Falstaff Living Ausgabe 1/2019

falstaff.magazin

ÖSTERREICHISCHE POST AG, PZ 17Z041047 P, FÜHRICHGASSE 8, 1010 WIEN

01/2019 WWW.FALSTAFF-LIVING.COM € 6,–

LIVING

STILSICHER

KEYPIECES FÜR

GENIESSER

ARTY WEEKEND

KUNST UND DESIGN

AM BOSPORUS

CITY-LIFE

TOP-IMMOBILIEN

IM ÜBERBLICK

9 004524 129224

01

LUST AUF FARBE

KRÄFTIGE TÖNE & MUTIGES INTERIOR BESTIMMEN DIE TRENDS 2019

01


THE HOUSE OF


SWISS WATCHES

WATCHES JEWELLERY GEMS

Wien Kärntner Straße 2 | bucherer.com


Der wahre Luxus

ist Ruhe

TRAUMHAFTES SEEBLICK-PENTHOUSE

IN VELDEN AM WÖRTHERSEE

175 m² Wohnfläche / 2 Schlafzimmer / 2 Bäder

150 m² Terrasse / wunderschöner Badebereich

2 TG-Stellplätze / HWB 59,48 kWh/m²a

Kaufpreis: € 2,4 Mio.

Thomas Hopfgartner, MBA

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EDITORIAL

MUT ZU FARBE UND

ZU EMOTIONALER

EXPERIMENTIERFREUDE

Es ist wieder einmal so weit: Ein neues Jahr ist angebrochen,

mit vielen neuen Herausforderungen, Ereignissen

und Möglichkeiten. In der Interior-Branche

wirft man freilich wieder nur so mit News, Trends, arrangierten

Raumwundern sowie ausdrucksstarken Spaziergängen

durch den Design-Kosmos um sich. Man verfällt

durchaus in eine nicht enden wollende Lese-Ekstase, durchforstet

akribisch nationale und internationale Branchenblätter,

um ja nicht dem einen oder anderen Trendhinweis

zu wenig Beachtung zu schenken oder ihn gar zu übersehen.

Und eines ist sicher: Es bedarf nicht allein einer Ausgabe,

um allen wichtigen Jahrestrends die notwendige

Aufmerksamkeit zuteil werden zu lassen. So haben wir

uns von LIVING neben den neuesten Immo-Trends, dem

100-jährigen Geburtstag von Bauhaus und anderen

interessanten Wohnfragen jenen Themen gewidmet, die –

so glauben wir – viel dazu beitragen können, mit intensiven,

positiven Gefühlen in den Frühling zu starten.

MIT VIEL EMOTION IN EIN INSPIRIERENDES JAHR

Angelika Rosam

Herausgeberin Falstaff &

Chefredakteurin Falstaff LIVING

Foto: Rafaela Pröll

Starke, aussagekräftige Farben und auffälliges Interior sind

es, die nebst Natürlichkeit, Zurückhaltung, einem Revival

der 70er-Jahre und Flexibilität im Design die Highlights

2019 bestimmen und noch intensiver in die Raumgestaltung

integriert werden als bereits im Jahr davor. Ein Trend, der

gefällt. Denn sind es nicht immer Emotionen, die uns führen

und Mut für Neues machen? Dazu gratulieren wir unserem

Interview-Partner Sebas tian Herkner, der heuer von der

Pariser Lifestyle-Messe Maison&Objet zum »Designer des

Jahres 2019« gekürt wurde. Herkner lebt bei der Gestaltung

seiner Objekte geradezu von einer stilistischen Vielfalt und

dem Mut zur Farbe. »In Sachen Farbgebung habe ich viel

von der Experimentierfreude Stella McCartneys gelernt,

als ich ein Praktikum bei ihr gemacht habe. Es geht darum,

mit meinen Auftrag gebern eine gemeinsame Vision zu entwickeln.

Denn diese ist Voraussetzung für ein erfolgreiches

Wachstum.« So denken wir auch.

In diesem Sinne – viel Freude

mit dem neuen LIVING

ANGELIKA ROSAM

angelika.rosam@falstaff.com

jewelista.girl, falstaff.living

»Handwerker sind

meine Helden. Ich

finde es wichtig, dass

nicht noch mehr

Manufakturbetriebe

verloren gehen.

Deren Know-how ist

die Basis, Produkte

mit einer langen

Lebenszeit zu

fertigen.«

INTERVIEW MIT SEBASTIAN

HERKNER AB SEITE 62

01 / 19

LIVING

falstaff

5


01

01

FLIV_AT_1901_COVER.indd 1 22.02.19 14:14

INHALT

01/2019

86

Farbenfrohe Tableware garniert mit

frühlingshafter Blumendekoration.

5 EDITORIAL

8 ICONS

10 EXHIBITION-TIPP

18 BRANCHENTELEGRAMM

20 MY TASTE

53 ART FIVE

142 MY FAVORITE PROJECTS

144 MY CITY

156 EVENT-CLIPPINGS

158 DATES TO KNOW

160 BEZUGSQUELLEN

161 IMPRESSUM

COVER

FOTO: ERIC PIASECKI/OTTO

9 004524 129224

ÖSTERREICHISCHE POST AG, PZ 17Z041047 P, FÜHRICHGASSE 8, 1010 WIEN

01/2019 WWW.FALSTAFF-LIVING.COM € 6,–

9 004524 129224

LIVING

STILSICHER

KEYPIECES FÜR

GENIESSER

ARTY WEEKEND

KUNST UND DESIGN

AM BOSPORUS

CITY-LIFE

TOP-IMMOBILIEN

IM ÜBERBLICK

LUST AUF FARBE

KRÄFTIGE TÖNE & MUTIGES INTERIOR BESTIMMEN DIE TRENDS 2019

62

Design-Star Sebastian

Herkner im Interview.

118

Bunte Office-Welten: Ganzheitliche

Farbkonzepte liegen im Trend.

TRENDS

14 DESIGNERS TO WATCH

Schöner Idealismus: Diese Newcomer

überzeugen durch nachhaltiges Design.

16 EDITOR’S NOTEBOOK

Must-have-Empfehlungen für

Kenner und Design-Liebhaber.

22 TRENDSETTINGS

Von Natürlichkeit bis Retro: die

Keytrends für 2019 im Überblick.

28 ES LEBE DIE KORALLE

Statement-Pieces in der Pantone-Farbe

des Jahres: »Living Coral«.

30 ROYAL NAVY

Trend voraus: Maritimes Königsblau

liegt diese Saison ganz vorne.

32 SPICE IT UP!

Von Curry bis Kurkuma – diese

Farben bringen Würze ins Leben.

34 ZURÜCK ZUR NATUR

Die Farbe Beige zeigt sich aktuell

besonders facettenreich.

36 ALLES FASSADE

Architektur meets Interior-Design:

die schönsten Stücke und Wohnaccessoires.

38 CHICE PUTZFEEN

Go clean! Alles, was man für

den stilvollen Frühjahrsputz

brauchen kann.

40 GARTENFREUNDE

Chice Werkzeuge und Gadgets für

designaffine Hobbygärtner.

42 KUNSTTRIP ISTANBUL

Ein Wochenende in der Metropole am

Bosporus ganz im Zeichen der Kunst.

51 TRAVEL DIARY

Paris, New York, Mailand – die

schönsten Souvenirs aus aller Welt.

DESIGN

56 ÜBER DEN DÄCHERN

VON PARIS

Filmreif: Interior-Designer Fabrice Juan

inszenierte ein Pariser Luxus-Penthouse.

62 »HANDWERKER SIND

MEINE HELDEN«

Exklusiv: Designer Sebastian Herkner

im LIVING-Gespräch.

66 NOWHAUS

100 Jahre Bauhaus – wie das Design-

Jubiläum des Jahres gefeiert wird.

70 CHAMPION UND REBELL

Robert Stadler über seine Arbeit und

den Ruf als Design-Grenzgänger.

74 TRENDMARKS

So werden wir in Zukunft leben:

die Innenarchitektur-Trends 2019.

80 DESIGN-HITS

Sängerin Louise Redknapp und ihre

erste Kollektion für Harveys.

Fotos: Chris Singer, Jacek Kołodziejski, beigestellt

6 falstaff LIVING 01 / 19


82 KÜCHENDÄMMERUNG

Essay von Dr. Wolfgang Pauser.

KULINARIK

86 FARBENSPIELE

Es wird bunt: edle Tableware in

den Trendfarben der Saison.

92 CHEF’S TABLE

Vitaminreich und leicht – gesunde

Salatrezepte für den Frühling.

96 AUGENSCHMAUS

Das Auge isst mit: humorvolles

Geschirr in Obst- und Gemüseform.

98 COOL BLEIBEN

Stylishe Kühlschränke für

Wein & Konsorten.

100 AUSWÄRTS ESSEN

Ausnahmekünstler Erwin Wurm

verrät, wo er besonders gerne speist.

102 KÜCHENKLASSIKER

Der Dosenöffner und seine Historie.

104 SCHÖNESSEN

Klassische Küche, zeitgemäß

interpretiert: drei Lokaltipps

in der Hauptstadt.

RESIDENCES

108 KLEIN & KOMPAKT,

ABER OHO!

Die Nachfrage nach kleineren und

kompakteren Objekten steigt.

114 GRÜNE WELLE

Von der Natur inspirierte Interieurs

holen den Wald ins Office.

118 FARBENFROH INS BÜRO

Ganzheitliche Farbkonzepte machen

das Arbeiten bunter.

122 WEITBLICK INKLUSIVE

Im Aufwärtstrend: die exklusivsten

Penthouses im Überblick!

128 HELLO POSTMODERNE

Architekten und Designer entdecken

die Postmoderne für sich!

3 0

We’ve got the Blues: Royales Navy-

Blau erobert die Stil-Herrschaft!

132 VERY BRITISH

Edle Landhäuser in Südengland,

die man jetzt kaufen sollte.

138 LIVING SALON

Expertentalk über den Trend

zu Themenwohnbauten.

INSPIRATION

148 GREEN GOES CLEAN

Die Trendfarbe Grün in angesagter

Kombination mit coolem Schwarz.

162 MY KITCHEN

Zu Gast in der Küche von

Kochprofi Andreas Fuchs.

DAHEIM

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GRIFFNER Haus finden Sie

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9112 Griffen, Austria

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architektur / ICONS

MACTAN CEBU AIRPORT, LAPU-LAPU CITY,PHILIPPINEN

Den Blick nach oben gerichtet, ein Staunen ins Gesicht geschrieben – ähnlich wie es Kindern ergeht,

wenn sie das erste Mal ein Flugzeug in den Himmel steigen sehen, erleben Erwachsene am Airport

Mactan Cebu Momente des puren Staunens. Und das schon in der Abflughalle. Grund dafür ist die

gewaltige Deckenkonstruktion, die den brandneuen Terminal des zweitgrößten Flughafens der

Philippinen zu einem architektonischen Meisterwerk macht. Das Hongkonger Architekturbüro IDA

(Integrated Design Association Ltd.), das für die Expansion des in den 1960er-Jahren errichteten

Hauptgebäudes verantwortlich zeichnet, setzt dabei auf eine dreischiffige Eingangshalle, die von

seitlich anschließenden Gebäudeflügeln erweitert wird. Absolute Krönung ist unbestritten die

imposante Dachkonstruktion. Außergewöhnlich ist nicht nur ihre Form, sondern auch das Material,

das hier zum Einsatz kommt. Das für einen ökologischen Zugang bekannte Architekturbüro entschied

sich für das älteste Baumaterial der Welt: Holz. Konkret: 30 Meter weit und 18 Meter hoch spannende

Bogenträger aus insgesamt 4500 Kubikmetern Brettschichtholz. Das hat übrigens selbst schon eine

ansehnliche Reise hinter sich gebracht, stammt es doch von dem österreichischen Unternehmen Rubner

Holzbau mit Sitz im niederösterreichischen Ober-Grafendorf und wurde mit dem Schiff importiert. Damit

schließt sich wiederum der Kreis zur Inspiration, schließlich soll die wellenförmige Konstruktion

die Meeresbrandung vor der Küste Mactans symbolisieren. mactancebuairport.com

Foto: Steve Lee

8 falstaff LIVING 01 / 19


01 / 19 LIVING

falstaff

9


exhibition-tipp / AUSSTELLUNG

BELVEDERE 21: »FEUERSTELLE«

Allround-Talent, Mitbegründer der »Neuen Österreichischen

Malerei«, Vermarktungsgenie – das Belvedere 21 widmet

Christian Ludwig Attersee eine imposante Einzelausstellung.

Fokus liegt dabei auf den ersten zwei Jahrzehnten seiner

beinahe 60 Schaffensjahre. Britta Schmitz kuratierte die

facettenreiche Schau, mit dem erklärten Ziel, sichtbar zu

machen, wie der nunmehr 78-Jährige den Umbruch in der

künstlerischen Produktion ab den 1960er- Jahren aktiv

gestaltet hat. Während in den frühen Werk phasen grelle

Farben und Reminiszenzen an die Pop-Art die Arbeiten

des Künstlers prägen, findet er in weiterer Folge zu einem

gestisch-expressiveren Zeichenstil. Abgerundet wird das

Programm durch neuere Arbeiten Attersees, die seine

Entwicklung noch nachvollziehbarer machen und seinen

Status als einen der bedeutendsten österreichischen

Künstler der Gegenwart bekräftigen.

Bis 18. 8. 2019. belvedere.at

Foto: Johannes Stoll, Belvedere, Wien; Bildrecht, Wien, 2019

10 falstaff LIVING 01 / 19


WEITERE AUSSTELLUNGSTIPPS

RUBENS BIS MAKART: Anlässlich des 300-jährigen

Jubiläums der Staatsgründung zeigt die Albertina

die spektakulären Kunstschätze der Fürstlichen

Sammlung Liechtenstein. Bis 10. 6. 2019. albertina.at

CHINESE WHISPER: Die Schau zeigt die weltweit

bedeutendste und repräsentativste Sammlung

chinesischer Gegenwartskunst von Uli Sigg und

stellt sie Objekten der MAK-Sammlung gegenüber.

Ausgesprochen sehenswert! Bis 26. 5. 2019. mak.at

TALKING HEADS: Ausgehend von den berühmten

Charakterköpfen Messerschmidts beschäftigt sich

die Ausstellung mit der faszinierenden Darstellung

des menschlichen Antlitzes in psychischen Extremsituationen.

08. 3.–18. 8. 2019. belvedere.at

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LIVING

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11


Medusa – Secrets of the Deep Sea

Die Vielfalt der Meeresorganismen war die große Leidenscha des deutschen Biologen Ernst Haeckel. Die Schönheit der Qualle - auch

Meduse genannt - fing er in aufsehenerregenden Zeichnungen ein. Eine seiner Studien stand Pate für dieses Dessin, das in Zusammenarbeit

mit dem Ernst-Haeckel-Haus in Jena entwickelt wurde. Ätherische Geschöpfe, scheinbar körperlos schwebend - auf Stoff gebannt.

Entdecken Sie die neue Kollekon unter:

www.leitnerleinen.com


LIVING

TRENDS

42

30

22

Fotos: Shutterstock, beigestellt

40

14

DESIGNERS TO WATCH

Idealismus trifft Ästhetik: Diese

Design-Talente wissen, wie man die

Welt nachhaltig schöner macht. (S. 14)

TRENDSETTINGS

Von asiatischen Inspirationen bis hin

zu einer Rückkehr zur Natur – die

Interior-Trends 2019. (S. 22)

ROYAL NAVY

Trend voraus: Maritimes Königsblau

übernimmt die souveräne Herrschaft

in Stil-Fragen. (S. 30)

GARTENFREUNDE

Go green: chices Werkzeug für die

stilvolle Gartengestaltung. (S. 40)

ARTY WEEKEND

Reiseziel: Istanbul! Was es in der

pulsierenden Metropole am Bosporus

zu entdecken gibt. (S. 42)


trends / PORTRÄTS

Experimentell Auch abseits der

Serie »Structural Skin« arbeitet der Spanier

gerne mit ungewöhnlichen Materialien –

neben Leder kommt beispielsweise

Styropor häufig zum Einsatz.

LEDERMANN

Die Modebranche zählt zu den größten Umweltsündern

überhaupt und rangiert gleich

nach der Erdölindustrie auf dem schockierenden

zweiten Platz. Soweit die unschöne

Wahrheit, mit der sich auch Möbeldesigner Jorge

Penadés befasst. Der gebürtige Spanier mit

Lebensmittelpunkt Madrid hat sich dieses Problems

angenommen und darin un geahnte Inspiration

gefunden. Die architektonisch anmutenden

Entwürfe seiner Serie »Structural Skin«

sind zu einem Großteil aus gepressten Lederresten

gefertigt. Das innovative Material erweist

sich dabei nicht nur als widerstandsfähig, sondern

erhält durch die unterschiedlichen Gerbungen

eine faszinierende Marmorierung. Damit

wurde Penadés nicht nur zum Gesprächsthema

Nummer eins bei der Mailänder Design

Week, sondern konnte sich auch hochkarätige

Kooperationspartner sichern, darunter niemand

Geringeres als das legendäre französische Modehaus

Hermès, das einen Entwurf des Designers

in seine Home Collection aufnahm. Ein

Ritterschlag und zugleich ein runder Abschluss.

DESIGNERS

TO WATCH

Idealismus trifft Ästhetik –

zwei Newcomer, die beide auf

unterschiedliche Art und

Weise die (Design-)Welt nicht

nur schöner, sondern auch

nachhaltiger gestalten.

TEXT CHRISTOPH STEINER

Jorge Penadés

Der nunmehr 35-jährige

Spanier studierte Interior

Design in Barcelona und

machte seinen Abschluss

am Istituto Europeo di

Design (IED) in Madrid.

Ein Jahr später gründete

er sein eigenes Studio.

jorgepenades.com

Schaustücke Seine Arbeiten zeigt Penadés

vorrangig in Galerien. 2019 werden sie ebenfalls

beim Salone del Mobile in Mailand und bei der

New York Design Week ausgestellt sein.

Fotos: beigestellt

14 falstaff LIVING 01 / 19


Dirk Vander Kooij

Schon während seines

Studiums an der Design

Academy in Eindhoven

war Vander Kooij von 3-D-

Druckern fasziniert. Mit

seiner Arbeit beweist er,

dass sich Kunsthandwerk

und technischer Fortschritt

nicht ausschließen.

dirkvanderkooij.com

PLASTIC? FANTASTIC!

Druckfrisch Mittels 3-D-

Druck entstehen Entwürfe

wie der »Chubby Chair«.

Die Maschinen dafür stellt

Vander Kooij im Übrigen

selbst her.

Trotz Altlasten in die Zukunft starten? Mit

seiner Herangehensweise trifft Designer Dirk

Vander Kooij punktgenau den Zeitgeist der

Millennials. Immerhin bedient sich der Niederländer

nicht nur modernster 3-D-Drucktechniken,

sondern setzt damit auch dem Problem

des stetig wachsenden Plastikmülls etwas entgegen.

Zerkleinert und eingeschmolzen bildet

dieser nämlich den Rohstoff für die sowohl

schlichten als auch humorvollen Entwürfe.

Dabei überzeugen sie auch ästhetisch, Designs

wie etwa der »Chubby Chair« haben es sogar

in das Vitra Design Museum in Weil am Rhein

und das Design Museum in London geschafft.

Für das Modell »The Endless Chair« gab es

den niederländischen Design Award. All das

ist für den 35-Jährigen aber noch lange kein

Grund, sich auf seinen Lorbeeren auszuruhen

– im Gegenteil: Langsam, aber stetig wächst

sein Sortiment, das vor Kurzem um eine

Lampen serie erweitert wurde. Die Lampen bestehen

ebenfalls aus ungewöhnlichen Materialien

wie etwa alten Dachplatten und ausrangierten

CDs. So schön kann Recycling sein!

Designsynthese Die farbenfrohe Sitzbank »Menhir«

entstand in Kooperation mit dem Studio Klarenbeek Dros.

Neben altem Plastik kommen dabei auch ausgemusterte

CDs zum Einsatz. Sie sind beim Luster »bloown«

ebenfalls ein wichtiger Bestandteil.

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LIVING

falstaff

15


editor’s notebook

Buntglas

Ganz besondere Formen gibt es von der

exklusiven Glasmanufaktur SkLO Studio,

die kürzlich diese zeitgenössische

Vasen-Kollektion lanciert hat. sklo.com

For your eyes only

Sieht gut aus: Die originellen

Vinyl-Teppiche von Pôdevache

sind hübsch und besonders

pflegeleicht. amara.com

Die originellsten News und

Highlights aus dem Design-

Kosmos – was uns gefällt,

was uns bewegt und welche

Objekte Kultcharakter garantieren.

Feierlaune

Die humorvollen Designs

von Fornasetti sind Kult!

Die Kerze »Aperitivo« hat

es uns aber auch aufgrund

der inneren Werte angetan:

ein warm-würziger Duft

von Thymian, Lavendel,

Zeder und Schwertlilie.

fornasetti.com

Vorsitz

Der »Trombone Chair« von

Caravane spielt in puncto Trends alle

Stückerl: charmante Retro-Optik mit

modernen Elementen – ein neuer

Klassiker! caravane.co.uk

Mustergültig

Kaum jemand spielt so geschickt

mit Mustern wie Designerin

Patricia Urquiola. Bester Beweis:

ihre neueste Kollektion handgeknüpfter

Teppiche für Gan. gan-rugs.com

Doppelnutzen

Wunderbaum ade! Die

entzückenden Ornamente

von Charabanc sehen nicht

nur gut aus, sondern sorgen

auch für frische Duftnoten

im Auto. harrods.com

Bodenständig

Steingut liegt aktuell wieder im Trend.

Schlicht schön ist beispielsweise der von

Hand glasierte Lampenfuß »Pedro« von

Casa Lopez. casalopez.com

Fotos: beigestellt

16 falstaff LIVING 01 / 19


M O S S

BY JEHS + LAUB

COR.DE

Produktinformationen über Christian Kriz Dr. A. Sonnleitnergasse 13 2380 Perchtoldsdorf +43 (0)1.86512 25 c.kriz@cor.de


trends / NEWS-TICKER

+++ BRANCHEN-

TELEGRAMM

Was kommt? Was ist en vogue?

Wer designt mit wem und warum?

Ein kurzer Newsflash aus der Welt

des Designs und der Architektur.

+++ KREATIVES GIPFELTREFFEN. Einen ganz besonderen Partner hat sich die Traditionsmar-

ke Atelier Swarovski für ihre neueste Kooperation an Bord geholt – das japanische Designstudio Nendo

zeichnet für die brandneue Kollektion an Wohnaccessoires verantwortlich. Unter den erlesenen Stücken

finden sich unter anderem Schalen und ein Kerzenständer, der auf ausgeklügelte

Art und Weise mit der Lichtbrechung der

Kristalle spielt. +++

+++ AN APPLE A DAY … Für die neueste Sofa-Linie der Firma Cassina braucht es wohl einige mehr,

schließlich sind die drei Modelle mit Apple Ten Lork bezogen, einem veganen

Lederersatz, der aus den Kerngehäusen von Äpfeln gefertigt wird. Für die entsprechende

Optik sorgte Stardesigner Philippe Starck. We love! +++

+++ MUT ZU MUSTER. »Totem Damask« nennt sich

die neu lancierte Tapetenkollektion des in Glasgow ansässigen Designstudios Timorous Beasties. Inspiriert

wurden die farbenfrohen Prints von nahöstlichen Tapisserien und Seidendrucken aus dem 17. und

18. Jahrhundert. Damit wollten die Designer den unterschiedlichen Mustern quer

durch die Jahrhunderte Tribut zollen und

ihre lange Tradition weiterführen. +++

+++ JUBELJAHR. Gratulationen sind angebracht: Das österreichische Unternehmen TEAM 7

feiert stolze 60 Jahre auf dem Markt und gilt als Pionier für hochwertige Ökomöbel.

Mittlerweile ist das Unternehmen mit Sitz in Ried im Innkreis in mehr als 30 Ländern vertreten,

beschäftigt rund 760 Mitarbeiter und knackte im Vorjahr die Rekordmarke von

100 Mio. Euro Umsatz! Wenn das kein Grund zum Feiern ist! +++

+++ ZUKUNFTSVISION. Disziplinübergreifende Kooperationen

sind groß in Mode, und so erweitert auch das Label COS sein ursprüngliches

Repertoire und präsentiert mit dem Architekten Arthur Mamou-Mani eine

Architekturinstallation im Rahmen der Salone del Mobile. Dabei soll seine Vision von

Design und Technologie gezeigt werden. +++

Fotos: beigestellt

18 falstaff LIVING 01 / 19


Schöne

Aussichten.

Wetscher New Classic.

Warme, dunkle Farben, hochwertige Materialien,

handwerkliche Präzision, Bett von Wittmann.

In den Wetscher Wohngalerien im Zillertal finden Sie inspirierende

Beispiele für außergewöhnliche Wohnkultur. Mit internationalen

Spitzenmarken, meisterhaften Arbeiten aus unseren eigenen Werkstätten

und einer Wohnstilberatung, die es in dieser Form nur bei uns gibt,

gestalten wir gemeinsam mit Ihnen Räume auf höchstem Niveau.

Besuchen Sie uns und erleben Sie persönlich, was uns heute

zu einem der führenden Einrichtungshäuser in Österreich macht.

Schöne Aussicht auf das Zillertal inklusive.

Seit 1912.

PLANUNG. WERKSTÄTTEN. WOHNGALERIEN.

Fügen, Zillertal / Tirol • www.wetscher.com


my taste

MISCHER’

TRAXLER

MISCHER’TRAXLER

Experimentell und konzeptionell – das Wiener

Kreativ-Duo mischer’traxler (Katharina Mischer

und Thomas Traxler) ist dank seines visionären

Zugangs weit über die Grenzen des Landes

bekannt. Kennengelernt haben sich die beiden

Designer während des Studiums an der Design

Academy in Eindhoven. Seit 2009 arbeiten sie

gemeinsam, und so sind im letzten Jahrzehnt

viele spektakuläre Arbeiten entstanden. Von

interaktiven Installationen für Perrier-Jouët bis

zu gefeierten Schaufenster-Dekorationen für

Hermès – ihre Arbeit überrascht immer wieder

aufs Neue, sei es durch die ungewöhnliche

Materialwahl oder technische Feinheiten. Dafür

wurden sie mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet,

unter anderem dem Wiener Zukunftspreis

2010 und dem Designer of the Future Award.

mischertraxler.com

Was lieben designaffine Menschen

privat? Mit welchen Stücken

umgeben sie sich? Das Design-

Duo mischer'traxler hat uns

seine fünf Favoriten verraten.

»Rondo« von Oskar Zieta für Zieta

»Der polierte Edelstahl-Spiegel aus der

Heat Collection hat es uns angetan. Das

Objekt schafft es, eine gelungene Mischung

zwischen Spiegel und Kunstwerk zu sein.«

Lampen- und Pflanzenkörbe

von Martín

Azúa für Plussmi

»Die Licht- und Pflanzenkörbe

vereinen Fantasie und

Ruhe. Sie wirken wie eine

Moment aufnahme – als

hätten sie in der Bewegung

das Licht eingefangen.«

»Die Produktionsmethode des

Metallaufblasens fasziniert uns

schon seit mehr als zehn Jahren.«

»Alpha« von Hans Harald

Rath für J. & L. Lobmeyr

»Das schönste Glas zum

Wassertrinken. Das Luxusgut

Leitungswasser bekommt das

ideale Behältnis. Da das Glas

so dünn und leicht ist, ist man

dem Wasser ganz nah.«

»Gutes Design ist kein One-Liner und

bietet immer wieder neue Aspekte zum

Entdecken, sei es in der Form, in der Technik,

im Material oder im Gesamtkonzept.«

»Tobi-Ishi« von Edward Barber

und Jay Osgerby für B&B Italia

»Die Tische der Serie sind supersimpel

und doch raffiniert!«

»day-by-day« von

mischer’traxler Studio

für Nodus Rugs

»Der Teppich zeigt die

Anzahl der Arbeitstage

der Knüpfer in subtilen

Streifen unter einer

Zellstruktur. So wird

die Produktionszeit

Teil des Designs.«

Fotos: beigestellt

20 falstaff LIVING 01 / 19


Manzenreiter präsentiert:

MODULNOVA -

Evolution des modularen

Wohnstils aus Italien!

www.manzenreiter.at

Foto: © Modulnova

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trends /PREVIEW 2019

Runde Angelegenheit.

Gemütlichkeit lässt sich auf viele

Arten generieren. Angesagt sind

2019 warme, kräftige Farben,

samtige Stoffe, ein elegantes Spiel

mit Rundungen und Zeitreisen in

vergangene Dekaden. Die Couch

»Audrey« macht alles richtig.

gallottiradice.it

Foto: beigestellt

22 falstaff LIVING 01 / 19


TREND-

SETTINGS

Was kommt, was bleibt, was muss weichen:

In Sachen Interior-Trends bestimmen Cosiness,

Natürlichkeit und geschmackssichere Zurückhaltung

das Jahr. Aber auch bei den 70er-

Jahren schlägt das Designbarometer gehörig

aus. Die Keytrends 2019 im Überblick.

TEXT MANFRED GRAM

E

infache Antworten – zumindest das

gilt mittlerweile als gesichert – gibt

es auf dieser Welt nicht mehr. Zu

komplex sind unser Alltag und unser

Leben geworden. Dies zeigt sich besonders

deutlich, wenn man in den Mikrokosmos

Design eintaucht, denn Komplexität hat hier

schon lange Einzug gehalten. Kein Wunder,

entstehen doch dort, wo Kreativität auf

Geschmack und Ideenreichtum auf Ästhetik

treffen, Diskurse, Reibepunkte und spannende

Fragen, die im Kleinen das Große widerspiegeln.

Allerdings: So undurchsichtig ist dieses

Dickicht dann auch wieder nicht, lassen sich

da doch prima kleine Pfade hineinschlagen,

die für eine gewisse Orientierung sorgen.

PROBIER’S MAL MIT GEMÜTLICHKEIT

Die Pfade, die 2019 so entstanden sind,

stehen übrigens nicht alleine für sich oder

führen gar verschlungen ins Nirgendwo,

sondern sind immer auch miteinander verbunden.

Und ja – vieles baut dabei auch auf

in den letzten Jahren Gelerntem auf. Bestes

Beispiel dafür ist das, was Trendforscher >

01 / 19

LIVING

falstaff

23


trends / PREVIEW 2019

TASTEFUL RESIDENCE

Egal ob »Hygge«, »Lagom« oder »Wabi-Sabi« – Interior-Trends

dauern heutzutage länger an. Ergo setzt man daher auf Parameter

wie Qualität oder Nachhaltigkeit und will zudem eine Art

gemütlicher, zeitloser Eleganz erzeugen. Das funktioniert perfekt

mit sinnlichen Materialien, puren Linien, fein abgestimmten

Proportionen und Key-Pieces mit Charakter. Gelingt dieser geschmackssichere

Akt zwischen Gemütlichkeit und Designgefühl,

spricht der Kenner übrigens von »Tasteful Residence«.

>

aktuell als »Tasteful Residence« subsumieren.

Wir wissen über die dänische Gemütlichkeit

»Hygge« bestens Bescheid, können auch mit

ihrem achtsamen und nachhaltigen schwedischen

Scandi-Chic Bruder »Lagom« umgehen,

wir schätzen zudem die wunderschönen, pragmatischen

Designzugänge des japanischen

»Wabi-Sabi« und tragen dabei einen ganzen

Rucksack voll mit Design-Vorlieben und Vorstellungen

mit uns herum. Jetzt geht es daran,

das angeeignete Wissen elegant und geschmackssicher

auf den Boden zu bringen. Wie? Mit

großartiger Handwerkskunst, charaktervollen

Einzel stücken und sorgfältig ausgewählten,

perfekt proportionierten Blickfängen, die Atmosphäre

kreieren. Weiche, warme Materialien wie

Bitte zu Tischchen

Simone Bonanni legte bei der Couchtischserie

»Obon« Wert auf kleine

Verarbeitungsfehler. Das gibt den

Terrakotta-Tischchen Charakter,

Wärme und Unikatstatus. moooi.com

NATUR

Cleaner Chic

Perfekte Proportionen zeichnen

den Armchair »Paraiso« aus.

Trotz sauberer und klarer Linienführung

wirkt er niemals kühl

oder gar fad. Ein echtes Stück

Zeitlosigkeit. bonaldo.it

Es hat sich bereits seit Längerem abgezeichnet: Natürliche

Materialien werden beim Wohnen immer wichtiger. Der

Mensch holt sich also abseits von Zimmerpflanzen wieder

die Natur ins Haus. Am besten mit Holz, das aber nicht völlig

glatt geschliffen wird, sondern noch einen Hauch von Widerspenstigkeit

in sich birgt. Ebenfalls gut im Rennen liegen

Möbelstücke aus Korb und Flecht und alles, was aus Kork,

aber auch Terrakotta gemacht ist. Für ästhetische Kühle, die

dennoch aus der Natur kommt, sorgen Interior und Wohnaccessoires,

die Naturstein oder gar Marmor verarbeiten.

Fotos: Davide Di Tria, Silke Zander, beigestellt

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Hol’s der Adler

Das geometrische Interior steht hier

stilsicher auf dem mit Wolle und Seide

handgeknüpften Teppich »Eagle«. Für

dessen Design standen die Schwingen

eines Adlers Pate. deirdredyson.com

FORMEN

Beim Thema Formen kristallisieren sich 2019 zwei Richtungen

heraus, die (scheinbar) gegensätzlicher nicht sein könnten.

Der eine Weg treibt das Geometrie-Thema auf die Spitze. Kegel,

Kreise, Dreiecke, Rhomben, Zylinder & Co. haben heuer Hochsaison.

Der andere Weg feiert einmal mehr die Natur und bringt

organische Formen von Fauna und Flora ins Spiel. Oft auch 1:1,

wenn etwa Accessoires Austernschalen, Schneckenhäuser

oder Korallen nachempfunden sind, Farne in Vasen landen oder

Teppichmuster Federkleider aus der Vogelwelt imitieren.

Samt und Velours sorgen dabei für Gemütlichkeit,

Holz, Leder, Bast, aber auch Terrakotta

bringen Natürlichkeit ins Ambiente.

DIE NATUR IN FORM BRINGEN!

Überhaupt ist es so eine Sache mit der Natur.

Der Mensch sehnt sich danach – lebt er doch

in einer vorwiegend digitalen Welt – und holt

sie sich über Umwege zurück in seinen Wohnraum

– mit Mustern auf Tapeten, als Accessoires,

die Muscheln, Schnecken und Korallen

nachempfunden sind, oder aktuell hippen

Designströmungen wie dem angesagten Asia-

Trend. Der greift etwa die farbenfrohe Fauna

und Flora des riesigen Kontinents auf. Man

kann die Allgegenwärtigkeit der Natur aber

auch erkennen, wenn man genauer hinschaut,

»Natürliche Materialien werden

immer wichtiger, man darf

Strukturen, Unebenheiten und

auch Fehler sehen und spüren.«

was gerade zu Design verarbeitet und in Form

gebracht wird: »Wie sich schon in den letzten

Jahren angedeutet hat, werden natürlichere

Materialien immer wichtiger. Man darf Strukturen,

Unebenheiten und auch Fehler sehen

und spüren. Design wird dadurch nahbarer

und ökologischer«, erzählt Eva Marguerre.

Sie ist eine Hälfte von Studio Besau-Marguerre,

das sie gemeinsam mit ihrem Partner Marcel

Besau führt. Das Duo schwimmt zurzeit auf

der Erfolgswelle. Besau und Marguerre richteten

etwa – sehr prestigeträchtig – die Hamburger

Elbphilharmonie ein, gaben zuletzt dem legendären

Thonet-Freischwinger von Ludwig Mies

van der Rohe ein Facelift und fungieren gerade

als Gast- und Star-Kuratoren für die internationale

Designmesse blickfang. Eine starke

Entwicklung zur Natürlichkeit erkennt

EVA MARGUERRE Designerin >

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LIVING

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trends / PREVIEW 2019

Keine Ersatzbank

»Living Coral« heißt bekanntlich der

Farbton, den Pantone zur Farbe des Jahres

gemacht hat. ALL+ hat der Kultbank »Filo«

genau diesen Anstrich verpasst. allplus.eu

ASIA-STYLE

Asien birgt viele Design- und Stylegeheimnisse, die gerne (wieder-)entdeckt

und aufgenommen werden. Erinnert sei an dieser Stelle etwa an indischen

Ethno-Chic oder die hochfunktionale, japanische Reduziertheit bei Designs.

Hoch im Kurs stehen momentan auch Muster, Formen und Farben, die

China oder Indonesien ins Spiel bringen. Der exotische vertraute Mustermix

aus Blumen, Tieren und Fabelwesen in kräftigen warmen Rot-, Gelb- oder

Goldtönen vermag – gekonnt eingesetzt – zu verzaubern und passt perfekt

in die Farbwelt, die das Jahr 2019 bestimmt.

>

übrigens auch der Wiener Designstar

Klemens Schillinger: »Im Moment kommen

immer wieder spannende natürliche Materialen

wie etwa Kork, Linoleum oder Naturstein zum

Einsatz«, fasst er zusammen. Der 35-Jährige

zählt zu den gefragtesten Kreativen des Landes.

Schillinger schafft es, aus Alltagsgegenständen

wie Vasen, Kerzenhaltern oder Garderobenhaken

Poetisches herauszukitzeln und bewegt

sich dabei im Spannungsfeld von Material und

Form: »Ich denke, dass es heute nicht mehr

darum geht, Material ›krampfhaft‹ in Form zu

bringen, sondern effektiv damit umzugehen.

Das richtige Material für die richtige Anforderung

führt zur ›passenden‹ Form.« Das Spannungsfeld

zwischen Material und Form ist

übrigens auch Eva Marguerre und Marcel

Besau nicht fremd, wobei es bei aller Spannung,

die Formen, Farben und Materialien mit sich

bringen, immer auch auf eine harmonische

Inszenierung ankommt. »Es geht darum,

sich schon zu einem frühen Zeitpunkt im

Kreativprozess über das Material Gedanken

zu machen, und diese Überlegungen sollten

dann in den Entwurf einfließen«, erklärt Eva

Marguerre ihren Zugang und ergänzt: »Gutes

Design ist für uns die intensive Auseinandersetzung

mit Farbe und Materialität.«

Flip im Tritt. Ob Schmetterling oder

Lotusblüte, mit den Flipflops

»Tropical« hat man immer einen

guten Auftritt. havaianas.stores.com

HALTE BALANCE

Intensiv mit Farben und vor allem Formen

beschäftigt sich die ukrainische Designerin

Daria Zinovatnaya. Die 26-Jährige lebt und

arbeitet in St. Petersburg und macht zurzeit

scheinbar alles richtig. Sie treibt das Spiel mit

geometrischen Mustern und geometrischen

Formen auf die Spitze und experimentiert auch

noch mit bunten Farbwelten, die kräftig und

auffällig, aber niemals penetrant sind. Warum

das funktioniert? »Bevor ich mit der Designarbeit

beginne, spiele ich mit den Farben und

Formen und finde so die richtige Balance«,

erzählt die Designerin und fügt hinzu: »Farbe

ist die Basis meiner ganzen Arbeit.«

Das trifft sich insofern gut, da das Jahr

2019 durchaus ein farbenfrohes wird. Das

legte nicht nur Pantone mit der Farbe des

Jahres »Living Coral« fest, das spürt man

auch andernorts. Etwa beim Revival der

1970er-Jahre, das nicht mehr aufzuhalten ist.

Wer – aus welchen Gründen auch immer –

nicht auf diesen Zug aufspringen will, dem

»Ich liebe natürliche

Materialien und Formen.

Sie erzeugen nämlich

das Gefühl von Wärme

und Geborgenheit.«

DARIA ZINOVATNAYA Interior-Designerin

Fotos: Claudio Lombardini, Ari Custodi, Lukas Ilgner, beigestellt

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Bar excellence

Kupfer furnier bringt die

»Umberto Brass Bar« zum

Glänzen. Man beachte auch,

wie in der stylishen Umgebung

Natur inszeniert wird.

grahamandgreen.co.uk

Leuchtendes Beispiel

Die Hängelampe »Bramble Pendant« verbindet

recyceltes Glas mit Zweigwerk aus geschmiedetem,

lackiertem Stahl. portaromana.com

HEAVY METAL

Gold, Silber und Kupfer, aber auch Stahl in all seinen Facetten sind ein großes

Thema bei Designs und Interior. Der Clou 2019 bei diesem Trend ist allerdings

das Spannungsfeld, in dem sich die schwere Metalloptik bewegt. Sie wird

nämlich mit weichen, runden Formen kombiniert, oder fragile Mate rialien wie

Glas oder die natürliche Weichheit und Wärme von Holz kommen zum Einsatz.

Gesellen sich dann auch noch Samt und Seide dazu, wird der Heavy-

Metal-Look zum »Modern Glam«, dem man sich nur schwer entziehen kann.

Time travel

Daria Zinovatnaya beherrscht das

Spiel mit geo metrischen Formen

und Farben perfekt und schaffte

eine eigene Retro-Welt, die sich aus

Bauhaus, Mid-Century und 1970ern

speist. Schräg, schön, unverkennbar.

»Es geht nicht darum, Material

›krampfhaft‹ in Form zu bringen,

sondern darum, effektiv damit

umzugehen. Das richtige Material

für die richtige Anforderung

führt zur ›passenden‹ Form.«

KLEMENS SCHILLINGER Produkt- & Möbeldesigner

COMEBACKS

Comebacks und Revivals sind fixer Bestandteil in der Trend- und Interiorwelt.

Dieses Jahr sind gleich zwei Stilepochen spielbestimmend. Einerseits bejubelt

die Designwelt 100 Jahre Bauhaus und feiert einmal mehr die Prämissen dieser

Zeit mit Neuauflagen und Reminiszenzen. Andererseits dräuen auch die psychedelischen

1970er. Es wird also bunt, lustig und ein bisschen verrückt. Vor allem aber

zeigen die neuen Interpretationen, die von der Retrowelle angespült werden, dass

die Seventies dann doch besser als ihr Ruf waren. Sofas mit Samt- oder Cordbezug,

flauschige Teppiche oder Pfauensessel haben eben ihren Reiz.

stehen auch glänzende Alternativen zur

Verfügung. Gold- und Silberoptik, Kupferund

Messingelemente bei Interior sind hoch

im Kurs und werden immer beliebter. Auch

bei Designern wie Klemens Schillinger: »Ich

komme am Werkstoff Metall nicht vorbei.

Es ist vielseitig einsetzbar und man kann

es ebenso vielseitig bearbeiten. Schweißen,

gießen, fräsen, rollen, biegen – beinahe alles

ist möglich«, ist Schillinger begeistert.

Aber auch beim Metall-Look gilt die

goldene Balance-Regel, weswegen Wucht

und Glamour des Materials mit Fragilem

wie Glas oder schön gemaserten Hölzern

gebrochen werden. Denn wie gesagt: Es ist

alles komplexer geworden – auch und vor

allem im Designdickicht.

<

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trends / LIVING CORAL

Geometrisch

Statement-Wallpaper sind

groß in Mode: Designer

Carmine Bellucci setzt auf

geometrische Formen für

einen modernen Look.

wallpepper.it

Farbwahl

Die einzelnen Elemente des

Paravents »Lola« können

nach Belieben ausgewechselt

werden. schoenbuch.com

Naturlicht

Tischleuchte »Birdie« ist

von einem Baum und

seinen scheinbar zufälligen

Proportionen inspiriert.

foscarini.com

Kuschelkurs

Designer Mirko Quinti steckt

hinter diesem humorvollen

Entwurf namens »Olga«.

quinti.com

Spieltrieb

Die Hocker »Cubo« von Arper

sollen an bunte Bauklötze

erinnern und zur stetigen

Neuausrichtung animieren.

arper.com

Fotos: beigestellt

28 falstaff LIVING 01 / 19


Flora & Fauna

Passend zur Trendfarbe Coral

trägt der Sessel von Carl

Hansen den Namen »Shell«.

carlhansen.com

Perfect Match

Auch bei Society

Limonta setzt man

auf Akzente in der

It-Farbe. Styling-Tipp:

Unterschiedliche

Töne mischen!

societylimonta.com

Vielseitig

Die Serie »L’Imprevu«

von Marie Christine

Dorner spielt mit verschiedenen

Sitztiefen.

ligne-roset.com

ES LEBE DIE

KORALLE

An der Pantone-Farbe des Jahres führt

kein Weg vorbei! »Living Coral« erobert

die Designwelt und findet dabei eine

Balance zwischen zartem Kombinationstalent

und knalligem Statement-Piece.

Neuer Anstrich

Fermob verpasst dem

traditionellen Bistro-Tisch

einen neuen Look in der

Trendfarbe 2019.

viktorsteinwender.at

Handzahm

Petite Friture verhilft

zu diesem humorvollen

Hausschwein in Korallrosa.

Den »Petstool« gibt es übrigens

auch als Elefant oder

Schaf! petitefriture.com

Netzwerk

Designerin Paola Navone

steckt hinter diesem

modernen Industrial

Design für Gervasoni.

gervasoni1882.it

Strukturiert

Der strukturierte Stoff des

Kissens »Slub« sorgt für

spannende Farbstimmung

und angenehme Haptik.

depot-online.at

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trends / ALLES BLAU

1.

2.

4.

3.

5.

ROYAL

NAVY

Wir sehen blau: Maritimes Königsblau ist

nicht nur in der Mode das neue Schwarz!

Auch in Interior-Fragen übernimmt

»Midnight Navy« die souveräne Herrschaft.

7.

6.

Fotos: beigestellt

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In neuem Gewand

Der Klassiker »Albert & Ile«

von Minotti feiert dank neuen

Bezugs in Kobaltblau ein

Comeback. Der Samtstoff

aus Mohair sorgt dabei für

einen besonderen Glanz.

minotti.com

8.

9.

10.

11.

12.

1. Lust auf mehr Den schlichten Titel »more« hat Gervasoni dieser Kollektion gegeben – die großzügig gestalteten Elemente sind dabei beliebig erweiterbar. gervasoni1882.it 2. Modern

Business Dass ein Schreibtisch nicht langweilig sein muss, beweist dieses Modell von Flexform. flexform.it 3. Wasserfarbe Ein spannendes Aquarell ziert die coole Trinkflasche von S’well.

swellbottle.com 4. Aufsatteln Für Design-Aficionados, die noch in den Kinderschuhen stecken: Eine moderne Version des Schaukelpferds liefert Kartell in transparentem Blau! kartell.com

5. Großer Auftritt Tropical Prints dürfen auch kommende Saison nicht fehlen – beim Teppich »Eldorada« wird das Blattwerk in edle Blau- und Schwarztöne getaucht. lederleitner.at 6. Blue

Velvet Der opulente Samt wird beim Stuhl »Lema« von einem Metallgerüst in Zaum gehalten. lemamobili.com 7. Shake it up Sorgt für Abwechslung in der Hausbar: Cocktailshaker »Iko«

mixt Mattgold mit Azurblau. oliverbonas.com 8. Light Blue Die transparenten türkisblauen Elemente der Tischlampe »Monaco« entfalten erst bei eingeschaltetem Licht ihre gesamte

strahlende Schönheit. jonathanadler.com 9. Schöne Schalen Gastronom Rick Stein ist unter die Designer gegangen und bietet neuerdings auch elegante Tableware an. rickstein.com

10. Eyecatcher Mit Blattgold veredelt: Die exklusiven Buchstützen stammen von dem Pariser Label L’Objet. l-objet.com 11. Out of the box Das symbolträchtige Auge ziert auch die Trunk-

Couchtische von Casacarta. amara.com 12. Zarte Wellen Die Glastüren dieses Entwurfs von John Richard sind aufwendig von Hand bemalt und sollen Wasser imitieren. johnrichard.com

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trends / CURRY

An die Arbeit

Praktisch und robust: Modell

»Cubo« ist die ideale Ergänzung

für das Büro, macht sich aber

auch in modern eingerichteten

Wohnungen gut! kim.ch

Erholungsgebiet

Schon beim Anblick des Zweisitzers stellt

sich Entspannung ein. Zum kompletten

Glück fehlt zu Modell »Dita« nur noch ein

gutes Buch. maisonsdumonde.com

Dekorativ

Mit den bestickten Leinenkissen

»Mahjong« von Iosis

lassen sich schnell und

einfach Farbakzente setzen.

yvesdelorme.com

SPICE IT UP!

Eine kräftige Prise Curry sorgt für neue Würze im Wohnraum.

Der trendige Farbton kommt dabei am besten bei Accessoires

und Statement-Stücken zum Einsatz. Geschmackvoll!

Ganz schön ausgeschlafen

Der Klassiker »Nathalie« von Flou ist

neuerdings auch in limitierter Edition in

einem mattem Curry-Ton zu haben. flou.it

Lust auf Leder

Sanfte Formen,

weiches Leder:

Der Sessel aus der

Kollektion »Panis«

von Amura ist eine

moderne Ikone.

amuralab.com

Fransenspiel

Statt Türen setzt

Modell »Alpaga«

von Ibride auf

einen verspielten

Fransenvorhang.

amara.com

Standhaft

Der Entwurf »Colosseo«

von Designer Naoto

Fukasawa ist zwischen

Beistelltisch und Hocker

einzuordnen.

bebitalia.com

Fotos: beigestellt

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GARTENGESTALTUNG

MIT NATURSTEIN

TIPP FÜR DIE OUTDOOR SAISON 2019

Kein Baustoff ist so nachhaltig wie Naturstein, denn dieser ist eines der

umweltfreundlichsten und -schonendsten Materialien. Im Einklang mit Pflanzen

und Wasser stilvoll arrangiert in Szene gesetzt, praktisch und langlebig zugleich,

sind die Natursteinplatten, Pooleinfassungen, Blöcke und Pflaster aus dem Hause

Breitwieser ein idyllisches Upgrade für jeden Outdoor-Bereich und eine Garantie

für maximalen Genuss unter freiem Himmel. BE NATURAL.

www.breitwieser-stein.at


trends / BEIGE

Très chic

Der Dreisitzer »Dante« des französischen

Interior-Labels Zago zeigt eine Neuinterpretation

des klassischen Samtsofas. westwingnow.at

Go minimal

Ganz auf das

Wesentliche

reduziert: die

Konsole von

Palecek.

horchow.com

Kuscheldecke

Modell »Marshall« ist

aus cremeweißem

Leinen gefertigt.

lederleitner.at

ZURÜCK

ZUR NATUR

Von wegen »50 Shades of Beige«! Der Klassiker

lässt sein angestaubtes Image hinter sich und zeigt

Runde Sache

Hygge de luxe gibt es von

Normann Copenhagen in

Form des Sessels »Hyg«.

normann-copenhagen.com

sich jetzt besonders facetten- und nuancenreich.

Gut gepolstert!

»VOLO« heißt das neueste Design-Meisterwerk aus dem

Hause Rolf Benz, das bei der Messe imm cologne 2019

präsentiert wurde. rolf-benz.com

Zeitlos schön

Stardesigner Rodolfo

Dordoni hat dieses

klassisch-elegante

Muster für den

Teppich »Dibbets

Ipanema« ersonnen.

minotti.com

Erleuchtung

Die Marke André Fu

hat sich von Laternen

inspirieren lassen.

lanecrawford.com

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Stahlbau

Stapelbar und

vielseitig: Modell

»Gilda« erweist sich

als Allrounder!

quinti.com

Fotos: beigestellt


Weltneuheit ONE by Josko.

Kompromisslos symmetrisch und nur halb so breit wie gewöhnliche Fenster und Türen.

www.josko.one

Die neue Avantgarde-Familie von


trends / ARCHITEKTUR MEETS INTERIOR

ALLES

FASSADE!

Säulenhalle

Endlose Weite lässt

sich dank der Tapete

von Wallpepper

auch in kleinen

Räumen fingieren.

wallpepper.it

Äußere Werte für den Innenraum:

Exterior inspiriert aktuell die Wohnwelt

und sorgt für architektonische Designs,

die gleichermaßen auf Humor bauen.

Schattenspiel

Dieser Trompe-l’œil-Teppich

ist das Ergebnis der Kooperation

von Hersteller Zollanvari

und dem Designstudio SoFar

SoNear. zollanvari.com

Zeitstufen

Die urbane Wanduhr von

Designstudio 22 erinnert an

eine Wendeltreppe.

22designstudio.net

Tischdecke

Auf dem charmanten

Beistelltisch der Kultmarke

Fornasetti findet

sich die Deckenansicht

eines Atriums.

fornasetti.com

Stahlgerüst

Designerin Chiara

Andreatti hat diese

Konstruktion aus

Stahl und Holz für

Atipico ersonnen.

atipico.it

Fensterfront

»Cabinet de Curiosité«

hat Fabrice Berrux

diesen Entwurf für den

italienischen Hersteller

Bonaldo getauft.

bonaldo.it

Spitzenplatz

Seine Profession kann

Architekt Roberto

Baciocchi auch bei

seinen Interior-Designs

nicht leugnen. Bestes

Beispiel: der Stuhl

»Pointu«. luisaviaroma.

com

Turmbau

Die Serie »Siment« ist

von Betonkonstruktionen

wie etwa einem Wasserturm

inspiriert. Das

verleiht ihr einen

spielerischen Charakter.

tiipoi.com

Fotos: beigestellt

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TOUCHED BY NATURE

Fotos: Markus Kaiser, Graz

WWW.DESIGNWERKE.AT

Entdecken Sie unsere Terrassenplatten DOTS, PATRIUM und SPARKLE, die edlen Look und höchste Qualität vereinen.

Nähere Informationen und unsere Broschüre erhalten Sie unter Tel +43 2618 3208-0 sowie office@designwerke.at.


trends / CLEANING GADGETS

Exotisch

Ob in Indien oder Afrika –

Besen aus Gras haben sich

international bewährt.

kesargrocery.com

Federspiel

Der klassische Staubwedel

hat noch lange

nicht ausgedient.

Besonders beliebt:

Modelle mit Straußenfedern.

johnlewis.com

Who kehrs?

Dank des schlichten,

aber umso ausgereifteren

Designs übernehmen

Ästheten

gerne die vermeintliche

»Drecksarbeit«.

menu.as

Genie for bottles

Für die trendigen Trinkflaschen

gibt es von der

Kultmarke S’well jetzt

die passende Reinigungsbürste.

swellbottle.com

Schlagkräftig

Wichtig bei einem

Teppichklopfer ist vor

allem das Material:

Hochwertiges

Rattan ist Pflicht.

oman.desertcart.com

CHICE

PUTZFEEN

Special Force

Schneidemesser soll man

bekanntlich nicht maschinell

reinigen, stattdessen empfiehlt

sich diese Spezialbürste von

Joseph Joseph. connox.com

Cleane Neuinterprationen oder wiederkehrende

Klassiker – es darf wieder richtig geputzt werden.

Gucci verkauft dazu das passende Outfit.

Putzen wie Profis

Mit der praktischen »Cargo

Box« von Alessi hat man

alle wichtigen Utensilien

bei der Hand. alessi.com

Saubermann

Edles für den Mann von Welt:

Die Kleiderbürste mit Rosshaar

stammt von der Marke Japan Best.

mrporter.com

Heißer Tipp

Wer auf der Suche nach einer

ansprechenden Kaminbürste ist,

wird aktuell bei Eldvarm fündig.

lekkerhome.com

Fotos: beigestellt

38 falstaff LIVING 01 / 19


6 0 J a h r e

1010 Wien, TEAM 7 Wien, Stubenring 14; 1060 Wien, TEAM 7 Spezialstudio, Gumpendorfer Straße 120; 1180 Wien, Seliger – bespoke furnishing, Gersthofer Straße 2c; 2230 Gänserndorf,

Möbel Karner, Hauptstraße 5; 2301 Groß-Enzersdorf, Wohnstudio Melnicky, Schloßhofer Straße 2; 2500 Baden, Schwarzott Einrichtungshaus & Werkstätte, Wienerstraße 13-21;

3430 Tulln, Einrichten fürs Leben Ludwig Krenn, Brüdergasse 2a; 4020 Linz, TEAM 7 Linz, Dametzstraße 12; 4240 Freistadt, dieeinrichtung Manzenreiter, Etrichstraße 1; 4600 Wels,

TEAM 7 Wels, Mitterfeldstraße 6; 4822 Bad Goisern, Brader, Wohnen & Tischlerei, Rudolf-Von-Alt-Weg 13b; 4910 Ried im Innkreis, TEAM 7 Ried, Hoher Markt 2; 5301 Eugendorf,

TEAM 7 Salzburg, Salzburger Straße 18; 6405 Telfs/Pfaffenhofen, Einrichtungshaus Föger, Bundesstraße 1; 6837 Weiler, Weiler Möbel, Herzogried 2; 8010 Graz, TEAM 7 Graz,

Andreas Hofer Platz 5; 8223 Stubenberg am See, Schuh, Vockenberg 50; 8740 Zeltweg, Einrichtungshaus Hartleb, Hauptstraße 29; 9500 Villach, In Ligno, Ossiacherzeile 27


trends / GARTEN-TOOLS

Handarbeit

Die praktischen Werkzeuge

im Kleinformat

überzeugen durch

verspielten Igel-Print.

unique andunity.co.uk

Sunny side

Modisches Statement

mit Mehrwert: Der

Strohhut von CLYDE

darf auch in der Stadt

ausgeführt werden.

net-a-porter.com

Schattengewächs

Ideal beim Gärtnern

oder Relaxen am

Pool: das Sonnensegel

von Giorgetti.

giorgettimeda.com

Vogelfrei

Mit der Amsel-Statue aus

Lindenholz lässt sich die Natur

in die eigenen vier Wände

holen. manufactum.at

GARTEN­

FREUNDE

Light up!

Detailverliebt: Die

moderne Fackel von

höfats sorgt für

romantisches Flair.

hoefats.com

Ein grüner Daumen reicht nicht ganz aus,

um den Garten stilvoll zu gestalten. LIVING

zeigt raffinierte Hilfsmittel und Werkzeuge

für designaffine Hobbygärtner.

Einschneidend

Treuer Begleiter: Das Taschenmesser von

Opinel gehört für Outdoor-Fans zur

Grundausstattung. opinel.com

Ab an die Hecke

Langer Arm: Die Teleskop-Schere

schenkt

ihrem Benutzer mehr

Bewegungsspielraum.

johnlewis.com

Lustwandeln

Die Bastsandalen

von Proenza

Schouler laden zum

gemütlichen

Flanieren ein.

thedreslyn.com

Weicher Boden

Schont die Knie und macht

die Arbeit komfortabler: das

Kissen von Burgon & Ball.

burgonandball.com

Rustikaler Chic

Der Drahtkorb macht

sich auch abseits der

Ernte als Deko-Objekt

gut! gardeners.com

Fotos: William Morris, beigestellt

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In voller Blüte

Die Muster des britischen Malers, Dichters

und Architekten William Morris sind auch

über 100 Jahre nach seinem Ableben

aktuell. Das beweist auch diese neue Serie

an Gartenwerkzeugen. vam.ac.uk

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trends / ARTY

WEEKEND

Himmelsstürmer

»Hallo, Welt!« – Der Tower des

brandneuen Istanbuler Flughafens ist

dem traditionellen osmanischen

Motiv der Tulpe nachempfunden.

Foto: Shutterstock

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K U N S T -

T R I P

ISTANBUL

Die Stadt ist uralt und blutjung zugleich: Aus den Mauern des alten

Konstantinopel ist das lebenshungrige Istanbul gewachsen. Auch in

Kunst, Design und Architektur der 15-Millionen-Einwohner-Stadt am

Bosporus wirbeln das Gestern, Heute und Morgen wild durcheinander.

TEXT MAIK NOVOTNY

Elf Milliarden Euro teuer, 76 Quadratkilometer

groß, gekrönt mit einer

osmanischen Tulpe als Tower: Der

neue Flughafen Istanbul, Ende 2018

eröffnet, wird der größte der Welt. Man mag

es als präsidiales Prestigeprojekt abtun, doch

als Tor zur Metropole am Bosporus ist solche

Gigantomanie keineswegs fehl am Platz:

Schon die Mauern von Konstantinopel

sprengten jeden Maßstab, die Brücke über

die Meerenge zwischen den Kontinenten

beeindruckt ebenso wie die atemberaubenden

Kuppeln der Moscheen.

Dabei ist Istanbul alles andere als arrogant:

Lebensgierig, neugierig, freundlich, dank

stetigen Zustroms permanent jung, lebt man

hier voll und ganz im Jetzt, auf den Sedimenten

von Jahrhunderten menschlicher Kultur.

Weltoffen und rebellisch, hedonistisch und

konservativ: Diese spannenden Widersprüche

machen Istanbul zum idealen Nährboden für

Kunst und Kultur. Antike Sarkophage neben

Videokunst. Islamisches Ornament und gegenständliche

Malerei, nicht zuletzt eine internationale

Vernetzung, die sich so in keiner

anderen türkischen Stadt findet: Ein Tor zur

Welt, eine Brücke zwischen Vergangenheit

und Zukunft. So eine Stadt verdient einen

großen Flughafen – und verspricht ein Kunst-

Wochenende, das zum wilden Ritt auf der

Zeitmaschine wird. >

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LIVING

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trends / ARTY

WEEKEND

>>> FREITAG

Ein 1500 Jahre altes Bauwerk,

das nichts an Kraft verloren

hat. Neue Kunst in einem

Rahmen der Art Nouveau.

Istanbul ist ein Jungbrunnen.

>

Ja, sie ist auf dem Cover jedes Istanbul-

Reiseführers. Ja, die Touristenbusse stehen

hier in zwei Reihen auf dem Parkplatz. Und:

ja, jeder kennt sie oder glaubt sie zu kennen.

Aber auf die Frage, wo ein Kunst-Trip durch

Istanbul beginnt, gibt es nur eine Antwort: in

der Hagia Sophia. Nicht nur, weil sie ganz

offiziell als Museum gilt. Sondern weil sie

uns so viel über diese zeitlos-vitale Stadt

erzählt. Wo sonst findet man ein Bauwerk

dieser Dimension, das fast 1500 Jahre unbeschadet

überstanden hat? Selbst von den

Hunderten Besuchern, die sich zwischen den

mächtigen Pfeilern tummeln, lässt sich die

Magie ihres Raums unter der 56 Meter hohen

Kuppel nicht kleinkriegen.

Vom Jahr 537 ins Jahr 2019 ist es nur ein

Sprung übers Goldene Horn ins Stadtviertel

Beyoğlu. Das dortige Museum Istanbul Modern

wird seinem Namen gerecht: 2004 als

erstes privates Museum für zeitgenössische

Kunst in der Stadt gegründet, wurde es bin-

Raumwunder

Die Hagia Sophia schlägt

auch den abgeklärtesten

Besucher in ihren Bann.

nen weniger Jahre zu einer der Top-Destinationen

in Istanbul und einem wichtigen

Player der internationalen Kunstszene. Die

großen Hallen am Ufer des Bosporus werden

zurzeit umgebaut, aber der prachtvolle Altbau,

in dem das Istanbul Modern währenddessen

untergebracht ist, ist ein mehr als

würdiger Ersatz.

JUNG, FRISCH, ANDERS

In der Hauptarterie Beyoğlus, der Istiklâl

Caddesi, drängeln sich nicht nur Shops und

Restaurants im Zentimeterabstand, hier ist

auch seit 2008 die Zilberman Gallery in einem

fantastischen Art-Nouveau-Gebäude zu

Profiliert

Porträtfotografie aus

der überbordenden

Sammlung des Museums

Istanbul Modern.

Denkräume

Zeitgenössische Installation

in der Galerie Zilberman.

Hause. Mit ihrer Dependance in Berlin und

ihrer Präsenz auf vielen Kunstmessen ist sie

zum internationalen Kunstnetzwerk prädestiniert

und kuratiert die jährliche Schau

»Young Fresh Different«, für die eine Jury

Einsendungen aus der ganzen Türkei auswählt.

Da wir schon im Ausgehviertel sind,

lassen wir den Freitag am besten in einer

der zahllosen Rooftop-Bars ausklingen.

HAGIA SOPHIA

ayasofyamuzesi.gov.tr

ISTANBUL MODERN

Yıldız Moran: A Mountain Tale, bis 12. 5. 2019

istanbulmodern.org

ZILBERMAN GALLERY

An Exile on Earth, bis 2. 2. 2019

zilbermangallery.com

44 falstaff LIVING 01 / 19


Art Nouveau

Kunst-Tempel in

der Istiklâl Caddesi.

Schatzkammer

Treppe in die Vergangen -

heit: der Eingang des

Archäologiemuseums.

Fotos: Shutterstock, YILDIZ V. MORAN, Srkan Taycan, Hemis/Alamy Stock Photo, beigestellt

>>> SAMSTAG

Anschnallen für die Reise

in der Zeitmaschine! Eine

Galerie in neuem Gewand,

archaische Fundamente und

Kunst der letzten 100 Jahre.

Ebenfalls in der Istiklâl Caddesi war bis vor

Kurzem die 2010 gegründete Galerie Arter

zu Hause. 2019 zieht sie nach Norden ins

Viertel Dolapdere und in einen spektakulären

Neubau, der vom britischen Stararchitekten

Nicholas Grimshaw entworfen wurde. Ein

Upgrading, das ein deutliches Zeichen für

den Erfolg der Istanbuler Kunstszene markiert.

Dort wird Arter Werke aus der Sammlung

der Vehbi Koç Foundation zeigen sowie

Performances und interdisziplinäre Events,

und auch ein Buchladen und ein Café finden

Platz. Keine Frage, wo sich die lokale Kunstszene

neugierig versammeln wird.

WIEGE DER KULTUR

Nach so viel Gegenwart ist es Zeit, sich wieder

den Grundlagen zu widmen. Wo könnte

man das besser als im Archäologiemuseum

neben dem Topkapı-Palast? Genauer gesagt

handelt es sich sogar um drei Museen, denn

die Museen für altorientalische Kunst und

Farbpalette

Der Veranstaltungssaal

im SSM-Museum, entworfen

vom Architekten

Nevzat Sayın.

für islamische Keramik gehören ebenfalls

zum Komplex. Assyrer, Babylonier, Phönizier,

Sumerer, Ägypter, Hellenen und Türken: Das

östliche Mittelmeer und der Vordere Orient

sind hier in ihrem überwältigenden Reichtum

als Wiege der Kultur sicht- und spürbar. Sarkophage,

Friese und Stelen, Statuen zahlreicher

Kaiser, Götter und Gottkaiser. Marmor,

Porphyr und glasierte Kacheln.

Niemand darf Istanbul verlassen, ohne zumindest

einmal mit dem Schiff gefahren zu

sein – eine Fahrt auf dem Bosporus nach

Norden bietet nicht nur ein umfassendes Panorama

zweier Kontinente, sondern bringt

uns auch zum Sakıp Sabancı Müzesi (SSM),

untergebracht in einer strahlend weißen Villa

aus dem Jahr 1925 direkt am Ufer. 2002 eröffnet,

beherbergt es die Sammlung des

gleichnamigen Mäzens. Von der Kalligrafie

bis zur gegenständlichen Malerei bietet es

einen tiefen Einblick in die Kunstgeschichte

der Türkei; die jüngste Vergangenheit der

Stadt Istanbul selbst lässt sich in farbenfrohem

Öl auf Leinwand nachverfolgen. Ideale

Inspiration für eine Samstagnacht an den

funkelnden Wellen des Bosporus.

GALERIE ARTER

Neueröffnung im September 2019

arter.org.tr

ARCHÄOLOGIEMUSEUM

istanbularkeoloji.gov.tr

SSM SAKIP SABANCI MÜZESI

Osman Hamdi Bey – Beyond Vision, bis 1. 4. 2019

sakipsabancimuzesi.org

>

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trends / ARTY

WEEKEND

>>> SONNTAG

1001 Nacht im Topkapı-

Palast, digitale Welten am

Bosporus, junge Veteranen

der türkischen Kunst: ein

Tagtraum mit offenen Augen,

quer durch Zeit und Raum.

>

Wer A wie Ayasofya (der türkische Name

der Hagia Sophia) sagt, muss auch T wie

Topkapı sagen. Auch hier überstrahlt die

Magie der Jahrhunderte mühelos alle Touristenmassen.

»Palast« beschreibt die Anlage

jedoch nur unzureichend, denn T

opkapı mit seinen Höfen, Gärten und Toren

und seinem vom 15. bis zum 17. Jahrhundert

gewachsenen Labyrinth von Räumen ist im

Grunde eine Stadt für sich. Kuppeln und Arkaden,

Buntglasfenster und Intarsien, Brunnen

und Aussichtsterrassen, eine reale

Fantasiewelt aus Tausendundeiner Nacht

voller Ornamente und Opulenz.

IMAGINÄRE WELTEN

Mit imaginären Welten lockt auch das Borusan

Contemporary, allerdings in ganz anderer

Form: Die in einer Villa am Fuße der Bosporusbrücke

untergebrachte Sammlung fokussiert

auf digitale Kunst, Video Art, Neue Medien

und Fotografie. Neben türkischen Künstlern

sind hier zahlreiche international bekannte

Namen vertreten: Brigitte Kowanz, Robert

Mapplethorpe, Donald Judd und Sol LeWitt.

Hier empfiehlt sich ein Besuch im »Müze

Café«, auf dessen Terrasse man sich bei

einem Glas starkem Tee aus den analogen

und digitalen Fantasien langsam wieder in

die Gegenwart zurücktasten kann.

EINGETAUCHT IN ISTANBUL

Wir beschließen den Sonntag in der Galeri

Nev, mit 32 Jahren so etwas wie ein ehrwürdiger

Veteran der jungen Istanbuler

Szene. Die Ausstellungen wechseln hier

zwischen etablierten Meistern der modernen

türkischen Kunst und jungen Künstlern.

Bibliophile Kunstliebhaber können hier einen

der Dutzenden aufwendig gestalteten Kataloge

und Publikationen ergattern.

Zum Abschluss tauchen wir noch einmal

in die Stadt ein, in die Gassen von Beyoğlu

oder ins Nachtleben auf der asiatischen Seite

des Bosporus. Eins ist garantiert: Istanbul

wird uns nur schwer loslassen.

TOPKAPI-PALAST

topkapisarayi.gov.tr

Aussichtsreich

Terrasse im Topkapı-Palast mit

Blick über die Dächer der Stadt.

BORUSAN CONTEMPORARY

Universal Everything: Fluid Bodies, bis 17. 2. 2019

borusancontemporary.com

GALERIE NEV

Murat Morova: Cosmic Latte, bis 16. 3. 2019

galerinevistanbul.com

Fotos: Shutterstock, Kayhan Kaygusuz, Poyraz Tutuncu, beigestellt

Brückenkopf

Die rote Villa des Borusan

Contemporary neben den

mächtigen Pfeilern der

Bosporusbrücke.

Farbe und Form

Keramikkunst von

Alev Ebüzziya Siesbye

in der Galeri Nev.

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»ISTANBUL HAT EINE

JUNGE SZENE«

Deniz Ova, Direktorin der Istanbul Design Biennial, führt

durch das kulturelle Leben ihrer Stadt – auf beiden Seiten

des Bosporus. INTERVIEW MAIK NOVOTNY

LIVING: Was charakterisiert die Kunstund

Designszene in Istanbul? Wie hat

sie sich entwickelt?

DENIZ OVA: Unterschiedlich! Die Kunst ist

größer und populärer und hatte von Anfang

an die bessere Infrastruktur. Es gibt viele

archäologische Funde in der Türkei und sehr

archäologieorientierte Museen, dafür wenige

staatliche Museen für moderne Kunst. Zeitgenössisches

findet man eher in den Galerien

und Museen privater Sammler. Mit der

Gründung der Istanbuler Kunst-Biennale 1987

hat sich die Kunst internationalisiert. Die Anzahl

der Galerien ist immens gestiegen – es

gab zwar schon in den 1950er-Jahren eine

Handvoll, aber der richtige Schwung ist in

den letzten 20 Jahren entstanden. Architektur

und Design waren dagegen lange eher geschlossene

Szenen mit starker Nähe zur Industrie.

Im Design hat sich das erst in den letzten

Jahren geändert – man hat von Istanbul aus

wichtige Events wie den Salone Milano und

die London Design Week genau verfolgt. Seit

2012 gibt es die Istanbul Design Biennial.

Welche Rolle spielt die Istanbul Design

Biennial für Istanbul?

Noch ist die Türkei kein »Design-Land«.

Design bedeutet hier: schöne Objekte, die

teuer sind. Wir haben mit der Istanbul Design

Biennial die Kiste geöffnet: nicht nur Wohnung,

Schuhe, Kleider, sondern etwas Umfassendes.

Wir zeigen, wie und wo Design im

Leben stattfindet. Unser Anliegen ist es, eine

Beziehung aufzubauen zwischen Besuchern

und Stadt. Die Biennial findet zwar in geschlossenen

Räumen statt, aber wir öffnen uns mit

Aktivitäten zur Stadt, etwa mit Design Walks

und thematischen Routen. Man geht sozusagen

mit der Design-Brille durch die Stadt.

Gibt es Stadtviertel in Istanbul, die sich zu

Hotspots der Kunst entwickelt haben?

Früher war Beyoğlu das Ballungszentrum für

Museen, Galerien und Kinos. Aber durch die

dynamische Entwicklung Istanbuls und seiner

Infrastruktur hat sich das inzwischen verteilt.

Junge Künstler suchen günstige Räume und

Stadtviertel und ziehen dann weiter, wenn

diese zu teuer werden. Die Gentrifizierung

passiert enorm schnell. Die europäische Seite

war, was Künstlerviertel betrifft, immer stärker

vertreten, weil hier auch die wesentlichen

kulturellen Institutionen angesiedelt sind. Das

Nachtleben hat sich aber sehr auf die asiatische

Seite verlegt. Es ist eine junge Szene, ebenso jung

wie die Bevölkerung. Es tut sich sehr viel.

Ist Istanbul also die Kunsthauptstadt der Türkei?

Schon! Aber die erste Universität für Architektur

und Design, die Middle East Technical University,

wurde in Ankara gegründet. Es gibt viele

Künstler aus anderen Städten, die nach Istanbul

kommen. Wenn man nicht das Land wechseln

kann, wechselt man eben die Stadt. Aber auch

Ankara oder Izmir haben neue und sehenswerte

Museen und Institutionen.

Was würden Sie Besuchern empfehlen,

die auf einem Drei-Tages-Trip nach

Istanbul kommen?

Drei Tage sind nicht genug für Istanbul!

Als Kunstliebhaber sollte man zur Zeit der

Istanbul Biennale hier sein, weil dann auch die

Galerien neue Ausstellungen zeigen. Das gleiche

gilt natürlich für die Design Biennial.

Die traditionellen Sachen gehören auf jeden

Fall dazu: Topkapı, Hagia Sophia, die Blaue

Moschee. Istanbul ist sehr alt, alles baut hier auf

der Geschichte auf. Um die Stadt zu ver stehen,

muss man die Geschichte und das Moderne

kennenlernen – und unbedingt ans Wasser! In

einem Café am Bosporus sitzen und den Schiffen

zuschauen. Mit der Fähre auf die asia tische Seite

fahren und dort ausgehen, den Markt in Kadıköy

besichtigen, im Park am Wasser picknicken,

joggen – oder im Meer schwimmen.

<

Kunstpionierin

Deniz Ova ist Direktorin

der Istanbul Design

Biennial und leitet seit

2007 die Abteilung für

internationale Projekte

bei der Istanbul Foundation

for Culture and

Arts (İKSV).

Raum für Experimente

Auch dafür bietet die Istanbul

Design Biennial Platz, wie die

Installation »Fluid Measures«

von Judith Seng zeigt.

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trends / ARTY

WEEKEND

TIPPS & ADRESSEN

Die Möglichkeiten, in Istanbul sinnvoll seine

Zeit zu verbringen, sind endlos. Wir können

gar nicht genug bekommen vom Lifestyle der

Metropole am Bosporus. Das beginnt bei der

Kulinarik und endet beim Shopping!

Room with a view

Die Suiten des »Çirağan Palace

Kempinski« bieten einen traumhaften

Ausblick auf den Bosporus.

HOTELS

RAFFLES ISTANBUL*****

Dieses Fünf-Sterne-Haus befindet sich im Zorlu

Center in einer beliebten Einkaufsgegend. Neben der

Location und der luxuriösen Ausstattung lockt das

Hotel mit dem hauseigenen Restaurant »Arola«.

Zorlu Center Beşiktaş, 34340 Istanbul

T: +90 212 9240200, raffles.com

SOHO HOUSE ISTANBUL*****

In bester Lage: Das »Soho House« teilt sich auf drei

Gebäude auf und überzeugt durch den gewohnten

Mix aus Kunst und Design. Wie auch bei den weiteren

internationalen Ablegern der Kette ist auch hier die

Dachterrasse ein absoluter Hotspot.

Meşrutiyet Cd. 56, 34430 Istanbul

T: +90 212 3777100, sohohouseistanbul.com

LAZZONI HOTEL*****

Direkt am Goldenen Horn gelegen, überraschen die

Suiten im »Lazzoni« mit verhältnismäßig gediegenem

Interior und sensationeller Aussicht auf den

Meeresarm. Zur Altstadt sind es zwar zehn Minuten

mit dem Auto, dafür können Gäste den kostenlosen

Shuttleservice in Anspruch nehmen.

Imrahor Cd. 14, 34445 Istanbul

T: +90 212 3110000, lazzonihotel.com

SHANGRI-LA ISTANBUL*****

Geräumige Zimmer mit teils grandioser Aussicht

erwarten Gäste des am Bosporus gelegenen Hotels.

Hayrettin İskelesi Sk. 1, 34353 Istanbul

T: +90 212 2758888, shangri-la.com

Sehenswert

Das »Four Seasons« liegt in Gehweite

der bekanntesten Wahrzeichen,

und auch der Blick von der Terrasse

kann überzeugen.

ÇIRAĞAN PALACE KEMPINSKI*****

Im ehemaligen Sultanspalast am Ufer des Bosporus

residiert man auch heute noch fürstlich – das »Kempinski«

wurde zu Recht mit etlichen Preisen wie dem

»World Travel Award« gekrönt.

Çırağan Cd. 32, 34349 Istanbul

T: +90 212 3264646, kempinski.com

FOUR SEASONS SULTANAHMET*****

Inmitten der Altstadt gelegen, sind es zur Blauen

Moschee, zur Hagia Sophia und zum Topkapı-Palast

nicht mehr als fünf Gehminuten. Selbstverständlich

bietet das Hotel neben der Toplage auch sonst jeden

nur erdenklichen Luxus.

Tevkifhane Sk. 1, 34122 Istanbul

T: +90 212 4023000, fourseasons.com

PERA PALACE HOTEL JUMEIRAH*****

Neoklassischer Jugendstil trifft auf orientalische

Elemente – das Fünf-Sterne-Hotel im Zentrum

von Beyoğlu ist eine klare Empfehlung für alle,

die Istanbul von seiner hippen Seite erleben wollen.

Meşrutiyet Cd. 52, 34430 Istanbul

T: +90 212 3774000, perapalace.com

W ISTANBUL*****

Modernes Konzept in den historischen »Akaretler

row houses«. Besonderes Highlight sind hier die

Zimmer mit eigener Cabana.

Süleyman Seba Cd. 22, 34357 Istanbul

T: +90 212 3812121, marriott.com

SURA DESIGN HOTEL*****

Dieses Fünf-Sterne-Haus befindet sich in der

unmittelbaren Nähe zur Blauen Moschee. Auch

sonst bietet es reichlich Luxus und Flair.

Ticarethane Sk. 10, 34122 Istanbul

T: +90 212 5136666, surahotels.com

BOUTIQUE SAINT SOPHIA****

Schickes Boutique-Hotel mit Blick auf den Innenhof

der Hagia Sophia. Das Gebäude aus dem 19. Jahrhundert

wurde vor einigen Jahren komplett saniert.

Alemdar Cd. 2, 34122 Istanbul

T: +90 212 5280973, boutiquesaintsophia.com

MISS ISTANBUL****

Für Entspannungssuchende: Der saisonale Außenpool

und der weitläufige Spa- und Wellnessbereich

sind gute Argumente für dieses Vier-Sterne-Hotel.

Darüssaade Sk. 3, 34110 Istanbul

T: +90 212 5220902, missistanbulhotel.com

SANAT HOTEL PERA***

Im Viertel Pera gelegen, ist dieses moderne Hotel die

richtige Wahl für all jene, die gerne in den Großstadttrubel

eintauchen wollen.

Balyoz Sk. 7, 34430 Istanbul

T: +90 212 2522727, sanathotel.com

KYBELE HOTEL***

Ein charmantes Haus, das es durch seine aufwendige

Deckengestaltung mit über 4000 Hängeleuchten zu

großer Popularität gebracht hat.

Yerebatan Cd. 23, 34110 Istanbul

T: +90 212 5117767, kybelehotel.com

RESTAURANTS

& CAFÉS

MEZE BY LEMON TREE

Der Name ist Programm: Im »Meze« isst man selbige

und zelebriert dabei auch die Tradition des abendfüllenden

Essens. Dazu genießt man am besten

einen der ausgezeichneten türkischen Weine!

Meşrutiyet Cd. 83/B, 34430 Istanbul

T: +90 212 2528302, mezze.com.tr

ALANCHA

Lokale Speisen aus den sieben Regionen Anatoliens

werden im »Alancha« neu interpretiert. Ebenfalls

top: die Cocktailkarte!

Şht. Mehmet Sk. 9, 34357 Istanbul

T: +90 212 2613535, alancha.com

AILA

Traditionelle türkische Küche inklusive eines eigenen

Gewürzbasars für die Gäste. Für beste Stimmung

sorgen regelmäßige musikalische Darbietungen.

Buyukdere Cd. 76, 34393 Istanbul

T: +90 531 2583333, ailaistanbul.com

MORINI RESTAURANT

Im extravaganten Ambiente kann man sich hier von

einer authentischen italienischen Küche verwöhnen

lassen.

Koru Sk. 2, 34340 Istanbul

T: +90 212 3536767, istanbulmorini.com

MIKLA RESTAURANT

Ist für seine »neue anatolische Küche« bekannt, die

Tradition mit zeitgemäßer Kochkunst vereint. Hervorragender

Ausblick auf die Küste Istanbuls.

Meşrutiyet Cd. 15, 34430 Istanbul

T: +90 212 2935656, miklarestaurant.com

CAFE CADDE

Unmittelbar an einer belebten Einkaufsstraße gelegen,

ist das feine Restaurant vor allem als Zwischenstopp

bei Touristen sehr beliebt.

Bağdat Cd. 349, 34728 Istanbul

T: +90 216 3027624, cafecadde.com.tr

PARLÉ RESTAURANT

Der Name gibt schon den ersten Hinweis: Im »Parlé«

stehen typische Speisen des südlichen Frankreichs

sowie mediterrane Gerichte auf der Speisekarte.

Sonst überzeugt das Restaurant mit modernem

Design und gemütlichem Wohnzimmerflair.

Koru Sk. 2, 34340 Istanbul,

T: +90 212 3536343, parleistanbul.com

5. KAT RESTAURANT

Romantische Atmosphäre inklusive malerischem

Ausblick auf den Bosporus. Regelmäßige Live-

Konzerte sorgen für die musikalische Untermalung.

Soğanci Sk. 7, 34427 Istanbul

T: +90 212 2933774, 5kat.com

Fotos: Paul Thuysbaert, Engin Aydeniz, beigestellt

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Klassik trifft Moderne

Die Bar des sonst so zeitgenössisch

eingerichteten

»Soho House« überrascht mit

traditionellem Flair.

VOGUE RESTAURANT

Das schicke Restaurant lockt mit Gerichten aus aller

Welt und einer traumhaften Aussicht auf Istanbul

und den Bosporus. Fashionable!

Akaretler Spor Cd. 92, 34357 Istanbul

T: +90 212 2274404, voguerestaurant.com

BANYAN

In der asiatisch verwurzelten Küche werden hochwertige

und vorwiegend biologische Zutaten verwendet.

Von der Terrasse aus lassen sich die Schiffe auf

dem Bosporus bestens beobachten.

Caddesi & Salhane Sk. 3, 34347 Istanbul

T: +90 212 259906070, banyanrestaurant.com

ST. REGIS BRASSERIE

Im Luxushotel »St. Regis« verortet, findet man hier

ausgezeichnete, französische Gerichte mit türkischen

Akzenten. Modernes, schickes Design mit Einflüssen

der klassischen Pariser Brasserien.

Mim Kemal Öke Cd. 35, 34365 Istanbul

T: +90 212 3680836, stregisbrasserie.com

FERIYE PALACE RESTAURANT

Unmittelbar am Bosporus gelegen und mit Blick

auf den »Maiden’s Tower«, ist hier spätestens beim

Eintreffen der Speisen die Reizüberflutung perfekt.

Çırağan Cd. 44, 34347 Istanbul

T: +90 212 2272217, feriye.com

RESTAURANT NICOLE

Das Boutique-Restaurant für den anspruchsvollen

Gourmet. Saisonale, mediterrane Küche inklusive

Ausblick auf die Altstadt Istanbuls.

Tomtom Kaptan Sk. 18, 34433 Istanbul

T: +90 212 2924467, nicole.com.tr

MÜRVER RESTAURANT

Auf der obersten Etage des »Novotel Istanbul Bosphorus«

Hotels gelegen, kommen in der kreativen

Küche die verschiedensten Kochtechniken zum

Einsatz – inklusive Holzfeuergrill.

Kemankeş Cd. 57–59 Karakoy, 34425 Istanbul

T: +90 212 3720750, murverrestaurant.com

KILIMANJARO

Küchenchef Mustafa Otar verwöhnt mit simplen,

aber köstlichen Gerichten. Unbedingt probieren!

Birahane Sk. 1, 34384 Istanbul

T: +90 212 3770350, kilimanjaroist.com

NEOLOKAL

Im Kulturzentrum SALT Galata gelegen, werden

hier lokaltypische Speisen Anatoliens angeboten.

Diese sind so derart schön angerichtet, dass man

sie beinahe nicht essen möchte. Kein Wunder, dass

dieser Hotspot nicht zuletzt dank Instagram boomt.

Bankalar Cd. 11, 34420 Istanbul

T: +90 212 2440016

neolokal.com/de

NUSR-ET STEAKHOUSE

Wegen der hervorragenden Steaks weit über

die Landesgrenzen hinaus bekannt. Nirgendwo

sonst auf der Welt wird der Fleischgenuss wohl

so zelebriert wie in diesem Steakhouse.

Nispetiye Cd. 87, 34337 Istanbul

T: +90 212 3583022, nusr-et.com.tr

TUĞRA RESTAURANT

Im wohl romantischsten Restaurant Istanbuls lässt

sich auf der Terrasse unmittelbar beim Bosporus

wunderbar die Zweisamkeit genießen. Besonders

empfehlenswert sind hier übrigens die Desserts.

Çirağan Cd. 32, 34349 Istanbul

T: +90 212 2367333, kempinski.com

On top!

Wer im Hotel »Pera Palace«

absteigt, sollte sich auch

das hauseigene Restaurant

»Mikla« nicht entgehen lassen.

BARS & NIGHTLIFE

TERRACE AT GEORGES HOTEL GALATA

Von der Rooftop-Terrasse des Hotels hat man einen

hervorragenden Blick auf Istanbul. Dabei genießt man

am besten einen der verschiedenen Drinks.

Serdar-ı Ekrem Cd. 24, 34425 Istanbul

T: +90 212 2442423, georges.com

16 ROOF – SWISSOTEL

Beste Kulinarik, Live-DJs und Shisha laden in der Bar

im 16. Stock dazu ein, die Nacht in Istanbul noch etwas

länger zu genießen. Besonders empfehlenswert:

die hauseigenen Cocktail-Kreationen: »Raspberry

Freshness« oder »Basil & Peach Bellini«.

Acisu Sk. 19, 34357 Istanbul

T: +90 212 3268258, swissotel.com

RAFFLES LONG BAR

Neben dem Hotel ist auch die Bar sehr zu empfehlen.

In gediegener Atmosphäre werden neben Cocktail-

Klassikern auch zahlreiche Eigenkreationen wie der

berühmte »Singapore Sling« kredenzt.

Zorlu Center Beşiktaş, 34340 Istanbul

T: +90 212 9240200, raffles.com

LE FUMOIR

Inmitten grüner Gärten und von Palmen umgeben,

lässt es sich hier mit einem Drink in der Hand wahrlich

zur Ruhe kommen. Vom Sommerpavillon aus

erhascht man sogar den Blick aufs Meer.

Serdar-ı Ekrem Cd., 34425 Istanbul

T: +90 212 2442423, kempinski.com

360 ISTANBUL

Der Name ist Programm: Die großzügige Panoramaterrasse

gewährt einen herrlichen Ausblick auf

die Stadt und lädt zu Cocktails und einer beeindruckenden

Auswahl türkischer Weine ein. Für den

kleinen Hunger sind beispielsweise die Enten-

Samosas eine Empfehlung wert.

İstiklal Cd. 8, 34433 Istanbul

T: +90 212 2511042, 360istanbul.com

LUCCA

Sieht man an der Straße reihenweise geparkte

Luxuskarossen, ist man richtig. Untertags hochklassiges

und modernes Bistro, am Abend einer der trendigsten

Places-to-be. Kein Wunder, immerhin zaubert

Barkeeper Gökhan Kuşoğlu großartige Cocktails.

Cevdet Paşa Cd. 51, 34342 Istanbul

T: +90 212 2571255, luccastyle.com

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trends / ARTY

WEEKEND

DESIGN & SHOPPING

MUSEEN & GALERIEN

BEY KARAKOY

Hier findet der stilvolle Mann ausgesuchte Kleidungsstücke

von lokalen Designern aus Istanbul sowie Mode

mit skandinavischen und europäischen Einflüssen.

Mumhane Cd. 54/A, 34425 Istanbul

T: +90 212 2430601, beykarakoy.com

SALT GALATA

Das offene Kulturzentrum beherbergt Kunstausstellungen

auf höchstem Niveau, eine Bibliothek sowie

ein feines Restaurant.

Bankalar Cd. 11, 34420 Istanbul

T: +90 212 3342200, saltonline.org

MAE ZAE

Diesen liebevollen Designerladen sollte man auf jeden

Fall besuchen. Der Fokus liegt vorrangig auf Schmuck.

Auch Workshops werden hier angeboten.

Hoca Tahsin Sk. 18, 34425 Istanbul

T: +90 212 2887768, maezae.com

Bitte feilschen!

Ein Besuch des Großen

Basars ist ebenso Pflicht wie

das Verhandeln vor dem Kauf.

DIRIMART DOLAPDERE

Eine der renommiertesten und größten Kunstgalerien

in der Türkei. Namhafte nationale sowie internationale

Künstler haben hier bereits ausgestellt.

Abdi İpekçi Cd. 7/4, 34367 Istanbul

T: +90 212 2913434, dirimart.com

SHOPI GO

Liebhaber von Mode und Kunst können in diesem

zweigeschoßigen Shop extravagante Mode und

ausgefallene Gadgets für sich entdecken.

Ahmet Fetgari Sk. 62, 34367 Istanbul

T: +90 212 2969661, shopigo.com

WUNDER

Die Sneaker-Boutique ist die richtige Adresse für

all jene, die eben nicht einfach nur irgendwelche

Sneakers haben wollen.

Hünkar Sk. 4a, 34710 Istanbul

T: +90 216 3370877, wunder.com.tr

GROSSER BASAR

Der berühmte Große Basar ist ein eigenes Geschäftsviertel

in Istanbul und beherbergt rund 4000

Läden. Hier findet sich also genug zum Schauen und

natürlich Kaufen. Feilschen nicht vergessen!

Kalpakçılar Cd. 22, 34126 Istanbul

T: +90 212 5191248, kapalicarsi.com.tr/

WATERGARDEN ISTANBUL

Zentrum des Freizeitareals ist ein riesiger Show-

Springbrunnen, der besonders bei Nacht und in

buntes Licht getaucht ein Highlight darstellt. Das Becken

wird von Geschäften und Restaurants umrahmt.

Kızılbegonya Sk. 10/1, 34746 Istanbul

T: +90 216 5047525, watergarden.com.tr

ATELIER 55

Schon von Weitem durch das tiefblaue Vordach zu

erspähen: Neben ausgewählten Designer-Labels in

Sachen Mode finden sich hier auch andere Kunstwerke

wie Malereien, Skulpturen und Keramik.

Seraskerci Çk. 55, 34420 Istanbul

T: +90 212 2453255, atelier-55.com

MIDNIGHT EXPRESS

Geboten wird eine einzigartige Mischung aus hochkarätigem

Schmuck, Accessoires und Mode lokaler und

internationaler Designer.

Küçük Bebek Cd. 3, 34342 Istanbul

T: +90 212 2632111, midnight.com.tr

MÜZ

In dem einzigartigen Design-Store erhält man elegante

geometrische Glasvitrinen, in denen kleine

Sukkulenten wachsen. Ästhetischer kann man diese

robusten Pflanzen wohl nicht zur Schau stellen.

Hayriye Cd. 18/A, 34425 Istanbul

T: +90 212 2432262, muz.se

HIÇ CONTEMPORARY CRAFTS

Stilvolle, alternativ angehauchte Designerobjekte –

vom Wandteppich bis zur Kaffeetasse mit Originalitätsfaktor:

Dekor-Liebhaber werden bei dieser

Adresse garantiert um ein Souvenir reicher.

Lüleci Hendek Cd. 35, 34425 Istanbul

T: +90 212 2519973, hiccrafts.com

YASTIK BY RIFAT ÖZBEK

Yastik ist Türkisch für Kissen – und die bekommt man

hier im wahrsten Sinne des Wortes in Hülle und Fülle.

Die Designerpolster sind in allerlei Mustern und

Farben erhältlich.

Şakayık Sk. 13/1, 34365 Istanbul

T: +90 212 2408731, yastikbyrifatozbek.com

ÄGYPTENBASAR

Orientalischer Gewürzmarkt, der ein Meer an Düften

und Farben bietet. Unbedingt besuchen!

Erzak Ambarı Sk. 92, 34116 Istanbul

T: +90 212 513659, misircarsisi.org.tr

GALERIST TEPEBAŞI

In der Kunstgalerie hingen bereits Fotografien des

Designers Hüseyin Çağlayan und die hyperrealistischen

Gemälde von Taner Ceylan an den Wänden.

Meşrutiyet Cd. 67, 34430 Istanbul

T: +90 212 2521896, galerist.com.tr

ELGIZ MUSEUM

Die Sammlung von Dr. Can Elgiz wird hier der Öffentlichkeit

zugänglich gemacht. Moderne Kunst von bekannten

Namen wie Gilbert & George, Andy Warhol,

David Salle, Robert Rauschenberg und Julian Schnabel

gibt es hier zu bewundern.

Maslak Meydan Sk. 28, 34485 Istanbul

T: +90 212 2902525, proje4l.org

PI ARTWORKS

Seit der Gründung 1998 eine der führenden Galerien

in Istanbul und die ideale Adresse für türkische sowie

internationale zeitgenössische Kunst.

Mumhane Cd. 48–50/3, 34425 Istanbul

T: +90 212 2451323, piartworks.com

ARTE ISTANBUL

Hat als erste Skulpturengalerie 2008 eröffnet und

ist bis heute ein guter Anlaufpunkt für plastische

Kunst. Hier gezeigt werden Künstler wie Yunus

Tonkuş, Andreas Theurer und Hans Scheib.

Tercüman Çk. 16, 34433 Istanbul

T: +90 212 2928045, arteistanbul.com

Fotos: Shutterstock, beigestellt

HAMM

Ein Geheimtipp für Möbelenthusiasten: Viele der

Stücke werden von lokalen Designern entworfen.

Hasret Cd. 53, 34379 Istanbul

T: +90 533 1552593, hamm.com.tr

Urban Fashion

Geheimtipp für

Streetwear-Fans:

der Concept Store

Shopi go.

ARCHITEKTUR

CISTERNA BASILICA

Durch die vielen Säulen in der einzigartigen unterirdischen

Zisterne auch als »Versunkener Palast«

bekannt. Szenen bekannter Filme wie »James Bond:

Liebesgrüße aus Moskau« wurden hier gedreht.

Yerebatan Cd. 1/3, 34410 Istanbul

T: +90 212 5221259, yerebatan.com

KARIYE MÜZESI

Die ehemalige byzantinische Kirche ist heute ein

Museum und besticht durch ihre enorm aufwendig

gestalteten Mosaike und Fresken. Ein Kulturjuwel!

Kariye Cami Sk. 8, 34087 Istanbul

T: +90 212631 9241, kariye.muze.gov.tr

GALATATURM

Der zu Byzanz’ Zeiten gebaute Turm gehörte einst zur

Verteidigungsanlage des Lateinerviertels und ist auch

heute noch als Wahrzeichen von Galata zu verstehen.

Galata Kulesi Sk., 34421 Istanbul

T: +90 212 4653547, galatakulesi.org

Und Action!

Die Cisterna Basilica kennt

man aus etlichen Filmen.

50 falstaff LIVING 01 / 19


TRAVEL DIARY / trends

Paris, Mailand, London oder New York – die

Reiselust bringt nicht nur viele neue Storys,

sondern bestimmt auch das eine oder andere

außergewöhnliche Souvenir im Gepäck! LIVING zeigt

ganz persönliche Mitbringsel, gesammelt aus aller Welt.

Angelika Rosam

Chefredakteurin

Falstaff LIVING

2.

1.

4.

SOU

VEN

IRS

7.

3.

5.

6.

8.

Fotos: Raphaela Pröll, beigestellt

1. Einzelstücke Statt perfektem Schliff überzeugen diese Wassergläser von Carlo Moretti durch ihre charmanten Unebenheiten. Wer es nicht nach Murano schafft, kann sie ebenfalls im Store

La Rinascente in Mailand erstehen. rinascente.it 2. Streng limitiert Die sogenannten »Be@rbricks« in ihren unterschiedlichsten Variationen sind die perfekte Mischung aus Kunst- und Deko-Objekt.

Erhältlich ist diese Limited Edition unter anderem bei Selfridges in London. selfridges.com 3. Lichtstimmung Die originelle Vase von Fundamental.Berlin bricht das Licht in unterschiedlichste

Farben und hat es damit sogar in den Shop des Londoner Design Museums geschafft. designmuseum.org 4. Goldstück Wahre Fashionistas werden gut nachvollziehen können, warum die

»Flashtrek«-Sneaker von Gucci unbedingt mit mussten. Das It-Piece der Saison! gucci.com 5. Butterfly-Effect Wer stets auf der Suche nach originellen Karten ist, sollte beim nächsten

Besuch in New York im Shop des legendären MoMA vorbeischauen. Die Karten von Designer Maike Biederstädt sind das ideale Mitbringsel und sorgen auch garantiert nicht für Übergepäck.

moma.org 6. Glücksbringer Die entzückenden Figuren von Baccarat zaubern einem automatisch ein Lächeln auf die Lippen. Im Pariser Store auf der Rue du Faubourg werden aber auch garantiert

Hundefreunde fündig! baccarat.com 7. Teatime Nur knappe 10 Gehminuten von Baccarat entfernt befindet sich der Store der Kult-Teemarke Kusmi. Ganz neu im Sortiment: »Earl Grey

Intense«. kusmitea.com 8. Humorvoll Die Miniatur-Figuren der Künstler Gilbert & George sind nur eines der vielen Sammlerstücke, die es in der Tate Modern zu entdecken gibt. tate.org.uk

01 / 19

LIVING

falstaff

51


www.die3.eu

kein hin und her.

Euram Bank AG

Palais Esterházy

Wallnerstraße 4

1010 Wien

T: +43 1 512 38 80 0

F: +43 1 512 38 80 888

office@eurambank.com

www.eurambank.com

eindeutig


11. »Piz Surlej,

Piz Corvatsch« von

Gerhard Richter

Das Werk befindet sich

in Privatbesitz, wird

aber demnächst im

Bank Austria Kunstforum

Wien ausgestellt.

art five

INGRIED

BRUGGER

Exklusiv in LIVING:

Persönlichkeiten

und Kenner der

Kunstszene verraten

ihre Must-haves fürs

Zuhause. Diesmal

zeigt Ingried Brugger

ihre Design- und

Kunst-Favoriten.

2

4. Schuhe

»Speed Trainers«

En vogue: Das Hybridmodell

aus Socke und

Sneaker von Balenciaga

gilt als Must-have in der

Modeszene.

2. Couch »Ohlinda«

Entspannung pur verspricht

die großzügige Sofalandschaft

von Bretz. Bei Brugger steht

sie passenderweise im

Sommerhaus auf Mallorca.

5

3. Tischlampe »Mezza Oracolo«

Der Designklassiker stammt von der

italienischen Kultarchitektin Gae Aulenti

und wurde von Artemide realisiert.

Fotos: Christian Jobst, beigestellt

4

5. Nähmaschine »Pegasus

Overlock M800«

Das Modell von Pfaff ist

nur für Profis. Ingried Brugger

kreiert damit Mode in ihrem

eigenen Atelier.

INGRIED BRUGGER

Die Kunsthistorikerin steht seit 2000

als Direktorin an der Spitze des Bank

Austria Kunstforums. 2010 lancierte sie

zusätzlich eine Modekollektion. Brugger

ist mit dem Künstler Christian Ludwig

Attersee verheiratet und lebt in Wien.

01 / 19

LIVING

falstaff

53


LIVING

DESIGN

70

66

56

Fotos: Stephan Julliard, Lutz Sternstein/Koelnmesse, beigestellt

74

62

ÜBER DEN DÄCHERN VON PARIS

Filmreif: Das neueste Projekt von

Interior-Designer Fabrice Juan ist ein

perfekt inszenierter Wohntraum. (S. 56)

»HANDWERKER SIND MEINE HELDEN«

Exklusiv: »Designer des Jahres 2019«

Sebastian Herkner im Gespräch. (S. 62)

NOWHAUS

100 Jahre Bauhaus: Wie die Branche

sich von dem Jubiläum des Jahres

inspirieren lässt. (S. 66)

CHAMPION UND REBELL

Der Wiener Designer Robert Stadler

hat sich als Grenzgänger international

einen Namen gemacht. (S. 70)

TRENDMARKS

Grundlegend: alle Neuheiten in puncto

Innenarchitektur im Überblick. (S. 74)


design / HOMESTORY

ÜBER DEN

DÄCHERN

VON PARIS

Ein filmreifes Zusammenspiel

aus französischem Savoir-faire,

internationalem Geschmack

und inspirierender Kunst –

Designer Fabrice Juan

inszenierte ein Pariser Luxus-

Penthouse mit perfekt

durchdachter Raffinesse.

TEXT IAN PHILLIPS

FOTOS STEPHAN JULLIARD

Seinen Wurzeln ist er treu geblieben:

Als ausgebildeter Tischler fühlt sich

Fabrice Juan dem Handwerk nach

wie vor sehr verbunden – »damit

möchte ich auch das französische Savoirfaire

fördern«, erklärt der Pariser Interior-

Designer gleich zu Beginn. Zu seinen Kooperationspartnern

zählen zum Beispiel die

Ateliers Gohard, die bereits als Spezialisten

für dekorative Kunst an Kulturdenkmälern

wie der Freiheitsstatue mitgearbeitet haben.

Ein ebenso prestigeträchtiger Auftrag war

die Verkleidung der Zwiebeltürme des

russisch-orthodoxen geistlichen und kulturellen

Zentrums in Paris, das man von dieser

Maiso nette im 16. Arrondissement sehen

kann. Als Verweis darauf wählte Juan

genau dasselbe Mondgold als Farbe für die

horizontalen Streifen im Fernsehzimmer. >

56 falstaff LIVING 01 / 19


50er-Jahre-Feeling

Den Kamin hat Juan selbst entworfen, die Fliesen

stammen aus dem Atelier Prométhée.

»Er erinnert mich an Vallauris-Keramik und

andere Keramik-Objekte aus dieser Zeit«,

sagt der Designer über sein Werk.

01 / 19

LIVING

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57


design / HOMESTORY

Goldrichtig

Über dem Kamin findet sich ein

Kunstwerk von Evariste Richer

(»Les gabarits«), das wie für den

Raum gemacht zu sein scheint.

Aufstieg

Den schmiedeeisernen Handlauf und den

grellrosa Marmor der Treppe ersetzte

Juan durch reduzierte Eleganz.

Nach zehnjähriger Tätigkeit bei Jean-Louis

Deniot eröffnete Fabrice Juan 2011 sein

eigenes Designstudio. Die Gegend um die

Place du Trocadéro scheint fast wie ein

Magnet auf ihn zu wirken: Dies ist bereits

die vierte Wohnung, die er hier einrichtet.

Dabei hat ihm sein neuestes Projekt anfangs

gar nicht besonders gefallen. »Die Wohnung

war ziemlich banal«, erinnert er sich. »Die

Gestaltung war so wie überall sonst auch,

mit einem Parkettboden im Eingangsbereich

und gerafften Vorhängen. Die vielen Eichentüren

blockierten das Tageslicht und ließen

die Räume beengt wirken.« Was einigermaßen

überrascht – angesichts einer Wohnungsgröße

von 380 Quadratmetern, verteilt über

zwei Stockwerke … Oder, wie Juan selbst es

formuliert: »Fast wie ein Haus im Himmel.«

HOCH HINAUS

Ein Element hatte es ihm besonders angetan:

Die Treppe! »Die Treppe fasziniert. Man sieht

»In meiner Arbeit findet

sich immer eine klassische

französische Basis.«

FABRICE JUAN Interior-Designer

sie und fragt sich, wo sie wohl hinführt.«

Die Antwort: zu zwei Zimmern, beide mit

angeschlossenem Bad, und einem beidseitig

begehbaren Ankleidezimmer. Im unteren

Stockwerk befinden sich nicht nur die

Räume, in denen Gäste empfangen werden,

sondern auch drei weitere Zimmer, von

denen zwei versteckt ganz am Ende eines

langen Gangs liegen.

Juans Auftraggeber – ein philippinisches

Paar mit zwei kleinen Kindern – erwarb die

Wohnung als Zweitwohnsitz, deshalb war

es ihm wichtig, ihr echtes Pariser Flair zu verleihen.

»In meiner Arbeit findet sich immer

eine klassische französische Basis«, erklärt er,

Meister der gelungenen Mischung

Fabrice Juan präsentiert sein neuestes Projekt. Die

Arbeit des Pariser Interior-Designers zeichnet sich

durch Vielfalt und das berühmte »Je ne sais quoi!« aus.

58 falstaff LIVING 01 / 19


Stilmix

Die beiden Stühle im Vintage-Look

sind Sonderanfertigungen, der

Teppich stammt von Stepevi, die

Konsole von Vincenzo De Cotiis.

Farbtupfer

Die auffälligen Keramik-

Vasen »Liche« stammen von

Künstlerin Sandra Zeenni.

»aber ich interpretiere auch viel neu.« Hier

widmete er besonders den architektonischen

Details viel Aufmerksamkeit: »Das Dekor

sollte auch ohne jegliche Möbel in den Räumen

funktionieren.« Im Esszimmer platzierte er geometrische

Objekte, deren vertikale Elemente

sich bis zur Decke ziehen. In einem der oberen

Zimmer schuf er eine Art Trompe-l-œil-Verkleidung

aus blauen Stoffbändern, die Rechtecke

verschiedener Größen bilden. »Ich wollte diesen

Raum weiblicher machen. Die Bänder wirken

fast so, als wären sie auf die Wand gemalt.«

Im unteren Stockwerk liegen Wohn- und Fernsehzimmer

nebeneinander; beide werden von

eindrucksvollen Kaminen dominiert. Jener

im Fernsehraum ist aus Kunststein und hat

eine weichere Form, während sein Gegenstück

monolitischer und kantiger wirkt.

GALERIE-FLAIR

Bei der Suche nach den passenden Kunstwerken

und Designobjekten zog Juan die >

01 / 19

LIVING

falstaff

59


design / HOMESTORY

Erleuchtung

An Tageslicht mangelt es in der

Maisonette nicht, nächtens hilft

die Lampe »Geode« von Porta

Romana.

Kunstvoll

In perfekter Harmonie vereint,

finden sich hier eine Fotografie

von Melik Ohanian, eine Skulptur

von Lyse Oudoire und eine Vase

von Rozenn Bigot.

>

dynamische junge Pariser Beratungsfirma

Aster zu Rate. Die Wände zieren Bilder von

Künstlern wie Julian Opie und Adam McEwen

sowie die geradezu hypnotisierenden Meeresansichten

des Fotografen Hiroshi Sugimoto.

Um sie bestmöglich zu präsentieren, wurde

in den allgemein zugänglichen Bereichen auf

Türen verzichtet, was Blicke von einem Raum

in den anderen erlaubt. »Die Leute sollen durch

diese Wohnung flanieren können wie durch

eine tolle Galerie«, so Juans Absicht.

Die Möblierung wiederum ist ein schlauer

Mix aus Vintage-Klassikern, wie etwa zwei

Stühlen von Joseph-André Motte, und eindrucksvollen

modernen Kreationen, darunter

ein scherbenartiger Spiegel von Mathias Kiss.

Daneben gibt es auch zahlreiche individuell

gefertigte Kreationen, die Juan eigens für dieses

Projekt geschaffen hat. Ein sanft geschwungenes

Sofa im Wohnzimmer besticht mit seinen

Proportionen, während die spitz zulaufenden

Linien dem Esstisch eine grafische Qualität

verleihen.

Graue Eleganz

In der Küche dominiert stahlgrauer Marmor im

Kontrast zu gemütlichen Sesseln, die mit Samtstoffen

von Zimmer + Rohde bezogen sind.

60 falstaff LIVING 01 / 19


Einladend

Im Gästezimmer überzeugt

ebenfalls eine Mischung aus

modernem Design und Vintageobjekten

wie dem bequemen

Stuhl von Joseph-André Motte.

Perfekt Inszeniert

Die durchdacht platzierten

Accessoires sorgen im Master Bedroom

für Coziness. Eine entspannende

Wirkung schreibt Juan auch der

Fotografie von Hiroshi Sugimoto zu.

STIL-FUSION

Fragt man Juan nach seinen ästhetischen

Inspirationen, dann erwähnt er nicht nur große

Namen der Designgeschichte wie Jean-Michel

Frank, David Hicks und Gio Ponti, sondern

auch Filme des französischen Regisseurs Claude

Sautet und sogar die James-Bond-Klassiker. Die

Form der spezialangefertigten Slipper Chairs im

Fernsehzimmer ist an einen ähnlichen Entwurf

von Pierre Cardin aus den 1970ern angelehnt.

»Dieses Jahrzehnt hat einiges zu bieten, aber

man muss seine Wahl mit Bedacht treffen«, so

der Designer. Und das ist zweifellos auch eines

der Geheimnisse der großen französischen

Einrichtungskunst, die er so schätzt: zu wis sen,

wie man die Dinge perfekt dosiert!

<

Abgerundet

Das Gemälde über dem Bett stammt von Désirée

Engelen und fügt sich ebenso sanft in das

Gesamtkonzept ein wie die Lampen von Aerin

und der Seidenteppich aus dem Atelier Picot.

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LIVING

falstaff

61


design / INTERVIEW

Meister seines Fachs

Sebastian Herkner, Jahrgang

1981, absolvierte 2007 die

Hochschule für Gestaltung in

Offenbach und arbeitet seitdem

als Produktdesigner.

sebastianherkner.com

Fotos: Lutz Sternstein, beigestellt

62 falstaff LIVING 01 / 19


»HANDWERKER

SIND MEINE

HELDEN«

Er ist endgültig im europäischen Design-Olymp angekommen.

Sebastian Herkner, 37, der mit seinem innovativen gestalterischen

Elan begeistert, ist von der Pariser Lifestyle-Messe Maison et Objet

zum »Designer des Jahres 2019« gekürt worden. Das LIVING-Gespräch.

INTERVIEW UWE KILLING

Eine nonchalante Weltläufigkeit,

gepaart mit entwaffnender Bodenständigkeit:

Im Gespräch zeichnet

den gebürtigen Schwaben eine ähnlich

gewinnende Art wie in seinen Design-

Entwürfen aus. Sebastian Herkner erhielt

schon früh den deutschen Design-Preis als

»Bester Newcomer« (2011). Die renommierte

Auszeichnung der Maison et Objet honoriert

nun sein in wenigen Jahren gewachsenes, beachtliches

Portfolio, das geprägt ist von

Handwerks traditionen, die er in eine moderne,

über raschende Formsprache übersetzt.

LIVING: Herr Herkner, herzlichen Glückwunsch

zum Titel »Designer des Jahres«.

Was bedeutet Ihnen diese Auszeichnung?

SEBASTIAN HERKNER: Sehr viel. Die

Design-Philosophie, die ich nunmehr in

einem Zeitraum von 12 Jahren entwickelt

habe, wird international wahrgenommen.

Edle Tropfen

Genüsslich verspielt: die

Stehlampe »Stellar Grape«

für Pulpo, bei deren Design

Sebastian Herkner Weintrauben

im Sinn hatte.

pulpoproducts.com

Dabei befindet sich Ihr Studio noch immer

in Offenbach, das nicht unbedingt als Hotspot

gilt.

Ich kann hier entspannt arbeiten. Außerdem

verspüre ich auch eine Verbundenheit. Die

Stadt hat eine lange Tradition im Lederhandwerk,

die Hochschule besaß eigene Lederund

Keramik-Werkstätten. Das war für mich

ein wesentlicher Grund, hierherzukommen.

Leider wurden dann zu Beginn meines Studiums

beide Werkstätten geschlossen. >

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LIVING

falstaff

63


design / INTERVIEW

> »Ich bin Autoren-Designer, sehe

mich aber genauso als Dienstleister.

Im intensiven Dialog mit

meinen Auftraggebern geht es

darum, eine gemein same Vision

zu entwickeln.«

Sehen Sie sich als Bewahrer der Handwerkskunst?

Handwerker sind meine Helden. Ich finde es

wichtig, dass nicht noch mehr Manufakturbetriebe

verloren gehen. Deren Know-how

ist die Basis, Produkte mit einer langen

Lebenszeit zu fertigen. Es geht mir um die

Echtheit des Materials, seine haptische

Qualität, aber vor allem auch um soziale

und kulturelle Nachhaltigkeit.

Sie hatten Ihren Durchbruch vor zehn Jahren

mit dem Couch-Tisch »Bell Table«, bei dem

Sie die Materialien auf den Kopf stellten: der

Fuß aus Glas, die Platte aus Messing …

… und beide Materialien galten als völlig

out. Ich lasse den »Bell Table« in der bayerischen

Glasmanufaktur von Poschinger produzieren.

Als die vor 450 Jahren aufmachte,

war Leonardo da Vinci ein Teenager. Der Betrieb

geriet vor Jahren ins Straucheln. Jetzt

wird dort fleißig mein Tisch produziert, und

er trägt zum Erhalt dieses Betriebs bei. Allein

der Fuß benötigt eine halbe Stunde Arbeit.

Ich schaue mir generell die Produktionsprozesse

vor Ort an, ob bei Thonet in Frankenberg

oder Dedon auf den Philippinen, wo ein

SEBASTIAN HERKNER Designer des Jahres 2019

Felsenfest

Die Glas-Kollektion »Ecrin«

für Nude – Herkner ließ sich

dafür von den Bergpyramiden

in Ritten (Südtirol) inspirieren.

nudeglass.com

Ausgestreckt

Schöne Rundungen, geformt

wie Seifenstücke, mit Kieselsteinen

als Sitzkissen:

die »Soave Collection« für

La Cividina. lacividina.com

Handwerker mit beeindruckendem Geschick

vier Tage lang an einem Stuhl flicht.

Qualität hat dann ihren Preis.

Zu Recht. Und ist eine Wertschätzung für die

vollbrachte Arbeit, die sich auf Dauer auch

für den Kunden auszahlt. Zum Beispiel die

Wiener Firma Wittmann, für die ich designt

habe: Die polstern wie vor 120 Jahren mit

Metallfedern. Da bleibt der Sitzkomfort einfach

lange stabil und sackt nicht wie bei

diesen billigen Schaumklößen zusammen.

Woher kommt diese Neugierde?

Ich bin in einem 700-Seelen-Dorf in Baden-

Württemberg groß geworden – nicht etwa in

einem Design-Kunst-Haushalt. Mein Vater

war Elektriker, und zu Hause wurde immer

irgendetwas gebaut. Mit meinen Eltern bin

ich oft zum Zelten nach Frankreich gefahren.

In drei Wochen ungefähr zwanzig Mal den

Ort zu wechseln findet man als Jugendlicher

nicht immer so lustig. Doch da habe ich dann

Fotos: Andres Valbuena, Lutz Sternstein, Probis Rent, beigestellt

64 falstaff LIVING 01 / 19


Gut gebettet

Handgewebt in einem kleinen

Familienbetrieb: Kissen aus

Schurwolle für die Ames-

Kollektion »Nobsa«.

ames-shop.de

In Fahrt

Graziöser Hauch der Swinging-Cocktail-

Fifties, zugleich von zeitloser Eleganz:

der Servierwagen »Grace« für

Schönbuch. schoenbuch.de

Kirchen und Barockkunst, Museen und viele

Orte mit kleinen Handwerksstätten gesehen.

Da ist offenbar etwas hängen geblieben.

Ihre Objekte leben von einer stilistischen

Vielfalt und auch dem Mut zur Farbe.

Ich habe auch nichts dagegen, eine elegante

und sinnliche Note hineinzubringen. Das

scheuen viele Designer, die sich eher dem

strengen Bauhaus-Design verpflichtet fühlen

und vielleicht Angst haben, als »zu dekorativ«

zu gelten. In Sachen Farbgebung habe

ich sehr viel von der Experimentierfreude der

Modedesignerin Stella McCartney gelernt,

als ich bei ihr ein Praktikum absolvierte. Ich

bin Autoren-Designer, sehe mich aber genauso

als Dienstleister. Im intensiven Dialog mit

meinen Auftraggebern geht es darum, eine

gemeinsame Vision zu entwickeln.

Wie bunt ist Ihr Zuhause?

Einige ausgesuchte Objekte von mir ergänze

ich gerne mit Fundstücken, die ich von meinen

Reisen mitbringe, alles sehr eklektisch

und interkulturell. Und wenn ich Gäste

bewirte, gibt es Suppen aus Schüsseln aus

Simbabwe, den Hauptgang in kolumbianischen

schwarzen Terrakotta-Schalen, und

das Dessert wird auf Keramik-Lotusblättern

aus Bangkok serviert. Allein das bringt

das Tischgespräch gut in Gang.

<

Vor Ort

In Kolumbien nutzt

Herkner eine Weberei und

eine Keramik-Manufaktur

für seine Designs – auch,

um dortiges Kunsthandwerk

zu erhalten.

Schönheitsschlaf

Fließend sanfter Komfort –

zum Schlafen, Relaxen oder

Frühstücken: das Bett »Ono«

für Schramm Werkstätten.

schramm-werkstaetten.com

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LIVING

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65


design / BAUHAUS

Fotos: Shutterstock, Constantin Meyer/Thonet

Zurück zum Ursprung

Das ikonische Schulgebäude

von Walter Gropius erfreut

sich im Jubiläumsjahr

besonders großer Beliebtheit

bei Architekturtouristen.

66 falstaff LIVING 01 / 19


NOWHAUS

100 Jahre Bauhaus: Das ist nicht nur für die Architekturwelt

eine große Sache. Die Ära der Kuben-Kargheit und Sessel-

Revolution beeinflusst die Designbranche bis heute. Von

legendären Originalen und gelungenen Re-Editionen.

TEXT NICOLA ACHFAR-NEGAD

Asketisch oder minimalistisch? Das

eine mutet negativ, das andere zeitgeistig

an. Man kann die Schule des

Bauhaus so oder so sehen, aber kalt

lässt die »neue Sachlichkeit« von damals keinen.

Obwohl sie nur 14 Jahre bestand (von

1919 bis 1933), prägte sie die Zeiten und ist

heute aktueller denn je. Der Bauhaus-Gründer

Walter Gropius experimentierte mit Kollegen

und Schülern im Spannungsfeld zwischen

Handwerk, Kunst und Industrialisierung.

Sowohl Architektur- als auch Möbelentwürfe

stellten die Funktionalität in den

Vordergrund und waren doch Gesamtkunstwerke.

»Form follows function« – ein Leitspruch,

der zwar originär nicht aus der Ära

des Bauhauses stammt, aber damit assoziiert

wird. Die Gestalter in Weimar prägten ihre

Version: »Verzicht auf jegliches Ornament.«

Revolution statt Dekoration! Wobei das zumindest

in der Architektur nicht mit einem

Fehlen von Farbe gleichzusetzen ist. Rot,

Gelb und Blau (kein Grün!) kamen neben

Schwarz, Weiß und Grau großflächig zum

Zug. Aber auch hier ging es nicht um Behübschung.

Farbe schafft Struktur – so einfach ist

das. Beeinflusst wurde die Schule für Gestaltung

massiv vom niederländischen Maler Piet

Mondrian, dessen grafisches Color-Blocking

heute noch gerne zitiert wird – von Teppichen

(z. B. Läufer »Mondrian« von Samuele Mazza)

bis hin zu Sesseln (z. B. »Charles Chair«

von Marcel Wanders für Moooi). >

Streng limitiert!

Der ikonische »S 533 F« von

Mies van der Rohe bekommt

ein Update. Die Edition von

Studio Besau-Marguerre ist

allerdings auf schlanke 100

Stück limitiert. thonet.de

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LIVING

falstaff

67


design / BAUHAUS

Hommage an die Meister

Auch Walter Knoll verneigt sich vor den

Ikonen der Bauhaus-Ära. Das neue Sideboard

»The Farns« ist von Mies van der

Rohes ikonischem »Farnsworth House«

inspiriert. walterknoll.de

STAHLROHR UND PERLGLANZ

Aber zurück zur Bauhaus-Bande. Zu Walter

Gropius, Hannes Meyer und Ludwig Mies

van der Rohe (den drei Direktoren), Marcel

Breuer, Wilhelm Wagenfeld, Paul Klee, Wassily

Kandinsky, den Österreichern Herbert Bayer

und Margarete Schütte-Lihotzky. Letztere

war zwar nie am Bauhaus, aber vom »Neuen

Bauen«, der Erneuerung der Gesellschaft,

beeinflusst. Die erste Einbauküche der Welt

– die sogenannte »Frankfurter Küche« – geht

auf ihr Konto. Überhaupt leisteten die Frauen

am und rings um das Bauhaus Gewaltiges,

stiegen aber nur selten innerhalb der Schule

auf und landeten allzu oft in der Weberei.

Heute will man das – wenig überraschend –

nicht mehr so stehen lassen, und so zollt etwa

Möbelfabrikant Walter Knoll der Textilkünstlerin

Anni Albers Tribut – der Stoff »Anni«

ziert den »Votteler Chair« (ein Midcentury-

Stück). Von wegen Materialien: Neben

Chrom und Alu minium dominierte vor allem

das Stahlrohr das Bauhaus. Und wer Stahlrohr

sagt, muss auch Freischwinger hinterherschicken.

Der hinterbeinlose Stuhl wurde zur

Ikone, zum absoluten Designklassiker. Der

erste Entwurf wird Mart Stam zugerechnet,

sowohl Marcel Breuer als auch Mies van der

Rohe entwickelten das gute Stück weiter. Das

Unternehmen Thonet vertreibt die »Jahrhunderterfindung«

(O-Ton auf der Website) mit

den etwas komplizierten Urheberrechtsangaben

bis heute – anlässlich des 100-Jahre-Bauhaus-Jubiläums

in einer slicken Re-Edition.

Das Designduo Besau-Marguerre verpasste

dem »S 533 F« von Ludwig Mies van der

Rohe Armlehnen und pimpte ihn mit Perlglanzchrom

und anthrazitfarbenem Leder.

Re-Editionen: ein großes Thema in Sachen

Bauhaus. Auch Marcel Breuers Stuhl »D4«

und der »Beugel Stoehl« erfreuen sich zeitgemäßer

Interpreta tionen. Was dabei auffällt:

Die einst verpönten Ornamente, die Muster,

sie sind jetzt erlaubt. Bei den Re-Editionen,

aber mehr noch bei den Hommagen ohne

direkten Bezug. Das »Ardent Sofa« von Kelly

Wearstler etwa – eine Explosion der Farben

und Muster und dennoch eine klare Referenz.

Zeitlos modern

Das Sofa »Ardent« ist eine Schöpfung von Designerin

Kelly Wearstler. Neben dem schlichten Modell ist es auch

in expressiven Mustern zu haben. kellywearstler.com

Dazu kommen gerne Materialen der Jetztzeit,

wie etwa Messing (z. B. Gesa Hansens Sideboard

»Back to Bauhaus«).

Auch das Unternehmen Tecta, das 30 Bauhaus-Ikonen

führt, huldigt – genauso wie das

Gestalter-Kollektiv der Zwischenkriegszeit –

dem Experiment. Unter dem Titel »bauhaus

nowhaus« dürfen die Jungen im Thinktank

Hand anlegen und interpretieren. Da wird

Stahlrohr gespalten und Holz in Glanzlack

getaucht. Warum auch nicht? Denn Fakt ist:

Nostalgie ist einfach, aber nicht im Sinne des

World Wide Weimar.

Auf bauhaus100.de finden sich die

Ausstellungen zum Jubiläumsjahr.

<

Fotos: beigestellt

68 falstaff LIVING 01 / 19


HIER SCHMILZT DAS ICE!

DER SANFTE GRAUTON MACHT WARM UMS HERZ.

MADE IN AUSTRIA


design / INTERVIEW

CHAMPION

UND REBELL

Kunst? Alltagsgegenstand? Design? Es sind die sich eröffnenden Zwischenräume,

die Robert Stadler in seinen Arbeiten mit großer Leidenschaft erforscht.

So hat sich der gebürtige Wiener einen Namen als international renommierter

Designer – und Grenzgänger – gemacht. Der LIVING-Talk. INTERVIEW UWE KILLING

Ein Wiener in Paris: Im lebendigen

2. Arrondissement mit seinen vielfältigen

Boutiquen und einladenden Genusstempeln

betreibt Robert Stadler

seit nunmehr 15 Jahren sein Design-Studio.

An die Seine war der heute 53-Jährige für

sein Industriedesign-Studium an der Designschule

ENSCI gezogen und hatte dort 1992

mit zwei Franzosen zunächst das Kollektiv

Radi gegründet. Inzwischen verlässt Robert

Stadler seine Wahlheimat immer öfter, um

in aller Welt seine ausgefallenen Möbel-Kreationen

in Galerien zu zeigen und zunehmend

als Impulsgeber und Kurator zu arbeiten. So

hat er in New York im dortigen Museum der

japanischen Designer-Ikone Isami Noguchi

2017 ausgestellt und im Rahmen der letztjährigen

Mailänder Designwoche in der

Schau »Typecasting« 200 Exponate aus

der berühmten Sammlung des Vitra Design

Museums zusammengestellt und unter sozialen

und kulturhistorischen Aspekten neu

betrachtet.

Elegant

Ikone der Pariser Gastro-

Kultur: der Rattan-Bistrostuhl

von Maison Drucker, neu

interpretiert als »Corso Chair

2018« von Robert Stadler.

drucker.fr

Fotos: Fabrice Gousset, Patrick Gries

70 falstaff LIVING 01 / 19


Aufgehorcht

Hör-Möbel oder Kopf-

Skulptur? Mit Werken wie

seinem »Pentaphone«, einer

mobilen Ruhezone zum Telefonieren,

möchte Robert Stadler

positive Irritationen auslösen.

robertstadler.net

LIVING: Herr Stadler, Sie designen Möbel

oder Glasobjekte im klassischen Sinn und

arbeiten gleichzeitig bei Ihren Ausstellungsprojekten

sehr experimentell. Verstehen Sie

sich eher als Künstler?

ROBERT STADLER: Nein. Ich bin ein

Designer, der Objekte in diese Welt stellt.

Allerdings finde ich es spannend, dem Charakter

von Dingen auf den Grund zu gehen,

sie im Kontext von Kunst und Kultur auch

immer wieder zu hinterfragen.

Wie bei Ihrer großen Ausstellung in Dresden

vor zwei Jahren mit dem Titel »You May

Also Like: Robert Stadler«, die keine übliche

Werkschau war …

Nein, überhaupt nicht. Das fände ich genauso

langweilig, wie eine Obstschale oder

Lampe nach der anderen zu entwerfen, ohne

bestimmte Fragen an mich zu richten. In der

Kunsthalle im Lipsiusbau in Dresden hatte

ich die einmalige Gelegenheit, aus den mehr

als 1,5 Millionen Exponaten der Staatlichen

Kunstsammlungen – vom Porzellan bis zum

ethnologischen Fundstück – meine persönliche

Auswahl zu treffen, um diese dann mit

meinen Design-Objekten sowie zeitgenössischen

Kunstwerken und Gebrauchsgütern

korrespondieren zu lassen. Und das ganz

ohne Wertung oder Hierarchie. >

01 / 19

LIVING

falstaff

71


design / INTERVIEW

Übergreifend

Einladung zum Platz -

nehmen – und zum Diskurs

über Schönheit, Zeitenläufe

und Design: Stadlers Schau

»Typecastibng« fürs Vitra

Design Museum.

design-museum.de

>

Was beabsichtigen Sie mit solchen interdisziplinären

Konzepten, die auch andere Ausstellungsprojekte

von Ihnen kennzeichnen?

Unsere digitalisierte Welt ist von einer

zu nehmenden Austauschbarkeit geprägt.

Der an Amazon angelehnte Ausstellungstitel

»You May Also Like: Robert Stadler« spielt

ironisch auf diese Beliebigkeit an. Deshalb

finde ich es umso wichtiger, sich schöpferischer

Prozesse aus der Kulturgeschichte

zu vergewissern. Oder auch zu erforschen:

Was wurde der Natur vorgegeben und was

von der Hand des Designers geformt? Dies

ist ein Aspekt, den ich in meinen Objekten

immer wieder thematisiere, um somit die

Notwendigkeit der Autorenschaft zu hinterfragen.

Was bedeutet das für Ihre persönliche

Design-Philosophie?

»Ich finde es spannend,

dem Charakter von Dingen

auf den Grund zu gehen, sie

im Kontext von Kunst und

Kultur zu hinterfragen.«

ROBERT STADLER über seine Arbeit

Mundgerecht

Handgefertigte Glaskunst

zwischen Tradition und

Moderne: der Stadler-Touch

für die Kollektion »Scotch« der

Wiener Manufaktur Lobmeyr.

lobmeyr.at

Fotos: Julien Lanoo, K. Fritsch, Fabrice Gousset, Jaques Gavard

72 falstaff LIVING 01 / 19


Es gibt natürlich Unterschiede zwischen

den Auftragsarbeiten aus der Industrie und

meinen freien experimentellen Arbeiten.

Wenn ich einen Toaster designe – wie ich

das vor zwanzig Jahren im französischen

Designerkollektiv Radi auch gemacht habe –,

dann ist die Sache klar: Dieses Gerät soll

mir keine Fragen stellen, sondern mein Brot

toasten. Der Betrachter darf nicht eine

Sekunde an dessen Funktion zweifeln

oder durch ausgefallenes Design zu sehr

irritiert werden. Jedoch sind für mich die

freien Arbeiten, in denen ich genau diese

rigiden Regeln aus den Angeln hebe, als

Balance absolut wichtig.

Worin liegt für Sie die Herausforderung,

für klassische Design-Marken wie die

Stühle-Hersteller Thonet und Maison

Drucker zu arbeiten?

Ich liebe den guten Entwurf in der Tradition

der großen italienischen Designer. Während

meines Studiums konnte ich mich in Details

wie das Scharnier einer Box von Enzo Mari

verlieben. Dieses Verständnis habe ich einfach

im Blut. Sowohl beim klassischen Bugholzstuhl

von Thonet wie auch beim Bistrostuhl

von Maison Drucker sehe ich eine singuläre

Idee, deren substanzielle Kraft seit Jahrzehnten

Bestand hat. Diese Stühle sind Champions.

Die muss ich nicht auf den Kopf stellen. Da

geht es um ganz pragmatische Anpassungen.

Beim »Thonet 107« hatte ich das Rückenteil

so vereinfacht, dass es preiswerter als das klassische

Modell »214« produziert werden kann.

Surrealistisch

Sitzkissen aus der Serie

»Tephra Formations« –

modelliert wie Lava-Gestein

nach einem Vulkanausbruch.

carpentersworkshopgallery.com

Für den »Corso Chair« ist das Material

Rattan stilprägend: Ich habe es im oberen

Bereich bei behalten, an den Füßen aber durch

widerstandsfähigeres Aluminium ersetzt.

Für die österreichische Firma Lobmeyr

haben Sie jüngst eine Kollektion von

Whisky-Gläsern designt. Was ist hier Ihr

Ansatz?

An der Kristallglas-Herstellung dieses

Manufakturbetriebs hat sich grundsätzlich

wenig geändert. Ich habe mich daher für

die Gravur entschieden. Sie wirkt wie ein

hängen gebliebener Klebestreifen, der auch

als Dosierungsmarke konzipiert ist. Ein

funktioneller Dekor sozusagen. Insofern

ist der Name »Scotch« doppeldeutig zu

verstehen. Es ist ein Detail. Wenn es als

kleine, positive Irritation wahrgenommen

wird, umso schöner.

Verewigt

Objekte von Robert Stadler, geboren 1966,

sind in bedeutenden Design-Sammlungen

vertreten, u. a. im MAK in Wien oder im

Musée des Art Décoratifs in Paris.

Sie unterhalten Ihr Design-Studio seit Langem

in Paris. Wie französisch sind Sie inzwischen

geworden?

Ich lebe nun schon länger in Frankreich

als in Österreich, das stimmt. Ich mag die

Lebensart, empfinde aber auch durchaus

manchmal einen Zwiespalt. So fühle ich mich

zum Beispiel in der österreichischen Moderne

von Alfred Loos bis Arnold Schönberg mehr

zu Hause als in der französischen Art-décoratif-Kultur.

Es ist eine Form von Radikalität,

die ich auch bei zeitgenössischen Künstlern

wie Elfriede Jelinek oder Michael Haneke

sehr schätze. Das ist weniger eine Heimatsehnsucht

als eine geistige, inspirierende

Verbundenheit.

<

01 / 19

LIVING

falstaff

73


design / ARCHITEKTUR UND WOHNEN

FLEXIBLE SPACE

Menschen und ihre Biografien sind heutzutage spezifisch und

unterschiedlich. Bei aller Diversität und Individualität gibt es aber

eine gemeinsame Anforderung beim Wohnraum: Er muss für

seine Bewohner in jedem Lebensabschnitt nutzbar sein. Die

Antwort auf die Fragen, die daraus entstehen, heißt Flexibilität.

Denn mit flexiblen Grundrissen reagiert man auf neue Situationen

wie ökonomische und soziologische Herausforderungen. Man

braucht Flexibilität, wenn sich die Raumnutzung ändert, nicht

genügend Platz vorhanden ist oder ein Raum mehrere Funktionen

hat. Etwa wenn Bereiche wie Küche und Wohnzimmer verschmelzen,

wie die Firma Poggenpohl zeigt. poggenpohl.com

74 falstaff LIVING 01 / 19


TREND-

MARKS

Flexibilität, Raum für Natur oder doch alles Hightech? Welche

Trends prägen Wohnbau und Innenarchitektur der Gegenwart

und was sagt das über unsere Gesellschaft aus? LIVING hat

dazu zwei Experten befragt. TEXT MANFRED GRAM

Fotos: beigestellt

Architektur und Wohnen sind seit

jeher ein verlässlicher Spiegel der

Gesellschaft. Vor allem, wenn sich

die ökonomischen und sozialen

Strukturen derart rasant verändern, wie sie

es gegenwärtig tun. Zwischen Digitalisierung

und der engen Vernetzung von Menschen mit

Maschinen, Job-Sharing, Co-Working und

neuen Formen des Zusammenlebens werden

die Karten immer wieder neu gemischt.

Um sich auf diese Bedingungen, Wohnkontexte

und Ideen perfekt einstellen zu können,

braucht es vor allem Flexibilität. »Das Leben

im 21. Jahrhundert erfordert adaptive Räume,

die den sich verändernden Anforderungen der

Benutzer entsprechen. Flexibilität ist vor allem

erforderlich, wenn sich die Raumnutzung

schnell verändert, wenn nicht genügend Platz

vorhanden ist und ein Raum verschiedene

Funktionen erfüllen muss«, erklärt Armin

Ebner, Mitgründer des Wiener Architekturbüros

BEHF. Zu den jüngsten Projekten des

renommierten Büros zählt etwa der innenarchitektonische

Auftritt der neuen »Porto Bar«

im Wiener Hotel »Das Triest«. Ebner ist sich

sicher, dass insbesondere kleinere Wohnungen

heute effizient und flexibel sein müssen: »Die

klassischen Raumtypologien verschwimmen.

Essen im Bad, Arbeiten in der Küche,

>

Kein Einheitsbrei

Die Bereiche Küche und Wohnen werden

schon längere Zeit als flexible Einheit

betrachtet, wie man es etwa auch bei

Anbieter SieMatic sieht. siematic.com

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LIVING

falstaff

75


design / ARCHITEKTUR UND WOHNEN

Blühendes Konzept

»Oasi«, eine Küche von Stefano

Boeri Architetti für Aran, bringt

gleich mehrere Aspekte modernen

Wohnens zusammen. Denn mitten

aus dem Kommunikationszentrum

Kücheninsel wächst ein Baum. Und

darüber lässt sich immer sprechen.

arancucine.it

>

Schlafen im Wohnraum. Die Raumplanung

erfolgt daher vielmehr nach grundlegenden

menschlichen Bedürfnissen wie Zurückziehen,

Austauschen oder Konzentrieren.« Das sieht

auch der preisgekrönte Vorarlberger Architekt

Jürgen Haller so: »Wir versuchen bei unseren

Projekten Mehrfachnutzungen zu entwickeln.

Dabei spielt der Koch-Ess-Bereich meist eine

wesentliche Rolle. Aber auch intimere Räume

wie Bad, Ankleide und Schlafzimmer werden

kombiniert«, erzählt der 41-Jährige.

DER GRUNDRISS MACHT’S

Flexibilität beginnt übrigens beim Grundriss,

ist Haller überzeugt: »Alles Denkbare vorauszusehen

ist unmöglich. Wichtiger ist es,

Flexibilität in der Grundriss- und Erschließungssituation

zu berücksichtigen. Um eine

Mehrfachnutzung auch zu späteren Zeitpunkten

zu gewährleisten, muss man auf Raumeinteilung,

Proportion oder die Anordnung der

Türen und Fenster achten.«

»Es gibt eine Tendenz, Räume

zu verkleinern, traditionelle

Funktionen und Räume

aus zulagern und Wohnformen

zu verschränken.«

ARMIN EBNER BEHF Architects

Kein Wunder also, dass modernes Bauen

immer auch Barrierefreiheit inkludiert. Vor

allem bringt ein offener, flexibler Grundriss

nicht nur im Alter Bewegungsspielraum. Auch

junge Familien freuen sich über eine schwellenfreie

Gestaltung, große Türen, Rampen und

Aufzüge – alleine schon der klobigen Kinderwagen

wegen. Und wer das Pech hatte, sich

für einige Wochen auf Krücken fortbewegen

zu müssen, weiß, welche Herausforderung

Stiegen oder Duschen sein können. Man weiß

eben nicht, was die Zukunft so bringt.

CLEVER & SMART?

Außer vielleicht, dass sie beim Wohnen

smart sein könnte. Zumindest, wenn es nach

der Meinung der Unternehmen geht, die auf

der CES in Las Vegas, der weltweit größten

Fachmesse für Heimelektronik, neueste Produkte

für das smarte Eigenheim vorstellten.

Von der Alarmanlage über die Heizung

bis hin zum Schlafzimmerwecker und die

Fotos: Marco Menghi, Lukas Illgner, beigestellt

76 falstaff LIVING 01 / 19


Dem Himmel sehr nahe

Architekt Armin Ebner analysiert:

»Das Bad wird immer mehr zum

Wohn- und Aufenthaltsraum,

bleibt aber dabei ein diskreter

und privater Rückzugsort.« Wie

so etwas aussieht, präsentiert.

graff-faucets.com

SMART HOME

Prognosen gehen davon aus, dass bis

2030 über 500 Milliarden Geräte und

Dinge miteinander vernetzt sein werden.

Ob smarte Jalousien, ferngesteuerte

Leuchten oder blinkende LED-Panels

(wie etwa hier bei LaMetric), die als Design-

Accessoire und gleichzeitig als Infoquelle

dienen – wir werden vernetzter und technisierter

Wohnen. Insbesondere, wenn es

um Themen wie Gebäudesicherheit und

Energie effizienz geht, wird Smart Home

eine sehr wichtige Rolle spielen. Allerdings

stellen viele Experten auch starke Gegentendenzen

zur intelligenten, hochtechnisierten

Gebäudetechnik fest, die sich in

einer Sehnsucht nach Analogem und Natürlichem

widerspiegelt. lametric.com

Jalousie soll alles über Smartphones oder

PC gesteuert werden. Für Techkonzerne wie

Siemens, Bosch oder Lenovo ist 2019 in

dieser Hinsicht ein Schlüsseljahr – selbst

wenn die Statistik im Moment noch einiges

an Luft nach oben hergibt: Das Gallup

Institut ermittelte etwa kürzlich, dass lediglich

sieben Prozent ihre Haushaltsgeräte via Internet

steuern. Das klingt noch nicht ganz nach

der digitalen Revolution.

Auch Jürgen Haller dämpft den Hype um

Smart Homes ein wenig: »In Zukunft werden

diese hochtechnisierten Räume und Gebäude

wieder zum Normalen zurückkehren. Richtig

funktionieren jedenfalls nur die Gebäude, in

denen sich die Bauherren auch mit dieser

Technologie auseinandersetzten.« Und Armin

Ebner von BEHF findet ebenfalls deutliche

Worte: »Die digitalen ›Allheilsbringer‹ stecken

noch in den Kinderschuhen ihrer Entwicklung.

Das heutige ›smart‹ ist noch nicht smart

genug. Durch die omnipräsente Digitalisierung

unseres Lebens zeichnet sich jedoch >

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LIVING

falstaff

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design / ARCHITEKTUR & WOHNEN

HEALTHY LIVING

Wohngesundheit ist ein zentrales Thema, geht es

um das Bauen der Zukunft. Man versteht darunter

einerseits die Verwendung von hochwertigen

Materialien beim Bau. Andererseits wird bei

Healthy-Living-Ansätzen bereits bei der Planung

Raum für die Natur berücksichtigt. Im urbanen Bereich

etwa mit Fassadenbegrünung, Freiflächen und

Naturzonen. Zudem holt clevere Architektur Natur

(wie beim Projekt »Stepping Park House«) direkt in

den Wohnraum – etwa mit klug integrierten Innenhöfen

oder begrünten Räumen. votrongnghia.com

>

als Gegentrend durchaus auch eine entgegen

gesetzte Sehnsucht nach Analogem,

Realem und Natürlichem ab.«

MEIN FREUND, DER BAUM

Und diese Sehnsucht wird nicht nur spürbar,

sondern immer sichtbarer. »Naturbelassene,

haptische Oberflächen in warmen Farbtönen

gehören zu den größten innenarchitektonischen

Trends«, ist sich Jürgen Haller, der übrigens

sehr oft und gerne mit Holz baut und

plant, sicher. »Glücklicherweise können wir

viele Projekte an naturnahen Orten realisieren.

Und in beengten Situationen versuchen wir,

mit Blickbezügen oder entsprechenden Raumöffnungen

die Natur ins Haus zu holen.«

Natur ins Haus zu holen und die Bildung

einer grünen Infrastruktur, vor allem im

städtischen Raum, ist übrigens ein wichtiger

Punkt. »Um dem Stadtraum wieder Naturzonen

zurückzugeben, beginnen wir mit dem

Renaturieren von Freiflächen und der Entwicklung

grüner Gebäude mit nachhaltigen

Fassaden und urbanen Gärten. Diese Trends

haben sowohl psychophysiologische als auch

funktionale Aspekte und können zu zahlreichen

Verbesserungen für Umwelt und Wohlbefinden

der Menschen beitragen«, ergänzt

Armin Ebner.

Wenn man so will, bringt uns die Digitalisierung

in Beruf und Alltag am Ende wieder

der Natur näher. Zumindest im großen gesellschaftlichen

Spiegel der Architektur- und

Wohntrends.

78 falstaff LIVING 01 / 19

<

»Mit Innenhöfen können kleine

Grünzonen direkt ans Wohnzimmer

geholt werden.«

JÜRGEN HALLER Architekt

BARRIEREFREIHEIT

Vorausschauend: Schwellenarme bzw. schwellenfreie Gestaltung, bodengleiche Duschen,

große Türen, Rampen und natürlich auch Aufzüge werden mehr und mehr zum Standard im

Wohnungsbau. Grund dafür ist aber nicht nur die gesteigerte Lebenserwartung, denn auch

jungen Familien kommen der Bewegungsspielraum und die offenen Grundrisse (wie es etwa

TM Italia vormacht) sehr entgegen. Barrierefreies Bauen heißt daher: Planen für die Zukunft,

vor allem aber Bauen für alle Menschen. tmitalia.com

Fotos: Albrecht Imanuel Schnabel, Hiroyuki Oki/VTN Architects, beigestellt


GEBERIT ACANTO

DESIGNED TO

WORK FOR YOU

Lichtspiegelschränke mit

intelligent einteilbarem

Innenleben und nützlichen

Zusatzfunktionen.

Stauraum, der sich

Ihren Gewohnheiten

anpasst.

Waschtischunterschränke

mit ergonomisch optimierten

Auszügen und individuellen

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Spülrandlose Rimfree® WC-Keramiken

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Acanto ist unsere Antwort auf den Trend der Individualisierung. Ein Komplettbadprogramm, das individuelle

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Badtraum ohne Kompromisse verwirklichen. Mit vielen Gestaltungsvarianten und cleveren Details, die für

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und gestalterischen Möglichkeiten einer Komplettbad-Serie, die Ihnen Freiraum schenkt.

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design / VIP-DESIGNER

Doppelte Premiere

Die Collection »Bold by Louise« ist

nicht nur für Redknapp ein Debüt –

auch das Möbelhaus Harveys hatte

bislang keine Kooperationen mit

Celebritys im Programm und wagt

nun den Vorstoß in dieses Segment.

harveysfurniture.co.uk

DESIGN HITS

Nicht selten entdecken Stars ihr Talent für Interior-Design.

Für LIVING Anhaltspunkt genug, in jeder Ausgabe einen VIP-

Designer vor den Vorhang zu holen. Aktuell: die Sängerin

Louise Redknapp. TEXT CHRISTOPH STEINER

Vielleicht gereicht es in diesem Fall zu

ihrem Vorteil, dass man die Britin

Louise Redknapp in hiesigen Breitengraden

bislang noch kaum auf dem

Radar hatte. Ganz unvoreingenommen kann

man sich so der ersten Interior-Linie der nunmehrigen

Solo-Sängerin und de Ex-Mitglieds

der Girl Group »Eternal« widmen. Unter dem

Namen »Bold by Louise« hat sie sich mit

Harveys, einem der größten britischen Einrichtungshäuser,

zusammengetan und eine Linie

an Möbeln und Wohnaccessoires gestaltet.

»Ich wollte etwas Neues, ganz eigenes

kreieren«, sagt die 44-Jährige über den temporären

Branchenwechsel und meint weiter:

»Ich komme aus der Welt der Musik und liebe

Mode – all diese Dinge haben mich inspiriert.«

Letzteres erkennt man auch an ihren Designs,

denn von den Materialien bis hin zur Farbwahl

ist die Linie ausgesprochen zeitgemäß –

und das quer durch die Bank. Ein gutes Stichwort,

denn das Sofa »Icon« bildet das Herzstück

der Kollektion und ist in mehreren Varianten

und gleich 15 verschiedenen Farbtönen

erhältlich. Darunter finden sich etwa Samtbezüge

in den Trendfarben Kurkuma, Living

Coral und Emerald, die ganz deutlich zeigen,

dass das etablierte Einrichtungshaus eine

moderne Zielgruppe ansprechen möchte.

»Für mich ist die Kollektion sehr persönlich«,

erzählt Redknapp weiter und erklärt:

»Es sind nur Stücke, die ich selbst gern zu

Hause hätte.« Ein ausgesprochen gelungenes

Debüt als Interior-Designerin, auf das selbst

kritische Stimmen nur ein Loblied anstimmen

können.

Geschmacksfrage

Neben Trendfarben wie Emerald

und Kurkuma gibt es die Pieces

auch in schlichtem Off-White

oder Grautönen zu kaufen.

Fotos: Kazoo, beigestellt

80 falstaff LIVING 01 / 19


Arch. Tini Bauer

waltl & waltl

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NR 1325


essay

WOLFGANG PAUSER

KÜCHENDÄMMERUNG

Der Trend des Küchendesigns zielt auf den

Untergang der Küche ab. Er inszeniert die

digitale Transformation häuslicher Zubereitung.

Doch die Automatisierung könnte am

Ende auch für eine Überraschung sorgen:

die Wiederauferstehung des Küchenraums.

Die Vereinigung von

Wohnraum und Küche

zur Wohnküche hat die

Designer vor die Frage

gestellt, ob der Zentralraum jeder

Wohneinheit nun eher wie ein

Wohnraum mit Kochmöglichkeit

oder wie eine bewohnbare Küche

aussehen soll. Seit der Mitte des

20. Jahrhunderts wurden zahlreiche

Antworten darauf gefunden.

Erst wurden die Küchen vergrößert,

um auch einem Tisch Platz

zu bieten. Dann wurden die

Wohnräume vergrößert, um die

Küchen zu integrieren. Das Gemeinsame

aller Vereinigungsformen

war ihre innere Trennung in

Zonen. Diese wurden mal stärker,

mal schwächer markiert. Selbst

dort, wo das Design sich beherzt

ums Verschmelzen bemühte, verblieb

unausrottbar ein kleiner ästhetischer

Bruch. Zu verschieden

waren die realen Nutzungen,

Techniken, Gebrauchsdinge und

Ansprüche des Kochens und Wohnens,

als dass man sie durch Überformung

gänzlich zum Verschwinden

hätte bringen können.

Der jüngste Küchentrend hat

sich den »fließenden Übergang«

zum Programm gemacht und

müht sich, der Küchenzone alles

Küchenhafte auszutreiben. Funktionen

werden integriert und unsichtbar

gemacht. Die schon länger

anhaltende Tendenz zum Verschwinden

aller Griffe und Beschläge

wird von den neuesten

Elektrogeräten auf die Spitze getrieben.

Alles ist flächenbündig

vertäfelt, Hausgäste müssen raten,

hinter welchem Paneel sich der

Kühlschrank verbergen könnte.

Auch die Kücheninsel, bisher als

Zentrum des Hantierens und Bereitens

vorgesehen und kenntlich,

gibt sich nun schamhaft, als wären

die Themen Arbeit und Funktionieren

im Wohnraum peinlich.

Der Herd ist unsichtbar, die Lokalisation

der Induktionsfelder nur

im Aktivzustand durch Lichtzeichen

markiert. Die Arbeitsplatte

wird Projektionsfeld digitaler

Information. Horizontale wie

vertikale verschiebbare Flächen

ermöglichen den Zugriff auf

Werkzeuge und mahnen zu

ihrer Verbergung.

Verschwunden ist die über der

Insel hängende Dunstabzugshaube.

Diese hatte in der Zeit der Etablierung

des Inselprinzips möglichst

groß zu sein, nicht nur, um

ihre Neuheit und Kostspieligkeit

zu demonstrieren, sondern auch,

um Überzeugungsarbeit zu leisten,

dass im Wohnraum zu kochen

nun kulturell akzeptabel geworden

war, weil keine Gerüche mehr

stören würden. Heute bezieht

man Prestige aus der Unsichtbarkeit

des Dunstabzugs. Die Abluft

wird nach unten ins Innere des Inselblocks

abgesaugt. Anstelle einer

Demonstration von Abwesenheit

schlechten Geruchs ist nun eine

Technologie zur Verbergung des

Themas getreten. Nur noch das

Spülbecken unterbricht die homogene

Oberfläche der Insel, und

seine Armatur ragt aus ihr empor

– bei manchen Designern hat

auch dieses letzte Anzeichen des

Küchenhaften unter einer Abdeckung

zu verschwinden, und die

Armatur tritt erst hervor, wenn

man sie braucht. Elektrifizierung

und Automatisierung der Küchenmöbel

machen es möglich, die

Oberflächen in gleichem Maße zu

vereinfachen, wie sie das Innen­

»Wenn alle Funktionen

verborgen werden

müssen, hat das

Designprinzip ›Form

follows function‹

seine Anwendbarkeit

verloren.«

Fotos: beigestellt

82 falstaff LIVING 01 / 19


leben mit Komplexität anreichern.

Wenn alle Funktionen verborgen

werden müssen, hat das Designprinzip

»Form follows function«

seine Anwendbarkeit verloren.

Das führt dazu, dass man sich

Form- und Materialzitate aus

der Welt der Möbel borgt. Das

beabsichtigte Aufgehen der Küche

im Wohnraum wird damit fühlbar

und sichtbar. Zugleich wird

die Leere, die als Folge der

Emanzipation von den Zwecken

eintritt, mit dem Zitat des ultimativ

funktionslosen Möbelstücks

aufgefüllt – des Altars. Ein frei

stehender, homogener, skulptural

wirkender Block war bisher nur

in Kirchen zu sehen.

Die spirituelle und ästhetische

Aura des zentralen Blocks hat nun

auch auf die Küchenwand übergegriffen.

Da Wohnräume meist

längere Seiten aufweisen als die

einstigen Küchenräume, muss die

Zeile nicht mehr eine gesamte

Wand füllen. Zweiseitig begrenzt,

nimmt sie den Blockcharakter

und die Länge der Insel an. Damit

verändert sie ihr Wesen vom

Wandverbau zum autonomen

Möbelstück und stellt sich wie ein

großer Schrank dar, oft mit einer

Nische im Zentrum, die wie ein

Kunstwerk von einem massiven

Rahmen eingefasst ist. Anders als

die traditionelle Einbauküche, die

sich dem kleinen schmalen Raum

adaptierte, um jeden Zentimeter

zu nutzen, zeigt der frei stehende

Wandblock, wie weit er von der

Kleinlichkeit der 1960er-Jahre

entfernt ist. In der Mitte dieses

Jahrzehnts brachte das Zweite

Vatikanische Konzil den Wechsel

vom Hochaltar zum frei stehenden

Volksaltar, der eine Sichtverbindung

zwischen Priester und

Messbesuchern ermöglichte. Das

aktuelle Küchendesign verbindet

mit seinen zwei Blöcken die beiden

Formen des Altars. Die Arbeitszone

tritt damit als Zen trum

der Zelebration eines Rituals der

Nahrungsverwandlung auf.

Die Küchenform folgt nun in

ihrer Außenerscheinung der Funktionsentbundenheit.

Diese geht

einher mit dem Verschwinden der

Nachvollziehbarkeit von Funktionen,

wie wir sie von elektronischen

Geräten gewohnt sind, die

auch als »Black Box« bezeichnet

werden. Der glatte, aktuell gerne

in modisches Schwarz gehüllte

Multifunktionsblock entspricht

der Ästhetik des Smartphones.

Dieses intelligente Universalwerkzeug

setzt den ästhetischen Standard

einer Technologie, die gerade

dabei ist, auch die Küche zu erobern.

Der Küchenblock wird in

einem ersten Schritt zur ästhetischen

Black Box und nimmt damit

den nächsten technologischen

Schritt zur Smart Kitchen vorweg.

Die Küche der nächsten Generation

braucht keine Griffe und

Knöpfe mehr. Ihre Steuerung erfolgt

anfangs mittels Smartphone-

App, bald schon mit Gesten und

im gesprochenen Dialog mit Siri

oder Alexa, die schon dabei sind,

nicht nur das Wissen der einstigen

Küchenmagd, sondern auch des

Sternekochs zu erlernen. Persönliche

Assistenten, mit künstlicher

Intelligenz ausgestattet, suchen

nach Rezepten, die vorhandene

Rohstoffe und Reste, verfügbare

»Die Küchenform

folgt nun in ihrer

Außenerscheinung

der Funktions -

entbundenheit.«

DR. WOLFGANG PAUSER war in den

1990er-Jahren Kolumnist für DIE ZEIT.

Seitdem analysiert er Produkte aus kultur -

wissenschaftlicher Perspektive im Auftrag

von Unternehmen und Agenturen.

Kochzeit, Jahreszeit und Wetter,

Gesundheitsziel und gemessenen

Körperzustand und nicht zuletzt

die aus Big Data und Tagesverlauf

extrapolierte Gemütslaune integrieren.

Auch die Küche mit Roboterarmen

gibt es bereits, sie ist

bloß noch etwas teuer und vielleicht

nicht ganz ausgereift.

Die ersten Küchen gab es in Palästen

mit Dienerschaft. Die Trennung

vom Wohnraum sollte der

aristokratischen Herrschaft Gerüche,

Geräusche und den Anblick

der Kleintierschlachtungen ersparen.

In bürgerlichen Haushalten

setzte sich diese Tradition bis ins

20. Jahrhundert fort, wobei die

Hausfrau in die Rolle der Dienstmagd

einrückte. Erst die Emanzipation

übersiedelte das Kochen

in den Wohnraum. Heute meint

das Wort Küche nur noch selten

einen Raum, sondern meist einen

Wohnbereich. Zugleich wandern

neue Funktionen und Geräte ein

in die Kochumgebung. Recyclingapparate

kompostieren Küchenabfälle

zu frischer Erde, die in

elektrisch betriebenen Gemüsezuchtboxen

den Haushalt autark

machen soll. Das Prinzip des Einbaus

gilt nicht mehr für die Küche

im Raum, sondern für immer

mehr Funktionen und Maschinen

im Block.

Der aktuelle Entwicklungspfad

der Küchentechnologie behält die

etablierte Ordnung der Geräte

bei, vernetzt, koordiniert und verbirgt

diese jedoch in einem Blockdesign,

als handelte es sich um

eine einzige Maschine, die alles

kann. Dies entspricht dem Konzept

des Smart Home und des Internets

der Dinge. Doch wie sähe

das Kochen aus, sobald intelligente

Roboter humanoid funktionieren?

Würden sie noch Geräte

brauchen? Warum sollte man für

sie Automaten kaufen? Plausibler

erscheint ein Szenario, in dem die

vormoderne Ordnung der Dienerschaft

wiederkehrt – eine Herrschaft

über eine Schar niemals

müder Knechte. Diese bräuchten

dann einen gesonderten Arbeitsraum,

eine Hinterbühne des Wohnens.

Kaum geht die Küche unter,

erscheint am Horizont die Vision

ihrer Wiederkehr.

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LIVING

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ATEMPAUSE

Zu Hause ist nicht nur da, wo der Schlüssel passt.

Zu Hause ist sehr viel mehr und in seiner Bedeutung so vielfältig, wie jeder

Mensch einzigartig ist. Die eigenen 4 Wände sind unser persönlicher Freiraum,

unsere kleine Welt.

Hier geben wir den Ton an und können tun und lassen, was wir wollen. In welchem

Ausmaß hängt natürlich davon ab, wer noch zu Hause ist...

Türe zu und tief durchatmen

Der Alltagsstress darf draussen bleiben. Nichts macht nach einem anstrengenden

Tag den Kopf so frei, wie in Ruhe ein Bad zu genießen. Es lockert und lässt

Anspannungen ganz rasch verfliegen. Manchmal bringt auch eine Tasse Tee - im

Lieblingssessel genossen - die erhoffte Erfrischung.

Private Fluchtburg

Die brauchen wir alle und immer wieder. Einen Rückzugsort, wo niemand etwas

von uns will, keiner uns anspricht und wir vielleicht einfach nur ins „Narrenkastl“

schauen. Hauptsache, es tut uns gut und wir fühlen uns wohl.

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weisen aber gerne auf mögliche Risiken hin und beraten Sie bestmöglich, damit

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LIVING

KULINARIK

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Fotos: PhotoCuisine/Kerouédan, Chris Singer, beigestellt

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Trendige Tableware und Tischdekor

in den Farben der Saison. (S. 86)

CHEF’S TABLE

LIVING-Chefredakteurin Angelika Rosam

verrät ihre Lieblingsrezepte. (S. 92)

AUGENSCHMAUS

Formsache: Geschirr in Obst- und

Gemüse-Optik beweist Humor. (S. 96)

COOL BLEIBEN

Neben ihren inneren Werten können

diese edlen Weinkühlschränke auch

optisch überzeugen. (S. 98)

KÜCHENKLASSIKER

Yes, we can: Historisches über die

Entwicklung des Dosenöffners. (S. 102)

SCHÖNESSEN

Sehr empfehlenswert: Diese Lokale

interpretieren Klassiker neu. (S. 104)


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aus Steingut von Albin Denk. albindenk.at Kleinformatige Tortenetagere samt Tortenheber

von feinedinge*. feinedinge.at Zartgrüne Wassergläser von Albin Denk. albindenk.at

Mundgeblasene Schale und Schüssel von Schott Zwiesel. cuisinarum.at Extravagante

Zuckerdose von feinedinge*. feinedinge.at Hellgrüne Vase von J. & L. Lobmeyr. lobmeyr.at

Lackiertes Tablett von Ma Maison. ma-maison.at Exotisch verziertes Geschirr von Haviland.

stamm.at Mehrfarbiger Wasserkrug aus Kristall von Albin Denk. albindenk.at

Blütenschmuck aus Ranunkeln, Flieder und Frauenmantel von Fiori. fioricompany.at

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kulinarik / TABLEWARE

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DEEP BLUE

OCEAN

Floral gemusterte Kaffeetasse von Augarten. augarten.com.

Zierliche Schälchen für Marmelade inklusive passendem

Tablett von Cuisinarum. cuisinarum.at Mattierte Butterdose

von feinedinge*. feinedinge.at Türkises Besteck von Steinwender.

viktorsteinwender.at Teller mit Patchwork-Muster von Ralph

Lauren. ma-maison.at Tiefblaue Gläser von Steinwender.

viktorsteinwender.at Maritim verzierter Teller mit Oktopus-Motiv

von Hering Berlin. stamm.at Zart verzierter Platzteller von JL

Coquet. lobmeyr.at Dunkelblaue Schüssel von Rina Menardi.

cuisinarum.at Muschelförmige Vase von Venini. lobmeyr.at

Stilvolle Tischdecke von Steinwender. viktorsteinwender.at

Blütendekoration aus Flieder und Ranunkeln von Fiori.

fioricompany.at

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91


kulinarik / GOURMET-SALATE

Von wegen schnödes Grün – die Salate der

Saison können als farbenfrohe Design-Kunstwerke

aufgetischt werden! Das LIVING-

Team hat selbst geschnitten und geraspelt

und eine vitaminreiche Variation an Salatkompositionen

für verwöhnte Gourmets kreiert.

REDAKTION ANGELIKA ROSAM

BUNTER GEMÜSESALAT

ZUTATEN

½ –1 Salatgurke

2–3 Karotten

200 g kleine Tomaten, rot und gelb

½ Bund Radieschen

1 kleine Dose Mais

2 EL getrocknete Cranberrys

2 EL Mandelkerne

1 Bio-Zitrone

1–2 EL Rosinen

2–3 EL Kürbiskerne

Salz

Pfeffer

½ TL Honig

2–3 EL Olivenöl

1–2 TL gehackte Petersilie

oder gehacktes Basilikum

Rezept für 4 Personen

ZUBEREITUNG

– Die Gurke schälen und in dünne Scheiben hobeln. Die

Karotten schälen und grob raspeln. Die Tomaten waschen

und in Scheiben schneiden. Die Radieschen waschen, putzen

und in Scheiben hobeln. Den Mais abgießen und abtropfen

lassen. Die Cranberrys grob hacken oder ganz lassen. Die

Mandeln in einer beschichteten Pfanne anrösten, bis sie

duften, dann abkühlen lassen. Die Zitrone heiß waschen,

trocken reiben, halbieren, 4 dünne Scheiben aus der Mitte

schneiden und den Rest auspressen.

– Je 1 Zitronenscheibe mit Gurken auf Teller auslegen.

Karotten, Tomaten, Mais und Radieschen darauf verteilen.

Mit Mandeln, Rosinen und Kürbiskernen bestreuen.

– Den Zitronensaft mit Salz, Pfeffer und Honig verrühren,

abschmecken und das Öl unterquirlen. Den Salat mit dem

Dressing beträufeln und mit Petersilie bestreut servieren.

Dazu passt rustikales Baguette.

ANGELIKA ROSAM

und das LIVING-Team

legten persönlich Hand an.

Fotos: Shutterstock, PhotoCuisine/Kerouédan; Illustration: Blagovesta Bakardjieva

92 falstaff LIVING 01 / 19


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kulinarik / GOURMET-SALATE

KAROTTENSALAT MIT ZITRONE,

MANGO UND RADIESCHEN

Rezept für 4 Personen

ZUTATEN

2 gelbe Bete

125 ml Mango-Orangen-Saft

1 TL Kurkuma

Salz

2–3 EL Weißweinessig

½ TL Honig

1 orange Paprika

2 Karotten

½ Handvoll Rucola

1 Bio-Zitrone

4–5 Radieschen

Zitronensaft

2 EL Olivenöl

Essblüten zum Garnieren

ZUBEREITUNG

– Die Bete putzen, waschen, halbieren und in hauchdünne Scheiben

schneiden. Den Mangosaft mit Kurkuma, Salz, Essig und Honig

aufkochen, die Rüben einlegen und in ca. 4 Minuten bissfest garen.

Herausnehmen, abtropfen lassen, den Sud aufheben und die

Betescheiben auf Teller auslegen.

– Die Paprika waschen, putzen, in Spalten schneiden und diese quer

in Streifen schneiden.

– Die Karotten schälen, eine in Scheiben schneiden, die andere in

lange, feine Streifen hobeln.

– Den Rucola verlesen, waschen und trocken schütteln.

– Die Zitrone heiß waschen, trocken reiben und in dünne Scheiben

schneiden.

– Die Radieschen putzen, waschen und in dünne Scheiben hobeln.

Alles dekorativ auf den Betescheiben anrichten.

– Den Mangosud mit Zitronensaft abschmecken, das Öl unterquirlen

und das Dressing auf den Salat träufeln. Mit Essblüten garnieren.

Fotos: Shutterstock, PhotoCuisine/Kerouédan

94 falstaff LIVING 01 / 19


SALAT MIT ROTE-BETE-BLÄTTERN

UND KIRSCHTOMATEN

Rezept für 4 Personen

ZUTATEN

2 Handvoll Rote-Bete-Blätter

3–4 Rote Bete, gegart und geschält

1 rote Paprika

200 g Kirschtomaten

3–4 EL Kerne-Mix für Salate

(z. B. Sonnenblumen- und

Kürbiskerne, Sojabohnen)

1 EL Walnusskerne

3 EL Zitronensaft

1–2 EL Weißweinessig

½ TL Senf

Salz

Zucker

Pfeffer, aus der Mühle

5–6 getrocknete Tomaten, in Öl eingelegt

Essblüten

ZUBEREITUNG

– Die Rote-Bete-Blätter verlesen, waschen und

trocken schleudern. Die Rote Bete in dünne Scheiben

schneiden, mit den Blättern mischen und auf

Teller auslegen. Die Paprika waschen, putzen

und in schmale Streifen schneiden. Die Tomaten

waschen. Paprika und Tomaten auf dem Salat

verteilen. Die Kerne und Nüsse grob hacken und

darüber streuen.

– Zitronensaft mit Essig, Senf, Salz, Zucker und

Pfeffer verrühren. Die getrockneten Tomaten fein

hacken und untermischen. Das Dressing auf den

Salat träufeln und die Blumen anlegen.

<

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kulinarik / MOTIVGESCHIRR

Reife Leistung

Von A wie Ananas bis Z wie

Zitrone: Die Marke Bordallo

Pinheiro hat gleich eine ganze

Palette unterschiedlichster

Obst- und Gemüse-Keramiken

im Sortiment.

bordallopinheiro.com

Bodenständig

Die Schale in Rübenform

überzeugt durch

ihr einfach charmantes

Design. klevering.com

Sammlerstück

Die Designs von Traditionsmanufaktur

Royal Limoges genießen

Kultstatus und sind besonders

begehrt. royal-limoges.fr

Shake it up!

Die Salz- und Pfefferstreuer sorgen für

Abwechslung und sind ideal für die Grillsaison

geeignet. homedepot.com

Teatime

Nicht nur für Fencheltee

geeignet: die Kanne aus der

»Gourmet Home Collection«.

walmart.com

Easy peasy

Diese Keramik-Deko

von Borlotti könnte

leicht als echtes

Gemüse durchgehen.

uncommongoods.com

Spargelzeit

Die ist dank der Vase von Vietri

neuerdings ganzjährig!

vietri.com

Fotos: beigestellt

96 falstaff LIVING 01 / 19


Cherry on top

Originell: Die kleine

Messingdose von

Ghidini 1961 ist

ein Eyecatcher.

artemest.com

Handverlesen

Zeitgenössische Interpretationen

historischer Originalformen gibt es

von Meissen. Die Stücke werden dabei

von Hand bemalt. meissen.com

Roll on

Passend zu seiner

Bestimmung ist der

Pizzaschneider mit

einem mediterranen

Olivenzweig verziert.

michaelaram.com

AUGEN-

SCHMAUS

Vitamine am Tisch! Geschirr in Obstund

Gemüse-Optik hat Hochsaison. Von

natura listischen Nachbildungen bis zu

modernen Interpretationen – die Vielfalt

kennt keine Grenzen.

Blattgold

Nichts für Feige: Die

vergoldete Schale

in Blattform zieht

garantiert alle

Blicke auf sich.

villari.it

Go nuts!

Harte Schale: Die goldene Nussschale

gibt ihre Bestimmung schon

auf den ersten Blick zu erkennen.

cb2.com

Formsache

Abstrahiertes Wurzelgemüse

serviert Designerin Kathryn

Scott. ksdsporcelain.com

Edles Obst

Sorgen bei der

nächsten Party

garantiert für

Gesprächsstoff: die

Tischkartenhalter

von Buccellati.

buccellati.com

Zuckermelone

Das melonenförmige Design

der Zuckerdose stammt von

Josef Hoffmann und ist ein

echter Klassiker.

augarten.com

Hochsaison

Vor allem Ananas-Motive scheinen besonders

beliebt – das gilt auch für die Buttermesser von

Julia Knight. juliaknightcollection.com

Fruchtcocktail

Die Punschschale

stammt von Tableware-

Spezialist Godinger.

godinger.com

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LIVING

falstaff

97


kulinarik / WEINKÜHLSCHRÄNKE

4.

COOL BLEIBEN

Prestigeobjekt für Connaisseure: Erst die fachgerechte Lagerung

vollendet den Trinkgenuss. LIVING zeigt acht Weinkühlschränke,

die nicht erst durch ihre inneren Werte überzeugen.

2.

5.

1.

3.

8.

6.

7.

1. Ganz schön smart Der erste Weinkühlschrank von LG spielt alle Stückerl: Spracherkennung,

Smart Sensor & Co. sind bei der Serie »Signature« inklusive. lg.com 2. Miniformat Das Modell

»SWE61501DG« von AEG passt selbst in die kleinste Wohnung. aeg.at 3. Höchste Qualität Die ist

bei Gaggenau garantiert, die Serie »200« überzeugt etwa durch das gedämpfte Türeinzugsystem.

gaggenau.com 4. Einer für alle Der »KWT 6834 SGS« verfügt über verschiedene Temperaturzonen.

miele.at 5. Einstiegsmodell Als preisgünstiger Einstieg ist Modell »S46G« eine gute Wahl.

dometic.com 6. Schieflage Optisch ein Genuss: das Design der Marke Reflex. reflexangelo.com

7. Prunkstück Das volle Programm bietet der luxuriöse Barschrank von RIVA 1920. riva1920.com

8. Clean Look Das Modell von John Lewis beschränkt sich auf das Wesentliche. johnlewis.com

Fotos: beigestellt

98 falstaff LIVING 01 / 19


Ein Meisterstück innovativer Frische-Technologie.

6 Temperaturzonen für die perfekte Lagerung Ihrer Lebensmittel. Und extralangen Genuss.

Qualität, Design und Innovation

biofresh.liebherr.com


kulinarik / LOCATIONS

»Großartiges

und lustiges chinesisches

Restaurant. Der

Architekt Michaelis Boyd

hat die Kirche in ein kantonesisches

Restaurant umgestaltet.

Ursprünglich wurde es in

Hongkong gegründet. Es

hat einen Michelin-

Stern.«

»Eine Mischung aus einem Restaurant, einer Bibliothek und einem

Gewürz-Glashaus! Großartiges Design und Architektur mit industriellen

Materialien und europäischen High-End-Möbeln. Großartiges

experimentelles Kochen und Kunstwerke von David Shrighley.«

Duddell’s, London, duddells.co/london/

Hyundai Card Cooking Library, Seoul, library.hyundaicard.com

AUSWÄRTS ESSEN …

Wo trifft neuestes Design auf gemütliches Ambiente,

Kunst auf kulinarisches Konzept? Künstler Erwin Wurm

verrät seine Lieblingslokale und was sie auszeichnet.

Gutes Essen und schlechte Gestaltung

gehen nicht zusammen. Beides muss

stimmen«, meint Erwin Wurm. Das sei

natürlich auch andersherum der Fall,

erzählt der österreichische Ausnahmekünstler,

der nicht nur international bekannt ist, sondern

ebendort auch einige der besten Restaurants

weiterempfehlen kann. »Ein gutes Ambiente

entsteht dann, wenn künstlerische, zeitgemäß

adäquate Entwürfe mit der jeweiligen Architektur

stimmig korrespondieren«, so Wurm. Was

ihm sonst noch bei der Lokalwahl wichtig ist?

»Frische, biologische und zeitgemäße Lebensmittel

sowie der sorgfältige Umgang damit –

keine altmodische, fetttriefende Küche!«

»Sehr

coole zurückhaltende

moderne

Atmos phäre in großartiger

30er-Jahre-

Architektur des

Me tropolitan Life North

Building. Chef:

Daniel Humm.«

Szene-Insider

Erwin Wurm zählt zu

den international erfolgreichsten

österreichischen

Künstlern. Zu

seinen wichtigsten

Arbeiten zählen die

»Fat Car«-Serien.

Seine neueste Ausstellung

»Peace &

Plenty« war bis vor

Kurzem in der Wiener

Albertina zu bewundern.

erwinwurm.at

Noma, Kopenhagen, noma.dk

»Das bäuerliche

Ambiente passt gut zu

der Idee des Restaurants

in einem ehemaligen

Lager haus in Christiania,

der ehemaligen

Hippiehochburg

Europas.«

The Gaggan, Bangkok, eatatgaggan.com

Eleven Madison Park, New York, elevenmadisonpark.com

»Das ist wahrscheinlich

das beste asiatische

Restaurant, das es gibt.«

Fotos: Kyungsub Shin, Tescom, beigestellt

100 falstaff LIVING 01 / 19


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küchen-klassiker

DOSEN-

ÖFFNER

Selten lässt sich die Entstehung

eines Werkzeugs so

präzise datieren wie beim

Dosenöffner. Der Grund

dafür liegt auf der Hand: Erst

mit der Erfindung der metallenen

Konserve durch Peter Durand im

Jahr 1810 gab es überhaupt die

Notwendigkeit für ein Gerät,

das diese effizient und vor allem

verletzungsfrei öffnet.

Letzteres skizziert auch Designer

Rainer Mutsch, bei dem der

Klassiker nicht nur auf Gegenliebe

stößt: »Der Dosenöffner ist eigentlich

ein brachiales Gerät: Mittels

Hebelwirkung wird durch ein

Werkzeug aus Metall ein anderes

Metall aufgerissen.« Eine gewisse

Brutalität passt dabei durchaus zu

dem Siegeszug der Konserven, die

nicht zuletzt durch den Krieg an

Popularität gewannen.

»Die Produktsemantik, also

die selbsterklärende Wirkung des

Produkts, spielt beim Dosenöffner

eine große Rolle«, so Mutsch, der

in Bezug auf das Design weiter

meint: »Material und Form

sollten eine verletzungsfreie, hygienische

Verwendung garantieren

und Bedienungsfehlern vorbeugen.«

Generell sei die »mechanische

Deformation«, wie Mutsch

den Prozess beschreibt, immer

seltener notwendig, weil die meisten

Dosen für den Hausgebrauch

mittlerweile mit einem integrierten

Aufreißdeckel ausgestattet

seien. »Stahl- und Aluminiumdosen

sind, da oftmals falsch rezykliert,

auch hinsichtlich der Nachhaltigkeit

nicht mehr State of the

Art«, erklärt der Designer, der

selbst kaum noch zu Dosen und

damit auch immer seltener zum

Dosenöffner greift. Ob sein Ende

tatsächlich schon in Sicht ist,

bleibt abzuwarten. Bis dahin gehört

der Dosenöffner schon aus

Nostalgie zu den Fixstartern.

RAINER MUTSCH

Der gebürtige Burgenländer studierte

Industrial Design an der Universität für

angewandte Kunst in Wien und setzte

seine Ausbildung an der School of Design

in Kopenhagen und der Universität

der Künste Berlin fort. Nach Engagements

bei Valentinitsch Design und

Werner Aisslinger betreibt er seit 2008

sein eigenes Studio. Zu den Auftraggebern

des mehrfach preisgekrönten Designers

zählen Konzerne wie Rado, Eternit,

Swarovski, A. E. Köchert, BMW und Neue

Wiener Werkstätte.

rainermutsch.com

»Seit der Vermischung

von Küche

und Wohnraum ist

es für Designer umso

wichtiger geworden

zu bedenken, wie sich

ebensolche Geräte

ästhetisch auch in

den Wohnbereich

integrieren lassen.«

RAINER MUTSCH Designer

1855

1870

1942

ca. 2000

1855

Ebenso wie die Erfindung

der Konserve kommt auch

der erste Dosenöffner aus

Großbritannien. Der Engländer

Robert Yates entwarf

um 1855 den Dosenöffner

und meldete ihn drei Jahre

später zum Patent an. Ein

simples, aber effektives Werkzeug

mit Luft für Innovation.

1870

Am Rad drehen: Eine echte

Evolution stellt der Entwurf

von William Lyman dar. Er

entwickelte den bis heute

populären Dosenöffner mit

Schneidrad. Dessen Erfolg

basiert wiederum auf einer

Weiterentwicklung der

Konservenproduktion, für die

mittlerweile ein dünneres

Blech verwendet wurde.

1942

Eine Designikone mit reichlich

Felderfahrung: Das Kult-

Modell »P-38«, benannt

nach der Länge des Metallkörpers,

wurde unter anderem

von der US-Armee ab

dem Zweiten Weltkrieg bis in

die 1980er-Jahre verwendet

und trägt im übrigen den

Spitznamen »John Wayne«.

2000

Selbst wenn viele Konserven

mittlerweile mit »Ring-Pull-

System« ausgestattet sind,

zählt der Dosenöffner zur

Standardausstattung jeder

Küche. Moderne Modelle

wie jenes von OXO hinterlassen

beim Schneiden keine

scharfen Kanten und sind

daher besonders sicher.

Fotos: Markus Jans, beigestellt

102 falstaff LIVING 01 / 19


ENTDECKEN SIE KÜCHE NEU –

VIELFÄLTIG UND SPANNEND

WIE SIE SELBST!

Lebendig wie die Zeit, vielfältig wie das Leben, zuverlässig wie ein

Freund – das sind die Küchen von heute. Gemacht zum Genießen,

gedacht als Treffpunkt, als Kommunikations zentrale, als Mittelpunkt

des Lebens. Die besondere Innenausstattung macht die Küche erst

perfekt. Denn je nach individuellen Ansprüchen wird dank Vorrats-

Auszügen, Holz-Besteckeinsätzen oder elektrischer Öffnungsunterstützung

aus der Küche eine Profi-Kochwerkstatt. Im Sinne der

Umwelt gehen wir verantwortungsvoll und nachhaltig mit Holz um –

und das in allen Bereichen wie Design, Produktion und Logistik.

www.rotesdreieck.at

176 x IN ÖSTERREICH


schönessen

GOURMET-

TIPPS

WHAT THE DUCK, Wien

Wer Geflügel, insbesondere Enten mag,

der ist hier richtig. Das ganze Haus voller

Enten, in der Mitte ein riesiger schräger

Vogel aus Holz. Ein Interieur wie aus

»Enten im Wunderland«, überhaupt ist

die Einrichtung mit vielen Vintage-

Möbeln auf zwei Stockwerken ein Gesamtkunstwerk.

Im »What the Duck«

am Yppenplatz von Wirtin und Küchenchefin

Friederike Seiler kann sich aber

auch die Kost sehen lassen. Chinesische

Küche ganz modern und ungewöhnlich.

Wie etwa die Hausspezialität, eine Kombi

aus einer halben Ente und einem halben

Huhn, zusammengenäht und gebraten,

crazy, aber genial.

What the Duck

Yppenplatz 4, 1160 Wien

facebook.com/whattheduckwien

HERBERT HACKER ist Senior Editor

des Falstaff-Magazins sowie des Falstaff

Restaurantguides. In LIVING präsentiert

er regelmäßig kulinarische Tipps für

Feinschmecker und Gourmets.

LÉONTINE, Wien

Derzeit wahrscheinlich das beste, sicher

aber das interessanteste französische

Restaurant Wiens. Der Franzose Nicolas

Scandella sorgt in dem sympathisch eingerichteten

Lokal für eine hervorragende

Küche. Das Besondere dabei: Französische

Klassiker werden von ihm modern modifiziert

und kommen leicht und bekömmlich

auf den Tisch. Kochen gelernt hat er unter

anderem bei Frankreichs Starköchin Anne-

Sophie Pic und bei Michel Troisgros, zuletzt

war er in einem Zwei-Hauben-Restaurant

in der Schweiz. Scandellas Küche ist in einer

Stadt wie Wien, in der es nicht all zu

viele französische Restaurants gibt, eine

echte Bereicherung.

MATERIA, Wien

Das war schon lange nötig: ein italienisches

Restaurant, in dem endlich mal

was anderes gekocht wird als all die

vielen und bekannten Gassenhauer der

klassischen italienischen Küche. Im puristisch

eingerichteten »Materia« (Untertitel:

cucina essenziale) steht Stefano

Patelli am Herd, an seiner Seite im Service

Francesca De Rossi. Beide kommen

aus Rom. Patelli kocht frech und unkonventionell.

Aus einem Bollito misto macht

er ein Gericht, das optisch an alles erinnert,

nur nicht an das Original. Und auch

sein Kabeljau in einer feuerroten Paprikasauce

stammt nicht aus dem Kochbuch

»Die klassische italienische Küche«.

Materia

Tigergasse 31, 1080 Wien

materia.restaurant

Léontine

Reisnerstraße 39, 1030 Wien

www.leontine.at

Klassische Küche,

neu interpretiert. Ob

französisch, chinesisch

oder italienisch – die

ganz großen Küchen

dieser Welt sind

modern und kreativ.

LIVING zeigt, wo etwa

Hybrid-Geflügel

serviert wird und

welche genialen

Kombinationen man

noch probieren sollte.

Fotos: Ingo Pertramer, Stephan Gergely, beigestellt

104 falstaff LIVING 01 / 19


STARKES FUNDAMENT

Wir bearbeiten unsere Märkte nachhaltig und auf Chancen fokussiert.

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LIVING

RESIDENCES

118

114

122

132

Fotos: Adrien Williams/ACDF, Peter Barnes, Lukas Ilgner, www.MishaPhoto.co.uk, beigestellt

138 128

GRÜNE WELLE

Von der Natur inspirierte Möbel

holen den Wald ins Office. (S. 114)

FARBENFROH INS BÜRO

Adieu Tristesse: Neue Farbkonzepte

machen die Arbeit bunter. (S. 118)

WEITBLICK INKLUSIVE

Luxus auf höchstem Niveau:

Die neuesten Penthouse-Projekte

im Überblick. (S. 122)

HELLO POSTMODERNE

Die Postmoderne feiert ein

Comeback! (S. 128)

VERY BRITISH

Traumhafte Anwesen im Süden

Englands. (S. 132)

LIVING SALON

Branchenexperten im Gespräch

über Themenwohnbauten. (S. 138)


esidences / IMMOBILIEN-TRENDS

GLOU GLOU, WIEN

Im »French Quarter Wiens«, wie Julia Kneussl-Gärtner meint, bietet Crownd

Estates Etagen- und Dachgeschoßwohnungen in der Grünentorgasse 23 an. Das

sanierte Biedermeierhaus verfügt über 14 Wohnungen, zum Teil mit atemberaubender

Aussicht, zwischen 52 und 240 Quadratmetern Wohnfläche. Zur Ausstattung

zählen hochwertige Elemente wie etwa originalgetreue Kastenfenster,

aufwendig gestaltete Flügeltüren und hochwertige Vollholz-Parkettböden.

»Bei so schönen Objekten sehen wir unsere Rolle nicht nur in der Entwicklung

und Vermarktung der Immobilie«, so Kneussl-Gärtner, »sondern auch in einem

gewissen historischen Kulturerhalt.« crownd.at, glouglou.at

Foto: beigestellt

108 falstaff LIVING 01 / 19


KLEIN &

KOMPAKT,

ABER OHO!

Der Trend für 2019 ist unübersehbar:

Experten aus der

Immobilienbranche bestätigen

und prognostizieren eine

Nachfrage nach kleineren und

immer kompakteren Objekten.

Doch dafür muss der Grundriss

clever und die Immobilie

hochwertig ausgestattet sein.

TEXT WOJCIECH CZAJA

Wirft man einen Blick auf die

jüngsten Wiener Wohnprojekte

im gehobenen Segment, fällt sofort

auf, dass der Luxusmarkt

erwachsen geworden ist und immer feineres,

immer exquisiteres Wohnungseigentum offenbart.

»Früher wollten die Käufer für ihr

Geld so viel Nutzfläche wie möglich bekommen,

doch nun stellen wir fest, dass sich die

Prioritäten im Bereich der Eigennutzung geändert

haben«, sagt Julia Kneussl-Gärtner,

Head of Project Development bei Crownd

Estates. »Heute erwartet sich der Kunde das

Maximum an räumlicher, technischer und

materieller Qualität und ist bereit, dafür vielleicht

sogar den einen oder anderen Quadratmeter

zu opfern.« >

01 / 19

LIVING

falstaff

109


esidences / IMMOBILIEN-TRENDS

>

Bestes Beispiel dafür ist das Sanierungsprojekt

Glou Glou im Servitenviertel mit direktem

Blick auf die Servitenkirche, jenem Grätzel

also, in dem Wien, wie Kneussl-Gärtner meint,

am französischsten sei. Die Wohnungen im

denkmalgeschützten Biedermeierhaus reichen

von 52 bis 240 Quadratmeter, wobei die meisten

Grundrisse eher kompakt geschnitten sind.

»Kompakt, aber intelligent! Das ist genau das,

wonach der Markt derzeit verlangt. Doch dafür

bieten wir dem Käufer Annehmlichkeiten

wie Kastenfenster, Flügeltüren und hochwertige

Parkettböden.« Die Kaufpreise liegen bei

rund 10.000 Euro pro Quadratmeter. Knapp

die Hälfte der insgesamt 14 Wohnungen ist bereits

verkauft.

LONDON MEETS VIENNA

Auch in Hietzing brechen bald exquisite Zeiten

an. Wo einst eine in die Jahre gekommene Villa

des Wiener Grandseigneurs Carl Auböck stand,

»Der Kunde ist heute kritischer und

emanzipierter und will ganz genau wissen,

was er für sein Geld bekommt.«

JULIA KNEUSSL-GÄRTNER Head of Project Development, Crownd Estates

wird der Londoner Architekt David Chipperfield

die geschichtsträchtige Architekturqualität

dieses Grundstücks fortsetzen. Geplant sind

drei frei stehende, terrassierte Stadtvillen; in einer

archaischen Bauweise aus Sichtbeton-Sandwich-Elementen

findet sich das britische Understatement

wieder.

»Der Kunde ist heute kritischer und emanzipierter

und will ganz genau wissen, was er

für sein Geld bekommt«, so Kneussl-Gärtner.

»Aus diesem Grund haben wir eine App entwickelt,

mit der man zwischen unterschiedlichen

Looks, Qualitäten und Ausstattungslinien

sowie drei unterschiedlichen Küchen wählen

und auf diese Weise in Echtzeit nachvollziehen

kann, wie sich die Atmosphäre der

Wohnung verändert. Die Konfiguration

funktioniert wie bei einem Auto, bei dem

man sich individuell Felgen, Lenkrad und

Ledersitze zusammenstellen kann. Wir waren

die Ersten am Markt, die das hierzulande

angeboten haben.«

DAVID CHIPPERFIELD RESIDENCES,

WIEN

In der Hanselmayergasse 12 in Wien-Hietzing errichtet

Crownd drei Stadtvillen mit insgesamt 17 Wohnungen

zwischen 35 und 330 Quadratmetern. Die Vermarktung

startet in Kürze. Das Projekt besticht durch eine

edle, zurückhaltende Architektursprache, für die der

Londoner Architekt David Chipperfield verantwortlich

zeichnet: Messing, Naturstein und Sichtbeton-Sandwich-Elemente

mit innenliegender Wärmedämmung.

Der Kunde kann mithilfe einer eigens entwickelten

Crownd-App zwischen drei unterschiedlichen Designund

Ausstattungslinien wählen. crownd.at, dcr.wien

Hochwertig ist auch das Angebot der Österreichischen

Realitäten AG. Während am

Stadtrand und im Speckgürtel wie etwa Hinterbrühl

eher kleinere Projekte mit kompakten

Wohnungen angeboten werden, vermarktet

die ÖRAG in der Wiener Innenstadt nach

wie vor exklusive Immobilien in der Stadiongasse

oder Goethegasse mit Dachgeschoßeinheiten

zwischen 100 und 400 Quadratmetern.

Der Kaufpreis pendelt zwischen 11.000

und 20.000 Euro pro Quadratmeter.

»Abgesehen vom Top-Segment sehen aber

auch wir einen Trend zur Verkleinerung der

Wohnfläche«, sagt Katja Gerstl, Leiterin Vertrieb

Eigentum. »Das liegt nicht nur an den

gestiegenen Kaufpreisen, sondern auch an

der zunehmend schwierigeren Finanzierung,

denn die Kredite sind knapper bemessen, die

geforderten Eigenmittel liegen deutlich höher

Fotos: ZOOMVP.AT, FindMyHome, project A01 architects

110 falstaff LIVING 01 / 19


GOETHEGASSE, WIEN

Das Objekt Goethegasse 1 liegt mitten im Herzen Wiens – mit der

Staatsoper als Nachbarin und dem Burggarten vor der Haustür.

Die beiden Luxusausstatter Atelier Christian L. Einwaller und Isabelle

Farrokhnia von Interior Moments bieten je nach Kundenwunsch unterschiedliche

Style-Linien an. Zur Ausstattung der 90 bis 400 Quadratmeter

großen Wohnungen im Altbau beziehungsweise im Dachgeschoß

gehören unter anderem bodentiefe Fenster, private Freiflächen in Form

von Loggien, Balkonen und Terrassen sowie Fußbodenheizung und

Deckenkühlung. oerag.at

»Abgesehen vom Top-

Segment sehen aber auch

wir einen Trend zur Verkleinerung

der Wohnfläche.«

KATJA GERSTL Leiterin Vertrieb Eigentum, ÖRAG

als noch vor ein paar Jahren.« Im Eigentum

greifen die Interessenten heute daher tendenziell

zu kompakt geschnittenen Wohnungen.

»Ist jemand aufgrund seiner Familien- oder

Arbeitssituation tatsächlich auf eine größere

Wohnung angewiesen«, so ÖRAG-Vorstand

Johannes Endl, »dann entscheiden sich einige

klassische Käufer heute eher für eine große,

entsprechend dimensionierte Mietwohnung.

Das ist ein unübersehbarer Trend, den wir

seit einigen Monaten beobachten.«

Den Trend zur kleinerem Eigentum sieht

man nicht zuletzt auch beim Nobel-Anbieter

Signa. »Die Preise sind deutlich gestiegen,

und es ist noch immer kein Ende dieser Entwicklung

in Sicht«, so Signa-Geschäftsführer

Christoph Stadlhuber. »Der Zuzug nach

Wien liegt bei 20.000 bis 30.000 Einwoh- >

DANUBE FLATS, WIEN

Das alte Cineplex-Kino neben der Reichsbrücke ist bereits Geschichte.

An seiner Stelle errichtet Soravia in Zusammenarbeit

mit der S+B-Gruppe in den kommenden Jahren ein Wohnhochhaus

mit 49 Geschoßen und rund 600 Eigentumswohnungen,

die 160 Meter hoch in den Himmel wachsen werden. Zudem

sind Smart-Wohnungen und Serviced Apartments vorgesehen.

Die Planung vom Wiener Architekturbüro Project A01 sieht

eine moderne Formensprache mit rundumlaufenden Balkonen

vor. Die Danube Flats, deren Planung sieben Jahre zurückreicht,

sind das erste Projekt, für das die Stadt Wien mit dem Investor

einen städtebaulichen Vertrag abgeschlossen hat. Geplante

Fertigstellung: Anfang 2023. soravia.at, danubeflats.at

01 / 19

LIVING

falstaff

111


esidences / IMMOBILIEN-TRENDS

IMMOFINANZ-TOWER AM WIENERBERG, WIEN

Am Wienerberg saniert die Immofinanz, die dort mehrere Objekte besitzt

und verwaltet, derzeit einen Tower nach Plänen von Holzbauer und

Partner. Statt der einst grün-türkisen Fassade erstrahlt die neue Landmark

nun in einem gepixelten Barcode-Look. Im unteren Bereich wird es

modern ausgestattete Büroflächen geben, in den darüber liegenden

Etagen errichtet die Novum Hospitality ein »Holiday Inn« mit insgesamt

201 Zimmern. Die Fertigstellung ist für Spätsommer 2019 geplant. »Der

Trend geht in Richtung Sanierung und Refurbishment«, sagt Dietmar

Reindl, COO bei Immofinanz. »Wir bleiben dem Bürosektor treu, doch

unsere Zukunftsidee ist, am Wienerberg in den kommenden Jahren ein

Spartenkonzept mit Wohnen zu entwickeln.« immofinanz.com

>

nern pro Jahr. Der Wiener Markt kann

aber nur zwei Drittel des Bedarfs decken. Die

Folge daraus sind viele kleine Wohnungen,

auch im Eigentumssektor, mit einer Fläche

um die 40 bis maximal 50 Quadratmeter.«

INNERE WERTE

»Das Wohnen findet nicht

mehr nur in der Wohnung

statt, sondern auch auf

den Gemeinschaftsflächen.«

CHRISTOPH STADLHUBER CEO, SIGNA Real Estate

Zwar sei wohnen zu zweit auf so knapper

Wohnfläche kaum möglich, dafür verlangten

immer mehr Menschen nach Sonderausstattungen,

die die knappe Wohnfläche kompensieren.

»In unseren Parkapartments am

Belvedere gibt es Gemeinschaftsräume mit

Küchen und von außen befüll- und becaterbaren

Kühlschränken, Delivery-Boxen für

Lebensmittel- und Paketzusteller, eine eigene

Hunde-Waschanlage sowie Car-Sharing-

Autos und Parkplätze mit E-Tankstelle«, so

Stadlhuber. »Das Wohnen findet also nicht

mehr nur in der Wohnung statt, sondern

auch auf den Gemeinschaftsflächen. Ich

bin davon überzeugt, dass dieses Phänomen

in den kommenden Jahren noch weiter

zunehmen wird.«

PARKAPARTMENTS AM BELVEDERE, WIEN

Der italienische Architekt und Pritzker-Preisträger Renzo Piano entwarf für die

Signa Group die elegant aufgestelzten Parkapartments am neuralgischen Zipfel

zwischen Erste-Campus, 21er Haus und Schweizergarten. Die leichtgewichtigen

Häuser umfassen 346 Wohnungen ab 46 Quadratmetern. Die Selection

Apartments in den obersten Etagen verfügen sogar über eine eigene Dachterrasse.

Darüber hinaus betreibt die Hyatt-Gruppe hier das Lifestyle-Boutique-

Hotel »Andaz« mit rund 300 Zimmern. Die gesamte Ausstattung stammt exklusiv

vom Möbelhaus Leiner. Im Leiner-Haus in der Mariahilfer Straße wurde

zu diesem Zweck sogar eine eigene Musterwohnung eingerichtet. signa.at

<

Fotos: Holzbauer und Partner Architekten ZT-GmbH, Philipp Derganz

112 falstaff LIVING 01 / 19


Urbanes Wohnen

im Eigentum.

RENNGASSE 1O, 1O1O WIEN

DOORMAN • HAUSEIGENER SALON • GYM

DESIGN BY 3XN ARCHITEKTEN

VERMARKTUNG DURCH JP IMMOBILIEN

+43 1 596 60 20

www.No10.AT


esidences / GREEN OFFICE

Fotos: Tom Donald for Aldworth James & Bond, TEAM 7

Bambus-Baldachin

Der Londoner Wolkenkratzer The Shard

ist aus kantigem Stahl und Glas, das Büro

der Firma Mitie im 12. Stock dagegen ist

sanft und hölzern: Es wurde komplett

nach biophilen Grundsätzen gestaltet.

Viel Bambus, sanftes Licht, abgeteilte

Ruhezonen. Der Arbeitsplatz als Oase.

daewhakang.com

114 falstaff LIVING 01 / 19


GRÜNE WELLE

Einsame Topfpflanze im grauen Einerlei? Da geht noch

mehr! Von der Natur inspirierte Interieurs und Möbel holen

den ganzen Wald ins Office, laden zur Salaternte und machen

das Grün im Büro zum ganzheitlichen biophilen Design.

TEXT MAIK NOVOTNY

Shinrin Yoku nennen es die Japaner. Es

bedeutet so viel wie »Baden im Wald«

und bezeichnet einen entspannten

Naturspaziergang mit Mehrwert:

einatmen, meditieren, alle Sinne auf Empfang

stellen. Shinrin Yoku ist inzwischen ein globaler

Trend geworden und dabei weit mehr als

nur ein vorübergehender Lifestyle-Spaß. Die

positive Wirkung des Kontakts zur Natur ist

aktenkundig, medizinische Studien weisen

sogar eine Steigerung der Immunabwehr nach.

Kein Wunder, dass das Grün längst Einzug

in die Innenräume gehalten hat und dort zur

Stärkung von Arbeitskraft und Erholung dient.

Nein, es geht hier nicht um den Gummibaum

im Eck und den Ficus neben dem Schreibtisch.

Green Offices werden seriös und ganzheitlich

betrieben. Im 12. Stockwerk des Londoner

Wolkenkratzers The Shard ist das erste Büro

zu Hause, das im Biophilic Design eingerichtet

wurde, sprich den Prinzipien der Natur entsprechend.

Eine Welle aus Bambusholz schafft

naturnahe Geborgenheit, die Möbel sind ebenfalls

aus Bambus, die Lichtfarben folgen einer

astronomischen Uhr. Die Mitarbeiter wechseln

im Monatsrhythmus zwischen biophilem und

nicht-biophilem Büro, ein Forscherteam

wird die Unterschiede auswerten.

SOMMERWALD IM BÜRO

01 / 19

Wald als Wand

»Waldkante« nennt sich die

Wandverkleidung, die vom

österreichischen TEAM 7

entwickelt wurde. Die Struktur

aus unbehandeltem Naturholz

verleitet dazu, die Hände

verträumt über die raue

Oberfläche streifen zu lassen

wie über eine Baumrinde.

team7.at

Doch man muss nicht gleich zum Versuchskaninchen

werden, wenn man von einem

grünen Arbeitsumfeld profitieren will. Die

Mitarbeiter der estnischen Bekleidungsfirma

Lenne verbringen ihren Werktag im Wald:

Die Architekten vom Büro KAMP verteilten

fünf Meter hohe (echte) Baumstämme mit

(künstlichen) Blättern in den weiten Hallen

und kombinierten sie mit einer Bürolandschaft

aus kantigem, hellem Holz, um die

Wirkung eines hellen Sommerwalds zu erreichen.

Mit überraschenden Folgen: »Nach

einer Woche spross aus einem der Stämme

sogar ein echter grüner Zweig«, erinnert

sich Architekt Jan Skolimowski.

Im Büro der Leping Foundation, einer

Pekinger NGO, ist das Grün so real, dass

die Mitarbeiter es sogar ernten können: Die

von der Decke hängenden hydroponischen

Plantagen lassen Salate und Gewürze wachsen,

die in der Mittagspause verzehrt werden.

LIVING

falstaff

>

115


esidences / GREEN OFFICE

Büro mit Birke

Eine fünf Meter hohe ehemalige

Fabrikhalle wurde von KAMP

Arhitektid für ein Büro im estnischen

Tallinn zum Wald umgemodelt: mit

echten Baumstämmen, künstlichem

Blattwerk und einer Raumlandschaft

aus hellem Holz. kamp.ee

wurde. Dafür wurde unbehandeltes Naturholz

zu einer dreidimensionalen Tapete geschichtet,

die an die Struktur einer Baumrinde erinnert

und somit haptisch und optisch den Wald in

Wohn- und Arbeitszimmer holt.

ORGANISCHE FORMEN

Sanfter Schwung

Modell »Tama« vom Designteam

EOOS macht das Holz zum

Gesamtkunstwerk: Natürliche

Eleganz trifft hier auf elegante

Natur. walterknoll.de

Von der Wanddekoration zum Möbel: Ein

wahres Gesamtkunstwerk aus Holz ist das

Modell »Tama Desk«, das die Wiener Designer

EOOS für Walter Knoll entwarfen.

Hier wird das Holz nicht 1:1 aus dem Wald

importiert, sondern behandelt und verfeinert

wie ein Musikinstrument. Eine geschwungene

Tischplatte ruht auf organisch geformten

Stützen, darunter schwingt sich ein Sideboard

elegant hindurch. Eine Skulptur fürs Office,

die aussieht, als hätte sich der Bildhauer

Henry Moore bei einem langen Shinrin-Yoku-

Waldspaziergang dazu inspirieren lassen.

Wer es einfacher haben will, darf sein Büro

natürlich mit Outdoor-Möbeln ausstatten,

um den Garten und damit das Versprechen

von Freiheit und Freizeit in Sichtweite zu haben.

Zum Beispiel mit dem zart-filigranen

Armlehnenstuhl »Folia« von Lederleitner,

dessen luftiges metallenes Geflecht die Struktur

eines Blatts nachzeichnet. Hier lässt sich

das Business-Telefonat ebenso führen wie

der heimliche Tagtraum vom Schweben

durch lichte Wälder. Tief einatmen.

<

>

Dazwischen sorgen sie für gute Luftqualität,

die elektronisch überwacht und in Echtzeit

angezeigt wird. Darunter sorgt ein künstlicher,

aber grüner »Mini-Berg« für Komfort auf allen

(schiefen) Ebenen, eine Laufstrecke durchs

Büro lädt zur sportlichen Betätigung ein. Japanische

Waldentspannung, kombiniert mit

chinesischem Arbeitsethos.

Es muss nicht ein ganzer Wald oder eine

ganze Blattgrünplantage ins Büro verräumt

werden, manchmal genügt es auch, wenn die

Inneneinrichtung die entsprechende Atmosphäre

verströmt. »Waldkante« nennt sich ein

Wandverkleidungssystem, das vom oberösterreichischen

Möbelbauer TEAM 7 entwickelt

Urbane Umwelt

Die Zentrale einer NGO in Peking wurde zum grünen

Forschungslabor: Laufstrecke, grüner Sitzhügel,

Luftmessung mit Echtzeit-Displays, Salaternte für

die Mittagspause. peoples-architecture.com

Fotos: Terje Ugandi, people’s architecture office/ing weiqi, beigestellt

116 falstaff LIVING 01 / 19


60

Ruhepuls,

seit ich mich im Büro

so wohl fühle.

Büroflächen für

alle Bedürfnisse.

Jetzt

informieren!

Sieht aus wie Urlaub? Ist aber mein ganz normaler Büroalltag:

Vor dem nächsten Meeting hole ich mir nebenan noch schnell die Zeitung.

Über die myhive App checke ich, wer beim morgigen Networking-Event

dabei ist. Und das Lauftraining mit den Kollegen kann ich so auch gleich

vereinbaren. Das nenne ich Work-Life-Balance.

amwienerberg.com

Wien Warschau Budapest Prag Bukarest Bratislava

Eine Marke der IMMOFINANZ.


esidences / COLOUR OFFICE

FARBENFROH

INS BÜRO

Volle Palette

Ein weißer Korridor führt im

Zickzack durch bunte Räume.

In den Headquarters des

Entertainment-Unternehmens

Playster in Montreal hat jeder

Raum eine andere Farbe.

Orientierungshilfe trifft

Corporate Identity trifft Spaß!

acdf.ca

Adieu Tristesse: Immer

mehr Unternehmen setzen

auf ganzheitliche Farbkonzepte fürs

Büro. So macht nicht nur das Arbeiten

mehr Spaß, die Farbe unterstreicht auch die

Corporate Identity. Wir stellen die neuesten bunten

Office-Welten vor. TEXT MAIK NOVOTNY

118 falstaff LIVING 01 / 19


Grauer Nadelfilz, beige Wandpaneele,

farblose Konferenzräume in grellem

Neonlicht: So sieht der Büroalltag

immer noch für viele aus. Doch was

für manche als »seriös« durchgeht, ist nicht

selten einfach nur pure Tristesse. Eine Studie

der Universität Texas wies schon 2007 nach,

dass in Grau, Beige und Weiß gehaltene Büros

tendenziell zu Depression und Traurigkeit bei

den Mitarbeitern führen. Was ist so falsch an

einem farbigen Arbeitsumfeld? Gar nichts ist

daran falsch. Vor allem Start-ups und junge

Firmen wissen, dass sie ihren Mitarbeitern

mehr schuldig sind als steif-graue Alltagsware.

Mehr noch: Farbe bietet eine Fülle von Möglichkeiten,

die Corporate Identity zu transportieren

– viel mehr, als es ein Empfangs-Desk im

Firmen logo-Rot im Foyer zu können vermag.

Ist das Kunst?

Sieht auf den ersten Blick

wie ein abstraktes Gemälde

aus, ist aber das schicke

Akustik-Wandpaneel

»Beetle«, zu dessen Form

sich die Designer von

Käfern inspirieren ließen.

behan-thurm.com

MEHR ALS DEKO

Rot, Gelb, Blau …

… und noch viel mehr Farben

wurden strategisch verteilt in

der Büroetage des Tech-Startups

Slack in Toronto. Techtypisch:

Sogar für die Netzwerkkabel

wurde ein Farbkonzept

entwickelt. dubbeldam.ca

Junge Firmen wissen, dass

sie ihren Mitarbeitern mehr

schuldig sind als steif-graue

Alltagsware.

Paradebeispiel: die Headquarters von Playster

im kanadischen Montreal. Für das schnell expandierende

Entertainment-Unternehmen gestaltete

ACDF Architecture eine Bürowelt, in

der verschiedene Farben unterschiedliche Bereiche

markieren. Jedem Team wird zudem eine

eigene Farbe zugeordnet. Als neutrales »Rückgrat«

dient ein Korridor, der die Räume miteinander

verbindet und in neutralem Weiß gehalten

ist. Man lernt: Farbe im Büro ist viel mehr

als reine Dekoration – sie kann Identität, Orientierung

und Spaßfaktor zugleich sein.

In Toronto bekam das kalifornische Tech-

Start-up Slack ein maßgeschneidertes Konzept,

in dem Farbe, Geometrie und Beleuchtung

als Teil eines Kommunikationsnetzes gedacht

werden. Auch hier sind einzelne Bereiche

wie Besprechungsnischen und diskrete

Telefonkabinen mit einer eigenen Farbe gekennzeichnet,

die zudem mit dem Branding

der Firma korrespondiert. Wie es sich für ein

echtes Tech-Unternehmen gehört, spielen hier

nicht nur Böden, Wände und Möbel farbig

mit, sondern auch die bunten Netzwerkkabel,

die sich durch die Räume schlängeln.

In der Zentrale des Business-Inkubators Tech

Wildcatters im texanischen Dallas wiederum

sind Wände und Böden in neutralem Graublau

gehalten, dafür wirken knallbunte Sitzmöbel

als frische Farbtupfer. Sachlich-cool

und unverkrampft-bunt: die perfekte Visitenkarte

für ein ambitioniertes Start-up. Ein

Büro wie ein modernes abstraktes Gemälde.

Fotos: Adrien Williams, Sancal, Shai Gil

MAGISCHES U-BOOT

Ebenfalls in Blau, aber keineswegs abstrakt wurde

der Coworking-Space NEST in Warschau

eingerichtet: Sattes Türkis, kombiniert mit Flächen

in Marmoroptik und von den Designern

maßgefertigten Möbeln, erzeugt eine Welt

>

01 / 19

LIVING

falstaff

119


esidences / COLOUR OFFICE

Nemo ahoi!

Was aussieht wie die Kommandobrücke

eines mondänen

U-Boots, ist der gemütliche

Coworking Space NEST in

Warschau: Teilzeitarbeit in

Türkis und Marmoroptik.

beza-interiors.pl

»Unser Ziel war es, Räume zu schaffen, die

nicht nach Büro aussehen, sondern wie ein

gemütlicher Club, in dem man sich wohlfühlt.«

ANNA ŁOSKIEWICZ-ZAKRZEWSKA & ZOFIA STRUMIŦŦO-SUKIENNIK

Gründerinnen, Beza Projekt

>

für sich, deren weiche Formen und üppiges

Dekor im Kontrast zur kantigen Nüchternheit

des Gebäudes stehen. Als Benutzer fühlt man

sich hier wie Kapitän Nemo auf dem Kommandodeck

eines magischen Unterseeboots im

Ozean. »Unser Ziel war es, Räume zu schaffen,

die nicht nach Büro aussehen, sondern wie ein

gemütlicher Club, in dem man sich wohlfühlt,«

so die Designer von Beza Projekt.

Wer nicht gleich sein ganzes Büro umkrempeln

und in eine farbige Märchenwelt verwandeln

will, kann das Arbeitsumfeld auch mit

einfacheren Mitteln farbenfroh gestalten. Die

Wandpaneele »Beetle« aus Textil etwa helfen

nicht nur, die Raumakustik zu dämpfen, sie

sind auch schmucke Kunstwerke. Zu den

geometrischen Formen ließen sich die Designer

von Mut Studio bei dem Besuch eines naturhistorischen

Museums inspirieren: Sie sind den

Formen von Käfern nachempfunden.

Ob Insektenwelt, Untersee-Türkis oder Hightech-Farbexplosion,

ob Gesamtkonzept oder

Farbtupfer: Bunte Rettungsanker gegen die

graubeige Schwermut gibt es genug. Denn warum

soll das Büro nicht auch Spaß machen?

Einstein, drei Farben

Boden, Wände und Decken bleiben weiß, blau

und cool, dafür setzen die Sitzmöbel in der

Büroetage eines seriösen Start-ups in Dallas

gekonnt Farbtupfer. buerofreunde.at

<

Fotos: Jacek Kołodziejski-min, beigestellt

120 falstaff LIVING 01 / 19


LEBEN AM SCHÜTZPLATZ


esidences / PENTHOUSES

WEITBLICK

Penthouses sind nun wieder sehr gefragt, das Angebot

an luxuriösen Objekten ist zuletzt gestiegen. Auch als

Wertanlage sind diese Immobilien interessant. TEXT ROBERT PRAZAK

Fotos: beigestellt

122 falstaff LIVING 01 / 19


INKLUSIVE

PENTHOUSES BEIM

PALAIS LIECHTENSTEIN

Angebote außerhalb des Wiener Rings sind gar nicht

so leicht zu finden, vor allem bei einem Fokus auf

Luxus. EHL hat mit dem Projekt»Clam Gallas« jedoch

Penthouses in der Liechtensteinstraße im neunten Bezirk

im Portfolio – zum Beispiel eines mit 129 Quadratmetern

Wohnfläche um 2,4 Millionen Euro. In einem Stilaltbau

im Servitenviertel wurden im Dachgeschoß insgesamt

14 Wohnungen mit Fernblick errichtet. Die Wohnflächen

betragen zwischen 90 und 400 Quadratmeter, es gibt

große Dachterrassen und durchgehend volle Raumhöhen,

also keine Dachschrägen. Der Ausblick reicht

von der Votivkirche bis zum Kahlenberg. ehl.at

01 / 19

LIVING

falstaff

123


esidences / PENTHOUSES

Den Blick über die Dächer schweifen

lassen, bis zu den Bergen in der Ferne,

vielleicht ein kitschiger Sonnenuntergang

als Ergänzung – kein Wunder,

dass Penthouses zu den begehrtesten Immobi lien

Österreichs zählen. Nach einem regelrechten

Boom vor und nach der Jahrtausendwende, als

speziell in Wien unzählige Dachausbauten für

ein hohes Angebot dieser Art sorgten, war es in

den vergangenen Jahren aber vergleichsweise

ruhig geworden um dieses Marktsegment. Die

Nachfrage schien zu erlahmen, zumal es wenig

neue, spektakuläre Projekte gab – vor allem im

Luxusbereich.

Das ändert sich gerade: Nun finden Käufer

wieder viele außergewöhnliche Objekte. Im

letzten Quartal des Vorjahres wurden in kurzer

Zeit so viele Penthouses verkauft wie schon

lange nicht mehr, sagt Bernd Gabel-Hlawa,

Gründer von FindMyHome.at. »Ich führe dies

primär auf neue Käufergruppen im Premiumsegment

verstärkt aus den Ländern Bulgarien,

Türkei und Iran zurück.« Aber auch viele

Österreicher – vorwiegend aus den Bundes-

PENTHOUSE IN DER CITY

Beim Hohen Markt in der Wiener Innenstadt liegt dieses Penthouse, das Isabel Staber

von Living de Luxe im Angebot hat. Es hat eine Wohnfläche von 380 Quadratmetern und

zeichnet sich unter anderem durch die großen Glasfronten mit Schiebetüren aus. Von der

100 Quadratmeter großen Terrasse blickt man auf das Dächermeer der Wiener City. Und

wem das nicht reicht: Der Lift führt direkt in das Foyer des Penthouses, das über einen

offenen Kamin, Sauna, Solarium und Wintergarten verfügt. Auffällig ist auch der Brunnen

mit Wasserfall über zwei Etagen. So viel Luxus kostet 4,9 Millionen Euro. livingdeluxe.com

Fotos: ZOOMVP.at, Andreas Buchberger, Stephan Huger, beigestellt

124 falstaff LIVING 01 / 19


PENTHOUSES WERDERTORGASSE

Gleich zwei neue Immobilienprojekte in der Werdertorgasse im

ersten Bezirk in Wien haben etwas für Liebhaber von Penthouses

zu bieten: »Am Werdertor« heißt jenes auf Hausnummer 5–7, in dem

beispielsweise Top 40 (319 Quadratmeter Wohnfläche) und Top 41

(282 Quadratmeter) im Dachgeschoß zu haben sind. Auf Nummer 6

gibt es im Objekt »Werder Six« unter anderem eine Wohnung mit

152 Quadratmetern Wohnfläche und rund 133 Quadrat metern

Terrassenfläche. Über die genauen Kaufpreise will Makler Piment

nichts verraten – in dieser Luxusklasse wird es aber nicht ohne die

nötigen Geldreserven gehen. piment.at, amwerdertor.at, werdersix.at

ländern Tirol, Salzburg und Oberösterreich –

hätten in Top-Lagen als Zweit- oder oftmals

Drittwohnsitz investiert. Die steigende Nachfrage

bestätigt Michaela Orisich von Otto

Immobilien: »Es gibt in den letzten Jahren ein

deutlich größeres Angebot, aus dem die potenziellen

Kaufinteressenten wählen können.«

Dabei bleibt naturgemäß Wien der Hotspot

für Penthouses. Zwar werden auch in Städten

wie Graz und Salzburg vermehrt Objekte

dieser Kategorie angeboten, aber die Hauptstadt

ist alleine wegen der internationalen

Zielgruppe in dieser Hinsicht unschlagbar.

Derzeit ist die Auswahl an guten Angeboten

auch wieder groß – das entsprechende Kleingeld

vorausgesetzt. Und Entwickler brauchen

PENTHOUSE BEIM BELVEDERE

Rund 300 Quadratmeter Wohnfläche, zwei Terrassen

und ein Kaufpreis von rund 4,3 Millionen Euro sind die

nüchternen Eckdaten dieses Penthouses beim Belvedere.

Wichtiger als solche Zahlen sind aber der prächtige

Ausblick von der Dachterrasse, die über Outdoorküche,

Dusche und Loungebereich verfügt, und der noble

Charakter des Hauses. Es gibt sogar einen Weinkeller

mit eigenen Weinschränken für die Bewohner. otto.at

AUFPASSEN

BEIM KAUFEN?

Worauf sollten Käufer von Penthouses achten,

bevor sie sich für ein bestimmtes Objekt entscheiden?

Nach Ansicht von Expertin Michaela

Orisich ist es das gute Gesamtkonzept des

Gebäudes, das zählt. »Qualität und Preis sollten

in einem stimmigen Verhältnis sein.« Und wenn

es Zusatzangebote wie Concierge, Pool oder

Ähnliches gibt, kann das auch nicht schaden.

»Entscheidend ist der Grundriss«, ergänzt

Bernd Gabel-Hlawa (FindMyHome.at). Ein

gutes Zusammenspiel aus Objekt- und Innenarchitektur

ist ebenso wichtig wie die Ausstattung,

vom Ausblick ganz zu schweigen.

»Auch die Raumhöhe ist ein wesentliches

Thema.« Erst dann kommen seiner Meinung

nach »Gimmicks« wie ein Pool am Dach, eine

Outdoor Kitchen, der Blick auf den Weinkeller

durch Glasdoppelboden oder vielleicht sogar

ein Panic Room. Der Fantasie sind bei Luxus-

Penthouses jedenfalls keine Grenzen gesetzt.

keine Angst zu haben, dass sie die Penthouses

nicht anbringen könnten. »Die Nachfrage ist

gut, sowohl von Österreichern als auch von

internationalen Interessenten aus den verschiedensten

Ländern«, sagt Orisich.

Wie sieht es mit den Preisen aus? Am

Markt überwiegen die Angebote jenseits

der drei Millionen. Die Preisentwicklung hat

FindMyHome.at-Chef Gabel-Hlawa anhand

der Immobiliendaten seiner Plattform genau

im Auge. »Vor genau elf Jahren wurde von

renommierten Architekten in der Nähe der

Albertina ein beeindruckendes Penthouse

>

»Es gibt in den letzten Jahren

ein deutlich größeres Angebot,

aus dem die potenziellen Kaufinteressenten

wählen können.«

MICHAELA ORISICH

Teamleiterin Wohnen, Otto Immobilien

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LIVING

falstaff

125


esidences / PENTHOUSES

PENTHOUSES AM SCHILLERPLATZ

Mehrere luxuriöse Wohnungen sind beim Projekt Schillerplatz 4 im ersten Bezirk in Wien zu

haben – darunter Top 602 (209 Quadratmeter um 3,5 Millionen Euro) und Top 505 (330 Quadratmeter,

Kaufpreis 6,6 Millionen). Neben der gediegenen Ausstattung ist es vor allem die Lage

am namensgebenden Schillerplatz zwischen Getreidemarkt und Opernring, die für Käufer

inte ressant ist. Das Gebäude selbst ist das ehemalige »Hotel Britannia«, das 1870 von Carl

Tietz entworfen wurde und typisch für die Architektur der damaligen Zeit ist. seeste.at

»Heute werden in unmittel -

barer Nähe Dachgeschoßwohnungen

um 16.000 Euro je

Quadrat meter und Penthouses

um 22.000 Euro angeboten.«

BERND GABEL-HLAWA

Gründer & Geschäftsführer, FindMyHome.at

>

präsentiert, wo erstmals ein Verkaufspreis

knapp über 10.000 Euro pro Quadratmeter

angesetzt wurde.« Damals zog sich die Vermarktung

länger hin, und der stolze Kaufpreis

sorgte für einiges mediales Aufsehen. Längst

hat sich der Markt an Preise gewöhnt, die

deutlich darüber liegen. »Heute werden in

unmittelbarer Nähe Dachgeschoßwohnungen

um 16.000 Euro je Quadratmeter und Penthouses

um 22.000 Euro angeboten«, berichtet

der Immo-Experte. Aber nicht nur, um sich

den Traum vom Fernblick zu erfüllen, sind

Penthouses geeignet. Sie gelten innerhalb des

Betongolds als besonders stabile Kategorie.

Selbst wenn eine massive Wertsteigerung in

ab sehbarer Zeit nicht zu erwarten sind – als

Wertanlage sind sie gut geeignet, bestätigt

auch Orisich.

<

WIENER HÜRDEN

Einzig politische und rechtliche Entscheidungen

könnten dem boomenden Wiener

Wohnungsmarkt laut Immobiliendienst leister

EHL eventuell einen minimalen Dämpfer

versetzen und den Entwicklern und Vermietern

geringfügig in die Quere kommen. Die

trotz allem sehr positive Entwicklung wäre

laut Analyse noch deutlich zu steigern, allerdings

soll die Entscheidung des OGH über

den Lagezuschlag im Richtwert und die

daraus entstandene neue Lagezuschlagkarte

teils zu einer Verunsicherung bei Mietern und

Investoren führen. Ebenso die Verschärfung

bei Abbruchbestimmungen für Gründerzeithäuser

und der höhere Anteil geförderter

Wohnungen bei Neuwidmungen hätten

Einfluss auf den florierenden Markt.

Fotos: Michael Stelzhammer/www.findmyhome.at/premiumliving, beigestellt

126 falstaff LIVING 01 / 19


Mehr vom Leben sehen.

Mit innovativen Falt-, Hebe- und Schiebelösungen.

Mehr Design: Großzügige Glasflächen, unbegrenzte Farbvielfalt

und maximale Transparenz für optimalen Lichteinfall.

Mehr KoMfort: Schnell, einfach und geräuschlos zu öffnen,

perfekte Wärmedämmung und Energiekosten senkend.

Mehr innoVAtion: Koppelbar mit Fingerprint, Funk oder iPad.

mehrvomlebensehen.com


esidences / POSTMODERNE

Kesse Lippe

Verstecken muss es sich

eigentlich gar nicht, das Sofa

»Favn«, dessen sinnlich

geschwungene Kurven an

einen Kussmund erinnern.

fritzhansen.com

Fotos: Marc Eggimann, Ossip van Duivenbode, beigestellt

128 falstaff LIVING 01 / 19


Happy Family

Holzpuppen aus der Serie »Wooden Dolls«, für

die sich Alexander Girard 1953 von traditioneller

Volkskunst inspirieren ließ. Jetzt wurden sie für

die Spring/Summer-Collection 2019 bei Vitra

wieder produziert. vitra.com

immer hin- und hergerissen. Auf ihrem Höhepunkt

Ende der 1970er- und Anfang der

1980er-Jahre galt sie vielen als willkommene

Dosis spielerischen Vergnügens nach Jahrzehnten

geradlinig-spröder Moderne, anderen

als oberflächlich-kommerziell. Bauten wie

Philip Johnsons als »Chippendale-Kommode«

tituliertes Hochhaus an der New Yorker

Madison Avenue und Möbel im wild gemusterten

Memphis-Design wie die von

Ettore Sottsass wurden als Innovation gefeiert

und als Kitsch verdammt. Kalt ließen

sie niemanden.

Der Trend hielt nicht lange an – schon in

den 1990er-Jahren fasste niemand die Postmoderne

mit spitzen Fingern an. Das ändert

sich nun. Junge Architekten wie das Duo

Space Popular in London und Adam Nathaniel

Furman, Co-Autor des Buchs »Revisiting

Postmodernism«, kleiden sich nicht nur in

bunten Farben und Mustern wie aus dem >

Fröhliche Farben, plakative Formen und opulente Muster. Heiterkeit statt strenges Grau.

Witz und Ironie statt Stirnrunzeln. Architekten und Designer entdecken die lange vergessene

Postmoderne wieder. Willkommen zurück! TEXT MAIK NOVOTNY

Das soll wohl ein Witz sein? – Diese

Frage haben sich wahrscheinlich einige

Besucher und Bürger der niederländischen

Stadt Zaandam angesichts

dieses neuen Gebildes, das seit 2010

im Stadtzentrum 40 Meter in die Höhe ragt,

gestellt. Wie eine riesige Staffage aus Theaterkulissen

mutet es an, das »Inntel Hotels«:

leuchtend grüne Scheiben mit weißen Fensterläden,

die die Fassaden traditioneller

Holzhäuser nachbilden. Die Mehrheit zeigte

sich jedoch begeistert: Endlich etwas Farbe

und Humor in der gesichtslosen Kleinstadt!

SPIELERISCHES VERGNÜGEN

Witz oder wertvoller Beitrag: Zwischen diesen

Deutungen war die Postmoderne schon

Schau in die Röhre

Die 2014 eröffnete Markthal

in Rotterdam kombiniert eine

öffentliche Markthalle mit

Wohnungen. mvrdv.nl

01 / 19

LIVING

falstaff

129


esidences / POSTMODERNE

Kecke Kulisse

Das »Inntel Hotel« im niederländischen

Zaandam verwandelt

Elemente traditioneller Holzhäuser

mit reichlich Humor zu einem 40 Meter

hohen Turm, der als unübersehbares

neues Wahrzeichen dient.

wam-architecten.nl

Postmoderne Bauten wie

Philip Johnsons Hochhaus

in New York und Möbel im wild

gemusterten Memphis-Design

von Ettore Sottsass ließen

niemanden kalt.

CHIPS UND WÜRSTE

Nicht nur in der Architektur, auch im Design

und Interieur feiert die Postmoderne ein

Comeback. Wie sonst soll man es nennen,

wenn ein Lounge-Sessel nicht nur »Chips«

heißt, sondern seine Form auch der eines

Kartoffelchips nachempfunden ist? Die tschechische

Designerin Lucie Koldová hat ihn für

den Hersteller Ton entworfen, und er sieht

keineswegs wie ein Witz aus, sondern sehr

komfortabel. Nur eben mit einem lässigen

Augenzwinkern – und einer Auszeichnung

mit dem German Design Award 2019.

Wer weniger auf Chips steht, dem schmeckt

vielleicht der wurstartige Sessel Sam Son von

Designer Konstantin Grcic. Ein gebogenes

Stück runder Kunststoff dient hier als Rückenlehne,

das Ganze ähnelt einem freundlichen

Wesen aus einem Cartoon. Kindliche, spielerische

Freude, die einem jedes seriöse Stirnrunzeln

austreibt (bequem ist der Sessel

natürlich trotzdem). Ähnlich pointiert ist das

>

Memphis-Katalog, sie designen auch

Häuser, Räume und Möbel, die dem gediegenen

Schwarz, Grau und Weiß der Architekten

eine freche Nase drehen.

Auch die 2014 eröffnete Markthalle in Rotterdam,

entworfen vom Büro MVRDV, drückt

auf die Farbtube. Wie eine gigantische Röhre

in die Stadt gestellt, ist ihr Inneres – ein 40

Meter hohes Gewölbe – mit einem LSD-

Traum aus Obst, Gemüse und flatternden

Insekten bedruckt, gestaltet von den Künstlern

Arno Coenen und Iris Roskam. Ob man

es als postmodern definiert oder nicht, darüber

dürfen sich Theoretiker den Kopf zerbrechen,

farbig-frech ist es jedenfalls, mit einem

gesunden Schuss Popkultur und Populismus.

Friss mich!

»Plumy« heißt dieser freundlichfreche

Sessel von Annie Hiéronimus,

aus dem man nur schwer wieder

aufstehen möchte. ligne-roset.com

Fotos: Peter E Barnes, www.lukaspelech.com, beigestellt

130 falstaff LIVING 01 / 19


Collage mit Noblesse

Der Fabergé-Salon in

Genf, entworfen von

Hayon Studio, kombi -

niert das Diskrete und

Exquisite mit einem

Schuss Sixties-Sinnlichkeit

und Eighties-Postmoderne.

hayonstudio.com

Rote Wurst

Der Sessel von Konstantin Grcic

mit seiner wurstartigen Lehne hat

das Zeug zum neuen Klassiker.

magisdesign.com

amerikanische Designer Alexander Girard

(1907–1993), den Vitra dieses Jahr mit einer

Sonderedition feiert. Girard, Freund und

Zeitgenosse von Charles und Ray Eames,

entwarf Textilien und Objekte mit lebhaften

Mustern, inspiriert von der Volkskunst, die

er liebte und sammelte. Seine Stoffe werden

heute noch produziert, und seine 1953

gestaltete Großfamilie von bemalten Holzpuppen

ist so zeitlos, dass sie Moderne und

Postmoderne hinter sich lässt. Kein Witz!

<

Sofa »Favn«, vom spanischen Designer Jaime

Hayon entworfen: fleischrosa gekurvte Lippen,

ein Bild, das sich sofort einprägt. Oder

der knautschige Sessel von Annie Hiéronimus,

der etwas an eine in sich gestülpte Seegurke

erinnert.

Knusperfrisch

Der Sessel »Chips« von

Designerin Lucie Koldová ist –

man ahnt es – der Form eines

Kartoffelchips nachgebildet.

Bequem ist er natürlich auch.

Ganz ohne Kalorien! ton.eu

WIEDERENTDECKT

Vielleicht ist die neue Heiterkeit im Design

auch gar nichts Postmodernes, sondern nur

eine Wiederentdeckung von etwas, das immer

schon da war. Wiederentdeckt wie der

Ob man es als postmodern

definiert oder nicht,

darüber dürfen sich Theoretiker

den Kopf zerbrechen, farbig-frech

ist es auf jeden Fall.

01 / 19

LIVING

falstaff

131


esidences / ENGLISCHE LANDHÄUSER

VERY

Meer, Natur und schmucke

Städte: Der Süden Englands

hat viel zu bieten. Die jüngste

Preis entwicklung im Zuge der

Brexit-Diskussion trägt dazu bei,

dass das Interesse von Käufern

an edlen Landhäusern steigt.

TEXT ROBERT PRAZAK

BRITISH

Foto: www.MishaPhoto.co.uk

132 falstaff LIVING 01 / 19


Herrschaftlicher Landsitz

Dieses großzügige Manor

House in Salisbury übertrifft

alle Erwartungen, die man an

ein Landhaus stellen könnte,

und bietet neben traditionellem

Flair auch reichlich

modernen Luxus.

christiesrealestate.com

01 / 19

LIVING

falstaff

133


esidences / ENGLISCHE LANDHÄUSER

MANOR HOUSE MIT VIEL PLATZ, SALISBURY

England und Immobilien? Da denken

wir doch zuerst mal an London mit

seinen tollen Projekten und wahnwitzigen

Preisen. Doch wer sich außerhalb

der Metropole umsieht, findet derzeit

tolle Gelegenheiten, in außergewöhnliche

Objekte zu investieren – vor allem im Süden

des Landes. Und jetzt ist die beste Zeit dafür,

denn das britische Pfund rasselt in den Keller,

die Währung war Anfang des Jahres auf

dem tiefsten Stand seit rund 20 Jahren. Der

Grund ist klar: Der drohende Brexit und die

politischen Zerwürfnisse rund um den EU-

Austritt machen Wirtschaft und Politik zu

schaffen. Das hat Auswirkungen auf den

Markt. Bobby Hall ist Experte des Immobiliendienstleisters

The Buying Solution, der zu

Knight Frank gehört: »Sogar die Top-Kategorie

in London hat wegen der Ungewissheit

rund um den Brexit Preisdämpfer erhalten,

dazu kommen hohe Steuerabgaben.« Diese

Entwicklung in Kombination mit dem niedrigen

Pfund sollten Käufer aus Europa jetzt

nutzen, meint Hall – und weist im Besonderen

auf den Süden des Landes hin, etwa auf die

Region rund um Winchester und Chichester.

Wer Tradition mag, wird mit diesem Haus aus dem 17. Jahrhundert seine reine Freude haben: Genau so stellt

man sich ein englisches Landhaus vor. Das große Anwesen in der Nähe von Salisbury in der Grafschaft

Wiltshire – rund zwei Autostunden von London entfernt – verfügt unter anderem über einen Tennisplatz und

einen akkurat getrimmten Park. Das Haus selbst, das im Laufe der Zeit durch zwei Anbauten ergänzt wurde,

hat nicht weniger als sieben Schlafzimmer, sechs Badezimmer, eine üppig eingerichtete Küche und mehrere

offene Kamine. Es würde einen nicht wundern, käme Miss Marple um die Ecke und würde von einem ungeklärten

Mordfall berichten … Und selbst für Krimi-Verweigerer bietet das Haus ausreichend Atmosphäre. Es

wird von Christie’s um rund 3,3 Millionen Pfund angeboten. christiesrealestate.com

»Sogar die Top-Kategorie

in London hat wegen der

Ungewissheit rund um den

Brexit Preisdämpfer erhalten.«

Das Angebot an interessanten Objekten ist

scheinbar groß, bei genauerer Betrachtung

trennt sich aber bald die Spreu vom Weizen:

Die Kombination aus idealem Standort,

Haus mit moderner Einrichtung und guter

Infrastruktur ist dann doch nicht so leicht

zu finden. Viele der angebotenen Häuser sind

renovierungsbedürftig, was nicht nur eine

Frage der Finanzen, sondern auch des Zeitaufwands

ist. Vor allem die alten Landhäuser

sind begehrt, doch ihr Zustand entspricht

nicht immer den Wünschen der Käufer. Im

Gegensatz zu Mitteleuropa werden auch

relativ selten bereits renovierte Häuser angeboten,

oft überlassen es die Käufer den neuen

Eigentümern, die Immobilie zu erneuern.

Zurück zum Brexit: Die Unsicherheit über

die wirtschaftliche und politische Lage Englands

hat auch im Süden des Landes zu einer

gedämpften Nachfrage geführt. Makler berichten

gegenüber LIVING, dass sich der

BOBBY HALL Partner, The Buying Solution >

Fotos: www.MishaPhoto.co.uk, Mike Harris, beigestellt

134 falstaff LIVING 01 / 19


BRITISCHES FLAIR IN SUSSEX, EAST GRINSTEAD

Herontye House heißt dieses ehrwürdige Haus samt beeindruckendem Anwesen in der Ortschaft East

Grinstead in West-Sussex – bekannt für seine Fachwerkhäuser und auf halbem Weg zwischen London

und der Küste gelegen. Das Hauptgebäude wurde 1912 errichtet und 2000 aufwendig renoviert. Die fünf

Schlafzimmer verteilen sich auf drei Stockwerke, die Wohnfläche beträgt rund 420 Quadratmeter. Ein

großer Garten, der an einen Park grenzt, zählt zu den Besonderheiten. Nach London geht es mit der Bahn,

bis zum kleinen Bahnhof der Gemeinde ist es nicht weit; auch die Anbindung an die Hauptstadt mit dem

Auto ist gut. Der Kaufpreis: 1,1 Millionen Pfund. onthemarket.com

ELEGANTES ANWESEN, PENSHURST

Redwood heißt dieses mächtige Haus, das 1990 im Queen-Anne-Stil erbaut und 2005 erneuert bzw. erweitert

wurde; Architekt Quinlan Terry zeichnete unter anderem auch für den Umbau von 10 Downing Street

verantwortlich. Das Haus mit fünf Schlaf- und vier Badezimmern trägt nicht umsonst den stolzen Kaufpreis

von knapp acht Millionen Pfund: Schon der Stiegenaufgang ist majestätisch, der Ausblick auf die riesige

Parklandschaft toppt das aber noch. Die Einrichtung ist gediegen bis üppig, vor dem Kamin steht ein Flügel,

und im Speisezimmer darf sich der zukünftige Besitzer dem englischen Landadel zugehörig fühlen. Es gibt

sogar einen eigenen Küchengarten, und der eigene See darf ebenfalls nicht fehlen – da wäre der beheizte

Pool fast schon verzichtbar. Das Ganze liegt in der Ortschaft Tonbridge in Kent, rund eineinhalb Autostunden

von London entfernt. christiesrealestate.com

REGIONALKUNDE

Welche Gegenden im Süden Englands sind

bei Käufern vom Festland begehrt? Ein wichtiges

Kriterium ist die gute Erreichbarkeit von

London bzw. von den Londoner Flughäfen

aus – Gatwick liegt für Fahrten in Richtung

Süden günstiger als Heathrow. Prinzipiell bietet

die gesamte Küste im Südosten zwischen

Dover und Portsmouth schöne Städte und

Dörfer. Bekannt sind Orte wie Brighton, das

im Sommer allerdings recht überlaufen ist.

Ein Geheimtipp ist der South Downs National

Park bei Portsmouth mit der schönen Stadt

Chichester – dort haben viele Londoner ihr

Wochenend-Domizil aufgeschlagen. Für Bobby

Hall, Experte von Buying Solutions, ist

Winchester derzeit der Hotspot im Süden:

»Es ist ein wichtiger Knotenpunkt von London

zur Küste hinunter, außerdem mit Zügen

von Waterloo in gut einer Stunde zu erreichen.«

Das wirkt sich auf die Preise aus, die

im Gegensatz zu jenen in anderen Städten in

der Region seit 2016 um rund zehn Prozent

gestiegen sind. »Winchester bietet derzeit

gute Investmentmöglichkeiten«, meint Hall.

Weiter im Westen lockt die Englische Riviera

mit Orten wie Torquay (Geburtsstadt von

Agatha Christie!) und einem überraschend

milden Klima. Hier fühlt man sich wie am

Mittelmeer, was auch an den Immobilienpreisen

sichtbar wird. Ein Minuspunkt ist

die etwas umständlichere Anreise, außerdem

ist die Auswahl an Projekten mit guter

Qualität überschaubar.

01 / 19

LIVING

falstaff

135


esidences / ENGLISCHE LANDHÄUSER

STRANDTRAUM, SANDWICH BAY

Mit typisch britischem Understatement wird dieses Haus an der Südostküste

als »wahrscheinlich bestes Strandhaus in England« angepriesen – überall anders

wäre das »wahrscheinlich« weggelassen worden. Das Haus aus den

1920ern liegt an der Sandwich Bay beim Ort Sandwich in Kent – dort soll die

bekannte Mahlzeit dieses Namens erfunden worden sein. Es bietet direkten

Blick auf den Ärmelkanal und grenzt direkt an den Royal St. George’s-Golfklub.

Die Lage direkt am Strand ist natürlich das Killerargument, aber auch sonst hat

sich das Objekt mit acht Schlafzimmern und vier Badezimmern einen zweiten

Blick verdient: Es verbindet Tradition – etwa in Form der Tudor-Materialien –

und Moderne auf geschickte Art und Weise. Es wirkt gemütlich, aber nicht altertümlich,

wie es sonst oft genug passiert. Im Nebenhaus, das diesen Namen

gar nicht verdient, gibt es nochmals zwei Schlafzimmer; im umzäunten Garten

findet man einen beheizten Pool. struttandparker.com

>

Verkauf von Häusern in der Region –

sogar in begehrten Städten wie Torquay oder

Bognor Regnis – überraschend lange hinziehen

kann. Derzeit agieren nämlich nicht nur die

Engländer selbst verhalten, sondern auch

Käufer aus dem Ausland wollen lieber noch

abwarten. Schließlich zählt auch die abseh bare

Wertentwicklung zu den wichtigsten Kriterien

eines Immobilienkaufs. Wer sich allerdings in

ein schönes Landhaus an der Küste verliebt, den

werden solche schnöden Argumente ohnedies

nicht aufhalten können …

<

Fotos: beigestellt

WORAUF KÄUFER

ACHTEN SOLLTEN

Verkehrsanbindung: Entlang der Hauptverkehrsrouten

von London nach Süden sind die

Preise höher, dafür ist man rascher in der Hauptstadt

oder am Flughafen. Nicht aus allen Regionen

ist die Zugverbindung gut.

Nachfrage: In begehrten Städten wie Torquay

oder Margate sind Immobilien dem allgemeinen

Trend zum Trotz rasch vergeben – da kommt

es zu Preiskämpfen unter den Interessenten.

Makler berichten von Verkaufspreisen bis zu

20 Prozent über dem eigentlichen Angebot.

Küste: Wer Meer will, muss dafür etwas höhere

Preise in Kauf nehmen. Nicht vergessen, dass es

außerhalb der Sommermonate an der Küste

stürmisch und ungemütlich werden kann.

IM PRIVATBEZIRK, WEYBRIDGE

Platzangst dürfte in diesem Haus nur die Wenigsten befallen: Dieses neue

Objekt namens Whitelands ist wahrlich beeindruckend, vom akkurat gepflegten

Garten über die eleganten Räume bis zu den »Nebenräumen« wie

Wein- und Zigarrenzimmer sowie Spielzimmer. Der Kaufpreis: knapp 17

Millionen Pfund. Ein Indoor-Pool darf ebensowenig fehlen wie Fitnessraum

und Spa; es gibt zwei Küchen, sechs Schlafzimmer und fünf Badezimmer.

In der Garage dürfte eigentlich nur ein Rolls-Royce als eines von sechs

Autos stehen, aber das bleibt natürlich den neuen Eigentümern überlassen.

Das Ganze befindet sich in St. George’s Hill, einem privaten Anwesen mit

rund 400 solcher Luxusunterkünfte, Golf- und Tennisklubs. Der nächste Ort

ist Weybridge, rund 25 Kilometer südwestlich von London gelegen – bis

dorthin ist es rund eine Stunde mit dem Rolls. beauchamp.com

136 falstaff LIVING 01 / 19


EXKLUSIVE

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esidences / LIVING SALON

Eine Frage der Perspektive

Die Experten des LIVING Salons

(v. l. n. r.): Bruno Sandbichler,

Barbara Feller und Robert Korab.

138 falstaff LIVING 01 / 19


Zu welchen

Themen wollen

wir wohnen

Wohnen mit Kindern, autofreie

Mustersiedlung oder ein Haus für

Künstlerinnen und Musiker: Immer

häufiger entstehen in Mitteleuropa

sogenannte Themenwohnbauten,

die sich an ganz bestimmte Bevölkerungsgruppen

richten. Doch was

ist dran an diesem Trend? Und warum

sehnen wir uns so sehr nach einem

Leben unter Gleichgesinnten?

MODERATION UND TEXT WOJCIECH CZAJA

FOTOS LUKAS ILGNER

LIVING: Wie wohnen Sie denn

selbst? Welches Thema zieht sich

durch Ihre eigenen vier Wände?

BRUNO SANDBICHLER: Ich

wohne in einem wunderschönen

Gründerzeithaus in Wien-Neubau. Allerdings

ist die Wohnung eine Übergangssituation.

Meine Partnerin und ich werden Ende des

Jahres in unser eigenes Baugruppenprojekt

im Sonnwendviertel ziehen. Ich freue mich

schon sehr darauf.

BARBARA FELLER: Ich wohne seit 30 Jahren

in einer Altbauwohnung, ebenfalls im siebten

Bezirk. Nachdem mein Partner in Ottakring

wohnt, kenne ich auch diesen Teil von Wien

sehr gut. Das Wichtigste für mich ist viel Licht.

ROBERT KORAB: Ich wohne seit 22 Jahren

in der Sargfabrik, die ich damals selbst mitentwickelt

habe. Das ist ein sehr radikales,

programmatisches, ja nahezu politisches

Wohnprojekt, das nicht nur aus Wohnen

besteht, sondern auch kulturelle und gastronomische

Einrichtungen umfasst. Heute Abend

gehe ich in ein Konzert, das bei uns im Haus

stattfindet.

Hatten Sie je das Bestreben, sich mit

Gleichgesinnten zu umgeben?

KORAB: Die Sargfabrik hat sich ganz klar der

Community verschrieben. Wir sind viele individuelle

Charaktere, wir sind ein wirklich bunter

Haufen von Menschen, aber in gewisser Weise

sind wir insofern gleichgesinnt, als wir uns nach

einem gemeinschaftlichen Wohnen gesehnt

haben. Es ist ein Wohnen mit gewissen Ritualen

und einer Nachbarschaft, die sicherlich intensiver

gepflegt wird als bei anderen Wohnprojekten.

FELLER: Da nehme ich eine ziemliche Gegenposition

ein. Ich bin gerne individuell und genieße

auch eine gewisse Anonymität und Abgeschiedenheit.

Aber ist nicht genau das das Schöne am

Lebensraum Stadt? Man kann sich mischen oder

eben nicht – wie es einem halt beliebt.

SANDBICHLER: Die Frage ist nur, ob sich die

Stadt wirklich so mischt, wie man sich das wünschen

würde.

FELLER: Nicht immer. In Ottakring gibt es in

unmittelbarer Nähe das Wirtshaus »Zum alten

Sünder« für die Wiener, das »Café Dragica« für

die Kroaten, Serben und Bosnier und die »Duru-

Bar« für die türkischstämmige Bevölkerung. Eine

Durchmischung findet hier nicht wirklich statt.

KORAB: Vielleicht mischt sich die Bevölkerung

nicht in jedem Lokal und in jedem Wohnhaus.

Aber das Tolle an Wien ist, dass die Bezirke und

Wohngrätzel komplett durchmischt sind. >

01 / 19

LIVING

falstaff

139


esidences / LIVING SALON

>

Diesen heterogenen Mix gibt es nicht in

jeder Stadt. Man denke nur an London, Paris,

New York …

Wann und wo ist denn die Idee des Themenwohnbaus

entstanden?

FELLER: Wo zieht man die Grenze? Sind die

Arbeitersiedlungen in Wien-Favoriten, die an

der Wende zum 20. Jahrhundert entstanden

sind, schon Themenwohnbau? Kann man das

Rote Wien der Zwanzigerjahre dazuzählen? In

den großen Gemeindebauten gab es ja eine Fülle

an sozialer Infrastruktur – etwa Kindergärten,

Künstlerateliers, Theatersäle und so weiter.

SANDBICHLER: Ich komme aus Tirol, und ich

kann mich erinnern, dass es in jedem Tiroler

Städtchen eine eigene Südtiroler Siedlung gegeben

hat. Diese Gruppierung nach geografischer

Herkunft ist auch eine Art Themenwohnbau.

FELLER: Aber so, wie wir Themenwohnbau

heute verstehen, würde ich sagen: Die Anfänge

liegen in den frühen Achtzigerjahren. Einer der

Bruno Sandbichler

»Ganz generell kann man sagen,

dass Themenwohnbauten immer

auch mit Milieus und gesellschaftlichen

Gruppen zu tun haben.«

ersten Themenwohnbauten ist wohl das Projekt

»Wohnen mit Kindern« von Ottokar Uhl.

KORAB: Für mich ist der Themenwohnbau in

seiner heutigen Form eine Antwort auf die

immer differenziertere, immer emanzipiertere

Bevölkerung. Wir leben heute alle in Nischen

und umgeben uns gerne mit Gleichgesinnten,

die ähnliche Wertevorstellungen haben wie wir

und die vielleicht auch ähnlichen Lebenszielen

nachgehen. Wir haben heute eine soziale und

gesellschaftliche Vielfalt wie nie zuvor!

Welche Themen werden vordergründig

beleuchtet?

SANDBICHLER: Ganz generell kann man

sagen, dass Themenwohnbauten immer auch

mit Milieus und gesellschaftlichen Gruppen zu

tun haben. Die Themen, die ich erkenne, haben

mit beruflichen Hintergründen zu tun, mit der

Sehnsucht nach Grün, mit Freizeitverhalten,

mit familiären Situationen, mit einem Bekenntnis

zu gewissen Mobilitätssystemen wie etwa

Radfahrkultur oder Autofreiheit und so weiter.

Eigentlich gibt es nichts, was es nicht gibt. In

unserem eigenen Baugruppenhaus im Sonnwendviertel

»Grüner Markt« finden sich

Menschen mit ganz unterschiedlichen Motivationen

zusammen.

KORAB: Und man darf bei alledem nie vergessen:

Wir sprechen hier niemals von Massenwohnbau,

sondern immer von einer etwas elitären,

alternativen Bürgerlichkeit, die ein so

glückliches Leben führt, dass sie es sich leisten

kann, sich über das eigene Wohnen Gedanken

zu machen. Nicht jeder ist in dieser Situation!

SANDBICHLER: Ist die lebendige Stadt aber

nicht auch ein Thema der Stadtentwicklung?

Genau diese Leistung erwarte ich mir von einer

modernen, liberalen Stadtpolitik.

Gibt es auch Themen, die Sie kritisch sehen?

FELLER: Problematisch wird es für mich dort,

wo mich ein Themenwohnbau einschränkt und

keine persönliche Entwicklung zulässt. Will ich

in ein Wohnhaus für alleinerziehende Mütter

ziehen? Will ich von lauter Alleinerziehenden

umgeben sein? Und was passiert, wenn sich

meine familiäre Situation ändert, wenn ich

plötzlich einen Partner habe oder heirate?

Muss ich dann ausziehen?

KORAB: Für mich wird es problematisch,

wenn ich das Gefühl habe, dass Architektur

ganz offensichtlich die Aufgabe auferlegt

bekommt, gesellschaftliche Aufgaben und

Probleme zu lösen. Kann sie das? Soll sie das?

Darf sie das? Ich erlebe immer wieder die

Barbara Feller

»Mein Wohntema lautet Vielfalt

und Durchmischung.«

Erwartungshaltung, dass ein Wohnbau

heilende Wirkung haben muss. Umso mehr

ein Themenwohnbau. Da bin ich skeptisch.

Herr Sandbichler, Sie bauen im Sonnwendviertel

gerade den Themenwohnbau »Grüner

Markt«, in den Sie selbst einziehen werden.

Wodurch zeichnet sich dieses Projekt aus?

SANDBICHLER: Die Kernidee des »Grünen

Markts« war das produzierende Haus, also ein

Haus, in dem materielle und immaterielle Dinge

entstehen und hergestellt werden. Als einer

der ersten Interessenten ist ein Aquaponik-

Betrieb auf den Zug aufgesprungen, also ein

Unternehmen, das in einem Kreislauf Fischfarm

mit Gemüseanbau kombiniert. Daher

auch der Projektname »Grüner Markt«.

Natürlich nimmt die Entwicklung eines

solchen Baugruppenprojekts mehrere Jahre

in Anspruch, und eines Tages haben wir den

Betrieb als Mieter verloren.

Was tut man dann?

SANDBICHLER: Man denkt weiter und überlegt,

wie man die Idee des »Grünen Markts«

weiterentwickeln kann. Der »Grüne Markt«

140 falstaff LIVING 01 / 19


wird nun vor allem ein soziales Wohnprojekt

mit einer alternativen Schule mit Mehrstufenklassen,

einer große Behinderten-Werkstätte,

einer Haute-Couture-Schneiderei und einem

kleinen Café. Wir sehen die Farbe Grün mittlerweile

als Statement für Nachhaltigkeit. So

gesehen passt der Name immer noch sehr gut.

Herr Korab, Sie planen für die vor drei

Jahren gegründete Wohnbaugenossenschaft

Die WoGen nun selbst auch ein Quartiershaus

im Sonnwendviertel. Welches Thema

verfolgen Sie?

KORAB: Bei uns geht es um die gesellschaftliche

Vielfalt und somit auch um gesellschaftliche

Inklusion. Wir haben einen wilden Mix

aus Wohnen, Büro und Gewerbe. Es wird

klassische Wohnungen, Cluster-Wohnungen

und Büroflächen geben. Außerdem planen

wir im Untergeschoß ein FabLab mit CNC-

Maschinen, 3-D-Plotter und diversen digitalen

Maschinen. Allerdings sind wir jetzt erst in der

Einreichphase. Fertigstellung ist Anfang 2021.

Wie leicht oder wie schwer ist es, so ein Projekt

auf die Beine zu stellen und zu finanzieren?

SANDBICHLER: Schwer. Aber mit Unterstützung

durch einen gemeinnützigen Bauträger

ist vieles möglich!

KORAB: Sehr schwer.

SANDBICHLER: Bauen ist ein sehr kapitalintensives

Geschäft. Die Planung, die Finanzierung

und auch die Vermarktung so eines

Projekts nimmt viel Zeit und Energie in

Anspruch.

KORAB: Das ist ein extremer Aufwand!

SANDBICHLER: Wir sind als Architekten,

Projektentwickler und Immobilienmakler

unterwegs. Es braucht Leidenschaft!

Die Architekturstiftung ist vor Kurzem

ebenfalls ins Sonnwendviertel gezogen.

FELLER: Ja, wir waren – so wie übrigens alle

österreichischen Architekturhäuser – immer in

Altbauten untergebracht. Wir sind vor wenigen

Wochen in ein Quartierhaus gezogen, das auf

den Namen »Stadtelefant« hört. Das ist ein

Haus mit Wohnungen und Büros für Architekten,

Fachplaner und einer Firma für Bau-Software.

Wir dachten uns: Wenn wir schon neue

Architektur vermitteln, dann müssen wir selbst

auch einmal in einem Neubau beheimatet sein.

Entwicklung und Errichtung ist das eine.

Doch wie funktionieren denn die langfristige

Pflege und der langfristige Betrieb solcher

Projekte?

SANDBICHLER: Man muss am Ball bleiben

und die Gemeinschaft aktiv pflegen. Wir

versuchen, auch mögliche Konflikte aktiv

anzusprechen.

FELLER: Ich denke, man muss den Betrieb

in gewisser Weise professionalisieren.

KORAB: In der Sargfabrik steckt hinter all

den Einrichtungen wie Café, Musiklokal und

Schwimmbad ein professioneller Betreiber,

nämlich das Unternehmen Sargfabrik selbst,

mit aktuell 20 Angestellten. Nicht zu vergessen

eine starke Gruppe sehr engagierter Bewohnerinnen

und Bewohner. Anders wäre das nie

auf so lange Sicht gut gegangen.

Gibt es ein internationales Projekt, das den

Themenwohnbau betrifft, von dem wir noch

etwas lernen können?

SANDBICHLER: Ja! In Holland werden Baugruppen

und Themenwohnbauten ganz

bewusst dazu verwendet, heruntergekommene

Stadtviertel zu sanieren. Die Stadt Rotterdam

Robert Korab

»Für mich ist Themenwohnbau in

seiner heutigen Form eine Antwort

auf die immer differenziertere,

immer emanzipiertere Bevölkerung.«

DIE LIVING-SALON-

GESPR ÄCHSPARTNER

Robert Korab, geboren 1955 in Wien, studierte

Physik und Wissenschaftstheorie in

Wien und forschte lange Zeit im Bereich

Umwelt und Energie. 2001 gründete er das

Planungsbüro raum& kommunikation, das

sich mit Stadtplanung, Städtebau und Projektentwicklung

beschäftigt. Seit 2016 ist er

Vorstand der Wohnbaugenossenschaft Die

WoGen. raum-komm.at, diewogen.at

Barbara Feller, geboren 1960 in Wien, studierte

Geschichte, Philosophie, Psychologie

und Pädagogik in Wien. Seit 1996 ist sie

Geschäftsführerin der Architekturstiftung

Österreich. Zudem ist sie Obfrau der Initiative

für Baukulturvermittlung für junge Menschen

und betreut bei KulturKontakt Austria Architekturvermittlung

an Schulen.

architekturstiftung.at, bink.at

Bruno Sandbichler, geboren 1961 in Tirol,

studierte Architektur an der Akademie der bildenden

Künste in Wien. 1995 bis 2012 Büropartnerschaft

mit Feria Gharakhanzadeh. Seit

2012 leitet er sein eigenes Büro Sandbichler

Architekten ZT GmbH. Im Juni 2019 wird das

Projekt »Grüner Markt« im Sonnwendviertel

übergeben. s-arch.at, gruenermarkt.at

hat vor einigen Jahren einer Baugruppe ein

Grundstück samt Gebäuden in Wallisblok,

einer sogenannten No-Go-Area, geschenkt.

Durch die Sanierung und Bewohnung dieser

Häuser ist es gelungen, nach und nach andere

Bewohner und Firmen anzulocken, die das

Grätzel Stück für Stück entwickelt und wiederbelebt

haben.

Und von welchem Themenwohnbau träumen

Sie persönlich?

KORAB: Ein Wohnbau mit größtmöglicher

Inklusion. Kann man verschiedene Positionen

und Personen unterschiedlicher sozialer

und kultureller Herkunft mit all ihren Unter -

schieden an einem gemeinsamen Ort bündeln?

Das würde mich interessieren.

FELLER: Dem schließe ich mich an. Mein

Wohnthema lautet Vielfalt und Durchmischung.

SANDBICHLER: Ich träume von einem Projekt,

das seine Bau- und Rechtsregeln selbst

definieren kann.

<

01 / 19

LIVING

falstaff

141


AM HAFEN

KITZBÜHEL

MY

FAVORITE

PROJECTS

Einen historischen Bauernhof in Kitzbühel

kaufen zu können ist eine absolute

Rarität. Noch dazu spricht die Lage für

sich, denn ein 360-Grad-Panoramablick auf

die gesamte Kitzbüheler Bergwelt ist gewährleistet,

und auch die Sonneneinstrahlung ist

optimal. Der Hof befindet sich in ausgezeichnetem

Zustand und beinhaltet im Moment

drei getrennte Wohnungen, die aber ohne

großen Aufwand zu einer großzügigen Einheit

vereint werden können. Die angeschlossene

Tenne bietet Platz für einige Autos und

kann auch sonst mit bestimmten Auflagen

einer vielschichtigen Verwendung zugeführt

werden. In Summe ein äußerst interessantes

Angebot, das sicherlich nicht jeden Tag auf

den Markt kommt. Vor allem aber ist es begrüßenswert,

wenn historische Objekte zumindest

von außen in originalem Zustand

erhalten werden und dadurch fortbestehen.

FRANZ GOBEC

CEO Kitzimmo

Immobilientreuhänder

kitzimmo.at

Faszination Immobilien:

Drei Branchenprofis erzählen

in LIVING, welche Projekte

ihnen in Österreich besonders

am Herzen liegen.

Das Projekt Am Hafen liegt direkt

am Wasser, mitten im UNESCO-

Welterbe neben dem Seebad in

Neusiedl am See bzw. bei der »Mole West«,

und besteht aus 21 Seehäusern. Einzigartig ist

die Lage der Seehäuser – direkt am offenen See

und außerhalb des Schilfgürtels mit direktem

Seezugang. Alle Häuser haben einen Bootsanlegeplatz

und Badesteg direkt vor dem

Wohnzimmer. Die Ausrichtung der Seehäuser

ist entweder südöstlich – »Hafenstimmung« –

oder südwestlich – »Naturoase« – entlang

eines privaten Piers. Die Seehäuser mit Flächen

von 112 bis 190 m² sind mit Grund und

Boden im Eigentum erwerbbar. Die Nutzung

als Nebenwohnsitz ist ganz jährig möglich, der

Verkauf hat bereits begonnen. Die Fertigstellung

des Projekts ist für Juni 2019 geplant.

WOLFGANG GOLLNER

Geschäftsführender

Gesellschafter

des Projekts Am Hafen

amhafen.at

Fotos: Neusiedl am See Projektentwicklung GmbH, www.bigshot.at/Christian Jungwirth, beigestellt

142 falstaff LIVING 01 / 19


BLUMENGASSE 54

In der Blumengasse 54 im 17. Wiener Bezirk

entsteht ein Neubau mit 33 Wohnungen,

die sich über vier Regel- und zwei Dachgeschoße

aufteilen. Die Immobilie bietet ein

breites Angebotsspektrum für Wohnungssuchende:

Von gut geschnittenen Single-Apartments

bis hin zu weitläufigen, 101 m² großen

Wohnungen ist alles dabei. In den zwei Untergeschoßen

befinden sich die Kellerabteile und

ein Parklift mit 16 Stellplätzen. Die Wohnungen

bestechen durch ein ausgeklügeltes

Wohnkonzept, große Fenster und die ruhige

Lage. Die hofseitig gelegenen Wohnungen

sind zusätzlich mit Balkonen ausgestattet,

die Raum für ein Frühstück im Freien oder

Blumen- und Kräutertöpfe bieten. Im Dachgeschoß

fallen die Wohnungen besonders

großzügig aus, so profilieren sie sich durch

geräumige Wohnküchen und Freiflächen.

NATTAYA ENGLINGER

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my city

ST. PETERSBURG

Ein wesentlicher Anteil

der russischen Seele

muss in dieser Stadt zu

Hause sein. Das weite

Land beherbergt Geschichte

und Melancholie, die Hauptstadt

Moskau steht für Macht,

Geld und reichlich Selbstdarstellung.

St. Petersburg jedoch,

die Metro pole an Newa und

Ostsee, ist etwas Eigenes und

ganz und gar Russisches. Vornehm,

elegant und poetisch.

Architekt Sergey Mishin, in

»Piter« geboren, kennt die tiefsten

Geheimnisse seiner Heimatstadt.

»St. Petersburg ist kaum

älter als 300 Jahre. Es gibt hier

keine antiken Monumente.

Trotzdem wirkt es wie eine

ewige Stadt. Vielleicht durch

den majestätischen Verfall der

großartigen Paläste, die heute

teilweise fast Ruinen sind.«

Stille und Zartheit prägen

nicht nur die Stadt, sondern

auch ihre Bewohner, so Mishin.

»Es ist unmöglich festzustellen,

was zuerst diesen Charakter geprägt

hat – die Stadt oder die

Menschen.« Ein Charakter, der

sich im Laufe einer dramatisch

bewegten Geschichte, in der

die Stadt mehrmals den Namen

wechselte, erhalten hat – und

der sich in den Gebäuden der

Stadt, wie Sergey Mishin weiß,

lesen lässt.

»In der sowjetischen Ära hat

sich hier die Architekturschule

des Leningrader Modernismus

entwickelt, die sich aus den

Ideen des Konstruktivismus

speiste, aber sehr lokal und

eigenständig war. Sie hat sich

erstaunlich organisch in die

Stadt eingefügt. Sie hat die

Charakterzüge der Stadt bewahrt:

ihre verborgene Stärke,

ihre Majestät, ihre Poesie, ihre

Intelligenz und ihre Ablehnung

des Pathos.«

Die Stadt absorbiert

alles und macht es

sich zu eigen. Sie ist

mehr als die Summe

ihrer Teile. Einer der

erstaunlichsten Orte

der Welt.

SERGEY MISHIN

Geboren 1955 in St.

Petersburg, leitet seit

1995 das Büro Studio Mishin.

Bekannt wurde er durch seine

spektakuläre Villa Las Brisas

auf Mallorca (2013).

facebook.com/StudioMishin

LANDMARKS

Deutsche Botschaft

Von Peter Behrens und Ludwig

Mies van der Rohe, 1913.

»Steinfassaden auf einem

Rahmen aus Eisen. Die etwas

harsche und strenge Fassade

inspirierte viele Architekten

zum Bau neoklassizistischer

Gebäude im Stalinismus.«

Wasserturm der Fabrik

Roter Nagelschmied

Von Jakow Tschernichow,

1930. »Ein wichtiger Vertreter

des russischen Konstruktivismus

realisierte hier die

Verkörperung einer seiner

vielen architektonischen

Fantasien in Stahlbeton.«

Bürohaus Quattro Corti

Von Büro Piuarch, 2010.

»Mit den Mitteln der Hightech-Architektur

gelang hier

eine taktvolle Ergänzung der

historischen Umgebung im

Herzen der Stadt.«

Textilfabrik Rotes Banner

Von Erich Mendelsohn, 1926.

»Ein damals umstrittenes

Projekt, in dem trotz vieler

Änderungen Mendelsohns

Expressionismus voll zur

Geltung kommt.«

Fotos: Shutterstock, Andrea Martiradonna, beigestellt

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LIVING

INSPIRATION

158

156

Fotos: Gabriel Büchelmeier, Gianni Franchellucci, bild[ART]isten/Wetscher, Lukas Ilgner

148

GREEN GOES CLEAN

Grün zeigt sich in Kombination

mit schwarzen Akzenten von

seiner coolen Seite. (S. 148)

EVENT-CLIPPINGS

LIVING war zu Gast im »Six

Senses«-Resort und den

Wetscher Wohnwelten. (S. 156)

DATES TO KNOW

Von Mailand bis Paris – diese

Termine dürfen Interior-Fans

nicht verpassen. (S. 158)

MYKITCHEN

Diesmal ein Blick in die private

Küche von Starkoch Andreas

Fuchs. (S. 162)

162


inspiration / GRÜNES DESIGN

1.

GREEN GOES

CLEAN

Grün bewahrt sein frisches, sauberes

Image auch diese Saison. Mondäne

Akzente bringt dabei die trendige

Kombination mit intensivem Schwarz.

TEXT BARBARA BRANDTNER

Fotos: Gianni Fracnhellucci, beigestellt

148 falstaff LIVING 01 / 19


2. 3.

4.

5.

6.

1. Design großgeschrieben Inspiriert von unterschiedlichen Typografien, trägt

dieser Entwurf von Studio David Thulstrup je nach Ausführung die Namen

»Bold«, »Regular« oder »Light«. mobel-copenhagen.com

2. Es grünt so grün Eine ungewöhnliche, aber umso spannendere Farbwahl

für die Küche: Moosgrün in Kombination mit Gold. Naked Kitchens setzt auf

reduziertes Design und lässt die Farben für sich sprechen. nakedkitchens.com

3. Imposant Der edle Marmor »Laurentina Foresta« liegt hier einem großzügigen

Stiegenaufgang zu Füßen. Besonders eindrucksvoll mit schwarzen Lederchairs.

bisazza.com

4. Boudoir-Baby Der Cocktailsessel »Flair« aus dunkelgrünem Samt hat

sinnliche Formen. Eine ansteigende Rückenlehne und Fransen erlauben

große Auftritte! westwingnow.de

5. Auf Streife Zebra-Muster sind sozusagen die Geheimwaffe der Inneneinrichter –

die perfekte Prise Humor und Sophistication: Leinen-Kissen von Eichholtz.

indiajane.co.uk

6. Klassisch Die Vase »Babele« von Richard Ginori 1735 ist aus feinem Porzellan

und dabei spülmaschinenfest. Herrlich altmodische Dekadenz für feine Blüten!

harrods.com

7. Durchwachsen Viel los ist auf der Tapete »Miami« aus der Kollektion

»Geometric II«. Als Inspiration dienten hier die aufwendige Architektur

und die Vegetation von South Beach. cole-and-son.com

7.

01 / 19

LIVING

falstaff

149


inspiration / GRÜNES DESIGN

8. 9.

10.

8. Effektvoll Die »Viridian Table Lamp« aus Glas

und Nickel sorgt auf Tischen und Sideboards für

Art-déco-Flair. Besonders schön auf dunklem Holz.

grahamandgreen.co.uk

9. Strenge Linie Manuel Canovas designte den

Statement-Stoff »Morisot« für Vorhänge und

Bezüge. Inspirieren ließ er sich von traditionellen

indonesischen Ikat-Mustern. designs.colefax.com

10. Objektkunst Die »Napoleon Bust Candle«

ist weniger zum Anzünden als vielmehr zum

Bewundern gedacht. Ungewöhnlicher, schöner

Eyecatcher für die Bibliothek. trudon.com

11. Feinschliff Von wehenden Farnen ließ sich einst

René Lalique zu seiner Vase »Tourbillons« anleiten.

Das grüne Kristall wirkt am schönsten mit hellen,

kurzen Teerosen. lalique.com

12. Aufgeblüht Der Blumenstoff »Unikko« ist ein

ikonisches finnisches Design mit starkem Wiedererkennungswert

in Mode und Interior. Schön als

Vorhang. marimekko.com

13. Am Boden bleiben Genau das will man gleich auf

dem Teppich »Bonavita« von Designerin Suzanne

Sharp. Als Vorbild dienten hier alte Fliesen einer

Malteser-Kirche. therugcompany.com

11.

12.

13.

Fotos: beigestellt

150 falstaff LIVING 01 / 19


DER FORMDEPOT SALON:

BÜHNE FÜR HANDWERK,

ARCHITEKTUR UND DESIGN

SALONKULTUR. Im Zentrum des FORMDEPOT

SALON 2019 steht das multisensorische Erlebnis.

Architektur, Raum, Design und Marken werden so

inszeniert, dass die Wahrnehmung nicht nur das Auge,

sondern auch die restlichen Sinne anspricht und damit

ein unvergessliches Marken- und Designerlebnis für die

Besucher geschaffen wird.

Wir zeigen gestalterische Kompetenz, die sowohl künstlerisch-formend

als auch intellektuell-modellierend ist,

vernetzen theoretisches Wissen mit praktischem Können

und thematisieren die Welt der Ästhetik und das beständige

Streben nach wettbewerbsfähigen Innovationen.

WELLNESS-

EVOLUTION

ERSTPRÄSENTATION. Ein besonderes

Highlight des FORMDEPOT SALON 2019 ist die

Präsentation des neugeschaffenen Wellness bereichs,

der zeigt, wie moderne Entspannungskultur

inszeniert und verräumlicht werden kann.

Freitag, 1. März 2019

RAUM FÜR INNOVATION

Samstag, 2. März 2019

MULTISENSORIK – DESIGN ERLEBEN

Sonntag, 3. März 2019

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DER EINTRITT IST GRATIS.

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gebildet (55 % aller Leser haben ein

abgeschlossenes Studium oder Matura).

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beiden höchsten erhobenen Einkommensstufen).


FALSTAFF-WELT

Falstaff LIVING Interior – Design – Architektur

Die Fan-Gemeinde des exklusiven Magazins für

Design, Architektur & Immobilien wächst stetig.

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Die Zahlen aus der aktuellen GfK-Studie (Nov. 2018) zeigen:

82 % der Falstaff-Abonnenten (inklusive Gourmetclub) lesen Falstaff LIVING.

Falstaff-LIVING-Leser lieben Immobilien

78 % leben im Eigentum.

46 % besitzen mindestens zwei Wohnsitze.

44 % besitzen Immobilien als Wertanlage.

71 % ziehen Immobilien als Wertanlage in Betracht.

Falstaff-LIVING-Leser sind

gebildet (53 % haben einen Studienabschluss).

Kunstsammler (33 % sammeln Kunst).


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inspiration / REVIEW

EVENT-CLIPPINGS

Events, Messen, Präsentationen – LIVING zeigt die besten Design-Happenings aus der Szene.

DESIGN TRIFFT TR ADITION

Unter diesem Motto wurde die Minotti-Ausstellung in den Wetscher Wohngalerien eröffnet.

Full House Über 200 Gäste

waren gekommen, um die

brandneue Minotti-Schau

stilecht zu eröffnen.

Inspiration finden Design-

Liebhaber ab sofort in der

neuen Minotti-Ausstellung in

den Wetscher Wohngalerien.

Teambesprechung

Alessandro Minotti (3. v. l.) und

Martin Wetscher (3. v. r.) beim

Meeting mit ihren Mitarbeitern.

Als »Juwel in der Schatzkiste der Wetscher Nobelmarken«

streut Martin Wetscher seinem Gast Alessandro Minotti,

Sales-Manager der Interior-Dynastie und Sohn von Renato

Minotti, Rosen. Beide Unternehmen sind schon seit vielen Jahren

sowohl geschäftlich als auch freundschaftlich verbunden. Anlässlich

des 70-jährigen Jubiläums des Traditionshauses wurde nun in den

Wetscher Wohngalerien in Fügen/Tirol eine Sonderausstellung eröffnet.

Bei der Feier mit rund 200 Gästen wurde vor allem über

die Zusammenarbeit innerhalb der Familie parliert. »Ein Familienunternehmen

wie Minotti bietet den Vorteil, dass verschiedene

Charaktere auch verschiedene Perspektiven einnehmen – dies führt

zu neuen Ideen«, erklärt Minotti das Erfolgsgeheimnis.

Fachgespräche Martin

Wetscher und Alessandro

Minotti führen erfolgreiche

Familiendynastien weiter.

Fotos: Wetscher/Bild{ART}isten, Uwe Brandl, Porsche

156 falstaff LIVING 01 / 19


PORSCHE INKLUSIVE

Nachhaltiger Luxus auf der Überholspur: Six Senses Kitzbühel Alps kooperiert mit Porsche.

G

emeinsam für eine bessere Zukunft – dieses noble Ziel hat zwei klingende Namen

der Luxusbranche zusammengebracht: Six Senses Kitzbühel Alps und Porsche

Austria. Alle Immobilienbesitzer, die ein Chalet in dem absolut nachhaltigen

Resort erwerben, können sich doppelt freuen, sind sie doch unter den Ersten, die den

brandneuen, komplett elektrisch betriebenen Porsche Taycan besitzen werden. Nur ein

wenig Geduld bedarf es dafür noch: Die Eröffnung ist für Sommer 2021 geplant.

Grund zu feiern Den haben Klaus

Märzendorfer, Head of Sales Porsche

Austria, und Michael Staininger,

Co-Developer Six Senses.

Gute Aussichten Die 15

Chalets werden besten

Ausblick auf den National -

park Hohe Tauern bieten.

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inspiration / TERMINE

DATES TO KNOW

Von Mailand bis Paris: Welche Termine sollten notiert werden? Ein kurzer Überblick

über die wichtigsten Ausstellungen, Messen und Events in den kommenden Wochen.

MÄRZ

Formdepot Salon, Wien

1.

01.–03. 03. 2019

Individualität und Einzigartigkeit der Werke stehen bei

dem Format Formdepot Salon laut Eigendefinition im

Vordergrund. Drei Tage lang werden Design-Highlights

und Innovationen der Mitglieder des Formdepot und

deren Markenpartner in einem intimen Ambiente präsentiert.

Dabei soll vorrangig Handwerk, Architektur

und Design eine Bühne geboten werden. Unter den

ausstellenden Marken finden sich internationale Brands

wie etwa Freifrau, Tom Dixon und Gaggenau, ebenso wie

nationale Betriebe. Die selektive Auswahl und das kuratierte

Sortiment sind dabei überzeugende Argumente

und machen den Besuch zu einem Erlebnis. formdepot.at

Wiener Immobilien Messe, Wien

4.

17.–18. 03. 2019

Als optimaler Marktplatz für Wohnimmobilien hat sich

die Messe im Wiener Congress Center über die Stadtgrenzen

hinaus einen Namen gemacht. Rund 120 Aussteller

bieten den etwa 6500 Besuchern jedes Jahr einen

umfassenden Überblick über den privaten Wohnungsmarkt

und die aktuellen Angebote in der Hauptstadt.

Zusätzlich werden gleich zwei Bühnen mit spannenden

Vorträgen von führenden Branchenexperten bespielt. Sie

geben nicht nur reichlich Tipps, sondern stehen auch für

Fragen aus dem Publikum zur Verfügung. Kurzum: eine

äußerst informative Veranstaltung, die sowohl Verkäufer

als auch Kaufinteressierte auf der Suche nach ihrer ganz

persönlichen Traumimmobilie ansprechen will.

immobilien-messe.at

4.

Wohnen & Interieur, Wien

2.

09.–17. 03. 2019

Österreichs führende Messe für Wohnen und Design

trumpft auch dieses Jahr wieder mit Superlativen auf:

55.000 m2 Ausstellungsfläche und 750 nationale und

internationale Aussteller und Marken – darauf dürfen

die Veranstalter zu Recht stolz sein. Das Spektrum bei

der Veranstaltung, die auf dem Wiener Messegelände

stattfindet, ist breit gefächert: Von Küchen bis hin zu

einer eigenen Gartenwelt wird beinahe jeder Bereich

des Wohnens abgedeckt. Dabei ist übrigens ein spezielles

Areal für österreichisches Design reserviert, und auch

für anspruchsvolle Interior-Fans wird in einer eigenen

Halle für Premium-Design Etliches geboten. Unter den

Ausstellern finden sich unter anderem Team 7, Rolf Benz,

Saloni und viele weitere mehr. wohnen-interieur.at

2.

Salone del Mobile, Mailand

6.

09.–14. 04. 2019

Das Highlight für Design- und Interior-Aficionados

schlechthin: In der nunmehr 58. Auflage dreht sich bei

der weltbekannten »Salone del Mobile« alles rund um

die Neuheiten und Trends der Branche. Eingeteilt werden

sie in die Kategorien Tradition in the Future, Design und

xLux, bei der Luxus in Hinblick auf aktuelle Technologien

und Innovationen neu definiert wird. Begleitet wird das

Spektakel mit über 330.000 Besuchern von zahlreichen

spannenden Side-Events, After-Partys und Networking-

Terminen. All das macht die Veranstaltung, die auch für

Außenstehende ein wahres Füllhorn an Inspiration bietet,

zu einem der wichtigsten Termine der gesamten Interior-

Branche. salonemilano.it

1.

Art Vienna, Wien

3.

15.–17. 03. 2019

Von der Jahrhundertwende bis zur Gegenwart: Heimische

und internationale zeitgenössische Kunst, klassische

Moderne und Design stehen im Fokus der Wiener

Messe, die vergangenes Jahr erfolgreich Premiere feierte.

Mitte März stellen erneut rund 35 Galerien und

Kunsthändler im stimmungsvollen Ambiente der ehrwürdigen

Hofburg aus. Darunter: Schütz Fine Art, Galerie

Frey, Kolhammer & Mahringer Fine Arts, Lilly’s Contemporary

Art Exclusive Antiques oder Galerie Alessandro

Casciaro. Empfehlenswert ist auch die diesjährige

Sonderausstellung, die Georgij Melnikov unter dem

Thema »Hofburg unter dem Teppich« kuratiert hat. Ein

spannender Treffpunkt, auch für ein jüngeres Publikum,

und eine absolute Empfehlung. artvienna.org

APRIL

Art Paris, Paris

5.

04.–07. 04. 2019

Absoluter Pflichttermin für Kunstfans aus aller Welt:

Bei der Art Paris zeigen rund 150 Galerien aus über

20 unterschiedlichen Ländern zeitgenössische Kunst.

Dieses Jahr liegt ein spezieller Fokus auf den Arbeiten

französischer Künstlerinnen und den sogenannten

»Southern Stars« – lateinamerikanische Künstler, deren

Werk von den 1960er-Jahren bis heute beleuchtet wird.

Erneut wird durch eine Kostenbeteiligung auch jungen

Galerien eine Plattform geboten, die das Angebot abrundet.

Auch in diesem Jahr werden wieder knapp 60.000

Besucher im kolossalen Grand Palais erwartet. Alleine

für dieses Ambiente lohnt sich die Reise. artparis.com

7.

5.

Art Cologne, Köln

7.

11.–14. 04. 2019

Die älteste Kunstmesse weltweit versammelt jährlich

rund 200 renommierte Galerien und zeigt Arbeiten

von über 2000 Künstlern, deren Werk sich von der

klassi schen Moderne bis hin zu brandaktueller Kunst

der Gegenwart spannt. Darunter finden sich zahlreiche

etablierte Namen wie Thaddaeus Ropac, White Cube,

Häusler Contemporary, Mikael Andersen oder Lange +

Pult. Dazu wurde das Programm um den Bereich »New

Positions« ergänzt; dabei handelt es sich um ein Förderprogramm,

das es jungen Künstlern ermöglicht, ihre

Werke in eigenen Kojen neben den Ständen ihrer Galeristen

zu präsentieren. Auch der Sektor »Neumarkt«,

eine Plattform für Galerien, die maximal zehn Jahre alt

sind, sorgt für frischen Wind. artcologne.de

Fotos: Gabriel Büchelmeier, Christian Husar, Koelnmesse GmbH/Hanne Engwald, Luca Fiammenghi, Marc Domage

158 falstaff LIVING 01 / 19


9. – 17. März 2019

MESSE WIEN

Österreichs größte Messe für

Wohntrends, Möbel, Garten & Design

AFTER WORK

SHOPPING

DO, 14.3. BIS 21 UHR

ÖFFNUNGSZEITEN UND TICKETS: www.wohnen-interieur.at


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REFLEX ANGELO reflexangelo.com

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U

UNCOMMON GOODS

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UNIQUE & UNITY

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V

VIETRI vietri.com

VIKTOR STEINWENDER

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VILLARI villari.it

VITRA vitra.com

W

WALLPEPPER wallpepper.it

WALMART walmart.com

WALTER KNOLL walterknoll.de

WAM ARCHITECTEN

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WESTWINGNOW westwingnow.com

WETSCHER wetscher.com

WILLIAM MORRIS vam.ac.uk

Y

YVES DELORME yvesdelorme.com

Z

ZOLLANVARI zollanvari.com

Foto: beigestellt

160 falstaff LIVING 01 / 19


IMPRESSUM

01/2019

ZEITSCHRIFT FÜR INTERIEUR

UND ARCHITEKTUR

Die in dieser Ausgabe veröffentlichten

Beiträge sind urheberrechtlich geschützt.

Übersetzung, Nachdruck, Vervielfältigung

und Speicherung in Datenverarbeitungsanlagen

nur mit ausdrücklicher Genehmigung des Verlags.

Zitate aus Beiträgen dieser Ausgabe sind ausschließlich

mit Angabe der Quelle gestattet.

MEDIENINHABER

Falstaff Verlags-GmbH

REDAKTIONSORT

DES MEDIENINHABERS

Führichgasse 8, 1010 Wien

T: +43 1 9042141

F: +43 1 9042141-450

redaktion@falstaff.at

www.falstaff.at

Gegenstand des Unternehmens

ist die Heraus gabe, der Verlag

und der Vertrieb von Zeitschriften

und Druckwerken aller Art unter

der Bezeichnung »Falstaff«.

GESELLSCHAFTER DER

FALSTAFF VERLAGS-GMBH

Alle Informationen dazu auf

www.falstaff.at/AG

HERAUSGEBER

Wolfgang M. Rosam

Angelika Rosam

CHEFREDAKTION

Angelika Rosam

CHEF VOM DIENST

Christoph Steiner

ART DIRECTOR

Klaus Rauch

FOTOLEITUNG

Thomas Hopferwieser

FOTOREDAKTION

Katharina Woschny

Thomas Trimmel (fotoredaktion.at)

PRODUKTION/LITHO

Konstantin Riemerschmid

MITARBEITER DIESER AUSGABE

Nicola Achfar, Florian Bartmann, Sonja Boric,

Barbara Brandtner, DI Wojciech Czaja,

Manfred Gram, Herbert Hacker, Uwe Killing,

DI Maik Novotny, Dr. Wolfgang Pauser,

Michael Pech, Robert Prazak

LEKTORAT

Mag. Sandra Bak, Marjeta Wakounig,

Mag. Sabine Schmidt (Übersetzung)

GESCHÄFTSFÜHRUNG

Mag. Elisabeth Kamper

Wolfgang M. Rosam

Mag. Michaela Cholewa

RECHNUNGSWESEN

Mag. Wolfgang Szuchar (Leitung Buchhaltung)

Mag. (FH) Martin Wimmer (Leitung Controlling)

ANZEIGEN- & PROMOTIONKONTAKT

Mag. Michaela Cholewa (Anzeigenleitung)

Christiane Ceccarelli (Anzeigenkoordination)

Margit Ortner, BA (Anzeigenkoordination)

Kinga Mohrent (Stellvertretende Anzeigenleitung,

Auto, Reisen, Hightech)

Eva Bohuslav (Lebensmittel, Getränke, Tourismus)

Gerhard Pitschieler (Tirol, Vorarlberg, Südtirol)

Olivia Zazzara (Immobilien, Banken)

Ricarda Posch-Steinacher (Lifestyle, Kultur,

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Theresa Mader (Italien, Interieur, Uhren,

Schmuck, Mode)

Ursula Steiner (Banken, Versicherungen)

Sara Zager (Kärnten, Steiermark)

Carola Imre (Hightech, Tourismus)

Angela Kindermann (Immobilien)

anzeigen@falstaff.at

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Birgit Niedl, DW 419, abo@falstaff.at

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Wiener Straße 80, 3580 Horn

VERTRIEB

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Hackinger Straße 52, 1140 Wien

DVR-Nummer: 06a9192y

Mitglied des Verbands

Österreichischer Zeitungen


MY KITCHEN:

ANDREAS FUCHS

Das »Yohm« zählt mit seiner modernen Asia-Küche

seit nun 20 Jahren zu den besten Lokalen Wiens.

Als treuer Küchenchef in konstant guter Qualität ist

Andreas Fuchs von Anfang an dabei. Heuer, zum

runden Geburtstag, zeigt sich das »Yohm« im chicen

grün-schwarzen Redesign, mit neuer Sushi-Bar und

täglich wechselnder Spezialitätenkarte. Inspirieren

lässt sich Fuchs von Reisen und Trends – Neuzugang

auf der Karte: Shanghai Moon Cake aus Blätterteig,

Krabben- und Schweinefleisch. Die Stammgäste

können nicht ohne die Dauerbrenner Thai Chicken

Curry und Wok Fried Chili Beef! yohm.at

SCHARFE KLINGE

Das japanische Messer, auf das sich Andreas Fuchs

gerne stützt, ist schon lange ein treuer Begleiter

in der privaten Küche. Mit seiner langen schmalen

Klinge ist es perfekt geeignet als Fisch- oder

Sashimi-Messer und war ein Einstandsgeschenk

eines Kollegen, als im »Yohm« alles begann.

SPEZIALMISCHUNG

Was im Maxi-Einmachglas aussieht wie

Crunchy Flakes, entpuppt sich bei näherer

Betrachtung als eine Sammlung feiner,

getrockneter Pilze. Die sammelt Schwiegervater

Fuchs selbst. Zusammen mit selbst

eingelegten Gemüsen werden sie von Andreas

Fuchs zu Risotto und Saucen verkocht.

Tipp: Besonders gut schmecken die

Pilze in Rahmsuppe!

EIGENANBAU

Privat steht Andreas Fuchs nicht jeden Tag in

der Küche und lässt sich gerne auch mal von

den Kochkünsten seiner Frau verwöhnen. Dabei

kommen selbst gemachtes Chili-Öl und Kräuterschätze

aus dem eigenen Garten zum Einsatz.

Besonders Nudelgerichte und eher mediterrane

Küche mögen auch die beiden Söhne.

ZUM WOHL!

Auch die edle Rotwein-Karaffe von

Riedel ist seit ganzen 20 Jahren fixer

Bestandteil der fuchsschen Küchenausstattung.

Sie war ein Hochzeitsgeschenk

seines Bruders. Gemeinsam

mit seiner Frau genießt Andreas Fuchs

an Wochenenden gerne ein Gläschen

der guten Roten, die die Gegend um

Deutschkreutz so zu bieten hat!

START IN DEN TAG

An Samstagen oder Sonntagen findet

zumindest einmal ein ausgiebiges

Familienfrühstück statt. Frisch

aufgebackenes Gebäck, Säfte und

Marmeladen dürfen dabei nicht fehlen.

Geschmökert wird dabei auch in

Kochbüchern oder Gastro-Magazinen.

Manchmal wird das Frühstück auch

zum verlängerten Brunch mit

frisch gekochten Eiergerichten.

Fotos: Lukas Ilgner

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