Erfolg Magazin, Ausgabe 2-2019

erfolgmagazin

DIE 100 BESTEN TRAINER: ERFOLG Magazin stellt die besten 100 Trainer und Influencer aus der D/A/CH-Region vor
LEFLOID: Im Interview
MIKE SINGER: Im Interview
HEIKE DRECHSLER: Im Interview
ARNOLD SCHWARZENEGGER: Six Rules
JENNIFER ANISTON: Story
WERNER MANG: Interview

DIE EWIGEN ERFOLGSPRINZIPIEN VON POPSTAR JENNIFER LOPEZ

2 / 2019

LEFLOID

IM INTERVIEW

MIKE

SINGER

IM INTERVIEW

HEIKE

DRECHSLER

IM INTERVIEW

100

Verleger Julien

Backhaus über

Potenzial

ARNOLD

SCHWARZEN

EGGER

SIX RULES

JENNIFER

ANISTON

STORY

WERNER

MANG

INTERVIEW

DIE

BESTEN

TRAINER

ERFOLG Magazin stellt die besten 100 Trainer und

Influencer aus der DACH-Region vor

BACKHAUS VERLAG 5 EUR

BILD RONNY BARTHEL, ISMAIL GÖK


D a s n e u e B u c h v o n J u l i e n B a c k h a u s

ERFOLG

Was Sie von den

Super-Erfolgreichen

lernen können

der kerl

hat eier

Aus dem Vorwort von

Harald Glööckler

BILD OLIVER REETZ

Jetzt überall im Handel


Editorial

Bild: Ronny Barthel

Julien Backhaus

Verleger und

Herausgeber

Noch mehr

Erfolg für Sie!

Ab 2019 erscheint

Erfolg Magazin

statt bisher

vierteljährlich nun

alle 2 Monate.

Das nächste Heft

erscheint am

25. April 2019

Ihr Potenzial ist grenzenlos

Wir alle sind ständig dabei, uns innerhalb unserer

eigenen Grenzen zu bewegen. Obwohl

das Universum uns keinerlei physische Barrieren

setzt, glauben wir, nur in bestimmten

Grenzen operieren zu können. Woher kommt

diese einschränkende Einbildung? Vielleicht gibt es zwei offensichtliche

Antworten.

Angst hält uns grundsätzlich davon ab, Dinge zu tun, die wir nicht

kennen oder können. Sie will uns vor dem Ungewissen bewahren.

Um sie zu besiegen, müssen wir an unserem Mut arbeiten. Wir

müssen trainieren, uns an Dinge heranzuwagen, die wir uns bisher

nicht zugetraut haben. Auch wenn es anfangs kleine Schritte sind,

helfen uns diese Schritte dabei, mehr Mut im Leben zu entwickeln.

Übung macht den Meister sagt man. Auch unseren Mut-Muskel

müssen wir trainieren, um größere Dinge im Leben zu erreichen.

Wie schon der österreichische Philosoph Paul Watzlawick sagte:

„Wenn du immer wieder das tut, was du immer schon getan hast,

dann wirst du immer wieder das bekommen, was du immer schon

bekommen hast.“ Wir tun also gut daran, neue Dinge auszuprobieren,

um so unsere Resultate zu verändern und damit unsere

Grenzen tatsächlich zu sprengen. Wenn wir neue Dinge erreichen,

stärkt es wiederum unser Selbstvertrauen und eine positive Spirale

nach oben beginnt. Alle großen Revolutionäre dieser Welt haben

mal mit kleinen Schritten begonnen, Bestehendes in Frage zu stel-

len und neues auszuprobieren. Wir unterschätzen stets die kleinen

Schritte.

Auch Glaubenssätze können uns daran hindern, über unsere

Grenzen hinaus zu denken. Die negativen Programme in unserem

Kopf kommen zwar in der Regel von außen, trotzdem müssen wir

uns verantwortlich fühlen. Denn nur wir sind in der Lage, sie auch

wieder zu löschen. Unser Kopf kann nur die Programme ablaufen

lassen, die ausgespielt wurden. Sie müssen wie bei einem Computer

ein Scannerprogramm laufen lassen und herausfinden, welche

negativen Überzeugungen Ihnen Einhalt gebieten. „Vergiss nicht

wo du herkommst“, ist so ein Satz. Natürlich sollte niemand von

uns vergessen, wie alles begann. Aber der Satz darf nicht dazu

führen, dass wir geistig immer der kleine Idiot bleiben, der sich

anpasst und einfügt. Wir dürfen und müssen ausbrechen aus unserem

limitierenden Denken und in letzter Konsequenz auch aus

einem limitierenden Umfeld. Besonders erfolgreiche Menschen

suchen die Nähe zu anderen Großdenkern, weil es auf sie abfärbt.

Wer Sie umgibt, hat indirekt Einfluss auf Sie. Wenn man größer

denken will, muss man andere treffen, die bereits größer denken

und einen damit infizieren.

Viel Vergnügen beim Lesen!

Ihr

Julien Backhaus

Impressum

Folgen Sie uns auch auf

Erfolg Magazin ISSN 25057342

Redaktion/Verlag Backhaus Verlag GmbH

E-Mail: info@backhausverlag.de

Chefredakteur (V.i.S.d.P.) Julien D. Backhaus

Redakteurin und Satz Martina Schäfer

Redakteur Dominik Flinkert

E-Mail: info@backhausverlag.de

Herausgeber, Verleger Julien D. Backhaus

Anschrift:

Zum Flugplatz 44, 27356 Rotenburg

Telefon (0 42 68) 9 53 04 91

E-Mail info@backhausverlag.de

Internet: www.backhausverlag.de

Druck

BerlinDruck GmbH + Co KG

Oskar-Schulze-Str. 12, 28832 Achim

Telefon: (04 21) 4 38 710

Telefax: (04 21) 4 38 7133

E-Mail: info@berlindruck.de

Vertrieb

DPV Vertriebsservice GmbH

Sandtorkai 74, 20457 Hamburg

Telefon +49 (40) 3 78 45-27 39

Telefax +49 (40) 3 78 45-9-27 39

www.dpv-vertriebsservice.de

Verkauf/Abo

Achtung, Preisänderung:

Jahresabonnement Deutschland

bei 6 Ausgaben/Jahr EUR 39,00*

Einzelheft Deutschland

EUR 5,00* + EUR 1,50 Versand

Jahresabo Ausland EUR 48,50*

Einzelheft Ausland EUR 5,00*

+ EUR 4,00 Versand

*Preise inkl. 7 % MwSt.

Telefon (0 42 68) 9 53 04 91

E-Mail Verwaltung@backhausverlag.de

Autoren (Verantwortliche i.S.d.P)

Die Autoren der Artikel und Kommentare im Erfolg

Magazin sind im Sinne des Presserechts selbst

verantwortlich. Die Meinung des Autoren spiegelt

nicht unbedingt die Meinung der Redaktion wider.

Trotz sorgfältiger Prüfung durch die Redaktion

wird in keiner Weise Haftung für Richtigkeit

geschweige denn für Empfehlungen übernommen.

Für den Inhalt der Anzeigen sind die Unter nehmen

verantwortlich.

Vervielfäligung oder Verbreitung nicht ohne

Genehmigung.

Alle Rechte vorbehalten.

Onlineredation

E-Mail info@backhausverlag.de

ERFOLG magazin . Ausgabe 02/2019 . www.erfolg-magazin.de

3


INHALT 2/2019

Erfolg

LeFloid: Geh doch mal aufs Ganze .............10

Mike Singer: Durch Youtube zum Popstar ...20

Heike Drechsler:

Einfach nochmal neu anfangen...................24

Prof. Mang: Künstler im Namen

der Schönheit ............................................36

Story

DRVN: Die Branding-Experten.....................29

Dawid Przybylski: Der Rekordbrecher..........33

Sebastian Draws: DRWS .............................56

Einstellung

Wissen

Arnold Schwarzenegger:

6 Regeln für Erfolg....................................... 6

J. P. Morgan, der Gigant der Wall Street......30

Jürgen Höller: Lesen, lesen, lesen................40

Petra Polk: 10 Netzwerkregeln....................44

Alexander Kaufmann:

Mensch, ändere dich...................................50

Thorsten Hofmann: Das FBI-Prinzip.............58

Jake Knapp | John Zeratsky: Mehr Zeit.........60

20

Bilder: Ronny Barthel, Depositphotos/Jean Nelson/maxisports, Robert Wunsch/Warner Music, Mang, Henrik Wiemer Vorwerk

Markus Mingers: David gegen Goliath........42

Dr. Claudia Enkelmann: Miss-Erfolg............46

Tobias Beck: Female Leadership..................48

Gabriel Schandl: Überzeugen, aber richtig...52

Brian Tracy: Keine Ausreden........................54

24

LeFloid

Aufs Ganze

Mike Singer

Durch Youtube

zum Star

4 www.erfolg-magazin.de . Ausgabe 02/2019 . ERFOLG magazin


Leben

Jennifer Lopez, ein Leben voller Rekorde...... 8

Michael Jagersbacher: Jennifer Aniston.......16

Manfred Behrendt:

Warum Egoismus die Lösung ist .................19

Kiano Löhr: Was ich

von Toni Kroos lernen konnte.....................34

Sonstiges

Die Erfolg Magazin

Die 100 besten Trainer & Influencer............64

Die Erfolg Magazin-Top-Experten................67

Best of Web:

Schauen Sie doch mal online rein................68

36

Prof. Mang

Schönheit

16

Die Erfolg Magazin-Termine........................70

Jennifer Aniston

Amerikanischer Traum

Heike

Drechsler

Neu

anfangen

24

34

Toni Kroos

Erfolgsgeheimnis

ERFOLG magazin . Ausgabe 02/2019 . www.erfolg-magazin.de

5


Wissen

Schwarzeneggers

6 Regeln für Erfolg

Arnold Schwarzenegger - das Paradebeispiel

für den „amerikanischen Traum“

6 www.erfolg-magazin.de . Ausgabe 02/2019 . ERFOLG magazin


Wissen

Bild: Jürgen Höller Akademie

Von Marvin Rümmler

Aus Graz kommend wurde er

zu dem erfolgreichsten Bodybuilder

der Welt. Durch

die Hollywood-Filme wurde

er zum Terminator und

international über die Grenzen des Sports

hinaus bekannt. Nebenbei verdiente er

mit Immobilien seine erste Million und

wurde schließlich zum Gouverneur von

Kalifornien gewählt. Das höchste Amt für

einen eingebürgerten Menschen in Amerika.

Hier kommen seine sechs Regeln, mit

denen Arnold zu einer lebenden Legende

wurde.

»Es braucht die gleiche Energie

für kleine Ziele wie für große.

Denke groß!«

1. Finde deine Vision

Du brauchst eine starke Vision. Als Arnold

in dem Film "Conan der Barbar"

Conan spielte, hatte er wenig Kleidung

an, sodass seine Knie und Ellenbogen frei

waren. In diesem Aufzug musste er mit

einem Schwert in den Händen einen Felsen

hochklettern, immer wieder, bis er an

Knien und den Ellenbogen blutete. Der

Regisseur kam zu ihm und entschuldigte

sich bei Arnold, dass noch eine Aufnahme

nötig sei. Arnold sah ihn an und sagte: „Ich

weiß nicht, was du meinst, ich fühle keinen

Schmerz. Ich habe eine genaue Vision,

wie die Szene im Film aussehen soll.“ Er

machte solange weiter, bis die Szene im

Kasten war.

2. Denke niemals klein

Arnolds Werdegang ist beeindruckend

und dass er große Ziele hatte, wird seinen

Teil dazu beigetragen haben. Er wollte

immer der Beste sein in dem, was er tat.

Bester Bodybuilder, bester Schauspieler,

Bester in dem was er fokussierte.

Ihm wurde immer wieder von Vorhaben

abgeraten, aber er ließ sich nicht be irren,

was uns direkt zu der nächsten Regel

bringt.

»Wenn einer dir sagt, 'das geht

nicht', denke: 'Fuck you, you´re an

asshole. What do you know!'«

3. Höre nicht auf die NEIN-Sager

Als Arnold seinen Eltern sagte, dass er

Body builder werden möchte und in die

USA gehen will, war die Antwort: „Glaubst

du, die warten da auf dich? Die haben

doch schon große Bodybuilder.“ Aber er

machte es trotzdem. Auch als er Schauspieler

werden wollte, sagten die Produzenten:

„Arnold, guck dich an, du wiegst

114 kg. Die Sexsymbole sind Woody Allen,

Al Pacino etc. Du sprichst zu abgehackt,

wie eine Maschine.“ "Terminator" änderte

alles. „Dann wurden mein Aussehen und

meine Art zu sprechen zu meinen Assets.“

Was vorher nachteilig wirkte, stellte sich

nun als Vorteil heraus.

Nehme „Nein“ aus deinem Sprachgebrauch.

Wenn einer dir sagt, "das geht

nicht", denke: “Fuck you, you´re an asshole.

What do you know!“

4. „Work your ass off “

Es gibt keine „Magic pill“, keine Abkürzung

zum Erfolg, du musst einfach richtig

Gas geben. Es gibt immer etwas Zeit

zum Trainieren oder Lernen. „Es macht

mich verrückt, wenn mir Leute sagen: Sie

haben keine Zeit, um zum Sportstudio zu

gehen und 45 Minuten zu trainieren oder

45 Minuten bis zu einer Stunde, um sich in

»Da war keine einzige Minute,

die ich verschwendet habe«.

einem bestimmten Bereich zu verbessern.“

Arnis Tipp: Schlafe schneller. Sechs Stunden

reichen aus. No pain, no gain. Als er

nach Amerika kam, trainierte er fünf bis

sechs Stunden täglich, ging aufs College

und arbeitete im Baugeschäft. Zusätzlich

besuchte er an vier Tagen der Woche von

20 Uhr bis Mitternacht eine Schauspielschule.

„Da war keine einzige Minute,

die ich verschwendet habe.“ Dann zitiert

Schwarzenegger Ted Turner, den Gründer

von CNN: “Early to bed, early to rise, work

like hell, and advertise” (früh ins Bett, früh

aufstehen, reiße dir den Arsch auf und lasse

es andere wissen).

5. Vergesse Plan B

Es gibt so viele Zweifler da draußen, aber

wenn du anfängst, an dir zu zweifeln, dann

wird es sehr gefährlich. Weil du dir dann

sagst, wenn mein Plan nicht funktioniert,

habe ich noch einen zweiten Plan. Wenn

du dich auf Plan B konzentrierst, nimmst

du deine Gedanken und Energie von

Plan A. Es ist wichtig, zu verstehen, dass

wir besser funktionieren, wenn wir keine

weitere Möglichkeit haben. Dass uns

nichts auffängt, uns nichts beschützt, mit

dem wir dann weiter machen können. Du

brauchst 100 Prozent Vertrauen in Plan A.

Bleibe fokussiert. Die meisten Menschen

haben einen Plan B, weil sie Angst vor dem

Scheitern haben. Du musst scheitern, um

erfolgreich zu werden. Gewinner machen

Fehler, aber sie geben nicht auf, sie machen

weiter.

Auch Arnold hat Bodybuilding-Wettbewerbe

verloren, hat Filme gemacht, die gefloppt

sind. Dazu sagt er: „Wir alle machen

Fehler und scheitern, das ist okay! Darum

»Mit einem Plan B beraubst

du dich deiner Chance vom

wirklichen Erfolg

sage ich: Habe keine Angst vor dem Versagen.

Wenn du Angst hast, wirst du steif

und bist nicht entspannt. Du musst aber

entspannt sein, um eine super Leistung abzuliefern.

Gib alles und habe keine Angst

vor Fehlern.“

6. Gebe etwas zurück

„Du kannst dich nur vollständig als Person

fühlen, wenn du darüber nachdenkst: Was

kann ich für andere tun.“

Als Arnold nach Amerika kam, hatte er

kaum etwas, er hatte kein Geschirr, keine

Kissen oder Decken, kein Radio, keinen

Fernseher – kurz gesagt, eigentlich nichts.

Aber ihm wurde geholfen, er wurde zu

Thanksgiving-Essen eingeladen, Bodybuilder

haben ihm Gewichte in seine

»Du kannst dich nur vollständig

als Person fühlen, wenn du darüber

nachdenkst: Was kann ich

für andere tun.«

Wohnung gebracht, weil er keine hatte. Die

Leute haben ihn großzügig unterstützt,

obwohl er ein Einwanderer war. Diese

Großzügigkeit hat ihn sehr beeindruckt,

also hatte er sich überlegt, was er zurückgeben

kann. Als Folge trainierte er dann

Special-Olympics-Athleten. Danach ging

Arnold zu den amerikanischen Soldaten,

um mit diesen Übungen zu machen. Er hat

Bodybuilding bei den Soldaten etabliert.

Heute findet man auf den US- Militärbasen

Trainingsgeräte. Vorher gab es das nicht.

ERFOLG magazin . Ausgabe 02/2019 . www.erfolg-magazin.de

7


Leben

8 www.erfolg-magazin.de . Ausgabe 02/2019 . ERFOLG magazin


Leben

J.LO

Eine Karriere

voller Rekorde

Es wird

etwas sein,

das

funktioniert.

Darauf

können

Sie sich

verlassen,

wenn mein

Name auf

etwas steht.

Jennifer Lopez

Sie ist Tänzerin, Sängerin, Schauspielerin

und Unternehmerin:

Jennifer Lopez hat viele Talente.

Mit etwa 80 Millionen verkauften

Tonträgern zählt J.Lo zu den

erfolgreichsten Musikern weltweit. Darüber

hinaus verkauft sie ihr eigenes Parfum

und ihre eigene Mode und spielte in Filmen

mit, die zu Kinokassenschlagern wurden.

31 Millionen Euro verdient sie nach

Angaben des Online-Portals vermoegenmagazin.de

im Durchschnitt pro Jahr. Ihr

Vermögen schätzt das Online-Magazin auf

290 Millionen Euro.

J.Lo hat in ihrer Karriere mehrere Rekorde

gebrochen. Sie errang als erste Künstlerin

zeitgleich den ersten Platz der Alben- und

Kinocharts. Und sie kletterte als erste Solo-Sängerin

des Labels Epic Records mit

ihrem Album auf den ersten Platz der

amerikanischen Charts. Viele Prominente

wie Pitbull, Jessica Alba und Demi Lovato

sind mehr als nur Fans von J.Lo: Sie erzählten,

dass J.Lo sie in ihrer Karriere auch inspiriert

hätten.

Die 49-jährige Lopez hat in ihrem Leben

schon alles erreicht, wovon sie geträumt

hat. Doch auch in ihrer beispiellosen Karriere

galt: Von nichts kommt nichts. „Ich

musste mir alles erkämpfen. Aufs College

zu gehen, war abwegig. Kontakte zur

Showbranche gab es nicht. Da bleibt dir

nichts anderes übrig, als dir den Arsch

aufzureißen“, sagte sie im Interview mit

der Zeitschrift Intouch. Ihr Freund Alex

Rodriguez sei genauso ehrgeizig, ergänzte

sie, „weil wir wissen, wie es ist, aus dem

Nichts zu kommen“. Damit spielte J.Lo

auf ihre Jugend an, in der sie in der Bronx

aufwuchs. In diesem New Yorker Stadtteil

liegt das Pro-Kopf-Einkommen der Bürger

deutlich unter dem US-amerikanischen

Durchschnitt. Und der Anteil der Einwohner,

die unterhalb der Armutsgrenze

leben, ist etwa doppelt so hoch wie im

Landesdurchschnitt.

Lopez ist es nicht nur gelungen, beruflich

erfolgreich zu sein, sondern sie ist auch

privat zufrieden. Mit ihrem Ex-Freund

Marc Anthony habe sie keinen Stress, betont

sie in dem Intouch-Interview. Mit

ihm sei sie vor der Beziehung schon be-

freundet gewesen. Nach der Trennung

hätten sie beide das Ziel gehabt, die Kinder

gut zu erziehen. „Unsere Kämpfe und Befindlichkeiten

standen immer an zweiter

Stelle“, zitiert das Magazin Lopez.

Vor dem Hintergrund, dass sie in diesem

Jahr 50 Jahre alt wird, erzählte die attraktive

Sängerin, dass sie im Laufe der Jahre

etwas gelassener geworden sei. Wenn man

jung sei, zerbreche man sich eher den Kopf

darüber, was die anderen über einen denken.

Heute wisse sie, dass das unwichtig

ist. Sie könne es schließlich nicht allen

recht machen.

J.Lo liebt ihren Beruf, doch für sie gibt es

Wichtigeres: ihre Familie. Ihren Kindern,

sagt die schöne Sängerin, versuche sie die

Werte zu vermitteln, die ihre Eltern schon

an sie weitergegeben haben. Vor allem dem

Arbeitsethos und der Spiritualität misst sie

eine große Bedeutung zu. Lopez ist stolz

darauf, dass ihre Kinder viel weltoffener

sind, als sie es im gleichen Alter war.

In ihrem Privatleben hat J.LO aber auch

schon schwere Zeiten hinter sich. Die Verlobung

mit Ben Affleck scheiterte und ihre

zwei Ehen mit dem Kellner Ojani Noa und

dem Tänzer Chris Judd hielten nur kurz.

Nach der Trennung von Anthony ist sie

derzeit mit dem weltbekannten Baseballspieler

Alex Rodriguez zusammen.

Obwohl die Sängerin schon sehr erfolgreich

ist, ruht sie sich nicht auf ihren Lorbeeren

aus. Seit dem vergangenen Jahr

können Frauen ein Make-up von J.Lo

kaufen. Und am Ende dieses Jahres will sie

eine Hautpflegelinie herausbringen. Damit

reagiert die Künstlerin auf zunehmende

Fragen ihrer Fans nach ihrem Hautpflege-Programm.

„Ich möchte, dass es etwas

ist, das all die Dinge umfasst, die ich gelernt

habe, und alle Geheimnisse, die ich

habe. Und es hat nichts mit Nadeln zu tun“,

sagte sie nach Angaben des Online-Portals

der Zeitschrift Newbeauty während der

Vorstellung ihres Films „Secound Act“ in

New York. Und die Latina fügte noch hinzu:

„Es wird etwas sein, das funktioniert.

Darauf können Sie sich verlassen, wenn

mein Name auf etwas steht.“ Während ihrer

Karriere als Unternehmerin hatte J.Lo

bereits 26 Parfums auf den Markt gebracht.

Bild: Depositphotos/PopularImages

ERFOLG magazin . Ausgabe 02/2019 . www.erfolg-magazin.de

9


Erfolg

Geh' doch mal

aufs Ganze

Youtuber der ersten Stunde LeFloid im Interview

Du hast vor elf Jahren mit Youtube angefangen.

Warum?

Mittlerweile ja. Um Gotteswillen, ich werde

alt! Für mich war Youtube damals sehr

spannend. Ich habe dort Leute gesehen

und gedacht, boah, die leben sich dort aus.

Die machen kreativen Content, zum Teil

Kurzfilme und unterhalten mich einfach.

Das war eine völlig neue Art der Unterhaltung.

Damals war noch alles in Bildform

oder wenn du richtig krass warst und eine

Band hattest, hast du Musikvideos hochgeladen.

Das war so krass neu. Plötzlich gab

es da Leute, die einfach so aus dem Privaten

heraus mit dir geschnackt haben, die

etwas mit dir anfangen und eine Community

aufbauen wollten. Und ich dachte mir,

das ist ja viel geiler, als Tagebuch schreiben.

Geh’ doch mal aufs Ganze und frag’

wildfremde Leute, was die davon halten.

Mach mal ein Video und guck’ wie es läuft.

Ich fand es auch cool, mich mal aus dem

psychologischen, philosophischen Studium

komplett rauszunehmen und auch

mal etwas Technisches zu machen. Wie

funktionieren eine Kamera oder ein Camcorder?

Wie schneide ich ein Video? Und

dann war ich viel schneller, als ich gedacht

hatte, mittendrin. Ich habe das erste Video

hochgeladen. Ich wusste, YouTube, komplizierte

Seite, Upload hier – Thumbnail

gab es damals ja noch nicht. Das war das

erste Video, dann kamen das zweite und

das dritte. Dann hat mich meine Freundin,

die heute meine Frau ist, gefragt ‚Hast du

eigentlich nichts Besseres zu tun?‘ Und ich

meinte: ‚Grad nicht.‘ Nächstes Video, noch

eines und ehe du dich versehen hast, warst

du plötzlich ein Teil davon, mitten dabei.

Du hattest 50 bis 60 Leute, die dir regelmäßig

zuschauten und dachtest dir ‚Boah,

krass, ich habe eine richtige Zuschauerschaft‘.

Das war geil, das hat großen Spaß

gemacht und war damals totale Pionierarbeit.

Ist das mittlerweile zu einem anerkannten

Beruf geworden oder sind wir

davon noch eine Weile entfernt?

Die Frage, ob das ein anerkannter Beruf

ist, muss man global betrachten. Leute

Ich habe eine

70-Stunden

Arbeitswoche

aus Frankreich und Spanien, die ein größeres

Publikum schon allein dadurch erreichen,

dass ihre Sprache in mehreren

Ländern gesprochen wird, haben völlig

andere Referenzen und erreichen so viel

Julien Backhhaus (links) unterhielt sich mit

LeFloid über Medien und Verantwortung

mehr Zuschauer, als wir mit unserer kleinen,

lapidaren deutschen Sprache, die in

drei Miniländern gesprochen wird. Plus:

Die sind offener, gerade bei den Amis.

Der American Dream ist ein Ding. Social-Media-Reichweite

ist dort eine völlig

andere Währung, als hier in Europa und

Deutschland. Bei denen ist das ein Job, ist

das Arbeit. Hier auch. Ich bin mittlerweile

Mitbegründer von zwei Firmen. Wir haben

eine Agentur und eine Produktionsfirma.

Ich arbeite regelmäßig mit Leuten

wie Olli (Oliver Dombrowski, Videoproduzent,

Anm. d. Red.) zusammen, der

mein Rückgrat bildet, was die ganze Produktion

angeht. Und trotzdem tun wir uns

in Deutschland sehr schwer damit, dieses

Influencer-Marketing dieser selbstständig

Filmschaffenden auf YouTube als Beruf

anzuerkennen. Was Quatsch ist, weil ich

auch eine 70-Stunden-Arbeitswoche habe.

Reden wir mal ganz allgemein vom Medienkonsum.

Meinungsfreiheit versus

Fakten – wie sehr muss man denn heute

dem Konsumenten bewusst machen,

dass es seine Verantwortung ist, wie er

die Information für sich verarbeitet?

Jeder, der zu unserer heutigen Zeit Medien

online konsumiert, sollte sich darüber

bewusst sein, dass er grundsätzlich immer

mehr als eine Quelle zur Information heranziehen

sollte. Das ist aber auch so anerzogen.

Eine Tageszeitung, die man liest,

eine Tagesschau, Nachrichten auf SAT1,

RTL – du hast immer so ein einzelnes Medium,

auf das du dich verlässt. Das funktioniert

heute nicht mehr. Du bist für dich

in der Verantwortung, gerade wenn es an

das sehr schwierige Thema Manipulation

geht. Bilde dich, bilde dich weiter und

schau dir unbedingt immer mehr als eine

Quelle an. Das ist etwas Superwichtiges,

das man jedem mit auf den Weg geben

sollte. Ich bin davon überzeugt, Medienkompetenz

beginnt im Grundschulalter.

Die Schulen dürfen sich nicht mehr davor

verwehren, das zu lehren. Auch die Lehrer

dürfen nicht mehr sagen ‚Das geht mich

nichts an‘. Nein, Schüler müssen da herangeführt

werden. Wie verhalte ich mich im

Internet? Wo bekomme ich Informationen

her? Welche Möglichkeiten habe ich, um

Informationen zu beschaffen? Und vor

allem: Welche Informationen gebe ich

Bilder: Ronny Barthel

10 www.erfolg-magazin.de . Ausgabe 02/2019 . ERFOLG magazin


Erfolg

ERFOLG magazin . Ausgabe 02/2019 . www.erfolg-magazin.de

11


Erfolg

Jeder, der eine große Reichweite im Netz hat,

trägt auch ein Stück weit Verantwortung.

über mich selbst preis? Das ist alles ein

einziger Kosmos, ein riesiger Kreis, der im

Grundschulalter beginnt. Dem darf sich

unser Bildungssystem einfach nicht mehr

entziehen.

Versucht ihr da auch ein bisschen zu

pushen und Einfluss zu nehmen, dass da

mehr Aufklärung passiert?

Wir machen da recht viel. Wir versuchen

mit mehreren Offensiven im Jahr unterstützend

zu wirken. Wir vertreten das auch

mit unserer großen Spendengala und versuchen

in unserem Spenden-Stream einmal

im Jahr immer wieder mit einfließen

zu lassen, welche Verbände können einem

helfen und an wen kann man sich wenden,

wenn man beispielsweise online gemobbt

wird. Das ist besonders für viele Eltern

wichtig zu verstehen, die immer noch

meinen, ihren Kindern sagen zu können

‚Wenn du auf Facebook Stress hast, dann

geh eben nicht mehr auf Facebook‘. Das

funktioniert nicht, denn soziale Medien

und Netzwerke sind inzwischen ein reeller

Teil des Lebens der Menschen geworden.

Es gibt keine Trennung mehr zwischen

Facebook und Schulhof. Deswegen muss

man wissen, wie man sich da verhält. Wie

passt man auf sich auf? Und wenn man

einmal in eine Opferrolle geraten ist: Wie

kommt man aus der raus? Von wem bekommt

man Hilfe? Dazu machen wir sehr

regelmäßig Videos, damit wir möglichst

viele Leute erreichen. Wir arbeiten natürlich

auch mit anderen Leuten zusammen,

wie wir zum Beispiel schon vor Jahren mit

der Polizeidirektion 36 in Berlin ein Anti-Mobbing-Programm

ins Leben gerufen

haben. Ich bin der Meinung, dass jeder, der

eine große Reichweite im Netz hat, auch

ein Stück weit Verantwortung trägt, genau

das seiner Zuhörerschaft zu vermitteln.

Mittlerweile bist du ja tatsächlich im

ganz normalen Leben angekommen.

Verheiratet, zwei Kinder, Gründer und

Mitbegründer mehrerer Unternehmen –

wie geht es dir damit?

Mit jedem Projekt, das an einen herangetragen

wird und das dann wächst, fühlt

man sich auch verantwortlich. Mit Projekt

meine ich wirklich alles, seien es ein, zwei

Firmen, seien es Freunde, Familie und

Kollegen unter ein Dach zu bekommen,

vor allem, weil das irgendwann anfängt,

sich zu vermischen. Ich habe viele Kollegen,

die nicht nur Freunde, sondern mittlerweile

Familie geworden sind. Zwei

Kinder und eine Frau zu Hause, dazu

Haus und Hof, die auch nicht komplett

vernachlässigt werden dürfen – es wird

nicht einfacher. Es wird immer mehr.

Suchst du das denn? Oder wolltest

du eigentlich immer eher leichtfüßig

bleiben?

Ehrlich gesagt ist das Meckern auf hohem

Niveau. Man weiß, man hat viel

zu tun, muss immer früh raus. Wenn

die Kids nicht schon wach sind, klingelt

mein Wecker eh um 4:40 Uhr.

Oh Gott! Wieso?

Ich bin Pendler aus Brandenburg. Die

ersten, wie Olli und ich, sind um spätestens

sieben Uhr hier und fangen an

zu arbeiten. Bis 17 oder 18 Uhr hauen

wir rein und mit der Bahnfahrt . . .

halb- oder dreiviertel fünf beginnt der

Tag und endet, wenn man noch Sport

machen und zum Training gehen will,

um 23 Uhr. Da muss man schon relativ

diszipliniert sein, um sich überhaupt

noch die sechs

Stunden Schlaf zu

gönnen, weil der

Rest für wirklich

alles draufgeht,

was sonst noch

passiert, also Arbeit,

Familie, Kinder.

Du versuchst

eben alles unter einen Hut zu bringen.

Dann kommst du schnell mal auf 60 bis 80

Stunden pro Woche, wenn du nicht gerade

Urlaub hast. (lacht)

Urlaub?

Urlaub?! (lacht). Eine kleine Weltreise, ein

bisschen Doku nebenbei. Ja, aber das muss

man so wollen.

Ich unterstelle dir jetzt mal, du könntest

auch mit weniger dein Einkommen

bestreiten. Treibt dich etwas von innen

heraus an oder hat das mehr mit Verantwortung

zu tun?

Mittlerweile ist es ja so, dass ich auch eine

gewisse Verantwortung für andere habe,

nicht nur innerfamilär, sondern auch im

Kollegenkreis. Vor allem aber bin ich ein

getriebener Typ. Ich will so viele Dinge

umsetzen und habe so viel Bock, noch viel

mehr zu machen. Dann plane ich ungefähr

drei Monate im Voraus und denke mir, die

Zeit reicht nicht. Wann kriegen wir das

denn unter? Alles klar, dann on hold. Aber

da hab ich noch ne geile Idee, das könnten

wir auch mal machen. Okay, 2020 ist ja

jetzt abgehakt. Also eigentlich möchte ich

noch viel mehr machen, als in 24 Stunden

Bilder: Ronny Barthel

12 www.erfolg-magazin.de . Ausgabe 02/2019 . ERFOLG magazin


Erfolg

am Tag möglich ist. Deshalb bin ich auch

immer noch gerne selbständig. Ich müsste

es nicht mehr sein, wenn ich es nicht

wollte. Ich hätte auch kein Problem damit,

irgendwo angestellt zu sein.

Ein kleiner zeitlicher Sprung, weil mich

das persönlich interessiert: Das Interview,

das du damals mit der Bundeskanzlerin

gehalten hast, würdest du das

im Nachhinein nochmal machen?

Ich bin ja mittlerweile ein bisschen selbstbewusster

geworden als damals, als ich von

Kollegen der alten Zunft in einer Art und

Weise zerrissen worden bin. Wobei ich mir

bis heute denke: Alles klar, ich hatte im Vorfeld

in meinem Leben kein Interview und

dann das erste Interview mit der Bundeskanzlerin.

Das ist eigentlich so ein Ding…

Das sollte man nicht tun oder vorher

noch üben?

Das kann man so sehen, aber: so what! Ich

denke mir, wenn du das erste Politikerinterview

in deinem Leben mit der Bundeskanzlerin

hast, dann hast du bis dahin

echt schon eine Menge richtig gemacht.

Aber ich würde es gerne nochmal machen.

Ich habe es damals nicht falsch gemacht.

Ich habe auf Twitter gepostet ‚Welche Fragen

habt ihr?‘ und dann die Top-10-Community-Fragen

von Homoehe über Kiffen

bis ‚Was halten Sie von Seehofer‘ mitgenommen.

Die hat sie alle mehr oder weniger

beantwortet. Sie ist ja Medienprofi,

das muss man ihr nun mal geben. Aber

ich würde es gern nochmal machen, ohne

dass irgendjemand vorher die Fragen

kennt. Gerade jetzt, wo sie resigniert, wo

sie sagt: ‚Nö, jetzt ist over‘. Ich glaube, sie

hätte jetzt nicht nur die Möglichkeit, sondern

auch das Rückgrat ein paar Fragen

anders anzugehen. Jetzt wäre es nochmal

richtig interessant die Person Merkel mit

kitzeligen, viel provokanteren Fragen ranzukriegen,

weil jetzt bei ihr vielleicht die

Einstellung ‚Nach mir die Sintflut‘ vorherrscht.

Ich kann mir gut vorstellen, dass

es jetzt spannender wäre.

Wie du sagst, warst du damals schon erfolgreich.

Du bist jetzt sehr erfolgreich,

obwohl du ja auch erst 31 bist. Hat sich

der Erfolgsbegriff, die Definition damals

und heute, für dich in den letzten

Jahren verändert? Wie definierst du ihn

denn?

Der Erfolgsbegriff hat sich für mich persönlich

gar nicht so sehr geändert. Er ist

nur in einen bestimmten Fokus gerückt.

Viele Leute glauben, dass Erfolg immer

zwangsweise mit Reichweite und Bekanntheit

zusammenhängt. Um in der Branche

Fuß zu fassen, stimmt das so ein Stück

Weil ich weiß,

welche Fehler

ich gemacht

habe, kann ich

ein bisschen

wie ein Social-

Media-Papa

ein paar Leute

an die Hand

nehmen.

weit, keine Frage. Aber für mich hat sich

das mittlerweile insofern geändert, dass ich

erstmal meine Schafe ins Trockene schaffe.

Wie sehr kann ich das für mich erreichen?

Wo sehe ich mich in fünf Jahren? Was will

ich dann eigentlich machen? Dann möchte

ich vor der Kamera stehen, einfach nur, weil

ich Bock drauf und eine Meinung zu einem

Thema habe oder mich etwas ärgert, aufregt,

weil ich etwas mitteilen oder kochen

will. Aber in vier bis sechs Jahren darf das

nicht mehr das Maß der Dinge sein. Dann

muss ich irgendwo hinter der Kamera ste-

hen. Mehr Skripte und Konzepte, mehr an

den Firmen arbeiten, die schon existieren.

Das heißt, der Grundstein ist gelegt. Ich

weiß, mit wem ich zusammenarbeite und

auch langfristig zusammenarbeiten möchte,

in welche Richtung das Ganze geht, wie

es funktioniert. Und deshalb kann ich auch

eine nächste Generation langfristig, ohne

dass sie sich ausbrennt und kaputtgeht,

aufbauen. Weil ich weiß, welche Fehler

ich gemacht habe, kann ich ein bisschen

wie ein Social-Media-Papa ein paar Leute

an die Hand nehmen. Du kannst so gegen

die Wand laufen. Daraus kann man natürlich

lernen und alles weitergeben. Da sehe

ich mich in den nächsten Jahren eher, als

mir einzubilden, die nächsten fünf, sechs,

sieben Jahre noch die Stimme der neuen

Generation zu sein. Was Bullshit ist, weil

unsere Zuschauer mittlerweile im Schnitt

25 sind.

Vom Charakter her bist du auch eher ein

Helfer, oder? Das hört man so raus beim

Stichwort Social-Media-Papa.

Ja, ich habe einen gewissen altruistischen

Ansatz, ich möchte, dass es Leuten gut

geht. Es soll fair von Statten gehen und

wenn ich es verhindern kann, sollen die

Leute nicht vor die Wand laufen. Es wäre

mir ein großes Vergnügen, wenn ich in

Zukunft jemandem helfen kann.

ERFOLG magazin . Ausgabe 02/2019 . www.erfolg-magazin.de

13


Erfolg

Soziale Medien und Netzwerke sind

inzwischen ein reeller Teil des Lebens

der Menschen geworden.

Die sozialen Medien sind ja noch recht

neu. Was glaubst du denn, wie sie sich

auf die neue Generation auswirken werden?

Gibt es auch Katastrophenszenarien,

in denen man davon ausgeht, dass die

Menschheit davon komplett verändert

wird, zum Beispiel komplett verantwortungslos

wird?

Wenn wir uns die neuen Medien und soziale

Netzwerke ansehen, habe ich schon

so meine Kopfschmerzen. Gerade wenn

es um diese Bubbles geht, in denen man

in seiner eigenen Meinung immer wieder

bestärkt wird, wenn immer nur die eigene

Meinung an einen herangetragen wird

und man gar nicht mehr mit einer Gegenmeinung,

einer Antimeinung, konfrontiert

wird. Weil Facebook, das da Vorreiter ist,

setzt immer mehr darauf, dich in deiner

Meinung zu bestärken, damit du dich in

deiner Filter-Blase so richtig wohl fühlst.

Das sehe ich als problematisch an, weil

wir uns dadurch freiwillig eine sehr unkritische

Gesellschaftsschicht heranzüchten,

die sich selbst und ihre Meinung nicht

mehr hinterfragt und nicht in der Lage ist,

sich zu hinterfragen. Du bist entweder für

mich oder gegen mich. Aktuell steuern wir

in den sozialen Netzwerken leider auf eine

Entweder-Oder-Gesellschaft zu. Es ist mechanisch

gemacht, dass wir uns nicht mehr

damit auseinandersetzen, warum der andere

so denkt, wie er denkt, sondern wir

sind in erster Linie als Menschen nur noch

der Meinung, er ist gegen das, was ich

denke, er ist gegen mich und meine Einstellung.

Die Menschen reflektieren nicht

mehr. Was soziale Netzwerke angeht, müssen

wir sehen, ob das auf politischer Ebene

machbar ist, daran zu arbeiten, dass solche

sozialen Filterblasen in Zukunft platzen

und man die Leute ungefilterter mit der

Meinung anderer Menschen konfrontiert.

Wie siehst du das Bildungssystem? Wirst

du deine Kinder, die ja noch sehr jung

sind, da später liebend gern reinstecken

oder willst du viel eigene Bildungsarbeit

leisten?

Meine Kinder sind ja erst neun Monate alt.

Wenn wir uns damit beschäftigen, wie wir

mit unseren eigenen Kindern umgehen,

geraten meine Frau und ich regelmäßig an

unsere Grenzen. Wann hast du ein erstes

Handy? Ich habe einen Neffen und zwei

Nichten, die fragen nach dem ersten Telefon.

Meine älteste Nichte ist in der dritten

Klasse und ist wirklich eine der wenigen,

die noch kein Handy oder Smartphone

haben. Sie weiß aber von den Eltern ganz

genau, wie man damit umgeht. Ich war so

ein bisschen schockiert, als ich den ersten

Fortnite Dance von ihr gesehen habe. Du

entziehst dich dem Ganzen nicht mehr,

wenn du neun oder zehn Jahre alt bist. Es

ist ja auch Quatsch, davon auszugehen. Da

kommen wir wieder zurück zu dem Thema.

Es ist elementar wichtig, dass wir begreifen,

dass Medienkompetenz als Schulbildung

in die Schule gehört. Ich verstehe,

dass Bundesländer sich gegen eine Art

Digitalisierung wehren. Aber ich verstehe

es nicht, dass Bundesländer und Lehrer

sich gegen die Realität sträuben und sagen:

‚Nein, Medienkompetenz gehört nicht in

die Schule.‘ Das ist Bullshit, das muss da

hin. Das ist grundlegend wichtig und wird

immer wichtiger.

Mich interessiert noch, wieso du dein

Dokuformat als Höllenjob erlebt hast.

Wie kam das? War das eine Eigenproduktion

nach eigener Idee?

Ja, wir waren letztes Jahr viel unterwegs

und haben neun Monate am Stück unser

Dokuformat gedreht. Das war eine eigene

Idee, die ich erst an mein Netzwerk „Studio

71“ herangetragen habe, ob sich das

nicht irgendwie umsetzen lässt. Dort ist es

dann gegoren und vor sich hin gewachsen.

Dann kamen die Youtube-Originals, wo

es nochmal gepicht wurde. Dort haben

wir erklärt, wie das eigentlich gemeint ist.

Wir haben das zuerst nur für Deutschland

konzipiert. YouTube hat dann nach dem

Bilder: Ronny Barthel

14 www.erfolg-magazin.de . Ausgabe 02/2019 . ERFOLG magazin


Erfolg

Piloten gesagt: ‚Ey, hast du Bock, das international

zu machen?‘ Ja geil! Und ich lief

aber wirklich mit Anlauf gegen die Wand.

Wir hatten Strecken, in denen ich in 14

Tagen zehn und mehr Flughäfen auf verschiedenen

Kontinenten gesehen habe. Ich

habe plötzlich Dinge wie ein Arbeits visum

für die USA und zwei Reisepässe. Ich

wusste gar nicht, dass das überhaupt geht!

Ich habe mehrere lose Seiten aus Ländern,

die von sich selbst sagen ,Das können wir

nicht in Ihren Pass stempeln, weil Sie sonst

nirgendwo mehr reinkommen‘ wie Jerusalem

und hast du nicht gesehen. Ich habe

Banksy getroffen.

Wer oder was ist das?

Ein Künstler, dessen Gesicht keine Sau

kennt. Aber ich war an der Mauer, die Jerusalem

von Palästina trennt. Und da hat der

Typ ein Hotel, ein Kunstprojekt. Und dort

war er gerade, und hat an Hardcore-Nerds

kleine Mauerbröckchen, die er selber noch

designet hat, verkauft. Das waren alles Sachen,

wo du dir heute denkst ‚Alter ich

würde mich erschießen, sowas jemals erlebt

zu haben‘. Andererseits bin ich während

dieser neun Monate auch zehn Jahre

gealtert. Ich habe unglaublich viel gelernt,

vor allem Sachen, die ich anders machen

würde. Meine Kinder wurden in der Zeit

geboren, weil es Frühchen waren und ich

war nicht immer da, wie ich es gerne gewesen

wäre. Halleluja, fünf Jahre meines Lebens

habe ich da eingebüßt. Wirklich alles,

was du in fünf Jahre packen kannst, habe

ich da gemacht.

Wann kommt das raus?

Das ist mittlerweile auf Youtube Premium,

dieser Youtube-Bezahlaktion, raus. Laut

Medienberichten und Mediengerüchten

wird das ab nächstem Jahr aber für alle zugänglich.

Das kann man sich wirklich mal

geben. Gerade was die Bilder angeht und

was da geschaffen worden ist – nochmal

Props an die Leute, gerade die hinter der

Kamera. Es war fantastische Arbeit und

sieht wirklich sehr gut aus.

Hast du ein Erfolgsprinzip, das für dich

immer an erster Stelle steht und von dem

du sagst, "das lasse ich mir nicht nehmen?"

Was ich mir nicht nehmen lasse, ist etwas

gegen ‚Youtuber sein ist ja keine Arbeit‘

zu sagen. Wenn du langfristig erfolgreich

und kreativ arbeiten und dein eigener Herr

und Chef sein möchtest, dann musst du

Bilde dich, bilde dich weiter und

schau dir unbedingt immer mehr

als eine Quelle an.

Abstriche machen. Und die passieren in

erster Linie tatsächlich auf privater Ebene.

An die Leute, die sagen: ‚Das ist ja alles

nur Jux und Dollerei, Spaß und Spiel‘

– nö, ist es nicht! Du kommst einfach an

den Punkt, an dem du dich mit vielen unangenehmen

Dingen auseinandersetzen

musst. Ob Personalien, Steuern, Mietrechte,

wie bekommt man überhaupt ein

Studio zusammen? Alles Mögliche kommt

irgendwann auf dich zu. Das ist ein ganz

normaler Job. Wir sind Medienschaffende

und die meisten von uns sind nicht irgendwelche

Idioten, die sich vor ein Billy-Regal

setzen. Wir haben Firmen, Mitarbeiter,

Freunde, Familie und das Ganze greift

noch ineinander. Dann wird es besonders

spannend. Und ja – wir stehen zu hundert

Prozent hinter dem, was wir machen.

Wenn man das kann, dann macht man das

auch sehr lange.

Ja, das wird interessant, der erste Youtube-Opa,

der in Youtube gealtert ist.

Ach, das haben wir doch mittlerweile alles.

Wir haben ja schon Opas, die einfach in

YouTube reingeschubst worden sind. Wir

haben Leute wie die „Marmeladen-Oma“

und „Senioren zocken“. Jede Nische wird

bedient.

So wie damals Kinderstars im Fernsehen

erwachsen wurden. Das wird es ja auch

bei Youtube geben.

Kinder will keiner mehr sehen. Rentner

sind mittlerweile viel niedlicher.

ERFOLG magazin . Ausgabe 02/2019 . www.erfolg-magazin.de

15


Leben

Der fleischgewordene

amerikanische Traum

Von der Kellnerin zur bestbezahlten

Schauspielerin Hollywoods

Jennifer Joanna Aniston steht, wie

kaum eine andere Schauspielerin,

für die Erfüllung des amerikanischen

Traumes: von der Tellerwäscherin

zur Millionärin. Bevor

sie als eine der Hauptprotagonistinnen

in der weltweit bekannten Sitcom

„Friends“ Mitte der neunziger Jahre

erfolgreich wurde, verdiente sie ihre Brötchen

als Kurierin und

Kellnerin. Kaum etwas

deutete damals auf

ihre spätere Erfolgsgeschichte

hin. Aniston

ist die Tochter eines

griechisch-stämmigen

Schauspielers und einer

Amerikanerin, welche

selbst italienische,

schottische, griechische

und italienische Wurzeln

in sich vereinigte.

Ein multinationaler

Cocktail, der auch auf den Kinoleinwänden

der Welt gut ankommt. Nicht nur das,

sie wurde ab Mitte der Neunziger sogar

eine der führenden Stil-Ikonen für viele

Frauen auf der ganzen Welt. Aniston wird

regelmäßig vom US-Magazin People unter

die „50 schönsten Menschen der Welt“ gewählt.

2004 führte sie diese Liste sogar an.

Doch das ist bei weitem noch nicht alles,

was es über diese Frau zu sagen gibt.

Guinness-Buch-Rekord

Durch ihre schauspielerischen Fähigkeiten

wurden ihr Kritikerpreise wie der Emmy,

der Golden Globe und der Screen Actors

Guild Award verliehen. Natürlich zahlte

sich dies auch monetär mehr als aus. In

der finalen Staffel der Sitcom „Friends“

2004 bekam jeder der sechs Hauptdarsteller

eine Million Dollar pro Folge. Damit

schafften sie es sogar ins Guinness Buch

der Rekorde, mit der höchsten Gage, die

»Ich esse wirklich

gut und ich

trainiere, aber ich

gönne mir auch

etwas, wann ich

will. Ich hungere

nicht.«

bis dahin für Serienstars bezahlt wurde.

Bislang haben Anistons Filme weltweit eine

Gesamtsumme von über zwei Milliarden

US-Dollar eingespielt. 2007 schätzte das

US-Wirtschaftsmagazin Forbes Anistons

Vermögen auf 110 Millionen US-Dollar.

Jetzt könnte man sich fragen: Ist dieser erfolgreiche

Werdegang von Jennifer Aniston

einfach nur Glück oder gibt es Elemente, die

für unsere eigene Kommunikationsstrategie

nützlich sein könnten?

Anistons Superkraft

Als Schauspieler in

einem Film zu glänzen,

der durch Inhalt

und Dramaturgie besticht,

ist nicht die riesengroße

Kunst. Die

eigentliche Kunst besteht

darin, in einem

negativen Umfeld positiv

herauszustechen. Laut Time Out Magazine

habe Jennifer Aniston die seltene

Gabe, das Publikum auch dann für sich zu

gewinnen, wenn das Filmmaterial alles andere

als überzeugend ist.

Nehmen wir ein Fußballspiel, um die Idee

zu erläutern. In einer Mannschaft, die funktioniert,

wo alles nach Wunsch und Plan

abläuft, ist es nicht schwierig, die eigene

Leistung abzurufen. Wenn allerdings Sand

im Getriebe ist, sieht das schon ganz anders

aus. Wer sich hier vom Umfeld nicht negativ

beeinflussen lässt, sticht positiv hervor.

Das gilt für jeden Bereich. Am Ende setzen

sich Qualität und Einsatz durch.

Die Bühne des Lebens

Vielleicht stimmen Sie dem eben ausgeführten

Punkten zu. Doch wie genau übt

Aniston diese Wirkung aufs Publikum

aus? Schon der berühmte William Shakespeare

wusste, dass sich das Leben kaum

von einem Theaterstück unterscheidet:

„Die ganze Welt ist Bühne und alle Frauen

und Männer bloße Spieler, sie treten auf

und gehen wieder ab.“ Wie wir uns geben

und vor allem, was wir von uns geben, entscheidet,

wie wir wahrgenommen werden.

So weit, so einleuchtend.

Die Wirkung hängt, besonders bei Schauspielern,

sehr vom Aussehen ab. Oberflächlich

betrachtet würde dies zur Schlussfolgerung

führen: je schöner, desto besser.

Natürlich ist dies nicht der Fall. Es geht

darum, wie wir mit unserem Aussehen umgehen,

wie wir es einsetzen. Denn selbstverständlich

gibt es erfolgreiche Schauspieler,

die nicht dem gängigen Schönheitsideal

entsprechen. Dies gilt natürlich auch für jeden

anderen Bereich in unserem Leben. Es

wäre doch sehr traurig, wenn nur die Schönen

– wie auch immer wir dies definieren

– erfolgreich sein könnten. Unser Aussehen

können wir nur bis zu einem gewissen

Grad beeinflussen, unseren Umgang damit

jedoch zu 100 Prozent.

Heißeste Frau der Welt

Interessanterweise hat das US-Männermagazin

Men’s Health Jennifer Aniston 2011

zur „heißesten Frau aller Zeiten“ gewählt.

Die Juroren begründeten ihre Entscheidung

vor allem damit, dass sie über eine

bodenständige Persönlichkeit und ein

menschliches Liebesleben verfüge.

Diese Begründung ist doch mehr als spannend.

Kein sexy Boxenluder oder perfekte

Vorzeigemutter wird als anziehendste Frau

der Welt ausgewählt, sondern jemand mit

einer menschlich-verletzlichen Seite. Das

angesprochene Liebesleben zeigt keine

langanhaltende Erfolgsgeschichte, denn

oftmals war nach relativ kurzer Zeit wieder

Schluss mit der Beziehung. Diese Form des

Liebeslebens ist für viele Menschen nachvollziehbarer

als die ewige Liebe oder eine

perfekte Ehe, welche nichts und niemand

Bild: Depositphotos/Jean Nelson

16 www.erfolg-magazin.de . Ausgabe 02/2019 . ERFOLG magazin


Leben

Jennifer

Aniston

ERFOLG magazin . Ausgabe 02/2019 . www.erfolg-magazin.de

17


Leben

erschüttern kann. Das Leben hält eben

beide Seiten für uns parat. Aniston sagte

dazu: "Je größer deine Fähigkeit zu lieben

ist, desto größer ist auch deine Fähigkeit,

den Schmerz zu fühlen.“

Vom Traum zur Realität und zurück

Obgleich es fast nach Hollywood-Traumbeziehung

und -ehe aussah mit Brad Pitt,

war es damit auch nach fünf gemeinsamen

Jahren vorbei. Wir alle wissen, wie es sich

anfühlt, wenn eine Beziehung in die Brüche

geht. Dieses Wissen steht uns viel häufiger

zur Verfügung als der umgekehrte

Fall. Dennoch sind wir stets auf der Suche

nach der perfekten Liebe.

Die Marke Aniston funktioniert so gut,

weil wir ihr ihre Liebes- und Komödienrollen

abnehmen. Es kommt zu einer

Überlagerung privater und beruflicher

Elemente. Niemals würden wir ihr die

massenmordende Psychopathin von nebenan

abnehmen. Heiß ja, aber nicht authentisch.

Schon geht die Wirkung verloren.

Da hilft dann auch das Aussehen

nichts mehr. Aus diesen Gründen macht

es selten Sinn, sich zu verstellen und als

etwas anderes gelten zu wollen, was man

wirklich ist. Jennifer Aniston bringt diese

Tatsache sehr schön auf den Punkt: „Es

geht darum, bequem zu sein, einfach zu

sein und etwas tragen zu können und es

nicht tragen zu lassen. Es ist klassisch. Jedes

Mal, wenn ich versucht habe, mutig

und verrückt zu sein, fühle ich mich wie

eine japanische Zeichentrickfigur.“

Humor

Ein gewisser Grad an Souveränität im Umgang

mit der Welt macht ebenfalls sympathisch.

Was eignet sich da besser als Humor?

Natürlich hält das Leben für keinen

von uns nur schöne Situationen parat. Die

Konstruktion der Realität lässt dies einfach

nicht zu. Was sie jedoch zulässt, ist die Art

und Weise, wie wir mit Situationen oder

Schicksalsschlägen umgehen.

Auch Jennifer Aniston ist da keine Ausnahme.

Sie musste sehr früh in ihrem Leben

hinnehmen, dass ihre Eltern sich scheiden

ließen: „Die Scheidung meiner Eltern

habe ich mit viel Traurigkeit, Schmerz und

Schauspielerei, aber vor allem mit Humor

verbunden. Das war meine Art, mit all

dem umzugehen.“ Wenn der eigene Humor

auch als Schicksalskompensation angewandt

wird, verbindet er.

Auch ihre Aussage über die Ehe mit Brad

Pitt hat eine gewisse Komik, auch wenn sie

tragischer Natur ist, denn kurze Zeit später

waren sie geschieden: „Wir sind jetzt vier

Jahre verheiratet. Nach Hollywood-Zeitrechnung

ist das eine Ewigkeit!“

Jennifer Aniston zu

glücklichen Zeiten

mit Brad Pitt 2001.

»Weißt du, ich

habe Falten auf

meiner Stirn und

lächele, aber was

ist daran falsch?

Ich liebe es zu

lächeln.«

Michael Jagersbacher

ist Kommunikationstrainer, Unternehmer

und Buchautor. Auf seinem Blog unter

www.michael-jagersbacher.at gibt er Tipps,

wie man sympathischer wird und mehr

Profil erhält.

Sympathisches Selbstvertrauen

Der Erfolg der eigenen Selbstdarstellung

hängt natürlich von der Kompetenz ab. Jedoch

nicht nur. Wir können fachlich sehr

kompetent sein, doch die Sachen nicht auf

einer menschlichen Basis vermitteln. Wie

gefällt es Ihnen beispielsweise, wenn Sie

jemand – fachlich völlig korrekt – maßregelt

und von oben herab? Nehmen Sie

diese Kritik an oder blockieren Sie?

Leider kann dies auch umgekehrt funktionieren:

Wir sind sehr sympathisch,

deshalb hört man uns gerne zu. Zu sagen

haben wir aber nicht viel und schon

gar nichts Fundiertes. Im Idealfall jedoch

sind wir fachlich top und menschlich anziehend.

Dann dringen wir mit fachlich

gutem Input zum anderen durch. Die optimale

Kombination. Was wir benötigen, ist

die richtige Dosis an Selbstvertrauen.

Jennifer Aniston gelingt es sehr gut, Selbstvertrauen

zu signalisieren, ohne unsympathisch

zu wirken, als sie mal sagte: „Weißt

du, ich habe Falten auf meiner Stirn und

lächele, aber was ist daran falsch? Ich liebe

es zu lächeln“. Dies passt natürlich auch

perfekt zu ihrer Einstellung von Humor.

Weil sie für viele Frauen eine Stilikone ist,

wird sie oft auf ihr Aussehen angesprochen.

Ihre Antworten diesbezüglich sind

sehr sympathisch: „Schau, ich esse wirklich

gut und ich trainiere, aber ich gönne

mir auch etwas, wann ich will. Ich hungere

nicht. Du darfst mir weder meinen Kaffee

noch meine Molkerei oder mein Glas

Wein wegnehmen, weil ich dann am Boden

zerstört wäre.“ Wieder spielt sie uns

nicht das perfekte Hollywoodsternchen

vor, sondern zeigt uns einen Menschen

mit Leiden und Lastern. Einzig und allein

der Umgang macht uns zu sympathischen

Menschen oder nicht. So sagte Aniston:

„Du wirst verurteilt, wenn du zu dünn bist

und du wirst verurteilt, wenn du zu dick

bist. Laut Presse war ich beides. Es ist unmöglich,

es allen recht zu machen, darum

schlage ich vor, dass wir es nicht mehr versuchen.“

Fazit

Das Beispiel Jennifer Aniston zeigt, wie

mit Menschlichkeit gepunktet werden

kann. Obgleich sie alles erreicht hat, was

sich eine Schauspielerin wünschen kann,

wirkt es nie, als wäre sie vom Otto-Normal-Menschen

distanziert. Sie fällt positiv

auf, weil sie weiß, was sie kann, will und

wofür sie steht. Sie ist niemand, der uns

auf den Keks geht, sondern - im Gegenteil

- welche zugesandt bekommt, denn

einmal meinte sie: „Ich bekomme nichts

Seltsames wie Unterwäsche geschickt. Ich

bekomme Kekse.“

Bilder: Depositphotos/s_Bukley, Jagersbacher

18 www.erfolg-magazin.de . Ausgabe 02/2019 . ERFOLG magazin


Leben

Warum Egoismus

die Lösung ist

Nur wenn es mir gut geht, kann ich geben und auch nehmen

Bilder: Depositphotos/Phaendin

„Kluge Egoisten

denken an andere,

helfen anderen,

so gut sie können –

mit dem Ergebnis,

dass sie selbst

davon profitieren.“

Erschreckt man bei diesem Titel?

Wir müssen und sollten definieren.

All unsere Gedanken

sind Gedanken von anderen,

die wir übernommen haben.

Der Dalai Lama sagte uns zum Erkennen,

dass Egoismus Vorteile hat: „Kluge Egoisten

denken an andere, helfen anderen, so

gut sie können – mit dem Ergebnis, dass

sie selbst davon profitieren“

Lehnen wir den Gedanken ab, dass es

kluge Egoisten gibt?

Wenn wir in uns gehen, werden wir erkennen,

dass jeder Mensch ein Egoist ist. Wir

wollen alle gut sein bzw. erwarten, das andere

uns als gut empfinden. Wir wollen das

Richtige tun. Es soll uns gut gehen. Ist nicht

dies schon egoistisch? Ja! Ebenso sollten

wir uns fragen, ob Altruismus wahrlich

das Gegenteil von Egoismus ist. Eindeutig

Nein. Ein Altruist strebt nach Anerkennung.

Wir spenden z. B. Geld, lehnen uns

zurück und fühlen uns toll. Wäre Egoismus

nicht positiv, wenn wir nachverfolgen

könnten, wo meine drei Mark bleiben,

was damit geschieht? Egoismus ist eine

Lösung im Dasein. Je mehr Kraft ich für

mich selbst aufwende hat den Vorteil, dass

ich erkenne, dass ich das Verhältnis Geben

und Nehmen in Einklang bringen kann.

Nehmen wir doch mal eine Partnerschaft.

Beiden geht es nicht gut, sagen aber, wir

beide schaffen es gemeinsam. Erst wenn

ich als Partner egoistisch handele, dass es

mir besser geht, ziehe ich den anderen mit.

Egoismus bedeutet hierbei nicht, anderen

weh tun im Ehrgeiz, sondern, erst wenn

es mir als Individuum gut geht, kann ich

geben und auch nehmen. Wir haben doch

auf dieser Welt die verdammte Pflicht, das

es uns gut geht. Da wäre Egoismus in vernünftiger

Definition genau die richtige Lösung.

Wir sollten unser Hirn defragmentieren,

wie es der Computer eigenständig

kann. Unwichtiges, uns Belastendes raus,

neu definieren und Sorge dafür tragen,

dass es mir/uns gut geht. Nonnen z.B. tun

Gutes. Sie pflegen uns, sind nett. In der Priorität

des Handelns steht jedoch, Gott mit

guten Taten zu schmeicheln. Altruismus

ist kaum eine Lösung, nicht verurteilenswert,

jedoch ebenso egoistisch. Als sich

unser Kehlkopf vor 1,5 Millionen Jahren

senkte, damit Stimmbänder frei wurden,

begann es eigentlich. Der Neandertaler

konnte Laute von sich geben. Er erkannte,

dass die großen Tiere keine Angst hatten.

Durch das Brüllen machte er sich Mut für

„Ich habe aus egoistischen

Gründen gehandelt,

da ich mir ansonsten

ein Leben lang

Vorwürfe gemacht hätte,

nicht geholfen zu haben.“

den Angriff und belog sich eigentlich egoistisch.

Es klappte, er konnte sich als Fleischesser

ernähren. Begann etwa zu dieser

Zeit evolutionär dieser gewisse Egoismus?

Beispielgebend, das Egoismus eine Lösung

zum Wohlbefinden beiträgt, möchte ich

durch Abraham Lincoln als amerik. Präsident

nennen. Gleichzeitig benennen, dass

Altruismus ebenso Egoismus ist. Lincoln

fuhr mit der Kutsche und sah, dass eine

Sau mit ihren Ferkeln im Schlamm steckten

und die Mutter ihren Ferkeln nicht

mehr helfen konnte. Lincoln stieg aus, befreite

die Ferkel und übergibt sie der Sau.

Lincoln wurde gelobt, als Held gefeiert für

sein altruistisches Handeln. Er überlegte

und sagte nur: „Ich habe aus egoistischen

Gründen gehandelt, da ich mir ansonsten

ein Leben lang Vorwürfe gemacht hätte,

nicht geholfen zu haben“. Was möchte ich

eigentlich sagen? Wir sollten uns davon

abkehren, den Egoismus in jedem Fall als

verurteilenswert zu betrachten und hierbei

in vielen Dingen den Egoismus als Lösung

von Problemen zu erkennen. Wenn

wir frei von emotionaler Abhängigkeit

sind, kann Egoismus auch in Bereichen

einer kleinen Gemeinschaft wie Ehe und

auch in der Gesellschaft als Lösung betrachtet

werden.

Manfred

Behrendt

war früher Boxer, ist mehrfacher Buchautor

und lebt in der Türkei

ERFOLG magazin . Ausgabe 02/2019 . www.erfolg-magazin.de

19


Erfolg

Durch Youtube

zum Popstar

Mike Singer ist der neue deutsche Justin Bieber

und bringt die Fans zum Kreischen

INTERVIEW

Wann hast du mit dem

Singen angefangen?

Da war ich so ungefähr

elf, zwölf Jahre alt. Da

hab' ich probiert, eigene

Songs zu schreiben, mich aufzunehmen

und es meinen Freunden zu zeigen. Das

war auf jeden Fall sehr spannend.

Weißt du noch, aus welchen Beweggründen

du das gemacht hast?

Ich weiß noch ganz genau, dass ich damals

ganz viel ausprobiert habe. Ich hab Taekwondo

gemacht, dann hat mir das nach

ein paar Monaten nicht mehr gefallen.

Dann hab' ich Fußball gespielt, das mir aber

auch nicht mehr so krass gefallen hat. Und

dann kam irgendwann die Musik. Als ich

klein war, hab' ich immer vorm Fernseher

irgendwelche Sachen nachgesungen. Und

irgendwann gab es dann auch Youtube. Da

hab' ich mir Songs von Chris Brown angeguckt,

zum Beispiel Live-Auftritte. Und

hab' probiert seine Sachen nachzusingen.

Mein erster Song war „With you“ von Chris

Brown. Und damit hat es dann angefangen,

dass ich selbst Songs geschrieben habe.

Du hast ja zweifelsohne viel Talent. Hast

du denn trotzdem viel geübt oder hast du

es dem Zufall überlassen?

Ich übe immer noch. Ich glaube, das gehört

auch dazu. Wenn du nicht übst,

kannst du niemals der Beste sein. Und ich

probiere einfach alles zu geben und so gut

wie möglich zu sein. Deswegen nehme

ich jetzt auch Gesangsunterricht, weil ich

perfekt mit meiner Stimme umgehen will.

Es wird schon immer besser, aber es kann

immer besser sein.

Du bist wie Justin Bieber ein Youtube-Phänomen.

Wie setzt du die verschiedenen

Social-Media-Plattformen ein?

Natürlich benutze ich Snapchat und Insta-

Story, um mit meinen Fans in Kontakt zu

sein. Das finde ich auch cool. Wenn es

das nicht gäbe, dann wäre es komisch, ich

könnte gar nicht mit meinen Fans kommunizieren.

Klar zeige ich immer viel

aus meinem Leben: wenn ich im Studio

bin und mit meinen Freunden oder der

Familie unterwegs bin. Aber auch auf der

normalen Plattform von Instagram kann

Julien Backhhaus (links) unterhielt sich

mit Popsänger und Songwriter Mike

Singer über seine Musikerfolge.

ich viel zeigen. Ich bin dankbar, dass es so

etwas gibt. Youtube ist mega geil, um meine

Songs und Videos rauszubringen und

allgemein zu zeigen, was abgeht.

Das heißt, du arbeitest viel mit Stories,

um das Ganze lebendig zu machen. Du

willst gar nicht einen so großen Abstand

zum Publikum haben?

Auf jeden Fall, ich finde, die Nähe zu den

Fans ist wichtig. Bei Youtube bringe ich

nur meine Musik raus. Aber bei Instastory

probiere ich schon mehr zu machen.

Wenn du das Wort „Erfolg“ hörst: Woran

denkst du da?

Erfolg ist für mich, wenn du viel gearbeitet

hast, und erreichst, was dich glücklich macht.

Gibt es denn auch den Geschäftsmann

Mike Singer?

Ich probiere auf jeden Fall, selbst viel zu

produzieren. Seit ich zwölf bin, bin ich da

schon drin. Ich sehe, wie mein Produzent

und Manager arbeiten, kriege alle Telefonate

mit. Natürlich kenne ich mich da

auch schon ein bisschen aus. Gerade die

Musikbranche ist da mega weitläufig und

offen für mich, weil ich alles verstehe.

Es gibt unterschiedliche Ansätze: Die

einen wollen nur Künstler sein, sich auf

ihre Musik konzentrieren und alles andere

sollen die anderen machen. Und

dann gibt es die anderen wie Jay-Z, die

auch selber geschäftlich aktiv werden

und Marken drumherum aufbauen...

Es ist so, dass ich probiere, selbst viel in die

Hand zu nehmen. Aber ich nehme gerne

Tipps an: gerade von meinem Management

und meinen Eltern. Aber ich denke,

mit der Zeit kommt das noch mehr, ich bin

ja gerade erst 19 Jahre alt.

Du hast es schon ein bisschen anklingen

lassen: Hast du Mentoren oder Leute, die

dich begleiten, auf deren Wort du wert

legst?

Auf jeden Fall meine Eltern. Ich habe mit

meinen Eltern ein mega gutes Verhältnis. Da

bin ich echt froh drüber. Und ich kann mit

denen über alles reden, sie sind meine besten

Freunde. Mein Manager auf jeden Fall, weil

ich mit dem jeden Tag unterwegs bin. Dem

vertraue ich einfach blind. Und auch meine

Bilder: Privat, Robert Wunsch/Warner Music

20 www.erfolg-magazin.de . Ausgabe 02/2019 . ERFOLG magazin


Erfolg

Ich probiere einfach

alles zu geben und so gut

wie möglich zu sein.

ERFOLG magazin . Ausgabe 02/2019 . www.erfolg-magazin.de

21


Erfolg

Freunde, die ich schon kenne, bevor ich angefangen

habe Musik zu machen.

Wie alt sind deine Eltern?

Mein Dad ist 40 geworden und meine

Mum ist 38.

Du hast 2015 allein angefangen und

deine ersten Sachen allein produziert.

Genau. Ich hab' einen Laptop gehabt und

ein Klavier. Und hab' da einfach probiert mit

meinem Mikro was aufzunehmen. Das war

natürlich nicht perfekt, aber es hat gereicht,

um Sachen auf Youtube hochzuladen.

Wenn du

nicht übst,

kannst du

niemals der

Beste sein.

Cool. Das heißt, du hast es aber noch relativ

lange allein gemacht, obwohl du da

schon mega Erfolg hattest, oder?

Mega erfolgreich war das jetzt auch nicht.

Mein erstes Video habe ich bei Facebook

hochgeladen, um meinen Freunden zu

zeigen: Ich mache Musik. Und alle haben

cool darauf reagiert. Irgendwann habe

ich kleine Videos für Youtube gedreht. Da

habe ich Hilfe von Freunden bekommen.

Dann kam mein Management, dann eine

Plattenfirma.

Die kamen durch Youtube auf dich zu?

Genau, durch andere Youtuber, die mich

dort gesehen und angeschrieben haben.

Und die haben gesagt: 'Mein Manager

würde gern mit dir reden und sich mit dir

treffen.' Da war ich gerade 13 und erstaunt,

dass mich die Leute anschreiben und ich

nach Köln musste zum Management. Das

war riesig für mich, mit meinen Eltern.

Dann haben wir die ersten vier professionellen

Songs aufgenommen in einem richtigen

Studio. Das war mega fett für mich.

Ich war noch sehr schüchtern und hab'

mich gar nicht getraut, vor meinen Eltern

und meinem vielleicht künftigen Manager

und Produzenten zu singen. Das war erst

komisch, aber ich kam da immer mehr

rein. Dann haben wir die ersten professionellen

Videos gedreht. Da waren Schauspieler

dabei und Kameras.

Für Eltern ist es bestimmt nicht leicht.

Die müssen sich da entscheiden: Erlauben

wir das dem Kind? Haben die dir

mal was darüber erzählt, wie die sich gefühlt

haben?

Das Gute ist: Meine Eltern haben mich

bei allem unterstützt. Wie ich schon gesagt

hab': beim Fußballspielen, beim

Kampfsport und egal wobei. Und dann

kam die Musik, und die haben mich auch

unterstützt und fanden das schön. Aber

sie haben auch aufgepasst, mit welchen

Leuten ich zusammen bin. Bis ich 16 war,

22 www.erfolg-magazin.de . Ausgabe 02/2019 . ERFOLG magazin


Erfolg

Bilder: Robert Wunsch/Warner, Cover: Warner Music Germany

war mein Vater bei fast jedem Termin dabei

– auch im Studio. Da hat man sich gut

verstanden, mit meinem Manager und

Produzenten. Wir haben da ein Vertrauen

aufgebaut. Und irgendwann sind meine

Familie und die Familie meines Managers

zusammen in den Urlaub geflogen, weil

wir uns so gut verstehen. Es ist keine geschäftliche

Beziehung mehr zwischen uns,

sondern eine familiäre. Das ist wichtig.

Wenn das nicht so wäre, würde das Ganze

keinen Spaß machen.

Würdest du das genauso weiter machen,

auch wenn du weniger kommerziellen

Erfolg hättest?

Mir ist es auf jeden Fall sehr wichtig, dass

ich mit jedem aus meinem Team sehr gut

befreundet bin. Mein Schlagzeuger ist einer

meiner besten Freunde und mein Gitarrist

ist genauso alt wie ich und wir verstehen

uns gut. Wie schon gesagt: Wenn es

nicht so wäre, würde es keinen Spaß machen.

Warum soll man es sonst machen?

Als Musiker ist man oft extremen

Meinungen ausgesetzt:

zum Beispiel auf Youtube und

anderen sozialen Medien. Der

eine feiert es total und der andere

findet es doof und kritisiert.

Wie geht man mit so etwas um

und ist man als junger Mensch

heute besser darauf vorbereitet?

Natürlich hat es mich früher echt abgefuckt,

wenn jemand etwas Schlimmes geschrieben

hat. Ich war dann traurig. Aber

heutzutage gar nicht mehr. Ich sehe, es gibt

so viel positives Feedback. Und dann gibt

es immer wieder Leute, die auch mal was

Schlechtes sagen. Aber das ist, glaube ich,

bei jedem Job so. Ich glaube, bei Ihnen ist

es genauso, dass es viele Leute gibt, die es

mögen, was Sie machen, und viele, die es

nicht mögen. Da muss man mit klarkommen

und drüberstehen. Das ist ja nichts

Schlimmes. Die Leute sind ja anonym.

Aber das ist ein langer Prozess, oder?

Auf jeden Fall. Ich habe lange gebraucht, das

zu checken. Ich war früher sehr schüchtern

und hab' mich wenig getraut. Mit der Zeit,

mit der Musik, den ganzen Terminen und

den Interviews wurde ich immer selbstbewusster.

Das ist echt wichtig.

Aber so richtig wird man nicht darauf

vorbereitet, oder? Wird man in der

Schule darauf vorbereitet, wie man mit

sozialen Medien umgeht? Ich habe gehört,

viele haben psychische Probleme

dadurch.

In der Schule wird man,

glaube ich, gar nicht darauf

vorbereitet. Das

Ding ist, dass bei jedem

ein Social-Media- Leben

stattfindet, gerade bei

den Jugendlichen. Ich

denke schon, dass es

Menschen gibt, die

traurig werden, wenn sie schlechte Kommentare

lesen. Jeder merkt aber mit der

Zeit, dass es nur das Internet ist und nicht

das wahre Leben. Und dann checkt man

schnell, was echt ist und was nicht. Und

positives Feedback ist meistens immer

echt.

Ich möchte am

liebsten mein

ganzes Leben lang

Musik machen.

Magst du auch darüber sprechen, was du

demnächst noch vorhast?

Ich möchte am liebsten mein ganzes Leben

lang Musik machen.

Auch internationale?

Ja, ich habe einen Song auf Englisch gemacht,

das war „Bella Ciao“. Es hat mir

Spaß gemacht, aber im Moment fühle

ich mich noch in meiner Muttersprache

am wohlsten. Ich bin sowieso ganz locker

drauf. Mein neues Album heißt „Trip“, damit

will ich einfach nur sagen: Es ist wie

eine Reise durch die ganze Musiklandschaft,

weil ich nicht in einer Schublade

stecken will. Ich will alles mal ausprobieren,

weil ich auch privat sehr viel

Musik höre. Ich höre ganz viel

Hip Hop, denn jeder Song hat

ein paar Hip-Hop-Einflüsse drin.

Es gibt Pop-Songs und es gibt

Balladen. Ich bin da ganz offen.

Es kann sein, dass ich in ein paar

Monaten denke: „Ich hab' Bock

auf Englisch zu singen.“ Dann

mache ich das.

Und Kooperationen hast du auch schon

angefangen. Hast du Lust, das regelmäßig

zu machen?

Da habe ich mega Bock drauf. Ich kenne

ein paar amerikanische Künstler, mit denen

ich ein paar Sachen gemacht habe.

Aber auch von deutschen Leuten, die Musik

machen, habe ich auf dem Album ein

paar Features drauf, die ich feiere und auf

die ich stolz bin, weil ich Fan von den Leuten

bin.

Du hast mittlerweile eine große Reichweite

und wirst bekannter. Könntest du

dir vorstellen, dass du Leute auf dein

Album nimmst, die Newcomer sind?

Das ist auf jeden Fall eine coole Idee. Ich

will Menschen die Fläche bieten, die ich

damals erst nicht hatte. Wir haben zum

Beispiel schon eine Tour gespielt mit drei

Support-Acts.

ERFOLG magazin . Ausgabe 02/2019 . www.erfolg-magazin.de

23


Erfolg

HEIKE DRECHSLER

Einfach nochmal

neu anfangen

Wie sehen Sie das Thema

Emotion für sich

und für Ihr Leben?

Ich denke, das ganze

Leben hat so viele

Überraschungen, Aufs und Abs. Es ist

immer bekleidet mit Emotionen und mit

Gefühlen. Gemessen am Sport erlebt man

diese Emotionen sehr stark. Niederlagen

und Erfolg liegen sehr eng beieinander

und diese Gefühle, die man dann in dem

Moment entwickelt,

bewegen

einen und bringen

einen auch

weiter. Also ohne

Emotionen geht

»Ich habe geglaubt

und der Wille war

stark und die

Motivation

natürlich auch.«

es überhaupt

nicht.

Wenn Sie sich so

spontan Gedanken

machen zu "Emotionsmanagement",

wie würden Sie das für sich definieren?

Emotionsmanagement ist Kontrolle über

Emotionen, über Gefühle. In bestimmten

Momenten ist es gut, eine Selbstkontrolle

zu haben, dass man nicht in Gefühlsausbrüche

kommt. Denn das könnte die Emotionen

so übersteigen, dass vielleicht das

Denken reduziert ist.

In welchem Bezug stehen Professionalität

und Emotion aus Ihrer Sicht zu einander?

Professionalität klingt immer sehr abstrakt,

ist aber viel mit Emotion verbunden.

Ich denke, das schließt beides ein.

Man kann es nicht voneinander trennen.

Absolut. Menschen, die Sie beeindrucken:

Wie gehen diese mit Emotionen um?

Unterschiedlich. Jeder hat einen gewissen

Charakter und ist geprägt von Kindesbeinen

an, sodass Emotionen sehr unterschiedlich

sein können. Für mich ist immer

beeindruckend, wenn man zum Beispiel in

der Politik Meinungen vertritt, diese nach

außen bringt und genau weiß, man hat auf

der anderen Seite nicht nur Menschen, die

das mögen, sondern auch diejenigen, die

einen verachten, die einen auspfeifen. Diese

Selbstkontrolle, die der jenige haben muss,

dieses Selbstbewusstsein oder Selbstwertgefühl,

dass die Dinge, die ich jetzt in dem

Moment tue, richtig sind und ich dazu stehe

und mich emotional nicht beeindrucken

lasse und meinen Weg gehe – das ist unwahrscheinlich

spannend.

Welche Emotionen mögen Sie am liebsten?

Wenn ich ins Stadion gehe, und bei der

Leichtathletik beobachte, wie Athleten

über sich selbst hinauswachsen - das ist

so ein Glücksgefühl. Man freut sich für

die Anderen. Das ist eine Glücksemotion.

Auch wenn man großartige Musik hört.

Klassik. Da bekomme ich Gänsehaut.

Oder wenn man was Gutes geschafft hat

für sich. Wenn man den inneren Schweinehund

überwunden hat und überglücklich

ist, dass man das geschafft hat, weil

man am Anfang nicht wusste, wie schwer

das sein würde. Und dann die gegenseitige

Achtung, natürlich mit den Dingen, die

Menschen tun. Und Authentizität: Wenn

man Dinge nach außen vertritt, die Einstellung

zu seinem Umfeld, wie man miteinander

umgeht.

Und wie fühlt sich das an für Sie, wenn

Sie oder wenn andere authentisch sind?

Dann sind sie ehrlich für mich. Das ist

Carmen Uth

ist Expertin für

Emotionsleadership

und Geschäftsführerin

von chancemotion ®

und führte

das Interview.

Glaubwürdigkeit. Ich hinterfrage, wenn

man eine Person des öffentlichen Lebens

ist, sind sie jetzt nur so, weil die Kamera

da ist oder sind sie auch so im „wahren“

Leben? Man kriegt es sehr schnell raus.

Mich beeindrucken Menschen, die viel

geleistet haben und so bodenständig sind,

dass sie andere auch wertschätzen können.

Nicht nur in sich selbst vergraben sind.

Der Glaube, für Prinzipien zu kämpfen.

Das sind Charaktereigenschaften, die einfach

zum Leben und zum Zusammenleben

dazugehören - die selbstverständlich sein

sollten.

Das sollte wirklich selbstverständlich

sein. Vorhin haben Sie Beispiele genannt,

wo Sie sich gute Emotionen herholen und

was Sie konkret dafür tun. Aber es gibt ja

auch Emotionen, die uns Kraft nehmen,

die uns blockieren. Wenn Sie auf Ihr

Leben zurückblicken, was wäre denn so

eine Situation, zu der Sie sagen, da war

ich richtig im Schlamassel, da waren die

Emotionen nicht wünschenswert?

Die gab auch. Ich bin ein DDR-Kind und

habe die Wende erlebt. Damals war ich –

naja, im Schlamassel würde ich es vielleicht

nicht nennen - aber ich war total im

Umbruch mit mir selbst und im Bruch mit

vielen Sachen, die vorher für mich Bedeutung

hatten. Die hatten auf einmal einen

ganz anderen Wert oder wurden von außen

anders bewertet. Und da kamen schon

öfters Gefühle der Ohnmacht hoch. Wo

gehöre ich hin? Was bin ich eigentlich? Da

gab es durchaus Momente, in denen ich

innerlich sehr emotional, vielleicht auch

manchmal falsch reagiert habe. Wo ich

mich eher verschlossen habe. Da hatte ich

auch teilweise eine innerliche Zerrissenheit.

In gewisser Weise war ich unnahbar.

Halt hatte ich immer sehr stark im engsten

Familienkreis, weil es für mich so eine Art

Schutz war. In dieser sehr bewegten Zeit,

war nicht unbedingt jede Situation immer

sehr positiv. Es war ein Lernprozess. Und

das gehört auch dazu. Dieses Lernen, zu

Bilder: Uth, Pro-X-Walker

24 www.erfolg-magazin.de . Ausgabe 02/2019 . ERFOLG magazin


Erfolg

Heike Drechsler

gehört zu Deutschlands erfolgreichsten Leichtathleten.

Sie holte 1992 und 2000 bei den Olympischen Spielen die

Goldmedaille im Weitsprung. Davor gewann sie 1986 Gold im

200-Meter-Lauf, bei der WM 1987 Silber über 100 Meter, und

1988 bei Olympia Bronze über 100 und 200 Meter. 1990 folgte

Europa-Silber über 200 Meter. Daneben war sie als Siebenkämpferin

auf Europaeebene erfolgreich.

ERFOLG magazin . Ausgabe 02/2019 . www.erfolg-magazin.de

25


Erfolg

Was hat Sie denn durch diese Zeit getragen?

Was hat Ihnen geholfen, sich orientieren

zu können und tatsächlich so damit

umgehen zu können, dass Sie heute

sagen können, ich habe damals gelernt

und auch heute lerne ich? Was hilft Ihnen

auch heute, sich in solchen Situationen

zu orientieren, um das tatsächlich

als Lernchance zu verstehen?

Für mich waren natürlich die Familie, die

Freunde in der Zeit unwahrscheinlich

wichtig. Die haben mir auch einen Weitblick

gegeben. Wir hatten in der DDR viele

Freunde und ich habe im Prinzip meinen

Glauben an mich selbst auch nicht verloren.

Ich habe da angesetzt, wo ich 1988

aufgehört hatte. Ich habe mir gesagt, ich

bin noch sehr jung und möchte es einfach

»Wenn ich denke

ich kann das nicht,

dann werde ich mich nie

weiterentwickeln.«

verstehen, was die DDR war und welchen

Stellenwert der Sport dort hatte. Das hat

lange Zeit gedauert. Ich habe mich damit

auseinandersetzen müssen. Das war unbequem.

Da waren viele Verletzungen,

auch Risse, die ich erstmal nicht verstehen

konnte. Deswegen kam es natürlich auch

manchmal zu Gefühlsausbrüchen. Wut

und Hass. Vielleicht mir selbst gegenüber

auch eine gewisse Unzufriedenheit, wie

ich die Dinge löse. Es waren viele Sachen,

die da eine Rolle spielten. Zu der Zeit bin

ich auch Mutter geworden. Es kam alles

geballt zusammen. Es war alles wahnsinnig

bewegt bei mir. Wenn man manchmal

überspannt ist und vielleicht dann auch

Dinge sagt, die man hätte vielleicht nicht

so sagen sollen, da lernt man dann einfach

dazu. Und ich glaube, solche Situationen

hat man im Leben öfters mal. Das war für

mich eine wahnsinnige Zeit, so wie ich das

erlebt habe, gerade in dieser Wendezeit.

So viele Emotionen, die da waren, so eine

Power – ich glaube, ich werde das wahrscheinlich

gar nicht mehr so erleben.

Das ist bestimmt auch gar nicht schlecht,

wenn es so ist und bleibt. Muss ja nicht

unbedingt sein, oder?

Nein. Aber wie gesagt, das war in den jungen

Jahren. Das gehört einfach zu mir. Jeder

hat so sein Päckchen zu tragen und muss

damit umgehen oder sollte damit umgehen.

Für mich war es aber positiv. Ich habe daraus

sehr viel Positives mitgenommen.

nochmal probieren mit dem Sport und

fange einfach nochmal von vorne an. Und

das war meine Chance. Ich habe wirklich

nach der Geburt meines Sohnes nochmal

neu angefangen, auch mit dem Risiko, dass

es vielleicht hätte schief gehen können.

Aber ich habe geglaubt und der Wille war

stark und die Motivation natürlich auch.

Und dazu hatte ich auch noch mein Studium

in der Zeit. Der Wille und die Leidenschaft

natürlich für meinen Sport waren

groß - auch jetzt noch. Ich glaube, das war

auch das Erfolgsrezept, dass es dann nochmal

zehn Jahre funktioniert hat. Ich bin

auch ganz stolz drauf, dass ich den Weg

durchgegangen bin. Er war nicht einfach,

aber in der Zeit stand die Familie sehr eng

beisammen. Wir hatten auch Freunde in

der alten Bundesrepublik, die uns geholfen

haben. Woraus ich dann wirklich wieder

stark hervorgegangen bin und auch meinen

Weg gesehen habe.

Welche Rolle spielen gerade in solchen

Situationen Bedürfnisse?

Ich glaube, wenn die Grundbedürfnisse

gegeben sind, dann kann man sich auch

weiterentwickeln. Ich habe ein sehr gutes

berufliches Umfeld, sodass ich natürlich

auch nach oben schauen konnte. Die Barmer

war über Jahre mein Partner und noch

zu meiner aktiven Zeit an meiner Seite. Die

haben die Bedingungen möglich gemacht,

dass ich meinen Sport weitermachen konnte.

Ich bin ganz stolz, dass ich diesen Partner

hatte, sonst wäre ich vielleicht nicht

2000 Olympia-Siegerin geworden.

Bilder: Asics, Henrik Wiemer Vorwerk

26 www.erfolg-magazin.de . Ausgabe 02/2019 . ERFOLG magazin


Erfolg

Ein starker Partner, der Bedürfnis nach

Sicherheit und Halt erfüllt hat?

Ja. Sicherheit. Halt. Das ist wichtig. Nur

wenn man Sicherheit und Halt hat, kann

man sich auch weiterentwickeln, als wenn

man ständig Angst haben muss, seinen Arbeitsplatz

zu verlieren. Dann ist man immer

nur beschäftigt damit, dieses Bedürfnis

zu erfüllen, die Sicherheit zu haben. Es

ist für mich nicht unbedingt das Finanzielle.

Das sind eher diese menschlichen

Bereiche.

Dann ist man emotional und auch in der

Grundhaltung frei.

Ja. Man kann den nächsten Schritt tun, gelassener

mit Dingen umgehen, wenn man

eine gewisse Sicherheit hat, gerade wenn

man Familie hat, dass man nicht immer von

der Hand in den Mund leben muss. Wenn

man von Bedürfnissen spricht, gehört auch

die Zugehörigkeit zu einer Gemeinschaft

dazu. Ich finde das unwahrscheinlich wichtig,

dass man sich gegenseitig unterstützt.

Auch in Phasen, in denen es einem mal

nicht so gut geht. Gerade wenn die Eltern,

die auch älter werden, wissen, man ist für

sie da.

Und wenn wir jetzt mal in Richtung Ziele

schauen? Wie würden Sie das in Verbindung

setzen, Bedürfnisse und Ziele? Gehört

das zusammen?

Ja. Es kommt immer auf die Definition für

sich selbst an. Mein Bedürfnis ist, immer

viel Sport zu treiben, um gesund zu bleiben.

Dafür tue ich auch was. Und ich weiß,

wenn ich gesund bin, dann schaffe ich

auch andere Dinge. Ziele gehören immer

dazu. Ohne Ziele ist es, als wenn man in

einem leeren Raum steht und man dreht

sich im Kreis. Und dann wird man schnell

von anderen gelebt. Deswegen muss man

immer schauen: Was sind meine eigenen

Ziele, Bedürfnisse? Wo will ich hingehen?

In welche Richtung möchte ich mich bewegen?

Und wie gesagt, mein Ziel und Bedürfnis

ist es, gesund zu bleiben und vielen

Menschen meine Erfahrungen weiterzugeben,

dass andere auch den Weg schaffen,

den inneren Schweinehund überwinden,

sich mehr bewegen und etwas für die eigene

Gesundheit tun.

Im Alltag vergessen wir das gerne. Was

unterstützt Sie in Veränderungsprozessen

auf einer Linie zu bleiben. Also sich

neu auszurichten und neue Wege gehen

zu können?

Es ist immer ein Lernprozess. In unserer

Firma wachsen jetzt die digitalen Anforderungen

ungemein und damit auch der

Erfahrungsschatz, den man selbst mitbringt.

Es ist ganz wichtig, dass man neugierig

bleibt, dass man sich nicht zubaut

und einfach zumacht. Wenn ich denke,

ich kann das nicht, dann werde ich mich

nie weiterentwickeln. Also, offen bleiben!

Ich bin nicht mehr so jung. Deshalb, dass

man immer den Zugang zu jungen Menschen,

ihren Ideen hat. Dass man seinen

»Nur wenn

man Sicherheit

und Halt hat,

kann man sich

auch weiterentwickeln.«

Erfahrungsschatz mit den jungen Leuten

teilt und weiterentwickelt. Dass die Neugier

erhalten bleibt. Natürlich kann man

durchaus seine Meinung haben oder wenn

der Weg falsch ist, kann man das für sich

entscheiden. Man sollte trotzdem zuhören

können und auch verstehen, was andere

Ideen bewirken können und welche Konsequenzen

sie bringen. Und diese Ideen

auch für sich annehmen. Man kann probieren.

Was kann schon passieren? Man

sagt Ja oder man sagt Nein. Aber wenn

man sich dagegen sträubt, dann bleibt

man irgendwo auf der Strecke und das ist

irgendwo schade. Dann wird man alt.

Das glaube ich auch. Wenn Sie eine

Entscheidung treffen möchten, sind Sie

dann sehr fokussiert oder sind Sie offen

für Optionen? Versuchen Sie kreativ,

breit, weit zu denken und sich möglichst

viele Ideen anzuschauen und eine größere

Perspektive für sich aufzubauen?

Das ist unterschiedlich. Wenn es um langfristige

Themen geht, dann schaue ich ganz

genau hin, wie ich das für mich realisieren

kann und hole mir natürlich auch andere

Ideen rein, um dann daraus eine Entscheidung

zu treffen. Aber manchmal sind es

auch Bauch-Entscheidungen, dass man

spontan das Gefühl hat, das ist jetzt richtig.

Meistens hat mir mein Bauchgefühl gesagt,

dass es richtig war, diese Entscheidung zu

treffen. Aber sicherlich schaut man bei

langfristigen Projekten noch mehr dahinter,

weil man weiß, welche Konsequenzen

das hat, wenn man eine falsche Entscheidung

trifft. Entscheidungen sind immer

schwierig. Bei den Großen sollte man sich

mehr Zeit nehmen und bei den Kleinen

kann man aus dem Bauch reagieren.

In der schweren Zeit nach dem Mauerfall

hat Ihnen geholfen, mit Ihrer Familie

und Menschen, denen Sie nahe sind, zu

sprechen. Was hilft Ihnen heute, wenn

Sie mal in einer Emotion sind, die nicht

so prickelnd ist? Wie holen Sie sich raus?

Immer noch über Freunde und Familie.

Ich rede dann mit ihnen, lasse sie teilhaben.

Ich lasse sie auch kritisch das Ganze

von außen sehen. Das hilft mir, besser damit

umzugehen. Es ist ganz wichtig, wenn

man Sorgen und Probleme hat, dass man

für sich auch Möglichkeiten findet, das teilen

zu können. Dass man auch mal andere

Ideen in den Kopf bekommt und für sich

wiederum annimmt oder eine Entscheidung

nimmt und damit umgeht.

Emotionale Selbstführung. Zu Beginn

sagten Sie, Emotionsmanagement hat

etwas mit Selbstkontrolle zu tun. Ist das

ERFOLG magazin . Ausgabe 02/2019 . www.erfolg-magazin.de

27


Erfolg

»Ich habe wirklich

nach der Geburt

meines Sohnes nochmal

neu angefangen,

auch mit dem Risiko,

dass es vielleicht

hätte schief gehen

können«

wichtig, wenn man mit anderen Menschen

zusammenarbeitet oder vielleicht

sogar eine Führungsrolle hat?

Ja. Ich bin ja ein sehr empathischer

Mensch. Wenn man Führungskraft ist,

spielt das eine wichtige Rolle. Man sieht

seinen Mitarbeiter, der die fachliche Kompetenz

hat, aber man sollte auch emotional

reagieren, wenn Sorgen da sind, wenn es

einem nicht gut geht.

Wechseln wir die Perspektive: Wie sorgen

Sie dafür, dass es Ihnen gut geht?

Ich versuche, wenn ich stressige Tage

habe, ruhige Tage einzubauen. Diese

Wechsel sind einfach wichtig. Das kenne

ich durch den Sport: Anspannung. Entspannung.

Und so ist auch meine Woche.

Wenn ich sehr viel reise - ich bin deutschlandweit

unterwegs - dann habe ich auch

Druck. Wenn ich wieder Zuhause oder

bei mir in Büro bin, versuche ich andere

Dinge zu machen, die ein bisschen entspannter

sind. Über meinen Sport habe

ich natürlich meinen Ausgleich. Ich gehe

gerne raus. Nach einem anstrengenden

Tag sieht man mich im Wald joggen - um

einfach die Natur zu genießen und runterzukommen,

zu entspannen. Meinen

Tagesablauf, meinen Rhythmus, habe ich

so ausgerichtet, dass ich da wirklich gut

durchkomme. Manchmal ist auch eine

Auszeit ganz gut, dass man am Wochenende

sagt, ich war jetzt viel unterwegs

und brauche jetzt auch mal Ruhe und

Entspannung. Da kann es auch mal sein,

dass ich auf der Couch liege, das ist auch

okay. Ich finde trotzdem aktive Erholung

klasse. Wenn man einen Garten hat, sollte

man raus gehen. Abschalten vom Tagesgeschäft,

den Abstand und wieder neue

Kraft aus den Ruhetagen finden.

Eine Frage zum Schluss: Was würden

Sie denn gerne unseren Leserinnen und

Lesern auf dem Weg mitgeben? Ein

Tipp aus der Schatztruhe Ihrer Lebensweisheiten,

hinsichtlich Emotion und

Erfolg?

Ich denke, dass man die Emotionen immer

rauslassen sollte. Man muss nur immer

schauen, wann man es tut, aber man sollte

sich Momente suchen, wo man sie richtig

rauslassen kann. Das kann man über den

Sport am besten. So richtig auf dem Berg

oder am Wasser stehen und richtig rauslassen,

was einen bedrückt. Rausfließen

lassen, damit es gar nicht erst zu einer

Anspannung kommt. Emotion nicht unterdrücken.

Das macht einem zu dem, was

man ist.

Wundervoll. Ich bedanke mich ganz

herzlich bei Ihnen.

Bild: Pro-X-Walker

28 www.erfolg-magazin.de . Ausgabe 02/2019 . ERFOLG magazin


Story

Die Branding-Experten

Marko Tomicic, Finn Korte und Alexander Bünk

bringen Drive in die Online-Persönlichkeit

Erst vor drei Jahren haben Marko

Tomicic, Finn Korte und

Alexander Bünk DRVN gegründet

– eine Marke der AFM

Media GmbH. Schon in dieser

kurzen Zeit haben die Drei namhafte Kunden

wie Hermann Scherer, Katja Porsch

und Peter Brandl gewonnen, denen sie

helfen, das digitale Marketing und die Social-Media-Präsenz

zu verbessern. Scherer

In vielen Bereichen

betreuen wir schon

die Besten, mehr geht

aber immer.

Bild: Celia Joy Homann & Jacob Inzelmann

referierte nach eigenen Angaben schon

mehr als 3000 Mal vor rund einer Million

Menschen, in mehr als 3000 Unternehmen

und in 30 Ländern. Darüber hinaus war er

an mehr als 30 Firmengründungen beteiligt,

die überwiegend zu einer Marktführerschaft

führten. Porsch ist eine bekannte

Rednerin. Sie schreibt auf ihrer Homepage,

dass sie vier Bücher verfasst und zwei

Unternehmen aufgebaut hat. Brandl arbeitet

als Berufspilot, Fluglehrer, Managementberater,

Unternehmer und Autor.

„Unsere Arbeit besteht darin, kurzfristige

Maßnahmen, die Umsatz einbringen, umzusetzen

und strategisch zu planen“, betonen

Bünk, Tomicic und Korte. Das werde

immer mit dem Ziel verknüpft, langfristig

eine Marke für den Kunden aufzubauen.

Es gehe immer um Umsatz, Mehrwert

und Branding. Das erreichen Tomicic,

Korte und Bünk, indem sie Anzeigen bei

Facebook, Instagram und Google schalten.

Darüber hinaus setzen sie Sales-, Webinar-

und Buch-Funnel ein. Mithilfe dieser

Instrumente stellen sie den Kontakt zu

einem Kunden her. Die drei Jungunternehmer

erläutern, der Schlüssel zum Erfolg

sei, die Zielgruppe des Kunden richtig

anzusprechen und sie zu verstehen. Eine

Herausforderung ist für sie, für frische

Nischen-Unternehmen zu arbeiten. Da sei

DRVN quasi der Pionier und müsse viel

mehr ausprobieren als üblich.

Finn Korte (links), Marko

Tomicic (rechts) und

Alexander Bünk (vorn) sind

die Gründer von DRVN. Sie

helfen Ihren Kunden, das

digitale Marketing und die

Sichtbarkeit in den Sozialen

Medien zu verbessern.

Ihre Marke DRVN sprechen Tomicic,

Korte und Bünk „Driven“ aus. Übersetzt

heißt das englische Adjektiv „angetrieben“.

Und diesen besonderen Antrieb in Sachen

Online-Marketing geben die Drei ihren

Kunden, die aus Deutschland, Österreich

und der Schweiz stammen. Zu den Kunden

gehören mittelständische Unternehmen

mit bis zu 20 Millionen Euro Umsatz,

Personenmarken, Coaches, Speaker und

Marken. Bünk, Tomicic und Korte wollen

die Marke DRVN noch besser platzieren.

„In vielen Bereichen betreuen wir schon

die Besten, mehr geht aber immer. Somit

können wir noch mehr Mehrwert stiften“,

sagen sie.

ERFOLG magazin . Ausgabe 02/2019 . www.erfolg-magazin.de

29


Wissen

Bankengründer

John Piermont

Morgan

30 www.erfolg-magazin.de . Ausgabe 02/2019 . ERFOLG magazin


Wissen

Der Gigant

der Wall Street

J. P. Morgan

Auszug aus "Die Erfolgsgeheimnisse der Börsenmillionäre" von Peter Balsiger und Frank B. Werner (Hrsg.)

Bild: LCCN2014692327_Library of Congress, Prints & Photographs Division, [reproduction number, e.g., LC-B2-1234] , Cover: FBV

Er war der mächtigste Bankier

der Welt und schuf im 19.

Jahrhundert das erste wirklich

globale Finanzunternehmen.

Und er ging in die Geschichteein

als der Mann, der die Wall Street vor

dem Kollaps rettete.

In der Geschichte der Wall Street hat kaum

ein anderer Tycoon die öffentliche Meinung

so polarisiert wie John Pierpont Morgan.

Für seine Bewunderer war er der Prototyp

des ehrbaren, altmodischen Bankiers,

ein »Gentleman Banker« nach britischem

Vorbild, auf dessen Wort Verlass war und

der seine Deals mit einem Handschlag besiegelte.

Seine Gegner sahen in ihm einen

heuchlerischen Tyrannen, einen skrupellosen

und machtgierigen Finanzier, der

Unternehmen schikanierte, mit fremden

Staaten konspirierte und Amerika aus Profitgier

in einen Krieg trieb.

Pierpont Morgan – er selbst benutzte nie

den Vornamen John – war denn auch

ein Mann mit widersprüchlichen Eigenschaften

und Qualitäten. Äußerlich

eine imposante Erscheinung

mit breiten Schultern, buschigem

Schnurrbart und den massigen

Händen eines Boxers. Aber Morgan,

der extrem auf Bewunderung

aus war, hatte als Folge der

Hautkrankheit Rosazea eine verformte,

purpurrote Knollennase,

die ihn so sehr quälte, dass er

keine Öffentlichkeit mochte und

es hasste, fotografiert zu werden. Porträts

mussten deshalb retuschiert werden.

Schon als Kind litt er unter Rheuma und

verbrachte als 14-Jähriger mehrere Monate

zur Kur auf den Azoren. Mit 20 traten

zum ersten Mal Depressionen auf, die sich

später noch verstärken sollten.

Pierpont begann seine Karriere mit 19 in

der Londoner Filiale der angesehenen New

Yorker Bank von George Peaboy, nachdem

ihn sein Vater, ein Bankier und Finanzier,

unter anderem in das Institut Sillig am

Genfer See und

sechs Monate an

Erfolgreich ist der Mensch,

wenn er bei

100 Entscheidungen

51 mal das Richtige trifft.

die Georg-August-Universität

Göttingen

geschickt hatte,

um Deutsch zu

lernen. Er liebte

das frivole Treiben

in den Göttinger Studentenklubs, kleidete

sich wie ein Dandy und trug mit Vorliebe

gepunktete Westen, grelle Krawatten

und karierte Hosen.

1861 begann der Amerikanische Bürgerkrieg.

Für die Wall Street auch eine Chance,

profitable Deals abzuschließen.

Der junge Pierpont – er

hatte sich wie die meisten Söhne

reicher Eltern der Einberufung

zur Armee durch die Bezahlung

von 300 Dollar entzogen – kaufte

über Strohmänner 500 veraltete

Karabiner des Typs Hall, die in

einem New Yorker Zeughaus gelagert

waren, zum Preis von 3,50

Dollar das Stück und verkaufte sie drei

Monate später für 22 Dollar an den Kommandeur

der Unionstruppen in Missouri.

Dieses anrüchige Geschäft hing Pierpont

noch lange nach. Es war offenkundig, dass

er den Bürgerkrieg als Gelegenheit sah,

Profite zu machen. Und nicht, um seinem

Land zu dienen.

Aber Pierpont hatte noch eine andere, eine

weiche Seite. 1861 hatte er eine Affäre mit

Amelia Sturges, einem zarten, hübschen

Mädchen, dessen Vater eine Kunstschule

leitete. Mimi,

wie er sie nannte,

war zu diesem

Zeitpunkt

bereits unheilbar

an Tuberkulose

erkrankt.

Er heiratete sie

trotzdem und

reiste mit ihr anschließend ans Mittelmeer

in der Hoffnung, dass das warme Klima

ihr Leiden lindern könne. Vier Monate

später starb Mimi in Nizza.

Pierpont Morgan gründete 1871 mit dem

aus Philadelphia stammenden Bankier

Anthony Drexel die Bank Drexel, Morgan

& Co. Nach dessen Tod wurde das Haus

1895 schließlich zur J. P. Morgan & Company.

Pierpont Morgan war zu diesem Zeitpunkt

schon ein einflussreicher Bankier.

Er machte Geschäfte mit vielen prominenten

Familien in Amerika. Den Astors,

Guggenheims, du Ponts und Vanderbilts.

Und er brüstete sich stets damit, dass 96

der 100 größten Unternehmen Amerikas

seine Kunden seien – und dass er zwei der

ERFOLG magazin . Ausgabe 02/2019 . www.erfolg-magazin.de

31


Wissen

Der erste Schritt, um irgendwo hin zu kommen,

ist zu entscheiden, nicht dort zu bleiben wo du bist.

verbleibenden vier Firmen nicht für geschäftswürdig

halte.

Nach dem Ende des Bürgerkriegs 1865

wurde das Land von einem wahren Eisenbahnrausch

erfasst. Innerhalb von acht

Jahren verdoppelten sich die Gleisanlagen,

die Spekulationen mit Eisenbahn-Aktien

gerieten außer Rand und Band. In den

1880er-Jahren tobte zudem ein erbitterter

und ruinöser Konkurrenzkampf unter

den mehr als 100 großen und kleinen

Eisenbahnunternehmen. Dies führte zu

massiven Kursverlusten der Eisenbahnaktien

an der Londoner Börse – es waren

vor allem englische Investoren, die die enormen

Investitionen in den Schienenverkehr

finanziert hatten. London befürchtete

sogar einen Börsen-Crash.

In dieser dramatischen Situation bewies

Morgan, dass er nicht nur ein genialer Finanzier

war, sondern auch mit massivem

Druck die Umstrukturierung und Sanierung

von in Not geratenen Unternehmen

erzwingen konnte: So schaffte er es Ende

der 1880er-Jahre, die zersplitterten Eisenbahngesellschaften

in sechs großen Unternehmen

zusammenzufassen und in die

Das Wichtigste ist

Charakter,

wichtiger als

Geld oder Besitz oder

irgendwas sonst.

Gewinnzone zurückzuführen. Seine Unternehmen

kontrollierten 1901 die Hälfte

des Streckennetzes. Diese Art, in Not geratene

Unternehmen zu übernehmen und

zu zerschlagen, wurde damals als »Morganisierung«

bezeichnet. »Heute würde man

sagen, Pierpont Morgan war der erste Investmentbanker

der Finanzgeschichte, er

organisierte Venture Capital und agierte

wie eine Private-Equity- Firma«, schrieb

"Die Zeit".

Die Wall Street hatte ihm längst den Spitznamen

Jupiter verliehen, den Namen des

größten Planeten im Sonnensystem.

Morgan war für einige der größten Fusionen

verantwortlich, die damals die amerikanische

Wirtschaft prägten. So rettete

er 1892 den Glühbirnenhersteller General

Electric vor dem Bankrott und schuf einen

Mischkonzern, der bis heute besteht. Offensichtlich

profitierte Morgan auch privat

von diesem Deal: Sein Haus an der Madison

Avenue 219 war das erste elektrisch

beleuchtete Privathaus in New York.

Sein größter Coup aber war die Schaffung

des weltgrößten Stahlkonzerns. Morgan

kaufte 1901 dem Stahlmagnaten Andrew

Carnegie dessen Unternehmen ab, um es

mit seiner Firma Federal Steel und anderen

Wettbewerbern zur United States Steel

Corporation zusammenzuführen. Es war

die auf den heutigen Geldwert umgerechnet

größte Unternehmensfusion überhaupt.

Pierpont Morgan hatte die Stadt New

York drei mal vor dem Bankrott bewahrt,

er rettete 1895 den Goldstandard, als die

amerikanischen Goldreserven dramatisch

zusammenschmolzen und er eine 65 Millionen

Dollar schwere Anleihe organisierte,

um den Ausverkauf von Gold zu stoppen.

Er war Amerikas Finanz-Botschafter, ein

globaler »Power Broker«, der oft als inoffizieller

Vertreter der Regierung an Konferenztischen

mit Königen, Präsidenten und

Päpsten saß.

Legendär aber war seine Rolle bei der

Bankpanik von 1907. Damals brach der

amerikanische Aktienmarkt ein und löste

damit eine globale Kettenreaktion aus: In

Amerika wollten die Bankkunden massiv

Gelder abziehen, weil sie um die Sicherheit

ihrer Einlagen fürchteten, in Japan gingen

die Banken gleich reihenweise Pleite,

französische Großinvestoren warfen panikartig

ihre US-Aktien auf den Markt und

mehreren großen amerikanischen Banken

ging das Geld aus. Die Wall Street stand

vor dem Kollaps.

Der alte Pierpont, eigentlich schon halb

im Ruhestand, demonstrierte noch einmal

seine Macht und seine clevere Verhandlungstaktik.

Er versammelte 50 Bankiers in

der mit schwarzem Mahagoni ausgekleideten

Black Library seines Privathauses,

verriegelte die Tür und versteckte den

Schlüssel. Niemand durfte gehen, bevor

nicht ein Plan zur Rettung der in Not geratenen

Finanzinstitute beschlossen worden

war. Um 4:45 Uhr morgens hatten alle

Bankiers den Plan unterzeichnet. Die Panik

war gestoppt, an den Märkten kehrte

das Vertrauen zurück.

Morgan war damals so mächtig, wie es

heute nur der Vorsitzende der Notenbank

Federal Reserve ist, die erst 1913 gegründet

wurde. »Das frühe Haus Morgan war

eine Art Mischung zwischen einer Zentralbank

und einer Privatbank«, schreibt

Ron Chernow in seiner Biografie der Bankiersdynastie

»The House of Morgan«.

Aber Morgan war nicht unumstritten. Vor

allem die Demokratische Partei führte zu

Beginn des 20. Jahrhunderts einen wahren

Kreuzzug gegen ihn und machte ihn für

all die wirtschaftlichen Probleme der vergangenen

Jahrzehnte verantwortlich. Eine

Karikatur zeigte ihn auf einem Haufen

Goldmünzen und Dollarscheinen sitzend,

Man hat immer zwei

Gründe etwas zu tun:

einen anständigen und

den wahren.

in den Händen Miniaturen von Industrieanlagen

und Bürogebäuden. Die Bildunterschrift

lautete: »Ich habe nicht die geringste

Macht.«

Morgan beteiligte sich kurz vor seinem

Tod an einem Schifffahrtstrust, zu dem

auch die Titanic gehörte. Als Vorstandschef

des Trusts sollte er eigentlich im

April 1912 auf der Jungfernfahrt an Bord

sein – er hatte auf der Titanic sogar eine

persönliche Luxus-Suite. Eine Erkrankung

hinderte ihn jedoch daran. Die Titanic, damals

das größte Passagierschiff der Welt,

sank bekanntlich im Nordatlantik nach

einer Kollision mit einem Eisberg.

Pierpont Morgan starb 1913 im Alter von

75 Jahren im Grand Hotel in Rom. Sein

Gesundheitszustand hatte sich in den

letzten Jahren ständig verschlechtert und

zwang ihn jeden Monat während mehrerer

Tage ins Bett. Er qualmte jeden Tag Dutzende

von dicken Zigarren, pflegte üppig

zu tafeln, trank viel und verabscheute jede

Form von körperlicher Ertüchtigung.

Der mächtige Finanzier hinterließ weniger

Vermögen, als gemeinhin angenommen

wurde, nämlich gerade mal 68,3 Millionen

Dollar. Seine Kunstsammlung war zusätzlich

rund 50 Millionen Dollar wert. Der

Stahl-Magnat Andrew Carnegie, einer von

Pierponts Zeitgenossen, reagierte überrascht:

»Kaum zu glauben, dass er nicht

mal ein reicher Mann war …«

32 www.erfolg-magazin.de . Ausgabe 02/2019 . ERFOLG magazin


Story

Der Rekordbrecher

Dawid Przybylski erreicht 6-stellige Affiliate-Provisionen

mit Facebook-Werbung

Bild: Privat

Dawid Przybylski wuchs in

bescheidenen Verhältnissen

auf. Über sich selbst sagt

er, dass er dickköpfig gewesen

sei und schon im Kindergarten

seine eigenen Wege ging. Wenn

ihm etwas nicht gepasst habe, sei er aus der

Kita nach Hause oder zur Oma geflüchtet.

In der Schule war er unauffällig. Weil seine

Lieblingsfächer Mathe, Physik und Kunst

waren, geht er bis heute analytisch an seine

Projekte heran. Nach der Realschule legte

er sein Fachabitur als Elektrotechnischer

Assistent ab und studierte an der Fachhochschule

Soest. In der Diplomphase verliebte

er sich ins Online-Marketing. Doch

bis er sich selbstständig machte, probierte

er viele Jobs aus: Gärtner, Metzger, Elektroniker,

Model

und Kellner.

Zu Beginn der

Selbstständigkeit

beschäftigte sich

Przybylski mit der

Suchmaschinenoptimierung und Affiliate-Systemen

– das sind internetgestützte

Vertriebsarten, bei denen in der Regel ein

kommerzieller Anbieter seine Vertriebspartner

mit Provisionen bezahlt. Er gestaltete

eine Webseite nach der anderen. „Das

Ganze ging so weit, dass ich irgendwann

mehrere hundert Webseiten zu verschiedenen

Nischen hatte, wo ich mit Partnerprogrammen

wie Amazon, Awin und

vielen exklusiven Partnern mein Geld verdient

habe“, sagt Przybylski. Den Großteil

des Gelds nimmt er durch Handy verträge

und Kredite ein.

Trotz dieses Erfolgs musste der Unternehmer

auch Rückschläge wegstecken.

Vor etwa 15 Jahren gründete er eine Online-Marketingagentur,

die er vor dreieinhalb

Jahren verkaufen musste. Da habe er

sich „kurz vor einem Nervenzusammenbruch

zurückgezogen“, sagt der Firmengründer.

Er tankte während einer Schaffenspause

neue Energie. Doch lange hielt

er das nicht aus. Er beschäftigte sich erneut

mit Affiliate-Marketing, arbeitete zuhause

an neuen Projekten.

Der Erfolg kam zurück, weil er seine Arbeitsprozesse

und Denkweisen änderte.

„Ich habe mit etlichen Partnern als Affiliate

das Zehnfache von dem verdient, was ich

als Geschäftsführer einer Agentur hatte“,

Je teurer die Tickets,

desto besser

ist das Netzwerk.

erzählt der gebürtige Pole. Er wurde zum

Top-Vertriebspartner von Dirk Kreuter,

Klick-Tipp, Christian Bischoff, Webinaris,

Maxda und 15 anderen Programmen.

Dadurch erhält er nach eigenen Angaben

pro Monat zwischen 50.000 und 100.000

Euro Provisionen. Er freut sich regelmäßgig

über neue Rekorde und Ehrungen. Der

Schlüssel zum Erfolg sei die Skalierung,

sagt Przybylski. Das höre sich einfach an,

sei es aber oft nicht.

Sein Mindset eignet sich der kreative Freelancer

über die App Blinkist an. Von deren

Buchempfehlungen hört er pro Woche

etwa zehn Zusammenfassungen von Büchern,

die besten liest er komplett. Darüber

hinaus geben ihm die Besuche von

Seminaren und Coachings Impulse, neue

Ideen umzusetzen.

Und die Teilnehmer,

die er dort kennenlernt,

erweitern sein

berufliches Netzwerk.

Seine Eindrücke

schildert er so: „Die Menschen, die ein

Vip- Ticket buchen, bezahlen nicht gerade

wenig dafür und daher sind diese für

mich interessant, denn die meisten sind

erfolgreiche Unternehmer und für den

Austausch mit das Wertvollste, was man

auf relativ schlechten Veranstaltungen herausholen

kann.“ Dabei gelte die Formel:

Je teurer die Tickets, desto besser ist das

Netzwerk.

Mit Menschen aus seinem Netzwerk trifft

sich Przybylski regelmäßig. Es sind Menschen,

die da stehen, wo er hin will. Und

von denen übernimmt er die Arbeitsprozesse.

Przybylski ist davon überzeugt, dass

es den Standardspruch „Du bist der Durchschnitt

der fünf Menschen, mit denen du

dich umgibst“ nicht ohne Grund gebe.

Durch die Ehrungen und Interviews

rückte Przybylski in den Fokus der Öffentlichkeit,

wurde oft gefragt, wie er das

schaffe, erfolgreich zu sein und ob er nicht

Privatcoachings anbieten könne. Darum

gründete er die Finest Audience Academy,

wo er Interessenten eins zu eins zeigt, wie

sie profitable Facebook-Anzeigen schalten.

Die erfolgreichen Teilnehmer können den

Masterclass-Kursus besuchen. Sein Ziel: in

wenigen Monaten fünf- bis sechsstellige

Gewinne pro Monat mit Facebook-Werbung

erreichen.

Ich habe mit etlichen

Partnern als Affiliate

das Zehnfache von

dem verdient, was ich

als Geschäftsführer

einer Agentur hatte.

ERFOLG magazin . Ausgabe 02/2019 . www.erfolg-magazin.de

33


Leben

Der totale

Fokus

Was du von Toni Kroos

über das Leben lernen kannst

Von Kiano Löhr

Was ist das Geheimnis

von Erfolg in sehr jungen

Jahren, der ein Leben

lang anhält? Um

diese Frage zu beantworten,

wollte ich bei den Besten nachfragen

und von ihnen lernen. So entstand die

Idee zu meinem ersten Buch. Dafür habe

ich zwölf junge Durchstarter interviewt,

die über ihren Weg nach ganz oben berichten.

Herausgekommen sind Strategien und

Erkenntnisse, von denen sehr viele Menschen

für ihren eigenen beruflichen Werdegang

profitieren können und über die

ich nun zusätzlich in meinen Vorträgen

referieren darf. Ganz besonders inspiriert

hat mich – und das schon lange vor den

Arbeiten zu meinem Buch – Toni Kroos.

Für mich war Toni Kroos schon immer

ein Vorbild, was natürlich auch mit meiner

Faszination für den Fußball zu tun hat.

Ich war selbst Spieler, doch eine Krankheit

zerstörte meinen Traum von einer Karriere

als Fußballprofi. Zunächst war ich frustriert.

Doch statt zu resignieren, fing ich

schnell an, mir Gedanken über mögliche

Alternativen zu machen. Heute könnte ich

kaum glücklicher sein. Niemals aufgeben

und immer weiter an sich arbeiten, auch

wenn es einmal nicht nach Plan läuft – das

ist wohl eines der wichtigsten Dinge, die

ich von Toni Kroos gelernt habe.

An dem deutschen Superstar von Real

Madrid begeistert mich neben seinem unglaublichen

Ehrgeiz vor allem sein unerschütterliches

Selbstvertrauen. In meiner

Generation trauen sich zahlreiche junge

Leute zu wenig zu. Sie bleiben in ihrer

Komfortzone. Da hilft es, sich an Menschen

wie Toni Kroos zu orientieren.

Klar, Toni Kroos hatte ein riesiges Talent,

doch das allein reicht nicht. Worum es

noch geht, sieht man etwa an seiner Vorbereitung

auf einen Eckstoß. Da ist keine

Spur von Angst in seinem Gesicht, da ist

nur pure Konzentration. Logischerweise

erhöht das die Qualität seines Spiels und es

wirkt auch auf die eigene Mannschaft, die

an Zuversicht gewinnt. Zur Fähigkeit der

totalen Fokussierung kommen Gelassenheit

und Bodenständigkeit. Für mich hat

Kroos damit einen Cocktail an Erfolgseigenschaften,

die ihn fast unschlagbar

machen. Die Anlagen

dazu sind ihm sicherlich

in die Wiege gelegt worden,

aber viel wichtiger ist sein

jahrelanges Training.

Die ständige Arbeit an den

eigenen Talenten und der

Persönlichkeit findet man bei

allen Erfolgstypen, doch es

Kiano Löhr (links) sprach mit Profi-Fußballer Toni Kroos über dessen Erfolgsezept.

Der Sohn von Handball-Legende und Motivationstrainer Jörg Löhr ist Autor, Speaker,

Selbständiger und Schüler.

gehört noch mehr dazu, um sich gegen die

Konkurrenz durchzusetzen. Es sind für

mich im Wesentlichen sieben Schritte auf

dem Weg zum Erfolg, die bei der ersten

Idee anfangen, zu den ersten Resultaten

und Niederschlägen führen und darin

münden, dass man sich auch nach Erreichen

seines Zieles nicht auf seinen Lorbeeren

ausruhen darf.

Das richtige Team im Rücken

Als eines der wohl wichtigsten Kriterien

für eine erfolgreiche berufliche Karriere

hat sich während meiner Recherchen das

Umfeld herauskristallisiert – und das sowohl

beruflich als auch privat.

Tonis Familie stand immer

hinter ihm. Alleine hätte er es

wohl nicht geschafft, erzählte

er mir im Interview. Ebenso

beeindruckend ist sein

Business-Netzwerk. Dass er

sich auch abseits des Fußballs

weiterentwickeln und seinen

Wunsch, ein Charity-Projekt

zu unterstützen, verwirklichen

konnte, hängt eben

auch an den Menschen, die man meistens

nicht vor der Kamera sieht. Das hat mir

gezeigt, wie wichtig es ist, Personen um

sich zu haben, die am selben Strang ziehen

und die eigene Vision verstehen.

Schließlich zeichnen Toni Kroos seine Positivität

und sein Spaß an der Arbeit aus.

Für mich sind dies sogar die wichtigsten

Punkte, denn: Nur wer mit voller Leidenschaft

und dem Herzen bei der Sache ist,

kann auch erfolgreich werden – und das

langfristig!

Zum Weiterlesen

Kiano Löhr: "Ready to attack – Erfolgreich

unter 30? Diese Stars zeigen, wie es geht"

Bilder: Löhr, Depositphotos/Maxisports

34 www.erfolg-magazin.de . Ausgabe 02/2019 . ERFOLG magazin


Leben

Der deutsche Mittelfeldspieler

Toni Kroos

steht bei Real Madrid

unter Vertrag.

ERFOLG magazin . Ausgabe 02/2019 . www.erfolg-magazin.de

35


Erfolg

Künstler im Auftrag

der Schönheit

Prof. Dr. Werner Mang ist Deutschlands berühmtester Schönheits chirurg.

Wir sprachen mit ihm über sein Erfolgsgeheimnis.

INTERVIEW

Herr Mang, Sie sind

Deutschlands bekanntester

Schönheitschirurg

und führen eine der größten

Kliniken in Europa

für ästhetische Chirurgie, die in diesem

Jahr in Lindau am Bodensee ihr 30-jähriges

Bestehen feiert. Haben Sie da überhaupt

noch Visionen?

Wenn man keine Visionen und Träume

mehr hat, ist man tot. Ich habe mit null

angefangen und mir mein Studium durch

Taxifahren finanziert und als Tennis- und

Skilehrer gearbeitet. Frühzeitig habe ich

die Bedeutung des Gebietes der ästhetischen

Chirurgie in Deutschland erkannt

und war bereits mit 37 Jahren Präsident

der Deutschen Gesellschaft für ästhetische

Chirurgie. Nach meiner Professur im Jahre

1989 wurde mir eine Chefarztstelle angeboten.

Dies lehnte ich ab und entschied

mich stattdessen dafür, in meinem Heimatort

Lindau eine kleine Privatklinik mit

vier Betten und Praxis, sowie Belegbetten

am Kreiskrankenhaus Lindau zu eröffnen.

Durch Fleiß, Talent, Mut und Risikobereitschaft

hat sich die Bodenseeklinik

schnell entwickelt, sodass im Jahr 2003 der

Neubau an einem der schönsten Flecken

am Bodensee mit 4 OP-Sälen, Hörsaaltrakt

und 50 Betten entstand. Unterstützt wurde

dies von der Stadt Lindau. Im Vorfeld

hatte ich mir weltweit Kliniken angesehen,

um Ideen und Eindrücke zu gewinnen

und habe - gemeinsam mit meiner Frau

- eine Klinik aufgebaut, die ihresgleichen

in der Welt sucht. Meine Vision ist, dass

die Bodenseeklinik auch in den nächsten

30 Jahren eine der führenden Kliniken

Europas für ästhetische Chirurgie bleibt.

Aus diesem Grund bereite ich behutsam

eine Nachfolge durch hervorragende, von

mir ausgebildete Ärzte vor. Das Marketing

wird durch meine Familie erfolgen.

Ich habe soeben um fünf Jahre verlängert

und so lange ich gesund bin, macht mir

die Chirurgie einfach so viel Spaß und hält

mich jung.

Sie zeigen regelmäßig, dass Sie ein Herz

für Menschen haben. Mithilfe Ihrer Stiftung

helfen Sie Unfallopfern, die nichts

für die Operation bezahlen müssen, Ihre

Frau ist als Vorsitzende der Nachbarschaftshilfe

in Lindau caritativ tätig, mit

ihr unterstützen Sie viele soziale Projekte

vor Ort und seit 2010 sammeln Sie

Geld für das Projekt "Wir helfen Afrika",

das Operationen für Menschen ermöglichen

soll, die kein normales Leben führen

können. Gibt es weitere Projekte, an

denen Sie arbeiten?

Unsere caritativen Projekte sind nur ein

Tropfen auf einem heißen Stein. Jeder,

der auf der Sonnenseite des Lebens steht,

sollte auch an die Menschen denken, denen

es nicht so gut geht. Auch in Deutschland

gibt es noch sehr viel Leid, sodass ich

mich mit der Familie auf caritative Projekte

in der Heimat konzentriere. Es gibt

Die Putzfrau in meiner Klinik ist

genauso wertvoll wie der Assistenzarzt.

deutsche Kinder, die sich keine Winterschuhe

oder Schulranzen leisten können.

Man muss nicht nach Afrika gehen, um

Armut zu sehen. Dies wird von der Politik

viel zu wenig beachtet. Den Reichen geht

es auch nur so gut, wie es den Armen geht.

Die Putzfrau in meiner Klinik ist genauso

wertvoll wie der Assistenzarzt. Wenn alle

Menschen sich darüber mehr Gedanken

machen, dann würde in unserer Gesellschaft

nicht mehr so viel schief laufen. Ich

setze mich auch sehr für den Tierschutz

ein, denn Tiere liegen mir sehr am Herzen.

Wer sie gut behandelt, behandelt auch

Menschen gut.

Nach Ihrer Universitätslaufbahn bekamen

Sie vom Klinikum rechts der Isar

eine Lebensstellung als C3-Professor und

mehrere Chefarztstellen angeboten. Warum

haben Sie sich trotzdem entschieden,

eine eigene Privatklinik zu eröffnen?

Hatten Sie damals überhaupt keine

Bedenken, dass das schiefgehen könnte?

Jeder andere hätte vermutlich die C3-Professur

am Klinikum München oder die

Chefarztstellen angenommen. Bereits

damals hätte man damit circa eine Millionen

Mark jährlich verdient. Ich denke,

der Grund weshalb ich abgelehnt habe, ist

meinem Risiko- und Erfolgsgen geschuldet.

Ich bin Sternzeichen Jungfrau und

demnach sehr arbeitsam, penibel, genau

und ehrgeizig. Mein Aszendent ist Löwe

und entspricht meinem Unternehmertum.

Durch diese Eigenschaften bin ich erfolgreich

geworden. Ohne Risiko, kein Erfolg.

Lindau ist mein

Heimatort und

ich pflege eine

sehr gute Beziehung

zu der

Stadt. Ich habe

viele Häuser

gekauft, saniert und sozialverträglich vermietet

- inzwischen zähle ich zu den größten

Grundbesitzern in Lindau. Die Häuser

gehören zu der Prof. Mang-Stiftung, denn

sie sollen erhalten, gepflegt und nicht verkauft

werden. Die Architektur zählt zu

meinen Hobbys, weshalb seit 30 Jahren

kein Jahr vergeht, in dem ich kein Bauprojekt

realisiere. Mein Sohn hat an der Technischen

Universität München Architektur

studiert und betreut diese Immobilien.

Bild: privat

36 www.erfolg-magazin.de . Ausgabe 02/2019 . ERFOLG magazin


Erfolg

Lat

be

ERFOLG magazin . Ausgabe 02/2019 . www.erfolg-magazin.de

37


Erfolg

Meine Tochter ist promovierte Kommunikationswissenschaftlerin

an der Universität

München und wird später einmal

in das Marketing und Management der

Klinik eingebunden. Wichtig ist für mich:

Mein Lebenswerk muss erhalten bleiben.

In Ihrer Freizeit treiben Sie gern Sport

und gelten als mittelmäßiger Golfspieler.

Wünschen Sie sich da manchmal, dass

Sie ein genauso guter Golfspieler wie

Operateur wären?

Sport ist meine große Leidenschaft. Als

Chirurg muss man leben wie ein Zehnkämpfer,

damit man fit bleibt. Dies bedeutet

täglich Bewegung. Im Sommer Tennis

und Schwimmen und im Winter Skifahren

und Fitness-Studio. Ich bin ein guter

Tennisspieler und Skifahrer. Golf ist nicht

Prof. Mang ist ärztlicher Direktor

der Bodenseeklinik und Präsident

der Internationalen Gesellschaft für

ästhetische Medizin. Er führt täglich

Operationen mit seinem Team auf

höchstem Niveau durch. Er hat in

den letzten Jahren über 20.000

Eingriffe auf dem Gebiet der ästhetisch

plastischen und wiederherstellenden

Chirurgie durchgeführt.

so meine Leidenschaft. Hier fehlt mir

auch die Zeit. Ich betrachte den Golfsport

rein gesellschaftlich als „Spazierengehen

mit Unterhaltung“. An meinem Handicap

mit 24 werde ich nicht mehr arbeiten und

habe auch hier keinen Ehrgeiz, mich zu

verbessern. Oh je, wenn ich so operieren

würde, wie ich Golf spiele, dann gute

Nacht.

Gegenüber der Bild-Zeitung haben Sie

mal gesagt: "Mediterrane Ernährung,

8 Stunden Schlaf, täglich Bewegung, 2

Liter Wasser und regelmäßiger Sex helfen

oft besser als der Gang zum Schönheitschirurgen."

Untergraben Sie mit

solchen Aussagen nicht Ihr eigenes Geschäftsmodell?

Ein ästhetischer Chirurg muss nicht nur

gut ausgebildet, künstlerisch veranlagt

und ein Psychologe sein. Auch Ehrlichkeit

gegenüber den Patienten ist wichtig. Das

heißt auch Patienten abzulehnen, wenn

eine Behandlung nicht notwendig ist oder

es sich eher um ein psychisches Problem

handelt. In solchen Fällen arbeite ich auch

mit einem Psychologen zusammen. Ehrlichkeit

ist im Leben immer das Wichtigste.

Ich bin zwar aufbrausend und undiplomatisch,

aber auch ehrlich und nicht nachtragend.

Der Schönheitskiller Nummer eins

ist das Übergewicht. Hier muss nicht sofort

eine Fettabsaugung durchgeführt werden,

sondern ausreichend Bewegung, eine mediterrane

Küche, nach 19 Uhr keine Kohlenhydrate,

Alkohol in Maßen und zwei

Liter Flüssigkeit pro Tag sind hier wichtig.

Die Patienten danken es uns und kommen

aus der ganzen Welt in die Bodenseeklinik.

Wir haben Kooperationskliniken in China

(Shanghai) und Russland (Moskau). Die

Marke Mang ist in China höher geschätzt,

als in Deutschland. Darauf bin ich stolz als

alemannischer Junge vom Bodensee, der

die Welt erobert (lacht).

Um seine vielen Termine wahrnehmen

zu können, ist Herr Prof. Mang

des Öfteren mit dem Hubschrauber

unterwegs. Helifliegen ist auch seine

Leidenschaft. Mit 60 Jahren hat er

den Pilotenschein gemacht.

Was war aus Ihrer Sicht entscheidend für

Ihre außergewöhnliche Karriere?

Entscheidend für jede außergewöhnliche

Karriere ist das Unternehmer-Gen,

welches man in die Wiege gelegt bekommt.

Gesundheit und Robustheit – sowohl psychisch

als auch physisch. Außerdem sind

Ehrgeiz und Fleiß wichtig, auch wenn es

einmal nicht so klappt. Mein Elternhaus

war ganz entscheidend: liebevolle Mutter

und strenger, aber gerechter Vater. Ebenfalls

von großer Bedeutung war meine

Bekanntschaft als Student mit Professor

Ivo Pitanguy, dem Nestor der ästhetisch

plastischen Chirurgie aus Rio de Janeiro,

der mich wie einen Sohn behandelte. Und

Bilder: Mang

38 www.erfolg-magazin.de . Ausgabe 02/2019 . ERFOLG magazin


Erfolg

natürlich alle meine Lehrer in der Schule

und Universität, die wohl erkannt haben,

dass ich eine außergewöhnliche – aber

auch anstrengende – Persönlichkeit bin,

haben mich geprägt. Natürlich auch die

Familie. Meine Frau, die mich immer wieder

geerdet hat, in der sogenannten High

Society. Ich habe meine Frau vor 40 Jahren

im Operationssaal kennengelernt, als

ich der damals 17-Jährigen als junger chirurgischer

Assistenzarzt den Blinddarm

entfernte. Was man zuletzt natürlich auch

noch benötigt, um erfolgreich zu sein, ist

Glück.

Nach einem langen OP-Tag freut sich

der Chirurg auf die Abendvisite, um

alle Patienten die von seinem Team am

nächsten Tag operiert werden, persönlich

zu begrüßen, nochmals zu begutachten,

zu beraten und zu beruhigen.

Welche Operation war für Sie die größte

Herausforderung?

Man darf nicht vergessen, dass ein Großteil

der Operationen an der Bodenseeklinik

rekonstruktive, plastische Chirurgie

nach Unfällen und Tumoren, sowie Missbildungen

sind. Meine größte Herausforderung

war eine Operation in Kathmandu.

Dort habe ich einen Jungen mit einem

Riesentumor im Gesichtsbereich unter

schwierigsten Bedingungen zehn Stunden

lang operiert und sah dann das Glück der

Familie. Eine weitere große Herausforderung

war die Operation eines Kindes nach

Ich bin zwar aufbrausend und undiplomatisch,

aber auch ehrlich und nicht nachtragend.

dem Rammstein-Unglück mit schweren

Verbrennungen, was ich seit vielen Jahren

betreue. Von solchen Patienten bekommt

man auch die größte Dankbarkeit und Anerkennung

– und das tut natürlich gut. Es

muss nicht immer Botox sein!

Würden Sie diese Operationen auch als

Ihren größten beruflichen Erfolg bezeichnen?

Nein, ich habe viele anstrengende, lange

Operationen bereits als Oberarzt am

Klinikum rechts der Isar in München im

Rahmen der plastischen Gesichtschirurgie

durchgeführt. So beispielsweise Unfallopfer

– auch hier mit einer Operationsdauer

von über zehn Stunden. Mein größter

beruflicher Erfolg ist, dass ich es geschafft

habe in einem kleinen Ort wie Lindau am

Bodensee - meinem Paradies - eine derart

international bekannte Klinik zu etablieren,

zu der Patienten aus der ganzen Welt

anreisen. Das Mekka der ästhetischen Chirurgie

ist nicht Hollywood, sondern der

Bodensee. Erfolg ist planbar.

Prof. Mang mit einem

seiner vielen prominenten

Freunde auf

seinem Riva- Schiff vor

der Bodenseeklinik.

Marcus Schenkenberg

und viele andere

Schauspieler, Sänger,

Entertainer, Politiker

und Manager genießen

den Bodensee.

ERFOLG magazin . Ausgabe 02/2019 . www.erfolg-magazin.de

39


Wissen

Lesen, lesen, lesen

Der einfachste Weg des Lernens

Heute mache ich einmal etwas

sehr Ungewöhnliches:

Ich möchte Dich vorwarnen!

Denn das, was Du jetzt

gleich lesen wirst, ist Dir bereits bekannt.

Deshalb besteht die Gefahr, dass Du erst

gar nicht weiterliest, sondern es gleich

durch die Bewertung „kenne ich schon!“

(wird oft übersetzt mit: „Ach Gott, ist das

banal.“) ersetzt. Es geht aber nicht darum,

ob Du das, was Du gleich lesen wirst, schon

kennst – entscheidend ist, ob Du es bereits

umsetzt, also lebst! Man kann wissen, dass

Rauchen schädlich ist – wenn man aber

weiterraucht, nutzt einem dieses Wissen

überhaupt gar nichts.

Man kann wissen, dass Bewegung und eine

andere Ernährung für das Idealgewicht

sorgen – wenn man dieses Wissen nicht

umsetzt, wird man weiter mit Übergewicht

und fehlender Fitness durchs Leben gehen.

Das Entscheidende ist also nicht, ob Du

das, was Du jetzt liest, bereits kennst, entscheidend

ist, ob Du es bereits lebst. Und

wenn Du es nicht lebst, dann beginne augenblicklich

damit. Es geht ums: LESEN!!!

Nehmen wir ein Beispiel: Ich gelte in der

Trainerbranche weltweit als einer der

führenden Kapazitäten im Bereich der

Selbstvermarktung. Habe ich dafür ein

besonderes Talent? Überhaupt nicht! Ich

begann einfach irgendwann das erste Buch

über Marketing zu lesen. Dann das zweite,

und so weiter, sodass es bis heute ca. 200

Bücher über die Bereiche Marketing, Werbung,

Public Relations, Internet-Marketing

usw. wurden.

Darüber hinaus habe ich einige hochkarätige

Seminare und Tagungen zu diesen

Themen besucht (und da waren Seminare

dabei, für die ich für drei Tage mal eben

so zigtausende Euro hinlegte…) und ich

engagierte sogar Coaches, von denen ich

mich eins zu eins coachen ließ, um ihr

Know-how möglichst schnell zu erwerben.

Als wir am 1. Mai 2004 mit nichts unser

Comeback starteten (wir hatten ja weniger

als nichts, sondern sogar 6,6 Millionen

Schulden…) hatten wir keinerlei Mittel für

klassische Werbung. Wir hatten die ersten

Wochen nicht einmal Geld für einen Internetauftritt,

wir konnten keine Prospekte

drucken, kein Briefpapier erstellen, ja nicht

einmal Visitenkarten ließen wir uns anfertigen.

Dennoch gelang es uns, auch ohne

finanzielle Mittel, ausschließlich durch

das erworbene Know-how im Bereich der

Vermarktung, wieder innerhalb von kürzester

Zeit erfolgreich zu sein – und nur ca.

3 ½ Jahre später war ich praktisch wieder

schuldenfrei.

Beginne also ab sofort regelmäßig eine

Stunde täglich zu lesen. Dies mag sich für

Dich sehr viel anhören, noch dazu wenn

Du vielleicht ein wenig im Hamsterrad

gefangen sein solltest. Doch bei Berücksichtigung

von ein paar Tricks ist es gar

nicht so schwer.

So musst Du die tägliche Lesestunde

ja nicht am Stück absolvieren, sondern

kannst sie in Häppchen zerlegen. Viermal

15 Minuten sind leichter in den Tagesablauf

zu integrieren, als möglicherweise

eine Stunde am Stück. Dem nächsten Leser

wird es dagegen vielleicht leichter fallen,

sich abends nach der Arbeit eine Stunde

ohne Unterbrechung seinem Lese-Studium

zu widmen. Das muss jeder für sich

selbst herausfinden.

40 www.erfolg-magazin.de . Ausgabe 02/2019 . ERFOLG magazin


Wissen

Bilder: Depositphotos/shotstudio, Jürgen Höller academy

Wichtig ist jedoch, dass Du eine Lese-

Gewohnheit entwickelst. Dies machst

Du, indem Du immer zu festen Zeiten

liest. Wenn Du über 30 Tage hinweg, täglich

zwischen 19 und 20 Uhr eine Stunde

gelesen hast, beginnst Du eine Lesegewohnheit

zu entwickeln. Hast Du diese

Lesestunde sechs Monate zum gleichen

Zeitpunkt durchgehalten, ist es eine feststehende

Gewohnheit – und wenn Du jetzt

einmal am Lesen gehindert wirst, fühlst

Du Dich unwohl und versuchst alles, um

diese Lesestunde am nächsten Tag wieder

einzuhalten. Denn alles, was Du sechs

Monate am Stück wiederholst, ist eine

programmierte Gewohnheit, die nur sehr

schwer überhaupt wieder zu verändern

ist. Wenn Du das nicht glaubst, probiere

einmal folgenden Versuch: Iss ab sofort

täglich abends eine Tafel Schokolade für

die Dauer von sechs Monaten – Du wirst

feststellen, dass Du danach nicht mehr auf

die Schokolade verzichten kannst.

Wenn ich lese, habe ich immer einen

Schreibblock und Stifte parat liegen. Ich

unterstreiche mir dann prägnante Sätze,

schreibe meine Gedanken in das Buch hinein,

usw. Ich kennzeichne sogar einzelne

Seiten mit Eselsohren, die ich dann von

einem Mitarbeiter herauskopieren lasse,

um sie nochmals nachzubearbeiten, zu

archivieren, etc. Durch das Lesen mit dem

Kugelschreiber werden die Inhalte stärker

im Unterbewusstsein gespeichert. Außerdem

schreibe ich mir immer bestimmte

Ideen und Handlungsvorsätze auf, die mir

durch das Lesen des Buches kommen, damit

ich sie nicht vergesse.

Denn das Wichtigste beim Lernen ist immer:

Nicht theoretisches Wissen aufnehmen,

sondern immer in die Umsetzung

gehen!

Wer nur lernt, aber das Gelernte nicht in

sein Leben integriert, wird ein intellektueller

Träumer. Er würde gerne erfolgreich

sein, er weiß auch wie – aber er setzt es

nicht um. Die wirklich Erfolgreichen sind

diejenigen, die neues Wissen aufnehmen –

und sofort ins Handeln kommen!

Und dann macht man eine Erfahrung:

Entweder das Ausprobierte funktioniert,

dann behält man es bei. Oder es funktioniert

nicht, dann lässt man es eben wieder

weg (oder probiert es auf andere Weise

nochmals neu). Und so bist Du auf Dauer

abhängig von der Menge der Erfahrungen,

die Du bisher schon gemacht hast: Je mehr

Du also ausprobiert hast, desto mehr hast

Du positive und negative Ergebnisse erzielt,

hoffentlich daraus gelernt und bist

deshalb nun in Deinem

Denken und Handeln

wertvoller als zuvor.

„Weisheit ist gelebtes

Wissen!“

Wenn Du täglich eine

Stunde liest, sind das pro

Woche sieben Stunden,

sind das in einem Jahr 400

Stunden – vorausgesetzt

im Urlaub und am Wochenende

liest Du noch

ein klein bisschen mehr.

400 Stunden sind so viel

wie zehn volle 40-Stunden-Arbeitswochen.

Und dies ist exakt so viel, wie ein Student

durchschnittlich in einem Semester studiert.

Wenn Du also eine Stunde am Tag,

in den von Dir ausgewählten Gebieten

liest, studierst Du jährlich so viel, wie ein

Student in einem Semester. In sechs bis

acht Jahren hast Du also ein komplettes

Studium absolviert.

Wenn Du eine Stunde am Tag liest, schaffst

Du ca. ein durchschnittliches Buch pro

Woche, macht in einem Jahr 50 Bücher,

Ein Mensch, der nicht liest,

ist dümmer als ein Mensch,

der nie lesen gelernt hat.

Nikolaus B. Enkelmann

bedeutet in 20 Jahren 1.000 Bücher. Der

normale Mensch liest dagegen nur 1,12

Fach- und Sachbücher pro Jahr = in 20

Jahren ca. 22 Bücher. Das bedeutet, dass

Du mit meiner Methode 978 Bücher in

den nächsten 20 Jahren mehr gelesen haben

wirst, als einer Deiner Mitbewerber –

kannst Du Dir jetzt vorstellen, dass Du

aller Konkurrenz mindestens eine Nasenlänge

voraus sein wirst?

Nikolaus B. Enkelmann sagte einmal: „Ein

Mensch der nicht liest, ist dümmer als ein

Mensch, der nie lesen gelernt hat!“ Recht

hat er!

Kerstin und ich haben 2013 die „Jürgen

Höller Stiftung“ gegründet. Ziel

und Zweck der Stiftung ist es, Kindern

in der Dritten Welt Bildung und

somit eine Zukunft zu ermöglichen.

Dies erfolgt derzeit durch den Bau von

Schulen in sozialen Brennpunkten

Afrikas. Weitere Informationen zur Jürgen

Höller Stiftung findest Du unter:

http://www.juergen-hoeller-stiftung.de/

Jürgen Höller

wurde 1999 als erster Mentaltrainer

der Bundesliga unter Trainer Christoph

Daum bekannt. 2001 wollte

er mit seiner Weiterbildungsfirma

an die Börse, was allerdings scheiterte.

2003 wurde Höller unter anderem

wegen Untreue zu drei Jahren

Haft verurteilt. Nach vorzeitiger

Entlassung 2004 startete er sein Comeback.

Heute ist er so erfolgreich

wie nie zuvor.

Wir freuen uns, wenn die Stiftung kräftig

unterstützt wird.

Und aus diesen Schulen erhalten wir dann

regelmäßig Berichte, in denen sich die

Lehrer und die Schüler stets dafür bedanken,

dass sie die Chance haben, die Schule

zu besuchen und Lesen, Rechnen und

Schreiben zu lernen. Verstehst Du? Diese

Kinder bedanken sich dafür, dass sie lernen

dürfen – in unserem Land beschweren

sich die meisten Kinder darüber, wie sie

das Lernen nervt.

Wenn Du ein Buch einer Koryphäe liest,

dann liest Du ja nicht einfach 250 Seiten

von dieser Person. Du liest das Konzentrat

eines ganzen Lebens in einem bestimmten

Fachgebiet. Wenn Du ein Buch von mir

liest, dann liest Du 35 Jahre meines Lebens,

in dem ich selber über 2.000 Bücher,

über 1.000 Audio- und Video-Medien und

mehr als 200 Seminare verarbeitet habe.

Außerdem die Erfahrungen, die ich mit

meinen Firmen machte - positive und negative.

Du kürzt also auf diese Weise Deinen

Weg ab.

Wenn jemand ein Meisterkoch werden

will, lernt er zunächst einmal drei bis fünf

Jahre bei einem anderen Meisterkoch den

Beruf des Kochs. Anschließend geht er auf

Wanderschaft. Ist ein bis drei Jahre, mal

hier, mal dort. Und wenn er dann 28 bis 30

Jahre alt ist, wird er selber Chefkoch, weil

er in kürzester Zeit das Know-how und die

Erfahrungen anderer Meisterköche übernommen

hat. Jetzt erst beginnt er dann

seine eigenen Experimente durchzuführen,

weiterzugehen, um sich weiterentwickeln

zu können.

Du kannst mit Deiner Lesegewohnheit

genau jetzt beginnen und Dir hier meinen

Nr. 1-Bestseller „Sprenge Deine Grenzen“

sichern.

www.Sprenge-Deine-Grenzen.com

ERFOLG magazin . Ausgabe 02/2019 . www.erfolg-magazin.de

41


Einstellung

DAVID

GEGEN

GOLIATH

Wie man scheinbar unbezwingbare Gegner besiegt

Markus Mingers hat als

Anwalt für Verbraucherschutz

schon nahezu

alles erlebt. Bei dem

Kampf, die Rechte des

Verbrauchers gegenüber dem vermeintlich

stärkeren Gegner zu vertreten, hat er

vor allem eines gelernt: Nichts ist, wie es

zunächst scheint. Egal, wie aussichtslos

eine Situation oder ein

Fall auf den ersten Blick

wirken mag, mit der richtigen

Herangehensweise

ist der Sieg dennoch

greifbar, ganz wie beim

Kampf David gegen Goliath.

Voraussetzung ist

eine bestimmte Art zu

denken und zu handeln.

Diesen Grundsatz

macht sich Markus Mingers in seinem

neuen Buch „Das David-Konzept.

Die Kunst, Übermächtige zu bezwingen“

zu nutzen. Wie das konkret aussieht und

mit welchen Tipps man seinen übergroßen

Gegner besiegen kann, hat er für uns

zusammengefasst:

DAS

Markus Mingers

DAVID

KONZEPT

Die Kunst, Übermächtige zu bezwingen

1. Denke genau

Forme dein Denken. Bewusster zu denken

lässt sich üben und hilft dabei, sich vor

Attacken des Gegners, etwa durch Manipulation,

zu schützen. Wichtig hierfür ist,

die Übereinstimmung deiner eigenen

Denkmodelle mit der Realität nachhaltig

zu steigern.

2. Vertraue dir

Aus Selbstvertrauen wächst die Bereitschaft,

sich seinen Gegnern entgegenzustellen.

Wenn Sie selbstbewusst sind und

keine Zweifel an sich selbst haben, werden

Sie unbezwingbar. Selbstbewusstsein

wächst aus kleinen Teil-Erfolgen,

die Sie sich aufbauen sollten.

3. Handle mutig

Halten Sie sich vor Augen, dass Mut kein

nachweisbares Gefühl ist, sondern vielmehr

die Fähigkeit, mit seinen Ängsten

umzugehen und diese zu überwinden. Die

Konkurrenz wird immer wieder versuchen,

in Ihnen Ängste zu wecken, um Sie

zu manipulieren. Lernen Sie, Ihre Ängste

zu benennen und zu kontrollieren, dann

haben nur Sie die Macht über sich selbst.

4. Spanne die Schleuder weit

Strategisches Denken ist das A und O auf

dem Weg zum Erfolg, dazu gehört, Handlungsoptionen

durchzuspielen, Ziele detailliert

zu formulieren und in der Wirklichkeit

zu verankern sowie das Sammeln

von Informationen. Auch über sich selbst.

Sie sind leicht angreifbar, wenn Sie Ihre

Schwächen nicht kennen. Also üben Sie

für den Ernstfall, fragen Sie Freunde und

Kollegen, wie Ihre Schwächen aussehen

und arbeiten sie daran.

5. Finde die Schwäche deines Gegners

Analysieren Sie die verlorenen Kämpfe

Ihres Gegners. Was machte ihn in der Vergangenheit

verwundbar und hat er inzwischen

bestimmte Vorkehrungen getroffen

oder seine Strategie erneuert? Achten Sie

bei einem Menschen auch immer darauf,

welche Stärken er betont und in welchem

Bereich seine besonderen Fähigkeiten liegen,

denn oftmals eignen sich Menschen

Kompetenzen oder Fertigkeiten gerade in

Markus Mingers

ist Autor und Anwalt für Verbraucherschutz.

Er ist Inhaber der Anwaltskanzlei

Mingers

dem Bereich an, in dem sie sich selbst für

schwach halten. Finden Sie den Bereich

und greifen Sie an.

6. Erkenne dich selbst

Lernen Sie mehr über sich und Ihre Motivation.

Das Ziel, das Sie verfolgen, stammt

das von Ihnen oder wurde es Ihnen vielmehr

auferlegt? Versuchen Sie Klarheit zu

schaffen. Hilfreich ist es zum Beispiel, auf

Ihren Neid zu hören. Was neiden Sie anderen

heimlich? Oft verbergen sich hinter

Neid tiefe Wünsche. Lernen Sie mehr über

sich und Ihre Ziele, nur so sind Sie voller

Leidenschaft dabei und lassen sich nichts

mehr ausreden.

7. Verschwende deine Kraft nicht

Viele begehen den Fehler, in jedem Lebensbereich

100 % geben und durchgängig

Engagement zeigen zu wollen. Das macht

Sie früher oder später kaputt – körperlich

und mental. Setzen Sie stattdessen Ihre

Kraft zielgerichtet und ökonomisch ein

und versuchen Sie, den Rest auszublenden.

Auch wenn es schwer fällt.

8. Pflege deine Achtsamkeit

Achtsamkeit setzt sich aus zwei Dingen

zusammen: der Verfeinerung der Wahrnehmung

eigener Gefühle sowie fremder

Gefühle. Die Rede ist von Empathie. Wenn

Sie sich genau in Ihren Gegner hineinversetzen,

lernen Sie auch viel über sich selbst,

denn: Alles, was Sie fühlen, fühlen Sie

immer selbst. Sie können therapeutische

Techniken wie Bestätigung, Spiegeln und

neutrales Zuhören nutzen, um fremde Gefühle

so genau zu entschlüsseln wie möglich

und somit die Oberhand zu gewinnen.

9. Sammle ein Heer hinter dir

Der Kern ist die Fähigkeit und Bereitschaft,

die Interessen anderer Menschen wahrzunehmen,

sie sich zu eigen zu machen,

öffentlich zu vertreten und dann zu ihrem

„Führer“ zu werden. Es war nie so einfach

wie heute, viele Menschen in kurzer Zeit

zu erreichen und mit ihnen zu kommuni-

Bilder: Depositphotos/arp, privat, Cover: FBV

42 www.erfolg-magazin.de . Ausgabe 02/2019 . ERFOLG magazin


Einstellung

zieren. Das digitale Zeitalter macht es möglich

und verhilft Ihnen dabei, Ihren Gegner

nicht alleine besiegen zu müssen.

10. Lerne Dankbarkeit

Dankbarkeit zu empfinden hilft Ihnen dabei,

sich zu erden und nicht übermütig zu

werden. Dankbarkeit verleiht Ihnen und

Ihrer Haltung nicht nur mehr Größe, die

einschüchtert, sondern macht Sie auch genügsamer

und lässt Sie kleine Niederlagen

besser wegstecken. Also ziehen Sie Bilanz

über Ihr bisheriges Leben und begegnen

Sie Ihren Erfahrungen mit Dankbarkeit.

Prinzip Nr. 11: Lerne, zu warten

Im Grunde wartet niemand gerne. Doch

das Warten hat viele Facetten, so dient das

Wartenlassen in den meisten Fällen einer

reinen Machtdemonstration und soll die

betroffene Person verunsichern. Lernen

Sie, zu warten und dennoch der Situation

überlegen zu bleiben. Mit der Zeit wird die

Geduld zur neuen Tugend und der Weg

zum Erfolg kommt Ihnen weniger beschwerlich

vor.

12. Mache dir deinen Körper zum

Freund

Hören Sie auf Ihren Körper und überlasten

Sie ihn nicht. Körperliche Einschränkungen

führen oftmals zu psychischen Belastungen,

dies führt wiederum dazu, dass

Sie weniger leistungsfähig und unkonzentrierter

sind. Geben Sie der Konkurrenz

keine Angriffsfläche und achten Sie immer

auf sich und Ihre Gesundheit.

Sylvester Stallone verdankt einen

großen Teil seines Ruhms seiner Rolle

als Rocky Balboa, dem Außenseiter,

mit dem keiner gerechnet hat und

der sich trotz aller Wiedrigkeiten zum

Sieg durchkämpft.

13. Finde dein Gleichgewicht

Dieser Punkt ist sehr wichtig und knüpft

an Prinzip 12 an. Es ist wichtig, sein inneres

Gleichgewicht zu finden. Wir haben

unterschiedliche Bereiche in unserem

Leben und wenn es in einem kriselt, hat

dies meist Auswirkungen auf alle anderen

Bereiche. Wir vernachlässigen dann Personen

oder Aufgaben, können Ansprüchen

nicht mehr gerecht werden, setzen

uns folglich mehr unter Druck und über

kurz oder lang führt dies zu psychischen

Krankheiten. Selbstreflexion hilft dabei,

eine innere Balance zu finden und besser

mit Problemen umzugehen und damit

dauerhaft leistungsfähig zu bleiben.

14. Gib niemals auf

Auf Ihrem Weg zum Erfolg werden Sie immer

wieder Rückschläge einstecken müssen,

doch lassen Sie sich nicht entmutigen.

In jeder Krise steckt auch ein Erfolg und

die Chance, einen besseren Umgang mit

Problemen zu erlernen. Bereiten Sie sich

auf Niederlagen vor, um nicht von ihnen

überrascht zu werden. Das heißt, machen

Sie sich keine utopischen Vorstellungen

und verfallen Sie nicht in Abhängigkeiten

und vor allem: Hören Sie im Zweifelsfall

immer auf sich selbst.

ERFOLG magazin . Ausgabe 02/2019 . www.erfolg-magazin.de

43


Wissen

Wie man Netzwerke

Mächtige unter sich: In Davos trafen sich die Mächtigen der Welt, um ihre Netzwerke zu spinnen. Hier: Petro Poroschenko und Angela Merkel.

44 www.erfolg-magazin.de . Ausgabe 02/2019 . ERFOLG magazin


Wissen

aufbaut

10 Regeln für

bessere Kontakte

Netzwerken macht alles

möglich“, „Kontakte sind

Gold wert“ und „Social

Media ist das Sahnehäubchen

im Networking“ - diese

und hunderte weitere Botschaften gibt

Petra Polk, Netzwerkexpertin aus und mit

Leidenschaft, ihren Zuhörern in ihren

Keynotes und Vorträgen mit auf den Weg.

Polk stellt zehn Netzwerktipps vor, die Sie

in Ihrem Business und Ihrer Karriere auf

jeden Fall weiterbringen werden.

Ihre Persönlichkeit zählt

Ich habe mich immer gefragt: „Warum bekommen

einige Menschen mehr Empfehlungen

als andere?“ Das ist ganz einfach.

Empfehlungen werden Sie nur bekommen,

wenn Sie für sich persönlich ganz

klar sind. Sie wissen, wer Sie sind, was

Ihre Ziele sind, welche Empfehlungen Sie

benötigen, und Sie trauen sich auch nach

Empfehlungen zu fragen. Wenn Sie selbst

Empfehlungen geben, brauchen Sie auch

kein schlechtes Gewissen zu haben, ganz

konkret Ihr Netzwerk nach den Empfehlungen

zu fragen, die Sie gerade benötigen.

Netzwerken Sie ohne Erwartungshaltung,

jedoch nicht ohne Ziele

Bei unseren Events werde ich ganz oft gefragt:

„Welche Zielgruppe treffe ich denn

dort?“ Ganz ehrlich, es ist vollkommen

egal, wen Sie dort treffen,

denn jede Person kann Ihr

Empfehlungsgeber sein.

Denken Sie beim Netzwerken

einfach einen Schritt

weiter. Wichtig dabei ist:

Sie kennen Ihre Ziele, und setzen bei den

Personen, die Sie treffen, Anker, damit Sie

weiterempfohlen werden.

»Kontakte sind

Gold wert«

Experte auf Ihrem Gebiet sind, wenn Sie

gut vernetzt sind, wenn Sie in Ihrer Persönlichkeit

klar sind, dann müssen Sie nicht

gegen Windmühlen kämpfen, können

anderen Erfolge gönnen und finden auch

beim Networking in der Kommunikation

wertvolle Impulse für weiteres Wachstum.

Persönlich bin ich der Meinung, dass wir

nur gemeinsam Großes bewegen können.

Mit "gemeinsam" meine ich auch Männer

und Frauen, denn wir sitzen schließlich

alle im gleichem Boot.

Sie sind, wen Sie kennen

„Ohne Netzwerk ist alles nichts.“ Was

auch immer Sie benötigen, Ihr Netzwerk

hat für Sie die passende

Lösung, denn Sie sind von

jedem Kontakt auf der Welt

nur genau sechs Kontakte

entfernt. Gut vernetzt zu

sein, ist heute ein Status.

Dabei geht es nicht um

viele Kontakte, sondern die

richtigen. Aus dem Grund

empfehle ich Ihnen: Bauen

Sie Ihr Netzwerk täglich aus und es ist ein

Prozess, der nie aufhört.

Persönlich ist einfach persönlicher

Virtuelle Kanäle machen es heute möglich,

uns mit Menschen auf der ganzen Welt

zu verbinden. Nutzen Sie diese Chance,

Menschen kennen zu lernen,

denen Sie sonst nie begegnen

würden. Doch meine

ganz persönliche Meinung

ist, persönliche Kontakte sind

einfach noch persönlicher.

Schaffen Sie Möglichkeiten, dass Ihre virtuellen

Kontakte Sie persönlich kennen

lernen.

»Pflegen Sie die

Kontakte genau

so wie Ihre

große Liebe.«

sondern überall, wo Sie mindestens eine

Person treffen, können Sie netzwerken.

Leben Sie Netzwerken und integrieren Sie

es in Ihren Alltag. Wenn Sie Petra Polk fragen,

dann wird Sie Ihnen antworten: „Was

ich nicht kann, ist nicht Netzwerken.“

Netzwerken braucht Zeit

Wenn Sie heute einen Apfelbaum pflanzen,

können Sie auch nicht morgen Äpfel ernten.

So ist es auch beim Netzwerken. Pflanzen

und säen Sie täglich, dann werden Sie

morgen und übermorgen ernten können.

Hören Sie nie damit auf. Planen Sie Netzwerken

fest in Ihre Strategie ein, denn nur

dann wird es eine angemessene Priorität in

Ihrem Alltag haben.

Denken Sie quer und

kreativ

Denn nur so werden Sie

die richtig wertvollen Kontakte

kennen lernen. Sind

Sie offen für Menschen und

zeigen Sie echtes Interesse

an Ihrem Gegenüber. Sind

Sie oder werden Sie ein guter Zuhörer

und Menschenverbinder. So

werden sich Ihre Aktivitäten

langfristig in barer Münze

auszahlen.

Mehr über Online- und Offline-Netzwerken

erfahren

Sie im neuen Buch „Erfolg

mit Networking – Online

und Offline Kontakte (ver)

knüpfen“ von Petra Polk.

Bilder: Deposoitphotos/palinchat, privat

Kontakte knüpfen und verknüpfen

Netzwerken heißt Beziehungen aufbauen,

sich kennen zu lernen, Vertrauen aufzubauen

und Empfehlungen auszusprechen.

Verbinden Sie dann die Menschen, die

zusammen gehören. Wenn Sie dabei großzügig

sind, werden Sie selbst Gleiches erfahren.

Geben steht vor Bekommen. Und

Empfehlungen werden nie auf dem direktem

Weg zu Ihnen zurück kommen.

Gemeinsam statt einsam

Die Zeit des Egoismus ist vorbei. Wenn Sie

Pflegen Sie Netzwerke wie Ihre große

Liebe

Kontakte knüpfen und verknüpfen ist nur

der Türöffner für langfristige Netzwerkbeziehungen.

Bleiben Sie mit Ihren Kontakten

immer in Kontakt, bedanken Sie

sich für Empfehlungen und pflegen Sie die

Kontakte genau so wie Ihre große Liebe.

Sie müssen es lieben

Networking können Sie nicht machen,

nicht gehen, sondern nur leben. Networking

benötigt keinen bestimmten Rahmen,

Petra Polk

ist Keynote Speakerin, Netzwerkexpertin,

Unternehmensberaterin,

Autorin und Bloggerin

ERFOLG magazin . Ausgabe 02/2019 . www.erfolg-magazin.de

45


Einstellung

Hillary Clinton lieferte sich

bei der US-Präsidentschaftswahl

ein Kopf-an-Kopf-

Rennen mit Donald Trump

und verlor.

Miss-Erfolg

Hinfallen ist keine Schande,

solange man wieder aufsteht

Lehne es nicht ab, das Negative

zur Kenntnis zu nehmen. Weigere

dich lediglich, dich ihm

zu unterwerfen“, sagte Norman

Vincent Peale. Kein Mensch

ist so vollkommen, dass ihm alles gelingt.

Probleme und Schwierigkeiten zu haben,

ist kein Zeichen von Schwäche oder

Minderwertigkeit, sondern ein ganz normaler

Aspekt des Lebens. Die Menschen

unterscheiden sich

allerdings darin, wie

sie mit diesen Schwierigkeiten

zurechtkommen

und Hinder nisse

überwinden.

Viele Schwierigkeiten nehmen wir als solche

überhaupt nicht wahr, weil sie für uns

alltägliche, vertraute Aufgaben geworden

sind. Erst wenn uns ein größeres Problem

überrascht, fühlen wir uns einen Moment

lang überfordert. In solchen Situationen

merken wir, ob wir darauf vorbereitet sind,

mit Krisen fertigzuwerden. Je eher wir

grundsätzlich akzeptieren, dass das Leben

nicht immer reibungslos verläuft, umso

mehr steigern wir un sere Belastbarkeit

und lassen uns von Kleinigkeiten nicht

aus der Ruhe bringen. Nach dem „Gesetz

der großen Zahl“ liegt die Erfolgsquote bei

Dr. Claudia E.

Enkelmann

ist Autorin, Trainerin

und Expertin für

Charisma, Selbstvertrauen

und Erfolg

Seine Ziele nicht zu erreichen

ist weniger schlimm,

als keine Ziele zu haben.

6:4. Das bedeutet, dass wir damit rechnen

müssen, dass auf zehn Handlungen sechs

Erfolge kommen und vier Misserfolge. Um

sechs Tätigkeiten erfolgreich auszuführen,

um sechs Ziele zu erreichen, müssen wir

also mindestens zehn Unternehmungen

starten.

Enttäuschung: ja!Entmutigung: nein !

Die Enttäuschung über einen Fehlschlag

ist berechtigt und

steht jedem Menschen

zu; es wird im

Leben immer wieder

Misserfolge und Probleme

geben – aber

aus der Enttäuschung darf keine Entmutigung

werden! Ein Misserfolg sollte uns

dazu motivieren, beim nächsten Ansatz

besser vorbereitet zu

sein oder vielleicht einen

anderen Weg zu gehen.

Doch er darf uns nicht

verunsichern und in

grundsätzliche Zweifel

stürzen. Wir müssen immer wieder von

Neuem Mut fassen und unsere Ziele voller

Optimismus weiterverfolgen. Hinfallen ist

keine Schande, aber liegen bleiben ist verachtenswert

!

Probleme als Heraus forderungen beachten

Optimisten haben grundsätzlich eine positive

Einstellung gegenüber Problemen:

Sie betrachten sie nicht als etwas, woran

sie scheitern könnten, son dern als eine

Herausforderung, an der sie sich messen,

an der sie wachsen können. Ein Optimist

hat ein Ziel, und er vertraut auf seine Fähigkeit,

dieses Ziel zu erreichen. Sobald er

Ich kann es gar nicht

erwarten, bis sich etwas

Gutes daraus entwickelt.

sich auf den Weg zu diesem Ziel macht, ist

es unvermeidlich, dass er dabei Hindernisse

überwinden muss. Die Probleme,

die unterwegs auftauchen, geben ihm die

Chance, zu zeigen, wie fähig er ist. Albert

Schweitzer sagte einmal: „Selbst wenn du

das Beste willst, darfst du nicht davon ausgehen,

dass andere dir Steine aus dem Weg

räumen, nein, selbst wenn du das Beste

willst, musst du davon ausgehen, dass andere

dir immer wieder neue Steine in den

Weg legen.“

Sind wir selbst das Problem ?

Manchmal liegt das Problem auch an uns

selbst. Wenn wir anders veranlagt wären,

einen anderen Charakter hätten, auf andere

Art reagieren könnten, dann hätten wir

vielleicht mit dieser bestimmten Situation

gar kein Problem. Die

Frage ist oftmals: „Habe

ich ein Problem – oder

bin ich selbst das Problem

?“ Nutzen Sie den

Trainings-Kasten auf der

nächsten Seite, um über drei Ihrer Situationen

nachzudenken.

Kein Problem ist „ein“ Problem

Viele Probleme lassen sich bei genauem

Hinsehen in mehrere Teilprobleme aufspalten

– und verlieren dadurch an Gewicht.

Gehen Sie einfach davon aus, dass ein Problem

auf verschiedenen Ebenen angesiedelt

ist, und nehmen Sie dann eine Ebene nach

der anderen in Angriff. Beginnen Sie mit

dem einfachsten Aspekt, und steigern Sie

sich dann bis zum Kern des Problems. So

gewinnen Sie Vertrauen in Ihre Fähigkeit,

die Situation zu bewältigen, und wagen sich

46 www.erfolg-magazin.de . Ausgabe 02/2019 . ERFOLG magazin


Einstellung

Bilder: Enkelmann, Depositphotos/jctabb

an immer größere Aufgaben heran. Erfolg

ist die Fähigkeit des Optimisten, Probleme

nur in Verbindung mit ihren Lösungen zu

sehen – in jedem Problem liegt der Ansatz

zu seiner Lösung bereits verborgen. Im

Grunde können wir sagen:

Schicksalsschlägen ins Auge schauen

Nun gibt es aber nicht nur die kleinen

alltäglichen Probleme, sondern auch die

Ereignisse, die uns als vehemente Schicksalsschläge

treffen, auf die wir beim besten

Willen nicht

vorbereitet sind.

Im Leben eines

jeden Menschen

gibt es Niederlagen,

denen er

nicht ausweichen

kann, Tiefschläge, die ihn körperlich und

seelisch aus der Bahn werfen. Auch hier

unterscheidet sich der Optimist wieder

deutlich vom Pessimisten: Der Optimist

stellt sich der Herausforderung und

nimmt sie an. Er weiß, der Erfolg liegt in

der Überwindung von Widerständen, und

die größten Widerstände sind oftmals die

inner lichen.

Misserfolge sind Warnsignale

Ein Optimist betrachtet Misserfolg und

Unglück als Warnsignale, die uns einen

Hinweis darauf geben, wo wir etwas

grundsätzlich verändern müssen. Er übernimmt

Verantwortung für die schwierige

Situation und versucht alles, um eine Lösung

zu finden. Selbst in der schlimmsten

Krise gelingt es einem Optimisten meistens,

von der Verzweiflung umzuschalten

auf kreatives, konstruktives Lösungs-Findungs-Denken.

Als wirksame Suggestion

dient ihm der Satz:

Sind wir selbst das Problem ?

Aus dieser Einstellung heraus verkraftet

er auch einen größeren Rückschlag, denn

er weiß, dass er daraus etwas lernen kann

und dass die Anzahl der Erfolge immer

überwiegt – 6 : 4 ! Die Gewissheit, die auf

seinen Erfahrungen beruht, und das Vertrauen

auf seine eigenen Kräfte unterscheiden

ihn grundsätzlich von einem Erfolgsneurotiker.

Dieser glaubt nämlich, er habe

das ultimative Erfolgsrezept, den Stein der

Weisen, gefunden und müsse nun immer

erfolgreich sein. Doch spätestens angesichts

des ersten kleinen Misserfolgs scheitert

er und ist ratlos.

Dr. Schuller zitiert in seinem Buch „Erfolg

kennt keine Grenzen“ einen japanischen

Firmenchef, dessen Geschäfte unter der

Rezession so stark gelitten hatten, dass sein

Marktanteil empfindlich geschrumpft war.

Dieser erklärte seinen Führungskräften:

„Wir stehen vor dem größten Problem seit

Gründung der Firma, und das ist gut so !

Lehne es nicht ab, das Negative zur

Kenntnis zu nehmen. Weigere dich

lediglich, dich ihm zu unterwerfen.

Norman Vincent Peale

Diese Probleme sind nämlich wie Schmerzen,

die der Körper verspürt. Die Natur hat

uns dieses Frühwarnsystem geschenkt, das

die Notwendigkeit einer Änderung sig nalisiert.“

„Dieser Mann“, so Schuller weiter,

„betrachtete seine Probleme als Chance,

das Hindernis als Gelegenheit, den

Augenblick der Wahrheit als Sternstunde.

Wir alle können lernen, aus unseren

Schwierigkeiten Nutzen zu ziehen, Frustrationen

als eine fruchtbare Erfahrung

zu betrachten. Das Problem bietet uns in

Wirklichkeit eine

Möglichkeit, auf

Schwächen im

System aufmerksam

zu werden

und daraus

wichtige und unschätzbar wertvolle

Informationen abzuleiten.“

Humor ist Lebensenergie

Ein Optimist ist davon überzeugt,

dass sich jedes Problem irgendwie

bewältigen lässt, dass jede Krise

einmal ein Ende hat und jeder Misserfolg

doch auch irgendeinen kleinen

Nutzen bringt – man muss den

Weg nur sehen wollen ! Vielleicht gibt

es einen Menschen, der helfen kann,

die Lösung zu finden, vielleicht nützt es

schon, eine Zeit lang abzuwarten – vielleicht

hilft auch ein wenig Humor. Humor

ist reine Lebensenergie; doch nur wer diese

Energie auch nutzt, kann mit ihrer

Kraft etwas bewegen. Humor ist

eine der wichtigsten Eigenschaften

des erfolgreichen

Optimisten. „Humor ist,

wenn man trotzdem

lacht“, lautet die zu

Recht viel zitierte

Lebensweisheit

von Otto Julius

Bierbaum.

Training II

Notieren Sie drei Situationen, die in der letzten Zeit für Sie

problematisch waren. Wie hätten Sie diese Situationen lösen

können, wenn Sie jemand anderes gewesen wären und anders

reagiert hätten ?

Situation 1: ________________________________________________

Lösung aus der Sicht von jemand anderem:

_______________________________________________________________

Situation 2: _____________________________________________________

Lösung aus der Sicht von jemand anderem:

_______________________________________________________________

Situation 3: _____________________________________________________

Lösung aus der Sicht von jemand anderem:

Training I

Denken Sie einmal an den größten

Misserfolg zurück, den Sie je in Ihrem

Leben einstecken mussten. Was haben

Sie aus jener Situation gelernt ? Inwiefern

sind Sie daran gereift ? Wie würden Sie reagieren,

wenn Ihnen das Gleiche morgen noch

einmal widerfahren würde ?

Mein Misserfolg: __________________________

_________________________________________

Wie ich daran gereift bin:

_________________________________________

_______________________________________

Wie ich heute reagieren würde:

____________________________________

________________________________

___________________________

_____________________________________________________________

___________________________________________________________

ERFOLG magazin . Ausgabe 02/2019 . www.erfolg-magazin.de

47


Einstellung

Female Leadership

Zeit für mehr Weiblichkeit im Business

Tobias Beck

arbeitete als Flugbegleiter und

begeistert als Speaker die Zuhörer.

Daneben lehrt er als Dozent an der

Berliner Steinbeis-Hochschule und ist

Autor sowie Start-Up-Gründer.

Aktuell findet ein Wandel

statt, ein neues Bewusstsein

entsteht und Female

Leadership ist auf dem

Vormarsch. Und trotzdem:

Viele stellen sich unter einem Macher oder

einer Führungspersönlichkeit noch immer

einen Mann vor.

Für Frauen ist die Zeit gekommen, sich auf

die großen Bühnen zu stellen und sich zu

zeigen. Im Business, wie auch auf anderen

Ebenen.

Es ist traurig, dass ich das überhaupt sagen

muss, aber es liegt mir auch am Herzen.

Ich erlebe immer wieder, dass Firmenkunden

bei mir anfragen, ob ich ihnen eine Liste

von zehn Rednerinnen schicken kann,

die Erfahrung mit großen Gruppen haben.

Ich: „Hmmm. Warum?" Weil auch dieser

Bereich noch immer von Männern dominiert

wird. Wo sind die Großveranstaltungen

unserer Szene, die von einer Frau

geleitet werden?

Umparken im Kopf: Paradigmenwechsel

für die Weiblichkeit

Kleine Mädchen lernen bereits, nicht so

laut und fordernd zu sein, doch ambitionierte

Frauen müssen ihre Stimme erheben

- das dürfen wir auch als Eltern nicht

aberziehen. Vielmehr gilt es das Vertrauen

in die eigenen Fähigkeiten zu stärken. Es

ist wichtig, dass Frauen sich Gehör verschaffen

- sonst passiert gar nichts.

Die weltweite #MeToo-Bewegung ist mehr

als eine Kampagne, die auf Sexismus und

Diskriminierung aufmerksam macht. Sie

hat eine Auseinandersetzung über die

Gleichstellung von Männern und Frauen

angestoßen.

48 www.erfolg-magazin.de . Ausgabe 02/2019 . ERFOLG magazin


Einstellung

asd

So sieht Frauenpower

aus: Die niederländische

Hockey-Damen-Nationalmannschaft

feiert ihren

Sieg bei der WM 2014 in

Den Haag.

Bild: Depositphotos/corepics, Beck

Wir müssen uns hierbei von Denkweisen

verabschieden, die Frauen gegen Männer

stellt und umgekehrt, denn es ist kein

"entweder oder“. Sowohl die männliche als

auch die weibliche Energie sind wichtig

und werden gebraucht. Die Annahme von

beidem, ihre Integration, führt zu Erfolg.

Es reicht nicht, nur zu debattieren, wir

müssen auch etwas verändern. #MeToo -

Du auch, und zwar jetzt!

Was kann Female

Leadership wirklich

verändern?

Es gibt viele Gründe,

warum Frauen

großartige Führungspersönlichkeiten

sind. Sie sind gute Zuhörer, feinfühlig,

arbeiten von Natur aus gerne im Team,

haben ihr Ego im Griff und können starke

persönliche Bindungen aufbauen. Sie verkörpern

in absoluter Eleganz, wie magisch

die Fusion von Verletzlichkeit und Stärke

ist.

Ihre emotionale Intelligenz wird in der

heutigen Zeit immer wichtiger und wenn

wir Leadership neu definieren, können

wir eine ganz neue Arbeitswelt kreieren:

Gemeinsam mehr Erfolg haben, in einer

»Gehe nach draußen und

zeige Deine wahre Größe.

Das ist keine Option,

sondern obligatorisch!«

wertschätzenden, starken Gemeinschaft -

an Deinem Arbeitsplatz, in Deinem Unternehmen.

Nutze das Potential!

Es gibt nicht nur Angela Merkel und

Theresa May. In meiner Zeit bei Lufthansa

waren die meisten Führungspositionen

von Frauen besetzt und auch in der Tobias

Beck University sind 80 % der Führungskräfte

weiblich

- eine kraftvolle

Mischung aus Empathie

und Erfolg.

An alle Frauen:

Habe keine Angst

davor, Dich verletzlich

zu zeigen, denn

das macht Dich unwiderstehlich und stark.

Nehme das Geschenk Deiner Weiblichkeit

an und bringe es in die Welt - für Dich

selbst und für andere. Gehe nach draußen

und zeige Deine wahre Größe. Das ist keine

Option, sondern obligatorisch!

Wir brauchen Menschen, die zeigen, dass

Intuition und Empathie, sowie andere Facetten

der Weiblichkeit etwas Starkes sind.

Es ist Zeit, diese Stärken bewusst einzusetzen,

effektiv zu nutzen und dadurch Männern

ein Leitbild zu sein.

Ich kann hier nur oberflächlich auf all

das eingehen, aber wenn Du Dich mit

dem Thema angesprochen fühlst, dann

möchte ich Dich zu unserem Female Leaders

Summit einladen. Ein Event, das im

deutschsprachigen Raum einmalig ist, bei

dem Männer und Frauen im Publikum sitzen,

auf der Bühne jedoch ausschließlich

Frauen stehen - Leaderinnen unserer Zeit,

die ihr Wissen an Dich weitergeben möchten,

damit auch Du die Kraft der weiblichen

Energie für Dich nutzen kannst.

6. April 2019

Offenbach

mit Suzanne Grieger-Langer,

Dr. Renée Moore, Lenke Steiner,

Yvonne Schönau & Lea Ernst

Exclusiv erhalten Leser des

ERFOLG Magazins mit dem Rabattcode

„XErfolg15“ 15 % Ermäßigung

auf den Eintrittspreis.

ERFOLG magazin . Ausgabe 02/2019 . www.erfolg-magazin.de

49


Wissen

FOKUS &

KONZENTRATION

Mensch –

ändere dich!

Man muss keine einzige

Verhaltensweise verändern,

um aus dem

Gefängnis der Illusion

befreit zu werden. Aber

alle verzweifelten Versuche, den Körper,

die Beziehungen, die Finanzen zu verändern,

werden niemals funktionieren, solange

man nicht gelernt hat, sein Bewusstsein

zu ändern und zu formen.

Man kann noch

so oft in ein

Schuhgeschäft

gehen, man wird

dort keine Milch

kaufen können!

Das eigene Bewusstsein für immer und

ewig zu kontrollieren, kann auf Dauer

ganz schön anstrengend werden. Doch

wenn wir bedenken, dass das Bewusstsein

die physische Realität erschafft, ist es ein

lohnender Prozess. In dem Buch „Ein Kurs

in Wundern“ heißt es, um im Königreich

zu leben, haben wir einfach nur unsere

ganze Aufmerksamkeit darauf zu richten.

Das heißt: Sie müssen bereit sein, nichts

anderes mehr wahrzunehmen, als was Sie

in Ihrem Leben verwirklichen wollen.

Wenn jemand finanzielle Sorgen hat, dann

richtet er seine ganze Aufmerksamkeit

auf den Mangel, also kein Geld zu haben.

Er konzentriert sich darauf, dass es nicht

wünschenswert ist, schlecht bei Kasse zu

sein. Also liest er Bücher und Artikel darüber,

wie man reich wird

und verwendet viel Zeit und

Energie, wie man das Geld,

das man noch nicht hat, am

besten anlegt und investiert.

Blind für die Tatsache, dass

er sich so ganz auf die Vorstellung

fixiert, noch nicht

reich zu sein. Die logische

Folge: Er bleibt weiterhin

arm!

Mensch, ändere dich!

Wir erleben Armut, Krankheit,

Stress und ähnliches

doch nur, weil wir uns gedanklich

darauf konzentrieren.

So mächtig ist unser

Geist. Wenn wir uns jedoch

auf das Gefühl konzentrieren

und bewusst den Fokus

auf „Reich zu sein“ (oder was

auch immer) lenken, und in

Dankbarkeit für das, was wir

bereits haben – zum Beispiel

den Partner, die Kinder oder

die wundervollen Freunde,

würde die materielle Armut

schon bald aus unserem Leben verschwinden.

Vor etwa 100 Jahren hat ein bedeutender

Mann in England einen Selbstversuch

gestartet. Es war der Mann, der auch das

Muster der Linien auf den Fingerkuppen

als individuelles Merkmal jedes Menschen

entdeckte. Sir Francis Galton, ein Cousin

Darwins, und ein bedeutender Mann seiner

Zeit. Was tat dieser Mann? Eines Morgens

redete er sich vor seinem Spaziergang

ein, dass ihn ganz England hassen müsste.

Er suggerierte sich selbst, der meistgehasste

Mann Englands zu sein. Dieses Bild verinnerlichte

er sich in einer Art Selbsthypnose.

Als er dann die Straße entlangging,

fand er für dieses innere Selbstbild die Bestätigung.

Seine negativen Schwingungen

führten dazu, dass die Passanten vor ihm

auswichen. Einige beschimpften ihn. Sogar

Tiere zeigten ihm ihre Ablehnung. Er

wurde von einem Pferd getreten und verletzte

sich (bei diesem Vorfall verteidigten

die umstehenden Passanten das Pferd und

nicht den Mann). An diesem Vormittag

landete er gleich zweimal in einer Pfütze.

Dieser Tag war für ihn gelaufen. Er zog

sich in seine Wohnung zurück. Das Ergebnis

dieses Versuchs ging als „Pygmalion-

Effekt“ in die Literatur ein.

Starten Sie einen Versuch – und ich rate

Ihnen, dabei ein positives Selbstbild aufzubauen.

Sprechen Sie laut vor sich hin: „Ich

bin die beliebteste Person weit und breit!“

Alexander Kaufmann

ist Ausdauersportler, Autor, Redner,

Erfolgsspezialist und erfolgreicher

Unternehmer.

Bilder: privat, Depositphotos/HelenKayda

50 www.erfolg-magazin.de . Ausgabe 02/2019 . ERFOLG magazin


Wissen

Tun Sie es nicht halbherzig – Selbstzweifel

untergraben Ihr Vorhaben. Entspannen

Sie sich und sprechen Sie die Worte immer

wieder! Stellen Sie sich dabei Situationen

vor, in denen Sie erfolgreich mit anderen

Menschen kommunizieren. Schaffen

Sie sich Ihre positiven Selbstbilder! Ihr

positives Selbstbild wird von anderen

Menschen angenommen, ohne dass Sie

es ihnen erläutern. Sie erhalten nach und

nach die Resonanz Ihres Selbstbildes. Ein

Selbstbild wie Sie es wünschen.

Fokussieren Sie Ihren Geist nur auf das,

was Sie sich wünschen. Wenn Sie Liebe

wollen, dann denken Sie an Liebe. Wenn

Sie Gesundheit wollen, dann denken Sie an

Gesundheit. Wenn Sie Reichtum wollen,

dann denken Sie an Reichtum. Denken Sie

nie darüber nach, dass Liebe unbeständig

ist, das keine Aussicht auf Gesundheit besteht

oder Reichtum für Sie nicht möglich

ist. Fokussieren Sie Ihre volle Aufmerksamkeit

auf das, was Sie in Ihrer Realität

möchten. Ihr Geist wird erstaunt sein über

die Schönheit, die sich Ihnen offenbart,

wundervolle Ideen werden sich materialisieren,

wachsen und gedeihen. Freude

wird erlebbar.

Du kannst dich nur befreien, wenn du erkennst,

dass du selbst die Ketten schmiedest,

die dich fesseln.

Sie glauben, was Sie mit Ihren Sinnen

wahrnehmen, ist Realität. Aber es ist nur

ein Millionstel Prozentsatz dessen, was

möglich ist! Sie kennen bestimmt die Situation,

in der eine Frau schwanger ist und

sie plötzlich nur noch schwangere Frauen

wahrnimmt. Als ich mit meiner Tochter

mit dem Babyjogger durch den Wald lief,

sah ich nur noch Väter mit Babyjogger um

mich herum – sie waren in meiner Wahrnehmung

vorher aber nie da gewesen. Die

sinnliche Wahrnehmung ist mein ganz

persönlicher Spiegel meiner eigenen, individuellen

Welt.

Dazu kommen sogenannte Spiegelneuronen

zum Einsatz. Die Spiegelneuronen

wurden rein zufällig von einer italienischen

Forschergruppe und ihrem Leiter

Giacomo Rizzolatti im Jahre 1996 entdeckt.

Diese Resonanzsystem gehört zur

Grundausstattung unseres Gehirns. Die

Bewegungsmuster oder Körperzeichen

des anderen werden von unserem Gehirn

schnellstens dechiffriert. In unserem Gehirn

entsteht ein Spiegelbild von dem, was

wir sehen. Egal ob Trauer, Freude oder

Ärger: Der gleiche Zustand wird durch die

Du kannst

dich nur befreien,

wenn

du erkennst,

dass du selbst

die Ketten

schmiedest,

die dich

fesseln.

sogenannten Spiegelneuronen im anderen

ebenso hervorgerufen und ebenso spielen

Vorerfahrungen, die im Gehirn abgespeichert

sind, eine wichtige Rolle. Somit

unterscheiden wir uns mit der Fähigkeit,

Emotionen zu spiegeln, von den Tieren.

Und die Funktion der Spiegelneuronen ist

für unser alltägliches Miteinander von äußerster

Wichtigkeit. Und sie braucht einen

Partner, denn diese Fähigkeit entwickelt

sich nicht allein.

Konzentrieren Sie sich für die nächsten 24

Stunden auf rote Autos oder wenn Ihnen

die Farbe nicht gefällt, wählen Sie eine andere.

Mehr ist nicht erforderlich. Fokussieren

Sie sich immer wieder auf die Absicht,

rote Autos zu sehen und halten dabei die

Augen offen. Achten Sie einfach darauf,

ob Ihre konzentrierte, bewusste Aufmerksamkeit

bewirkt, dass Sie mehr Autos in

diesem Farbton sehen, als sonst. Dies wäre

der Beweis, dass es möglich ist, Ihre wahrgenommene

Realität mit Ihren Gedanken

zu beeinflussen. Und es soll Ansporn für

Sie sein, Ihren Fokus und Ihre Konzentration

immer öfter auf das auszurichten,

was Sie wirklich möchten. Wie durch Zauberhand

wird Ihr Leben auch immer öfter

genau das zurückgeben, worum Sie es mit

Ihren bewussten Gedanken gebeten haben…

ERFOLG magazin . Ausgabe 02/2019 . www.erfolg-magazin.de

51


Einstellung

Gabriel Schandl

ist Trainer und Speaker

mit Schwerpunkt

Leistungssteigerung,

Motivation und

Begeisterung.

52 www.erfolg-magazin.de . Ausgabe 02/2019 . ERFOLG magazin


Einstellung

Die fünf

besten Strategien für

die Präsentation

deiner Idee,

deines Produktes

oder Angebotes

ÜBERZEUGEN,

ABER RICHTIG

Bild: Stuttgarter Wissensforum

Oft haben wir nur eine Möglicheit

zu punkten, zu pitchen,

den Auftrag zu bekommen.

Zu viele bereiten

sich nicht gut genug darauf

vor. Zum Teil, weil sie nicht wissen wie.

Das ändern wir heute. Wie du deine Idee

und dein Produkt perfekt präsentierst,

darum geht es heute und wir zeigen dir

dazu die besten praxiserprobten Werkzeuge,

let’s go!:

3

Lass den Anderen reden und

sich gut fühlen

Dieser Punkt könnte der Technik

Nr. 2 widersprechen. Tut sie

nicht, sie ergänzt. In unserem

Werkzeugkoffer zuhause haben wir auch

die verschiedensten Werkzeuge, genau so

ist es auch in der Kommunikation und

Präsentation von Ideen. Im Umgang mit

verschiedenen Menschen brauchen wir

verschiedene Methoden, Werkzeuge,

Techniken, dem Anderen zuzuhören ist

eine der Besten davon, so banal das klingt.

Gute Verkäufer reden über Ihr Produkt,

Ihr Angebot. Sehr gute Verkäufer lassen

den Kunden glänzen und interessieren

sich für seine/ihre Welt. Gestern habe

ich mir ein neues Auto angesehen. Dabei

habe ich nach der Eintauschmöglichkeit

meines aktuellen Fahrzeugs gefragt. Der

Verkäufer fragte, wann der zugelassen

wurde, ich antwortete: „2010“. Er darauf:

„Das ist ja ein altes Auto“ Unter uns:

Keine gute Strategie, denn mein Wagen

ist top gepflegt, ich mag ihn und er fährt

sich richtig gut. Er hat leider nur 4 Sitze.

Ich brauche inzwischen mehr. Aber meinen

nächsten Wagen werde ich sicher

nicht bei diesem Verkäufer kaufen.

1

Finde das Bedürfnis

Menschen sind nur dann interessiert,

wenn etwas für Sie

„drinnen ist“, was auch immer

dieses etwas ist: Ein Vorteil, ein

Nutzen, ein Problem, das gelöst wird. Es

ist zentral, genau diesen Bedarf herauszufinden.

Im Film „Wolf of Wall Street“

ist die Szene „Verkauf mir diesen Kugelschreiber“

genau damit berühmt geworden:

Keiner wollte den, solange es keinen

Grund gab, jetzt einen Kuli haben zu

müssen. In dem Moment, wo es etwas

Wichtiges zu notieren gab, stieg das Interesse

am Schreibgerät sofort an. Genau

darum geht es: Herauszufinden, wo mein

Gegenüber steht und woran er/sie wirklich

interssiert ist.

4

Stelle Fragen

Dazu eignet sich sehr gut die

Vielfalt an Fragen, die wir

stellen können. Diese können

auch gleich mit der Technik

des „Preframings“ kombiniert werden,

in der man ankündigt, was man gleich

tun wird. Beispiel: „Ich darf Ihnen einige

Fragen stellen, damit wir gemeinsam

herausfinden, was das Richtige für Sie

ist?“ Zu 99 % wird diese Frage mit „Ja!“

beantwortet und dann wundert sich das

Gegenüber auch nicht mehr, wenn du

mit kreativen Fragen anrückst, wie zum

Beispiel: „Woran werden Sie merken,

dass das die richtige Entscheidung für

Sie war?“ (Lösungsorientierte Abschlußfrage)

oder „Was braucht es, damit Sie

jetzt gleich entscheiden können?“ Auch

zurückgegebene Fragen sind sinnvoll:

„Wie meinen Sie das?“ oder „Womit vergleichen

Sie das?“ oder „Was heißt für Sie

teuer/günstig?“ Wer fragt, der führt. Diese

Tatsache gilt in jedem Gespräch.

2Erzeuge ein Bedürfnis

Es kann sein, dass der Andere

das nicht sofort weiß. Deshalb

gehört neben dem Ergründen

die Klarheit des Nutzens dazu,

also welche Bedürfnisse befriedigt meine

Idee, mein Produkt, mein Vorschlag,

mein Angebot? Manchmal kann man

hier mit der Technik des „Storytellings“

punkten: Welche anderen Menschen haben

ein bestimmtes Problem bereits mit

meiner Idee gelöst? Es kann sein, dass

mein Gegenüber darauf anspringt und

sagt: „Genau, das brauche ich auch!“ Das

ist unser Ziel. Also sammle Stories, wie

und wo deine Idee, dein Produkt jemand

anderen erfolgreicher gemacht hat. Und

erzähle davon.

5

Argumentiere den Nutzen,

nicht die Eigenschaften

Die meisten Redner/Verkäufer/

Präsentatoren sind in ihrem

Thema so stark drinnen, dass

sie nur noch über Eigenschaften und

Merkmale ihrer Idee, ihres Produktes

reden, aber nicht davon, was der Kunde

davon hat. Wir wollen die Wörter hören:

„…das bedeutet für Sie, dass….“ DAS

interessiert uns, anstatt „Unsere Idee/

Produkt kann, ist, hat…“ Was noch möglich

ist, ist beides zu verknüpfen. „Diese

Hose hat 3 % Elasthan-Anteil, das heißt,

sie fühlt sich beim Sitzen schön weich

an, das könnte für Ihre langen Fahrten

im Zug und Flüge interessant sein!“ Ja,

so eine Hose nehme ich! Vorausgesetzt,

sie gefällt mir. Setze bitte statt der Hose

einfach deine Idee, deine Leistung, dein

Angebot ein und argumentiere nie wieder

eine Eigenschaft ohne Nutzen. Damit

erhöhst du die Chance, dass der Andere

JA! dazu sagt.

ERFOLG magazin . Ausgabe 02/2019 . www.erfolg-magazin.de

53


Einstellung

Keine

Ausreden

Es gibt Tausende von Ausreden für Misserfolg,

doch nie einen guten Grund dafür.

Mark Twain

Warum sind manche

Menschen erfolgreicher

als andere?

Warum verdienen einige

Leute mehr Geld

als andere, leben ein glücklicheres Leben

und erreichen in derselben Zeit viel mehr

als die übergroße Mehrheit? Worin besteht

das eigentliche

»Geheimnis des

Erfolgs«?

Häufig beginne

ich ein Seminar

mit einer kleinen

Übung. Ich frage das Publikum: »Wie viele

von Ihnen würden gerne ihr Einkommen

verdoppeln?« Fast alle lächeln und heben

die Hand. Ich frage dann: »Wie viele von

Ihnen würden gerne abnehmen? Keine

Schulden mehr haben? Finanziell unabhängig

sein?« Wieder lächeln alle, einige

klatschen Beifall, und alle heben die Hand.

Dann sage ich: »Wunderbar! Das sind

doch großartige Ziele, die wir alle haben.

Wir alle wollen mehr Geld verdienen,

mehr Zeit mit unserer Familie verbringen,

schlank und fit sowie finanziell unabhängig

sein. Wir wollen nicht nur alle dasselbe,

sondern wir wissen auch, was wir tun

müssen, um es zu erreichen. Und wir alle

haben vor, das Nötige zu tun, irgendwann.

Doch bevor wir damit anfangen, beschließen

wir, dass wir etwas Urlaub machen

müssen, und zwar an einem wunderschönen

Ort unserer Fantasie, der ›Eines-schönen-

Tages-Insel‹. Wir sagen: ›Eines schönen

Tages werde ich dieses Buch lesen.

Hören Sie damit auf,

nach Ausreden zu suchen!

Eines schönen Tages werde ich mit diesem

Trainingsprogramm beginnen. Eines

schönen Tages werde ich meine Fähigkeiten

auf den neuesten Stand bringen und

mehr Geld verdienen. Eines schönen Tages

werde ich meine Finanzen in den Griff bekommen

und keine Schulden mehr haben.

Eines schönen Tages werde ich all das tun,

wovon ich weiß,

dass ich es tun

muss, wenn ich

all meine Ziele

erreichen will.

Eines schönen

Tages.‹« Wahrscheinlich leben 80 Prozent

der Bevölkerung den größten Teil der

Zeit auf der Eines-schönen-Tages-Insel.

Sie denken über all die Dinge nach, die

sie »eines schönen Tages« tun werden,

sie träumen davon, und sie entwickeln

Fantasien darüber. Und wen sehen sie

auf der Eines-schönen-Tages-Insel um

sich herum? Andere Menschen auf der

Eines-schönen-Tages-Insel! Und was ist das

Hauptgesprächsthema auf der Eines-schönen-Tages-Insel?

Ausreden! Sie sitzen

alle da und erzählen sich gegenseitig ihre

Ausreden, warum

sie auf der

Insel sind. »Aus

welchem Grund

sind Sie hier?«,

fragen sie einander.

Es überrascht nicht, dass ihre Ausreden

großenteils dieselben sind: »Ich hatte

keine glückliche Kindheit«, »Ich habe kein

Geld«, »Mein Chef ist wirklich ein Problem«,

»Meine Ehe ist nicht gut«, »Keiner

mag mich« oder »Die wirtschaftliche Lage

ist ziemlich schlecht«. Sie haben sich die

Krankheit »Ausrederitis« eingefangen, die

sich in der Regel verhängnisvoll auf den

Erfolg auswirkt. Sie alle haben gute Absichten,

aber wie jeder weiß, ist der Weg

zur Hölle mit guten Absichten gepflastert.

Die erste Regel für Erfolg ist simpel: Entscheiden

Sie sich gegen die Insel! Keine

weiteren Ausreden! Tun Sie etwas oder tun

Sie es nicht – doch erfinden Sie keine Ausreden!

Hören Sie auf, Ihr Gehirnschmalz

darauf zu verwenden, sich ausgeklügelte

Begründungen und Rechtfertigungen dafür

auszudenken, dass Sie nicht handeln.

Tun Sie etwas. Tun Sie irgendetwas. Bleiben

Sie dran! Und sagen Sie sich: »Wenn

etwas geschehen soll, dann liegt das in

meiner Verantwortung!« Verlierer ergehen

sich in Ausreden, Gewinner machen Fortschritte.

Woran können Sie nun erkennen,

ob Ihre Lieblingsausrede gilt oder nicht?

Das ist einfach. Schauen Sie sich um und

fragen Sie sich: »Gibt es sonst irgendjemanden,

der die gleiche Ausrede verwendet

wie ich und trotzdem erfolgreich ist?«

Wenn Sie sich

Setzen Sie all Ihre Energie in

die Erreichung Ihrer Ziele.

diese Frage stellen,

werden Sie,

wenn Sie ehrlich

sind, Folgendes

zugeben müssen:

Es gibt Tausende oder sogar Millionen

von Menschen, denen es weitaus

schlechter ergangen ist als Ihnen und die

trotzdem etwas Wunderbares aus ihrem

54 www.erfolg-magazin.de . Ausgabe 02/2019 . ERFOLG magazin


Einstellung

Bilder: Depositphotos.com/Steho, Cover Gabal

weiteren Leben gemacht haben. Und was

Tausende oder Millionen anderer vor Ihnen

getan haben, das können Sie ebenfalls

tun – wenn Sie es nur versuchen. Man sagt:

Wenn die Menschen so viel Energie darauf

verwenden würden, ihre Ziele zu erreichen,

wie sie darauf verwenden, sich Ausreden

für ihr Versagen auszudenken, würden

sie sich tatsächlich selbst überraschen.

Aber als Erstes müssen Sie sich gegen die

Insel entscheiden.

Nur sehr wenige Menschen haben von

Haus aus einen Startvorteil. Ich persönlich

habe keinen Highschool-Abschluss

gemacht. Ich habe viele Jahre in einfachen

Berufen gearbeitet, verfügte über wenig

Bildung und über begrenzte Fähigkeiten

und sah einer

nicht so rosigen

Zukunft entgegen.

Und dann

begann ich, mir

Tun Sie etwas. Tun Sie irgendetwas.

Bleiben Sie dran!

die folgende

Frage zu stellen: »Warum sind einige

Menschen erfolgreicher als andere?« Diese

Frage hat mein Leben verändert. Über

die Jahre hinweg habe ich Tausende von

Büchern und Artikeln zu den Themen Erfolg

und Leistung gelesen. Es scheint so zu

sein, dass die Gründe für diese Errungenschaften

seit mehr als 2000 Jahren auf jede

erdenkliche Art erörtert und beschrieben

worden sind. Ein Merkmal, bei dem sich

die meisten philosophischen Lehrer und

Experten einig sind, ist die Bedeutung der

Selbstdisziplin. Disziplin ist das, was Sie

brauchen, um den Verlockungen der Ausreden

widerstehen zu können. Es ist die

Selbstdisziplin, die Sie dazu befähigt, sich

gegen die Insel zu entscheiden. Sie ist der

Schlüssel zu einem großartigen Leben, und

ohne sie ist kein

dauerhafter Erfolg

möglich. Als

ich anfing, selbst

mehr Disziplin

aufzubringen,

veränderte das

mein Leben, und es wird auch Ihr Leben

verändern. Indem ich ständig mehr von

mir selbst verlangte, konnte ich im Verkauf

und im Management Erfolge vorweisen.

Ich bildete mich weiter und machte

in meinen Dreißigern einen Abschluss

als MBA; das

verlangte mir

Tausende von

Stunden zielgerichteten

Studiums

ab. Ich importierte

Autos von Suzuki nach Kanada,

bevor dies irgendjemand anders tat; ich

baute 65 Filialen auf und verkaufte Autos

im Wert von 25 Millionen Dollar. Und das

alles, nachdem ich ohne spezielles Branchenwissen

begonnen hatte. Was ich

jedoch hatte, waren die Disziplin und

die Entschlossenheit, zu lernen und

das Erlernte anzuwenden. Ohne jegliches

Wissen beziehungsweise ohne

jede Erfahrung wurde ich Makler,

vertraute auf die Kraft der Selbstdisziplin,

gestützt durch Hunderte Stunden

Arbeit und Lektüre. Ich fuhr fort,

Mit Selbstdisziplin kommen

Sie an die Spitze.

indem ich Einkaufszentren, Industriegebiete,

Bürogebäude und kleine Wohngebiete

aufbaute. Mit Selbstdisziplin habe

ich erfolgreich Firmen im Bereich Training,

Beratung,

Vortragstätigkeit,

Schreiben,

Aufnahmen

und Vertrieb gegründet.

Meine

Audio- und Videoprogramme,

meine Bücher, Seminare

und Trainingsprogramme habe ich in 36

Sprachen und in 54 Ländern angeboten

und damit 500 Millionen Dollar verdient.

Über die Jahre hinweg habe ich mehr als

1000 Firmen beraten und mehr als 5 Millionen

Menschen in Live-Seminaren und

Gesprächen ausgebildet. Und immer war

Selbstdisziplin die Grundlage für meinen

Erfolg. Ich habe gelernt, dass man fast

jedes Ziel erreichen kann, das man sich

setzt, wenn man die Disziplin hat, zu tun,

was getan werden muss, und nie aufzugeben.

Brian Tracy

"Keine Ausreden!

Die Kraft der Selbstdisziplin"

Übersetzt von Matthias Reiss

304 Seiten, gebunden

€ 29,90 (D) | € 30,80 (A)

ISBN: 978-3-86936-235-9

ERFOLG magazin . Ausgabe 02/2019 . www.erfolg-magazin.de

55


Story

In zwei Jahren zu einer der

angesagtesten Streetwear-Marken

Sebastian Draws hat sich mit vollem Einsatz

der Modewelt gewidmet und mit DRWS eine erfolgreiche

Marke auf den Markt gebracht

Sebastian Draws, der Geschäftsführer

der Modemarke DRWS,

wurde in Erlangen geboren,

seine Eltern trennten sich, als

er drei Jahre alt war. Trotz der

Scheidung waren seine Eltern aber immer

für ihn da. In der Schule wollte er immer

das letzte Wort haben. Obwohl er sich eher

rebellisch verhielt, schaffte er den besten

Schulabschluss. Er ist davon überzeugt,

dass seine Eltern ihn manchmal auch gern

verwunschen hätten, zum Beispiel, als er

immer mehr Briefe von der Polizei bekam

und im Alter von 20 Jahren wegen Körperverletzung

in den Jugendarrest kam. „Zu

diesem Zeitpunkt habe ich realisiert, dass

man vielleicht rebellisch sein darf, aber

dass man das nächste Mal ein wenig mehr

überlegt und seine Sachen diplomatischer

löst“, sagt der Unternehmer.

Im Alter von 15 Jahren begann er eine

Ausbildung zum Feinwerkmechaniker am

Nürnberger Flughafen, die er nach vier

Jahren abschloss. In dieser Zeit lernte er

viel: wie er diszipliniert zur Arbeit geht,

wie es ihm gelingt, um 6.30 Uhr am Arbeitsplatz

zu sein und vor allem, dass er

diesen Job nicht sein Leben lang machen

möchte. Draws fand es schon immer spannend,

sich neue Herausforderungen zu

suchen, denn er konnte noch nie stillsitzen.

Darum entschied er sich, an der Berufsoberschule

das Abitur nachzuholen,

um danach zu studieren – so, wie es sich

auch seine Familie wünschte. Doch mit jedem

Tag auf der Schulbank wurde Draws

klar: Zwei bis drei Jahre bis zum Abitur

und noch mal drei bis vier Jahre bis zum

Studienabschluss überlebt er nicht. Rückblickend

sagt er nun: „Ich würde heute

noch zur Uni rennen, wenn ich mich für

diesen Weg entschieden hätte.“

Weil Draws aus einer Schaustellerfamilie

stammt, wurde ihm klar, dass er alles

in die Wiege gelegt bekommen hat, was

er braucht, um ein erfolgreiches Unternehmen

aufzubauen und damit Geld zu

Seine Mode kommt geradlinig und

cool daher, für jeden Tag geeignet -

Klamotten, die sich dem Leben

anpassen, immer und überall. Ganz

einfach so, wie er sie selber gerne

trägt und wie sich seine Freunde darin

wohlfühlen. Vielleicht ist das, in Verbindung

mit dem großen Einsatz, das

eigentliche Geheimnis von Sebastian

Draws Erfolg.

verdienen. Der Tag, an dem er allen Mut

zusammennahm, aus dem Unterricht

flüchtete und zum Gewerbeamt marschierte,

kommt ihm wie gestern vor. Er

schmiss das Abitur, verkaufte für 20.000

Euro seinen BMW und setzte alles auf

eine Karte. Seine ersten Euros verdiente

der Existenzgründer mit einer Mandelrösterei

und Confiserie. Dieses Geschäft ist

auch heute noch – vor allem im Winter –

ein ertragreiches Standbein seiner Selbstständigkeit.

Eine Immobiliengesellschaft

gründete er im Alter von 24 Jahren. Auch

da war ihm schon klar, dass das nicht alles

gewesen sein sollte. Denn ihm fehlte

der tägliche Umsatz und er wollte etwas

mit Mode machen. Und die sollten seine

Freunde und er tragen können. Draws

kaufte eine Siebdruckmaschine und bedruckte

und verkaufte die ersten Shirts

und Pullover. Als er die ersten Kleidungsstücke

im sozialen Netzwerk Instagram

präsentierte, gab es keinen Online-Shop,

um die Mode zu verkaufen.

Während eines Führerscheinentzugs

nutzte er die Zeit, um einen Shop einzurichten.

„Ich kann mich nicht mehr genau

erinnern, aber als wir online gegangen

sind, hatten wir in der ersten Nacht bereits

um die 2000 Euro Umsatz“, betont Draws

und fügt hinzu: „Seit 2018 sind wir auf

Fashion Weeks unterwegs und unsere Kollektionen

werden auch über Größen wie

Zalando vertrieben. Neue Kollektionen

sind mittlerweile in nahezu 24 Stunden

vergriffen.“ Sein Team gehe mit der gleichen

Leidenschaft und Hingabe an die

Kollektionen heran, als würde es jedes

Kleidungsstück für sich designen.

Für den Erfolg nahm Draws auch Einschränkungen

in Kauf: Lange hat er sich

keinen Cent privat ausgezahlt. Das trug

dazu bei, dass er mit seinen Unternehmen

ein stetiges Wachstum verzeichnete. Darüber

hinaus zwang er sich, aus der Komfortzone

herauszukommen und sammelte die

Erfahrung, dass sich größere und schnellere

Bilder: Draws

56 www.erfolg-magazin.de . Ausgabe 02/2019 . ERFOLG magazin


Story

Ein Schnappschuss

von Sebastian Draws

vom ersten Shooting

für DRWS in 2017:

"Ich war nicht als

Model vorgesehen,

aber das Bild ist

trotzdem irgendwie

entstanden."

Als seinen größten Erfolg verbucht der

Geschäftsführer der Modemarke DRWS,

als das erste mal eine Kollektion in 24

Stunden ausverkauft war. Das führte zu

Einnahmen im sechsstelligen Bereich

und die halbe Mode-Industrie warf einen

Blick auf seine Neuheiten. „Ein besonderes

Gefühl ist auch, wenn plötzlich Rapper,

Profisportler und andere Stars bei dir

im Online-Shop bestellen und dich dann

Leute anrufen, dass gerade irgendeine Persönlichkeit

deine Kleidung im Fernsehen

trägt“, erzählt der Mode-Experte. Ein Bekannter

aus Berlin habe ihn mal angerufen

und gesagt, dass er bei der Fernsehübertragung

der ESPY-Verleihung in Los Angeles

einen amerikanischen NFL-Star mit einem

T-Shirt aus seiner Kollektion gesehen hat.

In seinem Unternehmen sieht Draws noch

viel Potenzial. Derzeit arbeitet er mit seinem

Team an vier Kollektionen, die bald

»Es ist schon ein besonderes Gefühl

wenn plötzlich Rapper, Profisportler oder

andere Stars deine Kleidung tragen«

Erfolge einstellten. Er arbeitete darauf hin

doppelt so hart. Draws ist sicher: Es hilft,

sich zu 100 Prozent in eine Sache hineinzuknien

und keinen Plan B in der Tasche zu

haben. Zugute kam Draws auch, dass er ab

dem Alter von 20 Jahren intensiv Bücher

las. Mittlerweile schätzt er, dass er etwa 200

Bücher verschlungen hat – angefangen von

Lektüren zur Persönlichkeitsentwicklung

über Fachbücher bis hin zu Biografien.

Letztere liest er am liebsten. Daraus lernte

Draws, Situationen aus einem anderen

Blickwinkel zu betrachten. Wenn er ein

Problem hat, versucht er sich an Bücher zu

erinnern, in denen dieses beleuchtet wurde.

Dann liest er in dem Buch noch einmal die

passenden Passagen, um daraus die richtigen

Schlüsse für sein Problem zu ziehen.

auf den Markt kommen. Die ersten beiden

seien schon auf der Fashion Week in Berlin

vorgestellt worden, sagt der kreative Firmenchef.

Darüber hinaus stehe die erste

Damen-Kollektion in den Startlöchern.

Als „nächsten Meilenstein“ bezeichnet er

seine Präsentation bei der Fashion Week

in Tokyo, die vom deutschen Wirtschaftsministerium

gefördert wird.

Als Draws sich selbstständig machte,

wollte er alle seine Freunde einbeziehen.

Er dachte, dass er mit ihnen zusammen ein

erfolgreiches Leben führen kann. Aber er

musste feststellen, dass nicht jeder die gleichen

Ziele hatte und Disziplin mitbrachte,

um schwere Zeiten zu überstehen. Das

nahm Draws ihnen aber nicht übel, nicht

jeder habe die gleiche Vision wie er. Heute

hat er eine Handvoll Freunde, mit denen

er schon lange zusammen Zeit verbringt.

„Man merkt aber auch, dass sich der allgemeine

Freundeskreis verändert, man

entwickelt sich einfach in verschiedene

Richtungen. Daher lernt man natürlich

auch immer wieder neue spannende Persönlichkeiten

kennen, die man zu seinen

Freunden zählt, die man früher so nicht

gehabt hätte.“

ERFOLG magazin . Ausgabe 02/2019 . www.erfolg-magazin.de

57


Wissen

Das FBI-Prinzip

Mit Profiling zum

Verhandlungserfolg

Was für ein

Persönlichkeitstyp

ist

Ihr Gegenüber?

Manipulativ, gewissenhaft

oder gar ein Psychopath? Wie

wird er in

Verhandlungen

und

kritischen

Situationen

umgehen?

Die Persönlichkeitsanalyse

gehört zum

Standardrepertoire

jeder geheimdienstlichen

Ausbildung. Auch in beruflichen

Verhandlungen kann sie

entscheidende Vorteile bringen:

Zu verstehen, auf was eine

Person reagiert, wie sie uns

gegenüber auftritt, Informationen

verarbeitet und wie sich

eine Beziehung zu ihr aufbauen

lässt, kann ein Verhandlungsergebnis

maßgeblich zu

Ihren Gunsten verschieben. Im

europäischen Umfeld kommen

folgende 5 Profile statistisch

am häufigsten vor:

Dominante

Persönlichkeiten

verstehen es, mit purer Präsenz den

Raum zu füllen. Die Welt ist ein

Wettbewerbsplatz. Wo andere zögern

und abwägen, ergreifen sie die

Initiative. Zum Dominanten sollten

Sie nicht in Konkurrenz treten, aber

ihm selbstbewusst gegenübertreten.

Er hat kein Verständnis für Jasager.

Jede Form von Unsicherheit wird

als Schwäche gewertet. Sie sollten

konsequent mit Fragen durch die

Verhandlung führen. Verzichten Sie

auf Provokationen, lassen aber selbst

auch keine durchgehen.

Gewissenhafte

Persönlichkeiten

identifizieren sich mit dem, was sie

tun. Sie haben höchste Ansprüche

an sich selbst, verlangen aber auch

Spitzenleistung von anderen. Sie

hassen Fehler, haben eine Liebe

zum Detail und im Extremfall einen

Hang zur Kontrollsucht. Wer bei

Verhandlungen mit diesem Typ

erfolgreich sein will, sollte sach- und

detailorientiert vorgehen. Bereiten

Sie sich mit Zahlen und Fakten vor.

Der Gewissenhafte strebt eine nachhaltige

Lösung an. Geben Sie wohl

dosierte emotionale Bestätigung,

erwarten Sie diese aber nicht zurück.

58 www.erfolg-magazin.de . Ausgabe 02/2019 . ERFOLG magazin


Wissen

Thorsten Hofmann

ist international zertifizierter Verhandlungs-Trainer, hat Psychologie, Kriminologie und

Wirtschaftswissenschaften studiert und wurde über mehrere Jahre in den unterschiedlichsten

Bereichen der Verhandlungsführung ausgebildet. Als ehemaliger Ermittler des

Bundeskriminalamtes (BKA) und INTERPOL arbeitete er bei einigen der spektakulärsten

Erpressungsfällen und Geiselnahmen im In- und Ausland mit. Basierend auf dem Knowhow

von Geheimdiensten gibt der Autor des Verhandlungsbestsellers „Das FBI-Prinzip“

hochwirksame und zugleich leicht einsetzbare Verhandlungstipps.

Bilder: Hofmann, Depositphotos/Jean NElson/Motorion/260ber/s_bukley, Cover: Ariston

Selbstbezogene

Typen

sind charmanter und umgänglicher

als der Dominante. Ihr Umfeld wird

zwangsläufig zum Publikum, weil

Selbstbezogene mitreißend, unterhaltsam

sowie stets fröhlich sind. Sie

suchen das Blitzlichtgewitter und

sind ehrgeizig. In Verhandlungen

sollten Sie ihm Auftritt gewähren,

ihn für Leistung, Vorgehen und Geschmack

loben. Für Lob gibt er auch

viel her. Bieten Sie einen Ausweg

ohne Gesichtsverlust und bauen Sie

eine Vision auf, wie sie das Verhandlungsergebnis

bei seinen Leuten

präsentieren können.

Wachsame

Persönlichkeiten

treten unauffällig und kontrolliert

auf, sind aber nicht zu unterschätzen.

Sie betrachten die Welt pessimistisch,

behalten ihr Umfeld im Auge

und geben wenig von sich preis.

Lob und private Fragen werden

schnell als übergriffig verstanden.

Wachsame wollen kontrollieren und

fürchten den Kontrollverlust. Versuchen

Sie nicht zu drängen, sonst

werden sie sich jedem Lösungsansatz

verweigern. Geben Sie ihnen

Zeit. Lassen Sie sie viel antworten

und begründen selbst Ihre Fragen.

Dies suggeriert Kontrolle und

verschafft Information. Seien Sie in

Ihren Aussagen genau. Wenn Sie

etwas nicht genau wissen, liefern Sie

es lieber nach. Das schafft stückweise

Vertrauen.

Dramatische

Typen

sind weder zu übersehen noch zu

überhören. Sie kompensieren ihren

mangelnden Sinn für strukturiertes

Arbeiten durch die offene Art,

Menschen zu gewinnen. In Verhandlungen

ist Geduld gefragt: Details

werden zugunsten von Anekdoten

vernachlässigt. Kommt es zum

Konflikt, vermeiden Sie es, nachtragend

zu sein. Ihr Gegenüber ist es

auch nicht. Beziehungsaufbau ist das

A und O für den Erfolg. Darüber

lässt sich der Dramatische steuern.

Zeigen Sie Wertschätzung: für die

Person, aber auch für die eigenwillige

Krawatte. Es tut nicht weh, hilft

aber enorm.

ERFOLG magazin . Ausgabe 02/2019 . www.erfolg-magazin.de

59


Wissen

Gewinne deine

Zeit zum Leben

zurück

Mehr Zeit

So reden die Mensachen heute:

„Wie geht’s?“ „Bin total im

Stress.“ Den ganzen Tag klingelt

das Telefon. Und abends sind wir

sogar fast zu müde für Netflix.

Blicken Sie jemals auf den Tag zurück und

fragen sich: »Was habe ich heute eigentlich

gemacht?« Stellen Sie sich in Ihren Tagträumen

je Projekte und Aktivitäten vor,

die Sie eines Tages machen werden – aber

irgendwie kommt »eines Tages« nie?

Wir glauben, dass es möglich ist, sich weniger

gestresst zu fühlen, sich weniger

ablenken zu lassen und den Augenblick

mehr zu genießen. Das klingt vielleicht ein

wenig esoterisch und abgehoben, aber wir

meinen es ernst.

Mehr Zeit hat nichts mit Produktivität

zu tun. Es geht nicht darum, mehr zu erledigen,

die To-do-Liste schneller abzuarbeiten

oder Ihr Leben outzusourcen.

Vielmehr ist es ein System, das Ihnen dabei

helfen will, mehr Zeit Ihres Tages für

die Dinge zu gewinnen, die Ihnen wichtig

sind – ob es darum geht, mehr Zeit mit

Ihrer Familie zu verbringen, eine Sprache

zu lernen, einen Nebenerwerb aufzubauen,

sich ehrenamtlich zu engagieren, einen

Roman zu schreiben oder das Videospiel

Mario Kart zu beherrschen. Wofür Sie die

gewonnene Zeit auch immer verwenden

wollen, wir glauben, dass Mehr Zeit Ihnen

dabei helfen kann. Augenblick für Augenblick

und Tag für Tag können Sie die Kontrolle

über Ihr Leben behalten beziehungsweise

zurückgewinnen.

Zunächst wollen wir aber darüber sprechen,

warum unser Leben heute so stressig

und chaotisch ist. Und warum es wahrscheinlich

nicht Ihre Schuld ist, wenn Sie

sich ständig gestresst und abgelenkt fühlen.

Im 21. Jahrhundert konkurrieren zwei

mächtige Kräfte um jede Minute Ihrer

Zeit. Die erste bezeichnen wir als »Busy

Bandwagon«; das ist die Kultur der ständigen

Geschäftigkeit, der überquellenden

Postfächer, überfüllten Terminkalender

und endlosen To-do-Listen. Die Mentalität

hinter dem Busy Bandwagen lautet,

dass Sie jede Minute Ihres Lebens produktiv

sein müssen, wenn Sie die Anforderungen

eines modernen Arbeitsplatzes erfüllen

und in einer modernen Gesellschaft

funktionieren wollen. Sobald Sie nachlassen,

fallen Sie zurück, und das können Sie

nie mehr aufholen.

Und dann ist da noch der »Infinity Pool«.

Infinity Pools sind Apps und andere Quellen,

deren Inhalte sich ständig erneuern.

Wenn Sie sie mit einer Wischbewegung

aktualisieren können, ist es ein Infinity

Pool. Wenn Sie sie streamen können, ist

es ein Infinity Pool. Diese Endlosschlei-

Bild: Depositphotos/DmitryPoch

60 www.erfolg-magazin.de . Ausgabe 02/2019 . ERFOLG magazin


Wissen

Auszug aus dem Buch "Mehr Zeit"

von Jake Knapp | John Zeratsky

fe an rund um die Uhr verfügbarer und

aktualisierbarer Unterhaltung ist die »Belohnung«

für die Erschöpfung, die unsere

unentwegte Geschäftigkeit auslöst.

Ist unentwegte Geschäftigkeit aber tatsächlich

nötig? Ist endlose Ablenkung wirklich

eine Belohnung? Oder haben wir alle auf

Autopilot geschaltet?

Die meiste Zeit verbringen wir auf vorprogrammierte

Weise

Beide Kräfte – der Busy Bandwagon und

die Infinity Pools – sind so mächtig, weil

sie zu unserer Standardeinstellung geworden

sind. Im Techno-Sprech bedeutet

Standardeinstellung die werksmäßige

Voreinstellung eines fabrikneuen Geräts.

Wenn man sie nicht aktiv verändert, dann

funktioniert das Gerät eben mit der vorinstallierten

Standardeinstellung. Wenn

Sie zum Beispiel ein neues Mobiltelefon

kaufen, sind auf Ihrem Bildschirm E-Mailund

Webbrowser-Apps vorinstalliert. Die

Standardeinstellung sieht vor, dass Sie über

jede neu eingehende Nachricht informiert

werden. Das Mobiltelefon hat einen voreingestellten

Bildschirmschoner und einen

Standardklingelton. Alle diese Funktionen

wurden von Apple, Google oder einem anderen

Hersteller vorinstalliert; Sie können

Je schneller Sie

in Ihrem Hamsterrad

laufen, desto schneller

dreht es sich.

die Standardeinstellungen verändern, aber

das macht Mühe, und deswegen belassen

wir es oft dabei.

Fast alle Aspekte unseres Lebens werden

von Standardverhaltensmustern bestimmt,

die den Standardeinstellungen auf technischen

Geräten gleichen, und sie machen

Ablenkung und Stress zum Normalzustand.

Wenn Sie sich also überwältigt und

zerrissen fühlen, ist das kein persönliches

Versagen, sondern üblicherweise nur

eine Kombination aus nicht hinterfragten

Standardverhaltensmustern, die gegen Sie

arbeiten. Niemand blickt auf einen leeren

Terminkalender und sagt: »Die beste Methode,

meine Zeit zu verbringen, ist, den

Terminkalender mit allen möglichen Meetings

vollzustopfen!« Niemand sagt: »Das

Wichtigste sind heute die Launen und

Einfälle anderer Leute!« Natürlich nicht.

Das wäre völlig verrückt. Wegen der nicht

hinterfragten Standardverhaltensmuster

machen wir aber genau das. Am Arbeitsplatz

werden für jede Besprechung standardmäßig

30 oder 60 Minuten angesetzt,

ERFOLG magazin . Ausgabe 02/2019 . www.erfolg-magazin.de

61


Wissen

Unsere Willenskraft

hat Grenzen, daher

muss jedes Redesign

leicht handhabbar sein.

auch wenn die zu lösenden Fragen eigentlich

nur einer kurzen Absprache bedürfen.

Standardmäßig bestimmen andere Leute,

wie unser Terminkalender gefüllt wird,

und standardmäßig geht man davon aus,

dass wir damit einverstanden sind, dass

jeden Tag ein Meeting das nächste jagt.

Unsere übrige Arbeit wird standardmäßig

von E-Mail- und Messaging-Systemen

bestimmt, und standardmäßig prüfen wir

ständig unsere Postfächer und antworten

sofort auf alle Nachrichten.

Reagieren Sie sofort auf alles, seien Sie stets

ansprechbar. Nutzen Sie Ihre Zeit, seien Sie

effizient und erledigen Sie mehr. Das sind

die Standardregeln des Busy Bandwagon.

Wenn wir vom Busy Bandwagon abspringen,

lauern uns um die Ecke schon

die Infinity Pools auf. Während der Busy

Bandwagon uns standardmäßig mit einer

unaufhörlichen Flut von zu erledigenden

Aufgaben überschwemmt, stresst uns der

Infinity Pool standardmäßig mit endlosen

Ablenkungen. Unsere Mobiltelefone,

Laptops und Fernseher sind angefüllt mit

Spielen, Social Feeds und Videos. Alles ist

nur eine Berührung mit der Fingerspitze

weg und unwiderstehlich bis zur Sucht.

Facebook aktualisieren, durch YouTube

browsen, ständig die neuesten Nachrichten

lesen, Candy Crush spielen und Serien

ansehen, bis der Arzt kommt. Das ist das

Standardverhalten, das hinter den gefräßigen

Infinity Pools lauert, die jeden Krümel

Zeit verschlingen, den der Busy Bandwagon

noch übrig gelassen hat. Wenn

man bedenkt, dass der durchschnittliche

Mensch mindestens vier Stunden pro Tag

mit dem Smartphone beschäftigt ist und

mindestens vier weitere Stunden fernsieht,

ist Ablenkung praktisch ein Vollzeitjob.

Und da stehen Sie nun zwischen dem Busy

Bandwagon und den Infinity Pools, die

Sie beide in ihre jeweilige Richtung zerren

und in der Mitte auseinanderreißen wollen.

Aber was ist mit Ihnen? Was wollen

Sie eigentlich von Ihren Tagen und Ihrem

Leben? Was würde passieren, wenn Sie

diese Standardeinstellungen einfach verändern

und Ihre eigenen Regeln aufstellen

würden?

Willenskraft ist keine Lösung. Wir haben

versucht, dem Sirenengesang dieser Kräfte

zu widerstehen, und wissen, dass es unmöglich

ist. Außerdem haben wir viele

Jahre in der Technologieindustrie gearbeitet

und kennen diese Apps, Spiele und

Geräte gut genug, um zu wissen, dass Sie

ihrer Verführungskraft am Ende erliegen.

Auch Produktivität ist keine Lösung. Wir

haben versucht, unsere Arbeit bestmöglich

zu rationalisieren, Zeit herauszuschinden

und unsere To-do-Listen um weitere Aufgaben

zu ergänzen. Das Problem ist, dass

es immer weitere Aufgaben gibt, die darauf

warten, erledigt zu werden. Je schneller Sie

in Ihrem Hamsterrad laufen, desto schneller

dreht es sich.

Es gibt aber einen Weg, um Ihre Konzentration

und Aufmerksamkeit von den konkurrierenden

Ablenkungen zu befreien

und die Kontrolle über Ihre Zeit zurückzugewinnen.

Und davon handelt dieses

Buch. Mehr Zeit bietet einen Rahmen für

die Entscheidung, worauf Sie sich fokussieren

wollen, die Energie aufzubringen,

das auch zu tun, und den Kreislauf der

Standardverhaltensmuster zu durchbrechen,

damit Sie Ihren Lebensstil selber

bestimmen können und wieder Herr über

Ihre eigene Zeit sind. Selbst wenn Sie aber

Bilder: Depositphotos/ArturVerkhovetskiy, Cover: Redline

62 www.erfolg-magazin.de . Ausgabe 02/2019 . ERFOLG magazin


Wissen

keine vollkommene Kontrolle darüber

haben – und das gilt für die meisten von

uns –, können Sie auf jeden Fall Ihre Aufmerksamkeit

steuern.

Wenn Sie neue Gewohnheiten entwickeln

und Ihre innere Einstellung verändern,

können Sie aufhören, auf die Reizüberflutung

der modernen Welt zu reagieren, und

beginnen, aktiv Zeit für die Menschen und

Aktivitäten zu schaffen, die Ihnen wichtig

sind. Hier geht es nicht darum, Zeit zu

sparen, sondern sich die Zeit für wichtige

Dinge zu nehmen.

Vier Lektionen aus dem

Design-Sprint-Labor

Unsere erste Lektion lautete, dass etwas

Magisches geschieht, wenn man seinen Tag

mit einem einzigen wichtigsten Ziel beginnt.

An jedem Sprint-Tag konzentrierten

wir uns auf einen

einzigen wichtigen

Fokuspunkt: Am

Montag erstellte

das Team eine Problemanalyse,

am

Dienstag skizzierte

jeder Teilnehmer

eine einzige Lösung,

am Mittwoch entschied das Team

über den besten Lösungsvorschlag, am

Donnerstag entwickelte es einen Prototyp

und am Freitag wurde er getestet. An

jedem Tag wurde ein ehrgeiziges Ziel erreicht,

und zwar immer nur ein einziges.

Dieser Fokuspunkt sorgt für Klarheit und

Motivation. Wenn Sie ein ehrgeiziges, aber

erreichbares Ziel ansteuern, dann haben

Sie am Ende des Tages etwas erreicht. Sie

können es abhaken, sich zurücklehnen

und zufrieden nach Hause gehen.

Eine weitere Lektion aus unseren Design

Sprints lautete, dass wir produktiver arbeiteten,

wenn wir alle Kommunikationsgeräte

aus dem Raum verbannten. Da

wir unsere eigenen Regeln bestimmten,

konnten wir Laptops und Smartphones

verbieten, und der Unterschied war geradezu

phänomenal. Ohne die ständige

Ablenkung von E-Mails und anderen Infinity

Pools richtete sich die gesammelte

Konzentration aller Anwesenden auf die

zu lösende Aufgabe. Das Standardverhaltensmuster

wurde auf Fokussierung

umgestellt. Außerdem lernten wir, wie

wichtig Energie für klares Denken und

fokussierte Arbeit ist. Bei unseren ersten

Design Sprints arbeiteten die Teams bis

spät abends und Energieeinbrüche wurden

mit gezuckerten Energieriegeln bekämpft.

Wenn Sie ein ehrgeiziges,

aber erreichbares Ziel

ansteuern, dann haben

Sie am Ende des Tages

etwas erreicht.

In dem Maße, wie die Woche voranschritt,

sackte der allgemeine Energiepegel aber

unweigerlich ab. Infolgedessen nahmen

wir entsprechende Feinjustierungen vor

und stellten fest, dass Dinge wie ein gesundes

Mittagessen, ein kurzer Spaziergang

an der frischen Luft, häufige kurze Pausen

und ein leicht verkürzter Arbeitstag dazu

beitrugen, während der gesamten Woche

einen hohen Energiepegel zu wahren, was

zu effektiverer Arbeit und besseren Ergebnissen

führte.

Und schließlich lehrten uns diese Experimente

die Macht der eigenen praktischen

Erfahrung. Mithilfe von Experimenten

konnten wir den Prozess verbessern, wobei

uns die Erfahrung, die Ergebnisse der

Veränderungen aus erster Hand zu erleben,

ein tiefes Vertrauen gab, das wir nie

entwickelt hätten, wenn wir uns darauf

beschränkt hätten,

über die Experimente

und Erfolgsergebnisse

anderer

zu lesen.

Im Rahmen unserer

Sprints arbeitet

ein ganzes

Teams konzentriert

eine Woche lang zusammen, aber uns war

sofort klar, dass es keinen Grund gab, warum

eine Einzelperson ihren eigenen Tag

nicht auch auf der Basis dieser Prinzipien

neu gestalten können sollte. Diese Lektionen

bildeten die Grundlage für dieses

Buch.

Selbstverständlich gab es kein Patentrezept

zur Perfektion. Gelegentlich

wurden wir immer noch

vom Busy Bandwagon mitgeschleift

und gerieten in den

Sog der Infinity Pools. Einige

unserer Taktiken wurden zu

erfolgreichen Gewohnheiten,

andere dagegen klemmten und

versagten. Indem wir unsere

täglichen Ergebnisse näher

untersuchten, wurde uns klar,

warum wir an irgendeiner

Stelle stecken geblieben waren.

Die Experimentiermethode

ermöglichte uns auch, nachsichtiger

mit unseren eigenen Fehlern umzugehen.

Schließlich war jeder Fehler nur ein Datenpunkt,

und wir konnten am folgenden

Tag immer einen neuen Versuch unternehmen.

Trotz unserer gelegentlichen Rückschläge

erwies sich das Make-Time-System als

robust und widerstandsfähig. Wir stellten

fest, dass wir mehr Energie und Platz im

Kopf besaßen als je zuvor und dass wir in

der Lage waren, größere Projekte in Angriff

zu nehmen – die Art von Vorhaben,

die wir stets auf »irgendwann« verschoben

hatten, weil wir nie die Zeit dafür fanden.

Wir waren von unseren Ergebnissen so

begeistert, dass wir anfingen, über die

Make-Time-Techniken, die sich für uns

bewährten, zu bloggen. Viele Hunderttausend

Menschen lesen diese Posts, und viele

von ihnen schreiben uns. Natürlich gibt

es darunter auch solche, die uns mitteilen

wollen, dass wir selbstgerechte Armleuchter

sind, aber die überwältigende Mehrheit

der Antworten waren inspirierend und beeindruckend.

Die Leute erlebten mithilfe

von Taktiken wie der Deinstallierung von

Apps auf ihrem Smartphone und der Priorisierung

einer einzigen Aufgabe pro Tag

dramatische Veränderungen. Sie gewannen

neue Energie und fühlten sich zufriedener.

Die Experimente bewährten sich für viele

Menschen, nicht nur für uns! Ein Leser

schrieb uns: »Es ist schon seltsam, wie leicht

mir die Veränderung gefallen ist.«

Und genauso ist es: Die Kontrolle über die

eigene Zeit und Aufmerksamkeit zurückzugewinnen,

kann merkwürdig leicht sein.

Wie Jake von seinem ablenkungsfreien

iPhone lernte, erfordern diese Veränderungen

keine anstrengende Selbstdisziplin.

Die Veränderung ergibt sich einfach

daraus, dass Sie Ihr Standardverhaltensmuster

verändern, Barrieren errichten

und die neu gewonnene Zeit anders gestalten.

Je öfter Sie das versuchen, desto mehr

erfahren Sie über sich selbst und

desto besser wird das System.

Das Make-Time-System ist

keine Anti- Technologie. Immerhin

sind wir beide Tech-

Nerds. Wir würden Sie nie

auffordern, sich vollkommen

aus sozialen Medien und der

modernen Kommunikation

zu verabschieden, Ihr ganzes

Leben neu auszurichten oder

zum Eremiten zu werden. Sie

können Ihren Freunden nach

wie vor auf Instagram folgen,

Nachrichten lesen und E-Mails versenden.

Indem Sie die automatischen Standardverhaltensmuster

in unserer von Effizienz besessenen

und ablenkungsreichen Welt infrage

stellen, können Sie jedoch das Beste

der Technologie nutzen und die Kontrolle

zurückgewinnen. Und sobald Sie wieder

die Kontrolle haben, können Sie das Spiel

verändern.

ERFOLG magazin . Ausgabe 02/2019 . www.erfolg-magazin.de

63


Erfolg Magazin Top 10 Trainer & Influencer

TOP

HEFT 2/2019

10

TRAINER & INFLUENCER

DEUTSCHLAND/ÖSTERREICH/SCHWEIZ

Die 100

besten Trainer

und Influencer

Es ist das Jahrzehnt der Trainer

und Coaches. Darin sind sich

die Experten weltweit einig.

Noch nie war der Drang nach

Selbstoptimierung und Erfolgswissen

so groß wie heute.

Trainer haben alle Hände voll zu tun, diese

Nachfrage zu befriedigen. Einige der Trainer

steigen zu Superstars auf, füllen ganze

Stadien und erleben einen Fan-Kult, wie

man es eigentlich nur von Rockstars kennt.

Dabei geht es um die verschiedensten Themen,

die das ganze Leben betreffen. Vorbei

sind die Zeiten, in denen nur vom allgemeinen

Erfolg philosophiert wird. Heute

haben sich die Trainer vielmehr auf spezifische

Fachgebiete fokussiert. Sie haben

sich spitzer aufgestellt, wie im Fachjargon

so gerne gesagt wird.

Das ERFOLG Magazin hat zum zweiten

Mal die insgesamt 100 besten Trainer und

Influencer im deutschsprachigen Raum

zusammengefasst. Und der Spezialisierung

der Trainer geschuldet, teilen wir die

Persönlichkeiten in zehn Erfolgskategorien

auf.

Der allgemeine Erfolgsbegriff führt alle

auf, die im Gesamtspektrum des Lebenserfolg

trainieren. Die Kategorie Verkauf

betrifft vor allem das berufsorientierte

Training. Beim Thema Persönlichkeit liegt

der Fokus besonders auf den inneren Eigenschaften

und Überzeugungen. Finanzen

gewannen besonders in den letzten

Jahren besondere Aufmerksamkeit. In der

Kommunikation wird nicht nur beruflich,

sondern auch für die private Anwendung

trainiert. Der Sektor Business lag lange

im Schatten. Heute allerdings beschäftigen

sich immer mehr Menschen mit der

Gründung eigener Geschäfte. Marketing

und Vertrieb ist nach wie vor wichtig für

beruflich Erfolgsorientierte. Motivation ist

ein allgemeiner Bereich, der für Menschen

aller Lebenslagen entscheidend ist. Ein

sehr wachsender Bereich ist das Thema

Lifestyle, für Gesundheit und Lebensart.

Und im Management geht es insbesondere

um Spezialgebiete, die es zu beherrschen

gilt, um einem Gesamtergebnis zuträglich

zu sein.

64 www.erfolg-magazin.de . Ausgabe 02/2019 . ERFOLG magazin


Erfolg Magazin Top 10 Trainer & Influencer

Bodo Schäfer

Jörg Löhr

Dirk Kreuter

Hermann Scherer

Erfolg

Verkauf

Persönlichkeit

1 Jürgen Höller

1 Dirk Kreuter

1 Jörg Löhr

2 Christian Bischoff

2 Marc M. Galal

2 Robert Betz

3 Lothar Seiwert

3 Martin Limbeck

3 Eva-Maria Zurhorst

4 Veit Lindau

5 Damian Richter

6 Stefan Frädrich

7 Urs Meier

8 Gabriel Schandl

9 Dirk Schmidt

10 Maxim Mankevich

4 Daniela A. Ben Said

5 Mike Dierssen

6 Stefan Rappenglück

7 Tim Taxis

8 Claudio Catrini

9 Alexander S. Kaufmann

10 Frank Dunker

4 Sabine Asgodom

5 Ilja Grzeskowitz

6 Cristián Gálvez

7 Petra Bock

8 Gereon Jörn

9 Walter Kohl

10 Antje Heimsoeth

Bilder: privat, Depositphotos/SergeyNivens, privat

ERFOLG magazin . Ausgabe 02/2019 . www.erfolg-magazin.de

65


Erfolg Magazin Top 10 Trainer & Influencer

Veit Etzold

HEFT 2/2019

TOP

10

TRAINER & INFLUENCER

DEUTSCHLAND/ÖSTERREICH/SCHWEIZ

Jürgen Höller

Tobias Beck

Marketing/Vertrieb

1 Veit Etzold

2 Andreas Buhr

3 Alexander Christiani

4 Steffen Ritter

5 Roger Rankel

6 Sabine Hübner

7 Ralf Schmitt

8 Michael Strachowitz

9 Samer Mohamad

10 Holger Bröer

Finanzen

Kommunikation

Lifestyle

1 Bodo Schäfer

1 René Borbonus

1 Karl Ess

2 Dirk Müller

2 Jack Nasher

2 Daniel Aminati

3 Gerald Hörhan

3 Stefan Verra

3 Laura Malina Seiler

4 Alex Fischer

4 Michael Ehlers

4 Patric Heizmann

5 Thomas Knedel

5 Monika Matschnig

5 Julian Zietlow

6 Paul Misar

6 Alexander Hartmann

6 Thaddaeus Koroma

7 Johann C. Köber

7 Rolf Schmiel

7 Patrick Reiser

8 Daniel Weinstock

8 Claudia Enkelmann

8 Slatco Sterzenbach

9 Andreas Enrico Brell

9 Axel Kahn

9 Gabriele Eckert

10 Sven Lorenz

10 Michael Jagersbacher

10 Ernst Crameri

Business

Motivation

Management

1 Hermann Scherer

1 Tobias Beck

1 Suzanne Grieger-Langer

2 Cay von Fournier

2 Steffen Kirchner

2 Marco von Münchhausen

3 Kris Stelljes

3 Biyon Kattilathu

3 Boris Grundl

4 Stefan Merath

4 Torsten Will

4 Alexander Maria Faßbender

5 Calvin Hollywood

5 Steve Kroeger

5 Bernd Kiesewetter

6 Felix Thönnessen

7 Stéphane Etrillard

8 Javid Niazi-Hoffmann

9 Petra Polk

10 André May

6 Pierre Franckh

7 Andreas Tissen

8 Denys Scharnweber

9 Frank Wilde

10 Michael Langheinrich

6 Oliver Geisselhart

7 Cordula Nussbaum

8 Edgar Geffroy

9 Michael Lamm

10 Daniel Krespach

Bilder: Jürgen Höller Academy, Privat

66 www.erfolg-magazin.de . Ausgabe 02/2019 . ERFOLG magazin


Erfolg Magazin Top-Experten

TOP

2019 2019

EXPERTEN

Bild: Depositphotos.com/depositedhar

Namen Fachgebiet Land

Julian Heppt Beziehungen D

Petra Polk Erfolg als Frau D

Dr. h.c. Harald Seiz

Kryptowährungen,

Blockchain und Edelmetalle

Andreas Küffner Network Marketing D

Miró Neumann Datenschutz D

Kirsten Bühne Inszenierung D

Klaus Stöckert

Digitalisierung und

Change Management

Niklas Eller Smart High Performance D

Tim Rothe Digitale Neukundengewinnung D

Tobias Rethaber Cashflow & Investmentstrategien D

Hierbei handelt es sich um die neu aufgenommenen Top-Experten.

Die gesamte Liste finden Sie unter www.erfolg-magazin.de/top-experten/

GRATIS

ERFOLG MAGAZIN DOSSIER

Reden ist Gold So positionierst du dich richtig als Speaker

Wie sind Sie dahin gekommen,

wo Sie heute

stehen?

Nun, geplant war es

nicht (Stefan Bronder

lacht) aber manchmal kommen die Dinge

völlig anders als erwartet. Ich war Vertriebsleiter

und fasste den Entschluss, nach

12 Jahren im Vertrieb (zwischenzeitlich

selbstständig), fortan meine Erfahrung als

D/A/

CH

D

Berater und Coach weitergeben zu wollen.

Zu dieser Zeit lernte ich Hermann Scherer

kennen, der mich überzeugte, an seinem

Seminar „Der Weg zum Top speaker“

teilzunehmen. Meine Intention war es, als

Speaker Impulse auf der Bühne zu setzten

und anschließend, im Upsell, Beratung

und Coaching zu verkaufen. Im ersten

Block des Seminars stellten sich namhafte

Redneragenturen vor. Die Nachfrage war

Namen Fachgebiet Land

Ulrike WINzer Recruiting und Karriere D

Grigori Kalinski Amazon Kindl D

Yasemin Yazan

Digital Transformation &

Employer Branding

Oliver Fischer Immobilienhandel D

Monika Pott und

Andreas Pott

Innere Einstellung

Lutz Kadereit Potenzialentfaltung D

Riccardo Campisi Instagram Marketing D

Martin Petow Versicherungen und Finanzen D

Andreas Belocerkov,

Kevin Löbler

Branding

Stephan Lack Gedankenerfolg D

größer als das Angebot.

Fast jeder

Speaker wollte in

eine Agentur . . .

Mehr von Bronder

& Bronder und alle

bisher erschienen

Erfolg Magazin Dossiers finden Sie unter:

www.erfolg-magazin.de/erfolg-dossier/

D

D

D

Die kompletten E-Dossiers und auch alle bisher erschienenen finden Sie gratis online unter www.Erfolg-Magazin.de

Bild: Privat

ERFOLG magazin . Ausgabe 02/2019 . www.erfolg-magazin.de

67


Einstellung

Best of Web

BEST OF WEB

Robin Schulz: Vom Arbeitslosen zum Mega-Star

Der erfolgreichste deutsche DJ-Export

kommt aus Osnabrück und heißt Robin

Schulz. Seine Tracks laufen auf der

ganzen Welt rauf und runter. Mit seinen

Auszeichnungen kann er einen Anhänger

füllen. Mit seinen 31 Jahren gilt

der Produzent und DJ schon heute als

erfolgreichster deutscher Club-Act aller

Zeiten. Wie konnte Robin Schulz vom

Arbeitslosen zu einem der erfolgreichsten

DJs der Welt werden?

Kein Plan B

Schulz selbst beantwortet das mit Fleiß

und Glück. Und vielleicht auch durch

eine gewisse Alternativlosigkeit, denn

für den Star-DJ gab es nie einen Plan B.

Was er beruflich machen würde, wenn

er kein erfolgreicher Musiker wäre?

Musiker. Schulz sagt, dass es für ihn

nie eine Alternative zu diesem Beruf

gegeben hätte. Er probierte nach seiner

Schulzeit einiges aus, allerdings ohne

Erfolg. Somit verbrachte er weiterhin die

Tage und Nächte damit, Musik zu mixen

und tanzbare Tracks zu entwerfen.

Dabei scheute er sich nicht, Songs von

anderen Künstlern zu „leihen“ und diese

in seinen Tracks zu verarbeiten. Dass

das ein kluger Schachzug war, sollte sich

später herausstellen.

Wie alles begann

Die Leidenschaft zur Musik kam nicht

von ungefähr. Schon sein Vater war in

den 80er-Jahren renommierter Discjockey

und brachte seinem Sohn das

Handwerk bei. Geschenkt wurde dem

jungen Robin jedoch nichts. Im Alter

von 17 Jahren sparte er sich das Geld für

die ersten eigenen Plattenteller zusammen,

mit denen er zu experimentieren

begann und auf Partys auflegte. Nach

seiner Schulzeit und ohne Berufsausbildung

zog er in eine kleine 46- Quadratmeterwohnung

innerhalb seiner

Heimatstadt Osnabrück – für ihn die

tollste Stadt der Welt. Dass er arbeitslos

war und vor dem Nichts stand, hinderte

ihn nicht daran, seinen Traum vom Profi-DJ

eisern zu verfolgen. Er schlug sich

die Tage und Nächte um die Ohren, um

einen guten Sound zu entwickeln. Oft

genug schlief er beim Arbeiten einfach

ein – immer auf der Suche nach dem

richtigen Beat.

Mehr zu Robin Schulz spannenden

Werdegang lesen Sie unter

www.erfolg-magazin.de

Urlaub für die Seele in schweren Zeiten

Monica Culen fürchtete sich als Kind vor

Clowns und Krankenhäusern. Später

verbrachte sie viele Monate in Krankenhäusern

und einer Lungenheilanstalt

– für sie waren das traumatische

Erlebnisse. Vor diesem Hintergrund

bezeichnet Eva Primavesi, Sprecherin

der Non-Profit-Organisation Red Noses

Clowndoctors International, es als „eine

Ironie des Schicksals“, dass die Wienerin

Chefin von Clowndoctors International

geworden ist, wo Clowns auf

Patienten in Krankenhäusern treffen.

Seit fast 25 Jahren arbeitet Culen schon

für die Organisation, deren Clowns die

Patienten aufheitern sollen, damit sie

leichter mit ihrer Krankheit umgehen

können. Als Culen dem damaligen

Wiener Bürgermeister Helmut Zilk ihr

Konzept offenlegte und ihn als Unterstützer

gewinnen konnte, appellierte dieser

an sie, dass sie nur die besten Leute als

Clowns engagieren soll. Diese Aufforderung

beherzigte die verheiratete Mutter

dreier Kinder und verpflichtete mit dem

Mitgründer der Organisation Giora

Seeliger die qualifiziertesten jungen

Schauspieler für den Job des Clowns.

„Die Arbeit im Krankenhausumfeld ist

sehr sensibel. Um kranke Menschen

mit Humor stärken zu können, müssen

die Clowns viel wissen und viel

können“, betont Culen und fügt hinzu:

„Die Arbeit der Clowns wird immer

unterschätzt.“ Darum regelt mittlerweile

eine Ausbildungsordnung, was

die Künstler lernen müssen.

Mehr über die Monica Culens Red

Noses Clowndoctoren lesen Sie unter

www.erfolg-magazin.de

68 www.erfolg-magazin.de . Ausgabe 02/2019 . ERFOLG magazin


Best of Web

Beliebte Artikel auf www.erfolg-magazin.de

Zwei Drittel der Deutschen schieben

Verantwortung lieber ab

In Deutschland ist das Verantwortungsbewusstsein

schlecht ausgeprägt. Etwa

zwei Drittel der Menschen schieben

Verantwortung lieber auf andere ab, als

sich selbst verantwortlich zu zeigen. Bei

rund jedem sechsten Bürger hält sich

das die Waage. Nicht mal jeder Fünfte

fühlt sich häufiger selbst verantwortlich,

als dass er anderen die Verantwortung

anlastet. Das geht aus einer repräsentativen

Studie hervor, die das Grundl

Leadership Institut im vergangenen Jahr

durchgeführt und nun veröffentlicht hat.

Im vergangenen Jahr gab es gegenüber

dem Jahr 2017 noch mehr Menschen,

die Verantwortung stärker bei anderen

erkennen als bei sich selbst. Ihr Anteil

stieg von 62 auf 66 Prozent.

Doch die Studien-Verantwortlichen um

Boris Grundl sehen auch etwa Positives:

Verantwortung als ein Prinzip der

Gesellschaft ist im

Gegensatz zu 2017

wichtiger geworden.

Das heißt,

mehr Menschen

erkennen, auf welche

Weise andere

in der Gesellschaft

Verantwortung

übernehmen.

Nach Angaben der

von Grundl beauftragten

Agentur

PS:PR seien die Befragten zwar in der

Lage, ihre Verantwortung zu erkennen,

doch sie fokussierten sich eher auf ihre

Umgebung, als auf sich. So habe sich die

Selbstverantwortung, die schon 2017

schwach ausgeprägt war, im Jahr 2018

nicht verbessert. Sie liege weiterhin bei 48

Prozent. Die Agentur zitiert Boris Grundl

so: „Menschen konzentrieren sich gerne

auf große gesellschaftliche Themen, die

außerhalb ihres eigenen Einflussbereichs

liegen.“

Mehr von Boris Grundls Studienergebnissen

lesen Sie unter

www.erfolg-magazin.de

Der feine Herr und seine feinen Ideen

Bilder: Martin Lifka, Maximilian König, Nico Pudimat, privat

Er hat die Weitsicht eines Visionärs, das

Mindset eines Unternehmers und die

strategischen Fähigkeiten eines Konzeptionisten.

Der groß gewachsene Sir

Dama glaubte trotz vieler Herausforderungen

und Hindernisse immer daran,

dass sich seine Marke auf dem Markt

durchsetzt. Der Erfolg gibt dem Berliner

recht.

Bilal Dama, den die meisten nur unter

seinem Künstlernamen Sir Dama kennen,

hat das Netzwerk kitchenconnection.de

gegründet, bei dem sich Existenzgründer

und Sponsoren beim Kochen in

lockerer Atmosphäre kennenlernen. Darüber

hinaus gehört ihm die Businessund

Lifestyle-Marke Sir Dama. Und der

Visionär hat schon neue Pläne im Kopf:

Er plant das Sir-Dama-Haus in Berlin, in

dem es eine Agentur, einen Sir-Dama-

Club und eine Akademie geben soll.

Zwar bestehen die Agentur und der

Sir-Dama-Club schon, sie sollen aber

mit der Akademie unter ein Dach kommen.

Die Agentur beschäftige sich mit

der Vermarktung, die Akademie mit der

Persönlichkeitsentwicklung, sagt Sir

Dama. Im Sir-Dama-Club können sich

Geschäftsleute und Visionäre treffen,

Veranstaltungen wie Vorträge besuchen,

Sport treiben sowie Zigarren und internationale

Gerichte genießen. „Es ist

ein Haus von Elite für Elite“, betont Sir

Dama. Es werde ein Haus für Unternehmer

und Visionäre, die sich bereichern

und ihr Business vergrößern können. In

der Akademie will Sir Dama aber nicht

einfach nur Seminare anbieten. Das

wäre ihm zu langweilig gewesen, sagt

er. Stattdessen entwickelte er ein Wochenendformat.

An einem Wochenende

können die Teilnehmer ab nächstem

Sommer etwas lernen und Luxus erleben.

Mehr über Sir Dama lesen Sie unter

www.erfolg-magazin.de

ERFOLG magazin . Ausgabe 02/2019 . www.erfolg-magazin.de

69


Erfolg Magazin Kalender

Genius Forum

Düsseldorf

2. März 2019

Besinnung - Auftanken - Neuausrichtung

Dich erwarten in diesem interaktiven

Genius Forum folgende Themen:

- Die Magie deiner Gedanken

- Das Mindset zum Wohlstand

- Die unmöglichen Möglichkeiten

- So denken und handeln Sieger

- Das Paradox unserer Gesundheit

- Die Stressbewältigung leicht gemacht

- Erfüllte Beziehung mit Herz und Verstand

- Netzwerke schaffen Netzwerke

- Besteige den Gipfel deines "Ich"

- Folge deiner Bestimmung

Dazu Showeinlagen von genialen Künstlern

und vieles mehr.

Deine beste Investition

money & success

Lingen/Frankfurt am Main

18. Mai 2019

W.I.N. Business-Kongress

Wirtschaftsmacht Frau

Düsseldorf

29. März 2019

“Alles wird gut”. Mit diesem Spruch hat

sich die Moderatorin und Journalistin

Nina Ruge in den Herzen ihrer Zuschauer

verewigt, die ihr zehn Jahre lang während

ihrer Moderatorentätigkeit der Kultsendung

„Leute heute“ die Treue gehalten

haben. Diese drei Wörter sind es, die den

Menschen Mut machen, und gleichzeitig

das Lebensgefühl einer starken und beeindruckenden

Frau wiederspiegeln, die sich

unendlich für die Gesellschaft engagiert.

Viele Stiftungen, Vereine und Institutionen

unterstützt Nina Ruge als Fürsprecherin

und Schirmfrau. Als Unicef-Botschafterin

kümmert sie sich um die Benachteiligten

und Ärmsten auf dieser Erde. Mit ihren

zahlreichen Büchern macht sie einem

breiten Publikum und besonders den

Frauen Mut, ihren Weg zu gehen.

Zukunftsathleten

Motivation Summit

Kiel

2. April 2019

Wir haben zu viel KNOW HOW und zu

wenig KNOW WHY!

Deutschlands bedeutendste Karriereveranstaltung

bringt das Themenfeld

„Persönlichkeitsentwicklung“ in Schule,

Ausbildung, Studium, Unternehmen

und Familie und sorgt so dafür, dass die

richtigen Mitarbeiter zu den richtigen

Unternehmen kommen.

Unser Ziel sind glückliche Menschen, die

primär das tun, was ihnen Freude bereitet.

Das stärkt den Teamgeist, sichert die

Zukunft des Unternehmens, entlastet

bestehende Mitarbeiter und steigert das

Wachstum.

Entrepreneur University

Founder Summit

Wiesbaden

27. und 28. April 2019

Für alle, die ihren persönlichen und

finanziellen Erfolg auf ein völlig anderes

Niveau katapultieren wollen.

Du möchtest brancheninterne Insider-

Informationen, die deine Chancenintelligenz

in Bezug auf Geld und Erfolg

massiv erhöhen?

Du möchtest eine Schritt-für-Schritt-

Anleitung, wie du deine finanziellen und

persönlichen Ziele doppelt so schnell

erreichen wirst?

Du möchtest einen Masterplan, wie

du dir nachhaltig und unabhängig

deiner aktuellen Situation mehrere

Einkommens ströme aufbaust?

Du möchtest Deutschlands genialstes

Event für Business, Geld, Erfolg und

Motivation nicht verpassen?

Dann bist du bei diesem Event genau

richtig!

WER ERFOLG­

REICH SEIN WILL,

MUSS LERNEN

ZU DENKEN

WIE EIN

ERFOLGREICHER

- Über 5.000 Teilnehmer

- Europas größtes Founder Summit.

Learn before you earn.

- Sei dabei und sichere dir jetzt dein Ticket

für das Event des Jahres!

- Auf 9 Bühnen sprechen die bekanntesten

Experten und Stars zu den Themen Unternehmertum,

Startup und Persönlichkeitsentwicklung.

- Der Place to Be für alle Unternehmer und

solche, die es werden wollen.

Internationale Stars betreten die Bühne,

umgeben von einer einzigartigen Atmosphäre.

In kurzen, motivierenden und inspirierenden

Vorträgen wird Wissen rund

um die Themen Entrepreneurship, Startup,

Marketing und Personal Development

vermittelt. Zwischen den Vorträgen treten

deutschlandweit bekannte Musik- und

Entertainment-Acts auf.

Bild: Benjamin Kurz Fotografie

70 www.erfolg-magazin.de . Ausgabe 02/2019 . ERFOLG magazin


D a s n e u e B u c h v o n J u l i e n B a c k h a u s

ERFOLG

Was Sie von den

Super-Erfolgreichen

lernen können

der kerl

hat eier

Aus dem Vorwort von

Harald Glööckler

BILD OLIVER REETZ

Jetzt überall im Handel


ERFOLG

JULIEN BACKHAUS

MIT MICHAEL JAGERSBACHER

FBV

im

JULIEN BACKHAUS

MIT MICHAEL JAGERSBACHER

ERFOLG

ERFOLG

ERFOLG

»Der Kerl hat Eier«

Aus dem Vorwort von

Harald

Glööckler

Was Sie von den

Super-Erfolgreichen lernen können

»Wir verstehen

ganzheitlichen,

Lebensbereichen

Erfolg. Was wär

wenn Sie im Ber

Erfolg haben, a

und Ihre körper

Gesundheit im E

unser Ziel sein,

wachsen. Und fü

gen Sie Erfolgsp

diesem Buch vo

»Julien Backhau

der Vorbild und

Generation gew

Speaker, Busin

de

ERF

Das Buch zum Magazin

Jetzt im Handel

Weitere Magazine dieses Users
Ähnliche Magazine