blaetterheft-MK0219

holzmannverlag

ZKZ 4937

2 I 2019

MAGAZIN FÜR DAS MÖBEL-BUSINESS

Jahre

1949 – 2019

Gesicht

zeigen

Jetzt kommt Barbara!

Wayfair geht in die

Werbeoffensive

Irre Rekordmarke

Exklusiv: „Paläste 2019“

178 Giganten mit

6,3 Mio. qm Möbelfläche

Foto: Nobilia

REPORT: 60 SEITEN

IMM COLOGNE &

LIVING KITCHEN

Miele: Mega Produkt-Launch

Samsung: „Jahr des Wandels“

Heimtextil: Frische Outfits

Begros: „Schonungslos konsequent“

Partnertage: Handel in der Sackgasse

Rodemann: Trendsetter aus Bochum


DARÜBER

AKTUELLWIRD GEREDET

1 2

Partnertage 2019: Analyse aus Ostwestfalen

Die Großfläche

in der Sackgasse

Der Möbelmesse-Nachschlag in Ostwestfalen hatte es in sich. Die Ausstellergemeinschaft

spricht von einer guten Veranstaltung: „Die Stimmung war trotz Diskussionen

um Konditionen, Reklamationen und Verträge gut und gelöst. Das Messezentrum Bad

Salzuflen bot den professionellen Rahmen für eine kompetente Präsentation und eine

angenehme Atmosphäre für den partnerschaftlichen Austausch.“

3 4

5 6

1 HTL-Sales Agent (für DACH und Benelux)

Bart Heremans (l.) und Unico-Unikum Steen

Sandberg. 2 FMD-Gesamtvertriebsleiter Jan

Brauers. 3 MCA-Geschäftsführer Ulrich

Heitmann. 4 Gute Stimmung in Lügde, weil

Frank Renders (Mitte) das Exportgeschäft von

Dieter (l.) und Thorsten Hilpert voranbringt.

5 Das neue Forte-Führugsduo: Andreas Disch

(l.), Vorstand Vertrieb und Marketing, mit

Andrew Pluntke, Vertriebsdirektor

Deutschland und Interims-Geschäftsführer.

6 Planwell-CEO Bernhard Braunsberger

hat in China aufgrund neuer, strikter

Umwelt-Auflagen einige Aufgaben im

Sourcing zu lösen.

Ja, schon wahr, die Partnertrage

ermöglichen Business in

entspannter Atmosphäre, aber

dennoch sah man aufseiten der

Aussteller immer wieder auch heftiges

Kopfschütteln, wenn die Einkaufskommissionen

weitergezogen

waren. Mehrere Indizien sprechen

dafür, dass sich die Großfläche und

die Discounter, die lückenlos in

Bad Salzuflen und Lügde unterwegs

waren, mit ihrem althergebrachten

Orderverhalten zunehmend in

eine Sackgasse hineinmanövrieren.

Neue Lösungsansätze sind offenbar

nicht in Sicht.

Allerorten wurde großes Bedauern

in Bezug auf die Schieflage in

Bad Lippspringe geäußert. Doch

da die Produkte von Wellemöbel

von den deutschen Handelsflächen

nach und nach verschwinden,

standen die Einkäufer nun unter

Druck, Ersatz zu beschaffen. „Bitte

nachbauen!“, lautete entsprechend

die Aufforderung, der nur in Teilen

nachgekommen wurde. Zum einen

darf die Industrie aus rechtlichen

Gründen nicht einfach kopieren,

zum anderen gab es eben doch in

einigen Nischen Dinge, die nur

Welle so fertigen konnte. Damit

steht fest: Es geht wieder ein Stück

Vielfalt verloren. Die Uniformität

der Waren nimmt zu.

Zudem stehen den

Filialisten mittlerweile

gar nicht mehr so viele

Möglichkeiten zur

Verfügung, um große

Volumina zu ordern.

Das gilt weniger

für Polster, wo Polipol,

die 3C-Gruppe,

Cotta/Steinpol und

Himolla große Mengen

stemmen können,

aber umso mehr für

Kastenmöbel. Trendteam,

Bega und MCA

könnten sicherlich hohe zweistellige

Auftragszuwächse vermelden,

wenn sie denn selbst die

Kapazitäten sicherstellen könnten.

Allerdings deutet sich in Polen ein

beginnender Strukturwandel an

(raus aus dem Preiseinstieg), und

die Bezugsquellen weiter östlich –

Ukraine, Russland, Weißrussland –

können den Bedarf und die Qualität

in dem unteren Preissegment

noch nicht auffangen. Da Schwergewichte

wie Rauch und Forte

momentan auch intern Aufgaben

zu lösen haben, wird das Nadelöhr

12 möbel kultur 2/2019


Ware wider den Brexit:

Die English Chesterfield

Company hofft auf

vereinigte europäische

Absatzmärkte.

immer enger. Und die Uniformität

der Ware nimmt im Zuge der weiteren

Konzentration auf Lieferantenseite

weiter zu, da helfen auch

die unterschiedlichen Griffe und

Füße an Exklusivmodellen nicht

wirklich weiter.

Ebenfalls bedenklich: Wenn die

Einkäufer erneut Rabatte fordern,

dann sollten sie das zumindest

begründen können. Das ist allerdings

keineswegs der Fall. Auf die

Rückfrage der Lieferanten folgte

vielerorts nur ein Schulterzucken

oder gar Stillschweigen. Und dann

die Antwort: „Weil die Konkurrenz

das bekommen hat. Wir dürfen

nicht benachteiligt werden.“ Dass

gerade die Importeure mit enormen

Kostensteigerungen für Energie

und Personal in Osteuropa zu

kämpfen haben, ist dem Handel

eigentlich bekannt. Mit der Partnerschaftlichkeit

war das also wieder

so eine Sache.

Weiterer Knackpunkt: Die

Logistik aus Osteuropa ist überlastet.

In Polen herrscht ein vergleichbarer

Fachkräftemangel wie

hierzulande. Das führt dazu, dass

Speditionen Teile ihres Fuhrparks

nicht bewegen können. Zudem

führt ein Luxusproblem zu einer

Verschärfung der logistischen

Lage. Da sich die Speditionen ihre

Auftraggeber branchenübergreifend

aussuchen können, geben sie

Möbeltransporten immer häufiger

eine Absage. Der Grund: Die Situation

an den Rampen (insbesondere

der Discounter) mit rauem

Umgangston, langen Wartezeiten

und kaum erfüllbaren Auflagen des

Handels (zwei Mann zum Abladen)

ist für viele Spediteure unerträglich

geworden. Das belastet insgesamt

natürlich die Lieferzeiten und verschlechtert

die Performance. Der

Handel schiebt dieses Problem

allerdings an die Industrie ab.

Eine weitere Zwickmühle: Die

Lieferanten müssen ihren großen

Auftraggebern den Vorzug vor ihren

mittelständischen Kunden geben.

Das ist eine Frage der Machtverhältnisse.

Und die Kontingente sind

momentan nun mal begrenzt. Verlierer

sind die Lieferanten selbst, die

gegenüber kleinen Handelsformaten

in der Regel bessere Konditionen

erreichen. Und der mittelständische

Handel ist im Hintertreffen,

weil er sich in der Schlange hinten

einreihen muss. Positiv: Das eröffnet

wiederum die Chance für kleinere

Lieferanten, sich stärker auf

den Mittelstand zu konzentrieren,

was langfristig in puncto Warenvielfalt

zu einem weiteren Nachteil

für den Großfläche werden könnte.

Nach dem dramatischen Frequenzrückgang

im vergangenen

Jahr, der insbesondere der Großfläche

ziemlich zugesetzt hat, sind

die Vorzeichen für 2019 nach

Ablauf der ersten Messe des Jahres

dieselben. Zumindest im Einkauf

scheint es keine neuen Ansätze zu

geben, wie die Partnertage ergeben

haben.

Das Jahr wird zeigen, ob andere

Abteilungen der Großfläche kreativere

Lösungen finden. Das Kapazitätsproblem

wiederum scheint

sich insbesondere im Kastenmöbelbereich

weiter zuzuspitzen.

Das führt wiederum dazu, dass

das Selbstbewusstsein der Lieferanten

wieder wächst. Die Abhängigkeit

des Handels von ihren Kernlieferanten

hat im vergangenen Jahr

enorm zugenommen. Das eherne

Gesetz, durch eine Lieferantenspreizung

das Risiko zu verteilen,

ist längst gebrochen.

Das laufende Möbeljahr ist

somit mit Fragezeichen versehen:

Wie werden sich die Kapazitätsengpässe

auf die Lieferzeiten und

die Qualität auswirken? Und kann

der Handel bei zunehmender Uniformität

der Ware die Bedürfnisse

der Verbraucher decken?

Trotz alledem haben die Partnertage

ihre Bedeutung als Orderplattform

für schnelle Sortimente

einmal mehr unterstrichen. Und

eines bleibt ja auch festzuhalten:

Der Handel ist sich momentan

bewusst, dass er frische Ware

benötigt, um den Kunden Impulse

in einem widrigen Konsumklima

zu bieten. Das hätte angesichts des

schlimmen Möbeljahres 2018 auch

anders laufen können. Insofern

stimmen wir den Ausstellern zu:

„Viele Neuheiten, überraschende

Innovationen und umfangreiche

Ansätze boten jede Menge Input

für den Handel.“


SASCHA TAPKEN

FACTS

❯❯

Aussteller: mehr als 120 Marken

und Unternehmen

❯❯

Messezyklus: seit 2012 immer zwei

Wochen nach der „imm cologne“

❯❯

Warenspektrum: Vollsortiment,

mit Schwerpunkt auf Werbung

und Aktion

❯❯

Nächster Termin:

28. bis 30. Januar 2020

www.partnertage-ostwestfalen.de

2/2019 möbel kultur 13


PATRICK NEUSS/

PERSÖNLICHBEGROS

1

Herr Neuss, wie lautet Ihr Resümee

nach zwölf Monaten als erster hauptamtlicher

Geschäftsführer der Begros?

Patrick Neuss: Trotz des für Handel

und Industrie sehr anspruchsvollen

Jahres 2018 habe ich allen Anlass,

zufrieden zu sein. Ich bin mit offenen

Armen, sehr freundlich und

konstruktiv empfangen worden,

sowohl intern vom Team der Begros

als auch von den Gesellschaftern

sowie deren Mitarbeitern. Das Gleiche

gilt für unsere Lieferanten und

Geschäftspartner. Ich weiß das sehr

zu schätzen und bin dankbar dafür.

Mit Blick auf die operative Tätigkeit

ziehe ich ebenfalls ein positives

Resümee. Wir haben im letzten Jahr

sehr vertrauensvoll und seriös unsere

Strategie aufgestellt und unsere

Top-3-Prioritäten auf Basis einer

fundierten Analyse herausgearbeitet.

Dabei handelt es sich um die Themen

360-Grad-Einkauf, Digitalisierung

inklusive Stammdatenoptimierung

sowie die erfolgreiche

Weiterentwicklung von Eigenmarken

und Exklusivmodellen.

Mich freut es außerordentlich,

dass diese Themen von allen akzeptiert

und mit Leben gefüllt werden.

Wir haben uns vorgenommen,

besonnen, aber auch sehr konsequent

diese Prioritäten zu verfolgen,

um Schritt für Schritt besser zu werden.

Wobei wir wissen, dass wir hier

einen langen Prozess vor uns haben.

Dabei muss man aber auch berücksichtigen,

dass das eine sehr große

„Schonungslos

konsequent“

Nach seinem ersten Jahr als hauptamtlicher Geschäftsführer

der Begros zieht Patrick Neuss Bilanz. Er sieht

den Verband vor allem aufgrund der Eigenmarken, allen

voran mit „Mondo“, auf einem sehr guten Weg. Gleichwohl

bleibt noch einiges zu tun, insbesondere bei den Themen

Digitalisierung und Reklamationen, um den wachsenden

Ansprüchen der Verbraucher gerecht zu werden.

Foto: möbel kultur

26 möbel kultur 2/2019


Veränderungsbereitschaft unserer

Mitgliedshäuser beweist, bei der alle

gefordert sind, aktiv mitzuwirken

und mitzugestalten. Diese Seriosität

und Zuverlässigkeit beeindruckt

mich.

Eine Sache liegt mir persönlich

besonders am Herzen: Wir haben im

letzten Jahr verstärkt darauf geachtet,

noch kundenzentrierter zu denken

und zu arbeiten. Das ist nicht immer

leicht. Aber aus meiner Sicht entscheidend,

um viel konsequenter die

Reaktionen der Verbraucher zu analysieren

und darauf zu reagieren.

Auch das verlangt eine große Veränderungsbereitschaft,

eben weil sich

die Kundenwünsche heute schneller

verändern als früher. Ein treffendes

Beispiel hierfür ist der mittlerweile

selbstverständliche Serviceanspruch

der Menschen, einschließlich der

Erwartungshaltung, die Ware sehr

zeitnah geliefert zu bekommen.

2

Inwieweit wurden die Themen, die Sie

sich vorgenommen hatten, bereits

umgesetzt?

Patrick Neuss: Für uns war es wichtig

zu erkennen, was die wichtigsten

strategischen Prioritäten sind, uns

den Ruck zu geben und auf den Weg

zu machen. Ich kann Ihnen sagen,

dass wir erfreulicherweise in allen

unserer drei genannten strategischen

Prioritäten ein gutes Stück

weitergekommen sind.

Bei dem Thema Digitalisierung

ist die Entwicklung vor allem in

puncto Stammdaten sehr erfreulich.

Hier haben wir bei den sogenannten

„flachen Artikeln“ einen echten

Durchbruch geschafft. Was viel Disziplin

und einen langen Atem erfordert.

Dabei sind wir unseren Lieferanten

sehr dankbar, dass sie diesen

Weg mit uns gehen – und das wird

uns allen zugutekommen. Der

Durchbruch ist geschafft, aber es

gibt nach wie vor viel zu tun.

Unsere Eigenmarken haben sich

weiter positiv entwickelt. Die

gestützte Markenbekanntheit von

„Mondo“ liegt heute immerhin bei

52 Prozent. Besonders gespannt

sind wir natürlich, wie unsere

erweiterten Marketingansätze

inklusive der am 21. Januar

gelaunchten neuen „Mondo“-

Homepage von unseren Kunden

angenommen werden.

Das Kernthema der Begros für

die nächsten Jahre heißt zudem

ganz klar „Qualität“. Denn 100 Prozent

Qualität bedeutet 100 Prozent

Kundenzufriedenheit. Dieses Ziel

müssen und werden wir konsequent

weiterverfolgen und in die

Einkaufsentscheidungen einfließen

lassen. Hier sind wir in einem

intensiven und durchaus engagierten

Austausch mit den Industriepartnern.

Möglicherweise hat den

ein oder anderen die schonungslose

Konsequenz überrascht, mit der wir

selbst das Ziel verfolgen. Etwas

anderes akzeptieren die Kunden

aber auch nicht mehr. Und am Ende

werden wir alle davon profitieren.

3

2018 wurde die Begros 60 Jahre. Wie

konnte das Jubiläumsjahr im Verband

abgeschlossen werden? Zumal 2018 kein

einfaches Jahr für den deutschen Möbelhandel

und insbesondere für die Großfläche

war.

Patrick Neuss: Es war in der Tat kein

einfaches Jahr. Und niemand hätte

sich im Januar ausmalen können,

wie schnell und rasant sich die

Möbelbranche entwickeln und verändern

musste. Und dies ist jetzt

erst der Anfang. Dazu kam noch der

lange, heiße, umsatzschwache Sommer.

Aber ich bin mir da mit den

Gesellschaftern sehr einig, dass wir

dies allein nicht gelten lassen dürfen

und auch nicht gelten lassen. Das

wäre zu kurz gegriffen.

Denn Retail ist Detail. Das heißt,

man muss sich jedes Detail

anschauen. Und dann wird deutlich,

dass sich die Themen Umsatzentwicklung

und -rückgänge nicht

pauschalisieren lassen. Es gibt

Unterschiede in den Warengruppen.

Das Gleiche gilt beim Blick auf

die Gesamtentwicklung. Es gab

selbst unter diesen herausfordernden

und teils nicht direkt beeinflussbaren

Rahmenbedingungen

Händler, die auch 2018 stabile

Umsätze verzeichnen konnten. Und

hier sehe ich unser Eigenmarkenkonzept

als wichtigen Baustein, den

wir solide weiter ausbauen müssen.

4

Wie hat sich die Zusammenarbeit mit

der Industrie entwickelt? Sie hatten

für mehr Nachhaltigkeit plädiert.

Patrick Neuss: Die Zusammenarbeit

empfinde ich grundsätzlich als sehr

konstruktiv und engagiert. Klar ist

aber auch, dass wir in Sachen Nachhaltigkeit

noch eine Menge Steigerungspotenzial

haben. Im Laufe des

Jahres habe ich aber auch gelernt,

dass wir an der einen oder anderen

Stelle noch stärker darauf drängen

müssen, dass alle Marktteilneh-

mer ihre Hausaufgaben machen

und ihre Prozesse den sich verändernden

Kundenanforderungen

anpassen müssen. Darüber hinaus

müssen wir gemeinsam entscheiden,

die Dinge, die uns nicht weiterbringen,

schneller einzustellen,

um Raum und Kraft zu schaffen

für andere Dinge, die uns voranbringen.

Am Ende werden wir dann

effizienter und wertschöpfender

unsere Geschäfte betreiben.

5

Ein Dauerbrenner bleibt das Thema

Reklamationen. An welchen Stellschrauben

muss gedreht werden?

Patrick Neuss: Offen gesagt war ich

wirklich erschüttert zu sehen, dass

es sich hierbei um einen „Dauerbrenner“

handelt. Es kann doch

nicht angehen, dass hier jährlich

hohe Millionenbeträge verbrannt

werden. Den Ärger hat der Kunde –

und damit auch wir. Das ist nicht

akzeptabel.

Wir Händler sind gegenüber

dem Kunden sichtbar mit unserem

guten Namen. Wir geben ihm vor

Ort ein tüchtiges Leistungsversprechen.

Wohnmöbel sind häufig lange

und wohlüberlegte Anschaffungen,

die die Menschen in der Regel viele

Jahre begleiten. Daher ist es doch

logisch, dass wir die Reklamationen

nicht nur messen und analysieren,

sondern konsequent Maßnahmen

daraus ableiten. Es gibt hier dringenden

Handlungsbedarf, und das

packen wir an.

6

men zu einem Erfolg bringen und

hierbei alle Mitglieder an einem

Strang ziehen. Daher bleibt es bei

unserer Aussage aus dem letzten

Jahr: Wir expandieren nicht nur der

Expansion wegen. Das ist wichtig,

weil uns das unabhängig hält und

die Ruhe gibt, sorgfältig nachzudenken,

was sinnvoll ist. Auf der

anderen Seite beschäftigen wir uns

natürlich mit Wachstumsopportunitäten,

wenn diese zu unserer Strategie

passen. Aber wir analysieren

und bewerten auch hier schonungslos.

7

Aufgrund der Übernahme durch die

Signa Holding sieht die Lage bei Kika/

Leiner wieder viel positiver aus als noch

vor einem Jahr. Wie bewerten Sie das?

Patrick Neuss: 2018 war aufgrund

der bekannten Turbulenzen bei der

Steinhoff-Gruppe sicher kein einfaches

Jahr für unsere Kollegen aus

St. Pölten. Wir sind natürlich sehr

glücklich darüber, dass sich für

Kika/Leiner nach der Übernahme

eine vielversprechende Zukunftsperspektive

bietet. Und ich kann

sagen, dass der Übergang in der Verbandsarbeit

absolut reibungslos war.

Hier hilft sicherlich, dass wir es

unter anderem mit Oliver Müther,

der, bevor er zu Kika/Leiner wechselte,

Geschäftsleiter bei Dodenhof

war, mit uns wohlvertrauten Gesichtern

zu tun haben, die die Begros-

DNA kennen. Darüber freuen wir

uns, und das zeigt auch, dass Verlässlichkeit

trägt.

8

Und welche Entwicklung erwarten Sie

darüber hinaus für 2019? Wie ist der

Verband ins neue Jahr gestartet?

Patrick Neuss: Sowohl das Weihnachtsgeschäft

als auch der Jahresstart

– mit einer besonders zukunftsgerichteten

Begros-Messe – waren in

Gänze sehr erfreulich, auch wenn

sich unsere Kollegen im Süden der

Republik die ein oder andere Schneeflocke

weniger gewünscht hätten …

Wir konnten viele gute Gespräche

führen und arbeiten kontinuierlich

an unseren Prioritäten. Das stimmt

uns grundsätzlich hoffnungsvoll.

Natürlich ist jetzt der Fokus voll auf

die operativen Themen gerichtet,

denn jeder weiß: Gerade die nächsten

Monate sind für uns Möbler sehr

wichtig für den weiteren Jahresverlauf.

EVELYNE BECKMANN

Mit Dodenhof haben Sie aktuell ein

Mitglied an XXXLutz bzw. an Giga

International verloren. Wie will die

Begros weiter wachsen? Sind aktuell

Akquisitionen geplant?

Patrick Neuss: Wir bedauern es

natürlich, dass unser langjähriger

Gesellschafter Dodenhof seit Jahresbeginn

nicht mehr an Bord ist,

akzeptieren aber genauso, dass Herr

Dodenhof sein Unternehmen strategisch

neu aufstellt.

Oberstes Ziel der Begros ist es,

unsere Mitglieder bei den wirklich

entscheidenden Zukunftsthemen

wertstiftend zu unterstützen. Mir ist

es aber auch wichtig, an dieser

Stelle festzuhalten, dass wir unabhängiger

von Größe und Volumen

sind, als man vielleicht denken mag.

Wir sind nicht getrieben von dem

Gedanken, dass wir einen möglichst

hohen Umsatz in der Statistik ausweisen

müssen. Entscheidend ist,

dass wir die zuvor genannten Thewww.begros.de

www.mondo-moebel.de

2/2019 möbel kultur 27


TOP-THEMA/WAYFAIR

Foto: Wayfair

Mit Markenbotschafterin

Barbara Schöneberger

will Wayfair zeigen,

wie schnell und einfach

das Onlineshopping fürs

Zuhause ist.

Jetzt kommt

Barbara

28 möbel kultur 2/2019


Um seine Markenbekanntheit

in Deutschland noch weiter

zu stärken, hat Wayfair mit

Barbara Schöneberger ein

sehr bekanntes Werbegesicht

für sich gewinnen können.

Alles zur neuen Werbeoffensive

zeigt die „möbel kultur“.

Sie ist intelligent, schön und

keinesfalls auf den Mund gefallen:

Barbara Schöneberger. Das

Allroundtalent hat schon so einiges

auf die Beine gestellt – als Moderatorin,

Talkmasterin, Werbeikone,

Autorin oder Gesicht der Zeitschrift

„Barbara“ und – ganz aktuell – sogar

als Stimme des neuen Barbara-

Radio-Senders. Überdies steht sie

seit 1. Februar als Werbebotschafterin

für den Onlineshop Wayfair vor

der Kamera. Unter dem Motto „Das

Zuhause für Dein Zuhause“ nimmt

Schöneberger die Zuschauer mit auf

Entdeckungstour durch das Angebot

von Wayfair. Der Spot ist eine

Inhouse-Produktion von Wayfair

und läuft derzeit auf Pro Sieben, Vox,

RTL II und Sat.1. Die TV-Kampagne

wird unter anderem von Direct-

Mail- und Social-Media-Maßnahmen

wie kurzen Webclips flankiert.

„Wir sind begeistert, gemeinsam

mit Barbara Schöneberger

unsere erste 360-Grad-Kampagne

in Deutschland zu starten“, sagt

Martin Reiter, Head of Europe bei

Wayfair. „Mit ihrer humorvollen

und unkomplizierten Art ist sie

die perfekte Markenbotschafterin.

Unser Anspruch ist es, alle Kunden

glücklich zu machen – mit Lieblingsstücken

für jeden Wohnstil und

jedes Budget.“

Mit der Kampagne will Wayfair

seine Position am deutschen Markt

noch weiter stärken. Nachdem

in Großbritannien die Bekanntheit

in den letzten Jahren stetig

gewachsen ist, soll nun mit der

Kampagne auch in Deutschland

weiter Gas gegeben werden. „Wir

wachsen weltweit um mehr als

43 Prozent im Jahresvergleich, was

Wir wachsen um mehr als

43 Prozent im Jahresvergleich.

Das ist für ein Unternehmen mit

unserem Gesamtumsatz enorm.

für ein Unternehmen mit unserem

Gesamtumsatz enorm ist“,

sagt Martin Reiter. Allein in den 12

Monaten bis Ende September 2018

konnte der Konzern einen Umsatz

von 6,2 Mrd. US-Dollar erzielen.

„Unsere 13,9 Millionen aktiven

Kunden sind mit unserem Service

und Sortiment von 10 Millionen

Artikeln offenbar sehr zufrieden.“

Mehr als 66 Prozent der Kunden

kauften im dritten Quartal 2018

wiederholt bei dem börsennotierten

Unternehmen ein.

Damit die Lieferzeiten gering

gehalten werden, hat Wayfair eine

eigene Logistikinfrastruktur aufgebaut

und verfügt damit über

Logistikimmobilien in allen Märkten.

Die Distributionszentren in

Deutschland und Großbritannien

halten besonders nachgefragte

Produkte vor und sind damit eine

sinnvolle Ergänzung zum Drop-

Shipping-Modell mit Lieferungen

durch Lieferanten. In Europa

betreibt Wayfair derzeit ein Logistikzentrum

in Lutterworth, Großbritannien,

aus dem hauptsächlich

Martin Reiter, Head of Europe bei Wayfair

britische Kunden beliefert werden,

und eines in Kassel, das überwiegend

den deutschen Markt bedient.

Auch im Tech-Bereich ist

Wayfair global auf dem neuesten

Stand: von Visual Search über

3D-Rendering oder maschinelles

Lernen bis Augmented Reality. Die

meisten Tools sind inhouse entwickelt

worden. Darüber hinaus

laufen die Tech-Features direkt im

Onlineshop und der Wayfair-App.

Die User müssen nichts zusätzlich

installieren. Unter anderem

mit dabei: die Bildersuche, mit der

die Nutzer einfach ein Bild hochladen

und im Handum drehen

das Gesuchte finden können. Die

3D-Funktion ermöglicht es zudem,

die Möbel direkt in den eigenen

vier Wänden zu betrachten. Und

mit dem Ideenboard kann man

Lieblingsprodukte zusammenstellen

und Favoriten mit anderen teilen.

Außerdem sollen Raumideen

inspirieren und so Lieblingsstile

und -produkte anhand von hunderten

von Lifestyle-Bildern aufzeigen.

KRISTINA TAPKEN

FACTS

❯ Wayfair: Online-Anbieter

für Home&Living

❯ Hauptsitz: Boston, USA

Niederlassungen Europa:

Berlin, London, Galway

❯ Nettoumsatz:

weltweit 6,2 Mrd. US-Dollar

❯ Mitarbeiter: insgesamt 10.900,

davon 1.900 Informatiker

❯ Mitarbeiter Europa: 1.400

❯ Mitarbeiter Berlin: 700

www.wayfair.de

2/2019 möbel kultur 29


TOP-THEMA/PALÄSTE 2019

Rekord:178

Großflächen

Neuer Spitzenwert: Das „möbel kultur“-Extra, „Paläste 2019“, listet bundesweit

178 Großflächen mit einer VK-Fläche von mindestens 25.000 qm. Der Möbelhandel

hat also auch 2017/18 wieder neu gebaut und erweitert. Gleichwohl ist deutlich zu

spüren, dass die Unternehmen, angesichts zurückgehender Frequenzen, vorsichtiger

in ihren Planungen geworden sind. Und das nicht erst, seit Ikea angekündigt hat,

keine neuen, großen Einrichtungshäuser mehr zu errichten.

Wettbewerbsdichte

nach Betriebstypen in Deutschland

Betriebstyp

Die großen Einrichtungshäuser

verlieren an Attraktivität. Nicht

nur der vermeintlich so be ­

queme E-Commerce, der heute im

Bereich Möbel einen Anteil von rund

zehn Prozent auf sich vereint,

macht den Palast-Betreibern zu

schaffen. Immer mehr Kunden wollen

ihre oftmals knappe Freizeit

nicht mehr mit Möbelhaus-Hopping

verbingen, wenn sie ein neues

Junges Wohnen 1.547.720 18,7

Küchenfachgeschäft 1.321.784 16,0

Küchenfachmarkt (VKF ab 2.000 qm) 418.218 5,0

Möbel ohne Küchen 1.355.015 16,4

Polstermöbel (Spezialist) 697.580 8,4

SB/Discount 3.208.842 38,7

Vollsortiment (inkl. Küchen) 5.009.314 60,5

Wohnkaufhaus (VKF ab 20.000 qm) 6.917.200 83,5

Gesamtergebnis 20.737.727 250,3

davon Küchen gesamt

(inkl. anteilige Flächen der VS, WKH, SB-ler) 3.524.288 42,5

Einwohner Deutschland 2018 82.861.788

Quelle: BBE-Möbeldatenbank, Stand 31.12.2018

VK- Fläche in qm

(inkl. Schätzungen)

Wettbewerbsdichte

qm/1.000 Einwohner

Die Tabelle zeigt eindrucksvoll, dass die Wettbewerbsdichte im Möbelhandel sehr hoch –

und natürlich bei den Wohnkaufhäusern (ab 20.000 qm VK-Fläche) am stärksten ist.

Insgesamt ermittelte die BBE Handelsberatung über 6,9 Mio. qm allein in dieser Betriebsform.

Das bedeutet, dass in Deutschland pro 1.000 Einwohner 83,5 qm Wohnkaufhausfläche

zur Verfügung stehen. Die Zahl ist noch größer, als die von der „möbel kultur“ gelisteten

„Paläste“, da hier eine Mindestverkaufsfläche von 25.000 qm zugrunde gelegt wird.

Die Gesamtfläche im Möbelhandel gibt die BBE mit knapp 21 Mio. qm an.

Sofa suchen. Die BBE Handelsberatung,

München, hat ermittelt, dass

im Schnitt nur noch 1,67 Möbelhäuser

besucht werden, bis die

Kaufentscheidung getroffen wird.

Die Zahl macht deutlich, dass ein

„Weiter so!“ künftig nicht mehr

funktionieren wird. Branchenkenner

gehen zudem davon aus, dass

der zunehmende Rückgang der Frequenzen

im letzten Jahr insbesondere

die Wohnkaufhäuser getroffen

hat. Allein mit Größe – und den

entsprechend plakativen Rabattaussagen

– lassen sich die Verbraucher

nicht mehr beeindrucken. Es müssen

vielmehr neue Vermarktungsansätze

her, damit vor allem die

Flächen-Giganten wieder Zuwächse

erzielen können.

Gleichwohl hat sich die Anzahl

der Möbel-Paläste, die die „möbel

kultur“ mit einer VK-Fläche von

mindestens 25.000 qm definiert,

in den vergangenen zwei Jahren

weiter erhöht – auf einen neuen

Rekordwert von 178 Standorten

mit insgesamt 6,332 Mio. qm.

Beeindruckende Zahlen (siehe

„Paläste-Extra, S. 6-13)! Und das

obwohl, nach Angaben der BBE

Handelsberatung, die Flächenleistungen

der Wohnkaufhäuser in den

letzten Jahren zurückgegangen sind

auf 1.000 bis 1.350 Euro (qm/

Jahr). 2016 lag der Wert noch bei

1.100 bis 1.450 Euro.

Bleibt der Handel also bei seiner

Expansionswut? Egal, wie sich

die Umstände ändern? Ja und nein.

Denn auch wenn die Großen der

Branche für die kommenden Jahre

weitere rund 500.000 zusätzliche

Quadratmeter Möbelfläche in der

Pipeline haben, so ist es fraglicher

denn je, ob diese auch wirklich

gebaut werden. Noch im 1. Halbjahr

2019 werden Rieger in Heilbronn

(36.500 qm) und Möbel

Martin in Saarbrücken (30.000

qm) weitere Flächen an den Start

schicken. Das ist sicher (siehe S.

4/5). Vieles Andere könnte vielleicht

auch auf Eis gelegt werden.

Denn die Unternehmen sind heute

oftmals viel schneller gezwungen,

auch unpopuläre Entscheidungen

zu treffen – und dazu gehört sicherlich

auch, große Baupläne abzusagen.

Die Konzentration wird trotzdem

weiter zunehmen – durch

Zukäufe. Von den großen Filialisten

machte in diesem Punkt zuletzt

Höffner von sich reden. Die Berliner

haben im Herbst 2018 die

sechs Finke-Standorte erworben.

Gößter Übernehmer bleibt jedoch

XXXLutz. Der österreichische

Möbel handelskonzern hat in den

letzten rund 20 Jahren allein in

Deutschland 20 (!) Local Heroes

ganz oder teilweise übernommen

(siehe S. 14), darunter einst stolze

Familienunternehmen wie Mann,

Neubert und Kröger sowie zuletzt

Buhl, Brügge und Dodenhof. Denn

sicher ist, dass der Kampf um

Marktanteile längst noch nicht zu

Ende ist.


EVELYNE BECKMANN,

RITA BREER

30 möbel kultur 2/2019


2 2019

PALÄSTE 2019

Flächen-

Expansion

zu Ende?

> Rekordmarke: 178 Möbel-Paläste

vereinen 6,322 Mio. qm VK-Fläche

> Strategie: Weitere Konzentration

vor allem durch Übernahmen

> Pläne: 500.000 neue Quadratmeter

aktuell noch in der Pipeline

Noch mehr Paläste-News!

++ VERKAUFSFLÄCHEN ++ NEUERÖFFNUNGEN ++ BAUPLÄNE ++ TRENDS ++


PALÄSTE 2019

Höffner in Schwetzingen wurde

innerhalb von nur sechs Monaten

komplett umgebaut. Im September

2018 wurde Wiedereröffnung

gefeiert. Als jüngster Neubau von

Höffner ging im September 2017 der

Standort Berlin-Lichtenberg an

den Start.

Es bleibt spannend im deutschen

Möbelhandel. Während lange Zeit

immer nur von Flächengigantismus

und sensationellen Neueröffnungen

die Rede war, zeichnet sich jetzt das

Ende des Palast-Wachstums ab. Sicherlich

wird in den nächsten Jahren noch

der ein oder andere Standort hinzukommen,

doch riesige Sprünge in den

Quadratmeterzahlen sind nicht mehr

zu erwarten. Wohl aber die Tendenz,

dass sich immer mehr Flächen auf

weniger Verbände konzentrieren. Allein

der geplante Zusammenschluss aus

VME Union und KHG, der noch vom

Bundeskartellamt genehmigt werden

Große Bau-Welle

ebbt deutlich ab

Die Statistiken zeigen seit mehr als 20 Jahren nach oben, doch erstmals scheint sich der Flächengigantismus

im deutschen Möbelhandel abzuschwächen. Zunehmende Konzentration, der wachsende

E-Commerce und damit verbundene eklatante Frequenzprobleme gepaart mit sinkenden

Flächenproduktivitäten gehen nicht spurlos an der Möbelbranche vorbei. Das zeigt sich auch bei den

Umsatzstärksten: Ikea denkt neu auch über City-Lagen nach und XXXLutz sowie KHG übernehmen

eher, als neu zu bauen. Regional verankerte Filialisten wie Möbel Martin und Rieger wollen ihre

Machtpositionen aktuell mit der Eröffnung neuer Standorte untermauern.

Möbel Martin eröffnet noch in

diesem Frühjahr seine neue

Dependance in Saarbrücken mit

30.000 qm. Die Branche darf

gespannt sein, welche neuen

Impulse dort umgesetzt

werden.

muss, bringt es auf 73 Großflächen mit

mehr als 25.000 qm und einer Gesamtfläche

von 2,641 Mio. qm in Deutschland,

die kleineren Häuser nicht mitgezählt,

die die Machtposition noch mehr

untermauern würden. Der Giga-Verband,

zu dem die Standorte der

XXXLutz-Gruppe zählen, rangiert mit

47 Palästen und einer Fläche von 1,725

Mio. qm schon mit deutlichem Abstand

auf Platz zwei, gefolgt von der Begros

mit 41 großflächigen Standorten und

1,384 Mio. qm.

Auch wenn die Zahlen Stärke

demonstrieren, dürfen sie doch nicht

darüber hinwegtäuschen, dass die


04I05

Großflächen mit enormen Problemen

zu kämpfen haben. Sinkende Frequenzen

und Margen setzen sie unter Druck.

Wird das Ende der Möbel-Palast-Ära

eingeläutet? Manch einer mag so denken.

Ob die in den vergangenen eineinhalb

Jahren eröffneten XXXLutz-Häuser

in Bopfingen, Wolfratshausen oder Villingen-Schwenningen

in zwanzig Jahren

noch bestehen werden? Wer weiß?

Ist ein Filialist wie Porta, der im

Mai 2017 in Berlin-Mahlsdorf weitere

39.000 qm ans Netz schickte, auf Dauer

noch groß genug, um alleine wettbewerbsfähig

zu sein? Blitzschnell kann

sich alles ändern. Wer hätte Anfang letzten

Jahres damit gerechnet, dass Finke

so rasch an KHG fallen würde, und dass

das Stammhaus in Paderborn schon im

Frühjahr 2019 geschlossen werden soll?

Und wie behaupten sich Local Heroes

wie Möbel Heinrich, der zuletzt in Bad

Nenndorf auf 40.000 qm erweiterte,

XXXLutz: Größere Neubauten wie der

Standort in Villingen-Schwenningen mit

30.000 qm sind in diesem Jahr bei der

XXXLutz-Gruppe nicht geplant. Die

Österreicher denken allerdings auch

über kleinere City-Konzepte mit Küchen

und Fachsortimenten nach.

Opti-Wohnwelt: Die letzte Neueröffnung war der Standort

Petersberg bei Fulda. Nach der Übernahme von Möbel

Wilken in Werlte verfügt das Union-Mitglied nun inklusive

der Häuser in Backnang und Schweinfurt über drei

Möbelpaläste – und insgesamt 16 Einrichtungshäuser.

auf Dauer? Auf der „imm cologne“

wurde intensiv über die Zukunft der

Paläste diskutiert. Viele in der Industrie

erwarten, dass die Großfläche mehr

Einkaufsentertainment bieten muss.

Mehr Animation und neue Nutzungskonzepte

sind gefordert, damit die Flächen

wieder belebter werden. Die Branche

darf gespannt sein, welche Ideen

die neue Rieger-Dependance in Heilbronn

realisieren wird. „Möbelhäuser

müssen Erlebnishäuser werden“, ist

Geschäftsführer Benno Rieger überzeugt.

Der neue Standort beinhaltet z. B.

auch Pop-Up-Stores mit regionalen und

saisonalen Themen. Herausfordernd

dürfte für alle ebenso sein, innovative

Medien mit in die VK-Flächen zu integrieren.

Denn die digitale Revolution

geht auch am Handel nicht vorbei.

RITA BREER, EVELYNE BECKMANN

Möbel Heinrich gehört zu den Filialisten, die sich

in ihrer Region weiter stärken. So vergrößerte das

Union-Mitglied zuletzt sein Stammhaus in Bad

Nenndorf auf nunmehr 40.000 qm.

Möbel Rieger setzt schon mit seiner

ausgefallenen Architektur in Heilbronn

Akzente. Marktuntersuchungen

hatten ergeben, dass im Bereich Möbel die

Kaufkraft vor allem in die umliegenden

Regionen Ludwigsburg, Mannheim und

Würzburg fließt und damit eine Unterversorgung

in diesem Gebiet besteht.


HANDEL

Pünktlich am 27. Dezember

eröffnete Familie Ehrmann ihr

neues Vorzeigehaus in Rastatt.

Utsch Design: Innenausbau für Ehrmann

In Rekordzeit

realisiert

Pünktlich zur starken Verkaufszeit „zwischen den Jahren“

hat Möbel Ehrmann sein neues, 18.000 qm großes Vorzeigehaus

in Rastatt eröffnet. Die Bauzeit betrug gerade

mal zehn Monate. Und nur 12 Wochen benötigte das Utsch-

Design-Team aus Freudenberg für den Innenausbau.

Die Baukosten für das

Ehrmann-Haus in Rastatt

betrugen rund 28 Mio. Euro.

Ein Hingucker ist die überdimensionale

geschwungene Lichthofblende.

Ich habe eine Menge Erfahrung

mit derartigen Baumaßnahmen –

und dies in unterschiedlicher Art

und Weise“, betont Horst Ehrmann.

„Doch das Team von Utsch

Design hat für mich neue Maßstäbe

gesetzt.“ Ein großes Lob,

über das sich die beiden Brüder

Achim und Jochen Utsch freuen –

und das sie gern annehmen. Denn

Utsch Design gibt es in dieser

Form erst seit Anfang 2017. Vor

allem Achim Utsch ist jedoch ein

bekanntes Gesicht in der Branche.

Er war Mitbegründer und einer der

Geschäftsführer von Alta Design,

die sich in vielen Jahren im Ausbau

von Großfl ächen einen Namen

gemacht haben.

Achim Utsch war in dieser Zeit

über 14 Jahre als Leiter und Organisator

der Bauausführung stets im

direkten Kontakt zur auftraggebenden

Geschäftsführung unterwegs.

Sein Bruder Jochen Utsch kann

wiederum auf über 20 Jahre

Berufserfahrung als Projektmanager

für schlüsselfertiges Bauen

zurückschauen. Neben erfahrenen

Architekten und Projektsteuerern

gibt es weitere professionelle

Unterstützung durch die langjährigen

Partner wie Diplom-Designerin

Annette Gaigalat und den Kaufmännischen

Leiter Lutz Brengel.

Gleichwohl war das Zeitfenster

von 12 Wochen sportlich. Denn es

sollte nicht nur schnell gehen,

Horst Ehrmann erwartete außer-

dem etwas ganz Besonderes, etwas,

bei dem man den besonderen

Ehrmann-Stil, „das Haus der großen

Marken“, sofort erkennt. Dafür

wählte das erfahrene Team eine

durchdachte Kombination verschiedener

Bodenbeläge, harmonischer

Wandfarben und ausgefallener

Tapeten. Für die optimale

Ausleuchtung der Möbel kamen

zudem LED-Systeme der neuesten

Generation zum Einsatz. Gestaltungselemente

in Echtholz und

Roheisen baute Utsch zur Inszenierung

der Warenpräsentation ein.

Und für die Fachsortimente und

Leuchtenabteilung wurden die

Warenträger sogar neu entwickelt.

Dazu kamen jede Menge kniffelige

Detaillösungen, die ein solcher

Ausbau mit sich bringt.

Als regional engagiertes Familienunternehmen,

das im Südwesten

Deutschlands inzwischen sieben

Standorte betreibt, darunter

zwei Küchenfachmärkte, ist der

Anspruch an Individualität und

Gestaltung bei Ehrmann hoch. „So

haben alle Beteiligten nichts dem

Zufall überlassen. Jeder hat sich in

seinem Bereich mit Ideen und

Wünschen eingebracht“, erklärt

Achim Utsch die Herangehensweise

an so ein Projekt. „Das ist

einerseits eine große Herausforderung

für jeden Dienstleister, andererseits

bringt uns genau dieser

Input zu einer Qualität der Arbeit,

auf die wir ein wenig stolz sind.“

32 möbel kultur 2/2019


Auf die Auswahl der Materialien hat

Utsch Design besonders großen Wert

gelegt, darunter Gestaltungselemente

in Echtholz und Roheisen, die zur

Inszenierung der Waren verbaut wurden.

„Im Rahmen der gemeinsamen

Entwicklungsarbeit entstanden

schon während der Planungsphase

Ausbauideen, die so noch in keinem

Möbelhaus umgesetzt worden

sind“, ergänzt Jochen Utsch.

Gemeint ist unter anderem eine

überdimensionale geschwungene

Lichthofblende, die sich in jeder der

drei Etagen wiederfindet. Auch die

Entscheidung, an vielen Stellen den

Rohbeton unbearbeitet wirken zu

lassen, geht auf gemeinsame Gespräche,

hier insbesondere auf den

Wunsch von Andreas Ehrmann

zurück, der zusammen mit Christina

Ehrmann zur zweiten Generation

des Unternehmens gehört. So

hat das Haus einen authentischen

Charme erhalten, der mit modernem

Loftcharakter überzeugt. Große

Lichtkästen mit Warenfotos weisen

zudem den Weg zu den Abteilungen

und setzen einen lebendigen Kontrast

zum kühlen Hintergrund.

Neben dem persönlichen

Wunsch nach einem detailreich

gestalteten, 450 qm großen Kinderparadies

– mit Kino und Partyräumen

für Geburtstage, Spielehäusern

ohne elektronischen

Schnickschnack, dafür mit Einsatz

nachhaltiger Baustoffe – im 2. OG

lag der Familie Ehrmann die Gestaltung

des Restaurantbereichs in der

dritten Etage sehr am Herzen. Die

Idee war eine Mischung aus moderner

Gemütlichkeit und stylischem

Alpenschick. Herausgekommen ist

eine rustikale Almhütte als prägendes

Element des Innenraums sowie

ein Alpenkiosk für den Außenbereich

auf der angeschlossenen

Dachterrasse. Weitere Highlights

sind das Trendhaus für Junges Wohnen

sowie eine riesige Eventfläche,

auf der regelmäßig – und pünktlich

am 27. Dezember zum ersten

Mal – Aktionen stattfinden.

www.utschdesign.de

www.moebelehrmann.de

Jochen Utsch (o.) und Achim Utsch

sind die Köpfe und treibenden Kräfte

von Utsch Design aus Freudenberg.

Dienstleister im Möbelmarkt

Spezialisten für jede Situation -

Verbunden durch Kompetenz

Ihr Ansprechpartner: Markus Balsmeyer, Tel. 02506-810430, www.DiM-Netzwerk.de

2/2019 möbel kultur 33


HANDEL

Möbel Rodemann: Vor-Ort-Reportage

Trendsetter

aus Bochum

Das Ideenhaus Rodemann ist in der Branche

inzwischen weit über die Grenzen Bochums hinaus

bekannt. Das liegt an der Kreativität und dem

Engament, die das Unternehmerpaar im Sortiment, in

der Inszenierung und in der Kundenansprache immer

wieder unter Beweis stellt. Die „möbel kultur“ schaute

sich bei dem EMV-Mitglied in Bochum-Linden an, was

das Haus so besonders macht.

1

Eine Geschichte, wie sie nur das

Ruhrgebiet schreibt: Willy

Rodemann war Hauer, ein Bergmann,

der Bodenschätze und Gestein

löst. Wegen einer Allergie konnte er

seinen schweren Beruf Mitte der

1920er Jahre nicht mehr ausüben.

Dieser Einschnitt war ein Schicksalsschlag

in jeder Hinsicht. Denn Willy

Rodemann erlernte den Schreinerberuf

und legte damit den Grundstein

für ein Möbelhaus in

Bochum-Linden, das in diesem Jahr

90-jähriges Jubiläum feiert. Sein

Netzwerk zu „den Kumpeln“ verschaffte

ihm schnell einen großen

Abnehmerkreis. Die Verankerung in

der Region ist noch heute zu spüren,

wenn man das Geschäft betritt.

„Unsere Ausstellungen und Events

sind inspiriert von der Stadt und

den Menschen, die in ihr leben.

Kreativität, Kultur, Charakter und

innovative Ideen geben wir in allen

Bereichen an unsere Kunden weiter“,

so der jetzige Geschäftsführer

Stefan Rodemann.

Seit 1974 befindet sich das Haus

am heutigen Standort in der Hattinger

Straße. In zwei weiteren Bauabschnitten

1990 und 2000 mit der

Küchenabteilung wurde es zwei Mal

erweitert. 2015 wurde die Ausstellung

zuletzt grundlegend umgestaltet.

Für Polster als zweitstärkste

Warengruppe nach Küchen wünschen

sich die Inhaber Silke und Stefan

Rodemann zuweilen etwas mehr

Fläche. Aber was nicht ist, kann ja

noch werden.

Heute arbeiten 30 hoch motivierte,

zum Teil junge Einrichtungsberater

für das Traditionshaus. Das

Einzugsgebiet umfasst den Bochumer

Süden über Hattingen und

reicht bis zum östlichen Essen. Eine

Region, die im Ruhrgebiet auch

durch eine vergleichsweise hohe

Kaufkraft geprägt ist.

Seit 1995 ist mit Stefan Rodemann

nun die dritte Generation am

Ruder. Gemeinsam mit Ehefrau Silke

hat er den Standort zum regional

bekannten Ideenhaus gewandelt, auf

neudeutsch würde es Concept-Store

heißen. Die Ladengestaltung wurde

sogar mithilfe einer Feng-Shui-Expertin

aus Gelsenkirchen konzipiert.

Nach und nach wurde das Sortiment

erweitert. Für Deko und Accessoires

steht Möbel Rodemann schon

lange, seit einigen Jahren hat sich das

Geschäft aber auch in Sachen Mode

einen Ruf erarbeitet. Das liegt an Silke

Rodemann, die schnell ihre Leidenschaft

für Fashion entdeckt hat. Heute

ist sie auf den Messen in Düsseldorf

und Berlin unterwegs und kennt sich

in dem Metier bestens aus.

Auch im Möbelsegment setzen die

Rodemanns auf trendige und wertige

Ware. Team 7 ist mehr und mehr zu

einem Kernlieferanten geworden.

Unternehmerpaar aus Leidenschaft:

Silke und Stefan Rodemann führen

das Ideenhaus in der 3. Generation.

Die Kunden können sich darauf

verlassen, immer wieder neue

Trend-Artikel aus den Bereichen

Möbel, Deko und seit einigen Jahren

auch Fashion zu finden. Dafür sind

die beiden auf diversen Messen im

In- und Ausland unterwegs.

36 möbel kultur 1/2019


Sudbrock und Brühl sind gesetzt.

Doch auch die EMV-Kollektionen

„Raumfreunde“ und „Styles United“

passen optimal ins Portfolio. Der erst

im September 2018 präsentierten

Marke räumen die Rodemanns viel

Fläche ein. Schließlich sind Fachsortimente

eine wichtige Zutat von „Styles

United“: Leuchten, Teppiche, Uhren,

Wandbehang, Textilien, Bilder und

Wohnaccessoires. Und die Fashionund

Lifestyle-Produkte machen heute

schon zwölf Prozent vom Jahresumsatz

des Ideenhauses aus.

„Man darf es mit dem Sortiment

allerdings auch nicht zu weit treiben.

Natürlich gibt es Kunden, die sich

modern einrichten wollen, dennoch

haben wir auch eine große konservative

Klientel. Diesen Spagat müssen

wir hinbekommen“, sagt Stefan

Rodemann.

Teilweise sind die Rodemanns

wirklich sehr früh dran. Immer wieder

sind sie in den Niederlanden auf

der Suche nach neuen Handelskonzepten

und Sortimenten. Das führt

dazu, dass viele Kunden kommen,

um sich über neue Trends zu informieren.

Zudem veranstalten die

Rodemanns immer wieder auch

Events wie Kochabende, Whisky-Tastings,

Modenschauen oder Mädels-

Abende. Auch im Marketing geht das

Unternehmen zeitgemäße Wege: Seit

anderthalb Jahren streut das Ideenhaus

keine Prospekte mehr, die Kunden

werden nur noch über die

Onlinekanäle Facebook, Instagram,

Newsletter oder die Homepage angesprochen.

Die Inhalte erstellt das

Team selbst, weshalb der Content

authentisch und glaubhaft ist.

Wer als Mittelständler so viel

Engagement zeigt, entzieht sich auch

der Konkurrenz. Ostermann und

Hardeck im Norden oder XXXLKröger

im Westen stören die festen Kundenbeziehungen

nur wenig.

Auch in Zukunft soll der Name

Rodemann für Einrichtungstrends in

Bochum stehen, denn die vierte

Generation steht schon bereit. Der

jüngere Sohn Pierre ist 23 Jahre alt

und hat seine Möfa-Ausbildung hinter

sich. Schon im Sandkasten stand

für ihn fest, dass er das Unternehmen

irgendwann übernehmen wolle.

„Zwei Brüder in einem Familienunternehmen

geht ohnehin oft nicht

gut. Insofern waren wir froh darüber,

dass die künftige Konstellation so

schnell feststand.“ SASCHA TAPKEN

Das Ideenhaus im Bochumer Süden: Rodemann macht mit besonderen, teils

außergewöhnlichen Events, Sortimenten und Inszenierungen auf sich aufmerksam.

Das Haus bietet Erlebnis-Shopping auf drei Etagen. Im Möbelsortiment setzt

das Unternehmen auf einen Mix aus Hochwertmarken und den trendigen

EMV-Kollektionen „Styles United“ und „Raumfreunde“.

www.ideenhaus-rodemann.de

5

2/2019 möbel kultur 37


IMM COLOGNE

Das Messe-Highlight, über

das alle sprachen: der

Birkenstock-Wald in Halle

10.1. Die üppige Begrünung

sollten Natürlichkeit und

Wohlbefinden widerspiegeln:

in jeder Hinsicht gelungen!

Auftritte: Warum das Kölner Messeduo so reizvoll war

Natürliche Standpunkte

Mit gut 150.000 Besuchern gingen „imm cologne“ und LivingKitchen zu Ende.

Erfolgreich war das Messedoppel aber nicht nur auf quantitativer Seite,

sondern vor allem wegen der hohen Qualität an Produkten und Präsentationen.

2 3

1 Eine dekorative Bereicherung

für das Smart-Segment:

De Eek Hoorn aus den

Niederlanden mit schräger

Animation. 2 Demonstrative

Nachhaltig zeigte Auping mit

ehrlicher Materialauswahl.

3 Pflanzen und Megalights

mit emotionalen Motiven

boten ein fantastisches

Umfeld für die Polstermöbel

von Himolla.

1

4

5

4 Wie im Dschungel fühlten

sich die Besucher auf dem

Werther-Stand. Kein Wunder,

dass die Plätze immer belegt

waren. 5 Produkte und

Präsentation aus einer Hand:

Design Ballendat schuf die

Hülsta Solid-Möbel sowie den

Stand mit markanter Elipse.

Fotos: Guido Schiefer

42 möbel kultur 2/2019


exeremporem nam facid moluptam

inctem hil iliaepro blam ut

officatumMus voluptatus quiat

aceperrum velique niet, se alitae

nullab imagniaecum dest, officia

Mit dem ersten Auftritt von

Wimmer zur „imm cologne“

gelang dem Unternehmen aus

Waldkirchen ein echter

Paukenschlag. Für besondere

Aufmerksamkeit sorgte der Tisch

mit beeindruckender Verästelung.

Verschneites Bergpanorama puristisch

inszeniert: Voglauer verstand es einmal

mehr, seine Fläche zum Publikumsmagneten

zu machen.

2/2019 möbel kultur 43


IMM COLOGNE

Fazit: Trends, Meinungen und Perspektiven für 2019

Vielversprechender Auftakt

Mit kreativen Ständen und attraktiven Inszenierungen startete die Branche in Köln ins Möbeljahr. Die Resonanz

auf das Event war mit einem Auslandsanteil von 52 Prozent international wie nie. Die Voraussetzungen für erfolgreiche

Geschäfte stehen also gut. Verkäufliche Ware und intelligente POS-Konzepte bilden hierfür die Basis.

Die Unsicherheit war nach

dem schwachen Möbeljahr

groß, in welcher Laune der

Handel nach Köln reisen würde.

Schließlich gab es Jahre, in denen

der Jammer groß war – die Ordertätigkeit

entsprechend klein. Nach

dem aus Verkaufsgesichtspunkten

katastrophal heißen Sommer wäre

alles möglich gewesen. Doch die

Stimmung zeigte sich besser als

von manch einem erwartet, angetrieben

durch die guten Auftragseingänge

zum Jahresbeginn. Und

auch die Musterring-Party am Vorabend

des offiziellen Messestarts

in der Flora Köln trug zweifelsohne

zur positiven Grundatmosphäre

bei, weil dort bereits der

erste Erfahrungsaustausch stattfand.

Wobei die Begros-Messe im

Vorfeld auch schon für Gesprächsstoff

sorgte.

Die Aussteller in den Hallen

setzten verstärkt auf das internationale

Publikum, das 2019

wiederholt viel Raum in Köln

einnahm. Das Branchenevent war

weltoffen wie nie zuvor: 52 Prozent

des Fachpublikums der „imm

cologne“ kamen, nach Angaben

der Koelnmesse, aus dem Ausland,

genauer gesagt aus 145 Ländern.

Gut entwickelten sich vor allem

die Besucherzahlen aus Übersee:

China plus 23 Prozent, Nordamerika

und Kanada plus 15 Prozent

sowie Südamerika plus 29 Prozent.

Aber auch bei den Gästen

aus den europäischen Ländern

wurde eine Steigerung registriert.

So reisten deutlich mehr

Branchenprofis aus Griechenland

(+31 %), Irland (+30 %) und

Portugal (+31 %) an den Rhein.

Ebenso Spanien entwickelte sich

mit einem leichten Plus von vier

Prozent positiv. Die Besucherzahl

aus Osteuropa kletterte um

13 Prozent nach oben. Und auch

wenn traditionell die Frequenz

aus den wichtigen europäischen

Exportmärkten schon hoch ist,

konnte die diesjährige Veranstaltung

bei den Gästen aus Belgien

einen Anstieg um fünf Prozent,

aus den Niederlanden um drei

Prozent und aus Frankreich um

zwei Prozent verzeichnen.

Zum einen spiegeln sich darin

die gestiegenen Exportaktivitäten

der deutschen Möbelindustrie

wider, zum anderen das starke

Engagement der Koelnmesse, die

Trommeln im Ausland kräftig

zu rühren. Neben der Quantität

konnte das Messedoppel mit der

Qualität des Fachpublikums überzeugen.

So wurden – laut Veranstalter

– Fachhändler und internationale

Branchenkenner des

Einrichtungsfachhandels und des

Interior-Designs registriert, viele

davon aus den Top-30-Handelsketten

weltweit.

„Dieses Ergebnis unterstreicht

einmal mehr, dass Köln für die

globale Einrichtungswelt der

‚place to be‘ ist“, erklärte Gerald

Böse, Vorsitzender der Geschäftsführung

der Koelnmesse, im

Nachgang. „Hier in Köln stellt die

Branche die Weichen für das Business

des kommenden Jahres.“ Die

Zahlen sprechen für eine erfolgreiche

Messe, allen Unkenrufen

zum Trotz, die die Bedeutung

der „imm cologne“ schon wieder

infrage stellen wollen. Möbelindustrie

und -handel sollten

sich darüber freuen, dass es eine

Branchenmesse auf diesem hohen

Niveau gibt.

Doch was sagt die Glaskugel

zu den Geschäften 2019? Der

Start scheint gelungen. Wenig

Experimente, dafür stand eine

gute „Verkäuflichkeit“ im Mittelpunkt

des Produktdesigns. Oder

wie die Möbelhändlerin Sarah

Maier aus Stuttgart Feuerbach

in ihrem Newsletter so treffend

bemerkt: „Auffällig war viel Holz,

viel Farbe und Verbesserungen

im Detail. Wirklich großartige

neue Würfe gab es nicht. Wenn

der Wohnraum abnimmt, wird

das Neugestalten von Raum und

Platzangebot zunehmend die Aufgabe

von guten Individuallösern

sein.“ Damit hat die Einrichtungsspezialistin

zweifelsohne

Recht. Genau aus diesem Grund

hat Dick Spierenburg, Creative

Director der „imm cologne“,

das Konzept „Pure Atmospheres“

in Halle 11 ins Leben gerufen.

„,Pure Atmospheres‘ heißt für

uns Raum- Erlebnis. Die Neuausrichtung

steht also für noch

mehr Inspiration und Emotion“,

erklärte er im Gespräch mit der

„möbel kultur“. Sudbrock nahm

sich die Idee ebenso zu Herzen

und stellte in Kooperation mit

Violetta und Talis Teppiche ganzheitliche

Wohn bilder vor.

So wurde ein lebendiges

Umfeld geschaffen für die überwiegend

harmonischen Farbtöne

der Aussteller, die durchaus auch

neue Hölzer vorstellten, wie zum

44 möbel kultur 2/2019


Fotos: Guido Schiefer

Beispiel Nussbaum, Kirsche in

moderner Interpretation, z. B. von

Team 7, oder Lärche (Voglauer)

und gebürstete Bergfichte (Anrei).

Doch das Gros blieb weiterhin der

Eiche treu, und eine beachtliche

Anzahl auch der skandinavischen

Leichtigkeit. Das gilt quer durch

alle Preissegmente.

Akzentuiertes Licht sorgt dafür,

dass aus simplen Kuben emotionale

Momente werden. Besonders

im Zusammenspiel mit kernigem

Massivholz wirken die Kombinationen

gemütlich und punkten

mit überraschenden Effekten, wie

z. B. das neue Wohnprogramm

von Wöstmann mit beleuchteten

Rahmen.

Werthaltig offenbaren sich

Regale im Materialmix aus Holz

und Messing, in matter Version,

das im Übrigen auch in Form von

Intarsien äußerst schicke Noten

setzt. Im konsumigen Segment

wird das teure Metall durch eloxiertes

Aluminium ersetzt.

Im Bereich Speisen sind

bequeme Stühle und vor allem

ausladende Eckbänke, bevorzugt

aus Leder, wieder en vogue. Passende

Tische kommen entweder

massiv mit ausdrucksstarken Fußgestellen

und raffiniert metallischem

Oberflächenfinish daher,

oder aber grazil mit zum Teil verblüffenden

Ausziehfunktionen,

die man den Modellen wahrlich

nicht ansieht.

Die Polstermöbel geben sich

nach wie vor kuschelig in kräftigem

Samt oder handschmeichelnden

Velours. Zudem gab es patente

Funktionen, beispielsweise bei

Brühl mit dem neuen Modell

„Airy“, die Sitzen und Relaxen

in neuen Dimensionen ermöglichen.

Modern und frisch stellten

sich die beiden großen der Branche

Polipol und Himolla in Köln

dar. Weniger Ware, dafür mehr

Inspiration lautete bei beiden

die Devise. Gut strukturiert und

mit auf Zielgruppen orientierten

POS-Konzepten wussten sie zu

überzeugen.

Originelle Couchtische setzen

Blickpunkte rund um Sofa & Co.

oder offerieren auf verschiedenen

Ebenen viel Platz für diverse Nutzungsmöglichkeiten

für Tablets

oder einen kleinen Imbiss.

Im Schlafraum dominieren

Boxspring- und Polsterbetten

ebenfalls in samtigen Bezügen

und voluminösen Kopfteilen die

Szene. Passende Schranksysteme

bieten noch mehr Komfort und

Entertainment, wie beispielsweise

bei Staud, das sein Programm

„Media“ komplett überarbeitete.

Verblüffend, dass mithilfe eines

eigens entwickelten Beschlages

ein 42-Zoll-Bildschirm kurzerhand

in der Schublade verschwinden

kann. Bei Schränken fielen

verstärkt Mattglas als Materialneuheit

sowie schmale Rahmen ins

Auge (mehr zum Thema Schlafen

in der „möbel kultur“ 3/2019).

Eine stärkere Bedeutung

scheint dem Thema Diele zuzukommen.

Sowohl im Hochwertbereich

als auch in der Mitnahme

engagieren sich Unternehmen

neuerdings für schicke, kompakte

Lösungen, um ein einladendes

Entree zu gestalten. So stieg Maja

neu in das Segment ein und zeigte

mit „Coats + Keys“ gleich acht

Programme, die im systematischen

Preisaufbau unterschiedliche

Zielgruppen bedienen.

Nach neuen Umsatzfeldern

sucht auch Hülsta, der mit dem

Thema Bad Premiere feierte.

Geschäftsführer Andreas Bremmer

bekam noch während der Messe

viel Lob für die Kollektion und

fühlte sich darin bestätigt, in die

„Pure Atmospheres“ hieß das

neue Konzept in Halle 11, das für

mehr Raumerlebnis sorgen sollte.

2/2019 möbel kultur 45


IMM COLOGNE/PEOPLE

Im Austausch mit der „möbel kultur“:

Die Ladenbauexperten Holger

Zammert und Iris Waltemode (r.),

beide Schleifenbaum, zusammen mit

Rita Breer und Evelyne Beckmann.

Treffpunkt auch für den

Arbeitskreis designverbundener

Möbelagenturen (ADM), u. a. mit

Uwe Wöhlk und Peter Widenhorn.

Moin Köln! Viel los auf der Holzmann-Party

Meetingpoint

„möbel kultur“

Längst etabliert hat sich das ungezwungene „möbel kultur“-

Get-Together am Messe-Mittwoch in der Passage zwischen

den Hallen 10 und 11. Eignet sich hervorragend für entspanntes

Netzwerken und einen fröhlichen Austausch auf

dem Weg in den Feierabend.

Inzwischen feste Größe auf der Holzmann-Party: die Band „Just2“.

1 Brit Dieckvoß, „arcade“ mit

Jacob Skydt-Lindemann, Raum

Collection. 2 Engagiertes

Neumann PR-Team: Stephanie

Klein, Deike Mlynek und Hannah

Knospe. 3 Stets auf der Suche

nach den besten Mitarbeitern:

Personalberater Andreas Erbenich

(r.) beim Netzwerken mit Kolja

Nanz von der „möbel kultur“.

1

2 3

7

8

9

7 Gern gesehene Gäste aus der Schlafenbranche: Verbandsgeschäftsführer Martin Auerbach (Heimtex und

Fachverband Matratzenindustrie) bei Sven Jeppsson (l.) und Christoph Pacholski (M.), beide aus dem Verkaufsteam

der „möbel kultur. 8 Matratzenexperte Jan Bobe und Carina Pahl, „möbel kultur“. 9 Thomas Schlosser,

Oschmann, mit Sarah Schädler (l.) und Doris Schmidt aus der „möbel kultur“-Redaktion.

84 möbel kultur 2/2019


Rechts: Heike Lorenz ,

„möbel kultur“, im

Küchen-Talk mit

Unternehmensberater

Dr. Daniel Schmid.

Links: Organisatorin Monika Lerbs (l.), „möbel kultur“, im Event-Gespräch mit

Beate Mevenkamp und Heiko Hufenbach, beide Hermes Einrichtungs Service.

Unter Kollegen:

Tino Röse (l.) und

Volker Lux von

Emotions4Life .

Sascha Tapken,

„möbel kultur“,

fragte bei Daniel

Lambert nach, was

bei Habitat los ist.

Zur Stippvisite (v. l.):

4 Bessa Richter, Andreas Bloy,

Dominique Fuchs (ADM)

5 Sandy Karstädt, Welcome

Design PR, David Piel,

Echtstahl, Carsten Lehnert,

„arcade“. 6 PR-Profis aus

Berlin: Gabriele von Molitor ,

Max Mayr und Caroline

Pohmann (GeSK).

4 5 6

11

10

In Feierlaune: (v. l.) 10 Robert Schulte, Ambista, und Markus Majerus,

Koelnmesse. 11 Neumann PR aus Köln mit Georg Maurer und Claudia Neumann

holte sich bei Creative Director Dick Spierenburg die aktuellen News. 12 Munter

dabei: Jürgen Sollner, Stefan Bornemann, beide Erpo, Uwe Deitersen,

Koelnmesse, Designer Hans Winkler und Thomas Löw von Hülsta.

12

Fotos: Guido Schiefer

2/2019 möbel kultur 85


IDEEN ZUR

LOOKINSPIRATION

PURE

HAPTIK

/// Warm oder kühl, hart oder weich, glatt oder

griffig: Materialien verleihen Produkten ihre

einzigartige Beschaffenheit. Unbehandeltes

Holz oder naturbelassene Leder machen

Möbelstücke zu markanten Einzelstücken,

während Metall Industrie-Charme versprüht.

Im Mix erzeugen die unterschiedlichen Komponenten

moderne Wohnbilder, die nicht nur

die privaten, sondern auch öffentliche Räume

mehr Charakter verleihen.

88 möbel kultur 2/2019


Der rustikale Thekentisch „Nightingale“ von Asco erinnert zusammen mit

den KFF-Thekenstühlen an eine gesellige Schankstimmung im Burghof.

2/2019 möbel kultur 89


LIVING KITCHEN

Statt konventioneller Orderplattform

die visionäre Trend- und Zukunftsshow.

Besser als erwartet verlief die Living-

Kitchen 2019. Auch wenn im Vorfeld die

Absage großer Player wie BSH, Miele

und Häcker die Stimmung gedämpft

hatten, war die Kölner Küchenmesse

gut besucht und auch die Qualität der

Messekontakte zufriedenstellend.

Schon die Neugier der Branche sorgte

für entsprechenden Zulauf. Und nicht

zuletzt die Küche als Sehnsuchtsort

– einschließlich smarter Hightech-

Potenziale – wurde medial überzeugend

gespielt.

LivingKitchen 2019: Die Kölner Küchenmesse im Zeichen der Veränderung

BÜHNE FÜR DIE ZUKUNFT

Küchen bleiben ein wichtiger Anziehungspunkt der Kölner

Möbelmesse. Das hat sich auch diesmal wieder gezeigt. Trotz

fehlender Protagonisten, die für das Siegel „Made in Germany“

stehen, waren die Hallen überwiegend gut besucht.

Vor allem die deutschen Zugpferde

wie Blanco, Bora,

Leicht, Nobilia und Schüller

erwiesen sich als Hotspots in den

drei Küchenhallen. Neuheiten gab

es erwartungsgemäß weniger zu

sehen beziehungsweise waren

schon von den Herbstmessen

bekannt. Ausnahmen bildeten beispielsweise

Boras „Pure“-Linie –

die vis-à-vis von Berbel mit dem

Einstiegsmodell zur „Downline“

gekontert wurde, oder Newcomer

wie Sharp/Vestel und Haier/Candy,

die sich bislang noch auf keiner

Küchenmesse präsentiert hatten.

Offiziell rund 200 Unternehmen

bespielten die Bühne der

LivingKitchen 2019. Wobei jedes

auf seine Art definierte, wie das

Erlebnis aus „Innovation & Inspiration“

aussehen kann. Besonders bei

den Küchenmöbelherstellern rückten

die Standinszenierungen als

Ganzes in den Blick. Während bei

Leicht der Kölner Auftritt auch den

Herbst-Ausfall in Löhne kompensierte

und das Raum-in-Raum-

Prinzip im Mittelpunkt stand,

setzte Zeyko mit einer modularen

„Leiterküche“ und Ideen von

Nachwuchsdesignern Akzente

gegen den Mainstream. Unternehmen

wie Nolte, Schüller, Nobilia

und Sachsenküchen illustrierten

den Trend zu ganzheitlichen Wohnkonzepten

durch Raumplanungen

für Bad, Flur oder Living und lieferten

dazu Mehrwerte durch

Beleuchtung und anderes technisches

Equipment. Das internationale

Ausstellerspektrum rundeten

insbesondere Anbieter von Granitund

Keramikarbeitsplatten aus

Spanien und Italien ab.

Zentraler Aufhänger der Messe

war die Ausrichtung auf die

Zukunft. Ein Thema, das zum einen

durch die Sonderflächen „Future

Design“ inklusive Live-Auftritt von

Designer Alfredo Häberli, „Future

Technology“ und „Future Foodstyle“

inspiriert war – aber auch

von Ballerina, Schüller („Alexa, lass

uns Kuchen backen“) und anderen

umgesetzt wurde. Also Stoff fürs

Storytelling, das von traditionellen

Medien ebenso wie von Bloggern

94 möbel kultur 2/2019


Wie essen und kochen

wir morgen? Werden

Mehlwürmer, Algen und

3D-Drucker die

Küchenwelt verändern?

Auf drei Sonderflächen

gab es Gelegenheit, in

die Zukunft zu blicken.

Im Bereich „Future

Foodstyle“ inspirierten

sowohl echte

Zukunftsvisionen wie

auch ein umfangreiches

Vortragsprogramm.

Fotos: Guido Schiefer, möbel kultur, Hersteller

und Influencern begierig aufgenommen

wurde. Gepusht durch

die Social Media-Kampagne der

Koelnmesse, kamen allein eine

Million Kontakte auf Instagram

zusammen und 2,5 Mio. Impressions

auf den beiden Facebook-

Kanälen der Messe. Flankiert wurde

dies durch den eigens erstellten

Videocontent, Aktivitäten auf

LinkedIn und einen speziellen

WhatsApp-Guide, was die Medienwirksamkeit

enorm unterstützt hat.

All dies kann jedoch nicht da r-

über hinwegtäuschen, dass die

LivingKitchen 2019 weiterhin herausgefordert

ist, im Strudel der

Meinungen über Sinn und Unsinn

der Küchenmesse ihre Daseinsberechtigung

zu beweisen und sich

gegebenenfalls neu zu positionieren.

Immerhin: Viele Aussteller sind

bereits jetzt der Meinung, dass sie

unter gleichen Bedingungen wieder

teilnehmen würden. Wenn

weitere große Namen ausscheren,

könnte dies allerdings die Perspektiven

in Frage stellen.

HEIKE LORENZ, SARAH SCHÄDLER

Rechts: Stimmungsvoll in Blau

getaucht – zu den Hot Spots für die

Messebesucher zählte beispielsweise

der Blanco-Stand. Unten: Auch

Live-Cooking gehört zum Messegeschehen

und wurde an vielen

Ständen zum Anziehungspunkt.

Rechts unten: Zeyko machte auf

seine eigene Art neugierig auf

Innovationen aus dem Schwarzwald.

Kooperationspartner war die

Schweizer Gerätemarke V-Zug, die in

eine schwarze Spiegelfront voll

integriert wurde – und ebenfalls für

leckere Appetithappen sorgte.

2/2019 möbel kultur 95


LIVING KITCHEN

Unter dem Stichwort „Future

Design“ stellte Designer

Alfredo Häberli (r.) Konventionen

auf den Kopf. Warum

muss ein Kühl schrank immer

vertikal sein? Gemeinsam mit

Samsung wurde daraus die Idee

einer vertikalen Kühl-Vitrine.

Ebenfalls transparent: der

höhenverstellbare Backofen,

während die Kochfläche,

superdünn und mobil, an den

Tisch getragen werden kann.

Und die Spülbrause ist direkt

mit einem Öko-Wasserspeicher

in der Decke verbunden. Die

Zukunftsküche (in Köln auf

Tablets präsentiert) wird durch

Hightech bestimmt, bleibt aber

auch künftig sozialer Mittelpunkt,

ist Häberli überzeugt.

EVENTS &

INSPIRATION

„Man sieht die Vielfalt der Küche auf der LivingKitchen.

Uns war es wichtig, mit dem Buch exakt auf die

Bedürfnisse des Endverbrauchers einzugehen“, erklärte

Markus Schüller (u.) während der Podiumsdiskussion

zum Launch des neuen, 200-seitigen Standardwerks

„Die Küche zum Leben“, das Schüller in Kooperation mit

versierten Experten herausgegeben hat.

Icidelib

„Wir wollen

usdandi

die

orrumquae

Messe rocken

quaspere

mit neuen Ideen, die

des

einzigartig

vitatquam,

machen“,

exeremporem

erklärte

nam

Zeyko-GF Dr. Christian

facid

Hilz (l.)

moluptam

bei seinem

inctem

Abendevent,

hil iliaepro

zu dem Designstudenten

blam ut officatumMus

der TH Köln

voluptatus

ihre Küchen-Visionen zeigten.

quiat

Zeyko

aceperrum

selbst inspirierte

velique niet,

mit den

se alitae

real lieferbaren

nullab

Modulen

imagniaecum

„Flybridge“,

dest,

Longboard

officia

und „ZeykoRacks“.

Der Stand im Hüttenlook erinnerte an die Wurzeln

der Schwarzwälder Manufaktur.

Icidelib usdandi orrumquae quaspere des vitatquam,

exeremporem nam facid moluptam inctem hil

iliaepro blam ut officatumMus voluptatus quiat

aceperrum velique niet, se alitae nullab imagniaecum

dest, officia

98 möbel kultur 2/2019


Während der LivingKitchen hat Der Kreis Anja Schaible Stiftung zum 5. Mal visionäre Ideen rund um das Thema Küche

mit dem Preis „Kochen.Leben“ ausgezeichnet. Preisträger sind Studenten der Hochschulen in Furtwangen, Stuttgart

und Wismar, die auf der Messe die Prototypen „Koch-Web-Küche“ und „Koch.Werk-Küche“ vorgestellt haben.

Zum dritten Mal hat Ballerina die

Standgestaltung dem Nachwuchs

übertragen. Gewinner ist der

angehende Innenarchitekt der

Hochschule Detmold Felix Kuhn,

der unter dem Motto „Science

Fiction vs. Urban Living“ vier

Küchen einladend-offen und dabei

prägnant in ein Grau-Weiß-Farbkonzept

verpackte (v. l. GF Heidrun

Brinkmeyer und Heiko Ellersiek,

Felix Kuhn, Prof. Frank Nickerl).

Die größte Küchenparty Deutschlands!“

kündigte die MHK für den

9. März an. Markenbotschafter Johann

Lafer (r.) sowie die Musterhaus-

Küchen-Fachgeschäfte laden dann

ab 16 Uhr zum Live-Chat am Kochtopf

ein. Per Livestream wird in die Lafer-

Kochschule in Guldental geschaltet,

während Hobbyköche bundesweit

mitbrutzeln und sich per Facebook

einklinken können. Moderiert wird

der Partyspaß inklusive Gewinnspiel

von Ruth Moschner.

Icidelib usdandi orrumquae

quaspere des vitatquam,

exeremporem nam facid moluptam

inctem hil iliaepro blam ut

officatumMus voluptatus quiat

aceperrum velique niet, se alitae

nullab imagniaecum dest, officia

Auch bei den „Passagen“

außerhalb des Messegeländes

gab es Interessantes zu sehen.

Zum Beispiel im Boffi-Studio in

den Spichern Höfen. CEO Roberto

Gavazzi (o. r.) war aus Italien

angereist und parlierte mit

Haus-Designer Norbert Wangen

(l.) über das Konzept „K6“.

Nach Alno, Express Küchen,

BSH, DigitalStrom, Häfele und

Linak gab Kimocon-Geschäftsführer

Christian Hartmannsgruber

(r.) Nolte als weiteren

Produzenten der vernetzten

Smart-Living-Küche bekannt.

Eine hitzige Debatte zwischen Mann und Frau auf der Suche nach der perfekten Küche: Studenten der Möfa ließen sich für die Verleihung

des BMK-Innovationspreises etwas Besonderes einfallen und führten ein kurzes Schauspiel auf. Die drei Top-Platzierungen gingen an

Bauformat (Kategorie Küchenmöbel), Miele (Küchengeräte) und Blanco (Zubehör).

2/2019 möbel kultur 99


LICHT

Lichtwoche Sauerland: 44 Aussteller und 5.000 Besucher erwartet

Eine Region im Rampenlicht

Lampen, Leuchten und Lichttechnik so weit das Auge reicht: Im März findet zum neunten Mal die Lichtwoche

Sauerland statt. In den hauseigenen Ausstellungszentren präsentieren ansässige Unternehmen rund um die

Region Arnsberg ihre neuesten Produkttrends einem immer größer werdenden Publikum. Das Get-together

am Messemontag, den 11. März, lädt darüber hinaus zum Netzwerken ein.

44 Unternehmen nehmen in diesem Jahr an der Lichtmesse

Sauerland teil. Auch für Hersteller aus dem Ausland lohnt sich

die Anreise. Sie mieten sich für die Messetage externe

Ausstellungsflächen in der Region.

Fotos: Lichtforum NRW / Meinschäfer

118 möbel kultur 2/2019


Alle zwei Jahre bietet das Sauerland

eine Leuchtenschau.

Denn die Lichtregion wird

alternierend zur „Light+Building“

zum Treffpunkt namhafter Hersteller,

Händler, Ein- und Wiederverkäufer

von Leuchten und Lampen.

Die mittlerweile zu einer der

bedeutendsten Messen avancierte

Veranstaltung findet in diesem

Jahr vom 10. bis 14. März statt.

Während an der ersten Veranstaltung

im Jahr 2005 ausschließlich

Wohnraumleuchtenhersteller teilnahmen,

sind mittlerweile auch

Betriebe hinzugekommen, die im

Bereich technische Leuchten oder

Lampen tätig sind. Neben dieser

Erweiterung der Produktsparten

nimmt zudem das Einzugsgebiet

der Teilnehmer konstant zu.

Insgesamt 44 Aussteller nehmen

an der neunten Auflage der

Lichtwoche Sauerland teil. Mit

von der Partie sind alle marktrelevanten

Unternehmen im Lampenund

Leuchtenbereich, wie unter

anderem Bankamp, Briloner, Eglo,

Paul Neuhaus, Signify, Trio oder

Wofi. Neben dem regional ansässigen

Cluster der Branche stellen

auch Hersteller aus Schweden,

Polen, Dänemark, Frankreich,

Italien, Holland und Österreich

auf angemieteten Flächen aus.

Rund 5.000 Besucher aus mehr

als 1.000 Unternehmen aus der

ganzen Welt werden erwartet.

Qualität, Design und Funktionalität

sind und bleiben wichtige

Merkmale und Entscheidungskriterien

beim Leuchtenkauf.

Mittlerweile werden elektronische

Geräte im Haushalt jedoch

immer „smarter“, so dass auch

Themen der Vernetzung und Steuerung

der Beleuchtung weiterhin

an Bedeutung in den Kollektionen

gewinnen. Auch Aspekte des alltäglichen

Wohlbefindens und das

neue Thema Licht und Gesundheit

spielen mittlerweile eine Rolle.

Um ein positives Signal der

Wertschätzung für Stadt und

Region zu setzen, wird es auch,

wie schon vor zwei Jahren, die

Spendenaktion „Ein Herz fürs

Hospiz“ geben. Die teilnehmenden

Aussteller können hierbei

blinkende Herzen an ihre Kunden

verteilen, wobei der Erlös im

Anschluss gespendet wird. Im Jahr

2017 konnten durch die Aktion

13.000 Euro an die Hospiz-Stiftung

Arnsberg-Sundern übergeben

werden.

Die große Kundenparty ist ein

Highlight der Lichtwoche Sauerland

und findet auch in diesem

Jahr wieder statt. Hierfür öffnet das

Kaiserhaus Arnsberg am Messemontag

seine Türen. Catering,

Event-Einlagen und Musik runden

den Abend gekonnt ab. Das Motto

in diesem Jahr: „Light My Fire“.

Den Code zur Anmeldung erhalten

Fachkunden über die teilnehmenden

Unternehmen.

www.lichtwoche-sauerland.de

Netzwerken und feiern können die Messeteilnehmer auf der

Abendveranstaltung am 11. März im Kaiserhaus Arnsberg. Das

Event steht in diesem Jahr unter dem Motto: „Light My Fire“.

2/2019 möbel kultur 119


KÜCHE

Miele: Generationswechsel bei den Einbaugeräten

Das neue Premium-Gesicht

in 3.000 Varianten

Fast das gesamte Einbaugeräte-Sortiment hat Miele mit der

„Generation 7000“ erneuert. Bei international 3.000 Modellvarianten

in 15 Produktgruppen und vier Designlinien aus zehn Werken gilt

sie als die größte Produkteinführung in der Firmengeschichte.

Alles folgt einem einheitlichen Designprinzip, sodass jeder aus

einem unerschöpflichen Baukasten sein individuelles und jeweils

kompatibles Gerät findet. Dazu gibt es technische Alleinstellungen,

um der Premiummarke den innovativen Vorsprung zu sichern. Die

„möbel kultur“ war zur Premiere beim „Plaza Event“ in Gütersloh.

Für rund drei Monate ist Mieles

Headquarter in Gütersloh auf

Empfang eingestellt. Bis April

werden hier 2.600 internationale

Gäste ein- und ausgehen. Händler

und Innenarchitekten, denen die

neue „Generation 7000“ ganz persönlich

vorgestellt wird. In Gruppen

zu jeweils 24 Besuchern werden sie

durch den eigens angelegten Erlebnisparcours

geführt. Mit wechselnden

Kulissen, Multimedia-Show

110 möbel kultur 2/2019


Vorhang auf für die „Generation 7000“: Mit vier

Designlinien für alle Gerätekategorien hat Miele eine

echte Mammutaufgabe geleistet. Das einheitliche

Bedienkonzept ermöglicht maximale Gestaltungsfreiheit

und macht sogar verschiedene Preisklassen

kompatibel. Ebenso imposant: der Showparcours, den

aktuell 2.600 Besucher in Gütersloh durchlaufen.

und kulinarischen Leckereien häppchenweise

mit den neuen Features

der Einbaugeräte vertraut gemacht.

Wobei eben auch die Art der Präsentation

markenkonform ist, wie

CEO Dr. Reinhard Zinkann betont.

Denn die intensive Betreuung passe

einfach besser zur Traditionsmarke

Miele als beispielsweise die große

Messeplattform, was zugleich das

Fernbleiben von der LivingKitchen

begründet. Das Besondere

dabei: Erstmals wurde das gesamte

„Plaza Event“ inhouse, also von der

eigenen Crew ohne Agenturhilfe,

gestaltet.

„Qualität ist unser genetischer

Code“ und auch die Richtschnur

für die neue „Generation 7000“,

so heißt es gleich zu Anfang. Eine

historische Rückschau lässt die

Vorgänger Revue passieren. Dann

der Zeit-Sprung: Via Bluescreen in

ein futuristisch anmutendes Universum

projiziert, erklären die

beiden Firmenchefs Markus Miele

und Dr. Reinhard Zinkann, worauf

es bei den jüngsten Innovationen

ankommt – perfekte Lösungen für

individuelle Anforderungen. Der

Vorhang hebt sich und über die

Plaza werden die Besucher zum ersten

Showroom geleitet. Nach und

nach werden hier die vier Designlinien

enthüllt: „VitroLine“, ganz

aus Glas in Obsidianschwarz, Brillantweiß

oder Graphitgrau inklusive

Griff mit Glaselement in Gerätefarbe,

die grifflose „ArtLine“ mit

Glastüren in denselben Farben,

„PureLine“ in Obsidianschwarz

mit Edelstahlapplikationen und

Metallgriff sowie – exklusiv für den

Elektrohandel – die „ContourLine“

mit Edelstahlrahmen und schwarzer

Bedienblende. Als gemeinsames

Merkmal wichtig ist das reduzierte

Bedienkonzept, bei dem die Sen-

2/2019 möbel kultur 111


INDUSTRIE

Christmasworld: Mit überzeugender, neuer Struktur

Anziehende Augenblicke

Jede Veränderung birgt auch Chancen: Das stellte die Christmasworld, die vom 25. bis 29. Januar

in Frankfurt am Main veranstaltet wurde, bestens unter Beweis. Die neue Hallenstruktur bot

inspirierende „Center Pieces“ und drum herum emotionale, attraktive Standgestaltungen, in die

die Aussteller investiert hatten – für jede Menge Inspiration.

Unter dem Slogan „Kinemona

Vintage“ stellte 2Dezign unter

Beweis, dass Weihnachten auch in

Safrangelb inszeniert werden

kann. Gold darf dabei nicht fehlen.

Mit einem erneuten Aussteller

und Besucherplus

schloss die Christmasworld

ihre Tore. 45.304 Gäste aus 123

Ländern (2018: 43.450) kamen

nach Frankfurt, um sich die Produktinnovationen

rund um Dekoration

und Festschmuck von 1.089

Ausstellern (2018: 1.047)anzusehen.

„In Zeiten des strukturellen

Wandels in der Handelslandschaft

ist die neue Christmasworld überaus

erfolgreich und punktet dabei

vor allem mit einer herausragen­

den Besucherqualität“, resümiert

Stephan Kurzawski, Geschäftsleiter,

Messe Frankfurt.

Aufgrund der neuen Halle 12

präsentierte sich die Christmasworld

in diesem Jahr mit völlig

neuer Struktur, was der Messe insgesamt

gut getan hat. In jeder Halle

gab es eine Sonderschau als Center

Piece – drum herum viele schöne,

emotionale Stände, die Lust auf

die nächsten Saison-Themen und

das kommende Weihnachtsgeschäft

2019/2010 weckten.

Die weihnachtliche und saisonale

Dekoration umfasst eine große

Spannbreite an Formen mit handwerklich

aufwendigen Produkten.

Weihnachtskugeln werden zunehmend

in Deko-Themen eingebunden,

die auch nach dem Fest noch

für Umsätze sorgen können. Dabei

dominieren warme Farben, die an

Tiefe gewinnen: Bestimmend ist

Blau in den unterschiedlichsten

Schattierungen, häufig kombiniert

mit Silber, außerdem erdige Töne

wie Matchagrün sowie Bordeaux­

128 möbel kultur 2/2019


Gold spielt in der nächsten

Weihnachts-Saison eine große

Rolle, entweder akzenturiert mit

Schwarz und Weiß bei dem

Geschirr von Boltze (1) oder als

eigenes Thema kombiniert mit

Braun bei Gilde (2).

1

2

3

rot und Braun. Pudrige Rosa- und

Beerentöne, kombiniert mit Gold

runden das Spektrum ab. Bei den

Materialien sind nachhaltige Werkstoffe

weiter en vogue. Neben Holz,

ganz neu Mango, spielen Baumwolle,

Glas, Keramik sowie Blumen

und recycelter Kunststoff eine

zentrale Rolle. Echte Grünpflanzen

und Orchideen, pflegeleicht

und mitnahmefertig verpackt in

Tüten und Töpfen aus natürlichen

Materialien sorgen für zusätzliches

Umsatzpotenzial im Handel.

Zudem läuft ohne Licht gar nichts.

Selbst Christbaumkugeln haben

LEDs inside.

Auch saisonale Köstlichkeiten

und Getränke, wie fantasievoll variierte

Tee-Klassiker und traditionell

hergestellte Süßigkeiten in bunten

Verpackungen mit liebevollen Botschaften,

gewinnen als „Christmas

Delights“ inmitten der Christmasworld

an Zugkraft. Für emotionale

Einkaufserlebnisse sorgen innovative

Beleuchtungs- und Gestaltungskonzepte,

die im Handel und

in den Innenstädten die Kundenfrequenzen

steigen lassen.


RITA BREER

www.christmasworld.

messefrankfurt.com

6

7

5

6 Premiere auf der Christmasworld

feierte Jan Philippi, u. a. mit

beleuchteten Weihnachtskugeln

aus weißem Porzellan.7 Im

XXL-Format kamen „Ornament“

von Sompex daher. Innen befindet

sich eine Lichterkette, deren

Batterien im Kugelverschluss

untergebracht sind.

4

3 Gigantisch:

der Leucht-

Springbrunnen

von Star Deco Ar

Luminarie. 4 Auf

dem Retail

Boulevard gab es

viele Anregungen

für die

Warenpräsentation.

5 Neues Logo,

ausgeweitetes Sortiment: IHR.

8

8 Kaemingk faszinierte mit

dem exotischen Deko-Thema

„Red Velvet“.

2/2019 möbel kultur 129


www.gallery-m.de

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