Grenzenlos solidarisch, nachhaltig, weltoffen

Naturfreundejugend

Beschlossen auf dem Bundesausschuss der Naturfreundejugend Deutschlands vom 07. bis 09.12.2018 in Hannover

Grenzenlos solidarisch,

nachhaltig und weltoffen

Europapolitische Forderungen der Naturfreundejugend Deutschlands

Die Europäische Union ist für viele junge Menschen mehr als nur ein Staatenverbund; sie stellt

unsere Lebensrealität dar. Innerhalb dieser können wir frei reisen, lernen neue Kulturen kennen

und erhalten die Möglichkeit, anderen jungen Menschen zu begegnen. Der Kampf für ein friedliches,

solidarisches und demokratisches Europa ist aus diesem Grund nicht nur wünschenswert,

sondern notwendig - im Sinne der Allgemeinheit, aber auch insbesondere für uns als Jugend, die

wir die europäische Zukunft gestalten werden.

Eine engere europäische Zusammenarbeit begann in der Folge zweier Weltkriege. Sie sollte auch

heute noch Frieden, Solidarität und Demokratie für die Menschen in und außerhalb Europas

bedeuten.

Doch betrachten wir die aktuellen Geschehnisse in Europa, so scheint die Gründungsintention

der Staaten im Jahre 1950 in Vergessenheit geraten zu sein. Demokratiefeindliche, nationalistische

und rassistische Parteien gewinnen in vielen Ländern Europas an Popularität. Herausforderungen

wie die soziale Ungerechtigkeit werden zu wenig thematisiert oder durch rücksichtslose

Sparpolitik sogar verschärft. Mit den Vorschlägen zur Gründung einer europäischen Armee wird

die jüngste Geschichte Europas schließlich vollkommen ad absurdum geführt. Doch nicht nur

innerhalb Europas sind besorgniserregende Entwicklungen zu beobachten. Auch die europäische

Exportpolitik hat fatale Folgen: So schadet die übermäßige Ausfuhr europäischer Güter immens

den lokalen Märkten, z.B. in afrikanischen Staaten.

Als Naturfreundejugend Deutschlands setzen wir uns aktiv für die Erhaltung und Erweiterung eines

friedlichen, solidarischen und demokratischen Europas ein. Dies erfordert politische Teilhabe,

die wir als Jugend leben wollen. Aus diesem Grund betonen wir ausdrücklich die Bedeutung der

Europawahlen 2019. Die Wahlbeteiligung bei Europawahlen war zu oft geringer als bei nationalen

Wahlen. Dies spiegelt die fehlende Identifikation vieler europäischer Politiker*innen und

Wähler*innen mit dem “Europäischen Gedanken” wider. Doch nur durch die Mitgestaltung kann

auch ein Wandel erfolgen!

Beschlossen auf dem Bundesausschuss

der Naturfreundejugend Deutschlands

vom 07. bis 09.12.2018 in Hannover


Wir als junge Europäer*innen müssen für ein gemeinsames Europa kämpfen, welches eine Politik

vertritt, die sowohl innerhalb als auch außerhalb der Europäischen Union gleichermaßen ein

faires Leben in Frieden und Demokratie bedeutet.

Deshalb fordern wir:

Ein demokratisches, partizipatives, transparentes und friedliches Europa, insbesondere durch:

die Einführung von gemeinsamen Bürgerentscheiden in der gesamten Europäischen

Union

die Stärkung des Europäischen Parlaments

die transparentere Gestaltung der Europäischen Union für Bürger*innen, Einführung klarer

Regelungen für Lobbyismus und Ermöglichung einer Europäischen Union “von unten”

keine Aufstockung der Militärbudgets durch eine europäische Armee; Verbot von Atomwaffen

für alle EU-Mitgliedsstaaten

Eine eigenständige europäische Jugendpolitik, insbesondere durch:

einen gesamteuropäischen Bildungsansatz: Chancen und Beteiligungsmöglichkeiten der

Europäischen Union jungen Menschen näher bringen und dabei die Jugendbeteiligung

ausbauen

einen massiven Einsatz gegen die Jugendarbeitslosigkeit durch staatliche Investitionen

eine verstärkte Förderung von politischer Bildung im außerschulischen Bereich durch die

Erweiterung des ERASMUS-Programms

Eine solidarische Wirtschafts- und Finanzpolitik, insbesondere durch:

das Ende der ganz besonders von Deutschland vorangetriebenen Austeritätspolitik

die Einführung einer Europäischen Grundsicherung

die Einführung einer Steuer auf den Handel mit Finanzprodukten

den Ausbau der Europäischen Säule sozialer Rechte hin zu sozial gerechten, verbindlichen

und gemeinsamen Mindeststandards aller Mitgliedsländer

Einen Ausbau der Umweltpolitik, insbesondere durch:

die Einführung einer Steuer auf Kohlendioxid und andere Treibhausgase, die über den

Emissionshandel hinausgeht

ein europaweites Verbot von Einwegprodukten außerhalb der zur Lebenserhaltung notwendigen

Erzeugnisse

eine Infrastrukturförderung, die sich das Motto: “Schiene vor Straße” zu eigen macht


Eine weltoffene Außenpolitik, insbesondere durch:

die Erhaltung und Durchsetzung des Grundrechts auf Asyl in allen EU-Ländern

eine Erhöhung der Mittel für eine “Entwicklungshilfe auf Augenhöhe”

eine staatlich koordinierte Seenotrettung im Mittelmeer

Eine Politik für Vielfalt und Gleichberechtigung, insbesondere durch:

die eingehende Prüfung und zwingende Umsetzung von Menschenrechten in allen

EU-Mitgliedsstaaten

die Anerkennung der “Ehe für alle” in allen Mitgliedstaaten der Europäischen Union

verstärktes Einsetzen von Mitteln zur Demokratieförderung und gegen

Rechtsextremismus

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