorbiert wesentlich mehr CO 2 , als der Transport,

die Verarbeitung und der Aufbau der Konstruktion

benötigten. Er wurde nur mit Borax behandelt, keine

chemischen Gifte kamen zum Einsatz und die Lebenszeit

der Sporthalle wird 50 Jahre betragen.


architektur FACHMAGAZIN

40

Magazin

Kompromisslos

symmetrisch

architektur sprach mit Johann Scheuringer, dem Geschäftsführer von

Josko über die neue Designlinie ONE.

Fotos. Josko

Sie sind nicht nur Geschäftsführer von Josko,

sondern prägen als Designer auch maßgeblich

den Produktentwicklungsprozess und

die Entwicklung von neuen, visionären Produkten

wie ONE. Wie definieren Sie Design?

Und was bedeutet Design für Sie persönlich?

Design hat mich schon früh in meinem Leben

fasziniert. Alles, was Menschen erfinden

oder erzeugen, ist letztlich Design. Für mich

geht es dabei um die zentrale Frage: Warum

eigentlich sieht ein Gegenstand so aus,

wie er aussieht – und nicht anders? Weshalb

funktioniert er auf eine bestimmte Weise –

und nicht vielleicht auch anders? Und was

kann man womöglich daran besser machen,

konsequenter zu Ende denken als bisher?

Sie bezeichnen ONE als revolutionäres Produkt,

das die Sichtweise, wie wir Fenster

und Türen in Zukunft sehen werden, grundlegend

verändert. Was war der Anlass für

diese Revolution?

Ich bin ein Mensch, dem Ästhetik sehr wichtig

ist. Deshalb hat mich schon seit Langem

die Frage beschäftigt, weshalb die meisten

Fenster, die man heute üblicherweise sieht,

so unschön und unproportioniert sind. In

früheren Zeiten hatten Fensterrahmen eine

ganz andere Ästhetik, sie waren schlanker

und proportionierter. Dann kam das Zeitalter

der Isolierverglasung mit immer dickerer

und schwererer Verglasung – und damit

auch mit immer breiteren und asymmetrischen

Fensterrahmen. Das Resultat: gute

Wärmedämmung, aber oft hässliche Optik.

Wie entstand aus dieser grundsätzlichen

Frage die Idee für ein völlig neues Fensterund

Türsystem?

Die Vision zu ONE entstand aus dem

Grundgedanken, ein komplettes Fenster-,

Türen- und Schiebetürsystem zu entwickeln,

das beides kann: optimale Wärme-

dämmung, verbunden mit der schlanken,

eleganten Rahmenoptik früherer Architekturepochen.

Damit schlägt ONE auf neue

Weise eine Brücke zwischen Vergangenheit

und Zukunft: mit konsequenter Ästhetik,

die von der Eleganz früherer Zeiten inspiriert

ist. Und mit konsequenter Technologie

und Funktionalität, die den modernsten Erfordernissen

von heute gerecht wird.

Gab es eine besondere Inspiration oder Ideenquelle

für die Entwicklung des Konzepts

von ONE?

Die Inspiration zu ONE war ein Bilderrahmen.

Ein Bilderrahmen ist meist schlank, symmetrisch

und zurückhaltend: Er drängt sich

nicht in den Vordergrund und stiehlt dem

Bild nicht die Show. Deshalb stellte ich mir

die Frage: Weshalb kann es nicht auch ein

Fenster geben, das die Architektur in ihrer

ästhetischen Aussage genauso wirkungsvoll

unterstützt wie ein Bilderrahmen ein

Bild? Da es ein solches Fenstersystem bisher

noch nicht gab, war für mich von Anfang

an klar: ONE würde eine echte Revolution im

Fensterbau bedeuten. Mit völlig neuen Möglichkeiten,

wie Fenster und Schiebetüren mit

der Architektur harmonieren – und auch mit

der Innenraumgestaltung.

ONE ist nicht nur eine Neudefinition des

Fensters, sondern zugleich auch ein entscheidender

Schritt in der Weiterentwicklung

des Systemgedankens von Josko. Was

steckt hier im Detail dahinter?

Bei Josko leben wir eine Philosophie, die immer

in großen Zusammenhängen denkt. Wir

entwickeln nicht nur ein Fenster, sondern

denken immer in vollständigen Systemfamilien

und Produktgenerationen, inklusive Schiebetüren,

Terrassentüren, Fixteilen, Zubehör

und sämtlichen notwendigen Variationen

dazu. Bei ONE haben wir diesen Systemgedanken

gemeinsam mit dem Ziel optimaler

Symmetrie bis in die letzte Konsequenz ausgereizt:

Sämtliche Elemente wie Fenster, Terrassentüren,

Fixteile und Schiebeelemente

haben eine extrem schmale sichtbare Rahmenbreite

von nur fünf Zentimetern – und

das an allen vier Seiten. Hinzu kommen eigens

für ONE entwickelte Ausstattungsdetails

wie Griff, Fensterbank, Bodenschwelle

oder Insektenschutz, die den System- und

Symmetriegedanken noch weiter optimieren.

Welche Eigenschaften machen ONE als

Produkt und als System so besonders?

Die Bilderrahmen sind rundherum bei allen

vier Rahmenteilen immer gleich breit. Der

zweite revolutionäre Punkt bei ONE ist die

elegante Schlankheit des Designs – sämtliche

Elemente weisen genau die gleiche

superschlanke Ansichtsbreite auf. Und der

dritte revolutionäre Punkt bei ONE: die maximale

Freiheit bei der Gestaltung und Materialoptik

im Innenbereich. ONE setzt hier

völlig neue Maßstäbe in Form von eingefassten

Applikationen, die in unterschiedlichen

Materialien und Farben erhältlich sind,

in verschiedenen Holzarten ebenso wie in

Aluminium, Glas, Stahl und Betonoptik.


www.architektur-online.com

41

Magazin

ONE ist also nicht nur ein innovatives Fenster-

und Schiebetürsystem, sondern auch

ein Element der Inneneinrichtung?

Das war eine der wichtigsten Überlegungen

bei ONE. Denn ONE macht das Fenster

nicht nur zum architektonischen Gestaltungselement,

sondern auch zum Einrichtungsgegenstand.

ONE schafft eine völlig

neue Dimension der Innenraumgestaltung,

die es zuvor noch nicht gab. Damit setzt

ONE nicht nur neue Trends, sondern kann

zusätzlich auch auf neue Wohntrends flexibel

und maßgeschneidert nach Kundenwunsch

reagieren – eine Eigenschaft, die

bisher bei Fenster- und Schiebetürsystemen

absolut einzigartig ist.

Josko Fenster & Türen GmbH

T +43 (0)7763 2241-0

office@josko.at

www.josko.at

Sicherer Trittschallschutz mit der blauen Linie.

Machen Sie keine Kompromisse.

Optimaler Trittschallschutz funktioniert nur im System. Ob Stiegenlauf

oder Podest: Die genau aufeinander abgestimmten Varianten

der Schöck Tronsole® sorgen für einen exzellenten Trittschallschutz.

Schöck Bauteile Ges.m.b.H | Thaliastrasse 85/2/4 | 1160 Wien | Tel.: 01 7865760 | www.schoeck.at


architektur FACHMAGAZIN

42

Bau & Recht

Das Urheberrecht

des Architekten

In der Praxis wird vielfach unter Berufung auf vermeintliche Leitentscheidungen

des Obersten Gerichtshofes die Meinung vertreten, das Werk eines Architekten sei

jedenfalls urheberrechtlich geschützt. Dies ist in vielen Fällen ein Irrglaube.

Text: Mag. Matthias Nödl

Nach dem Urheberrechtsgesetz (UrhG)

genießen nur Werke urheberrechtlichen

Schutz, die eine eigentümliche geistige

Schöpfung auf den Gebieten der Literatur,

der Tonkunst, der bildenden Kunst und

der Filmkunst darstellen. Zu den Werken

der bildenden Künste zählen ausdrücklich

auch Werke der Baukunst. Allerdings – und

da scheiden sich in der Praxis die Geister –

ist nicht jedes Werk eines Architekten ein

Werk der Baukunst!

Insbesondere aus zwei Entscheidungen des

Obersten Gerichtshofes, die als „Flughafen

Wien“-Entscheidung und als „Hundertwasserhaus“-Entscheidung

bekannt sind, hat

die Praxis vielfach die Schlussfolgerung gezogen,

dem Werk eines Architekten käme

jedenfalls Urheberrechtsschutz zu. Diese

Schlussfolgerung ist rechtlich verfehlt und

auf eine glatte Fehlinterpretation dieser beiden

Entscheidungen zurückzuführen. Dabei

wird nämlich unberücksichtigt gelassen,

dass sich die „Flughafen Wien“-Entscheidung

gar nicht auf das Urheberrecht des

Architekten beruft. Und bei der „Hundertwasserhaus“-Entscheidung

steht augenscheinlich

die Baukunst, also die richtungsweisende,

einzigartige und exemplarische

Gebäudegestaltung im Vordergrund.

Wo Baukunst beginnt und wo sie aufhört,

lässt sich nicht so ohne Weiteres beurteilen.

Lehre und Rechtsprechung liefern dafür nur

unbestimmte Anhaltspunkte, die aber zumindest

eine gewisse Indikation in die eine

oder andere Richtung ermöglichen. Besteht

die Aufgabe des Architekten nur darin,

Vorgaben und Erfordernisse der Bautechnik

zeichnerisch/planerisch zweckmäßig

umzusetzen, ohne dabei künstlerisch tätig

zu werden, wird das daraus resultierende

Bauwerk eher nicht als Werk der Baukunst,

sondern eher als Werk der Bautechnik zu

werten sein.

Ein Werk der Baukunst liegt erst dann vor,

wenn der Architekt das von ihm zu planende

Bauwerk über die bloß zweckbezogene

technische Konstruktion hinaus kreativ

und künstlerisch gestaltet – das Bauwerk

muss also eine gewisse Einzigartigkeit hinsichtlich

Gestaltung und/oder technischer

Innovation aufweisen, andernfalls ist das

Bauwerk als „Massenprodukt“, als Werk der

Bautechnik, nicht aber als urheberrechtlich

geschütztes Werk der Baukunst zu werten;

dies setzt insbesondere voraus, dass der

Architekt die an ihn gestellte Planungsaufgabe

überhaupt auf technisch verschiedene

Art und Weise lösen kann.

Bauwerke haben grundsätzlich immer technische

Vorgaben bzw. einen bestimmten

Zweck zu erfüllen. Der Gestaltungsspielraum

des Architekten ist deshalb von vornherein

beschränkt. Ob im jeweiligen Einzelfall Baukunst

vorliegt oder nicht, ist davon abhängig,

ob und inwieweit der Architekt den ihm,

aufgrund der technischen Vorgaben, zur

Verfügung stehenden Gestaltungsspielraum

künstlerisch bzw. kreativ ausnützt.

Dies kann auch dazu führen, dass nur ein

Teil eines Bauwerkes urheberrechtlich geschütztes

Werk der Baukunst ist. Dies ist

etwa der Fall, wenn das Bauwerk grundsätzlich

keinen künstlerischen/kreativen Fokus

hat, sondern sich Form und Funktion allein

an bautechnisch zweckmäßigen Gegebenheiten

orientieren, aber z. B. eine originelle

Fassadengestaltung, einen künstlerischen

Torbogen, einen einzigartig gestalteten

Treppenaufgang etc. aufweist. Geschützt

ist diesfalls nicht das gesamte Bauwerk,

sondern nur die Fassadengestaltung, der

Torbogen bzw. der Treppenaufgang.

Liegt tatsächlich ein Werk der Baukunst

vor, ist grundsätzlich nicht nur das Bauwerk

selbst urheberrechtlich geschützt. Vielmehr

fallen dann auch die Pläne, Modelle, Zeichnungen,

Ansichten und Nutzungskonzepte

unter den Urheberrechtsschutz, wenn sich

darin bereits der Charakter bzw. die individuellen

Züge des Bauwerks zeigen. Selbst

die vom Architekten erstellte Leistungsbeschreibung

ist unter diesem Gesichtspunkt

geschützt. Die Idee als solche ist nicht geschützt.

Vielmehr muss sich die Idee nach

außen hin, z. B. in einem Entwurf, manifestieren.

Auch der Stil des entworfenen Bauwerks

ist nicht schutzfähig. Schutz genießt

nur der Gegenstand, der den Stil prägt.


www.architektur-online.com

Das Urheberrecht des Architekten ist – anders als

jenes eines sonstigen bildenden Künstlers – stark

eingeschränkt. Bei Werken der Baukunst steht das

Urheberpersönlichkeitsrecht im Vordergrund, also

das Recht des Architekten, als Urheber des jeweiligen

Bauwerks genannt zu werden (z. B. via Hinweistafel

am Bauwerk, durch entsprechende Beschriftung

der Pläne, Modelle etc.). So kann der Architekt

etwa den Nachbau seines Werks (oder von Teilen

davon) oder die Verwendung seiner Pläne, Modelle

etc. durch Dritte nicht verhindern. Er kann dafür aber

ein angemessenes Entgelt verlangen. Auch kann er

verlangen, dass der Errichter und Eigentümer des

nachgebauten Bauwerks eine Urheberbezeichnung

am Bauwerk anbringt.

Das Urheberrecht ist im Übrigen als solches nicht

übertragbar, weil der Schwerpunkt des Urheberrechts

auf dem personenrechtlichen Inhalt (Urheberpersönlichkeitsrecht)

liegt. Allerdings kann ein

Architekt einzelne vermögenswerte Rechte aus dem

Urheberrecht (sog. Werknutzungsrechte) an Dritte

übertragen. Dabei stehen in der Praxis das Recht,

das Gebäude nachzubauen, und das Recht, die Planunterlagen

– allenfalls für weitere Bauvorhaben – zu

verwenden und zu verwerten, im Vordergrund. Diese

Rechte werden regelmäßig an Auftraggeber übertragen.

Das Urheberrecht ist zudem vererblich. Es

ist daher legitim, dass Erben oder sonstige Rechtsnachfolger

nach dem Tod eines Architekten dessen

Urheberrechte gegen den Errichter bzw. Eigentümer

des Bauwerks (z. B. im Falle der Änderung oder des

Nachbaus eines Bauwerks) geltend machen.

Zu beachten ist, dass der Urheberrechtsschutz des

Architekten einer Veränderung des Bauwerks nicht

entgegensteht. Ein Architekt kann als Urheber eines

Bauwerks weder eine Änderung des Bauwerks untersagen

noch verlangen, dass das geänderte Bauwerk

abgetragen, umgebaut oder ihm überlassen wird.

Vielmehr kann der Architekt bei Änderung des Bauwerks

vom Errichter und Eigentümer des Bauwerkes

nur die Beschilderung des Bauwerks dahin gehend

verlangen, dass die Änderung des Bauwerks nicht

vom Urheber des Werkes herrührt und dass eine darauf

befindliche Urheberbezeichnung beseitigt oder

berichtigt wird.

Angesichts der unklaren Rechtslage zur Frage, wann

überhaupt ein Werk der Baukunst vorliegt, und der

eingeschränkten gesetzlichen Urheberrechte des Architekten

kann man für die Praxis nur empfehlen, die

Rechte für den jeweiligen Planungsauftrag möglichst

klar und umfassend vertraglich zu regeln, insbesondere

betreffend:

• die vom Architekten erstellten Pläne, Modelle etc.

und deren Verwendung

• den Nachbau und/oder die Veränderung des Bauwerks

• die Urheberbezeichnung am Bauwerk bzw. auf den

Plänen, Modellen etc. sowie

• die Rechtsfolgen im Falle des Zuwiderhandelns für

den jeweiligen Planungsauftrag möglichst klar und

umfassend vertraglich zu regeln.

| BA12-14G |

Eine Steuerung

für alle Gewerke.

Integrale, PC-basierte Gebäudeautomation

von Beckhoff.

Österreich, Salzburg

Halle 10, Stand 0201

www.beckhoff.at/building

Die offene, PC-basierte Steuerungstechnik von Beckhoff bildet die

Grundlage einer integralen Gebäudeautomation, die alle Anforderungen

an eine nachhaltige und effi ziente Lösung erfüllt. Eine

einheitliche Hard- und Softwareplattform steuert alle Gewerke, von

der nutzungsgerechten Beleuchtung über die komfortable Raumautomation

bis zur hocheffi zienten HLK-Regelung. Das Ergebnis:

Durch die optimale Abstimmung aller Gewerke werden die

Energieeinsparpotenziale über die Energieeffi zienzklassen hinaus

voll ausgeschöpft. Darüber hinaus reduziert die integrale Gebäudeautomation

Hardware-, Software- und Betriebskosten. Für alle

Gewerke stehen vordefi nierte Softwarebausteine zur Verfügung,

die das Engineering enorm vereinfachen. Funktionserweiterungen

oder -änderungen sind jederzeit möglich.

Magazin

Microsoft Technology

Center, Köln:

Die integrale Gebäudeautomatisierung

wurde mit

PC- und Ethernet-basierter

Steuerungstechnik von

Beckhoff realisiert.


architektur FACHMAGAZIN

44

architekturszene

Das Rote Wien –

eine Ideologie der Architektur

„Wenn wir einmal nicht mehr sind, werden die Steine für uns sprechen.“ Karl Seitz

Ideologien spiegeln sich häufig in der Architektur wider. Auch die Stadt Wien ist Trägerin

eines wichtigen politischen Erbes. Bereits 100 Jahre liegt die Geburtsstunde des

Sozialismus in der Bundeshauptstadt zurück. Das Rote Wien ist nicht nur eine politische,

sondern vielmehr eine gesellschaftliche und architektonische Ideologie.

Text: Dolores Stuttner

Eine der bedeutendsten Errungenschaften

aus der damaligen Zeit sind die kommunalen

Wohnbauten, die auch heute noch das Ortsbild

der Bundeshauptstadt prägen. Alleine

in der Ersten Republik errichtete die Stadt

Wien 382 Gemeindebauten. Geplant wurden

diese von 199 Architekten. Doch trotz der

großen Zahl an Planern setzte sich beim sozialen

Wohnbau der Zwischenkriegszeit ein

unverkennbarer Stil durch. So sind die Bauten

der Zwischenkriegszeit auch heute noch

auf den ersten Blick erkennbar.

Insgesamt besitzt die Stadt Wien 220.000

Gemeindewohnungen – dies macht sie

zur größten Hausverwaltung Europas. Die

Bauten sind in den Wiener Bezirken unterschiedlich

stark vertreten. In den dicht

verbauten Stadtteilen Mariahilf, Josefstadt

und Neubau ließen sich mit den kommunalen

Wohnbauten nur wenige Lücken

füllen. Dagegen weisen der 5. und der 12.

Wiener Gemeindebezirk eine im Vergleich

zu ihrer Fläche sehr hohe Zahl der weitläufigen

Wohnanlagen auf. Zu verdanken

ist dies den Grundstücksankäufen entlang

des heutigen Margareten- und Meidlinger

Gürtels. In der Inneren Stadt errichtete man

in der Ersten Republik keine kommunalen

Wohnbauten.

Ein soziales Konzept stiftet Identität

Unzumutbare Verhältnisse prägten zum

Anfang des 20. Jahrhunderts die Wohnsituation

der Arbeiterschicht. Erste Ansätze

eines kommunalen Wohnbaus entstanden

um die Jahrhundertwende – in der Anfangszeit

bestand die Hauptmotivation in

der Linderung der Wohnungsnot. Die Idee

nahm schließlich in Form von Werkswohnungen,

die durch die Floridsdorfer Loko-

Karl Seitz Hof

© Bwag

motivfabrik, die Firma Breviller & Urban

sowie karitative Vereine errichtet wurden,

Gestalt an. Trotzdem besserten sich die

Lebensumstände der Wiener Arbeiterklasse

nur langsam – so kamen im Bezirk Ottakring

im Jahr 1910 auf 177.000 Einwohner

lediglich 40.000 Wohnungen. Die politische

Voraussetzung für den sozialen Wohnbau

wurde schließlich erst 1917 und obendrein

ungewollt geschaffen.

Nach Protesten seitens der Bevölkerung

sah sich die Regierung dazu gezwungen,

eine Mietschutzverordnung ins Leben zu

rufen. Sie war ursprünglich Familien von

Soldaten vorbehalten und sollte diese vor

dem Verlust ihrer Wohnung bewahren. Aus

diesem Konzept heraus entwickelte sich

1919 – als die Stadt zum ersten Mal unter

sozialdemokratischer Verwaltung stand –

die Idee zur Errichtung gemeindeeigener

Großwohnanlagen, deren Wohnungen erschwinglich

sein sollten. Die sogenannten

„Superblocks“ sollten aber nicht nur Wohnraum,

sondern auch soziale Infrastruktur

zur Verfügung stellen. So wurden in den

Erdgeschosszonen der Gemeindewohnbauten

Kindergärten, Volksbibliotheken,

Werkstätten, Veranstaltungs- und Versammlungssäle,

Geschäftslokale und Mutterberatungsstellen

angesiedelt – all jene

Einrichtungen standen den Bewohnern zur

kollektiven Nutzung zur Verfügung. Der

erste soziale Wohnbau, der Metzleinstaler

Hof im 5. Wiener Gemeindebezirk, war

schließlich 1925 bezugsfertig.

Möglich wurde der kommunale Wohnbau

aber nicht alleine durch den politischen

Umbruch, sondern auch durch den zunehmenden

Besitz von Bauland durch die Stadt

Wien. Bereits 1924 war die Bundeshauptstadt

mit 2,6 Millionen Quadratmetern Bauland

größter Grundbesitzer in Österreich.

Der Stadt war es dadurch auch möglich,

Bodenspekulation einzudämmen.


www.architektur-online.com

45

architekturszene

Architektur als politischer Spiegel

Nicht nur schön anzusehen, sondern vor

allem lebenswert sollte der kommunale

Wohnbau sein. Den „verlogenen Scheinfassaden“

der Zinshäuser des Jugendstils

sagte die sogenannte „Architektur des Proletariats“

in der Ersten Republik den Kampf

an. Dies tat sie, ohne in eine stilistische

Eintönigkeit zu verfallen. In den Gemeindebauten

sind nicht nur Sachlichkeit, sondern

gleichzeitig historische Einflüsse des Klassizismus

und des Wiener Sezessionismus

zu finden – schließlich befanden sich unter

den zuständigen Architekten viele Schüler

Otto Wagners. Der unverkennbare Stil

setzte sich in Wien durch und ist heute fixer

Bestandteil des Stadtbildes. Die einprägsame

Ästhetik hatte dabei zusätzlich sozialen

Nutzen. So dienten die weitläufigen und oft

begrünten Höfe der Wohnanlagen als Aufenthalts-

und Naherholungszonen, soziale

Treffpunkte und Kinderspielflächen.

Leider setzte sich der Baustil nur bis in die

1930er-Jahre durch. In der Nachkriegszeit

kam bei der Realisierung sozialer Wohnbauten

ein anderer, weitaus schlichterer

Ansatz zum Tragen. Grund war eine große

Nachfrage nach Wohnungen bei knappen

Baugründen. Aus dem Bestreben heraus,

in kurzer Zeit viele Wohnungen zu errichten,

entstand die Per-Albin-Hansson-Siedlung

West im 10. Wiener Gemeindebezirk.

Der erste kommunale Wohnbau der Nachkriegszeit

wurde im Jahr 1947 ausschließlich

aus Ziegelschuttbeton errichtet. In den

darauffolgenden Jahren fehlte es der Stadt

Wien aber nicht nur an Baugründen, sondern

gleichzeitig an finanziellen Mitteln. So

kam es dazu, dass sich am Stadtrand hohe

Wohnblöcke mit minimalistischer Fassadengestaltung

häuften. In den 1970er-Jahren

versuchte sich die Stadt schließlich

im Bauen identitätsstiftender Bauten. Als

Ergebnis davon entstand unter anderem

die Wohnhausanlage am Schöpfwerk im 12.

Wiener Gemeindebezirk.

In den darauffolgenden Jahren gerieten

die sogenannten Großwohnsiedlungen am

Stadtrand aufgrund sozialer Problematik

aber in Verruf. Auch die Stadt erkannte,

dass sich eine derartige Konzentration großer

Menschenmengen in Gegenden mit fehlender

sozialer Infrastruktur negativ auf die

Sicherheit auswirkte. Da ab den 1970er-Jahren

zudem die Nachfrage nach Wohnungen

wieder zurückging, realisierte Wien ihre

kommunalen Wohnbauprojekte überwiegend

in bereits bewohnten, dicht verbauten

Gebieten, um Baulücken zu schließen.

Karl Marx Hof

© Dreizung

Metzleinstaler Hof

© Bezirksmuseum Margareten

Lehren für die Stadt(planung)

Auch wenn die Bauweise einiger Gemeindebauten

nicht mehr den heutigen Standards

der Architektur entspricht, darf nicht vergessen

werden, wie sehr Wien durch den

kommunalen Wohnbau geprägt und verändert

wurde. Und die Veränderungen waren

durchweg positiv – so war es mit dem

Gemeindebaukonzept möglich, der Arbeiterklasse

leistbare Wohnungen von guter

Qualität zur Verfügung zu stellen und die

Wohnungsnot einzudämmen. Vor allem mit

den Wohnkomplexen der Zwischenkriegszeit

schaffte es die Stadt, in ganzen Bezirksteilen

identitätsstiftende Architektur zu realisieren.

Jene Konzepte prägen bis heute das Ortsbild

der Stadt, wobei die Wohnungen noch

immer einen guten Ruf genießen – immerhin

lebt heute jeder vierte Wiener in einem Gemeindebau.

Zu verdanken ist die Beliebtheit

der Gemeindewohnungen nicht zuletzt den

Sanierungsmaßnahmen der letzten Jahre.

2.522 kommunale Wohnbauten wurden zwischen

1994 und 2005 renoviert, sodass die

darin befindlichen 122.000 Wohnungen dem

modernen Standard entsprechen.

Allerdings muss sich der kommunale Wohnbau

der Stadt heute großen Herausforderungen

stellen – diese sind nicht bautechnischer,

sondern vor allem politischer und

damit finanzieller Natur. Die rapide ansteigenden

Bau- und Grundstückskosten wirken

sich auch auf die Mietpreise der Gemeindewohnungen

aus – so stellt sich die

Frage, ob es noch immer gerechtfertigt ist,

von „sozialem Wohnbau“ zu sprechen. Da

jedes Jahr noch immer an die 10.000 Gemeindewohnungen

vergeben werden, ist

dies eine Fragestellung, der sich Wien auf

jeden Fall widmen sollte. Noch gibt es seitens

der Hauptstadt diesbezüglich keine

Ansätze – auch die Errichtung des bisher

letzten Gemeindebaus liegt schon lange,

nämlich 15 Jahre zurück.


architektur FACHMAGAZIN

46

Alt & Neu

Alt und Neu

im arabischen Raum

Es ist sicher kein Zufall, dass heutzutage im arabischen Raum die meisten Landmarks

entstehen und fast alle Stararchitekten und auch Newcomer dort bauen oder

es wollen. Besonders die VAE sind das Mekka der Architekten, es ist (scheinbar)

unbegrenzt Geld vorhanden und Gesetze, die Bauordnungen und eine menschenwürdige

Bauabwicklung werden auch nicht so genau beachtet. Shitstorms sind

vorprogrammiert, tun aber dem Business keinerlei Abbruch, die Spielwiese für

megalomanische Eitelkeiten ist geöffnet!

Text: Peter Reischer

Skyline Doha

© Qatar National Tourism Council


www.architektur-online.com

47

Arabischer Raum

© Qatar National Tourism Council

Die (noch) Öl fördernden Länder der Region

haben das Ende ihres Reichtums aus

diesen Quellen erkannt und unternehmen

vielfältige Versuche, um ein neues Standbein

ihrer Wirtschaft und ihres Einkommens

zu erzeugen: Kunst, Tourismus, Sport und

Spektakel sind die benutzten Werkzeuge.

Auf der Strecke bleiben dabei die Umwelt

und auch die Werte ihrer eigenen Kultur.

Jahrhunderte alte Traditionen, Bauweisen

und Wissen werden zugunsten der technoiden

Möglichkeiten unserer Zeit und der

Sucht nach Maximierung eines Images über

Bord geworfen und vergessen. Die Transformation

von einer Beduinensiedlung und

Karawanserei zum höchsten Gebäude der

Welt, zu gigantischen Zweigstellen der weltbesten

Museen, zu Vergnügungsparks und

Rennstrecken im Wüstensand in wenigen

Jahren geht zu schnell. Es stellt sich die

Frage, ob man die Funktion von Wind türmen

zur Klimatisierung von Bauten einfach durch

Klimaanlagen ersetzten kann? Ob die Umwelt

es verzeiht, wenn Sandstrände zu kilometergroßen

Ornamenten mit Hotelburgen

transformiert werden? Ob man die Vernunft

und Umwelt dem Profit opfern darf?

Nicht immer ist aber das Neue schlecht

und es soll hier auch nicht der Eindruck

von grenzenloser Kritik erweckt werden.

Großartige Zeugnisse der Baukultur in diesen

Ländern – sie gibt es genug – stehen

nun Seite an Seite neben den hochinteressanten,

architektonischen Projekten der

Jetztzeit. Dieses Nebeneinanderstellen

historischer Architektur der Vergangenheit

mit heutigen Landmarks zeigt jedoch

den Irr-, Un- oder Sinn dieser Entwicklung.

Allerdings sollen in diesem Artikel nicht die

„großen“, zum Teil erst in den kommenden

Jahren eröffneten, Architekturen der Stars

(der 830 Meter hohe Burj Khalifa, das von

Zaha Hadid inspirierte Al Wakrah Stadion

oder das von Jean Nouvel entworfene National

Museum of Qatar) gezeigt werden,

sondern eher kleinere Beispiele und architektonische

Experimente.

u


architektur FACHMAGAZIN

48

Alt & Neu

© Nigel Young

Betrachtet man zum Beispiel die neue „Apple Dubai

Mall“ von foster + partners, so erweckt die riesige

„Solar Wing“ Installation, welche Schatten und

Schutz für die Innenräume bietet, Erinnerungen an

die filigranen Balustraden und Fensterwände von alten

Bauten der Region. Die sich solar gesteuert öffnende

und schließende Wand, die den Shop mit der

Aussicht auf den Burj Khalifa und den Dubai Fountain

verbindet oder trennt, scheint in ihrem Konzept und

Schema auf die Kultur und die klimatischen Bedingungen

der Emirate zu antworten. Die Installation

stellt eine Neuinterpretation der traditionellen Mashrabiya

(traditionelle islamische dekorative Holzgitter,

die als Gitterschranken in Moscheen oder als

Fenstergitter bzw. als Balkonverkleidungen in Wohnhäusern

und Palästen zum Einsatz kamen) dar. Jeder

der Flügel ist aus leichtgewichtigen Karbonfasern

gemacht, die vielschichtigen Lagen von Stäben formieren

ein dichtes Netz, das sich in seiner Konzentration

nach der Stärke des Sonneneinfalls richtet.

Betrachtet man allerdings die islamischen Vorbilder,

so ist von deren Feingliedrigkeit und der sensiblen

Ausführung nur wenig zu bemerken. Man kann eben

ein System mit einer Größe von ca. 1 x 2 Meter nicht

einfach auf eine Dimension von 3 x 10 Meter aufblasen.

Gleichzeitig demonstriert diese Architektur die

Macht und den Einfluss einer der bedeutendsten Firmen

der Welt.

Souq Waqif, man kann gut die Feinheit

und die sorgfältige Ausarbeitung der

durchbrochenen Öffnungen erkennen.

© Qatar National Tourism Council


www.architektur-online.com

49

Arabischer Raum

Außenansicht des Louvre Abu Dhabi

© Mohamed Somji

Louvre Abu Dhabi – Rain of light

© Roland Halbe

Ähnliches lässt sich zum Louvre Abu Dhabi konstatieren.

Entworfen von Jean Nouvel, wurde es mit

fünfjähriger Verspätung 2017 eröffnet. Zahlreiche

Proteste in Frankreich, wo Petitionen gegen den

Ausverkauf französischer Kultur unterzeichnet wurden,

begleiteten seine Entstehung. Der Preiskampf

um den Auftrag war angeblich beachtlich, eine österreichische

Firma hat schließlich den Auftrag für

den Stahlbau der Kuppel erhalten, sich daran aber

die Zähne ausgebissen und musste (auch deswegen)

Konkurs anmelden. Vorbilder in Form und Gestalt

kann man in den verschiedensten Moscheen

und Kuppelbauten der arabischen Welt finden. 7.850

Aluminiumsterne bilden in verschiedene Größen und

Schichten den flirrenden Himmel der großen Kuppel,

mit 7.500 Tonnen ist sie in ihrem Stahlgewicht

schwerer als der Eiffelturm.

u

Felsendom in Jerualem

© FadiBarghouthy


architektur FACHMAGAZIN

50

Alt & Neu

© Luca Poian Forms

Das Büro Luca Poian Forms hat einen Entwurf für

eine neue Moschee, direkt an den Ufern des Dubai

Creek Harbours ausgearbeitet. Er übernimmt die

organisatorischen und kompositorischen Kriterien

der traditionellen Moschee und erweitert sie um die

Einführung doppelt gekrümmter Bögen als eine neue

Topologie in diesen religiösen Strukturen. Das einfache

Gewölbe ist in vielen Bauten des Islam zu finden,

Poian nimmt allerdings die sogenannte Scherk-Kurve

oder Fläche als Vorbild und benutzt sie sowohl in

monumentaler Größe in der Gebetshalle wie auch in

verkleinerter Form bei den Minaretten.

© Luca Poian Forms


www.architektur-online.com

51

Arabischer Raum

© Naab Design

Ein weiterer religiöser Bau ist der Wettbewerbsentwurf

für die „Spirit of Light“ - Dubai Creek Harbor

Iconic Mosque von QASTIC Lab, California, USA.

Die zwei Ebenen des Hauptraumes sind südwestlich

gegen Qibla (die Richtung, in der die Muslime

während des Gebetes blicken) gerichtet und sollen

10.000 Gläubige aufnehmen. Das Licht wird hier zum

Spielball zwischen innerer und äußerer Hülle, unterstützt

von einem diamantförmigen Fenster, welches

dramatisch in der Mitte der Öffnung in Richtung

Mekka sitzt. Ein System aus GFRC-Paneelen (Glass

fiber reinforced concrete) in der Hülle soll durch eine

Stahlkonstruktion, entsprechend der geometrischen

Harmonie, unterstützt werden. Die Architekten wagen

damit eine Neudefinition der Rolle eines religiösen

Baus, indem sie die Hauptrichtung der Architektur

nicht vertikal, sondern in einem 45 Grad Winkel

horizontal ausrichten.

u

© Naab Design © Naab Design


architektur FACHMAGAZIN

52

Alt & Neu

© Lester Ali

Karawansereien dienten im Nahen und auch Fernen

Osten zur Übernachtung und auch als Warenlager

und Warenumschlagsstelle. Einen modernen Lagerraum,

und zwar eine Galerie hat das Büro OMA in

Dubais Al Qouz, dem Industriebezirk in der Alserkal

Avenue adaptiert. Das 1.250 m 2 große, ehemalige

Lagerhaus dient heute für Ausstellungen, Events,

Performances und Modeshows. Alle Servicebereiche

sind an einem Ende konzentriert, um die Eventfläche

so groß wie möglich zu halten. Die originale Hauptansicht

wurde durch eine Polykarbonatfassade ersetzt

und hat raumhohe Türen (acht bis zehn Meter) bekommen

– so kann der Hof als Fläche mitbenutzt

werden. Die transluzenten Tore bringen auch eine

optische Verbindung zwischen innen und außen mit

sich und versorgen das Innere zusätzlich mit Tageslicht.

Der Rest der Fassade ist erhalten und mit einem

schwarzen Betonspritzputz versehen, darin sind kleine

Glas- und Spiegelsplitter enthalten und so erregen

diese Boxen Aufsehen in der Nachbarschaft.

© Lester Ali

© Qatar National Tourism Council


www.architektur-online.com

53

Arabischer Raum

© Rory Gardiner

Laut seiner Selbstbeschreibung will das Jameel

Arts Centre die führende Galerie für zeitgenössische

Kunst in den VAE, im Mittleren Osten und in

der südasiatischen Region werden. Sie wurde von

Serie Architects entworfen und im November 2018

eröffnet. Situiert ist dieser Warenumschlagsplatz

für Kunst mit 10.000 m 2 Nutzfläche an der Jaddaf

Waterfront in Dubai. Die Architekten bezogen ihre

Inspiration aus den frühen Emirati Sha´abi Häusern

(siehe auch Architekturbiennale Venedig 2016), diese

bilden eine Serie von Räumen, welche einen Hof

umschließen. Ihre zweite Inspiration ist der Madinat-Stil,

bei dem eine parkartig durchgrünte „Stadt

in der Stadt“ äußerst aufwendig als Lagunenstadt

im Stil alter arabischer Paläste mit den typischen

Windtürmen gebaut wird. Das Resultat ist eine auf

einer Inselform errichtete Ansammlung von weißen

Kuben, umgeben von einer Säulenkolonade und mit

sieben Gartenhöfen durchmischt. Struktur und Symmetrie

vermisst der Betrachter. Auch die Referenz

zu den zitierten Windtürmen sucht man vergeblich

bei diesem Architekturensemble.

© Thomas Schoch

Die aufwendig und kunstvoll gestalteten

"Windtürme" dienen zur Belüftung und

Ventilation der Innenräume.


architektur FACHMAGAZIN

54

Alt & Neu

Wunderland

im Urwald

AZULIK Uh May / Mexiko

Eduardo Neira (Roth), Fernando Artigas und Jorge Berea

Fotos: Enchanting Transformation 2018


www.architektur-online.com

55

Eduardo Neira (Roth), Fernando Artigas und Jorge Berea

Wenn in Österreich einem Neubau auch nur ein Baum

zum Opfer fallen soll, sind sofort Bürgerinitiativen, Umweltschützer

etc. zur Stelle, ketten sich an den Baum

und sind sich der gewaltigen, medialen Aufregung

über den Baummord und ihre Initiative sicher. In den

lateinamerikanischen Urwäldern werden jährlich auf

tausenden Quadratkilometern Bäume gefällt, des Profites

wegen. Initiativen zur Bekämpfung dieses Raubbaus

an unserer Umwelt sind nur bedingt erfolgreich.

Statt zu jammern und zu reklamieren, soll nun einmal

eine etwas andere Initiative beschrieben werden:

Eduardo Neira (Roth), der CEO, Gründer von AZU-

LIK und Präsident von Enchanting Transformation,

setzt seit Jahren Taten. Seit zehn Jahren richtet er in

Mexiko seine Aufmerksamkeit auf einen konstanten

Dialog zwischen Einheimischen und künstlerischen

Kommunitäten, um deren integrale Entwicklung zu

fördern. Mit jedem seiner Projekte verstärkt er Bemühungen

zum Erhalt lokaler Kultur und Landschaft

und die Wiederentdeckung der längst vergessenen

Werte verschiedenster Interaktionsformen beim und

zum Schutz der Umwelt. Dieses, sein Interesse fokussiert

sich dabei auf Forschung und Entwicklung

durch Kunst als eine Reflexion über das menschliche

Wesen und seinen Einfluss auf unseren Planeten. u

Ein Kunst- und Lehrzentrum der besonderen Art hat

Eduardo Neira, Präsident der Stiftung Enchanting

Transformation im Urwald von Mexiko errichtet. Es wurde

kein einziger Baum dafür auf der Baustelle gefällt,

kein einziger Plan gezeichnet und die anthroposophische

Architektur verbindet sich wie organisch mit der

Umwelt. Natur und Architektur wachsen zusammen.


architektur FACHMAGAZIN

56

Alt & Neu

Polierte Betonflächen

winden sich um Bäume

herum, als ob sie auch

gewachsen wären und der

Natur ihre Ehrerbietung

weisen würden.

Sein neuestes Projekt, das AZULIK Uh May im

Dschungel von Mexiko, wurde erst im November

2018 eröffnet. Sein Erscheinungsbild drückt sich

in nachhaltigen, biomorphen Betonvolumina und

schwebenden Brücken, die völlig natürlich aus der

Substanz und der Umwelt zu wachsen scheinen, aus.

Er hat eine Art Wunderland in den mexikanischen

Dschungel als Kunstzentrum eingepflanzt. Es befindet

sich in der Nähe von Francisco Uh May im Herzen

der Halbinsel Yucatan und soll nun seit seiner Eröffnung

als Kunstraum und Designschule Künstler mit

der örtlichen Bevölkerung der Maya in Kontakt bringen.

Interessant an dem Projekt ist auch, dass das

Team in Yucatan ohne detaillierte Pläne baute. Es war

ein Building in Progress mit ad hoc Entscheidungen

über den nächsten Schritt.

u


www.architektur-online.com

57

Eduardo Neira (Roth), Fernando Artigas und Jorge Berea


architektur FACHMAGAZIN

58

Alt & Neu

Polierte Zementoberflächen, welche an die anthroposophischen

Architekturexperimente von Rudolf

Steiner oder erste Anfänge der sogenannten Alternativarchitektur

in der Hippiezeit in Amerika erinnern,

wellen und schlingen sich hier von Ebene zu

Ebene. Verbunden sind sie mit – aus dem Holz der

einheimischen Bejucopflanze – geflochtenen Böden

und Verbindungsstegen. Diese menschgemachten

Strukturen besitzen holzähnliche Überdachungen

und scheinen so natürlich und integriert, als ob sie

mit dem Dschungel mitgewachsen wären. Die verschiedenen

Bereiche/Räume sind durch freischwebende

Brücken und Pfade, die sich durch die Bäume

schlängeln, verbunden, und es wurde für das Projekt

kein einziger Baum gefällt, sondern mit und um diese

Bäume herumgebaut.

In seinem Zentrum ist ein 16 Meter hoher Dom aus

Beton und Bejucohölzern errichtet, gekrönt von der

„Blume des Lebens“, einer geometrischen Form aus

überlappenden, konzentrischen Kreisen in der Form

eines Blütenkelches angeordnet. Die Proportionen

beruhen auf einer Fibonacci-Reihe (Eine unendliche

Folge von Zahlen, bei der sich die jeweils folgende

Zahl durch Addition ihrer beiden vorherigen Zahlen

ergibt). Die gesamte Architektur von AZULIK Uh May

ist eine erfrischende und innovative Kombination aus

vor Ort erhältlichen Materialien und Organik – alles

dient dazu, den CO 2 Footprint zu verringern.


www.architektur-online.com

59

Eduardo Neira (Roth), Fernando Artigas und Jorge Berea

Ernesto Neto, Every Tree is a Civilizing Entity

Guillaume Leblon, The innocent‘s coat

Der vielschichtige Komplex beinhaltet eine Reihe

von Räumen für Kreativität und Innovation, ein Labor

für Mode und Design, ein modernes Aufnahmestudio

und Wohnmöglichkeiten für diverse Künstler.

In seinem Herzen konzentriert man sich auf die universelle

Sprache der Kunst und das Handwerk, um

die Maya-Bevölkerung mit Künstlern, internationalen

Studenten und Schülern in Kontakt zu bringen. Eine

in die Struktur eingebettete Schule versucht, westliche

Medizin mit den Tausende Jahre alten Heilmethoden

der Maya zu verbinden.

Es ist das neueste Projekt von Eduardo Neira, der

auch schon das AZULIK Luxus Resort Tulum und das

danebenliegende Kunstzentrum IK LAB initiiert hat.

All diese Projekte und ihre Architekturen versuchen

sensibel mit der Umwelt, mit den lokalen Ökosystemen

umzugehen. So umarmen die Strukturen die

bestehende Vegetation, statt sie zu verdrängen oder

zu ersetzen.

Man kann auch hier den Versuch, Alt und Neu zu verbinden,

erkennen. Denn auch die Natur des Urwalds

ist viele Jahre alt und die Menschen bringen Neues

mit ihr in Verbindung, aber eben nicht in Konkurrenz,

sondern in einer gleichberechtigten Koexistenz. (rp)

AZULIK Uh May

Francisco Uh May, Mexiko

Bauherr:

Planung:

Eduardo Neira (Roth)

Eduardo Neira (Roth),

Fernando Artigas und Jorge Berea

Grundstücksfläche: 40.000 m 2

Fertigstellung: 10/2018


architektur FACHMAGAZIN

60

Alt & Neu

Plugin Houses

Shangwei Plugin Houses / China / People‘s Architecture Office (PAO)

Fotos: People’s Architecture Office, Zhan Changheng

Alte Häuser werden immer öfter renoviert statt abgerissen,

mit neuen Elementen und Techniken aufgewertet

und in zeitgemäße Wohn-, Lebens- und

Arbeitsmöglichkeiten verwandelt. Das passiert auf

der ganzen Welt in verstärktem Maße, weil Nachhaltigkeit

und Ressourcenschonung angesagt sind.

Eine logische Entwicklung, auch wenn man an den

beschränkten Platz in den Städten und urbanen Ballungsgebieten

denkt.

Das in Beijing beheimatete Büro People´s Architecture

Office (PAO) und People´s Industrial Design

Office (PIDO) gehen nun noch einen Schritt weiter in

dieser Gedankenkette. Die Shangwei Plugin Houses

sind kleine Wohneinheiten, die in Hunderte Jahre alte,

seit Jahrzehnten verlassene und nur als Ruinen erhaltene

Mauerreste einer chinesischen Siedlung eingepflanzt

wurden. Der Ort Shangwei Village litt seit Jahren

unter einem starken Nichtinvestment. Die rapide

urbane Expansion des nahe gelegenen Shenzhen

verschluckte Orte wie Shangwei und verwandelte sie

in landschaftliche Inseln, umringt von Neubauten. Die

Hälfte der Grundstücke dort wurde von den Bewohnern,

auf der Suche nach einem „besseren“, höheren

Lebensstandard verlassen – sie zogen in die benachbarten,

neu errichteten Wohngegenden.

Die örtliche Verwaltung, die Shangwei Village Cooperative,

interessierte sich nun für neue, innovative

Wege, um die Gegend wieder zu bevölkern, und

wollte eine, sich selbst entwickelnde Gemeinschaft

von Künstlern und Handwerkern, welche sich bereits

in den alten Gemäuern niedergelassen hatte, unterstützen.

So initiierte sie mit Unterstützung von der

Leping Foundation und Future Plus, einer Non-Profit-Organisation,

eine Zusammenarbeit mit dem People´s

Architecture Office. Die Stadtverwaltung ist

gesetzlich verpflichtet, unbewohnbares Eigentum,

bei dem das Dach eingestürzt ist, zu renovieren. Auf

jeden Fall sind diese Objekte sehr schwierig zu restaurieren,

weil die geringsten Änderungen in der

Struktur die nebenstehenden Gebäude beeinflussen

und weitere Einstürze zur Folge haben könnten. u


www.architektur-online.com

61

People‘s Architecture Office (PAO)

Statt abreißen oder renovieren wählte

das People´s Architecture Office

den Weg der Implementierung von,

aus Paneelen zusammengesetzten

Einheiten mitten in die verfallenen

Mauern einer Siedlung bei Shenzhen.

Die Bewohner erhalten einen deutlich

erhöhten Wohn- und Lebensstandard

und dieses Projekt richtet

sich vor allem gegen die Absiedelung

und Zerstörung alter Substanz.


architektur FACHMAGAZIN

62

Alt & Neu

Um dieses Problem zu umgehen, hat sich das Architekturbüro

dazu entschlossen, die jeweilige Originalstruktur

unberührt zu lassen und strikt innerhalb des

noch existierenden „Hauses“ – eigentlich nur Mauerreste

– zu bauen. Diese Plugin Houses benutzen ein

modulares System aus vorgefertigten Paneelen. Sie

werden, mit wenigen Zentimetern Abstand zu den alten

Mauern wie fehlende Puzzlestücke in die bereits

(oder noch) bestehende Umgebung eingesetzt. Verbindungsbeschläge

sind in jedem der Paneele integriert,

Türen und Fenster sind aus Kunststoff oder Aluminium

mit Isolierglasscheiben und so kann ein Haus

innerhalb eines Tages von ungelernten Arbeitern mit

minimalem Werkzeugaufwand errichtet werden. Die

industrielle (Vor)Fertigung erlaubt die Verwendung

von hoch qualitativen Materialien, erhöht gleichzeitig

drastisch die Energieeffizienz und die ökonomischen

Maßstäbe stellen sicher, dass diese Hineinstell-Häuser

erschwinglich bleiben. Und obwohl die Plugin-Paneele

in einer Massenproduktion hergestellt

werden, wird jedes Wohnobjekt auf den Ort und die

Gegebenheiten sowie Bedürfnisse der Benutzer individuell

zugeschnitten und angepasst.

u

Die Objekte sind trotz ihrer kleinen Wohnfläche

individuell an die Bedürfnisse der Bewohner

anpassbar. Durch die großzügigen Fenster hat

man die alten Gemäuer stets vor Augen.


www.architektur-online.com

63

People‘s Architecture Office (PAO)


architektur FACHMAGAZIN

64

Alt & Neu

Die neuen Körper sitzen

perfekt in den Lücken der

alten Gemäuer und maximieren

so den neu geschaffenen

Wohnraum. Gleichzeitig

fungiert der Einbau der neuen

Elemente als Stärkung der

maroden Struktur.

Das Huang Family Plugin House passt auf die winzige

Fläche von 15 Quadratmetern. Weil ein Teil des

ursprünglichen Daches noch immer bestand, funktioniert

der Einbau des Hauses gleichzeitig als Unterstützung,

Sicherung und Verstärkung der maroden

Struktur. Es ist eine Schutzmaßnahme gegen jegliche

strukturellen Probleme, die das alte Haus haben

könnte. Um zusätzlichen Raum zu generieren, befindet

sich der Schlafraum auf einer Mezzaninebene mit

einem Eckfenster, welches über eine halbverfallene

Wand hinausragt und einen Panoramaausblick über

die Dächer der Siedlung bietet. Ein Dachfenster ist

dort, wo das alte Dach bereits kollabiert ist und so

gelangt viel Naturlicht in die Tiefe des Raumes.

Das Fang Family Plugin House ist nur wenig größer

als 20 Quadratmeter. Auf der rechten Seite des Gebäudes

bringt ein Oberlicht in einem shedförmig ausgebildeten

Dach genügend Licht in das Schlafzimmer.

Auch diese Architektur scheint wie ein weißer

Kristall aus den Ruinen herauszublühen. Trotz aller

Beengtheit ist hier noch Platz für einen Minigarten

geblieben.

Bei beiden Plugin Houses wird durch effiziente

Kleinst einheiten für Heizung, Kühlung und einen modernen

Küchenblock ein deutlich erhöhter Lebensstandard

ermöglicht. Auch ein für die Kompostierung

geeignetes, off-grid Toilettensystem gehört zum

Standard dieser Projekte.

(rp)


www.architektur-online.com

65

People‘s Architecture Office (PAO)

Shangwei Plugin Houses

Shenzhen, China

Bauherr:

Planung:

Mitarbeiter:

Guanhu Subdistrict / FuturePlus Academy

He Zhe, James Shen, Zang Feng

Sha Jinghai, Lin Mingkai

Bebaute Fläche: 15 bzw. 20 m 2

Fertigstellung: 01/2018

People´s Architecture Office (PAO) / People´s Industrial Design

Office (PIDO) wurden 2010 gegründet. Das Team besteht

aus einer multidisziplinären Gruppe von Architekten, Ingenieuren,

Designern und Stadtplanern. Die Projekte fokussieren

sich auf die soziale Wirkung des Designs. PAO ist das erste

Büro in Asien mit einer B Corporation-Zertifizierung.

B Corp (oder auch B Lab) ist eine Zertifizierung, welche für

das Erreichen sozialer Nachhaltigkeit in der Architektur und

umweltbezogene Leistungen ausgestellt wird. Im August

2018 gab es bereits über 2.600 zertifizierte B Corporations

in 150 Firmen in 60 Ländern.


architektur FACHMAGAZIN

66

Alt & Neu

Die Zeit – im Ziegel

eingefangen

Tower of Bricks / Hengshui / Interval Architects

Fotos: Zhi Geng


www.architektur-online.com

67

Interval Architects

Ausgangspunkt

Das Projekt hatte seinen Ausgangspunkt bei einem

halb verfallenen Hoffman-Ofen (ein Tunnelbrennofen

für keramische Produkte) im Sumpfgebiet nahe der

Stadt Hengshui in China. In diesem Gebiet entsorgten

lange Zeit die umliegenden Industrien ihre Abwässer.

Die Ziegelbrennerei war das einzige Gebäude

in dem Sumpf und ihr Kamin ragte als Wahrzeichen

weithin sichtbar in die Höhe. Aufgrund der neuen

Umweltpolitik Chinas, die das Ziegelbrennen aus Ton

aus Umweltschutzgründen verbietet, war die Anlage

verlassen worden und drohte komplett einzustürzen.

Einige Bauteile hatten schon das Zeitliche gesegnet.

Ein neuer Plan der lokalen Verwaltung des Bezirkes

sah nun vor, den Sumpf in einen botanischen Garten

zu verwandeln und ein zughöriges Kunst- und Ausstellungszentrum

an der Stelle der ehemaligen Ziegelbrennerei

zu errichten. Die beauftragten Interval Architects

beschlossen, die Erinnerung und Geschichte

der demolierten Ofenanlage aufzugreifen und sich bei

der neuen Architektur davon inspirieren zu lassen. So

sollte auch eine Verbindung von Vergangenheit und

Gegenwart in dem Projekt sichtbar werden. u

Anstelle eines verfallenen und dann abgebrochenen

Ziegelwerkes haben die Interval Architects

in einem Sumpfgebiet in der Nähe der

Stadt Hengshui, China das Botanic Art Center in

einem neuen botanischen Garten errichtet. Sie

bezogen sich bei ihrem Entwurf auf die Strukturen

und Materialitäten der Vergangenheit und

schufen so eine Verbindung zur Gegenwart.


architektur FACHMAGAZIN

68

Alt & Neu

Die verschiedensten

Verlegearten und -muster

prägen die Fassaden der

einzelnen Bauteile.


www.architektur-online.com

69

Interval Architects

Konzept

Das neue Botanic Art Center (BAC) ist hauptsächlich

eine Galerie, die Pflanzen, Töpferwaren und florale

Kunst ausstellt. Die neue Architektur sollte ein öffentlicher

Bau sein, im Gegensatz zum alten Ofen, der

eine introvertierte und rein auf industrielle Produktion

ausgerichtete Anlage darstellte. Die Intention

der Architekten war es, die räumliche Geschichte des

Ortes mit den Volumina des neuen BAC in Proportion

und Komposition derart zu entwerfen, dass sie

zur Komposition der alten Ofenanlage eine Referenz

bildete. Gleichzeitig mussten zeitgemäße Funktionen

und Erlebnisbereiche eingebettet sein. Vergangenheit

und Zukunft des Ortes sind somit konzeptuell

verbunden.

Referenzen

Im Gegensatz zur alten Ofenanlage ohne öffentlichen

Zugang der Produktionsstätte bietet das neue BAC

den Besuchern Kulturveranstaltungen und eine Ausstellungsarchitektur.

In seiner räumlichen Struktur

bezieht es sich auf den Hoffman-Ofen mit seinen bogenförmigen,

um einen zentralen Hof angeordneten

Gewölben. Entlang der gewölbten, äußeren Arkaden

unterbrechen mehrere Höfe den Raumfluss, sie schaffen

verwischte Grenzen zwischen Landschaft und Architektur,

zwischen innen und außen. Gleichzeitig verbinden

sie sich mit dem zentralen Innenhof zu einem

größeren Ganzen und mit dem Umraum. Die Dachterrassen

und -gärten öffnen ebenfalls das Gebäude und

bieten erstaunliche Ausblicke in die Gegend. Kleine,

schmale Höfe sind auch zwischen dem Restaurantund

Küchenbereich angeordnet, sie dienen zu einer

ausreichenden Belichtung des Speisesaals. u


architektur FACHMAGAZIN

70

Alt & Neu

Licht und Schatten

spielen eine große Rolle

im architektonischen

Konzept der Architektur.

Sie tragen zur Bildung

von Raumsequenzen und

Abschnitten bei.

Ausstellungsflächen

Konträr zu den fortlaufenden Gewölben eines Hoffman-Ofens,

sind hier die Arkaden als eine Serie von

offenen Bögen entworfen, die eine visuelle und wahrnehmbare

Beziehung der Räume zum Licht zeigen.

Die sequenziellen Anordnungen der Bögen definieren

verschiedene, unabhängige aber miteinander

verbundene Galeriezonen für Ausstellungen und

bringen den Aspekt von Raum, Licht und Schatten

zum Ausdruck.

Der Turm

Jeder traditionelle Ofen hat einen Kamin und manche

Menschen wollen einen solchen besteigen (zumindest

in China). Der Turm des BAC ist eine Reminiszenz

an die Vergangenheit und die vier Aussichtsplattformen

bieten den Besuchern die Möglichkeit,

hinaufzusteigen und von den unterschiedlichen Höhen

einen Blick auf den botanischen Park zu werfen.

Materialität

Natürlich wurden Ziegel als Hauptbaumaterial verwendet,

schließlich befindet man sich an der Stelle

einer ehemaligen Ziegelproduktion und auch so wird

die Erinnerung der vergangenen Textur und Materialität

wachgehalten. In den Fassaden benutzte man

vielfältige Verlegemuster und Anordnungen, um

Transluzenz zu generieren. Diese bricht auch die

Masse des Baukörpers, erlaubt Licht- und Schattenspiele

und entspricht dem öffentlichen Charakter der

Architektur. Speziell beim Aussichtsturm kommt dieser

Anspruch klar zum Ausdruck, hier sind die Verlegemuster

noch transparenter.

(rp)


www.architektur-online.com

71

Interval Architects

0

2m

4m

剖 面 图

3-3

Section 3-3

0

2m

4m

剖 面 图 2-2

Section 2-2

09

08

02

10

03

07

03 03

04

06

03

10

09

02

01

05

11

01 接 待 门 厅

02 展 厅

03 室 外 庭 院

04 办 公 室

05 vip 门 厅

06 vip 餐 厅

07 餐 厅

08 餐 厅 包 厢

09 卫 生 间

10 厨 房

11 设 备 间

Tower of Bricks

Hengshui, China

Bauherr:

Planung:

Mitarbeiter:

Statik:

Hengshui Botanic Park

Interval Architects

Oscar KO, Yunduan GU, Zexing YUE, Xianmei HU,

Jing CHEN, Jin HUANG

Bejing New Era Architeural LTD

01 reception hall 07 reataurant

02 exhibtion 08 restaurant cubicle

03 outdoor courtyard 09 toilet

04 office

10 kitchen

05 vip hall

11 equipment room

06 vip restaurant

0 2m 4m

N

首 层 平 面 图

First Floor Plan

Grundstücksfläche: 19.631 m 2

Bebaute Fläche: 2.065 m 2

Höhe:

36,5 m

Planungsbeginn: 2016

Bauzeit: 2016-2018

Fertigstellung: 11/2018

Baukosten:

1,8 Mio. Euro


architektur FACHMAGAZIN

72

Alt & Neu

Archäologie

als Entwurfskonzept

Medieval Mile Museum / Kilkenny / McCullough Mulvin Architects

Fotos: Christian Richters

Irland ist geprägt von einer üppigen Natur mit –

durch den Golfstrom begünstigten – bis zu zehn

Meter hohen Oleanderbäumen und Feigenbäumen

wie in Griechenland. Aber auch durch eine Vielzahl

imposanter und wichtiger Kulturdenkmäler aus den

vergangenen Jahrhunderten. Von den Kelten, Römern

und Normannen zeugen eindrucksvolle Bauten

und deren Überreste. Es war das erste Land, in dem

ein totales Rauchverbot in Gaststätten erlassen wurde

und kämpft momentan mit den möglichen Folgen

des Brexits.

In der irischen Grafschaft Kilkenny liegt in der gleichnamigen

Stadt die St. Mary´s Hall – früher nannte

man sie St. Mary´s Church – eine im 13. Jahrhundert

gegründete Kirche. Nach ihrer Nutzung als Kirche

und als Loge der örtlichen Freimaurer seit Mitte des

20. Jahrhunderts kaufte sie das Kilkenny Borough

Council im Jahr 2010 mit Unterstützung des Kilkenny

County Council und des Department of Environment

and Heritage und der örtlichen Verwaltung. Der Plan

war, sie in ein Mittelaltermuseum zu konvertieren,

welches zukünftig den Ausgangspunkt für die Medieval

Mile, eine touristische Wanderroute entlang

der vielen Monumente, über die Kilkenny als ehemalige

Hauptstadt Irlands mit Wurzeln bis ins Mittelalter

noch immer verfügt, darstellen sollte.

u

Das Medieval Mile Museum

in Kilkenny enthält

eine der bemerkenswertesten

Sammlungen

alter Grabplatten und

mittelalterlicher Steinskulpturen

der Renaissance

in ganz Irland. Erbaut,

beziehungsweise die

St. Mary’s Church dazu

umfunktioniert, haben

es die McCullough Mulvin

Architects aus Dublin. Es

ist ein interessanter und

ungewöhnlicher Beitrag

eines sensiblen Bauens im

Bestand unter Einbeziehung

der Archäologie.


www.architektur-online.com

73

McCullough Mulvin Architects


architektur FACHMAGAZIN

74

Alt & Neu

Das Gebäude ist eine in Kreuzform angelegte Steinstruktur

aus dem 13. Jahrhundert, der Turm an seiner

Westseite stammt aus einer späteren Zeit. Der Bau

befindet sich in einem mit Mauern umgrenzten Friedhof

auf der rechten Seite der High Street in Kilkenny.

Der Friedhof mit seinen mit Efeu umrankten Gräbern

und Denkmälern aus dem 13. Jahrhundert wurde

kürzlich auch für die Bevölkerung als Gartenbereich

geöffnet. Die Planung des Museums, die Restaurierung

des Baus sowie seine Erweiterung übernahmen

und betreuten die McCullough Mulvin Architects aus

Dublin. In Zusammenarbeit mit dem Denkmalschutz

und Archäologen begannen sie 2010 einen langen

Prozess der Grundlagenforschung und Überlegungen,

der erst 2017 mit einer Bausumme von 64 Millionen

Euro fertiggestellt wurde.

Die Kirche hatte ursprünglich eine Raumtiefe und

Komplexität von Orten, Achsen und Elementen, die

in späterer Zeit teilweise abgerissen und beseitigt

wurden. Der Chor war zerstört und verschiedene Zuund

Einbauten wurden errichtet, alles in einem eher

unsensiblen Vorgang. Im Inneren hatte man Wände

und Ebenen eingezogen, um den Raum als Kirche/

Versammlungsort funktionieren zu lassen.

Das Konzept der Architekten sah nun vor, in dem

zu errichtenden Museum einige der Interventionen

aus der letzten Zeit zu erhalten, aber gleichzeitig

die Komplexität und Raumtiefe des mittelalterlichen

Ursprunges durch die Rekonstruktion des Nordschiffes

und des Chors zu betonen. Dieser Vorgang sollte

dabei die Fundamente der alten Mauern und deren

Materialität – in einer nicht überdeckenden Art – als

Ausgangsbasis benutzen. Die Architekten interpretierten

die Fundstellen einfach neu. Der Raum des

Chors mit der offenen Stirnseite überblickt heute

wieder die ganze Stadt, seine Wiedererrichtung stellt

somit auch eine Dominante für die Stadtlandschaft

dar. Der Bereich unter ihm wurde zur Krypta, welche

durch einen teilweisen Glasboden betrachtet werden

kann. Der neu errichtete Chor sowie ein zweiter Zubau

an der Nordseite neben dem Turm wurden mit

Satteldächern versehen, beide erhielten eine Eindeckung

und Wandverkleidung aus Blei und sind somit

eindeutig aber doch unauffällig als Neuzufügungen

erkennbar. Der Chor führt damit auch optisch den

Umriss der Kirche weiter.

Das mittelalterliche Gebäude benötigte einige Erweiterungen,

um die Kunstwerke in einer kontrollierten

Umgebung zur Schau stellen zu können: Eine ist der

schon erwähnte Zubau mit Satteldach. Er dient auch

als Eingang in das Museum.

u


www.architektur-online.com

75

McCullough Mulvin Architects

Die mit Blei gedeckten

und verkleideten Zu- und

Neubauten treten mit der

historischen Substanz

in einen wohlgefälligen

Kontrast.


architektur FACHMAGAZIN

76

Alt & Neu


www.architektur-online.com

77

McCullough Mulvin Architects

Das Projekt verbindet nun eine sensible Restaurierung

mit zeitgemäßem Design in einer exemplarischen

Qualität. Die Einbeziehung der Archäologie

erwies sich als ein gelungenes Experiment, das wesentlich

dazu beitrug, die endgültigen, architektonischen

Lösungen zu bestimmen. (Man entdeckte

dabei zum Beispiel die ursprünglichen Bodenplatten

der Säulen circa 80 Zentimeter unter dem derzeitigen

Boden.) Der Chor ist ein bisschen in seiner Größe

reduziert, die Schiffe bekamen wieder Achsen – dazu

haben die Archäologen anhand der unterirdischen

Fundamente die Angaben geliefert. Im Außenbereich

fand die Archäologin Claire Walsh die Grundmauern

des ursprünglichen mittelalterlichen Turmes, der im

19. Jahrhundert eingestürzt war.

Man hat aber auch neue Elemente, welche die räumliche

Komplexität betonen und eine Folge von inneren

Blickachsen schaffen, hinzugefügt. Diese Additionen

sind aus Holz und aus dem Material Blei, weil dessen

Weiche und Geschmeidigkeit sich wie eine zusätzliche

Folie zum irischen Stein und dem grauen Himmel

fügt. Die Architekten arbeiteten mit der Natur

des Bauwerkes, fügten einen neuen Steinboden (Kilkenny-Stone)

ein, reparierten Fehlstellen und ließen

einen großen Bereich des hölzernen Dachstuhls als

zentralen Fokus des Innenraumes offen. Mit ähnlicher

Großzügigkeit sind auch die musealen Ausstellungstücke,

Grabplatten und Kreuze vor komplett

weißen Flächen inszeniert. Manche lehnen einfach

nur an Brüstungen, andere sind auf gitterähnlichen

Strukturen aufgehängt wie Bilder in einem Lager. u


architektur FACHMAGAZIN

78

Alt & Neu

Das Team untersuchte alle Mauern auf Fresken und

fand aber nur ein kleines Stück an einer Säule. Die

Wandstrukturen wurden in den verschiedensten Bereichen

genau analysiert, der Großteil des Verputzes

in den unteren Ebenen war Gips und wurde entfernt,

dabei entdeckte man Pfeiler, dekorierte Steine und

vermauerte Fenster. So kam langsam die ganze, eindrucksvolle

Majestätik des Raumes wieder zum Vorschein.

Um diese zu unterstreichen, benutzte man

die Archäologie als Ideengenerator und so entstand

eine, in Irland bisher einzigartige Verbindung zwischen

Alt und Neu, zwischen vergangener und neuer

Architektur.

(rp)


www.architektur-online.com

79

McCullough Mulvin Architects

Medieval Mile Museum

Kilkenny, Irland

Bauherr:

Planung:

Statik:

Kilkenny County Council

McCullough Mulvin Architects

O‘Connor Sutton Cronin

Grundstücksfläche: 654 m 2

Bebaute Fläche: 654 m 2

Planungsbeginn: 2010

Bauzeit:

18 Monate

Fertigstellung: 2017

Baukosten:

64,1 Millionen Euro


architektur FACHMAGAZIN

80

Alt & Neu

Ein legendäres Haus

Adaptierung Gemeindeamt St. Gallen / KREINERarchitektur ZT GmbH

Fotos: KREINERarchitektur ZT GmbH


www.architektur-online.com

81

KREINERarchitektur ZT GmbH

Vor einigen Jahren schon wurde das denkmalgeschützte

„alte Gerichtsgebäude“ in St. Gallen mit

viel Fingerspitzengefühl von KREINERarchitektur ZT

GmbH zum neuen Gemeindeamt sowie dem Büro für

den Natur- und Geopark Steirische Eisenwurzen umgebaut.

2018 bekam dann das Projekt die Auszeichnung

„Steirisches Wahrzeichen 2018“ verliehen.

Das Gebäude Marktplatz 35 wird in der Chronik als

„Pantzhaus“ bezeichnet, heute befindet sich darin

das Marktgemeindeamt. Es stellt das älteste Haus

des Marktes dar. Bereits 1600 prägte das „Pantzhaus“

das Ortsbild von St. Gallen. Der Erbauer des

Hauses war 1530 der Gewerke- und Hammermeister

Wolfgang Pantz der Erste. Er begründete damit

den Stammsitz der weitverzweigten und über viele

Jahrhunderte im Eisenwesen tätigen Hammerherrenfamilie.

Sie zählte zu den bedeutendsten in der

Steiermark. Früher bestand in diesem Haus auch eine

hauptgewerkschaftliche Hammerverwaltung. Das

Pantz´sche Stammhaus, wie es auch genannt wurde,

wurde von 1849 –1977 Sitz des St. Gallener Bezirksgerichtes

und ist seither im Besitz der Marktgemeinde

St. Gallen. Im Zuge eines Färbelungsplanes des

Ortskernes der Gemeinde in den Jahren 1970 - 1975

erhielt das Gebäude eine neue Fassadengestaltung

und die grüne Farbe wurde durch eine weinrote ersetzt.

Heute, nach der Renovierung erstrahlt dieses

Gebäude wieder in den ursprünglichen Farben Weiß

und Grau.

Als sogenanntes „offenes Haus“ beherbergt es nun

im Erdgeschoss das Büro des Natur- und Geoparks

Steirische Eisenwurzen, die Sozialberatungsstelle

sowie den Sitzungs- und Trauungssaal. Diese Räumlichkeiten

werden durch ein großzügiges Foyer, das

auch als Erschließungszone dient, ergänzt. Bei öffentlichen

Veranstaltungen oder einer Agape nach

einer Trauung wird es zudem als Aufenthaltsbereich

genutzt. Die großzügigen Glasportale vermitteln

schon beim Betreten des Gebäudes Offenheit und

Transparenz. Auch die Gewölbe profitieren von der

Helligkeit und der punktgenau geplanten Beleuchtung.

Im Obergeschoss wurden die Büros des Bürgermeisters,

das Melde-, Standes- und Bauamt sowie

das Bürgerservice und der Sozialraum für die Mitarbeiter

angesiedelt. Hier entspricht die Raumaufteilung

wieder der ursprünglichen Struktur. u

Ein mit viel Fingerspitzengefühl renoviertes Gebäude

ist das von KREINERarchitektur ZT GmbH adaptierte,

ehemalige Pantzhaus in St. Gallen in der Steiermark.

Heute ist es das gut funktionierende Gemeindeamt

und das architektonische Projekt bekam auch 2018 die

Auszeichnung „Steirisches Wahrzeichen“ verliehen.


architektur FACHMAGAZIN

82

Alt & Neu


www.architektur-online.com

83

KREINERarchitektur ZT GmbH

Auch die denkmalgeschützte Fassade wurde behutsam

restauriert und in den Originalzustand versetzt,

sie verleiht dem Gemeindeamt ein insgesamt freundliches

Erscheinungsbild. Im neu gestalteten Innenhof,

über den auch der Zugang zum Lift gewährleistet

ist, errichtete man einen Behindertenparkplatz und

ermöglicht somit das barrierefreie Betreten des Gemeindeamtes.

Es ist ein Projekt, bei dem man bei der

Restaurierung einen sensiblen Weg gewählt hat, um

Altes in die neue Zeit und die entsprechenden Anforderungen

zu transformieren. Helle, weiße Räume

verbinden sich mit alten Elementen, Holztüren und

Gewölbebögen zu einem stimmigen Gesamtbild. u

Hell, freundlich und offen zeigen sich heute, nach dem

Rückbau und der Renovierung, die ursprünglichen

Raumstrukturen.


architektur FACHMAGAZIN

84

Alt & Neu

Der Prozess dieser Renovierung ist ein

Grund, um das Projekt etwas genauer zu

betrachten und auch mit Architekt Kreiner

– der in Graz Architektur studiert hat – ein

Gespräch zu führen.

Das Projekt des Gemeindezentrums scheint

auf den ersten Blick ein etwas aus dem

Rahmen ihrer sonstigen Tätigkeit fallendes

Projekt zu sein?

Das Thema „umfassende Sanierung“ und

der Umgang mit denkmalgeschützten Gebäuden

beschäftigt mich schon seit meiner

Selbstständigkeit. Als junger Architekt durfte

ich schon die Renovierung und den Rückbau

der Wallfahrtskirche in Frauenberg, Stift

Admont machen. Wir publizieren diesen Bereich

unserer Arbeit aber eher weniger.

Woher kommt Ihre Vorliebe und Hinwendung,

sich mit Bauen im Bestand zu befassen?

Bei Professor Riepl während des Studiums

hat mich das Fach „Ländliches Siedlungswesen“

sehr geprägt. Theorie und Praxis

sind sehr verschieden und das Lernen, zum

Beispiel am Bestand der alten Bauernhäuser

der Gegend hier, ist für mich sehr wichtig.

Vielleicht kommt es auch aus meiner

Familie, die Großeltern hatten einen großen

Bauernhof und da war das Thema immer

präsent und spannend. Der Auftrag St.

Gallen hat sich so ergeben, dass ich in sehr

jungen Jahren hier einmal eine Dorfgestaltung

machen konnte – so war der Draht zur

Gemeinde schon vorhanden.

Wie haben Sie die Substanz vorgefunden?

Die Gemeinde hat das Pantzhaus gekauft

und so die Möglichkeit des Umbaus geschaffen.

Das Gebäude, das sehr schön platzbegrenzend

ist, war von der Struktur her gar

nicht für ein Amtsgebäude gedacht, es war

teilweise als Wohngebäude genutzt. Das

damalige Gemeindeamt war ebenfalls im

Erdgeschoss eines anderen Wohngebäudes

integriert und sollte übersiedelt werden.

Wie gehen Sie an eine derartige Aufgabe heran?

Das Wichtigste ist mir immer die Auseinandersetzung

mit dem Bauherrn, der lange,

gemeinsame Prozess des Fragenstellens,

um die Anforderungen des Bauherrn gut

zu verstehen. In diesem Prozess der Verständigung

haben sich auch Fragen, wie

gemeinschaftliche Nutzungen und zusätzliche

Mieter, herauskristallisiert.

Dann haben wir begonnen, den Bestand zu

analysieren, gemeinsam mit dem Denkmalamt

die historischen Substanzen festzustellen.

Im nächsten Schritt wird ein Konzept erarbeitet

und die zur Verfügung stehenden

(finanziellen) Mittel werden überprüft. Da

muss man manchmal mit bescheidenen

Mitteln weiterkommen.

Musste bei dem Projekt viel rückgebaut

und bereinigt werden?

Durchaus, im Obergeschoss waren kleine

und in einem sehr schlechten Zustand befindliche

unbewohnte Wohnungen, Sanitäreinheiten

und Deckendurchbrüche. Die

Decken waren teilweise durchfeuchtet, wir

konnten sie aber alle erhalten – eben die

üblichen Baumängel der 70er Jahre. Die

schönen Raumsequenzen waren durch die

kleinteilige Wohnstruktur fast zerstört.

Wie sollte ein Architekt oder die heutige Architektur

alte Substanz behandeln?

Auf jeden Fall eine lange und intensive Auseinandersetzung

mit dem Bestand! Nicht

voreilig eine Struktur hineinpressen, sondern

den Bestand verstehen. Möglicherweise

heißt das auch, Abstriche beim Raumprogramm

zu machen.

Die Bauleute, Baumeister in der damaligen

Zeit, im 16. Jahrhundert, besaßen ein genaues

Wissen über Stellung, Ausrichtung

und Art der Gebäude, die sie errichtet haben.

Jeder Stein wurde überlegt gesetzt.

Dieses Wissen ist uns verloren gegangen.

Was halten Sie von einer derartigen Zugangsweise

zur Architektur?

Da komme ich ganz schnell zum alten Bauernhaus.

Es gibt in der Region einige schöne

Beispiele dafür. Wenn man nun in sich

hineinfühlt, kann man aus der Lage dieser

Architektur, warum das Haus so an diesem

Ort steht, sehr viel lernen. Die Grundthemen

des Ortes und des Raumes zu spüren

halte ich für sehr wichtig. Wissenschaftlich

setzte ich mich nicht damit auseinander,

aber Fragen der Heizung in Altbauten, der

Bauphysik und der Materialität beachte ich

sehr wohl.

Berücksichtigen Sie spezielle Wünsche von

Bauherrn in dieser Richtung?

Ja, natürlich. Pendeln, Erdstrahlen, Wasseradern

– das ist alles spürbar in der Architektur.

Ich glaube und vermeine auch

Kraftorte spüren zu können.

Haben Sie z.B. bei der Renovierung auf die verwendeten

Materialien besonders geachtet?

Wir haben die alten Gewölbe freigelegt

und wieder zum Vorschein gebracht und

mit einem mineralischen Putz versehen,

wir haben die Mauern wieder zum Atmen

gebracht, wieder Holzböden hineingelegt.

Das hat schon einige Überredungskraft

gebraucht – und da komme ich wieder auf

den Prozess zu sprechen – dass der Bauherr

bereit war, in ein öffentliches Gebäude

Holzböden zu legen.

Wie haben Sie die energetischen Fragen,

Heizung, Klima, Lüftung gelöst?

Da sind wir wieder bei der Kostenfrage: Die

Heizung ist fast unverändert beibehalten

worden, eine Warmwasserzentralheizung,

die an eine Hackschnitzel-Nahwärme angeschlossen

ist. Im Sockelbereich im Erdgeschoss

haben wir eine Bauteilheizung eingestemmt,

so haben wir die aufsteigende

Feuchtigkeit in den Griff bekommen.

Das Beleuchtungskonzept, besonders des

Foyers, ist interessant: Haben Sie etwas

Spezielles damit beabsichtigt? Wirkung,

Atmosphäre, Wohlbefinden?

Wir wollten die Gewölbe inszenieren, kein lineares,

sondern ein punktuelles Licht, sodass

der Raum die Hülle bildet. Dabei haben wir

den Spalt zwischen Boden und Wand, in dem

die Feuchtigkeit auslüften kann, für die Installation

benutzt. Es wirkt sehr unscheinbar.


DATUM

2018.12.17 ©

kreinerarchitektur

Fliesen

13.22 m²

80

Fliesen

33.41 m²

Parkett NEU

18.05 m²

85

Parkett NEU

36.26 m²

100

200

100

200

FIX

Naturstein

61.91 m²

1

F 117

FIX

100

200

1.08

Naturstein

4.09 m²

80

80

80

200

Parkett NEU

52.01 m²

80

200

Naturstein

3.58 m²

Naturstein

4.21 m²

Naturstein

5.28 m²

DATUM

Parkett NEU

17.20 m²

2018.12.17 ©

kreinerarchitektur

90

200

Gefä le lt. NORM

Parkett NEU

28.90 m²

www.architektur-online.com

85

KREINERarchitektur ZT GmbH

GEMEINDEAMT ST.GALLEN

1346

EINREICHUNG

ADAPTIERUNG GEMEINDEAMT ST. GALLEN

ANSICHT SÜD

1346

EINREICHUNG

1:100

ADAPTIERUNG GEMEINDEAMT ST. GALLEN

SCHNITT 1-1

1:100

1.12

LAGER

16.08 lfm

2.60 m

200

1.01

FÜRSORGE

23.20 lfm

2.60 m

202.4

118

181

100

200

120

360

FPH 000

STUK 360

1.11

WC HERREN

1.02

KOPIEREN / BACKOFFICE

17.41 lfm

2.60 m

± 0.00

1.04

FOYER

40.52 lfm

2.60 m

200

± 0.00

VORRAUM WC

8.43 lfm

2.60 m

200

1.10

WC BEHIND.

7.58 lfm

2.60 m

1.09

AR

9.89 lfm

2.60 m

10.31 lfm

2.60 m

1.06

ARCHIV / KOPIEREN

16.74 lfm

2.60 m

± 0.00

1.07

VEREINE/TRAUUNG

1.03

NATURPARK

21.48 lfm

2.60 m

24.70 lfm

2.60 m

1.05

SITZUNG-/VERANSTALTUNGSSAAL

28.88 lfm

2.60 m

± 0.00

± 0.00

± 0.00

± 0.00

EINREICHUNG

Adaptierung Gemeindeamt St. Gallen

St. Gallen, 1346 ADAPTIERUNG Österreich

GEMEINDEAMT ST. GALLEN

DATUM

2018.12.17 ©

kreinerarchitektur

ERDGESCHOSS

1:100

Bauherr:

Planung:

Marktgemeinde St. Gallen

KREINERarchitektur ZT GmbH

Grundstücksfläche: 966 m 2

Bebaute Fläche: 461,61 m 2

Nutzfläche: 520,98 m 2

Bauzeit: 01/2015 - 07/2015

Fertigstellung: 2015

In der Antike war das heutige Gebiet von St. Gallen nur eine Wildnis

östlich der Pyhrnstrasse. Erst nach der Gründung des Klosters

Admont im 11. Jahrhundert wurde eine Verbindung mit dem

nach Norden gerichteten Teil des Ennstals angestrebt. Damals

wurde die St. Gallener Gegend als „Silva Nova“ (Neuwald) bezeichnet.

Gottfried Edler von Wetternfeld erbaute 1152 zu Ehren

des Hl. Gallus eine Kirche, die Erhebung zur Pfarre erfolgte 1160.

Angesichts des neuen Verkehrsweges wurde in St. Gallen eine

Taverne zur Stärkung der Reisenden eingerichtet. Ende des 13.

Jahrhunderts war in St. Gallen ein Meister Ulrich als Arzt tätig,

was ein erhebliches Wachstum der Bevölkerung voraussetzt. Die

Errichtung der Burg zum Schutz des Stiftseigentums im Jahr

1278 lässt auch auf einen gewissen Wohlstand schließen.


architektur FACHMAGAZIN

86

Alt & Neu

Alpenhotels –

Lernen aus der Geschichte

Kaiser Karl der Große veranlasste die Kirchen und Klöster zur Erbauung von Hospizen,

in denen Pilger und Reisende Unterkunft und Verpflegung erhielten. Neben

solchen für die Verpflegung von Alten und Kranken entstanden zahlreiche Hospize

entlang wichtiger Verkehrsverbindungen, wie etwa Gebirgspässen, und übernahmen

dort zugleich die Funktion von Poststationen für Pferdewechsel. Viele Hotelanlagen

im Hochgebirge gehen auf derartige Hospize zurück.

Text: Peter Reischer

„Ancien hospice du Simplon“, Ansichtskarte, 1925

© SLA**

Kaiser Franz Josef Haus vor Pasterze, um 1920

© Archiv GROHAG*

1922 begannen die ersten Überlegungen einer Verkehrsverbindung

über die Hohen Tauern. Mehrere

Treffen und Konferenzen fanden zu diesem Thema

statt und an einem jener Treffen, 1924, nahm auch

der damalige Kärntner Landesbaurat Franz Wallack

teil. Er erhielt im Zuge der Gespräche den Auftrag zur

„Erstellung eines generellen Projektes“ für die spätere

Großglockner Hochalpenstraße (GGHAS). Hotelanlagen

wurden bereits damals im Bauprogramm verankert,

und zwar „eine Hotelgruppe mit 800 Betten

auf der Südseite der Straße am Kasereck, ein Hotel

mit 200 Betten auf der Nordseite am Piffkar und eine

Schutzhütte mit 50 Betten in der Scheitelstrecke bei

der Fuscherlacke. Alle Bauplätze liegen vollkommen

lawinensicher“. Später kam ein vierter Bauplatz dazu

und mit der Stichstraße zur Franz-Josefs-Höhe (FJH)

wurde ein weiterer, fünfter Bauplatz gewonnen.

Wallack unternahm mehrere Studienreisen über die

wichtigsten Schweizer, italienischen und französischen

Alpenstraßen und -pässe und erarbeitete genaue

Unterlagen über Straßenbeschaffenheit, Breite,

Tunnels, Begrenzungen etc. und er legte auch umfangreiche

Dossiers über Hotelbauten in den Alpen

an. Von 1930 - 1935 wurde die Großglockner-Hochalpenstraße

mit allen Nebenanlagen nach den Plänen

Wallacks und unter seiner Bauleitung errichtet. Er

ließ viele seiner Untersuchungen, Aufzeichnungen

und Überlegungen in das Bauprojekt einfließen. Diese

erscheinen aus heutiger Sicht als Mustervorgaben

einer der Nachhaltigkeit und Effizienz verpflichteten

architektonischen Haltung. So meinte er zum

Beispiel in Bezug auf Stromversorgung bei den angesprochenen

Hotelbauplätzen: „Aus Gründen der

Beeinträchtigung des Landschaftsbildes sowie der


www.architektur-online.com

87

Alpenhotels

häufigen Wetterstörungen (...) ist die Anlage langer

Freileitungsstrecken in diesen Höhen nicht zu empfehlen,

daher eine Eigenanlage vorzuziehen.“ Ein

Weitblick, der heute bei Bauprojekten oft vermisst

wird. Die Wetterkapriolen hätten wir ja mit der heutigen

Technik vielleicht im Griff, aber das Argument

mit der Landschaft ...?

In seinem ersten Technischen Bericht von 1924

macht er zur Ausführung der projektierten Hotelanlagen

anfangs lediglich sehr allgemeine Bemerkungen

und spricht nur von der möglichsten Anpassung

an den Charakter der Landschaft. In den Aufzeichnungen

seiner 1925 unternommenen Studienreise

wird er dann detaillierter und er erarbeitet sich Aufzeichnungen,

die in ihrer Ausführlichkeit und Dichte

bis dahin beispiellos sind; mit ihnen gelangt er zu

wegweisenden Kriterien für das Bauen in den Alpen

– von der Straße bis zum Hotel. Seine Vorgaben gliedern

sich in interessante Kriterien über/für Alpenhotels:

Sie gliedern sich nach Lage, Bauweise und

Größe, Einrichtung und Ausstattung, Zimmerpreisen

sowie Benützungsdauer und Frequenz.

Ursprünglich ging man bei der Planung vom sogenannten

„klassischen Sommerfrischler“ aus, dieser

bleibt üblicherweise drei Wochen am selben Ort. Aus

den systematischen Auswertungen seiner Fahrten

kristallisierten sich jedoch die „mobilen Touristen“ heraus

– die bleiben nur noch zwei Nächte und so musste

für die mittlerweile fünf projektierten Bauplätze ein

neuer Typ des Alpenhotels gefunden werden.

Die Grundlage hierfür bildeten die 1925 von Wallack

formulierten Parameter für Hotelbauten entlang der

GGHAS, die später im Hotel auf der FJH baulich umgesetzt

wurden und sich noch heute durch erstaunliche

Aktualität auszeichnen. Doch alle seiner Kriterien und

Anregungen sind heute gültig und im Lichte der stattfindenden

Diskussionen über Klimawandel, Ökologie

und Umweltschutz in mancher Hinsicht visionär.

Seine Aufzeichnungen zur Bauweise von Alpenhotels

zeugen von großem Sachverstand, Rationalität und

Beobachtungsgabe: Mit wenigen Ausnahmen sind

alle Hotels an Alpenstraßen Steinbauten, solide gebaut,

mit hölzernem Dachstuhl und feuersicher eingedeckt.

Besonders in höchsten Lagen sollten Fenster

gegen Sturm, Regen und Schnee mit Holz- oder

Franz Wallack, um 1930

© Archiv GROHAG*

Blechläden zu verschießen sein. (Natürlich gab es

damals noch keine Möglichkeiten von Verglasungen

in den heute üblichen Ausmaßen. Die von Wallack

beobachteten Fensterläden werden für ihn jedoch

ein wichtiges funktionales und ästhetisches Motiv.)

Besonderes Augenmerk ist bei allen Eingängen auf

Windfänge gelegt, zudem sind die Außentüren und

Tore alle nach innen zu öffnen. Ebenso sind die Eingänge

einen Meter (mindestens) über dem Terrain

gelegen. Das für Fenster, Türen und Stöcke verwendete

Holz wird mit großer Sorgfalt ausgewählt und

nur langsam wachsendes Bergholz, möglichst aus der

gleichen Gegend, in der das Hotel steht, verwendet.

Deckenkonstruktionen sind meist aus Holz ausgeführt,

nur sehr große Räume zeigen fallweise Eisenbetondecken.

Das Mauerwerk ist mit glattem Verputz

versehen, jeder unnötige Vorsprung und komplizierte

Gesimse werden vermieden, um der Witterung möglichst

wenig Angriffspunkte zu bieten. Für Keller sind

keine Baugruben auszuheben, sondern Unebenheiten

des Terrains zu verwenden. Es erübrigt sich, diese

Aussagen zu kommentieren. Für die aktuelle Bauforschung

und Architekturgeschichtsschreibung sind

seine minutiösen Beschreibungen von einigen der damals

bedeutendsten Hotelanlagen im Alpenraum von

unschätzbarem Wert.

Entwurf für ein Alpenhotel

am Nassfeld an der Großglockner

Hochalpenstraße,

Grundriss des zweiten und

dritten Obergeschosses, Hermann

Stiegholzer, 1926

© Archiv GROHAG*


architektur FACHMAGAZIN

88

Alt & Neu

„Großglockner Hochalpenstraße,

Dr. Franz Rehrl

Haus am Fuschertörl 2428 m“

Ansichtskarte, um 1950

© Archiv GROHAG*

Die im Zuge der Errichtung der GGHAS projektierten

Hotels wurden aus unternehmerischer und wirtschaftlicher

Hinsicht aus dem Straßenbauprogramm

ausgeschieden. Es fehlten sowohl Geldgeber für den

Bau als auch Interessenten für den Betrieb. Die heutigen

an der Straße liegenden Bauten gehen zum

Teil auf Strukturen zurück, die schon vor dem (Aus)

Bau der Straße existierten. Im Archiv der Großglockner

Hochalpenstraßen AG liegen mindestens neun

Entwürfe für mehr als fünf verschiedene Standorte

entlang der Straße, die nicht weniger als sieben österreichische

und deutsche Architekturbüros als Autoren

haben und zwischen 1926 und 1940 eingereicht

wurden. Die Entwürfe werden derzeit im Rahmen einer

Dissertation an der TU Wien, Forschungsbereich

Kunstgeschichte, untersucht. Nur eines der Projekte

wurde tatsächlich ausgeführt und soll hier kurz beschrieben

werden.

1936 wurde ein – auf einem von Wallack vorgesehenen

Bauplatz – Hotel errichtet: das Franz-Josef-Haus

von Architekt Heinz Rollig (1893 - 1978). Es war eine

etappenweise Erneuerung und Erweiterung einer – zur

Zeit der Eröffnung der Straße – bereits vorhandenen,

30 Jahre alten Schutzhütte. Der Bau wurde 1938 durch

den Krieg unterbrochen und 1945 und 1948 fertiggestellt.

Sämtliche Fenster ab dem ersten Geschoss verfügten

über die von Wallack geforderten Fensterläden.

Das endgültig fertiggestellte Franz-Josef-Haus brannte

am 21. September 1997 bis auf die Grundmauern ab.

Heutige Besucher erleben eine historisierende Rekonstruktion

der ursprünglichen Schutzhütte.

„Hotelbauplatz Franz-Josefs-Höhe“,

Lageplan

mit Straßenprofilen und

Lichtbildern, Franz Wallack,

1925

© SLA, Generelles Projekt, 1925**


www.architektur-online.com

89

Alpenhotels

Franz-Josef-Haus, perspektivische Darstellung, Heinz Rollig,

Zustand vor der Erweiterung 1938, o.J.

© Archiv GROHAG*

Franz-Josef-Haus mit Blick auf den Großglockner und die Pasterze, Zustand nach

der Erweiterung 1938, o.J.

© Archiv GROHAG*

Franz-Josef-Haus an der Großglockner Hochalpenstraße, Ansicht gegen den

Gletscher und Seitenansicht sowie Grundriss erstes Obergeschoss und Erdgeschoss,

Heinz Rollig, 1935. Auf den Grundrissen sind das alte Unterkunftshaus

und die 1935 errichtete Terrasse zu erkennen, die in den Umbau einbezogen

werden mussten (aus: Das Franz-Josef-Haus am Großglockner, in: Moderne

Bauformen, Jg. 36 (1937), S. 241–244).

Der Begriff Hotel ist aus dem französischen entlehnt

(hôtel) und wurde im 17. Jahrhundert für

Beherbergungsstätte verwendet (siehe auch

lateinisch „hospitale“). Der Wortstamm bezieht

sich auf das lateinische „hospes“, der Gast. Das

erste Hotel der Welt mit auch diesem Namen

eröffnete angeblich der Friseur David Low im

Londoner Covent Garden als „Grand Hotel“ am

25. Januar 1774.

Markus Gesierich

„Hotels an der Großglockner Hochalpenstraße –

Franz Wallack und das ideale Alpenhotel“

144 Seiten, br, tw, 4C

ISBN 978-3-903015-07-4

38.- Euro


architektur FACHMAGAZIN

90

Licht

Nationalmuseum

in neuem Licht

Unter dem Motto „Nationalmuseum in a New Light“ wurde im Oktober 2018 das Schwedische

Nationalmuseum – 1886 nach den Plänen von Architekt Friedrich August Stüler

erbaut – nach umfangreicher Restaurierung wiedereröffnet. Kardorff Ingenieure verantworteten

in diesem Bauvorhaben die Kunst- und Tageslichtplanung und haben das

Projekt in Zusammenarbeit mit Wingårdhs Architekten über sieben Jahre begleitet.

Text: Kardorff Ingenieure Lichtplanung Fotos: Linus Lintner

Das Nationalmuseum in Stockholm ist heute

mit einer Sammlung von 700.000 Objekten

das größte Kunstmuseum der nordischen

Länder. Es ist bereits seit seiner Eröffnung

1866 ein Wahrzeichen Schwedens. Bevor

der preußische Architekt damals den Auftrag

für das Nationalmuseum in Schweden

erhielt, wurde 1855 unter seiner Leitung

das Neue Museum auf der Berliner Museumsinsel

fertiggestellt. Auch bei dessen

Restaurierung planten Kardorff Ingenieure

das Kunst- und Tageslicht und waren somit

bereits mit der Umgestaltung eines solchen

historischen Baus zu einem hochmodernen

Museum vertraut.

Zu Zeiten Stülers war an elektrisches Licht

noch nicht zu denken. So blieb nur eine Versorgung

mit Tageslicht, um die Kunstschätze

zu präsentieren und die Grundstruktur

seiner Museumsbauten ist darauf ausgerichtet:

Eingangshalle, Ausstellungsräume

und Innenhöfe besitzen große Fenster und

Glasdächer. In den vorigen Jahrzehnten

verschlossen sich viele Museen, wie auch

das Nationalmuseum, vor jeglichem Tageslicht.

Heute sind Lichtexperten jedoch in

der Lage, das Tageslicht detailliert zu berechnen,

kontrolliert einzusetzen und seine

großen Vorteile kombiniert mit Kunstlicht

zu nutzen. Die Räume und die Kunst in natürlichem

Licht zu erleben und die reizvollen

Ausblicke auf die Stadt zu ermöglichen,

gehörte zu den wichtigsten Zielen der Restaurierung.

Der „Dialog des Gebäudes mit

der Stadt“ sollte wiederhergestellt werden.

Mit Hilfe von Computersimulationen wurden

die Belichtungs- und Besonnungsverhältnisse

des historischen Hauses analysiert,

um die Potenziale des Tageslichtes

einerseits und den notwendigen Schutz andererseits

planen zu können. Sonnen- und

Blendschutz, Glasqualitäten in Fenstern

und Dächern und die künstliche Beleuchtung

mussten gezielt aufeinander abgestimmt

werden. Viele Bemusterungen und

Tests vor Ort waren nötig, um die geeigneten

Materialien herauszufinden.

Das natürliche Licht dient am Tag der

Grundaufhellung der Räume. Die optimale

Wahrnehmung der Kunstobjekte ist aber

nur durch gezielt gelenkte Lichtstrahlen mit

künstlicher Beleuchtung zu erreichen. Hierzu

dienen im Nationalmuseum die 1.500 Strahler

mit unterschiedlichster Ausstattung. Im

Durchschnitt sollen drei Viertel des Lichtvolumens

von außen kommen und ein Viertel

durch das Kunstlicht ergänzt werden. Der

textile Behang vor den Fenstern ist flexibel.

Wird er wegen zu hoher Strahlung geschlossen,

so lässt er nur fünf Prozent Licht durch.

Weil der Screen wegen seiner dunklen Farbe

einen hohen Kontrast zu den meist helleren

Oberflächen der Außenwelt besitzt, kann

man dennoch sehr gut durchsehen. Ebenfalls

wegen der dunklen Farbe ähneln die Fenster

von außen den Glasflächen ohne Screen und

das Gebäude wirkt daher nicht verschlossen.


www.architektur-online.com

91

Licht

Die Leuchten haben die Aufgabe, die Architektur

angemessen zu zeigen und alle Exponate

zu inszenieren. Hierfür wurde jeder

Raum einzeln betrachtet, auch um die denkmalgeschützten

Wände und Decken und

den architektonischen Raumeindruck möglichst

wenig zu beeinträchtigen. So sind zum

Beispiel in allen Kuppelsälen Stromschienen

zwischen die Stützen gespannt, jedoch nur

parallel zur Blickrichtung der Besucher.

Die Leuchtenpositionen wurden so gewählt,

dass nicht nur frei stehende und wandhängende

Exponate angestrahlt werden. Die

meisten Vitrinen werden von außen durch

Strahler beleuchtet. Sie wirken dadurch

besonders leicht und transparent. Dort, wo

Lichttechnik integriert werden musste, wurde

dies verdeckt und reduziert gestaltet.

Einige Ausstellungsräume erforderten die

Entwicklung von Sonderlösungen. Eigens

für die Innenhöfe gestaltete Wandleuchten

zum Beispiel beleuchten die beeindruckenden

Skulpturen und dienen auch der Raumbeleuchtung

für Veranstaltungen. Die wundervolle

Glasdachstruktur von Wingårdhs

Architekten blieb somit unberührt.

Die neue LED-Technologie entwickelte sich

in den letzten Jahren so vorteilhaft, dass

sie nunmehr maßgeschneidert im Museum

eingesetzt werden kann. Kunstwerke

werden weniger geschädigt und erstrahlen

sehr viel brillanter. Die Strahler, die in

den Ausstellungsräumen eingesetzt sind,

wurden exakt auf die Anforderungen der

Ausstellung angepasst. Alle notwendigen

Ausstrahlungswinkel, Lichtmengen und viele

weitere Kriterien wurden vor der Produktauswahl

definiert. Die gewählten Lichtkegel

sind sehr homogen und tragen zu einem

harmonischen Gesamtbild des Ausstellungsraumes

bei. Gemeinsam mit Restauratoren

und Kuratoren wurden anhand von

Originalkunstwerken die Lichtqualitäten der

verschiedenen Strahlertypen umfassend

verglichen und bewertet.

Die Farbwiedergabe beträgt über 90 Prozent.

Dies kommt auch dem besonderen

Farbkonzept der Ausstellungsräume zugute.

Zusammen mit einem geringstmöglichen

Schädigungspotenzial der Leuchtmittel sind

dies wichtige Voraussetzungen für eine qualitative

Beleuchtung. Die neue Lichttechnik

verringert zudem drastisch den Energieaufwand

für die Beleuchtung in den Räumen.

Die jetzt eingesetzten LED-Leuchten besitzen

auch eine vier- bis fünffach höhere Effizienz.

Darüber hinaus wird die verbesserte

Nutzung des Tageslichtes den Bedarf an

Kunstlicht deutlich reduzieren.

Den Lichtplanern war es besonders wichtig,

dass die Lichtstimmungen dem Charakter

der einzelnen Ausstellungsräume

entsprechen und diese, je nach Wetter und

Tageszeit, in leicht verändertem Gewand erscheinen.

So trägt auch das Licht zu einer

lebendigen Ausstellung und einem besonderen

Architekturerlebnis bei.


architektur FACHMAGAZIN

92

Produkt News

Rivington Street Studio

Das Rivington Street Studio ist ein preisgekröntes Architekturbüro, das in punkto

nachhaltiger Technologien von Neubauten zu den Besten gehört. Da es mit RIDI

Group in einer Reihe von Projekten zusammengearbeitet hatte, hat das Studio für

die Neugestaltung der eigenen Räumlichkeiten das Unternehmen RIDI kontaktiert.

In Zusammenarbeit mit dem Architekturbüro erstellte man Lichtberechnungen, um

sicherzustellen, dass die Designs des Kunden beleuchtungstechnisch funktionieren.

Für ein klares, durchgängiges Erscheinungsbild wurde

VENICE aus der Produktpalette des Herstellers

gewählt und mit einer speziellen Winkelverbindung

für eine homogene, schattenfreie Ausleuchtung versehen.

Zudem wurden die Leuchten mit einem Indirektanteil

ausgestattet, um durch das Ausleuchten

der Betondecke den Kontrast abzumildern. Für den

Direktanteil entschied man sich für eine weiße, opale

Abdeckung, um die Blicke nicht durch die auffälligeren

Details eines Rasters abzulenken.

Die Pendelleuchten Stora-LK ergänzen das geradlinige

Konstrukt der VENICE. In beiden Fällen sitzen

die Kontrollgeräte für die modularen, ersetzbaren

LED-Leisten innerhalb des Leuchtenkörpers – für

eine klare, unverstellte Optik. Im Falle der Pendelleuchten

mit 1,5 Meter Durchmesser wurden die

Leuchten einzeln, komplett montiert in Holzkisten

geliefert, zusammen mit der Drahtaufhängung und

den bereits montierten Netzkabeln, für eine möglichst

einfache und unkomplizierte Montage vor Ort.

RIDI Leuchten GmbH

T +43 (0)1 7344 210-0

office@ridi.at

www.ridi-group.com


www.architektur-online.com

93

Produkt News

Faszination Fassade –

die richtigen Leuchten

Die Fassade ist die Visitenkarte einer anspruchsvollen Architektur. Die Bedeutung

eines der repräsentativsten Gebäudeteile hat in den vergangenen Jahren

und Jahrzehnten stetig zugenommen. Aufwendig gestaltete Flächen bis hin zu

reliefartig konzipierten Fassaden üben eine ebenso große Faszination auf den

Betrachter aus wie bewusst zurückgenommen geplante Strukturen.

Die Tagwirkung dieser aufwendig gestalteten

Architektur in die Dunkelheit zu transferieren,

dazu bedarf es spezieller Lichtwerkzeuge.

BEGA Leuchten ermöglichen

von der dezenten bis zur lichtgewaltigen

Inszenierung die komplette Bandbreite –

abgestimmt auf das jeweilige Projekt.

Effiziente Lösungen für asymmetrisches

Licht aus Bodennähe realisieren eine beeindruckend

gleichmäßige Beleuchtung

von Fassaden. Im Vordergrund steht dabei

die Philosophie des Herstellers, dass sich

die Leuchten als gutes Baudetail und Teil

der Architektur harmonisch einfügen und

ihre Aufgaben über lange Zeit erfüllen. Das

Licht soll die Architektur unterstreichen,

stimmungsvoll und eindrücklich in Szene

setzen oder deren plastisches Erscheinungsbild

bei Nacht erhalten.

Die überrollbaren Bodeneinbauleuchten

sowie die Bodenaufbauleuchten bieten ein

breites Spektrum an Lichtstärkeverteilungen

und gezielt einsetzbarer Leuchtdichte

und helfen so, die Fassaden ins rechte

Licht zu setzen. Dabei wird eine sehr gute

Beleuchtung der Flächen bis zu einer Höhe

von elf Metern realisiert.

Auch verschiedene Installationsanforderungen

werden durch das Angebot für gutes

Licht aus Bodennähe berücksichtigt:

Unterschiedliche Druckbelastungen für die

Überrollbarkeit von Bodeneinbauleuchten

sind verfügbar, ebenso kann die flexible

„schwimmende“ Verlegung zum Beispiel in

Kies, Rasenflächen, Beeten oder befestigter

Fläche umgesetzt werden. Wo der Einbau

in den Boden und eine Überrollbarkeit

nicht erforderlich sind, kann ein Bodenaufbauscheinwerfer

zur vollständig flächigen

Beleuchtung von vertikalen Flächen eingesetzt

werden.

BEGA Leuchten GmbH

Competence Center Innsbruck

T +43 (0)512 343150

info-austria@bega.com

www.bega.com


architektur FACHMAGAZIN

94

Produkt News

Verkehrsflussgesteuerte Straßenbeleuchtung

Verantwortungsvoll mit Energie und verfügbaren Ressourcen umzugehen,

ist für eine innovative Stadt sehr wichtig. Straßenbeleuchtungsanlagen

wirken sich direkt auf die Attraktivität einer Stadt aus. Deshalb suchen

viele Verantwortliche nach der bestmöglichen Balance zwischen der Notwendigkeit,

Energie, Emissionen und Geld zu sparen, sowie der Gewährleistung

von Lebensqualität und öffentlicher Sicherheit.

Die Stadt St. Gallen in der Schweiz hat ein

Smart-Lighting-Projekt gestartet, das dank

der Implementierung energieeffizienter

LED-Leuchten und eines fortschrittlichen

Fernsteuerungssystems bis zu 65% Strom

sparen soll. Technologiepartner Osram

Lighting AG, Schweiz und Paradox Engineering

SA haben gemeinsam mit den St. Gallener

Stadtwerken die neue Infrastruktur

entworfen und entwickelt, die nun entlang

der Oberstraße eingesetzt wird. Knapp 60

SL20 LED-Leuchten wurden auf der Straße

installiert und an die PE Smart Urban Network-Plattform

zur Fernüberwachung und

-steuerung angeschlossen. Diese Lösung

ermöglicht es, den gesamten Bereich der

Straßenbeleuchtung von einer webbasierten

Konsole aus zu steuern, einzelne oder gruppierte

Leuchten ein- und auszuschalten, die

Lichtstärke bei Bedarf zu variieren und die

Leuchtenleistung zu verfolgen.

Darüber hinaus verfügt die Anlage über einen

optischen Sensor, der die Verkehrsintensität

erkennt und die Leuchten hinauf

bzw. hinunter dimmt. Dank dieser Funktion

wird die Lichtintensität jederzeit normgerecht

automatisch an das Verkehrsaufkommen

angepasst, sodass Energie- und

Schadstoffausstoß begrenzt wird, wenn nur

wenige Autos und Lastwagen vorbeifahren,

wie es typischerweise nachts passiert. Die

Kombination der LED-Leuchten und der

Netzwerkplattform erhöht die Energieeinsparung

im Vergleich zu herkömmlichen

Straßenbeleuchtungsarchitekturen um bis

zu 65%. Die Investition in LED-Systeme und

diese verkehrsflussgesteuerte Smart-Lighting-Lösung

tragen zu einer Verbesserung

der Nachhaltigkeitsleistung bei. Eine einfache

Integration von Systemen von Drittanbietern

wird gewährleistet und bietet der

Stadt die maximale Flexibilität, um sich in

ihrem eigenen Tempo und ohne Einschränkungen

durch Altlasten zu entwickeln.

Siteco Österreich GmbH

T +43 (0)1 25024-0

info@siteco.at

www.siteco.com

www.osram.at/ls


www.architektur-online.com

95

Produkt News

© Bodner

Der Schritt in den Westen

Der oberösterreichische Leuchtenhersteller Molto Luce, mit Firmensitz in Wels,

macht sich mit einer Übersiedlung seines Vertriebsbüros innerhalb von Innsbruck

fit für das geplante Wachstum im Westen Österreichs. Die ehrgeizigen Zukunftsvisionen

für Tirol und Vorarlberg haben den Produzenten dazu bewegt in einen

neuen, deutlich größeren Standort in Innsbruck zu investieren.

Bisher agierte man in Westösterreich von

einem relativ kleinen Büro aus, welches

beim langjährigen Kunden und Projektpartner

Hausberger Elektro untergebracht war.

Einzig und allein mehr Platz und die damit

einhergehende Möglichkeit, den Standort

zukünftig weiter auszubauen, waren ausschlaggebend

für die Veränderung und führen

zum logisch nächsten Schritt. Das neue

Vertriebsbüro West befindet sich ab sofort

im komplett neuen Gebäudekomplex des

„Orbis Offices“, welches durch seine markante

Architektur rasch ins Auge fällt und nur

einen Steinwurf vom bisherigen Standort

entfernt zu finden ist. Die perfekte Lage, unweit

der Autobahnabfahrt „Innsbruck Mitte“

und die einmalige Infrastruktur haben die

Entscheidung einfach gemacht. Auf rund 170

Quadratmeter Bürofläche hat der Hersteller

nun Platz für acht Arbeitsplätze geschaffen

und verfügt zudem über großzügige Allgemeinflächen

und Besprechungszonen, die

ein intensives Arbeiten mit den Kunden weiter

unterstützen.

Das breite Sortiment an designorientierten

Leuchten im technisch-architektonischen

Segment, welches Molto Luce den Kunden

anbietet, macht den Leuchtenspezialisten für

Architekten und Planer zu einem wertvollen

Projektpartner. Auch die über beinahe 40

Jahre erarbeitete Erfahrung im Bereich Hotellerie

& Gastronomie, im Handel sowie auch

im Bereich Corporate Architecture und Office,

Health & Care und dem privaten Wohnen

bringen zahlreiche Vorteile in der Projektabwicklung

mit sich. Selbstverständlich bietet

Molto Luce auch Planungsunterstützung

durch bestens ausgebildete Spezialisten an.

Molto Luce Vertriebsbüro West

Orbis Office, Resselstraße 33 / Top 5

6020 Innsbruck

T +43 (0)512 345688

office.innsbruck@moltoluce.com

Molto Luce GmbH

T +43 (0)7242 698-0

office@moltoluce.com

www.moltoluce.com

Power-Days 2019: Halle 10 Stand 0222

Fritz Eiber, Eigentümer und

Geschäftsführer Molto Luce


architektur FACHMAGAZIN

96

Produkt News

Das perfekte SmartHome

Die Power-Days 2019 sind für Siblik wieder DIE Plattform, um dem Fachpublikum

Neuheiten und Innovationen zu präsentieren. Pioniergeist und Innovationshunger

waren schon immer Eigenschaften dieser Firma. Auch heuer wird dies erneut unter

Beweis gestellt und man kann auf folgende Neuheiten gespannt sein:

p Die Neu-Definition des Begriffes „Lichtschalter“

aus dem Hause Berker ist der

beleuchtete Q.7. Er schaltet Licht nicht

nur ein – er leuchtet selbst. So setzt man

spannende Akzente im Raum und erspart

sich zusätzliche Nachtlichter und Orientierungsleuchten.

Natürlich ist er in allen Rahmenmaterialien

der Designlinie erhältlich.

p Die neuen LED Leuchten theLeda D mit integriertem Bewegungsmelder zur automatischen

und energieeffizienten Beleuchtungssteuerung bieten Licht-Effizienz mit einem

Wow-Effekt. Zahlreiche Modellvarianten, die Bedienung per App sowie die Vernetzbarkeit

der Geräte über Funk setzen neue Akzente im Außenbereich.

q Ein echtes Siblik SmartHome erkennt

man am perfekten Zusammenspiel aller

verbauten Komponenten. Nachhaltiges,

energie-effizientes und komfortables Wohnen

und Bauen, vom Wohn- bis hin zum Objektbau

sind dank der Erfahrung in den Bereichen

Gebäudetechnik und –automation,

Elektromobilität und Erneuerbare Energie

möglich. Im eigens gestalteten SmartHome

Bereich werden die Themen Bad, Wohnzimmer,

Garten und Erneuerbare Energie

zu einem Erlebnis. Innovative KNX- und

Funk-Lösungspakete zeigen, wie einfach

die Umsetzung sein kann, wenn man das

richtige Know-how und perfekt abgestimmte

Komponenten besitzt.

p Eine Weltneuheit von Rutenbeck ist die

erste PoE-Installationslösung für Unterputzdosen.

Mit dem PoE-Injector Up genügt

nun eine Anschlussdose für die Versorgung

eines PoE-Endgerätes mit Daten.

Eine zusätzliche Steckdose für die sonst

obligatorischen Netzteile entfällt.

p Wo der Raum begrenzt und die Bedingungen

hart sind, läuft die EverBOX Grip

zur Höchstform auf und bietet einen Verteiler

für alle Fälle. Das Konzept ist einfach:

Höchste Qualität ausgelegt für höchste Beanspruchung.

Dazu praktisch und handlich.

„Alles im Griff“ ist hier keine leere Floskel.

Power-Days 2019:

Halle 10 Stand 0334

Siblik Elektrik GmbH & Co. KG

T +43 (0)1 68 006-0

info@siblik.com

www.siblik.com


www.architektur-online.com

97

Produkt News

Moderner Lifestyle

trifft alpinen Charme

Das neu eröffnete 4* Boutique-Hotel „dasMAX“ verkörpert ein gelassenes, offenes

und unkompliziertes Urlauben in den Tiroler Bergen. Einzigartiges Design und

moderner Lifestyle treffen hier auf alpinen Charme – ein frisches & junges Konzept

inmitten des traditionellen Urlaubsortes Seefeld.

Das neue Lifestylehotel in Seefeld setzt

auf ein besonders frisches und modernes

Gestaltungskonzept fernab vom nostalgieverklärten

Klischeebild eines Tiroler

Familienhotels: Als jüngstes Mitglied in der

Reihe der Marcati Hotels bietet das Bed&Breakfast

hohe Qualität im freundlichen

und lässigen Design.

Für das Interior des dasMAX haben die

Architekten von Meissl Architects nichts

dem Zufall überlassen, jedes Detail wurde

bei der Konzeptionierung genau durchdacht

und für das Hotel maßgeschneidert.

So ist jedes der durchgestylten Gästezimmer

in sanften Grünnuancen gehalten und

begeistert mit einem hellen und geradlinigen

Look. Von einem einladenden Daybed

genießt man den herrlichen Ausblick auf

die Tiroler Bergwelt. Im sehr zarten Farbkonzept

setzen die in schwarz gehaltenen

Leuchten des Tiroler Leuchtenherstellers

PROLICHT dazu gekonnte Kontraste. Die

kugelförmigen SNOOKER-Leuchten stellen

dabei nicht nur ein einzigartiges Design-Highlight

dar, sondern können außerdem

– dank einer einfach zu verstellenden

Aufhängungshöhe sowie Austauschbarkeit

der Leuchten selbst – besonders flexibel

und unkompliziert im gesamten Haus eingesetzt

werden.

Stylish, offen und unkompliziert sind aber

auch die gemeinschaftlichen Bereiche des

Boutique-Hotels: im Frühstückbereich und

Bistro finden sich die selben Details wie in

den Gästezimmern wieder. Neben einem

trendigem Co-Working Bereich verfügt

das Hotel außerdem noch über eine Boutique-Sauna,

die zum Relaxen einlädt und

neue Energien verspricht. Der Sonne nachempfunden

sind hier wieder die Leuchten

von PROLICHT, die durch individuell maßgeschneiderte

Features – einer warmen indirekten

Aura-Beleuchtung und einem außergewöhnlich

brillanten Sparkling Secret

Diffusor – eine besondere Entspannungsatmosphäre

schaffen. Der Wellnessbereich

besticht mit hoher Qualität aber keinem

unnötigen Luxus: die stimmungsvolle Beleuchtung

und ein einzigartiger 360°-Rundumblick

in die umliegende Bergwelt machen

das moderne und freie Lebensgefühl

des dasMAX besonders spürbar.

PROLICHT GmbH

T +43 (0)5234 33499

info@prolicht.at

www.prolicht.at


architektur FACHMAGAZIN

98

Produkt News

Sinnliche Akzente in Edelstahl

Designbewusste Ästheten schätzen Einrichtungselemente in Edelstahl. Der feine,

matte Glanz des Materials, seine äußerste Widerstandsfähigkeit und die erstklassige

Güte machen dieses Material so besonders und attraktiv. Mit Armaturen und

Accessoires von KEUCO können Liebhaber von Edelstahl auch Bädern den edlen

Charme dieser Materialität verleihen.

Seine unverwechselbare Ästhetik ist ein

Blickfang in jedem Bad. Hochwertige Armaturen

aus Edelstahl mit den passenden

Accessoires heben sich ab, strahlen Individualität

und Exklusivität aus. Sämtliche Armaturen

und Accessoires der Serien IXMO,

PLAN S und PLAN sind sowohl verchromt,

mit Aluminiumfinish als auch in Edelstahl

bzw. Edelstahlfinish erhältlich. Das klare,

geradlinige Design dieser Serien beruht

auf klassischen geometrischen Formen von

zeitloser Schönheit. Die Serien vereint der

Zylinder als markantes Designelement.

Weil es im Bad auch auf Details ankommt,

sollte bei der Armaturenauswahl einmal

mehr hingesehen werden. Dann lässt sich

so einiges entdecken. Bei IXMO kann man

es mit „Weniger kann mehr“ auf den Punkt

bringen. Denn die minimalistischen Armaturen

für Dusche und Wanne sind wahre

Multitalente. Durch die einzigartige Bündelung

von Funktionen lässt sich die Anzahl

der Armaturenelemente auf der Wand auf

ein Minimum reduzieren: So werden übliche

Funktionen wie Schlauchanschluss, Brausehalter

und Umstellfunktion in einer Einheit

zusammengefasst. Die Rosetten in rund

oder eckig sind mit lediglich 90 mm Durchmesser

bzw. Kantenlänge beeindruckend

klein und stilvoll zurückhaltend.

Passend im Design ist die umfassende

Möbel- und Waschtischserie X-LINE konzipiert.

Sie zeigt sich geradlinig in einem

eleganten Ton-in-Ton-Look. So sind die

Glasfront und der Holzkorpus der Möbel

sowie das optionale Fußgestell stets in einer

Farbe gehalten. Als pfiffige und optisch

ansprechende Lösung präsentiert sich der

Hochschrank mit seitlich integriertem Regal.

Ebenfalls dekorativ und gleichzeitig

hoch funktional erweist sich der passende

X-LINE LED-Lichtspiegel. Eingerahmt wie

ein Bild stellt er einen echten Blickfang dar,

gleichzeitig bietet der umlaufende Rahmen

eine praktische Ablage. Auf Wunsch ist er

mit einer Spiegelheizung erhältlich, um das

Beschlagen des Spiegels nach dem Duschen

zu verhindern. Darüber hinaus wartet

er mit zwei separat schalt- und dimmbaren

LED-Beleuchtungs-Quellen auf.

ISH 2019: Halle 3.1, Stand A21

KEUCO GmbH

T +43 (0)662 45 40 56-0

office@keuco.at

www.keuco.com

www.ixmo.de


www.architektur-online.com

99

Produkt News

Eine poetische Erfahrung im Badezimmer

Das Projekt von Marcel Wanders für Laufen erfindet die Klassik neu. Mit einem

facettenreichen und vielfältigen Konzept – The New Classic – in dem sich Unkonventionelles

perfekt in ein Bild der weltoffenen Großstadt mischt und einen

vielschichtigen Lebensstil andeutet. Vom Waschbecken zur Badewanne, über

die Toilette werden Ausstattungselemente mit Armaturen, Möbeln, Spiegeln und

Accessoires kombiniert.

Gerade mit Marcel Wanders hat Saphir-

Keramik erstmals die Chance, sich neuen,

klassischen und ikonischen Formen anzupassen.

Ein leichtes und vielseitiges, robustes

und formbares Material, das im Laufe

der Jahre von verschiedenen weltberühmten

Designern geformt wurde, transformiert

sich hin zu schlanken, leichten Kreationen

von tadellosem Design, perfekt für den täglichen

Gebrauch. Der Designer zeigt seine

Interpretation von der Unternehmensphilosophie

des Produzenten und des Umgangs

mit SaphirKeramik auf eine völlig neue Art.

Er präsentiert ein Produktkonzept, das einen

„Hauch von Menschlichkeit” ins Design

einfließen lässt.

Keramik in intensivem Weiß wird mit Oberflächen

und Möbeln aus Holz, Gestellen,

Armaturen und einem Spiegel mit Keramikrahmen

verbunden, um eine bewegende

und filigrane Badumgebung zu erschaffen.

Geschwungene Linien und feminine Formen

sind Ausdruck einer neuen Design-Sprache,

die in die Welt des Herstellers einfließt, um

dessen Angebot für einen zunehmend anspruchsvollen,

gebildeten und globalen

Markt zu erweitern. Was in dieser Kollektion

geschaffen wurde, ist ein poetisches

Erlebnis. Das Badezimmer ist ein Raum der

Entspannung, der Verjüngung und der wahren

Ruhe. Die ganzheitliche Gestaltung in

diesem intimen und privaten Bereich spielt

eine essenzielle Rolle, um eine Verbindung

mit dem menschlichen Geist herzustellen.

Energiesparmesse Wels

27. Februar bis 03. März 2019

Halle 21, Stand A370

ISH Frankfurt

11. bis 15. März 2019

Halle 3.1., Stand B51

Com:bau Messe Dornbirn

8. bis 10. März 2019

Halle 13, Stand 6

H.O.M.E Depot Messe im Semper

Depot Wien

14. bis 17. März 2019

Ground Floor

Marcel Wanders designed für Laufen

LAUFEN Austria AG

T +43 (0)2746 6060-0

office.wi@at.laufen.com

www.laufen.co.at


architektur FACHMAGAZIN

100

Produkt News

Badplanung à la Mies van der Rohe

Der weltbekannte Barcelona Pavillon von 1929, geplant vom legendären deutschen

Architekten Ludwig Mies van der Rohe, zählt noch heute zu den architektonischen

Meisterwerken. Dieser Stil inspirierte die kreativen Planer des Fotostudios Tölle

zu einer Serie von Fotoaufnahmen. Sie haben die Idee van der Rohes aufgegriffen,

in die heutige Zeit übertragen und ein Bad à la Mies van der Rohe mit heutiger

Technik und Materialien gestaltet.

Entstanden ist ein Badezimmer mit hochwertigen

Materialien und allen Raffinessen

der Technik. Marmor, polierter Stahl und

Glas bilden die Schwerpunkte. Die großen

Glasfronten verbinden Innenbereich und

Garten und machen es, nach van der Rohe,

zu einem „fließenden Raum“, der Leichtigkeit

und Klarheit ausstrahlt. Die Badezimmerprodukte

werden in diesem Ambiente perfekt

inszeniert. Klare Strukturen dominieren und

der Raum ist auf das Wesentliche reduziert.

Die funktionale Ausstattung ist erst auf den

zweiten Blick erkennbar, da sie in ausgeklügelten

Konzepten in der Wand verschwindet.

Das beste Beispiel dafür ist das Dampfbad

– erst in Funktion läuft es zu seiner

vollen „Stärke“ auf und offenbart die komplette

Wellness-Ausstattung. Mit Marmor

verkleidete Wände machen die Dampfdusche

zu einem Meisterwerk der Perfektion,

individuell auf das Badezimmer zugeschnitten

– eben Dampfbadplanung à la RepaBAD.

Das Dampfbad verfolgt auch die Grundidee

der Planung. Hochwertige Materialien

bilden den Rahmen für ein Feuerwerk an

Wellnessfunktionen wie Sole-Funktion, indirektes

Licht, Aromatherapie, Musik und vieles

mehr. Sie verbergen sich, auf den ersten

Blick nicht sichtbar, in der Dampfdusche.

Waschplatz und eine zusätzliche Dusche

aus Mineralwerkstoff teilen gekonnt den

Raum. Auch der Badewannensockel verbirgt

ein Geheimnis. Der die Badewanne umschließende

Serpentinit ist nämlich beheizt.

ISH 2019: Halle 3, Stand A21

repaBAD GmbH

T +43 (0)800 29 35 18

info@repabad.com

www.repabad.com


www.architektur-online.com

101

Produkt News

Ganz schön aufgewertet

Das Dusch-WC-Angebot hat Geberit weiter ausgebaut und bringt mit dem überarbeiteten

AquaClean Sela ein Modell mit vielen zusätzlichen Features und optimierten

Funktionen auf den Markt. Dank einfacher und wenn nötig sogar problemlos

reversibler Installation lässt sich das formschöne Dusch-WC in praktisch jede

Raumsituation integrieren.

Es überzeugt nicht nur mit zeitlos-puristischer Formensprache,

sondern bietet jetzt noch mehr Komfort

und – dank der neuerdings spülrandlosen WC-Keramik

und der integrierten Entkalkungsfunktion – perfekte

hygienische Voraussetzungen. Wie alle Dusch-

WCs des Herstellers verfügt auch dieses über die

einzigartige, patentierte WhirlSpray-Duschtechnologie.

Der Duschstrahl wird dabei durch eine dynamische

Luftbeimischung verfeinert und ermöglicht eine

angenehme und gründliche Reinigung bei geringem

Wasserverbrauch. Neu ist, dass auch die besonders

schonende Lady-Dusche serienmäßig integriert ist.

Darüber hinaus bietet die Neuauflage des bewährten

Modells weitere nützliche Features, wie etwa das Orientierungslicht

für mehr Komfort in der Nacht sowie

die sensorgesteuerte Benutzererkennung, die das

versehentliche Auslösen des Duschstrahls verhindert.

Als besonders leise und effizient erweist sich die

Ausspülung. Die innovative TurboFlush-Spültechnik,

über die nun auch das neue WC verfügt, basiert auf

der strömungsoptimierten, spülrandlosen WC-Keramik.

So lässt sich das Dusch-WC jederzeit ohne störende

Geräusche spülen, was besonders in der Nacht

von Vorteil ist. Und da die Spültechnik intensiver

spült als eine normale Spülung, wird die WC-Bürste

kaum mehr gebraucht.

Schon bisher konnte das komfortable Dusch-WC

mittels praktischer Fernbedienung gesteuert werden

– dank der intuitiven Bedienbarkeit kinderleicht mit

einer Hand. Neu ist, dass sich alle Funktionen be-

quem mit der innovativen Geberit Smartphone-App

bedienen lassen. Das Smartphone wird so zur Fernbedienung,

mit dem sich individuelle Einstellungen

speichern und sogar auf Reisen mitnehmen lassen.

Es gibt kaum eine Badezimmersituation, in der sich

das neue WC nicht installieren lässt. Alles, was gebraucht

wird, sind ein Strom- und ein Wasseranschluss.

Bei vorhandenem Aufputzspülkasten – oder

wenn Zeit, Budget oder Bausubstanz es nicht zulassen,

den Spülkasten unsichtbar in die Wand zu integrieren

– bietet das Monolith Sanitärmodul eine innovative

Alternative. Unter einer eleganten Oberfläche

aus Glas befinden sich ein extraschlanker Spülkasten

sowie die gesamte Sanitärtechnik. Der Monolith ist

so konstruiert, dass er an die bestehenden Wasserleitungen

und Abflussrohre angeschlossen werden

kann. Die Komfortausführung bietet zusätzlich eine

effektive Geruchsabsaugung für noch mehr Wohlgefühl

am stillen Örtchen.

ISH 2019: Halle 3.1, Stand B11

& Halle 4, Stand A6

Energiesparmesse Wels: Halle 21, Stand A510

Geberit Vertriebs GmbH & Co. KG

T +43 (0)2742 401 3010

sales.at@geberit.com

www.geberit.at

www.geberit-aquaclean.at


architektur FACHMAGAZIN

Bring‘ Farbe ins Badezimmer!

102

Produkt News

Um Lifestyle-Charakter und wohnliches Flair im Badezimmer zu betonen,

präsentiert Bette auf der ISH 2019 seine neue Farbpalette,

erweitert um aufsehenerregende Effekt-Farben und glitzernde Pigmente.

Die neuen Farbvarianten lassen den glasierten Titan-Stahl

je nach Farbton faszinierend schimmern oder ausdrucksstark glänzen.

Da die neuen Farben im bewährten Nass-in-Nass-Email-Verfahren

mit der Glasur verschmolzen werden, genießen Nutzer auch

alle Vorteile, die der langlebige glasierte Titan-Stahl zu bieten hat:

Eleganz, Robustheit, Hygiene, Pflegeleichtigkeit, Kratzfestigkeit

und UV-Beständigkeit.

Installateure finden im Technikbereich des Standes mit der neuen

Installationsbox Easy Connect einen echten Problemlöser. Das

Produkt sorgt für eine schnellere, sichere und einfachere Montage

von Dusch- und Badewannen. Die praktische Box wird in den

Estrich eingelassen und mit einer mitgelieferten Dichtmanschette

normgerecht in die Verbundabdichtung integriert. Da die zusätzliche

Abdichtung entfällt, spart die neue Installationsbox von Bette

wertvolle Arbeitszeit, löst den Abdichtungsprozess und entspannt

so den gesamten Bauablauf.

ISH 2019: Halle 3, Ebene 1, Stand C 99

Bette GmbH & Co. KG

T +49 (0)5250 511-0

architektur@bette.de

www.bette.de

Smart. Connected. Innovation.

Mit mehr als 25 Jahren Praxis und über 500 Millionen installierten

Fittings bringt Uponor jetzt mit S-Press PLUS eine neue Fittinggeneration

auf den Markt, die Planung und Verarbeitung vereinfacht.

Die äußerst robusten Fittings halten starken mechanischen Kräften

und auch kritischen Trinkwassereigenschaften zuverlässig stand.

Gleichzeitig garantiert das strömungsoptimierte Design sehr geringe

Druckverluste und einen optimierten Durchfluss ohne Toträume.

Durchdachte Verarbeitungs- und Kontrollfunktionen, wie etwa die

präzise Führung der Presswerkzeuge und eine wieder ablösbare,

farbige Folie mit deutlicher Dimensionsangabe sorgen für eine

schnelle und sichere Verarbeitung.

Der wachsenden Bedeutung von intelligenter und vernetzter Haustechnik

trägt das Unternehmen mit einer Erweiterung seiner Uponor

Smatrix Regelungstechnik Rechnung. Das System ist nicht nur

mit einer innovativen Autoabgleich-Technologie und intelligenten

Analyse- sowie Komfortfunktionen ausgestattet, sondern punktet

in der neuen Variante Smatrix Pulse durch seine Kompatibilität mit

verschiedenen Smart-Home-Anwendungen wie Alexa Voice Control

und Google Voice Assistant. Der interaktive Installationsassistent in

der App führt den Fachhandwerker intuitiv durch die Installation.

Energiesparmesse Wels: Halle 21, Stand D 320

ISH 2019: Halle 5, Stand C 48

Uponor Vertriebs GmbH

T +43 (0)2236 23003-0

info.at@uponor.com

www.uponor.at


www.architektur-online.com

103

Produkt News

Umfangreiches Neuheitenprogramm

Mit power #5 bringt Conform Badmöbel einen redesignten Longseller auf den

Markt, der mit einem vollkommen neuen, progressiven modularen Konzept den

modernen ästhetischen Ansprüchen und technischen Möglichkeiten angepasst

wurde. Zu erwarten ist ein eigenständiges, äußerst vielseitiges Planungsprogramm

mit neuen architektonischen Formen und praktischer Funktionalität im

unteren bis mittleren Preissegment, mit klarer Linienführung – präzise, funktionell

und ausdrucksstark.

Stilprägend sind die neuen Keramik-Waschtische

sowie ein variantenreiches Allover-Spiel

mit offenen und geschlossenen Flächen. Die

Waschtische bilden eine prägnante Beckenkumme,

die durch einen ultradünnen Rand

gefasst ist und sind in Einzel- und Doppelausführung,

jeweils mit durchgängigem Becken

sowie symmetrischen und asymmetrischen

Formen mit großzügigen Seiten- und

Mittelablagen erhältlich.

Die charakteristische Formensprache zeigt

sich in variantenreichen Schrankmöbeln

mit offenen Seiten- und Frontregalen, die

ein Maximum an Stauraum und Präsentationsfläche

bieten. Dass die serientypischen

Eigenschaften von Leichtigkeit, Eleganz

und Variabilität auch die weitere Waschplatzausstattung

kennzeichnen, zeigt sich

beispielsweise an den Spiegelschränken: 15

verschiedene Lösungen, symmetrische und

asymmetrische Formen, klassischer Spiegelschrank

oder dreidimensionaler Leuchtspiegel,

mit oder ohne Regal und ein smartes

Beleuchtungskonzept, das sowohl Raum als

auch Regale spannungsreich illuminiert.

Power #5

Xanadu – der Gewinner des German

Design Award Special 2019

Das umfangreiche Neuheiten-Programm

wird erstmalig von 27. Februar bis 3. März auf

der Energiesparmesse Wels vorgestellt. Auf

einem großen Gemeinschaftsstand mit den

Traditionsunternehmen Hansgrohe und Artweger

zeigt man in zehn attraktiven Kojen

einen repräsentativen Querschnitt aus der

Kollektion 2019. Messe-Highlights werden

neben der programmatischen Serie power #5

auch die mehrfach prämierten Designserien

Foqus, Xanadu und TiAmo sowie die Kollektion

Riva Hotel sein, die nun authentische

Formen mit innovativen, natürlichen Oberflächen

aus Heu und Heublumen verbindet.

Mit einem neuen Messekonzept, das neben

dem Fachpublikum auch verstärkt den privaten

Besucher einbezieht, werden vielfältige

Anstrengungen unternommen, u m die

bisher bereits äußerst erfolgreichen Auftritte

auf Österreichs wichtigster SHK Messe

zu toppen.

Foqus – der Gewinner des German Design Awards 2019

CONform Badmöbel GmbH

T +43 (0)5412 63493

office@conformbad.at

www.conformbad.at

www.conform-partnersystem.com

Energiesparmesse Wels: Halle 21, Stand A60

ISH 2019: Halle 3, Stand B23


architektur FACHMAGAZIN

104

Produkt News

Smarte Systeme denken weiter

Mit GEZE Cockpit schließt der Hersteller die Lücke in der Gebäudeautomation

durch das erste Gebäudeautomationssystem für smarte Tür-, Fenster- und Sicherheitstechnik.

Die einzigartige Vernetzung von Tür- und Fenstertechnologie mit

smarter Software und offenen Schnittstellen eröffnet allen Planern und Betreibern

völlig neue Wege der Gebäudeautomation: Für mehr Effizienz, Sicherheit und

Komfort, für dynamische Sicherheits- und Brandschutzkonzepte, intelligenten

Rauch- und Wärmeabzug und die gezielte Freigabe von Fluchtwegen.

GEZE ist einer der Weltmarktführer und

ein weltweit zuverlässiger Partner bei Produkten,

Systemen und Serviceleistungen

für Tür-, Fenster- und Sicherheitstechnik.

Deshalb bringen die Produkte bereits einen

hohen Grad an Automation und technischer

Intelligenz mit – aus dem breiten Produktprogramm

mit automatischen Türsystemen,

Rauch-Wärme-Abzugslösungen, Fluchtund

Rettungswegmanagement, Schlosstechnik

und Zutrittskontrollsystemen entsteht

über GEZE Cockpit ein einzigartiges

Vernetzungsangebot.

Bis zu 62 Produkte lassen sich anschließen.

Anders als bei proprietären Systemen

bringt man über den Kommunikationsstandard

BACnet die komplette „Intelligenz“ der

Produkte in die Gebäudevernetzung ein,

vom Hersteller unabhängig und Gewerke

übergreifend. Erst wenn Daten von anderen

Teilnehmern und Teilsystemen mitgenutzt

werden können, lassen sich Türen und

Fenster per Software wirklich „intelligent“

bedienen. So können sich zum Beispiel je

nach Außentemperatur im Zusammenspiel

mit Temperatursensorik und Heizsystemen

die Öffnungsweiten von Türen automatisch

einstellen oder Fenster entsprechend öffnen

und schließen. Denn GEZE denkt nicht nur

in einzelnen Produkten, sondern in übergreifenden

Lösungen. Damit lassen sich die

unterschiedlichsten Anforderungsszenarien

der Gebäudeautomation smart meistern.

GEZE Austria GmbH

T +43 (0)6225 87180

austria.at@geze.com

www.geze.at


www.architektur-online.com

105

Produkt News

Höchste Hygieneansprüche

Die Charité – Universitätsmedizin Berlin ist mit rund 100 Kliniken und Instituten

sowie rund 3000 Patientenbetten eine der größten Universitätskliniken in Europa.

Am Campus der berühmten Charité standen Planer und Gebäudetechniker vor

einer besonderen Herausforderung: der Kernsanierung eines 23-stöckigen Bettenhauses

und der Neuerrichtung eines OP-Gebäudes.

Um modernste Standards einhalten zu

können, wurde 2014 mit umfangreichen

Umbau- und Sanierungsmaßnahmen am

Bettenhochhaus begonnen. Das in der

DDR-Zeit (1979-1982) erbaute Gebäude

wurde dazu vollständig entkernt, mit einer

neuen energieeffizienten Fassade ausgestattet

und mit modernster Gebäudetechnik

ausgerüstet. Parallel wurde der Bau

eines neuen Gebäudes für OP, Intensivmedizin

und die zentrale Notaufnahme mit 70

Betten gestartet, welches mit einem fünfgeschossigen

Verbindungsbauwerk zum

Bettenhochhaus verbunden ist. Neubau

und Bettenhaus bieten nun Platz für rund

653 Betten. Im Dezember 2016 wurde die

erste Station in Betrieb genommen.

Der Gebäudetechnikspezialist TROX Austria

lieferte bei diesem Großprojekt die

Lüftungs- und Klimatisierungstechnik sowie

den Brandschutz. Denn speziell das

Thema Frischluft ist in Krankenhäusern

ein sehr kritischer Punkt und saubere und

zugfreie Luft ist für Patienten in den Krankenzimmern

essenziell. Im Bettenhochhaus

versorgt eine große Raumlufttechnik-Zentrale

mit einer Gesamtzuluft- bzw. Abluft-

menge von 510.000 m³/h die Patienten

mit sauberer, gesunder und zugfreier Luft.

Dazu dienen 18 raumlufttechnische Geräte

der Serie X-CUBE. Im neuen OP-Gebäude

liefern 33 Lüftungsgeräte eine Gesamtzuluft-

bzw. Abluftmenge von 330.000 m³/h.

In Summe wurden beim Bauvorhaben Charité

also 51 RLT-Geräte X-CUBE mit einer

Gesamtleistung von 840.000 m³/h verbaut.

Die modular aufgebauten, großteils vormontierten

Lüftungsgeräte erfüllen schon

in der Grundausstattung höchste Hygieneansprüche.

Dank spezieller Gehäuseform,

besonders glatter Oberflächen und der Art

des Komponenteneinbaus entspricht die

Geräteserie den Vorgaben der VDI 6022

bzw. der H6020 und zum Großteil auch den

besonders hohen Hygieneanforderungen

der DIN 1946/4. Für hochsensible Bereiche -

wie die Operationssäle - steht eine spezielle

Hygieneausführung gemäß RLT-Richtlinie

01 zur Verfügung. Die passgenaue Modulbauweise

senkt Montage- und Wartungskosten,

da alle Arbeiten schnell und leicht

ausgeführt werden können.

ISH 2019: Halle 8.0, Stand F69

TROX Austria GmbH

T +43 (0)1 25043-0

trox@trox.at

www.trox.at


architektur FACHMAGAZIN

106

Produkt News

Aus Klein mach Groß und umgekehrt

Ein effizientes Raummanagement mit individuellen, architektonisch anspruchsvollen

Lösungen ermöglichen die Trennwandsysteme von DORMA Hüppe mit über

125 Jahren Firmentradition. So bietet man den Kunden auf der ganzen Welt intelligente

Lösungen für ein effizientes Raummanagement. Denn gerade im Tagungsund

Eventbereich des modernen Business, bei dem das vorhandene Flächenangebot

multifunktionelle Nutzungen erlauben muss, ist Flexibilität gefragt.

Beim Trennwandsystem Variflex 100 mit Variflex Glas

stellt die Kombinierbarkeit von glas- und blickdichten

Elementen neue Planungsoptionen dar. So kann eine

Raumteilung mit großer Offenheit und hohem Schallschutz

bis zu Rw 59 dB realisiert werden. Gleichzeitig

sind störungsfreie Parallelveranstaltungen in einer

hellen, großzügigen Atmosphäre im Nebenraum

möglich. Alle Trennwände können wahlweise mit manueller,

halb- oder vollautomatischer Bedienung ausgestattet

werden. Höchsten Bedienkomfort bietet

ComfortDrive, die vollautomatische Steuerung mit

moderner BUS-Technologie. Sie ist kundenspezifisch

individuell programmierbar und überzeugt mit einer

hohen Auf- und Abbaugeschwindigkeit.

DORMA Hüppe Austria GmbH

T +43 (0)732 600-451

office@dorma-hueppe.at

www.dorma-hueppe.at

Wer in Sachen Komfort und Innenarchitektur zusätzlich

auftrumpfen will, wählt das vertikale Trennwandsystem

Skyfold: Es öffnet sich platzsparend in die

Decke und kommt ohne Wand- und Bodenführungen

aus. Immer wieder ein großer Auftritt, wenn sich die

Elemente vollautomatisch, schnell und zuverlässig

nach oben bewegen!


www.architektur-online.com

107

Produkt News

Schwarz und minimalistisch

Die Farbe Schwarz ist im Bereich des Interior Designs für Architekten, Designer

und Privatpersonen die Trendfarbe schlechthin. Angefangen von schwarzen

Küchenfronten, Haushalts- und Elektrogeräten bis hin zu komplett in schwarz

gehaltenen Möbelstücken und Wohnräumen: Die Farbe Schwarz setzt im Wohnbereich

einen neuen Akzent und reduziert optisch aufs Wesentliche. SIMONSWERK

unterstützt diesen Gestaltungs- und Oberflächentrend mit verdeckt liegenden

Bandsystemen der Produktfamilie TECTUS in der Oberfläche Schwarz.

Die neue Trendfarbe Schwarz verleiht insbesondere in

Kombination mit anderen Trendmaterialien wie Beton,

hellem Eichenholz oder Stahl in Rostoptik Räumen einen

kühlen und minimalistischen Touch. Der Hersteller

setzt damit auf eine reduzierte und geradlinige Optik

und folgt der Nachfrage nach dunklen Oberflächen.

Das komplett verdeckt liegende Bandsystem, das

in unterschiedlichen Modellvarianten für Objekt-,

Wohnraum- und Haustüren an allen Zargenarten

erhältlich ist, trägt dieser steigenden Nachfrage

Rechnung und ist nun auch in der Oberflächenfarbe

Tiefschwarz (RAL 9005 Tiefschwarz EP matt)

erhältlich. Damit setzt man einen neuen Akzent und

unterstützt ein homogenes Gesamtkonzept bei der

Türgestaltung. Die bewährte Serie verfügt über ein

breites Spektrum an Modellvarianten für hochwertige

Objekt-, Wohnraum- und Haustüren mit hohen

Belastungswerten. Ob für den Einbau von flächenversetzten

und nicht sichtbaren Zargen oder für den

Einbau unsichtbarer Energieübertragung für mehr

Sicherheit und Komfort: Das Produktsystem bietet

eine Vielzahl von Einsatzmöglichkeiten.

Alle Bandsysteme der Marke TECTUS verfügen über

einheitliche optische und technische Eigenschaften.

Hierzu gehört auch die komfortable 3D-Verstelltechnik.

Sie ermöglicht eine stufenlose Justierung

von jeweils +/- 3,0 mm zur Seite und Höhe sowie die

Veränderung des Andrucks von +/- 1,0 mm. Zu den

weiteren technischen Vorzügen des Türbandsystems

gehören der 180-Grad-Öffnungswinkel, die wartungsfreie

Gleitlagertechnik und das breite Angebot

an Belastungswerten von 40 kg bis 300 kg.

SIMONSWERK GmbH

T +49 (0)5242 413-0

info@simonswerk.de

www.simonswerk.com


architektur FACHMAGAZIN

108

Produkt News

Nachhaltig von Anfang an

Bauen heißt, Jahre vorauszudenken. Gebäude, die wir heute planen, bestimmen,

wie nachfolgende Generationen leben und arbeiten. Cradle to Cradle ist deshalb

ein wesentlicher Teil des 360°-Nachhaltigkeitsansatzes von Schüco. Bei diesem

bahnbrechenden Konzept der beiden Vor- und Querdenker des C2C-Prinzipes,

Prof. Dr. Michael Braungart und William McDonough, stand die Natur Pate: Die

C2C-Philosophie versteht alle Materialien als Nährstoffe in geschlossenen biologischen

oder technischen Kreisläufen.

Dieser Ansatz geht weit über den herkömmlichen

Recyclinggedanken hinaus, denn die Materialien bleiben

in ihrer stofflichen Güte erhalten und es entsteht

kein Abfall. Solche Produkte und Produktionsprozesse

erfordern ein grundlegend neues Denken und eine

umfassende vorausschauende Planung.

Um eine Zertifizierung nach dem C2C Certified Product

Standard zu erreichen, werden Produkte nach

fünf umfangreichen Kriterien bewertet. Alle Kriterien

sind gleich gewichtet, jedoch kommt dem Kriterium

Materialgesundheit eine besondere Bedeutung zu:

Enthält ein Material Inhaltsstoffe aus einer sogenannten

„Banned List“, wird keine Zertifizierung erteilt.

1. Die Materialgesundheit der eingesetzten Inhaltsstoffe

für Gesundheit und Sicherheit von Mensch

und Natur muss garantiert werden.

2. Die Kreislauffähigkeit des Produktes im technischen

oder biologischen Kreislauf ist nötig, um eine

gute Rezyklierbarkeit nachzuweisen.

3. Nutzung von erneuerbaren Energien ist anzustreben.

4. Verantwortungsvolles Wassermanagement soll sauberes

Wasser als Menschenrecht und kostbare Ressource

verantwortungsvoll verwalten.

5. Bei der Einhaltung sozialer Standards sollen auf die

Menschenwürde und die Unversehrtheit natürlicher

Systeme geachtet werden.

43 Systeme des Herstellers sind C2C-Silber zertifiziert,

darunter 29 Fenstersysteme, sechs Pfosten-Riegel-Systeme,

sechs Türsysteme sowie zwei Großlamellen-Sonnenschutzsysteme.

Damit ist Schüco mit

Abstand Vorreiter bei der Umsetzung des C2C-Prinzips

im Gebäudesektor. Alle C2C zertifizierten Systeme

sind standardmäßig ohne Mehrpreis erhältlich.

Der Systembaukasten ist die ideale Basis, um Fenster-,

Tür- und Fassadensysteme individuell zu kombinieren

– und dabei gleichzeitig Kosten und Qualität

genau im Griff zu haben. Die Konstruktionssoftware

SchüCal bringt den Systembaukasten in die moderne

Planungspraxis – und erlaubt so die C2C-Verifikation

individueller Fenster-, Tür- und Fassadenkombinationen.

Sie prüft, ob eine C2C konforme Konfiguration

vorliegt. Das ermöglicht Fassadenplanern und Architekten

volle Planungsfreiheit und -sicherheit bei der

Gestaltung einer nachhaltigen Gebäudehülle.

ALUKÖNIGSTAHL GmbH

T +43 (0)1 98130-0

office@alukoenigstahl.com

www.alukoenigstahl.com


www.architektur-online.com

109

Produkt News

Mehr Entscheidungsspielraum für Architekten

In diesem Jahr geht Warema den ersten Schritt mit

seinem modular aufgebauten Fenster-Markisen-Programm,

das durch seine Kombinationsmöglichkeiten

für nahezu jeden Anwendungsfall die passende Lösung

bietet. Ab April 2019 gibt es die neue einteilige

Führungsschiene, die für die Führungsarten easyZIP,

Schiene und Markisolette verwendet wird. Die identisch

aufgebauten Führungsschienen sind für verschiedene

Montagesituationen und unterschiedliche

Baugrößen einsetzbar. Als Vorteil für den Architekten

besteht – mit der Führungsschiene als Platzhalter –

die Möglichkeit, sich bis zum Zeitpunkt der Produktbeauftragung

zwischen verschiedenen Führungsarten

zu entscheiden, indem variabel eines von zwei

Clipprofilen eingesetzt werden kann. Die neue easy-

ZIP-Technik verhindert ebenfalls lästige Lichtspalte

und bildet einen fließenden Übergang zur Fassade.

Dank der einfachen Montage mit Clipprofil erhöht

sich die Funktionssicherheit der Fenster-Markise.

Gleichzeitig reduziert sich die Montagezeit massiv

bei gleichzeitiger Erhöhung der Montagesicherheit.

Auch die Windstabilität wird noch einmal deutlich

gesteigert. Im tiefgefahrenen Zustand halten Vorbau-Markisen

mit einer Größe von drei mal drei Metern

und easyZIP-Führung Windgeschwindigkeiten

von bis zu 150 Stundenkilometern stand.

WAREMA Austria GmbH

T +43 (0)662 853015-0

info@warema.at

www.warema.at

Fensterputzen erledigt der Regen

Das neue selbstreinigende Glas „Planibel Easy“ von

AGC Interpane besitzt eine pyrolytische Spezialbeschichtung

der Verglasung, ist äußerst langlebig und

nutzt die UV-Strahlen im Tageslicht, um Schmutz in

fünf bis sieben Tagen zu zersetzten – der nächste

Regen spült die Rückstände einfach ab. Der Einsatz

des Produktes bietet sich besonders in schwer zu

erreichenden Dachverglasungen von Wintergärten,

in Oberlichtern oder in großen Glasflächen an,

die ansonsten nur mit viel Aufwand geputzt werden

können. Die Selbstreinigungsfunktion wurde vom

renommierten Fraunhofer-Institut für Schicht- und

Oberflächentechnik (IST) gemäß EN1096-5 unabhängig

geprüft und bestätigt. Im Regen verteilt sich

das auftreffende Wasser durch die Spezialbeschichtung

besonders gleichmäßig auf dem Glas und lässt

es leichter ablaufen, sodass auch die Trocknung

schneller erfolgt. Das Produkt ist in mehreren Produktvarianten

verfügbar: Planibel Easy Clear (4mm)

erreicht eine hohe Tageslichttransmission von 84

Prozent, der g-Wert beträgt 82 Prozent und erlaubt

somit erwünschte solare Energiegewinne in den

kühleren Monaten. Planibel Easy Blue (4mm) ist die

bläuliche Variante, die sich zum Beispiel zur Nutzung

in der Dachverglasung von Wintergärten besonders

empfiehlt. Die Tageslichttransmission beträgt hier 63

Prozent, der g-Wert 58 Prozent.

INTERPANE GLAS INDUSTRIE AG

T +49 (0)5273 809-0

info@interpane.com

www.interpane.com


architektur FACHMAGAZIN

Einzigartig schlank

Wärmegedämmte Fenster und Festverglasungen

mit bisher unerreicht schlanken

Ansichtsbreiten von 55 mm (Fenster-/

Stulpflügel) und 23 mm für Verglasungen

ermöglicht das neue Profilsystem forster

unico XS. In Neubauten, wo viel Licht und

Transparenz gefragt sind, lassen sich moderne

großflächige Elemente mit filigranen

Sprossen und schlanken Rahmen mühelos

verwirklichen. Das System ist jedoch auch

für die Sanierung von Altbauten und historischen

Gebäuden die beste Wahl, denn es

eignet sich ausgezeichnet um denkmalgeschützte

Fenster möglichst originalgetreu

nachzubilden. Die Stahlprofile sind äußerst

vielseitig einsetzbar und bieten viel Raum

für kreative Lösungen. Zusätzlich zu den

bestehenden Fensteröffnungsvarianten

(Dreh-, Drehkipp- und Stulpflügel) bietet

man neu auch auswärts öffnende Fenster

und Schwingflügel an. Mit dem vielseitigen

Profilsystem lassen sich sowohl kundenspezifische

und gebogene Konstruktionen

als auch Füllungen bis 60 mm, zum

110

Beispiel für 3-fach Isolierglas, problemlos

realisieren. Für eine geborgene Atmosphäre

sorgen eine umliegende Verriegelung beim

Fenster mit RC2 Einbruchhemmung sowie

drei umlaufende Dichtungsebenen, die eine

erhöhte Dichtheit garantieren. Die Bauteile

erreichen hervorragende Dämmwerte (UW-

Wert 0.84) und sind in der Schweiz MINER-

GIE zertifiziert.

Forster Profilsysteme GmbH

T +43 (0)2236 677 293

at@forster.ch

www.forster-profile.at

Produkt News

Freiraum ohne Einschränkungen

Auf der BAU 2019 in München präsentierte

sich Solarlux, der Experte für bewegliche

Glasfassaden, gewohnt anders als die umliegenden

Messestände. Mittelpunkt des

einzigartigen Konzepts: ein strahlender

Kubus, der die Produkthighlights in Szene

setzte. Der schwarze, unverhüllte Messeboden

kombiniert mit Aluminium- und Holzelementen

versprühte industriellen Charme

und schaffte ein stimmiges Gesamtbild. Getreu

dem Messemotto „Ideen Raum geben“

traten Detailtische, Referenztafeln und die

traditionelle Faltbar in den Hintergrund. So

wurde der Blick auf das Highlight des Standes

gelenkt: die strahlende Produktinsel.

Vier großflächige Öffnungen, ausgeführt mit

der Glas-Faltwand in Holz sowie in Aluminium,

cero und dem neuen Ganzglas-Schiebesystem

SL 23, boten maximale Transparenz

und eine besondere Raumwirkung. Ein

weißer Teppich im Kontrast zum schwarzen

Messeboden ließ die Produktinsel zusätzlich

hervorstechen. Die etwas schräge

Anordnung des Exponats ermöglichte die

Sicht auf die Produkte bereits vom Gang

der Messehalle. Alle Exponate wurden mit

einer barrierefreien Bodenschiene gezeigt.

Neben den innovativen Produkten und dem

originellen Standkonzept konnte man auch

mit der Beratungskompetenz von der Entwurfsphase

bis zur Umsetzung punkten.

SOLARLUX AUSTRIA GmbH

T +43 (0)512 209 023

info@solarlux.at

www.solarlux.at


www.architektur-online.com

111

Produkt News

Echte Unikate für den Eingangsbereich

Mit der „Authentik“-Linie hat Kneer-Südfenster eine

neue hochwertige Haustüren-Serie vorgestellt, die mit

authentischen Materialien die Liebhaber des Echten,

Unverfälschten und Originalen anspricht. Die Oberflächen

der Holz- und Aluminium-Holz-Haustüren sind

aus Eichen-Altholz und in jeder Hinsicht einzigartig.

Sie werden beispielsweise aus den Eichenholzdauben

alter Barrique-Rotweinfässer gefertigt, die in

sorgfältiger Handarbeit aufbereitet – mosaikartig

zusammengesetzt – ein ganz besonderes Bild ergeben.

Daneben gibt es Haustüren, die mit gebürsteter

Eiche aus dem Holz alter Scheunen eine naturnahe,

lebendige Optik erzielen. Von Hand geschmiedete

Türgriffe in zeitlosem Design und in höchster Qualität

harmonieren perfekt mit dem markanten Eichenholz.

Die geschmiedeten Griffe in Schwarzstahl-Optik, die

für die Haustüren individuell gefertigt werden, unterstreichen

das hochwertige Design und betonen die

markanten Haustür-Oberflächen. Eine integrierte Beleuchtung

akzentuiert die Maserung und das Farbenspiel

des Holzes und verstärkt die hohe Wertigkeit

der Haustür. Auch verschiedene Gläser bis hin zum

Sonnenschutzglas sind wählbar.

Aluminium-Haustüren mit Keramik- oder mit gebürsteter

Edelstahl-Oberfläche runden die Reihe

der Unikate mit authentischen Materialien ab. Hinter

den natürlichen und ursprünglichen Oberflächen

verbirgt sich modernste Haustürtechnik mit innovativer

Sicherheitstechnik einschließlich intelligenter

Zugangssysteme. Die Haustüren verbinden solide

Handwerkskunst mit hoher Funktionalität. Sie werden

mit verdeckt liegenden Bändern in verschiedenen

Größen und Aufteilungen ausgestattet und

bieten einen hohen Wärmeschutz (U-Wert 0,86 W/

m²K) und einen hohen Sicherheitsstandard. Sie erfüllen

standardmäßig einen Einbruchschutz in RC2

Widerstandsklasse. Die Haustür in Eiche-Altholz hat

auch die anspruchsvolle Sicherheitsprüfung gemäß

Widerstandsklasse RC3 durch das ift Rosenheim problemlos

bestanden.

Süd-Fensterwerk GmbH

& Co. Betriebs-KG

T +49 (0)7950 810

info@suedfenster.de

www.kneer-suedfenster.de

Designorientiert & brandsicher:

Dielen aus Twinson für Dachterrassen

Terrace Massive und Terrace Massive Pro sind als einzige WPC-Terrassensysteme

B roof ( t1) zertifiziert und damit für harte Bedachung zu gelassen:

Brandschutz bei gleich zeitig höchstem Designanspruch also!

+ Zertifiziert gemäß EN13501-5:2016 (Widerstand gegen Flugfeuer und

strahlende Wärme) als B roof ( t1)

+ „Harte Bedachung“ gemäß Anforderungen der Muster bau ordnung MBO § 32

+ Gesamtsystem mit Alu-Trägerprofil, Montageklips und Drehfüße

+ Gebürstete Oberflächen / Dielen mit Ummantelung aus Kunststoff

+ Bis zu 6 natürliche Farben

+ Patentierter Biowerkstoff, zu 100 % recycelbar

Inoutic / Deceuninck GmbH

Bayerwaldstraße 18 / 94327 Bogen

P +49 (0)9422 821-108

www.inoutic.at/terrassen

SPIELZEUGTAUGLICH


architektur FACHMAGAZIN

112

Produkt News

Von Generationen für Generationen

Das Unternehmen DOMICO ist ein mittelständisches oberösterreichisches Familienunternehmen

der Metall verarbeitenden Industrie und produziert hochwertige

Dach-, Hallen- und Fassadensysteme für den großflächigen Industrie- und Gewerbebau

sowie für Sporthallen und den sozialen Wohnbau.

Die Produkte finden aber vor allem auch dort Einsatz,

wo besondere Architektur einem Gebäude mehr als

Wirtschaftlichkeit und Funktionalität abverlangt. Jedes

Projekt wird individuell geplant und gefertigt.

Die Lieferung der Produkte erfolgt ausschließlich an

Fachfirmen und wird just in time auf die Baustelle geliefert.

Aktuell verarbeitet man jährlich ca. 20.000 t

Metall zu Dach-, Hallen- und Fassadensystemen.

Technologieführerschaft, maximaler Vorfertigungsgrad,

Leichtbau und durchdringungsfreie Befestigung

sind die wesentlichen Merkmale der Produkte. Dank

40-jähriger Erfahrung und Partnerschaft mit den

Kunden, Planern und Verarbeitern gelingt es, handwerkliche

Produkte ständig weiterentwickelt anzubieten.

Gerade im fortschrittlichen Hallenbau mit großflächigen

Elementen wurde, etwa mit der Entwicklung

der Element-Halle, echte Pionierarbeit geleistet.

Elementdächer sparen Zeit und Kosten. Die Dachprofile

sind serienmäßig mit einer Firsthochstellung

sowie einer Traufenabkantung ausgeführt. Der entscheidende

Bauteil im Domitec®-Dachpaket ist das

Halteprofil, welches maßgenau zur Deckbreite produziert

wird und eine schnelle und unkomplizierte

90° oder 45° diagonale Verlegung ermöglicht. Die

Standard-Beschichtung RESISTA® 50 my, Korrosi-

onsschutzklasse C4, sorgt für erhöhte mechanische

Widerstandsfähigkeit und die werkseitig angebrachte

Längsstoßdichtung bringt eine erhöhte Schlagregendichtheit

(geprüft bis 1950 pa). Die Traufenabkantung

verhindert Eintrieb und garantiert einen

Wasserablauf über geschützte Traufenkanten.

Variable Deckbreiten und flexible Verlegemöglichkeiten

stellen einen großen wirtschaftlichen Vorteil dar.

Das Konzept der projektbezogenen Vorfertigung ist

ein effektiver Beitrag zu Nachhaltigkeit, denn es werden

Ressourcen intelligent genutzt und Materialabfall

nachweislich vermieden und der Werkstoff Metall

ist zu 100% recycelbar. Seit der Gründung im Jahr

1978 in Vöcklamarkt (OÖ) wurde die Produktpalette

kontinuierlich erweitert und damit einhergehend

wuchsen auch die Standorte auf aktuell drei Produktionsstätten

in OÖ und einem Werk in Tschechien an.

Darüber hinaus wird in Bayern eine eigenständige

Vertriebsniederlassung für Deutschland betrieben.

DOMICO Dach-, Wand- und Fassadensysteme KG

T +43 (0)7682 2671-0

office@domico.at

www.domico.at


www.architektur-online.com

113

Produkt News

Oberflächenveredelung bietet Werthaltigkeit und Schutzwirkung

Pulverbeschichtung und Eloxierung bieten

nicht nur gestalterische Vielfalt, sondern

sind essenziell für die Langlebigkeit und

Werterhaltung moderner Aluminiumkonstruktionen.

Für beide Verfahren gilt, dass die

Einhaltung der Qualitätskette „Planung und

Kontrolle – richtige Vorbehandlung – sorgfältige

Lagerung von der Fertigung bis zur

Montage“ sicherstellt, dass die Erwartungen

des Endkunden an die jeweilige Aluminiumkonstruktion

sowohl hinsichtlich Funktionalität

als auch hinsichtlich der optischen

Eigenschaften erfüllt werden. Aluminiumprofile

erhalten durch die Oberflächenveredelung

Farbe und Schutz. Es muss bereits

vor der Veredelung klar definiert sein, ob

die Profile für eine Innen- oder Außenanwendung

vorgesehen sind und welche Vorgaben

es betreffend der Farbanpassung

gibt. Wesentlich für qualitativ hochwertige

Oberflächenveredelung ist die fachgerechte

Vorbehandlung der Aluminiumoberfläche.

Die gewünschten Farben können aus standardisierten

RAL- oder NCS-Farbsystemen

in verschiedenen Glanzgraden und Oberflächen

ausgewählt werden. Unterstützt wird

der Trend zur Farb- und Strukturvielfalt

durch anlagetechnische Konzepte, die einen

Pulverwechsel innerhalb von wenigen Minuten

ermöglichen.

AFI Aluminium-Fenster-Institut

T +43 (0)1 9834 205

office@alufenster.at

www.alufenster.at/wohnbau

Die Urform des Daches

Seit Anfang des Jahres 2019 unterstützt die

Eternit GmbH als neues Mitglied die Plattform

Dachkult, eine Plattform der Initiative

Pro Steildach. Ziel des Ende 2017 gegründeten

Zusammenschlusses ist es, bei Architekten,

Planern, öffentlichen und privaten

Bauherren sowie Kommunen die Vorteile

geneigter Dächer wieder stärker ins Bewusstsein

zu rücken und deren Bedeutung

für die Städteplanung hervorzuheben. Neben

seiner Funktion als Schutzhülle ist das

Dach auch eines der prägendsten Gestaltungselemente

für das Haus. Als Urform aller

Dächer zeichnet sich das Steildach durch

eine Vielfalt an möglichen Dachformen aus

und bietet dabei Inspiration für modernste

Dachlandschaften. Oftmals lässt sich nicht

mehr eindeutig abgrenzen, wo das Dach endet

und die Fassade beginnt. Das Dach wird

zur fünften Fassade, wenn beide Elemente

zu einer gestalterischen Einheit verschmelzen

und sich die dadurch geschaffene geschlossene

Oberfläche, wie aus einem Guss

über den Gebäudekörper legt. Unter dem

geneigten Dach lassen sich großzügige

Raumerlebnisse inszenieren und atmosphärische

Raumwunder entwickeln.

Eternit Österreich GmbH

T +43 (0)7672 707-0

info@eternit.at

www.eternit.at


architektur FACHMAGAZIN

114

Produkt News

Keine Chance für Feuchteschäden!

Das regional verankerte Familienunternehmen Steinbacher Dämmstoffe mit Sitz in

Erpfendorf (Bezirk Kitzbühel) wurde 1962 gegründet und zählt heute zu den drei

führenden Dämmstoffproduzenten Österreichs. Der Problemlöser für alle Dämmfragen

am Bau bietet 360°-Dämmstoffkompetenz aus einer Hand. Rund 320 Mitarbeiter

am Standort garantieren maximale Qualitätsstandards quer durch alle Bereiche.

Sämtliche Produkte werden zum Schutz

von Klima und Umwelt nach dem neuesten

Stand der Technik produziert. Mit regelmäßigen

Investitionen in moderne Standorte,

nachhaltigen Produktinnovationen und

der Weiterbildung der Mitarbeiter hält sich

Steinbacher fit für die Zukunft als vorausdenkende

Dämmstofffamilie.

Warmdach smart gedacht

Nun hat der Dämmstoff-Spezialist mit seiner

Innovation steinodur® WDO-E die perfekte

Lösung für Warmdächer im Neubau

entwickelt. Diese einseitig strukturierte

Dämmplatte ermöglicht bei einem etwaigen

Wassereintritt eine rasche, wirtschaftliche

Trocknung. In Verbindung mit der Installation

eines Feuchtemonitoring-Systems können

Wassereintritte früh erkannt, schnell

lokalisiert und behoben werden. Denn

Flachdächer gehören zu den am meisten

belasteten Bauteilen im Hochbau – Feuchteschäden

ziehen kostenintensive Sanierungen

nach sich und die Lösung für das

Warmdach ist also eine smarte Dämmplatte

gegen Feuchtigkeit, mit der man bereits

beim Neubau vorbaut.

Eine feuchte Bausubstanz bewirkt ein rasches

Wachstum von Schimmelpilzen. Das

Monitoring-System schützt vor solchen

Schäden. Denn Feuchtigkeit wird bei Schadenseintritt

sofort detektiert und kann zeitnah

beseitigt werden. Somit kommt es zu

keiner Kontaminierung der Bausubstanz.

Folglich bleiben Langzeitschäden durch einen

Wassereintritt aus – und aufgrund der

Struktur der Dämmplatte verläuft die Trocknung

schnell und günstig. Das Produkt ist

auch bestens für genutzte Warmdächer

steinodur® WDO-E mit Optidry® Feuchtemonitoring

geeignet. Diese Innovation des Herstellers

ist eine Investition in die Zukunft. Sie bringt

Bauherrn Sicherheit und Sorgenfreiheit mit

ihrem Warmdach und minimiert das Risiko

für Verarbeiter.

Steinbacher Dämmstoff GmbH

T +43 (0)5352 700-0

office@steinbacher.at

www.steinbacher.at/wdo-e


www.architektur-online.com

115

Produkt News

Effiziente Hinterfüllung

Im Großarltal im Salzburger Land wurde 2018 das Hotel Edelweiss zum 5-Sterne-Resort

umgebaut und erweitert. Hinter dem bestehenden Hotel entstand dabei

ein achtstöckiger Neubau, der einen 5.000 Quadratmeter großen Wellnessbereich,

ein großes Kinderangebot sowie 35 neue Suiten beinhaltet.

Für den Neubau wurden rund 150.000 Kubikmeter

des Felsgesteins entfernt, das bisher an das Hotel

grenzte. Die resultierende, knapp 30 Meter hohe

Steilwand wurde anschließend mit Ankern, Stahlmatten

und einer Spritzbetonschicht stabilisiert. Parallel

begann der Bau des neuen Gebäudes. Besondere

Bedeutung kam dem zwischen 0,3 und 3,0 Meter

breiten Spalt zwischen Bauwerk und Felswand zu.

Er wurde zwischen August und November 2018 mit

rund 3.000 Kubikmeter Liapor Ground verfüllt, die

Schichthöhe lag bei bis zu 15 Meter. Die Blähtonkörnung

mit ihrer Korngröße von 1-16 Millimetern weist

eine Trockenschüttdichte von lediglich 500 kg/m 3

(± 50) auf, bietet dafür aber eine außerordentliche

Druckfestigkeit EV1 von 14 MN/m 2 . Damit ist Liapor

Ground das derzeit leistungsstärkste Schüttgut speziell

für die Bauwerkshinterfüllung.

Entscheidend war hier jedoch der besonders schnelle

und unkomplizierte Eintrag des selbstverdichtenden

Schüttguts durch die spezielle Einblastechnik direkt

vom Silozug aus. Dank des Eintrags per Schlauchleitung

waren keine Zwischenlager oder Kräne nötig,

was einen reibungslosen und wirtschaftlichen

Baufortschritt gewährleistete und die übrigen Arbeiten

nicht unterbrach. Damit war das Produkt die beste

Wahl für die Hinterfüllung des Hotelneubaus, der

im Sommer 2019 in Betrieb genommen wird.

Lias Österreich GesmbH

T +43 (0)3155 2368-0

info@liapor.at

www.liapor.at


architektur FACHMAGAZIN

116

Produkt News

Überzeugende Argumente

Das Herz des Familienbetriebes EDER aus dem oberösterreichischen Peuerbach

schlägt buchstäblich für Ziegel. Mit großer Leidenschaft wird der seit Jahrhunderten

bewährte Baustoff in der hauseigenen Forschung und Entwicklung fortlaufend

weiterentwickelt. Der Hersteller zeichnet sich nicht nur durch optimierte

Verarbeitungstechnik, sondern auch durch die Verwendung hochwertigster

Rohstoffe aus und ist damit Ziegelprofi durch und durch.

Der Wohn- und Gewerbebau ist mit großen und

komplexen Herausforderungen konfrontiert. Baustoffe

müssen in diesem Bereich immer mehr Anforderungen

erfüllen und vielerlei Ansprüchen gerecht

werden. Längst nicht nur die statische Festigkeit ist

bedeutend, auch optimale Wärmedämmung, großer

Schallkomfort und Umweltschutz müssen berücksichtigt

werden. Das alles und noch mehr meistern

die Vollwertziegel mit Bravour. Im modernen Wohnbau

haben Umweltbewusstsein und ökologische

Nachhaltigkeit in den vergangenen Jahren immer

mehr an Bedeutung gewonnen. Auch Immobilienkäufer

legen mehr denn je wert auf Umweltaspekte.

Der V38 Vollwertziegel eignet sich bestens für den

Objektbau und ist ein vollwertiger Planziegel. Seine

spezielle Ziegelhülle ist gefüllt mit reinsten, unbrennbaren

Mineralwollflocken aus Basaltgestein, die wie

eine integrierte Wärmedämmung fungieren. Dadurch

kann – ohne Anbringung eines zusätzlichen Vollwärmeschutzes

– ein sensationeller U-Wert von U=0,16

W/m 2 K erreicht werden. Das spart Instandhaltungskosten,

reduziert den späteren Heizbedarf und das

Material ist damit auch einzigartig natürlich. Zudem

ist der V38 mit einer Wandstärke von nur 38 cm auch

für kleinere Grundstücke geeignet, was ihn in Zeiten

stetig steigender Grundstückspreise zum idealen

„Stadtbauziegel“ macht.

Ziegelwerk EDER

GmbH & Co. KG

T +43 (0)7276 2415-0

info@eder.co.at

www.eder.co.at


www.architektur-online.com

117

Produkt News

Cleveres Regenwassermanagement

Ideale Lösungen, um Regenwasser auf dem

eigenen Grundstück zurückzuhalten, ohne

dass es zur Überflutung von Gebäuden

kommt, bietet die Optigrün international

AG an. Mit den Retentionsdach-Systemen

für Grün- und Verkehrsdächer ist es möglich,

einen vorgegebenen Maximalabfluss

einzustellen und somit die Einleitbeschränkung

in den Kanal zu erfüllen. Bei den Retentionsdach-Systemen

wird auf dem Dach

ein Wasserspeicher (Stauraum) geschaffen,

über dem zusätzlich entweder eine Dachbegrünung

oder eine Verkehrsfläche eingebaut

wird. Das Herzstück des Systems

ist die Wasserretentionsbox WRB, mit der

bis zu 140 Liter Niederschlagswasser pro

Quadratmeter angestaut werden kann.

Sie enthält ein integriertes Kapillarsystem,

welches das gespeicherte Wasser in den

Begrünungsaufbau zieht und für eine permanente,

erhöhte Bodenfeuchte sorgt. Je

höher die Bodenfeuchte, umso höher ist

auch die Verdunstungsleistung der Pflanzen.

Mit dem Retentionsdach „Drossel“

lässt sich zusätzlich die maximale Abflussspende

einstellen und auf 1-10 Liter pro Sekunde

pro Hektar drosseln.

Optigrün International AG

T +49 (0)7576 772-0

info@optigruen.de

www.optigruen.de

Schneller, interaktiver, nützlicher

Österreichs bekannteste Baustoffmarke Baumit ist

seit Jahresbeginn mit einer neuen Website online.

Das Ergebnis sind doppelt so viele Seitenaufrufe! Mit

jährlich rund 750.000 Seitenaufrufen zählte man bereits

zu den meistbesuchten Websites der Branche.

Die neue Website punktet mit zielgruppenorientiertem

Content, optimierter Suchfunktion und responsivem

Design. Sowohl Professionisten als auch private

Bauherren finden detaillierte Produktinformationen,

Verarbeitungsrichtlinien, Ausschreibungstexte und

zahlreiche inspirierende Referenzobjekte. Für wiederkehrende

Besucher bietet die Startseite die

Möglichkeit zur Individualisierung. Inhalte können

dem persönlichen Suchverhalten angepasst werden

– damit noch schneller bereitsteht, wonach regelmäßig

gesucht wird. Ein besonderes Highlight ist der

neue ColorDesigner für Fassaden: Die persönliche

Lieblingsfarbe oder auch ganz neue Farbkreationen

lassen sich digital auf Musterhäusern risikofrei

testen. Mit 888 visualisierbaren Life Farben und unterschiedlichen

Oberflächen wie Reib-, Spritz-, Rolloder

Schwammtechniken sind der Kreativität keine

Grenzen gesetzt.

Baumit GmbH

T +43 (0)501 888-0

www.baumit.com


architektur FACHMAGAZIN

118

Produkt News

Eins zu eins

Immerhin fünf andere Standorte konnten aufgelassen werden, als die Universität

für angewandte Kunst Wien nach zwei Jahren Bauzeit in ihre neue, zeitgemäß

adaptierte Dependance einzog. Das Herzstück des Gebäudes ist jetzt das lichtdurchflutete,

mit Glas überdachte Atrium mit offenen Rundgängen über alle

Geschosse. Aus dem ehemaligen Finanzgebäude ist ein moderner, nach innen gekehrter

Campus geworden. Der früher durch das Bundesministerium für Finanzen

genutzte Gründerzeitbau bietet jetzt auf rund 15.000 Quadratmetern, verteilt auf

sieben Etagen, Platz für die Kunst.

Das neue Haus der „Angewandten“ ist nach

dem Umbau mit flexibel nutzbaren Räumen

ausgestattet. Im zweiten Hof wurde ein

Mehrzwecksaal eingebaut; das Auditorium

erstreckt sich über zwei Geschosse – darüber

befindet sich ein offener Innenhof –und

kann sowohl zum Atrium als auch zu den

dahinterliegenden Ausstellungsflächen und

Seminarräumen geöffnet werden. Insgesamt

bietet das Gebäude somit Platz für bis

zu 1.000 Personen.

Für dieses Resultat war jedoch einiger Aufwand

nötig. Zwei architektonische Querspangen,

die den Hof in drei Innenhöfe

geteilt hatten, wurden abgebrochen, eine

neue Querspange wurde errichtet. In einem

Lichthof musste – bedingt durch den Umbau

– eine Wand entfernt werden. Die ambitionierte

Aufgabe für Austrotherm® und

den Verarbeiter, die steirische Firma Obmann:

Diese Fläche sollte so rekonstruiert

werden, dass sie optisch genau zu den drei

anderen Flächen passt. Gemeinsam folgte

man einer bewährten Vorgangsweise: Die

Originalmaße der vorhandenen Profile wurden

abgenommen, um sie in der Produktion

in Pinkafeld eins zu eins nachzubauen.

Zusätzlich wurden die Bestandsflächen

vermessen und deren Daten auf die noch

leere Fläche übertragen, wo dann die neuen

Elemente punktgenau eingepasst wurden.

In einem Innenhof wurde ebenfalls ein Teil

der Fassade entfernt, und das inmitten einer

großen Wandfläche. Anders als beim

Lichthof verlangte das Bundesdenkmalamt

jedoch, dass die benötigten Bossensteine

aus Beton gefertigt würden. Austrotherm®

machte es möglich: Auch hier begann man

mit der Vermessung der Fassade und der

entsprechenden Elemente auf der Baustelle.

Im Werk wurden die Bossensteine

aus Beton gegossen; die Firma Obmann

übernahm die akribische Montage und die

fachgerechte Überarbeitung mit Putz, um

die ursprüngliche Quetschputzoptik wiederherzustellen.

Die optische Täuschung

gelang perfekt.

Austrotherm GmbH

T +43 (0)2633 401-0

Fassadenprofile@austrotherm.at

www.austrotherm.at


www.architektur-online.com

119

Produkt News

Flüssigkunststoff-Abdichtungen bei Fassaden

Bei der Abdichtung von Balkonen, Terrassen und

Laubengängen stehen besonders die aufgehenden

Bauteile wie Wand- und Türanschlüsse im Fokus: Sie

müssen in einen funktionstüchtigen Systemaufbau

eingebunden werden, damit die Fassade vor Feuchteschäden

wie bröckelnder Putz, rissige Fliesen und

Ausblühungen geschützt ist. Dafür bewähren sich in

der Baupraxis vliesarmierte Abdichtungssysteme auf

Polymethylmethacrylat-Basis (PMMA).

Die Systemkomponenten einiger Hersteller bieten

dabei wesentliche Vorteile, um Fehlern entgegenzuwirken,

z. B. mit Produkten, die werksseitig thixotropiert

sind. Somit kann das Harz selbst auf senkrech-

ten Flächen appliziert werden, ohne abzugleiten. Für

eine saubere und schnelle Detailabdichtung gibt es

zudem bereits zugeschnittene Vlies-Formteile für die

Außen- und Innenecken der Wandanschlüsse. Durch

die Einarbeitung des Spezialvlieses in das flüssige

Harz entsteht eine flexible Schicht, die dynamisch

rissüberbrückend ist und Bewegungen der Konstruktion,

die sich insbesondere bei Übergängen von Bauteilen

auswirken, schadlos aufnimmt. Flüssigkunststoff-Lösungen

eignen sich sowohl im Neubau als

auch bei Sanierungen und können meist ganzjährig

verarbeitet werden, selbst bei schlechter Witterung

und kalten Temperaturen.

Triflex GesmbH

T +43 (0)6233 20089

info@triflex.at

www.triflex.at

Befestigung im Porenbeton

Der Innengewindeanker des FPX-I von fischer eignet

sich besonders gut für Befestigungen in Mauerwerk

sowie Wand- und Deckenplatten aus Porenbeton. Seine

einzigartige Vierkant-Spreizhülse sorgt für eine sichere

Montage ohne Mitdrehen im Bohrloch und gewährleistet

hohe Zug- und Querlasten. Der Stahlanker

ist der Erste weltweit, der über eine Bewertung (ETA)

verfügt sowie eine Feuerwiderstandsklasse R 120. Daher

kann er auch für sicherheitsrelevante Befestigungen

eingesetzt werden. Nach der Bohrlocherstellung

wird der Dübel per Vorsteckmontage mit ein paar

Hammerschlägen bündig zur Porenbetonoberkante

gesetzt. Mit einem Sechskantstift im Akkuschrauber

oder in der Ratsche wird der Innengewindebolzen

zum Drehen gebracht und der Konus in die Vierkant-Spreizhülse

gezogen. Dadurch spreizen die vier

Flügel auf und erzeugen einen Hinterschnitt. Der Porenbeton

verdichtet sich an dieser Stelle. Nach der

optimalen Verspreizung wird der Sechskantstift automatisch

aus dem Anker ausgeklinkt. Sein metrisches

Innengewinde ermöglicht die Verwendung handelsüblicher

Schrauben und Gewindestangen. Der Anker

ist galvanisch verzinkt und in den Durchmessern M6,

M8, M10 sowie M12 inklusive passender Sechskantstifte

erhältlich. Er eignet sich für Lasten bis zu 1,20 kN

beziehungsweise 120 Kilogramm.

Fischer Austria GmbH

T +43 (0)2252 53730-0

office@fischer.at

www.fischer.at


architektur FACHMAGAZIN

120

Produkt News

Fotos: Saint-Gobain Rigips Austria | Martin Kruckenfellner

Historischer Baubestand

hinter massivem Gips

Die historischen Mauern der Kunsthalle Krems waren, infolge des permanent

wechselnden Ausstellungsbetriebes, von Hunderten Bohrlöchern geradezu durchsiebt.

Auch hatten über 1,3 Millionen Besucher am denkmalgeschützten Bestand

deutliche Spuren hinterlassen. Im Zuge der umfassenden Generalsanierung und

Neugestaltung sollte die Präsentation der Ausstellungsstücke zerstörungsfrei für

das Bestandsmauerwerk ermöglicht werden.

Man entschied sich deshalb für Vorsatzschalen mit

Rigips® Habitoplatten, die eine einfache Montage

hoher Lasten ermöglichen. Alle Säulen sowie die in

Trockenbauweise bekleideten Wände wurden weiß lackiert

und bilden nun einen neutralen Hintergrund für

die Kunst. Insgesamt wurden über 900 Quadratmeter

Wände und Decken mit der robusten Platte bekleidet

bzw. gänzlich neu errichtet. Sogar die Fensterfront

erhielt eine Vorsatzschale mit 2 Lagen 12,5 Millimeter

Gipsplatten. So werden Sonnenstrahlen ausgesperrt

und die teuren Kunstwerke vor Ausbleichen geschützt.

Gleichzeitig schafft die Vorsatzschale eine deutliche

Reduktion von Störgeräuschen aus dem Außenbereich.

Eines der unschlagbaren Argumente für den

Museumsbetreiber war auch, dass ganz ohne Dübel,

nur mit Schrauben auch die Aufhängung schwerster

Gemälde bei größtmöglicher Sicherheit realisierbar ist.

Saint-Gobain RIGIPS Austria GesmbH

T +43 (0)3622 505-0

rigips.austria@saint-gobain.com

www.rigips.com


www.architektur-online.com

121

Produkt News

Die thermische Trennung von Wänden

Rechtzeitig zum Jahresbeginn hat Schöck

für Österreich die Produktions-, Patentund

Vermarktungsrechte für das Produkt

Alphadock zu 100 % erworben. Damit

schließt man die letzte noch vorhandene

Lücke im Produktsegment zur Vermeidung

der Wärmebrücken am Bau. Das Produkt

reduziert analog dem Isokorb die negative

Auswirkung von Wärmebrücken – dies im

anwendungstechnisch wichtigen Bauteil

der Stahlbetonwände. Die Anwendung erfolgt

sowohl beim Anschluss von der Wand

an die Bodenplatte als auch über oder unter

der Geschossdecke. Dank eines Druckpuffers

aus ultrahochfestem Beton (UHPC)

wird der Energieabfluss über die Wärmebrücke

bis zu 90% reduziert. Durch das Prinzip

eines Gelenkes werden die aufkommenden

Druckkräfte so gebündelt, dass trotz stark

minimierter Standfläche die Tragfähigkeit

und die Erdbebensicherheit vollumfänglich

gewährleistet werden. Somit baut man in

Österreich die Führungsposition als Anbieter

von Lösungen zur Vermeidung von

Wärmebrücken bei tragenden Bauteilen im

konstruktiven Hochbau weiter aus.

Schöck Bauteile Ges.m.b.H.

T +43 (0)1 786 5760

office@schoeck.at

www.schoeck.at

Akustik in mittelalterlichen Mauern

© Caparol/Udo Stieglitz

Da die mehr als 800 Jahre alte Burg Scharfenstein

in Thüringen unter Denkmalschutz

steht, galten bei der Sanierung besondere

Anforderungen an die verwendeten Materialien.

Ein authentischer Anstrich für das

Innere der Kernburg gelang mit Histolith

Innenkalk. Diese Kalkfarbe des Farbenherstellers

Caparol (Muttergesellschaft der

Synthesa-Gruppe in Perg) gehört zu einer

speziellen Produktserie für denkmalgeschützte

und historische Gebäude, ist hoch

wasserdampfdurchlässig, saugfähig und

mehrfach überstreichbar.

Zur Burg gehört auch ein Gewölbekeller,

der für Whisky-Tasting-Abende und private

Veranstaltungen genutzt wird. Um in

diesem Raum Unterhaltungen zu ermöglichen,

waren schallabsorbierende Maßnahmen

nötig. Hier haben sich die natürlichen

Akustikprodukte aus nachwachsendem

Hanf angeboten. Die neue Generation

ökologischer Schallabsorber wird aus dem

Stroh der Hanfpflanze hergestellt. Produziert

wird die neuartige Akustik-Lösung mit

dem Produkt-Namen Capacoustic Canapor

von NAPORO Österreich. Der Nutzhanf für

das Produkt wird in Österreich in regionaler

Landwirtschaft ohne Pflanzenschutzmittel

und synthetische Dünger angebaut. Die aus

dem Stroh gewonnenen Hanffasern werden

mithilfe von Druck und Wärme zu einer festen

Platte gepresst, ähnlich einem Vlies. Die

Platten können flächig auf der Wand oder

an der Decke verklebt und neuerdings auch

als Deckensegel unter der Decke abgehängt

werden.

Synthesa Chemie Gesellschaft m. b. H.

T +43 (0)7262 560-0

office@synthesa.at

www.synthesa.at


architektur FACHMAGAZIN

122

Produkt News

Neu und absolut „RAW“

Als führender Anbieter entwickelt, produziert und vertreibt OWA seit über 70 Jahren

Unterdeckensysteme aus Mineralwolle und Metall sowie zugehörige Unterkonstruktionen

und Zubehörteile. Die Odenwald Faserplattenwerk GmbH mit Hauptsitz

in Amorbach beschäftigt über 500 Mitarbeiter. Ein Großteil der Produktion wird in

derzeit rund 80 verschiedene Ländermärkte exportiert. In einem Team aus Architekten,

Akustikern und Designern entstehen am Stammsitz Amorbach im Odenwald

Lösungen, die Akustik, Design und Funktionalität miteinander verbinden.

„RAW“ (roh) – einen passenderen Namen

hätte der Produzent für seine neue Mineraldecke

nicht wählen können. Die unterschiedlichen

Oberflächenvarianten grey,

structure und clay – alle mit natürlicher Materialoptik

– überzeugen bei der Planung

von angesagten Innenräumen im puristischen

Industrie-Design.

• RAW grey ist eine grau durchgefärbte Rohplatte

im Industrie-Stil. Sie wird mit einer

transparenten Akustiklasur versiegelt und

bietet eine sehr gute Schallabsorption.

• RAW structure, ebenfalls mit der gefragten

Optik, ist eine grau grundierte Rohplatte.

Dank ihrer Perforation bietet sie

eine gute Schallabsorption.

• RAW clay, eine beige durchgefärbte Rohplatte,

rundet die neue Produktlinie ab.

Auch diese Mineraldecke wird mit einer

transparenten Akustiklasur versiegelt und

bietet eine sehr gute Schallabsorption.

Gemeinsam prägendes Merkmal der drei

Varianten ist die Ursprünglichkeit in der

Anmutung bei gleichzeitig hoher akustischer

Leistungsfähigkeit. Die Produktlinie

kombiniert das Rohe und Ursprüngliche

von Mineraldecken mit akustischer Performance

für High-End-Projekte. RAW setzt

einzigartige gestalterische Akzente, folgt

dem Trend hin zu natürlichen Materialien

und fügt sich nahtlos in die Themenwelt

modernen Industrial Designs ein.

Für den Innovationsgeist der Firma sprechen

auch die vielfältigen Auszeichnungen

der jüngsten Zeit. In logischer Konsequenz

wird die Kollektion stets weiterentwickelt.

Viele Neuheiten wurden dem Fachpublikum

erstmalig im Rahmen der BAU 2019 vorgestellt.

Odenwald Faserplattenwerk GmbH

T +49 (0)9373 201-0

info@owa.de

www.owa.de


www.architektur-online.com

123

Produkt News

Heizen, Entkoppeln und Abdichten

Elektrische Flächenheizungen zeichnen sich durch ihren extrem dünnschichtigen

Aufbau aus. Dadurch müssen keine dicken Estrichschichten aufgeheizt werden

– die Bodenbeläge erreichen schnell die gewünschte Temperatur. Mit IndorTec

THERM-E bringt Gutjahr von ARDEX ein durchdachtes Elektro-Flächenheizungssystem

auf den Markt – das sich zudem schnell und einfach verlegen lässt. Es

basiert auf einer Trägermatte, die sich an den bewährten Entkopplungssystemen

orientiert. Dadurch ist das System nicht nur sehr dünnschichtig, sondern auch besonders

energieeffizient und für nahezu alle Bodenbeläge im Innenraum geeignet.

Das System ist so konstruiert, dass die Heizkabel

vollflächig mit Kleber ummantelt werden. Dadurch

wird nicht zuerst die Unterkonstruktion erwärmt,

sondern der Belag. Hinzu kommt, dass durch die

spezielle Geometrie der Matte 30 Prozent weniger

Hohlräume aufgeheizt werden als bei vergleichbaren

Systemen. Beides zusammen bedeutet: Die gleiche

Heizleistung benötigt zehn Prozent weniger Energie.

Als 3-in-1-System ist es aber nicht nur Heizung, sondern

gleichzeitig auch Abdichtung und Entkopplung

– ein entscheidender Vorteil, da Elektro-Flächenheizungen

gerade bei der Sanierung von Bädern oft zum

Einsatz kommen. Das System entkoppelt die Beläge

vom Untergrund und gleicht Spannungen so aus

– genauso effektiv wie eine „klassische“ Entkopplungsmatte.

Zudem kann es in Bädern direkt als Verbundabdichtung

eingesetzt werden – ein allgemein

bauaufsichtliches Prüfzeugnis dafür liegt vor. Dann

brauchen die Verarbeiter nur zusätzlich an den Mattenstößen,

an den Fugen zu angrenzenden Bauteilen

und am Endstück des Heizkabels einen Dichtkleber

und passende Systemdichtbänder aufzubringen.

Insgesamt ist die Verlegung denkbar einfach. Dank

optimaler Planlage lässt sie sich problemlos auf dem

Untergrund verkleben. Passende Heizkabel, die bei

jeder Länge denselben Querschnitt haben, rasten

präzise ein. Die radiale Kabelführung der Matte verhindert

dabei, dass die Kabel knicken oder ein Hitzestau

entsteht. Zudem ermöglicht sie aufgrund ihrer

offenen Struktur ein schnelles Ausspachteln mit

Fliesenkleber. Alternativ können geeignete Nivellieroder

Spachtelmassen eingesetzt werden, um neben

Keramik und Naturstein auch Parkett, Laminat, Teppichböden

und PVC zu verlegen.

ARDEX Baustoff GmbH

T +43 (0)2754 7021-0

marketing@ardex.at

www.ardex.at


architektur FACHMAGAZIN

124

Produkt News

Brillante Bodenkompetenz

Mit der Kollektion „MyHome & Business XXI“ erweitert Brillux im Segment Bodenbeläge

sein Sortiment und eröffnet bei der Raumausstattung damit noch mehr

Gestaltungsvielfalt. Die Kollektion bietet im entsprechenden Beratungs-Schuber

mehr als 215 Originalmuster und ist seit Dezember erhältlich.

Maler und Raumausstatter sind mit der Bodenbelagskollektion

bestens aufgestellt, um Gestaltungskonzepte

und Anforderungen in nahezu allen Wohn- und

Objektbereichen mit den passenden Bodenlösungen

bedienen zu können. Im Wohnbereich nehmen

neben edlen Erdtönen dezente Blau- und Grüntöne

eine starke Stellung ein. Im Objektbereich setzt man

auf eine bewährte Basis aus unifarbenen und melierten

Blau- und Grauvarianten sowie akzentuierter

All-Over-Musterung mit Streifen. Abgestimmte

Fliesen- und Bahnenware inspiriert zu individuellen

Kombinationen.

Die neuen Teppichböden konzentrieren sich auf

sechs Varianten aus soften Garnen: moderne Designschlinge,

strapazierfähiges Flachgewebe, körniger

Kräuselvelours, Kräuselvelours meliert, hochfloriger

Shaggy und samtiger Velours sind mit Textil- bzw.

Komfortrücken in 400 und 500 cm Breite und in verschiedenen

Farbgebungen erhältlich. Die Teppichböden,

ausgenommen die Nadelvlies-Böden, sind alle

aus Solution-dyed Garn. Solution-dyed bezeichnet

sogenannte spinndüsengefärbte Garne. Bereits während

der Produktion der Fasern werden Pigmente

zugefügt, die damit unauslösbar mit der Faser verbunden

sind.

Bei den originalgetreuen Optiken der Holz-, Steinund

Fliesenböden stehen mit Classic 30 und Premium

55 weiterhin zwei Qualitäten zur Auswahl, die

sich durch ihren Einsatzbereich unterscheiden. Damit

können alle Beanspruchungsklassen im privaten

Wohnbereich und im Objektbereich bedient werden.

Neu im Sortiment ist der PVC- und weichmacherfreie

Designboden „Timber-Design MyHome & Business“

als Klick-Variante zur schwimmenden Verlegung.

Mit der umlaufend lackierten Fase seiner Planken in

Verbindung mit der Spezialträgerplatte lässt er sich

selbst von Feuchtigkeit nicht aus der Fassung bringen

und eignet sich daher auch für die Verlegung in

Wintergärten oder in Räumen mit Süd-Ausrichtung

und bodentiefen Fenstern.

Ebenfalls neu integrierter Bestandteil der Bodenkollektion

sind vier naturgetreue Kunstrasen: Sie

erschließen das zunehmend wichtige Thema Außenbereiche

und bieten sich als echte „Grünlösungen“

für Terrassen, Balkone und Laubengänge aber auch

für kleinere Gartenflächen und Aktionsflächen in gewerblichen

Bereichen an.

Brillux Farben GmbH

T +43 732 370740-0

info@brillux.at

www.brillux.at


www.architektur-online.com

125

Produkt News

20 Jahre Leidenschaft für Boden

Im Jahr 2019 blickt PROJECT FLOORS auf eine 20-jährige Firmengeschichte

zurück. Der Designbodenbelag hat sich vom Nischen- zu einem zentralen Bauprodukt

entwickelt. Die Qualität des Produktes ist in den Jahren immer besser geworden,

die Oberflächenprägungen sind heute so gut und authentisch wie niemals

zuvor. Es stehen LVT Beläge für fast sämtliche Anforderungen zum Kleben, Klicken

und Loselegen zur Verfügung. Während die erste Kollektion des Herstellers

noch 22 Holzdekore und 29 Fliesen enthielt, bietet er heute mit über 300 Dekoren

das größte Sortiment am Markt.

Die beiden renommierten Kollektionen floors@home

(Wohnbereich) sowie die floors@work (Objektbereich)

erfahren Anfang 2019 ein umfangreiches Update.

Beide werden um neue Dekore, neue Formate

und vor allem um synchron geprägte Oberflächen

bei den Holzdekoren ergänzt. Neue Musterbücher

und Broschüren begleiten die neuen Kollektionen.

Für beide gibt es zukünftig nur einen Displaysatz

(32 Tafeln plus Infotafel), passend für die aktuellen

Displayständer. Ganz neu sind die beiden Broschüren

Raumwelten. Zu beiden Kollektionen gibt es jeweils

eine eigene Ausführung, die Raumbilder mit sämtlichen

Dekoren der jeweiligen Kollektion enthält.

Bei den Sockelleisten sind 40 Holzdekore und zwei

Varianten in weiß erhältlich. Alle Sockelleisten verfügen

über eine „Haptronic“ Oberfläche, d. h über eine

fühlbare Holzstruktur anstatt einer glatten Oberfläche.

Bei den Fugenprofilen entfallen Gold und Kupfer,

dafür kommen Schokoladenbraun und Zementgrau

hinzu. Das zukünftige Sortiment der Designfugenprofile

besteht aus je fünf Holz- und Steinoptiken,

wobei die 3 mm und 30 mm entfallen.

Bereits im Herbst 2018 wurde die neue CLICK COL-

LECTION 2.0 präsentiert. Der steigenden Nachfrage

nach schwimmend verlegten Bodenbelägen begegnet

man mit der Erweiterung auf 24 Planken und acht

Fliesen, jeweils erhältlich mit 0,3 mm und 0,55 mm

Nutzschicht. Viele dieser 32 Dekore sind mit einer

dekorsynchronen Prägung versehen.

Die sehr erfolgreiche Fischgrät-Kollektion erhält

ebenfalls eine Erweiterung durch sechs Dekore im

französischen Fischgrät-Format (Chevron), die in einem

Winkel von 60° abgeschrägt sind. So entstehen

neue Verlege- und Gestaltungsmöglichkeiten, die an

die Parkettböden alter Herrenhäuser des 17. Jahrhunderts

erinnern. Ebenfalls neu sind sechs Dekore

mit einer sogenannten Groutline bzw. Profilfase. Um

den rustikalen Holzdielen einen besonderen Touch

zu geben, wird die Fase dieser in drei Breiten gelieferten

Planken (je 6 Planken von jeder Breite pro VE)

bis in die Mittellage hineingefräst.

PROJECT FLOORS GmbH

T +49 (0)2233 9687-0

info@project-floors.com

www.project-floors.com


architektur FACHMAGAZIN

126

Produkt News

Optimaler Auftakt

für das Jahr 2019

Alle 19 Messehallen waren auf der BAU 2019 komplett

belegt. 2.250 Aussteller waren im Januar vor Ort und

mehr als 250.000 Fachbesucher an den sechs Messetagen

auf dem Münchner Messegelände unterwegs.

Viele Besucher fanden den Weg an den Stand von

GRAPHISOFT in der Halle C5. Die neue Messehalle,

welche mit der BAU 2019 eingeweiht wurde, bot der

gesamten BAU-IT den idealen Rahmen für zahlreiche

Gespräche mit Kunden und Freunden sowie interessierten

Architekten, Planern und Bauherren.

Einer der vielbesuchten Aussteller war in diesem Jahr

erneut GRAPHISOFT, denn neben der BIM-Software

ARCHICAD 22 stand vor allem der digitale Datenaustausch

via IFC und OPEN BIM im Fokus der Messe.

Das Unternehmen hatte insgesamt zehn komplette

CAD-Arbeitsplätze am Stand eingerichtet, an denen

die speziellen Fragen der Fachbesucher zu ARCHI-

CAD 22 von Spezialisten umfassend und fundiert beantwortet

werden konnten.

Gezeigt wurden darüber hinaus Anwendungen wie

das umfassende BIM-Werkzeug BIMx, das eine interaktive

Projektdokumentation und -darstellung

mittels Virtual Reality (VR) ermöglicht und die Teamworklösungen,

die das simultane Arbeiten in einer

BIM-Planung ermöglichen. Die OPEN BIM-Technologie

und deren Einbettung in den BIM-Planungsprozess,

über die herstelleroffene IFC-Schnittstelle,

waren ebenfalls Thema am Messestand: Man stellte

erste Ergebnisse eines umfassenden, noch laufenden

OPEN BIM-Tests beim Zusammenspiel von ARCHI-

CAD-BIM-Modell und qualitativer Mengenermittlung

in AVA-Programmen vor. An dem Test nehmen bisher

neun namhafte AVA-Softwareanbieter teil.

GRAPHISOFT Deutschland GmbH

Vertrieb Österreich

mail@graphisoft.at

www.archicad.at

Mit ABK8 zur erfolgreichen

Ausschreibung.

ABK und BIM - Das 3D-Modell für AVA

www.abk.at


www.architektur-online.com

Das Projekt im Blick

aller Baubeteiligten

Noch nie war es so einfach, das 3D-Modell der Planung

mit den Kunden und Geschäftspartnern zu

teilen. Dank dem innovativen arconWebViewer können

die 3D-Modelle der Planung auf einer Website

direkt im Browser ohne zusätzliche Erweiterungen

dargestellt werden. Der Link zu dieser Website kann

per E-Mail verschickt werden. Der Empfänger klickt

lediglich auf den Link, um sofort das 3D-Modell betrachten,

drehen, zoomen und bewegen zu können.

Unabhängig von Geräten oder Betriebssystemen, an

jedem Ort und zu jeder Zeit.

Mit ArCon +2019 sind die Vermaßungen nun individuell,

auch werden Vermaßungen, die nicht zwischen

die Maßhilfslinien platziert werden können,

automatisch nach oben bzw. unten verschoben. Eine

Arbeitserleichterung ist auch die Möglichkeit, ohne

Umweg, direkt im Dialog, die Makro-Türen bzw. Fenster

aufzurufen. Die Makro-Fenster und Türen sind

universell einsetzbar und können geändert und abgespeichert

werden. Objekte wie Fensterläden, Gardinen,

Rollläden oder Heizkörper können mit diesen

Fenstern verknüpft werden. Ebenfalls können Sprossen

bzw. fertige Sprossenbilder zu diesen Fenstern

erzeugt werden. In den Projektdaten kann jetzt die

Normalnull-Höhe hinterlegt werden. Für die Auswertung

der Normalnull-Höhe stehen neue Typen von

Höhenkoten mit Zusatztext, sowohl im Grundriss als

auch im Schnitt zur Verfügung.

DI Kraus & CO GmbH

T +43 (0)2622 89497-13

office@dikraus.at

www.dikraus.at

www.arcon-cad.at

127

Produkt News


architektur FACHMAGAZIN

128

edv

BAU-IT 2019:

Bits & Bytes unter einem Dach

Mit der BAU in München schloss kürzlich auch die BAU-IT, die wichtigste Messe-Plattform

für Bausoftware, ihre Tore. Was waren die IT-Trends und was war für

Planer wichtig?

Text: Marian Behaneck, Walter Riemenschneider

Im Zusammenhang mit der Neustrukturierung

der BAU-Messehallen ist die BAU-IT in

die neu gebaute Halle C5 umgezogen und

hatte dort die gesamte Ausstellungsfläche

zur Verfügung, womit sie zur größten

Schau dieser Art in Europa aufgestiegen ist.

Auf rund 10.000 Quadratmetern Ausstellungsfläche

erhielten Messebesucher einen

Überblick über aktuelle Bausoftware-Entwicklungen

von rund 200 Bausoftware-Anbietern.

Einen kleinen Teil davon stellt dieser

Messe-Nachbericht vor.

Neues CAD für BIM

Die Digitalisierung und BIM waren zentrale

Messethemen – am meisten BIM boten die

Hersteller von CAD-Programmen. So unterstützt

die neue Version der Open BIM-Software

Allplan 2019 von Allplan Deutschland

die neue BIM-Schnittstellenversion IFC4.

Das soll die Zusammenarbeit an Open

BIM-Projekten verbessern, ebenso wie die

cloudbasierte BIM-Plattform Allplan Bimplus

für das interdisziplinäre Management von

BIM-Modelldaten, Informationen, Dokumenten

und Aufgaben (www.allplan.com).

Autodesk hat am Gemeinschaftsstand mit

seinen Partnern aufgezeigt, wie der Einsatz

von BIM-Lösungen zu mehr Produktivität,

Qualität und zu neuen Aufträgen führt.

Darüber hinaus konnte man das nach Ausstellerangaben

weltweit größte städtische

BIM-Modell in der virtuellen Realität erleben

(www.autodesk.at).

Mit Vectorworks Architektur 2019 von Computerworks

können Planer die Plandarstellung

von 3D-Symbolen und 3D-BIM-Objekten

sowie von Ansichten individuell steuern.

Neben Standard-Bauteilen lassen sich nun

auch Sonderbauteile individuell modellieren

und mit IFC-Daten ergänzen. Auch der

IFC-Export und die Mengen- und Kostenermittlung

wurden erweitert (www.vectorworks2019.eu).

Arcon Evo von Elecosoft vereint 2D-/3D-

BAU-IT unter einem Dach: erstmals füllte die Bausoftware-Branche eine komplette BAU-Messehalle.

© Behaneck

CAD und Rendering in einem Produkt. Mit

dem integrierten Reporting-Tool lassen sich

Flächenberechnungen und Kostenschätzungen

erzeugen. Mit dem arconWebViewer

können Projekte betriebssystemunabhängig

betrachtet werden. IFC- und STL-Schnittstellen

ermöglichen Open-BIM-Planungen

und 3D-Drucke (www.elecosoft.de).

Archicad 22 von Graphisoft hat ein Werkzeug

erhalten, mit dem Fassaden, Designs,

Muster oder Profile frei gestaltet werden

können. Darüber hinaus wurde eine Teamwork-Lösung

präsentiert, die einen Zugriff

auf Planungsdaten ermöglicht. Vorgestellt

wurden auch die OPEN BIM-Analyseergebnisse

zum Zusammenspiel von Archicad-BIM-Modellen

und der Mengenermittlung

in AVA-Programmen unterschiedlicher

Hersteller. Im Vergleich zur händischen

Referenzberechnung waren die Ergebnisse

praktisch identisch (www.graphisoft.at).

RIB Software hat neben seinen BIM-orientierten

Lösungen für CAD, FEM und Tragwerksplanung

auch seine strategische

Kooperation mit Datengut, dem Hersteller

mobiler Baustellenlösungen, vorgestellt. Im

Fokus steht die Entwicklung mobiler, cloudbasierter

Software für den Mittelstand, unter

Anbindung an die iTWO-Technologie

von RIB (www.rib-software.com, www.datengut.de)

Trimble war erneut mit einer ganzen Palette

an Soft- und Hardwarelösungen für

Planer und Bauausführende vertreten – mit

der neuen Version von SketchUp Pro für die

3D-Modellierung, mit Mixed Reality-Brillen

für die Präsentation, mit BIM/CAD-Lösungen

für den Stahlbau und die Gebäudetechnik

sowie mit 3D-Aufmaßsystemen für die Bestandserfassung

(www.trimble.com). Im Rahmen

von Vorträgen präsentierte das Team

von Xeometric, wie ELITECAD, die BIM-/

CAD- und Visualisierungssoftware für Architekten,

Bauplaner und Innenarchitekten, in

den Bereichen 2D-, 3D-, BIM-Planung, Rendering

und VR sowie in der Umbauplanung

praktisch eingesetzt wird (www.elitecad.eu).


www.architektur-online.com

129

edv

Im Rahmen von Präsentationen, Foren oder individuellen

Gesprächen konnten sich Besucher umfassend über neueste

Entwicklungen informieren. © NEVARIS Bausoftware

Das „Digital Village“ bot auch eine gut besuchte Präsentationsplattform für

Start-up-Unternehmen. © Messe München, Studio Loske

BIM in der AVA

G&W Software ermöglicht mit dem erweiterten

Modul BIM2AVA von California.pro 10

eine Kostenplanung in früher Planungsphase

über standardisierte Raumtypen. Damit

soll die Kostenplanung von Bauprojekten

mit vielen Räumen gleicher Ausstattung

rationalisiert werden. Für die Objektüberwachung

bietet California.pro 10 neben

der automatischen Prognose jetzt auch die

Möglichkeit zur Erfassung individueller Prognosemengen

(www.gw-software.at).

Mit NEVARIS von NEVARIS Bausoftware

lassen sich mobil erfasste Daten für die Bauprojektdokumentation

auswerten. Erweitert

wurde die Erstellung von LVs, Gesamt-LVs

oder LVs aus mehreren Gewerken und Kostenelementpositionen.

Neue Funktionen

und Module ermöglichen das Zurückschreiben

von Attributen in NEVARIS bearbeiteter

3D-Bauteile in das CAD-Modell oder

die BIM-basierende Erstellung von Projektstrukturplänen

für das Controlling und die

Terminplanung (www.nevaris.com).

Nova Building IT, Anbieter cloudbasierter

AVA-Software, und BIM-Softwarehersteller

Graphisoft haben ihre Programme NOVA

AVA BIM und ARCHICAD und mithilfe des

Open BIM-Standards kompatibel gemacht.

Damit steht das 3D-Modell in allen Komponenten

der cloudbasierten AVA- und Baukostenmanagement-Lösung

NOVA AVA

BIM zur Verfügung (www.avanova.de).

ORCA AVA 23 von ORCA Software unterstützt

den neuen BIM-Schnittstellenstandard

IFC 4. In der ORCA IFC-Mengenübernahme

können CAD-Layer nun auch über

Filter visualisiert werden. Bauteilattribute

werden über CAD-IFC-Exporteinstellungen

bestimmt und in der IFC-Mengenübernahme

für jedes Bauteil nach verschiedenen

Kriterien gruppiert angezeigt. Eine IFC-Diagnose

protokolliert Unstimmigkeiten (www.

orca-software.com).

Neues fürs Büro

Mit Bluebeam Revu hat Bluebeam eine cloudbasierte

Software für die Optimierung von

Arbeitsabläufen und der Projektkommunikation

vorgestellt. Auf der Basis von PDF-Dokumenten

werden Projektinformationen, darunter

Metadaten, Hyperlinks, Lesezeichen,

Bilder, Anhänge und 3D-Modelldaten papierlos

transferiert (www.bluebeam.de).

Das Baumanagement- und Kooperationswerkzeug

Docu Tools vom gleichnamigen

Hersteller bot smarte Funktionen für die

Verwaltung und Dokumentation von Projekten

und Aufgaben, beispielsweise für die

Zuweisung und Kontrolle von Aufgaben, die

Kooperation im Team, automatisierte Benachrichtigungen

oder die Integration von

Plänen (www.docu-tools.com).

EDV-Software-Service orientiert sich bei

der Bauphysik-Software AX3000 an der

CAD-Programme

bieten neben BIM

beispielsweise auch

Werkzeuge für die

Gestaltung außergewöhnlicher

Fassaden.

© Graphisoft

aktuellen deutschen EnEV, DIN V 18599

und EEWärmG sowie der österreichischen

OIB-Richtlinie 6. Die Software bietet eine

CAD-Geometrieübernahme, Variantenvergleiche,

normgerechte Berechnungen

für Wohn- und Nichtwohngebäude sowie

flexible Auswertungsmöglichkeiten (www.

ax3000-group.at).

Epson präsentierte Druck- und Projektionslösungen

für Büros und Baustellen. Im Fokus

standen dabei die neuen großformatigen

SureColor SC-Tx100 und x400-Drucker, die

sich aufgrund ihres kompakten Designs gut

in Umgebungen mit geringem Platzangebot

einfügen. Mit der EB-1795F-Serie präsentierte

Epson auch kompakte, mobile Projektoren

für viele Anwendungsbereiche im

Bauwesen (www.epson.at).

pro-Report von Gripsware kann jetzt

die komplette Gebäudestruktur per

IFC-Schnittstelle importieren. Räume und

Mängel lassen sich auf der Baustelle dokumentieren

und im Plan verorten. Baubesprechungen

können erstellt, verwaltet und

verteilt werden. Neu ist auch ein optionaler

Web-Client, mit dem offene Reports angezeigt,

dem Bauleiter als erledigt markiert

und von diesem daraufhin kontrolliert werden

können (www.gripsware.de).

Mit BauMaster von PASit software haben

Projektleiter alle Informationen auf dem Tablet

stets dabei – etwa für Baubesprechungs-,

Abnahme- und Mängelprotokolle. Besprechungspunkte

lassen sich mit Fotos, Skizzen

oder Sprachaufnahmen oder einen Planmarker

ergänzen (www.bau-master.com).

Die Digitalisierung und Teamorganisation im

Planungsbüro steht im Mittelpunkt von Projekt

Pro für die datenbankgestützte Vernetzung

von Unternehmens- und Projektdaten.

Am Messestand wurde unter anderem ein

Konzept für ein neues, mobiles Projekt- und

Baustellen-Management für Bauleiter vorgestellt

(www.projektpro.com).


architektur FACHMAGAZIN

130

edv

Neben BIM wurden auch neue Grafik- und Konstruktionswerkzeuge

präsentiert, etwa für die Treppenmodellierung

© Allplan

… oder die 2D/3D-Plangrafik.

© Computerworks

Neu in der Version 12.6 der Software für

Controlling und Management untermStrich

X2 von untermStrich Software sind unter

anderem Kostenstellen-Arbeitspakete. Damit

lassen sich komplexe Projektstrukturen

verwalten. Für den Stundennachweis können

nun mehrere unterschiedliche Vorlagen

erstellt werden. Auch Daten-Auszüge für

die DSGVO lassen sich erstellen (www.untermstrich.com).

… und die Baustelle

Mit der GTC 400 C Professional mischt

Bosch jetzt auch im Wärmebildkamera-Sektor

mit. Die in der Werkzeug-Halle C6 vorgestellte

neue Wärmebildkamera verfügt

über eine IR-Auflösung von 160 x 120 und

eine thermische Empfindlichkeit von 50 mK.

Die Wärmebilddaten lassen sich dank WiFiund

App-Unterstützung nahtlos verarbeiten

(www.bosch-pt.com).

Die Möglichkeiten der Digitalisierung von

Gebäude-Bestandsdaten präsentierte Vermessungs-Spezialist

FARO. Mit FARO As-

Built kann man beispielsweise den Ist-Zustand

auf der Baustelle mit CAD- oder

BIM-Modellen abgleichen und etwaige Abweichungen

lokalisieren. Mit der Cloudlösung

FARO Traceable Construction lassen

sich Qualitäten und der Baufortschritt in

Echtzeit verifizieren. Für Gebäudebetreiber

erfasst der handgeführte Scanner FARO

ScanPlan 2D-Grundrisse in wenigen Minuten

(www.faro.com).

Wie man zugleich millimetergenau misst

und zeichnet, präsentierte Flexijet mit dem

vollständig überarbeiteten 3D-Aufmaßsystem

Flexijet 3D. Die neue Formgebung und

das integrierte Touchdisplay sollen eine

noch intuitivere Bedienung ermöglichen. Bilder

der integrierten Kamera sowie Sprachnotizen

lassen sich CAD-Punkten zuordnen

(www.flexijet.info).

Ein neuartiges 3D-Aufmaßsystem hat Hexagon

mit der Leica BLK3D vorgestellt. Das

aus einer kalibrierten Stereokamera bestehende,

handliche Messgerät ermöglicht

2D-/3D-Laseraufmaße oder 3D-Messungen

im Foto. Die aufgenommenen Stereobilder

lassen sich für Grundrisspläne, Angebote,

Dokumentationen des Baufortschritts oder

des Gebäudebestands auswerten. Mit der

optionalen Desktop-Software können aus

Messbildern auch 3D CAD-Modelle generiert

werden (www.blk3d.at).

Das 3D-Aufmaßsystem Hottscan von Hottgenroth

tastet die Umgebung rasterförmig

ab – ähnlich wie ein 3D-Laserscanner, allerdings

mit einer geringeren Punktedichte.

Aus den parallel erstellten Einzelbildern wird

zusätzlich ein hochauflösendes räumliches

3D-Panoramabild erstellt. Mit der dazugehörigen

Fotoaufmaß-Software lassen sich

am PC Räume dreidimensional modellieren

(www.hottscan.de).

In der Werkzeug-Halle C6 präsentierte

Messgeräte-Anbieter Testo neben den

Wärmebildkamera-Modellen Testo 865,

868, 871 und 872 mit bis zu 320 x 240 Pixel

IR-Auflösung, auch Temperatur- und

Feuchtemessgeräte. Mit der Testo Smart

Probes-App und den passenden Fühlern

lassen sich Schimmel-Indikatoren im Vorfeld

erkennen (www.testo.at).

Wiedersehen auf der digitalBAU!

Im Rahmen von Foren, Vorträgen und Diskussionen

wurden auch aktuelle Probleme

thematisiert, beispielsweise fehlende

BIM-Standards, mangelnde BIM-Fachkräfte

oder die Einbindung der Bauausführung

oder Gebäudenutzung, die noch am Anfang

steht. Diverse Initiativen, Konsortien und

Verbände wie BIM4INFRA2020, BVBS, DigitalTwin,

Mittelstand Digital, Planen-Bauen

4.0, buildingSmart oder der VDI haben Konzepte

vorgestellt, wie man diesen Herausforderungen

begegnen kann. Mit dem „Digital

Village“ wurde in der Bau-IT-Halle eine neue

Präsentationsplattform für Start-up-Unternehmen

geschaffen. Diese konnten auf

200 Quadratmetern ihre Produkte und Geschäftsideen

vorstellen. Mit Campo und

PlanRadar wurden beispielsweise zwei

Web-Lösungen für die Baudokumentation,

das Mängel- und Aufgabenmanagement

(www.planradar.com, www.campo.de) oder

mit Plan.One eine Datenbank für das schnelle

Auffinden und Vergleichen auf das jeweilige

Bauvorhaben zugeschnittener Produkte

vorgestellt (www.plan.one).

Die nächste BAU findet vom 11. bis 16.01.2021

in München statt. Ab dem nächsten Jahr

soll es mit der „digitalBAU“ vom 11. bis

13.02.2020 in Köln alle geraden Jahre einen

BAU-IT-Ableger geben. Damit kann sich die

Bau-IT-Branche nun jährlich abwechselnd

auf der BAU und ditigalBAU präsentieren.

Apps für die Dokumentation und das Management

von Projekten und Baustellen ermöglichen

unter anderem eine Planverortung von Fotos oder

Daten. © Gripsware


Die Freude von uns mittragen:

ARCHICAD kann das.

Kilian Kresing KRESINGS, MÜNSTER/DÜSSELDORF

WIR

STEIGEN

UM.

Die Freude Archicad von kann uns mittragen:

das.

Büros wie KRESINGS steigen auf ARCHICAD um. Kilian Kresing:

„Wir haben uns gesagt: Wenn wir einen Software-Umstieg betreiben,

müssen wir die Leute mitnehmen und ihnen klarmachen: Das ist eine

gute Entscheidung. Dazu haben wir eine umfassende Evaluation

gemacht. ARCHICAD war der Gewinner nach Punkten.

Auch deshalb, weil es unsere Philosophie mitträgt. Wir wollen Freude

an dem haben, was wir tun.“

Mehr über den Umstieg unter

wir-steigen-um.at


Kehren Sie Stress

den Rücken.

ray lounge von jehs+laub.

Einfach mal fallen lassen: Die geneigte Sitzposition und die gemütlich

abgesenkten Sessellehnen des ray lounge lassen Sie nach einem

harten Arbeitstag weich landen. Für höchste Entspannung bis in die

Zehenspitzen sorgt der passende Beistellhocker mit der gleichen

markanten Linienführung. Also Füße hoch – und Stresslevel runter.

www.selmer.at

Exklusiver Partner der Brunner Group für Österreich

www.brunner-group.com

Weitere Magazine dieses Users